In Meretol G6 1544 Snedrich Herold 13 Apart 452 F Find No 1844 6 Singh Gorn date Tr. Herold in Jena anfran zwanie. 39 Фи till рутира er hein und St ist ein Gott hernitu жить yu 21 риной 190 пати, грани зану Mahlin 1821 6 MB e Jefonna Johornin вод 1808 180 119 80 se ohanne I Smüller felip CARL AUGUST Herzeg zu Sachs. Weimar u: Eisenach& Weimarisches Gesangbuch. Nebst einigen Gebeten zur öffentlichen und häuslichen Andacht. Friedrick Heroldl Jona m Mit F. S. gnädigstem Privilegio. Weimar, gedruckt und zu haben bey Conr. Jacob Leonh. Glüfing, privilegittem Hofbuchdrucker. 15 1544 Univ.- Bibl. Giessen 개 Gulf IPP HOTEN Borrede. In den Vorreden der vorhergehenden Auflage dieses Ge sangbuchs, die von zwen Verlegern besorgt ward, wurd sowohl der Werth der alten Lieder als auch die Schwierig feiten bemerkt, die der Einführung eines neuen, durchaus verbesserten Gesangbuches entgegen standen. Die Einrich tung dieser Auflage wird hoffentlich beyde Theile befriedigen sowohl die, die die alten Gefänge unverändert beybehat ten wünschten, als auch die beträchtliche Zahl derer, die nach dem Vorgange fast aller Deutschen Länder, eine nad unsrer neueren Sprache eingerichtete Sammlung von Liedern vielfältig verlangten. Berde von diesen Partheyen haben in ihrem Sinn Necht. Ein Lied, das man in der Kindheit auswendig ge lernt hat, will man nicht gern im Alter verändert hören einen Gesang, an dessen Kraftvollen Ausdrücken man sein Herz erquickte, an dem der Niedergeschlagene Trost, de Sterbende Hoffnung genoß, wünscht man nicht, etliche schlechter Reime wegen, in eine andre Form gegossen, un fast unkenntlich gemacht zu sehen. Man wünscht mit der Glauben der Vater auch die kieder beyzubehalten, in dene Jene ihren Glauben ausdrükten und stärkten. Selbst mi den Melodieen kömmt uns ihr aufmunterndes Andenke wieder. Ander Vorrede. Undere hatten auch nicht Unrecht, daß manche Zeitz Umstände, in welchen jene Lieder entsproffen sind, z. B. die Drangfale der Reformation und des dreissigjährigen Krieges, auch viele Sectirereyen und Wortstreitigkeiten in der Reliz gion, Gottlob vorübergegangen und uns nicht mehr gegens wärtig sind; daß es also höchst unschicklich sey im Namen solcher Personen zu singen, die vor hundert oder zweyhun dert Jahren lebten, und jetzt im Himmel andere Gefänge anstimmen, als sie damals hienieden anstimmen mußten. Man hat nicht Unrecht zu sagen, daß dieser Reichthum alter Lieder uns ja nicht die neueren rauben dürfe, die unsern Bedürfnissen, unsrer Sprache und Denkart näher sind, und wohl auch von so aufrichtigen Herzen gesungen wurden; als jene. Man stellte vor, daß mitten im Vorrath alter Gesänge es uns oft wirklich an Liedern fehle, die unsern Beitumständen, oder einzelnen Materien, insonderheit praktischen Lehren, dergestalt angemessen seyn, wie jene alte Lieder ihren Zeiten waren; und daß mancher Lehrer sich in Verlegenheit befinde, wenn er auffer dem Liede: Gott du frommer Gott und ein paar andern Gesängen pie Andacht seiner Gemeine auch in Liedern auf einzelne Pflichten und Lebensumstände zu richten wünschet. Es en ja, fagten sie, unverantwortlich, den Schaß nicht ges rauchen zu wollen, der vor uns liegt, und den uns auch Bott gegeben. IV Den Wünschen Beider wird durch die Veranstaltung ieses Gesangbuchs friedlich abgeholfen. Aus dem alten Gefange Vorrede. Gesangbuche sind 358 Gefänge beibehalten; und man hat forgfältig aus den verschiedenen Bezirken unsers Landes Nachricht eingezogen, welche Gesänge, dort oder hier, ofs fentlich oder besonders im Gebrauch seyn. Diese alle bes hielt man unverändert bey, außer daß hie und da ein Auss druck, der der Sprache oder dem Glauben entgegen ist, oder der gar zum Spott eines gemeinen Sprüchworts worden war,( wie es leider dergleichen Lieder Ausdrucke viele giebt) anmerklich oft nur mit Einem Buchstab oder Wort verbes fert wurde. Da die vorigen Auflagen des Gesangbuchs, bis sie vergriffen sind, im Gebrauch bleiben sollten: so durften auch keine unnüße oder schlechten Verse ausgelassen werden, damit bei den beibehaltnen Liedern der Kirchengesang nicht gestört würde. Diese Verbesserung, daß nehmlich aus als ten guten Liedern schlechte Strophen weggethan werden, bleibt einer zukünftigen Zeit vorbehalten; und ich wünschte, fie wåre bald da. Daher glaube niemand, daß jeder Ausdruck, oder jede Borstellungsart, die auch in diesen 358 beibehaltenen fica dern vorkommt, durch dies Beibehalten gebilligt oder gepries sen werde. Aus heiligem Eifer gaben sich in der ältern Zeit viele mit Liederdichten ab, die dazu nicht geschaffen waren. Sobald es ihnen gelang, die Sylben in Reim zu zwingen, und mit Geheimnissen der Religion, oder mit Kreuz und Leiden, etwa auch mit einem Kernspruch der Bibel andächs tig zu spielen; insonderheit wenn sie dabei wohlgemeinte Herzliche Empfindungen rührend übertrieben, so ward ihr Lied 3 VI Vorrede. Lied aufgenommen und fand Beifall. Hier muß es cines jeden Lehrers ernstliche Sorge seyn, seinen Zuhörern vors sichtig und bescheiden zu zeigen, was auch in diesen alten Gesängen hie und da dem wahren Sinn des göttlichen Worts nicht gemäß sei: daß es z. B. keine Frömmigkeit sei, mit dem Namen Jefulein, oder mit andern Namen unsres hochgelobten Erldsers, mit seiner Krippe und Windeln, mit seinem Blut, Striemen und Wunden zu tândeln, daß die unseligen Uebertreibungen der Buß- Aengste nach misverstandenen Worten einiger Psalmen eben so unevanges lisch, als unwahr seyn, wenn sie von einem rohen oder fröhlichen Haufen gesungen werden; daß wir, statt über Verfolgung der Feinde über Kreuz und Leiden za seufzen und zu klagen, unsern Feinden vielmehr mit stiller Großmuth verzeihen, und uns hüten sollen, daß wir uns Kreuz und Leiden unnöthiger und unbedachtsamer Weiſe nicht selbst zuziehn; endlich daß alles Schmähen auf dies iordische Leben, alles murrende Hinausseufzen aus demselben, meistens nur Heuchelei und ein leerer Wortschall oder eine wahre Verfündigung sei: denn Gott hat uns hies het gesetzt und wir müssen seinen Wink abwarten, wenn er uns weg rufe aus dem Leben. Vor solchen und andern Mißbrauchen des heiligen Gefanges muß jeder Lehrer feine Zuhörer treu warnen. Er muß zeigen, daß zu andern Zeis ten und unter andern Umständen dergleichen Ausdrücke wahr oder wenigfiens verzeihlich gewesen seyn können, daß aber, da im Allgemeinen faum Einer gus hunderten sie mit t Wahrs VII Vorrede. Wahrheit nachsingen wird, der öffentliche oder besondere Christengefang zu etwas Besserem dasey, als dergleichen leere Wortschälle zu unterhalten. Zu dem Ende vergleiche man solche Lieder mit den ernsten, biedern Gesången Luthers, oder mit Worten und klaren Anweisungen Christi und der Apostel. Der gelindeste Weg, die Menschen von aller geheimen Heuchelei und Falschheit auch in Gesängen zu entwöhnen, ist, daß man sie zur Prüfung dessen was sie singen, mit gutem, geraden Sinn und mit Liebe zur Wahrheit weise. Im öffentlichen Gottesdienst halte sich der Lehrer an diese Liebe zur Wahrheit. Mit Sorgfalt wähle er die Lieder aus, damit er seine Gemeine nicht zu einer offentlichen Lüge, das ist, zum Bekenntniß von Empfindungen zwinge, die sie weder hat noch haben darf. Dafür sei ihm das reine Wort Gottes in alten oder in neuen Liedern desto werther. Bis weilen ist ein großer Theil von einem Liede anstößig; es hat aber einzelne, unvergleichliche Verse. Wohlan! diese ge brauche der Lehrer; er wende sie in seinen Predigten an, und mache vorzüglich auf sie aufmerksam; das Schlechte lasse er an seinem Ort, damit es in der Stille verschwinde. Er trage Aufsicht, daß auch die ihm untergebenen Sånger und Schullehrer sich nicht aus alten Vorurtheilen gerade ar das Schlechtste im Gesangbuch halten'; sondern vielmehe wie es die Kirchenordnung S. 570 vorschreibt, durch das Auswendiglernen guter Lieder in der Schule, die King der von Jugend auf das Beste faffen und verstehen lernen. 4/ Vorrede. Ein Aehnliches ist von dem hinzugekommenen zweiten Theil des Gesangbuches zu sagen. Man nenne diese Lieder nicht mit Verachtung neue kieder: einige derselben find schon ein halb Jahrhundert alt, und sie werden, so wie wir, von Jahr zu Jahr älter. Manche sind seit zwanzig, dreißig Jahren in allen protestantischen Ländern Deutschs lands öffentlich oder besonders gelesen oder gesungen wor den, und haben ihre Probe bestanden. Sie stehen als zweiter Theil hier; mithin wollen sie die guten Lieder des ers sten Theils, als ihre älteren Geschwister, nicht verdrängen; denn alle christlichen Lieder bekennen Einen Herren und Heiland. Beide enthalten Einerlei Lehre, und weisen auf Einerlei Hoffnung und Pflichten. Die alten Lieder thun es meistens in einer kräftigeren Sprache; die jüngeren oft mit mehrerer Bestimmtheit and Klarheit. Jene dringen tiefer ins Herz; diese sind unfren Umständen, unserm täglichen Ausdrucke, auch dem Vortrage unster Predigten und Kate: chisationen angemeßner; denn man sage was man will, es Ift schlechterdings unmöglich, sich jetzt in Allem so auszus drücken, wie man sich vor zwei, drei hundert Jahren aus, drückte. Man sagt, wenn man dies thun will, oft Dies felben Worte, bei denen indeß Wenige Dasselbige denken; wer verständlich seyn will, muß in der Sprache sich nach seiner Zeit richten. Uebrigens sind diese Lieder, so wie die Alten, nicht alle von Einerlei Werth; und ob man sich gleich viele Mühe gegeben hat, allenthalben her die Besten zu sammlen, und aus diesen die leeren Verfe zu verbannen: VIII fo Vorrede. so bleibt doch jedem Lehrer und Zuhörer die Wahl übrig, auch aus ihnen das Beste zu wählen. Was nicht für ihn ist, ist für einen andern. Um diesen Liedern einen guten Eingang zu verschaffen, merke man sich folgendes: 10th box 1X 1) Kein Lehrer zeige für die jüngeren Lieder eine solche Vorliebe, daß er die Alten vergesse und ausschließe. Er denke, daß viele Zuhörer sind, die mit ihnen erwuchsen, und sich an ihre Ausdrücke gewöhnten. Diese schone er und bequeme sich nach ihnen. 2) Wo aber im ersten Theil des Gesangbuches ihm Lieder zu seiner Materie fehlen,( welches oft der Fall is;) oder wo im zweiten Theil ein Lied vorhanden, das feine Materie viel würdiger, klarer und schöner ausdruckt; da bediene er sich des besseren Liedes und wende es auch in seis ner Predigt auf eine schickliche Weise an. Mit den leich, testen Gefängen thue er dieses zuerst; sie haben meistens auch schöne Melodien; und es kann nicht fehlen, daß nicht ein gutes Lied, wenn es im Chor der Gemeine nach einer schönen Melodie gesungen wird, das Gemüth auf wecke und erhebe, mithin sich selbst empfehle. 3) Die Schule muß hiebei der Kirche Helfen. Von Jugend auf müssen die Kinder, so wie aus alten, so auch aus diesen hinzugekommenen Gesängen trefliche Verse auss wendig lernen; sie gewinnen dadurch einen Schatz von Lehs te und Unterweisung für ihr ganzes Leben. Hat man fie inne, so lernt man die Predigt und auch die Bibel mehr alyinG verstes * 5 Vorrede. verstehen. Das Wort Gottes fommt gleichsant näher zu uns; und spricht in einzelnen Pflichten und Beziehungen mit uns nach unsrer Weise. Durch diese Lieder lernen wir so manchen Zweifel der neueren Zeit überwinden, von dem die ältere Zeit noch nicht wußte; man lernt die Religion anses hen, wie sie für uns dienet. 4) Der schönste Plaß aller alten und neuen geistlichen Gesänge ist das Hauswesen. In vielen Familien sind die alten Lieder fast ausgestorben; ist Hoffnung da, daß die häusliche Andacht durch die uns näheren, jüngeren Gesänge werde erweckt werden? Man will in unserer Zeit statt der alten Kirchenlieder moralische Gesänge; wohlan! viele dies fer Kirchenlieder find moralisch; und viele derselben enthals ten einen wahren Gefang des Herzens! Es kommt auf Båter und Mütter an, daß sie ihre Kinder diese Lieder sins gen lassen, und sie damit zu einer Fortdauer in ihre Famis, lien einführen: Es kommt auf, Prediger und Schullehrer an, die ihren Zuhörern und Schülern das lieb zu machen wissen, was sie an diesen Gesängen gutes haben. Uebris gens, was Ein Jahr nicht thut, das thun einige Jahre; niemand wolle der Zeit vorgreifen und auch ein gutes Vors haben, durch unnöthige Mühe, nicht übertreiben. Gott fegne Alles, was in alten und neuen Liedern gut ist; und er wirds gewiß segnen. 1020 Weimar, den gten October 1795. J. G. Herder. Inhalt. Inhalt. Erster Theil I. Von Gott, seinen Eigenschaften und seiner Regierung. c) Vom Namen Jesu. Num 1-26. II. Von der Gnade Gottes gegen die Men schen.bile 1510 Num. 27-30. III. Von der Erlösung durch Jesum Christum. a) Von seiner Menschwerdung. Advents/ Lieder. Num. 31-36. b) Von seiner Geburt. Weihnachtslieder. Num. 37-43.2 Num. 49-56. d) Von Jesu Leiden und Sterben. Num.: 57-85e) Von Jesu Auferstehung. more n MORO ATIV f) Von Jesu Himmelfahrt. Num. 84-9390 390# S. 1 Num. 100-120. b) Von der heiligen Taufe. Num. 121-122. c) Bon dem heiligen Abendmahl. DAN www 100 V. Von dem Worte Gottes und von der christlichen Kirche, der Taufe und dem Abendmahl. a) Vom Wort Gottes. Num 94-98. DES IV. Von der Gemeinschaft des heil. Geistes.-78 Num. 99-108. 26 PEOPR 30 84 Num. 123-130. VI. Von der Sinnesänderung des Menschen.— 101 Num. 131-146. VII. VII. Vom Glauben. VIII. Vom Gebet. XI. Zeitenlieder. Inhalt. Rum, 147-157. Num. 158-167. IX. Von den Früchten des Glaubens. Vom findlichen Sinne zu Gott. Num. 168-172. Buscles Vom göttl. Frieden, der Freude u. Hoffnung. Num. 173-190." X. Von Christenpflichten, oder vom christlichen Leben und Wandel. Num. 191-210. Neujahrslieder. Num. 211-215.00 Morgenlieder. Num. 216-23.5. Abendlieder. Num. 236-244. doing not ed Tischlieder. Num. 245 250. Bonn und Festtagslieder. Num. 251-264: XII. Von allgemeinen u. besondern Pflichten. Berufslieder: Num. 205-266. Vom Vertrauen auf Gotte Von der Liebe zu Gott und Menschen. den Num. 279-292. S. 118 123 131 XIII. Lob- und Danklieder. Num. 267-278. 12 000( nos a Num. 293-303. XIV. Gebet- u. Troftlieder in allerley Noth. Zu Kriegszeiten. Num. 304-305. Wohn C 155 174 215 236 245 Bey ansteckenden Krankheiten. Num. 306. Adoni Ben Cheurung. Num. 307. In allerley traurigen Umständen. Num. 308-323. XV, Erinnnerung des Todes; auch Grabes- und Auferstehungslieder. Num. 324-358.no( In O moine Actionism Inhalt. Gando? 3 weiter Theil 1. Von Gott, seinen Eigenschaften und seiner Regierung. - Num. 359 380. II. Von der Gnade Gottes gegen die Menschen.- 307 Num. 381 386. III. Von der Erldsung durch Jesum Christum.- 312 Von der Menschwerdung Christi. Advents und Weihnachtslieder. Num. 387-393+ Vom Leiden und Tode Christi. Num. 394-404. Von der Auferstehung Christi. Num. 405-412. Von der Himmelfahrt Christi. Num. 413 416. IV. Von der Gemeinschaft des heil. Geistes.- 333 Num. 417 421. 1 - - V. Vom Wort Gottes u. der christl. Kirche.- 336 Num. 422 431. VI. Von den Sakramenten der christl. Kirche. Von der heiligen Taufe. Num. 432 434. Vom heiligen Abendmahl. Num. 435-444. VII. Vom Christenthum und dem Beruf der Menschen. Num. 445 456. VIII. Von der Sinnesänderung der Menschen. Bußlieder. 62 S.292 Num. 457466. IX. Von einem guten Gewissen, voll Freude, Friede und Hoffnung. - Num. 467 475- 342 352 - 361 - 369 X. Inhalt. VII X. Allgemeine Bitten, Lob und Danklieder. S. 376 Num. 476 487. VII xl. Besondere Bitten, Lob und Danklieder.- 384 Num. 488 492.0 3 IX. X. XI XI XI -- TH Morgenlieder. Num. 493-500. Sibendlieder. Num. 501-509. Conn und Festtagslieder. Num. 510-515. Sitterungs, Saat: und Erntelieder. Num. 516 525. Kriegs u. Friedenslieder. Num. 526-530, Lieder, den allgemeinen Wohlstand betreffend. Num. 551 536. - XII. Vom Vertrauen auf Gott. Num. 557 546. XIII. Von einzelnen Gesinnungen, Tugenden und Pflichten. Von der Liebe zu Gott, zu uns selbst u. andern. Num. 547 11 554. Von christlicher Demuth. Num. 555-558. Von Gerechtigk. u. Wahrheit. Num. 559-561. Von Güte, Sanftmuth und Verzeihung. Num 562 568., 1 - 414 XI XI XIV. Erinnerungen des Todes u. der Ewigkeit.- 445 Num. 579 595. 309 422 Von der Arbeitsamkeit u. Fleiß. Num. 569-570. Vom Gebrauch der Zeit und irrdischen Güter. Num. 571 578. I. Bor Stohlen in Shi gille. els Scheid вой 1. Von Gott, seinen Eigenschaften und seiner Regierung. In eigener Melodie. 1. Kurie, Soft Bate in 3. Gott, zu dir ſchreyIn eigener Melodie. allmächtiger Ewigkeit, groß ist deine Barmherzigkeit. Aller Ding' ein Schöpfer und Regierer, Eleifen. en wir in der Noth, durch deine große Barmherzigkeit, erbarm dich über uns. 2. Christe, aller Welt Trost, uns Sünder, allein Du hast erlöst, o Jefu, Gottes Sohn. Unser Mittler bist in dem höchsten Thron; zu Dir schreyen wir aus Herzens, Begier, Eleison. 3. O Herr! vergieb uns unsre Sünde, tröst uns in der letzten Stunde, durch 3. Kyrie, Gott heißgerGeist, deine große Barmherzigkeit, trost, stårk uns im Glauben erbarm dich über uns. allermeist, daß wir am letzten! In bekannter Melodie. End frölich hinscheiden aus diesem Elend, Eleison. 2. Christe! woll'st uns erhören, für uns bist du ge bohren von Maria, erbarm dich über uns. 4. Gott der Vater wohn uns ben, und laß uns nicht verderben. Mach uns aller Sünden frey, und hilf uns selig sterben. Für den Teufel uns bewahr, halt uns ben festem Glauben, und auf dich laß uns bauen, aus Herzens- Grund vertrauen, 3. O Gott heiliger Geist, dir uns laffen ganz und gar, theil uns mit Weisheit, mit allen rechten Christen, Glaub' und lieb' allermeist, entfliehn des Teufels Listen, gieb göttliche Gerechtigkeit. I mit Waffen Gottes uns ris sten, 20 In eigener Melodie. 2.0 Herre Gott, Vater in Ewigkeit, sen uns Sündern gnädig. 2. Christe, aller Welt Hei land, unser Trost, mach uns alle von Sünden los. I. Von Gott, seinen Eigenschaften v sten, Amen, Amen, das sey Manna und ein ewig Howahr, so fingen wir Hallelują. fianna. 2. Jesus Christus wohn uns ben, 2c. V IX X X X X 4.Halleluja, Lob, Preis und Ehr sey unserm Gott je mehr und mehr, und seinem großen Namen. Stimmt an mit aller Himmels- Schaar, und finget nun und immerdar mit Freuden: Amen, Amen. Klinget, finget: heilig, heilig, hocherfreulich, heilig ist Gott, unser Gott, der Herre Zebaoth. Mel. Herr Gott dich loben. Klinger, finger: heilig, heiz 6. Der du bist Dren ir ist Gott! unser Gott, der Herrerer Gott von Ewigkeit, die Zebaoth! Sonn mit dem Tag von uns weicht, laß uns leuchten dein göttlich Licht. uns 2c. 5. 3. Heiliger Geist wohn D. M. Luther. Mel. Wie schon leuchtet. alleluja! Lob, Preis und Ehr sen unserm Gott je mehr und mehr, für alle seine Werke! Von Ewig: keit zu Ewigkeit sen in uns allen ihm bereit Dank, Weis heit, Kraft und Stärke! 2. Halleluja, Preis, Ehr und Macht sey auch dem Gottes- kamm gebracht, in 2. Des Morgens, Gott, dem wir sind erwähler; das dich loben wir, des Abends uns mit seinem Blut erkauft, auch beten vor dir; unfer damit besprenget und ge- armes Lied rühmer dich, jettauft, und sich mit uns ver- zunde immer und ewiglich. måhlet! Heilig, selig, ist die 3.Gort Vater dem sen ewig Freundschaft und Gemein- Ehr, Gott Sohn, der ist der schaft, die wir haben, und einge Herr, und dem Tröster Darinnen uns erlaben. heiligen Geist, von nun an bis in Ewigkeit. 3. Halleluja, Gott heilger Geist! sey ewiglich von uns gepreist, den wir neu gebohren, der uns mit Glau: 7.Gun barberin Gott gnå D. M. Luther. ott sey uns gnavig barmherzig, und gebe uns seinen göttlichen Segen. X ben ausgeziert, der ergen Hoffnung zugeführt, zu der wir sind erkohren. Freude! 2. Er laffe uns sein Antlitz Freude! dort ist Freude, leuchten, daß wir auf Erden fern vom Leide, dort ist erkennen seine Wege. 3. Es und seiner Regierung. fter werth, 3. Es segne uns Gott, un| Den heiligen Geist und Trds fer Gott, es segne uns Gott, und gebe uns seinen Frieden! Amen. Mit rechtem Dienst fie lobt und ehrt. err Gott, dich loben wir. Du König der Ehren, Jesu Chrift, Gottes Vaters ew'ger Sohn du bist. Herr Gott, wir danken dir. Dich, Gott Vater in Ewigfeit Der Jungfrau Leib nicht haft verschmäht, erlösen das menschlich Geschlecht. Ehret die Welt weit und breit, AlleEngel und Himels- Heer, Zu Undas dienct deiner Ehr, Auch Cherubim und Sera. phim Gingen immer mit hoher Stimm: Du hast dem Tod zerstört feine Macht, Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth! Dein göttliche Macht und Herrlichkeit 8. Herr Geht über Himmel und Erden weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl Und die lieben Propheten all, Die theuren Mårt rer allzumabl Loben tich, Herr, mit grof sem Schall. Die ganze werthe Christenheit Rühmt dich auf Erden allezeit. Dich, Gott Vater, im höchften Thron, Deinen rechten und einigen Sohn, 3 Und alle Christen zum Him mel bracht, 5 Du sigest zur Rechten Got tes gleich, mit aller Ehr ins Vaters Reich. Ein Richter du zukünftig bist Ueber alles, was todt und lebend ist. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, Die mit dein m theuren Blut erlöset seyn, Laß uns im Himmel haben Theil Mit den Heilgen im ewgen Heil. Hilf deinem Volk, Herr Jesu Chrift, Und segne, was dein Erbtheil ist. Wart' und pfleg' ihr zu aller Zeit, Und heb' sie hoch in Ewigkeit. A 2 Tåg Täglich, Herr Gott, wir loben dich, Und ehrn dein'n Namen stetiglich. Behüt' uns heut, o treuer Gott, Für aller Sünd und Missethat. Sen uns gnädig, o Herre Gott, X Sen uns gnädig in aller Noth. Zeig uns deine Barmher zigkeit, Wie unsre Hoffnung zu dir steht, Auf dich hoffen wir, lieber Herr, In Schanden laß uns nim- Ehre! mermehr, Amen. V V IX X 1. Von Gott, seinen Eigenschaften.. X 9.6 D. M. Luther. Mel. Es ist das Seil uns. en Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt! Gebt unserm Gott die Ehre! Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott erschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Gü. te walten. In seinem gan zen Königreich ist alles recht und alles gleich. Gebt unferm Gott die Ehre! 4. Ich rief dem Herrn in meiner Noth, ach Gott, vernimm mein Schreyen: Da half mein Helfer mir vom Tod, und ließ mir Trost ges denen. Drum dank, o Gott! drum dank ich dir. Uch danket, danfet Gott mit mir. Gebt unserm Gott die 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden. Er bleibet ihre Zuversicht, ihr Gegen, Heil und Frieden. Mit Mutter- Händen leitet er die Seinen stetig hin und her. Gebt unferm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hülf" ermangeln muß, die alle Welt erzeiget, so kommt und hilft der Ueberfluß, der Schöpfer selbst, und neiget die VaterAugen deme zu, der sonsten nirgends findet Ruh. Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmels- Heer, o Herrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preis sen deine Schöpfers- Macht, 7. Ich will dich all mein Lebenlang, o Gott, von nun die alles also wohl bedacht. an ehren. Man soll, o Gott, dein'n und seiner Regierung. 5 3. Er ist der Herr, ich Knecht ( Magd) gering und schlecht; was er mir auferlegt, ist alles gut und recht. Ich folge feinem Trieb, er ist ein starker Held, und führets herrlich aus. Er thut, was ihm gefällt. 4. Er ist der Herr; mein Will ist sehr verkehrt, wo mich fein treuer Rath nicht rechte Wege lehrt, so irr ich hier und dort; wo er mich nicht erhält, fällt meine Wohlfahrt hin. Er thu', was ihm gefállt. dein'n Lob- Gefang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre fich, mein Geist und Leib erfreue dich. Gebt unferm Gott die Ehre! 8. Jhr, die ihr Chrifti Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre; die falschen Göten macht zu Spott, der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! gebt unferm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Angeficht mit Jauchzen- vollem 5. Er ist der Herr, was könEpringen, bezahlet die ge- nen Menschen thun? In seilobte Pflicht, und laßt uns ner Gnade soil mein ganzes frölich fingen: Gott hat es Wesen rahn., Wo er mich alles wohl bedacht, und al- schützt, wird mir vergebens les, alles recht gemacht, gebt nachgestellt; ihm überlaß ich unserm Gott die Ehre! mich, er thu, was ihm gefällt. 6. Er ist der Herr; sollt ich gleich Unglück schn, so weiß ich doch gewiß, daß mir nichts kann geschehn, was er nicht hat verhängt. 3ft mir auch zugesellt das Crepß, als ein Gefährt'; Er thu, was ihm gefällt. 7. Er ist der Herr; ob sichs gleich bóf' anläßt, so hålt er feine Treu dennoch den Frommen fest, und meints am Ende gut. Wohl dem, der an im hält, und spricht: er ist der Herr, er thu', was ihm gefällt. 21 3 8. 10. In eigener Melodie. er ist der Herr, der alle Wunder thut? von dem man immer spricht: er machet alles gut. Der so mit Macht regiert die ganze weite Welt, der alles wohl versorgt, und thut, was ihm gefällt. 