дв 4016 22350 Dein Friede wohne ſtets Christliches Gesangbuch für die Evangelischlutherischen Gemeinden im Hochstift Osnabrück. Zum Gebrauch beym öffentlichen Gottesdienste und bey der Haus, Andacht. Nebst dem gewöhnlichen doppelten Anhang. Gittingen, gedruckt bey Johann Christian Dieterich. I 7.8 5. Gb 4016 dinnist Univ.- Bibl. Giessen 03 t Vorbericht vor der ersten Auflage vom Jahr 1780. Der große Nuse eines guten Gesangbuchs, welches das vornehmste Lehr- und Erbauungsbuch der meisten Christen zu seyn pflegt, ist entschieden. Man hat daher in den lettern Jahren, an vielen Orten schon, Nene, den Bedürfnissen unsrer Zeiten angemessene Sammlungen von geistlichen Liedern veranstaltet und mit Beyfall angenommen. Auch unser Gesangbuch bedurfte einer Verbesserung: indem, unter der Wenge von 1255 Liedern, viele in den Gedanken und Worten fehlerhafte, manche gar anstößige, und doch, in Absicht der Glaubens und Lebenslehren wenige, worin die Gesinnungen und Empfindungen, welche die christlichen Lehren erwecken sollen, würdig und lebhaft gnung dargestellt wåren, in Absicht der Pflichten gegen uns selbst und den Nächsten aber fast gar keine, oder doch wenig brauchbare, vorkamen. Es wäre also der ungeänderte Abdruck unsers Gesangbuchs, bey der unumgänglichen Notha wendigkeit einer abermaligen Auflage desselben, undank gegen die göttliche Vorfebung, die uns mit einem reichen Vorrath von erbaulichen Liedern beschenkt hat, und Verletzung der Ehrerbietigkeit gewesen, die man der Religion, der Kirche Christi, und dem isigen Zeitalter fchuldig ist. Indessen bat die plôgliche Einfübrung eines neuen Gesangbuchs viele Schwierigkeiten: worunter die Anschaffung desselben von den Aermern eine nicht der geringsten ist. Ob nun gleich diese Beschwerlichkeit, in unserm, unter der gnädigsten und gelindesten Regierung, vorzüglich beglücktem Lande eher zu heben seyn möchte, als anderswo; so ist doch, zur Erleichterung derfelben, die gegenwärtige Sammlung so eingerichtet, daß das bisherige Kirchengesange buch vors Erste noch, bevm öffentlichen Gottesdienst, gebraucht werden kann. Zu dem Ende sind nicht nur von jeder Materie, von welcher in der Alten Sammlung Lieder vorhanden waren, Eins oder mehrere und überhaupt beynahe 200 in die Lieue aufgenommen, sondern es ist auch dem Register, ein Vergleichungs: Vers zeichniß von denselben beygefügt worden; damit die Besitzer der neuen Gammlung die Gesänge, so lange solche beym öffentlichen Gottesdienst, nach den Numern der Alten, angeschrieben werden, bequem finden mögen. Dieses erwähnten Zwecks wegen hat man jedoch das, was andere bereits zur Abänderung und Abkürzung ala ter Lieder geleistet hatten, nicht gänzlich beybehalten können. Nach unserm Auftrag hatte der im Jahr 1778 zu Gettingen verstorbene Paster, Christian Ludewig Wiß, da er Prediger am ) 2 hiesigen Vorbericht. Biefigen Zuchthaufe war, die neue Sammlung, worin auch von Jhm entweder geänderte oder neu verfertigte Lieder befindlich sind, in etwa 40 Elassen besorgt. Dem Pastor zu Melle, Johann Cas spar Neuschäfer, dem diese Sammlung, zur Durchficht, übergeben, schien die Abkürzung mancher neuer Lieder und ihre Umarbeitung von unbekannten zu bekanntern Melodien zuträglich, um sie gemeinnüzziger zu machen. Er fand noch Viele, kleine und große Aenderun gen, Weglassungen, Zusäse, Einschaltungen und Versesungen nd thig: um nicht nur dem Ausdruck mehr Deutlichkeit, und dem Inhalt mehr Richtigkeit und Vollständigkeit zu verschaffen, sondern auch die vielen Titel und Rubriken, zur leichtern Üebersicht des Ganzen, auf wenige Hauptabtheilungen zu bringen, und diese sowohl als die einzelnen Materien lichtvoller zu ordnen und, nach der natürlichen Verbindung der christlichen Lehren, mit einander zu verEnüpfen. Nach Genehmhaltung seiner darüber mitgetheilten Anmerkungen ist ihm die Ausfertigung des Buchs zum Druck; die Einrichtung der Anhänge überhaupt und besonders die Sammlung der Ges berbe;( doch unter der Bedingung, daß die bisher gewöhnlichen Kirchengethe unverändert beybehalten würden) die Verfertigung der Register, und die Anzeige des Juhaits anvertrauet worden. Die Ausführlichkeit, womit der Inhalt angezeigt worden, foll nicht nur die Ausfindung der Lieder über jede Materie erleichtern; sondern auch denen zur Bequemlichkeit dienen, welche, nach dem Leitfaden der Lieder, entweder selbst über die chrißlichen Lehren nachdenken oder sich darüber mit ihren Kindern und Familien unterreden wollen. Zu dem Ende sind auch jedem Abschnitt die Stellen der heil. Schrift, aus welchen die Beweise und Erläuterungen der Religionslehren genommen werden können, beygeschrieben. Dadurch erhält jeder gemeine Christ theils Gelegenheit, sich von der nebereinstimmung der Teuen Lieder mit der heil. Schrift und dem reinen evangelischen Lehrbegriff zu versichern; theils eine Anweisung, welche Stücke er, ausser der Lebensgeschichte Jesu, noch vorzüglich, aus dem Alten und Neuen Testamente, zum täglichen Andachtsgebrauch der Bibel, zu wählen habe. Wir begleiten übrigens die Ausgabe dieses Buchs mit dem innis gen Wunsch, daß Gott dasselbe an allen, die es brauchen werden, seguen wolle: sie zu belehren; in jedem Kampf gegen die Sünde zu stärken; zur Frömmigkeit, zur Ausübung der Menschenliebe und zur treuen Erfüllung der Berufspflichten zu ermuntern; im Leben Leiden und Sterben zu trösten und zu erquicken und sie der höhern Glückfeligkeit fähig zu machen, weiche den aufrichtigen Verehrern der Religion Jefu Chrifti unsers Herrn, in Zeit und Ewigkeit, bereitet ist. Zum hochfürstl. Osnabrückischen Confiftorio A. C. verordnete Rathe. Uusa nalalhse 130 any ܕ ܘ 39ܘܗܝ wee CM. M. Eltong. for kein I. Von der Erkenntniß der Religion aus den Werken der Natur und aus dem göttlichen Un terricht in der Bibel. Mel. Herzliebster Jesu te. 1.S ft auch ein Gott? auch der Mond durch seine wer darf noch al- Laufbahn eilet und wie, durch fo fragen? Hort beyde, Tag und Nacht der man nicht laute Stimmen, Erde regieret werde! die es fagen? Steh,( ru4. Was machts, daß dies fen Schrift, Bernunft und fe Ordnung stets vorhanden Kreaturen) der Gottheit und unverrückt Jahrtausens Spuren! de bestanden? Kannst du der 2. Sich um dich her! Gottheit Daseyn, Kraft und fich Himmel, Lånder, Mee Wesen nicht darin lesen? re, und schließ von der Ges 5. Ja, Mensch! in ale schöpfe großem Heere, von len andern Kreaturen, auch ihrem Bau und vom Vers an dir selbst siehst du der stand der Geister, auf ih. Allmacht Spuren. Kannst ren Meister. du dich denn mit Recht vers 3. Sieh! wie die Sonne ståndig nennen und Gott Fahr und Tage theilet, wie mißkennen? A 6. Doch 2 Von der Erkenntniß der Religion 6. Doch nicht genug: es Mel. Es ist das Heil uns kommen ze. ist ein Gott: zu sagen. Oft 2Du bist, o Gott, von 2.0 leugnets doch der Mensch Ewigkeit, und bleia durch sein Betragen, wenn best sonder Ende, die Welt er, als war kein Gott, in so groß, das Meer so breit, Sünden wandelt und gott- sind Werke deiner Hände. los handelt. Des Himmels Bau, der 7. Du sagst: Gott ist und Erden Laft, und was du, kennt mein ganzes Leben. Herr, geschaffen haft, lehrt Bist du ihm denn auch recht uns dein Wesen kennen. zum Dienft ergeben? St 2. Du bist voll Licht und Dank und Gegenliebe im Majestát, voll Herrlichkeit Gemüthe für seine Güte? und Stärke. Wer deine 8. Im Wohlstand tro: Größe nicht versteht, den Big, zaghaft in Beschwerden, lehren deine Werke, daß du vergittert man oft Dinge der Herr der Herren bist, dieser Erden; macht Gold daß deine Macht unendlich zum Troft; hält Fleisch für ist, im Himmel und auf seinen Retter; elende Göt Erden. ter! 3. Wer ist, den nicht der 9. Drum Menschen ler- Sinnen Licht auf diese Fras net, Gottes heilgen Willen, gen leitet; wer hat das Erde mit Redlichkeit und Herreich zugericht, den Himmel zenslust, erfüllen: sonst wer- ausgebreitet? Wer hat der. bet thr, beym Ruhm des Sternen großes Heer, das Glaubens, lügen; euch felbft tief und stark umdammte betrügen. Meer, so wunderbar ers 10. Laßt euch sein Wort schaffen? den Weg der Wahrheit leh: 4. Groß muß der seyn; ren: durch Glauben und unendlich reich an Weisheit, durch Liebe ihn zu ehren; Kraft und Stärke; ein Wes bis er euch einst zum Him- sen, welchem keines gleich; mel wird erheben, bey ihm der so erhabne Werke hera zu leben. vorgebracht und aufgeführt, fie aus der Natur und heil. Schrift. 3 fie alle trågt, und noch re- tur, so ruft mir alles, alles giert und keines übersiehet. zu: wie groß ist Gott, wie 5. Dich müsse, wer verklein bist du: ständig ist, in aller Welt 3. Es zeigen alle Eles erkennen; daß du sein Gott mente, wie groß der sey, der und Vater bist: mit frohem fie erschuf. D! wenn das Dank bekennen. Dich ehre, Stumme reden könnte, wie und dein freue sich, was da laut erschallte nicht der Ruf: ist, denkt und lebt durch dich rühmt, Menschen, Gottes im Himmel und auf Erden. Gút und Macht, der uns, * 5. Ich bin dein Werk, für euch, hervorgebracht. dein Eigenthum; gieb, daß 4. Unendlich, Gott, ift ich auch so lebe, mit Herz deine Liebe, die Erde deiner und That stets deinen Ruhm Gûte voll! O! gieb mir laut preise und erhebe. Dein deines Geistes Triebe, daß Lob sey mein Geschäfte hier ich dich preise, wie ich soll, und dort, wo ich werd für nimm, was ich kann, und und für im hellern Licht dich hab, und bin, zu deinem schauen. Dienst auf ewig hin. 5. Hilf, daß die Güter Mel. Wer nur den lieben Gott c. dieser Erden zu dir mich 3.0 Gott des Himmels leiten, höchstes Gut; daß und der Erden, der sie mir nicht zum Fallstrick du allgegenwärtig bist, von werden, der, statt des Nuniemand kannst ermessen ßens, Schaden thut. Laß werden, vor dem kein Dingjallen Mißbrauch ferne seyn, verborgen ist, ach ziehe mei der Wünsche Ziel sey du als nen Sinn zu dir, und offen lein. bare dich auch mir. 6. Hier ist mein Leben 2. Wohin ich Herz und eine Reise, hier geht mein Auge lenke, da find ich dei- Weg zur andern Welt; ner Gottheit Spur. Wenn drum mache du mich fromm ich mit Andacht überdenke und weise, daß ich hier thu, die großen Wunder der Na- was dir gefällt, und nimm A 2 4 Von der Erkenntniß der Religion 4.We zu deiner Ruh mich auf, wenn der Sand am Meere; bringt, ich vollende meinen Lauf. ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Mel. Es ist das Heil uns ic. Schöpfer Ehre! Mich( ruft enn ich, o Schd: der Baum in seiner Pracht,) pfer, deine Macht, mich( ruft die Saat,) hat die Weisheit deiner Wege, Gott gemacht; bringt une die Liebe, die für alle wacht, serm Schöpfer Ehre! anbethend überlege: so weiß 5. Des Menschen Leib, ich, von Bewundrung voll, den deine Hand so wuns nicht, wie ich dich erheben derbar bereitet; des Mens foll, mein Gott, mein Herr fchen Geist, den sein Vers und Vater! stand, dich zu erkennen, leis 2. Mein Auge fieht, wos tet; der Mensch, der sichts hin es blickt, die Wunder barn Schöpfung Preis, ist deiner Werke. Der Him sich der klåreste Beweis von mel, prachtig ausgeschmückt, deiner Güt und Größe. preift dich, wenn ich bemer- 6. Erheb ihn ewig, o te, wie du die Sonn an ihm mein Geift, erhebe seinen erhöht, umgeben sie mit Namen! Gott, unser Vas Majestät, erschaffen alle ter, sen gepreist, und alle Sterne. Welt sag Umen! Und alle 3. Wer mißt dem Win- Welt fürcht ihren Herrn, de seinen Lauf? Wer heißt und hoff auf ihn, und dien die Himmel regnen? Wer ihm gern; wer wollte Gott schließt den Schooß der Er- nicht dienen? den auf, mit Vorrath uns zu segnen? Du Gott der Mel. Wer nur den lieben Gott ic. Macht und Herrlichkeit, du, 5.Mein Gott, du schenka dessen Güte reicht so weit, test mir das Leben; so weit die Wolken rei von ganzem Herzen dank ich chen! dir. Du hast durch Men: 4. Dich predigt Sonnenschen mirs gegeben, die Chris schein und Sturm, dich preist sten waren: Heil sey mir! Sonst aus der Natur und heil. Schrift. $ Sonst kennt ich Christi Lehre des Zweifels Nacht; du zeis nicht; sonst fehlte mir Glück, gest mir des Höchsten Rath Trost und Licht. und führst mich auf der 2. Auf ungewissen fin Wahrheit Pfad. stern Pfaden würd ich ein 6. Ich weiß wozu mich Raub des Todes seyn: mit Gott erschaffen; ich kenne Sündenschuld und Fluch be- meine ganze Pflicht; mein laden müßt ich des Richters Geist wird nicht im Tod ents Strafe scheun. Ich fände schlafen; wer an dich glaubt, keinen Trost in Noth: mich wird im Gericht, durch dich, schreckte stündlich Grab und o Heiland, wohl bestehn, und Tod. dann verklärt dich selber m 3. Wozu hat mich mein sehn. Gott erschaffen? was ist hie: 7. Jesu! laß mich deis nieden meine Pflicht? Wird ner Lehre gehorchen mit ftets auch mein Geist im Tod ente größrer Lust, und keines schlafen, und hält Gott künf Spotters Wahn zerstöre dein tig ein Gericht? Wie werde tröstend Wort in meiner ich darin bestehn? Wie der Brust. Mein ganzes Les verdienten Straf entgehn? ben preise dich! dein Heil 4. Entscheidet die Vers erfreu im Sterben mich! nunft die Fragen durch ih rer Einsicht schwaches Licht? Mel. Wer nur den lieben Gott ic. Hebt ſie die Zweifel, die mich 6.Dein Wort, o Höchs plagen? daurtder vollkomden sie verspricht? Ach! oh men: es lehrt uns unfre ne Jesu Licht und Heil, wår ganze Pflicht; es giebt dem Finsternig und Angst mein Sünder wie dem Frommen Theil. den allerbesten Unterricht. 5. Ja! du hast mich den O felig! wer es achtsam Finsterniffen des Frrthums hört, bewahrt und mit Ges und der Sünde Macht, horsam ehrt. durch deine Lehre, Herr! 2. Es leuchtet uns auf entrissen; ihr Licht zerstreut unfern Wegen; vertreibt 2 3 des von der Erkenntniß der Religion des Frrthums Finsterniß. allen, der Weg, auf dem Es füllt mit Freuden, bringt wir hier hinab zum Grabe uns Segen und machet un wallen, wenn du, o Gott, fer Herz gewiß. Es lehrt nicht selbst, durch deines uns, Höchster! was du bist; Wortes Licht, uns våterlich was gut vor deinen Augen ist. geschenkt Rath, Troft und 3. Dein Wort ermuntert, Unterricht. dich zu lieben; lehrt, wie 2. Wie viel weiß ich von viel guts du denen giebst, die dir, von deinem Rath und freudig dein Gebot ausüben, Willen? und woher nehm und wie du våterlich und ich Kraft, was du willst, zu liebst. Und was, o Herr, erfüllen? wenn du nicht selbst dein Mund verspricht, bleibt zuvor mich deinen Willen ewig wahr und trüget nicht. lehrft, und, ihn mit Folgs 4. Gott, deine Zeugnisse samkeit zu thun, mir Kraft find beffer, und mehr der gewährst? Sehnsucht werth, als Gold; 3. Wie wüßt ich von mir ihr Werth ist köftlicher und selbst, wozu du dieses Les größer, als alles, was die ben mir auf so kurze Zeit, Erde zollt; wer das thut, die schnell vergeht, gegeben? was dein Wort gebeut, dem Wenn du nicht durch dein bist du, wohlzuthun, bereit. Wort mir seinen wahren 5. Drum laß auch mich Werth, Zweck, Absicht und mit Luft betrachten, was Gebrauch entdecket und ers mich dein Wort, o Höch klärt? ster, lehrt, und mit Ge horsam auf das achten, was es, von mir, zu thun begehrt; so fließen Troft und See lenruh, auch mir, aus deinem Worte zu. Mel. O Gott du frommer ic. 7.28¹ 4. Wie furchtbar wäre mir der Weg zu meinems Grabe? Wie wüßt ich, was hernach ich zu erwarten has be? Wenn über Tod und Grab, den Weg zu jener Welt du mir nicht, durch ie dunkel wäre nicht, dein Wort, gezeigt und vors wie ungebahnt und gestellt. 5. Was aus der Natur und hell. Gayrift. 7 5. Was kann bey mei Vater feyst, der kindlich ner Schuld Gewißheit mir dich verehrt. verschaffen, daß du dem 8. Dies alles haft du Schuldner wirst verzeihen, uns, Gott, durch dein Wort ihn nicht strafen? Das, was gelehret, so huldreich haft tein Sterblicher mir fest ver: du selbst dich gegen und ers sichern kan, das hast du kläret. Von dir belehrt, felbst, o Gott, in deinem weiß ich, wie du gesinnet Wort gethan! bift, was hier für mich zu 6. Wenn deine Hand thun, dort zu erwarten ist. mich schlug, wie trostlos 9. Gott, welche Seligs mist ich zagen? Womit keit quillt mir aus dieser stillt' ich mein Herz in trú Quelle! Wie stårket und ers ben Trauertagen? Wenn du quickt dein Wort, Herr, mir nicht gesagt, wie ich, zu meine Seele! Geleitet durch meinem Wohl, die Schla- dies Licht wall ich auf ebner ge deiner Hand ausstehn und Bahn, voll Muth und Freuz nüßen soll. digkeit, zur Ewigkeit hinan. 7. Herr bist du, und ich 10. Dank sey dir, hoher Kuecht! dürft ich es dann Dank für deines Wortes wohl wagen und zu dir, meis Lehren! sie müsse, wer sie nem Herrn, vertraulich, Da: kennt, hochschäßen und vers ter, sagen? Wenn du nicht ehren! und wer sie ehret, durch dein Wort dich gegen nicht ihr Hörer nur allein, mich erklärt, daß du dem vielmehr, mit allem Fleiß, ihr treuer Thâter seyn! II. Von Gottes Wesen und Eigenschaften. Wiel. Christ unser Herr zum ic. dacht zu betrachten, was meine er Gott von sich, 8.0! hebe dich, mit An- und wie man ihn ſoll achten: 20 4 daß 8 Von Gottes Wesen daß er der Allerhöchste ist, drum bitten und drauf dens im Himmel und auf Erden; ten, weil alles Frösche wans und soll gerühmt zu jeder delbar, daß du mir wolleft Frist, auch angerufen wer schenken ein unvergånglich den, als Ursprung aller Erbe. Dinge. 5. Gott, du bist an 2. Gott! du bist einig allem Ort, und gar nicht zu für und für, nichts sind der ermeffen: ob einer hier ist Heyden Götter: tein Heil oder dort, ist er dir unvers noch Trost ist auffer dir, kein geffen. Laß mich nicht zweis Helfer noch Erretter. La feln, wo ich sey, könnst du mich, o Herr, auf dich al dich mein annehmen: auch lein von ganzem Herzen was ich thu, laß mich das trauen: dir einzig nur ergebey des Bösen vor dir schås ben seyn: auf niemand an men, und überall dich fürchs ders bauen, und deiner nur ten. mich rühmen. ad a 6. Unendlich ist, Herr, Herr, mein Gott deine Macht, zu retten, die 3. du bist ein Geist, und thei dich lieben; und wenn der left auch uns allen, an Ga Frevler dich verlacht, auch ben aus, was geiftlich heißt, Rach an ihm zu üben. Gieb, nach deinem Wohlgefallen. daß sich deiner Allmacht Laß mich stets geistlich seyn Schuß, fort über mich era g sinnt, daß, wann ich verstrecke; mich auch nicht Mena dich trete, ich deine Kraft schen Grimm und Truß, in mir empfind, und dadurch nur deine Strafe schrecke: dich anbethe, im Geist und du tödtest Leib und Seele. in der Wahrheit. 7. Boll höchster Weiss 4. Du bist, o Gott! von heit bist du, Gott, die nies Ewigkeit, ohn Anfang und mand kann ergründen: wie ohn Ende. Gieb, daß ich, wunderschwer auch ist die von der eitlen Frend des Noth, weißt du doch Rath Zeitlichen, mich wende: auf zu finden. Gieb, daß ich, zu daß ich möge immerdar der Seelen Ruh, auf dich werf und Eigenschaften. 9 werf meine Sorgen: auch les, was du draueft; auch übels weder denk noch thu: hoffe, was dein Wort vers denn dir ist nichts verbors spricht, daß du mirs gern gen, du prüfest Herz und verleiheft: Hofnung wird Nieren. nicht zu Schanden. 8. Gott du bist heilig II. Höchstselig bist du, und gerecht, du kannst die Gott, und frey; du thuft, Sund nicht leiden; wer fa- was dir beliebet. Du bist gen will, er sey dein Knecht, ein milder Herr dabey, der der muß das Böse meiden: reichlich gutes giebet. Laß gieb, daß ich mich zu jeder mich mit dem zufrieden seyn, Zeit, der Heiligkeit befleiffe, was mir beschert dein Wille! nachjage der Gerechtigkeit, Gieb auch, daß ich, von dir auh dein Gericht gut heiffe, allein und deiner Güte Fülle, ob ichs schon nicht begreife. erwarte, was mir nüket. 9. Du bist sehr gnädig, 12. Gott, wenn ich dich Cott, und gut, wenn sich so kenn und ehr, dein Wort bekehrt der Sünder; er zum Grunde sehe; erfreu barmst dich, wie ein Vater ich mich darüber mehr als thut, von Herzen deiner über alle Schäße: bis ich dich Kinder. Herr, laß von dei dort, mein Heil und Licht, ner Lieb und Gnad mich ohn Lallen werde nennen, immer Troft bekommen; von Angesicht zu Angesicht durch sie sey meine Misse anschauen und erkennen, und that so weit hinweg ge- unaufhörlich loben. nommen, als Often ist vom Westen. 13. Gott Vater, Sohn und heilger Geift! der du 10. Gott, deine Wahr auch willst auf Erden, von heit stets besteht; und wohl mir und allen seyn gepreift, dem, der dir glaubet! der laß deinen Ruhm groß wers Himmel und die Erd vers den. Verleih mir Gnade, geht: dein Wort, Herr, Kraft und Stärk, daß ich ewig bleibet. Gieb, daß ich zu allen Zeiten, Here, dets fürchte dein Gericht und al- nen Namen und dein Werk 205 könn 10 Von Gottes Wesen kennt tonn mehr und mehr auskennt was er schafft, breiten, so lang ich hier noch aller Dinge Kette. lebe. Bey 9.5 thm ist Weisheit und Vers stand, und Kraft und Stårs Mel. Es ist das Heil uns kommen 2c. Ee; seine Hand umspannet er Herr ist Gott und Erd und Himmel. feiner mehr. Fros 5. Ist er auch jemals lockt ihm, alle Frommen! von uns fern? Weiß er nicht Wer ist ihm gleich? Wer alle Wege? We ist die ist wie er, so herrlich so voll- Nacht, da sich dem Herrn kommen? Der Herr ist groß, ein Mensch verbergen mda fein Nam ift groß, er ist ge? Die Finsterniß ist vor unendlich, grenzenlos in sei ihm Licht: Gedanken selbst nem ganzen Wesen. entfliehn ihm nicht, in ihrer 2. Shu trift kein Wech- ersten Bildung. fel flüchtger Zeit. Nie gröf 6. Wer schůzt den Welts ser oder kleiner wird seines bau ohne dich, o Herr, vor Wesens Herrlichkeit. Nur seinem Falle? Allgegenwära er war stets, sonst keiner. tig breitet sich dein Aufsehn Wir Menschen sind von geüber alle. Du bist voll stern her; eh noch die Erde Freundlichkeit und Huld, war, war er; noch eher, barmherzig, gnädig, voll als die Himmel. Geduld, ein Vater, ein 3. Um seinen Thron her Verschoner. ftrömt ein Licht, das ihn vor 7. Unsträflich bist du, uns verhüllet. Ihn faffen heilig, gut, und reiner als alle Himmel nicht, wie weit die Sonne. Wohl dem, der er fie erfüllet. Er bleibet deinen Willen thut; denn du ewig, wie er war, verbor: belohnst mit Wonne! Du gen, und nur offenbar in haft Unsterblichkeit allein, feiner Werke Wundern. bift selig, wirst es ewig seyn, Was waren wir, wenn haft Freuden, Gott, die Fülle. feine Kraft, uns nicht ge 8. Du nur verdienest Lob bildet hátte? Er kennet uns, und Dank, verdieuest Preis und und Eigenschaften. II und Ehre. Kommt, wer- gern, zu segnen, zu ers det Gottes Lobgefang ihr, freun. alle feine Heere! Der Herr 4. Du sprichst, und es ist Gott und keiner mehr! geschieht; auf dein Allmächs Wer ist ihm gleich? Wer tig: Werde! entstand dein ist wie er, so herrlich, so großes Werk, der Himmel vollkommen? und die Erde; mit deinem träftgen Wort trägst du die Mel. Nun danket alle Gott c. ganze Welt, und deine 10.Anbethungswürdger Macht vollführt, was uns Gott, mit Ehrs unmöglich fällt. furcht stets zu nennen! Du 5. Du bist der Herren bift unendlich mehr, als Herr; der Erde Majestás wir begreifen können. Oten sind, Höchster, vor dir flöße meinem Geist die tief Staub; auch Geifter kannst ste Demuth ein, und laß du tödten; wen du erniedris mich stets vor dir voll Ehr- gest, Gott, wer kann den erbietung seyn. erhöhn? Wen du erhöhen 2. Du bist das höchste willst, des Hoheit muß bes Gut; du weißt von keinem stehn. Leide; stets ruhig in dir 6. Du bist es, der als felbst, schmeckst du voll lein Unsterblichkeit befißet, kommne Freude; dein ist der Leben giebt und nimmt, die Herrlichkeit; auch ohne der unsern Othem schuhet; Kreatar bist du dir selbst den Geift, der in uns lebt, genug, du Schöpfer der den haben wir von dir; willst Natur. du, so wird er nichts: du 3. Du riefft dem, das bleibest für und für. nicht war, um Lust und Ses 7. Wer hat dich je ges ligkeiten aufs mannigfaltig fehn? Wer kann im Fleisch ste um dich her auszubrei- dich sehen? Kein sterblich ten; die Liebe bist du selbst; Auge reicht bis zu den Lichs Verstand und Nath sind teshöhen, wo du voll Majes dein: und du gebrauchst sielstät auf deinem Stuhle throuft 12 Von Gottes Wesen trohnft, und unterm frohenlift unaussprechlich groß. Ein Lob der Himmels Bürger Geist ist Gott! Lobfingt vor wohnst. feinem Angesichte! Gott 8. Was wir, Unendli wohnt in einem Lichte, zu cher, von deinem Wesen dem kein Auge dringt. wissen, das hast du selbst zus 2. Kein Sinn kann ihm vor uns offenbaren müssen: erreichen, kein endlicher Vers die Schöpfuna zengt von dir; stand; wer darf sich ihm und deines Sohnes Mund vergleichen? wer hat ihn macht uns noch deutlicher, ganz erkannt? Macht euch Gott, deinen Namen kund. von ihm kein Bild! Wer 9. Doch hier erkennen kann den Höchsten sehen, ob wir dich noch gar unvollkom er gleich alle Höhen und jes men; wird aber dermaleinst de Tief erfüllt? der Vorhang weggenommen, 3. Die Sonn in hoher der jetzt das Heiligste noch Ferne mag stralenreicher unserm Blick verschließt: glühn; glänzt heller noch, daun sehen wir dich, Gott, ihr Sterne, was send the fo herrlich, wie du bist. gegen ihn? mit aller eurer 10. Indeß sey auch schon Pracht, in euerm schönsten jest dein Ruhm von uns Lichte, vor seinem Anges besungen; verschmähe nicht sichte noch dunkler, als die ein Lob von lallendschwachen Nacht. Bungen! Dort soll, wenn 5. Wie soll ich, Gott, wir dereinst vor dir verherr- dich nennen, dich, Vater der licht stehn, ein weit voll Natur? Was wissen wir? kommners Lied dich, großer wir kennen der Wesen Flås che nur. Gott, erhöhn. Wie andern Körs per fich, selbst bey dem Met. Aus meines Herzens Grunde. schönsten Schimmer! Gott II.Schwingt, heilige aber wechselt nimmer, er Gedanken, euch ist unkörperlich. von der Erde los! Gott, 5. Preift unserm Herrn frey von allen Schranken und Meister, der selbst uns unters und Eigenschaften. 13 unterweist: Er, Vater almel ward; eh noch dein Urm ler Geister, sey selbst der sich uns geoffenbart. höchste Geist; Ganz Thá 2. Was bin ich, Herr, tigkeit und Kraft; ganz und alle Menschen Kinder? Weisheit, Freyheit, Leben! Staub sind vor dir, der Kommt, laßt uns ihn er. Fromme wie der Sünder. heben, weil er auch Geister Wie schnell enteilt das Leben schafft. doch von mir! Du, Hoche 6. Das preifen Engelster! nur, du bleibest für Chöre; flimm, Seele, freu- und für. dig ein, auch dich schuf er zur 3. Du hast vorhin die Ehre, ein edler Geist zu Erde zubereitet; dein Arm, seyn. Empfinds! verkens Gott, hat den Himmel aus ne doch nicht deinen Werth! gebreitet. Doch sie vergehn, verachte, was sterblich ist, veralten wie ein Kleid; du und achte, für Sünden, dich aber bleibst in alle Ewigkeit. zu hoch. 4. Es werden noch die 7. Andachtig beth ihn, Himmel samt der Érden Seele, und ungeheuchelt an! wie ein Gewand von dir vers Lieb ich des Herrn Befehle: wandelt werden. Du bleis wie selig bin ich dann! Er best, wie du bist; denn keine hat Unsterblichkeit und Se Zeit umgránzet jemals die ligkeit und Leben; das alles Unendlichkeit. wird er geben dem, der sich 5. Das ist der Troft, die ganz ihm weiht. Hofnung deiner Knechte. Du schüßeft sie mit deiner starken Rechte. Jhr redlich Herz kann sich stets deiner Mel. Herr Gott den man dreyein. freun. Du bleibst ihr Gott, Ewigkeit und Unveränder: lichkeit Gottes. 12.Her Gott, du bist die und sie sind ewig dein. Zuflucht aller Zei 6. Das sey mein Trost, ten; denn du bist Gott in in allen trüben Stunden. allen Ewigkeiten. Du warst Vom Tode selbst bleibt er es schon, eh Erd und Him- unüberwunden. Kein Tod, kein 2 14 Von Gottes Wesen kein Grab trennt mich, oderer, die das Gute lieben. Gott! von dir. Mein Fels, Laß uns darin, schon auf Ers mein Heil! das bleibst du den, deinem Bilde ähnlich werden. ewig mir. 5. Deine Worte trügen Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. nicht; du bist ewig der ges 13.Gott, bu bift von trene, der das hält, was Ewigkeit, und er verspricht. O daß dis dein herrlich großes Wesen mich stets erfreue! Laß nur åndert sich zu keiner Zeit. deinen Geist mich treiben, Du bleibst stets, was du dir, Herr, auch getreu zu gewesen. Laß dis meinen bleiben. Geift beleben, ehrfurchtsvoll dich zu erheben. 6. Stets ift Wohlthun deine Lust; ewig währet Wohl mir, 2. Ewig und unwandel- deine Liebe. bar ist, o Gott dein hohes wenn ich auch mit Luft, mich Wissen. Was dir einmal in deinem Willen übe! Dann, Wahrheit war, wird es o Herr, wirds meiner Sees ewig bleiben müssen. Nielen nie an wahrem Wohlmals kann dein Ausspruch seyn fehlen. fehlen, laß mich ihn, zur Richtschnur, wählen. 3. Du bist nicht, 7. Erd und Himmel wird vergehn, alle Welt wird wie mich verlassen, nur du bleibst Menschen sind, daß dich mir ewig stehn, deine Hand etwas reuen sollte, immer wird mich umfassen, wenn bleibst du gleich gesinnt. ich nun von hinnen scheide. Was dein Rathschluß vor Ewig bist du meine Freude! mals wollte, willst du noch. 8. Laß mir doch zu jeders O hilf uns allen, thun nach zeit, Herr des Himmels deinem Wohlgefallen. und der Erden, diefe deine Ewigkeit einen starten Ans trieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen, und mein 4. Immer bleibst du Lastern Feind, dir mißfal len die sie üben. Immer bleibst du, Gott, ein Freund Glück auf dich zu bauen. Mel. und Eigenschaften. I Mel. Gott sey Dank in aller Welt. auf dich nur baun; ohne Weisheit und Verstand 14.Ewger Gott! wie Brunnen graben in den selig ist, wer dich Sand? kennt und wohl ermißt, wie 8. Nein, Unwandelbas du dich uns offenbarst! denn rer, dein soll sich meine Sees du bist, wirst seyn und warst. le freun; sey mein Fels, 12. Ewig bleibst du selbst Gott, sey mein Licht, ewig dir gleich; weise, treu und meine Zuversicht! gnadenreich, ewig mächtig 9. Und in allgemeine und voll Kraft, heilig und Nacht sinke dann mit seiner untabelhaft. Pracht jeder Himmel, und 3. Wenn ich auf zum die Welt stürze hin, wenn Himmel schau, weld) ein Gott mich hält! wundervoller Bau! doch er wird nicht ewig stehn; er Alwissenheit und Allgegens entstand und wird vergehn. wart Gottes. 4. Du nur bleibest, wie Mel. Es wolle Gott uns gnädig: c. du bist; was dein weiser 15.Allwissender, volla Rath beschließt, ist unwan: Geift, kommner delbar, wie du, gut und deß Auge alles siehet, was heilig stets, wie du. Nacht und Abgrund in sich 5. Du bist nicht ein Menschleußt, und dem sich nichts schen- Kind, daß du lúgeft; entziehet! Es kann vor deis nicht gesinnt, wie der Mensch, nem hellen Licht sich kein der wandelbar, nimmer blei Geschöpf verstecken. Was bet, was er war. in der Finsterniß geschicht, 6. Was du zusagst, ist das weißt du aufzudecken, gewiß; zwischen Licht und und an den Tag zu brins Finsterniß tappt der Mensch gen. hin, wählt, berent plözlich wieder, was ihn freut. 2. Selbst die Gedanken sind dir kund, die unsre Sees 7. Und ich sollt auf Fleisch le heget, eh sie noch der vertraun, nicht mein Heil verschloßne Mund durch Worte 16 Von Gottes Wesen Worte dargeleget. Die Her alles offenbaren: was noch zen sind dir offenbar, du so heimlich jest geschicht, kannst ihr Dichten spüren; wird man alsdenn erfahren, den Rath derfelben siehst du und öffentlich erzählen. klar, du prüfest Herz und 6. Lag mich, o höchste Nieren, und dir bleibt nichts Majestät! dein helles Auge verborgen. scheuen, daß nie ein Heuchs 3. Was deiner Freunde ler hintergeht, mit falschen Herz begehrt, das weißt du, Schmeicheleyen. Erinnere eh sie bethen: ihr Seufzen stets meinen Geift an dessen wird von dir erhört, eh sie scharfe Blicke. Laß, was ges noch vor dich treten. Was heime Schande heißt, und deiner Feinde Herz beschließt, alle böse Tücke, mich Les das ist dir unverborgen, die benslang vermeiden. weil du ihren Anschlag siehst, sordenat als wie den lichten Morgen, Mel. Mir nach spricht Christus zc. den keine Schatten decken. 16.ie die bist du, Hochs 4. Was, nach Verflies ster, von uns fern; fung vieler Zeit, noch künf du wirkst an allen Enden. tig wird geschehen, das sieht Wo ich nur bin, Herr aller dein Auge allbereit als ge- Herrn! bin ich in deinen genwärtig stehen. Dumachst Hånden. Durch dich nur es deinen Knechten kund, leb und athme ich; denn es weiter auszubreiten, und deine Rechte schüßet mich. ließest einst durch ihren 2. Was ich gedenke, das Mund die größten Heimlich weißt du; du prüfest meine keiten der ganzen Welt ent- Seele. Du siehst es, wenn decken. ich gutes thu; du siehst es, 5. Bleibt gleich vor Men wenn ich fehle. Nichts, schen manches noch in dieser nichts kann deinem Aug ents Zeit verschwiegen, so wird fliehn, und nichts mich deis die Wahrheit künftig doch ner Hand entziehn. die Finsterniß besiegen. Dein 3. Wenn ich in stiller unparthenisches Gericht wird Einsamkeit, mein Herz an dich und Eigenschaften. 17 17. err, du erforschest dich ergebe, und über deine mel. Nun danket alle Gott ic. Huld erfreut, lobsingend dich erhebe: so hörst du es, und fiehst mir bey, daß ich dir unverborgen; du kennst mein immer trener sey. ganzes Thun und alle meine mich, dir bin ich 4. Du merkst es, wenn Sorgen; was meine Seele des Herzens Rath verkehrte denkt, war dir bereits bes Wege wählet: und bleib: kannt, eh der Gedanke noch auch eine böse That vor al in meiner Seel entstand. ler Welt verhehlet: so weißt 2. Nie spricht mein Mund du sie, und strasest mich zu ein Wort, daß du, o Herr, meiner Begrung väterlich nicht wissest; du schaffeft, 5. Du höreft meinen was ich thu; du ordnest, du Seufzern zu, daß Hülfe mir beschließest, was mir begeg erscheine. Voll Mitleid, Vanen soll. Erstaunt seh ich ter, zählest du die Thränen, auf dich: wie groß ist dein die ich weine. Du siehst und Verstand, wie wunderbar wågest meinen Schmerz, und für mich! stärkst mit deinem Trost mein Herz. 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geifte fliehen? wo 6. Odrück, Allgegenwär- könnt ich jemals wohl mich tiger! dis tief in meine Seele, deinem Aug entziehen? führ daß, wo ich bin, nur dich, ich gen Himmel auf: so bist o Herr! mein Herz zur Zu- du, Höchster, da; führ ich flucht wähle; daß ich dein zur Tief hinab: auch hier heilig Auge schen, und dir zu bist du mir nah. dienen eifrig sey. 4. Nahm ich auch, schnell 7. Laß überall gewissen zu fliehn, die Fittige vom haft nach deinem Wort mich Morgen; felbst an dem ferns handeln; und stärke mich sten Meer blieb ich dir nicht dann auch mit Kraft, vor dir verborgen; auch da umschlöss getroft zu wandeln. Daß du, osse mich doch deine Allmachtss Gott, stets um mich seyst, dis hand; denn du bist überall, tröst und begre meinen Geist. und dein ist jedes Land. B 5. Sprach 18 Von Gottes Wesen 5. Sprách ich zur Finmeyne; ob ich rechtschaffen sterniß: sey um mich, mich bin, wie ichs von auffen scheis zu decken! so sucht ich doch ne. Sieh, ob mein Fuß umsonst von dir mich zu ver vielleicht auf falschem Wege stecken; denn auch die Fin. geht, und leite mich den Weg, fternig ist vor dir helles Licht, der mich zu dir erhöht. die Nacht glänzt wie der 18.Umsonst Tag vor deinem Angesicht. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit se. 6. Du warst schon über umsonft mir in meiner Mutter Leibe; verhüllst du dich, du bildetest mein Herz, Gott, mein Herz, in Finsternisfe; deß ich bin und bleibe. Ich was kann ich Gott verbers danke dir, daß du mich wungen, ich! daß er nicht alles derbar gemacht, und meiner, wisse? Wärst du auch dunks eh ich war, schon váterlich ler als das Grab: das Auge gedacht. Gottes schaut hinab, und 7. Du kannteft mein Gekennet deine Tiefen. bein, eh ich ans Licht gekoms 2. Wo ist die Nacht der men, da ich im Dunkeln erst Einsamkeit, die mich vor ihm die Bildung angenommen; verhehle? Er sieht euch dein Auge sah mich schon, schon, eh ihr noch seyd, Ges eh ich bereitet war, und met danken meiner Seele! eh ich ner Tage Lauf wardir schon euch selbst empfinden kan, offenbar. von eurer ersten Bildung an, 8. Was für Erkenntniffe, bis ihr euch ganz entfaltet. Er kennet und erfors für köftliche Gedanken! uns záhlbar sind sie mir; denn schet euch, wenn ihr euch sie sind ohne Schranken. schnell entziehet; bemerkt Mit Ehrfurcht will ich stets euch, wenn ihr, Stralen auf dich, mein Schöpfer, gleich, schnell auffahrt, schnell fehn, die folgen, und dein entfliehet; vergebens wünsch Lob, so gut ich kann, erhöhn. ich: sterbt, vergeht! ich haß 9. Erforsche mich, mein euch! aufgezeichnet steht ihr Gott, und prüfe, wie ichs all in seinem Buche. 3. 4. Der und Eigenschaften. 19 114. Der Herr gedenket ih. 2. Es ist kein Wort in rer noch, Jahrhunderte vers meinem Mund, so ich dir schwinden; sie leben, und ich könnt verhehlen: du, Herr, träume doch: Gedanken seyn siehst recht des Herzens nicht Sünden? Nein, alle Grund, was steckt in meiner müssen an das Licht, wenn Seelen: du schaffest ja, was Gott kommt, daß er im Gesich vollbring, wie groß es richt des Herzen Rath ents ift, und wie gering, ich kanns hülle.staid ht ohn dich nicht richten. Wann 5. Seyd heilig denn, von aber du durch deine Gnad Gott nur voll, Gedanken Verstand mir giebst, anch meiner Seele! daß, wenn Hilf und Rath: so kann ich gerichtet werden soll, tein alles schlichten. aut d einziger mich quále! Seyd 3. Wie du die Deinen heilig! und dann fürchtet wunderlich, o Gott, hier nichts; Gott wird am Tage pflegst zu führen, versteh ich des Gerichts, gleich Thaten, nicht, und lasse mich blos euch belohnen. deine Gnad regieren. Wo soll ich hin vor deinem Geist? Mel. Ein Lamlein geht und trägt ic. da du auch die Gedanken 19.Herr Gott, der du weißt. Es hilft vor dir kein erforscheft mich, Fliehen: führ ich gen Hims und kennst mich aus und mel, bist du da; auch in dem Ennen: mein Thun und Las Grab tritst du mir nah en kommt vor dich, gehn, Kann ich mich dir entziehen? tehen und beginnen: was 4. Nun, großer Gott, ch im Bette denk und weil deine Hand, mich übers Dicht, siehst du von fern all kann finden, und all mein and fehleft nicht; du prüfest Thun dir ist bekannt, so hüt Derz und Nieren. Dulich mich vor Sünden. Denn annst auch, wann ich bin finster ist wie Licht bey dir; allein, und gerne wollt ver orgen seyn, all meine Weg usspüren. was heimlich war, kommt klar herfür, ich kann dir nicht entgehen. Was ich gethan, B2 geredt, 20 Von Gottes Wesen geredt, gedacht, das wird für von der Welt, auch ihren deinen Thron gebracht; da Truß nicht achte: halt dein muß ich vor dir stehen. Gebot, hör gern dein Wort; 5. Herr, meine Geel er im Glauben und der Hofnung kennt dis wohl, daß du mich fort das ewige betrachte. In haft bereitet, und wie ein 8. Erforsch mich, Gott, Mensch gestalt seyn soll, aus ergründ mein Herz, durchs Mutterleib geleitet. Durch such all' mein' Gedanken, und deine Vorsorg Fleisch und siehe, ob ich hinterwärts, Bein, und alle Glieder an und auf die Seit' woll wans mir seyn; dein Aug hat mich ken. Bin ich vielleicht auf erwählet. Da ich noch un. bösem Weg, so führ du mich geboren war, hast du schon den rechten Steg, der nach Stunden, Tag und Jahr dem Himmel weise: daß ich im Lebenslauf gezählet. vom Sündendienste frey, Werk an mir: wann ich er 6. Ich danke dir und preis und dir, o Herr, gefällig sey, fe dich für solche große Tha bis ich von hinnen reise. ten, und daß du mir so wun- Allmacht Gottes. derlich an Leib und Seel gemet. Mir nach spricht Christus*. rathen: ſehr köſtlich iſt dein 20. err, deine Allmacht reicht so weit, ale wach, bin ich bey dir, und selbst dein Wesen reichet warte deiner Gnaden; ich nichts ist, das deiner Herr glaube fest, daß meine Sündlichkeit und deinen Thaten durch Chriftum mir verge gleichet; es ist kein Ding st ben sind, daß sie mir nicht groß und schwer, das dir zu mehr schaden. thun unmöglich war. 7. Den Vorfaz gieb mir, 2. Du sprichst, und, au Herr, dabey, daß ich, was dein mächtigs Wort, fällt al bds ift, meide: die gottlos les dir zu Füssen; du führef Rott fern von mir sey, von deinen Anschlag fort bey al Frommen mich nicht scheilen Hindernissen; du winkf de: daß ich nur leb, was so stehet pldzlich da, wal bir gefällt, und hasse, was ist noch zuvor kein Ange sah © 20 3. Di und Eigenschaften. 21 3. Du haft dein großes tig werden kan, wenn er Schöpfungswerk allmächtig auf dich sich steifet! gieb, daß ausgeführet; es bleibet stets ich traue deiner Kraft, die als dein Augenmerk und wird les kann und alles schaft. durch dich regieret; noch im merfort besteht die Welt, weil Mel. Wir Chriften Leut ic. fie dein mächtig Wollen hält. 21.Gott, grånzenlos, 4. Die Menge vieler undenkbar Wunder zeigt, daß, Schis der Urquell aller Macht ist pfer, dein Vermögen weit deine Stärke; schon sehn wir über die Gefeße steigt, die hier so viel von ihr: doch sehn die Natur bewegen; du wir kaum den Anfang ihrer bleibst ihr Herr, und ihren Werke. Lauf hebst du, nach weiser Willkühr, auf.s 2. Durchflög ich gleich ihr weites Reich, und sähe 5. Was für ein Wundeine lezte Sonne glänzen: der deiner Macht wirst du ich sähe dort doch nicht den uns laffen sehen, wenn nach Ort, wodu nicht wärst; nicht der langen Grabesnacht die deiner Allmacht Gränzen. Todten auferstehen; wenn du 3. Was du erschusst, was von unserm Staub den Rest du jezt russt und rufen wirst: zu neuen Körpern werden wer kann das alles zählen? lågt. doch wolltest du noch mehr 6. Allmächtger! mein er dazu erschaffen: wird es dir staunter Geist wirft sich vor an Kraft nicht fehlen. dir darnieder; die Ohnmacht, 4. So lange fließt ihr wie du selber weißt, umgie: Quell, und ist doch nicht ers bet meine Glieder: mach schöpft, und wird es auch mich zum Zeugen deiner nie werden; sprich nu ein Kraft, die aus dem Tode Wort! und er fleust fort in Leben schaft. neuen Himmeln, und auf 7. Ozund in mir den neuen Erden. Glauben an, der deine Macht 5. Doch deine Kraft, o ergreifet, der stark und mach- Gott, erschafft nur was du willft; B3 Von Gottes Wesen willft: denn du bist gut und tausend Hindernisse kommen, weise. Das lehre mich, damit so triumphirt dein hoher ich dich für alles das, auch Rath; den besten Zweck was du nicht thust, preise. wählt dein Verstand: die Mittel stehn in deiner Hand. Weisheit Gottes. 5. Die Menge so verschieds Mel. Wer nur den lieben Gott c. ner Willen, wo jeder seinen 22. Du weifer Schöpfer Weg erwählt, muß doch den aller Dinge, der deinen bloß erfüllen, der seis alles weiß, erkennt, versteht! nes Zieles nie verfehlt, und nichts ist so groß, nichts so aller Feinde stolzen Wahn, als geringe, das nicht nach deis Unvernunft, beschämen kan. ner Ordnung geht! Sie ists, Weisheit, decke meis die deine große Welt in ihrer ner Seele des Eigendunkels Daur und Pracht erhält. Thorheit auf, damit sie dich 6. 2. Die vielen wundervol zum Leitstern wähle in dieses len Werke, was unsern Aus Lebens ganzem Lauf; ich weiß gen fern und nah, fteht alles, den Weg zur Wohlfahrt wie durch deine Stärke, so nicht: drum leite mich dein auch durch deine Weisheit, sichres Licht! da. Unendlich, Herr, ist 7. Du hast mich durch dein Verstand: der ganze mein ganzes Leben bisher Weltban machts bekannt. aufs weisefte geführt; mein 3. Mit eben diesen Mei- Geist muß dir die Ehre ges fterhånden, mit welchen du ben, daß du aufs beste mich die Welt gemacht, regierst regiert: o leite mich durch du auch an allen Enden, was Welt und Zeit hinüber in dein Verstand hervorge: die Ewigkeit. bracht: du brauchst, o uner- mel. Von Gott will nicht lassen ic. ſchaffnes Licht, der Menſchen 23. Ich lobe dich und Rath und nicht. preise o 4. Was du zu thun dir Gott, allein! wer ist, wie du, vorgenommen, front auch, so so weise? Verstand und bald du willst, dieThat; wenn Rath ist dein! ach möchte Herr, und Eigenschaften. 23 Herr, mein Geist in allen da fammlen Dünfte sich, und deinen Werken auf deine werden Thau und Regen, Weisheit merken, die, wer und Fruchtbarkeit und Ses dich kennet, preist. gen, für Pflanzen, Thier 2. Wohin mein Auge bli und mich. det, ist alles Harmonie, gut, 6. Wer hat sie so berets ordnungsvoll, geschmücket; tet, daß sie den Blik gebiert; voll Kunst, voll Pracht durch daß sie den Wind verbreitet, fie; sie schaffet, fie erhält, den Schall zum Ohre führt; zu segnen, zu ergdhen, nach den leichten Vogel hebt; den herrlichen Gefeßen den wei schnellen Fisch zum Schwims ten Bau der Welt. men, und unsers Mundes 3. Sie hieng in lichten Stimmen für deinen Ruhm Fernen, hoch über uns hins belebt? auf die Sonne mit den 7. Wer hob, o Gott, die Sternen, uns zu erleuchten, Erde aus deinem Meer hers auf; die Sonne hängt an aus, theilt, daß fie fruchtbar nichts; von ihr nur unter werde, so gleich die Waffer stüßet, wärmt, schimmert aus? wer sammlet sie? wer und erhißet, sie, Schim bricht die Flüsse, wann sie mer deines Lichts. schwellen; spricht zu der Meere Wellen: hieher! und 4. Wer hält im Gleich gewichte so großer Körper weiter nicht? Last? wie schwimmt die 8. Wer schaft das Laub Welt im Lichte, das du ge der Wälder? wer ruft das schaffen hast! wer lenkt der Gras hervor? wer segnet Stralen Flug, daß sie nur unsre Felder; thürmt Berge nügen können, beleben nicht hoch empor? wer schmückt verbrenuen, so wunderbar, sie überall? wer gråbt dem so klug? Feuer Schlünde, legt in der 5. Wer rief, uns zu um: Tiefe Gründe den Marmor, geben, der Luft, die alles das Metall? trågt? durch sie hat alles les 9. Herr, deine Weisheit ben, und alles wird bewegt; schmücket, bereichert und ers 34 hålt, 24 Von Gottes Wesen hålt, nåhrt, fegnet, schüßt, er nie gewährt, was ein the beglücket die Lebenvolle richt herz begehrt.cis Welt; sie rühme mein Ge 5. Hier in meinem Pila fang! ich finge dir und preise gerstande sey mein Theil Zus dich Gott; denn du bist weife: friedenheit! dort in meinem dir weih ich kob und Dank. Baterlande wohnt die wahre Mel. Gott des Himmels und ic. Seligkeit: find ich dort ges 24. Unerforfdlich sey wiß mein Heil; o fo sey mein Weg hier steil. mir immer mei nes Gottes Weg und Rath, 6. Wenn du auch auf raus und die Nacht sey ohne hen Wegen wandelst, Seele, Schimmer, die mich hier um- flage nicht: was hier schmerz schattet hat; doch ist alles, zet, wird dort Segen; was was er thut, wies auch hier Nacht ist, wird dort scheine, weiß und gut. Licht, und ich Faffe Gottes 2. Sollt ich das von Gott Sinn, wenn ich ganz vollens nur loben, wo ich Rath und det bin. Weisheit seh? ifis nicht ein Geschenk von oben, wenn ich seinen Weg versteh? frevelt der nicht, welcher klagt, daß Güte und Langmuth Gottes. In eigner Melodie. ihm Gott mehr Licht verfagt? 25. Wie groß ist des All 3. Soll ein Vater untermachtgen Güte laffen, was dem Rinde Thor: Ist der ein Mensch, den fü heit ist? Kühner Tadler! nicht rührt, der mit verhår Engel faffen das, wo du im tetem Gemüthe, den Dan dunkeln bist: hier sollst du erstickt, der ihr gebührt nicht völlig schaun; lernen Nein, feine Liebe zu ermes nur, und Gott vertraun. sen, fey ewig meine größt 4. Sollt er zu Regiere: Pflicht. Der Herr hat mei rinnen seiner Werke, seiner noch nie vergessen; vergif Welt, meine Luste seßen? mein Herz, auch seiner nicht sinnen, ordnen, thun, was 2. Wer hat mich wunder mir gefällt? Wohluns, wenn bar bereitet? Der Gott, de meine und Eigenschaften. 25 meiner nicht bedarf. Wer stell ich sein Bildniß in mir hat mit Langmuth mich ge her. Lebt seine Lieb in meta leitet? Er, dessen Rath ich ner Seele, fo treibt sie mich oft verwarf. Wer stärkt den zu jeder Pflicht: und ob ich Frieden im Gewissen? Wer schon aus Schwachheit fehle, gieb dem Geiste neue Kraft? herrscht doch in mir die Süns Wer läßt mich so viel Glück de nicht. dail geniessen? Ifts nicht der Herr, der alles schafft? 6. Gott! laß deine Gut und liebe mir immerdar 3. Schan, o mein Geist! vor Augen seyn. Sie stärk in jenes Leben, zu welchem in mir die guten Triebe, du erschaffen bist; wodu, mit mein ganzes Leben dir zu Herrlichkeit umgeben, Gott weyhn: sie triste mich zur ewig siehest, wie er ist. Du Zeit der Schmerzen; sie leite haft ein Recht zu diesen Freu mich zur Zeit des Glücks, den; durch Gottes Güte sind und sie besieg in meinem Her fie dein: sieh, darum mußte zen die Furcht des lehten Chriftus leiden, damit du Augenblicks. könntest felig seyn. 4. Und diesen Gott sollt Mel. Herzliebster Jesu was hastic. ich nicht ehren, und ſeine 26. Preißt unsern Gott! Güte nicht verstehn? Er er ist von großer follte rufen, ich nicht hören? Güte, barmherzig und von Den Weg den er mir zeigt, duldendem Gemüthe; ev nicht gehn? Sein Will ift zurnt nicht ewig, will mit mir ins Herz geschrieben; seinen Knechten nicht ewig fein Wort bestärkt ihn ewige rechten. ald lich, Gott soll ich über alles 2. Er handelt nicht mit lieben, und meinen Nächsten uns nach unsern Sünden, gleich als mich. und läßt verschonend uns 5. Dis ist mein Dank, dis das nicht empfinden, was ist sein Wille: ich soll voll- wir, weil wir ihm unser Herz kommen seyn, wie er. In nicht gaben, verschuldet dem ich dis Gebot erfülle, haben. on 3.5 3. So 26 Von Gottes Wesen 3. So hoch der Himmel deinem Pfade, du Gott der über dieser Erde, so weit geht, Gnade.and time tog Codaß er geliebet werde!) 9. So werd ich ewig deis die Huld des Herrn bey allen, ner Huld genießen; so wird die ihn lieben und Gutes üben. mein Leben sanft vor dir vers 4. Wem bleibt sein Ants fließen; so werd ich dort mit lik, wenn ers sucht, verbor allen Engelchören, dich frdgen? so weit der Abend sich lich ehren. entfernt vom Morgen, ent mel. Wie schön leucht uns ic. fernt auch Gott der Sünde 27. Gott, des starke Schuld und Schmerzen, von Hand Welt unsern Herzen. erschaffen hat und noch ers 5. So zártlich sich ein Ba- hált! ich spüre deine Güte ter seiner Kinder erbarmet, hier auf der Welt an jedem so erbarmt sich Gott der Ort: hier in der Näh und Sünder, wenn sie von Her Ferne dort. Und richt ich zen sich zu ihm bekehren, ihm mein Gemüthe von hier zu Treue schwören. dir: so strömt Segen mir 6. Er schlägt und heilt; entgegen, und mir Armen verwundet, läßt genesen; er schenkst du Güte und Ers weiß, der Mensch ist ein zer- barmen. brechlich Wesen; er denkt 2. Seh ich den hohen daran, daß das Geschöpf aus Himmel an, so viel ich davon Erde bald Asche werde. fehen kan, so seh ich deine 7. Ach er ist Graß; er Güte. Der Himmelskörper blüht, wie Blumen blühen: Lauf und Pracht, das Sters die Winde wehn darüber, nenheer, das du gemacht, era sie verblühen, und ihre Ståtreget mein Gemüthe, willig te wird nach wenig Stunden freudig dich zu preisen und nicht mehr gefunden. zu singen: Gott der Stårs 8. Von Ewigkeit zu Ewig- te! groß sind deiner Hände keiten währet die Güte Got Werke. 20-0 tes jedem, der ihn ehret: 3. Wenn deine Luft mich ach leite denn auch mich auf hauchet an, darohne niemand Leben Univ.- Bibl. Giessen und Eigenschaften. 27 leben kan, so fühl ich deine deinem Dienst und Preis Güte. Das Wasser, Feuer, mir Seel und Leib, daß ich, Frost und Eis sind deines mit Fleiß mich vor dem Uns Wohlthuns lauter Preis und dank húte. Laß mich, was rühren mein Gemüthe, daß ich bitt, erlangen, so anhans ich herzlich deine Ehre stets gen dir auf Erden, daß ich vermehre und mit Fleiße dort mag selig werden. deine große Güte preise. 4. Dein Erdreich, Gott, Mel. Wer nur den lieben Gott ic. das jedermann giebt Brod 28. Gott, dir ist kein und Speise, seh ich an und Geschopf verbors schmecke deine Güte. Ich se gen, keins ist vor dir gering he und empfinde sie an Feld geacht't; du würdigst jedes und Wald, an Korn und deiner Sorgen und bift auf Vich. Dis dringet mein aller Wohl bedacht. Vour Gemüthe, Herr, dich, innig, Menschen bis auf jedes ohn Aufhören zu verehren Thier dankt alles seine und zu loben für so viele Wohlfahrt dir. Liebesproben. 2. Mit dankbar freudis 5. Wenn ich mich selbst gem Gemüthe erheb ich, auch schaue an und das, was Gott der Liebe, dich. Wie du an mir gethan; so seh theuer ist doch deine Güte; ich lauter Güte. Die zeiget wie liebst du uns so våters mir ein jedes Glied; von lich! wir können ohne Furcht meinem Leben jeder Schritt, und Graun dir, unserm Vas Leib, Seele und Gemüthe. ter, kindlich traun. Billig muß ich dir hinwie: 3. Mit welchem reichen der meine Glieder ganz ers Ueberfluffe erfüllest du die geben und nach deinem Wil- Welt, dein Haus! du thellft len leben. ihn, allen zum Genusse und 6. Herr dazu, bitt ich, zum Vergnügen, milde aus. hilf du mir und zeuch mich Herr unsers Lebens Quelle immer mehr zu dir durch dei- ist aus dir, der du das ne große Güte. Erhalt zu leben bift. ADD Mel. 28 Von Gottes Wesen Mel. Ein Lamlein geht und trägt ie. Macht aus todem Staub 29. Lobfinget Gott, und hervorgebracht, uns ewig bethet an, preist Heil zu geben? ihn mit Harf und Psalter! 4. OBater, welchem feia ihm danke, wer nur danken ner gleicht, an Liebe wie an kan, dem Schöpfer und Er Stårte! kein Dank, kein Lob. halter! Gott ist die Liebe! gefang erreicht die Wunder rühmt es laut, Geschöpfe, die deiner Werke: doch ist dis ihr ihm vertraut, die ihr angenehmer Dank, dir ist es ihn kennt und ehret! rühmt mehr als Lobgefang, wenn es, daß seine Gütigkeit mit ich wie du liebst, liebe, und jedem Morgen sich erneut, diesen Sinn, mit wahrer und ewig, ewig währet. Freud, durch Wohlthun und 2. Daß auffer dir nicht Barmherzigkeit, an meinen alles leer von Freud und Le Brüdern übe. ben bliebe, schufft du, der 5. Du bist die Liebe; Dank Himmel ganzes Heer und sey dir, daß ich dich so erken unsre Welt aus Liebe. Du ne, und dir zum Ruhm, zum felbst bedurftest ihrer nie, Trofte mir, dich, Gott, die Unendlicher, du ließeft sie Liebe, nenne. Auch ich will zu ihrem Glücke werden. ganz die Liebe seyn, will glück Dir aber selbst ists Freude lich machen, will erfreun, nun, dem was du schufest, will segnen, und dir gleichen. wohlzuthun im Himmel und Bon diesem Heil, von dieser auf Erden. Pflicht, laß mich, mein Gott d 3. Kein Mensch, kein En und Bater, nicht, so lang ich gel selbst ermißt die Größe lebe, weichen. deiner Segen, wie gutig deig ne Weisheit ist in allen ihren Mel. Nun lob mein Seel den ic Wegen! Gott, deine Güte 30. Gott! du bist die weit, als deines Liebe: allein zum Reichs Unendlichkeit, fo Wohlthun haft du Lust. Der weit, Herr, als dein Leben. Qualsucht harte Triebe sind Ach was sind wir, die deine deinem Herzen unbewußt; gan und Eigenschaften. 29 ganz ohne alle Gränzen ist thun neu; du kommest uns deine Gutigkeit. So weit fern Sorgen zuvor mit deis die Himmel glänzen, übst ner Vatertreu. Du Ursprung du Barmherzigkeit. Du, aller Gaben! du weißt, was Herr, haft Wohlgefallen an uns gebricht; und was wir dem, was du gemacht, und nöthig haben, versagst du, haft uns Sündern allen, noch Gott, uns nicht. Vom Wohls Leben zugedacht. thun, daß du übest, sind uns nâ. 2. Als du uns hießest wers fre Tage voll. Auch, wenn den, da schufst du uns zum du uns betrübest, geschiehts ewgen Wohl. Nicht nur auf zu unserm Wohl, 12 dieser Erden ist alles deiner 5. Wer sollte dich nicht Güte voll; auch in dem Him lieben? du hast uns ja zuerst mel droben hat deine Vater geliebt; und bist stets treu hand uns Güter aufgehoben, geblieben, wie viel wir wider die noch kein Aug erkannt, dich verübts Mit Gnade Dorthin uns zu erheben, das uns zu fegnen, ist ewig deis ist dein Rath und Sinn; ne Luft. Mit Dank dir zu Drum gab für uns sein Lebegegnen, sey, Herr, auch uns ben dein ewger Sohn dahin. fre Lust. Laß uns, treu zu 3. Wie groß ist deine erfüllen, was du befiehlst, Gnade! wer ist so reich an nie ruhn. Wer sollte deinen Huld wie du! auch auf dem Willen nicht gern, o Vater, Sündenpfade siehst Du uns thun? big ad d voller Langmuth zu. Dulo 6. Wer hier auf deinen cest uns zur Buße; und fällt Wegen sich willig deinem voll Ren und Leid der Sün: Dienste weiht, den sehest du der dir zu Fuße, zur Beßrung zum Segen schon hier, noch auch bereit; fo fchenkest du mehr in Ewigkeit. Du krda dem Armen, in Chrifto, deine neft seine Leiden, mit herrs Huld und tilgest aus Erbar lichem Gewinn, und führest men die ganze Sündenschuld. ihn zu Freuden, zu ewgen 4. Mit jedem neuen Mor- Freuden, hin. Wie theur gen wird über uns dein Wohl ist deine Güte! Gott lag mich 30 Von Gottes Wefen mich ihrer freun, und stets wer forgt? wer giebt? wer mein ganz Gemüthe voll ih ist sonst Pfleger, Schuz und res Ruhmes seyn. Retter? wenn du es, Gott, magiem das nicht bist. Mel. D Haupt voll Slut und ic. 5. Schnell und nach strens 31.Ber er mißt, Gott, gen Rechten strafft du die deine Güte, dein Sünder nicht, du gehst mit Wohlthun, deine Huld! wie deinen Knechten nicht plózreich ist dein Gemüthe, an lich ins Gericht, du trågst, Langmuth und Geduld! welch du trägst den Sünder mit Licht von Liebe fließet um schovender Geduld, umfaffest dich und deinen Thron, und deine Kinder mit väterlicher welch ein Strom ergießer Huld. legonn sich, auch auf uns, davon! 6. Und wir, o Bater, foll 2. Was ich nur gutes fin: ten dein Wohlihun, dein Vers de, erkenne und versteh; was zeihn nicht achten? und wir ich mit Luft empfinde, ge wollten dir doch nicht folgs nieße, denk und seh: das alles sam seyn? Nein, deine Liebe kommt und quillet von dir rühre und begre jedes Herz, auf diese Welt, die deine Huld daß keins sich selbst verfüh erfüllet, belebet und erhält.[ re, und deine Huld verscherz. 3. Daß ich mit einem 7. Lenk uns durch deine Triebe zu lieben bin beglückt, Liebe zur Gegenliebe hin, und daß mich andrer Liebe vermehre ihre Triebe, beles fo labet und erquickt; auch be Herz und Sinn, für deis diese sanften Triebe sind uns ner Güte Proben, die reichs von dir geschenkt, es hat sie lich auf uns ruhn, durch Wers deine Liebe in unser Herz ke dich zu loben, die deine gesenkt. Freunde thun. 4. Kein Vaterherz auf and m Erden ist deinem Herzen Mel. Herr Gott, der du erforsch. 2c. gleich, kein Mutterherz kann 32.Getreuer Gottl.wie werden an Zärtlichkeit so viel Geduld bes reich. Bater aller Båter! weisest du uns Armen, wir häufen 31 und Eigenschaften. häufen täglich unsre Schuld: 4. Langmüthigster! so du häufest dein Erbarmen. große Huld bezenast du fres Was ist des Menschen Les chen Sündern. Und o! nicht benslauf? er ist verderbt von weniger Geduld hast du mit Jugend auf, und deinem deinen Kindern. Sie wers Wink entgegen. Und gleich- den ja, weil Fleisch und Welt wohl, Bater! suchst du ihn hier ihnen häufig Neke stellt, langmüthig davon abzus oft sicher, matt und träge. ziehn, zur Behrung zu be- Sie straucheln, fie vergehen wegen. ne trong po fich, und fehlen oftmals wie 2. Der Menschen Elend der dich, auf falsch gewähls jammert dich, selbst wenn tem Wege and pop sie sich verstocken; so fuchst 5. Du rufeft ihnen in Gee du sie doch väterlich, durch fahr, so oft sie irre gehen; Huld, zu dir zu locken. Wie reichst ihnen Hand und Stars lange sahst und riefest du ke dar, von Sünden aufzus nicht ehmals deinem Volke stehen. Du trågest sie mit zu, daß sich ihr Herz bekehr- Baterhald, bist willig, ihre te! Wie trugst du nicht mit Sündenschuld durch Chris Sütigkeit die erste Welt folftum zu vergeben; giebst dhe lange Zeit, eh sie die Fluth nen neue Glaubenskraft, und verheerte. nach vollbrachter Pilgrime 4. Noch immer giebst du schaft, ein ewig Freudenleben. Sündern Raum, der Strafe 6. Lag diese Langmuth und zu entgehen. Du läß'st den Geduld, Gott, unsre Herzen unfruchtbaren Baum nicht rühren; nie müsse deine Bas ohne Pflege stehen. Du terhuld zur Sicherheit uns schoneft sein von Zeit zu Zeit, führen! trag uns erbarmend verziehest voll Barmherzig- fernerhin; doch gieb uns auch keit, ihn gånzlich abzuhauen. dabey den Sinn, daß wir die Du wartest sein mit großer Sünde hassen und uns noch Treu, und hörst, damit er in der Gnadenzeit den Reichs fruchbar sey, nicht auf, an thum deiner Gütigkeit zur ihm zu bauen., al Cl Begrung leiten laffen. IS beis 32 Von Gottes Wesen Gottes. heiligkeit und Gerechtigkeit zugedacht. Schaffe in uns reine Herzen, tôdt in uns der Met. Jefu, deine heilge Wunden ic. Lüfte Macht! denn was find ott, vor desfen An- wir, Gott, vor dir? du bist 33. Gott, gesichte nur ein heilig, aber wir sind vers reiner Wandel gilt! ewges derbt, und wer kann zählen, Licht aus dessen Lichte stets großer Gott, wie oft wir die reinste Klarheit quillt! fehlen? deines Namens Heiligkeit 5. Uns von Sünden zu ers werde stets von uns gescheut; tösen, gabst du deinen Sohn laß fie uns doch träftig drine dahin. Oso reinige vom gen, nach der Heiligung zu Bösen durch ihn unsern gan O zen Sinn. Gieb uns, wie di ringen. 2. Heilig ist dein ganzes selbst verheißft, gieb uns deis Wesen, denn kein Boses ist nen guten Geist, daß er un an dir. Ewig bist du so geweser Herz regiere, und zu al fen, und so bleibst du für und lem guten führe. für. Was dein Wille wählt 6. Reiner fündlichen Be und thut, ist unstråflich, recht gierde bleibe unser Herz ge und gut, und mit deines Ar weiht! Unsers Wandels mes Stärke wirkst du stets größte Zierde sey rechtschaff vollkommne Werke.ne Heiligkeit. Mach un 3. Herr, du willst; daß deinem Bilde gleich; denn deine Kinder deinem Bilde zu deinem Himmelreich wirs ähnlich seyn. Nie besteht du, Herr, nur die erheber vor dir der Sünder; denn die im Glauben heilig leber Sundal spond du bist vollkommen rein. Du bist nur der Frommen Mel. Ach Gott vom Himmel ficha Freund; Uebelthätern bift 34 Gerechter Gott, ve du Feind. Wer beharrt in dein mu feinen Sünden, kann vor dir alle Welt sich stellen. D nicht Gnade finden. wirst in ihrem Angesic 4. O so laß uns nicht ver auch mir mein Urtheil få scherzen, was du uns noch len. O laß mich dein G rid motoren und Eigenschaften. moic 33 richt stets scheun, und hier bist du ein strenger Rächer. mit Ernst befliffen seyn, vor Verachtung, Elend, Schmerz dir einft zu bestehen. und Hohn und Angst ist 2. Du siehst von deinem seiner Bosheit Lohn, oft festen Thron auf alle Men schon in diesem Leben. schenkinder; bestimmest jes 6. Der Untergang der ers Sem seinen Lohn, dem From: sten Welt, die aus der Art men und dem Sünder. Nie geschlagen, das Feuer, das siehst du die Personen an; auf Sodom fällt, Egyptens allein auf das, was wir ge- lange Plagen, und andre than, siehst du gerechter Wunder deiner Macht, sind Richter. Zeugen, wenn dein Zorn era 3. Viel Gutes und Barms wacht, wie du dem Sünder herzigkeit giebst du schon hier lohnest. den Frommen; du schüßest 7. Bleibt hier viel Böses sie vor manchem Leid, darein unbestraft, viel Gutes unbes die Sünder kommen. So lohnet: so kommt ein Tag zeigest du vor aller Welt, der Rechenschaft, der keines daß dir der Eifer wohlge- Sünders schonet, Da stellst fällt, den man der Tugend du, Herr, ins hellste Licht, widmet. wie recht und billig dein Ges 4. Ja, Herr, du liebst, richt: dann triumphirt der was recht und gut, und bist Fromme. ein Freund der Frommen. 8. Gerechter Gott, laß Wer deinen Willen gerne mich, wie du, das Guteeifrig thut, wird von dir aufgenom lieben; gieb selber mir die men. Sein Werk und Dienst Kraft dazu; wirk inniges gefällt dir wohl, ift er gleich Betrüben, wenn sich die nicht so, wie er soll, ganz rein! Sünd in mir noch regt: dein von allen Fehlern. Herz, das lauter Guies hegt, 5. Doch dem, der dich, o sey meines Herzens Vorbild. Gott, nicht scheut, dem fres belnden Verbrecher, der dein 9. Und weil vor dir, gerechs ter Gott, nur die allein bes Gefez und Recht entweiht, stehen, die glaubig auf des S Mittlers 34 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. Mittlers Tod bey ihrer Reue] 4. O drücke dies tief in fehen: so laß mich die Gemein Herze, daß es vor deis rechtigkeit, die mich von nem Wort sich scheut. Gieb Straf und Schuld befreyt, daß ich nie leichtsinnig schers im Glauben eifrig suchen. ze mit deiner Strafgerechs Treue und Wahrhaftigkeit tigkeit. Nie werde das von mir gewagt, was dein Bea Mel. Wer nur den lieben Gott ic. fehl mir untersagt. Gottes. 5. Doch laß mich auch, 35. Noch nie hast du dein Wort gebrochen, mit festem Glauben, dem nie deinen Bund, o Gott, Worte deiner Gnade traun. verlegt. Du håltst getreu, Wer kann den Trost uns was du versprochen; voll jemals rauben, den wir auf führst, was du dir vorgesezt. dein Versprechen baun? Du Wenn Erd und Himmel bist ein Fels. Dein Bund auch vergehn, bleibt ewig steht fest. Wohl dem, der doch dein Wort bestehn. sich auf dich verläßt! 2. Du bist kein Mensch, 6. Wie stark sind unsere daß dich gereue, was uns Glaubens Gründe! hier ist dein Wort verheiffen hat. dein Wort, das niemal Nach deiner Macht, nach trügt. Und daß dis aller deiner Treue, bringst du das Beyfall finde, hast du den alles stets zur That. Scheint Eyd hinzugefügt. Wahr die Erfüllung gleich noch haftger! was dein Mund be weit, so kommt sie doch zur rechten Zeit. schwört, ist völlig unsers Glaubens werth. 3. Und wie du das ohn: 7. Laß Seele, laß dich die fehlbar giebest, was deine beschamen und trane Gott Huld uns zugedacht; so wird der treu es meint. Such ih wenn du Vergeltung übest, zum Muster anzunehmer dein Drohwort auch gewiß und sen auch aller Lüge vollbracht. Wer dich, o Feind. Beweise dich al Gott, beharrlich haßt, fühlt Gottes Kind, bey dem ma deiner Strafen schwere Last. Tren und Wahrheit find Von Von der heiligen Dreneinigkeit. Von der heiligen Dreyeinigkeit. 35 Mel. Nun danket alle Gott ic. thm, ihm gleich geschäket werden; doch dieser einge 36. Gott, du höchfter Gott, dem nichts sonst glets Geist, dir ist chet, heißt:( wie uns sein nichts zu vergleichen, und Wort bezeugt,) Gott Vas deine Hoheit kann kein schwa ter, Sohn, und Geift. cher Mensch erreichen. Wo 5. Der Vater schuf die ist der Sterbliche, der das, Welt, er hat sie auch gelies was Gott gethan, und was bet, daß er den Sohn für und wie er ist, hier ganz bes uns, und seinen Geist uns greifen kan? giebet. Und das Erlösungss 2. Zwar dieses kann ich werk hat Gottes Sohn schon auf alle Weise mer vollbracht. Das Werk des ken: daß ein Gott sey; denn, Geistes ift: daß er uns heis Herr, du stellst in deinen lig macht. Werken dein Daseyn, deine 6. Mehr darf der Mensch Macht, uns Menschen deut: hier nicht zu forschen sich ges lich dar. Mein Daseyn trauen, da Engel selbst ges macht mir schon, dein Da bückt in dein Geheimniß seyn, offenbar. schauen. Dreyeinger großer 3. Allein mein Wissen Gott, der du unendlich bist, wird durch das, was dein wo ist die Kreatur, die dich, Wort lehret, weit über die Gott, ganz ermißt? Vernunft erhaben und ver- 7. Wir beugen uns vor mehret. Was für Geheim- dir, und bethen an im Staus nisfe thust du mir, Gott, hier be, dich, Vater, Sohn und kund! hier spricht mein Geift Geift! Es hält sich unser erstaunt: o welch ein tiefer Glaube an das, was du uns Grund! selbst, Gott, durch dein Wort 4. Nur Ein Gott ist; und gelehrt; dort, in der Ewigs herrscht im Himmel und auf keit, wird uns mehr Licht Erden, es kann nichts, auffer gewährt. € 2 Met. 36 Von der heiligen Dreyeinigkeit. Mel. Christ unser Herr zum ic. 4. heilger Geist, du 37. Herr, unser Gett, Geist von Gott! wehr in uns wer ist dir gleich? dem Verderben; im Glaus du bist das höchste Wesen; ben an des Mittlers Tod und doch haft du, an Gnade hilf uns der Sünde sterben; reich, uns Niedrige erlesen. du giebst zum Guten Luft und Gemeinschaft sollen wir mit Kraft; laß es uns stets era dir, du Allerhöchster haben; fahren, stårk uns in unsrer mit deinem Heil willst du Pilgrimschaft, bewahr uns uns hier, und ewig einst, bevor Gefahren, gieb daß wir gaben; du Quelle alles Ses dir gehorchen. gens! 5. Laß, Gott, uns dein 2. Wirbethen dich, o Vas auf Erden schon, als unsers ter an; sind wir gleich vor Gottes, freuen. Herr, segne dir Sünder, so nimst du uns von deinem Thron, daß dich soch unsrer an, wie Vå- wir vor dir gedeihen! deim ter ihrer Kinder: du haft ist das Reich, die Herrlich für uns aus großer Huld keit, dir wollen wir hier les selbst deinen Sohn gegeben; ben, und du wirst nach volldein Herz, voll Gúte und Ge- brachter Zeit uns einst dahim duld, verleih nur Kraft und erheben, wo wir dich ewig Leben, daß wir dich kindlich schauen. ehren. 38.Gel Mel. Nun danket alle Gott 2c. 3. O Jesu, ewger Gott elobet fey der Herr, tessohn! du Heil, darauf wir mein Gott, mein hoffen, durch dich steht zu Licht und Leben, mein Schia des Vaters Thron der Weg pfer, der mir hat den Leib uns wieder offen. Uns zu und Geist gegeben: mein befreyn von Sünd und Tod, Vater, der an mir, von früs kamst du zu uns auf Erden; her Jugend an, mehr Gutes, o las uns, unser Herr und als ich weiß, beständig bal Gott! froh deines Segens gethan. werden, und dir im Glauben folgen. 2. Gelobet fey der Herr, mein Gott, mein Heil und Leben Von der heiligen Dreveinigkeit. 37 Leben, des Höchsten Vaters uns nicht verderben: von der Sohn, der sich für mich ge- Sünde uns befrey und hilf geben, der mich erlöset hat, uns selig sterben. Vor dem durch sein Versöhnungsblut Teufel uns bewahr: halt und mir im Glauben schenkt uns bey feftem Glauben, das allerhöchste Gut. auf dich, Herr, laß uns 3. Gelobet sey der Herr, bauen, aus Herzensgrund mein Gott, mein Trost, und vertrauen; dir anhangen Leben, des Baters Geist, den ganz und gar; mit allen rechmir mein Heiland hat ge- ten Christen, entfliehn des geben, der mir mein Herz Teufels Listen; mit Waffen erquickt, der mir giebt neue Gottes uns rüsten. Amen! Kraft, der mir in aller Noth Amen! das sey wahr: so Rath, Trost und Hülfe singen wir Hallelujah. schafft. 2. Jesus Christus wohn 4. Gelobet sey der Herr, uns bey, u. s. w. mein Gott, der ewig lebet, 3. Heiliger Geist wohn - den alles rühmt und ehrt, uns bey, u. s. w. - was durch ihn lebt und we deß Name heilig heißt, der bet. Gelobet sey der Herr, 40. Kyrie, Gott Bater, in Ewigkeit, groß Vater und der Sohn und ist deine Barmherzigkeit! auch der heilge Geift. Uller Dinge Schöpfer und 5. Shm müsse, wer ihn Regierer, Eleison! kennt, Lob- und Dankopfer 2. Christe, aller Welt bringen, and mit der Engel- Trost, uns Sünder hast du chor das heilig, heilig sine allein erlöst. Jesu, Gota gen. Es sag zu seinem Preis tes Sohn! unser Mittler die ganze Christenheit: ge bist du auf dem höchsten lobet sey mein Gott in Zeit Thron. Zu dir flehn wir mit und Ewigkeit. herzlicher Begier: Eleison! 3. Kyrie, Gott heiliger 39. Gott der Baterwohn Geist, treib uns zu dem, was uns bey, und laß dein Wort uns heißt, daß € 3 wir 38 Von der heiligen Dreyeinigkeit. wir am lezten End frölich und komm das Herz zu trds abscheiden aus diesem Elend; fien. Hilf uns aus jeder Eleison! Seelennoth; im ganzen Les ben und im Tod wollst du In bekannter Melodie. 41.Allein Gott in der uns nicht verlaffen! Hysh sey Ehr und 42 Wir glauben all an einenGott, Schös Dank für seine Gnade! er ist für uns! wer ist nun pfer Himmels und der Ers mehr, der unsrer Wohlfahrt den. Er, aller Vater, unser schade? Mit Wohlgefallen Gott, hieß uns, seine Kins schaut herab auf uns, der sei der, werden. Er will uns nen Sohn selbst gab dem auch stets ernähren, Leib und menschlichen Geschlechte. Seele wohl bewahren; als 2. Wir preifen, Herr und lem Unfall will er wehren Vater, dich, wir bethen an keine Gnade an uns sparen. und danken; denn du regierest Er sorgt für uns der Herr, ewiglich, dein Thron kann und wacht, und alles steht niemals wanken. Mit Weis in seiner Macht. heit, Liebe und mit Macht bist 2. Wir glauben auch an du auf unser Heil bedacht: Jesum Christ, seinen Sohn wohl uns, daß du regierest! und unsern Herren, der ewig, 3. O Jesu, Gottes einger wie der Vater, ist Gott, vom Sohn, für uns ein Mensch gleicher Macht und Ehren; geboren! du kamst zu uns Von Maria, uns zu Sna von deinem Thron, zu ret- den, auch ein wahrer Mensch ten was verloren. Hülfrei geboren, und nach großen cher Mittler, Mensch und Wunderthaten für uns, die Gott! Erldß uns von der wir warn verloren, am Sündennoth, erbarin dich Kreuz gestorben und vor unser aller! Tod wieder erstanden ist 4. heilger Geift, du durch Gott. höchstes Gut, du Beystand 3. Wir glauben an den der Erlösten! Zur Tugend heilgen Geift, Gott mit Ba gieb uns Kraft und Muth, ter und dem Sohne, den Fe fue Von der heiligen Dreveinigkeit. 39 fus Gnadevoll verheißt, auch der; um zu vollenden seis gefandt von seinem Throne. nen Lauf, fuhr er zum Hims Allen Christen hier auf Ermelsthron hinauf, von da den ist er nun zum Heil ge er kommen wird einmal, zu geben, heilig und gerecht zu richten die sehr große Zahl werden. Auch das Fleisch der Lebenden und Toden. wird wieder leben. Nach dies 3. Ich glaube an den heils ser Prüfung ist bereit uns gen Geift, der gleich ist ein Leben in Ewigkeit. Amen. wahrer Gott und heißt, ein 43.J Ich glaub an einen Lehrer unsrer Sinnen, der Gott allein, der ewig ohn Beginnen, vom Vas alle Dinge, groß und klein, ter und dem Sohn ausgeht; im Himmel und auf Erden der zur Bekehrung uns beys aus nichts hat lassen werden; steht, daß wir im Glauben der zum Genusfe seiner finden Vergebung aller Süns Gnad und Menschen auch den. Ich glaube, daß erbala erschaffen hat; mir Leib und ten werd die Kirche Gottes Seel gegeben, Vernunft, hier auf Erd, durch den, der Gefühl und Leben; der reich sich selbst für sie gab; ich an Weisheit, Gut und glaub, daß dieses Fleisch Macht, stets über seine Wer vom Grab wird auferstehn ke wacht; er ist mein Vater zum Leben. und mein Gott, der mir so Mel. Der Tag ist hin sc.it gnådig hilft in Noth, mich 44. Herr Gott, den man und glaubt 2. Ich glaube auch an Je- und nennet, deß Majestät fum Christ, den Herrn, der man, weit und breit, erkens Gott vom Vater ist, ein wah- net, des große Macht sich rer Mensch geboren, zu ret- über alles streckt, und jeden, ten was verloren; der mir der ihn ehrt, beschirmt und des Vaters Huld erwarb, deckt. am Kreuze willig für mich starb, fuhr zu der Hölle nie 2. Wir loben dich, so bald die Sonnerwachet; wir preis der, stand aufvom Zode wie- sen dich, wenn sie den Abend 64 machet. 40 Von der heiligen Dreyeinigkeit. machet. Was lebt und webt wird, so ist dein Urtheil und was sich dein erfreut, ungewiß und irrt. Mon fey alles, Herr, zu deinem 6. So lehr uns auch, die Dienst bereit! mo wir uns Chriften nennen, 13. Dreicher Gott, du uns mit Ehrfurchtsvollem Glau erforschtes Wesen! Wer ben zu bekennen: daß du, o hat jemals, was du bist, Gott, der Bater, Sohn und ganz gelesen? o tiefes Meer! Geift, doch nur Ein Gott, in o unermeßne Pracht! unend- drey Personen, seyft. lich groß, o Gott, ist deine Macht; 7. Gieb, daß man stets zu deinem Ruhme singe: von 4. Wer kann die Tiefe ihm, durch ihn, zu ihm sind deiner Wege finden? kann alle Dinge! Ja, unserm Gott auch ein Mensch wohl dein sey Preis in Ewigkeit, denn Gericht ergründen? Zu hoch was er ist und thut, ist Herrsind Gott und seine Wege lichkeit? dir; drum bethe an, o 8. Dein Nam ist groß Mensch, und schweige hier! dein Reich, Herr, in une 5. Umsonst ist hier dein wohne; dein Will gescheh: Denken und dein Dichten; gleb Brod; des Sünders scho. du kannst nicht über Gottes ne; steh in Versuchung bey Wege richten. Wenn Gott und nach der Zeit führ uns nicht selbst dich unterweisen erlöst, zur frohen Ewigkeit III. Von der Schöpfung der Welt und der gött lichen Vorsehung über sie. Vom Gewicht dieser hått ich wider Furcht und Lehren. Gram für Waffen? Gleid fteuerlosen Schiffen in der Mel. Herzliebster Jesu, was ic. 45. Web mir! wenn Seen würd ich vergehen. Gott nicht war, 2. Dann müst ich unter der mich erschaffen: was mir das Thier beneiden, uni mi Von der Schöpfung. 41 mir versiegte jeder Quell der Verzweiflung war der beste Freuden; und jeder Lustort Trost dem Herzen in allen würde mir auf Erden zur Schmerzen. Wüste werden. 8. Flieht, todtende Ges 3. Und war ich elend, wär danken! ihr beflecket von fers mein Glück verloren: ach! ne schon die Seele, die ihr dann wårs beffer, daß ich schrecket. Es ist ein Gott, nie geboren, als nichts, in der mich gemacht, regieret, grauenvollen Finsternissen, als Vater führet. von Gott zu wissen. 9. Ich weiß es, daß Er 4+ Was kann den Muth ist; weiß, wem ich glaube; in Kreuz und Tod erhöhen? weß Hauch die Seel ist; wer Gott sorgt für mich; den Leib von Staube einst einst werd ich auferstehen! ,, neu belebt; wer mich hier uns 11 doch ist kein Schöpfer: terstüßet und täglich schüket. wer schůzt vorm Verderben, vorm ewgen Sterben? 10. Heil mir! ich weiß, auf wen mein Glück ich baue, 5. Wenn Gott nicht wen ich verehre, wem ich herrscht, so herrschet das mich vertraue. Ihm zu ges Verbrechen und wer wird fallen, will ich mich nun dann der Unschuld Thränen üben; ihn will ich lieben. råchen? was hülfs mir, daß Von der Schöpfung. ich, gut zu werden, strebe, met. Wer nur den lieben Gott ic. in Unschuld lebe? 6. Ein trauriges Ge 46. Noch war kein Hims mel, teine Stera schenk ist meine Seele; wenn ne, kein Firmament noch ich mich nur mit leeren Wün ausgespannt. Gott sprach: fchen quale, die aufein Gut, und jene blaue Ferne und jes das ewig dauret, gehen, und nes Sternenheer entstand, dann verwehen. und Sonnen strahlten nun - 7. Dann flög ich, gleich ihr Licht mit aufgedektem dem Staub, auf: sänke wie Angesicht. der, wie leicht verwehter 2. Noch war er nicht, der Staub, zur Erde nieder; Ball der Erde, noch keine Lich 42 Von der Schöpfung. Tiefe, keine Höh. Gott ihr noch kein Geschöpf bes sprach allmächtig: Erdball glücket, noch keines von der werde, vertheile dich in großen Schaar, mit Geift Land und See! nun stand und Weisheit und Verstand; er da, nun floß das Meer noch keins, das seinen Schös um die geschaffne Erde her. pfer kannt. 3. Noch war die Erde 7. Gott sprach: auch dies nicht bekleidet, noch waren Geschöpfe werde, das feinen Berg und Thaler kahl. Gott Schöpfer kennt und preist; sprach: entsteht Gewächse, nahm seinen Leib zwar von Kleidet den Berg, die Hügel der Erde, macht aber es und das Thal! und die sonst durch einen Geist, begabt mit nackte Erde stand nun da im Freyheit und Verstand, zus glänzenden Gewand. gleich mit sich, mit Gott, 4. Noch war die Erde, verwandt. noch die Meere, mit Leben- 8. Erkenne, sprach er, den nicht angefüllt. Der meine Milde, mit der ich Schöpfer sprach zahllose dich, o Mensch, beglückt; Heere, belebt, mit Sinnen dich hab ich selbst nach met ausgebildt, verbreiteten sich nem Bilde mit Freyheit und alsobald durch Waffer, Luft Verstand geschmückt; erken und Feld und Wald. ne mich, leb mir zum Preis, 5. Nun zogen Schaaren und thue willig mein Geheis. hin und wallten durch Luft 9. Preist, Menschen, und Meer, Geburg und preift den Gott der Stärke, Thal. Und Berg, und Thal, der bloß durch seinen Wink und Luft erschallten von ih- und Ruf so unermeßlich rer Stimme Wiederhall. große Werke, aus nichts, zu Und jedem war sein Dafeyn seinem Preife, schuf! preist Lust; doch keins war seiner ihn, und fürchtet ihn, den sich bewust. The bl Herrn, thut sein Geheis, 6. Bewohnt, bevölkert und dient ihm gern. und geschmücket stand nun 10. Er schuf, was lebt die Erde da; doch war auflund sich beweget, allgütig ischuf - Von der Schöpfung. 43 schuf er diese Welt; er ists, neues Leben fühlt; daß alle der ihren Bau noch tråget, Bäume Blüten bringen, das noch unterstüßet, noch erhält: Feld mit tausend Farben er trågt das Meer, er trågt spielt, das fließt allein aus das Land, den Himmel selbst deiner Gnad, die unsre Welt auf seiner Hand. gezieret hat. 11. Was Othem hat, und 4. Wie viel vermag dein Geist, und Leben verkündige mächtig: Werde! Erhas des Schöpfers Ruhm! auch benster Herr Zebaoth! Dein du mein Geist, sen ihm er- Lob verkündigt zwar die Ers geben, fey sein geweihtes de, doch stärker noch, o reis Eigenthum, erzähl von ihm cher Gott, verkündiget des belebt, erfreut, des Schö: Himmels Pracht die Größe pfer Lob in Ewigkeit. deiner Schöpfersmacht. 5. Aus dir, du Quelle als Gott, den alle les Lichtes, fließt auch der Himmel ehren, Sonne feurig Meer. Ja, von dir kömmt aller Himmel großer Schöpfer des Gesichs Pracht. Was wir nur Scho tes, von dir kömmt auch das nes sehn und hören, hat dei- Wunder her, daß mir die ne Hand allein gemacht, an Schönheit dieser Welt so deine Weisheit, an dein strahlend in die Augen fällt. Licht, reicht keines Menschen 6. Was zeugt das Heer Denken nicht. von tausend Sternen, das 2. Du bists, der die Geselbst die Nächte reizend schöpfe weidet, der ihnen ih- macht? von ihnen soll ich re Zierde schenkt. Du bist es, hier schon lernen, wie groß, der die Erde kleidet, und sie o Schöpfer, deine Pracht. mit grünem Schmuck be Gott, du bist nichts, als hångt. Du bist es, der durch Heiterkeit; nur Licht und seine Kraft dem Frühling Strahlen sind dein Kleid. neue Anmuth schaft. 7. Uch Schöpfer! heilge Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 47. 3. Daß Kraut und Pflan- mein Gesichte, wenn ich so zen sich verjungen, und alles voll Verwundrung steh, daß ich 44 Von der Schöpfung. ich in deines Geistes Lichte ihm verliehen; ihn hast di allein auf dich den Ursprung in die Welt geführt, zum seh; ach, reinige selbst meine Himmel ihn zu ziehen: e Brust von jeder mir verbot ist sowohl, o Herr, dein Kind nen Luft. als es die höhern Engel sind du liebst ihn, wie ein Vater 5. Stimmt, Menschen Macht und Güt, Lobgesänge an, daß Gott en wo wir nur sind, zu finden, höhet werde, Gott, der un gieb uns ein achtsames Ge alles unterthan, was ist un müth, so werden wirs em- lebt auf Erde! Wie viel i pfinden, wie deine große hier, was uns erquickt! wi Majestät der Himmel und sehr sind wir durch dich be die Erd erhöht, der Baum, glückt! was kannst du meh der Wurm, die Menschen. uns schenken? Mel. Sen Lob und Ehr dem ic. ott, es ist deine 48.Gott, 2. Die Himmel sind von 6. Ja, herrlich bist dr deiner Hand, die alles hat Gott, und gut; o laß es un bereitet, weit, wie ein Tep- empfinden! mach dankba pich, ausgespannt, und dir uns und gieb uns Muth zum Ruhm verbreitet. Du, fliehen alle Sünden; da der im höchsten Himmel wir auch deine Majestät, di thront, du schufft die Sonne, Erd und Himmel stets en schufft den Mond, die Erde höht, durch gute Thate zu erleuchten. ehren. 3. Den Menschen haft du, mel. Es ist das Heil uns kommen v Herr, gemacht, von dir hal 49. Erhebet Gott! Lob erfreut! jauchs deine Gût und Macht ihm, ihm ihr Völker alle! lobt fei was er hat, gegeben: was ist ne Macht und Freundlich vor dir, o Gott, was ist der keit und jubelvollem Schal Mensch, daß du so gnådig| le! anbethend sinkt vor ihn bist, ihn deiner würdig achtest? dahin: befingt, erhebt, ver 4. Du haft ihn mit Berherrlicht ihn, den Herrsche stand geziert, und Freyheit aller Völker! 2% Got er hast durch Von der Schöpfung. 45 2. Gott ist es, der durch 5. Die Erde nåhrt auf n seinen Ruf aus nichts die sein Geheis zahllose Millios Elemente, den Himmel und nen, erwecket und belohnt -, das Licht erschuf, und Erd den Fleiß, so weit nur Mens und Waffer trennte. Gott schen wohnen. Das Meer, - ist es, deffen Hand das Meer das sich emport und schwillt, und das, uns unzählbare, wird stille, wenn der Herr -Heer der Kreaturen machte. es stillt; Gott herrscht auch 3. Er schenkt der Sonne in der Liefe. Wärm und Licht, sie dienet 6. Herr, Herr! wie groß allen Ländern. Er macht es ist deine Pracht in deinen zu des Mondes Pflicht, stets Kreaturen! wie find ich hier Ort und Schein zu ändern. von deiner Macht so unleugs Er zeigt den Sternen ihre bare Spuren! die ganze Bahn, ihm sind die Wolken Schöpfung predigt dich, sie unterthan, und Blige seine ruft mir zu: betrachte mich, Diener. und ehre meinen Schöpfer! 4. Er redet göttlich in dem 7. Mein Loblied, SchdSturm, spricht durch des Ld pfer, will ich dir zum Freus wen Stärke, und macht auch denopfer bringen. Ihr Mens den geringsten Wurm für schen alle helfet mir, den | uns zum Wunderwerke. Er Ruhm des Herrn befingen. pflanzt, uns Menschen zu er: Welt falle nieder, beth ihn freun, dem Vogel jene Trie an! der Gott, der Welten be ein, durch die sein Lied schaffen kan, verdient daß erschallet. Lob der Menschen. Von Gottes Vorsehung und Weltregierung. Mel. Nun fich der Tag geendet. kund, was mir von dir 50.h finge bir mit bewust. Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust: 2. Ich weiß daß du der Brunn der Gnad, und ewig ich rühme, preis und mache Quelle seyst, daraus uns allen 46 Von Gottes Vorsehung allen früh und spat viel nicht allzusehr; gedenkst nich Heil und Gutes fleußt. unfrer Gündenschuld, un 3. Was sind wir doch? wirfft sie in das Meer. was haben wir, auf dieser 10. Wenn wir um Hül ganzen Erd, das uns, o Vas zu dir flehn, wirst du ga ter, nicht von dir allein gege bald erweicht und giebst, wa ben werd. uns zum Wohlergehn, zu Ehre dir gereicht. 4. Wer hat der Himmel weites Zelt hoch über uns II. Du zählst, wie of gesezt? und wer ist der, der ein Christe weint, und wa unser Feld mit Thau und sein Kummer sey, und jet Regen nezt? Noth, wie schwer fie schein: 5. Wer mäßigt Wärme, hebst du und machst un Luft und Frost? wer schickt frey. und lenkt den Wind? wer 12. Was uns hier fehler macht es, daß man Del und füllst du aus mit dem, wa Most zu seinen Zeiten findt? ewig steht; nimft auf de 6. Wer giebt uns Leben Geist, wenn dis sein Haue und Geblüt, Gesundheit und der Leib, stirbt und vergeht Verstand? wer schafft es, daß der Friede blüht in un ferm Vaterland? 13. Wohl auf, mein Herz sey froh und sing, und hab guten Muth: dein Gott, de 7. Ach Herr, mein Gott, Ursprung aller Ding, das kommt von dir, du, du selbst und bleibt dein Gut mußt alles thun; du schüt 14. Er ist dein Gott, del zest uns, du schaffft, daß wir Erb und Theil, dein Führe aufstehn, und sicher ruhn. und dein Licht, dein Schirm 8. Du náhrest uns, von und Schild, dein ewig Hell Jahr zn Jahr, bleibst immer schafft Rath, verläßt did gut und treu, und stehst uns, nicht. wenn wir in Gefahr gerathen, treulich bey. 15. Was krånkst du di in deinem Sinn? Wa 9. Du trägst uns Sun- forgst du Tag und Nacht der mit Geduld, und schlägst Nimm deine Sorgen, win 47 und Weltregierung. sie hin, auf den, der dich gemacht. 3. Wie groß und herrlich ist die Pracht von dem, was 16. Er hat dich ja von er hervorgebracht! wie groß Jugend auf versorget und sind seine Thaten! Was er ernährt; in deinem ganzen verrichtet und gewährt, vers Pilgerlauf die Hülfe stets kündet seine Macht und gewährt. lehrt den Reichthum seiner Gnaden. 17. Er hat noch niemals was verfehn in seinem Re 4. Barmherzig, gnådig, giment, nein, was er thut voller Huld ist Gott, voll und läßt geschehn, das nimt Langmuth und Geduld: der ein gutes End. Herr ist allen gütig, erbarmt 18. Rechtschaffen sey dein sich aller seiner Werk, die er ganzes Thun, vertraue ihm gemacht durch seine Stärk, allein! so kannst du hier im ist allen Hülferbiethig. Frieden ruhn, und ewig frdlich seyn. 5. Es sollen dann, Herr, nach Gebühr all deine Wers Mel. Kommt her zu mir spricht ic. te danken dir, dich, ihren 51.Jh will, mein Gott, Vater, loben: es werde deta erheben dich, undines Reiches Ehr von allen, deinen Namen ewiglich; ich welche um dich her, gepries will dich täglich preisen: mit fen und erhoben! jeder neu erlebten Stund 6. Dein Reich, Herr, ist will ich dir, Gott, mit Herz ein ewig Reich, und deiner und Mund Lob, Ruhm und Herrschaft ist nichts gleich; Dank erweisen. der Herrschaft ohne Ende! 2. Der Herr ist unaus. Du bist es, der den Kreiß sprechlich groß; weit ist sein der Welt trågt, lenket, fegs Reich und gränzenloß: benet und erhält durch Stárke trachtet, Menschenkinder, deiner Hände. die Werke, die er aufgeführt! 7. Herr, aller Augen richs der Himmel wird von ihm ten sich zu dir; und du ers regiert, die Erde auch nicht barmest dich, und giebest the minder. nen Speise: du öffnest deine milde 48 Von Gottes Vorsehung milde Hand zum Wohlthun ne Hand sie våterlich erquis über jedes Land; daß man cke; du giebst auch einem jez dich frölich preiſe. den seine Speise, daß er dich preise. 8. Der Herr ist allenthal ben da, er ist besonders de 4. Herr, du erhälst mit nen nah, die ihn mit Ernst deinem Wohlgefallen, was auflehen; thut, was der lebt, thust deine Hand auf Frommen Herz begehrt, daß und giebst allen, was sie bea ihnen Hülfe wird gewährt, dürfen: keiner sucht verges läßt ihnen Guts geschehen. bens dich, Quell des Lebens! 9. Der, der ist stets in 5. In allen Wegen Gotz Gottes Hut, der seinen Wil- tes strahlet Gnade, untadellen liebt und thut; die Bd. haft find alle seine Pfade; fen aber fallen. Bringt uns und was er thut, gereicht zu ferm Gott, Lob, Preis und seinem Preise, ist gut und Ehr, und seiner Diener gan weise. zes Heer laß stets sein Lob erschallen. 6. Der Herr ist nahe des nen, die ihn bitten, die ernstlich ihn um seine Hülfe bit Mel. Herzliebster Jefu, was ic. 52.Dein Reich, o Gott, ten; er thut was die Ge ist herrlich; ewig rechten, die ihn ehren, von währen dein Reich und deine ihm begehren. Macht, die wir verehren, 7. Der Herr behütet alle, und ewig wird, von aller die ihn lieben; die aber, die Volker Zungen, dein Lob Betrug von Frevel üben, befungen. verfolgt er, daß er sie zu 2. Der Herr bewahret al- Schanden mache, mit seiner le, welche fallen; der Höchste Rache. hilft den Unterdrückten allen, 8. Auf ewig will ich sei und eilt, mit Heil die, die nen Namen loben; von al um Heil ihn bitten, zu über- len Menschen werde Goth schütten. erhoben! was lebet, müffe, 3. Nach dir, Gott, schauen Herr, zu allen Zeiten, dein aller Wesen Blicke, daß dei: Lob verbreiten. Mel und Weltregierung. 49 Mel. Sey fob und Ehr dem ic. künftgen Zeit, beym Stras 53.Dir, unser Gott, ist fen und Belohnen. niemand gleich, 5. Wohl uns, daß du das im Himmel und auf Erden. Regiment, Gott, über alles Du bist der Höchste, und dein führest: und wohl dem, der Reich kann nie begriffen werden Zweck erkennt, dazu du den. Unendlich ist die Ma- uns regiereft! Ich, dein ges - jestät, die über alle dich ers ringster Unterthan, Herr, höht, die Kron und Zepter bethe dich in Demuth an. tragen. O sich auf mich in Gnaden! 2. Wie weit erstreckt sich 6. Ich bin verderbt und dein Gebiet! Wo ist der, schuldenvoll, und auf dem der es messe? Wohin auch Tugendwege nicht stets fo nur mein Auge sieht, da seh eifrig, als ich soll, bin oft ich deine Gröffe. Weit über zum Guten tråge; doch du alle Himmel weit, geht dei- bist gnädig und voll Huld, nes Reiches Herrlichkeit; du vergiebst dem Reuenden die herrscheft über alles. Schuld, drum hoff ich auch 3. Du herrscheft weislich, Vergebung. recht und gut, nach heiligen! 7. Ich hoff es, weil mich Gefeßen. Du pflegst auch der vertritt, den du für mich deiner treuen Hut das Kleine gegeben. Mein Jesus, wel: werth zu schäßen. Uuf al- cher für mich litt, erwarb mir les geht dein Augenmerk, Recht zum Leben. Sein Tod und immer ifts dein liebstes macht mich zum Zweifel frey, Werk, zu fegnen, zu beglü: ob ich der Gnade fähig sey: cken. auch mich hat er versöhnet. 4. Wie recht ist, Hoch. 8. Herr, ewig will ich deis ster, dein Gericht, der du die nen Ruhm mit Lob und Dank Wahrheit liebest: Wie richerheben. Dir will ich, als ig Maas hålt bein Gewicht, dein Eigenthum, mich ganz venn du Vergeltung übest; zum Dienst ergeben. Mit du handelft stets nach Bil Luft will ich bis in den Tod, igkeit, in dieser und der nach deinem heiligen Ges bot, Univ.-B. Giessen 50 Von Gottes Vorsehung bot, durch deinen Beystand muth Schranken; die De wandeln. muth wird von Gott erhöht Ja Herr, du liebst den, de Mel. Wer nur den lieben Gott c. dich liebt, und deiner Füh 54. Firwahr, du bift, orung sich ergiebt. Umsonst alle unsre Sorgen. Gott, verborgen: 5. Drum will ich mic dein Rath bleibt für uns dir überlassen, mit allem wunderbar. sind was ich hab und bin. Jo Du werfe, was ich nicht kan sorgtest, eh die Welt noch fassen, auf deine Macht un war, für unser Wohl schen Weisheit hin. Der Uus våterlich. Dis sey genug zum gang zeigt doch immerda Trost für mich. daß stets dein Rath vo Güte war. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen vor unsern Au- 6. Gieb, daß bis mein Ve gen oft versteckt; doch wenn trauen mehre, in Glück un wir erst den Ausgang wis Unglück, Freud und Lei fen, wird uns die Ursach auch Schick alles, Herr, zu dein entdeckt, warum dein Rath, Ehre, und meiner Seel der miemals fehlt, den uns Seligkeit! So preis ich ein so dunklen Weg gewählt. vollkommen dich, so freu 3. Nie sind die Tiefen zu dein auf ewig mich. ergründen, von deiner Weis- mel. Befiehl du deine Wege belt, Macht und Güt. Du55.Gott, meine gam tannst viel tausend Wege finSeele macht d den, wo die Vernunft nicht nen Ruhm bekannt, dir dan einen sieht. Aus Finsterniß ich und erzähle die Wund bringst du das Licht. Du deiner Hand; mein Herz sprichst, o Gott, und es froh; ich singe: Herr, m geschicht. ne Lust bist du; dir, dem 4. So weicht denn, ångst- Lieder bringe, dir, Höchste liche Gedanken! Gott kann jauchz ich zu. weit mehr, als ihr versteht. 2. Du sikest auf de Bleib, Seele, in der De Throne als Richter all We und Weltregierung. SL Welt, der jeglichem, zum 6. Jhr, Kinder Gottes preis - Lohne, das rechte Urtheil set, verkündigt in der Welt, fällt; wenn dich die Mens wie groß sich Gott beweiset, schen schmähen, dann rächst der, was er zusagt, hält; er du ihren Spott; du schiltst, denkt daran, und fraget nach und sie vergehen, vor deinem des Gerechten Blut; er hört Born, o Gott! ihn, wenn er klaget und stillt der Wetter Wut. 3. Der Herr hat zum Gerichte sich seinen Thron ers 7. Herr, sey mir gnädig, höht: vor seinem Angesichte schaue voll Huld auf meine 3 bleibt nicht, wer widersteht. Noth! du bists, dem ich vers Ihr kühnen Sünder zittert, trane, du hilfft auch selbst bereut noch euren Spott; vom Tod. Nach überwunda sein Thron wird nie erschüt nen Leiden geh ich ins Heis tert, der Herr bleibt ewig ligthum; und über dich voll Gott. Freuden, erheb ich deinen 1 4. Der Herr regiert; er Ruhm. liebet, was ungerecht ist, mel. Nun lob meine Seel den ic. nicht; er wägt die Welt, und übet partheylos sein Ge teit. 56.Pommt, kommt den Herrn zu preisen, richt. Die Wage sinkt und der groß von Kath ist, groß freiget, wie sein Gesek ge von That, den gütigen, den beut, und jedes Land bezeuweisen, der keinen, der ihm get des Richters Heilige gleich sey, hat! der Herr thut große Werke; wer hins Gott ist ein Schuz der dert seine Kraft? wer seines Armen, ein Schuz in jeder Armes Stärke, die was nur Noth; sie traun auf sein Ers gut ist, schaft? Er dehnet barmen, wenn ihnen Unfall gleich Gezelten, die weiten broht; die Thränen, die sie Himmel aus; er spricht, so weinen, sind dir bekannt und gehen Welten aus ihrem verth; du, Gott, versäumest Nichts heraus. teinen, der deinen Schuz begehrt. 5. 2. Er will, und Sonnen flammen; auch drängt das Wass 52 Von Gottes Vorsehung Waffer, wenn er spricht, in er! Was rühmen denn die Wolken sich zusammen, und Thoren mit ihrer Stårk ihre Schläuche reissen nicht; sich? O Staub aus Staul er ruft den Ungewittern: geboren, nur Gottes rühm das Meer wird ungestüm; dich! des Himmels Säulen zit 5. Herr, dein ist all tern; die Erde bebt vor ihm. Stårke, und alle Hülfe Er will: und Blike zünden Gott, ist dein! das preise Geburg an; sie vergehn; er deine Werke, die deiner Kraf spricht und ruft den Win- allein sich freun. Wir auc den: schnell wird sein Himerfreun uns ihrer; ihr Lo mel schön. sey unsre Pflicht! o Vater 3. Wer, wer gebeut den o Regierer, wen hält, we Wellen: hieher! nicht weis schůzt sie nicht? du lebst, d ter! legt euch hie? er legt in wirkst in allen; dir, dir, ven Felfen Quellen, sie rieseln, trauen wir! Erhalter, we und verfiegen nie; er füllt kann fallen, getragen, Her auch Wüsteneyen mit seinen von dir? Wundern an, heißt Thiere da sich freuen, wo niemand Besondere Vorsorge für d Menschen. wohnen kan. Wer kann die Sterne führen? wer weiß, mel. Ich finge dir mit Herz 20 als er allein, die Himmel zu 57. Noch immer wet regieren? und du wagst, stolz zu seyn? feln ordentlich d Jahres Zeiten ab; fri 4. Kannst du mit deiner strömt und spät ergießet si Stimme, o Stolzer, don dein Regen, Gott, hera nern, wie Gott thut? Streu 2. Du dffuest deine mil aus von deinem Grimme Hand, Jehovah Zebaot Verderben, deiner Blige du segneft, du erfüllft be Glut; leg an Gewalt und Land mit deinen Güter zeige dich machtig, wie der Gott! Herr; schau an die Stol 3- Dein Fußtritt in b zen, beuge, versenke sie, wie Wolken träuft von Fett m Fruc und Weltregierung. $ 3 Fruchtbarkeit; die Saat geht mel. Aus meines Herzens Grunde. auf, und blüht, und reift, 58.Gott, der an allen und sättigt, und erfreut. Enden viel große 4. Von dir gesegnet giebt Wunder thut, in deffen der Baum, wenn einer treuen Händen mein ganzes Schatten fucht, thm unter Leben ruht! du zählst die feinem Zweige Raum, Er- Zahl mir zu von meinen Les frischung und auch Frucht. benstagen, mit ihrem Glück 5. Wie frölich lächelt je mit Ruh. und Plagen, mit Unruh und de Flur! es fließt sich immer gleich der Freude Quell; und die Natur ist uner: schöpflich reich. 2. Da ich noch tief verbors gen im Mutterleibe lag, da wachte schon dein Sorgen 6. Wem strömt sie nicht mein endlicher Verstand die für mich; und wie vermag von dir erfüllt, in tausend Wohlthat zu erheben, die Bächen zu? Wer ist so gut, du in meinem Leben mir so treu; so mild, so väterlich, wie du? huldreich zugewandt? 7. Herr, ohne dich ver- lieben noch eh wir sind; und 3. Du fångst uns an zu giengen wir, und wir vers dientens auch; und dennoch haft nie Luft, uns zu betrus so bleibst du mitleidsvoll; ben: doch nuzt uns eine Laft, leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. Nicht einer mangelt dern die Bürde fauft zu lins bift sorgsam, deinen Kins deiner Huld; wem stralet dern, die sie nun treffen nicht dein Licht? mit welcher Langmuth und Geduld ver schonst du unsrer nicht? foll. 4. Muß ich hier Noth empfinden, dein Wort, Herr, 9. Ach bethet, Menschen, tröstet mich. Durch dich muß bethet an! erwägts, und sie verschwinden; drum hoff denket nun: was hat nicht ich stets auf dich mit kindGott an uns gethan? was lich treuem Sinn; drum will er nicht noch thun? werf ich, was zu tragen mir D3 schwer Von Gottes Vorschung schwer deucht, ohne Zagen, werde Dant! ftets müsseft di noch tåglich auf dich hin. ben Herrn erheben; mel 5. Noch immer ist mein ganzes ihm geweihtes Lebe Hoffen, das sich auf dich vers sey seines Namens Lobge ließ, so ficher eingetroffen, fang! s wie mirs dein Wort ver 2. Sest nicht auf die, di hieß. Du hast mir wohlge- euch zu schüßen, nie Mach than; denn deine Gnad ist und Weisheit gnug befißer grösser, und machts mit mir auf Fürsten enre Zuversich viel besser, als ich ersinnen Sind doch die Mächtigste kan. auch Menschen; und wa 6. Dein Name fey gesvermögen eitle Menschen priesen, der sich so oft an wie schwach ist ihre Hül mir so herrlich hat erwiesen! nicht! mein Herz und Mund soll 3. Ein Mensch wird ba dir, du Retter aus Gefahr, dahin gerissen und schnelle mein schuldig Opfer brin als ein Strom, verflieff gen, und deiner Güte fingen, die Tage, welche Gott ih jezt und auch immerdar. gab. Wer sieht die Ernd 7. Du hast mir wohl geras feiner Saaten? der Mens then, und lauter Guts ge beschließet große Thate than, daß deiner Liebe Tha: doch sie verschließt mit i ten ich nicht gnug rühmen das Grab. kan. Hilf, Vater, daß ich 4. Beglückt ist, wer a dort, verklärt und ganz voll Gott nur schauet, und si kommen, mit allen deinen dem gånzlich anvertraus Frommen, die danke fort der seiner Frommen nie v und fort. gißt. Bey ihm ist Hel fein mächtig Werde, erfdy den Himmel und die Erb In eigener Melodie. 59.8 8 werde Gott von das Meer, und was dari uns erhoben! nen ist. wohlauf, wohlanf, den Herrn 5. Was kann uns Tr zu loben: du meine Seele, und Hofnung rauben? Spe und Weltregierung. 3 Herr hålt ewig Treu und singt dem Herrn, und bringet Glauben, nimt väterlich ihm, euerm Gott Lob, Preis sich unfrer an. Die, so Ge- und Dank! Ihn preis ich walt und Unrecht leiden, stets so lang ich lebe. Stets schůzt er, und sättigt sie mit ist er König: fiets erhebe ihn Freuden, die ihnen nichts aller Frommen Lobgefang! verbittern Lan. Mel. Herzliebster Jefu, was hastic. 6. Wer darbet, wird von 60.Dich, Gott, lobt der, t ihm gespeiset; auch der Ges der auf dich hoft, fangne rühmt und preiset, im Stillen; doch um mein daß Gott vom Kerker ihn fromm Gelübde zu erfüllen, befreyt. Gott dfnet das Ge- so soll mein Lied auch öffente ficht den Blinden, daß sie des lich vor allen dir dankbar Lichtes Glück empfinden, schallen. und seiner Schöpfung Herrlichkeit. 2. Wo bethet ein Ges schöpf auf deiner Erde, das 7. Oft klaget, elend und nicht von deiner Huld erhdverachtet, der Fromme, der ret werde? das wissen alle im Staube schmachtet: Gott Wesen, alle treten zu dir und sichts, und hebet ihn em bethen. por. Der Herr ist gnädig seis) 3. Uns drückt die Last von nen Knechten, und seine Hand allen unsern Sünden, bedes zieht den Gerechten aus sei- cke sie und laß uns Gnade ner Dunkelheit hervor. finden: von deiner Strafe, 8. Gott, der den Fremd weil sie, Gott, uns reuen, ling unterstüßet, versorgt diejuns zu befreyen. Waysen, und beschüßet die 4. Dem, den du wählst, Witwen, die verlassen sind. daß er zu deinem Throne Er haft die Sünde: er, sich nahen mög, und in den ihr Racher, kehrt um die Höfen wohne, die du vers Wege der Verbrecher, daß herrlichst: welch ein selig ihrer keiner ihm entrinnt. Leben ist ihn gegeben! 9. Der Herr ist König: auf und singet! thr Christen 5. Dem giebst du auß dem Siße deines Ruhmes den D4 reichen 56 Von Gottes Vorsehung reichen Ueberfluß des Heis 11. Sie jauchzen, wenr ligthumes, in seinem Mans sie deine Sonne sehen in ih gel Sättigung, und Freude rem Morgenglanze dich er in seinem Leide. höhen, und wenn die westli 6. Herr, du bist heilig! chen verborgnen Erden er Herr, vor deinem Schelten leuchtet werden. entfeßen sich und zittern alle 12. Du suchst das Lan Welten. Gott unsers Heils, heim, die Gefilde lachen; di erhör uns, wenn wir flehen, wäfferft sie mit Thau, si aus deinen Höhen! reich zu machen; dein Stron 7. So weit nur Men ist voll; durch dich reift da schen deine Welt bewohnen, Getraide zu unsrer Freude bist du die Hofnung aller Na: 13. Die tiefgepflügte tionen, die Zuflucht aller, die Furchen füllt dein Segen an fernen Meeren dein Heil und das zerlechzte Land en begehren. frischt dein Regen, du mach 8. Er hat Burch seine es weich, und segneft sein Kraft die Berg erhöhet, daß Saaten, daß sie gerather jeder, wie ein Pfeiler Gots 14. Du kronst das Jal tes, siehet, er isi umgürtet, mit deiner milden Gnade er, der Herr der Herre, mit Gedeyhn und Wachsthu Stårt und Ehre. folgen deinem Pfade un 9. Er ftillt der Meere träufeln, wo du wandel Braufen, wenn sie schwel: daß die Erde befrucht len; er stillt das Brausen werde. ihrer stolzen Wellen, und den 15. Sie träufeln, dei Tumult und die Rebellionen Tritte, daß von ihnen b der Nationen. frohen Auen in der Wü 10. Ein frommer, ehr- grünen; die Hügel hüpfe furchtsvoller Schauer bebet Gott, im Feverkleide durch alle Völker; jedes Dank und Freude. Volk erhebet die Wunder 16. Du schmückst und kl deines Arms und deiner dest das Gefild mit Heerde Starke ruhmvolle Werke. und schaffest Gras, daß gef len Felder Segen zur Erndt 3. Er ordnet und regies entgegen. idret der Sterblichen Geschick; 17. Und Dank und Freud von seiner Hand geführet und Jubel jauchzt aus allen, kömmt unser Wohl und und Hain und Auen und Ge- Glück. Der Herr kennt seis fild erschallen von lautem, ne Treuen, hat auf ihr Fles die frohlockenden, Getüm hen Acht, und eilt, sie zu ers amel bis in die Himmel. freuen, oft ehe sies gedacht. 4. Sein, sein ist das Ges $ Mel. Herzlich thut mich verl. c. richte, die Majestät, die 61.Gott ändert Zeit und Kraft; nach richtigem Ges Stunde, er lenkt wichte belohnet Gott und den Lauf der Zeit; ein Wort ftraft. Er spricht: so wers aus seinem Munde ernie- den Welten, erheben sich und drigt und zerstreut, die sicher blühn; durch seines Munsich empdren, sein Warnen des Schelten vergehn sie achten nicht; und bringt, die und entfliehn. ihn verehren, an das gewünschte Licht. 5. Gott ándert Zeit und Stunde, erniedrigt und ers 2. Gott schaut herab und hebt. Wohl dem, der tren siehet auf uns von seinem im Bunde, im Bunde Gots Thron. Nichts ist, was ihm tes lebt! der wird und darf entfliehet, von ferne kennt er nicht zittern, steht aufrecht schon der Sterblichen Gesund erhöht, wenn gleich, danken, sezt ihnen Maas in Ungewittern, die Welt und Ziel, läßt sie nicht aus wankt und vergeht. $ und Weltregierung. $ 7 gesättigt werden; dem den Schranken, lenkt alles Schnitter rauscht der vol wie er will. 1 Würdiger Gebrauch der göttlichen Vorsorge. Mel. Vater unfer im Himmelr. 2c. Aller Augen freuen sich und 62.Gott ott deine weise warten hofnungsvoll aufdich, Macht erhält die auf dich, der du sie alle liebst ganze lebenvolle Welt: und und allen ihre Speise giebst. D5 58 Vom würdigen Gebrauch 2. Du öfnest deine Hand, mir Vernunft und Freyheit, fo fließt herab, was jedem Gott! für mich gieng Jesus ndthig ist: mit Wohlgefallen in den Tod. Nichts, was fåttigt sie dein Aufsehn und die Erde zergt und nährt, versäumt sie nie. Nie sind gleicht mir an Hoheit und Geschöpfe deiner Hand dir an Werth. unwerth oder unbekannt. 7. Von dir, der das an 3.Auch mir gabst du, mein mir gethan, werd ich auch Gott und Heil, noch täglich Speis und Trank empfahn. mein bestimmtes Thell; Selbst dem, der dich mit gabst mirs mit Huld und Sünden schmäht, giebst du sie Freundlichkeit, so lang ich ohne sein Gebeth. Und fleht bin, zu rechter Zeit. Kein Bas ich nicht darum zu dir, ges ter sorgt so väterlich für sei währtest du sie dennoch mir. nen Sohn, als du für mich. 8. Laß du mich nur genug. 4. Ich bins gewiß, du sam seyn und deiner Gaben kannst mich nicht verlassen, mich erfreun; mehr aber dei meine Zuversicht! ich bins ner, der du dich so freundlich gewiß, du thust mir wohl, so zeigest gegen mich, der du des Yang ich hier noch leben soll. Lebens Quelle bift, aus web Nicht Ueberfluß bitt ich von cher jede Wohlthat fließt. dir; was ich bedarf, das 9. Bey deiner Gaben giebst du mir. Ueberfing erhalt mich mäßig 5. Der Vogel bauet nicht im Genuß: bewahr mich in das Land, du nährst ihn doch der Dürftigkeit vor Schmad mit milder Hand. Du und Unzufriedenheit. Di schmuckst die Blume könig- nährst mich immer, Preit lich, die nicht zur Arbeit eilt, und Dank bring ich dir, Gott wie ich. Vergiß es meine mein Lebenlang! Seele nie: weit mehr bin ich, vor Gott, als sie! Mel. Befehl du deine Wege ic 6. Mich schufft du nicht 63.Nimt Gott, dem wi für diese Zeit; mein Ziel vertrauen, nich ist in der Ewigkeit; gabstlunsers Werks sich an, wil e der göttlichen Vorsorge. 59 er das Haus nicht bauen, lenkst der Menschen Herzen: vergebens baun wir dann! sey auch mein Licht, und lag will er die Stadt nicht schů mich nicht, Gott, deine Huld Ben, er, groß durch Rath und verscherzen. Macht; was wird der Wäch ter núßen? umsonst ists, daß er wacht! 4. Dein Wort lehrt mich des Lebens Pflicht; doch fühl ich auch, was mir gebricht, 2. Ihr wachet spåt und die Blindheit meiner Seele. frühe und eßt voll Traurig- Uch, Gott der Huld, vergleb keit das Brod der Sorg und die Schuld, wenn ich aus Mühe und häuft euch Leid Schwachheit fehle. auf Leid. Was nüßt der 5. Verstand und Herz ist bange Rummer? da Gott fehlerhafte bald fehlt mir dem, den er liebt, Brod, Licht, bald fehlt mir Kraft, Kleidung und auch Schlum mich weislich zu regieren: mer zu der Erquickung giebt. drum bitt ich dich, laß, Höche Mel. In dich hab ich gehoffet,. fter, mich selbst deine Weißs 64 Bon ganzer Seele heit führen. preis ich dich, 6. Herr, deffen Huld uns Herr, der du mich so våters ewig liebt, laß mich beym lich bis diesen Tag erhals Segen, den sie giebt, auf ten; laß für und für, noch dich, den Geber, schauen. über mir dein göttlich Auge Selbst wenn du schlägst, und walten. Kreuz auflegst, so laß mich dir vertrauen. 2. Wer schenkt uns Les ben, Glück und Ruh? Wer 7. Gieb, daß ich meine giebt uns Kraft zur Pflicht? Lebenszeit, nur dir mit gans Nur du schafft Wollen und zem Ernst geweiht, in deiner Vollbringen. Wird dein Furcht vollbringe; bis ich Gedeihn nicht uns erfreun, einst dir dort für und für Lob so kann uns nichts gelingen. Preis und Ehre singe. 3. Du schusst und du res gierst die Welt nach deinem Rath, wie dirs gefällt; du Mel. Ich finge dir ic. u bists, dem Ehr 65.Du und Ruhm ges bührt; 60 Vom würdigen Gebrauch 8. Herr, für die Leiden bührt; und das, Herr, bring ich dir. Du hast mich våters dank ich dir, dadurch du mid lich geführt, und warest stets geübt; und für die Freuden welche mir dein milder Se mit mir. 2. Wenn Angst und Noth gen giebt. mich überfiel, so hörtest du 9. Dir dank ichs, daß die mein Flehn. Du sezteft met Kreatur mich nährt, und nem Kummer Ziel, ließest mich erfreut. Ich schmeck in mich nicht vergehn. Segen der Natur, Herr, dek ne Freundlichkeit. 3. Ich sank in Krankheit und in Schmerz, und rief: 10. Gelbft deinen Sohr Herr rette mich! da halfft gabst du für mich. Weld du mir, Gott, und mein Herz Wunder deiner Huld! von ward froh, und stärkte sich. ganzem Herzen preis ich dich 4. Oft frånkte mich des du tilgest meine Schuld. Feindes Haß; ich flagte dir 11. Gott liebt uns, för den Schmerz. Du halfft mir, dert unser Wohl. Erheb ihn daß ich ihn vergaß, und gabst Bolk des Herrn! die Erb Geduld ins Herz. ist seiner Güte voll: er hilf und rettet gern. 5. Wenn ich, verirrt vom richtgen Pfad, mich in Ge- 12. Er hilft, und läßt die fahren sah, rief ich zu dir, Traurigkeit gar bald vor mein Gott, um Rath, und über gehn; will uns nach Hülfe war mir nah. kurzer Prüfungszeit, zum ewgen Glück erhöhn. 6. Oft war um Troft der Seele bang; denn du verbar13. Vergiß nicht, Seele geft dich; ich rief voll Sehn- deinen Gott, was er an dir ge fucht: Herr, wie lang? Und than. Verehr und halte sei bald erhörtst du mich. 7. Du halfft, und hältst Gebot und beth ihn ewig an met. Nun danket alle Gott. mit Batertreu mich noch in 66. Durch dich, o grof deiner Hut. Du stehst mir fer Gott, in Versuchung bey, giebst dich bin ich vorhanden. Di mir zur Tugend Muth. Himmel und ihr Heer sin durd der göttlichen Vorsorge. 61 durch dein Wort entstanden: den, nährst uns mit Speis denn, wenn du sprichst, gesund Trank, und füllst das schiehts, wenn du gebeutst, Herz mit Freuden. stehts da. Mit Allmacht sahst mich, eh der Grund ber bist du mir, und auch mit Welt geleget war, zogst mich Gute nah. aus Mutterleib, als mich ihr Schoos gebar. 2. Du bist der Gott der Kraft: dich preisen Erd und 6. Du wogst mein Glück Meere, und Himmel predi- mir ab, und Leiden, die mich gen die Wunder deiner Ehre. üben: und meiner Tage Dich beth ich dankend an. Zahl war auf dein Buch ges Mein Heil kommt von dem schrieben. Du bist der Fromms Herrn. Du hörst der Mens men Schuz; du bist der Müs schen Flehn, und du errettest den Ruh; ein Gott, der gern gern. verzeiht: wie gnådig, Gott, 3. Und wenn ich deiner bist du! -Huld, o Gott, gewürdigt 7. Wem soll ich sonst vers werde, was frag ich, auffer traun, als dir, du Gott der dir, nach Himmel und nach Götter? wen ehren, als nur Erde? im Himmel donnerst dich, mein Schuz und mein du, und Schrecken füllt das Erretter? Wie sanft ist dein Land; noch fürcht ich nichts: Befehl: gieb mir dein Herz, denn du hälst mich bey mei mein Sohn, und wandle ner Hand. meinen Weg; ich bin dein Schild, und Lohn. 4. Wenn ich die Himmel seh, die du, Herr, ausgebrei- 8. Herr, dein Gebot ift tet, der Sonne Majestät, den Heil, dein Weg ist Fried und Mond, den du bereitet, so leben. Wie könnt ich einem sprech ich: was ist doch der Gott der Liebe widerstreben? Mensch, daß du sein denkst, Umsonst lockt mich das und daß du tåglich uns un Glück, in dem das Laster zählig Gutes schenkst? blüht; ich haffe seinen 5. Uls Schafe lässt du Weg, weil mich dein Auge uns auf grüner Auen wei sieht. 9. Auch 62 Von würdigen Gebrauch 9. Auch wenn kein Menschringe, mit der du mich bes mich sieht, will ich die Sunwacht. Damit ich, Staub de fliehen; denn du wirst Al- und Erde, auf ewig glücklich Ier Werk vor dein Gericht werde, hast du schon ewig einst ziehen. Ich will, wenn mein gedacht. noch die Luft zum Bösen 4. Du hörtest schon mein mich hinreißt, bedenken, daß Sehnen, und zähltest meine mein Leib, o Gott, dein Tem Thránen, eh ich bereitet pel heißt. war; eh ich zu seyn begonn 10. Solt ich der Mente, und zu dir rufen konnte, schen Ruhm stolz zu errin da wogst du schon mein Thell gen trachten? Nein, Herr, mir dar. wenn du mich ehrst, mag 5. Du ließft mich Gnade mich die Welt verachten. finden, und sahst doch meine Du bist es, dem zum Dienst Sünden vorher von Ewig ich Leib und Seele weih, feit. OHöchster, welch Er Gieb, daß mein Wandel stets barmen! du forgest für mich voll deines Ruhmes sey. Armen, und bist ein Vater Mel. In allen meinen Thaten sc. der verzeiht. 67.Dir ir dank ich für 6. Für alle deine Treue, fü mein Leben, Gott, das, deß ich mich freue, lobsin der du mirs gegeben, ich dan- get dir mein Geift. Er ist dei te dir dafür. Du hast, von größt Geschenke; daß ich Huld bewogen, mich aus durch ihn, dich denke, ist dein dem Nichts gezogen; durch dein ists, daß er dich preist deine Güte bin ich hier. 7. Daß du mein Lebe 2. Du, Herr, haft mich fristest; und mich mit Kraf bereitet, mich väterlich gelei ausrüfteft, dis, Vater, dan tet bis diesen Augenblick. Dulich dir: das du mich liebreid gabst mir frohe Tage, und führest, mit deinem Geiß felbst der Leiden Plage haft regiereft, dis alles, Vater du verwandelt in mein Glück. dank ich dir. 3. Ich bin, Herr aller 8. Was mir in diesem Dinge, der Tren viel zu ge Leben noch nüßt, wirft di mi der göttlichen Vorsorge. 63 mir geben; du giebsts, ich mir entgegen eilt; und wenn hoff auf dich. Dir, Vater, sie, noch für mich verborgen, dir befehle ich meinen Leib nach meinem Wahn zu lang und Seele. Herr, segne und verweilt: so kommst du, eh behüte mich! ich michs versehn, mich aus dem Kummer zu erhöhn. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 68.Mein Geist ermun5. Du wählst und wirkest tre dich zum Prei- stets das Beste. Und wenn se des Gottes, der dein Ba- auch meine Noth sich häuft, ter ist! bedenke, auf wie viele so steht durch dich mein Wohl Weise ru ihm zum Dank doch feste. Wenn Fluth von verpflichtet bist; bring ihm, Elend auf mich läuft, so der stets dein Helfer war, siehst du mit Erbarmen mit Freuden Ruhm und drauf und hemmst allmächs Ehre dar. tig ihren Lauf. 2. Herr, deine Hand ist 6. Du bist mein Heil: immer offen, zu geben, was mein ganz Gemüthe ist deis mir nüßlich ist, und doch bin nes Ruhms, mein Retter, ich oft schwach im Hoffen auf voll. D könnt ich deine große dich, der du die Liebe bist. Gute doch so erheben, wie Mein Gott, wie wenig bin ich soll! doch meine Kraft ichs werth, daß mir noch reicht nicht dahin. Du weißst Hülfe wiederfährt! es, Gott, wie schwach ich bin. 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen, nur wohlzuthun bist du gewohnt. 7. Und hått ich auch viel tausend Zungen, so würde Drum deines Wohlthuns Preis nie wird auch mir, mein Gott, würdig gnug von mir besuns mir Armen, von dir nicht gen, auch bey dem allergrögs nach Verdienst gelohnt. Noch ten Fleiß. Denn mehr, Herr, immer steht mir deine Tren als ich rühmen kan, hat mit Segen, Trost und Hüt- deine Huld an mir gethan. fe bey. 8. Jedoch du sichst mit 4. Du bist es, der, in mei- Wohlgefallen auch auf des men Sorgen, mit Rettung Herzens Redlichkeit, und höreft 64 Vom würdigen Gebrauch höreft selbst das schwache Auge unverwandt; die un Lallen der Deinen mit Zu zählbaren Millionen beleb friedenheit; du hörst es, wie und lenket deine Hand: kei ein Vater pflegt, der seiner Wurm friecht unbemerk Kinder Schwachheit trågt. dahin, du siehest und ver 9. Drum soll mir deine pflegeft ihn. Huld und Güte beständig, 4. Auch mich hast du, nac Gott, vor Augen seyn. Ich deiner Güte, mit manche will mit redlichem Gemüthe Gnadengab erfreut, gepflan mein Leben deinem Lobe zet selbst in mein Gemüth weihn, bis ich vollkommner den Trieb zu froher Dank deinen Ruhm erheb im hd barkeit; auf denn, mel hern Heiligthum. Geift, erzähl, ermiß, wie gi tig sich dir Gott erwies! 5. Wer schuf die Seel un 69. Dir, Gott, dir will ihre Kräfte, Gedächtni Mel. Wer nur den lieben Gott ic. ich frölich singen. Willen und Verstand? we dir, dem das WohlthunFreu- segnet des Berufs Geschä de ist. Dir will ich Dank und te? wer stärkt die arbeitsa Ehre bringen, dir, der du me Hand? wer schüßte min gut und freundlich bist. Ja, in der Gefahr, die nah un Gott, du bist ganz Guad und mir verborgen war? Treu, gieb daß ganz Dank mein Herz auch sey! 6. Wer fristet meine benstage? wer schmückt un 2. Dich preisen aller En krönet sie mit Heil? Di gel Heere; dir singen die Ver: Vater, thusts; drum, Se klärten Dank; dir, Herrscher, le, sage: Gott, du bleib brausen Wind und Meere, ewiglich mein Theil; v ihr Brausen ist dein Lobges ganzem Herzen liebst d sang; die ganze Schöpfung mich, von ganzem Herze ruft mir zu: es sey kein sols preis ich dich. cher Gott wie du. 7. Dir will ich ferne hi 3. Auf alle die auf Er vertrauen; denn du hast m den wohnen, sieht, Herr, dein stets wohlgethan. Ich wi Al der göttlichen Vorsorge. 65 auf dich stets kindlich schauen, anfange und beschließ, daß sich mich mit Waterblicken sich dein Segen auch auf all 1 an. So geh ich durch die mein Thun ergieß. Prüfungszeit mit Freuden 5. Erfülle mein Gemüth hin zur Ewigkeit. mit deines Geistes Gaben, Mel. O Gott, du frommer Gott, ic. daß bey mir Wort und Werk 70.Ge elobet feyst du, mag Kraft und Weisheit has Gott, für alle dei ben: regiere Herz und Mund, ne Güte, die du an Seel und daß ich vorsichtig sey im Res Leib, an Sinnen und Geden, und mir nie selbst schafe müthe von Kindheit mir er fe Schmerz und Reu. zeigt; Dank dir für alle 6. Gefällt es sonsten dir, Gnad, die mich so unver- mir hier in diesem Leben an dient bisher bestralet hat. Ehre, Haab und Gut vor 2. Laß deinen Segen sich andern was zu geben; so hilf, noch fernerhin ergießen, mir daß dis Geschenk ich also dieses Lebens Müh erleich wende an, damit ich ewiglich tern und versüßen. Gieb vor dir bestehen kan. Weisheit und Verstand, gieb 7. Behüte Leib und Seel mir gefunden Leib, vor allen, vor Schmach, Gefahr und daß stets rein Herz und Ge- Sünden, und laß bey meiner wiffen bleib. Schuld mich wieder Gnade 3. Regier und führe mich, finden. Behutsam mach mich damit ich deinen Willen in selbst, und dann beschüße allen meinem Thun gehor- mich vor aller Feinde Macht, sam mdg erfüllen; damit ich vor böser Zungen Stich. immerfort auf deinen Wegen 8. Gieb mir ein reines geh, und niemals wissentlich Herz und heilige Gedanken; mit Sünden mich vergeh. gieb mir Zufriedenheit in 4. Ach fegne mich, mein meines Standes Schranken: Gott, in allen meinen Wer und schickst du Kreuz; so gieb, ken; laß deinen guten Geist daß ichs geduldig trag, mit im Guten mich stets stårken. meinen Nächsten auch in Gieb, daß ich so mein Thun Friede leben mag. 9. Ja 66 Vom würdigen Gebrauch 9. Ja, mach mich so ge- Barmherzigkeit, die so of finnt, daß ich selbst meine und viel verzeiht! Herr, id Feinde mit Sanftmuth über will dich ewig lieben! ich will wind, die Liebe meiner Freun: als dein Eigenthum, fiets de mit Dank und Gegenlieb erheben deinen Ruhm! erwiedre jederzeit, und auf 2. Wie ein Adler sein Ge das Ende mich mit Sorgfalt fieder über seine Junge ftreckt; so hat( dankts ihm vorbereit. 10. Hilf mir im lezten meine Lieder!) mich aud Kampf, daß ich ihn bald voll Gottes Urm bedeckt. Gott ende; und froh entflieh mein der über mir schon wachte Geist in deine Baterhånde; als ich kaum zu seyn begar mein sterbliches Gebein ruh sah mit Vaterhuld mich ar fanfte in der Erd; und dem, eh ich lebte, eh ich dachte der um mich weint, sey Trost Leib und Seele gabst du min von dir gewährt. Gott! o wie verdank ichs din 11. Gott Vater, dir sey Preis hier und im Him mel oben. 3. Für mich Armen, mic Verlornen, mich, der ich g Herr Jesu, fallen bin, gab er seinen Ein Gottes Sohn, dich will ich gebornen, Jesum Chriftum allzeit loben. Gott, heilger selber hin. Wer kann, wa Geift, dein Ruhm erschalle er that, ergründen? auf de mehr und mehr, Dreyeinger ganzen Erde, wer? Wer au Herr und Gott, dir sey Lob, seiner Engel Heer kann es Preis und Ehr. wie er liebt, ergründem Seine Lieb ist immer nem ewig seine Gnad und Trem 4. Seinen Geift, de Gott nicht sin treuen Führer, den uns J gen? Sollt ich ihm nichtssus oft verheißt, schenkt dankbar feyn? Sollte nicht mir auch zum Regierer, we in allen Dingen seine Liebe die Sünd mich an sich reißt mich erfreun? Lieben ist es, daß er meine Seele fülle m nichts als lieben, herzliche des Glaubens hellem Lid In bekannter Melodie. 71.Sollt ich meinem der göttlichen Vorsorge. 67 1 Dann, dann fürcht ich kein nicht mein Schuz gewesen, Gericht, und mein bebend hätte nicht sein Angesicht Herz wird stille. Deines mich geleitet; war ich nicht Heils darf ich mich freun. aus so mancher Angst genes Herr, dein bin ich! du bist sen, nicht entgangen der Ges mein! fahr, die mir selbst verbors 5. Meinem beffern Theil, gen war. der Seele, giebt er Trost, und 8. Wie so manche Noth Kraft und Ruh; wenn ich und Plage, die die Leben das, was er will, wähle, ftrd mit sich führt, hielt der Was met mir sein Friede zu. Was, ter meiner Tage ab, daß sie fo lange wir hier wallen, wir mich nicht berührt! Freude bedürfen in der Welt, was die mehr, als Schmerz, gesendet -Hütten stüßt und hält, die hat er mir; manch bittres dereinst in Staub zerfallen, Weh, das ich andre dulden auch dis giebt uns, dessen Ruf seh, gnädig von mir abges diese Welt für uns auch schuf. wendet: und bey dem, was mich beschwert, Troft und Hülfe ftets gewährt. 6. Himmel, Erd und ih re Heere find zu meinem Dienste da. Wohin ich mein 9. Wie ein Vater seinem Auge kehre, ist mir Gottes Kinde niemals ganz sein Herz Segen nah. Thier und entzeucht, ob es gleich, vers Kräuter, und Getreide, in führt zur Sünde, von der den Gründen, auf der Höh, rechten Bahn abweicht; als in den Büschen, in der See, fo hält auch mein Verges sind mir Nahrung, sind mir hen Gott, mein Vater, mir Freude. Vom Gedeihn und zu gut, låßt nur Schläge mit Ueberfluß trieft des Allers der Ruth, und nicht mit dem höchsten Fuß. Schwerd ergehen; und 7. Wenn ich schlafe, wacht mischt in die Züchtigung Lies fein Sorgen und beruhigt be noch und Linderung. mein Gemüth; ich erwach, 10. Seine Strafen, seine und seh am Morgen neue Lie: Schläge, die dem Fleische be, neue Gût. War Gott bitter sind, sind, wenn ich es Univ.- Bib 2 Giessen 68 Vom würdigen Gebrauch es recht erwäge, Zeichen, daß Stärke: groß ist sein Nam er mich sein Kind liebe und und groß sind seine Werke nur darauf denke, daß er beß- und alle Himmel sein Gebie re meinen Sinn, und ihn, 2. Er will und spricht von dem Eitlen, hin zu dem so sind und leben Welte: Unsichtbaren lenke, ja durch Und er gebeut; so fallen dur Leiden dieser Zeit fördre sein Schelten, die Himm meine Seligkeit. wieder in ihr Nichts. 11. Das weiß ich gewiß, 3. Licht ist sein Kleid, un und lasse mirs nicht aus dem seine Wahl die beste. E Sinne gehn: Christenkreuz herrscht als Gott, und si hat seine Maaße, und wird nes Thrones Feste ist Wah einst sein Glück erhöhn. Die, heit und Gerechtigkeit. so hier mit Thränen såen, 4. Unendlich reich, e erndten dort mit Freuden Meer von Seligkeiten, o ein; nach des kurzen Lebens Anfang Gott, und Gott Pein werd ich Gottes Weg ewgen Zeiten! Herr all verstehen, und ihm danken, Welt, wer ist dir gleich daß sein Rath mich darauf 5. Was ist und war, geführet hat. Himmel, Erd und Meen 12. Weil denn ohne Ziel das kennet Gott, und sein und Ende, Vater, deine Gna- Werke. Heere sind ewig v den sind; o so heb ich meine ihm offenbar. Hände auf zu dir, und fleh als 6. Er ist um mich, schaf Kind: mach mein Herz dir daß ich sicher ruhe; er scha ganz ergeben, laß mich deine was ich vor oder nachm Lieb und Macht, die für thue, und er erforschet m mich stets sorgt und wacht, und dich. froh empfinden, froh erheben, bis ich dich nach dieser Zeit, preise dert in Ewigkeit. 7. Er ist dir nah, du sik oder geheft; ob du ans Me Job du gen Himmel flöheft: ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Fle In eigener Melodie. ott ist mein Lied! 72. Gott er ist der Gott der und allen Rath der Se 69 der göttlichen Vorsorge. Er weiß, wie oft ich Gutes gel. Du, Luft, und Meer, thu und fehle, und eilt, mir ihr Auen, Thal und Hüs tgnådig beyzustehn. gel, ihr send sein Loblied 3 9. Er wog mir dar, was und sein Psalm! er mir geben wollte, schrieb 13. Du tránkst das Land, auf sein Buch, wie lang ich führst uns auf grüne Weis leben sollte, da ich noch un- den; und Nacht und Tag, bereitet war. und Korn, und Wein, und 10. Nichts, nichts ist Freuden empfangen wir aus E mein, das Gott nicht ange deiner Hand. 1 hore. Herr, immerdar foll 14. Kein Sperling fällt, deines Namens Ehre, dein Herr, ohne deinen Willen; Lob in meinem Munde seyn. sollt ich mein Herz nicht mit 11. Wer kann die Pracht dem Trofte stillen, daß deine von deinen Wundern faffen? Hand mein Leben hålt? Ein jeder Staub, den du haft werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 15. Jft Gott mein Schuz, will Gott mein Retter were den: so frag ich nichts nach 12. Der kleinste Halm Himmel und nach Erden, und ist deiner Weisheit Spie- biete selbst der Hölle Truz. IV. Von den vornehmsten Geschöpfen Gottes, die wir kennen; den Engeln und Menschen. Von den Engeln. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu ic. 73.Wir ir danken dir, o 2. Laß ferner deiner Ens gel Hut abwenden, was uns großer Gott, du Schaden thut; so wollen mächtiger Herr Zebaoth! wir, o Bater, dich mit ihnen daß du uns durch der Engel loben ewiglich. 3 Schaar so gnädig schükeft immerdar. Mel. Von den Engeln. 70 Mel. Nun freut euch lieben sc. 5. Bisher war deiner Hel 74. Gott, der du aus den Kraft uns immerbar zuHerzensgrund die Seiten; durch fie haft da Menschenkinder liebeft, und uns Ruh geschafft, und frie uns zu aller Zeit und devolle Zeiten; die Kirch Stund, viel Gutes reichlich und die Obrigkeit, auch je giebest; wir danken dir, daß den Stand in Sicherhei deine Treu bey uns ist alle durch ihren Schuz erhalter Morgen neu in unserm gan zen Leben. 6. Verleih, o Herr, durc deine Gnad, daß wir fest a 2. Wir preifen dich in die bleiben, und ja nicht selb sonderheit, daß du der En- durch Uebelthat die Enge gel Schaaren, du deinem von uns treiben: gieb, da Dienste haft bereit, und auch wir rein und heilig fenn, d uns zu bewahren, daß unfer müthig, ohne Heuchlerschein Fuß an keinen Stein, wenn dem Nächsten gerne dienen wir auf unfern Wegen seyn, fich stoße noch verleße. 7. Gieb auch, daß wir de Engel Werk verrichten dira 3. Was ist vor dir der Ehren, und deiner Wund Mensch auf Erd, den du so große Stárk ausbreiten un wohl bedenkest, und achtest vermehren, die du uns thn so hoch und werth, daß der ganzen Welt und de du ihm liebreich schenkeft mit nem Wort haft vorgestell andern auch noch diese Gnad, voll Weisheit, Macht un daß er, Herr, deine Engel hat Güte. zum Schuhe um sich stehen. 8. Und wie du durch& 4. Herr, diese fonderbare Engel haft aus Noth un Prob der Freundlichkeit und oft geführet; ja auch b Güte erheischt ein immer wahrt, daß manche Last un während Lob aus dankbarem Plag uns nicht berühre Gemüthe. Dich, Gott und so thu dasselbe auch hinfor Bater, preifen wir für diese befieht, daß sie an alle Huld, wir danken dir für Ort sich stets um uns h folche hohe Wohlthat, jlagern. 9.{ Von den Engeln. 71 9. Laß deine Kirch) und und spät des Feindes Macht unser Land der Engel Schuz und Truz. empfinden; daß Fried und 3. Der Geist der Zwies Heil in allem Stand sich bey tracht wünscht Haß, Feinds e uns mdge finden. Laß sie schaft, Mord und Toben; der Feinde Macht und Lift, es wird bey Menschen leicht it und alles, was uns schädlich ein Streit von ihm erhoben. ist, durch deine Kraft ab. Wo deiner Helden Macht wenden. der Streitsucht Geist nicht 11 10. Zulezt laß sie an uns wehrt; wird plözlich, Fried ferm End, nach diesen Prü- und Ruh, in Krieg und fungstagen, die Seele hin Streit, verkehrt. in deine Hånd in deinen 4. Wie lange würden wir, Himmel tragen, wo alles Herr, ohne dich bestehen? Herr dir Ehre bringt, and wie bald mit unsrer Macht heilig, heilig, heilig singt verderben und vergehen? ohn Ende und Aufhören. Wenn du uns nicht in Noth und Widerwärtigkeit, durch Mel. D Gott, du frommer Gott, c. deiner Engel Schuz verlies el 75.3% ch danke dir, mein heft Sicherheit. Gett, daß du mein 5. Für diese große Gnad, ganzes Leben mit deiner En für alle Huld und Gaben, gel Schaar haft jederzeit um die wir das ganze Jahr von geben, daß deiner Engel dir empfangen haben, für Schuz mich hat bey Tag diese Batertren und reiche und Nacht, in drohender Gütigkeit, preift dich an dies Gefahr behütet und bewacht. sem Tag die ganze Christens 2. Der Feind ist zwar be- heit. müht, zu schaden, zu verder. 6. Gelobet sey der Herr, ben, er sieht das Elend gern der mächtige Beschüßer, der beinen Himmelser Herrscher aller Ding, des ben; doch bleibt der Engel Himmels: Throns Besiker: Heer noch stets der Deinen es sey gelobet Gott, der Vas Schuz, und wehret früh ter, Sohn und Geist, der von 11 € 4 heilig li 1 1 4 72 Von den Engeln. heilig, heilig ist, und ewig Verstand; weil ihnen Got heilig heißt. sich zeiget, wie ihn kein 7. Ach treuer Gott, laß Mensch erkannt. uns die Engel ferner schůz 4. Sie leben frey vo zen! Laß uns, was du uns Sünde bey Gott; sie älter giebst, in Fried und Ruh nicht; sind wachsam und ge befißen! damit dich jeder schwinde sind lanter KraStand für deine Gütigkeit, und Licht; nichts schwäch und deiner Engel Schuz, er ihre Stårke, bedürfen nich hebe jederzeit. zu ruhn; und das sind the Mel. Herzlich thut mich verl. ic. Werke: den Willen Gotte er Creaturen Mei- thun. 76.De ster, du Herr der 5. Wie manche füffe Lel ganzen Welt, der so viel tau- re ward uns durch sie fend Geister um seinen Thron Theil; wie freuten ihre Ch gestellt! wie herrlich mußt re sich über unser Heil! du wohnen, wie groß mußt waren Christi Boten, da du nicht seyn, da Seraphim geboren ward und aufstan und Thronen sich deinem von den Todten, und bey d Dienste weihn! Himmelfahrt. 2. Ganz werd ich erst ver 6. Mein Gott, sey he stehen, was diese Geister gepriesen, daß du in dies find; wenn mein Geift jene Welt die Wohlthat uns Hohen, wo man dich schaut, wiesen, und Engel uns gewinnt; wenn mit den Sestellt, die uns zum Sch raphinen ich einft in jenem und Segen húlfreich Licht verklärt dir werde die Seite gehn, und auf d nen, und sehn dein Angesicht. Prüfungswegen bewache 3. Die Engel sind ganz um uns stehn. Leben, ganz Thätigkeit und 7. Einst werd ich mit t Geist; mit nichts von dem Frommen, wenn ich den La umgeben, was schwach und vollbracht, zu deinen Enge fterblich heißt. Ihr Wissen kommen, und ihnen gle übersteiget den menschlichen gemacht. Dann mischt Von den Engeln. 73 ihre Chore sich auch mein keit; wie sie die Menschen Lobgesang und bringt dir lieben, und wahre Demuth ewig Ehre, Unbethung üben, so mach auch mich das Preis und Dank. zu bereit. 6. Sie thun gern deinen Mel. Nun ruhen alle Wälder, zc. Willen, laß ihn auch mich 77.0" u Herr der Sera- erfüllen. Sie sind von Sünde phinen, dem taurein; laß mich auch nichts fend Engel dienen, und zu beflecken; auch wenn mich Gebote stehn! Du aller We: Schatten decken, stets, ſo sen Meister und Vater aller wie sie, die Sünde scheun. Geister, auch ich will deinen Ruhm erhöhn. 7. Hilf Aug und Herz bes záhmen, kein Wergerniß zu 2. Herr, deine Himmels nehmen; lehr mich behuts heere, die Zeugen deiner Eh sam seyn. Auch nie durch 1re, sind Diener deiner Macht: sündhaft Leben dem Nächs fie sehn, von Angesichte dich sten Anstoß geben; denn dies im vollkommnen Lichte; und ses stürzt in ewge Pein. haben dennoch auf mich Ucht. 8. Wenn ich denn endlich 3. Ich preise deine Güte scheide, so führe mich zur mit dankbarem Gemüthe für Freude, in ihren Umgang, deiner Engel Schaar. Dem ein. Dort bey dir, Höchfter, menschlichen Geschlechte ver- oben da werd ich dich recht schaffet deine Rechte, durch loben, dir und den Engeln fie, Beschirmung in Gefahr. ähnlich seyn. 4. Gieb, Geber aller Güs 78.Herr, err, den in lauten ter, mir ferner diese Hüter Mel. Nun ruhen alle Wälder, ic. zu meinen Schirme bey. Es fey mein ganzes Leben mit Chdren der Mena ihnen stets umgeben, so fall schen Zungen ehren, die deine ich nicht und wandle frey. Huld erquickt: dich preisen auch die Schaaren der Geis ster, die da waren, eh noch der gleichen an wahrer Heilig- Mensch das Licht erblickt. € 5 2. Du 5. Daß sie nicht mögen weichen, so laß mich ihnen 74 Von den Engeln. 2. Du sprachst, da wur 7. Ach! jene, welche fie den Wesen, unsichtbar, aus: len, empfinden nun und füh erlesen, unkörperlich, und len den Lohn der Frevelthat rein: Gott laß auch diese Uns soll thr Beyspiel lehren Werke uns Zeugen deiner daß Stolz, und sich empören Stärke und unerforschten Unseligkeit zur Folge hat. Weisheit feyn. 8. Wir wollen hier au 3. Die Engel sind mit Erden, wo wir geprüft noc Kräften zu wichtigen Gewerden, auf deinen Wege schäften für dich und uns ver- gehn. Hilf du auf allen Sefehn: laß uns auch mit den ten uns wachen, bethen, fire Gaben, die wir empfangen ten und sterbend noch al haben, dein Lob und andrer Sieger stehn. Wohl erhöhn. 9. Herr, den in lante 4. Die du in Prüfungs- Chören die Engel ohn Au stunden treu und bewährt hören lobsingen bethen as erfunden, sehn nun dein Anlaß unsern Geist am End gesicht: hilf in den Probe geführt durch ihre Hånd zeiten auch uns das Heil er verklärt sich deinem Thron streiten, das unsrer Treu nahn! dein Wort verspricht. SeL Jefu deine heilge Wunden 5. Es jauchzen jene Geis 79. Hochfier, beffen ſtar vor dir, Rechte Zufluch Meister, dem Herrn der ganz Schirm und Schatten gleb zen Welt! fie ehren dich; der das menschliche G erfüllen mit Freude deinen schlechte, wie ein treuer V Willen: laß uns auch thun, ter liebt; der in dieser gre was dir gefällt. sen Welt alles, was er schu 6. Uns Sterblichen zu dieserhält; der, als Herr, uns nen sind deine Seraphinen Gefahren, måchtig kann un auf deinen Wink bereit; zum will bewahren. Wohl des Nachften leben: 2. Viele tausend Ser bas sey auch unser Streben, phinen jauchzen und lobsi daß unser Wandel fie erfreut. gen dir; dich zu loben, E Von den Engeln. 75 zu dienen, sind sie willig für wir Menschen doch, daß wir und für: aber auch, auf uns so viel vor dir gelten! o wie zu sehn, und uns Schwachen hälst du uns so hoch! deine 1, beyzustehn, sind sie, wenn du Engel dienen uns, und sind winkest, fertig und den Dei- Zeugen unsers Thuns. Laß nen gegenwärtig. uns einst in ihren Chören 3. Gott der Engel, Herr ewig dich im Himmel ehs der Welten, ach, was sindiren. 11 Von der Natur, Würde und Bestimmung des Menschen. Mel. Nun danket alle Gott ic. feft! Dir, Höchster, ähnlich 80.20⁰[ Ulmachtig großer seyn, vollkommen seyn, wie Gott, wer kann du! o wohl mir, wenn ichs dich gnug erheben? Du gabst bin. Hilf du mir selbst der ganzen Welt Bewegung dazu. Kraft und Leben. Was Geist 4. f Laß dieses große und Körper heißt, was Erd Ziel mir stets vor Augen und Himmel schmückt, hat schweben; mein allerstårkster deine Huld gebaut, die alles Wunsch, mein eifrigftes Bes noch beglückt. streben in allem meinen 2. Du schufft,( ich dank es Thun sey dis, o Gott, allein, vir), auch mich zu deiner Eh- daß ich auch so, wie du, ges re, und wolltest, Gütigster! sinnet möge seyn. daß ich dein Bildnis wäre. 5. Du bist der Wahrheit Darum hast du den Geist, Freund; laß mich auch der in mir lebt und denkt, Wahrheit lieben, und mit mir zur Unsterblichkeit aus ftets munterm Fleiß in allem deiner Huld geschenkt. dem mich üben, was mich zur 3. welch ein großer Weisheit führt; zur Weiss Zweck, dazu du, Gott, mich heit, die dich ehrt, und allem schufest! wie herrlich ist das Beyfall giebt, was du uns Glück, dazu du mich berns selbst gelehrt. 6. Laß 76 Von der Natur, Würde. 6. Laß deine Heiligkeit met. Wer nur den lieben Gott u. mich stets zum Muſter neh: 81.Dein bin ich, Gott, men. mir ist mein Le fliehn, des Fleisches Lüfte ben; wie tröstlich ist mein zähmen, nur das, was recht Ursprung mir; du haft den ist, thun, des Guten mich er- them mir gegeben; mein freun, und dem, ders üben ganzes Wesen kommt von will, auch gern behilflich dir; du, Vater, riefft mich feyn. aus dem Nichts, zum frohen 7. Gieb, daß ich, so wie Anschaun deines Lichts. du, ein Freund der Men- 2. Wie viel hab ich dir zu schen werde, dem Wohl verdanken, Herr, der du mid thun Freude macht, der bereitet haft! als mich di Kummer und Beschwerde engen finstern Schranken del dem Nächsten gern erspart, ersten Daseyns noch umfaßt: sein Leiden ihm versüßt, und, da war dein Auge über mir wo er helfen kann, zum Hel- da lebt ich, Höchster, nu fen willig ist. in dir. 8. Noch bin ich weit ent 3. Du gabft mir die ver fernt, o Gott, von diesem núnftge Seele, die nur f Ziele; du weißt, was mir lang im Fleische lebt, bis fie noch fehlt, und ich, ich selber daß ihr kein Wohlseyn fehle fühle, wie wenig ich dir noch dein Ruf zum höhern Geif im Guten ähnlich bin. Derhebt; du haft mir Sinne bilde du mich ganz nach dir und Verstand, Begierd un und deinem Sinn. Willen zugewandt. 9. Beglückt ist nur als: 4. Wenn ich auf meine dann mein Lebenslauf auf Körper sehe, den du so kunst Erden; wenn ich dir immer voll ausgebildt, so wird, mehr schon hier kann ähnlich Vater in der Höhe, men werden. Dann werd ich ewig Herz mit Ehrfurcht ganz et anch mit dir vereinigt seyn, füllt: ein jedes Glied, ein je und mich ohn Unterlaß, der Sinn reißt mich zu del Gott, deiner Güte freun. Inem Lobe hin. 5. Durd und Bestimmung des Menschen. 77 5. Durch deiner Vorsicht Lebens Lauf: o Gott, so riche, gnädigs Walten, die mich te du mich wieder verherrs von Kindheit an umfing, bin licht aus dem Staube auf: ich bis hieher noch erhalten, dein ewges Leben sey mein so daß der Tod vorüber ging: Theil, so preiß ich ewig dich, ich stehe noch, und preise dich, mein Heil! Herr, deine Rechte schüßet mich. Mel. Ich finge dir mit Herz und ic. 6. Ich bin nicht werth, der 82. Ich bin, o Gott, dein großen Güte, die du, mein du Gott, an mir gethan; beschufft mich, dein zu seyn; schámt empfindet mein Gemein ganzes Leben dir zum müthe die Schuld, die ich Ruhm, und deinem Dienst nicht leugnen kan: ich habe, zu weihn. was mich sehr erschreckt, viel 2. Du gabst mir den vers fältig Seel und Leib befleckt. nünftgen Geist, bewundernd 7. Ja, Herr, ich habe mei- einzusehn, wie dich, Herr, ne Glieder zu Sündenglie deine Schöpfung preift; mit dern oft gemacht; vor dir ihr dich zu erhöhn. fall ich in Demuth nieder; 3. Was um mich ist, vers vergieb, was ich nicht recht kündigt mir, Gott, deine bedacht! verwirf mich, Ba- Herrlichkeit; zu ihrem Preis ter, nicht von dir! schaff selbst se reizt mich hier selbft jede ein reines Herz in mir. Jahreszeit. 8. Hilf, daß ich dir zur 4. Und ich, ich sollte fühls Ehre lebe, und redlich thu, los seyn? ich rühmte dich, was dich erfreut, und Geist Herr, nicht? Ein Herold deis und Leib und Glieder gebe zu nes Ruhms zu seyn, bleibt Waffen der Gerechtigkeit; meine größte Pflicht. daß ich, bis in den Tod, dir tren, und stets ein Freund der Tugend sey. 5. O mache dieser Pflicht mich treu, so treu, Herr, als ich soll; mein Herz, mein 9. Fällt dieses Leibes Hüt: Mund, mein Wandel sey te nieder; vollend ich dieses stets deiner Ehren voll. 6. Wer 78 Von der Natur, Würde 6. Wer dich verehrt, hält der sonnenreiche Himmel dein Gebot; ihm ists nicht gedankenlos und unbeseelt Laft, nicht Pein: drum gieb Mir aber gab des Schi auch mir die Kraft, o Gott, pfers Hand Gefühl und gehorsam dir zu seyn. Sinne und Verstand. 7. Was du gebeutst, ist 3. Anmuthig, prächtig für uns gut, du willst nur zum Entzücken, ist seine gans unser Heil. Wohl dem, der ze Körperwelt. Wer zählt deinen Willen thut! du bist die Reiße, die sie schmücken? fein Trost und Theil. Was ich nur sehen kann, ges 8. Er wandelt hier auf fällt; und dennoch kann sie ebner Bahn; und selbst in nicht, wie schön, wie wunders Traurigkeit schmeckt er, dir, voll sie sey, verstehn. Höchster, zugethan, in dir Zufriedenheit. 4. Für Engel mur, und nur für Seelen, die Gott zu 9. Nach hier vollbrachter ihrer Würd erhob, sind sie Prüfungszeit nimt ihn der so herrlich; sie erzählen nur Himmel ein: Herr, laß nach Geistern meines Schöpfers dieser Seligkeit mein ganz Lob. Seele, jauchze, daß Bestreben seyn! der Ruf der Allmacht dich zum Geifte schuf. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 5. Ich, Gott, kann den 8 werde Gott von ken; ich gewinne, weil ich 83.8 dir erhoben, du sei zu einem Geiste ward, durch nes Othems Hauch, mein die Empfindung meiner Geift! sollt ich nicht meinen Sinne, Gedanken tausendfas Vater loben, den jedes seis cher Art. Ach strebt ich, alle ner Werke preift; thn, der Gott zu weihn: wie selig mich schuf, sein Bild zu seyn, könnt ich hier schon seyn. und seiner Liebe mich zu freun? 6. Ich kann sie sammlen, sie verbinden, fie trennen, 2. Schön ist der sonnen- wie es mir gefällt, die Welt reiche Himmel, den er zu sei- empfinden, mich empfinden, nem Stuhle wählt; doch ist mich unterscheiden von der Welt; und Bestimmung des Menschen. 79 Welt; zu tausend Chaten Geift will ich ihm weihn, hab ich Kraft, die giebt mir denn er schuf mich, sein Bild - Gott, der alles schafft. zu seyn. 7. Wie feurig dürftet meine Seele, nach Wonne, Mel. Wer nur den lieben Gott se. Glück und Seligkeit! nur 84 Was ist vor deinem daß ich oft betrogen wähle, Angesichte der was mich nach dem Genusse Mensch, Gott, daß du sein reut, doch, daß ist, Vater, gedenkst, und einen Stral meine Schuld; die Kraft an von deinem Lichte auf ihn, den sich zeugt nur von Huld. Staub, hernieder senkst. 8. Begabt mit wunder: Was ist er? nur ein fallend vollen Sinnen, mit Frey- Laub; du sprichst: und er heit, mit Vernunft, von dir, wird wieder Staub. follt ich nur dich, Gott, lieb 2. Du saheft an den Mens gewinnen, dich nur: und was schenkindern den schweren gebräche mir? Ach möchte Fall vor langer Zeit; und meine Seele dein, mit allen dennoch hast du diesen Súna ihren Kräften seyn! dern, aus göttlicher Barma 9. Gott, meine Luft sey, herzigkeit, unzählig viel zu dich zu kennen, dich Urquell gut gethan, ja mehr, als jes der Vollkommenheit; von mand faffen kan. deiner Liebe ganz zu brennen, 3. Du hast den Leib, obs das sey mir Ruhm und Se schon aus Erde, doch wuns ligkeit! nimst du zum Er derbar und schön gebaut; daß ben, Gott, mich an; hab ich er der Seele würdig werde, nur dich: was fehlt mir ihm Sprach und Sinnen ans dann? vertraut; du haft ihn selbst 10. Es werde Gott von zum Herrn der Welt, dem dir erhoben, du seiner All- lalles dienen soll, bestellt. macht Hauch, mein Geist! 4. Du haft ihm noch viel follt ich nicht meinen Vater mehr geschenket: du gabest Loben, den jedes seiner Wer ihm zum bessern Theil die ke preist? Ja! Leib und Seele, welche will und dens tet, 80 Von der Natur, Würde ket, und ihr hast du ein schuf sie uns zum Leben; zun ewigs Heil, noch ehe sie nach Leben, welches ewig währ dir gefragt, in deinem Wor- das weder leid noch Ang te zugesagt. beschwert, willst du uns hie erziehen. 5. Drum laß es mich sehr wohl bedenken, was du, o 2. Nicht hier ist unse Gott, an mir gethan; dir Vaterland; allein bey dir Leib und Seele wieder schen Gott, droben, da ist der Ort ken, da ich dir sonst nichts wo deine Hand das Glüc schenken kan, damit sie bey- uns aufgehoben, das nie ein de nach der Zeit, dich prei- traurig Ende nimt. Hier fin sen in der Ewigkeit. wir nur von dir bestimmt 6. Und nim indeß sie alle uns dazu anzuschicken. beybe, Allmächtiger, in dei 3. Olaß mir doch dis nen Schuz: so bieten wir, große Ziel durch nichts ver in allem Leide, mit dir auch rücket werden! Was hilfts Welt und Satan Truz. wenn ich auch noch so vie Wenn wir in deiner Gnade von Gütern dieser Erdem stehn, so muß es uns stets von Ehre, Geld, und Luf wohlergehn. gewinn, wenn ich dabey nich 7. Doch wenn, erhöhet tüchtig bin, dein Himmel von der Erden, im Himmel, reich zu erben? deiner ewgen Stadt, dich 4. Dein Pilgrim bin ich j Leib und Seele schanen wer- nur hier: laß mich dis ni den, von deinem Licht stets vergessen! nur wenig Tag froh und satt; so sollen sie hast du mir zur Wallfahr auch beyde dich vollkommen zugemessen; schnell, wie et rühmen ewiglich. Traum, sind sie vollbracht und dann wird dieser Erd Mel. Allein Gott in der Höb sey ic. Pracht auf ewig mir ver 85.Wie ie wichtig ist doch gehen. der Beruf, den 5. Drum laß des Him uns der Herr gegeben! Gott, mels Herrlichkeit mich stell als uns deine Liebe schuf, dalvor Augen haben; laß mid und Bestimmung des Menschen. 81 in meiner Prüfungszeit, um ren Heeren die Himmel! wie tjene beßre Gaben, die mir im viel licht und Pracht bes Tode nicht entfliehn, am er- firalt sie, ihr zu Ehren! das tften und mit Ernst bemühn, Auge sieht sich nimmer satt, damit ich nicht einst darbe. und was es auch gesehen hat, 6. Ein Herz, das dich, o doch immer neue Wunder. Bater, liebt und deines 3. Nicht Wunder für das Sobns sich freuet; das in Aug allein, auch Wunder dem Glauben Zugend übt, für die Seele, damit es ihr, und sich vor Sünden scheuet: sich zu erfreun, an feiner d ein solches Herz, das wird Schönheit fehle. Wie kunsts allein sich ewig deiner Güte voll åndert er sie ab, versagt freun, und einst dein Antlik dem, was er andern gab; schauen. und doch ist jedes berrlich. 7. Und solch ein Herz, 4. Wo ist ein Gras, wo das wollst du mir, Gott, nur ein Blatt, ein Staubs aus Erbarmen geben, damit chen auf der Erde, wodurch, ich möge auch schon hier nach o Mensch, nicht Gottes Rath den Gesetzen leben, die selbst und Kraft verklåret werde? im Himmel gültig sind; bis o wie ist seine Macht so reich; ich als dein recht gutes Kind, was aber deiner Trågheit zu deiner Freude gebe. gleich, daß dus nicht siehst, nicht fühlest! Mel. Sey Lob und Ehr dem zc. 5. Gab seine Macht, die Robsinget Gott, und Schöpferin der Schönheit 80. bether an! es dank und des Lebens, dir deinen es rühm, es singe, es jauch Geist, so manchen Sinn, so ze, wer nur jauchzen fan, viel Gefühl vergebens? für dem Schöpfer aller Dinge! wen, für wen, als dich, ers wie groß, wie schön ist seine schafft, erhålt und schmücket Kraft! wie herrlich, wie unta- feine Kraft so vieler Wesen delhaft find alle ihre Werke. Urten? 2. Wie schön, wie würdig 6. Dein Gott bedarf seiner Macht, mit allen ip: nichts; seine Hand, die seine $ Schö, Von der Natur, Würde Schöpfung schmückte, gab met. Es ist das Heil uns 1 dir Empfindung und Ver: 87.Dir, Gott, fen P stand, damit er dich beglück: und Dank 82 te. Willst du, o Mensch, bracht! dich rühme nicht glücklich seyn? will sich und Psalter! Ich bin nicht deine Seele freun, nicht Wunder deiner Macht, m immer froher werden? Schöpfer, mein Erhals 7. O warum suchest du Mein ganzer Leib, erbaur dein Glück in eiteln Phan dir, samt einem jeden S tafeyen? wirf auf die Schö an mir, beweiset de pfung deinen Blick, da will er Größe. dich erfreuen. Genieß; dein Vater sieht es gern; genieß die Freuden deines Herrn; nur sey es ohne Sünde! 2. Haupt, Aug und und Mund und Hand, ich zu dir erhebe; die Ho fo fünftlich ausgespannt, Nerven fein Gewebe, 8. Er selbst entflammt in alle Glieder sagen mir: deiner Brust die Sehnsucht sey, o Gott, ein Werk nach Vergnügen. Er schuf dir, ein Werk von dei o Gott, ein Werk auch Quellen, die voll Lust Weisheit. fets rinnen, nie versiegen. Gieb nur auf seine Wunder acht; wohlthätig ist des Schö pfers Macht; kann dirs an Freude mangeln? 3. Wie biegsam, wie lenkvoll schließt, den The zu verdammen, ders leug daß ein Schöpfer ist, Glied an Glied zusamm 9. Dir wohlzuthun, das wie willig, Herr, gebord ist ihr Ziel, zum Dank dich sie, wenn meine Seele, zu erwecken. Ach bått ich und früh, des leides Die nur genug Gefühl, wie gut verlanget. er ist, zu schmecken! ist sei 4. Ach hättest du m ner Wohnung Vorhof schon Auge nicht so meisterlich so schön: wie wird mich einst reitet: was müßte mir sein Thron, wie wird er selbst Sonnen Licht, ihr Glanz, entzücken! mir verbreitet? Dann und Bestimmung des Menschen. 83 ich nicht mit welcher Pracht,| Leben ist nicht gar verloren, edu, Herr, durch deine weise wenns gleich der Tod zum 9 Macht, was du erschaffen, Raube nimt. Ich lebe nicht a schmückest. für diese Zeit, mein Loos ist el 5. Ich jauchze, daß ich die Unsterblichkeit. feben kan, und hören und 2. Was ist die Welt? was e empfinden, und reden. Be Geld und Ehre? Gefeßt es then will ich an, Gott sehen wåre alles mein: es bleibe, it und empfinden. Mein Mund wenn kein Himmel wäre, für 2 fen voll von deinem Dant, meine Wünsche viel zu klein. und deiner Schöpfung lob Mein Geist fühlt, daß die gefang sey mein Gehör ge ganze Welt sein Wünschen I widmet. nicht zufrieden stellt. sed a 6. Wer leitet meines Blu- 3. Er schuf mich ja, der tes lauf? wer lenkt des Gott der Liebe, zu meinem Herzens Schläge? wer reg Glück, zu seiner Luft; er die lung und schwellt sie pflanzte selbst die höhern auf, damit ich leben möge? Triebe mit eigner Hand in i Gott ist es, der dis alles meine Brust. Er, der den thut. Schlag, Herz! ent- Geist mit Hunger füllt, läßt flamme mich, o Blut! daß ihn gewiß nicht ungestillt. ich den Höchsten preise. 4. Der Wunsch, ihn ewig 3 7. O preis ich, Höchster, treu zu lieben, in größrer | immer dich, wenn ich die Klarheit ihn zu sehn, der Sinnen brauche, geb, liege, hier noch unerfüllt geblieben, ruhe oder mich bewege, ath muß einst noch in Erfüllung me, bauche! Gieb, daß ich gebn: daß ich, was er an ewig dein mich freu und daß mir gethan, erkennen und mein Leib ein Tempel sey, verehren Pan. worin dein Geist stets wohne. 5. Gott prägte mir durch Mel. Wer nur den lieben Gott c. das Gewissen Gefühl von Ő 88.Jh bin zur Ewigkeit Recht und Unrecht ein. Daß geboren, für eine Bose Böses leiden müssen bessee Welt bestimmt; mein und Tugendhaste glücklich seyn, 2 84 Von der Natur, Würde seyn, erkenn ich; doch seh ich allen Zweifel fort. Wie fro noch nicht den Richter hier erhebt sich nun mein Gerf schon im Gericht. weil Gott ihn selbst unsterb lich heißt! 6. Dem Tugendhaften ist hienieden oft ein sehr widri 10. Noch mehr! ich kenn ges Geschick zum Loos für Jefu Lehre, und das, wa diese Zeit beschieden; dem er für mich gethan: was id Lasterhaften oft viel Glück aus seinem Munde höre, i Gewiß erst eine andre Wahrheit, die nicht trüge Welt ist zum Vergeltungs- fan. Ich bin des Heiland ort bestellt. Eigenthum, erlöst durch ihn 7. Gerecht ist Gott, der zu seinem Ruhm. höchste Richter! die Tugend 11. Mein Jesus lebt wird noch einst gekrönt; wer will mich todten? we wenn gleich ein Haufe Bdse raubt mir die Unsterblich wichter sie hier verwirft, ver- feit? Sein Urm reißt mid folgt, verhöhnt. Der Heuch- aus Todesnöthen und führ ler, der hier triumphirt, mich hin zur Seligkeit. Uud wird dorten vors Gericht dieser Leib muß aufersteh geführt. und schön verklärt zum Him 8. Its möglich, kann mel gehn. Gott anders bandeln? Gilt 12. Jbr Thåler sinkt denn kein Recht in seinem fallt Berge nieder! meil Reich? Die Frommen, die muntrer Glaube fürcht hier vor ihm wandeln, sind nichts. Ich sehe einst del die den Lasterhaften gleich? Morgen wieder, den Mov Nein! fomm nur Tod! ich gen jenes ewgen Lichts sterbe drauf, Gott weckt uns Dann fängt mein neues to zur Vergeltung auf. ben an: o Gott, wie sell 9. Er weckt mich auf aus bin ich dann! meinem Grabe; dis hoft 13. Herr Jesu, laß zu je mein Herz: so spricht sein nem Leben mich täglich hie Wort! und was ich hier ge die Aussaat freun. Laß de funden habe, treibt vollends lnen Geist mir Kräfte geben in und Bestimmung des Menschen. 85 im Glauben tugendreich zu meiner Wanderschaft und feyn. Dann hältst du auch gebe mir zum Kampf und für mich bereit die Wonne Siege Kraft. der Unsterblichkeit. 3. Laß mich, so lang ich Mel. Dir die Jehovah will ich sc. bier soll leben, in gut und 89. Laß mich, o Herr, in bdsen Tagen, feyn vergnügt allen Dingen auffund deinem Willen mich ers deinen Willen fehn und dir geben, der mir zum Besten mich weißn; gieb selbst das alles weislich fügt. Gieb Wollen und Vollbringen und Furcht und Demuth, wenn. laß mein Herz dir ganz ge- fou mich beglückft; Geduld heiligt seyn. Nimm meinen und Trost, wenn du mir Leib und Geist zum Opfer Trübfal schickst. hin; dein, Herr, ist alles, was ich hab und bin. 4. Ach hilf mir bethen, wachen, ringen; so will ich 2. Gieb meinem Glaubenfeinst, wenn ich den Lauf volls Muth und Stärke, laß ihn bracht, die ewig Dank und durch Menschenliebe thätig Ehre bringen, dir, der du fenn, daß man an seinen alles hast so wohl gemacht. Früchten merke: er sen kein Dann werd ich heilig, rein eitler Traum und falscher und unentweiht, dein Lob Schein. Er stårke mich in verkündigen in Ewigkeit! V.. Vom Sünden- Elend und der Verdorbenheit Der Menschen. Mel. Wo soll ich fliehen hin c. Kräfte, zum seligen Geschäfs 90., der nichts Bö- te, in Heiligkeit zu wandeln, ses thut, du stets recht vor dir zu handeln. schufft den Menschen gut. 2. Wo ist der Unschuld Du, Höchster, gabst ihm Rubm? Ach! wir dein F3 Eigens 86 Von der Sünde Eigentbum, wie tief sind wir daß wir von Ernst entbren gefallen! Wo ist jezt unter nen, der Sünde zu entfagem allen, ein Mensch ganz rein der Beßrung nachzujagem von Sünden, vor dir, o 8. Wohl dem, der sie ge Gott, zu finden? winnt! Gott, so verderb 3. Hier ist kein Unter wir sind, so willst du un schied. Dein Auge, Höch doch beilen und Kräfte uns fier, sieht auf alle Men ertheilen, schon wiederum schenkinder, und sie sind alle auf Erden, dir gleich gefinn Sünder. Da ist vor dir, zu werden. Herr, feiner unschuldig, auch nicht einer. 9. Herr, diese deine Huld laß uns durch unsre Schuld 4. Verderbt ist aller Sinn! nicht freventlich verscherzen die Weisheit ist dahin, die Erwecke unsre Herzen, di uns regieren sollte, nur, was nicht zu widerstreben, dami dein Wille wollte, mit freu: wir ewig leben. denvollen Trieben zu wählen mel. Alle Menschen müssen u und zu üben. 91.Gr roßer Gott, et 5. Ganz finnlich sind wir babnes Weser nur, gesinnt so von Natur, das voll segnender Begie daß Güter dieser Erden von Menschen sich zum Dien uns gefuchet werden, mehr erlesen! Ach, was ist di als die höhern Gaben, die Mensch vor dir? Wenn id uns auf ewig laben. deine Größ erwäge, und 6. Dir folgen, dünkt uns was ich bin, überlege: Zwang. Des bdsen Herzens wie niedrig und wie klen Hang reißt uns, mit star muß ich nicht mir selb kem Triebe, zur schnöden seyn? Sündenliebe. Und können 2. Ach, es herrscht de wir auch zählen, wie oft wir Trieb zur Sünde mächti vor dir fehlen? hin durch mein Gemüth 7. Herr! was uns ge- und macht mich zu einer bricht, laß in der Wahrheit Kinde, das vor seinem Va Licht so beilsam uns erkennen,[ ter fließt. Ach, ich seh m Schaar 87 = und Verdorbenheit des Menschen. Schaam und Schrecken so 6. Ja, die Wunder deis viel Fehler, so viel Flecken; ner Liebe ziehen ganz mein und in der verderbten Bruf Herz zu dir. Ach, erhalte regt sich täglich böse Lust, selbst die Triebe treuer 3. Was ich Gutes an mir Dankbarkeit in mir. Bater, = babe, ist von deiner Bater- laß das schwache tallen meis hand: o wie manche gute nes Lobes dir gefallen. Bil Gabe hast du, Here, mir de mich, dein Eigentum, zugewandt! selber auf dem ganz zu deines Namens Gündenpfade trågt mich Ruhm. schonend deine Gnade. Näh 7. Meine Kräfte, meine mest du zurück, was dein, Glieder sind zu deinem ach, was wird mir übrig Dienst bereit. Herr, ich falle seyn? vor dir nieder voller Ehrers 4. Doch die Menge deiner bietigkeit. Deinen Willen Gaben flagt nur meinen thun und leiden, sen die Undank an: weil ich sie oft Quelle meiner Freuden! ganz vergraben, oft damit Gott und Herr der ganzen nur groß gethan, oft voll Welt, thu mit mir, was dir Leichtsinn sie verschwendet, gefällt. und zu Sünden angewendet, Dwie häuft sich meine Mel. O Gott, du frommer Gettic. Schuld durch Verachtung 92 Bin ich vor dir, o deiner Huld. unschuldig, 5. Sieh, hier lieg ich in fren von Sünde? Möcht dem Staube, tief vor dir, ich es seyn! doch, ach! ich mein Gott, gebückt; doch sehe und empfinde, daß ich mein demuthsvoller Glau- vor dir nicht sey so fromm, be, der auf meinen Heiland gerecht und rein und so un blickt, hoft auf deine Batadelhaft, wie ich wohl sollte tergüte, und mein tief be: seyn. schämt Gemüthe, das den Muth fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. 2. Wie feurig sollte ich dich, meinen Bater, lieben! wie freudig, und wie gern, 34 was 88 Von der Sünde was du befiehlest, üben! und wer bricht der Sünde Macht doch neigt sich mein Herz von die sich in mir emport, mich dir, durch den ich bin, zu vor dir, Gott, entstellt, und dem, was eitel ist und dir meinen Frieden stört? mißfällig, hin. 7. Zu dir, Gott, fliehi 3. Was du gebeutst, ist ich, dir flag ich mein Ber gut, ist lauter Huld und derben. Eaß du die Sünde Segen. Glückselig würd ich doch, die in mir herrschet seyn; ging ich auf deinen sterben; mach meine Seelt Wegen untadelhaft einher: teu, von Sündenliebe rein; pier seb ich meine Pflicht, laß fie doch dir und dem, fühl und erkenne fie; und was du liebst, beilig fenn thu fie gleichwohl nicht. 8. Du prüfft des Men 4. Ich fasse den Entschluß schen Herz und sein geheim dem Guten nachzufireben, fles Denken; du konsts durch der Sünde feind zu seyn, und deinen Geist zum Guten dir, mein Gott, zu leben fråftig lenken. Erfülle mei doch der Gewohnheit Macht nen Geist mit Weisheit und schwächt diesen Vorfaz bald, Verstand, und gieb mit macht mich nur allzu leicht Kraft, zu thun, was ich all zum Guten tråg und kalt. gut erkannt. r. Du lockst, du warnst, 9. Laß meine Befferung du drauft, du brauchest Ernst so lang ich leb auf Erden und Güte, um mich zu dir mein Hauptgeschäfte seyn; zu ziehn: und doch wird laß mich stets frömmer wer mein Gemüthe durch alle den! Ich will nie sicher seyn, deine Huld oft faum zum will wachen, ringen, flehn: Dank erweckt, oft kaum durch du wirst, mein Vater, mit dein Gericht zu seinem Heil mit deiner Kraft benstehn. erschreckt. Mel. Was mein Gott will, das 1 6. Wer wird, wer kann 93.Wenn Gott von fei mein Herz von diesem Hang Thron zum Bösen, der es so oft be sieht auf seine Menschenkin fiegt, befreyen und erlösen? der, was sieht sein Aug, dem nicht 89 und Verdorbenheit des Menschen. nichts entfließt? Uch Süns 5. So sehr sind wir, o der sieht es! Sünder, die Gott, vor dir und alle unfre immerhin sich wider ihn und Wege unheilig! und stets sein Gefez empören; in eit bleiben wir zum Guten lem Wahn, von Jugend an, schwach und tråge; wenn sich blenden und bethören. nicht dein Geist uns Hülfe 2. Ibn lieben, nur sich leist, und dem Verderben feiner freun, nur seine We wehret; wenn er uns nicht ge wählen, ihm heilig, ihm Herr, durch dein Licht zu dir ergeben seyn, das sollten ih- lenkt und bekehret. re Seelen. Und feiner lebt 6. Laß jedem seine Beffes für ihn, und strebt dem Varung recht angelegen werden, ter zu gefallen; ihn fließen uns wachsen in der Heiligung, sie; es dunker Müh und last, so lang wir sind auf Erden! ihm dienen, allen. Uch gieb, daß ich, oVater dich 3. Was Gott gebeut, ist von ganzem Herzen liebe, und recht und gut, und lauter dein Geheiß mit allem Fleiß Heil sein Wille. Doch wer bis an mein Ende übe. ist, der mit froßem Muth, was Gott gebeut, erfülle? In eigner Melodie. Er thut uns wohl, iſt Güte 94 Wer bin ich von voll, daß er zu sich uns ziehe; Natur, wenn ich doch wo ist der, der seine mein Innres prüfe? Welch Pflicht zu üben sich bemühe? ein Verderben läßt mich nicht 4. Nicht schwache Tu- mein Herze sehn! es ist vers gendfreunde blos schaut derbt, darum verbirgt mirs Gott; oft Misfetbåter, für seine Tiefe, und weigert sich die fein kaster mehr zu groß; gar sehr, die Prüfung auss die ihn, den Gott der Götter, zustehn. verachten, schmähn, und nicht 2. Der Weisheit erster mehr fehn auf sein furchtba: Schritt ist, seine Thorheit res Drauen; die fein Ge kennen; und diesen ersten richt, das Engel nicht ertra- Schritt, wie oft verwehrt gen, doch nicht scheuen. mirs ihn! voll Eigenlieb F5 und 90° Von der Sünde und Stolz will sichs nicht wenn ich in falschem Licht strafbar nennen, der Neue mich andern sehen lasse, und war entgehn; doch nicht den das nur scheinen kann, was Fehler fliehn. ich mir selbst nicht bin. 3. Wahrists, ich find in 7. Ich weiß, daß der Ben mir noch reuendes Gewiß sitz der Güter dieser Erden fen. Ich find in der Ver- des Menschen Seele nie das nunft noch Kenntniß meiner wahre Glück verleibt; doch Pflicht. Ich kann mein bleiben sie mein Wunsch; Auge nicht der Zugend ganz und um beglückt zu werden, verschließen, und oft erscheis erring ich ångßlich mir die net mir ein Stral von ih tast der Eitelkeit. rem Licht. 8. Ich weiß, wie groß es 4. Doch schwaches Licht, fen, aus Uleberlegung han das mir den Reiz der Zu- deln, und handle mehren gend zeiget, und vom Ver theils aus sinnlichem Ge flande nicht, bis in das Herz fühl. Durch falschen Schein je dringt! vergebens lehret getäuscht, eil ich, ihm nach es, das Herz bleibt unge zuwandeln, und bloße Lei beuget, es fühlt der Sünde denschaft und Frrthum steck Trieb, und folgt ihm un mein Ziel. bedingt. 9. Ein gegenwärtig Gu 5. Ein Richter in mir versäum ich zu genießen felbst stort oft des Herzens das fließ ich, was mich sucht Rube; er klagt mich strenge und suche, was mich fließt an. Ich steh erschrocken still, Im Glücke bin ich stolz, ver und billige nicht mehr das zagt in Kümmernissen, und Bose, das ich thue, und thue ohne wahre Ruß, um Ruß gleichwohl nicht das Gute, stets bemüht. das ich will. 10. Mein Nächster hø 6. Verstellung, die ich ein Recht auf viele meine doch an meinem Nächsten Pflichten; doch wird di baffe, erlaube ich mir selbst, große Recht so oft von mi und halt es für Gewinn, entweiht. Versagt er mi Di und Verdorbenheit des Menschen. 91 die Pflicht; so eil ich ihn zu selbst, verschließ ich mein richten, und nenne sein Ver- Gemüthe der reinen Danks fehn gleich Ungerechtigkeit. barkeit und Liebe desto mehr.. 11. Nicht Liebe gegen 15. Oft sagt mir mein Gott, heißt mich dem Näch- Verstand, daß des Allmächts sten dienen, mehr Eigenliebe, gen Gnade das allergrößte Ruhm, und niedrer Eigen- Gut, der Trost des Lebens. nuß: aus ihnen fließt Be- ist, und welche Schulden ich trug, Verstellung; und in auf mein Gewissen lade, ihnen finde Neid, und Haß, wenn sie mein eitles Herz, und Stolz und Härte ihren für Menschengunst, vergißt: Schuz 16. Und doch, o Gott! 12. Gott ehren ist mein wie oft geb ich dis Glück der Ruf; wenn ich den Ruf be Seelen, dir angenehm zu trachte, was find ich Sün seyn, für kindischen Gewinn, der da für Mängel meiner für einen Ruhm der Welt, Pflicht! die Wunder der für Lüfte, die mich quälen, Natur, die Gott zu Lehrern für schudde Eitelkeit, und machte, stehn täglich vor mir für ein Nichts dahin. da, und diese bör ich nicht. 17. Gott ist der Herr der 13. Und heißt ihr Anblick Welt; auf seine Hülfe bauen mich auf seine Weisheit ist meine größte Pflicht. schließen, auf seine Güt und Doch wenn gehorch ich ihr? Macht: so schließt nur mein! Bald bebe mein Herz vor Verstand, das Herz bleibt Furcht, und bald ist das ungerührt, das Herz bleibt Vertrauen, deß ich mich rühs das Gewissen, als hätt ich men will, nur ein Vertraun meinen Herrn und Vater zu mir. nicht erkannt. 18. Dis ist des Menschen 14. Er schenkt mir so viel Herz. Wer hat dis Herz Glück, gebrauch ich seine Gü- verheeret? so kam es Ans te zu meinem wahren Heil, fangs nicht, o Gott, aus und geb ich ihr Gehör? deiner Hand. Der Mensch, Nein, durch den Mißbrauch durch eigne Schuld, bat feine 92 Von der Erlösung feine Würd entebret; und stande Licht, dem Herzen bendes ward verderbt, sein Reinigkeit. Herz und sein Verstand. 20. Und du willst dieser 19. Doch so verderbt wir Kraft, o Mensch, dich widers sind, so schwach, uns selbst zu sehen? Gott beut fie selbst die beilen: so fleuret Gottesjan, du aber wehrest ihr? und Huld doch der Verdorben willst des größten Glücks beit, läßt durch sein beilig dich selber unwerth schäßen? Wort uns neue Kraft er Mensch, erkenne Gott; theilen, schenkt dem Vers[ noch steht dein Heil bey dir! VI. Von der Erlösung der Menschen durch Jes sum Christum den Sohn Gottes. In bekannter Melodie. Ischloß Gott, uns zu geben den 95. Durch Adams Fall eingen Sohn zum Gnadens ward erst verderbt thron, damit wir möchten der Menschen Thun und Wesleben. fen, dis Gift auf alle fortges 3. Warf uns denn eine erbt. Wir waren nicht gene- fremde Schuld in Adam alle fen; wenn Gottes Sohn nieder: so bringt uns eine von seinem Thron nicht kam, fremde Huld in Chrifto alle um von dem Schaden, der so wieder. Und wie wir all in furchtbar und tödtlich war, Adams Fall des ewgen Tos die Menschen zu entladen.[ des starben: so rettet Gott 2. Seit es der Feind dadurch Christi Tod, die ohne bin gebracht, daß Udam ab- ihn verdarben. gefallen; fo berrscher mit 4. Gott hat uns seinen unselger Macht die Sünde Sohn geschenkt, da wir noch nun in allen; uns drückt der Feinde waren. Der ist für Tod: in solcher Noth beuns ans Kreuz gebenkt, ers stans der Menschen überhaupt. 93 standen, aufgefahren. Tod| schen sehen fallen, der sich und Gericht trift uns nun nur fest auf Gott verläßt. nicht, so wir ihm nur ver: Gott hilft den Seinen allen. trauen. Fest steht dis Wort! 8. Du wolleft, Herr, von Wem mag hinfort noch vor meinem Mund dein heilig dem Tode grauen? Wort nicht nehmen; so, weiß 5. Er ist das Licht, der ich, läßt dein theurer Bund Weg, die Pfort, die Wahr- mich, Sünder, nicht beschäs heit und das Leben, des men. Der Sünden Schuld Vaters Kraft, sein erges deckt deine Huld; nur ihr Wort; zum Heiland uns will ich vertrauen. Wer ihr gegeben. Dem Feind zum vertraut, auf fie fest baut, Truz umgiebt sein Schuz der wird den Tod nicht uns alle, die wir glauben. schauen. Er ist der Hirt; die Seinen 9. Mir zeigt schon jezt wird aus seiner Hand nichts dein heilig Wort den Hime rauben. mel aus der Ferne; denn 6. Der Mensch ist gottlos dis Licht führt zu Chrifto und verflucht, und wird zu- fort, dem bellen Morgens lezt zum Spotte, der fol fterne. Bricht der nun an, chen Trost ben Menschen so fasset man alsbald die hos sucht, und nicht bey seinem hen Gaben, die Gottes Geist Gotte; denn wer ihm will auch uns verheißt, so wir ein ander Ziel ohn diesen nur Glauben haben. Tröster stecken, den mag gar In bekannter Melodie. bald des Feinds Gewalt und 96. Nun freut euch Chris arge Lift erschrecken. sten, insgemein, 7. Wer hoft in Gott, und und laßt uns frölich fingen dem vertraut, kann nie zu dem Gott des Heils; uns Schanden werden. Wohl, seiner freun; ihm Dank und wer auf diesen Felsen baut! Ehre bringen! wer faßt ber trift ihn schon bier auf Erliebe hohen Rath, die er auf den viel Ungst und Müh; uns gewendet hat, durch die hab ich doch nie den Men uns Heil erworben? 2. Vom 94 Von der Erlösung 2. Vom Tode überwäl 6. Der Sohn, der ihm tigt lag ich da, und war gehorsam war, kam selbst zu verloren. Mich drückte mei uns auf Erden, als eine ner Sünde Schmach darin Jungfrau ihn gebar. Mein ich war geboren; fiel immer Bruder wollt er werden. Er tiefer noch hinein in das Ber führte seines Arms Gewalt derben, war allein mit Sünd in Niedrigkeit und Knechts: und Tod umgeben. gestalt, des Satans Reich 3. Mein bestes Thun, zu stürzen. das galte nicht vor Gott, es 7. Er sprach zu mir: halt war verdorben. Ich war zur dich an mich! es soll dir jezt Uebung meiner Pflicht ungelingen. Mich selber geb tüchtig und erstorben. Mich ich ganz für dich; will mach; tödtete die Sünd und trieb tig für dich ringen. Denn so weit, daß mir kein Heil ich bin dein und du bist mein: mehr blieb; zum Abgrund auch du sollst, wo ich bleibe mußt ich sinken. seyn: uns soll der Tod nicht 4. Gott jammerte von scheiden! Ewigkeit mein Elend ohne 8. Vergießen wird man Massen. vol Er dachte der mir mein Blut; Barmherzigkeit, und wollt Grimms mein Leben rauben. mir helfen lassen. Er wand Gern leid ich alles dir zu gut. zu mir sein Vaterherz, und Das halt mit feftem Glaw ließ, zu heilen meinen ben. Dein Leben, Sterb Schmerz, es sich sein Bestes licher, ist mein, und mein fosten. Verdienst ist, Sünder, dein: so bist du selig worden. 5. Er sprach zu seinem eingen Sohn: geß bin, dich 9. Den Himmel nehm ich zu erbarmen; zur Erde geh wieder ein, und scheid aus hinab vom Thron, und sey diesem Leben. Da will ich das Heil der Urmen. Hilf ih stets dein Mittler seyn, und nen aus der tiefen Noth, ent: meinen Geist dir geben, der wafne ihren Feind den Tod, dir in Trübsal Troft ge und laß sie mit dir leben.währt, dich, wenn er mich in der Menschen überhaupt. 95 in dir verklärt, in alle Wahr mit Wachen sein Heil suchet beit leitet. und begehrt. Wer beståns 10. Was ich gethan, was big glaubt an ihn, hat das ich gelehrt, das sollst du teben zum Gewinn: wer thun und lehren; so wird nicht glaubet, der wird müss des Höchsten Reich vermehrt sen vor Gerichte stehn und zu feines Namens Ehren. büffen. Nur hüte dich vor Menschenwahn, der dir den Schaz leicht rauben fan, dis sen mein Abschiedssegen! 4. Selig ist der, welcher glaubet an den Mittler, Gots tes Sohn, und beständig bey dem bleibet, auf den auch die Båter schon ihre Hofnuns Mel. Jefu deine Heilge Wunden ic. gen gesetzt, an dem sie ihr 97.Alo Iso hoch hat Gott Herz ergeht, und nach den *** geliebet diese un Berheissungsworten auch fre Sünderwelt, daß er sei- durch ihn sind selig worden. nen Sohn uns giebet, als ein 5. Dis ist aber das Ges theures Lösegeld; auf daß richte, und der Welt ihr Uns durch ihn jedermann, der ihn tergang, daß sie zu dem hellen nimmt im Glauben an, nicht Lichte sich nicht kehren will verzage, nicht verderbe, nicht mit Dank: das doch wendet den Tod des Sünders sterbe. spát und früh seinen Gnadens 2. Sondern daß er ewig glanz auf sie. Sie will nicht lebe, und dereinst, nach dieser vom Bösen lassen: drum Zeit, Gott dort schaue und pflegt sie das Licht zu haffen. erhebe in der froßen Ewig- 6. Wer das Urge thut feit. Denn Gott hat von mit Freuden, der ist auch des feinem Thron nicht darum Lichtes Feind, und muß das gefandt den Sohn, daß er für Strafe leiden; weil die diese Welt zernichte, und die Werke böse seynd. Wer die Sünder strafend richte. Wahrheit liebt und übt, und 3. Vielmehr soll er selig der Zugend sich ergiebt: dec machen jedermann, der sich läßt seine Werke sehen; denn bekehrt, der mit Bethen und sie sind in Gott geschehen. Tel. Von der Erlösung 96 Mel. Es ist das Heil uns ic. 98. Heil uns! aus un für uns verordnet. frer Sündennoth 5. Was er zum Leben uns ist Rettung uns erworben verschafft, das ist in seinen Der Herr will nicht des Sün- Hånden. Sein ist das Reich; ders Tod. Was Adams Fall sein ist die Kraft, das Heil verdorben, hat er aus Gna- uns zuzuwenden, das er so den uns ersezt. Wie werth liebreich uns erwarb, als et sind wir vor ihm gefcházt! für uns am Kreuze starb. wie groß ist sein Erbarmen! Wohl allen, die ihm trauen! 2. Selbst seinen einge- 6. O laßt uns ihm uns bornen Sohn fand er zu uns anvertraun, und niemals auf Erden, von dem verdien- sein uns schämen; auf seine ten Sündenlohn ein Netter Mittlershülfe baun, und uns zu werden. Er kam, und seine Lehr annehmen: das mit ihm unser Heil; er kam, ist der Weg zum ewgen am ewgen Leben Theil uns Wohl, der Weg, auf den man wieder zu erwerben. friedenvoll auch schon auf dem Heiland weihn, den Got 3. Wo ist, o Tod, dein Erden wandelt. Stachel nun? Hier ist dein 7. Herr, laß uns dies Ueberwinder! Für unsre Seligkeit doch über alles Schuld genug zu thun starb schäßen. Nie können Güter er, das Heil der Sünder. Wo dieser Zeit den Mangel und ist nun, Sünde, deine Kraft? ersehen, wenn uns das grö hier ist der, der uns Kräfte ste Gut gebricht; ein reines schafft, dein Joch von uns Herz voll Zuversicht zu dir, zu werfen. Gott, unserm Vater. 4. Gelobt sen Gott! ge 8. Olenk auf die erhabne lobt sein Sohn, der Retter Glück der Seele stärkste unfrer Seelen! nun fann Triebe! zeuch mächtig unser uns auch auf Erden schon Herz zurück von schnöder das wahre Glück nicht feh- Sündenliebe! an dem uns len, getroft und froß in Gott theur erworbnen Heil laß zu seyn; wenn wir uns nur uns im wahren Glauben, Theil der Menschen überhaupt. 97 Theil stets suchen und gezur Tugend Kräfte schens winnen. ten. 4. Fehlt Weisheit dir, Mel. Wir Christenteut- ic. um glücklich hier noch zu ents 99.Wirf, blober Sinn, gehn verführerischen Råns den Kummer ten? Erschrick nur nicht! hin! Gott ift für dich; was Gott ist dein Licht; er wird will dich ferner kränken? dir mit dem Sohn auch Hallelujah! sein Sohn ist Weisheit schenken. da! wie sollt er uns mit ihm nicht alles schenken? 5. Gebricht es dir, bald da, bald hier; sorgst du: 2. Schlägt dir das Herz wer dich noch speisen wird voll Ungst und Schmerz, em- und tránken? Ofasse Muth! pfindest du, wie sehr die das höchste Gut wird mit Sünden frånken: dein Heil dem Sohn dir auch die Noths ist hier; wie sollte dir nicht durft schenken. Gott mit ihm auch Gnad und Friede schenken? 6. Wirf, blöder Sinn, die Sorgen hin, die dich ins 3. Ift deine Kraft zu man- Meer der Traurigkeit vers gelhaft, mußt du mit Scham senken. Dein Heil ist da, an deine Schwäche denken? Hallelujah! wie sollt uns Er, der dir giebt das, was Gott mit ihm nicht alles er liebt, wird dir mit ihm schenken? ( Siehe auch Nr. 25. 293. 343. ff. 375.) Von der Messias- Würde Jesu. Mel. Nun danket alle Gott c. hålt, hat zu uns bergesandt 100.Laßt uns mit fro- den Heiland aller Welt. hem Dank den 2. Långft hofte frael, Gott der Wahrheit preifen, långft sehnten sich die Våter der das erfüllt, waß er den mit wartender Begier nach Våtern längst verheiffen. dem verheißnen Retter: ift Gott, welcher Bund und noch, so sprach ihr Wunsch, Treu und Glauben ewig der Tag des Herrn nicht nah? Univ.- Bibl. Siessen 98 Von der Messias, Würde Jesu. nah? Wie lange harrt er Berge fallen hin, und We noch? Dwar er doch schon da! ten gleich vergehn. 3. Sie eilt, sie kommt, die 7. Heil uns! mit uns i Zeit, die Gott nach seinem Gott, die Hofnung glaubge Willen bestimmt, um das, Väter, das längst gewünsa was er versprochen, zu er- te Licht; Gott, unser Go füllen; der große Tag des und Retter! versammle Herrn, der Tag des Heils ist Völker, euch, versamml nah: denn der, der ihm den euch zum Herrn! freut, Eri Weg bereiten soll, ist da. bewohner, freut euch sein 4. Laut schallt das frohe und dient ihm gern. Wort: der Herr kommt. Es verbreitet sich überall der Mel. O Gott, du frommer Gott: Ruf: erwachet und bereitet IOI.Es lag die gan dem, der da kömmt, den mit Weg! macht ihm, dem Ret und Fluch beladen; da d ter, Bahn! macht Bahn, be- neft du, o Gott, die Fülle reitet euch, ihn würdig zu ner Gnaden. Dein Sohne empfahn. scheint. Du schickft den, de 5. Er kommt, von Gott sen Dienst die Bahn den gesandt, der Völker Trost Herrn bereiten soll, als fe und Segen; und Heil und nen Knecht voran. Gnade glänzt einher auf sei 2. Die Juden sollte er ve nen Wegen. Er kömmt, um deinem Heil belehren; um seine Welt vom Elend zu ihn auch ehreft du, um de befreyn, und unser ganz Ges nen Sohn zu ehren. Se schlecht zu segnen, zu erfreun. Vater wird erst stumm, de 6. Jauchzt, Menschen, Stumme schnell beredt, um kommt, laßt uns den Gott weifsagt, da auf ihn der Gel der Wahrheit preifen! er des Herrn geråth. hat erfüllt, was er in seinem 3. Erfüllt mit Kraft un Wort verheiffen. Nie fehlt, Geist, der Gnade treuer leh was Gott verspricht; sein rer, wird Zacharias Soh Wort bleibt ewig stehn, oblein mächtiger Bekehrer, d hel 99 Aufs Fest Johannis des Täufers. heilger Eiferer, der ohne auf Jesum zeigt sein ausges Ansehn ftraft; auf seiner streckter Finger; seht, daß Seele ruht Eliá Geist und ist Gottes Lamm, das, mit Kraft. dem Fluch belegt, für uns 4. Frenmüthig, ohne geopfert wird, und unfre Furcht, ben Fürsten selbst kein Sünden trägt. Schmeichler, der Wahrheit 7. Wohl dem, der dieses Freund war er, und fürch. Lamm, auf das Johannes terlich dem Heuchler; liebt weifet, mit feftem Glauben nicht Gemächlichkeit, und faßt, und auch im Leben preis sucht nicht eigne Ehr; strebt set. Wer, seinem Taufbund nur, daß er sein Volk, zu set treu, sich Jesu ganz ergiebt, nem Herrn bekehr. der ist, in ihm, von Gott bes gnadigt und geliebt. 1 5. Jedoch es schallet auch durch ihn die Gnadenstimme 8. Das werd auch unser zum Trost der Traurigen. Theil! Johannis Amt und Gott straft nun nicht im Lehre verherrliche noch stets, Grimme die fündenvolle Gott, deines Namens Ehs Welt; sein Himmelreich ist re! Wer Base thut und nah: denn der die Welt mit glaubt, hat Troft auf alle Gott verföhnen soll, ist da. Zeit; wer liebreich und 6. Allein zu Jesu hin vers fromm lebt, der lebt in weift er seine Jünger; allein Ewigkeit. Von der Person des Erldsers. In eigner Melodie. 2. Für uns bist du gebos 102.Her err Chrift, du ren als Mensch zur lezten einger Gottes Beit, zu retten, was verloren, Sohn von aller Ewigkeit zu schenken Selgteit. Den du licht vom licht entsprof Feind hast du verstoffen, den sen, du Glanz der Herrlich Himmel aufgeschlossen, das teit! du gleichst dem Mor Leben wiederbracht. gensterne, dein Glanz dringt in die Ferne, vor andern be und Kenntnis nehmen 3. Laß uns in deiner Lies Sternen, flar. 2 100 Von der Person des Erlösers. zu, daß wir im Glauben eh noch die Welt ward, warst bleiben, im Geist dir dienen du schon groß, herrlich, und so, daß wir hie mögen schme des Höchsten Sohn, ein Er den dein Süssigkeit im Her be feiner Ehre. Dein ist das zen, und dürften stets nach Reich, die Herrlichkeit, und dir. du beherrscheft weit und 4. Du Schöpfer aller breit der Kreaturen Heere. Dinge, des Vaters ewge 2. Dein sind sie; denn Kraft, regierft ohn alles Endurch wessen Kraft ward de mit gnadenreicher Macht; Himmel, Meer und Erde? die Herzen zu dir wende, und wer hat das Leben uns ver lenke unfre Sinne, daß sie schafft? wer sprach zum En nichts zieh von dir. gel: Werde. Du bist es, 5. Erzeig uns deine Gü dessen Allmachtsruf die gan te; erwecke und durch Gnad; ze Welt aus nichts erschuf erneure das Gemüthe, daß Du bisfts, der alles tråget man dir leben mag allhie was sichtbar und unsichtba schon auf der Erden: Geist, was Erd und Himme danken und Begierden, auch in sich schließt, und was in Sinne richt zu dir. Meer sich reget. 6. Dank, Lob, Preis, 3. Und dennoch bist d Ruhm und Ehre sey Gott uns zu gut in diese Welt go in Ewigkeit, für seine füffe kommen; haft willig unse Lehre, die uns sein Rath be Fleisch und Blut, o Her reit aus seinem eignen Mun an dich genommen; auste de. Er helf in jeder Stun- erschrecklichsten Gefahr de; er helf zur Seligkeit! retten, was verloren wat wardst du ein Fluch auf E den. Huld, die sonst nicht Ehre, Preis gleiches hat. Du starbft fi und Dank sey dir, unsre Missethat, ein Heilan oJesu, unser Leben. Preis- uns zu werden. Mel. Herr Gott, der du ic. 103, ob, würdig bist du für und für; 4. Du wardst es uns wer kann dich gnug erheben? und bist es noch jetzt auf d Him Auf Maria Verkündigung. TOI Himmel Throne; fuchst liebs geworden, hattst du schon reich von der Sünde Joch Herrlichkeit. und ihrem schudden Lohne, die 2. Der Himmel und die ihr noch dienen, zu befreyn; Erde sind durch dein kräftig beschwerter Herzen Trost zu Wort gemacht. Auf dein seyn, ist deines Herzens allmächtig: Werde! ents Freude; du giebst den Müstand die Welt mit ihrer den Seelenruh, und wer dich Pracht. Du bist auch unser liebt, den stårkest du, daß Meister; auch uns schuf deis nichts ihn von dir scheide. ne Hand, so wie das Heer der 5. Du hörst der Deinigen Geifter, das eher Dich ers Gebeth and endest ihre Pla: kannt. Ein Erbe über alles! ge. Du bleibst, bis Zeit und das ist dein ewger Ruhm; Welt vergeht, bey uns noch drum jammert dich des Fals alle Tage. Herr, dir sey ewig les von deinem Eigenthum. Dank und Ruhm für dei 3. Du trågest alle Dinge nen Tod und Marterthum, durch deiner Allmacht starkes für alle deine Liebe! bir geb Wort: das Große und Ges ich mich zu eigen hin, gieb, ringe geht blos durch deinen daß ich mich, so lang ich bin, Willen fort. Sohn Gottes! in deinem Lobe übe. du regierest den ganzen Kreis der Welt. Weil du das Rus Mel. Nun lob meine Seele den ic. der führeft, geschieht, was 104.Mein Heiland, dei dir gefällt. Bey dir ſteht ne Griffe geht Tod und Leben; drum wird über alle Himmel weit. Wer einft jede Gruft die Todten ist, der sie ermesse? Du warst wiedergeben, wenn deine bey Gott von Ewigkeit. Du Stimme ruft. bift der Erstgeborne vor al 4. Gott lågt dir Ehr ers ler Kreatur; kamst zwar für zeigen, die keinem andern uns Verlorne in menschlicher wiederfährt. Dir soll sich Natur; doch in der Mensch- alles beugen; denn göttlich heit Orden tratst da erst in groß ist, Herr, dein Werth. der Zeit. Eh noch die Welt Du bist das Heil der Erden. Zwar 3 102 Von der heilsamen Ankunft Zwar wer dein Wort blos Werth bist du, Preis und hört, der kann nicht selig wer: Ruhm auch, Herr, von uns den: wer dich durch Thaten zu nehmen, uns, deinem ehrt, dem hilfft du vom Ver: Eigenthum. derben, schaffst ihm Zufries 6. Sohn Gottes, ich vers denheit, und machst ihn einst ehre und bethe dich in Des zum Erben vollkommner muth an. Beschäme und bes Seligkeit. tehre die, die dir noch nicht 5. Wie herrlich ist dein zugethan: die deinem Wort Name schon jest, o Herr, nicht glauben, und dir, der in aller Welt. Dich preist für sie litt, die schuldge Ehs der Frommen Saame, der re rauben; theil ihnen Gnas glaubig dir zu Füffen fällt: de mit, dich glaubig zu dich preifen Seraphinen, er erkennen! laß nichts, die babner Menschensohn! mit dich erkannt, von deiner Freuden dir zu dienen, stehn Liebe trennen! dein Ruhm fie vor deinem Thron. Wer füll jedes Land! follte dein sich schämen? Von der Erscheinung Christi auf Erden und ihren. Vortheilen. Met. Sollt ich meinem Gott. den bist; fev gelobt, Her er du uns das Jesu Christ! 105.De Heil errungen, 2. Sey gelobt, denn dir Mensch gewordner Gottes: gehöret Preis und Dank und fohn! ewig sey dir lobge: Ruhm mit Recht. O wie fungen, daß du von des Him hoch haft du geehret unser mels Chron, uns zu gut ins sterbliches Geschlecht! Hert, Fleisch gekommen; der du du hast es selbst vermählet voller Freundlichkeit, lång, mit der göttlichen Natur, stens schon vor meiner Zeit, und aus aller Kreatur es zum dich auch meiner angenom Wohlthun dir erwählet; ja, men, und mein Bruder wor in dir, du Gottessohn, berrfaht des Sohnes Gottes. Im Advent. TO3 herrscht die Menschheit aufsgnädig Bruder nennt, sigt dem Thron. als Herr, zu Gottes Rechs 3. Du, du bist der Völkersten; durch ihn bin ich Gott Segen; kamst, von Noth vereint; Gott ist Vater und uns zu befreyn; und wir mein Freund. können deinetwegen jest 6. Herr, wie groß ist deis schon Kinder Gottes feyn. ne Güte! meine Seele freut Hat die Sünd uns gleich sich dein. Laß doch stets mein verdorben: o so hast du neue ganz Gemüthe voll von deis Kraft uns zur Heiligung nem Ruhme seyn. Nimmer verschaft, und die Tüchtig will ich dein vergessen; dir keit erworben, einst von will ich mich ganz vertraun, Sünden völlig rein, ähnlich freudig folgen, auf dich baun. dir, o Herr, zu seyn. Deine Hald ist unermessen: 4. Du, du bist der Mitt- gieb, daß ich für deine Treu ler worden, der die Welt mit Dir auf ewig dankbar sey. Gott verföhnt; haft der schwachen Menschheit Or. Mel. Von. Gott will ich nicht zc. D den wieder mit dem Recht I06. Mit Ernst, Menschenkins belehnt, in den Himmel ein. zugehen, und da Gottes der, das Herz in euch bestellt, Herrlichkeit, nach vollbrach- damit das Heil der Sünder, ter Uebungszeit, ewig einst der große Wunderheld, den verklárt zu sehen. Fromme! Gott aus Gnad allein, der faffet Zuversicht, glaubet Welt zum Licht und Leben feft: und fündigt nicht. gefendet und gegeben, bey 5. Sollte mich wohl Gott euch auch kehre ein. verlaffen, wenn ich krank und 2. Empfanget ihn mit hilflos bin? Nein, fein Heil Freuden, er kömmt voll wird mich umfassen, trösten Gnad und Huld; nimt auf den betrübten Sinn. Und sich unsre Leiden, tilgt unfre dann kann mich nichts an- Sündenschuld. Bereitet ihm fechten. Er, der meinen die Bahn! er kommt, voll Jammer kennt, und mich Heil und Segen: auf, eilet ihm 4 104 Von der heilsamen Ankunft. ihm entgegen, und nehmt durch seine Niedrigkeit, durch ihn willig an! Leiden, Tod und Sterben, 3. Ein Herz, das Demuth wird er ein Heil erwerben, liebet, das will Gott selbst das währt in Ewigkeit. erhöhn: wer Stolz und Fre 3. Kein Zepter, keine Kros vel übet, kann nicht vor ihm ne sucht er in dieser Welt; bestehn: wer rein und landort, dort vor Gottes Thros ter ist, wer sich von Gott ne ist ihm sein Reich bestellt. låst leiten, und seinen Geist Der Majestät und Macht bereiten, zu dem kommt enthielt er sich mit Freuden, Jesus Christ. bis er durch Tod und Leiden 4. Ach, mache du mich des Vaters Rath vollbracht. Armen zu dieser heilgen 4. Shr, die ihr lebt auf Zeit, aus Güte und Erbar Erden, nehm diesen König men, Herr Jesu, selbst bereit! an; ihr sollet selig werden, verbinde dich mit mir; las geht nur die rechte Bahn. mich, zu allen Zeiten und Folgt ihm gehorsam nach. dort am Ort der Freuden, Denn dem, der ihn verach vereinigt seyn mit dir. tet, nach seinem Reich nicht trachtet, droht Strafe, Pein Mel. Aus meines Herzensg. c. und Schmach. 107. Preift unfern 5. Er schafft, daß es nie Gott, thr From- fehle an Hülfe, Trost und men, in dieser Gnadenzeit, Licht; von ihm wird unfre da unser Heil gekommen; der Seele im Kummer aufges Herr der Herrlichkeit wird richt; er wendet alles Leid. hier uns Menschen gleich, be- Drum laßt uns freudig fin giebt sich seiner Rechte und gen, und dem Dankopfer macht uns, seine Knechte, bringen, der uns so gern durch seine Urmuth reich. erfreut. 2. Er tommt zu uns her 6. Der Frommen kurzes nieder, und stellt sich für uns Weinen verwandelt sich in dar, er rettet und bringt wie Freud, wenn er nun wird der, was sonst verloren war; erscheinen in seiner Herrlich Feit. des Sohnes Gottes. Im Advent. 105 keit. Laß uns dir folgfam zeit deine Sanftmuth mir seyn! was wird uns, Herr,[ berett! dann fehlen? Dann werden 7. Triste, tröfte meinen unfre Seelen sich Gottes Sinn, wenn ich schwach und ewig freun! elend bin, und des Satans Macht und List wider mich geschäftig ist. In bekannter Melodie. 108.Gott fey Dant in 8. Jch verehre deine Treu, aller Welt, der gleb, daß ich dir tren auch sein Wort beständig hält, und sey und daß ich in Wohl und der Sünder Troft und Rath Weh, fest im wahren Glans zu uns hergesendet hat! ben steh. 2. Was der alten Båter 9. Laß mich, wenn du Schaar höchster Wunsch so Lebensfürst, herrlich wieder lange war, was der Herr une kommen wirft, freudig dir prophezeibt, ist erfüllt; oentgegen gehn, und vor dir Seligkeit! gerecht bestehn. 3. Zions Hilf und Abrams Lohn, Jacobs Hell Mel. Herzlich thut mich sc. und Davids Sohn, der 109.ie foll ich dich erhabne Wunderheld, hat empfangen, sich treulich eingestellt. und wie begegnen dir? du 4. Sey willkommen, o aller Welt Verlangen, dein mein Heil! Hosianna dir, Heil erschein auch mir! du mein Theil! richte du mir kommst, die Welt zu fegnen; eine Bahn auch zu meinem schenk uns selbst deinen Herzen an! Geift, der, dir recht zu bes 5. Zeuch, du Ehrenkönig, gegnen, uns Kraft und Beys ein! es gehöret dir allein! stand leist. mach es, wie du gerne thust, 2. Dort streute man dir rein von aller Sündenlust. Palmen und grüne Zweige 6. Und wie deine Zukunft hin; jeßt soll mit Dank und war, voller Sanftmuth, ohn Psalmen dich preisen unfer Gefahr; also sey auch jeder Sinn. Dich würdig zu vers. 5 ehren 106 Von der heilsamen Ankunft ehren im Schmuck der Hei- sinken will. Laßt uns nicht ligkeit, und dein Lob zu verängstlich zagen, der Retter mehren, mach mich, Herr, stehet da, er heilet unfre felbft bereit! Plagen, ist uns mit Hilfe 3. Was hast du laffen nah. fehlen zu unsrer Seligkeit? 7. Er eilt uns felbft ents wer kann die Huld erzählen, gegen, er eilt und säumet mit der du uns erfreut? uns nicht; sind wir auf dunkeln war das Reich genommen, Wegen, so schenket er uns wo Fried und Freude lacht: Licht. Ihm ist die Noth der du aber bist gekommen, und Armen und was uns drückt, haft uns froh gemacht. bekannt; er reichet mit Era 4. Mich drückten schwere barmen uns Schwachen seine Bande; du kommst und Hand. machst mich los: mir drohte 8. Uns foll nun nicht mehr Schmach und Schande; duschrecken der Sünden schwere kömmist und machst mich Schuld; denn Jesus will sie groß: du hebst mich aus dem decken mit seiner Lieb und Staube, ich soll durch dich, Huld. Er kommt, er kommt mein Heil, wenn ich nur an uns Sündern zum Troft und dich glaube, am Himmel wahren Heil; schafft, daß haben Theil. ben Gottes Kindern vers 5. Aus Güte und Erbar bleib ihr Erb und Theil. men kommt zu uns Gottes 9. Wenn gleich die Feina Sohn, aus Liebe zu uns Ar- de wüthen, so siegen sie doch men verläßt er feinen Thron. nie; der Herr darf nur ges Er bringt uns Hell und Le- biethen, und plößlich stürzen ben, durch seine Niedrigkeit sie. Er kommt, er kommt, will er uns hoch erheben zusein König, dem warlich feiner Herrlichkeit. alle Feind auf Erden viel zu 6. Dis mache unfre Her wenig, zum Widerstande zen geduldig, froh und still, feynd. wenn unter Angst und 10. Er kommt zum Welts Schmerzen der Muth ent- gerichte, zum Fluch dem, der ihm 107 des Sohnes Gottes. Im Advent. thin flucht; mit Gnad und pter, Reich und Kron uns viel füffem Licht, dem, der ihn Heil und Gnade bringen; liebt und sucht. Ach komm, Amen, amen es geschehe! ach komm, o Sonne! und Hosianna in der Höhe! führ uns allzumal, zum Met. Jesus meine Zuversicht ic. ewgen Licht und Wonne in deinen Frendensaal. III.Hofianna! Davids Sohn, der in feines Vaters Namen sich Mel. Liebster Jefu, wir sind sc. erhebet auf den Thron, über 110.omm, du wer: Jacobs Haus und Saamen; thes Edsegeld, dir hat Gott ein Reich bes beffen alle Heilge hoffen: stimmt, das niemals ein komm, du Helland aller Ende rimmt. Welt, Herz und Seele steht 2. Sey gesegnet, heilig dir offen; komm verheißner Reich, das ein solcher Herr Weibessaamen, segne uns besißet, dem kein Herr auf durch deinen Namen. Erden gleich, der das Recht 2. Zeuch in unsre Herzen mit Nachdruck schüßet; ein, o du großer Ehrenkönig! schwinge dich im fteten Flor Laß uns deine Wohnung mit vermehrtem Glanz erns seyn, sind wir Urme gleich por. zu wenig; deine Huld schenkt 3. Deines Thrones Mas alle Gaben, die wir Arme jestät müsse jedes Volk vers nothig haben. ehren, und so weit die Sonne 3. Nimm das Hosianna geht, müsse sich dein Ruhm an, mit den Siegespalmens vermehren: dankbar mache zweigen; so viel nur ein jesjeder Mund deinen großen der kan, wollen wir dir Namen kund. Ehr erzeigen: damit wir 4. Schreibe mich, Herr, durch dich auf Erden heilig auch mit an unter deinen und dort selig werden. Unterthanen; ich will dir, 4. Hosianna Davids so gut ich tan, in mein Sohn! Herr, ach bilf, ach Herz die Wege bahnen. Zu laß gelingen! laß dein Zer der Schaar bringt sich mein Geift, 108 Von der Menschwerdung des Sohnes Gottes. Geist, die dich, Herr, will und sein Gnadenreich, wird kommen heißt! bey euch nun Raum gewins 5. Jauchzt, thr Kräfte, nen! kommt und schwöret freuet euch, froh erwecket ihm den Eyd; denn bey Herz und Sinnen; Jesuslihm ist Seligkeit! Von der Menschwerdung des Sohnes Gottes. das Lösegeld, stellt sich für II2.Gelobet fent bu, uns zum Opfer dar, zu rets In bekannter Melodie. Jefus Christ, ten was verloren war. Hals der du Mensch geboren bist, leluja. und unser Bruder worden 6. Er ist auf Erden kommen hier; Unbethung, Preis und arm, daß er unsrer fich ers Dank sey dir. Halleluja.barm, und einft den Engeln 2. Dich fahn die Våter mache gleich an Herrlichkeit fohon von fern, Davids in seinem Reich. Halleluja. Sohn und Davids Herrn; 7. Das alles hat er uns ihr Hell und ihre Zuversicht gethan, fein große Lieb zu zeis und aller Völker Troft und Licht. gen an; deß freue sich die Christenheit und danke ihm 3. Durch den die Welt in Ewigkeit. Halleluja. Halleluja. geschaffen ist, der sie einst richtet, Jesus Christ, der Mel. Vom Himmel hoch ic. Schöpfung Herr, verläßt II3.Wir danken bir, fein Reich, erniedrigt sich und Immanuel, du wird uns gleich. Halleluja. Lebensfürft und Enadens 4. Die Nacht der Finsters quell, daß du zu uns, Herr niß entweicht, durch Jesum Jefu Chrift, von deinem wird die Welt erleucht; auf Thron gekommen bist. die, so Finsterniß umgab, glångt Gottes Wahrheit nun berab. Halleluja. 2. Im Glauben warteten auf dich die Frommen långst und sehnten sich; dich hof 5. Der Herr entsündiget fete so lange Jahr der Båter die Welt, und wird für sie und Propheten Schaar. 3. Ach, Am Geburtsfest Jesu. 109 3. Ach, daß der Herr aus 9. Hast du doch selbst, des Zion kam, und unsre Bande Ergen Sohn, für uns vers von uns nåhm! ach, daß der laffen deinen Thron, dich für Herr, uns zu erfreun, schon die Sünde aller Welt zum möchte gegenwärtig seyn! Heil und Opfer dargestellt. 4. Jauchzt, Christen, uns 10. Du kommst aus deia fer Heil ist nah: der uns nes Vaters Schooß, wirft verheiffen war, ist da. Der für uns Arme arm und bloß; Frommen Wünsche sind ers denn alles, was dich hier fillt, und alle Klagen nun umfing, war dürftig, schlecht, gestillt. und sehr gering. 5. Du wirst uns armen II. Aus deiner Armuth Menschen gleich, auf daß schöpf ich Muth, auch mir wir durch dich würden reich; erscheinest du zu gut, mein du schenkst durch deine Nies Herz ist nun voll Zuversicht, drigkeit uns Ehre, Gnad denn du verwirfst die Güns und Herrlichkeit. der nicht. 6. Du bist der wahre 12. Bin ich gleich schulde Menschenfreund, und wirst und sündenvoll, hab ich ges von Menschen angefeindt; lebt nicht, wie ich soll, du der Frechen Schaar ist wider Edmmst voll Gnade zu uns dich, und stößt ihr großes her, daß sich der Sünder zu Heil von sich. dir kehr. 7. Wenn dich, Herr, deine 18. Du schafft es, daß ich Feinde schmähn, so soll selig sey, machst mich von mein Glaube nach dir sehn; Fluch und Strafe frey, du ich ehre dich; doch nicht so trågst den Zorn, besiegst den viel, als ich dich ehren soll Tod, und rettest uns aus und will. aller Noth. 8. Schenk du mir deines 14. Du bist mein Haupt, Geistes Kraft, die alles Gu hinwiederum bin ich dein te in uns schaft; nim mich Glied undEigenthum; Herr, und alles, was ich bin, zur du bist mein, und ich bin dein, Gabe und zum Opfer hin. laß ewig mich dir eigen seyn. 15. Jah 110 Von der Menschwerdung des Sohnes Gottes. 15. Ich will denn Halle: sicht auf Jesum Chrift und luja hier mit Freuden sin seine Gnade schauet! denn gen für und für, und dort in Christus hat genug gethan deiner Herrlichkeit, dich lo für uns und wiederum die ben, Gott, in Ewigkeit. Bahn zur Seligkeit geöfnet. Unerhörte Wunderthat! er Mel. Ein Kindelein so lobelich. trägt unsre Missethat, und II4.Gin Kind, dem kei- wendet unsern Jammer! nes jemals glich, 4. Es danke ihm die Chris ist uns geboren heute. Der stenheit für diese große Güs Sohn des Höchsten rahet te! fleht ihn, daß er uns sich zu uns, und bringt uns jederzeit durch seinen Geist Freude. Wår Gottes Sohn behüte vor falscher Lehr- und richt Mensch geborn, so wärn Menschenwahn, der unsern wir allesamt verlorn: nun Seelen schaden kann. Er schafft er Hell uns allen! woll alle Schuld vergeben. großer Heyland Jesus Christ, Gott Vater, Sohn und heil der du Mensch geworden bist, ger Geist, wir bitten von dir bewahr uns vor der Hölle. allermeist, laß uns in Friede 2. Erheber Gott mit leben. Freudigkeit, und lobet thn, ihr Frommen! es ist der Herr Mel. Wir Christenleut ic. der Herrlichkeit zu uns herab II5. Christenheit, gekommen. Groß ist die Liesey hoch ers be, Huld und Gnad, die uns freut! das Heil der Welt, der Herr erwiesen hat; ein der Mittler, ift geboren, der Knecht ist er hie worden, in uns erlöst, und ewig tröft; allem, doch ohn Sund, uns wer an ihn glaubt, geht gleich, auf daß wir durch ihn nimmermehr verloren. würden reich, und ewig les ben möchten. 2. O große That! nach Gottes Rath hat sich sein 3. Wohl dem, der dieses ewger Sohn für uns gegen Glaubens ist, feft auf den ben; ein Menschenkind, doch Retter trauet, mit Zuvers ohne Sünd, ward er für uns, Am Geburtsfest Jefu. III uns, und bracht uns Heil uns bringen sie, voll Freus und Leben. de, die frohe Botschaft her: 3. Seligkeit! Er hebt euch ist dis Kind gegeben, dasleid, das durch der Sünde euch dieses Heil bereit, bey Macht auf uns gekommen; Gott, mit uns, zu leben in mit uns ift Gott nun in der steter Seligkeit! Noth; freut euch des Herrn und hoft auf ihn, thr From men. 3. Was isis, das euch bes trübe, da er geboren ist? mit feiner Huld und Liebe beglückt 4. Auch mein Gesang, euch Jesus Chrift; er schenkt Herr, bringt dir Dank. Du ein ewig Erbe dem, der ihm wurdeft Mensch, damit wir trauet feft; schafft, daß der selig würden, du machst uns freudig sterbe, der sich auf groß, und völlig los von ihn verläßt. Sundenschuld und ihren 4. Ihr seyd durch ihn ges schweren Bürden. rochen, von Schuld und 5. Gelobt sey Gott! auf Strafe frey. Das Joch ift unsre Noth sah er als Va- nun zerbrochen, die Bande ter mitleidsvoll hernieder, find entzwey. Tod, Teufel, Christenheit, preis ihn ers Sünd und Hölle, was wis freut; denn Gottes Sohn der euch gekriegt, hat er an bringt das Verlorne wieder. eurer Stelle bestritten und Mel. Herzlich thut mich ec. besiegt. 116.J hr, die ihr wart 5. So rühmen sie. Mit verloren, hört ihnen frolocket jeder Chrift, der weil Gottes Sohn erschies und nen und unser Bruder ist. Deß Dein sind nun unsre Herzen! freuet sich dort oben der Ens Herr, dir geloben wir! uns gel heilge Schaar und ihre trennen weder Schmerzen, Chore loben Gott darum imenoch Freud und Glück von dir! was euch tróften kann: Heiland ist geboren, nimt sich eurer an. merdar. 117. Fröhlich foll mein 2. Den, der geboren heu Herze singen; te, verehrt ihr heilig Heer; mein Gesang soll Gott Dank, Preis 112 Von der Menschwerdung des Sohnes Gottes. Preis und Ehre bringen. sein Blut einst vergoffen Gottes Sohn ift Mensch ges werden. Das ist der, der boren, er befreyt, und erfreut, für uns stirbet, und bey was sonst war verloren. Gott, für den Tod, Leben 2. Heute kommt zu uns uns erwirbet. hernieder Gottes Held, der 7. Gottes Sohn hat sich der Welt Segen bringet wie hienieten eingestellt, um der der; Er wird Mensch, dir Welt Gnade darzubieten: er Mensch zu gute! Es versnennt Menschen seine Brüs bindt Gottes Kind sich mit der, was uns quålt, was uns unserm Blute. fehlt, bringt er alles wieder. 3. Sollte uns nun Gott 8. Laffet uns dann zu ihm verlassen? da er giebt, was eilen, säumet nicht! er will er liebt über alle Maaßen. Licht, Trost und Rath ertheis Ja, wir sind nun Gottes len: liebt den, der für Liebe Kinder; denn sein Sohn brennet! eilt zum Herrn, der kömmt, vom Thron seiner euch gern Licht und Leben Macht, für Sünder. gonnet! 4. Sollte er an uns nicht 9. Der du klagft in denken, der sein Reich, und Schmerz und Leiden, auch zugleich alles Heil will schen für dich, öfnet sich hier ein ken? Sollt uns Gottes Quell voll Freuden: eile Sohn nicht lieben, der selbst nur, gebeugte Seele, tritt bügt, und versüßt, was uns herzu, und schöpfe Ruh hier kann betrüben? aus dieser Quelle. 5. Gott will es, wir fol 10. Wer sich fühlt bes len leben, denn er hat voller schwert im Herzen, wer ema Gnad uns den Sohn gegespfindt feine Sünd und Ges Gottes Sohn trågt wissensschmerzen, sey getroft; unfre Bürden, büßt voll hier wird gefunden, der in Huld unfre Schuld, daß wir Eil machet heil alle unfre felig würden. Wunden. ben. 6. Gottes Sohn erscheint 11. Fehlt es uns an gus auf Erden; uns zu gut sollten Gaben; sehet hier köns nen Am Geburtsfest Jesu. 113 nen wir alles reichlich haben: Herrlichkeit. Der Herr, dem send ihr arm, so eilt behen alle Engel dienen, bringt licht de; kommt herben, füllet in unfre Dunkelheit. Und frey eures Glaubens Hånde. dieses Welt und Himmels. 12. Laß mich dich, mein licht weicht hunderttausend Heil umfangen! laß mich Sonnen nicht. dir, für und für, unverrückt 3. Laß dich erleuchten, anhangen! Du, du bist mir meine Seele, versäume dieſe Heil und Leben; nun fann Gnade nicht; schöpf aus der ich mich durch dich wohl zu gnadenreichen Quelle Heil, frieden geben. Leben, Troft und Unterricht. 13. Meine Schuld kann Der Sünden und des Todes mich nicht plagen; denn du Nacht hat belle Gottes Licht haft meine Last ohne Schuld gemacht. getragen: Gnade kann ich 3. In diesem Lichte fannst ben Gott finden; denn durch du sehen den Glanz der waha dich werde ich rein von mei- ren Seligkeit: wann Erd nen Sünden. und Himmel einst vergehen, 14. Mangelhaft sind mei die Sonne und mit ihr die ne Werke; du verleihft, durch Zeit, wird dieses Licht mit den Geist, Heiligung und seinem Schein, dein Himmel Stärke: er erleuchtet unsre und dein Alles seyn.. Seelen, heiligt fie, läßt uns nie Kraft zum Guten fehlen 4. Laß nur indessen belle scheinen des Glaubens- und 15. Ich will all s Böse der Liebes Licht; sonst nennt meiden: ich will dir leben dich Jesus nicht den Seinen, hier, bis ich werde scheiden, sonst nüßt dir seine Gnade und dann einst bey die dort nicht. Willst du einst durch oben, voller Freud, ohne Zeit ihn selig seyn, so mußt du dich, mein Heiland, loben. heilig fenn und rein. Ne Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 5. Sen mir, o Jesu, Licht 118.Di is ist der Tag, und Sonne, bestrale mich da uns erschie mit deiner Gunst!' fey mei. nen des Himmels Glanz und nem Herzen Heil und Wone Sy ne, 114 Von der Menschwerdung des Sohnes Gottes. ne, und lehre mich die felge gen, nichts hat dich, Herr, za Kunft: wie ich im Lichte mir von deinem Thron ge wandeln soll; und mach mich zogen, als deine große Huld. deines Geistes voll! Dich jammert meine Noth; Mel. O Gott, du frommer Gott zc. du kommst und tilgest fie u w fentliches durch deinen Kreuzestod. 5. Den Himmel hast du, Anfang her gewesen! duGott Herr, mit Licht und Glanz von Gott gezeugt, von Ewig- umgeben, von dir hat das, keit erlesen zum Heil, der was ist, sein Daseyn und sein ganzen Welt; mein Helland Leben: so bin ich denn, mein Jesus Chrift! Dank sey dir, Heil, auch dein Geschöpf und daß du mir zum Heil gebo: Gab, der alles, was ich bin, ren bist! von dir empfangen hab. 119. Da Wort, vom 2. Gieb auch durch deinen 6. Gieb, daß ich dir zum Geist, daß es nie meiner Dienst mein ganzes Herz er Seele an Licht und Heilig gebe; auch dir allein zum keit, und Kraft zum Guten Preis auf dieser Erden lebe fehle; im Glauben wohn in Ja, Jesu, laß mein Her mir, und weiche nimmer ganz neu geschaffen seyn, und nicht, laß mich auch nicht dir bis in den Tod gewidme von dir abweichen, du mein feyn allein. Licht! 7. Laß doch an mir nichts 3. Eh du den Erdkreis seyn, was du nicht haft ge haft durch deine Kraft bewe schaffen: erneure du mein get, ward schon zu meinem Herz: schenk mir des Geiftes Heil der Grund von dir ge: Waffen, daß ich durch deine leget, da sahst du schon auf Kraft Versuchung, Welt mich. Ja, du wirst Mensch, und Sund, den lezten Feind, o Gott! durch dich wird nun den Eod, als Sieger über besiget die Sünde und der wind. Tob. 8. Das Leben ist in dit, 4. Nichts hat, o Jesu, und alles Licht des Lebens. dich vom Anfang her bewolag an mir deine Gnad, mein Gott, Am Geburtsfest Jefu.#A ITS Gott, nicht seyn vergebens! dir gezeiget das Licht des weil du das Licht der Welt, Heils, durch welches sich der fo sen mein Lebenslicht, o Himmel zu dir neiget; fo Jefa, bis wir dort dein ewig folge nun, wie es dich leit, Licht anbricht? und wandle, wie es Gott gebeut, dein Christenthum zu preifen. Mel. Allein Gott in der Höh sey i2c. 120. Gott fey gelobt für 5. Herr, der du uns zur feine Gnad mit Seligkeit auf Erden bist ers dankbarem Gemüthe; weil schienen, hilf uns, daß wir er auch uns geöfnet hat den in Heiligkeit dir, unferm Reichthum seiner Güte. Uns Mittler, dienen, durch unfre lehret feines Wortes Licht ganze Lebenszeit; bis wir was sein Will ist und unsre dort in der Ewigkeit dein Pflicht, und was ihm wohl heilig Antlik schauen. gefällig. 2. Durch seine Gnade foll Met. Wir Christen Leut c. der Chrift des Fleisches Lu- 121.Auf, schicke dich, ste råmpfen, und gegen das, recht feyerlich was sündlich ist, mit Ernst des Heilands Fest mit Dans und Eifer kämpfen; er soll ten zu begehen! Lieb ist der nun, als ein treuer Knecht, Dant, der Lobgesang, durch gottselig, züchtig und gerecht den wir ihn, den Gott der dem Herrn zu Ehren leben. Lieb, erhöhen. 3. Wer, das zu thun, was 2. Sprich dankbar froh: Gott gefällt, sich und sein also, also hat Gott die Welt Herz bereitet; mit Ernst die in feinem Sohn geliebet! O, Lüfte dieser Welt, und alles wer bin ich, Herr, daß du Bose meidet, der ist ihm mich so herrlich hoch in deis werth, den wird die Kraft, nem Sohn geliebet? die alles Gute in uns schafft, jur Helligung erneuern. 3. Er, unser Freund, mit uns vereint, zur Zeit, da wir 4. Drum, meine Seel, er noch Gottes Feinde waren; muntre dich! Gott hat auch er wird uns gleich, um Guts H 2 tes 116 Von der Menschwerdung des Sohnes Gottes. tes Reich und seine Lieb im Welt gedacht! ihn preise, Fleisch zu offenbaren. was durch Jesum Christ im 4. An ihm nim Theil, er Himmel und auf Erden ist. ist das Heil: thu täglich 2. Die Völker haben dein Buß und glaub an seinen geharrt, bis daß die Zeit ers Namen. Der ehrt ihn nicht, füllet ward; da fandte Gott wer Herr Herr spricht, und von seinem Thron das Heil doch nicht sucht sein Beyspiel der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dis Wunder nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in fassen will; so steht mein Brüdern dich, dich, Got Geist vor Ehrfurcht still: er tes Sohn bekleiden, spei: bethet an, und er ermißt, daß fen, tranfen; der Frommen Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Herz, in ihrem Schmerz, mit Troft erfreun, und dein da- Gnad erhålt, erniedrigst du ben gedenken. dich, Herr der Welt, nimf 6. Rath, Kraft und Held, selbst an unsrer Menschheit durch den die Welt und Theil, erscheinst im Fleisch, alles ist, im Himmel und zu unserm Heil. auf Erden! die Christen 5. Dein König, Zion, heit preist dich erfreut, und spricht zu dir: ,, ich komm, jedes Knie soll bir gebeuger ,, im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen thu werden. tröften. 7. Erhebt den Herrn! er ,, ich gern. ,, Gelobt sen, der hilft uns gern; und wer ihn da kömmt vom Herrn! 6. Herr, der du Mensch sucht, den wird sein Name Halleluja! freut geboren wirst, Immanuel euch des Herrn und dient ihm und Friedefürst, auf den die gern und jauchzt ihm, ihr Båter hoffend sahn, dich, Erlösten! Gott, Messias, beth ich an. 7. Du, unser Heil und Mel. Vom Himmel hoch ic. is ist der Tag, höchstes Gut, vereinest dich den Gott ge mit Fleisch and Blut, wirst macht; sein werd in aller unser Freund und Bruder 122.Dis hier, Am Geburtsfest Jesu. 117 hier, und Gottes Kinder so theures Leben für Sünder werden wir. hinzugeben. 8. Gedanke voller Maje: 2. O große That, er.: ståt! du bist es, der das Herz wünschte Nacht, von Engeln erhöht. Gedanke voller Se- selbst besungen! du haft den ligkeit! du bist es, der das Mittler uns gebracht, der Herz erfreut. uns das Heil errungen. In 9. Durch Eines Sünde dir erschien der starke Held, fiel die Welt: Ein Mittler der alles schuf, und alles ists, der sie erhält. Was bålt, der Freund der Mens zagt der Mensch, wenn der schenfinder, des Todes lie ihn schüßt, der in des Ba- berwinder. ters Schooße sißt? 3. Der du zu uns, ges 10. Jauchit, Himmel, diel sandt vom Herrn, aus dei ihr ihn erfuhrt, den Tag, nem Himmel kamest, und der heiligsten Geburt: und unser Fleisch und Blut so Erde, die ihn heute sieht, gern in Demuth an dich nahe sing ihm, dem Herrn, ein meft, Sohn Gottes! o wie neues Lied. bast du dich so tief erniedrigt II. Dis ist der Tag, den auch für mich! wie arm bist Gott gemacht; sein werd in ou erschienen, um meinem aller Welt gedacht! thn preis Heil zu dienen. se, was durch Jesum Chrift 4. O lebre mich den gross im Himmel und auf Er- sen Werth von deiner Huld den ist! recht fassen! was reizte dich Mel. Ermuntre dich mein c. auf dieser Erd, dich so berab 123. Gott, deine nade zu lassen? Hier wartete dein fen gepreift! sie nichts, als Noth, Verachs schuf uns Heil und Leben. tung, Kummer, Schmerz Ermuntre dich, mein tråger und Zod; und doch kamst Geist, ihr Wohlthun zu erhe- du auf Erden, ein Menschens ben; denk an die Nacht, da sohn zu werden. auf der Welt des Höchsten 5. Noch stärker, Herr, Sohn sich dargestellt, um sein als Schmerz und Tod, war H3 deine T18 2on Der Menschwerdung des Sohnes Gottes. deine Menschenliebe. Du sas Herr Jesu Chrift, dich schaun, heft unsre Sündennoth mit so herrlich als du bist, dann mitleidsvollem Triebe. Du wirst du mich zum Leben, das ftimmteft, unser Heil zu seyn, bey dir ist, erheben. in deines Vaters Rath met. Wer nur den lieben Gott re. ſchluß ein, wardft Mensch, I24.Gott hat mir fels und famst, mit Freuden für uns den Tod zu leiden. nen gee fchentet, und mit ihm alles 6. Immanuel! dein freu zagesagt. Das ists, woran ich mich. Du bist auch mein mein Glaube denket, wenn Eretter. Auch mir zum mich ein Kummer drückt und Trofte sandte dich der Herr, plagt. Ich sorge nicht, weil der Gott der Götter. Was er mich liebt, und seinen mir ein wahres Wohl ver: Sohn zum Mittler giebt. schafft, Erleuchtung, Friede, 2. Er selbst tritt nun in Begrungskraft, und Freu- meinen Orden, der einges ben, die stets währen, willst borne Gottes Sohn, er ist du auch mir gewähren. ein Mensch, gleich mir, ges 7. Was soll ich dir, mein worden, mein Mittler und größter Freund, für deine mein Gnadenthron. Ich bin Treue geben? du bifts, der erfreut, und nie betrübt, well mich mit Gott vereint, du Gott mir diesen Mittler bringft mit Heil und Leben. giebt. Herr, was ich hab und was 3. Mein Heiland wird ein ich bin, das geb ich dir zum Mensch geboren, er kömmt Dienste hin. Ich will dich zu mir in diese Welt; durch ohn Aufhören, mit Leib und ihn wird alles, was verlos Geift verehren. ren, uns nunmehr wieder 8. 3war seh ich dich im hergestellt. Er ist es, der die Fleisch noch nicht: doch du Sünder liebt, und mir sich wirft wieder kommen; und zum Erlöser giebt. dann schaun dich von Unge 4. Nun wird mir Gott ficht, Herr, alle deine Froms wohl alles schenken, da er men. Dann werd auch ich, mir dieses Kleinod giebt, und über Am Geburtstept Jefu. 117 über aller Menschen Denken ihm, dast er lam; daß er so viel Erbarmen ausge- hier auf Erden, unser Hell übt. Wer zweifelt nun, daß zu werden, seine Wohnung er uns liebt, da er uns dies nahm! Mensch, wie wir, er: fen Bürgen giebt? fchien er hier, der zur Schös 5. Mein Vater will mir pfung sprach: entstehe! der alles geben, was ich nur Gu- einst spricht: vergehe! tes benken kann; Erldsung, 2. Lafit uns niederfallen Seligkeit und Leben. Ich vor ihm, daß er allen Freund darf ihn kindlich flehen an; und Bruder ist: Gott auf er ifts, der väterlich mich seinem Throne, liebt und in liebt, da er mir diesen Ret, den Sohne; Brüder Jesu ter giebt. Christ. Welch ein Heil, am 6. Jch sch& m mich zwar Sohne Theil, Thell, durch des Sündenfalles, mich beugt seiner Zukunft Gabes, an der Sünden große Schuld; Gott selbst zu haben! dech hier ist er, mein Ein 3. Keine Macht der Leis und Alles, des Menschen den kann von ihm uns schets Sohn, er hat Gedult. Ich den: er bleibt ewig treu! werde doch von ihm geliebt, dort wird er vom Bösen weil er sich zum Versöhner gänzlich uns erlösen: hier giebt. steht er uns bey! unser 7. Lob, Ehr und Preis, Freund, mit Gott vereint, und Kraft und Stårke sey dir, kann nicht seine Brüder hafs mein Gott, in Ewigkeit für sen, noch sie hilflos laffen. deiner Liebe Wunderwerke, 4. Wenn wir einst ermus dadurch du mich so sehr erden, führt er uns in Frieden freut; und mich so wunders in des Grabes Nacht. Die bar geliebt! D Gott, der verwesten Glieder giebt die mir sein Liebstes giebt. Erde wieder ihm, der sie bes Mel. Jesu, meine Freude ic. wacht. Jesus ruft uns aus 125.Gottes Sohn ist der Gruft, er, der selbst den kommen! dan Tod einst schmeckte, den das Let ihm, ihr Frounnen, dankt Grab bedeckte. $ 24 5. Auf 120 2501 ver Menswerdung des Sohns Gottes. 5. Auf dem Richte thro Jewig schalle dir der Erde kobi ne werden wir im Sobne gefang. unsern Bruder schaun. Heilmet. Lobt Gott, ihr Christen u und ewig Leben wird er al 127. 2o bat Gott be len geben, die ihm hier vers Welt geliebt, traun. Er ward hier versucht daß er aus freyem Trieb uns wie wir: überschwenglich seinen Sohn zum Heiland wird er loßnen und der giebt: wie hat uns Gott fe Schwachheit schonen. lieb! 6. Eilet, eilt ihr Sünder, 2. Was sein erbarmungs werdet Gottes Kinder; wer voller Rath schon in der det seiner werth! Eilet, eilt Ewigkeit zu unserm Heil ihr Frommen; fend, wie er, beschlossen hat, vollführt e vollkommen, bleibet feiner in der Zeit. werth! Preiset ihn, daß er erschien und für euch sich hin gegeben, durch ein göttlich Leben! 3. Er, aller Menschen höchstes Gut, der alle segnen fan, nimmt, wie die Kinder, Fleisch und Blut, doch ohne Sünde, an. Met. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 4. Ich freue mich, mein 126. Er fommt, er Heil, in dir; du nimmst mein kommt, der starke Held, voll go tlich ho her Macht. Sein Arm zer ftreut, fein Blick erhellt des Todes Mitternacht. Fleisch an dich: was fehl mir nun? Ist Gott mit mir, wer ist dann wider mich? 5. Du, Sohn des Aller höchsten, wirst auch mit 2. Wer kommt, wer Rath, Kraft und Held, mein kommt? wer ist der Held voll Bater und mein Friedefürß, göttlich hoher Macht? Mes so, wie das Heil der Welt. fias ifts! tobfinge, Welt; 6. Was mir zum Selig dir wird dein Heil gebracht! seyn gebricht, das, Herr, en 3. Dir, Menschgeword warbst du mir: Versöhnung, ner, fingen wir Anberbung, Leben, Trost und licht, das Preis und Dank; und ewig, hab ich nun an dir. 7. Dein 121 Am Geburtsfest Jefu. 7. Deln Mangel wird 8. Gelobt sen Gott! ger mein reiches Theil; dein Lei- lobt sein Sohn, durch den er den stillt mein Leid; durch deine Niedrigkeit, mein Heil, gewinn ich Herrlichkeit. Gnad erweist! lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! er heb ihn auch, mein Geist! Von der Benennung Christi bey dessen Bes schneidung. Mel. Allein Gott in der Höh sey ic.| es 4. Getroft, mit aller Zus 128. Baters versicht, gehn wir nun hin, Sohn von und treten vor Gott; und er Ewigkeit zum Mittler aus verwirft uns nicht; wenn wir erforen, der für uns zur be- durch Jefum bethen, so bort immten Zeit ein wahrer der Vater, und gewährt, Mensch geboren, ward Je was unser Herz von ihm bes fus schon vorlängst genannt; gehrt im Namen seines ein Name, welcher macht Sohnes. befannt sein Werk und sein Geschäfte. 5. In diesem Namen fus chen wir Vergebung unsrer 2. Errettung, Leben, Se Sünden; wir stellen Gott ligkeit verkündigt dieser Na- den Mittler für; Gott läßt me. Dem, der vom Thron uns Gnade finden, erläffet der Herrlichkeit von Gott uns die ganze Schuld, ume gefandt berkame, ward die fasset uns mit neuer Huld, fer Name beygelegt; weilum des Versöhners Willen. er das fündliche Geschlecht 6. Durch Jesum flehen mit Heil beglücken sollte. wir zu Gott um Kraft, das 3. Er hats getban; er treu zu üben, was uns sein bat der Welt, der Welt, die heiliges Gebot zu üben vors tief gefallen, fich als den geschrieben; und Gott stårkt Retter dargestellt; bat gna uns mit seiner Kraft, macht devoll uns allen die Gnadens uns die Schwachen stark, fülle aufgethan, und wer ihn und schafft in uns, was ihm nimmt im Glauben an, er gefällig. hält Trest, Heil und Leben. H 7. Durch 122 Von der Benennung Chrifti 7. Durch Jesum, und mit und Leben: Jesus ist mein thm befreundt, gehn wir ge: Fels und Hort: er der Wein trost zum Tode; uns ist der stock, wir die Reben; Herr Sünder größter Feind kein und Mittler feiner Welt, fürchterlicher Bothe. Wir König, Friedefürft und Held. sehen ihn und zittern nicht, 5. Jesus spricht: kommt weil Jesus zu den Seingen her zu mir; zeiget uns den spricht: ich leb und ihr sollt Weg des Lebens. Er vers leben! heißt: ich bin bey dir, und Mel. Jefus meine Zuversicht c. verheißt es nicht vergebens, 129.Meinen Jefum laß Jefus hilft aus aller Noth. ich nicht; denn Er verfüßet selbst den Tod. er will mich nicht verlassen. 6. Seine Wunden sind Was fein Name mir vermein Heil; Jefu Wort ift spricht, das will ich im Glau meline Weide. Er giebt mir ben faffen. Jesus heißt und am Himmel Theil, und ers ist mein Heil, meines Hers hebt mich einst zur Frende; zens Troft und Theil. wenn ich meinen Pilgerlauf 2. Sündern ist kein ans endige, nimt er mich auf. dres Heil, und kein Name 7. Dankvoll will ich mich sonst gegeben, durch den sie denn freun seines Heils, und erhalten Theil an der Selig ihm vertrauen; tren ihm und keit und Leben. Gott ist es, ergeben seyn, bis ich ihn dort der ihn uns giebt; so hat er verde schanen, wo mein ganz die Welt geliebt! verklärter Geist ihn mit als 13. Jefus fångt den Glaulen Selgen preist! ben an, kann und will ihn met. Von Gott will ich nicht it. auch vollenden. Jesus ist es, 130.Wer sich im Geift welcher kan allen Schmerz beschneidet, und Kixnmer wenden. Sesund als ein wahrer Chrift, fus ist der beste Rath, wenn der Lüfte Tödtung leidet, die man Rath vonnöthen hat. so hoch nöthig ist; der wird 4. Jesus ist des Vaters dem Heiland gleich, der für Wort: Jesus ist mein Weg'uns hat gelitten, und fors dert 123 bey dessen Beschneidung. bert reine Sitten zum Eingang in fein Reich. 6. Ach, the verflockten Sünder, bedenket Jahr und 2. Wer so dis Jahr an Zeit, ihr abgewichnen Kin hebet, der folget Gottes der, die ihr in Eitelkeit und Lehr; weil er im Geifte le Wollust zugebracht; ach bet, nicht nach dem Fleische führt ench Gottes Güte doch mehr: er ist ein Gottestind, einmal zu Gemüthe, und von oben her geboren, das nehmt die Zeit in Acht! alles, was verloren, in sets 7. Beschneidet eure Hers nem Jefu findt. zen, und fallet Gott zu Fuß 3. Doch, wie muß dis Bes in wahrer Reu und Schmers schneiden im Geist, v Mensch, zen: so wird die Herzenss geschehn? du mußt die Sün buß, die glaubensvoll ges de meiden, thr ernstlich wi- schehn, des Vaters Herz bes derstehn. Das Mittel ist die wegen, daß man wird neuen Buß, wodurch, obwehl mit Segen in diesem Jahre Schmerzen, die böse Luft im sehn. Herzen getödtet werden mus. 440 8. Ja, mein Herr Jesu, 4. Ach, gieb zu solchem gebe, daß deine Christens Werke, in diesem neuen schaar, mit dir im Geiste Jahr, Herr Jesu, Kraft lebe, in diesem neuen Jahr; und Stärke; damit fich of daß sie in keiner Noth sich fenbar dein Bild der Heiligemdge von dir scheiden; Herr, keit an vielen tausend Sees stårke sie im Leiden durch deis len, die sich mit dir vermåh nen bittern Tod. len in Herzens Einigkeit. 9. So wollen wir dich 5. Ich seufze mit Verzehren die ganze Lebenszeit; langen und sehnlicher Be- und deinen Ruhm vermeh gier, dich herzlich zu umfans ren in jener Ewigkeit; da gen, du meiner Seelen Zier! wirft du offenbar: da werUnd hab ich dich allein; was den alle Frommen, befreyt will ich mehr auf Erden? vom Uebel, kommen ins es muß mir alles werden große neue Jahr. und Alles nuklich seyn. Von 124 Von der Offenbarung Christi Von der Offenbarung Christi und seiner Lehre an die Heyden. Mel. Wenn wir in höchsten c. wir loben dich, wir ehren 131.Herr err Chrift, es dich, als unsern König steigt des Dan- ewiglich. kes Pflicht zu dir für deines Wortes Licht, womit du uns Mel. Christ unser Herr zum ic. baft angeblickt und unfer 132.Gott, bir fen ewig mattes Herz erquickt. Preis und 2. Wir saßen sonst im To Ruhm, daß unsere Vorfah, besthal, es herrschte Dunkei ren gebracht find aus dem überal; dir danken wir, Herr Heidenthum, darin sie alle Jefu Chrift, daß uns daraus waren verblendet an Vers geholfen ist. stand und Sinn; sich selbst 3. Gieb, daß deinlicht uns nicht fonnten rathen; den leuchten mag bis an den let ftummen Gößen immerhin ten großen Tag; und wir auch göttliche Ebr anthaten, die wandeln jederzeit auf rech- doch kein Leben hatten. tem Weg der Seligkeit. 4. O wahrer Mensch und Gottes Sohn, ein König in 2. Vom Holze ward der eine Theil zerhauen und vers brenner, der andere ward des Himmels Thron! Nie mittlerweil ein Bild, und mand von uns verdienet hat Gott genennet. Der Meister, folch eine Huld und große ders vorher gemacht, mußt Gnad. davor selbst nun treten; 5. Es lehre uns dein gus was feine Hand zu wege ter Geist, wie man dich wür- bracht, das mußte er anbes dig ehrt und preist; er machten; sein Werk göttlich uns reuig, gläubig, rein, und verehren. laß uns stets voll Liebe seyn. 3. Des Himmels Heet 6. Nim, lieber Herr, von andern ward zum Gots zum Opfer an, was Herz und tesdienst erwählet; und Mund dir bringen tan; manch Geschöpfe solcher Art den 125 an die Heyden. Auf Epiphanias. den Göttern zugezählet. Auch seyn, laß auch erleuchtet wers von dem sündlichem Ge den durch deines Wortes schlecht find viel vergöttert Kraft und Schein, daß jede worden: es wurde manchet 3ung auf Erden dich Jesum Lasterknecht doch in der Gót Christ bekenne. ter Orden versezt und an gebethet. 7. Wie du vor diesem haft dein Wort durch treue from 4. Drum sey, Herr, für me Leute gebreitet aus an dein Wort gepreist, in wel manchem Ort, so thu es, chem wir nun lesen, daß du, Herr, noch heute; gieb treue o Vater, Sohn und Geist, Hirten, die zu dir fortan auch nur einig bist im Wesen! andre bringen, mit reiner du bist der wahre Gott lehre für und für durch allein, der einige Erretter; Uller Herzen dringen, und nichts gegen dich zu rechnen alle zu dir führen. fenn der Heyven falsche Göt ter, die niemand können belfen. 8. Hilf, daß fie fleissig allezeit ermahnen, trösten, strafen, im Glauben und 5. Und daß dein Wille Gottseligkeit vorgehen ihren wird bekannt, o Vater, uns Schaafen. Laß uns ja alle auf Erden, so bast du deinen Thäter seyn des Worts und Sohn gefandt, und Mensch nicht nur Hörer; daß übers ihn lassen werden: da Got all und allgemein, wir, und tes Heil und Gütigkeit uns auch unsre Kinder, des Glaus allen ist erschienen, daß wir bens End erlangen. ihm züchtig jederzeit, gerecht und heilig dienen, auf sein Mel. Nun freut euch ihr Christen ic. Erscheinung warten. 133. Ah! wie verschies 6. Herr Jesu, gieb uns den ist die Welt Gnad und Stärk, daß wir von Gottes wahren Kindern! der blinden Heyden ungött, was diesen lieb ist und ger lich Wesen, Thun und Werk fällt, kann jener Ruhe mins verleugnen stets und meiden: dern. Der Heiland und sein die, welche noch in Irrthum neues Reich entdeckt sich bei den: 126 Von der Offenbaruna Chrifti D den: doch nicht gleich ist man und sparren weder Zeit noch dabey gefinnet. Müh, bis wir das Heil 2. Herodes und Jerufa: gefunden. lem erschrecken, da sie hö 6. Ach, möchten wir doch ren: es komme jegt ans Bet: Leib und Geift, mit willigem lehem der König aller Eh Befireben, wie uns der Wei ren; bezeuget ihre Lehre sen Beyfpiel heißt, dem schon: es sollte Davids grof Herrn zum Opfer geben! fer Sohn allda geboren Gehorsam, Lieb und Tren allein, wird ihm so lieb, ja werden. 3. Gelehrte wußten Get lieber seyn, als Weihrauch, tes Wort dem König anzu- Gold und Myrrhen. preisen: doch giengen sie nicht 7. DHerr, der du so wun an den Ort mit den erwecks derbar der Welsen Herz ge ten Weisen. So geht es zogen, und vieler Völker noch: wie mancher weiß die fremde Echaar zu deinem Wahrheit und des Herrn Dienst bewogen! Verleihe, Geheiß, und thut nicht nach daß ich nichts so sehr, als dem Wiffen! deiner Gottheit Ruhm und 4. Wer fest auf bisem Ehr, so lange ich lebe, suche! Sinne sieht, wen Stolz und 8. Empfang, o werthe Neid regieren, wer nicht, Chriftenheit, das Heil, das wenn Gott ihm winket, geht dir erschienen; und laß es der wird sein Heil verlieren. dir zur Geligkeit im wahren Wer Gottes Wort nur hat Glauben dienen. Ach lernet und kennt, nicht aber thut, von den Heiden doch, ihr fab nicht heilsam nennt, wird schen Christen, die ihr noch Jefum nimmer finden. nach Art der Heyden lebet. 5. Die Weisen forschen eifrig nach, bis sie das Haus Mel. Nun freut euch Christen. erblicken, wo sie, wie ihnen 134.Den em finstern Erds Gott versprach, sich in der kreis ist vom That erquicken. Uch forsch Herrn ein helles Licht ers ten wir doch auch, wie sie, schienen. Es leuchtet nah und 127 an die Heyden. Auf Epiphanias. und leuchtet fern und selbst den verkehrten Sinn Gewiss auch Heyden dienen den tod sens Unruh rührte: so fas ten Gößen nun nicht mehr; hest du doch aus der Noth; fie kennen nun den Herrn, die die Natur schon Sún und er läßt sie im Lichte dern droht, kein Mittel zur wandeln. Errettung. 2. Kaum sandte Gott, 6. Dwåre nicht dein Licht, mit seinem Sohn, der Erde o Gott, uns hell genug ers große Freuden: so fammlet schienen; wir würden, der er sich selber schon die Erft- Vernunft zum Spott, noch linge der Heyden: zu ihrem ißt den Göhen dienen. Nicht nengebornen Herrn muß sie eigner Wik, nicht Würdigs ein wunderbarer Stern aus keit, nur Gottes Huld hat fernen Landen führen.uns befreyt von jenen Fins 3. Der vorgen Zeit denkt, fterniffen. Christen, doch; Heil uns, 7. Nun prüfe heut, Volk daß sie verschwunden! was Gottes, dich vor seinem Ans wart ihr, eh der Herr euch gesichte: folgst du auch uns noch und eh ihr ihn gefunveränderlich der Wahrheit den? denkt selbst zurück, was reinem Lichte? Was helfen waret the? O Voll des Opfer des Gebeths zum Herrn erwecket dir dein wahren Gott, wenn du noch vorigs Bild nicht Grauen? stets der Sünde sclavisch 4. Ein Volk mit Gott dienest? ganz unbekannt, von seinem 8. Was hilft es, daß du Bund entfernet, das von dem Gott erkennst und seinen Guten abgewandt, nur Bd- ganzen Willen, wenn du das ses thun gelernet; das tod, Thun vom Wissen trennst, ten Stein, geschnittes Holz, nicht strebt, ihn zu erfüllen? wohl gar auf seine Blindheit Wenn Treue du gelobst stolz, als seine Götter ehrte. und brichft; zwar chrifts 5. Du giengst in Sündlich glaubst, und christlich und lafter hin, wie jede Luft sprichst, und doch noch heyddich führte. Und wenn nun nisch wandelst? 9. Bes 128 Von der Darstellung Christi im Tempel. 9. Beherzige: Gott nimt Gott nims uns nicht! doch fein Licht, wenn mans nicht mach uns treu dem Licht schäzt, zurücke. Gebrauch es der Wahrheit und verleih recht; damit er nicht sein es auch den fernsten Hey Wort auch dir entrücke.| den! Von der Darstellung Christi im Tempel. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 4. Wie werd ich dann so 135. Es stellte sich im selig seyn, wenn ich los von Tempel ein, der der Erde, befreyt von ihrer Gottes Rath erfüllet: die kust und Pein, zu Gott nun Welt von Sünden zu befreyn; fommen werde; wenn ich der Frommen Wunsch gestil- erreicht die Ewigkeit, wenn let; der Jüden Preis, der ich erlangt die Seligkeit, die Heyden Licht, er, Jesus, mei mir mein Gott bereitet. ne Zuversicht im Tode und 5. Hilf, Herr, daß ich sey im Leben. stets bereit, laß mich von 2. Weil er mich nun von dir nichts wenden; bring Sünden rein durch sein Ver- mich zu deiner Herrlichkeit; dienst kann machen; weil er bilf alles wohl vollenden! mich, fren von Qual und komm bald, hilf mir aus ab Pein, entreißt der Höllen ler Noth, Herr, durch dein Rachen; so freu ich mich von Blut und deinen Tod; ja Herzensgrund und denke, wie fomm, Herr Jesu, Amen! ich alle Stund ihm dankbar mel. Befiehl du deine Wege ic funden werde. 136. Het err Jesu, Licht 3. Auch ich kann mit Zuder Heiden! der friedenheit, wieSimeon, mein Frommen Schaß und lieb! Leben beschließen, und zu aller wir kommen jezt mit Freu Beit mich meinem Gott erge den durch deines Geistes ben; getroft schließ ich die Au Trieb in diesen deinen Tem gen zu, der Tod wird mir nun pel und suchen mit Begier, Schlafund Ruh, führt mich nach Simeons Erempel zur Himmelsfreude. dich, unsern Gott, allhier. 2. Du 129 Auf Marià Reinigung. 