2. Er ist mein Gott, der Herre Zebaoth, der treue Seelen- Hirt, und Retter aus der Noth, der Leben und auch Ted in seinen Händen hält. Ich bin aus Staub gemacht, er the was ihm gefällt. I X X 6 I. Von Gott, seinen Eigenschaften 8. Er ist der Herr: diß ist| ist deine Macht, fort geschicht mein Glaubens- Wort! drauf was dein Will hat bedacht, führ' in Leid und Freud ich wohl uns des feinen Herren. meinen Wandel fort, bis u der Himmels- Burg, verlaffe gern die Welt. Hier ist der Herr, der Herr, der thut, was ihm gefällt. 3.0 Jefu Christ, Sohn eingebohrn deines himmlis schen Vaters: Versöhner der r, die warn verlohrn, du Stiller unsers Haders, kamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Vitt von unsrer Noth, erbarm dich unser aller. 9. Er ist der Herr, mein Schild und groffer Lohn, was acht ich auf der Welt Spott, Ungemach und Hohn? Ich weiß die Ehren- Cron ist mir doch schon bestellt von meinem lieben Gott, der thu', was ihm gefällt. 10. Er ist der Herr, des freu und tröst ich mich, was er mir zugesagt hält er ganz sicherlich. Er ist der wahre Gott, der Bund und Gnade hält. Darauf verlaß ich mich, cr thu', was ihm gefällt. 4. O helger Geist, du höchstes Gut, du allerheilsamster Tröster: fürs Teufels Gewalt fortan behút, die esus Christus erlöset, durch groffe Marter und bittern Tod, abwend all unsern Jammer und Noth, darauf wir uns verlassen. Miel. Es ist das Heil uns. ott herrschet und hält ben uns Haus, was sagst du Mensch, dawider? was schlägst du seinen Willen aus? leg in den Staub dich nieder; schweig still, las ihn nur Meister seyn, er ist das Haupt, wir insgemein desselben schwache Glieder. 12. G II. In bekannter hielodie. Ulein Gott in der Höh sen Ehr, und Dank für seine Gnade! dar um daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat, nun ist groß Fried ohn Unterlaß, cl. le Fehe hat nun ein Ende. 2. wir loben, preif'n, an beten dich, für deine Ehr wir danken: daß du, Gott Bater, ewiglich regiert ohn alles Wanken. Ganz unermest'n 2. Belegt er dich mit Creuß und Noth, und greift dir nach dem Herzen, er schickt das keben und den Tod, laß dir es etwa schmerzen; doch hüte dich für Ungeduld, du möch. test sonst durch grosse Schuld dein und seiner Regierung. dein bestes Heil verscherzen. 1 Höchsten Rath, der machts allein, daß Menschen Rath gedene. 3. Er bleibt schon so von Alters her: jest hält er sich verborgen, als wiß' er nichts um dein Beschwer, läßt immer mehr dich sorgen, hat gegen dich sich hart gemacht, dies währt vom Abend in die Nacht, und wieder an den Morgen. 4. Jest ist er wieder gnådig hier, giebt Endschaft deinen keiden, er legt deinen Sack von dir, und gürtet dich mit Freuden, er züchtigt als ein Vater dich, jedoch muß seine Gnade fich darum nicht von dir scheiden. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Muth, dies ober jenes sen ihm gut, und ist doch weit gefehlet; oft ficht er auch für schädlich an, was Gott doch selbst er wählet. 4. So fångt auch oft ein weifer Mann ein gutes Werk mit Freuden an, und bringts doch nicht zu Stande: er baut ein Schloß und festes Haus, doch nur auf lauter Sande. 5. Wie mancher ist in sei5. Wie wohl ist doch der nem Sinn fast über Berg Mensch daran, der sich in und Spigen hin, und eh er Gottes Wege in tiefster De- fichs verfiehet, so liegt er muth schicken kan, ihm aus- da, und hat sein Fuß verhält alle Schläge! dies nimt gebers fich bemühet. der höchsten Kunst den Preis. Herr! gieb uns, daß sich aller Fleis auf dies zu lernen lege. M. Jn dich hab ich gehoffet. 6. Drum, lieber Vater, der du Cron und Zepter trägst insHimmels- Thron, und aus den Wolken bligest, vernimm mein Wort, und höre mich vom Stuhle, da du sigest. 7. Verleihe mir das edle Sicht, das sich von deinem Cch weiß, mein Gott, daß all mein Thun und Werk in deinem Willen ruhn, von dir kommt Glück und Segen, was du regierst, Angesicht in fromme Seelen das geht und steht auf rechstrecket, und da der rechten guten Wegen. ten Weisheit Kraft durch 13.J 2. Es steht in keines Mendeine Kraft erwecket. schen Macht, daß sein Rath werd ins Werk gebracht, und feines Gangs fich freue: des 8. Gieb mir Verstand aus deiner Höh, auf daß ich ja nicht ruh und steh auf mei21 4 nem V V IX $ Von Gott, seinen Eigenschaften nem eignen Willen: sey du mein Freund undtreuer Rath, was gut ist, zu erfüllen. 15. Wer fleißig betet und 9. Pruf alles wohl, und was Gott traut, wird alles, da ihm mir gut, das gieb mir ein; fonft für graut, mit tapferm was Fleisch und Blut erwäh- Muth bezwingen; sein Sorlet, das verwehre. Der höchste Zweck, das beste Theil, fen deine lieb und Ehre. gen- Stein wird in der Eil in tausend Stücke springen. 10. Was dir gefällt, das X laß auch mir, o meiner See le Sonn und Zier! gefallen und belieben; was die zu wider, laß mich nicht in Berk und That verüben. 11. Ifts Werk von dir, so hilf zu Glück; ists Men fchen- Thun, so treibs zurück, und andre meine Sinnen. Was du nicht wirkst, pflegt von sich selbst in kurzem zu zerrinnen. X mich nur ohn Unterlaß zum Seufzen und zum Beten. 12. Sollt' aber dein und unser Feind an dem, was dein Herz gut gemeynt, be ginnen sich zu rächen, ist dies mein Trost, daß seinen Zorn du leichtlich könntest brechen. 13. Tritt du zu mir, und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich deucht, und bring zu gutem Ende, was du felbst angefangen hast, durch Weisheit deiner Hände. 16. Der Weg zum Guten ist fast wild, mit Dorn und Hecken angefüllt; doch wer ihn freudig gehet, kommt endlich, Herr, durch deinen Geist, wo Freud und Wonne stehet. 17.Du bist mein Vater, ich dein Kind, was ich ben mir nicht hab und find', hast du zu aller Gnuge; so hilf nun, daß ich meinen Stand wohl halt, und herrlich fiege. 18. Dein soll fenn aller Ruhnrund Ehr, ich will dein Thun je mehr und mehr, aus hocherfreuter Seelen, vor deinem Volk und aller Welt, so lang ich leb, erzehlen. Miel. Jesu, meine Freude. 14. Gott der wirds wohl machen, dem ich alle Sachen allzeit heimgestellt; Er hat mich erkohren, eh ich noch gebohren bin auf diese Welt; hat mir auch, zu meinem Brauch, was vonnöthen, stets gegeben, hier in diesem Leben. 14. Ist gleich der Anfang etwas schwer, und muß ich auch ins tiefe Meer der bit- 2. Gott der wirds wohl tern Sorgen treten, so treib machen, der mir manches Lachen, und seiner Regierung. Lachen, Freud und Lust ge- der Bahre, führt er Himmelschenkt: der mich nie ver geffen, der mit Kleid und Effen täglich mich bedenkt: auch wenn fast die Creußes Last oft die Seinen ziemlich drücket, hat er mich erquicket. an. Dieser. Bund hat seinen Grund: die gelebt und leben werden, komen in die Erden. 7. Gott der wirds wohl mas chen, der für seine Schwachen, kämpfet ritterlich: 3. Gott der wirds wohl Führt er gleich die Geinen machen, laß das Wetter kra- über Stock undSteinen vielchen, und die Stürme gehn: mals wunderlich; sey bercit wenn mit groffem Graufen zu Freud und Leid: Gott bes alle Wellen brausen, will er fichl nur deine Sachen: Gott ben dir stehn. Jonas lag der wirds wohl machen. an dritten Tag: schlägt dich Miel. O Gorg, du frommer. Unglück auch Gott erhebt dich wieder. dernieder, I5. für mich, was foll 4. Gott der wirds wohl ich mich denn krånken? mein machen, er wird selber wa Vater wird mir schon so viel chen über deine Noth. Wenn aus Gnade schenken, als du wilst verzagen unter dei mir vonnöthen ist; ich trau nen Plagen, ist der fromme ihm lediglich, und bin ges Gott auf dem Plan, und troft, warum? mein Schönimmt dich an; dann ver- pfer forgt für mich. stäubt die Angst geschwinde, 2. Mein Schöpfer sorgt für wie der Rauch im Winde. mich. Schon da er mich be5. Gott der wirds wohl seelet, hat er in seinem Rath machen, mächtig in den mein Leben abgezähler. Es Schwachen ist er allezeit: kommt von Gottes Hand, wem hats je gefehlet, der auf ihn gezählet auch im Herzeleid? drum, mein Herz, vergiß den Schmerz, alles steht in seinen Händen: Gott kann alles wenden. führt er gleich wunderlich. Jch bin mit Gott vergnügt: mein Schöpfer forgtfür mich. 3. Mein Schöpfer forgt für mich; wenn ich für meis ne Sünden ben keinem Mens 6. Gott der wirds wohl maschen Trost und Rettung chen, wenn des Todes Rachen weiß zu finden, so stárkt fein gleich ist aufgerhan: wenn Wort und Geist mein Herze die Lebens- Jahre liegen aufl inniglich: Gott nimmt die 21.5 Sun V V 11 X Von Gott, seinen Eigenschaften E under an. Mein Schö pfer forgt für mich. Bitte: ich wäre längst verlohrn, wann Gott nicht für 4. Mein Schöpfer sorgt für mich stritte. Gott hält mich mich, sein Arm wird mich er- ben der Hand, das weiß halten. Sind meiner Feinde und glaube ich. Gott ist viel: ich laß den Himmel getreu. O Trost! mein walten. Er treibt der Feinde Schöpfer sorgt für mich. Grimm und Tücke hinter sich. 9. Mein Schöpfer sorgt für Drum, Seele, unver agt! mich, Gott kan den Vorrath mein Schöpfer forgtfürmich. fegnen: ich weiß, er kan mir 5. Mein Schöpfer sorgt für mich, so laß die Hölle schnauben: Troß, daß des Gatans ist mir soll den Himmel rauben. Dein Rasen, stolzer Feind, ist nur ein Fersen Stich, drum tobe wie du wilst: mein Schóden Morgen, den er mir hat pfer forgt für mich. Brod vom Himmel laffen regnen, er macht aus Wasser Wein. Herz, überwinde dich, vertraue Gottes Huld: mein Schöpfer sorgt für mich. 10. Mein Schöpfer sorgt für mich, drum will ich für 6. Mein Schöpfer forgt für mich, Gott wird sein Kind nicht laffen: Ach! laß mich dieses Wort mit stillem Herzen fassen. Ich weiche nicht von dir, ich hoffe, Herr, auf dich, und ſpreche Glau. 16. Wunderbar ift Gotmein sorgt für mich. 7. Mein Schöpfer forgt für mich, drum soll kein Schmerz noch leiden, kein Teufel, keine Noth, mich hier von Jefu scheiden. Ich bleibe Gott getreu, und gläube feftiglich; Gott hilft zu rechter Zeit: meinSchöpfer forgr für mich 8. Mein Schöpfer sorgt für mich, Gott höret meinel Brauch, über die seine Au tes Schicken, wunderbarlich ist sein Rath, herrlich ist doch sein Erquis cken, dies erweis't julezt die That. Wohl dem, der es recht bedenkt, feinen Sinn zu Gott nur lenkt: der wird sich in seinem Leben Gottes Obhut stets ergeben. 2. Also pflegt es Gott zu machen, dieses ist sein alter gen bestimmt, nicht als ein Heyde forgen. Es gehe mir, mein Gott, gleich noch so kümmerlich, die Losung bleibet fest: mein Schöpfer sorgt für mich. Miel. Treuer Gott, ich muß. und seiner Regierung. gen machen, die betrübt und die Noth schon überhand, Frånkt er auch, stößt in Jam ihm sind Mittel gnug bemer, Angst und Noth, die er kannt, wie er könne dich doch bald aus der Noth erlösen, aus Gefahr und will erhöhen, hoch verseßen, allem Bösen. und anSeel undleib ergetzen. 3. Dies bedenk, du meine Seele, wenn ben dir die Noth bricht ein, und dich ja nicht felbsten quale, als sollst du verlassen seyn: Gott geht mit dir wunderlich, herrlich zu erretten dich; laß dein Herz nur nicht wanken, du wirsts ihm einmal noch danken. 4. Denke selbst an das zu rücke, was dich deine Jugend lehrt. O wie manches Ungelücke hat er schon von dir ge kehrt! Defters da man hátt gedacht, du würd'st in der Creußes- Nacht liegen blei ben und ersterben, ließ dich Gott doch nicht verderben. 5. Nun, der große Gott der Erden, der ist unveränderlich; wolt'st du jezt verzagter wer den, als folt er nicht schützen dich? Nein, sein werthes Vater- Herz bricht ihm über dei nen Schmerz, ja, wie's eis ne Mutter kränket, so dein Gott an dich gedenket. 6. Also fehlte auch nicht an Können: Gott kann machen was aus nichts, drum läßt er sich mächtig nennen, wenn er reder, so geschichts. Nimmt II 7. Her auch; was dir Gott versprochen hier und da in seinem Wert, das hält er die unverbrochen, so gewiß er ist dein Hert. Himmel und die Erd vergehn, Gottes Wort muß doch bestehn. Drum auf Gottes Zusag' traue, auf seine Macht und Gnade bane. 8. Doch, mein Herz, noch dieses wiffe, Gott ist auch ein weiser Mann. Denk nicht, daß er helfen müsse plötzlich, da ér helfen kann. Wunderlich fügt er die Zeit, wenn er wenden will das leid, wenn ers herrlich will ausführen, unser Haupt mit Gnaden zieren. 9. Hålts nun Gott vor dir verborgen, wenn, wie, wo er helfen will; mach dir darum feine Sorgen, fey nur in dem Herren still: Er will sehen, ob auch fest fich dein Herz auf ihn verläßt; er will, daß du ihn wohl kennest, desto mehr auch Vater nenneft. 10. Er will deine Andacht mehren, welche fonft fast falt und todt: Er will gern das kob anhören, so du nach erlittner Noth ihm, als der dein Don Gott, seinen Eigenschaften V X dein Lebens- Fürst, noch er- Gram sonst nirgends zu, freuter geben wirft, wenn du als daß du dich aus deiner geistlich wirft erblicken Got- Ruh in Angst und Schmertes herzliches Erquicken. zen stürzest, und selbst dein 11. Drum so laffe Gott leben kürzest. nur walten, ob du manchmal 3. Wilt du was thun, was harren must: Er wird den Gott gefällt, und dir zum Heil noch ben dir halten, deine gedeyet, so wirf dein Sorgen Moth ist ihm bewußt, die auf den Held, den Erd und er so genau abmißt, daß Himmel scheuet, und gieb auch aller Feinde list dir kein dein Leben, Thun undStand, Hårlein mag berühren, ohne( nur fröhlich hin in Gottes Gott; fie muß verliehren. Haud, so wird er deinen Sa12. Nun, mein Jesu, sen chen ein frölich Ende machen. gelobet, freylich bist du mir 4. Wer hat geforgt, da dei getreu: ob des Creußes meer ne Seel im Anfang deiner schon tobet. ist doch deine Tage, noch in der Mutter LeiHand daben. Stark mir bes- Höhl und finstern Kerker meine Zuversicht, sie sen fest lage? Wer hat allda dein auf dich gericht! wunderlich Heil bedacht? was that da wirst dus noch schicken, herr-- aller Menschen Macht, da lich dein Kind zu erquicken. Geist und Sinn und Leben Mel. Ermuntre dich mein. Dir ward ins Herz gegeben. 17.0 u bist ein Mensch, 5. Durch wessen Kunst steht das weist du wohl, dein Gebein in ordentlicher was firebst du denn nach Din: Fülle? wer gab den Augen gen, die Gott der Herr alleine Licht und Schein, dem Leibe foll und kann zu Werke brin- Haut und Hülle? wer zog gen: du fåhrst mit deinem die Adern hie und dort, eine Wit und Sinn durch so viel jegliche an Stell und Ort? tausend Sorgen hin, und wer setzte hin und wieder so denkst, wie wills auf Erden viel und schöne Glieder? doch endlich mit mir werden? 2. Es ist umsonst; du wirst fürwahr, mit allem deinem Dichten, auch nicht ein einig Kleines Haar in aller Welt ausrichten; und dient dein 6. Wo war dein Herz, Will und Verstand, da sich des Himmels Decken erstreckten über See und Land und aller Erden Ecken? wer brachte Sonn und Mond herfür? Wer V 11 und seiner Regierung. Mensch, Ginnen, Wer machte Kräuter, Baum' was überall kein und Thier, und hieß sie dei kein Rath, kein nen Willen und Herzens- ihm hat erfinden können. Luft erfüllen? 7. Heb auf dein Haupt, schan überall, hie unten und dort oben, wie Gottes Sorg' auf jeden Fall für dich sich hab erhoben. Dein Brod, dein Waffer und dein Kleid, war eher noch als du bereit; die Milch, die du erst nahmeft, , war auch schon, da du kamest. 8. Die Windeln, die dich allgemach umfingen in der Wiegen, dein Betttlein, Kam: mer, Stub und Dach, und wo du foltest liegen, das war ja alles zugericht, eh als dein Aug und Angesicht eröffnet ward und sahe, was in der Welt geschahe. 9. Noch dennoch soll dein Angesicht dein ganzes Leben führen, du traust und glaubest weiter nicht, als was dein Augen spühren, was du beginnst, das soll allein dein Kopf, dein Licht und Meister seyn: was er nicht auserkohren, das hältst du als verlohren. 13 11.Wie oft bist du in große Noth durch eignen Willen kommen, da dein verblendter Sinn den Tod fürs Zeben angenommen: und hätte Gort dein Werk und That ergehen. laffen nach dem Rath, in dem du's angefangen, du wärst zu Grunde gangen. 12. Der aber, der uns ewig liebt, macht gut, was wir verwirren, erfreut, wo wir uns selbst betrübt und führt uns, wo wir irren; und dars zu treibt ihn sein Gemüth, und die so reine Vater- Güt, in der uns arme Sünder er trägt, als seine Kinder. 13. Ach wie so oftmals schweigt er still, und thut doch was uns niket; da unterdessen unser Will und Herz in Aengsten figet, fucht hie und da, und findet nichts, will sehn, und mangelt doch des Lichts, will aus der Angst sich winden, und kann den Weg nicht finden. 10. Nun siehe doch, wie viel und oft ist schädlich um geschlagen, was du gewiß und fest gehofft, mit Händen zu erjagen! hingegen wie so manchesmal ist doch geschehnl schein, so kann alsdann der 14. Gott aber geht gerade fort auf seinen weisen Wegen, er geht und bringt uns an den Port, da Wind und Sturm sich legen; hernachmals wann das Werk geMensch 14 Von Gott, seinen Eigenschaften V V 1 15. Drum, liebes Herz, sen wohlgemuth, und laß von Serg und Gráman, Gott hat ein Herz, das nimmer ruht Mensch erst sehn, was der gen, die du jezt nicht weist, so ihn regieret, in seinem nach wohlgehaltnemRingen, Rath geführet. aus allen Sorgen bringen. M: 1 Solt ich meinen Gott. Stott, durch dessen 18. Gott Wort entsproffen Himmel, Erde, Luft und Meer; dessen Allmacht ausgeflossen in der Creaturen Heer, da durch deiner Weisheit Kräfte ist geschaffen was du willt, und der Mensch zu deinem Bild; jedem gabst du sein Geschäfte. Gott, dich lob ich in der Zeit, und dort in der Ewigkeit. n Bestes fürzunehmen; er fans nicht lassen, glaube mir, fein Herze wallt entgegen dir und uns allhier zusammen voll allzufüsser Flammen. 2. Herrlich ist dein schönes Wesen, Licht und Sonne ist dein Kleid! der du vor der Welt gewesen, unverändert, ohne Zeit, und den Himmel ausgezieret mit den Sternen ohne Zahl, sie mit Schönheit allzumal majestätisch aufges führet. Gott, dich lob' ich in der Zeit, und dort in 17. Das schlag' hinweg, und laß dich nicht so düster lich berhören. Obgleich nicht allzeit das geschicht, was Freude kann vermehren, so der Ewigkeit. wird doch wahrlich das ge- 3. Der du deine Wolken schehn, was Gott dein Ba- bauest, und fährst auf denter ausersehn. Was er die selben fort, jede Creatur anju will kehren, das wird kein Mensch verwehren. X X X 16. Er brennt für Vater lieb und Tren, und also kanst du denken, wie seinem Muth zu muthe sen? wann wir uns oftmals frånken mit so vergebner Sorgen, Bürd, als ob er uns nun gänzlich würd', aus lauter Zorn und Haffen, ganz Hülf und Troft- los laffer.. 18. Thu als ein Kind und lege dich in deines Vaters Arme, bitt' ihn und flehe, bis er sich dein, wie er pflegt, erbarme; ſo wird er dich durch seinen Geist, auf Weschaueft, und erfüllest jeden Ort, machst die Engel gleich den Winden, und zu Flammen deine Knecht', daß dir dienet ihr Geschlecht, die zu deinem Preis sich finden. Gott, dich lob ich in der Zeit, und dort in der Ewigkeit. und feiner Regierung. 15 4. Der du kannst die Erde mit Haufen stehe, und das Kleiden, und sie zierst mit Far Vieh zu effen hab, daß der ben schön; schöner, als man Wein den Menschen lab, und stickt mit Seiden, muß ihr Brod aus der Erden gehe. Blum- Werk vor dir siehn; Gott, dich lob ich in der Zeit, fie mit Waffer ganz umge- und dort in der Ewigkeit. ben, welches über Berge 8. Auf den Felsen, in den steigt, und viel tausend Fische Klüften, kennst du jedes wil zeigt, die in ihrer Tiefe leben.de Thier; in den hocherhabGott, dich lob ich in der Zeit, nen Lüften fleucht der Reiher und dort in der Ewigkeit. her vor dir: durch die Sonne kanst du theilen Jahr und Tag; der Mord geht auf zu verrichten seinen Lauf: alles muß zu Dienst dir eilen. Gott, dich lob ich in der Zeit, und dort in der Ewigkeit. 5. Berge, so an Wolken reichen, Thäler und das ebne Land find durch deine Macht desgleichen fest gegründet; deine Hand hat die Ströme so geleitet, daß fie fliessen fort und fort, doch nicht ohne Ziel und Ort, so du ihnen haft bereitet. Gott dich lob ich in der Zeit, und dort in der Ewigkeit. 9. Muß die Sonne fich verstecken, daß der Mensch zur Ruh fich legt, kannst du Herr! die köwen wecken, wie auch alles Wild sich regt, um 6. Daß die Thiere fich er von dir gespeift zu werden, so laben, schafft du Quellen im Wald als wie im Feld; überall; sie genieffen deiner deiner Güt ist voll die Welt, Gaben daß auch da dein koballes rühmer dich auf Erden. erschall, wo dir alle Vögel Gott, dich lob' ich in der Zeit, fingen,( auf den Bäumen, und dort in der Ewigkeit. da ihr Haus ficht so künst. und zierlich aus,) die sich in die Lüfre schwingen. Gort. dich lob ich in der Zeit, und dort in der Ewigkeit. 10. Wann nun jenes Licht angehet, und die Nacht nicht bleiben kan, sieht man, daß der Mensch aufsteher, und fångt feine Arbeit an, daß er 7. Herr! du sendest deinen habe Brod zu effen, und Regen, der erfrischt das dürre die Speif ihm aus der Erd, land; schüttest reichlich aus von dir, Herr! gegeben den Segen, aus der treuen werd; ach! wie kann ich Vater- Hand, daß das Gras, dein vergessen? Gott, dich lob 16 Vlob ich in der Zeit, und dort in der Ewigkeit. Von Gott, seinen Eigenschaften 1 11. Welche Zunge kann er reichen deine Weisheit, deine Macht? Herr! wer ist dir zu vergleichen? wer hat solches je erdacht, und die Fisch' im Meer gezählet, wo man mit den Schiffen geht, und der schufft auch mich) bis du mir wirst Wohnung machen in der schönen Himmels- Stadt, die kein Aug erblicket hat, da werd ich mit Frend und Lachen dich erhöhn nach dieserZeit in der füffen Ewigkeit. Miel. Greu dich sehr, o meine Sturm die Majestát Gottes 19. Gott mein Vater fey furchtbar laut erzählet. Gott dich lob ich in der Zeit, und dort in der Ewigkeit. gepriesen für die große Gütigkeit, welche du mir haft erwiesen so vielfältig allezeit. Ach! wie soll ich doch dafür recht zur Gnúge danken dir? alle mein Verstand und Sinnen sollen dis dein kob beginnen. 12. Alles wird durch dich er halten; reckst du deine Hand uns her, läßest deine Güte walten, wächst der Vorrath mehr und mehr: Wenn du 2. Du hast, was genennt Deine Hand abzichest, so er mag werden, erst aus nichts stirbt und wird zuStaub alie herfür gebracht, auch den Welt, wie Gras und kaub, Menschen aus der Erden wo du sie im Zorn anfichest wunderbar und schön ge Gott, dich lob ich in der Zeit, macht. Diese deine Wunund dort in der Ewigkeit.derthat muß ich preifen früh 13.So du aber sprichst: Es und spat: denn wo ist jes werde, muß gleich alles vor dir mand gefunden, der sich stehn: da grunt wiederum die deffen unterwunden? Erde, alles muß jezt neu auf 3. Daß ich mit Vernunft gehn; blickst du her so bebt die gebohren, und gesund bin Tiefe: greifst du Bergund Fel in der Welt, auch zum sen an, siehet man sie rauch- Christen auserkohren, wissen end dann, als ob alles zu dir kann, was dir gefällt, oder riefe. Gott, dich lob ich in der mag zuwider seyn, das hab Zeit, und dort in der Ewigkeit. ich von dir allein: drum, o 14. Herr, ich will dir ewig Gott, sen hoch gepriesen, fingen, cwig ehr und rühm'ich daß du mir dis haft erwiesen. dich; von dir foll mein Mund 4. Du hast auch die Straf erklingen,( denn du Höchster, und Plagen, die mit Sünden ich und seiner Regierung. ich verdient, deinen Sohn neue: drum, ihr Menschen felbft laffen tragen, und bist mit mir ausgeföhnt, da er an des Creußes Stamm meine Sünden auf sich nahm: ach! sen auch dafür gepriesen, was du disfalls mir erwiesen. 17 allzumal, bringet doch mit höchstem Fleis, unserm Gott Lob, Ehr und Preis, rühmet feine große Güte, lobt sein väterlich Gemüthe.. 9. Auch ihr Engel und ihr 5. Dazu werden deine We- Seelen, die ihr send im Himge mir noch täglich fund ge- mel schon, helft des Herren than, da zum rechten Him- Lob erzählen, tretet doch vor mels- Stege du mir zeigest Gottes Thron, preiset feine selbst die Bahn, daß ich Gütigkeit, rühmet feine Herrs schon in meinem Sinn durch lichkeit, laffet euch zu feinen die Hoffnung selig bin: da Ehren mit viel Lob- Gefänfür will ich dich hier preifen, gen hören. und dort ewig Dank erweisen. 6. Bin ich schon mit Creuz belader, setzt mir gleich das Unglück zu, muß mir folches doch nicht schaden, du verschaffft mir Hülf und Ruh: ja, es muß die Creuges- Pein mir mehr nüß- als schädlich senn; soll ich dich dafür nicht preifen, und dir ewig Lob erweisen? 10. Ich will auch zu seinen Zeiten, wenn ich werde bey euch seyn, ihm ein koblied zu bereiten, mit euch frölich stimmen ein. Unterdessen foll von mir, so viel immer möglich hier, Gott zu Ehren und Gefallen, ein Danks bares Lied erfchallen. 11. Deilig, heilig, heilig werde, Gott, dein Name 7. Reichlich hast du auch ge- stets genannt: denn der Himgeben mir, o Gott, mein täg- mel und die Erde machet deilich Brod: låsfest mich in nen Ruhm bekannt. Deine Friede leben, frey von Pest Güte, deine Macht, Weisund Hungers- Noth. Meine heit, Majestät und Pracht, Ehre, meinen Stand hab ich hat doch nirgend ihres gleiblos von deiner Hand: fürchen, Gott, wer kann dein so viele Gütigkeiten muß ich, ob erreichen? Herr! dein Lob ausbreiten. Mel. Jesu, der du meine S. refu, Seelen Treue it wahrhaftig ohne 20. feb minnes en Zahl, sie ist alle Morgensens höchste Freud! dir will B ich 18 Von Gott, seinen Eigenschaften Vich mich cans ergeben, jeko in meinem Sinn verhaft, und in Ewigktit: meinen daß ich nicht so fort geV Gott will ich dich nennen, und storben, noch an leib und vor aller Welt bekennen, daß Seel verdorben. Ich bin ich dein bin und du mein, dein und du bist mein, feiFeines andern will ich seyn. nes andern will ich fenn. 2. Deine Hand hat mich bereitet; dein Mund blies mir Odem ein; deine Huld war ausgebreitet über mich, da ich noch klein lag in Mutterleib verschloffen; darum sag ich unverdrossen: ich bin dein und du bist mein, keines andern will ich fenn. Jugend hat mich deine Hand gefaßt, wenn die Fróm. migkeit und Tugend war 6, Ja, in meinem ganzen Leben hat mich stets dein Licht geführt; du hast, was ich hab, gegeben, du hast meinen Lauf regiert; deine Güt die täglich währet, hat mich auch in Noth ernähret. Ich bin dein, und du bist mein, feines andern will ich seyn. 3. Deine Güt hat mich umfangen, als mich eiust die Welt empfing; pir hab ich schon angehangen, als ich an den Brüsten hieng: dein Schoos hat mich auf genommen, als ich an das Licht gekommen. Ich bin dein und du bist mein, kei nes andern will ich fenn. 4. Auf der Kindheit wilden Wegen folgte mir stets deine Gut': deines Geistes Trieb und Seegen regte mir oft mein Gemüth, war ich etwan ausgetreten, daß ich wieder kam mit Beten. Ich bin dein und du bist mein, keines andern will ich seyn. 8. Schmäht man mich, sie ist mein Ehre, trotzt man mir, fie ist mein Trus; zweifle ich, sie giebt mir lehre; drángt man mich, sie ist mein Schuß; hat der Satan mein begehret, sie hat seinem Grimm gewehret. Ich bin dein und du bist mein, keis 5. Ach! wie oft in meinernes andern will ich feyn. B 7. Jrr ich, sucht mich deine Liebe; fall' ich, reicht fie mir die Hand: ift es, daß ich mich betrübe, tröst sie mich im harten Stand; bin, ich arm, fie giebt mir Güter; schlaf ich, ist fie mir mein Húter. Ich bin dein und du bist mein, keis nes andern will ich fenn. 9. Deines Herzens Süffig. keiten hast du in mein Herz geflößt; durch den Vorge schmack und seiner Regierung. fchmack jener Freuden hast du mehrmals mich erlöst aus der Angst, die Kraft erneuet, und die matte Seel erfreuet. Jch bin dein und du bist mein, Feines andern will ich seyn. bengelegt; ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel hinträgt, zu dir Jesu, in die Freude: Trok, daß mich was von dir scheide. Ich bin dein und du bist mein Feines andern will ich senn. 10. Dein Geist zeiget das Erbe, mir im Himmel 21.Sott nicht fingen? sollt ich ihm nicht dankbar feyn? denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir meyn'. Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt: also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm bedeckt, alsobald im MutterLeibe, da er mir mein Wesen gab, und das Leben, das ich hab, und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu theuer, nein, er giebt ihn für mich hin, daß er mich von ewgen Feuer durch fein theus res Blut gewinn. Oduunergründter Brunnen, wie will doch mein schwacherGeist, ob er sich gleich hoch befleist, dei: ne Tief ergründen können? Alles Ding währt seine Zeit, B2 Gottes 11. Dieses alles ist gegründet, nicht auf meiner Werke Grund; alles, was mein Herz empfindet,( das sen allen Menschen kund,) kömmt allein aus deinen Wunden, da hab ich mein Heil gefunden. Ich bin dein und du bist mein, feines andern will ich seyn. 12. Drum, ich sterbe, oder lebe, bleib ich doch dein Ei genthum. Du, dem ich mich ganz ergebe, du bist meiner Seelen Ruhm, meines Herzens Troft und Freude, mei nes Geistes kuft im Leide: ich bin dein und du bist mein, feines andern will ich seyn. 12 13. Höre, Jesu, noch ein Flehen, schlag mir diese Bitt nicht ab: wenn mein' Augen nicht mehr sehen, wenn ich keine Kraft mehr hab, mit dem Mund was vorzutragen, laß mich denn zuletzt noch sagen: ich bin dein und du bist mein, feines andern will ich seyn. In eigener Melodie. Don Gott, seinen Eigenschaften Gottes lieb in Ewigkeit. neuen Morgen schaue newe Gottes Lieb' in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Lieb' und Güt. Wäre mein Führer, giebt er mir in sei Gott nicht gewesen, hätte nem Wort, daß er werde mein mich sein Angesicht nicht geRegierer durch die Welt zur leitet, wär ich nicht aus so Himmels- Pfort, daß er mir mancher Angst genefen. Al mein Herz erfülle mit dem helles Ding währt seine Zeit, len Glaubens- Licht, das des Todes Macht zerbricht, und 8. Wie so manche schwere die Hölle selbst macht stille. Plage wird vom Satan um Alles Ding währt seine Zeit, geführt, die mich doch mein Gottes Lieb' in Ewigkeit.kebetage niemals noch bis5. Meiner Seele Wohler- her berührt. Gottes Engel, gehen hat er ia recht wohl den er sendet, hat das Böbedacht; will dem Leibe Noth fe, was der Feind anzurich zustehen, nimmt ers gleich- ten war gemeynt, in die falls wohl in acht; wann Ferne weggewendet. Alles mein Können, mein Vermo- Ding währt seine Zeit, Gotgen, nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an sein Vermögen beyzulegen. Al les Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienft bestellt, wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich was mich nährt und hält; Thier und Kräuter, und Getraide, in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, überall ist meine Weyde. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 20 tes Lieb' in Ewigkeit. 9. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entfeucht, ob es gleich bisweilen Günde thnt, und aus der Bahne weicht: alfo hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Ruth, und nicht mit dem Schwerdte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes lieb' in Ewigkeit. 10. Seine Strafen, feine Schläge, ob sie mir gleich bitter feynd; dennoch, wann ichs recht erwege, find cs 7. Wann ich schlafe, wacht Zeichen, daß mein Freund, fein Sorgen, und ermuntert der mich liebet, mein gedenmein Gemüth, daß ich jeden ke und mich von der schnöden mund seiner Regierung. den Welt, die uns hart ge- war; Liebe, die du Mensch fangen hält, durch das Creu se zu ihm lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. gebohren, und mir gleich warst ganz und gar: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 11. Das weiß ich fürwahr, und laffe mirs nicht aus dem Sinne gehn, Chriften Creuk hat seine Maaffe, und muß endlich stille stehn. Wann der Winter ausgeschneyer, tritt der schöne Sommer ein; also wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt feine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 12. Weil dann weder Ziel noch Ende sich in Gottes 5. Liebe, die mich hat geLiebe findt, en, so heb ich mei- bunden an ihr Joch mit Leib ne Hände zu dir, Bater, als und Sinn: Liebe, die mich Dein Kind; bitte, wollst mir überwunden, und mein Her Gnade geben, dich aus aller ze hat dahin: Liebe, dir ermeiner Macht zu umfangen geb' ich mich, dein zu blei Tag und Nacht hier in mei- ben ewiglich. 21 3. Liebe, die für mich gelitten, und gestorben in der Zeit: Liebe, die mir hat ers stritten ewge lnft und Seligs keir: kiebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, licht und Wahrheit, Geist und Wort; Liebe, die sich mir ergeben mir junt Heil und Seelen- Hort: Liebe, bir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. nem ganzen Leben, bis ich 6. Liebe, die mich ewig lie dich nach dieser Zeit, lob bet, die für meine Seele bitt: und lieb' in Ewigkeit. liebe, die das lös- Geld gie Mel. Gott des Himmels und. bet, und mich ewiglich ver 22. Liebe, die du mich tritt: Liebe, dir ergeb ich mich zum Bilde deiner dein zu bleiben ewiglich. Gottheit haft gemacht! Liebe, die du mich so milde nach dem Fall mit Heil bedacht: Siebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 7. Liebe, die mich wird er wecken aus dem Grab der Sterblichkeit; liebe, die mich wird umstecken mi dem Kranz der Herrlichkeir 2. Liebe, die du mich erliebe, dir ergeb ich mich Fohren, eh als ich erschaffen dein zu bleiben ewiglich. B3 Miel 22 Don Gott, seinen Eigenschaften Mel. O Jesu, meine Lust der Trank des Lebens folgt, 23. Gott ist und bleibt getreu sein Herze bricht von sieben, pflegt er gleich oftermal die einen zu betrüben, er prüfet durch das Creuk, wie rein der Glaube fen, wie stendhaft dieGeduld, Gatt ist und bleibt gerreu. 2. Gott ist und bleibt getreu, er hilft ja selber traGott ist und bleibt getreu. 6. Gott ist und bleibt getreu, laß Ungewitter krachen, Gott wird der Trubsal doch ein solches Ende machen, daß Alles, Creuz und Noth dir ewig nüglich fen, so liebt der Höchste dich, Gott ist und bleibt getreu. gen, was er uns auferlegt, 24.Gott ist mein Hcil, die kaft der schweren Pla gen; er braucht die Ruthen oft, und bleiber doch daben ein Vater, der uns liebt, Gott ist und bleibt getreu. mein Hülf und Trost, mein Hofnung und Vertrauen, der mich durch sein Blut hat erlöst, auf ihn will ich fest bauen. Denn ich hab all mein Zuversicht zum 3. Gott ist und bleibt ge- lieben Gott gericht, denn treu, er weiß, was wir verer verläßt die Seinen nicht. mogen, er pfleget nie zu viel den Schwachen aufzulegen, er macht den treuen Knecht von Last und Banden frey, wenn große noth entsteht, Gott ist und bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt getreu, er tröstet nach dem Weinen, er läßt nach truber Nacht der Freuden Sonne scheinen, der Sturm, desCreußes Sturm, geht augenblicks vorben, fen, Seele! nur getroft, Gott ift und bleibt gerreu. 5. Gott ist und bleibt getreu, er stillet dein Begehren, er vill dein Glaubens Gold in Trübfals Glut bewähren, nimm an von Gottes Hand en Creuk Kelih ohne Scheu, I $ 2. Verläßt mich denn die Welt so gar, und was da ist auf Erden; so trau ich meinem Herrn und Gott, feine Hülfe muß mir werden. Denn ich hab all mein Zuversicht zum lieben Gott gericht, denn er verläßt die Seinen nicht. 3. Die Seinen weiß der gütge Herr allzeit aus Noth zu reiffen wie Daniel und andre mehr es öffentlich erweisen. Drum hab' ich all mein Zuversicht zum lieben Gott gericht, denn er verläßt die Seinen nicht. 4. Nicht mehr begehr ich, Herr, mein Gott, denn daß ich und seiner Regierung. ich mög' ererben, ein ehrlich mein Heil gewacht, er wird Leben nach dein'm Gebot, mich ferner bis ins Alter tra: darnach ein selig Sterben. gen, und was mir selig ift, mir Denn ich hab all mein Zu- nicht verfagen: ich steh in mei: versicht zum lieben Gott ge- nes Vaters Hut, Gott mennts richt, denn er verläßt die mit seiner Führung gut. Er Seinen nicht. sorgt für mich, gleich wie von Kindes- Beinen, Gott kanns nicht böſe meynen,( wie von Kindes- Beinen) Gott kanns nicht böse mennen. fans nicht bò 25. fe meynen, fein Vater- Wort betrüger nicht, darinn er mir so fest verfpricht: er wolle mich mit feinen Augen leiten, fo folg ich seinem Zug zu allen Zeiten. Ich habe Hetz und guten Muth, Gott mennts mit seiner Führung gut: er läßt mich nicht, wenns gleich oft so will scheinen, Gott fanns nicht böse meynen, wills gleich böse scheinen, Gott kans nicht böse mennen. 2. Gott kanns nicht böse meynen, Niemand ist gut, als er allein: Wie kan sein Wille böse fenn? Er will, daß allen soll geholfen werden, macht alles wohl im Him mel und auf Erden, wer nur fein Werk im Glauben thut. Gottmeynts mit seiner Füh. rung gut. Wohl! wer ihm traut: denn er verfäumet keinen, Gott kanns nicht böse 4. Gott fanns nicht böse mennen; der Bosheit Menge schreckt mich sehr, doch ist der Güte Gottes mehr. Ich rief: Gott sen mir armen Sünder gnädig! Er sprach: getroft, du bist von Sünden ledig. Mich reinigt Jefu theures Blut, Gott meynts mit seiner Führung gut. Er macht gerecht, und zählt mich zu den Seinen, Gott kanns nicht böse meynen, er kennet schon die Seinen, Gott kanns nicht böse mennen. 5. Gott fanns nicht böse mennen; wenn ich mir felbft nicht rathen kann, nimmt Gott fich meiner Sachen an; gnug, ich befehl dem Herren meine Thaten, er wirds wohl machen, und mir treulich ra then. Es gilt mir gleich, wenns Gott nur thut, Gott mennen. 3. Gott kanns nicht böse mennt's mit seiner Führung mennen, Er hat mich an das gut. Er lenkt das Herz der Licht gebracht, und tåglich für Groffen und der Kleinen, B4 Sott 1 24 Von Gott, seinen Eigenschaften Gott fanns nicht böse men- gewiß daß mein Erlöser les nen. Er lenft Groß und bet, der mich sein Glied, zu Kleinen, Gott kanns nicht ihm dem Haupt erhebet, die böse mennen. Seele lebt der Corper ruht, Gott meynt es auch im Tode gut: Er spricht mich lost mein Jesus wird erscheinen, Gott kanns nicht böse men, nen, Jesus wird erscheinen. Gott kans nicht böse meynen, Mel. Christ, unser Herr, zum. 26. meine Seel! erhes be dich, mit 6. Gott fanns nicht böse mennen; Was mir nicht gut ist, geht zurück, das größte Unglück ist mein Glück: ich weiß, daß denen, die Gott lieben wollen, zum Besten alle Dinge dienen follen: fo geh' es denn durch Glüt und Flut, Gott mit Führung gut. Den Abend dacht zu betrachten, wie Gott lang währt nur das bittre hat offenbaret sich, und wie Weinen, Gott fanns nicht man ihn foll achten, daß er böfe meynen, bald vergeht der allerhöchste ist im Himmel das Weinen, Gott kanns und auf Erden, und soll genicht böse mennen. rühmt zu jeder Frist, auch angerufen werden, als Ursprung aller Dinge. E 2. Gott, du bist einig für und für, nichts sind der Heyden Götter, kein Heil und Troft ist ausser dir, kein Hels fer noch Erretter. Laß mich, o Herr, auf dich allein von ganzem Herzen trauen, dir inniglich ergeben seyn, auf niemand anders bauen, dir, Gott, allein anhangen. 3. D Herr, mein Gott, du bist ein Geist, und theilest ben uns allen an Gaben aus, was geistlich heist, nach deinem Wohlgefallen. Laß mich stets geistlich fenn gesinnt, auch mein Gewinn: ich bin daß, wenn ich vor dich trete, ich 7. Gott fanns nicht böse mennen; Die Welt mennt's falsch zur bösen Zeit, und wenn mits wohl geht, hab ich Meid: Doch mag die Welt gleich ganz im Urgen liegen, so will ich ihre böse ist befiegen. Trotz biet ich aller Feinde Wuth, Gott mennt's mit seiner Führung gut. Mennt's niemand gut, so hab ich dennoch Einen, der Fanns nicht böse meynen, ich trok auf den Einen, Gott fanns nicht böse mennen. 8. Gott kanns nicht böse mennen; Weil ich im Leben Christi bin, so ist der Tod und seiner Regierung. 2$ ich deine Kraft in mir em jou noch Rath zu finden. pfind, und dadurch dich an- Gieb, daß ich dir stets traue bete im Geist und in der zu auf dich werf meine Wahrheit. Sorgen, auch übels weder denk noch thu, denn dir ift nichts verborgen, du prüfest Herz und Nieren. 8. Gott, du bist heilig und gerecht, du kannst die Sünd nicht leiden, wer sagen will, er sen dein Knecht, der muß das Böse meiden. Gieb, daß ich mich zu jeder Zeit der Heiligkeit beffeiffe, nachjage der Gerechtigkeit, auch dein Gericht gut heiffe, ob ichs schon nicht begreife. 9. Du bist sehr gnädig, fromm und gut, wo sich bekehrt ein Sünder, erbarmst dich, wie ein Vater thut, von Herzen deiner Kinder. Herr, laß von deiner Lieb und Gnad mich allweg" Troft bekommen, von mir auch meine Misferhat fo fern seyn hingenommen, als Morgen ist vom Abend. 6. Unendlich ist, Herr, deine Macht zu retten, die dich lie ben, wenn der Gottlose dich veracht't, die Rache auch zu üben. Gieb, daß sich deiner 10. Gott, deine Wahrheit Allmacht Schuß fort über stets besteht, und wohl dem, mich erstrecke, mich auch nicht der dir gläubet, der Himmel Menschen Grimm und Truß, und die Erd vergeht, dein nur deine Straf erfchrecke, du tddrest Leib und Seele. Wort, Herr, ewig bleibet. Gieb, daß ich fürchte dein 7. Voll höchster Weisheit Gericht, und alles, was du bist du, Gott, niemand kann draueft, auch hoffe, was dein fie ergründen, wie wunder- Wort verspricht, das du mir schwer auch ist die Noth, weist gern verleiheft; Hofnung BS wird 4. Du bist, o Gott, von Ewigkeit, ohn Anfang und ohn Ende. Gieb, daß mein Herz von Eitelkeit des Zeitli chen sich wende, auf daß ich möge immerdar drum bitten und drauf denken,( weil alles hier ist wandelbar,) daß du mir dort wollst schenken ein unvergånglich Erbe. 5. O Gott! du bist an alfem Ort und gar nicht zu ermeffen; ob einer hie ist oder dort, ist er dir nicht entfefsen. Laß mich nicht zweifeln, wo ich sey, du könn'st dich mein annehmen, auch was ich thu, laß mich daben des Bösen vor dir schämen und überall dich fürchten. 26 Don der Gnade Gertes gegen die Menschen. wird nicht zu Schanden. du wahres Licht! ohn tallen ich werd nennen, von Angeficht zu Angesicht anschau: en und erkennen, und ohn Aufhören loben. 11. Allselig bist du, Gott und frey, du thuft, was dir beliebet, du bist ein milder Herr dabey, der reichlich Gu tes giebet. Laß mich mit dem 13. Gott Vater, Sohn und zi ifrieden senn, was ist dein heilger Geist, der du auch Heilger Wille: gieb auch, wille auf Erden von mir und daß ich von dir allein und deiner Gnaden Fülle er kvarte all's in allem. allen seyn gepreift, laß deinen Ruhm groß werden: Verleih mir Gnade, Kraft und 12. Gott, wenn ich dich so Stårk, daß ich zu allen Zeis kenn und ehr, dein Wort zum ten, Herr, deinen Nahwen Grunde fete, fann ich mich und dein Werk könn mehr drob erfreuen mehr, als über und mehr ausbreiten, ſo alle Schåge, bis ich dort, o lang ich leb auf Erden. II. Von der Gnade Gottes gegen die Menschen. In bekammter Mielodie. ein armes Weib, Menja zu 27. Rob ſey dem allmächwerden in ihrem leib. 5. Des Vaters Wort von unser fich erbarmet hat. Ewigkeit wird Fleisch in algefandt sein'n allerliebsten ler Reinigkeit, das A und Sohn, aus ihm gebohr nO, Anfang und End, giebt im höchsten Thron. fich für uns in groß Elend. 2. Auf daß er unser Heiland, 6. Was ist der Mensch, würd, uns freyet von der was ist sein Thun, daß Gott Sünden- Bürd, und durch für uns giebt seinen Sohn? feine Gnad' und Wahrheit, Was darf unser das höchste führet zur ewigen Klarheit. Gut, daß er solch's unfert3. O groffe Guad und Gü halben thut? tigkeit! Oriefe lieb und Mildigt'eit! Gott thut ein Werk das ihm kein Mann, auch kein: Engel verdanken kain, 7. O weh dem Volk, das eich veracht, der Gnad' fich nicht theilhaftig macht, nicht hören will des Sohnes Stimm, denn auf ihm blei bet Gottes Grimm. 4. Gott nimmt an sich unf. re Matur, der Schöpfer al fer Creatur, verachtet nicht 8. Mensch! wie daß du's nicht Univ.- Bibl. Giessen. Von der Gnade Gottes gegen die Menschen. 27 nicht verstehst, und dem Kö-| mein, und laßt uns frölich nig entgegen gehst, der dir so springen, daß wir getroft gar demüthig kommt, und und all' in ein mit Lust und fich dein so treulich annimmt. Liebe fingen, was Gott an 9. En nimm ihn heut mit uns gewentet har, und seine Freuden an, bereit ihm dei füsse Wunderthat, gar theu'r nes Herzens Bahn, auf daß hat ers erworben. er komm in dein Gemüth, und du genießeft seiner Güt. 10. Unterwirf ihm deine Vernunft, in dieser Gnadenreichen Zukunft, untergieb seiner Herrlichkeit, die Werk deiner Gerechtigkeit. 2. Dem Teufel ich gefangen. lag, im Tod war ich verlohren: mein' Sund' mich qualte Nacht und Tag, darinn ich war gebohren. Ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Gut's am Leben mein, die Sünd' hat mich besessen. 3. Mein gute Werk die golten nicht, es war mit ihnen verdorben; der freye Will haßte Gottes Gericht, er war zum Gut'n erstorben: die Angst mich zu verzweifeln tricb, daß nichts denn Sterben ben mir blieb, zur Hölle mußt ich finken. 4. Da jammert' Gott in Ewigkeit mein Elend üb'r die maassen: Er, dacht an sein' Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen: Er wandt' zu mir sein Vater- Herz, es war bey ihm fürwahr keinScherz, er ließ sein Bestes foften. 11. Wo du dies thust, so ist er dein, bewahrt dich für der Höllen- Pein, wo nicht so sieh dich eben für, denn er schließt dir des Himmels Thür. 12. Seine erste Zukunft in die Welt ist in sanftmüthiger Gestalt, die andre wird erschrecklich seyn, den Gottlo, sen zur Straf und Pein. 13. Die aber jetzt in Chrifto stehn, werden als denn zur Freud' eingehn, und besigen der Engel Chor, daß sie kein Uebel mehr berühr. 14. Dem Vater in dem höchsten Thron, samt feinem eingebohrnen Sohn, dem heilgen Geist in gleicher Weif, fen in Ewigkeit Dank und Preis. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: die Zeit ist hie zu erbarmen: Fahr hin, meiuns Herzens werthe Cron, Dun freut euch lie- und sey das Heil der Armen, 28. R ben Chriften gehilf ihnen aus der SündenNoth, In bekannter Melodie. 1 28 Von der Gnade Gottes gegen die Menschen. lehren; damit das ReichGot: tes werd gemehrt, zu Lob und feinen Ehren: und hút dich für der Menschen Gesaß, davon verdirbt der edle Schab, das laß ich dir zur Keßze. D. M, Luther. Neth, erwürg für sie den bittern Tod, und laß sie mit dir leben. 6. Der Sohn dem Vater gehorsam ward, er kam zu mir auf Erden: von einer Jungfrau rein und zart; er wolt mein Bruder werden, Miel. Viimm von uns Herr. gar heimlich führt er feine Gewalt, er gieng in einer armen Gestalt, den Teufel wolt er fangen. 0 spricht dein 29. wahr ich lebe, mir ist nicht lieb des Sünders Tod: vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, daß er von Sünden halte still, von seiner Bosheit kehre sich, und lebe mit mir ewiglich. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen, ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen: denn ich bin dein und du bist mein, und wo ich bleib, da folt du seyn, uns soll der Feind nicht scheiden. 2. Dies Wort bedenk, o Menschen- Kind, verzweifle nicht in deiner Sünd! Hier findest du Trost, Heil und Gnad', die Gott dir zugefaget hat, und zwar mit einem theuren Eid. O selig! dem die Sünd ist leid. 3. Vergieffen wird man mir mein Blut, dazu mein Leben rauben: das leid ich alles dir zu gut, das halt mit festem Glauben: den Tod verz. Doch hüte dich für Si schlingt das Leben mein, mein cherheit, denk nicht: Zur Unschuld trägt die Sünde dein, da bist du selig worden. Buß ists noch wohl Zeit, ich will erst frölich senn auf Erd, wenn ich des Lebens müde werd', alseenn will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 9. Gen Himmel, zu dem Bater mein, fahr ich aus diesem kében: da will ich seyn der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trubsal troften soll, und lehren mich erkennen wohl, und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich gethan hab und gelehrt, das folt du thun und 4. Wahr ists: Gott ist wohl stets bereit dem Sünder mit Barmherzigkeit, doch wer auf Gnade sündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn, und seiner Seele selbst nicht schont: Von der Gnade Gottes gegen die Menschen. 29 schont: dem wird mit Un- Falle, samt der Schlangen gnap abgelohnt. hat gestift: Aber, so du kehrst 5. Gnad har dir zugefaget zu Gott, und dich besserst, Gott von wegen Christi Blut hats nicht Noth: sen getrost, und Tod: zusagen hat er nicht Gott wird dein Flehen und gewollt, ob du bis morgen Abbitten nicht verschmälyen. leben solt. Daß du mußt 3. Er ist ja kein Bår noch sterben, ist dir fund, verkene, der sich nur nach Blute borgen ist die Todes- Stund. schat, sein Herz ist zu lauter Treue und zur Sanftmuch angewöhnt. Gott hat einen Vater- Sinn, unser Jammer jammert ihn, unser Unglück ist sein Schmerze, unser Sterben kränkt sein Herze. 6. Heut lebst du: heut' bekehre dich, eh morgen kommt, kanns ändern sich: Wer heut' ist frisch, gesund und roth, ist morgen frank, ja wohl gar todt. So du nun ftir best ohne Bus', dein Seel und Leib dort brennen muß. 4. So wahrhaftig als ich lebe, will ich keines Menschen Tod, sondern daß er sich ers gebe an mich, aus der Sinden- Noth. Gottes Freud ist, wann auf Erd' ein Verirrter wiederkehrt, will nicht, daß aus seiner Heerde das Geringft' entzogen werde. 7. Hilf, o Herr Jefu! hilf du mir, daß ich noch heute komm zu dir, und Buffé thu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod hinrück; auf daß ich heut' und jederzeit zu meiner Heimfahrt sey bereit. Mel. Treuer Gott, ich muß. eg, mein Herz, mit 30. den Gedanken, als ob du verstoffen wärst; bleib in Gottes Wort und Schranken, da du anders reden hörst; bist du bös und ungerecht, en, so ist Gott fromm und schlecht: hast du Zorn und Tod verdiener, sinte nicht, Gott ist verfühnet. 