2. Du wirst von uns ge 6. Hier prüfst du noch die funden, o Herr, an jedem Deinen, bier ist noch Kampf Ort, daßin du dich verbun und Streit; bier muß ich den durch dein Berbeißungs- oft noch weinen, in marcher wort; vergönnst noch heut Traurigkeit: dort aber wirds zu Tage, daß man dich gleis geschehen, daß ich von An, cherweis auf Glaubensar- gesicht verklärt dich werde men trage, wie jener from seben im ewgen Freudenlicht. me Greiß. Mel. Chriftus der ist mein Leben ic. 3. Sen uns auch Lust und 137. Komm, Pilger, zu Wonne, ein Troft in Schmerz dem Grabe, und Pein, im Schrecken un fomm armer Erdensoßn an fre Sonne, im Kreuz ein deinem Wanderstabe, bes Gnadenschein, im Seufzen trachte Simeon. ein Vertreter, in Noch ein 2. Er bethet in dem Tems Freudenstral, in Krankheit pel hinauf zu seinem Gott; Arzt, und Retter in unsrer und blickt, dir zum Erempel, Todesqual. getroft auf seinen Tod. 4. Herr, laß es uns ge 3. Gott hatte ihn geleis lingen, daß wir, wie Simetet die Tugendbahn zu gebn. on, auch endlich mögen sin. Der Troft war ihm bereitet, gen im froßen Siegeston: den Heiland noch zu sehn. mir werden nun im Frieden 4. Er fab ihn mit Entzu. die Augen zugedrückt; nach cfen, drückt ihn an seine dem ich schon hienieden den Brust; und aus des Hei Heiland hab erblickt. lands Blicken schöpft er 5. Ja, ja, ich hab im Glau Kraft, Trost und Lust. ben mein Jesu, dich gesebn; 5. Nun sah er ohne Bes Fein Feind kann dich mir ben auf seinen Abschied bin; rauben, er muß zurücke ftehn: denn Christus war sein Leben ich wohn in deinem Herzen, und Sterben sein Gewinn. und in dem meinen du; uns 6. Nicht mehr ein Glück fcheiden keine Schmerzen, pienieden war reizend für kein Angst, fein Tod dazu. sein Herz; belebt von gros 3 Bem 130 Vom Verhalten und Geschäfte Jesu Bem Frieden sah er nur him- finstres Herz, auf, werde melwärts. Licht; denn Jesus wohnt in 7. Herr leit mich auf dem Seelen nicht, die noch den Pfade der wahren From Lüften frohnen. migkeit. Gieb mir durch 3. Wer sich vom Geift, Jefum Gnade, zum Sterben wie Simeon, erwecken lågt Freudigkeit. und Gottes Sohn zum Hell 8. 3war werde ich nicht begehrt zu haben; Gott fehen ihn hier wie Simeon. fürchtet; sich der Welt ents Doch in des Himmels Hd- wöhnt; aus ihr sich nach dem hen erwartet er mich schon. Himmel sehnt; der opfert 9.Dann tönen meine Lie- rechte Gaben. der: Heilmir, nun seh ich ihn! 4. Wer aufs Versprechen der Himmel tonet wieder: Gottes baut, im Glauben Heil dir, nun siehst du thu! seinen Heiland schaut, der Mel. Kommt her zu mir, spricht ic. tann im Frieden fahren. ohl auf, mein Der Heiland hält, was er 138.280 Herz, verlaß verspricht. Er wird sich die Welt, dem, der für ihm in seinem Licht dort herr dich sich dargestellt, nun dich lich offenbaren. auch darzustellen; er ist das 5. Herr, mache mich ge Licht; drum sey gewiß, er recht und rein! Herr, laß mich wird auch deine Finsterniß stets voll Glaubens seyn, durch seinen Glanz erhellen. mich tugendhaft stets leben; 2. Ach! du sollst ihm sein bis du auch mich, wenn dirs Tempel seyn: er selbst macht gefällt, in Friede wirst aus dich von Sünden rein, hat dieser Welt in deine Wonn Luft in dir zu wohnen. Do, erheben. Vom Verhalten und Geschäfte Jesu in seinem Leben auf Erden. Mel. Mir nach, spricht Chriftus c. allerhöchstenliebe! du warst, 139.D u wesentliches o Jefu, ganz erfüllt mit Gott Ebenbild der geweihtem Triebe. Gott War in feinem Leben auf Erden. 131war dein Zweck, dein poch- wie du, den Willen deines ftes Out: ipm folgtest du Baters thu! mit Heldenmuth. 2. Du warst mit ihm Ein Mel. Schmücke dich, o liebe ic. Sinn, Ein Herz. Sein Wit 140.Silan, beine le war dein Wille. Du ehr Menschenliebe teft ihn, auch unter Schmerz, war die Quelle jener Triebe, mit höchst zufriedner Stille, die dein ganzes Herz regies Auch auf der allerraußften ret, und dich selbst dahin ges Bahn sahst du ihn doch, als führet, daß du, unserm Heil Bater, an. zu dienen, bist in Knechtss gestalt erschienen. O wer faßt, frin Gebot vollkommen zu treuen Menschen liebe! die Großmuthstriebe deiner erfüllen; und unterwarfst dich bis zum Tod ganz del nes Vaters Willen. Dein 3. Du suchtest nichts als weinen; jedermann mit Hülf 2. Feinde mitleidsvoll bes erscheinen; sich der Blinden, Hauptgeschäft war das alcanfen, Urmen mehr als lein, Ausführer feines Raths väterlich erbarmen; der Bes zu seyn. trübten Klagen hören; sich 4. Du gingsl verstummt in andrer Dienst verzehren; zur Schlachtbank hin, Ge dies sind Proben wahrer Güs borsam zu bezeigen. Mante: und so, Herr, war dein fah dich mit gelaßnem Sinn Gemüthe. zur Schädelstätte steigen. Du 3. Die Betrübten zu ers warft zur tiefsten Schmach quicken, sie dem Kummer zu gefaßt, und tragst die schwe- entrücken; die Unwissenden re Kreuzeslast. zu lehren; die Verkehrten zu 5.O Heiland, der du mich befeßren; Sünder, die sich versöhnt, laß dein Verdiens selbst verstocken, langmuthss. mich dicken, wenn mich, der voll zu sich zu locken; war, ich Gott oft verhöhnt, ver- mit Schwächung deiner Kräfs diente Strafen schrecken. te, Herr, dein tägliches Ges Hilf mir, daß ich so gern schäfte. 32 40 132 Vom Verhalten und Geschäfte Jesu 4. O wie hoch stieg dein mich dein mitleidsvolles Erbarmen, da du endlich für Herze. Heilige auch meine die Armen, die des Todes Triebe zu rechtschaffner Mena werth, dein Leben in den schenliebe; laß mich immers Tod dahin gegeben! da, zur mehr auf Erden deinem Tilgung unsrer Schulden, Muster ähnlich werden. du die Strafen wolltest dul-( Vergl. 443. 319-324.) den, und uns Leben zu ermet. Allein zu dir, Herr Jesu. werben, willig warft Kreuz zu sterben. am 141.Du weinest um Jerusalem, 5. Deine Huld hat dich Herr Jesu, beiße Zähren, getrieben Sanftmuth und zum Zeugniß: daß dirs an Geduld zu üben, Haß mit genehm, wenn Sünder sich Haß nicht zu vergelten, deis bekehren; daß mir in Trüb ne Schmäher nicht zu schel sal, Angst und Pein dein ten, allen freundlich zu be zärtlich Herz werd offen seyn; gegnen, deine tästerer zu daß du dem, der sich zu dir fegnen, deine Feinde zu ver. naßt, schenkst Hülf und Rath, treten, und für Mörder selbst zur Zeit, wenn er sie nöthig zu berhen. bat. 6. Uller Welten Herr und 2. Ja, Heiland, deint Ronig! Sohn des Höchsten! Thränen sinds, die Fräftig o wie wenig baft du je nach für mich bitten, wenn ich die Ruhm getrachtet, und auf Pflichten eines Kinds un Menschenlob geachtet! dei dankbar überschritten. Wie nes Vaters heilgen Willen boch sind sie vor Gott ge mit Gehorsam zu erfüllen, schäßt! wer sie zu seinem und uns Heil und Troft zu Troste seßt, der wird, wenn geben, war der Zweck von er voll Traurigkeit fein deinem Leben. Thun bereut, mit Gnad und 7. Laß mich, Herr, mir Heil von Gott erfreut. felbst zum Segen, deinen 3. Hier muß ich auch für Wandel oft erwägen; es er- Angst und Schmerz oft bittre quick in meinem Schmerze Thränen weinen. Der Boss beit in seinem Leben auf Erden. 133 beit Unblick quålt mein Thränen weintest du zu Gott Herz; oft frånkt die Welt uns Sünder zu verföhnen. die Deinen. Bemächtiget Du stritteft erst; bann gin' bann meiner sich der Kum gest du aus allem Streit in mer, o, so tröst ich mich: daß deine Ruh: dorthin erhebst du, mein Heiland, Jesudu einst auch mich; dann Christ, im Himmel bist und preis ich dich für deine Thrås bülfreich auf die Deinen nen ewiglich. siehst. Mel. Vater unser im Himmelr. ic. 4. Du ſiehst, Herr, mei: 142. Rein Lehrer ut dir ne Thränen an, und du hast Jesu gleich, an fie gezáblet, wenn ich sie Weisheit und an Liebe reich, selbst nicht zählen kann; daß bist du sowohl durch Wort dir nicht eine fehlet. Sie als That der schwachen bleiben immerdar vor dir, Menschen sichrer Rath. Es und neigen bald dein Herz freut mein Geist im Glaus zu mir, doß es, da du oft ben sich, Herr Jesu, dein und gleiche Last erfahren bast, lobet dich. ben meinem Jammer Mita leid faßt. 2. Du kamst zu uns von Gott gesandt, und machtest 1. Der Christ, der bier uns den Weg bekannt, wie mit Thrånen fåt, zu Gott wir, befreyt von Sündens in Demuth stille, der er dtet, fchuld, theilhaftig werden wenn er auferst- bt, der Freu- jfeiner Huld. Auf ewig sen den reichste Fülle; er erndtet dir Dank und Ruhm, Herr, Freuden, welche man hier für dein Evangelium. nicht verstehn, noch nennen 3. Du sabest in der Gotts Pann. Nach kurzem Leiden beit Licht, mit aufgeklärtem dieser Zeit folgt Herrlichkeit U gesicht, was, nach des den Frommen nach in Ewig- Höchsten weisem Rath, die feit. Welt noch zu erwarten hat; 6. Du selbst erbuldest du machtest selbst durch deis Qual und Spott, eh Wonn nen Mund das fünftige den und Preis dich frönen. Auch Menschen fund. I3 4. Dies 134 Vom Verhalten und Geschäfte Jesu' 4. Dies und die Wunder 8. Mein Heiland, send deiner Hand sind uns ein ihn auch zu mir, daß er mich göttlich Unterpfand, daß das, zu der Wahrheit führ, von was man von dir gehört, sey Eigendünfel mich befrey, Wahrheit, die uns Gott ge- damit ich dir gehorsam sey; lehrt. Nie schwäche mir der bis mich ben dir in Ewigkeit Frevler Spott den Glauben ein helles Licht dereinst ers an dies Wort von Gott, freut. 5. Du lehrtest, Herr, durch Wort und That: man Mel. Wer nur den lieben Gott zc. trifft der reinsten Tugend143.Wie göttlich find Pfad in deinem beilgen doch Jesu Wandel an. Gieb, Herr, daß ren! wie überzeuget feine ich auf dieser Bahn, gestärkt Macht; so bald wir von den von dir, mit fteter Treu dir Thaten hören, die er noch in nachzufolgen eifrig sey. dem Fleisch vollbracht: da 6. Du bist es, Herr, von stimmt ihm unfer Glaube dem das Amt, das die Ber bey, daß er der Welt Erld, föhnung predigt, stammt. fer sey. Du machst durch trener deh- 2. Die Herrlichkeit war rer Mund noch jeht dein Heil voller Gnaden, die man aus den Menschen fund. Beglei- seinen Zeichen sah. Er with te stets mit deiner Kraft ihr te nie zu jemands Schaden, Amt, damit es Nußen wie von Propbeten oft ge schaft! schah; er raffre auch den 7. Noch immer hilfst du Sünder nicht durch Tod und deinem Wort in seinen Sie Plagen vors Gericht. in gen mächtig fort. Du fen- 3. Er schenkte das Ge dest, wie dein Mund ver- sicht den Blinden, den Tau heißt, noch immer deinen gu ben gab er das Gehör, der ten Geift, der dem, der Aussaß mußte vor ihm Wahrheit sucht und liebt, schwinden, derStumme sang zum Glauben Licht und Kräf- ihm Dank und Ehr. Sein te giebt. Kraftwort hieß die Lahmen gehn, in seinem Leben auf Erden. 135 gehn, und selbst die Todten| Mel. Herzliebster Jesu, was sc. auferstehn. 144 Still, niedrig, oh4. Es schalt des Satans ne rauschendes Legionen; die Legionen scheu- Gepränge, entfernt von dem, ten ihn: so mußten sie die was sonst der Menschen Menschen schonen, und plök Menge groß glaubt: so wans lich in den Abgrund fliepn. delte der Herren Gröster, Berief er seiner Engel der Menschen Bester. Schaar, so stellten sie sich dienfibar dar. 2. Nicht sich bedienen lass fen, andern dienen wollt er, 5. Sein Segen speifte der Herr, der uns zum Heil ganzeherre, da, wo es doch erschienen; freywillig wäblte an Brod gebrach. Er gab er, ftatt Erdenfreuden, Ars Befehl an Wind und Mee- muth und leiden. re: es ließ ihr Sturm gehor3. Doch groß war er bey sam nach. So fahe man, in aller äußern Blöße: groß allem Thun, auf ihm der durch die flille, ihm nur eig, Gottheit Fülle rußn. 6. Wir danken, Höchster, deinerStärke, die Jesum vor Ine Größe; erhaben, groß, durch alles, was er dachte, prach und vollbrachte. der Welt verklärt; der durch 4.Unschuld und Wohlthun so große Wunderwerke, als war sein ganzes Leben, der dein Gesandter sich bewährt! Menschen Wehl gewenst, wir nehmen ihn im Glauben undGott ergeben; ganz Thà: an, und sind ihm willig unstigkeit, sein Werk und Got terthan. tes Willen tren zu erfüllen. 7. Erfüll, o Herr, nur 5. Von Gottes Kraft bes unsre Herzen mit seiner Leh- lebre Lehren flossen von seis ren Göttlichkeit, damit wir nem Munde, um ihn her er: nicht das Heil verscherzen, goffen sich Strôme von Holds das uns dein Sohn allein feligkeit und Gnade, auf jes. verleißt: und schaffe, daß dem Pfade. ihm unfre Treu bis in den Tod beständig sey. 6. Ihr Müden( sprach er einst mit bolden Blicken) 34 fommt, 136 Vom Leiden und Tode Jesu. fommt, folget mir; und ich Schmerz und Seuchen for will euch erquicken: wer mein gleich entweichen. Wort hört und glaubet, der 11. Er sprach: und Heis wird leben, ja ewig leben! lung und Genesung kamen, 7. Untadelhaft, von fei- den schwer Bedrückten, Blins ner Sünd entweyhet, sprach den, Tauben, tahmen. Sein er: wer ist, der mich nur Wort beseelte und belebte Einer zeißet? und zeißen wieder der Todten Glieder. fonnten ihn die Tadler fei- 12. Wer hat jemals, wie ner, ibn auch nicht Einer. er, gelebt, gelebret? Wer so 8.Sounschuldsvoll, so op- viel Licht und Heil der Welt ne alle Fehle, so wahr sein gan- gewähret? Wer hat je sol. zer Wandel; seine Seele vor cher Thaten Ruhm erreichet, Gott so peilig und so himm- der seinem gleichet? lisch reine, als nie noch feine. 13. Er wars, der uns zum 9. Auch Stralen seiner Heil erscheinen sollte, durch Gottheit ließ er leuchten. den uns Gott begnadgen, segi That Thaten, und sprach nen wollte. Ihn kennen und Worte, die bezeugten, daß er verebren, macht auf ewig der Herzen Rath und innre beglückt und selig. Tiefe versteh und prüfe. 14. Dem großen Beyspiel, 10. Was er nur sprach, das du uns gegeben, mit sland da zu seiner Eh.e. Er möglichstem Gehorsam nach, sprach, und ihm gehorchten zuleben; das laß sich alle, Wind und Meere. Auf sein Herr, die dich bochschäßen, Wort mußten Tod, und zum Ziele setzen! Vom Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. Erweckung zur beilsamen der Liebe zu verfenfen, die Betrachtung derselben. dich bewog, von aller Schuld Mel. Herzliebster Jefu, was ic. des Bösen, uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein dein Leiden zu Mensch, gleich uns auf Er bedenken, mich in das Meer den; und bis zum Tod am 145.Herr, fårke mich, Kreuz Vom Leiden und Tode Tefu. 137 Kreuz geborsam werden; anterwinden, Gott zu ergrüns unfrer Statt gemartert und den? zerschlagen, die Sünde tra 8. Das Größt in Gott gen; ist, Gnad und lieb erweisen; 3.Welch wundervoll hoch uns kommt es zu, sie des beiliges Geschäfte! finn ich mutbsvoll zu preisen; zu thm nach, so zagen meine fehn, wie hoch, wenn Gott Kräfte, mein Herz erbebt, uns Gnad erzeiget, die Gnas ich feb und ich empfinde den de steiget. Fluch der Sünde. 9. So sen denn ewig auch 4. Gott ist gerecht, ein von mir gepriesen für das Richer alles Bösen. Gott Erbarmen, das du mir ers ist die Lieb und läßt die Welt wiesen, da du mein Heiland, erlösen. Dies kann mein Geist, auch für mich dein Leben das mit Schrecken und Entzü bin gegeben. cen, am Kreuz erblicken. 10. Du liebtest mich; ich 5. Es schlägt den Stolz will dich wieder lieben, und und mein Verdinit darnie- stets mit Freuden deinen der; es fürzt mich tief und Willen üben. Ogieb zu dies es erhebt mich wieder; lehrt sem seligen Geschäfte, Herr, mich mein Glück, macht mich selbst mir Kråste. aus Gottes Feinde, zu Gottes Freunde. Mel. Herzliebster Jefu, was ic. 6.0 Herr, mein Heil, an 146. Rom be, ibe Pommt deffen Blut ich ich Chriften, kommt, liege bier vor dir gebückt im laßt uns von Herzen betrach, Staub, verliere mich mitten Chrifti leiden, Pein und dankendem Gemüthe in dei- Schmerzen: er tritt die Kel ne Güte. ter Gottes,( Sünder weine!) 7. Sie übersteigt die tritt sie alleine. menschlichen Gedanken: al- 2 Uch seht, wie angst lein sollt ich darum im Glau- vird ihm von unfern Güns ben wanken? Ich bin ein den! im Staube muß er Mensch; darf der sich un- sich am Delberg winden, daß Is 338 Vom Leiden und Tode Jesu. ihm der Todesschweiß mit 8. Er ward gegeiffelt mit dem er ringet, blutig aus- geflochtnen Riemen, fein Růdringet. den ward blutrünstig voller 3. Der Heiland fällt im Striemen; von feinem Garten zu der Erben! ein Haupt, mit Dornen wund geEngel muß bes Trösters stoffen Blutstropfen floffen. Tröfter werden, es bringt die 9. Voll Bluts mard er Kreatur dem Herrn der Wer- zum Schimpf umber gefüh te, dem Schöpfer Stärke. ret, mit einem Pupur nue 4. Was wir und Abam zum Sport gezieret, durch batten übertreten, dafür muß bonisch Grüßen und Vers jetzt der Herr mit Zittern be- speyn entehret, sein Schmerz then; es ist der Zorn, der über vermeßret. uns entzündet, den er empfindet. 10. Er ward verurtheilt und ans Kreuz gebenket 5. Uus Geiz verrieth ihn mit Effig und mit Gallens Judas feinen Feinden, und, trank getränket, und mußte gleich als Einer noch von sei- noch am Kreuze, bis zum nen Freunden, gab er der Scheiden, Verspottung leis Schaar die losung durch den. sein Grüßen, und falsches 11. Das alles hast du, Küffen. Herr, für uns gelitten; so 6. Die nun mit Schwerd sauer uns ein ewig Glück und Waffen fertig stunden, erftritten! o mochten wir, die führen ihn zum Carpbas Erldste, dich doch preisen, die gebunden, wo er um seineleb- Dank erweisen! re ward befraget und hart 12. Nimm an den Danf, verklaget. den Herz und Lippen singen, 7. In dessen Munde nie bis du uns zu der Engel Betrug gefunden, ließ sich Chor wirst bringen; wo wir von Sündern, welche um vollkommen in dem bessern ihn stunden, verklagen, schla- Leben dein Lob erheben! gen, schimpfen und verhöh- 13. Hilf Jefu, daß wir nen, mit Dornen trônen. Gott auch unsre Seelen, wie du 139 Vom Leiden und Tode Jesit. du gethan, an unserm End 5. Was liegt dir nun ob, befehlen, und selig einst auf mein Herz, dem dich danks deinen Tod und Leiden von bar zu beweisen, der sogar binnen scheiden. durch Blut und Schmerz seis Mel. Liebster Jeju, wir sind sc. ne lieb an dir will preifen; ne Seel, er- Kannst du wohl mit schwa: 147.Sene muntre dich, chen Liedern ihm so große Jesu Liebe zu bedenken! auf Lieb erwiedern? sein Leiden müsse sich deine 6.20h! ich kann ihm nim, ganze Andacht lenken. Ach, mermehr das geringste nur erwag die große Treue und vergelten. Ich muß leider! dich deines Jefu freue! räglich sehr meine große 2. Gieß! der wahre Gotts Trägbeit schelten. Oft hab' tes Sohn ist für dich ans ich ihn lau geliebet, oft durch Kreuz gebänget; fein Haupt Sünden gar betrübet. trägt die Dornenfron, fein 7.Was geschehen ist, daß Schweiß ist mit Blut vers foll ferner nicht von mir ge menget; er läßt sich für dich schehen! fest entschlossen, eie verwunden: wo ist größre fersvoll, einen andern Weg Leibe funden? zu geben, will ich fünftigJes 3. Du, du solltest große su leben und mich ihm zum ² Pein ewig in der Hölle leiden Opfer geben! und von Gott verstoßen seyn, 8. Weicht, ihr Sünden, ewig fern von allen Freuden; weit von mir, euch darf ich aber Jefus trägt die Sün nun nicht mehr leiden! liebt den, daß du könntest Gnade ich euch; so würdet ihr mich finden. on von meinem Heiland schei4. Durch sein Leiden wird den, ohne welchen ist kein Les gestillt des gerechten Gottes ben, keine Gnade, fein Vers Rache. Er hat das Gefeß geben. erfüllt, gut gemacht die böse 9. Dir, mein Jefu, die, Sache, Sünde, Teufel Tod mein Hell, dir will ich mich bezwungen und den Himmel ganz verschreiben, daß ich dir, dir errungen. Imein bestes Theil, ewig will ges 140 Vom Leiden und Code Jesu. getreu verbleiben, Nichts: 14. 264s für Kuft und nicht leben, sterben, letden, soll Süssigkeit, welchen Frieden, mich, Jefu, von dir scheiden! was für Freuden, was für 10 Du mein Jesu, sollst Rube nach dem Streit, was es fenn, auf den sters mein für Epre bringt dein Leiden! Auge blicket. Wie du mein, Ewig werd ich dich dann lo. so will ich dein, bleiben stets ben, wenn mich Gott zu sich und unverrücket. Was du erhoben. liebst, will ich auch lieben; 15. Taglich, täglich freu und was dich, soll mich be- ich mich auf dies freuden vlle trüben. Leben. Heyland, dir sey 11. Was du willst, das Dank; durch dich wird es fey mein Will, dein Wort mir dereinst gegeben! laß, meines Herzens Spiegel: es glaubig zu behalten, dei wenn du schlågest, balt ich ne Kraft stets in mir walten. fill. Dein Geift bleibt mein mel. Ein Lämmtein geht und ic. Pfand und Siegel, daß ich 148. Geforfch mich, foll den Himmel erben darHerr, erfabr auf kann ich frölich sterben. mein Herz, und prüfe meine 12. Nun fo bleibt es fest Triebe. Ich denk an deines baben: Jesus soll es seyn und Leidens Schmerz, an deine bleiben, dem ich lebe, deß ich große liebe. Dein Kreuz sey) fen; nich s soll mich von Je- mir gebenedent! welch Wuns fa treiben. Du wirst Jefu der der Barmherzigkeit hast mich nicht laffen, ewig will du der Welt erwiesen! Wenn ich dich umfassen. bab ich dies genug bedacht, 13. Ist schon jeßo, ist und dich aus aller meiner fchon bier folche Freud und macht genug dafür geprie, Ruß zu finden, wenn im sen? Glauben wir mit dir uns 2. Rath, Kraft und Frie o Jesu, recht verbinden; defürst und Held! in Fleisch Schenkst du dies schon hier und Blut gekleidet, wirst du auf Erden, was wird uns im das Opfer für die Welt, und Himmel werden! deine Seele leidet. Dein Freund, Vom Leiden und Tode Jesu. 141 erträgst Freund, der dich verråth, ist Größt im Herzen, nah: des Zornes Gottes du Sport Schmach und Ges Stand ist da und Schrecken walt voll Krankheit und voll stromen über. Du sagst, und Schmerzen. Wir sahn dich, fühlst der Höllen Web; ists der Verbeißung Ziel; doch möglich, Bater, o, so geß der da war nichts, das uns ges Relch vor mir vorüber. fiel, und nicht Gestalt noch 3. Dein Schweiß wird Schöne. Vor dir, Herr, un: Blut; du ringft und zagst, fre Zuversicht, verbarg man und fällft zur Erde nieder; selbst das Angesicht; dich du, Sohn des Höchsten, schmähn des BundesSchhe. kämpfft, und wagst die erste 6. Ein Opfer nach dem Bitte wieder. Du fühlst, von ewgen Rath, belegt mit un Gott gestärkt im Streit, die seen Plagen, um deines Vol Schrecken einer Ewigkeit, fes Missethat gemartert und und Strafen ohne Ende. Auf zerschlagen, gebst du den dich nimmst du der Menschen Weg zum Krenzesstamm, Schuld, und giebst mit gotts in Unschuld, stumm, gleich licher Geduld dich in der als ein Lamm, das man zur Sünder Hände. Schlach bank führet. Frey 4. Du trägst der Misse, willig. als der Helden Held, thåter tohn, und hattest nie trågst du aus Liebe für die gefündigt; du der gerechte Welt den Tod, der uns ges Gottessobn! so wars vor- bühret. ber verkündigt. Der Frechen * Schaar begehrt dein Blut, 7.Du neigst dein Haupt: du duldest, göttlich groß, die es ist vollbracht. Du stirbft: Wuth, um Seelen zu erret- die Erd erschüttert. Die Urs ten. Dein Mörder, Jesu, beit hab ich dir gemach. war auch ich; denn ost Herr, meine Seele zittert. warf aller Sünd auf dich, Was ist der Mensch, den du damit wir Friede båtten. befrent? O wär ich doch ganz 5. Erniedrigt bis zur Dankbarkeit! Herr, laß mich Knechtsgestalt, und doch der Gnade finden; und deine kie. Univ.- Bibl. Giessen 142 Vom Leiden und Tode Jesu. Liebe dringe mich, daß ich le Sünden meiden: deinen dich wieder lieb, und dich nie Tod und sein Ursach frucht, freuzige mit Sünden! barlich bedenken, dafür, wies 8. Welch Warten einer wohl arm und schwach, dir ewgen Pein für die, die dich Dankopfer schenken. verachten; die, folcher Gna: de werth zu seyn, nach tei. Singang undwilligkeit Jes nem Glauben trachten! für su zu seinem Leiden. die, die dein Verdienst ge Mel. Herr Gott, der du ic. ſtehn, und dich durch ihre 150. Ein Lamm geht Lafter schmähn, als einen hin und trägt Gündendiener! Wer dich die Schuld der Welt und ißs nicht liebt, kommt ins GererKinder; es geht und bů. richt. Wer nicht dein Wort set in Geduld, die Sünden hålt, liebt dich nicht; warst aller Sünder. Es gehet hin du gleich sein Verfühner. aur Marterbank, fühlt 9. Du haft gesagt du Schmerz und Angst, wird wirft die Kraft zurheiligung matt und krank, wählt Leis mir schenken. Dein Blutden statt der Freuden. Es ifts, das mirTroft verschafft, duldet für uns Schmach und wenn mich die Sünden krån Sport, Angst, Wunden, ken. Laß mich im Eifer des Striemen, Kreuz und Tod, Gebeths, laß mich inlieb und und sprach: ich wills gern Demuth stets vor dir erfun leiden. den werden. Dein Heil sey 2. Das Lamm ist der ers mir der Schirm in Noth, habne Freund, der Heiland mein Stab im Glück, mein unsrer Seelen: den Gott, Schild im Tod, mein letter der aller Sünde feind, zum Troft auf Erden! Mittler wollen wählen. Du, Met Chriftus der uns selig ic. fprach er, nimm dich derer 149.ilf, prifte an, die über sich im blinden Gottes Sohn, Wahn gebracht des Zornes durch dein bitterleiden, daß Ruthen. Der Zorn ist schwer, wir, bir stets unterthan, als die Strafe groß; toch du Vom Leiden und Tode Jesu. 143 vermagt es; mach sie los und wann mein Herz im Tos durch Sterben und durch de bricht, sollst du mein Les Bluten. ben bleiben. Du sollst mir 3.Ja, sprachst du, dies sey seyn mein höchster Ruhm; unser Bund: mich magst du ich will mich dir zum Eigens für sie schlagen; mein Wol- thum auf immerbar vers len hångt an deinem Mund, schreiben. ich will die Sünde tragen. 6 Ich will von deiner liebe, groß ist deine Freundlichkeit beyNacht und Macht, daß Gott, was nie Tage singen; dir will ich auch kein Mensch gedacht, den zu aller Zeit mich selbst zum eignen Sohn uns schenket! Opfer bringen; mein ganzes Olieb des Sohnes, du bist Leben soll nun dir, und deis groß, du haft ihn aus des nem Namen für und für, in Baters Schoos hinab ins Dankbarkeit verfließen; wie Grab gesenket. großes du an mir gethan, 4. Du marterft ihn am das will ich stets, so tiefich Kreuzesstamm, damit wir kann, in mein Gedächtnis Gnade finden; er låst sich schließen. schlachten, wie ein Lamm, 7, Erwach, mein Geift, zum Opfer für die Sünden; um dich zu freun! du sollst für alle fiirbt er; auch für gesegnet werden mit Schäs mich eraießt hier sein Liebe ßen, die viel größer seyn, sich in Stromen seines Blu- als Schäße dieser Erden. tes. Otheures lamm! was Nichis seyd ihr, Güter die soll ich dir dafür erweisen, ser Welt! was mir vor allen daß du mir erzeigeft so viel bem gefällt, hat nun mein Gutes? Herz gefunden: mein Kleis 5. Im ganzen Leben will nod, und mein bestes Gut ich dich aus meinem Sinnlift, Jefu, dein vergognes nicht lassen; dich will ich Blut, der Strom aus dels stets, gleichwie du mich, mit nen Wunden. Liebesarmen fassen; du solist 8. Das soll und will ich seyn meines Herzens Licht, mir zu Nuß zu allen Zeiten mas 144 Vom Leiden und Tode Jesu. machen; im Streite soll es verfiåret schaut, nun ewig fenn mein Schuß, ein Trieb anzubetben. zum steten Wachen; es soll met. Herzliebster Jesu, was ic. mich machen froh und ftill 151.Wiegrundfos find und wenn mein Geift ermatten will, so fell es ihn erner liebe; wie tren, wie zårt, quicken: es foll mir seyn ein lich, I fu, deine Triebe! fein Trostesquell, die Nacht der Mutterberz gleicht deinem Sorgen machen bell, mich treuen Herzen, in deinen auch ins Kreuz zu schicken. Schmerzen. 9. Was schadet mir des 2. Was ist der Mensch, Todes Gift? dein Blut daß du sein so gedenfest? bringt mir das Leben; es paß du für ihn dich in das fann in allem, was mich Elend fenfest? Was findest trifft, mir Rath und Stärke du an mir und an uns allen geben; erquicket mich in je- für Wohlgefallen. dem Schmerz, erfüllt mit 3. Verdient Verachtung reichem Troft mein Herz, göttlicher Gefeße; verdient wenn schon der Leib erkran- Berschwendung unschätzba: ket; schafft, daß wenn hier rer Schäße; verdient ein auf diesem Meer auch Stür- felbst gemachter böser Scha me brausen um mich ber, be des Richters Gnade? mein Glaube doch nicht 4. Was zieht dich denn, wanfet. Erlöser, auf die Erde? Was 10. Wenn ich in jene Welt schadet dirs, wenn ich un geb ein, nach überstandnem glücklich werde? Du bleibeft Leiden; so soll dies Blut der doch, wenn ich gleich Strafe Hauptschmuck seyn, mit dem leide, ins Himmels Freude. ich mich will fleiden. Es foll 5. Verehrt beschämt den fenn meines Hauptes Kron, weisen Rath, ihr Christen, in welcher ich will vor den den einzusehn die Engel Thron des böchsten Vaters selbst gelüften: bewundert treten; um dich, dem er mich doch in dem Erlösungswer. anvertrant, da, wo man dich le der Liebe Stärke! 6. Des Vom Leiden und Tode Jesu. 145 6. Des Höchsten Sohn er selbst macht den gerecht, büßt für die Menschenkinder, der an ihn gläubet, und in der Heiligste bezahlet für die ihm bleibet. Sünder, der lebensfürst und 12. Zeuch mich, erwürg aller Bosheit Rächer stirbt tes kamm, zu deinem Kreus ben dem Schächer. ze, damit dein Blut die See 7. Kann dein Verstand le dring und reize, dich, den so bohe Gnadenzeigen, fo Erwerber aller guten Gar große Wunder seiner Huld ben, recht lieb zu haben. erreichen? Thut er nicht 13. Dir, Jesu, leb ich; die mehr, uns Sünder zu erhö- will ich auch sterben. laß ben, als wir verstehen? den nur nicht, den du ver. 8. Herr, lehre selbst mich fößnt, verderben. Obilf mie deine Hulderkennen; im rech- jetzt und in den letzten Stuns ten Glauben meinen Herrn den durch deine Wunden. dich nennen! Erbarme dich, und heile meinen Schaden, Mel. Christus der uns felig ic. Quell aller Gnaden! 152.Mein Erlófer, 9. Ich bin verderbt vom auch für mich Fuße bis zur Scheitel. Mein gingst du hin zum Leiden, Herz ist trokig, widerspen und begabst dich williglich flig, eitel. Mein bestes Zhun aller beiner Freuden. Du ist mangelhaft und fündlich; sabst Bande, Schmerz und ich fehle stündlich. Hohn, fahst den Tod von fers 10. Darum flieh ich zu ne: doch ertrugst du, Gotdeinen Liebesarmen. Ich such tes Sohn, alle Leiden gerne. und bitte nichts, als dein Er- 2. Du entfloßst nicht der barmen. Verstoß den nicht, Gefahr, die dir, Heiland, der seine Sünden basset, und drohte; als die Stunde koms dich umfaffet. men war, gingst du froh zum 11. Was machst du, Tode. Willig. übergabst du Feind, mir Chrifti Huld verdich in der Feinde Hände, dächtig? schweig, seine Kraft und bliebst unveränderlich ist ja im Schwachen mächtig; treu bis an das Ende. K 3. Leh 146 Vom Leiden und Tode Jesu. 3. Lehre mich, wie du, so in Banden, Lästerung, ja still, und geduldig leiden; Kreuz und Tod willig aus, wenn es einst dein Rath gestanden. fchluß will, fanft und selig 3. War es unsre Wür: scheiden. Stärke mich, wenn digkeit? Nein, des Vaters ich einmal sterbend zu dir fle Güte; Jesu, deine Freund be, daß ich durch des Todes lichkeit, und dein treu Ge Thal ohne Schrecken gehe. müthe. Dies hat dich ans 4.Dant, o Jesu, Dank sen Kreuz gebracht, daß kein dir für dein schweres leiden; Mensch verzagte, wenn der denn dadurch erwarbst du Sünden Meng und Macht mir deines Himmels Freu: das Gewissen nagte. den. Nunmehr weiß ich, daß 4. Ddu wundervoller im Tod ich nicht ewig sterbe; Rath, den man nie ergrün denn ich bin versöhnt mit der! o du liebesvolle That, Gott, bin des Himmels die man sonst nie findet! was Erbe. Met. Christus der uns selig c. efu meiner See der Mensch, der Erdenknecht gegen Gott verbrochen, wird an dir, der doch gerecht, und zu gut gerochen. 153.Jefu le licht, Ur5. Meine schwere Süm sprung meiner Freuden, mei denschuld hat dich so zerschla nes Herzens Zuversicht gen, diese bast du mit Ge ! nimm doch für dein Leiden buld für mich abgetragen; meines Dankes Opfer an; Herr, für meine Misferhat wenn mit schwacher Seele hast du dich verbürget, dieſe ich, was du an mir gethan, ist es, die dich hat an dem preise und erzähle. Kreuz erwürget. 2. Ich erwäg es oft und 6. Alle Strafe, die ich war viel, was dich doch getrieben, auszustehn verbunden, lieget Sünder, ohne Maas und auf dir, drückt dich schwer, Ziel, wie du thatst, zu lies und durch deine Wunden wird ben; daß du für uns Angst unsFried und Heil gebracht. und Noth, Schlåg und Hohn Sollt uns nicht geziemen, Deine Vom Leiden und Tode Jesu. 147 deine starke Liebesmacht meinen Herland, Freund und ewiglich zu rühmen? Hirt, Jesum, der erstanden. 7. Die erworbne Sicher, beit laß nun mein Gewissen Mel. Wenn meine Sünd mich sc. zwischen Angst und Tod und 154.Den Ratsschluß Streit fråfriglich geniessen; deiner Güte, ach, stårk du mit Trost mein Herr, foll mein Geist ere Herz: wirf, durch deine böhn. O lenke mein Gemüs Schmerzen, meine Schmer: the, ihn richtig zu verstehn! zen hinterwärts fern aus ich ehre deinen weisen Rath, meinem Herzen. der Jefum für uns Sünder 8. Laß, sobald mein Herz cahin gegeben hat. erschrickt über seine Sünden, 2. Noch eh dein Wort die wenn auf dich mein Glaube Erde aus nichts bervorges blickt, mich, Herr, Gnade bracht, da hast du schon, der finden. Jesu, sieß, ich falle Erde zu ihrem Heil gedacht. bir mit wahrhafter Buße, Von Ewigkeit hast du ihn und mit Besserungsbegier schon zum Opfer ausersehen, glaubenskühn zu Fuße. den eingebornen Sohn. 9. Nun weiß ich, worauf 3. Er kam zu uns hernie. ich bau, und bey wem ich der in der erfüllten Zeit, ere bleibe, wessen Fürsprach ich warb für seine Brüder des vertrau und an wen ich glaus Himmels Seligkeit. Was be. Jesu, du bist es allein, ißm sein Vater zugedacht, welcher mich beschirmet, das trug er mit Gehorsam, wenn der Laffer Schuld und bis er es ganz vollbracht. Pein mein Gemüth bestür, met. 4. Er wußte, was zu tras gen ihm Gottes Rath ges 10. Ich will, weil ich einst bot; er saß die Laft der mit dir werd im Himmel Plagen, saß seinen Kreuzes. erben, Herr in deinem Dien tod. Doch floß er seine Leis fle hier leben und auch ster den nicht, er ging dem Tod ben; bis mein Auge sehen entgegen mit Muth und Zus wird, nach den Todesbanden, versicht. R2 S. Die 148 Vom Leiden und Tode Jesu. So Dir, Jefu, mein Er. hingesunken auf die Knie ars barmer, sen Danck für deine beitet er in schwerer Müß, Treu; durch dein Blut bin und fämpfet im Gebethe. ich Armer von allen Stra Er wünscht den schweren fen fren. Die längst dir zu Kampf verkürzt. Wer sieht gemeßne Noth, dein Mitt dies, und wird nicht bestürzt? lertod am Kreuze, hat mich O schauervolle Stätte! versöhnt mit Gott. 3. Wie bist du, Gott, so 6. Laß mich bey meinen Pla wunderbar in allen deinen gen Gott ehren durchGeduld, Werken! ein Knecht, ein En fie so gelassen tragen, wie du gel muß sogar den Herrn trngst meine Schuld. Sein vom Himmel stärken? Er Weg sen mir hier wunderbar; ringt; von seinem Ungesicht dort werd ich es erkennen, wie fließt Schweiß,( ach wer felig er mir war. entfeßt sich nicht!) gleich Leiden Jesu am Oelberge. Tropfen Bluts zur Erden! Mel. Herr Gott, der du erforschest ic. Der du in reinster Unschuld solcher Ungst o Herr, ergrif fen werden? 155.So get ou. Je prangst, wie konntest du von fu, williglich, dein Leiden anzutreten; mit heissen Thränen auch für mich zu kämpfen und zu be ten. Du, der du nichts ver brochen hast, gebst hin, um aller Sünden last auf dich al lein zu laden. So groß die Laft der lei en war, so stellst du dich doch willig dar, das mit sie uns nicht schaden. 4. Ach Herr, dies Leiden sollte ich, der Sündenknecht, empfinden; so sollten alle Sünder sich im Staube blus tend winden. Ich Urmer, wie bestünd ich da? vor Gote tes Zorne müßt ich ja ohn allen Trost versinken. Und da kommst du, daß du ihn stillst, SohnGottes, du du selber willst den ganzen Zorns felch trinken. 2 Du Held, der andern Stårke giebt, was fann dich so erschüttern? Ach, seine Seele wird betrübt, des Hel. den Glieder zittern. Dort 5. Wohl mir! der Sohn des Höchsten hat für mich sich richs Vom Leiden und Tode Jesu. 149 richten lassen. Gott, welch| schüttert, im Staube zittert. ein wundervoller Rath! Wer kann dies Wunder faffen? Ach, da uns Fluch und Rache Drohn; da richtetGotz für une den Sohn, den er uns selbst gegeben. Nun freu dich, See le, du kommst nicht in Gottes schreckliches Gericht, du Dringst hindurch zum Leben. 3. Er, Jefus zittert, und fånge an zu zagen: er, Jes fus, ist von Trauren so zer schlagen, daß ihm der große Schmerz, mit dem er tinget, Blutschweiß abbringet! 4. Warum mußt du; o Jesu, doch so zagen? ach wer ermißt die Größe deiner Plagen? da du dich vor der Angst, die du empfindest, im Staube windest! 6. Doch denk, um welchen hohen Preis er dir dein Heil erftritte: wie er für dich, im Todesschweiß, ganz unaus. 5. Du seufzest, bebeft, fprechlich litte! Ach, Seele, schwimmft in heiffen Thrås ringe, daß dich nie bie Sünd in ihreNike zieh, nichts detne Trea erschüttre! reizt dich das Fleisch, so höre nicht! schau bin ins schwere Zorngericht, das Jefum traf; und zittre! 6. O Angst, dergleichen Mel. Herzliebster Jefu, was hastic. nie ein Mensch empfunden! nen, wie Sünder, die sich nach Erbarmung fehnen: du finkst, und scheinst bey dieses Kelches Trinken ganz zu vers finken. 156.8 Pomm, Kind der in Jefa Seele, was für ties Nacht, das gern ffe Wunden! jetzt muß er im Dunkeln wandelt, fühn Gottes Abscheu an den Suns wider Gott und das Gewiss den im Zorn empfinden. fen handelt; kommt alle, die ihr noch das Finstre liebet, und Sünden übet! 7. Sehr hier das Leben mit dem Zobe ringen; wer fonnte sonst den ewgen Lod 2. Seht eine Nacht, in bezwingen? der Bürge füpe welcher tausend Schrecken flet jetzt an unsrer Stelle die den Heiligsten mit Furcht Ungft der Hölle. und Ungst bedecken; worinn der Held der Helden, genz er 8. Welch eine Glut brennt jegt in seinem Herzen! er K3 fleht ISO Vom Leiden und Tode Jesu. fleht zu Gott um Lindrung 14. Dann kommt dir Je seiner Schmerzen; doch auch fu Schmerz und Schweiß zu im Schmerz bereit, des Bas gute; Erquickung findst du ters Willen gern zu erfüllen! dann in seinem Blute; dann 9. Geht hier die Liebe wird dir seine Liebe, schon auf bluten, fleben, klagen; nun Erden, dein Himmel werden, dürfen Sünder ewig nicht Leiden Jesu über seine verzagen. Dies Blut ist aller Welt zum Heit geflossen; auch mir vergoffen! Jünger. met. Es ist gewißlich an der ic. 157.Wie liebreich, Jer 10 Nun können Sünder su, ist dein im Gericht bestehen; da Herz! wer fann es gnug er Christi Schweiß und Blut meffen? du konntest bey dem um Gnade fleben. Gott öfs gröften Schmerz die Deinen net nun, um seines Sohnes nicht vergessen. Mit großer wegen, die Hand zum Segen. Nachsicht, mit Geduld ers trugst du deiner Freunde Schuld und ihres Fleisches Trägheit. 11. Doch Sünder, der du böse Früchte trågest, und keis nen Trieb zu bessern Früch. ten begeft, bedenke: welch ein Fluch wird solcher Erden am Ende werden? 2. Du littft im göttlichen Gericht die Strafen deinet Brüder; dich drückt der Leis den schwer Gewicht bis zu der Erde nieder; du zagteft, fämpfteft mit dem Tod: und niemand wollte deine Noth durch sanften Trost verfüssen. 3. Selbft deiner Freuns 13. Erschrick einmal, und de tråges Herz vermehrte finke bis zum Staube; denn deinen Kummer: bey deiner in zerschlagnen Herzen wächst Seele größtem der Glaube; der Glaube, der die Sünden ernstlich scheuet, Beweint, bereuet. 12. Muß Jesus im Ge richte so erzittern: Mensch, welche Donner werden dich erschüttern, wenn er zur ew, gen Pein, die ihn verschmå ben, heißt von sich geben! Schmerz ruhn sie in tiefem Schlum mer. Sie schwuren, die ges treu zu seyn: und nun in Deis Vom Leiden und Tode Jesu. 151 Deiner großen Pein will kei zuziehen; verlassen dich, und ner dich erquicken. fließen. 4. Und dennoch, Jesu, 3 Der fühn sein Schwerdt bleibst du treu, und liebest gezückt, dein Petrus selbst ers diese Schwachen. Mitleidig fchrickt. Er flieht, eh Bande eilest du berben, sie wieder droßen; schämt sich, daß er stark zu machen. Du gebst geflohen, kehrt um, und eilt und duldest neue Qual; du verwegen dem tiefern Fall kommst und sprichst zum entgegen. Drittenmal: o, wachet, meine Brüder! 4. Doch, Herr, dein Liebes. blick bringt ihn alsbald zus 5. Herr, deine Gnade stårk rück. Er fühlet fein Verbres auch mich, wenn ich aus chen, kann nun für Schmerz Schwachbeit fehle. Wie kraftlos bin ich ohne dich! wie trág ist meine Seele! Gieb, daß ich immer wachsam fen, und täglich dich mit größrer Treu bis an mein Ende liebe. nicht sprechen, und weint nur bittre Thränen, die sich nach Gnade sehnen. 5. Er sucht und findet sie. Verzagt drum, Sünder, nie! Fleinmütbge Zweifel, schweis get, die Satans Lift erzeuget! so groß sind keine Sünden, sie können Gnade finden. 6. Daß der Verräther ein so berber Schmerz! den doch, auch nach dem Frevel du weit mehr empfunden, als noch, um Gnad in Reu ges Striemen, Schläge, Wuns flehet, nicht Gottes Huld ben! Die kleine Zahl von verschmåbet! in des Vers Freunden frånkt dich, gleich rathnen Wunden bått er auch deinen Feinden. Heil gefunden. Mel. Wo soll ich fließen hin z. 158.Men ein Jefu, für dein Herz welch 2. Kaum naßt sich die 7. Doch fein Herz foltert Gefahr; fo bebt der Jünger ibn. Der Marter zu ents Schaar. Die erst sich hoch fliehn erwählt er, gleich den vermessen: eß sie der Treu Teufeln auf ewig zu verzweis vergåssen, den Tod auch vors feln, zum schrecklichen Vers der R4 1 2 Vom Leiden und Tode Jesu. derben durch eigne Hand zu kannst du den nicht haffen, flerben. noch verlassen, der dich in 8. D schreckliches Gewahrer Buß und Glauben richt! o Menschen, daß euch will umfassen. nicht des Satans List berü3. Mein Freund! fragst cke! Herr, flore feine Tücke! du den falschen Feind: war gieb Kraft aus deiner Höhe, um bist du gekommen? Du daß ich ihm widerstehe. zeigt ihm, als ein Seelen, 9. Trennt gleichwohl ein freund, wie leicht er aufges Versehen,( o mocht es nie genommen, von dir begnadigt schehen!) michJesu, von den werden sollt: im Fall er nur Deinen: laß mich mit Pe mit Rene dich aufs neue im trus weinen, um Gnad in Glauben füffen wollt: o wels Demuth bethen, nie Judas che Huld und Treue! Weg betreten. Gefangennehmung Jesu, Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jefu sc. 159.Dis is war die Nacht 4. An diese That erinnre mich, wenn mir die Sünden schmeicheln. Empfind ich falscher Zungen Stich, vers der Finsternis, stellter Menschen Heucheln; die schwärzeste von allen; die so gieb mir Versicht undGe Nacht, in der sich Jesus ließ duld. Ist niemand, wenn von Mördern überfallen. ich leide, mir zur Seite, so Sein Jünger, Judas, küffet sen durch deine Huld mir ihn, er läßt sich willig küs Beystand, Trost und Freude. fen, treulos grüffen, gefesselt führen hin, um unsre Schuld zu büssen. 5. Ich halte dich; gieb, daß ich nie von dir, mein Heiland, weiche: bis ich nach 2. Sanftmuth, die den dieses Lebens Müß dich schau Sünder trug, doch all. in jenem Reiche, wo sich stets machtsvoll nicht minder der Treu und Wahrheit Füßt, Freeler Schaar zu Boden wo nie die reinsten Freuden schlug, sen gnädig mir, dem von mir scheiden; wo mic Sünder! du duldest des dein Trost versüßt, was Verräthers Kuß; drum bitter war zu leiden. Mel. Vom Leiden und Tode Jesu. 353 Mel. Alle Menschen müssen*.| schluß zu erfüllen, schoneft 160. Jefu Chrift, durch du der frechen Schaar: deffen Wunden unser Schmerz geheilet wird! Sündern gleich wirst du ge bunden hin vor das Gericht geführt! Frevler wagens dich zu binden, leicht fannst du sie überwinden, doch du giebst mit stillem Sinn dich in ihre Hände hin. wehrst dem Schwerte deines Freundes: heilst die Wunde deines Feindes; nimmst die Bande willig an, die dein Arm abwehren kan! 5. Dank sey dir für diese Sute! zeige nun auch deine Treu, und befreye mein Ges müche von der Sünden 2. Mehr als zwölf der Sclaverey: daß mein Fleisch Legionen, die um deines Ba mich nie berücke, Weltvers ters Thron, feines Winks zu führung nie verstricke, des warten, wohnen, stehn be Bersuchers Urglift nie, mich reit, o Menschensohn, dich in sein Netze zieh. von Banden zu befreyen, und die Frevler zu zerfireuen: doch wie viel ihr Grimm ver bricht; winkst du doch den Engeln nicht. 6. Laß, in meinen Lebens: tagen, den durch dich erlösten Geist, niemals andre Bande tragen, als die du ihn tras 3. Deine Macht, dich selbst gen heißt! wehre du des zu rächen, ließ ein einzig Fleisches Triebel Bande dei Wort schon sehn. wolltst der Wuth der Frechen nicht mit Allmacht wider steßn. Alle, bått es dir ge fallen, müßten dir zu Fuße fallen; doch du übst statt Ra che Huld, nimmst die Fesseln mit Geduld. Doch du ner Furcht und Liebe lege meinem Willen an, daß ich dir nachwandeln kan! 7.Sollt ich auch die Pflicht erfüllen, håte es so dein Rath gewollt, daß ich um der Wahrheit willen Schmach und Marter dulden sollt! 4. Starker Held, um un ach! so laß mich auch in Bans fertwillen reichst du deine den, in Berfolgung, Schmach Hände dar; Gottes Rath und Schanden, ja in aller Tor dess J14 Vom Leiden und Tode Jesu. despein standhaft und ge: gehört; hier wird durch Lå. lassen seyn. Jesus vorm Gericht der jüdischen Nation. Mel. O Haupt voll Blut und ic. sterungen der Heiligste ent ehrt; hier wird das Recht gebeuget, entwenht das Rich teramt; bier, wo die Falsch 161.Der er Herrscher als heit zeuget, die Unschuld doch ler Lande muß verdammt. zum Gerichte gehn. Was 5. Entweybt ist zwar die lassen seine Bande uns nicht Ståtte, entheiligt dies Ge für Wunder sehn! er, Jesus, richt, in dem man Jefum der gerechte, der Richter al schmähte; doch seineUnschuld ler Welt, wird dort vor sei nicht. Er schweigt: es macht ne Knechte gebunden hinge sein Schweigen, und selbst stellt. der Lügner Mund, die wider 2.Frob eilen sie, die Freihn bier zeugen, schon seine chen, die ihn schon längst ge Unschuld fund. boßt, das Urtheil ihm zu sprechen, ihr Rath ist schon gefaßt: die Unschuld zu vers dammen, beschließt der Haf ser Wuth; und ihres Eifers Flammen zu sättigen mit Blut. 3. Die Unschuld seiner Lehren, wem war sie unbe wußt? wer wars, der ihn mehr ehren, wer, der ihn schüßen mußt? wem waren dies sonst Pflichten, als de ven, die ihr Stand, ein recht Gericht zu richten, aufs beie ligste verband? 4. Doch bier wird falscher Zungen Verläumdung gern 6. D würde nie mit Rån een der Ungerechtigkeit, die Recht und Unschuld fråns ken, ein Richterstuhl ents wenst! entweyßt an keinem Orte die Wahrheit und das Recht, daß nie durch Lästers worte die Unschuld leiden möcht! 7. Lehr mich, Herr, wo ich schweigen und wo ich re den muß; mein Schwelgen und mein Zeugen erwecke nie Verdruß: laß meinen Mund nie trügen, mach mich von Falschheit frey, daß ich ein Feind der Lügen, der Wahrs beit Freund stets sey. 8. Laß Vom Leiden und Tode Jesu. 15 S 8. Laß mich nie wieder zu schmåbn; diese ließen eits schelten, wenn ich gescholten le Fragen nur zum Spott werd! nie haß mit Haß ver an dich ergebn; jene wüthes gelten, wie du mich haft ge ten und drohten; diese las lehrt! Jch will das Böse mei chen dein und spotten; bens den, und muß ich, ohne de frånken dich mit Qual, Schuld, doch Schmach und Schmach und Leiden ohne Unrecht leiden; so tröst mich Zahl. deine Huld. Mel. Alle Menschen müssen ic. 4. Menschen, die dich so entehren, trågst du gleichs wohl mit Geduld: suchst sie liebreich zu belebren; zeigst: du leidest ohne Schuld; fa: gest frey: du seyft ein Rd. den zählen! nig. Doch seyFürsten Macht wer mißt jener Qualen Laß, zu wenig gegen deine, denn die du, Retter unsrer See dein Reich sey den irdischen len, für uns übernommen nicht gleich. bast! Feinde, Marter, Angst 162.2 er kann alle dei 5. Ja, du scheueft kein und Leiden, drohen dir von Gerichte, bist zur Untwort allen Seiten; jede Stätte, flets bereit; an dir stralt jeder Tritt, ist zu neuem im reinsten Lichte unschuldss Schmerz ein Schritt. volle Heiligkeit. Der, bey 2. Deines Volkes Haup: dem man dich anklaget, tritt ter streben rachevoll nach freymütßig auf und faget, deinem Blut; deines Volkes bey der Kläger Ungestüm: Häupter geben, angeflammt ich find keine Schuld an ihm. von blinder Wuth, dich als 6. Du wirst ohne Schuld einen Missethäter, Gottes befunden; doch der Haffer låstrer und Verråther, in Grausamkeit nicht entriffen, dem Haß, von dem sie glühn, nicht von Wunden, nicht von in der Heyden Hände hin. Schmach und Tod befreyt! 3. Jene fuhren fort, mit fort gemartert, fort geböß, Klagen dich zu låstern und net, mit dem Dornenkranz ges krd: Jesus vorm römischen Gerichte. 356 Vom Leiden und Tode Jesu. fronet, und bestimmt durch höhnet, mit Essig und mit diesen Spott zu der Misse- Gallentrant getranfet, ans thäter Tod. Kreuz gehenfet. 3. Was ist die Ursach dies fer deiner Plagen? Ach, uns fre Sünden haben dich ge schlagen! wir, großer Mitte ler, haben das verschuldet, 7. Der du Marter, Angst und Plagen willig ohne alle Schuld so geduldig haft en gragen; Dank sey dir für die se Huld! führe du nun mei ne Sache im Gerichte Got. was du erduldet! tes, mache mich, den schuls 4. Wie wundernswürdig denvollen Kaecht, Jesu, ist doch diese Strafe! Der durch dein Blut gerecht. gute Hirte leidet für die 8. Dir, den jene Frevler Schafe; die Schuld bezahlt schmäßten, die gebührer der Mittler, der Gerechte, Preis und Ruhm; schüß für seine Knechte. uns, die wir dich anbethen, 5. Der Fromme ftirbt, schüße uns, dein Eigenthum. der recht und richtig wam Dich verehren wir als Ró: delt; der Böse lebt, der wis nig: gieb, daß ich dir unter der Gott mißhandelt. Die thänig und mit unverleßter Strafe, der der Schuldige Treu deines Reiches Bür entgangen, hat ihn umfan ger sen. gen. 6. Uch, unfre Seele war befleckt mit Sünden, an uns erzliebster Jesu, Verbrechern war nichts du haft nichts Guts zu finden; das hätten verbrochen, doch wird das wir, von Gott verworfen, Todes Urtheil dir gespro chen, als wenn du in die 163. Jesu Verurtheilung. In bekannter Melodie. müssen auf ewig büssen. 7.D große Liebe, niemals größten Missethaten wäreft auszusprechen! du willst, an gerathen. 2. Du wirst gegeisfelt und dir foll es der Höchste rå chen! wir lebten sicher in den zur Schmach gekrönet; ins Sündenfreuden, und du Angesicht geschlagen und vers willst leiden! 8. Nch, Vom Leiden und Tode Jesu. IS7 8. Ach, Mittler, der für noch Plagen: mich wird auch uns dahin gegeben, mit wels Spott, Berfolgung, Tod und chem kobe soll man dich erleiden nie von dir scheiden. heben? Kein Sterblicher 14. Dies alles ist zwar vermag es auszudenken, schlecht und sehr geringe, was was dir zu schenfen! ich dir jetzt für deine Liebe bringe; doch wird dein Auge huldreich mich ansehen, nicht ganz verschmähen. 9. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, wo: mit doch dein Erbarmen zu vergleichen: noch weniger dir deiner Liebe Thaten je mals erstatten. 10. Doch willst du das für thätgen Dank anneß men; wenn wir die fündli, chen Begierden zähmen, da mit sie nicht das Herz aufs neu entzünden zu alten Sün, Den. 15. Wenn, o Herr Jeſu! dort vor deinem Throne auf meinem Haupte steht die Ehs renfrone, da werd ich dir ein besser Opfer bringen, stets Dank dir singen. Jesu hingang zum Gols gatha. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 11. Weil aber dies nicht 164.Auf, Seele, nimm steht in eignen Kräften, fest des Glaubens die Begierden an das Kreuz Flügel, und eile mit nach zu heften; so gieb uns deir Golgatha! dein Jesus geht nen Geist, der uns regie zum Todeshügel, and pflans re, zum Outen führe. et deine Wohlfarth da. Er geht für dich zum sterben hin, dein Verdienst betrachten, fomm, Seele, und begleis gerührt von lieb und Dank te ihn. 12. Dann werde ich, Herr nur darauf achten, wie ich 2.Jbn drücket schwer die im Thun und Leiden, deinen Kreuzesbürde; noch schwes Willen stets mög erfüllen. rer meine Missethat, die er, 13. Ich werde dir zu Eh daß ich versöhuet würde, zu ren alles wagen, fein Kreuz tragen übernommen hat. nicht scheuen, feine Schmach, Erwache, Seele, werd ers welcht, Vom Leiden und Tode Jesu. Jesus am Kreuze. 158 weicht, da Jesum deine tapt so beugt. 3. Betrübte Bahn, Babn voller Schmerzen, wo Jesus blutend, wankend, matt, für uns, mit liebesvollem Her zen, des Kreuzes last getra gen hat. Geduldig Lamm, für diese Pein kann ich dir nie gnug dankbar seyn. Mel. Werde munter mein Gem. it. er am Kreuz ist 165.er meine Liebe; meine Lieb ist Jesus Christ. Weicht ihr schudden Fleis schestriebe, alles fern, was eitel ist. Mich irrt nicht, daß dieser Welt nur das Citle wohlgefällt; meine Lieb ift der Erwürgte, der für mich beym Richter bürgte. 2. Der am Kreuz ist mei ne liebe; Welt, was wun derts dich, daß ich Jesum über alles liebe? Er, er blus tete für mich. Dürfterd, bleich, zum Fluch gemacht, 5. Laß deinen Weg zur bing er in des Todes Nacht. Schädelstätte mir stets, und Meine Wonn ist der Er dann auch tröstlich seyn, würgte, der für mich beym wenn ich des Todes Weg be Richter bürgte. trete! dann flöße mir dies 3. Der am Kreuz ist meis Wort noch ein: daß ich durch ne Liebe; dir, o Sünde, sterb deineSterbensbahn den Weg zum Leben finden kann. ich ab. Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich 6. Euch fließe ich, ihr eit fein Leben gab. Kreuzigt ich lenGánge, worauf der Sün: nicht Gottes Sohn? trat ich der thôricht lacht! soll ich mir nicht sein Blut mit Hohn? Jesu durchs Gedränge der ach! mein Schuß fen der Trübfal und der Todesnacht, Erwürgte, der für mich fo folg ich gern und weiß, als beym Richter bürgte. Christ, daß dies der Weg zum Leben ist. 4. Der am Kreuz ist meis ne liebe; nun, Gewissen, ha be 4. Fürwahr! du tråges unfre Plagen, um uns das Leben zu verleihn; du läsfest dich, als Bürge, schlagen um uns, die Schuldner, zu befreyn; du bist es, der uns Glück ertheilt, und uns durch seine Wunden heilt. Vom Leiden und Tode Jesu. 159 be Rub. Ach, was zeigt für der låfet sich beschweren mit heiffe Triebe Gottes Herz! Banden, Schlägen, Hohn was zagest du? stille dich; und Spott. denn Jefu Blut macht die böse Sache gut: drum dein Trost sen der Erwürgte, der für mich- beym Richter bürgte. 2. Tritt her, und schau mit Fleiffe: mit Blut und Todesschweisse ist ganz sein Leib bedeckt; unnennbar grofs fe Schmerzen füßit er in seinem Herzen, da er des Todes Bittre schmeckt. s. Der am Kreuz ist met ne liebe, der allein mir Heil gewährt. Wenn ich ihm nicht treu verbliebe; wår 3. Wer hat dich so ges ich da des Lebens werth? schlagen? woher doch diese nein! mich trennt von ihm Plagen, dies schwereZornges fein Didun, feine Schmach, richt? du bist ja nicht ein Gefahr noch Pein: denn mein Sünder, wie roir und unfre Fels ist der Erwürgte, der Kinder; von Missethaten für mich beym Richter weißt du nicht. bürgte. 4. Ich, ich und meine Sünden, die sich so zabllos finden, als wie der Sand am Meer: die haben die ers reget das Elend, das dich schläget, dies ganze schwere 6.Der am Kreuz ist mei ne Liebe, und mein allerbe ster Freund. Wenn ich wie ein Staub zerfliebe, bleib ich doch mit ihm vereint: dann genieß ich ganz fein Heil. Marterheer. Meiner Seele licht und Thell bleiber ewig der Er würgte, der für mich beym Richter bürgte. 5. Ich bins, ich sollte buss sen in ewgen Finsternissen, was nun dein Tod verfüßnt. Was du in deinen Banden Met. Nun ruhen alle Wälder. an Martern ausgestanden, 166. Welt, sich hier das alles, Herr, bab ich vers dein Leben ambient. Stamm des Kreuzes schwe. ben! dein Heil sinkt in den Tod. Den alle Engel ehren, 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Laften, die mich drücken, mich davon zu bes freyn: 160 Vom Leiden und Tode Jesu. freyn: du wirst ein Fluch, len mir unterrichtend sey; dagegen erwirbst du mir den es foll mir seyn ein Spiegel Segen: dein Schmerz muß der Unschuld, und ein Sier mir ein Labsal seyn. gel der Lieb und unverfälsch 7. Du stellest dich zum ten Treu. Bürgen, du läsfest dich ers 12. Wie beftig unfe würgen, für mich und mei- Sünden den heilgen Gott ne Schuld; für mich läßt du entzünden; wie Rach und dich frönen mit Dornen, die Eifer gehn; wie tödtend dich höhnen, und leideft als seine Ruthen, und seines les mit Geduld. Eifers Fluthen, will ich aus diesem Leiden sehn. thut. 8. Du gebst dem Tod entgegen, für mich ihn zu erle. 13. Dein Bild soll mich gen, mit großem Heldens anführen, wie ich mein muth: du flirbst, daß ich Herz soll zieren mit stillem nicht sterbe, noch ewiglich sanftem Muth; wie ich verderbe; o unerhörte Lie soll Menschen lieben, wenn besgluth! fie mich auch betrüben mit 9. Dir leb ich höchst ver: Werken, so die Bosheit bunden, mein Heil, zu allen Stunden: ich bin dein Eigen- 14. Wenn böse Zungen thum. Was Leib und Seel stechen, und lieblos von mir vermögen, will ich mit Fleiß sprechen, will ich nicht rås anlegen zu deiner Ehr, zu chen mich: das Unrecht will deinem Rußm. ich dulden, dem Nächsten 10. Kann ich gleich nicht seine Schulden verzeißen viel geben in diesem armen gern und williglich. Leben, will ich doch dieses 15. Ich will ans Kreuze thun: es soll dein Tod und schlagen mein Fleisch, und Leiden, bis Leib und See dem entsagen, was dir, Herr, le scheiden, mir fiets in met nicht gefällt. Was beine nem Herzen ruhn. Augen haffen, das will ich 11. Ich wills vor Augen fliehn und lassen, gefiel es stellen, daß es in allen Fäls auch der ganzen Welt. 16. Se 161 Vom Leiden und Tode Jesu. 16. Gebeiligt mit dem 4. Das, was bu, Herr, ers Blute, das dir, auch mir duldet, ist alles meine last. zu Gute, am Kreuz ges Ich, ich hab das verschuldet, floffen zu, empfehle ich am was du getragen hast. Schau Ende den Geist in deine ber! bier steh ich Armer, der Hände, und gehe froß zur Zorn verdienet hat: von dir, ewgen Rub. o mein Erbarmer, erfleh ich Trost und Rath. 1000 31 5. Erkenne mich mein Blut und Hüter: mein Hirte nimm Wunden, voll Schmerzen, mich an! wie viel, Quell als Schmach und Hohn! ohaupt ler Güter, hast du für mich zum Spott gebunden mit eis gethan! daß ich einst möche ner Dornenkron! o Haupt, te haben am Himmel Theil, sonst schon gefrónet mit höch bier Trost; das sind die fter Ehr und Zier, jezt aber großen Gaben, die dich dein höchst verböhnet, Preis, Blut gefoft. Haupt voll Lob und Dank sey dir! 6. Ich will hier bey dir 2. Du holdes Angesichte stehen; du, Herr, verwirfft deß, der sonst trägt und hält mich nicht! von dir will ich das große Weltgewichte, wie nicht gehen, wenn Herz und bist du so entstellt! wie bist Uuge bricht; wenn du nun du so erbleichet, daß deiner wirst erblassen, dein Geist, Augen Licht, dem sonst kein von Banden los, entfliehn, Licht nicht gleichet, nun al will ich dich faffen in meinen ler Glanz gebricht! Urm und Schooß. In bekannter Melodie. 167. 3. Wie ist doch deiner 7. Es hat mir ewge Freus Wangen sonst anmuthsvolle den, Bergebung, Beßrungs. Pracht verfallen und verfraft, und Trost im Tod und gangen! des Todes finfire leiden dein Kreuzestod ver. Nacht, die über dich gefoms fchaft. Uch möcht ich einst men, hat alles bingeraft, meinleben, von diesem Segen vom Leibe hingenommen hier durch dich beglückt, auf nun alle Lebenskraft. geben; wie wohl geschäße mir! 8. Ich 162 Vom Leiden und Tode Jesu. 8. Ich danke dir von Hers du gesprochen an dem Krew zen, o du, mein größter ze: laß mich es fruchtbar Freund, für deine Todes- lich erwägen: daß ich dessen schmerzen; wie gut past dus nie vergeß, dazu schenk mit gemeint! ach, gieb, daß ich Segen. mich halte zu dir, mit aller 2. Herr, dein erstes Wort Treu, und bis ich einst erfal war das: Bater, vergieb te, ganz nur der Deine sey. ihnen; weil sie selbst nicht. 9. Wenn ich dann einst soll wissen, was sie an mir ver scheiden, so scheide nicht von dienen. Das spricht Gots mir; wenn ich den Tod werd tes Sohn zu Gott? das für leiden, so tritt du dann her seine Feinde? was wird für; wenn mir am allerbång- er nicht in der Noth thun sten wird um das Herze seyn, für seine Freunde? 3. Drauf der Schächer hört, der dir seinen Glauben wiese: warlich, du wirst heut 10. Deck mich mit deinem mit mir seyn im Paradies. Schilde in meiner Todes Gieb, wenn ich nun nichts noth; und zeig dich mir im mehr kann in des Todes Bilde, in dem du Grab und Schmerzen, daß ich diese Zob besiegt! Herr, mit Ent Wort alsdann hör in mei zücken will ich dann Glaunem Herzen. bensvoll dis Bild in mein so reiß mich aus den Neng sten, Kraft deiner Angst und Pein. 4. Weib, sagst du zut Herz drücken. Wer so stirbt, Mutter, sieh deinen Sohn der stirbt wohl! G Die lezten Worte des sters benden Erlösers. hie stehen; zum Johannes: du kannst hie deine Mutter sehen. Auch dis dritte Wort macht froh, und läßt Trost Mel. Chriftus der uns selig c. erscheinen, wenn ich denk: 168. Laß mir alle Woou wirst auch so sorgen für chen seyn, Jesu, die Meinen. stille Wochen: daß ich oft 5. Viertens muß ben al bent deiner Pein, deß, was ler Noth auch der Durst dich plagen, Vom Leiden und Tode Jesu. 163 plagen, da man dich, o Deinen; gieb des Schächers Mensch und Gott, hört: Trost im Tod: sorg auch für mich dürftet! flagen. Laß die Meinen; laß mich nie mich Armen doch in mir, aus deiner Acht, still den statt der vorgen Sünden, le- Durft der Seele, daß ich, bensquelle, stets nach dir wenn mein Lauf vollbracht, heilgen Durst empfinden. dir den Geist befehle. 6. Fünftens riefft du, als die Last zunahm obne maßen: Mel. Ein Lâmlein geht und ic. mein Gott, mein Gott! wars 169 Begleite mich nach um hast du mich so verlas Golgatha, o sen? Daß ich nie verlassen Christ, auf dessen Höhen die blieb, wurdest du verlassen: Welt die höchste Liebe fab, oder unerhörten Lieb! Wer sah, was sie nie gesehen! fann dieses fassen? fomm, denke jenen Worten 7. Sechstens, als du nun nach, die sterbend dein Erld. mit Macht so weit durchge- ser sprach. Sie können die brochen, hast du auch: es ist im Leben, und, bethest du vollbracht! uns zum Trost Gott gläubig an, einst, wenn gesprochen; denn durch dich dich nichts mehr trösten fant, ist ganz und gar Gottes Zorn noch Troft im Tode geben. geftillet, weil, was zu voll bringen war, du für uns er füllet. 2. Hör ihn, bey seinem größten Schmerz, für seine Feinde bethen; und sieh sein 8. Endlich schriest du laut sanftmuthvolles Herz noch am End: Vater, ich befehle sterbend sie vertreten! ,, vers meinen Geist in deine Händ! gieb, vergieb;( ruftar Gott damit schied die Seele. Wenn an) sie wissen nicht was sie mir auch der Tod zusezt, und getban! ,, Muß, Mensch, mein Herz will brechen; so dich dis nicht rühren? Auf, laß mich dis Wort zulezt ahme seinem Beyspiel nach: denken, wo nicht sprechen. laß nie Beleidigung und 9. Jesu, Tilger aller Schmach zur Rache dich vers Noth! bitt für mich, den führen! 12 3. Dein 164 Vom Leiden und Tode Jesu. 3. Dein zärtlich Herz, o hangen? Mein Herr und Herr, empfahl aus findlich Gott, verlaß mich nicht! du frommen Triebe die Mut bist, auch mir zur Zuversicht, ter, unter Schmerz und in teinen Tod gegangen. 6. Von allem, was er Qual, dem Jünger deiner Liebe. Ach, wenn auch einst quickt, entblößt, wünscht er, mein Auge weint, einft flere der Herr der Erde, daß ihm, bend um die Meinen weint, der uns so theur erlöst, sein dann soll dis Wort mich trd: Durft gestillet werde. sten. Du wirst auch Ihnen Mensch! noch ißt ruft er zu Troft verleihn, Ihr Bey dir, aus tausend Armen ne stand, Helfer, Pfleger senn, ben dir, die Noth und Mans auch Sie sind dein' Erlösten. gel drůcket. O selig, wer 4. Wer glaubt der kommt den Ruf erfüllt! denn, wer nicht ins Gericht. Oreuige den Durst des Urmen stillt, Verbrecher! bört, was der hat Jesum selbst erquicket. Mund der Liebe spricht zu 7. Der Heyland spricht: dem gebeugten Schächer!, Es ist vollbracht! ,, Nun du wirst noch heut mit mir endet sich sein Leiden. Es dich freun, mit mir im Pa- nimt dem Tode seine Macht radiese fenn!, So ruft er dis Wort des Siegs, der ihm entgegen. Herr, dis Freuden! Heil uns! wer gnadenreiche Wort schenk flagt uns nun noch an, da er mir einst an des Todes Pfort für uns genug getban? wer Erquickung, Muth und Se konn von Gott uns scheiden? Gieb, daß an meinem Sterbes 5. Als Jefus an dem tag auch ich mit Freuden sas Kreuze rief: Gott hast du gen mag: vollbracht ist nun mich verlassen? ,, wie beugt mein Leiden! ihn da sein Schmerz so tief! 8. Das lezte Wort aus wer kann die Leiden faffen, deinem Mund laß mir zum die er für unsre Sünden Troft gedeihen; mir noch in trug, da er, unschuldig, als meiner Todesstund, Herr, ein Fluch, verlassen da ge Mutß und Kraft verleihen. Du gen. 10 Vom Leiden und Tode Jesu. 165 Du rufest: ,, Vater ich be- und danket ihm beweget. Er febt in deine Hände meine hat durch segnendes Gebeth Seel! ,, laß mich auch nicht auch uns ein ewig Heil ers verderben, der du den Men- flebt: er sagt auch uns, zu uns schen Heil erwarbst: du neig- frer Ruh, Erbarmen und Vers teft sanft dein Haupt und gebung zu Herr JesuChrift! starbft: ach, laß mich auch gelobt seyst du für deinen Tod! fo sterben! Gott ist, durch dich, noch Sürbitte Jefu für seine unser Gott! Seinde. 3. Daß Gott mit Lang. Mel. Herzlich lieb hab ich dich ic. muth und Geduld, auch selbst 170.Bon on Menschenlieben sehr gebäufter Schuld, be ganz beseelt, der Sünder dennoch schonet; flebst du, mein Heil, am daß er so liebreich ihrer Kreuz gequält, für freche denkt, und ihnen Frist zur Sünderrotten. Dir blutet Buße schenkt, eh nach Vers das bedrängte Herz, da dich, dienft er lohnet; daß ich noch ben deinem großen Schmerz, fröhlich sagen kann: auch die Frevier noch verspotten. mich mich Sünder nimt Gott Du siehst, oHerr, mit fanf an; hast du durch deiner Fürs tem Blick, von ihnen weg, sprach Kraft, mein treuer auf den zurück, den diese Heiland, mir verschafft. O Schaar in dir entehrt; ruff, Jesu Christ! mein Herr und daß es Erd und Himmel Gott! mein Herr und Gott! port: vergieb, Gott, und vertritt du mich bis in den führe nicht sie ins Gericht; Tod. das, was sie thun, verstehn sie nicht. 4. Wird je mein Herz vom Trofte leer, weil meiner 2. Erstaunend seh ich die Sünden furchtbar Heer aufs fe Huld! wie mitleidsvod neue mich erschrecket; o dann ist die Geduld, womit er versichre mich aufs neu: du Mörder tråget! Jhr, die ihr stehest mir als Mittler bey, euren Heiland ehrt, fühlt sei- der meine Schuld bedecket. ner Großmuth hohen Werth, Mein Geist blickt glaubenss 13 voll 166 Vom Leiden und Tode Jesu. voll aufdich, sen du mir nur deiner Fürsprach ewig freun. nicht fürchterlich; und schließt Herr Jesu Chrift! wie felig sich meine Pilgrimschaft, so ist, wie selig ist der Mensch, stårke mich mit neuer Kraft. dem du ein Heiland bist. Herr Jefu Chrift! der lezte Dom Tod Jesu. Kampf wird mir versüßt, mel. Wer nur den lieben Gott wenn du mein Trost im To- 171. Es ist vollbracht! de bist. fo ruft am Kreu 5. Den sanften liebesvol ze des sterbenden Erldsers len Sinn, das ich ein Freund Mand. O Wort voll Trost der Feinde bin, floß, Herr, und Leben, reize zur Freude in meine Seele! gieb, daß ben meines Herzens Grund! das der Verfolgung Schmerz ich große Opfer ist geschehn, das dir des Feindes hartes Herz, Gott auch mir zum Heil ers und meine Sach empfehle. sehn. Besänftige mein reges Blut; 2. Mein Jesus stirbt: die und flammt des Zornes wil Felsen beben; der Sonnen de Glut mein Herz zur Rach: Schein verlieret fich; in Tods begierde an, o so erinnre te dringt ein neues Leben; mich daran, Herr Jesu der Heilgen Gråber öfnen Christ: wie du am Kreuz sich; der Vorhang reißt; die durch dein Gebeth selbst dei Erde kracht; und die Vers nen Mördern Gnad er fleh.. söhnung ist vollbracht. 6. Mich tröste dein Ver- 3. Wie viel, o Herr, haft föhnungstod! es bilde mich du vollendet, als dir das dein Geist, mein Gott, daß Herz im Tode brach! du ich dir ähnlich werde! o zeuch haft den Fluch hinweggewens mich, du erhöhter Held, zu det, der auf der Welt voll dir hinauf vom Dienst der Sünder lag. Für uns baft Welt, zum Himmel von der du genug gethan; und Gott Erde. Du bist das Haupt, nimt uns nun gnådig an wir folgen dir; zeuch dir uns 4. Danfvolle Thrånen, nach, so laufen wir, so wollen neht die Wangen! mein wir uns deiner Pein und Glaube sieht nun offenbar die Vom Leiden und Tode Jesu. 167 die Handschrift an dem Kreu- te mich in solcher Noth, lag ze hangen, die wider meine mich den Trost auch sterbend Seele war. Er, den mir schmecken, daß du besieget Gott zum Heil gemacht, rief haft den Tod. So sterbich auch für mich: es ist voll auch, durch deine Macht, mit bracht. sapid dem Triumph: Es ist volls 5. Herr! laß mich nun bracht! auch vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt. Laß Auf das Begräbniß Jesur. nach der Heiligung mich rin- Mel. O Traurigkeit sc. gen, dazu dein Tod mir Kraft 172. Am Kreuz erblaßt, gewährt. O stårke mich da Marterlast zu mit Macht, bis meine und Todesqualen müde, fine Beßrung ganz vollbracht. det mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 6. Du littft so viel zu meinem leben: drum laß mich 2. Allmächtig rief er, der stets voll Eifer fenn, mich entschlief, den Todten; fie deinem Dienste zu ergeben, erstanden: so zerreift er mächs und keine Schmach daben zu tig auch seines Todes Bans scheun. Dein Dienst, mein den. Heiland, sey mein Rahm; denn ich bin ganz dein Ei genthum. 7. Soll ich, ben dir ergeb nem Herzen, auch hier durch manche Trübfal gebn; und 4. Ich weiß, du wirst, mein hat mein Gott gebäufte Lebensfürft, wie dich, auch Schmerzen zu meiner Prů mich erwecken. Sollte dent fung ausersebn: so laß auch mein gläubig Herz vor der mich den Trost erfreun; es Gruft erschrecken? kommt das Ende meiner Pein. 5. Nein! nichts verdirbt, felbst das, was stirbt, der 3. Ja, fühlt mein Herz leib wird auferstehen und des Todes Schrecken, so stårsjum Himmelsglanz vers flårt 3. Ich werde einst, bis du erscheinst, im stillen Grab auch liegen. Doch, o Herr, dein Grab hilft mir auch mein Grab besiegen. 14 168 Vom Leiden und Tode Jefu. Flårt aus dem Grabe ge Herzens werden, da du so viel ben. für uns, die mirs verschul 6. So fint ins Grab, mein det, liebreich erduldet? Leib, binab, ich will mich 5. Für welche du dein Le drum nicht krånken; nein! ben selbst gelassen, wie könnt ich will, Herr, mir zum Trost, ich sie, sie meine Brüder base an dein Grab gedenken. fen? Und nicht, wie du, wenn fie mich untertreten, für fie noch bethen? Dom 3weck und Gebrauch der Leiden und des Codes Jesu. 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; Mel. Herzliebster Jefu, was ic. wenn man mich schilt, nicht 173.Laß deinen Geist rächend wieder schelten. Du, mich stets, mein Heiliger, du Herr und Haupt Heiland, lehren, dein göttlich der Glieder, schaltst ja nicht Kreuz durch Zugend so zu wieder. ehren, daß ich getreu in dem Beruf der liebe mich christ lich übe. 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dis ist der Dank für deines Kreuzes 2. Nur Gutes thun und Schmerzen. Und Gott giebt jede Sünde meiden, Herr uns die Kraft in deinem Na diese Pflicht lehrt mich dein men, dir nachzuaßmen. heilig Leiden. Kann ich zu gleich was Böses mir erlaus 8. Oböchstes Glück! du litteft uns zu gute. Ich bin ben, und an dich glauben? versöhnt mit deinem theuren 3. Da du dich felbst für Blute. Du haft mir Gnad, mich dahin gegeben, wie da du für mich gestorben, fönnt ich noch nach meinem vor Gott erworben. 9. So bin ich denn schon ses lig hier durch Glauben? So wird mir nichts, nichts jene 4. Ich sollte nicht, wann Krone rauben? So werd ich Leiden dieser Erden, wann dort, von Herrlichkeit umges Noth mich trifft, gelaßnen ben, einft ewig leben? 10. Ja, Willen leben, und nicht viel: mehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? Vom Leiden und Tode Jefu. 169 10. Ja, wenn ich stets der Chrift! so laß mich wohl bes Tugend Pfad betrete, im denken, wie du geflorben Glauben kämpf, im Glauben bist, und wie du meiner wach und bethe: so ist mein Sünden last, aus göttlichem Heil schon so gewiß erstrebet, Erbarmen, auf dich genoma als Jefus lebet! men bast. II. Lockt böse Lust mein 2. Oliebe ohne Maaßen! Herz mit ihrem Reize: so fürs sündliche Geschlecht bast schrecke mich die Lehre von du dich martern lassen, du, dem Kreuze! und laß ich Herr, für deinen Knecht! nach, zu üben gute Werke: Herr Jesu, du metu Herr und fey fie mir Stårke! Gott, haft dich, für uns Vers 12. Seb ich dein Kreuz brecher, gegeben in den Tod. den Klüglingen der Erden 3. Was kann die Schuld ein Wergerniß und eine Thor- nun schaden, wie groß sie im heit werden: so seys doch mer sey! bey Gott bin ich in mir, Troß alles frechen Gnaden, und aller Strafen Spottes, die Weisheit fren; sie sind getilgt durch Gottes. Chrifti Blut und ich darf 13. Uch eile nicht, sie nach nicht mehr fürchten der Höls Verdienst zu strafen! erbar- len Qual und Glut. me dich, wenn von den Sün: densklaven selbst einer, wel cher dich, o Herr, geschmå het, um Gnade flehet. 4. Drum fag ich dir von Herzen jezt und mein Lebens lang für deine Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und 14. Wenn endlich, Herr, Dank; für deine Noth und mich meine Sünden frånken: Angstgeschren, für dein uns so laß dein Kreuz mir wieder schuldig Sterben, für deine Ruhe schenken; dein Opfer lieb und Treu. tod fen, wenn den Tod ich leis s. Herr, laß dein bittres de, mir Ruß und Freude! leiden mich reizen für und 174.2 enn mich die für, mit allem Ernst zu meis Sünden från den die sündliche Begier: ten, mein Heiland, Jesu laß nie mir kommen aus 25 dem 170 Vom Leiden und Tode Jesu. den Sinn, wie viel es dich arges ein, laß mich denken gekostet, daß ich erlöset bin. deiner Pein, laß mich deine 6. Mein Kreuz und mei Ungst und Schmerzen als ne Plagen( es sen auch dann nehmen wohl zu Herzen. Schmach und Spott) bilf 2. Reizt mich zu der Wol mir geduldig tragen! Ja, luft Freuden mein verderbtes gieb, mein Herr und Gott, Fleisch und Blut, laß den daß ich verleugne diese Welt, Unblick deiner Leiden dåms und folge dem Erempel, das pfen meiner Lüste Glut. du mir vorgestellt. Drohet der Versucher mir 7. Laß mich an andern so stell mir dein Vorbild für; üben, was du an mir ge- laß mich dir im Kampfe gleis than; und meinen Nächsten chen: standhaft bleiben und lieben; gern dienen jeder nicht weichen. mann ohn Eigennuß und 3. Will mich diese Welt Heuchlerschein; wie du mir verführen, und auf ihre Sei Guts erwiesen, aus reiner Lieb allein. te ziehn; so laß mich durch dein Regieren, ihren Reizen 8. Laß dabey deine Wun bald entfliehn. Laß der Leb den mich trösten: wenn auch den schwere last, die du, Herr, ich in meinen lezten Stun- getragen hast, immer stärker den mich ganz verlaß auf mich antreiben, treu in deis dich. Denn, wenn auf dein nem Dienst zu bleiben. Verdienst ich trau, so wirst! 4. Laß mich alles, was du mich annehmen, daß ich mich fråntet, überwinden dich ewig schau! durch die Kraft, die dem, der es recht bedentet, dein uns Mei. Werde munter mein c. schuldig leiden schaft. Ru 175.Jefu, deine beilgen he, Muth und Freudigkeit Wunden, dei schenk mir bis zur Ewigkeit, nen martervollen Zod, laß die du mir, o Herr, erworben, mir geben alle Stunden da du bist für mich gestorben. Kraft zur Tugend, Troft in 5. Laß auf deinen Tod Noth. Wenn mir fällt was mich trauen, Jesus, meine Zuvers Vom Leiden und Tode Jesu. 171 Zuversicht! er nimt weg des 3. Laß bey den Wunden, Todes Grauen und befreyet die du hast, für mich, dir lass vom Gericht. In der Todes: sen schlagen, laß durch des angst laß mich bis erquicken, Kreuzes schwere kaft, die du daß, durch dich, mir die Hof- für mich getragen, mich von nung sen gegeben: einzugehn der Strafe zu befreyn, mir ins beßre Leben! alle Schuld vergeben seyn, 6. Jefu, deine heilge Wun- und Gnad für Recht erges den, deinen martervollen ben! Tod, laß mir geben alle 4. Denn du verließest deis Stunden Kraft zur Tugend, nen Thron, bist in den Tod Troft in Noth; sonderlich gegangen; du littest Schläs am lezten End, hilf, daß ich ge, Schmach und Hohn, bist mich zu dir wend, Trost in an das Kreuz gehangen; deinen Wunden finde, und was war daben des Höchsten dann frölich überwinde! Rath? daß wir von unsrer Missethat Erlösung finden Mel. Ach Gott von Himmel ic. 176. Herr Jefu, deine möchten. Angst and Pein, 5. Darum soll meine dein so gebäuftes leiden, laß, Dankbarkeit dir hier schon mir allzeit vor Augen seyn, stets lobsingen; und wenn du die Sünde zu vermeiden: mich nach dieser Zeit wirst laß mich an deine große näher zu dir bringen, so will Noth, an deinen martervol ich da, Herr, noch vielmehr len Tod, beym Sündenreiz, mit den Erldsten deine Ehr gedenken. erheben und dich loben. 2. Laß deiner Seelen bans 6. Herr Jesu, deine Angst ge Qual, die tiefgeschlagnen und Pein, und dein unschuls Wunden, die Angst und dig Leiden laß mir da Kraft Schmerzen allzumal, die du und Leben seyn, wenn ich von für mich empfunden, bey bd hier werd scheiden. Ach, hilf, fer Luft mir fallen ein, und daß ich durch deinen Tod bes eine starke Warnung fenn siege meine lezte Noth, und vor weitern Missetpaten. felig sterbe! Amen. Diel. 172 Vom Leiden und Tode Jesu. Mel. Jefu deine heilge Wunden ic. bertreter Lauf; meine dir ges 177.239 as für Leiben, weihte Brust, reinigen von Angst und Pla: böser Lust, daß du mögest in gen, Jefu, was für große mir leben, und ich dir sen Noth bast du doch für mich ganz ergeben! getragen bier im Staube 5. Thener bast du mich bis zum Tod! o wie bitter erworben und erkaufet durch war der Schmerz, den dein bein Blut; du bist mir zu mitleidvolles Herz, für uns gut gestorben, was man faum Sünder bat erduldet, die wir für Freunde thut; du, un Gott so sief verschuldet! schuldig und gerecht, haft, 2. Welchen Dank soll ich um mich, der Sünde Knecht erweisen dir für diese große zu erlösen, selbst dein Leben Huld? wie dich würdig das in den Tod dahin gegeben. für preisen, daß du dich für 6. Nun so will ich nicht meine Schuld willig aufges verschweigen deiner großen opfert bast, meiner Sünden Thaten Ruhm, es mit Mund schwere last gern getragen, und That bezeugen, daß ich tief empfunden, bis du end dir zum Eigenthum mich ers lich überwunden? geben ganz und gar. Gieb, 3. Uch! gieb, daß ich wer daß es auch werde wahr, daß de innen, was der Sold der ich möge, dir ganz eigen, mit Sünden sen! lenke dadurch der That mich dankbar zeis Herz und Sinnen zu recht- gen. schafner Buß und Reu. Met. Herzliebster Jefu, was ic. Sünde rächt und strafer 178.Sen bochgepries Gott an dem Mittler, mit fen, Herr, für dem Tod; laß mich solches deine Liebe! fie drang dich wohl betrachten, Sünden zu dem mitleidsvollen Tries nicht geringe achten. be, für eine Welt voll Sum 4. Laß mich nur am Fleis der selbst dein Leben dahin zu sche leiden, und zu fündgen geben. hören auf; laß mich alles 2. Fürwahr, du trugest Bose meiden, fliehn der Ue- lunsrer Sünden Schmerzen. Bo Vom Leiden und Tode Jesu. 173 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. 36 fre Schuld an dir bestrafen, bleibe dein, bis du mich dort uns Heil zu schaffen. wirst weiden, wo deine Liebe Wo ist ein Herz gleich deinem eblen Herzen? Du ließest un 3. Laß dieses Heils auch mit verklärten Zungen stets mich theilhaftig werden! was wird besungen. hab ich sonst für sichern Trost auf Erden? was giebt mir sonst wohl wahren Grund zur Freude, wenn ich einst scheide? Stamm des Kreuzes gea 179.0 Lamm Gottes, unschuldig, am 4. Für mich, o Herr, bist schlachtet, allzeit gefunden du ja auch gestorben. Was geduldig, wiewohl du wurdeft du der Welt durch deinen verachtet. All Sünd hast du Tod erworben, das hast du getragen, sonst müßten wir ja, von großer Treu geleitet, verzagen: erbarm dich uns auch mir bereitet. fer, o Jesu. 5. O stärke selbst mein 2. Olamm Gottes une Herz in diesem Glauben schuldig zc. Erbarm dich Kein banger Zweifel müsse unser, o Jesu. ihn mir rauben! er müsse 3. O Lamm Gottes une mich zum Fleiß in guten schuldig zc, Gieb uns dein'n Werken beständig stärken. Frieden, o Jesu. 6. Sollt ich mich nun noch met. Christus der uns felig ic. frevelhaft erfühnen, der 180.Mein ein Erldser! Sünde, die dich tödtete, zu Gottes Sohn, dienen? so wär ich ja, o Herr, der du für mich littest und nicht dein Erlöfter: du nicht auch auf der Himmel Thron mein Tröster. jezt noch für mich bittest! 7. Nein, die allein, der welche Wohlthat ist für mich du durch deine Wunden auf dein versöhnend Leiden. O ewig mich zu deinem Dienst wie preis ich würdig dich, verbunden; nur dir, mein Ursprung meiner Freuden! Heiland, sen mein ganzes Les 2. Unbegränzte Seligkeit ben zum Dienst ergeben. war dir, Herr, gegeben; und bu 174 Vom Leiden und Tode Jesu. du konntest ohne Leid, froh ner Pein mir zu statten kom ohn Ende leben. Aber, o der men! gieb mir Weisheit, gieb großen Huld! daß ich felig mir Kraft,( du hast sie in würde, übernahmst du in Händen,) was du mir zum Geduld harter Leiden Bürde. Heil verschafft, gläubig ans 3. Nun kann jede Misse zuwenden. that noch Vergebung finden; 7. Laß die kehr von dei denn du starbst, nach Gottes nem Kreuz mich mit Muth Rath, für die größten Sün- beleben, siegreich jedem Sün den. Unfre Strafe trugest denreiz hier zu widerstreben. du, uns, Herr, zu erretten, Treib mich mächtig dadurch daß wir im Gewissen Rub, an, mich vor Gott zu scheuen; mit Gott Friede, båtten. was ich unrecht je gethan, 4. Was uns Muth zur innig zu bereuen. Beßrung schafft, was zur 8.Drückt mich meine Sün Tugend leitet, dazu hast du dennoch, straft mich mein neue Kraft durch dein Kreuz Gewissen; o dann laß aus bereitet. Nicht vergebens deinem Tod mich den Trost darf ich nun mich um Kraft genießen, daß du auch für bewerben, Gottes Willen meine Schuld büßend bist ge noch zu thun, Sünden abzu, storben, und Vergebung, sterben. Gnad und Huld mir bey 5. Nun kann ich selbst Gott erworben. meinen Tod freudig vorher! 9. Stårke mich durch deis sehen, und zu dir, du heilnen Tod auf die lezten Stun ger Gott, ohne Schrecken ge den. Wie du deine Todess hen. Du, Herr, haft aus al noth siegreich überwunden: ler Noth Rettung mir erruns o so bilf dazu auch mir. Laß gen, und die Angst vor un- mich fröhlich scheiden! Herr, ferm Tod durch dein Kreuz se dane ich ewig dir für dein bezwungen. bittres Leiden. 6. Herr, was bin ich, daß mel. Herzlich thut mich verl. ic. bu du mein dich so angenom. 181. Tag, der den le men? Laß die Frucht von deis berwinder des Todes Vom Leiden und Tode Jesu. 171 Todes sterben sab, getödtet wie fasser mein Gemütbe ganz für uns Sünder am Kreuz auf dieser Wohltbat Werth? Gelgatha! wie zürnend auf Wie richt ich meine Triebe, die Sünde zeigst du den Rich Gott, ihrer werth zu seyn, ter mir! doch auch der Liebe taich ewig deiner Liebe in Gründe eröfnet Gott an dir deinem Sohn zu freun? 2. Gott ist ein ernster Rå- 6. Wenn noch die Luft zu cher, ist beilig, ist gerecht. Sünden mich zu verführen Vor ihm schůzt die Verbre droht, lehr mich fie überwins cher kein Unsehn, kein Geden durch Jesu Chrifti Tod! schlecht. Vom Himmel, da lehr mich die Sünde meiden, er wohnet, kömmt er einst weil er gestorben ist. Mir zum Gericht, verurtheilt und predige sein Leiden, Gott, wie verschonet verstockte Süngerecht du bist! der nicht. 7. Und deine Lieb erfülle 3. Der seinen Sohn, den mein Herz mit Dankbarkeit: Bürgen, für uns verwunden Gehorsam say mein Wille, ließ, der seinen Sohn erwür mein Thun Rechtschaffen gen, am Kreuz erwürgen beit: fromm lehr mich seyn ließ, wird der nun einem mit Freuden, weil er geftore Knechte, der böse bleibt, verben ist: mir predige sein leis zeißn? Fönnt er so der gerech[ den, wie gütig, Gott, du bist! te, der ernste Richter seyn? 182. 4. Doch soll der Sünder Mel. Jesu meines Lebens Leben. leben: erbarmungsvoller un ich danke dir Gott! du kannst, du willst von Herzen, für vergeben durch deines Soh- die ausgestandne Noth, für nes Tod. Wenn wir die die Wunden, für die Schmers Sünde baffen und glaubig zen; für den berben Kreuzess zu ihm fliehn, willst du die tod; für dein Zittern, für Schuld erlassen und gnädig dein Zagen, für so unerhörte seyn durch ihn. Plagen: Herr! für alle 5. O wundervolle Güte, deine Pein will ich ewig dank wie wirst du gnug verehrt? bar seyn! Von Von der Auferstehung Jesu. Von der Auferstehung Jesu. 183. Freue el. Jefus meine Zuversicht sc. deine Ketten? Hier ist Gott, eue dich! des der Hülfe schafft. Hier ist Herren Tag bat Jesus, der kann retten, wenn die Nacht der Furcht vertries gleich unser Fleisch und Bein ben Christus, der im Gra wird in Staub verwandelt be lag, ist im Tode nicht ges feyn. blieben. O wie hoch sind wir 6. Herr, dis glaub ich bit getrdst! Jesus hat die Welt zum Ruhm, und mein Trost erlöst. ist nicht vergebens; denn ich 2. Er ist Gottes ewger bin dein Eigenthum, du der Schn. Ewig fen er auch ge. Schöpfer meines Lebens. priefen! Seiner Feinde Hocherfreuet sing ich dir jezt Schaar zum Hohn hat er und ewig Dank dafür. sichtbar es bewiesen. füllte durch die That, er prepbezeyet bat. des Banden; deß sollen wir 3. Unfre Schulden find uns dankbar freun, Christus zwar groß; doch wir dürfen will unser Trost seyn. Hals nicht verzagen; Gott läßt leluja! unfern Bürgen los ber fie 2. Wår er nicht erstans büßend bat getragen. Jesus den, so wären wir vergans ist mit Preis gekrönt, und gen: Heil uns, da er erstans wir sind mit Gott versöhnt. den ist unser Retter Jesus 4. Sterben war der Sün. Christ. Halleluja! den Sold; nun ist Christus 3. Halleluja, Halleluja, unser Leben, der für unsre Halleluja! deß sollen wit Schuld nicht Gold, nein, uns dankbar freun; Chris sich selber hingegeben. Er stus will unser Trost seyn. hat aus des Grabes Nacht Halleluja! neues Leben mitgebracht. 176 Er er 184.Chriftus ift erfiand was den des Tor In eigner Melodie. 5. Tod, wo ist nun deine 185.Coristus lag in o Kraft? Grab, wo sind nun desbanden für uns Auf Ostern. 172 uns dahin gegeben; doch nun 5.Hier ist das rechteOferist er auferstanden und brin, lamm, das unsre Schuld ges get uns das Leben. Laßt uns tragen; am martervollen feines Siegs uns freun, Gott Kreuzesstamm für uns ere loben und ihm dankbar seyn, würgt, zerschlagen. Nun bes ihm fingen Halleluja; Hal- zeichnet uns sein Blut, das leluja! giebt dem Glauben Trost und 2. Der Tod, dem niemand Much, der Würger geht Einhalt that, traf alle vorüber. Halleluja! Adams Kinder. Das mach 6. So fenern wir das hos te ihre Missethat; denn alle beFest inFreuden, Dank und waren Sünder. Drum traf Wonne, das uns der Herr sie der Tod so bald. Von sei erscheinen läßt. Er ist uns ner furchtbaren Gewalt find licht und Sonne: mächtig wir nunmehr errettet. Hals stralt sein Glanz daßer, die leluja! finstre Nacht erleuchtet er, 3. Jesus, der Sohn Gotles fließt die Nacht der Sün tes, ist zu uns ins Fleisch den. Halleluja! gekommen, hat unsre Todes 7. Wir heiligen uns ganz schuld gebüßt, damit dem dem Herrn, der uns zum Tod genommen seine schre Hell geladen. Der alte cfende Gewalt, ihm bleibt Sauerteig sey fern vom süßs nur Schatten und Gestalt, fen Wort der Gnaden. Chris sein Stachel ist zerbrochen. stus und sein Wort allein Halleluja! foll unfrer Seelen Nahrung 4. Es war ein wunders seyn, der Glaube lebt blos voller Krieg als Tod und seiner. Halleluja! Leben rungen. Dem Leben met. Gey Lob und Ehr dem 2c. blieb zuleht der Sieg, es pa 186.Wach auf, mein den Tod verschlungen. Längst Herz! die verfündigt es die Schrift: Nacht ist ihn, die Sonn ist Sein Tod ward unsers To aufgegangen. Ermuntre deis des Gift, nun fann fein Todnen Geist und Sinn, den Heir uns schaden. Halleluja. land zu umfangen, der heute durch m ve bir 178 Von der Auferstehung Jesu. durch des Todes Thür ge- te wo man ihn zur Rub ge brochen aus dem Grab her- leget habe; so wirst du seho, für, der ganzen Welt zur daß Jesus Christ vom Tode Wonne. auferstanden ist, und nicht im Grab zu finden.m 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf, und such ein 6. Der für uns an des neues Leben! beschleunige Kreuzes Stamm erhößt war zum Sieg den Lauf, und laß und gebunden, für uns hins dein Herz sich beben gen Hims ab zum Grabe kam, hat siegs mel, wo dein Heiland ist! such reich überwunden; hat Leben das, was droben, als ein und Gerechtigkeit erworben, Chrift, der geistlich aufer nach vollbrachtem Streit, standen. die Feinde schau getragen. 3. Vergiß nun was auf 7. Drum sey nun muthig, Erden ist, und tracht nach wach und streit! da Jesus dem, was droben. Za dei überwunden, wirst du auch nem Mittler, Jesu Christ, überwinden weit durch ihn, sen stets dein Herz erhoben; weil er gebunden der Feinde hinauf zu jener besten Welt, Macht, daß du aufstehst, und die ewig bleibt, wenn diese in ein neues Leben gehst, und fällt; wo du wirst Jefum Gott im Glauben dienest. schauen. 8. Laß dich nicht Sünde, 4. Drückt dich noch man- Welt noch Tod verzagt und cher Sorgenstein, dein Hei- muthlos machen. Er, Jesus, land wird ihn heben; wird lebt, er hebt die Noth, er dir mit Hülfe nabe seyn, stårket selbst die Schwachen, Rath, Trost und Ruhe ge stårkt seine Glieder in der ben. Wirf dein Anliegen auf Welt, ist Rath, und Kraft, den Herrn und sorge nicht, und Sieg und Held: drum er ist nicht fern; weil er ist wirst du überwinden. auferstanden. 9. Herr, der du aus dem 5. Geß aus und tritt im Tode bist, zum Leben aufers Geiste hin zu des Erlösers standen, befrey uns, Sieger, Grabe. Schau auf die Stât Jesus Christ, von Sünd und Todess Auf Ostern. 179 Todesbanden; daß wir zu Heiland lieber mich. Die sammen insgemein zum Freude, die mir ist bereit, neuen Leben gehen ein, das besteget alle Traurigkeit. du uns bast erworben. Halleluja! 10. Sen hochgelobt in 5.Für diesen Trost, fiege dieser Zeit von allen Gottes- reicher Held, Herr Jesu, findern, und ewig in der dankt dir alle Welt. Dort Herrlichkeit von allen lleber, wollen wir auf beßre Weis windern, die überwunden erheben deinen Ruhm und durch dein Blut. Gieb uns, Preis. Halleluja! Jesu, Kraft und Muth, mel. Es ist das Heil uns 2c. daß wir auch überwinden. 188. Freywillig haft bu Mel. Erschienen ist der ic. dargebracht für 187.Lebt Christus, was uns, o Herr, dein Leben. Du bin ich betrübt? hatteft es zu lassen Macht; ich weiß, wie herzlich er mich Macht, wieder dirs zu geben. liebt. Und stürb auch alle Und darum liebte dich dein Welt mir ab; gnug, daß ich Gott, weil du, gehorsam bis feine Freundschaft hab. Hal- zum Tod, dich haft für uns leluja! erniedrigt. 2. Er nährt, er schüßt, er 2. Du warst nur eine fleis tröstet mich, sterb ich, so nimmt ne Zeit von deinem Gott vers er mich zu sich; wo er jetzt lassen, er fronte dich mit lebt, da fomm ich hin; weil Herrlichkeit, die Sterbliche feines Leibes Glied ich bin. nicht faffen. Dein Kreuz Halleluja! daran man dich erhöht, vers 3. Durch seiner Auferste- wandelt sich in Majestät, bung Kraft vollend ich mei denn du giengst aus dem ne Pilgerschaft. Durch ihn Grabe. bin ich mit Gott versöhnt, durch ihn mit Gnad und Heil gekrönt. Halleluja! 3. Gepaßt in deiner Nie drigkeit, warst du das Ziel des Spottes, und zeigtest doch zu gleicher Zeit an dir die Hoheit Gottes. 4. Mein Herz sey muthig, freue dich! Gott und mein Dein Kreuz M 2 180 Von der Auferstehung Jesu. Kreuz schien zwar der Welt dieHofnung deines Knechts: ein Grâul; doch sterben für in dieser will ich sterben. der Feinde Heil, dies ist die Wie du vom Tod erstanden höchste Tugend.ale bist, so werd auch ich, Herr 4. Dein Reich war nicht Jesu Christ, durch dich einst von dieser Welt, dein Ruhm auferstehen. nicht Menschenebre. Un De Mel. Du Friedensfürst, Herr ic. muth groß, an Lieb ein Held, 189.Wie lieblich i und göttlich in der Lehre; dein geduldig und von Sünden gruß! wie freundlich ist dein rein, geborsam, bis zum Mund! wie stralt nun dein Kreuze, sern, dies war, durchgrabner Fuß! omeines Herr, deine Größe. Glaubens Grund! du guter 5. Du starbst am Kreuz; Bot, des Todes Tod, du doch war dirja die Kraft des Friedens Wiederbringer; Herrn gegeben. Du schaff 2. Nun ist des Höchsten test, daß der Blinde sah; du Wort erfüllt, sey froß mein gabst den Todten Leben. Du ganzer Sinn! nun ist des sprachst; es schwiegen Wind Richters Zorn gestillt, nun und Meer; und selbst der böe ist die Furcht dahin. Mein fen Geister Heer gehorchte Mittler hat, Deiner Stimme. an meinet Statt, die ganzeSchuld be 2009 6. Nun irren mich nicht zahlet. Schmach und Spott, noch 3. Wie troflich ist der beines Kreuzes Schanden. Friede mir, der über die Vers Du bist mein Herr, du bist nunft, den Jesus uns ge mein Gott; denn du bist auf bracht berfür, ben seiner erstanden. Du bleist mein Wiederkunft. Wer freut sich Helfer immerfort, der Herr, nicht? wenn Jesus spricht: durch dessen mächtig Wort mit dir soll seyn der Friede! auch ich einst ewig lebe. 4. Wenn nun des Rich 7. Wir sind nun göttlisters Stimme schallt, und in then Geschlechts, durch dich des Sünders Ohr sein Don des Himmels Erben. Dis ist ner furchtbar wiederballt; so schüß Auf Ostern. 181 schüß ich Jesum vor, und zage 9. Dank dir, der Friede nicht. Mein Heiland spricht: uns erftritt, für dies erhabné mit dir soll seyn der Friede! Gut! beglück auf ewig mich 5. Wenn mich Welt und damit: so hab ich frohen Versuchung plagt; setzt sie Muth, und zage nicht, wenn mir heftig zu; wird dann alles bricht; denn mir bleibt mein schwaches Herz verzagt; doch dein Friede! find ich ben Jesu Ruß. Ich falle nicht; weil Jesus Met. Sollt ich meinem Gott ic. fpricht: mit dir foll seyn 190. Herr, es find recht mein Friede! edle Früchte, 6. Wenn mich sonst man die dein großer Sieg vers cher Kummer drückt, wenn spricht: daß wir gehn vor mich mein Freund verstößt; dein Gerichte, und das Urs so werd ich durch den Freund theil scheuen nicht. Herr, dies erquickt, der ihn und mich sind die großen Gaben: erlöst. Die Noth schreckt Gnade, Leben, Freude, nicht; mein Heiland spricht: Sieg, Trost und Friede nach mit dir foll fenn mein Friede. dem Krieg. O die können 7.Wenn mich mein Fleisch kräftig laben leib und Seel mit seiner Macht lockt auf in allem Leid; freue dich, die Sündenbahn; wird docho Christenheit! sein Wille nicht vollbracht, 2. Herr, ich sehne mich ich schaue Jesum an. Das und dürfte, wie ein müder Fleisch siegt nicht; weil Je Wandrer schmacht, nach dem fus spricht: dir laß ich mei: Frieden, Friedensfürste, nen Frieden! den du durch dein Blut ges 8. Dringt endlich auch zu macht. Theil nun aus die mir der Tod mit seinen große Beute; die dein Arm Schrecken ein, so will auch errungen hat, der so große in der Todesnoth mein Hei Thaten that. Gieb, daß dich land ben mir seyn. Der Tod mit Dank und Freude, nach schreckt nicht. Mein Heiland so wohl geführtem Streit, spricht: mit die soll seyn rühme deine Christenheit. utein Friede! M 3 3. Gieb 182 Von der Auferstehung Jesu: Mel. Es ist das Heil zc. 3. Gieb uns, Herr, auch deine Gnade geiſtlich mit bis 191.h! beilig, felig aufzustehn: daß uns Sünist der Tag, denlust nicht schade, laß uns herrlichsten erhöhet: da, der stets aufs Ewge sehn! laß für uns im Grabe lag, zum durch dich auch unsre Herzen Leben hervorgehet, da, der fiegen über alle Noth, wofür uns getödtet war, sich nun mit uns die Sünde droht; als Sieger ftellet dar mit tilge in uns Pein und Preis von Gott gekrönet. Schmerzen; schenke Glau 2. Er hatte sich für unfre bens Freudigkeit uns, und Schuld als Bürge hingeges deiner Christenheit. ben, für uns aus unverdiens 4. Meinen Leib wird man ter Huld gelaffen selbst sein begraben, aber gleichwohl keben. Da er nun durch des ewig nicht; Leben wird er Grabes Thür zum neuen tes wieder haben, wann das leh- ben geht berfür, so ist die te Weltgericht alle Gråber Schuld bezahlet. wird aufdecken. Wann durch 3. Ja! wäre nicht sein Ess deine Macht bewegt aller segelb vollgütig angenoms Todten Staub fich regt, dann men, war nicht durch ihn wirst du auch mich erwecken; versöhnt die Welt; so war dann schau ich in Ewigkeit er nicht entkommen des To deines Himmels Herrlichkeit. des Raube und Gewalt; so f. Dann so werden meine båtte ihn Gott nicht so bald Glieder, die jest wellen und zum Leben auferwecket. verblüßn, unverweslich le 4. So hat er denn Ges ben wieder, eine Herrlichkeit rechtigkeit wahrhaftig uns anziehn, mit der alle Pracht erworben, erworben Heil und der Erden gar nicht zu ver- Seligkeit; weil er für uns gleichen ist. Ja, mein Leib, gestorben, und wieder aufers Herr Jesu Christ, soll dem standen ist nach dreyer Tage Deinen ähnlich werden, vols Curzer Frist, wie er zuvor ler Pracht und Herrlichkeit; gefaget. darum freu dich, Christenheit! S. Er Auf Offern. 183 5. Er lebet nun in GotIn bekannter Melodie. tes Kraft gekrönt mit Preis 192.Jefus meine Bus und Ehre, herrscht hocherbas versicht und ben und verschafft den Sieg mein Heiland ist im Leben! auch seiner Lehre. Beut als dieses weiß ich; sollt ich nicht ler Welt nun dar sein Heil, völlig mich zufrieden geben? und will dem, der ihm glaus wenn gleich sonst die Todess bet Theil an seinem Segen nacht mir noch manche Sors schenken. ge macht. 6. Mein Friede, spricht 2. Jesus er mein Heis er, fen mit euch, den ich er- land, lebt; ich werd auch das worben habe: wie selig, wie leben schauen, seyn, wo mein fo freudenreich ist diese feine Erldfer leba; warum sollte Gabe! auf ewig schüßt, be- mir den grauen? er, er glückt er nun, die treu hier lebt, das Haupt, und zieht seinen Willen thun. So herr mich auch zu sich, als sein lich lebt er wieder! Glied. 7. Uch! möchten wir auch 3. Ich bin durch der Hofa auferstehn durch Abkehr von nung Band zu genau mit ihm den Sünden; unsträflich sei- verbunden, meines Glaus neWege gehn, die Lüste über bens starke Hand liegt so feft winden; fo lebten wir in in seinen Wunden, daß mich Christo Gott, fo würde uns auch kein Todesbann ewig der andre Tod mit seiner von ihm trennen kann. Macht nicht schaden. 4. Dieser Leib ist Staub, 8. So laßt uns denn mit daher wird er einst zu Staus Chrifto hier im Glauben al- be werden; dies weiß ich! fo leben, daß sein Geist stets Doch auch, daß er mich wird in uns regier; und bleibewecken aus der Erden, daß ihm ganz ergeben. Denn, ich in der Herrlichkeit bey wer fo Christo lebt und ihm sen in Ewigkeit. stirbt, der wird, wenn gleich 5. Dann wird eben diese der Leib verdirbt, einst selig Haut den verklärten Leib um. auferstehen. geben, eben dieses Auge 4 schaut 184 Von der Auferstehung Jesu. schaut den, der es verklärt 10. Nur, daß ihr den zum Leben. Ja, in diesem Geift erhebt von den Lüſten Fleisch werd ich Jesum seben dieser Erben, und schon hier ewiglich. dem Jesu lebt, mit dem ihr Der 6 Dort lern ich im vol vereint wollt werden. len Licht meinen Heiland muß sich der Tugend weihn, nåßer fennen. D, wie wird der dort ewig wünscht zu mein Her dann nicht ganz feyn. in Dank und liebe brennen! e, wie froh ihn bethen an, Mel. Wie schön leucht uns ic. wann die Schwachheit ab- 193. Anbethung, Preis gethan! froßer 7. Was hier leidet, seufzt, Dank dem, der des Todes und fleht, wird sich dort er Macht bezwang, und uns, rettet feben. Irdisch werd den Staub, erhöhte. Der hos ich ausgefät, himmlisch werd he Sieger überwand; Nacht ich auferstehen. Eink ich war um ihn, und sie vers hier ins Grab hinein, dort schwand in helle Morgenrd werd ich unsterblich seyn. the. the. Bebet, gebet, stolje 8. Seyd getrost und freuet Spoiter, unserm Retter euch, freut euch meines Lei- Preis und Ehre! glaubt an besGlieder! welket ihr, und ihn und seine Lehre. fterbt ihr gleich, euch ruft 2. Heil uns, und Sieg; Chrifti Stimme wieder, die das Grab ist leer! fest steht durch alle Gråber dringt, und es, wie ein Fels im Meer, den Todten Leben bringt. das Wort, das er gespro 9. Jauchzt denn, Chriften! chen. O felig, wer sich ihn aus der Gruft werdet ihr vertraut, er hat den Tempel euch einst erheben, und den neu gebaut, den blinde Wuth Heiland, der euch ruft, sebn gebrochen. Hölle, fälle nun und mit ihm ewig leben! den Sieger; Gottes Krie dann liegt Kummer und Ber- ger, der erstanden, macht druß weit, weit unter eu nun deinen Stolz zu schans rem Fuß! den. 1264 3. Leer Auf Offern. 185 3. Leer ist die Gruft, die die ich durch Gottes Sohn ihn umgab. Sey mir ge erreicht? grüßt, mein künftig Grab 5. Bor seinem Thron, in du Wohnung ernster Stille! feinem Reich, unsterblich, nur wenig Zage werdens helig, Engelu gleich, und seyn; dann, Grab, empfångst ewig bey dir selig seyn: du mein Gebein in deiner Herr, welche Herrlichkeit ist Echatten Hülle. Freudig mein! felig, werden wieder diese 6.Mein Herz erliegt froh Glieder auferstehen, werden unter ihr; Lieb und Vers die Verklärung sehen. wundrung kämpft in mir; und voll von Ehrfurcht, Mel. Von Himmel hoch, da ic. Dank und Pflicht fall ich, 194. Erinnre dich, mein Gott, auf mein Angesicht. Geift, erfreut, 7.Du, der da in den Hims des frohen Tags der Herr- meln thronst, ich soll da wohs lichkeit; halt im Gedächtnißnen, wo du wohnst? und du Jefum Chrift, der von dem erfüllft einst mein Vertrann, Tod erstanden ift. dich dort verkläret anzus schaun? 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir 8. Ich soll, wenn du, des erschien! als språch'er: Frie- lebens Fürft, mit Majestät de sey mit dir! so freue dich, einst kommen wirft, erweckt mein Geift, in mir. aus meinem Grabe gehn, 3. Schau über dich, und und einft zu deiner Rechten beth ihn an, auf seiner hohen tehn? Siegesbahn; er lebt und 9.3u welchem Glück, zu herrscht mit Gott vereint, welchem Ruhm erhebt uns und ist dein König und dein nicht das Christenthum! mit Freund. bir Gottes das Sohn, sind wir; auch aufs gekreuzigt, gekreuzigt, 4. Glaube, der Herz erhöht! was ist Erde Majestät, wenn sie der erstanden schon. 10. Nie komm es mir mein Geist mit der vergleicht, aus meinem Sinn, was ich, M S metn 186 Von der Auferstehung Jesu. mein Heil, dir schuldig bin; ganzes Leben. Reines Hers damit ich mich, in Liebe treu, zens will ich seyn, und den zu deinem Bilde ftets erneu. Lüften widerstreben. Er vers Mel. Jesus meine Zuversicht ic. 11. Er ifts, ber alles in läßt den Schwachen nicht; uns schafft; sein ist das dies ist meine Zuversicht. Reich, sein ist die Kraft! 5. Jesus lebt, ich bin ges halt im Gedächtniß Jesum wiß, nichts soll mich von Chrift, der von dem Tod er Jesu scheiden, keine Macht standen ist! der Finsternis, keine Herrs lichkeit, kein Leiden. Er giebt esus lebt, mit Kraft zu dieser Pflicht; dies ihm auch ich. ist meine Zuversicht. Tod, wo sind nun deine 6. Jefus lebt, nun ist der Schrecken? Er, er lebt, und Tod mir der Eingang in das wird auch mich von den Tod Leben. Welchen Trost in Tos ten auferwecken. Er verklärt desnoth wird er meiner Sees mich in sein Licht; dies ist le geben, wenn sie gläubig zu meine Zuversicht. ihm spricht: Herr, Herr 2. Jefus lebt; ihm ist das meine Zuversicht. Reich über alle Welt gege 195.Jefus lebt, mit ben; mit ihm werd auch ich Mel. Ermuntre dich mein sc. augleich ewig herrschen, ewig 196.Das Grab ift leer, leben, Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zu versicht. des Höchsten Sohn verläßt die Todtens grüfte, und seiner Jünger 3. Jesus lebt; wer nun Jubelton dringt freudig verzagt, låstert ihn und Got durch die Lüfte. Du, den der tes Ehre. Gnade hat er zu Engel Loblied preift! ents gesagt, daß der Sünder fich reiffe, Heiland, meinen Geift bekehre. Gott verstößt in den Neigungen der Erde, Christo nicht; dis ist meine daß er dir heilig werde. Zuversicht. 2. Die Menschheit, Herr, 4. Jesus lebt, sein Heil erlaubt mir nicht, mit dir ist mein; sein sey auch mein empor zu steigen, bis diese schwache Auf Oftern. 187 schwache Hütte bricht. Wird mit deiner frommen Mens sich mein Haupt einst net ge, dir Dank und Lobgesänge. gen: alsdann nimm nach voll brachtem Lauf, auch mich in Mel. Nun lob mein Seel den zc. deinen Himmel auf; nimm, 197. Froh führte Gots Herr, an meinem Ende, den Geift in deine Hände. tes den feftlich hohen Tag herauf. 3. Doch soll ich einft, o Da stand er meine Wonne, Gottes Sohn, in deinem mein Herr und mein Vers Reich dich sehen, so muß ich föhner auf. Gedanke, der zu auch auf Erden schon vom Freuden des Himmels mich Tode auferstehen. Der lebt erhebt! Gedanke, der im Leis nicht, den die Luft der Welt den mit reichem Troft bes und ihre Pracht gefesselt lebt! er stårkte deine Freuns hålt. Nach Gott und Beg- de, die vorher ånstlich flohn; rung streben: nur das heißt beschämte deine Feinde und wirklich leben. ihren frechen Hohn. 4.Du auferstandner Men2. Herr, deine Boten fies fchenfreund! erweck in mir gen von dir und deinem Geist die Triebe, durch die man gelehrt. Die Gößentempel sich mit dir vereint: den liegen, der Erdkreis wird zu Glauben und die Liebe. Jch Gott bekehrt. Ich weiß, an will, o Herr, dein eigen seyn; wen ich glaube, bin freudevoll laß mich mit Ernst die Guns ein Christ. Ihn beth ich an de scheun; und gieb selbst im Staube, ihn, der mein Muth und Kräfte zum Heis Retter ist. Ich werd ihn ligungsgeschäfte. ewig schauen, wenn er auch mich erhebt. Der Herr ist rer Chrift, jeht leben und einst mein Vertrauen, er starb für sterben; und einmal da, wo mich und lebt. 5.So kann ich, als ein wahdu, Herr, bist, vollkommne Freude erben. Dahin, mein Mel. Christ lag in Todesbanden sc. Heiland hilf du mir; so 198.Bringt Preis und bring ich, ewig froh in dir, land 188 Von der Auferstehung Jesu. Yand dar, frohlockt ihm alle 5+ Mein Herr, mein Gott, Frommen. Er, der für uns hilf mir dazu, befreye mich getödetet war, ist aus der von Sünden, las mich für Gruft gekommen. Sey ge meine Seele Ruh, im Fries lobt, Herr Jefu Chrift, daß den mit Gott, finden. Pflans du für uns gestorben bist, ze deinen Sinn in mir, das und siegreich auferstanden. mit ich, Gott ergeben, hier Halleluja. als dein Erlöfter wandle. Halleluja. 6. Dein ist das Reich; dein ist die Macht, Verstorbe Du rufft 2. Dein Leben in der Majeftåt, befestigt nnfern Glanben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht; uns nun den ne zu erwecken. Troftgrund rauben; daß du einst, und der Gråber Macht unser Heil vollbracht, und wird Todte nicht mehr de von des engen Todes Macht, cken. Wie du anferstanden uns Sünder haft erlöset. bift, so werd auch ich, Herr Halleluja. Jefu Chrift, durch dich einst 3. Gott felbft, der dich auferstehen. Halleluja. dem Grab entrückt, hat dem, was bu gelehret, der Wahr heit Siegel aufgedrückt; und sich als Sohn geehret. Det nes Opfers hohen Werth schaffen seyn und handeln; hat er aufs herrlichste bes daß ich, wenn ich aufersteh, währt, da er dich auferwe- und dich, des Todes Sieger, det. Halleluja. feh, vor dir dann nicht ers schrecke. Halleluja. 8. Da, wo du bist, da soll auch einfst dein Jünger mit dir leben. Du wirst ihn, wenn du nun erscheinst, zu deiner Freud erheben. Laß dis auch mein Erbtheil seyn; so werd ich ewig deß mich freun 7. laß mich, weil ich hier noch bin, im Glauben an dich wandeln, und jeders zeit nach deinem Sinn rechts 4. Erstandner! ich froßlos che dir, daß du nun ewig les beft. Du lebst und siegft, daß du auch mir das ewge Leben gebeft; daß du mein Erret ter feyst, und neue Kräfte mir verleihft, mit Freuden Gott ju dienen. Halleluja. Auf Ostern. 189 freun, daß du vom Tod ers, Státte zu bereiten, wo du standen. Halleluja. einst seine Herrlichkeit und ihn wirft schaun in Ewigkeit. Mel. Allein Gott in der Hdh ic. Dank ihm für diese Liebe! H 199. Halt tim Gedächts 5. Halt im Gedächtniß niß Jefum Jefum Chrift, der einst wird Chrift, o Seele der zur Er wieder kommen, zu richten den von seinem Thron ge- was auf Erden ist, die Süns kommen ist, ein Retter dir der und die Frommen; und zu werden. Vergiß sein sorge, daß du dann bestehst, nicht! denn dir zu gut vers und mit ihm in sein Reich band er sich mit Fleisch und eingehst, dort ewig ihm zu Blut. Dank ihm für diese danken! Liebe! Mel. Alle Menschen müssen ic. 2. Halt im Gedächtniß Sünder preifen Jefum Chrift, der für dich 200. Jefus, die erlöften hat gelitten; am Kreuz für dich, der fie erfreut, dich, du dich gestorben ist, das Leben Todeslleberwinder, dich, du dir erftritten; Errettung aus Herr der Herrlichkeit! du, der Sündennoth, erwarb er der todt war, lebest wieder, dir durch seinen Zod. Dank mit dir leben deine Glieder; ihm für diese Liebe! uns, die Tod und Grab ers schreckt, hat Gott mit dir auferweckt. 3. Halt im Gedächtniß Jefum Chrift, der von dem Tod erstanden, und jetzt zur 2. mit welchen Gottess Rechten Gottes ist; er hat freuden stralst du aus des von Todesbanden, die an ihn Grabes Nacht! ewig fern ist glauben, frey gemacht, und alles Leiden, ganz dein grofs ewges Leben wiederbracht. ses Werk vollbracht. Liebe Dank ihm für diese Liebe! reich eilest du den Deinen nun 4. Halt im Gedächtnis als Sieger zu erfcheinen. Jefum Chrift, der hin zum Seht mich, Freunde, die ihr Sig der Freuden siegpran bebt! jauchzet! euer Jesus gend aufgefahren ist, die lebt. 3. le. 190 Von Jefu Himmelfahrt. 3. Lebend, zu verschiednen] 5. Heil und Gnade beut Stunden, fahen sie dich dort nun allen Gott, in feinem und hier. Sie berührten det- Namen, dar, allen Sündern, ne Wunden, sprachen, aßen die gefallen: und was er vers oft mit dir. Deinen Troft heißt, ist wahr. Alles, alles und deine Lehren ließest du wird geschehen; Himmel sie wieder hören; und sie, werden eh vergehen, eh ein die dich lebend fahn, bethe, Wort von Jesu Christ nicht ten dich freudig an. fe mehr wahr und göttlich ist. 4. Muthig wurden nun die Schwachen, durch dein 6. Preis sey dir! der du das Leben und die Auferftes Leben neu belebt gingen sie hung bist. Laß uns alle feyn nun aus und sprachen; der ergeben dir dem Retter, Fes am Kreuz Erwürgte lebt! fu Chrift! machuns frey von sprachen selbst bey Schmach Strafund Sünden! daß du und Banden: Jesus ist vom lebft: laß uns empfinden. Zod erstanden, ist der Men Tief im Staube singen wir schen Herr und Haupt; selig dir dann ewig Dank dafür! wird, wer an ihn glaubt! Von Jesu Himmelfahrt Mel. Wie schdn leucht uns 2c. und seligen Regierung. 2. Dir dienen alle Cherus 201. wundergroßer bim, dir jauchzen alle Seras Siegesheld, du phim, die dich, den Sieger Sündentilger aller Welt! loben, der du den Segen wiee heut hast du dich erhoben zur derbracht, und dich mit Mas rechten Hand der Höchften jestät und Pracht zur Herra Kraft. Dein Urm hat dir lichkeit erhoben. Singet, den Sieg verschafft, durch bringet Ruhm, und ehret den du jest dort oben prach: den, der fähret durch die Hime tig, machtig, triumphireft mel, mit frohlockendem Ges und regierest; Tod und Les tümmel. ben sind, Herr Chrift, dir uns tergeben. 3. Du bist für uns das Haupt, und wir sind deine Glies 191 und seligen Regierung. Glieder, nur von dir tömmt| Sohn! und stillest das Bers auf uns Licht und Leben. langen der Deinen, welchen Hell, Fried und Freude, du zu gut als Hoherpriester Stårt und Kraft, und was durch dein Blut ins Heiligs uns sonst Erquickung schaft, ste gegangen. Gieb mir, wird uns von dir gegeben. daß hier ich so handle, fiets Rühre, führe, ewge Güte, so wandle, so vollende, daß mein Gemüthe, daß dichs ich dich schau ohne Ende. preise, dir Lob, Ehr und Ruhm erweise. Mel. Aus meines Herzens Gr. ic. 4. Zeuch, Jeſu, uns, zeuch 202.Der Herr fährt aufgen Himmel uns nach dir! hilf, daß wir künftig für und für nach dei mit hellem Jubelschall, mit nem Reiche trachten! laß jauchzendem Getümmel und uns im Wandel, heilig, rein, mit Posaunenhall. Lobsingt, voll Sanftmuth und voll De lobsinget Gott! lobfingt, lobs muth seyn, die Uleppigkeit singt mit Freuden dem Ros verachten; Unart, Hoffarth, nige der Heyden, dem Herren laß uns melden, auch im Let- Zebaoth! den wohl ergründen, wo Errettung sen zu finden. 2. Der Herr wird auf. genommen in königlicher 5. Seygegen aller Fein Pracht. Deß freun sich alle de Truh stets unser Retter, Frommen, die er hat frey unser Schuß, auf den wir uns gemacht. Es hohlen Jesum verlassen. Zeuch uns zu dem, ein des Himmels frohe Hees was droben ist; hienieden re, die seiner Pracht und Ehre wohnet Trug und List in der sich, gleich als wir, erfreun. nen, die dich hassen. Hier sind, hier sind manche Plagen zu ertragen, ach! es quålen hier noch Leiden unsre Seelen. 3. Wir wissen nun die Wege, die unser Haupt ers höht: wo unter seiner Pfles ge fein Volk einst zu ihm 6. Einft kommst du auf geht. Der Herr, der ging der Wolken Thron, du Sie voran, wird nicht dahinten gesfürst, Held, Davids lassen, die ihn im Glauben faffen, 192 Bon Jefu Himmelfarth. fassen, und wallen seine Entzücken aufseinem Thron Bahn. erblicken, und sein uns ewig 4. Wir follen himmlisch freun! werden, und Jefum ewig de schaun; wir Fremdlinge auf Mel. Denn mein Stündlein ic. Erden, die hier das Elend 203. Auf Chrifti Hims baun. Auf, Kinder Gottes, melfarth darf auf! wo Jesus hingegangen, sich getroft dieHofnung grüns dahin steh das Verlangen, den, daß einst in meinem Tos dahin nehmt euren Lauf. de ich werd siegreich übers 5. Gen Himmel laßt uns winden. Denn, weil mein schwingen uns schon im Get- Haupt im Himmel ist, so fte hier. Und, wahr seys, wird er auch, nach kurzer wenn wir singen: dich, Jesu, Frist, mich, sein Glied, zu suchen wir; dich, Gottes ein- fich nehmen. gen Sohn, dich, Weg, dich, wahres Leben, dem alle anl 2.Gen Himmel fuhr mein eiland auf, um Gaben zu Macht gegeben, dich, unser empfangen. Zu ihm blickt Schild und Lohn. nun mein Geist hinauf mit 6. Hinweg mit deinen freudigem Verlangen. Denn, Schäßen, verführerische wo mein Schak ist, ist mein Welt! follt uns dein Nichts Herz; zu ihm schwingt es ergößen? dort ist, was uns sich himmelwärts von dieser gefällt: der Herr selbst und eitlen Erde. fein Heil! der Herr und sei ne Freuden sey stets, auch wenn wir leiden, der Seele Troft und Theil! 3. Ach, Herr verleihe du mir Kraft nach deinem Reich zu ringen; dein Geift, der Gutes in uns schafft, helf mir den Kampf vollbringen; und dann, am Ende dieſer die Zeit, da wir ihn werden Zeit, führ mich zum Licht der fehen in seiner Herrlichkeit. Ewigkeit, zu deinen Hims Welch ein Tag wird das melsfreuden. feyn! wenn wir ihn mit 7. Noch ist es nicht ge schehen, doch sie kommt einst, Wiel. und seligen 193 Mel. Vom Himmel hoch da zc. 7. Wohl nun auch uns; 204.2[ uf, Sefu Jünger, denn, Herr, bey dir, steht freuet euch! der Kraft und macht; und dein Herr fährt auf zu seinem sind wir. Nimst du dich uns. Reich. Er triumphirt Lob. frer hülfreich an; was ist, finget ihm, lobsinget ihm mit das uns gebrechen kann? hoher Stimm! 8. In deiner Hand ist uns 2. Sein Wert auf Erden ser Heil, wer an dich glaubt, ist vollbracht, zerstört hat dem giebst du Theil am Se er des Todesmacht, er hat gen, den du uns erwarbst, die Welt mit Gott versöhnt, als du für uns am Kreuze, und Gott hat ihn mit Preis starbft. gekrönt. 9. Du hältst die Stätte 3. Weit, über alle Hims uns bereit, bey dir zu seyn mel weit geht seine Macht in Ewigkeit: nach tren und Herrlichkeit: ihm dienen vollbrachtem Glaubenslauf, felbst die Seraphim. Lobsin nimst du uns in den Hima get ihm mit hoher Stimm. mel auf. 4. Sein sind die Volker 10. O jeuch uns immer. aller Welt. Er herrscht als mehr zu dir. Hilf uns mit fieggewohnter Held; er eifrigfter Begier, nach dem herrscht bis unter seinem nur trachten, was da ist, wo Fuß der Feinde Heer sich du, verklärter Helland, bist. beugen muß. 11. Dein Eingang in die 5. Er schüßet seine Chri- Herrlichkeit stårk uns in una fienheit, erhält sie bis in frer Prüfungszeit, nur dir zu Ewigkeit: er ist ihr Haupt. leben, die zu traun, bis wir Lobsinget ihm, lobsinget ihm dereinst dein Untlik schann. mit froher Stimm. 12. Dann wird sich völlig 6. Ja, Heiland, wir erhe unfre Seel in dir erfreun, ben dich; und unsre Herzen Sminanuel! dann singen wir freuen sich der Herrlichkeit von deinem Ruhm, ein neues und Majestät, dazu dich Lied im Heiligthum. Gott, dein Gott, erhöht.gad on ole N Regierung. Wiel. -194 Von Jesu Himmelfarth Mel. Erschienen ist der herrlich sc. von unserm Fleisch und 205.23 ir freuen uns, Blut, bist unser Trost und Herr Jesu höchstes Gut. Halleluja. Christ, daß du zur Rechten 7. Was uns gebricht, ift Gottes bift. Du starker Herr, dir bekannt. Der Segen ist Immanuel, o stårt im Glau in deiner Hand. Von keiner ben unfre Seel! Halleluja. Seele bist du fern; du siehst 2. Du sigest auf der Him. auf sie, und hilfft ihr gern mel Thron, als unser Freund, Halleluja. ale Menschensohn. Auch da 8. Sieh auf uns gnädig schåmst du dich unfrer nicht, allezeit, vom Throne deiner du bleibeft unsre Zuversicht. Herrlichkeit! hilf unserm Halleluja. schwachen Glauben auf, und 3. Dein ist die Macht, segne unsern Lebenslauf. dein ist das Reich. Wer Halleluja. ift an Majestät dir gleich? 9. Gen Himmel fuhrst du Mensch, Engel, jede Krea als ein Held: als Herr und tur ist dein, du Herrscher der Richter aller Welt wird dich Natur. Halleluja. 01 dereinst der Erdkreis sehn; 4. Umsonst, umsonst em laß uns dann freudig vor dir poret sich der Fürst der Hdl stehn. Halleluja. le wider dich. Dein Thron 10. Dann triumphirt der steht fest; der seine liegt; Glaub an dich. Dann jauch durch deine Macht ist er bezen wir dir ewiglich. Hilf siegt. Halleluja. uns dazu, Herr Jesu Christ, 5. Du unser triumphi der du zur Rechten Gottes rend Haupt! wie selig ist bift! Halleluja. wer an dich glaubt; du bist fein Licht, sein Trost sein mel. Jesu der du meine Seele 10. Theil, fein starker sein ewges Heil. Halleluja, 206. Großer Mittler, der zur Rech 6. Herr, unsre Herzen ten Gottes, feines Vaters, traun auf dich: dein freuet sitt, und die Schaar von sets unsre Seele sich: du held nen Knechten in dem Reich der 32 und seligen Regierung. 195 der Gnaden schüßt; dem auch stárkeft sie, daß sie dir vers felbst die Seraphinen mit einigt bleiben; daß sie dieſes verhülltem Antlik dienen; Lebens Müh standhaft durch dessen Reich und Majestät, dich überwinden, ihres Glaus über alle Dinge geht. bens Ende finden, und einst 2. Dein Geschäft auf dies ewig bey dir seyn, ewig dels fer Erden ist aufs herrlichstener sich zu freun. vollbracht. Der verlornen 6. Owas sind wir Mens Heil zu werden, gingst du in schenkinder, daß du unsrer die Todesnacht; aus dem so gedenkst, und so hülfreich Tode in das Leben, um das auf und Sünder immer noch Leben uns zu geben; ewig dein Auge lenkst? hilf, daß unser Haupt zu seyn, gingst wir dich gläubig ehren, und du in den Himmel ein. auf deine Stimme hören; 3. Nun, o Herr, ist dein nur bey dir steht unser Heil, Geschäfte in des Himmels gieb uns ewig daran Theil. Heiligthum, die erworbnen 7. Wenn wir zu dém Vas Lebenskräfte, durch deinster bethen, und uns unfre Evangelium, den Erlöften Sünde schreckt; lag uns mitzutheilen, und von Súns dein Verdienst vertreten, den sie zu heilen. Owohl al- welches unsre Schuld bes len, die dir traun, und auf deckt. Laß zum Fleiß in gus deine Hülfe baun! ten Werken deines Geiftes 4. Herr, du schauest voll Kraft uns stärken. Hilf uns Erbarmen stets auf diese durch die Prüfungszeit, Welt herab. Liebreich suchst Herr, zu deiner Herrlichkeit. du jeden Armen, der sein 130#T Mel. Herr Christ der einge ic. Herz der Welt ergab, von der Thorheit abzuschrecken, und zur Buße zu erwecken. Ses 207. Lobt Gott, ihr, fels ne Knechte! vers lig, wer, o guter Hirt, deiner ehret Jefu Reich! wie stark Stimme folgsam wird! ift feine Rechte! wer ist, wer 5. Du vertriist die an dich ist ihm gleich, dem einges glauben; du bewahrst und bornen Sohne, der auf des Bas N 2 195 Von dem Reiche Vaters Throne als Gott man dir nach dem Streit und Mensch regiert? 2. Du Herr der Herrlich keiten, des Vaters ewges Wort! du warst vor allen 6. Wohl mir! auch ich ges Zeiten, und herrscheft immer höre zu deinem Reich: wohl fort. Dein Reich ist groß und mir! dir dienen, Herr, ist prachtig, du bleibeft ewig Ehre; ich leb und fierbe dir. mächtig nach deiner Gott Dein Gnadenreich zu mehs heit Kraft. ren, gehorsam dich zu ehren, 3. Du hattest für die sey stets mein größter Ruhm. Knechte dich in der Leidens, 7. Gerechtigkeit und Fries zeit entáuffert deiner Rechte, den und Freude giebt dein der du in Herrlichkeit nun- Reich, das du auch mir bes mehr zur Rechten sißeft, und schieden. Besiß ich also gleich stets dein Reich beschühest von Erdengütern wenig; so mit göttlicher Gewalt. macht mich doch mein König Dankopfer stets darbringet, im höhern Chore singet: Dank dem erwürgten Lamm! 4. Du haft, als du ge- an Himmelsgütern reich. storben, die durch dein eigen 8. Gieb, daß vor deinem Blut dein Gnadenreich er: Throne auch ich einst mich worben, das du nun, uns zu erfreu: und leg auch mir die gut, bis an der Welten Ende Krone der Ueberwinder bey. durchs Wort und Sacramen- Hilf mir, mich selbst regieren, te erweiterst und regierst. hilf du mir triumphiren, 5. Ja, König, du regiereft, bilf, Herr; so kommt dein das Reich der Herrlichkeit; Reich. in dem du triumphirest, wol Vom Reiche und von der Kirche Christi. Mel. Allein Gott in der Höb sey ic. chriftliche, die seine. Erwors 208. Grworben hat sich ben durch sein eigen Blut hat Jesus Chrift er die Heerde seiner Hut gesammlet die Gemeine, die sich, durch sein Wort, ges thm geweyht, genennet ist die fammlet. ustale 2. Mit und der Kirche Chrifti. 197 2+ 2. Mit Kraft gerüft't 6. Gieb Lehrer, welche fand er sein Wort und seiner stets dein Wort recht rein Zeugen Lehre an jedes Volk, und lauter lebren! gieb Hö an jeden Ort, daß alle Welt rer, die auch immerfort volls es hore. Wo nun die Gnabringen, was sie hören. denmittel sind, wo man sie Stárk uns mit deiner Kraft, rein und lanter findt, da ifto Gott, damit nicht Kaltfinn die Kirche Chrifti. oder Spott uns von der 3. Die Kirche wird ein Wahrheit wende. Reich genannt, das Christus 7. Vermischt ist hier noch felbst regieret; ein Bau, den Jesu Reich mit Bösen und er mit seiner Hand gegründet, mit Frommen; hier wird aufgeführet; sie ist der Leib, fein heilig Wort nicht gleich der Herr ist Haupt: der ist von allen aufgenommen; fein Glied, der an ibn hier ist noch Kampf und glaubt, und gute Früchte Müb, hier steht noch mans bringet. cherFrevler auf, und schmäht den Retter seiner Seele. 4. Auch wir sind von der Schaar ein Theil, die sich kennet schon, in allem Volk, 8. Doch Jesus sieht und der Herr erwählet; auch wir die Seinen, und einst wird von ihm zu unserm Heil zuer auf seinem Thron vor als feinem Volk gezählet, daß er ler Welt erscheinen. Er in dieser Prüfungszeit zum esmmt, der Herr, und hält Himmel und zur Seligkeit Gericht; bringt, was vers ruft, sammlet und bereitet. borgen war, ans Licht, und 5. Erhalte uns, Gott, auf sondert seine Heerde. dem Grund, darauf du uns 9. Dann siegt die Wahrs erbauet! bestårke, Jesu, selbst heit und das Recht; dann den Bund, der uns mit dir wird kein Feind mehr wis vertranet! sey, Gottes Geift, then; dann zieht des Herrn fey hochgepreift, da wir durch erwählt Geschlecht mit ihm dich ein Leib und Geist in zum ewgen Frieden. Tris deiner Kirche worden! umph, Lob, Ehre, Preis und N 3 Macht 198 Von dem Reiche Macht wird dann Gott und weitern Lauf zu hemmen, zu dem Herrn gebracht! dann bestreiten. siegt des Herrn Gemeine! 5. Sie siegte felbst durch Schmach und Blut, und u Welterldser, ward, wie durch des Schmels 209.0" Schuß und zers Glut das ächte Gold, Hort, wie herrlich haft du bewähret. Es wurde, Herr, durch dein Wort dein Reich zu deiner Ehr die Welt durch dir hier bereitet! wie viele sie je mehr und mehr erleuch Siege ihm verschafft, wietet und bekehret. weit durch deines Geistes 6. Wer nicht vorfäßlich Kraft in aller Welt vers fich verblendt hört diese Sies breitet. ge und erkennt der Wahrs 2. Du selbst haft dich zu heit Kraft, und siehet, daß vor der Welt als thren Ret- nicht Verfolgung, Schmach ter dargestellt, den Weg zum und Schwerdt die Schafe Hell gelehret; haft deine deiner treuen Heerd dir raus Beugen ausgerüst mit dei- bet und entziehet. nem Geist, nachdem du bist 7. Auch wir, o Jesu, bit zu Gott zurück gekehret. ten dich, du wolleft ferner 3. Die haben dann von gnädiglich ob deiner Heerde dir gefandt, dein Wort vorwalten, bey deinem Wort, aller Welt bekannt, und ket durch deinen Schuß, auch ges ne Schmach gescheuer: start gen aller Feinde Truk sie unerschüttert war ihr Muth, unverrückt erhalten. so sehr sie auch der Feinde 8. Dein Gnadenwort, Herr, Wuth bestürmet und be welches du uns diese Zeit in drauet. filler Ruh so reichlich läs Mel. Kommt her zu mir ie. 4. Sie trugen willigseft hören, laß stets Erkennts Schmach und Spott, fie starznig, Glauben, Licht, Vers ben selbst den Martertod, trauen, Liebe, Zuversicht, in und starben ihn mit Freuden. unsern Herzen mehren. Ein Feind trat nach dem ans 9. Und würden dann auch dern auf, um deiner Lehre wir mit Spott, mit Leiden und und der Kirche Christi. 199 und mit Schmach bedroht nicht dieß, so uns ist wies follt sich Verfolgung finden: derfahren! so mach auch uns am Glau: 2. Du standest deiner ben reich, damit wir, jenen Kirche bey und gabst dein Beugen gleich durch dich Wort uns wieder; da wurs ftets überwinden. den die Gewiffen frey: des 10. Ja, gieb uns einen Frrthums Macht fiel nieder. Heldenmuth, damit wir Wir können nun, im Hels gleichfalls Gut und Blut für ligthum, des Welterlöfers Deine Lehre wagen; daß un Lehren, von deiner Mens fre Treu in Noth und Pein schenliebe Ruhm und unsern auch andre stårt, dir treu Pflichten, hören. zu seyn, und wir die Krone tragen. 3. Es ist dein Wort, frey zum Gebrauch, zum täglis II. Beschüß die Deinen chen Ergößen, so gar in uns überall, vermehre täglich ih. fern Häusern auch. Lehr re Zahl, im ganzen Kreis uns dies Glück recht schåßen! der Erden! verleihe Muth den Durst nach Wahrheit stil: und Sieg im Streit, bis uns let es; gleb Kraft und Troft des Himmels Herrlichkeit im Leiden; den Lasterhaften wird offenbaret werden. beffert es; dem Frommen Von der Reformation der schenkt es Freuden. Kirche und der christlis 4. Den, der sich beffert, Laffest du Vergebung aller Sünden und deine Huld und Herr, dein Seelenruh, durch Jefum feligmachend Chriftum, finden. Und stres Wort, das du uns haft geben wir, aus Dank und geben, drångt Furcht und Pflicht, durch Recht thun Aberglauben fort, wirkt Tu- dich zu ehren, so kann uns gend, führt zum Leben! Al- Leid und Freude nicht in dies lein es lag, in Finsterniß fer Ruhe stdren. verhüllt, seit vielen Jahren; 5. Wir wissen wie, man welch großes Glück ist nun andachtsvoll zu dir, o Gott, N 4 foll chen Duldung. Met. Durch Adams Fall ic. 210. 200 Von dem Reichen soll bethen, und wie man dich Band, des Nächsten Noth recht ehren soll, wenn wir zu lindern.pl on l zusammen treten. Es herr 9. Laß uns den, der dich schet nun Erbaulichkeit und redlich ehrt und treu lebt seis auch Verstand und Lehre, in nen Pflichten, wenn er gleich Liedern, die die Christenheit anders denkt und lehrt als Dir singt, zu deiner Ehre. wir, nie lieblos richten. Nein, AYCE SAA 6. In unsern Schulen bil nein! Erbarmen wollen wit det man zur Wahrheit und für Ihn und uns erflehen, zur Tugend, sorgfältger, wie daß er, Weltrichter, einst man sonst gethan, Verstand vor die mit uns mag frems und Herz der Jugend. Der dig stehen. Lafter und des Leichtsinns 10. Einst wird kein Glans Nacht reizt zwar, dein Wort be uns entzweyn! Ein Geift zu schmähen, ist Viele; doch wird uns beleben; ein Hirt der Wahrheit Macht und und eine Heerde seyn! Laßt, Glanz wird nie vergehen. Christen, uns erheben das 7. Herr, dir sey Dank! hin, wo alle, Irrthums frey, Der Wahrheit Licht Kralt die Wahrheit sehn und lie schon bey Volker- Schaaren, ben, und, ohne Haß und las die ehedem so glücklich nicht ster, tren sich in der Zus als unfre Vater waren. Doch gend üben. wie die Sonne, so auch bricht ber Lehre Jesu Schimmer, mit Einmal, alle Nebel nicht. Nur heller wird es immer. 8. DerKirche Christi höchVon der Erhaltung und Ausbreitung der christlis chen Kirche. In bekannter Melodie. fie Zier ist wahre Nachſten 211.Grhalt uns, er, Liebe. Dazu schenkt Kraft bey deinem der Glaube ihr, dazu die Hof: Wort, und steure deiner nung Triebe. O lehr uus Feinde Mord, die Jefum dann mit Bruderhand stets Chriftum, deinen Sohn, wohlthun: Elend hindern; vom Throne frech zu stüre und leit uns, durch der Liebe jen drohn. 315 2. Zeig und der Kirche Christi. 201 02. Zeig deine Macht, Gott, dein großes Werk auf Herr Jefu Chrift, der du Erden; laß Jesu Chrifti Lehre Herr aller Herren bist: bes und Tod, erkannt von allen fchirme deine Christenheit, werden, und alle sich bekehren. daß fie dich lob in Ewigkeit. 2. So danken dir und 3. Gieb, heilger Geist, uns loben dich die Nationen alle; einen Sinn, nim alle Zwies so freut der ganze Erdkreis tracht von uns hin. Vorssich, und singt mit großem deines Wortes Licht und Schalle: daß du sein Gott Macht entflieh des Wahns und Vater bist, der Sünde und Frrthums Nacht! nicht läßt walten; und daß 4. Herr, laß uns dir be- bein Wort das Mittel ist, fohlen seyn, schau unsre uns alle zu erhalten und uns Noth, wir sind ja dein. Er zu dir zu führen. halt im Glauben uns getreu; 3+ So banke, Gott, und und mach uns von den Fein lobe dich dein Volk durch den frey. gute Thaten; es bringe 5. Sie sinnen auf ein Frucht und beffre sich; dein Frevelstück. Treib, ihre Wort laß wohl gerathen. Tucke, Herr, zurück. Und, Uns fegne Vater und der wenn du uns von ihr befreyst, Sohn, und der so herrscht gieb ihnen einen bessern Geift! mit beyden! er schenke uns 6. So werden sie erken den Gnadenlohn, der, nach nen doch, du unser Herr Gott der Erde Leiden, die guten lebest noch, und stehst bey Menschen tröstet! deiner Kirche feft, die sich allein auf dich verläßt. Mel. Herzliebster Jefu, was haft ic. In bek. Met. od. Chrift unſer Herrc. 213.Laß, o Herr Jeſu, 212. wolle Gottuns 6 doch dein Reich gnådig seyn, und auf Erden noch immer weis feinen Segen geben. Mit ter ausgebreitet werden! seines Angefichtes Schein schenk allen Menschen deiner erleucht er uns zum Leben. Leiden wegen, Licht, Heil Laß uns erkennen, unfer und Segen. 1 N 5 2. Gieb 202 Von dem Reiche 2. Gieb ihnen Gnade, dich verwüsten; so schaueft du von echt zu erkennen, daß sie deinem Thron, und schüßest dich ihren Herrn im Glau: deine Christen. Dein Thron ben nennen; gieb ihnen Ei beftehet ewiglich; vergeblich fer, deinen guten Willen treu wird sich wider dich die ganze zu erfüllen. Holle rüften. 3. Laß sie die Schrift mit 2. Dein Reich ist nicht heilger Achtung ehren; denn von dieser Welt, kein Werk fie enthält der wahren Weis von Menschenkindern: drum heit Lehren. Die Menschen konnt auch keine Macht der suchen, ausfer thr, vergebens Welt, Herr, seinen Forts den Weg des Lebens. gang hindern. Dir können 4. Erhalte und bewahre deine Haffer nie die Herra beine Freunde; vereitle du schaft rauben, selbst, durch sie, die Macht und Lift der Feins wird sie vergrößert werden. de. Mach uns sorgfältig, daß wir falsche Freuden vor sichtig meiden. 3. Weit wollst du deine Herrschaft noch in deiner no Welt verbreiten, und unter 5. Sey unser Licht in als bein so fanftes Joch die Vöb len Finsterniffen; gieb uns ter alle leiten. Vom Aufs ein reines, freudiges Gewif- gang bis zum Niedergang sen: und schlägt ein Kum- bring jedes Volk dir Preis mer unfre Herzen nieder, so und Dank, und glaub an deis stårt sie wieder. nen Namen, dede 6. Beschüß uns mächtig 4. Auch jene Armen, die mitten unter Bösen, bis du dich schmähn, die frevelnd uns ganz von ihnen wirft er sich empdren, laß deiner lösen: bis wir zum Umgang Gnade Wunder fehn, daß der verklärten Frommen fro: sie sich noch bekehren. Lehr lockend kommen. sie mit uns gen Himmel Mel. Sey Lob und Preis zc. schaun, und, unerschüttert 214.2 enn Feinde det im Vertraun, auf deine Zus nes Kreuzes funft warten. drohn, dein Reich, Herr, zu 5. Uns und der Kirche Chrifti. 203 5. Uns Christen aber wol troffen! der Satan unser left du fest in der Wahrheit Feind, der mit Ernst es gründen, daß wir, für unsre meynt, rüstet sich mit Lift, Seele Ruh, hier und dort trekt, daß er mächtig ist. Auf ewig finden. Mach unsers Erd ist nicht seins gleichen. Glaubens uns gewiß; vor 2. Mit unsrer Macht ist Frrthum und vor Finsterniß nichts gethan, wir sind gar bewahr uns, weil wir leben! bald verloren; es ftreit für 6. Ein reines Herz schaff uns der rechte Mann, den in uns, Herr, ein Herz nach Gott selbst hat erkoren. deinem Willen, und laß uns Fragst du, wer er ist? Er täglich fertiger, was du be- heißt Jesus Christ, der Herre fielft, erfüllen. Gehorsam deis Zebaoth; und ist kein andrer ner Vorschrift seyn, und dann Gott: den Sieg muß er bes uns deiner Gnade freun; halten. sey unfre Lust auf Erden! 3. Und wann die Welt voll 7. So wird dein Volk Teufel war, und wollten dir unterthan, und lernt die uns verschlingen: so fürchs Sünde meiden, und du führst ten wir uns doch nicht sehr, uns auf ebner Bahn zu deises soll uns doch gelingen. nes Reiches Freuden; und Wenn der Fürst der Welt herrlich wird in dieser Zeit, sich schon grimmig stellt, noch herrlicher in Ewigkeit, schreckt er uns doch nicht. dein großer Name werden! Das macht, er ist gericht't; ein Wort kann ihn schon Von der Beschügung und fällen. Beschirmung der christ: lichen Kirche. 4. Das Wort fie sollen laffen stahn, und kein'n Dank dazu haben; er ist bey In bekannter Melodie. 215.in feste Burg ist uns wohl auf dem Plan, mit unser Gott, auf seinem Geist und Gaben. ihn steht unser Hoffen. Er Nehmen sie uns den Leib, hilft uns gern aus aller Gut, Ehr, Kind, und Weib; Noth, die uns jeßt hat bes laß fahren dahin; sie has bens 204 Von dem Reiche dus bens kein Gewinn; das allen Zeiten. So oft uns Reich muß uns doch bleiben. Noth trift und Gefahr, ers Mel. Es ist das Heil uns 2c. rettet er uns immerdar, 216. Gott ist die Stark wenn wir mit Ernst drum und Zuversicht bitten. ein Schuß in unsern Nd- 5. Kommt, Völker, schaut then; darum so fürchten wir des Herren Werk, das er uns nicht, wenn man uns selbst aufgeführet, das er mit gleich wollt tödten; ja wenn seines Armes Stårk erhält, die Welt gleich unterging, beschüßt, regieret. Er macht der Berge Höh im Meer sich auf, und hält Gericht, er verfünk, und alle Meere wirft zu Boden und zerbricht, braußten; was ihm sich widersehet. 2. Dennoch soll unsers 6. Send stille und erkens Gottes Stadt getroft und net doch, daß Gott ist Herr muthig bleiben. Der Herr, auf Erden. Wer ihn nicht der sie gegründet hat, kann ehrt, ach! der wirds noch alle Noth abtreiben; der set einst fehn und inne werden! ne Wohnung hat allda, des er wird doch alle Lift und Höchften Hülfe ist ihr nah: Macht, wie groß sie immer und ewig wird sie dauren! ist geacht, zu seiner Ehre 3. Sie fiehet fest und auf dampfen. gericht, gleich einem Fels im 7. Du starker Herrscher Meere; der Feinde Menge Zebaoth, du kennst und hilfft fällt sie nicht; Gott stürzt den Deinen! der rechte Heis der Feinde Heere; sie kön- land, unser Gott, schüßt und nen nicht vor ihm beftehn, bewahrt die Seinen! Gott sie weichen, sinken und ver- Bater, Sohn und heilger gehn; wann er sich låsset Geist, fey jeßt und immers hören. dar gepreist, hilf uns aus 4. Der starke Herrscher allen Nöthen. Zebaoth ist seinen Volk zur mel. Ein feste Burg ist unser ic. Seiten; der rechte Helland, 217.28 enn Chriftus unser Gott, schüßt uns zu * feine Kirche fchüßt: und der Kirche Christi. 205 schüßt: so mag die Hölle wüwird uns gewiß bedecken. ten. Er, der zur Rechten Der Herr, der höchste Gott, Gottes figt, hat Macht, ihr hålt über sein Gebot, giebt zu gebieten. Er ist mit uns Geduld in Noth und Hülfe nah: wenn er gebeut, Kraft und Muth im Tod; Atehts da. Er schüket set was will uns denn erschreka nen Ruhm, und hält das ken? Christenthum; mag doch die Hölle wüten! Mel. Ein feste Burg ist unser* c. 2. Gott fiehet Fürsten, auf 218. Auf ihrem Felfens grunde steht die dem Thron, sich wider thn emporen; die den Gefalbten, Kirche Jesu Christi. Ob Erd seinen Sohn, den Herrn der und Himmel untergeht; bes Welt, nicht ehren. Von ih- stehst du, Kirche Chrifti! rer Macht bethört, durch Gottes ewger Sohn schükt Lust und Geiz verkehrt, ists von seinem Thron dich, die Christenthum the Spott. ihm vertraut; du stehst, von Doch duldet sie noch Gott, ihm erbaut, wie ein Geburg ob sie sich gleich empören. im Meere! sist 3. Der Frevler mag die 2. Was kann dir Satan Wahrheit schmähn; uns thun, der sich stolz wider kann er sie nicht rauben. Gott empdret? Sey ruhig, Der Nicht- Christ mag ihr ob er gegen dich und Chris widerstehn; wir halten fest ftum sich verschwöret! Chris am Glauben. Gelobt sey Je- stus überwand ihn mit stars sus Christ! wer hier sein ler Hand. Seine Macht und Jünger ist, sein Wort von Lift, so groß sie immer ist, Herzen hält, dem kann die muß doch zu Schanden ganze Welt die Geligkeit werden. nicht rauben. 3. Was können Spötter, 4. Auf, Christen die ihr die dir drohn, zu Schanden ihm vertraut, laßt euch kein dich zu machen? die kin Drohn erschrecken! der Gott, disch träumen, daß du schon der von dem Himmel schaut, vergehst, wenn sie nur la. chen? 206 Eigenschaften wahrer Christen. chen? ihre Pfeile sind Spreu, wird das Gericht des Suns verweht vom Wind: ruhig denråchers treffen. siehst du zu: sie selbst ver: 5. Erbebe dich in deinem gehn; und du, du Kirche Gott, preis ihn mit Harf Jesu, bleibest. m und Psalter! er selbst, Jes 4. Was können Feinde, hovah Zebaoth, er selbst ist welche sich in deinem Schooffe dein Erhalter! huldreich nähren, der falschen Chrissieht er hier seine Lust an ften Heer, die dich durch ihre dir: herrlich wird er dort, That entehren? threr Lafter( denn Wahrheit ist sein Lohn wartet ihrer schon! dich, Wort,) dich segnen und o Kirche, nicht, sie selbstlerhöhen! 709 VII. Von der Glückseligkeit der Unterthanen Jesit in diesem und dem künftigen Leben. 219. Eigenschaften wahrer sich, erhebet, wenn er groß Christen. und glücklich ist: Gottes Mel. Werde munter mein Gem. c. Huld wird ihn erfreun, und Dommt und laßt das Himmelreich ist sein; euch Jesum leh. Gott wird dort zu Ehren ren, kommt und lernet all- feßen, die sich hier geringe zumal: welche die sind, die schåßen. gehören zu der åchten Chri3. Selig sind die Leide ften Zahl. Die bekennen tragen, wenn sie vor Gott mit dem Mund, glauben strafbar sind, die mit erns auch von Herzensgrund, und ster Ren beklagen, vor Gott, bemühen sich daneben, wie es die begangne Sünd; die vers Gott gebeut, zu leben. beffern, was versehn, und 2. Selig, wer in Demuth der Sünde widerstehn; diese lebet, seine Schwachheit nie sollen hier auf Erden und vergißt, Gott allein, nicht dort stets getröstet werden. 4. Selig Eigenschaften wahrer Christen. 207 4. Selig sind die from und Heiligkeit; diese, denen men Herzen, die der Sanfte nicht gefällt die unreine Luft muth zugethan, Spott und der Welt, sondern sie mit Unrecht gern verschmerzen, Ernst vermeiden, führet gern verzeihen jedermann, Gott zu ewgen Freuden. die nicht üben eigne Rach, 8. Selig find, die Friede und befehlen Gott die Sach; machen, dahin sehn ohn Uns fanfte wird die Gott erquiks terlaß, daß man még in ken, und der Feinde Haß allen Sachen fliehen Hader, entrücken. Streit und Haß; die da lies 5. Selig sind, die sehnlich ben Fried und Ruh, und fireben nach Gerechtigkeit behilflich sind dazu, die der und Treu, wünschen, daß ihr Eintracht sich befleissen, wers Herz und Leben fromm und den Gottes Kinder heiffen. ohne Tadel sey, deren Herz 9. Selig sind, die ohn nichts mehr begehrt, als was Verschulden, Schmach, Vers ihre Eugend mehrt; Gott folgung, Haß und Pein als wird ihr Verlangen stillen, Verehrer Chrifti dulden, und und den frommen Wunsch Gott mehr, als Menschen erfüllen. scheun; Gott fteht ihnen 6. Selig, wer der Noth des mächtig bey, und will sie für Armen niemals fühllos sich ihre Treu einst mit Preis entzleht, stets mit zártlichem und ewgen Kronen auf das Erbarmen auf des andern herrlichste belohnen. Kummer sieht, wohlthut, wo 10. Herr, du wollest mich er kann, durch Rath, und stets leiten auf der wahren wo's nothig, durch die That; Tugendbahn, daß ich dieser dieser wird auch hilf em Seligkeiten hier und dort pfangen, und Barmherzig, mich freuen kann! gieb, daß keit erlangen. ich demüthig fey, meine 7. Selig sind, die funden Schuld vor dir beren, die werden reines Herzens je Gerechtigkeit stets liebe und derzeit, die in Wort, Werk an Feinden Sanftmuth übe. und Geberden lieben Zuchtt and any II. Daß 208 Eigenschaften wahrer Christen. 11. Daß ich Armen helf giert! es muß, was sie be und diene, immer bab ein ginnen, ein gutes End ges reines Herz, die in Feind winnen; weil Gottes Hand schaft stehn, verfühne, dir an sie führt. ang 40097 hang in Frend und Schmerz! 4. Die aber Gott nicht Vater, hilf von deinem achten, nicht seine Rechte Thron, daß ich glaub an det scheun; was ist ihr Thun nen Sohn, und durch deines und Trachten? das Glück, Geiftes Stärke mich befleisfe deß sie sich freun? so wie die guter Werke. Spren der Wind hin in die Mel. Aus meines Herzens ic. Lüfte treibet, so schwindet 220.23ohl dem, der und zerstäubet der Sünder ohne Wandel Glück geschwind. auf Gottes Wegen geht; sich 5. Froh stehn nur die Ges zum verkehrten Handel der rechten vor Gottes Richters Sünder nie versteht; flieht thron, wo er nun seinen flieht, so fehr er kann die Knechten giebt den verheißs Spotter, die frech richten, nen Lohn; des Richters Mas und Gott und ihre Pflichten jestät erfüllt mit Angst und ftolz schmähn in ihrem Grauen die Sünder; thr Wahn. Vertrauen, ihr Stolz und el 2. Wer Gott von Herzen Troz vergeht. min liebet, mit Fleiß sein Wort 6. Erhalt nach deiner Gús betracht, gewissenhaft das te mich, Gott, in deinem übet, was er zur Pflicht ihm Bund; gieb mir ein solch macht, ist wie ein Baum am Gemüthe, daß ich von Hers Fluß, der hoch empor sich zensgrund dein Wort und schwinget, und gute Früchte dein Geheiß vor Augen hab bringet, in ftetem Ueberfluß. und liebe, und nach demsels sung. Ob Sturm und Win- ben übe, was dir gereicht de toben, bleibt er doch un- zum Preis. gefällt. Gott ift es, der von wel. Herzliebster Jesu, was ic. oben die Seinen ſchüßt und 221. Wen wird, die o bált, Gott, der die Welt res Gott, Mone Eigenschaften wahrer Christen. 209 Wonne der Erlöften nach seinen Gaben, genügt zu diesem kurzen Pilgerlaufe haben: trösten? wen schmückt der 7. Wer, rein von Ueppig. einst vor dir und deinem keit und Wolluft, lebet; im Throne des Mittlers Krone? Glücke sich der Mäßigung 2. Wer heilig wird, wer, bestrebet; wer auch die Lets abgewandt vom Bösen, sich den, die ihm auferleget, von der Sünde Herrschaft gelaffen tråget: läßt erlsfen, wer an den 8. Den, den wird, Gott! Sohn glaubt, seinen Herrn die Wonne der Erlösten nach ihn nennet, ihn frey bekennet: dieses Lebens kurzem Kams 3. Wer deine Wahrheit pfe trösten; den schmückt im unter Adams Kinder vers Himmel einst vor deinem breitet, fie erleuchtet, und Throne des Mittlers Krone! die Sünder durch Thaten mel. D Gott, du frommer Gott ic. reizt, mit einem beffern Leben 222.Wer Gottes Wes dich zu erheben: ge geht, nur 4. Wer, was er glaubt, der hat großen Frieden. Er gewissenhaft auch übet, die kämpft und kennt den Lohn, Menschen all als seine Brü: den Gott dem Kampf beschies der liebet, nicht låstert, sie den. Voll Glaubens widers nicht frånkt, nicht stolz sich steht er jeder bösen Luft, ist blähet, und keinen schmähet: seiner Tugend sich froh vor 5. Wer Sünde hasset, dem Herrn bewußt. und doch mit den Sündern 2. Er merkt auf seinen Mitleiden fühlet, und an Gang, geht ihn mit heilgem deinen Kindern die Gottes: Muthe; haft jede Sünde furcht und ihre Gaben ehret, stets und liebt und schmeckt hält, was er schwöret: das Gute, das seines Gottes 6. Wer nicht der Brüder Geist in seiner Seele schafft. Glück und Ruhm beneidet, So nimt er immer zu an den Armen gerne speiset, Kenntniß und an Kraft. tránkt und kleidet; wems 5. Gott hat er allezeit Freude ist, recht viel, mit vor Augen und im Herzen; D prüft 210 Eigenschaften wahrer Christen. prüft táglich sich vor ihm und macht ihn stark: durch Liebe tilgt der Sünden Schmerzen siegt der Chrift. durch seines Mittlers Huld, 7. Er tránket nie dein durch redliches Bemühn der Glück; schůzt deinen Ruhm, Tugend treu zu seyn, durch dein Leben; er trågt dich mit Zuversicht auf ihn. Geduld, ist willig zu verge 4. Getreu in feinem ben: denn Gott, der Heilige, Stand genießt er Gottes denkt er, vergiebt auch mir. Gaben; und ist, wenn andre Voll Achtung ehret er des gleich mehr Erdengüter has Höchsten Bild in dir. ben, in Gott, bey wenigem 8. Sein Beyspiel sucht zufrieden und erfreut. Sein bein Herz im Guten zu bes Herz entehrt sich nie durch stärken: denn alle sind von Misgunft, Geiz und Neid. Gott bestimmt zu guten 5. Schenkt Gottes Hand Werken und sind von Einem ihm viel, so wird er vielen Herrn erlöft zu Einem Heil. nüşen; des Freundes Glück Drum nimt er auch mit Luft erhöhn; verlagne Tugend an deiner Tugend Theil. schüßen; selbst seinen årgsten 9. Das Heil der Ewig Feind wird er in Noth erkeit, das hier der Fromme freun, und, wie sein Gott es schmecket, erhält sein Glück, ist, wird er gutthåtig seyn. und macht, daß ihn kein Tod 6. Die Liebe gegen Gott erschrecket, giebt ihm im leis helft ihn den nächsten lie den Muth und ftillet jeden ben. Ihm ist es wahre Lust, Schmerz. Jm Tode frent die Pflichten auszuüben, die sich noch sein Gott ergebnes er, in jedem Fall, dem Nách. Herz. sten schuldig ist. Die Liebe Vortheile der Tugend überhaupt. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. sey dem, der Gott ehrt, und 223. Preis, Preis fen auf seinen Wegen einher Gott! und geht, und sich freuet, fet. Glück und Heil und Segen nen Willen stets zu erfüllen. 2. Er 211 Vortheile der Tugend überhaupt. 2. Er ist beglückt, und traut mit freudigem Gemüs machtig wird auf Erden der the auf Gottes Güte. Saame derer, dieGott fürchs 8. Er ift getroft, und ten, werden. Der Herr läßt wenn der Sünder zittert, fo ihr Geschlecht, sie zu beloh. bleibet er doch ruhig, uners nen, im guten wohnen. schüttert. Er wird sich einft 3. Mit Gütern wird der an denen, die ihn schmähen, Herr fie überschütten; sein geråchet sehen. Ueberfluß erfüllet ihre Hüts 9. Er streuet aus, erquis ten. Die fernfte Nachwelt cket voll Erbarmen das Herz wird ihr frommes Leben mit der Waisen, Witwen, Krans Luft erheben. ten, Armen. Die Nachwelt wird noch in den spåtften Zeis ten sein Lob ausbreiten. 4. In grauenvollen licht beraubten Nächten umstra: let Gottes Schimmer den 10. So hochbeglückt wird Gerechten, den Milden, dess ihn der Frevler sehen, uns sen sich die Armen freuen, muthig zürnen, knirschen und und den Getreuen. vergehen: denn was der 5. Beglückt ist, wer Be Frevler Wünsche sich erkos drångte gern erfreuet; wer ren, das ist verloren. seinen Nächsten willig hilft und leihet; wer eifrig ist, In voriger Melodie. der sonst verlaßnen Armen 224. Was helfen mir sich zu erbarmen. 6. Heil ihm, daß er sie zu bangen Sorgen für den, doch erquicken eilet und seinen ungewissen, andern Morgen? Ueberfluß mit ihnen theilet! Sch quâle mich, und mache fein Heil ist ewig! sein wird meinem Herzen vergeblich nie auf Erden vergessen Schmerzen. werden. 2. Es ist umsonst, ich 7. Es mdgen Boten des werd es nicht erzwingen; Verderbens kommen, und wollt ich auch, Nächte durch, boch verzaget nicht das Herz mit Kummer ringen und der Frommen. Er hofft und noch so früh mit ängstlichen 12 Ges 212 Vortheile der Tugend überhaupt. Geschäften den Leib ents 8. Hier ist das gnug. Einst kräften. laß mich mit den Frommen 3. Mein Glück beruht, ozu dem Genug der Himmels Gott, auf deinem Segen. guter kommen; so wird mein Vertrau ich dir, und geh Wunsch, den irdisch Gut auf deinen Wegen, so wirst nicht stillet, villig erfüllet. du mir auch ohne Sorg und met. Nun sich der Tag geendet x. Kranken, was núzlich, schens 225.Der Mensch lebt fen. lebt vers 4. Bin ich getreu mit dem gnügt, der Gottes Wege verkiehnen Pfunde, und harr eht, die arge Luft der Welt ich nur der rechten Segens besiegt, fest in Versuchung stunde, so kommt sie, und steht. dann werden meine Thaten zum Glück gerathen. 2. Habt, was die Erde geben kann, habt Reichthum, 5. Drum fórdre selbst die Luft und Ehr! blickt Gott Werke meiner Hände. Ge euch nicht in Gnaden an; so fegnet fey der Anfang und bleibt das Herze leer. das Ende! Gieb guten Rath, damit, was ich vollbringe, mir wohl gelinge. 3. Es findet keine wahre Ruh in allem Gut der Welt. Ein innrer Kummer eilt her 6. Hilf mir mit Treue zu: hin ist die Lust der Welt. meine Pflicht erfüllen, und 4. Und dringt ein Sturm dann mein Herz mit froher von auffen ein und nimt des Hofnung stillen. Sollt ich Schak dahin, deß es ge mit dem, was du, Herr, mir wohnt war, sich zu freun: beschieden, nicht seyn zufrie- ist auch der Muth dahin. den? 5. Das, das ist wahre 7. Kann ich den Leib auch Seligkeit, die im Gewiffer nicht, wie Reiche, laben; wohnt; wenn sichs des ho versorge nur den Geist mit hen Beyfalls freut, womit jenen Gaben, die mehr, als es Gott belohnt. alles Irdische, erquicken und ftets beglücken. 6. Die Welt vergeht mit ihrer Luft: wer thut, was Gott Vortheile der Tugend überhaupt. 213 Gott gebeut, der fühlt in sei- nun dem Himmel zu, indem ner frommen Brust den Trost ich alles willig thu, was deis der Ewigkeit. ne Welt beglücket. 87. Herr, laß uns alle, und 4. Herr, lenke meines auch mich, den Weg der Geistes Blick von dieser Wahrheit gehn! so werden Welt Getümmel auf dich, wir im Himmel dich, voll auf meiner Seele Glück, ewger Freude, sehn.. auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichs Met. Sey Lob und Ehr dem ic. kett vergeht und währt nur 226. Ich weiß, an wen Eurze Zeit: im Himmel sey mein Glaub sich mein Wandel. hält, kein Feind soll mir ihn 5. Jeßt, da mich dieser zauben. Als Bürger einer Leib beschwert, ist mir noch beffern Welt, leb ich hier nur nicht erschienen, was jene im Glauben. Dort schau ich, beffre Welt gewährt, wo wir was ich hier geglaubt. Wer Gott heilig dienen. Dann, ist, der mir mein Erbtheil wann mein Auge nicht mehr raubt? es ruht in Jesus weint, und mein Erlösungss Händen. tag erscheint, dann werd ichs 2. Mein Leben ist ein kur froh empfinden. zer Streit; lang ist der Tag 9.Sm Dunkeln seh ich hier des Sieges. Ich kämpfe für mein Heil; dort ist mein die Ewigkeit: erwünschter Antlig heiter. Hier ist die Lohn des Krieges! Der du Sünde noch mein Theil; für mich den Tod geschmeckt, dort ist sie es nicht weiter. durch deinen Schild werd ich hier ist mein Werth mic bedecki: was kann mir denn noch verhüllt; dort wird er nun schaden? sichtbar, wenn dein Bild, Herr, du bist mein mich, Gott, vollkommen ganzer Ruhm, mein Trost in schmucket. 3. diesem Leben, in jener Welt 7. Zu diesem Glück bin mein Eigenthum; du hast ich erkauft, o Herr, durch deis dich mir gegeben. Ich eile ne Lelden. Auf deinen Tod D3 bin 214 Vortheile der Tugend überhaupt. bin ich getauft; wer will von mächtger, uns entreissen? bir mich scheiden? du zeich wenn wir gleich hier müssen neft mich in deine Hand; ftreiten und zu Zeiten schwach mir bist du und ich dir beuns finden; hilfft du uns kannt: mein sind des Hims doch überwinden. mels Freuden. 3. Du deckest unsre Schul 8. Wie groß ist meine den zu, schenkst unsern See Herrlichkeit! empfinde fie, len wahre Ruh und stärkest o Seele! vom Tand der Er- uns mit Freudé. Dein Sohn de unentweiht, erhebe Gott, ist unser Haupt und Ruhm; o Seele! der Erde glänzend wir sein erkauftes Eigem Nichts vergeht: nur des thum, und Schaafe seiner Gerechten Ruhm besteht Weide. Gutes Muthes find durch alle Ewigkeiten. auf Erden in Beschwerden unfre Seelen. Herr, was Mel. Wie schön leucht uns der ic. kann bey dir uns fehlen? 227.Wie groß ist unfre 4: Es bleibet zwar der ho Seligkeit, ohe Werth der Gnade, die uns Gott, schon in der Prüfungs wiederfährt, verborgen hier zeit selbst unter viel Besauf Erden. Doch wenn ders schwerden; wenn unser Herzfeinst vor aller Welt er, uns sich dir ergiebt, und tren in fer Haupt, Gerichtstag hålt, Jefa Dienft sich übt. Wie dann wird er sichtbar wers groß wird sie einft werden: den. Alsdann sieht man ihn wenn sich herrlich jenes Les mit Kronen uns belohnen, ben wird anheben, wo man und mit Ehren für fein Freuden erndtet von der trenes Volk erklären. Saat der Leiden. 5. Wie wohl, o Gott, find 2. O wie erhaben ist das Christen dran! wie viel haft Recht, das du uns giebest, du an uns gethan! o laß uns dein Geschlecht und Bundes- unsre Würde vor Augen ha voll zu heissen! Bey dir ist ben jederzeit; fo tragen wir unser Vaterland; und wer mit Willigkeit der kurzen will deiner starken Hand, All. Leiden Bürde. Herr, gieb den Begnadigung und Vergebung der Sünden. 215 den Trieb in die Seelen, Leben ganz zu Jesu Dienst dich zu wählen, und das zu geben. Wohlthaten und Seligkeiten, die durch den Glaus ben an Jesum geschenkt werden, insonderheit. Begnadigung und Verge- zu tragen; wir müßten, bis bung der Sünden. in Ewigkeit, wenn sie uns Mel. Es ist das Heil uns kommen ic. tråf, verzagen. Der Heiland 228. Gott, mit fro- trug sie uns zu gut. Mit her Dankbar Willigkeit und starkem teit, gedenket mein Gemüthe Muth hat er sie überstanden. an deiner Huld Unendlichkeit, 5. Wir konnten auch, als an deine große Güte. Dein Sünder, nicht des Schöpfers Sohn hat uns von unsrer heilgen Willen, in allem Noth erlöset, und bis in den Werk, in aller Pflicht, uns Tod für uns sich hingegeben. tadelhaft erfüllen. Auch 2. Er nahm sich unsrer hierin half der Heiland uns. gnådig an, trug unser aller Gott schåzt die Redlichkeit Sünden; ward dem Gefeße des Thuns, durch ihn, nun unterthan, vom Fluch uns zu für vollkommen. entbinden, den es den Ueber, 6. Wer nun in seiner tretern draut; erwarb uns Seelennoth auf diesen Heis die Gerechtigkeit durch sein verföhnend Leiden. land schauet, mit Reu und Leld auf Jesu Tod und sein 3. Er ließ, zur Büßung Verdienst vertrauet; der unfrer Schuld, von Gott sich ifts, den Gott gerecht era willig strafen. So wußte flårt, der ists, der jenes Gott, voll weiser Huld, durch Glück erfährt, das Jesus ihn uns Heil zu schaffen; da uns erworben. es, uns Sündern, offenbar 7. Dem schenket er Ges nach dem Gesek unmöglich rechtigkeit um seines Heis war, die Sache gut zu machen. lands willen; der wird von 4. Die Strafe, die er Sün- Schuld und Straf befreyt dern braut, fiel uns zu schwer und kann sein Herz nun stiils D4 len: 216 Begnadigung und Vergebung der Sünden. len. Denn Jesu, des Verellenruß. Dein ists, die Sin föhners, Blut kommt zurden zu vergeben: und willig Vergebung ihm zu gut, ist dein Herz dazu. Dem macht rein von allen Sünden. dir verfchuldeten Geschlecht 8. So, so begnadiget der schenkst du zum Leben neues Herr uns sonst verlorne Recht. Sünder: voll Huld und Lie 2. Uns, uns verkorne, be nennet er hinfort uns seis zu erretten, gabst du für uns ne Kinder. Sein Vaterherz felbst deinen Sohn; er litt, ist uns nicht fern, verzeiht damit wir Friede hätten, für uns unfre Fehler gern, dajuns den Tod, der Sünden wir noch täglich firaucheln. Lohn: o Gott, wie haft du 9. Er schenkt uns auch uns geliebt! welch ein Er zur süßten Ruh das Recht barmen ausgeübt! zum ewgen Leben, fagt uns 3. Dank, ewig Dank sey dis große Erbtheil zu, das deiner Treue, die niemand er uns einft will geben. Sein gnug erheben kann! nun Geift belebet unser Herz mit nimst du jede wahre Reue diesem Trost in allem um Christi willen gnädig Schmerz: ihr feyd des Him an. Wohl dem, der sich zu mele Erben! dir bekehrt, und gläubig sein 10. Erkennet Gottes gnåde nen Mittler ehrt. gen Rath, schlagt in euch, 4. Den, Herr, befreyft du fichre Sünder! frohlockt, die von den Plagen, die dem er begnadigt hat, ihr feine Gewiffen furchtbar sind; der frommen Kinder! dient ihm kann getroft und freudig fas mit Freuden, dient ihm gern; gen: Gott ist für mich; ich bleibt von den Sündenwe bin sein Kind! hier ist der, gen fern: folgt seiner Zucht welcher für mich litt, und zum Himmel! mich noch jezt bey Gott Mel. Wer nur den lieben Gott ic. vertritt. 229. Gott, deine Gnad 5. Dherr! wie felig ift ist unser Leben; die Seele, die sich in deiner sie schafft uns Heil und Sees Gnade freut! ob auch ein ἁuffred Begnadigung und Vergebung der Sünden. 217 äußres Glück ihr fehle, fehlt thun, ward sterbend Der am ihr doch nicht Zufriedenheit; Kreuz ein Fluch, der aller und, Gott, dein Fried ist weit Menschen Sünde trug. mehr wehrt, als alles, was die Welt gewährt. 8. Qlaß mich dis im Glauben faffen, und mich 6. Dein Friede stårkt zum mit starker Zuversicht auf frohen Muthe, das Herz deine Bundestren verlaffen: auch in der größten Noth, wenn alles wankt, so wankt giebt Kofnung zu dem ewgen sie nicht. Mit Reu und Des Gate, und macht getrostimuth such ich dich; gieb mir felbst auf den Tod. Wer die den Troft: Gott ist für mich. fen Frieden hat, genießt Luft, die des Himmels Uns fang ist. 9. Lobsingend will ich dich erheben, mich ewig deiner Gnade freun, und deinem 7. Laß, Bater, doch in die Dienst mein ganzes Leben in sem Frieden auch meine See:[ kindlichem Gehorsam weihn. le freutig ruhn! auch mir Daß, Herr, bey dir Verges bast du dis Glück beschieden; bung sey, das mach in deis denn auch für mich genug zulner Furcht mich treu. Vaterliebe und Freundschaft Gottes. Met. Herzlich thut mich vert. c. frey, daß Gott auch mir der 230.Jft Gott für mich befte und treuste Bater sey, so trete sonst daß er in allen Fällen zu alles wider mich! wenn ich meiner Rechten steh, mich nun zu ihm bethe, weicht als auch bey Sturm und Wellen les hinter sich. Hab ich das erhalte und erhöh. Haupt zum Freunde, und 2. Der Grund, wo ich liebet mich mein Gott; was mich gründe, ift Chriftus und schadet mir der Feinde Ber sein Blut; der machet, daß folgung, Schmach und ich finde das ewig wahre Spott? Gut. An mir und meinem 2. Nun weiß und glaub Leben ist nichts der Liebe ich feste, ich kann es rühmen werth. Was Jesus mir ges Univ.- Bib 5 D Giessen geben 218 Begnadigung und Vergebung der Sünden. geben das ist der Liebestrüben Tagen mir Freudigs werth. keit, und schafft, daß ich kann, 4. Er ist mir Ruhm und Vater! fagen durch seine Ehre, Gerechtigkeit und Gnadenkraft. Licht; wenn er nicht für mich 8. Und läßt sich Schwachs ware, so wird und könnt ich heit sehen; vertritt mich dies nicht vor Gottes Augen stes ser Geist mit Seufzen, Bits hen, da ich ein Sünder bin; ten, Flehen, das unauss nicht so getroft hinsehen, als sprechlich heißt. Gott, dem ich jezt feh auf ihn. der Grund der Herzen und 5. Er starb, mich zu er meine Noth bewußt, erhört 18sen, den schweren Kreuzes: es, hebt die Schmerzen, giebt tod; er macht mich frey vom Ruh in meine Brust. Bösen, und voll Vertraun 9. Sein Geift spricht meis zu Gott: ich darf mich seiner nem Geiste das Wort des freuen mit unerschrocknem Troftes zu: wie Gott dem Muth, und kein Gericht Hülfe leiste, der bey ihm su mehr scheuen, wie sonst ein chet Ruh, und ihm allein vers Sünder thut. trauet; er zeigt ihm Gottes 6. Nichts, nichts kann Stadt, wo Herz und Auge mich verdammen; mein ihm schauet, was es geglaubet hat. geweihtes Herz scheut nicht 10. Da ist mein Theil der Hölle Flammen, scheut und Erbe mir herrlich zuges nicht des Todes Schmerz. richt. Wenn ich gleich fall Rein Urtheil kann mich schre und sterbe, fällt doch mein cken, nichts was uns fonsi Himmel nicht. Muß ich betrübt; denn mich will auch hier mit Zähren oft Christus decken, der mich meinen Weg bestreun, dort als Bruder liebt. erndt ich ohn Aufhören die 7. Sein Geist wohnt mir Frucht des Friedens ein. im Herzen, regieret meinen 11. Wer Jesu fich vers Sinn, nimt Sorgen, die bindet, den Satan flieht und sonst schmerzen, und allen haßt, wird oft verfolgt, und Unmuth hin, giebt auch in findet hier manche schwere in findet Last Vaterliebe und Freundschaft Gottes. 219 Laft zu leiden und zu tragen; freun ihm Freudenopfer wird oft mit Schmach und bringen bey Sturm und Epott hier in den Prús Sonnenschein, mein Retter fungs Tagen beleget und lebt und wachet, mein Heta bedroht. land, Jesus Chrift! er, der 12. Das ist mir nicht vers mich selig machet dort, wo borgen, doch bin ich unver, er selber ist. zagt; Gott wird schon für mich sorgen; er thuis; er Mel. Wie schön leucht uns der ic. hats gesagt. und Leben, es kofte Gut und Ehr; ihm bleib ich fest er du låg'ft die müde Seele Ruh geben, ihn laß ich nimmers in deinem Schooße finden; mehr. du bist ein Vater, der vers 13. Mach doch die Welt zeiht, ein Gott, der voll vergehen, sie ist verander Barmherzigkeit vergiebet lich; ich bleibe aufrecht ste: uns die Sünden. Wenn wir hen, Gott hålt und schüßer zu dir gläubig nahen; so mich. Er schränkt die Macht empfahen wir den Frieden, der Fürsten, er schränkt der den der Mittler uns bes Feinde Dráun, wenn sie nach schieden. Rache dürsten, mit seinem Urme, ein. Es koste Leib 231.Wo ist ein ſolcher Gott, wie du? 2. Herr, unsere Gerech tigkeit! wie hoch wird dessen 14. Nicht dieser Erde Herz erfreut, der dich im Freuden, nicht ihre Herrlich Glauben kennet! du bist sein teit, nicht ihre Müh und Lei Ruhm vor Gottes Thron, den, nicht Angst, Gefahr und er wird zum Erben und zum Streit, nichts, was wir den Sohn vom Vater selbst ers ten können, soll mich, sprech nennet. Herr, dich will ich ich als Christ, von Gottes voll Verlangen nun umfans Liebe trennen, die im Erlds gen, und mit Freuden mich ser ift. an deiner Liebe weiden. 15. Mein Herz soll Gott 3. Du Gottversöhner, lobsingen, sich seiner Liebe Friedefürst, du kommst von deinem 220 Vaterliebe und Freundschaft Gottes. deinem Thron und wirst das mehr und mehr vom sünds Heil der Menschenkinder.[ lichen Verderben. Ich bin Du fiellest dich zum Mittler auf deinen Tod getauft, der dar, verbindeft, was getrendu mich theuer haft erkauft, net war, Gott und verlorne du willst, ich soll nicht stere Sünder. Seele! werde, ben. Laß mich täglich hier ihm dein Leben zu ergeben, auf Erden fråmmer werden, niemals múde; denn er ist bis ich droben dich kann ohne Sünde loben. und bleibt dein Friede. Mitleidender Imma Mel. Wie groß ist des. Allm. ic. nuel! beschwert bleibt hie 232.ie má ch tig noch meine Seel mit Månspricht in meis geln und Gebrechen; doch ner Seele, Herr, deine bleibt dein Herz auch voller Stimme voller Huld, du Gnad, du willst nicht, was schoneft meiner, wenn ich die Schwachheit that, am fehle; zürnst nicht; haft väs armen Staube ráchen. Tågs terlich Geduld, schickft deinen lich zeigt fich deine Treue bey Geift mich zu regieren; uns nene, zum vergeben, und sprichst meinem Herzen uns Schwache zu erheben. freundlich zu; wirst niemals 5. Dein Regiment ist vol müde, mich zu führen, und ler Huld, du trågst uns sorgft für meine wahre Ruh. Schwache mit Geduld, 2. Erbarmer deiner Kreas machst frey vom Joch der turen! liebreicher Gott der: Sünden. So will ich deiner ganzen Welt, die deiner Güs Huld mich freun, zum Kam: re reiche Spuren in jedem pfe nicht verdroffen seyn: so Sonnenstaub enthält! laß werd ich überwinden. Wenn mein Herz immer mehr ers sich machtig Sündenliebe, mesfen, was du zu meinem Fleischestriebe noch emps Heil gethan, und laß mich ren, wirst du Kraft zum niemals ganz vergessen den Sieg gewähren. Dank, den ich dir geben kann. 6. Durch deine Gnadens 3. Sollt ich nun noch den traft, o Herr, befreye du mich Gott mit Willen beleidigen, der 221 Vaterliebe und Freundschaft Gottes. der mir vergiebt? der mir Mensch noch Engel büßt; Gebote zu erfüllen gegeben wie felig kann ichs dann ems hat, weil er mich liebt? der pfinden, daß Chriftus mein die Erfüllung kleinster Pflich: Erlöser ist. ten als eine Wohlthat mir 5. Den großen, tröstens vergilt? und der, anstatt mich den Gedanken geb ich für streng zu richten, mein Herz alle Welten nicht. Er blets mit Troft und Freud erfüllt? bet wahr, wenn Thronen 4. Sein Dienft ist Leben wanken: feft steht er, wenn meiner Seele; Gehorsam die Welt zerbricht. Es mis meine Seligkeit! wie find gen fündigen und zittern, die lich wein ich, wenn ich fehle, Kinder des Verderbens sind! vor ihm, dem Vater, der Gott wird der Erde Grund verzeiht! Ich fühle jede meis erschüttern: ich bebe nicht; ner Sünden, die weder ich bin sein Kind. Ruhe und Freude der Seele und des Gewissens. Mel. Wie nach einer Wasser c. auf seinen Tod getauft; Chris 233.Flieht, ihr trauri- stus ist für mich gestorben, gen Gedanken, hat das Leben mir erworben. die ihr sonst mein Herz be 3. Wohl mir, daß er mir fchwert. Gott kann ich nun gegeben, daß ich mich sein frölich danken: Er hat mein freuen kann! Seine Leiden, Gebeth erhört. Er, der mir Tod und Leben, alles, was nach seiner Huld hat vergeser hat gethan, er, und was ben meine Schuld, wird, zu er hat, ist mein, und ich bin folgen seinem Willen, mich hinwieder sein. Durch ihn mit seiner Kraft erfüllen. kann ich Tod und Sünden 2. Warum sollt ich mich nun als Sieger überwinden. nun krånken, da mich Gott 4. Reizt mich innre Luft und Jesus liebt? feiner Lies zu Sünden; in des Gottvers be will ich denken, wenn ein söhners Blut kann ich Troft Kummer mich betrübt. Jch, und Stärke finden, er macht den Jesus sich erkauft, bin mich gerecht und gut. Er, der 222 Ruhe der Seele und Freude des Gewissens. der als ein stilles Lamm met die gebeffert und erneuet sich ne Sünden auf sich nahm, an dir ergöz und lab! fey lågt mich nicht im Kampf mir Leiter, Trost und Hort, erliegen, hilft durch seine und laß durch dein heilig Kraft mir siegen. Wort deinen Geift mein 5. Es ist wahr: ich wer Herz erquicken; o, so wird de sterben, und hinab zum mir alles glücken. Grabe gehn; doch ich werde mel. Wer nur den lieben Gott ic. nicht verderben, sondern wies 234. Wenn ich ein gut der auferstehn. Jesus hat Gewissen habe, des Todes Macht unter seis so hab ich große Seligkeit: nen Fuß gebracht, und wird es ist des Himmels beste einft ein neues Leben meinen Gabe, das höchste Glück in Gliedern wiedergeben. dieser Zeit. In Freud und 6. Feinde mögen ihre Leiden giebt es hier die wahre Schrecken um mich her zu- Ruh der Seele mir. sammen zlehn, um mir 2. Ich bebe nicht, wenn Grauen zu erwecken; doch Sünder beben, daß Gott ges umsonst ist ihr Bemühn. recht und heilig ist. Mein Wer ist, der mir schaden kan, Herz giebt Zeugniß meinem wenn ich Jesum flehe an, der Leben, daß ich gewandelt, als die Hölle Schau getragen? ein Christ, des göttlichen Bes warum sollte ich nun zagen? rufes werth, der mich hier 7. Jesu, Geber wahrer heilig wandeln lehrt. Freude, gieb mir deinen Freus 3. Getroft wag ichs, vor dengeist, daß er mich so führ Gott zu treten, und ihn, voll und leite, wie dein Wort mich Glaubensfreudigkeit, als unterweist! o gieb, daß ich meinen Vater anzubethen, trage doch mit Geduld dein der, was ich habe mir vers fanftes Joch! laß mich seyn leiht: und jedem Heil und in dir zufrieden mit dem, Segen giebt, der ihn von was du mir beschieden. Grund des Herzens liebt. 8. Gieb, daß ich in dir ers 4. Mit Muth trag ich, freuet eine reine Seele hab, des Lebens Leiden, Verfol gung, Ruhe der Seele und Freude des Gewissens. 223 gung, Lästerung, Schmach Gewissen und Glaubens Zus und Hohn: denn des Geversicht verleiht. Und du, wiffens innre Freuden sind mein Gott, reglere mich, füffer, als der Welt ihr denn o! was könnt ich ohne Lohn: und was kann höhern dich? Troft verleihn, als leiden, und unschuldig seyn? In bekannter Melodie. 5. Die Frölichkeit in 235. Jesu meine Freus meinem verbreitet de; bester sich auf mein Gesicht! sie ist im Leide; theuer bist du mir! mein Labsal in den Schmer- denn was ich verlange, Sees zen, und in der Finsternig lenruh, empfange ich allein mein Licht; sie macht getroft, von dir. Gottes Lamm, das wenn eine Welt erzittert und auf sich nahm meine Schuld, in Trümmern fällt. nichts soll auf Erden lieb, 6. Jch eile mit gefeztem wie du, mir werden. Schritte des Lebens lezter 2. Unter deinen Schir Stunde zu: denn der vers men bin ich vor den Stürs fallnen Leibeshütte zeigt sich men aller Feinde frey. Laß im Grabe sanfte Ruh; in bey Ungewittern Frevler dem mein Geist, der Gott bange zittern; mir steht gelebt, zu seinem Ursprung Jesus bey. Ob erhizt der sich erhebt. Himmel blizt, seine Donner 7. Für meines vorgen Le: Sünder schrecken; mich wird bens Sünde giebt mir mein Jesus decken. Heiland Troft und Muth; 3. Trok sey selbst dem ich weiß, daß ich Begnad. Tode, der ein Schreckenss gung finde in der Versöh- bote Sterblichen sonst ist; nung durch sein Blut. Er, ohne Furcht und Grauen der für mich gebüßet hat, kann ich auf ihn schauen nun tilgt alle meine Missethat. durch Jefum Chrift. Es ers 8. O Seele, darum sey wacht durch seine Macht dies beflissen, daß unbefleckte Heisser Leib einst! Neues Leben ligkeit dir immerdar ein gut wird ihm Jesus geben. 4. Was 224 Ruhe der Seele und Freude des Gewissens. 4. Was die Sünder schåniemals wird bey dir, o Hirt Ben, kann mich nicht ergößen, und Beruhiger der Seelen, nicht den Geist erfreun. Jemir Erquickung fehlen. fum will ich ehren, folgsam 2. Deinem Rath ergeben, seinen Lehren will ich ewig freu ich mich zu leben; was seyn. Keine Noth, die mich du willst, ist gut. Nichts bedroht, kein, auch noch so vermag ich Schwacher, du herbes, Leiden soll mich von mein Seligmacher schenkt ihm scheiden. mir Kraft und Muth: wann 5. Fliebe eitles Wefen die Welt erbebt und fällt, das die Welt erlesen, ich ents wann Gericht und Hölle fage dir. Euch entfag ich, schrecken, willst du mich bes Sünden; peinliches Empfin- decken. den, Angst gebähret ihr. 3. Ich kann ohne Grauen Uleppigkeit, Geiz, Stolz und Gräber vor mir schauen; Steid, dir sey nie mein Herz mein Erldserlebt. Ich weiß, ergeben; Jesu will ich leben. wem ich glaube, weiß, daß 6. Schweiget bange Klas aus dem Staube er mich einft gen! warum sollt ich zagen? erhebt. Todestag, dein Jesus ist ja mein. Jeden, Schrecken mag den, der Jes der ihn liebet, muß, was erst sum haßt, erschüttern, ich betrübet, doch zulezt erfreun. darf nicht erzittern. Bleibet hie noch Kampf und 4. Auch in mir ist Sin Müh; Jesus giebt, wenn ich de; doch ich überwinde, Heis schon leide, mir doch Trost land, sie durch dich: sink ich und Freude. oft noch nieder, du erhebst mich wieder, und begnadigst mich. Deine Huld tilgt mei Mel. Jesu meine Freude zc. 236.Wie getroft und ne Schuld, nie entziehſt du better, du Ges deinem Knechte der Erlösten benedeiter, machst du meinen Rechte. Geift! o was gleicht dem 5. Daß ich Gott erkenne, Frieden, den du schon hie froh ihn, Vater, nenne und nieden Gläubigen verleiht sein Kind soll seyn; daß ich hier Ruhe der Seele und Freude des Gewissens. 225 hier am Grabe Troft und giebts Zufriedenheit? Sind Hofnung habe, dank ich dir nicht auch die Ehren, so die allein: daß dein Geist mich Welt bethdren, Traum und unterweist und mich führt Eitelkeit? Du erfreust des auf deinem Pfade, dank ich Menschen Geist; Herr, du deiner Gnade. willst, die dich verehren, 26. Du haft felbft dein Leewig wieder ehren. ben hin für mich gegeben, 9. Deinen hohen Frieden daß in meiner Noth ich nicht schmeck ich schon hienieden; hülflos bliebe; groß ist det und was hoff ich dort? Uns ne Liebe, stårker als der Tod! Herr, und ich, ich soll te mich deiner Huld nicht dankbar freuen? dir mein Herz nicht weihen? 7. Würdig dir zu leben, dis sey mein Bestreben, 10. Deiner reichen Güte meine Lust und Pflicht. Was freut sich mein Gemüthe, die Welt hochschähet, irrdisch und lobfinget dir. Dieser Glück, ergdhet meine Seele Geift der Freuden stårke mich nicht. Hab ich dich wie leicht im Leiden, weiche nie von kann ich das, wonach die mir! Laß mich so voll Muth Sünder trachten, reich in und froh einst durchs Thal dir, verachten. des Todes dringen, dort dein 8. Macht ein Gut der Er. Lob zu singen. de, daß ich glücklich werde? nennbare Freuden, ewge Seligkeiten hoff ich auf dein Wort. Ste sind mein, durch dich allein; bleib ich dir ges treu im Glauben, wer kann sie mir rauben? Trost im Leiden und Sterben. Mel. Wenn mein Stündlein c. Bürde. Dis Glück erfüllt mit 237. Ich bin ein Chrift, Muth und Kraft mein Herz Gott ist mein in dieser Pilgrimschaft des Freund! in dieser hohen Lebens und der Leiden! Würde steh ich und fürchte 2. Mein Glaube steht und teinen Feind, und scheue keine wanket nicht; er ist zu feft P ges 226 Troft im Leiden und Sterben. gegründet. Er stüket sich voll Ruh, und führt mich deis Zuversicht auf Jefum Chrift, nem Himmel zu, o du, an und findet bey ihm allzeit den ich glaube! ach gieb mir, Troft, Hell und Ruh; er Herr, Beständigkeit, daß eignet sein Verdienst sich zu, diesen Trost der Sterblich und strebt thn stets zu lieben. keit nichts meiner Seele 3. Sollt ich um Ehre, raube; tief pråg es meinem Eitelkeit und Güter dieser Herzen ein: welch Heil es Erden, aus Wolluft oder ist, ein Chrift zu seyn! Sicherheit, Gott jemals un 2. Du haft dem sterbli treu werden? Nein, auf die chen Geschlecht, zur felgen Günde folgt der Tod: allein Ewigkeit ein Recht, burd die Tugend segnet Gott mit deinen Tod, erworben. Nun ewger Ruh und Freude. bin ich nicht mehr Usch und 4. Was sind die Leiden Staub, nicht mehr des To dieser Zeit mir gegen jene des ewger Raub; du bist für Kronen, womit Gott in der mich gestorben. Mir, der Herrlichkeit die Frommen ich dein Erlöster bin, ist die will belohnen? Was dieses ses Leibes Tod Gewinn. Lebens kurze Frist, Gott, 3. Ich bin erlöst und bin gegen das, was ewig ist? ein Chrift; mein Herz ist rus Sollt ich nicht muthig tâm hig und vergißt die Schmers pfen? zen dieses Lebens. Ich dub 5. Ich fürchte nicht des de, was ich dulden soll, und Todes Macht mit allen feis bin des hohen Trostes voll: nen Schrecken. Es tanu des ich leide nichts vergebens. Grabes dunkle Nacht nur Gott selber migt mein Theil meinen Leib bedecken: ich mir zu: hier kurzen Schmerz, aber geh sogleich dahin, wo dort ewge Ruh. ich in ewger Wonne bin, bey 4. Was seyd ihr, Lelden meinem Gott und Heiland, dieser Zeit, mir, der ich meis Diel. O Ewigkeit, du Donnerw. c. ner Ewigkeit nuit Ruh ents 238.Mein Glaub ist gegen schaue? bald ruft mich meines Lebens Gott, und ewiglich belohne Trost im Leiden und Sterben. 227 und erquickt er mich, weil mein fünftig Lebenlang bring ich ihm hier vertraue. Balo, ich dir, Höchster, Preis und bald verschwindet mir mein Dank. Schmerz und Himmelsfreu den schmeckt mein Herz. s nou 600 1517.910 Mel. Wachet auf, ruft uns die sc. 300 5. Bin ich noch schwach: 239.Jefus kömmt, von so trag ich doch nicht mehr allen Bösen uns et છે છે der Sünde schmachvoll Joch seine Christen zu erlösen; in meinem Lauf auf Erden: er kommt mit Macht und die Tugend ist mir süsse Herrlichkeit. Dann, an sei Pflicht. Doch fühl ich es; nem großen Tage verwans ich bin noch nicht, was ich delt sich der Frommen Plas dereinst soll werden. Mein ge in ewige Zufriedenheit. Trost ist dis: Gott hat Ge- Sey frölich Voll des Herrn! duld, und firast mich nicht er kommt, er ist nicht fern, nach meiner Schuld. dein Erretter. Dein Schmerz 6. Gelobt fey Gott, ich ist kaum ein Morgentraum, bin ein Chrift! und seine auf ihn folgt ewig, ewig Gnad und Wahrheit ist an Heil. mir auch nicht vergebens: 2. Augenblicke dieser Leis ich wachs an meiner Heili- den, was seyd ihr gegen jes gung; ich merke täglich Bes ne Freuden der unbegränzten ferung des Herzens und des Ewigkeit? seht die Kron am Lebens; ich fühle, daß des Ziele prangen, und kämpft Geistes Kraft den neuen und ringt, sie zu erlangen, Menschen in mir schafft. die ihr dazu berufen seyd! 7. Dank dir, o Vater, euch halt in eurem Lauf kein Dank und Ruhm! du lehr- Schmerz des Lebens auf, test mich das Christenthum Ueberwinder! das Ziel ist fest glauben, willig üben. nah: bald send ihr da, und Dir Gott, mein Lehrer, Lob eure Schmerzen sind nicht und Preis! ich lieb es im mehr. mer mehr und weiß, ich werd 3. Der sich euch zum Volk es ewig lieben. Jeht und erwählet, der eure Chránen alle 228 Troft im Leiden und Sterben. alle zählet, stritt auch mit und sind stille. Der Him unerschöpftem Muth. Wie mel selbst, den du, Herr, hat Jesus nicht gerungen! wölbst, fall über uns; wit wie tief war er von Schmerz zagen nicht! durchdrungen! wie floß sein Met. Aus meines Herzens u. Schweiß, wie floß seyn Blut! 240.Der lekte meiner trug er nicht Tage ist mir der Leiben schwer Gewicht vielleicht nicht fern: o dann wie gelassen gieng er zum wird meine Klage ein Lobges Tod! wie front ihn Gott! fang dem Herrn! vollbracht wie jauchzen nun die Him ist ganz mein Lauf; ich treté mel ihm! zu dem Throne, und Gott 4. Mitgenoffen seiner Leis feßt mir die Krone der Ue den sind wir, einft erndten berwinder auf. wir auch Freuden mit ihm, 2. Für seines Reiches dem Ueberwinder, ein. Un Erben hat Jesus mich er verdroffen laßt uns ringen, klärt: was fürcht ich mich zu unserm Haupt hindurch zu sterben, wenn er mich zu dringen, und seines Him sterben lehrt? mir ist der mels werth zu seyn. Der Tod Gewinn! daß ich uns Hilf uns schafft, ift Er; sterblich werde, entschwing fein großer Nam ift: Herr, ich mich der Erde, ich, der unfre Stärke! die ihm ver- ich Erde bin. traun, die werden schaun, 3. Nicht mich, nur meine welch eine feste Burg er ift! Bürde, verschließt die fin 5. Ja du kommst, von stre Gruft. Mich hebt zur allem Bösen uns, deine Chri. höhern Würde mein Vater, ften, zu erlösen; deß freun der mich ruft. Er ruft mich wir uns und danken dir. Je durch den Cod: der reißt die fu Chrifte, nicht verzagen Sündenglieder, den trågen foll unser Herz in trüben Ta Leib danieder: mich selbst gen, auf deine Zukunft hof- führt er zu Gott. fen wir. Wir wissen, wer du 4. Die Leiber seiner From bist, was uns verheiffen ist, men sind Saat, von Gott ges fat; 229 Troft im Leiden und Sterben. fat; die frohe Zeit wird kom- niffen der Bahn, die er nicht men, da reif die Erndte steht. kennt; die schreckensvollen Dann wird der Schöpfungs- Pfade erleuchtet ihm die tag ein ganz verjüngtes Les Gnade des Gottes, den er ben auch meinem Staube ge, Vater, nennt. ben, der tief im Tode lag. 4.Hier fließen keine Thras 5. Drum geh ich, fren nen der Angst; hier åchzt vom Rummer, des Todes tein Stöhnen der Ren, die dunkle Bahu: mir bricht ihn zerreißt; sein Herz, zu nach kurzem Schlummer ein Gott erhoben, empfångt den ewger Morgen an. Heil mir! Troft von oben, und Fried er ist nicht fern, der leßte und Freud im heilgen Geift. meiner Tage: er kommt, und 5. Er segnet froh die meine Klage wird Lobgesang Seinen, die um sein Lager, dem Herrn! weinen, ermahnt und tröstet sie; und, seiner Treue wes Met. In allen meinen Chaten ic. gen, erfüllt Gott seinen Ses 241.2 ie fanft sehn gen und weichet auch von bien wir den From diefen nie. men nun bald der Erd ents 6. Die Engel steigen nies nommen, sich seinem Ziele der, voll froher Jubellieder, nahn: wo sich des Lebens die Seele zu empfahn: er Frenden vom frechen Sün stimmt in ihre Chöre, Ans der scheiden, da gehn des bethung, Preis und Ehre, Chriften Freuden an. dem Mittler, seinem Heis 2. Er lächelt feinem En- land, an de und hebt, voll Dank, die 7. Laß, Höchster, mich bes Hände zu seinem Vater auf; ftreben, so in der Welt zu les wenn Sinn und Leib verderben, wie man dis Glück ers ben, lehrt er ihn frölich ster wirbt: damit ich einft, ein ben nach einem wohl voll- Erbe der Seligkeit, auch brachten Lauf. Erbe, wie ein Gerechter, 3. Sein ruhiges Gewiss Frommer stirbt. fen bebt nicht vor Finster. P 3 Mel. Troft im Leiden und Sterben. 230 Mel. Wenn mein Stündlein ic. meine Lieben stehn und angst voll zu dir weinen: urte 242.2 enn einst mein 2. Dann, Schöpfer, nim sterbend Auge ihn anf, den Geist, der freu bricht, mein lezter Hauch dig zu dir strebet, der dankbar verschwindet, mein Leib er deine Güte preift, daß er starret und felbst nicht, daß dir hier gelebet! dann tröste er entschläft, empfindet; dadurch, die um mich mit wenn um mich, den Ents Thränen klagen, daß nun ich fchlummernden, Gott! allelzum Vater fey gegangen. Hofnung einer seligen Fortdauer des Geistes und Auferstehung des Leibes. Mel. Wer nur den lieben Gott 1. hier vollkommen einzusehen, 243.23 arum erbebat des Wissens Trieb umsons du, meine See begehrt. Dann täuscht dich le, bey dem Gedanken an das Wahn und Irrthum nicht Grab? nicht dich umschließt und selbst die Finsterniß einst seine Höhle, nur deine wird Licht. Hütte sinkt hinab. Sie schuf 4. Dann wirst du den, der Allmacht Wink aus ach den erblicken, den hier Staub, drum wird sie der allein der Glaube sieht, den, Verwesung Raub. der, dich ewig zu beglücken, 2. Du, zur Unsterblichkeit Verbrechern gleich, am Kreuz erlefen, schwingst dich empor verschied: dann jauchzen, zu Gottes Licht, und schaust daß kein Wahn, kein Spott, den Ursprung aller Wesen dich hier getrennt von deb von Angesicht zu Ungesicht; nem Gott. bewunderst deines Gottes 5. Wann nun der Zag Macht in jener Welten Bau des Herrn erscheinet, verlägt und Pracht. dein Leib der Gråber Ruß: 3. Dann, Seele, wirst du zum zweytenmal mit dir ver das verstehen, was hier kein einet wird er unsterblich, fo weiser Mund erklärt, was, wie du. Drum jauchze vob ter Hofnung eines feligen Lebens nach dem Tode. 231 4. Jesus predigt dieſe Lehren sterbend noch dem Schächer ein. Heute( läßt Mel. Jesu deine Heilge Wunden u. der Herr sich hören,) wirft 244. Gott, ich weiß es, du in dem Himmel seyn. Jes meine Gliedersu lezte Rede heißt: trener finken einst in Staub dahin. Vater, meinen Geist übers Krankheit, Schmerz und geb ich dir, am Ende, in die Grab der Brüder zeugen, Obhut deiner Hånde. daß ich sterblich bin. Das 5. Welch ein reicher gemeine Loos, der Tod, ist Schaß von Gaben, die des mir Shinder auch gebroht. Menschen Geist besist! sollt Diese Hütte wird zerstöret, er sie nur dazu haben, daß von Verwesung balb vers er sie auf Erden nüßt: o! zehret. so hat er schon zu viel vor 2. Schlöffe nun des Leis dis kurze Lebensziel, wenig bes Sterben auch der Seele Zeit zu den Geschäften, und Tod mit ein: ach so würde ein größres Maaß von solch Verderben in dem To- Kräften. de schrecklich seyn; denn was 6. In mir wohnet ein ist so fürchterlich als die Zeit, Verlangen, auf Unsterblichs in welcher mich, die Empfin: teit gericht't. Guter, so auf dung gar verließe und ich Erden prangen, sättigen die Nichts, wie vormals, hieße? Seele nicht. Den Trieb hab 3. Nein, der Geift wird ich von Natur, und das nicht vergehen, nur der Leib führt mich auf die Spur: erfährt den Tod, Gottes der ihn gab, wird ihn erfül Zeugniß muß bestehen: len und des Geistes Sehns Mensch, dein Geist kehrt sucht stillen. einst zu Gott, geht in eine 7. Fa gewiß zu Ewigkeis andre Welt, wenn des Leis ten ist der Geist in mir ges bes Ban zerfällt, lebt und macht, und gleich nach des deuft in jenem Stande, fren Leibes Zeiten Seligkeit ihm von seines Leibes Bande, zugedacht. Nimmer, nims P 4 mer ler Zuversicht, wenn deiner Hütte Bau zerbricht. 232 Butkünftige Seligkeit.cats amunteg mer kanns geschehen, daß die 11. Lehre mich in meis Seelen untergehn: was mir nem Leben, wie ich nach dem Gott fo fest versprochen, das ewgen Wohl, hier mit allem wird ewig nicht gebrochen. Elfer streben, glauben und 8. Auch mein Leib wird recht leben soll. Hilf, wenn aus dem Staube geiftlich dieser Bau zerfällt, daß mein und unsterblich gehn. Jesus Geist in jener Welt und der lebt; ich weiß und glaube: Leib erweckt vom Grabe, mich erweckt sein Auferstehn. ewig dich und Jesum habe. Großer Trost! nun kommen mir Tod und Gruft nicht mel. Kommt her zu mir, sprichtic schrecklich für.. Ruhet nur, 245. Noch wallen wir meine Glieder! der standne ruft euch wieder. im Thranens thal, gedrückt von Kummer, 9. Unverweglich, frey von Müh und Qual, doch nur Leiden, im verklárten Lichte noch wenig Tage! dann flies rein wird mein Leib in ewgen hen wir aus dieser Zeit bin Freuden herrlich bey dem über in die Ewigkeit, weit Mittler seyn. Gott, wie weg von jeder Plage. beugt sich meine Schuld 2. Dann sinkt der Leib dankbar gnug vor deiner ins tühle Grab, der Staub Huld, daß du, Herr, mein zu allem Staub herab, nicht ganzes Wesen zu der Ewig- sterblich mehr zu leben: mit keit erlesen! freyem Flug und frohem 10. Welch ein Ueberfluß Blick kehrt der entbundne der Güte! Wonne, die kein Geift zurück zu dem, der ihn Ende nimt, haft du,( dis gegeben. sührt mein Gemüthe,) Ewi 3. O wohl ihm, war er ger, für mich bestimt. Glet- fromm und gut, wenn er chet auch ein Gut der Zeit von seiner Arbeit ruht, wenn der verheißnen Herrlichkeit? Thaten ihn begleiten! wenn Gott, laß jenes mich verer, vereint, mit Jesus Chrift, achten, mich nach dieser unstråflich, rein und fähig ist ernstlich trachten. zum Glück der Ewigkeiten. 4. D Selige Unsterblichkeit des Geistes. 233 4. O hohes Glück, vor 8. Befreyt und ewig fern Gott zu stehn! o Freude, von Qual, getränkt mit Jesus, dich zu sehen, und Freuden ohne Zahl, Gott mit dir deine Glieder! zu fe immer, immer näher! dann hen dich in deinem Licht, von steigt, mit jedem Augenblick Angesicht, zu Angesicht, der Seele unaussprechlich dich, Erster aller Brüder! Glück noch unaussprechlich 5. Doch erst am Tag des höher. Auferstehens, am Tag des 9. Und aller Seraphinen frohen Wiedersehns, der Schaar, und wer auf Era Umgeburt der Erde, amiden heilig war, sind alle Tag, wenn Gottes Wun meine Brüder; sind alle nur derkraft mich ganz verklärt ein Leib mit mir, und sins und neu erschafft, was ich gen ewig, Jesu, dir aus eis erst dann seyn werde! nem Munde Lieder. 6. Wie wird mir dann zu Muthe seyn, wenn alle Lod: ten, groß und klein, o Jesus vor dir stehen; wenn du mich dann beym Namen nennst, vorGott und Engeln mich be kennst, ich ewig dich soll sehen. 7. Ich, ich, der izt noch 11. Sey start, sey freus Thränen weint, ich werde, denvoll, mein Geift Gott wenn der Herr erscheint, ich lebt, Gott hålt, was er vers leuchten, wie die Sonne! heißt! Gott ist der Gott der ich Sünder werd von Sün. Frommen! nichts, glaub es, den rein, ich Sterblicher uns ist für dich zu groß, für dich, sterblich seyn! ich Gottes zu dem aus Gottes Schooß Bild und Wonne. der eigne Sohn gekommen. 10. Der Seligkeiten, Gott, wie viel! o Freuden ohne Maaß und Ziel, hoch über alles Sehnen! o Ewigs fit! o Ewigkeit! was ist das Leiden dieser Zeit! wie nichts sind alle Thránen! Selige Auferstehung des Leibes, Mel. Sey Lob und Ehr dem ic. auf Felsen steht mein Glaus 246. Jh weiß, daß mein be. Ich weiß, daß er auch Erlöser lebt; P5 mich 234 Zukünftige Geligkeit. mich erhebt aus der Verwe- Code ziehet, so aufgelift, fo fung Staube. Er lebt für weit zerstreut, daß er ums wahr, der starke Held, sein ganz entfliehet. Jedoch wie Arm, der alle Feinde fållt, weit zerftreut er wår, dem hat auch den Tod bezwungen. Weltenschöpfer ists nicht 2. Ich habe Muth und schwer, thn wieder herzus Freudigkeit, so sehr der Tod stellen. mag drauen; was er zerftó: 6. Erneut wird alles wies ret und zerstrent, wird Jesderstehn, wie es zuvor ges fus einst erneuen. Mein wesen; was niederlag, wird Leib, mein sterbliches Ge Gott erhöhn, was schwach Was bein, fint immer in die war, wird genesen. Gruft hinein! das Grab die Verwesung hier zerstört, umschließts nicht ewig. was hier der Zeiten Lauf vers 3. Mein Heiland lebt: so zehrt, das wird Gott wies mag nun sich mein Leib zum derbringen. Staube frecken, ich weiß, 7. O Hofunng, die das er kommt und wird auch mich Herz erhebt, verbannt des zum Leben auferwecken. Er Lodes Grauen! ich werde wird mich rufen aus dem den, der ewig lebt, in meis Grab; wenn ich genug gesnem Fleische schauen. Der ruhet hab, so weckt sein Ruf leib, der hin zum Staube mich wieder. finkt, erhebt sich, wenn ihm 4. Aufs neu umschließt Jesus winkt, vom Staube mich diese Haut, und ebenfihn zu schauen. dieſe Glieder. Ein neuer 8. Ich selber werd in seis Bau von Gott erbaut wird nem Licht ihn fehn, und mich dann mein Körper wieder, erquicken; mein Auge wird und herrlicher, als er hier sein Angesicht, und wie fo svar, nicht mehr entstellt, froh, erblicken; zum ewgen nicht wandelbar, vom Ster: Leben eingeweiht werd ich ben frey anf ewig. ihm dienen ohne Zeit, ich 5. Zwar wird der Leib der selber und kein Frember. Sterblichkeit, der hin zum 9. Trok Selige Auferstehung des Leibes. 235 9. Troß sey nun allem, 4. Gint immerhin, mein was mir will das Sterben Leib, in Staub! Gott wird furchtbar machen; der Leib, dich neu beleben. Hier werd der in den Staub hinfiel, ich nur des Todes Raub; wird froh daraus erwachen. dort werd ich ewig leben. Sch jage nicht, obgleich der Wie stark ist dieses Trosts Tod dem Körper mit Ber: Gewicht! wie sicher meine wesung droht; denn mein Zuversicht! Erldfer lebet. 5, Herr, diesen Segen Miel. Mie nach spricht Chriftus e. dank ich dir. Mich aus der 247. Herr, du bist met Gruft zu heben, gingst du ne Zuversicht, aus deinem Grab herfür. du lebst, ich werd auch leben. Du lebst, und ich soll leben: Du wirst mir, was dein ich glaub es dir, und zweifle Wort verspricht, Unsterb- nicht; dein Wort ist meine lichkeit einft geben. Dein Zuversicht. Junger kommt nicht ins 6. In diesem Glauben Gericht: dis stårket meine stårke mich, laß mich den Zuversicht. Troft empfinden, den gross 2. Hier geh ich oftmals sen Trost, daß ich durch weinend hin, den Saamen dich den Tod kann überwins auszuftreuen: dort wird der den. Grab und Berwesung herrlichste Gewinn der Ernd schreckt mich nicht; denn du te mich erfreuen. Ich lelde, bleibst meine Zuversicht. und verzage nicht: denn du bist meine Zuversicht. Mel. Was Gott thut, das ist sc. 3. Hier trag ich deine fanf. 248. Ich freue mich der te ist meine da Würde! jedoch die Welt, die ich werd auferstehen. Dann sie nicht faßt, nennts fälsche werd ich in der Herrlichkeit lich schwere Bürde. Einst dich, Gott, mein Heiland, trift den Spötter dein Ge- sehen. Dann werd auch richt, und dann siegt meine ich, o Herr, durch dich, Zuversicht! ins Reich verklärter Froms men 236 tid Bukünftige Seligkeit. men als Mitglieb aufges sich aufgeschwungen. Er ist mein Haupt; sein Sieg ist nommen. 2. Ja, Herr, du führst mein; sein soll mein ganzes fie einst heran, die Stunde leben seyn, und ihm will der Erlösung; die Stunde, ich auch sterben. da ich hoffen kann Troft, 2. Nicht ewig wird, wer Freyheit und Genefung; baldein Wort hålt, den Tod, o Engeln gleich, im Himmel Jesu, schauen. Das ists, reich mich Ruhe, Luft und was mich zufrieden stellt, Leben in Ewigkeit umgeben. felbst bey der GråberGrauen. 3. Der du die Auferste- Ich bin getroft und unvers hung bift, du bists, an dem zagt, weil du den Deinen ich glaube. Ich weiß, daß zugesagt: ich leb und ihr ich durch dich, Herr Chrift, sollt leben. im Tode nicht verbleibe. 3. Wird gleich mein Leib Und dein Gericht wird mich des Todes Raub; er wird dann nicht mit Trübfal, doch wieder leben, und einft Angst und Schrecken, so aus der Verwesung Staub wie die Heuchler, decken. sich neu gebildt erheben, wenn 4. Ich hoffe dann mit du, o großer Lebensfürft, nun Freudigkeit vor dir, mein deinen Tobten rufen wirft, Haupt, zu stehen, und mit zum Leben aufzuwachen. dir in die Herrlichkeit frohlockend einzugehen. 4. Wie froh und herrlich hilf werd ich dann vor dir, mein mir doch aus Gnaden noch, Heiland, stehen! dann nimft zum Glück der Ewigkeiten du mich mit Ehren an, låff'ft mich würdig zu bereiten. in dein Reich mich gehen. Forthin von keiner Laft bes Mel. Allein Gott in der Höh sey ic. fchwert, an Leib und Seele 249. Mein Heiland ganz verklärt, leb ich bey lebt: er hat dir auf ewig. die Macht des Todes ganz 5. Dwelch ein selig Theil bezwungen, und siegreich an ist wir aufjener Welt bereis des Grabes Nacht zu Gott tet! der Freuden Fülle ist bey dir! Selige Auferstehung des Leibes. 237 dir! von dir, o Herr gelet- Staub ersteht zum neuen tet, werd ich in deinem Himewgen Leben. O die ihr meis melreich, unsterblich deinen nen Glauben schmäht, wie Engeln gleich, vollkommne werdet ihr dann beben! im Luft genießen. Wetter des Gerichts gefåt 6. Denn, wo du bist, da ward, wer alsdann zur Pein follen die, die dir hier folgen, erfteht. Fallt über ihn, ihr leben, und ewig frey von Berge! Mein Erldser, Jea Schmerz und Müh, von sus Chrift, der für mich ges Geligkeit umgeben, gentef storben ist, ist auch für mich sen deiner Herrlichkeit. Derstanden. was sind leiden dieser Zeit, 2. Jch sinke zum Verwes Herr, gegen jene Freuden? sen ein, und werde wieder 7. Laß die zukünftge Herr Erde; doch werd ich nicht lichkeit mir fiets vor Ausauf ewig seyn, was ich im gen schweben; und oft in Grabe werde. Im Schooge dieser Prüfungszeit mein Gottes ruht mein Geist von Herz dahin erheben, wo kei diesem Leben aus, und fleußt ne Schwachheit uns mehr von Wonn anbethend über. drückt, wo wir, der Sterba Uch mein Auge sahe nie, lichkeit entrückt, frohlockend meinem Ohr ertönte nie, vor dir wandeln. folch ein Heil hienteden. 8. Erwecke mich dadurch 3. Das tam in keines zum Fleiß, der Tugend nach Menschen Herz, was denen zustreben, und als dein Jüngs Gott bereitet, die Mühe hier, ger dir zum Preis, nach deis die mancher Schmerz bis an nem Wort zu leben. Und den Tod begleitet. Wir fühl ich hier noch Noth und schauen in das tiefe Meer, Schmerz so triste selbst das erforschens nicht; denn Gott mit mein Herz: es kommt ist der, der, unsrer sich er: ein begres Leben. barmet. Mehr, viel mehr, Mel. Ein Kindelein so tåbelich sc. als wir verstehn, mehr als 250. Sint reift die unsre Thränen flehn, giebt Saat, mein uns, der ewig liebte.. 4. Sen 238 bod Zukünftige Geligkeit. 4. Sey, Seele, stark und Der, bey sich selbst, die Gno fürchte nicht, durchs finstre de schwur, sein Haupt am Thal zu wallen. Noch an Kreuze neigte, der erfüllt dis des Thales Nacht ist Licht. Bundes Eid, er ist gan Der Engel Jubel schallen ins Barmherzigkeit. Dank sey lezte Seufzen der Natur.lipm, Preis und Chre. Geligkeiten des Himmels. 251. Alle Menschen er thront, werd ich eingehn, müffen sterben, und ihn, meinen Retter, dieser Leib verwelkt wie Heu; fehn. muß, gleich Saamen, erst 4. Dort erft ist das rech verderben, eh er herrlich te Leben. Millionen stehen wird und neu; ausziehn erst schon, mit des Himmels fein irdisch Wesen, wenn er Glanz umgeben, felig da vor anders foll genesen, und an seinem Thron, in der Engel ziehn die Herrlichkeit, die Lobgesänge singt der Uebers ihm bleibt in Ewigkeit. winder Menge: heilig, heis 2. Darum will ich dieses lig, bellig heißt Gott der Leben, das mir Gottes Güte Vater, Sohn und Geist. gab, gern an ihn zurücke 5. Dort ists, wo die Vis geben, nicht erzittern vor ter wohnen, wo die Glaus dem Grab. Leben quillt aus benshelden all prangen nun Jesu Wunden; in den aller in ihren Kronen: Gott, wie bångsten Stunden, in der groß ist derer Zahl, die in fo allerlezten Noth tröstet mich viel tausend Jahren selig zu fein Mittlertov. dir aufgefahren! welche 3. Jesus ist für mich ge Schaar, die dort erhöht vob storben, nun ist mir der Tod ler Wonne vor dir steht! Gewinn, er hat mir das 6. Gottes Stadt, voll Heil erworben, daß ich Got- Pracht und Schöne, wie ents tes Erbe bin. Dich verlaß zückend glänzest du! welche Ich Weltgetümmel, willig; Halleluja: Töne singt ein denn in jenen Himmel, wo Chor dem andern zu! wer ermißt Seligkeiten des Himmels. 239 ermißt die hohe Wonne, wer) 2. Jezt da die Sünde mich den Glanz der ewgen Sonne, noch drückt, seufzt meine bans die erleuchtet jenen Tag: wer ge Seele. Wie bald ist nicht ift, der es hier vermag? mein Herz berückt! wer 7. Schon im Geift hab merkt, wie oft er fehle! ich erblicket jenes Heil der doch einft werd ich vollkoms Ewigkeit; schon im Geist men rein, ganz heilig und bin ich geschmücket mit des ganz selig seyn. Dis tröstet Himmels Herrlichkeit; schon meine Seele. im Geift steh ich am Throne, 3. Vor meinen Augen auf dem Haupt die Sie wandeln die, die deine Lehre geskrone, schau die Bunder schmähen: the freches Herz Gottes an, die kein Mensch bethdret sie, daß sie dein Heil aussprechen kann. nicht sehen. Einst bebt der 8. Möchte ich bereits dort Spotter Heer vor dir; wann wohnen! war ich schon zum du als Richter kommst, und Tag erwacht, da Gott ruft, wir frohleckend dich ers mich zu belohnen! wäre schon heben. Quis mein Lauf vollbracht! Gott, 4. In stiller Nacht wein du willst, ich soll noch rinsich oft, Herr, hinauf zu deis gen; hilf mir so den Kampf ner Höhe. Mein schwaches vollbringen, daß am Ziel Herz seufzt freudenleer, wenn mein Geist einst sagt: wohl ich den Morgen fehe. Ein mir nun! es ist vollbracht. Blick gen Himmel tröstet Mel. Wenn mein Stündlein ic. mich, und meine Thránen 252. Ein Fremdling bin ftillen sich einst ganz in jes ich in der Welt, nem Leben. und kurz sind meine Tage. 5. Wenn mich der Zus So manche Noth, die mich funft Schicksal schreckt, die befällt, reizt mich hier noch Noth der fernen Tage; zur Klage. Doch, Bater! wenn sie in mir die Sorg deine Ewigkeit verfügt mir erweckt, ob ich sie auch ers meine Lebenszeit, und stärkt trage; so mildert mir die mich selbst im Leiden, Ewigkeit das kurze Elend dieſer 240 Zukunftige Seligkeit. dieser Zeit, daß ich doch nie Himmel aufgenommen, ruhn verzage. fie von dieses Lebens Müh. 6. Wann einft, der izt Nach aller Laft, die sie ges von ferne dråut, der Tod mir drückt, wird ewig nun ihr näher winket; wann nach der Herz erquickt. Urbelt dieser Zeit, mein 3. Wie Mütter ihre Kins Haupt zum Schlummer fin der triften; so segnet mit tet: fo sterb ich froh; die Zufriedenheit auch deine Ewigkeit zeigt mir des Him Gnade die Erlöften, nach mels Herrlichkeit, die alles überstandner Prüfungszeit: übersteiget. du selbft machst ihnen offens 7. Herr, diesen Troft, der bar, wie gut stets deine Füh mich erfreut, vermehr in rung war. meinem Herzen. Mich står. 4. Da schweigen alle ihre te deine Ewigkeit bey meiner Klagen; da bringt mit fros Wallfahrt Schmerzen. Sie hem Lobgefang, selbst für die sey in meinem Tod meinausgestandnen Plagen, dir Hell, und einst mein långft ihre Seele Preis und Dank. gewünschtes Thell, wenn ich Nun jauchzen sie, es ist voll vom Tod erwache. bracht, der Herr hat alles wohl gemacht! Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 5. Wie Gott von seinen 253. 8 ist noch eine Werken ruhte, als er die Ruh vorhan Welt hervor gebracht; so den für jeden Gott ergebnen sehn auch mit zufriednem Geift, wenn er sich dieses Muthe, vom Herren selbst Körpers Banden, nach Got- gerecht gemacht; die Froms tes Willen, einst entreißt, men bey dem ewgen Glück, nun nicht mehr so ein auf the vollbrachtes Werk geschränkt, als hier auf Erzurück. den, lebt und denkt. 6. Forthin erwartet sie 2. Die, Herr, zu dieser kein Leiden, kein Schmerz Ruhe kommen, wie selig sind und keine Schwachheit mehr. doch alle die! in deinen Gott führt sie zu vollkomms nen Seligkeiten des Himmels. 241 nen Frenden und krónet sie der Deinen Klage in himm. mit Preis und Ehr. un lische Zufriedenheit. Hier aussprechlich füffe Ruh! wie übt die Tugend ihren Fleiß; herrlich, Höchfter, fegnest du. und dort reichst du ihr selbst 7. Wer kann hier deine den Preis. Gnade faffen? du willst den, 2. Du schenkst dem Froms der dich redlich liebt, nicht men zwar auf Erden schon ewig in der Unruh laffen, die manchen selgen Augenblick; dieses Leben noch umgiebt. doch alle Freuden, die ihm O mache mich doch, in der werden, sind ihm noch kein Zeit, geschickt zu dieser Se: vollkommnes Glück. ligkeit. bleibt ein Mensch und seine 8. Mein Helland, der du Ruh nimmt in der Seele ab felbft auf Erden der Leiden und zu. Joch getragen haft! will ich 3. Bald stören ihn des des Lebens müde werden, Körpers Schmerzen, bald und fühl ich dieser Tage laft: das Geräusche dieser Welt. so starke mächtig meinen Bald kämpft in seinem eige Geift, daß er dem Unmuth nen Herzen, ein Feind, der sich entreißt. öfter siegt, als fällt. Bald 9. Gieb, daß in Hofnung finkt er durch des Nächsten jener Ruhe, die Gottes Volk Schuld in Kummer und in verheiffen ist, ich gern des Ungeduld. Vaters Willen thue, wie du 4. Hier, wo die Tugend darin mein Vorbild bist; öfters leidet, das Lafter öfs so folget nach der Prüfungs- ters glücklich ist, wo man zeit, einst völlige Zufrieden denGlücklichen beneidet, und heit. des Bekümnerten vergißt; hier kann der Mensch nie Wel. Wer nur den lieben Gott ic. frey von Pein, nie frey von 254. Nach einer Prů. eigner Schwachheit seyn. fung kurzer Tage, führst du uns, Gott, zur 5. Hier such ichs nur, tort verd ichs finden; dort werd Ewigkeit. Dort endet sich ich heilig und verklárt, der 242 Seligkeiten des Himmels. Tugend ganzen Werth em: mit Frommen stets fromm pfinden, den unaussprechlich umzugehn. Da wird durch großen Werth! dich, Gott jeden Augenblick thr Heil der Liebe, werd ich sehn, dich mein Heil, mein Glück ihr lieben, ewig dich erhöhn. Glück. 6. Da wird, o Herr, dein 10.Da werd ich dem den heilger Wille mein Will und Dank bezahlen, der Gottes meine Wohlfahrt seyn; und Weg mich gehen hieß, und lleblich Wesen, Heil die Füls thn zu Millionen malen noch le, an deinem Throne mich segnen, daß er mir ihn wieß. erfreun. Dann lågt Gewinn Da find ich, Herr, in deiner stets auf Gewinn mich füh- hand den Freund, den ich len, daß ich selig bin. auf Erden fand. 7. Da werd ich das im II. Da ruft,( omdchtest Licht erkennen, was ich auf du es geben!) vielleicht auch Erden dunkel sah; das wun mir ein Selger zu: Heil sey derbar und heilig nennen, dir! denn du haft mein le was unerforschlich hier geben, die Seele mir gerettet, fchah; da denkt mein Geist du! o Gott, wie muß dies mit Preis und Dank die Glück erfreun, der Retter Schickung im Zusammen einer Seele seyn! hang. 12. Was send ihr, Leiden 8. Da werd ich zu dem dieser Erden, doch gegen je Throne dringen, wo Gott, ne Herrlichkeit, die an uns mein Hell, sich offenbart; offenbart soll werden von ein heilig, heilig, beilig sin Ewigkeit zu Ewigkeit? wie gen dem Lamme, das erwür: nichts, wie gar nichts gegen get ward; und Cherubim und sie, ist doch ein Augenblic Seraphim und alle Himmel voll Müh. jauchzen ihm! 9. Da werd ich in der Mel. Wie schon leucht uns der. Engel Schaaren mich ihnen 255.Mein guter gleich und heilig sehn; das nie gestörte Glück erfahren, wird entzückt, wenn er nach jenem Seligkeiten des Himmels. 243 jenem Himmel blickt, den du ter frohen Zungen. Hier für uns bereitet; wo deine stralt die Herrlichkeit des milde Baterhand aus neuen Herrn; hier schaut man sie Wundern wird erkannt, die nicht mehr von fern; hier du dafelbft verbreitet. Mäch wird sie ganz besungen. Völs tig fühl ich mich erhoben lig giebt sich den Erlösten, fie dich zu loben, der zum Leben, zu trösten, der zu kennen, den das dort ist, mich will erhe. sie hier schon, Vater nennen. 5. Vor seinem Untlik ben. 2. Was sind die Freu- wandeln sie, auf ewig frey den dieser Zeit, Herr gegen von aller Müh, und schme jene Herrlichkeit, die dort bey den feine Güte, hier fört dir zu finden! du stellst uns den Frieden ihrer Brust, und hier auf Erden zwar viel ihre tausendfache Lust tein Wunder deiner Güte dar, feindliches Gemüthe. Rein zum frdlichen Empfinden; Neid, tein Streit hemmt doch hier sind wir bey den die Triebe reiner Liebe unter Freuden noch mit Leiden Seelen, die hinfåre nicht stets umgeben: dort nur ift mehr fehlen. vollkommnes Leben. 6. Gott, welche Schaar 3. Kein Tod ist da mehrift dort vereint! die Frome und kein Grab. Dort wismen, die ich hier beweint, scheft du die Ehránen ab von die find ich ewig wieder.. deiner Kinder Wangen. Da Dort sammlet deine Baters ist kein Leid mehe, kein Ger hand, die deine Liebe hier schrey, denn du, o Herr, verband, Herr, alle deine machst alles neu; das alte Glieder. Ewig werd ich frey ist vergangen; hinfort sind von Mängeln, felbft mit Ene dort, von gerechten, deinen geln Freundschaft pflegen. Knechten, keine Plagen, mehr Dein Umgang voller Segen! zur Prüfung zu ertragen. 7. Wo ist mein Freund, 4. In unsers Gottes Heides Höchften Sohn, der mich ligthum schallt seines Nas geliebt? wo glänzt sein mens hoher Ruhm von laus Thron? in jenen Himmels höhen, 244 Geligkeiten des Himmels. höhen. Da werd ich dich, Herz gekommen. Welcher Herr Jefu Chrift, so men Mensch auf Erden fast del fchenfreundlich, als du bist neshimmels Herrlichkeiten? auch mit Entzücken sehen. doch beym Anbruch jener Zei Da wird, mein Hirt, vonsten, werden alle, die dir den Freuden nichts mich traun, mehr noch, als sie scheiden, die du droben det hoffen, schaun. nen Freunden aufgehoben. 3. Neue Wunder dei 8. Wie herrlich ist die ner Güte werden da thr neue Welt, die Gott den Glück erhöhn. Mit erstau Frommen vorbehålt! kein nendem Gemüthe wird dann Mensch kann sie erwerben. unfer Auge sehn: deine Huld Jesu, Herr der Herrlich- sey überschwenglich, und die keit! du haft die Stått auch Wohlfahrt unvergånglich, die mir bereit; hilf sie mir auch dem, der dich redlich liebt, ererben! laß mich eifrig deine Baterhand dort giebt. darnach streben und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. Mel. Alle Menschen müssen ic. 256. 4. Dann wirst du dich un sern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Luft wird da uns fehlen, wo das Land der Wonne ist. Zu vollkomm wie unaus nen Seligkeiten, wird uns sprechlich selig dort der Mittler leiten, der werden wir im Himmel seyn! uns dieses Glück erwarb, da, da erndten wir unzählig als, am Kreuz, er für uns unsers Glaubens Früchte starb. ein. Da wird, ohne Leid und 5. Da wird deiner From Zähren, unser Leben ewig men Menge Ein Herz, Eine währen. Gott, zu welcher Seele seyn, Dienst, und Seligkeit führst du uns durch Dank und Lobgesänge dir, dieſe Zeit. erhabner Gott, zu weyßn; 2. Hier ist zwar, was du dir und dem, der selbst sein den Frommen dort für Glück Leben willig für uns hinge, bereitet haft, noch in keines geben. Mit ihm unserm gröss Seligkeiten des Himmels. 245 größten Freund, sind wir mel gehn. so mache im ewig dann vereint. mer reiner hier mein Herz, 6. O wer sollte sich nicht dich einft zu sehn. Hilf du fehnen aufgeldßt und da zu selber meiner Seele, daß sie seyn, wo, nach ausgeweinten nicht den Weg verfehle, der Thránen, ewge Güter uns mich sicher dahin bringt, wo erfreun; wo sich unser Kampf man ewig dir lobsingt. in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unfre Angst in Mel. Herzlich lieb hab ich dich ze Lust verkehrt, die forthin 257.Mein kein Kummer stört. wenn mein 7. Was ist unser Loos auf Geift erfreut im Glauben Erden? obs auch noch so auf die Herrlichkeit des ews köftlich sey, ifts doch nie ganz gen Erbtheils blicket, das von Beschwerden, Sorgen du für mich bereitet haft: Furcht und Kummer frey. wie leicht dúnkt mir dann Schnell folgt hier auf Luft alle Laft, die mich hienieden oft Weinen; dort nur wird die drůcket? dann wird der Eis Zeit erscheinen, wo kein telkeiten Tand in meinen Aus Wechsel mehr uns beugt, gen schlecht, als Sand. Der wo das Glück beständig Erde Pracht ist mir wie steigt. nichts, beym Anblick jenes 8. Sey, o Seele, hoch er ewgen Lichts, Herr Jesu freuet über das erhabne Chrift, mein Herr und Gott! Glück, das dir einst dein mein Herr und Gott dies Gott verleihet! richte deines Heil verdank ich deinem Tod! Glaubens Blick oft nach jes 2. Wenn einst auf deinen ner Stadt der Frommen mit Wink mein Geift des Kirs demErnst dahin zu kommen. pers Banden sich entreißt, Trachte, weil du hier noch dann stårk ihn aus der H& bift, nur nach dem, was drohe; daß mir nicht schrecklich ben ist. sey das Grab, daß ich ins 9. Ohne Heiligung wird Todesthal hinab getroft und teiner, Herr in deinen Him freudig gehe. Die Klarheit jener Q. 3 246 Seligkeiten des Himmels. jener bessern Welt schaff, der, der mich zum Grabe wenn mich Dunkelheit bes ruft, der ruft mich einft auch fällt, in meinem finstern Hers aus der Gruft; ich weiß, an zen Licht, und Heiterkeit im wen ich glaube. Er lebet, und Angeficht. Herr Jefu Chrift, ich werd durch ihn der Gras mein Herr und Gott! mein besnacht gewiß entfliehn. Herr und Gott! dann wird Mein Geist und mein vers zum Schlummer mir der Elårt Gebein wird sich des Zod. Herrn, des Mittlers freun, 3. Und wenn mein Geift HerrJefu Chrift, mein Herr aus Schüchternheit sich dens und Gott! mein Herr und noch vor dem Tode schent, Gott! zum Leben machst du weil ihn die Sünden kråns mir den Tod. ken; dann laß mich, Herr, 5. Da bleibst mein Trost; auf deinen Tod die Hefnung mich schrecket nicht, der Ero baun: es werde Gott der de Brand, das Weltgericht, Sünden nicht gedenken. Der der Donner der Posaunen. Troft, den du auch mir er: Vor deinem Thron werd ich warbst, als du zum Heil der dann stehn; dich, Richter als Sünder starbst, und fühlteft, ler Völker sehn, dich fehn und wie dich Gott verlieg, der froh erstaunen. Wuch mir mache mir das Sterben süß.schenkst du dann jenes Heil, Jefu Chrift, mein Herr der Auserwählten felges und Gott! mein Herr und Thell. Ich soll, dein Mund Gott! verlaß mich nicht in schwur es mir zu, ich soll les meinem Tod. bendig seyn wie du. Herr 4. Auf kurze Zeit schließt Jefu Chrift, mein Herr und fich zur Ruh mein thrånen Gott! mein Herr und Gott! volles Auge zu, und schlum, flårk diefen Glauben einß mert in dem Staube, Dochlim Tod! VIII. R 247 VIII. Vom Wege zur Glückseligkeit oder von der Ordnung darinn man jenes Gute erlangt. Gläubige Annahme und beutst, von Herzen folgsam Ausübung der christl. sey. Religion, 4. Laß mich, mein Jesu, dich Mel. Gott, du frommer Gott ic. im Glauben recht erkennen; 258.Herr, err, ohne Glaus dich meinen Herrn und Gott ben kann kein mit ganzer Seele nennen. Mensch vor dir bestehen; Laß mich im Glauben thun, drum wend ich mich zu dir was du mich haft gelehrt, mit demuthsvollem Flehen; daß dich Herz, Mund und zünde selbst in mir den That als meinen Helland wahren Glauben an, weil ich ehrt. durch meine Kraft ihn mir nicht geben kann. 5. Dein göttliches Vers dienst sey mir, o Herr, stets 2. Dein Daseyn laß mich heuer. Es fülle mich Gott, mit Ueberzeugung mit Troft, es mache mich glauben. Nichts müsse mir stets freyer vom schndden das Wort aus meinem Her: Lafterdienst. Es stårke mich zen rauben: daß du dem, der mit Kraft, zu deines Nas dich sucht, stets ein Vergel- mens Ruhm, in meiner Pils ter seyft, und hier und ewig grimschaft. ihn, mit deinem Heil, erfreuft. 6. Wie felig leb ich dann 3. Wahrhaftig ist dein im Glauben schon auf Erden! Wort; laß mich ihm villig wie herrlich wird mein Theil trauen. Nic wantet deine dereinst im Himmel werden! Treu; laß mich darauf stets dann schau ich, was ich hier bauen. Gieb, das ich dir im geglaubt, in ewger Ruh. O Glück und Unglück stets ge- stårk im Glauben mich, Gott tren, und dem, was du ge- meines Heils, dazu. 2.4 STACY. 248 Heilsordnung. Besserung Mel. Es wolle Gott uns ic. lich bekennen. Gieb, daß mein 259.Bewahre mich, Glaube thatig fey, und Tu Herr, daß der gendfrüchte bringe; daß ich, Wahn nie mein Gemüth be vom Sündendienste frey, mit thdre, als war es schon ge: Eifer darnach ringe, imSu nug gethan, wenn dir nur ten zuzunehmen. aufre Ehre der Mensch, dein 4. Du kennst, o Gott, der Unterthan, erweist. Erinne Menschen Herz, und liebst, re mein Gewissen, wie in der die redlich handeln. Olaß in Wahrheit und im Geist die Freude, wie in Schmerz, dich verehren müssen, die dir mich richtig vor dir wandeln. gefallen wollen. Dein Wille sey mein Augens 2. Die kommen nicht ins merk: hilf mir selbst ihn Himmelreich, die Herr! zu vollbringen! durch dich muß Jefu sagen, und nicht mit jedes gute Werk dem glück, rechtem Ernst zugleich der lich noch gelingen, der dels Heiligung nachjagen. Nur ne Hülfe suchet. die, die deinen Willen thun, 5. Doch, wenn ich aus Uns läßt du, als deine Kinder, o wiffenheit und Uebereilung Gott, in ewgem Frieden fehle; so thu an mir Barmne ruhn, wenn heuchlerische herzigkeit, und richte meine Sünder von dir verstoßen Seele durch deine Gnade auf vom Fall. Erhalt mich bey 3. Drum laß mich doch dem Einen, daß ich dich fürchs vom Glauben nie ein heilig te überall, bis ich einst mit Leben trennen; mich nicht für den deinen, die ohne Fehl Jefu Jünger bie blos duffer. tritt diene! werden. Bekehrung und Besserung durch Buße und Glauben an Jesum. Erweckungen zur Bekeh- du mir bisher erzeigt: o so rung. Mel. Werde munter mein Gem. 1c. wird mein ganz Gemüthe zu 260.fter, bent ich der tiefsten Schaam gebeugt, an die Güte, die daß ich dich gering geschäßt, dein durch Buße und Glauben. 249 dein Gebot bintangefeßt, aufgekündigt meine schuldge und dich, der du mich gelie bet, mit Vergebungen be trübet. Rindestreu. Ach vergieb, was ich gethan! nimm mich doch erbarmend an! führe 2. Alle meine Seelenkräf, mich vom Sündenpfade te, meine Glieder sind ja schnell zurück durch deine dein, und sie sollten zum Ge- Gnade! schäfte deines Dienstes fertig 6. Dir ergeb ich mich aufs fenn. Dwie hab ich sie ents neue: gieb, daß mein beschwers weißt! ach! zur Ungerechtig- ter Geist deiner Baterbuld keit und zum schudden Dienst sich frene, die mein Heiland der Sünden ließ ich mich mir verheißt. Was dein oft millig finden. Sobn, auch mir erwarb, da er für die Sünder starb, Fried und Freude im Gewissen, ach! das laß auch mich ges niessen. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Bater, neu. Von wie manchen schwe ren Sorgen machtest du mein Herze fren! Was mir nük 7. Stärke selbst in meiner te, gabst du mir. Aber ach! Seele den Entschluß mich wie dankt ich dir? Owie dir zu weihn! Gieb, daß keine hab ich so vermessen, deines Kraft mir fehle dir geborsam Wohlthuns Zweck, vergeffen! stets zu seyn. DeineUllmacht 4. Gott wie reich sind deis steh mir ben; mache du mich ne Gnaden? sollt ich nicht die selbst recht treu, dich zu lies Sünde fliehn? und umRet ben, die zu leben. Ewig will tung von dem Schaden meis ich dich erheben. ner Seele, mich bemühn? Mel. Vater unfer, im Himmelr. ic. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floß vor ihrem sanften Locken, suchte mich selbst zu verstocken. 261.So wabe o wabe ich les be! spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; mein Wunsch und Wille ist vielmehr, daß er rechtschaffen sich befehr, ohne Scheu! dir hab ich oft fich beßre in der Gnadens 5. Ach, au dir hab ich ge fündigt, Gott, mein Vater Des zeit, 250 Heilsordnung. Besserung zeit, und mit mir leb in 6. Heut lebst du, heut bes Ewigkeit. febre dich; eh morgen 2. Dies, dies bedenk, o kommt, kanns ändern sich, Sünder, wohl, verjage nicht wer beut ist stark, gesund verzweiflungsvoll; du nimmst und schön, kann morgen an an der Erlösung Theil: hier dem Grabe stehn: flirbst du findest du Trost, Gnad und nun ohne Beßrung hin, wie Heil: und Gott besiegelts willst du dem Gericht ents mit dem Eid; o felig, wem, fliehn? die Sünde ist leid! 7. Hilf, o Herr Jefu, hilf 3. Doch hüte dich vor Sis du mir, daß ich mich glaus cherheit, denk nicht: zur Buß big naße dir, und mich be ists immer Zeit, ich will mich fehre unverweilt, eh mich meines Lebens freun, und mein Ende übereilt, damit werd ich dessen müde seyn, ich heut und jederzeit zu alsdann will ich befehren meinem Abschied sen bereit. mich, Gott wird wohl mein Met. Jesu meine Zuversicht ic. erbarmen sich. 262.Seele, Seele, 4. Wahr ist es, Gott ist willst du nicht stets bereit zum Wohlthun, dich entschließen, Gott zu zur Barmherzigkeit; doch, lieben? stets vergessen deine wer auf Gnade Böses thut, Pflicht? undankbar Gott und der Versöhnung theus fters betrüben? feine Gnade res Blut verachtet, feiner stets verschmäßn? stets im selbst nicht schont, dem wird, Gündgen weiter gehn? mie er verdient, gelohnt. 2. Jbm, der dich fanft zu 5. Durch seinen Sohn ist sich lockt, wolltest du fters er bereit, zu schenken Glück widerstreben? immer fühls in Ewigkeit. Du aber, Sünlos und verstockt nur nach der! weißt du wohl, wer von eitlen Lüften leben? immer uns morgen leben soll? Daß im verkehrten Sinn Todesi du mußt sterben, ist dir pfade wallen hin? Fund; verborgen ist die To desstund. 3. Liebe hat dir Gott ges währt; und du wolltest ihn nicht. durch Buße und Glauben. 201 nicht lieben? wolltest das, 8. Siehe um dich, Sterbs was er begehrt, ihm versa, licher! sieh der Tod geht dir gen und nicht üben? immer zur Seite; und wer weiß, thun, was er verbeut? baß wer weiß, ob er dich nicht sen das, was ihn erfreut? 4. Hast du etwas Gutes wohl, was nicht Gottes Gabe wäre, was er dir nicht Güte heute, ja noch heute eh fich endigt dieser Tag, bin jum Richter führen mag? 9. Säume nicht, o Seele, voll mitgetheilt und ihm geseil! jetzt hast du noch Zeit böre? sind dein Leben, dein in Händen; suche sie zu deis Verstand nicht Geschenke seis nem Heil doch so weise ans ner Hand? zuwenden, daß dich nicht, zu spåt, gereut die versäumte Gnadenzeit. 5. Richten, richten fonnt er dich, dem Verderben übers geben; aber er erbarmte sich, und damit du möchtest les ben, fandte er von seinem Thron, dir zum Retter, sei nen Sohn. 10. Kebre ungefäumt zum Herrn; such in Chrißo feis ne Gnade. Werde fromm, und wandle gern die, von ihm gezeigten, Pfade; er 6. Daß dujeßt noch lebst wird dir selbst Kraft verleihn, und denkst ist blos Güte deis dich mit seinem Heil erfreun. nes Gottes. Denke, wärst du nicht schon längst, schwa: Mel. Wer nur den lieben Gott ic. cher Mensch, ein Raub des 263.Entschließe dich, Todes, hätte Gott dich nicht und Buße, bewacht, und bedeckt durch da noch des Hirten Stimme seine Macht? lockt. Uch falle Gott noch 7. Rühret teines Gottes beut zu Fuße! bleibst du Huld, rührt der Reichthum noch fühllos und verstockt; feiner Güte, feine schonende wie würde deine Straf und Geduld, rühret die nicht dein Pein so fürchterlich, so schwer Gemüthe? o so denk gn sein einst fenn! Gericht! denn es eilt und fänmet nicht. 2. Am Locken läßt es Gott nicht fehlen; bör du nun auch und 252 Heilsordnung. Besserung und beffre dich. Noch kannst webren, und fördern unfre du Fluch und Seegen måb Besserung. Von obenber nur len. Gott selbst bezeugt ja kommt die Kraft, die neue våterlich: ihn jammre deine Herzen in uns schafft. große Noth, er wolle nicht des Sünders Tod. 7. Von oben diese Kraft zu senden, ist Gott zwar ime 3. Bedent, was fannst du merdar bereit; allein sie heils noch begehren, dasGott nicht fam anzuwenden, verlierst schon an dir gethan? er will, du Kraft und Lust und Zeit, du sollst zum Himmel fehren, je långer du dieSünde liebst, beut dir die Gnad, zeigt dir und deine Besserung vers die Babn: bezeugt, er sen schiebst. dir treu und hold, er wolle, daß du leben sollt. 8.Der Kampf wird schwes rer, und du tråger zum was 4. Jest will dir Gott noch chen, streiten, und entfliehn; Gnade schenken; du aber die Sünde mächtiger, du roollteft fie verschmäßn? und schwächer, dich ihrer Herre eber nicht an Beßrung den schaft zu entziehn. Und weißt ken, und lust und Kraft da du denn, wie viele Zeit die zu erflehn, als bis der Tag Gott zum Heile noch vers des Heils entflohn, bis To leibt? besschrecken dich bedrohu? 9. Jeht zeigt er dir noch 5. Berlaß nicht auf die seine Gnade; wend sie zu lehten Stunden, nicht auf deinem Heile an. Kehr uns des Schächers Beyspiel, gesäumt vom Sündenpfade, dich, der Guade noch am und werde Christo unters Kreuz gefunden; der andre than. Schmeck, welch ein neben ihm erblich, und ging Heil er dem gewährt, der sich mit unbefehrtem Sinn zum rechtschaffen zu ihm kehrt. ewigen Verderben hin. 6. Wir können uns nicht In eigner Melodie. felbfi bekehren, nicht schaf- 264.Mein eiland fen unsre Heiligung. Gott nimt die muß selbst dem Verderben der an, die bey der schweren taft durch Buße und Glauben. 253 Laft der Sünden kein Mensch. Huld und Freundschaft seh. kein Engel trösten kann, die nen! wie willig nimmt er Alle nirgend Ruh und Rettung an, die sich bußfertig zu ihm finden. Ja denen, die mit nahn. Fluch und Tod, ihr schwer 4. Wie huldreich faß er verschuldet Herz, bedroht, die Petrum an, ob er gleich noch steis den Rächer fürchten so tief gefallen! noch thut er, müssen, und feine fichre Zu was er dort gethan; sein flucht wissen, wird eine Frey Auge blickt noch stets nach statt aufgethan: denn Je allen, daß er sie rette und fus nimmt die Sünder an. erfreu. Er bleibt stets gus 2. Aus Liebe zu den Sün tevoll und treu; ist, wie dort dern kam der Heilige berab, unter Schmach und kriden, zur Erde, und ward ein so jetzt noch auf dem Thron Mensch, und übernahm die der Freuden, den Sün Bürde, welche sie beschwer, dern liebreich zugethan: und te: er fenkte sich in ihre nimmt sich ihrer herzlich an. Noth, ging für sie willig in 5. So naße denn, wer Güne den Tod. Nun da er denn der heißt, wen seiner Süns sein eigen leben, sie zu ver den Last beschweret, zu dem, föhnen, pingegeben, und so der feinen von sich weißt, für sie genug gethan; so der Heil und Trost von ihm beißts: er nimmt die Sün begehret! sollt er vergeblich nach dir sehn? Verlorner, 3. Wer hat jemals ein wolltest du ihn schmähn, den Herz gesehn, das sich mehr Retter, welcher dir erschies nach den Sündern sehnet, fo- nen! und länger noch der wehl, wenn sie noch irre gebn, Sünde dienen? Nein! flies als wenn ihr Auge vor ihm he von der Sünden Bahn thrånet? wie huldreich ist zu ihm, daß er dich nehme an! sein Blick und Wort den 6. If deine Sünden. Zöllnern und den Sündern schuld sehr schwer, hast du dort, die sich mit Reue und otel Zorn auf dich geladen: mit Thränen nach seiner so schäme dich um desto mehr; der an. 254 Heilsordnung. Besserung mehr; doch fließe nicht vom sagen kann: Heil mir! auch Thron der Gnaden. Wenn mich nahm Jesus an. du es jetzt recht ernstlich meinst, aufrichtig deine Mel. Werde munter mein Gem. 26. Schuld beweinft; fo läßt, 265.Schaffet, ſchaffet, ben noch so großen Sünden, dich doch dein Mittler Gna- der schaffet eure Geligkeit! de finden. Er, der für sie bauet nicht, wie sichre Sün genug gethan, nimt auch die der, auf die angewisse Zeit; großen Sünder an. unverweilt bekehret euch, 7. Nur fage nicht: es hat ringet nach dem Himmels nochZeit; noch diese Lust muß reich, und bemüht euch hier ich genießen; Gott wird ja auf Erden heilig, selig dort eben nicht schon heut die of zu werden. ne Thür der Gnaden schlie 2. Doch soll dieses recht fen. Nein, weil er ruft, so geschehen, so müßt ihr mit böre du, und greif mit Glau- festem Muth aller Sünde benshånden zu! wer diesen widerstehen, nur was Gott Tag sein Heil verträumet, das höchste Out, von euch hat eine Gnabenzeit versäu- fordert, muß allein eures des met, die ihm den Himmel bens Richtschnur seyn; das, aufgethan. Heut fomm! das wird dem reinen Hers heut nimmt dich Jesus an. zen Freude bringen opne 8. Du, aller Sünder Hei Schmerzen. land, rühr durch deine Liebe 3. Selig, wer durch Glaus unfre Herzen. Ach möchten ben lämpfet! felig, wer im Sünder doch vor dir nicht Kampf besteht, wer der Süns fliehen, und ihr Heil verscher de Lüfte dämpfet, standhaft zen! erfüllt die Sünde uns ihren Reiz verschmäßt! sebt mit Schmerz; so heil und auf ChristiKreuzesSchmach, trößte unser Herz! wenn wir jaget stets der Zugend nach; Tod und Verderben sehen, so könnt ihr den Himmel ers so laß uns doch nicht stille ben, frölich leben, frölich stehen, bis daß nun jeder sterben. 4. Wers durch Buße und Glauben. 255 4. Werdet ihr nicht stands de ju befiehn. Ja, mein haft ringen, sondern tråg Heyland! ach! geß nicht mit und lässig seyn, eure Nei mir Armen ins Gericht. Gieb gung zu bezwingen: wie kann mir deines Geistes Waffen, euch der Sieg erfreun? ohne meine Seligkeit zu schaffen. tapfern Streit und Krieg 8. Gieb zum Wollen das folget nie Triumph und Bollbringen, Much und Sieg; nur den Sieger Kräfte zu dem Streit, lebre schmückt, zum lohne, unvers mich, mich selbst bezwingen, welft die Himmelsfrone. und verleih Beständigkeit. 5. Brünstig bethen, allzeit Zeige mir von deinem Thron wachen, die Versuchung weis- den verheißnen Gnadenlohn, lich fliehn, sich die Pflicht daß ich wache, bethe, ringe, zur Freude machen, und mit und also zamHimmel dringe. Sorgfalt sich bemühn, selbst wider den Aufschub der beym Spott und Hehn der Bekebruna. Welt, das zu thun, was Mel. Nun danket alle Gott ic. Gott gefällt: dieses wollen 266. Laß mich doch, o mein die und vollbringen heisset nach dem Himmel ringen. Buße nicht aufschieben, die 6. Drum entreißet euch mir dein Wort gebeut. Wie den Lüsten, die ihr noch ge fönnt ich sonst mich lieben? fesselt send, und beweiset euch ist wahre Besserung nicht als Chriften, mutbig, stand- meiner Seelen Glück? o baft in dem Streit. Schont warum sâum ich denn noch der liebstenSünde nicht, wår einen Augenblick? es auch die schwerste Pflicht, 2. Du, Goit, gewinnest und denkt oft an Christi nichts, wenn ich mich dir ere Worte: dringet durch die gebe, und, deiner werth zu enge Pforte. fenn, im Glauben mich bes 7. Zittern will ich vor strebe. Wenn ich das Gute der Sünde, und dabey auf thu, was mir dein Wort geJesum sehn, daß ich seinen beut, wem dien ich? nur mir Beystand finde in der Gnas selbst und meiner Seligkeit. 3. So 256 Heilsordnung. Besserung 7. Je öfter ich das thu, 3. So süß das Laster ist, so giebts doch keinen Frie, was böse Lust befoßlen; je den; der Tugend nur allein stärker wird der Hang, die bast du dies Glück beschieden. That zu wiederholen. Scheu Wer dir, o Gott, gehorcht, ich mich heute nicht, dein erwählt das beste Theil: Feind, o Herr, zu seyn; um wer dich, o Gott, verläßt, wie viel weniger werd ich verläßt sein eignes Heil. mich morgen scheun. 8. Die Selbstbeherrs 4. Was weigre ich mich denn, das kaster zu verlasschung schafft ein göttliches sen? weil es mein Unglück Bergnügen; und du, Gott, ist, befiehlst du es zu haffen, giebst uns Kraft, uns selber Was saum ich långer noch, zu besiegen. Es sey denn der Tugend Freund zu seyn? schwer und geß im Anfang weil sie mich glücklich macht, langsam fort; so bringts doch befiehlst du sie allein. Heil, und du slårkst uns, Herr, durch dein Wort. 5. Die Buße führt mich nicht in eine Welt voll Leis 9. Wie schnell kann nicht der Tod mich dieser Welt den! sie führt zur Ruh, zum entrücken! und Buße ist kein Glück, sie führt zu wahren Werk von wenig Augenbli Freuden; sie macht die See den. Ein Seuffer, Gott, zu le rein: erfüllt mit Zuver- dir, ein Wunsch nach Beffes ficht; giebt Weisheit, und Verstand, und Muth zu jes that, ist noch nicht Heilis rung, und Angst auf Misses der Pflicht. gung. 6. Wahr ist es: es ist schwer sein eigen Herz bekam, 10. Noch heute, da ich leb und deine Stimme höre, pfen, Begierden widerstehn gieb, daß ich ungefäumt mich, und seine Lüste dåmpfen. Herr, zu dir bekebre; so Doch bleibt es meine Pflicht; darf ich nicht dereinst zu meis und alle Schwierigkeit, die ner größten Pein mein hier heute mich erschreckt, wird versäumtes Glück, wiewohl größer mit der Zeit. zu spát, bereun. Ents dunian durch Buße und Glauben. 217 Entschließung zur Bekeh baft mich überladen mit Ruß, rung und Bitte um gottli- Gesundheit, Ehr und Brod; chen Beystand dazu. Mel. Es ist gewißlich an der ic. du machst, daß mir noch fei ne Noth bisher hat können schaden. 267.J will von mei ner Missethat 5. Duließest deinen Sohn zum Herrn mich nun bekeh- für mich am Stamm des ren, und will, auf sein Gebot Kreuzes bluten; dein guter und Rath, ihm neue Treue Geist bemühte sich mit meis schwören. Mein Gott, du ner Zucht zum Guten; biss wirft mir dazu Kraft, durch weilen bin ich auch daben, den, der neue Herzen schafft, daß ich nicht lebte ohne aus Gnaden auch gewähren. Scheu, gestäupt mit Bater, 2. Der Mensch kann sein Ruthen. Verderben nicht, aus eigner 6. Hab ich nun auch, o Kraft, empfinden; er ist, ohn Gott, vor dir zu wandeln deines Wortes Licht, blind, mich beflissen? Ach nein! taub, ja tod in Sünden, das sagt zur Schande mir Verderbt ist Wissen, Wellen, mein aufgeweckt Gewissen. Thun; von diesem Elend Darin ist leider nichts ges wollst dunun, o Bater, mich sund; es füßlet, durch und entbinden. durch verwundt was Sün, 3. Klopf durch Erfennt- der leiden müssen. niß ben mir an und führ mir 7. Die Thorbeit meiner wohl zu Sinnen, was Böses jungen Jahr, die vielen schno, ich vor dir gethan; du kannst den Sachen, die Sünden, die mein Herz gewinnen, daß ich die offenbar, und ist in mir vom Laster mich bekehr, daß erwachen, die liegen, wie ein über meine Wangen her reu- Berg, auf mir, weil sie mich, volle Thränen rinnen. Heiligster, vor dir verdams 4. Wie hast du doch auf menswürdig machen. mich gewandt den Reichthum 8. Uch! meineGreuel alls deiner Gnaden! mein Leben zumal schâm ich mich zu ge, bank ich deiner Hand; du stehen; groß sind sie und fast R oh. 258 Heilsordnung. Besserung durch Buße u. Glauben. ohne Zahl, wer kann sie über Himmel steigen und dann sehen? unsäglich schwer ist auch, zur Berbergung, mich ihr Gewicht! und gehst du berab zur Hölle neigen: dein mit mir ins Gericht, so müßt Ange dringt durch alles sich; ich gar vergeben. du fannst, an allen Orten, 9. Bisher hab ich in Si- mich in meiner Schande cherheit, ganz unbesorgt, ge zeigen. schlafen; gedacht: es hat 13. Herr Jesu, du, du noch lange Zeit; Gott pflegt machst uns rein und beilest nicht bald zu ftrafen; er han unsre Wunden; du willst des delt nicht nach unsrer Schuld Sünders Zuflucht seyn, bis mit uns; es hat der Hirt zu den letzten Stunden. Dir Geduld mit den verirrten ist gewiß, o Gotteslamm, Schaafen. auch meine Schuld, am Kreu 10. Ist aber, endlich ist zesstamm zu tragen, auf erwacht mein Herz mit Angst gebunden. und Schrecken. Ich zittre 14. Dies glaub ich, Herr, vor des Richters Macht, vor und fleß zu dir: nimm weg der uns nichts fann decken. den Fluch und schenke den Und was wird nun mein Segen deines Todes mir; Urtheil seyn? Ach! ewig ist nicht meiner Sünden denke; der Laster Pein, die Leib und vielmehr, um jener Straf Seet beflecken! und last, die du auf dich ge nommen hast, ins Meer sie alle senke. 11. Wo bleib ich denn in dieser Noth? nichts helfen Thor und Riegel! wo fließ ich bin? o Morgenroth, ertheil mir deine Flügel! ver birg mich, o du fernes Meer! bedecket mich, fallt auf mich ber, ihr Klippen, Berg und Hügel! 15. Dann will ich, Herr, aus Dankbarkeit, den Weg der Sünde meiden; die Tu gend lieben allezeit und lies ber alles leiden, als daß ich Sünd aus Vorsatz thu. Uch Herr; gieb du stets Kraft das 12. Ach, ach! umsonst; zu, bis ich von hier werd und konnte ich hinauf zum scheiden! Ges Gesinnungen der Bußfertigen. Gesinnungen der Bußfertigen. Mel. Wer nur den lieben Gott c. nun, was Gott gefällt, und 268.Mein in Schöpfer fleuch die Lüfte dieser Welt. lehre mich wohl 5.Erflatte auch dem Nächs fajjen, was wahre rechte sten wieder, was ihm Bes Buße sen. Hilf mir dieSün- trug und List entwandt. Führ den ernstlich bassen, und laß die von dir verführten Brüder mich ohne Heuchelen mein zu Gott zurück Reich deine Leben bessern: dies allein Hand dem Unterdrückten. kann ein Beweis der Buße Liebevoll thu jedem, auch dem seyn. Feinde, wohl. 6. Flieb Neid, Verläums dung, Haß und Lügen Bee gehr nicht, was des Näch2. Dein Sohn, mein Mittler, spricht: thu Buße! verandre, beßre deinen Sinn; fall deinem Gott gebeugt zu sten ist; Zeig durch den Abs Fuße, und bleibe nicht mehr, scheu vor Betrügen, daß du wie vorhin, ein Mensch, der ein Freund der Zugend bist. feine alte Sünd noch immer Dies suchen, und die Sünde nährt und reizend find. fließn, heißt Buße thun nach Christi Sinn. 3. Bezähme nun in dir die Liebe zu alle dem, was 7. Gott, ändre du selbst Sünde heißt; und folge je mein Gemüthe und gieb mir dem guten Triebe, den dir einen neuen Sinn; auch würk Gott giebt durch seinen Geift. in mir nach deiner Güte Sen gegen Gott nun als sein rechtschaffne Buße; nim das Kind recht folgsam und recht bin, was sündliches noch an treu gefinnt. 10 amir klebt, und deinem Wils 4. Dein Frommseyn sen len widerstrebt. fein Heuchelwesen, dein Be- 8. laß michs mit ganzent then nicht Scheinbeiligkeit. Ernft bereuen, daß ich mit Laß aus den äussern Werken Sünden dich betrübt; laß lefen, daß du dein Herz Gott mich durch Folgsamkeit ers ganz geweiht. Vollbringe freuen dich, der mir so viel R 2 Guar 259 Gesinnungen 260 Gnade giebt laß mich das 4. Drum stehe du mir sel Bose fiets bereun, ein guter ber ben, o Jesu, reich von Mensch Zeitlebens fenn! Gnaden; mach mich von dem Verderben fren, beil Mel. Was mein Gott will ic. 269.Verwirf, verwirf meiner Seele Schaden! ach mich Günder Herr verleih, daß ich durch nicht, o Jefu, Quell des te dich recht in mich selber ge bens! zu dir steht meine Zu- be, und wie viel böse Lüfte versicht. Du hast ja nicht sich in mir noch regen, sebe! vergebens erdulder Schmach, 5. Laß deinen Geist mein und Tod und Schmerz. O bartes Herz so rühren und benfe an dein Sterben, und erweichen, daß es nicht mehr, rette mein zerfairschtes Herz voll Reu und Schmerz, zum vom fundlichen Berderben. Lafter móg abweichen. Ach, 2. Dir ist mehr, als mir mach es durch den Glauben felbst, bewußt, wie sich so rein, geneigt zu guten Wers viele Sünden, so manche Ar. ken! floß du, mir Matten, ten böser Luft in meinem Kräfte ein, du fannst, du wirst Herzen finden. Da regt sich mich stärken. Wollust, Eitelkeit, Geiz, Hochmuth, Eigenliebe, Zorn, Rachbegierde, Haß und Neid und andrer Sünden Triebe. 6. Zerbrich die Selbstge fälligkeit, und meinen böfen Willen; und laß mich, was dein Wort gebeut, aus Liebe treu erfüllen. Gieb, daß ich 3. Ich Schwacher kann Demuth, Mäßigkeit, Ge durch eigne Kraft mich nicht duld undSanftmuth übe, und davon befreyen. Wird nicht stets mit aller Redlichkeit dich dein Geist, der alles schafft, mein fündlich Herz erneuen: so bleibt es too, so fann es nicht zur ächten Reu gelangen; auch feine wahre Zu versicht zu beiner Huld em pfangen. und den Nächsten liebe. 7. Und weil ich selbst nicht tüchtig bin, dasGute zu voll führen; so wollest du, Herr, meinen Sinn selbst lenten und regieren, daß mich, ge stärkt von deiner Hand, die ftar Der Buffertigen. 261 starke luft zur Sünde, die die Seelen, die nach Gnade sonst so oft mich überwand, schmachten, Gott, nicht vers nun nicht mehr überwinde. achten. 6. Erquick auch mich in meiner Seele Leiden mit dei Bel. Herzlieffer Jefu was ic. 270. an mir, ner Hülfe; gieb den Geist der Gott, deine Freuden, damit er, weil ich große Gnade; gieb, daß sie keineKraft besike, mich unters meiner Günde mich entlade; du hast ein Vater herz: du liebt das Leben, und kannst vergeben. tüße. 7. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte! gieb' deis nen Geist, daß er mich uns terrichte, den Heiligen, daß er auf deine Wegemich leiten möge. 2. Dein Eifer müsse sich an mir nicht råchen! Gott wasche mich von allen den Berbrechen, die mich befle, cfen; rein von allen Sünden, die ihn entzünden. 8. Erschaff in mir, Gott, eine reine Seele, ein neues Herz, das deine Wege wäßs 3. Ach Richter, deine Drole; und mach es fest, und bungen beweisen, daß du ge stårke fein Bestreben, nur die recht bist! deineStrafen preis zu leben. sen dich, daß du rein seyst, heilig, der Verbrecher furcht Mel. Wer nur den lieben Gottre. barer Rächer! 271. großer Gott, 4. Berbirg, verbirg vor du reines Wes deinem Ungesichte mein Uessen, der du nur reine Herzen bertreten, daß es mich nicht dir zu deiner Wohnung auss richte! tilg aus die laster, erlesen, acht, schaff ein reines welche mich entweißen, wei! Herz in mir, daß sich vom sie mich reuen. 5. Ein Herz voll Kum mer, dich erzurnt zu haben, gefällt dir mehr als Opfers Wesen dieser Welt, und las stern unbefleckt erhält. 2.Mach du zuförderst mein Gemüthe durch ungefärbte blut und Gaben; du wirst Buße rein, und laß es, Gott, R 3 nach 262 Gesinnungen nach beiner Güte, in Chrifti du siebst, wie mich die Sånde Blut entfündigt feyn. Mach reut, wie ernstlich meine mich denn auch zur Heilige Buße! Was ich begangen feit des Lebens fertig und wider dich, vergieb mir; und bereit. erquicke mich durch deine große Güte. 3. Regiere mich mit dei: nem Geiste; gieb, daß er stets 2. Nimm von mir meine mein Führer fen, und ich ihm Misserhat, die mich betrübt gern Gehorsam leiste. Steh und quälet. Leit mich nun mir mit deiner Gnade ben, selbst den guten Pfad, den und gieb mir einen solchen ich zu gehn gewähler. Gieb Geift, der dir geweiht und Wollen, Weisheit, Kraft beilig heißt. und Stärk, daß ich dein mir befohlnes Werk, wie mir ge bührt, vollbringe. 4 Durch deine Gnade ståck mich Schwachen; mach mich vorsichtig in Gefahr. 3.Jefu Chrifte, der du Gied, daß ich durch Gebeth haft am Kreuze für mich Urs und Wachen die Seele un- men getragen meiner Sün verleht bewahr. Laß mich in den kost, sieh auf mich mit deiner Gnade flehn, flers Erbarmen. Du Welterlos in der Behrung weiter gehn. fer, Gottes Sohn ich bethe an vor deinem Thron, erhör mein fehnlich Flehen! 5. Nom deinen Geist, den Geist der Liebe, Gott, mein Erbarmer, nie von mir. Ach, leite mich durch seine Triebe, und seinen Beystand für und für. Ja führe mich, nach diefer Zeit, ein zu der froßen Ewigkeit. mel. Ach Gott vom Himmel ic. 272. 4 Entfündige mich durch dein Blut, laß, was du durch dein Sterben erwarbst, auch kommen mir zu gut: entreiß mich dem Verderben. Vers tritt mich, Mittler, im Ge richt, damit mit mir der Richt ter nicht verfahr, wie ichs Bater der verschuldet. Barmherzig 5. Gott, heilger Geist, feit, ich falle die zu Fuße; der Seele Licht, Regierer der der Bußfertigen. 263 Gedanken, gieb mir die Kraft, die imGewissen stecken. Doch die mir gebricht, und laß mich gern schenkst du den Müden nicht mehr wanken. Mach auch wieder Ruh und Fries heilig meinen Sinn, und den. wehr dem Fleisch, daß seine Luft nicht mehr in mir die Herrschaft führe. 4. Im Glauben an dein Blut fann ich auch dieses Gut des Friedens wieder fins 6. Und wenn des Kampfes den. Du willst, þaß ich Stunde naßt, so hilf mir die Sünden, aus Gottes treulich kämpfen; du weißt Angedenken ins Meer fie alle die Angst, die Missethat senten. dann rege macht, zu dämpfen. Durch dich besieg ich jede Noth; durch dich dring ich selbst durch den Tod, als Sieger, bin zum Leben. 5. Durch dich, o Jesu, ist das alles auch gebüßt, was ich gesündigt habe. Du brach test aus dem Grabe das, was auch mir beschieden, Begnadigung und Frieden. Mel. Wo soll ich fliehen hin ic. 273.Wo flieh ich Sûn der bin, der ich so strafbar bin? wo fann ich Rettung finden? mich drücken schwere Sünden, daß alle Welt der Bürde mich nicht entladen würde. 6.3ft meine Strafe groß, du machst von ihr mich los, der ich dein Kreuz umfasse, und die mich überlasse. Du sprichst: dir ist verziehen; und alle Schrecken fliehen. 7. Mir mangelt zwar noch viel, das sagt mir mein Ges 2.0 Jesu voller Gnad, fühl. Doch was ich nöthig auf dein Gebot und Rath, babe, ist alles deine Gabe. flieb ich zu deiner Güte mit Den Reiz zu neuen Sünden hoffendem Gemüthe. Laß du hilfst du auch überwinden. auf mein Gewissen Trost und Erquickung fliessen. 8. llnd wenn der Hölle Heer auf mich gerüstet wår; 3.Ich undankbares Kind so will ich doch nicht zagen. bab zwar mit vieler Sünd Mit dir, Herr, kann ichs verdient der Pfeile Schrecken, wagen. Du hast ja selbst R 4 veta 264 Gesinnungen verheissen: nichts soll mich bist: sonst ist kein Heil zu dir entreiffen. finden. Es ist kein Retter 9. Dein Blut ists, was ausser dir, kein Mensch, kein uns Kraft, dir treu zu feyn. Engel, welcher mir aus meis verschafft. Es predigt Ernst nen Nöthen helfen kan; dich und Liebe und so stärkt es ruf ich an; du bisls, der hels die Triebe, durch Tugend und fen will und fan. durch Wachen, sich dir, Herr, 2. Erbarmer, meine Schuld werth zu machen. ift groß, sie reust mich von 10. Darum ergeb ich mich Herzen. Erbarmer, sprich mein Heiland, ganz an dich, von ihr mich los durch deines vor dem ich dankbar weine; Todes Schmerzen. Mit Huld Du siebest, wie ichs meine nimt mich der Vater an, weil Ich will mich stets bestreben, du genug für mich gerban; dir würdiger zu leben. er nimt von dem die Sünden 11. Stårk du mir nur den laft, der gläubig faßt, was Sinn, Herr, deß ich ewig duuns selbst versprochen hast. bin, mit Sorgfalt stets zu 3. Gieb mir auch die meiden, was mich von dir Barmherzigkeit, beständig so kann scheiden. So leb ich zu glauben. Laß Lasterlieb dir, und erbe den Himmel, und Eitelkeit dies Kleinod mit wenn ich sterbe. nie rauben. Laß mich im Glauben lieben dich und meis nen nächsten gleich als mich; ach leite mich durch deine Hånd so bis ans End; daß meinen Lauf ich froh vollend. In bekannter Melodie. 274. Allein dir, Herr 4. Preis sen auf dem ers habnen Thron dem Vater aller Oute! Preis Jesu Chri sto, seinem Sohn, der uns Jefu Chrift, fleb gab Heil und Friede! wit ich gebeugt von Sünden; ich preisen auch den heilgen Geist, weiß, daß du mein Heiland der uns den Weg zum Leben weift 12. Herr, Amen! es ge scheb, was ich in Demuth fleb. Steh du mir stets zur Seite, daßja mein Fuß nicht gleite; fo werd ich deinen Namen einst ewig preifen. Amen! der Bußfertigen. 265 Mel. Ach Gott und Here 1c. weist, uns Pilger stärker und binja sein, sein Heil ist mein; erfreut hier in der Zeit und Gott, stärke meinen Glauben. hilft uns zu der Ewigkeit. 7. Ich bleibe sein, er bleis bet mein, und will mich nicht verlaffen. Ihm zugethan, Dein Gott und will ich fortan die Sünde Herr! ich bin fliehn und haffen. nicht der, der vor die fann 8. Ich weiß, daß mir, mein beftehen. Erbarme dich! Laß Gott, von dir die Sünden über mich für Strafe Gnad sind vergeben. Laß mich hins ergehen. fort nach deinem Wort und 275.Mein 2. Mit wahrer Reu be dir zu Ehren leben. fenn ich frey, ich sen vor dir 9. Was zag ich noch, vers ein Sünder. Doch du verwandelt doch in Schaun sich giebt uns gern, und liebst einst mein Hoffen: bleib ich uns, deine schwachen Kinder nur bier treu, Jesu, dir; steht mir der Himmel offen. 10. Da werd ich seyn ganz men ins Verderben; ich bitte fündenrein, und preifen deis dich, du wollest mich, mein Vater, nicht enterben. 4. Mein Jesus hat an mei- Umen. nerStatt, da er für mich ge florben, genug gethan. Ich nehme an mit Dank, was er erwerben. 3.Laß mich, dein Kind doch durch die Sünd nicht kom: nen Namen in Ewigkeit, mach mich bereit dazu durch Jesum. Empfindungen bey tiefer Traurigkeit über die Sünde. In bekannter Melodie. 276.J refu, der du meine s. Denk an den Tod, ges benf der Noth, die er am Kreuz gelitten; da er für mich Seele haft erldst geopfert sich, und Friede mir durch deinen Tod; der du, mich erstritten. von Pein und Hölle, welche 6. Mir, der ich bin vers sonst dem Sünder droßt, zu föhnt durch ihn, laß diesen befrenn, dein Blut liefst Trost nichts rauben. Ich fließen; und mich das nun RS läffest 266 Gesinnungen läsfest wissen durch dein gna erweckt, Gewissen strafet mich Devolles Wort; sen auch jetzt zu meiner Pein. Dir sind mein Trost und Hort! meiner Seele Sorgen, mein 2. Treuer Retter, den ich Verlangen nicht verborgen; fuche unter des Gewissens straf nicht meine Misferhat, Pein; du gingst unter wie fie es verdienet bat. Schmach und Fluche für uns 6.Jesu, du hast weggenom ins Gericht hinein, du desmen meine Schulden durch Todes Ueberwinder haft nun dein Blut, laß nur diese die erlösten Sünder so geru Gnade fommen mir, in meis fen zu der Buß, daß ich folgner Angst, zu gut. Und dies sam fommen muß. weil du meine Plagen büffend 3. Ach, es ist die Nacht hast am Kreuz getragen; der Sünden über mich weit ach so sprich du mich nun frey, ausgebreit; tiefer, als ich daß mein Herz sich wieder freu. fann ergründen, hat dieSün 7. Wird der Feind auch de mich entweiht; nur nach bald mit Schrecken, bald dem, was eitel, trachten, durch falsche Freundlichkeit, Gott und sein Geseß nicht in mir neuen Kampferwecken, achten, sicher seyn bey der und mich fordern auf zum Gefahr; reizt das Fleisch Streit: so laß mich nicht uns mich immerdar. terliegen. Hilf mir, bilf mir, 4. Herr, ich fühls und muß Jesu, siegen! du bist meine bekennen, daß die Sünde Zuversicht, ach verlaß mich wohnt in mir. Das zwar, Schwachen nicht! was wir Tugend nennen, halt 8. Du, der unter Schmach ich meiner Seele für; aber und Wunden, Much und Fleisch und Blut bezwingen, Sieg den Streitern gab, und das Gute zu vollbringen, sende in den Prüfungsstuns folget gar nicht, wie es soll, den Stärke auch auf mich was ich nicht will, thu ich wol. berab! deine Pein, dein 5. Gott, ich kann es selbst blutges Schwißen laß, wenn nicht wissen, wie viel meiner Kämpfe mich erhitzen, dåms Fehler seyn; mein, von dir pfen ihre Glut, und mich übers der Buffertigen. 267 überwinden, Herr, durch wenn es mir an Muth ges dich. bricht. Auf dich will ich fest 9. Werd ich vors Gericht vertrauen, auf dein Wort und bintreten, dem niemand ent- Vorbild schauen: du glebst fliehen kann; ach! dann wol Kämpfern nach dem Streit left du mich retten und dich Kronen in der Ewigkeit. meiner nehmen an. Du allein, Herr, fannst es wehren daß In bekannter Melodie. ich nicht den Fluch darf hd: 277.Straf mich nicht ren: zu meiner in deinem Hand, send von mir noch großer Gott, ach schone! ach nie erkannt. mir, der verdienet Zorn, nach Verdienst nicht lobne! ich empfind meine Sünd, und niß deiner Pein, laß zum schau nach dem Lamme an des Trofte meinem Herzen immer Kreuzes Stamme. gegenwärtig seyn; denken, 2. Herr, wer fann sich wenn mich leiden drången deiner freun in des Grabes und den Pilgerlauf beengen, Höle? mache fren von Angst daß du mir, Herr JesuChrist, und Pein die gebeugte Seele, Mittler und Vollender, bist. daß sie dir, der du ihr halfft 11.Du wirst jeden Kum am Gnadentage, sanft ere mer ftillen, den mein banges quickt, Dank fage. Herz dir klagt; es wird deine 3. Zeig in deiner Vaters Treu erfüllen, was du selber huld dich zum Trost mie zugesagt: daß kein Pilger Schwachen; du kannst von dieser Erden des Verderbens der schweren Schuld mich Beute werden, sondern ewig allein fren machen. Heile leben soll, dessen Herz war mich, zeige dich mir in deis glaubensvoll. ner Gnade, Gott, du Gott 12. Herr, ich glaube, stårk der Gnade! mich Schwachen; lange laß 4. Ach, wie lange werd mich zagen nicht. Du, du ich noch seufzen, mein Ere fannst mich freudig machen, barmer! wann wird auf das Lager 10. Das Gedächtniß dei ner Schmerzen, das Gedächt 268 Gesinnungen Lager doch, wo im Schmerz wie sind der Sünden doch so ich Urmer manche Nacht viel, die meine Seele drücken. durchgewacht, wojekt Thrå- 2. Erbarm dich meiner; nen fließen, sich dein Trost nim die Laft, die schwere Last ergießen? vom Herzen, Herr, der du 5. Uch wie ist dies Herz so mich verföhnet haft am Kreuz matt, das die schweren Pla- durch Todesschmerzen. Ach gen schon so lang gefüßlet böre, Herr, zu dem ich fleh, bat! fraftlos sie zu tragen und sieh herab von deiner sprichts: wie lang soll ich Hôb, wie meine Seele zaget! bang, Heiland müder See- 3. Uch, Herr, mit Schmer len, trübe Stunden zäßlen? zen sehe ich, wie sündlich ich 6. Gott, ich weiß, du sens gewandelt; wie oft, ich Sün dest mir Hülfe auf mein Be- der, wider dich und dein Ge then; bald werd ich erquickt both gehandelt! wer founte von dir dankend vor dich tre- mich von dieser Pein, die meis ten. Seele schweig! gna- nen Frieden stöhrt, befrenn, dereich will Gott an dich den wenn ich dein Wort nicht ten und die Freuden schencken. båte? 7. Bater, dir sen ewig 4. Du hast es selber zu Preis hier und auch dort gesagt, du wolltest dem vers oben, Christus werde gleicher geben, der seine Schuld vor weiß hoch von uns erhoben! dir beklagt und dir nun denkt beilger Geist, fey gepreift, zu leben; Trost giebst du, wie der du uns belehrest, und uns dein Wort verheißt, dem, wel Troft gewährest. cher mit gebeugtem Geist, Herr, deinen Frieden suchet. 5. Du, dem ich nicht vers In bekannter Melodie. 278.Herr Jefu Chriftborgen bin, du, Herr, vor du böchstes Gut! dem ich klage, du siehst, und Erwerber aller Gnaden! ich fenneft meinen Sinn, die komme mit gebeugtem Muth, Sehnsucht, die ich trage: mühselig und beladen. Ach, daß du mir mögest gnådig Unruh ist mein ganz Gefüßl! seyn, und mich mit deiner Huld der Bußfertigen. 269 Huld erfreun, wie David und O mache mich, Gott, meines Manasse. Rummers ledig, und sey mir 6. Herr, der du nicht vergnädig. wirfest die, die flehend vor 2. Beschämt erfenn und dich treten, vor dir beug ich fühl ich meine Sünden. Laß, auch meine Knie, erhöre du Bater, mich Erbarmung bey mein Bethen: vergieb mir, bir finden. Willst du auf und entlade mich der Sünde, Schuld und Uebertretung fes die ich wieder dich und dein ben, wer wird bestehen? Gebot begangen. 3. Bey dir allein, Herr, steßt es zu vergeben. Du 7. Vergieb sie mir, willst nicht tödten, nein, alle, doch um deines Namens wir sollen leben; uns soll die Willen; entlaste mich von ih Größe deiner Liebe lehren, fe rem Joch; lepr mich dein dich treu zu ehren. Wort erfüllen: damit mein Herz dich froh erhebt und dir binfort zur Ehre lebt in find lichem Gehorsam. 4. Verzeihe mir, Gott, alle meine Fehle. Dein, Vas ter, barret meine müdeSeele! laß Trost und Ruh, um des Bersöhners Willen, mein Herz erfüllen. 8. Gieb mir zum Guten ernsten Fleiß, und Heil aus Deinen Wunben. Es stärke 5. Dir ist der Seele Seh. mich dein Todesschweiß in nen nicht verborgen, erquicke meinen leßten Stunden. Frob sie, und stille ihre Sorgen. laß du mich aus dieser Welt Du schenkest ja, Beladenen bingehn, so bald es dir und Müden, gern deinen gefällt, zu deinen Auser Frieden. wählten. Mel. Herzliebster Jefu zc. 279. Aus dunkler Tiefe, Herr, mit schwe 6.Ja hoffe nur, mein Herz, auf Gottes Gnade. Sie ist noch größer als bein Seelenschade. Ihr starker Arm wird dich, aus allem Bösen rem Herzen, ruf ich zu dir herrlich erlösen. in meinen Sünden schmerzen. em, 270 Gesinnungen am Kreuz fein Blut, daß der Sünder selig werde, web cher glaubt und Buße thut. Ach, um seinetwillen, schon! Mel. Alle Menschen müssen 2c, 280.Bater, laß mich ia Herr, laß von deinem Gnade finden; Thron sich auf mein verlegt våterlich ist ja dein Sinn; Gewissen des Versöhners da ich über meine Sünden Troft ergieffen. tief gebeugt und traurig bin. 5. Zwar du riefft, ich Ach du siebest, wie ich bier, sollte kommen, mich so oft, gleich dem Zöllner, Gott, vor so lange Zeit. Ich, der deis die voller Ren und Demuth nen Ruf vernommen, wat stebe, und zu dir um Gnade zum Kommen nicht bereit. flebe. Ich hab deinen Wink vers 2. Du bist heilig; ich da schmäht. Ist nun komm ich, gegen bin durch Misserbat aber spår. Bater ach! laß, entweißt, bin auf meinen auf mein Fleben, Gnade Sündenwegen von dir abge- noch, für Recht, ergeben. wichen weit. Straf, wie 6. Gott, von großer Gnad ich verdienet, nicht. Sound Trene, laß um Chrifti du wollteft ins Gericht mit Willen doch auch ben später mir, llebertreter, geben; wie Buß und Reue Gnade mich wollt ich vor dir bestehen! empfahen noch; schenke mit 3. Gott, nach deines Wor nach deiner Huld die fo febr slehre, willst du nicht des gehäufte Schuld; laß mein Sünders Tod; sondern daß langes Gündenleben mir, er wiederkehre ungefäumi zu aus Gnaden, seyn vergeben! dir, o Gott, Herr, auf dein 7.0, wie selig bin ich, Wort fomme ich zu dir; le Sünder, wenn du Bater, ben laß auch mich, der ich mir verzeihst; und die Rechte über meine Sünde Kummier, deiner Kinder mir auch wie: Reu und Schmerz empfinde, derum verleißft! ewig will 4. Gott, dein Sohn be ich dir dafür danken; ewig trat die Erde, und vergoß leben dir drum sprich du in Jesu Empfindungen eines sols chen, der lange leichtsins nig gelebet. der Bußfertigen. 271 Jesu Namen selbst zu meinen fühlte dies mein Elend kaum. Bitten: Umen. Gott deine Stimme warnte mich; allein, ich Sichrer, hörte nicht. Beym Andenken oft wieder bolter Sünden. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 5.Weh mir, ich sehe und empfinde, empfind es jeht 281.Mein Jein Gott, zu mit Schmerz und Reu, wie dem ich wei groß vor dir, Gott, meine nend fleße, erbarme dich, er Sünde, und meiner Schuls barme dich! noch einmal fieh den Menge sey; wie sehr mich von deiner Höhe mit gnade: das, was ich vollbracht, Gott, vollem Blick auf mich! er deiner Gnade unwerth macht. barme dich, und gehe nicht 6.3u wem, o Bater, soll mit mir, dem Sünder, ins ich fließen? wo findet meine Gericht. Seele Rub? wer kann sie aus 2. Wie oft hast du mir dem Abgrund ziehen, in dem schon vergeben, wenn um Besie seufzet, als nur du? mein gnadigung ich bath! wie oft ganz Bertraun seh ich auf versprach ich dir ein Leben, dich: du Freund des Lebens, gereiniget von Missethat! wie rette mich)! oft gelobt ich dir den Eid der 7. Für meine wiederholten Treue und Beständigkeit! Sünden, floß auch des Welt 3.Uch! aber bald ergriff versöhners Blut: noch eins mich wieder die Sünd und mal, laß mich Gnade finden ihre Luft mit ihr: riß met durch meinen Glauben an sein nen ganzen Vorsatz nieder, Blut! noch einmal Richter, und herrschte, wie vorher, in fage mir: auch diese Schuld mir! zum Widerstehen tråg erlaß ich dir! und schwach floß ich nicht, sondern gab ihr nach. 8. Erlaß mir sie, Herr, und gewähre mir neue Gna4. Wie viele sündenvolle de, treu zu seyn. Aufsneue Tage durchlebt ich fühllos will ich, deiner Ehre, mich und und im Traum! ich famlete mein ganzes Leben weißn; mirSchmach und Plage, und der Sünde will ich widers stehn, 272 Gesinnungen stehn, und standhaft deine leben weihn; alle, auch ges Wege gebn. ringe, Fehle meiden, jede 9. Vergiß nicht wieder Sünde scheun; jeden Bor meine Seele, wie oft du schon theil, alle Freuden, die mich gtfallen bift! merk auf die bei könnten von ihm scheiden, ligen Befehle des Gottes, der will ich mit Verachtung dein Retter ist! ruf ihn im fließn; über alles lieben ihn. Glauben täglich an: erhalt 3.Gott, du sahest, wie ichs mich, Herr, auf ebner Bahn. meinte, wie ich alle Missethat, 10. Ja, ich bin schwach, der ich schuldig war, beweins du wollst mich flårfen, mein te, und dich um Bergebung Helfer in Versuchung seyn, bath; sahst mein ernstliches zum Glauben und zu guten Bestreben, meinen Vorfah, Werken mir Kraft und Freu treu zu leben: sahst, daß ich digkeit verleihn. So steb nun immerdar, fromm zu ich fest und wante nicht, und wandeln, willens war. du bleibst meine Zuversicht. 4. Aber ach! wie oft ems poret sich die Sünte noch in Beym Gefühl seiner Sebler, mir, übereilet mich, und stöht Mängel und Lieblings ret meine Freudigkeit zu dir! sünde. Leidenschaften und die Triebe der verkehrten Eigenliebe, eb Mel. Alle Menschen müssen ic. 282.2, wann werd ichs merke, ziehen sie mich ich von der zur Sünde, die ich flieh. Sünde, Gott, mein Vater, 5. Gott, du duldest die völlig frey, daß ich ganz sie Gebrechen meiner fündlichen überwinde, ganz dir wohlge- Natur; nicht die Schwach fällig sen? uoch empfind ich beit wirst du rächen; bösen ihre Triebe, ob ich sie gleich Borsatz strafst du nur. Hätt nicht mehr liebe; immer noch ich nicht den Trost; ich wür empórt sie sich in mir, und de unter meiner Mängel Bürs versuchet mich. de immer voller Kummer 2. Långst sprach ich zu mei- fenn, deiner, Gott, mich ner Seele: Gott will ich mein nie recht freun. 6. Stels der Bußfertigen. 273 6. Stellet mir dann hier Gott um Beystand flehn, auf Erden lebenslang die und aller Sünde widerstehn! Günde nach; kann ich nicht 3. Aufs neue reizte mich vollkommen werden, bin und die Sünde: wie schwach war bleib ich hier noch schwach: gleich mein Widerstand! ich ach, so segne mein Bestreben, gab ihr nach: und wie ges so gerecht ich kann, zu leben, schwinde ergriff sie mich und daß ich doch von Heucheley überwand! Ihr nicht mehr und von Bosheit ferne sey! folgen, wollte ich; und gleich 7. Wenn ich falle, laß wohl siegt sie über mich! michs merken; und vom Fall 4. Mein Borsaß war nicht schnell aufzustehn, eile du ganz verschwunden, mein felbft mich zu stärken. Lehre Herz schlug, mein Gewiffett du mich fester gehn. Warnerief: und gleichwohl ward mich; sey mein Begleiter; ich überwunden, und fiel täglich führe, Gott, mich wei durch meine Schuld so tief. ter; bis ich zur Vollkommen: Gott, Richter, ich gedacht heit komme in der Ewigkeit. an dich: und dennoch, dens noch fündigt' ich! Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 5. War ich von dieser 283.Wie ie oft regt sich Sünde Liebe, war ich doch die alte Sün- einmal von ihr freq! wer de mit neuem Retz in mei: schwächt, und dämpfer ihre ner Brust! noch immer füßt Triebe? Gott, mein Errets ich und empfinde, sie zu beter steb mir bey. Erbar gehen, neue Lust. Wie un me dich, erhör mein Fleßn begränzt, wie fürchterlich ist und lehre mich ihr widers ihre Herrschaft über mich! ftehn! 2. Wie oft hab ich mir 6.D pflanze bu in meine vorgenommen: nun will ich Seele rechtschaffne eb und meine Günde fliehn! rein Luft zu bir! Gort was ich und unsträflich und vollkom denfe, was ich was, das men zu wandeln ,, will ich zeuge dutch die That von iht. mich bemüßn! ich will zyDich lieben als dein Eigens thum, 274 Gesinnungen thum, das fen mein Werk, beilig ganz zu seyn, mich von mein Heil, mein Rubm! verborgnen Fehlern rein! 7. Dann werd ich endlich 4. Bon aller eitlen Eigen überwinden, und meiner Lüste liebe befreye mich durch deine Sieger senn; dann wirst du Kraft. Erweck und mehr alle meine Sünden, wie viel, in mir die Triebe zu dem, wie groß sie sind, verzeibn. was wahre Beßrung schafft; Mein Leben hier, mein Lob- laß meinen Fleiß geſegnet gefang im Himmel, sen, o seyn, und meine Heiligung Gott, dein Dank! gedeißn. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 284.2¹ 5. Du wirst das demuths ie felig, Gott, volle Fleben des Sünders, ist der Gerech- der dich scheut und ehrt, o te! du bist sein Schild und Gott der Gnade, nicht ver großer kopn. O daß ich ganz schmäßen; du bist es, der Ge gerecht seyn möchte! doch ach beth erhört. Mein Fels, ich bin noch weit davon. Du mein Heil, ich traue dir: das, weißt es, Gott ich bin noch was ich bitte, giebst du mir. weit entfernt von der Voll kommenheit. 285. Mel. Erbarm dich mein, o Herre*. 2. Wie viel ist noch an rch Staub vom mir zu finden, das nicht mit Staube, wer deiner Vorschrift flimmt! bin ich, ich Sünder, daß du oft übereilen mich noch Sün meiner dich noch flets du den, wenn mein Herz bessern Heiligster, erbarmft, Welts Borsak nimt. Ja oft verlek richter, meiner stets erbarmfl! ich meine Pflicht, mein Gott, Zum Glauben und zum Thun und weiß es selber nicht. zu schwach, giebt oft mein 3. Wer kann, wie oft er Herz der Sünde nach; ich feblet, merken? nur du, du kämpf, o Bater, nicht ge siehst mich, wie ich bin; nur nung den Kampf der ernften du kannst mich imGuten står Heiligung. fen: drum fall ich, Bater, 2. Wie schnell ist von der vor dir þin. O mach, um rechten Bahn zum Irrweg oft der Bußfertigen. 275 oft der Schritt gerban! wie melserben, und den Staub! schnell! mein ganzes Herz Erbarm dich mein und steh erschrickt, wenn es in diesen mir bey, daß ich des Kleinods Abgrund blickt. Wie naße würdig sey, das Christus mir grånzt die Misferhat, an un, so theur erwarb, als er für fers Herzens bösen Rath! mich am Kreuze starb. wie bald wird Frevel felbft 6. Ja, du erbarmest über verübt, wenn man erst mich, verfößater Gott und Schwachheitsfehler liebt! Bater, dich. Vom Leibe dies 3.Vertre b, o Gott, des fes Tods befrent, führst du Irrthums Nacht, entreisse mich einft zur Herrlichkeit, mich der Sünde Macht! wo meine Tugend nicht mehr wie glänzet deiner Streiter wanft, und dir, Gott, ewig Schaar, die einst, wie ich, dafür dankt: daß fie dein Gna. auf Erden war, und die nun, denlohn beglückt, und deiner weil sie überwand, den Lohn Sieger Krone schmückt. emp ångt aus deiner Hand! fie find gekrönt; ich noch im Mel. Herr Gott, der du ic Streit: ogieb auch mir Be 286. Erbarm dich, Herr, ständigkeit! mein 4. Schmal ist ter Weg Herz: geneigt zu Eitelkeiten, zu Gottes Höhn, und wen läßt sichs durch Freude und ge finds, die ihn recht gehn. durch Schmerz, oft auf den Die Pfort ist eng und der nur Ferweg leiten. So wankt dringt durch sie zu Gott em ein Robßr, vom Wind regiert: por, der ringt. Ich lieg auf so irrt, von Leidenschaft vers meinem Angesicht, und fleh führt, auch oftmals meine und weine, laß dein Licht mir Seele. Herr, hilfmir, daß leuchten, Vater, laß mich dein ich, als ein Christ, das fließ, im Leben und im Tode seyn. was vor dir strafbar ist, und 5.Der mir in Christo alles nur das Gute wähle. gab, Gott schauedoch auf mich berab; auf mich, der Sünde 2. Laß doch mein Herz nicht fernerhin in seiner Neigung schnellen Raub, den Him wanken. Erhebe den vers 62 irr 276 Glaube an Jesum irrten Sinn zu himmlischen ner Jugend. Wie hart schien Gedanken. Wenn von dem mir oft meine Pflicht! wie Dienst der Eitelkeit mich dei rauß die Bahn der Tugend! nes Geistes Kraft befrent, so jedoch du trugst mich mit Ge wird es mir gelingen. Ich hal duld: laß, Bater, laß mich te deinem Geiste still: ich will diese Huld nicht undankbar mich ändern: Herr ich will. verachten. Dir folgen ist Gieb selber das Vollbringen. mein wahres Heil: o laß SIBle 3. Umsonst such ich der Tu- michs, als mein bestes Theil gend Babn, wenn du mich auch immerfort betrachten. nicht begleiteft, und mich, be 5. Ich bin ein Mensch; frent vom Menschenwahn, zu du fennest mich. deiner Wahrheit leitest. Du schwach sind meine Kräfte! baffest jeden falschen Schein. doch, meine Seele hofft auf Mit Ernst willst du verehret dich. Du wirst zu dem Ge seyn, Herr hilf um Jefu Wil schäfte der Heiligung mit len. Erhebe den gebeugten Kraft verleihn und mich mit Math: bilf mir der Leidens deiner Hülf erfreun, vor dir schaften Wuth durch deine gerecht zu leben. Ich, dein Gnade stillen. erfauftes Eigenthum, will 4. Mein Gott, mein Gott, dafür deines Namens Rubm gedenke nicht der Sündenmei in Ewigkeit erheben. Glauben an Jesum und sein Verdienst. Mel. Herzlich lieb hab ich dich. Christ, dein Blut allein or dir, Herr Je macht mich von allen Sün 287.3 fu, beug ich bie, den rein. Wer an dich glaubt, beschämt, und traurig, meine mit wahrer Reu, der wird Knie, und wag es faum, zu von Schuld und Strafen Flagen: wie meineSünd und frey. Dafür, dank ich Herr Missethat den strengsten Zorn Jesu, dir: gelobe dir des verdienet hat; doch will ich lebens Beßrung! Hilf du nicht verzagen. Herr Jefulmir! Den Dan Dieh 277 und sein Verdienst. Mel. O Gott du frommer Gott 2c. f. Dies müsse mein Vers 288.Mag doch der traun zu dir, o Herr, ers Spotter Heer wecken. Zu schwach, der Gotts des Namens Jesu spotren: heit Rath vom Menschen zuz dich, Heiland, betß ich an! entdecken, beth ich der Liebe du kommst, sie auszurotten. Macht, die ich nicht faffen Dein Kreuz ist Thorheit nur kann, mit froßer Zuversicht, dem, der verlohren geht; doch auch in Demuth an. uns, die der Glaube stärkt, 6. Herr, deine Ewigkeit ists Heil und Majestät. wird mir mehr Licht gewäße 2. du, des Höchsten ren; die wird das Große mir Sohn du bist für uns ge in diesem Werk erklären. florben, haft uns Begnadi. Unendlich ist mein Heil! o gung und Seligkeit erwor, Glaube, der erfreut! gelobet ben. Ist beybes nicht gleich fen der Herr, gelobt in Ewigs groß: der Welt einSchöpfer feit! fenn, und eine Welt, die fiel, met. Herzlich lieb hab ich dich zc. von ihrem Fall befreyn? 289.Jch tomme, Fries 3. die Majes densfürst, zu ståt der Lieb und Großmuth dir, erbarmend rufst du ja faffen? als Sohn des Ewi auch mir, den Frieden zu ema gen der Himmel Thron verpfangen. Der Sünden kast laffen; sich selbst erniedrigen; ist mir zu schwer; o laß mein einber in Demuth gehn; der Herz von Trost nicht leer! Wahrheit Herold seyn, und laß es die Rub erlangen, die sich verspottet sehn; du dem tiefgebeugten Geist, 4. Die Wunder Gottes der zu dir fließet, selbst vers thun, und an das Kreuz ge: beißft. Wer tröstet mich, schlagen, freywillig, ohne als du allein? wer macht Schuld, der Menschen Schuls mein Herz von Sünden den tragen: um der zu seyn, rein? Herr Jesu Chrift, der uns ein ewges Heil er: mein Trost und Licht, mein wirbt? deß Herz ist göttlich Trost und licht, verwirf groß, der selbst für Feinde verwirf du mich doch nicht! ftirbt. 2. An 53 273 Glaube an Jesum 2. Unbethend steh ich bin, so fehlt mir nichts; Herr, vor dir: dein Antlik nichts, einst am Tage des neige duzu mir, und sey mir Gerichts, nichts hier auf dies Sünder grådig. Wenn mein fer Erden. Auf dieser Bahn Bergehn um Rache schreit, zum Vaterland entzeuch mir so mache aus Barmherzigs niemals deine Hand. Zu 31 keit mich aller Strafe ledig. deinem Dienste stårke mich, Der du am Kreuz gelitten und laß mich siegen einst durch hast, du trugest ja auch meine dich. Herr Jesu Christ, mein Laft, als du zum Heil der Herr und Gott! mein Herr Sünder starbst, und ihnen und Gott! zum Leben führ Gottes Huld erwarbst, Herr mich durch den Tod! Jefu Chrift! mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! In bekannter Melodie. erlöse mich durch deinen Tod. 290. Es ist das Heil 3. Du, du bist meine Zu uns kommen versicht: durch dich entflieh her aus Gottes freyen Gnai ich dem Gericht, dem schwe den. Die Werke können nime ren Lohn der Sünden. Durch mermehr der Bürde uns ente dich kann ich dem Fluch ent laden. Im Glauben Jefum gehn, und mich mit Gott vernehmen an, nur das ist was einigt sehn, und ewges Leben uns retten fann; denn er ist finden. Dein Tod ist der Mittler worden. VerlornenHeil. Gieb mir 2. Da man, was das Ge an seinem Segen Theil. Er sek gebot, nicht völlig konn sen auch mir Beruhigung, te halten; so zeigte Sündern und meines Lebens Heili sich der Tod in schreckenden gung. Herr Jesu Christ, ich Gestalten. Das Fleisch ges boff auf dich, ich boff auf dich: borchte nicht dem Geist in dieser Hofnung stärke mich! nicht dem, was Gott, zu 4. Mein ganzes Leben preise thun, uns heißt; es war mit dich Erlöft, mein Mittler, uns verloren. bast du mich, dein Eigenthum 3. Es war ein falscher zu werden. Wenn ich dein Wahn daben, als ob der Mensch und sein Verdienst. 279 Mensch, zu leben nach den wirst du nicht brechen. Wenn Gef gen tüchtig fen, die uns alle Welt die Treue bricht; der Herr gegeben. Da doch påltst du doch dein Berspres durch sie wird offenbar, daß chen. Wer glaubt an dich, Wort und That und Herz so und wird getauft, dem ist die gar ben uns izt fen verdo: ben. Seligleit erkauft, der gehet 4. Nicht möglich wars, nicht verloren. auf diese Art, vollkommen 8. Die sind gerecht vor Gott zu ehren. Ein Schein, Gott allein, die diesen Glaus der angenommen ward, fonnt ben faffen. Der Glaub kann auch kein Heil gewähren. nicht unthätig seyn; er lehrt BonGottwird bloßer Schein die Sünde bassen. Er treibt verdammt; Gehorsam, der zu guten Werken an; lehrt aus liebe stammt, will er: Menschenliebe, und die Bahn wer konnt ihn leisten? der Frömmigkeit zu wandeln. 5. Erfüllt mußt das Ge 9. Schlägt den, der seine feße sena; sonst mußten wir Sünd erkannt, gleich das verderben. Da stellte Got: Gesetze nieder; so reicht tes Sohn sich ein, das Heil der Mittler ihm die Hand, uns zu erwerben. Der bat und stärkt den Sünder wies nun das Gefeß erfüllt, Ger der. Er spricht: fomm nur rechtigkeit, die vor Gott gilt, zum Kreuz herzu! denn das erworben für uns alle. Gefes giebt keine Ruß mit allen seinen Werken. 6. Da es durch den erfül let ist, durch welchen wir ge 10. Die guten Werke zeis nesen; so lern, und fasse wobl, gen sich stets ben dem achten o Chrift, des Glaubens rech Glauben; Wahnglaube ist tes Wesen. Der Glaube es sicherlich, wenn man ihm spricht: du, Herr, bist mein! die will rauben. Zwar macht dein Tod wird mir das Leben der Glaube nur gerecht; doch seyn, du haft für mich ge- daran, daß er Früchte trägt, buffet. läßt seine Kraft sich merken. 7. So glaub ich fest, und 11. Der Glaub ergreifet zweifle nicht; dein Wort Jefum Chrift, sein Kreuz, Vers 54 280 Glaube an Jesum Verdienst, und Sterben, da er das Fleisch betäubt; sehnt durch uns nun erworben ist, sich nach jenem Leben; dient was feiner fonnt erwerben. feinem Nächsten, ehrt und Die eigene Gerechtigkeit thut preist in Chrifto Gott mit nichts daben, ist wie ein Kleid, stillem Geist; es geh ihm, das schandhaft und beflecket. wie es wolle. 12.Doch, wenn man durch 16. Der Glaube harrt auf den Glauben nun Gerechtig Gottes Huld und feines Leit empfangen, muß man Worts Zusage, bestimmt ihm auch rechte Werke thun, dem nicht mit Ungeduld zum Heb Guten stets anhangen; weil, fen selbst die Tage. Er weiß wer noch gottlos Wesen wohl, wenns am besten ist; treibt, beym Glauben ohne Er, der die Seinen nie vers Liebe bleibt, ihn durch die gißt, und will, daß wir ihm That verleugnet. trauen. 13. Wer Gnad bey Gott 17. Scheints auch, als erlanget bat, muß ihn vor dächteGott dein nicht, so laß Augen haben, daß er ihn es dich nicht schrecken: er wird preise durch die That für dir das verborgne Licht zur feine Gnadengaben, in feiner rechten Zeit entdecken. Fällt Furcht freywillig leb, des dir manch bangerzweifel ein; Fleisches Listen wiederstreb, laß dir sein Wort gewisser in seinem ganzen Leben. seyn: er hält, was er vers 14. Wer aber sicher geht beissen. dahin, thut, was ihm nur 18. Sen jetzt und immers beliebet, lebt fort nach seinem bar gepreist um dieser Gute alten Sinn, den Lüsten sich that willen, Gott Vater, ergiebet, ruft Gott nicht an, Sohn und Heilger Geist. daß er ihn führ mit seinem Du wollst uns selbst erfüllen Geiste ihn regier: ist auf mit Gnade, die das Herz ers verkehrtem Wege. höht, zu ehren beine Majestät, 15. Den meidet jeder, der zu heilgen deinen Namen. recht glaubt; bewahrt, was 19. Dein Reich fomm, ihm gegeben; sieht zu, daß daß dein Wille mag, wie dro ben 281 und sein Verdienst. ben bier geschehen! Gieb un 4. O gieb, daß ich dein ser Brod uns jeden Tag, ver, theures Wort recht tief zu zeiß, was wir versehen, als Herzen fasse; daß sich mein wir den Schuldigern ver Glaube immerfort auf dein zeißn! Versuchung laß fern Verdienst verlasse; daß zur von uns seyn! bilf uns vom Gerechtigkeit mir werd, der Béfen. Amen. ich mit Sünden bin beschwert, Mel. Uch Gott vom Himmel ic. dein Tod auch zugerechnet. 291. Gottes Sohn, Herr Jesu 5. Doch laß auch meinen Glauben sich des Bluts, das Chrift! an wen soll ich mich du vergoffen, nicht anders wenden? daß man recht trösten, als daß ich, zu deis gläubt und standhaft ist, steht nemDienst entschlossen, durch nicht in unsernhånden; drum feine Kraft die arge Welt, hilf du mir von oben her, und was sie dir entgegen daß ich, gestärkt je mehr und stellt, besiege und verachte. mehr, recht und beharrlich 6. Noch ist mein Glaube glaube! schwach und klein; oft kann 2. Lehr du und unterweise ich ihn kaum merken: wer mich, den Vater zu erkennen, stårket mich? nur du allein, und mit recht froßer Ehr du kannst mich mächtig stårs furcht dich des Höchsten Sohn fen. Das schwache Rohe zu nennen; daß ich zugleich zerbrichst du nicht; du nährst den beilgen Geist, der uns und stärkst das schwache den Weg zum Himmel weist, Licht; so stårk denn auch mich von ganzem Herzen ehre. Schwachen. 3. laß mich das große 7. Hilf, daß ich recht sorg. Gnadenßeil im rechten Licht fältig sey, den Glauben zu bes erblicken; und mich dazu an wahren ein gut Gewissen auch meinem Theil mit rechtem dabey, daß ich bey den Ges Eifer schicken. Nur in dir fahren der Welt fey wachsam find ich Troft und Ruh, und allezeit, durch Früchte der ewges Heil; der Weg bist du, Gerechtigkeit des Glaubens die Wahrheit und das leben. Kraft beweise. 65 8. Ja, 282 Glauben an Jefum 8. Ja, laß den Glauben Glauben. Oft will die Zweis sich in mir so mehren und so felsucht mir alle Hoffnung stårken, daß er sey fruchtbar rauben. Wer macht das für und für und reich an gu Herz gewiß, als du, o Herr, ten Werken, daß er sey thå allein? laß deine Hülfe doch tig durch die Lieb, mit Freur von mir nicht ferne seyn! den und Gedulo sich üb, in dem, was Gott gefällig. 3. Dreiche du mir selbst aus Gnaden deine Hände. 9. Insonderheit gieb mir Hilf meiner Schwachheit auf, die Kraft, daß ich an meinem daß mich nichts von dir wens Ende den lezten Schritt derde. War auch, dem Senfs Pilgerschaft im Glauben forn gleich, mein Glaube froß vollende! steh dann zu schwach und klein; so kannsb meinem Troft bereit, daß ich du ihm doch bald Wachs: der Seelen Seligkeit des thum und Kraft verleihn. Glaubens Ziel erlange. 4. Herr, deine Gnade sen 10.Dein ist, was guts sich in mir, dem Schwachen, tråss in mir sind't; mit dir wird tig; so wird mein Glaube mirs gelingen. Du stårkst die, auch recht thätig und ges welche treu dir sind; hilf selbst schäftig. Gieb, daß die Zus denSieg erringen. Ja! blei versicht in meinem Geist sich be, Herr, auch stets in mir! mehr, daß du mein Vater daß auf ben Glauben dort bey senst, und ich dir angehör. dir erfolgein frölichSchauen. 5.O treuer Gott, der uns Mel. O Gott du frommer Gott ic. im Guten stärkt und grüns 292. Herr, allerhöchster det, gieb mir Beständigkeit, Gott, von dem wenn findet; wir gute Gaben ben redlichem daß ich mit fester Treu zu die Gebeth uns zu versprechen mich halten mag, und, wenn haben; o sieb erbarmend die Hülfe säumt, nicht murre mich in meiner Schwachheit und verzag. 6. Mein Jesu, fieh mich an mit Blicken deiner Gnaan, da ich, wie dus verdienst, bir nicht vertrauen kann. 2. Ich glaube zwar an de, wie jenes Weib, als sie dich, doch nur mit schwachem um und sein Verdienst. 283 um Hülfe sehnlich bathe. kann ich der Sonne Licht und Stark mich in dem Bertraun ihre Wärm empfinden. zu dir, o Herr mein Gott, daß 4. So kann ich auch nicht der, so deiner harrt nie sinkt Gottes Rath von Jesu Tod noch wird zu Spott. ergründen! allein das Gött 7. Ja, wie du ehmals dortliche der That, das kann mein für deine Jünger batheft, und Herz empfinden. and wenn sie wanketen, beymBa- 5. Nimm mir den Trost, ter sie vertrateft; so unterstüß daß Jesus Christ nicht meine auch mich der du mein Mitt Schuld getragen, nicht Gott ler bist. Du hilfest gern und und mein Erlöser ist; so weißt, wo Hülfe nöthig ist. werd ich angitvoll zagen. 8. Erbarmend wirst du, 6. Jft Chrifti Wort nicht Gott, mein Flebn gewiß er Gottes Sinn: so werd ich hören, Muth und Bestån- irren müssen, und, wer Gott digkeit von oben mir gewähs ist? und was ich bin? und ren; daß ich des Glaubens werden soll? nicht wissen. Ziel der Seelen Seligkeit, 7. Nein! diesen Trost der erlange, und dich rühm in alle Christenheit, soll mir fein Ewigkeit. Spotter rauben; ich fühle feine Göttlichkeit und halte Mel. Ich dank dir schon ic. 293. Gedanke, der uns fest am Glauben. Leben giebt! wer 8. Ich bin dein ewges Eis kann dich ganz durchdenken? genthum, durch dich des Hims " Also hat Gort die Welt mels Erbe; dies, Sohn des geliebt uns feinen Sohn Höchsten, ist mein Ruhm zu schenken." auf den ich leb und sterbe. 2. Hoch über die Vernunft 9. Du giebst mir deinen erhöht, umringt mit Finster Geist, das Pfand, im Glaus nissen, füllst du mein Herz ben mich zu stärken, und bite mit Majestät und stillest oest mich durch deine Hand mein Gewissen. u allen guten Werken. 3. Ich kann der Sonne 10. So lang ich deinen Wunder nicht, noch ihren Willen gern mit reinem Hers Bau ergründen; und doch zen 284 Glauben an Jesum den thue; so fühl ich eine 17. HatGott uns seinen Kraft des Herrn, und Sohn geschenkt.( laß mich schmecke Fried und Rube. noch sterbend denken) wie sollt 11. Und wenn mich meine uns der, der ibn geschenkt, mit Sünde krånkt, und ich zu dir, ihm nicht alles schenken? Herr, trete; weiß ich, daß dein Herz mein gedenkt, und Mel. Kommt her zu mir, spricht: c. thut, warum ich bethe. 12. Ich weiß, daß bu, 294. Ich hoffe, o Gott, mit festem mein Heiland, lebft, und mich Muth auf deine Gnab und einst aus der Erde erweckft, Christi Blut; ich hoff ein und zu dem Reich erhebt, ewig Leben. Du bist ein wo ich dich schauen werde. Vater, der verzeiht, hast mit 13. Rann unsre Lieb im das Recht zur Seligkeit Glauben hier für dich jemals durch deinen Sohn gegebens erfalten? dies ist die Lieb, 2. Herr, welch ein unauss o Herr, zu dir: dein Wort sprechlich Heil, an dir, an von Herzen halten. beiner Gnade Theil, Theil 14. Erfüll mein Herz mit an dem Himmel baben! im Dankbarkeit, so oft ich dich Herzen durch den Glauben nur nenne; und hilf, daß ich rein, dich lieben, und versie dich allezeit treu vor der Welt chert fenn von deines Geis bekenne. fles Gaben. 15. Soll ich dereinst noch 3. Dein Wort, das Wort würdig seyn, hier um dich derGeligkeit, wirkt göttliche Schmach zu leiden; so laß Zufriedenheit, wenn wir es mich keine Schmach und Pein tren bewahren. Es spricht von deiner Liebe scheiden. uns Troft im Elend zu, vers 16. Und soll ich, Gott, füffet uns des Lebens Ruß, nicht für und für des Glau- und stärkt uns in Gefahren. bens Freud empfinden; fo, 4. Erhalte mir, o Herr, wird er doch sein Werk in mein Hort, den Glauben an mir, und reinge mich von dein gönlich Wort um deines Günden. Namens Willen! laß ihn mein und fein Verdienst. 285 mein Licht auf Erden seyn, bestehen; und, als seta ihn täglich mehr mein Herz Freund, kann ich getroft zum erneun, und mich mit Trost Tode geben. Erhalte nur erfüllen. in mir des wahren Glaubens Kraft, die mich mit ihm Mel. O Gott du frommer Gott c. verbindt und neues Leben 295. Erbarmungsvol. schafft. ler Gott, wie 5. Mit dir versöhnt durch groß ist deine Liebe, die du ihn, darf ich in trüben Tas zu Menschen trågst! dies gen auch ben gebäufter last Auge, das oft trübe, wird nie, wie Verworfne, zagen. beiter, wenn ich denk an deine Im Glauben denke ich an Freundlichkeit, und mein be deine Lieb und Huld, und kümmert Herz erleichtert und trage, was du mir auflegest, befreyt. mit Geduld. 2. Du hast den eingen 6. Ich weiß, daß deine Sohn für uns dabin gege: Huld mir nur zu meinem ben: er starb den Tod am Heile auch, was mir widrig Kreuz, damit wir möchten scheint, mit weiser Wahlers leben. Hast du uns so ge theile. Daß deine liebe mich liebt, die doch verdienet Pein, zur allerbesten Zeit von dem, wie solltest du denn nicht was mich beschwert, erlöfet voll Vaterliebe feyn. und erfreut. 3. Nun wird mein måder Geist mit wahrem Troft er 7. Die Christi Glieder sind, wirst du, Gott, nie vers quicker, wenn mich der Sün, lassen, im Todeskampfe fie de Joch beschwert und nie mit Baterhuld umfassen. derbrücket. Ich weiß: mein Von dir erlöst, schwingt sich Mittler hat zur Zilgung mein Geift zu jenem Licht, meiner Schuld sich selbst bey wo lieblich Wesen ist vor dir verbürgt, den Tod am deinem Ungesicht. Kreuz erduldt. 8. Da will ich, treuer 4. Durch sein Verdienst Gott, von aller Sünd entlas fann ich vor dir, mein Gott, den, mit allen Seligen boch preiz 286 Glaube an Jesum und sein Verdienst. preifen deine Thaten. Da. 4. Nun hierauf will ich da wirds offenbar, welch eine bauen. Mein Mittler stärke Geligkeit der, dem wir bier mich! stårk in mir dies Vers gelebt, der Mittler, uns trauen, wenn Tod und Sün bereit't. de sich mir Sünder schreckend zeigen: wenn Lüste oder Mel. O Haupt voll Blut ic. Hohn, mich von Gott abzu 296. Auf felfenfestem neigen, bald locken bald auch Grunde ruh drohn. meiner Seele Heil. Ich bab 5. Wenn ich sodann am am Friedensbunde, an Got- schwächsten mit Furcht ums tes Gnade Theil. Der fangen bin; so sey du mir Grund, auf den ich baue, ist am nächsten, und stärke meis von Gott selbst gelegt. Das nen Sinn, daß ich im Kreuz Ziel, nach dem ich schaue gelassen, voll Geist und Mus steht fest und unbewegt. thes sey. Mich als ein Christ 2. Auf meine schwachen zu fassen, hilf, Herr, und Werke, vertrau ich Sünder steh mir bey! nicht; in Chrifto hab ich 6.3u dir will ich mich hals Stärke und feste Zuversicht tea, laß meinen Eifer nie, dir Ich war sehr tief verſchul treu zu seyn, erkalten! ist gleich det; furch bar war mir der der Lauf voll Müh; dein Geist Tod: er hat die Straf er flóst meinem Geiste Geduld duldet, und mich versöhnt und Hofnung ein; und daß mit Gott. ich Treue leiste, will er mir 3. Nur dies gewährt mir Kraft verleihn, Freuden, wenn ich befüm, 7. Mach folgsam meinen mert bin: nur dies giebt Troft Willen, und stärke mich zu im Leiden; ja reißt der Tod gleich mitKräften zum Erfüls mich hin: so laß ich mir nicht len; so bin ich ewig reich. Leit grauen. Der Gottverföhner mich durch deine Hände, so spricht: geb, eile, Gott zu geb ich muthig fort, und meis schauen; wer mein ist, ftirpreise ohne Ende dich, bet nicht. 1 Inen Mittler, dort. Christ 850 Christliche Frömmigkeit und Tugend. Quelle derselben; dankbare tes Liebe. Ein täglich tha Liebe zu Gott. tig Christenthum, das ist Mel. Mir nach spricht Chriftus 2c. des Glaubens Frucht und 297.2 er Gottes Ruhm. 287 Wort nicht 5.Der bleibt in Gott, und hält und spricht: ich kenne Gott in ihm, wer in der Lies Gott, der lüget; in solchem be bleibet. Die lieb ists, die ist die Wahrheit nicht, die die Seraphim, Gott zu ges durch den Glauben sieget. borchen, treibet. Gott ist Wer aber sein Wort glaubt die Lieb! an seinem Heil hat und hält, der ist von Gott, ohne Liebe niemand Theil. nicht von der Welt. 2. Der Glaube, den sein Mel. Was mein Gott will zc. Wort erzeugt, muß auch die 298.Wenn ich bie Liebe zeugen. dein Liebe Gottes Erkenntniß fleigt, jemehr nicht zu deiner Pflicht befees wird diese steigen. Der let; so rüşme bich der Eus Glaube tröstet nicht allein, gend nicht, weil dir dann als er macht das Herz auch les fehlet. Wenn Vortheil, fromm und rein. Wollust, Eigensinn und 3. Durch Jesum rein von Stolz dir Gutes rathen; fo Mifferhat sind wir nun Got-| past du deinen lopn dahin, tes Kinder. Wer solche Hof- thust du auch gute Thaten. nung zu ihm bat, der fließt 2. Sen, durch die Gaben den Weg der Sünder, folgt der Natur das Wunder die Christi Beyspiel, als ein fer Erden; beglückst du an, Christ, und reinigt sich, wie bre Menschen nur, um felbst er rein ist. geehrt zu werden: erfüllt die 4. Alsdann bin ich Gott Liebe nicht dein Herz; so find angenehm, wenn ich Gehor- die größten Gaden vor Gott sam übe. Wer die Gebothe doch nur ein tonend Erz, die bålt, in dem ist warlich Got: keinen Werth sonst haben. 3. Bau 288 Frömmigkeit und Tugend. 3. Bau Hauser auf und be: dies ists, was Gott von brich dein Brod, die Armen uns verlangt. Uns wird zu verpflegen: entreiß die fein Leben nüßen, das mit Witwen ihrer Noth und sey den größten Thaten prangt, der Waisen Segen: gieb allejohn dies Herz zu besitzen. deine Güter hin! noch bast 7.Drum täusche dich nicht du nichts gegeben, wenn lieb durch den Schein, nicht durch und Dank nicht deinen Sinn der Tugend Namen. Sieh auf die Werfe nicht allein; vor Gott dazu beleben. 4. Thu Thaten, die der fieß auch woher sie kamen. Heldenmuth je hat verrich Prüf dich vor Gottes Anten können; vergieß fürs Ba gesicht: ob Liebe dich beseer terland dein Blut, laß deinen let? dem fehlt gewiß die Leib felbst brennen: beseeler Liebe nicht, dem nicht der dich nicht lieb und Pflicht: Glaube fehlet. bist du der Zweck der Thaten; 8. Wohne Liebe gegen so ebret Gott mit Beyfall Gott in dir; sie wird zum nicht die Rettung ganzer Guten stärken; du wirst die Staaten. Gegenwart von ihr an Men 5. Läg ihm an unsern Wer schenliebe merken. Die lies Fen nur; so könnt er uns leicht be, die dich schmücken soll, zwingen, durch Macht und ist gütig, ohne Tücke; sie ist Fesseln der Natur, das Gute nicht stolz, ist langmuthsvoll, zu vollbringen. Allein vor beneidet niemals Glücke. ihm, der alles giebt, gilt 9. Sie deckt des Näche Weisheit nichts, nichts Står sten Febler zu, freut sich nicht te. Er sieht das Herz an, seines Falles; fie suchet nicht obs ihn liebt, sieht auf den blos ihre Rub, beglücket gers Zweck der Werke. ne alles. Sie bessert gern. 6. Ein Herz von Eigen Was Gott gefällt: Das hält liebe fern, fern von des Stob sie stets fürs Beste. Sie zes Triebe, geheiligt durch folgt uns nach in jene Welt, die Furcht des Herrn, durch ist da der Gaben größte. Glanben warm von Sie Mel Quelle derselben; dankbare Liebe zu Gott. 289 Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 5. Drum fall ich dir, mein 299.2¹ 299.Wie theuer, Gott, Gott, zu Füssen; vergieb mir ist deine Güte, gnåbig meine Schuld, und die alle Mifsethat vergiebt, heile mein verwundt Gewiss sobald ein reuendes Gemů- fen mit Troft an deiner Bas the, die Sünden, die es sonst terhuld. Ich will mit Ernst geliebt, erkennt, verdammt die Sünde scheun, und willig und ernstlich haßt, und Zu- dir gehorsam seyn. versicht zum Mittler fast. 6. Daß mit Gerechtigkeit 2. O laß mich ja nicht si- anch Stärke, durch Chriftum cher werden, weil du so reich mir geschenket sey, will ich an Gnade bift; wie kurz ist durch Uebung guter Werke meine Zeit auf Erden, die beweisen. Mache selbst mich mir zum Heil gegebne Frist! treu, Herr, in der Liebe ges gieb, daß sie mir recht wich- gen dich! fie dringe stets, tig sey; daß ich sie meiner und leite mich! Begrung weih. 7. Laß mich zu deiner 3. Zwor deine Gnade zu Ehre leben, der du die Miss verdienen, sind Reu und Beß- sethat vergiebst! das haffen, rung viel zu klein. Doch darf was du mir vergeben, das sich auch ein Mensch erfüh- lieben, was du selber liebst; nen, zu glauben, dir versöhnt laß, Mater! mein Gewiffen zu seyn? wenn er noch liebt, rein, und heilig meinen Wans was dir misfällt, und nicht del seyn. dein Wort von Herzen hålt? 4. Nie kannst du dem die Mel. O Gott du frommer Gott ic. Schuld erlaffen, der frevelnd 300.Was kann ich bo ch Schuld auf Schulden häuft. für Dank, o Der kann kein Herz zu Jesu Herr, dir dafür sagen, daß faffen, der zwar auf sein du mich mit Geduld so lange Verdienst sich steift, doch Zeit getragen; da ich der in der Sünde noch beharrt Sünden hold, dir ungehors dafür er selbst ein Opfer fam war, mich in verkehrtem ward. Sinn selbst stürzte in Gefahr. X 2. Sehr 290 Frömmigkeit und Tugend. 2. Sehr große Lieb und gieb mir deinen Geist, so lang Huld erwieseft du mir Ar- ich hier noch walle, der mich, men. Ich fuhr in Sünden den Schwachen, stårk, und fort, du aber im Erbarmen. in mir mächtig sey, und mein Ich schob die Buge auf, und Gemüthe stets zu deinem widerstrebte dir: du schobst Dienst erneu. die Strafe auf, und trugft 7. Ach leit und führe mich, Geduld mit mir. so lang ich leb auf Erden. 3. Daß ich nun bin bekas mich nicht, ohne dich, kehrt, verdank ich deiner durch mich, geführet werden. Gnade; du, du riefft mich Führ ich mich, ohne dich; so zurück von des Verderbens werd ich leicht verführt: Pfade. Durch deine Güt wenn du mich leiteft selbst, und Treu, der keine Güte thu ich, was mir gebührt. gleicht, hast du mein hartes 8. Mein Bater, und mein Herz gerühret und erweicht. Gott, erhöre dies mein Fle 4. Selbst tonnte ich dich hen! las Jesu, Gottes Sohn, wohl beleidigen mit Sünden; mich deine Wege gehen! res doch konnt ich ohne dich den gier, o heilger Geift, regier Weg zum Heil nicht finden mich allezeit, daß ich dir diene Selbst fallen konnte ich, und hier, und dort in Ewigkeit. ins Verderben gehn; nicht ohne deine Huld von meinem Mel. Aus meines Herzens Grunden. Fall auffiehn. 301. Bernimm, Gett, 5. Du hast mich aufge. was ich flehe, richt, und mir den Weg ges erhöre mein Gebeth, fiech wiesen, den ich nun wandeln huldreich aus der Höhe auf foll: fey Gott dafür geprie mich, der vor dir steht. Ich sen. Sey hochgelobt, daß ich fleße, Herr, zu dir um Gnas die alte Sünbe haß, und das, be, deinen Willen gehorsam was dir migfällt, nun willig zu erfüllen; mein Gott, ges unterlag. währ sie mir. 6. Damit ich aber nicht 2. Gerührt von deiner aufs neue wieder falle; so Gnade ist nun die Sünde mir Quelle derselben; dankbare Liebe zu Gott. 291 mir verhaft und ihre Pfade, les weiß, wie Sündenlaften aus Liebe, Gott, zu dir. drücken, und opfre voll Ents Denn du bist nicht ein Gott ücken dir Liebe, Dank, und der gottlos Wesen liebet; du Preis. liebst den nur, der über dein helliges Gebot. Mel. O Gott, du frommer Gott ze. 3. Wer sich bekehrt, wird 302. Herr, höre mein denn Gebeth, und und gut, doch willst du nicht laß es dir gefallen! es ist vergeben dem, der nicht Buge mein ganzer Ernst, auf deis thut. Dein Sohn versöhntener Bahn zu wallen; ergreis dich und lehrte, wie die Sün- fe, leite, stårk den Schwachen, de zum Borne dich entzünde, der dir fleht! du siehest, daß mit seinem Leiden, mich. fein Flehn aus lauterm Hers 4. Ich will dich, Gott, er- zen geht. heben, daß du so heilig bist, 2. Gieb, daß ich redlich daß, Sündern zu vergeben, mich in jeder Zugend übe; dein Herz so willig ist; aus der Glaube, den du liebst, wahrer Dankbarkeit will iche muß thårig durch die Liebe, in meinen Liedern erzählen durch Uebung und durchFleiß meinen Brüdern; daß Gott in guten Thaten seyn; ich sehr gern verzeiht. wills, ich will dir, Gott, mein 5. Berschonen kann der ganzes Leben weihn. Racher, der Räåcher kann 3. Allein mein Herz ist verzeihn, und reuige Ver- noch mir selbst oft unergründe brecher rein machen und er- lich, beym besten Fleis bleibts. freun. Herr, wunderbar doch veranderlich und sünd. und groß im Strafen und Erlich: das Wollen hab ich barmen, ach segle du mich wohl, zum Thun auch Licht Armen von jeder Sünde los! und Kraft; doch bleibt mein 6. Und einer solchen Liebe Tugenbruhm noch immer Gedächtnig treibe mich, daß mangelhaft. ich das Gute übe voll Liebe 4. Du kennest mich; du gegen dich; fie preise, wer fannst mich reinigen und laus tern, 22 292 no Frömmigkeit und Tugend. tern, den Geist, wenn Licht und wenn mein Staub er ihm fehlt, mit deinem Licht wacht, von deiner Wonne erheitern, wenn eine Leiden- fatt, frohlocken, daß mein fchaft erwachen will, kannst Herz sich dir ergeben hat. du durch mein Gewissen thr gebiethen, daß sie ruh. 5. Gott, darum wolleft du mich lautern und belehren, der Trägheit des Gemüths, Met. Nun freut euch, Chriften u. der Luft zur Sünde, wehren: 303. Herr Jefu Chrif, ermein Troft, mich, wo schrecken; mich zum Streit mein Licht! ich preise dich ermuntern; wo dein Wort von Herzen, daß du mich zu streiten mir gebeut. Müden aufgericht. Ich sah 6. Jch, Pilger, walle hier mit Reu und Schmerzen an noch stets umringt mit Sün- mir so manche Missethat; dern, ihr Beyfpiel könnte ich suchte bey dir Trost und leicht den Tugenbelfer min- Rath, und Friede für die dern; o gieb, dag nie ihr Seele. Chriftliche Srömmigkeit aus Liebe und Dankbarkeit gegen Jesum. Spott und ihre falsche Luft 2. Du hörtest gnadevoll bethore und entweih die dir mein Fleßn, warst willig geweihte Brust. zum Vergeben; gern lässt du 7. Bewahre mich, wenn Gnad für Recht ergehn, du sie bethört von eitlen Lüften liebst des Sünders Leben. sich ihrer Sünden freun, und Du haft mit Huld an mich sich in Lastern brüsten. Des gedacht, mich von der Bürde Sünders Lachen wird in frey gemacht, die niemand Weinen einst verkehrt, in konnte heben. Trauren seine Lust, wenn er sich nicht bekehrt. 3. Unschuldig, wie ein stilles Lamm, bist du für mich 8. Ich aber, werde Gott, gestorben den herben Tod am dir nicht umsonst vertrauen; Kreuzesfiamm; du hast mit werd, wenn ich tren dir bin, selbst erworben durch deinen verklärt dein Untlik schauen; Zod, die Seligkeit: dir dant Quelle derselben; dankbare Liebe zu Jefu. 293 dank ich, daß ich so befreyt Weit, die Sünde und den durch dich bin vom Ver Tod, als Sieger übers derben. winden. 4. Herr, gieb mir deinen guten Geift, daß er mich un Mel. Jesus meine Zuversicht se.. terrichte, was folche Lieb und 304. Preis und Lob Wohlthat heißt; daß ich mich und Herrlichs treu verpflichte zu preisen keit fey, Erlöser, dir ges dich mit Herz und Mund, geben: Preis sey dir in dies und ernstlich deinen Gna ser Zeit, Preis und Lob im denbund zu halten sey be ewgen Leben! denn du gabft fliffen. dein Leben dar für die Welt N 5. Herr, laß mich jede die strafbar war. Günde scheun, den eitlen 2. Dadurch haft du allen Sinn ablegen, und wider Heil, allen Troft und Gnad Lüste wachsam seyn, die sonst erworben. Ich auch habe von teinen Wegen ableiten daran Thell; auch für mich auf den Sündenpfad; da bist du gestorben: alles, alles mit nicht neue Missethat mir ift nun mein. Wie kann ich meine Ruhe raube. gnung dankbar feyn? 6. Verleihe felbft mir Luft 3. Für die Leiden ohne und Muth, Herr, deinen Zahl, für die leibs und Sees heilgen Willen, der alles mir lenschmerzen, und für deine zum Besten thut ftets folg Todesqual, dank ich dir mit sam zu erfüllen. Gieb, daß ich trenem Herzen. Eren dank stets gederk daran, was du ich, doch mangelhaft: gieb zu bereits an mir gethan und besserm Dank mir Kraft. was du noch verhelffen. 4. Welche Liebe, daß für 7. Herr Jesu, laß auf dich mich Gottes Sohn sein Les allein, so lang ich leb hienie: ben giebet! hilf, daß meine den, mein ganzes Herz ge Seele dich redlich, thätig, richtet seyn; so flört nichts ewig liebet. Frohe Engend. meinen Frieden: so werd ich sen die Frucht von der Liebe durch dich alle Noth, die sanften Zucht. Z3 5. An 294 Frömmigkeit und Tugend. 5. An dir, Jefu, halt ich verbleichet, wann dem Auge feft, an dir, Ereuester von einst sein Licht und des Lei allen; wehe dem, der dich bes Kraft entwelchet, wann verläßt! er mag ins Ber- dies Herz im Tode bricht; derben fallen. Wenn ich dir laß ich meinen Jefum nicht. ergeben bin, wird mir alles zum Gewinn. 4. Ich verlaffe Jefum nicht, bis ich werd dahin ge 6. Durch dich bin ich reich langen, wo vor seinem Ans und hoch; ich bin Gottes gesicht feine Auserwählten Kind und Erbe! Gott liebt prangen; wo den Glanz von mich; was fehlt mir noch? seinem Licht keine Nacht mehr eins fehlt nun noch: daß ich unterbricht. fierbe. Auch gut sterben hilfft 5 Diese Welt erfreut du mir, und dann nimmst du mich nicht, meines Hers mich zu dir. zens Wunsch und Gehnen ist auf Jefum nur gericht, Mel. Jefus meine Zuversicht ic. der, mit Gott mich zu vers 305.Meinen Sefum föhnen, selbst dort hinging laß ich nicht. ins Gericht. Meinen Mitts Da er sich für mich gegeben; ler laß ich nicht. so erfordert meine Pflicht, 6. Jefu bleib ich für und ihm zu folgen und zu leben. für treu, nichts soll mich von Er gewährt mir Troft und ihm schelden; seinen Treuen Licht; meinen Jesam laß ich giebt er hier Geelenruh, dort nicht. ewge Freuden. Wohl dem, 2. Jesu hab ich mich verder von Herzen spricht: meis pflicht auf dies ganze Pilger nen Jefum laß ich nicht! leben; ihm hab ich voll Zu versicht, was ich bin und hab, In bekannter Melodie. ergeben; alles ist auf ihn ge 306.Syerslich hab, to ich richt: meinen Jefum laß id nicht. lieb, Herr! Gey tu mir nahe und 3. Wenn auch dies mein gewähr mir deine Gnaden Angesicht einst verweltet und gaben. Die ganze Welt ers freut Quelle derselben; dankbare Liebe zu Jefu. 295 freut mich nicht, nach Erd bein wird Erde, doch nicht und Himmel frag ich nicht, immer, feyn, nur bis zum wenn ich nur dich kann ha- jüngsten Tage. Du kommst ben. Und wenn mein Herz einst und erweckeft mich, dann im Tode bricht, bist du doch schauet dies mein Auge dich, meine Zuversicht, mein bich, Welterlöfer, Gottes Theil, das meine Seele Sohn! dann preis ich dich trost, weil du mich durch vor deinem Chron. Herr dein Blut eridft. Herr Jesu Chrift! mein Herr und Jefu Chrift! mein Gott und Gott, erpore mich, so preis Herr! mein Gott und Herr! ich ewig, ewig dich. verlaß, verlaß mich nim mermehr. Mel. Jefus meine Zuversicht 2c. 2. Es ist, Herr, dein Ge 307.Jefum lieb ich fchenk und Gab, Leib, Seel ewiglich, fein und alles, was ich hab in Wort will ich treulich hals diesem ersten Leben. Daß ten: stets soll dieser Eifer sich ich es beinem Lobe weih, dem in mir mehren, nie erfalten. Nächsten damit nüßlich sey, Denn wer hat so inniglich je, dies Glück wolft du mir ges wie er, geliebet mich? ben. Lag, Mittler, mein 2.Jefus ift, o große Huld! Erkenntniß rein, und heilig dort am Kreuz für mich ges meinen Wandel feyn. Im storben; die Vergebung meis Leiden stårke mich mit Muth; ner Schuld hat er mir das denn roas du auflegst, ist mir durch erworben: Frieden, gut. Herr Jefu Chrift! mein den die Welt nicht giebt, Herr und Gott! mein Herr schenkt er, der mich so geliebt. und Gott! stårk mich in mei 3. Gott wird, wie er selbst ner lehten Noth. verheißt, mich um fetnetwillen 3. Uch gieb, wenn du mich schonen; ja der Vater, Sohn sterben heißt, daß dann dein und Geift will in meinem Engel meinen Geift zum Herzen wohnen; wer ist, Giß der Freuden trage! der das würdig preift, was mein ftillverwesendes Gemir Jefa Wort verheißt? 24 4. Also 296 Nothwendigkeit 4. Also liebte, spricht der 7. Jefus liebt mich für Sohn, Gott die Welt, daß und für, drum will ich ihn er gegeben seinen eingebohr wieder lieben; er hat mich nen Sohn, daß wir alle bereits schon hier in das ler möchten leben: so bin ich bensbuch geschrieben. Raubt denn selig schon durch den der Tod mir alles hier; Jesu Glauben an den Sohn! Liebe bleibet mir. 5. Wer beharrlich an ihn 8. Er iste, der mich sicher glaubt, geht im Lode nicht führt, ihm will ich mich and verloren; keine Macht ist, vertrauen; er, mein Leiter, die ihm raubt, wozu Jesus Schuß und Hirt, führet mich ihn erforen; das verheißne auf grüne 2uen; er gewähret Erbe glebt Jefus dem, der meinem Geift Freuden, wie tren ihn liebt. fein Wort verheißt. 6. Jft mir nur mein Mitte 6. Jch bleib Jesu Eigens ler hold, o so schreckt mich thum; sein bin ich und er kein Gerichte. Wenn ich mein Hirte. Er, mein Hei heute sterben sollt, würd land und mein Ruhm, macht vor seinem Ungesichte mich mich freyvon allerBürde. Ich nicht quålen meine Schuld; bin Jesu Eigenthum: dieses er vergab sie mir voll Huld. bleibt mein Glück und Ruhm. Nothwendigkeit eines heiligen Lebens. Mel. O Gott du frommer Gott ic. 2. Du sagst: ich bin ein 308.Du fagft: ich bin Chrift. Der ists, der Jes ein Chrift. fum fennet, ihn seinen Gott Wohl dir, wenn Werk und und Herrn nicht blos mit Leben dir dessen, was du sagst, Worten nennet; nein, son Beweiß und Zeugniß geben; dern willig thut, was wenn auch dein ganzes Thun, ihm fein Herr gebent. durch Gottes Kraft und Thust du das nicht; fo Geist, von deinem Christen- ist dein Ruhm nur Ev thum die achten Probenweift. telkeit. 3. Du eines heiligen Lebens. 297 3. Du fagst: ich bin ein Sünden, und hoff durch Chris Christ. Wer sichs will nen- fti Blut Begnadigung zu fins nen lassen, muß leben, wie er den; allein zeigt sich nun auch glaubt, und alles Bdse haf die Besserung an dir nach fen; der liebet Chriftum abgelegter Beicht? prüf nicht, der noch die Sünde dieses ernftlich hier! liebt, ist auch kein Chrift, ob 8. Wenn du stets wie zus er sich gleich den Namen giebt. vor ungdttlich bleibst gesins 4. Du sagft: ich bin ein net, wenn gar die alte luft Chrift; denn ich bin ja ges in dir mehr Kraft gewinnet, taufet auf Chrifti Tod, der und nicht der fromme Trieb, mich mit seinem Blut erkau- gehorsam Gott zu seyn; so fet. Ja wohl, doch prüfe dich, ist dein Beichten nichts, als wie stehts um deinen Bund, Selbsibetrug und Schein. den du mit Gott gemacht in jener Gnadenstund? 9. Du sagst: ich bin ein Chrift, laßspeisen mich und 5. Haft du nicht etwa selbst trånken mit dem, was Chris ihn längst und oft gebrochen? slus uns im Abendmahl will hast du als Gottes Kind schenken. Doch prüfe auch dich, wie du ihm verspro- dabey: ob Christi, Leib und chen, in allem Thun erzeigt, Blut in dir zur Heiligung dem Guten nachgefirebt, nie nun seine Wirkung that? wider deine Pflicht und Got tes Wort gelebt? 10. Du sagst: ich bin ein Chrift. Ich bethe, lef und 6. Du sagft: ich bin ein singe, ich geh ins Gottes, Chrift. Weil ich die Gna- haus; sind das nicht gute denlehre, zu Haus und df Dinge? sie sinds; wenn man fentlich oft les' und fleissig sie thut mit redlichem Ger höre; doch thuft und übst du müth und so, daß Gott das auch, was Gottes Wort dich bey ein reines Herze sieht. lehrt? der Thåter nur allein 11. Du sagst; ich bin ein ist Gott und Chriflo werth. Chrift. Wer kanne dir zus 7. Du ſagst: ich bin ein gestehen, so lang man es nicht Chrift. Ich beichte meine fann aus deinem Wandel fes Z5 hen? 208 Nothwendigkeit hen? wer glaubtund rühmt, Chriftenthum bestehet nicht daß er dem Heiland angehör, im Schein; ein Chrift muß, muß auch gesinnet feyn und was er heißt, im Wesen felb: wandeln, gleich wie er. sten seyn. 12. Bist du nun wahrer Chrift; so wirst du seyn er 16. Ach, mein Gott, gieb mir Kraft, mit Ernst mich füllet mit Chrifti Sinn und zu befleiffen, zu seyn ein wah Gelft. Wenn wahre Liebe rer Chrift, und nicht blos so quillet aus deiner Seele her, zu heiffen; denn, wer den wenn du demüthig bift von Namen hat, und nicht die Herzen, wie der Herr; dann That zugleich, gelanget nims fag: ich bin Chrift. mermehr zu dir ins Him, 13. So lang dich aber blos melreich. des Eltlen Liebe rühret, mel. Christ, unser Herr, zum 20. Stolz, Geiz und Ueppigkeit 309.& in Chrift foll bey dir noch fort regleret, unt nicht der Meis an der Sanftmuth statt sich nung feyn, daß unser Chris zeiget Haß und Neid; folftenleben besteh im Namen lange bist du noch vom Chris nur allein, den Christus uns flenthume weit. gegeben; und daß man möge 14. Du fagst: ich bin ein immerhin nach eignem Wohls Christ, und rühmft dich des gefallen, und angeerbten bds mit Freuden; doch thuft duffen Sinn in diesem Leben auch wohl mehr als manche wallen, auf eitlen Sündens weife Heiden? Ach! sorg, wegen. daß diese nicht dich einst dort 2. Ein wahrer Chrift tlagen an, daß sie bey min, firebt emfiglich mit Thaten der Licht mehr guts, als du, zu erweisen, daß er nicht blos gethan. fo nenne sich, und so Gott 15. Sag nicht: ich bin rechtszu preisen; der uns des ein Chrift! bis das dir Geistes Kräfte gab, uns Werk und Leben auch dessen, stärkt mit feiner Gnade, daß was du sagst, Beweis und wir durch ihn bis an das Zeugnig geben. Das wahre Grab einhergehn auf dem Pfade eines heiligen Lebens. 299 Pfade des ihm gefällgen met. Wer nur den lieben Gott. Lebens. 3. Wer feinen Gott recht 310.Mein Gott! ach lehre mich ers ehrt und liebt, wie einem lennen den Selbstbetrug und Kind gebühret, ist wachsam, falschen Scheln, daß viele, daß er nichts verübt, was die sich Christen nennen, mit ihn von Gott abführet. Der nichten Chrifti Glieder feyn. Heuchler Art hingegen ist, Wirk in mir selbst zu deinem von auffen fromm zu scheinen, Rahm, mein Gott das waha zu blenden durch Betrug und re Chriftenthum. Lift, ein anders ben sich mei. nen, und in der That ver richten. 2. Hilf, daß ich dir allein. ergeben, der Sünde abges storben sey; um fromm, wie 4. Dergleichen Heucheley, dirs gefällt, zu leben, steh o Gott, laß mich doch nie mir mit deiner Gnade bey, mals treiben; in Lieb und und wirke selbst zu beinem Leid, in Noth und Tod auf Ruhm in mir das wahre richtig vor dir bleiben. Gieb, Christenthum. daß ich mag vor allen dich, 3. Gieb, daß, da ich für in dir, den Nächsten, lieben, diese Erde nicht bloß von dir ja felbft auch lieben die, die geschaffen bin, ich himmlisch mich verlegen und betrüben; hier gefinnet werde und gieb und Christo treu nachfolgen. mir meines Hellands Sinn. 5. Ich bin ein Mensch, du Mein Gott, wirk selbst zu tenneft mich, ich kan mich deinem Ruhm in mir das leicht vergehen; bewahre wahre Christenthum. mich und gieb daß ich mag 4. Regiere du felbft meine ungesäumt aufstehen, wenn Seele, damit ich Chrifto fols ich aus Uebereilung fall; erge nach, und standhaft feine halt mich ben dem Einen, Wege wähle, wenn mich auch daß ich dich fürchte überall, tråfe Sport und Schmach. ble du mich zu den Dei: Denn bey dem wahren Chris nen wirst in den Himmel stenthum hier leiden, bringt nehmen. dort Freud und Ruhm. 5. Gieb 300 Nothwendigkeit 5. Gieb mir zum Streite und ich die Frucht verliere: Muth und Krafte, damit ich, wenn mich die Eitelkeit der Chrifto ewig tren, in meiner Welt mit ihrer Luft gefans Helligung Geschäfte nie trås gen hålt, ich ihre Feffeln lies ge und verdroffen sey, Gott, be: wenn ich, verführt durch wirke selbst zu deinem Ruhm ihren Reiz, Stolz, Rache in mir das wahre Christens gier, Fleischeslüste, Geiz, in thum. Werk und Thaten übe? 6. So hab ich schon auf 3. Welt strafenswürdger dieser Erde, was mich beru: bin ich dann, ich, der ich Chris higt und erfreut; so sieg ich stum fenne, weiß, was er einst im Tod und werde dich einst für mich gethan, ihn schaun in jener Herrlichkeit; Herrn und Meister nenne: fo front mich einft mit Preis als der, der in der Finsterniß und Rahm mein hier geführ des Frrthums tappt; noch tes Christenthum. ungewiß, ob er auch richtig wandle. Drum ließ der Herr ein Vorbilo hier, in seinem Mel. Ein Lämmlein geht ic. 311.Was hilft es mir Wort und Zeugnis mir, das ein Chrift zu mit ich darnach handle. fenn, wenn ich nicht christlich 4. Und ach! wo find ich lebe, und heilig, fromm, ge- Troft und Ruh, wenn mich recht und rein zu wandeln die Leiden drücken, und mein mich befirebe? wenn ich dem Gewiffen tritt herzu, die feligen Beruf, zu welchem Schuld mir vorzurücken? wo mich mein Gott erschuf, nicht find ich, Trost in jener Noth, würdig mich beweife, und kommt nun der schauervolle den, der mich erlöset hat, in Tod, mein Grab mir aufzur Wortenblog, nicht durch die decken, und meine Sünden That und gute Werke preise? lagern sich umher, gewaffnet 2. Was hilft der Glaub wider mich, mit einer Hölle an Jefum Chrift, den ich im Schrecken? Munde führe, wenn nicht 5. Weh mir! was hilft mein Herz rechtschaffen ist, es mir einst dort, erweckt aus mets 30r eines heiligen Lebens. meinem Grabe, daß ich an die Natur; dein Wink erregt Chriftum und sein Wort zum und stillt den Sturm. Schein geglaubet habe: 3. Wohin mein Auge, wenn keine fromme gute Gott, nur blickt, ist Ord. That mein Leben hier benung, Eintracht, Harmonie: zeichnet hat; den Glauben und ich, mit deinem Bild gea zu bestårken? zu dem Ge- schmückt, emporte mich und nuß der Seligkeit führt störte sie. Glaube und Rechtschaffenheit; der Glaub in guten Werken. 4. Du schufft das menschs liche Geschlecht; durch dich, Gott, find wir was wir sind: 6. Gott, dieser Hoffnung bu bist mein Herr, ich bin werth zu seyn, hilf, daß ich dein Knecht; du bist mein chriftlich lebe, und vor dir Vater, ich dein Kino. heilig, fromm und rein zu 5. Wie darf, wer, Vater, wandeln mich bestrebe! gieb dich nicht ehrt, des Glücks, mir Erkenntniß, Kraft und dein Kind zu seyn, sich freun? Muth, daß ich der Sünde nur die sind dieser Ehre scheinbar Gut im Glauben werth, die ganz sich deinem überwinde; daß ich, nach Dienste weihn. wohldurchlebter Zeit, den 6. Wie billig, wie gerecht Lohn in jener Ewigkeit, wie und gut ist alles, was uns du verheiffeft, finde. Gott gebeut! wohl dem, der feinen Willen thut! thn thun Mel. Vor deinen Chron tret ich ic.ft Freud und Seligkeit. 312.Dein, Gott, ift 7. Nur das, was bós und Majestät und schädlich ist, und und ents Macht, und alles ist dir un- ehrt, verbeut uns Gott. Weh terthan. Dir werde Dank dem, der seine Pflicht vers und Ruhm gebracht! fallt gigt! er stürzet sich in Schand nieder, Menschen, bethet an und Noth. 2. Dich preiset jede Crea- 8. Gott ist, wenn er Ges tur, der höchste Engel und der seße giebt, kein menschen. Wurm. Dich ehrt gehorsam feindlicher Tyrann: bloß well 302 Nothwendigkeit weil er unfreWohlfahrt liebt, weißt, was wir im Sinne reißt er uns zum Gehorsam führen, und haffest allen fals schen Schein; du bringest an. 9. Leicht ist die Laft und alles an den Tag, was noch fanft sein Joch. Wers wil- fo tief verborgen lag. lig trågt, sest seinen Lauf 2. Laß mich in meinem ftets freudig fort; und fällt er Christenthume Unredlichkeit noch, so hilft ihm Gott felbst und Träghelt fliehn. Zur wieder auf. Schmach gereicht mirs, nicht 10. Es heißt uns feine zum Ruhme, wenn ich den Lieb und Huld, gehorsam Gräbern ähnlich bin, in des feyn aus Dankbarkeit: ernen man nur Staub erblickt, warnet uns vor neuer so sehr man sie von aussen Schuld, und über uns durch schmückt. Krenz und Leid. 3. Die Frömmigkeit liebt 11. Er felbst ermahnt, tein Verstellen, sie braucht droht und verheißt, und hält der falschen Schminke nicht. uns Tod und Leben vor; uns Die sich den Heuchlern zuges rühret und erweckt sein fellen, vermeiden gern der Geist und ich veschlösse Wahrheit Licht. Wer ein Herz und Ohr? rechtschaffnes Wesen hat, bes 12. Nein, Gott! dir sey weißt es auch in Wort und mein Herz geweiht, Gehor- That. sam sey mein größter Ruhm. 4. Gieb, daß ich stets mit Verleihe mir Beständigkeit, reiner Seele, dir zu gefallen und heilge mich, dein Ei- leifrig sey; und unversteckt " genthum. felbst, wenn ich fehle, es dir bekenne und bereu! wer das Wider die heucheley. nicht thut, bestehet nicht vor Met. Wer nur den lieben Gott 1. deinem hellen Angesicht. 313.Mein ein Gott, du 5. Bekenn ich dich mit prüfeft Herz meinem Munde; so laß es und Nieren, siehst in der auch von Herzen gehn, und Seele Grund hinein, du mich in deinem Gnadens bunde eines heiligen Lebens. 303 bunde durch frommen Wans durch die der Glaub an Jeª del fest beftehn; daß mich kein fum Chrift erst rechter Art falscher Wahn bethört, und und thätig ist. sich mein Ruhm in Schmach 7. So hab ich stets ein verkehrt. gut Gewissen, im Leiden 6. Was nüßt mirs, vor Trost und Freudigkeit; und den Menschen prangen, und bin, wenn sich die Augen vor dir, Gott, verwerf- schlieffen, von Ungst und Sees lich seyn? laß mich den wah- lenqual befreyt; so führet ren Schmuck erlangen, und mich mein Tod dahin, wo ich kleide mich in Tugend ein, vollkommen selig bin. Mel. Was mein Gott will ic. Beschaffenheit der christlichen Tugend überhaupt. 3. Lösch aus, und dampf 314. Ach höchster Gott, in meiner Bruft die lasters verleihe mir, haften Triebe. Zur Tus daß ich nur dich begehre; gend gieb mir Kraft und mein ganzes Glück nur such kust, daß ich mich thätig übe, in dir, dich über alles ehre; nach deinem Wort an jedem dich als dein Kind stets such Ort das Gute zu vollbrins und find im Wohlstand und gen; lag meinen Geist sich im Leiden; laß weder Leid, allermeist zu dir, Gott, aufs noch Glück und Freud mich waris schwingen. jemals von dir scheiden. 4. Nie blåhe sich von 2. Erfülle mich mit wah- Stolz mein Sinn, laß mich rer Reu, wenn ich dich, Gott, in Demuth leben; nim Neid betrübe; gieb, daß ich alles und Rachsucht von mit hin, Böse schen, und stets das und laß mich gern verges Gute liebe. Laß mich doch ben. Dein Wort gebeut nicht, Herr, meine Pflicht Versöhnlichkeit, verdammt mit Vorfak je verleßen; der der Rachsucht Triebe; gieb, Seele Heil, mein ewges daß den Feind, nicht blos Theil, laß mich recht theuer den Freund, mein Herz aufs schätzen. richtig liebe. 5. Er 304 Beschaffenheit der christlichen 5. Erneure mich und mich hüte; des Herzens schmücke mich mit Glauben, Grund sey, wie der Mund, Hoffnung, Liebe; mit reinem der Wahrheit treu ergeben; Glauben, welcher sich treu im so werd ich nicht, wie sonst Gehorsam übe; die Hoffnung geschicht, verdiente Schmach fey von Zweifeln frey, die erleben. Liebe reich in Werken, so, 9. Gieb, daß ich stets den daß ich mag von Tag zu Müssiggang famt aller Tråg Tag der Tugend Fortgang heit fliehe, daß andern ich mein Lebelang zu dienen mich merken. 6. Laß mich nach Reich bemühe. Laß meinen Fleiß thum, Gut und Geld nie un- zu deinem Preis, o Gott, ersättlich trachten; die eitle mir wohl gelingen; und seg, Ehre dieser Welt nie über- neft dn das, was ich thu, so mäßig achten; laß mich viel- laß mich dir lobsingen. mehr nach Ruhm und Ehr 10. Gott, gieb mir deinen bey dir, Weltrichter, streben; guten Geist, daß er mich stets mit dem, was du mir hier regiere und, wie dein Wort thellst zu, laß mich zufrieden mich unterweist, auf deinen leben. Wegen führe; so wird mein 7. Verstellung, Falsch- Herz in Freud und Schmerz heit, Heucheley laß mich sorg- dir zu gefallen streben, und fältig fliehen; mich nie durch du wirst mir, Gott, einft bey Lift und Gleißnereyum Men- dir den Lohn der Treue fchengunft bemühen; las, ja geben. und nein, mir heilig seyn; laß mich nicht lieblos richten; Mel. O Gott, du fremmer ic. beny jebermann, so sehr ich 315. Mein Vater und Gott, der kann, den Zank mit Sanftmuth schlichten. du mir dieses Leben, Leib, 8. Herr, pflanz die wahre Seele nnd Vernunft aus Lauterkeit mir selber ins Ge- Gnaden haft gegeben, regiere múthe, damit ich vor Unred- ferner mich mit deinem gus lichkeit und Selbstbetrug ten Geist, daß er in allem Thun Tugend überhaupt. 80 305 Thun mir Kraft und Beystand leist. 6. Haß, Falschheit, Uebers muth, und Heuchelen danes 2. Hilf, daß ich allezeit ben, laß ferne von mir seyn; des Fleisches Lüfte meide, mein dir geweißtes Leben sen und wider ihren Reiz mit von Betrug und Neid, von Ernst und Sorgfalt streite; Unbarmherzigkeit, von unges gieb, daß ich immer wach, rechtem Gut, und stolzem im Kampf des Glaubens Sinn befreyt. 0033 03 treu, und in der Hoffnung 7. Mit deiner Gnadens start, und fest gegründet sey. hand, Herr, wollest du mich 3. Gieb, daß ich als ein leiten, mich auch auf dunkler Christ mich Christo ähnlich Bahn mit deinem Licht bes zeige, und achtsam mein Ge- gleiten; in Nöthen und Ges müth zu seiner Lehre neige. fahr mein Schuß und Rets Sein Geist regiere mich, ter seyn, mit Trost und Hülfe und nicht der Geist der Welt; mich zur besten Zeit erfreun. so geh ich, Herr, vor dir den 8. Erlöse endlich mich Weg, der dir gefällt. von allem Kampf und Leiden; 4. Erfülle du mein Herz laß selig meinen Geist aus mit Lust zu dir und Liebe, und dieser Hütte scheiden. Ums gieb, daß ich zugleich am faß am Ende mich mit deis Nächsten Liebe übe. Ver- ner Vaterhand, und führe leiße mir Geduld, wenn selbst mich ein ins rechte Trübsal bricht herein; und Baterland.vam dra gieb, daß ich im Glück demüthig moge seyn. 316. Gott, du from 5. Berleih, daß ich zuerst mer Gott, du nach deinem Reiche trachte, Brunquell aller Gaben, ohn' und fein vorgänglich Gut den nichts ist, was ist, von zu übermäßig achte. Wer dem wir alles haben! gefuns nach dem Ewigen vor allen den Leib gieb mir und daß Dingen tracht't, empfängt in diesem Leib die Seele uns im Zeitlichen auch das, was verletzt, rein das Gewissen glücklich macht. bleib. 11 2. Gieb 306 Beschaffenheit der christlichen 2. Gieb, daß ich thu mit 6. Soll ichs in dieser Welt Fleiß, was mir zu thun ge- zu vielen Jahren bringen, bühret, wozu mich dein Be- und unter mancher last ins fehl in meinem Stande süß- hohe Alter dringen; so sey ret; gieb, daß ichs thue bald, mein Führer selbst, mein zu der Zeit, da ich soll; und Helfer in Gefahr, damit ich wenn ichs thu, so gieb, daß rühmlich trag und froh mein es gerathe wohl. graues Haar.jemple 3. Hilf, daß ich rede fiets, 7. Laß dann mich selig womit ich kann bestehen; einst aus diesem Leben schei laß fein unnüßes Wert aus den; gieb meiner Sezle Theil meinem Munde gehen; und an deines Himmels Freu wenn nach meiner Pflicht ich den; belehrend mach indeß reden soll und muß; o dann dem Sterblichen mein Grab, bewahre mich vor Furcht und und trockne dem, der mich vor Verdruß. beweint, die Thrånen ab. 4 Findt sich Gefährlich 8. Du kommst, du wirst ges feit; so laß mich nicht verza- wiß die Todten auferwecken, gen, gieb du mirHeldenmuth, wirst deine Hand dann auch und hilf das Kreuz mir tra- zu meinem Grab ausstrecken; gen. Gieb, daß ich Haß und erweckt steht dann mein leib Neid durch Sanftmuth über aus seinem Staube auf, und wind, und da, wo ichs bedarf, eilt verklärt mit dir zu deinem fters Rath und Beystand Thron hinauf. Med 143 find. og as laß mich mit jeder- el. Herr Chrift, der einig. Gnas mann in Fried und Freund- 317. Here Jesu, Guat schaft weit es christ8 Denfonne! von lich beißt. Wirst du vor deinem Angesicht fließt auf andern geben mir Reich uns wahre Wonne, bestralt thum, Ehe und Gut, so gieb uns Heil und licht; du kannst auch dies daben, daß ich nicht den Geist erneuen, du kannst ungerecht, nicht stolz, noch das Herz erfreuen: versag ficher sey. es mir auch nicht! ple 2.{ ak 11 Tugend überhaupt. 307 2. Laß doch von allen wallen auf rechter Lebenss Sünden, die an mir hier bahn. noch fich beym Tugendeifer 7. Berleiß zum Guten finden, genesen, Herr! Stärfe, verleiß mir Muth durch dich; an deinen Frie- und Kraft; denn das find densgaben laß mich stets Gnadenwerfe. die dein Geist Antheil haben; ach, Herr, in uns schafft. Was ist, erfôre mich! obn' ihn, mein Sinnen, mein 3. Vertilg aus meiner Streben, und Beginnen? Seele des alten Menschen wie schwach? wie mangels Sinn, daß ich, was du willst, baft? wable, voll Eifer mich fort: 8. Erwerber aller Gnaden, bin zu deinem Dienft ergebe, du wirst nach deiner Treu der und dir zu Ehren lebe; weil Sünde mich entladen, wirft ich erlöset bin. täglich mir aufs neu, damit 4. Befördre dein Erkennt ich deinen Willen gehorsam nifin mir, mein Seelenbort, mög erfüllen, mit Kraft felbft erweitre mein Verständniß stehen ben. durch dein göttliches Wort; onk daß ich fest an dich glaube, Mel. Durch Adams Fall sc. stets in der Wahrheit bleibe, 318. lag nicht, mein Herz, daß und weiter gebe fort. 5. leit mich durch diese schwer es sey, den Weg Wüste, und unterbrück in des Herrn zu wandeln, und mir die Herrschaft böser Lü- täglich, dem Gefeße treu, ste, daß ich dem für und für zu denken und zu handeln. még immer mehr absterben, Wahr ists, die Tugend fos. was mich sucht zu verderben; stet Müh, sie ist der Sieg bingegen leb in dir. ber Lüste; doch richte selbst, 6. Ach zünde deine Liebe was wäre sie, wenn sie nicht in meiner Seele an, daß ich lämpfen müßte? aus innrem Triebe dich ewig 2. Die, die sich ihrer Laster lleben fan, und dir zum freun, trifft die fein Schmerz Wohlgefallen beständig moge pienieden? fie sind die Sklas U1 2 308 Beschaffenheit der christlichen ven eigner Pein, und haben wissen, was wir, Geschöpfe feinen Frieden. Der From- feiner Hand, fließn, oder me, der die Lüfte dåmpft, þat wählen müssen. oft auch seine Leiden; allein 6. Ibn fürchten, das ist der Schmerz, mit dem er Weisheit nur, und Freyheit fämpft, verwandelt sich in ists, sie wählen; ein Thler Freuden. folgt Fesseln der Natur, ein 3. Des Lasters Bahn ist Mensch dem Licht der See anfangs war ein breiter len. Was ist des Geistes Weg durch Auen; allein fein Eigenthum? was sein Be Fortgang wird Gefahr, sein ruf auf Erden? die Tugend! Ende Nacht und Grauen: was ihr Lohn, ihr Ruhm? der Tugend Pfad ift anfangs Gott ewig ähnlich werden! steil, läßt nichts als Müße 7. kern nur, Geschmack blicken; doch weiter fort am Buch des Herrn, und führt er zum Heil, und end- seiner Gnade finden, und übe lich zum Entzücken. dich getreu und gern, dein 4. Nimm an, Gott hätt Herz zu überwinden. Wer es uns vergönnt, nach unsers Kräfte bat, wird durch Ge Fleisches Willen, wenn Wol- brauch von Gott noch mehr lust, Neid und Zorn ent- bekommen; wer aber nicht brennt, die Lüfte fren zu stil- bat, dem wird auch das, was len; nimm an, Gott ließ er hat, genommen. den Undanf zu, den Frevel 8. Du streitest nicht durch dich zu frånken, den Men- eigne Kraft, drum muß es schenhaß; was würdest du dir gelingen; Gott ist es, von diesem Gotte denken? welcher beydes schafft, das 5. Gott will, wir sollen Wollen und Vollbringen: glücklich seyn, drum gab er wann gab der Vater einen uns Gefeße. Sie sind es, Stein dem Sohn, die das Herz erfreun, sie sind Brod begehrte? beth oft, des Lebens Schäße. Er redt Gott müßte Gott nicht in uns durch den Verstand, seyn, wenn er dich nicht und spricht durch das Ge- lerporte. der 9. Dich Tugend überhaupt. 309 9. Dich stårket auf der das dein Glaube hält, wird Tugend Pfad das Beyspiel neuen Muth dir geben; felger Geister; ibn zeigte und Kräfte der zukünftgen dir, und ihn betrat ja selbst Welt, die werden ihn bes dein Herr und Meister. leben. Dich müsse nie des Frechen II. Und endlich, Christ, Spott auf diesem Pfade hins sey unverzagt, wenn dirs dern; der wahre Ruhm ist nicht immer glücket; wenn Ruhm ben Gott, und nicht dich, so viel dein Herz auch ben Menschenkindern. wagt, stets neue Schwach 10. Sen start, sen månns beit drücket. Gott sieht nicht lich allezeit, tritt oft an deinejauf die That allein, er sieht Babre; vergleiche mit der auf deinen Willen. Ein gött: Ewigkeit den Kampf so fur liches Verdienst ist dein! dies ger Jahre. Das Kleinod, muß dein Herze ftillen. Von der Nachahmung Christi. Mel. Kommt her zu mir ic. ommt 319. 3. So werdet ihr zu jeder ber, Zeit für eure Seel, in Freud Mübselge, und Leid, Trost und Ers fommt zu mir, spricht lieb- quickung finden. Sanft ist reich Gottes Sohn, die ihr mein Joch, leicht meine Last; mit Sünden send beladen; wer sie geduldig auf sich fast, kommt ber; ich bin der gute dem helf ich überwinden. Hirt, der euer Herz erquicken 4. Dir will ich stets, 0 o wird; ich heile euren Schaden. Jesu Christ, der du auch mir 2. Nehmt nur auf euch ein Vorbild bist, zu folgen mein sanftes Joch; seht auf eifrig trachten; mich selbst mein Vorbild; lernet doch, und alles, was die Welt mic euch se, wie ich, bezeigen; sündliches vor Augen stellt, send sanftmuthsvoll, wie ich nie höher, als dich achten. es bin; liebt Demuth; laßt 5. Stárk du mich Schwas nicht euren Sinn zum Stolzchen, und verleiß, daß ich, und Geiz sich neigen. wie da, gesinnet sey, und dein 11 3 Joch 310 Von der Nachahmung Joch willig trage; für meis der feh auf mich, der ich für nen Geist pier Ruß erlang, euch gelitten: nemt willig und den verheißnen Preis ener Kreuz auf euch, und wers empfang am Schlusse mei- bet an Geduld mir gleich. ner Tage. 5. Dünkts euch zu schwer, ich geb voran, ich stehe euch Met. Machs mit mir Gott, nach zur Seite, ich lämpfe felbst, Dir nach! spricht und mache Bahn, bin alles 320.Mir Christus, un in dem Streite; wer wollte fer Held; mir nach, ihr Chri- muthlos stille stehn; da er ften alle! fließt die verkehrte mich felbft voran fiebt gehn! Luft der Welt, folgt meines 6. Wer Heil ohn mich zu Rufes Schalle! scheut nicht finden meint, wird, was er der Thoren Spott und fucht, verlieren; wer es Schmach, verachtet sie, und hier zu vertieren scheint, folgt mir nach. wird dennoch triumphiren. 2. Ich bin das Licht, ich Wer Glück der Erde mehr leucht euch für mit reinem begeßrt, als mich, ist meiner Tugendleben. Wer zu mir auch nicht werth. kömmt und folget mir wird 7. So laffet uns denn auf Seelenrub gegeben. Ich bin den Herrn, und auf sein Bors der Weg, ich jeige wohl, wie bild feben; wer treu ihm man hier richtig wandeln soll bleibt, ihm folget gern, den 3. Mit Demuth ist mein wird er einst erhöhen; wer Herz erfüllt, voll Liebe mei- ihm nicht treu bleibt, trägt ne Seele; ich übe Ganft- die Kron des ewgen Lebens muth, wenn man schilt, ver- nicht davon. gebe Schmach und Fehle; Gott ganz ergeben ist mein Mel. Was mein Gott will s. Sinn, und menfchenfreund. 321.Commt, die ihr lich; schaut auf ihn! noch nicht weise 4. Gleich mir verleugne fend, euch selber zu regieren! jeder sich, und folge meinen die ihr euch nech durch Eitels Schritten; wer keiden muß, feit, Geld, Wollust last vers füb, Christi infonderheit. 31r führen: Fommt, schauetJeful s. Stets floß er das Ges Vorbild an! dies, dies muß rausch des Ruhms, blieb euch beschämen! o! lernt, niedrig und geringe, entschlug geheilt von euerm Wahn, sich alles Eigenthums; er, hinfort euch selbft bezåbmen. Schöpfer aller Dinge. Urm 2. Gott war sein Alles: ward er selber, daß wir reich nur an dem þieng feine ganze aus seiner Armutß würden. Liebe. Dem dienen war ihm Er ist der Herr; sein ist das angenehm; dem weißt er Reich; doch trug er unsre aile Triebe. Wozu er stets Bürden. fich willig fand, war dies: 6. Lag Gottes Strafe auf den ganzen Willen des Ba. ihm schwer? er fand sie gut ters, welcher ihn gesandt, und billig, und jeden Tropfen vollkommen zu erfüllen. Bluts war er, ihm aufzus 3. Hoch über Welt und opfern, willig. Stets zeigt Eitelkeit, ganz heilig', ganz er, daß ihn feine Roth, auch Gott eigen, vermied er nie nur zur Klage, reize. ausSchüchternheit, sich, wie ward gehorsam bis zum erwar, zu zeigen; und wenn Tod, selbst bis zum Tod er Bosheit freveln fab, war am Kreuze. er voll edler Schmerzen; wenn aber Gottes Will ge schaß, quoll Freud aus sei nem Herzen. 7. Von Gott verlaffen, blieb fein Herz an ihm, trok alles Spottes. Sein Seßs nen war, im bångsten als der Folgt, 4. Die lust, die Tugend Schmerz, nichts nicht gut beißt, verlangt er Beyfall Gottes. nie zu schmecken. Und sein, Menschen, seinem Vorbild in Gott erhabner Geift blieb nach. Er hat für euch ge: rein von allen Flecken. In litten. Er selbst hat euch, allem sah er immerdar mit send ihr schon schwach, die Eifer, nie zum Scheine, Kraft dazu erftritten. auf das, was Menschen 8. Hilf meinem Vorfaß, heilsam war, nicht aber auf daß ich dir, mein Heiland, das feine ähnlich werde. Bezäßm das 114 Fleisch; 312 Von der Nachahmung Fleisch; vertilg in mir die auf dich, und will mein gan Liebe dieser Erde: daß ich zes Herz dir weyßen. Mich dein großes Beyspiel mir kann doch diese ganze Welt, fiets bier vor Augen seke; mit allem, was sie in sich hält, des Vaters Willen thun, nicht so wie du erfreuen. gleich dir, für eitel Wonne Nichts ist, was mich je fo fchake. labe, als die Gabe wahrer Liebe gegen dich; ftårt ihre Mel. Wie schön leuchtet der ic. Triebe! MAND 322. Jesu, Jesu, 4. Denn wer dich liebt, Gottes Sohn! den liebest du, giebst seinem mein Mittler und mein Gna- Herzen wahre Rub, machst denthron! du meiner See- freudig sein Gewissen. 06 len Wonne! du siebst, ob ihn noch manche Bürde mein Bekenntniß wahr, vor drückt, wird er doch mit dem dir ist alles offenbar und Trost erquickt, den du auf Flårer als die Sonne: berzihn läßst fliessen. Die hier lich, lieb ich dich vor allen; treu dir sind im Leiden, wers mir gefallen wird auf Erden den Freuden dort empfine nichts, wie du, noch lieber den; Freuden, die nicht zu werden. ergründen. 2. Von ganzem Herzen. Es hat hier noch kein fehn ich mich nach dir, oOhr gehört, kein Mensch ge Mittler; fonnt ich dich so seben und gelehrt, es läßt lieben, wie ich wollte! wer sich nicht beschreiben die ist der deine Lieb ergründ? Größe jener Herrlichkeit, ich denk anbethend nach, und die denen ist von dir bereit, find, daß ich mehr lieben die in der Liebe bleiben; follte. Hierzu wollst du, Gänzlich läßt sich nicht errei böchste Güte, dem Gemüthe chen noch vergleichen Erde Kraft gewähren, und die schäßen, was uns dort einst Gegenliebe mehren. wird ergößen. 3. Du, du bist meiner 6. So soll denn, Jesu, Wünsche Ziel, ich schaue nur dies allein mein Wunsch und mein Chrifti infonderheit. 313 mein Bestreben seyn, daß ne wahre Freude mangelt ich dich herzlich liebe, daß seiner Weide; feine Selige ich in dem was dir gefällt, feit. Voll und hell ist stets was mir dein Wort hat vor- fein Quell, der mich, wenn gestellt, aus Liebe mich stets ein Kreuz mich drücket, stårs übe; bis ich selig werde schei fet und erquicket. ben, und voll Freuden werde 3. Er, daß ich nicht falle, kommen zu den schon voll- bålt mich; und ich walle tommnen Frommen. sicher seine Bahn. Folge 7. Da werd ich deine sam seinen Rechten, stößt in Seligkeit von Ewigkeit zu finstern Nächten doch mein Ewigkeit in reiner Liebe Fuß nicht an: schreckt und schmecken; da wird dein stra- droht mir selbst der Tod; lend Angesicht nun weiter fei du, wenn Furcht und Angst ne Hülle nicht vor meinem mich schrecken, bist mein Auge decken; redlich werd Stab und Stecken. ich seyn erquicket und ges 4. Ich bey meinem Freun schmücket mit der Krone, die de fürchte keine Feinde, ich du giebst zum Gnadenlobne. von ihm beschüßt. Darb ich; er hat Gaben, giebt mir, mich zu laben, was mir ewig Mel. Jefu meine Freude ic. 323.Jefus ift mein nüßt. Troft und Luft durchs Hirte: als ich strömt die Brust; den ich mich verirrte, ich verlornes bethe nie vergebens zu dem Schaaf; kam er mir entge Herrn des Lebens. gen, eb auf meinen Wegen 5. Seine Lieb und Gnade mich ein Unfall traf. Siech folgt mir auf dem Pfade seis war ich; doch trug er mich nes Beyspiels hier. Wenn zu der Heerde voll Erbar ich ihn vollende, reichet er am men selbst auf seinen Ar- Ende seine Krone mir. Ich verneut zur Seligkeit, bin 2. Jesus ward mein les dann ewig mit den Frome ben, will mir alles geben, men herrlich und volls was das Herz erfreut. Kei kommen. men. 11 5 Mel 314 Bom Wachsthum Mel. Wir nach spricht Chrißus seu machen: den Kranken 324.Welch bobes Beyogabst du Troft und Ruß, und spiel gabst du warst start in den Schwas mir, mein Heiland, durch chen: du trugst die Leiden Dein Leben sollt ich nicht mit Geduld, und trugft fie gern und mit Begier, dit fonder eigne Schuld. nachzuaßmen, streben? und 5. Ein Opfer unsrer Mis nicht den Weg, den du besethat liebst du uns doch als tratst, auch gebn, und das Freunde; erfüllft für uns shun, was du tharst? des Vaters Rath, und bietest 12. Dein Herz war voller selbst für Feinde. Du starbst, Heiligkeit, fo rein, wie deine geborsam bis zum Tod, und Lehre; dein Thun, liebehrteft auch im Tode Gott. und Rechtschaffenheit; dein 6. Dies große Beyspiek Endzweck, Gottes Ehre; hast du mir zur Richtschnur für uns allhier Zufrieden- pinterlaffen, daß ich gefinnet beit, und dort einst ewge sen gleich die in meinem Seligkeit. Thun und kaffen. Komm, 3. Darum entâuffertest sprichst du, nimm dein Kreuz du dich, und stiegst vom Him- auf dich, komm, folge mir mel nieder, wardft Mensch, und thu, wie ich. ein armer Mensch, wie ich 7. Ich komme, Herr, gieb und meine schwache Brüder, Kraft und Licht, daß ich mein der Bosheit Raub, der keuheil erkenne, dein wahrer te Spott, in deinem Wan Jünger fey, und nicht mich del gleichwie Gott. fälschlich nur so nenne: damit 4. In Knechtsgeftalt er ich deiner kebre treu, auch ans schienest du, um uns zu Herrn/ dern selbst ein Beyspiel sey. Wachsthum und Beharrung im Guten. Mel. Wer nur den lieben Gott zen Liebe werth. Mit aller 325.Die schöne Eu- Kraft ihr anzufangen, bat gend, mein meine Seele oft begehrt. Uch, Verlangen, ist meiner gan- fönnt ichs! wie würd ich mich und Beharrung im Guten insonderheit. 315 mich freun, wie ruhig undiren dem innern Frieden wie felig fenn! schädlich fey! 2. Doch schnell umhüllen In bekannter Melodie. Finsterniſse mich, wenn ich 326.Jch ruf zu bie, auch erleuchtet bin, dann Herr Jesu fliehn die heiligsten Ent- Christ, der du uns benzue schlüsse, den Morgennebeln stehen stets fo geneigt und gleich, dahin. Bald wähl willig bist, erhöre auch mein ich, Herr, was dir gefällt, Fleben! des wahren Glaus und bald das Böse dieser bens Kraft und licht, das Welt. felige Bestreben, dir zu les 3. Ich Armer! darum ben, und Muth zu dieser kömmt kein Friede in mein Pflicht, das wollest du mir verschmachtetes Gebein. Wie geben. bin ich dieses Wechsels mi2. Jch bitt noch mehr, o de! Wann werd ich fest Herr, mein Gott; du kannst im Guten seyn; wann nicht auch dies mir geben, den mehr siraucheln? allezeit nur Muth, daß ich nicht werd zu deinem Dienfte, Gott, ge- Spott, wenn Leiden sich ers weißt? beben; ja, daß ich, wann 4. Gott, der Seligtet- ich sterben soll, auf deine ten Fülle, von Ewigkeit zu Snad mag bauen und vers Ewigkeit, du bist unwandel trauen, und, deines Geistes bar! dein Wille ist Ord- voll besiege Furcht und nung und Vollkommenheit. Grauen. Von Ewigkeit ber war er 3. Verleih, daß ich, von gut, und Recht ist immer, Herzens Grund, den Feins was er thut. den mog vergeben; so ebret 5. So bilde denn, Gott, dich nicht blos mein Mund, meine Seele; nach deinem so preiset dich mein Leben. Willen bilde fie: daß ich das Erquickend laß dein Wort Gute fiets erwähle, das mir feyn den Geist damit Bose immer ernstlich fließ; zu nähren, und zu webs baß nie der Sünde Täusche- ren, damit mich leid und Pein 316 Vom Wachsthum Pein von dir nicht mög ab: tehren. 2. Denk ich nur ernstlich jederzeit an diese letzten Dins 4. Laß mich nicht Luft, ge, so wird der Reiz der Eis noch Furcht, von dir in die telfeit nichts über mich ger fer Welt abwenden; Bewinnen; vielmehr werd ich ständigkeit verleihe mir; es mein Lebenlang dir dienen steht in deinen Händen: so ohne Furcht und Zwang in schmückt mich einst die Sie willigem Gehorsam. gerfron, die wir nicht selbft 3. Gott Vater, deine erwerben, sondern erben als Kraft und Treu laß reichlich einen Gnadenlohn, den uns mich empfinden; o Jesu erwarb dein Sterben. Christe steb mir bey, daß ich 5. Ich bin noch in der mag überwinden. Gott heils Prüfungszeit, ach leite, Herr, ger Geist, mein Schuß, mein mich Schwachen! du bists, Hort, von dir geführt erlang der alle Kraft verleißt, du ich dort der Ueberwinder fannst auch mich stark ma Krone. chen. So kann ich, wenn sit mir droht Gefahr, mich Fein- Wel. Wer nur den lieben Gott ic. de bitter baſſen, doch Muth 328. Richt, daß ichs faffen; dein Wort bleibt schon ergriffen ewig wahr, du wirst mich hätte, die beste Tugend bleibt nicht verlassen. noch schwach; doch daß ich meine Seele rette, so gieb, Mel. Ach Gott von Himmel fleb sc. Herr, daß ich berß und wach; 327.28en enn böse Lüfte denn Zugend ohne Wach mannigfaltsamkeit verliert sich bald in sich noch in mir erheben; so Sicherheit. laß mich ihnen alsobald und 2. So lang ich hier im ernstlich widerstreben. Ja leibe walle bin ich ein Kind, gieb, daß ich vergesse nicht das strauchelnd geht. Der die Todesstunde, das Gesehe zu, daß er nicht falle, richt, den Himmel und die der, wenn sein Nächster fällt, Hölle. noch steht. Auch die bekämpfe te und Beharrung im Guten insonderheit. 317 te bose Luft stirbt niemals seine Welt. Den, welchen ganz in unsrer Brust. Stand und Gold nicht rührt, 3. Nicht jede Besserung hat oft ein Blick, ein Wort, ist Tugend, oft ist sie nur verführt. Das Werk der Zeit. Die 7. Oft schläft der Trieb in wilde Hiße rober Jugend deinem Herzen. Du scheinst wird mit den Jahren Sitt- von Rachsucht die befreyt; samkeit; und was Natur jetzt sollst du eine Schmach und Zeit gethan, sieht unser verschmerzen, und sieh, dein Stolz für Tugend an. Herz wallt auf, und draut, 4. Oft ist die Uendrung und schilt so lieblos und so deiner Seelen ein Tausch der hart, als es zuerst gescholten Triebe der Natur. Du ward. fühlst, wie Stolz und Ruhm 8. Oft deaft, wenn wir sucht quålen, und dampfft der Stille pflegen, das Herz fie; doch du wechselst nur: imStillen tugendbaft. Kaum dein Herz fühlt einen andern lachet uns die Welt entges Reiz; dein Stolz wird Wol- gen: so regt sich unsre Leis lust, oder Geiz. denschaft. Wir werden im 5. Oft ist es Kunst und Geräusche schwach, und ges Eigenliebe, was andern ben endlich strafbar nach. strenge Tugend scheint. Der 9. Du opferst Gott die Trieb des Neids, der leichtern Triebe durch einen Schmahsucht Triebe erweck- strengen Lebenslauf; doch ten dir so manchen Feind; opferst du, wills seine Liebe, du wirst behutsam, schränkst ihm auch die liebste Neigung dich ein, fliebst nicht die auf? dies ist das Auge dies Schmahsucht, nur den der Fuß, die sich ein Chrift Schein. dentreiffen muß. 6. Du denkst, weil Dinge 10. Du fließt, geneigt dich nicht rühren, durch die zur Ruh und Stille, die der andern Tugend fällt: so Welt, und liebst die Eins werde nichts dein Herz ver- samkeit; doch bist du, forderts führen; doch jedes Herz hat Gottes Wille, auch dieser zu ents R 318 dadd Vom Wachsthum de M. entfliebn bereit? dein Herten, was auf Erden ist; bins bast Habsucht, Neid und auf zu Gott sich schwingen; Bant; fließts Unmuth auch getrost den Pfad der Trübfal und Maffiggang? gebn, und standhaft in Ver 11. Du bist gerecht; dann suchung stehn. auch bescheiden? Liebst Mås 3. Noch weiß ich, daß ich figkeit; dann auch Geduld? laufen muß; noch bin ich in du dienest gern, wenn andre den Schranken; noch nicht leiden; vergiebst den Feinden am Ziele: doch mein Fuß auch die Schuld? Bon allen beginnet oft zu wanfen. Lastern sollst du rein, zu aller Herr, stårke mich durch deine Tugend willig seyn. Kraft auf dieser furzen Pib and so 12. Ach gieb, Herr, daß grimschaft. ich wach und streite; nie 4. So lang ich noch ein denke, daß ichs gnug gethan. Fremdling hier, in diesem Mein Herz hat seine schwa- leibe walle; so schaff ein che Seite, die greift der Feind reines Herz in mir, ein Herz, der Wohlfarth an. Die das dir gefalle, und leite mich Sicherheit droht mir den auf ebner Bahn durch deis Fall, hilf, daß ich wachenen Geist zu dir binan. überall. ad sid me mire C 5. Es sey mein Ruhm, dir werth zu seyn, was du Mel. Vir nach spricht Chriftus 1. gebeutst, zu üben; mein 329.Balbo ald oder spåt des böchstes Gut, mich dein zu Codes Raub, freun, von Herzen dich zu wall ich noch bier auf Erden, lieben: mein Trost auf deiich Sterblicher: doch dieser nen Schuß zu traun, und Staub soll einst unsterblich meine Hoffnung, dich zu werden. Und dann, dann schaun. ist mein ewges Theil, o Gott, Verwerfung oder Heil. 6. Die freche Thorheit dies fer Zeit foll nie mir meinen 2. Mit Furcht und Zit- Glauben, den füffen Trost der tern foll ein Christ nach sei Ewigkeit, des Himmels Hoffe nem Heile ringen; verach- nung rauben. Was lindert fonft 3220 und Beharrung im Guten insonderheit. 319 fonst des Lebens Noth? 11. Ibr, die ihr ihn ers und was versüßt mir sonst babner preißt, ihr Engel, den Tod? meine Brüder, dann singet 7. Wie zaghaft sind wir mein verklärter Geist in eure von Natur! wie eitel unfre Jubellieder: und eurer hohen Werke! Muth schenket uns Harfen Klang ertönt in meis der Glaube nur, und nur nen Lobgesang. durch Chrifti Stärke sind 12. Du, der uns dieses wir in Ungst und Traurig- Heil erwarb, laß, Jesu, Feit getrost, und überwinden michs ererben; du, der für weit. feine Menschen starb, laß, m 8. Heil mir! ich bin sein Jesu, dir mich flerben! gieb, Eigenthum! nichts soll von daß ich dir im Leben treu, ihm mich scheiden: nicht getreu bis in den Tod dir sey! Wollust, Güter oder Rubm; nicht Schmach, nicht Tod, Mel. Alle Menschen müssen ic. noch keiden. Ich bin durch 330.Nicht nur firets Jefu Blut erkauft; ich bin ten; überwine auf seinen Tod getauft. den muß, wer nach der Krone 9. Nicht Trubsal mehr, ringt. Ernstvoll ist der nicht leid noch Schmerz be- Kampf der Sünden, und der trübet dort die Geinen; Heilige nur fingt, an dem nicht flagen mehr wird un- Ziele, Siegeslieder, er nur fer Herz, nur Freudenthrå- schaut mit Wonne nieder auf nen weinen; er, der für uns des heissen Streits Gefahr, sein Leben gab, er trocknet in der seine Seele war. unsre Thränen ab. 2. Jesus Christus, übers 10. Dort schauen wir, und wunden haben deine Märtys bethen an vor seinem Ange- rer; bånger waren jene sichte und die wir hier im Stunden ihres Kampfs, fie Dunkeln sahn, wir werden stritten mehr, als ich jes dort im Lichte die Wunder mals streiten werde: benn feiner liebe sehn, des Wei- dein Heiligthum, die Erde, fen Wege gang verstehn. deine Hütte, Gottmensch, rußt; 320 Vom Wachsthum dey rubt; trieft nicht mehr von wache, flehe, ring und kämpf, Christenblut. richte auf die lassen Hände, 3. lleberwunden, über- und des Fleisches Lüfte wunden hast du, Herr der dåmpf: denn das Leiden dies Herrlichkeit; tiefe Schmach, ser Zeit, ist nicht werth der und Blut und Wunden, Herrlichkeit, die dein Jesus Kreuzestod, das war dein einst wird geben dir in jenem Streit. Ganz haft du den bessern Leben. Kelch getrunken jenes Zor- 2. Sen getreu in deinem nes; doch versunken bist du, Glauben, lasse dessen festen Mittler, ewig nicht, sondern Grund durch Verführer dir wieder aufgericht. nicht rauben; balte treu den 4. Wer kann dein Geheim- felgen Bund, den dein Herz niß fassen? wer, wie hoch du durchs Wasserbad fest mit Ach! dich aufschwangst? dort am Gott geschlossen hat. Kreuz warst du verlaffen, als wie leicht geht der verlos du mit dem Tode rangst; ren, der nicht hält, was er ne dennoch war Triumph dein beschworen! Ende. Eil, mein Geist, in 3. Sen getreu in deiner Gottes Hände; sprachst du; Liebe, gegen Gott, der dich riefft schon in der Nacht dei- geliebt; Liebe auch am Nach nes Tods: es ist vollbracht. flen übe; und wenn jemand 5. Was sind meine kurze dich betrübt, denke, wie dein Leiden gegen die, die Jesus Heiland that, als er für die litt. Und was, gegen jene Feinde bath. Du mußt, foll Freuden, die mir Chrifti Tod dir Gott vergeben, auch vers erstritt! und doch folg ich zeißn und liebreich leben. dir mit Beben? Durchzu4. Sen getreu in deinem bringen in deinkeben gieb mir, Leiden, und laß dich fein Un der du für mich strittst, für gemach, feine Noth von Jefu mich unaussprechlich littst. scheiden, murre nicht in Weh Mel. Wie nach einer Wasser. ic und Uch! denn du machest 331.Se en getreu bis deine Schuld größer durch an das Ende, die Ungeduld. Selig ist, wer und Beharrung im Guten insonderheit. 321 wer willig tråget, was sein so zu machen, daß, was du Gott ihm auferleget. beginft, fich wend hin zu Gots F 5. Sey getreu in deinem tes Preis und Ehr, und du Hoffen. Hilft Gott nicht selbft je mehr und mehr mös gleich, wie du willt, er hat geft auf dem rechten Pfade bald ein Mittel troffen, das dich versichern seiner Gnade. nun deine Wünsche ftillt; er 9. Sey getroft, und scheu verbirgt uns oft die Zeit, die Kämpfe nicht vom leks wo er weislich ist bereit, uns ten Augenblick; Jesus eilt nun Hülfe zu verleihen; um selbst, daß er dämpfe deine uns stärker zu erfreuen. Roth und dich erquick. D 6. Laß dein Heffen nicht wer mit ihm kämpft und erkalten, sey nicht muthlos ringt, überwindet und bes in der Noth. Sprich! mein zwingt auch als Held das Gott! dich laß ich walten, Graun des Todes; und eilt dich, mein Vater und mein froh zum Throne Gottes. Gott! hoff auf Jesum fe über figlich, sein Herz bricht ihm Entschließung zur Treue gegen dich, feine Hülfist schon beym Nachdenken vorhanden; wer so hofft, wird nie zu schanden. Petri Sall und Buße. Mel. Wenn meine Sünde mich 16. 7. Meyn es treu mit del- 332.Von Angst dahin nem Herzen, fleuch Betrug geriffen, vers und Heucheley; denn sie wür- leugnet Petrus dich. Bald ket Schmach und Schmerzen straft ihn sein Gewissen: da und oft allzu spáte Reu. weint er bitterlich. Tief drin. Sey dann aller Falschheit get ihm dein Blick ins Herz! feind; sey der Wahrheit fte- er fleht zu dir um Gnade, ter Freund; sey vorsichtig und du stillst seinen Schmerz. in dem Glauben, doch auch ohne falsch, wie Tauben. 2. Wie wuchs nun deines Beugen Beständigkeit und 8. Sey getreu in allen Muth! Furcht konnt ihn Sachen; Anfang, Mittel nicht mehr beugen: für dich, und das End fey befliffen, Herr, floß sein Blut! dich, * seinen 322 Vom Wachsth. u. Beharrung im Guten infond. seinen Herrn und seinen Gott, empfinde, Erldser, sieheft verherrlichte sein Leben, verdu! du schenkteft Petro feine herrlichte sein Tod! Schuld: bedeck auch mein 3. Betrübt ist meineSee Bergehen mit deiner Lieb le, erfüllt mit Reu und und Huld! Schmerz! was hilfts, daß 7. Nur laß mir diese ichs verheele? du schaust Rene ja unvergeslich seyn! mir ja ins Herz! bekennen ich will zu ewger Treue mich will ich es vor dir: auch ich dir von nun an weihn! dich hab dich verleugnet! vergleb, zu verleugnen, Herr, mein vergieb es mir! Gott, das scheue meine See 4. Wann deiner Lehre le weit mehr als selbst der Haffer dich schmähten, und Tod! ihr Spott von ihrem Mund 8. Ich will dich frey be als Waffer dahinfloß wider kennen! wann Gott Gericht Gott: dann schwieg ich einst hält, wirst du mich furchtsam, schämte mich, ein dann auch nennen dem Rich Chrift zu seyn, und scheutester aller Welt! dein Kreuz mehr ihren Spott als dich! ist meine Zuversicht! selbst 5. O du, der du dein Le denen, die dich schmähen, ben, du Herr der Ewigkeit, verheel ichs, Jesu, nicht! so willig hingegeben, für 9. Bedeckt von deiner meine Seligkeit! wie un Gnade, veracht ich ihren dankbar, wie schwach war ich, Spott! wer ift es, der mir daß ich den hohn der Sünschade? du hilfft mir aus, der mehr fürchtete als dich! mein Gott! von meinem 6. Ach, rechne nicht zur Haupte fält kein Haar, und Sünde mir diese Feigheit drohten sie mir alle die schred zu! den Schmerz, den ich lichste Gefahr! IX. es O 323 IX. Vom Beweis der christlichen Gottseligkeit und Tugend oder der Verehrung Gottes durch gute Gesinnungen Worte und Werke. Streben nach der Erkentniß deine Lehren wirken sollen, Gottes und der Religion. uns bessern wollen. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. 5. Ach mocht ich, Gott! 333.Was ist, o Gott, aus allen meinen Kräften, im Himmel, selbst bey des Lebens Sor: was auf Erden, das, so wiegen und Geschäften, stets du, verdient erkannt zu were mein Gemüth, um mich den? was ist, das meinen zu dir zu schwingen, zur Durft nach Glück so stille, Stille bringen! als deine Fülle? 6. Das gieb mir, Gott! 2. Dich suchen, ist die und leite meine Seele, daß edelfte der Sorgen. Zwar Wahrheit ich und Tugend bist du unerforschlich und ver. nie verfehle. Ste geben, borgen. Doch willst du, suche ich sie ohn Ermüden, wenn wir nur dein Licht nicht den süßsten Frieden. haffen, dich finden lassen. 7. So laß mich sie denn 3. Mit lauter Stimme immer besser kennen; mich lebren deine Werke uns deine täglich mehr von deiner Lieb Weisheit, deine Gut und entbrennen; dir gern gehors Stärke. Auch haft du selbst, chen, frölich dich erheben; sey hoch dafür gepriesen! dir, Gott, nur leben. uns unterwiesen. 4. Und immermehr willf! Mel. Liebster Jesu, wir sind sc. du dich offenbaren, wenn wir 334. Gott, mein Licht, erleuchte getreu, was du uns lehrft, bewahren; wenn wir, was dich und Jesum recht zu tens X2 nen: 324. Beweis der Gottseligkeit und Tugend. nen; meinen Gott und Vas Zweifelsucht entfernen, und ter dich, meinen Heiland ihn in Demuth glauben lernen. zu nennen; fromm und ru 6. Laß mich, Herr, in dels big hier auf Erden, einft im nem Licht immer rührender Himmel froh zu werden. erkennen jener Herrlichkeit 2. Lauter Wahrheit ist Gewicht, und wie glücklich dein Wort. Lehre mich es der zu nennen, der nach ihr recht verstehen! bilf felbst mit Eifer trachtet, und der meinem Forschen fort, richtig Sünden Lust verachtet. darans einzusehen, was zu 7. O verleihe mir die meinem Heil mich führet, Kraft, deinem Wort gemäß und mir, deinem Knecht, zu handeln, und vor dir ges gebühret. wissenhaft, als dein treues 3. Uber laß mich nicht Kind zu wandeln, so wird allein richtig seinen Sinn einst in jenem Leben mich ein verstehen; laß mein Herz heller Licht umgeben. auch folgsam seyn, den er kannten Weg zu gehen, denn Mel. Wer nur den lieben Gott x. ſonst würd ich bey dem Wif- 335.Mein Gott, br leiden wohneft zwar sen doppelt müssen. im Lichte, dahin kein sterblich 4. Gieb, daß ich den Un. Auge dringt; doch giebst du terricht deines Wortes tren uns zum Unterrichte dein bewahre; daß ich, was es Wort, das uns Erkenntniß mir verspricht, reichlich an bringt, was du, o Allerhöch mir selbst erfahre. Ja es ster, bist, und was mit und sen in meinem Leiden mir dein Entzweck ist. ein Quell von Trost und Freuden. 2. So gieb denn, daß ich darauf achte, als auf ein 5. Hilf, daß sich von Zeit Licht im dunkeln Ort; und zu Zeit meine Kenntniffe ver wenn ich ernstlich es betrachs mehren! Find ich manchete, so hilf felbft meinem For Dunkelheit bey geheimnis fchen fort. Lag für der Wahrs vollen Lehren: laß michheit hellen Schein metn Aug Streben nach Erkenntniß Gottes. 325 Ang und Herz stets offen Sinn durch Wahrheit, dir seyn. zum Dienfte, hin. 3. Dein Wort sey mir ein 7. Laß dein Erkenntniß Licht im Glauben, das mich mir, im Leiden, des besten zur wahren Weisheit führt. Troftes Quelle seyn. Lag laß mir doch keinen Frr- dann, wenn Leib und Seele thum rauben, was mir ein schetben, mich noch im Glaus ewig Hell gebiert. Kein ben deiner freun. Dort seh Spottergeist verführe mich; ich dich im hellern Licht von kein Zweifel fey mir hin Angesicht zu Angesicht. derlich. 4. Dich kennen ist das Met. Der Tag ist hin, mein Jefus c. ewae Leben; drum hilf mir, 336. Schabner Gott, Vater, daß ich dich, und den, was an ben du für uns gegeben, hier deine Größe? denk ich an so erkenne, wie du mich in dich; so fühl ich meine Blöße. deinem Wort es selbst ge- Ich fühle, Herr, daß du une lehrt; bis einst sich meine endlich bist, und daß ums Einsicht mehrt. schränkt mein forschend Dens 5. Vor allem laß bey mir ten ist. lebendig, o Höchster, dein 2. Du wohnst im Licht, Erkenntniß seyn! laß mich dazu kein Mensch kann koms danach dir auch beständig die men, was ists, das wir von größte Lieb und Ehrfurcht deinem Ruhm vernommen? weihn. Gieb, daß ich thu ach! nur ein Theil von jemit allem Fleiß, was ich von ner Majestät, die über alles deinem Willen weiß. dich, o Gott, erhöht. 6. Was hilft das rich 3. Dein ewges Seyn, sigste Erkenntniß, wenns dein ganz vollkommnes Wes nicht zu deiner Liebe treibt? fen, das, was du wirkst, un was nüßt ein aufgeklärt was bein Rath erlesen, ift Verständniß, wenn doch das viel zu hoch für menschlichen Herz noch bose bleibt? drum Verstand. Von Engeln selbst leuke, Herr, auch meinen wirst du nie ganz erkannt. 3 4. Wie 326 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. 4. Wie sollt ich denn, ich einst zu deinem Himmel Staub, mich unterwinden, führst. Unendlicher! dich völlig zu 9. Dann werd ich dich im ergründen? o mache mich hellern Lichte sehen, und, von solchem Dunkel frey froh in dir, dein ewigs Lob daß mir dein Wort des Glaus erhöhen. Herr, du bist groß, bens Richtschnur sey. und zeigst es mit der That, 5. Mein eigner Geist unendlich groß an Huld, an kann sich leicht hintergehen. Macht und Rath! Dein Wort ist wahr: es bleibet ewig stehen. Erforsch Mel. Wenn wir in höchsten ze. ich gleich bein göttlich We. 337. Herr, aller Weiss so mir das von dein Unterricht! und Grund, dir ist mein Unvers 6. Von dir, durch dich, zu mögen kund! was ist der dir sind alle Dinge: gieb, Menschen Wiß und Kunst, daß ich dir, mich selbst, zum Gott, ohne dich und deine Opfer bringe! begreif ichs Gunft! nicht, wie du die Welt re- 2. Ja Vater, ich, dein gierst; so sey mirs gnug, daß schwaches Kind, bin oftmals du mich selig führst. abgeneigt und blind zu sehr, 7. Einst wirst du dich mir was dient zu meinen Wohl näher offenbaren, einst werd und tråg, wenn ich dir fol ich mehr von deinem Rath gen soll. erfahren; wenn ich nur dem, 3. Bereite, Herr, mich deb was mich dein Wort gelehrt, nenKnecht, zu halten dein Ge geglaubt, gefolgt, und treuseß und Recht; gtebKraft, zu dich hier verehrt. thun, was mein Verstand, von 8. Drum hilf, daß ich dir belehrt, als gut erkannt. mit Ehrfurcht vor dir wand. 4. Mein Leben hier währt le; in allem Thun nach kurze Zeit, du schufft mich für deinem Willen handle; zu die Ewigkeit; zu wenig ist frieden sey, wie du mich für meinen Gelft, was man hier regierft, bis du mich hier groß und herrlich heißt. 5. Wenn Streben nach Erkenntniß Gottes. 327 5. Wenn ich auch gleich was wahrhafte Weisheit begabet wår mit vielen Gü sey. Meinen Fleiß darauf tern, Ruhm und Ehr, und zu lenken! stehe mir aus Gnas follt entrathen deines Lichts, den bey. Denn die Klugs so nüßte jenes Glück mir heit, so die Welt ohne Grund nichts. für Weisheit hält, fordert nicht mein Wohlergehen, und wird nie vor dir bestehen. 6. Was hilfts, wenn ei ner gleich viel weiß, und sich doch nicht anschickt mit Fleiß 2. Weisheit ists, wenn zu deinem Preis, zu deinem unsre Seelen sich, Herr, deis Dienst; wie klein ist dann nes Wortes Licht nur allein nicht sein Gewinft! zum Leitstern wählen, und 7. Wie leicht vergeht sich mit fester Zuversicht diesem der, und irrt, den nicht, Herr, Licht sich anvertraun; denn deine Weisheit führt; und die folgsam darauf schaun, trifft in dem nun Thorheit ihre Hofnung darauf grün an, was er für flüglich hielt den, werden Hell und Leben gethan! finden. 8. Wie mancher, der sich 3. Weisheit ist es, dars flug dúnkt, wählt, was nach- nach trachten, recht mit sich her seine Seele quált, und bekannt zu seyn; sich nicht nimmt, weil er dich nicht er schon vollkommen achten, und kennt, mit seinem Wie ein den Eigendünkel scheun; gern traurig End. auf seine Fehler fehn, reuend 9. Mein Vater, unterwei- sie vor Gott geftehn; eifrig se mich, daß ich in allem seh stets nach Begrung streben, auf dich; nimm Wahn und und sich deß doch nie erheben. Thorheit von mir hin; mach 4. Weisheit ist es, Chris fromm und weise meinen stum ehren, seiner Mittlers. Sinn. huld vertraun; so auf seine Stimme hören, und auf feinen Wandel schaun, daß Mel. Jefu deine Heilige sc. 338. Lehre mich, Herr man falsche Wege flieht, und recht bedenken, mit Eifer sich bemüht, seiz * 4 nem 328 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. nem Bilde hier auf Erden tet werden, deren Weg ist immer ähnlicher zu werden. Licht und Hell. Solche 5. Weisheit ist es, alles Weisheit kommt von dir: meiden, was mit Reu das Gott, verleihe sie auch mir! Herz beschwert, und sich hü- laß sie mich zu allen Zelten ten vor den Frenden, die der auf den Weg des Friedens Sündendienst gewährt; nicht leiten. die Ehre dieser Welt, nicht Gemächlichkeit und Geld Ehrfurcht gegen Gott. für das wahre Wohlfeyn ach- Mel. Wer nur den lieben Gott.. ten; nein! nach bessern Gů. 339.Wil tern trachten. 339.Willst du der Weisheit 6. Weisheit ist es, Got Quelle kennen? es ist die. tes Gnade sich zu seinem Furcht vor Gott dem Herrn. Zweck ersehn, und auf seiner Nur der ist weis und klag Wahrheit Pfade diesem zu nennen, der alle feine Glück entgegen gehn; gerne Pflichten gern, weil Gott fie Gottes Willen thun, froh ihm gebeut, vollbringt, wenn in seiner Fügung ruhn, und, gleich dazu kein Mensch thn wenn Leiden uns beschweren, zwingt. hoffend mit Geduld sie eh. ren. 2. Lern Gottes Größe recht empfinden, und fühle 7. Weisheit ist es, stets deine Niedrigkeit, so wirst bedenken, daß wir hier nur du nie dich unterwinden, Pilgrim sind! Wunsch und mit thdrigter Vermessenheit Hofnung dahin lenken, wo zu tadeln, was sein Rath bes die Seele Ruhe findt; seine schließt, der wunderbar, doch Augen unverwandt nach dem heilig ift. ewgen Vaterland richten und 3. Wirst du den Höchfien sich hier bestreben, wie man kindlich scheuen, so wird dir, droben lebt, zu leben. teine Pflicht zur Laft: nur 8. Diese Weisheit ist auf das wirst du vor ihm be Erden, Höchfter, unser bestes reuen, daß du sie oft versäus Theil. Die von ihr gelel, met hast. Wer Gott, als Zeus Ehrfurcht vor Gott. 329 Zeugen, vor sich hat, der Gott mein Schuh, mein Heil freut sich jeder guten That. und Licht; so beb ich vor den 4, Wenn Nacht und Duns Menschen nicht. telheit dich decken, die dem 8. Laß deine Furcht, Gott, Verbrecher Muth verleihn; mich regieren; mich stets auf wird dich die Furcht des dich, den Höchften, sehn, lag Herrn erwecken, auch dann, sie mich zu der Weisheit fühs was unrecht ift, zu fcheun. ren; so werd ich niemals irre Denk nur: vor seinem Ange- gehn. Wohl dem! der dich ficht ist Finsterniß wie Mit- ftets kindlich schent; dich tagslicht. fürchten, Gott, ist Seligkeit. 5. Den Höchsten öffentlich verehren, sowohl als in der Mel. O großer Gott von Macht se. Einfamkeit; auf bes Ge, 340. du erhabner wissens Stimme hören, und an willig thun was er gebeut: Macht unendlich reich! wer auch das lehrt dich die Furcht ist dir auf der Erde, und wer des Herrn; auch das thut, im Himmel gleich? vor dir wer ihn fürchtet, gern. erbebt die Geifterwelt; und 6. Lågt dich die Welt was der Himmel in sich Verachtung merken, wenn hält, muß sich mit tiefem du dich fromm von ihr ent- Schweigen vor deinem Thros fernst: die Furcht des Hoch- ne beugen. ften wird dich stårten, daß 2. Du haft durch deine du die Welt verachten lernst. Kraft den Himmel ausges Wer Gott dem Höchften wol- ftreckt; die Erde feft ge gefällt, ist glücklich, selbst grindt, dem Meer sein Ziel beym Epott der Welt. gesteckt. Dein Wort bewegt 7. Sich stets vor dem oer Berge Grund, und stürzt Allmächtgen scheuen, giebt sie in des Meeres Schlund. Heldenmuth und Tapferkeit, WillA du zur Strafe ziehen; wenn uns der Menschen stol- sokun kein Mensch entfliehen. zes Drauen, was Gott mis 3. In deiner Hand sind fällt, zu thun gebeut: ist wir, wie Thon ins Töpfers Hand. 5 330 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. Hand. Was an uns Gu: 7. las, Vater, diese tes ift, haft du uns zuges Furcht des Lebens Leitflern wandt. Du lehrft das feyn; so nimmt kein Leichts menschliche Geschlecht durch sinn mich, kein Aberglaube die Vernunft und Schrift ein; so werd ich, von Unreds dein Recht; willst, daß wir lichkeit, von Menschenfurcht Thun und Denken, nach dei- und Angst befreyt, den Frie ner Vorschrift, lenken. den im Gewissen, als dein 4. Erleuchte meinen Geift, Kind, stets genießen. Gott, mit deinem Licht. Dich fürchten, ser mir stets, Mel. Wer nur den lieben Gott it. so Geligkeit, als Pflicht. 341. Vor dir, o Gott, als dein Unter fich findlich than, der niemals dein ent scheuen, ist unfre allergrößte behren kann, bemüht sey, Pflicht. Rein Mensch kann deinen Willen gehorsam zu deiner Huld sich freuen, scheut erfüllen. er dein heilig Ange nicht. 5. Laß deine Gegenwart Drum wirk in mir durch deis mir stets vor Augen seyn, nen Geist die Furcht vor dir, und auch im Dunkeln mich die kindlich heißt. dein belles Untlik scheun. 2. In allem, was ich thu Erinnre mich an dein Geund denke, laß, Herr, das richt, wenn, zur Verleßung meine Weisheit seyn, daß meiner Pflicht, die Luft der ich mein Herz zur Sorgfalt Welt zu Zeiten mich Schwa- lente, vor jeder Sünde mich chen will verleiten. zu scheun. Denn wer noch 6. Doch zünde auch in mir Lust zur Sünde hat, der das Licht des Glaubens an, fürchtet dich nicht in der That. daß ich, in Chrifto, dich, als 3. Gieb, daß ich fiets zu Vater, lieben kann: daß ich Herzen nehme, daß du all vom Geift der Knechtschaft gegenwärtig bist, und, daß frey, mich, ohne Zwang und zu thun, mich ernstlich schå Heucheley, aus findlich froher me, was dir, mein Gott, Liebe, dir zu gefallen, übe. zuwider ist. Der Beyfall einer Liebe zu Gott. 33.1 einer ganzen Welt hilft dem 8. In deiner Furcht las ja nichts, der dir misfällt. mich einft sterben; so schreckt 4. Laß immer dein Ge mich weder Tod noch Grab; richt mich scheuen, und wirke so werd ich jenes Leben fteten Ernft in mir, mein erben, dazu dein Sohn Leben deinem Dienft zu wet sich für mich gab. Gott! hen, daß ich die Gnade nicht deine Furcht bringt Gegen verlier, die vom verdienten ein; ihr Lohn wird groß im Fluch befreyt, die stets durch Himmel seyn. Wohlthun sich erneut. Liebe gegen Gott. 5. Ja, Vater, nun darf Mel. Wer nur den lieben Gott ic. deiner ich nicht zittern; dein Sohn 342.Du Bater bein die allein foll nichts dies Glück erschüt der, der du die Liebe selber tern, so muß ich in der Gnas bist, und dessen Herz anch denzeit mit Sorgfalt alles gegen Sünder noch gütig und Unrecht fliehn, mich nur um voll Mitleid ist! laß mich deine Gunft bemühn. von ganzem Herzen dein, 6. So gieb denn, Herr, laß michs mit allen Kräften daß mein Gewissen stets un seyn. befleckt und reine sey, und 2. Gieb daß ich als dein mache von den Hindernisses Kind dich liebe, da du mich der wahren Zugend felbfi als ein Vater liebst, und so mich frey. Nie store Furcht gesinnt zu seyn mich übe, und Luft der Welt mich, das wie du mir dazu Vorschrift zu thun, was dir gefällt. giebst. Was dir gefällt, 7. In deiner Furcht laß gefall auch mir; nichts scheis mich stets wandeln, unt de mich, mein Gott, von dir. überall auch, wo ich sey, nach 3. Vertilg in mir durch deiner Vorschrift redlich han deine Liebe den Hang zur deln: du haffeft alle Heuche Liebe dieser Welt; und gleb, ley. Wer dich von Herzen daß ich Verleugnung übe, liebt und ehrt, der ist dir wenn mir was Eitles noch angenehm und werth. gefällt. Wie? follte ich die Kre 332 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. Kreatur bir vorziehn, Scwd: In voriger Melodie. pfer der Natur? 343.23ie? ie? sollt ich dich, mein Gott, 4. Laß mich, um deines Namens Willen, gern thun, nicht lieben? du hast mich was mir dein Wort gebeut. ja zuerst geliebt, und, von Kann ich nicht, wie ich soll, er- Erbarmen angetrieben, den füllen, so sieb auf meine Wil- Sohn geschenkt, der Leben ligkeit, und rechne mir nach giebt. Herr, dies Geschenk deiner Huld die Schwach- zeigt rührend an, wie hulde heit, Bater, nicht zur Schuld. reich du mir zugethan. 5. Der liebt dich nicht, der 2. Von Ewigkeit hast du noch mit Freuden das thut, beschlossen, ich soll dein Kind was dir, o Gott, misfällt, und Erbe seyn. Und wann drum laß es mich mit Ernst ist eine Zeit verfloffen, da du, vermeiden, gefiel es auch der mein Gott, mich zu erfreun, ganzen Welt. Die kleinste mir nicht noch weit mehr Sünde selbst zu scheun, laß, Guts gethan, als ich jemals Vater, mich behutsam seyn. aussprechen kann? 6. Aus Liebe laß mich 3. Wie sehr, Herr, bift alles leiden, was mir dein du mir gewogen! du liebteft weifer Rath bestimmt. Auch mich von Anbeginn, und haft Trübfal führt zu ewgen mein Herz zu dir gezogen. Freuden: wer ihre Last gern Bewahre selbst in mir den übernimmt, geduldig trågt Sinn, dag dir, voll brúnst und weislich nüßt, wird ger Dankbarkeit, mein gane machtig von dir unterstüßt. zes Leben sey geweißt. 7. In deiner Liebe laß mich 4. welch ein seliges Ges sterben, dann wird der Tod schäfte, Herr, deinem Dienst felbft mein Gewinn; dann sein Leben weihn! gieb du werd ich deinen Himmel er mir dazu selber Kräfte, so ben, wo ich dir ewig naße bin. wird mein Fleiß gefeguet Da lieb ich in Vollkommen seyn. Ist deine Gnade nur heit, dich, Vater der Barm mit mir, so bleib ich stets, herzigkeit! mein Gott, an dir. 5. Führst Liebe zu Gott. 333 5. Führst du mich gleich ne Werke, deine Güte, deine auf rauhen Wegen, fo thuft Stårke, wie entledigt er mein du es zu meinem Hell. Auch Herz von Bekümmernig unter harten Krenzesschlå und Schmerz! gen hab ich an deiner Huld 3. Floß mir nicht aus doch Thell; und nach voll- deiner Fülle tausendfache brachter Leidensbahn nimt Wohlthat zu? daß ich würde, du mich einft mit Ehren an. war dein Wille; daß ich 6. Dreiche mir, auch noch bin, schaffeft du; daß wenn ich sterbe, Herr, deine ich denke, daß ich wähle, dans Vaterhände zu. Dann trd tet dir, Gott, meine Seele; fie mich mein künftges Erbe; dankt die, daß sie dich erkennt, dann führe mich in deine und dich ihren Vater nennt. Ruh. Mit villiger Zufrie- 4. Du erlöftest vom Vers denheit lieb ich dich dann in derben mich durch deinen Ewigkeit. Sohn, o Gott! ließeft den Serechten sterben, mir zum Mel. Alle Menschen müssen 2c. Leben ward sein Zod! haft 344. Quelle der Boll die Hofnung mir gegeben, kommenheiten, ewig dort mit ihm zu leben, Gott, mein Gott, wie lieb ewig deiner mich zu freun, ich dich! und mit welchen und von dir geliebt zu seyn. Seligkeiten labet deine Liebe 5. Sollt ich dich nicht mich! mögen Welten doch wieder lieben, der du mich vergehen; durch dich bleib zuerst geliebt? der mit mehr ich aufrecht stehen: dets als Batertrieben so unends ne Huld wird mir allein lich mich geliebt? tönnt ich mehr als Erd und Himmel ruhig hier auf Erden ohne seyn. deine Liebe werden? ohne 2. Denk ich deiner: wie sie, nach dieser Zeit, würdig erhebet meine Seele sich in seyn der Seligkeit? mir! wie getröstet, wie be 6. Heil mir, daß ich es lebet fühl ich mich, Gott, empfinde, wie so liebens, von dir! jeder Blick auf dei- werth bu bist; daß mein Herz 334 Beweis der Gottfeligkeit und Tugend. Herz vom Haß der Sünde, jo mein Schöpfer, hin in die dich schmäht, durchbrunwahrer Liege neigen! gen ist; daß auf dein Gebot 3. Je mehr mein Seift ich achte, und es zu erfüllen dich denkt und liebt, vermehrt trachte! Heil mir, du ver- er seine Freuden; du, du birgeft nicht einft vor mir bifts, der ihm Ruhe giebt dein Angesicht! und füssen Trost im Leiden. 7. Noch lieb ich dich un. Groß bist du, Gott, unends vollkommen, meine Seel er- lich groß; es fließt, es fließt tennt es wohl; dort im Ba- aus deinem Schooß ein Meer terland der Frommen lieb von Seligkeiten. ich dich, Herr, wie ich foll; 4. Gieb, daß dich, der du dort erst werd ich deinen Wil- ewig bift, mein Geift recht len recht erkennen und erfül- lieb gewinne, und gleich dir, len; dort schmeck ich vor was vergånglich ist, zu lies deinem Thron der vollkomm- ben nie beginne. Du sollst nen Liebe Lohn. mein höchstes Gut allein, die Freude meiner Seele Mel. Ach Gott von Himmel sieh ic. feyn! stårk mich in diesem 345.Mein Dein Gott, du Sinne. heiffest und du 5. Und muß aus dieser bist die wesentliche Liebe: Liebe nun des Nächsten Liebe gieb, daß ich als ein wahrer fließen: so laß mich gerne Christ rechtschaffneLiebe übe! Gutes thun, und nie mein wer wäre ich? wenn mein Herz verschließen vor derer Gemüth bey allem Reich- Noth, die deiner Huld, sind thum deiner Güt noch uner. sie gleich Sünder und voll warmet bliebe. Schuld, doch gnadenreich 2. Was alle deine Werke genießen. mir an Trefflichkeiten zeigen, 6. Es sey mein Nachfier, das find ich höchstes Gut, in wer er ift, auch ihm erzeigft dir viel besser und ganz ei- du Liebe, erbarmest dich durch gen. Wie sollte ich nun Jesum Christ auch sein mit Herz und Sinn nicht zu dir, Batertriebe. Dugabft den Sohn Freude an Gott und himl. Sinn. 335 Sohn für uns dahin; o gieb, an seinem Heil; dies trde das ich nach deinem Sinn ftet meine Seele. mich in der Liebe übe. 4. Du bist mir der bes 7. Ich liebe jeden, den du währte Freund, der es aufs schufft gleich mir zu deiner beste mit mir meint, wo find Ehre, den du, wie mich, ich deines gleichen? du stehst zum Himmel rufft durch dei mir bey, du bleibest treu, nes Sohnes Lehre. Laß wenn Berg und Hügel diese Liebe, Gott, zu dir und weichen. meinem Nächsten sich in mir mit jedem Tage mehren. 5. Du bist mein Leben, Troft und Licht, mein Fels und Heil! drum frag ich Sreude an Gott und bim, nicht nach Himmel und nach lischer Sinn. Erde. Herr, ohne dich ist Mel. In dich hab ich gehoffet ic. nichts für mich, was mir ers 346.Jh freue mich, freulich werde. mein Gott, in 6. Du bist mein aller höchs dir. Du bist mein Troft, ftes Gut, darauf mein wahrs und was kann mir in deiner res Wohl beruht. Wie fühl Liebe, fehlen! du, Herr, bift ich mich hienieden nicht schon mein, und ich bin dein: was beglückt, wte fanft erquickt mangelt meiner Seelen! durch dich und deinen Frieden! 2. Du, Vater, haft auch 7+ Und ewig soll mirs mich erwählt, und deinen wohlergehn; ich soll dich Kindern zugezählt, in Chri- einst noch näher sehn, du Urs filo deinem Sohne. Du liebst sprung wahrer Freuden: mein Wohl, schauft gnaden meinGeift soll sich dort ewige voll auf mich von deinem lich an deiner Liebe weiden. Throne. 8. Noch hats kein mensch 3. Du trägst mich lieb lichOhr gehört, was uns dein reich mit Geduld, vergiebst Himel einst gewährt, Gott, in Chrifto mir die Schuld, hilf es mir erringen. Wie wenn ich aus Schwachheit werd ich dort, dich, Gott, mein fehle; du giebst mir Theil Hort, anbethen und besingen! 336 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. Met. Durch Adams Fall ist ganz ic. meinen Fug vom Sündens 347.D ewig Licht, oweg; laß mich mit Sorge höchstes Gut! falt meiden verkehrte Lüfte; du glebst der Menschen See- benn ihr Steg führt nur zu len Zufriedenheit und froßen Schmerz und Leiden. Muth, die dich zum Ziele 5. Du höchstes Gut, laß wählen. Wer auf dich seine mich allein dich über alles Hoffnung seht und nicht auf lieben; laß mich niemals das, was nichtig, der wird verdroffen seyn, was du ges durch deine Huld ergößt, der deutst, zu üben. Laß meine wandelt froß und richtig. Hoffnung feyn gestellt auf 2. Wer aber an der Erde dich, mein Heil und Leben; klebt, nur Freude sucht hie- lag nie mein Herz dir, Herr nieden, sich nicht hinauf zu dir der Welt! unwillig widers erhebt, hat keinen wahren streben. Frieden. Wollt ich, o Gott, 6.So bin ich ruhig und vers entfernt von dir nach meiner gnügt; so fühl ich Trost und Lüsten wallen; wo fånd ich Frieden; so werd ich nicht wahre Ruhe hier? wo durch das besiegt, was mich Schuß, um nicht zu fallen? umgiebt hienteden; so dringt 3. Es kann der Seele mein Geist zu dir hinan mit wahre Rub nie ohne dich, sehnlichem Verlangen, fo Gott, werden. Sie sucht wirst du aufder Pilger Bahn und forschet immerzu durch mich stets mit Huld ume alle Theil der Erden, und fangen. findet nirgend, was sie sucht, 7. Dewges Licht, o hich das Gut, das sie vergnüget; ftes Gut! welch Licht wird all ihre Müh ist ohne Frucht; mir aufgehen, wenn ich dort, weil es in dir nur lieget. wo man ewig ruht, den Mitt 4. So las denn zu dir, ler werde sehen; wenn du, ers ewges Licht, stets meinen habnes Wesen, dich mir nás Geist aufblicken; lag doch her wirst entdecken! Gott, des Eitlen Liebe nicht ihn dieser Troft soll kräftig mich tauschen und bestricken. Zeuch zu deiner Lieb erwecken. Wiel. Gehorsam gegen Gott. 337 Mel. Werde munter mein sc. alles ist Geborsam gegen Gott. Mel. Hast du denn Jesu dein ic. 348.Was Glück der Er- 349.Dein Glück und Pflicht ist es, den, was ifis ohne dich, o Seele, den gütigen Willen Gott? kann mir deine Huld deines, dich liebenden, Gote nicht werden; so ist alles tes, in Allem erfüllen. Trug und Spott. Du nur Dies sey dein Dank; dies sen bists, der mich vergnügt; bein bester Gesang, offence alles andre fließt und trügt. lich und auch im Stillen. Kann ich deine Huld nur 2. Freudig geborch ihm, baben, hab ich gnug mein der alles aufs Beste regies Herz zu laben. ret; der dich bis bieber 2. Ohne dich mår selbst mit Weisheit und Güte ge im Himmel für mich keine führet; der dir gewährt, was Freude nicht, war der Welt dich erfreuet und nährt; folg Pracht und Getümmel wie ihm, durch Wohlthun ges ein Tag, der ohne Licht, wie rühret. ein Körper ohne Geist, nur 3. Redlich gehorch ihm, ein Schatten, der nichts heist. der deinen Leib künstlich bes Kann ich deine Gnade ha- reitet; der dir Gesundheit ben, hab ich gnug mein Herz verließen, dich freundlich ges zu laben. leitet. In wie viel Noth 3. Nichts will ich denn hat nicht der gnädige Gott, böher achten als dich, Gott, über dich, Flügel gebreitet? mein bestes Theil, nur nach 4. Immer halt Gottes deiner Gnade trachten; denn Gebote, der stets dich gen auf ihr berußt mein Heil. segnet. Ströme des Guten Du allein, o höchftes Gut, bats auf dich, im Kreuz giebst dem Herzen froßen auch, geregnet. Denke das Muth; kann ich deine Huld ran, was der Allmächtige nur haben, hab ich gnug fan, wie er dir huldreich mein Herz zu laben. begegnet. Y 5. Die 338 Beweis der Gottfeligkeit und Tugend. 5. Wie Gott uns lies daß ich aus Liebe dein Ge ber! das lerne, durch Se bot vollziehe, nicht aus ben und Hören: lern es aus 3wang und Noth. Jesu beglückenden, trofivol 4. Dein Sohn that dei len Lehren. Dann fehlt dir nen Willen gerne, und stellte nicht, Wollen und Stärke sich zum Muster dar, daß und Licht, Gott auch durch ich Gehorsam von ihm lerne, Thaten zu ehren. wie er dir selbst gehorsam war, und solches freudig Mel. Wer nur den lieben Gott ic. durch die That bis in den ein Gott, du Tod bewiesen hat. 350.Mein bast mir zu 5. Laß mich nicht erst in befehlen; und ich muß dir solchen Dingen, mit Fleisch gehorsam seyn. Will ich und Blut zu Rathe gebn, das beste Theil mir map- die mein Gehorsam soll voll len; so muß dein Wille bringen, vielmehr auf Jesu mich erfreun. Du bist der Vorbild sehn. Nur allzu Herr, ich bin der Knecht; leicht empöret sich mein eigs und was du willst ist gut ner Wille wider dich. und recht. 6. Sobald ich deine Stims 2. Ich sehe, wie selbst me böre, so mache auch mein Wind und Meere dir fol- Herz bereit, daß ich sie mit gen, wenn bein Wink nur Gehorsam ehre, und thue, spricht; wie jedes Wert zu was sie mir gebeut. Ein beiner Ehre das, was du Herz nur, das dich willig ihm gebeutst, verricht. Und ehrt, ist dir, Gott, angenehm ch, o Bater, follte nun und werth. nicht gerne deinen Willen thun? 7. Gieb, daß ich nie, wenn Menschen drauen, dir zu ge 3. Gehorsam foll vor allen borchen unterlaß; laß dein Dingen dein angenehmstes Misfallen mehr mich scheuen Opfer seyn; um dir dies als aller Menschen Gunst Opfer darzubringen, wollst und Haß. Bist du mit du mir Folgsamkeit verleipn, Huld mir zugethan; wer ift Gehorsam gegen Gott. 339 ift dann, der mir schaden soll geschehn. Und ging, kan? ibn willig zu vollziehn, zum 8. Soll ich nach deinem Kreuzestod geduldig þin. Willen leiden, so laß mich 4. O mach mein Herz, alle Ungeduld und fummer- gleich seinem Herzen, Gott, volles Zagen meiden. Das gegen dich voll Folgsamkeit, Leiden wird durch deine Huld daß sichs dir auch zur Zeit mir keicht, ja Segen und Ge- der Schmerzen zu unterwers winn; wenn ich dir nur ge- fen sen bereit, und alles das borsam bin. gelassen trägt, was deine Hand mir auferlegt. 5. Laß mich im Leben und Mel. Wer nur den lieben Gott ac. 351.Gieb mir das Wol beym Sterben mit deinem len und Voll- Willen seyn vergnügt;« c bringen, o Bater aller Gü- fucht mein Heil nicht mein tigkeit und mache mich vor Verderben, bey dem, was allen Dingen, durch deinen er befiehlt und fügt; ihm guten Geift bereit, daß mei- folgfam feyn ist Seligkeit; nem Herzen nur gefällt, was Gott, mache mich dazu mir dein Wille vorgestellt. bereit. 2. Mein Heiland ist mir vorgegangen; er that, Gott, vom Vertrauen auf Gott deinen Willen gern. Will und Ergebung in seinen Willen. ich des Christen Rußm erlangen, und ihm gefallen, In bekannter Melodie. meinem Herrn; ſo muß 352.Was mein Gott auch ich, von lastern rein, will, gescheh gleich ihm, zum Guten wil allzeit, sein Will ist stets lig seyn. der beste! zu helfen ist er 3. Sein Herz war willig dem bereit, der an ihn glaus und voll Freuden, die ihm ber fefie. Der treue Gott bestimmte Bahn zu gebn; bilft in der Noth, und züchs ergeben dir im schwersten tiget mit Maßen. Wer Leiden sprach er: dein Wille ihm vertraut, fest auf ihn baut, 2 340 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. baut, den wird er nie ver: frieden; was deine Bater laffen. liebe will, was deine Weise 2. Er ist mir Troft und seit mir beschieden, damit Zuversicht, Rub, Hoffnung, bin ich vergnügt und still. Freude, Leben: drum was er Mein ganzes Herz soll dir will, dem will ich nicht un- allein und deinem Willen bantbar widerstreben. Sein heilig fenn. Wort ist wahr; er hat mein 2. Willst du mit Leiden Haar auf meinem Haupt ge- mich belegen; so laß mein zähler. Des Höchsten Macht, Herz geduldig seyn: das leis die für mich wacht, giebt ben wird mir selbst zum Se mir stets, was mir fehlet. gen, wenn ich mich willig 3. Wenn es sein Wille schicke drein. Du sorgst als mir gebeut, das Leben zu Bater, und als Gott, für verlassen: so will ich voll Er- mich im Leben und im Tod. gebenheit in seinen Rath 3. Willst du mir manche mich fassen. Dir, Gott, be- lirdsche Gabe hier noch versa fehl ich meine Seel in meinen gen und entziehn: genug, letten Stunden: deinSohn, wenn ich den Troft nur babe, o Gott, hat Höll und Tod daß ich dir werth in Chrifto für mich auch überwunden. bin, und nicht verscher, 4. Nur eins, o Herr, vers durch eigne Schuld, die mit fag mir nicht! wenn in den durch ihn erworbne Huld. letten Tagen, mich meiner 4. Sein Tod erklärt mir Sünden Heer ansicht; so beinen Willen; dein Will laß mich nicht verjagen. ist, daß ich heilig sen. Step DaßGott vergiebt, denSün- mit, ihn treulich zu erfüllem, der liebt, der glaubt an Jesu mit deines Geistes Gnade Namen: das lehr mich ben; laß mich mit Ernst die doch, im Sterben noch, zu Sünde scheun, und ganz meiner Ruhe! Amen. mich deinem Dienste weißn s. So nehme ich, was du bin in dir, mir giebest, aus deinen Hän mein Gott, zu- den dankbar an, und thue, WAS Mel. Wer nur den lieben Gott tc. 353.J Vertrauen auf Gott u. Ergebung in seinen Willen. 34º was du, Bater, liebest so zu tragen, als selbst das wis treu, als ich es immer fan; brige Geschick, ben deffen so ist mein Herz vergnügt kaft wir flagen? die größte und still mit allem, was dein Noth hebt doch der Tod, Wille will. und Ehre, Glück und habe Mel. Was Gott thut, das ist ic. verläßt mich doch im Grabe. 354. Auf dich, Herr, nicht auf mei 5. An dem was Seelen glücklich macht, läßßt du es nen Rath will ich mein feinem feblen. Gesundheit, Glücke bauen; und dir, der Ebre, Glück und Pracht find mich erschaffen hat, mit gan- nicht das Glück der Seelen. zer Seele trauen. Du, der Wer deinen Rath vor Augen die Welt allmächtig hält, bat, dem wird ein gut Ges wirft mich in meinen Tagen, wissen die Trübsal auch als Gott und Bater, tragen. verfüffen. 2. Du sahest schon von 6. Was ist des Lebens Ewigkeit, wie viel mir nüßen Herrlichkeit? wie bald ist würde; bestimmtest meine sie verschwunden! was ist Lebenszeit, mein Glück und das Leiden dieser Zeit? wie meine Bürde. Was zagt bald ists überwunden! hofft mein Herz? ist auch ein auf den Herrn! er bilft uns Schmerz, der zu des Glaugern. Send frdlich ihr Ges bens Ehre nicht zu besiegen rechten! der Herr hilft seis en Knechten. ware? 3. Du tenneft was mel. Was Gott thut, bas ift ic. mein Herz begehrt, und båt- 355.Der Herr ist meis test, was ich bitte, mir gnàne Zuversicht, big, eß ich bat, gewährt, wenns mein einzger Troft und Les deine Weisheit litte. Dulben. Dem fehlt es nie an forgst für mich stets väterlich. Troft und Licht, der sich dem Nicht, was ich mir ersebe, Herrn ergeben: Gott ist sein bein Wille, Herr, geschebe. Bott, auf sein Gebot wird 4. Ist nicht ein ungestör- seine Seele stille; ihm gnügt tes Glück weit schwerec oft des Vaters Wille. 3 2. Wer 342 Beweis der Gottfeligkeit und Tugend. 2. Wer wollte dir, Herr, schenken: so lehrt der Glaube nicht vertraun? du bist des denfen. Schwachen Stärke, die Aus 6. Sen unbewegt, wenn gen, welche euf dich schaun, um dich her sich Ungewitter fehn deine Wunderwerke. sammlen! Gott hilft, wenn Herr, groß von Rath, und Chriften, freudenteer, zu ihm stark von That! mit gna- um Gnade stammlen. Die denvollen Händen wirst du Zeit der Qual, der Thras dein Wert vollenden. nen Zahl zählt er; er wiegt 3. Noch nie hat sich, wer die Schmerzen, und wälzt dich geliebt, verlaffen sehen sie von dem Herzen. müssen: du läßt ihn, wenn 7. Herr, du bist meine Zu ihn Noth umgiebt, doch deisversicht. Auf dich hofft meine nen Troft genieffen. Des Seele. Du weißst, was Frommen Herz wird frey von meinem Glück gebricht, wenn Schmerz. Der Sünder eit ich mich forgend quale. Wer les Dichten pflegst du, Herr, wollte sich nicht ganz auf dich, zu zernichten. Allmächtiger, verlaffen, und 4. Drum hoff, o Seele, sich im Kummer faffen. hoff auf Gott; der Thoren 8. In deine Hand befehle Troft verschwindet; wenn ich mein Wohlfeyn und mein der Gerechte in der Noth keben. Mein hoffend Auge die Gunft des Schöpfers blickt auf dich; die will ich findet. Wenn jener fällt; mich ergeben. Sey du mein ist er ein held: er steht Gott, und einst im Tod mein wenn jene zittern, ein Fels Fels, auf den ich traue, in Ungewittern. bis ich dein Untlig schaue. 5. Wirf nicht die große Hoffnung bin, die dir dein Mel. Wer nur den lieben Gott. Glaube reicher. Web denen! 356.Mein Schuif die zu Menschen fliehn: web Gott, laß Dem! der von Gott weichet. ich walten; ich boff auf ihn Er gab dir schon den eingen er fennet mich. Ihm fehlte, Sohn; will mit ihm alles die Seinen zu erhalten, an Mits Vertrauen auf Gottu Ergebung in seinen Willen. 343 Mitteln nie, und sein bin ich.denheit. Er leite mich nach Ich gründe meine Zuversicht seinem Rath, wie er mic auf diesen Fels, und wanke zugesfaget hat. nicht. 2. Sollt ich gleich einem Mel. Nun ruhen alle tc. Heiben forgen, der Gott nur 357. I zaten laß ich fennt im schwachen Licht? ist mir, wie ihm, auch Gott den Höchsten rathen, der verborgen? fenn ich denn alles kann und hat: er muß feine Liebe nicht? ach! Preis in allen Dingen, solls ans sen ihm, der seinen Rath/ ders wohl gelingen, der Hels zum Trost mir felbst ent fer feyn durch Nath und decket hat. That. 3. Er ist die Lieb! wie 2. Sorg ich gleich fpåt follt ich zagen? er hats be und früße; ohnißn hilft keine zeugt durch Jefum Christ. Müße, nicht Menschen Rath Was fönnte mir ein Gottland Kunst: er mags mit versagen, der so unendlich meinen Sachen, nach seinem gütig ist? Erbabner Trost, Willen, machen; ich stells der nimmer trügt, und jede in seine Batergunft. Rümmerniß besiegt! 3. Es wird mir nichts ges 4. Der Herr erzieht uns, schehen, als was es auserfe. seine Kinder, zur Ewigkeit ben, und was mir heilsam ist; mit weiser Huld; er schont, ich hab, was er mir giebet er züchtigt viel gelinder, als und seinem Rath beliebet, wir verdient, und hat Gezu meiner Wünsche Ziel buld; er hat ein zärtlichBa- erkiefst. terberz, das sich erbarmt bey unferm Schmerz. 4. Ich trau auf seine Gnas de, und nichts ist, das mic 5. Ich harre seiner, und schade, wenn er mich selber bin ftille. Wie bald ver- schüßt: leb ich nach seinen streicht die Prüfungszeit! Säßen; so wird mich nichts dann nehm ich dort aus sei verleßen, mir fehlen nichts, ner Fülle unendliche Zufrie was ewig nüßt. 4 5. Er 344 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. 5. Er laffe meine Sün- et. Ermuntre dich mein schw.. ben vor ihm Vergebung fin- 358.Du bift ein meine Mensch: be den, durchstreiche Schuld; und wenn ich zu ihm denk dein Wohl, und strebe schreye, so schenk er mir aufs nicht nach Dingen, die man neue in Chrifto feine Ba- Gott überlassen soll! die terhuld. er nur fann vollbringen. 6. Leg ich zum Schlaf mich Was lenfft du ängstlich dein nieder, weckt mich der Mor- nen Sinn auf tausend eitle gen wieder; Gott ist und Sorgen bin, und denkst: wie bleibt mein Hort: hat jeder wills auf Erden noch endlich meiner Tage gleich seine mit mir werden? Müß und Plage, so ftårti 2. Es ist umsonst: du und tröftet mich sein Wort. kannst fürwahr nicht durch 7. Schein ich auch gleich dein Thun und Dichten das, verlassen, so will ich mich doch was dir nicht beschieden war, faffen, getroft auf Gott bin- lins Werk, nach Wunsche, febn: fein Unfall unter allen, richten. Dies Sorgen dies wird mir so schwer je fallen; net blos dazu, daß du dich mit Gott werd ich ihn über- felbst aus deiner Ruh in stehn. Angst und Schmerzen für 8. Ihm hab ich mich er- zest, und dir das Leben kürzest. geben zu sterben und zu leben, 3. Willst du das thun, wie und wann er gebeut; was Gott gefällt, und dir es sen beut oder morgen, ich selbst Heil gebieret; so traue will nicht angstlich sorgen, dem, der Erd und Welt bes Gott weiß die allerbeste Zeit. berrschet und regieret: vers 9. So bin ich denn ganz trau dein Leben, Thun und feine, und trau auf den alleine. Stand, vertrau es Gottes der mich geschaffen bat: es Vaterband; er wirds in gebe, wie es gebe, mein Bas allen Sachen aufs befte mit ter in der Höhe weiß schon dir machen. zu allen Sachen Rath. 4. Wer hat gesorgt, wer hat gewacht im Anfang deis ner Vertrauen auf Gott u. Ergebung in seinen Willen. 345 ner Tage, da noch dein Aug, eh du ins Leben kamest, und verhüllt in Nacht, im Schoos Nahrung zu dir nahmest? der Mutter lage? wer 8. Der für die Werke alle bat alda dein Hell bewacht, die, vor uns, offen lies dacht? was that da aller gen, wie wohl hat er schon Menschen Macht, da Geist längst bedacht dein Wohl und und Sinn und Leben dir dein Bergnügen, wie weis: ward ins Herz gegeben? lich alles eingericht, eb noch 5. Durch wessen Kunst dein Aug und Angesicht ers steht dein Gebein in ordents dfnet war und saße, was in licher Fülle? wer gab dem der Welt geschabe! Auge licht und Schein, dem 9. Willst du dich blos Leibe seine Hülle? wer zog durchs schwache licht der eige die Adern, hier und dort, ar nen Einsicht führen? traust den so abgemeßnen Ort? du mehr, als dir selber, nicht wer sette bin und wieder des Ewigen Regieren? fann so weife deine Glieder? das, was du vermagst, allein 6. Wo warest du, wo dein geschehen und dir heilsam Berstand, da sich des him- seyn? ist, was du nicht ers mels Decken weit über Seen, foren, zu achten für verloren? Berg und land anfingen zu 10. Bedenke: ist nicht erstrecken? Wer brachte manches oft ganz anders Sonn und Mond hervor? schon ergangen, was andre wer der Geschöpfe zahlreich und du selbst gehofft, unfehle Chor? wer bieß sie, deinen bar zu erlangen? hingegen, Willen und Wünsche zu wie so manchesmal ift das erfüllen? geschehn, was überall kein 7. Heb auf dein Haupt, Mensch, fein Rath, fein schau überall! hienieden und Sinnen vermochte zu bes dort oben siehst du, wie Gott ginnen? für jeden Fall gesorgt! aus 11. Wie oft wårst du in tausend Proben. War, was großenoth durch eigne Wahl dich nahre: und erfreut, war gekommen, wenn sich nicht es nicht längst schon zubereit; deiner noch dein Gott fo 35 treus 346 Beweis der Gottfeligkeit und Tugend. # treulich angenommen? jal hätte Gott stets Werk und 15. Darum sen, Seçle! That erfolgen laffen nach dem wohlgemuth, vermeid unnů Rath, wie du es angefangen; ges Gråmen; der Gott, der wie war es dir ergangen? ewig treu und gut, wird sich 12.Der aber, der uns ewig bein stets annehmen; er hat liebt, macht gut, was wir versein Vaterherz, das sich zum wirren; erfreut, wo wir uns Wohlthun neigt, das gegen felbft betrübt, und führt uns, dich und uns hier allzusam wo wir irren. Er ist von dulsmen ist voller liebesflammen. dendem Gemüth, beweist fo 16. Es gebet feine Bas viele Huld und Güt, so lange tertreu weit über unser Dens Zeit selbst Sündern, und ken, sie wirkt und zeigt sich ewig seinen Kindern. räglich neu: was wolltest du 13. Verborgen ist uns oft dich frånken, als ob, der uns fein Will; er thut doch, was bisher geführt, uns seineKins uns nüßet; o wåre unser der jemals würd vergessen Herz nur ftill! allein es zagt und verlassen, und nicht mit und fiket in Sorgen; ringt, Huld umfaffen? und schaffet nichts; will fehn, 17. Verstatte dieser Sor und mangelt doch des Lichts; ge nicht, daß sie dein Herz will aus der Noth sich win beschweret; obgleich nicht den und kann den Weg nicht allzeit das geschicht, was finden. Menschenwunsch begehret; 14. Gott gehet obne so wird doch warlich das ges Wanten fort auf feinen wei- schehn, was Gottes Weiss fen Wegen; er bringt uns beit auserfehn, und was endlich an den Ort, wo dein Heil kann mehren, das Noth und Sturm sich legen. wird er dir gewähren. Am Ende, wenn das Wert 18. Thu als ein Kind und geschehn, nur da erst fann lege dich in deines Vaters der Mensch dann sehn, daß Arme! fleb kindlich zu ihm, der, so ibn regieret, ihn habe daß er sich dein, wie er pflegt, wohl geführet. erbarme; so wird er dich durch Vertrauen auf Gott u. Ergebung in seinen Willen. 347 durch seinen Geift auf We 5. Herr, alle meine Sors gen, die du jetzt nicht weißt, gen, die Noth, die mich vers aus allem Kampfund Ringen borgen in meinem Geiste zur wahren Rube bringen nagt, werf ich auf dich, den Mel. In allen meinen Chaten ic. Treuen, du weißt den zu ers 359. Was soll ich angst- freuen, ber fromm nach deis lich flagen, und ner Hülfe fragt. in der Noth verzagen? der 6. Wenn meine Augen Höchste sorgt für mich. Er thrånen, und sich nach Hülfe sorgt, daß meiner Seele tein sehnen, so flag ich dirs, dem wapres Wohlseyn fehle. Ge- Herrn. Dir, Bater, dir nug zum Trost, mein Herz, befehle ich jeden Wunsch der für dich. Seele. Du borst, du hilfst, du segneft gern. 2. Was nüßt es beidnisch forgen, und jeden neuen 7. Der du mir hier im Morgen mit neuem Kummer Leben schon größres Heil ges sebn? du, Vater meiner geben, und deinen Sohn ges Tage! weißt, eh ich dirs schenkt! du wirft mir alles noch sage, mein Leid und schenken, und mit zum Besten auch mein Wohlergebn. tenken, was mich zum Un 3. Auf deine Hand zumuth reizt und frånkt. schauen, dir findlich zu ver- 8. Du führest, Herr, die trauen, das, Herr, ist meine Deinen nicht so, wie sie es Pflicht. Ich will fie treu- meinen; stets weise ist dein lich üben, und dich mein Va Rath. Ob ich mich auch ter, lieben; denn du verläßßt betrübe, bleibt doch dein die Deinen nicht. Rath voll liebe. Das zeigt 4. Der du die Blumen der Ausgang mit der That. fleideft, und alle Thiere wei- 9. Wenn ich hier Tiefen dest, du, Schöpfer der Natur! sebe, und es nicht ganz vers weißt alles, was mir fehlet. stehe, was du mit mir gerban: Drum, Seele, was dich quâ- tannich doch deß mich troffen; let, befiehl dem Herrn, und du nimst mich, mich Erlöften, glaube nur! gewiß dereinst zu Ehren an. 10. 348 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. 10. Dort, bey der From- 4. Es hilft uns unse men Schaaren, dort werd Gott, der alle Macht be ich es erfahren, wie gut du siget, dem nichts unmöglich mich geführt. Da sing ich ist; wohl uns, daß er uns schüs dir mit Freuden, nach über- ket! ist unser Leiden gleich standnen keiden, den Dank, sehr groß und mancherley; der deiner Huld gebührt. getroft und unverzagt, die Allmacht steht uns bey! Mel. O Gott, du frommer Gott zc. 5. Es hilft uns unser 360. Es hilft uns unser Gott, den unser Jammer Gott, er boret frånfet; der fein erbarmend unser Fleßen; wir dürfen Herz auf unsre Bitte lenket; fiets getroft zu seinem Thro- der aller Güte voll, die Liebe ne geben; wenn wir gebef selber ist; und von dem alles fert nne, ihm klagen unsre Heil auf uns durch Christum Noth; so werden wir er fließt. hort, so bilft uns unser Gott. Mel. Nun danket alle Gott ic. 2. Es bilft uns unfer 361. Treu ist der Herr ott, der alles weiß und und gut, het; dem auch das Innerste große Gott der Götter: fein des Herzens nicht entfliehet. Böses ist an ihm, und auffer Ja, alles, was uns fehlt, ihm fein Retter: er ist ges und unser sehnlich Flebn, recht und fromm und voll das hat der Höchste schon Barmherzigkeit; die Seinen von Ewigkeit gesehn. läßt er nicht, und hilft zu reche 3. Es hilft uns unfer ter Zeit. Gott, der alles wohl vollfüh- 2. Wer sich an ihn feft ret; und auf das weisefte zu bålt mit tugendreichem aller Zeit regieret; sein berr- Glauben, den läßt der Treue licher Verstand fiebt es am nie sich aus den Händen beften ein, was uns warbaf- rauben. Wer sich auf ihn tlg fann gut oder schädlich verläßt, und auf sein theures feyn. Wort, dem sieht er mich, tig Vertrauen auf Gott u. Ergebung in seinen Willen. 349 tig ben, er ist sein Schußgehn. Du trôneft ihn in und Hort. Ewigkeit mit Gnade und 3. Ach, hilf uns, Herr, Barmberzigkeit. die wir noch in der Fremde 3.Ogieb dann, daß in mei. wallen, fo leben, daß wir dir, nem Leben mich eitlehofnung nur dir, Gott, wohlgefallen; nie verführt, die, statt dem ber Glaube wirf in uns ein Herzen Troft zu geben, nuc dir gelassen Herz, dem du, blendet und dann Schmerz Herr, alles seyft im Wohlseyn gebiert, wenn sie dahin fälle und im Schmerz. und zerrinnt, gleich einem 4. Laß uns stets unsre Bau auf Sand gegründt. Rub in deinem Willen fin- 4. Ich will auf meinen den, und wenns zum Ster- Mittler schauen, ich will in ben fommt, dann hilf uns allem meinem Thun nur die überwinden! laß deines Soh- und deinem Worte trauen, nes Lehr, und seine Tobes- und in der Zuversicht bes pein alsdann der Seelenruhn: du werdest, was mein Troft, Ruh und Erquickung Wohlergehn befördert, für seyn! mich ausersebn. 5. Wenn ich in meinen Mel. Wer nur den lieben Gott ic. Prüfungstagen nach deiner 362. Auf dich alleine Hülf oft harren muß; fo will ich hoffen, will ich doch nicht muthlos der du mein Gott und Ba- zagen. Ich weiß, mein ter bist! denn noch ist alles Hoffen wird Genuß; weiß, eingetroffen, was uns von daß mein Glück nur schöner dir verheiffen ist. Ich seh, blüht, je länger deine Hand daß deine Batertreu unwan- verzieht. delbar und ewig sen. 6. Laß mir die Hoffnung 2. Du bist ein Fels: wer leichte machen, was Fleisch auf dich bauet, fann fest und und Blut beschwerlich fällt; unbeweglich Behn. Wer wenn Ungewitter um mich dir und deinem Wort trauet, Prachen, so stärke du mich, wird nie beschämt zu Grunde Herr der Welt, und flöße mir 310 Beweis der Gottfeligreit und Tugend. mir die Hoffnung ein, du wer 1.Dein Wort( und Wahre deft doch mein Retter seyn. beit ist dein Wort) spricht 7. So boffich in den größ- Hoffnung in die Brust; hab, ten Nothen, mein Gott. den- spricht es, babe immerfort noch getroft auf dich. Wenn an Gott nur deine luft. Leiden diesen Leib auch tod- 6. Tran bethend ihm, ten, so tröstet doch die Hoff- und du empfängst nur hier, nung mich: daß ich an dem sonst nirgend, Rub; er wog verheißnen Heil, an deinem mit Baterhånden långst dir Himmel, habe Theil. Glück und Leiden zu. 7. Nim, was er giebt und Met. Nun fich der Tag geendet ic. murre nicht; auch Leiden sey 363. Allein auf dich ver- dir werth: es macht dich laß ich mich, flug: hat deine Pflicht dich Gott, meine Zuversicht! auf mehr, als Glück, gelehrt. dich, der, wann auch alles 8. Wohlan, so will ich dir wich, stets bleibt und wan- allein, Allmächtiger, vers fet nicht. traun; dein Untlik suchen, 2. Sollt ich aufs Eitle und mich freun, dein Untlik wohl vertraun? wie schnell bald zu schaun. wirds nicht ein Raub der Zeit! follt ich auf Menschen baun? wie balb sind sie auch 364.Der Herr alles wohl ges Mel. Ermuntre dich mein pat Staub! 3. Des Tages betß ich, macht, und wird es stets wobl Gott, zu die voll Zuversicht machen: der uns bisher so und gern; ben stiller Nacht wohl bedacht, wird ferner für fleh ich: fen mir mit deiner uns wachen. Deß freut Huld nicht fern! dich, und preise Gott; das 4. Du sendest sie von jener nimm, wenn dir ein Unfall Höß, wo du allmächtig droht, nimm es zur Zeit der bronst, imlichte, das ich bun- Schmerzen, nimms fiets, o tel seh, im Himmelsglanze Christ, zu Herzen. wohnst. 2. Dit Vertrauen auf Gott u. Ergebung in seinen Willen. 351 2. Der Herr bat allesuns erworben. Dem denfe wohl gemacht. Er bieß die nach, betrübter Geist! komm Menschen werden; und als her, schau hier, was lieben er sie ans Licht gebracht, er- heißt! wird der nicht alles tonte bald auf Erden der geben, der für dich giebt sein Gegens= Machtspruch: Leben? mehret euch! das Erdreich 6. Der Herr hat alles wohl ward an Gütern reich, die gemacht, uns wunderbar ges Gott zu diesem Leben mit leitet, oft selbst da, wo wirs milder Hand gegeben. nicht gedacht, uns unser Wohl 3. Der Herr hat alles bereitet. Verborgen war wohl gemacht. Obschon der uns oft sein Rath, doch lehrs Mensch gefallen; läßt er ißnte uns zuletzt die That: fein doch nicht aus der Acht. Rath sen stets der beste, und Wenn seine Donner schal, seine Huld die größte. len! so ruft er dich, so ruft 7. Der Herr hat alles er mich durch ihre Stimme wol gemacht; er hat uns stets selbst zu sich; und zeigt da- beglücket. Er ist auf unser ben uns Armen ein Untlig Wohl bedacht, auch wenn er voll Erbarmen. Leiden schicket; durch våters 4. Der Herr hat alles liche Züchtigung, sucht er nur wohl gemacht, hat uns sein unsre Besserung, und läßt Wort gegeben, woraus dem, uns, eh wirs meinen, die der nach Troste schmacht, Sonne wieder scheinen. quillt Freude, Trost und leben; da redet Gott selbst, und bezeugt, wie sehr sein Baterberz geneigt, uns alle zu erquicken, und ewig zu beglücken. ( Vom Gebet und öffentlichen Gottesdienst fiehe untenz9r. 539. u. f.) Lob Gottes und seiner Werke. mel. Dies ist der Tag, den ic. 365. Auf, Christen, 5.Der Herr hat alles wohl preist mit mir gemacht; da selbst sein Sohn den Herrn! wer preist, was gestorben, und aus des To- perrlich ist, nicht gern? und des tiefer Nacht Errettung welch ein Glanz, der Gott vers 352 Beweis der Gottfeligkeit und Tugend. verflärt! wer ist, wie er, zu Gott mit Inbrunst nahn, des lobes werth? und seine Größe füßlen 2. Lobt ihn! sein ganzer fan. Nam ist Rußm; Unendlich- 8. Auch euer Mund, so feit sein Eigenthum. Dies oft er spricht, erinnert euch grånzenlose Meer von Licht an diese Pflicht. Die Spras durchschauet selbst der En- che dankt ihr ihm allein; und gel nicht. wolltet nicht voll Ruhmes ihn seyn? 3. Ja, eure Lust sen, erböhn! solch kobist heilsam, 9. Wer ist gutthätiger, lieblich, schön, schärft den als er? denn welche Gabe Verstand, erhebt das Herz, follt uns der nicht schenken, und stillt im Leiden allen der so sehr uns liebt, daß er Schmerz. auch sein Sohn uns giebt: 4. Wie wird der Geift 10. Was gebet ihr nun dadurch entzückt; hinauf gen ihm dafür? ist nicht ein Herz Himmel bingerückt; mit vollDankbegier, das ganz in seinem bocherhabnen Freund, jseiner Liebe brennt das eing mit Gott, sters inniger ge, was ihr geben tönnt? vereint! II. Auf, Christen, preist 5. Welch ein so herrlicher mit mir den Herrn! wer Beruf, zu dem Gott selbst preift nicht milde Geber die Engel schuf! welch eine gern! gedenkt, wie viel theure, füffe Pflicht, die uns er uns gewährt! wer ift, so reichen lohn verspricht! wie er, des Dankes werth? 6. Ja, Pflichtins, daß ihr fein gedenkt, ihr, denen er Mel. Es ist das Heil uns e. Verstand geschenki! die Ep- 366, Bringt ber dem re des Verstandes ist, daß Preis ihr ben Ewgen fennt und und Dank aus freudigem wißt. Gemüthe; es rühme unfer 7. Pflicht ist es, daß ihr lobgesang den Reichiham ihn befingt, die ihr von ihm seiner Güte. Erhebet, lo ein Herz empfingt, das sich bet alle Gott, der uns errets tet Lob Gottes und seiner Werke. 313 ter aus der Noth, und pret- warnt, tröstet, stårket fort set seinen Namen. und fort; erhebet feine 2. Lobt Gott, und rüh- Gnade! met allezeit die großen Wun- 6. Lobt Gott; er hat sein derwerke, die Majestät und gutes Werk selbst in uns ans Herrlichkeit, die Weisheit, gefangen, vollführt es auch, Kraft und Stärke, die er so giebt Kraft und Stårk, das reich in aller Welt uns anzu- Kleinod zu erlangen, das er schauen dargestellt; erhebet uns allen dargestellt, und feinen Namen. dem verleiht, der Glauben 3. Lobt Gott, der uns er- hålt; preist seine Baters schaffen hat; der Seele, Leib treue. und Leben aus väterlicher 7. Lobt Gott, die ihr dort Huld und Gnad uns allen seyd vor ihm, wo er im Lichte hat gegeben; uns für Ge thronet; es lobe ihn mit fahr und Unfall schüßt, und lauter Stimm, wer noch auf täglich giebet, was uns Erden wohnet; ja alles, was nügt; preift dankbar seis nur Othem hat, erhebe Gott nen Namen. mit Wort und That, und lobe seinen Namen. 4. Lobt Gott; er gab uns feinen Sohn, der für uns ist geftorben, und uns des Le- Wiel. Ich finge dir sc. bens Gnadenlohn durch sei. 367. Wie felig bin ich, nen Tod erworben; der für wenn mein uns alles hat vollbracht, was Geist hinauf zu Gott sich uns zu felgen Menschen schwingt, und, wenn er seinen macht; drum dantet seinem Schöpfer preift, der Engel Namen. Werk vollbringt! 5. Lobt Gott, der in uns 2. Wer gleicht ihm? wer durch den Geist den Glau- ist so geschmückt mit Herrs ben angezündet, und den, der lichkeit und Licht? er ist der folgsam sich beweist, fest in Schönste! wen entzückt des der Wahrheit gründet; der Schönsten Unblick nicht? durch sein gnadenvolles Wort 3 3. Ein 354 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. 3. Ein voller Strom von rief ins Leben, der mich aus Wollust quillt aus seiner seinem Schooß mit Trofie Wissenschaft. Denn er ist se- überschütter, der mich so gnas lig, und erfüllt mit Freuden, benreich geschüßet und behis was er schafft. tet: wer ist, wer ift ihm 4. Er ging aus feiner gleich? 2. Er hat uns wissen Ewigkeit heraus, um nicht allein, nicht blos für sich, wie laffen sein heilig Recht und vor der Zeit der Selige zu sein Gericht; Erbarmung ohne Maßen firalt aus des seyn. 5. Er spricht ein Wort, Vaters Angesicht; und schnell umringt den Se- Gnade zu verfahren, und ligen ein Heer, das selig ist, nicht nach unsrer Schuld, und thm lobsingt, das nie- pflegt er, und nie zu sparen an Sündern seine Huld; mand zählt, als er. nach 6. So will es der, der groß ist sie, und erhaben; mich erschuf, auch ich soll se- fie schonet und verzeiht; fie lig seyn. Heil, Seele, dir, eilt mit Trost zu laben den, denn bein Beruf ift, sei- der die Schuld bereut. ner dich zu freun! 3. Wie Våter voll Erbars 7. Schon siehst du durch men und Milde gegen Kine ein dåmmernd Licht den Un- der sind; so handelt mit uns aussprechlichen! dort wirst Armen der Herr erbarmend du ihn von Angesicht zu An- und gelind. Er kennt das schwach Geschlechte; weiß, gesichte sehn! dieser Leib von Staub, wie In bekannter Melodie. un lob mein stark er scheinen möchte, ift 368. Nu Seet den doch ein welkend Laub; kaum Herren, was in mir ist, das daß die Winde wehen, so ist müsse sein sich freuen, laut es nicht mehr da; so kann ihn ehren, ihm hohe Lobge- der Mensch vergehen, ihmt fange weihn, der nun die ist der Tod stets nah. Schuld vergeben, der Laft 4. Nur Gottes Gnad mich machte los, zurück mich alleine steht fest und zeigt sich jeders 355 Lob Gottes und seiner Werke. jederzeit voll Huld an der 2. Und meine Lippen Gemeine, die treu sich seinem schwiegen? ich raubte felber Dienste weiht. Ihr, die ihr mir das himmlische Vergnüs nicht gefallen, laßt ihr im gen, Gott, lobzufingen dir? Himmelreich Loblieder stets Nein, Herr, von meinem erschallen; wir singen sie Dank sey jeder Morgen mit euch; dem großen Herrn Zeuge, und jeden Abend zu Ehren soll man an jedem steige zu dir mein Lobgesang. Ort auch Lobgesänge hören 3. Du wirst mich ferner bey uns hier fort und fort. leiten, so unwerth ichs auch 5. Anbethung, Preis und bin. Treu bleibt zu allen Ehre sey dir, Gott Vater, Zeiten dein milder Vaters Sohn und Geift! gieb daß sinn. Dem, der nur liebet bey uns sich mehre, was uns dich, wirst du in Kümmers dein Gnadenwort verheißt. niffen, stets wohl zu helfen Uns werde das Vertrauen, wissen; dir überlag ich mich! mit dem wir zu dir hin, hier 4. Ja, deine Huld ist ans der Ferne schauen, zum gröffer, als es der Mensch feligsten Gewinn; erfülle versteht; dein Rath unends das Verlangen der Deinen; lich besser, als was fein laß vor dir uns schauen Wunsch erfleht. Herr, meine und empfangen, was wir ge- Zuversicht! dir froh mich zu glaubet hier. ergeben, dich dankbar zu ers beben, fey meine liebste Mel. Aus meines Herzens c. Pflicht! 369. Groß ist des Höch Mel. Es ist das Heil uns ic. ften Güte! wer 370.Sey Lob und Ehr dem höchsten sie nicht achtete; welch fühllos Herz verriethe der Un- Gut, dem Vater aller Gü erkenntliche! fie rettet uns te; dem Gott, der großes aus Noth, erquicket uns im an uns thut; dem Gott, der Lelde, verwandelt es in mein Gemüthe mit seinem Freude, versüßet selbst den reichen Troft erfüllt; der Lod. unsers Herzens Sehnen 32 ftillt; 356 Beweis der Gottfeligkeit und Tugend. stillt, gebt unserm Gott die Müden; mit Vaterhånden Ehre! leitet er die Geinen alle: 2. Es preift der Himmel bringet her dem Herrn Preis, großes Heer dich, Herr der Dank und Ehre! Welt und Thronen; und 6. Wenn niemand sonst welche Erde, Luft und Meer, nicht helfen kann; so kommt von dir belebt, bewohnen, Gott selbst und zeiget, daß die preifen, Schöpfer, deine er auch da noch helfen kann. Macht, die uns und sie her Gott, unser Vater, neiget vorgebracht. Gebt unserm sein huldreich 2- gesicht uns Gott die Ehre! zu, erquickt und schenkt der 3. Was unser Gott ge- Seele Ruh. Gebt alle ihm schaffen hat, das will er die Ehre! auch erhalten; darüber will 7. Ich will mein ganzes des Weisen Rath, des Va- Lebenlang dich, Gott, mein ters Gnade walten! in fet- Retter, ehren; einst werden nem ganzen weiten Reich ist meinen Lobgesang auch deine alles recht, ist alles gleich; Himmel hören; du, meine bringt ihm Dank, Preis Seele, freue dich: und du, und Ehre! mein Geift, erhebe dich zu 4. Jcb rief zum Herrn in Gott; gebt ihm die Ehre! meiner Noth; du willst, du 8. Thr, die ihr euch nach fannst erfreuen! da half er Christo nennt, bringt dar mir; da ließ mir Gott Er- ihm Dank und Ehre; die rettung angedeihen. Ich ihr des Vaters Güte kennt, danke, Gott, ich danke dir; bringt dar ihm Dank und dankt alle, preifet Gott mit Ehre; der Herr ist Gott, mir; gebt thm allein die der Herr ist Gott, und auffer Ehre! ihm ist sonst kein Gott; gebt 1. Der Herr verläßt die ihm allein die Ehre! Seinen nicht; auch dann, 9. Kommt, tretet vor fein wenn Stürme wüthen, ist er Angesicht, Dank, Dank ihm doch ihre Zuversicht, und darzubringen; entrichtet die Schuß, und Schirm den gelobte Pflicht, und laßtuns frölich Lob Gottes und seiner Werke.. 317 frölich fingen: der Herr hat und wunderbar sind alle alles wohl gemacht, und besser deine Werke. noch, als wir gedacht. Gebt 9. Herr, wir bekennen es unserm Gott die Ehre! mit unserm Munde, und as für ein Lob danken dir dafür von Hers 371.Was soll man dir zensgrunde. Bater bringen? Wer kann 10. Wir bethen an dich, dich würdig und genug be- Vater, mit dem Sohne und fingen? heilgem Geift auf dem ers 2. Du haft aus nichts den habnen Throne. Himmel nebst der Erden, 11. Hoch sey dein gros und alles was darinn ist, ßer Name stets gepriesen für laffen werden. alles Gute, was du uns 3. Uns Menschen haft du erwiesen. dieses Leibes Leben, und die12. Hilf, daß wir dir fen Geist, der dich erkennt, hier leben und vertrauen, gegeben. und laß uns dort dein 4. Du läffest uns in deinem Antlig ewig schauen. Worte lehren, wie wir dir 372.Nun last uns dienen dich ehren. Gott, dem Hers 5. Von Kindheit an haft ren, Dank fagen und ihn ehe du uns fiets ernähret; was ren, von wegen seiner Gaben, wir bedurft, uns våterlich die wir empfangen haben. bescheret. 2. Er ists, der uns das les 6. Du fåttigft, was daben und Seel und Leib geges lebt, mit Wohlgefallen, und ben, und schüßget und bewahs stärkst uns, freudig unsreret und keine Guade sparet. Bahn zu wallen. 3. Nahrung giebt er und 7. In Leiden, Kümmer- Speife; auch hat Gott, der niffen und Gefahren låff'st Allweife, felbft für der See: du uns Troft und Rettung le Wunden Genesung uns widerfahren. erfunden. 8. Sehr groß ist deine 4. Ein Arzt ist uns geges Weleheit, Gut und Stärke, ben, der selber ist das Les ben: 33 318 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. ben: Chriftus für uns ge- Gott! heilig ist unser Gott! storben, hat uns das Heil heilig ist unser Gott! Jes hova Zebaoth. erworben. 5. Im Wort, im Bun- Weit über alle Himmel desmale, eröffnet er für alle, weit, geht deine Macht und die müde und beladen, die Herrlichkeit. Sie, die wie Quelle aller Gnaden. es dein Wort befahl, gelehrt, 6. Die Sünde wird ver- gelebt, die Frommen all, die geben, durch ihn geschenkt nun entflohn dem Pilgerthal, das Leben; mit göttlich ho- lobfingen dir mit frohem ßen Gaben wird uns sein Schall. Dich bethet an die Himmel laben. Christenheit, die noch lebt 7. Wir preifen deine Gü- in der Prüfungszeit; dich Vas te mit dankbarem Gemüthe. ter auf dem höchsten Thron; Gott, laffe uns, den Dei- und dich des Vaters eingen den, dein Licht zam Troft Sohn; dich, Gottes Geist, flets scheinen. der uns bekehrt; mit stetem 8. Leit uns in deiner Wah- Preis sie lobt und ehrt. heit, bis wir in voller Klar- Dank dir und Ehre, Jesus heit dich schaun, und deinen Chrift, der du herab gekome Namen tort ewig preifen. men bist, damit durch dich Amen. genesen möcht das fündlich, fterbliche Geschlecht; du haft Das ambrosianische Te Deum. 373. Herr err Gott, dich zerstört des Todes Macht, loben wir das Leben an das Licht ges Herr Gott, wir danken dir! bracht; du bist erhöht; du dich, Vater, Gott von Ewig- haft ein Reich, das ewig keit, preift deine Schöpfungwährt, dem keines gleich; weit und breit. Die Him ein Richter du zukünftig bist mel alle und ihr Heer sind deß, was dann lebt und ist laute Zeugen deiner Ehr. tod ift. Es fagen alle Seraphim: Hilf uns, o Herr, den horts Himmel, Erdenkreis Dienern dein, dir folgsam vernimm: heilig ist unser und dir treu zu seyn; gieb uns Lob Gottes und seiner Werke. 359 uns an deinem Himmel Frömmigkeit; daß seine Thell, an dem durch dich er- Snad und Treu auch mit worbnen Heil. Hilf deinem uns allezeit und unserm Lans Volke, Jesu Christ, und segne de sey. was bein Erbe ist, beschüß 3. Der große starke Gott und pfleg es allezeit, erhöh woll uns von allem Bösen, es dort in Ewigkeit. und was uns schaden kann, Wir loben Gott, wirprei- burch seine Hand erlösen; fen dich hier täglich und dort er schüß und leite uns, er ewiglich; behüte uns, ohelf uns allezeit, so lang er treuer Gott, für Sünde; sie uns allhier das Leben noch gebiert den Tod; fen uns, den verleiht. Deinen, gnädig, Gott; sey 4. Gott Bater, dir fey gnädig uns in aller Noth: Preis hier und im Himmel umfaß uns mit Barmherzig- oben! Gott Sohn, Herr keit; du bist ein Gott, der gern Jefu Chrift, wir wollen dich erfreut. Dir trauen wir, dein stets loben! Gott heilger sind wir, Herr, verlaß, verlag Geift, dein Ruhm erfchalle uns nimmermehr! Amen. mehr und mehr! o Herr, breyeinger Gott, dir sey Lob, Preis und Ehr. In bekannter Melodie. 374. Nun banket alle Gott; ihm, el. Wachet auf, ruft uns ic. der mit Baterhånden ſo 375. Herr! wir ingen so große Dinge thut, und deiner Ehre; an allen Enden, der lebend erbarm dich unser und ers uns erhält, der uns von höre, nim gnädig unser Lobs Kindheit an mehr Gutes hat lied an! Herr! wir danken erzeigt, als jemand zählen voll Entzücken; wer ist, der tann. so wie du beglücken, so lies 2. Es wolle unser Gottein ben und so segnen kann? frölich Herz uns geben; er du Herr, den wir erhöhn, lasse uns, fein Bolt, in stiller du, deffen Heil wir sehn, Ruhe leben; und wahrer warst die Liebe schon vor der 34 Zeit, 360 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. Zeit von Ewigkeit warst du uns hat versöhnt mit Gott. die Liebe, wirft es seyn, Heil uns! wir sind vers 2. Um zu dir uns zu er- söhnt: ihr Lobgesänge tont, heben, hauchst du in unsre tönt zum Himmel! erschallt Bruft das Leben, und schen- schon hier; einst stehen wir test uns der Erde Glück. vor seinem Thron, und bes Um zu dir uns zu erheben, then an. entziehst du unsrer Brust met. Komm heilger Geist ic. das Leben und schenkest uns 376. Anbethung und des Himmels Glück. Du giebst das Leben, Gott! du wir, Herr, unser Gott, und sendest uns den Tod nur zum Vater dir; dein Ruhm foll Segen, bist liebevoll; nur unter uns erschallen: laß unser Wohl, nicht unser unser Lob dir gefallen! lagt Elend schaffest du. feiner Vaterhuld uns freun, 3. Als wir von der Sünde und ewig, ewig dankbar feyn! Plagen tief, tief gebeugt im fallt vor dem Gott der Liebe Staube lagen, und Nacht nieder, bringt ihm das Opfer des Todes uns umfing: da eurer Lieder und bethet an.:,: war es, als deine Gnade, die 2. Da gabst uns Leben, wir Sündern ewig theure Gna- sind dein; sind dein und wers de, erbarmend vor uns über- dens ewig seyn. Wie groß ging; da rief der Liebe Blick und viel sind deine Werke, du ins Leben uns zurück: von der Gott der Macht und der Sünde, von ihrer Nacht, Stárke! dein ist der Erds sind mir erwacht, erwacht, freis und in dir, o Höchster um Gottes Licht zu sehn. sind und leben wir: du schus 4. Preiset ihn, ihr Jubel- fest Seraphim und Thronem lieder! es tam sein Sohn zu und uns, die auf der Erde uns bernieder, ward Mensch, wohnen, zu deiner Ehr.:, ging für uns in den Tod. 3. Du, Gott, vergiebst uns Chriftus hat den Tod be- unfre Schuld; und trägst zwungen: ein neues Lied uns Sünder mit Geduld; werd ihm gesungen, ihm, der du warneft liebreich, zeigt une Lob Gottes und seiner Werke. 361 uns Armen ein Vaterherz Land der Erden voll deines voll Erbarmen, lohnft uns Lichts und Ruhms werden! nach dieser Prüfungszeit wie felig, wie begnadigt, ift mit deines Himmels Selig, ein Volk, deß Zuversicht du teit; labst uns schon hier bist! Jehovah dir und deimit so viel Freuden und nem Namen sey ewig Ruhm schickt zu unserm Heil uns und Ehre, Amen! Halles Leiden. Liebreicher Gott.:,: lujah.:,: 4. Anbethung und Dank, Chrifte, dir! verlorne Sün- Mel. Allein Gott in der Hdh ic. der waren wir; du bist für 377.Der Herr ift uns am der Kreuz gestorben, haft ewig Hell uns erworben. Herr ift Gott! wie groß sind Wer zu dir flebet, an dich seine Werke! fie gingen glaubt, und lockt die Sünd einst auf fein Gebot hervor ihn, treu dir bleibt, der soll, durch seine Stärke. Der befreyt vom Fluch der Sün- Geift, der auf der Liefe den, Erbarmung, Gnad und schwebt, ruft Millionen und Leben finden in Ewigkeit.:,: belebt dies Heer durch seinen 5. Gelobet feyst du, Geist them. des Herrn! wir Sünder wa- 2. Gott, der den Himmel ren von Gott fern, vom Licht, überspaunt, auf hohen Wols das Troft gewährt und Le- ken fähret, wie viel hat seine ben, mit Finsterniß sonst um- milde Hand den Menschen geben. Du hast durch dei- nicht gewähret! zu ihnen, nes Wortes Macht zu uns die nach seinem Bild geschafe ein heitres Licht gebracht; fen, sprach der Herr: erfüllt, du lebrst uns leben, hilfft beherrscht den Kreiß der uns sterben; du macheft uns Erden. zu Himmelserben, durch 3. Lobsinget ihm! aus beine Kraft.:, feiner Hand kam die vers 6. Anbethung und Dank nünftge Seele, damit der bringen wir, wir bringens, o menschliche Verstand selbst Jehovah, dir! o möchte jedes seine Freuden wähle. Wie 35 herrs 362 Beweis der Gottseligket und Tugend. herrlich wirkt des Menschen Freunde, Fried und Raft, Geist, wenn er sich dieser vas unser Wohl nur in sich Welt entreißt, und sich zu faßt, ist deine milde Gabe. Gott aufschwinget. 8. Du öffnest und dein 4. Wie herrlich ziert Got Heiligthum, hörst unsers jeden Sinn, die Spiegel fei- Dankes Lieder, siehst auf ner Ehre! pflanzt in das uns, die wir deinen Ruhm Herz Empfindung bin, und besingen, huldreich nieder. neiget es zur Lehre; macht Die Liebe, die den Sohnuns weich und fühlend diese gab, begleitet uns bis an Bruft zu befrer, als des das Grab, und übers Grab, Thieres, Lust, zur Freund- zum Himmel. schaft und zur Liebe. 9. Lobsinget Gott! was 5. Boll Huld sieht Got- Othem hat, erhebe seine tes Majestät auf seine Wer- Güte! preift, Chriften, te nieder. Eh eine Zen- Gottes größte That mit gung untergeht, blüht schon frölichem Gemüthe! es preis die andre wieder, und steigt se unser Herz, voll Dant, es in abgemeßner Zeit zum rühme unfer Lobgesang bes Gipfel der Vollkommenheit, Ewigen Erbarmen. die ihr Gott angewiesen. 6. Gott, deine Gütezeiget Mel. Jesu meines Lebens Leben ic. sich erneut mit jedem Mor- 378.Wie ſoll ich bidh gen; sie ists die das, was ohwürdig loben, ne dich sich selbst nicht kann mächtiger Herr Zebaoth? versorgen, verpfleget, nåb- sende mir dazu von oben deis ret und erhält; sie schmücket nes Geistes Kraft, mein und erfüllt die Welt mit le Gott! groß sind beiner Liebe ben und mit Freude. Beichen! wer kann ihre Zahl 7. Dein väterliches Auge erreichen? tausend, tausends sieht auf unser Wohl vormal sey dir, großer König! allen; ein ftilles Herz, ein Dank dafür. froh Gemüth, ein täglich 2. Herr! entzünde mein Wohlgefallen, Gesundheit, Gemüthe, daß ich deine Wuns Lob Gottes und seiner Werke. 363 Wundermacht, deine Weis- ziehn! wenn ich je das Böse heit, Treu und Güte froh wähle, darf ich zu den Wuns erhebe Tag und Nacht; den fliehn, die auch mich ges Leib und Seel ist deine Ga- heilet haben, die mir Kraft be; ja, sonst alles was ich zum Guten gaben. Zaus habe. Tausend, 2c. fend, 2c.. 3. Dent ich: wie ich 7. Ja Herr! Majestät dich verlaffen und gehäufet und Klarheit stralt von deis Schuld mit Schuld; so muß nem Angesicht: all dein ich aus Angst erblaffen vor Thun ist Gút und Wahrheit, der Langmuth und Geduld, recht und heilig dein Gericht. womit du, o Gott, mich Ar- Wer muß nicht, aus deinen men haft getragen mit Er- Werken, Macht und weise barmen. Tausend, 2c. Güte merken? Tausend, zc. 4. Ja Herr, wenn ich 8. Herr, du wählst, in überlege, wie du gnådig mich allen Dingen, was für uns regiert, mich viel wunder- das Beste ist; auch im Kleis bare Wege, und doch im- nen und Geringen sehn wir, mer wohl geführt: so durch daß du weise bist. Ja, auch dringen mein Gemüthe dieselich muß dich, den Weisen, Proben weiser Güte; und der mit mir es wohl macht, mein Herz und Mund bringt preisen. Tausend, zc. dir, großer König! Dant dafür! 9. Bald kamst du durch Noth und Leiden, bald durch 5. Du, Herr, bift mir Wohlthun, Gott, zu mir, um nachgeeilet, haft zur Buße mein Herze zu bereiten, ganz mich erweckt, lange hatt ich sich zu ergeben dir; nach dem zwar verweilet; doch dein Himmel zu verlangen; stets Arm ward ausgestreckt, der, der Tugend anzuhangen. so bald ich nur gekommen, Tausend, 2c. våterlich mich aufgenommen. Tausend, 2c. 10. Wie ein Vater nimt und giebet, so wies Kindern 6. Dwie suchst du meinenüglich ist: so hast du mich Seele täglich mehr zu dir zu auch geliebet, du, der du mein 364 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. mein Vater bist, hast dich die sich der Mensch hier oft meiner angenommen, wenns erwählt, giebt dem doch kein auch gleich aufs höchste kom- Ergdhen, dem Ein Schaß, men. Tausend, zc. die Gesundheit, fehlt. Kann II. Trugst du nicht in den sein Glück erfreuen, hilft deinen Armen mich oft treu, dem sein Ueberfluß der heis und våterlich; haft du nicht scher von dem Schreyen, bey oft voll Erbarmen wunder- Schmerzen åchzen muß? bar errettet mich? mußt ich wird nicht der Held selbst bes einsam troftlos weinen; du, ben, bey langer Leibesnoth? du ließeft Trost erscheinen. ist nicht ein fieches Leben Tausend, 2c. viel hårter als der Tod? 2. Uns Menschen unauss 12. Vater! du haft mir sprechlich ist, Schöpfer, deine Wie erzeiget, lauter Gnad und Gnad und Huld. Gutigkeit; und du hast zu schwach und wie zerbrechlich mir geneiget, Jesu, deine ist unser Leib durch Sündens Freundlichkeit. Und dein schuld: hinfällig ist die Hüte Wort, o Geist der Gnaden, te, in der die Seele wohnt. heilet meinen Seelenschaden. Jedoch der Gott der Güte Tausend, 2c. fieht uns, den Staub, und 13. Tausendmal sey dir schont; er wacht, daß keine gesungen, Herr, mein Gott! Plage und Krankheit uns Preis, Lob und Dank, daß erreicht und macht die Laft es mir bisher gelungen; ach der Eage uns, durch Ge laß ferner meinen Gang si- sundheit, leicht. cher gehn, durch Christi Lei- 3. Gott, der auch mein den, in die frohe Ewigkeiten. gedenket, du haft, aus großer Da will ich, o Vater, dir liebe, mir dies Gut bisher freudig danken für und für! geschenket; Dank sey, obe Dank für die Gesundheit. fler Vater, dir! mit Kranke Mel. Nun lob mein Seel c. heit und Gebrechen, verschos 379.D er größte von ne ferner mich! dann darf den Schäßen, ichs mir versprechen, wenn du 365 Bey Eidschwüren. du mir våterlich hilfft mei3. Wer treu die Wahrs nen Lauf vollenden, und alle heit liebt und nicht mit seis Lebenskraft zur Tugend stets ner Zunge lüget; und nies verwenden, die deine Kuld mals liteblos übel spricht, nie verschafft. läftert und betrüget. 4. So lang ich leb auf 4. Der, was er schwur, Erden, laß mich doch meiner stets heilig hält und nie une Sinnen nicht jemals berau- redlich schwöret; der alles, bet werden, wenn dirs ge- was er zusagt, hålt, auch fällt, o Gott, mein Licht. dann, wenn er nicht schwöret. Deck mich für Leibesschmer- 5. Der mit Verachtung zen; laß mich, durch eigne jeden flieht, der sich vor Gott Schuld, Gesundheit nie ver- nicht scheuet; hingegen Gote scherzen! erquick mit deiner tes Freunde liebt und sich Huld die Stechen! laß die der Zugend freuet. Kranken, die winselnd zu dir 6. Der nie verbotne Zins fahreyn, mir stets ein Trieb fen nimmt, nie drångt und zum Danken für die Gesund- preßt den Armen; gerecht beit seyn. erworbnes Gut bestimmt zum Wohlthun und Erbars Chriftliches Betragen bey men. Lidschwüren. Mel. Ich dank dir schon 2c. 7. Der den Geringen nicht verschmäht, mit Fleiß ihn 380. Heiligster, wen nie betrübet; den graden nennst du dein, Weg in Allem geht, und und wen willst du belohnen? Alle, wie sich, liebet. wer wird sich ewig deiner 8. Der nie weicht von der freun, und ewig bey dir Tugend Bahn, zum Bösen wohnen? nicht kann schweigen; nie 2. Der heilig vor dir lebt, Gaben nimmt von Frevlern und thut, was dein Gefeß an, der Unschuld Recht zu ihn lehret; der, dessen Herz beugen. ist rein und gut und sich vom Bisen kehret. 9. Wer das thut, den, den nennt Gott sein; den, den 366 Beweis der Gottseligkeit und Zugend. den will er belohnen! der kenneft meines Herzens wird sich ewig seiner freun Grund, weißt alle meine und ewig bey ihm wohnen. Worte, und was ich dabey denke. Mel. Es wolle uns Gott ic. 4. Du bist auch, o Allwiss 381. Gott, mein fender, der Menschen höch Schopfer, sier Richter und strafft, als Herr der Welt, deß Auge ein gerechter Herr, die fres alles siehet, vor dem der chen Bösewichter, die sich in Engel niederfällt, der höchste ihrer Tollkühnheit vor del Seraph kniet! lag deines ner Macht nicht scheuen, die Namens Majeftåt mein deines Namens Heiligkeit, Herz mit Ehrfurcht fållen, durch falschen Schwur, ents wenn ich hin vor dein Untlik weihen, vor deinem Antlig tret, nach meiner Obern Wil- lügen. len, dich eidlich zu verehren. 5. O steure, fleure, Herr, 2. Wenn mich des Vor- allzeit dem Gräuel solcher theils Stimme lockt; so laß Sünden! laß deines Nar mich sie nicht hören und nicht mens Heiligkeit ein jedes durch niedern Geiz verstockt, Herz empfinden, das je zum mir unrecht Gut erschwören. Eide sich entschließt. Du Was Urglift und Betrug aller Falschheit Rächer, du gewinnt, wird lange nicht dessen Drohen Wahrheit ist, gedeihen. Was nie dahin strafft strenge die Verbre fällt, nie zerrinnt und ewig cher, die fälschlich bey dir kann erfreuen; ift Redlich- schwören. keit und Unschuld. 6. Laß niemand auch Ge 3. Laß deine Gegenwart legenheit zu falschen Elden mich scheun, o allerhöchftes geben; und will sich oft, um Wefen! nichts kann vor dir Kleinigkeit, ein böfer Streit verborgen seyn: Gedanken erheben: fo lenke du, durch kannst du lesen. Dir, dir, deinen Geift, zum Frieden o Herr, bin ich ja kund an die Gemüther, daß niemand all und jedem Orte. Dujemals sich erdreist, um Ehre ober Bey Etoschwuren. 367 oder Güter mit Unbedacht 3. Wie kann der Mensch zu schwören. sich unterstehen, durch seinen 7. Jedoch lågt sonst ein Eid, den Gott gehört, den Hader nicht sich von den andern frech zu hintergehen, Obern schlichten, als wenn, indem er falsch voll Leichts nach ihres Amtes Pflicht, sinn schwört! vor des All sie nach dem Eide richten: wissenden Gericht besteht ein so laß uns Christi Beyspiel solcher Frevler nicht. ehen, und vorm Gerichte 4. Und fish er zu dem schwören; Gott werde das, fernften Meere; Gott findet was wir beschwörn, allge- allenthalben thn! wenn er genwärtig hören als Zeuge auch noch so glücklich wåre; und als Richter. der Hand des Herrn sich zu entziehn, hilft ihm nicht Mel. Wer nur den lieben Gott ic. Ehre, Gut und Geld und er bey dem Na- nicht die Gunft der ganzen 382.We men Gottes Welt. schwdret, und sein gerecht) 5. Drum will ich, soll ich Versprechen bricht, der ift was betheuren, mit Eraft ein Frevler, der entehret den bedenken, was ich thu, und Gott der Wahrheit und darf den Gedanken oft erneuren: nicht zu ihm, als seinem Gott, meines Eides Zeuge, Vater, flehn, nicht ewgem du siehst meines Herzens Glück entgegen sehn. Innerstes, prüfft es genant 2. Wir follen stets, nach und richteft es. Gottes Willen, die Wahr- 6, hilf mir, Gott! heit lieben, so wie er, und daß ich voll Treue, so wie was wir zugesagt, erfüllen, ich schwdre, denk und thu, wird uns die Pflicht auch daß ich mich vor dem Meins noch so schwer: drum wird, eid scheue, zu deiner Ehr so wahr Gott Wahrheit und meiner Ruh. Wer liebt, kein Meineid unge- fälschlich schwört; kömmt straft verübt. ins Gericht; der Redliche, der Fromme nicht, Wider 368 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. Wider den Misbrauch des tief, tief in der Seelen Namens Gottes. ein; daß man nicht freche Mel. Es ist gewißlich an der ic. Flucher höre, die deine Mas 383. Groß, majefta- ieftät nicht scheun. O mach tisch bist du, dich ihren Herzen fund! so Herr! im Himmel und auf geht kein Fluch aus ihrem Mund. Erden soll deines großen Namens Ehr tief angebethet werden. Wer deines Namens Heiligkeit durch Låstrung, Fluch und Schwur entweiht, muß diese Sünde råchen: pen treffen deine Strafen. bies, dies erfordertfeine Ehr. Owie abscheulich tafter man 2. wehe dem verweg2. Sind alle Lafter ein Verbrechen, so ifts das Flu chen noch vielmehr; der Herr nen Mund, der gerne flucht durch Fluchen seine Ehre an! 3. Dem der Gott fürch und schwöret! der macht den größten Leichtsinn tund, der tet, macht es Schmerzen, so den Herrn entehret. Wer wenn er dein freches Flus oft fo fchwöret, fündigt oft. ben bort. Es wird die Uns weh ihm, wenn er unver- schuld junger Herzen durch hofft in seinem Leichtsinn dein Exempel oft zerstört. Des Nächsten Zutraun mins ftürbe. 3. Laß doch in meines dert sich; und was, was Herzens Grund, Gott deine hilft das Fluchen dich? 4. Gewinnt durch Flus Furcht fiets wohnen; so werd ich auch mit meinem Mund hen dein Vergnügen? meinst ftets deines Namens scho- du, das Fluchen ftehe wohl? nen, und nicht durch Fluchen willst du zu Reden Flüche ihn entehen, nicht aus ge- fügen, daß man dich achten, wohntem Leichtsinn schwörn, fürchten soll? Vernünftige nie mit der Bibel scherzen. verachten dich: fluchst du auch noch so fürchterlich. lerne deine Zunge bedenke Gotes einst wird er vors Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 5. 384. err prâge deines zwingen! Namens Ehre Heiligkeit! Selbstkenntniß und Demuth. 369 vors Gerichte bringen den, 4. Du kenneft unsers der sich nicht vor ihm ge Herzens Tiefen, die uns scheut! Gott sieht, Gott selbst unergründlich sind. hört, Gott richtet mich: dies, Drum laß mich oft und frecher Flucher, schrecke dich! ernstlich prüfen, wie ich, mein Gott, vor dir gesinnt: Selbstkentniß und Demuth. ob ich, in Lieb und Leid, Mel. Wer nur den lieben Gott ic. mit Treu, bir folgsam und 385.Wer er bin ich? wel ergeben sey? che wichtge 5. Wer alles weiß, und Frage! Gott, lehre sie mich doch verborgen und unbe. recht verstehn. Gieb, daß kannt sich selbst noch bleibt: ich mir die Wahrheit sage, wie will der für sein Bestes und laß mich achtsam auf sorgen? was ist, das den mich sehn. Wer sich nicht zur Beßrung treibt? Sich selbst recht kennen lernt, selbst recht kennen, ist Vers bleibt von der Weisheit stand; drum mache mich mit weit entfernt. mir bekannt. 2. Ich bin ein Werk von 6. Was mir zu meinem deinen Händen: du schufft heil noch fehlet, mein Vas mich, Gott, zu deinem Preis. ter, das entdecke mir. Hab Dazu mein Leben anzuwen ich der Wahrheit Weg eri den, das ist dein väterlich wählet, so gieb, daß ich ihn Geheiß. Leb ich nun, als nicht verlier. Ach! leite mich bein Eigenthum, so, wie ich mit deinem Licht, so täuschen soll, zu deinem Ruhm? mich Berführer nicht. 3. Ich bin ein Christ nach 7. Bin ich noch fern vom dem Bekenntniß: doch bin rechten Wege, der mich zum ichs, Herr, auch in der That? ewgen Leben führt, so bringe O! öffne du mir mein Ver- mich zurück vom Stege, der fiändniß, recht einzusehn oblins Verderben sich verliert. ich den Pfad, den Jesus mir Gieb mir zur Begrung Lust gewiesen, geh? und ob ich und Kraft, du bists der beys auch im Glauben steh? des in uns schafft. 2 a 8. Ich 370 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. 8. Ich muß es einmal Tugend, o Herr, gedenke doch erfahren, was ich hier nicht! willst du mit deinen war und hier gethan. Knechten, wie sies verdienen, laß michs nicht bis dahin rechten, so trifft sie alle dein fparen, wo Reue nichts mehr Gericht. helfen kann. Herr, mach 5. Doch, wenn auch, dir mich hier zum Himmel klug zur Ehre, rein meine Lus und frey vom schndden gend wäre: weg ist dies Eis Selbstbetrug. genthum? wer ließ mich uns terrichten? wer ließ in meis nen Pflichten mein Glück meinen Mel. Nun ruhen alle ic. 386.Gieb, Gott, wenn mich fehn und ich dir diene, Ruhm? daß ich mich nie erkühne, 6. Wer schenkte, dich zu darüber stolz zu seyn! wer lieben, und dein Gebot zu. kann bey seinen Werken, wie üben, mir Luft und Freudigs oft er fehlet, merken? Wer keit? wer stärkte meine ist von Mángeln völlig rein? Kräfte im Heiligungsges 2. Such ich stets deinen schäfte? wer gab mir Willen so eifrig zu erfüllen, Math und Sieg im Streit? als es dein Wort gebeut? 7. Daß ich das Gute trag ich der Tugend Bürde, wähle, das schaffst du! wenn aus Kenntniß ihrer Würde, ich fehle; so rufft du mich auch immer mit Zufrieden zurück. Du ziehst mich ab heit? von Sünden; du läßst mich 3. Entzieß ich mich den Gnade finden und giebst zu Sünden auch stets aus rech meiner Begrung Glück. ten Gründen? aus wahrer 8. Sollt ich mich deß ers Frömmigkeit? oft sind die heben, was du mir, Herr, guten Triebe nicht Früchte gegeben? hab ich zum Stolz deiner Liebe, nur Früchte ein Recht? könnt ich auch der Natur und Zeit. alles üben, was du mir vors 4. Der Sünden meiner geschrieben; wer bin ich? Jugend, der Mängel meiner ein geringer Knecht. Selbstkenntniß und Demuth. In voriger Melodie. 371 ter Eigenliebe Weihrauch 387.239 as ich nur gus ftrenn.. tes habe, ist 6. Das nüglich anzuwens deine milde Gabe, du Vaden, was du mit Baters ter alles Lichts. Mein Da hånden mir gütig zuges seyn und mein Leben, ward wandt; dein treuer Knecht mir von dir gegeben, und zu werden; das sey mein ohne dich vermag ich nichts. Fleiß auf Erden! nur das 2. Sowohl Verstand ale ift Demuth und Verstand! Kräfte zum nüßlichen Ge schäfte, hab ich aus deiner Mel. Wer nur den lieben Gott tc. Huld. Dein isis, wenn gute 388. Mein Gott du dem Vorsatz wohneft in der gerathen; an Fehlern bin Höhe, und siehst auf das, allein ich schuld. was niedrig ist! daß ich mich 3. Das Glück, deß ich nie, vor dir, vergehe, der du mich freue, wer schafft mirs? lein Herr des Himmels bist; deine Treue, du Herr der so laß mein Herz, vomSiole ganzen Welt! Du ordnest ze rein, der Demuth stets unsre Tage, thr Glück und ergeben seyn. ihre Plage nur so, wie dir es wohlgefällt. 2. Was bin ich ein Ges schöpf von Erde, einSüns 4. Soll ich mich denn er der und des Todes Raub. heben, wenn mir in diesem Auch ich, ein Sterblicher! ich Leben viel gutes wiederfährt? werde einst sterben, und mein was hat dich, Herr, bewo Leib wird Staub: das pråge gen, daß du mich vorgezo tief in meinen Sinn; so gen? bin ich auch jemals reisset mich kein Hochmuth dessen werth? hin. 5. Ich bin viel zu geringe 3. Der Hochmuth hat dir der Huld, die ich besinge; nie gefallen, du bist und bleibst und werd es ewig seyn. den Stolzen feind. Nur der laß michs nie vergessen; so gefällt dir unter allen, der, werd ich nicht vermessen ohne Stolz, vor dir era Na 2 scheint. 372 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. scheint. Der ist dein Freund, liebst des Herzens Nies der in der Welt Demüthi brigkeit. gen sich beygesellt. 8. Gieb, daß ich mich nicht 4. Laß mich auf Chrifti überhebe, weil wir ja alle Vorbild sehen, der hier die Brüder sind; auch dem ges Demuth selber war. Denn ringern Ehre gebe, er ist so sonst erhörst du nicht mein wohl, als ich, dein Kind. Der Flehen; ich stürze mich sonst Tod macht, wär ich noch so in Gefahr, daß mein Gesreich, mich doch dem árms beth, dir zum Verdruß, und sten Bruder gleich. mir zur Sünde, werden muß. 9. Auch laß mich dir bey 5. Nicht meiner, sondern allem Leiden in Demuth une deiner Ehre, laß all mein terwürfig seyn. Dort wirst Thun gewidmet feyn: da du mich mit Ehre kleiden, mit ich deinen Ruhm ver auf ewig laben und erfreun. mehre; so pråge mir mit Denn wer sich selbst ernier Nachdruck ein: ich sey nicht drigt hier, steht dort gewiß werth der Gnadenkraft, die erhöht vor dir. alles Gute in mir schaft. 6. Hätt ich sonst alle Tu Mel. Alle Menschen müssen ic. gendgaben, und hätte doch 389.Sen nicht ſtolt, die Demuth nicht; so würde von ich den Ruhm nicht haben, Erde, sey nicht stolz, und der gilt vor deinem Ange fürchte dich! Gott ists, der ficht. Die Demuth, die dein auch dir rief: werde! der dir Wort mich lehrt, giebt jeder sagt: dein Gott bin ich. Tugend ihren Werth. Alles hab ich dir gegeben. 7. Regiere mich, daß ich Brauche mir zum Rahm bescheiden und demuthsvoll dein Leben; frage, wozu gab im Herzen sey, daß ich den ichs dir? und durch De Stolz mog ernstlich meiden, muth danke mir. nicht blos aus Schein und 2. Dwas rühmt ihr eure Heucheley; du siehst nicht Werke? Menschen, was ers auf das schlechte Kleid, du hebt ihr euch? machet ihr euch Gottgefällige Selbstliebe. 373 euch felbst, an Stárke, Weis: Tod der Knechte; und wie heit und Vermögen, reich? herrlich krónte Gott ihn nach wollt ihr euch des Gebers seinem Kreuzestod! Seine schämen? ders euch gab, der 6. Shn rief Gott hinan kanns auch nehmen. Seyd zum Throne aus der tiefsten nicht sicher seyd nicht kühn, Niedrigkeit: denn er sprach noch undonckbar gegen ihn. zu seinem Sohne: herrsche 3. Weh den Stolzen, nun in Ewigkeit. weh den Spöttern: schreck Treuen zu belohnen, kommt lich werden sie vergehn! er einst mit Ehrenkronen Sünder, die sich selbst ver- und ertheilt vor feinem göttern, werden nicht vor Thron ihnen ihrer Demuth Gott bestehn. Die nur, Lohn. welche seinen Willen de muthsvoll und treu erfüllen, die, so ihn und sein Gebot ehren, haben Ruhm vor Gott. Gottgefällige Liebe zu sich selbst. Met. O Gott, du fremmer sc. 390.Dein Wille ifts, mein Gott, 4. Keinen Bruder zu ver, achten, sey uns ewig theure ich soll mich selber lieben. Pflicht; stolz sich zu erhe- laß mich diese Pflicht ben trachten, führt zumFall, nach deiner Vorschrift üben, ziemt Christen nicht. So und schránke selbst den Trieb wie Christus, allen dienen, froh und beglückt zu seyn, auch den niedrigften aus ih- den du mir eingepflanzt, in nen, ohne bittern Stolz, und heilge Gränzen ein. gern: das ift Gnade vor dem Herrn. 2. Gieb daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, 5. Jefu gleich gefinnt zu und daß in allem ich dein werden, eifrig streben sollten Auge tindlich scheue. Wer wir; er erfchien bey uns auf als ein Chrift fich liebt, der Erden, und wie niedrig ward flieht auch als ein Chrift, er hier! der voukommenste was wider deine Furcht und Gerechte starb, für uns, den Menschenliebe ift. Na 3 3. Rein 374 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. 3. Kein schudder Eigen 7. selig! wer darnach O mrk beherrsche meine Seele! mit heilgem Eifer trachtet, und wenn zu meinem Glück und für sein größtes Glück, ich Weg und Mittel wähle; Gott, deine Gnade achtet. so laß mich stets dabey auf Der liebt allein sich recht, Recht und Wahrheit schaun; der fchon in der Zeit auch nie mein Wohlergehn die ware Ruh, und einst auf andrer Elend baun. vollkomame Seligkeit. 4. Dein Fluch trifft jedes 8. Das fey mein Zweck, Glück, baben die Tugent mein Fleiß. fegne mein leidet, dabey der, der es Bemühen! so wird das fucht, Gott, deine Wege wahre Wohl nicht meinem meidet; wer Unrecht liebt Wunsch entfliehen; so flich und thut, erbt deinen Him- ich vor dem Pfad der lasters mel nicht. Nie treffe mich, haften Welt und liebe mich o Gott, dies schreckliche Geselbst so, wie es dir wohl richt! gefällt. 5. Nie blende mein Ge mith der Eitelkeiten Schim Sorge für die Seele. mer. Die Welt mit ihrer Mel. Kommt her zu mir, spricht 10. Luft vergeht doch einft auf 391.Herr! meiner uns Seele großen kurze Luft? was hilft uns Werth, den mir dein theus eitle Pracht? nicht ein ver res Wort erklärt, laß mich gånglich Gut ists, was uns mit Ernst bedenken; und glücklich macht. auf die Sorge für the Wohl 6. Ein Gott ergebnes o unermüdet, als ich soll, Herz, ein unverleßt Gewis ben größten Eifer lenken. fen, nur das kann uns allein 2. Wie hoch ist sie vor dir des Lebens Last verfüssen; geacht; welch Glück haft du das bleibt uns auch im Tod, ihr zugedacht! wie viel an und folgt uns aus der Zeit sie gewendet! du schufft sie, zum großen Segen nach bis Gott, dein Bild zu seyn: in die Ewigkeit. und haft, vom Fluch sie zu bes Seelsorge. 375 befreyn, selbst deinen Sohn hier im Fleisch noch leb, laß gesendet. mich im Glauben leben an 3. Zu groß für diese kurze Jesum Chriftum, der auch Zeit, bestimmt zum Glück mich so hoch geliebet, daß er der Ewigkeit, wohnt sie im sich für mich auch hingegeben. Leib der Erden; durch Slaus 8. In meiner ganzen Pils ben und Gottfete, zu grimschaft laß mich, gestärkt größerer Vollkommenheit durch deine Kraft, nach jenem im Himmel reif zu werden. Kleinod trachten, das mir 4. Mit großer Treue dein Ruf vor Augen stellt, willst du sie, selbst durch des und alle Leiden dieser Welt Lebens kurze Müh, zu die wie nichts dagegen achten. sem Ziele führen. Olag 9. Wie selig werd ich dann mich nicht durch eigne Schuld nicht seyn! schon hier wird das Heil, das deine Bater dann mein Herz sich freun, huld ihr zugedacht, verlieren! in dir, Gott, ruhig leben; 5. Nach dir, o Gott, ge: und du wirst, nach vollbrach bildet seyn, mich ewig deiner ter Zeit, auch mich gewiß Güte freun, und dich zum zur Herrlichkeit in deinem Trofte wählen; das sey Reich erheben. mein Fleiß und höchster mel. Allein Gott, in der Hdh ic. Zweck! laß mich dazu den 392. Nach meiner Sees len Seligkeit rechten Weg, aus Leichtsinn nie verfehlen. laß, Herr, mich eifrig rins 6. Wer böse ift, bleibt gen. Sollt ich die kurze nicht vor dir. Drum schaffe Gnadenzeit in Sicherheit selbst, o Gott, in mir ein verbringen? wie würd ich Herz, das Sünden haffet, das einst vor dir beftehn? wer seine Schuld vor dir bereut, in dein Reich wünscht eins und das zu deiner Gütigkeit zugehn, muß reines Herzens durch Christum Hoffnung werden. faffet. 2. Erst an dem Schluß 7. Gieb, daß ich dir mich der Lebensbahn auf seine ganz ergeb; und was ich Sünde sehen, und wenn man 2 a 4 nicht 376 Beweis der Gottfeligkeit und Tugend. nicht mehr fündgen kann, Dingen trachten, und was Gott um Erbarmung flehen, mir daran hinderlich, mit das ist der Weg zum Leben edlem Muth verachten. nicht, den uns, o Gott, dein Daß ich auf deinen Wegen Unterricht in deinem Wort geh, und im Gericht dereinst bezeichnet. bestehey meine größte 3. Du rufft uns hier Sorge zur Heiligung; drum laß 7. Doch, was vermag ich, auch hier auf Erden des wenn du nicht vor Traghett Geiftes wahre Besserung mich beschüßest, und mich mein Hauptgeschäfte werden. zur Treu in dieser Pflicht Herr, stårte mir dazu den mit Kräften unterstüßeft? Trieb. Nichts sey so groß, o stårte mich, mein Gott, nichts mir so lieb, das ich dazu, so find ich hier schon ihm nicht aufopfre. wahre Ruh, und dort das 4. Gewånn ich auch die ewge Leben. ganze Welt mit allen ihren Freuben, und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden; was hülfe mirs; kann auch die Welt mit allem, was sie in sich hält, Bewahrung eines guten Gewissens. Mel. Gott des Himmels und r. err, mein Gott, ein gut Ges mir deine Huld erseßen? wissen ist des Menschen 393.Herr, 5. Was führt mich zur größter Ruhm. Muß Zufriedenheit schon hier inser alles andre miffen, bleibt diesem Leben; was kann ihm doch dies Eigenthum. mir Troft und Freudigkeit Theuer sey mir stets dies auch selbst im Tode geben? Gut; denn es giebt getroften nicht Menschengunft, nicht Muth. trdisch Glück; nur Gottes 2. Aber ein verleßt Ge Gnade und der Blick auf wiffen klagt vor dir den jenes Lebens Freuden. Sünder an; dämpft ers 6. Nach diesem Kleinod, gleich, und will nicht wissen Herr, laß mich vor allen was er Böses hat gethans tritt Bewahrung eines guten Gewissens. 377 tritt es doch zuleßt empor, wiffen! wer dieses hat, der und hält ihm die Sünde vor. hat auch Muth, wenn ans 3. Mögen doch der Spdt- bre zagen müssen. Sein ter Rotten, die nur Flei- ruhig Herz erzittert nicht, scheeluft ergißt, über das nicht vor dem Tod, nicht Gewissen spotten, eerwa vorm Gericht: denn mit dir chet doch zuleßt, firaft hat er Friede. des Verachters Herz nun 2. Sich deines Beyfalls, mit defto größerm Schmerz. Gott, bewußt, rühmt er sich 4. Herr, von dir kommt deiner Gnade. Dein Friede alles Gute, mache mein Gewohnt in seiner Bruft; und wiffen rein; ich will dir mit wer ist, der ihm schade? Auf frohem Mutheunterthanund dich sieht er, bey aller Noth, eigen seyn; begre meinen womit die Zukunft ihn bes Geift und Sinn, bis ich dir droht. Ihn tröstet deine ganz folgsam bin. Vorsicht. 5. Starte mich dabey im 3. Triff: ihn auch hier zus Glauben, mach mich Christo weilen noch die Geiffel böser gleichgesinnt; so bin ich, Bungen; wird seines Hers wenn Hasser schnauben, Fein- zens Ruhe doch dadurch nicht de auf mich zornig sind, doch ganz bezwungen. Er hütet getroft und zage nicht; weil ich vortlebelihat, und denkt: die Unschuld für mich spricht. Gott kennt des Herzens 6. Fliehen will ich jeden Rath und wird die Unschuld Handel, wo man falsche retten. Rånte schließt; weil ein fol 4. Sein Gelft sieht mit cher Lebenswandel wider Zufriedenheit der künftgen das Gewissen ist. Feft will Welt entgegen. Die giebt ihm ich darauf beruhn: nichts zu Muth und Freudigkeit auf scheun, und recht zu thun. allen seinen Wegen. Denn Mel. Allein Gott in der Hdh ic. bort macht selbst, o Herr, 394. welch ein un dein Mund den wahren schäßbare s Werth der Menschen kund; Gut ist, Herr, ein rein Ge da wird der Fromme siegen. Na s s. So 378 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. 5. So hilf denn, daß ich bezeuget, daß ich begnadigt mir zum Heil, ein unverleßt bin; wenn mich dein Trost Gewissen, des Lebens aller erquicket, so oft mich Trübs bestes Theil, zu haben sey fal drücket; wie unschäßbar befliffen. Mit dir, Gott, ist mein Gewinn! ausgeföhnt zu seyn, dein hei 3. Sollt ich dies froße lei lig Recht nicht zu entweißn, ben für Luft der Sünde ger das sey mein größter Eifer. ben; und dann die innre 6. Des richtigen Gewis- Pein, mich selber zu verklas fens Spruch laß mich stets gen, in meinem Bufen tras folgsam ehren; und immer gen; groß würde meine aufmerksam genug auf seine Thorheit feyn! Warnung hören. Erinnerts 4. Denn folget einst Vers mich an meine Schuld, so laß derben aufs Laster; kommts mich, Bater, deine Huld voll zum Sterben; welch schrecks Reu und Glauben fuchen. liches Gericht! dann zu sich 7. Mit deiner Gnadelfagen müssen:" ich konnte triste mich, und stärke meine mir verschlieffen den Weg. Seele, daß sie vor Sünden zum Fall; und that es hüte fich, und nie aus Bor- nicht." fak fehle; denn, wer nur rei 93 5. Sein eigen Herz bes nes Herzens ist, hat immer Eämpfen und seine Neigung dich, durch Jesum Chrift, dampfen, ist freylich schwere Allwiffender, zum Troste. Pflicht: doch wenn wir uns besiegen, welch seliges Vers Mel. Nun ruhen alle sc. 395.& in in ruhiges Ge- gnügen gewährt der Pflicht wiffen las Vollbringung nicht? Here, mich fiets genießen! 6. Nichts kann im Wohle denn hab ich dieses nur; so ergehen so unser Glück fchreckt in solchen Tagen, wo erhöhen, als ein geruhig andre ångfilich klagen, mich Herz. Das schaffet innre weiter nichts in der Natur. Freuden selbst in den größe 2. Wenn meine Gündeten Leiden, und macht zur fchweiget, und mir dein Geift Wolthat selbst den Schmerz 7. Die Leibespflege und Mäßigkeit. 379 7. Die Güter zu verach, nähren, das ist, o Schöpfer, ten, wornach die Thoren meine Pflicht: muthwillig schmachten, was giebt uns seinen Bau versehren, vers dazu Muth? was tröftet bietet mir dein Unterricht. Gottes Kinder beym Spotte stehe mir mit Weisheit frecher Sünder? ein ruhig bey, daß diese Pflicht mir Herz; dies größte Gut. hellig sey. 8. Zu dir gen Himmel 2. Sollt ich mit Vorfah schauen, o Gott, und mit das verlegen, was zur Ers Vertrauen sich rühmen: ich haltung mir vertraut? sollt bin dein! ich unter den Er ich gering ein Kunststück löften, darf deiner Huld mich schäßen, das du, als Schö. triften! welch Glück, mein pfer, selbst erbaut? weß ist Gott, kann grdßger seyn? mein Leib? er ist ja dein; 9. O lag mich, im Gesollt ich denn sein Zerstd. wiffen, einst diesen Trost rer seyn? genieffen, wenn alles von mir 3. Ihn zu erhalten, zu bes weicht; wenn ich den Lauf schüßzen, giebst du mit milder vollendet, und sich mein Le ben endet: so wird mir selbst das Sterben leicht. Baterhand die Mittel, die dazu uns nühen, und zum Gebrauch giebst du Verstand. Dir ist die Sorge nicht zu klein; wie? sollte sie es mir 10. Ja laß, zu allen Zet ten, mich deine Weisheit leiten, und mache selbst mich denn seyn?. treu! zum Fleiß in guten Werken, laß mich die hof nung stårken, das selbst der Tod mein Leben sey. 4. Gesunde Glieder, muns tre Kräfte, o Gott! wie viel sind die nicht werth; wer taugt zu dem Berufsgeschäfs te, wenn Krankheit seinen Leib beschwert? ist nicht der Erde größtes Gut, Gesundheit und ein heitrer Muth? 5. So laß mich denn mit ten und ihn Sorgfalt meiden, was meis nes Vorsichtige Leibespflege und nåßigkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott c. 396. es Leibes war 380 Beweis der Gottfeligkeit und Tugend. nes Körpers Wohlfegn stört, ben, wodurch uns, Herr, daß nicht, wenn seine Kräfte bein Wohlthun nährt, und leiden, mein Geift den indie, so Geift als Leib zu nern Vorwurf hört: bu laben, uns täglich deine felbft bistStörer deiner Ruh Hand gewährt! auch das, du zoast dir selbst dein Ule- was unser Mund genießt, bel zit. zeigt uns, wie freundlich, 6. Laß jeden Sinn und Gott, du bist. alle Glieder, mich zu bewah- 2. Du giebst uns Brod ren, achtsam seyn; drück: für unser Leben, und, unfre mich die Last der Krankheit Herzen zu erfreun, giebst du nieder, so floge felbft Geduld den traubenvollen Reben mit mir ein. Gewähr auch dann segensreicher Hand Hand den mir guten Muth, und segne, Wein. Wie angenehm ist was der Arzt dann thut. der Genuß von dem, was 7. Doch gieb, daß ich nicht uns ernähren muß? übertrelbe, was auf des Lei 3. Doch lag die Kraft, bes Pflege zielt; nein, stets uns zu vergnügen, die du in in jenen Schranken bleibe, Speiß und Trank gelegt, die dein Gefeß mir anbefielt. mich nie, o Höchster, so bes Des Körpers Wohl lag nie siegen, daß sie zum Schwel allein den Entzweck meiner gen mich bewegt. Laß, deis Sorgen feyn. ner Gaben mich zu freun, 8. Mein größter Fleif mich mågig im Genusse auf dieser Erde sey stets auf seyn. meinen Geift gericht. Daß 4. Mit Speiß und Trank er zum Himmel tüchtig wer sein Herz beschweren, steht de, eh dieses Leibes Hütte niemals wahren Christen bricht; dazu, Herr, segne an. Dadurch wird das, meinen Fleiß. fo leb ich stete was uns ernähren und un zu deinem Preis. fern Geift erquicken kann, Met. Wer nur den lieben Gott c. ein Gift, das in die Adern 397.We ie mannigfaltig fchleicht, und Krankheit, find die Ga. Schmerz und Tod erzeugt. 5. Die Keuschheit. 381 5. Die Schwelgerev raubt Drum fleh ich demuthsvoll uns die Kräfte zu dem, was zu dir o schaff ein reines uns die Pflicht gebeut, macht Herz in mir! tråge zum Berufsgeschäfte, 2. Die Wollust kürzet uns untüchtig zur Gottseligkeit; fre Tage; sie raubt dem erweckt Unordnung, Streit Körper seine Kraft; und Ur. und Zank, und hindert den, muth, Seuchen, Schmerz Gott schuldgen, Dank and Plage sind Früchte the 6. Wer sich den Bauch rer Leidenschaft. Der haft zum Gott erforen, unmås sich selber, der sie übt, und sig deine Gaben braucht, der sich in ihre Fesseln giebt. geht des Himmelreichs ver 3. Wie blühte nicht des loren, zu dem kein Knech: Jünglings Jugend, eh thn der Lüfte taugt. Gott, laß der Wollust Reiz bethört! mich ja die Lafter scheun, und doch er vergaß den Weg der mäßig stets und nüchtern Tugend; und seine Kräfte feyn. sind verzehrt. Verwesung 7. So oft ich Speiß und schåndet sein Gesicht, und Trank genieße, so laß es mit predigt Gottes Strafges Vernunft geschehn, und, daß richt. ich beydes mir verfüge, mit 4. Die Wollust raubt dem Dank auf dich, den Geber, Herzen Stärke, schwächt den sehn; auf dich, der du uns Verstand, der Seele Licht; järtlich liebst, uns Nahrung sie raubt den Eifer edler und Erquickung giebst. Werke; und Ernst und Lust zu jeder Pflicht. Sie führt Reu und Gewissensschmerz Mel. Wer nur den lieben Gott ic. in das ihr hingegebne Herz. Reuschheit. 398.Der er Wollust Reiz 5. Der Mensch sinkt uns zu widerstres ter ihrer Bürde zur Niedrigs ben, laß, Höchster, meine feit des Thiers herab; er Weisheit seyn. Sie ist schåndet und entehrt die ein Gift für unser Leben, und Würde, die ihm sein weiser ihre Freuden werden Pein. Schöpfer gab, vergißt den Zweck 382 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. Zweck, dazn er lebt, weil Freund der Nüchternheit, er nach niedern Lüften strebt. Laß Speiß und Trank dich 6. So schimpflich sind der nie beschweren und steure Wollnst Barde! schon vor deiner Sinnlichkeit. Sey der Welt sind sie ein Spott. deiner Schwachheit stets bes Sie sind vor dem Gewissen wußt und meid oft, selbst Schande, und noch weit mehr erlaubte, Luft. vor dir, o Gott! Wer sich in 2. Sey, um die Wollust threKnechtschaft giebt, wird zu verhüten, stets schamhaft nie von dir, o Gott, geliebt. gegen deinen Leib; laß nicht 7. Du wirst den wiederum dein Auge dir gebieten; flieh verderben, der deinen Tem eitlen Scherz und Zeitvers pel hier verdirbt. Des frechen Wiß Dein treib. Himmelreich wird niemand lings freyer Scherz ernies, verdirbt dein erben, in dem die böse Luft drigt und nicht stirbt. Drum laß mich Herz. ihre Reizung fliehn; und, 3. Entzieh der Wolluft keusch zu seyn, mich stets ihre Kräfte im Schweiße bemühn. deines Angesichts. Der Uns 8. Gieb, daß ich allen bd- schuld Schußwehr sind Ges sen Listen mit Muth und schäfte; nichts thun, das Nachbruck widersteh, und Nek des Bösewichts. Bey stets dawider mich zu rüsten, Trägheit und bey Müffige auf dich, Allgegenwärtger, gang, besiegt uns jeder böse seh. Wer dich, o Gott, Hang. vor Augen hat, flieht auch 4. Willst du der Wolluft verborgue Missethat. Trieb bekämpfen, eh er die Freyheit dir verwehrt; fo dáms such ihn früh in dir zu pfen. Hat ihn dein Herz In voriger Melodie.c. zuvor genährt, und du haft 399.Willst du dem ihn nicht gleich erstickt; fo Reiz zurwird er schwerlich unters 5. Oft Beförderungsmittel der Reuschheit. Wolluft wehren; so sey ein drückt. Vorsichtigkeit im Umgang. 383 5. Oft tauschen dich des 9. Denk oft den mächtts lasters Triebe und du ersgen Gedanken: die Uns blickft nicht die Gefahr: oft schuld ist der Seele Glück! wird das unerlaubte Liebe, erhalte, fångst du an zu wane. was anfangs nichts, als ken, dich noch von deinem Freundschaft war. Ein lans Fall zurück. Dir giebt dein ger Umgang macht dich dreist ganzer Lebenslauf sie nicht und du vergisst was Unzurück; giebst du sie auf! schuld heißt. 10. Drum fliehe vor der 6. Dein fühlend Herz Wollast Pfade und lokt dich wird sichs verzeißen, daß es schmeichelnd ihre Bahn: so des lasters Trieb ernährt; rufe brünftig Gott um Gnas es wird nur seinen Ausbruch de und Weisheit in Versus scheuen, weil dieser vor der chung an. Erzittre vor dem Welt entehrt, die kleinen ersten Fall! denn sonst fällft Fehler übersehn, und so zu du mehr, als Einmal! großen übergehn. 7.Ifts Sünde nur, die Vorsichtigkeit im Umgang That vollbringen? machi mit andern. dußre Reuschheit tugend: Mel. Es woll uns Gott genådig 2. hafi? follst du nicht auch den 400. Trieb Gott, ber bit zur Weisheit den Wunsch derkeidenschaft führst, du Vater meines Les foll bloß dein dußrer Wan bens! wenn du mein Leben del rein, solls nicht auch deine nicht regierft, so leb ich hier Seele seyn? vergebens. Der, wen dein unsre 8. Begierden sind es, Geist nicht neu gebiert, der die uns schånden, und die bleibt der Sünd ergeben; verleßen Pflicht, und wen die Sünde noch res auch ohne daß wir sie vollen giert, der ist zum rechten den. Drum rühme dich der Leben noch nie hindurch ges Keuschheit nicht; es sey denn, drungen. daß du, durch den Geist, der Lüfte Herrschaftdich entreißft. 2. Darum verleihe deine Gnad mir, deinem schwachen Kinde, 384 Beweis der Gottseligkeit und Tugend Kinde, daß ich erwähl der Schandthaten üben lehret. Tugend Pfad und meide Die Luft, die nur den Leib stets die Sünde. Behüte ergoßt, wird oft der Weg meinen Mund, daß mir kein zur Höllen; und was die schlüpfrig Wort entfalle, Welt für Freude schäßt, vielmehr von meinen Lippen kann leicht die Unschuld dir ein dankbar Lob erschalle, fällen, mit bittrer Reue den Nächsten zu erbauen. quälen. 3. Bewahre, Gott, mein 6. Hilf, daß mein Ohr Ohr, daß ich nicht gern die nichts lieber hört, mein Spotter höre, damit in meie Geift nichts lieber denket, nem Glauben mich kein fres als was die Tugend stärkt cher Thor bethdre; laß mich und nährt, und Luft zum der Lästerzunge Gift zum Guten schenket; was mich Schmähen nie verführen, zu jenem Lichte bringt, wo und wenn ihr Pfeil den man bey dir stets lebet, dein Nächsten trifft, so müsse mich Lob mit allen Engeln singt, dies rühren, mich seiner an den Heiland stets erhebet, zunehmen. und ihm sich ähnlich schauet. 4. Die Augen, Gott, be wahre mir vor unverschäms Arbeitsamkeit und Berufs ten Blicken; laß mich, aus treue. heilger Schen vor dir, die Mel. O Gott, du frommer Gott Unschuld nie berücken; was 401.Du hast uns, reine Sitten aufrecht hält, Herr, die danach laß mich stets trach- Pflicht zur Arbeit auferles ten; was dir, o Bater! get, und Fleiß in dem Bes wohlgefällt, das laß auch ruf uns ernstlich eingeprás mich hochachten, all Uep- get: der tråge Müssiggang pigkeit vermeiden. ist dir, o Gott, verhaft, für 5. Behüte mich vor uns der Lafter Neh, und uns Schwelgeren; die leicht das serm Nächsten Last. 2. In deine Ordnung, Herz beschweret; vor Truntenheit, die ohne Scheu Herr, laß willig mich beques men. Arbeitsamkeit und Berufstreue. 385 men, die Bürden des Ber 2. Wer das zu seinem rufe getroft auf mich zu neh- Hauptzweck macht, vor ihm men. Wird gleich mein An- gerecht zu werden, und erst geficht mit faurem Schweiß nach seinem Reiche tracht't benezt; genug daß du mich dem giebt er auch auf Erden, selbst in den Beruf gefest. vom frischen Gut mit mil3. Bewahre nur mein der Hand, so viel beym Fleiß Herz vor eitlen Nahrungs in seinem Stand, als ihm forgen. Gieb mir mein tåg- wahrhaftig nüßet. lich Brod, und sorge selbst 3. Gott ist der Frommen für morgen. Laß mich an met Schild und Lohn: und krönt nem Theil, das Meine fleißig er fie mit Gnaden, was follte thun, und dann mit Zuver ihrer Feinde Hohn und Miss sicht in deiner Fügung ruhn. guns ihnen schaden? Mit 4. Ach! fördre, großer seinem Schuß bedeckt er sie, Gott, die Werke meiner und segnet, ben des Lebens Hände. Hilf mir, bey mei Müb, ihr Herz mit Trost nem Thun, im Anfang und und Hofnung. am Ende. Laß mich bey Laß mich bey 4. Drum gieb, o Gott, daß meiner Laft auf jenen Sab ich auf dich bey meiner Ars bath sehn, da wir, nach beit sehe. Mit Licht und treuem Fleiß, in deine Ruhe Welsheit fegne mich, daß ich gehn. nie Wege gehe, die mir dein Mel. Sey Lob und Ehr dem ic. heilig Wort verbent. Nach 402.Gott ists, der das beines Reichs Gerechtigkeit, Vermögen laß mich vor allem trachs schafft, das Gute zu vollsten. fe bringen; er giebt zur Arbeit 5. Laß Músiggang und Muth und Kraft, und läßt Trägheit mich, als dir miss sie uns gelingen. Was man fällig melden, und hilf, daß mit ihm nur unternimt, ich, gestärkt durch dich, voll wird, wenns mit seinem Muth, mit Luft und Freus Willen stimmt, nicht ohne den in meinem Stand ges Forigang bleiben. schäftig fey! dein Gegen Bb Frone 386 Beweiß der Gottfeligkeit und Tugend. krone meine Treu, daß sie holen werd ich mich nur auch andern núke. dann, wenn ich von Kraft 6. Sen überall, mein erschöpft, mich kann zu neuer Gott, mit mir! die Werke Arbeit stärken. meiner Hände, befehl ich, 4. Weck mich zum Fleiß Allerhöchster, dir; hilf, daß und las mich nicht die Zeit, ich fie vollende zu deines mit Nebendingen, die weit großen Namens Preis, daß entfernt von meiner Pflicht, mir die Frucht von meinem verschwenderisch verbringen. Fleiß in jenes Leben folge. Das müsse mein Vergnügen Mel. Sen fob und Ehr dem 2. feyn, mich den Geschäften 403. 3ur Arbeit, nicht ganz zu weihn, die du mir zum gang sind wir, o Herr, auf 5. Ein heilger Trieb bes Erben. Drum laß mich doch lebe mich, o Höchster, meine mein Lebelang kein Knecht Pflichten in deiner Furcht, der Trägheit werden. Gieb gestärkt durch dich, mit Freu mir Verstand und Luft und den zu verrichten. Ein Herz, Kraft, geschickt, tren und das sich des Guten freut, gewissenhaft mein Werk hier giebt zu der Arbeit Munters teit, versüßt uns ihre Lasten. zu verwalten. 