5. Kein Hirt kan fo fleifig gehen nach dem Schaaf, das sich verläuft: follt'st du Gottes Herze sehen, wie sich da der Kummer häuft, wie es dürftet, ächzt und brennt nach dem, der sich abgetrennt von ihm, und auch von den Seinen, würdest du vor Liebe weinen. 6. Gott der liebt nicht nur 2.Du bist, wie die Menschen die Frommen, die in seinem alle, angesteckt mit Sünden- Haufe seynd, sondern auch Gift, welches Adam mit dem die ihm genommen durch den grimm 30 Von der Gnade Gottes gegen die Mensches. grimmgen Seclen Feind, über unsre Schuld, alle Tage der dort in der Hölle fitzt, und der Menschen Herz erhitzt wider den, der, wann sich reget sein Fuß, alle Welt beweget. läffet schweben, durch das ganze Sünden- Leben. 7. Dennoch bleibt in Liebes- Flammen sein Verlangen allzeit groß, ruft und locfet uns zusammen in den weiten Himmels Schoos: wer sich nun da stellet ein, fuchet fren und loß zu seyn aus des Satans Reich und Rachen, der macht Gott und Engel lachen. 10.Nun, so ruh und sey zue frieden, Seele, die du traurig bist, was wilt du dich viel ermüden, da es nicht vonnöthen ist? Deiner Sünden groffes Heer, wie dirs schei. net, ist nicht mehr,( gegen Gottes Herz zu sagen,) als was wir mit Fingern tragen. 8.Gott und alles Heer hoch troben, dem der Himmel schweigen muß, wenn sie ih ren Schöpfer loben, jauchzen über unsre Buß', aber was gefündigt ist, das verdeckt er und vergißt, wie wir ihn beleidigt haben, alles, alles ist vergraben. 11. Waren tausend Welt'n zu finden, von dem Höchsten zugericht't, und du hättest alle Sünden, die darinnen sind, verricht't, war' es viel, doch lange nicht so viel, daß das volle Licht seiner Gnaden hier auf Erden dadurch könnt erlöschet werden. 12. Mein Gott! öffne mir die Pforten solcher Gnad' und Gütigkeit, laß mich all9. Kein See kann sich so zeit aller Orten schmecken ergieffen, kein Grund mag so deine Süffigkeit: liebe mich Grundlos seyn, fein Strom und treib mich an, daß ich fo gewaltig flieffen, gegen dich, so gut ich kann, wiederGott ist alles klein, gegen um umfang' und liebe, und Gott und seiner Huld, die er ja nun nicht mehr betrübe. III. Von der Erlös ng durch Jesum Chriftum. a) Von seiner Menschwerdung. Advents- Lieder. In bekannter Melodie.[ fannt, deß sich wundert alle un kommt der Welt, Gott solche Geburt 31.R Heyden Heiland, ihm bestellt. der Jungfrauen Kind er- 1 2. Nicht von Manns Blut noch a) Don seiner Menschwerdung. Advents, Lieder. 31 noch vom Fleisch, allein von Mel. Ach herv, mich armen. dem heiligen Geist, ist Gottes Wort worden ein Mensch, 32. Wie soll ich dich empfangen, uni und blüht eine Frucht Wei- wie begegn' ich dir? bes- Fleisch. Welt Verlangen! Dy meine v alle r 3. Der Jungfrau Leib Seelen Zier! o Jesu, Jefit schwanger ward, doch blieb fege mir selbst die Fack el Keuschheit rein bewahrt, leucht herfür manche Tu gend schon, Gott da war in seinem Thron. 4. Er gieng aus der Kammer sein, dem Königlichen Saal fo rein, Gott von Art und Mensch, ein held, seinen Weg er zu laufen eilt. ben, damit was dich ergeße, mir kund und wissend ferg. 2. Dein Zien streut dir Pal. men, und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn, mein Herze föll dir grünen, in stetem ob und Preis ,, und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß.. 5. Sein Lauf fam vom Vater her, und kehrt wieder zum Vater, fuhr hinunter zu der höll, und wieder zu Gottes Stuhl. 3. Was hafi du unterlaffen, zu meinem Eroft und Freud', als Leib und Seele faffen in ihrem größten teid? Als mir! das Reich genommen, da: Fried und Freude lacht, dat bist du, mein Heil, kommen, und haft mich froh gemacht. 6. Der du bist dem Vater gleich, führ hinaus den Sieg im Fleisch, daß dein ewge Gottes Gewalt in uns das Franke Fleisch enthalt. 4. Ich lag in schweren 7. Deine Krippe glånzt Banden, du kömmst und hell und klar, die Nacht machst mich loß, ich; stund giebt ein neu kicht dar, Dunin Spott und Schanden, tel muß nicht kommen drein, der Glaub' bleibt immer im Schein. du kömmst und machst mich groß, du hebst mich hoch zu Ehren, und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdisch Reichthum thut. 8. Lob sen Gott, dem Bater gethan. Lob fen Gott fein'm eingen Sohn, ob sen Gott dem heilgen Geist, immer und in Emigkeit. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Him D. Mart, Luther, I mets- Zeit, als das geliebte Sieben, 32 Von der Erlösung durch Jesum Christum. Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und grossen Jammer- Last, die kein Mund kann ausfagen, fo fest umfangen haft. 10. Er kommt zum WeltGerichte, zum Fluch dem, der ihm slucht: mit Gnad' und füffem Lichte, dem der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Gonne, und hohl uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne, in deinen Freuden- Saal. 6. Das schreib' dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer, bey denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr. Send unverzagt, ihr habet die Hülfe vor der In bekannter Melodie.pa Thür, der eure Herzen laber 33. Herr Chrift, der eine und tröstet, steht allhier. ge Gottes Sohn, Vaters in Ewigkeit, aus 7.3hr dürft euch nicht be felnem Herzen entsproffen, mühen noch sorgen Tag und gleich wie geschrieben steht: Nacht, wie ihr ihn wollet zie- Er ist der Morgen- Sterne, hen mit eures Armes Macht, fein'n Glanz streckt er so er kommt, er kommt mit Wil- ferne, vor andern Sternen len, ist voller Lieb' und Luft, Flar. all' Angst und Noth zu stil len, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht er fchrecken für eurer Sünden Schuldz Nein, Jesus will fie becken mit seiner Lieb' und Huld. Er kommt, er fommt den Sündern zu Trost und wahrem Heil, schaft, daß ben Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Theil. 2. Für uns ein Mensch ge bohren im letzten Theil der Zeit, hat er uns neuerkohren zu Gottes Aehnlichkeit, den Tod für uns zerbrochen, den Himmel aufgeschlossen, das Leben wiederbracht. 3. Laß uns in deiner Liebe, und Erkänntniß nehmen zu, daß wir im Glauben bleiben und dienen im Geist so, daß wir hie mögen schmecken dein Süffigkeit im Herzen, und dürften stets nach dir. 9. Was fragt ihr nach dem Schreyen der Feind' und ih rer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen, in einem Augenblick, Er kommt, er kommt ein König, dem warlich alle Feind auf Erden viel zu we 4. Du Schöpfer aller Dinge, du väterliche Kraft, regierst von End' zu Ende, kräftig aus eigner Macht; nig zum Widerstande feynd, das Herz uns zu dir wende, | und a) Don seiner Menschwerdung. Adventslieder. 33 und kehr ab unste Sinne, daß sie nicht irren von dir. 5. Ertödt' uns durch deine Gute, erweck uns durch deine Gnad': Den alten Men. fchen Eränke, daß der neue leben mag, wohl hier auf dieser Erden, den Sinn und alle Begierden, und Gedan Fen hab'n zu dir. den auch von hinnen scheiden. 6. Denn bald und behende kommt ihr letztes Ende, da wird er vom Bofen ihre Scel eriösen, und sie mit fich führen zu der Engel Chören. 7. Von dannen er kommen, wie dann wird vernommen, wenn die Todten werden ers stehn von der Erden, und zu seinen Füssen sich darstellen In eigener Melodie. ottes ist kommen, uns al34. len zum Frommen, hier auf dieser Erden, in armen Ge berden, daß er uns von Günde frepe und entbinde. 8. Da wird er sie scheiden, die Frommen zur Freuden, die Bösen zur Höllen, in peinliche Stellen, da sie ersig múffen ihr Untugend büssen. 2. Er kommt auch noch heu. te, und lehret die Leute, wie fie sich von Sunden zur Buß follen wenden, von Irrthum und Thorheit treten zu der Wahrheit. 9. En nun, Herre Jesu, schicke unfre Herzen zu, daß wir alle Stunden recht glaus big erfunden, derinnen vers scheiden, zur ewigen Freuden. Mel Sreu dich sehr, o meine. 3. Die sich sein nicht schåmen, und ſein'n Dienst an 35.Warum wilt du nehmen, durch den rechten Glauben, mit ganzem Ver trauen, denen wird er eben ihre Sünd' vergeben. draussen stehen, du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bey mir einzugehen, wohlgefallen, du mein Green, du mein Jesu, meine Freud' Helfer in der rechten Zeit, hilf, o Heiland, meinem Her zen, von den Wunden, die mich fadimerzen. 4. Denn er thut ihnen schenken, in den Sacramenten, sich felber zur Speise, feine Lieb zu beweisen, daß sie sein ge niessen, in ihrem Gewissen. 2. Meine Wunden find her 5. Die also bekleiben, und Jammer, welchen oftmals beständig bleiben, dem Her Tag und Nacht des Gesetzes ren in Allem trachten zu geta ker Hammer mir mit feis fallen, die werden mit Freunen Schrecken macht. Oder S fchwes 34 III. Von der Erlösung durch Jefum Chriftum. schweren Donner Grimm' die mir Gottes Zorn und Grimm alfo tief ins Herze fchläget, daß fich all mein Blut beweget! 3. Darzu kommt des Teu fels Lügen, der mir alle Gnad abfagt, als músit ich nun ewig liegen in der Hölle, die ihn plagt: Ja auch, was noch årger ist, so zermartert und zerfrißt mich mein eige nes Gewissen, mit vergiften Schlangen- Bissen. 4. Will ich denn mein Elend lindern, und erleichtern meine Noth, bey der Welt und ihren Kindern, fall' ich vol. lends in den Koth: Da ist Troft, der mich betrübt, Freude, die mein Unglück liebt, Helfer, die mir Herz leid machen, gute Freunde, Die mein lachen. 5. In der Welt ist alles nich tig, nichts ist, das nicht kraft los már, hab ich Hoheit, die ist flüchtig, hab ich Reichthum, was ists mehr, als ein Stück lein armer Erd? Hab ichkust, was ist sie werth? Was ist, das mich heut' erfreutet, das mich morgen nicht gereuet? 6. Aller Croft und alle Freu de eruht in die Here Jefu Chrift, dein Erfreuen ist die Seyde, da man froh und frelich ist. Leuchte mir, o Freuden Licht, ehe mir mein Herze bricht, laß mich Herr, an bir erquicken, Jesu, komm, laß dich erblicken. 7. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jego zeucht er bey die ein. sein Gang ist zu dir ges fehret, heiß ihn nur willkommen seyn, und bereite dich ihm zu, gieb dich ganz zu seiner Ruby, öffne dein Ges much und Seele, flag' ihm, was dich druck und quale. 8. Was du bofes haft bes gangen, das ist alles abges fdaft, Gottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünden Macht und Kraft, Chrifti Sieg behält das Feld und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 9. Alles dient zu deinem Frommen, was dir bós und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen, und es treulich mit dir mepnt: Bleibst du ihm dann wieder treu, ists gewiß und bleibt darbey, daß du mit den Ene gein droben, ihn dort ewig werdest loben. Miei.DonGott will ich nicht. 36. Mit Ernst, o Men fchen Kinder, das Herz in eud) bestellt, damit das Heil der Sünder, der groffe Wunder Held, den Gott b) Von seiner Geburt. Weihnachtslieder. 35 Gott aus Gnad allein der| du Mensch gebohren bist, Welt zum Licht und Leben von einer Jungfran; das gesendet und gegeben, bey ist wahr, des freuet sich der euch auch fehre ein. Engel Schaar. Kyrieleison. 2. Des ew'gen Vaters einig Kind, jest man in der Krippe find't, in unfer armes Fleisch und Blut verEleider sich das ew'ge Gut. Kyrieleison. 3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, der liegt in Marien Schoos, er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Kyrieleifon. 4. Das ew'ge licht geht da herein, giebt der Welt ein'n neuen Schein, es leuchtet, mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht, Kprieleison. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem groffen Gast, macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haft; macht alle Bahnen recht; die Thal laßt feyn er höher; macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlecht. 3. Ein Herz, das Demuth übet, bey Gott am höchsten feht; ein Herz, das Hoch muth liebet, mit Angst zu Grunde geht; ein Herz, das richtig ist, und folger Gottes Leiten, bas kann sich recht bereiten, zu dem kommt JeTus Christ. 4. Ach, mache du mich Ar men zu dieser heilgen Zeit, aus Gute und Erbarmen, Herr Jesu, felbst bereit. Beuch in mein Herz hinein, laß mich auch Demuth lieben, und Menschenfreundschaft üben, und stets dir dankbar feyn. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gaff in der Welt er ward, und führt uns aus dem Jammerthal, er macht uns Erben in jei nem Saal Kyrieleiſon. 6. Er ist auf Erden kom men drm, daß er unfer sich erbarm', und in dem Himmel mache reich, und seinen lieben Engeln gleich. Kyrieleison 7: Das hat er alles uns gethan fein grofje Lieb zeigen an, des freut sich alle In bekannter liclodie. Christenheit und dank thim gelobet fepf du, bes in Ewigkeit. Kyrieleiſon. 37. Sein Chrnt, daß D. Martin Luther. d) Von seiner Geburt. Weinachtsliedere Von der Erlösung durch Jesum Christum. In bekannter Melodie. 38. sten allzugleich, in feinem höchsten Thron, der heur schleußt auf fein Him. melreich, und schenkt uns feinen Sohn. darbate 2. Er kommt aus seines Vaters Schoos, und wird ein Kindlein klein, er liegt dort elend, nackt und blos, in einem Krippelein. 36 3. Er áusfert sich all feiner Gewalt, wird niedrig und gering, er nimmt an sich eines Knechts Gefialt, der Schopfer aller Ding. 4. Er liegt an seiner Mut ter Brust, ihre Milch ist feine Speis, an dem die Engel sehn ihr Luft, denn er ist Davids Reis. auf die Thür, zum schönen nicht mehr dafür, Gott sey Lob, Ehr und Preis! 39-1/ B da komm ich her, In bekannter Melodie. om Himmel ich bring euch gute neue Mähr, der guten Mähr bring ich so viel, davon ich sing'n und sagen will: 2. ,, Euch ist ein Kindlein heut gebohrn, von einer Jungfrau auserkohrn, ein Kindelein so zart und fein, das soll eur' Freud' nnd Wonne seyn. 3. ,, Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führen aus aller Noth. Er will eu'r Heiland selber seyn, von allen Sünden machen rein. 4. ,, Er bringt euch alle Se ligkeit, die Gott der Vater Gott aufrichten wollt sein| hat bereit, daß ihr mit uns Reich, die Christenheit. 5. Das aus sein'm Stamm entsprieffen sollt, in dieser legten Zeit, durch welchen im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 6. Er wechselt mit uns wunderlich, Fleisch und Blut nimmt er an, und giebt uns in sein's Vaters Reich die Elare Gottheit dran. 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr, das mag ein Wechsel feyn; wie konnt es doch seyn freundlicher das herze Jefulein. 8. Heut' schleußt er wieder 5. ,, So merket nun das Zeichen recht, die Krippen, Windelein ſo schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt". 6. Deß laßt uns alle frölich seyn, und mit den Hirten gehn hinein, zu sehen, was Gott hat beschehrt, mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Merk b) Von seiner Geburt. Weinachtslieder. 37 7. Merk auf, mein Herz ,, immer frey, das rechte Sus und sieh dort hin, was liegt fannine schon, mit Herzensdort in dem Krippelein? Weß Lust den füffen Ton. ist das schöne Rindelein? Es ist das liebe Jefulein. 15. Lob, Ehr' fey Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen ein'gen Sohn, des freuet sich der Engels Schaar, und singen uns solch neues Jahr. D. M. Luther. In bekannter Melodie. 8. Sey willkommen du edler Gast, den Sünder nicht verschmähet hast, und komst ins Elend her zu mir, wie soll ichs immer danken dir? 9. Ach, Herr! du Schöpfer aller Ding', wie bist du wer. 40. Sin Rindelein so 16den so gering, daß du da liegst auf dürrem Gras, da von ein Rind und Esel aß? 10. Und war die Welt viel mahl so weit, von Ebelstein und Gold bereit't, fo wår fie dir doch viel zu klein, zu seyn ein enges Wiegelein. belich, ist uns ges bohren heute von einer Jungfrau säuberlich, zu Trost uns armen Leuten, war uns das Kindlein nicht ges bohen, so wär'n wir allzumal verlohrn, das Heil ist unfer aller, en, du süsser JesuChrist, der du Mensch gebohren bist, behüt' uns für der Hölle. Miel. Durch Adams Fall ist. 11. Der Sammet und die Seiden dein, das ist grob Heu und Windelein, darauf du König groß und reich, herprangst, als wars dein Himmelreich. 12. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir, wie aller Welt Macht, Ehr' und Gut für dir nichts gilt, nichts hilft, noch thut. 13. Nd) mein herzliebes Jefulein, mach dir ein rein fanft 4.1 Lob Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sen die von mir gesungen, daß du mein Bruder worden bist, und hast die Welt be zwungen. Hilf, daß ich deine Gutigkeit, stets preis in dieser Gnaden: Zeit, und móg' hernach dort oben in Ewigkeit dich loben. In eigener Mielodie. euch meines Herzens Schrein, 42. ffen alle, freue fich, wer immer kann, Gott hat viel an uns gethan, freuet euch mit groffem Schalle, € 3 daß daß ich nimmer vergeffe bein. 14. Davon ich allzeit fro lich sey, zu springen, fingen 48 Don der Erlösung durch Jefum Chriftum. daß er uns so hoch geacht, fich| Mel. Dom Simmel boch da mit uns befreundt gemacht. Freude, Freube, über Freuve, 43.Wir fingen die ma Chriftus wehret allem telde, onne Bonne über Won ne, er ist die Benaben- Gonne, 2. Giebe fiche meine Seele, wie dein Heiland Fómint zu bir, brennt in liebe für und für daß er in der Krippen Hible borte lieget dir zu gut, manuel, du Yes bens. First und GnadenQuell, des Himmels Blum und Morgen- Stern, der Jungfrau Sohn, Herr aller Herrn 2. Bir fingen die in dei nem Heer, aus aller Kroft tob, Preis und Ehr, daß du, dich zu löfen durch sein Blut.blang gewünschter Gast, dich Freude, Freude über Freude, Christus wehret allem Seide, Wonne, Wonne über Won ne, er ist die Geraden Sonne. 4. Jefu, wie soll ich dir dan Fen? Jch befenne, daß von bir meine Seligkeit herrühr, so laß mich von dir nicht wanken; nimm mich dir zu eigen hin, so empfindet Herz und Sinn Freude, Freude über Freude, Christus wehret allem Leide, Wonne, Bonne nunmehr eingestellet hat. 3. Bon Anfang, da die Welt gemacht, so hat mandhy Herz nach dir gemacht, dich hat gehofft so lange Jahr' der Vater und Propheren Schaar. 4. Ach daß der Herr aus Zion tám", und unsee Bang de von uns náhm. Ach daß die Hülfe brách' herein, so wurde Jacob frölich seyn. 5. Nun du bist hier, da lie über Bonne, er ist die Gegeft du, hältst in der Krips naden- Sonne. pe deine Ruh: Bist klein, und machst doch alles groß Bekleid'st die Welt, und tömmst doch blos. 4. Jefu, nimm dich deiner Glieder ferner in Genaden an, schenke, was man bitten Fann zu erquicken deine Brüder: gieb der ganzen Christen- Schaar Friede und ein feligs Jahe. Freude, Freude über Freude, Christus wehret allem Leide, Wonne, Wonne über Wonne, er ist fie Genaden- Sonne 6. Du kehrst in frember Hausung ein, und sind doch alle Himmel dein; triukſt Milch aus deiner Mutter Brust, und bist dochy selbst der Engel Sust. 7. Du bist der süsse Menschen- Freund, doch sind dir ſo b) Don feiner Geburt. Weihnachtslieder. 39 14. So faß ich dich nun ohne Scheu, du macht mich alles Jammers frey: Du trágit den Zorn, du würgst den Zod, verkehrft in Freud, all Angst und Noth. 15. Du bist mein Haupt, hinriederum bin ich dein Glied und Eigenthum, und will, fo viel dein Geist, mir giebt, fters dienen dir, wie birs beliebt. so viel Menschen feind: He robes Herz hält dich für Greut, und bist doch nichts Denn lauter Heil. 8. Ich aber, dein geringster Knecht, ich fag es frey, und meyn' es recht, ich liebe dich, doch nicht so viel, ale ich dich gerne lieben will. 9. Der Will' ist da, die Kraft ist klein: doch wird dir nicht zuwider seyn mein armes Herz, und was es kann, wirst du gewißlich nehmen an. 10. Hoft du vod) selbst dich) schwach gemacht, erwählteft, was die Welt veracht't, marst arm und dürftig, nahmst fürlieb, da mo ber Mangel 44 u vom Simmel el. Sast du denn Jefu 2c. Dommst du nun, dich hintrieb. herunter auf Erden? Soll nun der Himmel und Erde vereiniget werben? Ewiger Gott, kann dich mein Jammer und Noth bringen zu Menschen- Geberden. 11. Du schliefest auf der Erben Schoos, so war das Kripplein auch nicht groß, der Stall, das Heu, das dich umfieng, war alles schlecht und sehr gering. 12. Darum so hab' ich guten Much, du wirst auch hab ten mich für gut. fu, ja dein frommer Gun macht, daß ich so voll Trofies bin. 16. Ich will dein Halleluja hier mit Freuben singen für und für, und dort in deinem Ehren. Soal folls fchallen ohne Zeit und Zahl. 2. Was ich in Adam und Eva durch Sterben verlohJeren, hast du mir Jesu, durch Leben und leiden erkohren, gütiger Gott, alte mein Jammer und Joth endet sich), da 13. Bin ich gleich Sund| du gebohren. und faster voll, hab' ich) ge3. Teufel und Hölle die zurlebt nicht, wie ich) foll: Sonen und halten zusammen, kommit bu doch deswegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. wollen mich) Gunder verschlingen und ganzlich vecdammen, mächtiger Bort, 49 Von der Erlösung durch Jefum Christum. wende den Jammer und Dioth, tilge die höllischen Flammen. 4. Gieb mir, o Jefu, nur heilige gute Gedanken, halte die Glieder des Leibes in hei fiden Schranken; heiliger Gott, laß mich, nach dei nem Gebot Herzlich imGlaus ben dir danken. 5. Fübre mich endlich, o Jefu, ins ewige Leben, weldes du allen, die glauben versprochen zu geben, da ich bey ohne Jam5. Halleluja! gelobt sey Gott, fingen wir all' aus uns fers Herzens- Grunde, denn Gott hat heut' gemacht folch Freud', der wir vergessen folln zu keiner Stunde. Miel. Warum follt ich mich. mein Herz Zeit, mer und Red, ewig in Steu- 46Slobfingen, bieter Ser Tod, Freuden fann fchweben, Nich da für Freud alle Engel fin gen. Hort, hört, wie mit vol len Chören alle Luft laute ruft: Christus ist gebohren. 2. Heute geht aus feiner Kammer Gottes Held, ber die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch nur uns zu gute, Gottes Kind, das verbind't sich mit unserm Blute. 3. Solt uns Gott nun kön nen hafsen, der uns giebt, was er liebt über alle maaf sen? Gott giebt, unserm Leid zu wehren, feinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 45.28 Jesu Christ dein 2c. ir Christen Leut" habi jetz und Freud weil uns zu Trott ist Chriftus Menfd gebohren, hat uns erlöft, wer sich des tröst, und gläubet feft, foll nicht werden verlohren. 4. Drum fag ich Dank, mit dem Gefang, Christo dem Herrn, der uns zu gut Mensch worden, daß wir durch ihn nun all' los sein der Sünden Last und unträglichen Burden. 2. Ein Wunder Freud! Gott felbfi wird heut von Maria ein wahrer Mensch gebohren, ein Jungfrau zart, feine Mutter ward, von Gott dem Herren selbst darzu erkehren. 3. Die Sünd macht keid, Chriftus bringt Freud', weil er zu uns in diese Welt ist kommen. Mit uns ist Gott nun in der Noth, wer ist der jegt uns Christen kann verdammen? 4. Colte von uns seyn ge kehret, der sein Reich und zugleich sich selbst uns verehret? Sollt uns Gottes Colyn d) Don seiner Geburt. Cohn nicht lieben, der jetzt kömmt, von uns nimmt, was uns will betrüben? 5. Hätte für dem Menschen schen Orden unser Heil einen Greul, war er Mensch nicht worden. Hátt er Luft zu un ferm Schaden, en so wird' unsre Burd er nicht auf fich laden. 6. Er nimmt auf fich) was auf Erden wir gethan, giebt sich an, Gottes Lamm zu werden, Gottes amm, das für uns flirbet, und bey Gott für den Tod Heil und Fried ermirbet. 7. Nun, er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit füffen Lippen: affet fahren, lieben Bruder, was euch qualt. Was euch fehlt, bring ich alles wieder.. 8. Ey so kommt, und fast uns laufen, stellt euch ein, groß und klein, kommt mit großen Haufen. Liebe den, der für Liebe brennet. Schaut den Stern, der uns gern Licht und Labial gonnet. 9. Die ihr schwebt in groß fen Leiden, fehet, hier ist die Thur zu den wahren Freuden: Faßt ihn wohl, er wird euch fuhren an den Ort. da hunfort euch kein Creuß wird rühren. Weinachtslieder. 41 10. Wer sich) find't befchwert im Herzen, wer empfind't feine Sünd und GewissensSchmerzen, fey getroft, hier wird gefunden, der in Eil machet heil die vergift ten Wunden. 11. Die ihr arm send und elende, kommt herbey, füllet frey eure Glaubens Hände, hier find alle gute Ghaben, und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 12. Suffes Heil, laß dich umfangen, laß mich dir, meine Zier, unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben, nun kan ich mich durch sich wohl zufrieden geben. 13. Meine Schuld kan mich nicht drücken, denn du bast meine Laft all' auf deinen Rüden. Kein Fleck ist an mir zu finden, ich bin gar rein und Elar all meiner Sünden. 