2." Hast du ein Umt, so 6. Laß mich vor dir, Herr, warte sein": das ist, o Gott, unverrückt mit einem Her bein Wille. O flöße selbst zen wandeln, das Geiz und Ses den Trieb mir ein, daß ich Ehrsucht nie bestrickt. Go ihn treu erfülle. Hilf mir, wissenhaft zu handeln; mein daß ich von Zeit zu Zeit, an leben deinem Dienst zu Einsicht und an Züchtigkeit weihn: so nüklich als ich zu meinem Amte, wachse. kann, zu seyn: das sey mit 5. D Herr! vor tråger Ehr und Reichthum. Weichlichkeit wollst du mein 7. Dir zu gefallen, fey Sherz bewahren: so werd mein Ziel bey allem, was tch aus Gemächlichkeit nie ich thue! so hat, es gehe wie meine Kräfte sparen. Eres will, doch mein Gewissen Ruhe. 387 Rechter Gebrauch der Lebenszeit. Ruhe. Denn wer dir, Heiz 3. Gieb mir fleißig zu bes ligster! misfällt, was nüket denken, wozu ich gefehet bin. dem die ganze Welt mit laß mich deinen Geist stets allen ihren Schåßen? lenken, und regiere meinen 8. Laß mich den weltli- Sinn, daß ich, als dein chen Beruf niemals geringe treuer Knecht, das was du achten, das Werk, wozu dein mir auferlegt, wohl erwåg, Will mich schuf, als Gottes und deinen Willen suche dienst betrachten, damit ich treulich zu erfüllen. einst in jener Welt, die mich 4. Gieb, daß ich durch ben Engeln zugefellt, zu hd. Müssfiggehen keine Zeit vers hern Würden steige. schwenden mag: laß mich achtsam dahin sehen, daß ich Mel. Werde munter mein ic. jeden Lebenstag so anwende, 404. Herr! nichts gubaß ich dir fiets ergebner tes kann aufwerde hier, und mein Fleiß Erden blos durch unsern stets deine Ehre, auch des Fleiß allein, ohne dich ver- Nächsten Wohlfarth, mehre. richtet werden, nur von dir 5. Dann darf ich mich meis kommt das Gedeihn. Stehtnes Lebens sters vor dir, mein uns deine Vatertreu nicht Gott, erfreun; mein Bea mit Rath und Hülfe bey, mühn wird nicht vergebens, was kann dann der Mensch niemals ohne Gegen seyn: vollbringen? welche That du giebst mir gewiß, mein kann uns gelingen? Gott, was zu diesem Leben 2. Gieb zu jeglichem Gernoth, und mein ruhiges schäfte, das ich hier verrich Gewissen wird mir selbst den ten soll, mir selbst Weisheit, Tod verfüffen. Luft und Kräfte, daß es mir gerathe wohl. Laß mich deis nen Segen fehn; las mein Mel. Jefus meine Zuversicht ic. Thun von Statten gehn, und 405. Großer Schöpfer, Rechter Gebrauch der Lebenszeit. was ich wohl angefangen zum Zeit: gewünschten Stel gelangen. mache mich, bis an mein B62 Ende, 388 Beweiß der Gottseligkeit und Tugend. Ende, dazu wach sam und bes 6. so lehr mich, daß reit, daß ich recht die Zeit die Frift, die du mir noch anwende, die mir noch dein zugemessen, als ein schneller weifer Rath in der Welt be Strom verfließt; laß mich schieden hat. nimmermehr vergessen: hier 2. Uch wie flügelschnell sey die Erziehungszeit zu entfliehn Jahr und Tage, dem Glück der Ewigkeit. Zeit und Stunden: eh mans 7. Sien mug ich hier mit meint, sind sie dahin, als ein Fleiß zu der Erndte jenes Blik, der schnell verschwuns Lebens. Dwie glücklich, den. Der ist klug, der seine daß ich weiß, dis geschehe Zeit nißlichen Geschäften nicht vergebens. Gieb, daß weiht. ich stets Saamen ftreu, deffen 3. Herr! vergieb mir vás ich mich ewig freu! terlich, daß ich manche Zeit mel. Jesus meine Zuversicht. und Stunde übel angelegt, 406.einer Freu, err, ich hab von und dich oft mit Herzen, Hand und Munde sehr besmir zum Heil noch Zeit in trübt, und das gethan, was hånden. Sieb doch, daß ich mir Kummer machen kan. sorgsem sey, sie auch weislich 4. Dir sey Preis; du anzuwenden. Denn wer weiß, schenkeft mir ist noch Zeit wie bald zur Giuft deiner und Raum zur Buße. Nun Vorsicht Wink mich ruft? ich komm, und falle dir mit 2. Unaussprechlich schnell Gebeth und Flehn zu Fuße; entfliehn die uns zugezählten und mein ganzes Herz bereut Stunden: eh mans denkt, meine schon verlorne Zeit. sind sie dahin und auf eig Nies 5. Wiederbringen kann uns verschwunden. ich nicht, was von meiner mals kehrt ein Augenblick, Zeit verschwunden. Doch, uns zum Heil, davon zurick. wenn ich nach meiner Pflicht 3. Laß bey ihrer Flüchtigs beffer núße meine Stunden, keit mich, mein Gott, doch als bisher von mir geschehn; nie vergessen, wie unschäß so vergiebst du mein Verfehn. bar sey die Zeit, die du hier uns Rechter Gebrauch der Lebenszeit. 389 uns zugemessen; wie, was du mir. Gott, gegeben? ein hier von uns geschieht, ewge unschäßbares Gut! du gabst Folgen nach sich zieht. mirs; hier auf Erden zum 4. Reize mich dadurch zum Himmel reif zu werden, Fleiß, eh die Zeit des Heils worauf mein wahres Glück verlaufen, mir zur Wohl beruht. fahrt, dir zum Preis noch 2. Hier wird die Saat die Stunden auszukaufen, gestreuet, dort ernbtet man die zu meiner Seligkeit erfreut der Zugend Früchte deine Gnade mir verleiht. ein. Se länger ich hier übe 5. Deine schonende Ge die Pflichten wahrer Liebe, duld trage mich, Gott! nicht je größer wird mein Glück vergebens: ach, vergieb mir dort seyn. meine Schuld, daß so man 3. Sollt ich dis Glück dhen Theil des Lebens ich mir rauben? o Herr, lag zu meiner Seelen Wohl nicht mir, im Glauben der künfts gebraucht, so wie ich foll. gen Erndtezeit, mein Leben 6. Laß mich meine Beffer auf der Erden so werth und rung für mein Hauptges wichtig werden, als es mir schäfte achten, und nach mels selbst dein Wort gebeut. ner Heiligung mit so treuem 4. Das leben sich verfürs Elfer trachten, als erwartete ten, sich selbst in Trübsal noch heut mich Gericht und stürzen; ist Undank gegen Ewigkeit. Gott. Doch groß ists: Leis 7. Deine Gnade steh mir den tragen, sein Leben mus bey, daß mein Leben auf der thig wagen, wenn Pflicht es Erbe reich an guten Früch- heischt und sein Gebot. ten sey und dem Nächsten 5. So sey dann dir mein nüglich werde. Und ist einst leben, o Herr, zum Dienst mein Ende da, o so sey mit ergeben! wer nach der Zus Troft mir nah! gend strebt: wer Gott und Mel. In allen meinen Thaten u. Menschen liebet, im Wohls 407.Was ist mein zeir thun ſich stets über, hat lans lich Leben, das ge und auch gut gelebt. 3363 390 Beweiß der Gottfeligkeit und Tugend. Mel. Wer nur den lieben Gottic. ligkeit geübt; den Nächsten 408.2⁰ o eilt ihr hin, als dich selbst geliebt? ihr Lebens. 5. Ermuntre dich aus ftunden? Zeit, edle Zeit, wo deinem Schlummer, o Seele fliehst du hin? wie man auf! ermuntre dich! dis sey cher Tag ist schon vers dein Gram, dis fey dein schwunden, feit dem ich leb Kummer, daß mancher Tag und sterblich bin! vielleicht umsonst versirich. Dens der größte Theil der Zeit wenn du das bedauren mußt; ist schon im Meer der das ist der wichtigste Verlust. Ewigkeit. 6. Herr meines Lebens, 2. Der Thor durchlebet sen doch künftig mein Hell feine Jahre, eh er des Les und meines Lebens Kraft: so bens Werth versteht; er na wandle ich als Mensch vers het früher sich der Bahre, nünftig; so leb, als Christ, als er den Weg der Zugend ich tugendhaft; so dank ich geht. Was ist ein mensch in der Ewigkeit dir für den lich Leben werth, das un großen Schaß: die Zeit. genügt vorüber fährt? Christliches Verhalten in 3. Mensch! fen ein Absicht auf Ebre und einen Mensch! fang an zu leben, guten Namen. fang an ein Glied der Welt mel. Wenn meine Sünd mich te laß nach bring das eitlen Ehren Versäumte zwiefach ein; mich niemals geizig seyn. daß wenn man beinen Leib Laß deinen Geift mich leha begråbt dein Wert dann noch ren, der Ehre mich zu freun, im Segen lebt. die ewiglich vor dir besteht 4. Thu oft von jedem und mit mir von der Erde deiner Tage vor dem Gezum Himmel übergeht. wissen Rechenschaft; durch 2. Nie blende mich der denk ihn, leg ihn auf die Schimmer des Ansehns vor Wage; vollbrachtest du ihn der Welt; denn dieser ist tugendhaft? hast du Gottses nicht immer Verdiensten zu zu feyn; fang an dem Guten 409. Here! las he gefellt. In Absicht auf Ehre. 391 gefellt. Oft finden Rang guten Thaten, die ich vera und Würden statt, wo man richte, fehlt. auf innre Achtung kein Recht noch Anspruch hat. 7. Nie lag mich Ruhm ers schmeicheln, der mir doch nicht 3. Nicht im Besik von gehört, nie als ein Gleißner Sajaken und Gütern dieser heucheln, den Menschengunft Beit lag meinen Ruhm mich bethört. Dir, Gott, gefäls feßen: sie sind doch Eitel- lig stets zu seyn, des Nächs teit; sind oftmals auch des sten Glück zu fördern, laß Thoren Glück; verlaffen mein Bestreben seyn. uns im Sterben und blei ben hier zurück. 8. Auf dieser Bahn der Ehre erhalte meinen Gang, 4. In Demuth laß mich im Lichte deiner Lehre, mein leben, wenn die Geburt mich ganzes Lebenlang; so wird ehrt; durch Stolz mich nie bey den Verständigen mein erheben, wenn sich mein An Ruf und guter Name ges fehn mehrt; und schenkst nung gesichert stehn. du mir der Erde Gut, so 9. In diesem Glück z zu wollst du mich bewahren vor stehen, ist meines Wunsches allem Uebermuth. werth: mein eignes Wohlers 5. Dich kennen; meine gehen wird sehr dadurch ges Pflichten mit Treu und Red- mehrt; und wenn man ehs lichkeit gewissenhaft verrichs renwerth mich hålt, dien ten, wie mir dein Wort gesich in größerm Segen auch beut; und überall mein Chris andern in der Welt. fienthum, nach Jesu Vors 10. Nun, Herr! gieb mir bild, üben: das fey mein die Gnade, mich dieses wahrer Ruhm! Glücks zu freun. Leit mich 6. Dein Beyfall ist der aufrechtem Pfade allhier ein beste, den ich mir wünschen Mensch zu seyn, den einst kann, wenn ich mich des ges die Ehrenkrone schmückt, die trifte, hab ich genung daran; deine frommen Diener in und wenn mirs auch amjener Welt beglückt. Ruhm der Welt, bey allen Bb4 3 Christe Beweiß der Gottseligkeit und Tugend. Schäßen? verführt mich Chriftliches Verhalten in zeitlich Gut und Geld, forg Absicht auf zeitliche Güter. los hintan zu sehen, was meis ner Seelen Hell begehrt, Mel. Es ist das Heil uns c. und mir ein ewig Glück ge 410. Serr! laß mich währt: wie strafbar würd stets gewissens ich handeln? baft mein zeitlich Gut vers walten. 5. Mein größtes Trachten Gieb felbst mir sey allhier nach deines Reis Weisheit, gieb mir Kraft, ches Gaben; dann kann ich damit so hauszuhalten, wie mich, o Gott, in dir hier es mir nüßt, und dir gefällt; und dort ewig laben: dann damit ich nicht in jener Welt wird, beym Fleiße, lebens. an ewgen Gütern darbe. lang mir Kleidung nie, nie 2. Mein Hab und Gut Speiß und Trank, durch deis kommt ja von dir und del nen Segen fehlen. nem milben Segen. Nicht 6. Den Geiz lag ferne von mir zum Fallstrick gabst du mir seyn, die Wurzel alles mir mein zeitliches Vermós Bösen. Von Unruh und gen. Du gabst es mir zum Gewissenspein kann Reich, wahren Wohl. Drum gieb, thum nicht erlösen. Er hilft Herr, daß ichs, wie ich in Todesstunden nichts, und foll, nach deiner Vorschrift nichts am Tage des Ge brauche. richts: da schüßt er feinen 3. Was ist das mir ge Sünder. schenkte Gut? vergånglich 7. Laß mich in weiser und von Erde. Hilf, daß Sparsamkeit die Güter nie ich nie aus Uebermuth das verschwenden, die du mir burch vereitelt werde! nie gabst in dieser Zeit, sie nug reiffe irdischer Gewinn mein lich anzuwenden. Gieb mir Herz zu leppigkeiten hin, die Klugheit, daß ich hier die wichtgre Sorgen hindern. dadurch dem Nächsten so, 4. Was hülfe mir die wie mir, des Lebens Müh ganze Welt mit allen ihren erleichtre. 392 8. Es in Absicht zeitlicher Güter. 393 4. 8. Es kommt ein Tag wünscht noch mehr; noch der Rechenschaft; das laß immer bleibt sein Herz von mich stets bedenken, und wahrer Ruhe leer. mein Gemüth gewissenhaft Gott, so wehre doch zur heilgen Sorgfalt lenken, den ungerechten Trieben, und also die Güter dieser Zeit zu heilige mein Herz, nie stas nüßen, daß ich einst erfreut visch das zu lieben, was noch Segen davon erndte. man mit Müh gewinnt, bald praffend es verzehrt, Mel. O Gott, du frommer Gott ic.bald geizig es bewacht, und 411 Las mich nie, obald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises frommes Schäßen dieser Erden so Herz, das sey mein Schaß meine Neigung weihn, daß auf Erden. Sonst alles mein Gott! den fie mein Abgott werden! Oft nur nicht dis, kann mir ents fehlt beym Ueberfluß doch die riffen werden. Dis bleibt Zufriedenheit. Und was im Tod auch mein, dis folgt ift ohne sie des Lebens Herre mir aus der Zeit, zum selig, lichkeit? ften Gewinn, bis in die 2. Kann ein vergånglich Ewigkeit. Gut auch unsre Wünsche 6. Was sind, wenn dies fiillen? es steht ja fein Befes fehlt, die herrlichsten fiß nicht stets in unserm Vergnügen? nur füße Träus Willen. Nicht fiets wirds me sinds, die unsern Geist dem zu Theil, der ångftlich betrügen. Drum lenke, darnach ringt, und schnell Gott, den Wunsch vom irs verlierts oft der, dem der dischen Gewinn, durch deis Besik gelingt. nes Geiftes Kraft, zu ews 3. Ein Gut, das unsern gen Gütern hin. Geift wahrhaftig foll bes glücken, muß nicht vergång- Mel. Mir nach spricht Chriſtus. lich feyn, und für den Geiſt 412. Wohl dem, ber schicken. Thor hat begre Schäße Geld und Gut; er hats und liebt, als Schäße dieser Ers 365 den! 394 Beweiß der Gottfeligkeit und Tugend. den! wohl dem, der sich mit Gewinn dich blind zu jedem Elfer übt, an Tugend reich Frevel hin. zu werden; und in dem 6. Um wenig Vorthell Glauben, deß er lebt, sich wird er schon aus die mit über diese Welt erhebt. Meineid sprechen; dich zwin 2. Gott, du verwehrft es gen, der Arbeiter Lohn uns und zwar nicht, bier Güter menschlich abzubrechen; er zu besiken. Dn gabst sie wird in dir der Witwen uns, und auch die Pflicht, Flehn, der Waisen Thris mit Weisheit sie zu nußen. nen widerstehn. Gie dürfen unser Herz er 7. Nie kann ein Herze freun, und unsers Fleißes vom Geize hart, des Wohl Antrieb seyn. thuns Freuden schmecken, 3. Doch nach den Gütern und in des linglücks Ge dieser Zeit mit ganzer Seele genwart den Ruf zur Hülf schmachten; nicht erst nach entdecken. Und wo ist eines der Gerechtigkeit und dei Standes Pflicht, die nicht nem Reiche trachten; das ift, der Geiz entehrt und bricht? o Herr, nicht der Beruf, da zu uns Liebe schuf. 8. Du bist ein Vater; und aus Gelz entziehst du 4. Der Getz erniedrigt bich den Kindern, und läsfest unser Herz, erstickt die edlern dich des Goldes Reiz, the Triebe. Die Liebe für ein Herz zu bilden, hindern; fchimmrend Erz verdrängt und glaubst du habft sie wohl der Zugend Liebe, und man bedacht, wenn du sie reich, chet der Vernunft zu Spott wie dich, gemacht. ein elend Gold zu deinem Gott. 9. Du haft ein richterlis ches Amt; und du wirst dich 5. Der Geiz, so viel er an erfrechen, die Sache, die das sich reißt, lågt doch kein Gut Recht verdammt, aus Habs geniessen; er quält durchsucht recht zu sprechen: und Habsucht deinen Geist, und selbst der Tugend gröster tödtet dein Gewiffen. Er Feind erkauft an dir sich els reißt durch schmeichelnden nen Freund. to. Gu Gnugsamkeit. 395 10. Gewinnsucht raubt ben? du, der das Gras und dir Muth und Geift, die Blumen ziert, du solltest Wahrheit frey zu lehren; nicht, was uns gebührt an du schweigft, wenn sie dich Kleidung, gerne geben? reden heißt, ehrst, wo du 3. Der Ueberfluß beglückt nicht sollst ehren, und wirst noch nicht. Wenn nur bey um Reichthum, Gut und unserm Fleiße uns unfre Geld ein Schmeichler und Nothdurft nie gebricht an die Pest der Welt. Kleidung, Trank und Speis 11. Gott, erhalte mich se; das ist genung zu uns dabey, daß ich mir gnügen serm Wohl: ob uns was laffe; Geiz ewig als Abgst mehrers werden soll, und terey von mir entfern und nüßt; weis Gott arx beften. haffe. Dich lieben mit ge 4. Wer wenig hat, und tröstem Muth sey meines hats mit Recht, und brauchts Lebes gröftes Gut! nach Gottes Willen; was ist, das dem noch fehlen möcht, sein Herz vor Gott Mel. Es ist gewißlich an der ic. zu stillen? sein Weniges wird 413. A treuer Gott, mehr gedeihn, und im Ges Gnügsamkeit. ich ruf zu dir, nuß ihn mehr erfreun', als mir Gnade zu gewähren, was der Getz erpresset. daß Geiz und Sorgen nie 5. Der Reichthum trügt in mir den Seelenfrieden oft, eh mans meint, schon stören. Gieb, daß ich an hier in diesem Leben; und dein Wort mich halt; so kann, wenn nun der Tod ers werd ich stark; so kann ich scheint, nicht Troft und Rus bald den Aufruhr in mir he geben. Denn Geld und dampfen. Gut vergütet nicht vor Gots 2. Du, der dem Vieh tes ewigem Gericht die fein Futter schafft, du soll Schulden dieses Lebens. test gute Gaben uns nicht verleihn? durch deine Kraft 6. D wohl dem, der sein nicht auch uns Menschen las Herz erhebt gen Himmel von der 396 Beweiß der Gottseligkeit und Tugend. der Erde, und hier mit res 10. Mein Geift kann seine gem Eifer strebt, daß dort wahre Ruh im zeitlichen sein Lohn groß werde, der, nicht finden; was ich da so wie Gott ihn und sein habe, wünsch und thu, bleibt Haus gesegnet, wieder theis doch zulezt dahinten. Uns let aus, mit mildem frohen sterblich ist mein Geift, es Herzen. muß unsterblich seyn, was im Genuß mich völlig soll very 7. Er zeiget, daß er wil lig sey auch andre zu ergoßen, gnügen. er streuct aus und wird da 11. Mir ist nichts auf bey auch rein an wahren der Welt bewußt, das solche Schäßen, die gehen nie Ruh könnt geben; die Welt mals auf im Rauch; und vergeht; und ihre Luft vers sind daneben sicher auch süßt kaum dieses Leben: vor Raub, vor Rost und drum soll mein Herz sich Motten. nicht darauf, vielmehr soll 8. Es ist der sicherste Gesichs zu Gott hinauf und winn, der keinen je betrüget, seiner Gnade richten. wenn man Gott traut und 12. Ohöchstes Gut, fey fürchtet thn, und sich dabey bier und dort mir Reichs begnüget. Wir kommen thum, Luft und Ehre. Gieb, bloß auf diese Welt; wir daß in mir sich fort und müssen sie, wenns Gott ge fort die Liebe zu dir mehre, fällt, mit ihrem Gut ver- daß ich dich stets vor Augen laffen. hab und, dir ergeben bis 9. Herr, was mir hier ans Grab, was sündlich ist, vonndihen thut, mich rede verleugne. lich zu ernähren, das wollst 13. Hilf, daß ich fleissig du mir an Haab und Gut schaue hier nach meiner Woh bey meinem Fleiß gewähren, nung oben, wo ich werd ewig daß ich und mein Geschlecht seyn bey dir, dich schauen und nach mir nicht etwa unser dich loben; so wird mein Brod noch hier bekümmert Herz zufrieden seyn, und fachen müssen. findet, Gott, in dir als Lein Geduld und getroster Muth im Leiden. 297 3. Dein Auge, Gott der Gnade, erkennt allein und lein die wahre Ruh und Freude. 14. Hierzu gieb mir von sieht, was gut sey, oder schas deinem Thron, o Bater, de; wählt jenes voller Gút. Grad und Stärke! Gieb, Und was du ausersehen, daß mein Glaube, Gottes dein Rath fürs beste hält, Sohn, flets thätig sey im muß kommen und gesches Werke. heilger Geist, hen, so wie es dir ges steh du mir bey, daß mein fällt. Begehren dis nur sey: Gott 4. Un Mitteln und an über alles lieben. Wegen fehlts dir, Allweiser, nicht; was du uns schickst, Geduld und getrofter Muth bey den Leiden und Unvoll ift Segen; dein Rath ist kommenheiten dieses lauter Licht. Dein Werk tann niemand hindern, es Lebens. Mel. Herzlich thut mich vert. c. bleibt dabey beruhn, wenn 414.Befehl bu deine du, was deinen Kindern ers Wege, alles, was dich frånkt, und sprießlich ist, willst thun. der 5. Ob aller Welten Kräfte treuen Baterpflege des, der ihm wollten widerstehn: den Himmel lenft. Der umsonst! des Herrn Ges Wolken, Luft und Windenschäfte wird ungestört forts giebt Wege, Lauf und Bahn, gehn. Was er sich vorges wird für dich Wege finden, nommen, und was er haben wo es der Mensch nicht kann. will, das muß unfehlbar 2. Dem Herrn mußt du kommen zu dem bestimms vertrauen, soll dir es wohler- ten Ziel. gehn. Auf sein Werk mußt 6. Drum hoff, bedrängte du schauen, wenn dein Werk Seele, hoff, und sey unvers foll bestehn. Mit Sorgen zagt! Gott weiß es, was und mit Grámen, mit selbst bich qudle; den Kummer, gemachter Pein lågt Gott der dich nagt. Er wird sich das nicht nehmen, was dich ihm entrücken. Er. er uns foll verleihn. warte nur die Zeit! bis sich 398 Beweiß der Gottfeligkeit und Tugend. dich mit holden Blicken fein die du, und nicht zum BiAngesicht erfreut. fen, bisher getragen haft. 7. Auf, wehre deinen II. Wohl also deiner Schmerzen; entflieh der Treue! fie trägt den Sieg Trauernacht. Laß fahren, davon. Sieh muthig auf was dem Herzen unnüße und freue dich über ihren Sorgen macht. Bist du lohn! Gott schmückt mit doch nicht Regente, der alles Siegespalmen gewiß noch führen soll; Gott sikt am deine Hand, und du singst Regimente, und ordnet als Freudenpsalmen dem, der les wohl. dein Leid gewandt. 8. Jhn, Seele, ihn lag 12. Der du zum bester walten; er ist ein weiser Ende stets lenkst der Deinen Fürst: er wird dich aufrecht Stoth, reich uns die Baters halten, daß du dich wundern hände im Leben und im Tod. wirst, wenn er, wie ihm geslaß deiner treuen Pflege bühret, mit gnadenvollem uns stets empfohlen seyn, so Rath, das alles ausgefühe gehen unsre Wege gewiß ret, was dich bekümmert hat. zum Himmel ein. 9. Sollt seine Hand auch weilen, und nicht nach dei Mel. Herzlich thut mich ic. nem Sinn die Hülfe gleich 415.Chrift, alles was ertheilen; so wirfden Muth dich nicht hin; harr und bleib fichl getroft dem Herrn. ihm ergeben; du wirst nicht Er, der die Himmel lenfet, für und für bedrängt und ist auch von dir nicht fern. hilflos leben; Gott kommt, Erwach aus deinem Schlums und zeigt sich dir. mer, zu Gott erhebe dich! 10. Er wird dir Hülfe er siehet deinen Kummer, senden, wenn du ihm treu und liebt noch väterlich. verbleibst; er wird dein Leis 2. Sinds Sünden, die den wenden noch ehe du es dich schmerzen? dann fühle gläubst; der Herr wird dich deine Schuld, fleh mit gen erlösen, entladen von der Laft, beugtem Herzen zu Gott um Gnad Geduld und getroster Muth im Leiden. 399 Gnad und Huld. Zu wahe derbar. Einst wirst du rer Ruhe führet die Reu, überführet, daß er der beste bie Gott gefällt; allein den war. Du denkest wohl ins Lob gebleret die Traurigkeit dessen: der Herr erbarmt der Welt. sich nicht, der Herr hat mein 3. Trau Gott, nicht deis vergessen? doch höre, was nen Schlüssen, die Wahl des er spricht: Besten zu. Sollt Er denn 7-" Ift auch der Mütter nicht mehr wiffen und über eine, die ihres Sohns vers sehn als du? er weiß ja, gigt?"( denk an dis Wort, was dir fehlet in jedem Aus und weine die Freudenthrán, genblick, und was er für dich o Chrift!)" und könnt fie wählet, gereicht zu deinem ihn vergessen, will ich doch Glück. deiner nicht, nicht deines 3. Gott zählt der From: Flehns vergessen!" der Herr men Zähren, er wird, waslifts, der es spricht! gut ist, gern auch deinem 8. Mit ruhigem Gemůs Wunsch gewähren; sey stille the verlaß auf ihn dich feft, vor dem Herrn. Er ist ein bedent tag seine Güte dich, Schuß der Frommen, hoff sein Kind, nicht verläst. Er unverzagt auf ihn; denn wird nach kurzer Weile dich seine Zeit wird kommen, desto mehr erfreun, zu deis und deine Wohlfarth blühn. nem größern Heile verzeucht 5. Ergieb dich ihm miller; barre fein! Freuden, sey start in seiner 9. Wohl dir alsdann, du Kraft. Sey auch zur Zeit der Treuer! wie groß ist einst Leiden ein Chrift und tugende dein Lohn! dein Retter, dein haft. Und dann ergreifim Befreyer reicht dir bie Gies Glauben den Trost der geskron; auf kurze Prús Ewigkeit, wer kann dir dies fungstage folgt Ruhe, Preis sen rauben? welch Leiden und Dank; dann schweiget dieser Zeit? jede Klage, und wird ein 6. Sen froh; dein Gott Lobgefang. regieret, sein Rath ist wun. 416. Beweiß der Gottfeligkeit und Tugend. 416.2 er nur den lies 5. Denk nicht in deiner ben Gott läßt Trübsals Hiße, daß du von walten, und still erwartet Gott verlaffen feyst, daß der feine Zeit, der wird gewiß nur Gott im Schooße siße, von ihm erhalten, was ewig dem sich das Glück geneigt nißet und erfreut; wer erweist. Die Zukunft ins Gott, dem Allerhöchsten, dert oft sehr viel; and Glück traut, der hat auf keinen und Leiden hat sein Ziel. Sand gebaut. 6. Was sind vor Gett 2. Was helfen uns die der Menschen Sachen? sein fchweren Sorgen? was hilft starker Arm vermag sogleich uns unser Weh und Uch? die Reichen klein und arm was hilfts vom Abend bis zu machen, den Armen aber zum Morgen nur seufzen groß und reich. Ihm, ihm über Ungemach? wir ma ist alles unterthan, der bald chen unser Krenz und Leid erhöhn, bald stürzen kan. nur größer durch die Traus 7. Sing, beth und geh rigkeit. auf Gottes Wegen, verrichs 3. Man fey in frommer te deine Pflicht getren, Ehrfurcht ftille, sey Gott er- und trau des Himmels reis geben und vergnügt mit dem chen Gegen; so wird er Denn was sein liebreicher Wille bey dbir werden neu. fein ewig weifer Rath verwelcher seine Zuversicht auf fügt. Er der zum Himmel Gott sezt, den verläßt er uns erwählt, weiß wohl, nicht. was uns hienieden fehlt. Mel. Was mein Gott will ic. 4. Er kennt die wahren 417. Ich hab in So Freudenstunden, weiß, wann tes Herz und uns Freude nißlich fey, und Sinn mein Herz und Sinn wenn er uns bewährt erfuns ergeben. Was widrig den, demüthig ohne Heuche scheint, wird mir Gewinn; ley; so kommt Gott, eh der Tod selbst wird mein wirs uns versehn, und läsfer keben. Ich bin deß Sohn, uns viel Guts geschehn. der seinen Throu im Hims mel 400 Geduld und getroster Muth im Leiden. 401 mel aufgeschlagen. Was der Menschen faffen, er hat von auflegt, der alles trågt, wird Ewigkeit erkannt, was er will mir auch leicht zu tragen. fommen lassen; er weiß 2. Mir sagt mein, Gott wann Freud, er weiß wann ergebnes, Herz: er werd als leid uns seinen Kindern Kind mich lieben; belegt er diene; und was er thut, ist mich mit Kreuz und Schmerz, alles gut, obs noch so widrig so will er mich nur üben, und schiene. mein Gemüth, nach seiner 6. Du denkst oft, wenn Güt, verádeln selbst durch du das nicht hast, was Leiden; den Prüfungsstand Fleisch und Blut begehret, es macht seine Hand zur Quelle sey mit allzugroßer Last dein boh'rer Freuden. Herz von Gott beschweret; 3. Ich bin ja von mir sels forgst spåt und früh, machst ber nicht entstanden und for dir viel Müh zu ändern miret; Gott ist es, der mich dein Geschicke; und denkest an das Licht geleitet, und ge- nicht, daß, was geschicht, ges zieret mit Geist und Wiß, und scheh zu deinem Glücke. feinen Sie den Leib so schön 7. Fürwahr der dich ges geschmicket. Der dieses that, schaffen hat, mit Leben dich gewiß der hat ein Herz das beseelet, der hat schon långst gern beglicket. in seinem Rath ersehen und 4. Wie könnt ich meinen gewählet mit Batertreu, Unterhalt auf dieser Welt was dienlich sey dir und den erlangen? das Grab wår Deinen allen: o laß nur ihn längst mein Aufenthalt, thun fernerhin nach seinem wenn mich Gott nicht um Wohlgefallen. fangen mit seinem Urm, der 8. Wirst du nur Gott alles warm, gesund und frd. ergeben seyn, so wird er dich lich machet. Was er nicht erfreuen; was du jekt nens hålt, das sinkt und fällt, jneft Kreuz und Pein, wird was er erfrent, das lachet. dir zum Heil gedeyen. Wart 5. Bey ihm ist Weisheit in Geduld! des Vatershuld und Verstand mehr, als wir und Hülf wird sich einfinden; Sc die 402 Beweiß der Gottseligkeit und Tugend. die Noth und Qual wird 12. Vielleicht ist jener Tag auf einmal, gleich einem nicht weit, der mich der Welt Nebel schwinden. entreißet? Gott, mache meis 9. Das Feld würd ohne nen Geist bereit, daß der Ungestüm so reiche Frucht dich dann auch preiset! du nicht tragen; so auch der bist mein Hirt, der alles Mensch nicht, war bey wird zu solchem Ende kehren, ihm kein Wechsel in den daß ich dich dort am Frens Lagen. Wie Arzeneyn, die denort werd schauen und Kranke scheun, am meisten verehren. oft verfangen; so muß durch Schmerz des Menschen Herz Mel. Aus meines Herzens c. zu seinem Heil gelangen. mein Gott, gedens 418. An ich, 10. So übergeb ich mich denn dir, mein Gott, in ken, ist Pflicht und Trost deine Hände; nimm mich, für mich. Wenn Sorg und und mach es so mit mir Gram mich krånken, so sieht bis an mein leztes Ende, mein Aug auf dich: daun wie du wohl weist, daß meis mindert sich mein Schmerz; nem Geist dadurch sein Nuß dann fliehn die bangen Sora entstehe, und deine Ehr sich gen, wie Nebel vor dem mehr und mehr in ihrem Morgen, und Ruh erfüllt Glanz erhöhe. mein Herz. II. Willst du mir geben 2. Denk ich an deine Lies Sonnenschein, so mache be, wie werd ich dann erfreut! mich bescheiden. Solls aber wenn alles um mich trube, Schmerz und Trübsal seyn, und mir ein Wetter dråut, so stärke mich im Leiden. ist sie mein Sonnenschein. Willst du auch mir mehr Mich können keine Leiden Tage hier und hohe Jahre von deiner Liebe scheiden, geben; so fleh ich dich, Gott, so groß sie immer seyn. laß sie mich zu meinem Heil durchleben. 3. Mit fröhlichem Ges müthe dent ich an deine Tren; denn, Bater, deine Güte Geduld und getroster Muth im Leiden. 403 Güte ist alle Morgen neu. nicht, die sie nun fliehn, und Seh ich nur filets auf dich, bauen auf Christum ihr Vers wird mir die Arbeit süße, trauen: ihm will ich mich in der ich Schweiß vergieße; ergeben, so werd ich, Süns du unterstüßest mich. der! leben. 4. Du gabst mir aus Ers 3. Ob mich der Tod barmen den Sohn, der für nimmt hin, ist Sterben mich starb, und großmuths: mein Gewinn: denn Chris voll mir Armen dein Kind- ftus ist mein Leben, dem hab fchaftsrecht erwarb. Ja du, ich mich ergeben: ich sterb Gott, du bist mein: drum heut oder morgen, er wird kann ich Hoffnung faffen, du mein Wohl besorgen. wirft mich nie verlaffen, nein, 4. Mein Mittler, Jesu ftets mein Helfer seyn. Christ! der du geduldig, 5. Drum will ich an dich bist für mich am Kreuz ges denken, so lang ich denken storben; das Heil, das du kann. Den Leib wird erworben, laß mich auch man versenken; dann geht hier erquicken, und einst im der Zeitpunkt an, wo sich Tod erblicken. mein Geift ergießt in ewge 5. Ich fleh zu aller Freudenlieder; da seh ich Stund zu dir mit Herz und niemals wieder, was hier Mund, du wolleft uns so von Kummer ift. leiten, Herr Christ! zu allen Zeiten, daß wir dort deinen Namen auf ewig preisen. In bekannter Melodie. 419.2[ uf meinen lieben Amen. Gott trau ich in Angst und Noth, er kann In bekannter Melodie. mich allzeit retten aus Trübe 420.Was Gott that und Nöthen; er ist kann mein Leiden wenden, gethan; es bleibt gerecht es sieht in seinen Händen. sein Wille. Wie er fångt 2. Die Sünde droht Gemeine Sachen an, will ich richt; doch droht sies denen ihm halten stille. Er ist Sc 2 mein 404 Beweiß der Gottfeligkeit und Tugend. mein Gott, der in der Noth süssem Trost im Herzen, und mich wohl weiß zu erhalten; wegnimt meine Schmerzen. drum laß ich ihn nur walten. 6. Was Gott thut, das 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; darauf will ist wohlgethan; sein Wortlich fest bauen, und, wenn er kann mich nicht trügen. Jf winkt, die Todesbahn betres mühsam auch die Pilgers ten ohne Grauen. Auch da bahn, so laß ich mich begnü wird mich Gott våterlich in gen an seiner Huld und hab seinen Armen halten; drum Geduld; er kann das leid laß ich ihn nur walten. bald enden, es steht in sei- met. In dich hab ich gehoffet it. nen Händen. Was Gett thut, bas 421.Sen, Seele, start und unver 3. ist wohlgethan; er wird mich zagt, wenn irgend dich ein wohl bedenken, zu dem, was Kummer plagt. ich von selbst nicht kann, mir Gott deine Sachen. Licht und Kräfte schenken: aller Pein vertrau allein auf ja seine Treu ist täglich neu; drum will ich auf ihn bauen, und seiner Gute trauen. Befiehl In ihn! er wirds wohl machen. 2. Kein Leiden kommt von ohngefähr! die Hand des 4. Was Gott thut das ist höchsten schickt es her; sein wohlgethan, er ist mein Licht Rath hats so ersehen! brum und Leben, der mir nichts Bi- sey nur ftill! was dein Gott ses gonnen kann, ihm will ich will, laß immer gern ges mich ergeben in Frend und schehen. Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie tren lich er es meynet. 3. Erweckt dir gleich das Leiden Pein, so solls dir doch nicht schädlich seyn. Gott 5. Was Gott thut, das kann sein Kind nicht haffen. ist wohlgethan; will er mir Wer in nur liebt, sich ihm Leiden senden; ich nehme ergiebt, den wird er nicht das gelassen an, was kommt verlassen. aus seinen Händen; weil er 4. Wie lange währt der zulezt mich doch ergozt mit Frommen Leid? nicht ewig, Herr, Geduld und getroster Muth im Leiden. 405 Herr, nur kurze Zeit. Nach mel. Sey Lob und Ehr ic. überstandnem Leide erquickest 422. Ich hoff auf keine du ihr Herz mit Ruh, und einst mit ewger Freude. Herr, als von deinen Hd 5. Deum hab, o Seele hen. Bey Menschen find guten Muth, vertraue Gott! jich kein Gehör; Gott, hdre es wird noch gut nach aller doch mein Flehen! du bist Trübsal werden. Er ziehet der Gott noch, der schon oft dich durchs Kreuz zu sich; bey meinem Leiden unvers zum Himmel von der Erden. hofft mit deinem Troft ers 6. Gott ist dein Gott.schienen. Er ist getreu und stehet dir 2. Du bist der Gott noch, als Vater bey in allem Kreuz deffen Macht Egyptens Fürs auf Erden. Der Leiden sten schreckte; der aus des Heer wird nie zu schwer durch Codes dden Nacht den Lazas thn den Christen werden. rus erweckte. Herr, hilf 7. Es haben ja, zu aller mir! ja, ein himmlisch Licht, Zeit, die Heiligen in Trau- das in die dunkle Seele rigkeit hier oftmals wandeln bricht, verspricht mir deine müssen. Warum willst du Hülfe. hier nur von Ruh, und nichts von Trübfal wissen? 3. Mit deinem Troft ers quickst du mich, wenn mir 8. Obeth, und sich auf dei- ein Leid begegnet. Herr, nen Gott, in aller deiner nimmermehr verlaß ich dich, Angst und Noth! laß, wie bis daß du mich gesegnet. er will, es gehen. Sein Ich höre dich! mein Vater Will ist gut; behalte Muth! spricht: ich bin dein Schuß, Gott wird dich einst erhöhen. dein Trost, dein Licht: geh 9. Der du ein Gott des hin, mein, Sohn, im Frieden! Trostes bist! laß jeden, der hier traurig ist, doch deinen Mel. Christus der uns felig ic. Troft empfinden. Hilf, den 423. Ich bin Gottes; übst, Gott mein; scheide? bringt den Unmuth überwinden. wer ist der uns Sc 3 406 Beweiß der Gottseligkeit und Tugend. dringt nun gleich das Kreuz 5. Nun fo dant, o Chris herein mit dem bittern Leide; ftenherz, Gott auch unter laß es kommen, kommt Schmerzen; blick empor, es doch von des Vaters nicht niederwärts; stårt in Händen; er kanns bald, deinem Herzen Lieb und Hofs und eh ichs noch meine, wie: nung mehr und mehr; fing der wenden. dem großen Namen deines 2. Kindern, die ein Vater Gottes Preis und Ehr; er foll wohl erziehn und pflegen, wird helfen. Amen. muß er oft zu ihrem Wohl, was sie scheun, auflegen. Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich flie: wohl zu machen, hen? wenn er mich von und was er thut, ist wohls meiner Sünd will zur Tu gethan. Ihm nur empfehl gend ziehen. ich meine Sachen, und bethe Met. Wer nur den lieben Gottic. 424. Gott weiß es alles 3. Bäterlich ists ftets ges ihn in Demuth an. Ich meint mit dem, was Gort bin bey seiner Fügung still, schicket. Selbst das, was bey allem ruhig, was er dir widrig scheint, ists, was will. dich beglücket. Luft gewährt 2. Kann doch kein Unfall dir einst die Laft und die mir begegnen, der meinem bångsten Leiden, die du still Gott verborgen sey; auch getragen hast, mehren deine kann mich niemand anders Freuden. fegnen, als meines Gottes 4. Gottes Kinder såen Batertreu: thn liebt, ihn zwar oft hier aus mit Ehrá- lobet stets mein Herz, er nen; aber endlich kömmt sende Freuden oder Schmerz. das Jahr, wornach sie sich 3. Ich zähle ja schon tans fehnen; endlich kömmt diessend Proben von meines Vas frohe Zeit, wo nach schwesters Gütigkeit, die ich nicht ren Plagen, sie im Gtanz gnugsam weiß zu loben in der Ewigkeit Freudenkránze meiner Unvollkommenheit, tragen. aus denen ich doch schließen tann: Geduld und gefroster Muth im Leiden. 407 kann; was Gott thut, das fey wohlgethan. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht 4. Aus Gute sendet er mein; Gott allein ist es, mir Freuden, daß ich ihn ders gegeben. Fordert ers lieb gewinnen foll; aus von mir nun wieder; er gleicher Huld schickt er mir nehms hin! ich preiß ihn Leiden, wenns nöthig ist, zu doch durch meine Lieder. meinem Wohl. Das leid 4. Schickt er mir ein macht meines Herzens Grund Krenz zu tragen, dringt mir selbst und Gottes Liebe herein Schmerz und Pein; fund. follt ich drum verzagen? 5. Damit sich nun mein der es schickt, der wird es Herz anschicke zur wahren wenden; er weiß wohl, wie Gottgelaffenheit, so wünsch er soll all mein Leiden enden. ich mir im Leid und Glücke 5. Gott hat mich in guten Geduld und Demuth jeder Tagen oft ergózt, follt ich jezt zeit. Ich dulde still das nicht auch etwas tragen? o bångste Weh, wenn ich bey er züchtigt mit Verschonen, Gott in Gnaden fteh. und will nicht im Gericht nach Verdienst mir lohnen. 6. Satan, Sünd und ihre men? hab ich doch Chriftum Rotten können mir nichts noch, wer will mir den neh- mehr hier thun, als meiner men? wer will mir den spotten. Laß sie spotten, Himmel rauben, den mir laß sie lachen! Gott, mein schon Gottes Sohn beyge: Heil, wird in Eil sie zu legt im Glauben. Schanden machen. 425.2 arum sollt ich mich denn grå2. Nichts bracht ich in 7. Unverzagt und ohne dieses Leben, und doch hat Grauen soll ein Christ, wo Gottes Gnad, noth, gegeben. was mir er ist, stets sich lassen schauen. Weltgut Wollt ihn auch der Tod aufe wird nicht mit mir ziehen, reiben, soll der Muth dens wenn ich werd von der Erd noch gut fest und standhaft hin zum Himmel flichen. bleiben. Sc 4 8. Kann 408 Beweiß der Gottseligkeit und Tugend. 8. Kann uns doch kein smet. Was Gott thut, das ist ic. Tod ertődten, sondern reist 426. Ich weiß, bag unsern Geist weg aus allen das, was mir Nothen; endigt dieses Le geschieht zu meinem Helle bens Leiden, führt uns dann, diene. Gut ist, was mir himmelan, hin zum Ort der mein Gott beschied, wenns Freuden. noch so widrig schiene. Alls 9. Dort kann ich mit besweisheit ist, was Gott bes fern Schäßen nun mein Herz schließt; Allweisheit, so wie nach dem Schmerz ewiglich Gnade, find alle seine Pfade. ergößen. Hier ist kein recht 2. Schon hat, seit Erd Glück zu finden; was die und Himmel stehn, sein Res Welt in sich hålt muß wie giment gewähret; und nies Rauch verschwinden. mals hat noch ein Verfehn 10. Was sind dieses Les fein Regiment entehret. bens Güter? leichter Sand, Nein, was er thut, ist alles der der Hand schnell entflie gut; gereicht zu seiner het wieder. Dort, dort sind Ehre, wenns noch so duns die edlen Gaben, da mein tel wäre. Hirt, Chriftus, wird mich ohn Ende laben. 3. Uns herbe zwar, doch reich an Frucht, sind Gottes 11. Herr mein Hirt, Züchtigungen; oft ist, was Brunn aller Freuden, du Gût umsonst versucht, durch bist mein, ich bin dein; nie- diese ihm gelungen. Des mand kann uns scheiden. Kreuzes Schmerz erweicht Dein bin ich, weil du dein Les das Herz, erweckt und stärkt ben und dein Blut, mir zu die Triebe der Demuth und gut, in den Tod gegeben. der Liebe. 12. Du bist mein, weil 4. Ich weiß, was auch für ich dich fasse, und dich nicht, Elerd drånt, daß der doch o mein Licht, aus dem Her meiner schone, der mich zu zen laffe. Laß mich einst das seiner Herrlichkeit berief in hin gelangen, wo du mich, und seinem Sohne. Ach sollte der, ich dich ewig werd umfangen. der mich so sehr in Jesu wollen Geduld und gefroster Muth im Leiden. 409 wollen lieben, mich ohne[ ren Tage, standhaft ers Maaß betrüben? trage? 5. Gott, führe mich denn, 3. Wie oft o Gott, wenn wie du willst; dir bin ich wir das Böse dulden, erduls übergeben. Wenn du dich den wir nur unfrer Thorheit schon in Dunkel hüllst, will Schulden, und nennen Lohn, ich nicht bange beben. Golden wir verdient bekommen, wunderbar der Weg auch ein Kreuz der Frommen? war, den mich dein Rath geführet; wohl hast du mich geführet! 4. Ist Dürftigkeit, in der die Trågen klagen: sind Haßf und Pein, die Stolz und 6. Oft schien der Weg, Wollust tragen; des Schwels der mir gefiel, viel besser; gers Schmerz; des Neids doch ich irrte. Denn end vermißte Freuden, chrifilis lich fishrte mich zum Ziel, ches Leiden? was erst den Geist ver wirrte. 5. Ist deren Qual, die Drum faß ich deinen Rath verachtet, nach Muth; es ist mir gut auf Gottesfurcht und Glauben rauhen Wegen gehen; kann nie getrachtet, und die sich ichs gleich nicht verstehen. ist in finftrer Schwermuth quálen, Prüfung der Sees Mel. Herzliebfer Jefu, was haft ic. ten? 6. Doch selbst, o Herr, in 427. Cin Herz, o Gott, in Leid und Strafen unsrer Sünden, Kreuz geduldig, das bin ich låff'st du den Weg zu unferm dir und meinem Heile schul Heil uns finden, wenn wir big. Laß mich die Pflicht, sie uns, die Misfethat zu die wir so oft vergessen, tåg. haffen, züchtigen lassen. lich ermessen. 7. Jag ich nur nach dem 2. Bin ich nicht Staub, Frieden im Gewissen; wird wie alle meine Våter? bin alles mir zum Besten dienen ich, Herr! nicht, vor dir, müssen. Du, Herr, regierft, ein Ulebertreter? thu ich dein väterlicher Wille wirkt zu viel, wenn ich die schwe: Guts die Fülle. Sc 5 8. Ich 410 Beweiß der Gottseligkeit und Tugend. 8. Ich bin ein Gaft und empfahen, und mit dem Pilger auf der Erden; nicht Troft der Hülfe, die wir mers hier, erst dort, dort soll ich ken, andre zu stärken. glücklich werden; und was 14. Das Krenz des Herrn find gegen euch, ihr ewgen wirkt Weisheit und Erfaha Freuden! zeitliche Leiden? rung; Erfahrung giebt dem 9. Wenn ich nur nicht Glauben Muth und Nahs mein Elend selbst verschulde; rung. Ein starkes Herz wenn ich, als Mensch, als steht in der Noth noch fefte, Christ, wie Gott will, hoffet das Beste! dulde, so kann ich mich der Hülfe der Erlösten sicher Rel. Wer nur den lieben Gott ic. getrösten. 10. Ich bin ein Mensch, 428.2as ist mein er ben auf der und Leiden müssen frånken; Erde? ein Wechsel ists von doch in der Noth an seinen Luft und Leid. Hier stört Schöpfer denken, und ihm oft Unruh und Beschwerde vertraun, das stårket unsre die sanftefte Zufriedenheit. Herzenmitten in Schmerzen. Hier wohn ich noch in einer 11. Schau über dich! wer Welt, die kein vollkommnes trågt der Himmel Heere? Glück enthält. merk auf! wer spricht: bis 2. Weß soll ich mich, o hieher! zu dem Meere? ist Herr, nun trösten? nur dele er nicht auch dein Helfer und ner Huld; du bist mein Berather, ewig dein Bater? Heil, und bleibst, wenn auch 12. Willst du so viel, als die Noth am größten, doch der Allweise, wiffen? jeßt meines Herzens Troft und weißt du nicht, warum du Theil, und stehst nach deiner leiden müssen; allein du Vatertren, mir stets mit wirst, was seine Wege wa Rath und Hülfe bey. ren, nachmals erfahren. 3. Du stårlft mir unter 13. Er züchtigt uns, das aller Plage, o Gott, auf mit wir zu ihm nahen, die mein Gebeth, den Muth, Heiligung des Geistes zuldaß ich gelassen sie ertrage, und Geduld und getroster Muth im Leiden. 411 und machst zuleßt doch alles den Segen mit Vergnüs gut. Auf Kummer folgt gen ein. zufriedner Dank, auf Klagen froher Lobgesang. 8. sieh dahin zu allen Beiten; in eigner und ges 4. Zu ungestörten Sicher meiner Noth, und wenn im heiten schickt sich gewiß kein Glücke dich von weiten ein Prüfungsstand. Mit Hof- Unglückswetter hart bes nung und Geduld im Leiden droht. Nichts giebt uns wird man, durch Noth, erst Troft zu solcher Zeit, als recht bekannt. Vollkommne Gott und jene Herrlichkeit. Ruh und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. 9. Ja! laß mich, Gott, ftets dahin schauen, und 5. Was bist du denn, o dann mit starkem Muth auf meine Seele! in deiner dich, auch in der größten Noth so kummervoll? ver Noth, vertrauen. Du bist traue Gott! nur ihn erwähle bey mir; das stårke mich. zu deinem Trost; er schüßt Wer dessen stets versichert dein Wohl. Einst dankst du ist, der lebt und stirbt ges ihm nach der Gefahr, daß trost als Chrift. er dein Gott und Retter war. 6. Er wird es seyn; ruf Mel. In allen meinen Chaten ic. in Gefahren ihn als den 429.Will mich), oGott, einzgen Helfer an. Er weiß hienieden des dich machtig zu bewahren, Lebens Laft ermüden, so und da, wo niemand helfen stärke meinen Geist! wenn tan, fehlt ihm die Kraft zu mich die Leiden krånken, so helfen nicht. Dis stárke laß mich wohl bedenken; beine Zuversicht. Pauch das sey gut, was 7. Befiehl ihm alle deine Trübfal heißt. Wege, und hoffe auf ihn 2. Nicht ewig soll sie allezeit. Auch auf dem al- währen, oft werden unfre lerranhsten Stege sich frd Bähren schnell von dir abs lich hin zur Ewigkeit, da gewischt, und seufzen wir; sammlest du von aller Pein wie lange ist meiner Seelen bange? 412 Beweiß der Gottseligkeit und Tugend. bange? so wird mit Trost be, so wird des Himmels das Herz erfrischt. Erbe doch deinen Kindern 3. Die Lasten, die uns nicht entgehn. pressen, haft du, Herr, abs 8.3u jenem beffern Leben gemessen, so groß sie immer willst du auch mich erheben, seyn. Du hilfft sie selbst der Tod ist mein Gewinn. uns tragen; und richtest Muß gleich mein Leib vers unsre Plagen nach unsern wesen, wird doch mein Geift Kräften weislich ein. genesen, er eilt zu Selige 4. Ja, wenn ichs recht keiten hin. erwäge, so sinds nur Liebesa 9. D! drücke meinem schläge, womit du uns bes Herzen, auch unter Sorg legft; nicht Schwerdter und Schmerzen, dis doch finds, nur Ruthen, womit aufs tieffte ein. Der, den du blos zum Guten, als du, Vater, liebest, kann, auch Vater, deine Kinder schlägst. wenn du betrübest, doch nies 5. Dein våterlich Bemü- mals ganz unglücklich seyn. hen will uns hier auferzies hen, zu thun was dir gefällt; du willst die Lüfte schwächen, den Hang zur Erde brechen, verfüssen uns 430.Was ifts, daß ich die mich quále? 6. Du willst den Eifer harr nur auf Gott, o Seele; mehren, gehorsam dich zuharr und sey unverzagt! du ehren mit Glauben und Geweißst nicht, was dir núhet; buld; daß wir in unsern Gott weiß es, und Gott Nöthen, auch wenn du uns schüßet, er schüket den, der wollst tödten, doch traun nach ihm fragt. auf deine Baterhuld. 2. Er zählte meine Tage, 7. Was will uns, Herr, mein Glück und meine Plas auch scheiden von dir und jege, eh ich die Welt noch sah. nen Frenden, die du für uns Eh ich mich selbst noch kanns erfehn? man lebe oder ster te, eh ich ihn Vater nannte, war Wider Verzagtheit. Mel. In allen meinen Thaten ic. Geduld und getrofter Muth im Leiden. 413 war er mir schon mit Hilfe dich, was kann mir wieders nah. fahren, wenn du mich willst 3. Die kleinste meiner bewahren? und du, mein Sorgen, ist dir, Gott! Gott, bewahrest mich. nicht verborgen, der alles sieht und hält. Und was mel. Wenn mein Stündlein sc. du mir beſchieden, das dient 431.Wenn gleich aus zu wårs tiefer Mitters auch die gröfte Last der Welt. nacht Gewitter um mich 4. Ich lebe nicht auf Er blißen, so zag ich nicht; mein den, um glücklich hier zu Vater wacht, er wacht mich werden; die Luft der Welt zu beschüßen. Die Güte, vergeht. Ich lebe hier, im die mich werden hießt, die Segen, den Grund zum den Bedrångten nie verließ, Glück zu legen, das ewig, die wird mich nicht vers wie mein Geift, besteht. laffen. 5. Was dieses Glück 2. Sein Auge schaut auf vermehret, sey mir von dir meinen Schmerz, und seine gewähret! Gott! du ge Blicke zählen die Sorgen, währst es gern. Was die die mein armes Herz mit ses Glück verleßet, wenns Angst und Kummer quälen. alle Welt auch schäßet, sey, Er sandte mir das Leiden Herr, mein Gott, mir ewig zu, daß nicht mein Herz in fern! stolzer Ruh des Ewigen 6. Sind auch der Krant vergåße. heit Plagen, und Mangel 3. Gesegnet sind die Leis schwer zu tragen, noch schwe- den mir, die mich der Welt rer Haß und Sport; so harr entziehen, mich lehren, Gott! ich, und bin stille zu Gott; allein zu dir nach Troft und denn nicht mein Wille, dein Hülfe fliehen. Ich weiß, Wille nur gescheh, o Gott! einst bringst du meinem 7. Du bist der Müden Blick der Sonne sanftes Stárke, und aller deiner Licht zurück, das Dunkel Werke erbarmst du ewig mir verhüllet. 4. Wie 414 Beweiß der Gottseligkeit und Tugend. 4. Wie will ich dann, Dein Vaterherz steht demt vom Schmerz befreit, Herr, doch offen, der zu dir seine deine Huld erheben! wie Zuflucht nimmt. Wer still freudig dir, selbst für das in deiner Fügung ruht, mit Leid, Lob, Preis und Ehre dem machst du es immer gut. geben! wohl denen, die dem 4. Uns bleibt oft, was uns Herrn vertraun, die ihre nüßt, verborgen: wer hats Hofnung auf ihn baun! nie je ganz genau erkannt? wie werden sie zu schanden. oft sind unfre Wünsch und Sorgen voll Thorheit und voll Unverstand! wer kann, was feinem Wohlergehn zum Schaden dient, ganz übers Beym Verzug göttlicher Zülfe. Met. Wer nur den lieben Gott.c. 432. err, mache meine sehn? Seele ftille! 5. Nur du, du kennft bey allem, was mich krånkt und wählst das Beste. D und drückt, geschieht doch Vater! mache selbst mein einzig nur dein Wille, der Herz in dieser Ueberzeugung nichts zu meinem Schaden| feste: so ehr ich auch im schickt. Du bists, der alles gröften Schmerz dich noch ändern kann; und was du mit der Gelaffenheit: was thuft, ist wohlgethan. mein Gott will, gescheh 2. Auch auf den aller: allzeit! rauhsten Wegen führst du uns zur 6. Die Stunde wird doch Glückseligkeit. endlich kommen, da mich Dem bringt die Trübfal vollkommnes Glück erfreut. großen Segen, der dir sein Denn einmal führst du doch ganzes Herze weiht. Ihr die Frommen zur völligen Ansgang wird doch herrlich Zufriedenheit: und dann seyn, sichts gleich der blöde wird jedem offenbar, daß, Geist nicht ein. Gott! dein Rath der beste 3. Drum laß mich stille war. feyn und hoffen, wenn du 7. Dann wird von allen mir Prüfungen bestimmt. meinen Plagen der ewge Nußen Geduld und gefroster Muth im Leiden. 415 Nußen mich erfreun; dann würde dein mich minder wird mein Herz, ftatt aller freun, nur dieser Welt bes Klagen, voll von dem Dank gehren; wenn keine Leiden und Lobe seyn: der Herr, der wären. für mein Heil gewacht, hat 4. Dein Wort giebt mir alles mit mir wohlgemacht. die Zuversicht: du sorgft für meine Eage; dein Auge Trost aus Betrachtung der schlaf und schlummre nicht; Ewigkeit. du höreft meine Klage; du Mel. Was Gott thut, das ist sc. fattigst einst, wann du era 433.te ie Bahn ist scheinst, in deinem Heiligs rauh, auf der thume mit Wolluft und mit ich hier zu meiner Heimath Ruhme.. eile. Wie viel Gefahr feh 5. O dann wird alle Traus ich vor mir! wie droht fierigkeit aus meiner Brust meinem Heile! Gott wärst verschwinden! vergessen werd du nicht mein Trost, mein ich ganz mein Leid, und nur Licht mein Heil im finstern dein Heil empfinden. Mein Tagen; wie angstlich würd Lobgesang, mein lauter Dank ich zagen! wird durch die Himmel 2. Vor dir darf sich mein schallen und ewig dir gefallen. traurig Herz, Erbarmer, 6. Mich, den Vollendes nicht verheelen, darf feinen ten, darf dann nicht mehr Kummer, feinen Schmerz die Sünd entweihen; mit vertraulich dir erzählen. Unschuld steh ich angethan Dann schaffest du mir Trost in deiner Kinder Reihen. und Ruh, aus deiner Gots Und våterlich erquickst du tesfülle: und meine Seel mich, wenn ich, der Mensch ist stille. von Erde, gleich deinen Ens 3. Du lehreft mich den geln werde. hohen Werth der Trübfal, 7. Geduldig will ich hier die ich leide, daß sie mich dir den Schmerz der Sterblichs vertrauen lehrt, mich führt feit ertragen. Beruhigen zur wahren Freude, Sch soll sich mein Herz, nicht raft, 416 Beweiß der Gottseligkeit und Tugend. raft und muthlos tiagen. wirfft sie nie, und eilst, sie Du bist bereit zu deiner Zeit, zu erhören. o Gott, von allem Bösen 4. Gott, hilf mir, daß mich herrlich zu erlösen. ich immer hier ein frommes Leben führe und meine Freus digkeit zu dir durch Sünden nicht verliere. Der Sünder Mel. Was mein Gott will, das ic. ie dich nicht ken 434.Die nen, die nicht, Schmach folgt ihnen nach: Gott! nach deinen Rechten du zúrnest und sie zittern. fragen, die müssen in der Doch mich wird nie dein Zeit der Noth mit banger Zorn wie sie, wenn du sie Seele zagen. Beklemmt strafft, erschüttern. von Schmerz verzagt ihr Herz, und findet keinen Ret Mel. Was mein Gott will, das ic. ter: denn du bist nicht die 435. Ich habe schon fo Zeit in Zuversicht der Sünder und der Spötter. Trubsal hingelebet. Viels 2. Ich aber darf auf dich leicht ist nun der Tag nicht allein mit ganzer Seele weit, da man den Leib begrás trauen. Wie finster auch bet! Ach war ich schon vor die Zeiten seyn, darf dennoch Gottes Thron! vollendet mir nicht grauen. Ich kenne meine Leiden! wie sehnt dich, und weiß, daß ich nach mein Herz sich, matt von deinen Rechten frage; weiß: Schmerz, nach jenes Lebens deine Tren wird täglich neu, Freuden! und sorgt für meine Tage. 2. Gott stårk mich, wenn 3. Nicht klagen will ich, ich länger hier vom Leidenss Gott, vor dir, nicht muth: felch soll trinken. Zwar Los zu dir treten: mit Zu- weiß ich, alles kömmt von versicht, du giebst sie mir, dir; doch kann mein Muth mit Freuden will ich bethen. bald sinken: wenn du, mein Dein Angesicht verbirgst du Gott, mir in der Noth nicht nicht vor denen, die dich eh selbst Geduld verleiheft, ren; du merkst auf sie, ver aus Lieb und Huld die Unges duld Geduld und gefroster Muth im Leiden. 417 duld mir Schwachen nicht Troft für fromme Schwers verzeihest. müthige. 3. Sind hier noch meiner Met. In allen meinen Thaten se. Leiden viel; so sey dein Trost 436. tlagft, in D" u nicht minder. Groß ist der schweren Preis, den du am Ziel den; klagst, daß der Geist ertheilft dem Ueberwinder. der Freuden von dir gewis Die Leidenszeit bringt Herrschen ist; du seufzeft: Herr, lichkeit für die, die standhaft wie lange verzeuchst du? dir Einst wirst du wird bange, daß du von Gott sie, nach Schmerz und verlassen bist. Müh, an mir auch offen: baren. waren. 2. Hat Gott, sprichst du, vergeben; mir Sünder Heil 4. Sollt auch dein wun- und Leben, in seinem Sohn, derbarer Rath von Hülfe verliehu: wo sind des Geis jezt noch schweigen, und überstes Triebe? warum fühl meiner Thránen Saat Gesich nicht Liebe, nicht freudiges witter sich noch zeigen; zu Vertraun zu ihm? lezt, zulezt werd ich ergözt, 3. Mühselig und beladen im nähern Lichte sehen, daß hör ich das Wort der Gnas mich dein Rath den rauhen den, allein mich tröstets nicht. Pfad zu meinem Glück hieß Ich kann in meinen Nöthen gehen. nicht zuversichtlich bethen; 5. Fürwahr du, der den ich danke Gott, doch ohne Sünder trägt, kannst keine Licht. Kinder haffen, kannst, wenn 4. Sonst eilt ich, seinen auch deine Liebe schlägt, sie Willen mit Freuden zu ers immer nicht verlaffen. Dufüllen; sein Wort war mir bift getren, und stehst mir gewiß. Jetzt kanns mein bey; mich werden keine Leis Herz nicht faffen, mein Muth den, auch nicht den Tod, von hat mich verlassen, und meis dir, mein Gott, und deinernen Geift deckt Finsterniß. Liebe scheiden. 5. Oft wenn mich Zweis fel qualen, heul ich vor Angst DD der 418 Beweiß der Gottfeligkeit und Tugend. der Seelen; und meine Hülf 10. Er läst dich Streng ist fern. Ich suche Ruh, erfahren, vor Stolz dich zu und finde in mir nur immer bewahren. Er macht dein Sünde, nur Unmuth, keine Herze rein; so wie das Gold Luft am Herrn. im Feuer gereinigt wird; daß 6. 3ag nicht, Chrift! dei theuer der Geelen Heil dir ne Schmerzen sind Zeugen mdge seyn. beßrer Herzen, als dir das 11. Wie Våter ihrer Kins Deine scheint. Selbst dis: der, erbarmt sich Gott der daß dichs betrübet, daß ihn Sünder, die seinen Namen dein Herz nicht liebet: be fcheun. Auch dir will er die weist, es sey mit ihm vereint. Sünden, die sich noch tåglich 7. Kein Mensch kann Gott finden, um Chrifti willen, erkennen, noch Jefum glâus gern verzeihn. big nennen, als durch den 12. Zwar ist um Trost heilgen Geist. Den Geist dir bange; denn Züchtigung, hast du empfangen, der dich, so lange sie da ist, scheint uns nach Gott verlangen und sein hart. Doch nachmals wird sie Erbarmen suchen, heißt. geben Gerechtigkeit und les 8. Trau Gott! er wohnt ben dem, der durch sie ges bey denen, die sich so nach übet ward. ihm sehnen; er kennt und 13. Fahr fort Chrift! will dein Glück: hört del beth und wache; Gott trägt nes Weinens Stimme; vers und stärkt uns Schwache, birgt er, als im Grimme, ift Gåte für und für. Laß sich dir gleich einen Au- seine Huld dir gnügen, sein genblick. Wort fann nimmer trügen: 9. Gott ließ so manchen ich stärke dich, ich helfe Frommen in diese Trübsal dir! kommen und stund ihm mách- 14. Faß dich in deinen tig bey. Du sollst dein Nichts Nothen! sprich: wollte mich empfinden, auf Gott allein auch tödten der Herr; so dich gründen und sehn, was bleibt doch mein das Erb feine Gnade sey. theil der Erlöften; will Gott nicht Geduld und getroster Muth im Leiden. 419 nicht eher tróften, wird er mich doch im Tod erfreun! Wider Unzufriedenheit und ångstliche Sorgen. Mel. Werde munter mein Gem. 1c. Mel. Wie groß ist des Allin. ic. 437.Weicht ihr 3wel 438.Du klagst, und fel, weicht ihr fühlest die Bes Sorgen! störet meinen schwerden des Stands, in Glauben nicht; ist mir Gott dem du dürftig lebst; du gleich ist verborgen; so ver strebest glücklicher zu werden, wirft er mich doch nicht. und siehst, daß du vergebens Sind gleich meiner Sånden strebft. Ja, klage! Gott viel; Gottes Huld ist ohne erlaubt die Zähren; doch Ziel: denn uns Gündern, denk im Klagen auch zurück. den Verlornen, gab er sei Ist denn das Glück, das wir nen Eingebornen. begehren, für uns auch stets 2. Theuer, thener hat er ein wahres Glück? worben mich mein Heyland 2. Nie schenkt der Stand, Jesus Christ; er, der auch nie schenken Güter dem für mich gestorben, auch für Menschen die Zufriedenheit. mich erstanden ist; der zur Die wahre Ruhe der Ges Rechten Gottes sist, jeden müther ist Tugend und Ges sieht und jeden schüßt. Onügsamkeit. Genieße was er kann, er kann nicht haffen, dir Gott beschieden, entbeh den, der sich will bessern lassen. re gern, was du nicht haft. 3. Du, der das Verborg, Ein jeder Stand hat seinen ne kennet, kennst auch mich Frieden, ein jeder Stand und weist allein, wie dis Herz auch seine Laft. von Sehnsucht brennet, ganz 3. Gott ist der Herr, und sich deinem Dienst zu weihn. seinen Gegen vertheilt er Lenke ferner meinen Sinn stets mit weiser Hand; nicht auf mein wahres Wohlseyn so, wie wirs zu wünschen pfles hin. Lehrst du mich, was gen, doch so, wie ers uns recht ist, wählen; werd ich heilsam fand. Willst du zu nie mein Heil verfehlen. denken dich erkühnen, daß feine DD 2 verß der Gottfeligkeit und Tugend. seine Liebe dich vergißt? er schäfte, treu und munter alle giebt uns mehr, als wir vere Kräfte, die dir Gott giebt dienen, und niemals was väterlich: ihr Gebrauch ist uns schädlich ist. Ruhm für dich! 140 4. Verzehre nicht des Le3. Zwar es hat des Him bens Kräfte in tråger Unzus mels Segen fenem mehr ges friedenheit, beforge deines schenkt als dir? soll dis deis Stands Geschäfte, und nüßenen Neid erregen? denk: deine Lebenszeit. Bey Pflicht wer ist Gott; wer sind wir? und Fleiß sich Gott ergeben, Gott weiß, was uns allen ein ewig Glück in Hofnung nüßet. Wenn er dich res fehn, dis ist der Weg zu giert und schüket, giebt zur Ruh und Leben. Herr! Speise Freude zu: was fehlt lepre diesen Weg mich gehn. dann zu deiner Ruh? 4. Du prangst nicht mit Wider mürrische Klagen. hohen Würden? und was Mel. Alle Menschen müssen i. ist der Großen Glück? Ach 439.Menfch! entehre sie feufzen unter Bürden: nicht mit Klas oft stürzt sie ein Augenblick. gen Gott, der dich zum Reichthum ward dir nicht Glücke schuf. Dieses Lesgewähret? wer, gern Ulebers bens Müh zu tragen, froh fluß entbehret, ist beglückt zu seyn, ist dein Beruf und reich genug; wünschen Murre nicht bey den Be- mehr, ist Selbstbetrug. schwerden; such, daß sie dir 5. Herr, du haft zum fros nüglich werden, und beth hen Leben, was ich brauch, Gottes Willen an auf der ja mehr, verliehn. rauhen Lebensbahn. Laß mein Herz sich stets bestres 2. Gott hat dir dein ben, sorgenvollen Gram zu Loos beschieden. Nims mit fliehn. Dir vertraun; bidh Dank aus seiner Hand. Lets fürchten, lieben; Demuth, fte jede Pflicht zufrieden, die Menschenliebe üben, deiner dein Gott damit verband. Güte mich zu freun: das Branche, dis ist dein Ge- foll mein Bergnügen seyn! Christ 421 Christliche Menschenliebe. Werth und Tatur derselben. dieses selbst Gott nicht ges Mel. O Gott, du frommer Gott ic. fållig seyn. 440.2em enn einer alle 5. Die lieb ift sanftmuths Kanst und allesvoll, langmüthig und gelins Weisheit hätte, wenn er de; sie ist dem Nächsten stets beredter noch als Engelzun so willig als geschwinde in gen redte; und hatte doch Nöthen beyzustehn; die Lies dabey die wahre Liebe nicht, be eifert nicht; es schmerzt fo war mit jenem doch vorsund krånket sie, wenn, jes Gott nichts ausgericht. mand Leid geschicht. 2. Er wäre wie ein Erz, das zwar sehr helle klinget: Die 6. Die Liebe ist nicht stolz, haft und verachtet keinen; fonst aber keine Frucht und verabscheut jede Lust, wors keinen Nußen bringet: der über andre weinen. Mensch bey welchem man Liebe zürnet nicht, ist freunds der Liebe Geist vermißt, ist lich jedermann, und wendet einer Schelle gleich, die ohne Schaden ab, wo sie nur ims Leben ist. mer fann. 3. Wenn er weisfagen 7. Die Liebe ist betrübt, könnt, und hätte allen Glaus wenn unrecht wird gerichtet; ben, so, daß er Wunderwerk die Wahrheit ist ihr werth an Bergen, Blinden, Lau- und wer ihr treu beypflichtet. ben erwies; und hätte doch Die Liebe decket gern des die wahre Liebe nicht, so Nächsten Fehler zu, liebt ware abermal damit nichts und begünstiget Verträgliche ausgericht. keit und Ruh. 4. Wenn einer all sein 8. Ohn Argwohn denket Gut austheilete den Armen; sie das Beste nur von allen; gåbs aber nicht an sie aus sie hoffet Besserung, wenn berzlichem Erbarmen: sodt jemand ist gefallen; vers er des Márterthums sich dammt nicht streng; vergiebt ohne Liebe freun; so würde dem Nächsten gern die DD 3 Schuld; 422 Beweis der Gottfeligkeit und Tugend.. Schuld; erträgt den Widri- der Mensch oft Herz und gen mit Sanftmuth und Ohr, da wankt der Glaube, Geduld. wie ein Rohr, ist kalt und 9. So mancher Vorzug ohne Leben. wird, der hier galt, bort auf 3. Wir hoffen auf Barms hören; die Liebe und ihr herzigkeit bey Gott im gans Werth wird dort noch stets zen Leben, mitleidig soll er fortwähren. Der Glaube jederzeit uns wohlthun und endigt sich mit dieser Pilger- vergeben und wären gleicha zeit; allein die Liebe bleibt wohl nicht bereit zu dem, was in alle Ewigkeit. Jesus uns gebeut, zum herz 10. Jesu, der du bist lichen Erbarmen? das Muster aller Liebe! 4. Bedenke wie barmhers verleihe, daß auch ich recht zig fich Gott gegen dich ers schafne Liebe übe. Gieb, daß selget. Erwäg es ernstlich; ich allezeit und herzlich jeder sich, ob dich dis noch nicht mann zu dienen sey bereit, rührt und neiget, gesinnt zu wo ich nur soll und kann. feyn, wie Gott es ist? bes dent, was ferner Jefus Mel. Ach Gott, von Himmel ic. Chrift und selbst dein Herz himmlische bezeuget. Barmherzig, 441. 5. Ein unbarmherziges keit, die Jesus uns anprel- Gericht wird über den erges fet! o himmlische Glücksehen, der lieblos war; Gott ligkeit, die er dabey verheis achter nicht auf sein Gebeth fet, dem, der gleich Gott und Flehen. Verwerfung barmherzig ift! o du, der du droht sein Angesicht dem, der mir alles bift, pflanz sie in der Liebe fanfte Pflicht ers meine Seele! fannt, und nicht geübet. 2. Die göttliche Barms 6. Wen nicht des Brus herzigkeit rühmt jedermann ders Flehn erweicht, wer auf Erden; wenn aber Je hart sein Herz verschließet, fus uns gebent, gesinnt wie dem, ders bedarf, die Hand Gott zu werden; verschließt nicht reicht, fein Leid ihm nicht Christliche Menschenliebe 423 nicht verfüßet, nicht andre giebst, gern wiedergiebt, die labet, und erfreut; den wird, Dürftigen zu laben. Nach so ångstlich er auch schreyt, bir sey auch mein Sinn ges Gott nicht erfreun, noch bildt, mitleidig, schonend, hören. fanft und mild: so bin ich 7. Ich will, o Herr, barms bein, Gott! Amen. herzig seyn, stets auf dein met. Jefus meine Zuversicht ic. Mufter sehen, den nächsten, 442.[ llen Christen wo ich kann, erfreun, mit und auch Rath und That beystehen; hat der Herr dis vorgeschries gieb, daß sein Schmerz und ben: euren Nächsten follet seine Noth mich fiets so thr, als euch selbst, von Hers rühre, wie du Gott dich über zen lieben; wer ihn haffet, mich erbarmeft. schlägt ihn todt, und die 8. Du übst so viel Barm Mörder haffet Gott. herzigkeit an uns schon hier 2. Wir sind Bürger auf Erden; so mache nun Einer Welt, Kinder Eines mein Herz bereit auch åhn Vaters: Brüder; wer sie lich dir zu werden, daß es schmäht und unwerth hält, von dem, was du beschert, wüthet gegen seine Glieder. dem Nächsten auch sein Theil Denn wir sind Ein Leib: gewährt, den Dürftigen er Gott schuf uns zu Einerley quicket. Beruf. 9. Hålt mancher Reicher 3. Eine sterbliche Nas dieser Welt oft Herz und tur, in gebrechlichs kurzes Hand verschlossen; so mach keben, Eine Hofnung hat in dem, was dir gefällt, mein uns nur Gott ohn Unters Herz fiets unverdroffen: das schied gegeben: Eine Straf mit es deinem Herzen gleich, und Seligkeit wartet uns an Liebe und an Mitleid reich fer nach der Zeit. nie wohlzuthun ermüde. 4. Ehre, Reichthum, 10. Gieb mir ein Herz, Würde, Stand, Kraft der das jeden liebt, das von den Seele, Leibesgaben, und was guten Gaben, die du mir wir aus Gottes Hand, D$ 4 fonft 424 Beweiß der Gottseligkeit und Tugend. sonst vor einen Vorzug ha 9. Ja, gieb, großer Mens ben: alles dis befreit uns schenfreund, Jesu! daß ich nicht von der Menschen auf der Erde, allem Stolz liebe Pflicht. und Neide feind, die an Des 5. Nein! der Gaben Unsmuth ähnlich werde: um terschied knüpft das große der Hofnung mich zu freun, Band auf Erden: jeder, einstens groß vor dir zu seyn. wenn er sich bemüht, kann met. Herr Gott, der du erforscheft ic. dem andern nüßlich werden: den, der hier dir dienen muß, 443.Der du die Liebe felber bist, und nährt mit Recht dein Uegern uns Menschen segneft; berfluß. ja selbst dem, der dein Feind 6. Nach dem dir vertrau noch ist, mit Wohlthun doch ten Pfand messen sich auch begegnest! o bilde meinen deine Pflichten. Gab Gott Sinn nach dir, und laß mich viel in deine Hand, so haft doch, mein Heiland, hier, du viel zu entrichten. Dis wie du gewandelt, wandeln! bestimmt den Lohn: dein Die können keine Christen Knecht hat mit dir dort glet seyn, die sich nicht andrer ches Recht. Wohlfahrt freun; die mens 7. Dein Erlöser sagt es schenfeindlich handeln. dir: wer hier den Geringsten 2. Dein Leben in der einen pflegt, der thut es fel: Sterblichkeit war für die ber mir: Denn ihr alle seyt Menschen Segen; dir folge die Meinen. Mancher, den ten Lieb und Freundlichkeit die Welt verschmäht, ist und auf allen deinen Wegen. wird, vor Gott, erhöht. Wohin du gingst, ging 8. Darum, Gott, gieb mir Wohlthun mit: dein Wort, ein Herz, das von Menschen dein Werk und jeden Schritt lieb entbrennet; auch in Nie begleitete Erbarmen. Du drigkeit und Schmerz seinen übernahmst die schwerste Nächsten nicht verkennet, nie Pein, uns vom Verderben voll eiteln Wahne vergißt, zu befreyn, und starbst zum daß auch er mein Bruder ift. Heil uns Armen. 3. Auch Christliche Menschenliebe. 425 3. Auch jetzt noch auf des Beglückte in sich hält, der Himmels Thron bist du das Liebe Lohn erhöhen. Heil der Sünder. Auch da bleibst du, o Gottes Sohn, Mel. O Gott, du frommer sc. ein Freund der Menschenkin. 444. Gieb mir, o Gott! der. Du schaffft den Det: ein Herz, das nen wahre Ruh, und die jeden Menschen liebet, bey Verirrten fucheft du aufrech seinem Wohl sich freut, bey ten Weg zu leiten. Du hörst seiner Noth betrübet; ein der Seufzenden Gebeth, und Herz, das Eigennuß, und braucheft deine Majestát nur Neid und Härte flieht, und Segen auszubreiten. sich um andrer Glück, als 4. O lag in meiner Pil- um sein Glück, bemüht. grimschaft mich auf dein 2. Seh ich den Dürftigen, Vorbild sehen. Erfülle mich so laß mich gütig ellen, von mit Luft und Kraft dem dem, was du mir giebst, ihm Nächsten beyzustehen, bes hülfreich mitzuthellen. Laß trübter Herzen Troft zu seyn, mich es willig thun, nicht, mich mit den Frdlichen zu um gerühmt zu seyn, und freun, mit Weinenden zu mich verehrt zu sehn; nein! klagen. Laß mich dem, der Menschen zu erfreun. sein Herz mir weiht, ein Herz 3. Dis sey mein Gottes: voll frommer Redlichkeit dienst. Auch unbemerkt von und Treue nicht versagen. ihnen, muß andern stets 5. Laß mich mit brüder mein Herz, mit Rath und licher Huld den Straucheln Hülfe dienen. Mich treibe den erwecken; durch Sanft nicht erst Dank zu milder muth, Mitleid rnd Geduld Wohlthat an; nein, was ich des Nächsten Fehler decken. Brüdern thu, das sey dir, Mein Untlig sey nie fürch. Gott! gethan. terlich; und meine Seele 4. Ein Trunk, mit dem neige sich zu des Bebráng mein Dienst dem Durstigen ten Flehen! so wird mich begegnet, ein Blick voll in der bessern Welt, die nur Troft, mit dem mein Herz DD 5 Bes 426 Beweiß der Gottfeligkeit und Tugend. Bedrängte segnet, ein Rath, macht mit lasterhaften Wers mit dem mein Mund im ten, von der verkehrten Bahn Kummer andre stärkt, nichts auf rechten Weg zu ziehe, bleibt, so klein es ist, vor dir, dazu verleih mir Kraft, und Herr! unbemerkt. segne mein Bemühn. 5. Eilt wo ein boshaft 9. O heilige du selbst, Herz, Unfrieden anzurichten; Herr! meiner Seelen Tries so laß mich sorgsam seyn, der be, durch deine Lieb und Brüder Zwift zu schlichten: Furcht, zu wahrer Menschens aus Schmahsucht krånke nie, liebe. Wer nicht den Nach mein Mund des Nächsten sten liebt, geht nicht zum Ruh; er rüßme fein Ver- Himmel ein. Laß diefe dienst; deck seine Fehler zu. Wahrheit, Gott, mir stets 6. Die Rach ist dein, o vor Augen seyn! Gott! du sprichst: ich will vergelten. Drum laß mich Evangelische Bewegunge stille seyn, wenn Menschen gründe zur Menschen auf mich schelten. Gieb, daß liebe. ich dem verzeih, der mir zu Mel. Mir nach spricht Chriftus 20. schaden fucht; den liebe, der 445. So iemand Sº mich den segne, der mir flucht. spricht: ich ( tebe Gott; und haft doch 7. Doch lag mich nicht seine Brüder, der treibt mit allein auf zeitlich Wohlerge Gottes Wahrheit Spott, hen, mit eingeschränktem und hantelt ganz dawider. Blick, bey meinem Näch. Gott ist die Lieb, und will, ften sehen. Noch stärker daß ich den Nächsten liebe, muffe mich sein ewig Glück gleich als mich. erfreun; und ihn zum See lentheil mein Herz behilflich feyn. 2. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glieder; brum diene deinem 8. Den, der im Glauben Nächsten gern; denn wir wankt, im Glauben zu befind alle Brüder. stärken; den, der sich elendsschuf die Welt nicht bloß für Gott mich; Chriftliche Menschenliebe. 427 mich; mein Nächster ist sein met. Ach, was soll ich Sünder ic. Rind, wie ich. 446.Solten Mens 3. Sein Heil ist unser fchen, meine aller Gut. Ich follte Brü- Brüder, mir, wie Gott, nicht der haffen, die Gott durch theuer feyn? follt ich sie nicht feines Sohnes Blut so hoch gern erfreun? sie sind alle erkaufen lassen? Daß Gott Chrifti Glieder; Chrifti, mich schuf und mich verfühnt, der für alle starb, allen Gots hab ich dis mehr, als fie, tes Huld erwarb. verdient? 2. Er hat all aus einem 4. Du schenkst mir tåg- Blate stammen lassen, alle lich so viel Schuld, du Herr sind sein; und jeder ift fein von meinen Zagen! ich aber Rind: all erkauft mit einem follte nicht Geduld mit meis Blute, alle Erben seines nen Brüdern tragen? dem Sohns, Erben eines Gnas nicht verzeihn, dem du verdenlohns. giebst? und den nicht lieben, den du liebst? 3. Gottes Kinder wollt ich haffen? lieblos, unbarms 5. Was ich den From herzig seyn? meinem Feinde men hier gethan,' den Klein nicht verzeihn? keine Schuls ften auch von diesen, das den ihm erlaffen? und fiehst du, mein Erlöfer! an, Gott, dessen das Gericht, als hätt ich dirs erwiesen. deß die Rach ist, richtet nicht! Und ich, ich sollt ein Mensch 4. Der du für die Uebels noch seyn, und dich in Brü- thäter um Geduld batst, und dern nicht erfreun? die Last unsrer Schuld ges 6. Ein unbarmherziges tragen haft; unfer Mittler Gericht wird über den erges und Vertreter! es verföhnte hen, der nicht barmherzig Gott durch dich eine Sünders ift, der nicht die rettet, die welt mit sich. ihn flehen. Drum gieb mir, 5. Wenn mein Herz, vom Gott, durch deinen Geist, Hang zur Sünde hingeriffen, ein Herz, das dich durch dich verkennt, und zu Haß Liebe preift. und Rach entbrennt, übers wind, 428 Beweiß der Gottseligkeit und Tugend. wind, o überwinde meiner Met. Herzliebßter Jesu, was haft ic. Haß, und laß mich sehn in 447. Hilf Sefu, baß ich den Tod, für uns, meinen gehn. liebe, durch lieblos Richten 6. Deine Thränen, wie ihn ja nicht betrübe, ihn nicht sie floffen, als dein Aug um verleumde, noch durch falsche mich geweint, laß mich se- Ranke fein Wohlfeyn tránke. hen, Menschenfreund. Und 2. Vielmehr laß seine dein Blut vor Gott vergof Schwächen mich und Flecken, sen, ausgeschüttet, Herr! so weit es christlich, vor der für mich, und von Gott vers Welt bedecken; und auf laffen dich. mich selbst, wenn andre sich 7. Dein Wort schall in vergehen, vorsichtig sehen. meine Ohren:" was ich that, 3. Hilf daß ich flüglich geschah für dich; wer den ihn zu beffern trachte, und Bruder liebt, liebt mich seiner Seelen Wohl höchst Wer nicht liebet, ist verlo: theuer achte. Denn du haft ren, Gottes Zorn ist über selbst für uns, in Todess ihm! Gottes Zorn ist über banden, viel ausgeftanden! ihm!" 4. Was andre Menschen 8. Laß michs hören, daß gutes an sich haben, laß mich ich übe, was dein Wille mir erkennen, Herr! als deine gebeut, Nachsicht, Sanft: Gaben. Es müffe nie mein muth, Gütigkeit; daß ich, Herz des Nächsten Freuden wie du liebtest, liebe: feurig mürrisch beneiden! liebe; mild, getreu, sanft 5. Gieb, daß ich nie zum und leicht versöhnlich sey. Borne leicht entbrenne, auch 9. Dihr metnes Hauptes größres Glück dem Nächsten Glieder, Christi, der für alle freudig gönne; in Trúbfal starb allen Gnad und Huld ihm des Mittleids Thränen erwarb! lieben will ich euch, schenke, nie Arges denke. ihr Brüder, für euch bethen, 6. Laß mich, mein Hels euch erfreun, wohithun, dul- land, immer mehr auf Ers den und verzeihn. den an Lieb und Gütigkeit dir Dienftfertigkeit, Mildthåtigkeit. 429 dir ähnlich werden; und folkein Neider, kein Verwie du, selbst die, die mich leumder wird mir schaden; betrüben, selbst Feinde lieben. du wirst mich schüßen, und 7. Dann steh ich auch bey mit deinen Treuen ewig ers dir, mein Gott in Gnaden, freuen. Dienstfertigkeit, Barmherzigkeit und Mildthätigkeit. Mel. Nun ruhen alle Wälder i. Armer vergebens je um u aller Men- Hülfe bath. 448.0" schen Vater, 5. Erhalt in mir die Tries du gåtigster Berather in be der mitleidsvollen Liebe. allem, was uns drückt! du Wie du mir guts gethan, so läsfest uns zufließen, was laß, um deinetwillen, mich wir hier Guts genießen, du andrer Nothdurft stillen, so bifts, der unser Herz erquickt. oft ich sie nur stillen kann. 2. Du läffest dich bey 6. Zum Fleiß in guten Sündern, durch Undant, Werken laß mich die Hofe nicht verhindern sie segnendnung stårken: von dir, dem zu erfreun. Zu ewgen Se Herrn der Welt, der frohe ligkeiten uns Sterbliche zu Geber liebet, sey, was man leiten, wird ewig dein Verwillig giebet, ein Opfer gnügen seyn. das dir wohlgefällt. 3. Wie groß ist deine 7. Laß mich hier reichlich Milde! barmherzger Vasaen. Denn, Herr, was hier ter, bilde mein Herz nach geschehen, folgt uns in jene deinem Sinn; daß ich der Zeit. Wer hier gern hilft Noth der Armen mich willig und glebet und sich im Wohls mög erbarmen: nim alle thun übet, der erndtet dort Härte von mir hin. die Herrlichkeit. 4. Gieb, daß ich willig met. O Gott, du frommer Gott*. gebe, mich wohlzuthun be 449.Wie felig lebt ein strebe, so wie mein Heiland der that, der göttliche Erbar: Dienstbegierde kennet, große mer! den kein bedrängter müthig 430 Beweiß der Gottseligkeit und Tugend. müthig wohl, uthun aus hen, sind Mittel, die er Menschenliebe brennet! der, braucht, behülflich gern zu wenn ihn auch kein Eid zum seyn, und einen Leidenden Dienft der Welt verbindt, mit Troffe zu erfreun. Beruf, und Eid, und Umt schon in sich selber findt. 6. Was andre Noth durft heischt, das reizet seine 2. Dir, Höchster, ahmt er Triebe, anch ohne Ruhm nach, dir als dein Bild, zu und Lohn, zu wahrer Mens gleichen; durch Dienstbeflis- schenliebe. Kein Stolz noch fenheit sucht er die zu erreis Elgeunuh wirkt seine Gütigs chen; er hålt für eignes Wohl keit. Er sieht auf seinen sich nicht allein gemacht; er Gott, der Liebe ihm gebeut. hält sich für die Welt von 7. So laß mich auch ges dir hervorgebracht. finnt, mein Gott, durch Chris 3. Die Welt, denkt er, hat stum werden! voll regen Eh Recht auf meinen Dienst und fers fey mein Leben hier auf Kräfte; ihr nüßen, ist für Erden, so nüglich, als ich mich ein seliges Geschäfte. kann, dem Nächsten stets zu Als Glieder schuf uns Gott, seyn; dann geh ich einst, o als Bürger einer Welt, in Gott, ins Reich der Liebe ein. der des einen Hand die Hand met. Mir nach, spricht Chriftus c. des andern hält. 450.2 er dieser Erden 4. So denkt der Men: Güter hat, schenfreund; und das ist und sieht den nächsten leis fein Befireben, so treu als den, und macht den Hungris er sich lebt, zum Wohl der gen nicht satt, lågt nackende Welt zu leben. Ihm wird nicht kleiden; der ist ein des Nächsten Heil sein eig- Feind der ersten Pflicht, und nes Himmelreich; er füh- liebt dich, Gott der Liebe! let fremde Noth, als tråf nicht. ihn selbst der Streich. 2. Wer seines Nächsten 5. Er eilt, dem, ders be Ehre schmäht, und gern sie darf, mit Hülfe beyzustehen; schmähen höret, sich freut, fein Unsehn und sein Freund, wenn sich sein Feind vergeht, fein Stand, sein Wohlerges und Friedfertigkeit, Sanftmuth, Versöhnlichkeit. 431 und nichts zum Beften keh, wie bleibt bey seinem Unges ret: nicht dem Verleumder stüm, Gott, deine Liebe wohl widerspricht; der liebet fei: bey ihm? nen Nächsten nicht. 6. Wer für der Armen 3. Wer zwar mit Rath, Hell und Zucht mit Rath mit Troft und Schuh den und That nicht wachet, dem Nächsten unters.ißet, doch lebel nicht zu wehren suchet, nur aus Solz und Eigen das oft sie dürftig machet, nur nuß, aus Weichlichkeit ihm forglos ihnen Gaben giebt, nuhet; nicht aus Gehorsam, der hat sie wenig noch geliebt. nicht aus Pflicht; auch der liebt seinen Nächsten nicht. 7. Zwar du, mein Geist! vermagst es nicht stets durch 4. Wer harret, bis ihn die That zu lieben. Doch anzuflehn ein Dürftger erst bist du nur geneigt, die erscheinet, nicht eilt, dem Pflicht getreulich auszuüben, Frommen beyzustehn, der im und wünscheft dir die Kraft Verborgnen weinet, nicht dazu, und sorgst dafür: so gütig forscht obs ihm ges liebest du. bricht: der liebt auch seinen Nächsten nicht. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beleben! 5. Wer andre, wenn er sie denk oft: Gott ist die Lieb, beschirmt, mit hårt und und mir hat er sein Bild ges Vorwurf quålet, und ohne geben. Ja, Höchster, was Nachsicht straft und stürmt, ich hab, ist dein; sollt ich, sobald sein Nächster fehlet; wie du, nicht gütig seyn? Friedfertigkeit, Sanftmuth und Versöhnlichkeit. Mel. O Gott, du frommer Gottsc. und lehreft, wie man hier 451. Bon dir, liebrei recht einig leben soll. cher Gott! 2. Drum flehen wir zu die muß Fried und Eintracht um deines Geistes Gabe, kommen, der du uns gnädig- das jeder unter uns ein frieds lich zum Frieden aufgenom lichy Herze habe. Gleb daß men. Dir ist die Eintracht wir allesamt im Guten einig lieb, und du belohnft sie wohl, seyn; 432 Beweiß der Gottseligkeit und Tugend. feyn; fo sammlen wir zu 2. Las mich meines Nächs gleich die Frucht des Frie- sten schonen, willig tragen dens ein. seine Laft; und so lang ich 3. Laß eins dem andern hier soll wohnen, bleibe Zants stets zum wahren Beystand sucht mir verhaßt; denn werden, daß ein bedrängtes das ist, o Gott! dein Wille, Herz, in allerley Beschwer und die Eintracht liebest du; den, von seinem Nächsten o so hilf auch mir dazu! gieb Troft und Hülfe kommen ein Herz mir, das die Stille seh, und daß ein Bruder ja und den Frieden sucht und den andern nicht verschmäh. liebt, das statt Rache Sanft: 4. Laß uns in Einigkeit muth übt. stets bey einander wohnen, 3. O wie wird das Herz und duld uns allezeit mit beschweret durch des Zornes guådigem Verschonen. Laß Leidenschaft! Zantsucht und unter deinem Volk die Einber Haß verzehrt nach und tracht herrlich blühn, bis wir nach des Körpers Kraft, aus Krieg und Streit zum hemmt den Lauf von unsern ewgen Frieden ziehen. Jahren, macht zum Himmel Mel. Sollt ich meinen Gott c. ungeschickt. Herr, der auf 452.0 ott, der du die mich Schwachen blickt! ach! Menschen lie- du wollest mich bewahren, best, der du nicht ein strens daß des Fachzorns Raserey ges Recht, sondern lauter nie des Herzens Meister sey. Gnade übest an dem fündli- 4. Wer mir flucht, den chen Geschlecht! lag mich will ich fegnen, so wie mein deinen Geift beleben, daß ich, Erlöser that, und dem nach Vater! als dein Kind, liebs sichtsvoll begegnen, der zum reich sey, wie du, gesinnt. Banken Neigung hat. Für Herr; du wollft den Sinn die Feinde will ich bethen; mir geben, der bey Fehlern und vor dich, du Friedens, Nachsicht zeigt, und mit fürst, wenn du Menschen Sanftmuth spricht und richten wirst, mit dem schweigt. Schmuck der Liebe treten. Gott Friedfertigkeit, Sanftmuth, Versöhnlichkeit. 433 Gott des Friedens! fegne dre brennen? ich sollte jes du mich mit deiner Kraft mals Haß mit Haß vergels dazu. ten, und wieder schelten? 5. Ewig Heil ist dem bes 4. Kann ich wohl Vater schieden, der nach frommer zu dem Höchsten sagen und Eintracht firebt. Höchsler! Groll im Herzen gegen gieb mir deinen Frieden, der Brüder tragen? darf ich, zur Sanftmuth uns erhebt. wenn Gott mir soll die Er regiere Herz und Sinnen! Schuld verzeißen, um Ras Denn wenn er das Herz re: che schreyen? giert, wird, was zu der Zwie, 5. Wer nicht vergiebt, der tracht führt, niemals Ueber wird für seine Sünden auch macht gewinnen! bis einst nicht bey dir, o Herr! Vers in der Herrlichkeit ewger gebung finden. Dein Jüns Friede uns erfreut. ger ist nur: der, wie du, vera giebet und Feinde liebet. Mel. Herzliebfter Jesu, was ic. 6. So heilige denn meis 453. Herr, mein Ver- ner Seelen Triebe, mein föhner! der Heiland! durch den Geift du für mich littest, und noch der wahren Liebe: vertilge zur Rechten Gottes für mich durch die Lust zu deinem Nas bitteft! erweck in mir, du men der Rachgier Saamen. Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe. 7. Wenn Brüder sich an mir worinn vergeben, so lehre 2. Wenn hast du jemals mich ihr Unrecht überses Haß mit Haß vergolten? pen. Laß mich, wenn sie du schaltst nicht wieder, als mich auch empfindlich fråns man dich gescholten; du seg- ken, an dich gedenken. netest mit Wohlthun nicht 8. Erwecke dann, o Herr! blos Freunde, nein, selbst in meinem Herzen, aufs auch Feinde. neue das Gedächtniß jener 3. Und ich, Herr! sollte Schmerzen, die du, in deinen mich den Deinen nennen, und schweren Leidensstunden für boch von Rachgier gegen an mich empfunden. 9. Laß 434 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. 9. Laß mich mit Sanfi 3. Ach glich ich dir, o Hei muth meinem Feind begea- land! ich bekenne, daß ich nen; den, der mir fluch noch oft von schnellem Zorn voll Großmuth, wie du, entbrenne und mich, vor fegnen. Heer! mache ge dir, gar leicht, durch gen alle, die mich bassen, eigne Rache, verwerflich mein Herz gelassen. mache. 10. Will zu der Rachsucht 4. Ich muß es weh: mich die Furcht verführen muthsvoll vor dir, Herr! als würd ich sonst mein gan flagen; mein stolzes Herz zes Glück verlieren: o Herr! fann leider wenig tragen, so laß mich, ihr zu widerstes und schwerlich weiß sich, ben, auf dich dann sehen. wenn mich andre haffen, 11. Du schüßest den, der mein Herz zu fassen. redlich vor dir wandelt, und 5. Vergieb mir, Herr! überall nach deinem Vorbild und wende mein Verders handelt. Drum laß in allem ben! ben Zorn und Haß mich schon hier auf Erden läßt sich dein Reich nicht ers dir ähnlich werden. ben. Und jener Tag vers gilt nach strengem Rechte dem harten Knechte. In voriger Melodie. 454. nfmut wilde Gluth ersticken! laß err, deine 6. mir denn die ist nicht zu ermessen! wie sich dein Bild in meine Seele viel hast du vergeben und brücken! so werd ich mich vergessen! ach führe mir versöhnlich finden lassen, den doch deine große Güte recht Feind nicht bassen. zu Gemüthe! 7. Flucht mir die Welt, 2. Du fegneteft, die dei so laß mich, Herr! sie seg, nem Namen fluchten; du nen; und ihrem Grimm mit heiltest die, die dich zu fan- Freundlichkeit begegnen; gen suchten; und zeigteft, daß mich das Böse, das ich unter deiner Feinde Toben, dann empfinde, nicht überder Langmuch Proben. winde. 8. Vers Friedfertigkeit, Sanftmuth, Versöhnlichkeit. 435 8. Verleih mir das um mein Feind, und lehrt mich deiner Sanftmuth willen; flug verfahren, indem ers so erb ich auch, im Lande dei- bdse mennt. ner Stillen, die Seligkeit, 7. Ich will die Fehler wozu sie jenes Leben einst meiden, die er von mir er. wird erheben. fann; auch die will ich be: streiten, die er nicht wissen Mel. Uch bleib mit deiner sc. 455. Rie der fluchen, 8. Durch Huld will ich wenn mir mein Hasser flucht; mich råchen, an ihm das nie dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht. 2. Ich will ihm sanft bes gegnen, nicht drohen, wenn Gute sehn, und Gutes von ihm sprechen: wie könnt er långer schmäßn? 9. Im Haß ihn zu ermůs er droht; schilt er, so will den, will ich ihm gern vers ich segnen; dies ist des Herrn zeyßn, und als ein Chrift Geboth. zum Frieden, zum Wohlthun 3. Mein Heiland, der Gewillig seyn. rechte, vergalt die Schmach 10. Wenn, mich zu un mit Huld; die Wuth er tertreten, ihn Güte mehr er: grimmter Knechte ertrug er hißt; so will ich für ihn be mit Geduld. then, und Gott vertraun: 4. Will ich dann wieder Gott schützt. schelten, da er nicht wieder mel Herr, ich habe mißgehandelt ic. ſchalt? nicht so den Haß vers 456. Allen, welche nicht gelten, wie er den Haß ver galt? vergeben, Die will ich wie- fann. du, Richter! nicht verzenßn; 5. Berläumdung dulden trostlos werden sie im Leben, müssen ist schwer; doch diese trostlos einst im Tode seyn; Pflicht wird leicht, wenn das und Bergebung ihrer Süns Gewissen zu meiner Ehre den nie, so lang sie bassen, spricht. finden. 6. Das will ich treu be wahren; so bessert mich 2. Uch wir alle sind Ver. brecher, bäuften alle Schuld Ee 2 auf 436 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. auf Schuld: du, der Sün sie uns gewasnet finden; laß den ernster Råcher! habe sie uns schnell überwinden. doch mit uns Geduld. Sey 5. Mach uns dir und dei uns grådig, daß wir leben, nem Leben, o Herr Jesu! und vergieb, wie wir vergleich gesinnt! dann vergieb, geben. wie wir vergeben allen, die 3. Wir gelobens die mit uns schuldig find. Laß für Freuden: willig wollen wir deines Volfs Verbrechen verzenhn; nie uns råchen, dann dein Blut verscöhnend wenn wir leiden, nie zu dir sprechen. um Rache schreyn; täglich 6. Wohl uns! Gott vers vor dein Untlik treten, und zenbt uns Sündern, geht für unsre Feinde bethen. nicht mit uns ins Gericht, 4. Stärf uns, Bater, nimmt uns aufzu seinen Kine deine Frommen, treu zu blei- dern, denkt der vorgen Sün ben dieser Pflicht. Wenn den nicht. Laßt uns betben, wir in Versuchung fommen; laßt uns kämpfen, alle Nach so besiege sie uns nicht. Laßlin uns zu dämpfen. Aufrichtigkeit und Unsträflichkeit im Reden. Mel. O Haupt voll Blut und ic. daß er die Wahrheit nicht 457.Wohl dem, der mit Vorbedacht verlehet, richtig wan- und der an allem Ort sich delt, der als ein Wahrheits- dies vor Augen setzet: Gott freund in Wort und Werken merkt auf jedes Wort. handelt, und das ist, was er 3. Wohl ihm! daß sein deine scheint; der Recht und Treue Gemüthe, Herr, liebet, und von dem Ginn Rechte übt. Ihn leitet deine der Welt, die Trug und Güte, er wird von dir ges Falschheit übet, sich unbeliebt. Du wirst ihn einft fleckt erhält. erhöhen, wenn in der Wahrs 2. Wohl dem, der Lügen beit Licht beschämt die Fah baffet, und der, so oft er schen stehen, geschreckt durch spricht, so seine Reden faffet, dein Gericht. 4. Herr! Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit. 437 4. Herv! Drücke diese 8. Ein Herz voll Treu Sache mir tief ins Herze und Glauben, das, Gott! ein, daß ichs zur Pflicht mir zu dir sich bält, das soll mir mache, der Lügen Feind zu niemand rauben; so kann seyn. Erinnre mein Geich aus der Welt einst mit wissen, du baffest Heucheley, der Hofnung gehen: ich damit ich stets befliffen der werde, als dein Kind, dich Treu und Wahrheit sey. mit den Frommen sehen, die reines Herzens sind. 5. Nie laß mich was ver, sprechen, das ich nicht halten fann, und nie Zusagen bre, Mel. Ach Gott vom Himmel ic. chen, die ich einmahl gethan; 458.Die unge, bie nie mich den Stolz verleiten, und nie des Beyspiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was ich doch felbst erdacht. 6. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weisheit vernehmlich spricht, hat dir dein Gott gegeben. Welch ein Geschenk! misbrauch es nicht; sie bringet Tod und Leben; man fluchet und man lobt damit: ach Gott erhöre meine Bitt, Licht, Herr, meine Seele daß ich sie recht gebrauche. leiten, damit ich meine 2. Laß doch in meines Pflicht mit Klugheit üb, Herzens Grund, Gott, deine und wisse, wenn ich für andrer Wohl und für mich reden müffe, und wenn ich schwei, gen soll. Furcht fiets wohnen; ges wissenhaft wird dann mein Mund der Wahrheit Rechte schonen. Und wohl dem, der 7. Wenn je, um mich zu von Schmeichelen ,, List, Lar drücken, des Feindes Untersucht, Berstellung frey schlag gilt, der sich ben bösen nicht mit den Lippen fündigt! Tücken in guten Schein ver. büllt, so stärke meine Seele, daß sie nicht unterliegt, daß ich mich dir empfehle, burch den die Unschuld fliegt. 3. Auf deinen Ruhm und andrer Wohl soll stets mein Sinn sich) lenken; dies will ich, wenn ich reden soll, auch stets mit Ernst bedens Ee 3 fen. 438 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. fen. Gott, deiner Ehr, des Met. Alle Menschen müssen ic. Nächsien Nuß, der Tugend 459. Rediich will ich Ruhm, der Unschuld Schuß sen Herz und Mund ge- stets der Wahrheit Freund widmet. zu seyn. Jenes freudenvelle 4. Web dem, der frech Leben nimmt nicht freche Lüge und ungescheut mit Falsch ner ein. Gott! vor deinem beit und mit Lügen die Angesichte werden sie bes Wahrheit und sich selbst schämt zunichte, so wie Sa entweiht! weh dem, deß cans Trug und List, der der Worte trügen! dem Schwur lügner Vater ist. und Fluch gewöhnlich ist, 2. Undern zu Gefallen und der mit Tücken und mit lügen, leeren Schwazern List den Nächsten hinter gebet! gleich zu seyn, heuchelnd Brüder zu betrügen, Herr! 5. Die Falschbeit schån. dies falle mir nicht ein! det, bringet Müh, ist eine Wahrheit leit an allen Or Frucht der Hölle; lehr mich ten mich in Werken und in sie hassen, daß ich nie mich Worten. Redlich sen des Lügnern zugeselle. Die Herzens Grund, redlich Wahrheit ehren, bringet sprech auch stets der Mund. Ruhm, und ziert das wahre Christenthum; auch mir sey fie ftets heilig! 3. Die der Falschbeit fich ergeben, sind vor dir, o Gott, ein Greul; und ein Freu denleeres Leben bleibt gewiß ihr fünftges Theil. Hier schandbare schon trifft verdiente Schans Worte, frechen Scherz mit de sie bey Redlichen im Lans beilgem Eifer scheuen; was de; jeder wahre Menschen ehrbar, andern nüglich ist, freund ist der Falschheit das laß mich reden als ein Ränken feind. 6. Gieb mir, o Gott! ein reines Herz, und laß mich Spottereyen, Christ, zu rechter Zeit auch schweigen. 4. Schmäßt mich, obne mein Verschulden, der Vers läumder Lästermund; Herr, fo Billigkeit und Gerechtigkeit. 439 so laß mich still erbulden: Zeuge bist; daß fein eintigs einl wird doch die Wahr, meiner Worte deinem Ohr heit fund. Darf ich ja nicht verborgen ist: das fen stets långer schweigen, meine Un- mir im Gemüthe, daß ich schuld zut bezeugen; o fo gieb, mich für Lügen üte, denn daß stets daben Herz und du liebst den Wahrbeitss Mund voll Sanftmuth sey.freund, und bist falschen 5. Daß du, Herr, an je Herzen feind. dem Orte, meines Wandels! Billigkeit und Gerechtigkeit. Met. Kommt her zu mir, spricht ic. dre frånft: wie fann das 460.Du liebst, o Gott, Brüder lieben? Gerechtigkeit, 4. Nie seufze jemand wiund hasfest den, der sie ent der mich! mein ganzes Herz weißt, am nächsten linrecht bestrebe sich, dem Nächsten übet. Du bists, der jedem gern zu geben, was er mit seinen lohn, ohn alles Un Recht verlangen fann, und sehn der Person, nach seinen immerfort mit jedermann in Werken giebet. Einigkeit zu leben. 2. Gerechter Gott! laß 5. Laß mich beständig da, deinen Geist zu dem, was bin sehn, mit jeglichem so recht und billig heißt, ftete umzugehn, wie ichs von ihm meine Seele lenken. Nie begehre: damit ich keines komm es mir doch in den Menschen Herz, durch meine Sinn, aus schnöderhabsucht Härte, je mit Schmerz und und Gewinn des Nächsten Kümmernig beschwere. Recht zu frånken. 6. Herr! mit dem Maaß, womit ich hier dem Nächs sten meffe, wirst du mir der flets mit wahrer Luft der Liebe einst auch wieder messen. Dies Pflichten üben. Ein Herz, 3. Pflanz Redlichkeit in meine Brust, und laß mich reize mich zur Billigkeit, fo das nur auf 1lnrecht denkt, werd ich auch zu keiner Zeit nur Schaden sucht und an der Liebe Pflicht vergessen. Ee 4 Mel. 440 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. Mel. Erhalt uns Herr bey ic. ften durch Betrug, durch Dies 461. Zern sey von Uns beren an seinem Gut und seis gerechtigkeit, ner Haabe Schaden thut. o Herr, mein Leben allereit! 6. Das Haus des Diebes sonst kann ich nicht dein Die- ist verflucht, wird hier schon ner seyn, sonst deiner Gnade zeitlich heimgesucht, und mich nicht freun. dort trifft vollends dein Ge 2. Wer Ungerechtigkeit richt den ungerechten Bos verübt, den nächsten um sein sewicht. Gut betrübt, der schonet des 7. Auf Buße, die er mennt Gewissens nicht, verletzt die zu thun, kann nie dein Woble offenbarste Pflicht. gefallen rubn, wenn er nicht 3. Denn tief ins Herz redlich wiedergiebt, um was schreibst du mir Gott! under andre hat betrübt. jedem Menschen, dies Gebot: 8. Sein Gottesdienst ist was du nicht willst, das dir falscher Schein, macht er geschicht, das thue du auch nicht Herz und Hände rein andern nicht. von dem, was je sein böser 4. Dein Wort, das Sün- Rath, durch Macht und dern Strafe droht, schärft list entwendet hat. mir dies heilige Gebot, fren 9. Gieb, Herr! daß ich von unrechtem Gut zu seyn, dies wohl bedenk undnie durch mit noch viel größerm Ernste Unrecht andre frånt. ein. Laß mich nicht Geiz noch Dürfs 5. Es drohet jedem dei- tigkeit verführn zur Unges nenFluch, der seinem Näch rechtigkeit! Christliches Verhalten in Absicht wahrer Freundschaft. o Mel. Es ist das Heil uns c.( Unglück und im Glück 462.Welch Glück, uns Trost und Freuden Gott, ist geben. Sie ist der Tur Freundschaft hier, in diesem gend starkes Band; Pilgerleben! sie kann im laster ab führt ihre Hand; vom fle In Absicht auf wahre Freundschaft. 441 sie ist des Himmels Vor Herz wer fühllos ist ben bof. andrer Schmerz, sey niemals mein Vertrauter. 2. O Jesu, bester Men schenfreund, der du uns Sün. 6. Ein Mensch vom las der liebtest, nur das, was ster angesteckt wird mich auch groß und edel heißt, uns leicht anstecken. Laß mich hier zum Beyspiel, übtest; ihn fliehn als eine Pest, so göttlich liebreich für uns mich nicht durch ihn beflecken. farbst, selbst Gottes Freund- Und wie kann der, der oßne schaft uns erwarbst, uns ewig Schen flets Gott verleugnet, zu beglücken. Menschen treu und redlich seyn und bleiben? 3. Schenk mir auch einen frommen Freund!( nur du 7. Doch hab ich einen kannst ihn mir geben) der wahren Freund von dir, o edel und rechtschaffen denkt, Gott, erhalten; so laß dann der mir in meinem Leben, auch mein warmes Herz nie ein reizend Tugendmuster gegen ihn erkalten. fen, und bey mir standhaft mich verschwiegen, redlich und getreu im Glück und seyn, Neid, Falschheit, Args Unglück stepe. wohn, Schmeicheleyn und Eigennuß stets fließen. 4. Der meine Unvollkom menheit mit sanfter Scho. 8. Gott präge du der nung trage, mir Fehler ohne Liebe Sinn so Freunden ein Bitterfeit, nur mich zu bef- als Feinden. Auch die, die fern, sage, der mich vor Sün- meine Feinde sind, die mache den immerdar, vor Irrthum, mir zu Freunden! bild uns Schaden und Gefahr an ser Herz zur Einigkeit! febr Leib und Seele warne. uns, daß jene Seligkeit sen wahre Lieb undFreundschaft. 5. Doch laß mein Herz vorsichtig seyn, mit wem es Freundschaft machet. Kein Mel. Nun sich der Tag c. Spotter der Religion, der 463.Das Glück ist über Tugend lachet, kein groß, das Wollüftling, kein folzes Gott mir schenkt in einem Ees wah. 442 Beweis der Gottfeligkeit und Tugend. wahren Freund! der als kommenheit hält er vor mir ein Chrift rechtschaffen denkt nicht hebt. und treu ed mit mir mennt. 2. Man schått den Freund in jedermann, wår er auch nicht ein Christ. Doch gam unschäßbar ist er dann, ist er auch wahrer Christ. 8. Manch Wort, zu une fers Gottes Ruhm, theil ich mit ihm, vertraut; und werd in meinem Christens thum oft sehr durch ihn era baut. Subret 3. Als Wahrheits- und 9. Ich freue mich mit ihm ale Tugendfreund, besitzt der Zeit, da uns, in jener er mein Herz. Ich theil Welt, verklärt zum Glück mit ihm, ders redlich mennt, der Ewigkeit, nichts mehr mein Glück und meinen am Woblfeyn fehlt. Schmerz. 10. Da wir, vor Gottes 4. Ich schmeck des Lebens Thron vereint, von allen Süffigkeit in doppelt starker Mångeln rein, ibn sehn, den Kraft, wenn mich das edle allerhöchsten Freund, mit Glück erfreut, das so ein ihm uns ewig freun. Freund verschafft. 11. Gott! mein Gott, 5. Manch Leid umwölfet wie dank ich dir, wenn fo mein Gemüth; ich flag es ein Freund mich schäßt. Ich meinem Freund, fühl, daß bitte dich, erhalte mir dies schon halb der Kummer Glück stets unverletzt. fließt, wenn er nur mit mir weint. Sürbitte für abwesende Sreunde. 6. Oft lindert mir fein guter Rath, des Lebens Mel. Mun tret ich wieder seherben Schmerz. Oft hilf: 464.Du, welchen feine er mir auch mit der That Welt um: und froß dankt ihm mein schließt, der du allgegenwärs Herz. tig bist, mit allem deinen Se 7. Freymüthig obne Biten: du großer Schöpfer, terfeit straft er mich, wenn Jhoab, bist meinen fernen ich fehl, und eigne Unvoll. Freunden nab auf allen ihren Wegen; In gesellschaftlichen Verbindungen. 443 Wegen! du übersiehst, o Saamen. Gesegnet sen durch Gott! fie nie: ach segne sie das Land, in welches sie Bater! segne fie! dein Wink gesandt: mach 2. Du selber trenntest fie berrlich ihren Namen! laß von mir; da seufzte lout sie in Fried und Wohlergebn mein Herz zu dir, da floffen einst ihrer Kinder Kinder meine Thränen: ich suchte sehn! sie und fand sie nicht. Du 5. Gieb, daß sie ihrer Tus Menschenfreund! mein An- gend Ruhm, ihr unverlets gesicht verfiel von meinem lich Eigenthum einst durch Sehnen. Doch du gabst den Tod begleite! beym meiner Seele Ruh; ich will Sterben sey ihr Troft und ihr Gott seyn; sagtest du. Licht! ach! ihre Asche ruht 3. Ja! sey und bleib ihr zwar nicht, dereinst an meis Freund, ihr Gott, ihr ner Seite! doch froher Schuß, ihr Retter aus der Trost! ein Tag erscheint, Noth, auf den sie sicher der ewig mich und sie vereint. trauen! laß sie, im Glanze 6. D, wie gedenk ich dein deines Lichts, die Gnade dei- so gern du Tag des Lebens, nes Angesichts, o! die Ge- Tag des Herrn! wann wird liebten! schauen! fårk fie dein Licht erscheinen? Tag! auf ihrer Pilgrimschaft, bey der auch die mir wieder giebt, jedem Schritt, mit neuer die ich, entfernt von mir, Kraft! geliebt, die Seligen, die 4. Bau ibnen Häuser; Meinen! wie wird sich unsre obne Müß bereichre sie und Seele freun! Gott, welch ein fegne sie, und auch noch ihren Anblick wird das sern! Zufriedenheit und gewissenhafte Treue in seinem Beruf und Stande. Mel. Alle Menschen müssen c. Welt! geben kannst du deine 465.Du, von dem wir Gaben wem, und wie es alles haben dir gefällt; mannigfaltig Schöpfer, Bater, Herr der und verschieden theilest du fie 444 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. fie aus bienieden, weise flets, und wie du siehst, daß es uns ersprießlich ist. 2. Mache jeden doch so weise, daß er, was du ihm 5. Dem, der mühsam für mich schw- hte, der mit seinen Kräften mir und mit seiner Arbeit nükte, dem gebühr ret Lohn dafür. Laß uns verliehn, sich zum Heil und dann das Unrecht fließen, dir zum Preise nüßen mag, feinem Lohn und Sold ents den Misbrauch fliehn. Denn, zießen: halten, was dec was du mit milden Händen Mund verspricht, sey uns uns ertheilst, so anzumen- immer beilge Pflicht. den, wie es, Höchster, dir gefällt: nüßet uns, beglückt die Welt. 6. Laß, wenn ich von ans dern borge, zum Erfaß mich seyn bereit; Dankbarkeit sey 3. Du verknüpftest uns meine Sorge und die strengs als Glieder. Karger Eifte Redlichkeit. Laß uns gennuß und Neid, Stol dankbar unfern Brüdern und Zwietracht der Ge- Beystand, Hülf und Rath müther, Müssiggang und erwiedern: Vorschub, den Weichlichkeit, was das ein Freund uns thut, ist ja Glück der Menschheit stöß sein, nicht unser Gut. ret, was uns schåndet und 7. Herr, bewahre unsre entehret vor dir, unserm Hände von Betrug und Rans höchsten Herrn, sen auf ewig be rein; Eigenthum, das von uns fern. ich entwende, würde Fluch 4. Jedem laß uns willig und Tod mir seyn. Sind geben, was er Recht zu for- wir reich von fremden dern hat; nicht den Obern Schäßen, fo bilf, daß wirs widerstreben: denn sie sind bald ersetzen. Besser ist es, an deiner Statt. Ja! ein dürftig seyn, als sich des freudiges Gewissen wird uns Geraubten freun. jede Last verfüssen; geben 8. Gieb, daß feiner neis wir, mit froßem Sinn, disch sebe auf den, welcher schuldge Steur und Gaben mehr empfing, noch daß diehin. fer stolz sich blähe und den Brus In der bürgerlichen Gesellschaft. 445 Bruder schäß gering. Gieb,[ schaft; gieb, daß dies uns nie daß jedermann zufrieden entfalle, und uns so gewissens mit dem, was du ihm beschie- haft hier auf Erden wans den, unverdrossen, emsig, treu deln lehre, daß wir einst, ges hier in seinem Stande sey). front mit Ehre, mit der 9. Herr, du ziehest einst treuen Knechte Lohn fießen uns alle zur genausten Rechen- dort vor deinem Thron! Chriftliches Verhalten der Obrigkeit und der Unterthanen. Mel. Herr Chrißt du einger ic. 4. Durch sie wird uns ges 466.Gott ifte, der ein währet Rub. Sicherheit und gefehet den Schuß. Sie schafft, daß Stand der Obrigkeit, der uns nicht stöhret des fühnen den, der ihn nicht schåßet, Frevlers Truß. Sie seßet zu ftrafen ernstlich dräut. Ziel und Maaße der Boss Die Gottes Stell verwal- beit und dem Haffe, der uns ten, soll man in Ehren zu frånken sucht. halten, aus Ehrfurcht ge gen Gott. 5. So ist es denn auch billig, daß man Schoß, 2. Was fie Umts halber Dienst und Pflicht, die ihr beissen, soll man sich weigern gebühret, willig und unges nie, Gehorsams sich befleis- säumt entricht; ihr nicht die sen, Gott bitten, daß er sie last und Bürde, die sie ben zur Weisheit möge lenken, ihrer Würde trågt, uners damit sie stets bedenken: fie träglich mach. stehen unter Gott; 6. Wenn man zu Dienst 3. Daß sie von ihrem nur stehet vor Augen und Leben, und was durch sie zum Schein, daß man der geschicht, einst Rechenschaft Straf entgehet, da ist das zu geben, dort müssen vor Herz nicht rein. Wer das Gericht: auf daß von ihnen zu thun befliffen, was liebe werde die anvertraute Heer- und Gewissen gebeut, den de geliebet und verpflegt. liebet Gott. 7. Uch 446 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. 7. Ach Herr, verleiß uns 3. Verleiß uns, Gott! allen, daß wir nach deinem dies große Gut, daß die, die Wort den Obern zu gefallen uns regieren, in deiner Furcht bereit seyn immerfort, daß mit sanftem Muth stets bre wir als treue Glieder dem Herrschaft zieren. Laß sie Haupt nie seyn zuwider, das durch Ernst, und noch viel für uns sorgt und wacht mehr durch Huld, wie du 8. Gett, der du uns gege- Allgütiger! des Landes Heil ben rechtschaffne Obrigkeit, befördern. erhalt sie lang am Leben, 4. Gieb denen Eifer, Fleiß sen ihr stets nab, und leit und Treu, die unter ihnen sie so durch deine Gnade, leben; und jeder, der gehors daß Unruh, Sünd und chet, sey dem, der befiehlt, Schade durch sie werd ab- ergeben. Und jeder sey in gewandt. feinem Stand bey seiner Treu von deiner Hand, All gütiger! gesegnet. 5. Laß deines Geistes ftets nah mit deiner Gnade; Gnade ruhn, Außerrscher, Gieb, daß dein Geist sie si- auf uns allen; lehr du selbst cher leit auf ihrem steilen Haupt und Glieder thun Pfade. Verleih ihr Weis nach deinem Wohlgefallen, heit, Muth und Kraft, daß und führe uns nach dieser sie ihr Amt gewissenhaft, Zeit ein, in das Reich der und freudig vor dir führe. Herrlichkeit, das ewig, ewig 2. Laß unter ihrer Hut währet. und Macht uns deinen Se467. Mel. Nun freut euch lieben ic. Gott, sey un frer Obrigkei für ihren Sürsten. gen spüren, daß wir, durch Gebeth der Unterthanen ihren Schuß bewacht, ein filles Leben führen; daß nie Empórung, Zwist uns Neid die Ruhe und die Ei. nigkeit zu unserm Schaden bist, Gott! stöhre. Mel. Nun freut euch ic. em Lande, dem 468. du gnådig wird ein Fürst Igeschenket, der feines Vols fes In der kirchlichen Gesellschaft. 447 les Freude ist, wie Vater fucht, erquickt, fiy ihm von herrscht und denket. Ibn dir gemåbret. hast du, Gott, auch uns ver- 4. Gleich ihm mach die liebn, Preis dir! erhalte, auch eifervoll, die ihm zur segne ihn und uns durch ihn Seite stehen: zu machen, noch ferner. und des Landes Wohl durch 2. Laß deine Gnade mit Tugend zu erhöhen. Was ihm gehn auf seinem hoher den Genuß des Friedens Pfade. Sie, die auf dieser Adhrt, mit Kümmerniß ſein Höße stehn, bedürfen deiner Herz beschwert, sey fern von Gnade, bedürfen sie im hd- unsern Gränzen! hern Maaß; auf ihn, auf 5. Erhöre seinen Wunsch unfern Fürfien laß sie reich- und laß den Flor des Lans lich sich ergießen. des fleigen; erböre unsern 3. Gieb, daß der Geiß Wunsch, und laß spåt fei. der Weisheit ihn ben jedem nen Tag sich neigen. Und, Schritte leite, daß seinen wenn nun seine Zeit ente Anschlag und Bemühn dein flohn, dann gieb ihm dort Segen stets begleite. Was vor deinem Thron die Krone ihn, und uns sein Volf, be- der Gerechten! glückt, was den, der Hülfel Chriftliches Verhalten der Lehrer und Zuhörer in der Religionsgesellschaft. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 2. Herr, segne ibres Um 469. Preis sey dirtes Werke, damit sie es mit der, uns zu Freuden thun; ach rüste sie beglücken, die einst nicht mit Muth und Stärke, laß waren, werden hieß; und deinen Geist auf ihnen ruhn, der, noch mehr uns zu bes und gieb, daß jeder vor dir glücken, fein Wort uns of treu im Lehren und im te. fenbaren ließ. Zu unserm ben sey. Heile sendest du uns stets noch treue Lehrer zu. 3. Besonders gieb, o Heis land! Kräfte zu seinem Umt, Beruf 448 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. Beruf und Stand dem, den und Verträglichkeit. Was zum Predigamtsgeschäfte du ibm gebührt in feinem uns bast gnädig zugesandt. Stande, sey jeder ihm zu Hilf du ihm selbst, so wird thun bereit. Wer Gott allein sein Umt an uns ge und sein Wort liebt und segnet seyn. ehrt, der hält auch seine Diener werth. 4. Gieb, daß von dieser ganzen Heerde, die du, Herr! 8. Laß auch dereinst ihn, ihm haft anvertraut, fein unfern Lehrer, o Gott! zu einziger verlohren werde und deiner Rechten stehn; und daß sein Wandel uns erbaut, laß uns alle, seine Hörer, daß uns sein Vortrag über- mit ihm zur Himmelsfreude zeugt und auch die größten gehn. Da werden wir uns Sünder beugt. ewig freun und ewig mit ihm selig seyn. 5. Laß ihn mit deines Geistes Waffen der Wahr beit Feinden widerstehn; Mel. Allein Gott in der Hdh uc. und muß er Lafter bart be- 470.Dir, Welterlöfer, laß ihn MenGottes Sohn, schengunst nicht sehn; gieb, sen Preis und Dank ges wenn er tröstet, Kraft und fungen. Denn als du ju Licht: uns felsenfeste Zu- des Vaters Thron dich glorversicht. reich aufgeschwungen, da fan: 6. Herr! segne so auch dest du den Geist herab, der unser Hören: erwecke den, deinen Bothen Zeugniß gab, der geistlich todt; mach uns daß sie von dir gesendet. die fanften Gnadenlehren 2. Nun traten sie, ob aum wahren Labsal in der Haß und Wuth sich noch so Noth; und dein Gesetz zeig sehr emporten, doch auf mit feine Kraft, die Reue, unbesiegtem Muth vor aller Schaam und Beßrung Welt und lehrten, der Welt schafft. zum Heil und dir zum Ruhm, 7. Knüpf zwischen ihm bein göttlich Evangelium; und uns die Bande der Liebe und deine Lehre siegte. 3. Herr, In der kirchlichen Gesellschaft. 449 3. Herr, welche Schaaren sie nie in ihrem Fleiß ers stehen schon vor dir als Ue müden. berwinder, und schmecken 7. Denn guten Saamen, dort vor deinem Thron das den sie hier auf Hofnung hin Heil erlöster Sünder, und ausftreuen, laß doch, gesegs bethen an, und freuen sich net Herr von dir, zu reicher und jauchzen, daß sie, Herr! Frucht gedeihen. So leben durch dich den Weg zum Le- laß uns alle hier, daß unfre ben fanden! Lehrer, und auch wir dort 4. Noch stets hat sie ges froh vor dir erscheinen. siegt durch dich, Sohn Got( Vergl. Nr. 142.) tes, deine Lehre; noch steht sie unveränderlich, gleich ets nem Fels im Meere; und Mel. Allein Gott in der Hdh sey ic. würdiger Gebrauch der Gottesbäufer. nimmermehr wird sie ver 471.Sich, Gott, den gehn, wie fehr sie auch die im nås Spotter schmähn und deine hern Licht dort schauen unsre Feinde haffen. Brüder, mit gnadevollem 5. Laß ferner unter uns Angesicht auf unser Flehen dis Licht in reinem Glanze nieder; vernim das Seufs stralen, und dadurch Trostzen und Gebeth, das zu dir, und Unterricht in unsre Her Gott, um Segen fleht an zen fallen. Laß Glauben, dieser heilgen Stätte. Hofnung, Tugend, Fleiß, zu 2. An dieser Ståtte kons unserm Heil, und dir zumnen wir vereinigt dich anbes Preis, sich unter uns stets then; sey dann mit dels mehren. nem Segen hier, so oft 6. Verleih und sende wir sie betreten; laß uns immerfort uns auch recht dein feligmachend Wort an schaffne Lehrer, gieb ihnen diesem, dir geweihtem, Ort Kraft und deinem Wort zum Heil der Seelen hören. auch stets folgfame Hörer. 3. Laß allen denen, die Erfreue, stårk und leite sie wir hier dir, durch die Taufe, mit deinem Geist, damit weißen, das Recht der Kinde Ff schaft, 450 Beweiß der Gottseligkeit und Tugend. schaft, Gott, bey dir in Chrt zum Dank, und stårk uns in sto angedeihen. Zu unsrer der Liebe. Sorgfalt und Bemühu, dir 6. Laß auf die hier volls unsre Kinder zu erziehn, gieb zognen Ehn, Gott, deinen Segen, Kraft und Weisheit. Segen fallen; laß unsern 4. Wenn wir vor dir Dank, Gebeth und Flehn mit Reu und Leid hier beich: dir, Vater, wohlgefallen. ten unsre Sünden; so hdr, wenn wir dem Res laß uns, Herr, Barmhers gentenstand, der Kirche und zigkeit bey dir durch Jesum dem ganzen Land von dir, findeu. Erlaß uns gnädig Gott, Heil erbitten. unfre Schuld, und laß die 7. Nun Gott, was wir Größe deiner Huld die Liebe für dieses Haus jezt flehn, zu dir mehren. fen uns gewähret. Treib 5. Laß, Mittler, hier auch Feindschaft, Stolz und immerdar uns deine Gna Bank hinaus, und was die dengaben, wenn wir voll Andacht störet. Erfreu Sehnsucht zum Altar uns uns stets an diesem Ort nahen, fråftig laben. Das mit deiner Gnade, bis wir Lebensbrod der Lebenstrant dort im nähern Licht dich entflamm uns gegen dich schauen. Christliches Verhalten im Hausstande. Sürbitte vor der Trauung legen. Laß sie, Vater, dir ergeben einig leben, treu Mel. Wie schön leucht uns ic. fich lieben, treu die Pflicht der Ehleute. 472.Bon on dir, du Gott der Christen üben. der Einigkeit, 2. Du haft sie sich geneigt ward einst der Ehebund ger gemacht, der Liebe Flammen weiht. weih auch die angefacht, die ihre Bruft zum Segen, die bier vor entzünden. O laß die Ree deinem Angesicht bereit gung lauter seyn; laß Uns fehn, dir den Schwur der treu nicht den Bund ents Pflicht und Eintracht abzus weihn, zu dem sie sich vers binden. Im Hausstande. 4fT binden. Immer laß sie keusch in Wort und Wers dir ergeben friedlich leben, ten seyn. einig handeln, fromm und heilig vor dir wandeln. 4. Zusammen laß sie dir vertraun, zusammen ihre 3. O segne fie, der gern Seel erbaun, zusammen beis beglückt, der gern den Fromnen Schuß erflehn, vereis men Freude schickt, auf allen nigt auch dein Lob erhöhn. ihren Wegen. Lehr sie, in 5. Was ihnen ihr Beruf Noth sich deiner freun; gieb gebeut, laß sie mit Luft threm Stand und Fleiß und Heiterkeit vor dir vera Gebeihn; laß ihr Geschlecht richten, und verleih, daß im Segen! lag sie, Bater, auch durch dich ihr Fleiß dir ergeben glücklich leben, gedeih. freudig sterben, mach sie 6. Willst du mit Kineinst zu Himmels. Erben dern sie erfreun; so gieb zn ihrer Zucht Gedeihn, daß an den Pfändern ihrer Eb ihr Herz nie Gram und Nach der Trauung. Mel. Erhalt uns Herr. 473.Gesegnet laß stets Jammer seh. seyn durch dich 7. Herr! Leibesfrucht ist Allgütiger, die, welche sich dein Geschenk. Lag Eltern, verbunden durch der Ehe deffen eingedenk, mit Sorgs Band, zu fteter Treu mit falt Aergernisse fliehn, und Herz und Hand. ihre Kinder dir erziehn. 2. Mit Gnade schau auf 8. Wenn sie des Kreuzes sie herab, daß sie zusam- Bürde drückt, so laffe sie men bis ins Grab ver nicht unerquickt, gleb heitre traglich, freundlich, gleich Tage nach dem Leid, und gesinnt, vor allem gottes: segn es für die Ewigkeit. fürchtig, sind. 9. Und wenn der Tod sie 3. Laß sie einander innig: trennt, alsdann sich ihre lich stets lieben, doch nie Thránen gnådig an, und mehr, als dich; laß sie in führ sie wieder höchft erfreut ihrem Herzen rein und zusammen in der Ewigkeit. Ff 2 Das 452 Beweiß der Gottseligkeit und Tugend. Das Glück und die Pflicht Wenn sie bethen, wills christlicher Eheleute. Gott hören, Leiden wehren, Mel. Wie schön leuchtet der ic. Schmerzen lindern und des 474.11ns heilig soll der Lebens Bürde mindern. Ehstand seyn; 4. So wie sich breitet um du, Schöpfer, sezteft selbst ein Haus ein rebenreicher ihn ein, versprachst ihm deis Weinstock aus: so blühn oft nen Segen. Erhalt und Ehgenossen. Ringsum ums segne diesen Stand auch pflanzen ihren Tisch die stets mit deiner Vaterhand, Kinder frölich, munter, wend ab, was ihm entgegen. frisch, wie junge Frühlings Stifter, Stifter! dich erz Sproffen. Sorgt nicht, höhen, die in Ehen sich dein Våter! wie viel Kinder, fo freuen, durch dich blühen viel Bether zählt ihr Müts und gedeihen. Sorg und Müh ift ter. 2. Wie glücklich lebt ein hier nicht bitter. frommer Mann, wenn die 5. Gott, du haft alles wohl fein Herz ihm abgewann, die gemacht; hab ferner auf den Gott ihm außersehen! wie Ehstand acht, daß ihm kein glücklich lebt an seiner Hand Segen fehle. Las Gatten die Fromme, die Gott ihm nicht den Bund entweihn, verband, thin hülfreich bey keusch, laß sie, friedsam, zustehen. heil euch, Heil zärtlich seyn, ein Herz und euch, fromme Gatten! in eine Seele! heilge, beilge, dem Schatten seiner Güte Geift der Liebe! ihre Liebe jauchzt mit frölichem Gesund gieb Gnade, daß sie müthe. wandeln deine Pfade. 3. Sie sind Gesegnete des 6. Lenk ab ihr Herz von Herrn, von ihnen ist der Uleppigkeit auf Freuden, die Argwohn fern, um sie glänzt man nie berent, auf Freus holder Friede. Häuft auch den wahrer Zugend; gieb, die Laft des Kreuzes sich, sie daß das hohe Alter sey von tragen fie gemeinschaftlich Uleberdruß und Kummer und so macht sie nicht müde, frey, noch munter wie die Fue Im Hausstande. 453 Jugend. Segne, segne, binde mich zu rechter Zeit: Aller Vater, Nährer, Ra: behüte mich für Schaden: ther, Schuß der Eben! alle, gieb zur Geburt mir Muth die um Segen flehen. und Kraft und lindre meine gesegnete Ehefrau. 475.DSchöpfer, mir Sür eine mit Leibesfrucht Schmerzen. Du bists, Herr, der uns Hülfe schafft, der, Mel. Es wolle Gott uns gnädig zc. nach der Angst, dem Herzen u haft, v weiser auch Freude wieder schenket. 4. Freude! wenn mein izt Leibesfrucht gegeben: von Kind nun ist gefund zur Herzen dank ich dir dafür. Welt gekommen: wenns laß, Herr, sie nun auch les durch die Taufe Jesus Chrift ben! es kann dein liebreich in sein Reich aufgenommen. Augenmert vor allem Uebel Dankbar gelobe ich dann dir: decken. So schüß denn dei-" ich wills dir, Gott, erzies ner Hånde Werk und mich hen"! und du giebst die Vers vor Furcht und Schrecken, fichrung mir:" ich segne vor Schwermuth, Angst dein Bemühen und wills und Unfall. als Vater lieben!" 2. Schmück meines lieum Segen zur Erziehung ben Kindes Seel mit Weiss der Rinder. heit und Verstande, daß es mel. Vom Himmel hoch da zc. den Tugendweg einft wähl die Kinders und fliehe Sund und Schans 476.Verleih, Gott, daß de. Gesundheit schenke sei, zucht verrichtet werd mit nem Leib; du kannst Ge. Nuk und Frucht, daß aus brechen wehren. Und wenn, der Kinder Mund dir o Gott, ich schwaches Weib werd ein Lob bereitet hier mein Kind nun soll gebåh auf Erd. ren, so hilf mir in den Nöthen. 2. Die Eltern laß sie kinde lich scheun, den Borgeseßten 3. Sa, kommt einst meine folgsam seyn; laß sie vers Stund und Zeit; dann meiden Lebenslang den Eis stårke mich in Gnaden; entgensinn und Müssiggang. Ff 3 3. Vers 454 Beweiß der Gottfeligkeit und Tugend. 3. Verleih, daß ihnen 9. Daß einst an jenem mangle nicht heilfame Lehr großen Tage der Eltern und Unterricht; gründ fie Mund froh sagen mag: aufs Wort aus deinem" fieh ich bin mit den Kin Mund, gründ fie auf diesen dern hier, die du, mein Vas Felsengrund. ter, schenkteft mir." 4. Hier steh ihr Fuß fest und gewiß, bewahre sie für Sürbitte der Eltern für ihre Kinder. Nergerniß; entferne sie, wo Shand und Sünd und Mel. Werde munter mein te. Spott und Leichtsiun herr 477. Sorge doch für fchend sind. Kinder, 4. Durch deine Weisheit, Vater der mit Onade krint! Macht und Gut für schwe: zwar auch sie sind vor dir rem linfall sie behüt: Führ Sünder: doch durch Jesum du sie selbst auf rechter bir versöhnt; dir, o Bater Bahn, und nim in Noth Sohn und Geift, Gott, dich ihrer an. den unser Glaube preift, 6. Hilf, daß sie dich an durch die Taufe übergeben, allem Ort vor Ungen haben dein zu seyn und dir zu leben. und dein Wort, und sich bes 2. Du haft sie bisher ges fleiffen jederzeit der Tusnähret, ihre Schwachheit gend und der Sittsamkeit. unterstüßt, manchem Une 7. Wo fie ausgehen oder glücksfall gewehret und ein, laß sie durch dich ge durch Engel sie beschüßt. fegnet seyn; vor allen mach Engel schaun dein Angesicht von Jahr zu Jahr ihr Herz und doch schämen sie sich nicht noch frömmer, als es war. der Beschirmung dieser Kleis 8. Laß eifrig sie und uns nen, tie uns oft verächtlich zugleich stets trachten, Herr, scheinen. nach deinem Reich; und 3. Sollt ich dir für diese endet sich dereinst ihr Lauf, Gute nicht von Herzen danks so nim sie in den Himmel bar seyn? sollte sich nicht auf; mein Gemüthe über diese Wohls Im Hausstande. 455 Wohlthat freun? Werth 7. Nicht bitt ich, daß du find meine Kinder mir! mit Leiden ihre Herzen ganz und hab ich sie nicht von verschonft; nicht, daß du mit dir? schenkst du mir nicht fteten Freuden ihre Zugend threutwegen, manchen uners hier belohnst; nicht, daß du fannten Segen. fie hoch erhebft, ihnen großen 4. Du, mein Schöpfer Reichthum gebst, jeden ihrer und Erhalter, du von Kinds Wünsche stillest, jeden Uns beit auf mein Gott, du mein schlag gleich erfülleft. Gott auch einst im Alter, sey 8. Gieb du ihnen, o Alls auch meiner Kinder Gott. weiser, wie es långst dein Gegne und behüte sie. Deine Rath bedacht, das nur, was Furcht erfüll fie früh, daß fie frömmer, weiser, und fie, dir zum Wohlgefallen zum Himmel reifer macht. jung schon deine Wegewallen. Nie kann eine ganze Welt, 5. Wie viel drohende wenn der Seelen Heil zers Gefahren warten ihrer in fällt, nie mit allen ihren der Welt! wer vermags, sie Schäßen den Verlust der zu bewahren; wenn sie deine Seel erseßen. Hand nicht hålt! daß ihr 9. Doch was ich zu bitten Herz Verführung flieh, mach wage, sind ein gnädiges Ges sie weise; und nim nie deinen hör: kann es seyn, laß ihre guten Geift von ihnen, daß Tage nicht an Freuden gånze sie unverrückt dir dienen. lich leer. Werden sie ges 6. Keines unter ihnen prüft durch dich, Gott, so werde( ach verhüt es, Herr sey es våterlich; und dann mein Gott) je den Freuns laß es ihren Seelen nicht an den zur Beschwerde, noch Trost und Stärke fehlen. den Feinden je zum Spott. 10. Jener Siegstag der Sey ihr Schild und fester Gerechten sey auch mir ein Stab; laß sie sich bis in Freudentag. Hilf, daß zu the Grab harten Mangels des Richters Rechten ich flets erwehren, ihres Fleißes dann frölich sagen mag: redlich nähren. Siehe, Welterlöser, fich! bier Ff 4 416 Beweiß der Gottseligkeit und Tugend. hier bin ich; hier sind auch mir schenken; und mein die, die dein Vater mir ver- sündhaft Herz schon früh liehen, sie dem Himmel zu von der Sünd aufs Gute erziehen. lenken; stets auf meine II. Nichts kann unser Wege schaun, stets an meis Glück dann mindern, wenn ner Wohlfahrt baun. du stets mit Wonne labst, und 4. Sollt ich diese Liebe mit allen meinen Kindern nicht dankbar stets zu Hers dank ich, daß du mir sie gabst. zen nehmen? ach der oft Dann drückt ferner keine verlegten Pflicht muß ich, Noth, dann trennt ferner uns Gott, vor dir mich schämen; kein Tod, dann sind wir gleich denn nicht stets hab ich volls deinen Engeln, frey von Sor: bracht, was den Eltern gen, rein von Mängeln. Freude macht. Gesinnungen frommer Rinder... 5. Laß hinfort, wie du verlangst, meine Pflicht mich treu erfüllen. Denn wie oft Mel. Jefu meine Zuversicht ic. 478.Dir, Gott, sey hat Sorg und Angst sie bes mein Dank geschwert um meinetwillen, wie weiht, heilig dir mein gan fotief empfand ihr Herz, wenn zes Leben; denn aus freyer ich litte, meinen Schmerz. Mildigkeit hast du selbst es 6. Hilf, daß gegen sie mir gegeben; es durch El mein Herz kindlich sey, nicht tern mir verliehn, die zur blos so scheine; gieb, daß ich Tugend mich erziehn.. bey ihrem Schmerz vor dir 2. Sie, sie haben schon findlich fleh und weine, für als ich mich zu fühlen kaum ihr Glück bir dankbar sey, begonte, als ich noch nicht und mich ihrer Freuden freu. felbft für mich denken, for. 7. Laß auf ihre Winke gen, wählen konnte, ftets mich findlich und mit Sorgs für mich, von Tren beseelt, falt achten; ja laß ihren überdacht, gesorgt, gewählt. Wünschen mich noch zuvors 3. Welche Wohlthat ists, zukommen trachten; gern, daß sie ihren besten Fleiß was sie erfreut, vollziehen; stets Im Hausstande. 457 stets, was ihnen Gram hór auch mit Wohlgefallen bringt, fliehn. mein bethend Lied erfchallen! K 2. Jesus ftelle sich mir 2. Mein Weg ist schlüpf dar, er das Beyspiel aller rig: wer erhält mich, daß Kinder. Er, der so erha- mein Fuß nicht gleite? wer ben war, Gottes Sohn, führt mich sicher durch die das Heil der Sünder, er Welt, und geht mir tren war doch von Kindheit an zur Seite? wer warnt mich, seinen Eltern unterthan. wenn Gefahren drohn, und 9. Gern gehorchen, fey lehrt mich, in der Ferne anch mir wahre Lust; so ist schon, daß sie mich nicht ers es billig und gefällig Gott reichen, die Klugheit, auss vor dir: mache mich dazu zuweichen? recht willig. Wohl mir dann, 3. Eh ich dich kannte, so wird auch mein dein ver- hast du mich im Mutterleib heißner Segen seyn. bereitet, und durch die Kinds 10. Laß den Eltern ihre heit våterlich mich bis hies Müh mich, so sehr ich kann, her geleitet. Sht, Herr! verfügen; und sich reichlich da ich dir danken kann, nim über sie deinen Segen, Gott, dich auch meiner Jugend an, ergießen; höre mein und ihr daß ich auf meinem Wege Gebeth, das um deinen Se- unstråflich wandeln möge. gen fleht. 4. Mein Herz, noch uns verführt und rein, ist jung Sür einen Jüngling. und unerfahren: wie leicht, Mel. Ermuntre dich mein schw.*. geblendet durch den Schein, 479.J ch trete vor dein stürzt es sich in Gefahren! Ungesicht, du ach! mache mich mir selbst Schöpfer meiner Jugend! bekannt, und gieb mir Weise verwirf mein kindlich Flehen heit und Verstand, stets auf nicht um Weisheit und um dein Wort zu schauen, und Tugend! der du den Säug- nie mir selbst zu trauen! ling bethen lehrst, und gern 5. Du pflanzteft, Herr, sein stammlend Flehen hörft in meine Brust die Triebe Ff5 zum 458 Bewiß der Gottseligkeit und Tugend. zum Vergnügen: ach, starke Pflicht! ihr Spotten und mich, den Hang zur Luft ihr Lachen laß nie mich wans der Sünde, zu besiegen! dein kend machen! unausbleibliches Gericht ver: 9. Der Glaub an Jesum geffe meine Seele nicht, und bleibe mir, o Gott! unends lerne fromme Freuden von lich wichtig! denn er macht Lüften unterscheiden! mich gerecht vor dir, und 6. Von dir, o Gott, werd meine Steige richtig! nicht ich bewacht, bin stets mit dir Zweifel, die ein Herz erzeugt, umgeben. Vor dir bedeckt das sich zur Sündenliebe nicht Mitternacht noch Ein- neigt, noch Lust zu widers famkeit, mein Leben. Die sprechen, laß meinen Glaus Günde, die im finstern ben schwächen. fchleicht, verbirgt vor Men 10. Der Zugend heilige fchen sich vielleicht: vor dei mich ganz, mein Schöpfer nem Angesichte steht sie im und Erhalter! sie werde hellen Lichte. meiner Jugend Glanz, und 7. Der Leichtsinn, der mich einft mein Troft im Alter. oft verführt das Böse zu er: Erhalte mein Gewiffen rein! wählen; die Wolluft, welche lag keinen meiner Tage seyn, Schmerz gebiert, der Hoch- der nicht zu deiner Ehre ges muth schwacher Seelen; die schmückt mit Zugend wäre! Trägheit, die den Geift ver- 11. Ach! lehre mich den gehrt, und jeden Trieb zum Werth der Zeit, daß ich sie Laster nährt: Gott! laß zu nicht verschwende; zur Ans diesen Sünden mich niemals dacht und Geschäftigkeit aufs willig finden! beste fie anwende. Gott! 8. Wenn sich, auf mei meiner Jugend Fleiß und ner Jugendbahn, mich in ihr Müh laß nicht umsonst seyn; Ne zu ziehen, Verführer segne sie; laß auch durch meiner Seelen nahn; so las mich auf Erden dein Werk mich flüglich fliehen! ihr gefördert werden: füsses Locken lenke nicht mein 12. Erhöre gnädig mein Herz von dir und meiner Gebeth, du Schöpfer meis Im Hausstande. 459 ner Jugend! erhör es! meine Schönheit Tugend, gieb mir Geele fleht um Weisheit den sanften, stillen Geift, der und um Zugend! mein gan. dich durch seine Demuth zes Leben dank ich dir! weich preift, den nächsten nie vers nur Erbarmer, nicht von achtet, sich selbst zu beffern mir; damit ich meine Wege, trachtet; unstråflich gehen mdge. 4. Die Lust der Eitelkeit laß nicht mein junges Herz entzünden. Sie macht mich untreu meiner Pflicht, und Met. Ermuntre dich mein schw. c. bahnt den Weg zu Sünden, will in mei- geſuchte Zier, und Pracht ner Einsam der Welt, ist nicht der teit zu dir mein Herz erhes Schmuck, der dir gefällt, ben: du selber wollft mir du willst, ich soll bescheiden, Freudigkeit dich anzurufen mit Zucht und Schaam mich geben! vernim, o Vater! kleiden. Sür ein junges Srauenzimmer. 480. I J mein Gebeth, das nicht aus 5. Preis dir und Dank, falschem Munde geht; um mein Schöpfer, Gott! du beiner Liebe willen, eil, Herr! gabst mir eine Seele! Preis es zu erfüllen. dir und Dank, mein Mittler, 2. Du bist mein Vater, Gott! du staibst für meine ich dein Kind; mein Heil Seele! mein Leib ist doch ist, dich zu lieben! ach mache nur Usch und Staub, nie mich dir gleich gefinnt in wird mein Geist des Todes allen meinen Trieben! laß Raub. Mein erst Geschäfft meine Seele keusch und rein, auf Erden sey, schön am und treu in deiner Liebe seyn, Geist zu werden. und suchen dir vor allen, Bater, zu gefallen! 5. Gott, lehre du mich eilen, ihn mit Weisheit, 3. Vor stolzer Selbst auszuschmücken: denn meis gefälligkeit, bewahre meine ne Zage fliehn dahin, gleich Jugend; ihr Vorzug sen schnellen Augenblicken. Gieb, Bescheidenheit, und ihre daß zu leerer Tåndeley mie meine 460 Beweiß der Gottseligkeit und Tugend. meine Zeit zu fostbar sey, 10. Laß fromme Freuns und laß es mir gelingen, sie dinnen in mir ein Herz, wie nüßlich zuzubringen. ihres, finden. Verknüpf 7. Bewahr mein Auge durch Unschuld uns, daß wir daß es nie unreine Glut er der Freundschaft Glück ems nähre, und meine Redenpfinden. Laß unsre Liebe Gott! daß sie kein Spötter sanft und rein, wie deiner falsch erkläre! die Unschuld Engel Umgang, seyn; daß sey mein liebster Ruhm, einnimmer unfre Seelen, Neid, guter Ruf, mein Eigen- oder Argwohn quälen. thum den jeder gern mir 11. Schickst du einst eis gonne und niemand låstern nen Freund für mich, so gieb, könne. daß ich ihn wähle! er sey 8. Bewaffnet fey mein ein Chrift, und fürchte dich, ganzer Blick mir Ernst der und lieb auch meine Seele! keuschen Tugend! seht ihn, las seines Hauses edle Zier und bebet schen zurück, mich werden! Gott, laß ihn, Versucher frommer Juin mir, die beste deiner Gas gend! den Umgang, der ben für die fein Leben haben! Verführung droht, Herr! 12. Der du mich selbst, lehr mich fliehen als den durch dein Gebot, den Weg Tod, und willig alle Freu- zum Heile lehrest: ich will den der wilden Weltlust dich preisen, meinen Gott, daß du mein Flehn erhdreft. 9. Die Frevler, die mit Sch opfre dir mein Lebelang ihrem Spott fogar dein der Unschuld und der Tugend Wort beflecken, vertreibe Dank: dort will ich in den fern von mir, o Gott! daß Chören der Engel dich vers sie mich nicht erschrecken. ehren! meiden. Dich låstern sie und deinen Sür Bejahrte. Sohn und sprechen deiner mel. O Gott, du frommer Gott ut. Wahrheit Hehn. Unselige 481.Dich preis d Gott, Verführer! erbarm, erbarm dich ihrer! mein Vater und Erhalter, daß Im Hausstande. 461 daß du mich gnadevoll ge Hände ergeb ich meinen leitet bis ins Alter. Du Geist. Er will mein Hey haft oft wunderlich, doch stets land seyn! ich werde nach mich wohl, geführt; im Kum- dem Kempf mit ihm mich mer selbst hab ich, dich, nah ewig freun. und tren, gespürt. 2. Du gabst mir Ehr und Sur Waysen. Brod, Gesundheit und Ver- Mel. Warum betrübst du dich ic. gnigen. Ich hab durch deine Kraft was schwer war, über 482.3u dir, erbars mungsvoller stiegen. Was mir oft furcht- Gott, nach dessen weisen bar war, das lenkte deine Rath der Tod mir meine Hand so weise, daß zulezt Eltern nahm, zu dir flicht ich darinn Wonne fand. mein gebeugter Sinn, zu 3.Sht fliehet meine Kraft. dir dem höchsten Helfer hin. Bey diesem Unvermögen 2. Du, der ans Licht mich bedarf ich mehr, als sonst, kommen ließ und meine El. dein våterlich Verpflegen. tern sterben hieß, Herr, stehe Du warst ja sonst mein Gott; du mir bey: zu dir steyt verlaß auch ißt mich nicht. meine Zuversicht, sey selbst Auf dein Wort gründe ich, mein Vater, Trost und Herr, meine Zuversicht. Licht. 4. Sa! heb und trage 3. Uch flög m'r wahre mich, mein Gott, wie du Tugend ein, so werd ich ime verheißen; und mit erhöhmer glücklich seyn; Herr, tem Dank will ich dafür dich leit und führe mich: laß preisen. Verzeihe mir was mich bey dir in Gnaden ich je Boses hab gethan; stehn, so wirds mir immer um Jesu willen sich mich wohlergehn. mit Erbarmen an. 4. Von dir kommt alles 5. Ich bin nun nicht mehr wahre Gut: drum gieb mir weit von meiner Laufbahn Weisheit Kraft und Muth, Ende. Ich stehe nah am und deinen guten Geift, das Grab. Gottlob! In Jesulmit mein schwaches Herz nicht 462 Beweiß der Gottseligkeit und Tugend. nicht fehl, und stets das beste in jedem Schmerz und Theil erwähl. leide ist Gott mein Trost 5. O Vater aller Gütig- und Freude, der Fels, den keit, beschere mir von Zeit ich umfassen kann! zu Zeit die Mittel meines 2.( Getroft! ruft seine Glücks: du weißt ja leicht Gnade: ich bin, auf jedem für jeden Rath, den deine Pfade, bey dir bis an dein Hand geschaffen hat. Grab! nie will ich dich vers 6. Du hörest, wenn die lassen!) dis soll mein Glaube Raben schreyn; laß auch fassen, als meinen Wittwens dein Kind erhöret seyn, und wanderflab! nim dich meiner an: vers 3. Die, die in stiller Kame leih mir Unterhalt und Brod, mer dir klagten ihren Jams so viel zu diesem Leben noth, mer, erhörtest ehmals du! 7. Ich werf all meine auf sie floß, Gott, dein Ses Sorg auf dich, mein Gott gen; auf allen ihren Wegen und Vater, forg für mich, war Friede, Sicherheit und und mach es mit mir wohl. Ruh! Gieb nur, daß ich mit jedem 4. So viel feit so viel Tag zum Himmel reifer Jahren betrübte Wittwen werden mag. waren, so viel hast du vers 8. Wie freu ich mich, ich pflegt; die in Bekümmers werde fie, die mir der Tod nissen sich, Gott auf dich entzog so früh, die Lieben, verlieffen, sahn ihre Last wieder sehu dort, wo die Ger auf dich gelegt. Head ligen kein Tod mehr trennt, 5. Auch mich wird dein vor deinem Throne, Gott! Arm stårken, auf mich dein Auge merken, und auf mein Flehn dein Ohr! ich will mit Mel. In allen meinen Thaten sc. heißem Flehen vor deinem für eine Wittwe. fen stehen! Gott Gott! zu dir empor. 483.Feft foll mein Hof- Untlig stehen, und seufzen, hört der Wittwen Flehen 6. Mein Joch will ich er ist mir mehr als Mann. still tragen. Dir, Vater barf Im Hausstande. 463 darf ich sagen, was je mein 11. Dann geh ich, ten Herze drückt! du bist mir in zu schauen, der mein Stab, der Nähe! Gott, den ich mein Vertrauen, mein Gott zwar nicht sehe, den aber ist, und mein Freund. Wie doch mein Glaub erblickt. will ich dann ihn ehren; wie 7. Du siehst mich( o Gedanken für die Zähren, die dante des Trostes, wenn ich ich als Wittwe hier geweint. wanke) in meiner Einfam 12. Dann find ich, die keit und du wirst, Herr, ich liebte, dern Abschied mich der Welten, mirs öffentlich betrübte, in meines Schia vergelten, wenn still mein pfers Hand, wo Freudens Herz sich deiner freut! Quellen fließen, werd ich sie 8. Ja bis zum lezten dann genießen im thránena Schritte; ja, wenn ich nech freyen Baterland. mehr litte, seh ich mitLust auf 13. Drum fort die heiss dich! nur dir, dir zu gefal sen Pfade! mich kühlt des len, unfiräflich hier zu wal: Baters Gnade; er trågt len, sey mein Bestreben: mir meine Noth. Nicht stårke mich! ( Wenu ste Kinder hat.) ewig will ich weinen; bald 9. Mit Ernst und fro komm ich zu den Meinen: bald hen Muthes will ich sorge seh ich sie bey meinem Gott! fältig Gutes vor deinen Augen thun; gern mich der 14. Dann sollen meine Welt entziehen; Zerstren- Waysen, mit mir den Bas ung, Thorheit fliehen, und ter preisen, der sie erhalten nur in deinem Schooße kann! ja dir will ich sie bils ruhn. den! ach! schau mit deiner 10. Dann eilen meine milden Erbarmung deine Tage, mit jeder Last und Kinder an! Plage, leicht, wie ein Traum Gesinnungen guter Zerra dahin! dann leg ich meine schaften. Glieder froh einst im Tode Mel. Mie nach spricht Jesus sc. nieder, wenn ich zum Him 484. Durch dich, Gott! mel bin. bin was ich 464 Beweiß der Gottfeligkeit und Tugend. ich bin, und es ist deine Hülfe ihm gebricht, sie stets Gabe, daß ich Bedienung von mir genießen. Shn und Gewinn von andern tragen will ich, ihm verzeihn, Menschen habe. Sie lies und wird er krank, sein Pfles hen ihre Kräfte mir; dis, ger seyn! höchster Herr! verdank ich dir. Gesinnungen guter Dienst boten. 2. Mich zu beglücken dies nen sie, verzehren ihre Kräfte Mel. In allen meinen Thaten is und dulden gern des Lebens 485. Du, Gott! bift Müh in meinem Hausges der Gerechte, schäfte. Laß dieses Vors der Herr der Herrn und rechts fromm mich freun, Knechte, bist aller Menschen nie hart, noch stolz, noch Hell! der niedrigste auf Ers lieblos seyn. den kann einst durch dich 3. Auch der geringste groß werden; an ewgen Eh Diener ist bestimmt zum ren haben Theil. ewgen Leben; für ihn, wie 2. Ißt muß ich andern mich, hat Jesus Christ sich dienen. Wem folg ich, folg in den Tod gegeben. Vor ich ihnen? dir, meinem deinem Throne hat mein Herrn und Gott! so laß Knecht mit mir allzeit ein mich denn erfüllen der Herrs gleiches Recht. schaft guten Willen, als deis 4. Gott! pråg dis meinen Willen und Gebot. nem Herzen ein! als Brus 3. Bewahre mich vor der, ihn, zu lieben: laß im- Klagen. Lehr mich, mein mer mich befliffen seyn. Joch zu tragen, auf deinen Wie sollt ich den betrüben, Willen sehn. Bewahr vor der über meine Grausamkeit Stolz und Neide: vor Rachs um Rache still zum Himmel gier, wenn ich leide; und schreyt? lehr mich grade Wege gehn. 5. Laß mich ihm seine 4. Beym Reden und faure Pflicht durch Lindig- beym Schweigen ein redlich teit versüßen. Er soll, wenn Herze zeigen; das sey mie strens Im Hausstande. 465 strenge Pflicht. Lehe mich nicht hindern: dies lag, Gott! Gott! ftets treu handeln; mein Bestreben seyn. sehn Menschen mich nicht wandeln, so sieht mich doch dein Angesicht. 6. Ich finde jeden Mors gen mein Brod, ohn eignes Sorgen, durch meiner Herr5. Der Herrschaft beyzu schaft Güt. Einst soll ich stehen; an ihrem Wohlergeben dir wohnen, den Treuen hen theilnehmend mich zu willst du lohnen! dies reiß freun; die Zucht an ihren zur Treue mein Gemüth! Kindern, durch ergernis, X. Vom heiligen Geiste und seinen Wohlthaten zur Besserung und Heiligung der Menschen. Mel. Aus meines Herzens Gr. c.lihn erkennen und euren Bas 486.Freut Freut euch, ihrster nennen, der alles Gute Christen alle giebt! Gott schenkt uns seinen 3. Verleiß, daß wir dich Sohn. Lobt ihn mit fro lieben, o Gott von großer bem Schalle! er giebt von Huld! daß wir dich nie bes seinem Thron uns auch den trüben durch wissentliche beilgen Geist, der durch sein Schuld! leit uns auf ebner Wort uns lehret, des Glau, Bahn. Laß uns dein Wore bens licht vermehret und uns recht hören und thun nach auf Chriftum weist. deinen Lehren, so ist es wohl 2. Es läffet offenbaren gethan! Gott, unser höchster Hort, 4. Laß auch des Geistes uns, die voll Blindheit wa- Gaben, die du verheissen ren, fein himmlisch Licht hast, die matte Seele laben und Wort, o seht wie er im Druck der Leidenslast. uns liebt! lernt, Christen! Tröst uns in Todespein durch Vom heiligen Geiste 466 durch diesen Geist der Freude 5. Odu, der liebe Geift! und führ uns, nach dem Leide, erhöß unsre Seele: daß sie zur Himmelsfreude ein. schmeck und seß, wie der Herr uns liebte; daß, in den Mel. Nun bitten wir sc. 487.Des Baters und Brüdern, und in seinen ges des Sobnes beiligten Gliedern, wir ihn Geift, du, der uns den Weg auch lieben. zum Heile weist, gnaden- 6. Du höchster Trost in voller Tröster! laß, wenn aller Noth, bilf getreu uns wir sterben, uns das ewge seyn bis in den Tod! heilig Leben ererben, durch Jesum laß uns leben, uns nicht vers Christum. wenn uns unſere 2. Es leucht uns, licht Sünden verklagen vor der des Herrn, dein Schein, Welt Richter. zagen, wenn schon Tod und Ver 7. Geift Gottes! die dir wesung uns dråun; lehr widerstehn, laß sie, ach nicht uns Jesum, den Sohn Got ewig! untergehn! deinem tes, erkennen; im Glauber, Todesurtheil sie noch entrine unsern Herrn, ihn nennen le- nen; noch das ewge Leben bend und im Tod. gewinnen! sey ihnen gnådig! 3. So trifft des Irrthums Täuscheren, als ob fein Ver. Mel. Herr Gott, der du erforsch. c. föhner Gottes fey, niemals 488.ir, Vater! unfre Seele; so faan den danft mein Glauben an Jefum Christum Herz und singt; daß du den fein Spôtter rauben, noch Sohn gegeben, den Sohn, Macht der Hölle. der Heil den Sündern bringt 4. Wenn wir des Vaters und unvergånglichs Leben! Willen thun, können wir in ich danke dir, daß du den ficherm Frieden ruhn stil Geift, der deinen Sohn und unüberwindlich. Des durch Wunder preift, jut Vaters Willen lehruns dann Erde haft gesendet. Der durch deine Kraft erfüllen in Geist der Wahrheit fam edler Einfalt! berab, der deinen Knechren Stårs und dessen Wohlthaten. Auf Pfingsten. 467 Stårke gab, daß sie dein Muth im Kampf der Süns Werf vollendet. den. In bangen Stunden 2. Erfüllt von seiner Wun- schenfest du, so wie im Tode, derkraft, gebn sie, die Welt Seelenruh, und lehrft ihn zu lehren: der Geist, der überwinden. neue Herzen schafft, bilft ih 5. Des Vaters und des nen, sie bekehren: die Vol Sohnes Geist, du Quell ter bören bocherfreut die bes Lichts, der Liebe, den Gott Bothschaft unfrer Seligkeit; den Bethenden verheißt, ach, licht, Wahrheit, Tugend beilge meine Triebe! Schaff stegen; das Laster und die du in mir ein neues Herz, Blindheit flieht; wo mangieb wahre Buß und Sünden Finger Gottes sieht, muß denschmerz, bilf mir im beydes unterliegen. Glauben bethen. In ban3. Umsonst, daß wilder gen Stunden trößle mich und Eifer tobt, Verfolgung zu zeige voll Erbarmen dich erregen. Der Name Jefu mir einst in Lovesnöthen. wird gelobt; sein Wort ift Kraft und Segen. Junger schreckt nicht Die Mel. Herr Jefu Chrift, dich zu ic. ein 489.Du Fübrer, der mit treuer und Müß; der Geist der Stärke stärkte fie in Mar- Hand den Weg uns zu dem tern und im Tode. Sie Himmel weist! du, unsres blieben ihrem König treu, Erbes theures Pfand! gebekannten seinen Namen priesen senst du, beilger fren, und lobten ihn im Tode. Geist! 4. Noch ist bist du der 2. Auch dich preist deine Geift der Kraft, noch ist Christenheit, du Geist des der Menschen Lehrer, der Vaters und des Sohns! du Jefu neue Jünger schafft, bes bist, wie sie, von Ewigkeit, Sündenreichs Zerstörer. In mit ihnen Herrscher eines Sündern wirfst du Reu Throns. und leid, in Frommen Tus 3. Dem Vater und dem gend, Troft und Freud, und Sohn und dir sind wir zum 6g2 Eigens 468 Vom heiligen Geiste Eigenthum erkauft. Auf 9. Wir haben, Geist der dich, dreyeinger Gott! sind Grad und Stärt, an deinen wir zu deines Namens Preis Gaben gleichfalls Theil. getauft. Unsichtbar schaffest du dein 4. Der Gottheit Willen Wert in uns, zu unsrer thatst du kund. Durch dich Seelen Heil. weifsagte der Prophet. Du 10. So set auch unser legteft ihm in seinen Mund, Herz in Gluth, mach uns das Wort des Heils, das nie des lobes Gottes voll! stärk vergeht. auch in Drangsal unsern 5. Nichts schließt vor Muth, tröst uns in Ungst deinem Blick sich zu: den und leit uns wohl. Abgrund der Unendlichkeit, 11. Des Vaters Liebe, der Gottheit Rath erkenneft Chrifti Gnad, und die Ges du mit göttlicher Allwissen- meinschaft deiner Kraft, vers beit. leiß uns Tugend, Troft und 6. Du hast dem Erdkreiß Rath auf unsrer ganzen Pila offenbart, was feine Weis- gerschaft. heit je erkannt; als dich, nach seiner Himmelfarth, der mel. Werde munter mein 2c. Herr den Seinen zuge- 490.0 fandt. er du uns als Vater liebest, 7. Welch eine Pracht ver- treuer Gott! und deinen klärte dich! ein schnelles Geist denen, die dich bitten, Brausen füllt das Haus. giebest, ja uns, um ihn bitten, Da gießest du dich sichtbar- heißst: demuthsvoll fleh ich lich auf sie in Feuerflam- vor dir; Varer, send ihn auch zu mir, daß er meinen 8. Sie scheuen nun nicht Geist erneue, und ihn dir Schmach und Müh; denn zum Tempel weiße. du haft alle Furcht entfernt. 2. Ohne ihn fehlt meinem Die Thaten Gottes preisen Wissen Leben, Straft und sie in Sprachen, die sie nie Fruchtbarkeit; und mein Herz bleibt dir entrissen, und men aus. erlernt. dem und dessen Wohlthaten. Auf Pfingsten. 469 dem Dienst der Welt ges und rechtschaffen denk und weißt, wenn er nicht, durch handle. seine Kraft, die Gesinnung in 6. Geist des Friedens und mir schafft, daß ich dir mich der Liebe, bilde mich nach ganz ergebe, und zu deiner deinem Sinn: daß ich lieb Ehre lebe. und Sanftmuth übe, und 3. Auch dich fann ich mirs rechne zum Gewinn, nicht erkennen, Jesu! noch wenn ich je ein Friedensband mit achter Treu meinen Gott knüpfen kann, wenn meine und Herrn dich nennen, ste Hand, zur Erleicherung der het mir dein Geist nicht ben. Beschwerden, fann dem Drum so laß ihn kräftiglich Nächsten nüglich werden. in mich wirken, daß ich dich 7. Gieb mir wahres glaubensvoll als Mittler Selbsterkenntniß, daß ich ebre, und auf deine Stimme meine Fehler seb, und höre. durch demuthsvoll Bekennts 4. Ewge Quelle wahrer niß Gott um die Bergebung Güter, bochgelobter Gottes- fleb. Mache täglich Ernst geist! der du menschliche und Treu, sie zu bessern, in Gemüther befferst, und mit mir neu. Zu dem Heilis Trost erfreuft! nach dem gungsgeschäfte gieb mir ims Glück verlangt auch mich; mer neue Kräfte. ich ergebe mich an dich. 8. Wenn der Anblick meis Mache mich, zu Gottes nee Sünden mein Gewissen Preise, beilig und zum Him- niederschlägt; wenn sich in mel weife. mir Zweifel finden, die mein 5. Fülle mich mit heilgen Herz mit Kummer hegt; wenn Trieden, daß ich Gott, mein Aug in Nöthen weint, mein höchstes Gut, über und Gott nicht zu hören alles möge lieben; daß ich scheint; o dann laß es meiner mit getrostem Muth seiner Seelen nicht an Trost und Baterhuld mich freu, und Stärkung fehlen. mit wahrer Kindestreu stets 9. Was sich Gutes in mle vor seinen Augen wandle, findet, ist dein Gnadenwerk Gg 3 IONE in 470 Vom Heiligen Geiste in mir. Selbst den Trieb uns mit deinen Freuden! bast du entzündet, daß mich, daß wir zur Glaubens Eis Herr verlangt nach dir. Onigkeit, darch Wahrheit und fo feße durch dein Wort deine durch Heiligkeit, auch andre Gnadenwirkung fort, bis sie mögen leiten. Lehren, Hören durch ein selig Ende herrlich laß gelingen; Früchte brine sich an mir vollende, Mel. Wie schön leucht uns 2c. 491. beilger Geist, gen; Gott zu preifen, Guts dem Nächsten zu erweisen. 4. Steb uns fiets ben mit fehr ben uns deinem Rath und führ uns ein, und laß uns deine Woh selbst den rechten Pfad; weil nung fenn, erleucht unsGna- wir den Weg nicht wissen. densonne! du göttlich Licht. Gieb uns Beständigkeit, daß laßdeinenSchein bey uns und wir getreu dir bleiben für in uns fräftig fenn, zu steter und für, auch wenn wir leis Freud und Wonne! daß wir, den müssen. Eile, heile in dir, recht zu leben uns er was zerriffen; was beflissen geben, und mit Bethen oft dir zu trauen, und in dir sich deshalben vor dich treten. zu erbauen. 2. Gieb Kraft und Nach- 5. Laß, starker Geist, mit druck deinem Wort, laß die deiner Kraft, die Sieg im fes Feuer immerfort in un Blaubenskampfe schafft, auch fern Herzen brennen, daß uns gestärket werden; daß wir Gott Vater, feinen wir auch unter deinem Schuk Sohn, dich beyder Geist auf begegnen aller Feinde Truß einem Thron, für unsern so lang wir sind auf Erden. Gott bekennen. Bleibe, Laß dich reichlich auf uns treibe und behüte das Genieder. Chrifti Glieder laß müthe, daß wir glauben, empfinden Muth zum Streit, und im Glauben standhaft und überwinden. bleiben. 6. Du Quelle wahrer lieb, 3. Du Quell, aus dem gieß dich in unsre Herzen das Gute fließt, was sich in kräftiglich, und schenk uns fromme Seelen gießt, füll deine Liebe; daß wir stets môi und dessen Wohlthaten. Auf Pfingsten. 471 mogen willig seyn zum Wobi 3 Zeige uns die rechter thun, Lieben und Verzeißn, Stege, leite uns auf ebner und uns darinnen üben. Bahn; findst du uns zum Kein Neid, kein Streit dich Guten tråge;*! so treib betrübe! reine Liebe wollfi uns fråftig an. Wirke Neu du geben, Sanftmuth, Dean Sünden statt, wenn der muth auch daneben. Fuß gestrauchelt hat. Mel. Gott des Himmels und ic. 7. Hilf, daß in wahrer 4. Laß uns stets deinZeug. Heiligkeit wir führen unsre niß spüren, daß wir Gottes Lebenszeit, sey unsers Geistes Kinder sind. Und wenn sich, Stärke; daß uns forthin sey burch sein Regieren, Elend, wohl bewußt die Eitelkeit der Noth und Drangsal findt, Fleischesluft und aller Sün, dann lehr uns, daß alles gut denwerke. Rühre, führe was der beste Vater thut. unfre Sinnen und Beginnen 5. Reiz uns, daß wir zu von der Erde, daß es hier Gott treten fren mit aller schon himmlisch werde. Freudigkeit, seufze in uns, wenn wir bethen, und vers tritt uns jederzeit: so wird 492. omm zu uns, ounser Flehn erhört, und die Geift des Le Zuversicht vermehrt. bens, wahrer Gott von Ewig- 6. Macht der Hülfe Aufs feit! unser Fleßn fen nicht schub bange, daß das Herze vergebens, komm, fen mit uns seufzt und spricht; ach! mein jederzeit! laß dein Licht die Gott, mein Gott, wie lange? Seel erfreun; mach die Here so laß uns verjagen nicht. jen fromm und rein. Sprich uns Troflesworte 2. Gieb in unser Herz und zu, und gieb Muth, Geduld Sinnen wahre Weisheit, und Rirh. beilge Zucht, lente unfer 7. O du Geist der Kraft ganz Beginnen auf das, was und Stärke! der in Schwas dein Wille sucht! dein Er- chen mächtig ist; fördre in fenntniß werde groß, und aus deine Werke gegen Welt mach uns von Lastern los, undSatans List, caß der Geift g 4 nicht 472 Vom heiligen Geiste nicht unterlieg, sondern über: Sünd und Welt zu dämpfen: wind und sieg. laß uns Trubsal, Kreuz und 8. Mache uns so fest im Leiden, Angst und Noth, Glauben; daß kein Zweifel Schmerz und Tod, nicht von Schmach und Sport, uns Jesu scheiden. dies Kleinod mögerauben.Du 4. Hilf uns nach dem Bes bist unser Schuß und Gott! ftien sterben; schenk uns Kraft, wender man uns vieles ein; tugendhaft und gerecht zu laß dein Wort gewisser seyn. leben. Gieb, daß wir nie 9. Wenn es mit uns fille stehen, treib uns an, kömmt zum sterben, fo ver froh bie Bahn deines Worts fichre uns jemehr, daß wir zu gehen. hingesn, um zu erben jene 5. Sen in Schwachheit Herrlichkeit und Ehr, die unsre Stüße; steh uns bey, uns dort durch Jefum Christ mach uns treu in der Prüs längst schon zubereitet ist. fungsbizze. Führ, wann Mel. Warum sollt ich mich sc. Gott uns, nach dem Leide, des Himmels Freude. 493.Höchster Tröster! sterben heißt, unsern Geist in tomm hernie der! Geist des Herrn! sey nicht fern, stärke JesuGlieder; er, der nie sein Wort gebro chen, Jesus, hat deinen Rath seinem Volk versprochen. 6. Wecke aus dem Süns denschlafe, rette doch, beute noch, die verlornen Schafe! Reiß die Welt aus dem Vers derden! las sie nicht, im 2. Geift der Weisheit! Gericht der Verstockung, gieb uns allen durch dein sterben. Licht Unterricht, wie wir mel. Freu dich sehr, o meine ic. Gott gefallen. kehr uns, recht vor Gott zu treten; fey 494. Geist vom Bater und vom Sohe uns nab, und sprich: ja! ne! der du unser Tröster wann wir gläubig bethen. bist, und von unsers Gottes 3. Hilf den Kampf der Throne bülfreich auf uns Tugend kämpfen; gieb uns Schwache fiebst. Stepe du Much, Fleisch und Blut, mir mächtig ben, daß ich Gott und dessen Wohlthaten. Auf Pfingsten. 473 Gott ergeben fey: o so wird mir Hülfenöthig ist, zu dem mein Herz, auf Erden schon, Gnadenflußl zu treten. Gieb, ein Tempel Gottes werden. daß ich auf Jesum Chrift, 2. Laß auf jedem meiner als auf meinen Mittler Wege deine Weisheit mit schau, und auf ihn die Hof mir senn; wenn ich bange nung bau, Gnad um Gnad, Zweifel bege, laß die Wahr auf mein Verlangen, von heit mich erfreun. Lenke dem Vater zu empfangen. kräftig meinenSinn auf mein 6. Stebe mir in allem wahres Wohlsenn hin. Lehrst Leiden stets mit deinem Trofte du mich, was recht ist, wäh, ben; daß ich auch alsdann len, werd ich nie mein Heil mit Freuden Gottes Führ verfehlen. rung folgsam sey. Gieb mir 3. Heilige des Herzens ein gelassen Herz. Laß mich Triebe, daß ich, über alles, selbst im Todesschmerz, bis treu meinen Gott und Bater, zum froßen Ueberwinden, deis liebe; daß mir nichts so nen reichen Troft empfinden. wichtig sen, als in feiner Mel. Nun fich der Eag ic. Huld zu stehn; seinen Namen zu erhöbn, feinen Wil. 495. Nicht um ein flüche tig Gut der len zu vollbringen, müsse mir Zeit; ich fleh um deinen Geist, durch dich gelingen! Gott! den zu meiner Seligs 4. Stärke mich, wenn feit dein theures Wort vers je zur Sünde mein Gemüth heißt. gereißet wird, daß sie mich nicht überwinde. irgend mich verirrt, 2. Die Weisheit, die vom Hab ich Himmel stammt, oVater! o so lehr er mich: die Weisheit, firafe selbst mein Herz, daß die das Herz entflammt zue ich unter Reu und Schmerz, liebe gegen dich. mich vor Gott darüber beuge, 3. Dich lieben, Gott! ist und den Sinn zur Beßrung Seligkeit: gern thun, was neige. dir gefällt, wirkt größere Zus 5. Treiß mich an, mit friedenheit als alles Glück Fleßn und Bethen, wann der Welt. 1g5 4. Als. 474 Vom heiligen Geiste 4. Alsdann hab ich Ver- nennen. Dies Glück hat traun zu dir, dann schenker Christus uns gebracht. Zers selbst dein Geist das freudige streue denn des Irrthums Bewußtseyn mir, daß du Nacht, ber deinen Christen mir gnädig seyst. will den Glauben auf Gots 5. Er leite mich zur Wabe tes Gnad in Chrifto rauben. beit bin, zur Tugend fiårt er Hallelujah, Hallelujab! mich; beweise, wenn ich 3. Du großer Helfer, traurig bin, auch mir, als süsser Trost! hilf daß wir Tröster, sich. freudig und getrost in unsers 496. 6. Er schaff in mir ein Gottes Dienste bleiben, laß reines Herz, versiegle deine Trübfal uns nicht von ihm Huld, und wafne mich in treiben. Dies Leben daurt jedem Schmerz mit Muth nur kurze Zeit; mach uns und mit Geduld. zum selgen Tod bereit! ja Mel. Komm beil. Geißt, Herre ic. bilf uns einst mit Muthe tinomm beilger gen und durch den Tod ins Geist, von Gott leben bringen. Hallelujah, gefandt, mach deine Kraft Hallelujah! auch uns bekannt. Führ In bekannter Melodie. aller Christen Herz und un bitten wir Sinn zur Wahrbeit und den beilgen zur Tugend hin. Versamm- Geift, der uns den Weg let hast du, hier und dort; zum Heile weift, das er uns zum Glauben an den gött, behüte an unserm Ende, lich Wort, die Velfer von wenn wir hingehn aus dies verschiednen Zungen. Das sem Elende. Kyrie eleison! für sen dir, Herr. lobegesun 2. Du werthes licht, uns gen. Hallelujah, Hallelujah! leucht dein Schein! lehr 497. 2. Du heilges Licht, ouns, auf Jesum sehn allein, starker Hort! durch dich daß wir an ihm bleiben, dem leucht uns des Lebens Wort. treuen Heiland, der uns ges Den Ewigen lehr uns erken bracht zum rechten Vaters nen, von Herzen, Bater, ihn land. Kyrie eleison! 3. Du und dessen Wohlthaten. Auf Pfingsten. 475 3. Du süsse Lieb, laß Got- 4. Du höchfter Troft in tes Gunst uns reißen, daß alle: Noth, hilf uns, nicht wir auch, mit Brunst, uns scheuen Schmach noch Tod; mögen herzlich gegenseitig vaß in uns die Sinne nicht lieben, mit Fried und Ein verzagen, wenn wir ringen tracht uns im Wohlthun in den letzten Tagen. Kyrie üben. Kyrie eleison! eleifon! XI. Von den Mitteln zur Theilnehmung an den Wohlthaten Jesu Christi und des heil. Geistes. 1. Von dem Worte Gottes in der Bibel. Met. Es ist das Heil uns ic. Bater! von des Himmels 498.Mir Menschen Thron, selbst kommen uns find zu dem, zu lehren. Gott! was geistlich ist, 3. Für solches Heil sey, untüchtig. Dein Wesen, Herr, gepreift, laß uns das Wille und Gebot ist viel bey verbleiben: und gieb uns zu hoch und wichtig; wir deinen heilgen Geist, daß wissens und verstehens nicht, wir dem Worte glauben; wenn uns dein göttlich Wort daß wirs annehmen jederzeit und licht den Weg zu dir mit Ehrfurcht, Sanftmuth, nicht zeiget. Luft und Freud, als Gottes, nicht der Menschen. 2. Drum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine 4. Hilf, daß der Frevler Knechte, daß durch dieselbe frecher Spott uns nicht vom würd bekannt dein heilger Wort abwende; denn du Will und Rechte; zum lek- bist ein gerechter Gott, und ten ist dein eigner Sohn, ofstrafft gewiß am Ende. Gieb Du 476 Gnaden- Mittel. du selbst deiner Lehre Kraft wir halten fest an dir im und laß der Wirkung, die Glücke, Kampf und Leiden. sie schafft, uns niemals wie: Rott aus, was dir, o Herr, derstreben. misfällt; hilf uns die Sors 5. Deffn uns die Obrengen dieser Welt und böse und das Herz, daß wir das Lüste dämpfen. Wort recht faffen; in lieb 9. Dein Wort, o Herr! und leid, in Freud und laß allzeit seyn die Leuchte Schmerz, es aus der Acht unsern Füßen: erhalt uns nicht lassen: daß wir nicht deine Lehre rein; bilf, daß Hdrer nur allein des Wor wir draus genießen Kraft, tes, sondern Zbåter seyn, Rath und Trost in aller Frucht hundert fältig bringen. Noth; daß wir im Leben 6. Um Weg der Gaame und im Tod beständig dars wird so fort vom Teufel hin auf trauen. genommen; in Fels und 10. Gott Vater laß zu Steinen kann das Wort die deiner Ehr dein Wort sich Wurzel nicht bekommen: weit ausbreiten: hilf, Jesu, der Saame, der in Dornen daß uns deine Lehe erleuchs fällt, der wird von Sorgensten mög und leiten: o heils dieser Welt und ihrer Lust ger Geist! dein göttlich erflickct. Wort laß in uns wirken 7. Ach! bilf, Herr, daß fort und fort, in Glauben, wir werden gleich dem guten Lieb und Hofnung! fruchtbarn Lande, und seyn an guten Werken reich, in un, Mel. O Herre Gott, dein göttlich e. ferm Amt und Stande; viel 499. treuer Gott, Früchte bringen in Geduld: dein beilges bewahren deine kehr und Wort,( das du uns haft ges Huld in einem frommen geben zu unsrer Vorschrift Herzen. fort und fort im Lehren und 8. Laß uns so lang wir im Leben) ist worden fund leben hier, den Weg der aus deinem Mund, und ist Sünden meiden: gieb, daß bernach beschrieben untrügs lich Das Wort Gottes in der h. Schrift. 477 lich recht, durch deine Knecht Wort in uns wirkt und von deinem Geist getrieben. schafft! zurück laß uns drum 2. Dies Wort, das jekt in sehen Macht, Ansehn, Geld, Schriften steht, wird unbe- und was die Welt sonst herrs weglich stehen; wann Him- lich pflegt zu achten, und jes mel gleich und Erd vergeht, derzeit, in Lieb und Leid, nach soll dies doch nicht vergeben; diesem Kleinod trachten. nicht Macht, noch List, wie 6. Erhalt uns dann, Herr, groß sie ist, wird es jemals dies dein Wort, laß uns sein vernichten, und denen foll Kraft empfinden; den Feins fenn ewig wohl, die sich dar den steur an allem Ort, und nach stets richten. laß es fren verkünden: so 3. Es ist vollkommen hell wollen wir dir für und für und flar ein Richtschnur reis von ganzem Herzen danten. ner lehre, es zeiget uns ganz Herr, unser Hort, laß uns offenbar Gott, seinen Dienst dein Wort fest halten und und Ehre, und wie man soll nicht wanken. bie leben wohl, Lieb, Hoffnung Glauben üben. Drum fort Mel. D Gott, du frommer Gott is. und fort wir dieses Wort 500.Du willst, Gott, von Herzen sollen lieben. daß mein Herz 4. Es zeiget uns in Traus zur Helligkeit genese. Drum rigkeit des wahren Trostes gieb, daß ich dein Wort oft Stelle; und führt den, dem und mit Undacht lese: das die Sünd ist leid, zu der Be- Wort, das deinen Rath von gnadgungs- Quelle: giebt unserm Heil enthält. Dank Rath an Hand, und macht sey dir für dies Wor, den befannt, wie man soll willig größten Schaß der Welt! sterben: und wie zugleich 2. Erfülle mein Gemüth das Himmelreich durch Chri- mit Ehrfurcht und Vers stum zu ererben. trauen, mit Euft und from: 5. Sieh solchen Nuß, somen Ernst, dadurch mich zu große Kraft, die jeder hoch erbauen. Du bists, der muß schäßen, des Herrn in der Schrift zu meiner Geele 478 Gnaden Mittel. Seele spricht. O segne doch re, der mich vor andern an mir, Herr, deinen Unter- rührt. O stärke mich durch richt. ihn mit Ernst und Muns 3. Mein Gott, vor wel- terfeit, das Gute zu vollziehn. chem ich jetzt meine Hände 7. lim tugendhaft zu seyn, falte, gieb, daß ich allezeit dazu sind wir auf Erden. dein Wort für Wahrheit Wer deinem Wort gehorcht, balte; und laß mich deinen der wird bald inne werden: Rath empfindungsvoll ver- die lebre sen von dir, die uns stehn, die Wunder am Ge- die Bibel giebt. Man lernt seg, am Wort vom Kreuze ihr Wort verstehn, wenn sehn! man es thut und übt. 2 4. Du, aller Wahrheit 8. Spricht sie geheimniß Gott, fannst mich nicht voll: so laß mich dies nicht irren lassen. Untrüglich ist schrecken. Kein endlicher dein Wort; o laß mich Verstand kann dich, Gott, daraus fassen, so viel mein ganz entdecken. Du bleibst Heil verlangt. Du bists, unendlich hoch. Was mir der Weisheit giebt, wenn dein Wort erklärt, nicht was man sie redlich sucht, gewis- mein Wiß verlangt, ist meis fenhaft sie übt. nes Glaubens werth. 5. So will ich denn, be- 9. Sich seines schwachen frent von Sorgen und Ge- lichts bey Gottes Licht nicht schäften, erforschen, Herr, schämen, ist Rußm. Und dein Wort, aus allen meinen die Vernunft alsdann ges Kräften, der befte Theil des fangen nehmen, wenn Gott Tags, des morgens Heiter- fich offenbart, ist der Ges feit und dann der Tag des schöpfe Pflicht, und weise Herrn sey deiner Schrift ge- Demuth ists, zu glauben, weiht! was Gott spricht. 6. Gieb daben, daß dein 10. Erinnre mich bieran, Wort, o Gott, mein Herze wenn mich die Zweifel fråns rüßre, und daß ich mir den fen, und lehre mich daben zu Spruch oft zu Gemütße füh- meinem Heil bedenken: dort fen 479 Das Wort Gottes in der h. Schrift. sen die Zeit des Schauns, Gott, mich von dem Glau, und hier des Glaubens Zeit. ben schrecken. Dort wachse, wie mein 3. Wo bått ich licht, wos Glück, meinticht in Ewigkeit. fern mich nicht dein Wort 11. Find ich in deinem die Wahrheit lehrte? Gott, Wort noch manche Dunkel- ohne sie, verständ ich nie, wie beiten, so laß mich einen ich vich würdig ehrte. Freund, der mehr, als ich, 4. Dein Wort erklärt der sieht, leiten. Ein forschen- Seele Werth, Unsterblichkeit der Verstand, der sich der und Leben. Zur Ewigkeit Schrift geweißt, ein Herz ist diese Zeit vou- dir mir durch Kreuz geübt, hebt man- übergeben. che Dunkelheit. 1. Dein ewger Rath, die 12. Stets sey dein Wort Missethat der Sünder zu mir werth! es ist mein Glück verfühnen, den fennt ich auf Erden, und wird, so nicht, war mir das Licht wahr du bist, mein Glück im nicht, durch dein Wort, ers Himmel werden. Nie irreschienen. mein Gemüth der Bibel- 6. Nun darf mein Herz, feinde Spott! die Lehre, die in Reu und Schmerz der sie schmähn, bleibt doch Sünden nicht verzagen: dein Wort, o Gott! Mein! du verzeibst, lehrst meinen Geist recht findlich: Bater! sagen. Mel. Ach Gott und Herr ic. 501. Gott ist mein 7. Mich zu erneun, mich Hort! und auf dir zu weißn, ist meines sein Wort soll meine Seele Heils Geschäfte. Durch trauen. Ich wandle bier, meine Müß vermag ichs mein Gott vor dir im Glau- nie; dein Wort giebt mir ben, nicht im Schauen. die Kräfte. 2. Dein Wort ist wahr: 8. Herr, unser Hort, laß laß immerdar mich feine uns dies Wort! denn du Kräfte schmecken. Laß fii- basts uns gegeben. Es sen nen Spott, o Herr, mein mein Theil, es sey mir Heil Gnaden Mittel. 4. Aus Furcht des Todes wären wir im ganzen Leben Knechte, wenn uns dein Mel. Ich ruf zu dir Herr ic. Wort nicht, Gott, von dir 502.Wohl, wohl dem Troft aus der Höhe brachte. Volke, dem Der Sünder kann durch Jes 480 Heil und Kraft zum ewgen] Leben. du dich, Jehova, offenbareft, fum Chrift für alle seine das du regierst, und våterlich Sünden Gnade finden: der auf ebner Bahn bewahrest! Lüfte Macht und ist durch wohluns, denn dies bein Bolf Glauben überwinden. sind wir! du lehrst uns dei- 5. Unschäßbar werth sey nen Willen recht erfüllen, uns das Wort, das du, und unsern Durst nach dir Gott, uns gegeben! es leit selbst aus der Quelle stillen. uns hier, es bring uns dort 2. Der Spotter sagt: duzu jenem felgen Leben! Lehr werdest nicht uns beine auch die Spötter, die es noch Rechte lehren; denn die Ber- mit stolzem Muth verachten, nunft sen unser Licht dich wür- darnach schmachten, und uns dig zu verehren. Doch, wem ter Jesu Joch nach seinem dies schwache licht nur scheint, Reiche trachten. der kann nicht völlig seben, ficher gehen, und sinket, wenn Mel. Es ist das Heil uns ic. er meint auf festem Grund 503. Herr, dein Gefel, zu stehen. du der 3. Zwar die Bernunft er- Welt zur Richtschnur haft ges Fennet dich in deinen großen geben, das du zur Regel vors Werken, weiß dein Geboth; gestellt, wonach wir sollen le doch weiß sie sich zum Guten ben, das deinen Willen of nicht zu stärken. Wir sündi- fenbart, ist ganz von einer gen, und sie kann nie uns andern Art als menschliche wieder dir versöhnen. Unsre Gesetze. Thränen siehst du; doch kön2. Mit äusserlicher Ebre nen sie nicht gnugthun, nicht barkeit läßt es sich nicht bes versöhnen. gnügen, obgleich die Hand nicht Das Wort Gottes in der h. Schrift. 481 nicht schlägt noch draut, die Willen. Kannst du o Mensch, Lippen nicht betrügen, das auf solche Art, nun sein Ges Auge nichts Verbotnes seßz erfüllen? wie sehr der fiebt, und unbefleckt sonst Sünden Sclaveren dein jedes Glied in seiner Ord: Wille unterworfen sen, das nung bleibet. wirst du leicht erkennen. 3. Ob man nicht flucht, 7. Und du wolltst nicht, betrüget nicht, ob man fein zu deinem Heil, dem Mitts Sabbats Schånder, kein ler dich ergeben? fomm, Frevler, der die Ehe bricht, nim an dessen Gnade Theil, kein Mörder, fein Ber durch den die Sünder leben; schwender, kein Freund von nim dankbar froß und fündlichem Geschwäh; so gläubig an, was er zu, deis Ist dein heiliges Geseß doch nem Heil gethan, und preife damit nicht zufrieden. feine Liebe! 4. Es fordert, daß das 8. Laß aber auch in deinem Herz, dich, Gott, wie dus Geist dir sein Gesetze schreis verdienest, liebe, und sich, zu ben, thu alles willig, was halten dein Gebot, aus er beißt, laß feinen Geist allen Kräften übe. Es will, dich treiben. Denn wer daß, wie du heilig heißft, nun nicht die Sünde flieht, auch unser Herz und ganzer nicht ihm zu leben sich bes Geift sen peilig und un müßt, der bleibet im Ges sträflich. richte. met. Es ist das Heil uns kommen zc. err, deine Rechs 504.Herr, te und Gebot, 1. Der Geist von Erdens liebe rein, soll sich zu Gott erheben, soll immerhin be flissen seyn, treu jeder Pflicht darnach wir sollen leben, zu zu leben. Begierig auf des halten, wollest du, o Gott! Nächsten Wohl, nach Weis- mir Kraft und Gnade geben, beit und der Eugend soll der daß ich zum Guten willig Mensch voll Eifer fireben. fen, mit Sorgfalt ohne Heus 6. So hat uns Gott geof chelen, was du befiehlst, fenbart sein Recht und seinen vollbringe. $ h 2. Gieb, 482 Gnaden Mittel. 2. Gieb, daß ich dir allein 6. Hilf, daß ich niemals vertrau, dich über alles lie eigne Rach aus Zorn und be; nicht gierig auf das Feindschaft übe; und die Irische schau, nicht muthlos mir zugefügte Schmach ver: drum betrübe: daß mir zeiß und Feinde liebe; fein nicht andrer Menschen Gunst, Glück gern gönne jeder: Macht, Ansehn, Reichthum, mann; seh, ob ich jemand Wiß und Kunst, zu einem dienen kann, und es dann thu Abgott werde. mit Freuden. = 3. Hilf, daß ich deinen 7. Unzucht, das Werk der Gnadenbund recht schäße Finsterniß laß mich sorgfäl und erkenne; von Herzen, tig meiden, du siehst und stras nicht blos mit dem Mund fest sie gewiß mit schwer ges dich und dein Wort bekenne: häuften Leiden! schaff in mir, daß ich bedenke jederzeit, wie Gott, ein reines Herz, daß febr mich meiner Taufe Eid ich schandbare Wort und zum Dienste dir verbindet. Scherz und alles Schwelgen 4. Am Tage deiner beil- fließe. gen Ruh laß mich früh vor 8. Verleiß, daß ich mich dich treten, die Zeit auch redlich nähr, mich böser heilig bringen zu mit Dan Ränke schäme; mein Herz Fen und mit Bethen; daß niemals zum Geize kehr mit ich hab meine Lust an dir, Unrecht nichts hinnehme; dein Wort gern höre, und und von der Arbeit meiner es mir auch, recht zu Nuße Hånd, was übrig ist, mache. auf Arme wend, und nicht auf Pracht und Hoffarth. 5. Die Eltern, Lehrer, Obrigkeit, die vorgeseht mir 9. Hilf, daß ich meines werden, laß mich verehren nächsten Glimpf zu rettent jederzeit, daß mirs wohl geh mich befleisse, von ihm auf Erden! daß ich für ihre abwende Schmach Sorg und Treu recht folg- Schimpf; doch Böses nicht sam und recht dankbar sey gut heisse! gieb, das ich lieb und sie niemals betrübe. Aufrichtigkeit hab einen Ab. und scheu 483 Das Wort Gottes in der h. Schrift. schen jederzeit an Lästern du bist unser Ruhm. Gotund an Lügen. tes Kraft, die, Glauben 10. Laß mich des Näch schafft. Gute Bothschaft, ften Haus und Gut nicht uns zum Leben von Gott wünschen noch begehren; selbst gegeben. was aber mir vonnöthen 2. Was dein Wohlgefals thut, das wollst du mir gelen, Gott, schon längst uns währen; doch, daß es nie allen hatte zugedacht; was mand schädlich sen, ich auch sonst dunkle Schatten vors ein ruhig Herz daben, und gebildet hatten, ist nunmehr deine Gnad behalte. vollbracht. Daß dein Eid II. Mein Gott! dein dich nicht gereut, zeigst du mir gegebnes Recht und deis nun; in Jesu Namen wird nen beilgen Willen, wie mir er ja und Amen. gebühret deinem Knecht, un sträflich zu erfüllen, vermag 3. Alles ist vollendet, Gott hat den gesendet, der ich von mir selber nicht; ich verheissen war. Jesus, der fühle, daß es mir gebricht dazu an eignen Kräften. sein Leben wollte für uns ges ben, stellt sich wirklich dar; 12. Drum gieb du mir ja er hat des Höchsten Rath von deinem Thron, Gott ganz vollbracht, und lebt in Vater, Gnad und Stärke! Ehre: ach erwünschte Lehre! verleih, o Jefu, Gottes 4. Da uns Strafen drohs Sohn, daß ich thu rechte ten, thaten Friedensbothen Werke! o heilger Geist, Heil von Gott uns kund. hilf, daß ich dich, von gans Gott will uns vergeben; will, zem Herzen, und, wie mich, wir sollen leben. Welch den Nächsten thätig liebe. ein theurer Bund! Gottes Huld tilgt unsre Schuld, 505.Wort aus Gottes und wer ihn im Glauben Mel. Jefu meine Freude zc. Munde, Wort ehret, dem wird Heil ges vom Friedensbunde, Evan gelium! dich ließ Gott er: währet. 5. Hierauf will ich bauen, fchallen uns, die wir gefallen, Christo mich vertrauen, und H2 in 484 Gnaden Mittel. and in ihm mich freun. Ihm lohn, die zum Ruhm ers nur will ich leben, ihm mich fahren. DA NE ganz ergeben, ewig treu ihm 4. Seele, wolltest du nicht seyn. So werd ich auch Gott zuversichtlich glauben? einst durch dich, mein Erld follte Leichtsinn, sollte Spott, ser, selig sterben, und den deinen Trost dir rauben? Himmel erben. die den Himmel aufgebaut, T Mel. Christus, der uns felig sc. kann die Wahrheit lügen? 506.Gott, der du die kann sie den, der ihr vers Wahrheit bist; traut, heuchlerisch betrügen? Gott, zu dem ich singe; 5. Stille die Vernunft, Gott, den kein Verstand die sich wider Gott empôs ermißt! Ursprung aller ret, wider seinen Geift, Dinge! alle Wahrheit komt der dich sein Geheimniß von dir zu den Menschen lehret! lach des Spotters, Findern, sie erleuchtet uns, der sich bläht mehr als Gott wenn wir selbst ihr Licht zu wissen: er wird einft, nicht hindern. vielleicht zu spåt, Gott noch 2. Vorurtheil und Fin- glauben müssen. sterniß füllen unsre Seelen; 6. Erd und Himmel wird unser Blick ist ungewiß, vergebn; Gott, dein Wort unfre Schlüsse fehlen; aber wird bleiben. Lasterhafte, dein Verstand weicht nicht die es schmähn, werdens von der lautern Wahrheit; nicht vertreiben. Könige was du denkest, das ist Licht, sind Staub vor dir, sie, mit Richtigkeit und Klarheit. ihren Heeren. Du im Him 3. Gott, was uns dein mel lacheft ihr, wenn sie sich Wort verspricht, wird und empören. muß geschehen; deine Dro 7. Du bist Wahrheit! hung kann auch nicht leer ewig soll mich von dir nichts vorüber geben. Haben trennen, mich die Welt, von Tausende nicht schon, wel Arglist voll, nicht erschüttern waren, fönnen. Müßte ich auch deinen um dein Wort Schmach und che vor uns deine Strafen, 3 Das Wort Gottes in der h. Schrift. 485 und Trübfal leiden; du be mehr der Sehnsucht werth, lohneft mir es dort, Gott, als Gold; ihr Werth ift mit Ehr und Freuden. föstlicher und größer, als alles noch so feine Gold; Mel. Wer nur den lieben Gott c. süß sind sie, wie der Honig 507.Das as Wort, das ist, wie Most, der aus den uns der Herr Trauben fließt. gegeben, ist beilig und untadelhaft. 5. Wie adeln sie nicht Es flårkt die deine Knechte! der hat viel Seelen, daß sie leben, und Segen, der sie hält. Ich giebt den Franken Herzen Kraft, es macht auf unser will fie halten deine Rechte; doch wenn dein Knecht aus Heil uns klug, uns fren von Schwachbeit fehlt, so schon allem Wahn und Trug. ihn, und entzeuch ihm 2. Aus Gottes heiligen nicht, Herr, deine Hülfe und Gefeßen quillt Freude für dein Licht. die Traurigkeit; sie heiligen, 6. Bewahre mich vor fol und sie ergeßen den, der sie chen Sünden, die Sicherheit fennt, und nicht entweyht; und Stolz erzeugt, und laß sie geben dem Verstandelsie den nicht überwinden, licht, dem Herzen frohe Zu- der willig in dein Joch sich versicht. beugt, daß ich unschuldig, 3. Die Furcht vor Gott rein und frey von vorsezlis erhebt und schmücker einscher Sünde sey. folgsam Herz und macht es 7. Vernim voll Huld rein; und ewig bleiben die aus meinem Munde die Res beglücket, die sich dem Dien- den, die sich deiner freun, fie Gottes weyhn: denn al- und laß zur angenehmen les, was der Herr gebeut, Stunde dir mein Gebeth ges ist Wahrheit und Gerech seufzet seyn; mein Licht, tigkeit. mein Führer sey dein Wort, 4. Die Zeugnisse des bis ich dich, Gott, einst Herrn sind besser, und schaue dort. 563 2. Von Gnaden Mittel. 2. Von der heiligen Taufe. Met. Christ, unser Herr, zum 2. ausschütte, Gott, vor dir, 508. Gott! du nur, nach deinem Willen bethe, du fonnteft so werde ich erhöret. Rath für unsre Seele fin 4. Ich übernahm dabey den. Du hast gestift der die Pflicht: ich woll ein gut Taufe Bad, zu reingen uns Gewissen ben meines Glaus von Sünden. Dein gnade bens Zuversicht zu halten voller Rath erweist hier feyn beflissen; dich, Vater, durch ein sichtbar Zeichen, Sohn und Geist, allzeit für o Bater, Sohn und heifger meinen Gott erkennen, mit Geist, es sen nichts zu ver- tiefer Ehrerbietigkeit dich gleichen mit deiner Gnad meinen Herren nennen, und und Liebe. dir alleine dienen. 486 MO 2. Du hast mich in dem 5. Dem Satan hab ich Gnadenbund zum Kinde abgesagt, und allen ſeinen aufgenommen. Du machst Werken; und wenn er nun voll Huld den Weg mir sich an mich wagt, kann dies fund, wie ich kann zu dir ser Bund mich stärken. Zum fommen. Du battest Ur Tempel richtest du mich zu. sach, uns vielmehr zu stra: Dir bin ich neu geboren; fen und zu haffen; und doch daß ich nur gute Werke thu, hast du dich, Gott, so sehr dazu bin ich erforen, erschafs zu uns berabgelassen, den fen und erlöset. Bund mit uns gestiftet. 6. Der alte Mensch muß 3. Dadurch bin ich nun sterben ab, der neue aber als dein Kind versichert dei leben: den bösen Lüsten, die ner Gnaden; was sie noch ich hab, muß ich stets widers Schwaches an mir findt, streben. Ich muß dem Gw das lässt du mir nicht schasten hangen an, verrichten den. Den Geist der Gna- deinen Willen, mit Fleiß den giebst du mir; und wenn und Sorgfalt denken drang ich vor dich trete, mein Herz daß ich ihn mög erfüllen durch 487 Die heilige Taufe. durch deine Kraft und Stärke. 3. Sen du nun auch, o beilger Geist, ihr Leiter und 7. Gott Vater, Sohn ibr Führer, ihr Lehrer, der und Geist, verleih, daß ich sie unterweißt, ihr Schuz fest an dich glaube, mich und ihr Regierer. Laß fie meines Taufbunds tröst und mit uns, dreyeinger Gott, freu, darinn beståndig die wir getauft auf Chrifti bleibe, daß ich das Böse Tod, dort ewig bey dir leben! fließ und haß, des Fleisches Liste dämpfe, im Guten nie mals werde laß, bier bis Erneuerung des Taufbundes. ans Ende kämpfe, und dort met. Wer nur den lieben Gott se. dein Reich ererbe! bin getauft 510. auf deinen Bey einer Taufhandlung. Namen, Gott Vater, Sohn Mel. Allein Gott in der Hdh sey ic. und beilger Geist! ich bin 509.Der du ber rechte gezählt zu deinem Samen, Vater bist im zum Volk, das dir geheiligs Himmel und auf Erden! heißt. O welch ein Glück nim, die, fo hier durch Jesum ward dadurch mein! laß, Chrift dir vorgestellet wer: Herr, mich dessen würdig seyn! den, nim sie zu deinen Kindern auf, und mach sie durch die heilge Kauf zu Erben deiner Gnade. 2. Du hast mich für dein Kind erkiåret, mein Vater! und ein felig Theil hast du, Sohn Gottes! mir gewäh 2. Wir bringen zu dir, ret an dem von dir erworbe Jefu, die, so du dir selbst er nen Heil. Du willst, mein taufet. Dir, unserm Mitt- Leben Gott zu weihn, Geist ler, werden sie geheiligt und Gottes, felbst mein Bey getaufet. Laß sie nun mit stand seyn. uns haben Theil an dem 3. Die Liebe ist nicht zu durch dich erworbnen Heil, ermessen, die du, mein Gott, an deines Todes Früch- mir zugewandt. Dlaß mich nie die Pflicht vergessen, Dazu ten! 564 488 Gnaden Mittel. dazu ich selbst mich dir ver- ich vormals auf dein Wort band, als du in deinen Bund getaufet, o erwecke mich mich nahmst, und mir mit zum Fleisfe, recht zu seyn Heil entgegen famst. das, was ich beisse. 4. Du bist getreu, auf 2. Laß mich oft mit Achts deiner Seite bleibt dieser samkeit meiner Taufe Bund Bund stets feste stehn. Ja betrachten; und nur das zu felbst, wenn ich ihn über jeder Zeit für mein größtes schreite, låst du dein Vater Wohlfeyn achten, daß ich, herz mich sehn! du klopfft Jefu deinen Willen treulichy an mein Gewissen an, und suche zu erfüllen. lockst mich auf die rechte Bahn. 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch 5. Ich gebe, o mein Gott, zurücke; nur ein wahres aufs neue mich ganz zu dei Christenthum folgt uns nach nem Opfer hin: erwecke zum ewgen Glücke: davon mich zu neuer Treue, und ist auch nach dem Sterben bilde mich nach deinen Sinn. ewig Segen zu ererben. Weich, eitle Welt! o Sün de, weich! Gott hört es; jezt entfag ich euch. 4. Laß mich nur, wie dirs gefällt, deinem Dienft mich ganz ergeben, und, entfernt 6. Bevestige dis mein vom Sinn der Welt, als dein Versprechen, mein Vater! treuer Jünger leben; daß ich und bewahre mich, daß ich einst auch, wenn ich sterbe, es niemals moge brechen. Das verheißne Leben erbe. Mein ganzes Leben preise met. Allein Gott in der Höh sey ic. dich! Gott meines Heils! 512.Berwif, verwi ewig mein, und laß mich Gott, mich dein auch ewig seyn! nicht; eil nicht, um mein Mel. Liebster Jefu wir sind hier sc. Verbrechen, eit nicht, um die SII. Mein Erlöser verlezte Pflicht, wie ich vers der du mich dient, zu rächen! verwerflich dir zum Eigenthum erkau bin ich, Gott, vor dir. Uch fet. Als dein Jünger bin auch geh nicht ins Gericht mit mir, ein ? Die heilige Taufe. 489 mir, sey mir dem Sünder mich nicht Ungst noch Roth, gnådig. nicht Stück noch Wollust, 2. Ich denke, Gott, mit leben, Tod, noch sonsten tiefem Schmerz an die ver etwas scheiden. lezte Treue, es sehnt, es 6. Gieb mir, mein Vater, fehnet fich mein Herz nach deinen Geist, der deine Gnade; Gott, erfreue, er Frommen leitet, fie stårket, freue es mit deiner Huld, tröstet, unterweist, zur Sed du Gott der Langmuth und ligkeit bereitet; damit ich Geduld, um Jesu Christi einst vor dir besteh, zu jenes willen! Lebens Freuden geb, die Jes 3. Nim mich aufs neue sus uns bereitet. in den Bund, vergieb mir Bey der Confirmation meine Sünden! aufs neue junger Chriften. laß mich, Gott, jekund bey mel. Mitten wir in Leben sind sc. finden! 513.Starfe, Mittler, deis dir Erbarmung sprich von Schulden frey, fteh mir ne theur Erlösten; laß fie mit deiner Gnade ben, daß ihr Vertraun auf dich une ich mich ernstlich beßre. aussprechlich trösten; wach 4. Ich will von heute über ihre Seelen! sie stehen meinen Bund nun täglich und geloben dir: Herr, wiederhohlen, und thun, was dein Eigenthum sind wir. deiner Zeugen Mund zu Heiliger, Schöpfer, Gott! üben mir befohlen. Ich Heiliger, Mittler, Gott! sage nun den Sünden ab, Heilger, Gott, Lehrer und und will durch dich, bis an Tröster! Dreyeiniger Gott! das Grab, mit Ernst dage: laß sie nie vergessen ihren gen streiten. beuren, großen Eid ben deia 5. Dir aber sag ich feste nem Namen. zu, standhaft an dich zu 2. Ach! wie viel gelobs glauben. In die allein ist ten auch, fest an dir zu bal meine Ruh, an dir will ich ten; ließen aber treulos auch bleiben. Von dir soll doch ihre Lieb erkalten. Vers 26 S derben 490 Gnaden Mittel. derben ward ihr Ende! be- Tröster! Dreyeiniger Gott! ständig laß dir diese seyn, laß sie nie vergeffen ihren die sich dir auf ewig weihn! theuren großen Eid bey deis Heiliger, Schöpfer, Gott! nem Namen. Heiliger, Mittler, Gott! met. Allein Gott in der Höh zc. Heiliger, Gott, Lehrer und 514.Du, der den eins Dreyeiniger gebornen Sohn stårke sie, die Deinen im zum Mittler gabst für Süns Bertraun auf Jesu Tod, der, Gott, schaue jezt von und wahrer Zugend! deinem Thron mit Huld auf 3. Locken wird sie nun die diese Kinder. Du nahmest Welt, Herr, zu ihren Lüften. sie bey ihrer Tauf bereits Ach, du wolltest sie mit Kraft zu deinen Kindern auf, zu aus der Höhe rüsten! laß Erben deines Himmels. streiten sie und siegen! die 2. Sie stehen und bes Triebe zu verbotner Luft schwören hier den Gnadens dämpfe früh in ihrer Brust! bund aufs neue, geloben Heiliger, Schöpfer, Gott! jezt, o Bater, dir unwan Heiliger, Mittler, Gott! delbare Treue. Gieb ihnen Heiliger Gott, Lehrer und selbst durch deine Kraft, Tröster! Dreyeiniger Gott! die alles Gute in uns laß sie ihre Feinde, alle schaft, das Wollen und Feinde ihres Heils, weit Vollbringen. überwinden! 3. Auf ihres Glaubens 4. In der Todesnoth laß Rechenschaft, auf ihrem Ans fie, deine theur Erlösten, daß geloben, ruh, Bater, deines ihr Glaube standhaft blieb, Geistes Kraft, daß fie des unaussprechlich trösten! zähl Glaubens Proben, und Eis sie zu deinen Todten! einst fer in dem Christentum, führe sie mit uns zugleich sich selbst zum Heil und die in dein unvergånglich Reich! zum Ruhm, im ganzen des Heiliger, Schöpfer, Gott! ben zeigen. Heiliger, Mittler, Gott! 4. 3war mächtig wird in Heiliger Gott, Lehrer und ihrer Brust die Sünde sich empos Die heilige Taufe. 491 empiren, sie werden sie zulke sie zum Streit, zum Streis böser Lust gefährlich lecken te um die Seligkeit, die Jes hören; ach dann steh ibnen sus uns erworben. mächtig ben, mach selbst sie 6. Wir flehen, Gott, für eingedenk der Treu, die sie uns und sie, mach uns durch dir, Gott, gelobet. deine Gnade dir so ergeben, 5. Vorsichtig mache sie daß wir nie abweichen von und flug ben dieser Welt dem Pfade, der uns zu jenem Gefahren, daß sie, von eitler Leben führt, wo nun der Liste Trug fich unverlezt, Glaube triumphirt; dahin, bewahren; erweck und står- Gott, laß uns fommen. m3. Vom heiligen Abendmahl. Von dessen Stiftung. 3. Es werden hier ges Mel. Wer nur den lieben Gott zc. beugte Herzen aufs neue mit 515.Du hast uns, Je- dem Trost erfreut, daß du fu, vor dem durch deine Todesschmerzen Scheiden beym Unbruch dei uns von der Sündenlast bes ner lezten Nacht, mit einem frent, daß du für jeden hast Denkmaßl deiner Leiden, mit verschaft Vergebung, Gnad einem Bundes Mahl be und Beßrungskraft. dacht, das deinen Freunden 4. Du lässt, wenn wir Proben giebt, wie ungemein dis Mahl genießen mit du uns geliebt. Dank und Besserungsbegier 2. So oft wir dieses stets neue Gnade auf uns Mahl genießen, wird dein fließen, belebst mit neuem Gedächtniß ben uns neu Muth uns bier, im Herzen Man fann aus neuen Pro- und im Wandel rein, und so ben schließen: wie groß, wie du, gesinnt zu seyn. Herr deine Liebe sen, und 5. Hier wächst die Hofs welch ein Heil du uns ernung; und die Liebe, die zu warbst, da du für uns am der Tugend Kraft giebt, Kreuze starbft. steigt; es wird durch danks bar 492 Gnaden Mittel. • bar froße Triebe das ganze es unsers Glaubens Stårs Herz dahin geneigt, in deiner Fung fey: daß Menschen. Huld sich stets zu freun, das liebe Freud und Ruh in uns ganze Leben dir zu weibn. fern Seelen nehme zu. 6. Hier, wo wir alle Eins 140m Brod essen, aus Einem Wider die Lichtachtung des heiligen Abendmahls. Becher trinken; hier, wo wir mit froßem Dank er Mel. Herr Gott, der du erforsch.. messen, daß jeder sen er: Loft von dir: hier wird zum 516.2 er Jefu Guas Denmahl nicht Freundschaftsbund vereint, acht, der basset seinen Fries der Herr und Knecht, der den: der ist nicht auf das Heil Freund und Feind. bedacht, das Jefus uns bes 7. Hier lernen wir Geschieden durch die sein großes buld im Leiden, wenn wir Bundesmahl; er wähler sich auf dein Exempel schaun; durch eigne Waßt den Tod hier lernen wir, zu allen Zei- anstatt des Lebens. Meint ten, auf Gottes Freundschaft er gleichwohl und rühmt das zu vertraun. Denn was bey, daß er doch Gott erges ists, was uns ferner frånkt, ben sey; sein Ruhm ist ganz da Gott, mit dir, uns alles vergebens. schenkt. 2. Wer Jesu Mahl nicht 8. Ben diesem Maßl liebt, der hat nicht luft stärkt sich der Glaube, daß Gott zu gefallen; ihm ist du der Toden Schaaren einst es Luft, den Sündenpfad erweckst aus der Verwesung noch fernerhin zu wallen. Staube, und näher uns mit Ach! wår er nicht der Süns dir vereinft, uns, die wir dir de Freund, nicht Gott und geglaubt, gelebt, auf deiner seinem Wege feind; er wür Bahn dir nachgestrebt. de fich entschließen, das 9. So sen denn, Jesu, Mahl, das uns der Herr fiets gepriesen für dieses bereit, mit Andacht und Denkmahl deiner Treu. Gib, mit Dankbarkeit nebst ans daß, so oft wir es genießen, dern zu genießen! 3. Wer Das heilige Abendmahl. 493 3. Wer den Genuß von Borsaiz, fein zu seyn, dein Jesu Mahl nicht wünschet ganzes Leben dem zu weihn, noch begebret, der trennt sich der dich hier labt; dort von der Frommen Zahl, die weidet. ihn rechtschaffen ebret; der erweckung zum würdigen Schaar, die bruiderlich sich Genuß. liebt, in ihrem Glauben Tu- met. Jefus meine Zuversicht ic. gend übt, die Christus fanft 517. Prüfe dich, o Sees regieret, und näher einst mit le, wohl, sich vereint, und, wenn er dich mit geschårften Blicken, zum Gericht erscheint, mit wenn des Mittlers Mahl sich zum Himmel führet. dich soll mit wahrhaftem 4. Die nicht an diesem Trost erquicken. Wers ges Mahle gern mit andern nießt, und prüft sich nicht, ist Antheil nehmen, die müssen und trinkts sich zum Gericht. sich auch selbst des Herrn und 2. Rommen sollst du nicht feines Dienstes schämen. mit Qual, nicht mit zitterns Wer aber Jefum öffentlich dem Gemüthe. Der es dir zu ehren, schämt und weis gewährt, dis Mahl, ift so gert sich, den will er auch reich an Huld und Güte, daß nicht ehren; und wen er er Fromme gern erfreut, nicht den Seinen nennt, gern auch Reuigen verzeißt. Gott feinem Vater nicht be 3. Aber heilig ist das kennt, wer kann dem Heil Maßl, heilig der, zu dem du gewähren? nahest! sieb, daß du, durch 5. Ist dir dein Heil, ofeigne Wahl, nicht, für Ses Seele, werth; so laß zum gen, Fluch empfahest. Dent, Mahl der Gnaden, das Jesu was dir dis Mahl verspricht liebe uns gewährt, dich nicht und wozu es dich verpflicht. vergeblich laden. Komm, 4. Zum Gedächtniß seis und geneuß mit frohem ner Huld, zum Gedächtniß Dant die Lebensspeise und seines Zodes, der der Mens den Tranf, den dir der Herrschen Straf und Schuld bereitet! komm mit dem tilgte im Gerichte Gottes, balten 494 Jan Gnaden Mittel. halten wir, wie er befahl Bestreben? willst du jede dieses heilge Bundesmahl Sünde fließn? denkest du 5. Dich von Sünden zu dem Herrn zu leben? sehnst befrein, hat der Herr sich du dich, von Sünden rein tödten lassen; und du woll- und wie er, gesinnt zu seyn? test sie nicht scheun, sie nicht 10. Ist dir deine Besses ernstlich fliehn und hassen? rung ein recht ernfiliches Ge ach mit heilger Sorgfalt schäfte? wünschest du, zuc flieh, fliche und bestreite Heiligung, Wachsthum, fie! Fortgang, Luft und Kräfte? 6. Liebe, die sich thätig willst du lieben, wie der zeigt, diese uns ins Herz zu Herr? Feinden gern vers gießen, wird dis Mahl uns zeihn, wie er? dargereicht; um es würdig 11. Dann, o Seele, wird zu genießen, laß dein Herz der Herr durch sein Mahl von Sünden rein voll von dich sanft erquicken; er der wahrer Liebe seyn! Herzenskündiger, huldreich 7. Wahre Liebe zu dem auf dich nieder blicken; dann Herrn ist beflissen, ihm zu bast du an seinem Heil, an leben: folgt dem großen des Himmels Erbe Theil. Beyspiel gern, das der Herr uns selbst gegeben; erforscht Fleiß, und thut willig sein Geheiß. Bey der Kommunion, vom liest, Zweck, Lugzen und rechs sein Wort mit ten Gebrauch des heiligen Abendmahls. 8. Wahre Liebe zu dem 518.Seele, willst bu Mel. Schmücke dich, o liebe ic.. du Herrn lehret jeden Menschen finden; lieben; lehrt, felbst an Be- drücket dich die Last der leidigern Sanftmuth, so wie Sünden: fomm, Verges er, zu üben; tröstet, bessert bung zu empfangen! denn und erfreut, schonet, duldet dein Licht ist aufgegangen, und verzeiht. und der Herr voll Heil und 9. Jft, o Seele, dis dein Gnaden hat zu sich dich eins Sinn, dis dein Vorsaß und geladen. Deinen Bund sollst du Das heilige Abendmahl. 495 du erneuen, und dich seines Noth und Schmerzen tåg: Todes freuen. ich brüderlich zu lindern, 2. Herr, ich falle vor dir Elend, wo ich kann, zu mine nieder, danfe dir und finge dern. Ich gelobe dir mit Lieder dir, o Tilger meiner Freuden: auch das llnrecht Sünden! wer kann deine still zu leiden; ungeduldig Lieb ergründen? meine nie zu klagen; an dir nies Schulden willst du decken, mals zu verzagen. willst mich Todten aufers 6. Was du hasfest, will wecken, willst ein ewig selig ich haffen, ganz von dir mich leben, mir, wenn ich dir leiten lassen, nie mit Borsak glaube, geben. dich betrüben, was du liebest, 3. Ja, ich preise deine will ich lieben. Doch ich Leiden; denn wie groß sind kenne meine Schwäche, Jes jene Freuden, die du, ei sus, da ich dis verspreche. land, mir erstrittest, als du Morgen hab ich oft gebro: unaussprechlich litteft, als chen, was ich heute dir vers dich Todesschweisse dekten, sprochen. und die Schrecken Gottes 7. Darum hilf du mir schreckten, als du, selbst für und stärke mich zu jedem mich gestorben, mir des Ba- guten Werke; fomm und ters Huld erworben. 4. eile, mich vom Bösen, das Und nun sey der Bund ich thun will, zu erlösen. erneuet; ganz sen dir mein Hilf, den ersten Reiz der Herz geweiher; wie du hier Sünden gleich im Anfang gelebt, zu leben, will ich überwinden. Laß mich ihre täglich mich bestreben. Dir Folgen schrecken und der Uns gelob ich deine Glieder, alle schuld Freuden schmecken. Menschen, meine Brüder, 8. Gteb, daß ich, und alle immer mit den reinften Trie: Christen, sich auf deine Zus ben, immer, wie mich selbst, funft rüsten: daß, wenn heut dein Tag schon käme, 5. Ich gelobe dir von feiner, Herr, vor dir sich schäs Herzen: meiner Brüder me. Schaff, o Heiland aller Süns zu lieben. 496 Gnaden Mittel. Sünder, dir viel Jünger, in den Tod, damit wir möch viele Kinder, die dir leben, ten leben, dahin gegeben. die dir sterben, deine Herr 6. Wir können sonst für lichkeit zu erben. uns und unsre Sünden, kein Met. Wend ab deinen Born ic. Lösegeld, fein ander Opfer 519. Bater, groß finden; du willst, o Gott, von Gnade, von feinem andern Büffen, Lieb und Güte, wir fom als seinem, wissen. men ist mit reuigem Gemüs 7. So wirst du denn an the; und bitten: schenk uns unsern Mittler denken, und Sündern, schenk uns Are Gnade uns, um seinetwillen, men Huld und Erbarmen. schenken; da wir, das Mahl 2. Nim von uns weg all des Bundes zu empfahen, unsre Missethaten, und alle uns gläubig nahen. Sünd, darein wir sind gera- 8. Zu unserm Flehn wirst then! Herr, daß wir dir ein du dich huldreich neigen, die reines Opfer bringen; das Gnade, die wir suchen, uns laß gelingen! erzeigen, da wir im Glauben 3. Wir haben Zorn und zum Altare treten, und zu Strafe wohl verdienet; doch dir bethen. men. bat dein Sohn uns mit dir 9. Dis Maßt, das ausgefühnet: nachdem er wir nach Jesu Vorschrift uns zu gut von Himmel feyern, dient seines Tods kommen, Fleisch angenom- Gedächtniß zu erneuern; bier wird das Blut, das er 4. Für uns, die dir hals- für uns vergossen, von uns starrig widerstrebet, hat er genossen. gehorsam immerbar gelebet; 10. Dis lösegeld wirst für uns, die dein Gefeß oft du, Gott, nicht verachten, überschritten, bat er gelitten. Du wirst als gültig auch 5. Die Schmach, die für uns betrachten; du bast Strafe und die schweren auf den, der unsre Sünden. Plagen, die wir verdient, tråget, sie selbst geleget. bat er für uns ertragen; sich 11. Deum, Das heilige Abendmahl. 497 11. Drum, Vater, wirst flagen; die in Gefahr sind, du uns um Chrifti willen be und mit Kreuz beladen, ers gnadgen, und mit reichem rett in Gnaden. Troft erfüllen; dein Sohn 17. Gott Vater bilf du bat ja an unser statt erdul- uns, gieb deinen Segen uns det, was wir verschuldet. deinen Kindern deiner Liebe 12. Vergieb die Sünd, wegen, laß uns um Jesu darinn wir sind empfangen, willen deine Gaben von und alles Unrecht, was wir oben haben. sonst begangen; auch was 18. Herr Jesu Christ, aus Schwachheit von uns durch deinen Tod und Leis ist versehen, und nicht ge- den erquicke uns, wenn wir schehen. von hinnen scheiden, daß wir 13. Ins tiefe Meer wollst getroft und freudig darauf du es alles senken, nicht mehr sterben, dein Reich ererben. daran um Christi willen dens 19. Obeilger Geist durch ten; und das, was wir durch deine Gnad und Stärke, ihn von dir begehren, buld- zerstör der Sünden Lust und reich gewähren. bose Werke; so wollen wir 14. Schüß deine Kirch; hier und im Himmel oben, gieb, daß bey reiner Lehre, o Gott, dich loben. sich Gottesfurcht und þeilges Leben mehre; daß wir Mel. Herr Jefu Christ, wahr'e ic. von deinem Geist uns leiten lassen, die Sünde hassen. 520. Jesu! der du als ein kamm, 15. Gieb Friede, Glück am martervollen Kreuzess und Heil in jedem Stande, stamm, zur Zilgung meiner Der Obrigkeit und unserm Sündentaft, dich sanfte ganzen Lande; was schädlich muthsvoll geopfert haft; ist, wollst du an allen Enden gnädig abwenden. 2. Ich komm zu deinem Abendmahl, ich beuge mich 16. Erfreu die Trauris vor dir und fall in Demuth gen, die ihre Plagen, dir un- nieder. Uch verleih, daß ferm Vater, glaubig bethendlich zu kommen würdig sey! 3. Arzt 498 Gnaden, Mittel. 3. Arzt bist du, Ketter, 9. Gieb durch dein Mahl Kraft, und Licht; verwirf, mir neue Kraft, und mach verwirf mich Günder nicht. mich recht gewissenhaft, daß Du bist der Brunn der Hei- ich die mir geschenkte Huld lichkeit, der Geber aller Se- verscherze nicht, durch neue ligkeit. Schuld. 4. Drum, o Herr Jesu, 10. Bist du für mich; fo bitt ich dich, ach blicke gnå fann kein Feind mir schaden dig jezt auf mich! laß deine thun; mas böse scheint, vers Gnade mich erfreun, und wandelt mir in Segen sich. mache mich von Sünden In diesem Glauben stärke rein! mich! 5. Gieb Ernst und An- II. Mach mich recht treu dacht mir ins Herz, daß es in meiner Pflicht; der freuds nicht selbst sein Heil verge Geist verlaß mich nicht: scherz; stärk meinen Glau- ach laß mich meine Tag in ben und vermehr die Lieb, Ruh und Friede christlich mit der ich dein begehr. bringen zu. 6. Daß, wenn mich nährt 12. Bis du mich, o du dein Himmelbrod, ich feyren Lebensfürst, in deinem Him mdge deinen Tod; daß dessen mel nehmen wirst, daß ich Ursach ich ermeß und seiner ben dir dort ewiglich in deis Folgen nie vergeß. nem Reiche freue mich. Met. Freu dich sehr, o meine ic. 7. Lösch alle Lafter aus in mir, mein Herz mit Lieb und 521.Voller Ehrfurcht, zier, und was sonst Dank und ist an Tugend mehr, das Freuden, komm ich, Herr, pflanz in mich, zu deiner auf dein Gebot, und gedenk Ehr. an deine Leiden, und an deis 8. Dir übergeb ich Seel nen Opfertod! Mittler, der und Leib zum Opfer, nim du für mich starbst, mir ein mich an, und bleib mit dei- ewig Heil erwarbst, ach möcht nem Lebensgeift in mir, daß ich mich würdig nahen, und ich vereinigt bleib mit dir. das Leben hier empfahen! 2. Weil Das heilige Abendmahl. 499 2. Weil du, Heiligfler, nein, dis Denkmahl stärke aus Gnaden aller meiner mich, Mittler, im Vertraun Sünden Last mir zum Heil auf dich! ach, es lenke meis auf dich geladen, und am nen Willen, dein Gefeß, Kreuz gebüßet hast; darum Herr, zu erfüllen! stellet mich nun nicht Gott, 6. Diesen Borsatz den ich der Richter, ins Gericht; habe, mich nicht wieder zu darum will er mein Verbre chen mir verzeihn, und nim mer rächen. entweihn, laß ihn, Jesu, bis zum Grabe fest in meiner Seele seyn! für der drohens 3. Herr, dis glaub ich, den Gefahr, der zu werden, und empfinde Freudigkeit der ich war, beb ich zaghaft und Zuversicht. Stellt doch und empfinde schon von fern Gott um meine Sünde nun die Macht der Sünde. mich nimmer ins Gericht! 7. Wenn sie mich von deis bin ich doch durch deinen nen Wegen schmeichelnd abs Tod völlig ausgeföhnt mit zuführen droht, laß mich Gott, und wenn ich im Glaus ernstvoll überlegen, welch ben sterbe, ersig seines Him ein Tod war Jesu Tod! mels Erbe! Gott, vor dem er im Gericht stand verlassen, laß mich nicht ihn in seinem Leiden niß zu erneun! laß mich heut sehen, und ihn doch durch mit deinen Frommen deines Sünden schmähen! Todes Zeuge feyn! Herr, 8. Wenn ich in der Frre ich schau nach Golgatba, wandle, geh du mir, Erbars wo dein Gott dich opfern mer, nach: zeig mir, wie ich fah, sebe dich in deinem Blu- unrecht handle; stärke mich, te, wie du littest mir zu gute! denn ich bin schwach! und S. Mocht ich, Jesu, nicht ertrage mit Geduld meine vergebens mich zu deinem Schwachheit, meine Schuld! Krenze nahn! möcht ich die laß mich wieder Gnade fins ses Mahl des Lebens nicht den, wenn ich traure über mir zum Gericht empfahn! Sünden! Ji z 9. Dir 4. laß mich vor dein Ant lik fommen, dein Gedächt 5 එට. Gnaden Mittel. 9. Dir will ich es ewig Welt, da du für sie ges danken, daß du so barmherstorben. zig bist. Laß mich nur nicht 3. So freue dich mein wieder wanken, mein Erret Herz in mir! er tilget deine ter, Jefu Chrift! bilf mir, Sünden, und läßt an ſeiner daß ich dir getreu, und mein Tafel hier dich Gnad um Vorsatz standhaft sey, jeder Gnade finden. Du rufft; Sünde falsche Freuden im- und er erhört dich schon, mer, als wie Gift zu meiden! spricht liebreich: fey getrost Viel. An Wasserflüssen sc. mein Sohn! die Schuld ist 522.Jh fomme, Herr, dir vergeben. Du bist in und suche dich, meinen Tod getauft: vers mühselig und beladen. Gott, giß nicht, dem, der dich ers mein Erbarmer, würdge fauft, zu Ehren stets zu leben. mich des Siegels deiner 4. Dein, spricht er, ist Gnaden! ich liege hier vor die Seligkeit; bewahr sie deinem Thron, Sohn Gote hier im Glauben, und laß tes und des Menschen Sohn, durch feine Sicherheit dir mich deiner zu getrösten. deine Krone rauben. Sieh, Ich fühle meiner Sündenlich vereine mich mit dir: Müh: ich suche Ruß; und ich bin der Weinstock; bleib finde sie im Glauben der an mir: so wirst du Früchte Erlöffen. bringen. Ich helfe dir, ich 2. Dich beth ich zuversicht stärke dich; und durch die lich an: du bist das Heil der Liebe gegen mich wird dir Sünder. Du hast die Hand- der Sieg gelingen. schrift abgethan, und wir 5. Ja, Herr, mein Glück find Gottes Kinder. Ich ist dein Gebot; ich will es deines Leidens treu erfüllen, und bitte dich Macht, und an dein Wort: durch deinen Tod, um Kraft Laß es ist vollbracht! du haft zu meinem Willen. mir Heil erworben. Du hast mich von nun an tüchtig für mich dich dargestellt. feyn mein ganzes Herz dir, Mit fich verföhnte Gott die Herr, zu weihn, und deinen Tod denf Das heilige Abendmahl. for Nie Tod zu preisen! laß mich nie entweihen, was du so den Ernst der Heiligung theuer mir erwarbst. durch eine wahre Besserung führe mich zur Sicherheit mir und der Welt beweisen. der Trest, den mir dein Tod Mel. Wer nur den lieben Gott sc. verleiht. 523. Hier bin ich, Jea 5. Ich übergebe mich aufs fu, zu erfüllen, neue, o du, mein Herr und was du in deiner Leidens Gott! an dich. Ich schwöre nacht, nach deinem gnaden dir standhafte Treue vor deis vollen Willen, zur Pflicht nem Tische feyerlich: dein und Wohlthat mir gemacht. eigen will ich ewig seyn, Verleiß zur Ulebung dieser du starbst für mich; drum Pflicht mir deines Geistes bin ich dein. Kraft und Licht. 6. Nie will ich mich vor 2. Es werde, Herr, für Spöttern schämen des Diens mein Gewissen dein Abend- ftes, den man dir erweist; maßl ein Unterpfand: auch mich nie zu einem Schritt mir sen dein verföhnend bequemen, den mein Gewis Büßen, zu meiner Rettung, fen fündlich heißt. flöße zuerkannt. So freuet meinelmir den Eifer ein, wie du, Seele fich in deinem Heil, o Herr, gesinnt zu seyn. und lobet dich. 7. Laß mich mit Ernst 3. Bewundernd denk ich den nächsten lieben, und, an die liebe, mit der du unser wenn er strauchelnd was Heil bedacht. Wie start versieht, Berföhnlichkeit und find deine Mitleidstriebe, Sanftmuth üben. Nie die dich bis an das Kreuz komm es mir aus dem Ge gebracht! o gieb von deinem můth, welch eine schwere Todesschmerz jezt neuen Schuldenlast du mir aus Eindruck in mein Herz. Huld erlassen hast. 4. Laß mich mit Ernst die 8. Es stärke sich in mir Sünden scheuen, für welche der Glaube, daß meine Seele du, dich opfernd, starbst; ewig lebt, und daß einst aus durch schnöden Misbrauch des Grabes Staube mich Ji 3 dein 502 Gnaden Mittel. dein allmächtger Ruf erhebt, mein vor dir gebeugtes Herz wenn du dich, großer Lebens- den großen Troft enipfinden, fürst! den Völkern sichtbar daß du, aus Gottes Baters zeigen wirft. buld, auch mir, Vergebung Mel. Allein Gott in der Hdh fey sc. meiner Schuld, auf Buße, 524. Ich preife dich, obaft erworben. Herr, mein f. Der Troft, den mie Heil, für deine Todesleiden! dein Tod verschafft, werd hab ich an ihren Früchten ewig mir zum Segen. Theil, was fehlt dann mei- Er stårke mich mit neuer nen Freuden? du wardst ein Kraft, auf allen meinen Wer Opfer auch für mich: ogieb, gen nur das zu thun, was daß meine Seele fich deß dir gefällt, und alle Furcht ewig freuen möge. und Lust der Welt standhafe 2. Was kann mein Geift zu überwinden. durch deinen Tod nicht noch 6. Die liebe, die du mir für Segen finden! Erlösung erzeige, ist gar nicht zu ers aus der Todesnoth, Berges messen. Omache selbst mein bung aller Sünden, Gewis Herz geneigt, fie nimmer ju fensruh, zur Begrung Kraft, vergeffen; daß ich, aus ächs das hast du, Herr, auch mirster Gegentreu, dir bis zum verschafft, da du am Kreuze Tod ergeben sey, und dir zur starbest. 905 Ebre lebe. 3. Dein Mahl ist mir ein 7. Laß deines Leidens Unterpfand von dieser großen großen Zweck mir stets vor Güte. Wie viel hast du Augen stehen. Nim alle an mich gewandt! o slårke Hindernisse weg, die ebne mein Gemüthe zum glaubi: Babn zu geben, die mie gen Vertraun auf dich, daß dein heilig Vorbild weist, ich, so lang ich lebe, mich an und die einst den erlösten deiner Gnade halte. Geift; zu deiner Freude 4. Ich fühle, Herr, voll führet. Neu und Schmerz, die fast 8. 3um ewgen Leben haft von meinen Sünden. daß du dich für mich dahin ges geben. Das heilige Abendmahl. 503 geben. Dein Abendmahl o Herr! auch mir verschafft, erwecke mich, mit Ernst dar was mich vor dem Verders nach zu streben: Herr, mache ben schůzt, was meinem mich dazu geschickt, und Geiste ewig nůzt. Herr werd ich einst der Welt ent Jesu Christ! wie liebst du rückt, so sey dein Tod mein mich! wie liebst du mich! Leben. gieb, daß ich ewig liebe dich. 3. Mit Inbrunst fleß ich, Mel. Herzlich lieb hab ich dich zc. 525.Gelobt seyft du, Herr, zu dir: befördre du Herr unser doch selbst in mir ein gläus Gott! gelobt für unsers biges Gemüthe! mich dürs Mittlers Zod, der uns stet, gleich dem dürren land, das Heil erworben! wie bey deiner Liebe Unterpfand, haft du, Gott, auch mich ge nach deiner großen Güte: ich liebt! er der uns ewges Lefühle, Herr, was mir ges ben giebt, ist auch für mich bricht; o stärke meine Zu gestorben. Mein ganzes versicht, daß du auch mein Herz frohlockt in mir; o Ba Bersöhner seyst und mich ter, ich lobfinge dir. Gieb, vom ewgen Tod befreift. daß ich jeden Tag aufs neu Herr, dieser Trost sen fest in mich deiner Baterhuld er mir, sen fest in mir, so dien freu. Gott meines Heils! ich voller Freuden dir. sen ewig mein, sen ewig 4. Zur Weisheit und mein, und laß mich dir recht Gerechtigkeit, zur Heiligung dankbar seyn! und Seligkeit bist du mir 2. Voll froßer Ebrfurcht ausersehen. Auch mir zum beug ich mich vor dir, Sohn berrlichsten Gewinn gabst Gottes! der du dich für mich du dein Leben willig hin: dahin gegeben. Es fomme Drum hör auch jezt mein mit nie aus dem Sinn, wie Fleben. Mein Heiland, viel ich dir, Herr, schuldig zeuch mich ganz zu dir; ja, bin, dein Tod bringt mir durch den Glauben wohn in das Leben. Durch deines mir; so nimt in mir die Sees Opfers ewge Kraft haft du, tenruh und meines Herzens Ji 4 Beßrung 504 Gnaden Mittel. Behrung zu. Mein Herr rühm die Wunder seiner und Gott, verlaß mich nicht Güte, die er dir zu aller Zeit verlaß mich nicht, so komm bat erwiesen, sonderlich, daß ich einft nicht ins Gericht. er nun aufs neue dich bat 5. Zu deinem Himme! durch seines Sohnes Wuns bilf du mir. Der Freu- den deiner Sündenlast ents den Fülle ist bey dir; bunden. laß sie mich einst genießen! 2. Glauben darfst du nun belebe mich mit Muth und und hoffen, daß dir, nach vers Kraft, fo meine ganze Pils gebner Schuld, sey der Zus grimschaft zu führen und zu gang frey und offen zu des Bas schließen, daß mir dein Wort ters ewger Huld. Sen ges stets beilig sen, daß ich, bis trost; denn keine Noth selbst in den Tod dir treu, mit nicht dieses Leibes Tod, kan an Freuden thu, was dir gefällt, deinem Heil dir schaden, wen und dich so ebre vor der du bist bey Gott in Gnaden, Welt. Herr mein Heil! 3. Wie soll ich dir würdig sen fiets mit mir, sen stets sagen Lob und Dank, Herr, mit mir, so komm ich einst daß du hast liebevoll für mich gewiß zu dir! # getragen meiner Sünden ganze Last; daß du mich durch deinen Tod haft errettet aus der Noth, in die ich durch Misserbaten war, aus eigner Schuld, gerathen. dipat 4. Gieb, nach deiner gegeben! stårt unfern Glau- großen Güte mir nun deinen ben; lehr uns Zugend üben, guten Geist, daß ich mich für Gott und unsern Nächsten Sünden hüte und das suche lieben, nach deinem Erempel! allermeist, was du willst Mel. Werde munter mein c. und dir gefällt; daß den las 527. Preise dankbar stern dieser Welt ich mich mein Gemüthe immer mehr entziehe und lobe Gottes Freundlichkeit! den Reiz zur Sünde fliehe. 5. Gieb Nach dem Genuß des beil. Abendmahls. Mel. Gott sey gelobet und ic. 526. Herr, fen gelobet, daß du haft dein Leben für uns Sünder hin Das heilige Abendmahl. SOS. 5. Gieb mir auch Geduld Willen, nicht den Wunsch im Leiben stärke mich zu der Lüfte. jeder Pflicht; Geiz und Hoch: 3. Ruf mir aus deinem muth laß mich meiden; gieb Himmel: überwinde Lüfte, daß ich mich råche nicht, Lügen und Verderben; ich wenn der nächste mich beskröne dich, wenn ich getreu trübt, sondern, wie du dich finde! Heil den mich geliebt und mir meine Kämpfern, die mir sterben; Schuld vergeben, mit ihm denn sie werden leben! moge friedlich leben. 4. Mit dir, du Ueberwin6. Hilf, daß ich dich herz der, will ich streiten. Nach lich liebe, und im Bethen dem Kampfe gieb die Krone standhaft fen; Liebe auch mir, deinem Streiter, und am nächsten übe. Schwer- die Seligkeiten der Unsterba muth, Leichtsinn, Heuchelen lichen zum lobne, Sieger laß entfernet seyn von mir! und Vergelter! laß mich allezeit, vor dir, mel. Wer nur den lieben Gott ic. heilig wandeln hier auf Er- 529. Ich preife bich den und dort werden! mein Herr und Heiland, Jes Mel. Gott sey gelobet und geb. ic. fus Chrift! gieb, daß ich dich 528. Ich habe, Herr, nicht mehr betrübe, der du für entlastet von mich gestorben bist. Laß deis der Bürde meiner Sünde nen Tod und deine Pein mit deinem Namen, mich ganz immerbar vor Augen seyn. geheiligt, würde nur, ach! 2. Wie kann ich dich ges würde meine Gelübde Zbat nug erheben! ich, der ich und Umen! du mein Gott Pein und Tod verdient, ich und Mittler. foll nicht sterben sondern les 2. Es ruft, es seufzet ben, weil du mich selbst mit meine ganze Seele um die Gott verfüßnt. Ach! du, Kraft, es zu erfüllen; das sein Sohn, du starbst für mit ich standhaft deine We- mich! wie preis ich, Herr, ge wähle, eifrig thue deinen wie preis ich dich! Jis 3. Hell 506 Gnaden Mittel. 3. Heil mir! mir ward 7. Wie jezt in unsers das Brod gebrochen, ich Heilands Namen sein Boll tranf, Herr deines Bundes vor ihm versammlet war; Wein! voll Freude hab ich so kommen wir noch einst zus dir versprochen, dir, treufter sammen vor ihm, mit seiner Jesu, treu zu seyn. Ich Engelschaar; und preifen, schwer es nun noch einmal als sein Eigenthum, dann dir: schenk du nur deine ewig seiner Gnade Ruhm. Gnade mir! 8. Hier will ich mich mit 4. Laß stets mich dankbar, euch vereinen, die ihr durch Herr, ermessen, was du für Tugend ihn erhöht: und mich gelitten hast, und deine wenn wir einst vor ihm ers Liebe nie vergessen, die so scheinen im Glanze seiner viel Segen in sich fast. Laß Majestät; dann geh ich im meinen Glauben thätig seyn, Triumph mit euch, ihr Auss und mir zur Tugend Kraft erwählten, in fein Reich. verleihn. 9. So soll denn weder 9 5. Im Kampfe hilf mir Spott noch leiden, noch überwinden, und stärke mich Ehre, Freud und Lust zu meiner Pflicht; bewahre der Welt, mich, Herr, von mich vor neuen Sünden; deiner Liebe scheiden, die verlaß mich in Versuchung selbst im Tode mich erhält. nicht, und dein für mich ver: Du bist, du bleibest ewig goßnes Blut schenk mir im mein; o laß mich deiner Todeskampfe Muth. würdig seyn. 6. Und euch, ihr seines met. Wie schön leucht uns der ic. Leibes Glieder, die Jefu 530. Himmelsſpeis! Heil, mich, euch o lebenstrank! lieb ich stets als meine Brü- Herr, ewig preist dich unser der, als Erben seiner Herr- Dank; du hast uns hoch bes lichkeit. Wir haben einen gabet; du, du bist unser Herrn und Gott: uns speist höchstes Gut, auch iho bat und tranft ein Wein, ein dein Leib und Blut den mats Brod. ten Geist gelabet, Herr, dir Das heilige Abendmahl. 507 sind wir fest verbunden, heil Lebenstrank; Dank dir, der von Wunden, reich an Gnas uns gelabet. Erlöst, ers den, aller Furcht und Angst quicket durch dein Blut entladen. jauchzt unser Herz mit fros 2. Herr, groß ist unsre hem Muth, und freut sich Seligkeit! in allem Leiden deines Heiles. dieser Zeit sind wir nun voll 2. Erquickt, gestärket Vertrauen. Der Weg aus durch dein Mahl, gehn wie diesem finstern Thal führt nun hin, und lieben die Brüs uns zum großen Abendmahl, der all, die Menschen all die wo wir dein Antliz schauen; du erlöft; und üben mit fros wo wir ben dir, nach dem hem Herzen dein Gebet, und Leiden, uns mit Freuden scheun nicht leiden, Schmach herrlich laben, ewig volle noch Tod, wir werden durch Gnige haben. dich siegen. 3. Wir haben izt ja, 3. Erbarmer, der du uns Gottes Sohn, das Pfand erquickt, uns so gelabet des ewgen Lebens schon, beute, mach andre auch gleich die Hofnung kann nicht trů- uns beglückt, gieb allen Mens gen; uns scheidet, Heiland, schen Freude! gieb, daß zu nichts von dir: wenn wir deines Namens Ehr der nur kämpfen, werden wir in Frommen Zahl sich täglich jenem Kampfe siegen. Umen! mehr, die deines Heils sich Amen! Furcht in Freuden, freuen. dum dol Muth in Leiden, Muth im 4. Erhabner Mittler, Sterben, helf auch uns, Gottes Sohn, Beschützer dein Reich zu erben! deiner Heerde, einst fährst De serdu auf der Wolken Thron Mel. Sey Lob und Ehr dem c. herab auf diese Erde. 531. Anbethung, Lob und Verwesung wird ents und froßer fliehn, und wir, wir deine Dank sey dir, der uns be Schaaren, ziehn verklärt mit gabet mit lebensbrod, mit dir zum Himmel. Tod Wand XII. 508 de Tugend Mittel. $ XII. Von den Beförderungs und Stärkungs Mitteln der Tugend. Oeffentlicher Gottesdienst 4. Auch, deinen Nächsten und würdige Sonntags zu erbauen, mußt du zum Seyer. Gotteshause gehn. Wie Mel. Wer nur den lieben Gott ic. viele sind, die auf dich schauen, 532.Den en Höchsten of die blos aufs Benspiel ans fentlich vereh: drer sehn! wenn Einer durch ren, anbethend vor ihm gerne dich tråge wird; bist du es stehn; und, um sein theures nicht, der ihn verführt? Wort zu hören, gern in die 5. Und selber uns in un Gotteshäuser gehn: ist eine fern Pflichten, bey Schwäche Pflicht, wozu der Christ, so und Unwissenheit, noch ims lang er fann, verbunden ist. mer mehr zu unterrichten, 2. Wie billig ists, das um fromm zu seyn in Freud böchste Wesen, durch das und Leid; wie nöthig ist der Mensch ist, lebt und dis nicht, o Christ, der du denkt, den Herrn und geneigt zu fehlen bist? Richter aller Wesen, den, 6. Der Gottesdienst ist der uns jede Wohlthat ein Geschäfte, wozu aus Lieb schenkt, mit Lob und Preise uns Gott verband. Er stårs zu erhöhn und neue Huld uns fet unfre schwachen Kräfte, zu erflebn! er stårkt Erkenntniß und 3. Wer Gott nur in der Berstand; er ist ein Mittel, Stille ehret und der Ver- das uns Kraft zum Glauben fammlung sich entzieht; wer und zur Tugend schafft. Jefum mit dem Herzen eb 7. Wie manchen Trost ret, jedoch, ihn zu bekennen, bab ich empfunden, wenn fliehe: der, der verletzet seine ich das Wort des Herrn ge Pflicht, verachtet Gott, ehrt bort! wie lieb ich euch, ihr Jefum nicht. froßen Stunden, da man durch Deffentlicher Gottesdienst. 509 durch Danken Gottt verehrt schon seit viel Jahren bes und sich, ums Ewige bemüht, glückt; die mich oft wuns den Sorgen für die Welt derbar errettet; die ich ims entzieht. merdar bis diesen Tag ers 8. Nichts gleicht dem fahren. Singet, bringet himmlischen Entzücken, das mit mir heute Gott voll hier ein frommes Herz bes Freude Dank und Ehre: lebt, wenn es in ftillen Au- jedermann sein Lob vers genblicken sich im Gebetb zu mehre! Gott erhebt, und, voll des 2. Durch deine Hand, die Glücks, das es genießt, von zu erfreun stets offen, wird Dank und Freuden über von Schmerz und Pein, wer fließt. zu dir flieht, befreyer. Durch 9. Wie nichtig sind der Christum giebst du deinen Erde Freuden dann dem, Geist, der uns den Weg der diese Freuden schmeckt! zum Leben weist, uns tröstet wie süß der Trost, wenn und erfreuet. laß mich, man im Leiden dem besten freudig im Gemüthe, deine Freund sein Herz entdeckt! Güte, Gott, empfinden, und wie nichts ist alles Glück der vergieb mir meine Sünden. Welt dem, der mit Gott 3. Sieh mich, o Bater, sich unterhält! gnådig an; vergieb mir, was 10. Kommt dann, o Chri- ich misgethan in den vers sten, theure Brüder, vereint floßinen Tagen. Vergieb es im Geist vor Gott zu stehn, mir durch Christi Blut; er und alle, eines Leibes Glie- bat gelitten uns zu gut, und der, den großen Schöpfer unsre Schuld getragen. Da zu erhöhn. Frohlockend sich, täglich manche Güns preiset Jefum Christ, der den noch befinden an uns unser Herr und Heiland ist! Schwachen; so verschon und Wel. Wie schön leucht uns der ic. hilf mir wachen! will, o Vater, 4. Nim mich mit allem, allezeit erheben was ich bin, in deine Hand deine Gütigkeit, die mich und Obbut bin, dir sey es ganz STO Tugend Mittel. ganz ergeben. Wend ab gern, wer deiner, Gott, sich Noth, Angst und Herzeleid, freuet. O laß auch mich du Vater der Barmherzig mit Freuden vor dich treten, feit, in meinem ganzen Le dich anzubethen! ben; daß ich fröhlich deinen 2. Dich rühmt der Lobs Willen mdg erfüllen und gefang der Himmelsheere; dich lieben, Liebe auch am auch unser Tempel schall von Nächsten üben. deiner Ehre. Auch unser 5. Gieb, daß ben mir dein Dank, und unsers Geistes Ruhetag des Geistes Ruh Flehen soll dich erhöhen. befördern mag, recht auf dein 3. Wie freu ich mich, die Wort zu merken; gieb, daß Stätte zu begrüßen, wo Dürs es mir zu Herzen dring, und stenden des Lebens Bäche ben mir gute Früchte bring: fließen; und wo dein Heil laß mich im Guten stårken; von den erlösten Zungen laß sich reichlich das Bestres froh wird besungen! ben, dir zu leben, in uns 4. Vergebens lockt die mehren, durch des Geistes Welt zu ihren Freuden; Kraft und Lehren. mein Geift soll sich auf Gots dieser tes Auen weiden. Seitt üben, beilges Wort, das seine Bor was dir wohlgefält, dir in then lehren, das will ich Geduld vertrauen; bis ich hören. 6. Laß mich in Prüfungswelt stets die wahre Ruß und Freud 5. Mit Andacht will ich, erlange in der Ewigkeit, Höchster, vor dich treten. und dich werd näher schauen. Ich weiß, du liebst, die kinde Welche Fülle deiner Gaben lich zu dir bethen. Der wird mich laben einst dort Thoren Glück, die sich der oben! Gott, wie werd ich Sünde freuen, wirst du dich da loben! zerstreuen. Mel. Herzliebster Jefu, was ic. 6. O laß auch heute deir 534.Dis ist der Tag nen Geist mich lehren, vom zum Segen Weg, der dir misfällt, mich eingeweißet. Ihn feiert abzukehren. Regiere mich, daß Deffentlicher Gottesdienst. SIE daß meine ganze Seele zum Exempel stärkt auch des Nes Trost dich wähle.benmenschen Geist, daß er 7. Dein Tag sen mir ein auf deiner Wahrheit Bahn Denkmahl deiner Güte. Er rechtschaffen vor dir wans bring mir Heil, und lenke deln fan. mein Gemüthe auf jenen 3. Dein Wort bleibt nies Troft, den uns dein Sohn mals ohne Segen, wenn erworben, da er gestorben. mans nur recht zu Herzens 8. Dich beth ich an, dusnimt. Es giebt uns Troft Todesüberwinder! der du auf Trübfalswegen, die dur an diesem Tag zum Heil zu unserm Heil bestimmt. der Sünder, die, fern von Es giebt im Kampf uns Gott, im Todesschatten Muth und Kraft, und ist faffen, dein Grab verlaffen. ein Schwerd, das Sieg 9. Dein Siegstag ist ein verschafft. Tag des Heils der Erden. 4. Gott, las auch mie Alls Sabbath müß er mir dein Untlig scheinen! dein ftets peilig werden! Lob fey Sabbath bring auch mir Erlöser, deinem großen Na- Gewinn, wenn andachtsvoll men auf ewig! Amen. ich mit den Deinen vor dir Mel. Wer nur den lieben Gott ic. an heilger Ståtte bin. Laß 535.Wie ie lieblich ist dir das tob, das wir dir doch, Herr, weihn, ein angenehmes die Stätte, wo man sich deis Opfer fenn. ner Güte freut! o gieb, daß 5. Ja, du bist Sonn und ich sie gern betrete, weil Schild den Frommen. Du, deren Tugend recht gedeiht, Herr, giebst ihnen Gnad die deiner Lehre sich erfreun, und Ehr. Und wer nur und feierlich sich oft dir erst zu dir gekommen, dem weihn. fehlt das wahre Glück nicht 2. Wohl dem, der dich in mehr. Was du verheiffeft, deinem Tempel, Gott, zu hältst du fest. Woyl dem, verehren Ernst beweist. Du der sich auf dich verläßt! hörst sein tob: und sein Mel 512 Tugend Mittel. 536. Mel. Herr Jesu Christ dich zu zc. deinem Dienst und Ruhm Gott, du bist geweißt! mein Preis und Rubm, mein Herz sey ganz dein Eigenthum! laß deinen Tag mir beilig seyn, Vor der Predigt. met. Liebster Jefu, wir sind ic. emuthsvoll 537.De komm ich zu laß mich ihn deinem Diensle dir, dich im Geiste zu verehe weihn. 10 20 enaren, Vater! ach verleihe mir 2. Gieb, daß ich mein wahre Andacht, daß die keho Gemüth bewahr, wenn ich ren deiner Weisheit mich mit deiner Christenschaar zu recht rühren, und den Weg deines Hauses Stätte geh, zum Himmel führen. daß ich mit Ehrfurcht vor 2. Gieb, daß mir dein dir steb. beilges Wort fraftvoll an 3. Erinnre selber meinen die Seele dringe, und in Geist, daß du mir gegen- mir, o Herr, mein Hort, wärtig seyst, damit ich dei Frucht zum ewgen Leben nes Wortes Lehr mit An- bringe; gieb, daß es mich dacht und mit Nußen hör. mächtig stårke zur Vollbrine 4. Drück alles tief ins gung guter Werke. Herz hinein; und laß mich nicht blos Hörer seyn. Steh mir mit deiner Gnade bey, daß ich des Wortes Thå ter sey. 3. Gieb, aus ihm, mie Trost und Licht auf den duns feln Leidenswegen, und dem Glauben Zuversicht, wenn sich Zweifel in mir regen; 5. Hilf, daß ich deinen es sen meines Herzens Freus Ruhetag zu meinem Segen de, wenn ich von der Welt feiern mag. Bewahr mich abscheide! vor dem Geist der Welt, die In bekannter Melodie. beinen Tag verächtlich bält! 538. Herr Jefu Chrift 6. laß nicht zu uns daben bestehn, dich nur am wend, den heilgen Geist du Sabbath zu erhößn. Herr, zu uns send; mit Hülf und meine ganze Lebenszeit sey Gnad, Herr, uns regier, und Deffentli cher Gottesdienst. 513 und uns den Weg zur Wahr-/ Gott gebohren! mach uns heit führ. allesamt bereit, öffne Herzen, 2. Zhu auf den Mund zu Mund und Ohren; unser deinem Ruhm; dazu sind Bitten, Fleßn und Singen, wir dein Eigenthum. Rühr laß, Herr Jesu, wohl gelingen. unser Herz, stårk den VerIn voriger Melodie. fland; mach deine Lehren 540. uns bekannt. err, vor deinem Angesicht bat 3. Dann, Herr und Gott, die Undacht uns versamms dann fingen wir einst heilig, let, ach verwirf die Bitte beilig, beilig dir und schauen nicht, die dein Volf, dir dich von Ungesicht in ewger Höchster, stammlet: hor sein Freud und selgem licht. Flehn, bör seine Lieder; und 4. Dir, Gott, den Erd sieb gnädig auf uns nieder. und Himmel preift, dir Vater, 2. Laß das Wort, das Sohn, und heilgem Geist, dir, bier erschallt, uns.en Widers brillge Dreyeinigkeit, sey Lob stand bezwingen; und mit und Preis in Ewigkeit! göttlicher Gewalt tief in uns 539. Liebster Jesu, wir fre Herzen dringen; laß es sind hier, dich und unsern Sinn erneuen, und bein Wort anzuhören; lenke des Irrthums Nacht zera Sinnen und Begier auf die streuen. 2. füffen Himmelslehren; laß 3. Daß, von Eifer ganz die Herzen von der Erden entbrannt, wir, was du bes ganz zu dir erhoben werden. fohlen, üben, dich und den, Unser Wissen und den du gefandt, Jesum Chris Verstand ist mit Finsterniß stum herzlich lieben; daß kein umbüllet; nur der Geist, Schmerz und keine Freude von dir gefandt, ists, der uns von dieser Liebe scheide. uns mit Licht erfüllet; laß Beym Beschluß des Gots in unsern Christenpflichten tesdienstes. ihn uns fråfig unterrichten. 3. O bu Glanz der Herr lichkeit, Licht vom Licht aus In voriger Melodie. 541.lig find, die Gottes Wort Kt hören 514 Tugend- Mittel. hören und zugleich bewah-| Herr bedacht; lasset uns ſein ren. Laß auch mir, o Herr ob vermehren. Unser Gott mein Hort, diese Wohlthat sen hoch gepreiset, der so wiederfahren; laß doch dei- milde sich erweiset. nes Wortes Lehren mich 2. Er, der unser Herz ers nicht ohne Nußen hören. quickt, gebe ferner seinen 2. Pråg sie meiner Seele Segen, daß wir alle unvers ein; laß sie ben mir fräftig rückt wandeln stets auf seis werden; und ich werde selig nen Wegen; Gottes Geist seyn: schon als Pilger hier uns ferner leite, und zum auf Erden immer deines Himmel uns bereite! Heils mich freuen, und die Todesnacht nicht scheuen. 542.Gott 3. Unsern Ausgang fegne Gott; unsern Eingang gleis In voriger Melodie. chermaffen. Segne unser ott fey Lob, es täglich Brodt; segne unser ist vollbracht Thun und lassen. Singen, Bethen, Lesen, uns mit selgem Sterben und Hören. Wohl hat uns der mach uns zu Himmelserben. Segne Haus- Andacht. Mel. Alle Menschen müssen i. grunt; wo das Alter und 543.Welch ein fegene die Jugend Gott mit Herz voll Geschäfte und Thaten dient. Aber ist ein häusliches Gebeth! Unordnung und Sünden zu der Arbeit Lust und Kräf wird man in den Häusern te giebt Gott dem, der zulfinden; wo man lebt, wie ihm flebt. Tröftung in bes ohne Gott, nicht an Pflicht trübten Stunden haben denkt, nicht an Tod. Fromme fters gefunden, die, 3. Gute fromme Kinder im Gottesdienst vereint, haben: froh in seinem Hause stille Thränen ihm geweint. fenn: gute Hausgenossen 2. Sichtbar mehrt sich haben: wen muß nicht dies Glaub und Tugend; Glück Glück erfreun! im Gebeth und Segen blüht und i Reiz zur Tugend für Bes Diente, Haus- Andacht. ۲۱۲ diente, für die Jugend. Schrift; fie lehrt, was dein Sich gemeinschaftlich er- Heil betrifft. baun wirket Liebe und Ver- 5. Höchster, mache dies Geschäfte allen Häusern traun. 4. Drum ein Stündchen, theur und werth. Gieb dazu fren von Sorgen, in der uns Trieb und Kräfte, þins stillen Abendzeit und an je ore, was es uns erschwert. dem neuen Morgen sey, Laß dir unser schwaches kals Chrift! deinem Gott ge- len, in der Stille woßgefal. weiht. Bethe selbst, beth len, bis wir ewig vor dir mit den Deinen; Gott börts stehn und mit Engeln dich und beglückt die Seinen! erhöhn! achtsam forsche in der Der Umgang mit Gott im Gebeth. Kraft und Nutzen des leilst die Deinen zu erfreun Gebeths. al und fegnest sie, eh sie noch Mel. Wer nur den lieben Gott ic- schreyn. 544 Dein Heil, o 3. Doch sprichst du: bits Chrift! nicht tet, daß ihr nehmet! der zu verscherzen, sen wach und Bitten Frucht ist einzig nüchtern zum Gebeth. Ein mein. Wer sich der Pflicht findlich Flehn, aus reinem zu bethen schämet, der schämt Herzen, bat Gott, dein Ba- sich, Gott, dein Freund zu ter, nie verschmäßt. Erschein feyn; und stößt das anges in Demuth, oft und gern, botne Glück muthwillig mit Dank und Fleben vor selbst von sich zurück. dem Herrn. 4. Sein Heil von dir, o 2. Welch Glück, so hoch Gott, begehren, ist Wohlthat geehrt zu werden, und im mehr, als schwere Pflicht. Gebeth vor Gott zu stehn! Des Herzens Wünsche die du, Herr des Himmes und erklären; das stärkt das der Erden, brauchst freylich Herz zur Zuversicht, macht leines Menschen Fleßn. Du dankbar, liebreich und giebt Kt 2 Kraft $ 16 Tugend- Mittel. Kraft zur Dampfung jeder Uebel, das mich schreckt, Leidenschaft. dein farfer Schuß mich 5. Was kann zum Fleiß nicht bedeckt. in guten Werken uns fråf: 3. Wie sollt ich denn tiger den Muth erhöhn? nicht von dir bitten, was was mehr in Leidensstunden meiner Seele Wunsch bes stärken, als wenn wir begehrt? vor dir, o Gott, sein thend auf dich sehn? o Ba- Herz ausschütten, wenn ter! unfre Seelenruh nimmt Noth und Kummer uns be durchs Gebeth beständig zu. schwert, besänftigt unsrer 6. Dein Wort ist immer Seelen Schmerz, und dffnet ja upd Amen: wer gläubig deinem Troft das Herz. bittet, der empfäßt. Drum 4. Sollt ich nicht Dank laß auch mich in Jesu Na und Ruhm dir bringen, men oft vor dich fommen mit wenn mich ein wahres Glück Gebeth. Nie sey mir diese erfreut? dir, Allerhöchster, Pflicht zur Laft, die du zum dir lobsingen, ist gut, ist für Heil geboten bast. uns Seligkeit, und flößt uns neuen Eifer ein, in deinem In voriger Melodie. 545.Bon die kommt Dienste treu zu seyn. jede gute Ga5. Du hörst es, Gott, be; nur du, mein Gott, mit Wohlgefallen, wenn fannst mich allein mit allem, deine Kinder zu dir fleßn; was ich nöthig babe, zu mei- verschmähest nicht ihr schwas nem wahren Wohl erfreun. ches Lallen, wenn sie lobsins Mein Leben und mein Glück gend dich erhöhn. Du ehrst beruht allein auf dir, du höch- den wieder, der dich ehrt, stes Gut. und hörest den, der dich Gott hört. 2. Umsonst ist alle meine Mühe, wenn sie dein Segen, 6. Mit Segen uns zu Herr, nicht front. Was überschütten, bist du, o Va ich auch noch so ängstlich fltes ter, stets bereit, was wir be, wird doch von mir nicht nach deinem Willen bitten, abgelehnt, wenn vor dem giebst du uns aus Barm. bers Umgang mit Gott im Gebeth. 517 berzigkeit. Und wer dir ich zu Gott im Stillen: er dankt, dem strömest du be flåndig neuen Segen zu. hörts und kommt, mich zu erfreun; nimmt våterlich sich meiner an, und stärkt mich auf der Tugend Bahn. 7. So will ich denn zu deinem Throne oft im Gebeth mich findlich nahn. 4. Rufich ihn an bey dem Nimm, Vater, nimm in dei- Geschäfte des Amtes, das nem Sohne der Andacht er mir verließ: so fleß ich nicht Opfer gnädig an. Dein umsonst um Kräfte; der Gott Geist regiere meinen Geist, der Stärke giebt mir sie; er daß er dich berhend würdig giebtaus vaterlicher Huld mir preist. Segen, Klugheitund Geduld. 5. Wenn eine böse Lust Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 546.Mein ein bester Troft zu dâmpfen mir Wille, in diesem Le Muth und Kraft gebricht; ben ist ein Gebeth zu meinem so bittich Gott, er hilft mir Gott. Dies kann mir Kraft fåmpfen, er giebt mir Muth in Schwachheit geben; Ge zu jeder Pflicht, und schenkt duld und Muth in jeder mir Willigkeit und Kraft Noth; ben jedem Gram, zum Siege meiner Leidens ben jedem Schmerz, ein ru- schaft. biges zufriednes Herz. 6. Wenn je ein Kummer 2. Wie kann ich Troft mich beschweret, den ich nie. und Ruhe finden, wenn mein mand entdecken kann; dann Gewissen mich anklagt, wenn ruf ich Gott, der mich erhö ben der Menge meiner Sün- ret, um Troft in diesem Kums den, mein Herz vor seinem mer an; das Herz wird Richter zagt? ich beth um froß, die Laft wird leicht vom Gnad und weiß: Gott hört Trofte, den mir Gott dars den, der durch Chriftum reicht. Gnad begehrt. 7. Wenn ich im letzten Kampf des Lebens bey nies mand Hülfe finden kann, so ruf ich Gott doch nicht Kt 3 3. Muß ich um meiner Tugend willen ein Spott der Lafterhaften feyn; so bethe $ 18 Tugend- Mittel. vergebens um seinen Trost empfinde, will ich gleich vor und Beystand an, der wann dein Angesicht treten, Gott! die Sprache mir vergeßt, vor dir zu bethen. doch meine Seufzer noch versteht. Mel. Nun bitten wir den ic. 547.2 enn ich am 5. Und tödten wird in meiner Brust das Gebeth die dir verpaßte Luft! Find lich dich zu lieben werd ich mich üben, und am Ende der laufbahn auf Erden ewig Fuße deines felig werden. Throns, o Gott! fleh im eigenschaften eines gottges Namen deines Sohns, wie fälligen Gebeths. abscheulich finde ich dann die met. Wer nur den lieben Gott 16. Günde! dann wünscht mein omm bethend Geist, zu göttlichen Werken, oft, und mit kräftig fich zu stärken. Bergnügen, mein Geist, 2. Dann fühl ich deiner vor Gottes Angesicht! nie Liebe Glut, mein Herz wird müsse Trägheit dich besiegen voll Freudigkeit und Muth, in der Erfüllung Bater! deinen Willen treu Pflicht. übe sie, zu zu erfüllen; nie zur Sünde Gottes Preis und deinent mich lecken zu lassen, ewig Heit, mit treuem Fleiß. sie zu baffen. 548. dieser 2. Beth oft, doch mit aufs 3. Dann regt sich nicht richtger Seelen. Gott sieht die Sinnlichkeit; keine Lust, aufs Herz, Gott ist ein die dein Gesetz verbeut, wagt Geist. Wie können dir die es aufzuwallen! die zu ge Worte fehlen, wofern das fallen und das Kleinod am Herz dich berhen heißt? der Ziel zu erlangen, das ist Glaub an Gott und feinen mein Verlangen! Kraft des Gebeths gegen die Sünde. Sohn rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. 350 4. Ddu, der du mich be, then lehrst, der du väterlich mein Flebn erbörst! 3. Wer das, was uns wenn zur Wohlfahrt dienet, von ich Lust zur Sünde in mir Herzen sucht, der ehret Gott. Wer Umgang mit Gott im Gebeth. $ 19 Wer das zu bitten sich er- nicht, wenn ich mit vielen fühnet was er nicht wünscht, berbe, so find ich eh ben entebret Gort. Wer schnell Gott Gehör. Ist nur dein die Treu, die er Gottschwur, Wunsch gerecht und gut, so vergißt, der spottet seiner fen gewiß, daß Gott ihn thut. nur. 4. Beth oft zu Gott, 8. Doch säume nicht, in und schmeck in Freuden, den Gemeinen auch öffents wie freundlich er, dein Ba- lich Gott anzuflehn, und ter, ist. Beth oft zu Gott, feinen Namen mit den Seis und fühl im Leiden, wie gött nen, mit deinen Brüdern, zu lich er das Leid versüßt. erhöhn. Wie eifrig war Gott borts, Gott ists, der dein Heiland nicht in Uebung Hülfe schafft. Er giebt den dieser selgen Pflicht! Müden Trost und Kraft. 9. Beth oft zu Gott får deine Brüder, für alle Mens schen, als ihr Freund; denn wir sind eines Leibes Glien der; ein Glied davon ist auch dein Feind. Solch Bitten, das aus liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Liebe ist. 5. Beth oft und beiter im Gemüthe, schau dich an seinen Wundern satt. Schau auf den Ernst, schau auf die Güte, womit er dich gelei tet hat. Oft irrtest du: er trug Geduld; erkenn und preise feine Huld. 6. Beth oft; durchschau 10. Beth oft; so wirst mit froßem Muthe die herz- du Glauben halten, dich průs liche Barmherzigkeit deß, fen und das Böse scheun, der mit seinem theuren an lieb und Eifer nicht ers Blute die Sündenwelt vom falten, und reich an guten Fluch befrent; und eigne dir, Werken seyn. Denn Muth zu deiner Ruß und Heili und Kraft und Seelenruß gung, fein Opfer zu. fagst du, Gott, dem, der 7. Beth oft; Gott wohnt bittet, zu. an jeder Stätte; in feiner 11. Dies reize mich, vor minder oder mehr. Dank dich zu treten mit Lob und Dant, Kt 4 $ 20 Tugend- Mittel. Dank, mit Wunsch und 4. Im Geift und Wahrs Flebn. Doch meine Feb beit laß zu dir das Herz uns ler bey dem Bethen wollst immer richten; uns auch du, mein Vater, überfeßn; beym Bethen für und für weil mich, der dir zur Rech- zu deinem Dienst verpflich ten fikt, durch seine Fürsprach ten; gieb mir daben die Zus unterstüßt. versicht, du werd st uns vers fagen nicht, was wir durch Jesum bitten. uns den Geist gewinnen, 5. Laß uns zur Hülfe Zeit und Maaß beym Berhen mit dem du anzurufen bist! nicht vorschreiben, auch dare belebe Herz und Sinnen, lian niemals werden laß, belebe sie mit deinem Geist, ben dem alleine bleiben, was wie uns dein theures Wort dir gefällt, was deine Ebr verheißt, dem Geiste des und unsre Wohlfahrt mehr Geberbes. und mehr befördert hier und ewig. Mel. War Gott nicht mit uns ic. 549.0 Bater, der die Liebe ist, las 2. Er unterstüß uns fråftiglich, wenn wir mit Dank 6. Nie muffe stolz ſich das und Bethen, Gott, unser Va Gemüth mit einem Rußme ter, bin vor dich als deine Kin- blähen, voll Demuth nue der treten. Da rede nicht al- auf deine Güt und auf den lein der Mund, es steige aus Mittler sehen; das, was des Herzens Grund zu dir, wir an uns selbst nicht werth, Gott, unser Fleben. wird uns durch ihn von dir 3. Zeuch unser Herz zu dir gewährt, wenn wir ihn hinauf beym Bethen und gläubig ehren. ne beym Singen; so steigt mit 7. Du, Vater, weißt, Wohlgefallen auf das Opfer, was uns gebricht in diesem das wir bringen. Nur da Pilgerleben; es ist dir auch siebst du uns grådig an, verborgen nicht die Noth, wenn wir mit wahrer An dacht nahn; nicht, wo das Herz entfernet. in der wir schweben. Du bast ein Baterbers, es kann, wenn wir dich findlich fler ben Umgang mit Gott im Gebeth. 521 ben an, nicht unerhört uns 4. Laßt uns denn mit Zus laffen. versicht zu dem Throne Got8. Wir haben Glaubens, tes naßen, da die ewge freudigkeit durch Jesum Wahrheit spricht: bittet, Christ empfangen; der Zus und ihr sollt empfaben, was gang ist durch ihn bereit, die Seele fromm begehrt, Hilf und Heil zu erlangen: was ihr Heil und Troft ges drum wollen wir an allem währt. End zu dir aufheben heilge 5. Aber auch, wie Jesus Hände; du höreft unser will, sen das Herz gesinnt Fleben. benm Bethen; voll Bes Mel. Jesu meine Zuversicht ic. dachtsamkeit und still sen es, 550. Dieses Herz vor wenn wir vor Gott treten; Gottes Thron wer mit Gott leichtsinnig im Gebetbe auszuschütten; fpricht, deß Gebeth gefällt sich vom Bater durch den Gott nicht. Sohn Heil und Segen zu erbitten; welche freudenrei che Pflicht! du, mein Herz, versäum sie nicht! 6. Wer sein Herze Gott nicht weißt, sondern noch die Sünde liebet; wer voll tråger Weichlichkeit seine Beffe2. Er, den alle Himmel rung verschiebet; wer des nicht, er, den nicht der Welt Herrn Geboth nicht ehrt; Gebiete je umschränken kon deß Gebeth wird nicht erhört. nen, spricht selbst zum Men schen voller Güte; rufe an mich, deinen Gott! flag mir findlich deine Noth! 7. Wer nur auf den schlechtern Theil, nur aufleis besgaben, denket; wer nicht auf der Seele Heil achtsam 3. Er, der ewig Heil er seine Wünsche lenket; wer warb, der, als der Geliebte fein Bethen so verricht, fleht Gottes, zu uns kam, und nach Christi Sinne nicht. für uns flarb, um uns von der Macht des Todes Ret tung zu verschaffen, spricht: 8. Wer noch Menschen, haß und Neid ben sich uns terbålt und über; wer dem bittet nur, und zweifelt nicht. Nächsten nicht verzeiht, kt s nicht $ 22 Tugend Mittel. nicht nach Jesu Sinne lie 2. Laß uns stets deinen bet; den hört; was sein hohen Ruhm so in der Welt Mund auch spricht, doch der vermehren, wie dich in deis Gott der Liebe nicht. nem Heiligthum die Auser. 9. Nur ein Herz, das sich wählten ehren; daß wir vor Gott redlich prüft, sich auch deinen Namen hier, seinem Willen unterwirft, wie deine Engel dort vor und sein Geboth eifrig stre- dir, mit froßer Ehrfurcht bet zu erfüllen, nur ein Herz, preisen; gieb reine Lehr, und das Liebe voll; nur dies Herz hilf dazu, daß wir auch uns gefällt Gott wohl. o Gott, wie du, der Heiligs 10. Ist Gott unser Herz leit befleissen. geweißt, wenn wir vor sein 3. Du haft an deinem Antlik treten; dann laßt Gnadenreich auch Untheil uns mit Freudigkeit in des uns gegeben; einst willst du Mittlers Namen betßen. uns zu jenem Reich, das So gefällts Gott, so allein ewig währt, erheben. Ins wird es ja und Amen seyn. dessen steh dein Geist uns ben, daß unser Herz nicht irdisch sen; er schenk uns Mel. Herr Gott, der du erforscheft ic. feine Gaben, daß wir in dies Gott, der du ser Pilgerzeit uns sehnen so liebevoll nach der Seligkeit, und iße dich unsern Vater nenneft, ren Borschmack haben. für unser, deiner Kinder, 4. Herr, was du willst, Wohl voll Vatereifer bren und dir gefällt, das laß volls nest; du, dessen Thron im endet werden, wie dort in Himmel ist, und buldreich jener höhern Welt, so auch auf uns alle siehst, auch uns ben uns auf Erden. Hilf, felbft haft gelehret, wie man daß wir dir gehorsam seyn; erhörlich bethen soll: gieb, uns über deine Wege freun; daß das Herz dich andachts ben dem, was uns betrübet, voll und nicht der Mund bedenken, daß, wenn du uns bloß ehret. schlägst, du auch daben ein Herze Allgemeine Bitten. 551. 523 Umgang mit Gott im Gebeth. Herze begst, das väterlich nie uns unterliegen. Wir uns liebet. sind zu schwach zum Widers stand, doch wenn uns stärket deine Hand; so lämpfen wir und fiegen. 5. Gieb uns heut unser täglich Brod, und was den Leib ernähret; bewahr uns auch vor dem, o Gott, was 8. Wir dürfen hier im Fried und Eintracht störet. Pilgerthal ein ander LebenLaß uns in Fried und stiller hoffen, wo keine Sorge, Ruß dies unser Leben brin- Müh und Qual wird weis gen zu. Zu unserm Fleiß ter angetroffen. Laß diese gieb Segen. Für großer Hofnung uns erfreun, und Trübsal und Gefahr beschüß uns zur Zugend Kraft vers uns gnädig immerdar auf leihn, das wir mit allen allen unsern Wegen. Frommen, zu deines Hims 6. Vergieb uns alle unsre mels Herrlichkeit, die uns Schuld, die wir auf uns ge: von Anbeginn bereit, wie laden, vergieb sie uns nach wir gehofft, einst kommen. deiner Huld, und nimm uns 9. Gott, deine Macht auf zu Gnaden! wir wollen und Herrlichkeit währt ewig auch von Herzensgrund all ohne Ende. Wir üderges denen, die mit That und ben jederzeit uns ganz in Mund uns Leid anthun, deine Hände. Du kannst vergeben. Herr, gieb uns und willst es thun, was einen fanften Geift, der de wir uns gläubig jezt erfleht nen selbst auch Guts erweist, von dir in Jesu Christi Nas die uns zuwider leben. men, der uns zum Bethen 7. Verleihe uns stets unterweist und die Erhörung Kraft und Muth zum Wa hoffen beist. Wir sagen chen und zum Kämpfen! freudig; Amen! und würde je die Prüfungs Mel. Vor deinen Thron tret ich se. glut zu stark, wollst du sie 552.Jh tomme vor Du bist es, der dein Anges o Gott, mein vergieb mir alle uns stårken fann; o nimm sicht; verwirf, dich unser gnådig an, Laß Flehen nicht: $ 24 Tugend- Mittel. alle meine Schuld, du Gott meiner Leidenschaft; du aber der Gnade und Geduld! ziehst mit Kraft mich an, 2. Schaff du ein reines das ich den Sieg erlangen Herz in mir; ein Herz voll kann. Lieb und Furcht zu dir: ein 8. Gieb von den Gütern Herz voll Demuth, Preis dieser Welt so viel mir nügt und Dank; ein ruhig Herz und dir gefällt. Es sey Ges mein Lebenlang. nügsamkeit mein Theil, und 3. Sey mein Beschüßer bey der Arbeit Glück und in Gefahr; ich harre deiner Heil. immerdar. Jft wohl ein 9. Schenkst du mir aber Ulebel, das mich schreckt, Ueberfluß; so laß mich mås wenn deine Baterhand mich sig im Genuß, und dürfte deckt? hoge Brüder zu erfreun, mich 4. Ich bin ja, Herr, in einen froßen Geber seyn. Deiner Hand. Von dir 10. Gieb mir Gesundheit empfing ich den Verstand: und verleiß, daß ich sie nük, erhalt ihn mir, o Herr, mein und dankbar sey, und nie, Hort, und flårf ihn durch aus Liebe gegen sie, mich dein göttlich Wort. zaghaft einer Pflicht entzieh. 5. Laß, deines Namens 11. Erwecke mir stets mich zu freun, ihn fiets vor einen Freund, ders treu mit meinen Augen feyn. Laß, meiner Wohlfahrt meint, mit meines Glaubens mich zu mir in deiner Furcht sich freun, ibn stets durch Liebe übt, mir Rath und Trost, thätig fenn. and und Beyspiel giebt. 6. Das ist mein Glück, 12. Bestimmst du mir was du mich lebrst; drum ein långres Ziel, und wers fo gieb mir Kraft, daß ich zuerst den meiner Tage viel: nach deinem Reiche tracht, bleib, Gott, meine Zuver und treu in allen meinen Pflichten sey. sicht; verlaß mich auch im Ulter nicht. 7. Ich bin zu schwach, aus eigner Kraft, jur Dámpfung 13. Und wird sich einst mein Ende naha; so nimm dich Umgang mit Gott im Gebeth. ( 25 dich meiner herzlich an, und um langes Leben. Im sen durch Christum deinen Glücke Demuth, Muth Sohn, mein Schirm, meirin Noth, das wolleft du Schild und großer Lohn! mir geben. In deiner Hand Mel. Es ist das Heil uns c. fteßt meine Zeit: Laß du 553. Gott, deine Gute mich nur Barmherzigkeit reicht so weit, vor dir im Tode finden. so weit die Wolfen gehen; Mel. Wenn mein Stündl. c. du ſchenfeſt uns Barmhers 554. Here! wie du willst, so schicks zigkeit und eilst, uns beyzus stehen. Herr, du mein Glück, mein ewges Heil! laß mich an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben. 2. Jch bitte nicht um leberfluß und Schäße dieser mit mir im Leben und im Sterben: mein Herz vers langt allein nach dir, entreiß mich dem Berderben. Ers balte mich in deiner Huld, sonst wie du willst; gieb mir Erden, laß mir, so viel ich Geduld: was du willst; baben muß, von deiner ist das Beste! Gnade, werden. Gieb mir 2. Zucht, Ehr und Treu nur Weisheit und Verstand, verleihe mir, zu deiner Lehre dich, Gott, und den, den du liebe; gieb, daß ich wanfe gefandt, und mich selbst zu erfennen. nie von dir, noch deinen Geist betrübe: laß hier und dort 3. Ich bitte nicht um Ehr mich selig seyn, und was vor und Ruhm, so sehr sie Men- dir, Herr, bös ist, scheun schen rühren; des guten in meinem ganzen Leben. Namens Eigenthum laß 3. Soll ich nach deinem mich nur nicht verlieren. weisen Rath, einst von der Mein wahrer Ruhm sen Welt abscheiden, o so verleih meine Pflicht, der Ruhm mir deine Gnad, daß es ges vor deinem Angesicht, und scheb mit Freuden. Herr, frommer Freunde Liebe. Seel und leib befehl ich dir, gieb du ein feligs Ende mir durch Jesum Chriftum, Amen. 4. So bitt ich dich, o Herr, mein Gott, auch nicht Mel 526 Tugend Mittel.malt - Met. Wer nur den lieben Gott se. deiner Lehr und Muster 555.Wer kann, Gott, thut. je was Gutes 5. Bewahr in mir ein haben, das nicht von dir den gut Gewissen, ein Herz voll Ursprung hat? dn bist der reiner Freudigkeit; ein Herz Geber aller Gaben; und aufs Gute stets befliffen, immer groß an Rath und das sich vor deinem Auge That. Du willst, daß mit scheut. Und fehl ich, Gott, Gebeth und Flebhn wir stets so züchtge mich, zu meiner auf deine Hülfe sehn. Beßrung, våterlich. 2. Drum fomm ich auch 6. Ein Herz, das in bes mit meinem Bethen, o Gott glückten Tagen, o Vater, vor deinen heilgen Thron. deiner nie vergißt; ein Herz, Wie freudig kann ich vor dich das, unter Noth und Plas treten! denn mich vertritt gen, vor dir still und demüs ben dir dein Sohn. In ihm thig ist; ein Herz, voll zu: hab ich die Zuversicht: mein versicht zu dir, und voll Ge schwaches Flehn verwirfst duld, verleihe mir. du nicht. 7. Das andre alles wirst 3. Go gieb mir denn nach du fügen. Du weißst am bes deinem Willen, was beinem sten, was mir nüßt. An Kinde heilsam ist. Du nur deiner Huld laß ich mir gnis fannst meinen Mangel stil- gen, die Schwache mächtig len, weil du des Segens unterstüßt. Zufrieden, Ba Quelle bist. Vor allen Din: ter, folg ich dir. Uch stärke gen sorge du für meines Gei- diesen Sinn in mir! Res wahre Ruh. 8. Soll ich auf Erden låns 4. Gieb mir Beståndig- ger leben, so gieb, daß ich dir Feit im Glauben; laß ihn leben mag; laß mir den Tod durch Liebe thätig seyn. vor Augen schweben, und Will etwas mir dies Kleinod kommt dereinst mein Sterbe rauben, so flös den edlen tag: so sey mein Hingang Sinn mir ein, der stets mit aus der Zeit der Eingang waprem Heldenmuth nach in die Herrlichkeit! Tåge Selbstprüfung und Wachsamkeit. 527 Tägliche Selbstprüfung und Wachsamkeit. Mel. O Gott du frommer Gott c. und bin, nur dir, Gott, zui 556.3⁰ u dir fleb ich, zueignen. Nur dann ges mein Gott! fall ich dir, und habe Freus du wollest selbst mich lehren, digkeit, wenn ich gewissens dich und dein heilig Recht haft thu, was dein Wort ges stets beilig zu verehren. beut. Du weißt, Gost, wie viel 5. Dein Wort, dein Gnas Kraft dein Knecht noch denruf sey an mir nicht vers nöthig bat; verleiß sie mir gebens; erfülle du mich und leit mich selbst den rech- selbst mit Kräften deines ten Pfad. Lebens; daß ich in dir allein 2. In meinem ganzen mich hier schon glücklich seb, Thun laß mich auf dich nur und meine Seele dich in sehen; nie untreu meiner Ewigkeit erhöh. Pflicht mich vor dir, Gott, mel. Straf mich nicht in deinem sc. vergehen. Laß diese Wahr- 557.Mache dich, mein beit mir allzeit vor Augen Geift, bereit, seyn: Gott ist auch jetzt um wache, fleß und bethe, daß mich, er schaut ins Herz dich nicht in Sicherheit binein. Noth und Ungft betrete! 3. Gieb, daß ich sagen wache Chrift! denn mit List mag zu mir in allen Fällen: fann selbst zu den Frommen ists dann auch recht, wenn der Versucher kommen. ich der Welt mich gleich will 2. Steße ohne Aufschub stellen? und siehet mich denn auf von dem Sündenschlafe; auch der Menschen Auge denn es folget sonst darauf nicht: ists recht vor Got? schwere Pein und Strafe. ists recht vor seinem An- Täglich droht dir der Tod; gesicht? schaff, daß er in Sünden 4. Lehr mich die große dich nicht möge finden. Pflicht, mich selber zu ver3. Wache auf! sonst kann leugnen, und was ich hab dich nicht Chrifti Geist ers beis $ 28 Tugend Mittel. beitern, deinen Sinn nichtschen. Gottes Gnade muß durch sein Licht reinigen und dich fren von der Trägheit läutern. Denn er will ben machen, die dich drückt, und der Füll seiner Gnadengaben bestrickt, daß du schläfrig offae Augen haben. bleibest, und fein Werk nicht 4. Wache, daß dich Sa- treibest. tans lift nicht im Schlafe 8. Bethend müssen wir finde; weil er den, der sicher den Geist oft zu Gott erbes ist, leicht verführt zur Sün- ben, daß er uns selbst Beye de. Gott läßt zu, daß auch stand leist; wenn wir wollen du, wenn du sicher wallest, leben, und durch ihn unsern in Versuchung fallest. Sinn und den Reiz zu Sün den fråftig überwinden. 5. Wache daß dich nicht die Welt durch ihr Draun 9. Doch getrost! es wird bezwinge; oder, wenn sie sich uns wohl bey dem Kampf ers verstellt, listig an sich bringe. gehen; wenn wir zu Gott Liebst du dich; so balt dich glaubensvoll in dem Sohne gern zu Christi Gliedern; fleben. Denn er will uns flieb von falschen Brü- mit Füll seiner Gunft bee schütten, wenn wir gläubig dern. 6. Wach am meisten über bitten. dich, und dein eignes Herze, 10. Drum so laßt uns, daß es nicht selbst täusche immerdar, wachen, flehen, sich, und das Heil verscherze, bethen; laßt uns, håuft sich wache du; gieb nicht zu, daßlauch Gefahr, nicht zurücke es möge beucheln, und zu treten. Kurze Zeit währt viel fich schmeicheln. der Streit, und welch eine 7. Bethe aber auch da- Krone giebt uns Gott zum ben; bethe ben dem Wa- loßne! Dankbare Erinnerung an seinen Gnadenstand. Mel. Sollt ich meinem Gott c. sind und wirken und vers 558. Gott, durch wel geba, ftärke mich, daß ich dich chen alle Dinge finge, lehre mich dein Lob erföhn! Dankbare Erinnerung an seinen Gnadenstand. 529 erhöhn! laß mich dich im Schmerz den Besiß der Welt Stillen loben, mich, den du entbehren, Erd und Himmel voll Lieb und Huld aus den wird mir klein, gegen dich Tiefen seiner Schuld zu des verächtlich seyn. 2. Könnt ihr die Gestirne zählen; Gottes Gnaden zählt ihr nicht. Christen Höh erhoben; dich 4. Wenn mich Leiden nieders erheb ich immerdar, der mich drücken, nehm ich sie als Wols schuf und neu gebar. that an von der Hand, die nur beglücken, aber niemals schaden kan. Du belohnst Er erret mir meine Schmerzen mit der tet unfre Seelen, ist ihr Lohn, Seelen Heiterkeit und verfüss ihr Troft und Licht. Wenn seft alles Leid, Gott, durch wir mit den Eitelkeiten, deine Ruh im Herzen, die wenn wir mit der bösen Lust, mich ganz mit Muth belebt, diesem Feind in unsrer Brust über allen Schmerz erhebt. wenn wir mit dem Tode 5. Von Gefahr und Noth streiten, dann versüßt er umgeben, über diesen raus Kampf und Lauf, und hilft hen Pfad geh ich, Vater, in unsrer Schwachheit auf. dein Leben, das nicht leid, 3. Wenn uns Welt und Gefahr nicht hat. Sollten Freunde meiden, weil wir mich der Erde Freuden, ihre Wollust fliehn, dann sollte mich der Sünden Spott giebt er uns seine Freuden, und das Etend und der Tod, unser Herz empfindet ihn. Herr, von deiner Liebe scheis Kann ich größres Glück beden? Nein! nichts raubt die gehren? Ewiger! hat dich Krone mir; denn ich leb mein Herz, o so wird es ohnelund sterbe dir! Betrachtung des Todes, und der Ewigkeit, Mel. Wenn wir in höchsten i. 559. Auf aufgespann ten Schwin kurze Zeit, ins tiefe Meer der Ewigkeit. 2. Dort fließen Strome gen eilt, unaufgehalten, uns ohne Ruh und wellenreich verweilt eilt sie dahin, die dem Meere zu; sich bin, wie {[ keine $ 30 Tugend Mittel.vinde keine Welle bleibt, wie eine ner Wohlfahrt nukt die stets die andre treibt. Zeit. 4 3. So folgt, so drånget 9. Die kurze Zeit, da sich immerdar sich Tag auf Tag, sein Geift der Uebung seiner und Jahr auf Jahr! so flieht Pflicht befleißt, flieht ihm das letzte schnell herbey, eh in froher Hofnung hin, und man bemerkt, wie nah es sey. wird ihm ewiger Gewinn. 4. Habt, Menschen, auch 10. Die Stunde, da er anf Stunden acht, wirkt andern nüßt, Hülflosen hilft, Gutes: denn es kommt die Verlaßne schützt, und Arme Nacht, die finstre Stunde labet, dauret dort in ihrem eilt heran, worin man nicht Lohne ewig fort. mehr wirken kan. 11. Beglückt ist, wer an 5. Jest währet noch der Jesum glaubt, in sich den Tag des Heils, jezt treft die Sündenreiz betäubt, der Wahl des besten Theils: seine Zeit zu nußen strebt die Wahl, die nach verfloß- und Gott und seinem Nächs ner Zeit auf ewig euren sten lebt. Geift erfrent. 12. Wohl ihm! denn er 6. Die ihr mit dieser entschläft dem Herrn. Der Wahl noch fäumt, die Zeit Tod erscheint; er folgt ihm in tråger Ruh verträumt, gern, und erndtet in der in eitlen Mühen sie verderbt, Ewigkeit die Frucht, die welch Web ergreift euch, er hier ausgestreut. wenn ihr sterbt! Mel. Nun ruhen alle zc. Sie Herrlichkeit 7. Denn der Versäumniß eurer Pflicht folgt dort im göttlichen Gericht, wenn euch der Tod dahin gerafft, die mug Staub und Asche wers allergnanfte Rechenschaft. den, und nichts bleibt ewig 560. der Erden, 8. Wie ruhig lebt schon stehn; das was uns hier hier der Christ, der Gottes ergehet, wird, wie so hoch Huld versichert ist, und, eins mans schahet, doch wie ein gedenk der Ewigkeit, zu fei Wintertag vergehn. 2. Was Betrachtung des Todes und der Ewigkeit. 134 2. Was hilft unnüßes eh sich der Abend zeiget: so Wiffen? wirds, wenn wir blühen und verwelken wir. sterben müssen, ein großer 7. Froh wachsen wir auf Vorzug seyn? Was hilft uns Erden und hoffen alt zu Macht und Ehre, so glån werden im Wohlstand, Glück zend sie auch wäre? kann sie und Ruh; doch in den schöns uns wohl alsdann erfreun? sten Tagen, noch eh wir 3. Wie bald wird das Früchte tragen, eilt Kranks jerrinnen, was wir mit Müh heit, Schmerz und Tod gewinnen, was unser Fleiß herzu. erwirbt? kann wohl, was wir 8. Wir rechnen Jahr auf befißen, uns vor dem Tode Jahre: inzwischen wird die schügen? stirbt dis nicht Bahre vor unser Haus ges alles, wenn man stirbt? bracht. Man scheidet von 4. Was sind der Erde den Seinen, die, hülflos, Freuden? wie bald folgt uns beweinen und uns bes Angst und Leiden, auf Un- deckt des Grabes Nacht. maß im Genuß? was ists 9. Dis laß uns wohl bes womit wir prangen? wo denken, und uns zum Hime wirst du Ehr erlangen, die mel leuken, weil er uns offen nicht zulezt verschwinden steht. Wer dahin will ge mug? langen, darf an der Welt 5. Was sind selbst alle nicht hangen, die einst mit Thronen? giebst wohl auf ihrer Lust vergeht. Erden Kronen, die unver Mel. Wer nur den lieben Gott*. welklich blühn? kann vor 561. Es eilt der leßte des Grabes Schrecken der von den Tagen, Purpur dich bedecken? die die du hier lebest, Mensch Krone dich dem Tod ent- herbey. Nim wahr der ziehn? Beit! und, statt zu klagen, 6. Wie, wenn die Sonn sie sey zu kurz, gebrauch sie aufgehet, die Rose blühend tren. Nim mit erkentlis stehet in ihrer schönsten Zier chem Gemüth der nahen und oft verwelkt sich beuget, Stunde wahr; sie flieht. 21 2 2. Bes 132 per Tugend Mittel. Du 12. Beschäftiget mit Klei- ich nichts vermag. nigkeiten verlierst du deines schenkst, daß ich das Beste Lebens Zweck, verschiebst wähle aus Gnaden wir noch - dein Heil auf ferne Zeiten, diesen Tag. Was ist nicht und wirfst leichtsinnig Jahre Eine Stunde werth, die deine weg? als wäreft du, du kangmuth mir gewährt? Sterblicher, des nächsten 7. Wohl mir, wenn ich aus Augenblickes Herr? allen Kräften nach Gottes 43. Des Himmels Glück Reiche hier gestrebt, in Gotts einft zu befißen, mußt du die gefälligen Geschäften die kurze Lebenszeit, als deine Pilgertage durchgelebt, und Saatzeit, weislich nüßen, einst im Glauben sagen kan: und thun, was dir der Herr du nimst mich, Herr, zu gebent. Er ruft dir menschen: Ehren an. freundlich zu: Eins, eins 8. Mein sprachlos Flehn, ist noth; was säumeft du? bey meinem Ende, vernimft 4. Drum ell, errette deine du Herzenskündiger! in dels Seele, und denke nicht: ein ne treuen Vaterhånde befehl andermal! sey wachsam, ich meinen Geist, o Herr! beth und überzähle der Mens er schwingt sich über Grab fchentage kleine Zahl. Ge- und Welt zu dir, wenn seine fezt dein Ende wåre fern: Hütte fällt. so wandle doch vor Gott, mel. Wer nur den lieben Gott it. dem Herrn. 562. Ste kommt; fie kommt die lezte 5. Mit jedem neu erleb: ten Morgen erwecke dich zu Stunde: bald ist der Rich diefer Pflicht. Sprich: dir, ter vor der Thür. Was o Gott, ist nichts verborgen, für ein Wort aus seinem ich bin vor deinem Ange: Munde bestimmt mein ewig ficht, und will, mich deiner Schicksal mir? komm, du Huld zu freun, mein Leben Gesegneter, herein! ach gern der Tugend weihn. oder? geh zur Höllenpein! 6. Erleucht und stärke 2. Mir sagt, o Gott, es meine Seele, well ohne dich mein Gewiffen, daß ich ein Uebers 3 Betrachtung des Todes und der Ewigkeit.$ 33 Uebertreter bin. Ließ ich mein Herz es meynt, und auch fromme Thránen flies was ich zu erwarten habe, sen nnd floh zu Jesu gláus wenn Jesus zum Gericht era big hin? hab ich Vertraun scheint. Laß mich, durch dets auf Christi Tod, wenn mir nes Geiftes Kraft, stets fers des Grabes Schrecken droht? tig seyn zur Rechenschaft! 3. Hat dieser Glaubewah Mel. Wer nur den lieben Gott ac. re Liebe zu dir, mein Gott, 563.Wer weiß wie nas in mir erzeugt? Entflammte mir mein erdes Dankes Triebe, womit Ende? die Zeit flieht hin, ich kindlich mich gebeugt, es kommt der Tod: Ach wenn du mich als ein Vater wie so plözlich und behende trugst, wenn du mich als ein kann kommen meine lezte Vater schlugst? mns Noth! Mein Gott, ich fleh 4. Du willst, ich soll die durch Christi Blut, machs Welt verlaffen: thu ichs doch mit meinem Ende gut. auch gern und mit Geduld? 2. Es kamm vor Nacht vergab ich denen, die mich leicht anders werden, als es haffen, mit Hand und Herz am frühen Morgen war; zen ihre Schuld? that ich wo ich nur bin auf dieser auch einem Menschen leid, Erden, leb ich in fteter Tods. der über mich noch Rache gefahr. Mein Gott, nim schreyt? mich in deine Huth, und 5. Empfahl ich dir auch machs mit meinem Ende gut. stets die Meinen? hab ich 3. Lehr mich das Ende auch treu für sie gewacht?| stets bedenken, den Sinn, darf ihrer keiner darum wei- noch eh ich sterben muß, auf nen, daß ich nicht als ihr meiner Seele Wohlfahrt lens Freund, gedacht? und sterb ten, und nicht aufschieben ich in der Zuversicht: der meine Buß; sonst käme mir Herr verläft die Meinen des Mittlers Blut an meis nicht? nem Ende nicht zu gut. 6. Herr, prüfe mich noch 4. Lehr mich auch sonst bier am Grabe, erforsche wie mein Haus bestellen in Mens 11 3 schens 534 Tugend Mittel. schenlieb und Furcht vor dir; 8. Nichts sey dann, was fo fag ich dann in allen Fål- mich von ihm scheide, nicht len: Herr, wie du willst, so kust noch Furcht, noch schicks mit mir; und weiß, Schmach noch Noth! Er ist des Mittlers theures Blut es, dem ich leb und leide und Tommt mir an meinem End treu verbleibe bis zum Tod. zit gut. Un seiner Hand, in seiner 5. Vermehr in mir die Huth, da lebt man froh, da Luft zum Himmel, und dåmpf stirbts fich gut. in mir die Luft zur Welt. 9. Ich habe Jesum anges Denn wem thr rauschendes zogen, bin ihm geweihet durch Getümmel, ihr eitler Reiz, die Tauf; als Vater bist du zu sehr gefällt, der ist im mir gewogen, haft mich zum Sterben ohne Muth, mit Kind genommen auf. So deffen Ende wirds nicht machs mit mir durch Chrifti gut. Blut nun ferner bis ans 16. Ach laß mich die bes Ende gut. gangnen Sünden vor dir ****** ( 093 10. Ich habe Jefu Mahl mit wahrem Ernst bereun, genoffen, dis Denkmahl seiner laß mich bey dir Vergebung Lieb und Treu: daß er für finden, mich selbst durch mich sein Blut vergoffen Reue nicht entweihn; es und ewig mein Erbarmer komme mir des Mittlers sey. Dank ihm! der fliess Blut im Leben und im Tod sen ließ sein Blut, der macht zu gut. gewiß mein Ende gut. 7. Ich weiß, wenn ich zu 11. So komm mein End Jefu Wunden hinflich im heut oder morgen, ich weiß, Glauben und Gebeth; so daß mirs mit Jefu glückt. find ich in den bångsten Er ists, der mich in allen Stunden die Kraft, die sich Sorgen, er ists, der mich im mein Herz erfleht. Auch Tod erquickt, und mir, zu in der stärksten Prüfungs- schaun das höchste Gut, die glut erquickt mich sein ver- Thore jener Welt austhut. goßnes Blut. 12. Jch Betrachtung des Todes und der Ewigkeit. 535 12. Ich bin getrost: mein schweben! möcht ich mich, Glaube sieget, Gott, über stets meiner Pflicht treu zu Furcht und Kummerniß. feyn bestreben; das ich nie Wie es dein Wille mit mir thöricht sie auffer Augen figet, bin ich vergnügt; ich sehte, wiffentlich verlegte! weiß gewiß, durch deine 5. Lehre mich gewissens Guad und Christi Blut haft meine Tage zählen; jes machst dus mit meinem En- den Schritt zur Rechenschaft de gut. se mich mit Vorsicht wählen. Mel. Straf mich nicht in deinem ac. Gieb, daß ich ernstlich mich err, ich bin dein jeden Tag, auch heute, auf Eigenthum: fie zubereite. dein ist auch mein Leben! 564. 6. Zeigt sich erst die Ewigmir zum Heil und dir zum keit furchtbar in der Nähe, Ruhm, hast du mirs gege- o dann ist es nicht mehr Zeit, ben! våterlich führst du mich daß ich Gnad erflehe! wann auf des Lebens Wegen met der Tod mir schon droht, nem Ziel entgegen. kann ich deinen Willen, Herr, 2. Bald kommst du mit nicht mehr erfüllen! großer Kraft zum Gericht 7. Mein Gewissen strafe auf Erden: dann soll ich zur mich gleich für jede Sünde, Rechenschaft dargestellet wer: Mittler, daß ich bald durch den. Dein Gericht schonet sich Gnade such und finde! nicht, Richter aller Welten! rufe du dann mir zu: alles denn du willst vergelten. ist vergeben! beßre nur dein 3.Weh dann mir in Ewig-| Leben! keit, wenn ich deine Gabe, 8. Dann erscheine zum meine Kräfte, meine Zeit hter Gericht: ich darf zu dir bes gemisbraucht habe! weh then! mich verstößt dein Badann mir, hab ich hier dein ter nicht: du wirst mich Geschenk verschwendet, und vertreten! ewig dein werd nicht angewendet! ich seyn, und mich, dich zu 4. Möchte täglich dein lieben, ewig, ewig üben. Gericht mir vor Augen { 1 4 Mel. $ 36 to Tugend Mittel. ohindo Mel. Wer nur den lieben Gott c. 5. Laß mich absterben 565.Weil nichts gemei allen Sünden durch ernste ner ist, als Ren und wahre Buß, im Sterben, mein Tod stets nås Glauben mich mit dir vers her kömmt heran; so will ich binden, stets denken, daß ich mich mit Ernst bewerben, sterben muß; und gieb, daß daß ich einft felig sterben ich zu jederzeit zu meinem tan. Ich will erst sterben, Ende sey bereit.d for eh ich sterb, daß ich im Tode nicht verderb. 6. Leit und bewahr durch deine Hände, Herr, stets mich 2. Jedoch es ist dis eine als dein Eigenthum. Dir Sache, die nicht blos ben folgen; sey bis an mein uns Menschen steht. Damit Ende vor Menschen und vor ich nun das möglich mache, Gott mein Ruhm; ja nim, was sonst dem Herzen schwer wenn ich vollbracht den Lauf, eingeht; so ruf ich meinen auch mich in deinen Hims Mittler an, der, wohl zu ster: mel auf.32 ods ben, helfen kan.inf 7. Bereit' von auffen und 3. Er ist mein Heiland, von innen mich auf das En der sein Leben für meines de meiner Zeit, mein ganzes aufgeopfert hat, der, aus Denken und Beginnen sey dem Staub mich zu erheben, dir und deinem Dienst ges als Sieger aus dem Grabe weiht; dann ist mir auch, trat; und mir, wie furcht mein Gott und Herr, der bar er sonst broht, nun über Tod nicht schwer, nicht winden hilft, den Tod. furchtbar mehr. 4. Ach großer Retter! 8. Dann quillt mir Troft denke meiner, und steh mit aus deinen Wunden, dann deiner Kraft mir bey; denn stehet deine Kraft mir bey, auffer dir macht mich sonst dann machst du in den To leiner von Todesfurcht und desstunden mich bald vom leza Sünden frey. O gieb, daß ten Kampfe frey, und führeſt fich voll Troft und Ruh mein über Grab und Zeit mich zu Auge schließ im Tode zu. des Himmels Herrlichkeit. 9. Auf Betrachtung des Todes und der Ewigkeit. 537 9. Auf diese Weise mag 5. Der Tod rückt Seelen ich sterben in kurzem oder vors Gericht; da bringt über lang; mir macht, als Gott alles an das Licht, und einem Himmelserben, die macht, was hier verborgen Todesnacht das Herz nicht war, den Rath der Herzen bang; ich weiß, ich rühms offenbar. Anc voll Dank und Muth: du machsts mit meinem Ende gut. 6. Drum, da dein Tod dir täglich draut, so sey doch wacker und bereit; prúf deis nen Glauben als ein Chrift, Mel. Herr Jefu Chrift, wahr'r. ob er durch Liebe thätig ist. 566.Wie ficher lebt der 7. Ein Seufzer in der Mensch, der lezten Noth, ein Wunsch Staub! sein Leben ist ein durch des Erldsers Tod, vor fallend Laub; und dennoch Gottes Thron gerecht zu schmeichelt er sich gern, der seyn, dis macht dich nicht Tag des Todes sey noch fern. von Sünden rein. 2. Der Jüngling hoft des 8. Ein Herz, das Gottes Greifes Ziel, der Mann noch Stimme hört, ihm folgt, seiner Jahre viel, der Greis und sich vom Bösen kehrt; zu vielen noch ein Jahr, und ein gläubig Herz, von Lieb keiner nimt den Irrthum erfüllt, dis ist es, was in wahr. Chrifto gilt. 3. Sprich nicht: ich denk 9. Die Heiligung erfors in Glück und Noth im Hers dert Müh; du wirkst fie zen oft an meinen Zod. nicht, Gott wirket sie. Du Der, den der Tod nicht wei: aber ringe stets nach ihr, als ser macht, hat nie mit Ernst wäre sie ein Werk von dir. an ihn gedacht. 10. Ihr alle seine Tage 4. Wir leben für die Ewig-/ weihn, heißt eingedenk des keit, zu thun, was uns der Todes seyn; und wachsen Herr gebeut, und unsers Le in der Heiligung ist wahre bens kleinster Theil ist eine Todserinnerung. Frift zu unserm Heil. 21 5 Ir. Wie 538 bin Tugend Mittel. mot 11. Wie leicht vergeß ich in deiner Pflicht nicht hins diese Pflicht! Herr! geh mit dern, vielmehr dir Kraft das mir nicht ins Gericht! an zu verleihn. meinen Tod erinure mich, dag 3. Ermattest du in deinen ich dir wandle würdiglich: Pflichten; so laß den Tod 12. Daß ich mein Herz dich unterrichten, wie wenig mit jedem Lag vor dir, odeiner Tage sind. Sprich: Gott, erforschen mag, ob sollt ich Gutes wohl verschies Glanbe, Demuth, Lieb und ben? nein, meine Zeit, es Tren, die Frucht des Geistes auszuüben, ist kurz, und sie in mir sey: verfliegt geschwind. 13. Daß ich zu dir um 4. Denk an den Tod, Gnade fleh, ftets meinen wenn böse Triebe, wenn Luft Lüften widersteh, und ein der Welt und ihre Liebe dich ftens in des Glaubens Macht reizen; und ersticke sie. mit Freuden ruf: es ist voll Sprich: kann ich nicht noch bracht! wi beute sterben? und könnt ich auch die Welt erwers Mel. Es werde Gott von uns r. ben, beging ich doch solch as sorg st du Uebel nie. 567.23 ängstlich für 5. Denk an den Tod, dein Leben? es Gott gelassen wenn Ruhm und Ehren, übergeben, ist wahre Ruh wenn deine Schäße sich vers und deine Pflicht. Du folls mehren, daß du sie nicht zu es lieben; weislich nüßen; heftig liebst. Denk an die es dankbar, als ein Glück Eitelkeit der Erden, daß, besigen; verlieren als ver wenn sie dir entriffen werden, lörst dus nicht. du dann dich nicht zu sehr betrübst. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken; doch, dich 6. Denk an den Tod bey zur Weisheit zu erwecken, frohen Tagen. Kann deine soll er dir stets vor Augen Lust sein Bild vertragen: so feyn. Er soll den Wunsch ist sie gut und unschuldsvoll. zu leben mindern; doch dich Sprich: dein Vergnügen zu vers Betrachtung des Todes und der Ewigkeit.$ 39 versüßen: welch Glück werd mich sterbend nicht verlaffen; ich erst dort genießen, wo ich dann zeigt er mir sein Ans unendlich leben soll! geficht. 7. Denk an den Tod, 11. So fuche dir in allen wenn deinem Leben das fehlt, Fällen den Tod oft lebhaft wornach die Reichen streben; vorzustellen; so wirst du ihn sprich: bin ich hier, um nicht zitternd scheun; so reich zu seyn? Wohl mir! wird er dir ein Trost in Klaa wenn ich in Chrifto sterbe, gen, ein weifer Freund in dann ist ein unbeflecktes Erbe, guten Tagen, ein Schild in dann ist des Himmels Reich der Versuchung seyn. thum mein. Mel. Jefus meine Zuversicht ic. 8. Denk an den Tod, 568.Meine Lebenszeit wenn Leiden kommen; sprich: alle Trübfal eines Fremmen stündlich eil ich zu dem ist zeitlich und durch Hof Grabe. Und was ists, das nung leicht. Ich leide; doch ich vielleicht hier annoch zu von allem Bösen wird mich leben habe? denk, o Seele, der Tod bald, bald erlösen; er an den Tod! säume nicht; isis, der mir die Krone reicht. denn eins ist Noth. 9. Denk an den Tok, 2. Lebe, wie du, wenn du wenn freche Rotten des Glan- stirbst, wünschen wirst gelebt bens und der Tugend spot zu haben. Guter, die du ten und Lafter stolz ihr Haupt hier erwirbst, Würden, die erhöhn. Sprich ben dir dir Menschen gaben, nichts felbst: Gott trägt die Spdt wird dich im Tod erfreun; ter; doch endlich ist für sie diese Güter sind nicht dein. kein Ritter, wenn sie nicht hier noch in sich gehn. 3. Nur ein Herz, das Jes fum liebt, nur ein ruhiges 10. Denk an den Tod zur Gewissen, das vor Gott dir Zeit der Schrecken, wenn Zeugniß giebt, wird dir deis Pfeile Gottes in dir stecken; nen Tod verfüssen; dieses du rufft, und er antwortet Herz von Gott erneut, giebt nicht. Sprich: sollte Gott zum Tode Freudigkeit. mich ewig haffen? er wird 4. Wenn $ 40 Tugend Mittel. 4. Wenn in deiner lezten Sterblichen sind Staub. Noth Freunde hålflos um Sie wachsen auf und fallen, dich stehen, dann wird über wie leicht verwelkend Laub. Welt und Tod dich dis reine Verborgen ist die Stunde, Herz erhöhen; dann ers die uns zum Tode ruft; schreckt dich kein Gericht: doch führt uns jede Stuns Gott ist deine Zuversicht. de stets näher hin zur 5. Daß du dieses Herz Gruft. erwirbst, fürchte Gott und 2. Getroft gehn Gottes beth, und wache. Sorge Kinder auf seinen Wink die nicht, wie früh du stirbst; Bahn, zu der einst kühne deine Zeit ist Gottes Sache. Súnder voll Angst und Uns Lern nicht nur, den Tod nicht muth nahn; wo nun der scheun; lern auch, seiner dich freche Spotter nicht mehr zu erfreun. spotten wagt, und vor des 6. Ueberwind ihn durch Frommen Retter erzittert Vertraun, sprich: ich weiß, und verzagt. an wen ich glaube, und ich 3. Wenn, diese Bahn zu weiß; ich werd ihn schaun gehen, mir, Gott, dein Wink einst in diesem meinem Leibe. gebeut; wenn vor mir offen Er, der rief: es ist vollbracht! stehen Gericht und Ewigs nahm dem Tod die Schret keit, wenn meine Glieder bes tens- Macht. ben, mein sterbend Auge 7. Tritt im Geist zum bricht; Herr über Tod und Grab oft hin, siehe dein Ges Leben! o dann verlaß mich bein versenken; sprich: Herr, nicht! daß ich Erde bin, lehre du 4. Hilf Todesüberwinder, mich selbst bedenken; lehre hilf dem in solcher Angst, du michs jeden Tag, daß ich für den du, Heil der Süns weiser werden mag. der, felbft mit dem Tode rangst. Und wenn des Mel. Herzlich thut mich verl. ic. Kampfes Ende gewaltiger 569.Die ie auf der Erde ihn fast, so reiche dem die wallen, die Hände, den du erlöset haft. 5. Des Betrachtung des Todes und der Ewigkeit. 41 5. Des Himmels hohe aller threr Noth, aus aller Freuden ermist kein sterblich ihrer Missethat, durch seinen Herz; wie lindern sie die Sohn erlöset hat. Leiden, den kurzen Todes. 4. Sein Jammer, Trubsal schmerz! Dank ihm, dem und Elend ist kommen zum ers Ueberwinder des Todes ho- wünschten End. Er hat nun her Dank! Preis ihm, der abgelegt das Joch, das wir, für uns Sünder den Kelch wir Pilger, tragen noch. des Todes trank! 5. Die Seele lebt ohn alle 6. Wohl denen! die auf Quaal, der Leib ruht, fern Erden sich schon dem Hims vom Thránenthal; Gott, dem mel weihn, und, aufgelöst zu er treu blieb bis ans Grab, werden, mit heilger Furcht wischt nun auch seine Thrás sich freun! Bereit, es aufzunen ab. geben, wenn Gott, ihr Gott, 6. Hier hat ihn Trübfal gebeut, fließt ihnen dieses Les oft gedrückt; doch nun wird ben sanft hin zur Ewigkeit. i er von Gott erquickt. Was sind die Leiden dieser Zeit doch gegen diese Herrlichkeit! 7. Nun, du Erlöfter! 570. Nun grabt den schlaf in Ruh, wir gehn nach Leib in seine unsern Hütten zu, und maGruft, bis ihn des Richters chen zu der Ewigkeit mit Stimme ruft! dann wird er Ernst und Sorgfalt uns aus dem Grab aufftehn, her bereit. vor zu der Vergeltung gehn. Bey Beerdigungen. Mel. Nun laßt uns den Leib ic. 8. Sey mit uns, Jesu, 2. Aus Erde schuf ihn stårk und tröst uns alle, die einft der Herr! er war schon bu haft erlöst. Laß unfre du Staub und wirds nur mehr. ganze Seele dein und frendig Er ward gefä't, verwest, er- unser Ende seyn. wacht einst herrlich aus des Grabes Nacht. 3. Des Frommen Seele lebt ben Gott, der sie aus Zweytes Chor. In voriger Melodie. 571.So grabt denn mein entfeelt im Gebein, 542 Tugend Mittel. Gebein, o ihr, noch Sterbeleuren Lauf! wollt ihr euch liche, nur ein. Ich bleib, eures Glaubens freun, muß ich bleib im Grabe nicht; er durch Liebe thätig seyn.. denn Jesus kommt und hält In voriger Melodie. Gericht. 572.23 ir tragen diefen 2. Ja, ja! mein aufge Leib zur Gruft, Bft Gebein wird die Ver- zur Ruhe, bis der Herr ihn wesung weit verstreun. Doch ruft: bis einst durch Jesu einst erweckt mich wunder: Chrifti Macht, er aus dem bar Gott, der den Staub Todesschlaf erwacht. zählt, wie ein Haar. 2. Nichts, als den Leib, 3. Gott ist barmherzig zerstört der Tod; die Seele und verstößt im Tode nicht, geht hinauf zu Gott; sie die er erlöst, die sich, von erndtet dort, vor seinem Sind und Missethat, der Thron, des Glaubens und Mittler selbst geheiligt hat. der Tugend Lohn. 4. Die Trübsal, die mich 3. Deß immer eingedenk hier verlegt, wird mir durch will ich zum Tode so bereis Freude dort erseßt. Tragt, ten mich, daß ich, voll Muth Chriften, Jefu sanftes Joch; und Heiterkeit, ihn zu ers o tragt es treu! einst ruht warten, sey bereit. ihr doch! 4. Auch zag, in dieser Zus 5. Ja! Ruhe, die ich versicht, ich bey dem Tod der sonst nicht fand, die find ich meinen nicht. Sie sterben nun in Gottes Hand, wo Gott! Nach seinem Wort, alle Noth vergessen ist, wo vereint er uns auf ewig dort. keine Thräne weiter fließt. 5. Gott! wisch du selbst 6. Bey euch hat Trübsal die Thränen ab dem, der bey mich gedrückt; doch herrlich dieses Todten Grab, im ties werd ich nun erquickt: ich fen Schmerz versenket, weint, schane Gott, so wie er ist dem sein Verlust zu herbe und meinen Heiland Jesum scheint. Chrift. 6. Hell jedes Herz und 7. Die Liebe höret nim- binde du die Wunde, die noch mer auf; mit ihr vollendet! blutet, Betrachtung des Todes und der Ewigkelt. 543 blutet, zu dein Wille, die 4. Gott, der sich selbst die Unsterblichkeit, erheitre jede Liebe nennet, thut alles liebs Dunkelheit! reich, was er thut; auch da, wenn er die Herzen trennet, meint es sein Vaterherze gut. Ja wohl dem! der es glaus ben fan: was Gott thut, Beym Begräbniß eines Kindes. tap tad Mel. Wer nur den lieben Gott i 573. Gottlob! mein das ist wohlgethan. Lauf eilt früh 5. Was sind der Mens zum Ende und auch mein schen Lebenstage? ein Schats Leid und Ungemach. Durch ten, Nebel, Rauch und feine liebesvollen Hände zieht Dampf; voll von Versus mich mein Heiland früh ihm chung, Angst und Plage; nach. An Gottes Reich Noth folgt auf Noth, und gab er mir Theil, mein Kampf auf Kampf. Man Loos ist Seligkeit und Heil. fehlt, man weint, man sorgt, 2. Ihr Meinen! hemmet man wacht, bis daß der Tod Schmerz und Grämen; seyd, ein Ende macht. wie es Christen ziemt, be 6. Dort bin ich frey von trübt! Gott kann das Seine allen Leiden; vor Sünden wieder nehmen, wenn, wo, dort in Sicherheit. Dort und wie es ihm beliebt. Ich schmeck ich nichts als reine war ja nur von Gottes Hand Freuden, dort ist kein Leid, ein euch geliehnes Liebes- Gefahr noch Streit. Dort pfand.d bin ich schön, geehrt und 3. Daß ich die Welt und reich, an Tugend Gottes euch verlaffe, geschiehet nicht Engeln gleich. von ohugefelyr; und daß ich 7. Betrachtet, Freunde, schon so früh erblasse, statt der Leiche, die euer Herz kömmt von des Schöpfers in Unruh seht, das Glück, Weisheit her. Gott ists, das mich im Freudenreiche, der unser Ziel bestimmt, bis ich euch wieder seh, era und Alt und Junge zu sich gößt. Glaubt christlich, nimmt. daß ich selig bin; so wers den Mittel. pode 544 D9 Tugend den Schmerz und Zähren fliehn. 4. Was ist diese Lebens. zeit? ach, nur eine kurze 8. Indessen lebt und bleibt Stunde gegen jene Ewigkeit! im Segen; kein schweres doch von dieser kurzen Stuns Unglück rühr euch an; geht de hängt es ab, ob Weh, ob freudig auf der Tugend We Wohl dort zu Theil uns gen; liebt Gott, sein Wort, werden soll! Flieht S liebt jedermann. Flieht 5. Gieb uns Weisheit, Sünden, fliehet Heucheley, Muth und Kraft, dieseStuna bleibt Jesu, bis ihr sterbt, de wohl zu nüßen; und am getreu! Ziel der Pilgerschaft wolleft Mel. Jesus meine Zuversicht ic. du uns unterstüßen, daß wir 574.Selig, Gott, find freudig auf dich sehn, und fie, die nun getroft zum Tode gehn. hier in ihrem stillen Grabe 6. Daß wir dein sind, nach des Lebens Mühe ruhn, nicht der Welt, daß du uns und sich deiner größten Gabe, wirst auferwecken: diesen eines ewgen Lebens, freun. Troft der bessern Welt laß Möchten wir uns auch so uns, wenn wir sterben, schmes freun! cken; stårk den blöden Geist, 172. Gott, du willst; wir wenn ihn Todesschrecken leben noch mühsam hier in überziehn. Pilgerhütten; unser Kampf 7. Soll ich einst, um auch ist endlich doch, und vielleicht zu ruhn, zu den Todten Gots bald, ausgeftritten. Endlich tes gehen: wollst du mehr führt auch uns der Tod, so noch an mir thun, als wir wie jene, zu dir, Gott. bitten und verstehen. Dann, 3. Jesus selber lebte hier, in meiner Todesnacht, sag hier in unsern Pilgerhütten; ich froh: es ist vollbracht! ach! viel mehr, viel mehr, met. Wachet auf! ruft uns ic. als wir, hat der Göttliche 575. Selig find bes gelitten. Himmels im Kampf uns stehn, auf Erben, die Todten, die im ihn, den Bollender, sehn. Herren sterben, zur Aufers stehung Betrachtung des Todes und der Ewigkeit. 545 stehung eingeweißt! nach ins Grab! er ging zu Gott! den lezten Augenblicken des wir folgen ihm! Todesschlummers folgt Ent gucken, folgt Wonne der Un mel. Ermuntre dich mein schw. ic. 576.Wie ungewiß ift, sterblichkeit! im Frieden ru Herr, das Ziel hen sie los von der Erde Müh! der Wallfahrt auf der Erde! gelobt sey Gott! vor seinen ob ich noch wenig oder viel Thron, zu seinem Sohn, an Tagen zählen werde, das begleiten ihre Werke sie. weiß ich nicht; du weists 2. Dank, Unbethung, allein. Ich kann vielleicht Preis und Ehre, in alle der nächste seyn, vom abs Ewigkeiten Ehre, sen dir, gekürzten Leben ein Beiſpiel Versöhner, Jesus Chrift! abzugeben. Ihr der Ueberwinder Chöre, 2. Bin ich erbaut aus bringt Dank, Unbethung, besserm Zeug als andre, die Preis und Ehre dem Lamme, an Jahren und Munterkeit das geopfert ift! er fant wie mir völlig gleich, des Tos wir ins Grab, wischt unsre des Beute waren? wie Thránen ab. Halleluja! manchem starrte schnell das er hats vollbracht! nicht Herz, eh weder Krankheit Tag, nicht Nacht, wird an oder Schmerz ihm, als des des Lammes Throne seyn. Todes Boten, sein nahes 3. Nicht der Mond, nicht Ende drohten. mehr die Sonne scheint uns 3. Wenn ich die Gottes alsdann; er ist uns Sonne, åcker seh, und alles könnte der Sohn, die Herrlichkeit lesen, was der, auf deffen des Herrn! Hell, nach dem Grab ich geh, in seinem wir weinend rangen, nun Sinn gewesen, und was bey bift du, Heil, uns aufgegan- ihm die Todesnacht für Hofs gen, nicht mehr im Dunkeln, nungen zu nichts gemacht: nicht mehr fern. Nun wei- so würd ich oft mit Schrecken nen wir nicht mehr: das mein eigen Herz entdecken. Alte ist nicht mehr. Halle: 4. Mein Gott, befreie luja! er fank hinab, wie wir, mich vom Dunst der irrdis M m schen 546 Tugend Mittel. putan schen Beschwerden, und lehs schied mir bestimmt, nichts, re mich die große Kunst, bey was mir hier verliehen, Gråbern flug zu werden. mein Herz zurücke ziehen. Nur der ist weise, der bes 8. Dir sey es gänzlich denkt, wie viel von seinem heimgestellt, wie, wo, und Tod abhängt, und der dazu wann ich scheide. Wer uns in Zeiten sein Herz suchister deinem Schuße fällt, zu bereiten. wird frey von allem Leide. 5. Erinnre mich ans große Doch wünsch ich, daß ich Ziel, dazu du mich geschaffen, wohlgeschickt von hinnen damit ich mich nie in das werde weggerückt, und alle Spiel der Weltlust mag zuschweres Kämpfen, nicht vergaffen. Und sieht dein die Vernunft mag dåmpfen. Auge, daß mein Schritt, noch 9. Laß mich auf Jesu nicht den rechten Weg betritt, Herrlichkeit mit froher Hofe so wollst du, Herr, in Zeiten nung blicken, und mitten in auf solchen Weg mich leiten. der Dunkelheit mich sein 6. Damit ich einst mich Verdienst erquicken. Dann vor der Hand des Todes nim, Herr, nach vollbrache nicht entfärbe; so mache tem Lauf den Geift aus dies mich mit ihm bekannt vor fer Hütte auf, die einst im her noch, eh ich sterbe. Lag Reich der Deinen wird new mir sein Bild vor Augen gebaut erscheinen. feyn, damit ich lerne Süns mel. Aus tiefer Noth schrey u. den ſcheun, die das Gewisſen 577. Komm, Sterbli und erwecken. cher, betrachte, mich; ich lebte auch auf Ers 7. Gieb, daß ich dich mit den; und was du bist, das frohem Muth, als meinen war auch ich; was ich bin, Gott betrachte, hingegen wirst du werden. Du fol Freunde, Glück und Gut, gest nach, ich ging vorhin; nicht als mein eigen achte: gedente nicht in deinem so wird, wenn mich die Zeit Sinn, es sey weit fern dein wegnimt, die du zum Ab Sterben, bal 2. Bes Betrachtung des Todes und der Ewigkeit. 547 2. Bereite dich, flirb ab auf Gråber tritt, nicht selbst der Welt, denk an die lez- zum Grab hinführet? ten Stunden: oft hat, eh 6. Sprich nicht zu dreift: man sichs vorgestellt, der ich bin gesund, und munter Tob sich eingefunden. Heutzu Geschäften. Kanns die hat er hingenommen mich, nicht in der nächsten Stund vielleicht trift es schon mors gebrechen schon an Kräften? gen dich, vielleicht wohl gar die Wange, die noch heut so vor Abend. roth, so blühend war, ist oft 3. Sprich nicht: ich bin vom Tod in kurzer Zeit ents noch viel zu jung, ich werd fårbet. noch långer leben, du bist light wohl 7. Dies Leben gleicht der schon reif und alt genung, Welle Schaum, der kurze den Geist von dir zu geben. Zeit bestehet, gleich einem Wie bald ists nicht um dich leichten Morgentraum, der gethan? es sieht der Tod schnell vorüber gehet. Wenn kein Alter an; bau nicht auf mans am wenigsten gedacht, deine Jugend. so heißts oft schon: es ist 4. Bey manchem, der ge vollbracht, auch der ist hier hofft, begehrt: er sollte nicht gewesen. erscheinen; ist doch der Tod 8. Indem du lebeft, lebe schon eingekehrt, wie darfst so, daß du magst selig stere du doch nun meynen: du ben. Du weißt nicht, wann, sterbest nicht in deiner Blüth; wie oder wo? dein Körper da man Beweise täglich wird verderben. Bedenk sieht, daß junge Leute dein Wohl, dein wahres sterben. Glück, auf diesen Eurzen 5. Den Blüthen ist dis Augenblick erfolgen Ewigs Leben gleich, die Winde bald keiten. verwehen; sey dann nicht 9. Du magst bereit seyn, sicher und verzeuch nicht, oder nicht; der Tod wird auf dein Heil zu sehen nicht verweilen: und dann Wer weiß, ob den, der näch mit dir so zum Gericht, wie ste Schritt, der sicher jezt er dich fand, hineilen. Und Mm 2 Frens 548 Tugend Mittel. Freude, oder Schmerz und sandt wird kommen, daß dir Pein, wird dann dein Looß sein Ruf ein Hingang sey zu auf ewig seyn, nachdem dusjener Ruh der Frommen. hier gelebet. Bereite dich, daß dich der 10. Ach, denke nicht: es Tod entlade aller Bürd und hat nicht Noth, ich will mich Noth; bedenke stets das schon bekehren, wenn mir Ende! • Ast die Krankheit zeigt den Tod; mel. Ich hab mein Sach Gott I. hig ein sind wir, Gott, in Ewigs Gott wird mein Flehn er. 578.De of hören. Wer weiß doch, obs zur Krankheit kommt, feit. In deiner Hand steht ob nicht ein schneller Fall unsre Zeit, du haft der gans dich hemmt im Laufe dieses zen Menschenschaar ihr To desjahr bestimmt, als keine 11. Zu dem, wer hier in Zeit noch war. Sicherheit auf Gottes Gna Lebens? 2. Wenn nun auch unser de bauet, wann kommt dem Ende kommt, und deine die bequeme Zeit, auf die er Hand das Leben hemmt; fáumend bauet? o lerne dann hilf uns in der Todess fterben, eh du stirbst, damit noth, Herr, unser Gott! ein du ewig nicht verdirbst, sanfter Schlaf werd unser wann Gott die Welt wird Tod! richten. 3. Nim nach vollbrach, 12. Zum Tode mache dichtem Lebenslauf, in deine geschickt; gedenk in allensewge Ruh uns auf. Vers Dingen: wie, wenn mich wirf, wenn unser Herz und jezt der Tod hinrückt, wos bricht, verwirf uns nicht, hin würd er mich bringen? Herr, von deinem Angesicht! könnt ich wohl so vor Gott 4. Drückt uns dann noch beftehn? getroft vor sein der Krankheit Schmerz, so Gericht hingehn, und Restårke das beklemmte Herz, chenschaft ablegen? daß es auch in der Schmer 13. So forge, wenn der zen Wuth mit starkem Muth Tod herbey, von Gott ge in deiner weisen Fügung ruht. 5. Steb Betrachtung des Todes und der Ewigkeit. 149 5. Gleb Hofnung zu der 2. Du, des Lebens Geber, ewogen Ruh. In unsern Gott, låffest uns dies Licht Herzen wirke du, Geift Gots erblicken: wenn du winkest tes, daß wir glaubend traun, kommt der Tod, dieser Welt und ohne Graun hin in die uns zu entrücken. Nicht Nacht des Todes schaun. uns selber, sondern dir les 6. Hilf unsrer Schwachs ben wir, und sterben wir. heit, Geist des Herrn! zeig 3. Unerforschlich ist dein uns den Himmel dann Rath uns zwar oft, doch ims von fern! laß uns, wenn mer weise. Dunkel ist uns oft wir zum Vater flehn, getrd: dein Pfad, doch es wird zu ftet sehn, wie der uns liebt, deinem Preise uns zulezt zu dem wir gehn. auch offenbar, daß er gut 7. Ach, Gnadergehe dann und heilig war. für Recht! denn von dem 4. Preis und Dank, Gott, menschlichen Geschlecht ift sollten wir singen hin zu deis auch der Heiligste nicht rein. nen Höhen selbst an diesen Wer kann je dein, Gott, Gråbern hier, wo wir oft ohne deine Gnade seyn? tieftraurend stehen. Stårt 8. O sey uns dann nicht uns, daß der Schmerz werd fürchterlich! erbarme, VaDank, und die Klage Lobe ter! unser dich. Wenn unser gesang. Auge sterbend bricht, leit 5. Eröfte, Gott des Tros uns dein Licht! so fehlt uns stes, die, die gebeugt hier zu Troft im Tode nicht. dir weinen. Schmecken Mel. Jesus meine Zuversicht ic. Vater, laß auch sie, daß 579.D. u, der ordnet du mit dem Schmerz der und ermißt, Deinen Mitleid haft, und was soll werden und gesches nahe bift, wo die fromme ben! nur bey dir, der ewig Thräne fließt. ist, nur in deinen Händen 6. Herr, in Freuden und kehen Welten, Menschen, im Schmerz laß uns dir so thre Zeit, Leben, Tod und seyn ergeben, daß nicht einst Ewigkeit. im Tod dis Herz mög, wie Sünders Mm 3 31 ugen Mittel. Günderherzen, beben. Gott, kommnes Heil; da, wo mein dein find wir; laß uns dein Schak ift, sey mein Herz! lebend, sterbend, ewig seyn. Herr, lenke selbst es hims Mel. Wer nur den lieben Gott ic. melwärts. 580.Du Herr und Va 5. Hier allen Sünden abs ter meiner Ta zusterben, zu leben in Rechts ge! du weißt, daß ich, dein schaffenheit, um einst dein schwaches Kind, des Todes Himmelreich zu erben, dazu Keim in Gliedern trage, laß meine Sterblichkeit mir die irrdisch und zerbrechlich stets, mein Gott, vor Augen find: brum gieb, daß ich zu seyn, und deinen Beystand jeder Zeit zu meinem Tode mich erfreun. fey bereit. 6. Willst du mich långer 2. Daß du, o Höchster, leben laffen, so laß es mir meinem Leben ein mir verzum Heil geschehn: doch soll borgnes Ziel bestimmt; und ich heute noch erblaffen, so daß die Zeit, die mir gege höre, Bater, auf mein Flehn! ben, vielleicht gar bald ein fey! wann mein Herz im Ende nimmt: das flöße mir Tode bricht, mein Troft und die Weisheit ein, stets auf meine Zuversicht. mein Heil bedacht zu seyn. 7. Dir will ich gänzlich 3. Hier hab ich Lebens- mich ergeben, dir, dessen Eis lang zu lernen, mein Herz genthum ich bin; bist du, von Sünden abzuzlehn, mich mein Heiland, nur mein les von der Weltlust zn entfers ben, so bleibt felbft Sters nen und um den Himmel zu ben mein Gewinn. Ich bemühn; o mache mich dazu lebe dir, ich sterbe dir; fey geschickt, eh mich der Tod nur mein Trost, so gnüget der Welt entrückt. mir. nein, nur broben bey bir, 581. J Grabe! 4. Nicht auf der Erde, met. Wenn mein Stündl. x. meinem Gott, meiner Seele Theil, ist mir das Beste aufgehos ein Schritt! so bin ich Erde. ben; dort ist für mich volls Ach! meine Zuflucht, Gott, bift Betrachtung des Todes und der Ewigkeit. 51 bist du; so oft ich zaghafi met. Herzliebster Jesu, was haft rc. werde. Was ist die Zeit 582. felig, fellig in der ich bin? fie fährt ja fend the nun, wie ein Strom dahin, die ihr Frommen, die ihr schon niemals wiederkehret. durch den Tod zu Gott ges 2. Ein Sarg verschließt kommen; der Müh und den Ueberreft von modern. Sorge, die uns noch ume den Gebeinen, und sein fangen, feyd ihr entgangen. zerbrochnes Haus verläßt 2. Wir, die wir noch auf der Geist, da zu erschei dieser Erde leben, wir sind nen, wo ihm des Ewigen mit Kummer und Gefahr Gericht ein unparthelisch umgeben; es ist nur Müh Urtheil spricht, belohnet und Eitelkeit zu nennen, was oder strafet. wir hier kennen. 3. Jedoch was fürchten 3. Hingegen ihr, ihr ruht wir die Gruft, als wären in sanftem Schlummer, wir noch Heyden? er, der ganz sicher und befreyt von uns von der Erde ruft, führt, allem Kummer; euch stört, durch den Tod, zu Freuden. in dem Genusse reiner Freus Wer glaubt, der bleibt und den, kein Kreuz noch leiden. stirbet nicht, ob er gleich 4. Euch trocknet Chriftus stirbt; Tod und Gericht nun ab alle Thránen; ja drohn ihm nicht ewge ihr genießt, wonach wir uns Strafen. noch sehnen; ihr habt die 4. So lag denn, Herr, Siegerkron nun schon era nach deinem Rath, auch rungen, send durchgedruns meine Stunde kommen. gen. Du bists, der selbst den Weg 5. Wir wollen nach ench betrat, Beschüßer deiner kämpfen, uns bewerben um Frommen! mit dir, mein jenen Preis der selgen Hims Jesu, schlaf ich ein; wie du, mels. Erben; denn, wohl werd ich begraben seyn, wie uns! wir auch werden hier du, auch auferstehen! nicht bleiben, nicht immer bleiben. mm 4 6. Zu toua 552 Tugend Mittel. 6. Zu allen denen, die langen. Schent, nach dem vorangegangen zu dir, ach Kampfe, die verheißne Krone Heiland! laß auch uns ge- jauch uns zum Lohne! 4 Betrachtung der Vergeltung nach dem Tode und des allgemeinen Weltgerichts. Mel. O Ewigkeit, du Donnerw. ic. Grabes Nacht umhüllet 583. Jh bin ja, Herr, mich, ein Traum ist nun in deiner mein Leben! doch schweigen Macht, du hast mich an das meine Sünden nicht, se fors Licht gebracht, du forgeft dern mich vor das Gericht. für mein Leben; du kennest 4. Ich hör bereits den meiner Tage Zahl, weißt, Donnerton, ich bore meinen wann aus diesem Jammer: Richter schon das Endurs thal mein Geift sich soll er theil mir sprechen; ich seh, heben; wo, wie und wann vor seinem Angesicht, ich sehe ich sterben soll, das weißt in dem hellsten Licht, die du, Herr des Lebens, wohl. Reihe der Verbrechen, die 2. Wer wird in meiner ich in dieser Welt gethan; lezten Pein mich Sünder wer ists, der mich nun trösten, mich erfreun? mir retten kann? Muth und Hofnung geben? 5. Kein Geld an Arme wer nimmt sich meiner Seele rettet mich; und weint ich an, wann ich von dem was noch so bitterlich: es kann ich gethan, Gott Rechen- mich nicht erlösen. Nein, fchaft soll geben? wer ist, jeder wird alsdann empfahn, der alsdann für mich spricht, nach dem, was er allhier ges thust du es, o mein Heiland than; nichts schůzt alsdann nicht? die ole Bosen. Hier ift Gott 3. Mich důnkt, da lieg ich zum Verzeihn bereit: dann schon; ich seh, daß ich am übet er Gerechtigkeit. finfiern Grabe steh, mit To- 6. Wie soll ich denn, o desangst umgeben; der Au Gott, beftehn, wenn du in gen Licht verdunkelt sich, des cas Gericht wilft gehu, und nach Betrachtung des allgemeinen Weltgerichts.$$ 3 nach Verdienst mir lohneft? sie, die dieses Lebens Bahn wie kann ich deiner Straf noch wallen, wird der Herr entfliehn, mich dir in deiner alsdann zur Ewigkeit eine Welt entziehn, wenn du weyhen. nicht meiner schonest? Ach, 3. Des Richters leztes Höchster, geh nicht ins Ge Urtheil schalt auf Welt und richt! verwirf mich armen Engel nieder; ein lautertde Sünder nicht! nend men hallt durch alle 7. Voll Reu und Buße Himmel wieder. Empfans such ich dich. Errette, Gott, gen hat nun jedermann den bekehre mich, und tilge meine Lohn; die Ewigkeit bricht Sünden. Dir weih ich an und Welt und Zeit ents meine Lebenszeit, dein Dienft fliehen. fen meine Seligkeit. Ach, 4. Weh dann dem Süns laß mich Gnade finden! der, welcher hat das Wort Gieb daß ich meiner Pflicht des Herrn verachtet, nicht getren, zum Tod hinfort ernstlich auf dem Pilgers bereitet sey. pfad nach Gottes Reich ges Mel. Es ist gewißlich an der ic. trachtet. Wie will, wie 584. Es ist gewiß, sie wird er nun beftehn? noch naht die Zeit, einmal wird er Jesum sehn da Gottes Sohn wird kommit Zittern und nie wieder. men mit großer Kraft und 5. hilf, Herr, daß ich Herrlichkeit, zu richten Bös' sey bereit so auf die letzten und Frommen. Gott hat Stunden, daß mich einst die Stunde schon bestimmt, meine Zeit erfreut, wann da diese Welt ein Endelfie nun ganz verschwunden. nimmt; sein Wort sagts, 3ur treuen Uebung meiner das nicht trüget. Pflicht erwecke mich das 2. Dann wird der große Weltgericht, daß du dereinst Ruf ergehn: wacht Tode wirst halten. auf zum Leben! und plöh. 6. Daß mir der Tag ers lich werden sie erstehn, vom freylich sey, an dem du wirst Grabe sich erheben. Auch erscheinen, daß ich vom Sün. Mm 5 ders 154 Tugend Mittel. om derfinche frey, and zugezählt 4. Frolockend sehn die den Deinen mich einft mit Frommen dein göttlich Ans jener Schaar verein, die mit gesicht. Schon hier dem dir zieht zum Himmel ein: Fluch entnommen jagt ihre dis Glück laß mich errin Seele nicht. Nun trium gen! phirt ihr Hoffen: erlbst von Mel. Herzlich thut mich veel. c. aller Müh, sehn sie den Hims 585. Jh denk an dein mel offen, und du, Herr, Gerichte, du fegneft sie. Richter aller Welt! der 5. Wie angstvoll aber bes Thor nennts ein Gedichte, ben, die hier dein Wort das Schwachen nur gefällt! verhöhnt und durch ein mich soll sein Wahn nicht fleischlich Leben das eitle stören, weil mich dein gött, Herz verwöhnt. Du giebft lich Licht und mein Gewiß der Sünde Knechten ihr sen lehren du halteft einst Theil in ewger Pein; und Gericht. führeft die Gerechten zu deis 2. Ich seh im Geift die ner Freude ein. Blike und hör die Donner 6. Drum lag, Herr, dein schon, erblick dich auf dem Gerichte mir stets vor Aus Sige und hohen Richter gen seyn, und drücke sein thron, um den die heilge Gewichte in mein Gewissen Menge erhabner Engel steht. ein; vor dir laß mich fromm Welch herrliches Gepränge! wandeln, und hier zu aller welch hohe Majestät! Beit so, wie ein Weiser hans 3. Umsonst sucht man der deln, der seinen Richter Sünder vor deiner Macht scheut. zu fliehn. Herr! alle Men 7. Sft dann dein Tag vors schenkinder wirst du zur handen; wird diese Welt Rechnung ziehn. Du rufft, vergehn: so werd ich nicht und sie erscheinen vor del mit Schanden vor deinem nem Richterthron. Den Thron bestehn. Du ftellst Sündern und den Deinen mich dann zur Rechten, von giebst du gerechten Lohn. aller Schuld befreyt; führst mich Betrachtung des augemeinen Weltgerichts.$ 55 ۲۲۲ mich mit deinen Knechten Kommt, erbt das Reich der in deine Herrlichkeit. Ehren! so spricht er zu der Mel. Es ist gewißlich an der ic. frommen Schaar. Doch 586. Schon ist der Tag die, die widerspenstig war, von Gott be heißt er nun von sich weichen. stimmt, da, wer auf Erden 5. Herr! mit welcher wandelt, sein Loos aus Got Majestät wirst du dis Ura tes Händen nimmt, nachtheil fällen! die Sünder, die dem er hier gehandelt. Er dich hier verschmäht, gehn kommt, er kommt, des Mens dann gewiß zur Höllen. fchen Sohn, er kommt und Hier trift fie des Gewiffens Wolken sind sein Thron, Pein. Wer wird dann der Erden Kreis zu richten. noch ihr Retter seyn? ihr 2. Hier, an dem Rand Warten ist verloren. der Ewigkeit, hier stehn die 6. Sie, die Gerechten, Millionen, die feit dem ersten leuchten dann wie Sonnen Tag der Zeit auf dieser Erde an dem Himmel. Du selbst wohnen, nur dem Allwissens nimft sie zu Ehren an. den bekannt, unzählbar, wie welch ein froh Getümmel! am Meer der Sand; hier nan sehn sie mit erstauntem stehn sie vor dem Richter. Blick, daß Glaub und Lieb 3. Hier muß der falsche das höchfte Glück, aus Gots Wahn der Welt der Wahrstes Gnade, erben. heit unterliegen. Hier, wo 7. Sie gehn nun in das das Recht die Wage hält, Wonnereich, das Gott für wird keine Sünde fiegen. sie bereitet, und sehn auf Hier ist zur Buße nicht mehrewig, Engeln gleich, ihr Frift; hier gilt nicht mehr Wohlseyn ausgebreitet. Das Betrug und Lift; bier gilt Stückwert wird Vollkoms tein falscher Zeuge. menheit, kein Kummer, keis 4. Der Richter spricht, ne Traurigkeit stört ihre der Himmel schweigt, und ewge Freude. alle Völler hören erwar 8. Mein Heiland, laß tungsvoll und tiefgebeugt: mich dein Gericht oft und mit 556 Tugend- Mittel. mit Ernst bedenken! es Auf deinen Wink muß Erd fstärke meine Zuversicht, wenn und Meer das große unzähl mich die Leiden krånken. Es bare Heer der Todten wies reize mich gewissenhaft und, der geben. Sie stehn durch eingedent der Rechenschaft, dich, Herr, neu beseelt nun nach deinem Wort zu wan alle auf und keiner fehlt. deln. 4. Du sammelst sie vor Mel. Ewigkeit, bu Donnerw. ic. deinen Thron, um jedem den 587, Erhöhter Jefu! bestimmten Lohn nach seiner Gottes Sohn! That zu geben. Dann trift der du schon längst der Hims den Bösen Schmach und mel Thron als Herrscher eins Pein; den Frommen aber genommen, du wirst dereinst führst du ein in das vers zu rechter Zeit, in großer heißne Leben. Wer lengs Kraft und Herrlichkeit, vom net dann noch, Jesu Chrift! Himmel wiederkommen. daß du der Erden Richter Gieb! daß dann froh und bist? mit Vertraun dich, Herr, 5.O gieb, wenn nun dein auch meine Augen schaun. Tag erscheint, daß ich in dir 2. Wer fast, o Heiland! dann meinen Freund und jezt die Pracht, die deinen Helland wieder finde; daß Tag einst herrlich macht? ich mit Freuden vor dir steh, wie groß wirst du dich zei- und mit dir in den Himmel gen! wenn du auf lichten geh, ganz frey von Fluch Wolken einft mit deiner En- und Sünde. Laß mich im gel Heer erscheinst, die sich Glauben wachsam seyn, und vor dir, Herr, beugen! auch die kleinste Sünde Dann sieht die Welt die scheun. Majestát, dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. 6. Die Tugend fey mir ewig werth! und was dein 3. Dann tönnt dein Ruf Wort von mir begehrt, lag in jedes Grab mit all- mich mit Eifer üben. Nie machtsvoller Kraft hinab; mals ermüde hier mein und schaft ein neues Leben. Geist, dich ten schon jetzt der Sims Betrachtung des allgemeinen Weltgerichts. 557 Himmel preift, aus aller wieder leben; dein Feind Kraft zu lieben; so hab ich mit Furcht, dein Freund mit in der Ewigkeit auch Theil Preis, sich aus dem Grab an deiner Herrlichkeit. erheben; wer wird dann Mel. Allein Gott in der Höh sey uc. noch, Herr Jesu Chrift! daß 588. Er kommt, budu die Auferstehung bist, mit kömmt, zum Frechheit leugnen tönnen? Weltgericht, der Heiland, 5. Wer spottet dann noch den wir ehren. O weigert deiner Kraft, wenn du, die euch, Erlöfte, nicht, jezt auf hier dich fliehen, für ihre fein Wort zu hören. Wer Schuld zur Rechenschaft mit hier nicht seine Stimme Majestát wirst ziehen? hört, und sie nicht mit Geswenn nun ihr Auge dich ers horsam ehrt, wird nicht vor blickt, und sie dein Strafges ihm bestehen. richte drückt, dann werden 2. Herr, laß mich deiner sie verstummen. Majestät mit wahrer Freude 6. Und wenn du dann dienen! wie herrlich dich die Deinen nun mit Preis bein Gott erhöht, ist zwar und Ehre zierest, und, the noch nicht erschienen: doch, nen ewig wohl zu thun sie was uns hier verborgen war, in den Himmel führest; das wird dereinst uns offens dann, Herr, wird völlig bar, wenn du wirst wieder offenbar, daß es doch nie kommen. vergeblich war, Rechtschafe fenheit zu lieben. 3. Wenn vor dir die Na tur dann bebt, und unter dei 7. O laß mich dann, Herr nen Füßen sich alles, was dir Jesu Chrift! mit Freuden widerstrebt, wird völlig beu- vor dir stehen; und dir, gen müssen, wenn alle Engel so herrlich du auch bist, ges vor dir stehn, dann werden trost entgegen sehen. Wenn aller Augen fehn, wie hoch deiner Feinde Rotte zagt, dich Gott erhoben. von Reu und Angst und 4. Wenn dann, o Herr, Furcht geplagt, dann jauchze auf dein Geheiß die Todten meine Seele! 8. Dag 558 hispal Tugend Mittel. - thom 8. Daß ich dis Glück ernen Schrecken; dann wird leben mag; fo lag in diesem euch wann der Richter droht, Leben, d Heiland, deinen nicht Berg noch Meer, nicht großen Tag mir stets vor Grab und Tod vor seiner Augen schweben. Er reize Ahndung decken. Denn mich, die mich zu weihn, in nun nicht mehr erbarmt er deinem Dienste treu zu seyn, sich, und sein Gericht ist und nie dich zu verleugnen. fürchterlich. Mel. Ewigkeit, du Donnerw. ic. 19) 4. Wann furchtbar seiner 589.Derunfre Mensch Donnerschall, von tausendfas heit an sich dchen Wiederhall, der Erde nahm, als er uns zu ver- Grund erschüttern, und föhnen kam, tommt einft zu plößlich nun der Bau der richten wieder. Nicht fern Welt wankt, krachend stürzt, ift seiner Zukunft Zeit! in in Trümmer fällt, wann aller seiner Herrlichkeit steigt selbst die Himmel zittern, Fefuß dann hernieder. Ver und vor den Richter hinges nimms, o Welt, und begre rückt der Spotter glaubet dich! der Tag des Schre und erschrickt: dens nahet sich. eing 5. Dann ist nicht mehr 2. Warum verzieht er? zur Buße Zeit; wo wers fragt der Spott; wo bleibt det ihr Barmherzigkeit und der Sündenrächer, Gott? Gnad und Rettung finden? Hort, Sünder, hörts mit Die ihr der Sünden Maaß Beben! euch, die ihr frech noch häuft, fühlt, eh euch ihm widerstrebt, und in der dieser Tag ergreift, die Bosheit sicher lebt, zur Schande eurer Günden; Begrung Frift zu geben. daß ihr nicht selbst euch einst Doch bald ist euer Maag verflucht, und in Verzweifs erfüllt! bald kommt der lung Lindrung sucht. Richter und vergilt. 6. Mein Herz erschrickt; 3. Dann öffnet um euch es bebt in mir mein Inners her sich weit der Abgrund stes, o Gott, vor dir! ich jener Ewigkeit mit allen sei- bin ein Missethäter. Bes gnas Betrachtung des allgemeinen Weltgerichts. 559 gnadige, wann dein Gericht mit des Donners Stimme. auch mir mein ewig Urtheil Reizt, Menschen, nicht durch spricht, mich, Herr, den Uesleure Schuld den Gott der bertreter. Du, der die Sün- Langmuth und Geduld, daß der nicht verstößt, du, Jesu, er nicht schnell ergrimme. haft auch mich erlöst. Denn schrecklich wird der 7. Tag Gottes und der Sünder Pein, und groß Ewigkeit! du predigst uns der Frommen Wonne seyn. den Werth der Zeit, laut is dit Erwägung der Strafen der Lasterhaften in dieser und jener Welt. Mel. Mir nach spricht Christus 2. zum Heiligungs- Geschäfte. 590. Wer Sünde thut, Wie oft raubt uns das Las entehrt den fier nicht, Gesundheit, Güz Herrn und haßt sein Glück ter, gut Gerücht? und Leben; bleibt von dem 4. Wer Sünde thut, von Reiche Gottes fern, mit dem entflieht der Herr mit Blindheit ganz umgeben. feiner Gnade: verkehrt, vers Bewahre, Herr, durch deine stockt wird sein Gemüth. Hand, mein Herz vor solchem O welcher Seelen Schade! Unverstand! was hilft mir wohl der Nas 2. Wer Sünde thut, me, Chrift, wenn Gott von nährt falschen Wahn, liebt mir gewichen ist? Träume, welche trügen, und 5. Wer Gott verläßt und wandelt auf der finstern Sünde thut, beraubt sich Bahn des Vaters aller Lüs wahrer Freuden; ihm fehlt gen. Hilf treuer Gott, daß Beruhigung und Muth in nimmermehr Betrug der Trübsal, Schmerz und Leis Sünde mich bethor! den. Das Scheinglück, das 3. Wer Sünde thut, der er sich versprach, låst nichts unterdrückt und schwächt die als Pein und Eckel nach. Seelenkräfte; wird frech, 6. Wer Sünde thut, stolz, blind und ungeschickt sieht schreckensvoll sein leztes Ende 5.60, 6 DE Tugend Mittel. Ende kommen: die Hofs Chaten, du låsseft sie in nung, die ihn trösten soll, ist Schmerz und Hohn und ans feinem Geist benommen. dre Noth gerathen. Hat Er liebte Gott und Jesum sie der Sünden Luft erfreut, nicht: und auf den Tod folgt so müssen sie auch oft das das Gericht. Leid, das sie gebiert, ems pfinden. 7. So folget Trübfal, Angst und Pein dem Lafter 4. Jedoch, o Herr, zur schon auf Erden. Unend- Besserung strafft du noch lich größer wird die Pein in hier die Sünder und züchtis jenem Leben werden. Uchgeft zur Heiligung selbst deine fürchterlich ist beydes mir schwachen Kinder. Wohl Gott, führ vom Lafter mich dem! der dir gehorchen, zu dir! lernt, der sich vom Sünden Mel. Wenn mein Stündlein c. pfad entfernt, so lebt, wie 591.Gerechter Gott, Jesus lebte. dein Strafge 5. Den aber trift ein richt entdeckt sich schon aufstreng Gericht, das ohn Aufs Erden. Du läsfest, fürch hören währet, der, in der ten wir dich nicht, uns hier Zeit der Gnade, nicht sich schon inne werden, daß du recht zu dir bekehret. Kein auf unsre Thaten siehst und Gutes mehr, kein Glück, ein gerechter Richter bist, tein Heil, nein! lauter das Böse zu bestrafen. Elend ist sein Theil von ins 2. Es klagt uns das Gesnen und von aussen. wissen an, wenn wir dir wie 6. Herr! dis bezeugt derstreben und sagt uns, daß dein klares Wort, wahrhaf wir misgethan durch unser tig ist dein Dráuen. So böses Leben. Es raubet hilf denn, daß wir fort und uns die innre Ruh und fort den Weg der Sünder spricht uns die Vergeltung scheuen. Erbarm dich uns zu, die Missethat verdienet. ser insgesamt, daß nie 3. Oft ståupst du hier die mand unter uns verdammt, Bisen schon, für ihre böse ein jeder selig werde! Mel. Erwägung der Strafen der Lasterhaften. 561 592. Mel. Erbarm dich mein c. Herz, das nie, bey seiner Gott, Beherr Bosheit, ruht. scher aller Welt! 4. Ein Feuer, welches wer böfe ift, bleibt nicht vor Gott gedráut, wird ihres dir! die Strafe, die du feft: Leibes Hölle seyn und nie gestellt, trift oft die Sünder wird jemals eine Zeit von anch schon hier. Doch oft diesem Jammer sie befreyn. trågst du auch ihre Schuld, Ulmsonst ruft da die Angst die durch gehaufte Sünden den Tod, er naget sie und schwer, mit Langmuth, und tödtet nicht. Gott, wie rufft mit Geduld Abtrünnige groß ist diese Noth, durch zur Wiederkehr. bie kein Strahl des Trostes 2. Allein, wenn sie nun bricht! wandeln hin, in Habsucht, 5. Hier, Sünder! haft Unbarmherzigkeit, in Feind du noch die Wahl, Gott hat schaft, Neid und stolzem dir beydes vorgestellt, den. Sinn, in Wollust und in Himmel und die ewge Qual; Trunkenheit: so sind sie der erwähle nun, was dir ges Verwerfung werth! kann fällt. Kann dich die frohe der im Himmel selig feyn? Ewigkeit nicht reißen, daß der, wer des Himmels du Gutes thust; so denk Freude stört? wer Gott an der Verdammten Leid, nicht liebt? deß Herz nicht und fliehe jede böse Luft! rein? 6. Herr Jesu, der du, 3. Nein! von dem Anges durch dein Blut, von meiner ficht des Herrn verbannt; Sünden schweren Last und beraubt der Seligkeit; und von der ewgen Höllenglut von den Tugendhaften fern, erbarmend mich erlöset haft, empfinden sie mit Recht dort dein Ruf sucht mich von jes Leid. Haß, Neid, Zorn, ner Pein noch gnädig hier Trauren Furcht und zurückzuziehn; ach! lag Schmerz, Verzweiflung, mich dir auch folgsam seyn; Schrecken, Ungst und Wuth, gestärkt durch dich, die bestürmen der Verdaminten Sünde fliehn! Nn 7. Res 562 Tugend- Mittel. 7. Regiere mich durch freuen, und, wenn das Ges deinen Geist, daß ich stets wiffen plagt, ihr Gemüth auf der rechten Bahn, die zerstreuen. mir dein Wort zum Leben 5. In jener Welt, die weist, im Glauben Liebe üben nichts enthält für sie, an gus kann; damit das Ende meie ten Gaben, auch ein Tropfen ner Zeit mich zu der Schaar Wassers nicht, sie im Durst der Selgen bringt, die dir, zu laben; Mel. Traurigkeit ic. von allem Weh befreyt, ein 6. Da, wo forthin ihr neues Lied frolockend singt. böser Sinn umsonst Zers streuung suchet: da, da füh schrecklich Leid len sie sich ganz von dem der Ewigkeit, Herrn verfluchet. das Sünder dort erfahren, 7. Ihr Wurm, der plagt die, durch keine Zucht von und sie stets nagt, stirbt nims Gott, hier zu beffern waren. mer im Gewissen; nie vers 2. Durch ihre Schuld, lischt des Feners Glut, das von Gottes Huld und Ange- sie leiden müffen. ficht geschieden, fehn sie nim 8. So straft der Herr! mer Trost und Licht, haben gerecht ist er, wahrhaftig ist nimmer Frieden. fein Drauen! wehe denen, 3. In dieser Welt,( dazu welche doch sein Gericht bestellt, daß wir geprüfet nicht scheuen! werden,) haben, auch die 9. O rette doch, Herr Bösen noch, Theil am Glück Jesu! noch, die izt dir wis der Erden. diderstreben; beßre sie und 4. Hier können fie, in ihrer laß sie dann ewig mit dir Müh, sich noch des Eitlen leben! 593. Beherzigung des hohen Werths der künftigen Geligkeit. Mel. Von Gott will ich nicht z. wohnen bey dir, Gott! wo 594.Wie ie lieblich ists, Tugendhafte loben dich, ihren dort oben zu Herrn und Gott. Ach ware tch 563 Beherzigung der künftigen Seligkeit. ich auch werth die Krone zu leben, wird uns nicht mehr empfangen, die Ruhe zu er- umgeben in jener höhern langen, die keine Unruh stört. Welt. 2. Hier habe ich zu strei 6. Hier muß noch mans ten noch wider Furcht und cher leben in Noth und Luft; hier stort noch Kampf Dürftigkeit; was mir das und Leiden den Frieden mei Glück gegeben ist in Gefahr ner Brust; hier schmeck ich allzeit. Von allem, was wahre Ruh nicht stets, nur ich hab, kann ich im Tod unterweilen; es drohen hier, nichts fassen, zurück muß ich es eilen noch Schrecken auf es laffen, bis auf ein Zuch mich zu. ins Grab. 3. Dort wird nicht mehr 7. Dort werde ich empfans empfunden der Lüfte innrer gen, statt Armuth, Uebers Krieg, dort sind sie überwun fluß; ich werd ein Gut ers den, und mich erquickt der langen, das sicher im Ges Sieg. Da werd ich dich, nuß; dem nicht mehr droht mein Gott, mit reiner Seele Gefahr vom Rofte und vom lieben, nicht mangelhaft mehr Schaben, dem Diebe nicht üben dein heiliges Gebot. nachgraben, das bleiber ims 4. Gott, von den Pilger: merdar. tagen, die du gezählet haft, 8. Hier bin ich oft von hat jeder seine Plagen und Freunden getrennt, in Noth die ihm eigne Last. Ist dis allein; muß oft bey Tugend Anliegen hin, muß ich aufs Feinden zu meinem Schmers andre denken, auf neue Sors ze seyn: so manche, die mir gen lenken hier täglich met hier des Lebens Müh vers nen Sinn. füssen, muß ich oft früh vers 5. Dort werd ich von missen; der Tod entreißt sie nichts wissen, was mir zu mir. wider sey; ich werde Ruh 9. Dort seh ich frölich geniessen, von allen Sorgen wieder sie meine Lieben, all; frey. Was uns beschwer bekomm dort neue Brüder lich fällt in diesem Pilger- und Freunde ohne Zahl. Die Nn 2 164 Tugend- Mittel. Die Engel werden sich nicht und fort. Hier sey der Trübe meines Umgangs schämen, fal viel! was sind der Erde, wie Brüder mich aufnehmen Leiden doch gegen jene Freu und ewig lieben mich. den, die ohne Maaß und 10. Hier muß ich oft er Biel? dulden Berachtung, Schmach 14. Laß eifrig mich auf und Hohn; mich trift oft Erden dem Ziele jagen nach, ohn Verschulden Haß, statt und nie verdroffen werden der Liebe Lohn. Der Menbey allem Ungemach. Hab schen Gunst und Ehr, wie ich viel Mühen hier; dort groß sie scheint, wie wichtig, in des Himmels Wohnung ist wandelbar und flüchtig, wird reichliche Belohnung ein Schatten und nichts einst wiederfahren mir. mehr! 15. Gieb, daß mich nichts 11. Dort aber, jene Krone abziehe von der gerechten bleibt ewig unversehrt, wo- Babn, daß ich die Wege mit an seinem Throne Gott fliehe, wo man leicht gleiten feine Treuen ehrt, kein Auge kann. Die Lüfte, welche sich hat gesehn, kein Ohr hat erheben, bald zu dämpfen, noch vernommen, es ist in der Tugendkampf zu kám kein Herz kommen, was uns pfen: dazu, Herr, stärke dort wird geschehn. mich! 12. Gott, wenn ich dis bes 16. Wenn ich mit trenem trachte wie wird mein Geist Herzen, was du befiehlst, erfreut! ich sehne mich und verricht, werd ich nach Müh schmachte nach jener Herre und Schmerzen dich schaun lichkeit. Der Welt Lust, Geld in jenem Licht; dort wo die und Gut ist eitel und betrů. Quelle fließt der Wonne dets get, das ewge nur vergnügei nen Knechten; dort wo zu vollkommen Herz und Muth. deiner Rechten der Freuden 13. Ob wir mit Thránen Fülle ift. fåen, froh erndten wir doch 17. Mit Engeln werd ich dort: einst folgt auf unser singen dir ewig Preis und Flehen dort Jauchzen fort Dank. Wie lieblich wird erklins 565 Beherzigung der künftigen Seligkeit. erklingen der hohe Lobgesang, erhebt sich wieder. Durch das frohe Siegeslied, mit dich; laß mich dahin stres dem man Herr! dich ehretben, dir zu leben dir zu sters und deinen Ruhm vermeh- ben, und dein Himmelreich ret, in alle Ewigkeit. zu erben. 18. Auch hier schon will 3. Verachte benn des Los ich loben, dich Vater, Sohn des Graun, mein Geift, er ist und Geist! für das, was ein Weg zum Schaun in jes mich dort oben mein Glaube nem bessern Leben. Er sey hoffen heißt. Sie kommt dir nicht mehr fürchterlich! fie kommt, die Zeit, da du zum Allerheiligsten wird dich von allem Bosen, mich völlig der Herr dadurch erheben. wirft erlösen! gieb daß ich hier wird, dein Hirt, nach sey bereit! den Thränen, nach dem Mel. Wie schön leucht uns der ic. Sehnen dich Erlöften, villig 595.Wie ie wird mir und auf immer trösten. vann, o dann, 4. Herr! Herr! ich weiß mir seyn, wenn ich, mich die Stunde nicht, die mich, ganz des Herrn zu freun, in wenn nun mein Auge bricht, ihm entschlafen werde? dann zu deinen Todten sammlet. Seele! wirst du ganz befreyt Vielleicht umgiebt mich ihre von Sünde und von Sterb: Nacht, eh ich die Flehen noch lichkeit entfliehen dieser Erde. vollbracht, mein Lob dir auss Freu dich, innig; stårke, gestammlet. Mach mich, tröste dich Erlöste! mit dem fertig, ich befehle meine Seele Leben, das dir dann dein deinen Händen; laß mich Gott wird geben. meinen Lauf gut enden! 2. Ich freue mich; und 5. Vielleicht find meiner bebe doch: so drückt mich Tage viel, ich bin vielleicht meines Elends Joch, der noch fern vom Ziel, an dem Fluch der Sünder nieder. die Krone schimmert. Bin Doch du, o Herr! erleichterst ich von meinem Ziel noch mir dis och; mein Herz weit; so sey mein Leben dir stáikt sich in dir, glaubt und geweißt, bis einst mein Leib Nn 3 zers In besondern Zeiten. $ 66 zertrümmert. Hilf mir, bin ich frey von Sünd und Herr! dir ganz mein Leben Leid, ein Mitgenoß der Herrs zu ergeben, daß ich droben, tichkeit, nicht mehr gebeugt dich ohn Ende könne loben. zur Erde. Preis dir! daß 6. Wie wird mir dann, mir, durch dein Leiden, jene mein Heyland! seyn wenn ich, Freuden offen stehen. Ewig mich deiner ganz zu freun dich will ich dich erhöhen! dort anbeten werde? dann XIII. Lieder in besondern Zeiten, besondern Fällen und einigen persönlichen Umständen. 2. In besondern Zeiten. I. Beym Jahrs Wechsel. bift unveränderlich; bu du Mel. Es ist das Heil uns ic. warft, und bift und bleibest. 596., Gott, du bist 3. Herr, ewig währet der Herr der deine Treu, mit Huld uns Zeit, und auch der Ewigkei zu begegnen; und jeden Mors ten! laß mich auch jeßt mit gen wird sie neu, mit Wohls Freudigkeit dein hohes Lob thun uns zu fegnen. Ich kenne verbreiten. Ein Jahr ist keinen Augenblick, in dem abermal dahin. Wem dank von ihr nicht neues Glück ichs, Gott, daß ich noch bin? mir zugefloffen wäre. Nur deiner Gnad und Güte. 4. Du haft auch im vers 2. Dich, Ewiger, dich beth floßnen Jahr mich väterlich ich an, unwandelbares We geleitet; und wann mein fen! dich, den kein Wechsel Herz voll Sorgen war, mir treffen kann. Wir werden, Hilf und Troft bereitet. find gewesen, wir blühen und Bon ganzer Seele preis ich vergehn durch dich; nur du dich. Aufs neue übergeb ich Beym Jahrs Wechsel. 567 ich mich, Gott, deiner weis wel. Herr Gott der du erforsch. sc. sen Führung. 597. großer Gott! 5. Vergieb mir die bereute wir danken Schuld von den verfloßnen dir. Dein Name sey ges Tagen! und las mich deine priesen, daß du uns so viel Vaterhuld in Christo ferner Wohlthat hier das vorge tragen. Laß mich in deiner Jahr erwiesen. Gegeben Gnade ruhn, und lehre les hast du uns dein Wort, die benslang mich thun nach Obrigkeit hat unfern Ort in deinem Wohlgefallen! Friede noch regleret. Du 6. Gieb neue Luft und neue haft gesegnet jeden Stand, Kraft, vor dir gerecht zu wan uns bey den Werken unsrer deln. Laß mich, Herr, stets Hand versorgt und wohlges gewissenhaft mit mir und an- führet. dern handeln. Dein Geist 2. Du hast viel Noth belebe Herz und Muth, dich, und Herzeleid von uns ganz o du allerhöchstes Gut, und abgewendet; in andern, noch nicht die Welt zn lieben. zu rechter Zeit, Rath, Hülf 7. Die Welt vergeht; dislund Trost gesendet; haft uns lehre mich, die Luft der Welt mit deiner Vaterhuld durch zu fließen. Um begre Freu: deine Langmuth und Geduld den müsse sich mein Geifi zu dir mehr wollen ziehen; mit Ernst bemühen. Der daß wir dich liebten, und Ewigkeit bin ich verwandt; mit Fleiß verrichten möchs im Himmel ist mein Vater ten dein Geheiß, die Sünde land, dahin, Herr, laß mich ernstlich fliehen. trachten. 3. Doch ist bey uns, wenn 8.lehre felbst mich wir es blos und fren beken. meine Zeit recht weislich nen wollen, in alle dem der auszukaufen. Laß mich die Mangel groß, was wir ver: Bahn der Ewigkeit mit heil- richten sollen. Wir haben, ger Vorsicht laufen. Der Vater, unser Gott! gefüns Tage laft erleichtre mir, bis digt wider dein Gebot sind meine Ruhe einft bey dir dir abtrünnig worden; den tein Wechsel weiter stóret. Nn 4 Nächs 568 In besondern Zeiten. Nächsten haben wir berrübt, und wohlgethan, wenn wir nicht also, wie uns selbst ge den Fleiß nicht sparen. Gieb, liebt, in keinem Stand und daß wir, wenn es dir gefällt Orden. uns abzufordern von der 4. Verschon, o Vater! Welt, im Friede zu dir uns; verschon; straf nicht fahren. wie wirs verschuldet; geben. 7. Gott Vater auf dem te, was für uns dein Sohn, höchsten Thron! erhöre uns der Mittler, hat erduldet; fer Flehen; durch unsern um seinetwillen uns verzeih, Mittler, deinen Sohn, laß gieb deines Geiftes Kraft da alles dis geschehen! hilf uns, bey, uns täglich zu erneuen; o Heiland, Jefu Chrift, der Des Nächsten Nuß und du für uns gestorben bist, deine Ehr zu suchen, und daß wir Gott stets gefallen; uns deffen mehre, als aller durch deine Kraft, o heilger Schäß zu freuen. Geift! zur Frömmigkeit uns 5. In deiner Kirche weit Beystand leist, und schenke und breit gleb fort die reine Trost uns allen. Lehre, daß Wahrheit, Lieb met. Werde munter mein Gem.. und Einigkeit auch Gottes, 598.Hilf, Herr Jeful Der gelingen, Obrigkeit giebFried und Ruh hilf! das neue Jahr geht gut Regiment, auch Kraftan; laß mirs neue Kräfte dazu, zu schüßen Reich und bringen, daß aufs neu ich Arme. All derer, die in wandeln kan; deiner Güte Kreuz und Noth gerathen, laß, was mein, und auch mich oder die der Tod erwartet, empfohlen feyn; nenes Heil dich erbarme! und neues Leben wollst du 6. Das Jahr laß uns ges uns aus Gnaden geben. fegnet seyn vom Anfang bis 2. Las dis seyn ein Jahr zu Ende; wenn wir ausge- der Gnade zur Bergebung hen oder ein, das Uebel von meiner Sünd! hilf! daß sie uns wende. Laß alles, was mir nicht mehr schade; gieb, wir fangen an, gesegnet seyn daß ich Verzeihung find! auch 369 Beym Jahrs Wechsel. auch durch deine Gnad ver: leih, daß ich herzlich sie be. Met. Wach auf mein Herz zc. reu. Durch dich wird die 599.Nun lagt uns Sünd vergeben allen, die freudig treten nach Beßrung streben. vor Gott, ihn anzubethen. 3. Troste mich mit deiner Er ists, der unserm Leben Liebe und erfreute meinen bis hieher Kraft gegeben. Sinn; wenn ich göttlich 2. Wir Erdenpilger wans mich betrübe, und volldern von einem Jahr zum Schmerz und Rene bin. andern; und gehn auf uns Nim zu Gottes Kind mich fern Wegen dem Grabe an; und, was du für uns schnell entgegen. gethan, laß, wenn Sünd und 3. Und diese schnellen Tas Tod mich schrecken, mich zur ge sind nie ganz frey von Zuversicht erwecken. Plage. Jedoch, bey Noth 4. Herr! du wolleft Gnas und Schrecken, kann Gott de geben, daß dis Jahr mir und will bedecken. heilig sen, daß ich chriftlich 4. Wie Water und wie moge leben, ohne Falsch und Mütter, im Sturm und Uns Heucheley; daß ich auch den gewitter, in Nöthen und Nächsten lieb, und denselben Gefahren, die Kinder treu nie betrüb; daß ich schon bewahren: allhier auf Erden fromm und felig mdge werden. 5. So will auch Gott nicht minder uns, feine schwas 5. Jesu! segne bis ans chen Kinder, wenn Trübfals Ende dieses angefangne Wetter bligen, mit seiner Jahr schüße uns durch Hand beschüßen. beine Hände, bleibe bey uns 6. Beschüßer unsers Les in Gefahr. Steh mir bey bens! ohnmächtig und vers in aller Noth, auch verlaß gebens war unser Thun und mich nicht im Lod. Freu Machen, wo du nicht würs dig laß mich dich umfassen, best wachen. wenn ich soll die Welt ver: lassen. 7. Gelobt fey deine Treue die alle Morgenj neue; Lob N# 5 fen 2 $ 70 In besondern Zeiten. sey den starken Händen, die 15. Das alles wollst du allen Jammer wenden. geben, du herr von unserm 8. Laß ferner dich erbitten, Leben! so werden wir im Ses o Vater, und bleib mitten gen dis Jahr zurücke legen. in allem Kreuz und Leiden Met. Es ist das Heit uns 20. die Quelle unfrer Freuden. 600, Herr, der da ift, und der da war! 9. Gieb, daß bey allen denen, die sich nach Hülfe von Dank erfüllten Zungen sehnen, der Glaube sich ver sey dir für das verfloßne mehre, der durch Geduld Fahr ein heilig Lied gesuna dich ehre. gen; für Leben, Wohlfahrt, Troft und Rath, für Rub und jede gute That, die uns durch dich gelungen. 10. Schleuß zu die Jam merpforten und laß an allen Orten, wo irgend Thránen fliegen, sich deinen Trost ergießen. 11. Sprich deinen mil II. 2. Laß auch dis Jahr ges fegnet seyn, daß du uns neu gegeben. Verleih uns Kraft, den Segen zu allen unfern du kannsts, allein, in deiner Wegen; laß Großen und Furcht zu leben. Du schůze auch Kleinen die Gnaden- zeft uns und du vermehrst Sonne scheinen. der Menschen Glück, wenn 12. Sey der Verlagnen sie zuerst nach deinem Reiche Bater, der Frrenden Bera istreben. ther, der Unversorgten Gabe, 3. Gieb mir, wofern es der Armen Gut und habe. dir gefällt, des Lebens Ruh 13. Hilf gnådig allen und Freuden. Doch schas Kranken; gieb fröliche Ge det mir das Glück der Welt, danken den mitleidswehrten fo gieb mir Krenz und Leiden. Geelen die sich mit Schwer: Nur stårke mit Geduld mein muth qualen. Herz, und laß mich nicht, in Noth und Schmerz, die Glücklichern beneiden. 14. Und endlich, was das meifte, full uns mit deinem Geiste, der uns hier stets re4. Hilf deinem Volke vas giere, und einst zum Himmel terlich in diesem Jahre wies führe. der Beym Jahrs- Wechsel. $ 71 der. Erbarme der Verlaß-| 3. Das Gute, Herr, tann nen dich, und der bedrånglich nicht zählen, was mir von ten Glieder. Gieb Glick zu dir erwiesen ist; doch preis jeder guten That, und laß ich dich von Grund der See, dich, Gott, mit Heil und len, daß du mein Gott und Rath auf unsern Fürsten Vater bist, der hilft, und nieder. der geholfen hat, und helfen 5. Laß Weisheit und Ge wird durch Rath und That. rechtigkeit auf seinem Stuhle 4. Uch willst du auf die thronen lag Tugend und Sünden sehen, die ich im Zufriedenheit in unserm Lan- jalten Jahr vollbracht, so de wohnen! lag Treu und kann mir anders nichts ges Liebe bey uns seyn! dis, Va- schehen, als was mir Angst ter, wollst du uns verleihn in und Schrecken macht. Doch Christo, deinem Sohne! Herr, gedenk nicht meiner Mel. Wer nur den lieben Gott c. Schuld; schenk mir, in Chris 601 Gottlob! fo geht sto, Gnad und Huld. mit gutem 5. In Chrifto lag mich Glücke, und besser, als ich deinen Gegen, auch in dem selbst gedacht, der Rest des neuem Jahre sehn, und es alten Fahrs zurücke. Gott, gefund zurücke legen; jedoch der stets für mein Heil ge dein Wille mag geschehn: wacht, hat auch durch seine denn was derselbe schickt und starke Hand manch Unglück fügt, mit dem bin ich auch von mir abgewandt. wohl vergnügt. 2. Ich trete nun durch 6. Ich überlaffe dir mein feine Güte ein nenes Jahr leben, und dessen Långe, mit Frenden an: ach! daß Freud und Noth. Doch mein Mund und mein Ge- wilt du mir mehr Jahre ges müthe ihn nicht nach Wür.( ben! Fo gieb, daß ich dir bis den preifen kann! Gott that in Tod durch Glauben, Lieb ja mehr als ich begehrt, und Hofnung treu, und ich bin nicht des Geringsten auch dem Nächsten nühlich werth. sey. 7. Bringt ( 72 In befondern Zeiten. 7. Bringt ja dis Jahr sich selbst gepflanzet hat! dem mein leztes Ende; so trete frommen Bunde bleib nur folches felig ein. Ich gebe jeder treu und Herz und mich in deine Hände, so bleib Wandel stimm dem Munde ich todt und lebend dein, und bey! stelle mir zum Wahlspruch 4. Gott schau herab mit für: Herr! wie du willt, holden Blicken auf unsern so schicks mit mir. Fürsten und auf seinen Mel. Dir, dir Jehova will c. Thron! lehr du ihn selbst, 602.Herr, ben die Son- bas Land beglücken, und ſey nen und die sein Schuß, sein Beystand Erden, durch ihren Bau, und sein Lohn. Fern sey voll schöner Pracht, erhöhn! das Ziel, nach dem er wallen durch dessen Machts Wort, soll, und jeder seiner Tage Welten werden, auf deffen segensvoll. Wink sie wieder untergehn! 5. Tritt den Gewaltigen dein Thron, o Gott, bleibt zur Seite, die um den Thron ewig, ewig ftehn; du bleibst des Landes Vaters stehn, derselbe ftets; doch wir dag ihren Anschlag Glück vergehn. begleite, der Unterthanen 2. Schon wieder ist von Wohlfahrt zu erhöhn. Laß unferm Leben, von unsrer kur jede Obrigkeit mit Sorgfalt zen Vorbereitungs- Zeit, die schaun, auf alles was das deine Güte uns gegeben, ein Wohl des Staats kann baun. Jahr im Abgrund der Ver 6. Schenk åchten Eifer gånglichkeit. In ihm er unfern Lehrern, dein Wort zählte jeder Tag der Nacht zu lehrn mit Ernst und die Wunder deiner Weis Lauterkeit. Mach sie zu heit, Gút und Macht. redlichen Berehrern der 3. Dir, Gott, geloben Sanfts und Demuth, Lieb wir zu dienen! dann macht und Frömmigkeit. Ihr uns beine Gnade ferner satt Pflanzen und Begießen laß und läßt uns wie ein Gar gedeihn, daß wir uns ganz ten, grünen, den deine Haubber wahren Zugend weihn! 7. Gieb, 573 Beym Jahrs- Wechsel. 7. Gieb, Gott, daß Weis. 8. Ach, keinen laß sein heit, Fleiß und Tugend stets Heil verscherzen; Herr, durch mehr in allen unsern Schulen dein Wort mach selbst die blüh, daß man die hofnungs: Thoren klug! gieb Troft und volle Jugend zum Heil des Kraft bedrängten Herzen Lands und dir zum Preis und unsern Armen Unters erzieh. Breit allenthalben halt genug. Erhör uns, Ruh und Wohlfahrt aus! der du deine Menschen liebst und Dank erfüll das Land und gern uns Guts, um und jedes Haus! Chrifti willen, giebst! 2. Bey feverlicher Demüthigung vor Gott an Buß und Bethtagen. Litaney. vergießen; vor Aufruhr und 603. Rorte, Eleison! 3wietracht; vor Hagel und Behüt uns herr, herr unser Gott! Ewiger, er Ungewitter; vor Feuer und barm dich! Gnädiger, er Wassers Noth! vor dem barm dich! Herr, Herr, er ewigen Tod; hore uns! Herr Gott Bater in dem Himmel, Herr Gott, Sohn, der Welt Heiland, Durch deine heilige Ges Herr Gott heiliger Geist, burt; durch deine Leiden, Erbarme dich über uns! Angst und Schweiß; durch Sey uns gnädig! ver: deinen Kreuzestod; durch schon uns Herr, Herr unser deine Auferstehung und Hime Gott. Sen uns gnådig! melfahrt; in unsrer lezten hilf uns Herr, Herr unser Noth; am jüngsten Gericht; Gott. Vor allen Sünden; bilf uns Jesu, herr und vor allem Irrthum; vor allem Ulebel; vor des Teu Gott! Wir arme Sünder bitten: fels Macht und List; vor du wollest uns erhören, Herr bösem schnellen Tod; vo Herr unser Gott! und die Theurung und bösen Sen Kirche Jesu Christi bea chen; vor Krieg und Blut- schüßen und vermehren; alle 574 In besondern Zeiten. alle ihre Diener und Glieder men; unsern Feinden Vers im rechten Glauben und hei folgern und Lästerern verges ligem Leben erhalten; alle ben und sie bekehren; die Zwietracht und ergernisse Früchte auf dem Lande geben abkehren; alle Irrige und und bewahren; und uns gnás Verführte wieder zurecht diglich erhören; Erbör uns, herr herr, unser Gott! bringen; die Zahl der From men täglich mehren; trene Arbeiter in deine Erndte fen Jesu Christe, Gottes den; deinen Geift und Kraft Sohn, erbarme dich über zum Worte geben! allen uns! o du Lamm Gottes, Betrübten und Bidden hel das der Welt Sünde trägt, fen und sie trösten; allen erbarme dich über uns! o Königen und Fürsten Friedu Lamm Gottes, das der den, Ruß und Eintracht ge Welt Sünde trågt, erbarm ben; unserm Kayser steten dich über uns! o du Lamm Gieg wider deine Feinde Guttes, das der Welt Güns gönnen; unsern Landesherrn re trägt, gicb uns deinen mit allen seinen Dienern leiten Frieden! Herr, Herr, erhöre und schüßen; unsre Obern uns, Ewiger, erbarm dich, ( unfern Rath) Schul und Herr, Herr, erbarm dich, Gemeine segnen und behüten; Ewiger, erbarm dich unser! allen, die in Noth und Gefahr mel. Nun tret ich wieder ic. u Gott, der Schwangere unfre Zuflucht binden und zur Erziehung ift, Gott, unser Mittler der Jugend Segen und Ge Jesus Chrift, Gott hellger deyhen geben; aller Schwa Geist der Gnaden! Unends chen und Kranken dich gná- licher! verwirf uns nicht: dig annehmen; alle Unter wir kommen bor dein Anges brückte retten und befreyen; sicht, mit Misfethat beladen. alle Witwen und Waysen Verbirg uns nicht dein Anbeschirmen und versorgen; gesicht und geh mit uns nicht aller Menschen dich erbarins Gericht! find, mit Hülf erscheinen; alle 604.D glücklich ent 2. Wir An Bustagen. $ 75. 2. Wir haben unsern Bund ausgebreitet werden. Vers entweiht, gebrochen unsern binde deine Christenheit, theuren Eid und deinen Weg durchs Band der Glaubenss verlaffen. Doch sieh! wir Einigkeit, je mehr und mehr lehren voller Ren zurück zu auf Erden. Erhalte deiner dir; o laß aufs neu uns deine Frommen Schaar, schüß sie Rechte faffen. Verzeih durch vor Frrthum und Gefahr. Jesum alle Schuld und 6. Laß in der Lehr und schenk uns deine Baterhuld! Wandel rein die Diener deis 3. In deiner Hand ist nes Wortes sean; schenk unser Land; beglück es, fegne ihrem Vortrag Segen! uns jeden Stand, laß es der Ruh leite, Gott, dein guter Geist, genießen. Wend ab von und was dein Wort vers uns, durch deine Hut, der spricht und heißt, sey Licht Flammen Grimm, den Zorn auf unsern Wegen; und der Fluth, des Krieges Blut: bringe zu der Wahrheit vergießen! sey rettend mit Glück, die auf dem Frrweg uns, wenn die Noth des sind, zurück. Mangels und der Seuchen droht. unfre 7. Auch die Regenten lens te du, daß sie, durch Tugend, 4. Sohn Gottes, der auf Fleiß und Ruh, der Länder Erden kam und Wohlstand heben. Dem Schwachheit auf sich nahm, Fürsten, der uns schůzt und um uns Gott zu versöhnen; liebt, gieb, der in ihm so viel der durch den Tod ins Les uns giebt, das beste spåtste ben drang, sich dann zur Leben. schütt auf ihn Rechten Gottes schwang, wo und auf sein Haus und seine Ehr und Preis dich frönen. Råthe Segnung aus. Vertritt uns und verlaß uns nicht im Tod, im Grab, im Weltgericht! 8. Vernim der Leidenden Gebeth! wer in Gefahr und Noth dir flcht, dem hilf aus 5. Gieb Geift und Kraft seinen Nöthen! gieb Kranken zu deinem Wort, und gieb, Linderung und Ruh; die daß es, an jedem Ort, mögl Sterbenden erlöse du; erhör thr $ 76 In besondern Zeiten. ihr leztes Bethen! sey aller Jefum Chriftum, deinen Unterdrückten Heil, der Wits Sohn; bis dich, Gott Vas wen und der Waisen Theil ter, Sohn und Geist, dort 9. Du thuft weit mehr, unser koblled ewig preift. als wir verstehn, kannst mehr Met. Straf mich nicht zc. gewähren, als wir flehn; hier stehen wir, laß uns Erhörung finden, 606, ellger Gott! Laß uns nun gang dein eigen ach! befchwert mit Günden. feyn, im Leben und im Tode Bater, laß und doch vor dir bein, und mach uns rein von Gnade wieder finden. Ins Sünden. Herr unser Gott, Gericht führ uns nicht; laß erbarme dich; vergieb uns; uns nicht verderben, ach! leit uns väterlich! nicht ewig sterben! Mel. Unser Vater im sc. ott 2. Rein; von keiner Sünd Vater dent entweiht, ist von uns nicht an Christi Tod, einer. Linbefleckter Reinigs an seinen großen Mittlertod; feit kann sich rühmen keiner. durch ihn, der sich zum Heil Es ist hier, Gott, vor dir, der Welt, zum Menschens keine Menschen- Seele, die retter dargestellt, hilf uns, nicht oftmals fehle. und zeig uns jederzeit ein 3. Denen doch, die ihre Untlik voll Barmherzigkeit. Schuld wehmuthevoll bes 2. Die Obern leit mit reuen, sehnend suchen deine beiner Hand, beschüß und Huld, willst du gern verzei fegne unser Land, Gedeihen hen. Unser Schmerz rührt gleb zu deinem Wort, wend dein Herz und du willst der ab Pest, Thenrung, Krieg Urmen gnädig dich erbarmen. und Mord; auch allen, die 4. Wer mit wahrer Laus in Angst und Pein, wolft du terkeit, zu dir, Herr, ge ein naher Helfer seyn. gangen, hat noch fets Barms 3. O du, der stets so gnår herzigkeit, statt des Rechts, dig war, erhör uns, und sich empfangen. Fabre fort, immerdar mit Huld auf uns unser Hort, Langmuth auszus von deinen Thron, durch üben und die Welt zu lieben. 5. Durch 605.Gott An Bustagen. $ 77 5. Durch den Mittler, dies Gericht wir långst, mit welcher starb, uns dir zu ver Sünden ohne Zahl, verdies föhnen, durch den, der uns net hätten abermal. Heil erwarb, ruf, nach un 3. Doch du strafft nicht ferm Sehnen, Vater du, nach unsrer Schuld. Mit uns auch zu: alles ist verge großer Langmuth und Ges ben; Sünder, ihr sollt le- duld verschonst du uns, in ben. deinem Sohn, mit dem 6. Unverstellt geloben wir, verdienten Sündenlohn. dich, Herr, stets zu lieben. 4. Wir danken dirs, Herr Auch den nächsten wollen Jesu Christ, der du auch unwir nun nicht mehr betrüben. fer mittler bist, daß du die Unser Gott bist du, Gott! Noth von uns gekehrt, die lehr uns deinen Willen tåg ehmahls unsern Ort vers lich mehr erfüllen. beert. 7. Hilf uns kämpfen, daß 5. Trag uns erbarmend wir, Herr, uns selbst über fernerhin. Doch, gieb uns winden. Mach uns tåg, auch dabey den Sinn, daß lich heiliger, frey von allen wir mit Ernst die Sünde Sünden. Ewig dein laß scheun, und willig dir ges uns seyn, und uns dich zu horsam seyn. lieben, ewig, ewig üben. 6. Ja! Bater, reich an Am Gedächtnistage einer Gnad und Treu, mach du erlittenen Seuersbrunst. Mel. Wenn wir in höchsten i. 607. felbst unfre Herzen neu, und laß in steter Furcht und Gott, wir lieb uns folgen deines Geis denken heut sies Trieb. daran, was du an diesem 7. Behüte unsern Ort Ort gethan, da er durch Feuer und Land, vor bösen Seus ward erschreckt, und zur Bechen und vor Brand; auch tehrung aufgeweckt. Krieg und Theurung von 2. Vor deinem beilgen uns febr; ein selig Ende Angesicht erkennen wir, daß uns beschehr. De 8. Und $ 78 In besondern Zeiten. 8. Und wenn des letzten reich seyn, Herr, in dir, und Feuers Glut verzehret alles mit dir leben für und für. Erden Gut; dann laß uns 3. Des Morgens. 7. Hör meinen Dank, Herz, und sin: mein Fleben! du kannst ins ge dem Schöpfer aller Din, Herze seben, und weißt, daß ge, dem Geber aller Güter, ich zur Gabe für dich nichts der Menschen treuem Húter. beffers babe. 2. Als nächtliche Gefah, 8. Dein Werf wolf du ren verborgen um mich war vollenden; dich nimmer von ren, als ich nicht fah, nicht mir wenden; und mich in dachte, warst du's, der für meinen Tagen fiets mit mich wachte. Berschonen tragen. 608.Bach auf, mein 3. Ja, Bater, fey geprie. 9. Du selber wollst mir fen! ich konnte frölich schlie, rathen in allen meinen Thas Ben mein Auge. Auch im ten; zu jeglichem Geschäfte Schlummer bewahrst du gieb Muth, Versand und uns vor Kummer. Kräfte. 4. Mit göttlichem Erbar 10. Auf allen meinen men bedeckest du mich Ur. Wegen begleite mich dein men. Schlaf, sprachst du, Segen. Dein Wort sey obne Grauen; die Sonne meine Speise auf meiner solist du schauen. Lebensreise. 5. Dein Wort, Herr, ift In bekannter Melodie. geschehen; ich kann das Licht 609. Aus meines Here noch sehen. Du machst, daß zens ich aufs neue, mich meines fag ich dir lob und Danf, in Lebens freue. diefer Morgenflunde, ja all Gott, 6. Du willst ein Opfer mein Lebelang. baben: bier bring ich meine vor deinen Thron komm ich Gaben. Der Leib, die Seel, dich zu verehren: du wirst das Leben sey dir ganz über mein Flehn erhören durch geden! Chriftum, deinen Sohn. 2. 579 2. Dir, der du mich aus 6. Gott leite mich aus Gnaden in der vergangnen Gnaden auf meinem Pilgers Nacht vor Schrecken, Ungt pfad im Denken, Wort und und Schaden behütet und Thaten, nach deinem weifen bewacht, dank ich, und bitte Rath: dir hab ich heimges dich, du wollest mir vergestellt den Leib, den Geist, ben, womit ich je im Leben das Leben, und was du mir gefündigt wider dich. gegeben; machs, wie es dir gefällt. 3. Du wollest auch behus ten mich gnädigst diesen Tag 7. Im Glauben sprech vor aller Feinde Wüten, vor ich: Amen, und zweifle nicht Sünden und vor Schmach, daran, du nimmst in Jesus vor Feu'e und Waffirsnorb, Namen mein Flehen gnås vor Darben und vor Schan- dig an. Was mir befiehlt den, vor schweren Kreuzes: mein Stand, verricht ich nun Banden, vor bösem schnellen mit Freuden, dein Segen Tod. wird begleiten die Werke 4. Den leib, die Seel, meiner Hand. das leben, mein Ehr und Mel. Wend ab deinen Zorn ie. Gut bewahr. Ich will bir 610.J En dieser Mors übergeben jegund und im. genstunde will merdar, als dein Geschenk ich loben, dich Gott! für und Gab, die Obern und deiner Huld und Liebe Pros Verwandte, die Freunde und ben will ich auch heute danks Bekannte, und alles was bar mich beweisen, und ich hab. froß dich preisen. Des Morgens. 5. Laß deinen Geist stets bleiben und wirksam seyn in mir, mich stärken und an treiben, daß ich, so lang ich bier nach deinem Rath noch wall, mein Christenthum tretz übe, das ich aus dei ner Liebe, durch Laster, nim mer fall, 2. Du hast ans licht auch mich, Herr, lassen kommen, in dein Reich durch die Taus fe aufgenommen, und läsfest mich Vergebung meiner Sünden durch Jesum finden. 3. Du hast mic deinen guten Geist gegeben, der Do 2 lebret In besondern Zeiten. 580 lehret mich, hier fromm und chriftlich leben, damit ich fann mit findlichem Ver trauen zu dir aufschauen. 4. Du hast mich allzeit väterlich ernähret, was ich bedurft, mir immer noch be scheret; bald wenn auch eine Noth mich hat berühret, herausgeführet. 5. Daß du siets wachst, die Deinen zu bewahren, hab ich auch noch in dieser Nacht erfahren; vor allem Unfall hast du mich bedecket, und froh erwecket. 9. Herr, laß in deinen Schuß fenn eingeschlossen den Leib, die Seele, Freuns de, Hausgenossen, und was ich sonst, durch deine milde Gabe, auf Erden habe. 10. Die Obrigkeit beglück in ihrem Stande, gieb Fries den und Gedenhn im ganzen Lande; behut uns allerseits, o Herr, aus Gnaden vor Schand und Schaden. 11. Du wolleft auch an diesem Tag mich stärken in meinen Standes, und Ber ruses: Werken. Ja segne fie; laß mich in ihnen allen dir wohlgefallen. 6. Herr, mit meinem Munde und Gemüthe erzähl und rühm ich deine große 12 Zuleht verleih, wenn Güte, die ich emfangen hab ich aus diesem Leiden, es an allen Enden aus deinen sen heut oder morgen, werd Händen. abscheiden, daß ich auf Christi Tod mag selig sters ben, den Himmel erben. 7. Ich bitt, du wollest über mich fort walten, und mich auch heute diesen Tag 13 So bin ich dann an erhalten, damit der, welcher Leib und Seel genesen, und nachstellt meinem Heile, nicht vergebens in der Welt gewesen; ich bin in Ruh; 8. Hilf, daß ich bleib, wie die Kampfs: und Prüfungs zusteht frommen Christen, stunden sind dann ver rein von der Welt verkehr- schwunden. mich nicht ereile. tem Sinn und Lüsten; er balte mir den Eifer, deinen Willen gern zu erfüllen. 14. Erbör mich, Vater, den ich mit dem Sohne und beilgen Geist verehr auf einem 581 5, Führe mich, o Herr, und leite, meinen Gang nach deinem Wort; sey und bleibe du auch heute mein Met. Alle Welt, was lebt und ic. 611.Gott des Himmels Beschützer und mein Hort: und der Erden, nirgends als ben dir allein Bater, Sohn, und Heilger kann ich recht bewahret seyn. Geift, der es Tag und Nacht 6. Meinen Leib und meine läßt werden, Mond und Seele samt den Sinnen und Sonne scheinen beißt, dessen Verstand, großer Gott, ich starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält. dir befehle unter deine starke Hand: Herr, mein Schild, mein Ehe und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigenthum. 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in die ser Nacht vor Gefahr, Angst, 7. Deinen Engel zu mir Noth und Schmerzen hast sende, der des bösen Feindes behütet und bewacht: und Macht, ist und Anschlag von ben aller meiner Schuld mir wende, und mich halt in mich noch trägst mit Baguter Acht: der auch endterpuld. ich mich zur Ruß bringe 3. Laß in mir die kust zu nach dem Himmel zu. Sünden jetzt mit dieser 8. Höre, Goit, was ich Nacht vergebn! o Herr begebre, Bater, Sohn und Jefu! laß mich finden deine beilger Geist! meine Bitte Wunden offen stehn; da mir gewähre, der du selbst alleine Hülf und Rath ist mich bitten heißst: so will für meine Maffethat. ich dich hier und dort herzs 4. Hilf, daß ich mit die ich preifen fort und fort, sem Morgen geistlich aufer mel. Ewigkeit, du Donnerw.sc. fleben mag, und für meine 612. Run un tret ich wies Seele sorgen, daß, wann der aus der nun dein großer Tag uns er. Ruß, und gehe dem Ge scheint und dein Gericht, schäfte zu, das mir ist aufers ich davor erschrecke nicht. leget. Ich weiß nicht, was Do 3 an Des Morgens. einem Throne, laß allee, was ich jetzt von dir begehret, mir fenu gewäbret! $ 82 In besondern Zeiten. Ob Glück, noch keid und Tod. an diesem Tag mir alles und Segen. Ich tret den noch begegnen mag; doch auf mit Freuden an, und weiß ich: Gott felbft wäget scheue nicht die steile Bahn. mein Schicksal ab; und recht 5. Ich bin getroft und und gut ist alles, was er habe Muth; was fönnte schickt und thur. unter Gottes Hut mir wi 2. Ist meine Bürde tågs driges geschehen! doch, daß lich neu; so will mich auch ich deß versichert sey, muß mein Gott aufs neu rechtlich von Sünden leben fren väterlich versorgen. Ob und Gottes Wege geben. gleich mein Herz noch nicht Die das thun, trennet nichts vernimmt, was mir für die von Gott: nicht Freud und fen Tag bestimmt. denn auch jeder Morgen mich 6. Darum, mein Gott, führt zu neuer Last und leit meinen Fuß; lehr du Müh; Gott stärkt mich, und mich, wie ich wandeln muß, versüßet sie. und lautre mich von Sün 3. Wie oft,( wenn ich den; wenn deine Hand mich ben mir gedacht: ach! wår stärkt und hält, werd ich die der saure Tag vollbracht, kust und last der Welt auch getragen seine Bürde!) heute überwinden. Entges hat mich der Abend über gen geh ich so dem Tag, und führt, daß du mich, Höch fürchte nicht, was kommen ster, wohlgeführt, daß deive mag. Hand die Bürde erleichtert und auf fleilem Pfad mich Fräftig unterstüket hat. 7. Ich weiß, du hast, Ull gütiger, mit Baterhuld und nicht zu schwer die kaft mit 4. Weil ich denn deß ver, zugewogen. Zur schwersten fichert bin, so geh ich auch Pflicht in meinem Stand mit froßem Sinn dem neuen stårfst du mich mit der Bas Tag entgegen. Bring terhand, die du mir nie ent er auch neue last mit sich ogen, mit der du mich du, Herr der Welt, beglei, oon Jugend auf haft fortge test mich mit deiner Kraft führt in meinem Lauf. 8. Dir 183 Des Morgens. 8. Dir übergeb ich, was 6. In deinem Schuße nur mein, laß es in deine schlief ich ein; und Feinde Arme fenn auch heute einge fonnten nicht mit Macht schlossen: ach flårke mich, daß und ist mir schädlich seyn, ich bir treu in diesem Pil die sie auf mich gericht. gerleben sen, und, wenn es 7. Für Rauben und für nun verflossen, dann führe Feuersnoth hast du mich, mich ein fauster Tod ine Herr, beschüßt; gieb ferner rechte Leben zu dir, Gott! nun, was, bis zum Tod, Mel. Nun sich der Tag geendet ic. mir und den Meinen nüßt. 8. Hilf mir, daß ich, aus 613. For alle, die ihr jetzt erwacht froßem Dank, dir leib und erhebt den Herrn, erfreut! Seele weiß; nach Jesu ihn, dessen Güte Tag und Beyspiel lebenslang im Nacht sich über uns erneut. Wohlthun eifrig sey. 2. Ihm, dessen Arm die 9. Gebenfe, Herr, auch Welt umfaßt, mein Geist heut an mich, an diesent lobsing auch du! ihm, der ganzen Tag, und wende von mich führt nach sanfter Rast mir gnädiglich Noth, Jam dem neuen Lage zu. mer, Ungst und Plag. 3. Noch hab ich des Ver. flandes Licht, noch kann ich börn und sehn; gelähmt ist 10. laß mich mit Vors saß feine Sünd an diesem Tag begehn; wie stark auch Hand und Zunge nicht; ich ihre Reize sind, ihr den kann noch stehn und gehn. noch widerstehn. 4. Du Schöpfer, der mir 11. Zieh immer mehr alles gab, Kraft, Sinne und mein Herze ab, von aller Verstand; du basts erhal ten, was ich hab, durch dei ner Ullmacht Hand. Eitelkeit; durch die Gedans ten an mein Grab, an Tod und Ewigkeit. 5. Ja! sie wars, deine aret. Ich dank dir schon durch wi Baterhand, die mich ans Licht gebracht, die allen 614. Min erft Ge schäft sen Preis Schaden abgewandt in der und Dank! erhebe Gott, verfloßnen Nacht. 20 4 o Sees In besondern Zeiten. 584 o Seele; der Herr hört Deisen Lobgefang; lobsing ihm, meine Seele! 8.Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue. 2. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? wer 9. Daß ich, als ein ges stärkt mein Blut in seinem treuer Knecht, nach deinem Fleiß? wer schüßt mich in Reiche strebe; gottfelig, Gefahren? züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe. 3. Wer lehrt das Auge feine Pflicht, das sich im 10. Daß ich, dem Nach Schlafbedecket? mer ist es, sten beyzustehn, nie Fleiß der beym Morgenlicht, die und Arbeit scheue; mich Schlafenden erwecket? gern an andrer Wohlergehn 4. Du bist es, Herr und und ihrer Tugend freue. Gott der Welt, und dein ist 11. Daß ich das Glück unser Leben. Du bist es, der Lebenszeit in der es uns erhält, und mirs Furcht genieße, und meinen jezt neu gegeben. tauf mit Freudigkeit, wenn 5. Gelobet fenft du, Gott du gebeutst, beschließe. der Macht, gelobt sey deine deiner Treue! daß ich nach einer Met. Herzlich thut mich verlang. 10. fanften Nacht mich dieses 615. Erbebt ihn, mein Tags erfreue. ne lieder, 6. Laß deinen Segen auf der den Tag gemacht! dankt mir ruhn, mich deine Wege ihm, dem Menschen: Hüter, wallen; und lehre du mich der allzeit für uns wacht; selber thun nach deinem der uns im Schlaf erquicket Wohlgefallen. und unsre Kraft erneut, 7. Nimm, meines Lebene Gott, der die Erde schmücket, gnädig wahr; auf dich hofft und was er schuf, erfreut. meine Seele. Sen mir ein 2. Der Engel beilge Retter in Gefahr, ein Vater, Heere erhöhn ihn mit Ge wenn ich fehle. fang: auf! singt in ihre Chore, Des Morgens. 585 Chore, in ihrer JubelKlang! mel. Wie schön leucht uns der ic. wer wollte Gott nicht lieben, 616.Dich feb ich wies wer ihm sein 3. Auch mir hast du ge geben, Herr, was ich hab der, Morgens licht, und freue mich der eda len Pflicht, dem Höchsten Lob zu singen. Ich will, entflammt von Dankbegier, o mildester Erbarmer, dir und bin: doch dies mein ir mit froßem Muth lobsingen. bisch Leben fließt schnell zum Schöpfer! Bater! Deine Tode hin. Bald ist sie Treue rührt aufs neue mein ganz verschwunden, die Vor Gemüthe, froß empfind ich bereitungszeit: doch hängt deine Güte. an ihren Stunden das Heil der Ewigkeit. 1 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was war 4. O süßer, bober Glau- ich! hättest du dich nicht so be: im Tod nicht ganz ver- bülfreich mir bewiesen. Zu gehn! nein, ich, der Mensch meinem Leben sehest du jetzt vom Staube, soll wieder auf einen neuen Tag hinzu; sey erstehn. Laß mich dies nie boch dafür gepriesen. Durch vergessen! nein, dieser Hof dich bin ich, und ich merke nung voll, mich vielmehr neue Stärke, dich erhebe flets erimessen, was ich einst meine Zunge, weil ich lebe, werden soll. 5. Getroft mein Geist! ermüde im Tugendeifer nicht: dich stärket Gottes Friede mit Kraft und Zuversicht. Ermuntre 3. Verleih, o Gott der lieb und Macht, daß Sünd und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fließe; daß ich die kurze Lebenszeit dich in chriftlicher Zufriedenheit Des Sieges zu nutzen mich bemühe. Prüfe, siehe, wie ichs meine; dir ist keine meiner Sor gen, auch die kleinste nicht, verborgen. Des 4. I.h weihn? sich nicht in Tugend üben, um ihm recht werth zu seyn? und streite! lohn ist nah! getroft! viel leicht ist heute des Kampfes Ende da. $ 86 In besondern Zeiten. 4. Ich bin ein Chrift, o deckte. Wer ist, der die Herr, verleiß, daß ich des Geschöpfe zählt, die dieser Namens würdig sey! mein Morgen weckte, die nach der Ruhm ist deine Gnade. Ruß dem Tage zu, mit luft Denn, ach, was bin ich ohne und Wohlgefallen von dir dich? ein irrend Schaaf: belebet wallen! erbalte mich, mein Hirt, auf 3. O daß der Menschen deinem Pfade. Starf mich, feiner wår bis an der Erden daß ich, stets mich übe, deine Ende, der deine Huld, Ull Liebe zu betrachten, über gütiger, nicht dankbar froh alles dich zu achten. empfande! dem nicht die Beast voll frommer Lust zu dir, Quell aller Güte, voll Dank und Liebe, glühte! 4. Dem, der noch unge bessert ist, noch fühllos, nech 5. Auch im Geräusch der Welt sell mich der heilige Gedanck an dich oft ftill zu dir erbeben. Ich walle nur als Pilger bier, einst führst du mich hinauf zu bir, bin: verblendet, verlängre doch auf ins rechte leben. dich hoff ich! Herr, ich wer de mich der Erde gern ent schwingen, die dort ewig tob zu singen. Auf die Gnatenfrift, die er bis ber verschwentet: er wird vielleicht doch noch erweicht, dir ganz sich zu ergeben; darum laß ihn noch leben. 5. Den, der sich deiner Mel. Was Gott thut, das ist ic. 617. Grwacht aufs Gnade frent, stärk, Herr, neue, Gott, durch deine Güte, damit ſein bin ich, erwacht durch Herz zu feiner Zeit im Tur deine Güte. Hier steh ich gendfleiß ermüde. Daß nun, und preise dich mit frö überall der Fommen Zahl lichem Gemütße. Herr, wer noch täglich größer werde: ermißt, wie gur du bist, wie dies Glück gewähr der Erde! weit bein Wohlthun reichet, dem feine Güte gleichet! 6. Dem, der bedrängt und unet quickt im Stillen seufit 2. Erwacht und rege ist und thrånet, der nirgend die Welt, die Todesstille hier den Trost erblickt, nach dim Des Morgens. 587 den fein Herz sich sebnet, 5. So will ich dir lobsins gen, mich deiner Güte freun; aus Liebe zu dir rina gen, ein Menschenfreund zu seyn. dem schenke du felbst Troft und Ruh, ja thue wohl an allen, die auf der Erde wallen. 7. Dem Sterbenden ver füffe, Gott, den Schmerz 6. Co, Tilger meiner der leßten Stunden; bald Sürden, mein Mittler, Jes fen sein Kampf, und mit dem fus Christ, kann ich den Tod nun all sein Leid ver: Troft empfinden, daß bu schwunden! Leicht mach mir, mir gnädig bist. Gott, auch meinen Tod, und laß mich mit den Meinen dort froß vor dir erscheinen. Met. Christus, der ist mein c. 7. Dir hab ich mich erges ben, ich freue mich in dir; erfreuender als Leben ist deis ne Güte mir. 618. och läßt ber 8. Sie füßre mich auch Herr mich le beute auf wahrer Tugend ben, mit frölichem Gemück Psad; du, Ewigweiser! eil ich, ihn zu erheben: er hört mein frühes Lied. leite mich selbst nach deinem Rath. 9. Nur eins sen mir ges währet: das christlich wilse Herz, das dich demüthig eßs ret in Freuden wie im Schmerz: 2. Zu ihm erhebt mich wieder der Morgenfonne Pracht, ich falle vor ihm nieder, der sie und mich ge macht. 3. Du, Herrscher aller Welten, nimst dich auch mei ner an; wie soll ich dir ver, gelten, was du an mir ge shan? 10. Daß ich am ersten trachte nach dem, was die gefällt; mehr deinen Ben, fall achte, als allen Ruhm der Welt; 11. Daß ich die innig trauend das Gute flandhaft thu, und früb gen Himmel trat en und Liebe, Gott, schauend, denk: Herr, mich fiehest du! 4. Soll ich Altåre bauen, und opfern, Herr, vor dir? nein! du willst nur Ver von mir. 12. Bet 188 In besondern Zeiten. 12. Bereit den Lauf zu 4. Des Nächsten Ehre schliessen auf deinen Wink schmälern, entebrt mein mein Gott; und schuldlos Christenthum. Ein Ruhm im Gewiffen: so finde mich aus fremden Fehlern ist der Tod! Schande und kein Ruhm. Laß mich das Richten fließen; Mel. Aus meines Herzens ic. 619.Dis es Morgens nie schlimm, was gut ist erste Stunde deuten; und, seh ich andre will ich, mein Gott, die weißn, gleiten, es jedem Aug ents Mein Herz stimmt mit dem ziehn. Munde zu deinem kobe ein. 5. Ben Fleiß und Arbeit Ja, laß den ganzen Tag schleiche kein Geiz sich in mich so vor dir, Herr, wan mein Herz, und fremde deln, daß ich nicht blos Noth erweiche mich leicht fromm handeln, nein, auch zu edlerm Schmerz. Kein fromm denken mag. Glück, das andern blüßt, 2. Fromm laß mich, doch lempore mich zum Neide; gesellig: klug, doch von und fein Genuß der Freude Falschheit rein; freymüthig, verzärtle mein Gemüth. doch gefällig; und stark zur 6. Gleb, daß an diesem Tugend seyn; auch standhaft Tage sich mir kein Unfall in der Noth; fein Zorn naht, und trifft mich eine schwäch meine Liebe, kein Plage nach deinem weisen Eraft der Sanftmuth Trie Rath: so gieb, daß ich alss be, tein Scherz die Furche dann mein Leiden nicht vers vor Gott. schulde, nicht murre, christs 3. Was dein Gebot verlich dulde, froß dir vers leget, laß nie mit Lust mich trauen kann. schaun; wenn es die Welt 7. Wie bald ist überwuns ergetzet, erweck es mir doch den das Leiden dieser Zeit! Graun. Schnell wirkt des auf wenig bange Stunden Lasters Gift. Nichts, nichts folgt Glück in Ewigkeit. sen mir verhaßter; doch, daß Dies stärket mich in Noth, mein Haß das Laster, nicht daß ich nicht ångstlich zage. meinen Mitknecht, trifft.| Am Des Morgens. 189 Am letzten meiner Tage giebt ich bin, mir zu. Jeder ist dies mir Muth im Tod. ein Theil des Lebens; jes Mel. Gott des Himmels und ic. den, jeden richtest du. Lehr 620.D ant sey dir, ich mich wachen, daß mir nie lebe wieder, ungenüßt ein Tag entflieh. Bater, und empfinde mich! 6. Heute leb ich; laß mit mir wachen meine Lie auch heute nicht umsonst der wieder auf, und preifen mein Leben seyn! laß mich, dich, dessen Auge in der nach vollbrachtem Streite, Nacht mich, den Schlafen mich auch dieses Tages den, bewacht. freun! Wohlzuthun gieb mir auch heut, Stärke, Luft, Ges legenheit! 2. Einst schläft so mein Leib im Grabe nach voll brachter Pilgerzeit; modere 7. Segne mich, Herr, zwar: doch, wie ein Saame, und die Meinen, stärke uns felmt er für die Ewigkeit, ser Freundschafs. Band; bis auch jene lange Nacht Traurigen laß Troft erschei der Verwesung ist vollbracht. nen: Troft, den oft mein 3. Dann erwacht mein Herz empfand. Segen Staub auch wieder, Jesu, neu fließ aus deiner Hand jea belebt von dir. Herrlicher dem Menschen, jedem sind dann die Glieder, alles Stand! ist verflärt an mir. Ganz Mel. Werde munter mein Gem. x. unsterblich werd ich ſeyn, 621.23 enn ich einst ewig nicht mehr schlafen ein! von enem 4. Wach nur über meine Schlummer, welcher Tod Tage, Jesu, meine Zuver beißt, aufersteß, und von sicht, daß mich keiner einst dieses Lebens Kummer frey, verklage, wenn du kommst den schönern Morgen seb: o zum Weltgericht; daß ich dann wach ich anders auf; meiner Pflicht hier treu, schon am Ziel ist dann mein und dort unerschrocken sey. Lauf: Sorgen, die mich ångst, 5. Keinen Tag zählst du lich machten, werd ich dann vergebens, Gott, durch den für Träume achten. 2. Gieb, $ 90 In besondern Zeiten. 2. Gieb, daß keiner meis 2. Daß ich jetzt mich ner Tage, Geber der Un frank befinde, Herr! das sterblichkeit! im Gericht ist dein Will und Rath, mich einst verflage: er sen welcher mir, als deinem ganz von mir entweißt. Auch Kinde, dieses zugeschicket noch jetzt bin ich erwacht, bat; nun ich nehme es auf Dank sen deiner Gût und mich, ja, ich trag es willigs Macht! laß mich heilig und lich; was du pflegeft aufzus im Gegen diesen Tag zu legen, ist nicht ohne Gnad rücke legen. und Segen. 3. Daß ich nicht untröst- 3. Dieser Tag ist anges bar zittre, wenn mein leßter fangen, weil mich deine Tag erscheint; mich nicht Gnad erhält. Laß mich Höllenangst erschüttre, wenn auch das End erlangen, mein Freund nun um mich wenn es dir, mein Gott! meint: o! fo lindre mir die gefällt. Lindre mir fo Pein, ihm laß mein End Schmerz als Noth, ach, lehrreich seyn, daß ich ihn mein Vater, Herrund Gott! zum Himmel weise, und Jefu, meiner Seelen Sonne! dich, Herrn des Todes, schenke mir, heut Troft und preise. Wonne! Morgenlied eines Kranken. Mel. Werde munter mein ze. 4. Doch dein Wille foll geschehen, Herr! dein Wille nur allein. Wie du willst, 622. ich auch, find so soll mirs gehen, so will gleich matt die ich zufrieden seyn. Ich will Glieder, sebe nach vollbrach leben, wenns dein Will, ter Nacht nun die Morgen auch im Tod halt ich dir still, sonne wieder, welche alles ich will mich zum Tod und munter macht; darum fang Leben dir hiemit, mein ich freudig an, so viel ich in Gott! ergeben. Schwachbeit kann, diesen 5. Segne meine Arze Tag mit Berpen, Singen und neyen, stärke mich je mehr mit Andacht zuzubringen. und mehr, laß dieselbe mic gen Des Abends. 591 gedeißen, Herr! zu deines der Noth; die Verkürzung Namens Ebr: hör in Gna den mein Gebeth, wenn ich gläubig vor dich tret, daß ich dich im Glauben faffe, und mich fest auf dich verlasse 6. Vater! auch an die sem Tage bleibe ben mir in meiner Plage, durch Genes sung oder Tod, Herr! die überlaß ich dir, wie du willst, geschehe mir. Dein bin ich mit Leib und Seele, du bists, dem ich mich befehle. 4. Des Abends. Met. Jefu deine beilge Wunden. det hat! Deiner Wunder 623.Werbe munter sind zu viel. Wer ist, der mein Gemü ermessen will, wie du deine the, du mein Geist erwach Welt regiereft? wie du dein in mir! preife deines Gottes ne Menschen führest? Güte, unvergeßlich sen fie 4. Dieser Tag ist nun dir! rühme es und denke vergangen, und die stille nach, wie er auch noch die Nacht bricht an. Mit ins sen Tag mich genährt und brünstigem Verlangen fich unterstüßet, mich erfreuet ich dich, mein Vater, an: und beschüßzet. fen mir gnädig und verleih, 2. Lob und Dank fen dir daß mein Herz versichert gefungen, Vater der Barm sey deiner Huld, die Froms berzigkeit! was ich vornahm, me schützet, wenn dein Zorn ist gelungen, du hast mich auf Sünder blißet. vor herbem leid, in Gefah ren mancher Art, heute vå. terlich bewahrt, 5. Herr, verzeibe mir aus Gnaden alle Schuld und manche Missethat, du der feinen, Freuden mir verliehen, und der beladen zu dir kam, vers verfüffet meine Mühen. worfen hat, nicht den Tod 3. Gott, ich kann nicht der Sünder will, sondern jes ganz verstehen, wie viel dei den, welcher fiel, gern aufrich ne Güte that, noch das alles ten, gern erretten; hör mein übersehen, was sie abgewens Seufzen! hör mein Bethen! 6. Bin 192 In besondern Zeiten. 6. Bin ich von dir abge: mir, daß mich, Herr, mein wichen, Herr, da ist mein Heil, von dir und von jenes Herz aufs neu! slårk mich, lebens Freuden auch der Tod den Veränderlichen, daß ich nicht werde scheiden. künftig treuer fey: dies, daß 10. laß mich diese Nacht deine Baterhuld mir vers genießen eine fanft und füsse giebt so viele Schuld, soll Ruh: wenn sich meine Augen mich mehr zum Haß der schließen, Ewiger, dann Sünden, mehr zu deiner Lieb wache du! Laß in deine Gnas entzünden. den: Hut seyn mein Leben, 7. Du, o Retter meiner Haab und Gut, meine Seele, Stifter meiner Se: Freund' und Hausgenossen, ligfeit, bist es, dem ich mich zur Bewahrung, einges empfehle auf die ganze Pil schlossen. gerzeit. Blicken soll mein 11. Uch laß uns nicht Geist in mir auf zum Him: banges Schrecken, nicht der mel, auf zu dir; schauen, Räuber Ueberfall, aus der wenn es um mich trübe, in sanften Ruße wecken! wens die Tiefen deiner Liebe. de jeden schweren Fall; 8. Schäßen, über alles schüße uns vor Feuersnoth, schätzen, will ich deiner Huld und vor einem böfen Tod; Genuß; auf dich mein Ber keinen laß in Sünden sters trauen setzen, wenn ich hier ben, noch an Leib und Seel noch leiden muß; ich, erleuch verderben. tet durch dein Licht, fürchte 12. O du großer Gott, ers Todesnächte nicht, und fann höre, was mein Herz begehe mit gelasnem Herzen Leiden ret hat! Jesu, schenk mir dieser Zeit verschmerzen. und gewähre, was ich jetzt 9. Froh kann ich die Aus im Glauben bath! Geist gen schließen, ohne Kummer der Gnaden, Gottes Geist, schlummern ein: wenn ich der du Fromme gern ers Lauter im Gewissen, wenn freuft, höre dies mein sehn vor dir mein Herz nur rein. lichs Fleben. Amen! ja, Stärke dann den Trost in es wird geschehen! Mel. Des Abends. 593 Mel. Nun ruhen alle Wälder ic. von Beschwerden, vom Elend 624.Nun ruhet in den dieser Erden am Abend mei. Wäldern, in nes Lebens fren. Städten, auf den Feldern 6. Nun geht, ihr müden ein Theil der müden Welt! Glieder, geht bin und legt ihr aber, meine Sinnen, ihr euch nieder, ruht wie ein follt das Lob beginnen deß, Wandrer thut. Man wird der die Welt schuf und er nach kurzen Zeiten euch ei hält. nen Ort bereiten, wo ihr, 2. Die Sonn ist unter ohn Arbeit, långer ruht. gangen, und ihres Lichtes 7. Die Augen stehn vers Prangen erfrent das Aug droffen; wer wacht, wenn jekt nicht: doch eine andre sie verschlossen? wer schüßt Gonne ertheilt mir größre den Leib und Geist? Gott Wonne; denn Jesus ist schüßzet sie aus Gnaden, bes mein Lebenslicht. wahret sie vor Schaden, er, 3. Wie nach der Sonn der allmächtig ist und heißt. Entfernen ein glänzend Heer 8. Laß du vor allem zeide, von Sternen den Himmel o Jesu, meine Freude, mein prächtig macht: so ist nach lager sicher seyn! dann will meinem Sterben auch mir, ich, Herr, dir singen, mich als Himmelserben, der Glanz felbft zum Opfer bringen, des Himmels zugedacht. dir Reden, Thun und Dens 4. Der Leibesruh zu pfle: ten weißn. gen will ich das Kleid ables 9. Auch euch, ihr meine gen, das Bild der Sterblich lieben, erschüttre kein Ber keit: sie zieß ich aus; dage trüben, kein Unfall, noch Ges gen wird Christus mir an fabr! schlaft rubig bis zum legen dereinst das Kleid der Morgen! der Herr wird Herrlichkeit. für euch sorgen, der immer 5. Es seyern Haupt und unser Helfer war! Hände, da dieser Tag zum In voriger Melodie. Ende, und Sorg und Müb 625.Der Tag bat fich vorben: mein Herz wird geneiget, der Pp Бође In besondern Zeiten. 594 hohe Himmel zeiget die 6. Will fünftig noch an Herrlichkeit der Nacht; in Sünden mein Herz Gefallen jener blauen Ferne erzählen finden, so zeig mir, wie die tausend Sterne des Schö: Welt mit ihrer Lust verges pfers Majestät und macht. bet, und wie nur der bester 2. Der Herr versäumet het, der deines Wortes Vors feinen. Der fernen Welt schrift hält. zu scheinen, rief er der Son- 7. Ich kann gerubig nen ist. Uns decken Fin schlafen; denn von der Süns sternisfe; doch ohne Kümden Strafen hat mich mein mernisse ruhn wir, da Gott befrent. Wenn Uns seine Hand uns schüßt. glückswetter flürmen, will 3. Auch hier in meiner mich mein Gott beschirmen: Stille wohnt Gott mit seizwas fehlt noch meiner Ses ner Fülle, mit seiner Gegen ligkeit? wart; er siehet auf mich 8. Soll dann der Schlaf nieder, und jeden meiner zum Leben mir neue Kräfte Brüder, nach seiner Huld geben, so will ich Gott es und Vaterart. weihn: soll er mein Leben 4. Sen, Gott, sen hochge enden, so wird er mich vollens priesen, der du mir hast er: den, und auch mein Gott im wiesen so viele Huld auch Tode seyn. heut. Sen, was du warst, mel. Mun ruhen alle Wälder ze. mic noch weiter, mein Schuß 626. Herr! der du wie und treuer in dieser Nacht und allezeit! das Leben bis diesen Tag gegeben, dich 5. Denk nicht der Schuld beiß ich findlich an: ich bin der Jugend, wenn ich oft, viel zu geringe der Treu, statt der Tugend, die Sünde die ich befinge, die du bis reizend fand: durch Jesu ßer an mir gethan. Christi Gnade wird dieses 2. Mit dankendem Ge Irrthums Schade, in wabs müthe freu ich mich deiner rer Buße, abgewandt. Güte; ich freue mich in dit. Ogieb mir Kraft und Ståre fe; Des Abends. $ 95 fe; Gedeihn zu meinem durchlebter Zeit; ich sen, Werke, und schaff ein reines wenn sie kommt, was ich sen, Herz in mir. ein Sünder, oder Gott getren. 3. Gott, welche Rub der Seelen, nach deines Worts 3. Da wall ich hin, da Befehlen einher im Leben wartet mein das Anschaun gebn; auf deine Güte hoffen, Gottes oder Pein. im Geist den Himmel offen, Gott, mein Heil und mein und dort den Preis der Vertraun, laß mich dein fes Treue ſehn! lig Untlik schaun. Ach 4. Ich weiß, an wen ich 4. Du träufelst auf die glaube, und naße mich im Müden Ruh; und wenn Staube zu dir, o Gott, mein wir schlummern, wachest du. Heil! Bin ich der Schuld Doch wie viel Seelen wallen entlaben, und nur bey dir nicht im Schlummer hin vor in Gnaden, so ist im Him: dein Gericht! mel auch mein Theil. 5. Wir sind nur, wie ein 5. O leite mich im Se Schlaf, vor dir; wie Gras, gen dem großen Ziel entge so blühn und welken wir: gen, daßin dein Wort mich das machet unfre Missethar, weist. Mein Leben und die deinen Zorn entzündet mein Ende ist dein; in deine pat. Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. 6. Ich zittre, Herr, und mein Gebein durchängslet dein gewaltig Dräun! denn 627.23ie ein Geschwähdenkst du ins Gericht zu Mel. Vor deinen Thron ic. des Tags ver gehn, wer tann, wer fann fließt die Zeit, die mir verevor dir bestehn? liehen ist. Sie rauscht vor. 7. Uch, zürne nicht auf ben, schnell als ein Bach; deinen Knecht, und Gnade, und dein Gericht, Gott, Onad ergeb für Recht! folgt ihr nach. Versöhner, Gottes: Sohn, die mein Heil, fen meine Zus nach flucht, fey mein Theil! Pp 2 8. Daß 2. Die Ewigkeit, Ewigkeit ergreift mich $ 96 In besondern Zeiten. 8. Daß ich muß sterben, ihn, meinen Gott, gepriesen? lehre mich! dann fürcht ich mir und der Welt genügt, nichts so sehr als dich; dann und jeden Dienst gethan, leb und sterb ich dir allein, weil ihn der Herr gebot, und bin im Tod und Leben nicht, weil mich Menschen Dein. fabn? 9. Ich fürchte nicht, von 4. Wie hab ich diesen dir bewacht, den Pfeil des Tag mein eignes Herz res Tags, das Graun der Nacht; gieret; hat mich im Stillen ich zittre, wenn der Tod oft ein Blick auf Gott kommt, nicht: denn Gott ist gerühret? erfreut ich mich meine Zuversicht. des Herrn, der unser Flebn Mel. O Gott, du frommer Gott c. bemerkt? und hab ich, im 628. Gin Tag ist wie Vertraun auf ihm, mein der hin! und Herz gestärkt? s dieser Theil des Lebens, wie 5. Dacht ich bey dem Ge ist er angewandt? verstrich nuß der Güter dieser Erden er mir vergebens? hab ich an den Allmächtigen, durch mit allem Ernst dem Guten den sie sind und werden? nachgestrebt? hab ich viel verehrt ich ihn im Staub? leicht nur mir, nicht meiner empfand ich seine Huld? Pflicht gelebt? trug ich das Glück mit 2. Wars in der Furcht Dank, den Unfall mit Ges des Herrn, daß ich ihn ange duld? fangen? mit Dank und mit 6. Und wie genoß mein Gebeth, mit eifrigem Ver. Herz des Umgangs süsſe langen, als ein Geschöpf von Stunden? fühlt ich der Gott, der Tugend mich zu Freundschaft Glück? sprach weißn; und züchtig, und geich, was ich empfunden? recht, und Gottes Freund war auch mein Ernst noch zu seyn? fanft, mein Scherz noch 3. Hab ich in dem Beruf, unschuldsvoll? und hab ich den Gott mir angewiesen, nichts geredt, das ich bes durch Eifer und durch Fleiß reuen soll? 7. Hab Des Abends. 597 7. Hab ich die Meinigen Met. Jesu du mein Brčutig. Ic. so durch Sorgfalt mir vers 629. 3u fo viel Eagen, mein die mir schon spiel still zum Guten unter von meiner Prüfungszeit richtet? war zu des Mits entflohn, stürzt sich auch leids Pflicht mein Herz nicht dieser, den ich heut durchzu bequem? ein Glück, das lebt, ins Meer der Ewigkeit. andre traf, war das mir an 2. Gott, dessen Auge mich genehm? bewacht, Gott weiß, wie ich 8. War mir der Fehltritt ihn zugebracht: was ich ges leid, so bald ich ihn began- dacht, geredt, gethan, sah er gen? bestritt ich auch in mir genau und merkt es an. ein sträfliches Verlangen? 3. O Seele, fordert er und wenn in dieser Nacht dich nicht um diesen Tag Gott über mich gebeut, bin einst vors Gericht? hängt ich, vor ihm zu stehn, auch nicht dein Loos in Ewigkeit willig und bereit? mit ab von diesem Punct der 9. Gott, der du alles Zeit? weißst, was könnt ich dir 4. Der Tod vollendet verbeblen? ich fühle täglich mich vielleicht, eh diefe noch die Schwachbeit mei Nacht dem Morgen weicht, ner Seelen. Vergieb durch und führet mich, wie ich hier Chrifli Blut mir die ver, bin, vor Gott, vor meinen lehte Pflicht; vergieb, und Richter, hin. gebe du nicht mit mir ins Gericht! 4. Wie bebt, wie klopft mein Herz in mir! Gedans 10. Ja, du verzeiheft dem, fe, wie erschrickts vor dir! den seine Sünden frånken;" DerTod vollender mich du liebst Barmherzigkeit, vielleicht, noch eh die und wirst auch mir fie schens Llacht dem Morgen fen. Auch diese Nacht bist du weicht!" der Wächter über mir: Leb 6. Vor einem bösen ich, so leb ich dir: sterb ich schnellen Tod bewahr und so sterb ich dir. schüße mich, mein Gott; Pp 3 zur 598 In besondern Zeiten. zur Besserung, zur Fróm Vaterhand, mein dir ges migkeit gieb, mein Erbarmer, weißtes Herz empfand so mir noch Zeit. manche fromme Freude. 7. Erhôre väterlich mein 3. Für jeden sanften Flehn: laß mich den Morgen Trost, den ich auch heute wiedersehn. Verkürze meine noch geschmecket, für jeden Tage nicht, führ nicht so bald Erieb, mit dem du mich zur mich ins Gericht. Frömmigkeit erwecket, für 8. Bon allem bösen Bor das, was ich als Christ ge fah rein will ich dir ganz mein dacht, mir vorgenommen und Leben weihn. Es soll mir vollbracht, sey, Vater, hoch nun fein Tag entfliehn, es gepriesen. fegne denn dein Beyfall ihn. 4. Vergieb, wo ich noch 9. Von dir bewacht ent strafbar bin, und laß mich schlaf ich nun: laß mich in Gnade finden. Dein Geist fanfter Stille ruhn. Die verbeßre meinen Sinn, und erste That nach meiner reinge mich von Sünden. Ruh sen Dank! mein erst So laß mich ruhig diese Gefühl, Gott, du! Nacht, von deiner Güte, Gott, bewacht, und frey von Mel. Sey Lob und Ehr ic. 630.Mt Preis und Schrecken, schlafen. Danke nah ich 5. Auch bitt ich, bester mich, dir, Gott, und falle Bater, dich: bewahre du nieder vor dir, der mir die Meinen; beschüße alles erzeiget sich als Vater heute väterlich, und tröste, die, so wieder. Viel mehr, als ich weinen; gieb allen Kranken erzählen kan, bast du mir sanfte Ruh, die Sterbenden heure Guts gethan: wie erquicke du, und laß sie sanft soll ich, Gott, dir danken! entschlafen. 2. Du hast mich heute våmel. In dich hab ich gehoffet. terlich geſpeiſet und getrån- 631. Für alle Ge in Gefahren mich, zum Guten mich ge- Bater, Sohn und heilger genfet. Mich führte deinel Geift! ihr bin ich zu gerin ge, Des Abends. 599 ge. Bernimm den Dank, 2. Ißt hoff ich noch aufs den Lobgefang, den ich dir zuwachen aus dem Schlaf, findlich singe. für diese Zeit. Lehr mich 2. Du nahmst dich mei doch, mich fertig machen, ner herzlich an, haft großes Vater, zu der Ewigkeit! heut an mir gethan, mir daß ich, Wanderer, dann set mein Gebeth gewähret; baft wohl bereitet, leicht und frey väterlich mein Haus und von den Lasten dieser Erde; mich beschüßet und genähret. wenn ich abgerufen werde. 3. Herr, was ich bin, ist 3. Gerne laß den Tag dein Geschenk; der Geist, mich sehen, der als Retter mit dem ich dein gedenk, ein mir erfcheint. Wenn mit uns ruhiges Gemüthe; was ich erhörtem Fleben, wer mich vermag bis diesen Tag, ist liebet, um mich weint; o alles deine Güte. dann mach so stark mein 4. Sen auch, nach deiner Herz, daß ich meiner Lieben lieb und Macht, mein Schutz Schmerz, voll von deines und Schirm in dieser Nacht, Namens Preise, fill', und vergieb mir meine Sünden. sie gen Himmel weise. Und kommt mein Tod, mel. Befieht du deine Wege ic. o Herr, mein Gott, so laß 633. Herr err, es gescheb mich Gnade finden. bein Wille! der Körper eilt zur Ruh; es fallen in der Stille die Erlaß Mel. Werde munter mein 2c. 632.Sinf ich einft in müden Augen zu. jenen Schlum. mir Schuld und Strafe, mer, Todesruh, in deine das ich, von Sünden rein, Nacht, aus dem keiner mehr zum Tode, wie zum Schlas zum Kummer, der im Herrn fe, bereitet möge seyn. entschlief, erwacht: o dann 2. Laß fern von Schreckens schlaf ich anders ein; weg bildern und wilder Fantasey, aus dieser Lebenspein eil ich die Seele sich nichts schils bin zu deren Hütten, die, dern, was ihrer unwerth sen! nun selig, einft auch litten. Laß, fren von eitlen Sorgen Pp 4 mich 600 In befondern Zeiten. mich wieder auferstehn, und 3. Wie unwerth sind wir, an die Tugendübung mit Bater, deiner Treue! sieb neuen Kräften gehn. unser Herz! es flebt zu dir 3. Doch, wenn der Torvoll Reue. Ach laß es uns desschlummer für mich in vor dir im Glauben stillen, dieser Nacht den Freuden, um Chrifti willen. famt dem Kummer, ein 4. Uns wohlthun, ist dein schnelles Ende macht; dann aöttliches Vergnügen. Du, stårk mich, wenn der Schres Vater, schirmst uns, wann cken der letzten Stunde wir bülflos liegen, und, wie droht. Du wirst mich jajentfeelt, umbüllt von Fine erwecken; ein Schlaf nur sternissen, von uns nichts ist mein Tod. wiffen. 4. Dein Heil hab ich ges 5. War dies für uns der fehen; im Frieden fahr ich lezte Tag auf Erden; soll bin, weil ich benm Auferste, unser Schlaf ein Todess ben in deinem Reiche bin. schlummer werden? dann Wohl dem, der bis ans Ende weckst du uns, die wir uns sich als ein Chrift erweist! oir ergeben, zum bessern Mein Gott, in deine Hände leben. befehl ich meinen Geist! 6. So legen wir getroft Mel. Herzliebster Jefu, was ic. jur Rub uns nieder. Sehn 634. Entfloben sind wir erfreut die Morgensonne anch dieses Ta- wieder: dann preisen wir, ges Stunden, an dem wir mit heiterem Gemüthe, des noch des Lebens Glück em Höchften Güte. pfunden; mit froßem Dank laßt uns den Herrn erheben, Abendlied eines Kranken. durch den wir leben! Mel. Jesu, deine heilgeWunden, I. 2. Des Lebens Müh und 635.Arzt des Leibes, zu giebt uns Troft der der Herr viel Freuden zu gelen, Jesu! hör mein Danks nießen, und welche Güter lied an: ich will deine Huld schenkt er unsern Seelen erzählen, die du heut an mir !! wer fann sie zählen? getban: Zur Tischzeit. 601 gethan: durch sie, die mich diese Nacht vom Schlaf hebt und trägt, ist der Tag aufwecken; ach! so denke zurück gelegt. Deine Kraft was ich bat: Tod und hat mich erquicket, daß Sterben scheu ich nicht, der Schmerz mich nicht ers wenn es felig nur geschicht. sticket. Dir hab ich nicht vorzus 2. Dein erbarmendes Geschreiben: du wirst mein, ich müthe, hat mich Kranken dein verbleiben. wohl bedacht, Jesu! deine 5. Laß mich nicht in lieb und Güte schüße mich Sünden sterben: nim die auch diese Nacht. teg mir Seel in deine Hand, mache nicht mehr Schmerzen zu, mich zum Himmels: Erben, gieb den schwachen Gliedern führe mich ins Baterland. Rub. Bleib, Herr! es will Jesu! laß mich auf mein Abend werden, ben mir; Flehn einst ein felig Ende mindre die Beschwerden. Bringe mich, nach 3. Laß, Herr, mich und diesem Leiden, in das Reich auch die Meinen deiner vollkommmer Freuden. Treu empfohlen feyn; weck febn. 6. Ach! wann werd ich uns wieder, als die Deinen dich erreichen, du von Gott wenn der Sonnen Licht und gefehtes Ziel! Schreke, Tod! Schein aus des Schlafes ich will nicht weichen; wenn finstrer Gruft uns, dir Dant mir auch der Muth entfiel; zu opfern, ruft. Laß mich stärkt mich, Herr! dein bis auf morgen leben, so theures Wort, und zeigt will ich dein Lob erheben. mir den froßen Ort, wo 4. Doch soll mich des ich, nach dem Kampf auf Todes Schrecken! Herr! Erden, ewig soll erquicket nach deinem weisen Rath, werden. 5. Zur Tischzeit. Mel. Nun sich der Tag c. nährt, wird uns durch 636. Gott, was des Fruchtbarkeit, durch Kraft tebens Kräfte zum Fleiß, von dir bes Pp s schert: Nach der Mahlzeif. 602 In bef. Zeiten. schert: wir danfens dir er freut. 3. Du machst zahllose Heerden fatt, läßt sie am 2. Durch deinen Segen Bach sich laben, reichst allem, haben wir auch heute unser was nur Othem hat, die Brod. Wir nehmens bin angemeßnen Gaben, thust und danken dir, dir Bater, täglich auf die milde Hand unserm Gott. und fåttigeft das ganze Land 3. Bernünftig froß laß mit Luft und Wohlgefallen. im Genuß und stets uns 4. Gott, deine Gaben mäßig seyn, und, schenfest wollen wir, wie uns gebührt, du uns Ueberfluß, die Ur- genießen; stets soll sich Herz men auch erfreun. und Mund vor dir in tob und Dank ergießen; auch wollen wir vergessen nicht die Dürftigen: nach unsrer Pflicht sie kleiden, speisen, Nach der Mahlzeit. Mel. Nun freut euch liebe ic. 637. Gott, bir sey laben. Preis und 5. Von dir, unendlich mile Dank gebracht, da wir verder Gott, der uns bisher gnügt gegessen. Du hastgenähret, fey, was zu dies uns alle wohlbedacht und je fem Leben noth, uns ferners dem zugemessen fein Zheil, bin gewähret. Bewabre uns an dem er sich erquickt; fey, für theurer Zeit, gieb Nahe Bater, der auf alle blickt, rung, Fried und Einigkeit, sen hoch dafür gepriesen! Gesundheit, Heil und Segen. 2. Du lenkst die Sonn 6. Laß hier schon, Gott in ihrem Lauf, und schenfest wie gut du bist, uns täglich Thau und Regen; du thuß mehr ermessen, und welch) den Schooß der Erde auf, ein Heil uns dort noch ist und tausendfachen Segen bereitet, nie vergessen. Da reicht sie uns dar auf dein schmeckt man erst, 2liebens Geheiß; wen sollte dies der, wie de beglückft, und zu deinem Preis, o Bater, welch ein Meer von Wonne nicht bewegen? um dich fließet. 6. In 603 6. In den verschiedenen Jahrszeiten. Im Frühling. Mel. Sey Lob und Ehr ic. Met. Von Himmel hoch ic. 639. Lobt Goit, ber 638.Mit welcher uns den Frühs Pracht und ling schafft, Gott, der den Anmuth wallt der Frühling Erdkreis schmücker, der mit jeht durch Feld und Wald! allmächtig reicher Kraft, wie neu belebt, wie reich ges das, was er schuf, erquicket. schmückt ist alles, was das Der Herr erschafft, der Herr Aug erblickt. erhält; er liebt und segnet 2. Der Wald ist grün, die seine Welt: lobsinget ihm, Anger grün, auf die die Heer: Geschöpfe! den weidend ziehn; die Saat 2. Das land, das erst ges steht auf der Flur erhöht, die storben lag, erwacht und les wir in. Hofnung ausgesät. bet wieder; es strömt an 3. Wie füffe macht die jebem neuen Tag auch neuer milde Luft der Blüthen und Segen nieder. Der Wurm, der Blumen Duft! wie reis der in dem Staube webt, jet, wie entzückt das Ohr der Vogel, der in lüften der Vögel laut ertönend schwebt, erfreut sich seines Chor! Lebens. 4. Du, der die Welt fo 3. Der Erden Untlik ist ausgeschmückt, bast uns mit verjüngt, erheitert glänzt einem Geist beglückt, der der Himmel; Gebirg und dich erkennt, und froß ems Thal, und Wald durchdringt pfindt, wie herrlich deine ein freudiges Getümmel: Werfe sind. und voll Erbarmen schaut 1. Dafür, Herr, preis berab, der allen Wesen Les ich dich erfreut und jauchze, ben gab, auf seiner Schös daß nach dieser Zeit dem, pfung Werke. der dich liebt, durch Jesum Chrift, ein ewig Glück be reitet ist. 4. Doch fühllos nur und unbeseelt sind Auen und Ges filde; auch sind die Thiere nicht In besondern Zeiten. 604 nicht erwählt zu deinem Ebenbilde. nur freuet deiner sich; kennt, 640. Algütiger, dein füßlet und empfindet dich; Zur Saatzeit Der Mensch Met In dich hab ich gehoffet. Segenswort und hofft ein ewig Leben. erweiset sich noch fort und 5. Du rufft die Wolken fort auf unsrer Erde friss in das Land und stillst den tig; noch macht dein Ruf Durst der Erde, daß mit das, was er schuf, zu unserm den Gaben deiner Hand der Wohl gefchäftig. Mensch gesegnet werde; du 2. So segne denn durch machest Regen, Thau und deine Hand die Saat, die Wind, die deiner Almacht wir jetzt fireun ins land, mit Boten sind, zu unsrer Freu: Wachsthum und Gedeihen; de Quellen. mein Gott, laß sie, nach Sorg und Müb, uns laben and erfreuen. 6. Selbst, wenn, vom Donnersturm bedräut, er: 3. Ben aller drohenden schrockne Länder zittern; Gefahr bewahr sie, laß das ftrömt Stärkung, Segen, ganze Jahr uns deine Güte Fruchtbarkeit aus schwarzen zeigen, daß unser Dank und Ungewittern. Dann bricht Dann bricht tobgesang mag froß zu dir die Sonne neu hervor, und aufsteigen. alles jauchzt zu dir ema 4. An diesem Saamen por, vor dem die Wetter hab ich hier ein lehr, und schweigen. trostreich Bild vor mir. 7. Von dir kömmt, was Bey Sturm und trüben uns hier erfreut, du Brunn Zeiten erhebt er sich: so quell aller Gaben! dortübst du mich, Gott, auch wirst du uns mit Seligkeit durch Kreuz und leiden. in reichern Strömen laben. 5. Wie dieser Saamen Wohl! wohl den Men erst verdirbt, im Schooß der schen, die schon hier sich Erde gleichsam stirbt, um dir ergeben, und einst dir sich neu zu erheben: so führst in Chrifto freudig sterben du, Gott, uns durch den Fod Im Frühling und Sommer. beßre ins beßre Tod einst ein ins Leben. 605 Im Sommer. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 6. Laß diesen herrlichen 642. Rund um uns her Gewinn mir alle Arbeit und ist nichts als Bemühn erleichtern und ver Freude und fröliche Zufries füssen; er mach mein Herz denheit; wie schön ist dies getroft im Schmerz, und wa chend mein Gewissen! fes Weltgebäude für uns zum Wohnhaus eingeweißt: gelobt sey Gott! Halleluja! In jedem Werk ist er uns nah! 7. Ja! mach, mein Leben dir zu weißn, und guten Saas men auszustreun, recht ems 2. Dort prangt die Flur sig Herz und Hände; so im bunten Kleide und lockt årndt ich einst, wenn du er die Welt zur Munterfeit. scheinst dort Freuden ohne Seht, in dem Vogel hüpft Ende. die Freude, aus ihm singt die Zufriedenheit. Lernt, Mel. Liebster Jefu wir find hier. Menschen, lernt hier eure 641. Herr, duSchöpfer Pflicht: freut euch; vergest Natur, laß nur Gottes nicht! dieSaat, die wir ausstreuen, 3. DieRosen lächeln, uns sich erheben auf der Flur, zu schmücken; uns blüht der und zu reicher Frucht gedei. Blumengärten Pracht; der ben, die im Anblick schon Menschen Auge zu entzücken, entzücke, und einst im Genuß hat fie der Herr so schön ges erquicke. macht. O lernet, Menschen, 2. Was wir einfach dankbar seyn; lernt Gott fireuen hin, giebst du uns oft vertraun, euch seiner freun! zehnfach wieder. Dankbar 4. Dort, uns zum Bes dir, für den Gewinn, wollen sten, sammlen Bienen die wir auch arme Brüder gern beste Kraft den Blumen ab; von deinem Segen speisen, und dort spinnt sich, uns auch und durch Frömmigkeit dich zu bienen, der Seidenwurm preisen! fein eigen Grab. Bie berr, 606 In besondern Zeiten. herrlich hat uns Gott be- Gott! über Berg und Thal, dacht, wie alles wundervoll bein Fuß. gemacht! 7.Ja Vater! jeder Graße 5. Selbst Felfen, die so balm zeuget von deiner traurig scheinen, sind dir, o Freundlichkeit und Güt! zur Mensch, zum Dienst ge- Saat, die sich zur Aerndte weiht; die Quelle tröpfelt neiget, gieb ferner Segen, und aus den Steinen und mit behüt, ben aller drohenden der Quelle Fruchtbarkeit. Gefahr, die Früchte auch Der Baum beut seine Frucht in diesem Jahr. dir dar. Nimm, Mensch, 8. taß uns zur rechter der Güte Gottes wahr! Beit erfreuen Wind, Regen, 6. Das Korn vergoldet Thau und Sonnenschein; nun die Felder, die Nehren dann sammlen wir, durch sind von Segen schwer. Es dein Gedeihen, auch deiner grünen Wiesen, Gärten, Hand Geschenke ein: und Wälder, in Thal und Höjeder Mensch, in jedem Land, ben um uns ber. Es trieft, füßt deine milde Bater von deines Segens Guß, hand! Vor und bey der Aerndte. Mel. Wer nur den lieben Gott c. nem fehlen: du forgft für 643. Gott, von dem aller Wohlergebn; du öfneſt wir alles has deine milde Hand, und nähs ben, was uns belebt, näpet ceft uns und jedes land. und erfreut! wie mannig 3. Du machst, daß man faltig find die Gaben, die auf Hofnung fået, nnd ends såglich deine Huld verleißt!| lich auch die Frucht genießt; wer ist dir, Gott, an Stärke der Wind, der durch die gleich? wer ist, wie du, an Felder wehet, die Wolke, Gute reich? die das Land begießt, ber 2. Wer kann die Men Thau, der warme Sonnens schen alle zählen, die zu dir, stral, sind deine Diener Gott, um Nahrung flebn? allzumal. boch muß die Nothdurft kei Fason 4. So Vor und bey der Aerndte 607 4. So wächst durch dich 4. Da sieht sie nun, und des Menschen Speise, so neigt sich schon zur Hand des giebt ipm deine Erde Brod; Schnitters hin; und wer und, daß er dich noch froher gesät, empfängt nun Lohn preise, giebst du ihm, milder, und herrlichen Gewinn. reicher Gott, aus Meerund 5. Gieb, daß der Früchte Fluß, aus Feld und Wald Ueberfluß nicht blos das Erquickung auch beym Un- Aug entzück; gieb, daß er terhalt. nun auch im Genuß uns 5. Nie wollen wir es, Dürftige erquick. Gott, vergessen, wie gerne 6. Und jeder, den du näßs du uns Menschen labft; ben rest, freu sich dein voll Danks jedem Mahle, das wir essen, barkeit; vermeide Miss bedenken, daß du, Gott, es brauch, Schwelgeren und gabst: und dich, der so viel Ungenügsamkeit. Guts verleiht, erfreun durch 7. Und jeder lebe so, daß Dank und Frömmigkeit. ihn, von Erdemüß einst Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. ften, der größte, seligste Ges 644. ir Gott, der winn, des Himmels Rub, Hügel, Thal erfreu. und Feld an Früchten reich In voriger Melodie zc. gemacht, bir, der, was if 645. Erhebt den Herrn, singt ihm er und lebt, erhält, sey Dant und Ruhm gebracht! freut, der stets so milde war! 2. Es wallt die ährenreiz die Aerndte ist nun da, und che Flur, wallt wie ein wei beut uns ihre Schäße dar. tes Meer; doch prangt sie 2. Ergreift die Sichel fo, und wallet nur durch dich, froh und singt; von reifen Allgütiger! Körnern voll neigt sich der 3. Du öfnetest der Erde Nehren Haupt und winft, Schook, gabst Thau und paß man sie schneiden soll. Sonnenschein; da hob sich 3. Nur wenig Körner unfre Saat, und schoß em ftreuten wir auf unsern Ucker por in dichten Reipn. hin; nun schenkt uns Gott fo In besondern Zeiten. dankt ihmisten weislich ein; ben Wärs me, Hike, Kålt und Frost 4. Wir sind noch da, und grünt, wächst und reifet baben Brod, und ein gesunsunsre Kost. des Blut. Wer ist wie du, 3. Die fleinste deiner Herr unser Gott, fo milde Kreaturen macht deine und so gut? Weisheit offenbar; man 5. So lange unser Herzesiehet deiner Güte Spuren, schlägt, die Augen offen und deine Macht von Jahr stehn; soll unser Herz, von zu Jabr. Es zeugt von Dank bewegt, Gott, deinen deiner Herrlichkeit auch dies Ruhm erhöhn. ses Jahres Aerndtezeit. 608 so viel dafür: für den Gewinn! 6. Und wenn wir einst, 4.0 Bater, da uns deine Unendlicher, im nåbern Licht Liebe mit so viel Gaben hat dich sehn; dann wollen wir erfreut, so mehre auch in noch feuriger, Gott, deinen uns die Triebe zur Demuth Ruhm erhöhn. und zur Dankbarkeit. Das Gute, das du uns gethan, treib uns nun auch zum Gue Nach der Aerndtezeit. Mel. Wer nur den lieben Gottic. ten an. 646.Du forgst, o Gott, 5. Gieb denen herzliches nach Bater. Erbarmen, die deine Hand Weise, vergiffest deine Kin- mit Gütern füllt. Dann der nie; du giebest allem fehlt es auch den wahren Fleische Speise, du sorgst Armen an dem nicht, was den und segneft spät und früh; Mangel stillt; dann wird auch Bösen wirfst du Gutes die Witwe sich auch freun, zu: wer ist so gütevoll, der Kranke mit uns dants wie du? bar seyn. 2. Du trånfft das Land 6. Bewahr für Raub und mit mildem Regen, erwår Brand die Güter, die deine mest es durch Sonnenschein; milde Hand uns gab, und du theilst die Zeiten, wiewende schädliches Gewitter den Segen, zu unserm Beslund schwere Zeiten gnådig ab; Vor, bey und nach der Aerndte. 609 ab; in Rub und Frieden klebt, ist nur ein kleiner Thell, laß uns, Gott! genießen ift faum ein Punct in deiner unser täglich Brod. Schöpfung Raum; doch fass 7. Schenk uns dabey verfen wir die Wunder nicht, gnügte Herzen; Hochmutl die täglich hier dein Arm. und Geiz laß ferne seyn; laß verricht.nd das uns es niemals neidisch Gott, beine Weisheit, schmerzen, wenn andre mehr, Huld und Macht verkündis als wir, gedeihn. Mach je get der Tag der Nacht; fie den in dem Kleinern treu, daß predigt Sonnenschein und er zum Größern tüchtig sey! Sturm, des Meeres Brau, Mel. Herr Gott, dich loben wir e. sen und der Wurm. Wie 647. Her Gott, wir groß ist der Geschöpfe Zabl, danken bir; wer zählt die Millionen all, Herr Gott, dich preisen wir die hin durch Erde, Luft und Im Staube bethen wir dich meer sich froß bewegen? du an für das, was du an uns nur, Herr, du kenneft ihre gethan. Herr, Herr, Alb ganze Zahl, du liebst, belet st güriger, wer ist so liebens, und nährst fie all. wert, wie du es bist! was Auch dieses Jahr hat uns ist und lebt, das schufest du; fer land gesegnet deine Ba. und was du schufft, das ruft terhand! der Gaame, den uns zu: unendlich groß ist wir freuten bin, schoß auf, Gott! unendlich stark ist ward herrlicher Gewinn. Gott! unendlich gut ist Du, der den Aerndte: Segen Gott, Jehova Zebaoth! gab, wend ferner allen Scha Ja Herr, kein Sterbli den ab. Gieb uns ein Herz cher ermißt, wie groß, wie voll Dankbarkeit, ein Herz, stark, wie gut du bist! die das jede Sünde scheut, ein die uns Menschen weises Herz, das nie vergift trågt, das Meer, das sich die Aerndte, die noch fünf. um sie bewegt, ist vor dir, tig ift. Erde Herr, der ewig lebt, ein Nicht blos für dieses Le. Tropfen, der am Halme ben schuf uns deine Hand; 29 Dein 610 dIn besondern Zeiten. dein großer Ruf ruft uns nicht verstehen. Er läßt uns einst von der Erde ab und doch auf dunkler Bahn noch dann sinkt dieser Leib ins Gnadenstralen sehen; fein Grab. Doch, herrlich wie Wort verschafft uns Troft der aufzublühn, finkt dieser und Kraft, es nennt uns Leib ins Grab dahin. Dein Gottes Erben: wie könnten Cohn kömmt einst und hält wir verderben? Gericht; die ihm hier lebten, 4. Was Gott thut, das beben nicht; sie årndten ewge ist wohlgethan: es geh nach Freuden ein. 2ch laß in seinem Willen. Läßt sich es ihrer Zahluns seyn! Amen. gleich zum Mangel an; Gott weiß ihn doch zu stillen. Er fann und will aus seiner Füll uns Unterhalt gewäh as Gott thut, ren, wenn wir ihn findlich das ist wohlges ebren! Bey nicht sehr reicher Erndte. 648. than; so denken Gottes Kin ber. Wenn man nicht reich, Dank für den Segen, der lich årndten fann, liebt er aus Rünsten und Wissens uns doch nicht minder. Er schaften, aus handlung und Gewerbe entsteht. nimt und giebt weil er uns liebt, und seine Hände müssen Mel. Allein Gott in der Höht. wir stets in Demuth küffen. 649. Aus deiner mits 2. Was Gott bas den it wohlgethan; er nimt der Hand, du Geber aller Gas Erde Güter zurück, eh man ben! muß jedes Volk und fie årndten kann, zur Beß jedes Land des Gegens Zur rung der Gemüther. Uns fluß haben. Mit großer Dankbarkeit und Mäßigkeit Weisheit hältst du haus und und Demuth einzuprågen; breitest deine Güte aus, jum drum fehlt uns Gottes Besten aller Völker. Gegen. 2. Von dir stammt Kunst 3. Was Gott thut, das und Wissenschaft, wodurch ist wohlgethan; ob wirs gleich die Länder blühen: du schens feft Im Herbst. fest jedem Trieb und Kraft 6. Manch unermeßlich sich nůzlich zu bemühen in Wasserbeer dringt aus dem seinem Amt, Beruf und grauen Eife, durchstreicht Stand, darin dein Rath ihn zu seiner Zeit das Meer und tüchtig fand zum Besten wird der Menschen Speise. mitzuwirken. Das Ungeheur der Wassers 3. Du fegnest auch des welt wird doch durch MenKünstlers Fleiß zum Nutzen schenhand gefällt zum Nußen seiner Brüder. Was er vieler Tausend. nur Gutes kann und weiß, 7. Herr unser Gott, wir das kommt von dir bernie preifen dich mit dankbarem der. Es fließet stets aus Gemüthe. Du fegnest uns Hand in Hand, was uns die sehr mildiglich mit Proben deine zugewandt, durch nüh- deiner Güte. Geuß deinen liche Gewerbe. Gegen ferner auß, auf unsern 4. Du schaffft, daß Ort, auf jedes Haus, zu deis menschlicher Verstand zurnes Namens Ehre. See die Wege findet, daß 8. Hilfauch, daß jeder reds Fleiß und Handlung Land lich sey in seinem Thun und an Land und Volk an Bolt Handel, rechtschaffen, brüders verbindet. Der Länder lich, getreu in seinem ganzen Frucht, des Landmanns Wandel. Mit Luft, o Vas Schweiß, des Künstlers ter, wendest du dem Lande Werk, der Bürger Fleiß deinen Segen zu, das solch wird hin und her verführet. ein Bolf bewohnet. 5. Du giebst den Schiffen Ihren Lauf auf Strömen und 611 Im Herbst. auf Meeren, und hilfft dem Mel. Herr Gott, der du ic. Fler der Handlung auf, viel 650. Früh mit umwolls umwölf, Zur tem Nothdurft, zur Bequemlich geht schon die Sonne nieder, feit vertheilst du deine Gar und spåt erscheint ihr schwäs ben weit durch manche Hand- cher Licht am trüben Himmel lungszweige. wieder. Das schöne Jahr 2.9 2 612 In besondern Zeiten. ist nun entflohn. Die raus ist, wenn es verblüht, Schuß, ben Stürme rauschen schon Beysland und Erhalter. Er durch die entfärbten Felder: trågt die Müden, er beschüßt die lezte Blume neigt ihr die Schwachen, feine Rechte Haupt: des Herbstes kalterstützt die nah am Grabe wan Hauch entlaubt die schatten fen. Gebeugt vom Alter reichen Walder. werden wir von ganzem Her 2. Verlassen steht die ddefzen dennoch bir, Gott unster Flur, entblößt von ihrem Jugend! danken. Gegen; entfråftet fiehet die 5. Wohl allen, die dein Natur der Winterruh ent Angesicht in früßen Jahren gegen. In Schaaren ab suchen, die werden ihrer Jue getheilt, entfliehn die Vögel gend nicht im Herbst des Alvor der Kält und ziehn weitsters fluchen; denn dem, wer über Land und Meere. Gott redlich sich bemüht, weil seiner nimt der wandernden sich an, Jabre Kraft noch blüht, der bezeichnet ihnen ihre Bahn Zugend Frucht zu tragen, und sättigt ihre Heere. dem wird das Alter Jugend 3. Uns, seine Menschen seyn, und göttlich wird will er hier im Winter selbst er sich noch freun in seinen versorgen. Und seiner Huld letzten Tagen. vertraun auch wir, die neu wird jeden Morgen. Durch Im Winter. seine Vorsicht låffet Gott el. Mir nach spricht Christus ic. dem Menschen, für den Win es Jahres ter, Brod, dem Bieb fein 651. Schönheit ist Futter, geben;, und Wein, nan fort! wie traurig stebn der unser Herz erfreut und die Triften! es stürmt ein unsers Lebens Kraft erneut, ungestümer Nord aus schwer trieft aus der Frucht der beladnen Lüften. Die Erde Reben. starrt vom Froste nun und 4. Ach! unser Leben auch ihre Nahrungskräfte ruhn. verblüht, wie ißt das Feld, 2. Wohl mir bey dieser raus im Ulter. Getrost! Gett hen Zeit! ich darf vor Frost nicht Im Winter. 613 nicht beben. Mich schützt Brod mit ihm zu teilen. mein Dach, mich wärmt Wer seiner Brüder Noth mein Kleid und Brod erhält vergißt, verdient nicht, daß mein Leben. Auf weichen er glücklich ist. Betten schlaf ich ein und 5. Vor Tausenden bist du kann mich sanfter Ruße beglückt, die in der Grille freun. flagen, da Wärm und Nahe 3. So bats der arme rung dich erquickt, in diesen Bruder nicht, dem Brod raußen Tagen. O jauchze und Kleidung feplet, den, froßes Herz, in mir, und wenn es sehr daran gebricht, bringe Gott den Dank dafür! Frost oder Hunger quâlet. 6. Sieb nicht auf das, Und dreyfach fühlt er feine was dir noch fehlt und mane Dein wenn Krankheit plagt cher mehr befizet. Nein! und Kinder schreyn. auf die Noth, die andre quält, 4. O säume, säume nicht auf Gott der dich beschüßet. mein Herz, ihm liebreich zu Uch Bater! lindre jeden jueilen. Füßt feinen Jam Schmerz und mir gieb ein mer, seinen Schmerz, dein zufriednes Herz. B. In besondern Fällen. 1. Bey anhaltendem Regen. Mel. Wo Gott der Herr nicht 2. Die Felder trauren weit und breit, die Früchte 652. Gott, du fannst leiden Schaden; sie sind von den Himmel vieler Feuchtigkeit entstellt ganz mit schwarzen Woljund schwer beladen. fen decken; du kannst der Gegen, den du uns gezeigt, Sonne heitern Glanz auch liegt tiefzur Erde hingebeugt, wieder bald erwecken: ach und scheinet zu verderben. möchtest du den Sonnen. 3. So warneft bu für schein, nach dem wir seufzen, Missethat; für fündlich fi: bald verleihn, daß unser Landscherm Leben; hier soll, wer fich freue! bein vergeffen hat, das Herz zu dir erheben. Herr, wir 2.93 befens 614 In besondern Fällen. bekennen unsre Schuld, ver strömet ohne Unterlaß der zeiß; und sieh auf uns mit Regen in gebäuftem Maaß Huld von deinem Himmel aus den bewölkten Höhen. nieder. 3. Die Schnitter follten 4. Gedent an deine Balibre Hand zwar bald mit tertren, du hast uns selbst be Garben füllen, auch konnte foblen, daß wir mit Fleben, das fruchtreiche Land den Buß und Reu dein Untlig Mangel völlig stillen; nun suchen sollen. Laß uns zu aber, da man freudevoll die Dieser trüben Zeit erquicken reifen Früchte fammlen soll, Deine Freundlichkeit, du bist muß sich der Tag verhüllen. ja unser Bater. 4. Die Fluth ergießt fich 5. Gleb, daß an deinem weit und breit, und droht Himmel firaßt, in heitrem der Saat Berderben; die Glanz, die Sonne, und laß Frucht muß vor der Uerndtes uns wieder überall empfinden zeit hinfinken und ersterben. Freud und Wonne; wir Wer kann uns retten und wissen und bekennen fren, befrenn von dieser Noth, als daß auffer dir kein Helfer sey bu allein; Here Himmels im Himmel und auf Erden und der Erden. Mel. Es ist das Heil uns sc. f. Vor dir, der heilig 653. großer Gott, und gerecht, bereun wir unfre der du die Welt, Sünden; du Herr, der alle u so wundervoll erbauet, so Dinge trägt, ach laß doch herrlich alles dargestellt, was bald verschwinden die trübe man hienieben schauet, den Zeit; nach unsrer Schulb Wolken auch gefeht ihr Ziel, vergilt uns nicht; laß deine Damit des Wassers nicht zu Huld uns wiederum eme viel herab aufs Erdreich fließe. pfinden. 2. Wir flagen dir, daß 6. Wir flehn gebeugt, er wir die Sonn jetzt faum auf barme dich, erhöre unser blicken sehen, daß Wolfen, Flehen; hilf deinen Kindern die Berderben drohn, jegt väterlich, laß einmal stille stets am Himmel siehen; es stehen die Fluch, die ohne Uns tere Bey vielen Regen und nach demselben. 615 terlaß verschwemmet das Ge 4. Gott, welche Sorgen traid und Gras und unfre lagen auf uns in jenen Tas Flur verddet. gen, da aus der Wolken 7. Erbeitere den Himmel Schooffe fich Fluch auf bald, und wehr hinfort dem Fluth ergoffe! Regen; es muß ja, wenn s. Dank dir, der unser drin Wort erschallt, der Flehen, das hin zu deinen Etirme Macht sich legen. Höben so sehnend drang, ere Gieb einmal wieder trockne böret, und Sonnenschein Zeit, damit wir, Gott, mit gewähret. Freudigkeit einfammlen deis nen Segen. 6. Erhalt den Himmel beiter, und segne uns noch 8. Du Gott, zu dem voll weiter, laß uns mit froßen Zuversicht wir unser Herz Händen die Werndte ganz erheben, du wirst der Sonne vollenden. heitres Licht uns grådig wies dergeben. Wir wollen dann mit mit höchstem Fleiß dir, Bar mit ter singen Lob und Preis hoch fier und in jenem Leben. 7. Wir wollen deine Güte frölichem Gemüthe, unserm ganzen Leben preisen und erheben. 2. Nach dem Sonnenschein. 3. Bey anhaltender Dürre. Met. Wach auf mein Herz ic. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 654. Erschallt ihr Freu: 655. №ch Herr, du als denlieder, terböchster scheint, fie stralet wieder, Gott, es drückt uns eine ich seb fie, welche Wonne! große Noth; es sinkt dapin, Die lang verhüllte Sonne! es ftirbt die Saat, da sie 2. Der Himmel ist ent nicht Thau noch Regen hat. büllet, mit Heiterkeit erfüllet, 2. Das Erdreich ist wie der Abend zeigt die Sterne Usch und Staub, matt, auss in jener blauen Ferne. gedorrt sind Gras und laub; 3. Jaucht mit uns, ihr das ganze Land steht jäms Gefilde, die trübe Nacht um merlich, nach Kühlung lechzt bullte, befingt des Schöpfers and fehnt es sich. Ehre, ihr alle seine Heere! 2.94 3. Eta 616 In besondern Fällen. 3. Erbarm dich unsrer, preise Gott, erhebe seine Gü milder Herr; gedenfe unfrer te, der dein Gebeth so gnå: Sund nicht mehr; um ih dig hat erhöret; sprich: rentwillen schließe du doch Herr, wer ist, wie du, so lie nicht die milden Hände zu. benswerth! 4. Erhöre unfer fehnlich 3. Du fiebest, Gott, auf Flepn, send Regen uns aus der Bedrängten Flehen ers deinen Höhn, der bald er barmungsvoll von deines quick das dürre Land, das Himmels Höhen; wir haben von der Sonnen Gluth ver kaum gebeugt vor deinem brannt. Thron die Noth geklagt; so 5. Mach unsre Felder bilfest du uns schon. feucht und weich, mach fie 4. Du siehest an das lech: an milden Früchten reich; jende Gefilde, und wässerst es erquick uns nach der dürren so gnädig und so milde; du Zett, du Gott, der Menschen giebst Befehl, daß sich die gern erfreut. Wolkensluth ergießen soll, 6. Erbör uns, Herr, von wie sie es jetzo thut. deinem Thron, wir bitten f. Ein Tropfenstrom, ges dich durch deinen Sohn, trieben von dem Winde, er und wollen deine Gütigkeit mit Dank erheben allezeit, 19 gießet sich, und neßt die dürs ren Gründe: und unser F10, Feld, das so erflorben schien, lacht und steht jetzt so neu belebt, ſo grün. KEND 4. Nach dem Regen. Mel. Der Tag ist hin sc. 6. Herr, unser Gott, wer 656 Bereite dich, mein, Herz, aus alle ft dir zu vergleichen? wee Kräften, entgeuch dich jeg gab von seiner Macht uns den irdischen Geschäften, er solche Zeichen, wie du, o greif dein Saiten fpiel mi Gott? dir muß der Son froßer Hand und finge Gott nenschein, Wind, Regen, deinlied, von Dank entbrannt Blk sogleich gehorfam feyn. 2. Schwing dich empor 7. Nun, höchster Herr, mit frölichem Gemüthe, und wir preifen deinen Namen; wit Bey Gewittern. 617 wir danken dir, daß du 3.0 Güte, welcher nichts, Gras, Frucht und Saamen, wie nichts der Ullmacht, zu rechter Zeit mit Regen gleichet! o Weisheit, die baft erquickt, und schaffst, kein Wiß der Sterblichen daß dann die Sonne wie erreichet! ach möchten wir der blickt. es doch in froßer Ehrfurcht 8. Auch bitten wir: be sehn; die Größe deiner glück mit deinem Segen uns Huld, in Wettern selbst, fernerhin auf allen unsern verstehn. Wegen; laß uns mit Dank, 4. Denn wenn die Wets in Ruh und ungefränkt ge ter gleich Luft, Erd und Meer nießen das, was deine Huld erschüttern; so darf ein uns schenkt. frommes Herz daben nicht ångstlich zittern. Christ, 5. Bey Gewittern. siehst du Gottes Macht; so Met. O Gott, du frommer Gott ic. denke froh daben, daß sie so 657. Hochster, deſsen furchtbar groß zu deinem Kraft Luft, Schuhe sen. Meer und Erde tråget; der 5. Gewiß, du ehrst Gott Erde, Luft und Meer durch nicht, wenn du, als Sklave, einen Wink beweget; ich bebeft und bey des Donners traue deiner Güt und ehre Schall in lauter engsten deine Macht, selbst wenn bey schwebest. Es liebet Gott Sturm und Bl ß dein Don an uns zwar Ehrerbietigkeit, ner schreckend kracht. allein auch Zuversicht, und Glaubens Freudigkeit. 2. Du führest våterlich, der Saat zum reichen Se 6. Und sollte dieser Sturm gen, in Wolken über uns die etwa Schaden bringen; den oft gewünschten Regen so suche chriftlich stark den durch Wind und Wetter ber, Unmuth zu bezwingen. Gott machst durch der Bliheists, der es verhängt; und Brand die Luft von Dünften was er läßt geschehn, ist rein, und tränkst das dürre weise und uns gut, wenn Latid. wirs gleich nicht verstehn. 295 7. Doch 618 In besondern Fällen. 7. Doch weil so fester 11. Ben drohender Ges Muth in unsrer Macht nicht fahr, bey Donner, Blig und stebet, und man sich nur Stürmen, laß deine Lieb und burch dich zu dir, o Gott, Macht uns, deine Kinder, erhöher; so fleheich zu dir, der schirmen. Vor allen aber alles Gute schafft: gieb mir gieb, wenn die Gefahr vors bir zu vertraun, selbst Freus ben, daß dir nun jedermann digkeit und Kraft. recht herzlich dankbar sen. 8. So oft wir blihen sehn, el. Lobt Gott, ihr Chriften zc. ſo oft wir donnern hören, 658.Es donnert! Gott, laß uns durch Hofnung dich, wie schrecklich doch auch durch Ehrfürcht, ift des Himmels Wetters ehren. Hat deine Güte nacht! es blißt, es donnert! schon den Blig hervorge, Gott, du bist! und groß ist brocht; so ist fein Stral deine Mache! doch auch ein Zeichen deis 2. Der Donner Gottes ner Macht. schallt ins Ohr des Sünders; 9. Was is, das dir dein und er zagt; hebt zitternd Nichts mehr fühlbar machen faum sein Ang empor, weil könnte, o Mensch, als dieser sein Gewissen sagt: Sturm emporter Elemente? 3." Den, der dich schuf, Er pretigt, Sterblicher, der ernährt und schüßt, dich vår oft fo trokig ist, mit lauter terlich umfing, den Gott, Stimme dir: wie schwach, der nun am Himmel blißt, wie flein du bist! den hieltest du gering." 10. Gott, der die Wolken 4." Gott fennt dein Herz, lenkt; erbarme dich aus er weiß dein Thun, er, der Gnaden; deck uns mit bei die Menschen wägt; was ner Hand, und wende allen bist du, wenn sein Donner Schaden; gieb, daß der Feu nun dich schnell zu Boden erfiral, der Wind, der schlägt! 99 Schloßen Heer nicht Men- 5. Berschone, geh nicht fchen Wohnung, Bieblins Gericht mit Sündern noch unsre Flyt versehr. dismal, Gott! du bist barms herzige Bey Gewittern. 619 herzig, liebeft nicht der Sün: met. Wer nur den lieben Gott ic. der schnellen Zod. 659.Du u bist es, Gott, 6. Vielleicht daß noch ihr der aus dem sichres Herz erwacht, und Wetter mit uns so majeſtä, seine Schuld vor die bekennt isch spricht, und ausser dir mit Reu und Schmerz; ifi fein Erretter, kein Helfer, drum trage noch Geduld. kein Beschüßer nicht; nur 7. Vor deines Gottes ou, durch den die Donner Majestät erzittre nicht, odráun, fannst tödten und Chrift; wenn er in Donner auch Schuh verleihn. wolfen geht, und um sich 2. Wer kann sich deiner Blike schießt. Hand entziehen? du bist 8. Der Blik des Herrn uns allenthalben nahe. Wollt fährt wunderbar von seinemlich in tiefe Höhlen fließen: Wolken: Thron; trift nur, fo bist du auch in Tiefen da. wenn Gott will; frummt So will ich dann zu die fein Haar, wenn Gott ihm selbst hin, in deine Baters ruft: verschon! arme, fliegn. 9. Sprich, Chrift: wenn 3. Berschone mich erbare Gott mich tôdten will, gemend, schone, vergieb mir recht ist sein Gericht! er ist gnådig alle Schuld; umfaß der Herr, ich halte still, und in Chrifto beinem Sohne laß im Tod ihn nicht! mich, Gott, mit deiner Bar 10. Des Donners König terhuld; dein Geist versichre ist mein Freund; wenn er meinen Geist, daß du durch mich schnell entrückt, so weiß ihn mir gnädig seyst. ich, daß ers gnådig meint, und ewig mich entzückt. 4. Dann mögen Wetter sich erheben, und Blike noch 11. Wer Gott ben stillem fo feurig glühn; ich bin ges Himmel ehrt, fingt ihm auch troft, ich darf nicht beben, Dann ein lieb, wenn er auf wenn ich dir werth in Chris schwarzen Golfen fährt: sto bin. Ach laß doch, Bar steht wenn der Sünderter, laß mich dein in Chrifio Jesu ewig seyn. fließt. 5. Eca 620 In besondern Fällen. 5. Echeben will ich dich, Blik entzündet, wer ist, der mein Retter, für deine Huld, nicht empfindet, wie groß, die mich erhält; und rieffi wie stark du bist? du auch in diesem Wetter 3. Das Wetter ist vers mich ab aus dieser Unterwelt; gangen, vorüber die Gefahr; so ist mir selbst der Tod Gewir haben Schuß empfan winn, da ich dir werth in gen von dir, der um und Christo bin. war; du haft uns unser 6. Du wirst mich decken keben, und was du sonst ger und beschützen, ob Erd und geben, auch grådig jetzt bes Welt den Einsturz draun; wahrt. drum will ich unter Sturm 4. So reiche, bohe Gnas und Blizzen nur berben, und den erweist uns Menschen bann stille seyn. Ich weiß, Gott; er schüßer uns für mich trift nichts ohne dich, Schaden auch in der größten und was du schickst, beseligt Noth Laßt uns ihn berze mich. lich loben, fein Ruhm sey ( Siehe auch Nr. 23. 49.56.60.66.) hoch erhoben, so weit der Erdkreis geht. 6. Nach dem Gewitter. 5. Laßt uns fiets bethen, Mel. Herr Chrift, der einig zwachen, daß wir an jenem 660. Her Gott, nun Tag, der alles kund wird fen gepriesen, machen, was noch verborgen daß du zu dieser Zeit uns lag, einst mögen wohl bestes Schuß und Schirm erwiesen hen, und mit dem Herrn in der Gefährlichkeit des Don eingeben zur ewgen Ses nets, der uns schreckte, des ligkeit. Blikes, der sich streckte semel. wer nur den lieben Gott. feurig durch die Luft. 661.Jh preife dich, 2. Wir haben jetzt gese. mein Ers hen, Herr, deine große retter, der feine große Kraft Macht, vor der nichts fann bewieß, dich starken Gott, bestehen; denn, wann dein der sich im Wetter so majes Donner kracht, und sich dein stätisch hören ließ; dich, der des Ben und nach Gewittern. 621 des Blikes Stralen lenft, 7. In tbeuren nabrungss im Sturm uns deckt, uns schweren Zeiten. Gutes schenkt. Mel. Warum betrübst du dich ic. rechter Gott! 2. Selbst Sturm und 662. mächtiger, ges Donner bringt uns Segen, macht nicht blos Macht bekannt; deine wit flagen dir jetzt unfre er bahnt Noth, erbör uns gnädiglich. den Weg dem milden Regen, Hör unser Flebn, hor unfre verbreitet Fruchtbarkeit aufs lag, vernim, Gost, unser Land, und macht die Luft, feufzend ach! die sonst zu schwul und 2. Mit Reu und Weßs drückend wåre, leicht und muth müssen wir, gerechter fühl. Gott, bekennen dir in dieser 3. Wie lieblich hebt sich schuld und Misseihat sie über theuren Zeit; daß Sündens das Getraide, getränket durch uns geführet hat. den Regenguß; und wie 3. Du hast uns zwar viel vergnügt betritt die Weide Guts gethan, dis muß bes der neubelebten Thiere Fußkennen jedermann: wer aber wie munter singt der Vögel bat, o Gott, die unverdiente Heer zu deinem Preis, Agroße Güt erkannt mit dank. gütiger!. barem Gemüth! 4. Sprichst du, Herr, 4. Wie mancher liebte gleich nicht mehr aus Wet Schwelgeren, wie mancher tern: dein Zorn bleibt schreck Geit! und hat daben die lich für und für; droht gleich Urmen nicht bedacht, und kein Bliß, uns zu zerschmet- nur das zeitlich Gut gesucht! tern; so bleibe doch die drum fehlt nun Nahrung, Furcht vor dir! Wer dich, Korn und Frucht. Gott, flets recht findlich 5. Uch drückend schwer, scheut, verzagt nicht, wenn groß ist die Noth; so viele dein Donner draut. ( Siehe auch Str. 50. 57.69.72.364.) feufzen jetzt nach Brod mit fummervoller Stimm; Vors rath und Segen find binweg, 622 In besondern Fällen. weg, so ganz von uns genom II. Es hat uns ja dein men weg! Sohn erkauft; wir sind auf 6. Laß dir, erbarmungsfeinen Tod getauft, zu Kins voller Gott, zu Herzen gehen dern dir geweiht; um feis unsre Noth, nach deiner netwillen hilf uns, Gott, und großen Güt; vergieb uns rette uns aus dieser Noth. unsre Missethat, weil sie 12. Vor allen Dingen, dein Sohn getilget hat., höchster Hort, erquicke uns 7. Laß unser Elend jam, mit deinem Wort, und gieb mern dich, und überschüttuns deine Gnad, zu fur uns mildiglich mit Gegen hen das, was droben ist, aus der Höh; laß uns nicht und aufzusehn auf Jesum långer traurig gehn, die wir Christ. auf deine Hand nur sehn. 13. Daß wir die Güter 8. Thu auf, Here, deine dieser Welt gebrauchen, wie es dir gefällt, zu deines Nat milde Hand, such beim in mens Ehr, zum Wolthun Gnaben unser Land, und und mit Mäßigkeit; daju fegne sein Gewächs; trånt hilf uns, Herr, allezeit. feine Furchen, mach es reich, 14. Dein wollen mach es mit Thau und Re- Gott Bater, Sohn und heil gen weich. wir, ger Geist, hienieden schon 9. Laß das Getraid geras uns freun, dir danken flets; then wohl, daß unfre Scheus bis wir dich mit der Engel ren werden voll, o gnadens Schaar dort loben werden reicher Gott! mit deiner immerdar. Güte frón das Jahr, und oret. Aus meines Herzens. Gr. 1. Mel. reich uns wieder Segen dar. 663.Du Ju befter Trost 10. Du, der so gar die der Armen, Thiere nährt, das Schreyn Gott, Schöpfer aller Welt! der jungen Raben hört, und du Vater voll Erbarmen, ihnen Speise giebt, auch uns der, was er zusagt, hålt; du wirst du verlassen nicht, du du erhörst Geberh; o höre, unsers Herzens Zuversicht, was der Glaube zu dir jekt AUS In Theurung. aus dem Staube in tiefen nährst du mit Wohlgefallen; Nöthen fleht. so schaff denn auch uns allen 2. Der Nahrungemans ben diesem Mangel Rath. gel dringet auf uns und un 6. Herr, der du uns auch ser Land; so mancher steht schufest, fen uns mit Hülfe und ringet die nahrungsleere nap. Allmächtiger! du rus Hand. Du weißt, du fie feft, und, was nicht war, heft, Gott, wie unter bangen steht da. Uns helfen ist Sorgen vom Ubend bis zum dir leicht; du fanns dem Morgen so mancher seufzt Mangel wehren und Uleber. nach Brod! fluß bescheren, wenns uns 3. Uch, Sünd und Sorsunmöglich deucht. gen drücken uns jetzt so 7. Erhöre uns, und krone schwer, so hart! doch scho- das Jahr mit deinem Gut; nen und erquicken, ist ja der und unser Herz gewöhne, Båter Art. Und du, o daß es in dir ganz ruht, daß Bater, du bist gut vor allen wir uns deiner freun und, Vätern, und neigst selbst wenn wir Güter haben, gern Uebertretern dein Herz bald geben, deine Gaben durch Misbrauch nicht entweihn. 623 wieder zu. 4. Wenn sie mit ernster s. Bey gefährlichenSeuchen. Reue zu dir um Hülfe mel. Ach Gott vom Himmel 16, ſchreyn; so willst du bald 664. Gerechter Gotf aufs neue ihr Gott in Chris wir dir, sto seyn. Herr, unsre Zu- daß Missethat und Sünden versicht, zu dem wir weinend der Plage Ursach sind, die fleben, auf den wir alle se wir jetzt scheun und schon ben! hilf uns, verlaß uns empfinden. Der Seuchen nicht! und des Todes Pfeil fleucht 5. Gott, unser Heil, ach um uns ber in schneller Eil, wende der schweren Zeiten von einem Ort zum andern. Lauf. Thu deine milden 2. Der Tod geht, du ers Hande, die Vaterhånde auf. laubst es ihm, umber, würgt Was webe und Leben hat, und verheeret; weil wir, nach 624 In besondern Fällen. nach deines Wortes Stimm, ragen; wehr ben uns und und nicht zu dir bekehret, an jedem Ort dem Lauf ges roir nahmen es nicht folg häufter Plagen. Wend ab sam an: nun, nun erinnert die drohende Gefahr, für uns daran der Tag der Angst bösem, schnellen, Tod bes und Schrecken. wahr uns, die wir auf dich 3. Man höret in so mans trauen. chem Haus nur weinen und 7. Sollt aber dieses senn wehflagen; und Sarg wird dein Will, uns jetzt mit hins jetzt auf Garg hinaus injurücken; so gieb, daß wir banger Angst getragen. Der uns christlich still zum Tos Seuche plößlich tödtend Gift de recht anschicken. Dann greift um sich weit, und wen wird der Tod, wenn er uns es trift, weiß oft kein Arzt bin ins andre Leben führt, zu hellen. Gewinn; da wir die Hofs 4. 4. Befümmert treten wir nung baben: vor dich in Herzensreu und 8. Wer Jesum liebt, sein Buße, wir fallen dir demis Wort nimt an mit redlis thiglich, du bester Arze, zu chem Verlangen, den wird Fuße; erbarme dich, Als auch auf der Todesbahn, gütiger! Erbarme dich, All- Gott, deine Huld umfans mächtiger, und wehre dem gen; gereiniget von Misses Verderber! that gebt er zur Ruh nach ۲۰ Erbarmender, zeig deinem Rath, zum Leben, uns dein Heil, laß uns doch wenn er firbet. vor dir leben, und ben der 9. Am besten ists auch Seuche schnellem Pfeil uns jederzeit, in deine Hände deinen Schutz umgegen. fallen, du liebst und übst Allmächtig bist du, Gott Barmherzigkeit so gerne an und gut; nim Leib und Seel uns allen. Web dem, der sich in deine Hut, daß wir beszu dir nicht hält und hin in wahret bleiben. Menschenbände fällt; da ist 6. Laß beine Engel ferner oft fein Erbarmen. fort uns auf den Händen 10. Nun, Ben ansteckenden Krankheiten. 625 10. Nun, Bater, thuser Herz soll ewig dich für was dir beliebt, wir wollens deine Hülfe preifen. dir empfehlen; wer sich in Mel. In dich hab ich zc. deinen Willen giebt, darf 665. Gott, bu fene sich nicht nest Ein Sperling ist so wenig Noth! auch uns bedroßt werth, und feiner fällt doch mit Schmerz und Tod die auf die Erd, wenn du es mörderische Seuche. Hilf nicht verstatteft. uns, o Gost, bilf treuer II. Wir wissen, unsers Gott, daß sie uns nicht ers Hauptes Haar sind, Herr, reiche. von dir gezählet; es dient 2.3war unsre große Miszum Besten immerdar, was sethat verdient nicht, daß du uns haft erwählet; du dein Liebesrath uns noch nur, Allweiser, siehest ein, mit langmuth tråget. Sind was uns mag gut und selig wir mehr werth, als die fenn, und wirst es uns ver- dein Schwerdt ist häufig leiben. niederschläget? **** 3. Oft haben wir dir wis 12. Vornehmlich stebe de derstrebt, den Lüften mehr, nen ben, die schon die Nothals dir, gelebt, was du vers betroffen; laß sie auf deine beutst, verübet; wenn du Vatertreu im Kummer gelockt, uns doch verstockt, christlich hoffen, und glau. ourch Undanf dich betrübet. ben, daß du ihnen doch 4. Doch, Vater, gebe mit mit Hülfe nahe feyst, und uns nicht nach unsern Güns noch voll Huld an sie ges den ins Gericht; Erbarmer, denfeft. ach verschone! Erlaß die 13. Gott Vater, Sohn Schuld, nach deiner Huld, und beilger Geist, es zeu in deinem liebsten Sohne. gen alle Zeiten, daß du ein 5. Beschüß uns, Herr, naber Helfer senst den Deis mit deiner Hand; schüß uns nen, wenn sie leiden; o rette sern Ort und unser Land! ißt uns gnädiglich; und un- entferne Furcht und Plagen. Rr Gieb, 626 In befondern Fällen. Gieb, was uns gut, gieb fro Fuße: ach sen uns grådig hen Muth, das Glück von schon und wend die Flamme, unfern Tagen. die noch ferne brennt, daß sie 6. Und sollen wir gezüchs uns nicht ergreife. tigt seyn; so flöß uns die 4. Ach! oft ist auch der Gesinnung ein, daß wir be Nebenchrist bey uns ges reitet stehen, wenn dirs gebrückt, betrogen, durch fällt, aus dieser Welt vor Schein des Rechts, Gewalt deinen Thron zu gehen. und ist das Seine ihm ents 9. Bey Brieges: Unruhen. Jogen. Dein Gegen ist so Mel. Ach Gott vom Himmel c. lange Zeit zur Wollust, 666. Ach Gott! uns Pracht und Ueppigkeit, auch schreckt, uns unter uns misbrauchet. liegt im Sinn die Fluch der 5. Verzeih es, Gott! und Kriegesplagen, die sich durch laß hinfort uns deine Hand manche Länder hin ergießt in bewahren, daß wir nicht auch diesen Tagen. Entblößet an unserm Ort die Kriegess So wie hat der Völker Zwist das noth erfahren. Schwerdt, und sein Gefol man an dem Auge thut, ge ist Verheerung, Elend, so nim uns auch in deine Jammer. Hut, daß wir im Frieden, 2. Wir alle müssen nun bleiben. vor dir, gerechter Gott, be 6. Da aber jemand auf kennen: du warst, wenn uns uns dringt, dem wollest du die Noth auch hier beträf, bald wehren, und das, gerecht zu nennen. Denn was uns Verderben bringt, follten jene nur allein der von unsern Gränzen lehren: Strafe werth, und mehr dein Schuh umschließe unsre noch seyn, als wir, die du Thor, und Recht und Wahrs noch schonest? beit halt empor die Ruhe 3. Deshalben treten wir und der Friede. vor dich in Herzens Reu und 7. Step anderswo auch Buße, wir fallen dir demü denen ben, die schon die Noth thiglich, gerechter Gott, zu betroffen, erfüll, nach deiner Bas In Kriegszeiten. 627 Batertreu, was sie im Glau, Züchtigungen gut; fo mache ben hoffen: du warst stets meine Seele stille bey dem, gnädig, bist es noch, mit dei was deine Vorsicht thut; ner Hülfe wirst du doch auch ich, dein Geschöpf und auch fie der Noth entreiffen. dein Kind, weiß, daß es Bas 8. Gott du! du fannsisterschläge find. der Fürsten Herz wie Waffers 4. Die kleine Einsicht meis bäche lenken: ach! laß siener Seele, Ullweiser, schreis ihrer Völker Schmerz recht be dir nie vor. Gieb, daß väterlich bedenken. Sprich ich nie so gröblich fehle; so du selbst ihnen mächtig zu, gröblich fehlet nur ein Thor. so können wir in Fried und It gleich, was deine Weiss Rub dich, Vater! dankbar heit thut, mir unbegreiflich, preisen. ists doch gut. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 5. Zu unserm Besten und 667.Es zieht, o Gott, mit Maaßen sind deine ein Krieges Strafen eingericht. wetter jezt über unser Haupt wirst uns nicht ganz sinken einher. Bist du nicht selbst loffen, nein Vater, nein, das hier unser Retter, so ists thust du nicht; wir sollen für unser Land zu schwer. nur durch Kreuz und Pein Nicht Menschen, Macht, nur geläutert, nicht verdorben deine Kraft ists, die uns seyn. Sieg und Heil verschafft. 6. Zulezt wird jeder fas 2. Drum fliehen wir in gen müssen: das hat die deine Arme, du Vater der Hand des Herrn gethan; Barmherzigkeit, und flehen so brach er, nach verborgnen voll Vertraun: erbarme Schlüssen, zum bessern Ziele dich über uns zur schweren leicht die Bahn; so hat der, Zeit. Laß Gnade doch für der die Himmel trägt, den Recht ergebn; so bleiben 3wift der Völker benges wir noch aufrecht stehn. legt! 3. Doch findet, Herr, dein 668. Verleib uns Fries weiser Wille noch ferner den gnädiglich, Rr 2 Herr 628 In besondern Fållen. ten. Herr Gott, zu unsern Zeis Krieges Grimm und Wuth Es ist doch ja fein daher und traf die Bösen andrer nicht, der für uns und die Guten. Doch Gott fönnte streiten, denn du nur, gebot: Nur bis bieber! Gott, alleine. Zur Pflugschaar ward des 2. Gieb unserm Fürsten Würgers Schwerdt, der und aller Obrigkeit Fried Spies zur Sichel umges und gut Regiment, daß wir fehrt! unter ihnen ein gerubiges 4. Preift Gott, und lernt und stilles Leben führen ihm ferner trauen, wenn sich mögen, in aller Gottseligkeit ein Unglück auf euch stürzt. und Ehrbarkeit. Amen. Ihr werdet seine Hülfe schauen; denn seine Hand 10. Nach dem Srieden. ift nie verkürzt, und immer Mel. Wer nur den lieben Gott ic. fteht uns seine Freu mit 669.Willkommen, du Hülfe, Trost und Segen ben. Geschenk des Himmels, o Friede, der diel, 5. Nur preist ihn auch Welt beglückt! Gott bat durch frommes Leben und die Schrecken des Getüm. reizet seinen Arm nicht mels, des Würgens und der mehr. Bedenkt mit beilis Angst erstickt. Auf! werdet gem Erbeben: hart war iht ganz Dankbarkeit, die ihr fein Zorn, sein Eifer schwer. durch ihn begnadigt send! Und doch trug er, der Gott 2. Gott ist der Herr der der Huld, noch schonend Kriegesschaaren; er schlägt unsre größre Schuld. und bricht der Stolzen Truz. 6. Preist ihn durch Wohls Er ist der Retter aus Gefah, thun und Erbarmen, wo ren; er, er ist der Verlaßnen Elend eure Brüder drückt; Schuß. Preist Menschen, die Hülfsbedürftigen und feine große Macht, die lie: Armen speist, trânket, kleis bevoll an uns gedacht. det und erquickt: daß jeder 3. Wie furchtbar zog, sich des Friedens freu, und gleich wilden Fluten, des niemand ferner traurig sey. 7. Dann Nach dem Frieden. 629 7. Dann singt ihr wahre Schwerdt und Waffen sich Friedenslieder, dann ist eu'r bedråun. Die Waffen fins Herz ganz Dankbarkeit; fen, und der Streit wird. wenn ihr als Eines Leibes still, wird Ruh und Einigs Glieder in Lieb und From leit; so bald nur deine Rech migkeit euch freut. Dis te draut und Völkern, still zu Glück, dis große Glück, o seyn, gebeuth. Gott, erhalt uns bis an Wie schreckend, wie vers unsern Tod! beerend mar emporter Völs Mel. Herr Gott, dich loben wir ic. Fer 3wift! Gefahr und Unendli. und Tod. und cher! zu dir, umgab uns droßend: offen Allgütiger! der Völkern, stand das Grab, und unfre still zu seyn, geboth, und Brüder fanken bin, bey Frieden sandte, zu dir, Schaaren in das Grab das Gott! steigt unser Jubel hin; und Schmerz, der Müt. ton empor, zu unsrer höhern ter Herzen brach, und Thrås Brüder Chor singt unser nen flossen ihnen nach. Herz, entflammt von Dant, Gott! furchtbar war der den lauten hohen Lobgefang: Völker Zwist! Dank dir, Gelobt, gelobt sey, Gott; Algütiger; er ist durch dich, der Weltbeherrscher, Gott; der Erd und Himmel trägt, der Weltbeglücker, Gott; geschlichtet und nun beyges. der Friedensgeber, Gott! legt. Das Schwerdt, das Wer ist an Majestät dir Brüderblut vergoß, ist wegs. gleich! an Güte und angelegt aus seinem Schooß. Macht so reich! Du sprichst Uns strömt der Friede sanfs ein Wort: der Himmel te Ruß, und Ueberfluß und schweigt. Du sprichst ein Segen zu! Wort: der Erdkreis neigt Hier liegen wir, und bes sich tief anbetend vor dir, then an dich, Gott, der dis Gott, und ehret schweigend an uns gethan. Laß ihn, laß dein Geboth! du siebst, wenn ihn beständig seyn den Fries Völker sich entzweyn, mit den, deß wir uns jezt freun; Rr 3 in 630 In persöhnlichen Umständen. von in seinem Schooße laß uns zu tödten; es ist von Feins nun, und auch noch unsre den unverßeert und fren Nachwelt ruhn. Kriegesnöthen. Es Aus deiner milden Fülle füssen Treu und Güte sich, genß Gedeihn berab auf uns und es umfahn sich schwes fern Fleiß! So lang du uns sterlich Gerechtigkeit und noch wallen heißft im Pilger, Friede. thal; laß deinen Geist, den 3. Allmächtiger, laß uns treuen Führer, mit uns fenn! forthin auch deine Gnade dann führ zur ewgen Ruß spüren. Gieb allen Macha uns ein. 2[ men. tigen den Sinn, im Frieden zu regieren. Erhalt uns deine Lehr und Wort, und laß in Ruß an jedem Ort r Gott, wir Glück, Heil und Tugend preisen deine Macht mit freudigem Oe 4. Laß uns auch selbst fried müthe. Du hast bisher für fertig seyn und alle Zwies uns gewacht durch deine tracht meiden. Ein Herz große Güte, daß jedermann von Haß und Feindschaft von uns in Ruh, die Werke rein, entgehet manchem Leie des Berufs, wie du befie den; hier strömt ihm man left, Pann verrichten. che Wonne zu und dort ges 2. In unserm Lande blikt nießt es ewge Rub, wo ewa kein Schwerdt, Unschuldigelger Friede herrschet. II. Um Erhaltung des Friedens. Mel. Es ist das Heil uns ic. 671. E. In einigen persöhnlichen Umständen. 1. Sur frohe Christen, am thuns starke Triebe find fo Geburtstage und sonsten. ewig, als du bist. Deiner Huld Unendlichkeit, Gott, 672 Gott, mein Ba- erschöpfet keine Zeit; und Mel. Freue dich sehr sc. ter, beine Liebewer kann die vielen Pros reicht, so weit der Him, ben deiner Güte würdig mel ist. Deines Wohl loben? 2. Als Für frohe Christen. 631 2. Als ich noch, der Welt gleich so hoch mein Dant, verborgen, in dem Schooß wie der Seraphim Gesang; der Mutter lag, wachtest du, dennoch würde durch mein für mich zu sorgen, über loben deine Huld nicht gnug mich schon jeden Tag. Durch erhoben. den Benstand deiner Macht 6. D so zeuch durch deine bin ich an das Licht gebracht, liebe, Herr, mein ganzes und was hat mein ganzes Herz zu dir. Stark und Leben Gutes, das du nicht mehre selbst die Triebe wap. gegeben? rer Dankbarkeit in mir. 3. Nie gedenket mein Ges Laß mich ganz dein eigen mütße ohne froße Dankbe seyn; so mich deines Wohls gier jener unverdienten Güte, thuns freun, daß auch mir da du durch die Taufe mir auf dieser Erde Wohlthun das erhabne Recht gewährt, wahre Freude werde. daß ich, für dein Kind ers 7. Ja, laß jede deiner Gas klárt, mich des Segens der ben recht zu brauchen mich Erlöften voller Zuversicht bemühn; stets den Zweck vor darf trösten. Bes Augen haben, dazu du sie mir 4. In den zarten Jugend- verliehn. Deine Güte reize jahren warst du meines Le mich, daß ich immer stärker bens Stab, mein Beschire dich, Gott! von ganzem mer in Gefahren. Un dir Herzen liebe, deinen Willen hab ich bis ins Grab einen freudig übe. Bater, der mich liebt; ei mel. Lobt Gott ihr Chriften ac. nen Bater, der mir giebt, 673. Mein Dein Geist ers was zum wahren Woht mir staunt, All nüßet; einen Bater, der mächtiger! wenn er die Gnas mich schüßet. den denkt, womit du mich, 5. Gott, bu machst es alles mein Gott und Herr, so une beffer, als wir wünschen und verdient beschenkt. verstehn. Deine Güte ist 2. Dann ist mein Herz fo viel größer, als die Kraft hoch erfreut, ganz deiner dich zu erhöhn. Schallte Gâte voll, und weiß von Rr 4 beiss 632 In persönlichen Umständen. heiffer Dankbarkeit nicht, boch mich liebst, und in der wie es banken soll. wahren Freundschaft Glück 3. Als ich noch in der des Lebens Trost mir giebst! Mutter Schoos, in Nacht 10. Und welche Wohlthat, verborgen, schlief; bestimm: Herr, ist nicht dis Herz, das test du für mich das Loos, fühlen kann! dis Herz, ganz das mich zum Leben rief. dein, das dankbar spricht, 4. Du wählst des Sterbs was du an mir gethan! lichen Geschick, eb er gebo 11. Kein Tag soll anders ren ist; und so ward ich, mir vergehn, als unter deis ( o welch ein Glück!) schon nem Preis; ich will dich als ein Kind ein Chrift. lieben und erhöhn, so gut ich naß, fann und weiß. was 5. Mir schwachen vernahmst du schon, 12. In Schrecken, Ungst, noch kein Fleben war, und Gefahr und Noth, trau ich neigtest zu des Weinens Ton allein auf dich. Durch dich dein Obr erbarmend dar. gestärkt, ist selbst der Tod 6. Wenn in der Jugend mir nicht mehr fürchterlich. ich vom Pfad der Tugend 13. Wenn frachend einst mich verirrt; hat mich höchst der Bau der Welt sich aus liebreich, Herr, dein Rath den Angeln reißt; Will ich darauf zurück geführt. den preifen, der mich bält, 7. Du warst mein Schuß dich, der mich leben heißt. und meine Wehr vor Unglück 14 Dich, der mich bey der und Gefahr; und vor dem Welten Sturz mit starkem Laster, das noch mehr, wie Arm erhob! Selbst Ewig fie, zu fürchten war. feiten sind zu kurz, o Höche fter, für dein Lob! heit bleich, durch dich mein Met. Nun danket alle Gott ic. 8. Ich fah, von Krant Leben mir geschenkt; und 674.So lang ich athe deine Gnad erquickte mich, me, Gott, wenn Sünden mich gefränkt. will ich dein tob verbreiten. 9. Von Freudenstralen Dis Leben gabst du mir mit glångt mein Blick, da du so seinen Süßigkeiten, du ga best Für Frohe Christen. 633 best mir Verstand, der dich bervor gebracht, auch den erkennen Pann, und boteft Menschen aus der Erden ewig Heil durch deinen Sohn wundervoll und schön ge macht, und wie viele Pracht mir an. 2. Was bin ich, Gott der enthält nicht seyn Wohnplaß, Huld, daß du so viel mir diese Welt! wie viel Güter! schenkest? Was ist der Er wie viel Freuden! wie viel den Sohn, Herr! daß du Hülfe selbst im Leiden! fein gedenkest? Ja, du ge a 3. Daß ich mit Versland dachtest, Herr, schon vor der geboren, und gefund bin in Welt an mich, und denkst der Welt, auch, zum Chris noch meiner fiets, und oft sten auserkohren, wissen vergeß ich dich! fann, was dir gefällt, oder 3. Und dennoch nimft mag zuwider senn; das bab du mich, wenn ich die Schuld ich von dir allein; was ist bereue, voll Gnade wieder feliger zu nennen, als dich an, und fegnest mich aufs und uns selbst erkennen! neue. Hier an des Grabes 4. Du hast auch die Straf Nacht fen dir mein Dank und Plagen, die mit Sün. geweiht, und einst vor dei den ich verdient, deinen nem Thron, Gott der Barm Sohn selbst laffen tragen, herzigkeit! und bist mit mir ausges fühnt, da er an des Kreus Mel. Freu dich sehr, o ic. 675. Gott, mein Bazzes Stamm meine Sünden ter, fen gepries auf sich nahm, und mich von sen für die große Gütigkeit; dem Fluch befrente, den mir die mir deine Hand erwiesen das Gefeße dräute! so vielfältig allezeit. Ach! 5. Dazu werden deine wie soll ich doch dafür recht Wege mir noch täglich kund zur Gnige danken dir? Alle gethan; denn du führst zum Kräfte meiner Seelen sollen Himmelsstege mich durch deinen Ruhm erzählen. deinen Geist hinan, daß ich 2. Du haft, was genannt schon in meinem Sinn durch mag werden, erst aus nichts die Hofnung selig bin, und Rr s bier 634 In persönlichen Umständen. hier schon im Glauben Himmel schmückt, helft des schmecke, was ich dort im Herren Lob erzählen, tretet Schaun entdecke. dort vor Gott entzückt, preis 6. Bin ich gleich mit fet feine Gütigkeit, rühmet Kreuz beladen, sett mir seine Herrlichkeit, und laßt Welt und Satan ju: dis da in vollen Chören eure darf meinem Heil nicht scha Jubellieder hören. den, ben dir find ich Hülf 10. Ich will auch zu seis und Ruh. Ja, es muß die nen Zeiten, wann ich werde Kreuzespein mir mehr gut, ben euch seyn, ihm sein Lob als schädlich seyn: denn sie stets zubereiten, mich mit lehrt die Sünde hassen, und euch ohn Ende freun. Unters mich ganz auf dich verlassen. deffen will voll Dank ich alle 7. Reichlich past du auch hier mein kebelang Herz und gegeben mir, o Gott, mein Hand zu ihm erheben, und täglich Brod; läsfest mich in ihn preifen durch mein Leben. Frieden leben, frey von Pest 11. Heilig, beilig, beilig und Hungersnoth; meine werde, Gott, dein Name Ehre, meinen Stand dank stets genannt; denn der Hims ich deiner Vaterhand; und mel und die Erde machen was ich an Gütern habe, ist deinen Ruhm bekannt. blos deine Guadengabe. Deine Güte, deine Macht, 8. Ja, Herr, deine Güt Weisheit, Majestät und und Treue ist ohn Ende, Pracht, o wo hat sie ihres ohne Zahl! Jeder Morgen gleichen? Gott! wer kann glänzt aufs neue mir mit dein lob erreichen? or beinem Gnadenstral: Drum,( Siehe auch Nr. 365 379 oben,) ihr Menschen, bringt mit 2) Sür Traurige und Fleiß unferm Gott lob, Bekümmerte. Ehr und Preis, rühmet met. Christus der uns selig 2c. ſeine große Güte, lobt sein 676.jieb nicht deinen väterlich Gemüthe. 9. Auch ihr Engel, und Raum, schwermuthsvolle ihr Seelen, die ihr schon den Seele! Wache, daß kein lees Für Traurige. 635 leerer Traum dich mit Aeng. Mel. Nicht so traurig sc. flen quale. Gottes welfe Ba: 677.239 arum bin ich terhand mischt das Glück so betrübt? mit Bösen: dein Vertrauen weis ich doch: ich bin ein halte Stand! Er wird uns Chrift! weis ich doch, daß erlöfen! Gott mich liebt, und mein 2. Unrecht, das ich einst treuer Bater ist! Er führt getban, will ich gern ersehen, mich mit weiser Hand, und bleiben auf des Rechtes ihm bin ich ganz bekannt. Bahn, niemand mehr vers leßen. 2. Mangelt mir, was in Alsdenn reinigt der Welt nöthig ist zu meiner Christi Blut mich von allen Ruß? ach! was ich bedarf, Schulden, und, was meine das fällt mir durch seine Schwachbeit thut, will der Gnadezu. Eh er mich ans Vater dulden. Licht gebracht, hat ers mir 3. Ich bin Gottes, Gott schon zugedacht. ist mein! Niemand kann 3. Hab ich Feinde, bie uns scheiden. Dringt Bermir drohn, ist ihr Haß mir folgung auf mich ein, Ar fürchterlich? sitzt doch Gott muth, Krankheit, Leiden: auf feinem Thron, richtet Wie Gott will! es fömt und beschüßet mich. Ich mir doch stets aus Bater, fann sicher seyn und ruhn: hånden, und wie bald zer denn was fann ein Mensch bricht mein Joch, wenn es mir thun? Gott will enden. 4. Fürcht ich künftige Ges 4. Gottes Kinder fåen fahr? nein! so weit seb ich zwar traurig und mit Zhrå nicht hin. Ich, der gestern nen; aber endlich bringt noch nicht war, weiß nicht, das Jahr Frucht nach lan ob ich morgen bin. Bin ich gem Sehnen. Dann ist morgen noch: o da ist mie ibrer Herndte Zeit, da sie Gott, wie heute, nap! Garben binden; dann muß F. Ifis das loos der Sorge, Furcht und Leid Sterblichen, was mich ångs ewiglich verschwinden, stet, isis der Tod? Oder Gott Der 626 In persönlichen Umstånden. der Lebenden ist auch seiner| 3. Sür fromme Dürftige. Todten Gott! Heut vollend met. Auf meinen lieben Gott. ich meinen Lauf; einst weckt 678.Nei ein! murren er mich wieder auf! will ich nicht, 6. Jfls auch meiner Süm Herr meine Zuversicht! den Schuld, was so schmerz daß ich nur wenig habe. lich mich betrübt? tenn ich Die allergrößte Gabe für doch des Vaters Huld, der dieses Pilgerleben hast du so gern, so gern vergiebt! mir, Herr, gegeben. glaub ich doch, daß Jesus 2. Mir ward das beste Christ selber mein Bertres Theil. Du bist mein Trost ter ist! und Heil! In Trùbfal, die 7. Nun, mein Gott, ich ich leide, ist Jesus meine felbst kann nicht meines Freude. Mir ward nicht Kummers Quelle fehn. Fin- viel beschieden, doch ist mein sterniß ist dir wie licht, dei Herz zufrieden. nem Blick kann nichts ent 3. Mein Heiland, Freund gebn! schau du selber in und Herr, wie arm, wie arm mein Herz, und dann heile war der! wie viel hat der meinen Schmerz. gelitten, eb er ganz ausges 8. Oder soll in Traurigs ftritten? und Er hat alle feit meine Lebenszeit ver Plagen mit Heldenmuth blühn? wie du willst! furz getragen. ist die Zeit, sie wird balt 4. Gieb, daß ich meine vorüber fliehn! dort im Schmach dir christlich trage Glanze deines Lichts, dort nach! laß meiner Last Bei betrübt mich ewig nichts! schwerden mir nie jum 9. Ich will betben! das Fallstrick werden und für sen mir in den Schmerzen den andern Morgen mich tinderung! Ich will fromm niemals beidnisch sorgen. segn und vor dir wandeln 5. Nicht ewig wahrt in der Heiligung. So wird mein Leid; es kömmt die alle meine Pein mir nicht Rettungszeit! du kannst mit unerträglich seyn. deinen Gaben mich hier noch Für Traurige. 637 noch reichlich laben. Soll 5. Du sahst vielleicht: ich ich hier långer darben: dort würd, in guten Tagen, nicht årndt ich reiche Garben! 4. Sür fromme Verarmte. Mel. Der Tag ist hin zc. mehr nach dir und deinen Rechten fragen, mein Herz dem Hochmuth und der Habe 679.Gott ott hats gege sucht weihn und gegen Arme ben und Gott unempfindlich seyn. hats genommen! Ich preise 6. Du sahst: die Tugend dich, Regierer deiner Fom- würt: in mir sterben; ich men! Zwar fühl ich wohl die würd die Zeit im Müssigang Laft der Dürftigkeit, doch verderben, die Wollust lies murr ich nicht in Unzufries ben und in Sicherheit nicht denheit. sorgen für das Glück der Ewigkeit. 2. Du bist der Herr, und meine Seel ift stille! dein 7. Gott, wenn ich dis Wille wars, untadlich ist aufrichtig überlege, so preis dein Wille! du führst uns ich dich und ehre deine Wege. wunderbar, doch väterlich! So viel Gefahren schwebten das glaub ich, Herr, und über mir! errettet hast du damit tröst ich mich. mich; deß dank ich dir! 3. Wenns nüßlich mir 8. Viel Segen ist mir und wenn es deiner Ehre, All- auch noch übrig blieben: ein wiffender! gemäß gewesen guter Ruf und Freunde, die ware; so hättest du mit mil mich lieben, Gesundheit, der Vaterhand mir gern der Stärke und Gewissensruh; Erde Güter zugewandt. und was das beste ist, mein 4. Allein was bülfs, bått Gott, auch du! ich die Welt genommen, und 9. Auch du? so wirst wäre nicht aus der Gefahr du mir auch ferner geben, entronnen, darein man leicht, was nöthig ist zu diesem durch Güter dieser Welt,| armen Leben. Von dir, der wenn man sie nicht recht so viel tausende ernährt, braucht und misbraucht, wird mir auch leicht, was fällt? ich bedarf, gewährt. 10. Bes 638 In persönlichen Umständen. 10. Befördre nur die flüglich und daben ges Werke meiner Hände; zur wissenhaftig handle; fleb Arbeit gieb mir Kräfte bis mir stets ben mit deinem ans Ende; bleib du mein Rath; gieb Segen, Herr, Trost in meiner Dürftigkeit; zu jeder That: du bist ja einst werd ich reich bey dir allenthalben. in Ewigkeit! 4. Bring mich gesund zur rechten Zeit zu den ges liebten Meinen! Erhalte sie, schüß sie vor Leid! Wird Herr, der Tag erscheinen, da wir uns frölich wiedersehn: Mel. Nun freut euch ic. 680. In deinem Nawie wollen wir dich froß er men, Herr böhn und deiner Güte danken! mein Gott, schick ich mich 5. Laß mich mein Pilgers iht zur Reise. Bewahr leben hier in deiner Furcht mich vor Gefahr und Noth stets führen. Wo Hülfe zu deines Namens Preise. noth ist, þilf du mir; laß Herr, Leib und Seel empfeht deinen Geist mich führen. ich dir, nebst Ehr und Gur Und end ich meine Pilgers und was du mir auf dieser bahn, so nim mich dort mit Welt gegeben. Ehren an; bring mich zu 2. Schickt deinen Engel deiner Ruhe! vor mir her, den Weg mir ( Vergl. Nr. 414-439.) 5. Sür Reisende. Vor der Reise. zubereiten; befi ßt daß, er Fach glücklicher Reise. Dem Unglück wehr und allen Mel. Wer nur den lieben Gott. bösen Leuten. Nim, Ba 681.Dank fey bir, Bas ter, meiner gnädig ter meines Lei daß keine Angst, Verlust, bens, daß du mich froß zu Gefahr an Seel und keibrückgebracht. Ich flehte nicht mir schade. zu dir vergebens; du bast 3. Gieb mir nach deiner mich väterlich bewacht. Du großen Treu, daß ich stets warst mir allenthalben nah, vor dir wandle, behutsam, wo ich Gefahren vor mir fab. 2. Nun Für Kranke. 639 2. Nun kann ich wieder 2. Ja, Herr, ich bin ein mit den Meinen mich deiner Sünder, und stets strafft du Huld und Güte freun, mit gelinder, als es der Mensch Ihnen Freudenthränen weis verdient. Will ich, beschwert nen und dir des Dankes mit Schulden, fein zeitlich Opfer weißn. Du hast die Weh erdulden, das doch zu Meinen, Gott, bewahrt, sie meinem Besten dient? mir vergnügt und wohl ge spart. 3. Dir will ich mich ers geben, nicht meine Ruß, 3. Gesundheit hast du mein Leben, mehr lieben, mir verließen und Schaden als den Herrn. Dir, Gott, von mir abgewandt. Du hast will ich vertrauen, und nicht gesegnet mein Bemühen mit auf Menschen bauen; du deiner milden Vaterhand. hilfft und du errettest gern. Auch meiner Seelen wan: 4. Laß du mich Gnade dest du Genuß von vielem finden, mich alle meine Süne Guten zu. den erkennen und bereun. 4. Nun sen gelobt, sey Jetzt hat mein Geist noch boch gepriesen für alles Gute, Kräfte; sein Heil laß mein das du mir und auch den Geschäfte, dein Wort mir Meinen haft erwiesen. O Trost und Leben seyn. beilge fie und mich ganz 5. Wenn ich in Christo dir! dann werden wir sterbe; bin ich des Hims uns ewig freun, und dann mels Erbe, was schreckt nie mehr getrennet seyn! mich Grab und Tob? auch auf des Todes Pfade Mel. Nun ruhen alle Wälder ic. vertrau ich deiner Gnade; 6. Sur Branke. 682.Jch bab in guten bu, Her, bist bey mir in Stunden des der Noth. Lebens Glück empfunden, und 6. Ich will dem Kummer Freuden ohne Zahl! so will wehren; Gott durch Geduld ich denn gelaffen mich auch verehren; im Glauben zu im Leiden faffen, geduldig ihm flehn; ich will den Tod tragen Schmerz und Qual. bedenken; der Herr wird alles 640 In persönlichen Umständen. alles lenken, und was mirner Seelen. Bin ich ber gut ist, wird geschehn. febrt, liebt mich mein Gott; Mel. Ach Gott vom Himmel sieh ic. was ist alsdann für mich der 683.Mir fagt, auf deis Tod? ein Hingang zu dem nen Wink, Bater! mein Gott, die Krankheit, Met. Wenn mein Stündlein u. die 684. Din ile brechlicher den Tod stets in und bey mir führe. Des ist, daß ich nun Krankheit Todes Ursach ist in mir, trage! boch weiß ich, daß mein Leben aber kömmt von du Bater bist; von dir dir und steht in deinen Hån kommt Glück und Plage. Dir ist mein ganzer Schmerz den. 2. Du giebst den Blinden bekannt; mein Leben steht ihr Gesicht, die Lahmen in deiner Hand, du zäh beißst du geben; es müssen, left meine Tage. wenn dein Wort nur spricht, 2. Wenn in mir einen auch Todte auferstehen: und Augenblick gesundes Blut also fannst du auch allein der gefloffen, so schenktest du mir, Arzt in meiner Schwach: Gott, dis Glück, das ich so belt senn, wenn Menschen: oft genossen. Oft war ich bülfe feblet. fren von jedem Schmerz, 3. Beschlossest du in dei war gutes Muths; drum, nem Rath: ich folle långer o mein Herz, leid ist auch leben; so kannst du leicht unverdrossen; auch in der That den Mit 3. Nein, bester Vater, teln Kräfte geben. Ist gieb nicht zu, daß Ungeduld aber dis dein weiser Schluß, mich frånke; gieb deinen baß ich anjego sterben muß; Geist mir, der mir Rub so bin ich auch zufrieden. für meine Seele schenke; 4. Dis eine bitt ich, wenn laß mich die fünftge Se die Cur des Leibes sollte feß ligkeit, und Jesu Christi len, so heile du durch Chri Herrlichkeit und sein Vers ftum nur die Wunden mei dienst erquicken. 4. Das Für Kranke. 641 4. Das Eilen meiner le: nem Kinde, Bater! mach, benszeit laß mich, mein daß deine Kraft ich spüre. Gort, erwägen! der Todes: 8. Laß nicht zu, daß der nacht, der Ewigkeit flieg ich Krankheit Pein zu groß, fehr schnell entgegen. Erst mir Schwachen, werde! dann, wenn dis mein Geist erquicke gnädig mein Ges bedenkt, sich recht zu Gott, bein, erleichtre die Beschwers zum Himmel lenkt, wird mir de! Du, Vater, weifft, was mein Schmerz zum Segen. jeden Tag dein schwaches 5. Ja, Gott, ich wende Kind ertragen mag, mach mich zu dir, dir will ich mich mir mein Leid erträglich! ergeben; schenk wahren 9. Auch bitt ich, trener Ernst und Weisheit mir, Bater, dich für alle andre wie du befielft, zu leben. Kranken, o segne jeden, gleich Laß dein Misfallen mich stets wie mich, mit heiligen Ges scheun, mein ganzes Herz ges danken! gieb jedem für die richtet seyn auf dich und det Seele Ruh; ihr Arzt und nen Himmel! höchstes Gut sey du, ihr Labe 6. Ach! jeden, jeden An- sal, ihre Hülfe! genblick lag mich, mein Gott 10. treuer Vater! dir weihen; zieh von der segne die, die meiner Kranks Erde mich zurück, laß nichts heit pflegen; belohne ihre den Geift zerstreuen: kein Treu und Müh, mit deinem Glück der Welt, kein Traum besten Segen! gieb gegen sie der Zeit. Gott, und das mir Freundlichkeit, laß mich Glück der Ewigkeit sey aus Unzufriedenheit, fie nie meine höchste Freude! durch Murren frånken. 7. Ach! zum Gebethe 11. Ist diese Krankheit schenke mir noch Munter, tödlich mir, soll bald mein keit und Stärke; mein Herz Leib erblaffen; so laß mit wird sonst entfernt von dir, Besserungs- Begier mich und tråg zum guten Werke. Jesum gläubig faffen. Wie Will gleich mein Geist, der Sterbenden zu Muthe sey, Leib ist schwach! hilf deis weiß er; und steht den Sets 642 In persönlichen Umständen. Geinen ben, die nach Er quickung schmachten. 4. Ich warf mich nicht in Demuth und in bußfertger 12. Allein, mein Vater, Wehmuth vor dir, Erhabs willst du mir Gesundheit ner, hin: jeßt wirfst du wieder schenken, so laß mich meine Glieder aufs Krans ftets mein Herz zu dir und kenbette nieder, und lehrft allem Guten lenken. Gieb mich, daß ich Erde bin. Luft und Kraft zu jeder 5. Ich wandte meine Pflicht, und laß mich ja Kräfte nicht stets zum vergessen nicht, was ich dir Hauptgeschäfte, dir zu ges angelobte. fallen, an. Die Trägheit Met. Nun ruhen alle Wälder ic. wird geråchet, jest bin ich 685. Sefu, der voll so geschwächet, daß ich kaum Schmerzen Gutes denken kann. und matt am Leib und Her 6. Wie oft bin ich beym zen am Delberg niederfant, Bethen ohn Ernst vor dich du bester Arzt und Tröster, getreten, wie laulicht sucht ach siehe, dein Erlöster liegt ich dich: jest lernt mein bier, sich nach dir sehnend, Herz nun ringen, mit Eifer Frank. zu dir dringen und nur nach 2. Wie viel gefundecir, Herr, sehnt es sich. Stunden sind wie ein 7. So züchtigst du aus Strom verschwunden! wie Guaden, du heilst den Sees schnell verfloß ein Jahr! du lenschaden, wenn du den Herr haft mich geftårket; ich Körper ståupst: mein Leis hab es kaum gemerket, daß den wird mir Segen; auch ich gesund und glücklich war. auf den rauhen Wegen, seh 3. Jeht, da ich Schmerz ich, daß du die Liebe bleibst. empfinde, denk ich an meine 8. Vermindre meine Plas Sünde mit Reue, Schmers ge, verlängre meine Tage, und Leid; du hast mich stets wenn es mir nüklich ist. geliebet, und Treu an mir Sm neu geschenkten Leben geübet; ich liebte dich, nicht will ich mich dir ergeben, und allezeit. rühmen, daß du hülfreich bist. 9. Doch Für Wiedergeneste. 643 9. Doch soll ich bald ers und Plagen vor dir nicht blassen und diese Welt vers troftlos zagen, im Glück laffen, so waffne mich mit mich deiner freun. Muth: lag mich mein Haus Mel. Wie groß ist des Allm. 1c. beſtellen, und machs in allen 687.So wahr der Alls Fällen mit mir und mit den Meinen gut. 7. Sür Wiedergeneste. lerhöchste les bet, er will den Tod des Sünders nicht, der voller Reu vor ihm erbebet, und Mel. Aus meines Herzens c. sich sein eigen Urthei! spricht. 686. Dir, Herr, will Er züchtigt uns zu ſeiner ich nun danken, Ehre und unserm Heil mit für deine große Gnad, die Vaterstreu, nur daß man sich an mir, dem Kranken, so sich zu ihm bekehre, zum fehr verherrlicht hat. Dich bessern Leben tüchtig sey. preifen ist mir Pflicht. Ich 2. Du milder Gott, ich will mein neues Leben dir selber sehe den theuren Eid ganz zu eigen geben; mehr an mir erfüllt. Wenn ich hab und kann ich nicht. mit Reu um Gnade flehe, 2. Wie schmerzvoll war wird meiner Seelen Angst ich Armer! du hörtest mein geftillt. Da meine Werke Geschrey, du halfft mir, nichts verdienen, bleibt deis mein Erbarmer, und standst ner Gnade aller Preis. Die mit Trost mir bey. Viel ist an mir so groß erschienen, andre fuhren hin zur fins als ich nicht zu besingen weiß. stern Todeshöle; du hiel 3. Ich sah die Welt und teft meine Seele, daß ich alles schwinden, und Sinn noch lebend bin. und Sprache starben schon; 3. Mich hat der Schmerz ich fühlte nichts, als meine belehret; ich sah des Lodes Sünden, und sah nur dels Bild. Nun hast du mich nen Richterthron: da rührte erhöret und mich mit Freud dich mein leztes Sehnen, erfüllt. Herr, nie vergeß mein Jammer brach dein ich dein; ich will in Angsi Baterherz; es flehten für S$ 2 mich 644 In persönlichen Umständen. mich Jesu Thränen; die mit deiner Gnade Beys Krankheit floh; es wich der stand an. Schmerz. Dank des Srommen, der 4. O welcher hohen Freu: die Tröstungen der Era den Menge erweckt dieses lofung geschmeckt. Heil in mir! dem Danke met. Mit Fried und Freud ich ic. wird mein Herz zu enge, es brennt und wallet nur von 688.Mein ein Vater und mein Richter dir. Des Todes Stricke ließ ans Grab mich koms sind zerrissen, dem Grabemen! kaum fühlt ich noch, haft du mich entführt; im was er verhieß seinen Froms ganzen Leben laß michs men; schwach, zermalmi lag wissen, wie stark mich dieses mein Gebein, ich lechzte Glück gerührt. nur nach Gnade! 5. Ich weihe, was ich von 2. Un meines Mittlers dir habe, mein Herz, dir Kreuz hinab sank meine ganz zum Opfer ein: es Seele, hier war mein Grab, wird, o Schöpfer, deine Gazdort war sein Grab! Meine be doch werth in deinen Aus Seele lechzte nicht nach Tros gen seyn. Ich weiß nun, ste mehr; er hatte mich ges was es sey, zu leben; da tröstet. ich, was sterben sey, erfuhr. 3. Troft, erlöft zu seyn, O Nun foll mir stets im Sinne erlöst! du Troft im Sters schweben, was ich dir in der ben; wenn es nun scheint, Prüfung schwur. daß uns verstdst ins Verders 6. Es ist genug, das ich ben Gott, der wog, und vor Zeiten nach meines Flet leicht erfand, was wir im Les sches Lüften ging, und an ben thaten. den flüchtgen Eitelkeiten 4. Herr, Herr! allmächs mehr als an dir, o Vater, tig tröstest du! ich lag; den hing. Ich bin ja darum Müden umströmie wonnes nur genesen, daß ich die volle Ruh, Gottes Frieden; Seele retten kann: so fang das ist keines Menschen Arm, ich denn ein ander Wesen der uns im Tode stårket. 5. Es Für Wiedergeneste. 645 5+ Es ist dein Arm, oder dein Versprechen dir gläns du farbst, daß auf uns ruhte, big für; wie sollte dir dein was du mit deinem Tod er: Vaterherz nicht brechen? warbst, deinem Blute: un 3. Ja, eh sie rufen, bist aussprechlich ewigs Heil: du da, und sprichst, noch eh kein Ang hat das gesehen: sie bitten: ja! so bald sie 6. Rein Ohr gehört, und vor dich treten, Herr, hilfft in kein Herz ist jemals kom- du oft ganz unverhoft, und men, was nach des kurzen rettest sie aus Nöthen. Todes Schmerz Gott den 4. So liebreich ist dein Frommen, die ihn lieben, Herz gesinnt: dis hab ich hat für Freud und Seeligkeit selbst, dein schwaches Kind, bereitet! von meiner Kindheit Jahs 7. Von Gott verlassen ren unzähligmal und überall hinast du da, von Gott ver bis diefe Stund erfahren. laffen! im Schweiß, im 5. Du züchtigtest mich Blut, dem Tode nah; Herr, allezeit mit våterlicher Lins wir faffin, ach! vor Freud bigkeit, und nicht nach meis und Zittern, nicht, was nen Sünden. Herr, deine du haft uns erworben! Huld, gab mir Geduld, die 8. Sur Errettete nach über- Noth zu überwinden. standener Krankheit, auch 6. Du haft, durch deine Gnadenhand, mein Kreuz Mel. In dich hab ich gehoffet c. nun abermals gewandt; 689. elobet seyft du, drum will ich, und die Meis Gott, mein nen zugleich mit mir, ein Hort! der du noch tåglich Danklied dir jekt bringen fort und fort dein wahres nach dem Weinen. andern Sållen. Wort erfülleft, der Trübsal 7. Sey ferner unser Troft wehrft, Gebeth erhörst, und und Schild: und wenn du allen Kummer stillest. noch uns Schwache willt 2. Schlägst du die Deis mit einer Laft belegen; so nen väterlich; so rufen sie schaue doch, auch bey dem ganz angstiglich, und halten Joch auf unser Unvermögen. S$ 3 8. Denn 646 In persönlichen Umständen. 8. Denn unfre Schwachs zur Rechten steh du mir! heit kennest du; drum sprich gieb mir Muth und Kraft den blöden Herzen zu, den zum Siege! gieb nicht zu, Glauben stårk und mehre, daß ich erliege; Jesus, denn daß unser Herz ben allem ich glaube dir! hilfim Kama Schmerz dich mit Gehorsam pfe, Helfer, mir! ehre. 9. Bey Erwartung des Todes. 4. Wenn mir alles Licht verschwindet, Ohnmacht mich und Nacht umgiebt; gnug, wenn nur mein Herz 690. Vater, Bater! empfindet, daß mich Gott, voll Gebrechen mein Heilend, liebt! diesen Mel. Alle Menschen müssen ic. nah ich deinem Throne mich; Trost laß mir nicht fehlen, kaum darf ich mit dir noch Freund und Retter unsrer sprechen; denn ein Sünder, Seelen! deine Lieb, ich bitte Herr, bin ich! aber reuend, bich, tröst in meinem Tode tief zerschlagen, will ich doch mich. zu dir mich wagen, weil du 5. Mehr, als kein Ers uns durch Jesum Chrift schaffner faffet, weißt du, gern verzeihst und gnädig Herr, was Sterben ist; bift! denn du bist am Kreuz ers 2. Ach! verlaß an mei- blaffet, auch für mich, o Jes nem Ende mich, mein treuer su Chrift! nun, du wirst Schöpfer, nicht; zeig mir auch mich bemerken deine Helfershände, und mein Herz im Tode stårken! dein Vaterangesicht! ach! hilft kein Lebender mir mehr, erquicke meine Seele, die ich o so bilf, Allmächtiger! deiner Huld empfehle; Bas 6. Laß mich in dein Herz ter der Barmherzigkeit, gieb eindringen, sehn dein freunds mir Muth im letzten Streit! lich Angesicht; hilf mir mit und " 3. Herr! erhöhe mein dem Tode ringen! schone Vertrauen; mehre meine meiner im Gericht! Müden Luft an dir; laß vorm Gras kannst du Stárke geben! Jes be mir nicht grauen! ach, sus, du lebst; ich soll leben! wenn Ben Erwartung des Todes. 647 wenn mein Herz im Stera 4. Vergieb auch mir, s ben bebt, o so denk ich: Je Bater! alle Sünde, und fus lebt! was ich jezt noch Boses an 7. Jesus! ach, bey dei mir finde. Vergieb, wenn nem Tode, deinem Blute Fleisch und Blut mich wider bitt ich dich: ach, verlaß Wissen von dir geriffen. mich nicht im Tode! ach, 5. Die Meinigen empfehl erbarm dich über mich! hilflich deinen Händen; du wols mir froh und felig sterben! left Günd und Noth von iha hilf mir deinen Himmel nen wenden. Du wirst dis, erben; hilf mir! ach, du herr! nach deinen guten starbest ja auch für mich auf Willen liebreich erfüllen. Golgatha! 6. Ach Jesu, zeige mir Mel. Herzliebster Jefu, was hastic. jezt deine Güte, gieb mir ein 691. err, seymir nah! gläubig himmlisches Gemüs mein Sterben the, und richt es ganz nach ist vorhanden, mein Geist deinem Gnadenlohne, der entreißt sich bald des Kör- Lebenskrone! pers Banden. Herr, sey 7. Ach! laß mich nicht in mir nah und laß mich selig meiner Noth vergehen; laß sterben, den Himmel erben! mich die Kraft von deinem 2. Wie du, mein Trost! Leiden sehen. Im Durst am Kreuze bist gefterben, nach Labfal lag mich nach und mir dadurch die Selig dir blicken, mich zu erquicken. keit erworben: so laß mich S. Es ist vollbracht: nun nun, auf deinen Zod, ablendet sich mein Jammer; fcheiden zu deinen Freuden. nun, schwacher Leib! schlaf 3. Vergieb, o Vater! de fanft in deiner Kammer, bis nen, die mich haffen, die ih Jesus kömmt, der giebt mir ren Haß mich wohl empfin diese Glieder einst schöner den laffen; vergieb du denen, wieder. die es nicht verstehen, was fie begehen. 9. Nimm meinen Geift an meinem lezten Ende, Herr Jefu, auf in deine treuen © 4 Hände. 048 3n personlichen Umständen. Hande. Ich bleibe dein, 4. Dich will ich im Glaus ich sterb in deinem Namen; ben faffen, meine Schuld sey sprich, Jesu, Amen! noch so groß; hab ich vieles Mel. Jefu deine heilge Wunden ic. unterlassen, bin ich elend, 692.ab den letzten arm und blos: o so litteft Augenblicken du für mich! gläubig start fleh ich zu dir, Herr, mein ergrif ich dich; alles, was Hort! du wollst meinen mich kann verklagen, ist von Geist erquicken durch das bir ganz abgetragen. segensvolle Wort, das dein 5. Heil der Sünder! dir Mund am Kreuze sprach, fey Ehre, Preis sey deiner eh dein Herz für mich noch starken Macht, daß du, wie brach; daß ich darauf meine ich von dir hdre, alles, alles Seele, wie du, freudig, Gott haft vollbracht. Jesu! nicht befehle. in eignem Thun, nur in dir, 2. Uch! was für ein Wort will ich beruhn; durch dein erklinget, das mich Urmen leiden, Thun und Sterben frölich macht, und mein gan verde ich dein Reich ererben. zes Herz durchbringet, da dr 6. Ja, Herr Jesu! deln rufft: es ist vollbracht! ach Vollbringen ists, worauf vollbrachi? o welches Wort: mein Heil beruht. Hilf weicht, ihr Sünden, weiche mir nun im letzten Ringen, fort! nun wird mir mein und mach auch mein Ende Herz gestillet, ja mit Freu- gut. So ist alles wohlges digkeit erfüllet. macht, alles, alles ist voll 3. Herr! du hafts vollbracht. Gott, mein Vater! bracht! ich glaube, daß du nun befehle ich dir freudig es für mich vollbracht, nnt meine Seele. mir, sonst verworfnem Stau mel. Wer nur den lieben Gott. be, auch mein ewig Hell ge: 693. Ich faffe, Bar, macht. Hab ich nichts für mich gethan, so seh ich dich, und halte sie im Glauben Heiland! an, so in deinem feft. Verlaß den nicht an Thun als Leiden, da ich soll seinem Ende, der ewig sich von hinnen scheiden. auf Bey Erwartung des Todes. 649 auf dich verläßt; du bist mir Trost, Muth und Freus mein Gott von Jugend auf, de zu und führe mich sanft beschleuß auch meinen Lesein zur Ruh. benslauf. 2. Du haft nach deiner 6. Ich übergebe dir die Vatergüte beständig wohl an meinen, du Bater der mir gethan; erhôr auch Barmherzigkeit; laß ihnen meine leßte Bitte nim, stets dein Troftlicht schets Gott, mich dort zu Ehrennen, und bleib ihr Gott zu an. Ach Vater, Eins, noch aller Zeit. Behüte sie für Eins ift Noth, ein guter Ungemach, und bringe fie Schluß, ein selger Tod. mir selig nach. 3. Du hast mich je und 694. Chriftus; der ift versorgt, ge mein Leben, je geliebet, stärkt, geschüßt, regiert, und Sterben mein Gewinn, mich oft erquickt, mit Kreuz ihm hab ich mich ergeben, geübet, oft wunderbar, stets mit Freuden fahr ich hin. wohl geführt. Wohin ich 2. Bald werd ich nun, ging, wohin ich sah, war entnommen der Welt, bey mir stets deine Güte nah. Christo seyn; mich mit vers 4. Auch jest, auf meis klárten Frommen vor seis nem Sterbebette, sieh meine nem Throne freun. Noth mit Mitleid an. Er 3. Bald hab ich überwuns freue, triste, stårte, rette; den auf ewig meine Noth nur du bists, der mir helfen durch ihn, durch dessen Wuns kann. Beschüße den, der den ich bin versöhnt mit an dich glaubt, daß er im Gott. Tode treu verbleibt. 4. Wenn meine Augen 5. Mein Heiland, treibbrechen, der Athem wird so die Furcht zurücke, besiege schwer, daß ich nicht mehr meinen lezten Feind. Lenk kann sprechen: auch dann auch im Sterben meine erbarm dich, Herr! Blicke auf dein Verdienst, 5. Wenn Sinne und Ges o Seelenfreund. Sprich danken verlöschen, wie ein S85 Licht, 650 In persönlichen Umständen. Licht, das hin und her muß mir im Kampf, preift Gota wanken, weil ihm die Kraft tes Güte; o preift sie, bethet gebricht: an mit mir! ach, an dem 6. Dann laß mich sanft lezten meiner Tage vers und stille, und ohne schwerenehmt, Geliebte, was ich Pein, wenn es dein Rath sage; weint nicht zu sehr, und Wille, Erbarmer, denn Gott ist hier. Ach, schlafen ein. hört mich und vergeßt es 7. Dann wandelt sich nicht, was euer Freund noch mein Leben, und wird Un- sterbend spricht! fterblichkeit; dann wirst du mich erheben zur wahren Seligkeit. 3. Ich ward, denn deine Gute wollte, daß ich entstehn 8. Wenn ich da ben dir und leben sollte. Ich bin,( o wohne, wo man dich würdig bethet mit mir an und helft preist; wie wird vor deinem mir Gottes Huld erhöhen!) Throne so felig seyn mein Ich bin, und soll nicht mehr Geift! vergehen, so wenig Gott Gott! Der sterbende Gerechte Gerechte vergehen kann. beym Abschied von den Gott! wie kann ich gnug Seinigen. mich freun! so lang du 695. Kommt her, an seyn wirst, soll ich seyn! meines Lebens 4. Ja, meines Gottes Ende, Geliebte! reicht mir Huld und Liebe ist unause noch die Hände; izt wall sprechlich; jene Liebe, die ich noch im Thránenthal: tausendmal mein Herz ems doch bald sind meines Lebens pfand. Sie führte mich Stunden auf ewig mir und in meiner Jugend. Wie euch verschwunden: ich wei liebreich lenkte mich zur Tus ne heut zum leztenmal! zum gend, o Vater, deine Vaters leştenmal! o weinet nicht zu hand! was du mir thateft, laut vor Gottes Angesicht! war nur Huld, nur Treue, 2. Send männlich! står Langmuth und Geduld. tet mein Gemüthe; helft helft 5. Schon. Ben Erwartung des Todes. 65 I 5. Schon frühe konnt ich mich so oft errettet, mit mir Jefu Lehren, schon früh von den Ewigtreuen an! wie oft, Gottes Wundern, hören, wie oft riß seine Gnade zus schon frühe ward ich Gott rück mich von des Lasters geweiht; schon in der Kind- Pfade, und führte mich die heit ersten Tagen, hört ich rechte Bahn! er gab mir von deiner Liebe sagen, oStårke, war ich schwach, Vater der Barmherzigkeit und ging mir, wenn ich voll Frende seh ich auf dis irrte, nach. Glück, mit Dank und Lob, 9. Ließ ich zur Sünde mein Gott, zurück. S mich verleiten und schlich der 6. Ja Gott, Erlöser, meis Reiz der Eitelkeiten zu schnell ne Freude, mein Trost warstins unverwahrte Herz:( 0 du in jedem Leide, und deine hörts ihr Schwachen, Uners Liebe meine Luft; für deine fahrnen!) wie bange ward Lehren, für dein Leben soll mir!