14. Jd bin rein um deinetwillen, bu giebst grug Ehr und Schmuck, mich drein einzuhüllen. Ich will dich ins Herze schlieffen, o mein Ruhm, edle Blum', laß dich redt genieffen. bewahren, ich will dir leben 15. Ich will dich mit Fleiß hier, mit dir auch heim fahren. Mit dir will ich endlich schweben, voller Freud', ohne Zeit, dort im andern Leben. € 5 Mel. , 2 Don der Erlofung durch Jefum Chriftum. Tel. Uch was soll ich Surd. In bekannter Melodie. 47. Rommit bu, fommit bu, Licht der Hep.48.aßt uns alle frölich seyn, preifen Gott den Herren, der fein liebes Söhnelein uns selbst thut verehren. du ben? Ja, du kommst und fäumeft nicht, weil du weißt was uns gebricht. starker Troft im Leiden. Je [ u, meines Herzens Thür steht bir offen komm zu mir. 2. Ja, du bist bereits zu gegen, du Welt. Heiland, Jungfrau Sohn! meine Sinnen spühren schon bei nen Gnaden vollen See gen, beine Wunder- Seelen Kraft, deine Frucht und Her zens Saft. · 3. Adle mich durch deine Siebe, Jefu, nimm mein Fle hen hin, schaffe, daß mein Geist und Sinn sich in dei nem Lieben übe; sonst zu lieben dich, mein Licht, steht in meinen Kräften nicht. mein Gemüs the, Jefu, öffne mir den Mund, daß dich meines fer zens Grund innig preise für Sie Gute, die du mir, o Seelen. Gaft, lebens lang zwiesen hast. 5. Laß durch deines Gei fles Gaben, lieben, Glauben undGeduld, durch Bereuung meiner Schuld, mich) zu dir feen hoch erhaben: dann so rill id fingen bir Hosianna für and für. # 2. Er kommt in dies Jammerthal, wird ein Knecht auf Erden, damit wir ins Himmels- Goal, groß und selig werden. 3. Er wird arm, wir wer den reich, ist das nicht ein Wunder? Drum lobt Gott im Himmelceich allzeit wie jeßunder. 4.0 Herr Christ, nimm unfer wahr, durch dein'n heil'gen Ramen. Gieb uns ein gut neues Jahr, wers begehrt, sprech) Amen. c) Bom Namen Jesu. Mel. Was mein Gott will. foll 49. doch mein Troft, mein Heiland feyn und blei ben, der mich gelieber und erlóst, kein' Gewalt soll mich abtreiben: Ihm thu ich mich ganz milliglich von HerzenGrund ergeben, es mag mir seyn, weh ober fein, mag sterben oder leben. 2. Bey meinem lieben Jesus lein will ich gar wohl beste hen, wann ich mirten durch) Noth und Pein nach Gottes e) Dom Samen Jefu. 43 tes willen soll gehen. Was 3. Und ob das Creuße mich will mir dann wohl haben an Welt, Teufel, Tob und Sünde? Beym Jefulein, dem Heiland mein, ich allzeit Rettuna finde. gleich zeitlich plaget, wie es bey Christen oft pflegt zu geschehn: Wenn meine Seele nur nach Jesu fraget, fo fan Das Herze schon auf Rosen gehn. Kein Ungewitter ist mir so bitter, mit Jefu fan! ichs frölich überstehn 4. Wenn Satans Lift und Macht mich will verschlin gen, wenn das GewiffensBuch die Sünden sagt: wenn auch mit ihrem Heer mich will umringen die Hölle, wenn der Tod am Herzen 3. Auf dies mein liebes Je fulein will ich vor Gott felolt treten, für allen Feinden ficher fepn, mein Geete wohl zu retten. Zum Leben fein zu gehen ein, und lieblich anzuschauen den Heiland schön, denn ich) geschn allhier allein im Glauben. In eigner Melodie. 50. nagt, steh ich doch Jesus der Beste ist, der sie alle durch sein Blut verjagt. Herzog der From men, du meiner Seelen Trost, fomm, komm nur bald! Du hast mir höchster Schaß, mein Herz genom men, so ganz vor liebe brennt, und nach bir wallt. Nichts 5. Ob mich auch will die Welt verfolgen, haffen, und bin dazu veracht't von jes dermann, von meinen Freun den auch fast gar verlassen, Fan auf Erden mir liebersnimmt Jefus meiner doch werden, als wann ich meinen Jefum fiets behait'. sich herzlich an, und stärke mich Muden, spricht: Sey zufrieden, ich bin dein bester Freund, so helfen kan. 2. Dein Nahin' ist Zucker füß, Honig im Munde, hold. felig, lieblich, frisch, wie kühler Thau, der Feld und Blumen neßt zur Morgen Stunde: Mein Jesus ist es nur, dem id) vertrau'. Denn weicht von Herzen, was mir macht Schmerzen, wenn ich im Glauben ihn anber und schau'. 6. Drum fahrer immer hin ihr Eitelkeiten, du Jesus, du bist mein, und ich bin dein, ich will mich von der Wele zu dir bereiten, bu folle in meinen Mund und Herzen seyn, mein ganzes Leben sey bir ergeben, bis man mich einsten legt ins Grab hinein, zlich 14 4 Don der Erlösung durch Jefum Chriftum. fel. Gott des Himmels u. Miel. Jesum lieb ich ewiglich. einen Jefum laß SI.Jefus, Jefus, nichts als 52. Mei ich nicht, weil Jefus, foll hein Wunsch seyn, und mein iel. Jegund mach ich ein Berbündniß, daß ich will pas Jesus will: Denn mein Derz mit ihm erfüllt; rufet ur: Herr, wie du wilt! 2. Einer ist es, dem ich lebe, en ich liebe früh und spat. Jesus ist es, dem ich gebe, bas er mir gegeben hat. ich bin in dein Blut verSullt, führe mich, Herr, wie u wilt. er sich für mich gegeben: So erfordert meine Pflicht, Kletten weif an ihm zu kleben: Er ist meines Lebensicht: Meinen Jefum laß ich nicht. 3. Scheinet was, es sey mein Glücke, und ist doch zu pider dir: Ach, so nimm es ald zurücke, Jesu, gieb, was huget mir. Gieb. bich mir, Herr Jefu mild, nimm mich pir, Herr, wie du wilt. 4. Und vollbringe deinen Willen, in, durch und an mir, mein Gott: Deinen Willen laß erfüllen, mich im Leben, Freud und Noth, fierben als dein Ebenbild, Herr, wenn, wo und wie bu wilt. 5. Sey auch, Jefu, stets gepriesen, daß du dich, und viel dazu hast geschenkt, und mir ermiesen, daß ich frölich finge nu: Es geschehe mir, mein Schild, wie du wilt, Herr, wie du wilt. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben, ihm hab ich voll Zuverficht, was ich bin und hab, ergeben. Alles ist auf ihn gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. 4 3. Laß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen weichen: Laß das leste Tages- Licht mich auf dieser Welt erreichen: Wenn der Lebens- Faden bricht: Meinen Jefum laß ich nicht. 4. Ich werd' ihn auch laffen nicht, wenn ich nun dahin gelauget, wo vor seinem Angeficht frommer Christen Glaube pranget, mich erfreut fein Angesicht: Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seele wünscht und sehnet: Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott vers föhnet, der mich freyet vom Gericht: Meinen Jefum laß ich nicht. 6. Je c) Dom tamen Jefu.** 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten: Chriftus läßt mich für und für zu dem Lebens. Badlein leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meis nem Jefum laß ich nicht. In bekannter Melodie. efu, meine Freu53.3 de, meines Her zens Weide, Jefu, meine Zier ach! wie lang, ach lange ist dem Herzen bange, 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht: gute Nacht, ihr Sünden, bleiber weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht; gute Nacht, die und verlangt nach dir: Got- Stolz und Pracht, dir sep tes Lamm, mein Brauti gam, auffer dir soll mir auf Erden nichts sonst liebers werden. 2. Unter deinen Schirmen bin ich für den Stürmen aller Feinde frey, loß den Satan wittern, laß den Feind erbittern, mir steht Jesus bey. Ob es jetzt gleich Fracht und blißt, obgleich Sund' und Hölle schrecken, Jefus will mich decken. fu, meine Lust; weg ihr ei teln Ehren, ich mag euc nicht hören, bleibt mir unbel wußt. Elend, Noth, Creus Schmad und Tod soll mich ob ich viel muß leiden, nicht von Jefu fcheiden. 6. Weicht ihr Trauer- Gei fier, denn mein FreubenMeister, Jefus tritt herein; denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Freude seyn. Duld' ich schon hier Spott und Hohn, dens noch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Miel. Jefu, liebster Herzens. 3. Tros dem alten Drachen, 54.eu, meines Ser tros des Todes Rachen, troß der Furcht darzu: tobe Welt und springe, ich steh hier und finge, in gar fichrer Ruh. Gottes Macht halt mich in acht; Erd' und Abgrund muß verstummen, ob sie noch so brummen. zens sufser Jesu, meiner Seelen Seligkeit, füsser Jefu, des Gemüthes Sicherheit, füffer Jesu, Jefu, füffer Jesu. 4. Weg mit allen Schäßen, du bist mein Ergeßen, Jegang du kafter Leben, gute Nacht gegeben. 2. Tausendmal gedenk ich dein, mein Erlöser, und begehre dich allein, mein Erldfer, fehne mich bey dir au seyn, mein Erlöfer, Jeſu, mein Erlöser, 3. Nichts 6 Von der Erlösung durch Jefum Chriftum. 3. Nichts ist lieblichers, als bu liebste liebe, nichts ist freundlichers, als du, milde Liebe, auch nichts füßers ist, als bu, süsse Liebe, Jesu, füffe liebe. 4. Weide mich und mach mich fatt, Himmels- Speise, tránke mich, mein Herz ist matt, Seelen- Weide, sey du meine Ruhe- Statt, Ruh der Seelen, Jesu, Ruh der Seelen. 5. Ich bin krank, komm, ftárke mich, meine Stärke, ich bin matt, erquicke mich, mein Erquicker, wenn ich sterbe, trófte mich, o mein Troster, Jesu, du mein Tröster. In eigener Melodie. eelen- Bräutigam, Habe Dank für deine Liebe, bie mich zieht aus reinem Triebe, von der Sünden Schlamm, Jesu, Gottes amm. 2. Deine Liebes- Glut står Let Muth und Blut: Wenn Du freundlich mich anblickest, und an deine Brust mich drückest, macht mich wohl gemuth deine Liebes Glut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in oth und Tod, du bist barum Menfch gebohren, zu ersetzen, was Serlohren, durch dein Blut so roth, wahrer Mensch und Gott, 4. Meines Glaubens sicht laß verlöschen nicht, falbe mich mit Freuden- Dele, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd' ich in die blei ben für und für: Deine Liebe will ich, ehren, und in die dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd' in dir. 6. Held aus Davids Stamm, deine Liebes- Flamm' mich er nähre, und verwehre, daß die. Welt mich nicht versehre, ob sie mir gleich gram, Held aus Davids Stamm. 7. Groffer Friede Fürst, du nach der Menschen Heil und Le ben, und dich in den Tod ges geben, da du riefft: Mich dürfit! groffer Friede- Fürst. 8. Deinen Frieden gieb, aus so groffer lieb, uns den Deinen, die dich kennen, und nach dir fich Christen nennen; denen bu bist lieb, deinen Frieden gieb. 9. Wer der Welt abstirbt, emig sich bewirbt um den lebendigen Glauben der wird bald empfindlich schauen, caß niemand verdirbt, dee der Welt abftirbt. 10, e) Dom Namen Jesu. 10. Nun ergreif ich dich, Mel. Gott dessimmels und du mein ganzes ich will rimmermehr dich lasſen, ſon56. Meines Lebens befle bern gubiq bich umfaffen, weil im Glauben ich nun er greife dich. Freude ist de Himmel, Gortes Thron, meiner Seele Troft und Weide ist mein Jefus, Gottes Sohn: Was mein Herze recht erfreut ist in jener Herrlichkeit. 11. Wenn ich meinen muß, wird dein Thránen. Guß nun den meinen auch begleiten, und zu deinen Wunden leiten, daß mein Thränen- Guß sich bald stib len muß. 12. Wenn ich mich aufs neu' wiederum erfreu' freuest bu dich auch zugleiche, bie ich dort in deinem Reiche ewiglich aufs neu' mich mit bir erfreu'. 13. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehren- Kren': Hier im Hoffen und im Glauben, bort im Haben und im Gchauen: Denn die Ehren- Kron' folgt auf Sport und Hohn. 14. Jesu, hilf, daß ich all. hier ritrerlich alles durch dich überwinde, und in deinem Gieg empfinde, wie so ritter. lich ou gekampft für mich. 14. Du mein Preis und Ruhm, werthe Garons, Blum! in mir soll nun nichts erfchallen, als was die nur tan gefallen, werthe Carens Blum du mein Preis und Stuhm, 2. Andre mögen sich er quicken an den Gütern die ser Welt, ich will nach den: Himmel blicken, und zu Jefu sepn gefellt; Denn der Er den Gut vergeht, Jesus und fein Reich besteht. 3. Reicher kann ich nirgend werden, als ich schon in Jefu bin, alle Schätze die fer Erden sind ein schnober Angst Gewinn: Jefus ift das rechte Gur, darinn mei ne Seele ruht. 4. Glänzet gleich das WeltGepránge, ist es lieblich anzusehn; währt es doch nicht in die Länge, und ist bald damit geschehn: Plöglich pfleget aus zu seyn dieses Lebens Glanz und Schein. 5. Aber, dort des Himmels Gaben, die mein Jesus innen hat? können Herz und Seele laben, machen erig reich und fatt; Es vergebs zu feiner Zeit jenes Lebens Herrlichkeit. 6. Roff und Motten, Naub und 48 Von der Erlösung durch Jefum Chriftum. und Feuer schaden auch der fort, du edler hort, mein An Freude nicht, die mein Jefus, gen sollen fließen, ein Thrámein Getreuer, und sein Him.nen- See, mit Ach und Weh, mel mir verspricht: Dort ist alles ausgemerzt, was die Seele frankt und schmerzt. 7. Einen Tag bep Jesu figen, ist viel besser als die dein Leiden zu begieffen. Jesus. 2. Uch Sünde, fdhandlichs Schlangen- Gift, wie weit kannst du es brin gen? Dein kohn, der Fluch, der mich jetzt trift, in Tod thut er mich zwingen. Jetzt Fommt die Nacht, der Sünden Macht, fremd' Schuld muß ich abtragen: Betracht es recht, du Sünden Knecht, nun barfst du nicht verzagen. Seele. 3. Jch, ich, Herr Jefu, sollte zwar der Sünden Strafe leiden, an keib und Seel' ich sollte gar auf ewig aller Freuden berauber fepn, und leiden Pein, so nimmst du hin die Schule den! Dein Blut und Tod bringt mich vor Gott; ich bleib in deiner Hulde. Jesus. 4. Ja, liebe Seel', ich buße Schuld, die du hátt' t follen buffen, erkenne daraus meine Huld, die ich dichy laß geniessen; ich wähl den Fluch, dieweil ich such vom Fluch dich zu befrepen. Denk meiner Lieb, durch de ren Trieb die Segen die ges veyen. elt tausend Jahr in Freu, de nügen: Aberdewig fenn gestellt zu des Herren rech. tee Hand, bleibt ein auser wählter Stand. 8. Effen. Trinken, Tanzen, Cpringen, laben meine Seele nicht; aber, nach dem Himmel ringen, und auf Jefum feyn gericht't, ist der Geelen fdronfte Zier, geht auch aller Freude für. 9. Ach! so gonne mir die Freude, Jefu, die bein Himmel hegt; sey du selber meine Weide, die mich hier und dort verpflegt, und in die redit froh zu feyn, nimm mich in den Himmel ein. d) Bon Jesu leiden und Sterben. Mel. Was mein Gott will. Geele. 57 S o gehst du nun, mein Jefu hin, den Tod für mich zu leiden, für mich, der ich ein Sunder bin, der dich betrübt mit Freuden: Wohl, fahre Seele. 5. Was kan für fol dhe i be dir, Herr Jesu, ich wohi geben? Ich weiß und finde d) Don Jefu Leiden und Sterben. finde nichts an mir, doch will ich auf mein Leben mich eigen dir hier nach Gebühr, zu die nen ganz verschreiben, auch nach der Zeit in Ewigkeit, dein Dienee seyn und bleiben. Miel. Chriftus, der uns felig. efu, deine Passion 58.3 will ich jest bedenken; wolleft mir vom Him mels. Thron darzu Andacht schenken: in dem Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem Her zen, wie du, unser Heil zu fepn, littest alle Schmerzen. 2. Gieb, daß ich recht se. hen mag deine Angst und Bande, deine Speichel, Schlag und Schmach, deine Creußes Schande, deine Seiffel, Dornen Kron, Speer- und Nagel- Wunden, dadurch du, o Gottes.Sohn, dir mich haft verbunden. 3. Laß mich aber nicht al lein beine Marter sehen: Laß mich auch die Ursach fein und die Frucht verstehen. Ach, die Ursach war auch ich, ich und meine Sünde: Diese hat gemartert dich, daß ich Gnade finde. 4. Jesu, lehr bedenken mich dies mit Buß und Neue: Hilf, daß ich mit Sünde dich martre nicht aufs neue. Sollt' ich darzu haben Lust, und nicht wollen meiden, 10 49 was Gott selber büffen mußt mit so groffen leiden? 5. Wenn mir meine Sünde will machen heiß die Hölle, Jefu, mein Gewissen still, dich ins Mittel stelle; Dich und deine. Passion laß mich glaubig fassen: Liebst du mich, du Gottes Sohn, wie kan Gott mich haffen? 6. Gieb auch, Jeſu, daß ich gern dir das Creuß nachtrage; daß ich Demuth von die lern, und Geduld in Plage, daß ich dir geb' lieb um Lieb. Indeß laß dies tallen, bis es kommt aus reinerm Trieb, Jesu, dir gefallen. Mel JefuLeiden, Pein und. 59.Seele, mach dich heilig auf, Jes um zu begleiten gen Jerus falem hinauf; tritt thm ans die Seiten, in der Andacht folg ihm nach zu den bittern Leiden, bis du aus dem Ungemach zu ihm wirst verscheiden. = 2. Seele, siehe Gottes Lamm gehet zu dem Leiden, deiner Seelen Bräutigam, als zu Hochzeit Freuden. Geht, ihr Tochter von Zion, Jefum zu empfangen, fehet ihn in seiner Kron unter Dornen prangen. 3. Du zeuchst als ein König ein, wirst dafür empfangen D Faber 50 Von der Erlösung durch Jefum Christum. aber Bande warten bein, Mel. Un Wasserflüffen Bab. dich damit zu fangen. Für 60.Sin Ehre, wird man, herr, dir geben, bis du durch den Creußes Tod schliessen wirst dein Leben. 4. Das Creuß ist der Kd nigs- Thron, barauf man dich wird seßen, dein Haupt mit der Dornen- Kron bis in Tod verlegen. Jesu, dein Reich auf der Welt ist in lauter kei. den, so ist es von dir bestellt bis zum leßten Scheiden. 5. Du wirst, Herr der Herr lichkeit, ja wohl müffen ster. ben, daß des Himmels Se ligkeit ich dadurch mög' er ben. Aber ady wie herrlich glänzt deine Kron von ferne, die dein siegreich Haupt beFrangt, schöner als die Sterne! Lämmlein geht und die Schuld der Welt und ihrer Kinder: Es geht und tråget in Geduld die Sünden aller Sünder: es geht dahin, wird matt und krank, ergiebt sich auf die Würge- Bank, verzeiht sich aller Freuden; es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Creuß und Tod, und spricht: Ich wills gern leiden. 2. Das Lammlein ist der grosse Freund und Heiland aller Seelen: der, den hat Gott zum Sünden Feind und Söhner wollen wählen. ,, Geh hin, mein Kind, und nimm dich an, der Kinder, die ich ausgethan zur Straf und Zornes, Ruthen: Die Straf ist schwer, der Zorn ist groß; du kanst und sollst fie machen los durch Ster 6. Liebster Jesu, nun Glück zu! es muß dir gelingen, nach der guten Freytags Rub wirst du Freude bringen. Tritt nur auf die Todes- ben und durch Bluten." Bahn; die gestreuten Palmen bilden dir den Sieg voran aus den Oster. Psalmen. 7. Laß mich diese Leidens Zeit fruchtbarlich bedenken, und voll Andacht, Reu und teid, meinen Dank vir schen ken. Auch dein keiden trößte mich, bei so vielem Jammer, bis, nach allem Leiden, ich geh ur Ruhe Kammer. 3. Ja, Vater, ja von Her zensgrund, leg auf, ich will diß tragen: Mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen" Wunder- Lieb! o LiebesMacht! du kannst, was nie kein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen. O liebe! Liebe! Du bist stark, dir d) Don Jefu Leiden und Sterben. du streckest den ins Grab und Sarg, vor tem die Felfen fpringen. 4. Du marterst ihn am Creuzes Stamm mit Nágeln und mit Spieffen; du schlachtest ihn als wie ein Lamm, machst Herz und Adern fliessen: Das Herze mit der Seufzer Kraft, die Adern mit dem edlen Saft des S purpurrothen Blutes. süsses Lamm, was soll ich dir erweisen dafür, daß du mit erzeiget so viel Gutes? 5- Mein Lebetage will ich bich aus meinem Sinn nicht lassen, dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Lie bes. Armen fassen. Dusolt seyn meines Herzens Licht, und wenn mein Herz in Stú den bricht, solt du mein Her ze bleiben: ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigenthum be ständiglich verschreiben. 6. Ich will von deiner Lieb. lichkeit bey Nacht und Tage mich zu aller Zeit zum Freuben Opfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sich dir, und Deinem Namen für und für, in Dankbarkeit ergieffen: Und was du mir zu gut gethan, das will ich stets, so tief idy Fan, in mein Gedächtniß schliessen. 51 7.* Erweitre dich, mein Herzens. Schrein, du folt ein Schaß- Haus werden, der Schäße, die viel grösser seyn, als Himmel, Meer und Er den! Weg mit dem Golb Arabia, weg Calmus, Myrrhen, Casia! ich hab ein bef sers funden: Mein größter Schaß, Herr Jesu Chrift, ist dieses, was gefloffen ist aus deines Leibes Wunden. 8. Das soll und will ich mic zu Nuß zu allen Zeiten machen; im Streite soll es feyn mein Schuß, in Traurigkeit mein Lachen, in Frölichkeit mein Saitenspiel, und wenn mir nichts mehr schmecken will, soll mich diß Manna speisen; im Durst solls seyn mein Wasser Quell, in Einfamkeit mein Sprach- Gesell, zu Haus und auch auf Reifen. 9. Was schadet mir des Todes Gift? Dein Blut das ist mein Leben: Wenn mich der Sonnen Hiße trift, fo kan mirs Schatten geben. mir Schmerzen zu, so find id bey die meine Ruh, als auf dem Bett ein Kranker: und wenn des Creußes Ungeftum mein Schiflein treibet úm und úm, so bist du dann mein Ancker. 10. Wenn endlich ich foll D2 treten 52 Von der Erlösung durch Jesum Christum. treten ein in deines Reiches aber auch in aller Pein mich Freuden, so soll dis Blut wie ein kamm geduldig seyn! mein Purpur seyn, ich will darein mich kleiden. Es soll feyn meines Hauptes Kron, in welcher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen, und dir, dem er mich anvertraut als eine wohl geschmückte Braut, an deiner Seite stehen. 5. Ich weiß, man kan ohn' Creuß und Leid, zur Freude nicht gelangen, weil du in deine Herrlichkeit selbst bist durchs Creuß gegangen: Wer nicht mit dir leidt Creuß und Pein, kan auch mit dir nicht selig seyn. den bekannter Melodie. A Miel. Wachs mit mir Gott. 62. amm, Gottes unschuldig, am Stamm des Creußes geschlachtet, allezeit gefunden geduldig, wiewohl du warest verachtet, all' Sund' hast dus getragen, sonst müsten wir verjagen. Erbarm dich unser o Jesu! 2. Okamm Gottes unschuldig, 2c. Erbarm dich unser, o Jesu! lein, Jefu Chrift, der du all'Angst und Plagen, all Ungemach zu jeder Frist geduldig haft getragen; ver leih mir auch zur Leidens- Zeit Geduld und alle Tapferkeit. 2. Du hast gelitten, daß auch ich die folgen soll und leiden, daß ich mein Crenge williglich ertragen soll mit Freuden; ach mocht ich doch in Creuß und Pein ge duldig, wie ein Lámlein, feyn. 3. Ich wünschte mir von Herzensgrund ein Opfer die zu au werden, und deinem Ruhm zu jeder Stund geweiht zu fenn auf Erden: Doch aber wünsch ich auch dabey, daß 3. Otamm Gottes unschuldig, ze. Gieb uns bein'n Fries den, o Jesu! strid 3 In bekannter Melodie, hriste, 63.Chie, bu amun Gottes, der du trägt die Sünde der Welt, erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Got ich wie du fanftmuthig fey.tes, der du trägst die Sünde der Welt, erbarm dich unser! 4. Laß kommen alles Creuß und Pein, laß kommen alle Plagen; laß mich veracht, verspottet, seyn, verwundt und hart geschlagen; laß 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünde der Welt, gieb und deinen Frieden! D, Martin Luther. nepildy Miel, d) Von Jesu Leiden und Sterben. 5.9 Mel. Jefu Leiden, Pein und.| Eleison, Christe Eleison, Kyrie Eleison. 4. Solche grosse Gnade und väterliche Gunst hat uns Gott erzeiget lauter und um sonst, in Chrifto feinem Sohne, der sich gegeben hat in den Tod des Creuses, zu anser Seligkeit. Kyrie Eleifon, Christe Eleison, Kyrie Eleiſon. 64.0 hilf, Chriffe, Gottes Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir dir stets unterthan, all Untugend meiden, deinen Tod und sein Ursach frucht. barlich bedenken, dafür, wie wohl arm und schwach, dir Dank Opfer schenken. 65. ber! unfre MifIn eigener Melodie. wir 5. Des foll'n wir uns trosten gegen und Tod, und ja nicht verzagen für der Höllen- Gluth; denn wir sind errettet aus aller Fährlichkeit, durch Christum una fern Herren, gelobt in EwigFeit. Kyrie Eleison, Christe Eleison, Kyrie Eleison. 6. Darum woll'n wir loben 2. Aus dem Tod wir kon- und danken allzeit dem Vaten durch unser eigen Werk ter und dem Sohne, und dem nimmer werd'n errettet, die heiligen Geist, und bitten, Sunde war zu stark. Daß das er wolle behüten uns wir würd' n erlöset, so konts hinfort, und daß wir stets nicht anders seyn, denn Got- bleiben bey seinem heil'gen tes Sohn mußt leiden des Wort. Kyrie Eleison, Chris Todes bittre Pein. Kyrie ste Eleison, Kyrie Eleison. Eleison, ChristeEleison, Ky- 7. Ehre sey dir, Christe, rie Eleison. der du littest Noth ,, an dem Stamm des Creußes, füe uns den bittern Tod, und herrscheft mit dem Vater in der Ewigkeit, hilf uns armen Sündern zu der Selig keit. Kyrie Eleison, Christe Eleison, Kyrie Eleison. D 3 fethat, darinn wir empfan gen und gebohren sind, hat gebracht uns alle in solche große Noth, daß wir unter worfen sind dem ew gen Tod. Kyrie Eleison, Christe Elei fon, Kyrie Eleison. 3. So nicht wäre kommen Chriftus in die Welt, und an fidy genommen unser arm Gestalt und für unfte Sünde gestorben williglich, so hatten wir müssen verdammt seyn ewiglich. Kyrie Von der Erlösung durch Jesum Christum. In bekannter Melodie. 66.W enn meine Sun $ den mich Franken, o mein Herr Jefu Chrift! so laß mich wohl bedenken, wie bu gestorben bift, und alle meine Schulden Last, am Stamm des heilgen Creu. Bes, auf dich genommen hast, 2. Wunder ohne Massen, wenn mans betrachtet recht! Es hat sich martern laffen der Herr für seine Knecht: Es hat sich selbst der wahre Gott für mich verlornen Men fchen gegeben in den Tod. 3. Was kan mir den nun fdaden der Sünden grosse Zahl? Ich bin bey Gott in Gnaden, die Schuld ist allzu mahl bezahlt durch Chrifti theures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Höl le Quaal und Gluth. 