( laßt euch warnen! ewig dich mein Mund erhes treibt mit der Sünde keinen ben, dich ewig preisen meine Scherz!) ich bethete, Gott Brust! nim, weil ichs hier stårkte mich, bis fern von nicht besser kann, o Jesus, mir die Sünde wich. izt mein Stammeln an! 10. Sie schlägt der Seele 7. Für deine Arbeit, tiefe Wunden. Gekämpft, Qual und Schmerzen erheb gekämpft und überwunden, ich dich mit vollem Herzen! ja überwunden muß es seyn! erhebt, Geliebte, Gott mit entsezlich ist vor Gott die mir! Ach mögtest du ihr Sünde; fie stürzt in ewige Herz entzünden, Gott, deine tiefe Schlünde; und ihre Liebe zu empfinden! ach Luft wird Hollenpein! fie ist, Gott, erfülle sie mit dir!( o hörts und glaubt der so viel ihr Herz Empfindung Schrift!) sie ist ein ewig faßt, empfind es, wie du lieb tödtend Gift. fie haft. II. Schazt nicht zu hoch der Erde Güter! erhebt die 8. danket, Herzge himmlischen Gemüther weit liebte, bethet den Gott, der er stol über * 652 In persönlichen Umständen. 250 über Tand, und Pracht und immer bey euch bliebe, fo, Geld! wie nichts, wie un Herzgeliebte, liebet euch! o werth des Bestrebens sind haltet brüderlich zusammen; fie für Erben jenes Lebens und liebt, in Jesu Chrifti für Bürger jener bessern Namen, einander Jefu Chris Welt! wie nichts ist alle sto gleich! und send vor Luft der Zeit für Kinder der Gott in Frend, im Schmerz, Unsterblichkeit! nur Eine Seele, nur Ein 12. Send muthig, widers Herz! steht den Lüften! seht nur 15. Fern, ewig fern von auf Jesum! bleibet Chri Bank und Streite seyd ims flen! der Herr ist Gott! merdar! noch hier, noch der Herr ist Gott! kein Sa hente umarmet euch, und tan ſoll euch wankend ma- schaut mich an! nie, nie bes chen; nicht immer wird der fleck euch, theure Seelen, Spotter lachen, einst wird die Höllenfreude, den zu fein Scherz, einst wird sein quälen, der heute noch wohl Spott, in Angst und Schaam fierben kann! entfeßlicher verwandelt senn; dan: Chrift, Gedanke! nein, ich weiß: ist Freud und Ehre dein! hr werdet Brüder seyn! $ 13. Müßt ihr für Recht 16. Und Brüder, Schwes und Wahrheit leiben; softern auch der Armen! voll duldet gerne und mit Freu- Menschlichkeit und voll Er den, Verlust und Schmerz barmen; erleichtert gern und Tod und Schmach. des Nächsten Noth! folgt Groß ist der Ueberwinder jedem gütigen Gedanken! Würde, und ihrer zeitlich erquickt die Schwachen, leichten Bürde folgt ewige labt die Kranken! theilt mit Erquickung nach. In jeden Armen Kleid und Brod! dem, jedem Leiden, denkt, umfangt mit liebevollem daß Gott uns nur aus Liebe Geift wer Bruder, Christ, frånkt. ** und Mensch nur heißt. 17. Auch Feinde segnet 14. Gott ist die Liebe! herzlich! liebet auch den, Yauter Liebe! wie wenn ich der Ben Erwartung des Todes. 653 der boshaft euch betrüber, 20. Ach! dann am Abend und jeden, der euch übel will! unsers Lebens ist jeder o Großmuth! Großmuth! Wunsch und Troft verges welch Vergnügen! verzeiht, bens, wenn unser Herz ihm so wird auch euch verziehen! widerspricht! ach! dann ist Gott kennt euch! schweigt oft die Ren zu spåte! drum und leidet ftill! denn, ach! fleh ich noch am Sterbebette, vor Gottes Strafgericht be mit meinem Auge, das ist steht der Feind des Feindes bricht; mit heissen Thränen; nicht. schaut mich an: flieht, was im Tod euch reuen kann! * 18. Und immer, wo ihr steht und gehet, Gellebte, 21. Uch! könnt ich noch, bethet, feufzet, flehet zu eh ich erblaffe, euch, die ich Gott, dem Hdrer des Ges all im Geist umfasse, grug beths! wenn alle Menschen segnen noch, und glücklich euch verließen; in Bangige sehn! bleibt auf der Tugend keit, in Finsternissen, im schönen Wegen; nein, Sees Glück, im Unglict bethet len, keinen bessern Segen ftets! vor dem Gebeth flieht kann ich vom Himmel euch jede Qual; ich habs erfaherflehn: die Tugend Chrifti, ren tausendmal. Christi Heil sen, theure Hers zen, euer Theil! * 19. Vergeßt, vergeßt nicht 22. Hieher! in meine dieser Lehren; ihr werdet Hand zu schwören: den sie nicht immer hören: einst Gott, der euch erschuf, zu eh liegt thr, wie ich, sterben ren, ihm ewig, ewig treu zu da. Die Stunde da man feyn! ihm, der einst Súns euch beweinet, da alles, wiedern auch geschworen, daß es ist, erscheinet, vielleicht feiner, keiner sey verloren, ist schon die Stunde nah, der sich will Jesu Chrifto wo jede Hand, die mich veihn! ein Zeug ist zwischen noch fast, auch müd ist, zit euch und mir mein Tod und tert, und erblaßt. Gott; denn Gott ist hier! 23. Und In persönlichen Umständen. 26. Nur ringt, und eilt, 23. Und nun, wenn ich mir nachzukommen! voll euch je betrübte, verzeihi Sehnsucht mit viel tausend mir! ach verzeiht, Geliebte, Frommen, erwart ich euch, die Fehler, die mein Herz Geliebte, dort! dann, dann bereut! mein Herz ist voll wird uns kein Tod mehr der reinsten Triebe, vol trennen, kein Schmerz uns Segen für euch, voll von wieder krånken können: Ges Liebe, Gott weiß es, voller liebte, strebt und kämpfet Zärtlichkeit; gern bitt ich je fort! wie bald ist jeder Tag den Fehler ab, vergebt mir, entflohn! wie herrlich ift wie mir Gott vergab! der Stegeslohn! 654 24. Viel Gutes habt ihr 27. könntet ihr, was mir erwiesen; für alles sey ich, empfinden; ihr übers der Herr gepriesen! für alles wåndet alle Sünden, besiegs fagt mein Herz euch Dank! tet jede Leidenschaft! hels für jedes Troftwort, jede les Licht der Ewigkeiten, Lehre, für jedes Mitleid, jes wen du bestraleft, hat zum de Zähre, die je aus eurem Streiten, zum schnellen Sie, Auge fant! Gott weiß es, gen Heldenkraft! du Glanwas ihr mir gethan: Gott, be, du, den Jesus lehrt, bist der vergelten will und kann! mehr, als alle Weisheit, 25. Dis denket, würd werth! euch auch noch bånger; doch 28. Wie herrlich ist des weint, Geliebte, nun nicht Glaubens Ende! ja, Vater, långer; ihr weintet, daß nun in deine Hände befehl ich selig bin; mein Gott ich ewig meinen Geift! thr wird eure Seelen trösten! Kinder Gottes, Chrifti Brüs hin zu den Schaaren der Erder, werft euch vor Gott lösten, zu meinem Heiland noch tiefer nieder, und bethet geh ich hin! ach! gönnt mir mit mir an und preist! gern des Himmels Glück, Gott! wie dürftet mich nach und wünscht mich nicht zu dir! nim meine Seele bald euch zurück! von mir! 29. D Für Sterbende. 655 29. Wonne, die ich vor preis ich dich; zum Segen mir sehe! ich werde Gott gabst du mir mein Leben, du schaun; denn ich gehe, wo alle nimst es mir, und segneft Todten Gottes sind! Wie mich. Mein Leben sucht leicht, wie nichts wird mir ich dir zu weihn; mein Tod mein Leiden! ich schmecke auch soll dir heilig seyn. schon des Himmels Freu 2. Gott! welche feierlis den, ich sterb, und sterb als che Stunden, wenn du mich Gottes Kind! o theure nun der Erd entziehst, auf Seelen, denkt ihm nach, was mich, den du getreu befuns ich am Todestage sprach! den, voll schonender Erbars mung siehst! Allmächtiger, in dein Gericht gehst du mit mir Erlöftem nicht. 10. Sür Sterbende. In eigner Melodie. 696. Auferstehn, ja 3. Der Leib wird schwach; auferstehn die irdsche Hütte, in der wirst du, mein Staub nach mein Geist hier wohnt, zers kurzer Ruh! unsterbliche fällt; schon gehen meine Leben wird, der dich schuf, můden Schritte den Weg dir geben. Hallelujah! zu Gott aus dieser Welt. 2. Der Freudenthránen Jch bin getroft und zage Tag wird dann seyn! mit nicht; denn Gott ist selbst Jefu gehn wir ein zu seinen mein Heil und Licht. Freuden! der müden Pilger 4. Wie sollt ich vor dem Leiden sind dann nicht mehr! Tode beben, da du für mich, 3. Ach ins Allerheiligste Erldser, starbft? er ist durch führt mich mein Mittler dich der Weg zum Leben, dann; lebt ich im Heilig das du am Kreuze mir ers thume zu seines Namens warbst. Wie du Gott siehst, Ruhme! Hallelujah! werd ich ihn sehn; und auch, Mel. Wer nur den lieben Gott c. wie du, einst auferstehn. 697. Ich will dich noch 5. Laß Qual und Leid im Tod erhe- mein Grab umringen, und ben, selbst nah am Grabe mir die lezten Schrecken addráun, 656 In persönlichen Umständen. draun, du halfft die Sünde verlaß, verlaß mich nicht! mir bezwingen, den Tod Herr Jefu Chrift, mein Herr darfich, mit dir, nicht scheun; und Gott! mein Herr und so nah dem Lohn, den Gott Gott! zum Leben führ mich verspricht, so nah am Ziele durch den Tod. fint ich nicht. 6. Du wacheft über meine 2. Noch einmal, Vater, Seele, wenn ihre Stärke sich preis ich dich voll Dant, eh verliert; giebst deinem Engel meine Lippen sich im Todes schon Befehle, der sie zu deis schlummer schließen. Mehr nen Freuden führt, des To Huld und Liebe haft du mir des Nacht um mich vers in diesem ersten Leben hier, fcheucht, und mir des Lebens als ich je faß, erwiesen. So Krone reicht. viele deiner Wunder sah ich 7. Ich will dich noch im hier bereits; was werd ich Tod erheben, selbst nah am da für Wunder schaun, wenn Grabe preis ich dich; denn nun mein Geift dich nah an ewig werd ich vor dir leben. deinem Throne preist! Wie segnet dann dein Ante Herr Jesu Christ! bald laß lih mich! oTod, o Sterben, auch mich, bald laß auch mich mein Gewinn! wohl mir, im beffern Leben preifen dich. daß ich erlöset bin. * Mel. Herzlich lieb hab ich dich ic. 3. Noch einmal blick ich 698. Noch einmal blick auf zu dir, noch einmal, Gott ich auf zu dir, empfehl ich dir mich selbst noch einmal, Bater, falt ich und all die Meinen. Vers hier vor dir die welken Hån lag, oGott, verlaß fie nie, ftill de. Gott, nach Erldsung ihrer Seelen Schmerz, wenn fehn ich mich, o gieb, daß ich sie an meinem Grabe weis gestärkt durch dich den lehnen. Ach leite sie nach dels ten Kampf bald ende! Der nem Rath, führ sie des les du der Deinen Flehen hörst, bens schmalen Pfad; und und Leben Sterbenden gewenn nun ganz vollbracht ihr währst, wenn nun mein sterkauf, so nim auch sie zu Ehren bend Auge bricht, ach dannl auf! Fürbitte für Kranke u. Sterbende. 657 auf! Herr Jesu Christ, laß Bergnügen! laß durch den fie und mich, laß sie und mich Trost der Ewigkeit, die Leis am Freudenorte schauen dich! den dieser kurzen Zeit vers II. Sürbitte für Kranke. füst den Frommen werden! Mcl. Ach Gott von Himmel ic. 5. Den Kranken, der nun 699. Für alle Krante fierben soll, ben lehre, Vas bitt ich dich mit ter, sterben! ach! mach ihn brüderlichem Herzen! mein deines Trostes voll als einen Gott! erleichtre väterlich die Himmelserben. Ach! Jesu, last von ihren Schmerzen! mach zu deinem Reich ihn, sprich Tröstung allen Schwa: fähig, deinem Bilde gleich, chen ein, und laß auf dich, schon beilig hier auf Erden. und dich allein mit festem 6. Den Kranken, der durch Muth fie trauen! dich genest, den lehre heilig 2. Des Gnadenlebene leben, der müsse dir, der ihn turze Zeit, der Greuel ihrer erlöst, sein Herz zum Opfer Sünden, und deine Treu geben. Nicht mehr int und Freundlichkeit laß, Ba Traum der Sicherheit, nein, ter, fie empfinden! stårk und als ein Erb der Herrlichkeit erwecke ihren Geist! gieb jes muß er unstråflich wandeln! dem reichlich, was du weißt, 12. Sürbitte für Sterbende. das er betarf zum Heile! Met. Mitten wir im Leben find ic. 3. Den Geift der Rub 700. Alle, die zu dieser und der Geduld, in dich sich Zeit, da wir, einzusenken, o möchte, Ba: Herr, dir singen, müde, ter, deine Huld den Schwa- stumm, voll Bangigkeit mit chen diesen schenken! o möchte dem Tode ringen, die wollst doch dein Will allein ihr du, Herr, erquicken. Sie Wille, ihre Freude feyn, ofliegen da und sehn hinab in Bater aller Gnaden! das schauervolle Grab. Heils 4. Gieb ihnen allen Kraft ger Gott, Bater, hilf! und Muth, die Schmerzen Barmherzger Heiland, hilf! zu besiegen! sen du, o aller Hilf, Heilger gnadenvoller bóchsies Gut, ihr innigstes Tröster! Du Gott unsers Heils! 618 In persönlichen Umständen. Heils! laß sie nicht versin sein Flebn, mit ihm nicht ken. In des Todes legter ins Gerichte gehn, der jezt, Angst, erbarm dich ihrer! ißt deiner Ewigkeit sich naht, befreyt nun bald von dieser Eitelkeit! 2. Uch, wohl jedem, wel cher gern labet, die ba glâu. ben! kein Trunk Wassers 2. Des Lebens und des soll vom Herrn unvergolten Todes Herr! nun ist für bleiben. Wir wollten gern ihn die Zeit nicht mehr! du sie laben. Doch da sie nichts haft gezählet all sein Haar, mehr laben kann, flehen wir sein Todesjahr bestimmt, als für sie dich an. Heilge teine Zeit noch war. Gott, Bater, hilf! Barm 3. Erfüllt ist seiner Leiden Herzger Heiland, hilf! Hilf, Zaht; er leider heut zum beilger gnadenvoller Tröster leztenmal! ach! fen in sei Du Gott unsers Heils! laß ner Todes Noth fein Helfer, sie nicht erliegen. In der Gott! ein Schlummer sey Stunde des Gerichts erbarm dich ihrer! für ihn der Tod! 3. Ach, weil selber Jesus 4. Vollende, Vater! seis Christ diesen Kelch getrun nen Lauf, nim ihn zu deinem ken, unter bångrer Arbeit ist Frieden auf! verlaß ihn, in das Grab gefunken! um wenn sein Herz nun bricht, feines Todes willen hör unser verlaß ihn nicht, Herr! Herr! brüderlich Gebeth, das für sie mit deinem Gnadenlicht. um Gnade fleht. Heilger 5. Erleichtre ihm den leze Gott, Vater, hilf! Barmten Schmerz! von dir er herzger Heiland, hilf! Hilf, quicket ruh sein Herz! durch heilger gnadenvoller Tröster! Jesu Todesschweiß und Du Gott unsers Heils! laß Blut, so ihm zu gut vergos fie fanft entschlummern, und fen, stårke seinen Muth! einst frölich auferstehn! er barm dich ihrer! 6. In ihm vermehre deine Ruh, in seinem Herzen be he Mel. Ich hab mein Sach Gott sc. du, Geift Gottes! laß ihn 701.0" u wollst erpo glaubend traun, auf Jeſum ren, Gott, schaun, Fürbitte für Sterbende. 659 schaun, und so entgehn des mehr verzieht. Ach wie ist Todes Graun! ihm bange um Trost, der 7. Zeig ihm die Herrlich vor ihm fliebt! Herr, er. keit des Herrn, zeig ihm den barme dich, Mittler, erbars Gnadenlohn von fern; laß me dich, Gott, erbarme dich! ihn den Himmel offen sehn, 2. Der du für ihn littest, und Jesum stehn bereit, ihn in tiefster Seelenangst, selbst gnädig zu erböhn. den Tod bestrittest, und siegs 8. Uch! Gnade, Gnad reich ihn bezwangst, Gotts ergeh für Recht! denn von mensch! er verschmäßte dein dem menschlichen Geschlecht Leiden, deinen Tod. Du, ist selbst der beiligste nicht der für ihn flebte, zeugst wis rein! wer fann wohl dein, der ihn vor Gott! Herr, ers Gott, ohne deineGnade seyn? barme dich! Mittler, erbars 9. Sen, Richter! ihm me dich! Gott, erbarme dich! nicht fürchterlich; erbarme 3. Er, der Sünd erges seiner Seele dich! Auch aus ben, nie ihrer Lüste fatt, der Tiefe rufet sie; erhöre kürzte selbst sein Leben, durch fie! erlöfe, Gott, erlöse sie! feine Missethat. Strafe 10. Behüte ihn in seinem nicht, noch Gnade, nichts Tod; ihn segne, segne, seg- bielt den Frevler auf: auf ne, Gott! Wenn nun sein des Lasters Pfade blieb uns Auge sterbend bricht, leit ihn verrückt sein Lauf. Herr, ers dein Licht; tröst ihn mit dei barme dich! Mittler, erbara nem Angesicht! medich! Gott, erbarme dich! Sür einen sterbenden Reli4. Aus dem langen gionsspotter. Schlummer weckt ihn der Mel. O wir armen Sünder ic. Krankheit Schmerz. Nie emo 702. Tief in Todes pfundner Kummer beklemmt schmerzen liegt fein bebend Herz. Ibn, nun der Spötter da. Ohne der Bosheit Rácher, den Trost im Herzen ist er dem Richter, der ihn ruft, þöret Richtstuhl nah; nah dem der Verbrecher, und zittert, Untergange, der nun nicht daß er ruft. Herr, erbars It a me 660 In persönlichen Umständen. me dich! Mittler, erbarmeloropt! Eilt! vielleicht, ihr dich! Gott, erbarme dich! Spotter, send ihr schon mors 5. Michte doch der Sün- gen tod! laßt von euren der zu dir, o Mittler, fließn! Sünden, kehrt bald zu Gott Todesüberwinder, vielleicht zurück! schwer ists, Gnade verträtst du ihn! An des finden im lezten Augenblick! Grabes Stuffen, den Tod Herr, erbarme dich! Mitte im Ungesicht, mocht er jetzt ler, erbarme dich! Gott, et: noch rufen: mein Gott, ver- barme dich! wirf mich nicht! Herr, er 9. Gott fährt einst im barme dich! Mittler erbar: Grimme herab zum Weltges me dich! Gott, erbarme dich! richt, der Verzweiflung 6. Ihm entflieht die Stimme errettet dann euch Stimme: nur feine Seele nicht: Felsen, uns zu decken, fleht: sprich nicht, Gott, im stürzt euch auf uns berab, Grimme, sprich nicht: es ist vor des Richtstuhls Schres zu spåt. Laß ihn nicht ver cken verbirg uns ewig, Grab! derben, erlaß ihm feine Herr, erbarme dich! Mitt Schuld, zeig ihm noch im ler, erbarme dich! Gott, Sterben die Größe deiner erbarme dich! Huld. Herr, erbarme dich! Einsegnung eines Stets Mittler, erbarme dich! Gott, erbarme dich! benden. Mel. Wachet auf, ruft uns*, 7. Jeſus Chriſtus, flehe 703.Salleluja! Hmen! den an! für Ent den Sünder flehe, der nicht schlaf in jenem großen Nas mehr fleben kann! Herr auf men, vor dem sich Erd und deinen Namen schenk ihm Himmel beugt. Siep, an noch Zuversicht: sprich, oBa- deiner Laufbahn Ende bist ter! Amen! wer glaubt, ou; er nimmt in seine Hände flirbt ewig nicht! Herr, er den Geist auf, der der Erd barme dich! Mittler, erbar entfleugt. Hör, o erlöster me dich! Gott, erbarme dich! Geist, der bald am Thron 8. Hört den Gott der ihn preist: Jesus Christus bat Götter, wie furchtbar er euch Beym Absterben frommer Freunde. 661 hat dich versöhnt, von ihm fern von mir bist du! ich gefront empfähst du nun den weiß nichts mehr von dir, o Gnadenlohn. liebe treue Seele! Entflohn 2. Welcher Glanz wird aus meinen Armen weit bist dich umfangen, ist dir der du, vom Thal der Sterbe Tag nun aufgegangen des lichkeit, o beste, treufte Seele! Lebens, nach der Todesnacht! 2. Der Freundschaft Labs Sen gesegnet! Amen Amen! sai ist daşin; dein Trost, entschlaf in Jesu Christi Na- wenn ich verlassen bin: dein men, in ihm, der rief: es Mitleid, wenn ich leide: mir ist vollbracht! Nicht du: der fehlt, mir fehlt die treue Herr allein macht dich von Hand am Weg ins beßre Vas Sünden rein, und du fün- terland: dein Blick voll digst nun bald nicht mehr; Ernst und Freude! der Brüder Heer, der En: 3. Ja, weinen darf ich, gel Heer nimt dich nun auf! Gott, vor dir, daß du die 3. Noch ein Gegen soll fromme Seele mir so früß dich leßen: daß du verwesest! und bald entrissen. Die dis Entfeßen verfinstre deine Wunde blutet sehr! und ich, Seele nicht! zwar wir ge ich klag, geliebtes Herz, um ben hin und såen deinen Leib dich: Gott hat dich mir ents aus; doch auferstehen wird rissen. er mit jenes Tages Licht! geh 4. Doch ruhst du nicht in ein zu deiner Ruß; der Herr Gottes Schooß? so sen schleust nach dir zu! Auferste- mein Schmerz denn noch so ben, nach kurzer Ruß, du groß; ich will vor Gott Todter du, wirst du, zum mich beugen. Nein, Theus Leben auferstehn! re, feinen Augenblick wünsch ich dich in den Staub zurück; geduldig will ich schweigen. 13. Sür Betrübte, beym Absterben frommer Sreunde. 5. Der leichnam rubt im fühlen Grab: Gott nahm 704. 2, pier nicht ihm seine Schmerzen ab und Mel. Kommt her zu mir ic. mehr, ach, jede Last von Leiden. Ems It 3 por 662 In persönlichen Umständen. por schwang sich der frohe 10. Dann schau und beth Geist zu dem, der ganz die ich an mit dir den Weltheis Liebe beißt, genießt nun Gots land; dann singen wir von tes Freuden. weggeweinten Leiden und von 6. Die Seele, die hier heilig der Tugend hobem Lohn; war, feyrt dort mit der ver- find Freud und Dank, und klärten Schaar den Sabbath schmecken schon des Himmels der Erlösten; ist Wonne, lie: hohe Freuden! be, Dank und licht; und lebt Mel. O Traurigkeit ic. und schaut: das sollte nicht 705.ir Gott sey Ehr! mein banges Herze trösten? ben uns nicht 7.D Troft, o hober Trost für mehr ist jener, den wir liebs mich; mein banges Herz, erten. Er entschlief zur Tos frische dich und stille deine Kla- desruh: stårk uns, die Bes gen! Erlöst von ihres Leibes trübten! Joch, lebt die geliebte Seele 2. Er ist nicht fern, der noch: und ich, ich sollte zagen? Tag des Herrn! dann sehen 8. Nein, stille will ich Gott wir uns wieder; fingen dem, vertraun! wer Jesu glaubt, der uns vereint, ewig Jubels wird dort ihn schaun, wird lieder. Seligkeit empfinden. Ich weiß: ring ich vom Staub 3. Er, der nun tod, er lebte Gott und starb, durch empor: so werd ich, was Jesum, selig. Laß, wie er ich bier verlor, im Himmel zu sterben, uns leben fromm wieder finden. und heilig. 9. Zwar hört, wenn einft 4. Für alle, ja! ist Rube mein Auge bricht, mein Ohr da, die Rube der Erlösten! von dir, o Theure, nicht Er wer im Glauben Liebe übt, muntrung, Trost und Segen. den, den wird sie trösten! Doch wenn, auf Gottes 5. Drum schwören wir, Wink, mein Geist sich im vorm Sarge hier: als Brüs Triumph dem Staub ent- der uns zu lieben; jedem reißt; so eilst du mir ent Menschen Guts zu thun; gegen. niemand zu betrüben. Sür Beym Verlust seiner Kinder. 663 Sür Eltern beym Abster: 4. Mit Thränen preiß ich ben ihrer Kinder. dich auch einst, wenn du zum Met. Nun tret ich wieder ic. Weltgericht erscheinst; ach! 706. 2, meine Kindann mit Freudenthränen! der find nicht dann werd ich meine Kinder mehr! mein traurig Herz ist sehn; mit ihnen dankend vor Hofnungsleer, von Freuden dir ftehn, mich nicht mehr leer mein Leben! ich fab fie bange sehnen. Dann werd ich wie den Frühling blühn; stets bey ihnen senn und ewig dir, Gott, poft ich sie zu er- mich mit ihnen freun. ziehn, dir, der sie mir ge für eine Mutter besonders. geben; mein Ulter sollten sie erfreun, beym Sterben mei Mel. Kommt her zu mir zc. ne Pfleger senn. 2. Herr, ich verehre dein 707.Mars dazu, daß ich euch gebar Gebot! doch laß mich mei mit so viel Schmerzen, mit ner Kinder Tod, Barmher Gefahr? Geliebte meines siger, beweinen; du, unser Lebens! Den Beystand, den aller Vater, weißt, was ich mir versprach von euch, Zärtlichkeit der Eltern beißt, auf meinen spåtern Tag, den o laß mich sie beweinen! ver hofte ich vergebens! zeiß den Trieben der Natur; nicht murren, flagen will ich nur! 2. War dis nicht mögs lich, Ewiger, des Todes, wie des Lebens, Herr, mein Bes 3. Auch meine Thränen then zu erhören? mein Flehn preisen dich; sie sind die Zeu- für sie stieg auf zu dir! und gen, Gott, daß ich die liebte dennoch riefst du sie von mir: die du liebtest; und nun im mitRecht vergieß ich Zähren. Lichte deines Threns, in der 3. Jedoch, Gott, was bein Erkenntniß deines Sohns Wille thut, ist Weisheit, und aller Tugend übest.lift gerecht und gut, du kannst Herr, meine Seufzer danken nicht unrecht handeln. Ich dir: du, du vertrautest sie muß, ich will, auch diesen Pfad, den mir dein Wink St 4 bezeich nur mir. 664 In persönlichen Umständen. bezeichnet hat, dir ganzerge- fand? Ueberschaut ibr alle ben, wandeln. Pfade feiner wunderbaren 4. Ich will mich nicht Guade? durch Ungeduld unwürdig 3. Aber heilig Dunkel machen deiner Huld, nicht decket, was Gott thun kann endlos mich betrüben. Ver- oder will. Durch der Süns zeiß nur meine Schwach- ter Tod erschrecket, sieße, heit mir, und lehr mich: fille wer noch irret, still, und wer seyn vor dir, und in Geduld steht( vernehmt es Alle) mich üben. sebe zu, daß er nicht falle. 5. Ich weiß, Gott, du 4. Laßt nicht erst des erbarmest dich doch meiner; Grabes Schrecken( ach wie du erfreuest mich durchs fro- furchtbar sind nicht die!) he Wiedersehen! dann sollen euch zur Heiligung erwecken; dort, an meiner Hand, die eilet und beschleunigt fie! mir der Tod so früh entwand, die nur, welche heilig leben, vor dir, Herr! dankbar dürfen nicht im Tode beben. stehen! 5. Die des Herrn sind, 14. Beym Tode derer, die eß sie sterben, eifrig nüßen in Sünden gelebt baben. ibre Zeit: felig find sie, Mel. Herr ich habe misgehand. sc. Gottes Erben, Erben seiner 708. Richtet nicht, Herrlichkeit! o beharrt, in wenn Sünder Gottes Gnade auf der Tus sterben; wißt: es ist ein Eigend sichrem Pfade! niger, welcher richten und verderben und vergeben kann: der Herr! Er, der Gott ist, fann erretten, fann im Tode Mel. Gott des Himmels und ic. noch erretten. 15. Ein Cbrift in der Einsamkeit. 2. Richtet nicht; denn wer 709. Stille will ich fliehen, fann wissen, wer von ihnen will, durch Eingezogenheit, wie ein Brand noch des dem Geräusche mich entzies Bornes Flamm entriffen, ben, das mich störet und ben dem Herrn Erbarmen zerstreut. Ruhig will ich und Der Christ in der Einsamkeit u. in Gesellschaft. 665 und allein, Gott, mit dir sieht auch mein Gewissen, beschäftigt seyn. wo ich siegte, wo ich fiel; 2. Nicht aus Wahn, mehr auch flammt mein noch Aberglauben, oder nur Herz fsich dann zu der Tus aus Eigensinn; nicht der gend Kämpfen an. Welt den Fleiß zu rauben, 7. Und so kehr ich, theure den ich Brüdern schuldig Brüder, freudiger zu dem bin; weder wild noch men zurück, was mein Umt ist; schenscheu; nicht aus Stolz lebe wieder, unter euch, für noch Gleißneren. euer Glück, um euch nüklis 3. Nur zu prüfen mehr, im cher zu seyn, um mich auch Stillen, wie entschlossen wie mit euch zu freun. getreu, deinen Willen zu ers 8. 2ber meine Seel ers füllen, meiner Seelen Wille bebet sich zu dem, was sie sen: weiser noch zu werden, erkohr, zu dem Himmel, Herr, und im Bethen eifriger. dem sie lebet, nun mit 4. Wenn, in dir geweih leichtern Flug empor, daß, ter Stille, meine Leiden von jeder Bürde fren, sie schaften ruhn, werd ich fe auch einst ganz selig sey. fler: strebt mein Wille, fros her, was du willst, zu thun: und ich hab durch deine mel. Wer nur den lieben Gott ic. Huld, auch in Trübsal mehr 710.Nicht mürrisch, 16. Der Christ in Ges fellschaft. finster, unges 5. Mehr empfind ich deine sellig ist, wer, ein Chrift zu Liebe, wo mich kein Geräusch seyn, sich freut; ist, ohne zerstreut: stärker deines Schmeichelen gefällig; vers Geistes Triebe: mehr der einigt Ernst und Freundlichs Zukunft Herrlichkeit: heller feit; ist traurig mit den feb ich dein Gericht: mehr Traurigen und frölich mit die Würde jeder Pflicht. den Frölichen. 6. Jeder Täuschung dann 2. Es liegt in keinem seis entrissen, seh ich näher, ner Blicke, als wie in einem Gott, mein Ziel; freyer Hinterhalt, auflaurend schas denfros 666 In persönlichen Umständen. denfrohe Lücke und Haß in er firaft voll Lieb und Güte, lächelnder Gestalt. Sein mit Ernst und doch mit Blick, kein Blick der Heus Freundlichkeit. Und tröstet chelen, ist liebreich, offen, er; wie leicht vergißt sein gut und frey. Bruder, was sein Kume 3. Sein Untlik, beiter mer ist. wie der Morgen, wird trüb 7. Sanft, redlich, sitte und seine Freud entfließt, sam, menschenfreundlich ist, wenn er Bekümmerniß und wer ein Jünger Jesu ist, Gorgen in seines Bruders nie fflavisch, auch nicht über: Auge steht; und stralt in müthig, wenn er vor andern neuer Heiterkeit, wenn ein glücklich ist. Uch wären Getrösteter sich freut. wirs, ach glichen wir, o Vors bild wahrer Liebe, dir! 4. Er schleicht, für fromm erklärt zu werden, nicht 8. In allen Worten und traurig, Heuchlern gleich, ein Geberden, in allen Thaten her. Doch Sünde reißende laß, o Herr, uns aller Mens Geberden, baßt, wie sein schen Freude werden, dir, Gott sie haßt, auch er. Er Heiland, immer chnlicher. ist im Blick auch teusch und So werden wir uns ewig rein, stets frölich, ohne frech freun und Gottes wahre zu seyn. Kinder seyn. 5. Durch liebliche Ge spräch erheitert er auch des Bidden Angesicht; und je 17. Sür Vornehme und Reiche. Mel. Vom Himmel hoch ic. des Herz fühlt sich erweitert 711.23 er höher durch und freudenvoller, wenn er Geburt schon spricht. Denn, was er sagt ist als seine Brüder, fenn und was er thut, ist an als Christ des bessern Adels muthsvoll, ist wahr und Werth und Pflicht; den gut. fühl er, den entehr er nicht! 6. Er muß gefallen: er 2. Er, sind ihm Brüder gebiete, er warn, er straf unterthan, er sey ihr Vater, auch! er gebeut, er warnt, fein Tyran; so mild und liebs Für Vornehme und Reiche. 667 liebreich als gerecht: er ist, zu thun für Volk und Staat, wie sie, auch Gottes Knecht. von dem er seinen Vorzug 3. Nicht wähn er, weil hat. er groß und fren vor den 9. Verächtlicher, als Geringern ist, er sey erha: Sklaven, ist, im Tod einst ben über Recht und Pflicht jeder, der vergift, daß er und Rechenschaft: das wähn des Vaterlandes Wohl auch er nicht! mehr, als andre, fördern soll. 4. Er sehe mehr beglückt 10. Doch wenn ers nicht von Gott, nicht mit Vers vergift, so freut der Niedris achtung oder Spott auf den, ge sich ohne Neid, weil der von deffen Schweiß er lebt, der Welt zum Segen lebt, der ihm erwirbt, was ihn denn Gottmehr segnet, mehr erhebt. erhebt; 5. Er basse Grausamkeit II. Und spricht, ben seis und Zwang; verprasse nicht, nem Tode, dann: das war im Müssiggang, was Gott ein edler großer Mann! Er, ihm giebt, beglückt zu seyn durch der Tugend Glanz vers mit andern; aber nie allein! flårt, war seines Glücks und 6. Frob neben ihm, mit Borzugs werth! ( Vergl. 410. 448= 450.) ihm vergnügt sen, wer ihm feine Felder pflügt! Wohl thätig soll er senn; denn er ward darum nur des Armen Herr! 18. Sür die im mittlern Stande. Mel. Vor deinen Thron tret ich ic. 7. Berloren schå er 712. Im Schweiße deis jede wo er nicht wohl nes Angesichts thut und erfreut, und Wonne arbeitest du, doch dir ges werde jeder Schmerz, den brichts nie, wenn du thuft, er geheilt hat, für sein was Gott gebeut, an Ses Herz. gen, an Zufriedenheit. 8. Er;( denn er hat mehr 2. Thust du, was dir be Macht und Zeit zu hößern fohlen ist; so bist du fren wie Thaten) sen bereit auch mehr Fürsten: bist vor Schmeichs lern 668 Für die im mittlern Stande. lern ficher: bist ein Mann, Unsehn und mehr Glanz, der seinen Gott nur bethet an. mehr Macht: doch auch 3. Auf keine Höhen bin mehr Sorg und Ueberdruß gestellt, dienst du doch dei ben allem seinem Ueberfluß. ner Brüder Welt; für dich 8. Nicht mehr Gefunds hast du Dach, Kleid und beit, Ruh und Kraft: nur Brod und minder, als der eine größre Rechenschaft. Reiche, Noth. Mühseligkeit ist Aller Loos: 4. Dein Brod hat Kraft der Mensch sen niedrig oder und stärkt den Leib zur Ur- groß! beit; und dein Kind und 9. So dank denn Gott Weib des Tages Last und für deinen Stand; genieß Müh vergißt, wenn es dein die Gaben seiner Hand durch Brod mit Freuden ist. nüßliche Geschäftigkeit und 5. Ists auch nicht köstlich heilige Zufriedenheit. dein Gewand, gewirkt von 10. Klag nie, daß Gott deines Weibes Hand; be nicht mehr die gab: neide du kein Feyerkleid: auf alle wartet Tod und oft deckts ein Herz voll Grab. Auch du kannst dann Gram und Neid. ganz selig seyn und ewig dort 6. In seiner Werke Herr- des Herrn dich freun. lichkeit siehst du Gott tåg- II. Nur strebe stets ges lich; dich erfreut der Sonne wissenhaft und fromm zu Glanz, der sanfte Mond; fenn durch Gottes Kraft: dich freuts, wenn Gott dein im Glauben willig, bis zum Werk belohnt. Tod, zu halten, was dir 7. Was hat der Reiche Gott gebot! mehr? mehr Pracht, mehr ( Vergl. N. 439.) Register. Register. der Gesänge nach der Numer. AL ch Gott uns schreckt Ach Gott wir denken Ach Herr du allerhöchster Ach heilig, felig ist Ach hier nicht mehr Ach höchster Gott verleihe Ach meine Kinder sind nicht Ach treuer Gott ich Ach wann werd ich Ach wie verschieden ist Allein auf dich Allein Gott in der Höh Allein zu dir, Herr Alle, die zu dieser Alle Menschen müssen Allgütiger dein Segens Allmächtiger, gerechter Allmächtig großer Allen Christen und Allen, welche nicht Also hat Gott die Welt Also hoch hat Gott 274 Bald oder spåt 700 251 Befiehl du deine 640 Begleite mich, nach 662 Bereite dich mein Herz 80 Bewahre mich Herr 442 Bin ich vor dir o Gott 456 Bringt her dem Höchsten 127 Bringt Preis und Ruhm 97 Allwissender vollkommner 77 Christ alles was dich 15 172 Christus der ist mein 10 Chriftus ist erstanden 531 Christus lag in Todes 193 376 Am Kreuz erblaßt Anbethungswürdger Gott Anbethung, Lob und Anbethung Preis und Anbethung und Dank An dich), mein Gott Arzt des Leibes Auf aufgespannten Auf Christi Himmelfahrt Auf! Christen preist 418 Dank sey dir Bater 635 Das Glück ist groß 559 Das Grab ist leer 203 Das Wort, das uns 365 Dein bin ich Gott Num. 362 Num.1 204 218 666 Auf dich alleine wil ich 607 Auf dich Herr, nicht 655 Auferstehn, ja auferstehn 191 Auf feifenfestem 704 Auf! Jesu Jünger 314 Auf ihrem Felfengrund 706 Auf meinen lieben Gott 419 413 Auf schicke dich, recht 282 Auf Seele nim des 133 Aus deiner milden 363 Aus dunkler Tiefe 41 Aus meines Herzens 121 164 649 354 696 296 279 609 329 414 169 656 259 92 366 198 415 694 184 185 Dank sen dir, ich lebe 620 681 463 196 507 81 Register. Num.] Dein Glück und Dein, Gott, ist Majeståt Dein Heil, o Christ Dein Reich, o Gott Dein sind wir, Gott Dein Wille, Herr und Dein Wille ists mein Gott Dein Wort, o Höchfier Dem finstern Erdkreis Dem Lande, dem du Demuthsvoll fomm ich Den Hochßen dffentlich Den Rathschluß deiner Der am Kreuz ist Der Creaturen Meister Der du der rechte Der du die Liebe Der du uns als Vater Der du uns das Heil Der größte von den Der Herr fährt auf Der Herr hat alles wohl DerHerr ist Gott; der Herr Derherr ist Gott und keiner Der Herr ist meine Der Herrscher aller Lande, Der lezte meiner Tage Der Mensch lebt selig Der Tag hat sich geneiget Der unsre Menschheit Der Wollust Reiz Des Jahres Schönheit Des Leibes warten Des Morgens erste Des Baters Sohn von Des Vaters und des Sohns Dich, Gott, lobt der, Dich preis ich Dich seh ich wieder Die auf der Erde Nutti. 433 434 560 325 458 118 534 159 349 Die Bahn ist ranh 312 Die dich nicht kennen 544 Die Herrlichkeit der 52 Die schöne Zugend 578 Die Zunge, die 684 Dis ist der Tag da uns 390 Dis ist der Tag den Gott 122 6 Dis ist der Tag zum 134 Dis war die Nacht 468 Dieses Herz vor 537 Dir Dank ich für 532 Dir, Gott, der Hügel 154 Dir, Gott, dir will 165 Dir, Gott, sey Ehr 76 Dir, Gott, fey mein 509 Dir, Gott, fen Preis 443 Dir, Herr, will ich nun 490 Dir, unser Gott, ist 105 Dir, Bater, dankt 379 Dir, Welterlöfer, 550 67 644 69 705 478 87 686 53 488 470 663 358 659 202 Du aller Menschen Vater 448 364 Du befter Trost 377 Du bist ein Mensch 9jDu bist es, Gott, 355 Du bists dem Ruhm 161 Du bist, o Gott, 240 Du der den eingebornen 225 Du der nichts Böses thut 90 625 Du der ordnet 65 2 514 579 589 Du Führer, der mit 489 398 Du Gott bist der Gerechte 485. 651 DuGott, der unsreZuflucht 604 396 Du Gott, du bist der Herr 596 619 Du großer Gott der du 653 128 Du hast, o weiser 487 Du hast uns Herr 475 401 60 Du hast uns, Jesu, 515 481 Du Herr der Seraphinen 77 616 Du Herr und Vater 580 569 Du flagst in schweren 436 Register. Num. 438 Er fommt, er kommt der 460 Er fommt, er kommt zum 95 Erschallt ihr Freuden 484 Erwacht aufs neue 66 Erworben hat sich 308 Erzeig an mir 646 Es donnert, Gott, 465 Es eilt der lezte 342 Es hilft uns 141 Es ist das Heil 22 Es ist gewiß 464 Es ist noch eine Ruh 209 Es ist vollbracht 139 Es lag die ganze 119 Es stellte sich im Tempel 500 Es werde Gott von dir 701 Es werde Gott von uns Es wolle Gott uns Du klagst und fühleft Du liebst, o Gott, Durch Adams Fall Durch dich, Gott, bin ich Durch dich, o großer Du sagst: ich bin ein Christ Du forgst, o Gott, Du von dem wir alles Du Vater deiner Menschen Du weineft um Jerusalem Du weiser Schdpfer Du welchen keine Welt Du Welterldfer Du wesentliches Ebenbild Du wesentliches Wort Du willst, Gott, daß Du wollst erhören Ein Chrift soll nicht Ein feste Burg Ein Fremdling bin Ein Herz, o Gott, in Ein Kind, dem keines Ein Lamm geht hin Ein ruhiges Gewissen Einst reift die Saat Ein Tag ist wieder Entflohen find Entschließe dich Erbarm dich, Herr Erbarmungsvoller Gott Erforsch mich Herr Erhabner Gott Erhalt uns, Herr, Erhebt den Herrn Erhebet Gott, lobt Erhebt ihn meine Lieder Erhöhter Jesu, Gottes Erinnre dich, mein Geift Es zieht, o Gott, 309 Ewger Gott, wie selig 215 Fern sey von 252 427 Fest foll mein Hoffen 114 Flieht ihr traurigen 150 Freue dich des Herren 395 Freut euch, ihr Christen 250 Freywillig haft du 628 Frdlich soll mein 634 Froh führte Gottes 263 Früh mit umwölktem 286 Für alle Güte 295 Für alle Kranke 148 Fürwahr du bist 336 Num. 126 588. 654 617 208 270 658 561 360 290 584 253 171 IOI 135 83 59 212 667 14 461 483 233 183 486 188 117 197 650 631 699 54 Gedanke der uns 211 293 645 Geist vom Bater und 494 40 Gelobet fey der Herr 38 615 Gelobet seyft du Gott für 70 587 Gelobet fenst du Gott, mein 689 194 Gelobet sepst du Herr 525 Celos Register. Num. Num. 108 120 542 125 605 112 Gott, mein Vater, sey 675 591 Gott sey Dank, in 34 Gott sey gelobt 664 Gott fey Lob, es 473 Gottes Sohn ist kommen 32 Gott, Vater, denk an 386 Gott vor desfen Angesichte 33 351 Gott weiß es alles 444 Gott, was des Lebens 676 Großer Gott, erhabnes 61 Groß ist des Höchsten 553 Groß, majestätisch bist 229 Großer Mittler, der 123 Großer Schöpfer, Herr 405 62 Gelobet feyft du Jesus Gerechter Gott, dein Gerechter Gott, vor Gerechter Gott, wir Gesegner laß stets Getreuer Gott, wie Gieb, Gott, wenn Gieb mir das Wollen Gieb mir, o Gott, eitt Gieb nicht deinem Gott åndert Zeit Gott deine Güte Gott deine Gnad ist Gott deine Gnade sey Gott deine weise Macht Gott der an allen 58 Gott der du die Menschen 452 Hallelujah, Amen Gott der du die Wahrheit Gott der Vater wohn Gott des Himmels und 506 Halt im Gedächtniß 39 Heiland, deine 611 Heil uns aus Gott dir ist kein Geschöpf 28 Heilger Gott, hier Gott dir sey Preis 637 Herr, allerhöchster Gott dir sey ewig Gott, du bist von Gott, durch welchen Gott es ist deine Gott, grånzenlos Gott hat mir seinen Gott hats gegeben Gott ich weiß es Gott ist die Stärk Gott ist mein Hort Gott ist mein Lied Gott ists der das Gott ists, der eingefehet Gottlob mein Lauf Gottlob! so geht Gott, meine ganze Seele Gott, mein Licht Sott, mein Vater, deine 132 Herr, aller Weisheit 13 Herr Chrift, du 558 Herr Christ, es 48 Herr deine Allmacht 21 Herr, dein Gesetz 124 Herr deine Rechte 679 Herr, deine Sanftmuth 244 Herr, den die Sonnen 216 Herr den in lanten 301 Herr, der da ist und 72 Herr, der du mir das 402 Herr, du bist meine 466 Herr du erforschest 573 Herr, du Schöpfer 601 Herr, es gescheh dein 55 Herr, es sind recht 334 Herr Gott, den man 672 Herr Gott, der du 424 636 91 369 383 206 703 199 140 98 606 292 337 102 131 20 503 504 454 602 78 600 626 247 17 641 633 190 44 19 Regiffet. Num. Herr Gott, dich loben wir 373 Herr Gott, du bist Herr Gott nun sey Herr Gott, wir danken dir Herr Gott wir preisen Herr, hore mein Gebeth Herr, ich bin dein Herr, ich hab von Herr Jesu Christ, dich Herr Jesu Christ, du Herr Jesu Christ, mein Her Jesu, deine Angst Herr Jesu Gnadensonne Herr Jesu Licht der Herr, lag mich stets Here, laß nach eitlen Herr, mache meine Herr, mein Gott, ein gut Herr, meiner Seelen 12 Sa zur Stille will 660 Jch auch, sind gleich 647 Ich bin ein Chrift 671 Ich bin getauft 302 Jch bin Gottes 564 Ich bin ja, Herr, in 406 Ich bin in dir, mein Gott, 538 Jch bin, o Gott, dein 278 Sch bin zur Ewigkeit 303 Sch 176 Ich 82 88 danke dir, mein Gott 75 denk an dein 248 404Ich 258 Ich habe schon so hof auf keine 435 422 384 Ich hof, o Gott, 294 317 Sch eile meinem Grabe 136 Sch faffe, Vater, deine 410 Ich freue mich der 409 Ich freue mich, mein Gott, 346 432 Sch glaub an einen Gott 43 393 Ich habe, Herr, entlastet 528 391 Ich bab in Gottes Herz 417 Herr, mein Versöhner 453 Sch hab in guten Stunden 682 Herr, nichts gutes kann Herr, ohne Glauben Herr, präge deines Herr, sen gelobet Herr, fey mir nah Herr, stärke mich Herzliebster Jesu Herzlich lieb hab ich Herr unser Gott, wer Herr vor deinem Herr, wie du willst Herr, wir singen Hier bin ich Jesu Hilf, Herr Jesu Hilf Jesu, daß Hochster denk ich 526 Ich komme, Friedensfürst 289 691 Ich komme, Herr 522 145 Ich fomme vor dein 552 163 Ich 23 306 Sdh 529 37 Sch preife dich, Herr, mein 661 540 d) preise dich, o Herr 524 554 Sch ruf zu dir, Herr 326 finge dir mit Herz Staub, vom Staube Höchster deffen Höchster Tröster lobe dich und preife dich für 375 db) 523 Ich 598 3d trete vor dein 447 Sch weiß an wen 260 Jch weiß, daß das 79 Jch weiß, daß mein 493 Ich will dich noch. Hosianna Davids Sohn 111 Ich will in meiner Uu Num. 709 622 237 510 423 583 353 585 581 693 50 285 479 226 426 246 697 480 Ich Register. Num. Num. 51 89 533 aß deinen Geift mich 173 267 Laß mich boch, o mein 266 160 laß mich nie, o mein 411 175 Paß mich), o Herr, 276 kaß mir alle Wochen 200 laß, o Herr Jesu 323 lagt uns mit 239 lebt Christus, was 195 Lehre mich, Herr, recht 338 168 213 100 187 307 Liebster Jesu wir sind 235 Lob, Ehre, Preis und 539 103 86 Ich will, mein Gott, Ich will, o Bater, Ich will von meiner Jesu Christ, durch dessen Jesu deine heilge Sefa, der du meine Seele Jefus, die erlösten Jesus ist mein Hirte Jesus tommt, von allem Jefus lebt, mit ihm Jefum lieb ich Jefu, meine Freude Jesu, meiner Seelen Jesus meine Zuversicht Ihr alle, die ihr Thr, die ihr war't Im Schweife deines n allen meinen A In dieser Morgenstunde ft auch ein Gott Ift Gott für mich 153 Lobfinget Gott und bethet 192 an, es 613 Lobsinget Gott und bethet 29 116 an, preift 712 Lobt Gott, der uns den 639 357 LobtGott, ihr seine Knechte, 207 680 610 ache dich mein Geist 557 I Mag doch der Spotter 288 230 Mein bester Troft 546 Kein Lehrer ist dir Klag nicht mein Herz Komm bethend oft, Komt, die ihr noch nicht Komm du werthes Komm heilger Geist, von Komt ber, an meines Komt her, ihr Christen Komt her, mühſelge, Komm Kind der Nacht Komt, komt, den Komm, Vilger, zu Komm, sterblicher, Komt und laßt euch Komm zu uns, o Geift Ryrie Eleison Kyrie, Gott Vater 568 152 511 614 Meine Lebenszeit 142 Mein Erlöser, auch 318 Mein Erlöser, der du 548 Mein Erlöser, Gottes Sohn 180 321 Mein erst Geschäft 110 Mein ganzer Geist 496 Mein Geift, ermuntre 695 Mein Geift erstaunt 146 Mein Glaub ist meiner 238 319 Mein Gott, ach lehre 310 156 Mein Gott, du hast 350 56 Mein Gott, du prüfest 313 137 Mein Gott du schenkteft 5 577 Mein Gott du heißfest 219 Mein Gott, du wohnest 492 zwar 345 335 603 Mein Gott, du wohnest 40 in der 255 68 673 388 Mein Regiffet. Num. 2 Mein Gott und Herr 275 Noch wallen wir Mein Gott, zu dem ich 281 Noch war kein Himmel Mein Heiland, deine Größe 104 Nun bitten wir den Mein Heiland lebt 249 Nun banket alle Gott; Mein Heiland nimt die 264 Run freut euch Christen Mein Heiland wenn mein 257 Nun grabt den Leib Mein Jesu für dein Herz 158 Nun ich danke dir Meinen Jefum lag ich Nun nicht, da Meinen Jesum laß ich nicht, denn 305 Run laßt uns freudig laßt uns Gott Nan lob mein Seel 129 Nun ruhet in den 147 Nun tret ich wieder 268 D 356 Christenheit 315 O bu erhabner Dewig Licht, o 688 D Gott, Beherrscher 439 D Gott, den aile 320 D Gott, der du aus 683 D Gott, der du so O Gott, der du zur Gott des Himmels Gott, deß starke Meine Seel ermuntre dich Mein Schöpfer lehre mich Mein Schutz ist Gott Mein Vater u. mein Gott Mein Vater und mein Richter Mensch, entehre nicht mit Mir nach, spricht Christus Mir sagt auf deinen Mit Ernst, o Menschenkinder Mit Preis und Dank Mit welcher Pracht Nach einer Prüfung Nach meiner Seelen Nah den letzten Noch immer wechseln Noch läßt der Herr Noch nie haft du 106 630 638 D Gott du bist die Liebe Nein! murren will ich nicht 678 D Gott, du fennest 328 D Gott, du nur 710D Gottes Sohn Herr Jesu 330 Gott mein Schöpfer Nicht, daß ichs schon Nicht mürrisch, finster Nicht nur streiten Nicht um ein flüchtig Nie bist du, Hochster, Nie will ich wieder Nimt Gott, dem wir Noch einmal blick ich 495 Gott mit frober Gott sey unsrer Num. 245 46 160 455 Gott, von dem wir 63 D großer Gott, du 698 D großer Gott, wir Haupt voll Blut heilger Geist fehr Heiligster, wen Uu 57 618 35 497 374 96 570 182 599 372 368 624 612 115 50 340 Gott du bist mein Preis 536 254 O Gott, du frommer Gott 316 392 D Gott du höchster Geist 692 O Gott, du kannst den 36 652 665 347 592 47 74 551 400 3 27 30 508 291 381 228 467 643 271 597 167 491 380 D Herr, Kegit et. Num. DHerr, dein seligmachend 210 Dhilf Christe, Gottes Sohn 149 O himmlische Barmher: zigkeit O Himmelsspeis Höchster, dessen DJesu, der du Jesu, der voll Jesu, Jesu Gottes Sohn O Lamm Gottes O meine Seel erhebe Ofelig, felig fend ihr O schrecklich Leid treuer Gott O Vater der Barmher: zigkeit O Bater der die Liebe O Vater, groß von O welch ein unschäßbares Welt, sich hier O wie unaussprechlich D wundergroßer Preife dankbar Preis, Preis sey Gott Preis sen dir Preist unsern Gott, er ist Preist unsern Gott, ihr Preis und Lob und Prüfe dich, o Seele Quelle der Vollkom, menheit Neblich will ich mich Richtet nicht, wenn Rund um uns her Schaffet, schaffet Schon ist der Lag 441 Schwingt heilige II 530 Seele, Seele willst du 262 657 Seele, willst du Ruhe 518 520 Selig, Gott, find fie, die 574 685 Selig find des Himmels 575 322 Selig sind die Gottes 179 Sey getreu bis 541 8Sen hochgepriesen 582 Eey Lob und Ehr 593 Sep nicht stolz 499 Sen, Seele, stark Sich Gott, den schon 272 Sie kommt, sie kommt 549 Sink ich einst 5190 gehst du, Jesu, 394 So grabt denn mein 1660 jemand spricht: ich 256 So lang ich athme 201 Sollt ich meinem Gott Sollten Menschen, meine 446 Sorge doch für 477 71 527 So wahr der Allerhöchste 687 223 So wahr ich lebe, spricht 261 469 tärke, Mittler, 26 Still, niedrig, ohne 107 Straf mich nicht 513 144 277 304 Tag der den Ueberwinder 181 517 Lief in Todesschmerzen 702 Treu ist der Herr und 361 344 Umsonst, msonst, umsonst Unerforschlich sey mir Uns heilig soll der Num. 265 586 450 708 Vater laß mich 642 33 178 370 389 420 DE 471 562 632 155 571 445 674 18 24 474 280 Bater, Register. Num. Num. 45 565 690 Was sorgft du ängstlich 567 479 Weh mir, wenn Gott 668 Weil nichts gemeiners 301 Weicht ihr Zweifel 269 512 437 543 462 324 327 217. 298 440 242 214 43I 93 547 234 621 Vater, Vater, voll Verleih Gott, daß Verleih uns Frieden Vernimm Gott, was Verwirf, verwirf mich Verwirf, verwirf o Gott Voller Ehrfurcht Von Angst dahin Ton dir, du Gott Von dir kemmt jede Von dir liebreicher Von gauzer Seele Von Menschenliebe Vor dir, Herr Jesu Von dir o Gott elch ein segensvoll Welch Glück, o Gott, 521 Welch hohes Beyspiel 332 Wenn böfe Lüfte 472 Wenn Christus seine 545 Wenn dich die Liebe 451 Wenn einer alle 64 Wenn einst mein 170 Wenn Feinde deines 287 Wenn gleich aus tiefer 341 Wenn Gott von seinem ach auf mein Herz, die 186 Wenn ich ein gut Wach auf mein Herz und 608 Wenn ich einst von Wars dazu, daß ich 707 Wenn ich, o Schöpfer, Warum bin ich so 677 Wenn mich die Sünden Warum erhebst du 243 Wen wird, o Gott, Warum sollt ich mich 425 Wer ben dem Namen Was für ein Lob 371 Wer bin ich von Natur Was für Leiden 177 Wer bin ich? welche Was Gott thut, das ist wohlgethan, es bleibt Was Gott thut, das ist wohlgethan; so denken Was helfen mir Was hilft es mir Was ich nur gutes Was ist alles Glück Was ist mein Leben Was ist mein zeitlich Was ist, o Gott, im Was ists, daß ich Was ist vor deinem Was kann ich doch Was mein Gott will Was soll ich ångstlich Werde munter mein 420 Wer dieser Erden Wer Gottes Wege 648 Ber Gottes Wort 224 Wer höher durch 311 Wer Jesu Gnadenmahl 387 Wer kann alle Leiden 348 Wer kann, Gott, je was 428 Wer mißt, Gott, deine 407 Wer nur den lieben 333 Wer sich im Geist 430 Wer Sünde thut 841 Wer weiß wie nahe 300,2Bie dunkel wäre 352 Wie ein Geschwät des 359 Tags Uu 3 4 174 221 382 94 385 623 450 222 297 711 516 162 555 31 416 130 590 563 7 627 Wie Register. Num. Wie getroft und hie 236 Will mich, o Gott, hienieden Wie groß ist des All- Willst du den Reitz Wie göttlich sind doch 143 429 399 mächtigen Güter 1025 Willst du der. Weisheit 339 227 2ir danken dir, Immanuel 113 151 Wir danken bir, o großer 73 189 Birf bidder Sinn 535 Wir freuen uns 594 Bir glauben all' an 157 Bir Menschen sind 199 Wie groß ist unfren Wie gründlos sind Wie lieblich ist dein Wie lieblich ist doch Wie lieblich ists dort Wie liebreich, Jesu, Wie machtig spricht Wie mannichfaltig sind Wie oft regt sich Wie fanft sehn wir Wie selig bin ich, wenn Wie selig, Gott, ist 20ie felig lebt ein Wie sicher lebt der Mensch Wie soll ich dich empfangen 109 Wohl, wohl dem Volke Wie soll ich dich würdig 378 Wort aus Gottes Wie? sollt ich dich, mein Gott 3u 343 u dir erbarmungs voller Gott 576 Zu dir fleh ich 299 85 3u dir Unendlicher 595 Zur Arbeit, nicht Willkommen, du Geschenk 669 3u so viel Tagen *** 000 Wie thener, Gott, ift, Wie ungewiß ist, Herr, Wie wichtig ist doch Wie wird mir dann Num. 572 408 232 ir tragen diesen Leib 397 Wo eilt ihr hin 283 Wo flieh ich Sünder hin 273 241 Wo ist ein solcher 367 Wohlauf mein Herz 284 Wohl dem, der begre 449 Wohl dem, der ohne 566 Wohl dem, der richtig 457 502 505 205 42 498 231 138 412 220 482 556 670 403 629 Ver. Die erste Numer ist die Zahl des Gesangs im alten Buche und der Verse, die aus dem Alten übergenommen; die andere zeigt an, wo derselbe in dieser Neuen Sammlung zu suchen ist. E. Vergleichungs: Register des Alten und dieses Neuen Osnabrückschen Gesangbuche. N. 2 106 mit Ernst, o 3 107 Preist unsern 9108 Gott sey Dank 12 109 Wie soll ich 13 110 Komm du werthes 21 584 Es ist gewiß $. 1: 6 38 112 Gelobet feyst bu 42 114 ein Kind 49 116 3hr, die ihr 50 120 Gott sen gelobt 51 113 Wir danken, die 54 119 Du wesentliches Wort 55 118 Dis ift der Zag 57 486 Freut euch ihr 58 117 Frölich foll 59 102 Herr Chrift, du 66 115 Christenheit groffer Gott 76 597 77 598 ilf Herr Jesu 78 599 Nun last und 87 130 Wer sich im Geist 91 235 Jeju meine Freude 110 131 Herr Christ, es 114 133 dh wie verschieden 120 132 Gott, die fey ewig 121 135 3 stellte sich 125 136 Herr Jesu Licht 141 V. 81490 hilf Chrifte 144 179D Lamm Gottes 149 174 Benn mich die Sünden 150 163 Herliebster Jefu 152 175 Jefu beine heilge 156 .8182 Mun ich danke Dir 159 167 Haupt voll 160 150 in Bamm geht 161 153 Jefu meiner 163 177 as für Leiden 164 168 Laß mir alle 171 175 Herr Sefu deine 176 166 Welt sich hier 185 165 Der am Kreuz 191 147 Meine Seel ermuntre 199 184 Chriftus ist erstanden 200 185 Chrift lag in 21. N. V. 15:19 187 Debt Christus 209 192 Jefus meine 210 191 ch, heilig, felig 214 v. 8-12 190 Herr es find 219 189 Wie lieblich ist 227 186 Wach auf mein Herz, bis 237 203 Auf Christi Himmel 2c., 238 201 wundergroßer 242 202 Der Herr fährt auf 250 496 Romm heilger Geift 251 497 Nun bitten wir 253 491 D heilger Geist 256 492 Komm zu uns 270 41 lein. Gott in ber 40 Kyrie, Gott Vater 80 meine Seel 272 274 281 286 38 Gelobet sey 287 288 39 Gott der Vater 42 Wir glauben all 43 3d glaub 209 44 Herr Gott den man 75 Ich danke Dir 319 310 73 Wir danken die 312 74 0 Gott, ber du 96 Run freut euch 319 321 331 332 333 675 Gott mein Vater 341 v. 7:15 476 Verleih, Gott, daß 342 414 Befichl du deine 343 358 Du bist ein Mensch 344 357 In allen meinen 348 416 Ber nur den lieben 356 412 es wolle Gott uns 36115041 Herr beine Rechte 362 210 Herr bein feligmachend 363 499 D trener Gott 365 498 Die Menschen find 367 538 Herr Jefu Chrift 371 539 Liebster Jesu 376 542 Gott sey Lob, es is 379 508 Gott du nur Jesu 387 520 39315191 Bater, groß 97 Also hoch hat 50 3 finge dir 270 Gott, deß starker Preise Vergleichungs. Register. 21. N. 720 421 Sep, Seele, starf 731 352 Was mein Gott will 737 423 Gott weis es alles 740 352 Warum sollt ich mich 745 424 3ch bin in dit, mein Gott, 746 425 3ft Gott für mich 761 353 Sep getreu bis 763 230 Was Gott thut, das ist, 771 331 auf meinen lieben 774 420 db böchster Gott, 782 419 Sollt ich meinem Gott 791 314 Sesu, Jesu Gottes 794 71 in feste Burg 801 322 Bringt her dem 819 215 Nun lob mein Seel 839 366 3h will mein Gott 845 368 Nun danfet alle Gott 846 51 Herr Gott, dich loben wir 848 374 Srv Lob und Ehr 850 373 Nun last uns Gott 851 370 Was für ein Lob 859 372 Wie soll ich dich würdig v.1.11 371 U. N. 409 527 Preise Dankbar 425 219 Kommt und last euch 427 308 Du fagfi; ich bin 431 309 in Chrift soll nicht 439 95 Durch Adams Fall 459 277 Straf mich nicht 472 274 Ullein zu dir 476 278 Herr Jesu Chrift, bu 477 261 So wahr ich lebe 478 267 3ch will von meiner 484 273 BD flich ich Sünder hin 485 276 Jefu der du meine 491 272 Vater der Barmh. 502 280 Vater laß mich 510 275 Mein Gott und Herr 513 287 Vor dir, Herr Jesu 516 303 Herr Jesu Chrift, mein 519 300 Was fann ich doch 528 290 es ist das Heil uns 529 291 Bottes Sohn, Herr 530 292 Herr allerhöchster 536 220 Wol dem der ohne, 549 465 Gott ifts der eingeseget 537 316 Gott du frommer D. 1: 8 567 413 Mch treuer Gott 9. 1 5 U. 9-17 568 315 Mein Vater und 570 347 ewig Licht, o 575 9. I: 8 549 0 Vater, der die 581 551 Gott der du 11.13-14 378 870 533 3d) will, o Bater, allezeit 881 70 Gelobet feyst du 905 317 Herr Jesu, Gnaden 2. 946 216 Gott ist die Stärk 965 246 Ich weiß daß mein 969 694 Chriftus der ist mein 982 251 Alle Menschen 989 577 Romm fterblicher 991 565 Weil nichts gemeiners 993 563 er weiß wie nahe 10091570, un grabt den Leib 1010 571 o grabt 1039 594 Wie lieblich ifis 1056 609 Aus meines Herzens 1058 610 In dieser Morgenstunde I059 611 Gott des Himniels 1061 608 ad auf mein Herz un tret ich wieder 1064 512 1096 623 Werde munter 1099 624 Nun ruhet 1140/603 prie Eleison 1149 605 Gott Vater, denk 11641666 Uch Gott uns schreckt 1177 668 Verleib uns Frieten 1188 664 Gerechter Gott wir 1207 662 Ullmächtiger gerechter 1208 607 ch Gott wir denfen 1211 552 Uch Gott du kannst 1215 653 Du großer Gott, det 1219 655 Uch Herr du eller ic. 1227 656 Bereite dich mein 1228/660 Herr Gott nun sey 591 211 Erhalt uns Herr ben 596 557 Mache dich mein Geist 597 v. 8-10 327 Wenn böse Lüfte 610 . 13:17 423 Ich bin Gottes, Gott 617 326 Jah ruf zu dir 623 333 Flieht ihr traurigen 633 219 Herr Gott, der du 634 400 Gott der du 636 348 Was ist alles Glück 641 417 Jd) hab in Gottes 662 354 Dert wie du willst 663 *. 19 337 Serr aller Weisheit 668 306 Derslich lieb hab iaj 685 305 Meinen Jesum laß ich nicht 688 307 Jefum lieb ich 691 440 Wenn einer alle Kunft 692 441 himmlische Barmherz. 693 319 tommt her miibfelge 69913201 Mir nach, spricht 712 141 Du weineft Melos Lieder: Anhang Osnabrücker Landgesangbuche. zum Religion. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt ic. 1. Religion, von Gott gegeben, sey ewig meinem Herzen werth! Wie traurig ist das Erdenleben für den, der deinen Trost entbehrt! Nur du erheiterst meinen Sinn, führst sicher mich zum Ziele hin. 2. O zeigt mir eine beff're Lehre, ihr Thoren, die ihr sie verlacht, die, mehr als sie, mir Trost gewähre; was habt ihr, das euch weise macht? Wo find' ich außer ihr das Licht, das durch des Lebens Dunkel bricht! 3. Sie ist es, die mich Gott erkennen, mich meinen Schöpfer lieben lehrt. Ich darf getrost ihn Vater nen= nen, darf sicher seyn, daß er mich hört. Sie ruft mir zu: dein Gott ist gut! Wohl dem, der seinen Willen thut. 4. Sie treibt mein Herz, sich selbst zu richten, sie schårfet meines Geistes Blick, Belehrt mich über meine Pflichten und schreckt vom Bösen mich zurück; sie stärket des Gewissens Trieb und macht mir jede Tugend lieb. 5. Sie leitet mich auf allen Wegen; sie zeiget mir das höchste Gut; sie macht mir jedes Glück zum Segen und giebt im Unglück frohen Muth. Wo nichts, sonst nichts mich trösten kann, da hebt ihr wahrer Trost erst an. 6. Sie schafft dem Geiste hohen Frieden, verscheucht den sorgenvollen Sinn, und reichet jedem Lebensmůden den sichern Stab der Hoffnung hin, auf den er still und fest sich lehnt, so oft er sich nach Ruhe sehnt. 2 Anyang. 7. Sie låßt mich ewig's Dasein hoffen, verkündigt mir Unsterblichkeit. Durch sie steht mir der Himmel offen und mein ist seine Seligkeit. Entschwinge dich der Erde Tand, mein Geist, empor ins Vaterland. 8. Ich weiß, ich weiß, an wen ich glaube; ich glaube fest und zweifle nicht. Kein Wahn, kein Witz des Spotters raube mir jemals meines Glaubens Licht! Religion erhebt mein Herz; sie adelt mich in Glück und Schmerz. 9. Ja, du des Lebens reinste Wonne, begleite du mich bis ans Grab, und leuchte dann, gleich einer Sonne, mir vor ins Todesthal hinab. Mein erster Laut vor Gottes Thron sey Dank für dich, Religion. ( Thieß.) Am Geburtsfeste Jesu. Mel. Wie schön leuchtet der ic. 2. Auf! stimme du mit frohem Dank, mein Geist, in jenen Lobgesang, davon der Himmel tonte, als der zur Welt hernieder kam und unsre Menschheit an sich nahm, der uns mit Gott versöhnte! Freu' dich innig! Er, dein Führer und Regierer, kam auf Erden, Licht und Heil auch dir zu werden. 2. Ja, Preis und Ehre, Gott sey dir! Wie gnadenvoll bist du auch mir in deinem Sohn erschienen! Du sendest aus Erbarmen ihn, die dem Verderben zu entziehn, die schnöden Lüsten dienen. Preis dir! daß mir neue Pfade zu der Gnade offen stehen, mich durch dich beglückt zu sehen. 3. Und wie vergelt ich, Heiland, dir die große Treue, die du mir, schon eh' ich war, bewiesen. Du bahntest unter bitterm Leid auch mir den Weg zur Seligkeit. Sen hoch dafür gepriesen! Durch dich kann ich nun hienieden Gottes Frieden schon empfangen und einst volles Glück erlangen. 4. O gieb, daß ich an diesem Heil nun auch im wahren Glauben Theil durch deinen Beistand nehme; daß ich hinweg vom Eiteln seh', die Wege deiner Wahrheit geh und dein mich nimmer schåme, bis ich durch dich, wenn Angang. 3 ich sterbe, zu dem Erbe deiner Frommen auch dereinst werd' aufgenommen. 5. Ich bringe dir ein dankbar Herz, bereit in Freuden, wie in Schmerz, wie dir's gefällt, zu wandeln. Verleihe du mir selbst die Kraft, nach deinem Wort gewissenhaft zu denken und zu handeln! Fröhlich will ich hier im Leben dich erheben und einst droben wonnevoll dich ewig loben. ( Dietrich.) Mel. Nun lob' mein Seel' den ic. 3. Vom Grab', an dem wir wallen, soll, Jesu Christ, dein Lobgefang empor zum Himmel schallen; dir opf're jede Seele Dank! Und jeder der Gebornen erfreu' sich Mensch zu seyn, und jeder der Verlornen rühm' es, erlöst zu seyn! 3um Heiland uns gegeben, erschienst du, Gottes Sohn! mit dir erschien das Leben, mit dir des Himmels Lohn. 2. Kommt, laßt uns niederfallen vor unserm Mittler Jesu Christ, und danken, daß er Allen Erretter, Freund und Bruder ist. Er gleicht der Morgensonne mit ihrem ersten Strahl, verbreitet Licht und Wonne und Leben überall. Durch ihn kommt Heil und Gnade auf unsre Welt herab; er leuchtet unserm Pfade durchs Leben übers Grab. 3. Frohlockt, ihr Mitgenossen der Erde und der Sterblichkeit! Er ist nicht mehr verschlossen, der Eingang in die Herrlichkeit. 3u unsrer Ehre nieder kam Gottes ew'ger Sohn; nun hebt er seine Brüder empor zu Gottes Thron. Er war das Heil der Sünder, er bleibt es immerfort; hier sind sie Gottes Kinder und Gottes Erben dort. 4. Erhab'ner, dem die Menge der Engel und Verklärten singt, vernimm die Lobgesånge, die dir dein Volk im Staube bringt. Auch du warst einst auf Erden, was deine Brüder sind, ein Dulder der Beschwerden, ein schwaches Menschenkind. Was du nun bist, das werden einst deine Brüder seyn, wenn sie entrückt der Erden, sich deines Unschauns freun. 5. Sind wir dann zu dem Lohne der Himmels- Bürger dort erhöht, dann sind wir nah' dem Throne und schaun Anhang. deine Majeståt. Nicht mehr aus dunkler Ferne dringt dann der Dank zu dir; weit über Sonn' und Sterne erhaben, jauchzen wir. In aller Himmel Heere schall' unser Lobgefang: dem Ewigen sey Ehre! dem Welterlöser Dank! ( Sturm.) Jesus in seinem Leben auf Erden. Mel. O Gott, du frommer Gott ic. 4. Erscheine meinem Geist, erhab'nes Bild der Tugend! erhelle mir den Pfad der Kindheit und der Jugend! Du, Jesus, gingst den Pfad; dein Beispiel leite mich; denn sicher geht mein Fuß, seh' ich nur fest auf dich! 2. Du Heiliger, wie rein, wie unbefleckt von Sünde floh deine Jugend hin! Wie theuer ward dem Kinde, wie werth dem Jungling schon nur das, was Gott gefällt! Vergebens lockte dich die eitle Lust der Welt. 3. So arm, so freudenlos, in Müh' und Kümmernissen, durch frühen Druck geübt, was Andern ward, zu missen: so flohn die Jahre dir der jugendlichen Lust; da seufzet schon der Gram aus deiner frommen Brust. 4. Doch du, gehorsam, stets bereit, des Vaters Willen, wår' er auch Kreuzestod, mit Freuden zu erfüllen, du trugst geduldig, still Verlust und Müh' und Schmerz, sah'st die Beglückteren und neidlos blieb dein Herz. 5. Dein edles Herz! wer mag die hohe Schönheit faffen, die göttliche Geduld, so schonend, so gelassen, den himmlisch reinen Sinn, von Eigennut so fern; wer würdig dich erhöhn, du frommer Knecht des Herrn! 6. Hat je dein reines Herz die kleinste Pflicht ver letzet? Den Leidenden gesehn und nicht mit Trost gelezet? Nicht gern gewarnt, belehrt, wo sich ein Mensch verirrt, und ihn mit treuer Hand auf bessern Weg geführt? 7. Versuchung ohne Zahl! hier Ruhm und Schmeis cheleien, dort lockender Gewinn, hier bittrer Feinde Drauen umgaben, wo du gingst, dich, Heiliger, doch du gingst standhaft durch sie hin voll Glaubens und voll Ruh'. Anhang. 5 8. Voll hohen Friedens blieb bis an des Lebens Ende dein schuldlos Herz; dein Geist gab in des Vaters Hånde sich ohne Beben hin. Vollendet war die Bahn; du sahst mit Himmelsruh' den großen Lohn sich nah'n. 9. Vollendeter, auch ich, auch ich kann ohne Beben in meines Vaters Hand die Seele übergeben, wenn sie voll Eifers, rein von des Gewissens Schuld, dir ähnlich ward an Treu', an Liebe, an Geduld. 10. Blick auf, mein Geist, auf ihn; verschmäh' des Lasters Freuden; der Sünde Sold ist Tod und ihre Frucht ist Leiden. Wie Jesus weihe Gott des Lebens kurze Zeit, dann erbst auch du, wie er, das Reich der Herrlichkeit. ( Niemeyer.) Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 5. Auf Erden Wahrheit auszubreiten, die Wahrheit, die vom Himmel stammt, die, uns zum ew'gen Glück zu leiten, das Herz zu Gottes Lieb' entflammt: dazu erscheinst du, Jesu, hier, von Gott gesandt, zum Heil auch mir. 2. Dies war das tägliche Geschäfte, darin dein Geist Vergnügen fand. Wie emsig hast du Zeit und Kräfte, beseelt von Liebe, angewandt, durch deiner Lehren hellen Schein der Menschen Seelenlicht zu seyn! 3. Ihr Licht, den Weg zu Gottes Gnade und ih rem Heil recht einzusehn- ihr Licht, auf diesem fel'gen Pfade mit sicherm Schritt einherzugehn- ihr Licht, mit freudigem Vertrau'n bis in die Ewigkeit zu schau'n. 4. Und um der Welt dies Licht zu werden, wie willig übernahmst du nicht auch stets die großesten Beschwerden! Und drückte dich gleich ihr Gewicht, so trugst du doch, voll Güt' und Huld, sie gern mit himmlischer Geduld. 5. Was konnte deinen Eifer stören, das Glück, das Gott uns zugedacht, den Weg, der dahin führt, zu lehren? Du fürchtest keines Menschen Macht. Kein Undank, den die Welt dir gab, hielt dich von diesem Eifer ab. 6. Dein Licht ist auch zu uns gedrungen; du bist noch jetzt das Licht der Welt. Auf ewig sei dir lobgesun- 6 Anhang. gen, dir, der das Dunkle aufgehellt, das einst auf ganzen Völkern lag. Die Nacht entfloh, es kam der Tag. 7. Wir sehen nun in größrer Klarheit, als es vor dir die Volker sahn, erleuchtet nur durch deine Wahrheit, zur Seligkeit die sich're Bahn. Der du auch uns zum Licht erschienst, wie groß ist um uns dein Verdienst! 8. Fürwahr, noch immer ist das Leben, das du auf Erden hast geführt, ein Segen, den uns Gott gegeben, dafür ihm ew'ger Dank gebührt; ein Segen, dessen auch mein Geist sich freut und dich, Erlöser, preist. 9. Ja, Preis sey dir, du bester Lehrer, auch mir zum Heil von Gott gesandt! O würde Jeder dein Verehrer, der deinen Werth noch nicht erkannt! Gieb, daß ich deiner Wahrheit treu und ewig durch sie selig fey. ( Meister.) Mel. Es ist das Heil uns kommen her ic. 6. Bis hieher hat mich Gott gebracht durch seine große Güte. Bis hieher hat er Tag und Nacht bewahrt Leib und Gemüthe. Bis hieher hat er mich erfreut mit seiner Gnad' und Freundlichkeit, bis hieher mir geholfen. 2. Nimm Lob und Ehre, Preis und Dank, o Gott, für deine Treue, die du bewiesen lebenslang mir jeden Tag aufs neue! In mein Gedächtniß schreib' ich an: der Herr hat Großes mir gethan; bis hieher mir geholfen. 3. Hilf, mein Erbarmer, ferner fort, hilf mir durch Jesu Wunden, zu aller Zeit, an jedem Ort! Und in den letzten Stunden, da rufe mir mein Mittler zu: verzage nicht, denn mein bist du! dein Glaub' hat dir geholfen. Leiden Jesu. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen 2c. 7. Laß mir die Feier deiner Leiden, ogroßer Dulder, heilig feyn! Sie lehre mich die Sünde meiden und dir mein ganzes Leben weihn, dir, defsen Blut für mich ge Anhang. flossen, deß Herz für mich im Tode schlug, der ruhig, heiter und entschlossen auch meiner Sünden Strafe trug. 2. Auch in der stillsten meiner Stunden will ich nach deinem Kreuze sehn, und dich, o Herr, für deine Wunden durch meinen Thrånendank erhöhn; will tiefgerührt die Huld ermessen, womit dein Herz die Welt umfaßt, und nie es undankbar vergessen, was du für mich erduldet haft. 3. Mir sollen diese Feierzeiten der größten Liebe heilig seyn; ich will dich an dein Kreuz begleiten, und jeden Reiz der Sünde scheun. Dein Leiden sey mein höchster Segen, dein Tod mein seligster Gewinn; mein Herz schlägt dir voll Dank entgegen, weil ich durch dich gerettet bin. 4. Bleibt mir in diesen Tagen theuer, Gethsemane und Golgatha, ihr Ståtten, wo die Welt die Feier der allergrößten Liebe sah! Nach euch will ich voll Andacht schauen, wo mein Erlöser litt und starb; auf ihn allein will ich vertrauen, der mir die Seligkeit erwarb. ( Meister.) Mel. Alle Menschen müssen sc. 8. Du, der Menschen Heil und Leben, deß sich meine Seele freut, der du dich für mich gegeben, Stifter meiner Seligkeit; du, der lieber wollt' erblassen, als mich im Verderben lassen, ach! wie dank', wie dank' ich dir, mein Erlöser, g'nug dafür! 2. Du betratst, für uns zu sterben, willig deine Leidensbahn; stiegst, uns Leben zu erweben, gern den Todesberg hinan. Du vergaßest eigne Schmerzen, trugst nur uns in deinem Herzen. Diese Liebe preisen wir; unvergeßlich sey sie mir. 3. Meinetwegen trugst du Bande, littest frecher Låstrer Spott, achtetest nicht Schmach und Schande, mein Versöhner und mein Gott! Mich hast du der Noth entrifsen, die mich hätte treffen müssen. Wie verpflichtet bin ich dir lebenslang, mein Heil, dafür! 4. Wie gemartert, wie verhöhnet hingst du, Herr, am Kreuze da! Ach, mit Dornen selbst gekrönet! Jeder Anhang. schmähte, der dich sah. Das ertrugst du, mich zum Le ben, mich zum Himmel zu erheben. Preis, Verehrung, Dank sey dir, Ehrfurchtswürdiger, dafür! 5. Ruh' im Leben, Troft am Grabe, unaussprech licher Gewinn, den ich dir zu danken habe, daß ich durch dich selig bin. Jesu, dir mein Herz zu geben, und, wie du gelebt, zu leben, willig einst zu sterben dir- dies, dies sey mein Dank dafür. ( Neander.) 8 Mel. Dir, dir Jehovah will ich fingen ic. 9. Ach sieh ihn dulden, bluten, sterben! meine Seele, fag' ihm frommen Dank! Sieh' Gottes eignen Sohn und Erben, wie machtig ihn die Menschenliebe drang! Wo ist ein Freund, der je was er gethan? der so wie er für Sünder sterben kann? 2. Wie dunkel waren jene Stunden, o Herr, und welche Lasten drückten dich! Wie quoll das Blut aus deinen Wunden! Und ach, es floß zum Heil und Trost für mich, und ruft noch heute mir ermunternd zu, daß du mich liebst, du frommer Dulder du, du. 3. So sollt es seyn. Du mußtest leiden; dein Tod macht mir des Vaters Liebe kund. Er wird für mich ein Quell der Freuden, ein Siegel auf den ew'gen Friedensbund. So wahr dich Gott für mich zum Opfer giebt, so feste steht's, daß er mich herzlich liebt. 4. Dein bin ich nun und Gottes Erbe; ich sehe in sein Vaterherz hinein. Wenn ich nun leide, wenn ich sterbe, kann ich unmöglich je verloren seyn. Wenn Sonn' und Mond und Erde untergehn, so bleibt mir Gottes Gnade ewig stehn. 5. Ja, mir zum Troft und dir zur Ehre, gereicht dein ganzer Kampf, dein Kreuzestod; bestätigt ist nun deine Lehre; ich baue fest darauf in jeder Noth. Unschuldig littest du; doch Preis und Ruhm ist auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. 6. Herr, dies dein Beyspiel soll mich lehren, des Lebens Unschuld sey mein Ehrenkleid. Gern will ich deine Angang. y Stimme hören, und willig thun, was mir dein Wort gebeut. Die Dankbarkeit dringt innigst mich dazu; wer hat es mehr um mich verdient, als du! 7. Nie will ich mich am Feinde råchen; auch dies lern'ich, mein Heiland, hier von dir; nie Gottes Schickung widersprechen, wär' gleich sein Pfad jetzt noch so dunkel mir. Auf Dornen gingst du selbst zum Biele hin; ich folge dir, weil ich dein Jünger bin. 8. Was fürcht' ich noch des Todes Schrecken? Du schliefft auch einst im Grab, o Seelenfreund. Mag fie doch meine Asche decken, die Erde, wenn des Todes Nacht erscheint; der Gott, der dir das Leben wieder gab, wälzt einstens auch den Stein von zneinem Grab. 9. Nimm hin den Dank für deine Plagen, mein Retter, den die treu'ste Liebe dringt! dort will ich dir's noch besser sagen, wenn dich mein Geist im Engelchor befingt. Dann stimmen alle Seel'gen fröhlich ein, der ganze Himmel soll dann Beuge seyn. ( Cramer.) Mel. Wachet auf, so ruft die Stimme ic. 10. Sterbend für das Heil der Sünder, rief Jesus laut, bald überwinder: mein Gott, mein Gott, es ist vollbracht! Tiefe Still' ergriff am Throne die Engel Gottes, und dem Sohne antwortet' Gott: es ist vollbracht! Der Himmel hort's und sang sein neues Lied voll Dank dem Vollender: er hat gesiegt; wenn er gleich liegt, der Low' aus Juda hat gesiegt! 2. Durch ihn war die Welt verföhnet; der Herr erstand, mit Preis gekrönet, der Fluch vom Berge Sina schwieg. Tod, wo ist dein Sieg, und Hölle, wo dein Triumph! Der Tod, die Hölle, sie sind verschlungen in den Sieg. Er hat's, er hat's vollbracht, das Werk der Gnad' und Macht. Preis sey Jesu; nun fürchten wir den Tod nicht; dir, dir, Jesus Christus, folgen wir! 3. Jauchzet Gott mit lautem Schalle! Der ganze Weltkreis wiederhalle, und jauchz' ihm: unser Herr fährt 10 Anhang. auf! Wir im Staub anbetend fehen dem Sieger nach, und zu den Höhen, zu denen er uns führt, hinauf. O Jesus Christus, dir, dir, Jesus, folgen wir! Sey gepriesen, nicht ins Gericht, zum Erb' im Licht führst du uns vor dein Angesicht. 4. Jesus du wirst wieder kommen. O laß uns, Herr, mit allen Frommen verklårt zu deiner Rechten stehn! Ach, du woll'st, wenn deine Flammen dem Sünder drohn, uns nicht verdammen! O laß den Sünder nicht vergehn, und set' auf deinen Thron die Frommen, Gottes Sohn! Hilf uns, Jesus; zur Seligkeit mach' uns bereit durch Glauben und Gerechtigkeit. ( Cramer.) Mel. Jesu, der du meine Seele sc. 11. Mitten unter deinen Schmerzen sieht dein holder Blick herab auf den Freund, der deinem Herzen, Jesu, neues Leiden gab. Da noch zeigt sich dein Gemüthe ,, reich an göttlich großer Güte: es vergißt den eignen Schmerz; für den Freund sorgt nur dein Herz. 2. Ihm vom Falle zu erheben blickst du ihn voll Mitleid an. Dein Blick sagt: Es ist vergeben, sey an Muth und Treu' ein Mann, und zu deines Meisters Ehre gieb durch deinen Fall die Lehre, daß auch selbst der Starke irrt, wenn er zu vermessen wird. 3. O was fühlt dein Freund für Leiden bei dem liebevollen Blick! Sonst erfüllt er ihn mit Freuden, doch nun låßt er Schmerz zurück; jammert, daß er ihn beleidigt, dessen Huld ihn selbst vertheidigt, dem er treu zu seyn verhieß, wenn ihn alle Welt verließ. 4. Thrånen bitt'rer Neue fließen nun von seinem Angesicht; und sie schämt sich zu vergießen, der gerührte Junger nicht; er enteilet dem Getümmel, flehet brünstig zu dem Himmel, daß Gott ihm die Schuld verzeih' und im Schwachen måchtig sey. 5. Deinem Freunde bin ich ähnlich. Ach, erbarm' auch meiner dich! Sieh, ich fleh zu dir so sehnlich, Anhang. II stårke, leite, beff're mich! Stets auf deinem Pfad zu wandeln, liebevoll, wie du, zu handeln, bis in Tod dir treu zu seyn, dies sey meine Lust allein! ( Elise v. d. Reck.) Der Todestag des Erlösers. Mel. Jesus meine Zuversicht 2c. 12. Geist der Undacht, senke du dich in unfre Seelen nieder! Sie erfülle Trost und Ruh' im Gesange frommer Lieder, in geweihter Psalmen Chor hebe sie zu dir empor! 2. Diesen feierlichen Tag weih' der Ehrfurcht heil'ge Stille, daß der Wehmuth Seufzern nach unsers Dankes Thräne quille. Unsre Seele, still vor Gott, denk' an ihres Mittlers Tod. 3. 3wischen Erd' und Himmel schwebt blutend er, der nichts verschuldet. Für der Brüder Wohl gelebt, Spott und Undank still geduldet, oft die stille lange Nacht im Gebet für sie durchwacht. 4. O, wie oft hat an sein Herz, mit den ausge= spannten Armen ausgespannt zu Qual und Schmerz, er voll Mitleid und Erbarmen Kinder seines Volks gedrückt und die Schmachtenden erquickt! 5. Nun verschmachtet er und ringt, ach! von aller Welt verlaffen. Kein Gefühl des Mitleids dringt in die Seelen, die ihn hassen. Vor der Feinde wildem Drohn sind die Freunde selbst entflohn. 6. Er nur liebt bis an den Tod. O wie heilt er jede Wunde! Sterbenden quillt Trost von Gott, Himmeltrost aus seinem Munde, milder wird der Mutter Schmerz; seinem Volk verzeiht sein Herz. 7. Bang' ist ihm; doch zagt er nicht, will des Vaters Rath vollenden; weiß, das Dunkel wird in Licht, Schmach in Herrlichkeit sich enden! Heil ihm! Heil! Schon weicht die Nacht, und sein Werk- es ist vollbracht! 8. Hocherhab'ner! Ewiger! vor dir werfen wir uns nieder. Dich, du Unerforschlicher, preisen unsers Anhang. Dankes Lieder. Welches Heil und welche Ruh' strömt aus diesem Tod uns zu! 9. Der des Sohnes nicht verschont, wird dem Reuigen vergeben; der dem Dulder herrlich lohnt, schenkt uns Theil an seinem Leben. Dort in seiner Herrlichkeit ist die Stått' auch uns bereit't. 12 10. Ja, Erbarmender, wir schau'n fröhlich auf zu deinem Throne. Du bist Liebe, wir vertrau'n dir und deinem hohen Sohne, leben dir und sterben dir; hochbe glückt durch ihn sind wir. ( Niemeyer.) Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte 2c. 13. Sey heilig mir, o Tag voll Segen, an dem mein Mittler für mich starb, und mir auf nie betretnen Wegen des Himmels Seligkeit erwarb! Sein Todestag soll mir die Feier der größten Lieb und Treue seyn; er sey mir heilig, ewig theuer, und meine Thrane weih' ihn ein! 2. Soll ich aus diesem Leben scheiden, ist meine letzte Stunde da: so sey mir in des Todes Leiden der Segen dieses Tages nah'! Im allerletzten Augenblicke sey du mir nahe, Jesus Christ, damit mich dann der Trost erquicke, der mir aus deinen Wunden fließt! 3. Laß mich getrost, wie du, verscheiden; dir ruf ich nach: Es ist vollbracht! Vollendet sind der Prüfung Leiden; besieget ist des Todes Macht! Ach! sterb' ich einst den Tod der Frommen, und wird mein Ende Friede seyn: dann werd' ich zu dir aufgenommen und geh' in deinen Himmel ein. ( Meister.) Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 14. O Golgatha! zu deinen Höhen erhebet dankend sich mein Herz. Ich will den Heil'gen Gottes sehen, in feines Opfertodes Schmerz; ich will für seine Lieb' und Pein ihm meine ganze Seele weih'n. 2. Wie rührend scheidet der Gerechte, im Tod als Gottes Sohn bewährt! 3war leidet er den Tod der Knechte, Anhang. 13 von Frevlern noch am Kreuz entehrt; doch laut zeugt, Herr der Herrlichkeit, dein Tod von deiner Göttlichkeit! 3. Du stirbst, die hohen Himmelslehren von Tugend und Unsterblichkeit der Welt als göttlich zu bewähren. Mein Lehrer, sei gebenedeit! Nun kenn' ich meiner Seele Werth und Gott, den du uns hier verklärt. 4. Nur Segen hast du hier verbreitet, oft Nächte betend durchgewacht, die Sterblichen zu Gott geleitet und treu dein Tagewerk vollbracht. Wie freudenvoll stirbt nun ein Christ, dem Jesu Kreuz den Tod versüßt! 5. Froh feierst du die große Stunde, da du zu dei= nem Vater gehst, und noch zuvor aus Herzensgrunde für deinen Feind voll Großmuth flehst; den sterbend segnest, der dich schalt, der Wohlthun dir mit Haß vergalt. 6. Auf die, die weinend um dich stehen, gießt du der Freundschaft Segen aus, sprichst glaubensvoll vom Wiedersehen im Himmel, in des Vaters Haus'; strömst hohen Muth und Trost und Ruh' den kummervollen Seelen zu. 7. Du siehst auf die vollbrachten Thaten, als Ausfaat auf die Ewigkeit, dankst Gott, durch den dein Werk gerathen, der bald dafür den Lohn dir beut; empfiehlst den Geist in seine Hand und gehst getrost ins Vaterland. 8. Erlöser, tausend Fromme schieden auf dein Verdienst mit Freudigkeit; empfanden sterbend Seelenfrieden, den Trost, den uns dein Tod verleiht. O, laß mich dir mein Leben weih'n, dir auch noch sterbend dankbar seyn! 9. Das Wort vom Kreuze bleibt den Deinen Erquickung, wenn's die Welt auch schmåht; es mag dem Spotter Thorheit scheinen, der auf des Lasters Pfade geht; uns ist es Ruhm und Gotteskraft und Trost in unfrer Pilgerschaft. Auf Ostern. Mel. Wachet auf! so ruft die Stimme ic. 15. Wer ist's, der mit Himmels Lichte verklårt, mit Sieg im Angesichte aus jener Todeshöhle geht? Er ist's, 14 Anhang. o ihr Menschenkinder, er ist's; des Todes überwinder, der fiegreich auf dem Grabe steht. Das offne Grab ist leer, dort liegen um ihn her seine Feinde. Preis ihm und Dank; er, er bezwang den Tod, die Hölle und ihr Heer. 2. Du bist's, der für mich Verbürgte, der Fürst des Lebens, der Erwürgte, der du die Macht dem Tode nahmst! Du bist's, dem ich glaubend traue, den ich einst auf dem Throne schaue, von dem du zu uns Sündern kamst. Du kämpftest nicht für dich: du siegtest, Herr, für mich, mich Verlornen. Durch deinen Tod versöhnte Gott die ganze Sünderwelt mit sich. 3. Sollt' ich nicht mit danken kommen? dir, du Erretter deiner Frommen, die sollt' ich nicht mein Loblied weihn? Du hast bis zum Tod gerungen und sterbend meinen Feind bezwungen; dein Sieg, du Siegesfürst, ist mein! Lob, Preis und Dank sei dir! Du halfft vom Tode mir, überwinder! Mein Lobgesang, mein heißer Dank erhebt sich ewig, Gott, zu dir! Mel. Was Gott thut, das ist ic. 16. Empor, ihr Christen! Jesus lebt! Lobfingt dem überwinder! Herbei, wer dankend ihn erhebt, den Retter aller Sünder! Er starb für sie! Er starb für uns! Heil uns! nun lebt er wieder für alle seine Brüder. 2. Er lebt, er lebt! o weiht ihm Dank mit reiner, frommer Seele! Ihm schalle jeder Festgesang, und jedes Herz erzähle, wie viel er litt, wie gern er starb, um taus fend Seligkeiten uns Armen zu bereiten. 3. Er starb, geschmückt mit Heiligkeit; er starb von Frevlerhånden! wo waltet hier Gerechtigkeit? Wie konnt er hier schon enden? D, Christen, jauchzt! Er ist erhöht! Er drang durch Todesnächte an seines Vaters Rechte. 4. Besiegt ist seiner Feinde Macht und er mit Ruhm gekrönet. Er hat sein großes Werk vollbracht und uns mit Gott versöhnet. Wer an ihn glaubt, wird selig seyn. O laßt euch diesen Glauben durch keine Leiden rauben! Anhang. 15 5. Schaut hin zu seiner Herrlichkeit, und lernt als Helden leiden! Schaut hin! Die Leiden dieser Zeit sind Keime hoher Freuder Seyd unverzagt! Seyd hoffnungsvoll! Nach wenig bangen Stunden ist alles überwunden. 6. Was ist der Tod? Ein Schlaf ist er! O sanfter Schlaf des Müden! Bald glånzt ein schöner Tag daher; dann stehn wir auf im Frieden. O Tag des Danks! O Tag des Heils! Gern wollen wir nun sterben; wir wissen, was wir erben. 7. Erstand'ner, gieb nur, daß wir hier auf deinen Pfaden wandeln, und stets mit reinster Dankbegier als Kinder Gottes handeln! Unsterblich seyn! unsterblich seyn! und einst dir näher kommen, o welch ein Lohn der Frommen! ( Reche.) Mel. Wachet auf! so ruft die Stimme ic. 17. Preist den Sieger, jauchzt, ihr Ehöre, singt Jesu Christo Lob und Ehre! Wie groß, wie herrlich ist sein Tag! Er, der Held, ist, von den Banden des Todes frei, nun auferstanden; er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht; er hat sein Werk vollbracht! Preis dem Sieger! Er hat's vollbracht, er, der die Macht des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat måchtig Tod und Grab bezwungen, von ihren Schrecken uns bes freit. Wir von Gott gewich'ne Sünder sind nun mit ihm versöhnt, sind Kinder und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen, Jesus, dir; ruhn im Frieden die kurze Nacht, bis deine Macht zum Tag der Ewigkeit uns ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken; du wirst ihn herrlich auferwecken, der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergånglich's Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staub, der dir geheiligt ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig seyn. Preis dem Sieger! Tod und Gericht erschreckt uns nicht: der Todesüberwinder lebt! 16 Anhang. 4. Auferstand'ner, welch ein Segen erwartet uns, wenn auf den Wegen wir wandeln, die dein Fuß betrat! Unnennbare Seligkeiten, die ewig rühren, sind die Beuten, die uns dein Sieg erkämpfet hat. Bald sind sie unser Theil, bald kronet uns das Heil deines Lebens. Preis unserm Herrn; es ist nicht fern; bald ist der Tag des Sieges da. ( Funk.) Mel. Sollt' ich meinem Gott 2c. 18. Auferstanden, auferstanden ist der Herr, der uns versöhnt! O wie hat nach Schmerz und Banden Gott mit Ehren ihn gekrönt! Dort zu seines Vaters Rechten, über Schmach und Tod erhöht, herrscht er nun in Majestát. Freut euch seiner, ihr Gerechten; und ihr, seine Feinde, bebt! Halleluja! Jesus lebt! 2. Singt dem Herrn! Er ist erstanden, er, der starb auf Golgatha! Rühmt es, rühmt's in allen Landen: was sein Wort verhieß, geschah. Wer, wer kann ihm widerstreben? Måchtig dringt der Held empor, im Triumph bricht er hervor, und des Abgrunds Pforten beben, da ihr Sieger sich erhebt. Heil uns Allen; Jesus lebt! 3. Uns vom Tode zu befreien, fant er in des Gra bes Nacht. Uns zum Leben einzuweihen, steht er auf durch Gottes Macht. Tod, durch ihn bist du bezwungen, deine Schrecken sind zerstreut, von der Furcht sind wir befreit, uns ist Leben nun errungen. Jauchzt, ihr, die man einst begråbt, jauchzt dem Höchsten; Jesus lebt! dem 4. Aus dem Grab uns zu erheben, ging er zu Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben; dann ist Sters ben uns Gewinn. Haltet unter Luft und Leiden im Gedächtniß Jesum Christ, der vom Tod erstanden ist! Unvergånglich sind die Freuden deß, der nach dem Himmel strebt. Singet, preiset; Jesus lebt! 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder; er sey euer Lobgefang! Bringt dem Todesüberwinder ewig Ehre, Lob und Dank! Rühmt's in den Versuchungs- Stunden, wenn euch Sünd' und Elend droht, rühmt's in eurer Todesnoth: unser Herr hat überwunden; und wenn er euch zu sich hebt, dann rühmt's ewig: Jesus lebt! ( Lavater.) Mel. Was ist vor deinem Angesichte ic. 19. Heil ihm, dem Todesüberwinder! Aus seiner Gruft geht er hervor. Als Retter der verlornen Sünder empfångt ihn nun der Engel- Chor, und aller Himmel Jubelton preist ihn, des großen Gottes Sohn. 2. Er hat des Grabes Ruh' empfunden; doch kurzer Schlummer war sein Tod. Er hat gekämpft und überwunden; dahin ist alle seine Noth. Ihm, der das Felfengrab durchdrang, erschallt nun ein Triumphgefang. 3. Das segensreichste seiner Werke, die Rettung einer Menschenwelt, vollendet ist's mit Gottesstårke; die Nacht des Irrthums ist erhellt. Sein göttlich Evange= lium steht fest zu seines Namens Ruhm. 4. Auf Felsen ruht des Christen Glaube, da sein Erlöser ewig lebt, und einst mit Macht aus seinem Staube ihn zur Unsterblichkeit erhebt. Nun wird der Tod an Jesu Hand ihm Hingang in sein Vaterland. 5. Sa, Christen, singt! er ist erstanden! Singt im Triumph und Preisgesang! Entfesselt von der Sünde Banden, sey nun Gehorsam euer Dank! Nicht mehr der Welt und Eitelkeit, nein, ihm weiht eure Lebenszeit! 6. Ein Tag erscheint, erlöste Brüder! freut euch! es ist ein Wonnetag! Dann kommt der Herr von neuem wieder, und Engelheere folgen nach. Dann dringet auch in euer Grab des Todtenweckers Ruf hinab. 7. Dann werdet ihr zum höhern Leben, zum Lohn der Frommen auferstehn, und mit des Himmels Glanz umgeben getroft zum Richterstuhle gehn. Dann wird euch der erstand'ne Held ein Führer durch die beffre Welt. ( Meister.) 2 Osnabrücker Landgefangb. 7. Aufl. Mel. Wachet auf, so ruft die Stimme zc. 20. Amen, Lob und Preis und Stärke sey dem Vollender seiner Werke, dem Todes- Überwinder, Dank. Singt des Helden Auferstehen, ihr Himmel all' in euren Höhen, auch unser Erdkreis sey Gesang! Ihm, der vom Tod erstanden, ihm, der einst überwand, weiht Anbetung! sein ist die Macht; er hat's vollbracht; ihm werde Preis und Dank gebracht! 2. Ja, du Land der Gråber, Erde, empor aus deinem Staube; werde ein Land des Lebens und des Lichts! Er, der siegreich auferstanden, befreit uns von des Todes Banden und von den Schrecken des Gerichts. Heil uns, das Grab ist leer; des Abgrunds furchtbar Heer ist be zwungen! Des Todes Nacht, der Hölle Macht, der Gråber Grauen ist besiegt! 3. Was vermag uns zu erschüttern? Nur freche Sünder müssen zittern vor ihm, der ewig, ewig lebt. Wir, des Auferstand'nen Brüder, wir Christen, seines Leibes Glieder, wir freun uns deß, der ewig lebt. Für uns litt er den Tod; für uns entrůckte Gott ihn dem Grabe. Emporer, bebt! der Sieger lebt! er lebt und stirbt hinfort nicht mehr! 4. Unser Herz darf nun nicht wanken; die bangen, zweifelnden Gedanken besiegt des Glaubens Zuversicht. Wie ein Fels des Herrn im Meere steht unerschüttert Jesu Lehre, umglänzt mit Seligkeit und Licht. Der Himmel Bau zerfällt; die Herrlichkeit der Welt wird verschwinden; doch fort und fort steht Jesu Wort, giebt Trost uns hier und Wonne dort. 5. Doch auch wir, wir werden bleiben; mag doch des Körpers Bau zerstäuben, umschließe, Erde, mein Gebein! Jesus lebt und meine Glieder belebt einst seine Allmacht wieder; wie er, werd' ich unsterblich seyn. In der Verwesung Grab dringt dann sein Ruf hinab; und ich lebe, und ich bin sein, auf ewig sein; wie wird mir dann, o dann mir seyn! ( Sturm.) Auf Himmelfahrt. Mel. Wachet auf! so ruft die Stimme zc. 21. Uleber aller Himmel Heere erhebst du dich zum Thron der Ehre, du Stifter unsrer Seligkeit. Hin zu dem, der dich gesendet, gehst du, da hier dein Werk vollendet, mit göttlicher Zufriedenheit. Du hast die Sünderwelt mit deinem Licht erhellt. Preis und Ehre sey Jesu, dir! Froh sehen wir dir nach in deiner Herrlichkeit. 2. Deines Vaters Gnadenwillen auf Erden völlig zu erfüllen, warst du gehorsam bis zum Tod. Sige, Sohn, auf deinem Throne, dir geb' ich meine Welt zum Lohne und meine Herrlichkeit, sprach Gott. Wie herrlich ist dein Lohn, erhöhter Gottessohn! Ihr, ihr Frommen, folgt ihm getreu, er steht euch bei! Gott, dem ihr dient, belohnt als Gott. 3. Deine trauernden Erlösten, o Herr, zu stärken und zu trösten, kam über sie von dir dein Geist. Er ist's, der auch uns im Leiden mit Trost erfüllt, und zu den Freuden der bessern Welt den Weg uns weist. Er leitet uns die Bahn, auf der dich wandeln sahn deine Freunde. Bald, bald empfahn auf dieser Bahn auch wir, wie du, die Kron' am Ziel. 4. Uns die Ståtte zu bereiten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du voran ins Vaterland. Herrlich wirst du wiederkommen, und zu dir alle deine Frommen versammeln in dies Vaterland. Erkauft hast du uns Gott und die durch deinen Tod. Wo du lebést und Gott mit dir, da sollen wir auch mit dir leben ewiglich. 5. Welch ein Jubel wird es werden, wenn wir dich wiedersehn auf Erden in aller Majestät des Herrn! Dann verschwinden unsre Leiden; dann gehn wir ein zu deinen Freuden und schauen dich nicht mehr von fern. Dann sehn wir hoch erfreut ganz deine Herrlichkeit! Welterlöser! uns führest du der Wonne zu, die bei dir ist in Ewigkeit. ( Münter.) Mel. Mir nach, spricht Christus ic. 22. Mit Preis und Ruhm gekrönt, hast du dein groBes Werk geendet, blickst auf dein Tagewerk mit Ruh', 2* denn Alles ist vollendet; dein ist der Sieg nach Kampf und Streit, und dich empfängt die Herrlichkeit. 2. Ohn' Ende erntest du den Lohn für deiner Leiden Menge. Versammelt stehn um deinen Thron in fröhlichem Gedrånge schon Tausende, durch dich beglückt, belehrt, geheiligt und erquickt. 3. Aus allen Völkern kamen sie, mühselig und be laden, und suchten Ruh' und fanden sie, des schweren Jochs entladen; und, wohl bewährt in ihrem Lauf, nahm sie, wie dich, der Himmel auf. 4. Noch rettest du, die sich verirrt, in Finsterniß verloren. Welch eine Schaar von Kindern wird dir durch dein Wort geboren: wie auf der frischen Morgenau auf Blumen ungezahlt der Thau! 5. Es tont der Himmelslehre Schall in allen Zungen wieder. Wohin es blickt, sieht überall das Auge theure Brüder. Sie leben dir, sie sterben dir, dein Eigenthum sind, Herr, auch wir. 6. Auch wir!- O schau' von deinem Thron herab auf deine Kinder! Sind wir doch deines Kampfes Lohn, zwar sterblich noch und Sünder, doch das ist unsre Zuversicht!- einst sündenfrei und sterblich nicht. - 7. Vereint dann mit der sel'gen Schaar, der Endlichkeit entnommen, wird droben erst uns offenbar, zu wel= chem Heil wir kommen. Kein Ohr vernimmt, kein Aug erblickt, was den verklärten Geist entzückt. 8. Das ist, das ist dein Werk! O sieh' von Dank die Herzen brennen! Ach, daß, Vollender, daß sie nie undankbar dich verkennen. Nicht Einer von uns Allen sey dem Liebenden, ihm, ungetreu! 9. Vollenden hilf uns selbst den Lauf, das Tagewerk vollbringen, und, ist's vollbracht, zu dir hinauf die Seele freudig dringen! Was sind die Leiden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit! ( Niemeyer.) Auf Pfingsten. Mel. So wahr ich lebe, spricht dein Gott ic. 23. Du Geist vom Vater, komm' herab, von dem, der dich der Erde gab! Du Flamme Gottes, ruh' auf mir! Im tiefsten Staube wart' ich hier, bis auch in mir dein Feuer glimmt und mich zu deinem Lobe stimmt. 2. Entzieh' mir, mich zu trösten, nicht dein gnadenstrahlendes Gesicht! Noch tobt in mir der Sünden Schmerz: drum schaff' in mir ein reines Herz, und sey mir ein gewisser Geist, der mir die Bahn der Tugend weist! 3. Du Licht aus Gott, erleuchte mich, und mein Verstand erkenne dich; und wenn ich sinke, reiche du die Wahrheit mir als Stüße zu! Dann sey die Welt von Zweifeln voll, ich weiß, an wen ich glauben soll. 4. Wenn mein Gewissen mich verklagt, mein Herz belastet in mir zagt, so floße mir die Engellust des Seelenfriedens in die Brust, und wehe wieder nach dem Schmerz mir Ruh' und Freuden in das Herz. 5. Und wenn ich endlich sterben soll, so mach' mich deiner Gnade voll! Deckt Nacht und Dunkel mein Gesicht, so sey du mir ein Sonnenlicht, ein heller Stern, ein Gnadenstrahl durch's grauenvolle Todesthal! ( Schubart.) Mel. Es ist das Heil uns kommen her sc. 24. Der mächtige ruft aller Welt, daß man auf ihn doch merke. Er hat zu Predigern bestellt die Wunder seiner Werke. Laut hört man seiner Stimme Schall; verständlich ist auch überall die Sprache, die sie reden. 2. Auch durchs Gewissen ruft der Herr, daß Sünder sich bekehren; läßt oft durch diesen Prediger laut seine Stimme hören, daß aus dem Schlaf der Sicherheit und aus dem Traum der Eitelkeit ihr Herz zu ihm erwache. 3. Durch Wohlthun zeugt er auch von sich am menschlichen Gemüthe, und lockt den Sünder våterlich durch Proben seiner Güte. Doch, achtet es der Sünder nicht, sucht Gott durch Strafen und Gericht ihn aus dem Schlaf zu wecken. 4. So rufft du, Herr, uns laut genug, daß man dich such' und höre, und daß der Eitelkeit Betrug die Herzen nicht bethore. Doch riefest du nicht auch durchs Wort: so irrten wir noch immerfort auf finstern Sündenwegen. 5. Für diese Gabe, Vater, preist dich unser Herz; es schenket uns Beffrungskraft dein guter Geist, der unsre Herzen lenket. Er weiset uns allein zu dir, daß wir dich suchen für und für, dich recht verehren lernen. 6. Durch das, was uns dein Mund gebeut in deines Wortes Lehren, ruft er uns von der Eitelkeit, zu dir uns zu bekehren. Er lehrt uns, daß der Sünde Wahn den Menschen nie beglücken kann, und leitet uns zur Wahrheit. 7. Dein herrlich's Evangelium legt er an unsre Seelen, daß wir zu deines Namens Ruhm den Weg des Heils erwählen, beut uns die größten Schätze an, die nur ein Gott uns geben kann, und schenkt sie frommen Hörern. 8. Erweck' uns, Herr, in deiner Kraft, dem Ruf Gehör zu geben; dein Geist, der alles Gute schafft, führ' uns den Weg zum Leben, wozu du alle uns erschufft und nun so gnådig uns berufst durch deines Wortes Lehre. ( Heeren.) Beweis der Gottseligkeit und Tugend. Vertrauen auf Gott. Mel. Was sorgst du ängstlich für dein Leben? ic. 25. Auf dich, mein Vater, will ich trauen, in Ungst empor zu dir nur schauen, so bin ich ruhig immerdar! Wenn meine Freunde mich verließen, wenn auf mich tausend Feinde stießen, auch in der schrecklichsten Gefahr. 2. Kein Unglück soll mich zaghaft machen; die Thoren mögen meiner lachen; ich kenne, höchste Weisheit, dich. Du siehst, was wir im Staub nicht sehen; nur, was du willst, Herr, muß geschehen! Du leitest Alles, leitest mich! 3. Von meinen ersten Lebensstunden hab' ich dich immer treu erfunden! Was hast du schon an mir gethan! Was thust du, Vater, alle Tage! Empfind' ichs nicht, selbst wenn ich klage, daß Niemand dir gleich lieben kann? 4. Sey still, sey fröhlich, mein Gemüthe! Unendlich, Herr, ist deine Güte! Ich weiß, daß du mich allzeit liebst! Von dir laß ich mich gern regieren! Du wirst zu meinem Glück mich führen, indem du durch Geduld mich übst. 5. Nie, nie soll mein Vertrauen wanken! Im tief= sten Elend will ich danken! das tieffte Elend kommt von dir! Von Herzen kannst du nicht betrüben! Du kannst, o Liebe, nichts als lieben! Du sorgest für uns mehr, als wir. 6. Drum will ich aus den tiefsten Nöthen zu dir, mein Helfer, freudig beten! Du bist, mein Vater, stets bei mir! Wenn ich vergnügt bin, wenn ich leide, bist du mein Trost und meine Freude, hångt meine Seele nur an dir. 7. Und wenn ich keinen Ausgang merke, so bet' ich an und fleh' um Stårke, dir auch im Dunkeln zu vertraun! Kann ich gleich deinen Weg nicht sehen, genug, du führst mich; ich will gehen! Ich weiß, mein Glaube wird zum Schau'n. 8. Wer ist, der troftlos zu dir blicke? Wen führst du nicht zu seinem Glücke! Wer hat dir je umsonst geglaubt? Ich glaube dir mit froher Seele! weiß, daß ich nicht mein Heil verfehle; weiß, daß kein Satan dir mich raubt! ( Lavater.) Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen ic. 26. Gott ist mein Schutz in bösen Zeiten! Was sollt ich fürchten in Gefahr? Wer Gott vertraut, hat ihn zur Seiten, er hilft ihm treu und wunderbar. Wenn heulend sich die Fluthen thürmen, und eine Tief' der andern ruft, ist er geschützt durch Gottes Schirmen, wie in der sichern Felsenkluft. 2. Und wenn die Wolken Flammen speien, geht er getroft an Gottes Hand, getrost durch důrre Wüsteneien und ihren brennend heißen Sand; getrost in Pest und un ter Leichen, wenn wüthend rings umher der Tod auf schwar zen Flügeln fauler Seuchen ein eilendes Verderben droht. 3. Gestützt, o Herr, auf deine Gnade, scheut er nicht der Verläumdung Wuth, geht unerschrocken seine Pfade, zertritt die feile Natterbrut. Ist Gott mein Schutz in bösen Zeiten, was soll ich fürchten in Gefahr? Wer Gott vertraut, hat ihn zur Seiten, er hilft ihm treu und wunderbar. ( Uß.) Hoffnung, besonders im Leiden. Mel. Befiehl du deine Wege zc. D 27. Hoffnung! Lebenswonne! Du Menschentros sterin! Gleich Gottes milder Sonne erfreust du Geist und Sinn. Du strömest reine Freuden in jedes Menschen Herz, du linderst seine Leiden, versüßest seinen Schmerz. 2. Du heiterst trübe Morgen, der Nächte Dunkelheit, zerstreuft des Lebens Sorgen und stärkst zur Thätigkeit; sprichst Muth auf rauhen Wegen in des Verzagten Brust; verheißest neuen Segen bei jeglichem Verlust. 3. Nus Donner, Thau und Regen, aus Wind und Sonnenschein versprichst du Gottes Segen, um Sorgen zu zerstreun; und frohe Lieder tönen, durch dich hervorgebracht, von frommen Erdenföhnen dem Gott der Huld und Macht. 4. Du bist es, die den Kranken der Todesfurcht ent= reißt; mit himmlischen Gedanken erfüllst du seinen Geist; in seinen letzten Stunden zeigst du ihm Seligkeit, die ihn, der Hüll' entbunden, auf ewig dort erfreut. 5. Auch mir, auch mir zur Seite gehst du, o Hoffnung, treu; machst, daß in jedem Leide ich mich der Zukunft freu'; zeigst dort mir neue Blüthe, welkt hier ein Glück mir ab. Preis ihm, der dich aus Gute mir zur Gefährtin gab. 6. Gott, mit Herz und Leben will ich dir dankbar seyn, will deinen Ruhm erheben und meines Heils mich freun. Dein Freund darf immer hoffen; ihn täuscht die Hoffnung nicht; der Himmel steht ihm offen; da sieht er einst dein Licht. ( Bürger und Dotz.) Geduld und Standhaftigkeit. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit ic. 28. Es ist gewiß ein köstlich Ding, sich in Geduld zu faffen, und stets sich Gottes Vaterwink getrost zu überlassen. Rauh, oder eben sey die Bahn, was Gott thut, das ist wohlgethan; Geduld erhält das Leben. 2. Sey still, mein Herz, und unverzagt, wenn dich ein Leiden drůcket; flag's deinem Gott, der våterlich dich tröstet und erquicket. Verzieht er gleich, er thut's aus Huld. Bewahre dich vor Ungeduld! Geduld giebt Muth und Stärke. 3. Erwarte nur die rechte Zeit; du wirst den Vater finden. Er wird voll Lieb und Freundlichkeit sich neu mit dir verbinden. Er will und wird dein Tröster seyn, und ewig wird er dich erfreun; Geduld wird nie zu Schanden. 4. Ja streit und kämpfe nur als Held; du wirst nicht unterliegen, wirst über jede Noth der Welt, wie Jesus Christus, siegen. Sen standhaft, deines Vaters Huld krönt deine Hoffnung und Geduld mit seiner Himmelskrone. 5. O Gott des Heils, ich hoff' auf dich; Geduld ist deine Gabe. Mit dieser Gabe segne mich! sie stårk' mich) bis zum Grabe. Laß mich in allen Leiden dein, geduldig, so wie Jesus, seyn, und einst sein Reich ererben.( Wolf.) Mel. Herr, wir kennen deinen Namen zc. 29. Schwer ist's, dann noch Muth zu fassen, wenn die Aussicht trüber wird, wenn, von Licht und Kraft verlassen, sich der Blick in Nacht verliert; 2. Wenn umsonst das bångste Sehnen einen Tropfen Trost erbat; wenn das Auge keine Thränen und der Mund nicht Worte hat; 3. Wenn, ermattet, hingesunken, jetzt die letzte Hoffnung flieht; wenn der Kelch unausgetrunken noch an heißer Lippe glüht. 4. Schwer ist's, dann nicht zu verzagen, zu ermatten, ach! wie leicht, wenn auch bei den bångsten Klagen jedes Wort des Trostes schweigt! 5. Mir ist auch die Aussicht trübe, rauh und dunkel meine Bahn; nimm dich meiner, Gott der Liebe, nimm dich deines Kindes an! 6. Reiche du mir deine Hände, aller Våter Vater, du; leite du mich bis ans Ende, bis zu meines Grabes Ruh'! 7. Laß nur einen Strahl mich sehen, zu erhellen meinen Gang; höre gnådig auf mein Flehen, und dann nimm den Thrånendank! 8. Ach, ein Tropfen Balsam falle in den Leidenskelch herab, den mir, weil ich hier noch walle, doch nur deine Liebe gab. 9. Stårke mich auf meinem Pfade in der Zeit der Thrånenfaat bis zum helleren Gestade, welches keine Nebel hat. 10. Ach, wann wird das Licht mir scheinen, dessen Glanz mich einst erquickt? Wann dies Auge nicht mehr weinen, das jetzt naß gen Himmel blickt? 11. Komm, erbet'ner Freund der Müden, drücke mir die Augen zu, und begleite mich in Frieden hin zu meiner letzten Ruh'. 12. Dort erst wird die Aussicht helle, die sich hier in Nacht verhüllt; dort erst an der Lebensquelle wird die Sehnsucht ganz gestillt. 13. Hin sind dann der Prüfung Leiden; ausgerungen hat mein Herz; Thrånen wandeln sich in Freuden, Wonne wird der Erde Schmerz. 14. Sey denn meine Aussicht trübe; einst wird sie doch aufgehellt! Alles löst sich auf in Liebe in dem Licht der bessern Welt. ( Meister.) 30. Und mußt ich auch noch Jahre weinen und Leiden dulden ohne Zahl: der Tag wird endlich doch erscheinen, der Freuden bringt für jede Qual; der Abend fehlte kei nem Tage, und Freude quoll aus jeder Klage, dich ich vor meinem Gott gebracht. 2. Erreicht, erkämpft ist bald die Stunde, die mir für Thrånen Wonne giebt; vertilgt die Narbe jeder Wunde durch den, der züchtigt, weil er liebt. Ofrohe Aussicht freiern Lebens, Ziel meines täglich heißern Strebens, in jeder bangen Stunde Trost! 3. Fels Gottes, den mein Arm umschlinget, Unsterblichkeit! Unsterblichkeit! Wenn Nacht und Trübsal mich umringet, mich Alles drångt, mir Alles draut, sollt ich dann stille stehn, ermatten? Nein! Sehnsucht nach dem kühlen Schatten, nach Ruhe Gottes stårke mich! 4. Wie auf erstieg'nen Bergeshöhen uns Alles Leib und Geist entzückt, uns kühle Winde dann umwehen, uns dann ein frischer Quell erquickt: so wird uns nach durchweintem Leide beseligen des Himmels Freude; doch fliehe, Bild, zu schwach bist du! 5. Kein Sterblicher kann hier durchdenken die Wonne, die mein Herz erfüllt, wenn keine Schmerzen mehr mich krånken, Licht Gottes mir aus Chrifto quillt: o dann erst ist mein Geist genesen, und Freiheit, Freiheit all mein Wesen und meine Seele Seligkeit! 6. O Jesus Christus, wie dir danken für dieser Hoffnung Herrlichkeit? Ch' löschen Sonnen, Welten wanken, eh' deine Liebe dich gereut! Du bist und lebst; ich werde leben! Was. Gott dir gab, willst du mir geben! Wo du bist, soll ich ewig seyn! ( Lavater.) Mel. Jesus meine Zuversicht 2c. 31. Steil und dornicht ist der Pfad, der uns zur Vollendung leitet. Selig ist, wer ihn betrat und zur Ehre Sefu streitet! Selig, wer den Lauf vollbringt und das hohe Ziel erringt! 2. überschwänglich ist der Lohn der bis in den Tod Getreuen, die der Lust der Welt entflohn, ihrem Schöpfer ganz sich weihen, deren Hoffnung unverrückt nach der Siegeskrone blickt. 3. Den wir lieben und nicht sehn, der hat uns den Lohn errungen, von dem Kreuz zu Gottes Höh'n hat er sich empor geschwungen. Sieger in des Todes Nacht, sprach er selbst: es ist vollbracht! 4. Zeuch, o Herr, uns hin zu dir! Zeuch uns nach, die Schaar der Streiter! Sturm und Nacht umfångt uns hier; droben ist es still und heiter; jenseits, hinter Grab und Tod, strahlt des Lebens Morgenroth. 5. Geht, o Mitgenoffen, geht muthig durch die kurze Wüste! Seht auf Jesum! Wacht und fleht, daß er selbst zum Kampf euch růste! Shm, der uns in Schwachheit stärkt, bleibt kein Kåmpfer unbemerkt. ( Bürde.) Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte 2c. 32. Ift Hoffnung nicht des Himmels Gabe, die in des Lebens Dunkelheit uns von der Wiege bis zum Grabe stets freundlich tröstet und erfreut? Viel Gutes bliebe unvollendet und manche Wunde ungeheilt, wenn Gott nicht sie herabgesendet ins Land, wo steter Wechsel weilt. 2. Sie spricht dem schmerzenmůden Kranken das füße Wort Genesung zu; sie zeigt, wenn seine Kräfte wanfen, dem Wanderer das Ziel der Ruh'. Der Redliche, der unverschuldet verkannt ist, wird von ihr erfreut; der Arme, der im Stillen duldet, harrt, stark durch sie, der bessern Zeit. 3. Durch sie nur streut für goldne Saaten der Landmann seinen Samen hin; sie stårkt den Muth zu edlen Thaten, erhellt mit Trost den bangen Sinn; fie träufelt in die tiefsten Bunden des Herzens heilend Balsam ein, und in des Lebens trübsten Stunden erglånzt ihr Strahl mit mildem Schein. 4. Sie waffnet oft mit Heldenstärke, und giebt der Thatkraft kühnen Schwung, sie füllt für edle, große Werke das Herz hoch mit Begeisterung. Vor ihr zerfließt der dunkle Schleier der Zukunft; über Tod und Gruft hebt sie die Seele; reiner, freier strebt sie, wohin die Pflicht fie ruft. 5. O sagt mir nicht, die Hoffnung fliehe oft schneller, als ein Morgentraum, und dunkles Nachtgewölk umziehe dann schwarzer noch des Daseyns Raum. Nur eitler Thoren Hoffnung schwindet; des Christen Hoffnung trůget nie. Sie ist zu fest auf Gott gegründet, dem schwersten Unfall trobet sie. 6. Sie blicket nicht nach Ruhm und Kronen, blickt nicht nach eitlem Sinnentand: dort, wo die höhern Geister wohnen, im Himmel, ist ihr Vaterland! Und brauften fürchterlich die Wogen, bedräute sie des Todes Schlund: am Himmel strahlt ihr Friedensbogen, Gott selbst ist ih= res Ankers Grund. 7. Auf diese Hoffnung will ich bauen, will freudig in der Dunkelheit auf den, der sie mir sandte, schauen, dann hab' ich Muth und Freudigkeit. Ich weiß, Gott wählet stets das Beste; was Nacht mir scheinet, ist ihm Licht; drum grund' ich meine Hoffnung feste auf meinen Gott und wanke nicht. ( Neuhofer.) Mel. Ach, um des Gerechten Schläfe 2c. 33. Warten ist die Schule, die hienieden mit dem ersten Lebenshauch beginnt, und die selbst nicht endet, wenn in Frieden unser Geist dem Prüfungsstand entrinnt. 2. Unentwickelt liegen alle Kräfte, langsam reifend in dem Erdensohn, Warten sey sein tågliches Geschäfte; vorzugreifen trågt der Thorheit Lohn. 3. Jeder Landmann streuet feinen Samen nur in Hoffnung auf den Acker aus, und er wartet dann in Gottes Namen, bis der Frühling treibt die Saat heraus. 4. Wenig Früchte reift die Frühlingssonne, nur der spåte Herbst bringt den Genuß. Ohne Warten wird uns nie die Wonne, einzusammeln reichen Überfluß. 5. Warten mußten hier im Erdenthale, die zu GroBem sich der Herr erwählt: Joseph, David, Abraham und Alle, die er spåter ihnen beigezahlt. 6. Und er selbst, der Menschheit erste Krone, glüh'te sich in dunkler Werkstatt aus. Nur durch lange Nächte ging's zum Throne und durch Leiden zu des Vaters Haus. 7. Gott hat unerwartet oft gegeben, was das Herz auch nicht zu wünschen wagt; sollte dies aufs neu uns nicht beleben, zu erharren, was er zugesagt? 8. Keines seiner Worte geht verloren, scheint uns die Erfüllung noch so fern; Großes wird nur langsam hier geboren, und das Größte finden wir beim Herrn! 9. überraschen wird er uns mit Freuden, die des Chriften Sehnsucht nicht erreicht. Schnell verschwinden dann des Wartens Leiden, wie der Nebel vor der Sonne weicht. 10. Blicke, můdes Herz, nach diesem Ziele, wenn des Wartens Nacht schwer auf dir liegt. O! dort findest du der Brüder viele, die noch mehr gekämpft, und doch gesiegt. 11. Siegen wirst auch du, durch Lautrungsleiden rein und ähnlich werden deinem Herrn; fähig zum Genusse seiner Freuden: darum kåmpfe, dulde, warte gern. 12. Warten, harren in der tiefsten Stille ist die Weihe künft'ger Seligkeit! Warten, harren ist in dunkler Hülle Botschaft namenloser Herrlichkeit! Mel. Alle Menschen müssen sterben ic. 34. Muthig, muthig, bald errungen ist das Ziel von jeder Pein! Bald ist jeder Schmerz verschlungen von der Freude, frei zu seyn, frei von Sorgen und Gefahren, die mir oft so drückend waren. Unaussprechlich, ewig liebt er, der uns durch Leiden übt. 2. Ich will harren, hoffen, schweigen; mein Erbarmer ist mir nah'; betend soll mein Geist sich beugen, wo ich leide, Gott ist da. Im Verborgnen, wo ich weine, bleibt von meinen Thränen keine dem, der mich in Schwach heit stårkt, meinem Vater, unbemerkt. 3. Seine Vateraugen blicken sanften Troft auf mich herab, und die Lasten, die mich drücken, nimmt er einst gewiß mir ab. Bis zum letzten trüben Tage stårkt er mich, daß ich sie trage. Wenn mein Herz verschmachten will, ruft er mir: sey fromm und still! 4. Jesus Christus trug im Staube muthig seines Leidens Last; und auch mich erhebt der Glaube, der die Ewigkeit umfaßt. Gott, mein Vater, sicht mein Leiden! Gott, mein Vater, sieht die Freuden, die das Leiden mir gewährt, wenn mein Herz ihn duldend ehrt. 5. Fließet denn, ihr stillen Thrånen! Gott im Himmel zählet euch. Gott bemerket all mein Sehnen; Gott ist gnådig, Gott ist reich, naht sich freundlich meinem Herzen, reinigt es durch Angst und Schmerzen, lenkt und reißet meinen Sinn ganz zu seiner Liebe hin. 6. Bald erscheint die letzte Stunde, meiner Thränen letzte bald! O dann heilet jede Wunde, und der Gnade Stimm' erschallt: überstanden, überstanden, sey erlöst von allen Banden! Sey befreit von jeder Pein! Geh' zu meinen Freuden ein! ( Lavater.) Mel. Eins ist noth, ach! 2c. 35. Zaget nicht, wenn Dunkelheiten auf des Lebens Pfade ruhn; Gott ist gut! er wird euch leiten; ihm ist's Freude, wohlzuthun. Sind seine Gedanken nicht eure Gedanken, laßt dennoch, o Christen, den Glauben nicht wanken, daß Gott, der des Wurmes im Staube gedenkt, auch sorgsam und freundlich durchs Dunkel euch lenkt. 2. Alles Dunkel dieses Lebens glångt vor Gott wie Sonnenlicht. Wir durchforschens oft vergebens; seinen Blick beschränkt es nicht. Ev tennet das Große, das Kleine, das Ferne, die Thränen der Armen, die Schaaren der Sterne. Mit mächtiger Liebe verfolgt er den Plan, den seine unendliche Weisheit erfann. 3. Von Erstaunen hingerissen, sinnt der hohe Seraph nach. Alles kann er doch nicht wissen; ewig fühlt er sich noch schwach. Was murren wir Menschen von stumpfem Verstande? Wir sind ja nur Wandrer im dåmmernden Lande. Nur Demuth erhebet den ångstlichen Sinn; sie wirft in die Arme des Vaters uns hin. 4. Uch, erkenne dich, o Seele, fühle, wie so schwach du bist; blicke still zu Gott und wähle, was von ihm verordnet ist! Dem Unglück entströmen geheiligte Freuden und Scheinglück ist oft nur die Quelle der Leiden! Be= denk' es und jauchze, daß Gott dich regiert! sam, auch wenn er durch Dornen dich führt. Sey folg5. Nicht das sinnliche Vergnügen wird von Edlen hochgeehrt. Schåße nur, die niemals trügen, sind des heißen Strebens werth. Hinweg denn, ihr bangen entehrenden Sorgen! Die Schätze des Ed'len sind in ihm verborgen. Da tilgt sie kein Unfall, kein tobender Schmerz; auch traurige Wunden bereichern das Herz. 6. Dulden wir gleich manche Plage; der Allweise wågt sie ab. Er durchschauet unsre Tage von der Wiege bis ins Grab. Was jetzt uns betrůbet, soll einst uns ent zücken. O selige Hoffnung, wie kannst du erquicken! Nun ångsten die künftigen Tage uns nicht; der Ewige spricht und das Dunkel wird Licht. 7. Hebe dich empor vom Staube! Fasse Muth, verzagter Geist! Siegen, siegen wird der Glaube, der den Herrn des Leidens preist. S laß dich das Dunkel der Erde nicht fümmern! Schon sieht ja dein Glaube die Herrlichkeit schimmern, die jenseits der Sterne dir Jesus ents hüllt. Dort rufst du einst jauchzend: mein Wunsch ist erfüllt! ( Reche.) Vernünftige Schätzung des Lebens. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 36.! daß von meinen Lebenstagen doch keiner ganz verloren sey! verlor'ne Stunden, ach! sie nagen zu ſpåt das Herz mit Gram und Reu', und den entfloh'nen Augenblick bringt kein Gebet, kein Flehn zurück. 2. Was ist die Reih' durchlebter Jahre, wenn sie dahin ist wie ein Traum? Gieb, daß ich Augenblicke spare, hilf, daß nicht wie ein leerer Traum mein ganzes Leben mir verfließt, der Geist stets dürftet, nie genießt. 3. Laß jeden meiner Augenblicke hinfort mir innig theuer seyn; die Zeit, die du zu meinem Glücke mir gabst, durch Sünde nie entweihn; nie durch die Lust der Eitelkeit, die doch zuletzt das Herz bereut. 4. Stets weiter auf dem Weg zum Ziele, stets näher zur Vollkommenheit! voll von dem himmlischen Gefühle: ich ward nicht bloß für diese Zeit; weil du mir, Pilger hier und Gast, ein bess'res Land bereitet hast. 5. Wenn dieser Erde Kleinigkeiten zu sehr mich reizen, wenn die Lust der Welt und höh're Pflichten streiten: o dann erwach' in meiner Brust der feste Muth: Herr, ich bin dein, der Erdentand ist mir zu klein! 6. Wenn mich des Tages Hiße drůcket, von Arbeitsschweiß die Stirne trieft, das Auge matt nach Rube blidet, wenn Undank meine Tugend prüft; wenn mir der Lohn zu lange säumt, zu sparsam meine Ausfaat keimt: 7. Dann laß die Hoffnung mich erquicken: einst kommt mein Abend, still und kühl; die Last der Arbeit wird entzücken; Geduld wird Wonn' und Dankgefühl; Ernt' ohne Ende giebt die Saat, die Demuth ausgestreuet hat. 8. Noch ist es Tag, jetzt laß mich Werke der Tugend wirken, eh' die Nacht, wo Niemand wirkt, erscheint; jetzt stårke mich deine Lieb' und deine Macht. Wie viel ist noch für mich zu thun! und ich, ich sollte jetzt schon ruhn? 9. Auf, auf, mein Geist! laß keine Stunde des Lebens ungenutzt vorbei! Auf! schwör' es heut' mit Herz und Munde und sey dem ersten Schwur getreu: dir, Herr der Zeit und Ewigkeit, sey jeder Augenblick geweiht! 10. Einst seh' ich an der Laufbahn Ende dann gern auf meine Tage hin, und sage: Herr, durch deine Hände empfing ich, was ich hab' und bin. Hier ist mein Tagewerk! nicht mein, dein ist der Ruhm, die Ehre dein. ( Niemeyer.) Wohlthätigkeit. Mel. Komm', laß uns Jesus sterben sehen ic. 37. Wie wohl ist mir, wenn mit Erbarmen ich meiner Brüder Elend seh! Wie wohl ist mir, wenn ich dem Armen mit Rath und Hülf' entgegen geh'; wenn seiner Freude Osnabr. Landgesangb. 7. Aufl. 3 stille Zåhre Gott, der durch mich ihm half, zur Ehre von seiner bleichen Wange fließt, wenn dann mein Herz die süßen Freuden beim Anblick weggeschwund'ner Leiden des Wohlthuns Freuden ganz genießt. 2. Wie wohl ist mir, wenn ich erquicken und Menschen fröhlich machen kann! dem, welchen schwere Lasten drücken, mittragend sie erleichtern kann; wenn ich durch fanften Sinn und Mienen den armen Brüdern, die mir dienen, das Loos versüße, das sie traf; in ihnen nie mich selbst verkenne, Erholung ihren Kräften gönne und nach der Arbeit süßen Schlaf. 3. Wie wohl ist mir, wenn ich dem Kranken, der unter Angst und Schmerzen ringt, wenn sein Vertraun. beginnt zu wanken, ob sein Gebet zu Gott auch dringt, wenn ich ihm treu entgegen eile, sein Elend willig mit ihm theile, ihn tröst' in seiner Einsamkeit, ihm seiner Armuth Jammer mindre, ihm seiner Wunden Schmerzen lindre und mich sein stiller Dank erfreut! 4. Wie wohl, wenn vaterlosen Kindern ich Vater werde; wenn ich sie der Noth entriffen, wenn ich mindern ihr Elend kann; sie weif' erzieh'; wenn ihrem Geist ich Güter schenke, die mehr als Gold sind; ihrer denke, wenn ihrer auch die Welt vergißt; wenn ohne Lohn, selbst ohne Bitte, der Frühverwaiste in der Hütte so werth mir als der Reiche ist. 5. Du schufft zum Menschen mich! erhalte, mein Echöpfer, stets den Sinn in mir, daß meine Liebe nie er= kalte, durch Lieb' und Güte gleich' ich dir. Nichts laß mir die Empfindung nehmen für Menschen Wohl, und nie mich schåmen des Mitgefühls bei fremder Noth. Erquickung gieb, wenn ich den Armen durch Hülf' erfreue, voll Erbarmen auch mir in meiner Noth, o Gott! ( Niemeyer.) Vaterlandsliebe. Mel. Es ist das Heil uns kommen her ic. 38. Bei deinem Namen, Vaterland, erwachen frohe Triebe; mit dir bin nåher ich verwandt; dir schlägt mein Herz voll Liebe. Hier ging des Lebens Tag mir auf; o Land, in dir begann mein Lauf zum hohen Ziel des Lebens. 2. In heitrer Unschuld lernt' ich hier die ersten Worte stammeln, und mir Erkenntniß, Gott, von dir und deinen Werken sammeln. Mit Eltern sah ich mich vereint; und sie und mancher Jugendfreund versüßten meine Tage. 3. Und Viele firebten um mich her, mich Schwachen zu verpflegen. Wie Viele führten immer mehr, der Wahrheit mich entgegen. Hier war mein Bürgerrecht bereit't, hier fand ich Ruh' und Sicherheit im Schuße der Gesetze. 4. So will ich denn auch dankbar seyn und Andern wieder nutzen, will rathen, helfen und erfreun, und Gutes unterstützen. Was Ordnung, Recht und Eintracht nährt und was des Landes Wohlstand mehrt, soll stets mir theuer bleiben. 5. Um überall aus Dankbegier des Landes Ruhm zu gründen, soll auch der Fremde stets in mir den Freund der Menschen finden; ich will gerecht und liebreich seyn, ihm in Gefahren Schutz verleihn und Freuden ihm gewähren. 6. Wie könnt' ich, ist mein Vaterland mir werth, mich so vergehen, ein fremdes Volk mit Unverstand zu haffen und zu schmähen? Verdienst und Zugend, nah und fern, soll immer meine Seele gern an jedem Menschen schätzen. 7. O wohl dem Lande, wo der Geist des Christenthums regieret, wo Jeder dich, o Vater, preist und sich mit Weisheit zieret; wo nie die Bürgertreu' entflieht und Keiner sich der Pflicht entzieht, Gemeinwohl zu befördern. ( Reche.) Häusliche Gesellschaft. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 39. Im Stillen wollen wir dich ehren, Gott, der du frommen Wandel liebst, und, was wir fromm von dir begehren, so gern, so liebevoll uns giebst. Schon oft sind wir erquickt, erhört von deinem Thron zurückgekehrt. 2. Uns Alle, die wir flehn, verbindet des Blutes 3* und der Freundschaft Band, und unser Herz, o Gott, empfindet die milde Leitung deiner Hand. Wir preisen dich, o Menschenfreund, der uns durch dieses Band vereint. 3. Wohl dem, der in der Ehe Bunde in treuer Lieb' und Eintracht lebt; ihm wird so manche Lebensstunde mit Lust und Seligkeit durchwebt. Er blickt mit Ruh', mit heiterm Sinn auf Pfad und Ziel der Wohlfahrt hin. 4. Wohl ihm, wenn frommer Kinder Segen den Chebund noch schöner macht; wenn sie im Herzen Tugend hegen, und Unschuld in den Blicken lacht, wenn sie der Eltern Beispiel rührt und auf den Weg zum Himmel führt. 5. Wohl ihm, wenn seinen Hausgenossen die Furcht des Herrn vor Augen schwebt, wenn jeder treu und unverdrossen nach seiner Pflichterfüllung strebt; wenn Eintracht und Zufriedenheit das Haus zum Sit des Segens weiht. 6. Wohl uns, wenn auch bei unsern Freuden sich freut der Nachbar und der Freund; wenn er beim Anblick unsrer Leiden des Mitleids sanfte Thránen weint; die Bruderhand uns willig reicht und Hülf' und Beistand gern erzeigt. 7. Den Frommen, die dich findlich ehren, o Vater, strömt dein Segen zu. Sie wandeln treu nach deinen Lehren, vertrauen dir und finden Ruh' und finden Freuden, deren Werth und Dauer keine Zeit zerstört. 8. 3war oft wird auch der Kelch der Leiden den Deinen, Herr, von dir gefandt. Oft muß der Tod die Freunde scheis den, die Blut und Treue fest verband. Oft stört des Grams, des Unglücks Wuth, oft Krankheit ihren heitern Muth. 9. Doch trinken sie den Kelch gelassen; du fandtest ihn, du zůrnest nicht, du, Vater, kannst nicht Kinder hasfen; der Trostgedanke ist ihr Licht, daß, wenn ihr Glaube standhaft ringt, das Leiden sie zur Wonne bringt. 10. Mag uns der Arm des Todes trennen, wir werden einst uns wiedersehn, vor deinem Thron die Unsern kennen, mit ihnen dankend vor dir stehn. Wo uns kein Tod mehr trennen kann, da beten wir dich schauend an. 11. Wir preisen ewig deine Güte, die unerschöpflich, ewig liebt, und jedem redlichen Gemüthe schon hier des Himmels Vorschmack giebt, durch Freundschaft uns zur Ewigkeit, zur Wonne der Verklärung weiht. ( Eschenburg.) Für abwesende Freunde. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort zc. 40. Wo ist die Welt, die dich umschließt, das Land, wo nicht dein Segen fließt? Gott, überall zugegen! Wo meine Lieben sind, auch da bist du voll Huld, bist ihnen nah' auf allen ihren Wegen. Dies ist's, was meine Thrånen stillt, wenn banges Sehnen mich erfüllt. 2. Die Pflicht entfernte sie von mir, und seufzend schaut' ich auf zu dir, mein Auge schwamm in Thrånen. Oft sucht' ich sie noch um mich her, und ach! hier fand ich sie nicht mehr; umsonst war all mein Sehnen. Doch du gabst meiner Seele Ruh'; ich will ihr Gott seyn, sagtest du. 3. Ja, sey und bleib' ihr Freund und Gott, ihr Schuß und Retter in der Noth, auf den sie sicher trauen! Mit ihren Schwächen hab' Gedald! Laß sie die Spuren deiner Huld an allen Orten schauen! O du, der alles Gute schafft, belebe sie mit deiner Kraft! 4. Erleicht're ihres Lebens Müh'; dein reichster Segen komm' auf sie; bewahre sie vor Sünden! Beschütze fie mit starker Hand, und laß sie auch im fernen Land noch fromme Freunde finden! Auch da sey stets der Tugend Ruhm ihr unverlettes Eigenthum. 5. O kehrten sie mir einst zurück! Des Wiedersehens großes Glück macht froh schon meine Seele. Doch såh' ich auch ihr Angesicht nun ferner hier auf Erden nicht: was ist's, daß ich mich quåle? ich weiß, o Gott, ein Tag erscheint, der wieder mich und sie vereint. 6. O wie gedenk' ich dein so gern, du Tag des Lebens, Tag des Herrn! Wann wird dein Licht erscheinen? Tag, der die mir wieder giebt, die auch entfernt mein Herz so liebt, die Seligen, die Meinen! Wie wird sich unfre Seele freun! Gott, welch ein Anblick wird das seyn! ( Münter.) Rechtes Verhalten gegen die Thiere. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit zc. 41. Der weise Schöpfer, dessen Ruf einst mächtig scholl: es werde! und aller Welt Bewohner schuf, be stimmte diese Erde für seine Menschen nicht allein; auch Thiere schuf er groß und klein, des Lebens sich zu freuen. 2. Sein Wille war, daß ihre Zahl sich allenthalben mehre. Nun füllen Thiere Berg und Thal und Wälder, Flüss' und Meere; beleben hier die hohe Luft und dort der Erde tieffte Kluft, und finden, was sie nåhret. 3. Nie kann des klügsten Menschen Sinn der Arten Unzahl wissen; doch sånk auch nur die kleinste hin, so war das Band zerrissen, das in der weiten Gotteswelt die Wesen an einander hålt zu einem großen Ganzen.n 4. Dem, der für Alles Sorge trågt, dem Schöpfer aller Dinge, ist nichts, was auf der Welt sich regt, zu klein und zu geringe. Er, dessen Huld kein Engel mißt, er, der des Menschen Vater ist, ist auch des Wurms Erhalter. 5. Und er, der alle Wesen liebt, er sollte mir erlauben, dem Thiere das, was er ihm giebt, gedankenlos zu rauben? Was gåbe mir wohl den Beruf, ein Leben, das die Allmacht schuf, leichtsinnig zu zerstören? 6. Nein, kein Geschöpf, das mit mir lebt, darf ich aus Frevel qualen, mag auch, was mich zur Menschheit hebt, mag die Vernunft ihm fehlen. Sie macht mich zu der Gottheit Bild; doch lehrt sie mich auch göttlich mild, Glück um mich her verbreiten. 7. Vernunft, du sollst mir immer mehr die wahre Weisheit lehren, in der Geschöpfe großem Heer den Schöpfer zu verehren. Wer stolz ein Mitgeschöpf verschmäht, das unter Gottes Aufsicht steht, entehrt auch seinen Schöpfer. 8. Wen eines. Thieres Qual erfreut, der wird, das kann nicht fehlen, kalt und gefühllos, mit der Zeit gewiß auch Menschen quälen. Wer frech ein Mitgeschöpf be trübt und Hårt und Grausamkeit verübt, der kann auch Gott nicht lieben. ( Fulda.) Gnaden- Mittel. Vor der Taufe. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c.. 42. Betend nahen wir uns dir, bringen die auf unsern Armen dieses Kind; dich flehen wir, großer Vater, um Erbarmen. Dein ist es und lebt durch dich; segn' es, shug' es väterlich! 2. Schwach und hůlflos liegt es da, ohne Kraft, zu dir zu flehen. Aber du bist, Gott, ihm nah', wirst ihm stets zur Seite stehen; führst es aus der Nacht zum Licht einst durch deinen Unterricht. 3. Sieh', wir weihen dir dies Pfand deiner våterlichen Güte, bitten: deine Baterhand leit' es, warne und behüte, wenn es sich nicht leiten kann, selbst auf seines Lebens Bahn! 4. Zu der Christen hohem Glück ward von dir es auserkoren. Ach, es weiche nicht zurück, sey zu ew'gem Heil geboren, hab' in Jesu Christi Reich' Bürgerrecht und werd' ihm gleich! 5. Liebend, wie ein gutes Kind, můff' es dich als Vater ehren; deinem Sohne gleichgesinnt, nur auf deine Stimme hören! Gottes Geist, erfülle du sein Gemüth mit Licht und Ruh'! 6. Laß es unter Schmerz und Lust treu an seinen Pflichten hangen; ach, es nåhre seine Brust nie ein unerlaubt Berlangen! wenn sein Aug' im Tode bricht, Gott, auch dann verlaff' es nicht! ( Niemeyer.) Nach der Taufe. Mel. Jesus meine Zuversicht 2c. 43. In den Bund der Christenheit ist dies Kind nun aufgenommen. Laß durch ihn es in der Zeit zu der Ruly des Glaubens kommen, in ihm seine Würde sehn und ge= treu durchs Leben gehn. 2. Noch erkennt den Tag es nicht, der sein Untlik mild bescheinet, weiß noch nicht, was ihm gebricht, wenn es hilfsbedürftig weinet; sieht nicht, wer es sorgsam trågt, nicht, wer mütterlich es pflegt. 3. So umstrahlt uns höhers Licht, ohne daß wir jetzt noch sehen; wissen, was uns gut ist, nicht, wenn wir bang' um Hülfe flehen; sehn die hand nicht, die uns schützt, und uns spendet, was uns nüßt. 4. Doch wir wissen, daß du bist. Nichts soll diesen Trost uns rauben. Daß ein Gott stets nah' ihm ist, müff' auch dieses Kind einst glauben. Gieb, daß es, der Unschuld treu, Gott, sich immer deiner freu'! Erneuerung des Taufbundes. Mel. Was ist vor deinem Angesichte ic. 44. Herr, dir gelob' ich heil'ge Treue und ernsten Fleiß im Christenthum. Dir, Jesu, weih' ich mich aufs neue zu deinem ew'gen Eigenthum. Von deinem guten Geist allein will ich hinfort geleitet seyn. 2. Nimm, Heiliger, von deinem Kinde, der Treue fromm Gelübde hin! Versuchet mich hinfort die Sünde, so will ich ihre Lockung fliehn, will dir mich und der Tugend weihn und dieser Tag soll Zeuge seyn. 3. Nie will ich treulos an dir werden, nie deine guten Wege fliehn. Kein Scheingut, keine Lust der Erden, kein Unglück soll mich dir entziehn. Weich, eitle Welt! Weich' Sünde, fleuch! Gott hört es! jetzt entfag' ich euch! 4. Einst' werd' ich, Herr, vor deinem Throne mich diefes Bundestages freun; geschmückt mit jener Siegeskrone, werd' ich dann ewig selig seyn. O welch' ein Heil! Wie freu' ich mich! Herr, nimm dies Herz! Dein, dein bin ich. ( Sturm.) Confirmations- Lied, wie es die Gemeine singt. Mel. Komm, heilger Geist ic. a. 45. Erhör', o Gett, das heiße Flehn der Kinder, die hier vor dir stehn! Erbarmend blick auf sie hernieder! denn dein sind sie, sind Christi Glieder. Gieb ihnen, Vater, Sohn und Geist, den Segen, den dein Wort verheißt; erfülle sie mit deinen Gaben! laß sie mit dir Gemeinschaft haben! Erbarme dich! Erbarme dich! 2. Sie wollen, deiner sich zu freun, sich jetzt, Gott, deinem Dienste weihn, den Taufbund feierlich erneuern, und dir mit Herz und Mund betheuern, in ihrem Glauben fest zu stehn, in ihrem Thun auf dich zu sehn, im Wandel rein und rein im Herzen, dein Heil nie forglos zu verscherzen. Gieb Kraft dazu! Gieb Kraft dazu! 3. Schenk' ihnen Muth und Freudigkeit! Laß ihrer Bufag' Heiligkeit so stark, so tief ihr Herz durchdringen, daß sie ihr Wollen treu vollbringen. Auch uns laß jetzt mit Herz und Mund mit dir erneuern unfern Bund, und einst hör' unser brünstig Flehen mit ihnen ein zum Himmel gehen. Erhör' uns, Gott! Erhör' uns, Gott! ( Küster.) - - Wie es die Confirmanden zu fingen haben. b. 45. Erhör', o Gott, das heiße Flehn von uns, die wir hier vor dir stehn! Erbarmend blick auf uns hernieder! denn dein sind wir, sind Christi Glieder. Gieb uns, Gott, Vater, Sohn und Geist, den Segen, den dein Wort verheißt; erfülle uns mit deinen Gaben! laß uns mit dir Gemeinschaft haben! Erbarme dich! Erbarme dich! 2. Wir wollen, deiner uns zu freun, uns jetzt, Gott, deinem Dienste weihn, den Taufbund feierlich erneuern, und dir mit Herz und Mund betheuern, in unserm Glauben fest zu stehn, in unserm Thun auf dich zu sehn, im Wandel rein und rein im Herzen, dein Heil nie sorglos zu verscherzen. Gieb Kraft dazu! Gieb Kraft dazu! 3. Schenk', Herr, uns Muth und Freudigkeit, laß unsrer Busag' Heiligkeit so stark, so tief das Herz durchdringen, daß wir das Wollen treu vollbringen. Ach! laß jetzt Uller Herz und Mund, gleich uns, erneuern ihren Bund. Sie Ulle laß- hör' unser Flehn- mit uns einst in den Himmel gehn. Erhör' uns, Gott! Erhör'uns, Gott! ( Küster.) Vor, bei und nach der Abendmahlsfeier. Mel. Vater unser im Himmelreich ic. 46. Chrift, eile nie mit sicherm Sinn zum Liebesmahle Jesu hin; denk' nicht, des großen Dulders Blut macht jedes Sünders Laster gut. Weh dem, der dieses Mahl entweiht durch Selbstbetrug und Sicherheit! 2. Wer sich zu ihm unwürdig naht, der häuft die Schuld der Missethat. Sey nicht dein Feind, empfah' es nicht dir, ach, zum strengeren Gericht! nein, erst empfinde tief dein Herz der Sünde Schmach, der Reue Schmerz. 3. Erst sey dein Vorsatz fest und rein, nicht mehr der Sünde Sclav' zu seyn; erst gieb zurück, was deine Hand durch List, durch Trug, durch Raub entwandt; erst, Zürnender, versöhne dich mit deinem Bruder brüderlich. 4. Besiegst du so in deiner Brust des Lasters Macht, die bose Lust; bist du entschlossen und bereit, zu kämpfen manchen harten Streit: dann nahst du dich der Tugendbahn, dann gehe zum Altar hinan. 5. Beschämt und mit gebeugtem Sinn schau' auf den großen Dulder hin, der liebreich für die Sünder starb und ihnen Gottes Huld erwarb; dann glaube froh, daß Gott uns liebt, gern Reuigen die Schuld vergiebt. 6. So, frei von Heuchelei und Wahn, muß Jeder sich dem Mahle nahn, das du in deiner letzten Nacht, o Herr, zum Denkmahl ausgemacht; da dåmpfe der Ge dank' ans Kreuz der Thorheit Lust, der Sünde Reiz. 7. Da rühr' uns tief dein göttlich Bild und mach' uns liebreich, fanft und mild; da schenk dein Geist uns Muth und Kraft zum Kampfe mit der Leidenschaft, daß heilig wir durchs Leben gehn, dem Tode froh entgegen sehn. Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. 47. Versammelt hatte Jesus die Jünger feyerlich; es nahte seine Stunde, die Abschiedsstunde, sich. Die sich der Hoffnung freuten, mit ihm zum Thron zu gehn, sie sollten nun ihn dulden, ach! bluten, sterben sehn. 2. Sie sollten nun Bekenner der heil'gen Wahrheit seyn, für sie und für die Brüder, wie er, den Tod nicht scheun. Ach! wie er jetzt so rührend beim frommen Abschiedsmahl den Freunden, den Erwählten, noch Lieb' und Treu' empfahl. 3. Er sah am Kreuz sich sterben und weihte Brod und Wein, den Blick zu Gott erhoben, für sie laut dankend ein. Nehmt, sprach er, diese Gaben, das ist mein Leib, mein Blut; o denket mein, ihr Lieben, so oft ihr solches thut! 4. Wie konnten sie vergessen, was jetzt ihr Lehrer that, der scheidende Geliebte jetzt, ach! so zärtlich bat: Nehmt hin, für euch gegeben wird dieser Leib, dies Blut; o denket mein, ihr Lieben, so oft ihr solches thut! 5. Nun ward dies Mahl zur Feier, stets schwebte liebreich, mild und hehr vor ihren Blicken des treusten Freundes Bild; gab ihnen rein're Liebe, zur Tugend hdhern Muth. Sie opferten der Wahrheit mit Freuden Gut und Blut. 6. Auch uns zum Heil gestiftet ward sein Gedächtnißmahl; für uns auch starb aus Liebe er unter Schmach und Qual. Wer könnte sein vergessen, vergessen, was er bat, eh' er den Weg des Todes zu unserm Heil betrat! 7. O laßt uns am Altare uns seiner dankbar freun, und froh den Bund der Liebe, der Tugend Bund erneu'n! Sein Mahl stårk unsern Glauben, stårk' ihn in Schmerz und Noth, mach' heilig unser Leben, mach' freudig unsern Tod. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit zc. 48. Herr, deines Lebens letzte Nacht, die Nacht voll Angst und Schmerzen, die Ruh und Segen uns gebracht, fey heilig unsern Herzen! Un deiner letzten Stunden Qual laß uns bei deinem Abendmahl mit Dank und Rührung denken. 2. Um zu vollenden, wolltest du jetzt von den Deinen scheiden; sahst ihre Hoffnung, ihre Ruh' vertilgt durch Furcht und Leiden; da weihtest du der Liebe Mahl, und einer bessern Hoffnung Strahl ging auf in ihrer Seele. 3. Du gingst zum Tode, Herr, mit Muth und liebevollem Herzen, und jeder Fußtritt war voll Blut; du gingst durch tausend Schmerzen; doch im Triumph vom Blutaltar zu Gott, um dort der Deinen Schaar die Stätte zu bereiten. 4. Wie froh erhebt sich unser Blick an deines Altars Stufen zu jenem höhern, ew'gen Glück, zu dem uns Gott berufen durch dich, der du für Alle starbst und Hoffnung uns, auch uns erwarbst, des ew'gen Lebens Hoffnung. 5. Gieb, daß aus Dankbarkeit wir nun die Sünde ernstlich meiden, mit Freuden Gottes Willen thun und standhaft seyn im Leiden; daß wir, Herr, deine große Huld durch Liebe, Sanftmuth und Geduld und frommes Leben ehren. 6. Hilf, daß, so oft wir feierlich der Liebe Bund erneuen, in immer höh'rer Tugend sich die Herzen deiner freuen; daß nie wir diesen Bund entweihn; nein, unverbrüchlich treu dir seyn, im Leben und im Tode. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan c. 49. Mit frohem Dank erschein' ich hier, dein Leiden zu befingen, von deinem Mahle bis zu dir mich, Jesu auf zuschwingen. Mein Glaube ist da, wo du bist, anbetend bei dem Throne, vor dir, des Höchsten Sohne. 2. 3war immer groß ist mein Gewinn an jedem stillen Orte, wo ich im Geiste bei dir bin. Es fließt aus deinem Worte mir Trost und Ruh' in Strömen zu; dein Leben und dein Leiden sind stets ein Quell der Freuden. 3. Auch weißt du, Herr, wie herzlich dich die ganze Seele liebet, und wie dein Knecht so willig sich in guten Werken übet. Långst ist der Bund mit Herz und Mund geknüpft, ich bin der Deine, und du, o Freund, der Meine! 4. Doch feierlich sey heut' mein Dank und festlich diese Stunden! Und lauter tone mein Gefang vom Tod, den du empfunden! Du liebtest mich und starbst für mich, für mich und meine Brüder; du starbst und lebst nun wieder. 5. Und dich, o Freund, dich sollt' ich nicht vor aller Welt bekennen? Für dich und für des Dankes Pflicht nicht ganz von Liebe brennen? nicht Hand in Hand, in festem Band mit allen deinen Gliedern die Liebe dir erwiedern? 6. Nein, Jefu Tod vergeff' ich nicht, nicht seine Huld und Treue; nicht meine Schuldigkeit und Pflicht, das schwör' ich jetzt aufs neue. Du hörst den Schwur.- Gott hört ihn nur!- Die Liebe soll mich dringen, ihn redlich zu vollbringen. 7. Bei deinem Mahl stårk mich, o Herr! du bist der Gott der Stärke, daß ich von nun an williger auf Jesu Stimme merke, und von ihm gern die Weisheit lern', auf deiner Bahn zu wandeln, nach deinem Wort zu handeln; 8. Daß ich die Lust bei jedem Streit noch glücklicher bezwinge; die Früchte der Gerechtigkeit in größ'rer Schönheit bringe. O bilde mich, ich bitte dich, noch mehr nach Jesu Bilde, demüthig, sanft und milde. 9. Einst kommt die Zeit- so wahr ich hier vor deinem Tische stehe, daß ich in Wonne, Herr, bei dir, ihn selbst, den Heiland, sehe. Wie wallt mein Blut, wie wächst der Muth zum Hoffen und Vertrauen! Auf Glauben folgt das Schauen. ( J. A. Hermes.) - Nach der Ernte. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte ic. 50. In deinem Heiligthume bringen dir heute, Gott, wir unfern Dank. Das Alter und die Jugend singen dir feierlichen Lobgesang. Gekrönt hast du mit deiner Milde rings um uns her das ganze Land. Dein Segen floß auf die Gefilde aus deiner offnen Vaterhand. dne 2. Du schenktest Sonnenschein und Regen für jede Frucht zu rechter Zeit, und gabst dem Samen Kraft und Segen, den Menschenhånde ausgestreut. Für Millionen deiner Kinder reicht deiner Gaben Fülle hin. Du nährst den Frommen, nährst den Sünder mit ewig treuem Vaterfinn. 3. Wer kann die Güte ganz ermeffen, die weiter als die Wolken reicht! Wer undankbar die Treu' vergessen, die nie von uns, dem Staube, weicht? O nimm in heißen Freudenzähren, nimm an, o Vater, unsern Dank! Wir wollen ewig dich verehren durch Thaten, wie durch Preisgefang. 4. Was du uns gabst, wohl anzuwenden, verleih' uns Weisheit und Verstand. Nicht um es üppig zu verschwenden, empfingen wir's aus deiner Hand. Du willst, wir sollen froh genießen, doch måßig im Genuß uns freun, und mild, wie du, Herr, dich bewiesen, soll Jeder der Beglückten seyn. 5. Auch für den Armen wuchs der Segen, den deine Hand so reichlich gab. Wir wollen seiner liebreich pfle= gen; er trockne seine Thrånen ab. Er danke heute mit uns Allen, frohlocke laut und bete an, daß du nach deinem Wohlgefallen so viel, o Gott, an uns gethan. Sonntagsfeier. Mel. Wie groß ist des Aumächt'gen ic. 51. Du, Tag des Herrn, sollst meiner Seele ein stiller, froher Festtag seyn; ein Tag, den ich mit Ernst erwähle, um ihn dem Lebenswort zu weihn. Zum Himmel foll mein Geist sich schwingen, zum Himmel, dem ich feire heut', entfernt von allen eitlen Dingen, den Festtag der Unsterblichkeit. listin 2. Sey stark und triumphir', mein Glaube, ich weiß es, daß du Wahrheit bist! emporgeschwungen aus dem Staube des Todes hat sich Jesus Christ. Ja, Licht und Wahrheit, Worte Gottes, sind deine Worte! ja du bist, du bleibst, trok jedes frechen Spottes, der Sohn des Höchsten, Jesus Christ! 3. Mit deinen heiligen Gemeinen, die heut' vor deinem Untlig stehn, soll meine Seele sich vereinen, Herr, deine Liebe zu erhöhn, dein Lob mit Ehrfurcht hier zu stammeln, bis einst, wenn in der Engel Chor sich deine Heiligen versammeln, mein Psalm mit ihnen dringt empor! 4. Noch hier am Gott geweihten Orte erschallt der Gnaden Stimme mir. Ich höre, Jesus, deine Worte und stille seufzt mein Herz zu dir. Zu dir, daß ich, als dein Erlös'ter, für den du starbst, mich kann erfreun, zu dir, mein Licht, mein Schild, mein Tröster, durch den ich geh' zum Leben ein. 5. Und sammeln soll in heil'ger Stille zu neuer Kraft die Seele fich, und fragen: was verfolgt dein Wille? was quålt und was ergötzet dich? Sie soll ergründen ihr Bestreben; im Blick auf jenen heil'gen Pfad erwägen Sinn und Wort und Leben, den Jesus Christ gewandelt hat. 6. Als milder, brüderlicher Tröster will ich zu dir, Verlaff'ner, gehn; mit Freundlichkeit, du Hülfentblößter, soll gern mein Herz dir offen stehn. Ich will zu dir, du Kranker, eilen, du sollst in meiner Liebe ruhn; will deine Schmerzen mit dir theilen! denn Sabbathsfei'r ist: Gutes thun. ( Lavater.) Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele zc. 52. Hehr und heilig ist die Stätte, wo die Frommen zu dir flehn; wenn ich feiernd sie betrete, laß mich, Herr, dein Antlitz sehn! Wohl, wohin mein Auge sah, war dein Geist mir immer nah, doch es trübt das Weltge= tümmel oft vor meinem Blick den Himmel. 2. Von dem Irdischen geschieden, von dem Ewigen erfüllt, find' ich hier den hohen Frieden, der des Geistes Sehnsucht stillt. Un dem Strom der Erdenlust schmachtet doch zuleßt die Brust; in des Lebens wildem Drången kann das Herz sich nur verengen. 10 3. Hör ich hier der Andacht Lieder, důnkt es mich ein Engeldor; sink' ich bang' und zweifelnd nieder, hebt der Glaube mich empor. Milder wird der Krankung Schmerz, Bruderlieb' erfüllt das Herz, seh' zu den geweihten Hallen ich die Mitanbeter wallen. 4. Heil'ges Wort der ew'gen Wahrheit, die dem Irrthum uns entreißt! du erhellst die Nacht zur Klarheit, du durchstrahlst mit Licht den Geist. Nichts verhehlet sich vor dir, Fehl und Schuld enthüllst du mir. Wo dies Machtwort je erklungen, hat es Mark und Bein durchdrungen. 5. Weinend oft mit bangem 3agen trat ich in das Heiligthum; da verstummten meine Klagen und mein Leiden ward mein Ruhm. Willig, wie aus Vaterhand, nahm, zum Mittler hingewandt, ich, in Demuth hingefunken, auch den Kelch, den er getrunken. 6. Knie' ich an des Altars Stufen, ein gebeugter Sünder, hin, hör' ich heil'ge Stimmen rufen:» Sey getrost! dir ist verziehn!« hochbegnadigt steh' ich auf; fröhlich fördr' ich meinen Lauf, und das Herz wird voll Vertrauen, was ich glaube, dort zu schauen. 7. Sieht mein Auge naß von Thränen, der Geliebten Stelle leer: hier stillt sich das bange Sehnen; leben sie doch hoch und hehr! Aus der Welt voll Kampf und Streit zu des Himmels Herrlichkeit, zur Gemeine fel'ger Frommen sind die Glücklichen gekommen. 8. Theuer bleibst du meiner Seele, Haus des Herrn, so lang' ich bin. Nimmt des Grabes dunkle Höhle einst den Staub des Pilgers hin, schwebt der Geist mit Preis und Ruhm in das höh're Heiligthum, daß er ewig sich vereine mit der himmlischen Gemeine. ( Niemeyer.) Mel. Wie schön leucht't uns der ic. 53. Fleug, auf, mein Pfalm, mein Lobgefang, Unbetung Gott und Ruhm und Dank vor seinen Thron zu bringen! Gott hört auch Menschenlieder gern, wenn gleich die Engel ihrem Herrn erhab'ner' Psalmen singen. Darum hat er mit den Heeren, die ihn ehren, zu den Stufen feines Throns auch dich gerufen. 2. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! Er sprach zu seinen Himmeln: fend! zu seinem Erdkreis': werde! Gleich standen da voll Neiz und Pracht vor ihm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und die Erde. Wie er's ausrief, da begonnen tausend Sonnen, und erhellten ein unzählbar Heer von Welten. 3. Wie sie so herrlich sind, so schön, einträchtig alle Gott erhöhn und seine Größe preisen! Wie jede Jubel ist und Dank, ein hoher, lauter Lobgesang dem Gütigen und Weisen! o wie könnt' ich fühllos schweigen, solcher Zeugen Lob vernehmen und doch seines Ruhms mich schåmen? 4. Er hat der Sonne hoch Gezelt, die Himmel, über seine Welt auch für mich ausgebreitet. Wer nutzt der Erde mehr, als ich? Hat sie mein Vater nicht für mich ge= gründet und bereitet? Låcheln mir nicht alle Wälder, alle Felder froh entgegen, reich für mich von seinem Segen? 5. Wem blüht das Thal, für wen erhebt sich das Gebirge! Wem tönt und schwebt der Sånger in den Lüften? Für wen bevölkert sich das Meer? Wem lebt der Thiere zahllos Heer auf segensreichen Triften? Quellen rieseln; Winde wehen; Flüss' und Seen werden Meere mir zum Segen, ihm zur Ehre. 6. Noch strahlt mir ungeschwächt sein Licht; noch) weigert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmůk= ten; noch hat sie Freuden g'nug für mich, noch immer schön und jugendlich mein Auge zu entzůcken. Eher werden diese Werke seiner Stärke nicht veralten, bis er kommt, Gericht zu halten. 7. So hat mein Gott an mich gedacht, hat über sie durch seine Macht zum Herrscher mich erhoben; er gab mir meinen Leib und auch die Seele, seines Odems Hauch, gleich Engeln ihn zu loben. Rühm' ihn, Seele, und es Osnabrücker Landgefangb. 7. Aufl. 4 schalle von dem Halle deiner Lieder Gottes Erd' und Himmel wieder! 8. Das Kind, der Jüngling und der Mann, die ganze Schöpfung bet' ihn an, und seiner Wunder Menge! Stromt hin aus meiner vollen Brust, strömt hin, Empfindungen voll Lust, in hohe Dankgesånge! Schöpfer, Bater, dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, meine hochbeglückte Seele. ( Cramer.) Mel. Dir, dir Jehovah will ich singen zc. 54. Wenn ich vor dich, mein Schöpfer, trete, und andachtsvoll in stiller Einsamkeit aus vollem Herzen zu dir bete, was fühl' ich da für hohe Seligkeit! Ich bin entzückt, und Alles, Alles flieht, was meinen Geist zur Erde niederzieht. 2. Dann spott' ich jener falschen Freuden und achte nicht der eitlen Flitterpracht, um die sich Menschen oft be neiden, und die sie nur zu Sinnensclaven macht; ich fühl es lebhaft: dir gefällig seyn, nur das kann stets und wahrhaft uns erfreun. 3. Dann weichen selbst die schwersten Sorgen, dann flieht der Schmerz, der sonst mich niederdrückt; ich weiß es, dir ist nichts verborgen, auch nicht der Seufzer, den mein Herz erstickt. Du bist ein Vater, der mich ewig liebt, auch wenn er mich durch kurze Leiden übt. 4. Ja, das Gebet giebt Kraft im Leiden, belebt und stärkt zur Tugend meinen Geist, und hilft mir Alles, Alles meiden, was mir den Sinn für Edelmuth entreißt; nur muß mein Flehn auch ernstlich fromm und rein und eines wahren Christen würdig seyn. 5. Drum bitt' ich nicht in meinen Leiden: o Vater, Vater, nimm sie weg von mir! Auch bitt' ich nicht in meinen Freuden: erhalt, o Schöpfer, diese Freuden mir! nur um ein frommes, dir ergeb'nes Herz bet' ich zu dir in Freuden und in Schmerz. ( Elife v. d. Reck.) wwwwww Neujahrslied. Mel. Haupt voll Blut und Wunden sc. 55. Das Jahr ist hingeschwunden, wie Schaum im wilden Bach. Denkt seinen heitern Stunden, denkt seinen trüben nach! Es floh zu jenen Jahren der Freud und Leiden viel, die schon erschienen waren, rückt nåher uns ans Ziel. 2. In stetem Wechsel kreiset des Menschen kurze Zeit; er blüht, er åltert, greifet und geht zur Ewigkeit. Es schwinden selbst die Schriften, wie früher Ehr' und Macht, an seinen morschen Grüften hinab in Todesnacht. 3. Ist heut' noch Jeder lebend, der heut' vor einem Jahr, in Lebensfülle strebend, mit Freuden fröhlich war? Uch! Manche sind geschieden! Senft einen Blick hinab, sie sind nicht mehr hienieden, sie deckt das stille Grab. 4. Wer weiß, wie Mancher modert ums Jahr, vers fenkt ins Grab! Unangemeldet fodert der Tod die Menschen ab. Bei lauem Frühlingswetter und grüner Bäume Pracht wehn oft verwelkte Blätter, vom Todeswurm benagt. 5. Und dennoch, frohes Muthes, auch wenn uns Trennung droht! Wer fromm ist, findet Gutes im Leben und im Tod! Wir sammeln einst uns wieder; wir sind in Gottes Hand, und singen heil'ge Lieder im ew'gen Baterland. ( Voß.) Schluß des Jahrs. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte ic. 56. Ach, wieder ist ein Jahr verschwunden, ein Jahr, und kommt nicht mehr zurück! Mit ihm, wie viele tausend Stunden sind weg, weg wie ein Augenblick; weg meine Tugenden und Sünden. Doch nein! Der Richter aller Welt låßt jegliche mich wiederfinden, wenn er vor sein Gericht mich stellt. 2. Gedanken, Worte, Thatenheere! Wie? dürft ihr Gottes Licht nicht scheun? Wenn ich dies Jahr gestorben wäre, wo würde meine Seele seyn? Stund' ich 4* verklårt bei Gottes Kindern, von meines Gottes Preis entflammt? Wie? Oder håtte mit den Sündern der Allgerechte mich verdammt? 3. Den Gott, der liebt, wie Våter lieben, hat ihn mein Undank nie betrübt? Den Gott, der mir so treu geblieben, hab' ich ihn auch so treu geliebt? Lebt ich vor ihm nach seinem Willen, stets als vor seinem Ungesicht? fromm öffentlich, und fromm im Stillen, treu dem Gewissen, treu der Pflicht? 4. Nein, Vater, sie sind nicht zu zählen, die Sünden dieses Jahres. Nein! wie könnt' ich's dir, wie mir verhehlen: ich bin nicht werth, noch hier zu seyn. Zu oft ließ ich das Herz erkalten; zu oft verletzt' ich meine Pflicht. Ich darf vor dir nicht Rechnung halten; ich zittre. Geh' nicht ins Gericht! 5. Nein, Vater, sie sind nicht zu zählen, die Gnaden dieses Jahres. Nein! wie kann ich's dir, wie mir verhehlen: ich bin nicht werth, noch hier zu seyn. Wo fang' ich an? Gott, welche Menge, vom ersten bis zum letzten Tag! Ich weiß, daß wenn ich Jahre sange, ich dir zu danken nicht vermag. 6. 2n manchem ruhevollen Morgen fühlt' ich aufs neu' des Lebens Werth! Wie oft genoß ich ohne Sorgen die Nahrung, die mir Gott beschert! Wie viele schreckliche Gefahren hat er von mir hinweggewandt! Wenn tausend Andre elend waren, erhielt mich seine Vaterhand. 7. Verzeih' den Undank, schenk' Erbarmen, gedenke. meiner Sünden nicht, und zeig' dem Reuenden, dem Urmen, der Gnade sucht, dein Angesicht! Wie freudig will ich dann mein Leben von neuem deinem Dienste weihn! Wie eifrig will ich mich bestreben, durch deinen Geist ein Christ zu seyn! ( Lavater.) Beim Anfange des Kirchenjahrs. Mel. Was ist vor deinem Angesichte ic. 57. Fest steht dein Bund, wie Felsen stehen, du Gott der Gnade, Gott der Treu'! Jahr und Jahrhunderte ver gehen; doch deine Güt' ist tåglich neu. Für diese Güte bringen wir auch heute Dank, o Vater, dir. 2. Kein Feind zerstörte die Altåre, kein Feind zertrat dein Heiligthum. Noch singen wir von deiner Ehre, noch predigt man von deinem Ruhm. Durch Taufe, Abendmahl und Wort pflanzt sich auch hier die Kirche fort. 3. Doch fragst du nach des Wortes Früchten, und bringst, was wir gethan, ans Licht, nach unsern Werken Du uns zu richten, so, Heiligster, bestehn wir nicht. trugest uns mit viel Geduld; wir aber häuften Schuld auf Schuld. 4. O laß es deinem Geist gelingen, bei uns in diesem neuen Jahr die Sünde måchtig zu bezwingen, wo sie bisher noch herrschend war! Wir schwören dir heut' ew'ge Treu', daß sie nicht weiter herrschend sey. 5. Laß hier, wo wir jetzt niederfallen, dein unverfälschtes Gnadenwort bei unsrer Nachwelt noch erschallen, und sie an diesem heil'gen Ort der Tauf' und deines Mahls sich freun und deine wahre Kirche seyn! 6. Gieb, daß wir dich stets kindlich ehren, als dein geweihtes Eigenthum! Einst führst du uns zu jenen Choren, wo man, erfüllt von deinem Ruhm, das Leben, das uns dort beseelt, nicht mehr nach Tag und Jahren zählt. ( Schlegel.) Am Ende einer Woche. Mel. Vom Himmel hoch, da komm' ich her zc. 58. Unwiederbringlich schnell entfliehn die Tage, die uns Gott geliehn. Auch diese Woche eilet schon unwiederbringlich schnell davon. 2. Dank unserm Vater, unserm Gott! uns traf kein Gram und keine Noth; denn seine ew'ge Vatertreu' ward uns an jedem Morgen neu. 3. Dank ihm! Wenn jetzt voll Freudigkeit das Herz sich mancher Tugend freut, weß war die Kraft? Wer gab Gedeihn? Dem Herrn gebührt der Ruhm allein. 4. Oft fehlten wir, und merkten's nicht! Verzeih' uns die verletzte Pflicht. Nimm an, Erbarmer, unsre Reu, und sprich uns, deine Kinder, frei. 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets nåher hin zur Ewigkeit. Herr unsers Lebens, mache du uns selber recht geschickt dazu. 6. Du låff'st, uns långer zu erziehn, uns Wochen, Monden, Jahr' entfliehn; doch an dem Ziel der Pilgerschaft kommt unsre große Rechenschaft. 7. O dann laß uns, wir Alle flehn, mit Freudigkeit vor dir bestehn. Denn, ach! wer dann vor dir erbebt, hat thöricht, hat umsonst gelebt. ( Neander.) Allgemeines Danklied. Mel. Errett' mich, o mein lieber Herre zc. 59. Dank, bester Vater, will ich fingen, Dank dir, ber mir nur Gutes giebt! mit aller Kraft, vor allen Dingen sey du gelobet und geliebt. 2. Dank, lauter Dank dir für mein Leben, ich steh' vor deinem Angesicht; du hast mein Daseyn mir gegeben; wenn du nicht wolltest, wär' ich nicht! 3. Du warst mir, ch' ich war, gewogen, und ewig auf mein Glück bedacht; du hast mich aus dem Nichts gezogen, zum Menschen hast du mich gemacht! 4. Ja, Vater! dir gebührt die Ehre; ich bin, was ich nur bin, durch dich. Dank, Dank dir! der Geschöpfe Heere erschufft du, Vater, auch für mich. 5. Dank dir, du gabst mir Kraft zum Denken, und Willensfreiheit gabst du mir; Vernunft, mein Leben hier zu lenken; Empfindung; ach, wie dank' ich dir! 6. Ich kann dich in der Schöpfung finden, mich deiner großen Werke freun; Dank dir! Ich kann dich, Gott, empfinden; wie freu ich mich, durch dich zu seyn! 7. Für meinen Leib und alle Glieder gebührt dir, Dank! Mit jedem Sinn fall ich anbetend vor dir nieder, und danke laut dir, daß ich bin! 8. Du hast mir Dach und Kleid bescheret; was fehlte, Vater, jemals mir? Hast du mich nicht bis jetzt ernähret? Von ganzem Herzen dank' ich dir. 9. War ich umringet von Gefahren, du hattest, Vater, mich bewacht; und immer stand, mich zu bewahren, an meiner Seite deine Macht. 10. Erwåg' ich, Vater, alle Pfade, die deine Hand mich durchgeführt, so seh' ich Weisheit nur und Gnade, und fühle, daß dir Ruhm gebührt. 11. Wie oft entrisfest du dem Feinde der Wahrheit und der Tugend mich! Für meine Eltern, meine Freunde, für meine Lehrer preis' ich dich! 12. Du lenktest von der frühen Jugend durch viele Freude, wenig Schmerz zu deiner Kenntniß und zur Tugend, o bester Gott! Verstand und Herz. 13. Für jede nützliche Erfahrung, für Alles, was mich lehren kann, für Unterricht und Offenbarung, bet' ich im Staube, Gott, dich an! 14. Im Dunkeln forsch' ich nicht vergebens, du gabest mir dein Wort zum Licht; du zeigtest mir den Weg des Lebens; mein Glück, mein Elend, meine Pflicht. 15. Nein, nein! die Zunge kann nicht sagen, wie unaussprechlich gut du bist; nun darf die Seele nicht mehr zagen, die Seele, die unsterblich ist. 16. Unsterblich!- Vater! Ewig leben soll ich! ich, der nur Tod verdient; ich ewig seyn! Du hast vergeben, haft mit dem Sünder dich versühnt! 17. Dein Sohn,-ower faßt das Erbarmen! entäußerte des Himmels sich; vom Tode zu befrei'n mich Armen, ward er, der Sohn, ein Mensch, wie ich. 18. Ein Mensch, um Menschen zu versöhnen, er, der mich schuf und mich erhålt! Er starb; o fließet, Freudenthrånen! Wie dank' ich dir, o Herr der Welt! 19. Anbetung dir und ewig Ehre; und Dank und Liebe, Jesus Christ! Von mir, der ewig elend wåre und nun unendlich selig ist! 20. Ja, Vater, Vater, überschwenglich und über jeden Ausdruck groß sind deine Gnaden; unausdenklich! und deine Güte namenlos! 21. Dank sey mein Mund, mein Herz, mein Leben! Du bist die Liebe: Nichts bin ich! O du, der mir so viel gegeben, gieb mir noch Dankgefühl für dich! ( Lavater.) - Morgenlieder. 60. Wie lieblich winkt sie mir, die sanfte Morgenröthe, der Schatten weicht von ihr zurück. Wie schön ist die Natur! O Herr, vor dem ich bete, wie überströmt sie mich mit Glück! 2. Du hast mir mehr geschenkt, als in den Abendstunden mein Glaube gestern von dir bat. Viel mehr, als ich verstand, hast du im Flehn gefunden, womit ich vor dein Untlik trat. 3. Du schenktest mir den Schlaf zur Sammlung neuer Stårke für diesen neuen Lebenstag; jetzt ruft dein Wohlthun mich, zu wirken gute Werke, aus meinem stillen Schlafgemach. 4. Wie prachtig kommt der Tag! Ich athme frische Lüfte; der Wald singt mir ein Loblied vor; ich stimme jauchzend ein, und rein, wie Blüthendüfte, steig', Herr, mein Lob zu dir empor. AGE 5. Und sanft ergieße sich dein Licht in meine Seele und zeige mir den Weg zu dir! Mich stårke deine Kraft, und wenn ich Schwacher fehle, dann habe du Geduld mit mir. ( 3. T. permes.) Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen ic. 61. Es jauchzen schon die Morgensterne dem Schöpfer, der ihr Seyn gebot; schon glüht in halb erwachter Ferne der Berge Haupt vom Morgenroth. Die Sonne kommt, von Gott gerufen, tritt sie dort im Triumph hervor und wirft an seines Thrones Stufen des Lichtes Erstlingsstrahl empor. 2. O du, von dessen Macht und Milde die herrliche so machtig spricht, wenn sie durch dåmmernde Gefilde mit jugendlichen Strahlen bricht, und alles weckt, was durch den Schlummer zum Leben neue Kraft empfing, und Alle tröstet, die im Kummer der sanfte Schlaf vorůberging. 3. Wie schlägt mein Herz, da ich den Morgen so freundlich wiederkommen seh', und ohne Thrånen, ohne Sorgen in seinem Rosenschimmer steh'! Vernimm mein Lob und meine Wonne, vernimm des Herzens Feierlied, das in dem Glanz der Morgensonne entflammt in frommer Andacht glüht. 4. Als ich, von Finsterniß umgeben, mir fremd im Schoß der Ruhe lag, gab deine Huld mir neues Leben, der Erde diesen neuen Tag. Du sahst auch mich im Weltgebiete, daß sich kein Unfall zu mir schlich und in dem Dunkel nicht der Friede von meinem stillen Lager wich. 5. Nun leb' ich, wie im Morgenglanze die ganze Schöpfung wieder lebt, und seh', wie bis zur kleinsten Pflanze sich alles, froh verjungt, erhebt; hör', wie die Lerch' dem Sonnenstrahle voll Subels sich entgegenschwingt und rings vom Hügel und im Thale dem Schöpfer Lob und Dank erklingt. 6. Mit Gnade fichst du, Gott, hernieder, wenn dir die Schwachheit Opfer bringt, verschmähest nicht der Andacht Lieder, wenn sie dein Lob im Staube singt. Nein, dir ist wie des Sturmes Wehen das leise Wehn der Morgenluft, und wie der Opferrauch der Höhen der niedern Blume fanfter Duft. 7. So sey denn, ferner vom Getümmel, vom Taumelpfad der falschen Lust, ein froher Unblick dir im Himmel auch das Entzücken meiner Brust. Laß, weil ich lebe, deinem Preise mich jede Kraft und Stunde weihn und jede Pflicht auf meiner Reise ins Vaterland mir heilig seyn. 8. Den Pfad, den ich zu wandeln habe, sollt' ich ihn einst entkräftet gehn, sollt', wankend ich am schwachen Stabe, an steilen Höhen zu dir flehn: dann beut, o Gott, auf seinem Pfade dem můden Wandrer deine Hand, zeig' mit dem Lichtstrahl deiner Gnade ihm dann das nahe Vaterland! 9. Dort, wo kein mitternächtlich Grauen an kurze Sonnenschimmer grenzt und über ewig jungen Auen der herrlichste der Morgen glänzt, dort jauchzt, entflammt von Seligkeiten, wenn ich an deinem Throne knie', dir, Herr, der Jubel meiner Saiten, mein Dank in rein'rer Harmonie. ( Voß.) Morgenlied für Kinder. Mel. Befiehl du deine Wege ic. 62. Ich bin vom süßen Schlummer gesund und froh erwacht, es weckte mich kein Kummer, kein Schmerz die ganze Nacht. Sanft ruheten die Glieder auf meinem Lager hier, nun scheint so freundlich wieder die liebe Sonne mir. 2. Und meine Eltern leben; sie eilen froh herbei und segnen mich, und geben mir neue Lieb' und Treu'. Soll das mein Herz nicht rühren? Gott, ich danke dir! Wie viel konnt' ich verlieren und du erhielt'st es mir. 3. Ich will mit schwachem Munde dir, Herr, mein Loblied weihn, in dieser Morgenstunde mich deiner Güte freun. Wenn ich dich gleich nicht sehe, doch siehst und hörst du mich; du, Vater in der Höhe, ich weiß, dein Kind bin ich. 4. Lenk' alle meine Triebe, Allgütiger, zu dir; gieb Demuth, Sanftmuth, Liebe, Fleiß und Gehorsam mir, daß ich in frühster Jugend mich deinem Dienste weih' und Frömmigkeit und Tugend stets meine Freude sey! ( Bürde.) Abendlied. Mel. Nun ruhen alle Wälder zc.. 63. Der Mond ist aufgegangen, die gold'nen Sterne prangen am Himmel hell und klar; der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der graue Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dåmm'rung Hulle so traulich und so hold! Wie eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt. 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen, und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht schn. 4. Wir stolze Menschenkinder sind Alle doch nur Sünder, und wissen gar nicht viel; wir spinnen Luftgespinnste und suchen viele Künste, und kommen weiter von dem Ziel. 5. Gott, laß dein Heil uns schauen, auf nichts Vergånglich's bauen, nicht Eitelkeit uns freun. Laß uns voll Einfalt werden, und vor dir hier auf Erden, wie Kinder, fromm und fröhlich seyn. 6. Wollst, endlich sonder Gråmen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod! Laß, wenn du uns genommen, uns in den Himmel kommen, du, unser Herr und unser Gott! 7. So legt euch denn, ihr Glieder, in Gottes Namen nieder. Kalt ist der Abendhauch. Verschon' uns, Gott, mit Strafen, und laß uns ruhig schlafen und unsre kranken Brüder auch. ( Claudius.) Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte ic. 64. Hier steh' ich unter deinem Himmel, seh' tausend Welten über mir, und, fern vom rauschenden Getümmel, weih' ich die heil'ge Stille dir. Mein Geist sinkt betend vor dir nieder, vor dir, Herr, dessen Allmachtsruf den Himmel dort und meine Brüder und mich, wie jenen Himmel, schuf. 2. Ich finge dir, der jene Sterne aus seiner Hand hinwarf wie Saat, und der in ungemess'ner Ferne auch ihre Bahn bezeichnet hat. Dort wandern sie in sichern Kreisen so friedlich hin, wie Freund an Freund, ein großes Chor, das, dich zu preisen, in seinem Fluge sich vereint! 3. Wer nennt, wer nennt die Wesen alle, aus deren Mund dein Loblied steigt, das mit der Welten Jubelhalle bis zu dem Psalm des Seraphs reicht! ich mische mich in ihre Heere; mein Loblied steigt zu dir empor. O Gott! wann tritt zu deiner Ehre mein Geist in heff'rer Welt empor? ( Köpken.) Mel. Vom Himmel hoch, da komm' ich her zc. 65. Sternennacht, o Silberlicht, das durch zerriff'ne Wolken bricht! o Bild von Gottes Herrlichkeit, der jene Sterne hingestreut! 2. Ein heil'ger Schauer überfällt mich, nie empfund'ne Ahndung schwellt die Brust empor, mein Auge starrt; ich fühle Gottes Gegenwart. 3. Ich sehe keine Sterne mehr, nein, lauter Welten um mich her; es strebt und forscht der kühne Sinn durch alle diese Welten hin. 4. Sch schweb' im grenzenlosen Raum der Schöpfung, als ein Lichtpunkt kaum erscheinet unser Erdenball mir in dem großen Schöpfungsall. 5. Durch Millionen Welten flieht voll Staunen jetzt mein Geist und sieht in jeder, wie in unsrer Welt, durch Gott Bewohner aufgestellt. 6. Und Alle sind, wie wir, beglückt, und Gottes Vaterauge blickt auf Alle gütig, wie auf uns, und sorgt für alle, wie für uns. 7. Gott, Gott, wie groß erscheinst du hier dem Staube! Worte fehlen mir, womit ich dich lobpreisen kann. Die Seele betet schweigend an. ( Häntein.) Abendlied für Kinder. Mel. O Jesu Christe, Gottes Lamm 2c. 66. Den süßen Schlaf erbitten wir, du bester Vater, uns von dir. Gieb deinen můden Kindern Ruh', und, wenn sie schlafen, wache du. 2. Du waltest mit Barmherzigkeit stets über unsre Lebenszeit; voll Lieb' und Weisheit theilst du sie in Tag und Nacht, in Ruh' und Müh'. - 3. Was gut ist, Vater, kommt von dir! Des Guten viel empfingen wir; nimm unser dankend Lallen an für das, was du an uns gethan! 4. Wir wollen deine Kinder seyn und immer bleiben, und uns freun, daß du, Gott, unser Vater bist durch unsern Heiland Jesum Christ. 5. Als der ein Mensch auf Erden war, da brachten sie ihm Kinder dar; er ließ sie freundlich zu sich nahn, den Segen seiner Hand empfah'n. 6. Er liebt und segnet auch noch heut' ein Herz voll reiner Kindlichkeit. Gieb uns ein Herz vom Urgen rein, und laß uns fromme Kinder seyn. 7. Wir sammeln uns, mit frohem Muth zu ruh'n in deiner Vaterhut; kein Haar von unserm Haupte fållt ohn' dein Geheiß, du Herr der Welt. 8. Wir schlummern ein jung und gesund, und doch kommt einst die letzte Stund'! Ach, sollt' es diese Nacht geschehn, so laß uns in den Himmel gehn. ( Bürde.) Landmann. Mel. Nun sich der Tag geendet hat ic. 67. Web immer Treu' und Nedlichkeit bis an dein kühles Grab, und weiche keinen Finger breit von Gottes Wegen ab. 2. Dann wird die Sichel und der Pflug in deiner Hand dir leicht; dein frohes Herz hat dann genug, und Neid und Unmuth weicht. 3. Dem Bösewicht wird Alles schwer, er thue, was er thu'; das Böse treibt ihn hin und her und läßt ihm keine Ruh'. 4. Der schöne Frühling lacht ihm nicht; ihm lacht kein Ührenfeld; er ist auf List und Trug erpicht, und wünscht sich nichts, als Geld. 5. Das Laub am Baum, der Wind im Hain faust ihm Entsetzen zu; des Lebens kann er sich nicht freun, denn nirgends hat er Ruh'. 6. Drum übe Treu' und Redlichkeit bis an dein kühles Grab, und weiche keinen Finger breit von Gottes Wegen ab! 7. Dann wirst du wie auf grünen Au'n durchs Erdenleben gehn; dann kannst du ohne Furcht und Grau'n durchs Pilgerleben gehn. 8. Dann suchen Enkel deine Gruft und weinen Thrånen d'rauf, und schau'n zu Gott, der einst sie ruft, voll Freudigkeit hinauf. ( Höltey.) Gewitter. Mel. Lobt Gott, ihr Christen, freuet euch ic. 68. Der hohe Himmel dunkelt sich; ein Wetter Gottes dråut! ich bebe nicht; ich freue mich, Gott! deiner Herrlichkeit. 2. Du zurnest, wenn du donnerst, nicht; du bist der Menschen Freund. Nicht blasser sey mein Angesicht, wenn mir dein Blig erscheint. 3. Dem Sünder nur, der dich nicht kennt, dem bist du fürchterlich; doch wessen Herz dich Vater nennt, der sieht als Vater dich. 4. Wie gut ist deiner Sonne Schein! Wie gut die finstre Nacht! Auch gut muß, Herr, dein Blit uns seyn; er zeugt von weiser Macht. 5. Du reinigst durch den Blitz die Luft, dein Regen trånkt die Flur; ein frischer balsamvoller Duft durchschwebet die Natur. 6. Laß frei das Herz von Ängsten seyn, wenn das Gewitter droht! Weg, bange Furcht! Herr, wir sind dein; du bist die Liebe, Gott! ( Lavater.) Vom Tode. Mel. Meines Lebens beste Freude ic. 69. Weiche, Grabesschrecken, weiche! Freu' des Todes dich, mein Herz! Liegt sie da, die kalte Leiche, wegge= weint ist jeder Schmerz, und der Thrånen Quell versiegt, wenn der Staub beim Staube liegt. 2. Nimm für alle Erdenfreuden, Vater, Herzensdank von mir, Dank für alle meine Leiden bringt die frohe Seele dir! Leiden einst durch dich entführt, dank' ich tiefer noch gerührt. 3. Hier nicht, dort nur, dort nur quillen Freuden, ungetrübt von Qual; dort nur strömt nach deinem Willen lautre Wonne ohne Zahl. Deckt die Nacht einst mein Gebein, werd' ich Licht und Freiheit seyn. 4. Welche Freude soll mich heften an die Erde, an die Zeit? Nein, mit allen meinen Kräften ring' ich nach Unsterblichkeit. Weiche, Furcht des Grabes, fern! åhnlich werd' ich meinem Herrn. 5. Frei von jeglicher Beschwerde, losgewunden von der Nacht, flieg' ich über Zeit und Erde voll Gefühl: es ist vollbracht! über Bitten und Verstehn werd' ich fühlen, werd' ich sehn. 6. Nie vernomm'ne Preisgesånge hört dann mein entzücktes Ohr, und zur auserwählten Menge tragen Engel mich empor. Selig bin ich dann, wie sie; fliehe, Furcht des Todes, flieh'! 7. Bald, o bald ist's überstanden; ruhig harr' ich, Herr, auf dich; viele Tausend überwanden; überwinden werd' auch ich; denn ich traue deinem Wort, Jesus, o mein Herr und Hort! 8. Soll ich zagen? soll ich beben? Du, mein Heiland, rettest mich durch des Todes Nacht ins Leben; ich soll zagen? beben ich? da mich der, der ewig lebt, zu sich in sein Reich erhebt? 9. Fliehe denn von meinem Munde, Lebensodem, immerhin! Sinke, Leib, zu deiner Stunde in die Nacht des Grabes hin! Herr, du starbst, du lebest mir; freudig, freudig sterb' ich dir. ( Lavater.) Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 70. Immer nåher kommt das Grab, flügelschnell entfliehn die Stunden; meines Lebens Kraft nimmt ab, ist wie bald vielleicht geschwunden, und sie senken meinen Staub in die Gruft, des Todes Raub. 2. Was der Erde angehört, hofft Unsterblichkeit vergebens; jeder Augenblick zetstört an der Wurzel dieses Lebens. Ach! wie schnell verlischt das Licht, wenn die Nahrung ihm gebricht! 3. Ob, eh' ich den Morgen seh', schon des Lebens Docht verglimmet, ob des Alters steilste Höh' doch vielleicht mein Fuß erklimmet, keine Stimme sagt es mir; Herr, es steht allein bei dir. 4. Oft verzagt der schwache Sinn, Furcht ergreift mich, banges Grauen, seh' ich auf die Gråber hin, muß ich die Verwesung schauen. Dunkel wird des Auges Blick, schaubernd bebt der Geist zurück. 5. Macht'ger noch fast mich der Schmerz, denk' ich an der Trennung Jammer, an der Freunde blutend Herz, wenn nun in der stillen Kammer ihren Harm die Lippe schweigt, von des Todes Hauch gebleicht. Siers 6. 3ůrne nicht, der mich erschuf; höre meiner Schwachheit Flehen! Du vernahmst des Mittlers Ruf: ,, laß den Kelch vorübergehen!" Meinen Meister stärktest du, send' auch Muth dem Jünger zu. 7. Sende deines Trostes Strahl mir herab aus lichten Höhen; in der Gråber finsterm Thal laß der Hoffnung Stern mich sehen; wenn des Zweifels Sturm erwacht, sey mein Führer in der Nacht. 8. Stårk' in mir die Zuversicht, daß ich mich zu dir erhebe, wenn die morsche Hütte bricht; daß ich ewig vor dir lebe, sicher ruh' in deiner Hand in dem unbekannten Land.sar Sus20 356 9. Gieb der Hoffnung Freudigkeit, die ich liebte, dort zu finden. Vorgefühl der Ewigkeit ist's, wenn Seelen sich verbinden; nicht für einen Augenblick gabst du mir dies höchste Glück. tran 10. Sey denn nah', sey fern mein Ziel: was ich glaubte, werd' ich schauen; ein befeligend Gefühl stärkt das Herz mir mit Vertrauen. Freudig folg' ich, stets bereit, wenn des Vaters Ruf gebeut. 13 ( Niemeyer.) Mel. Alle Menschen müssen sterben ic. 71. Was in keines Herz gekommen, was kein Auge hier erblickt, Ruh' des Himmels, die den Frommen nach dem langen Kampf erquickt; namenlose Herrlichkeiten will den Siegern Gott bereiten. Kämpft nur treu und weichet nicht, bis das Herz im Tode bricht. 2. Dunkel ist der Weg im Staube, rauh und steil des Streiters Bahn; sonnenhell macht ihn der Glaube, und fie führt doch himmelan. Doch welch Heil uns dort bes fchieden, fasset kein Verstand hienieden; bis die morsche Hütte fällt, decket Nacht die höh're Welt. 3. Aber in der Seelen Grunde wird das Ew'ge angeschaut; da giebt sel'ger Zukunft Kunde mir der Hoffnung Stimme laut: an dem Irdischen verschmachtend, wird, nach höherm Leben trachtend, einst der Geist der Hülle los, der Unsterblichkeit Genoß. 4. Welche Bahn er dann wird finden durch des Todes Thal zum Licht, wenn der Erde Schranken schwinden, ahnet meine Seele nicht. Ob mit sehnendem Verlangen die Geliebten mich empfangen; bleib' es mir auch unbekannt, bleib' ich doch in Gottes Hand. 35. Diese Hand führt mich zur Quelle ew'ger Wahrheit sicher hin; Zweifelnacht zerfließt in Helle, nicht mehr Osnabr. Landgesangb. 7. Aufl. 5 tauscht der blöde Sinn. Was mein Herz hier treu erfunden, lebt mir ewig dort verbunden, und in Lieb' und Heiligkeit reif' ich zur Vollkommenheit. 6. O, mein Mittler! o der Wonne, wenn auch dich mein Aug' erblickt, meines dunklen Lebens Sonne, deren Strahl mich oft erquickt! Bei der Sel'gen Huldigungen, die du kämpfend dir errungen, singt dann auch mein Jubelton dich, des Vaters hohen Sohn. 7. Denn in deinem Ungesichte spiegelt sich der Gottheit Bild, und es wird in deinem Lichte der Erkenntniß Durst gestillt. Reißet denn, ihr Erdenbande, daß ich bald in jenem Lande Gottes Wunder schauen mag! Komm, o komm, Vollendungstag! ( Niemeyer.) Mel. Wiedersehn! mit raschen Schlägen 2c. 72. Erdentochter, Erdensöhne! seyd nicht stolz auf Reiz und Schöne! troket nicht auf eure Kraft! Eures Mundes Hauch verflieget; eures Lebens Quell versieget; auch des Starken Arm erschlafft. 2. Doch, ihr Christen, seyd nicht traurig, wenn so früh, so dumpf, so schaurig euch die Sterbeglocke ruft. Edler, kräftiger, verklärter, liebevoller, liebenswerther überfliegt der Geist die Gruft. 3. D, was ist des Grabes Höhle? Menschen mit der fanften Seele, fürchtet nicht, hinab zu sehn! Über Grab und Grabestrůmmer wird der Geist im Sonnenschimmer himmlischer Erkenntniß stehn. 4. Nein, umsonst ist nichts geboren! Alles ruhet unverloren in des ew'gen Vaters Schoß. Süße Hoff nung! schöner Glaube! Alles windet einst vom Staube herrlicher sich wieder los. 5. Leibesschönheit wird verblühen, Seelenschönheit nie entfliehen; sie ist für die Ewigkeit. Sanfter Sinn und reine Tugend lohnt mit ewig froher Jugend, lohnt mit Himmelsfeligkeit. 6. Himmelsfeligkeit bestehet; nur der Erde Glück vergehet; nur das Eitle bleibt zurück. Wie die Gottheit unvergånglich, wie der Himmel überschwenglich, ist des Christen wahres Glück. ( Kofegarten.) Mel. Nun laff't uns den Leib begraben ic. 73. Des Todes Grau'n, des Grabes Nacht flieht, Herr, vor deiner Wahrheit Macht; mein Geist, erhellt von deinem Licht, bebt vor des Leib's Zerstörung nicht. 2. Es falle nur die Hülle hin, mit der ich hier um geben bin. Ich selbst, dann freier als zuvor, schwing' aus den Trümmern mich empor. 3. Ein inn'res mächtiges Gefühl verkündigt mir ein höher Ziel; dies Streben nach Vollkommenheit ist sichrer Ruf zur Ewigkeit. 4. Dich, Höchster, hab' ich hier erkannt, voll Liebe Bater dich genannt; in dieser Seelenwürde liegt ein Hoffnungsgrund, der nimmer trügt. 5. Wohl uns, daß Jesu Unterricht hiervon zu uns fo- tröstlich spricht! Wie herrlich wird der Menschheit Berth durch diese Aussicht aufgeklärt! 6. O frohe Aussicht auch für mich! Voll Muths hebt meine Seele sich; ich seh' im Geist des Christen Lohn; ich sehe meinen Himmel schon. 7. Da find' ich, was dein weiser Rath, mir unbe= wußt, geordnet hat, genieße deines Gnadenblicks zu der Vollendung meines Glücks. 8. Der Freuden viel' gabst du schon hier, o Gutiger, wie dank' ich's dir! Oft folgte kleinerm Ungemach ein größeres Vergnügen nach. 9. So hat schon dieser Übungsstand der höhern Hoffnung Unterpfand; die Liebe, die mich hier beglückt, bleibt mir und segnet unverrückt. 10. Des heitersten Vertrauens voll, erwart' ich, was mir werden soll, wenn künftig weder Schuld, noch Noth dem schnellen Reifen Schaden droht. 11. Mir wird der Tod, den Frevler scheun, Geburt zu edlerm Leben seyn; durch Kraft von Gott besiegt mein Herz der Krankheit Last, der Trennung Schmerz. 5* 12. Wenn hier von uns, die Gott vereint, der Lette auch hat ausgeweint, dann wird ein beff'res Wiedersehn auf ewig unser Glück erhöhn. 13. Herr unsrer Tage, führe du Uns Alle diesem Ziele zu, daß uns bei standhaft frommer Treu der Abschied einst willkommen sey! ( Spalding.) 74. Wachet auf! so ruft die Stimme, des Sohnes Gottes Allmachtsstimme, verlaßt, ihr Todten, eure Gruft! Wachet auf, erlöste Sünder! Versammelt euch, ihr, Gottes Kinder, der Weltenherrscher ist's, der ruft. Des Todes stille Nacht ist nun vorbei; erwacht! Halleluja! macht euch bereit zur Ewigkeit, sein Tag, sein großer Tag ist da. 2. Erd' und Meer und Felsen beben, die Frommen stehen auf zum Leben, zum neuen Leben stehn sie auf. She Versöhner kommt voll Klarheit, durch Gnade måchtig, stark durch Wahrheit; ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Sie stehn vor deinem Thron und leben, Gottes Sohn! Hosianna, Vollender, dir, dir folgen wir in deines Vaters Herrlichkeit! 3. Ewig sey dir Lob gesungen! Wir sind zum Leben durchgedrungen! 2m 3iel sind wir bei deinem Lohn. Glänzend sind des Himmels Pforten; o welch ein Heer an allen Orten freut sich mit uns um deinen Thron! Noch fah kein Auge fie; dem Ohr erscholl sie nie, diese Wonne. Von Ewigkeit zu Ewigkeit sey Dank und Preis und Ehre dir! ( Nicolai und Klopflock.) Mel. Befiehl du deine Wege zc. 75. In Gottes Rath ergeben, verlaff' ich gern die Welt und geh' zum bessern Leben, sobald es ihm gefällt. Was wår's, das mich betrübte? Dort schau' ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh' ich ihn gesehn. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbarmen zu: kommt her, belad'ne Herzen, ihr findet bei mir D Ruh'. Dies Wort aus deinem Munde laß, Herr, mich zu erfreun, in meiner letzten Stunde mir Trost und Leben seyn. 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu überstehn; in gläubigem Entzücken laß meine Seele sehn, wie an dem Kreuz der Sünder du mit dem Tode rangst, und wie du, ilberwinder, allmåchtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Sieg'sgedanke: wo ist dein Stachel, Tod? stårk' mich, daß ich nicht wanke in meiner Todesnoth. So ist, ob ich gleich sterbe, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe; dein Wort sagt, daß ich's bin. 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein; dein Blut kann nicht vergebens für mich vergossen seyn. Dir trauet meine Seele, dich preis' ich noch im Tod, Erlöser meiner Seele, mein Heiland und mein Gott! ( Neander.) Mel. Ewigkeit, du Donnerwort zc. 76. Unsterblichkeit! Unsterblichkeit! Gedanke, der das Herz erfreut, den Geist zu Gott erhebet, uns Trost für alle Schmerzen schafft, mit hohem Muth, mit Gottes Kraft zum Tugendkampf belebet! Fühlt des Gedankens Geligkeit, bedenkt es, daß ihr ewig seyd. 2. Sey's, daß der Erde Bau zerbricht, erlösche einst der Sonne Licht, wir, mehr als Erd' und Sonne, wir leben für die Ewigkeit! Schon in des Daseyns erster Zeit fühlt dies das Herz mit Wonne; und seine Würde fühlt der Geist, der ewig seinen Schöpfer preift. 3. Gott, dir sey Preis! Gott, dir sey Dank! Nun mischt sich in den Klaggefang an unsrer Lieben Grabe der Ewigkeit Triumphlied ein. Nur unser sterbliches Gebein fällt bei dem dunkeln Grabe; der Geist schwingt, wenn die Hülle fällt, sich frei empor zur höhern Welt. 4. Gott, dir sey Preis! Gott, dir sey Dank! Und rührender, als ein Gefang, danksage dir das Leben! Wir, deine Kinder, weih'n uns dir; nach Jesu Vorbild wollen wir ganz unser Herz dir geben; wie er, des Guten Samen streun, dort wird die Ernte uns erfreun. ( Demme.) Mel. Herr ich habe mißgehandelt sc. 77. Was geboren ist auf Erden, wenn's der Mensch auch machtig heißt, muß zu Staub und Asche werden; was er mit Erstaunen preist, Alles, Alles muß auf Erden Erde, Staub und Asche werden. 2. Laß mit Jauchzen sich erheben einen ruhelofen Geist, der, ob auch die Volker beben, Alles vor sich niederreißt, dies Gewaltige auf Erden Staub muß Alles, Asche werden. 3. Mann und Greis und Jüngling wallen, und die Mutter wallt entzückt durch des Gottes- Tempels Hallen, wenn ihr Kind sie an sich drückt. All' dies Wallende auf Erden Staub muß Alles, Asche werden. 4. Wie sie kommen, ach so kamen viele Tausend; ihr Gebein decket bei erloschnen Namen ein zuletzt zertrets ner Stein. Was belebt erscheint auf Erden, Staub muß Alles, Asche werden. 5. Aber, von der Welt geschieden, blickt die Treue starr hinab, ohne Freud' und ohne Frieden in das modervolle Grab. Wie? der Mensch soll ganz zerstäuben? Erde, Staub und Wsche bleiben? 6. In des Lebens schönen Tagen jammert die verwais'te Braut, füllt die Luft mit bangen Klagen, einem Schatten angetraut. Schatten? Nein! er wird erstehen. Nein! er kann nicht untergehen. 7. Nein! was trocknet heiße Thrånen, was die Hand der Armuth füllt, was erfreut das stille Sehnen, was mit Großmuth Haß vergilt, kann im Tod' nicht untergehen, Liebendes muß auferstehen. KAL 8. Menschen, die zum Himmel schauen, wenn sie dieser Erd' entfliehn, die dem Lebensworte trauen, vor dem Albeleber knie'n, werden wieder auferstehen: Glaubendes kann nicht vergehen. ( Jacobi.) Grabgefang nach schweren Leiden. Mel. Nun lafft uns den Leib begraben 2c. 78. Wir bringen weinend unsern Dank, wir stammeln dir den Lobgesang, dir, der den Retter aus der Noth gesendet hat, den sanften Tod. 2. Auf Dornen ging nach deinem Rath des Erdenpilgers steiler Pfad; durch große Trůbsal hart geübt, sah jeden Morgen er getrübt. 3. Schwer war der letzte Kampf und heiß; die Stirne deckte kalter Schweiß; hoch hob das Herz und zitternd sich: da kamst du und erbarmtest dich. 4. Nun ist der Leiden Kelch geleert. Wie sanft er schläft, wie ungestört! Ihn weckt des Weinens Stimme nicht, den Geist umfließt ein himmlisch Licht. 5. Zeuch hin in Frieden! Ew'ge Ruh' strömt dir vom Throne Gottes zu. Bald legen unfern Pilgerstab auch wir bei unsern Gråbern ab. ( Niemeyer.) Tod der Unsrigen. Mel. Alle Menschen müssen sterben ic. 79. Trocknet eures Jammers Thränen, heitert euren trüben Blick! denn es bringt kein banges Sehnen ihn, der von euch schied, zurück. Ach, die holde Stimm' und Rede, und der Lieblichkeiten jede und sein freundliches Gesicht ruht im Grab und kehret nicht. 2. Gleich des Feldes Blumen schwindet, was da lebet, rings umber; trauernd sucht der Freund und findet den geliebten Freund nicht mehr. Vor dem matten Greif' am Stabe sfinkt der Jüngling und der Knabe; und so zog das stille Grab, den wir liebten, auch hinab. fo 3. Gleich des Feldes Blumen werde, was geboren wird, zerstäubt! Nur der Erdenleib wird Erde, aber sein Bewohner bleibt. Ja, du lebst, Geliebter, lebeft über Sternen, ja du lebest noch voll Liebe für den Freund, der an deinem Grabe weint. 4. Diese Kräfte, dieses Trachten aufwärts zur Voll kommenheit, dieses Vorgefühl dies Schmachten nach der Unvergånglichkeit, dieser Geist, der Welten denket, würde mit ins Grab gesenket? Und geschaffen håtte Gott dieses alles für den Tod? 5. Nein, o Vater, nicht vergebens schufst du uns zu deinem Bild; Lieb' und Weisheit hat des Lebens edlen Geist in Staub gehüllt. Diese Hülle wird vernichtet; doch die freie Seele richtet zu der höhern Geister Chor freudig ihren Lauf empor. 6. Auf, von Moder und Verwesung, blicke dort hinauf, mein Geist, wo im Friedensthal Genesung alles Erdenjammers fleußt; wo nicht Krieg, nicht Sturm, nicht Fluthen, Hunger, Pest und wilde Gluthen, wo nicht Trennung mehr, noch Tod liebenden Geliebten droht. 7. Ach, des Wonnetags, der wieder, was am Grabe hier geweint, Eltern, Kinder, Schwester, Brüder, Freund und Gatten fest vereint; wenn, gelehrt von Himmelsweisen, wir des Vaters Liebe preisen, der aus Irrthum, Schmach und Gram uns in seine Ruhe nahm. 8. Bald vielleicht, ach bald verschwunden ist auch meine Lebenszeit; und wer weiß, von meinen Stunden kommt die letzte wohl schon heut'. O, laß Gottes Weg uns wandeln, immer gut und redlich handeln, daß wir, wenn der Vater ruft, freudig sinken in die Gruft. ( Voß.) Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 80. Mein banges Herz, sey stille! Es war des Vaters Wille, des Vaters Will' ist gut. Was seine Hand geliehen, darf sie das nicht entziehen? und darfst du tadeln, was sie thut? 2. Es blutet nur die Wunde; schon naht der Heilung Stunde; vertrau'! sie ist nicht weit. Was dir der Tod entrissen, sollst du nicht ewig missen; auf! freu' dich der Unsterblichkeit. 3. Wer wohl den Lauf vollbrachte, dem kommt, oft, eh' er's dachte, des Kampfes Rub' am Ziel. Er ruht in Vaterhånden; ihn herrlich zu vollenden, entrückt ihn Gott dem Weltgewühl. 4. Des Lebens Freud' und Kummer löst sich im sanften Schlummer des Todes endlich auf. Der Tod kommt, uns zu retten von allen unsern Ketten, frei steigt der Geist zu Gott hinauf. 5. Schwer ist der Trennung Stunde, tief ist der Seelen Wunde; ach! es erliegt der Geist, wenn Alles nun verschwindet, was Herz an Herzen bindet, das letzte Band der Tod zerreißt. 6. Doch- konnt' es ewig dauern? Es mußte Einer trauern: denk', daß Gott dich erkor. Gehorsam seinem Willen, fühl' deinen Schmerz im Stillen und schaue glâubig dann empor. 7. Sprich: was du mir gegeben, Herr über Tod und Leben, es war mein höchstes Glück; doch blieb es ja das Deine; ob ich auch klag' und weine, geb' ichs doch willig dir zurück. 8. 3um Himmel früh erkoren, send ihr uns nicht verloren, um die die Thräne fließt. Hier trübten unsre Freuden doch Sorgen oft und Leiden; wir suchen nur, was ihr genießt.*** 9. In jenen sel'gen Chören wird uns kein Mißlaut stören, uns keine Täuschung nah'n. Des Erdenlebens Schwächen, die Mäångel, die Gebrechen sind dort auf ewig abgethan, 10. Wer weiß, wie bald zum Scheiden von allen. Erdenfreuden für uns die Stunde schlägt? Drum trocknet, Wehmuthszähren! es wird nicht lange währen, daß man auch uns zur Ruhe trågt. ( Niemeyer.) Mel. Nun laff't uns ben Leib begraben c. 81. Wir gehn ans Grab und hoffen doch, der Geist der Todten lebet noch, er lebt, von Schmerz und Noth befreit, im Lande der Unsterblichkeit. 2. Dahin ist nun die kurze Angst, in der du mit dem Tode rangst; dein Gott hat wohl an dir gethan. Nun rührt dich keine Qual mehr an. 3. Du gingst voran; wir folgen dir. Auch deine Freunde wallen hier auf ihres Lebens Bahn hinab zum Ziel, zur Ruh' im stillen Grab. 4. Du wirst uns unvergeßlich seyn. Dein frommes Herz, durch Liebe rein, mit List und Falschheit unbekannt, ruht nun in Gottes Vaterhand. 5. So blickt denn bei der Wehmuth Schmerz auch unser Glaube himmelwärts, wo Jesus Christus, unser Hirt, die Seinen alle sammeln wird. 6. Auch er hat den entschlaf'nen Freund, wie wir den unsrigen, beweint. Er bleib' uns Trost und Zuversicht, wenn unser Herz im Tode bricht! ( Bürde.) Mel. Christus, der uns selig macht zc. 82. Laßt dem Tode seinen Raub, Würmern ihre Habe! Seelen werden nicht zu Staub, schlummern nicht im Grabe. Senkt nur diesen Leichnam ein, laßt ihn niederrollen; wir, wir wollen deß uns freun, daß wir leben sollen. 2. Seht, da liegt der Todte nun in geweihter Stille! Laßt ihn, Freunde, laßt ihn ruhn! es ist Gottes Wille. Beinet nicht! er hat nun schon, was wir erst erfahren; ihn erweckt kein Klageton! Trocknet eure Thränen! 3. Stimmet an das hohe Lied von der Auferstehung! Wißt: als Jefus einst verschied, folgte bald Erhöhung. Fromme ruhn in seiner Hand, ruhn in sanftem Frieden. Er, der starb und auferstand, hat ihr Heil entschieden. 4. Wenn er kommt und, Stürmen gleich, seine Stimm' erhebet: öffnet Gråber, öffnet euch! lebt, ihr Todten, lebet! dann erschallt des Jubels Ton, nie gestört von Leiden, werden dann vor seinem Thron sich die Frommen weiden. 5. Saaten der Unsterblichkeit, modernde Gebeine! bald verftrömt auch unsre Zeit, ruft der Tod: erscheine! Ruf' er nur; wir sind bereit. Wer des Lebens Gabe nützet für die Ewigkeit, zittert nicht am Grabe! ( Pfranger.) Mel. Nun ruhen alle Wälder ic. as 7030 83. Da stehen wir, die Deinen, Unendlicher, und weinen ein Grablied an der Gruft. Wir singen auf vom Staube, uns stårkt der Christen Glaube, daß Gott uns einft zum Leben ruft. 2. Fließt nur, ihr Thrånen, fließet! ein Sterblicher beschließet des Lebens kurzen Lauf. Nimm, můtterliche Erde, dein Kind, frei von Beschwerde, in deine milden Urme auf! 3. Sey ihm ein Ruhebette, nachtvolle Grabesståtte, und deck' ihn kühlend zu! Er schlafe hier in Frieden den stillen Schlaf der Müden, des Kranken lang' erfeufzte Ruh'. 4. Senkt nun den Leichnam nieder zum Staube ſeiner Brüder, die långst die Erde deckt! Im Grab' ist sanfter Schlummer, ihn stört kein Erdenkummer; Gott ist es, der ihn einst erweckt. 5. 3um Leben ohne Sorgen weckt ihn der frohe Morgen, wo eine Welt erwacht. Heil diesem todten Staube! So singt der Christen Glaube: auch er erwacht, auch er erwacht! 6. Nun schauet auf, Betrübte! dort wandelt der Geliebte nach Finsterniß im Licht. Vergönnet ihm die Freude, o wehret eurem Leide, und wischt die Zähre vom Gesicht! ( Schubart.) Mel. Es ist gewißlich an der Zeit sc. 24. Schwer liegt der Trennung Schmerz auf mir, der Trennung von den Meinen. O, laß, mein Gott! mein Gott! vor dir mich diese Frage weinen: werd' ich nach meinem Tode gleich, werd' ich, o Herr, in deinem Reich die Meinen wieder sehen? 3 2. Wohl mir, o Gott, ich höre schon des Geistes Stimme wehen; sie ruft mir zu mit sanftem Ton: du wirst sie wieder sehen! Bist du nur fromm, sind sie nur gut, dort oben unter Gottes Hut wirst du sie wieder sehen. 3. Des Frommen Seele trennt sich nicht von gleichgesinnten Frommen. Sie werden All' in Gottes Licht aufs neu' zusammen kommen, forthin durch keinen Tod getrennt; denn Gottes Engel, der sie kennt, vereinigt sie zusammen. 4. Der Freund find't seine Freunde dann am Throne Gottes wieder; der Gatte trifft den Gatten an, der Bruder seine Brüder. Die Mutter sieht, umarmt ihr Kind; denn alle guten Seelen sind in Gottes Stadt beisammen. 5. Drum laßt uns hier schon Hand in Hand auf Gottes Wegen gehen, damit wir dort im Vaterland uns einst beisammen sehen; wie wirds uns seyn, wenn wir uns sehn, wenn wir uns dort entgegen gehn und ew'ges Heil uns leuchtet! 6. Send froh, ihr Lieben, denn gewiß, wir werden dort uns finden in Gottes Stadt, im Paradies, befreit von allen Sünden. Verklåret werden wir erstehn; o Wiedersehn, o Wiedersehn, wie trostest du die Seele! ( Schubart.) 85. Wiedersehn! mit raschen Schlägen klopft die Brust dir warm entgegen; nimmer kann das untergehn, was ans Herz wir liebend schlossen; und wenn Abschiedsthrånen flossen, hofft die Liebe Wiedersehn. 2. Wiedersehn! in holden Bildern will uns die Natur dich schildern, drum verjüngt sie sich so schön. Wenn des Morgens rothe Strahlen nach der Nacht die Berge malen, spricht die Sonne: Wiedersehn. 3. Wiedersehn! zu deinen Freuden wachsen Blumen frisch, und kleiden herrlich sich im Frühlingswehn; und der frohen Nachtigallen kummerfreie Lieder schallen: hofft getroft ein Wiedersehn! 4. Wiedersehn mit Gruß und Segen! o wie schmacht' ich dir entgegen über Auen, Ström' und Höh'n! Lieben! aller Welt Gewalten sollen meinen Fuß nicht halten; ja ich werd' euch wiedersehn. 5. Wiedersehn! Ich darf dich hoffen. Lieben, kommt, mein Arm ist offen; fommt, laßt neben euch mich gehn! Lieben, in der letzten Stunde ruf' ich mit schon blasfem Munde: ewig, ewig Wiedersehn! ( Jacobi.) Gebrauch christlicher Lieder. emlicn Mel. Wer nur den lieben Gott. 86. Noch fing' ich hier aus dunkler Ferne, Gott meines Lebens, dir mein Lied. Wenn einst, weit über alle Sterne, dich mein verklårtes Auge sieht, dann schallet dir im Jubelklang der überwinder mein Gefang. 2. Wohl mir, du schaust auch jetzt hernieder auf mich aus deiner Herrlichkeit, vernimmst das Lallen schwacher Lieder mit våterlicher Freundlichkeit. Preis unserm Gott! Groß ist der Herr! Wer schaut aufs Niedrige, wie er. 3. Ich walle froh mit meinen Brüdern zu deines Tempels Heiligthum. Da schallt in dir geweihten Liedern des Dankes Stimme dir zum Ruhm, und dann durchwandelt meine Brust ein fromm Gefühl voll heil's ger Lust. 4. Die Kraft von deinen Himmelslehren ergreifet mächtig meinen Geist, wenn er, vereint mit heil'gen Cho ren, voll Inbrunst deinen Namen preist, mit Ernst gelobet dein zu seyn, sich deinem Willen ganz zu weihn. 5. Oft hab' ich auch in stillen Stunden, wenn ich dir meine Freuden sang, der Undacht reine Gluth em= pfunden, die durch die frohe Seele drang. Mein Herz, wenn dir mein Lied erscholl, ward seliger Empfindung voll. 6. Oft hab' ich auch die Last der Leiden mir durch ein Trostlied leicht gemacht; und singend Stille, Ruh' und Freuden in mein beklomm'nes Herz gebracht. Die Hoffnung lebte wieder auf, schwang sich mein Geist zu Gott hinauf. 7. Doch sing' ich noch aus dunkler Ferne. O welche Bonne wird es seyn, wenn einst weit über alle Sterne mich, Herr, dein Antlitz wird erfreun! Dann schallet dir im Jubelklang der überwinder mein Gesang. ( M. Heeren, geb. Wolters.) 2 Confirmation.745) ( Unmittelbar vor Ablegung des Glaubensbekenntnisses. Die Confirmanden allein.) Mel. Uch Gott und Herr 2c. 87. Wie feierlich bist du für mich, o Tag des heil'gen Bundes! Ich schwöre heut' dem Herrn den Eid des Herzens und des Mundes. 2. Herr, sieh' auf mich, und våterlich vernimm den Eid der Treue. Verleihe mir, daß ich mich dir von ganzem Herzen weihe! 3. Ich will forthin die Sünde flieh'n, nur deine Wege gehen. Herr, segne mich! behüte mich! laß mich dein Antlitz sehen. ( Unmittelbar nach der Ablegung des Glaubensbekenntniffes. Die Gemeine.) Mel. Jesus meine Zuversicht 2c. 88. Gottes Gnade sey mit euch! Sie verleih' euch Kraft und Segen. Wandelt standhaft, Jesu gleich, eurem hohen Ziel entgegen. Groß ist einst der Treue Lohn vor des Weltenrichters Thron. 2. Heilig sey euch dieser Tag, heilig, was ihr jetzt versprochen. Ach, was euer Mund versprach, werde nie von euch gebrochen! Bleibet fromm und wanket nicht, bis das Herz im Tode bricht! 3. Hör uns, Gott, wir Alle flehn für die dir geweihten Seelen. Hilf, daß sie nie irre gehn, nie den Weg des Heils verfehlen. Laß sie, Herr, im Leben dein, dein laß sie einst ewig seyn. und de hi Register des Anhangs. A Uch sieh ihn dulden, bluten Uch, wieder ist ein Jahr Amen, Lob und Preis Auf dich, mein Vater, will Auf Erden Wahrheit Kuferstanden, auferstanden Auf, stimme du mit frohem B Betend nahen wir uns Bei deinem Namen, Bis hieher hat mich Gott C Chrift! eile nie mit sicherm D Da stehen wir, die Deinen, Dank, bester Vater, will Das Jahr ist hingeschwunden Den süßen Schlaf Der hohe Himmel dunkelt Der Mächtige ruft aller Der Mond ist aufgegangen Der weise Schöpfer, dessen Des Todes Grau'n, des Du, der Menschen Heil und Du Geist vom Vater, komm' Du, Tag des Herrn, sollst € Empor, ihr Christen! Jeſus Erdentöchter, Erdenföhne! No Erhör', o Gott, das Erscheine meinem Geist 9 5225626 20 18 42 38 6 No a. b. 45 4 Es ist gewiß ein köstlich Ding, 28 Es jauchzen schon 61 46 F Fest steht dein Bund Fleug auf, mein Psalm, Geist der Undacht, senke du Gott ist mein Schuk Gottes Gnade sey mit euch! 57 53 Le 16 Laß mir die Feier deiner 72 Laßt dem Tode seinen Raub, 12 26 88 Hehr und heilig ist die 52 44 Heil ihm! dem Todesüberwinder! 19 Herr, dir gelob' ich heil'ge 83 Herr, deines Lebens legte 59 Hier steh' ich unter deinem 55 48 64 66 I 68 24 Ich bin von süßem 63 Immer näher kommt 41 Im Stillen wollen wir 73 In deinem Heiligthume 8 In Gottes Rath ergeben, 23 In den Bund der Christenheit 51 3st Hoffnung nicht des 62 70 39 50 75 43 32 7 85 M mein banges Herz, sey stille! Mit frohem Dank erschein' Mit Preis und Ruhm Mitten unter deinen Schmerzen Muthig, muthig, bald N Noch fing ich hier aus D! daß von meinen Lebenstagen O Golgatha, zu deinen P Preift den Sieger, jauchzt, n Religion, von Gott gegeben Schwer ist's, dann noch Schwer liegt der Trennung Sey heilig mir, o Tag voll Steil und dornicht ist der Sterbend für das Heil No 80 Trocknet eures Jammers 49 22 86 I 11 üb immer Treu 34 über aller Himmel Heere Und müßt' ich auch noch Unwiederbringlich schnell Unsterblichkeit! Unsterblichkeit! 36 14 m O Hoffnung! Lebenswonne! D Sternennacht, o Silberlicht, 65 Wachet auf; so ruft die u 29 84 13 31 V Bersammelt hatte Jesus Vom Grab', an dem wir wallen Warten ist die Schule Was geboren ist auf Erden, Was in Keines Herz 17 Weiche, Grabesschrecken, Wenn ich vor dich, mein Wer ift's, der mit Himmels Wiedersehn! mit. 1 Wie lieblich winkt sie mir, Wie feierlich bist du Wie wohl ist mir, wenn Wir bringen weinend Wir gehn ans Grab Wo ist die Welt, die dich 3 103aget nicht, wenn No 71 67 21 30 58 76 47 3 74 3 7 1 的 ④15560535 78 81 40 33 77 71 69 54 85 87 37 35 5.) Gebethe zum Gebrauch für die Privat- und Haus- Andacht und auch beym öffentlichen Gottesdienste. Des Osnabrückischen Land- Gesangbuchs erster Anhang. Gittingen, gedruckt bey Johann Chriftian Dieterich, 1 7 8 4 Inhalt. 1. Die Gebeths: Vorschrift Jesu Christi 126. Bennt Bewustseyn mancher Fehler 2. Allgemeines Morgen: Gebeth und Mängel. Abend: Gebeth. 27. Beym Genuß des heiligen Abends mahls.( Vergleiche auch Nr. 35.) 28. Nach dem Genuß desselbett. 3. 4. Um Sonntage des morgens, um würdige Sonntags: Fever. 5. des Abends; um Frömmigkeit und Tugend liberhaupt. 6. Um Montage des Morgens, um Berufs: Treue 29. Nach der fonntäglichen und Wos chenpredigten. 7. des Abends; Fürbitte für andere, 30. u eben dem Gebrauch. um treue Erfüllung der Berufs: Pflichten. 31. Im Advent und am Weihnachts: Feste. 22. Bey Unnäherung des Todes. 23. Für die Umstehenden ben Ster benden. 32. Um Neujahrs: Lage. 33. Um Fest der Offenbarung Christi und seiner Lehre an die Heiden. 34. In den Gedächtnißtagen des Leis dens und des Todes Jesu. 35. Um Oster: Feste. 8. Am Dienstage des morgens um zeitliche Wohlfahrt 9. des Abends; um redliche Ausübung der Pflichten gegen sich selbst. 10. Um Mitwochen des Morgens; um Liebe des nächsten 11. des Abends, um christl. Verhal: ten im Umgang mit andern. 12. Um Donnerstag des Morgens, um rechtmäßige Gesinnung gegen Gott. 13. des Abends; um Vertrauen auf Gottes Vorsehung insonderheit. 39. Un öffentlichen Bußtagen. 14. Um Sreytage des Morgens; um 40. In gemeinen Nöthen und Trübfalen. rechten Gebrauch des Leidens Jefu 15. des Abends; um Anwendung des Kods Jefu jur Borbereitung auf unsern Zod. 41. In Bethstunden und bey andern fenerlichen Demüthigungen vor Gott, als beym Wechsel eines Jahrs, einer Woche 2. 16. Um Sonnabend des Morgens; um rechten Gebrauch unsers furzen und flüchtigen Lebens 17. des Abends; Bekenntniß der Sün: den; Borsan jur Besserung; Mittel ihn auszuführen. 36. Um Feste der Himmelfahrt Jesu. 37. Am Pfingst: Feste. 24. Nachdenken über das heilige Abend: mahl und Selbstprüfung vorm Ge nuß deffelben. 25. Demüthigung nach einem bishe rigen lasterhaften Leben. 38. Um Michaelis: und Erndte: Feft; Dank für die Erhaltung und Beschirs mung unsers Lebens. 18. Im Wohlstande. 42. Nach der Predigt am Sonntag, ist im alten Gebeth Buch. Nr. 27 26 43. Ein anderes. 44. In den Montagsbethstunden.: 3 : 30 45. Nach der Wochenpredigt. 46. Auf Weihnachten. 19. Für Nothleidende. 20. Für einen Kranken, der sich seine Krankheit selbst zugezogen. : 47. Am neuen Jahrs: Lage. 21. Für einen Franken redlichen Chri: 48. Dank fürs Leiden Christi. ften. 149. Auf Ostern. 5o. Auf Himmelfahrt. 51. Un Pfingst: efte. Bisher gewöhnliche KirchenGebethe. = # 31 H : AAWAW was c 32 33 34 : 35 : 36 : 52. Für die Früchte des Landes 41 53. Nach der Erndte. Z 42 54. In gemeinen Nöthen.: 74 Unhang einiger furzen Gebethe. o 1. Die Gebeths. Vorschrift Jefu Chrifti, unsers Herrn. ( Matth. 6, 7. u.) 1 rememorbetes nd wenn ihr bethet, ¡ lichkeit müsse von uns und unsern follt ihr nicht viel Neben- Menschen erkannt, anges plappern wie die die Glückseligkeit, die du uns durch bethet und verehrt werden; Heyden: denn sie meynen, fie den Messias und Weltheitand und werden erhört, wenn sie viel feine Religion schenken wilst, müsse Worte machen. Darum solt allen zu Theil werden;-- die ihr euch ihnen nicht gleichen; Anordnungen und Führungen deie Euer Vater weiß, was ihr bener Vorsehung müssen von uns auf dürft, ehe denn ihr Ihn bite feit und Freude verehrt, und deine Erden mit der Demuth, Dankbar: tet. Darum sollt ihr also bee Befehle und Gebote müssen, ohne then: ,, Unser Vater in dem Musnahme, so aufrichtig, willig, himmel, dein Name wersjeifrig und beständig ausgeübt wer de geheiliget; dein Reich den, als es von den feligen Bes komme; dein Wille ge: Das, was zum Unterhalt unsers wohnern des Himmels geschieht.- schehe auf Erden, wie im geibes und Lebens nöthig und zu himmel; unser täglich länglich ist, gieb uns und andern Brod gieb uns heute, und heute und täglich;- Unste bevergieb uns unsre Schul- gangenen Sünden, unfre mangel den, wie wie unsern Schul- und Fehler verzeihe uns: strafe uns digern vergeben; und füh- dern sey uns gnädig: so wie wir nicht, wie wirs verdienen, sons ,, te uns nicht in Versus unfern Feinden und denen, die uns chung, sondern erlöse uns beleidiget haben, verzeihen, ihre von dem 1tebel. Denn dein Beleidigungen vergessen, ihnen ist das Zieich und die Rraft weder Böses wünschen noch verz und die herrlichkeit in selten, sondern vielmehr wohlthun wollen; ,, Ewigkeit, Amen! ,, bewahre uns vor allen und Das heißt in Worten, und vor allen zu starken und gefähre die in unsrer Spra: lichen Reizungen zur Sünde; erche gewöhnlicher sind, rette uns vielmehr von allem was etwa folgendes: uns schädlich ist: befreye uns von [ Vater unser Aller, die wir Men der Quelle des so mannichfaltigen der Sünde, dem größten Uebel und schen sind, der du über Alles, Al- Etends und bringe uns nach dem lenthalben regierst und an Macht, gode zur ewigen Geligkeit- denn Gute und Weisheit über alle Vå unsre und der ganzen Welt Schickter auf Erden unendlich erhaben fale stehen unter deiner weisen und pist- deine Rajestät und Herr- gütigen Regierung; du haft die Macht 2 3 -A 4 Morgen und Abend. Andachten. : vergeben unfern Schuldis Macht unfre Bitten zu erfüllen und sagen: gleichwie auch wir noch überschwenglich mehr zu ge ben als wir geberhen; deine Macht und Gute nimt kein Ende: du kannst gern.) Denn so ihr den Mens und wilst uns ewig beglücken und schen ihre Fehler vergebet; ſo segnen. Amen! es geschehe uns wird euch euer himlischer Bafo: ja, mit größter Suversicht er ter auch vergeben. So ihr warten wir alles Gute von dir, un jaber den Menschen ihre Fehler ferm Water. J nicht vergebet; so wird euch euer Vater eure Fehler auch ( Ich habe euch aber, nicht nicht vergeben. ohne Ursache, befohlen, zu 2. Allgemeines Morgen- Gebeth. nendlich gütiger Gott, wir verhalten nach deinem Willen, du uns in der vergangenen Ewigkeit thun. Gieb uns Muth Nacht Ruh und Erquickung und Stärke, alle böse Begiers geschenkt, uns vor Unglück den, die in uns aufsteigen bewahrt und bis auf diesen möchten, zu unterdrücken, und Augenblick gefund erhalten uns besonders vor den Süns hast. Unser Daseyn, unsere den sorgfältig zu húten, wozu Kräfte, unser Leben, ja alles wir am meisten geneigt sind, Wohlfeyn an Leib und Seele damit wir, durch Sünde, wes haben wir deiner Güte zu dan: der unfre eigene Seele verles ten. Wie glücklich sind wir, gen, noch andern ein Mergers daß wir, als Christen, erwa: niß geben, oder sie zum Bda chen; daß wir dich, durch die sen reißen und verführen. Gieb Gnade Jesu Christi unsers uns Luft und Vermögen, heute Heilandes, erkennen, daß wir recht viel Gutes zu thun. Laß wissen, warum wir auf der uns wachen und bethen; laß Welt leben, wie wir im Glau- uns in allem, was wir denken, ben an seinen Namen, deine reden und thun, auf deinen Baterhuld genießen, heilig Willen und das Beyspiel und and fromm leben und einst Muster unsers Heilandes, Jesu ewig felig werden mögen. Christi sehen; damit wir ges Du weist, allwissender gen alle Menschen liebreich, Gott, ob diese große Sache mit den Elenden mitleidig; ges uns recht am Herzen liege, gen die Armen, nach unserm Ach! mache sie uns recht wich: Vermdgen, wohltbåtig: gegen tig und gieb, daß wir auch an die welche uns Gutes thun, diesem Lage, durch unser Wohl- dankbar; und gegen die, die uns Morgen und Abend Andachten. -- 5 uns beleidigen, sanftmüthig Laß uns auch in allem auf und versöhnlich seyn mögen. deine Vorsehung vertrauen und Gieb deinen Segen zu unsern die Flüchtigkeit unsers unges Geschäften; laß uns die Pflich- wiffen Lebens stets ten unsers Berufs treu und ge- gen. wissenhaft verrichten, und im wohl erwäs His wohl erw Erbarme dich aller Mens mer baran denken, daß wir schen! breite Wahrheit und nicht den Menschen nur die- Frömmigkeit immer mehr auf nen, sondern dir, und auch bey dem Erdboden aus und lag das unsern Arbeiten allezeit vor Heil deines Sohns auch denen deinen Augen sind. fimd werden, die es noch nicht Bewahre uns an diesem kennen. Gedenke in Gnaden als Tage vor Gefahr, Unglück ler Armen und Verlaffenen, als und Leiden; und wenn der ler traurigen und Bedrückten, gleichen über uns kommen solte, aller Schwachen und Kranken. so fchenke uns Geduld, Muth, Erhöre unser und alles andere Standhaftigkeit und Hülfe, gläubige Gebeth, welches heute und mache uns bereitwillig, zu dir gethan wird, um Jesu durch gegenseitige Liebe und Chrifti, deines Sohns, unsers Mitleiden einer des andern Last Heilandes Willen. Amen. zu erleichtern und zu tragen. I 3. Allgemeines Abend: Gebeth. Here err, unser Gott, du uner- 1 Laß uns daben nicht un schöpfliche Quelle alles Gus empfindlich und gleichgültig ten, wir danken dir für alles bleiben, weil wir sie täglich Gute, das du heute an uns genießen. Laß uns zu dem gethan haft. Du hast uns beym Ende lebhaft empfinden, wie Leben erhalten. Du hast es übel wir daran wåren, wenn uns nicht an der nöthigen Nah- wir dieser deiner täglichen rung, nicht an Kleidern, nicht Wohlthaten, auch nur einen an einem sichern Ort des Auf- Tag, entbehren müsten. Laß enthalts fehlen laffen. Du hast uns unsere Unwürdigkeit erken uns vor schweren Krankheiten, nen und wohl erwägen, daß wir Schmerzen, Gefahr und Elendsteine einzige dieser Wohlthaten behütet. Du hast uns Kräfte durch unser Verdienst, sondern und Gelegenheit geschenkt, durch deine Gnade, empfanweise, beffer und glücklicher zu gen. Ja auch an diesem Lage Und wer kann die waren wir deiner Gnade und Wohlthaten alle zählen, die wir Erbarmung nicht werth. Auch täglich genießen? an diesem Zage haben wir Gu werden. 43 Morgen und Abend. Andachten. tes unterlassen, und Fehltrittelles Schrecken und alles Uns und Sünde begangen. glück von uns ab. Laß uns Ach, Allwissender und hei- morgen gefund wieder erwaliger Gott, gieb uns doch recht chen; dir mit neuen Kräften lebhaft zu erkennen, alles, was dienen, und ber ewigen Ses dir heute an uns mißfällig ge- ligkeit mit neuem Eifer entges wesen, und laß uns deine un- gen eilen. verdienteGüte und unfreStraf- Verhüte, o allgegenwärtis würdigkeit so stark empfinden, ger, allmächtiger Gott, diese daß wir alle unsre Abwei- Nacht allenthalben Unglück chungen und Sünden schmerz- und Sünden. Zerstdre den haft bereuen und den ernstli- Rath der Bosheit und die Una chen Vorsatz faffen mögen, ternehmungen der Frevel. Laß künftig, unterm Beystand dei- alle, die ihre Lafter mit der nes Geiftes, frömmer und Nacht decken wollen, von dem rechtschaffener vor dir zu wan Gedanken und deine Allwissens beln. Dann aber verzeihe uns beit und Allgegenwart ergriffen auch alle unsre Uebertretungen und von der Sünde abges durch Jesum Chriftum unsern schreckt werden. Heiland, und befreye une Erbarme dich in dieser Nacht, von allem Uebel, welches sonst aller Menschen; insbeſondere auf unsre Sünden in Zeit und aller Elenden, Hülflosen, Vers Ewigkeit folgen måste! laffenen, Kranken und Sters Du gönft uns, barmherzi: benden. Laß alle, einen jeden ger Bater, die Nacht zur nach seinen Umständen und Ruhe und Erquickung. Wir Bedürfnissen, erfahren, daß nehmen diese Wohlthat mit bu der treue Vater der Mens Findlichen Herzen aus deiner schen seyft und Jesus Christus Vaterhand an. Wache durch ein Erbarmer und Freund aller Deine gütige Vorsehung über Hülfebedürftigen, die sich zu uns, wenn wir schlafen; be- ihm nahen. wahre unsern Othem, der in Erhöre und um dieses beiner Hand ist, und wende al- unsers Erlösers willen, Amen. 4. Am Sonntage; des Morgens. ott, mit die Meinigen in der de und Dank erscheine ich Woche ausgeschüttet hast, für itzt vor deinem Angesicht. Mit den Schutz, den du uns in dem demüthigsten Danke preise der abgewichenen Nacht anges ich dich für den mannigfaltigen beihen lassen; für die Ruhe Segen, den du über mich und durch welche wir erquickt wors den, Ueber Die ontags Sever. ben. Ich freue mich herzlich, Sonntag die Anzahl der verdaß du mich diesen Tag wieder lornen, der unnütz und sündlich erleben lassen, der zu deiner zugebrachten vermehren; son feyerlichen Berehrung beson- bern gieb, daß wir ihn ganz ders bestimmt ist. Owie deiner Ehre und unserm Heil glücklich bin ich, daß ich mich widmen und durch einen, deiheute, frey von irdischen Ge- nen Absichten gemäßen Geschäften und Sorgen, in deinem brauch, heiligen mögen.. Hause mit meinen Nebenchris sten verfamlen fann: daß ich Bewahre uns gütiger Gott, da über alles, woran mir am daß wir nicht, durch unnöthige meiften gelegen ist, mit stillem Geschäfte und unnütze Zerstreuz Geifte nachdenken, mich von ungen, den Segen dieses Zas deinem Willen unterrichten; ges an uns vereiteln. Heilige mich im Glauben an dich und alle unsre Vergnügungen und deinen Sohn Jefum stärken; Freuden, die uns deine Freunds mich deiner Wohlthaten und lichkeit auch im Leiblichen schens der Hofnung der seligen Un= ket, damit wir immer mehr dafterblichkeit freuen, und so mei- durch zu dir, der Quelle aller nen Geist nähren und zu ei- Freuden, geführt werden, und nem bessern höhern Leben vor- laß uns nur solche Ergötungen bereiten kann. Dank sey es genießen, die mit Versicherung deiner weisen väterlichen Güte, deiner Gnade genoffen werden die diese Veranstaltung getrof- mdgen; nur solche Freuden fen und uns bis auf diesen Tag suchen, welche die Seele aufs in dem Genuffe derselben erhal- muntern, ohne der Frömmige ten hat! feit und Zugend nachtheilig Aber, ach Gott, vergieb es zu werden. Die Ruhe, die du auch mir und allen, die nach uns heute von unsern irdischen deinem Namen genennt sind, Geschäften verstatteft, fegne um Christi willen, wenn wir zur wahren Erholung unsrer diese wohlthätige Veranstal: Kräfte und zur Sammlung tung zu unserm Unterricht, Bef- und Richtung unsers Gemüths ferung und Troft nicht genug aufs Ewige. Laß uns die got: geschätzt: wenn wir diesen Tag tesdienstliche Versammlungen der Erquickung und des ge- nicht ohne Noth verlassen, sonmeinschaftlichen und öffentli-[ dern sie zur Vermehrung uns Chen Gottesdienstes nicht wür- frer Erkenntniß in der Religion dig gebraucht; sondern wohl und zum Wachsthum in der garbu. hsündlichen Misbrauch Frömmigkeit anwenden. Mach entheiliget und verschwendet es uns zu Freude, dich, uns haben. Olaß nicht diesen a 4 seru Morgen und Abend Andachten. . fern Schöpfer und Vater, mit liegen, wohlthätigen, gemeins unsern Brüdern gemeinschaft- nützigen Lebens, das einen so lich zu loben und anzurufen, herrlichen Ausgang genommen und sie durch unser Beyspiel hat, erwecken, und uns recht zur Liebe und guten Werken zu himmlische und liebesvolle Ges reißen. Laß uns aber auch in finnungen einflößen. unsern Häusern diesen Tag zu heiligen Handlungen und from: Erbarme dich der Verirrten men Ulebungen anwenden. Und und führe fie auf den Weg der wenn wir dann öffentlich oder Wahrheit und Seligkeit. Bekchs in der Einsamkeit zu dir bethen re dielasterhaften, und gieb daß oder dir und deinem Sohn heute viele durch dein Wort Jefu Chrifto zu ehren Loblie- gewonnen werden. Stärke die der singen; so laß es mit An: Schwachen im Guten, daß fie dacht und Inbrunft geschehen. immer vollkommener und bes Wenn wir dein Wort betrach- ständiger werden mögen. Gieb ten oder verkündigen hören, so allen Traurigen heute Trost mach es kräftig durch deinen und Freude, und den Kranken Geift an unsern Herzen, damit Erquickung und Hofnung. Sors wir erleuchtet und überzeugt, ge väterlich für die Bedürfnisse gebesfert und gestärkt, ermun- aller deiner Kinder auf Erden. tert und getröstet werden md- Walte mit deiner Gnade über gen. Laß insbesondere den den Regenten, über alle Obriga Gedanken von der Aufer: feit, über alle Einwohner dies weckung und Erhöhung deines ses Lands und dieses Orts und Sohns Jesu, an welche uns laß dir unser Leben und unfre dieser Tag erinnert, uns im ganze Wohlfarth heute, auf Glauben an seine göttliche diese Woche, und auf die gans Lehre und im Vertrauen auf ze Zeit unserer hiesigen Pils seine Verbeiffungen befestigen; grimshaft empfohlen seyn; uns zur Nachfolge seines hei- um Jefu Chrifti willen, Amen! 5. Am Sonntage; des Abends. G₁ ütiger Gott, du thuft gerne Unter deiner Aufsicht bin ich wohl. Ich weiß es aus frey von Gefahren und Leiden tausend Proben, daß du auch geblieben. Du hast mir Ges an meiner Glückseligkeit arbeis fundheit, Nahrung und Freude teft. Auch in dieser Abendstun- geschenkt und was noch mehr de muß mein Blut zu deinem ift, da haft für die Bedürfa Lobe wallen; denn auch heute niffe meines unsterblichen Geis habe ich es geschmeckt und ge- stes gesorgt und mir aus deis fehen, wie freundlich du bist. nem Ueber die christliche Frömmigkeit. 9 nem Wort Unterricht, Wars von dem ich nicht weiß, obs nung, Aufmunterung und Tage, Monathe oder Jahre Trost gegeben. dauren werde, nun auch des Aber wie beschämt werde Guten freuen könnte, was ich) ich, wenn ich bedenke, wie durch deine Gnade ausgeübt wenig ich bisher deine gnådige habe. Und damit ich so glückAbsicht habe an mir erreichen lich seyn möge, so erleuchte laffen. Ich hörte oft bein und bessere mich durch deinen Wort verkündigen: aber die Geist, daß ich in der Ausrich: Sorgen und Zerstreuungen tung dessen, was du mir bes dieses Lebens schwächten den fohlen haft und in der NachEindruck desselben auf mein folge meines Heilandes immer Herz. Ich betrachtete dein rechtschaffener, treuer und fes Wort; aber mehr aus Gewohn- ster werde. beit, als aus dem Triebe, dir Ich bin ein schwaches Ges wohlzugefallen. Ich bethete; schöpf, das mit vielen Gefahich sang; aber mehr mit den ren zu straucheln und zu fallen, Lippen als mit der Seele. Ichjumringt ist; das, ohne dich, faßte gute Borsätze: aber ich seine mannichfaltigen Pflichten versäumte es, sie auszuüben. nicht erfüllen und das herrliche Ach wie traurig müste ich Ziel des Christenthums nicht ers nun diesen Tag beschließen, reichen kann. Aber du o Herr wenn ich nicht hoffen könnte, mein Gott, hast Weisheit und um Jesu Christi willen Verge: Stärke allen denen verheissen, bung dieser und aller meiner die dich darum anrufen; die Sünden zu erlangen. Und herzlich wünschen, weifer, beffer darum flehe ich zu dir, o Va- und frömmer zu werden. Diesen ter aller Barmherzigkeit; ge: Wunsch, o bester Vater, haft denke nicht meinerSünden, son- du selbst in meine Seele ges dern gedenke meiner nach deiner legt: du hast mir das Wollen Gnade, die du allen Bußfertigen gegeben. Gieb mir nun auch durch Jesum Christum verheif das Vollbringen, damit ich sen bast, und gieb mir Kraft den Weg vollenden möge, der zu einer redlichen Besserung nach der Anweisung deines meines Herzens und Wandels. Sohns meines Heilandes, zur So viele Tage habe ich mich, wahren Glückseligkeit führt. um meiner Sünde willen, mit Hilf mir alle Schwierigkeiten Schaam und Reue zu dir na- und Hindernisse des Guten; ben müssen. O wie glücklich hilf mir alle Reizungen der würde ich seyn, wenn ich mich Welt und meines eigenen Hers in meinem tünftigen Leben, zens zum Bösen, überwinden. Mach a 5 IO Morgen und Abend. Andachten. Mach mich treu im Gebrauch auf dich, das erste größte und der Mittel des Unterrichts und befte aller Wesen, stets zu sehen, der Befferung, die du uns gege-/ bich meinen Schöpfer und ben hast, und laß diesen Gebrauch stets gesegnet seyn. Gieb mir die köftlichen Leh Herrn, meinen Vater und Wohlthäter über alles zu lieben, dir zu gehorchen, auf dich zu vertrauen, und mit deinen ren und Verheiffungen des Schickungen zufrieden zu seyn. Evangeliums, die für mich die Laß mich immer besser einses rechte Quelle des Troftes und hen, wie genau Gottesdienst der Kraft zur Gottseligkeit sind, und Christenthum mit den ora immer deutlicher und vollstån bentlichen Berufspflichten und Diger zu erkennen. Gieb mir den Werken der Menschenliebe aber auch Lust und Kraft, die zusammen hången, damit ich Vorschriften und Gebote, die nicht die bloßen Andachts- Ues du uns in der Bibel für unsere bungen für den höchsten Theil Gedanken, Reden und Thaten meiner Pflichten ansehe und gegeben, immer richtiger zu darüber die Pflichten gegen lernen, und williger und mich und meinen Nächsten vertreuer auszurichten; bir meis fäume. Laß mich vielmehr nem himmlischen Vater, im- mein ganzes Leben zum Gots mer ähnlicher zu werden, und tesdienst machen, und alles, mein Herz und meinen Wan- was ich thue, aus dankbas del immer mehr nach bem Herrer Liebe und Gehorsam ges zen und Wandel Jesu, des gen dich und meinen Erlöser Sohns deines Wohlgefallens, thun, und so thun, wie es und meines Erlöfers zu bilden. deinen Gebothen und Muster Laß es mein eifrigftes Bestre- gemäß ist, und wie Jesus es ben seyn alles, was böse ist, gethan hätte, wenn er an meis zu verabscheuen und zu fliehen, ner Stelle und in meinen Ums und alles Gutes zu lieben und ständen gewesen wäre. Gieb zu thun; und zwar zu allen mir Vorsichtigkeit, nie meiner Zeiten, an allen Orten, in Bestimmung zuwider zu hanallen Umständen; in der Welt deln, nie meinen Verstand zu wie in der Kirche: bey meinen schwächen, nie meine Gesunds Geschäften und Vergnügun heit und mein zeitliches Glück gen, wie bey meinen Andachts zu zerrütten. Gieb mir die Uebungen; im Geräusche des Klugbeit, die von den zeitlis Lebens wie in der Stille der chen Gütern und sinnlichen Einsamkeit. Laß es mein täg- Freuden dieses Lebens einen liches liebstes Geschäfte seyn, mäßigen Gebrauch macht, um nicht Ueber die chriftliche Frömmigkeit. nicht von ihnen gefesselt zu ansehen, ihm nach Vermögen werden, oder, bey dem Ge- abhelfen, ihre Freude und winn bes Frdischen, ewige und Glück vermehren und so meis beffere Güter einzubüßen. Gieb nem Heilande, der umher mir einen wahren chriftlichen ging und wohlthat, und deis Heldenmuth, der die liebsten ner höchsten Güte nachahmen Lüfte überwindet, der ein gu- mdge, die die Sonne scheinen tes Gewiffen höher achtet, als läßt über Böse und Gute, und Königreiche und Goldgruben; regnen läßt über Gerechte und der alles, auch das Leben selbst, Ungerechte. für Wahrheit und Zugend auf Erhöre dis Gebeth, o barms opfert; der die Widerwärtig: herziger Gott, das ich in der teiten dieses Lebens, mit Ges wichtigsten Angelegenheit meis duld und Unterwerfung unter nes Lebens vor dich bringe. deinen Willen erduldet. Gieb Laß mich deiner Batertrene mir Lust und Kraft, als Bür- empfohlen seyn, da ich mich ger dieser Welt und als Erbesitzt zum Schlafe niederlegen bes Himmels für mein zeitli will. Beschütze, erquicke und ches und ewiges Glück zu ar: fegne mich; beschütze, erquide beiten. Laß mich aber auch und fegne alle meine Geliebs nicht eigennätig für mich ten, alle meine Mitchriften. alleine leben; laß mich meinen Jetzt in dieser Abendstunde steis Freunden, meinen Mitbürgen so viel tausend Lobgesänge, gern, meinem Vaterlande, ja bränen und Gebethe von allen Menschen gerne dienen, Glücklichen und Unglücklichen, mit den Gaben, die ich von Frommen und Sündern, Krans dir empfangen habe. Laß kei- fen und Gesunden zu deinem nen niedrigen Eigennutz, feinen Thron empor. Siehe gnädig Neid, keinen Haß sich in meinem auf alle herab, die zu dir rus Herzen feste setzen, sondern giebfen, o allgegenwärtiger, alls daß ich alle meine Nebenmen mächtiger, gütiger Vater, schen aufrichtig lieben, ihren durch Jefum Chriftum unsern Mangel and Kummer mitleidig Heiland Amen! II Herr, 6. Am Montage; Des Morgens. err, du Urheber und Er- so viel tausend meiner Brüder halter unsers Lebens, und Schwestern, die ich kenne durch den wir sind, leben und und nicht kenne, in dieser Nacht uns bewegen, von ganzen so gnädig erhalten, vor Unglück Herzen danke ich dir, daß du bewahret, und uns aufs mich, die lieben Meinigen und neue deine väterliche Güte und 12 Morgen und Abend- Andachten. und Treue haft empfinden sterkeit meines Leibes und Ges laffen. Auch zu diesem anmuths, den frölichen Gebrauch gefangenen Tage brauche ich meiner Augen und andern nun deinen Beystand und Se- Sinnen, meine Vernunft und gen. Ich komme daher in die Sprache und alle andere Gas fer Morgenstunde zu dir, wie ben, die du mir auch heute ein Kind zu seinem Vater, und schenkeft, fo anwenden und ges suche in Demuth, aber auch brauchen, wie es dir gefällig, mit einem Herzen voll Ver- beinen Absichten gemäß, und trauen, das bey dir, was zu meinem und meiner Nebens ich mir selbst zu geben nicht menschen Wohl dienlich ist. vermag. Gieb daß ich allen Müssiggang, - Zuvörderst bitte ich um Trägheit und Untreue fliehen, deine Gnade, die mir mehr daß ich die nöthigen Berufsges werth ist, als alle Güter der schäfte allen andern Beschäftis Welt. Und da ich gestehen gungen vorziehe, die mir viels muß, baß ich meiner Gündensleicht angenehmer und mehr und Fehler wegen keine Gnabelzum Vergnügen seyn möchten; vor dir verdient habe; fo bitte daß ich sie mit Fleiß und Ems ich desto mehr, vergieb mir alle figkeit, zu rechter Zeit, und meine Sünden, um Jesu Chri- mit redlicher Treue, so gut als fti meines Versöhners und möglich ist, ausrichte. Gieb daß Mittlers willen. Schenk mir ich das, was du mir in der aber auch deinen heiligen Geist, häuslichen und bürgerlichen daß ich von nun an, aus Gesellschaft zu thun befohlen Dankbarkeit gegen dich, dielhaft, mit unverdroffener Wils Sünde meiden, Gutes thun, ligkeit thue; denn wer deinen und mein ganzes Leben so ein- 2Billen thut, der verehret dich richten möge, damit du durch und wer seinem Nächsten dies alle meine Worte und Werke net, der dienet dir, o Gott, in gepriesen werdest. deinen Kindern. Laß mich bey Infonderheit gieb mir Gna- meinen Berufsgeschäften nicht de, daß ich die Pflichten, bloß auf meinen, sondern auch die mein Beruf, mein auf meines Nächsten Nußen Stand, meine Lebensart feben und sie stets so wahrneh von mir fordern, gewissen men, daß ich dabey ein gutes haft auerichte, und die Gewiffen bewahren und mich Stelle, die du mir in deiner deines Wohlgefallens getrösten Welt angewiesen hast, würdig dürfe. Laß mich alle Unges behaupte. Lehre mich mei- rechtigkeit, und alle die kleis. ne Zeit, die Kräfte und Mun- lnen und größern Betrügereyen forgs Arbeitsamkeit und Berufs Treue. 13 forgfältig meiden, wodurch ohne deinen Gegen nichts vers ich mich bereichern, meinen mag, damit ich nie eitel und Brüdern hingegen Schaden stolz oder undankbar werde, thun und mein Gewissen be: Laß mich aber auch jeden Ges flecken würde. Laß mich dielgen und jede Freude, die mir güldene Regel nie ausser den auf dem Wege durch die Leben Augen setzen: wie ihr wollet, begegnet, ganz und innig ges daß euch die Leute thun, also nießen; darin deine Vaterliebe thut ihr auch ihnen. Laß mich schmecken, mich über dich nie vergessen, daß ich stets freuen und durch solche Freude und überall in deiner Gegen- meine Dankbarkeit und Gehors wart sey und die dereinst von sam gegen dich stärken. allem Rechenschaft geben müsse. Scheint meine Arbeit vergebs Laß mich fleißig und treu seyn lich zu seyn; wird sie nicht ers in meinem Beruf, nicht um kannt oder belohnt; genießen von andern gesehen und ge andere die Früchte und den Nus rühmt zu werden, sondern in gen von dem, was ich gethan der edlen Absicht, dir zu ge- habe: so bewahre mich, daß ich fallen, dir zu gehorchen und nie unzufrieden, muthlos und durch einen guten Gebrauch neidisch werde, sondern mich das meiner Gaben und Kräfte mir durch beruhige, daß ich meine und andern nüglich zu werden; Pflicht gethan, und daß uns daß so mein ganzes Leben ein ter deiner Aufsicht nichts Gus beständiger Gottesdienst seyn tes verlohren gehe oder unbes mdge. Dann aber lehre mich lohnt bleiben kann. Kömmt auch, o bester Vater, mit kind mir bie Stelle, die ich bekleide, lichem Vertrauen auf deinen der Beruf, den ich treibe, die Segen arbeiten und den lebensart, die ich führe, zu nies Fort und Ausgang meiner drig und zu beschwerlich vor; Geschäfte, ohne ängstliche so laß mich nie vergessen, daß Sorgen und rastlose Bestres jou nach deiner weisen Regies bungen, beiner gütigen und rung mir diesen Posten anges weisen Vorsehung zuversicht wiesen, und daß ein christlilich überlassen. ---ches Verhalten jeden Beruf wichtig und edel, und jede Les Gehen meine Geschäfte bensart, wenn sie nur rechts glücklich von statten, bringen mäßig ist, nüglich und anges sie mir Vortheil, Ehre und nehm mache.- Werde ich in Freude, oder befördern sie das meinen Berufsgeschäften ges Beste meiner Brüder: so laß stdrt oder durch Pflichten der mich nie vergessen, daß ich Menschenliebe und Gefällige 11 14 Morgen und Abend- Andachten. feit davon abgerufen; so laß der göttlichen Gnade und der mich nie dadurch zur Unge: ewigen Seligkeit bestraft werduld und zu einem můrrischen den soll: daß eslieblosigkeit und Wesen verleitet werden; mach Ungerechtigkeit gegen unsern mich vielmehr dienstfertig und Nächsten sey, nichts zu thun, da willig, meinen lieben Neben sich doch so viel andere für uns menschen mit meinem Ver- beschäftigen: daß Gott endlich mdgen und mit meinem Rath bey der Verordnung eines arz gerne zu helfen, fie zu unter: beitsamen Lebens nicht die Ab ftüßen, und durch freundschaft sicht gehabt, uns ein schweres lichen Umgang mit ihnen, zu Joch aufzulegen, sondern viels erfreun, zu belehren und zu mehr die Gesundheit unsers bessern. Leibes und die Rube der Sees Und damit ich bey Berrich len, besonders in den Lagen tung meiner Geschäfte, so ges des Kummers und der Trübs finnet seyn und handeln möge; sal, zu befördern, uns für so laß mich bedenken: daß der Sünden und Thorheiten zu treue Gebrauch unsrer Zeit und bewahren, uns die Besiegung Kräfte der beste Dank sey, den unordentlicher Begierden zu wir dir für diese Geschenke bei- erleichtern, und uns mit mans ner Hand bringen können: nigfaltigen Segen zu erquicken. daß wir durch gemeinnützige Laß mich dis täglich erwägen, Geschäftigkeit, die Ehre era und darum meine Geschäfte langen, bir ähnlich zu werden, mit Gebeth anfangen, auch und Nachfolger unsers Hei- unter denselben oft mein Herz lands zu seyn: daß wir zur zu dir erheben, damit mir Arbeit erschaffen und dazu auch meine Pflichten, nebst den erloset sind, um fleißig zu großen Bewegungsgründen das feyn in guten Werken: daß der zu, zu rechter Zeit einfallen menschenfreundliche Gebrauch und mich zu vielen guten Thas unserer Gaben und Güter diesten erwecken und geschickt maa befte Vorbereitung scy, zum chen mögen. Tode und zur Ewigkeit: daß Erhöre mich, gütigster Bas die Treue im Geringen einst ter, und schaffe selbst in mir, herrlich belohnt, hingegen die was dir wohlgefällt, durch uns Unterlassung des uns mögli- fern Herrn Jesum Chriftum; chen Guten mit den Verlust Amen! 7. Am Montage; des Abends. Beym eym Schluß dieses Tages meinen Dank für alle die Wohls erschein ich vor dir, mein thaten, die du mir an demsels gütiger Vater, und bringe dir ben erzeigt hast. Du hast mein Leben Allgemeine Fürbitte. IS Leben und meine Gesundheit erhalte mein Leben und verlänerhalten; mir Speise und gere meine Gnadenzeit. Mach Trank und Frenden beschert, mich aber auch willig und ges und auch für meine übrigen fast, mich bey allen widrigen Bedürfnisse treulich gesorgt. Verhängnissen deinem väterlis Unter deinem Beystand habe chen Willen zu unterwerfen. ich meine Berufsgeschäfte treiben können; und deinem Segen Gott, du bist unser und als berbank ichs allein, wenn sie ler Menschen Gott und Vater. glücklich gerathen sind. Ja Du willst, daß wir alle für eins alles Gute, was mir wieder ander sorgen und bethen sollen. fahren ist, es sey groß oder Verherrliche deine Güte an als klein, ist ein Geschenk deiner len Menschen auf dem ErdboHand; deffen ich nicht werth den. Thue wohl unserm Lans bin. Denn auch an diesem desberrn und allen Obrigkeiten. Tage habe ich auf mancherley Beschirme den Ort, dessen Eins Weise wider dich gesündiget wohner ich bin und wache über und lange nicht alles und so meine Hausgenoffen und Ans gethan, was, und wie ich es gehörige, über meine Freuns zu thun schuldig war. Vergieb de und Feinde. Laß allen die es mir um Jesu willen und Gnade wiederfahren, um wels laß mich immer besser und che ich bich, an dem Morgen frommer werden; immer mehr dieses Tages, für mich selbst nach deinem Willen leben und bath: Mache sie gewissens als ein Christ in die Fußstapfen haft und treu in ihrem Bes meines Erlösers treten. Die ruf und erleichtere ihnen, durch fen besten Dank für deine Wohl- deinen Beystand, die Erfüls thaten wollte ich dir gern im lung der Pflichten desselben. mer völliger bringen. Erinnere die Könige, Fürs stüße mich dazu mit dem kräfften und Hohen dieser Erde an tigen Beystand deines heiligen ihre hohe Bestimmung: FreunGeistes. Sey dann auch, gu- de und Båter ihres Volks und tiger Gott, in dieser Nacht ihrer Unterthanen zu seyn. mein Schuß und mein Erretter. Laß fie darinn ihre Ehre setzen Wende die Gefahren ab, die und ihr Vergnügen suchen, mich bey der nächtlichen Fins daß sie gleich dir, dem Bösen sterniß umgeben, daß sich kein steuren, das Gute befördern, Unfall meiner Hütten nahe und die Unschuld schützen und ihre kein Bösewicht meine Ruhe un- Untergebene, als ihre Kinder terbreche. Sft es deinem heili- und Freunde mit Gerechtigkeit, gen Rath nicht zuwider; so Billigkeit und Liebe regieren. Unter Morgen- und Abend- Andachten Erinnere die Unterthanen, Laß die Eltern es zu ihrem baß sie ihre Obrigkeiten als täglichen und wichtigsten Ges ihre Herrn und Wohlthäter eh schäfte machen, ihre Kinder ren und lieben, ihnen gehorchen, christlich zu erziehen: ihnen die Abgaben, die sie zum ge- Erkenntniß und Liebe der Res meinen Besten geben sollen, ligion, Gehorsam, Menschen: willig und gewissenhaft bezah: liebe und Zugend einzuprägen len und Gott für fie bitten: da und sie zu Zierden ihrer Famis mit wir ein gerubiges und stil: lien, zu nutzlichen und würdis les Leben führen mögen in aller gen Menschen und zu Erben Gottseligkeit und Ehrbarkeit, der ewigen Seligkeit zu bilden. Laß die Lehrer der Reli: Flöße den Kindern Ehrerbies gion und des Chriftenthums tung, dankbare Liebe und Ges die Würde und Seligkeit ihres borsam gegen ihre Eltern und Berufs stets empfinden, und Vorgesetzten ein. Laß sie alles keine Gabe, keine Mittel, Gute, wodurch sie fromm keine Gelegenheit ungebraucht glücklich und der Welt brauchs laffen, ihre Zubdrer zu unter- bar werden können, mit Eis richten, zu bessern, zu trösten fer lernen. Befreye ihre Hers und zu beruhigen, sie zu dei- zen von aller Bosheit und ner und deines Sohns Jesu Rachsucht, und laß sie alle Lüs Erkenntniß und dadurch auf gen, Falschheit, Betrug und den Weg der seligen Unsterb: Verleumdung als die ärgste lichkeit zu führen. Laß aber Schande fliehen. Mach ihr auch die Zuhdrer ihre Lehrer Herz mitleidig gegen Arme ehren und lieben, auf ihre Leh- und Traurige und mache ihnen ren aufmerksam seyn, ihnen, das Wohlthun zur Freude. Laß in so fern sie dein Wort vor sie mit den Jahren, so wie an tragen, gehorchen und folgen, Alter, also auch an Gnade bey für sie bethen, für ihren an: dir und den Menschen zuneh ftändigen Unterhalt forgen und men. Präge ihren Gemüs gerne mittheilen allerley Guts, thern eine stets dankbare Ers denen, die sie unterrichten. innerung gegen ihre Eltern, Mach die Eheleute durch Lehrer, Freunde und Wohls deinen Geist geneigt und willig, thater ein, damit sie sich bes ihr heiliges Versprechen zu er: mühen mögen, ihnen Freude füllen: daß sie sich bis an ih- zu machen; thnen zu helfen, ren Tod vorzüglich und mit be- wo sie können; sie im Alter zu ständiger Treue lieben, ehren, verpflegen, und ihre Wohlthaten versorgen, und einander glück-[ zu vergelten; denn das ist wohls lich und vergnügt machen gethan und angenehm vor dir. Erins wollen. 16 Allgemeine Fürbitte. 17 Erinnere die Häupter und Besten anwende, und seinen Herrschaften eines jeden Haus Nebenmenschen neue Quellen ses, daß auch sie ihren Herrn des Fleißes öffne. Laß die Alten im Himmel haben, bey dem kein den Jungen gute Beyspiele und Ansehen der Person ist; damit Rath geben, und diese ihren Ers fie gegen ihre Dienstboten Ge- mahnungen und gutem Exemrechtigkeit Billigkeit und pel fetgen. Lag den Reichen auf Sanfimuth beweisen und das seinen Reichthum nicht stolz Glück und Vergnügen derer seyn, sein Herz nicht daran hån= gerne befördern, die ihnen die gen, sondern ihn zum Wohlthun nen; pråge aber auch allen anwenden; laß den Niedrigen Dienstbothen und Tagelöhnern und Armen seine Armuth durch Gottesfurcht und Tugend ins Rechtschaffenheit, Demuth, ArHerz, als die Grundlage aller beitsamkeit, Geduld und MäsReblichkeit und Zreue. Lehre figkeit achtungswürdig machen. fie, daß gewissenhafte Treue, Laß die Gesunden ihre Zeit und in der Abwartung ihrer Ar Kräfte wohl nützen und nichts beiten, ein Haupttheil ihres von dem, was sie iht thun kons christlichen Gottesdienstes sey; nen, auf die ungewisse Zukunft daß Auf ichtigkeit und Fleiß, verschieben. Laß die Kranken Folgsamkeit und Bescheiden für die Wiederherstellung ihrer heit, Keuschheit und Ehrbarkeit Gesundheit sorgen; sich deinem ihre Ehre; hingegen Lügen, Be- Willen mit kindlicher Gelaffens trug und Faulheit, Grobheit und beit unterwerfen; ihr Haus in Widerspenstigkeit, Unkeuschheit Absicht auf das Irdische bestels und wüstes Leben, ihre wahre len; fich nåber auf die Ewigs Schande sey. Erfülle fie da: teit vorbereiten: und wenn her mit Abschen gegen diese sie diese Welt verlaffen sols und alle übrige Lafter und mit len, so gieb, daß sie dieselbe Liebe zu allen Tugenden, das mit christlichen Gesinnungen mit auch fie dir wohlgefallen in verlaffen und erleichtere ihnen Christo und der Belohnungen in den Ausgang aus derselben, beinem Reich fähig seyn mögen. Durch die Hoffnung eines besseru Gütiger himmlischer Bater, ewigen Lebens. bu haft uns alle berufen eins ander zu dienen, einer des ans So lehre uns alle o Gott, dern Wohlfarth zu befördern; deinen Willen thun, und uns gieb doch daß der, welcher ans serm Beruf gemäß leben, um dere an Einsicht, Weisheit deines Sohns, Jesu Chrifti wils und Erfahrung übertrifft, seine len, und durch den Beystand, des Vorzüglichkeit zum gemeinen heiligen Geistes. Amen. b 8. Am 18 Morgen und Abend: Andachten. 8. Am Diensttage; des Morgens. eine Güte, o Gott, mein leben soll. Durch fie bin ich Vater, ist alle Morgen ein Mensch); durch sie bin ich neu und deine Barmherzigkeit fähig, dich meinen Schöpfer währet für und für. Das er zu erkennen, Irrthum und fennet mein Herz mit roher Wahrheit, Gutes und Bises dankbarer Empfindung in der zu unterscheiden, die Pflichten Stille und eben das soll mein meines Berufs und der Mens Mund bey aller Gelegenheit, fchenliebe zu erfüllen. Sehr laut vor andern bekennen und traurig und unglücklich ist der rühmen. Der Tag, den ich Zustand derer, die des Ges wieder gesund erlebt habe, ift brauchs ihres Verstands bes ein neuer Beweiß deiner Treue raubt werden. Ach bewahre, und Güte. Lehre mich nun mich doch vor solchen Zufällen die Weisheit, meine Lebens: bes Alters und der Krankheit, tage recht anzuwenden: durch die mich entweder ganz oder Glauben und Gottseligkeit mich zum Theil diesen Unglücklichen auf den Himmel vorzubereiten, gleich machen könnten. Sete dir und meinem Nebenmenschen mich dagegen nach deiner Güte zu dienen, und durch alles, in solche Umstände, daß ich ims was ich denke, rede ober thúe, mer vernünftiger denken und deine Ehre zu befördern. Meis handeln lerne, bis ich einmal ne irdischen Schicksale ordne nach vollendeter Prüfungszeit du, o Herr, nach deiner Weis: in Gesellschaft aller vernünftis heit und Güte. gen seligen Geifter die Wunder deiner Weisheit, Macht und Ich will mit dir reden, wie Güte vollkommener erkennen ein Kind mit seinem Vater und unaufhörlich preifen kann. spricht: ich will dir sagen, was Die Gesundheit des Leibes sich mein herz in Absicht mei ist nächst einer gesunden Vers nes zeitlichen Glücks von dir nunft unter allen irdischen Güs wünscht. Aber ich will dir tern das Vorzüglichste. Ohne sie nicht vorschreiben, was du fann ich meber zu meiner eige thun follst. Ich will es deinem nen Wohlfarth nech zum Besten våterlichen Rath überlaffen, in meines Nächsten recht thätig wiefern du meine Bitte erfül feyn. So erhalte mir dann len willst. dies, von den meisten unerfanns Erhalte mir vor allen Din- te, Gnadengeschenk. Und ob gen den Gebrauch meiner Ber: ich gleich als ein sterblicher nunft, so lange ich auf Erden Mensch zu viel begehren würde, wenn Gebeth um zeitliche Wohlfarth. 19 wenn ich einen ununterbrodbe: mir nur Kräfte, Mittel und nen Gesundheitszustand begeh- Gelegenbeit, immer vollkoms ren wollte; so bitte ich doch, mener und tugendhofier und wenns dir gefällt, bewahre mir selbst und andern nützlich zu mich vor solchen Krankheiten, werden: daß ich der Achtung die meine Gesundheit auf im: der Rechtschaffenen würdig seyn mer zerrütten, und vor folchen und, vor allen Dingen, das Zufällen, die mich auffer Stand Zeugniß eines guten Gewissens feßen, meinen Beruf und Pflicht und die Versicherung deines abzuwarten. Beyfalls haben möge. Große Reichthümer und Ue- Laß in meinem Hause Liebe, berfluß an Geld und Gut be- Eintracht, Rechtschaffenheit gehre ich nicht von dir. Das und Gottesfurcht wobnen, das größte Bermögen ist, ohne mit ich in seinem stillen deinen Gegen, bald zerstreut Schooße die Freuden des häuss und verloren; und niemand lichen Lebens genießen möge. lebt davon,( niemand ist um Schenkst du mir Kinber; so deswillen allein glücklich) daßschent mir auch Freude an the er viele Güter hat. Doch darum/ nen. Erheitre mein Leben bitte ich, mein Vater, behüte durch das Glück ber Freundmich vor drückenden Nahrunge- schaft, und lasmir wenigstens eis forgen. Beschere mir so viel, nige redliche Freunde übrig bleis daß ich meine nothwendigen ben, mit denen ich meine Freus Bedürfnisse bestreiten und auch den, Widerwärtigkeiten und andern in der Zeit der Noth Leiden theilen und auf deren beysiehen kann. Bewahre Treue ich mich verlassen kann. mich, daß ich niemals in bie Um ein hohes Alter will ich Versuchung falle, burch Lift nicht bitten; denn ich weiß und Ungerechtigkeit mein Brod auch hierin nicht, was mir zu suchen, oder, vom Hunger nützlich ist. Billst du mich gezwungen, meine Hand nach aber so lange leben lassen, daß fremden Gut auszuftrecken. ich nicht nur für das Glück der Mach mich sparsam und fleis- Meinigen beffer forgen, sons fig; segne meine Arbeiten und dern auch mich selbst zur Ewige mein Vermögen, daß ich weit keit mehr zubereiten kann, so damit reiche. Erwecke mir werd ich dir mit findlichem aber auch Wohlthäter, wenn Herzen dafür danken. Sey ich fie nöthig habe. bu nur, wenn ich alt und Allgemeinen Beyfall und grau werden soll, meine Stütze; den Glanz der äusserlichen Ehre mindere mir die kaften des verlange ich auch nicht. Schenk Alters und hilf fie tragen. b 2 Dir Morgen- und Abend- Andachten. Dir sey es heimgestellt, alle meine irdischen Angelegen. wie, wenn, und wo ich sterben heiten so ordnen, daß mein wahs foll. Bewahre mich nur vor res Glück dadurch befördert einer schrecklichen Todesart und werde. Du haft mir ja deinen gieb mir ein fauftes, vernünf Sohn, zum Erldser und Ses tiges und seliges Ende. Soligmacher geschenkt. Wie soll überlaffe ich findlich und zuver- test du mir mit ihm nicht alles fichtlich deiner weisen Regie- schenken, was mir nüglich und rung das ganze Glück meines heilsam ist? Nun Herr mein Lebens. Gott deine Gnade fey mit mir, mit den Meinigen und allen So viele Tage habe ich schon Menschen. Sie segne, ftärke zurück gelegt, woran du für mich und leite und alle bis zum ewis våterlich gesorgt hast. Du wirst gen Leben, durch Jesum Chris auch ferner an mich denken und stum, Amen! 20 9. Am Diensttage; des Abends. Das as ist ein köftlich Ding, schågen; um dich dafür zu dem Herrn danken und preisen, fie recht zu gebraus lobsingen; des Morgens deine chen und zu bewahren; nicht Gnade, bes Abends beine Wahr- aber um stolz und hochmüthig heit, beine Treue und Güte zu werden, mich selbst zu ers verkündigen. O wie freue ich beben und andere zu verachten. mich, daß auch ich mit fråli: Nein, o Alle heiligster, diese em Munde dich it loben Gemütheart ist nicht nur thos darf. Deiner Wohlthaten sind rigt, sondern auch dir abs mehr, als daß ich sie zählen scheulich. Du widersteheft kann. Wenn ich nur bey die den Hoffärtigen aber den Des fem einzigen Zage ftehen bleibe, müthigen giebst du Gnade. Und so muß ich erstaunen über die wie dürft ich mich erheben, da Größe deiner Güte und Treue, ich alles, was ich habe, von dir die du an mir gethan haft. babe, da mich fo viele Febler, D, mein gütiger Gott, laß es Sünden und Mäångel unter mich schmecken und feben, wie Tausende herunter setzen, die freundlich du bift. Laß mich das beffer sind als ich. So gieb Gute, die Vortheile und Vorzu- dann, daß ich schwaches sünds ge des Geiftes undLeibes und liches Geschöpf von meinem meines ganzen Zustandes Heiland lernen möge, von im Natürlichen und Geistlichen, Herzen demütbig zu seyn; die du mir geschenkt haft sorg und nicht blos in Borten, in Ges fältig erkennen und gebürend berben und andern äusferlichen Bezels 21 Ueber die uns schuldige Selbstliebe. Bezeigungen. Er war gleich, deinem Willen gemäß anwie ein andrer Mensch, und wenden muß. an Geberben als ein Mensch Dein Wille iste, daß wir erfunden; und er will, daß unsere Gaben und Kräfte nicht feine wahre Nachfolger weder zu unserm Verderben und Uns eine unnatürliche Giftalt des glück, nicht zur Betrübung Gesichts und des Leibes im Ge und Beschädigung unserer Nes betb und den Uebungen der benmenschen mißbrauchen, sons Buße, noch eine gezwungene dern dazu brauchen sollen, um Geifilichkeit in der Kleidung unsere eigene zeitliche und ewige in dem Genuß und Gebrauch Glückseligkeit zu befördern, und der Gaben Gottes für den feib unter unsern Nebenmenschen und für die Nothdurft und das Ruhe, Vergnügen und Wohls Vergnügen des zeitlichen Le farth auszubreiten. Dein bens annehmen sollen. Laß wille ists daß wir, am ersten mich daher diesen bloßen trachten nach deinem Reich Schein, unter welchem oft und nach seiner Gerechtigkeit; Heuchler ihr stolzes Herz ver daß wir beine Gnade und die bergen, flieben und laß die Seligkeit des Himmels für achte Demuth deines Sohns unser höchftes Gut achten, und meines Herrn und Erlösers, uns aufs eifrigste bestreben, mein Eigenthum und meine dies große Glück durch den Zierde werden. Gieb daß ich Glauben, der durch die Liebe von allem, was ich Gutes has thätig ist, zu erlangen und zu be, wenn es auch eine Frucht bewahren; daß wir dies, in meiner Arbeit wäre, nicht mir, allen was wir thun, im Auge sondern Attes dir zuschreibe und haben; daß wir dagegen uns alles für ein freyes Geschenk selbst und die Welt verleugnen, deiner Güte erkenne, das ich und lieber alles fahren lassen, ohne alle meine Würdigkeit, als deine Gunft und das ewige ja wider mein Verdienst, geben zu verlieren. Dein empfangen habe. Laß mich wille ists, daß wir für unfern daher die Gaben des Geistes, unsterblichen Geift und ſeine des Leibes und des Glücks vollkommenheiten vorzüglich nicht als ein solches Eigenthum forgen und stets wachsam und ansehen, welches ich nach meis beeifert seyn sollen, in der Ers nem eigenen Gefallen brauchen fenntniß alles Guten zuzunehs tann; sondern als ein vertrau men, unsere Gesinnungen und tes Eigenthum von dir, mei Begierden zu bessern und ein nem Gott und Herrn, was ich richtiges, gutes und ruhiges ganz deiner Vorschrift und Gewissen zu haben. Dein Wille b3 Morgen- und Abend- Andachten. = 22 Wille ists, daß wir unsern årgsten Bergehungen, ja oft zu Leib, in Gesundheit und Kranks Todschlägen verleiten, aufs heit, gehörig pflegen; daß wir stärkste verabscheuen; daß man alle seine Glieder nur allein zu allen Gelegenbeiten dazu, wels Gott gefälligen Geschäften che unzüchtige Gesellschaften, gebrauchen; daß wir uns we Bücher und Gemälde, Unmäss der auf eine gewaltsame Weise, figkeit und Müssiggang, vers noch durch Unmäßigkeit, Sers schaffen, mit Vorsicht und gen, Traurigkeit, 3orn, Gelz Klugheit ausweichen und den und übertriebene Arbeit an una erften aufsteigenden Begierden ferm Leben und Gesundheit zu jenen unwürdigen viehischen Schaden thun; daß wir zwar, Lüften, durch das Andenken wenn es Pflicht und Beruf er an deine Allgegenwart, durch fordert, unsers Lebens nicht Arbeitsamkeit, Mägigkeit und schonen, sonst aber auf alle Gebeth, widerstehe. Du Weise es zu erhalten fu willst, daß wir die erlaubten chen sollen, so lange wir Ergötungen, die deinen Ges können. Du hast befohlen, bothen nicht zuwider und wes daß wir alle Unmäßigkeit im der uns selbst noch andern schäde Genuß der Speise und des Ge- lich sind, mit Mägigkeit ges trånks, alle Trunkenheit und nießen, durch das Andenken Schwelgeren, diesen stråfli, an dich heiligen, dabey in den chen Mißbrauch der Gaben Schranken der Gottes furcht Gottes, der die Gesundheit und Wohlanständigkeit bleiben schwächt, die Vernunft unter und uns besonders zur Freude brückt und allen faftern den an dir und unserm Erldser und Weg öffnet, sorgfältig vermei zur Freude an löblichen Thaten den sollen. Du willst, daß erheben sollen. Schenkst du wir reines Herzens seyn; daß uns zeitliche Güter, Reichthum, kein faules Geschwätze aus Ansehn, Ehre und Würde, so unserm Munde gehe; daß sollen wir nicht stolz fenn, man in seiner Kleidung und nicht auf diese ungewissen Gå dufferm Bezeigen ehrbar under unsre Hoffaung setzen, sonz fittsam fry; daß man Hurerey, dern auf dich den lebendigent Ehebruch und alle Arten von Gott, der uns dargiebt reich Unreinigkeit, die du, o Aller: lich, allerley zu genießen, und heiligster, ju ftrafen gedrohet, fie als Mittel ansehen und braus die das Gemüth verwildern, chen, Gutes zu thun und den Leib und die Gesundbeit reich zu werden an wohlthätigen zerrütten, in Armuth und Ber: Werken gegen unsre Nebens achtung stürzen, und zu den menschen. Nun, das verlangst du Ueber die uns schuldige Selbstliebe. 23 du auch von mir; o mein Schi- salen, die du aus weifen und pfer und Herr, mein Vater und gütigen Absichten über mich vers Wohlthäter! gieb mir durch bångst, mit ftandhaftem Hele deinen heiligen Geift Luft und denmuth entgegen gehen, fie Kraft, diesen deinen Willen mit Ganftmuth und Geduld ers immer besser zu lernen und tragen, ohne darum in der riblicher zu erfüllen. Beobachtung meiner Pflicht und Schuldigkeit tråge eder Und gelingt es mir, das nachläffig zu werden, und alles zu thun, was recht und gut, mal lieber Boscs leiden als Bös und deinen Geboten gemäß ist; ses thun.. so bewahre mich vor der Ein Alle meine übrigen Bedürfs bildung, daß ich um dessen niffe, die du kenneft, überlaffe Bleibe willen etwas von dir zu fors ich deiner Fürsorge. dern berechtiget wäre, denn mit deiner Gnade und Hülfe in ich habe ja nur gethan, was dieser Nacht bey mir, bey als ich zu thun schulbig war. Laß len meinen Freunden und bey mich daher das Gute, was mir allen Menschen. Behüte uns zu Theil wird, nie als ein Ver- vor Schrecken und Schaden. dienst ansehen; aber auch über Wehre der Bosheit derer, die das Uebel, das mir begegnet, Schaden thun wollen. Trifte nicht murren, als wiederführe alle Betrübten, und erbarme mir dadurch etwas, das ich dich våterlich über alle, die nicht verdient hatte. Laß mich itzt um Hülfe zu dir rufen, um vielmehr allen Leiden und Trüb. Jesu Chrifli willen. Amen. 10. Am Mitwochen; des Morgens. Gott ott, du bist die Liebe! bas getroftet und in meinen Fehlern Aus beweisen alle Wohlthaten, langmüthig getragen. die du auf so mancherley Art unaussprechlicher Liebe gabft täglich über uns ausschütteft. bu deinen eingebornen Sohn Deine Liebe war es, die dich für uns strafwürdige Menschen bewog, mir das Leben zu dahin, um uns Vergebung schenken; mich mit Sinnen, der Sünden, Leben und Ses Gliedern und einer vernünftiligkeit zu verschaffen. Deine gen Seele zu begaben. Deine Lebe und väterliche Fürsorge Liebe hat mich von Jugend auf bat auch in dieser vergangenen bis bieber mit allen Nothwen: Nacht über mich, die lieben digkeiten des Lebens versehen, Meinigen, und so viele tausend mit vielen angenehmen Begeg- meiner Nebenmenschen ges niffen erfreut, mich im Leiden wacht, und tausende schmecken 64 und 24 Morgen und Abend Andachten. und sehen es an diesem Mors können wir einst die frohe Stims gen aufs neue mit mir: wie me nicht hören: Kommt her, ihr freundlich und gütig du bist. Gesegneten meines Vaters; ers so lehre mich dann, Alerbet das Reich, das euch bereis Tergütigfler, dich wieder lieben; tet ift von Anbeginn der Welt. denn du hast mich erst geliebet. Ach! so sende doch den Laß mich immer an deine allge: Geift der Liebe in mein Herz meine väterliche Menschenliebe, berab, und hilf mir alle mens mit froher Dankbarkeit denken, benfeindliche. neidische, args und schenk mir dadurch Lust und wöhnische, schadenfrohe und Kraft, deinen Willen zu thun boshafte Gefinnungen in dems und die ähnlich zu werden. Es felben unterdrücken. Erfülle ist dein Gebot: Liebe deinen meine Seele mit einem aufrichs Nächsten sowohl als dichtigen Wohlwollen gegen alle selbst. Könnte ich dich lieben, Menschen ohne Ausnahme. Laß wenn ich diesem Gebot unge mich keinen einzigen Menschen horsam würde? du bist gütig, mit Gleichgültigkeit oder Vers barmherzig und langmüthig achtung ansehen, keinem ein konnte ich dein Kind seyn, ohne ergerniß geben durch bifes dir nachzrahmen und zum Beyspiel oder Verführung zur Glück meirer Nebenmenschen Sünde; keinem an seinem Leben so viel benzutragen, als es in und Gesundheit Schaden thun; meinen Kräften steht? Helfen keines Ehre und guten Namen, und Gutes thun, war bein vor durch Schmähen, übele Nachres nebmstes Geschäfte und deine den und Berläumdungen, fråna liebste Freude hier auf Erden, oken; mich an dem Eigenthum leis Herr Jesu; und noch ifte Selig- nes einzigen durch die mannigs Feit für dich, deine eridften faltigen Arten des Diebstals und Menschen zu erretten, zu bedes Betrugs verfündigen Und gnadigen, zu bessern, zu wenn durch meine Schuld ans erfreuen und selig zu machen. beren an ihrer Gesundheit, Das Bestreben, diesem deinen Ehre und Eigenthum ein Scha Vorbild nachzufolgen. ist das de zugefügt worden, so mach Unterscheidungs Merkmahl mich bereit, ihnen denselben deiner wahren Belenner; ist der aufs möglichste zu ersetzen. beste Dank für deine unaus- tag mich an dem Elend, den sprechlichen Verdienste um unse- Peiden und betrübten Zufällen re Seligkeit. Ohne diese Tugend meiner Nebenmenschen reblis gelten unsere übrigen Eigen- ben Untheil nehmen, und ihre schaften und Handlungen nichts Noth, auf alle mir mögliche vor Gott, ohne diese Zugend Art zu erleichtern oder zu ens digen Ueber die Liebe des Nächsten. 25 bigen suchen. O wie viele göttenes Glück, dankbar empfins liche Freuden würde ich ge den. Fern von allem Neid und nießen, wenn ich durch Un Mißgunft will ich meinen Nes terricht, Ermahnung, War benmenschen ihre Glücksums nung und Fürbitte, zur Rets stände und Vorzüge gerne, tung der Seele aller derer, die auch alsbann, adunen, wenn auf bem Wege des Verder mein irdischer Ruhm dadurch bens wandeln; wenn ich zur verbunkelt oder mein irdischer Erquichung i des Kranken, Ar Vortheil dadurch verringert men, und jedes nothleidenden würde. Mit den Gaben, die schwachen Greifes; wenn ich ich, o Gott empfangen habe, jur Unterflüßzung der Dürfti: will ich andern gerne dienen; gen, zur Erziehung verlaffe um heilsame Erkenntnisse unter ner Waisen und zur Versor- ihnen auszubreiten, sie vor gung fummervoller Wittwen Schaden zu warnen, und die recht vieles beytragen tönnte. Ehre, das Einkommen, die Weil mir aber dies überaus Rube und das Vergnügen so große Vergnügen, der Anzahl vieler Menschen zu befördern, der Elenden und meines Un als es nur immer geschehen vermögens wegen versagt ift; kann. Ich will andern alles so will ich mich doch bemühen, dasjenige gerne erweisen, was niemand unglücklich zu machen ich vernünftiger Weise von ihs mit den Weinenden zu weinen, nen erwarten würde. wenn ich und wenn ich zu andern Hülf in ihren und sie in meinen Ums leistungen zu schwach bin, ih ständen wären. Hingegen will nen mit Troft, Rath und Fürs ich das, was andere mir zu bitte benzustehen. So weit es leiften schuldig find, nicht nach aber meine Fähigkeiten und dem strengsten Recht forbern; Umstände verstatten, will ich zumal wenn sie dadurch zu sehe mich aller Verlaffenen Trost leiden oder beschwert werden und Hülflosen, nach ihren geift sollten. Und diese Gerechs lichen und leiblichen Bedürfa tigkeit, Barmberzigkeit, niffen, aufrichtig und thätig Woblthätigkeit, Dienstfers und auf die beste Art anneh- tigkeit, Billigkeit und Ges men. Jedes Gute, was einem lindigkeit will ich vornemlich) meiner Nebenmenschen zu Theil meinen Aaverwandten, Freuns wird, jete rechtmäßige Freude ben, Wohlthätern, Nachbarn meiner Brüder will ich, als und Glaubensgenosfen; aber ein Geschenk deiner allgemei- nicht ihnen allein, sondern, Den Vaterliebe, a's meine et ohne Unterschied, allen, ja gar gene Freude, ale mein eige meinen Feinden und Beleidis 6 5 gern 26 Morgen- und Abend Andachten. gern fund werden lassen. Wir Du hast mir, Gett, das findja alle Mitgenoffen einer Wollen gegeben, gieb mir auch Natur; von einem Blut ifts, das Vollbringen nach deiner was in unsern Abern fließt; großen Güte durch deinen heilis einerley Schwachbeiten umgen Geist. So bin ich ein Jünger geben uns alle. Wir find Kin- meines Heilands; so kann ich der eines Vaters, Erlöste deines Wohlgefallens, deines eines Mittlers, bestimmte Segens, beines Schutzes, deines Erben einer gemeinschaftlichen Beyftands und Troftes verfis Geligkeit. Ich will auch nicht chert seyn; so werde ich immer etwa nur denen Gutes erzeigen, mehr zu den hohen himmlischen von welchen ich Dank und Freuden geschickt werden, die Freundschaftsdienste wieder er du uns in jenen ewigen Häus warte; sondern ohne Eigennut, fern der Liebe, der Freundschaft Ehrgeiz und Heucheley, aus und des Friedens zubereitet Gehorsam gegen dich und aue hast. Begierde dir ähnlich und dir Nun, Herr, deine Gnade dankbar zu werden, mich befen heute und allezeit mit mir, mühen, das Elend aller deiner mit den Meinigen, mit allen Menschen zu erleichtern und Menschen, durch Jesum Chris Segen, Rube und Freude slum, Amen. unter ihnen auszubreiten. 11. Am Mitwochen; des Abends. Was as bin ich, Herr, daß du liebe gegen meinen Nächsten meiner so guåbig ge- nicht stets bey mir zu unters denkst? Auch heute hast du halten gesucht; wenn ich dem Großes an mir gethan. We Kaltfinn, der Mißgunft, und nig Guts habe ich verdienet und andern dir mißfälligen Neis viele Wohlthaten hast du mir zu- gungen in meiner Seele Ranm fließen lassen. Lag ist in die gegeben; wenn ich eine Gelee ser Abendflunbe das Gefühl genheit versäumt habe, Bedeiner Güte recht lebendig in trübte zu erfreuen, und Vers mir seyn, damit ich alle meine laffene mit Rath und Hülfe zu Abweichungen und Sünden unterstüßen. Sende den Geist schmerzbaft bereuen, und den der Liebe in mein Herz und ernfilichen Vorsatz faffen md- lag es fünftig meine Freude ge, fünftig rechtschaffener und und die vornehmste Beschäfts frömmer vor dir zu wandeln. gung meines lebens seyn, gleich Vergleb es mir insonderbeit bir, meinem Gott, ein Wohlthas um Chrifti willen, wenn ich ter der Menschen zu werden. heute die wahre brüberlichel Lag Ueber die Liebe des Nächsten. 27 faß mir das Benspiel meines gen und Falschheit verabErlösers fiets vor Augen schwe scheuen, und mich der Wahrben, damit ich seine Sanft haftigkeit und Aufrichtigkeit muth und Demuth, feine befleißigen. Laß mich vers Freundseligkeit und holdse: ligkeit im Umgang mit an dern nachzuahmen mich ernft lich bestreben möge. oder gar Laß mich ges schwiegen seyn; aber auch of fenherzig andern sagen, was ihnen gut ist und auch ihre Fehs Lehrejler ihnen nicht verbergen, bas mich, alle Menschen als meinelmit sie dieselben beffern können. Brüder und Schwestern ach Laß mich die rühmlichen Eis ten und lieben; ihnen mit genschaften und Handlungen Freundlichkeit und Güte zuvor anderer forgfältig bemerken fommen; ibnen durch Beschei- und gerne bavon reben; hinges denheit und unsündliches Nach- gen ihre Mängel, Fehler und geben gefällig zu werden, und Vergehungen nie ohne Noth auf alles, was ihnen ihr Le: bekannt machen ben angenehmn machen und vergrößern. verfüßen kann, aufmerksam gen die, welche in ihren seyn. Gieb mir Weisheit, met Meinungen und Sitten von nem Nächsten auch in mei mir unterschieden sind und bes nen Reden und Gesprächen sonders in der Religion anders angenehm und nüglich zu denken, duldende Fachsicht werden. Laß mich bey allen beweisen. Laß mich böse, leicht. schicklichen Gelegenheiten es sinnige und lasterhafte Men= öffentlich bekennen, daß ich schen nicht haffen oder verdams Licht und Stärke zur Tugend, men, sondern alles, was in alle meine Gewiffensruhe, alle meinen Kräften steht, dazu wahre Freude, allen Troft im beytragen, damit sie aus dem Lode, alle frohen Ausfichten Abgrund der Lafter und des in die Ewigkeit dem theuren Unglücks herausgeriffen wers Verdienst meines Heilandes den mögen. Bewahre mich, und seiner Religion zu danken daß ihr Beyspiel den Abscheu habe; bamit andere zur Werth- vorm Bösen nicht in mir schwäs schätzung Jesu und zur Aus- che. Laß mich vielmehr dem übung seiner Religion erweckt Exempel der verständigen und werden mögen. Laß mich in tugendhaften Menschen folgen, Gegenwart unwiffender Kinder ihren Erinnerungen und Bes und schwacher Personen nichts ftrafungen Gehör geben, um reden cder thun, was sie år. dadurch weiser, beffer und gern, verwirren oder verfüh: frömmer zu werden. Gieb dag ten könnte. Laß mich alle tu. lich mich bestreben mdge, mit allen 28 Morgen- und Abend- Andachten. allen Menschen, so viel nur böse Gemüther zu ihrem immer möglich ist, friedlich und anderer guten Menschen zu leben; und auch unter mei- Nachtheil nicht noch kühner zu nen Nebenmenschen Ruhe und machen, den Schutz der Obrigs Einigkeit zu erhalten oder hers feit anfleben: so laß mich das zustellen. Reinige mein Herz ben alle Rachbegierde und alles von aller Bitterfeit, Sant schadenfrohe Vergnügen an fucht und Rachbegierde. Beber Bestrafung meiner Beleidis wahre mich vor stolzem und ger vermeiden und Schonung unbiegsamen Eigenfinn, und und Großmuth beweisen. Dann vor Argwohn. Laß mich wird mein Leben ruhig seyn; nicht leicht eine Mine, Rede dann bin ich ein wahrer Schüs oder Handlung anderer für Be'er und Nachfolger Jefu Chrifti, leidigung halten. Und wenn der das Böse mit Gutem übers ich wirklich beleidiget oder ge: wand und für seine Mörder kränkt werde; so lehre mich, bath; dann bin ich erkenntlich den Zorn beherrschen, und die gegen die große Gnade, nach Vergebungen meines Nächsten welcher mir um Jefu willen lieber einer übereilten Unbe felche Beleidigungen vergeben dachtsamkeit als einer vorsetzli werden, gegen welche auch die chen Feindseligkeit zuschreiben. größten Feindseligkeiten der Lehre mich, das mir zugefügte Menschen gegen mich, nicht zu Unrecht mit Gelaffenheit ers rechnen sind; dann bin ich ers tragen. Laß mich nicht Böses fenntlich gegen die Geduld und mit Bisem vergelten, sondern Langmuth, womit du noch tågs meine Feinde von ihrer Unge, lich meinen Fehlern und Måns rechtigkeit überzeugen, ihnen geln nachsiehst. von Herzen vergeben, ihnen alles Gute aufrichtig wünschen, Dir, mein Gott! übergebe ihnen gerne dienen und sie ich mich und die Meinigen und durch Wohlthun wieder zu mei alle Menschen in der bevorftes nen Freunden machen. Und henden Nacht! Beschüßze, segmuß ich zu meiner Schab: ne, erquicke uns alle und los haltung, zur Rettung erhalte uns zum ewigen Les meiner Ruhe, Ehre und ben, durch Jesum Christum, Glückseligkeit oder auch um Amen! 12. Am Donnerstage; des Morgens. D ie Gefahren der finstern schirmung, die du, o allmächs Nacht sind abermals tiger Gott, mir, ben Meinis überstanden; durch die Begen und so vielen tausend meis ner ner Nebenmenschen widerfah-| Ueber die Liebe und Gehorsam gegen Gott. 29 Du, unser Schöpfer, bift ren lassen. Ich fühle meine der Herr der Herrn und Kds Glieder burch einen sanften nig der Könige; aber auch der Schlaf erquickt, Leben und beste Vater und größte Wohls Gesundheit find aufs neue thåter der Menschen. Du bist mein Eigenthum. Aufs nene der ewige Urheber alles Guten; find alle meine Kräfte und Ems du bist allmächtig, allwissend, pfindungen in mir erwacht, unendlich weise, heilig, güdurch welche ich wieder in den tig und wahrhaftig. Du bist Stand gesetzt werde, die Schön auch mein Herr und Bater; beit deiner Werke zu empfin auch mein höchstes Gut. Du den, mein Leben recht zu ge haft mir Leben und Othem nießen und anzuwenden, und gegeben und mich zum Genuß dich, den Schöpfer und unzähliger Wohlthaten fähig ges Erhalter meines Lebens, macht. Alle Sinne und Glies meinen allerböchsten Wobl: ber meines Leibes sind Merks thäter und Herrn, zu er male deiner Huld. Du giebst kennen, zu verehren und mir das Licht der Augen, bich anzubethen. Olaß dann d es in deinen Geschöpfen zu sehen, das Ziel meiner Bemühungen und das Get dr, um die Stims seyn, so lange ich auf Erden lebe. me der Menschen, ja die Stims me deines e: quickenden Worts Du, o unsichtbarer Gott, zu vernehmen; du hast einen wohneft zwar in einem Lichte, unermeßlichen Reichthum von bahin kein menschliches Auge Geschöpfen zu meiner Nahe bringen kann. Du hast dich rung und zu meinem Vergnüs aber durch deine Werke allen gen gemacht. Du haft die vernünftigen Geschöpfen und Hügel, Thäler und Felder mit aufferdem auch uns, durch unzähligen, das Ange und dein Wort in der Bibel, offen- den Geschmack vergnügenden, bart; so daß wir deine unsicht, Früchten bedeckt. Denn es bare Kraft und Gottheit gleich war deiner Liebe nicht genug, sam zu schauen und zu fühlen mich zu ernähren; du wolltest im Stande find. Ach erwecke auch, daß eben die Speisen mich, daß ich nach jener hoch und Getränke, die zu meiner flen Weisheit, die in deiner Erhaltung dienen, durch den Erkenntniß besteht, immer Geschmack und Geruch zugleich begieriger werde, und dazu ergötzen und mein Herz desto die Vernunft und deine Offen mehr zur Dankbarkeit gegen barung in der Bibel sorgfäl- dich aufmuntern sollten. Viele tig brauche. unschuldige Freuden des Ums gangs 30 Morgen und Abend, Andachten. gangs habe ich genoffen. Oft dich über alles hochschätzen, haft du meine Arbeit mit mit Vergnügen daran denken, glücklichem Erfolg gesegnet. daß du so herrlich und gütig Unvermuthet fand ich den Weg bist, und durch Nachdenken zu meiner Versorgung. Du und Gebeth gerne mich mit dir gabst mir Freunde zur Beför: beschäftigen. derung meines Glücks, ja Dir in allen Stücken zu felbst Feinde und meine eigene gefallen, dir ähnlich zu wers Fehler mußten oft zu meinem den, deinen Befehlen zu ges Besten mitwürfen. Und mit borchen; dies fey mein feus wie vielen herrlichen Kräften rigfter Wunsch, mein beståns hast du nicht meinen Geist ges diges Bestreben! denn das ist schmückt! Du hast mich nach die Liebe zu dir, wenn wir deinem Bilde zur Unsterblich, deine Gebothe halten. WiFeit geschaffen. Du schenkest der dich, meinen Gott, zu mir die eble Gabe der Ver fündigen; das laß mich für nunft und setzteft das Gewiffen meine größte Schande, für in meine Brust. Deine vàter: mein größtes Unglück halten. liche Fürsorge wachte stets für Und wenn ein Fall kommen mein irdisches Leben; aber sollte, wo ich entweden Gott noch mehr und bewunderns: beleidigen, oder an meiner Ehre würdiger für das Heil meiner vor der Welt, an meinen Gü Seele und mein ewiges Glück. tern und Glück Schaden leiden Du fandtest deinen eingebornen müßte; so laß mich immer lies Sohn in die Welt, um meine, ber Unrecht leiden, als Uns durch Sünden befleckte, Natur recht thun. Denn deine Gnade vom Verderben zu retten, um ift beffer, als das Leben. mir Vergebung der Sünde, Laß mich aber nicht blos vor deine Gnade und die ewige groben Ausbrüchen des Las Geligkeit zu verschaffen und sters mich hüten oder einzelne mich durch seinen Geift dazu gute Werke verrichten, oder zu heiligen. So viel, ja noch bloß fleißig und strenge seyn. viel mehr hast du schon für in den äusserlichen gottesdiensts mich gethan; und was willstlichen Handlungen und Ans du nicht noch thun, o ewige dachts. Uebungen. Laß mich Liebe? O fo gieb dann, daß vielmehr alles, ich mag essen ich dich meinen Gott, meinen oder trinken, oder was ich getreusten Freund und gütig, sonst thue, zu deiner bre ften Bater wieder lieben moge tbun. Mit frölichem dankbas mit der zärtlichsten und ehrer rem Herzen, und deiner Vors bietigsten Zuneigung. Laß mich schrift gemäß, laß mich effen und Ueber das Vertrauen auf Gott. 31 und trinken; nach deinem Wils öffentlichen Gottesdienstes fo len und aus Liebe und Gehor wohl als im täglichen Umgang sam gegen dich laß mich fleißig mit meinen Nebenmenschen arbeiten, meinen Nächsten mit laß mich dir, dem allerhöchsten Rath und That helfen, Trau Herrn der Welt, und Jefu, rige tröffen, Kranke erquicken meinem größten 2ohlibåter, und die Widerwärtigkeiten die die tiefste Ebrerbietung ohne fes Lebens mit ftiller Geduld Heucheley und Aberglauben, ertragen. Dann ist meine ganz erzeigen, damit auch andere jes Leben Gottesdinst. zur Hochachtung der Religion Laß aber auch den Gedan- und Wertschätzung der Wahrs len:" mein Vater im him beit und Zugend gereizet und mel ist der beste Freund, den erwecket werden mögen. ich habe; aber er haßt auch Erbarme dich, unendlich alles Böse, er kennt mich gütiger Gott, aller Menschen, und ist mir nabe; er kann insonderheit aller Elenden und will alles Gute belob: Bekümmerten, wo sie auch nen und alles Böse bestra seyn mögen. Deiner Leitung fen." Lag diesen großen Ge- und Gnade empfehle ich bedanken meine ganze Seele mit sonders alle die, welche mir Empfindungen einer findlichen besonders angehören. Laß fie Ehrfurcht gegen dich meinen immer mehr das große Glück, Gott erfüllen. Laß mich allen deffen sie durch Religion und Leichtsinn und unehrerbietige Tugend fähig sind, erfahren Kalfinnigkeit gegen dich und und segne sie auch im Leiblichen die Religion, allen Miebrauch mit allem demjenigen, was deines Namens durch Fluchen deine Weisheit, als heilsam und Schwören vermeiden. Und für sie, erkennt. wenn ich bethe, wenn ich dein Erhöre mich, Water der Wort hdre, lese oder betrachte Barmherzigkeit, um Jesu Chris bey den Versammlungen des fti willen. Amen. 13. Am Donnerstage; des Abends. Unen Inendlicher Gott, du Schö- wüstest, keine Noth kann mich pfer und Erhalter aller treffen, die dir verborgen wäre. Dinge, an dir haben wir einen Alle meine Mängel, Bedürfs Bater, der uns alle fennt, niffe und Wünsche find dir, uns alle liebt, für uns alle bem Allwiffenden, bekannt. Du forgt und uns alle glückselig weißt und siehest dieses alles machen will. Nichts kann mit der Theilnehmung eines mir begegnen, was du nicht Waters, der ganz Weisheit und 32 Morgen und Abend Andachten. und Liebe ist. Du bilfest was ich ängstlich) und raftlos gerne, und es fehlt dir nie an suchte. Und der Ausgang deis Kraft und Einsicht, zu rechter ner Führungen und Schickuns Zeit und auf die beste Art zu gen hat mich überzeugt, daß helfen. Himmel und Erde ist auch deine unbegreiflichen Wes bein; die ganze Natur muß ge Wahrheit und Güte find, dir gehorchen; nichts kann bey denen, die deinen Bund ohne deinen Willen geschehen. und Zeugniß halten. Du kannst überschwenglich) O so will ich denn alles, mehr thun, über alles, was was zur Nahrung, Belleis wir bitten und cerstehen. dung und Erhaltung meines Wenn ich in meinen Beküm Leibes und überhaupt zu meis mernissen keinen glücklicheu nem ganzen Glück in Zeit Ausgang sebe, so fiehest dn und Ewigkeit nöthig und ibn. Du weißt alles wohl zu ersprießlich ist, von dir machen und herrlich auszu meinem himmlischen Vater führen, so daß Böses und zuversichtlich erwarten; Gutes, Leiden und Freuden, mich und mein ganzesSchicks Leben und Tod, Freunde und sal jederzeit deinem unvers Feinde, alles, alles uns zu besserlich guten Willen uns der Glückseligkeit näher brin. terwerfen, nnd mich bemüs gen muß, wozu du uns füh. hen zufrieden zu seyn. Dein ren willst. Du, o Treuer Wille soll mein Wille seyn; und Wahrhaftiger, bast mir den Weg, den du mich gehen deine Aufsicht, Fürsorge und beisfest, den Zustand, in wels Beystand versprochen; und chen du mich setzeft, will ich mir schon das Größte, deinen stets für den besten halten. Sohn, gegeben, so daß ich nun Mit standhafter Geduld will alles übrige, was mir gut ist, ich das leiden, was du mir von dir zuversichtlich erwar zu leiden auflegst. Mach mich ten kann. Tausende haben nur gewiß von deiner Gnade schon deine Fürsorge und Er- in Chrifto Jesu. Laß mich rettung erfahren und auch mir nur allen Müssiggang und hast du davon in meinen vori Leichtsinn, alle Ruchlofigkeit, gen Tagen viele Proben gege- Vermessenheit und Verschwens ben. Vor vieler Gefahr haft dung verabscheuen, dich lies bu mich geschützt; aus man ben und deinen Willen thun. cher Trabsal errettet. Du haft So weiß ich, daß alle Dinge mir viele Vortheile gewährt, zu meinem Besten gereichen die ich nicht wünschte, aber werden; so wirst du mich auch manches Glück versagt, schützen, erretten, versorgen und Ueber die Anwendung des Leidens Jesu. 33 und es auf alle Weise mit mir in der Ueberzeugung, daß du wohl machen. So wird einst ihr Vater seyft und besser als eine Zeit kommen, wo ich ein fie wisseft was zu ihrem Besten fehen werde, wie gut du es, dient, ihre Erquickung finden. auch auf den beschwerlichen Laß alle Belümmerte, DürfPfaden meines Lebens, mit tige, Kranke und Sterbende mir gemeint haft, und wie vå. auf dich hoffen, daß du so gnåterlich du gegen mich gesinnet dig bist, und sich freuen daß du gewesen. so gern hilfft. Dir sey fob Ewigkeit zu Ach, laß doch alle, welche und Preis von deine Hand heute mit Wider: Ewigkeit. Amen. wärtigkeiten heimgesucht hat, 14. Am Freytage; des Morgens. Jich ch danke dir, mein Gott die ich aufrichtig verabscheue, und Vater, daß du mich vollkommen vergeben, und mir abermals gefund erwachen läf, auch meine täglichen Fehler feft und meinem Leben einen und Mängel verzeihen werbeft. Tag zulegeft. Aber vornem: Denn was will mich verdams lich preise ich dich mit gerühr, men? Chriftus ist hie, der auch tem Herzen für die unaus für mich gestorben ist. O, ewis sprechliche Gnade, die mir ger Sohn Gottes, theurefter durch die Mittlers Leiden und Heiland; für mich, für mich den Versöhnungstod deines bist du gestorben! Laß mich Sohns Jefu Chrifti wiederfab diesen Tag über, ja mein ganz ren ift. wie sehr find da: zes Leben hindurch daran dens durch alle meine Lebenstage ken: damit ich dadurch be gesegnet worden. Mit jedem rubiget und im Glauben an Morgen konnte ich deiner Vas die Gnade Gottes gestärkt terliebe versichert feyn und es werde. Erinnere mich aber zuversichtlich erwarten, daß bu, auch an dein Leiden und Sterder bu mir das Gröfte geschenkt, ben, damit dadurch mein Eiz mir auch das Geringere mit: fer für die Gottfeligkeit und theilen werdeft: daß du, der Tugend aufs neue belebt und für meine Seele so herrlich meine Liebe zu dir und meigeforget, auch die Bedürfnen miterlösten Lebenmen. niffe meines Leibes befriedi: schen entzündet werde. gen werdest. Mit jedem Mor: In deinem Leiden sehe ich, gen konnte ich es zuversicht wie ernstlich Gott die Sünde lich erwarten, daß du mir al baffe und strafe. Erinnere le meine begangenen Sünden, mich daran bey jeder Reizung aur 34 Morgen- und Abend, Andachten. zur Sünde, woran es mir dert, Frrende zu unterrichten, auch heute nicht fehlen wird; Schwache zu ermuntern, Traus damit ich mit Entsetzen jede rige zu trösten, Elenden zu Günde verabscheuen und mei helfen und verlaffenen beyzus den mége. Wenn die Lüfte der stehen; o laß mich dann an Erde, wenn sündliche Bergnü allen Orten und in allen Stůs gungen für mein Herz gefäbr: den fuchen dir ähnlich zu seyn. lich werden sollten, dann mache Eaß mich, gleich dir, jede Vers es meiner Seelen recht gegen fuchung zur Eitelkeit, zur Ras wärtig, wie du dich meinetwe- che, zur Ungeduld und Muths gen aller Freuben begeben, und losigkeit überwinden. mir solche Vergnügungen verschafft haft, die meinen Geist fåt= Und finder es mein himmlis tigen und ewig währen. In det- scher Bater für nöthig, mich zu hem Leiden sehe ich bie uner: meinem Besten zu züchtigen, forschliche Größe der göttlichen so laß mich auch so willig, wie Gnade und deiner Menschenlie: du, das Kreuz auf mich nehmen, be. Neige dadurch mein Herz und mit unwandelbarem Vers zu einem findlichen Bertrauen trauen Gott und der Zugend und zu einer aufrichtigen Getreu bleiben. Oder begegnen genliebe, da du mich zuerst so mir heute durch Menschen uns zärtlich geliebt baft. In die angenehme Vorfälle, so gieb fer Liebe laß mich suchen dir mir die Sanftmuth, womit du zu gefallen, deine Gebote zu felbft für deine Mörder batest. halten, so gefinnet zu seyn, Auf dich, o Jesu, laß mich aufs wie bu wareft und so zu wan: fehen, wenn ich in meinem deln und zu leben, wie du ge: Laufermatten, zum Guten vers lebt haft. Laß mich nach bei: brossen und bey den göttlichen nem heiligen Beyfpiel und Schickungen unzufrieden wer Muster, den Willen Gottes mit den sollte. Bis daß mein Ende aller Treue thun und mich sei. fommt, laß mich nicht aufhos nen Fügungen mit stiller Geren, zu derhen, zu kämpfen laffenheit unterwerfen. Laß und dem Guten nachzujagen. mich so wie du gethan, auch Und wie du mitten in der Pein für andere leben, und wo ich der Deinigen nicht vergaßest, Gelegenheit finde, Gutes zu fondern auch auf ihre leibliche thun und des Elends in der Wohlfahrt undErhaltung dach Welt weniger zu machen, kei teft; so laß mich auch heute nen Berlust, keine Beschwerde, deiner treuen Fürsorge geniess kein Leiden scheuen. Bielleicht sen. Wende dadurch alles lles werde ich heute aufgefor: bel von mir ab und gieb mir alles Ueber die christliche Vorbereitung zum Tode. 35 alles nöthige Gute. Erwecke der Frist zur Besserung finden. redliche Herzen, mir zu allem Bringe die Verwirrten auf den Guten mit Rath und That be- Weg der Wahrheit und des bülflich zu seyn. In deine Heils zurück. Laß die LeidenHande, mein Gott und Erlöser, den aus deinem Leiden Troft und übergebe ich mich, die Meini- Erquicfung schöpfen. Stehe gen und alle meine Nebenmen, denen ben, die an diesem Tage schen. Um deines Leidens flerben werden; erlöse sie von willen sey ihnen grådig, und allem Uebel und versetze sie in laß sie nach ihren Umständen dein himmlisches Reich. Dir beine Erbarmung an Seel und sey Lob und Preis von Ewigs keib erfahren. Laß alle Sun- keit zu Ewigkeit; Amen. 15. Am Freytag; des Abends. Herr und Vater meines Les föhnung deines Sohns, meines bens! du bist würdig zu Heilands, willen, in welchem nehmen Preis und Ehre und du den Sündern Gnade und Dank. Du hast auch heute Vergebung verheissen hast, siehe mich erhalten, manche Gefahr mich mit Erbarmung an und ren des Lebens und der Ge- laß alles, was wider mich in sundheit von mir abwendet, deinem Gerichte zeuget, verges und mir mannigfaltige Wohl ben seyn. Stärke mich aber thaten zur Nothdurft, zur auch durch den Geist, welchen Bequemlichkeit und zum Ver: mir Jesus erworben, daß ich gnügen meines Lebens verlie aus Liebe zu dir alles Böse ben. Ja! hab ich heute nur meide und alles Gute thue, Eine gute Handlung vollbracht, täglich mehr Fehler ablegen oder nur Eine Sünde vermie und in deinem Dienste treuer den; das ist dein Werk, mein werden möge. Ach! so viele Gott, und ich preife dich da: Tage habe ich schon verschwens für mit gerührter Seele. det, verträumet and wider Aber wie wenig ist des deine Absicht angewendet. Lehs Guten, das ich an diesem Tagesre mich, meine noch übrige gethan und wie viele Sünden Lebenszeit recht auskaufen, das sind es nicht, deren ich mich in mit ich von Zage zu Tage meis Gedanken, Worten und Wers ner Bestimmung zu einer selts ten schuldig gemacht habe! gen Ewigkeit näher kommen Gerechter Gott, handle nicht und einst den Tod mit eben mit mir nach meinen Sünden der rubigen Sassung des Ges und vergilt mir nicht nach mei müths eroulden måge, wos nen Missethaten. Um der Vermit ihn Jejus der Welt- Heis land C 2 36 Morgen und Abend. Andachten. land erduldete: an dessen Zod, auf eben die Art auf meinen mich der heutige Wochentag Tod gefaßt mache. Laß mich erinnert. oft an den Tod denken und die herrlichen Folgen des Todes Er empfand den Schauer, der für diejenigen, die dir in Chris jeden Menschen beym Anblick fto Jesu zu gefallen suchen, oft des Grabes erschüttert. Aber er erwägen. Laß mich ernstlich überließ feine Seele teiner aus, trachten, von der Vergebung schweifenden Angst, feiner meiner Sünden und von meis muthlosen Verzweifelung, teinem Antheil an deiner Gnade ner unthätigen Betäubung. Er und ber ewigen Seligkeit vers gieng seinem Leiben und Ster: fichert zu seyn. Laß mich das ben mit 2Billigkeit entgegen, aus her Jesum Christum deinen Gehorsam gegen seinen himm Sohn, der nicht nur mein Vers lifchen Vater und aus großmů föhner sondern auch mein Beys thiger Menschenliebe. Er versspiel geworden, in wahrer ließ ruhig die Welt, um zu sei Buße und Glauben annehmen nem Vater zu geben. Sitten und ihm mein ganzes Leben unter dem Gefühl der Schre: weihen. Laß mich nicht läns den des Todes war sein Herz ger mir selbst leben, sondern noch mit der zärtlichsten treue ihm der für mich gestorben und ften Fürsorge für das Heil auferstanden ist. Auch mir der Menschen, ja selbst seiner haft du mein Herr und Vater, Feinde und besonders für die ein Wert anfgegeben, das ich Laß Beruhigung und Versorgung hier vollbringen soll. feiner Mutter erfüllt. mich die Stelle, den Beruf Ihn aber über fiel auch der und Stand, den du mir in deis Tod nicht unbereitet. Ernem Reich angewiesen, würs dachte oft an seinen Zob, an big behaupten, meine Pflichten die Absicht und seligen Folgen treulich erfüllen; meine Kráfie desselben. Deinen Willen, ound Gelegenheiten, den Mens Gott, hatte er gethan; dein schen nüglich zu werden, aufs Werk vollbracht. Er hatte ein beste anwenden und im Rechts unschuldiges wohlthätiges Le- und Wohlthun niemals ermů, ben geführt. Auf dieses Leben den. Laß mich nie etwas thun, konnte er nun mit Freudigkeit was mich in meinen letzten zurück sehen und sich von dem Stunden beschämen oder ang= felben die herrlichsten Früchte ftigen würde; nie etwas unters für sich und seine Brüder verlassen, dessen Andenken mich sprechen. Gieb mir die Gnade, noch im Tode erquicken kann. gütigster Bater, daß ich mich laß mich meine irdischen Ans geles zumove. 37 So werde ich die Ueber die christliche Vorbereitung gelegenheiten in Zeiten in Ortsnen Geist. nung bringen. Laß mich die Furcht vorm Grabe durch die Meinigen so anführen, daß ich Hofnung einer herrlichen Aufs bey meinem Abschied von ih- erweckung meines Leibes befies nen die Hofnung haben kann, gen. So werbe ich alles, was fie in der frohen Ewigkeit wieder mir auf Erden theuer und zu finden. Laß mich allezeit werth ift, ohne übertriebenen und an allen Orten mich üben, Schmerz und Kummer verlass beilig und unschuldig zu leben, sen. So werde ich im Stans damit der Tod mich in keiner de seyn, auch in der Gegens muthwilligen und vorsetzlichen wart des Todes noch, die Sünde übereile. Dann mag Pflichten der Menschenliebe meine Auflösung erfolgen, wie, und Freundschaft auszuüben; wo und wann es dir gefällt; die Meinigen zu ermahnen, zu dann mag ich langfam ober trösten, fie zu segnen, sie deiner plöglich sterben: ich fann allezeit våterlichen Fürsorge zu ema selig und ruhig sterben. Denn pfehlen und mir selbst die bittre if Chriftus mein Leben, bemühe Trennung von meinen from ich mich nach seinen Gesetzen men Freunden durch die Hofund Exempel zu denken, zu nung sie einst ewig wieder zu reden und zu thun, so ist Ster- sehen, zu versüßen. ben mein Gewinn. So werde ich, wenn du mich zu dir rufeft, Erbarme dich in der bes deinem Ruf getroft folgen, und vorstehenden Nacht, barmherzis mit meinem Heiland sagen kön- ger Gott, aller Lebenden, Leis nen: es ist vollbracht. So denden und Sterbenden. Breis werde ich fähig seyn, zu wün, te deine Güte über uns alle schen, aufgelöst zu werden, und aus, und laß sie mit dem ans ewig ben Christo zu seyn. So brechenden Morgen wieder new wird die Erwartung eines ewi: über uns werden; durch den, gen Glücks mich, wenn sich den du zum Heiland und Ers mein Ende nähert, aufrichten retter aller Menschen bestimmt und voll Hofnung und Zuvers hast, der für alle gestorben ist, ficht fagen lassen: Vater in durch Jesum Christum unfern deine Hände empfehle ich mei. Herrn, Amen. 16. Am Sonnabend; des Morgens. urch deine Güte, lieber vergangenen Nacht und in himmlischer Bater, habe allen Stunden der vergangenen ich nun auch den lezten Tag Woche habe ich unzählig viel dieser Woche erlebet. In der Gutes aus deiner Hand emC 3 pfangen; 38 Morgen und Abend- Andachten. pfangen; wofür ich dir ißt unveränderlichen Führer, Bemit kindlichem Herzen danke. schützer und Freund, unter Aber ich habe auch einen neuen dessen grådigen Aufsicht ich Beweis erhalten, wie flüchtig, sicher fortwandeln kann. Ich kurz und vergänglich mein Les muß sterben; alle meine Gü ben sen. Diese Woche ist da- ter bleiben im Tode zurück; hin mit allen ihren Freuden, mein Leib wird durch die Vers Sorgen und Beschwerden. So wesung zerstört. Aber du stirs bin ich, so lang ich hier bin, best nicht; deine Jahre nehmen einem fieten Wechsel unterworfein Ende; du bleibeft meines fen. Heute bin ich gefund; Herzens Troft und Theil, ob ichs morgen seyn werde, wenn gleich Leib und Seele weis ich nicht. Ich bin wie: verschmachten. Du hast mich derum so viele Tage älter ge zum ewigen Leben erschaffen; worden; dem Tode, dem Gra- ich bin dazu durch deinen Sohn be und der Ewigkeit näher geserldst. Ich habe deine Verheiss kommen. Uch wie schnell fung, daß ich nicht im Zode bleis find sie dahin gegangen, die ben, sondern durch deine Macht Tage dieser Woche, die sich mit wieder aus dem Grabe aufers aller Welt Gütern nicht wieder weckt werden, und daß mein erkaufen laffen! und so schnell Geist inzwischen, bis jener herre werde ich endlich das Ziel meie liche Tag der Auferstehung ers ner ganzen Pilgrimschaft auf scheint, in deiner Hand ruhen Erden erreichen! Was sind und bey Jesu Christo seyn soll. vierzig, funfzig, ja achtzig Jah Von meiner Kindheit an, bis re, wenn man sie zurück gelegt hieher ist kein Tag vorben ges hat? wie der Tag ber gestern gangen, an welchem du mich vergangen ist. Und woher nicht zur Vorbereitung auf den nehme ich Gewisheit, daß ich Genuß des ewigen Lebens bes fo alt werden soll? kann diese rufen hättest. Nun mögen Woche nicht die lezte meines meine Tage noch so schnell das Lebens seyn? bin eilen; nun mag mein Leben Doch das tröstet mich: du noch so vielen Veränderungen felbst, o Herr und Bater meis unterworfen seyn! was schadet nes Lebens, haft die Hinfällig- mir das alles? wenn ich nur Feit meines Lebens, weislich mein kurzes flüchtiges Le geordnet; du haft das Ziel ben recht anwende, um zum meiner Tage mit eigner Hand Genuß jener zukünftigen, gesteckt; und bey allem Wech: ewigen Güter fähig zu fel und Flüchtigkeit meines werden. Und dazu erwecke du Lebens, habe ich an dir einen selbst, gütigster Gott, mich und Weber Die zimwendung des rurzen zeocito. 37 und alle meine Nebenmen- bens verlassen und zu dir umfhen. Fehren, o Herr, daß du dich ihrer erbarmest! Befestige alle Du muft, als ein gerechter Frommen in dem Vorfah, ihre Richter in jener Zukunft einem kurze, unwiederbringliche Zeit, jeglichen vergelten nach seinen die du ihnen nocy gönneft, zu Werken; du kannst dem nicht einer gesegneten Aussaat für: himmlische Freuden schenken, die Ewigkeit, aufs weiseste und der ohne himmlische Gefinnun- treueste zu nutzen. Erwecke gen in die Ewigkeit übergeht. auch mich, mein gütiger Vas Du kannst ben nicht felig ma- ter, zu diesem ernstlichen Bes den, der noch von Neid, Stolz, streben. Manche Lage meis Rachbegierde, Geiz und Unge: nes Lebens sind für die Ewigrechtigkeit beherrscht wird, der feit so gut als verlohren, weil lein Vergnügen im Umgang mit ich an Ihnen meinen unorbents Gott und in der Ausübung des lichen Begierden folgte oder Guten findet, dem der Umgang doch das Gute nicht that, wozu Die mit Frommen eckelhaft und ich Gelegenheit hatte. laftig ist, der fein höchstes Gut Ersetzung dieses Verlusts ist in der Befriedigung fleischli- unmöglich. Es bleibt mir kein fcher Begierden facht. Was anderer Trost übrig als die Bes wir hier såen, das werden wir gnadigung, die du um Chrifti dort ärndten. Durch die gute willen den Bußfertigen verspros oder böse Anwendung dieses chen. Indessen ists doch billig, eitlen kurzen Lebens können meine noch übrige Zeit so zu wir unaussprechlich selig oder gebrauchen, daß ich die feligen unglücklich werben. Ach so Früchte davon in der Ewigkeit ofre boch, o Erbarmer, allen, wieder einårndte. Und das leichtsinnigen Sündern, die ist auch ist mein überlegter fes ihre äußerst wichtige Lebend ster Vorsatz. Ich will jebe zeit verschwenden und ihre Gelegenheit ergreiffen, weifer Besserung und Anschickung und frommer zu werden, meine auf den Uebergang in die Berufspflichten zu erfüllen, Ewigkeit von einem Zage meinem Nächsten zu bienen und m andern aufschieben, die båtige Beweise der Menschens Augen, daß sie ihre Gefahr liebe abzulegen. Echente mir mit Schrecken wahrnehmen, doch dazu ben segensreichen und eilen und ihre Seelen ret Beystand deines guten Geistes, ten. Ach lag sie alle dich fu und laß mich auf solche Weise den, weil du noch zu finden bift. zu jenem bessern Leben immer Laß heute noch viele mehr vorbereitet werden. Und foll Gottlofe den Weg des Verder: c 4 Morgen, wno ziven zinvacyten. soll ich dann über kurz oder nern des Erdbodens gnädig und lang sterben, so führe mich bey tas besonders in unserm Vas deiner Hand durch das finsteresterlanbe, Regenten und Unters Thal des Todes zu dem unver: thanen, Hohe und Niedrige, gånglichen unbefleckten und uns Reiche und Arme, Gefunde verwellichen Erbe, das behals jund Kranke deine wohlthätige ten wird im Himmel. Hülfe, nach allen ihren BedürfSen indessen mir, meinen/ niffen, erfahren, um Jesu Freunden und allen Beweh. Chrifti willen. Amen. 17. Am Sonnabend; des Abends. Nicht ott bu bist unendlich gütig, deine Werke; zur Danksagung ein Vater und Freund der für deine Wohlthaten. Menschen, der nicht müde sorgfältig genug frage ich ben wird, wohl zu thun. Davon jedem, was ich denke, rede und habe ich auch in der Woche, thue: ifis auch recht? Stimmt die ich ist beschließe, Proben es auch mit dem heiligen Willen anug empfangen. Mit welcher meines Gotttes überein? Sch Freudigkeit und Zuversicht wache nicht genug über mein könnte ich dich itzt um beine Herz, widerfirebe nicht ernfts väterliche Gnade und Erbars lich gnug den Reizungen zur mung auch auf die Zukunft Sünde oder verfäume doch anflehen, wenn mir mein Ge: manche Gelegenheit, da ich wiffen das Zeugniß gåbe, daß Gutes thun könnte. Geht ich diese 2Boche hindurch, als mirs nach Wunsch, wie leicht ein dankbares und gehorsames hångt fich mein Herz an die Kind vor dir gewandelt håtte. vergånglichen Güter, wird Aber wie wenig verdiene ich sicher und stolz im Glück, oder diesen ehrenvollen Namen. Dich zu zerstrent und leichtsinnig ins meinen Schöpfer, Erhalter, frölichen Stunden. Ich ers Versorger, Herrn und Richter, kenne es, daß ich nicht lauter follte ich, überzeugt von beiner gute Tage von bir begehren Allmacht, Weisheit und Güte kann, und daß ich eigentlich durch Liebe, Gehorsam, und gar keine Wohlthat von dir vers Vertrauen über alles ehren. bienet habe. Auch weiß ich, Oft aber verliere ich dich aus dag alle deine Führungen, den Augen oder denke doch nur selbst in den Trübfalen des Les kurz und flüchtig an dich. Wie bens, denen, die dich lieben, verbroffen bin ich zu manchen zum Besten dienen sollen. Dens Zeiten zum Gebeth, zum Nach noch scheue ich jedes Leiden, denken über dein Wort und werde in der Zeit der Noth so geschwind Entschluß, besser zu werden. 41 geschwind zaghaft und unge. Wie wenig treu und gewissens duldig und versäume barüber haft war ich in der Ausrichs den rechten Gebrauch zeitlicher tung meiner Berufsgeschäfte! Leiden zum Heil meiner Seele. wie widerspenslig gegen beine. Ich sollte nicht nur die Wehl: Bemühungen mich zu beffern! fahrt meiner Angehörigen ernft- wie forglos für mein Seelens lich besorgen, nicht nur in allen Heil! Ja Bater, ich habe ges meinen Berufspflichten Treue fündiget; ich bin nicht werth, beweisen, sondern auch jede an. daß ich dein Kind heiffe. Und bere Gelegenheit ergreifen, dalbu, o Alwissender, fiehft ohne ich nach meinem Bermögen zum Zweifel noch mehr strafwürdige Besten meines Nächsten etwas Sünden, Fehler und Mängel beytragen kann. Aber wie weit an mir, als ich. bin ich noch zurück in der Erfül: Doch du bist barmherzig, lung des Gebots der Lebe, gnåbig, gebulbig und von wenn ich die Thätigkeit und großer Güte. Dein Sohn Wärme der Menschenliebe met: Jesus Christus ist in die Welt nes anbethenswürdigen Erld gekommen, die Gunder selig zu fers mit meinen Handlungen machen. Er ist auch für mich vergleiche. Bald laß ich mich am Kreuz geftorben und von durch Partenlichkeit, bald burch den Zobten wieder auferstans unzeitige Sparsamteit, bald den. Das Evangelium ist ges durch Trägheit und Liebe zur wiß, daß, in seinem Namen, Gemächlichkeit von der Erweis alle die an ihn glauben, Verges fung dieser Zugend abhalten; bung der Sünde empfahen ſols oder ich übe sie nicht so willig len. Mit Sorgen und Furcht und vorsichtig aus, wie es nach müfte ich einschlafen und eben dem Vorbild Jefu seyn müfte. so fummervoll wieber erwachen, Juweilen regte sich Rachgier wenn ich die nicht wüste. Nun in meinem Herzen, wenn ich aber kann ich getroft meine Aus beleidiget war. Ich vergab gen schließen, in der Zuvers nicht geschwind, nicht herzlich sicht: du werdest auch mir um genug und ließ mich wohl gar Jesu willen gnåbig seyn und vom Zorn zu Uebereilungen alle meine Vergehungen und hinreiffen. Auch ist mir nicht Fehler in die Tiefe des Meers felten manch Urtheil über den werfen, und um derselben Nächsten entfahren, welches willen mich nicht von deinem zu hart und lieblos war, oder Ungesicht verwerfen. Ich vers ich überfah meine eigene Fehler abfcheue das Böse, was ich biss und tabelte das an ihm, worin her gethan habe, und wünsche ich selbst noch strafwürdig bin. nichts mehr, als immer beffer, C. 5 tugends 42 Mittel dazu. tugendhafter und frömmer zujgen, erfüllet werde. Laß den werden. Ich erneure den auf großen Gedanken von deiner richtigen Vorsatz, alle unor: Allwissenheit und Allgegens dentliche Begierden zu unter: wart mich in dem Lauf meines drücken, alle böse Gewohnhei- Lebens überall begleiten, und ten abzulegen und in meinem mich fleiß g erinnern, daß keine ganzen Verbalten, nicht met Begierde in meiner Seele, lein nen sündlichen Neigungen und Wort auf meiner Zunge fey, Leidenschaften, nicht dem Bey das du nicht wissen sollteft; spiel der Laflerhaften, sondern daß ich nie alleine sey; daß dem Vorbilb Jesu und deinem du mir auch da mahe seyft, wo heiligen Willen zu folgen. fein menschlich Auge mich ents Wollkommen werde ich nie wer: deden tann: damit ich mich ben. Aber ich will doch dahin scheue, allentha ben und zu trachten auf dem 23ege des allen Zeiten etwas zu denken, Glaubens und der Gortselig zu begehren, zu reben und zu keit immer weiter zu kommen. thun, was dir misfällig wäre, Stärke mich in diesem Ent damit ich trachten möge, dir schluß durch deinen Geist und in der Einsamkeit, und in Ges ver eihe mir Kraft denselben felfchaften, bey meinen Ar. auszuführen. beiten und Ergötungen, bey meinen Leiden und Freuden Laß mich zu dem Ende fleißig wohl zu gefallen, mich aber auch seyn in Abwartung des öffentli- dadurch zu trösten, du werdest chen Gottesdienstes und im überall mein Bestes befördern, wirdigen Gebrauch des beiligen mich in jedem Unfall schützen, Abendmahls. Loß mich jeden mir in jeder Versuchung bey Tag meines Lebens mit andach. ftehen, jeden guten Gedanken, tiger Betrachtung beines Worts jedes gute Wort und Werk mit und mit Gebeth anfangen. Laß Gnaben bemerken und um Jefu mich das viele große und unwillen nicht das geringste uns verdiente Gute, was du mir belohnt lassen. Laß mich oft b'sher an Leib und Seel erwies daran denken, was es für eine sen, und noch ferner erzeigen erhabene Würde sey, um Jesu willft, nie vergessen; damit willen dein Freund und Kind meine Seele mit findlicher Liebe zu seyn; was für ein Glück, und Dankbarkeit gegen dich, was für ein süßes Gefühl und daburch mit göttlicher der Rube, Zufriedenheit und Kraft zum Haß und Kampf Freube mit dem Vorsatz und wiber alle Sünde und zum der Bemühung, dich zu ehs freudigen Gehorsam gegen alle ren und recht zu thun, vers buns deine Befehle und Schickun. Gebeth im Wohlftande. 43 bunden fen; damit ich jede neuren, damit ich in der Auss Sünde, als die äußerste Schans übung der Pflichten des Chris de und Störerin meines Glücke ftenthums fest und unbeweglich baffen und fliehen und alle meis feyn, immer zunehmen und ne Kräfte darauf richten möge, endlich die unvergängliche Kron durch gute Gesinnungen und ne der Gerechtigkeit empfans Thaten die meinem Freundeigen möge, welche der gerechte und Vater täglich ähnlicher zu Richter mir und allen denen werden und meine Ruhe, Fren geben wird, die seine Erscheis de und Glückseligkeit zu ver: nung lieb haben., mehren. Laß mich die großen Deiner weisen und våterlis Vorstellungen, welche uns deinchen Regierung übergebe ich Wort von der künftigen Se mich und die Meinigen und alle ligkeit giebt, und den Gedan Menschen. Deine Gnade sen fen, daß mich jeder Augen mit mir und mit uns allen, im blick in die Ewigkeit einführen Leben und Tode, von nun an kann, oft in meiner Seele er bis in Ewigkeit. Amen. 18. Gebeth im Wohlstande. Sott, Gnade. ott, Water des Lichts, thust, ist und bleibet freye von welchem alle gute und vollkommene Gaben zu uns Gott mein Vater, gieb mir die herabkommen, du bist auch der Weisheit, deine große Gåte Urheber des Segens, welchen ich und Freundlichkeit gegen mich, im Zeitlichen genieße. So viele dankbarer zu erkennen, die Lage neben mir haben mit Sorgen der Heiterkeit und des Wohls und Kummer zu kämpfen, find stands aufs beste zu gebraus niedrig, unbekannt und verach chen und dir, durch) treue Ans tet, effen ihr Brod mit Seufs wendung derselben, in der jen und führen ein hartes Les That dankbar zu seyn. Lehre ben, oder liegen unter quålen mich in die Ferne hinsehen, wo den Schmerzen frank und elend vielleicht Verachtung, Kumdarnieder. Und mich erfreuet mer, Sorgen und Elend mich Ehre, Glück und Gesundheit, eben sowohl drücken werden, Was bin ich, Herr, daß dulals die, welche ist verachtet, mich hervorgezogen? und mit trank, mübselig und dürf ig Vortheilen und Bequemlichkeis find. Hier ist ja alles dem ten, die viele Zaufende entbeh- Wechsel und der Veränderung ren müssen, versehen haft? unterworfen. Und wie bald Ich habe gar nichts, vor an- ist mein Glück umgestürzt, wie dern Menschen, bey bir vers schnell meine Gesundheit zers dient. Alles was du an mirl rüttet, 44 Für Nothleidende. rüttet, wie leicht mein Vergnüsten und Nothleibenden, und ges gen und Wohlergehen in Trau- lind gegen die, welche mir gea rigkeit und Elend verwandelt! horchen müssen. Mach mich Bewahre mich vor den Sünden, zufrieden mit meinem Zustande, in die wir so leicht gerathen, damit ich mich nicht stets mit wenn wir haben, was unserm neuen Wünschen und unerfåttliHerzen gelüftet. Gieb daß ich cher Habsucht martere. Laß nie in der Frölichkeit aus schweis mich deine Gnade, deinen Beys fend fy, daß ich nie auf das fall, und die selige Unsterblichs vergångliche Glück dieses Le- teit über alles in der Welt hochs bens meine Zuversicht setze; schätzen, und darinnen die daß ich nie über meinen Näch: Beruhigung finden, welche ich sten, der weniger glücklich ist im irrdischen Glück vergebens als ich, ftolz hinweg fehe. Mach suchen würde. Führe mich mich bemüthig daß ich alles bir endlich durch die Abwechseluns zuschreibe und mit willigen gen dieser 2Belt zu den uns Herzen meinen Nächsten diene. wandelbaren Freuden des Hims Mach mich mild gegen die Armels. Dir sey Ehre und Lob in men, mitleidig gegen die Kran. Ewigkeit. Amen. 19. Für Nothleidende. Beystand und Erretter! ir, o Allwiffender, ist die laft auf, aber du hilfft uns Trübfal befannt, welche auch; wir haben an dir einen mein Leben so bitter macht; du Gott, der hilft, und einen kennst auch das Maas meiner Herrn, ber auch vom Tode Kräfte und weist, wie sauer errettet. Du höreft auch meis mirs wird, meine Laft zu tra- ne Seufzer, zähleft auch meine gen. Aber das ist mein Troft: Zbrånen, bist mein Kröfter, Meire Schicksale stehen in deiner Hand; ohne deine Vorsicht Gott, wie oft habe ich und Lenkung kann mir kein das erfahren; wie oft hast du Haar auf meinem Haupte ges mein Gebeth erhöret und mich trümmt werden. Ich leide also aus der Noth berrlich errettet. nach deinem Willen. Und du Und doch vergeffe ich deine Hil haft, nicht aus Haß und Zorn, ie fo leicht, überlaffe mich angsts nicht zu meinem Berberben lichen Sorgen, und zweifele an und Untergang diese Leiden deiner weisen Regierung und über mich verhängt; nein! dusvermehre auf solche Art meine meineft es gut mit mir, und plage. bift auch, wenn du züchtigeft, Habe Geduld, Herr mein ein treuer Vater, ber bas Gott, mit meiner Schwachheit. Befte seines Kindes sucht. Ja Dergieb es mir um Jefu Chrifti noch mehr: du legft uns einel willen, Für Nothleidende. 45 willen, daß ich noch so klein. Inen. Dwie will ich dich preis müthig bin, so oft vergeblich fen, wenn du mir hilfft. Ich forge, so leicht ungeduldig wer will es vor aller Welt bekens de und nicht willig genug deiner nen, daß du so grådig bist und Führung folge. Ueberzengelso gerne bilfft. Golten aber mich immer mehr, daß es Un- meine Beschwerben fortdauren; dankbarkeit seyn würde, wenn so erleichtere mir sie durch deine id) in der gegenwärtigen Noth Eröftungen und laß mich fie wider dich murren oder an zum Heil meiner Seele recht Du willst durch deiner Hülfe verzagen wollte, anwenden. da ich schon so viel Gutes aus die Trübsal dieses Lebens mich deiner Hand empfangen habe. demüthigen, mich von der übers febre mich den großen Trost triebenen Anhänglichkeit an recht faffen; daß du mein Da den vergånglichen Gütern dies ter und Freund seyft, weil du fer Erde losmachen, und mir mir deinen Sohn zum Erlöser durch Verbitterung dieses Les gegeben, und daß du mir mit bens, das künftige füßer und ihm nun auch das Geringere schätzbarer machen. Du willst nicht ve: fagen werbeft; baß bein mir dadurd Gelegenheit ges Eohn Jesus Christus, mein ben, meinen Glauben und Liebe Heiland und Seligmacher, auch gegen dich zu üben, gegen meis gelitten und dadurch Mitleiden nen Nächsten liebreicher und gegen das Elend seiner Erld mitleidiger zu werden und so sten gelernt habe; baß es biz, meine Bergeltung in jenee der du alles in deinen Häuden Ewigkeit zu vergrößern. Dis haft und alles mit Weisheit laß mich ist, und so lange ich und Gnade regierst, nicht an roch hier bin, bedenken. Mitteln fehle, meine Noth zu Schenke mir durch den mächtis lindern, und überschwenglich gen Beystard deines Geistes mehr an mir zu thun als meinjausharrende Geduld und Treue bekümmertes Herz erwarten und richte mein Auge auf das fann; daß uns jebe Zrübfal Kleinod, welches mir bein aus weisen und gütigen Absich. Evangelium vorbält, so bin, ten von dir aufgelegt werde, daß ich unter allen Bekümmers und daß dieser Zeit Leiden nicht niffen getroft und muthig blets werih sey der Herrlichkeit, die ben und in allen Widerwärs an uns soll offenbart werden. Jtigkeiten so christlich handeln. O, gütiger treuer Vater, möge, daß ich, endlich von fo fen dann bey mir in der aller Noth, Angst und Unruhe Noth, errette mich), und log erlöst, zu der unbeschreiblichen mir deine Sonne nach so vie: großen Ruhe, Herrlichkeit len dunkeln Zagen wieder scheis und 46 In Krankheiten. und Seligkeit komme, die verglichen werden können. Das niemals ein Ende nimt, und verleihe mir, um Jesu Christi mit welchen alle Trübfale des willen. Amen. gegenwärtigen Lebens nicht 20. Für einen Kranken, der sich seine Krankheit feibst zugezogen. eiliger und gerechter Gott, jich bedente wie schwer ich mich ich bekenne vor dir, daß durch meine Unordnungen an ich, durch den mannigfaltigen dir, meinem Gott, verfündiget Sißbrauch der unschätzbaren habe, und wie werth ich es bin, Gabe der Gesundheit, den Ver- gestraft zu werden. Über, 0 Inft derselben wohl verdient. gnädiger und barmherziger Ja mein Gewissen ångftiget Bater, so wahr du lebst, ou mich durch den Vorwurf, daß willst nicht den Tod des Sins ich selbst mir das Uebel, wel bers, sondern daß er sich bes ches ich empfinde, zugezogen fehre und lebe. Wenn du uns habe;( indem ich mich solchen hier züchtigeft, so hast du Sünden und Ausschweifungen nicht unser Berderben sondern überlassen, die die Kräfte des unsre Besserung zum Zweck. Körpers zerstören);( indem die Du gönnst mir noc Zeit zu dir Heftigkeit meiner Affekten: lum Erbarmung zu sehen. Ach! Meid, Zorn, Mißvergnügen so erbarme dich denn deines und Gram meine sonst blù elenden Geschöpfs; erbarme hende Gesundheit in llnord: bich meiner um der theuren Ers nung gebracht.) Jetzt emlösung willen, die bein Sohn, pfinde ich davon die traurigften Jesus Christus, auch für mich Folgen. Die Macht der Krank: gestiftet hat, und vergieb mir beit wühlet in meinen Gliedern.jalle meine Sünden. Segne Ich kann meine Geschäfte nicht die Krankheit meines Leibes, treiben. Das Denten wird zur Gesundheit meiner Seelen, mir schwer, da die Krantheit und erwecke mich dadurch zu mit den Kräften meines Körs einem treuen Gebrauch deines pers zugleich die Kräfte mets Worts, damit ich durch die ner Seele schwächt, ich bin Kraft desselben tüchtig werde, benen lastig die um mich sind. alle Sünden, und besonders Und wenn ich sterben sollte, auch die, welche die Ursachen welchen Kummee würde mein meines Elends sind, zu verabs Tod den Meinigen verursachen? scheuen und meine Gesinnuns Dein Gemath ist unruhig, und gen, Worte und Werke zu Schrecken überfällt mich, wenn beffern. Heile, wenn es dein heilis In Krankheiten. 47 beiliger Wille ist, meinen Leib| von deinem Angesicht Allerbeis und verlängere mir meine Gna- ligster! und gehe nicht ins Ges denzeit. Hilf mir aber auch richt mit deinem Kinde. Wenn durch deinen Geist, daß ich im Todestampfe meine Seele tünftig Mäßigkeit und Ord- nach Trost schmachtet, wenn nung lieben und meine Glieber fie beym Anblick ihrer Güns nicht den Dienst der Ungerech- den, des Grabes und der Ewigs tigkeit, sondern dem Dienst der feit zittert; bann stårle mich Zugend und Gerechtigkeit wid: durch die Bersicherung, daß men und so rechifchaffene Jesus Christus in die 2Beit ges Früchte der Buße bringen kommen sey, die Sünder filig möge. zu machen, und daß auch alle Hast du aber nach deiner meine Sünden durch sein Blut Beisheit beschlossen, mich aus und Zod getilget find. Erhöre der Zeit in die Ewigkeit zu for: mich Gott, mein Erbarmer, um dern; o so verwirf mich nicht Jesu Chrifti willen, Amen. 21. Für einen kranken redlichen Christen. ir, o mein Gott, der du helfen kann. Ich will vielmehe alle meine Schicksale, bedenken, daß die Kranken des mein Wohl und Web zu meinem Arztes bedürfen, und daß du, Besten lenkest, dir gefällt es, o gütiger Schöpfer, die Nas mich ist mit Krankheit heimzu- tur nicht umsonst mit ſo vielen suchen, und ich weiß nicht, heilenden Kräften versehen ob ich noch långer leben oder hast. Ich will die Mittel, die sterben werde. Dein Wille uns deine Güte zur Erhaltung geschehe an mir! du wirst das unsers Lebens da: bietet, ges Beste für mich wählen und ich hözig brauchen und um beincu will mich befleißigen, das göttlichen Segen dazu unabs mit Gelaffenheit anzunehmen, jáig bitten, bamit meine Ges was du über mich verhängen sundheit wieder bergestellet wirst. Ich will aber auch nicht oder doch meine Krankheit ers bergessen, daß du uns die Er. leichtert werden möge. Soll baliung unsers Lebens als eine ich dann länger leben; o so wichtige Pflicht geboten baft. will ich jeden Tag, den du zu Ich will ich dem Gebrauch meinem Leben noch hinzufügst, der Arzneymittel nicht widers dazu anwenden, daß ich in der feßen, aus dem gemeinen, aber Beobachtung deiner Gebote, in unvernünftigen Vorurtheil, dem Bestreben meinen Nächs daß, wenn Zeit und Stunde sten zu dienen und in der Auße da sey, keine Arzney etwas richtung meiner Berufe ges schäfte 48 In Krankheiten. fchäfie immer treuer und recht- glauben, nicht sollen verloh. schaffener werde. Schenk du ren werden, sondern das ewis mir, mein Vater, deine Hülfe ge Leben haben. Vater, in und Beystand, diese meine beine Hände befehle ich meinen redlichen Entschließungen zu Geist! Mein Leib mag immers vollbringen. Soll ich aber hin verwesen; du weckft mich sterben; nun so mache mich zum ewigen Leben wieder auf. auch zu dem wichtigen Schritt Dn konnteft Welten schaffen aus der Zeit in die Ewigkeit und vernünftige Geelen bilden. fertig. Sch bin nicht erst itzt, Du kannst auch Todte wieder les durch den Anblick des Todes, bendig machen, und meinen aus dem Schlafe der Sicher Geist bis in Ewigkeit erhalten. heit erwacht. Ich habe durch So gewiß du Jefum, meinen deine Gnade, schon früher an- Erldser, vom Lobe erweckt gefangen, mich auf die Ewigs hast; so gewiß wirst du eben keit vorzubereiten. Ich kenne das auch an mir thun, weil dich als meinen gnädigen Ba- sich ihm angehöre und weil ers ter, der mir um Jesu Chrifti feinen Freunden zugefagt hat, willen, meine Sünden ver: daß sie durch den Tod zu ihm giebt, und mir ein ewiges Les fommen und ewig mit ihm ben schenkt. Ich habe gefucht, leben sollen. als ein Christ, so zu leben, Erhalte mir diesen Trost, daß ich vor dir und meinem treuer Gott, bis an mein Erldser, dem Richter der Welt, Ende; daß ich dadurch alle bestehen könne. Dennoch fins Furcht vorm Tode überwinden de ich bey genauer Prüfung und ruhig meine Augen schliess so vielfältige Vergehungen bey sen könne. Mache mir die mir; ich habe oft aus Unwif Schmerzen des Leibes und die fenheit und Uebereilung ge- Angst des Todes erträglich. fehlt; ich habe nicht so viel Gieb mir Geduld und beståns Guts gethan, als ich hätte dige Treue. Nim meine thun können, und bin wegen Freunde und Angehörigen, die Versäumniß mancher Pflicht, ich verlassen muß, in deine Aufs und wegen Untreue und Unsicht und Fürsorge. Du wirst lauterfeit strafbar. mehr an ihnen thun, als ich Vergieb mir, mein Vater, ben einem lângern Leben hätte um Jesu Chrifti willen alle, thun können. Dir übergeb ich mir bekannte und unbekannte alle meine noch übrigen Cors Sünden, und beruhige und gen. Bald werde ich dich, stärke mich, durch den seligen Bater meines Lebens, näher Trost: daß alle, die an Ihn kennen, bald werde ich Ihn sehen, Ben Annäherung des Todes.. 49 sehen den göttlichen Freund, Freude verwandelt; dann lobe der aus Drang der Liebe für und preise ich dich in der Gemich am Kreuze starb. Dann sellschaft seliger Geister immer ist alle meine Traurigkeit in und ewig. Amen! 22. Bey Annäherung des Todes. S du Ewiger! ich komme und hilf mir zum Genuß des dem Augenblick immer bessern Lebens im Himmel. D näher, der alle meine Tage auf wie froh, wie selig werde ich Erden endigen wird. Gott, da seyn! Dich, Gott, werde mein Schöpfer, mein Vater, ich schauen von Angesicht zu sen mir gnädig, so lange ich lebe Angesicht. Dich, den ich hier und in der Todesstunde! In nicht gesehen und doch lieb meinem ganzen Leben, auch in hatte, dich meinen Heiland, diesen meinen lezten Stunden, werde ich sehen und mich freuen hast du unaussprechlich viel mit unaussprechlicher und herrs Gutes an mir gethan. Mit ster- licher Freude. In deines Vas bendenLippen preise ich dich da- ters Hause sind viele Wohnuns für; und ewig, ewig will ich dir gen; und du bist hingegangen dafür danken. Ach verlaß mich auch mir eine Stätte zu bereiz nur nicht bey dem Uebergang ten. Da wirst du alle Thråin die Ewigkeit. Wie ein Vaz nen von meinen Augen abwis ter fich über Kinder erbarmet; schen: und der Tod wird nicht so erbarme dich über mich. mehr seyn, noch Leid noch Ges Vergieb mir meine Sünden um schren noch Schmerzen. Sesu Christi deines Sohnes werde ich sicher seyn vor allen willen, der auch mich geliebet Beleidigungen der Gottlosen; hat und sich selbst für mich befreyt von aller Sünde und bargegeben. Ach! nichts, nichts von allen Verführungen dazu. als dieser Glaube kann mich ist Da wird meine Erkenntniß, trößten und beruhigen. D stärke meine Zugend, meine Freude mich dann in diesem Vertrauen. ewig wachsen. Da werde ich Hilf mir, meinen Lauf vollen- die wunderbaren aber doch sea den, Glauben halten, und ligen Wege preisen, auf wels das Kleinod erlangen, das den chen du mich durch diese Welt Gläubigen verheissen ist. Er- geführt. Da komme ich zu leichtere mir, wenn es dein der Menge vieler tausend Ena Wille ist, mein Leiden; ver- gel, in die Gesellschaft der volla kürze mir die Angst des Todes; endeten Gerechten, die schon erlöse mich bald von allem Ue: zur Freude eingegangen sind. bel des Leibes und der Seele, Da finde ich meine frommen D Freunde 50 Für die Umstehenden ben Sterbenden. Freunde wieder und unsres hilf ihnen, und mir und allen Freundschaft wird vollkommen Menschen durch die Kraft deines und ewig seyn, wie unsre Ge- Geiftes, standhaft im Glauben ligkeit. so nim denn, Herr und Gehorsam zu bleiben, das Jesu, meinen Geist auf! Laß mit wir die Krone des ewigen einst meinenLeib, zum ewigenke: Lebens empfahen. Lob und ben verklärt, wieder erwachen. Preis sey dir in Ewigkeit. Sorge für die Meinigen, und Amen. Liebr 23. Für die Umstehenden ben Sterbenden. iebreicher Gott, himmlischer und durch und mache ihn uns Vater, wir flehen zu dir stråflich auf den Tag der Zus für diesen Menschen, der zukunft Jesu Christi. deinen Füßen liegt und feine Echenke uns auch diese Auflösung erwartet. Herr! Gnade, o Gott, uns, die wir fey ihm gnädig nach deiner izt noch leben. Mache uns Güte und tilge alle seine Sün- jdie Gedanken an Tod und den nach deiner großen Barm- Ewigkeit, an die Kürze unsers herzigkeit. Stärke ihn; bilf Lebens und an die Ungewißs ihm und errette ihn aus der heit der Todesstunde zu aller Angst seines Herzens. Drücke Zeit recht wichtig, damit wir das Wort: ich bin dein Gott, nicht in Sicherheit leben, nicht tief in sein Herz, damit er den unsere Besserung aufschieben Tod mit allen seinen Schrecken mögen, bis wir krank werden. überwinden möge. Herr Je- Erwecke uns, daß wir recht fu, du Welt: Heiland, du hast ernftlich trachten nach dem das auch für ihn gekämpfet und Lei- droben ist; daß wir dich, der ben ohne Zahl ausgestanden. du uns in Chrifto Jesu so hoch Tröste ihn damit in seinem geliebet hast, über alles lieben, Tobeskampfe und stärke ihn daß wir die Liebe dieser Welt durch die Versicherung, daß und unsre Begierden nach irs feine Leiden bald vollendet sind, dischen Gütern so mäßigen, und daß er nahe an dem Ziel daß sie uns an der Erlangung sen, welches ihm die Krone des einer ewigen Seligkeit nicht ewigen Lebens entgegen hålt. hinderlich werden können. Gieb Gott heiliger Geist, sey du sein daß wir mit jedermann in Liebe Licht, seine Kraft, sein Bey- und Frieden leben; daß wir ftand, da die Kraft seiner Sin- teinen Haß, keine Feindschaft, nen verschwindet. Vertritt du teine Rachbegierde unterhals ihn mit unaussprechlichen ten, daß wir bereit seyn, uns Seufzern; heilige ihn durch mit unsern Nebenmenschen, der Vor dem Genuß des heiligen Abendmahts. Fr SI der uns beleidiget hatte, aus- unser Leben zu einer fteten Vorzuföhnen, dieweil wir noch bereitung zur Ewigkeit machen. mit ihm auf dem Wege find. Denn ist Chriftus unser Leben, Laß uns demithig, liebreich, so wird auch Sterben unser wohlthätig, keusch, gerecht und Gewinn seyn. Erhöre, o Gott, beilig in unserm ganzen Wan- unser Flehen um deiner Barms del seyn, und gieb daß wir so herzigkeit willen, Amen. 24. Nachdenken über das heilige Abendmahl und Selbstprüfung vor dem Genuß desselben. da er in der Nacht darauf verrefus, der Heiland der Welt, libee wiederholt, zu meinem Abends, Und damit wir wüsten, rathen und zum Tode überlie- daß diese Mahlzeit für alle fert worden, nach der lezten Chriften und für alle Zeiten jüdischen Oftermahlzeit, die verordnet sey: so hat er durch er mit seinen Jüngern hielte, Paulum ausdrücklich erklären das heilige Abendmahl, als laffen, daß alle Bekenner seiz ein feyerliches Denkmal seines ner Religion diese gottesdienstZodes eingesetzt und gestiftet. liche Handlung, bis ans Ende Er nahm nemlich Brod und, der Welt, feyerlich begehen, nach Gebeth und Danksagung, solche oft wiederholen, sich jez gerbrach ers und gab es feinen desmal dabey an ihn erinnern Jüngern mit den Worten: und seinen Zod verkündigen, Rebmer, effet; das ist mein und preisen sollen. Leib, welcher für euch bin: Das heilige Abendmahl ist gegeben und gebrochen wird; also eine gottesdienstliche Handtbut dieses zu meiner Erin: lung, die ich eben so wenig, nerung. So nahm er auch als die übrigen Unordnungen nach dem Esfen einen, mit der Religion Jefu verachten Wein gefüllten Becher, und und vorfeßlich unterlassen darf, nach einem Dankgebeth, sprach wenn ich ein Christ seyn will. er: Trinfet alle daraus, Denn nur dann sind wir seine denn dieses ist mein Blut, Freunde, wenn wir thun, was das Blut des neuen Bun er gebietet. des, welches für euch und In dem heiligen Abendfür Viele veraoffen wird zur mahl sollen wir das GedächtVergebung der Sünden. niß der herrlichen Erldsung, Er fugte abermals den Befehl die uns Gott durch Jesum hinzu: Solches thur, so oft Christum verschafft hat, und befone D 2 $ 2 Vor dem Genuß des heiligen Abendmahls. besonders das Andenken an discher Vortheile. Der blos fein Leiden und Sterben feyer: äussere Genuß hilft auch dem lich begehen. nichts, der ohne Bereuung und Wir sollen es öffentlich be: Verabscheuung seiner Sünden, kennen, rühmen und mit frd- der ohne gläubiges Verlangen lichen Danksagungen preifen, nach Gottes Gnade, und ohne daß wir ihm alle Erkenntnisse Begierde nach Tugend und von Gott, von seinen Willen Besserung hinzunahet. Allein und unserer Bestimmung, daß der würdige Genuß, wenn wir wir ihm die Errettung von der es zu der edlen Absicht braus Schande und Etrafe der Sün= chen, zu welcher es Jesus de, die Gnade Gottes und Le- Christus eingesetzt hat und sols ben und Seligkeit, daß wir ches mit einer Gemüthsfassung ihm alle Antriebe, Kräfte und thun, die sich zu dieser Absicht Mittel zur Frömmigkeit und schickt, ist doch mit einem Zugend, alle wahre Ruhe und großen Seegen für unsere See: Er befördert Freudigkeit im Leben und den len verknüpft. besten Trost im Leiden und erstens die Beruhigung unsers Sterben zu danken haben. Gewissens, indem er uns die Wäre ich nicht höchst undank- Gewißheit schenkt, daß uns bar, wenn ich das allerbeste, Gott unsere Sünden vergeben was ein Mensch thun kann, die habe und daß wir von ihm, Wunder der Güte Gottes und als unserm versöhnten Vater, Jefu Chrifti mit frdlichem Her- nun alles Gute in Zeit und zen zu loben und zu preisen, Ewigkeit erwarten dürfen. leichtsinnig verabsäumte, und Schon das Evangelium giebt die leichte und angenehme diese Versicherung einem jeden, Pflicht vernachlässigte, an mei der Buße thut, an Jesum nen größten Wohlthäter und be- Christum glaubt und sich wirk sten Freund zu denken und ihnlich bessert. Aber das heilige öffentlich vor den Menschen zu Abendmahl macht diese Versi bekennen? cherung noch stärker und freus Das heilige Abendmahl, diger. Es versiegelt einem jes dessen Genuß mir und allen den für feine Person diesen ers Bekennern der christlichen Re- quickenden Trost, auf eine anligion befohlen, ist über das nicht nur Pflicht, sondern auch Woblthat für uns. schauende und sinnlich rührende Jeder Communikante Art. fieht, riecht und schmeckt Zwar ist der Genuß desselben Brod und Wein. Jeder wird, Fein Mittel zur Abwendung leib- nach den Worten der Einsetzung, licher Uebel oder zur Erlangung beym Effen des Brods, des Leis der Gesundheit und anderer ir- l Vor dem Genuß des heiligen Abendmahls. 53 Leibes Jesu, und, beym Trins wann wir uns zum beiligen len des Weins, seines Bluts Abendmahl, durch Gebeth und theilhaftig. Jedem wird die durch eine genaue Prüfung Versicherung gegeben: das ist unsrer selbst, gehörig vorbes ber Leib Jefu für euch gege- reiten; wenn wir vor und bey ben; das ist das Blut Jesu, dem Genuß desselben über die für euch vergoffen zur Verge jevangelischen Lehren, woran bung der Sünden. Da darf uns dieses Denkmahl des Los dann jeder Bußfertige und des Jesu erinnert, ruhig nachs Gläubige zu sich selber sagen: denken; wenn wir daben die Lies " So gewiß du izt dieses Brob be des Vaters, der seinen Sohn isfest und diesen Wein trinkeft; für uns in den Tod gegeben, so gewiß ist Jesu Leib auch für und die Liebe Jefu Chrifti, der dich getödtet und sein Blut für unsere und der ganzen Welt auch zur Bergebung deiner Sünde so viel erduldet hat, Sünden vergossen. Und so ernstlich erwägen und preifen; gewiß dieser Kelch dazu be wenn wir die herrlichen Wohls stimmt ist, den neuen Bund, thaten betrachten, die wir sels der durch das Blut Jefu er: nem Zode zu danken haben, richtet ist, feperlich zu versi: und endlich auch die Pflichten chern; so gewiß wirst du an zu Herzen nehmen, zu denen allen Verheiffangen des neuen uns seine Erlösung verbindet; Bundes in Zeit und Ewigkeit dann giebt uns diese gottesTheil nehmen: so gewig wird dienstliche Handlung immer folglich Gott die Strafen deis mehr Luft und Kraft, alle ner Sünden aufheben, dich Sünden zu verabscheuen, die als sein Kind väterlich lieben, Guade Gottes in Jesu Christo die wohlthun und dich fromm mit zuversichtlichem Glauben und selig machen." Der wür zu ergreifen, Gott unsern Vas dige Genuß des heiligen Abend- ter, und Jesum unsern Erldser mahls ist zweytens ein segen und Herrn mit Liebe, Gehors bolles kräftiges Mittel, der fam unb Vertrauen zu ehren, Wohlthaten des heiligen Geistes die Trübfale dieses Lebens, nach theilhaftig zu werden und die dem Muster des Herrn Jesu, Gesinnungen in uns zu wirken, mit Gelaffenheit und frölicher zu vermehren und zu stärken, Hofnung zu erbulden, alle uns welche das Evangelium von sere Nebenmenschen mit Aufs denen fordert, die an den richtigkeit und Eifer zu lieben, Früchten und Vortheilen der ihnen ihre Fehler zu vergeben Erldsung Jesu Chrifti Zheil und uns mit ihnen zu versöhnen, ju nehmen wünschen. Denn, wenn wir sie beleidiget haben. D 3 SP 54 Vor dem Genuß des heiligen Abendmahls. So oft id) also wahrnehme, terlaffung dieser Handlung den und empfinde, daß ich einer Namen guter Christen zu vers besondern Erquickung und Be- lieren; oder die Einbildung, ruhigung meines Gewissens durch bloße Beobachtung dieser oder einer besondern Ermun- gottesdienstlichen Handlung, terung und Stärkung meines irdische Vortheile, ja gar Vers Glaubens, meiner Gottselig- gebung der Sünden, Leben und feit und Zugend, meiner Ge- Seligkeit zu erlangen. duld und Menschenliebe bedarf: Sind das auch meine Bes so oft will ich durch den Gewegungsgründe und meine Abs brauch des heiligen Abend sichten? Oder nahe ich mich mahls den Tod Jesu meines zum hetligen Abendmahl, um Herrn verkündigen, bis daß den leichten Befehl meines er komme; bis ich dort im Him- Heilandes zu folgen; das Ges mel ihn selbst sehen und in sei- dachtniß der Liebe Gottes und ner Gemeinschaft ewig froh Jesu Christi zu begehen; ein und selig seyn werde. offentliches Bekenntniß von meinem Glauben an ihn abzus Aucht izt bin ich entschlos: legen; mich über allebas Gure, fen, das zu thun, was der was ich ihm zu danken habe sterbende Heiland seinen Er: jund noch von ihm erwarte, ges idsten befohlen hat: ich will meinschaftlich mit meinen Mits zum heiligen Abendmahl ge Erlösten zu freuen; mich im hen. Mich geht also die Er- Glauben an die evangelischen mahnung des Apoftels an: Verheiffungen zu stärken und Der Mensch prüfe sich selbst mich dadurch mit Trost imkeiden und also effe er von diesem und Sterben zu versehen; mich Brod und trinke von diesem aufs neue zur Verabscheuung Kelch. aller Sünden, zur Ausübung O Seele! so fammle dann alles Guten und zur Nachahs deine Gedanken zur Aufmerk- mung des Beyspicls Jesu zu famkeit auf dich selbst! Erfor: verpflichten; mich mit allen sche und frage dich selbst: meinen Nebenchriften in brus warum will ich zum Tisch des derlicher Liebe zu vereinigen, Herrn gehen? was bewegt damit ich immer bereitwilliger mich zu dieser Entschließung? werde, ihnen zu dienen, zu Viele treibt blos die Ge- helfen und Gutes zu thun? wohnheit dazu an, weil sie es zu Habe ich ferner auch die gewiffen Zeiten zu thun pflegen; Gemüthsfaffung, die ein Chrift oder die Nachahmung anderer; haben muß, der das heilige oder die Furcht durch die Un- Abendmahl nicht unwürdig fondern Vor dem Genuß des heiligen Abendmahls. 55 fondern würdig zu halten Begierden, in Worten und wünscht? Thaten, schuldig gemacht? Erfenne und empfinde ich Reuet es mich herzlich, daß den großen werth der unversich dadurch ungehorsam gegen dienten Gnade, die uns Gott Gott, meinen Schöpfer und in seinem Sohn erwiesen hat? Herrn, undankbar gegen meis Verehre ich Jesum Chriftum nen himmlischen Vater und als den eingebohrnen Sohn Got: Wohlthäter, und feindselig ges tes, als den Erretter und Selig- gegen mich selbst und meinen macher der Menschen, als den Nächsten gehandelt habe: wenn Herrn und König der Belt? ich es unterließ, Gott burch Erinnere ich mich mit dankba: Liebe, Gehorsam, Vertrauen ter Freude an das, was er für und Zufriedenheit mit seinen mich und die Menschen über: Schickangen zu ehren: wenn haupt gethan und gelitten hat: ich die Güter und Freuben bies wie unwissend, elend und troft: fer Erde und den Beyfall der los wir ohne ihn gewesen wå Welt höher schäzte, als die ren und wie glücklich wir Gunst und das Wohlgefallen durch ihn geworden sind und Gottes und die Seligkeiten noch werden können? Schätze des Himmels: wenn ich Gots ich mich glücklich ein Chriftstes Namen durch Fluchen, fals zu seyn? Wünsche ich sehn: sches und leichtsinniges Schwis lich an den Früchten der Erld: ren misbrauchte: wenn ich ein fung, die durch Christum ge: Sklave der Unkeuschheit und schehen ist, Theil zu haben, Unreinigkeit war: wenn ich und durch ihn gerecht und se 3orn, Haß, Rachsucht, Stolz, lig zu werden? Habe ich mich neid, Misgunst, Geiz und zu dem Ende auch bisher ernst- Habsucht in meinem Herzen lich bestrebet, die Bebingun nährte: wenn ich Böses mit gen zu erfüllen, auf welche Bösem oder Scheltworte mit uns Gott, durch Jesum Chri, Scheltworten vergalt: wenn ftum begnadigen und selig ma, ich den Unschuldigen burch den will? Oder, wenn es bis: Verläumbungen und übele her nicht geschehen: ift es von Nachreden fränkte: wenn ich nun an mein redlicher Wunsch mich durch Urgerechtigkeit und und Entschluß? Betrug, zu bereichern und zu Erkenne ich ist das große erheben fuchte: wenn ich es Berberben meiner Natur und unterließ demüthig, fanftmus die mannigfaltigen Sünden, thig, verföhnlich, gerecht, bils derer ich mich durch Ausübung, lig, gütig, barmherzig, aufs des Bösen und Unterlaffung richtig und freundlich zu seyn: bes Guten, in Gedanken und d 4 wenk 56 Vor dem Genuß des Heiligen Abendmahls. wenn ich in meinem Stande ken, zu reben und zu thun, und Beruf,( als Obrigkeit wie ich dereinst im Tode und oder Unterthan, als Lehrer ber Ewigkeit wünschen werde. ober Zuhdrer, als Ehemann geredet und gehandelt zu haben? oder Ehefrau, als Vater, Habe ich insonderheit allem Mutter oder Kind, als Haus- Haffe, aller Rachbegierde ents herr, Hausfrau oder als fagt; bin ich brüderlich gegen Dienstbote und Lagelöhner) alle meine Nebenchriften, ges die Pflichten vernachlässigte, gen alle Menschen gesinnt und die mir obliegen? Erkenne ich bereit, jedes begangene Uns die Sünde, um derentwillen recht wieder gut zu machen, Jesus Christus gestorben ist, jede Berleumdung und Lügen für das größte Uebel und bin zurück zu nehmen und meinen ich ernstlich entschlossen, sie Beleidigern alle ihre Fehler zu alle, ohne Ausnahme, zu verzeihen? fliehen und zu meiden, auch meine Lieblingesünden, wozu Kann ich dieses mit redlis mich mein Temperament und chem Herzen vor dir, o alle meine Leidenschaften am met wissender Gott, bejahen; so ften reizen, immer mehr zu darf ich nicht daran zweifeln, verabscheuen und zu bekäm du werdest mich für dein Kind pfen? Nehme ich die Zusagen und für einen rechtschaffenen Gottes, daß er jeden Bußfers Verehrer deines Sohns Jesu tigen, um des Verdienstes Chrifti erkennen, und als einen Jefu willen, begnadigen wolle, solchen begnadigen und segnen, mit demüthigem Glauben an? wenn gleich mein Glaube, Habe ich den redlichen Borsatz, meine Zugend und Frömmigs mich täglich zu beffern und feit nicht so rein und vollkoms mein Herz und Leben nach den men wäre, als sie wohl seyn Geboten und nach dem Muster sollte. Schwachheiten und Gottes und Jefu Chrifti einzu Fehler, die wir erkennen und richten? Bin ich bereit diesen bestreiten, die willst du uns, Vorfaz, nicht nur einige o gütiger Bater, nicht zurecha Tage, sondern in meinem nen. Ja auch Sünden und ganzen noch übrigen Leben, faster, die wir aufrichtig bes davon ich nicht weiß, obs Za: reuen und wirklich laffen, die ge, Monathe oder Jahre dau willst du une gnädig verzeihen. ren werde, zu erfüllen, in Davon hast du uns durch Jes allen christlichen Gesinnungen sum versichert; dessen erinnern und Tugenden zuzunehmen und freuen wir uns an seinem und beständig zu beharren? Tische. Bin ich willig, stets zu den: Bena Vor dem Venug ves hengen zivenymagis. 17 Wenn mich also mein Herz neue Kraft und Stärke zur nicht verdammt; wenn es mir Ausübung alles Guten bekomdas Zeugniß eines redlichen Be- men, unter deinem Beystand strebens nach Zugend und alle Reizungen zum Bösen Rechtschaffenheit giebt: so habe überwinden, auf dem Wege ich Freudigkeit zu bir, mei der Zugend fortgehen und nem Gott; so darf ich mich einst das herrliche Ziel meines der Gemeinschaft, mit dir und Glaubens und meiner Hofnung deinem Sohne Jesu Christo, unfehlbar erreichen. rühmen; so darf ich, von der Gott, Vater der Barms Vergebung aller meiner Gün: herzigkeit, hilf mir dazu und den gewiß, mich der Hofnungssegne dazu an mir den Gebrauch der ewigen Seligkeit freuen; des heiligen Abendmahls um so werde ich in dem Gedächt: deiner ewigen Liebe willen. niß deiner Liebe und der Liebe Amen! Jesu Christi neuen Antrieb, # 5. Demüthigung nach einen bisherigen lasterhaften Leben. A" 3 [ Uwiffender, du kenneft mich die böse That öffentlich oder und ergründest mein Herz; insgebeim zu vollziehen. Oft ich kann vor dir meine Un habe ich durch Misbrauch meis dankbarkeit und Treulofig ner Seelen und Leibeskräfte feit nicht leugnen. Die mir selbst manche Uebel zuges Günde habe ich über mich herr: zogen. Oft habe ich auch schen lassen und ihr in ihren dadurch ungerecht und feindverberblichen Lüften Folge ge felig gegen meinen Nächsten leistet. Manche Arten der Las gehandelt und ihn wohl gar zum fter habe ich zwar wirklich vers after verführt. Und wenn mieden, weil ich wenig natür: auch das alles nicht wäre; so lichen Hang dazu spürte oder habe ich doch viel Gutes unters teine Gelegenheit und Reizung lassen, was ich hätte thun zu ihrer Bollbringung hatte, können. Ich habe es versäumt, oder weil ich die Schande vor dir meinem Gott und Vater, Menschen und andere traurige für die vielen Wohlthaten zu Folgen scheuete. Dagegen danken, die ich täglich aus find manche andere unerlaubte deinen Händen empfing; dich Begierden desto heftiger bey durch Liebe, Gehorsam, Vermir geworden: ich habe mir trauen und Unterwerfung un kein Gewissen darüber gemacht, ter deinen Willen zu verehren. thnen blindlings zu folgen und D 5 und To 20 vent Venug des Heiligen Abendmahls. und dich auch öffentlich und Sit aber, o gütiger Gott, gemeinschaftlich mit meinen haft du angefangen mir meine Brüdern anzubethen, zu loben Augen zu öfnen und sie durch und dein Wort zu hören und das Licht deines Worts zu ers zu lernen. Ich bin gleichgül leuchten. S erkenne es wes tig gewesen gegen das Wohl nigstens mit Schaam und meiner unsterblichen Seele, bie Reue, daß ich so ficher und doch so hoch in deinen Augen lasterhaft bisher gelebt, und geachtet ist. Ich habe in Er: fehe es ein, daß ich in fol füllung bessen, was mein Stand chem Zustande dir unmöglich und Beruf von mir forbert, angenehm seyn kann. Ich nicht den Eifer und die Treue wünsche von Herzen beffer bewiesen, die ich håtte bewei zu werden und ein wahrer fen sollen. Mein Leben, meine Chrift zu seyn, der Verges Gesundheit, Güter, Ehre, An- bung der Sünden hat und auf sehen und alle übrigen Gaben dem Wege der Tugend seinem und Kräfte, die du mir ver Erldser nachfolgt. liehen, habe ich nicht so nizlich Ofen mir dann gnädig, angewandt, als ich håtte thun du Gott und Vater unsers können und sollen. Ich habe Herrn Jesu Chrifti, und vers es versäumt, meine Neben: gieb mir meine Sünde! Du menschen zu erfreuen, ihnen hast ja deinen Sohn für uns zu dienen und ihre Zufrieden in die Welt gefandt, auf daß heit, ihr Glück, ihre Besserung alle die an ihn glauben, nicht und Zugend zu befördern. verloren werden sondern das In solcher Gefinnung bin ewige Leben haben. Du haft ich manche Jahre fortgegan- ihn für uns in den Tod geges gen und doch haft du mich bis ben, und willst uns mit ihm diesen Tag mit göttlicher Lang und um seinetwillen alles muth getragen. Du bist nicht schenken. Auch mir, barmhers müde geworden mir Gutes zuziger Gott, auch mir Unwürs thun und an meiner Zurecht- bigen bietest du Vergebung als bringung zu arbeiten. Oft ler meiner Günben, deine hörte ich deine Stimme, wenn Gnade, und eine ewige Ses ich mich mit deinem Wort besligkeit an; auch mir willst du fchäftigte; oft sagte mirs mein davon die feyerlichsten Pfäns Gewissen, daß mein Thun under und Versicherungen im recht und mein Zustand ver. heiligen Abendmahl mittheilen, bammungswürdig sey. Aber wenn ich mit wahrer Buffers ich hatte bie Sünde zu lieb, tigkeit, mit lebendigem Glaus als daß ich deinem gütigen ben und mit dem aufrichtigen Rufe folgen sollen. Vorsage, Vor dem Genuß des heiligen Abendmahls. 19 Vorsatze, ein heiliges Leben meines Heilandes, lag den zu führen, zu dir nahe. Er Genuß der Unterpfänder dessels freue dann mein Herz mit bei ben, die ich am Tisch des ner Gnade und mit der Versi: Herrn empfangen werde, laß cherung deiner väterlichen Lie: die Hofnung der zukünftigen be. Schenke mir aber auch Herrlichkeit, die du mir vors deinen Geist, der nitch) allezeit hälft, so gesegnete Eindrücke lite, damit meine Befferung auf mich machen, daß die Bes gründlich und anhaltend wer schåmung wegen meiner voris de. Bewahre mich vor allem gen Sünden und der Haß das Leichtsinn und Trägheit, das gegen, daß die Liebe zu dir mit ich nicht aufe neue in Gün und zu allem Guten dadurch den gerathe und durch neuen gefärkt und ich dadurch noch) Ungehorsam meine Schulden williger werde, allen Geboten vergrößere. Jefu Chrifti zu gehorchen und Laß die Betrachtung deiner dir bis in den Tod getreu zu unendlichen Liebe und der Liebe bleiben. Amen. 26. Demüthigung beym Bewustsenn mancher Fehler und Mängel. bin be: Aber darum bin reit, die Handlung auss ich nicht gerechtfertiget vor dir, zurichten, die mir dein Sohn, o Allerheiligster! Deine Alls Jesus Christus, mein theurefter wiffenheit siehet noch viele Fehs Erldser, zu seinem Andenken ler und Uebereilungen an mir; und besonders zum Andenken fiehet wie schwach und unvollfeines Versöhnungstodes bekommen meine Tugend und foblen bat. Indem ich mich Frömmigkeit fey. Du hast felbft vor deinem Angesicht das gute Werk der Bekehrung prüfe, finde ich in mir Spa in mir angefangen, du hast ren einer dankbaren ehrfurchts mich durch den heiligen Geist bollen Liebe gegen dich und zus auf den Weg des Lebens geleis gleich ein wahres Verlangen, tet. Aber habe ich mich auch als ein würdiger Gaft an dem befliffen, burch würdigen Ges Gedächtnis Mahl des Todes brauch beines Worts und durch Jesu Antheil zu nehmen. das Gebeth auf demselben forts Ich finde, daß du mich bis zugehen und im Guten beståns ber vor schweren Sündenfällen big zuzunehmen? Bin ich in. und gefährlicher Verletzung sonderheit, seit dem lezten Ges meines Gewiffens gnädig benuß des heiligen Abendmahls beffer 60 Vor dem Genuß des heiligen Abendmahls. beffer oder schlimmer gewor=| über die, die dich fürchten. Den? Ebarme dich auch über mich Ach Gott, du weift es! und habe Geduld mit deinem Ich habe oft nicht eifrig genug schwachen Kinde, um Jesu gegen die Sünde gekämpft, Chrifti willen, der eine volls die in mir wohnt. Ich habe fommene Gerechtigkeit auch zu wenig über mich selbst und mir erworben hat. die Reizungen auffer mir ge wacht. Ich habe mich oft Ja! Herr Jesu, du vers durch Widerspenstigkeit gegen warfest ja deine ersten Jünger deinen Willen, durch Miß nicht, ob sie gleich noch große trauen und Ungeduld, durch Schwachheiten an sich hatten. Sorn, Stolz, Haß und Neid, Du hast auch dein Abendmahl durch irdischen Sinn und an- für deine unvollkommenen, aber dere unerlaubte Begierden und doch redlichen, Freunde verorde Vergebungen, aus Unwissen.net, welche Stärkung ihres heit, Ueberellung und Unbe: Glaubens und ihrer Tugend dachtsamkeit verfündiget h nöthig haben. Komme dann habe oft viel Gutes, das du auch meiner Schwachbeit zu mir befohlen aus Trägheit ves: Hülfe. Mach den Trost feste faumet. Meine frommen Ge- in mir, daß an denen feine labbe, die ich des Morgens Verdammung sey, die dich ans und Abends, in den Stunden nehmen, wenn sie nicht nach der Undacht that, habe ich of den fündlichen Beglerben, sons bald wieder gebrochen. Und dern nach den Vorschriften des wenn ich noch eine gute That heiligen Geistes leben. Und verrichtete, so geschah es oft das ist auch mein Vorfaz: ich mehr aus Eigennuk und Ehr mögte gerne unstråflich vor dir geiz als aus dankbarer Liebe wandeln! O hilf mir bazu zu dir. Es ist mir oft schwer durch den Benstand deines Geis geworden, mich selbst zu verstes! Laß mich nie gegen meis leugnen, meine Feinde zu lie: ne Fehler und Uebereilungen Lehre ben, und die zu fegnen, die gleichgültig werden. mir fluchen. Und dein helles mich vielmehr inmer eifriger Aluge entdeckt noch tausend thun nach deinem Wohlgefallen Fehler und Flecken mehr an mir, die ich nicht sehe. und laß mich die Wunder deiner Barmherzigkeit ben dem Ges Ach), mein Gott, verwirf auß des heiligen Abendmahls mich um deswillen nicht! Wie so bedenken, daß Glaube, fich ein Vater über Kinder er tiebe und Hofnung dadurch in barmet, so erbarmst du dich mir gestärkt und ich aufs Fräftige Benm Genuß des heiligen Abendmahls. 61 kräftigste bewogen werde, mit nach dem ewigen Leben zu Beständigkeit in guten Werken trachten. Umen. 27. Beym Genuß des heiligen Abendmahls. Herr err Gett, Vater unsers und Fürsorge getrösten. Duna Herrn Jesu Christi, du aussprechliche Gnade! dir, unbist die Liebe! Laß es uns izt serm wohlthätigsten Vater, heiz beym Genuß des heiligen ligen wir uns ganz und gar! dir Abendmahls schmecken und se: bringen wir Leib und Seele und hen wie freundlich du bist; alles, was wir sind und haben, wie unschäzbar die Wohlthaten zum Opfer unsrer Dankbarkeit! sind, mit welchen du uns als Und wie sollen wir deine Liebe, Chriften begnadiget hoft. o göttlicher Erlöser, Herr Je Himmel und Erde sind voll su, würdig gnug erheben. von Beweisen deiner Güte; Du, der Sohn Gottes, aber dadurch hast du dieselbe deffen Herrlichkeit göttlich ist, auf eine ganz ausnehmende du kamest aus Liebe zu uns auf Weise offenbahrt, daß du dei- Erden, wurdest ein Mensch, nen Sohn zur Versöhnung gleich uns, die Sünde außgeunsrer Sünde in die Welt nommen. Du unterwarfest gesandt, daß du ihn für uns dich allen Beschwerden des irin den Tod dahin gegeben, dischen Lebens, ließest dich in daß du uns an ihm einen so den niedrigsten Stand herab, vollkommenen Lehrer, einen so wo weder Reichthum noch mächtigen und großmüthigen Ehre und Freude dein Loos Erretter und Seligmacher ge- war. Du verleugneteft willig schenkt haft und daß du uns allerley Bequemlichkeiten, die noch ist durch ihn Gnade, du hättest haben können, um Leben und Seligkeit anbieten unser Lehrer, Vorbild und läffeft. Erretter zu werden. Wie Wie könnten wir nun an groß war dein. Eifer, Unwis deiner Huld und Liebe zwei- senheit und Frrthum zu vers feln? Du hast uns deinen treiben und die Erkenntniß der Sohn geschenkt; mit ihm Wahrheit zur Gottseligkeit une und durch ihn willst und ter den Menschen auszubreiten! wirst du uns alles schenken. Wie heilig war dein Wandel Du willst uns unsre Sünden und wie vollkommen deine Zuvergeben und unsre Gebrechen gend und Menschenliebe! Wie heilen. Wir dürfen uns deiner wohlthätig waren deine Werke Gnade und deines Wohlgefals und wie groß die Gotteskraft, lens, deiner väterlichen Aufsicht die sich darinnen offenbahrte! Wie 62 Beym Genuß des heiligen Abendmahls. Wie unzählig und bitter waren angenehm und werth mache; aber auch die Leiden und Ver-/ damit ich nicht in den Gütern folgungen die du ausgestanden dieser Welt, nicht in dem Bey haft! Welche Zunge vermag es falle und Ruhm, dem Gelde auszusprechen, was du da und der Macht der Erde, son empfunden hast, wie du in jedern in der Gnade Gottes und nen, für dich so schrecklichen, dem Besitz der Seligkeit, die du für uns aber so heilsamen und uns erwerben, mein höchstes troftvollen lezten Stunden bei- Gut suche. nes Lebens, mit Todesangst Dis alles littest du willig, rangeft, zittertest und sagtest; geduldig und mit Unterwers wie dein Schweiß, gleich fung unter den Willen deis Blutstropfen, auf die Erdejnes bmmlischen Vaters. fiel; wie du vom Geist der O lehre mich auf dich sehen Lügen mit falschen Zeugnissen and dir nachahmen, ben allen und Gotteslästerungen gequält Widerwärtigkeiten dieses Les wurdeft; wie dein Haupt mit bens: bey den Beschwerden Dornen zerstochen, dein Unt- meines Leibes; bey den Beun liş verhöhnt, dein Rücken ge- rabigungen und Mühseligkeis geiffelt, deine Hände und ten, die mit den Geschäften Füße mit Nägeln durchgraben meines Stands und Berufs wurden; wie man dich zwi- verbunden sind; bey den ges schen Mördern und Uebelthå- fahrvollen Kämpfen wider die tern, lästerte, und dich, als Sünde und sonst allenthalben, einen verworfenen Missethå- wo ich die Last dieser Pilgrimter, keines Trostes und keiner schaft schwer fühle. Erbarmung werth achtete; wie Dis alles littest du aus du da klagest: Mein Gott, Liebe zum menschlichen Ges mein Gott, warum hast du mich schlecht und auch für mich. verlassen, und endlich unter den Denn so gewiß ich ist im heiz peinlichsten Schmerzen eines ligen Abendmahl Brod effe und schmählichen Tobes sturbest. 2Bein trinke; so gewiß ist bein Dis alles littest da, o Leib auch für mich hingeges Herr Jesu, als der Sohn Got: ben, und dein Blut auch zur tes, als der erhabenste Gegen- Vergebung meiner Sünde stand des Wohlgefallens Got: vergoffen; durch deinen Tod tes, aus Geborjam gegen det find nun alle meine Sünden nen bimmlischen Vater. Oversöhnt; auch alle meine präge die Wahrheit tief in mein fortdaurenden Mängel und Herze: daß nichts, als liebe- Schwachheiten gut gemacht. voller Gehorsam, uns vor ihm Erquicke mich durch diesen Troft Beym Genuß des heiligen Abendmahls. Trost im Leben und Sterben bey dem Freundschaftsbecher, und stärke dadurch meinen aus welchem ich mit ihnen allen Glauben an Gottes Gnade. trinke; ben dem Leibe und Gieb mir aber auch Kraft, Blute unsers gemeinschaftlidich wieder zu lieben, der du chen Bruders, Erldsers und mich erst geliebet hast, und als Herrn gelobe ich:" Fern sey dein erlöstes Eigenthum recht von mir alle Verstellung, Tücke fleissig zu seyn in guten Wer- und Bosheit; alle Lieblofig= ten. feit, Unbarmherzigkeit, UrgDu, o Herr Jesu, bist wohn, Neid, Eigenmuß, Stolz, für unsere Sünde gestorben! Feindseligkeit, Haß und Nachs Welch ein Beweiß des Haffes gier! Jeder Mensch, auch Gottes gegen alle Sünde und der niedrigste Knecht, auch feiner vollkommensten Strafge: mein ärgster Feind, sey ein Ges rechtigkeit! Ermuntere mich genstand meines Wohlwollens! dadurch, jede Sünde zu ver- Und es sey meine Freude, ans abscheuen und zu flichen, und dere zu erfreuen und ihnen wohl das gröfte Glück der Welt eher zu thun!" zu verleugnen, als wider Gett mit Wissen und Willen zu fün: digen. 63 Du, o theuerster Heiland, bift für alle Menschen ge: storben. Und ich sollte dem weckt. Du bist endlich, o Herr Jesu, nicht nur um unserer Sünde willen gestorben, sons dern auch um unsrerGerechs tigkeit willen wieder aufers Selbst bein Abenda nicht wohlwollen, den nicht mahl, das wir izt genießen, herzlich lieben, für den Jesus beweißt es. Du würdest kein ſein Leben gelassen, für den feyerliches Denkmahl deines Gott seinen Sohn gegeben schmachvollen Todes gestiftet hat? Sa, hier im Abendmahl haben, wenn du nicht deine überzeuge ich mich aufs neue nahe Auferstehung und Verchvon der Pflicht einer allgemei- rung unter allen Völkern vor= nen Menschenliebe und erneure her gesehen hättest. Deine meine Entschließung: Was Bekenner würden deinen Kreuz du an mir gethan, daß will zestobd auch eher verborgen als id), so viel mir möglich ist, durch ein dffentliches Andenken an meinen Brüdern wieber feyerlich begangen haben, wenn thun! Bey dem Brode, von du nicht auferstanden wärest. dem ich in Gesellschaft mit Du lebst also: und ich werde meinen vornehmern und gerin- auch leben. Einkt nimst du gern, mit meinen reichen und meinen Geift auf; einst erweckst armen Nebenmenschen esse; du meinen Leib aus dem Grabe und 64 Nach dem Genuß des heiligen Abendmabls. und rufft ihn hervor zum ewi- und von Ewigkeit zu Ewigkeit gen Leben. Einst werde ich, immer vollkommener und glücks erlöft von allem Uebel, Gott feliger werden. schauen und dich meinen Hei Obrücke mir heute, theures land sehen, und bey diz seyn ster Erldser, durch deinen Geist in deiner Herrlichkeit. Einst diese große Hofnung und deine werde ich mit dir, meinem be: Liebe so stark ins Herze, daß sten Freunde, mit den Perso- sich darinn den kräftigsten Annen, die hier meinem Herzen trieb zu allen Zugenden, die theuer sind, mit allen guten Versüßung und das Gewürz Seelen unter den Menschen meiner Freuden, und den bes und mit den Engeln zu einer sten Trost in Leiden und Sters ewigen Freundschaft vereiniget ben finden mdge. 28. Nach dem Genuß des heiligen Abendmahls. err Gott, himmlischer Ba| rer Erfüllung arbeiten mögen. ter, dir sey Lob und Dank Lehre uns selbst, deinen Willen für allen Unterricht, alle Er: thun, und leite uns durch deis munterung, allen Trost, wo- nen Geift auf ebner Bahn. mit du uns durch die Feyer des Laß uns alle Tage unsers übris Gedächtnisfes deiner Liebe und gen Lebens im Glauben und der Liebe deines Sohnes Jesus in der Nachfolge deines Sohns Christi begnadiget haft. Wie leben, der uns geliebet und sollen wir dir alles das Gute sich selbst für uns dahin geges vergelten, das du an uns ge- ben hat. Den großen Zweck than haft? Möchte doch unser feines Leidens und Sterbens, ganzes Leben lauter Dank und uns zu Gliedern feines eigens eine immerwährende Lobprei- thümlichen Volks zu machen, fung deines Namens seyn! Ja! die recht eifrig in allen Tugends deine Liebe dringt uns, owerken seyn sollen, laß uns Gott; die Begierde dir zu ge- stets vor Augen schweben. Laß fallen, und deinen Willen zu uns insbefondre immer mehr thun, belebt uns tzt alle. redliche und herzliche Freunde Ach! laß sie uns stets beleben aller Menschen werden, so wie und unser ganzes künftiges Le- er es war und du es bist. Ja, güz ben regieren. Gieb boch, barm- tigster Gott, heilige uns ganz herziger Gott, daß wir die und gar, und laß unsre Seele Versprechungen der Treue und und unsern Leib unsträflich und des Gehorsams, die wir dir unbefleckt erhalten werden auf heute gethan haben, nie ver- die Zukunft unsers Herrn Jesu gefsen, sondern von nun an Chrifti, welchem samt dir sey kob mit unermüdetem Eifer an ih- luud Ehre in Ewigkeit! Amen 29. Stac 29. Nach den sonntäglichen und Wochenpredigten. Ewiger Gott, himmlischer Braunschweig und Lüneburg Bater, wir danken dir und insbesondre über unsern für alle deine Wohlthaten, und Landesfürsten und Herrn. Ers besonders auch für die Gnade, halte Ihn bey beharrlichem die du uns izt wieder erwiesen Wohlergehen und laß uns unter haft, uns dein Wort verkündi- seiner Regierung eines unverz gen zu lassen. Laß das Lichtsrückten Wohlstandes genießen. deiner Offenbarung sich immer Kröne die Bemühungen, aller weiter unter den Völkern aus seiner Räthe und Diener, aller breiten. Vergieb uns unsere Stände, Obrigkeiten und RichSünden und Undankbarkeit ter dieses Landes, aller Lehrer und erhalte uns bey dem Ge- der Religion, der Künste und husse des Guten, womit du Wissenschaften, mit Glück und uns bisher, nach deiner un- Gedeyen, daß überall Nelis endlichen Liebe gesegnet hast, gion, Gewissenhaftigkeit, Orde um Jesu Chrifti Willen. Laß nung, Ruhe und Wohlstand den heilsamen Unterricht, ben vermehrt und befördert, und uns dein Wort giebt, durch der Landbau, die Künste und deinen Geist in uns allen kråf- Wissenschaften, die Handlung tig werden, damit dadurch Er- und alle andere Arten des Ges tenntniß und Weisheit; Recht werbes mit gutem Fortgang schaffenheit, Tugend und Men: getrieben und immer blühender schenliebe; Trost, Freude und werden. Glückseligkeit sich allenthalben unter uns vermehren möge. Dir o Gott, und deiner väterlichen Fürsorge empfeh Laß deinen Segen, o Gott, len wir alle unsere Nebenmennicht von dem Lande, von dem schen. Führe die Unwissenden Ort und Gemeinde weichen, zur Erkenntniß, die Frrenden darin wir wohnen. Bewahre zur Wahrheit, die Zweifelns uns vor großem Unglück und den zur Gewißheit, die Lastera landplagen und beglücke uns haften auf den Weg der Besse= und unsere Nachkommen mit rung. Erfreue die Traurigen allem dem, was zu einer volle mit Troste, die Elenden mit kommenen Wohlfahrt auf Zeit Hülfe, die Kranken mit Ers und Ewigkeit gehört. Walte quickung und die Sterbenden mit deiner Aufsicht und für mit Hofnung eines bessern forge über alle Könige und Lebens. Fürsten, über das gesamte kd Endlich, siehe mit Gnade nigliche und churfürstliche Haus und Erbarmung auf uns alle herab 66 Nach dem fonntäglichen und Wochenpredigten: berab. Verleihe uns allen, anvertraueten Fähigkeiten und daß wir uns die Gnade, die Güter nach deinem Willen ges uns in Jesu Christo deinem brauchen und ein solches Leben Sohn erschienen ist, wohl zu führen mågen, daß wir zu dem Nute machen, damit wir durch höhern seligen Leben geschickt seine Lehre erleuchtet, durch werden, welches du uns im fein Verdienst begnadiget, Himmel bereitet haft. Stehe durch sein Beyspiel geleitet uns dazu bey mit deiner Gnade und, von seinem Geiste besee- und deinem Geiste, durch let, der Sünde immer mehr Jesum Christum unsern Hels absterben, alle unsere Pflich: land. Amen. ten treulich erfüllen, die uns 30. Ein ander Gebeth zu eben dem Gebrauch. uns schenkst, Herr, unser es noch fehlt. Segne zu dem Gott! Aber auch groß und Ende alle Fürsten, alle Obriga stark ist unsere Verpflichtung, keiten, alle Lehrer in Kirchen dich zu lieben, dir zu gehor- und Schulen mit vorzüglicher chen und uns in unserm gan- Weisheit, Menschenliebe und zen Verhalten blos nach bei: Treue, daß sie die Ausbreis nem Willen zu rid, ten. Gieb tung der Wahrheit und Zus uns dann durch deinen Geist gend, und die Glückseligkeit die Gnade, daß es das Ziel derjenigen, die du ihrer Fürs unserer höchsten Ehrbegierde sorge empfohlen hast, auf alle und unser unablässiges Bestre Weise befördern. ben seyn möge: dir, unserm Insbesondere heilige zu diesem gåtigsten, freygebigsten Wohl- großen Zweck unsern gnädigs thäter zu gefallen, und gleich fien Landesfürsten und Herrn. bir an der Beförderung, der Begnadige hn mit der Verfis Vollkommenheit und Glückse: cherung deines Wohlgefallens. ligkeit unsrer Nebenmenschen Erfreue Ihn durch das Glück zu arbeiten. In diesen Gefin- und die Liebe seiner Unterthas nungen, laß uns dein Wort, nen. Entferne von Ihm alles das wir izt gelesen und gehört Widerwärtige und mache Ihn haben, stärken, damit wir zum Beyspiel deiner wohlthuens nicht unfruchtbare Hörer, son: den Gnade bis zum höchsten dern Thắter desselben seyn, Ziel des menschlichen Lebens. und so immer ruhiger und felis Alle die, denen die Regierung ger werden mögen. dieses Landes und die Verwals tung 67 Im Advent und am Weihnachtsfeste. tung der Gerechtigkeit anver- baren und ruhigen Zeiten; traut ist, und die, die diesem und vor allen Dingen mit Amt, Ort und Gemeinde vor: Weisheit, Tugend und christgesezt find, empfehlen wir licher Frömmigkeit, mit Kraft Deiner Fürsorge, Gnade, Be- und Gelegenheit zu vielen gus fchirmung und Hülfe. Dir ten christlichen Zhaten, mit empfehlen wir diese ganze Ge- der Freude des Recht und meinde, die Gefunden und die Wohithuns, mit der Versiches Kranken, die Reichen und die rung deines höchsten Wohlges Urmen, die Glücklichen und fallens und der frohen Hofs die Unglücklichen. Gegne uns nung eines ewigen Lebens, alle mit Gedeyen in unserm durch Jesum Christum, Ament Beruf, mit gefunden, frucht= 1 31. Im Advent und am Weihnachtsfeste. Gott, ott, Schöpfer und Vas unzählig: Über die Sendung ter der Menschen, wir deines Sohns in die Welt, dein Bolk, deine Erlöften, um Friede, Heil und Glückses deine Kinder werfen uns, von ligkeit auf die Erde, und Freus Bewunderung und Freude de, Wonne und Zufriedenheit durchbrungen, vor deinem unter die Menschen zu brinz Throne nieder, und bethen gen, ist die rührendesie Probe dich voll Ehrfurcht und Danks von deiner unermeßlichen Huld barkeit an. Uns ungehorsa- und Güte, ist das Siegel deis men Geschöpfen und strafba ner Vaterliebe und Freunds ren Anführern in deinem schaft gegen uns. O möchten Reich, hast du deinen einge wir es recht erwägen, recht bohrnen Sohn zum Lehrer, empfinden, wie viel du für Mittler und Heiland geschenkt, uns gethan, wie hoch du uns und läsfest uns durch ihn, an- geachtet, wie herrlich die Hülfe fatt der Strafe, die wir ver- und Errettung sey, die uns dient, Gnade, und anstatt durch deinen Sohn, Jesum den des Elends, worein wir uns Weltheiland, zu Theil wird, gestürzt hatten, Trost und Se- daß wir dich und deinen Wils ligkeit verschaffen und anbieten. len kennen, und das frohe Gott! wer kann die Größe Evangelium Jesu auch den dieser beiner Erbarmung und Armen und Geringen gepres Gnade faffen? wer kann dir diget wird; daß wir strafwür: den Dank und das Lob geben, dige Sünder uns auf Buße die dir gebühren? die Beweise und Besserung deiner Begnabeiner Liebe gegen uns sind digung und der Vergebung der € 2 Sünde 68 Im Advent und am Weihnachtsfefte. Sünde getrösten können; daß Sohns in die Welt und dem wir Muth und Kräfte haben großen Werk zu danken, das können, von Sünden abzus er auf Erden vollbracht hat. laffen und ein tugendhaftes Le- Ehre, Ehre und Preis sey ben zu führen; daß wir uns, dann dir, o Allerhöchster, für bey dem Gefühl unserer Män- alle diese Wohlthaten, Vors gel und Fehler deiner väterli- theile und Segen! Schenke chen Nachsicht, und beym Ge- uns nun auch mit deinem fühl unserer Schwachheit des Sohne deinen mächtigen Geist, Beystandes deines Geistes, ver: damit die Absichten der Anfichern können; daß wir uns kunst Jesu, deines Sohns, in deiner Fürsorge mit kindlicher die Welt, an uns allen ers Zuversicht überlassen und stets reicht werden möge. Laß uns das Beste von dir erwarten die Wahrheit, die er uns vers kdunen; daß wir nun nicht kündiget hat, immer höher mit einem felavischen schätzen, immer eifriger lernen; Schrecken vor dir unserm Herrn damit das Reich der Finster: und Richter zittern, sondern niß, des Irrthums und des dich als unsern Vater mit kind Aberglaubens immer mehr daz licher Liebe und Zuversicht an- durch zerstört werde. Laß die bethen und verehren dürfen; Begnadigung, die Beruhis daß wir wissen, du wollest jede gung und Hofnung des ewigent gute Gefinnung und That, die Lebens, die er uns erworben, aus Liebe und Gehorsam zu uns allen zu Theil werden; dir herrührt, als einen Gottes: aber bewahre uns auch, daß dienst ansehen und belohnen; wir deinem gnädigen Vorhas daß wir eine unerschöpfliché ben, uns dis Glück zu schens Quelle des Troftes und der ken, nie durch muthwillige Beruhigung ben allen Trübsa: Sünden widersetzen und uns len und Bekümmerniffen die deffelben nie durch ein unchrists fes Lebens haben; daß wir lich lasterhaftes Leben unwürs uns zur Hofnung einer seligen dig und verlustig machen mö Unsterblichkeit erheben, alle gen. Mach vielmehr diese Furcht des Todes und des Seligkeit des Christenthums Grabes befiegen, den Tag des unsern Herzen immer theurer Gerichts und der Vergeltung und wichtiger. Erzeuge in ohne Schrecken erwarten, und uns die findliche dankbare uns der Seligkeit der zukünf Liebe, die dir so wohl gefält, tigen Welt zum voraus erfreuen und stärke und dadurch, alle können: dis alles, o Gott, Laster zu meiden, alles Gute haben wir der Sendung deines mit Freuden zu verrichten, alle Reis Am Neujahrstage. 69 Reizungen zu bösen niedrigen tenmal erscheinen und die Thaten zu überwinden, im Menschen richten wird, heis Leben, Leiden und Sterben lich und unstråflich vor ihm ers dich mit allen unsern Gesin funden werden, und mit ihm nungen, Worten und Werken in dein Reich eingehen mds zu preifen: damit wir dereinst, gen. Erhöre uns durch Jes wenn unser Heiland zum zwei- fum Chriftum. Amen. 13. Am Neujahrstage. Gott, ' ott, der du von Ewigkeit uns, von dem Tod und der zu Ewigkeit lebeft, und Ewigkeit übereilt zu werden, herrscheft und wirkeft, stets ehe sie sich zum Uebergang in bleibeft wie du bift, und dessen ein besseres Leben geschickt ges Jahre kein Ende nehmen: macht hatten. Ach Gott, tilge wir deren Zage nur einer unsere Sünden nach deiner Hand breit sind, heiligen dir, großen Barmherzigkeit um dem unsere Zeit und alles, was Jesu Chrifti willen, der Jesus wir sind und haben, zugehört, genannt wurde, weil er sein die Erstlinge dieses Jahrs. Volk selig machen sollte von Mit Danken kommen wir vor Günben, und lag fie gleich dein Angeficht; denn jeder dem vergangenen Jahre ins Tag, jede Stunde des vers Meer der Vergessenheit vere gangenen Jahrs zeuget von finken. Laß aber auch dieses deiner Güte, Liebe und Treue neue Jahr, das uns deine gegen uns. Güte heute antreten läßt, nicht Odaß auch jeder Zag, jede unsere Schuld vermehren. Lag Stunde des verfloffenen Jahrs es fruchtbarer an guten chrifts von unserer Dankbarkeit, Ge lichen Gefinnungen und Thas genliebe und unserm Gehorsam ten für uns seyn, als es uns gegen dich zeugen möchte! Uber, fere bisherigen Lebensjahre ges Herr, wir müssen uns schå: wesen sind. Laß uns die Kürze men; voll Reue und Kummer und Flüchtigkeit unsers irdis fühlen wir die Last, die schwer schen Lebens und seine Verbins drückende Last, von Sünden bung mit unserm fünftigen und Schulden, die ein ganzes ewigen Schicksale nie vergessen, Jahr auf uns häufet. Ach! damit wir stets wählen und wie vieles unterlassenen Guten, thun, was wir dereinsten, wenn wie vieler unordentlichen Lüfte unser legtér Zag erscheint, wenn und böser Thaten muß es uns uns der Zod vors Gericht nicht vor dir, dem Allwissen führt, wünschen werden ges den, anklagen! Wie groß war wählt und gethan zu haben. nicht die Gefahr vieler unter Lag dieses Jahr für uns und alle € 3 70 Am yest der Offenbarung Chriſti. alle unsere Brüder auf Erden schweig und Lüneburg. Ueber gesegnet seyn. Laß es ein Jahr schåtte vornemlich mit den bes der Erquickung und Hülfe fürsten Segnungen unfern gnås alle Elende und Nothleidende, digsten Landesherrn und alle ein Jahr der Frenheit für alle feine Diener. Segne alle Lehrer Unterdrückte und Berfolgte, der Religion, und besonders, die ein Jahr der Erleuchtung für du uns gegeben haft. Verherrlis alle Unwissende und Verirrte, che deine Hülfe an allen Krans ein Jahr der Besserung für die fen, Armen und Traurigen uns Lafterhaften, ein Jahr des Fort: ter uns. Laß deine Güte uns alle gangs und Wachstbums auf erfreuen, und sey mit uns, dem Wege der Vollkommen wie du bisher mit uns und uns heit für alle deine rechtschaffe: fern Båtern gewesen bist. Ers nen Verehrer seyn! Segne höre uns, barmherziger Gott, alle Könige und Fürsten, und um deiner ewigen Liebe willen, besonders das königliche und durch Jesum Chriftum unsern churfürstliche Haus Braun Herrn. Amen. 33. Am Fest der Offenbarung Christi und seiner Lehre an die Heyden. err wir glaube, und freuen uns vor dir und losigkeit; Raub, Mord, Unters bringen die mit vereinigten drückung, Meineid und Ehes Herzen kob und Dank, daß bruch herrschten da über den bu uns, die wir in Finsternis gröften Theil der Völker, wo saßen, erleuchtet, und uns ist froher Glaube, fester Troft auf den Weg der Glückseligkeit und Hofnung, chriftliche Froma geleitet haft. migkeit, Menschenliebe, Ge, Die Finsternis der Unwis rechtigkeit, Friede und Treue fenheit und des Irrthume be:[ bekannt ist. deckte ehmals die Gegenden, Ach, ohne deine Hülfe, o wo ist das Licht deiner Wahr: Gott, ohne die Erleuchtung heit scheint. Abgötterey und durch Jesum Christum und Aberglaube erniedrigte da seine Lehre, wären auch wir die Menschen, wo ist dei das, was unsere weniger glücks ne Verehrer dich, den eini: lichen Voreltern waren. Gleich) gen wahren Gott, den Schö- jihnen würden wir dich, un pfer Himmels und der Er- fern Gott, deine herrlichen den und den du gesandt hast, Vollkommenheiten, deine liebs Jefum Chriftum im Geist und reichen Rathschläffe über uns in der Wahrheit anbethen. Un- Inicht kennen. Gleich ihnen witt Am Fest der Offenbarung Chrifti. 71 würden wir vor stummen Gö- 1dürfen nun nicht bey den Grås gen niederfallen, auf findi-[ bern der Unfrigen traurig seyn sche Gebräuche, auf grausame wie die andern, die keine Hofs Opfer unser Vertrauen setzen, nung haben. Jesus lebt; wir uns von blinden Führern lei: werden auch leben, auch uns ten und bald von vergeblicher fere frommen Freunde, deren Furcht bald von eitler Hofnung Berlust wir beweinen, werden tauschen laffen. Gleich ihnen leben, mit uns bey Jesu Chris würden wir vielleicht nach Be: sto seyn, seine Herrlichkeit ses gnadigung und Troft, nach Kraft hen, Gott schauen! Dank, zum Guten schmachten und doch froher Dank; Lob, ewiges elend und entkråftet bleiben. Lob sey dir, o unser Erbarmer, Aber wie groß ist izt unser für diese unverdiente Wohlthat. Glück, da wir Christen sind. Bewahre uns, daß wir die Wir kennen dich, den Ewigen großen Vorzüge, die wir als und Allmächtigen, als den Christen haben, nie vers Gott, der die Liebe ist und lieren, nie gering schätzen mås unsern Vater. Wir wissen, gen. Mache uns vielmehr ges daß du für einen jeden unter neigt, oft daran zu gedenken: uns forgeft: denn alle unsere daß wir Christen find; und Haare alle unsere Seufzer und segne diese dankbare Erinnes Thränen sind von dir gezählet. rung dazu: bag dadurch in uns Wollen uns unsere begange: jede Versuchung zum Unglaus nen Sünden deine Gnade zwei- ben und zu Sünden geschwächt, felhaft machen; wie beruhi dag dadurch uns die Ausübung gend ist dann die Lehre deines jeder Tugend erleichtert und Worts für bußfertige Seelen: alle Bitterkeiten des Lebens Un Jesu dem Sohn Gottes und des Todes versüßet werhaben wir die Erldsung durch den mögen. fein Blut, die Vergebung der Ja, hochgelobter Jesu, Sünden. Die Lehre Jesu ewiger Sohn Gottes, ber du zeigt uns den Weg zur wahren über alles herrschest und das Glückseligkeit in diesem und Glück deiner erlöften Menschen dem zukünftigen Leben und besorgefst, erhalte, reinige und giebt nus ben gehörigem Ge- heilige dir selbst deine Kirche. brauch derselben Antrieb, Bey: Laß deine Lehre unter uns ims stand und Kräfte, auf dem: mer mehr Wahrheit, Tugend, ſelben zu wandeln. Ihr ha: Ruhe, Freude und Seligkeit ben wir den besten Trost in dem wirken. Lehre uns alle, dem mannigfaltigen Elend dieses Lichte folgen, womit du uns Lebens und die Verfügung un-( erleuchtet hast; den Namen fers Todes zu danken. Wir e 4 den 72 In den Gedächtnißtagen den wir tragen, mit der That nem Geist belebt und regiert behaupten; durch Vertrauen werden. und Geduld, durch Demuth, Erweitere dann auch die Sanftmuth und Verträglich: Gränzen deines Reichs auf Ers keit; durch Menschenliebe, Gü- den. Erbarme dich aller Mena tigkeit, Barmherzigkeit, Gehen, die noch von dir ents rechtigkeit, Wahrheitsliebe und fernt sind. Laß dein Evanges Aufrichtigkeit; durch Mägig- lium auch ihnen verkündiget Feit, Keuschheit, Fleiß und werden und in ihnen ein neues gewissenhafte Treue in unserm Leben hervorbringen, damit Beruf und Stande, jedem fie mit uns, der höhern das Christenthum verehrungs- Glückseligkeit fähig werden, und liebenswürdig machen die deinen aufrichtigen Verehs und so beweisen, daß du in rern bereitet ift, auf Zeit und uns wohnst und wir von dei: Ewigkeit. Amen. 34. In den Gedächtnißtagen des Leidens und des Todes Jesu. Swiger Sohn Gottes, Herr ken. Aber du erschienest bech Jesu, du Erretter und nicht im Glanz deiner göttlis Seligmacher der Menschen, mit chen Majestät: du begabst dich einem Herzen, voll Dank und des beständigen Gebrauchs der Freude, preifen wir dich, daß Herrlichkeit, die dir, als dem du in die Welt famst, den ewigen Sohn Gottes, eigen Rath Gottes von unsrer Er: war; du nahmeft unsern Idfung auszuführen. schwachen gebrechlichen Leib Keine duffere Herrlichkeit an; lebteft in Knechtsgestalt umgab dich, da du, zur Se: ohne dufferliches Anseben; uns ligmachung der Sünder, auf terwarfest bich allen Einschrän Erden erschienest. Zwar warest fungen, Bedürfnissen und Bes du ganz ohne Sünde, ein hei: schwerden unserer Natur. liger und unbefleckter Mensch, Dein ganzes Leben war mit den herrlichsten Kräften, ein Zusammenhang von uners mit hoher Weisheit, und mit ben müdeter Geschäftigkeit, die vortreflichsten Gaben des heili: Menschen zu unterrichten, zu gen Geiftes geziert: du wohnteft bessern, zu trösten, zu begnas unter den Meuschen voll Gnade digen und glücklich zu machen. und Wahrheit und man fahe Du lehrtest den Beg, der zu deine Herrlichkeit, als des Eins Gott und der wahren Glückfes gebornen vom Vater, in vielen ligkeit führt. Du gabeft det göttlichen wohlthätigen Wer- Welt das vollkommenste Muster bon des Leidens und des Todes Jefu. 73 von der höchsten menschlichen im Bethen so heftig rangest, Unschuld und Tugend. Du daß dein Schweiß, wie Blutss zogeft herum und thatest wohl. tropfen auf die Erde floß; da Auf allen deinen Wegen be- deine innere Qual so peinlich gleitete dich Licht, Weisheit wurde, daß ein Engel bich und Wahrheit, Menfchenliebe, stårken mußte, um nicht unter Mitleiden, Troft, Hülfe und ihrer Laft zu erliegen. Errettung. Dieser Angst, diesen Miss Gleichwohl wurdest du von handlungen und Verspottuns feindseligen Menschen gebaßt, gen, diesen Martern, Schmers verfolgt, geschmähet. Du zen und Tod gingest du, o wirst endlich gar, als ein Ue: theuerster Jesu, mit gefezten belthäter, gefangen, als ein ruhigem Gemüthe und williger Gotteslästerer angeklagt, mit Entschloffenheit entgegen und falschen Zeugnissen gekrånket, duldeteft alle diese Leiden mit von heuchlerischen und zum der größten Gelaffenheit und Theil blutgierigen Richtern Geduld, mit berspielloser verurtheilt; von unbarmherzi Sanftmuth und mit kindlicher gen Gerichtsdienern geschlagen, Ergebung in den Willen deis verspottet, geläftest. Dein Haupt nes Vaters: in der Absicht, wird mit Dornen zerstochen; um die Barmherzigkeit und dein Angesicht durch grausame Güte, die Heiligkeit, Gerechs Schläge verstellt; dein Rücken tigkeit und Wahrheit Gottes blutig gegeiffelt. Du wirst an aufs neue zu verherrlichen und Hand und Füssen mit Någeln uns strafwürdigen Sündern durchgraben, ans Kreuz ge: Errettung, Trost und Seligkeit befret, und und erdulbeft den zu verschaffen. Nun dürfen schimpflichsten, schmerzlichsten wir uns, bey redlicher Beffe Tod. Und was find alle diese rung, vor den verdienten Stras dufferlichen keiden gegen die fen der Sünden nicht fürchten, Leiden deines Geistes, gegen und an der Bereitwilligkeit bie aufferordentliche Angst und Gottes, uns Gnade für Recht Bangigkeit, womit deine Seele wiederfahren zu lassen, nicht angefüllt war: ba am Delberg zweifeln; denn du hast für uns deine Glieder vor Beklemmung und an unsrer Statt gelitten, und Traurigkeit der Seele zit- um uns eine völlige Begnadis terten; da du in dieser großen gung, Bergebung aller Sün Beangstigung auf der Erde den und eine neue Hofnung und lageft und flehtest, daß, wenns ein neues Recht zur Seligkeit möglich wäre, diese Stunde zu erwerben. Nun haben wir des Schreckens und Jammers eine zuverlässige Versicherung vorübergehen möchte; da du€ 5 bon 74 3n den Gedachytnißtagen von der väterlichen Huld und mach unser ganzes Leben zu eis Liebe Gottes gegen uns und nen beständigen Dank gegen eine gewisse Hofnung des ewi- dich. Siehe herab vom Thron gen Lebens; denn Gott hat sei: deiner Herrlichkeit auf uns alle, nes eigenen Sohns nicht vers die wir izt mit unserm Geiste schont, sondern ihn für uns unter deinem Kreuze stehen, und alle dahin gegeben: wie sollte mach uns das Wort vom Kreuz er uns mit ihm nicht Alles zur göttlichen Kraft, um das schenken? Nun dürfen wir in durch begnadiget, beruhiget teiner Art des Leidens verza- und gebessert zu werden. Brins gen; denn du regiereft izt, als ge uns unter die Zahl derer, Herr über Alles, alle unsere die dir dein Vater zur Beute, Schicksale und wirst uns nie zum süßen Lohn für deine saure verlassen noch versäumen, da wir Seelenarbeit bestimmt hat. dir dein Blut und Leben geko: Lehre uns, dir dadurch Freude ftet, da du weist, wie leidenden machen, daß wir die Gegen und sterbenden Menschen zu deines Todes mit dankbarem Muthe sey, und durch die eigne Glauben annehmen und nicht Empfindungen unsers Elends, uns, sondern dir leben. Laß zu mitleidigen fanftmüthigen alle die welche noch den Sinn und zärtlichen Gesinnungen ge- haben, der Sünde zu dienen, gen uns bist zubereitet worden. aus deiner Marter, Angst und Nun wissen wir, wie wir uns Tod die erschreckliche Gefahr im Leiden und Sterben, Gott erkennen, darin sie sich befins wohlgefällig, betragen können; den, wenn sie in Lastern forts denn du hast gelitten für uns fahren: damit sie mit Entsetzen und uns ein Vorbild gelassen, alle Sünden, auch ihre ges daß wir sollen nachfolgen det- wdhnlichsten und angenehmsten nen Fußstapfen. Nun sind busfertig verabscheuen und mit uns neue Kräfte erworben, der villiger Absagung ihres Diens Sünde abzusterben und der stes, Gnade und Vergebung ben Gerechtigkeit zu leben; denn Gott, im Glauben an dein nichts verpflichtet uns stärker Verdienst, suchen und finden und ermuntert uns kräftiger mögen. Laß alle, welche dazu, als die ernstliche Erwå durch dich zu Gott gekommen gung deiner Mittlersleiden und sind und noch zu ihm kommen, deines Versöhnungstodes. des Trostes der Vergebung der D so laß uns dann nie ver: Sünden genießen. Erbarme geffen, was wir dir unserm dich aller Menschen, auch derer großmüthigen Erretter und die nicht Christen sind und dich Seligmacher schuldig find; und nicht kennen, im Leben und im Tode Des Leidens und des Coves Jeju. 75 Lode. Laß die Kraft deines weder Tadel noch Undank, Todes fich insbesondere an weder Beschwerden noch Ges allen denen verherrlichen, die fahr zu schenen: gleich dir, izt unter der fast schwerer Lei: bey Beleidigungen, die uns den, unter dem schmerzhaften andere unter göttlicher Zulass Gefühl eines bekümmerten Geisung zufügen, zu dulden und stes oder eines franken, der zu schweigen, gern und ohne Auflösung sich nähernden, Kör- Gnugtbuung zu verzeihen und pers feufzen, oder vielleicht das Böse mit Gutem zu vers gar von Angst und Schrecken gelten: gleich dir, uns dem des Todes umfangen find. Las Willen Gottes zu ergeben und dein Marterbild ihrem Geiste ge:| alles, was er uns zuschickt, genwärtig fenn und Licht in ihre mit Gelaffenheit zu leiden, ohne Finsterniß, Troft und Hofnung von seinen Geboten zu weichen, in ihr geängstetes Gemüth brin: um uns dafür zu bewahren gen. Erinnere uns alle, stets oder uns davon zu befreyen: an deine großmüthige Aufopfe- fondern gleich dir unverdroffen, rung zu unserm und unserer standhaft und tren zu bleiben Nebenmenschen Besten, damit im Guten bis in den Zod. wir dadurch Kräfte erlangen Dann wird bir, o Herr jede Seizung zum Bösen, zur Jefu, der Dank gefallen, den Ungerechtigkeit, zum Neid und wir die hienieden stammeln; Geiz, zum Stolz, zur Rach: dann werden wir, wenn du begierde und Wollust zu befie uns zu dir rufft, wenn unser gen: unsere Größe und Glück Ende fich hier nähert, voll nicht in Pracht, Reichthum Hofnung und Zuversicht mit und andern glänzenden Din- dir sagen können: Es ist volls gen, sondern, gleich die, in bracht. Vater! in deine Weisheit, Frömmigkeit, De- hånde empfehle ich meinen muth, Sanftmuth, Geduld, Geist; dann werden wir einst Versöhnlichkeit, Großmuth, dich und deine Herrlichkeit ses Menschenliebe und Wohlthåben, ganz Dankbarkeit und tigkeit zu setzen: gleich dir, in Freude seyn, dich, so wie du dem Dienste Gottes, in der es würdig bist, lieben, und Beförderung des gemeinen das Glück, deine Erlösten Besten und des Wohls unserer zu seyn, ganz empfinden von Brüder ja felbst unserer Fein Ewigkeit zu Ewigkeit. Es ger de, weder Mühe noch Arbeit, schehe uns fo! Amen. Am Osterfeste. 35. Am Osterfeste. Am Jefum Chriftum unsern ten, vielmehr unter Umächtiger Gott, du hast ringsten eigennützigen Abfichs Mühses und geliebten Erldser, nach über: ligkeit, Verfolgung und bes standenen Schmerzen des To: ständiger Erwartung des Los des nicht im Grabe gelassen, des, das Leben ihres Herrn sondern ihn aus demselben ins der Welt öffentlich und feyers Leben hervorgeführt. Auf eine lich, und mit ruhiger Stands kleine Zeit war er der Allerver: baftigkeit verkündigten. Sie achteste Unwertheste. bekräftigten die Auferstehung Aber nun ist er mit Ehre und Jesu durch Wunder, welche Preis gekrdnet und zu deiner fie in seinem Namen verrich Rechten im Himmel über alles teten. Seine Lehre hat sich, erhöhet. Du hast uns auch der mächtigsten Hindernisse von dieser Begebenheit, daß ungeachtet, unter den Völkern Jesus von dem Tode wieder ausgebreitet, und seine Weisfas auferwecket worden, eine sol- lgungen gehen noch izt an den che Gewißheit gegeben, daß Nachkommen des Volks, das wir darauf unsern Glauben, un- ihn gekreutziget hat, in Ers sere Entschließungen und Hof- füllung. nungen zuverlässig bauen kön76 nen. Orten. Auf die Art find auch wir Seinen redlichen from: versichert, o gütiger Gott, daß men Freunden und Schülern wir den Lehrer und Heiland zeigte sich Jesus nach seiner der Welt nicht im Grabe bey Auferstehung lebendig vierzig den Todten suchen dürfen. Auf Tage lang, zu verschiedenen die Art wiffen auch wir mit Zeiten und an verschiedenen Zuverlässigkeit, daß Jesus auf Sie, in deren Her: erstanden sey von den Zobten. zen sein Bild so tief eingegra:[ Und wohl uns daß wir das wiss ben war, daß fie ihn unmög- sen; denn izt können wir nicht lich verkennen konnten, fie sa- daran zweifeln, daß er dein hen, fie betasteten ihn, fie Sohn sey und der von dir bes börten seine Stimme, sie gin- stimmte Mittler und Seligmas gen so wie ehemals vertraut cher der Menschen; du hast mit ihm um. Sie empfunden jihn selbst feyerlich dafür ers die Kraft seines Lebens, und flärt, indem du ihn von den wurden aus zweifelnden vers Zodten auferwecket hast. Das zagten und schüchternen Men: durch hast du allen seinen Lehs schen solche Helden des Glau: ren, Verheissungen und Bes bens, daß sie, ohne die ge- fehlen, das Siegel der Götte lichkeit Am Ofterfest. 77 lichkeit und Wahrheit aufge-| Mühseligkeiten, bey unserm drückt. Jzt ists gewiß, was Tode, bey dem Absterben uns uns Jesus von unserm Gott ferer frommen Freunde mit und Vater, und unserer Be- der großen Hofnung eines stimmung gelehrt hat. Izt beffern ewigen Lebens trösten können wir uns darauf ver und aufrichten; denn so gewiß lassen, daß du für uns sorgest unser Erlöser lebt, und ewig und daß alle Haare auf unserm lebt; so gewiß sollen auch wir Haupte gezählet find; daß du leben, und nie zu leben aufallen denen, die dich darum hören. So gewiß er das Grab bitten, den heiligen Geift zur verlaffen hat und mit verklårs Besserung geben willst; daß wir tem unsterblichen Leibe in den ben redlicher Verabscheuung Himmel eingegangen ist; so der Sünde durch den Glauben gewiß werden auch wir dereinst, an Jesum Christum, Verge: auf seinen Ruf, unsere Gråbung der Sünden, deine Gna: ber verlassen, und mit unver= de und das ewige Leben erlan- weßlichen herrlichen Leibern in gen können; denn er ist um un- sein Reich eingehen. serer Sünde willen dahin gege= Gütigfter Gott, barmhers ben und um unserer Gerechtig ziger Vater, Ruhm, Dank keit willen auferwecket. Fst und Ehre sey dir, daß du uns wird dir das Bestreben, das durch die Auferstehung Jesu zu thun, was uns Jesus ge- Christi von den Todten, mit boten hat und was er gethan so vielen Wohlthaten und Seg hat, gefallen; denn seine Ge- nungen, mit so großen Erbote, find deine Gebote, o wartungen und Hofnungen Gott! und sein Leben hast du begnadiget haft. Gieb uns vor aller Welt mit deinem Höch- nun deinen Geist, daß so wie ften Wohlgefallen geehrt. Szt er durch deine herrliche Macht können wir es wagen, in der auferwecket ein göttliches Tugend zu beharren, wenn wir himmlisches Leben führt, auch auch daben hier Verfolgung, wir mit ihm in einem neuen Schmach und Leiden zu über: Leben wandeln mögen. Ja, nehmen hätten; denn auch dei göttlicher Erlöser, beweise nen Sohn Jesum hast du auf dein Leben selbst an unsern dem Wege des Leidens zur Seelen. Erwecke die, welche Herrlichkeit geführt und da: noch unter uns todt sind hin willst du auch uns durch in Uebertretung und Sünden, ihn führen, wenn wir auf ihn daß ihnen Wahrheit und Tus sehen und gleich ihm leiden. gend, deine Gnade und bie Izt können wir uns bey allen ewige Seligkeit so wichtig wer= den, 78 Am Osterfeste. den, daß sie endlich einmal lichkeit aller ihrer Nebenmens den Weg betreten mögen, der schen zu befördern; damit wie sie zu dir und zur seligen Un- alle in Wahrheit sagen köna fterblichkeit führen kann. De: nen: Ich lebe, aber nun nicht nen: welche nur wünschen mehr ich, sondern Christus fromm und tugendhaft zu seyn lebet in mir, und so lange ich und die Seligkeit des Christen noch in diesem sterblichen Leibe thums zu genießen, die, die lebe, will ich nicht mir ſelbst betrüglichen Vergnügungen leben, noch meinen unordents der Sünde nur selten ohne lichen fündlichen Begierden, Angst und Gewissensbiffe ge- sondern dem leben, mich nach nießen können, und doch nicht den Lehren und dem Beyspiel Muth und Entschloffenheit ge- besjenigen richten, der für nug haben, denselben zu ent mich gestorben und auferstans fagen, denen verleihe Lust und den ist. So können wir mit Kraft, das wirklich zu seyn und der gewissen Erwartung einer zu thun, was sie bisher zu seyn bessern Zukunft, unsere Freude und zu thun nur gewünscht versüßen, unser Leiden erleichhaben, damit sie Ruhe finden tern, und selbst, in der lezten für ihre Seelen. Flöße allen Stunde, der großen Veräna denen, die dich von ganzen Her- derung des Todes herzhaft zen ehren und lieben, neues entgegen gehen. So dürfen Leben ein. Erfülle ihre Hers wir nicht zu Schanden werden, zen mit erneuerten Vertrauen wenn du kommen wirft, die auf Gottes Gnade, mit neuem Welt zu richten, und deine Eifer zur Erfüllung aller ihrer rechtschaffene Nachfolger zum Pflicht, mit neuer Thätigkeit Genuß der Herrlichkeit einzus zum Guten, mit neuer Luft führen. Dazu hilf uns allen, und Kraft, dein Reich auf Erdenso du, der du lebst von Ewigs zu erweitern und die Glückfe:[ keit zu Ewigkeit. Amen. 36. Am Feste der Himmelfahrt Jesu. ott du bist die Liebe! deis vollkommen selig mache, alle ne ewige Erbarmung be: die sich durch ihn zu dir und schloß der fündigen Menschen zur Glückseligkeit führen lassen. Erldsung, fie fandte uns det: Er hat alle Gewalt im Hims nen Sohn zum Erretter und mel und auf Erden. Er ist Seligmacher; und dieser fest das Haupt der Gemeinde, der liche Tag rufet uns zu, daß Herr und König seines erlösten er sein großes Werk auf Er- Volls. Du hast ihn erhöhet, den vollbracht hat und nun und ihm einen Namen geges ben, Am Fest der Himmelfarth Jefu. 79 ben, der über alle Namen ist, Schicksalen und lenkest jeden daß in seinen Namen sich alle Zustand, worin wir uns befinKnie beugen sollen. den, zu unserm Besten. Du Und wir, göttlicher Erld- bewahrst uns, uns, wenn wir fer, Versöhner, Freund und nur in aufrichtigem Gehorsam Beherrscher deiner Brüder der gegen deine liebreichen und Menschen, wir beugen uns heilsamen Gefeße treu bleiben, mit heiliger Ehrfurcht vor dei das uns nichts aus deiner nem Thron und bethen dich mit Hand reiffen kann. Du bereis allen Engeln und Seligen im test uns und allen deinen rechts Himmel aufs demüthigste an. schaffenen und treuen VerehJa, mit der dankbarsten rern eine Stätte im Himmel innigsten Freude wollen wir zu, und kommst endlich), uns dich ist und ewig verehren. dahin zu führen, wo wir von Aus Liebe zu uns hast du den allem übel erldst, dich, unHimmel verlaffen. Denn für fern Herrn und unsern Gott, uns hast du auf Erden gelebt, sehen, und von dir unterrichgelehrt, gelitten; für uns bisi tet, erfreuet, mit deinem du gestorben. Aus Liebe zu Dienst beschäftiget, in deinem uns hast du die Erde wieder Umgang, unaussprechlich se= verlassen, bist ins Heiligthum lig seyn werden. des Himmels eingegangen und O entzückende Aussichten, gebrauchst da zu unsermo erwünschte Hofnung! UnBesten die Herrlichkeit, dieser Daterland ist im Himmel; du bey dem Vater hatttest, da finden wir ganz reine und ehe die Welt war. Du be göttliche Freuden, unschätzbare herrscheft dein Reich, das Güter und eine unvergångliche Reich der Wahrheit und Zu- Herrlichkeit! Ach was wäre gend, und erhälft es wider unser Leben auf Erden ohne diese alle Stürme des Unglaubens Hofnung? Ohne sie würden wir und der Lafter. Du, unser nicht ohne Schauer an die Zus bester Freund, der sein Lebenskunft denken können. Ohne für uns gelassen, der eben so sie würden wir die Güter und viel Liebe, als Macht und Freuden dieses Lebens nicht Weisheit befizt, unser Heil zu frölich genießen können. Ohne besorgen, du lebest immerbar sie würde uns die Mühselig. und vertritst uns. Du siehest feit und Trübsal dieser Zeit von dem Thron des Himmels unerträglich werden. Ohne fie mit erbarmenden Augen auf fehlten uns die mächtigsten uns herab; regierest unser Antriebe, gut und fromm zu ganzes Leben mit allen feinen werden und zu bleiben. Ers muna 89 za prugprente. muntere und stärke uns aber daß der Tag bestimmt sey, an auch, verherrlichter Erldser, welchen du als der König der daß wir, von dieser Hofnung Könige und der Herr der Herrn, belebt, trachten mögen, nicht als der Richter der Lebendigen nach dem was auf Erden ist, und Tobten wieder kommen, an sondern nach dem das droben welchem du uns und alle Mens ist, wo du bist, sigend zur schen vor deinen Thron rufen, Rechten Hand Gottes. Dir Rechenschaft von uns fordern ist gegeben alle Gewalt im und einem jeglichen nach seinen Himmel und auf Erden und Werken vergelten wirst. Laß auch über unsre Herzen. Schen diesen feyerlichen Tag unserm ke uns dann einen wahrhaftig Geiste stets gegenwärtig seyn, himmlischen Sinn; daß wir und lehre uns alle so denken, alle Sünde, als unser gröftes reden und thun, daß deine Unglück mit aller Sorgfalt lezte Zukunft keinem von uns bekämpfen und vermeiden: in schrecklich sen, sondern wir dem erlaubten Genuß der Freu- alle alsbann in dir, dem Rich den und Güter dieses Lebens ter der Welt, unsern Freund, uns mäßigen: und Gottes Seligmacher und Beschützer Gnade und den Besitz einer felis erblicken mögen. O wie wird gen Ewigkeit, bey unserm Beruf uns dann seyn; welche Wone und Stand in der Welt, in ne, welche Freude, welches der Einsamkeit und Gesellschaft, neue Leben wird uns dann ben unsern Ergötzungen und durchströmen! Heilige uns Leiden, zum höchsten Ziel un- dazu! Dir, deiner Obhut, ferer Wünsche, Hofnungen Leitung und Regierung übers und Bestrebungen machen md- geben wir uns ganz und gar, gen. Laß es uns zu keiner Amen. Beit aus dem Sinne kommen, 37. Am Pfingstfeste. roßer Gott, du Quelle die Boten des Herrn Jesu, ſeinem zu menen Gaben, wir danken dir, dir, sein Werk auf Erden forts daß du durch Jefum Christum, setzen und Lehrer des menschlis unsern göttlichen Mittler, deichen Geschlechts werden sollten, nen heiligen Geist gefandt hast, mit dem reichsten Maaße deis uns Menschen zu belehren und nes Geistes begnadiget hast. zu erleuchten, zu heiligen und Dein Geist erfülle fie mit zu bessern. Wir preisen Weisheit und Verstand: mit insonderheit, daß du höhern Einsichten in die Lehre det bich Am Pfingstfeste. 81 der Wahrheit und mit der Ge- sterniß zum Licht, von dem wisheit daß es göttliche Wahr- Laster zur Zugend, aus dem heit sey. Dein Geist erinnerte Elende zur Glückseligkeit. sie an alles, was sie Jesus Preis, Lob und Dank sey die gelehrt hatte; besiegte ihre barmherziger Gott, daß du auch Vorurtheile, zerstreuete ihre uns an diesen Wohlthaten haft Irrthümer und gab ihnen Theilnehmen laffen. Auch unter Muth und Freudigkeit, der uns ist das Reich deines Sohns Wahrheit Zeugniß zu geben, Jesu auf Erden gegründet. und für die Ausbreitung und Auch unter uns ist ihm eine Behauptung derselben alles, ja Gemeinde gesammlet. Auch selbst ihr Leben, aufzuopfern. wir wissen, was wir glauDein Geist wirkte durch sie Zei- ben und thun müssen, wenn chen und Wunder und theilte wir zum Genuß deiner unschäzihnen, und durch sie auch an- baren Wohlthaten durch Jesum, dern, Gaben und Kräfte mit, hier in der Zeit und dort in die deutlich davon zeugten, der Ewigkeit zu kommen wüns daß du sie gesandt habest, und schen. Auch uns hast du die es dein Werk sey, was sie uns Verheissung des heiligen Geis ter den Menschen treiben. Mit stes gegeben und sie aufs gnådeinem Geiste ausgerüstet be- digste erfüllt. Von Kindheit stritten sie Unglauben, Aber- an regten sich oft gute Gedans glauben, Götzendienst und La- ken und Empfindungen in uns. ster; verkündigten Jesum als Wir sahen oft die Wahrheit im deinen Sohn und Gesandten, als hellem Lichte und die Tugend den Mittler zwischen dir und in ihrer Schönheit. Wir glaube den Menschen, als den Erretter ten an unsern Herrn Jesum; von Sünde und Tod, als den unsere Gewissen wurden beruz bon dir verordneten Richter der higet; wir fühlen Trost und Welt, und predigten in seinem himmlische Freuden; Gottes= Namen Buße und Vergebung und Menschenliebe beseelte uns. der Sünden, Unsterblichkeit Dann wirkte dein Geist in und ewiges Leben. Von dei uns, so wie er in der ganz nem Geist getrieben, zeichne- zen Welt wirkt in allen, ten sie ihren Unterricht in den die dich fürchten. Schenke göttlichen Schriften des neuen uns nun ferner, gütiger Gott, Testaments, zur Belehrung den Geist der Wahrheit und aller nachfolgenden Zeiten, un- der Heiligung, damit das trüglich auf. Und so brach- Werkunfrer Erleuchtung, Besz ten sie tausend und wieder taus ferung und Seligmachung in send Menschen von der Fin- und angefangen und vollendet werden 82 Zum Pringstrepte. werden möge. Ja, göttlicher fen befreyet zu werden, und lehre Geist, auf deffen Namen wir uns dann auch, der Verheissung getauft, zu deffen Verehrung Gottes, uns um Jesu Christi wir verpflichtet sind, wir fle- willen gnädig zu seyn, wahrz hen dich um deine Hülfe aufs haftig trauen, und unsere Bes demüthigste an. Wir fühlen gnadigung bey Gott, im Glaus es, daß wir in uns selbst ben an Jesum, unsern Erlöser schwach sind, und ohne deinen zuversichtlich hoffen. Triste Beystand nichts vermögen. und erquicke uns durch die Wir sind durch die Sünde ver Versicherung, an dem Allmächblendet und zu aller Zugend tigen, einen Freund und Bas untüchtig. Wir geben leicht ter zu haben und durch die den Reizungen zu Sünde nach große Erwartung einer ewigen und werden tråge im Guten. Seligkeit. Mache uns voll Nimm uns dann hin; fange Dankbarkeit und Liebe gegen dein Werk an unsern Seelen Gott, der die Liebe ist, und an und vollende es. Du wir- gegen unsern hochverdienten kest durch das göttliche Wort Erlöser, damit dadurch die in der Bibel. Gieb doch daß Herrschaft aller fündlichen Bewir dis Mittel des Unterrichts gierden in uns zerstöret und und der Besserung mit rechter wir Lust und Kraft erlangen, Sorgfalt und Treue gebrau- alle die schönen Zugenden auße chen; daß wir ohne alles muth- zuüben, die Gottes Gesetz ges willige Widerstreben, jeden bietet, und wodurch wir Gott guten Gedanken, der dadurch und unserm Heiland ähnlich und in uns entsteht, wohlbewahren; wohlgefällig werden. Schafs jede gute Rührung und Be- fe immer mehr in uns ein gierde, die dadurch in uns er- reines Herz und gieb uns ei regt wird, durch Gebeth und nen im Guten wohlbefestigten Nachdenken, nähren und unter- Sinn. Hilf uns alle sündliche halten und jede gute That, wozu Lüfte und Leidenschaften übers wir dadurch angetrieben wer- winden. Treib uns an zum den, unverzüglich verrichten. Gebeth und zur Wachsamkeit. Gieb daß wir unsere Sünden Stärke uns in der Stunde der erkennen, ihre Schädlichkeit, Versuchung und zur Zeit des Schändlichkeit und Strafbar: Leidens. Erfülle uns mit keit fühlen und sie nicht nur Macht und Freudigkeit, in den herzlich bereuen, sondern auch lezten Augenblicken unsers Les haffen und verabscheuen md- bens, damit wir im Glauben gen. Schenk uns ein Verlangen an unsern getödteten Heiland von der Sünde und ihren Stra- und in der gewissen Hofnung einer Am Michaelis und Erndtefefte. 83 einer nahen Erlösung von allen pfehlen, und so zum Besitz der Uebel und einer unvergångli- Seligkeit gelangen mögen, die chen Herrlichkeit, ohne Furcht er seinen Kindern im Himmel unsere Seele in die Hände un- bereitet hat, durch unsern Herrn sers himmlischen Vaters em- Jefum Chriftum. Amen. 38. Dank für die Erhaltung und Beschirmung un sers Lebens; am Michaelis und Erndtefeste. Gütigster Bater, von wel- die uns bedecken; Wohnungen und kommene Gaben herabkommen, Bequemlichkeiten verschaffen. du bist der Urheber, Erhalter Du schenkest uns Fähigkeiten, und Beschirmer unsers Lebens. Geschicklichkeiten und Kräfte, Du, Herr, haft uns ge- die Pflichten unsers Berufs zu macht und nicht wir selber; erfüllen, der menschlichen Ges wir sind das Werk deiner sellschaft zu dienen und ihrer Hände. Du haft unfre Seele Dienste zu genießen. Ohne deis mit den edelsten Vorzügen ge- nen Segen würde unsere Arbeit schmückt. Du hast unsern vergeblich seyn, würden wir Leib auf das künstlichste gebil- nichts aus der Erde hervorbrins det und es bestimmt, wenn, gen können, würden wir vers wo und von wem wir geboren schmachten. Aber wenn du deine werden sollten. Du hast uns milde Hand aufthust, so sammerschaffen; aber du erhältst, len wir; wenn du Segen here versorgest und beschirmest uns abschüttest, so wird alles was auch. In dir leben, webenjauf Erden lebt, mit Wohlge und sind wir. Du reinigest fallen gesättiget. Wir sind die Luft, in der wir aths von der Geburt an bis zum men. Deine Sonne erquickt Grabe mit vielen Gefahren uns mit Licht und Wärme. unsers Lebens umringt. Aber Wenn wir uns zur Ruhe be- dein Aufsehn bewahrt unserz geben, bedeckest du uns mit Odem. Du haft uns Mittel dem Schatten der Nacht, daß gegeben, das zu vermeiden, wir sicher wohnen. Unter dem zu heben und zu lindern, was Schuz deiner Vorsehung schla- uns schädlich ist. Du brauchst fen wir im Frieben; wenn wir Menschen zu unserer Verpfle= erwachen sind wir noch bey gung und Beschützung. Deia dir und dein Segen ist über ne Engel haben sich oft um die une. Du giebst uns Speise bergelagert die dich fürchtes und Trank, die uns nähren. ten. Und noch itzt sendest du, stärken und ergötzen; Kleider, so oft du willst, diese Geister, fa die 84 Am Michaelis und Erndtefeste. die stets dein Angesicht sehen, undGlückseligkeit deiner Geschd zum Dienste derer aus, denen pfe zu arbeiten. Erwecke uns Rettung und Heil wiederfah: dazu auch durch das Muster ren soll. der heiligen Engel. Laß uns Diese deine erhaltende und ihnen durch unsere Buße und beschüßende Güte hast du auch Besserung Freude machen, ih in diesem Jahre, ohne unser nen in Vollbringung deines Verdienst und Würdigkeit, Willens ähnlich werden, damit reichlich und tåglich an uns be- wir selig werden mögen, wie wiesen, o barmherziger Vater; fie sind. Behüte uns, daß wir und wir sind hier vor deinem die Geschenke und Gaben, die Angesicht versammlet, bir ba: bu uns zur Nahrung und Er für das Opfer des Danks und quickung, für uns und unsere des Lobes zu bringen. Schenk Nebenmenschen geschenkt haft, uns Gnade, daß wir dir nicht nicht misbrauchen. Bewahre nur mit dem. Munde danken, die Mermern vor Ungerechtigkeit fondern dich auch mit unserm und Unzufriedenheit, vor Neid ganzen Leben ehren und prei- und Misgunst gegen die Be sen mögen. güterten; und diese vor Stolz Du hast abermals deine und Hochmuth, vor abgöttis gnädige Zusage erfüllt, daß, schem Vertrauen auf das Irso lange die Erde steht, nicht dische, vor Habsucht und Geiz, aufhören soll Saamen und vor schädlichem Wucher und Erndte. Du hast die Arbeit Beschwerung der Armen. Bes derer die das Feld bauen ge- hüte uns vor lleppigkeit, Unfegnet. Du hast unser Land måßigkeit, und allen unordent: heimgesucht, es voll Früchte lichen Wesen, wodurch wir uns gemacht, und uns Gras fürs sére Herzen beschweren und in Vieh und Getreyde zum Nutzen mancherley Sünden gerathen. der Menschen einerndten lassen. Lehre uns, måßig effen, trins Du haft uns, unser Leben fen, uns kleiden, und sparsam gnädig gefristet, aus mancher haushalten. Lehre uns, unsere Noth errettet, vor manchem Arbeit mit Fleiß und Gebeth Uebel behütet und bewahret. christlich verrichten, und gnüg Gieb daß wir unser Leben mitsam seyn. Mach uns mitleis allen seinen Vortheilen dank dig mit der Noth der Armen, bar froh genießen und es dazu Dürftigen und Elenden, und anwenden mögen, dir unserm bereitwillig, ihnen zu helfen freygebigstem Wohlthäter zu und sie zu erquicken. Laß uns gefallen, und an der Beför- die Abgaben, die wir der Obrig derung der Vollkommenheit keit und andern schuldig find, treus An öffentlichen Bußtagen. 85 treulich entrichten und das was und Gesundheit, genießen zur Erhaltung der Kirchen und lassen, und was uns sonst nos Schulen erfordert wird, gerne thig und nůzlich seyn möchte, darlegen. Dann wirst du, o gnädig verleihen; bis wir ends Gott, was uns deine milde lich, zum Genuß des unvers Hand gegeben, våterlich be: gånglichen, unbefleckten, und wahren; Krieg, Seuchen, junverwelklichen Glücks gelan= Feuer und Wassersnoth und gen, das behalten wird im Hims andere Plagen in Gnaden von mel. Dazu verhilf uns durch uns abwenden; deinen uns unsern Herrn und Heiland verliehenen Segen, in Ruhe Jesum Chriftum. Amen! 39. An öffentlichen Bußtagen. ott, der du unser Schöpfer abgewichen waren, wieder auf und unser Vater bist, demselben zurück zu bringen. deine Wohlthaten sind zu zahl: Noch heute läsfest du uns deine reich und zu groß, als daß wir Stimme, die Stimme eines fie alle bemerken, gehörig schå, verschonenden huldreichen Bazen und dich) genug dafür prei- ters hören; noch heute läsfest sen könnten. Deine väterliche du uns Gnade und Heil ans Fürsorge hat viele Gefahren bieten und uns zur Buße und und Unglücksfälle von uns ab: Besserung rufen. O laß uns gewandt, und uns mit tausend: alle auf deine Stimme hören fachen Segen, ja auch mit vie- und ihr unverzüglich Folge len Vorzügen vor andern Men: leiften! schen und Völkern, begnadiget. Ja wir kommen, barmhers Von unsrer Kindheit an, haft ziger Gott, dir unsre Sünden du das Licht des Evangeliums und Uebertretungen zu bekens über uns leuchten und es uns nen. Wir alle, Obrigkeiten an keinem Mittel des Unter- und Unterthanen, Lehrer und richts, der Besserung und des Zuhörer, Hausväter, HausTroftes fehlen lassen. Bald mütter, Kinder und Diensthast du durch Wohlthaten, bald boten, Reiche und Arme, Alte durch Züchtigungen, bald durch und Junge, ach! wir alle andere Schickungen deiner müssen es vor dir, dem AllVorsehung uns, auf uns selbst wiffenden, gestehen, daß wir und auf dein Wort, aufmerk. uns vieler Sünden und Fehler sam zu machen gesucht, um schuldig gemacht, daß wir und dadurch auf den Weg der unsere Pflicht oft versäumet Lugend und der Seligkeit zu oder doch nicht so willig, aufs führen, oder, wenn wir davon richtig und eifrig erfüllt has f 3 ben, 86 An öffentlichen Bustagen. ben, als es unsere Schuldig- gehen wollteft? dürften wir. Feit war. Wir find deine Ge- uns wohl darüber beschweren, schöpfe; aber aufrührische und wenn du uns deine so sehr ge strafbare Geschöpfe. Wir nen- misbrauchte Wohlthaten entzinen dich unsern Vater; aber gest, und uns, als ungehorsame wir sind meistens ungehorsame und undankbare Kinder, als und undankbare Kinder, die aufrührische Unterthanen, auf sich nicht wollen beffern lassen, dem Wege der Sünder umkom: die dich mit Gedanken, Wor- men ließeft, den wir selbst ges ten und Werken beleidigen. wählt haben, und auf welchem Auch unter uns sind viele die viele von uns schon so lange gegen Religion und Christeneinher gegangen sind? thum unempfindlich und gleich: Aber, ach barmherziger gültig sind; die die betrügli- Gott, erbarme dich unser! chen und flüchtigen Güter die handle nicht mit uns nach un ser Welt höher schätzen, als sern Sünden und vergilt uns die Seligkeiten des Himmels; nicht nach unsern Missethaten!" die mehr daraufbedacht sind, ih- Wir bereuen unsere Vergehunre unordentlichen Lüfte und Lei- gen und Sünden; wir wünschen denschaften zu befriedigen, als aufrichtig, nicht nur von der fich deiner Gnade und deines Schuld und Strafe, sondern Wohlgefallens zu versichern. auch von der Macht und Herr Auch unter uns fehlet es nicht schaft der Sünde frey zu wers an folchen, die sich vom Un- den und von nun an ein besse: glauben und Zweifelsucht, von res dir wohlgefälliges Leben zu Stolz und Eitelkeit, von Uep- führen. Ach! verwirf unsere pigkeit und Pracht, beherrschen Reue, unser Verlangen nach laffen; die ihre Unschuld und Hülfe und Rettung, unsern Gewiffensruhe den thierischen Borsaz der Besserung nicht. Vergnügungen der fleischlichen Laß uns die Verzeihung und Wollust aufopfern; die sich Gnade wiederfahren, die un dem Eigennuz und Geiz er ser Heiland uns mit seinem geben; die in Neid, Haß, Leiden und Sterben erworben, Feindschaft und Rachsucht le- und die er allen bußfertigen ben; die ihren Nebenmenschen Sündern in deinem Namen durch Verläumdungen, übelejverheiffen hat. Nachreden und Ungerechtig- Und damit wir nicht mehr keiten von aller Art, kränken. das Unglück haben, dir zu Wie könnten wir dann vor mißfallen, o Gott, so heilige dir bestehen, o Allerheiligster, uns durch deinen Geist und wenn du mit uns ins Gerichte dein Wort, Rotte alles, was dir In gemeinen Nöthen und Trübfalen. 87 dir misfällt, aus unsern Her- Segen, sich über alle Völker zen aus und laß das ernstlichfte des Erdbodens, und beson: Bestreben, dir zu gefallen und ders über dieses Land und alle deinen Willen zu thun, unser Einwohner desselben verbreiz ganzes künftiges Verhalten ten. Entferne durch deine regieren. weise und gnädige Vorsehung Bleibe dann auch bey uns die Plagen des Krieges, der mit deiner Gnade und mit Theurung, der Hungersnoth, deinem Segen, o Allmächti- ansteckender Seuchen und ger! Laß deiner wohlthuenden Krankheiten, und die noch Gnade alle Regenten und größern Uebel des AberglauObrigkeiten und besonders die bens, der Gottesvergessenheit, empfohlen seyn, die du über und Lasterhaftigkeit. Laß uns gesezt hast. Begnadige Wahrheit und Tugend, Gez alle Hirten und Lehrer deiner rechtigkeit, Friede, und alle Kirche und insonderheit die, Arten des Fleißes und des denen du diese Gemeinde anver: Wohlstandes unter uns blühen. trauet hast. Erbarme dich Gieb uns endlich alles, was uns aller Betrübten, Kranken und zu dem gegenwärtigen und dem Armen und nimm dich insbe- zukünftigen Leben nöthig und sondere der Elenden in dieser nüglich ist, durch unsern Herrn Gemeinde gnädig an. Laß und Heiland Jesum Christum deine Güte, deinen Schutz und Amen. Ewiger und 40. In gemeinen Nothen und Trübfalen. allmächtiger ges bringen die Sicherheit unGott, gerechter Richter, sers Vaterlandes, unsern barmherziger Vater, wir deine Wohlstand und Leben in Ges Geschöpfe, deine von dir er: fahr, und breiten Verwüstung listen Menschen wenden uns und Elend aus.) zu dir und bitten dich, um Hülfe Gnade, Erbarmung, ( Der Vorrath den wir zur und Trost, in dieser großen Erhaltung und Erauickung un Trübsal, die, unter deiner all- sers dürftigen Lebens brauchen, waltenden Regierung und Zu- ist hinweg; uns drückt Manlassung, über uns gekommen. gel und Theurung.) ( Der unschäzbare Segen ( Eine ansteckende Seuche des Friedens und der öffentli- wüthet unter den Thieren die chen Ruhe ist von uns gewi- uns zurNahrung, Kleidung und chen; die Flammen des Krie- Bequemlichkeit gegeben.) f4 ( Eine 88 In gemeinen Ndthen und Trübfalen. den und Abweichungen zu dens ( Eine gefährliche Krank: ken, mit Schaam und Reue beit reiffet unter uns ein, raft uns vor dir dem Allmächtigen so viele Menschen weg, und zu demüthigen, uns von dir drohet auch uns, Schmerzen, ben Trieb und die Kraft zu Verderben und Tod.) erbieten, nicht nur eine Zeits Freylich miffen wir beken- lang von äufferlichen und gro: nen, daß wir diese schwere benSünden abzulaffen, sondern Plage, womit du, o gerechter durch den Gebrauch deines Gott, uns beimfuchst, wohl ver: Worts und durch Folgsamkeit dienet haben: denn wir haben gegen das Geschäfte des heiligen deine Gebote übertreten und Geistes, gänzlich und auf ima vielfältig gefändiget. mer gebesfert, und gute fromme Ach! manche unter uns Menschen zu werden. Denn haben ja alle Empfindung von aber sey uns auch, um Jesu Religion und Ehrbarkeit ver- unsers Mittlers willen, gnå: Iobren; fie treten Wahrheit und dig; gedenke nicht unsrer Suns Gerechtigkeit, Zucht und Ehr- den; vergilt uns nicht nach barkeit unter die Füße; sie les unfren Missethaten; schenke ben ungescheut in der Aus: uns deine Baterliebe wieder, übung der schädlichsten, und und verherrliche deine Weiss schändlichsten Laster. Sehr heit und Güte an uns durch viele bilden sich ein, daß fie Errettung, Hülfe und Trost. Gott mit bloßen Uebungen der Andacht gefallen können, uns( Laß die Dauer des Krie: erachtet sie es unterlassen, sich ges kurz seyn; lag der Verwüs der Mäßigkeit und Reinigkeit, ftung, des Elends und Blutvera in Gedanken, Worten und gießens so wenig werden als Werken zu befleißtgen und ges möglich) und erfreue bald alle gen ihre Nebenmenschen Bil: wieder durch die erwünschte ligkeit, Liebe, Sanftmuth und Wiederkehr des Friedens und Aufrichtigkeit zu beweisen. der Ruhe.) * * Aber, ach Herr! du bist barmherzig, gnåbig, geduldig( Deine Augen sehen auf die, und von großer Güte. Du betrüs die dich fürchten und auf deine best nicht gern die Menschen; Güte hoffen, daß du ihre du willst uns gerne glücklich ha- Seele erretteft vom Tode und ben, Gieb daher, daß wir ernähreft sie in der Theurung. durch die Empfindung der ge- Ach so siehe denn auch in dies genwärtigen Noth alle erweckt fer schweren theuren Zeit auf werden mögen, an unfre Sún- uns; thue deine milde Hand auf In gemeinen Nothen und Trüblaten. 89 auf und fåttige alles, was le- lehr uns den großen Werth der bet, mit 28ohlgefallen.) geiftlichen Güter, bey welchen man den Verlust der zeitlichen lebendig ( Steure der weitern Aus- verschmerzen kann, breitung der gegenwärtigen erkennen und laß uns, selbst Seuche; befreye die damit be durch die gegenwärtige Noth hafteten Derter bald wieder gedrungen, bein 2Bort immer und fegne zu dem Ende die da: treuer brauchen, immer ernsts gegen angewandte Vorsicht und licher bethen und immer eifris dienliche Mittel.) The ger uns bestreben, von deiner Ist es aber dein Wille, Gnade in Jesu Christo gegen daß dieses Uebel noch fortdau- uns gewiß und in der Hofnung ren soll, so geschehe dein Wille, einer ewigen Seligkeit froh zu pallweiser und gütiger Vater! werden. Die Zeiten der Ruhe, Laß uns nur durch die böse des Ueberflusses und des Wohls Seit, wie es oft von den Gott stands verleiten oft die Mens lofen geschieht, nicht zu Wer- schen zum Leichtsinn, zur Trågs ten der Ungerechtigkeit und der heit, zum Etolz, zur Härte Bosheit verleitet und nimmer und Unbarmherzigkeit, zum strafbarer werden; sondern überflüssigen Aufwand auf gieb uns Weisheit und Kraft, Wohnang, Kleidung, Speise uns die gegenwärtige Plage Trank und Ueppigkeiten, bes zu erleichtern und heilsam zu lebens, und es ist oft kein ans machen. Laß uns beberzigen, der Mittel, bem Uebel zu steudaß uns ohne deinen Willen ren, und dem gånzlichen Verkein Haar vom Haupte fallen derben des gemeinen Wesens finne; und daß die uns vorzubauen, als die Empfins drückende Noth, so wie alle bung öffentlicher und allges Trübfalen, ja selbst alle Ber- meiner Trübfale. O möchte wüstungen, die von Ungewit- denn die gegenwärtige böse tern, Erdbeben und Feuer ent- Zeit für uns und unser Baters stehen, sowohl zur Verherrli: land eine solche heilende Wirs dung deiner Macht, Heilig- kung haben und eine solche keit und Güte, als auch zum wohlthätige Arzney für uns Besten derer, die dich lieben, werben! Möchte fie uns doch dienen müssen. Erinnere uns alle antreiben, weiser und vora an das mannigfaltige Gute, fichtiger, arbeitsamer, sparsas was wir in den vorigen Zeiten mer, demüthiger, liebreicher, aus deiner Vaterhand so reich- mitleidiger zu werden; unfre lich genossen haben, und was Begierden für das Irdische uns izt noch übrig bleibt, und Eitele zu verleugnen und f 5 eina In Bethstunden. einzuschränken; und uns der in der Noth, fie mäßigen und häufigen Gelegenheit, die sie zu rechter Zeit endigen. Dann uns giebt, Gutes zu thun, auf wird weder Trübsal noch Angst, richtig, fleißig und unermüdet oder Verfolgung, weder Hun: zu bedienen. Hilf uns dazu ger noch Blöße, weder Gefahr durch den Beystand deines gus noch Schwerdt, weder Tod ten Geistes, o Gott! dann, noch Leben, weder Gegenwärs wird der Nutzen dieses Unge- tiges noch Zukünftiges uns machs für unser Christenthum scheiden von deiner Liebe, die so groß und herrlich seyn; in Christo Jesu ist, unserm daß wir dir, o Gott, danken Herrn. Erhöre unser Flehen, werden, daß du uns gedemü- o Vater, um Jesu unsers thiget haft. Dann wirst du, Mittlers willen. Amen. o treuer Vater, bey uns seynl 90 41. In Bethstunden und bey andern feverlichen Demuthigungen vor Gott, als beym Wechsel eines Jahrs, einer Woche 2c. Sot, ott, du bist der Schöpfer was zum Unterhalt unsers Les und Erhalter aller Dinge, bens gehört. Von dir kömmt der Herr des Himmels und alles was wir besitzen und geder Erde, der Urheber, Beherr- nießen, alles, was uns das scher und Bater aller vernünf- Leben bequem und angenehm tigen Geschöpfe im Himmel macht. Du giebst uns die und auf Erden: du bist auch Nahrung, die sich für uns unser Schöpfer, Herr und Ba- schickt, und flösfest uns, wenn ter. Demüthig und ehrfurchts- unsre Kräfte erschöpft sind, voll werfen wir uns, dann als neues Leben und neue Mundeine Geschöpfe, Kinder und terkeit ein. Deiner Vorses Unterthanen vor dem Thronshung sind wir alles schuldig: deiner Allmacht nieder und unsre Kleidung, Wohnungen bringen dir gemeinschaftlich und Güter; unsern Stand das Opfer des Danks und des und jeden Segen; jeden guten Lobes für deine unzähligen und Erfolg unsrer Geschäfte und unermeßlichen Wohlthaten. alle Früchte unsres Fleißes Du hast uns ins Leben geru- und unfrer Arbeit; gesunde fen und seit dem ersten Athem- und fruchtbare Zeiten; Ruhe zuge hast du uns vor tausend und Frieden; die Erhaltung Gefahren täglich geschützt; guter und weiser Gesetze und und täglich uns alles geschenkt, die Fortdauer unsrer Bürgerli: chen: In Bethstunden. 91 chen- und Religions: Freyheit. Junser Leiden versüsfest, wodurch Du hast uns täglich den Ge- du uns die frohen entzückenbrauch unsrer Augen, Ohren und den Aussichten in die Ewigkeit die übrigen Sinne gegeben und erdfneft und über unser ganzes einen jeden derselben zur Quelle Leben Ruhe und Freude verz der Erkenntniß und Freude breitest. für uns gemacht. Du haft Ja! Gott du bist Liebe! uns durch Bernunft über alle deine Güte ist unermeßlich. andere Geschöpfe der Erde er- In einem Jahre, in einer haben und zu Herrn des uner- Woche, ja nur an einem Tage schöpflichen Reichthums der giebst du uns so viel WohlthaSchönheiten, Güter, Bequem- ten, daß wir, am Schluß des lichkeiten und Ergößungen der selben, sie nicht alle zählen Natur gemacht. Du hast uns können. tausend, tausendmal aufs in- Und o wie großmüthig bist nigste erquickt durch die Liebe du in deinem Wohlthun! denn, und Wohlgewogenheit unsrer wer sind wir, die du mit WohlNebenmenschen, durch den Um- thaten überhäufft? Unwürdigang mit unsern Bekannten, ge, die nichts Gutes verdienen; durch die Verbindung mit un- Sünder die nur Strafe verdies fern Eltern, Ehegatten und nen! Allwissender, Allerheiligs andern Blutsfreunden, und ster dir ist es bekannt, daß wir besonders durch die Zärtlich- bisher täglich viel Gutes vers keit unsrer Herzensfreunde. nachlässiget und so manches Und um uns das alles zum Bdse, ja Laster, verübet: daß wahren Glück zu einem ewig wir zum Theil in solcher Trägdaurenden Glück zu machen, heit und Gottesvergessenheit hast du uns gar deinen einge- lange dahin gelebt, ja die bornen Sohn geschenkt, der Kräfte und Gaben deiner uns das wahre, das ewig dau- Huld gar dazu angewendet, rende Glück erworben, deinen durch Müssiggang, Neid, heiligen Geist gesandt, der uns 3wietracht, Verläumdung und dazu bereitet, und die Bibel, Låsterung, Ungerechtigkeit, Undas Buch gegeben, worinn du keuschheit, Stolz und Herrschselbst zu uns redest, uns Ver- sucht, und auf viele andere sicherung von deiner Gnade, Art, den Wohlstand deines Fürsorge und Beystand, und Reichs, der menschlichen Ges Unterricht von deinem Willen sellschaft zu stören und dage= und unsern Pflichten ertheileft; gen Verwirrung, Schmerz, wodurch du unfre Freuden Elend und Jammer zu vers reinigest und verdoppelst und breiten. Unser Gewiffen und Vernunft, 92 In Bethstunden. Vernunft zwingt uns zu be: Duster und nach dem Exems kennen, daß dieses der schwår: pel Jesu Chrifti unsers Erlds zeste Undant, der schädlichste fers, in allen Tugenden immer Ungehorsam und der verwe mehr zu stärken und zu üben. genste und ftrafbarfte Aufruhr Denn dieser Abscheu gegen uns sey. Denn es ist Undank, Unsere Sünden und dieser Ents gehorsam und Aufruhr gegen schluß und Bestrebung, tugends dich), unfern allerhöchsten, bea bafte Menschen zu werden, ften und gütigsten Herrn, Va: die wir in uns fühlen, find ter und Wohlthäter. uns untrügliche Kennzeichen Durchdrungen von Reue von der Wahrheit unfers Glaus und Schaam darüber, fliehen bens und von der Gewißheit wir zu dem Verdienste deines unsers Antheils an dem Vera Sohns, den du, o Barmber: dienste deines Sohns. ziger, dahin gegeben, damit Gieb uns dann vor allen alle, die an ihn glauben, nicht Dingen, o Vater aller Glücks verloren werden sondern das feligkeit, stets deinen heiligen ewige Leben haben. Um sei- Geist; bewahre uns vor gar netwillen begnadige uns und zu schweren Prüfungen unsrer vergieb uns alle unsere vorigen Zugend und schenk uns Gnas Sünden: nimm alle dadurch de, daß wir es für unser grdz verwirkte Schande und Strafe stes Unglück halten, zu fündis von uns und wirf sie in die gen und dir zu misfallen und Tiefe des Meers, so daß ihrer hingegen für unser höchstes ewig nicht gedacht werde. Glück dir zu gefallen, und würs Ja! begnadige uns nicht nur; big deiner Religion, würdig sondern nimm uns auch durch unserm erhabenen Christenbes Jefum Chriftum zu deinen ruf, und würdig dir zu leben, Freunden und Kindern und zu dem Gott, der uns zu einer Erben des ewigen Lebens ewigen Herrlichkeit berufen auf. Gieb uns aber auch Luft bat. Lehre uns zu dem und Kraft, daß wir aus Dank: Ende auch bedenken, o Herr, barkeit gegen eine so unaus: daß wir sterben müssen: daß sprechliche große Erbarmung wir hier nur Fremdlinge und nun alle Sünden von Herzen Reisende sind, daß unser Les verabscheuen, und aus allen ben kurz, flüchtig und unsicher Kräften meiden; daß wir den sey, daß auf dasselbe eine redlichen Entschluß faffen und Ewigkeit folge, wo einem jes uns, aus allen Kräften, bestre: den vergolten wird, nach dem, ben mögen, uns täglich, nach was er hier gethan. Lehre beinen Geboten, nach deinem uns, unser Auge stets auf daß große In Bethstunden. 93 große Ziel der Ewigkeit zu und heilsam ist. Uns aber gieb beften, allzeit christlich zu le- Weisheit und Kraft, jede Freuben, in unsern häuslichen Um- de, wie jedes Leid, zu einem stånden alles in Ordnung zu neuen Bande zu machen, welhalten; um den Tod freudig ches uns immer feſter mit dir zu erwarten und selig zu dul- unserm einzigen höchsten Gute den. Und sollte etwa dieses verknüpfet, und dann dir zu Jahr unser Sterbejahr, und vertrauen, daß du mit uns diese Woche unsre lezte feyn; alles wohl machst. so stärke unsern abscheidenden Vater der Menschen, du Geist mit dem Trost und Kraft willst daß Fürbitte und Dankdeiner Religion, daß wir zur sagung für alles was Mensch Ehre derselben mit der Ruhe ist, ein Hauptstück unsers Got: und Freude eines Christen ster- tesdienstes sey: denn sie sind ben, welcher weiß, daß der alle deine Geschöpfe; dein Tod für ihn nichts anders sey, Sohn Jesus Christus bat sich als ein Hingang zu dir, seinem für alle zur Erldsung hinges Gott und Vater. geben; und du willst sie alle gerne durch ihn beglücken. So preisen wir dich dann für die Unser ganzes übriges Glück Wohlthaten, wodurch du die empfehlen wir dir, dem All vielen Millionen Menschen auf wissenden, der in seiner Schd dem Erdboden in der verfloffe pfung nicht den geringsten nen Zeit erfreuet; und flehen Wurm, nicht das kleinste um neue Gnade, Hülfe und Sandkörnchen übersichet; dir Segen für unsere Mitchristen dem Allweisen, dem nichts un- und alle unsre Nebenmenschen, erwartet kommt, der von Ewig- in allen Ständen und an jes feit her jedes Gebeth, jeden dem Orte der Welt. Seufzer vorhergesehen und Erhalte und fegne unfern darnach den Plan seiner Re- Landesfürsten und Herrn; gierung gemacht hat, dir dem mache ihn zum Ziel deiner zärtlichsten Freund und Vater reichsten Begnadigung; krone deiner begnadigten und gebes seine Regierung mit Ehre und serten Kinder. Regiere unsere Glück; und laß ihn lange die irdische Schicksale nicht nach Freude seiner Unterthanen seyn. den Einfällen und Wünschen Segne die von ihm bestellten unsers Unverstandes und Ei- Obern mit Weisheit, mit glücks telkeit, sondern, wie du willst lichen Fortgang bey ihren Ge und siehest, daß es für unsre schäften und blühenden Wohl Tugend und Seligkeit nöthig stand in ihren Häusern. Er barme Dis, o Gott, sind die vor: nehmsten Wünsche unsrerSeele. 94 In Delhsrunden. barme dich aller Nothleiden- glücklichen Menschen in Zeit den. Trofte die Bedrängten, und Ewigkeit. erfreue die Traurigen, versorge Segne die Lehrer der Res die Dürftigen, heile und stärke ligion mit Geist und Kraft; alle Kranke, sey der Vater laß sie die Würde und Nuts aller Waysen und Witwen, der barkeit ihres Berufs stets em= Retter aller Unterdrückten, pfinden, und keine Gabe, kein Verfolgten und ungerecht Ge: Mittel, keine Gelegenheit uns fangenen, der Helfer aller Nie- gebraucht lassen, die Men drigen und Verlaffenen. Auf schen zu unterrichten, zu einen jeden, der izt, da wir bessern und zu beruhigen. uns vor bir freuen, unter ir- Breite deinen Segen aus über gend einem Schmerz und Lei- junsere und alle Schulen; daß den seufzet; wir flehen vollfie Pflanzschulen heilsamer Wehmuth und Theilnehmung Kenntnisse und chriftlicher Tuzu dir: richte dein Vaterherz; genden werden. Segne übers und deine allmächtige Hand haupt alle gute und besonders flöße ihm deinen Trost in die fromme und wichtige Untera Seele; stårke ihn mit deinerjnehmungen und Geschäfte. Kraft, sein Leiden nach deiner Segne und schütze unsere liebe väterlichen Absicht sich zur Eltern, Ehegatten, Kinder, Wohlthat zu machen; endige Hausgenossen und Unterges bald sein Leiden und ersetze es bene; alle unsere Blutsvers mit größern und dauerhaften wandte, und vornemlich unsre Freuden. Erleuchte alle die liebsten Freunde und Wohlthåin Unwissenheit, Frrthum und ter. Segne aber auch unsere Aberglauben leben. Erwecke Beleidiger und Feinde. Gieb die sichern Sünder, daß, nach uns Klugheit, ihre Feindschaft deinem gnädigen Willen, kein nicht selbst zu verursachen, einziger Mensch deines ewigen und Kraft, ihnen zu vergeben Glücks verlustig gehe. und sie durch Liebe zu gewinz Bereitele die menschenfeind- nen. Ihnen laß jedes Gute lichen Bemühungen derer, die an Leib und Seel zu Theil der Welt dein Wort, dis then werden, das wir uns selbst reste Labsal und Kleinod, rau- wünschen. Segne vornemlich ben wollen. Sie selbst aber deine treuen Verehrer hier und die Ungläubigen führe zur an jedem Orte der Welt. Vers Werthschätzung deiner Reli- mehre täglich die Zahl dieser gion zurück; mache sie zufglücklichen Menschen und stårtreuen Verehrern und Thätern ke sie täglich in allen Tus derselben, und dadurch zu genden und in deiner Gunft, bis Kirayengesettyes 99 bis an ihr Ende, zu behar- jund geistlichen nieder. Alles ren und zu wachsen. was du für Leib und Geist Allwissender, allmächtiger heilsam erkennest; das schenke und allgütiger Vater, in dei- uns, allen Christen und allen nen Schooß legen wir alle unsern Nebenmenschen, um unfre Sorgen im Zeitlichen Chrifti willen. Amen. 42. Kirchengebeth nach der Predigt am Sonntag. ( Nr. 27. im Alt. G. B.) [ Umächtiger Gott und Va- lheit, unsern gnädigsten Lane ter unsers Herrn Jesu desfürsten und Herrn. Christi, ein Herr Himmels Regiere und stärke in allem und der Erden, wir danken Guten die verordnete Regies dir von Herzen für alle deine rung und die übrigen Räthe Gnade Liebe und Treue, die und Bediente, die Unterthanen du uns bisher erwiesen; inson- nach deinem göttlichen Willen derheit daß du dein heiliges und Wohlgefallen zu regieren, Wort und den reinen Gottes: daß die Gerechtigkeit beförs dienst unter uns erhalten: und dert, die Bosheit gehindert bitten dich herzlich, du wollest und gestraft werde, damit wir deine christliche Kirche mit ih- in stiller Ruhe und gutem Frieren Dienern, Wächtern und den unser Leben führen und Hirten durch deinen heiligen vollenden mögen. Geist regieren, daß sie beyder Laß dir auch befohlen seyn rechtschaffenen Weide deines die Schulen im Lande, damit feligmachenden Worts erhals solche deiner Kirche und dem ten werden möge, dadurch der Lande zum Besten erhalten wahre Glaube und die Liebe werden mögen. gegen dich und alle Menschen In deine Hände empfehlen in uns erwachse und zunehme. wir, lieber himmlischer Vater, Erhalte und segne alle den Hausstand und alle die dazu christliche Obrigkeit: unsern gehören. Gieb gottesfürchtige christlichen Kayser; alle christ- Ehleute, Eltern und Herrn, liche Könige, vorab JhroKönigl. gehorsame Kinder, eine wohlge Majestäten, den König und die zogene Jugend, ehrliche und Königin von Großbrittannien; gewissenhafte Zünfte, Kauflenalle Churfürsten und Herrn, te und Handwerker, frommes und unter diesen das königl. und treues Gesinde, redliche und churfürstliche HausBraun- Arbeiter und Lagelöhner und schweig und Lüneburg; inson- segne alle ehrliche Handthies derheit aber Ihro Kdnigl. Ho- rung und Gewerbe. Gich, Kirchengebethe. Gieb, daß alle unfre Feinde durch deine milde Gute dies und Widersacher ablaffen und sem Land verliehene Salzwerk, sich bequemen, mit uns fried- als dein Geschenk und Gabe, lich zu leben. Steure und gnådig bewahren und reichwehre, odu starker Gott, allen lich segnen. 96 friedhässigen Leuten; schaffe Und ob wir gleich mit unsern Grenzen beständigen unsern Sünden deine gerechte Frieden; und mache( des Rau- Strafe wohl verdienet, so wol bens, Plünderns, Blutver- lest du doch nicht gedenken uns gießens, und) alles Frevels frer Sünden, noch uns zurech: und Feindseligkeit( auch an an- nen unsre Uebertretung, son: dern Orten) durch deine all- dern vielmehr eingedenk seyn mächtige Hand ein gnädiges deiner Gnade, Gute undBarm: Ende. herzigkeit, uns durch deine Du wolleft auch, gnädiger Güte zur Buße und Besserung lieber Vater, alle Witwen und leiten, deine Strafen von uns Waysen, und sonsten alle die, abwenden, und uns vor großem die in Trübsal, Armuth, Krank: Unglück und Herzeleid, wie heit, Kindesbanden, Hungers auch vor alle dem, so uns, noth, Kriegsgefahr und an- samt und sonders, an Leib dern Anfechtungen sind, auch und Seele schädlich seyn mag, die so um deines heiligen Na- väterlich behüten. mens und der Wahrheit willen Im übrigen bitten wir dich gefangen sind oder sonst Ver- um alles, darum du, ewiger folgung leiden, durch deinen hei- Gott, gebeten seyn willst, daß ligen Geist trösten, daß sie das du uns solches gnädig verleis alles für deinen våterlichen Wil- hen wollest, durch das bittere len annehmen und erkennen. Leiden und Sterben deines Du wollest uns auch alle lieben Sohns Jesu Chrifti, wel: Früchte der Erde, die zur leib- cher mit dir und dem heiligen lichen Nothdurft gehören, durch| Geift lebet und regieret in glei fruchtbaren Wachsthum und cher Macht und Ehre, wahrer gute bequeme Witterung ge- Gott und Mensch, unser Mitte rathen und gedeyen lassen: ler, hochgelobet in Ewigkeit, mithin infonderheit auch das Amen! 43. Ein anderes. ( Nr. 26. im Alt.) Gnädiger Gott, lieber himm- machendes Wort, welches bu lischer len dir für dein heiliges felig bart und auch itzt, zu lehren und Kirchengebethe. 97 und zu hören, verliehen haft.| heilsamen Wirkung deines Wir bitten dich du wollest das Worts nicht widerstreben, sonfelbe rein und lauter unter uns dern Raum und Platz geben; erhalten und durch deinen damit wir desselben Thäter Geist es in unser Herz und werden und nicht Hörer allein Sinn fchreiben, daß es nicht seyn und bleiben. Lag davon leer wieder zu dir komme, son jdie Rede seyn, wenn wir zu dern ausrichte, wozu du es Haus gehen, und verleihe sendest. Ach, vergieb uns doch, grådiglich, daß der Saame um Jesu Christi willen, unsre beines Worts durch die Gorz große Unachtsamkeit und nim gen zeitlicher Dinge und Nah ja nicht von uns das Wort der rung nicht erstickt werde, noch Wahrheit, sondern laß es noch denselben der Satan von uns ferner und immer reichlicher fern Herze nehme. Pflanze unter uns wohnen. Erwecke selbst, o gütiger Vater, durch bey uns eine innige Begierde, deinen Geist dein Wort in unz allzeit mit mehr Fleiß und An- ser aller Herz, und laß es als dacht darauf zu merken, es in einen lebendigen Saamen darin uns pflanzen zu lassen, und mit bleiben; ja, laß es bleiben Sanftmuth anzunehmen, daß und viele Früchte bringen, zu es unsre Seelen selig mache. deinem Preis und unserm Heil Gieb, daß wir dem, was wir und Seligkeit, hier und dort gehört, fleißig nachdenken, ewiglich, um Jesu Christi und es in unsern Herzen er- willen. Amen! wägen, auch der Kraft und 14. Bepm Anfang der Woche. ( Nr. 3. im A. G. B.) Barmherziger Gott und Vas verschonet, zwar gezüchtiget, ter! nachdem wir aber aber im Zorn nicht aufgeries mals eine Woche zurücke gele- ben, noch dem Tod übergeben. get, und in eine neue getre: Du hast der vorigen Woche ten sind, so danken wir dir für Lage und Plage uns gnädig alle erwiesene Wohlthaten. Du überwinden helfen, und läshaft dein Wort und Sacra- left uns mit Liebe und Ges ment unter uns rein und lauter sundheit diese Woche antreten. erhalten, Ruhe und Frieden, Für solche und andere Gute auch tägliche Nahrung besche thaten sagen wir dir von Herzen Lob und Dank. ret t; und ob wir schon mit Sünden dich oft erzürnet, dennoch unserer in Gnaden gangenen Woche wider dich, Weil wir aber in der vers 8 Herr 98 Kirchengebethe. Herr und Gott, vielfältig ge-| Und weil wir nun mit der fündiget haben, so ist uns neuen Wochen unsere Amt- und dasselbe herzlich leid, und bit- Berufsarbeit wieder antreten, ten alle um Gnade und Ver- so fange, o Gott! von neuem gebung. Laß uns ber heiligen an, uns zu segnen. Laß uns Char und Marterwoche dei- das Werk, dazu du uns be nes lieben Sohns und dessen, schieden, mit Freuden ans was er durch sein Leiden, greiffen, und führe durch dei Creuz und Tod in derselben nen Segen alles, was wir in erworben, heilsam genießen. deinem Namen anfangen, zu Gieb daß wir aus der alten Wo- deiner Ehre, auch unsrer und che keine Sünde in die neue ein- unsers Nächsten Wohlfarth nehmen, sondern den alten fün- glücklich hinaus. Und wenn digen Menschen ausziehen, hin- es uns bey unserm Stand und gegen den neuen Menschen, Nahrung sauer und schwer der nach dir geschaffen ist, in fållet, so laffe uns gedenken rechtschaffener Gerecht und an die Hofnung unsers Berufs Heiligkeit anziehen. Gieb uns im Himmel, da alle unsere mit dieser neuen Wochen neue Arbeit desto völliger soll belohHerzen, einen neuen gewissen net werden. Geift und Kräfte, ein neues bir Befiehl deinen heiligen Ens wohlgefälliges Leben zu führen. geln diese Woche über uns, Insonderheit laß deine daß sie uns und die lieben Gnade alle Morgen über uns Unsrigen auf allen unsern Wes neu aufgehen, und erhalte uns gen behüten, ja auf den Häns bey deinem reinen Wort und den tragen; damit der böse rechten Gebrauch der heiligen Feind und sein Anhang keine Sacramente. Starke auch Macht an uns finde. mit Kraft aus der Höhe un Sft es ferner dein Wille, sere gnädigste landesfürstliche und uns nütz und selig, so laß Herrschaft und alle christliche uns nicht diese Woche allein, Obrigkeiten und fromme Re- sondern auch viele folgende, in genten, sonderlich an diesen guter Gesundheit und erwünschs Ort. Fördere guten Rath und tem Wohlstand ableben. nützliche That, und wende in Gefällt es dir aber, lieber Gnaden ab Krieg, Pest, Theu- Bater! in der angehenden Woz rung, Feuersbrunst, Wassers- che mit Creuz und Trübsal uns noth, und sonst alles Herze- heimzusuchen, so gieb Geduld, leid. Gieb uns Frieden und vergieb die Schuld, verleihe Gesundheit, auch Glück und ein gehorsam Herze, und Heil zu unsrer aller Beruf und mache uns das Creuz nicht Stand. schwe Kirchengebethe. 99 schwerer als wir es ertragen und wir zulezt insgesamt, können. nach aller Mühe und Arbeit Hast du endlich über einen auf Erden, bey dir im Him oder andern von uns beschlos- mel einen Sabbath nach dem fen, ihn in dieser Woche durch andern feyren mdgen in ewiz den zeitlichen Tod aus dieser ger Freude und Herrlichkeit. Welt zu fordern, so gieb dem- Das verleihe, o Gott! in des felben ein seliges Ende hier, heiligen Geistes Kraft, durch daß er dort ewig bey dir sey, Jesum Christum, Amen. 45. Nach der Wochenpredigt. ( Nr. 30. im Alt. G. B.) nådiger Gott! barm- Du mollest dich sonst auch herziger Vater! Wiejunser und aller derer, wels groß ist deine Güte, daß du chen wir Fürbitte schuldig auch zwischen dem Sabbath seyn, sie seyn über, neben, und in der Wochen, wie vor- oder unter uns; Verwandte mals zur Zeit deiner heiligen oder Unverwandte, Freunde Apostel, läsfest dein Wort pre- oder Feinde, Wohlthäter oder digen, und zur Seltgkeit uns Beleidiger, auch derer insonunterweisen! derheit, die unserer Fürbitte Wir danken dir dafür von bedürfen, und in besondern Herzen, und bitten dich im Anliegen begehren, in GnaNamen Jesu Christi, du wol- den annehmen, und was zu left dasselbe in uns laffen kräf- unserm und aller Heil zeitlich tig seyn, und verleihen, daß und ewig dienet, nach dem wir in der Erkenntniß der Reichthum deiner Herrlichkeit Wahrheit und im Eifer der in Christo Jesu unserm Heis Gottseligkeit dadurch wachsen lande verleihen, welchem mit und zunehmen, und ja nicht dir und dem heiligen Geifte Hörer allein, sondern auch sey Ehre und Preis in Ewiga Thäter desselben seyn, und keit, Amen. vor dir erfunden werden. 46. Auf Weihnachten. ( Nr. 31. im Alt. G. B.) ( bus vilat allmächtiger Gott, himm- beinen eingebohrnen Sohn, danken dir von Grund unsrer Herzen, deiner Herrlichkeit, und das daß du aus lauter Wohlgefallen Ebenbild deines Mesens in die und unaussprechlicher Liebe Welt gefand haft, welcher unser 9 2 100 Kirchengebethe. unser armes Fleisch und Blut beinen Geist, daß sie zuföre an sich genommen, und uns derst und vor allen Dingen in allem gleich worden ist, aus: bey ihrer Regierung so viel an genommen die Sünde, auf ihnen ist, das Reich unsers ei daß er uns von Sünden, Tod, nigen ewigen Königs, Jesu Teufel und Hölle erlöfete, und Christi befördern und ausbreis mit sich versezte in das Reich ten, und ja also ihren Stand der ewigen Seligkeit; das und Wandel auf dieser Welt alles o höchster Gott! hat ge- führen, damit sie dermaleinft than deine herzliche Barmhers mit ihm im Himmelreich herrs zigkeit, durch welche und be: schen mögen in alle Ewigkeit. fuchet hat der Ausgang aus Siehe auch in Gnaden an deine der Höhe, auf daß er erscheine arme bedrängte Kirche und denen, die da sizzen im Fin- fleine Heerde; fomme ihr zu sterniß und chaiten des To: Hülfe, und errette sie endlich des, und richte unsere Füße aus den großen Nöthen, die auf den Weg des Friebens. fie troffen haben, triste sie, So erfülle nun o Herr! unser Herr, durch deinen Geist, nach aller Herzen mit deiner Gnade, dem du weißt: daß es ihre und gieb daß wir solche deine Nothdurft erfordert, auf daß große Liebe und Barmherzig: sie sich deiner Güte erfreuen feit dankbarlich erkennen, nicht und deinen Namen ewig preis uns, sondern dir leben, diren mögen. Laß eine tröstlis vertrauen, dich lieben und lo: che Christ- Freude heute aufges ben unser Lebenlang. Gieb hen in den Herzen aller Anges auch daß wir in allem Ereuz fochtenen, Kranken, Verfolg und Trübfal unsers einigen ten, Wittwen, Waisen und Heilandes, Seligmachers und aller anderer, so in Noth und getreuen Hirtens Jesu Christi Trubsal stecken. Auch die, uns trösten, und daß wir als welche deinen Sohn Jefum les was in dieser Welt ist, Christum noch nicht erkennen getroft hintan setzen, und noch ehren, bringe fie an das für Koth achten mögen, gegen Licht deiner Wahrteit, damit die überschwengliche Erkennt sie fammit uns und allen auserniß deines lieben Sohns. Er wählten Engeln und Menschen halte auch bey uns und unsern dich loben, und dir zu Lob in Nachkommen bein heilig selig- wahrem Glauben und mit herzs machendes Wort; sende treue licherFreudigkeit singen mögen: Diener in deine Erndte. Wir Ehresy Gott in der Höhe, Frie bitten auch für alle, insonder: de auf Erden, und dem Men heit aber für unsere chriftliche schen ein Wohlgefallen, Amen. Obrigkeit. Regiere sie durch 47. 2im Kirchengebethe. 47. Am neuen Jahrstage. ( Nr. 32. im Alt. G. B) TOT Herr Himmels und der rechtigkeit uns zu beftrafen. und dich himmlis starker Gott, wir sagen dir scher Vater, im Namen deivon Herzen Lob und Dank, nes Cohns Jesu Chrifti, undaß du uns nicht allein er: fers einigen Heilandes, du schaffen, bis hieher erhalten, wolleft mit dem neuen Jahr und sonderlich auch das ver- uns neue Gnade wiederfahren gangene Jahr so gnädiglich und lassen, unsere alte bishero väterlich beschützet und uns so begangene Sünden aus Gnas viele unzählbare Wohlthaten den um Jesu Chrifti willen erzeiget baft, sondern auch und uns schenken, und mit dem vornehmlich, daß du aus laus alten Jahr zurück, ja in die ter Gnaden uns deinen Sehn Tiefe des Meers werfen, und Jefum Chriftum zam Erlöser derselben nimmermehr gedens und Heiland geschenket, und, ken. Gieb uns auch mit dem da die Zeit erfüllet war, in neuen Jahr neue Kraft, dir die Welt gefandt hast, welcher in Heiligkeit und Gerechtigkeit fich seiner göttlichen Gestalt zu dienen. Erleuchte aufs geäussert, Knechts Gestalt neue unsern Verstand, deinen an sich genommen, dem Ge- Willen und Geheimniß zu erkenfet unterworfen und die ge- nen: Renfe und erneure unfern horsam worden ist bis zum Willen zu einem neuen heilis Tod, ja zum Tod am Ereuz, gen Gehorsam, auf daß wir damit er also für uns das Ge: es doch gnug seyn lassen, daß fe erfüllete, und uns vom wir die vergangene Zeit in Flach, den wir verdienet hats Sünden und eitelem Wandel ten, erlöfete; wir erkennen zugebracht haben, und was und bekennen es von ganzem noch hinterstelliger Zeit im Herzen, daß wir nicht allein Fleisch ist, nicht uns, nicht bas verschiedene Jahr, son: der Welt, nicht des Fleisches dern auch die ganze Zeit un- Lüften, sondern dir leben, und fers Lebens von Jugend auf auf deinen Wegen gehen. Be für solche deine Wohlthaten sehr schneide du, o Herr! durch undankbar gewesen und dich deinen Geist unser aller Her: vielfältig erzürnet haben, daß zen, und reinige sie von aller du ja wohl Ursach hätteft, deine ungerechtigkeit und bösen Lüs Gnade von uns abzuwenden, sten. Gieb uns nach deiner und nach deiner strengen Ge: Verheiffung einerley Herz und 83 Mo Scitayengebetiye. Wesen, daß wir dich fürch-[ neuem Zroste, Stärke und ten unser Lebelang, auf daß es Geduld wafnen, und durch uns und unsern Kindern nach deine Kraft in unsrer Schwachs uns wohl gehe. Erhalte ins: heit måchtig seyn, damit wir künftige bey uns und unfern überwinden, alles wohl aus: Nachkommen dein heiliges richten, und wider alle Ans Wort, gieb auch in diesem ange- fechtungen das Feld behalten tretenen Jahr deinen Gegen zu mögen. Laß doch dieses künfs den Früchten der Erden, wende tige neue Jahr deiner armen ab alle wohlverdiente Landpla- bedrängten Kirchen, und allen gen, und sey uns noch fer: Betrübten, Angefochtenen, ner gnädig. Laß die auch in Verfolgten oder sonst nothleis deinen väterlichen Schutz be- denden Herzen, ein troftreiches fohlen seyn unsere christliche fröliges Erldsungsjahr seyn, Herrschaften und Obrigkeiten, und wenn wir die Zeit unsers regiere und segne ihre An- elenden Lebens in dieser Welt, schläge, Thun und Lassen, daß nach deiner Bestimmung ers es zur Ausbreitung deiner fället haben, so hilf uns ges Ehre, zu Fortpflanzung der troft hindurch in das rechte göttlichen Wahrheit, und zu neue himmlische ewige Jubels des Vaterlandes Wohlfart ge: jahr, um deines allerliebsten reiche. Dafern auch in dem Sohns, unsers einigen Heis neuen Jahr, neues Creuz und landes Jesu Chrifti willen, Trübsal erfolgen sollte, so Amen. wollest du uns, o Gott! mitj 48. Dank fürs Leiden Christi. ( Nr. 33. im Alt. G. B.) Herr Jesusbitter und schmerzlich ist dein ch danke dir, Mensch, daß du mich armen deine Liebe, damit du mich deis Sünder und verdammten Men= nem lieben Vater versöhnet hast! schen ohne alle meine Werke, da du am Delberg blutigen Verdienst und Würdigkeit erld Schweiß vor großer Angst ges fet haft, burch dein heiliges schwitzet, daß Blutstropfen Leiden, Sterben und Blut auf die Erde gefallen, bift vergießen. Herr Jesu Chris darauf von allen deinen Jüns fte, wie groß ist dein Leiden, gern verlassen, und hast dich wie schwer ist deine Pein, wie in die Hände der schudden Juviel ist deiner Marter, wie den und gottlosen Schaar willig tief sind deine Wunden, wie für mich ergeben, welche dic) hart Kuruyengesetzt. hart gebunden und verstricket, hast du deinen Geift aufgeges und von einem ungerechten ben, auf daß du unsere Schuld Richter zum andern unbarm- bezahltest, und wir durch deis herzig geführet. Daselbst bist ne Wunden geheilet würden. du fälschlich verklaget, verur- Für alle diese deine Marter theilet, verspeiet, verhöhnet, und Pein sage ich dir Lob und und mit Fäusten in das Ange: Dank, und bitte dich, lag ficht geschlagen worden. Du dein heilig und bitter Leiden bist um unser Missethat willen an mir armen Günder nicht verwundet, und um unser verlohren seyn, sondern gieb, Sünde willen zerschlagen, ge= daß ich mich dessen von Herzen geiffelt und mit Dornen ge- tröfte und rühme, auch desselkrönet, und jämmerlich zugeben Gedächtniß also begehe, richtet, wie ein armer Wurm, und es solchermaßen betrachte, der keinem Menschen ähnlich: daß alle böse Lüste dadurch in denn du wareft der Allerver mir ausgelöschet und gedamachteste und Unwehrteste, voller pfet; dagegen aber alle Zugens Schmerzen und Krankheit, also den eingepflanzet und gemehdaß es auch ein heidnisch Herz ret werden, auf daß ich der erbarmet hat, und gesaget: Sünde abgestorben der GerechSiehe, welch ein Mensch ist tigkeit lebe, und deinem ges das! Du bist von wegen mei- lassenen Vorbild nachfolge, in ner Mißhandlung, mitten un- deine Fußstapfen trete, daß ter zween Uebelthäter gerech- Uebel mit Geduld ertrage, und net, und als ein Fluch aufges das Unrecht mit gutem Gehänget, an Händen und Füssen wissen leide; das gieb und vers mit Nägel durchgraben, dazu leihe mir nun, o Herr Jesu, in deinem höchsten Durft mitjum beines heiligen theuren Essig und Gallen getränket, Verdienstes willen, Amen. und mit großen Schmerzen 49. Auf Oftern. ( Nr. 34 im Alt. G. B.) Herr err Jesu Christe, du Ue- lans Licht gebracht hast. Du berwinder des Todes und hast dich bewiesen als ein allZerstöhrer der Höllen, wir sa- mächtiger Herr, der da hat gen dir herzlich Dank für deine die Schlüssel der Höllen und fiegreiche Auferstehung, da des Todes, der da aufschleußt, durch du dem Tod die Macht und niemand zuschleußt. Du genommen, und ein ewiges warest todt, und siehe nun lebest unvergängliches Wesen wieder du von Ewigkeit zu Ewigkeit. 9 4 9 A Du 104 Kirchengebethe. Du hast dein Volk vom gen: was suchet ihr den Les Tode errettet, und aus der bendigen bey den Todten? Hölle erldfet, daß wir nun kommet her, sehet die Stätte, mit Freudigkeit sagen können: da der Herr gelegen! O du Tod wo ist dein Stachel? freundlicher leutseliger Herr, Hille wo ist dein Sieg? Dir du erscheinest den großen Sün: sen Dank daß du uns den Sieg dern Maria Magdalenă und gegeben haft, denn du bist Petro, und sprichst: Gehe hin dem Tode ein Gift gewesen, und sage meinen Brüdern: und der Hölle eine Pestilenz; Ich fahre auf zu meinem Va du hast den Tod verschlungen ter und zu eurem Vater, zu ewiglich. Darum freuet sich meinem Gott und zu eurem unser Herz und unsere Ehre ist Gott. Du wirst ein Pilgrim frölich: Denn Gott bat deine in Emaus und legeft deinen Seele nicht in der Höllen ge- betrübten Jüngern alle Schrift laffen, und nicht zugegeben, aus; du kommest zu den Apodaß sein Heiliger die Verwe- steln im verschloffenen Haus, fung sebe. Du bist eine kleine zeigst ihnen Hände und Füsse, Zeit von Gott verlaffen gewe- beine Seiten und Wunden: fen, aber nun mit Ehren und mal, und heileft damit die Schmuck gekrönet: Du bist Wunden ihres Unglaubens, aus der Angst und Gericht isfest mit ihnen aus Liebe, und hinweg geriffen, wer will dei zum Zeugniß, daß du wahrs nes Lebens Länge ausreden? baftig lebeft, auf daß du sie Der Stein den die Bauleute speisest mit den Früchten deis verworfen hatten, ist zum Ed- ner Auferstehung. Denn du stein worden: das ist vom theileft bieselbe Früchte aus Herrn geschehen, und ist ein durch deinen edlen Frieden, Wander vor unsern Augen. welcher alle himmlische Güter Man singet mit Freuden in in sich begreifet. Wir bitten den Hütten der Gerechten: dich, lieber Herr, gieb uns Die Rechte des Herrn behält die Gnade des heiligen Geis den Sieg, die Rechte des stes, daß wir die Kraft deis Herrn ist erhöhet, die Rechte ner Auferstehung, und den des Herrn behält den Sieg. beständigen Troft in unsern Ach Herr Jesu du bist her- Herzen empfinden, daß nun vorgebrochen, wie die schöne mehr weder Sünde noch Ver: Morgenrothe, majestätischer dammniß, weder Fluch noch Weise bist du auferstanden in Zod, weder Satan noch Hölle einem Erdbeben. Deine hei- einige Macht noch Anspruch lige Engel eröfnen und zei- an uns habe. Laß uns auch gen uns das Grab, und sao Herr Kiraengevette. 101 o Herr mit dir durch wahre Kraft und Ehre, und wir Buße auferstehen, laß uns ähnlich seyn deinem verklärten Theil haben an der ersten Auf- Leibe. Unser Leben ist jetzo erstehung, auf daß der andere bey dir verborgen, wann du Tod an uns nicht macht habe. laber, unser Leben, wirst ofs Erwecke auch am jüngsten fenbar werden, so werden wir Tage durch Kraft deiner Auf- auch mit dir offenbar werden erstehung unsere Leiber zum in der Herrlichkeit. Das vers ewigen Leben; damit un- leihe uns o Herr Jesu Christe, ser nichtiger, verweßlicher, durch deine siegreiche Auferste sterblicher Leib anziehe Unver- hung, und um deines Nas weßlichkeit, Unsterblichkeit, mens Ehre willen, Amen. 1o. Am Fest der Himmelfarth Jesu. ( Nr. 35. im Alt. G. B.) err Jesu Christe, du all- lischer Vater hat dir alles unmächtiger Siegesfürst, ter deine Füße gethan, nichts der du dich durch deine sieg- ausgenommen als sich selbst; hafte und frdliche Himmelfarth du hast dir unterthan gemacht gesetzet haft zur Rechten der die Engel, die Gewaltige, Majestät und Kraft Gottes, die Fürstenthümer, und die und alle deine Feinde, Günde, Kräfte, auch hast du in diesem Tod, Teufel, Hölle und Welt, sieghaften Triumph ausgezogelegt zum Schemel deiner gen die höllischen Fürstenthus Füße: wie sollen wir diesen mer und Gewaltige, fie öffentTriumph, diesen Sieg, diese lich schau getragen und einen Herrlichkeit, diesen deinen ho- Triumph aus ihnen gemacht hen Namen gnugsam und wür- durch dich selbst. Du star: diglich rühmen und preisen? fer Gott, fähreft auf mit Denn nachdem du gemachet Jauchzen, und du herr, mit haft die Reinigung unserer heller Posaunen. Lobsinget Sünden durch dich selbst, haft unserm Gott, lobsinget ihm du dich in den Himmel gesetzet klüglich; der Wagen Gottes zur Rechten der Majestät Got: ist viel tausendmal tausend. tes, so viel beffer worden, Du bist aufgefahren in die dann die Engel, so viel gar Höhe, und hast das Gefäng einen höhern Namen du vor nis gefangen geführet, du hast ihnen ererbet haft. Denn Gaben empfangen für die Mens zu welchem Engel hat Gott schen, du bist erhöhet über alle jemals gesagt: Setze dich zu Engel und Fürstenthum, über meiner Rechten? Dein himm- alle Gewalt und Macht, und über 85 106 Stayengevetiye. über alles, was in dieser und auf daß wir seyn, wo du bift, jener Welt mag genennet wer- daß wir deine Herrlichkeit se: den. Gott hat dich zum Haupt hen. Durch deine Himmelgesetzet deiner Gemeine, die farth ist unsere selige Hofnung da ist dein Leib und die Fülle bestätiget, daß wir gewiß zu deß, der alles in allem erfüllet, bir kommen werden; es ist du bist unser ewiges einiges auch unsere Gerechtigkeit das Haupt, der seinen Leib und durch bekräftiget, denn du ers feine Glieder mit Leben, Licht scheinest nun vor deinem himm und Kraft, Troft, Stärke, lischen Vater, zum Zeugniß Sieg, Frieden und Freude daß du durch dein Blut ins erfüllet. Du bist unser ewiger Allerheiligste eingegangen bist, Hoherpriester, falbest uns mit und eine ewige Erlösung er deinem heiligen Geist, giebst funden, und die ewige Ge Evangelisten, Apostel und rechtigkeit wieder gebracht hast. Propbeten, Hirten und Lehrer, 3euch uns nach dir, daß wir auf daß dein geistlicher Leib mit unsern Gemüthern bey dir erbauet werde. Ach fende im himmlischen Wesen und treue und fleißige Bauleute, Leben wandeln und wohnen und erfülle sie mit dem Geist mögen: daß wir allda unser der Weisheit und des Verstan- Herz haben, da unser Schatz des! Du hast ein ewig hohes ist, und suchen was droben Priesterthum, darum fannst ist, und nicht was auf Erden du allezeit selig machen, und ist, und strecken uns nach dem, Gebethe erhören derer, die zu was zukünftig ist. Zeuch uns dir kommen und dich anrufen. nach dir, so laufen wir, gieb Du haft uns durch deine Him- uns Flügel der himmlischen melfarth den richtigen Weg Morgenrdthe und des herzli gezeiget, den Himmel und Pa- chen Verlangens nach dir, daß radies eröfnet, und die Stätte wir zu dir fliehen. O wann im Himmel bereitet. Weil werden wir dahin kommen, du nun als unser Haupt, im daß wir dein Angesicht sehen, Himmel bist, so werden wir und mit dir auffahren zu deis auch gewiß, deine Glieder nem Vater und unserm Gott. nicht draussen bleiben. Du Komm, Herr Jesu, und nim wirft uns alle nachholen, uns zu dir, Amen. 51. Am Pfingstfeste. ( Nr. 36. im Alt. G. B.) Gott heiliger Geift, der ter und dem Sohne, bift mit vom in einem göttlic Kird) engebettye. 107 göttlichem unzertheilten We- und versiegelt werden: denn fen. Wir bethen dich an, wir du bist das Pfand unsers Erz ehren, loben, und preisen dich, bes zu unser Erlösung. Vers und danken dir aus Grund leihe uns auch rechte Andacht unfrer Herzen für alle deine und Seufzen zum Gebeth, Wohlthaten, sonderlich daß du daß wir mit wahrer Zuversicht uns durch deine Gnade zum und kindlichem Vertrauen heiligen christlichen Glauben schreyen und sprechen: Abba, berufen und gebracht, dich lieber Vater! Gieb uns rechte felbst unserer Seele in der Einfalt des Herzens ohne Laufe eingegoffen hast, und alle Galle und Bitterkeit, der noch ohne Aufhören in uns du in Gestalt einer Tauben wirkest deine Werke. Wir bit- über unsern Herrn Jesum ten dich, weil wir nicht aus Christum am Jordan in seiner eigener Vernunft noch Kraft heiligen Laufe erschienen bist. an Jesum Christum unsern Entzünde in uns das Feuer Herrn glauben oder zu ihm der herzlichen inbrünstigen Lies fommen können, du wollest be, der du dich in feurigen uns lehren, in alle Wahrheit Zungen über die heilige Apos leiten und führen, den wah- stel schwebend haft sehen lassen, ren Glauben in uns erhalten damit wir die Salbung emund vermehren, mit rechten pfahen. Erneure uns an dem Verstand beines Worts bega: inwendigen Menschen, daß ben, in wahrer Anrufung und wir durch dich, der du durchs rechtem Vertrauen heiligen, Wort und Sacrament kräftig innerlichen Frieden des Ge- bist, mögen je mehr und mehr wissens, mit ewigwährenden wiedergeboren und nach dem Trost, neben aller Freudigkeit innerlichen Menschen von Tag und Beständigkeit, uns geben zu Zag verneuret werden. und schenken. Schreibe du Behüte uns für Abgötterey Jefum Chriftum in unser Herz, und Lügen, für Irrthum und der du bist der lebendige Fin- Ketzerepen, und für aller Bosz ger Gottes; vergewissere uns heit und gottlosen Besen. mit deinem Zeugniß; tröfte Nim hinweg die Unreinigkeit uns wider alle Furcht und Bld- unsers Gemüths; lag die digkeit des Fleisches. Sey sündliche Lüste nicht kräftig du unser trener Beystand wider werden in unserm sterblichen des Bösen Feindes Anklagung, Leibe, sondern mache du stärke uns wider die Verza- deine Wohnung in uns, und gung, auf daß wir also im herrsche in allen unfern Glauben, durch deine Gnade, Gliedern. Begleite uns auch die Berheissung vergewissert enda 108 Kirchengebethe. endlich in das rechte ewiges Sohn von Angesicht zu Anges Vaterland, auf daß wir da- ficht schauen, und ewiglich felbst in vollkommener Heilig- loben und preifen mögen, feit dich samt Vater und Amen. 52. Für die Früchte des Landes. ( Nr. 41. im Alt. G. B.) 10 allmächtiger Gott, barm: Vergieb uns um Christi willen herziger lieber himmli: alle unsere Sünde, und lag scher Vater! wir müssen ja uns noch weiter schmecken und bekennen, daß wir dürftige fehen, wie freundlich du bist. Creaturen sind, und nicht be fag unser Land sein Gewächs ftehen, noch einen Augenblick geben, und gieb dazu Segen leben tömen, wo du nicht, und Gebeyen. Behüte die nachdem du uns erschaffen, Saat und Früchte des Landes auch uns erhältest und ernäh vor Hagel und anderm vers rest. In solcher Dürftigkeit derblichen Ungewitter, steure nun bitten wir deine uner- und wehre dem Ungeziefer, schöpfliche Gate, du wolleft und kehre ab Mißwachs samt ferner, nach deiner theuren allem Unheil. Laß uns sehen Verheissung uns nicht ver: deinen Segen, und auch dens laffen noch) versäumen. Bis selben einsammlen und geniess hieher hast du uns ja geholfen, sen. Laß es aber auch gesche: und uns väterlich ernähret und hen mit Danksagung, und verforget. Dafür preifen wir gieb Gnade, daß wir je länger dich demüthiglich, mùffen aber je mehr deine Güte erkennen auch bekennen, daß wir dei und preisen. Ziehe und lenke ner Güter und Gaben auf uns zu dir, auf dich, den mancherley Weise fündlich Geber aller guten Gaben, alles mißbrauchet, damit deinen zeit zu sehen, dir zu vertrauen, Zorn wider uns gereißet, und dich zu lieben, und dir gehorsam du nach deiner Gerechtigkeit zu seyn. Laguns vorsichtig mit daher Ursache hättest, deine deinem Segen und Gaben ums Hand von uns abzuziehen, und gehen, und ja dahin sehen, uns darben zu lassen. Gieb es daß wir ihrer nicht mig son: uns aber bußfertig zu erken- dern recht gebrauchen; einges nen, und siehe nicht an unser denk, daß wir dir davon Res Verdienst, sondern deine Barm- chenschaft geben müssen, schul herzigkeit, und unser Elend dig aber seyn, alles zu deiner und Bedürfniß und laß dich Ehre, zu unsers Nächsten unserer noch ferner jammern. Besten und unserer eigenen Nothe Kirchengebethe. 106 Nothdurft anzuwenden. Giebsschen Gütern, durch Christum, dazu Gnade, und segne uns damit wir versorget seyn hier vor allen Dingen mit allerley und dort ewiglich, Amen. geistlichen Segen in himmlis 13. Nach der Erndte. ( Mr. 42. im Alt. G. B.) Swiger, barmherziger Gott Barmherzigkeit hast du auch du hast uns gemacht, und noch dieses Jahr gekrönet mit nicht wir selbst; in dir leben, deinem Gut. Du hast unser weben und sind wir, und so land reich gemacht, unsere viel Gutes hast du uns bisher Erndte treulich behütet, Frühs gethan, uns zu ernähren und und Spatregen gegeben, und zu erhalten. Durch deine hei: für Hagel und Ungewitter die lige mächtige Vorsehung hat Früchte der Erden bewahret. noch nicht aufgehöret Saat Wenn du gleich deinen Dons und Erndte, Frost und Hiße, ner hören lassen, so haft du Sommer und Winter. Und uns doch gnädiglich behütet, dir haben wir es demnach zu und bist mit der Ruthe, wo: danken, daß auch dieses Jahr mit du andere heimgeſucher unser Land sein Gewächs ge- und gezüchtiget hast, bey und geben, und sein Getraide wohl vorüber gangen. Du hast gerathen ist. Du haft deine endlich auch deinen Segen uns milde Hand aufgethan, und lassen einsammlen und gedey: gegeben, das wir gefammlet. liches Wetter dazu verliehen. So groß ist deine Güte! da Ach Herr was ist doch der doch wir deine Wohlthaten bis Mensch daß du sein gedenkest, her wenig erkannt, und dich und des Menschen Kind, daß nicht, wie wir schuldig, ge du dich sein so annimmst fürchtet und geliebet, sondern Nun wir bitten dich, vergieb hingegen mannigfaltig erzür uns alle unsere Sünde. Wir net, deinen Willen, Wort, loben und preisen dich um alle und Gebot übertreten, dir deine Güte, und bekennen, widerstrebet und dieses Se- daß wir aller deiner Barm= gens misbrauchet. Aber du herzigkeit und Treue viel zu bist gütig auch über die Un- gering sind, ach! gieb uns dankbare und Boshaftige, doch allen ein erkenntliches läsfest deine Sonne aufgehen dankbares herz! ja auch ein über Böse und Gute, und gnügsames Herz; und schaffe regnen über Gerechte und Un- in uns, daß wir von nun gerechte. Und nach deiner an dir recht vertrauen, dich über 110 Kirchengebethe. über alles fürchten und lieben. Lehre uns am ersten trachteit Gieb daß wir bedenken, wir nach deinem Reich und seiner seyn deine Haushalter und Gerechtigkeit. Laß uns herzs müssen einmal von allen dem, lich lieben dein Wort und Ges was du uns verliehen, dir bot, und es unsere Freude Rechnung thun; auf daß wir seyn, uns zu dir zu halten. vorsichtig handeln, und jajach Gott verleihe uns doch uns hüten, daß wir deiner solches, damit wir noch ferner Gaben nicht migbrauchen. uns deiner Güte zu erfreuen Gieb das wir alles brauchen zu und deines Segens zu ges deiffen Lob und Ehren, und nießen haben mögen; ja dazum Nuß und Dienst unsers mit wir endlich dahin kom Nächsten. Laß uns dann auch men, wo uns ewiglich nicht unsere Nothdurft davon dahin mehr hungern noch dürsten, nehmen mit Danksagung, und sondern du uns alles in allem behüte uns dabey vor Krieg, seyn wirft, um Jesu Christi Brand und anderm Uebel. willen, Amen. 54. In gemeinen Nöthen. ( Nr. 74. im Alt. G. B.) Am [ Umächtiger barmherziger Schwelgerey, Pracht, Uebers Gott, lieber Vater! Wir muth, und allerley andern Sünfagen dir Lob und Dank, für den mißbrauchet. Den schuldi: alle deine Wohlthaten, so du gen Gottesdienst und Gebeth uns an Leib und Seele bis leider! sehr verfäumet, oder hieher erzeiget haft, und be- doch meistenstheils ohne herzs kennen mit demüthigen zer- liche Andacht, ohne kindliches fchlagenen Herzen unsere viel- Vertrauen, ohne Demuth, fältige große Sünden, damit und ohne würkliche wahrhafte wir deinen Zorn wider uns ge- Buße und Bekehrung verrich reitet, und deine schwere tet. Deffen überweisen uns Strafe wohl verdienet haben. unsere eigene Gewissen und Ach Herr wir haben ja dein geben Zeugniß wider uns; ja Wort lang gehöret, deinen deine gerechte Strafen machen Willen wohl verstanden; aber uns schamroth vor dir. nicht darnach gelebet, wie Darum demüthigen wir fichs gebühret. Wir haben uns nun vor deiner Majestät, deines Gegens lang im guten und bitten nur um Gnade; Frieben genoffen, aber den ach sey du uns nur nicht schreck felben zu aller fleischlichen Si- lich, lieber Vater! Züchtige cherheit, Ungerechtigkeit, Geiz, uns mit Maaßen und nicht in deis Kirchengebethe. III deinem Grim, auf daß du wolleft ihnen Gnade und alles uns nicht aufreibest. Bergieb Wohlergehen verleihen, auch uns unsere Missethaten; um Weisheit und Einigkeit, und des heiligen theuren Leidens beine Furcht ins Herz geben, und Sterbens Jesu Christi daß sie allezeit dasjenige ras willen. Bebüte uns vor fer- then und thun, was dir ge= nerem Krieg und Landes: Ber: fällig ist, und dadurch das Gute heerung( vor Theurung, Pe- befördert, das Böse und Gotts stilenz, Feuer und Waffers: lose aber verhindert und ges Noth.) Sonderlich aber vor strafet werde. Erneure und falscher Lehre. Bewahre und bekehre doch uns alle je mehr schütze in diesen lezten bösen und mehr durch die Kraft deis Zeiten deine liebe Kirche vornes heiligen Geistes, daß wir allen denen, so wider dieselbe von Herzen unser Leben bessern. wüthen und toben; wie wir Erhalte und vermehre in uns dann auch bitten für alle un- den wahren Glauben, herzliz fere bedràngte und geångstete che Buße, beständige Hofnung Mitglieder und Glaubensge- und Geduld. nossen hin und wieder; tröste, Segne und behüte auch die stärke, schütze und errette fie Früchte des Landes, und gieb, durch deinen starken Arm aus daß wir derselben im Frieden aller Noth und Gefahr. Er- mit Danksagung genießen möz halte bey uns und ihnen dein gen; ach Herr! trdite und heilig Wort und den reinen errette sonst auch alle anges Gottesdienst. Sende treue Die- fochtene, verfolgte, franke und ner in deine Erndte, und gieb sterbende Christen, und komme deinen Segen zu ihrer Arbeit, ihnen und uns zu Hülfe in und verleihe dabey beständi- aller Noth. Laß keinen verz gen Frieden; damit wir alle sucht werden über sein Vermdz fammt Ursache haben, uns über gen, sondern mache der Trübs deine Güte zu erfreuen, und fal so ein Ende, daß mans dir dafür von Herzen zu fónne ertragen; ja damit man danken. endlich mit frölichen Herzen Du wollest auch den Stand dir danke und deine Namen der weltlichen Obrigkeit fegnen preise. Qusar und erhalten, infonderheit Erhöre uns o Vater aller aber dir in allen Gnaden lassen Barmherzigkeit, und sey uns befohlen seyn unsern gnädi- armen Sündern gnädig, um gen lieben Landesfürsten und deines allerliebsten Sohns, Herrn, samt allen dessen Ge- Jesu Christi willen, Amen. waltigen und Bedienten. Du 189 Oeffents 112 Deffentliche Beichte. Deffentliche Beichte. ( Nr. 45. im Alt. G. B.) ( Absolution.) Weil wir nun Gottes Wort has ben angehört, so wollen wir uns Auf solch euer Bekenntniß, auch vor Gott demüthigen und verkündige ich euch allen, die ihm unsre Sünden von Herzen ihr eure Sünden herzlich be bekennen, beichten und also sprechen: reuet und euch des Verdien: stes Jesu Chrifti mit wahrem Oir arme Sünder bekennen Glauben tröstet, auch euer W Sott, unferm himmliGott, unserm himmli: Leben nach den Geboten und schen Bater, daß wir leider dem Willen Gottes einzurichten schwerlich und mannigfaltig gedenkt, Kraft meines Amts, wider Gott und Menschen, als ein verordneter Diener wissentlich und unwiffentlich, des göttlichen Worts, die gefandiget und auf mancherley Gnade Gottes und vergebe Weise, mit Gedanker, Ge euch, anstatt und aus Befehl berden, Worten und Werken, meines Herrn Jefu Chrifti, bie allerheiligsten Gebote Gotz alle eure Sünde, im Namen tes übertreten haben; wie das Gottes des Vaters, des unser Herr und Gott an uns Sohns und des heiligen erfennet und wir leider! so vollkommen nicht erkennen. Geistes! Dagegen aber sage ich allen di Es reuet uns aber und ist Unbußfertigen, Ungläubigen, uns leyd und wir begehren von sichern, Gottes, seines Worts Herzen Gnade von Gott und und der heiligen Sacramente Vergebung aller unsrer Sun: Verächtern, aus Gottes Wort den, durch seinen lieben Sohn; jund im Namen Jefu Chrifti, Jefum Christum. Wir bitten daß ihnen ihre Sünden zum daß er uns seinen heiligen Geist Gericht vorbehalten werden, zur Starfung unsers Glaubens wofern sie nicht Buße thun: und zur Besserung unsers Le-/ welche Buße und Bekehrung bens mittheilen wolle, umjaber wir ihnen von Gott herz: Jefu Chrifti willen. Amen. lich bitten und wünschen. Anhang 113 Anhang kurzer Gebethe. Das Erste: Zum Gebrauch beym öffentlichen Gottesdienste. 2.nterbung In guten und gesunden Lanbethungswürdiger Gott, gen erhalte uns wachsam, durch dich preiset Himmel und Er: die stete Erinnerung deiner Allbe; beiner freuet fich die gegenwart, unserer Sterblichkeit ganze Schbpfung. Auch wir und künftigen Rechenschaft, und freuen uns vor dir und brin: bewahre uns, daß wir deine uns gen dir das Opfer der Anbe: scházbare Liebe, die Reinigkeit thung und des Danks für alle und Ruhe unsers Gewissens, und Güte, die du bisher an uns dieHofnung eines bessernlebens erwiesen haft. Bornehmlich nach dem Tode nicht verscherzen danken wir dir, daß du uns, mögen. Gefällt es bir, über uns durch dein göttliches Wort, und dieUnfrigen, über unser Vadie Fähigkeit und die Mittel terland, über deine Kirche und verliehen, dich, der du allein Welt Widerwärtigkeiten zu wahrer Gott bift, und den du verhängen; so behüte dieleidengesandt hast, Jesum Chriftum den vor Verzweifelung und jeder zu erkennen und in dieser Er: fündlichen Selbsthülfe und står: fenntniß unsere wahre Glück: te ihre Seelen, daß sie, in stils seligkeit zu finden. ler Unterwerfung unter deinen Willen es dir zutrauen: du wera best alles wohl machen. Lehre uns, o gütiger Bas ter, diese große Wohlthat recht schätzen und gieb uns, burch Alle diejenigen, welche deine deinen Geift, Weisheit, Muth Menschen plagen und das Elend und Kraft, so gesinnt zu seyn auf der Welt vermehren, erschüte und zu wandeln, daß wir von tere mit Schrecken vor dir, der unserm Antheil an deiner Gnas du aller Welt Richter bist. Uns de in Jesu Christo gewiß seyn, aber, die wir auf deine Liebe und dem zukünftigen Leben mit in Jesu Chrifto unsre ganze Zuruhiger Zuversicht entgegen se: versicht und Seligkeit gründen, en können. flöße deinen liebreichen Sinn ein, $ daß 114 Anhang Furzer Gebethe. daß es unsre höchste Freude sey, Deine gnädige Aufsicht walte wohlzuthun und die Zufrieden- über uns und alle Menschen an heit unserer Nebenmenschen aus allen Orten der Welt! Amen. allen Kräften zu befördern. Das zwentes Zu eben dem Gebrauch, besonders beym Anfang des Jahrs, auf Michaelis u. ff. Ewig bige Menschenfreuden und Läns wiger Gott und Vater, du der Wohlstand sich an allen Ora haft uns in der vergange: ten vermehren. Segne und nen Zeit mit Baterhånden ge- schütze alle Könige und Fürs leitet. Von deiner Güte muß ften und besonders unsern Fürs auch aller Segen kommen, der sten und Herrn: erhalte ſeine uns in der Zukunft beglücken Gesundheit, verlängere sein kes kann. Schenk uns denselben ben und schmücke Thn immer in der Maaße, als es deine mehr mit den Eigenschaften Weisheit für uns gut findet. und Zugenden eines Regenten Verzeihe uns unsre begange- aus, der seines Volkes Vater nen Sünden. Wende die wohl ift. Thue wohl an seinen verdienten Strafen von uns ab. Råthen und Dienern und kröne Mach uns von deiner Begna- ihre Sorgen für das gemeine digung in Jefu Chrifto gewiß Wohl mit dem glücklichsten Ere und hilf uns deinen Kindern, folg. Deine Gnade und Hül daß wir stets in deinen Gebo: fe sen mit allen Menschen; ten wandeln.. mit dem Land und dem Ort, deffen Glieder wir sind: das Breite deine Verehrung, mit wir ein stilles und gerne durch den Glauben an Jesum biges Leben führen, voll freus Christum, durch wahre From- biger Hoffnung einst selig sters migkeit und Menschenliebe, ben und dich vor deinem Throne allenthalben aus. Laß weisen ewig verehren und preisen möz Erwerbungs Fleiß, unschul- lgen, Amen. sedutise toipino. 200 Odatlmenied a Das Anhang rurzer Gebethe. Das dritte: Im Advent und auf Weihnachten. Du gerecht und gottselig in diefer haft, o Allerhöchster, Welt leben und so dir wohlges eingebornen Sohn fallen, ruhig und selig werden in die Welt gefandt, um mögennd nude mung mnd was von Unwiffenheit, Frru deinen ng tham, Aberglauben, und Sün: Dir, o Gott, der du uns den zu befreyen und uns zu deinen Sohn geschenkt und mit Mitgenoffen der Freude und Ihm uns alles geben willst, Seligkeit zu machen, wovon was uns gut ist, empfehlen bu felbst die unerschöpfliche wir uns, unser Vaterland, Quelle bist. Preis und Dank unfre liebe Obrigkeit und alle sey dir, o Gott der Erbar- unire Nebenmenschen. Bea mung, für dieses Wunder bei: schirme, segne und hilf uns ner Liebe. Laß uns davon so um deines Sohns, Jesu Chris gerührt werden, daß wir diesfti willen, der auch uns zu uns erschienene heilsame Gnade Gute, Mensch geworden ist. gehörig anehmen, alles gott: Amen. lose Wesen meiden, züchtig, TTY Das vierte: Tengle Zur Erinnerung an das Leiden und Sterben Christi in der Passions. Zeit und beym Genuß des heiligen Abendmahls. Junfere Günben, die dir so viel Jesu, bu Sohn Gottes, gekoftet, bereuen und verabs du haft unsere Sünden ge- scheuen. Lehre uns glauben, tragen und dich für uns in daß du auch für uns gestorben Angst, Marter, Schmach und bist und das du dein Blut auch Lob aufgeopfert. Geuß deine zur Vergebung unfrer Sünden Liebe in unsere Herzen und laß vergossen haft. Erhalte uns es uns nie vergessen, was du in dem beständigen Gefühl von uns Gutes erwiesen. Lehr uns, dem Werth unsers unsterblis 52 chen 116 Anyang rurger Sebethe. chen Geistes, zu deffen Erret-| lernen, auf den bornichten und tung und Seligmachung du so dunkeln Pfaden dieses Lebens vieles gethan und gelitten haft. nie wider Gottes Schickung Laß uns dein Leiden und Ster- zu murren, sondern Schmer: ben antreiben, so zu denken zen und Widerwärtigkeiten und zu leben, wie es dem gro- mit stiller Gelassenheit zu ers Ben Zwecke deiner Erlösung getragen und uns in allem, dem mäß ist; damit wir nicht selbst Willen unsers Gottes und Vas den ganzen Nutzen davon an ters, demüthig zu unterwerfen. uns vergeblich machen. Von Und endlich im Lode, und bey dir laß uns lernen: jedem, fo den Schrecken des Grabes, ers viel wir können, zu dienen und innere uns daran, daß du auch uns gerne für das Wohl un- einst im Grabe geschlafen, und frer Nebenmenschen aufzus daß der Gott, der dir das Leben opfern. Von dir laß uns ler: wieder gab, auch von unserm nen, uns nie an unfern Fein- Grabe den Stein wieder wegs den zu rächen, sondern Unwälten und uns zum ewigen dank, Låfterungen und Belei- teben erwecken werde. Die digungen mit Sanftmuth zu sey Ehre und Anbethung von erdulden. Von dir laß uns nun an bis in Ewigkeit! Amen. Das fünfte: Auf Oftern und Himmelfahrt. Allmächtige fegnen, und sorgt mit mehr Ilmächtiger Gott, du haft als brüderlicher Liebe für uns deinen Sohn, Jesum, uns fere Glückseligkeit. Gelobet sey sern Heiland von den Todten dein Name, o gütiger Vater, auferwecket, ihn mit Preis von nun an bis in Ewigkeit. und Ehre gekrönet und ihn zu deiner Rechten im Himmel über Erwecke uns nun durch die alles erhöhet. Du haft mit Kraft deines heiligen Geistes, dem, was er für uns gethan das wir aufstehen vom Schlafe und gelitten hat, bie völligste der Sünden und Ihm unserm Zufriedenheit bezeuget. Du Erldser, durch den willigsten haft ihn zum Herrn und König und treuesten Gehorsam gegen seiner erlösten Menschen ge die Vorschriften seiner Relis macht. Er hat die größte gion, die Verehrung beweis Macht und Gewalt, uns zu sen mögen, die wir Ihm schuls big Sinbang futger Oetetiye. 