4. Drum fag ich dir von Herzen, jegt und mein de benlang, für deine Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank; für deine Noth und Angst Geschrey; für dein unschuldig Sterben; für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß bein bitter Leiden mich reißen für und für, mit allem Ernst zu mei den die fündliche Begier: daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich ge foftet, baß ich erlojet Sin. 6. Mein Creuß und meine Plagen, sollte auch seyn Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen: gieb, o mein Herr und Gott, daß ich verleugne diese Welt, und folge dem Exempel, das du mir fürgestellt. 7. Laß mich an andern üben, was bu an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann, obn Ei gennuß und HeuchlerSchein, nur wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wun den mich trösten kräftiglich, in meinen letzten Stunden, und des versichern mich, weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. In eigner Mi. od. Werde m. du liebe meiner Liebe, du erwünschte Seligkeit! die du dich dus höchstem Triebe in das jammervolle teid deines Leidens, mir zu gute, als ein Opfer eingestellt, und bes zahlt mit deinem Blute alle Missethat der Welt. 67.0 2. Liebe, die mit Schweiß und Thránen, an dem Deis berg fich betrübt; Liebe, die mit Blut und Sehnen unaufhörlich uns geliebt; Liebe, die mit allem Willen, Gottes, Zorn d) Don Jefu Leiden und Sterben. Zorn und Eifer trágt: Ben so niemand fonte stillen, hat dein Sterben hingelegt. 3. Liebe, die mit starkem Herzen, alle Schmach und Hohn gehört; Liebe, die mit Angst und Schmerzen nicht der strengste Tod versehrt; Liebe, die sich liebend zeiget, als sich Kraft und Athem endt; liebe, die sich liebend neiget, als sich keib und See le trennt. 4. Liebe, bie mit ihren Armen mich zulegt umfangen wolt; Liebe, die aus Liebs- Erbar men mich zuleßt in höchster Huld ihrem Vater überlassen, die selbst starb und für mich bat, daß mich nicht der Zorn foll faffen, weil mich ihr Verdienst vertraut. 5. Liebe, die mir so viel Wunden gegen mich, als seine Braut, unaufhörlich sich verbunden, und auf ewig anvertraut; liebe, laß auch meine Schmerzen, meines Lebens Jammer Pein, in dem Blut verwundten Herzen, sanft in dir gestillet seyn. 6. Liebe, die für mich gestor ben, und ein immerwährend Gut an dem Creußes Holz erworben; ach wie denk ich an dein Blut! Ach, wie dank ich deinen Wunden, du verwundre Liebe du, wenn ich in IT 5% den legten Stunden sanft in deiner Seite ruh! 7. Liebe, die sich redt gekránEet, und für mein erkaltet Herz in ein faltes Grab gesenket: Ach! wie dank ich beinem Schmerz. Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig leben kan, und der Seelen Heil erworben, nimm mich ewig liebend an! Mel. Liebster Jesu wir sind. 68. Meine Seel, ermuntre dich, deines Jesu Lieb bedenke, wie er für dich giebet sich, darauf deine Andacht lenke! Ach erweg die große Treue, und dich deines Jesu freue. 2. Sieh, der wahre Gottes Sohn ist für dich ans Holz gehänget, sein Haupt trägt die Dornen Kron', sein Leib ist mit Blut besprenget, er läßt sich für dich verwunden; Wo ist größre lieb gefunden? 3. Du, du solltest große Pein ewig leiden in der Höl len, und von Gott verstoffen seyn, wegen vieler Sünden Fällen, aber Jesus trágt die Sünden, und läßt dich Genade finden. 4. Durch sein Leiden ist ge stillt deines Gottes Zorn und Rache, er hat das Gefeß erfüllt, gut gemacht die bofe Sache, Sünde, Teufel, Tod D4 ume 56 Von der Erlösung durch Jefum Chriftum. umschránket, und den Him mel dir geschenket. 5. Was zu thun, o liebes Herz? Wie sollt du dich recht anstellen? Jesu leiden ist kein Scherz, feine Liebe Fein Verstellen. Denke drauf, was dir oblieget, gegen den, der für dich sieget. 10. Du, mein Jefu, sollt es seyn, den ich mir zum 3weck gefeßzet; wie du mein, so will ich dein bleiben stets und unverleget; was du liebest, will ich lieben, und was dich), foll mich betrüben. 11. Was du willt, das sey mein Will, dein Wort mei6. Jch fan nimmer nimmernes Herzens Spiegel, wenn mehr das geringste nur vergelten, er verbinder mich zu fehr. Meine Trägheit muß ich schelten, daß ich ihn so schlecht geliebet, und wohl gar mit Sünd' betrübet. du schlägest, halt ich still; dein Geist bleibt mein Pfand und Siegel, daß ich soll den Himmel erben, darauf kann ich frölich sterben. 7. Was geschehen, soll nun nicht hinfört mehr von mir geschehen! Mein Schluß fey nun fest gericht, einen andern Weg zu gehen, dar. auf ich nur Jefum fuche, und, was ihn betrübt, verfluche. 8. Weg ihr Sünden, weg von mir! euch kan ich an mir nicht leiden, eurentroes gen muß ich hier und dort von dem seyn gescheiden, ohne weichen ist kein Leben, keine Gnade, kein Vergeben. 9. Du, mein Jesu, du mein Heil, dir will ich mich ganz verschreiben, daß ich dir, als meinem Theil, ewig will ge treu verbleiben, dir zu leben, dir zu leiden, dir zu, sterben, bir zu meiden. 12. Nun so bleibt es feft dabey: Jesus foll es fenn und bleiben, dem ich lebe, deß ich sey; nichts soll mich von Jesu treiben. Du wirst, Jesu, mich nicht laffen, ewig will ich dich umfassen. 13. Ist bereits schon jete hier solche Freud und Ruh zu finden, wenn im Glauben wie mit dir uns, mein Jesu, recht verbinden; schenkst du schon so viel auf Erden, ey was wird im Himmel werden? 14. Was für tuft und Süß figkeit, was für Freud und Jubilieren, was für Ruhe nach dem Streit, was für Ehre wird uns zieren? Ewig, ewig werd' ich loben, den, der mich zu Gott erhoben. 15. Ach! ich freu mich alle Stund auf dis Freuden volle Seben, d) Von Jesu Leiden und Sterben. bis zu dem Scheitel war nichts Guts zu finden, dafür hätt' ich dort in der Hölle müssen ewiglich büffen. Leben, danke dir mit Herz| voller Schand und Sünden, und Mund, du, o Jefu, hafts gegeben: Nur im Glauben laß michs halten, und dein' Kraft in mir stets walten! In bekannter Melodie. erzliebster Jefu, was hast du verbroden, daß man ein solch scharf Urtheil dir gesprochen? was ist die Schuld, in was für Missethaten bist du ge rathen? 69 Her 2. Du wirst verspept, ge fchlagen und verhöhnet, gegeiffelt, und mit Dornen fcharf gekronet: mit Effig, als man dich ans Creuß gehánket, wirst du getránket. 3. Was ist die Ursach aller folcher Plagen? Ach! meine Sunden haben dich geschla, gen: ich, ach Herr Jesu! habe das verschuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! der gute Hirte leidet für die Schafe. Die Schuld bezahlt der Her re, der Gerechte, für seine Knechte. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt, der Bofe lebt, der wider Gott mißhandelt. Der Mensch verwirkt den Tod und ist ent gangen, Christus gefangen. 6. Ich war von Fuß auf 57 7. groffelieb'! o Lieb'ohn alle Massen! die dich gebracht auf diese MarterStraffen: Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. 8. Ach groffer König groß zu allen Zeiten, wie kan idy gnugsam solche Treu ausbreiten? Kein menschlich Herz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 9. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit ich dein Erbarmen soll, vergleichen; wie fan ich die denn deine Liebes Thaten im Werk erstatten? 10. Doch ist noch etwas, bas dir angenehme, wenn ich des Fleisches tüste dämpf und zahme, daß fie aufs neu mein Herze nicht ents zünden mit alten Sünden. 11. Weil aber dies nicht steht in eignen Kräften, dem Creuße die Begierden anzue heften, so gieb mir beinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 12. Alsdann so werd' ich deine Huld betrachten, aus Sieb an dich die Welt für gar 58 Von der Erlösung durch Jefum Christum. gar nichts achten. Ich wer- retten, von des Teufels Suns de mich bemühen deinen den- Ketten. Tausend, tauWillen stets zu erfüllen. fendmal sey dir, liebster Jefu, Dank dafür! 13. 3ch werde dir zu Eh ren alles wagen, kein Creuß nicht achten, keine Schmach noch Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todes Schmerzen nehmen zu Herzen. 14. Dies alles, obs für schlecht zwar ist zu scháßen, wirst du es doch nicht gar bey seite setzen. In Gnaden wirst du diß von mir anneh men, mich nicht beschämen. 15. Wann dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn dieEh, ren- Krone: Da will ich dir, wenn alles wird wohl klin gen, Lob und Dank fingen. Mel. Jesu, der du meine S. Refu, meines Lebens 3. Wunden liesfest du dir schlagen, Schmerz und Jammer littest du, um zu heilen meine Plagen, und zu sehen mich in Ruh. Ach du hast zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausend, tausendmal sep dir, liebster Jesu, Dank dafür! 4. Man hat dich sehr hart verhönet, dich mit groffem Schimpf belegt, und mit Dornen gar gekrönet: was hat dich darzu bewegt? Daß du möchtest mich ergehen, mir die Ehren Kron aufsetzen. Taufend, tausendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür! 5. Du hast wollen seyn ges schlagen, zu Beftepung mei70. Je Leben, Jesu, meiner Pein, fälschlich laffen dich anklagen, daß ich konnte sicher seyn. Daß ich möch te Troffreich prangen, haft du fonder Trost gehangen. Tausend, tausendmal sey dir, liebster Jesu, Dank dafür! nes Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tief ste Seelen Noth, in das ausserste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben. Tausend, tausendmal sey dir liebster Jefu, Dank dafür! 2. Du, ach du haft aus gestanden, Laster Reden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, du gerechter Gottes Sohn, mich Elenden zu er6. Du hast dich in Noth ges stecket, haft gelitten mit Ges duld, gar den herben Tod ges schmecket, um zu bussen meine Schuld. Das ich würde loß gezählet, hast du wollen seyn gequälet. Tausend, tausende mal d) Von Jesu Leiden und Sterben. mal fey dir, liebster Jesu, Dank dafür. 7. Deine Demuth hat gebuffet meinen Stolz und Uebermuth; dein Tod mei nen Tod verfüsset, es kommt alles mir zu gut. Dein Ver sporten, dein Verspeyen, muß zu Ehren mir gedeyen. Tau send, tausendmal sey dir, lieb. fier Jesu, Dank dafür! 8. Nun ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesamte Noth, für die Wunden, für die Schmerzen, für den her. ben bittern Tod, für dein Zittern, für dein Zagen, für dein tausendfaches Plagen, für dein Ach und tiefe Pein, will ich ewig dankbar seyn. Mel. Treuer Gott, ich muß. en mir tausendmal gegrüffet, der mich je und je geliebt, Jefu der du selbst gebüffet, das, womit ich dich betrübt! Ad wie ist mir doch so wohl, wenn ich Enien und liegen soll an dem Creuße, da du stirbest, und um mei ne Seele wirbest. 71.S 2. 3ch umfange, Herz und küsse, deiner Wunden heilge Zahl, rühre glaubig an und gruße deine Fuß und Ná gel. mahl. Ower kan doch, schönster Fürft, den so sehr nach uns gebürst, deinen 1 59 Durft und Liebs- Verlangen völlig faffen und umfangen? 3. Heile mich, o Heil der Seelen, der ich krank und traurig bin; nimm die Schmerzen, die mich quälen, und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fallgebracht, und ich selbsten mir gemacht. Wird o Arzt, dein Blut mich neßen, wird sich all mein Jammer seßen. 4. Schreibe deine blut ge Wunden mir, Herr, in das Herz hinein, daß sie mögen alle Stunden bey mir unver geffen seyn. Du bist doch mein liebstes Gut, da mein ganzes Herze ruht; laß mich hier zu deinen Füssen deiner Lieb und Gunst geniessen. 5. Dich, o Heiland, will ich halten auf das Best ich im mer kan, schaue meiner Hans de Falten, und mich selbsten freundlich an von dem hohen Creußes Baum, und gieb meiner Bitte Raum; sprich: Laß all' dein Trauren schwin den, ich, ich tilge deine Sünden. Mel. Jefu, meine Freude. 72.nig aller Ehren, du mußt leider hören Schelt- Wort, Spott und Hohn. Niemand hätts erduldet, was du unverschule det leidest, Gottes Sohn; Deine 60 Von der Erlösung durch Jefum Chriftum. deine Schmach und Unge-| nem Herzen mit der Sünde mach), so am Creuße du getra- nicht zu scherzen. gen, ist nicht auszusagen. 2. König aller Ehren, Wunder ists zu hören, daß du nimmst auf dich aller Men schen Schande, ja des Todes Bande leideft williglich. Geduld, so selbst die Schuld trägt, dadurch uns von dem Bösen hülfreich zu erlösen. 2. Will fich in der Wol luft weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an dein Leiden, bald er neuet fich mein Muth. Kommt der Satan unt fest mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und GnadenZeichen: bald muß er von hinnen weichen. 3. Ach, du Herr der Eh ren, wenn ich auch muß bören andrerSport und Hohn; hilf, daß ichs ertrage, und geduldig fage: Jesus, Gottes Sohn, hat viel Sport, von böser Rott, mit Geduld und ohne Zagen, selbst für mich getragen. 4. Drum, o Herr der Eh. ren, laß mich frölich hören bein Genaden Wort, das mit Ehe und Preise mich zuun Paradeise ruft, o treuer Hort! Hilf, daß mir die rechte Zier sey in meinem Elend Stande, deine Schmach und Schande. Mel. Treuer Gott, ich muß. esu, deine tiefe 73.3 Wunden, deine Quaal und bittrer Tov, ge ben mir zu allen Stunden Trost in keibs- und Seelen Noth. Fällt mir etwas Ar ges ein, denk ich bald an dei. ne Pein, die erlaubet mei 3. Will die Welt mein Herz verführen, auf die breite Wollust- Bahn, da nichts ist als Jubiliren, alsdann schau ich emfig an deiner Marter Centner- Laft, die du ausges standen halt; so kan ich in Andacht bleiben, alle böje Lust vertreiben. 4. Ja, für alles, das mich krånket, geben deine Wunden Kraft: wenn mein Herz hinein sich senket, krieg ich neuen Lebens- Saft. Deines Troftes Süssigkeit wend in mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Auf dich feß ich mein Vertrauen, du bist meine Zus versicht; dein Tod hat des Todes Grauen weggetilgt; er schreckt mich nicht. Daß ich an dir habe Theil, bringet mir Troft, Schuß und Heil; deine Gnade wird mir geben Auf d) Von Jefu Leiden und Sterben. 6£ Auferstehung, Licht und ke- 1 dich betrübe, dein im Blute wallend Herz seget mich in tausend Schmerz. ben. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gü tigkeit! so empfind ich keine Schmerzen auch im lesten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich, kein Feind kann verleßen mich. 2Ber fich legt in deine Wunden, der hat glücklich überwunden. s ISNISTAN NI Mel.Jesus meine Zuversicht. eele geh auf Golgatha, sehe dich zu Jefus Creuße, und bedenke, was dich da für ein Trieb zur Buße reiße; willst du unempfindlich seyn, o so bist du mehr als Stein! 74.S 2. Schaue doch das Jam mer Bild zwischen Erd und Himmel hangen, wie das Blut in Stromen quillt, daß ihm alle Kraft entgangen. Ach in welcher grossen Noch findet Jefus seinen Tod! 3. tamm Gottes ohne Schuld, alles das hatt' ich verschuldet, und du hast aus groffer Huld Pein und Tod für mich erduldet; daß ich nicht verlohren bin, giebst du dich ans Creuße hin. 4. Unbeflecktes Gottes Lamm, ich verehre deine Liebe. Schaue von des Creußes Stamm, wie ich mich um 5. Ich kan nimmer, nimmermehr diese Plagen die vergelten, du verbindest mich zu sehr, schenkt ich die gleid) tausend Welten, ach, das wäre nicht genung nur für deinen Gallen- Trunk. 6. Nun ich weiß noch was für dich, ich will dir mein Herze geben, dieses soll be ständiglich deinem Creuß zu Ehren leben, wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend seyn. 7. Laß dein Herz mir offen stehn, wenn ich Herz und Much verliere, dahinein will ich stets gehn, wenn ich Creuz und Noth verspühre, wie ein Hirsch nach Wasser dürft, bis du mich erquicken wirst. 8. Creutzige mein Fleisch und Blut; lehre mich die Welt verschmähen; loß michy dich, du höchstes Gut, immer vor den Augen sehen; führ in allem Creuße inic) wunderbar und seliglifs.com 9. Endlich laß mich ineine Sloth auch geduldig über winden; nirgends sonst wird mich der Tod, als in deinen Bunden finden; wer sich hier fein Bette machte, spride zulegt: Es ist vollbracht. D SING BNG liet Von der Erlösung durch Jesum Christum. Tel. Valet will ich dir geben. Haupt voll Blut 75.0 und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn, o Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornen Kron! O Haupt, einst schon gezieret, mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber hoch schimpfiret: Gegrüffet feyst 2. Du edles Angesichte, das für sonst schrickt und scheut das grosfe Welt- Gewichte, wie bist du so bespeit? wie bist du fo erbleichet? wer hat dein Augen- ticht, dem fonst kein Licht mehr gleichet, fo schåndlich zugericht? 4. Nun, was du, Herr, erbuldet, ist alles meine Laft, ich hab' es selbst verschuldet, was du getragen hast, schau her, hie steh ich Urmer, der Born verdienet hat, gieb mir, o mein Erbarmer, den AnBlick deiner Gnad. dein Wort hat mich gelabet mi: Milch und süsser Kost, dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmels Luft. 7. Es bient zu meinen Freu den, und kommt mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach mocht' ich, o mein Leben, an deinem Creuße hier mein Leben von mir geben, wie wohl gefcháhe mir! 3. Die Farbe deiner Wan gen, der rothen kippen Pracht it hin und ganz vergangen.8, 3d danke dir von Her Des blassen Todes Macht zen, o Jesu, liebster Freund, hat alles hingenommen, hat für deine Todes. Schmer alles hingeraft, und daher zen, da du's so gut gemeynt. bist du kommen von deines Achy gieb, daß ich mich halte Lebens Kraft. zu dir und deiner Freu, und wenn ich nun erkalte, in die mein Ende sey. 5. Erkenne mich, mein Hu ter, mein Hirte, nimm mich an, von dir, Quell aller Gü ter, ist mir viel Guts gethan, 6. Ich will hier ben dir stehen, verachte mich doch nicht, von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht; wann dein Haupt wird er blaffen im letzten Tobes Stoß, alsdann will ich dich faffen in meinen Arm und Schoos. 9. Wann ich einmal foll scheiden, so scheide nicht von mir, wann ich den Tod soll leiden, so tritt du dann her für, wann mir am allerbangsten wird um das Herze seyn, so reiß mich aus den leng sten, kraft deiner Angst und Pein. IO, d) Don Jefu Leiden und Sterben. 10. Erscheine mir zum an Händen und an Fuffen, Schilde, zum Troft in meinen gebunden in der Höll; die Tod, laß mich dich fehn im Geiffeln und die Banden, Bilde in deiner Creußes und was du ausgestanden, Noth, da will ich nach dir bli- das hat verdienet meine Seel. cen, da will ich glaubensvoll 6. Du nimmst auf deinen bichfest an mein Herzdrücken: Rücken die kasten, so mich Wer so stirbst, der ftirbt mohl. drücken viel schwerer als ein m. un ruben alle Wälder. Stein; du bist ein Fluch, dagegen verehrst du mir den Segen, dein Schmerzen muß mein Labsal seyn. 76.0 Welt, sich hier dein Leben am Stamm des Creußes schwe, ben, dein Heil sinkt in den Tod, der große Fürst der Eh ren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und grossem Spott. 7. Du setest dich zum Bür gen, ja läsfest dich erwürgen, für mich und meine Schuld: Mir lassest du dich krónen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 8. Du springst ins Todes Rachen, mich feey und los zu machen von solchem Ungeheu'r: Mein Sterben nimmst du abe, vergråbst es in dem Grabe, o unerhörtes liebes- Feu'r! 2. Tritt her, und schau mit Fleiße, fein Leib ist ganz mit Schweiffe des Blutes überfüllt. Aus feinem edlen Herzen, für unerschöpften Schmerzen, ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder, von Misfethaten weist du nicht. 4. 3ch, ich und meine Sün. den, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und das betrübte Marter Heer. 9. Ich bin, mein Heil, ver bunden, all' Augenblick und Stunden, dir überhoch) und sehr. Was leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 10. Nun ich kan nicht viel geben in diesem armen Leben, Eins aber will ich thun: Es soll dein Tod und kleiden, bis Leib und Seele scheiden, mic stets in meinem Herzen ruhn. 5. Ich bins, ich solte busfen, 11, 63 64 Von der Erlösung durch Jesum Christum. 11. Ich wills vor Augen Ende in deinen Schoß und feßen, mich stets daran ergó- Hände begleiten zu der emBen, ich sey auch, wo ich sep: gen Ruh. Es soll mir seyn ein Spiegel der Unschuld, und ein Sie M. Da Jesus an desCreug. gel ber lieb und unverfälsch77.Wer Gottes Marter Treu. 12. Wie heftig unfre Sun den den frommen Gott entzünden, wie Rach und Eifer gehn: wie grausam seine Ruthen, wie zornig seine Sluthen, will ich aus dieſem 78.D Creußes Stamm In eigener Mielodie. a an des Leiden fehn. 13. Ich will daraus stubiren, wie ich mein Herz soll zie ren mit stillem fanften Muth, und wie ich die soll lieben, die mich so oft betrüben, mit Werken, so die Bosheit thut. und oft gedenkt der sieben Wort, deß will Gott eben pflegen, wohl hier auf Erd'n mit seiner Gnad, und dort im ew'gen Leben. 14. Wenn böse Zungen stechen, mir Glimpf und Na men brechen, so will ich zäh men mich. Das Unrecht will ich dulden, dem Nächsten feine Schulden verzeihen gern und williglich. 15. Ich will ans Creuß mich schlagen mit dir, und dem absagen, was meinem Fleisch gelüft't; was deine Augen hoffen, das will ich fliehn und lassen, so viel mir immer möglich ist. 16. DeinSeufzen und bein Stöhnen, und die viel taufend Thránen, die dir geflof sen zu, die sollen mich am der ganzen Welt Sund' auf sich nahm, sprach er in ſeinen Schmerzen noch sieben Wort, die lasset uns erwägen wohl im Herzen. 2.3um ersten: ,, Vater, ffrafe nicht an ihnen, was mic jest geschicht, weil sie es nicht verstehen. Vergieb uns Gott, wenn wir auch noch in Irrthum Sund' begehen. 3. Zum andern, er des Schachers dacht: ,, Fürwahe du wirst noch vor der Nacht in meinem Reich heut leben." Herz, nimm uns auch bald zu dir, die wir im Elend schweben.. 4.3um dritten: Deinen Sehn sich, Weib: Johannes, ihr zu Dienste bleib', und fie als Mutter liebe" Ver sorg, Herr, die wir laffen hier, daß niemand sie betrübe. 5. Zum d) Don Jefu Leiden und Sterben. 65 5. Zum vierten, rufte er: M. Vun laßt uns den Leib. un mein Mich dürft!" Jeſu, 79. Jus gute Nacht, großer Lebens- Fürst, du hast Durst und Verlangen nach nun ist sein ke den ganz vollunfrer Seligkeit, drum hilf, bracht, nun hat er seiner daß wir sie auch empfangen. Seelen Pfand geliefert in 6. Zum fünften: ,, Omein des Vaters Hand. Gott! mein Gott! wieläsfest 2. Kommt, ihr Geschöpfe, du mich so in Noth?" Hier komme herben, und machet wirst du, Herr, verlassen, bald ein Klag- Geschren, da daß uns Gott wieder dort Gottes Sohn, da Jesus aufnehm: Den Trost laß Christ, am Kreuge jest veruns wohl fassen. schiçten ist. 7. Zum sechsten: ,, Hiermit ists vollbracht, und alles mit uns gut gemacht. daß wir auch durchdringen, Berge springen Himmelund was du, Herr, uns auf erlegst, hilf seliglich voll bringen. an, daß man den Abgrund schauen fan. 3. Die Wolken schreyen Behund Ach! die Felfen geben grofen Krach, den Todten öfnet sich die Thür, und sie gehnaus dem Grab herfür. s. So muß der Herr der Herrlichkeit beläutet werden diese Zeit, als man demselben in der Still hinab zur Ruh statt bringen will, 6. Die Weiber stehen zwar von fern, und wollen sehn den Ausgang gern: Doch wissen sie nicht, wie man wohl den Leib zu Grabe tragen soll. 7. Zuletzt begiebt sich in Gefahr der Joseph, der ein Raths- Herr war, der Chris stum liebt, und wollte nicht, daß 3. Des Tempels Vorhang trennet sich, das Erdreich Gicb, bebet furchtsamlich, die 8. Zum letzten: Ich nun meine Seel', o Gott, mein Vater, dir befehl' zu deinen treuen Händen." Dis Wort sen unser letzter Wunsch, wenn wir das Leben, enden. 9. Wer oft an diese Wort gedenkt, wenn seine Misse that ihn frånft, der wird es wohl geniessen: denn er durch Gottes Gnad erlangt ein ruhiges Gewissen. 10. Verleih uns dis, Herr Jefu Chrift, der du für uns geftorben bist! Gieb, daß wir deine Wunden, dein Leiden, Marter, Creut und Tod betrachten alle Stunden. 66 Von der Erlösung durch Jesum Chriftum. daß man ihn bráchte vors hinführo nicht betrüben Gericht. tan, die selbit begrub der Schmerzens- Mann. 8. Getroft ist ihm sein Herz und Sinn, drum geht er zu 15. Nun er that deine Pilato hin, begehrt den Bosheit ab, und nahm sie Zeichnam Jefu Christ, der gänzlich mit ins Grab. Und ihm auch nicht verwegert ist. als er ward vom Tod ent9. Bald kömmt dann Ni- freyt, da bracht er mit Ge glas codemus auch, zu falben rechtigkeit. ihn nach alten Brauch: Er 16. Sterb' ich nun gleich, bringt der besten Speceren, was ists denn mehr? Steh samt saubern Tüchern auch herben. sich doch auf mit Pracht und Ehr; im Grabe bleibt der Sünden Schlamm, den ich aus dieser Welt mitnahm. 