117 dig find, dem wir alles zu wie unaussprechlich glücklich danken und von dem wir alles zu erwarten haben. werden wir uns dann finden, wenn wir freudig vor Ihmer fcheinen und in die seligen Woh Einst kommt ein Tag, wo nungen eingeführt werden köns wir ihn sehen werden, wie er nen, die er seinen Freunden und ist; wo er von einem jeden Nachfolgern bereitet hat. Amen Rechenschaft fordern wird: oles geschehe uns also! Amen' Das sechste: Auf Pfingsten. Trener Jeinem tugendhaften Wandel Creuer und wahrhaftiger fruchtbar werden soll. Auch Gott, du hast deine Verheis und will dein guter Geist bes Bungen an den Aposteln und lehren, führen und trösten. erfien Nachfolgern unsers Ach laß uns dann jeden guten Herrn und Heilandes Jesu Gedanken, jede fromme RühChrifti erfüllet, mach uns nun rung, als seine Gabe, so an auch alle des verheißenen Se- nehmen, bewahren und befol gens deines Geiftes theilhaftig. gen, daß wir nach deinem Lies Auch wir bedürfen seines Bey- bes: Rath hier gut und froh stands, wenn dein Wort, wenn und dort ewig selig werden die Lehre Jesu in uns zur Bekeh- mögen durch Jesum Chriftum, rung, zum Glauben, und zu unsern Heiland. Amen. Das fiebente: Nach der Saatzeit. Wohlthätige wärme, erquicke und befruchte Pohlthätiger Gott, våter: die Erde durch Sonnenschein, licher Versorger aller Leben Thau und Regen. Halte alles digen, in deinem Namen bas was unsere Hofnungen zu eis ben wir unsere Saat außge- ner reichen Erndte plötlich vers streut und unsere Felder bestellt. nichten und deinen Segen vers Segne nun unser Land, daß wüften kann, von unsern Gräns es sein Gewächs gebe. Er zen zurück. Eaß in unserm $ 3 ggn= 118 Anhang turzer Gebethe. ganzen Lande die wahre Fröm- nicht nöthig seyn möge, uns migkeit bey Obern und Unter- burch scharfe Züchtigungen zu thanen ausgebreitet werden, unsern Pflichten zu erwecken. damit wir deines Wohlgefal- Es segne uns Gott, unser Gott lens, deiner Vaterliebe und und alleWelt fürchteJhn! Amen. deines Gegens fähig, und es tasdied in Las achte: echnic Nach der Erndte.. Gnädige en geziemt. Regiere die Herzen nådiger Gott und Vater, derer, die du mit leiblichen unsere Erndte ist nun wie: Gütern gesegnet haft, daß fie der vollendet und abermals ift gegen ihre bürftigen Nebens für einen wichtigen Theil un- menschen nicht verschlossen serer Bedürfnisse gesorgt. Wir seyn. Erfülle die Armen mit freuen uns über deine Gütej Gelaffenheit und erfreue sie und bringen dir das Opfer un- mit deiner Hülfe. Mache uns fers Dants. Laß es dir um alle an christlichen Gesinnuns Jefu Chrifti willen wohlgefal- gen und guten Thaten recht len. Breite ferner beinen Ses fruchtbar, damit wir, wenn gen aus über unsern Ort und unser irdisches Leben ein Ende das ganze Land. Laß beine hat, zu der seligen Erndte im Sonne künftig auch über die Himmel gelangen, die uns Undankbaren scheinen; aber laß auch Viele unter uns er weckt werden, deine Wohltha dein Sohn, Jesus Christus, zuz gesagt hat. Da wollen wir dich für deine Wohlthaten preis ten so anzuwenden, wie es uns, fen, von Ewigkeit zu Ewigkeit. den Haushaltern deiner Gaben, Amen. 170 baje sid Das neunte: Bey der Confirmation. Gott unfer Bater im Him- tes, e fich zu einer Vers jungen Brüder Schwe mel, beiner Güte und Treuelehrung freywillig verpflichten übergeben wir diese unsre und dich inbrünstig bitten, daß du Anyang rurzer Gevethe. bu fie, als deine Kinder, lie-| trauen auf Gott ,, ihren himmben und aller Vortheile und lischen Vater und mit fiets Seligkeiten des Christenthums wirksamer Neigung zu allem theilhaftig machen wolleft. Laß demjenigen, was recht und dir diese Wünsche ihres her: aut ist und Ihm wohlgefällt. jens wohlgefallen und schenke Schenke ihnen Bereitwilligkeit ihnen Muth und Kraft, ihre und Stärke, fich von deinem Entschließungen zu erfüllen. Geist regieren zu lassen und Heiliger Bater, heilige fie in deinem Beyspiel zu folgen. deiner Wahrheit: dein Wort In ihrem ganzen Leben laß sie ist Wahrheit. Herr Jesu, fie durch Gottes und Menschenhaben dich als ihren Lehrer liebe allenthalben das thätige und Seligmacher kennen ge- Zeugniß ablegen: daß sie Chris lernt; laß sie nun die ganze sten sind. Und wenn sie zur Kraft deiner Lehre und dei- Sünde, zum Leichtsinn und nes Heils, zu Ihrer Besserung zur Versäumung ihrer Pflich und Beruhigung, erfahren. ten gereizet werden, so hilf Schenk Ihnen den Beystand Ihnen zum Siege über alle des heiligen Geiftes und mache Versuchungen, durch das Ans fie sorgfältig in dem Gebrauch denken an diese Stunde, in der Mittel, die fie in der Er: welcher fie dem Allwiffenden kenntniß, im Glauben und in und allenthalben Gegenwärtis der christlichen Rechtschaffen- gen und dir, Shrem Heiland heit befestigen und weiter brin- und künftigem Richter, Treue gen können. Laß den Tag, an bis in den Tod geschworen dem fie zum erstenmal das haben. Vereinige uns einst Gedächtnißmahl deiner Lie- mit Ihnen in der Gesellschaft be genießen einen unvergeßli- deiner vollkommenen Verehrer, chen segensvollen Tag für sie die sich im Himmel versammsenn. Flöße ihnen immer mehr let; und mache sie und uns zu Haß gegen alle Sünden und Erben Gottes und zu Miters Laster ein, denen sie izt feyer- ben deiner Herrlichkeit und lich entsagen. Erfülle Ihre Seligkeit, Amen, Seelen mit findlichem Ver Daß 120 M Das zehnte: Ein Beicht. Gebeth. siste ( Darin man Gott seine Rene über seine Sünden und sein Verlangen nach Begnadigung, Vergebung und Besserung vorträgt.) Gott, Die Schenke mir aufs neue die uns ott, mein Herr und Ba- schätzbare Versicherung deiner ter, mit aufrichtiger Reue bes Gnade und väterlichen Liebe. kenne ich vor bir meine Sün: Ich will mich bestreben, künfs den und meine Strafbarkeit. tig nicht vorsetzlich Unrecht zu Manches Böse habe ich began- thun, meinen Sinn und Wans gen, viel Gutes unterlassen del stets nach deinem Willen und oft bin ich in der Erfül- und nach dem Vorbild meines lung meiner Pflichten nicht ei- Heilandes einzurichten und so frig genug gewesen. Vergieb immer beffer zu werden. Hilf es mir um Jesu Chrifti willen, mir dazu durch den Beystand der auch mich geliebet und sich des heiligen Geiftes. Amen. felbft für mich aufgeopfert hat. ' den Anhang turzer Gebethe. suash13/ 1 ( Bu Gebetben von der Art, können auch aus dem Gesangbuch gebraucht werden Nr. 260, v. 5-7.- 265, D. 7.8.- 267. D. 13: 15.- 273, 1. 2. 5. 6. 9. 11.- 281, 1. 5. 7. -278-299, 1.7.- 405, 5. 8.) 614 10. CEN dh siebitriste 2009 Die Epistolischen und Evangelischen Texte auf alle Sonn- und Festtage des Jahrs. Nebst der harmonischen Geschichte des Leidens, des Todes und der Begräbniß Jesu Christi und einer zuverlässigen Nachricht von der Zerstörung der Stadt Jerusalem. Des Osnabrückischen Land- Gesangbuchs zweyter Anhang. Gittingen, gedruckt bey Johann Christian Dieterich, I 784. Die Epistolischen terzion: siehe, bein König kommt Am 1. Advents: Sonntage zu dir, sanftmüthig, und reitet Epistel, Rom. 13, 1: 14. auf einem Efel, und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die W eil wir solches wissen, Jünger gingen hin, und tha: nemlich die Zeit, daß ten, wie ihnen Jesus befohlen die Stunde da ist, auf hatte; und brachten die Efelin zustehen vom Schlaf; fintemal und das Füllen, und legten ihre unser Heil jezt näher ift, denn Kleider darauf und fazten ihn da wir es glaubten; die Nacht darauf. Aber viel Bolks breis ist vergangen, der Tag aber tete die Kleider auf den Weg, herbey gekommen; so laßt uns die andern hieben Zweige von ablegen die Werke der Finster: den Bäumen, und streueten fie niß, und anlegen die Waffen auf den Weg. Das Volk aber, des Lichts. Laßt uns ehrbar- das vorging und nachfolgete, lich wandeln als am Zage; nicht schrie und sprach: Hofianna dem in Freffen und Saufen, nicht in Sohn Davide, gelobet fey, der Kammern und Unzucht, nicht da kommt in dem Namen des in Hader und Neid: sondern Herrn! Hoffanna in der Höhe. ziehet an den Herrn Jesum 2 Christ; und wartet des Leibes, Am 2. Advents: Sonntage. doch also, daß er nicht geilwerde. Epistel, Rôm. 15, 4-13. Evang. Matth. 21, 19. Mas aber zuvor geſchriebene a fie nun nahe bey Jern falem tamen, gen Beth- geschrieben, auf daß wir durch phage an den Delberg, sandte Geduld und Troft der Schrift Jesus seiner Jünger zween, und Hofnung haben. Gott aber der sprach zu ihnen: Gehet hin in Geduld und des Trostes gebe den Flecken, der vor euch liegt, jeuch, daß ihr einerley gefinnet und bald werdet ihr eine Ese send unter einander, nach Jesu lin finden, angebunden, und Christo: Auf daß ihr einmd ein Füllen bey ihr, löset sie auf, thiglich mit Einem Munde lobet und führet sie zu mir. Und sol Gott und den Vater unsers euch jemand etwas wird sagen, Herrn Jesu Christi. Darum so sprecht: Der Herr bedarf nehmet euch untereinander auf, ihr; so bald wird er fie euch gleichwie euch Christus hat aufs lassen. Das geschah aber alles, genommen zu Gottes Lobe auf daß erfüllet würde, das ge: Ich sage aber, daß Jesus Chris fagt ist durch den Propheten, stus sen ein Diener gewesen der da spricht; Saget der Toch- Beschneidung, um der Wahrs der beit und evangelischen Texte. 3 heit willen Gottes, zu bestäti- Wenn aber dieses anfängt zu gen die Verheiffung, den Vätern geschehen, so sehet auf, und hes geschehen. Daß die Heiden aber bet eure Häupter auf, darum, Gott loben um der Barmher- daß sich eure Erldsung nahet. zigkeit willen, wie geschrieben Und er sagte ihnen ein Gleichstehet: Darum will ich dich niß: Sehet an den Feigenbaum, loben unter den Heiden, und und alle Bäume; wenn sie jezt deinem Namen singen. Und ausschlagen, so sehet ihr es an abermal spricht er: Freuet euch, ihnen, und merket, daß jezt ihr Heiden, mit seinem Volk, der Sommer nahe ist: Also Und abermal: Lobet den auch ihr, wenn ihr dis alles Herrn, alle Heiden, und preiset sehet angehen, so wiffet, daß ihn, alle Võifer. Und aber das Reich Gottes nahe ist. mal spricht Esaias: Es wird Warlich, ich sage euch: Dis seyn die Wurzel Jeffe, und der Geschlecht wird nicht vergehen, auferstehen wird zu herrschen bis baß es alles geschehe. Himüber die Heiden, auf den wer- mel und Erde werden vergeden die Heiden hoffen. Gott hen, aber meine Worte verge= aber der Hofnung erfülle euch hen nicht. Aber hütet euch, mit aller Freude und Frieden im daß eure Herzen nicht beschwe Glauben, daß ihr villige Hof- ret werden mit Freffen und nung habt, durch die Kraft des Saufen, und mit Sorgen der heiligen Geistes. Nahrung, und komme dieser Tag schnell über euch. Denn wie ein Fallstrick wird er kom= Evang. Luc. 21, 2536Es werden Zeichen geschehen men über alle, die auf Erden an der Sonnen und Mond, wohnen. Se seyd nun wacker und Sternen; und auf Erden allezeit und bethet, daß ihr würz wird den Leuten bange seyn, dig werden möget, zu entflies und werden zagen; und das hen diesen allen, daß gescheMeer und die Wafferwogen hen soll, und zu stehen vor des werdenbrausen. Und die Men- Menschen Sohn. schen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Am 3. Advents: Sonntage. Dinge, die kommen sollen auf Erden, ben auch der Epistel, 1 Cor. 4, 1. Himmel Kräfte fich bewegen afür halte uns jedermann alsdann sie sehen des Menschen Sohn ner und Haushalter über Gotz kommen in der Wolke, mit tes Geheimnisse. Nun suchet großer Kraft und Herrlichkeit. man nicht mehr an den Haus( 1) 2 hals 4 Die Epistolischen haitern, denn daß sie treu er- hen, das der Wind hin und her funden werden. Mir aber ist es wehet? Oder was send ihr hins ein geringes, daß ich von euch aus gegangen zu sehen? Wolls gerichtet werde, oder von einem tet ihr einen Menschen in weis menschlichen Tage; auch richte chen Kleidern sehen? Siehe, ich mich selbst nicht. Ich bin die da weiche Kleider tragen, mir wohl nichts bewust, aber find in der Könige Häusern. darinn bin ich nicht gerechtfers Ober was send ihr hinaus ges tiget. Der Herr ist es aber, der gangen zu sehen? Wolltet ihr mich richtet. Darum richtet einen Propheten sehen? Ja ich nicht vor der Zeit, bis der Herr fage euch, der auch mehr ist, Fomme, welcher auch wird ans denn ein Prophet. Denn dies Licht bringen, was im Finstern ser ists, von dem geschrieben verborgen ist, und den Rath stehet: Siehe, ich sende meis der Herzen offenbaren; alsdenn nen Engel vor dir her, der deis wird einem jeglichen von Gott nen Weg vor dir bereiten soll. Lob wiederfahren. Evang. Matth. 11, 2:10. 2m 4. Advents- Sonntagé. a aber Johannes im Ge. Epistel, Philipp. 4, 4.7. angniß die Werke Chrifti fängniß die Werke Christi Creuet euch in dem Herrn alle hörete, sandre er seiner Jünger Wege, und abermal sage zween, und ließ ihm sagen: ich: Freuet euch! Eure Lindigs bist du, der da kommen soll, keit laffet fund feyn allen Mens oder sollen wir eines andern schen. Der Herr ist nahe: Sorget warten? Jesus antwortete und nichts, sondern in allen Dins sprach zu ihnen: Gebet hin, gen laffet eure Bitte im Gebeth und saget Johanni wieder, was und Flehen mit Danksagung ihr sehet und höret; die Blin: vor Gott fund werden. Und den sehen, die Lahmen gehen, der Friede Gottes, welcher his die Auffäßigen werden rein, her ist, denn alle Vernunft, bes und die Zauben hören, die wahre eure Herzen und Sinne Todten stehen auf, und den in Christo Jesu. Armen wird das Evangelium geprediget. Und selig ist, der Evang. Joh. 1, 19. 28. sich nicht an mir árgert. Das ist das Zeugniß Johans da sandten au reden zu dem Volk von Jo- von Jerusalem Priester und Les hanne: Was feyd ihr hinaus viten, daß sie ihn fragten: Wer gegangen in die Wüste zu se- bist du? Und er bekannte, und hen? Wolltet ihr ein Rohr ses lleugnete nicht; und er bekannte: Ich die an und Evangelischen Terte. Ich bin nicht Christus. Und dieser Belt, und warten auf die fie fragten ihn: Was denn? selige Hofnung und Erscheinung Bist du Elias? Er sprach: ich der Herrlichkeit des großen Gotz bin es nicht. Bist du ein Pro: tes und unsers Heilandes Jesu phet? Und er antwortete: Nein. Chrifti; der sich selbst für uns Da sprachen sie zu ihm: Was gegeben hat, auf daß er uns bist du denn? Daß wir Ants erlöfete von aller Ungerechtige wort geben denen, die uns ge- leit, und reinigte ihm selbst ein fandt haben. Was sagest du von Volk zum Eigenthum, das fleiss dir felbst? Er sprach: Ich bin sig wäre zu guten Werken. eine Stimme eines Predigers in der Wüste: richtet den Weg Evangelium, Euc. 2, 1, 14. des Herrn; wie der Prophets begab sich aber zu der Zeit, Efaias gesagt hat. Und die daß ein Gebot von dem gefandt waren, die waren von Kayser Augusto ausging, daß den Pharisäern, und fragten alle Welt geschätzet würde. Und ihn, und sprachen zu ihm: diese Schatzung war die allers Warum taufest du denn, so du erste; und geschah zu der Zeit, nicht Christus bist, noch Elias, da Cyrenius Landpfleger in Synoch ein Prophet? Johannes rien war. Und jedermann antwortete ihnen, und sprach: ging, daß er sich schätzen ließe, Ich taufe mit Wasser; aber er ist ein jeglicher in seine Stadt. mitten unter euch getreten, den Da machte sich auch auf Joihr nicht kennet. Der ists, der feph aus Galiläa, aus der nach mir kommen wird, welcher Stadt Nazareth, in das Jüdis por mir gewesen ist, deß ich sche Land, zur Stadt Davids, nicht werth bin, daß ich seine die da heiffet Bethlehem, Schuhriemen aufldse. Dis ge- darum, daß er von dem Hause schah zu Bethabara, jenfeit des und Geschlechte Davids war, Jordans, da Johannes taufte. auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, tam die Zeit, daß sie gebåren sollte. Es Und sie gebar ihren ersten Sohn, ens und wickelte ihn in Windeln, schen; und züchtiget uns, daß und legte ihn in eine Krippe, wir sollen verleugnen bas un- denn sie hatten sonst keinen göttliche Wesen, und die welt- Raum in der Herberge. Und lichen Lüfte, und züchtig, ge: es waren Hirten in derselbigen recht, und gottselig leben in Gegend auf dem Felde bey den ( 1) 3 Hürden, Am 1. Weihnachts- Tage. Epistel, Tit. 2, II 14. ist erschienen die heilsame Die Epistolischen Hürden, die hüteten des Nachts sprachen: Wir haben ihn gehde ihrer Heerde. Und fiehe, des ret Låster: Worte reden wider Herrn Engel trat zu ihnen, und Mose und wider Gott. Und die Klarheit des Herrn leuchtete bewegten das Volk, und die Nels um sie, und sie fürchteten sich testen, und die Schriftgelehrten; fehr. Und der Engel sprach zu und traten herzu, und riffen ihn ihnen: Fürchtet euch nicht, siehe, sin, und führeten ihn vor den ich verkündige euch große Freu: Rath, und stelleten falsche Zeus de, die allem Volk wiederfahren gen bar, die sprachen: Dieser wird; denn euch ist heute der Mensch höret nicht auf zu reden Heiland geboren, welcher ist låster- Worte wider diese heilige Chriftus der Herr, in der Stadt Stätte und das Gefetz. Denn Davids. Und das habe zum wir haben ihn hören sagen: Zeichen: Ihr werdet finden das Jesus von Nazareth wird diese Kind in Windeln gewickelt, und Stätte zerstören, und andern in einer Krippe liegenb. Und die Sitten, die uns Mose ges alsbald war da bey dem Engel geben hat. Und sie sahen auf Die Menge der himmlischen ihn alle, die im Rath saßen, Heerschaaren, die lobeten Gott und fahen sein Angesicht, wie und sprachen: Ehre sey Gott eines Engels Angesicht.( Ste in der Höhe, und Friede auf phanus hielte hierauf eine Res Erden, und den Menschen ein de, worinnen er auch fagte: Wohlgefallen. Ihr Halsstarrigen und Unbes schnittenen an Herzen und Dhe 7, 54:59. Am 2. Weihnachts: Tage. jren, ihr widerstrebet allezeit Epistel, Apostelg. 6, 8:15. dem heiligen Geifte, wie eure Båter, also auch ihr ze.) Da tephanus aber, voll Glau: sie solches höreten, gings iha bens und Kräfte, that nen durchs Herz, und bisfen Wunder und große Zeichen un- die Zähne zusammen über ihn. ter dem Volk. Da standen Als er aber voll heiligen Geistes etliche auf von der Schule, die war, sah er auf gen Himmel, da heiffer der Libertiner und und sahe dieHerrlichkeit Gottes, der Cyrener, und der Alexan- und Jesum stehen zur Rechten derer und derer, die aus Cilicia Gottes, und sprach: Siehe, ich und Asia waren, und befragten fehe den Himmel offen, und sich mit Stephano. Und sie des Menschen Sohn zur Rechs vermochten nicht zu widerstehen ten Gottes stehen. Sie schrieen der Weisheit, und dem Geist, aber laut, und hielten ihre Dhe aus welchem er redete. Da rich ren zu, und stürmeten einmus teten sie zu etliche Männer, die thiglich zu ihm ein, stießen ihn zue und Evangenfayen exter zur Stadt hinaus, und steinig- ich sage euch, ihr werdet mich ten ihn. Und die Zeugen leg: von ist an nicht sehen, bis ihr ten ab ihre Kleider zu den Füs sprecht: Gelobet sen, der da fen eines Jünglinge, der hieß kommt im Namen des Herrn. Saulus. Und steinigten Ste: Ein ander Evangelium pbanum, der anrief und sprach: Joh. 1, 1-14. Herr Jesu, nimm meinen Geift Cm Anfang auf! Ertniete aber nieder und war das Wort, das Wort war bey schrie laut: Herr, behalte ihnen Gott, und Gott war das Wort. diese Sünde nicht! Und als Daffelbige war im Anfang bey er das gefaget, entschlief er. Evang. Matth. 23, 34'39. Gott. Alle Dinge sind durch daffelbige gemacht, und ohne baffelbige ist nichts gemacht, iehe, ich fende zu euch Pro- was gemacht ist. In ihm war pheten, und Weise, und das Leben, und das Leben war Schriftgelehrte, und derselbi: das Licht der Menschen. Und gen werdet ihr etliche tobten das Licht scheint in der Finsters und freußigen, und etliche wer: niß, und die Finsterniß haben es bet ihr geiffeln in euren Schu. nicht begriffen. Es ward ein len, und werdet sie verfolgen Mensch von Gott gefandt, der von einer Stadt zu der andern: hieß Johannes. Derselbige auf daß über euch komme alle tam zum Zeugniß, daß er von bas gerechte Blut, das vergos dem Licht zengete, auf daß fie fen ist auf Erden, von dem alle durch ihn glaubten. Er Blut an des gerechten Abels, war nicht das Licht, sondan bis aufs Blut Zacharias, daß er zeugete von dem Liot. Barachià Sohn, welchen ihr Das war das wahrhaftige Licht, getödtet habt zwischen dem welches alle Menschen erleachTempel und Altar. Warlich, tet, die in diese Welt kommen. ich sage cuch, daß solches alles Es war in der Welt, und die wird über dies Geschlecht kom Welt ist burch daffelbig: ges men Jerusalem, Jerusalem, macht: und die Welt kannte es die du tödteft die Propheten, nicht. Er kam in féin Eigens und steinigest, die zu dir ge: thum, und die Seinen nahmen fandt find! wie oft habe ich ihn nicht auf. Wie viele ihn deine Kinder versammlen wol- aber aufnahmen, denen gab er len, wie eine Henne versammlet Macht Gottes Kinder zu wer ihre Küchlein unter ihre Flügel? den, die an seinen Namen und ihr habt nicht gewollt. glauben. Welche nicht von Siehe, euer Haus soll euch dem Geblüt, noch von dem wüste gelassen werden. Denn Willen des Fleisches, noch von ( 1) 4 dem Die Epistolischen Am Sont, nach Weinacht. Epistel, Gal. 4, 17. Crich ch sage aber, so lange der dem Willen eines Mannes; von ihm geredet ward. Und fondern von Gott geboren sind. Simeon segnete sie, und sprach Und das Wort ward Fleisch, zu Maria seiner Mutter: Sies und wohnte unter uns, und he dieser wird gesetzet zu einem wir fahen seine Herrlichkeit, eine Fall und Auferstehen Bieler in Herrlichkeit, als des eingebor: Jfrael, und zu einem Zeichen, nen Sohnes vom Vater, voller dem widersprochen wird.( And Gnade und Wahrheit. es wird ein Schwerdt durch deine Seele bringen) auf daß vieler Herzen Gedanken offens bar werden, und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuel, vom Geschlecht Uſer, Erbe ein Kind ist: so ist die war wohl betaget, und hatte unter ihm und einem Knecht kein gelebet sieben Jahr mit ihrem Unterschied, ob er wohl ein Herr Manne, nach ihrer Jungfraus ist aller Güter; fondern er ift schaft, und war eine Witwe unter den Vormündern und bey vier und achtzig Jahren, Pflegern, bis auf die bestimmte die kam nimmer vom Tempel, Beit vom Vater. Also auch dienete Gott mit Faften und wir, da wir Kinder waren, wa- Bethen Tag und Nacht. Dies ren wir gefangen unter den felbe trat auch hinzu zu dersela sufferlichen Satzungen. Da bigen Stunde, und preisete den aber die Zeit erfüllet ward, Herrn, und redete von ihm zu fendte Gott seinen Sohn, ge: allen, die auf die Erlösung zu biren von einem Weibe, und Jerusalem warteten. Und da unter das Gesetz gethan, auf fie es alles vollendet hatten daß er die, so unter dem Gesetz nach dem Gesetz des Herrn; waren, eridſete, daß wir die kehreten sie wieder in Galiläam, Kindschaft empfingen. Weil zu ihrer Stadt Nazareth. Aber ihr denn Kinder send, hat Gott das Kind wuchs, und ward gefandt den Geift seines Soh: stark im Geist, voller Weisheit; nes in eure Herzen, der schreiet: und Gottes Gnade war bey ihme Abba. lieber Vater! Also ist nun hier kein Knecht mehr, fon: Dern eitel Kinder. Sind es aber Kinder, fo find es auch Erben Gottes durch Christum. Am Neuen Jahrstage. Epistel, Gal. 3, 23- 29. She denn aber der Glaube fam, wurden wir unter dem Gesetze verwahret und verz Evangelium, Luc. 2, 3340 Und ſein Mater und Mutter schloffen auf den Glauben, den wunderten und Evangelischen Terte. 9 da sollte geoffenbaret werden. uns selig, durch das Bad der Also ist das Gesez unser Zucht: Wiedergeburt und Erneurung meister gewesen auf Chriftum, des heiligen Geistes, welchen daß wir durch den Glauben ge- er ausgegossen hat über uns recht würden. Nun aber der reichlich durch Jefum Chriftum, Glaube gekommen ist, sind wir unsern Heiland; auf daß wir nicht mehr unter dem Zucht: durch desselbigen Gnade ges meister. Denn ihr seyd alle recht und Erben seyn des ewis Gottes Kinder, durch den Glau: gen Lebens, nach der Hofnung; ben an Christo Jesu. Denn das ist wahr. wie viel eurer getauft sind, die Evang. Matth. 2, 13-23haben Christum angezogen. Hier ist kein Jude noch Grieche ,. hier ist kein Knecht noch Freyer, afie aber hinweg gezogen hier ist kein Mann noch Weib; der Engel des Herrn dem Jos denn ihr send allzumal Einer seph im Traum, und sprach: in Chrifto Jesu. Seyd ihr Stehe auf, und nim das Kinda aber Christi; so send ihr ja lein und seine Mutter zu dir, Abrahams Saamen, und nach und fliehe in Egyptenland, und der Verheiffung Erben. bleibe alda, bis ich dir fage; benn es ist vorbanden, daß Her rodes das Kindlein suche, dass Und er Evangelium, Luc. 2, 21. Und nd da acht Tage um waren, felbe umzubringen. daß das Kind beschnitten stand auf, und nahm das Kinde würde; da ward sein Name ge:[ lein und seine Mutter zu sich, nannt Jefus, welcher genannt bey der Nacht, und entwic war von den Engel, ehe denn in Egyptenland; und blieb er in Mutterleibe empfangen alda bis nach dem Tode Hevos ward. dis. Auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Proz pheten gefagt hat, der da spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. Da Herodes nun fahe, daß er von den Weisen betrogen war, ward er Am Sonntage nach dem Neuen Jahr. Epistel, Tit. 3, 4. 8. a aber erschien die Freund Gottes, unsers Heilandes und ließ alle Kinder zu Betbles Nicht um der Werke willen hem tödten, und an ihren gans der Gerechtigkeit, die wir ges zen Grenzen, die da zwevjähtban hatten, sondern nach seis rig und darunter waren, nach ner Barmherzigkeit machte er der Seit, die er mit Fleiß von ( 1) 5 Die Epistolischen den Weisen erlernet hatte. Da hannes wehrte ihm, und sprach: ist erfüllet, das gesagt ist Ich bedarf wohl, daß ich von von dem Propheten Jeremia, dir getauft werde; und da der da spricht: Auf dem Ge komst zu mir? Jefus aber ante birge hat man ein Geschrey gee wortete, und sprach zu ihm: hdret, viel Klagens, Weinens, Laß jezt also seyn; also ges und Heulens; Rahel beweinte bührt es uns alle Gerechtigs ihre Kinder, und wollte sich nicht feit zu erfüllen. Da ließ er es trösten laffen, denn es war aus ihm zu. Und da Jesus ges mit ihnen. Da aber Herobes tauft war, ftieg er bald herauf gestorben war, fiebe, da erschien aus dem Wasser; und siehe, der Engel des Herrn dem Jo: da that sich der Himmel auf feph im Traum in Egypten: über ihm. Und Johannes sahe land; und sprach: Stebe auf, den Geist Gottes, gleich als und nim das Kindlein und seine eine Zaube, herabfahren, und Mutter zu dir, und ziehe hin in über ihn kommen. Uad siehe, bas Land Israel; sie sind ge: eine Stimme vom Himmel hers ftorben, die dem Kinde nach ab sprach: Dis ist mein lieber dem Leben standen. Und er Sohn, an welchem ich Wohlges stand auf, und nahm das Kind: fallen habe. lein und seine Mutter zu sich, und kam in das Land Israel. Am Sest der Erscheinung Da er aber hörete, daß Arche: Chrifti. laus im jüdischen Lande König war, an statt feines Vaters Epistel, Jesaia 60, 16. Herodis, fürchtete er sich dahin Mann dein Licht kommt, sache auf, werde Licht, denn zu kommen. Und im Traum empfing er Befehl von Gott, und die Herrlichkeit des Herrn und zog in die Derter des Gas gehet auf über dir: Denn sie liläischen Landes; und kam und he, Finsternig bedeckte das Erds wohnte in der Stadt, die da reich), und Dunkel die Völker; heißt Nazareth; auf daß erfül- aber über dir gehet auf der let würde, daß da gesagt ist Herr, und seine Herrlichkeit durch die Propheten: Er soll erscheinet über dir. Und die Nazarenus heiffen. Heiden werden in deinem Licht wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf; und Ein ander Evangelium Matth. 3, 13 17. u der Zeit fam Jefus aus 3 zu Johanne, daß er sich von sammlet kommen zu dir. Deine ihm taufen ließe. aber Jo.Söhne werden von ferne koms men, und Evangelijayen Terre. men, und deine Tochter zurften Juda, denn aus bir foll Seiten erzogen werden. Denn mir kommen der Herzog, der wirst du deine Lust sehen und über mein Volk Ifrael ein Herr ausbrechen, und dein Herz wird fen. Da berief Herobes die sich wundern und ausbreiten, Weisen heimlich, und erlernte wenn sich die Menge am Meer mit Fleiß von ihnen, wenn der zu dir befehret, und die Macht Stern erschienen wäre; und der Heiden zu dir fommt. wieß sie gen Bethlehem, und Denn die Menge der Eameelen sprach: Ziehet bin, und forschet wird dich bedecken, die Läufer fleißig nach dem Kindlein; und aus Midian und Epha, sie wenn ihr es findet, so sagt mirs werden aus Saba alle kommen, wieder, daß ich auch komme, Gold und Weyrauch bringen, und es anbethe. Als sie nun und des Herrn Kob verkün den König gehöret hatten, zoa digen. gen sie hin. Und siehe der Stern, den fie im Morgenland Evang. Matth. 2, 1:12. gesehen hatten, ging vor a Jesus geboren war zu ihnen hin, bis daß er fam Bethlehem im Jüdischen und stand oben über, da das Lande, zu der Zeit des Königs Kindlein war. Da fie den Herodis, siehe, da kamen die Stern sahen, wurden sie Weisen vom Morgenland gen hoch erfreuet; und gingen in Jerusalem, und sprachen: Wo das Haus, und fanden das ist der neugeborne König der Kindlein mit Maria, feiner Juden? Wir haben seinen Mutter, und fielen nieder, und Stern gesehen im Morgenland, betheten es an, und thaten ihre und sind gekommen ihn anzu: Schätze auf, und schenkten ihm bethen. Da das der König He: Gold, Weyhrauch und Myrs rodes hörte, erschrak er, und rhen. Und Gott befahl ihnen im mit ihm das ganze Jerusalem; Traum, daß sie sich nicht solls und ließ versammlen alle Hohe: ten wieder zu Herodes lenken. priester und Schriftgelehrten Und zogen durch einen andern unter dem Volk; und erforschte Weg wieder in ihr Land. von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sag- Am 1. Sonntage nach ten ihm: zu Bethlehem im Epiphanias. Jüdischen Lande. Denn also steht geschrieben durch den Pro Epistel, Róm. 12, 1: 6. pheten: Und du Bethlehem im edh ermahne euch, lieben Füdiſchen Lande, bift neht nich Brüder, durch die Barms ten die kleinste unter den Fürslherzigkeit Gottes, daß ihn eure Leib er 12 Die Epistolischen u Leiber begebet zum Opfer, das er wäre unter den Gefährten; da lebendig, heilig und Gott und kamen eine Zagereise, und wohlgefällig sen, welches sey suchten ihn unter den Gefreunde ener vernünftiger Gottesdienst. ten und Bekanten. Und da sie ihn Und stellet euch nicht dieser nicht fanden, gingen sie wieders Welt gleich, sondern verändert um gen Jerusalem, und suchs euch durch Verneuerung eures ten ihn. Und es begab fich Sinnes, auf daß ihr prüfen nach dreyen Zagen, fanden sie möget, welches da sey der gute, ihn im Tempel sitzen mitten der wohlgefällige und der volls unter den Lehrern daß er ihs kommne Gottes Wille. Denn nen zuhörte, und sie fragte. ich sage durch die Gnade, die Und alle, die ihm zuhörten, vers mir gegeben ist, jedermann un- wunderten sich seines Verstans ter euch, daß niemand weiter des und seiner Antwort. Und von ihm halte, denn sich es ge- da sie ihn sahen, entsezten sie bühret zu halten; sondern daß sich. Und seine Mutter ſprach er von ihm mäßiglich balte, ein zu ihm: Mein Sohn, warum jeglicher, nach dem Gott aus- hast du uns das gethan? Sies getheilet hat das Maas des he, dein Vater und ich haben Glaubens, Denn gletcher dich mit Schmerzen gefucht. Welfe, als wir in einem Lelbe Und er sprach zu ihnen; Was viele Glieder haben, aber alle ifts, daß ihr mich gesucht habt? Glieder nicht einerley Geschäfte Wist ihr nicht, daß ich ſeyn haben; also find wir viel ein muß in dem, daß meines Vas Leib in Chrifto, aber unter ein- ters ist? Und sie verstanden ander ist einer des andern Glied, das Wort nicht, das er mit und haben mancherley Gaben, ihnen redete. Und er ging mit nach der Gnade die uns gege: ihnen hinab, und kam gen Nas ben iffa zareth, und war ihnen unters jo prethan. Und seine Mutter bes Evangelium, Luc. 2, 41-52. bielt alle diese Worte in ihrem Refu Eltern gingen alle Jahre Herzen. Und Jesus nahm zu gen Jerusalem auf das an Weisheit, Alter und Gnade Ofterfest. Und da er zwölf bey Gott und den Menschen. Jahre alt war, gingen fie binauf gen Jerusalem, nach Ge Am 2.Sonntag nach Epiph. wohnheit des Festes. Und da die Zage vollendet waren, und Epistel, Nom. 12, 6, 16. fie wieder zu Hause gingen; ir haben mancherley Gas Wir blich das Kind Jefus zu Jeru- ben, nach der Gnade die falem, und seine Eltern wusten uns gegeben ist. Hat jemand es nicht. Sie meinten aber, Weiffas und Evangelischen Terte. 13 Weisfagung, so sen sie dem haben nicht Wein. Jesus spricht Glauben ähnlich. Hat jemand zu ihr: Weib, was habe ich ein Umt, so warte er des Amts. mit dir zu schaffen? Meine Lehrt jemand, so warte er der Stunde ist noch nicht gekomLehre. Ermahnt jemand, so men. Seine Mutter spricht warte er des Ermahnens. Giebt zu den Dienern: Was er euch jemand so gebe er einfältiglich. sagt das thut. Es waren aber Regiert jemand, so sey er forg- allba sechs steinerne Wafferkrüs fältig. Uebet jemand Barm ge gesezt, nach der Weise der herzigkeit, so thue er es mit jüdischen Reinigung; und gins Luft. Die Liebe sey nicht falsch. gen je in einen zwey oder drey Haffet das Arge, hangt dem Maas. Jesus spricht zu ihGuten an. Die brüderliche nen: Füllet die Wasserkrüge Liebe unter einander sey herz- mit Waffer. Und sie füllten lich. Einer komme den andern sie bis oben an. Und er mit Ehrerbietung zuvor. Send spricht zu ihnen: Schöpfet nicht trage was ihr thun sollt. nun, und bringt es dem Speis Send brünstig im Geift. femeister. Und sie brachten es. Schicket euch in die Zeit. Seyd Als aber der Speisemeister fo frölich in Hofnung, geduldig stete den Wein, der Wasser ges in Trubsal, haltet an am Ge- wesen war, und wußte nicht, beth. Nehmet euch der heiligen von wannen er fam( die Dies Nothdurft an. Herberget ger ner aber wusten es, die das he. Segnet die euch verfolgen; Waffer geschöpft hatten,) ruft fegnet und fluchet nicht. Freuet der Speisemeister den Bräutis euch mit den Frölichen, und gam, und spricht zu ihm: Sez weinet mit den Weinenden. dermann giebt zum ersten guten Habt einerley Sinn unter ein: Wein, und wenn sie trunken ander. Trachtet nicht nach ho- geworden sind, alsdenn den hen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. geringern; du haft den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Cana in Gas lilåa, und offenbarte seine Herrs eine Hochzeit zu Eana in lichkeit. Und seine Jünger Galiläa; und die Mutter Jesu glaubten an ihn. war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Am 3. Sonntage nach Hochzeit geladen. Und da es Epiphan. Evangelium, Joh. 2, 1:11. nd am dritten Lage ward Und am Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie Epistel, Rom. 12, 17:21. Haltet 14 Die Epistolischen Halt altet euch nicht selbst für ein Hauptmann zu ihm, der flug. Bergeltet niemand bat ihn, und sprach: Herr, Boses mit Bosem. Fleißiget mein Knecht liegt zu Hause, euch der Ehrbarkeit gegen je- und ist gichtbrüchig, und hat dermann. Ist es möglich, so große Qual. Jesus sprach viel an euch ist, so habt mit zu ihm: Ich will kommen, und allen Menschen Frieden. Rä- ihn gesund machen. Der Haupts chet euch selbst nicht, meine mann antwortete, und sprach: Liebsten, sondern gebet Raum Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach geheft; dem Zorn; denn es stehet geschrieben: die Rache ist mein, sondern sprich nur ein Wort, Ich will vergelten, spricht der so wird mein Knecht gesund. Herr. So nun deinen Feind Denn ich bin ein Mensch, dazu hungert, so speise ihn; dürftet der Obrigkeit unterthan, und ihn, so tränke ihn. Wenn du habe unter mir Kriegsknechte; das thust, so wirst du feurige noch wenn ich sage zu einem: Kohlen auf sein Haupt samm- Gehe hin, so geht er; und zum len. Laß dich nicht das Böse andern: Komm her, so komt überwinden, sondern überwin- er; und zu meinem Knecht: be das Böse mit Gutem. Thue das, so thut ers. Da das Jesus hörte, verwunderte er Evang. Matth. 8, 1 s 13. sich, und sprach zu denen die ihm nachfolgeten: Warlich, ich Da a Jesus vom Berge herab sage euch, solchen Glauben has ging, folgte ihm viellbe ich in Ffrael nicht gefunden. Volks nach. Und siehe, ein Aber ich sage euch: Viele wers Ausfähiger kam und bethete ihn den kommen vom Morgen und an, und sprach: Herr, so du vom Abend, und mit Abraham. willst, kannst du mich wohl reini- und Ifaac und Jacob im Himgen. Und Jesus strekte seine melreich sitzen. Aber die Kins Hand aus, rührte ihn an, und der des Reichs werden ausges fprach: ich will es thun, sey stoßen in die äusserste Finsters gereiniget. Und alsobald ward niß hinaus, da wird seyn Heus er von seinem Ausfaz rein. Und len und Zähnklappen. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, Jesus sprach zu dem Hauptfage es niemand; sondern gehe mann: Gehe hin, dir geschehe, hin, und zeige dich dem Prie- wie du geglaubet haft. Und ster, und opfre die Gabe, die sein Knecht ward gesund zu ders, Moses befohlen hat, zu einem selbigen Stunde. Zeugniß über sie. Da aber Jefus einging zu Capernaum, trat! Am und Evangelischen Terte. Am 4. Sonntage nach Epiphan. TS lift das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist! Am 5. Sonntage nach Epiphan. Epistel, Rom. 13, 8, 10. Epistel, Col. 3, 12-17. Send niemand nichts schul. dig, denn daß ihr euch unter einander liebet; denn ( o ziehet nun an, als die wer den andern liebt, der hat Außerwählten Gottes, bas Gesez erfüllet. Denn das Heiligen und Geliebten, herzda gesagt ist: Du sollst nicht liches Erbarmen, Freundlich ehebrechen; du sollst nicht tdd- keit, Demuth, Sanftmuth, Ger ten; du sollst nicht stehlen; du duld; und vertrage einer den follst nicht falsch Zeugniß geben; andern, und vergebet euch uns dich soll nichts gelüften; und ter einander, so jemand Klage so ein ander Gebot mehr ist; hat wider den andern; gleichdas wird in diesem Wort ver- wie Christus euch vergeben hat, faffet: Du sollst deinen Näch- also auch ihr. Ueber alles aber ften lieben, als dich selbst. Die ziehet an die Liebe, die da ist Liebe thut dem nächsten nichts das Band der Vollkommenheit. Boses. So ist nun die Liebe und der Friede Gottes regiere des Gesetzes Erfüllung. in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen send in einem. Evang. Matth. 8, 23:27. Leibe; und send dankbar. Laßt Gefus trat in ein Schiff, das Wort Christi unter euch und seine Jünger folgten reichlich wohnen in aller Weisihm. Und siehe, da erhob sich beit; lehret und ermahnet euch ein groß Ungestům im Meer, selbst mit Psalmen und Lobge= also, daß auch das Schifflein sfången, und geistlichen lieblichen mit Wellen bedeckt ward; und Liedern; und singet dem Herrn er schlief. Und die Sünger in eurem Herzen. Und alles, traten zu ihm, und wekten ihn was ihr thut mit Worten oder auf, und sprachen: Herr, hilf mit Werken, das thut alles in uns, wir verderben. Da sag- dem Namen des Herrn Jesu, te er zu ihnen: Ihr Kleingläu- und danket Gott und dem Was bigen, warum send ihr so furcht- ter durch ihn. Jefus sam? Und stand auf und brohete den Wind und Meer: da ward es ganz stille. Cesus legte ihnen ein ander Gleichniß vor, und sprach: derten sich, und sprachen: Was Das Himmelreich ist gleich eis I Die Menschen aber verwunnem be das Evang. Matth. 13, 24-30. 16 Die Epiftolischen nem Menschen, der guten Saa- sehen. Da er empfing von men auf seinen Acker fåete. Da Gott dem Vater Ehre und aber die Leute schliefen; kam Preis, durch eine Stimme, die sein Feind, und fåete Unkraut zu ihm geschahe von der großen zwischen den Weißen, und ging Herrlichkeit dermaßen: Dis ist davon. Da nun das Kraut mein lieber Sohn, an dem ich wuchs, und Frutht brachte; da Wohlgefallen habe. Und diese fand sich auch das Unkraut. Stimme haben wir gehört vom Da traten die Knechte zu dem Himmel gebracht, da wir mit Haußvater, und sprachen: ihm waren auf dem heiligen Herr, hast du nicht guten Saas Berge. Wir haben ein vestes men auf deinen Ucker gefået? prophetisches Wort, und ihe Woher hat er denn das Un- thut wohl daß ihr darauf ach fraut? Er sprach zu ihnen: tet, als auf ein Licht, das da Das hat der Feind gethan. scheint in einem dunkeln Ort, Da sprachen die Knechte: bis der Zag anbreche und der Willst du denn, daß wir hinge- Morgenstern aufgehe in euren hen, und es ausgåten? Er Herzen. Und das sollt ihr für sprach: Nein! auf daß ihr das erste wissen, daß keine nicht zugleich den Weitzen mit Weisfagung in der Schrift ges ausraufet, so ihr das Unkraut schiehet aus eigner Auslegung. ausgåtet. Laßt beydes mit Denn es ist noch nie keine Weiss einander wachsen, bis zu der sagung aus menschlichem Wils Ernte; und um der Ernte Zeit len hervorgebracht; sondern will ich zu den Schnittern fa- die heiligen Menschen Gottes gen: Sammlet zuvor das Un- haben geredet, getrieben von fraut, und bindet es in Bünd- dem heiligen Geist. lein, daß man es verbrenne; aber den Weißen sammlet mir in meine Scheuren. Evang. Matth. 17, 19. fnd nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrum, und Am 6. Sonntage nach Jacobum, und Johannem, seis Epiphan. nen Bruder; und führte sie beyseits auf einen hohen Berg. Epistel, 2 Petr. 1, 16:23. Und ward verklärt vor ihnen, ir haben nicht den klugen und sein Angesicht leuchtete wie euch fund gethan haben die wurden weiß, als ein Licht. Kraft und Zukunft unsers Herrn Und siehe, da erschienen ihnen Jefu Chrifti; sondern wir ha- Mose und Elias, die rebeten ben seine Herrlichkeit selbst ges mit ihm. Petrus aber ants wortete und Evangelischen Terte. 17 wortete, und sprach zu Jesu:[ gen? Und wer wird bestehen, Herr, hier ist gut seyn; wilst du, wenn er wird erscheinen? so wollen wir hier drey Hütten Denn er ist wie das Feuer eines machen, dir eine, Mofe eine, Goldschmids, und wie die Seiz und Elias eine. Da er noch fe der Wäscher. Er wird sizzen also redete, siehe, da überschat- und schmelzen, und das Silber tete sie eine lichte Wolke. Undjreinigen; er wird die Kinder fiche, eine Stimme aus der Levi reinigen und läutern, wie Wolke sprach: Die ist mein Gold und Silber: dann were lieber Sohn, an welchem ich den sie dem Herrn Speisopfer Wohlgefallen habe, den sollt ihr bringen in Gerechtigkeit; und hören. Da das die Jünger wird dem Herrn wohl gefallen höreten; fielen sie auf ihr An- das Speisopfer Juda und Jes gesicht, und erschracken sehr. rusalem, wie vorhin und vor Jefus aber trat zu ihnen, rühr- langen Jahren. Und ich will te sie an und sprach: Stehet zu euch kommen, und euch stras auf, und fürchtet euch nicht. fen, und ich will ein schneller Da sie aber ihre Augen aufho: Zeuge seyn wider die Zauberer, ben, fahen sie niemand denn Je: Ehebrecher und Meineidigen, fum allein. Und da sie vom und wider die, so Gewalt und Berge herab gingen, gebot ih Unrecht thun den Tageldhnern, hen Jesus, und sprach: Ihr Witwen und Waisen, und den follt dis Gesicht niemand sagen, Frembling drücken und mich bis des Menschen Sohn von nicht fürchten, spricht der Herr den Todten auferstanden ist. Zebaoth. Am Sefte der Darstellung Evangel. Luc. 2, 22= 324 Jefu im Tempel, oder der da die ihrer Reiz Unigung nach dem Gesetz Reinigung Maria. Epistel, Malachiá 3, 15 gen Jerusalem, auf das sie ihn Mose kamen; brachten sie ihm ( iehe, ich will meinen En- darstellten dem Herrn;( wie denn gel senden, der vor mir geschrieben steht in dem Gesch her den Weg bereiten soll. Und des Herrn: Allerley Männz bald wird kommen zu seinem lein, das zum ersten die Muts Tempel der Herr, den ihr sus ter bricht, soll dem Herrn ges het, und der Engel des Bun- heiliget heiffen,) und daß sie gà des, des ihr begehret. Siehe, ben das Opfer, nachdem gesagt er komt, spricht der Herr Zeift im Gefeß des Herrn, ein baoth. Wer wird aber den Paar Turteltauben, oder zwo Lag seiner Zukunft erleiden md- junge Zauben. Und siehe, ein Mensch 18 Die Epistolischen Menfch war zu Jerusalem, wiffe; ich fechte alfo, nicht als mit Namen Simeon; und ders der in die Luft fireicht. Sons felbe Mensch war fromm und dern ich betäube meinen Leib, gottesfürchtig und wartete auf und zähme ihn, daß ich nicht den Trost Israels, und der bei den andern prebige, und selbst lige Geift war in ihm; und verwerflich werde. Ich will ihm war eine Antwort gewor: Euch aber, lieben Brüder, nicht den von dem heiligen Geist, er verhalten, daß unsere Våter follte den Tod nicht fehen, er find alle unter der Wolke gewes hätte denn zuvor den Christ sen, und sind alle durch das Meer des Herrn gesehen. Und kam gegangen; und sind alle unter aus Unregen des Geistes in Mofe getauft, mit der Wolke den Tempel. Und da die Eltern und mit dem Meer; und has das Kind Jesum in den Tem- ben alle einerley geistliche Speis pel brachten, daß fie für ihn se gegessen; und haben alle eis thaten, wie man pflegt nach nerley geistlichen Trank getruns dem Gefez; da nahm er ihn ken; sie tranken aber von dem auf feine Arme, und lobte Gott, geistlichen Fels, der mit folgte, und sprach: Herr, nun läsfest welcher war Chriftus. Über du beinen Diener in Frieden an ihrer vielen hatte Gott keinen fahren, wie du gesagt haft; Wohlgefallen; denn sie find denn meine Augen haben dei niedergeschlagen in der Wüste. nen Heiland gesehen, welchen bu bereitet haft vor allen Vol- Evang. Matth. 20, 1:16. as Himmelreich gleich einem Hausvater, der am 10, 1= 5. Morgen ausging, Arbeiter zu miethen in feinen Weinberg. Am Sonnt. Septuagesima.[ Und da er mit den Arbeitern Epistel, 1 Cor. 9, 24 27. eins ward um einen Groschen sum Zagelohn, fandte er sie in W iffet ihr nicht, daß die, so seinen Weinberg. Und ging in Schranken laufen, die aus um die dritte Stunde, und laufen alle, aber einer erlangt fahe andere an dem Markt das Kleinod? Lauft nun also, müssig stehen, und sprach zu daß ihr es ergreifet. Ein jeg- ihnen: Gehet ihr auch hin in licher aber, der da kämpft, ent- den Weinberg; ich will euch ges hält sich alles Dinges: jene ben, was recht ist. Und sie also, daß sie eine vergångliche gingen hin. Übermal ging er Krone empfangen; wir aber aus um die sechste und neunte eine unvergängliche. Ich laufe Stunde, und that gleich also. aber also, nicht als aufs unge. I Heiben, und zum Preis deines Bolks Israel. und Evangelischen Terte. 19 Um die elfte Stunde aber ging| tig bin? also werden die letzs er aus, und fand andere müssig ten die ersten, und die ersten stehen, und sprach zu ihnen: die letzten seyn. Denn viele Was stehet ihr hier den ganzen sind berufen, aber wenige sind Tag müssig? Sie sprachen zu auserwählet. ihm: Es hat uns niemand gedungen. Er sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg; und was recht seyn wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, ſprach der 12, 1-9. hr vertraget gerne die Nars ren, dieweil ihr klug send. des Weinberges zu seinem Ihr vertraget, so euch jemand Schaffner: Rufe die Arbeiter, zu Knechten macht, so euch jez und gieb ihnen den Lohn; und mand schindet, so euch jemand hebe an an den letzten, bis zu nimt, so cuch jemand trotzt, so den ersten. Da kamen, die um euch jemand in das Angesicht die elfte Stunde gedungen wa- streicht. Das sage ich nach ren, und empfing ein jeglicher der Unehre, als wären wir seinen Groschen. Da aber die schwach geworden. Worauf ersten famen, meinten sie, fie nun jemand kühn ist,( ich rede würden mehr empfangen; und in Thorheit) darauf bin ich fie empfingen auch ein jeglicher auch fühn. Sie sind Ebråer, seinen Groschen. Und da sie ich auch. Sie find Ifraeliter, den empfingen, murrten sie wie ich auch. Sie sind Abrahams der den Hausvater, und spras Samen, ich auch. Sie sind chen: Diese letzten haben nur Diener Chrifti;( ich rede thdreine Stunde gearbeitet, und du lich) ich bin wohl mehr. Ich haft sie uns gleich gemacht, die habe mehr gearbeitet, ich habe wir des Tages Last und Hizze mehr Schläge erlitten, ich bin getragen haben. Er antwor- öfters gefangen, oft in Todess tete aber, und sagte zu einem dthen gewesen. Von den Juunter ihnen: Mein Freund, den habe ich fünfmal empfanich thue dir nicht unrecht. Bist gen vierzig Streiche weniger du nicht mit mir eins gewor- eins. Ich bin dreymal gestäuden um einen Groschen? Nim, pet, einmal gesteiniget, dreywas dein ist, und gehe hin. Ich mal habe ich Schiffbruch erlits will aber diesen letzten geben, ten, Tag und Nacht habe ich gleichwie dir. Ober habe ich zugebracht in der Liefe( des nicht Macht zu thun, was ich Meers.) Ich bin oft gereis will, mit dem Meinen? Siehst set; ich bin in Gefahr gewes du darum scheel, daß ich so gu- sen zu Wasser, in Gefahr unter ( 2) 2 den 10 2m Sonnt. Seragesima.. Epistel, 2 Cor. 11, 19-33 Die Epistolischen den Mördern, in Gefahr, unter kenne denselbigen Menschen, den Juden, in Gefahr unter( ob er in dem Leibe, oder auffer den Heiden, in Gefahr in den dem Leibe gewesen ist, weiß ich Städten, in Gefahr in der Wü- nicht; Gott weiß es.) Er ward ste, in Gefahr auf dem Meer, entzückt in das Paradies, in Gefahr unter den falschen und hörte unaussprechliche Brüdern; in Mühe und Ar: Worte, welche kein Mensch fas beit, in viel Wachen, in Hun gen kann. Dason will ich mich ger und Durst, in viel Fasten, rühmen; von mir selbst aber in Frost und Bldge; ohne was will ich mich nichts rühmen, sich sonst zuträgt, nemlich, daß ohne meiner Schwachheit. Und ich täglich werde angelaufen so ich mich rühmen wollte, thate und trage Sorge für alle Ge ich darum nicht thörlich; denn meinen. Wer ist schwach, und ich wollte die Wahrheit sagen. ich werde nicht schwach? Wer Jch enthalte mich aber deß, wird geärgert, und ich brenne auf daß nicht jemand mich hös nicht? So ich mich je rühmen her achte, denn er an mir fies foll, will ich mich meiner het, oder von mir höret. Und Schwachheit rühmen. Gott auf daß ich mich nicht der hoe und der Vater unsers Herrn hen Offenbarung überhebe, ist Jefu Chrifti, welcher sey gelo: mir gegeben ein Pfahl ins bet in Ewigkeit, weiß, daß ich Fleisch, nemlich des Satans nicht lüge. Zu Damasco der Engel, der mich mit Fäustent Landpfleger des Königs Areta schlage, auf daß ich mich nicht berwahrte die Stadt der Da- überhebe. Dafür ich dreymal mascer, und wollte mich grei: dem Herrn geflehet habe, daß fen; und ich ward in einem er von mir wiche. Und er hat Korbe zum Fenster aus durch zu mir gesagt: Laß dir an meis die Mauer niedergelassen, und ner Gnade genügen, denn mets entrann aus feinen Händen. ne Kraft ist in den Schwachen Es ist mir ja das Rühmen måchtig. Darum will ich mich nichts nuke, doch will ich kom: am allerlebsten rühmen meiner men auf die Gesichte und Of Schwachheit, auf daß die Kraft fenbarungen des Herrn. Ich Christi ben mir wohne. tenne einen Menschen in Chri Evangelium, Luc. 8, 4-15, fto vor vierzehn Jahren,( ift er nun viel Volfs ben eins ich es nicht, aber intet augerbete, und aus den dem Leibe gewesen, so weiß ich Städten zu ihm eilten, ſprach es auch nicht: Gott weiß es,) er durch ein Gleichniß: Es derfelbige ward entzückt bis in ging ein Sdemann aus zu såen den dritten Himmel. Und ich feinen und Evangelischen Terte. 21 feinen Samen; und indem er so es hören, und gehen hin uns fåete, fiel etliches an den Weg, ter den Sorgen, Reichthum und ward vertreten, und die und Wollust dieses Lebens, und Vögel unter dem Himmel ersticken, und bringen keine fraßen es auf. Und etliches Frucht. Das aber auf dem fiel auf den Fels; und da es guten Lande, sind die das Wort aufging, verdorrte es, darum hören und behalten in einem deß es nicht Saft hatte. Und feinen guten Herzen, und brins etliches fiel mitten unter die gen Frucht in Geduld. Dornen; und die Dornen gin: gen mit auf, und erstickten es. AmSonnt. Quinquagesima Und etliches fiel auf ein gutes oder Estomihi. Land; und es ging auf, und trug hundertfältige Frucht. Da Epistel, 1 Cor. 13, 1. 13. er das sagte, rief er: Wer enn ich mit Menschens Ohren hat zu hören, der höre! und mit Engelzungen Es fragten ihn aber seine redete, und hätte der Liebe Jünger, und sprachen, was die nicht; so wär ich wie ein tos ses Gleichniß wäre? Er aber nendes Erz, oder eine klingens sprach: Euch ist es gegeben, de Schelle. Und wenn ich weiss zu wissen das Geheimniß des sagen könnte, und wüste alle Ges Reichs Gottes; den andern heimnisse, und alle Erkenntniß, aber in Gleichnissen, daß sie es und hätte allen Glauben, also, nicht sehen, ob sie es schon se: daß ich Berge versezte; und ben, und nicht verstehen, ob sie hätte der Liebe nicht, so wäre es schon hören. Das ist aber ich nichts. Und wenn ich alle das Gleichniß: Der Same ist meine Habe den Armen gåbe, das Wort Gottes. Die aber und ließe meinen Leib brennen; an dem Wege sind, das sind, und hätte der Liebe nicht: so die es hören; darnach fomt der wäre mir es nichts nüße. Die Teufel, und nimt das Wort von Liebe ist langmüthig und freund. ihrem Herzen, auf daß sie nicht lich, die Liebe eifert nicht, die glauben und selig werden. Liebe treibt nicht Muthwillen, Die aber auf dem Fels, sind sie blehet sich nicht, sie stellt sich die, wenn sie es hören, neh nicht ungeberdig, sie sucht nicht men sie das Wort mit Freuden das Ihre, fie läßt sich nicht ers an; und die haben nicht Wur: bittern, sie trachtet nicht nach zel, eine Zeitlang glauben sie, Schaden, sie freuet sich nicht und zu der Zeit der Anfechtung der Ungerechtigkeit, fie freuet fallen sie ab. Das aber uns sich aber der Wahrheit, fie verter die Dornen fiel, sind die, trågt alles, fie glaubet alles, ( 2) 3 fie 22 Die Epistolischen fie hoffet alles, fie duldet alles. er wieder auferstehen. Sie aber Die Liebe hört nimmer auf, so vernahmen der feines, und die doch die Weiffagungen aufhö- Rede war ihnen verborgen, ren werden, und die Spra- und wusten nicht, was das ges chen aufhören werden, und das fagt war. Es geschahe aber, Ertentniß aufhören wird. Denn da er nahe zu Jericho fam, unser Wiffen ist Stückwerk, fag ein Blinder am Wege, und und unfer Weissfagen ist Stück bettelte. Da er aber hörte das wert. Wenn aber kommen wird Volk, das durchhin ging, forsch das Bollkommne, so wird das te er, was das wäre. Da vers Stückwerk aufhören. Da ich fündigten fie ihm, Jefus von ein kind war, barebete ich wie Nazareth ginge vorüber. Und ein Kind, und war flug wie ein er rief und sprach: Jesu, du Kind, und hatte lindische An- Sohn Davide, erbarme dic schläge; da ich aber ein Mann meiner. Die aber vorne an ward, that ich ab, was findisch gingen, bedroheten ihn, er follte war. Wir seben jezt durch ei- schweigen. Er aber schrie viels nen Spiegel in einem dankeln mehr: Du Sohn Davids, ers Wort; dann aber von 2nge: barme dich meiner. Jesus aber ficht zu Angeficht. Jest er: stand still, und hieß ihn zu sich kenne ich es stückweise; dann führen. Da sie ihn aber nahe aber werde ich es erkennen, bey ihn brachten, fragte er ihn, gleichwie ich erkannt bin. Stun und sprach: Was willst du, aber bleibt Glaube, Hofnung, daß ich dir thun soll? Er sprach: Liebe, diefe brey; aber die Lie: Herr, daß ich sehen möge. Und be ist die größefte unter ihnen. Jesus sprach zu ihm: Sey se hend; bein Glaube hat dir ges Evang. Luc. 18, 31, 43. holfen. Und alsobald ward er Crefus nahm zu sich die fehend, und er folgte ihm nach zwölfe, und sprach zu ih. jund pries Gott. Und alles nen: Seht, wir gehen hinauf Volk, das solches sahe, lobete gen Jerufalem, und es wird Gott. alles vollendet werden, das ges schrieben ist durch die Prophe: Um Sest der Verkündigung ten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet Maria. werden den Heiden; und er Epiftel, Jefaiå 7, 10 15. wird verſpottet, und geſchmånd der Herr redete abermal zu und sprach: fie werden ihn geiffeln und tdd: Fordre dir ein Zeichen vom ten; und am dritten Zage wird Herrn, deinem Gott, es sey und werden: und unten uno evangenen Ees unten in der Hölle, oder dro:/ deß Namen sollst du Jesus heiss ben in der Höhe. Aber Ahas sen. Der wird groß, und ein sprach: Ich will es nicht for: Sohn des Höchsten genannt dern, daß ich den Herrn nicht werden, und Gott der Herr versuche. Da sprach er: Wolan, wird ihm den Stuhl seines Vas so boret ihr vom Hause Da- ters Davids geben; und er vids: Ist es euch zu wenig, wirb ein König seyn über das daß ihr die Leute beleidiget, Haus Jacob ewiglich, und seis ihr müßt auch meinen Gott be: nes Königreichs wird kein Ende leidigen? Darum so wird euch seyn. Da sprach Maria zu der Herr selbst ein Zeichen ge- dem Engel: Wie soll das zuben: Siehe, eine Jungfrau ist gehen? Sintemal ich von keischwanger, und wird einen nem Maune weiß. Der Engel Sohn gebåren, den wird sie antwortete und sprach zu ihr: heiffen Immanuel. Butter und Der heilige Geift wird über Honig wird er effen, daß er dich kommen, und die Kraft wisse Boses zu verwerfen und des höchsten wird dich übers Gutes zu erwählen. schatten; darum auch daß Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn ges nannt werden. Und siehe, Elis der Engel Gabriel gefandt sabeth, deine Gefreundte, ist von Gott in eine Stadt in Ga- auch schwanger mit einem lilda die heißt Nazareth, zu ei: Sohn, in ihrem Alter; und ner Jungfrau, die vertrauet geht jezt im sechsten Monat, war einem Mann, mit Namen die im Geschrey ist, daß sie uns Joseph, vom Hause Davids; fruchtbar sey. Denn bey Gott und die Jungfrau hieß Maria. ist kein Ding unmöglich. Mas Und der Engel kam zu ihr hin- ria aber sprach: Siehe, ich ein, und sprach: Gegrüsfest bin des Herrn Magd; mir ges feyst du holdselige, der Herr schehe, wie du gesagt haft. ist mit dir, du Gebenedeyete Und der Engel schied von ihr. unter den Weibern. Da fie Evangelium, Luc. 1, 26-38. nd im sechsten Monat ward aber ihn sahe: erschrak sie über Am 1. Sonnt. in der Saften, seine Rede, und gedachte: oder Invocavit. Welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte Epistel, 2 Cor. 6, 1. 10. dich nicht, Maria, du haſt Gna- Wir mithelfer, euch, als de bey Gott gefunden. Siehe, das ihr du wirst schwanger werden im nicht vergeblich die Gnade Leibe, und einen Sohn gebären, Gottes empfanget. Denn er ( 2) 4 spricht: Die Epistolischen spricht: Ich habe dich in der versucht würde. Und da er angenehmen Zeit erhöret, und vierzig Tage und vierzig Nächte habe dir am Tage des Heils gefastet hatte, hungerte ihn. geholfen. Seht, jezt ist die ange: Und der Versucher trat zu ihm, nehme Zeit, jezt ist der Tag des und sprach: Bist du Gottes Heils Laßt uns aber nie: Sohn, so sprich, daß dieſe mand irgend ein Aergerniß ge- Steine Brod werden. Und ben, auf daß unser Amt nicht er antwortete, und sprach: Es verlästert werde. Sondern in steht geschrieben: Der Mensch allen Dingen laßt uns bewei- lebt nicht vom Brod allein; fen, als die Diener Gottes, in sondern von einem jeglichen großer Geduld, in Trübfalen, Wort, das durch den Mund in Ndthen, in Nengsten, in Gottes geht. Da führte ihn Schlägen, in Gefängniffen, in der Teufel mit sich in die heis Aufruhren, in Arbeit, in Wa- lige Stadt, und stellte ihn auf chen, in Faften, in Keuschheit, die Zinne des Tempels, und in Erkenntniß, in Langmuth, sprach zu ihm: Bist du Gottes in Freundlichkeit, in dem hei: Sohn, so laß dich hinab; denn ligen Geist, in ungefärbter Lie- es steht geschrieben: Er wird be, in dem Wort der Wahrheit, seinen Engeln über die Befehl in der Kraft Gottes, durch thun, und sie werden dich auf Waffen der Gerechtigkeit, zur den Händen tragen, auf daß du Rechten und zur Linken; durch deinen Fuß nicht an einen Stein Chre und Schande, durch böse stoßest. Da sprach Jesus zu Gerüchte und gute Gerüchte; ihm: Wiederum steht auch ges als die Verführer, und doch schrieben: Du sollst Gott, deis wahrhaftig: als die Unbekan- nen Herrn, nicht versuchen. ten, und doch bekannt; als die Wiederum führte ihn der Zeus Sterbenden, und fiche, wir fel mit sich auf einen sehr hohen leben; als die Gezüchtigten, und Berg, und zeigte ihm alle Reis doch nicht ertödtet; als die che der Welt und ihre Herrlichs Traurigen, aber allezeit fris feit; und sprach zu ihm: Dis lich; als die Armen, aber die alles will ich dir geben, so doch viele reich machen; als du niederfällst, und mich ans die nichts inne haben, und bethest. Da sprach Jesus zu doch alles haben. ihm: Hebe dich weg von mir, Evangel. Matth. 4, III. ben: Du sollst anberhen Gott, Satan; denn es steht geschries a ward Jesus vom Geist deinen Herrn, und ihm allein auf daß er von dem Teufel Teufelz und siehe, da traten bie uno evangenschen erre. 25 die Engel zu ihm, und diens erbarme dich meiner; meine ten ihm. Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete Am 2. Sonnt. in der Saften ihr kein Wort. Da traten zu oder Reminiscere. ihm seine Jünger, baten ihn, und sprachen: Laß sie doch von Epistel, 1 Theffal. 4, I 7. dir, denn sie schreyet uns nach. Lieben Brüder, wir bitten Er antwortete aber, und ſprach: euch, und ermahnen in dem Jch bin nicht gefandt, denn nur Herrn Jesu, nachdem ihr von zu den verlornen Schafen von uns empfangen habt, wie ihr dem Hause Israel. Sie kant follt wandeln und Gott gefallen, aber, und fiel vor ihm nieder, daß ihr immer völliger wer- und sprach: Herr, hilf mir. det. Denn ihr wißt, welche Aber er antwortete, und sprach: Gebote wir euch gegeben ha: Es ist nicht sein, daß man den ben, durch den Herrn Jesum. Kindern ihr Brodt nehme, und Denn das ist der Wille Gottes, werfe es für die Hunde. Sie eure Heiligung, daß ihr meidet sprach: Ja, Herr; aber doch die Hurerey; und ein jeglicher effen die Hündlein von den unter euch wisse sein Faß zu Brosamlein, die von ihrer Hers behalten in Heiligung und Eh ren Tische fallen. Da ants ren, nicht in der Luftfeuche, wie wortete Jesus, und sprach zu die Heiden, die von Gott nichts ihr: Weib, dein Glaube ist wissen; und daß niemand zu groß! dir geschehe, wie du willst. weit greife, noch vervortheile Und ihre Tochter ward gesund feinen Bruder im Handel: zu derselbigen Stunde. denn der Herr ist der Rächer über das alles, wie wir euch Am 3. Sonnt. in der Saften zuvor gesagt und bezeuget haoder Oculi. ben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, son: dern zur Heiligung. Evang. Matth.15, 21:28. Epistel, Ephef. 5, I= 9. o fend nun Gottes Nachs der, und wandelt in der Liebe, folger, als die lieben Kins uns hat nen, und entwich in die liebet, und sich selbst bargeges Gegend Tyrus und Sidon, Und ben für uns, zur Gabe und fiehe, ein Cananäisches Weib Opfer, Gott zu einen füffen ging aus derselbigen Grenze, Geruch. Hurerey aber und alle und schrie ihm nach, und sprach: Unreinigkeit, oder Geiz, laßt Uch Herr, du Sohn Davids, nicht von euch gesagt werden, ( 2) 5 wie Die Coironjahyen r wie den Heiligen zustebt; auch fällt über das andere. Jft denn schandbare Worte und Narren: der Satanas auch) mit ihm felbst theidinge, oder Scherz, welche uneins, wie will sein Reich bes euch nicht ziemen, sondern viel stehen? Dieweil ihr faget, ich mehr Danksagung. Denn dae treide die Teufel aus durch follt ihr wiffen, daß kein Hu: Beelzebub. So aber ich die rer, oder Unreiner, oder Geizi- Teufel durch Beelzebub aus ger( welcher ist ein Gößendie- treibe, durch wen treiben sie ner) Erbe hat an dem Reich eure Kinder aus? Darum wer: Chrifti und Gottes. Lagt euch den fie eure Richter feyn. Go niemand verführen mit vergeblich aber durch Gottes Finger lichen Worten; denn um dieser die Teufel austreibe, so komt Willen fomt der Zorn Gottes ie das Reich Gottes zu euchy, über die Kinder des Unglau- Wenn ein starker gewapneter bens. Darum fend ihr nicht seinen Pallast bewahrt, so bleibt thre Mitgenoffen. Denn ihr das Seine mit Frieden. Wenn waret weiland Finsterniß, nun aber ein Stårfererer über ihn aber send ihr ein Licht in dem komt, und überwinder ihn, so Herrn. Wandelt wie die kin nimt er ihm seinen Harnisch, der des Lichts. Die Frucht darauf er sich verließ, und theilt des Geiftes ist allerley Gütig- den Raub aus. Wer nicht keit, und Gerechtigkeit, und mit mir ist, der ift wider mich; Wahrheit. und wer nicht mit mir famlet, ber zerstreuet. Wenn der uns Evang. Euc. II, 14 28. faubre Geift von dem Menschen refus trieb einen Teufel aus, ausfährt, so durchwandelt er der war slumm. Und es dürre Ståtte, sucht Ruhe, und geschahe da der Teufel ausfuhr, findet ihrer nicht; so spricht er: da rebete der Stumme. Und ich will wieder umkehren in das Volk verwunderte sich. mein Haus, arauß ich gegans Etliche aber unter ihnen spra- gen bin, wenn er fomt, chen: Er treibt die Teufel aus fo findet er es mit Besemen durd) Beelzebub, den obersten gekehret und geschmücket. Dann der Teufel. Die andern aber geht er hin, und nimt fieben versuchten ihn, und begehrten Geister zu fich, die årger find ein Zeichen von ihm vom Him: denn er felbft: und wenn sie mel. Er aber vernahm ihre hinein kommen, wohnen sie da; Gedanken, und sprach zu ih: fund wird.hernach mit demselbis nen: Ein jegliches Reich, so gen Menschen ärger, denn vor es mit ihm selbst uneins wird, hin. Und es begab sich, da er das wird wüste, und ein Haus solches redete, erhob ein Weib im und Evangelischen Certe. 27 im Volk die Stimme, und Wir aber, lieben Brüder, sind sprach zu ihm: Selig ist der Ifaac nach, der Verheiffung Leib, der dich getragen hat, und Kinder. Aber gleichwie zu dec die Brüste, die du gesogen baft. Zeit, der nach dem Fleisch ges Er aber sprach: Ja, selig sind, boren war, verfolgte den, der die Gottes Wort hören und nach dem Geist geboren war; bewahren. also geht es jezt auch. Aber was spricht die Schrift? Stoßg oder Låtare. Am 4. Sonnt. in der Saften die Magd hinaus mit ihrem Sohn; denn der Magd Sohn foll nicht erben mit dem Sohn Epistel, Gal. 4, 21 31. berFreyen. So sind wir nun, lies ( aget mir, die ihr unter ben Brüder, nicht der Magd dem Gesez seyn wollt, Kinder, sondern der Freyen. habt ihr das Gesez nicht gehö: Eine andre Epiftel Sa ret? Denn es stehet geschrie: Rom. 8, 28- 39. ben, daß Abraham zween Söh: Wie Gottlieben, alle Dins ir daß denen, ne hatte; einen von der Magd, den andern von der Freyen. ge zum Besten dienen, die nach Aber der von der Magd war, dem Vorfaz berufen sind. Denn ist nach dem Fleisch geboren; welche er zuvor versehen hat, der aber von der Freyen, ist die hat er auch verordnet, daß durch die Verheiffung geboren. sie gleich seyn sollten dem Ebens Die Worte bedeuten etwos. bilde feines Sohnes, auf daß Denn das sind die zwey Te: derselbige der Erstgeborne sey stamente, eins von dem Berge unter vielen Brüdern. Welche Sina, das zur Knechtschaft er aber verordnet hat, die hat gebieret, welches ist die Agar. er auch berufen: welche er aber Denn Agar heißt in Arabia der berufen hat, die hat er auch Berg Sina, un langt bis gen gerecht gemacht: welche er aber Ferusalem, dazu dieser Zeit hat gerecht gemacht, die hat er ift, und ist dienstbar mit seinen auch herrlich gemacht. Was Kindern. Aber das Jerusa- wollen wir den hierzu sagen? lem, das droben ist, das ist die Fft Gott für uns, wer mag Freye; die ist unser aller Mut. wider uns seyn? Welcher auch ter. Denn es steht geschrie: feines eignen Sohnes nicht hat ben: Sey frdlich du Unfrucht verschenet, sondern hat ihn für bare, die du nicht gebierest, uns alle dahin gegeben; wie und brich hervor, und rufe, die sollte er uns mit ihm nicht alles du nicht schwanger bift; denn schenken? Wer will die Ausers die Einfame hat viel mehr Kin- wählten Gottes beschuldigen? der, denn die den Mann hat. Gott 28 Die Epiftolischen Gr Gott ist hier, der da gerecht Augen auf, und siehet, daß viel macht. Wer will verdammen? Volks zu ihm komt, und spricht Christus ist hier, der gestorben zu Philippo: Wo kaufen wir ist; ja vielmehr, der auch auf Brodt, daß diese essen?( Das erwecket ist, welcher ist zur sagte er aber ihn zu versuchen; rechten Gottes, und vertritt denn er wuste wohl, was er une. Wer will uns scheiden thun wollte.) Philippus ants von der Liebe Gottes? Trüb: wortete ihm: 3weyhundert fal? oder Angst? oder Verfol: Pfennig werth Brodts ist nicht gung? oder Hunger? oder genug unter fie, daß ein jeglia Blöße? oder Fährlichkeit? oder cher unter ihnen ein wenig nehs Schwerdt? Wie geschrieben me. Spricht zu ihm einer feis steht: Um deinetwillen wer: ner Jünger, Andreas, der Brus den wir getödtet den ganzen der Simonis Petri: Es ist ein Tag; wir sind geachtet wie Knabe hier, der hat fünf Gerz Schlachtschafe. Aber in dem stenbrode, und zween Fifche; allen überwinden wir weit, um aber was ist das unter so viele? deßwillen, der uns geliebet Jefus aber sprach: Schaffet, hat. Denn ich bin gewiß, daß daß sich das Volk lagere. Es weder Tod noch leben, weder war aber viel Gras an dem Engel noch Fürstenthum, noch Ort. Da lagerten sie sich bey Gewalt, weder Gegenwärtiges 5000 Mann. Jefus aber noch Zukünftiges, weder Ho- nahm die Brode, dankte, hes noch Tiefes, noch keine an- und gab sie den Jüngern, die dere Kreatur, mag uns schei: Sünger aber denen die fich) gcs den von der Liebe Gottes, die lagert hatten; deffelbigen gleis in Christo Jesu ist unserm chen auch von den Fischen, wie Herrn. viet er wollte. Da fie aber fatt Evangelium, Joh. 6, 115 gern: Sammlet die übrigen waren, sprach er zu seinen Füns & arnach fuhr Jefus weg über Brocken, daß nichts umkomme. an und füllten Tiberias in Galilåa. Und es zwölf Körbe mit Brocken, von zog ihm viel Bolks nach, darum den fünf Gerstenbroden, die daß sie die Zeichen saben, die überblieben benen, die geſpeis er an den Kranken that. Jesus set worden. Da nun die Mens aber ging hinauf auf einen fchen das Zeichen saben, das Berg, und fezte sich daselbst Fefus that, sprachen sie: Das mit seinen Jüngern. Es war ift warlich der Prophet, der aber nahe die Ostern, der Jus in die Welt kommen soll. Da den Fest. Da hob Jesus seine Jesus nun merkte, daß sie koms sic and men und Evangelischen Terte. 29 men würden, und ihn haschen, lift, das ist, die nicht also ges daß sie ihn zum König machbauet ist, die nicht durch der ten; entwich er abermal auf Bicke oder Kälber Blut, sonden Berg, er selbst alleine. dern er ist durch sein eignes Ein ander Evangelium. Blut einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Denn so Matth. 11, 25-30. 3⁰⁰ Du derselbigen Zeit antwor- Erldsung erfunden. te Jesus, und sprach: der Ochsen und der Böcke Blut, Jch preise dich, Vater und und die Asche von der Kub geHerr Himmels und der Erde, sprenget, heiliget die Unreinen daß du solches den Weisen und zu der Leiblichen Reinigkeit: Klugen verborgen hast, und haft Wie vielmehr wird das Blut es den Unmündigen geoffenba- Christi, der sich selbst ohne allen ret. Ja Vater, denn es ist also Wandel durch den heiligen wohlgefällig gewesen vor dir. Geist Gott geopfert hat, unser Alle Dinge sind mir übergeben Gewissen reinigen von den tod= pon meinem Vater. Und nie ten Werken, zu dienen dem les mand kennt den Sohn, denn bendigen Gott? und darum nur der Vater; und niemand ist er auch ein Mittler des neuen fennet den Vater, denn nur Testaments, auf daß durch den der Sohn, und wem es der Tod, so geschehen ist zur Erlde Sohn will offenbaren. Kommt sung von den Uebertretungen, her zu mir alle, die ihr mühse- die unter dem ersten Testament lig und beladen seyd, ich will waren, die, so berufen sind, das euch erquicken. Nehmt auf verheißne ewige Erbe empfahen. euch mein soch, und lernet von Evangel. Joh. 8, 46.59. mir; denn ich bin sanftmüthig welcher unter und von Herzen demüthig: foTeuch kann mich einer Sünde so resus werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist zeihen? So ich aber die Wahre sanft, und meine Last ist leicht. beit fage, warum glauber ihr mir nicht? Wer von Gott ist, Am 5. Sonnt. in der Saften der hört Gottes Wort: barum hdret ihr nicht, denn ihr seyd nicht von Gott. Da antwor= oder Judica. Epistel, Hebr. 9, 11= 15.steren die Juden, und sprachen Christus ist kommen, daß zu ihm: Sagen wir nicht recht, er sey ein Hoherpriester der daß du ein Samariter bist, und zukünftigen Güter, durch eine bast den Teufel? Jesus ants größere und vollkomnere Hütte, wortete: Ich habe keinen Teus die nicht mit der Hand gemacht fel; sondern ich ehre meinen Bater 30 Die Epistolischen Bater, und ihr unehret mich. Aber Jesus verbarg sich, und Ich suche nicht meine Ehre; ging zum Tempel hinaus. es ist aber einer, der fie sucht und richtet. Warlich, war- Am 6. Sonnt. in der Fasten lich, ich sage euch: So jemand oder Palmarum. mein Wort wird halten, der Epistel, Philipp. 2, 5:11. in jeglicher sey gesinnet, wie wird den Tod nicht sehen ewig lich. Da sprachen die Juden Jesus Christus auch war. zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel haft. Abra- Welcher, ob er wohl in göttlicher ham ist gestorben, und die Pro- Gestalt war, hielt er es nicht pheten, und du sprichst: So für einen Raub, Gott gleich jemand mein Wort hält, der seyn; sondern aufferte sich wird den Zod nicht schmecken selbst, und nahm Knechtsewiglich. Bist du mehr, denn Gestalt an, ward gleich wie unser Vater Abraham, welcher ein anderer Mensch, und an gestorben ist? und die Prophe- Geberden als ein Mensch erz ten sind gestorben. Was machst funden. Er niedrigte sich selbst, du aus dir selbst? Jesus ant- und ward gehorsam bis zum wortete: So ich mich selber Tode, ja zum Tode am Kreuz. ehre, so ist meine Ehre nichts. Darum hat ihn auch Gott ers Es ist aber mein Vater, der höhet, und hat ihm einen Naz mich ehret, welchen ihr spre- men gegeben, der über alle Nas chet, er sey euer Gott; und men ist: daß in dem Namen Fennet ihn nicht. Ich aber ken. Jesu sich beugen sollen alle des ne ihn, und so ich würde sagen, rer Knie, die im Himmel, und ich kenne ihn nicht, so würde auf Erden und unter der Erde ich ein Lügner, gleichwie ihr sind; und alle Zungen bekenfend. Aber ich kenne ihn, und nen sollen, daß Jesus Christus halte sein Wort. Abraham der Herr sey, zur Ehre Gottes euer Bater, ward froh, daß er des Vaters. meinen Tag sehen sollte; und er sahe ihn, und freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht funfzig Jahre alt, und haft Abraham gese1 Cor. 11, 23= 32. hen? Jesus sprach zu ihnen: ch hab es von dem Herrn Warlich, warlich, ich sage empfangen, das ich euch cuch): Ehe denn Abraham ward, gegeben habe. Denn der Herr bin ich. Da hoben sie Steine Jesus in der Nacht, da er vers auf, daß sie auf ihn würfen. rathen ward, nahm er das Brod, Am grünen Donnerstage. Jidher dants Evangelium. ( Siehe am 1. Advent.) und Evangelischen Terte. 3d dankte, und brach es, und Fuer Ruhm ist nicht fein. ist mein Leib, der für euch gebro- ein wenig Sauerteig den ganz then wird; solches thut zu mei- zen Zeig versäuert? Darum nem Gedächtniß. Deffelbigen feget den alten Sauerieig aus, gleichen auch den Kelch, nach auf daß ihr ein neuer Teig seyd, dem Abendmahl, und sprach: gleichwie ihr ungefänert fend. Dieser Kelch ist das neue Te- Denn wir haben auch ein Osters stament in meinem Blut; fol: lamm, das ist Chriftus, für uns dhes thut, so oft ihr es trinket, geopfert. Darum laßt uns zu meinem Gedächtniß. Denn Ostern halten, nicht im alten so oft ihr von diesem Brod Sauerteig, auch nicht im Sauers effet, und von diesem Kelch teig der Bosheit und Schalke trinket, sollt ihr des Herrn heit; sondern in dem Süßteig Lod verkündigen, bis daß er der Lauterkeit und der Wahrs tomt. Welcher nun unwür: heit. dig von diesem Brod ißt, oder von dem Kelch des Herrn Evangel. Marc. 16, 1-8. trinkt, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herrn. Der der Sabbath vergangen war, kauften Maria MagMenfch prüfe aber sich selbst, dalena, und Maria Jacobi und und also effe er von diesem Brod, Salome Specercy, auf daß sie und trinke von diesem Kelch. kämen und salbten ihn. Und Denn welcher unwürdig ist sie kamen zum Grabe an eis und trinkt, der ist und trinkt nem Sabbather sehr früh, da ihm selber das Gericht, damit, die Sonne aufging. Und sie daß er nicht unterscheidet den sprachen unter einander: Wer Leib des Herrn. Darum sind wälzt uns den Stein von des auch so viele Schwache und Grabes Thür? Und sie sahen Kranke unter euch, und ein gu- bahin, und wurden gewahr, tes Theil schlaffen. Denn so daß der Stein abgewälzet war: wir uns selber richteten, so wür- denn er war sehr groß. Und den wir nicht gerichtet. Wenn sie gingen hinein in das Grab, wir aber gerichtet werden, so und sahen einen Jüngling zur werden wir von dem Herrn gerechten Hand sitzen, der hatte züchtiget, auf daß wir nicht ein langes weisses Kleid an; samt der Welt verbamt werden. und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzet euch nicht. Ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; Epistel, 1 Cor. 5, 6, 8. er ist auferstanden, und ist nicht Am 1. Ostertage. hier. 32 Die Epistolischen hier. Siehe da, die Ståtte, 3eugen alles deß, das er gethan da sie ihn hinlegten. Gehet hat im Jüdischen Lande, und aber hin, und sagt es seinen zu Jerusalem. Den haben sie Jüngern, und Petro, daß er getödtet, und an ein Holz ges vor euch hingehen wird in Ga- hånget. Denselbigen hat Gott lilia; da werdet ihr ihn fe- auferwecket am dritten Tage, ben, wie er auch gesagt hat.jund ihn laffen offenbar werden, Und sie gingen schnell heraus, nicht allem Volk, sondern uns, und flohen von dem Grabe: den vorerwählten Zeugen von denn es war sie Zittern und Ent: Gott, die wir mit ihm gegessen fetzen angekommen, und sagten und getrunken haben, nachdem niemand nichts, denn sie furch- er auferstanden ist von den ten sich. dece 410 Todten. Am 2. Ofterstage. Evangel. Luc. 24, 13: 35+ Epistel, Apostelg. 10, 34-41. Und siehe, zween aus ihnen gingen an demselbigen etrus aber that seinen Mund Tage in ein Flecken, der war auf, und sprach: Nun er von Jerusalem sechzig Feldwe: fahre ich mit der Wahrheit, daß ges weit, des Name heißt Ems Gott die Person nicht ansiehet; mahus. Und sie vedeten mit fondern in allerley Volk, wer einander von allen diesen Ge ihn fürchtet und recht thut, der schichten. Und es geschahe, da ist ihm angenehm. Ihr wißt sie so redeten, und befragten wohl von der Predigt, die Gott sich mit einander; nahte Jesus zu den Kindern Israel gesandt zu ihnen, und wandelte mit hat, und verkündigen lassen den ihnen. Aber ihre Augen wur Frieden durch Jesum Christum, den gehalten, daß sie ihn nicht ( welcher ist einHerr über alles,) kannten. Er sprach aber zu ih die durch das ganze Jüdische nen: Was sind das für Reden, Land geschehen ist, und ange- die ihr zwischen euch handelt gangen in Galilåa, nach der unterweges, und seyb traurig? Taufe, die Johannes predigte: Da antwortete einer mit Rac Wie Gott denselbigen Jesus men Cleophas, und sprach zu von Nazareth gefalbet hat mit ihm: Bist du allein unter dett dem heiligen Geist, und Kraft; Fremdlingen zu Jerusalem, der der umhergezogen ist, und hat nicht wisse, was in diesen Ta wohl gethan und gesund gegen darinnen geschehen ist? macht alle, die vom Teufel Und er sprach zu ihnen: Wel überwältiget waren, denn Gott ches? Sie aber sprachen zu ihm: war mit ihm. Und wir sind Das von Jesu von Nazareth, wels und Evangelischen Texte. 33 welcher war ein Prophet, mäch-[ nahm er das Brod, dankte, tig von Thaten und Worten, vor brach es, und gab es ihnen. Gott und allem Volk; wie ihn Da wurden ihre Augen gedfe unsere Hohenpriester und Ober- net, und erkannten ihn. Und sten überantwortet haben zum er verschwand vor ihnen. Und Verdammniß des. Todes, und sie sprachen unter einander: gekreuziget. Wir aber hoften, Brannte nicht unser Herz in er sollte Ifrael erlösen. Und uns, da er mit uns rebete auf über das alles ist heute der dem Wege, als er uns die dritte Tag, daß solches gesche: Schrift öfnete? Und sie stanz hen ist. Auch haben uns er den auf zu derselbigen Stunde, schreckt etliche Weiber der Un- fehrten wieder gen Jerusalem, sern, die sind früh bey dem Gra- jund fanden die elfe versamlet, be gewesen, haben seinen Leib und die bey ihnen waren, welnicht gefunden, kommen und che sprachen: Der Herr ist sagen, sie haben ein Gesicht der wahrhaftig auferstanden, und Engel gesehen, welche sagen, er Simoni erschienen. Und sie lebe. Und etliche unter uns ginserzählten ihnen, was auf dem gen hin zum Grabe, und fanden Wege geschehen war, und wie es also, wie die Weiber sagten, er von ihnen erkannt wäre, an aber ihn fanden sie nicht. Und dem, da er das Brod brach. er sprach zu ihnen: Oihr Tho: ren und tråges Herzens, zu Am 1. Sonnt. nach Ostern. glauben alle dem, das die Propheten geredet haben; muste Epiftel, 1 Joh. 5, 4:10. nicht Chriftus folches leiden, lles was von Gott geboren und zu seiner Herrlichkeit ein- ist, überwindet die Welt; gehen? Und sing an von Mose und unser Glaube ist der Sieg, und allen Propheten, und legte der die Welt überwunden hat. ihnen alle Schriften aus, die Wer ist aber, der die Welt von ihm gesagt waren. Und überwindet, ohne der da glaubt, sie kamen nahe zum Flecken, daß Jesus Gottes Sohn ist? da sie hingingen: und er stellte Dieser ist es, der da kommt mit sich, als wolte er weiter gehen. Wasser und Blut, Jesus Chris Und sie nöthigten ihn, und stus; nicht mit Wasser allein, chen: Bleibe bey uns, sondern mit Wasser und Blut. denn es will Abend werden, und der Geist ist es, der da und der Tag hat sich geneiget. zeugt, daß Geist Wahrheit ist. Und er ging hinein, bey ihnen Denn drey sind die da zeugen zu bleiben. Und es geschahe, im Himmel: der Bater, das da er mit ihnen zu Tische saß; Wort, und der heilige Geist; ( 3) und 43 Die Epistolischen und diese drey sind eins. Und gesehen. Er aber sprach zu drey sind, die da zeugen auf ibnen: Es sey denn, daß ich in Erden: Der Geist, und das seinen Händen sehe die Nägels Wasser, und das Blut; und mahl, und lege meine Finger in die drey find beysammen So die Någelmahl, und lege meine wir der Menschen Zeugniß an: Hand in seine Seite, will ich es nehmen, so ist Gottes Zeug nicht glauben. Und über achtZas nig größer; denn Gottes Zeug ge waren abermal feine Jünger niß ist das, das er gezeuget darinnen, und Thomas mit ih hat von seinem Sohn. Wer nen. Komt Jesus, da die This da glaubet an den Sohn Got ren verschloffen waren, und tes, der hat solches Zeugniß trit mitten ein, und spricht: bey ihm. Friebe sey mit euch. Darnach spricht er zu Thoma: Reiche Evangel. Joh. 20, 19:31. beinen Finger her, und siehe m Abend aber desfelbigen meine Hände; und reiche deine verfamlet, und die Thüren ver: Seite; und sey nicht unglaubig, schlossen waren, aus Furcht vor sondern glaubig Thomas ants den Juden, kam Jesus, und wortete, und sprach zu ihm: trat mitten ein, und spricht zu Mein Herr, und mein Gott! ihnen: Friede sen mit euch. Spricht Jesus zu ihm: Dieweil Und als er das sagte, zeigte er du mich gesehen haft, Thoma, so ihnen, die Hände, und seine glaubest du. Selig sind, die Seite. Da wurden die Jün nicht sehen, und doch glauben. ger froh, daß sie den Herrn Auch viele andere Zeichen that sahen. Da sprach Jesus aber: Jesus vor seinen Jüngern, die. mal zu ihnen: Friede sey mit nicht geschrieben sind in diesem euch. Gleichwie mich der Vas Buch. Diese aber sind ges ter gesandt hat, fo fende ich schrieben, daß ihr glaubet, Jes euch. Und da er das sagte, fue sey Christ, der Sohn Gots bles er fie an, und spricht zu tes; und daß ihr durch den ihnen: Nehmet hin den heili Glauben das Leben habt in gen Geist: welchen ihr die feinem Namen. Sürde erlaffet, denen sind fie erlassen; und welchen ihr sie 2m 2. Sonnt. nach Ostern. bebaltet, denen sind sie behalten. Thomas aber, der zwölfen ei Epistel, 1 Petr. 2, 21-25, ner, der da heißt Zwilling, war azu seyd ihr berufen. Sins nicht bey ihnen, da temal auch ge D Da sagten die andern Jünger litten hat für uns; und uns zu ihm: Wir haben den Herrn! ein und Evangelischen Terte. 35 ein Vorbild gelassen, daß ihr nicht aus diesem Stall. Und follt nachfolgen seinen Fuß- dieselbigen muß ich herführen, tapfen; welcher keine Sünde und sie werden meine Stimme gethan hat, ist auch kein Be- hören, und wird eine Heerde trug in seinem Munde erfun- und ein Hirte werden. den; welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, 2m 3. Sonnt. nach Ostern. nicht drohete, da er litte, er stellte es aber dem heim, der da Epistel, 1 Petr. 2, 11:20. recht richtet. Welcher unsere Dieben Brüder, ich ermahne Sünden selbst geopfert hat an euch, als die Fremdlinge seinem Leibe, auf dem Holz, und Pilgrimme: Enthaltet auf daß wir, der Sünde abge- euch von fleischlichen Lüsten, forben, der Gerechtigkeit fe- welche wider die Seele streia ben; durch welches Wunden ten; und führet einen guten ihr fend heil geworden. Denn Wandel unter den Heiden, auf ihr waret wie die irrende Scha- daß die, so von euch afterreden, fe; aber ihr send nun bekehret als von Ulebelthätern, eure gute zu dem Hirten und Bischof eu- Werke fehen, und Gott preisen, ter Seelen. wenn es nun an den Zag kommen wird. Seyd unterthan Evangel. Joh. 10, 12:16. aller menschlichen Ordnung, bin ein guter Hirt. Ein um des Herrn Willen, es sey Jich für die Schafe. Ein Miethling oder den Hauptleuten, als den aber, der nicht Hirt ist, deß die Gesandten von ihm zur Rache Schafe nicht eigen sind, sicht über die Uebelthäter, und zu den Wolf kommen, und ver- Lob den Frommen. Denn das lißt die Schafe, und fliehet; ist der Wille Gottes, daß ihr und der Wolf erhaschet und mit Wohlthun verstopfet dieUns jerstreuet die Schafe. Der wissenheit der thörichten Mens Miethling aber fliehet; denn er fchen, als die Freyen, und nicht ist ein Miethling, und achtet der als hättet ihr die Freyheit zum Schafe nicht. Ich bin ein gu Deckel der Bosheit; sondern ter Hirt, und erkenne die Mei- als die Knechte Gottes. Thut nen, und bin bekannt den Mei- Ehre jedermann. Habt die nen; wie mich mein Vater Brüder lieb. Fürchtet Goti. kennet, und ich kenne den Va- Ehret den König. Ihr Knechter. Und ich lasse mein Leben te, send unterthan mit aller für die Schafe. Und ich habe Furcht den Herren, nicht allein noch andere Schafe, die sind den gütigen und gelinden, sons ( 3) 2 dern 36 Die Epistolischen dern auch den wunderlichen.| ret werden. Ein Weib, wenn Denn das ist Gnade, so je: sie gebieret, so hat sie traurige mand um des Gewissens wil- keit, denn ihre Stunde ist ges len zu Gott das Uebel verträgt, fommen; wenn sie aber das und leidet Unrecht. Denn was Kind geboren hat, denkt sie nicht ist das für ein Ruhm, so ihr mehr an die Angst, um der um Misfethat willen Streiche Freude willen, daß der Mensch leidet? Aber wenn ihr unWohl zur Welt geboren ist. Und ihr that willen leidet und erdultet, babt auch nun Traurigkeit; das ist Gnade bey Gott. aber ich will euch wieder sehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand Evangel. Joh. 16, 16:23 Ueber reber ein kleines, so werdet von euch nehmen. Und an dems ihr mich nicht sehen; und selbigen Tage werdet ihr mich aber über ein kleines, fo were nichts fragen. det ihr mich sehen: denn ich gehe zum Vater. Da sprachen Am 4. Sonnt. nach Ostern. etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, Epistel, Jac. I, 16. 21. das er sagt zu uns: Ueber ein rret nicht, lieben Brüder. kleines, so werdet ihr mich Alle gute Gabe, und alle nicht sehen, und aber über ein vollkommene Gabe komt von Fleines so werdet ihr mich se: oben herab, von dem Vater des hen, und daß ich zum Basilichts, bey welchem ist keine ter gehe? Da sprachen sie: Veränderung noch Wechsel des was ist das, das er sagt, über Lichts und Finsternis. Er hat ein kleines? Wir wissen nicht, uns gezeuget nach seinem Wils was er redet. Da merkte Je- len, durch das Wort der Wahrs sus, daß sie ihn fragen wollten, heit, auf daß wir wären Erst: und sprach zu ihnen: Davon linge seiner Creaturen. Darum, fragt ihr unter einander, daß lieben Brüder, ein jeglicher ich gesagt habe: Ueber ein Mensch sen schnell zu hören; kleines, so werdet ihr mich langsam aber zu reden, und nicht sehen, und aber über ein langsam zum Zorn. Denn des kleines, so werdet ihr mich se: Menschen Zorn thut nicht, was hen. Warlich, warlich, ich vor Gott recht ist. Darum so les fage euch: Fhr werdet weinen get ab alle Unjauberkeit und alle und beulen, aber die Welt wird Bosheit; und nehmet das Wort sich freuen; ihr aber werdet an mit Sanftmuth, das in traurig seyn, doch eure Trau- euch gepflanzet ist, welches rigkeit soll in Freude verkeh- kann eure Seelen felig machen. Evans ot uno Evangenschen exte. habe ich gesagt, er wird es von Evangelium, Joh. 16,5-15. dem Meinen nehmen, und euch nun Jun aber gehe ich hin zu verkündigen. JL dem, der mich gefandt bat; und niemand unter euch 2m 5 Sonnt. nach Ostern. fragt mich: Wo gehest du hin? Sondern, dieweil ich solches Epistel, Jac. 1, 22:27. zu euch geredet habe, ist euer( end aber Thåter des Herz voll Traurens geworden. Worts, und nicht Hös Aber ich fage euch die Wahr- rer allein, damit ihr euch selbst beit: Es ist euch gut, daß ich betrüget. Denn so jemand hingehe. Denn so ich nicht ist ein Hörer des Worts, und hingebe, so komt der Tröster nicht ein Thäter; der ist gleich nicht zu euch. So ich aber hins einem Mann, der sein leiblis gehe, will ich ihn zu euch sen ches Angesicht im Spiegel bes den. Und wenn derselbige schauet. Denn nachdem er sich kommt, der wird die Welt stra- beschauet hat; geht er von fen, um die Sünde, und um Stund an davon, und vergißt, die Gerechtigkeit, und um das wie er gestaltet war. Wer Gericht. Um die Sünde, daß aber durchschauet in das volls sie nicht glauben an mich. Um komne Gesez der Freyheit, und die Gerechtigkeit aber, daß ich darinn beharret: und ist nicht zum Vater gehe, und ihr mich ein vergeßlicher Hörer, sondern fort nicht sehet. Um das Ge- ein Thåter: derselbige wird richt, daß der Fürst dieser Welt selig feyn in seiner That. So gerichtet ist. Ich habe euch aber sich jemand unter euch noch viel zu sagen, aber ihr lågt dünken, er diene Gott; fönnt es jezt nicht tragen. und hält seine Zunge nicht im Wenn aber jener, der Geist der Saum, sondern verführt sein Wahrheit, fommen wird, der Herz: deß Gottesdienst ist eitel. wird euch in alle Wahrheit Ein reiner und unbefleckter leiten. Denn er wird nicht Gottesdienst vor Gott dem Vas von ihm selber reden; sondern ter ist der: die Waisen und was er hören wird, das wird Witwen in ihrer Trübfal befus er reden, und was zukünftig chen, und sich von der Welt ist, wird er euch verkündigen. unbefleckt behalten. Derselbige wird mich verklä, ren; denn von dem Meinen Evang. Joh. 16, 23:30. wird er es nehmen, und eucharlich, warlich, ich sage was euch: So ihr den Was Bater hat, das ist mein: darumlter etwas bitten werdet in meis ( 3) 3 nem 38 Die Epiftolischen men. nem Namen, so wird er es beyde zu thun und auch zu lehs euch geben. Bisher habt ihr ren, bis an den Tag, da er aufs nichts gebeten in meinem Nas genommen ward, nachdem er Bittet, so werdet ihr den Aposteln( welche er hatte nehmen, daß eure Freude volls erwählet) durch den heiligen kommen sey. Solches habe Geift Befehl gethan hatte. ich zu euch durch Sprichwort Welchen er sich nach seinem geredet. Es kommt aber die Leiden lebendig erzeiget hatte, Zeit, daß ich nicht mehr durch durch mancherley ErweisunSprichwort mit euch reden gen, und ließ sich sehen unter werde, sondern euch frey her: ihnen vierzig Tage lang, und aus verkündigen von meinem redete mit ihnen vom Reich Vater. An demselbigen Tage Gottes. Und als er sie vers werdet ihr bitten in meinem samlet hatte, befahl er ihnen, Namen. Und ich sage euch daß sie nicht von Jerusalem nicht, daß ich den Vater für wichen, sondern warteten auf euch bitten will: Denn er selbst, die Berbeiffung des Vaters, der Vater, bat euch lieb, darum, welche ihr habt gehöret,( sprach daß ihr mich liebet, und glaus er) von mir. Denn Johannes bet, daß ich von Gott ausge: hat mit Waffer getauft: Shr gangen bin. Ich bin vom aber sollt mit dem heiligen Vater ausgegangen, und ge: Geist getaufet werden, nicht kommen in die Welt; wiederum lange nach diesen Tagen. Die verlaffe ich die Welt, und gehe aber, so zusammen gekommen zum Dater. Sprechen zu ihm waren, fragten ihn, und spra feine Jünger: Siehe, nun re- chen: Herr, wirst du auf diese deft du frey heraus, und sagst Zeit wieder aufrichten das kein Sprichwort. Nun wiffen Reich Ifraels? Er sprach aber wir, daß du alle Dinge weisfest, zu ihnen: Es gebühret euch und bedarfst nicht, daß dich jes nicht zu wissen Zeit oder Stuns mand frage. Darum glauben de, welche der Vater seiner wir, daß du von Gott ausge: Macht vorbehalten hat; fon gangen bist. bern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird; und werdet meine Zeugen seyn daa und Samaria, und bis an zu Jerusalem, und in ganz Jus das der Und da gethan, lieber Theophile, er solches gesagt: ward er aufs von alle dem, das Jesus anfing, gehoben zusehens, und eine Wolle Am Tage der Himmelfahrt Chrifti. Epistel, Apostelg, I, I, II. uno evangementet. Wolke nahm ihn auf vor ihren aufgehoben gen Himmel, und Augen weg. Und als sie ihm fitzt zur rechten Hand Gottes. nachsaben, gen Himmel fab- Sie aber gingen aus, und prerend, siebe, da standen bey ih- digten an allen Orten; und nen zween Männer in weiffen der Herr wirkte mit ihnen, Kleidern, welche auch sagten: und bekräftigte das Wort durch) Ihr Männer von Galilåa, was mitfolgende Zeichen. ftehet ihr, und fehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher Am 6. Sonnt. nach Ostern. von euch ist aufgenommen gen Epistel, 1 Petr. 4, 8: 11. Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel S o fend nun måßig und fahren. nüchtern zum Gebeth. Vor allen Dingen aber habt Evangel. Marc. 16, 14:20. unter einander eine brünstige Liebe auch faffen, offenbarte er sich, der Sünden Menge. Seyd und schalt ihren Unglauben, gastfren unter einander ohne und ihres Herzens Härtigkeit, murmeln. Und dienet einans daß sie nicht geglaubet hatten der, ein jeglicher mit der Gabe, denen, die ihn gesehen hatten die er empfangen hat, als die auferstanden; und sprach zu guten Haushalter der manchers So jes ihnen: Gehet hin in alle Welt, ley Gnade Gottes. und prediget das Evangelium mand rede, daß er es rede als aller Creatur. Wer da glaus Gottes Wort. So jemand ein bet und getaufet wird, der wird Amt hat, daß er es thue als selig werden: wer aber nicht aus dem Vermögen, das Gott glaubt, der wird verdammet darreichet, auf daß in allen werden. Die Zeichen aber, die Dingen Gott gepriesen werde da folgen werden denen, die durch Jefum Christ, welchem da glauben, sind die: In met- sey Ehre und Gewalt von Ewigs nem Namen werden sie Teufel leit zu Ewigkeit. Amen. 16, 1-4. austreiben, mit neuen Zungen Evangelium, Joh. 15, 26. reden, Schlangen vertreiben; und fo fie etwas tödliches trin- men wird, welchen ich W aber Trifter koms fen, wird es ihnen nicht scha: ben, auf die Kranken werden euch senden werde vom Vater, fie die Hände legen, so wird es der Geist der Wahrheit, der beffer mit ihnen werden. Und vom Vater ausgeht; der wird der Herr, nachdem er mit ih- zeugen von mir. Und ihr nen geredet hatte; ward er werbet auch zeugen; denn ihr ( 3) 4 seyd De Epifionfayen 2 send von Anfang ben mir ge- ter dem Himmel ist. Da nun wesen. Solches habe ich zu die Stimme geschahe, kam die euch geredet, daß ihr euch nicht Menge zusammen, und wurden årgert. Sie werden euch in verstürzt: denn es hörte ein den Bann thun. Es komt aber jeglicher, daß sie mit seiner die Zeit, daß wer euch tödtet, Sprache redeten. Sie entsezs wird mennen, er thue Gott ei- ten sich aber alle, verwunders nen Dienst daran. Und sol- ten sich, und sprachen unter ches werden sie euch darum einander: Siehe, find nicht thun, daß sie weder meinen diese alle, die da reden, aus Vater noch mich erkennen. Galilda? Wie hören wir denn Aber solches habe ich zu euch ein jeglicher seine Sprache, geredet, auf daß, wenn die Zeit darinnen wir geboren find? kommen wird, daß ihr daran Parther, und Meder, und Elas gedenfet, daß ich es euch ge- miter, und die wir wohnen in fagt habe. Solches aber ha- Mesopotamia, und in Judda, be ich euch von Anfang nicht und Cappadocia, Ponto und gesagt; denn ich war bey euch. Asia, Phrygia und Pamphylia, Am 1. Pfingsttage. Egypten, und an den Enden der Libyen bey Eprenen, und Ausa länder von Rom, Juden und Judengenoffen, Creter und Epistel, Upoftelg. 2, 1 13 ls der Tag der Pfingsten Araber: wir hören sie mit uns Is erfüllet war, waran sie alle sern Zungen die großen Thaten einmüthig ben einander. Und Gottes reden. Sie entsezten es geschahe schnell ein Braufen sich aber alle, und wurden irre, vom Himmel, als eines gewal- und sprachen einer zu den ans tigen Windes, und erfüllte das dern: Was will das werden? ganze Haus, da sie faffen. Und Die andern aber hatten es ihs man sabe an ihnen die Zungen ren Spott, und sprachen: Sie zertheilet, als wären sie feurig. sind voll füffen Weins. Und er sezie sich auf einen jeg Evang. Joh. 14, 23. 31. lichen unter ihnen. Und wur: Wer den alle voll des heiligen Geier mich liebet, der wird ftes, und fingen an zu predi- mein Wort halten; und gen mit andern Zungen, nach mein Vater wird ihn lieben, dem der Geist ihnen gab aus- und wir werden zu ihm koma zusprechen. Es waren aber men, und Wohnung bey ihm Juden zu Jerusalem wohnend, machen. Wer aber mich nicht die waren gottesfürchtige Mån: liebt, der hålt meine Worte ner aus allerley Voll, das uns nicht. Und das Wort, das ihr höret, und evangelischen Certe. 41 höret, ist nicht mein; sondern und zu zeugen, daß er ist vers des Vaters, der mich gesandt ordnet von Gott ein Richter hat. Solches habe ich zu euch der Lebendigen und der Zobten. geredet, weil ich bey euch ge: Von diesem zeugen alle Pros wesen bin. Aber der Tröfter, pheten, daß durch seinen Nas der heilige Geist, welchen mein men alle, die an ihn glauben, Vater senden wird in meinem Vergebung der Sünden ems Namen, derselbige wird es euch pfangen sollen. Da Petrus alles lehren, und euch erinnern noch diese Worte redete, fiel alles deß, was ich euch gesagt der heilige Geift auf alle, die habe. Den Frieden lasse ich dem Wort zuhörten. Und die euch, meinen Frieden gebe ich Gläubigen aus der Beschneis euch. Nicht gebe ich euch, wie dung, die mit Petro gekoms die Welt giebt. Euer Herz er: men waren, entfezten sich, daß schrecke nicht, und fürchte sich auch auf die Heiben die Gabe nicht. Ihr habt gehöret, daß des heiligen Geistes ausges ich euch gesagt habe: Ich gehe goffen ward. Denn sie hörten, bin, und komme wieder zu euch. daß sie mit Zungen rebeten, Hättet ihr mich lieb, so würdet und Gott hoch priesen. Da ihr euch freuen, daß ich gesagt antwortete Petrus: Mag auch habe ich gehe zum Vater; jemand das Wasser wehren, denn der Vater ist größer, denn daß diese nicht getaufet werz ich. Und nun habe ich es euch den, die den heiligen Geift ems gesagt, ehe denn es geschiehet, lpfangen haben gleichwie auch auf daß, wenn es nun gefche- wir? Und befahl sie zu taufen ben wird, daß ihr glaubet. Sch in dem Namen des Herrn. werde fort mehr nicht viel mit euch reden; denn es komt der Evang. Joh. 3, 1621. Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber auf das ſo hat Gott die Welt ges A liebet, daß er seinen eins die Welt erkenne, daß ich den gebornen Sohn gab, auf daß Vater liebe, und ich also thue, alle die an ihn glauben, nicht wie mir der Vater geboten hat: verloren werden, sondern das steht auf, und laßt uns von ewige Leben haben. Denn hinnen gehen. Am 2. Pfingsttage. Epistel Apostg. 10, 44-48. Der er Herr hat uns geboten nicht gerichtet, wer aber nicht Gott hat feinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte; sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Ber an ihn glaubet, ber wird zu predigen dem Volk, glaubet, der ist schon gerichtet, ( 3) 5 denn 42 Ore Epiftolischen denn er glaubet nicht an den sprach zu ihm: Meister, wir Namen des eingebornen Soh- wissen, daß du bist ein Lehrer nes Gottes. Das ist aber das von Gott gekommen; denn Gericht, daß das Licht in die niemand kann die Zeichen thun, Welt gekommen ist; und die die du thust, es sey denn Gott Menfchen liebten die Finster, mit ihm. Jesus antwortete, niß mehr, denn das Licht, denn und sprach zu ihm: Warlich, ihre Werke waren bdse. Wer warlich, ich sage dir: Es Arges thut, der bagt das Licht, sen denn, daß jemand von und komt nicht an das Licht, neuem geboren werde, kann auf daß seine Werke nicht ge- er das Reich Gottes nicht se ftraft werden. Wer aber die hen. Nicodemus spricht zu Wahrheit thut, der komt an ihm: Wie kann ein Mensch das Licht, daß seine Werke of geboren werden, wenn er alt fenbar werden; denn sie sind ift? tann er auch wiederum in Gott gethan. Am Sonntag Trinitatis. Epiftel, Róm. 11, 33-36. in seiner Mutter Leib gehen, und geboren werden? Jesus antwortete: Barlich, warlich, ich fage dir: Es sey denn, daß jemand geboren werde aus dem welch eine Tiefe des Reich: Wasser und Geist, so kann er thums, beyde der Weis: nicht in das Reich Gottes kom heit und Erkenntniß Gottes! men. Was vom Fleisch gebos Wie gar unbegreiflich sind seine ren wird, das ist Fleisch: und Gerichte, und unerforschlich was vom Geift geboren wird, feine Wege! Denn wer hat des das ist Geist. Laß es dich nicht Herrn Ginn erfannt? Oder, wundern, daß ich dir gesagt wer ift fein Rathgeber gewe: babe: Ihr müßt von neuem fen? Ober, wer hat ihin etwas geboren werden. Der Wind zuvorgegeben, das ihm werde blåset, wo er will, und du wieder vergolten? Denn von börft sein Sausen wohl; aber du ihm, und durch ihn, und in weißfest nicht, von wannen er ( zu) ihm sind alle Dinge. Thm fomt, und wohin er fährt. fey Ehre in Ewigkeit. Amen. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geift geboren ift. Nicos Evangelium, Joh. 3, 1 15. demus antwortete, und sprach war aber ein Mensch uns zu ihm: Wie mag solches zu ter den Pharifäern, mit gehen? Jesus antwortete, und Namen Nicodemus, ein Obers sprach zu ihm: Bist du ein fter unter den Juden; der kam Meister in Israel, und weisfest zu Jesu bey der Nacht, und das nicht? Warlich, warlich, ich und Evangelifayen Certe. 43 ich sage dir: Wir reden, das baffet seinen Bruder; der ist wir wissen, und zeugen, was ein Lügner. Denn wer seinen wir gesehen haben; und ihr Bruder nicht liebt, den er sies nehmet unser Zeugniß nicht an. bet; wie kann der Gott lieben, Glaubet ihr nicht, wenn ich den er nicht siehet? Und dis euch von irdischen Dingen fa: Gebot haben wir von ihm, daß, ge; wie würdet ihr glauben, wer Gott liebet, daß der auch wenn ich euch von himmlischen seinen Bruder liebe. Dingen sagen würde? Und nie: mand fährt gen Himmel, denn Evangel. Luc. 16, 19:31. Gott der vom Himmel hernieder ge: Es war ein reicher Mann, kommen ist, nehmlich des Men: der kleidete sich in Purs schen Sohn, der im Himmel ist. pur und köstlicher Leinwand, Und wie Mose in der Wüste und lebte alle Zage herrlich eine Schlange erhöhet hat, und in Freuden. Es war aber also muß des Menschen Sohn ein Armer, mit Namen Lazaerhöhet werden, auf daß alle, rus, der lag vor seiner Thür die an ihn glauben, nicht ver: voller Schwären. Und bes loren werden, sondern das gehrte sich zu sättigen von den ewige Leben haben. Brodsamen, die von des Rei= chen Tische fielen; doch kamen Am 1. Sonnt. nach Trinit. die Hunde, und leckten ihm feine Schwären. Es begab Epistel, 1 Joh. 4, 16: 21. fich aber, daß der Arme starb, ott ist die Liebe: und wer und ward getragen von den in der Liebe bleibet, der Engeln in Abrahams Schooß. bleibt in Gott, und Gott in Der Reiche aber starb auch, ihm. Daran ist die Liebe vôl- und ward begraben. Als er lig bey uns, auf daß wir eine nun in der Hölle und in der Freudigkeit haben am Tage Qual war, hob er seine Aus des Gerichts; denn gleichwiegen auf, und fahe Abraham er ist, so sind auch wir in die von ferne, und Lazarum in seis ser Welt. Furcht ist nicht in nen Schooß, rief und sprach: der Liebe, sondern die völlige Vater Abraham, erbarme dich Liebe treibt die Furcht aus; meiner, und sende Lazarum, denn die Furcht hat Pein. Wer daß er das äusserste seines sich aber fürchtet, der ist nicht Fingers ins Waffer tauche, völlig in der Liebe. Laßt uns und fühle meine Zunge; denn ihn lieben; denn er hat uns ich leide Pein in dieser Flams erft geliebet. So jemand me. Abraham aber sprach: spricht; ich liebe Gott, und Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes 44 Ore Epiſtolischen Gutes empfangen haft in dei- Wer seinen Bruder haffet, der nem Leben, und Lazarus das ist ein Todschläger; und ihr gegen hat Bises empfangen; wiffet, daß ein Todschläger nun aber wird er getroftet, und nicht hat das ewige Leben bey du wirst gepeiniget. Und über ihm bleibend, daran haben wir das alles ist zwischen uns und erkannt die Liebe, daß er sein euch eine große Kluft bevestis Leben für uns gelaffen hat; get, daß die da wollten von und wir sollen auch das Leben binnen binab fahren zu euch, für die Brüder laffen. Wenn Pönnen nicht, und auch nicht aber jemand dieser Welt Güs von dannen zu uns herüber ter hat, und siehet feinen Brus fahren. Da sprach er: So der darben, und schließt fein bitte ich dich, Vater, daß du Herz vor ihm zu: wie bleibt die ihn sendest in meines Vaters Liebe Gottes bey ihm? Meine Haus; denn ich habe noch fünf Kindlein, laßt uns nicht lieben Brüder, daß er ihnen bezeuge, mit Worten, noch mit der auf daß sie nicht auch kommen Zunge; sondern mit der That an diesen Ort der Qual, und mit der Wahrheit. Abraham sprach zu ihm: Sie Evang. 14, 16 24Luc. haben Mose und die Propheten; laß fie dieſelbigen hören. Es war ein Mensch, der machs aber te ein großes Abraham; sondern wenn einer und lud viele dazu. Und sandte von den Todten zu ihnen gin- seinen Knecht aus zur Stunde ge, so würden sie Buße thun. des Abendmahls, zu sagen den Er sprach zu ihm: Hören fie Geladnen: Kommt, denn es ist Mose und die Propheten nicht, alles bereit. Und fie fingen fo werden sie auch nicht glau an alle nach einander sich zu ben, ob jemand von den Tods entschuldigen. Der erste ſprach ten auferstünde. zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und muß hinaus ges ben, und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und Epistel, 1 Joh. 3, 13-18. der andere sprach: Ich habe erwundert euch nicht, meine fünf Joch Ochsen gekauft, und 21m 2. Sonnt. nach Trinit I baffet. Wir wissen, daß wir hen; ich bitte dich, entschuldige aus dem Tode in das Leben ge: mich. Und der dritte sprach: kommen find; denn wir lieben Ich habe ein Weib genommen, die Brüder. Wer den Bruder darum kann ich nicht kommen. nicht liebet, der bleibt im Zode. Und der Knecht kam, und sagte das und Evangelischen Certe. 45 das seinem Herrn wieder. Dalist ihr. Selig send ihr, wenn ward der Hausherr zornig, euch die Menschen um meinet und sprach zu seinem Knecht: willen schmähen und verfolgen, Gehe aus bald auf die Straßen und reden allerley Uebels wiund Gaffen der Stadt, und der euch, so sie daran lugen. führe die Armen und Krüppel, Seyd frölich und getrost, es und Rahmen, und Blinden wird euch im Himmel wohl bes herein. Und der Knechtsprach: lohnet werden. Denn also haben Herr, es ist geschehen, was du sie verfolget die Propheten, die befohlen hast: es ist aber noch vor euch gewesen sind. Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knecht: Gehe aus auf die Landstraßen, und an die Am 3. Sonnt. nach Trinit. Bäune, und nöthige sie herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer feiner, die geladen find, mein Abendmahl schmecken wird. Epistel, 1 Petr. 5, 6:11. o demüthiget euch nun une ter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu feiner Zeit. Alle eure Sorge Ein ander Evangelium.werfet auf ihn: denn er sorgt für euch. Seyd nüchtern und Matth. 5, 3= 12. elig sind, die da geistlich wachet: denn euer Widersacher, arm sind; denn das Him der Teufel, gehet umber wie melreich ist ihr. Selig sind, ein brüllender Löwe, und sucht, die da Leid tragen; denn sie welchen er verschlinge. Dem follen getröstet werden. Selig widerstehet veft im Glauben; find die Sanftmüthigen; denn und wißt, daß eben dieselbigen fie werden das Erdreich besitzen. Leiden über eure Brüder in der Selig sind, die da hungert und Welt gehen. Der Gott aber bürstet nach der Gerechtigkeit; aller Gnade, der uns berufen denn sie sollen fatt werden. hat zu seiner ewigen HerrlichSelig sind die Barmherzigen; feit in Chrifto Jesu, derselbige denn sie werden Barmherzig wird euch, die ihr eine kleine teit erlangen. Selig sind, die Zeit leidet, vollbereiten, stärken, reines Herzens sind; denn sie fräftigen, gründen. Demselwerden Gott schauen. Selig bigen sey Ehre und Macht von find die Friedfertigen; denn Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. sie werden Gottes Kinder heiß Evangel. Luc. 15, 1: 10. sen. Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt wer: Es naheten aber zu ihm allers das bag Die Epiftolischen 40 daß sie ihn höreten. Und diel Pharifäer und Schriftgelehr: 2m 4. Sonnt. nach Trinit. ten murreten, und sprachen: Dieser nimt die Sünder an, Epistel, Rom. 8, 18 23. und ist mit ihnen. Er sagtelch halte es dafür, daß dies aber zu ihnen dis Gleichnis ser Zeit Leiden der Herrs und sprach: Welcher Menschlichkeit nicht werth sey, bie an ist unter euch, der hundert uns soll geoffenbaret werden. Schafe hat, und so er eines Denn daß ängstliche Harren verlieret, der nicht laffe die der Creatur wartet auf die neun und neunzig in der Wüste, Offenbarung der Kinder Gotz und hingehe nach dem verlor=[ tes. Sintemal die Creatur nen, bis daß er es finde? Und unterworfen ist der Eitelkeit, wenn er es gefunden hat, so ohne ihren Willen, sondern um legt er es auf seine Achseln mit, deß willen, der sie unterworfen Freuden. Und wenn er heim hat, auf Hofnung. Denn auch komt, ruft er seinen Freunden die Creatur frey werden wird und Nachbarn, und spricht zu von dem Dienst des vergångs ihnen: Freuet euch mit mir, lichen Wesens, zu der herrlis denn ich habe mein Schaf ge- chen Freyheit der Kinder Gots funden, das verloren war. Jch tes. Denn wir wissen, daß alle fage euch: Also wird auch Creatur sehnt sich mit uns, und Freude im Himmel seyn über ängstet sich noch immerdar. einen Sünder, der Buße thut, Nicht allein aber fie, sondern vor neun und neunzig Gerech- jauch wir selbst, die wir haben ten die der Buße nicht bedür- des Geistes Erstlinge, sehnen fen. Oder, welches Weib ist, uns auch bey uns selbst nach die zehen Groschen hat, so sie der Kindschaft, und warten auf der einen verlieret, die nicht unsers Leibes Erldsung. ein Licht das Haus, und suche mit Fleiß, Evangel. Luc. 6, 36- 42. bis daß arum D wenn ſie ihn gefunden hat, ruft wie auch euer Bater sie ihren Freundinnen und barmherzig ist. Richtet nicht, Nachbarinnen, und spricht: so werdet ihr auch nicht gerich Freuet euch mit mir, denn ich tet. Verdammet nicht, so wer: habe meinen Groschen gefundet ihr auch nicht verdammet. ben, den ich verloren hatte. Vergebet, so wird euch verges Also auch sage ich euch, wird ben. Gebet, so wird euch ges Freude seyn vor den Engeln geben. Ein voll, gedruckt, Gottes über einen Sünder, der gerüttelt und überflüssig Maaß Buße thut, wird und Evangelischen Terte. 47 wird man in euren Schooß ae: 1ge seine Zunge, daß sie nichts ben: Denn eben mit dem Böses rede, und seine Lippen, Maaß, da ihr mit meffet, wird daß sie nicht trügen. Er wende man euch wieder meffen. Und sich vom Bdsen, und thue Gus er sagte ihnen ein Gleichniß: tes; er fuche Frieden, und Mag auch ein Blinder einemljage ibm nach. Denn die Blinden den Weg weisen? Augen des Herrn sehen auf die Werden sie nicht alle beyde in Gerechten, und seine Ohren auf die Grube fallen? Der Jün ihr Gebeth; das Ungesicht aber ger ist nicht über seinen Mei- des Herrn siehet auf die da fter: wenn der Jünger ist wie Böses thun. Und wer ist, der sein Meister, so ist er vollkom- euch schaden könnte; so ihr dem men. Was siehest du aber ei: Guten nachkommet? Und ob nen Splitter in deines Bru- ihr auch leidet um der Gerech= ders Auge, und des Balkens tigkeit willen, so send ihr doch in deinem Auge wirst du nicht selig. Fürchtet euch aber vor gewahr? Oder wie kannst du ihrem Troßen nicht, und ers fagen zu deinem Bruder: Halt schrecket nicht. Heiliget aber still, Bruder, ich will den Split- Gott den Herrn in euren ter aus deinem Auge ziehen; Herzen. und du siehest selbst nicht den II. Am 5. Sonnt. nach Trinit. Epistel, 1 Petr. 3, 815 Balken in deinem Auge? Du Evangelium, Luc. 5, 1:11. Heuchler, ziehe zuvor den Bal- s begab sich aber, daß sich ken aus deinem und be das Volk zu ihm drang, siehe dann, daß du den Split- zu hören das Wort Gottes; ter aus deines Bruders Auge und er stand am See Genezas ziehest. reth. Und sahe zwey Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten, und wuschen ihre Netze: Trat er in der Schiffe eines, welches end allesamt gleich gesin: Simonis war, und bat ihn, net, mitleidig, brüderlich, daß er es ein wenig vom Lande barmherzig, freundlich. Ver- führete. Und er sezte sich, und geltet nicht Böses mit Bösem, lehrte das Bolk aus dem Schiff. oder Scheltwort mit Schelt Und als er hatte aufgehöret zu wort; sondern dagegen segnet, reden, sprach er zu Simon: und wißt, daß ihr dazu beru: Fahre auf die Hdhe, und werft fen seyd, daß ihr den Segen eure Netze aus, daß ihr einen beerbet. Denn wer leben will, 3ug thut. Und Simon ants und gute Lage sehen, der schweis wortete, und sprach zu ihm: Meia 48 Die Epiftolischen Meister, wir haben die ganze Missethat ist vergeben; denn Nacht gearbeitet, und nichts sie hat zweyfältiges empfanz gefangen; aber auf dein Wort gen von der Hand des Herrn, will ich das Netz auswerfen. um alle ihre Sünde. Es ist Und da sie das thaten, beschloss eine Stimme eines Predigers sen sie eine große Menge Fische, in der Wüste: bereitet dem und ihr Netz zerriß. Und sie Herrn den Weg, macht auf dem winkten ihren Gefellen, die im Gefilde eine ebene Bahn un andern Schiff waren, daß sie ferm Gott. Alle Thaler follen kamen, und hülfen ihnen ziehen. erhöhet werden, und alle Berge Und sie kamen, und füllten bey- und Hügel sollen geniedriget de Schiffe voll, also, daß sie werden, und was ungleich ist, funken. Da das Simon Pe- soll eben, und was höckricht trus sahe, fiel er Jesu zu den ist, soll schlecht werden: denn Knien, und sprach: Herr, gehe die Herrlichkeit des Herrn soll von mir hinaus, ich bin ein geoffenbaret werden; und alles fündiger Mensch. Denn es Fleisch mit einander wird see war ihn ein Schrecken angehen, daß des Herrn Mund kommen, und alle, die mit ihm redet. waren, über diesen Fischzug, den sie mit einander gethan Evangel. Luc. 1, 57.80. hatten: gleichen fnd Elisabeth kam ihre Zeit buch Facobum und Johannem, U daß fie gebären ſollte, und Und die Söhne Zebedai, Simonis fie gebar einen Sohn. Gesellen. Und Jesus sprach ihre Nachbarn und Gefreunde zu Simon: Fürchte dich nicht; ten hörten, daß der Herr große denn von nun an wirst du Barmherzigkeit an ihr gethan Menschen fangen. Und sie hatte, und freueten sich mit ihr. führten die Schiffe zu Lande, Und es begab sich am achten und verließen alles, und folg- Tage kamen sie zu beschneiden ten ihm nach. das Kindlein; und hießen ihn, nach seinem Vater, Zacharias. Aber seine Mutter antwortete, und sprach: Mit nichten, sons dern er soll Johannes heiffent. Und sie sprachen zu ihr: ist doch Fröffe röffet, tröstet mein Volk, niemand in deiner Freundschaft, spricht euer Gott; redet der also heisse. Und sie winke mit Jerufalem freundlich, und ten seinem Vater, wie er ihn prediget ihr, daß ihre Nitter wollte heissen lassen. Und er schaft ein Ende hat, denn ihre forderte ein Zäflein, schrieb, Am Tage Johannis des Taufers. Epistel, Jefaiá 40, I 5. und und Evangelischen Terte. 49 und sprach: Er heißt Johan: wirst vor dem Herrn hergehen, nes. Und sie verwunderten daß du seinen Weg bereitest; sich alle. Und alsobald ward und Erkenntniß des Heils ge= sein Mund und seine Zunge best seinem Volk, die da ist in aufgethan, und redete, und lob- Vergebung der Sünden; durch te Gott. Und es kam eine die herzliche Barmherzigkeit Furcht über alle Nachbarn: unsers Gottes, durch welund diese Geschichte ward alles che uns besucht hat der Aufruchtbar auf dem ganzen jüdi gang aus der Höhe, auf daß er schen Gebirge. Und alle, die erscheine denen, die da sitzen es hörten, nahmen es zu Herz im Finsterniß und Schatten zen und sprachen: was, meinst des Todes, und richte unsere du, will aus dem Kindlein wer: Füsse auf den Weg des Friedens. den? Denn die Hand des Und das Kindlein wuchs, und Herrn war mit ihm. Und sein ward stark im Geift, und war in Vater Zacharias ward des hei- der Wüste, bis daß er sollte hers ligen Geistes voll, weisfagete, vor treten vor das Volk Ifrael. und sprach: Gelobet fey der Herr, der Gott Israel, denn er Am Tage der heimsuchung hat besucht und erlöset sein Maria. Volk. Und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils, in dem Hause seines Dieners Davids. Epistel, Jesaia 11, 15. Es wird eine Ruthe aufgehen von dem hat durch den Mund seiner heili- und ein Zweig aus seiner Wurs gen Propheten: Daß er uns zel Frucht bringen; auf wel errettete von unsern Feinden, chem wird ruhen der Geist des und von der Hand aller, die Herrn, der Geist der Weisheit uns haffen; und die Barmher- und des Verstandes, der Geist zigkeit erzeigte unsern Vätern, des Raths und der Stärke, und gedachte an seinen heiligen der Geist der Erkenntniß und Bund, und an den Eid, den er der Furcht des Herrn. Und geschworen hat unserm Vater fein Riechen wird seyn in der Abraham, uns zu geben; daß Furcht des Herrn. Er wird wir, erlöset aus der Hand un- nicht richten, nach dem seine frer Feinde, ihm dieneten ohne Augen sehen, noch strafen, nach Furcht unser Lebenlang, in Hei- dem seine Ohren hören; son= ligkeit und Gerechtigkeit, die dern wird mit Gerechtigkeit ihm gefällig ist. Und du richten die Armen, und mit Kindlein wirst ein Prophet Gericht strafen die Elenden im des Höchsten heiffen: du Lande; und wird mit dem ( 4) Stabe 50 Die Epistolischen Stabe seines mundes die Erde der da mächtig ist, und deß schlagen, und mit dem Othem Name heilig ist. Und seine seiner Lippen den Gottlosen Barmherzigkeit währet immer tddten. Gerechtigkeit wird die für und für, bey denen, die ihn Gurt feiner Lenden seyn, und fürchten. Er übet Gewalt mit der Glaube die Gurt seiner seinem Arm, und zerstreuet die Nieren. hoffàrtig find in ihres Herzens Sinn. Er stößt die Gewaltis Evangel. Luc. 1, 39-56. gen vom Stuhl, und erhebet maria aber stund auf in den die Niedrigen. Die Hungris Maria Tagen, und ging auf gen füllet er mit Gütern, und das Gebirge Endelich, zu der läßt die Reichen leer. Er dens Stadt Judáa. Und kam in das ket der Barmherzigkeit, und Haus Zacharias, und grüßte hilft seinem Diener Ifrael auf; Elisabeth. Und es begab sich, wie er geredet hat unsern Våals Elisabeth den Gruß Matern, Abraham und seinem rià hörte, hüpfte das Kind in Samen ewiglich. Und Maria ihrem Leibe. Und Elisabeth blieb ben ihr bey drey Monate: ward des heiligen Geistes voll, darnach kehrte sie wiederum und rief laut, und sprach: Ge- heira. benedeyet bist du unter den Weibern, und gebenebeyet ist 2m 6. Sonnt. nach Trinit. die Frucht deines Leibes. Und woher komt mir das, daß die Epistel, Rómer 6, 3: 12. Mutter meines Herrn zu mir Wiſſet ihr nicht, daß alle, Siehe, da ich die Stimme deines Gruffes hörte, hüpfte getaufet sind, die sind in seiz mit Freuden das Kind in meinen Tod getauft? So sind wir nem Leibe. Und o selig bist du, je mit ihm begraben durch die die du geglaubet hast; denn es Taufe in den Tod, auf daß, wird vollendet werden, was dir gleichwie Christus ist aufers gesagt ist von dem Herrn. Und wecket von den Todten, durch Maria sprach: Meine Seele die Herrlichkeit des Vaters, erhebt den Herrn, und mein also sollen auch wir in einem Geist freuet sich Gottes, mei-[ neuen Leben wandeln. So wir nes Heilandes. Denn er hat aber samt ihm gepflanzet wers die Niedrigkeit seiner Mago den zu gleichem Tode, so wers angesehen. Siehe, von nun an den wir auch der Auferstehung werden mich selig preifen alle gleich seyn: dieweil wir wissen, Kindeskinder. Denn er hat daß unser alter Mensch samt große Dinge an mir gethan, lihm gekreuziget ist, auf daß der fund: und Evangelischen Terte. fr fündliche Leib aufhdre, daß wider dich habe; so laß alba wir hinfort der Sünde nicht vor dem Altar deine Gabe, dienen. Denn wer gestorben und gehe zuvor hin, und vers ist, der ist gerechtfertiget von föhne dich mit deinem Bruder; der Sünde. Sind wir aber und alsdann komm und opfre mit Chrifto gestorben; so glau- deine Gabe. Sey willfertig ben wir, daß wir auch mit ihm deinem Widersacher bald, dies leben werden; und wissen, daß weil du noch bey ihm auf dem Chriftus, von den Todten er: Wege bift, auf daß dich der weckt, hinfort nicht stirbt; der Widersacher nicht dermaleins Zod wird hinfort über ihn nicht überantworte dem Richter, und herrschen. Denn das er gestor der Richter überantworte dich ben ist, das ist er der Sünde dem Diener, und werdest in gestorben, zu einem Mal; das dem Kerker geworfen. Ich er aber lebt, das lebt er Gott. fage dir: Warlich, du wirst Also auch ihr, haltet euch da: nicht von dannen herauskoms für, daß ihr der Sünde geftor- men, bis du auch den lezten ben seyd, und lebet Gott in Heller bezahleft. Christo Jesu, unserm Herrn. Evangel. Matth. 5, 20:26. 2m 7. Sonnt. nach Trinit. Jahr sey dann eure Gerech- Epistel, Róm. 6, 19 23. tigkeit beffer, denn der ich muß menschlich davon Schriftgelehrten und Phari- reden, um der Schwachfåer, so werdet ihr nicht in heit willen eures Fleisches. das Himmelreich kommen. Gleichwie ihr eure Glieder bes Shr habt gehört, daß zu den geben habt zum Dienst der UnAlten gesagt ist: Du sollst reinigkeit, und von einer Uns nicht tödten; wer aber tödtet, gerechtigkeit zu der andern: also der foll des Gerichts schuldig begebet nun auch eure Glieder fenn. Ich aber fage euch: zum Dienst der Gerechtigkeit, Wer mit seinem Bruder zürs daß sie heilig werden. Denn net, der ist des Gerichts schul: da ihr der Sünde Knechte was big; wer aber zu seinem Bru: ret, da waret ihr frey von der der sagt: Racha, der ist des Gerechtigkeit. Was hattet ihr Raths schuldig; wer aber sagt: nun zu der Zeit für Frucht? Du Narr, der ist des höllischen welcher ihr euch jezt schämet; Feuers schuldig. Darum wenn denn das Ende derselbigen ist bu beine Gabe auf dem Altar der Tod. Nun ihr aber seyd opferst, und wirst alda einden: von der Sünde frey, und Gots ten, daß dein Bruder etwas tes Knechte geworden, habt ihr ( 4) 2 eure 52 Die Epistolischen da eure Frucht, daß ihr heilig gegessen hatten: und er ließ werder, das Ende aber das sie von sich. ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold: aber Am 8. Sonnt. nach Trinit. die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Christo Jesu, unserm Epistel, Rsm. 8, 12 17+ Herrn. o find wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht Evangelium, Marc. 8, 19. dem Fleisch, daß wir nach dem 3" Du der Zeit, da viel Volks Fleisch leben. Denn wo ihr da war, und hatten nichts nach dem Fleisch lebet, so wers 34 effen; rief Jesus seine Jün- det thr sterben müssen; wo the ger zu fich, und sprach zu ih, aber durch den Geift des Fleis nen: Mich jammert des Volks, sches Geschäfte tödtet, so wers. denn sie haben nun drey Tage det ihr leben. Denn welche der bey mir verharret, und haben Geift Gottes treibt, die find nichts zu effen; und wenn ich Gottes Kinder. Denn ihr fie ungegessen von mir heim habt nicht einen knechtlichen ließe gehen, würden sie auf dem Geift empfangen, daß ihr euch Wege verschmachten. Denn abermal fürchten müßtet: sons etliche waren von ferne getom- dern ihr habt einen findlichen men. Seine Jünger antwor: Geift empfangen, durch wels teten ihm: Woher nehmen wir chen wir rufen: Abba, lieber Brodt hier in der Wüste, daß Bater. Derfelbige Geift giebt wir sie fattigen? Und er fragte Zeugniß unserm Geift, daß wir fie: Wie viel habt ihr Brodte? Gottes Kinder sind. Sind Sie sprachen: Sieben. Und wir denn Kinder, so sind wir er gebot dem Volk, daß sie sich auch Erben, nemlich Gottes auf die Erde lagerten. Und Erben, und Miterben Chrifti; er nahm die sieben Brodte, fo wir anders mit leiden, auf und dankte, und brach sie, und daß wir auch mit zur Herrs gab sie seinen Jüngern, daßlichkeit erhoben werden. fie dieselbigen vorlegten; und fie legten dem Bolt vor. Und Evang. Matth. 7, 15.23. hatten ein wenig Fiſchlein: ehet ench vor vor den falschen Propheten, die und er dankte, und hieß dieselbigen auch vortragen. Sie in Schafskleidern zu euch koms aßen aber und wurden satt; men; inwendig aber sind sie und hoben die übrigen Brocken reissende Wife. An ihren auf, sieben Körbe. Und ihrer Früchten sollt ihr sie erkennen. waren bey vier tausend, die da Kann man auch Trauben lesen von und Evangelischen Texte. 53 von den Dornen, oder Feigen Das Volk sezte sich nieder zu von den Difteln? also ein jeg- leffen und zu trinken, und stand licher guter Baum bringt gute auf zu spielen. Auch laßt uns Früchte; aber ein fauler Baum nicht Hurerey treiben, wie etlis bringt arge Früchte. Ein gu che unter jenen Hurerey tries ter Baum kann nicht arge ben, und fielen auf einen Tag Früchte bringen, und ein fauler drey und zwanzig tausend. Baum kann nicht gute Früchte Laßt uns aber auch Christum bringen. Ein jeglicher Baum, nicht versuchen, wie etliche von der nicht gute Früchte bringt, jenen ihn versuchten, und wurs wird abgehauen und ins Feuer den von den Schlangen ums geworfen. Darum an ihren gebracht. Murret auch nicht, Früchten sollt ihr sie erkennen. gleichwie jener etliche murreEs werden nicht alle, die zu ten, und wurden umgebracht mir sagen: Herr, Herr! in durch den Verderber. Sols das Himmelreich kommen; ches alles widerfuhr ihnen zum sondern die den Willen thun Vorbild; es ist aber geschries meines Vaters im Himmel. ben uns zur Warnung, auf Es werden viele zu mir sagen welche das Ende der Welt ges an jenem Tage: Herr, Herr, kommen ist. Darum, wer sich haben wir nicht in deinem lågt dunken, er stehe, mag Namen geweiffaget? Haben wohl zusehen, daß er nicht wir nicht in deinem Namen falle. Es hat euch noch keine Teufel ausgetrieben? Haben denn menschliche Versuchung wir nicht in deinem Namen betreten: aber Gott ist getreu, viele Thaten gethan? Dann der euch nicht läßt versuchen werde ich ihnen Befennen: Ich über eure Vermögen; sondern habe euch noch nie erkannt, macht, daß die Versuchung so weichet alle von mir, ihr Ues ein Ende gewinne, daß ihr es belthäter. tonnet ertragen. Evangel. Luc. 16, I= 9. Am 9. Sonnt. nach Trinit. Epistel, 1 Cor. 10, 6:13. Es war ein reicher Mann, der D as ist aber uns zum Vorder ward vor ihm berüchtiget, bild geschehen, daß wir als hätte er ihm feine Güter uns nicht gelüften lassen des umgebracht. Und er forderte Bdsen, gleichwie jene gelüftet ihn, und sprach zu ihm: Wie hat. Werdet auch nicht Ab- höre ich das von dir? Thue göttische, gleichwie jener etliche Rechnung von deinem Hauss wurden; als geschrieben steht: halten; denn du kannst hinfort ( 4) 3 nicht 34 Die Epistolischen nicht mehr Haushalter seyn.[ wißt, daß ihr Heiden seyd gewes Der Haushalter sprach ben sich sen, und hingegangen zu den felbst: Was soll ich thun? stummen Gößen, wie ihr gefüh Mein Herr nimt das Amt von ret wurdet. Darum thue ich euch mir; graben mag ich nicht, so fund, daß niemand Jefum vers schäme ich mich zu betteln. Ich fluchet, der durch den Geist weiß wohl, was ich thun will, Gottes redet; und niemand wenn ich nun von dem Amt kann Jefum einen Herrn heiss gefezt werde, daß sie mich in sen, ohne durch den heiligen ihre Häufer nehmen. Und er Geist. Es sind mancherley rief zu sich alle Schuldner sei: Gaben, aber es ist ein Geist. nes Herrn, und sprach zu dem Und es sind mancherley Nem. ersten: Wie viel bist du meister, aber es ist ein Herr. Und nem Herrn schuldig? Er sprach: les find mancherley Kräfte, aber Hundert Zonnen Dehls. Und es ist ein Gott, der da wirket er sprach zu ihm: Nim deinen alles in allen. In einem jegs Brief, setze dich, und schreibe lichen erzeigen sich die Gaben flugs funfzig. Darnach sprach des Geistes zum gemeinen er zu dem andern: Du aber, Nußen. Einem wird gegeben wie viel bist du schuldig? Er durch den Geist zu reden von sprach: Hundert Malter Wei: der Weisheit; dem andern wird zen. Und er sprach zu ihm: gegeben zu reden von der Ers Nim deinen Brief und schreibe kenntniß, nach demselbigen achtzig. Und der Herr lobte Geift; einem andern der Glaus Den ungerechten Haushalter, be in demselbigen Geift; einem daß er flüglich gethan hätte. andern die Gabe gefund zu Denn die Kinder dieser Welt machen, in demselbigen Geist; find klüger, denn die Kinder einem andern Wunder zu thun; des Lichts in ihrem Geschlecht. einem andern Weiffagung; els Und ich sage euch auch: Macht nem andern Geifter zu unters euch Freunde mit dem unge- scheiben; einem andern mans rechten Mammon, auf daß, cherley Sprachen; einem ans wenn ihr nun darbet, fie euch dern die Sprachen auszulegen. aufnehmen in die ewige Hütten. Dis aber alles wirkt derselbis ge einige Geift; und theilt eis nem jeglichen seines zu, nach dem er will. Am 10. Sonnt. nach Trinit. Epiftel, 1 Cor. 12, I'II. I Von on den geistlichen Gaben Evang. Luc. 19, 41 48. aber will ich Brüder, nicht verhalten. ShrUn als er nahe hinzu kam, sahe er die Stadt an, und weins und Evangelischen Terte. weinte über fie, und sprach:[ habe, welches ihr auch anges Wenn du es wüstest, so wür- nommen habt, in welchem ihr dest du auch bedenken zu dieser auch stehet Durch welches ihr beiner Zeit, was zu deinem auch selig werdet, welcher Ges Frieden dienet. Aber nun ist ftalt ich es euch verkündiget es vor deinen Augen verborgen. habe, so ihr es behalten habt, Denn es wird die Zeit über dich es wäre denn, daß ihr umsonst lommen, daß deine Feinbe wers geglaubet bättet. Denn ich den um dich und deine Kinder habe euch zuvörderst gegeben, mit dir eine Wagenburg schla- welches ich auch empfangen gen, dich belagern, und an babe, daß Christus gestors allen Orten ängsten; und wer ben sey für unsere Sünden, den dich schleifen, und feizjuach der Schrift; und daß er nen Stein auf dem andern begraben sey, und daß er aufs laffen: darum, daß du nicht erslanden sey am dritten Lage, erkannt haft die Zeit, darinnen nach der Schrift; und daß er bu heimgesucht bist. Und er gesehen worden ist von Kephas, ging in den Tempel, und fing darnach von den Zwölfen. Dars an auszutreiben, die darinnen nach ist er gesehen worden von verkauften und kauften, und mehr denn fünf hundert Brüs sprach zu ihnen: Es sieht ge dern auf einmal, derer noch schrieben: Mein Haus ist ein viele leben, etliche aber find ents Bethaus; ihr aber habt es geschlafen. Darnach ift er ges macht zur Morbergrube. Und sehen worden von Jacobo, dars er lehrte täglich im Zempel. nach von allen Apofteln. Um Aber die Hohenprifter und lezten nach allen ist er auch von Schriftgelehrten, und vor mir, als einer unzeitigen Ges nehmsten im Volk, trachteten burt, gesehen worden. Denn ihm nach, daß sie ihn umbråch- ich bin der Geringste unter den ten: Und fanden nicht wie sie Aposteln, als der ich nicht werth ihm thun follten; denn alles bin, daß ich ein Upostel beiffe, Volk hing ihm an, und hörte darum, daß ich die Gemeine ihn. Gottes verfolget babe. Aber von Gottes Gnabe bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mit ift nicht vergeblich gewesen, Epiftel, 1 Cor. 15, 1-10. beitet, denn sie alle; nicht aber fondern ich habe viel mehr gears ch erinnere euch aber, lie ich, sondern Gottes Gnade, ben Brüder, des Evange, die mit mir ift. lit, das ich euch verkündiget Am 11. Sonnt. nach Trinit. Jo ( 4) 4 Evan 50 Die Epiftolischen Je be tig sind, ist von Gott. Wels Evangel. Luc. 18, 9 14 der auch uns tüchtig gemacht refus fagte aber zu etlichen, hat, das Amt zu führen des die sich selbst vermaßen, neuen Testaments; nicht des daß fie fromm waren, und ver: Buchstabens, sondern des Geis achteten die andern, ein solches ftes. Denn der Buchstabe Gleichniß: Es gingen zween tddtet, aber ber Geist macht Menschen hinauf in den Zem- lebendig. So aber das Amt, pel zu bethen; einer ein Phari: das durch die Buchstaben tod faer, der andre ein Zöllner. Der tet, und in die Steine ist ges Pharifäer stand, und bethete bey bildet, Klarheit hatte; also daß fich selbst also: Ich danke die, die Kinder Israel nicht founs Gott, daß ich nicht bin wie ten ansehen das Angesicht Mos andere Leute, Räuber, Unge: se, um der Klarheit willen feis rechte, Ehebrecher, oder auch nes Angesichts, die doch aufs wie dieser 38llner; ich faste hört: Wie sollte nicht vielmehr zwier in der Woche, und gebe das Amt, das den Geist giebt, den Zehnten von allem, das Klarheit haben? Denn so das ich habe. Und der Zöllner Amt, das die Verdammniß pres stand von ferne, wollte auch digt, Klarheit hat; vielmehr feine Augen nicht aufheben gen hat das Amt, das die Gerechs Himmel; fondern schlug an tigkeit predigt, überschwänglis seine Bruft, und sprach: Gottsche Klarheit. Denn auch jenes fey mir Sünder gnädig. Jch Theil, das verklåret war, ist fage euch: Dieser ging hinab nicht für Klarheit zu achten gerechtfertiget in sein Haus gegen dieser überschwänglichen vor jenem. Denn wer sich selbst Klarheit. Denn so das Klars erhöhet, der wird erniedriget heit hatte, das da aufhört; werden; und wer sich selbst er vielmehr wird das Klarheit has niedriget, der wird erhöhet ben, das da bleibt. werden. Eine andre Epistel 1 Petr. 1, 3= 9. Gelobet sen Gott und der Am 12. Sonnt. nach Trinit. Vater Epistel, 2 Cor. 3, 4 11. Chrifti, der uns nach seiner in folch Vertrauen aber großen Barmherzigkeit widers haben wir durch Christum geboren hat zu einer lebendis zu Gott. Nicht, daß wir gen Hofnung, durch die Aufs tüchtig sind von uns selber, et- erstehung Jesu Chrifti von den was zu denken, als von uns Zodten, zu einem unvergångs felber; sondern daß wir tüchlichen und unbefleckten und uns vers und Evangelischen Texte. 57 verwelklichen Erbe; das behals( rührte seine Zunge. Und sahe ten wird im Himmel, euch, auf gen Himmel, feufzete, und die ihr aus Gottes Macht durch sprach zu ihm: Hephata, das den Glauben bewahret werdet ift, thue dich auf. Und alsos zur Seligkeit, welche zubereis bald thaten sich seine Ohren tet ist, daß sie offenbar werbe auf, und das Band feiner Zunge zu der lezten Zelt; in welcher ward los, und redete recht. ihr euch freuen werbet, die ihr Und er verbot ihnen, sie sollten jest eine kleine Zeit( wo es es niemand sagen. Je mehr seyn soll) traurig seyd in man. er aber verbot, je mehr sie es cherley Anfechtungen, auf daß ausbreiteten, und verwunders euer Glaube rechischaffen und ten sich über die Maaße, und viel köftlicher erfunden werde, sprachen: Er hat alles wohl denn das vergångliche Gold, gemacht; die Tauben macht das durchs Feuer bewähret er hörend, und die Sprachlos wird, zu Lob, Preis und Ehren, sen redend. wenn nun geoffenbaret wird Jesus Christus, welchen ihr Am 13. Sonnt. nach Trinit. nicht gesehen und doch lieb werdet ihr euch freuen J habt und nun an ihn glaubet, Epistel, Gal. 3, 15:22. wiewohl ihr ihn nicht sehet, soch will nach menschlicher mit Weise reden: verachtet unaussprechlicher und herrli man doch eines Menschen Tes cher Freude, und das Ende ftament nicht, wenn es bestätieures Glaubens davon brin- get ist; und thut auch nichts gen, nehmlich der Seelen Ses dazu. Nun ist je die Verheiss ligkeit. fung Abrahå und seinem Sas durch die Samen, als durch men zugesagt. Er spricht nicht, Evangel. Marc. 7, 31:37. Und da er wieder ausging viele; sondern als durch einen, von und Sidon; kam er an das ist Christus. Jch sage aber Galiläische Meer, mitten unter davon: das Testament, das die Grenze der zehen Städte, von Gott zuvor bestätiget Und sie brachten zu ihm einen ist auf Chriftum, wird nicht Tauben, der flumm war, und aufgehoben, daß die Vers fie baten ihn, daß er die Hand heißung sollte durch das Ges auf ihn legte. Und er nahm fez aufhören, welches gegeben ihn von dem Volk besonders, ist über vier hundert und und legte ihm die Finger in dreyßig Jahre hernach. Denn die Ohren, und spůzte und so das Erbe durch das Gesez ( 4) 5 et= 58 Ole Epiftolischen erworben würde, so würde es dem Wohlgefallen seines Wils nicht durch Verheiffung gege: lens, zu Lobe seiner herrlichen ben. Gott aber hat es Übra: Gnabe, durch welche er uns ham durch Verheiffung fren hat angenehm gemacht in dem geschenkt. Was soll benn das Geliebten. Gesez? Es ist dazu gekommen um der Sünde willen, bis der Evangel. Luc. 10, 23-37. Same käme, dem die Verheis Cesus wandte fich zu feinen fung geschehen ist; und ist ge Jüngern, und sprac ins stellet von den Engeln durch sonderheit: Selig fint die Aus die Hand des Mittlers. Ein gen, die da sehen, das ihr fes Mittler aber ist nicht eines ei het. Denn ich sage euch: nigen Mittler: Gott aber ist Viele Propheten und Könige einig. 2Bie? Sft denn das wollten sehen, das thr sehet, Gefes wider Gottes Verheif und haben es nicht gesehen; fungen? Das sey ferne! Wenn und hören, das ihr dret, und aber ein Gefez gegeben wäre, haben es nicht gendret. Und das da fönnte lebendig ma- fiehe, da stand ein Schriftges chen; ſo tame die Gerechtig lehrter auf, versuchte ihn, und teit wahrhaftig aus dem Gesez. fprach: Meister, was muß ich Aber die Schrift hat es alles thun, daß ich das ewige Leben beschloffen unter die Sünde, ererbe? Er aber sprach zu ihm: auf daß die Verheiffung táme 2Bie ftehet im Gesez geschries durch den Glauben an Jesum ben? Wie liefest du? Er ant Christum, gegeben benen, die wortete, und sprach: Du sollst da glauben. Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften, und elobet fey Gott und der von ganzem Gemüth; und deis Eine andre Epistel Ephefer 1, 3= 6. Chrifti, der uns gesegnet hat Er aber sprach zu ihm: Du mit allerley geistlichen Segen haft recht geantwortet; thue in himmlischen Gütern, durch das, so wirst du leben. Er Chriftum. Wie er uns denn aber wollte sich selbst rechtfers erwählet hat durch denselbigen, tigen, und sprach zu Jesu: ehe der Welt Grund geleget Wer ist denn mein Nächster? war, baß wir follten seyn hei- Da antwortete Jesus, und lig und unsträflich vor ihm in sprach: Es war ein Mensch, der liebe; und hat uns verord- der ging von Jerusalem hinab net zur Kindschaft gegen ihn gen Jericho, und fiel unter die felbst, durch Jefum Chrift, nach Mörder; die zogen ihn aus, und Evangelischen Texte. 19 und schlugen ihn, und gingen der den, Geist, und den Geist davon, und ließen ihn halb wider das Fleisch. Dieselbige todt liegen. Es begab sich sind wider einander, daß ihr aber ohngefähr, daß ein Prie: nicht thut, was ihr wollt. Res fter diefelbige Straße hinab giert euch aber ber Geist, so send zog; und da er ihn sahe, ging ibr nicht unter dem Gesez. er vorüber. Desfelbigen glei- ffenbar find aber die Werke chen auch ein fevit, da er kam des Fleisches, als da sind: Ehebey die Stätte, und sahe ihn, bruch, Hureren, Unreinigkeit, ging er vorüber. Ein Sama Unzucht, Abgötteren, Zaubes riter aber reisete, und kam rey, Seindschaft, Hader, Neid, dahin; und da er ihn sahe, Born, 3ank, Zwietracht, Rots jammerte ihn seiner, ging zujten, Haß, Mord, Saufen, ihm, verband ihm seine Wun- Fressen, und dergleichen; von den, und goß darin Dehl und welchen ich euch habe zuvor Wein; und hob ihn auf sein gesagt und fage noch zuvor, Thier, und führte ihn in die dag, die solches then, werden Herberge, und pflegte seiner. das Reich Gottes nicht erers Des andern Tages reisete er, ben. Die Frucht aber des und zog heraus zween Groschen, Geistes ist Liebe, Freude, Frie: und gab fie dem Wirth, und de, Geduld, Freundlichkeit, sprach zu ihm: pflege feiner; Gütigkeit, Glaube, Sanfts und so du was mehr wirst muth, Keuschheit. Wider sol. darthun, will ich dir es bezah che ist das Gesez nicht. Wels len, wenn ich wieder komme. che aber Christum angehören, Welcher dünkt dich, der unter die creuzigen ihr Fleisch samt diesem dreyen der Nächste sey den Lüften und Begierden. gewesen dem, der unter die Evangel. Luc. 17, 11:19. Mörder gefallen war? Er prach: Der die Barmherzig: s begab sich, da Jefus reileit an ihm that. Da sprach er Jesus zu ihm: So gehe hin, mitten durch Samariam und und thue desgleichen. Galiläam. Und als er in eis nen Markt tam, begegneten Am 14. Sonnt. nach Trinit. ihm zehen aufsfähige Männer, Epiftel, Galat. 5, 16:24. hoben ihre Stimme, und spra= die standen von ferne, und ers Wan andelt im Geift, so wer: chen: Jesu, lieber Meister, ere det ihr die Lüfte des barme dich unser. Und da er Fleisches nicht vollbringen. sie sahe, sprach er zu ihnen: Denn das Fleisch gelüftet wi- Gehet hin und zeiget euch den Pries 60 Die Epistolischen Priestern Und es geschahe, Ein jeglicher aber prüfe sein da sie bingingen, wurden sie selbst Werk, und alsdenn wird rein. Einer aber unter ihnen, er an ihm selber Ruhm haben, da er sahe, daß er gefund gesund nicht an einem andern. worden war; kehrte er um, Denn ein jeglicher wird seine und prieß Gott mit lauter last tragen. Der aber unters Stimme. Und fiel auf sein richtet wird mit dem Wort, Angesicht zu seinen Füffen, und der theile mit allerley Gutes dankte ihm. Und das war ein bem, der ihn unterrichtet. Jr. Samariter. Jesus aber ant: ret euch nicht, Gott läßt sich wortete, und sprach: Sind ih nicht spotten. Denn was der rer nicht zehen rein geworden? Mensch fået, das wird er ernda Wo sind aber die neun? Hat ten. Wer auf sein F.eisch fået, sich sonst keiner gefunden, der wird von dem Fleisch das der wieder umkehrte, und gå- Verderben erndten. Wer aber be Gott die Ehre, denn dieser auf den Geift fået, der wird Fremdling? Und er sprach zu von dem Geist das ewige les ihm: Stehe auf, gehe hin, ben erndten. Laßt uns aber dein Glaube hat die geholfen. Gutes thun, und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit wers den wir auch erndten ohne Auf Am 15. Sonnt. nach Trinit 6, 1-10. Epistel, Gal. 5, 25. 26. hören. Als wir denn nan Zeit haben, so laßt uns Gutes thum wir im Geist leben, sojan jedermann, allermeist aber laßt uns auch im Geifi an des Glaubens Genoffen. wandeln. Laßt uns nicht eit ler Ehre geizig feyn, unter ein ander zu entrüften und zu haf fen. Lieben Brüder, so ein Menfch etwa von einem Feb ler übereilet würde; so helft Evangel. Matth. 6, 24-34 iemand kann zween Herren er wird einen haffen, und den andern lieben; oder wird einem ans ihm wieder zurecht mit sanft hangen, und den andern vers müthigem Geift, die ihr geist achten. Ihr könnt nicht Gott lich fend. Und siehe auf dich dienen und dem Mammon. felbst, daß du nicht auch ver Darum sage ich euch: Sorget fuchet werbeft. Einer trage nicht für euer Leben, was ihr bes andern East, so werdet ihr, effen und trinken werdet; auch das Gesez Christi erfüllen.nicht für euren Leib, was ihr So aber sich jemand läßt dün- anziehen werdet. Ist nicht ten, er sey etwas, so er doch das Leben mehr denn die Speis nichts ist, der betrügt sich selbst. fe, und der Leib mehr, denn die und Evangelischen Texte. 61 die Kleidung? Sehet die Vd- Am 16. Sonnt nach Trinit. gel unter dem Himmel an: D sie fäen nicht, sie erndten nicht, Epistel, Ephef. 3, 13:21. fie famlen nicht in die Scheu arum bitte ich, daß ihr nen; und euer himmlischer nicht müde werdet um Bater nähret sie doch: Send meiner Trübsalen willen, die ihr denn nicht viel mehr, denn ich für euch leide, welche euch fie? Wer ist unter euch, der sei- eine Ehre sind; derhalben beu ner Länge eine Elle zusehen ge ich meine Knie gegen den måge, ob er gleich darum for- Bater unsers Herrn Jesu Chris get? Und warum forget ihr fti, der der rechte Vater ist über für die Kleidung? Schauet die alles, was da Kinder heißt im Lilien auf dem Felde, wie Himmel und auf Erden: daß sie wachsen: sie arbeiten nicht, er euch Kraft gebe nach dem auch spinnen sie nicht. Ich Reichthum seiner Herrlichkeit, fage euch, daß auch Salamo stark zu werden durch seinen in aller feiner Herrlichkeit nicht Geift an den inwendigen Mens bekleidet gewesen ist, als der schen, und Christum zu wohfelben eins. So denn Gott nen durch den Glauben in eudas Gras auf dem Felde also ren Herzen, und durch die Liebe kleidet, das doch heute steht, eingewurzelt und gegründet und morgen in den Ofen ge- werden; auf daß ihr begreifen worfen wird: sollte er das nicht mdget mit allen Heiligen, wele vielmehr euch thun? ihr ches da sey die Breite, und die Kleingläubigen! Darum sollt länge, und die Tiefe, und die ihr nicht sorgen und sagen: Höhe; auch erkennen, daß Chriz was werden wir effen? Was ftum lieb haben, viel besser ist werden wir trinken? Womit denn alles wissen, auf daß ihe werden wir uns kleiden? Nach erfüllet werdet mit allerley folchem allen trachten die Hei- Gottes Fülle.( oder: die Liebe den. Denn euer himmlischer Christi, die doch alle ErkenntVater weiß, daß ihr deß alles niß übertrifft.) Dem aber, der bedürfet. Trachtet am ersten überschwänglich thun kann über fach dem Reich Gottes, und alles, das wir bitten oder vera nach seiner Gerechtigkeit; so stehen, nach der Kraft, die da wird euch solches alles zufallen. in uns wirkt, dem sey Ehre Darum forget nicht für den in der Gemeine, die in Chrifto andern Morgen, denn der mor: Sesu ist, zu aller Zeit vonEwiggende Tag wird für das Seine feit zu Ewigkeit. Amen. forgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag feine eigne Plage Evangel. Luc. 7, II: 17. habe. lind 62 Die Epistolischen Und nd es begab sich darnach, ner den andern in der Liebe, daß er in eine Stadt mit und seyb fleißig zu halten die Namen Nain ging; und sei- Einigkeit im Geist, durch das ner Jünger gingen viele mit Band des Friedens. Ein Leib ihm, und viel Bolts. Als er und ein Geist, wie ihr auch bes aber nahe an das Stadtthor rufen send auf einerley Hof: fam, fiebe, da trug man einen nung eures Berufs. Ein Todten heraus, der ein einger Herr, ein Glaube, eine Taufe. Sohn war seiner Mutter; und Ein Gott und Vater unser fie war eine Wittwe, und viel aller, der da ist über euch alle, Volks aus der Stadt ging mit und durch euch alle, und in ihr. Und da sie der Herr sa- euch allen. he, jammerte ihn derſelbigen, Evangel. Luc. 14, Is II. und zu Und trat hinzu, und rührte bent in ein Haus eines fnd daß es begab sich, er und die Träger Sarg an; standen. Und er sprach: Jung- Obersten der Pharisäer, auf eis ling, ich sage dir, siehe auf. nen Sabbath, das Brod zu Und der Todte richtete sich auf, effen; und sie hielten auf ihn. und fing an zu reden. Und er Und siehe, da war ein Mensch gab ihn seiner Mutter. Und es vor ihm, der war waffersüch kam sie alle eine Furcht an, tig. Und Jesus antwortete, und priesen Gott, und spra: und sagte zu den Schriftges chen: Es ist ein großer Pro: lehrten und Pharisäern, und phet unter uns aufgestanden, sprach: Ist es auch recht auf und Gott hat sein Volk heim ben Sabbath heilen? Sie aber gesucht. Und diese Rede von schwiegen still. Und er griff ihm erschallte in das ganze ju- ihn an, und heilte ihn, und dische Land, und in alle um- ließ ihn gehen. Und antwor liegende Länder. tete, und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem fein Ochs oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alfobald ihn herausziehet am Sabbathtage? Und sie konnten Gefangener in dem ihm darauf nicht wieder Ants Herrn, daß ihr wandelt, wie wort geben. Er sagte aber ein fichs gebührt eurem Beruf, Gleichnis zu den Gästen, da darinnen ihr berufen seyd, mit er merkte, wie sie erwählten aller Demuth und Sanftmuth, oben an zu sitzen, und sprach mit Geduld, und vertraget ei: zu ihnen: Wenn du von jes Am 27. Sonnt. nach Trinit. Epistel, Ephef. 4, 16. o ermahne nun euch ich mand und Evangelischen Terte. mand geladen wirft zur Hoch- auf den Tag unfers Herrn Jes zeit, so setze dich nicht oben an, fu Chrifti. Denn Gott ift treu, daß nicht etwa ein Ehrlicher, durch welchen ihr berufen send denn du, von ihm geladen sey; zur Gemeinschaft feines Sohns und so dann komt, der dich Jesu Christi, unsers Herrn. und ihn geladen, spreche zu Evang. Matth. 22, 34-462 dir: Weiche diesen; und du musfest dann mit Scham un- a aber die Pharifäer höre Dª ten an sißen. Sondern wenn ten, daß er den Saddus du geladen wirst, so gehe hin, căern das Maul gestopfet hats und setze dich unten an, auf te; versamleten sie sich. Und daß, wenn da komt, der dich einer unter ihnen, ein Schrifts geladen hat, spreche zu dir: gelehrter, versuchte ihn, und Freund, rücke hinauf. Dann sprach: Meister, welches ist wirst du Ehre haben vor denen, das vornehmste Gebot im Ges die mit dir zu Zische sitzen. fesz? Jesus aber sprach zu ihm: Denn wer sich selbst erhöhet, Du sollst lieben Gott, deinen der soll erniedriget werden; Herrn, von ganzem Herzen, und wer sich selbst erniedriget, von ganzer Seele, und von der foll erhöhet werden. ganzem Gemüth. Das ist das vornehmste und größeste Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lies Epistel, 1 Cor. 1, 49. fen zweyen Geboten hängt das ben, als dich selbst. In dies Am 18. Sonnt. nach Trinit. zeit eurenthalben, für die ten. Gnade Gottes, die euch gegeben einander waren, fragt: fie ben ist, in Chrifto Jesu, daß Jesus, und sprach: Wie dünkt ihr fend durch ihn an allen euch um Chrifto? Weß Sohn Stücken reich gemacht, an aller ist er? Sie sprachen: Davids. Lehre, und in aller Erkenntniß. Er sprach zu ihnen: Wie nennt Wie denn die Predigt von ihr denn David im Geist einen Chrifto in euch kräftig gewor: Herrn, da er sagt: Der Herr den ist, also, daß ihr keinen hat gesagt zu meinem Herrn: Mangel habt an irgend einer Sehze dich zu meiner Rechten, Gabe, und wartet nur auf die bis daß ich lege deine Feinde Offenbarung unsers Herrn Je zum Schemel deiner Füße? su Chrifti; welcher auch wird So nun David ihn einen euch vest behalten bis ans En- Herrn nennt, wie ist er denn de, daß ihr unsträflich seyd, sein Sohn? Und niemand konnte 64 Die Epistolischen konte ihm ein Wort antworten, sprachen: Wer ist doch der und durfte auch niemand von Größeste im Himmelreich? dem Tage an hinfort ihn fragen. Jesus rief ein Kind zu sich, und stellte es mitten unter sie, und sprach: Warlich, ich sage Am Michaelis Tage. Epistel, Offenb. Joh. 12, euch, es sey denn, daß ihr euch werdet wie die 7- 12. 8 erhub sich ein Steit im Kinder, so werdet ihr nicht in Himmel: Michael und das Himmelreich kommen. feine Engel ftritten mit dem Wer sich nun selber erniedriget, Drachen, und der Drache stritt wie bis Kind, der ist der größe und seine Engel; und siegeten feste im Himmelreich. Und nicht, auch ward ihre Stätte wer ein solches Kind aufnimt nicht mehr gefunden im Him in meinem Namen, der nimt mel. Und es ward ausgewor- mich auf, wer aber ärgert dies fen der große Drache, die alte ser Geringsten einen, die an Schlange, die da heißt, der mich glauben, dem wäre beffer, Teufel und Satanas, der die daß ein Mühlstein an seinen ganze Welt verführet; und als gehänget würde, und er ward geworfen auf die Erde, ersäufet würde im Meer, da es und seine Engel wurden auch am tiefsten ist. Wehe der Welt dahin geworfen. Und ich hörte der Nergernig halber! Es muß eine große Stimme, die sprach ia Aergerniß kommen; doch im Himmel: Nun ist das Heil, wehe dem Menschen, durch und die Kraft, und das Reich, welchen Aergernig komt! So und die Macht unsers Gottes aber deine Hand oder dein Fuß feines Christus geworden; weil dich ärgert, so haue ihn der Verkläger unserer Brüder ab, und wirf ihn von dir. Es verworfen ist, der sie verklagt ist dir besser, daß du zum Les Tag und Nacht vor Gott. Und ben lahm, oder ein Krüppel fie haben ihn überwunden durch eingehest; denn daß du zwo des Lammes Blut, und durch Hände oder zween Füffe habest, das Wort ihres Zeugnisses; und werdeft in das ewige Feuer Und so dich dein und haben ihr Leben nicht ges geworfen. liebet bis an den Tod. Darum Auge årgert, reiß es aus, und freuet euch ihr Himmel, und wirf es von dir. Es ist besser die darinnen wohnen. Evangel. Matth. 18, 1:11. daß du einäugig zum Leben eingehest; denn daß du zwey Augen babest, und werdest in derselben Stunde traten das höllische Feuer geworfen. die Jünger zu Jesu, und Sehet zu, daß ihr nicht jemand 3⁰ von uno evangenter ette. oy von diesen Kleinen verachtet. Jauf einem Bette. Da nun Jes Denn ich sage euch: Ihre En sus ihren Glauben sabe, sprach gel im Himmel seben allezeit er zu dem Gichtbrüchigen: das Angesicht meines Vaters Sey getrost, mein Sohn, deine im Himmel. Denn des Men Sünden sind dir vergeben. schen Sohn ist gekommen, selig Und fiehe, etliche unter den zu machen, das verlohren ist. Schriftgelehrten sprachen bey sich selbst: Dieser låstert Gott. Am 19. Sonnt. nach Trinit. Da aber Jesus ihre Gedanken sahe, sprach er: Warum dens Epistel, Ephef. 4, 22:28. ket thr so Arges in euren Hera Coleget nun von euch ab, zen? Welches ist leichter, zu nach dem vorigen Wan: sagen: Dir sind deine Sünden del, den alten Menschen, der vergeben; oder zu sagen: durch Lüfte in Irrthum sich Stehe auf und wandle? Auf verderbet. Erneuert euch aber daß ihr aber wisset, daß des im Geist eures Gemüths; und Menschen Sohn Macht habe ziehet den neuen Menschen an, auf Erden die Sünden zu verz der nach Gott geschaffen ist in gebeu, sprach er zu dem Gichts rechtfchaffner Gerechtigkeit und brüchigen: Stehe auf, bebe Heiligkeit. Darum leget die dein Bette auf, und gehe heim. fügen ab, und redet die Wahr- Und er stand auf, und ging beit, ein jeglicher mit seinem heim. Da das Volk das sahe; Nächsten, sintemal wir unter verwunderte es sich, und preieinander Glieder sind. 3ürnet fete Gott, der solche Macht und fündigt nicht; laßt die den Menschen gegeben hat. Sonne nicht über eurem Zorn Gebt auch nicht Am 20. Sonnt. nach Trinit. Raum dem Låsterer. Wer ge: Epistel, Ephef. 5, 15-21. untergehen. ftohlen hat, der stehle nicht mehr: fondern arbeite, und o fehet nun zu, wie ihr vors schaffe mit den Händen etwas fichtiglich wandelt, nicht Gutes, auf daß er habe zu als die Unweisen, sondern als geben den Dürftigen. die Weisen. Und schickt euch in die Zeit, denn es ist bise Evangel. Matth. 9, 18. Beit. Darum werdet nicht a trat Jesus in das Schiff, unverständig, sondern versiáns und fuhr wieder herüber, dig, was da sey des Herrn und fam in feine Stadt. Und Wille. Und faufet euch nicht fiehe, da brachten sie zu ihm voll Weins, daraus ein uns einen Gichtbrüchigen, der lag ordentliches Wesen folgt; fons ( 5) Dº dern 66 Die Epiftolischen dern werdet voll Geistes, und Gäste waren es nicht werth. redet unter einander von Psal- Darum gehet hin auf die men und Lobgesängen und Straßen, und ladet zur Hochs geistlichen Liedern, singet und zeit, wen ihr findet. Und die fpielet dem Herrn in eurem Knechte gingen aus auf die Herzen; und saget Dank alle= Straßen, und brachten zusams zeit für alles, Gott und dem men, wen sie fanden, Bose Und die Tische Bater, in dem Namen unsers und Gute. Da ging Herrn Jefu Chrifti; und send wurden alle voll. unter einander unterthan in der König hinein die Gäste zu der Furcht Gottes. besehen; und sah allda einen Menschen, der hatte kein hochEvangel. Matth. 22, 1s 14. zeitlich Kleid an, und sprach Jesus antwortete, und zu ihm: Freund, wie bist redete abermal durch du herein gekommen, und hast Gleichniffe zu ihnen, und doch kein hochzeitliches Kleid sprach: Das Himmelreich ist an? Er aber verstummte. Da gleich einem König, der sei sprach der König zu seinen nem Sohn Hochzeit machte; Dienern: Bindet ihm Hände und fandte seine Knechte aus, und Füße, und werft ihn in daß sie die Gäste zur Hochzeit das äusserste Finsterniß hinaus, riefen und sie wollten nicht da wird seyn Heulen und Zähns kommen. Abermal sandte er flappen; denn viele sind berus andere Knechte aus, und sprach: fen, aber wenige sind auserSagt den Gästen: Siehe, wählet. meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein 2m 21. Sonnt. nach Trinit. Mastvieh ist geschlachtet, und alles bereit; kommt zur Hoch- Epistel, Ephef. 6, 10:17. zeit. Aber sie verachteten uleist, meine Brüder, send bas, und gingen hin, ei start in dem Herrn, und ner auf seinen Acker, der an in der Macht seiner Stärke. dere zu seiner Handthierung. Ziehet an den Harnisch Got Etliche aber griffen seine tes, daß ihr bestehen könnet Knechte, böhnten und tobteten gegen die listigen Anläufe des Denn wir haben fie. Da das der König hörte; Teufels. ward er zornig, und schickte nicht mit Fleisch und Blut zu seine Heere aus, und brachte kämpfen, sondern mit Fürsten diese Mörder um, und zündete und Gewaltigen, neminch) mit ihre Stadt an. Da sprach er den Herrn der Welt, die in zu seinen Knechten: Die Hoch- der Finsterniß dieser Welt herrs schen, zeit ist zwar bereitet, aber diel uno evangelfayen Zerte. 07 fchen, mit den bösen Geistern Mensch glaubte dem Wort, unter dem Himmel. Um des- das Jesus zu ihm sagte, und willen, so ergreifet den Har: ging hin. Und indem er hinab nisch Gottes, auf daß ihr an ging, begegneten ihm seine dem bösen Tage Widerstand Knechte, verkündigten ihm, thun, und alles wohl ausrich- und sprachen: Dein Kind lebt. ten, und das Feld behalten Da forschte er von ihnen die möget. So siehet nun, um- Stunde, in welcher es besser gürtet cure Lenden mit Wahr- mit ihm geworden war. Und beit, und angezogen mit dem sie sprachen zu ihm: Gestern Krebs der Gerechtigkeit, und um die siebente Stunde vers an Beinen gestiefelt, als fer: ließ ihn das Fieber. Da merks tig zu treiben das Evange- jte ber Bater, daß es um die lium des Friedens, damit Stunde wäre, in welcher Jes ihr bereitet fend. Vor allen sus zu ihm gesagt hatte: Dein Dingen aber ergreifet den Sohn lebt. Und er glaubte Schild des Glaubens, welchem ihr auslöschen mit mit seinem ganzen Hause. könnt Das ist nun das andere Zeis alle feurige Pfeile des Bise- chen, das Jefus that, da er wichts. Und nehmet den aus Judäa in Galiläam kam. Helm des Heils, und das Schwerdt des Geiftes, wel- Am 22. Sonnt. nach Trinit. ches ist das Wort Gottes. Evangel. Joh. 4, 47 54 Pub es war ein Und Epistel, Phil. 1, 3.11. ch banke meinem Gott, ſo deß Sohn lag krank zu( welches ich Capernaum. Dieser hörte, allem meinem allezeit thue in Gebeth für euch daß Jesus kam aus Sadda in alle, und thue das Gebeth mit Galiläam, und ging hin zu Freuden,) über eurer Ges ihm, und bat ihn, daß er meinschaft am Evangelio, vom hinab käme, und hülfe seinem ersten Tage an bisher. Und Sohn, denn er war todtkrank. bin desselbigen in guter Zuvers Und Jesus sprach zu ihm: sicht, daß, der iu euch anges Wenn ihr nicht Zeichen und fangen hat das gute Werk, der Wunder fehet, so glaubet ihr wird es auch vollführen, bis nicht. Der Königische sprach an den Tag Jesu Chrifti. Wie zu ihm: Herr, komm hinab, es denn mir billig ist, daß ich the denn mein Kind stirbt. dermaßen von euch allen halte; Jesus spricht zu ihm: Gche darum, daß ich euch in meis hin, dein Sohn lebt, Derlnem Herzen habe, in dieſem ( 5) 2 meinem 68 Die Epiftolischen meinem Gefängniß, darinnen Da ging derselbige Knecht ich das Evangelium verant- hinaus, und fand einen seiner worte und bekräftige, als die Mitknechte, der war ihm huns ihr alle mit mir der Gnade dert Groschen schuldig; und theilhaftig send. Denn Gott er griff ihn an, und würgte ist mein Zeuge, wie mich nach ihn, und sprach: Bezable mir, euch allen verlanget von Her: was du mir schuld g bist Da zens Grund in Jefu Chrifto. fiel sein Mitknecht nieder, und Und daselbst um bete ich, daß bat ihn, und sprach: Habe eure Liebe je mehr und mehr Geduld mit mir, ich will die reich werde in allerley Erkennt alles bezahlen. Er wollte aber niß und Erfahrung, daß ihr nicht: sondern ging hin, und prüfen möget, was das Beste warf ihn ins Gefängniß, bis sey; auf daß ihr seyd lauter daß er bezahlete, was er schuls und unanstößig, bis auf den dig war. Da aber feine Tag Chrifti, erfüllet mit Mitknechte folches fahen, wurs Früchten der Gerechtigkeit, die den sie sehr betrübt, und durch Jefum Christum gefche- kamen, und brachten vor ihren hen( in euch) zur Ehre und Herrn alles, was sich beges Lob Gottes. ben hatte. Da forderte ihn fein Herr vor sich, und sprach Evang. Matth. 18, 23: 35+ zu ihm: Du Schalksknecht, arum ist das Himmelreich alle diese Schuld habe ich dir gleich einem König, der erlassen, dieweil du mich bas mit seinen Knechten rechnen test; solltest du denn dich nicht wollte. Und als er anfing zu auch erbarmen über deinen Mits rechnen, kam ihm einer vor, knecht, wie ich mich über dich der war ihm zehn tausend erbarmet habe? Und sein Herr Pfund schuldig. Da er es ward zornig, und überants nun nicht hatte zu bezahlen, wortete ihn den Peinigern, bis hieß der Herr verkaufen ihn, daß er bezahlete alles, was er und sein Weib, und seine Kin- ihm schuldig war. Also wird der, und alles, was er hatte, leuch mein himmlischer Vater und bezahlen. Da fiel der auch thun, so ihr nicht verges Knecht nieder, und bethete ihn bet von eurem Herzen, ein jegs an, und sprach: Herr, habe licher seinem Bruder feine Geduid mit mir, ich will dir Fehler. alles bezahlen. Da jammerte den Herrn deffelbigen Knechts, Am 23. Sonnt. nach Trinit. und ließ ihn los, und die Schulb erließ er ihm auch. Epistel, Phil. 3, 17: 21. Folget und Evangelischen Terte. 69 olget mir, lieben Brüder, heit, sprach er: Ihr Heuchler, und sehet auf die, die also warum versuchet ihr mich? wandeln, wie ihr uns habt weiset mir die Zinsmünze. zum Vorbild. Denn viele Und sie reichten ihm einen wandeln, von welchen ich euch Groschen dar. Und er sprach oft gesagt habe, nun aber sage zu ihnen: Weß ist das Bild ich euch mit Weinen, die und die Ueberschrift? Sie Feinde des Kreuzes Christi; sprachen zu ihm: Des Kaysers: welcher Ende ist das Verdamm Da sprach er zu ihnen: So niß, welchen der Bauch ihr gebt dem Kayser, was des Gott ist, und ihre Ehre zu Kaysers ist, und Gott, was Schanden wird, derer, die Gottes ist. Da sie das hörten, irdisch gefinnet sind. Unser verwunderten sie sich, und Wandel aber ist im Himmel, ließen ihn, und gingen davon. von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Chriz Am 24. Sonnt. nach Trinit. fti, des Herrn, welcher un fern nichtigen Leib verklären Epiftel, Coloff. 1, 9. 14. wird, daß er ähnlich werde erhalben auch wir, von an, da wir es gehöret haben, hören wir nicht auf für euch zu beten und zu bits ten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß seines Willens, in Evangel. Matth. 22, 5:22. allerley geistlicher Weisheit der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthånig machen. a gingen die Pharifåer und Verstand; daß ihr wan= hin, und hielten einen delt würdiglich dem Herrn zu Rath, wie sie ihn fingen in sei- allem Gefallen, und fruchtner Rede, und sandten zu ihm bar send in allen guten Werken, ihre Jünger, samt Herodis und wachset in der Erkenntniß Dienern, und sprachen: Mei- Gottes, und gestärket werdet ster, wir wissen, daß du mit aller Kraft, nach seiner wahrhaftig bist, und lehrest herrlichen Macht, in aller Geden Weg Gottes recht, und duld und Langmüthigkeit mit du fragest nach niemand; denn Freuden; und danksaget dem du achtest nicht das Ansehen Bater, der uns tüchtig ge der Menschen. Darum fage macht hat zu dem Erbtheil der uns, was dankt dich? ist es Heiligen im Licht: welcher recht, daß man dem Kayser uns errettet hat von der ObrigSins gebe, oder nicht? Da keit der Finsterniß, und hat nun Jesus merkte ihre Schalk- uns versezzet in das Reich seis ( 5) 3 70 Die Epiftolischen Chr nes lieben Sohnes; an wel- 2m 25. Sonnt nach Trinit. chem wir haben die Erlösung durch sein Blut; nemlich die Epistel, 1 Theffal. 4,13-18. Vergebung der Sünden. ir wohen euch aber, lies vers Evangel. Matth. 9, 18:26. halten von denen, die da schlas a Jefus folches mit ihnen fen, auf daß ihr nicht traus redete, fiehe, da kamfrig seyd, wie die andern, die der Obersten einer, und fiel teine Hofnung haben. Denn vor ihm nieder, und sprach: so wir glauben, daß Jesus Herr, meine Tochter ift jezt geftorben und auferstanden ist; gestorben; aber komm, und also wird Gott auch, die da lege deine Hand auf sie, folentfchlafen sind, burch Jesum, wird sie lebendig. Und Jesus mit ihm führen: denn das sas stand auf, und folgte ihm gen wir euch, als ein Wort nach, und seine Jünger. Und des Herrn, daß wir, die wir leben fiehe, ein Weib, bas zwdlf und überbleiben in der Zukunft Jahr den Blutgang gehabt, des Herrn, werden denen nicht trat von hinten zu ihm, und vorkommen, die da schlafen. rührte seines Kleides Saum Denn er selbft, der Herr, wird an. Denn sie sprach bey ihr mit einem Feldgeschrey und felbft: Möchte ich nur sein Stimme des Erzengels, und Kleid anrühren, so würde ich mit der Posaune Gottes hers gesund. Da wandte fich e- nieder kommen vom Himmel, fus um, und sahe sie, und und die Zobten in Chrifto wers sprach: Sen getrost, meine den auferstehen zuerst. Dars Tochter, dein Glaube hat bir nach wir, die wir leben und geholfen. Und das Weib ward überbleiben, werden zugleich gefund zu derselbigen Stunde. mit denselbigen hingerückt wers Und als er in des Obersten den in den Wolken, den Haus kam, und sahe die Pfei: Herrn entgegen in der Luft, fer und das Getümmel des und werden also bey dem Herrn Volks, sprach er zu ihnen: feyn allezeit. So tröstet euch 2Beichet, denn das Mägd- nun mit diesen Worten unter lein ist nicht tobt; sondern einander. es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk aus: Evang. Matth. 24, 15 28. getrieben war, ging er hinein, W den Greuel der Verwüs werdet und ergriff sie bey der Hand; da stand das Mägdlein auf. stung, davon gesagt ist durch Und bis Gerücht erschallte in den Propheten Daniel, daß baffelbige ganze Land. er und Evangelischen Certe. 71 er stehe an der heiligen Stätte: Bliz ausgeht vom Aufgang, ( wer das liest, der merkelund scheinet bis zum Nieders darauf!) Alsdann fliehe auf gang; also wird auch seyn die die Berge, wer im Jüdischen Zukunft des Menschen Sohnes. Lande ist. Und wer auf dem Wo aber ein Aas ift, da samme Dad) ift, der steige nicht ber: len sich die Adler. nieder, etwas aus seinem Hau: Wehe Epistel, 2 Petr. 3, 3: 14. nd daß se zu holen. Und wer auf dem Am 26. Sonnt, nach Trinit. Felde ist, der fehre nicht um, feine Kleider zu holen. aber den Schwangern und das aufs erste, Sängern zu der Zeit. Bittet das in den lezten Tagen aber, baß eure Flucht nicht ge kommen werden Spotter, die schebe im Winter, oder am nach ihren eignen Lüften wan. Sabbath. Denn es wird als: deln, und sagen: wo ist die dann eine große Trübsal seyn, Verheiffung seiner Zukunft? als nicht gewesen ist, von An Denn nachdem die Våter ents fang der Welt bisher, und ale schlafen sind, bleibt es alles, auch nicht werden wird. Und wie es von Anfang der Creatur wo diese Tage nicht würden gewesen ist. Aber muthwillens verkürzet, so würde kein wollen sie nicht wissen, daß Mensch selig; aber um der der Himmel vor Zeiten auch Auserwählten willen werden war; dazu die Erde aus Was die Tage verkürzet. Eo als ser, und im Wasser bestanden dann jemand zu euch wird fa: durch Gottes Wort: Dennoch gen: Siehe, hier ist Christus, ward zu der Zeit die Welt durch oder da; so sollt ihr es nicht diefelbigen mit der Sündfluth glauben. Denn es werden verderbet. Also auch der Hims falsche Christi und falsche Pro- mel jegund und die Erde wers pheten aufstehen, und großejden durch sein Wort geſparet, Zeichen und Wunder thun, daß sie zum Feuer behalten daß verführet werden in den werden am Tage des Gerichts Irrthun( wo es möglich wäre) und Verdammniß der gottlos auch die Auserwählten. Sie- fen Menschen. Eins aber sey he, ich habe es euch zuvor g: euch unverhalten, ihr Lieben, sagt. Darum, wenn sie zu daß ein Tag vor dem Herrn euch sagen werden: Siehe, er ist wie tausend Jahre, und ist in der Wüste; fo gehet tausend Jahre wie ein Zag. nicht hinaus: Siehe, er ist in Der Herr verziehet nicht die der Kammer; so glaubet es Verheiffung, wie es etliche für nicht. Denn gleichwie der einen Berzug achten; fondern ( 5) 4 Die Epiftolischen er hat Geduld mit uns, und Geduld und Glauben, in allen will nicht, daß jemand verlo: euren Verfolgungen und Trübren werde, sondern daß sich falen, die ihr duldet; welches jedermann zur Buße belebre. anzeigt, daß Gott recht rich: Es wird aber des Herrn Tag ten wird, und ihr würdig kommen als ein Dieb in der werdet zum Reich Gottes, Nacht: in welchen die Himmel über welchem ihr auch leidet; gergeben werden mit großem nachdem es recht ist bey Gott, Krachen, die Elemente aber zu vergelten Trübfal denen, die werden vor Hitze zerschmelzen; euch Trúbsal anlegen; euch aber, und die Erde und die Werke, die ihr Trübfal leidet, Ruhe die darinnen find, werden ver: mit uns, wenn nun der Herr brennen. So nun das alles Jesus wird geoffenbaret werden soll zergeben, wie sollt ihr vom Himmel, samt den Engeln denn geschickt seyn mit heili: feiner Kraft, und mit Feuers gem Wandel und gottfeligem flammen, Rache zu geben über Wefen, daß ihr wartet und die, so Gott nicht erkennen, eilet zu der Zukunft des Tages und über die, so nicht gehors des Herrn, an welchem die sam sind dem Evangelio unsers Himmel vom Feuer zergehen Herrn Jesu Chrifti; welche und die Elemente vor Hige werden Vein leiden, das ewige zerschmelzen werden. Wir Verderben von dem Angesicht warten aber eines neuen Him- des Herrn, und von seiner mels, und einer neuen Erbe, herrlichen Macht; wenn er nach seiner Verheiffung, in wels kommen wird, daß er herrlich chem Gerechtigkeit wohnet. erscheine mit seinen Heiligen, Darum, meine Lieben, dieweil und wunderbar mit allen Glaus ihr darauf warten sollet; so thut bigen. Denn unser Zeugniß Fleiß, daß ihr vor ihm unbe an euch von demselbigen Lage fleckt und unstråflich im Frieden habt ihr geglauber. erfunden werdet. Evang. Matth. 25, 31.46. enn aber des Menschen Eine andre Epiftel 2 Theffal. 1, 3= 10. Mir follen Gott danken aller zeit um ench, lieben seiner Herrlichkeit, und alle Brüder, wie es billig ift. heilige Engel mit ihm, dann Denn euer Glaube wächser wird er fißen auf dem Stuhl sehr, und die Liebe eines jeg feiner Herrlichkeit; und wer: lichen unter euch allen nint zu den vor ihm alle Völker vers gegen einander; also, daß wir famlet werden. Und er wird une eurer rühmen unter den sie von einander scheiden, Gemeinen Gottes, bon eurerl gleich und Evangelischen Terte. 73 gleich als ein Hirte die Schafe denen zur linken: Gehet hin von dem Bocken scheidet; und von mir, ihr Verfluchten, in wird die Schafe zu seiner Rech: das ewige Feuer, das bereitet ten stellen, und die Böcke zur ist dem Teufel und seinen Ene Linken. Da wird dann der geln. Ich bin hungrig gewes König sagen zu denen zu sei- sen, und ihr habt mich nicht ner Rechten: Kommt her, ihr gespeiset. Ich bin durstig gez Gesegneten meines Vaters, wesen, und ihr habt mich. ererbet das Reich, das euch nicht getränket. Ich bin ein bereitet ist von Anbeginn der Gast gewesen, und ihr habt Welt. Denn ich bin hungrig mich nicht beherberget. Ich gewesen, und ihr habt mich bin nackend gewesen, und ihr gespeiset. Ich bin durstig ge- habt mich nicht bekleidet. Sch wesen, und ihr habt mich ge- bin krank und gefangen gewes tränket. Ich bin ein Gast gessen, und ihr habt mich nicht wesen, und ihr habt mich be- besuchet. Da werden sie ihm herberget. Ich bin nackend auch antworten und sagen: gewesen, und ihr habt mich Herr, wenn haben wir dich bekleidet. Ich bin frank ge- gesehen hungrig, oder durftig, wesen, und ihr habt mich be- oder ein Gast, oder nackend, fuchet. Ich bin gefangen ge- oder krank; oder gefangen, wesen, und ihr seyd zu mir und haben die nicht gedienet? gekommen. Dann werden ihm Dann wird er ihnen antwordie Gerechten antworten, und ten und sagen: Warlich, ich fagen, Herr, wenn haben wir sage euch; was ihr nicht gedich hungrig gesehen, und ha- than habt einem unter diesen ben dich gespeiset? Oder dur- Geringsten, das habt ihr mir stig, und haben dich getränket? auch nicht gethan. Und sie Wenn haben wir dich einen werden in die ewige Pein ges Gast gesehen, und beherberget? ben; aber die Gerechten in das Oder nackend, und haben dich ewige Leben. bekleidet? Wenn haben wir dich krank oder gefangen ge- Am 27. Sonnt. nach Trin. sehen, und sind zu dir gekommen? Und der König wird Epistel, 1 Theffal. 5, 11I. antworten und sagen zu ihnen: Warlich ich sage euch: Was Bon den Zeiten aber und ºn Stunden, lieben Brüder, ihr gethan habt einem unter ist nicht noth euch zu schreiben. dieſen meinen geringsten Brü- Denn ihr selbst wißt gewiß, dern, daß habt ihr mir gethan. daß der Tag des Herrn wird Dann wird er auch sagen zu kommen, wie ein Dieb in der ( 5) 5 Nacht 74 Die Epistolischen und Evangel. Terte. Nacht. Denn wenn sie wer-| Sungfrauen, die ihre Lampen den sagen, es ist Friede, es nahmen, und gingen aus dem hat keine Gefahr; so wird sie Brautigam entgegen. Aber das Verderben schnell über fünf unter ihnen waren thos fallen, gleichwie der Schmerzfricht, und fünf waren flug. ein schwangeres Weib, und Die thdrichten nahmen ihre werden nicht entfliehen. Ihr lampen, aber sie nahmen nicht aber, lieben Brüder, seyd Del mit sich. Die klugen nicht in der Finsterniß, daß aber nahmen Del in ihren euch der Tag wie ein Dieb er: Gefäßen, famt ihren kampen. greife. Ihr send allzumal Da nun der Bräutigam vers Kinder des Lichts, und Kinderzog, wurden sie alle schläfrig, des Tages: wir sind nicht von und entschliefen. Zur Mitters der Nacht, und von der Fins nacht aber ward ein Geschrey: fterniß. So laßt uns nun Siehe, der Bräutigam komt; nicht schlafen, wie die andern; gebet aus ihm entgegen. Da sondern laßt uns wachen und standen die Jungfrauen alle nüchtern seyn. Denn die dajauf, und schmückten ihre Lams schlafen, die schlafen des pen. Die thürichten aber spras Nachts, und die da trunkenschen zu den klugen: Gebt uns find, die find des Nachts trun von eurem Del, denn unsere fen. Wir aber, die wir des kampen verlöschen. Da ant: Tages find, sollen nüchtern worteten die klugen und spras seyn, angethan mit dem Krebs chen: Nicht also; auf daß nicht des Glaubens und der Liebe, und famt euch gebreche. Gehet und mit dem Helm der Hof aber hin zu den Krämern, und nung zur Geligkeit. Denn tauft für euch selbst. Und da Gott hat uns nicht gefezt zum fie bingingen zu laufen, fam Born, sondern die Seligkeit der Bräutigam; und welche zu besigen, durch unsern Herrn bereit waren, gingen mit ihm Jefum Chrift, der für uns ge: hinein zur Hochzeit; und die florben ist, auf daß, wir wachen Thür ward verschloffen. Zulezt oder schlafen, wir zugleich mit tamen auch die andern Jungs ihm leben sollen. Darum er: frauen, und sprachen: Herr, mahnet euch unter einander, Herr, thue uns auf. Er ant. und bauet einer den andern, wortete aber, und sprach: wie ihr denn thut. Warlich, ich sage euch, ich Evangel. Matth. 25, 113, chet; denn ihr wist weder Tag fenne euch nicht. Darum was O ann wird das Himmel: noch Stunde, in welcher des reich gleich seyn zehen Menschen Sohn kommen wird. Die 75 Die Geschichte des Leidens, des Todes und der Begräbniß Jesu Christi, aus den vier Evangelisten zusammen gezogen. Erste Abtheilung. 1) Hingang Jefu zum Delberge. a Jesus und seine Jun- lauferstehe, will ich vor euch Pes ger,( nach dem Ge: hingehen in Galiläam. nuß des Osterlamms trus aber antwortete, und und der Einsetzung des heiligen sprach zu ihm: Wenn sie auch Abendmahls,) den Lobgesang alle sich an dir ärgerten, so gesprochen hatten, ging er will ich mich doch nimmermehr hinaus, nach seiner Gewohn- ärgern. Jesus sprach zu ihm: heit, über den Bach Kidron, Warlich, ich sage bir, heute an den Delberg. Es folgeten in dieser Nacht, ehe dann der ihm aber seine Jünger nach. Hahn zweymal tråbet, wirst Da sprach Jesus zu ihnen: In du mich dreymal verleugnen. dieser Nacht werdet ihr euch Er aber redete noch weiter: alle årgern an mir, denn es Ja, wenn ich auch mit dir ftehet geschrieben: Ich werde sterben müßte, so will ich dich den Hirten schlagen, und die nicht verleugnen; deffelbigen Schafe der Heerde werden sich gleichen sagten auch alle zerstreuen. Wenn ich aber Jünger. 2) Jesu Seelenleiden. Da kam Jesus mit ihnen Da sprach Jesus zu ihnen: zu einem Hofe, der hieß Geth: Setzet euch hin, bis ich semane, da war ein Garten, dort hingehe und bethe. Und darein ging Jesus und seine er nahm zu sich Petrum und Jünger. Judas aber der ihn Jacobum und Johannem, die verrieth, wuste den Ort auch: zween Söhne Zebedåi, und denn Jesus versammlete fich fing an zu trauren, zu zittern oft daselbst mit seinen Süngern. und zu zagen, und sprach zu ihnen: D 76 Geschichte des Leidens, ihnen: Meine Seele ist betrübt fand sie abermal schlafend, bis in den Tod, bleibet hie, denn ihre Augen waren voll wachet mit mir, und bethet, Schlafs, und wusten nicht, auf daß ihr nicht in Anfech was sie ihm antworteten. Und tung fallet. Und er riß sich er ließ sie und ging abermal von ihnen bey einen Steinwurf, hin, und bethete zum drittenund kniete nieder, fiel auf sein mal, und redete dieselbigen Angesicht auf die Erde, und Worte. bethete, daß, so es möglich Es erschien ihm aber ein wäre, die Stunde vorüber Engel vom Himmel, und stårs ginge, und sprach: Abba, kete ihn. Und es kam, daß er mein Vater! es ist dir alles mit dem Tode rang, und bes möglich, überhebe mich dieses thete beftiger. Es war aber Kelches, doch nicht was ich sein Schweiß wie Blutstro: will, sondern was du willt. pfen, die fielen auf die Erde. Und er kam zu seinen Jüngern, Und er stund auf vom Ge und fand sie schlafend, und beth, und kam zu feinen Jüns sprach zu Petro: Simon! gern, und fand sie schlafend schläfest du? vermöchtest du für Traurigkeit, und sprach nicht eine Stunde mit mir zu zu ihnen: Ach! wolltet ihr wachen? Wachet und bethet, nun schlafen und ruhen! es ift daß ihr nicht in Anfechtung genug: Sehet die Stunde ist fallet. Der Geist ist willig, kommen, und des Menschen aber das Fleisch ist schwach. Sohn wird überantwortet in Zum andernmal ging er bin der Sünder Hände, stehet auf, bethete und sprach: Mein Ba- und. laffet uns gehen, siehe, ter! ist es nicht möglich, daß der mich verräth, ist nahe, dieser Kelch von mir gehe? ich bethet aber auf daß ihr nicht trinke ihn denn; so geschehe in Anfechtung fallet. dein Wille. Und er kam und! 3) Gefangennehmung Jesu. Und alsbald da er noch resten und mit Stangen. Der bete, kam Judas, der Zwölfen Berråther aber hatte ihnen ein einer, da er hatte zu sich ge- Zeichen gegeben, und gesaget: nommen die Schaar und Die: Welchen ich küffen werde, der ner der Hohenpriester und Pha- ist es, den greifet und führet risäer, der Weltesten und ihn gewiß. Als nun Jesus Schriftgelehrten, ging vor wuste, alles, was ihm begegs ihnen her, und kam dahin mit nen sollte, ging er hinaus und Fackeln, Lampen, mit Schwerd: sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Jefu Chrifti. 77 ihr? Sie antworteten ihm:| fprach: Laffet fie doch so ferne Jesum von Nazareth. Jesus machen. Und zu Petro: Stecke sprach zu ihnen: Ich bins. dein Schwerdt in die Scheide; Judas aber, der ihn verrith, denn wer das Schwerdt nimmt, stund auch bey ihnen. Als der soll durch das Schwerdt nun Jesus zu ihnen sprach: umkommen. Oder meinest du, Ich bins, wichen sie zurückejbaß ich nicht könnte meinen und fielen zu Boden. Da Vater bitten, daß er mir zus. fragte er fie abermal: Wen schickte mehr denn zwölf Legios fuchet ihr? Sie aber sprachen nen Engel? soll ich den Kelch Jefum von Nazareth. Jesus nicht trinken, den mir mein antwortete: Ich habe euch ge- Vater gegeben hat? wie würs sagt, daß ichs sey; suchet ihr de aber die Schrift erfüllet? denn mich, so laffet diese ge- es muß also geschehen. Und hen. Auf daß das Wort er: er rührete sein Ohr an, und füllet würde, welches er sagte: heilete ihn. Ich habe der keinen verlohren, Zu der Stunde sprach Jes die du mir gegeben hast. Und sus zu den Hohenpriestern und Judas nahete sich zu Jesu, ihn Hauptleuten des Tempels, und zu küssen, und sprach: Ge den Ueltesten die über ihn grüßest seyft du, Rabbi! und kommen waren: Ihr send als küffete ihn. Jefus aber sprach zu einem Mörder mit Schwerde zu ihm: Mein Freund, warum ten und mit Stangen ausges bist du kommen? Juda! ver gangen mich zu fahen; bin ich råthest du des Menschen Sohn doch täglich geseffen ben euch mit einem Ruß? da traten sie und habe gelehret im Tempel, hinzu, und legten die Hände und ihr habet keine Hand an an Jesum und griffen ihn, mich geleget. Aber dies ist Da aber sahen, die um ihn eure Stunde, und die Macht waren was da werden wollte, der Finsterniß, auf daß die sprachen sie zu ihm: Herr! Schrift erfüllet werde. Da follen wir mit dem Schwerdt verließen ihn alle Jünger und drein schlagen? Da hatte Si- flohen. Und es war ein Jüngs mon Petrus ein Schwerdt, ling, der folgte ihm nach, der und zog es aus, und schlug war mit Leinwand bekleidet auf nach des Hohenpriestere Knecht, der bloßen Haut, und die Jüngs und bieb ihm sein recht Ohr ab. linge griffen ihn, er aber ließ Und der Knecht hieß Malchus. den Leinwand fahren, und Jefus aber antwortete, und flohe blos von ihnen. 3wote 78 Defaniayte ves Leidens Zwote Abtheilung. 4) Verhör und Verurtheilung Jesu vom Jüdischen hohen Rath. Die Schaar aber und der und wärmeten sich. Petrus Oberhauptmann und die Die- aber stund bey ihnen, und ner der Juden nahmen Jesum wärmete sich, auf daß er sähe, und bunden ihn, führten ihn wo es hinaus wollte. aufs erste zu Hannas, der Aber der Hohepriester fra: war Caiphas Schwager, wel- gete Jesum um seine Jünger cher des Jahrs Hoherpriestersund um seine Lehre. Jesus war. Es war aber Caiphas, antwortete: Ich habe frey of der den Juden rieth, es wäre fentlich geredet vor der Welt, gut, daß ein Mensch würde ich habe allezeit gelehret in umgebracht für das Volk. der Schule, und in dem Zema Und sie führeten ihn zu dem pel, da alle Juden zuſammen Hohenpriester Caiphas, dahin kommen, und habe nichts im alle Hopenpriester und Schrift: Verborgenen geredet. Was gelehrten und Aeltesten sich verfammlet hatten. fragest du mich darum? frage die darum, die gehöret haben, Simon Petrus aber folgete was ich zu ihnen geredet habe; Jesu von ferne, und ein an- siehe dieselbigen wissen was derer Jünger, bis an den ich gesaget habe. Als er aber Pallaft des Hohenpriesters. solches redete, gab der Diener Derselbige Jünger war dem einer die dabey stunden, Jesu Hohenpriester bekannt, und einen Backenstreich und sprach: ging mit Jesu hinein in den Sollt du dem Hohenpriester Pallast. Petrus aber stund also antworten? Jesus ante brauffen vor der Thür. Da wortete: Habe ich übel geres ging der andere Junger, der det, fo beweise es, daß es dem Hohenpriester bekannt unrecht sey, habe ich aber recht war, hinaus, und redete mitgeredet, was schlägest du mich? ber Thürhüterin, und führete und Hannas hatte ihn gebuns Petrum hinein. Es stunden den gesand zu dem Hohenpries aber die Knechte und Diener, ster Caiphas. und hatten ein Kohlfeuer ges Die Hohenpriester aber und macht, danieden mitten im die Aeltesten, und der ganze Pallast, denn es war kalt, Stath suchten falsch Zeugniß wider Jefu Chrifti. 79 wider Jesum, auf daß sie der Hohenpriester abermal, ihn zum Tode brachten, und und sprach zu ihm: Ich bes funden feines, wiewohl viele schwöre dich bey dem lebendis falsche Zeugen herzu traten; gen Gott, daß du uns sagest, denn ihre Zeugnisse stimme- ob du seyst Christus der Sohn ten nicht überein. Zuletzt tra- deß hochgelobten Gottes? Jeten herzu zween falsche Zeugen, sus sprach: Du sagest es, ich und sprachen: Wir haben ge- bin es; doch sage ich euch: höret, daß er sagte: Ich kann Von nun an werdet ihr sehen und will den Tempel Gottes, des Menschen Sohn sitzen zur der mit Händen gemacht ist, rechten Hand der Kraft, und abbrechen, und in dreyen Za- kommen in den Wolken des gen einen andern bauen, der Himmels. Da zerriß der Hos nicht mit Händen gemacht ist. hepriester feine Kleider, und Ihr Zeugniß aber ftimmete noch sprach: Er hat Gott geläftert, nicht überein. Und der Hohe- was dürfen wir weiter Zeugs priester stund auf unter sie und nig? fiehe, jetzt habt ihr seis fragte Jefum und sprach: Ant- ne Gotteslästerung gehöret, wortest du nichts zu dem, das was bůnket euch? sie aber vere diese wider dich zeugen? Jesus dammten ihn alle und spras aber schwieg stille, und aut- chen: Er ist des Todes wortete nichts. Da fragte ihn schuldig. 5) Mishandlung Jesu von der Wache. Die Männer aber die Ze- Angesicht,( besonders die fum hielten verspotteten ihn, Knechte,) und sprachen: und speieten aus in sein Ange: Weiffage uns, Christe, wer sicht, und schlugen ihn mit ists, der dich schlug? und Fäusten; etliche aber verdeck: viel andere Lästerung sagten ten ihn, und schlugen ihn ins sie wider ihn. 6) Verleugnung Petri. Simon Petrus aber war, verleugnete vor ihnen allen und ( wie oben erwähnet worden,) sprach: Weib! ich bins nicht, draussen im Pallast; da kam ich kenne ihn nicht, ich weiß des Hohenpriesters Mägde eine, auch nicht, was du sagest. die Thürhüterin; und da sie Und er ging hinaus in den Petrum unter den Knechten Vorhof, und der Hahn krähes ben dem Feuer sahe; schanetejte. Und als er zur Thür hins sie ihn an, und sprach zu ihm: aus ging, sahe ihn nebst der Und du warest auch mit dem Vorigen, eine andere Magd, Jefu aus Galiläa. Er aber die sprachen zu denen, die das beg Oferty web troens bey stunden: Dieser war auch Knechte einer, ein Gefreundter mit dem Jesu von Nazareth. des, dem Petrus das Ohr abs Da sprachen sie zu ihm: Bift gehauen hatte: Sahe ich dich du nicht seiner Jünger einer? nicht im Garten bey ihm? da und ein anderer sprach): Du fing er an sich zu verfluchen und bist auch der einer. Und er zu schwören: Ich kenne des leugnete abermal, und sprach: Menschen nicht von dem ihr Mensch, ich bins nicht, und saget. Und alsbald, da er schwur dazu: ich kenne des noch redete, tråhete der Hahn Menschen nicht. Und über zum andernmal. Und der Herr eine kleine Weile bey einer wandte sich um, und sabe Stunde bekräftigte es ein an- Petrum an. Da gedachte Pes derer, mit denen die dabey trus an das Wort Jesu, das stunden, und sprachen: Bar- jer zu ihm gefaget batte: Ehe lich, du bist auch der einer; der Hahn zweymal trähet, denn du bist ein Galiläer, und wirst du mich drenmal vers deine Sprache verräth dich; leugnen, und er ging hinaus, spricht des Hohenpriesters und weinete bitterlich. 7) Bestätigung des Todesurtheils über Jefum. Des Morgens aber verzlich aber, so antwortet ihr nicht fammleten sich alle Hoheprie- und laffet mich dennoch nicht fter, Schriftgelehrten und die los. Darum von nun an wird Meltesten des Volke, darzu der des Menschen Sohn sißen zur ganze Rath, unb hielten ei rechten Hand der Kraft Gots nen Rath über Jesum, daß fie tes; da sprachen sie alle: ihn tödteten. Und führeten Bist du denn Gottes Sohn? ihn hinauf vor ihren Rath, Er aber sprach zu ihnen: The und sprachen: Bist du Chri fagets, denn ich bins. Sie aber stus? sage es uns. Er aber sprachen: Was dürfen wir weis sprach zu ihnen: Sage ich es ter Zeugniß? wir habens selber euch so glaubet ihrs nicht; fragelgehöret aus seinem Munde. Dritte Abtheilung. 3) Auslieferung Jesu an das römische Gericht. Und der ganze Haufe stunditeten ihn dem Landpfleger Pons auf, und bunden Jefum, füh: tio Pilato, und es war noch reten ihn von Caipha vor das frühe. Richthaus, und überantwors 9) Ju Jefu Chrifti. 9) Judà Verzweifelung und Zeugniiß von der Unschuld Jesu. 81 Da das sahe Judas der den Gotteskasten legen, denn ihn verrathen hatte, daß er es ist Blutgeld. Sie hielten verdammet war zum Tode; aber einen Rath, und kaufe gereuete es ihn, und brachte ten eines Topfers Acker darum, Herwieder die dreissig Silber- zum Begräbniß der Pilger. linge den Hohenpriestern und Und es ist kund worden allen, den Neltesten, und sprach: die zu Jerusalem wohnen, also, Ich habe übel gethan, daß ich daß derselbe Acker geneunet unschuldig Blut verrathen ha- wird auf ihre Sprache: Akels be. Sie sprachen: was ge- dama, das ist, ein Blutacker, het uns das an? da siehe du bis auf den heutigen Tag. Da zu. Und er warf die Silber: ist erfüllet, das gesagt ist durch linge in den Tempel, hub sich den Propheten Jeremiam, da davon, und ging hin, und er er spricht: Sie haben genoms hengte sich selbst, und ist mit- men dreissig Silberlinge, das ten entzwen geborsten, und mit bezahlet ward der Verkaufs fein Eingeweide ausgeschüttet. te, welchen sie kauften von den Aber die Hohenpriester nahmen Kindern Israel, und haben sie die Silberlinge, und sprachen: gegeben um einen Töpfersacker, Es taugt nicht, daß wir sie in als mir der Herr befohlen hat. 10) Anklage und Verhör Jesu vor Pilato. Die Juden aber gingen dürfen niemand tödten. Auf nicht in das Richthaus, auf daß erfüllet würde das Wort daß sie nicht unrein würden, Jesu, welches er sagete, da fondern die Ostera offen möch- er deutete, welches Todes er ten. Da ging Pilatus zu sterben würde. ihnen heraus, und sprad): Da fingen an die HohenWas bringet ihr für eine Klage priester und die Aeltesten ihn wider diesen Menschen? Sie hart zu verklagen, und spraantworteten und sprachen zu chen: Diesen finden wir, daß ihm: Wäre dieser nicht ein Ule- er das Volk abwendet, und belthäter, wir hätten dir ihn verbeut den Schoß dem Kayser nicht überantwortet. Da sprach zu geben, und spricht: Er sey Pilatus zu ihnen: So nehmet Chriftus, ein König. Da ging ihr ihn hin, und richtet ihn Pilatus wieder hinein in das nad) eurem Gesetz. Da spra- Nichthaus, und rief Jesum, chen die Juden zu ihm: Wir und fragte ihn und sprach: ( 6) Bift 82 Geschichte des Leidens Bist du der Juden König? Je- heit ist, der höret meine Stim sus stund vor ihm, und ant- me. Spricht Pilatus zu ihm: wortete; Redest du das von Was ist Wahrheit? Und da dir selbst, oder haben es dir er das gesaget, ging er wies andere von mir gesagt? Pila- der hinaus zu den Juden, und tus antwortete: Bin ich ein spricht zu ihnen: Ich finde Jude? Dein Volk und die Ho- keine Schuld an ihm. Und da henpriester haben dich mir über- er verklaget ward von den Ho antwortet, was hast du gethan? henpriestern und Aeltesten, ante Jesus antwortete: Mein Reichwortete er nichts. Pilatus ist nicht von dieser Welt, wäre aber fragete ihn abermal und mein Reich von dieser Welt, mei- sprach: Antwortest du nichts? ne Diener würden darob käm- hörest du nicht wie hart sie dich pfen, daß ich den Juden nicht verklagen? und er antwortete überantwortet würde. Aber nun ihm nicht auf ein Wort mehr, ist mein Reich nicht von dannen. also daß sich auch der Landpfles Sie Da sprach Pilatus zu ihm: So ger sehr verwunderte. bist du dennoch ein König? Je- aber hielten an und sprachen: sus antwortete: Du sagest es, Er hat das Volk erreget, das ich bin ein König; ich bin dar- mit, daß er gelehret hat hin zu geboren, und auf die Welt und her im ganzen jüdischen kommen, daß ich die Wahrheit Lande, und hat in Galiläa zeugen soll, wer aus der Wahr- angefangen bis hieher. 11) Pilati Versuche zur Befreyung Jesu. Da aber Pilatus Galiläam Hohenpriester aber und Schrifts hörete, fragte er: Ob er aus gelehrten stunden, und verklas Galiläa wäre? und da er vergeten ihn hart. Aber Hero nahm; daß er unter Herodis des mit seinem Hofgesinde vers Obrigkeit war, übersandte er achtete und verspottete ihn, ihn zu Herodes, welcher in legte ihr ein weiß Kleid an, denselbigen Tagen auch zu Je- lund sandte ihn wieder zu Pirusalem war. Da aber Hero- lato. Auf den Tag wurden des Jesum sahe, ward er sehr Pilatus und Herodes Freunde froh; denn er hätte ihn längst mit einander: denn zuvor was gerne gesehen: denn er hatte ren sie einander feind. Pilas viel von ihm gehöret, und tus aber rief die Hohenpriester hoffete, er würde ein 3ci: und die Obersten, und das chen von ihm sehen. Und er Volk zusammen, und sprach fragte ihn mancherley; er ant-[ zu ihnen: Ihr habt diesen Mens wortete ihn aber nichts. Die schen zu mir gebracht, als der das Jefu Chriffi. 83 das Volk abwendet, und sehet Und da er auf dem Richts ich habe ihn vor euch verhöret, ftuhl saß, schickte sein Weib und finde an dem Menschen der zu ihm, und ließ ihm sagen: Sache keine die ihr ihn beschul- Habe du nichts zu schaffen mit diget, Herodes auch nicht: diesem Gerechten: Denn ich Denn ich habe euch zu ihm habe heute viel erlitten im gesandt, und sehet man hat Traum von seinetwegen. nichts auf ihn bracht, das des Aber die Hohenpriester und Tobes werth sey, darum will Aeltesten überredeten und reizich ihn züchtigen und losgeben. ten das Volk, daß sie um BarAuf das Fest aber muste rabas bitten sollten, und Jes der Landpfleger nach Gewohn- sum umbrächten. Da ant= heit dem Volke einen Gefange: wortete nun der Landpfleger, nen losgeben, welchen sie be- und sprach zu ihnen: Welchen gehrten. Er hatte aber zu wollet ihr unter diesen zween, der Zeit einen Gefangenen, den ich euch soll losgeben? da einen sonderlichen vor andern, schrie der ganze Hause und der hieß Barrabas, welcher sprach: Hinweg mit diesem, war um eines Aufruhrs, der und gieb uns Barrabam los. in der Stadt geschahe, und Da rief Pilatus abermal zu um eines Mords willen in ihnen und wollte Jesum los das Gefängnis geworfen. Und lassen, und sprach: Was soll das Volk ging hinauf, undlich den machen mit Jesu, den bath, daß er thate wie er pfle- man Christus nennt? sie schrien gete. Und da sie versammlet abermal: Kreuzige, kreuzige waren, antwortete ihnen Pi- ihn. Er aber sprach zum drit= latus: Ihr habet eine Ge- tenmal zn ihnen: Was hat wohnheit, daß ich euch einen er denn Uebels gethan? ich) finde losgebe auf Ostern; welchen keine Ursache des Todes an ihm, wollet ihr, daß ich euch loé- darum will ich ihn züchtigen gebe, Barrabam, oder Je- sund los laffen. fum, den König der Juden, Uber fie lagen ihn an mit von dem gefaget wird: Er sey großem Geschrey, und forder= Christus? denn er wuste wohl, ten, daß er gekreuziget würde, daß ihn die Hohenpriester aus und ihr und der Hohenpriester Neid überantwortet hatten. Geschrey nahm überhand. 12) Gerffelung und Verspottung Jesu. Da aber Pilatus sahe, daß gedachte er dem Bolke genug zu er nichts schaffete, sondern daß thun, und urtheilte daß ihre viel ein größerGetümmel ward, Bitte geschehe; nahm Wasser, ( 6) 2 und 84 Geschichte des Leidens und wusch die Hände vor dem zu sich in das Richtshaus, und Volke, und sprach): ich bin riefen zusammen die ganze unschuldig an dem Blute die Schaar, und zogen ihn aus, ses Gerechten, sehet ihr zu. und legten ihm einen Purpurs Da antwortete das ganze Volk mantel an, und flochten eine und sprach: Sein Blut komme Krone von Dornen, und sezten über uns, und über unsere sie auf sein Haupt, und gaben Kinder. Da gab er ihnen Bar- Jihm ein Rohr in feine rechte rabam los, der um Aufruhrs Hand, und beugten die Knie und Mords willen war ins Ge- vor ihm, spotteten ihn und fångniß geworfen, um welchen sprachen: Gegrüssfest feyst du, sie bathen; aber Jesum ließ er der Juden König! und gaben geiffeln, und überantwortete ihm Backenstreiche, speicten ihn, daß er gekreuziget würde. ihn an, und nahmen das Da nahmen die Kriegs- Rohr, und schlugen damit sein knechte des Landpflegers Jesum Haupt. 13) Letztes Verhör und Verurtheilung Jesu. Da ging Pilatus wieder Von wannen bist du? Aber heraus, und sprach zu ihnen: Jesus gab ihm keine Antwort. Sehet ich führe ihn heraus zu Da sprach Pilatus zu ihm: euch, daß ihr kennet, daß ich Redest du nicht mit mir? keine Schuld an ihm finde. Also weißfest du nicht daß ich macht ging Jesus heraus, und trug habe dich zu kreuzigen, und eine Dornenkrone und Purpur: Macht habe dich los zu geben? kleid. Und er spricht zu ihnen: Jesus antwortete: Du hattest Sehet welch ein Mensch! Da keine Macht über mich, wenn ihn die Hohenpriester und die sie dir nicht wäre von oben herab Diener sahen, schrien sie und gegeben darum, der mich dir sprachen: Kreuzige, freuzige aberantwortet hat, der hats ihn. Pilatus spricht zu ihnen: größere Sünde. Von dem an Nehmet ihr ihn hin und freu- trachtete Pilatus, wie er ihn ziget ihn: denn ich finde keine les ließe. Die Juden aber Schuld an ihm. Die Juden schrien, und sprachen: Läsfest antworteten ihm: Wir haben du diesen los, so bist du des ein Gesetz, und nach dem Geses Kaysers Freund nicht: denn soll er sterben, denn er hat sich wer sich selbst zum Könige felbst zu Gottes Sohn gemacht. macht, ist wider den Kaiser. Da Pilatus das Wort hörete, Da Pilatus das Wort hö fürchtete er sich noch mehr, rete, führete er Jesum heraus, und ging wieder hinein in das und setzte sich auf den Richtstuhl, Stichthaus, und spricht zu Jesu: Jefu Chrifti. 85 stubl, an der Stätte die da heif ihn. Spricht Pilatus zu ih fet Hechpflaster, auf Hebräisch nen: Soll ich euren König aber Gabbatha. Es war aber freuzigen? Die Hohenpries der Rüsttag in Oftern, um die ster antworteten? Wir haben fechste Stunde. Und er spricht keinen König, denn den zu den Juden: Sehet das ist Kayser. Da überantwortete euer König. Sie schrien aber: er ihn, daß er gekreuziget Weg, weg mit dem, kreuzigelwürde. Vierte Abtheilung. 14) Ausführung Jesu nach Golgatha. Da nahmen die Kriege- Weiber, die klagten und beweis knechte Jesum,( ben fie verspot-[ neten ihn. Jesus aber wandte tet hatten) zogen ihm den man sich um zu ihnen, und sprach): tel aus, und zogen ihm seine Jhr Töchter von Jerusalem, Kleider an, und führeten ihn weinet nicht über mich, sondern hin, daß fie ihn kreuzigten; und über ench selbst, und über eure er trug fein Krenz. Und in- Kinder; denn siehe es wird die dem sie hinaus gingen, funden Zeit kommen, in welcher man fie einen Menschen, der fürüber fagen wird: Selig find die Uns ging, von Cirene, mit Namen fruchtbaren und die Leiber die Simon, der vom Felde kam, nicht geboren haben, und die der ein Vater Alexandri und Brüste die nicht gesäuget ha. Ruffi war, den zwungen ben: Denn werden sie anfahen, fie, und legten das Kreuz zu sagen zu den Bergen: Fallet auf ihn, daß ers Jesu nach über uns, und zu den Hügeln: trüge. decket uns: denn so man das Es folgte ihm aber nach thut am grünen Holz, was will ein großer Haufe Bolls und am dürren werden? 15) Kreuzigung Jesu. Es wurden aber auch hin- Wein za trinken; und da ers geführet zween andere Ulebel- schmeckte, wollte ers nicht thåter, daß sie mit ihm abge- trinken. than würden. Und sie brachten Und sie kreuzigten ihn das ihn an die Stätte, die da heif- felbst, und die zween Ueberthås fet aufhebräisch Golgatha, das ter mit ihm, einen zur Rechten, ist verdeutschet, Schedelstätt, und einen zur Linken, Jefum und sie gaben ihm Myrrhen inlaber mitten inne. Da ward ( 6) 3 die 86 Sefaytayte ves Leidens die Schrift erfüllet, die da sa: Was ich geschrieben habe, das get: Er ist unter die Uebelthå: habe ich geschrieben. ter gerechnet. Jefus aber Und die Kriegsknechte, da sprach: Bater vergieb ihnen: fie Jesum gekreuziget hatten, denn sie wissen nicht was sie nahmen seine Kleider, und thun. machten vier Theile, einem Pilatus aber schrieb eine jeglichen Kriegsknecht ein Theil, Ueberschrift, und sezte sie auf darzu auch den Rock. Der Rock das Kreuz, oben zu seinem aber war ungenehet, von oben Haupt, als die Ursache seines an gewirket, durch und durch. Todes: Es war aber geschrie: Da sprachen sie unter einander: ben: Jesus von Nazareth, der laßt uns den nicht zertheilen, Juden König. Diese Ueber sondern darum loosen weg er schrift lafen viele Juden: denn seyn soll. Auf daß erfüllet würs die Stätte war nahe bey der de die Schrift, die da saget: Stadt, da Jesus gekreuziget ist. Sie haben meine Kleider unter Und es war geschrieben auf sich getheilet, und haben über ebräische, griechische und latet meinen Rock das Loos gewor= nische Sprache. Da sprachen fen; solches thaten die Kriegss die Hohenpriester der Juden zu knechte. Und sie saffen allda, Pilato: Schreib nicht der Ju- und hüteten sein. Es war aber den König, sondern daß er ge- um die dritte Stunde, da fie sagt habe: Ich bin der Juden ihn kreuzigten. Und das Volk König. Pilatus antwortete: stund und sahe zu. 16) Verspottung Jefu am Kreuz. Die aber vorüber gingen, nicht helfen. Ist er Chriftus låsterten ihn, und schüttelten der König von Israel, der Auss ihre Köpfe, und sprachen: erwählte Gottes, so helfe er ihm Pfui dich, wie fein zerbrichst selber, und steige nun vom du den Tempel und baueft ihn Kreuz, auf daß wirs sehen, und in dreven Tagen, hilf dir selber. glauben ihm. Er hat Gott vers Bist du Gottes Sohn, so steige trauet, der erlöse thn nun, lüs herab vom Kreuz. Desglei- ftet es ihn: denn er hat gesagt: chen auch die Hohenpriester ver: Ich bin Gottes Sohn. Es spotteten ihn untereinander, mit verspotteten ihn auch die den Schrifrgelehrten und Ael- Kriegsknechte, traten zu ihm, teften, samt dem Volke, und und brachten ihm Essig, und sprachen: Er hat andern ge- sprachen: Bist du der Juden holfen, und kann ihm selber König, so hilf dir selber. 17) Be. Jeju Chrifti. 17) Begnadigung des bekehrten Schächers. Aber der Uebelthäter einer, die nen: denn wir empfahen, was da gebenket waren, låsterte ihn, unsre Thaten werth sind, dieser und sprach: Bist du Christus, aber hat nichts Ungeschicktes so bilf dir und uns. Da antwor: gehandelt; und sprach zu Jesu: tete der andere, strafete ihn und Herr, gedenke an mich, wenn sprach: Und du fürchtest dich du in dein Reich kommst. Und auch nicht vor Gott, der du doch Jesus sprach zu ihm: Warlich in gleicher Verdammniß bist: ich sage dir, heute wirst du mit und zwar wir sind billig drin- mir im Paradiese seyn. 18) Jesu Fürsorge für seine Mutter. Es stund aber bey dem lieb hatte, spricht er zu seiner Kreuze Jefu seine Mutter, und Mutter: Weib: Siehe, das feiner Mutter Schwester Mas ist dein Sohn. Darnach spricht ria, Cleophas Weib, und Ma- er zu dem Jünger: Siehe das ria Magdalena. Da nun Je- lift deine Mutter. Und von sus seine Mutter fahe, und den Stund an nahm sie der Jüns Jünger dabey stehen, den er ger zu sich. 19) Der Tod Jesu. Und von der sechsten Stun- bald lief einer unter ihnen hin, de an war eine Finsternig über nahm einen Schwam und fülles das ganze Land, bis an die te ihn mit Essig, und freckte neunte Stunde, und die Sonne ihn auf ein Rohr von Ysop und verlor ihren Schein. Und um hielts ihm dar zum Munde, die neunte Stunde rief Jesus und trånkete ihn, und sprach laut und sprach: Eli, Eli, kama mit den andern: Halt, laß se. Asabhtani! das ist: Mein ben, ob Elias komme, und ihn Gott, mein Gott, warum haft herab nehme. Da nun Jesus du mich verlaffen? Etliche aber den Essig genommen hatte, die da stunden, da sie das hd sprach er: Es ist vollbracht. reten, sprachen fie: Siehe er Und abermal rief er laut, und rufet den Elias. sprach: Bater! ich befehle Darnach als Jesus wuste, meinen Geist in deine Hände. daß schon alles vollbracht war, Und als er das gefaget, neis daß die Schrift erfüllet würde, gete er das Haupt, und gab spricht er: Mich dürftet. Da seinen Geist auf. stund ein Gefäß voll Essig, und ( 6) 4 20) 88 Geschichte 20) Die Begebenheit ben und nach dem Code Jesu. Und siehe da, der Vorhang im der Zebedåt, und viele andere, Tempel zerrig in zwen Stücke, die mit hinauf gen Jerusalem von oben an bis unten aus, und gegangen waren und hatten ihm die Erde erbebete und die Felfen gedienet, und fahen das alles. zerriffen, und die Gråber thaten Die Juden aber, dieweil es der sich auf und stunden auf viel Let: Rüfttag war, daß nicht dieleichs ber der Heiligen, die da schlies name am Kreuze blieben den fen, und gingen aus den Grás Sabbath über,( denn de sfelbigen bern nach seiner Auferstehung, Sabbathetag war groß,) baten und kamen in die heilige Stadt, fie Pilatum, daß ihre Beine ges und erschienen vielen. brochen und sie abgenommen Aber der Hauptmann der würden. Da kamen die Kriegss daben stund gegen ihm über, und knechte, und brachen dem Ersten die ben ihm waren, und bewahr: die Beine und dem Andern, der ten Jefum, da fie sahen, daß er mit ihm gelteuziget war. Als sie mit solchem Geschren verschied, aber zu Jesu kamen, da sie fas und sahen das Erdbeben, und hen daß er schon gestorben war, was da geschah, erschracken sie brachen sie ihn die Beine nicht; sehr, und preifeten Gott, und sondern der Kriegsknechte einer sprachen: Warlich, dieser ist ein Sfnete seine Seite mit einen frommer Mensch, und Gottes Speer, und alsbald ging Blut Sohn gewesen. Und alles Volk, und Waffer heraus. Und der bas dabey war, und zusahe, dasie das gefehen bat, der hat es bes sahen, was ea gefchah, schlugen zeuget, und sein Zeugniß ist fie an ihre Brust, und wand. wahr, und derselbige weiß, daß ten wieder um. Es stunden er die Wahrheit faget, auf daß aber alle seine Verwandten von auch ihr gläubet: denn solches ferne und viele Weiber, die ihmift geschehen, dag die Schrift ers aus Galiláa waren nachgefol- füllet würde; Jhr sollt ihm kein get, unter welchen war Maria Bein zerbrechen. Und abermal Magdalena, und Maria des klei: spricht eine andere Schrift: nen Jacobs und Josephs Mutter Sie werden sehen, in welchen und Salome die Mutter der Kin- fie gestochen haben. Abtheilung. Fünfte 21) Das Begräbniß Jeſu. Darnach am Abend, weil ist der Vorsabbath, kam ein reis es der Rüfttag war, welcher cher Mann von Arimathia, der Stadt 89 und Begräbniß Jefu. Stadt der Juden, mit Namen Juden, dieweil der Sabbath Joseph, der war ein Rathsherr, anbrach, und das Grab rahe ein guter frommer Mann, wel war, und wälzeten einen cher auch auf das Reich Gottes großen Stein vor die Thür des wartete; ber hatte nicht gewil: Grabes, und gingen davon. liget in ihren Rath und Han Es waren aber allba Maria del; denn er war ein Jünger Magdalena, und Maria Jo Jesu, doch heimlich aus Furcht sephs, und die Weiber, die mit vor den Juden. Derwagte es Jesu kommen waren ans Gas und ging zu Pilato und bath, lilåa, die folgeten nach, fazdaß er möchte abnehmen den ten sich gegen das Grab, und Leichnam Jesu. Pilatus aber befchaueten, wohin und wie verwunderte sich daß er schon sein Leib geleget ward. Eie todt war, und rief den Haupt: Fehreten aber um, und bereite= mann, und fragte ihn: Ob ersten Speceren und Salben, und långt gestorben wåre? und als den Sabbath über waren sie er es erfundet von dem Haupt: stille nach dem Gefez. manu; befahl er, man follte Des andern Tages, der da Joseph den Leichnam Jefu folgete nach dem Rüsttage, geben. tamen die Hohenpriester und Und Joseph kaufte ein Lein- Pharifåer sämtlich zu Pilato, wand. Es kam aber Nicedes und sprachen: Here, wir haben mus, der vormals bey der Nacht gedacht, daß dieser Verführer zu Jesu kommen war, und brachsprach, da er noch lebte: Ich te Myrrhen und Aloen unter will nach dreyen Tagen aufers einander ben hundert Pfunden. ftehen. Darum befiehl, bag daß Da nahmen fie den Leichnam man das Grab bewahre bis Jefu. und wickelten ihn in ein an ben britten Tag, auf daß rein Leinwand, und bunden ihn nicht seine Jünger kommen in leinene Tücher mit Speces und stehlen ihn und sagen zu reyen, wie die Juden pflegten dem Volke: Er ist auferstanden zu begraben. Es war aber an von den Todten, und werde der Státte, da er gekreuziget der lezte Betrug årger denn ward, ein Garte, und in dem der erste. Pilarus sprach zu Garten ein neu Grab, das war ihnen: Da habt ihr die Hüter, Josephs, welches er hatte laffen gehet hin und verwahret es wie in einen Felsen hauen, in wel: ihr wiffet. Sie gingen hin ches niemand je geleget war. und verwahrten das Grab Daselbst hin legten fie Jefum mit Hütern, und versiegelten um des Rüsttages willen der den Stein. ( 6) 5 Bubers 90 Nachricht von der Zerstörung Zuverlässige Nachricht von der Zerstörung der Stadt Jerusalem. As ( s das vormals von Gott gänzliche Verderben. Man so aufferordentlich begna: verließ nun völlig die heiligen digte Volk der Juden das Gesetze Gottes, sezte die ganze Maaß seiner gebäuften Sün- Religion nur in eine abergläus den durch die Verwerfung und bische Beobachtung aufserlicher Kreuzigung des unter ihnen er- Gebräuche, und überließ sich schienenen Heilandes der Welt mit einem frechen Leichtsinn erfüllet hatte; so näherte sich allen Saftern. Daher nahmen dasselbe demjenigen erschreckli- Unordnungen und Spaltungen den Strafgerichte immer merk in allen Ständen immer mehr licher, welches durch die Proz überhand; Jerusalem und das pheten und den misleidigen ganze land war mit Räubern Erldser selbst mit Thränen zu- und Mördern angefüllet, und vor verkündiget war, und in die ganze Nation beförderte ih der gånzlichen Zerstörung Je- ren Untergang durch ihre eigene rufalems und des ganzen Jü- Zerrüttung mehr, als die Ges dischen Reichs, der Welt ein walt der Romer. belehrendes Denkmal vor Au Diese beherrscheten feit den gen legte: wie schwer der Zorn Zeiten Jesu Chrifti das jüdische Gottes gegen beharrliche Ver: Land durch Landpfleger, wels achter seiner Gnade, und wie che durch Geiz und Härte das groß infonderheit die Verschuls römische Joch den Juden noch dung fen, die dieses unglück, unerträglicher machten. Ges liche Volk durch die Vergies fius Florus, der zulezt diese fung des unschuldigen und hei: Stelle verwaltete, übertraf ligen Blutes Jesu Chrifti auf hierin alle feine Vorgånger. fich geladen. Er beförderte alle Unordnnna Josephus erzählet verschies| gen, auch selbst die öffentlichen dene dem Ausbruche dieser Ges Räubereyen, wenn er nur seine richte Gottes vorhergegangene unerfåttliche Gewinnsucht das Beichen; allein die sicherste und bey befriedigen konnte; vergrif nahefte Anzeige davon warwol, sich fogar an dem Schaz des das sich in dem Jüdischen Rei- Tempels, und war recht gefliss che immer weiter ausbreitendelsen, das Volk zur Empórung ges gen Der Stadt Jerusalem. 91 gen die Römer zu reißen. Daher schloffen. Man machte dazu entstund in mehreren Gegenden überall die stärksten Zurüstuns des Landes ein häufiges Blut gen, wählte in Jerusalem den vergießen, und Florus ließ Foseph einen Sohn Gorions, felbst bey einem solchen Aufstan: nebst dem Hobenpriester Anas de in Jerusalem über 3000 Ju: nus, in Jdumaa den Elnazar, den erschlagen, und viele der und in Galilåa Josephum eis angesehenften geiffeln und kreu: nen sehr verständigen und tas zigen. Die Juden suchten zwar pfern Mann, der diese Geschich in diesen Bedrängnisfen bey dem te binterlassen hat, zu AufühSyrischen Stadthalter Eestius rern; und sing die Feindseligs Gallus Hülfe; allein Florus keiten in verschiedenen Gegens wufte nicht nur solche zu vereis den, doch mehrentheils mit sehr teln, sondern auch die Unrus großem Verlust an; wie denn hen also zu vermehren, daß end: allein vor der Stadt Ascalon lich Eestius genöthiget ward, über 18000 Juden ihr Leben mit einem Heere anzurücken, mit einbüßten. welchem er nach Verwüstung Die Chriften hergegen was vieler Städte, in Jerufalem ren der Warnung ihres Heis drang, die Juden in den Tem- landes eingedenk, und fezten sich pel einschloß, und dem Kriege durch ihre Flucht in die benadha würde ein Ende gemacht haben, barteStabt Pella in Sicherheit. wenn nicht die Juden schwe- Als der römische Kayser rern Gerichten waren aufbebal- Nero den allgemeinen Aufstand ten gewesen; so aber verleitete der jüdischen Nation erfuhr, Florus den Cestius durch List trug er dem Vespasianus, einem und Verråtherey zur Verzöge: sehr erfahrnen Feldherrn, den rung, die Juden gewannen Krieg wider die Juden auf; Zeit zur Gegenwehr, und nd der nebst seinem Sohn, dem thigten fogar den Syrischen Titus, mit einem zahlreichen Stadthalter mit einem sehr bes Heere den Anfang desselben in trächtlichen Verlust zum Abzu: Galilåa machte. Josephus ge. Dieser anscheinende Vor: batte daselbst zwar 100000 theil vermehrte ihnen zu ihrem Mann versammlet; allein das Unglück den Muth: Die da: Schrecken zerstreuete solche fo mals fast allgemeine Erwar gleich bey der Unfunft der Rds tung eines irdischen Erretters mer, und Josephus ward gends and machtigen Beherrschers thiget, mit dem Rest seiner stärkte ihre eitele Hofnung, und Truppen sich in die Festung der Krieg wider die Nomer Jotapata zu werfen; welche ward mit großer Heftigkeit be- nach einer tapfern Vertheidis gung 92 Nachricht von der Zerstörung gung erobert, und 40000 Ju: trufalem fam, und die Zeloten den daben erschlagen wurden. dafelbst auf seine Seite brachte, Josephus gerieth felbst in die auch 20000 dumåer in die Gefangenschaft der Römer; er: Stadt zog; so ward die Pars hielt aber durch die Fürsprache they des Unanue überwältiget, des Titus, und weil er dem Befund dieser Hohepriester, den fpafian die künftige Gelangung Josephus als einen der besten zur kayserlichen Würde vorher Männer der damaligen Zeit bes fagte, sein Leben und, nach der schreibet, nebst 12000 der vors Erfüllung dieser seiner Vermu nehmsten Einwohner getödtet. thung, auch die Freyheit. Ve Vespasianus eroberte in dem fpafian bemächtigte sich darauf folgenden Jahre unter vielen bes ganzen Galilåa, wobey Blutvergießen die um Jerusa: viele Taufende erschlagen oder lem liegende festen Derter und als Leibeigene verkauft, oder nåberte sich darauf dieser fonft in eine elende Sclaverey Hauptstadt des jüdischen Lans geführet wurden. des. Sein Heer verlangte In Jerusalem und den übri: zwar, daß er solche, ben der gen Gegenden des jüdischen darinn herrschenden Uneinig. Landes häufte sich inzwischen keit, unvorzüglich angreifen das größte Elend. Die Par mdgte; allein der römische Felds they derer, die auf den Krieg herr hielt rathsamer einem Vols drungen, verübte gegen dieje- fe, das sich selbst aufrieb, und nigen, die zum Frieden riethen, welches Goit, wie er fagte, in die äussersten Gewaltthätigkei- die Hände der Römer geben ten. Mit ihnen verband sich würde, zur eigenen Befördes unter der Anführung des Elna: rung seines Unterganges noch zar eine andere Art von Räuferner Raum zu lassen. Der bern, die Zeloten oder Eiferer Tod des Nero, und die darauf genannt wurden, weil sie unter erfolgte öftere Veränderungen den Vorgeben, eines besondern mit dem römischen Kayserthum, Eifers für Religion und Freysverzögerten die Belagerung heit die größten Grausamkeiten noch weiter; und als Vespasian begingen; und Plünderung und selbst zum Kayser erwählet Mord breiteten sich allenthal- ward, begab er sich nach Rom, ben aus. Der Hohepriester und überließ die Fortsetzung Ananus fuchte zwar in Jerue des Krieges dem Titus. falem dieser bösen Rotte Ein Die durch die unerhörten halt zu thun; als aber Johan Grausamkeiten des Johannis nes von Giscala, ein sehr be- und der Zeloten äusserst beångrüchtiger Bösewicht, nach Je- ftigte Einwohner in Jerusalem hatten der Stadt Jerusalem. 93 batten inzwischen ein neues Antonia und andere feste Schlöss Heer von Räubern unter einem ser in sich. Die Feyer des OsterAnführer Namens Eimon, in festes hatte auch damals eine die Stadt gelassen um durch sie ungewöhnliche Menge Juden in von jenen Ungebeuren befreyet derselben versammelt, wodurch zu werden; allein diese aber- fowohl die Hungersnoth desto malige Verblendung vergrößer- geschwinder vermehret, als auch te nur ihr Elend. Denn dieser der auf der ganzen Nation ruSimon, der bereits in du hende Fluch um so deutlicher måa die fürchterlichsten Ver- offenbaret wurde. Bey dem wüstungen angerichtet, über- Anfange der Belagerung vereitraf annoch den Johannes an nigten sich die drey aufrürischen Grausamkeit und Blutbegiers Rotten zum tapfern Widerstan de: zwang denselben, sich in de gegen die Römer, fügten den Tempel zurückzuziehen, und ihnen durch heftige Ausfälle da auch dessen Parthey sich tren- vielen Schaden zu, und sezten nete, und ein Theil derselben bey einem derselben selbst den unter dem Eleazar den innern Titus in die dufferste Gefahr. Tempel behauptete, so bekrieg- Allein jene Vereinigung daurete ten diese drey răuberische Hau- nicht lange. Johannes überz fen sich unter einander auf das wältigte durch List und Gewalt heftigste, opferten eine große die Parthey des Elnazar, und Menge der Einwohner ihrer bemächtigte sich unter vielem Wuth auf, verdarben durch Blutvergießen des ganzen Tems Raub und Brand den in derspels. Die Bertheidigung der Stadt befindlichen Vorrath der Stadt war also zwischen ihm Lebensmittel, und legten da- und dem Simon getheilet; die durch den Grund zu der bald indes nicht aufhörten, sich un darauf erfolgenden erschreckli- teretnander zu bekriegen, so chen Hungersnoth. bald nur die Römer ihnen eiTitus näherte sich darauf nige Ruhe ließen. im siebenzigsten Jahre nach Nachdem Titus den Juden Christi Geburt im Anfange des vergeblich den Frieden anbie Aprils mit seinem wohlgerüste- ten lassen, ward die Belageten Heere, und in Begleitung| rung mit großem Eifer fortge= des Josephs, der Stadt Jeru- sezt, und gegen das Ende des salem. Selbige war mit einer Aprils die erste Mauer, und dreifachen sehr starken Mauer fünf Tage nachher die andere und vielen Thürmen umgeben, leingenommen; und obwohl die und faßte, ausser den sehr Juden sich der leztern wieder befestigten Tempel, die Burg bemächtigten, solche doch nach einer 94 Nachricht von der Zerstörung einer dreytågigen Bestürmung mit Die Fortsegung ihrer verzweife einer großen Niederlage der Juden lungsvollen Gegenwehr nöthigte völlig behauptet. Wenige Tage endlich den Titus die Stadt mit nachher ward der Angrif auf die einer Mauer völlig einzuschließen. Burg Antoniam gerichtet. Eitus Hierdurch ward dasjenige aufs ge= ließ zwar nach seiner gütigen und naueste erfüllet, was Christus vore mitleidigen Gefinnung die Belager- her geweisfaget hatte, und die ers ten abermals durch den Josephum schrecklichste Hungersnoth, neb zur Uebergabe ermahnen; allein ob allem damit verbundenen Elend dieser gleich durch eine sehr nach: nahm nun völlig überhand. Ausdrückliche Rede und mit Chränen gezehrte Menschen suchten bey Taus fie zu bewegen suchte, so wurden senden in den legten Zügen vergebs doch alle Vorstellungen nur mit lich ihre Erhaltung. Die bewafnes Schimpfworten und sogar mit Pfei- ten Räuber fielen in die Häuser, len erwiedert. Viele Einwohner bemächtigten sich aller Nahrungsfuchten indes durch die Flucht ihre mittel, und quälten mit den entErrettung und erhielten auch solche, seslichsten Martern alle und jede auf wenn sie anders der Wachsamkeit welche nur der Verdacht einiger und den Schwerdtern der Besagung Verbergung fiel. Die Eltern rissen zu entgehen vermochten, durch die ihren Kindern und diese ihren ElGelindigkeit des Titus. Die aber tern und Geschwistern den lezten als Gefangene in die Hände der Bissen aus dem Munde. Viele, Römer fielen, wurden in so großer die diefen Jammer, durch die Menge in dem Angesicht der Stadt Flucht zu den Römern, zu entringekreuziget, daß nach Josephi Aus- nen suchten, wurden von den Gol druck es zulezt an Raum und Holz daten in der Vermuthung, daß fie zu Kreuzen mangelte. Ein gewiß Gold verschlungen, lebendig aufe sehr merkwürdiger Anblick vor ei geschnitten. Man suchte durch die ner Stadt, deren Einwohner die unnatürlichsten Mittel die Stillung Kreuzigung Christi dem Pilatus mit des Hungers, und eine bemittelte der größten Wuth abgedrungen hat- Mutter die durch diese Plage zur ten! Titus ließ inzwischen diese äussersten Verzweifelung gebracht Grausamkeit zu, um zu versuchen war, schlachtete und kochete ihr ei ob vielleicht die Furcht vor einer genes Kind, und bot, da sie einen gleichen Bestrafung die Hartnäckig- Theil desselben verzehret, den graukeit der Belagerten überwinden samen Kriegsknechten die andere mdgte. Aber so wenig dieses, als Hälfte dar. Alle Straßen waren die bereits sehr zunehmende Hun- mit Leichen bedecket, und das Sters gersnoth, noch auch die wiederhol- ben war so häufig daß vom 14 April ten Warnungen des römischen Feld- bis zum ersten Julius 115880 Lei herrn, die Stadt, den Tempel, chen zu einem Thore hinaus ges und ihr eigenes Leben zu retten, bracht, und 600000 über die Dauer vermogten etwas bey diesen gånz- geworfen wurden. Titus ward durch lich Verstockten auszurichten; sie diese erschrecklichenUmstände äusserst fagten vielmehr dem Tito felbst mit gerühret, und bezeugte mit gen untermengter Verschmähung daß sie Himmel gehobenen Händen, daß er lieber sterben, als sich ergeben woll- an diesen unnatürlichen Grausamten, und beriefen sich dabey frech keiten unschuldig sey, und solche auf den Schuz Gottes, dessen Ver- unerhörte Gräuel unter den Trümächter sie doch waren. mern Der Stadt Jerujatem. 95 mern der Stadt begraben werden| rdmischer Soldat warf aus eigenem müsten. Antri be, oder vielmehr von einer Nachdem endlich die Burg An höhern Hand geleitet, einen feuritonia unter vielen Blutvergießen gen Brand in ein Fenster der an den erobert und völlig niedergerissen Tempel gebaueten Zimmer.. Sowar, muste nun auch der sowohl gleich breitete sich das Feuer in durch seine Lage als die stärksten diese Nebengebände aus. Titus Mauren ausnehmend feste Tempel eilte zwar alsobald den Brand zu ldangegriffen werden, zu welcher Zeit schen; aber seine Befehle wurden denn auch das tägliche Opfer in dem nicht vernommen. Die römischen felbigen aufhörete. Titus der für Legionen drangen wüthend auf den dieses herrliche Gebäude und für den Tempel zu, unterhielten die immer Gottesdienst der Juden eine bewun- weiter um sich greifenden Flammen, dernswürdige Ehrerbietung äusserte, und erfüllten alles mit Blut und ließ sich zwar dessen Erhaltung mit Leichen. Titus begab sich mit ei der äussersten Sorgfalt angelegen nigen seiner Heerführer felbft in seyn, und ermüdete nicht, sowohl in den Lempel, besahe dessen Heiligeigener Person, als durch den Jose- thum und die darinn befindlichen phus, den Johannes mit seinen gott: Geräthe, und fand, daß die Pracht losen Haufen durch wiederholte rů- alle Nachrichten davon weit über= rende Vorstellungen zu bewegen, tráfe. Er erneuerte die eifrigsten daß fie durch ihren fortgefesten Fre- Bemühungen, dieses Innere des vel das Heiligthum Gottes nicht Tempels zu retten; aber vergeblich; entweihen, und durch eine endliche der ganze Tempel ward, wie Jofes Uebergabe, es dem nahen Unter- phus bemerkt, an eben dem Cage, da gange entreissen möchten: wobey er der Erste von den Babiloniern ver= ihnen die ungestörte Fortsegung ih- brannt worden, durch die Flammen res Gottesdienstes versprach. Allein völlig verzehret. Ein allgemeiner diefe Bösewichter verschmäheten Raub und die blutigste Niederlage dieses alles, besezten die Thore des verbreitete sich ohne einiges Verscho= Tempels mit Kriegsmaschinen, und nen in dem ganzen Raum des Tem= machten denselben durch Raub und pels. Die römischen Soldaten pflanze Blutvergießen, nach Christi Wor- ten an das öftlicheThor desselben ihre ten, nun völlig zur Mördergrube. Scriegszeichen, brachten daselbst ihre Daher sabe sich Titus endlich ge- jheidnische Opfer und riefen den Ei= nöthiget, die äusserste Gewalt zu ge- tus als Sieger aus. Eine Anzahl brauchen und nach verschiedenen ab- Priester, so auf einer Mauer des geschlagenen Stürmen an die Thore Tempels ihre Sicherheit gesucht, fle= desselben Feuer legen zu lassen, wel- hete vergeblich um ihr Leben; Ti= ches den alle bedeckte Gänge um tus antwortete, daß die Zeit der den Tempel ergrif. Er gab zwar Begnadigung geendet, und sie mit sogleich den Befehl, das Feuer zu ihrem Tempet umkommen müsten. Idschen, um das noch unversehrtej Die Aufrührer hatten sich inzm Hauptgebäude des Tempels zu erschen mit gewafneter Hand den Weg halten, aber keine menschliche Vor- aus dem Tempel gedfnet, und verficht vermogte den Rathschluß Got- langten eine Unterredung mit dem tes zu verhindern. Ein heftiger Titus. Dieser erbot sich zwar ih: Ausfall der Juden zog das Gefechte nen das Leben zu schenken, wenn sie in die Nähe des Tempels, und ein sogleich die Waffen niederlegen, und fich 96 Nachricht von d. Zerstörung d. Stadt Jerufalem. fich ergeben würden; als sie sich aber Schauspielen oder zu schweren'r= dessen, unter der Vorschuzung eines beiten bestimmt. Die so unter 17 Eides, weigerten, und einen freyen Jahren wurden verkauft. Die Zahl Abzug verlangten, versagte er ihnen aller in dem ganzen Kriege gefane alle Gnade; übergab die untere genen rechnet Jofephus auf 97000, Stadt der Plünderung und dem und der in der Belagerung Ulmge= Feuer, und grif den noch übrigen kommenen auf 1,100,000, ausser der obern Theil derselben an, in wel großen Menge, die sonst in diesem chen sich nun die sämtlichen Aufrü- Kriege ihrleben verloren; und macht rer unter dem Simon und Johan- ienes aus der unter dem Cestius nes gezogen hatten. Sobald die berechneten Zahl der Ofterlämmer römischen Maschinen auch hie die begreiflich. Simon und Johannes Mauer durchbrachen, überfiel diese geriethen aus ihren Hölen, endlich Hartnäckige die muthlofeste Verwir auch in die Hände der Römer. Sie rung. Voll Furcht und Schrecken wurden gleichfals zum Triumph verließen sie die von ihnen befezten des Titus aufbehalten, und nach sehr festen Thürme, versuchten ver- felbigem der Erste zum Tode, der geblich durch die römischen Ver- Andere aber zeitlebens zum Gefänge schanzungen zu entkommen, und nis verurtheilet. verbergen sich endlich in unterirdi- Die sämtlichen Ueberbleibsel der sche Holen. Die Römer bemächtig- Stadt, ausser dreyen Thürmen, ten sich also auch der ganzen obern und einem Cheil der Mauer, wurs Stadt, plünderten selbige, und den auf Siti Befehl dem Erdboden zündeten sie nach der entfeßlichsten gleich gemacht; und Jerusalem Niederlage unter den Einwohnern ward also nach Christi Beissagung mit Feuer an. Dieses geschahe am völlig geschleifet. 8. September des Jahrs 70 nach Chrißi Geburt. Wie mundiese merkwürdige Ges schichte, nebst der ganz sonderbaren Als Titus in die nun völlig er- Erhaltung der jüdischen Nation oberte Stadt ging, und die unge- bey ihrer großen Zerstreuung, die meine Festigkeit ihrer Mauren und Göttlichkeit der Lehre Jesu ausnehThürme bewunderte; brach er in mend bestätiget; so muß einem jes dieses ihm rühmliche Geständniß den der solches erkennet, bey einer aus: Wir haben mit Gottes Bey- mitleidigen Erwägung dieser Ges stand Krieg geführet; es ist Gott, richte Gottes, jene Warnung des der die Juden aus diesen Festungen Apostels stets wichtig bleiben: Sey berausgetrieben hat: denn was nicht stolz, sondern fürchte dich. würden menschliche Hände und Ma- Hat Gott der natürlichen Zweige schinen gegen solche Thürme ver- nicht verschonet, daß er vielleicht mögen? dein auch nicht verschone. Darum Gleich nach der Eroberung wur- schaue die Güte und den Ernst den die noch übrigen Aufrührer Gottes; den Ernst an denen die ge= sämmtlich getödtet. Die ansehu- fallen sind; die Güte aber an die, lichsten Jünglinge wurden zum fo ferne du an der Güte bleibest; Triumph des Titus, die übrigen fonst wirst du auch abgehauen. Gefangenen aber zu den römischen werden. Lum Inches 1 Centimetres Blue 12 3 4 Cyan 2 15 6 17 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 3/ Color | 18 19 B.I.G. Black