10. Da Jefus nun ist bal. famirt, und fein auf TodtenArt geziert, da senket man ihn fanft hinab, und legt ihn in des Josephs Grab. 11. Nun, Gottes Sohn, der uns erweckt, wird selbst mit einem Stein bedeckt. Mensch, merk auf zu jeder Frist, daß dir dein Grab bereitet ist! 17. Mein Heiland hat in jener Nacht den Sabbath mir zuwege bracht; der hilft mir bald zur füffen Ruh, indem ich thu mein Augen zu. 18. Hier leb ich aller Unruh voll, und wenn mans dennoch loben soll, so heift es gleichwohl, daß hierbey nur Müh und Angst gewesen sey. 19. So bald ich aber aus der Luft gebracht bin in die dunkle Gruft, so wohn ich ficher, still, behend, und all mein Unglück hat ein End. 20. Heist das nicht wohl ein groffer Ruhm? Mein Grab wird mir zum Heiligthum: denn Christus, der im Grab erwacht, hat heilig 14. Doch freue dich, o auch mein Grab gemacht. frommes Herz, daß dich der 21. Bald kömmt die liebe Sünden bittrer Schmerz, Zeit herben, wenn uns der 13. Es wird vielleicht nicht balfamirt dein Leichnam, noch so schön geziert: Es ist gnug, wenn man ihn hinträgt, und chrlich in die Grube legt. Engel 12. Was troßet doch der arme Staub? Der Würger macht ihn bald zum Raub: Ach! prange nicht, du eitler Koth, denn heut ein König, morgen todt. d) Don Jefu Leiden und Sterben. 67 Engel Feld- Geschren macht Leib nur firbt, doch wird munter, daß wir Jesum er auferstehen, und in ganz fehn, und zu des Himmels verklärter Zier aus dem Freud' eingehn. Grabe gehen. 7. Indeß will ich, mein Jefu, dich in meine ecle fenfen, und an deinen bittern, Tod bis in Tod gedenken. In eigener Melodie. Mel. O Traurigkeit, oherz. Jesu du, mein 80.0 Hilf und Ruh, ich bitte dich mit Thränen, hilf, daß ich mich bis ins Grab nach dir möge sehnen! 82, Pyrie Eleison, Chri Mel. O Taurigkeit, oserie Eleison, nun ist die Welt ste 81. o du, 0 meine Ruh, in deiner Grabes- Höhle, und alle zu Gott dem Herren froh, daß er uns erlöf hat von der Hölle, mit seinem erweckest durch den Tod mei- heiligen Blute. Er litt fo ne toote Seele. unfre 2. Man senkt dich ein, groffe Marter für nach vieler Pein, du meines Schulden, Kyrie Eleison. Lebens Leben, dich hat jest el. Herr Jesu Christ, 2c. ein Felsen- Grab, Fels des Heils, umgeben. 83.Wir ir danken dir, Herr Jefu Chrift, daß du für uns gestorben bist, und hast uns durch für deine Liebe, die dich in dein theures Blut gemacht das falte Grab durch ihr Feuer triebe. 3. Ach! du bist kalt! mein Herz es wallt voll Dank vor Gott gerecht und gut. 2. Und bitren dich, wah4. O lebens- Fürst, ich rer Mensch und Gott, durch weiß du wirst mich wieder deine heilge Wunden roth, auferwecken, sollte dann erlöf uns von dem ew'gen mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? Tod, und tröst uns in der legten Noth. 5. Sie wird mir senn ein 3. Behüt uns auch für Kämmerlein, da ich auf Sünd und Schand', reich Rofen liege, weil ich nun uns dein' allmächtige Hand, durch deinen Tod, Tod und daß wir im Creuß geduldig Grab besiege. feyn, uns tróften deiner schweren Pein. 6. Gar nichts verdirbt, der 4. Und 68 Von der Erlösung durch Jesum Christum. 4. Und draus schöpfen die hat verkündigt das, wie ein Zuversicht, du werdest uns Tod den andern fraß; ein verlassen nicht, sondern ganz Sport aus dem Tod ist treulich ben uns stehn, bis wir worden, Halleluja. durchs Creuß ins Leben gehn. 5. Hier ist das rechte OfterLamm, davon Gott hat geboten: Das ist an des CreußesStamm in heiffer Lieb gebra, 84. Chrift lag in Codes ten; deß Blut zeichnet unfre das der Glaub dem Tode für, der Würger kan uns nicht rühren, Hallel. sere Sünd gegeben: Der ist wieder erstanden, und hat uns bracht das Leben; deß wir follen frölich seyn, Gott loben und ihm dankbar seyn und singen Halleluja, Hallel. 6. So fenren wir das hohe Feft mit Herzens- Freud und Wonne: Das uns der Herr erscheinen läßt, er ist selber 2. Den Tod niemand zwin- die Sonne, der durch seiner gen funt, ben allen Men GnaderGlanz erleuchtet uns schen Kindern: das macht re Herzen ganz, der Sünden alles unfre Sünd, kein Un- Nacht ist vergangen, Hallel. 7. Wir effen nun und leben wohl im rechten Oster- Fla den, der alte Sauerteig nicht foll fenn ben dem Wort der Gnaden, Chriftus will die Kofte seyn, und speisen die Seel allein, der Glaub will keins andern leben, Halleluja. D. M. Luther, e) Von Jesu Auferstehung. In bekannter Melodie. schuld war zu finden; davon kam der Tod so bald, und nahm über uns Gewalt, hielt uns in sein'm Reich gefangen, Halleluja. 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unser statt ist kommen'und hat die Sünde abgethan, damit dem Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt, da bleibet nichts In bekannter Melodie. denn Tods- Gestalt, denSta- 85.Chrift ist erstanden, von chel hat er verlohren, Hallel. alle, des folln wir alle froh 4. Es war ein wunderlicher Krieg, da Tod und Leben rungen: Das Leben das behielt 2. War er nicht erstanden, den Sieg, es hat den Tod so war die Welt vergangen, verschlungen, die Schrift feit daß er auferstanden ist, seyn, Christ will unser Trost seyn, Kyrieleison. lob'n e) Von Jesu Auferstehung. 69 lob'n wir den Herren Je- unterthan. Der Höllen, Abfum Chrift, Kyrieleison. 3. Halleluja, Halleluja, Halleluja, des folln wir alle froh seyn, Christ will unfer Trost seyn, Kyrieleison. grund selbsten bebt, denn überall schallt: Jesus lebt! 3. Mein Jesus lebt, das. Grab ist offen, so geh ich freudig in die Gruft: Hier D. Mart. Luther. Fann ich auch im Tode hofIn bekannter Melodie.fen, daß mich sein Wort ins refus Christus, un- Leben ruft. Wie füffe schallt fer Heiland, der die Stimme hier: Ich leb, den Tod überwand, ist auf und ihr lebt auch in mir. erstanden, die Sünd hat er gefangen, Kyrie Eleison. 86.Jefus 2. Der ohn Sünde war ge bohr'n, trug für uns Gottes Zorn, hat uns versöhnet, daß uns Gott sein' Huld gönnet, Kyrie Eleison. 3. Tod, Sünd, Teufel, de ben und Genad, alles in Hån: 4. Mein Jesus bleibt also mein Leben, er lebt in meinem Herzen hier; und soll ich hin das Leben geben, mein Tod kommt mir nicht schrecklich für, weil er mich in den Himmel hebt, so wahr als Jesus ist und lebt. Mel. Seut triumphiret Got. den er hat, er kan erretten 88 Lebt Christus, was die zu ihm treten, bin Ich weiß, daß er mich herzlich liebt, Halleluja. Wenn mir gleich alle Welt stirbt ab, gnug, daß ich Christum ben mir hab. Halleluja. 87.Mein Eleison. D. M, Luther. M. Wer nr den lieben Gort. ein Jefus lebt, was soll ich sterben? Hier steht mein Haupt und triumphirt. So muß ich ja das Leben erben, weil Noth und Tod die Macht verliehrt. Weg Traurigkeit, Vergnúgen her! Mein Jesus lebt, das Grab ist leer. 2. Mein Jesus lebt und schützet mich), darum mein Herz freu allzeit dich, Hallel. Ob sich erhebt der Vösen Rott, fen gutes Muths, fie ist dir Spott. Halleluja. 2. Mein Jesus fiegt, ihm liegt zu Füssen, was mir das Leben rauben kan: Der Sünden Handschrift ist zer: rissen ihm ist der Satan 3. Lebt doch mein Jesus in der Höh, trotz dem, der mir entgegen steh, Halleluja, Halleluja. Er kan den Feind begegnen so, daß er der List € 3 wird. 70 Von der Erlösung durch Jefum Christum. wire nimmer froh, Hallelu- und zweifelt nicht, der kömja Halleluja. mer ja nicht ins Gericht, alleluja. 4. Ich seh auch nicht, war um ich follt betrüben mich, wenn ich gleich wolt. Hallel. Hallel. Wenn Jesus lebt, an den ich glaub', wer ist, der mir das Leben raub? Halleluja. 5. Er macht ja durch sein Auferstehn, daß ich zum Him mel kan eingehn, Halleluja. Kein Súnd, kein Tod im Weg' mehr seyn, die Straffe hält er fren und rein, Hallel. 6. Mein Glaub' an Jefum tilgt die Sünd', Gott liebet mich recht als fein Kind, Halleluja. Ist Gott verföhnt und nun mein Freund, laß roben Welt und alle Feind, Halleluja. 7. Tod, vor dir fürcht ich mich nicht, dein Macht die Bösen nur anficht, Hallel. Mein Leben, Jesus, dich be zwingt, und mich durch dich zum Himmel bringt, Hallel. 8. Wenn ich Troft, Hülf und Gnad begehr, mein Jefu mir caffelb gewähr, Hallel. Ich glaub an dich stårk meinen Geist, daß du vom Tod erstanden seyft, Halleluja. 9. So werd ich nimmer feyn verlohrn, so wahr als du ein Mensch gebohrn, HalIcluja. Wer an dich glaube 10. Ich glaub an dich, mein Jesu Christ, daß du für mich gestorben bist, Halleluja, und auferstanden mir zu gut, daß du mich haltest fiets in Hut, Halleluja. 11. Wie könnt ich denn verlohren seyn? Es ist unmöglich, nein, ach nein! Halleluja:,: Gott Lob! der starke Jesus lebt, mit ihm lebt, wer im Glauben schwebt, Halleluja. 12. Ich leb' und werd' in Ewigkeit mit Jefu leben, o der Freud! Halleluja:,: Das habe Dank, du lebens- Hort, hab Dank, o Jesu, hier und dort, Halleluja. 89.yout Miel. Lebt Chriftus, was. eut triumphiret Gottes Soin, der vom Tod ist erstanden schon, Halleluja, mit groffer Pracht und Herrlichkeit, deß danken wir ihm in Ewigkeit, Halleluja. 2. Dem Teufel hat er sein Gewalt zerstöhrt, verheert in all'r Gestalt, Halleluja. Wie pflegt zu thun ein starker Held, der seinen Feind gewaltig fällt, Halleluja. 3. O füffer Herre Jesu Chrift, der du der Sünder Hei e) Don Jefu Auferstehung.# 71 Heiland bist, Halleluja. strägt, wenn von uns unser Führ uns durch deine Barm Geist gen Himmel ist gereift. herzigkeit mit Freuden in deine Herrlichkeit, Halleluja. 4. Hier ist doch nichts denn Angst und Noth; wer glau ber und hält dein Gebot, Halleluja. Der Welt ist er ein Hohn und Spott, muß leiden oft einen schnöden Tod, Halleluja. 2 Er war ins Grab gesenket: Der Feind trieb groß Geschren: Eh ers vermeynt und denket, ift Chriftus/ wieder fren, und ruft: Victoria! Schwingt frölich hic und da sein Fähnlein, als ein Held, der Feld und Much behält. 15. Nun kan uns kein Feind schaden mehr, ob er gleich wüter noch so sehr, Halleluja. Er liegt im Staub, der arge Feind, dagegen wir Gottes Kinder feynd, Halleluja. 3. Der Held steht auf dem Grabe, und sieht sich munter um: der Feind liegt und legt abe Gift, Gall und Unge stüm. Er wirft zuChrifti Fuß fein Höllen- Reich und muß selbst in des Siegers Band ergeben Fuß und Hand. 4. Das ist mir anzuschauen, ein rechtes Freuden- Spiel: Nun foll mir nicht mehr grauen für allem, was mir will entnehmen meinen Muth, zusamt dem edlen Gut, so mir durch Jeſum Christ aus ticb erworben ist. 5. Die Hyöll und ihre Rotten, die krummen mir kein Haar: Der Sünden kan ich spotten, bleib allzeit ohn Gefahr: Der Tod mit seiner Macht wird nicht bey mir geacht, er bleibt ein todtes Bild, und war er noch so wild. 6. Dafür danken wir alle gleich, und sehnen uns ins Himmelreich, Halleluja. Es ist am End, Gott helf uns all, fo fingen wir mit grof sem Schall, Halleluja. 7. Gott Vater in dem höchfien Thron, samt Chrifto fei nem lieben Sohn, HalleInja, dem heilgen Geist in gleicher Weis, sen ewiglich Lob, Ehr und Preis, Halle luja. In eigener Melodie. 90.uf, auf, mein Herz mit Freuden, nimm wahr, was heut ge schicht, wie kommt nach grof fem keiden, nun ein so groffes Licht? Mein Heiland ward gelegt, da, wo man uns hin6. Die Welt ist mir ein ka chen, mit ihrem groffen Zorn, sie zurnt und kan nichts ma€ 4 chen, 72 Von der Erlösung durch Jesum Christum. chen, all Arbeit ist verlohrn;| Creuß vergoffen uns zu gut, die Trübsal trübt mir nicht vom Tod ist auferstanden. mein Herz und Angesicht. Das Ungluck ist mein Glück, die Nacht mein SonnenBlick. 2. Wie schon hast du durch deine Macht, du wilder jeind des Lebens, den lebens- Fürsten umgebracht? Dein Stachel ist vergebens durch ihn geschoffen, schndder Feind, du hättest warlich wohl gemennt, er würd' im Staube bleiben. 3. Nein, nein, er trägt sein Haupt empor, ist mächtig durchgedrungen, durch deine Bande, durch dein Thor, ia hat in Sieg verschlungen dich selbst, daß, wer an ihn nur gläubt, mit frohem Muth dich von sich treibt, und spricht: Wo ist dein Stachel? 7. Ich hang' und bleib' auch hangen an Chrifto, als ein Glied: Wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt es mich auch mit, er reiffet durch den Tod, durch Welt, durch Sünd und Noth, er reiffer durch die Höll, ich bin stets sein Gesell. 8. Er dringt zum Saal der Ehren, ich folg ihm immer nach, und darf mich gar nicht kehren an einzig Ungemach, es tobe was da kan, mein Haupt nimmt sich mein an, mein Heiland ist mein Schild, der alles Toben stillt 9. Er beingt uns an die Pfor te, die in den Himmel führt, daran mit güldnem Worte der Spruch gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt wird hier auch mit gefront: Wer dort mi fterben geht, 5. Der Tod hat keine Kräf Wird hier auch mit erhöht. te mehr, wir dürfen ihn nicht Miel. Viun freut euch lieben. fcheuen. Ich bin sein en frölich alles Siegs Fürst, spricht der weit und breit, Hert, des folt ihr euch erwas vormals war verloh freuen, darzu so bin ich euer ren, weil heut der Herr der Haupt, drum werdet ihr, Herrlichkeit, den Gott selbst wann ihr mir glaubt, als anserfahren, zum Sünden- Glieder, mit mir leben." Büffer, der sein Blut, am I 4. Denn deine Macht die ist dahin, und kan nicht Schaden bringen, all denen, die sich mit dem Sinn zu diesem Fürsten schwingen, der frólich spricht: Ich leb', und ihr folt mit mir leben für und für, weil ich es euch erworben. $ 91.Se 6. ,, Der c) Von Jefu Auferstehung. 6 73 gelegte gefunden: daß mich auch kein Todes- Bann ewig von ihm trennen kan. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zur Afche werden, dieses weiß ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn seyn werd allezeit. 5. Dann wird eben diese Haut mich umgeben, wie ich glaube, Gott wird werden angeschaut dann von mir in diesem Leibe; und in meinem Fleisch werd ich Jefum sehen ewiglich. 92.Jefus 6. Diejer meiner Augen In bekannter Melodie. licht wird ihn, meinen Hei efus meine Zuver land, kennen, ja ich selbst, ficht, und mein kein Fremder nicht, werd in Heiland ist, im Leben: Die seiner Siebe brennen, nur die ses weiß ich, folt ich nicht Schwachheit um und an, darum mich zufrieden ge- wird von mir seyn abgeben? Was die lange To- than. des- Nacht mir auch für Gedanken macht. 6.Der Höllen Sieg der ist auch mein, ich habe sie zer stöhret es darf nicht fürchten ihre Pein, wer mich, und mein Wort höret, und weil des Teufels Macht und ist gedämpft, sein Kopf zertreten ist, mag er auch ihm nicht schaden." 7. Nun, Gott sen Dank, der uns den Sieg durch Je fum hat gegeben, und uns den Frieden für den Krieg, und für den Tod das Leben erworben, der die Sünd und Tod, Welt, Teufel, Höll, und was in Noth uns stür zet, überwunden. 7. Was hier seufzet, frånft und fleht, wird dort frisch 2. Jesus, Er mein Heiland und herrlich gehen, irrdisch lebt, ich werd auch das Leben werd ich ausgesät, himmlisch schauen, seyn wo mein Erld- werd ich auferstehen, hier fer schwebt, warum solte mir geh ich natürlich ein, dorten denn grauen? Läffer auch ein werd ich geistlich seyn. Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden, meine starke Glaubens- Hand wird in ihn 8. Send getroft und hocherfreut, Jefus trágt euch, meis ne Glieder, gebt nicht Raum der Traurigkeit, sterbt ihr, Chriftus ruft euch wieder; wenn die legte Stimm' erEs flingt, Von der Erló ung durch Jesum Christum. 74 Flingt, die auch durch die Gráber bringt. 9 acht der finstern Erden Gruft, lacht des Todes und der Höllen, denn ihr sollt euch Durch die Enft eurem Hei land zugesellen; dann wird Schwachheit und Berdruß liegen unter eurem Fuß. 10. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden, und euch immer dem ergebt, dem ihr beygefügt follt werden; schickt schickt Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu fenn. Mel. O Jefu, meine Luft. beyden Armen faffen. Uch ja! ich höre schon, was mir dein Mund verspricht: ich weiche nicht von dir. So fürchte dich nur nicht. 4. Drum fürcht ich mich auch nicht. Wird meine Seele scheiden, so führeft du sie ein ins Paradies der Freu den. So wird der schwere Weg des ganzen kebers gut, wenn man den legten Schritt mit dir zum Himmel thut. 5. Der leib nimmt seinen Weg ins Grab und in die Erde, voll Hoffnung, daß er nicht im Staube bleiben wer 93. Bleib, Jeſu, bleib de. Ich nehme Hoffnung mit in meinen Sarg hinein, daß mir ein Leben muß auch nach dem Tode seyn. ben mir, es will nun Abend werden! der Tag hat sich geneigt mit meiner Zeit auf Erden; mein Abfchied stellt sich ein; die Stunde naht sich nun, da ich soll auf der Welt die lehte Reise thun. 6. Weil du, Herre Jesu bist von Todten auferstanden, so ift für mich der Trost, der feste Trost vorhanden, daß du auch diesen keib, o starker Lebens Fürst, zur ewgen Herrlichkeit, einst auferwe2. Die Zeit der Pilgrim schaft, die sich hier angefangen, ist über Berg und Thalcken wirst. voll Creuz und Noth gegandas das 7. So laß mich freudig gen: Du aber warft bey mir, gehn zu Bette nach dem auch wenn ichs nicht gemerkt, und haft das matte Herz durch deinen Trost gestärkt. 3. So wirst du mich zulegt, mein Jesu, nicht verlassen, mein Glaube soll dich fest mit Grabe, und schlafen bis ich da den Tod verschlafen habe: Es fage feiner nicht, daß ich gestorben sey; denn Schlaf und Sterben ist in Christo eincrley. H) Von f) Von Jesu Himmelfahrt, HVon Jefu Himmelfahrt. 75 4. Wir sollen himmlisch werden, der Herr macht dort uns Platz: Wir gehen von In bekannter Melodie. 94. Chrift fuhr gen Him- der Erden dorthin, wo unfer mel, was fandt er uns hernieder? Den Tröster den heiligen Geist, zu Troft der armen Christenheit, Kyrie Eleison. Schat: Ihr Herzen macht euch auf, wo Jefus hinge. gangen, dahin sen das Verlangen, dahin sen euer Lauf. 2. Halleluja, Halleluja, Halleluja, des folln wir alle froh seyn, Christ will unfer Trost seyn, Kyrie Eleison. Miel. Don Gott will ich nicht 5. Laßt uns zum Himmel dringen mit herzlicher Begier, laßt uns zugleich auch fingen: Dich, Jesu, fuchen wir; dich, o duGottesSohn, dich, Weg, dich, wahres les 95. Got fähret auf gen ben, dem alle Macht gegeben, Himmel P hem Jubel Schall, mit 6. Ade mit deinen Schäprachtigem Getümmel und mit Posaunen- Hall. Lob. fingt, lobfinger Gott, lobfingt, lobfingt mit Freuden, dem Könige der Heyden, dem Herren Zebaoth. gen, du Truges- volle Welt, dein Staub kan nicht ergeen: Weißt du, was uns gefällt? Der Herr ist unser Preis, der Herr ist unfre Freude, der Trost in unferm 2. Der Herr wird aufge- keide, zu ihm gilt unsre Reis'. nommen, der ganze Himmel 7. Wenn soll es doch geschelacht, um ihn gehn alle From: men, die er hat frey gemacht. Es holen Jefum ein die lau tern Cherubinen, den hellen Seraphinen muß er willkommen seyn. hen? Wenn kommt die liebe Zeit, daß wir Gott werden sehen in seiner Herrlichkeit? Du Tag, wenn wirst du seyn, daß wir den Heiland grüffen? daß wir den Heiland küssen? Komm, stelle bald dich ein! Miel. Es ist das geil uns ze. 3. Wir wissen nun die Stie: ge, die unser Haupt erhöht, wir wissen zur Genüge, wie Hen zum Himmel geht. Der 96. Auf Chrifti Himmel Heiland geht voran, will uns nicht nach sich laffen, er zeiger uns die Straffen, er macht uns sichre Bahn. fahrt allein ich meine Nachfahrt gründe, und allen Zweifel, Angst und Pein hiermit stets überwinDe: 76 Von der Erlosung durch Jesum Christum. de: Denn weil das Haupt niedrigt seyn: Creus, Deim Himmel ist, wird seine muth und des Fleisches Tod Glieder Jesus Christ, jur sind vor der Auffarth dein rechten Zeit nachholen. Gebot, Halleluja. 2. Weil er gezogen Him mel- an, und groffe Gab empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kan, sonst nitgends Ruh erlangen: Denn wo mein Schatz gekommen hin, da ist auch stets mein Herz und Sinn; nach ihm mich ficts verlanget.. 3. Ach Herr, laß deine Gnade mich von deiner Auffahrt spühren, daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Nachfahrt zieren, und denn einmal, wenn dirs gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre doch mein Flehen. Mel. Erschienen ist der herrl. 7. Du giengest in die Herrerr Jefu Chrift, lichkeit, und hast die Wohzich uns dir nach, nung zubereit't, die ist der so, wie dein heilger Mund Frommen Aufenthalt, und versprach; du wurdest Him- Schuß vor Trübsal und Ge mel- an erhöht, wohin der walt, Halleluja. Wunsch der Deinen geht, Halleluja. 97. Herr 8. Die Stär' ist ihnen da bestimmt, wo Fried und Ruh fein Ende nimmt: Du bist ben ihnen dort und hier, ihr befter Umgang ist mit dir, Halleluja. 9. Hier suchest du sie freundlich heim, dadurch gewinnt ihr Glück den Keim: Dort grünet, blüht, und trägt es Frucht, 2. Wenn du uns ziehst, so laufen wir, und richten unfern Weg zu dir: Laß uns im Geist stets fahren auf, und fordre unfern Sieges- Lauf, Halleluja. 3. Doch kommer niemand oben ein, er muß hier vor er 4. Die Reise, die das Haupt gethan, ist gleichfalls seiner Glieder Bahn, wo dieser cines davon weicht, wird die Gemeinschaft nicht erreicht, Halleluja. 5. Wer standhaft ist, den làßt du nicht, du giebst ihm Lehr und Unterricht, kommst selbst, und bietest ihm die Hand, benimmst ihm seinen Waysen. Stand, Halleluja. 6. Dein Abschied, und was einst geschehn, zielt auf ein frölich Wiedersehn, und ward den Jüngern offenbar, als Zeit und Trost vorhanden war, Halleluja. f) Don Jesu Simmelfahrt. Frucht, die rechterGlaub und deinen Himmels- Güthern, Hoffnung fucht, Halleluja. laß unsern Siß und Wandel 10. Du bist in Wort und Thaten nah, verlang ich dich, so bist du da, dieweil dein Thron, und was du bist, zur Rechten deines Vaters ist, Halleluja. 11. Durch dich wird Gottes Werk mit Macht im Reich der Himmels Höh voll bracht, und du beherrscheft auch die Welt, daß alles dir zu Fusse fällt, Halleluja. 12. Ihr Menschen, gebt ihm dann Gehör, und achter diese Welt nicht mehr! Wer noch an diesem Untern klebt, gelangt nicht dahin, wo er lebt, Halleluja. 13. Hebt euer Aug und Herz empor, es schalle nur in eurem Ohr, und sen der Sinnen Ziel gesteckt, wo, wenn und was er euch entdeckt, Hallel. 14. Das bringet euch die Seligkeit, und mindert euer zeitlich keid: Wer zu ihm fährt, erkennt sein licht, und schauer Gottes Angesicht, Halleluja, 77 seyn, wo Fried und Wahrheit gehn herein, laß uns in deinem Wesen, das himmlisch ist, genesen. 2. Hilf, daß wir suchen unfern Schas nicht hier in diesem Leben, besonders dort, wo du den Plaz wirft Gottes Kindern geben. Ach! laß uns streben fest und wohl nach dem, das fünftig werden soll, so können wir ergründen, wo dein Gezelt zu finden. 3. Zieh uns nach dir, so laufen wir, gieb uns des Glaubens Flugel, hilf daß wir fliehen weit von hier auf jenen sichern Hügel. Mein Gott, wenn fahr ich doch dahin, wo ich ohn Ende frölich bin? Wenn werd ich vor dir stehen, dein Angeficht zu sehen? 4. Wenn soll ich hin ins Paradies zu dir, Herr Jesu, kommen? Wenn fost ich was dein Wort verhieß? Wenn werd ich aufgenomMel. Ermuntre dich mein 2c. men? Mein Heiland! komm, 98.Herr Jesu, zich uns fund nimm mich an, auf daß für und für, daß ich fröhlich jauchzen kan, und wir mit den Gemüthern nur klopfen in die Hände, Haloben wohnen sters bey dir' in leluja, ohn Ende. IV. Von 78 IV. Von der Gemeinschaft des heiligen Geistes. Domm, heiliger fer Trost, nun hilf uns fro99.R Geist, erfüll die lich und getrost in deinem Herzen deiner Gläubigen, Dienst beständig bleiben, die und entzünd in ihnen das Krübsal uns nicht abtreiben. Feuer deiner göttlichen Liebe: Herr durch dein Kraft Der du durch Mannigfal- uns bereit, und stårk des tigkeit der Zungen die Völ- Fleisches Blödigkeit, daß fer der ganzen Welt ver- wir hier ritterlich ringen, sammlet hast, in Einigkeit durch Tod und leben zu dir des Glaubens, Halleluja. D. Mart, Luther. In bekannter Melodie. dringen, Halleluja, Hallel. D. M. Luther. In bekannter Mielodie. 101. Romm, Gott Schöpfer, heiliger Geist, besuch das Herz der Menschen dein, mit Gnaden sie füll, wie du weist, daß dein Geschöpf vorhin fenn. 100.omm heiliger Gott, erfüll mi: Deiner Gnaden Guth deiner Gläubigen Herz, Muth und Sinn, dein brünstig Sicb entzünd in ihn'n. O Herr, durch deines Lichtes Glanz, zum Glauben du versammelt haft das Volk aus aller Welt Zungen, das sey dir Herr, zu kob gesungen, Halleluja. 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß leuchten uns des Lebens- Wort, und lehr uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen; Kraft und Gunst. o Herr, behüt für fremder Lehr, das wir nicht Meister fuchen mehr, denn Jefum Chrift, mit rechtem Glauben, und ihm aus ganzer Macht vertrauen, Halleluja. 3. Du heilige Brunst, füf2. Denn du bist der Trofter genannt, des Allerhöchsien Gabe theur, ein geistlich Salb' an uns gewandt, ein lebend Brunn, Lieb und Feur. 3. Zünd uns ein Licht an im Verstand, gieb uns ins Herz der Liebe Brunst, das schwach Fleisch in uns, dir bekannt, erhalt fest dein' 4. Du bist mit Gaben sice ben falt der Finger an Gottes rechter Hand, des Vaters Wort giebst du gar bald mit Zungen in alle land. 5. Des Feindes List treib von uns fern, den Fried schaff bey Von der Gemeinschaft des heiligen Geistes. 79 bey uns deine Gnad, daß gebracht, und in der Tauferwit deinem Leiden folgen stickt, als wie in einer Fluche, gern, und meiden der See mit Dessen Tod und Blute, len Schad. V der uns im Tod erquickt. 6. Lehr uns den Vater ken. nen wohl, darzu Jesum Chrift, feinen Sohn, daß wir des Glaubens werden voll, dich bender Geist zu verstehn. 4. Du bist das heilge Dele, dadurch gefalbet ist mein Leib und meine Seele, dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigenthum, zum Priester und Propheten, jum König, den in Nöthen Gott schüßt vom Heiligthum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beren soll, dein Birten wird erhöD. Mart, Luther, tet, dein Gingen flinget Mel. Don Gott will ich c. wohl, es steigt zum Himmel euch ein zu deian, es steigt, und läßt nicht 102,3cuc nen Thoren, sen abe, bis der geholfen habe, der allen helfen kan. meines Herzens Gast, der du, da ich gebohren, mich neu gebohren haft; o hoch geliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit ben den gleiches Thrones, mit beyden gleich gepreist! 6. Du bist ein Geist der Freuden, von Trauren weißt du nicht, erleuchtest uns im keiden mit deines Trostes licht. Ach ja! wie manchesmal hast du mit füffen Borten mir aufgethan die Pforten zum güldnen Himmels. Saal. 2. Zeuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von SündenHilf und Errettung schaft. Endfünd'ge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geifte dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 7. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut ge- Liebes- Flammen fich wieder macht, der Tod durchdrang thun zusammen die voller mein Leben, du haft ihn weg- Zwietracht seyn. Du bist ein Geift der liebe, cin Freund der Freundlich Feit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit: Der Feindschaft bist du feind, willst, daß durch 8, Du 7. Gott Vater sey Lob und dem Sohn, der von dem Tod ten auferstund, dem Tröster fen daffelb gethan, in Ewig keit alle Stund. 80 Don der Gemeinschaft des heiligen Geistes. 8. Du Herr haft selbst erbeut: Hilf kämpfen ritterin Händen die ganze weite lich, damit wir überwinden, Welt, kanst Menschen- Her und ja jum Dienst der Sünzen wenden, wie dir es wohl den kein Chrift ergebe sich. gefällt: So gib doch deine 13. Richt unser ganzes keGnad zu Fried- und Liebes- ben allzeit nach deinem Sinn Banden, verknüpf in allen und wann wirs sollen geben Landen, was sich getrennet hat. 9. Erhebe dich, und steure dem Herzleid auf der Erd, bring wieder und erneure die Wohlfahrt deiner Heerd. Laß blühen, wie zuvor, in Todes Hand dahin, wenns mit uns hie wird aus, so hilf uns frölich sterben, und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. Mel. Viun laßt uns Gott zc. die 103. Sen tausendmaht Länder, so verheeret, die Kir chen so zerstöhret durch Krieg und Feuers Zorn. willkommen! du Herzens Gaft der Frommen, du werthes licht, mein kehrer, mein Trost und Freuden- Mehrer. 10. Beschirm die Poli cenen, bau unsers Fürsten Thron, daß er und wir ge 2. Von Gott und seinem deyen, schmuck' als mit einer Wesen hárt niemand was Kron, die Alten mit Ver- gelesen, noch jemals was stand, mit Frömmigkeit die gehöret, wenn du es nicht Jugend, mit Gottesfurcht gelehret. und Tugend das Volk im ganzen Land. 11. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubens- Zier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für; vertreib den bösen Geist, der dir sich widersetzet, und was dein Herz ergezet, aus unsern Herzen reißt. 12. Gieb Freudigkeit und Stärke zu stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werke uns täglich an3. Ich war schon mit verlohren, eh ich noch war gebohren: Und ward durch dich geschwinde zu einem Gottes- Kinde. 4. Die Gaben, die du giebest, dem giebest, den du liebest, erkenn ich mir gegeben, daß ich soll göttlich leben. 5. Wenn Satan und sein Haufen beginnt mich anzulaufen, und ist mir überlegen, ist deine Kraft zugegen. 6. Ich muß zwar vielmahl fám Von der Gemeinschaft des heiligen Geistes. 81 kämpfen, die böse Lust zu Licht, laß deine Schein bey dämpfen, doch kann ich nicht uns und in uns kräftig fenn, erliegen, weil du mir hilfft zu steter Freud und Wonne: obsiegen. Daß wir in dir recht zu leben uns ergeben, und mit Beten oft deshalben vor dich treten. 7. Ich kann aus eignen Mächten mich selber nicht verfechten, wenn du mit dei ner Stärke nicht selbst legst Hand zum Werke. 8. Zumahl in Creuk und Nöthen, wenns scheint, Gott woll mich tödten, must du mir Stachricht geben, es sey gemeint zum Leben. 9. Und wenn zuletzt die Seele aus dieser Leibes- Höhle zu ihrem Gort soll kommen, und zu viel tausend Frommen. 2.Gieb Kraft und Nachdruck deinem Wort, laß es wie Feuer immer fort in unfern Herzen brennen: Daß wir Gott Vater, feinen Sohn, dich bender Geist in Einem Thron, für wahren Gott bekennen. Bleibe, treibe, und behute das Gemüthe, daß wir glauben, und im Glauben standhaft bleiben. 3. Du Quell, draus alle Weisheit fleust, die sich in fromme Geelen geust, laß deinen Trost uns hören: Daß wir in Glaubens- Einigkeit 11. Dann tröste mein Ge auch andre in der Christenmüthe mit Gottes groffer heit dein wahres Zeugniß Güte, sprich ein dem schwa- lehren. Höre, lehre, Herz chen Herzen den Trost aus und Sinnen zu gewinnen, Christi Schmerzen. 10. Da Satan nach ihr strebet, und ihre Kraft erbe bet, so must du mir zur Seiten ja selber stehn und streiten. eich zu preisen, Guts dem Nächsten zu erweisen. 12. Indessen will ich leben, wie du es einst wirst geben, und nach der Zeit dort oben in Ewigkeit dich loben. Mel. Wie schon leuchtet 2c. 4. Steh uns stets bey mit deinem Rach, und führ uns felbst den rechten Pfad, weil wir den Weg nicht wifen. Gieb uns Beständigkeit, daß 104. beilger Geift, fehr uns ein, und laß uns deine Woh nung fenn, o komm, du Her zens- Sonne! du Himmels: wir bleiben für und für, wenn wir hier leis den müssen. Schaue, baue, was zerrissen, was gefliffen $ Dir 82 Von der Gemeinschaft des heiligen Geistes. dir zu trauen, und auf dich| ben allermeist, daß er uns allein zu bauen. behüte an unsern Ende, wenn wir heimfahren aus diesem Elende, Kyrie Eleison. 2. Du werthes licht gieb uns deinen Schein, lehr uns Jefum Chrift erkennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zu dem rechten Vaterland, Kyrie Eleison. 3. Du süsse Lieb schenk uns deine Gunft, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir ung von Herzen einander lieben, und stets im Fried' auf einem Sinne bleiben, Kyrie Eleison. 5.aß uns dein'edle, Balfam- Kraft empfinden, und zur Ritterschaft dadurch gestärket werden: Auf daß wir unter deinen Schutz begeg. nen aller Feinde Truß, so lang' wir sind auf Erden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 6. Du füffer HimmelsThau laß dich in unsre Herzen kräftiglich, und schenk uns deine Liebe: Daß unser Sinn verbunden fen, dem Nächsten stets mit LiebesTreu, und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe, reine Liebe wollst du geben, Sanft- und De muth auch darneben. 4. Du höchster Tröfter in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen, Kyrie Eleison, D. M. Luth. Mel. Werde munter mein 2c. ch alle 7. Hilf, daß in wahrer Heiligkeit wir führen unsre ke bens- Zeit, fen unfres Geiftes 106. Jdeme, was dir deinem Ruhm benimmt, id) will, daß mein Herz anneh. me nur allein, was von dir kömmt; kömmt; was der Satan will und fucht, will ich halten als verflucht, ich will seinen schnöden Wegen mich mit Ernst zuwider legen. 2. Nur allein, aß du mich Geist um den rechten Glau- stärkest, und mir treulich steStärke: Daß uns forthin sen wohl bewust, wie eitel ist Des Fleisches Luft und seine Sünden Werke. Rühre, führe unfre Sinnen und Been und Beginnen von der Erden, bis wir Himmels Erben werden. In bekannter Melodie. Pun bitten wir den heiligen 105. Run heft mid Don der Gemeinschaft des heiligen Geistes. 83 hest ben; hilf, mein Helfer, 3. Jesu, der du hingeganwo du merkest, daß mir gen zu dem Vater, sende mir Hülfe nöthig sen, brich des deinen Geist, den mit Verbösen Fleisches Sinn, nimm[ langen ich erwarte, Herr, den alten Willen hin, mach von dir: kaß den Tröster ihn allerdinges neue, daß ewiglich ben mir seyn, und mein Gott sich meiner freue. lehren mich in der Wahrheit 3. Sey mein Retter, halt fest zu stehen, und auf dich mich eben: wann ich sinke, im Glauben sehen. sen mein Stab: Wann ich sterbe, fey mein Leben: Wann ich liege, sen mein Grab: Wann ich wieder auferstch, en so hilf mir, daß ich geh hin, da du in ewgen Freuden wirst dein Auser wählten weiden. 4 Heilger Geist, du Krafe der Frommen, kehre ben mir Armen ein, und sen tausendmal willkommen, laß mich deinen Tempel seyn. Säubre du nur selbst das Haus meines Herzens, wirf hine aus alles, was mich hier kan scheiden von den füffen Himmels- Freuden. In voriger Melodie. ott, gieb einen 107.Got milden Regen, 5. Schmücke mich mit deidenn mein Herz ist dürr wie nen Gaben, mache mich Sand; Vater, gieb vom neu, rein und schön, laß Himmel Segen, tránke du mich wahre Liebe haben, und dein dürfiges Land: Laß des in deiner Gnade stehn: heilgen Geistes Gab über Gieb mir einen starfen mich von oben ab, wie die starken Ströhme fliessen, und mein ganzes Herz durch gieffen. Muth, heilige mein Fleisch und Blut, lehre mich vor Gott hintreten, und im Geist und Wahrheit beten. 2. Kan ein Vater hier auf 6. So will ich mich dir ergeErden, der doch bös ist von Natur, seinen lieben Kindern geben nichts, als gute Gaben nur; solltest du denn, der du heist guter Bater, deinen Geist mir nicht geben, und mich laben mit den guten Himmels- Gaben? ben, dir zu Ehren soll mein Sinn dem, was himmliſch ift, nachstreben, bis ich werde kommen hin, da mit Vater und dem Sohn, dich, im höchsten Himmels Thron, ich erheben kan und preisen, mit den füssen Engels Weisen. $ 2 Mel. 84 Dom Wort Gottes c. der Taufe u. dem Abendm. m. O Jefulein süß, o Jeful. Hülf gethan, o heiliger heiliger Geift, Geift, o heiliger Gott. 108. o heiliger Gett, 4. O heiliger Geist, o heili. du Tröster werth in aller ger Gott, erleucht uns durch Noth, du bist gesandt vons dein göttlich Wort, lehr uns Himmels hron von Gott den Vater kennen schon, dem Vater und dem Sohn, darzu auch seinen lieben o heiliger Geist, o heiliger Sohn, o heiliger Geist, o Gott. heiliger Gott. 5. O heiliger Geist, o heili ger Gott, du zeigst die Thür zur Himmels- Pfort, laß uns hier kämpfen ritterlich, und zu dir dringen seliglich, o heiliger Geist, o heiliger Gott. 6.O heiliger Geist, o heili3. O heiliger Geist, o heis ger Gott, verlaß uns nicht in liger Gott, mehr unfern Noth und Tod, wir sagen dir Glauben immerfort; an tob, Ehr und Dank, allzeit, Chriftum niemand glauben und unser Lebenlang, o heikan, es sey denn durch dein' liger Geist, o heiliger Gott. 2.O heiliger Geift, o heiliger Gott, gieb uns die lieb zu deinem Wort, zünd an in uns der Liebe Flamm, daß wir uns lieben allesamm, o heiliger Geist, o heiliger Gott. V. Von dem Worte Gottes und von der christlichen Kirche, der Taufe und dem Abendmahl. a) Vom Wort Gottes. In bekannter Melodie. 109. Sthalt uns, Herr, ben deinem Wort, und freur des Pabsts und Türken- Mord, die Je fum Chriftum deinen Sohn stürzen wollen von seinem Thron. beschirm dein' arme Christenheit, daß sie dich lob' in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geift, du Tröfter werth, gieb deinem Volk einerley Sinn auf Erd steh ben uns in der lezten Noth, gleit uns ins Leben aus dem Tod. D. M. Luther. :. Beweis dein' Macht, In bekannter Melodie. Herr Jefu Chrift, der dierleib uns Frieden gnáein Herr all'r Herren bist, diglich, Herr Gott, zu un* mida) Dom Wort Gottes. 85 Treue, bey uns, mein Herr und, Gott! Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth. In bekannter Melodie. III.( Sin feste Burg ist 2. Gieb unferm Fürsten und aller Obrigkeit Fried und gut Regiment, daß wir unter ihnen ein ruhiges und filles Leben führen mögen, in aller Gottfeligkeit und Erbarkeit, Amen. unser Gott, ein gute Wehr und Waffen, er hilftuns fren aus aller Noth, die uns jetzt hat betroffen: Der alte böse Feind, mit D. M. Luther. Crnst ers jetzt meynt, groß Miel. Chriftus der ist mein ze. Macht und viel Eift sein' ch bleib mit dei- grausam Rüstung ist, auf ner Gnade ben Erd ist nicht sein's gleichen. uns, Herr Jefu Chrift! daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes Lift. 2. Ach bleib mit deinem Worte ben uns, Erlöser werth! daß uns bend hier und dorte sey Gut und Heil beschehrt. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verföhren: Es streit't für uns der rechte Mann, den Gort selbst hat erkohren. Fragst du, wer der ist? Er heist Jesus Chrift, der Herre Zebaoth, und ist kein ander Gott, das Feld muß er bes halten. unsern Zeiten, es ist doch ja kein ander nicht, der für uns könnte streiten, denn du, un fer Herr Gott, alleine. IIO.h 85 3. Ach bleib mit deinem Glanze ben uns, du werthes Licht! dein' Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 3. Und wenn die Welt voll Teufel war, und wollt'n uns gar verschlingen; so fürchten 4. Ach bleib mit deinem Sevir uns nicht so sehr, es foll gen ben uns du reicher Herr! uns doch gelingen. Der Fürst dein Gnad und all's Vermogen in uns reichlich vermehr. 5 Ach bleib mit deinem Schuge ben uns, du starker| Wortlein kan ihn fällen. Held! daß uns der Feind nicht truge, und fåll die böse Welt. Bet pagal dieser Welt, wie sauer er fich ftelit, thut er uns doch nichts, das macht er ist gericht' t, ein 4. Das Wort fie sollen lafseu stahn, und kein'n Dank darzu haben: Er ist ben uns wohl auf den Plan mit ſei83 6. Ach bleib mit deiner nem 86 Dom Wort Gottes zc. der Taufe und dem Abendm. nem Geist und Saben. Neh- Vogel des Stricks kommt men sie uns den keib, Gut, ab, ist unfre Scel entgangen: Ehr, Kind und Weib; laß Strick ist entzwey, und wie fahren dahin, sie habens sind fren, des Herren Nahkein'n Gewinn, das Reich me steh uns bey, des Gottes muß uns doch bleiben. Himmels und der Erden, ( 5. Preis, Ehr und Lob dem höchsten Gott, dem Vater aller Gnaden: De: uns aus D. M, Luther. In bekannter Melodie. Lieb gegeben hat sein'n Sohn für unsern Schaden; dem Tröster heilgen Geist, von Sund' er uns reißt, zum Reich er uns heißt, den Weg zum Himmel weist, der helf uns frölich, Amen.). 113.Dies sind die heilgen zehn Gebot, die uns gab unfer Herre Gott, durch Mosen, seinen Diener treu, hoch auf dem Berg Sinai, Kyricleison. D. M. Luther. In bekannter Melodie. 2. Ich bin allein dein Gott und Herr, kein Götter sollt du haben mehr, du sollt mir ganz vertrauen dich, von 112.2år Gott nicht Herzen- Grund lieben mich), mit uns diefe Zeit, fo foll Ifrael fagen: war Gott nicht mit uns dies se Zeit, wir hätten müssen verzagen, die so ein armes Hauflein sind, veracht't von fo viel Menschen- Kind, die an uns segen alle. 21 Auf uns so zornig ist ihr Ginn, wo Gott hätt' das zu geben, verschlungen hätten fie uns hin, mit ganzem Leib und Leben. Wir warn als die ein Fluth erfäuft, und über die groß Waffer läuft, und mit Gewalt verschwemmet. 3. Gott Lob und Dank, der nicht jugab, daß ihr Schlund uns möcht fangen: Wie ein 3. Du folt nicht führen zu Unehrn den Namen Gottes deines Herrn, du folt nicht preifen recht noch gut, ohn was Gott selbst redt und abis thut, Kyrieleison. 4. Du folt heilgen den fiebenden Tag, daß du und dein Haus ruhen mag, du solt von dein'm Thun laffen ab, daß Gott sein Werk in die hab, Kyrieleison. 107692 5. Du folt ehren und gehorfam senn dem Vater und der Mutter dein, und wo dein Hand thn'n dienen kan, so wirst du langes Leben ha'n, Kyrieleison. 6. Du a) Vom Wort Gottes. 87 6. Du folt nicht tödten zor- ler worden ist, es ist mit uns niglich, nicht hassen, noch serm Thun verlohrn, verdiefelbfträchen dich, Geduld ha- nen doch eitel Zorn, Kurieben und sanften Muth, und leiſon.. D. M. Luther. auch dein'm Feind thun das In bekannter Mielodie. Gut, Kyrieleifon. II4. Menfch, wilt du 7. Dein Eh folt du bewah. ren rein, daß auch dein Herz kein' andre menn, und halten keusch das Leben dein, mit Zucht und Mäßigkeit fein, Kyricleison. leben feliglich, und bey Gott bleiben ewiglich, folt du halten die zehn Gebot, die uns gebeut unfer Gott, Kyrieleison. 8. Du folt nicht stehlen Geld noch Gut, nicht wuchern jemands Schweiß noch Blut, du folt aufthun dein milde Hand, den Armen in deinem Land, Kyrieleison. 2. Dein Gott und Herr allein bin ich, kein ander Gott fell irren dich, trauen soll mir das Herze dein, mein eigen Reich folt du fenn, Kyrieleison, 3. Du folt mein'n Nahmen ehren schon, und in der Noth mich rufen an, du folt heilgen den Sabbath- Tag, daß ich in dir wirken mag, Kyricleison. 4. Dem Vater und der Mutter dein folt du nach mir gehorsam seyn, niemand tödten und zornig seyn, und deine Eh' halten tein, Kyrieleison. 9. Du solt kein falscher Zeuge seyn, nicht lügen auf den Nächsten dein, sein Unschuld folt auch retten du, und seine Schand' decken zu, Kyrieleison. 10. Du solt dein's Näch ften Weib noch Haus begehren nicht, noch etwas draus, du folt ihm wünschen alles Gut, wie dir dein Herz sel ber thut, Kyrieleiſon. 5. Du folt ein'm andern Vastehlen nicht, auf niemand falsches zeugen nicht, dein's Náchsten Weib auch nicht begehrn, und all' fein's Guts gern entbehrn, Kyrieleiſon. 11. Die Gebot all uns gegeben sind, daß du dein Sund, o Menschen Kind, erkennen folt und lernen wohl, wie man vor Gott leben soll, Kyrieleison. - 6. Das helf uns der Herr Jesus Christ, der unser Mit12. Das helf uns der Herr ler worden ist, es ist mitlunJesus Chrift, der unser Mitt: I ferm Thun verlohrn, verdie84 nen 88 Dom Wort Gottes 2c. der Taufe und dem Abendm. nen doch eitel Zorn Kyrie| Obrigkeit, so vorgesetzt mir leison. D M Luther werden, laß mich ja ehren Mel. Es spricht der Unwetj. allezeit daß mirs wohl geh 115 Herr, eine Rechte auf Erden: Für ihre Freu und Fleiß laß mich, auch wenn sie werden wunderlich, gehorsam feyn und dankbar. und Gebot, dar nach mir follen leben, wollft du mir, o getreuer Gott, ins Herze felber geben, daß ich zum Guten willig sen, mit Sorgfalt und ohn Heuche len, was du befichlst, voll bringe. 6. Hilf, daß ich nimmer eigne Rach' aus Zorn und Feindschaft übe, dem, der mir anthut Truß und Schmach, verzeihe und ihn liebe: Sein Glück und Wohlfahrt jedem gönn auch schau, ob ich ihm dienen könn' und thu es denn mit Freuden. 7. Unreine Werk der Fin sterniß laß mich mein Lebtag meiden, daß ich nicht für die kust Seuch' müß der Höllen Quaal dort leiden: schaff in mir, Gott, ein reines Herz, daß ich schandbare Wort und Scherz, nebst andern Sünden fliche. 8. Gieb, Herr, daß ich mich redlich náhr', und böser Rånfe fcháme, mein Herz vom Geiß und Unrecht kehr', auch nichts durch list hinnehme; und von der Arbeit meiner Hånd', was übrig ist, auf Arme wend', und nicht auf Pracht und Hoffart.ph 2. Gieb, daß ich dir allein vertrau, allein dich fürcht und liebe auf Menschen Hülf und Trost nicht bau, in deiner Furcht mich übe, daß groffer Leute Gnad und Gunft, Gewalt, Macht, Reichthum, Witz und Kunst, mir nicht zum Abgott werde. 3. Hilf, caß ich è einen Gnas den- Bund aus deinem Wort erkenne, auch nicht unnüglich mit dem Mund', Herr deinen Nahmen nenne, daß ich bedenke alle Tag', wie stark mich meine Tauf- Zusag zu deinem Dienst verbinde, 4. Laß mich am Tage deiner Ruh mit Andacht vor dich treten, die Zeit auch heilig bringen zu mit Danken und mit Beten; daß ich hab alle Luft an dir, dein Wort gern höre, und dafür herzinniglich Dich preise. 9. Hilf, daß ich meines Nächsten Glimpf zu retten mich be fleiffe, von ihm 5. Die Eltern, dehrer, abwende Schmach und 1135 Schimpf; tits a) Vom Wort Gottes. 89 Schimpf; doch Böses nicht] Denn aus der Frucht kennt gut heiffe. Gicb, daß ich man die Saat, auch wer das lieb Aufrichtigkeit, und hab kand befået hat, Gott, oder ein'n Abschen jederzeit an der Verderber. Låsterung und Lügen. 2. Ist nun dein Herz dem 10. Laß mich des Nächsten Wege gleich, und einer NeHaus noch Gut nicht wün- ben. Straffen, da auf dem fchen noch begehren: Was breiten Läster- Steig, die Vdaber mir vonnöthen thut, gel alles fraffen, ach! prüfe das wollst du mir gewah dich, es ist kein Scherz; ift ren; doch, daß es niemand so bewandt dein armes Herz, schädlich sen, ich auch ein so bist du zu beklagen. ruhig Herz daben, und deine Gunft behalte. Da s i 3. Denn ist der Saame weggeraft, in vertreten und verschret, so hast du keine Glaubens- Kraft, die deine Seele nähret. Fällt dir ins Ohr der Saame nur und nicht ins Herz, so ist die Spur zum keben ganz vertreten. 4. Ift auch dein Herze Felfen- Art, verhärtet durch die Sünden, so ist der Saame schlecht verwahrt auf solchen Felfen Gründen. Ein Felsen- Stein hat keinen Saft, drum hat der Saame keine Kraft, in dir emport zu sprieffen. nisbian) 5. So lang' noch nicht zerfnirscht dein Herz, und vom Gefeßzerschlagen, durch wahre Busse, Ren und Schmerz, so kans nicht Früchte tragen: Bedenk es wohl, und thue Buß, glaub fest, und falle Gott zu Fuß, so ist dein Herz genesen. F's 6. Oft 11. Ach, Herr! ich wolte deine Recht und deinen heil gen Willen, wie mir gebüh ret, deinem Knecht, ohn Mangel gern erfüllen! so füh le ich, was mir gebricht, und wie ich das geringste nicht vermag aus eignen Kräften. 12. Drunn gib du mir von deinem Thron, Gott Vater, Gnad und Stärke! verleih, o Jesu, Gottes Schn, daß ich thu rechte Werke, heilger Geist, hilf, daß ich dich von ganzem Herzen und als mich, ohn falsay, den Nächsten liebend se Mel. Wo Gott der Herr 2c. 116. Mensch, wie ist dein Herz bestellt? Hab Achtung auf dein leben: Was trägt für Frucht dein Herzens Feld? Sinds Dornen oder Reben? 90 Vom Wort Gottes 2c. der Taufe und dem Abendm. 6. Oft ist das Herz auch ich sie finde tausendfach, das Do: nen- voll, mit Sorgen wünsch' ich mit Verlangen. angefüllet, oft leber es im ei. Es ist das geil uns 26. Reichthum wohl, da wird der Saam verhüllet, ja er ersticker ganz und gar, und wird nicht einmal offenbar, das ist wohl zu beklagen. 117.Sen tob und Ehr mit hohem Preis, um dieser Gutthat willen, Gott Vater, Sohn, und heil ger Geist, der woll mit Gnad erfüllen, was er in uns angefangen hat, zu Eh. ren seiner Majestät, daß geheiligt werd sein Nahme. 7. So geht es, wenn man nur um Geld und Reichthum ist bemühet, und nur nach Wollust dieser Welt mit Aug und Herzen sicher, da kan kein Gutes haben flatt, wo man, der Wollust nicht wird fatt, der Saame muß ersticken. 2. Sein Reich zukomm', fein Will auf Erd gescheh, wie ins Himmels- Threne, das täglich Brod ja heut uns werd, wollst unser Schuld verschonen, als wir auch unfern Schuldgern thun, laß uns nicht in Versuchung stehn, lóf uns vom Uebel, Amen. and gar 8. Doch ist, Gott kob, noch gutes Land auf dieser Welt zu finden, das Gott dem Herrn allein bekannt, da in den Herzens- Gründen der Saa me, den Gott eingelegt, noch hundertfältge Früchte trägt; In bekannter Melodie. Das sind die rechten Herzen. urch Adams 9+ Wer Ohren hat, der höre doch, und prüfe sich ohn Heu cheln, dieweil es heute heiffer noch, hie muß fich keiner schmeicheln. Die Zeit ver geht, das Ende naht: fällt auffein gutes Land die Saat, so mußt du ewig sterben. 118. Call ist ganz verderbt, der Menschen Thun und Wesen, das Gife ist auch auf uns geerbt, daß wir nicht font'n genesen ohn' Gottes Trost, der uns erlöst hat von dem groffen Schaden, der uns so lang' und hart bezwang, Gott's Zorn auf uns zu laden. 10. Herr Jesu, laß mein Herze seyn zerknirschet und gerschlagen, damit der Saa me dring hinein, und las ihn Früchte tragen, die mir 2. Weil denn die Schlang Evam hat bracht, daß sie ist abgefallen von Gottes Wort, im Himmel folgen nach, dal das sie veracht't, dadurch fie zu a) Dom Wort Gottes. 91 zu uns allen gebracht den ben einem Menschen sucht, Tod, so war je Noth, daß uns auch Gott folt geben fein'n lieben Sohn, den Gnaden- Thron, in dem wir möchten leben. und nicht ben Gott dem Herren; denn wer ihm will ein ander Ziel, ohn diesen Erdster stecken, den mag gar bald des Teufels G'walt 43. Wie uns nun hat ein mit seiner Lift erschrecken. fremde Schuld in Adam all' 7. Wer hofft in Gott, und verhöhnet; also hat uns ein' dem vertraut, der wird nimfremde Huld in Chrifto all mer zu Schanden: Denn versöhnet, und wie wir all wer auf diesen Felfen baut, durch Adams Fall find ewgen ob ihm gleich geht zu hanTod's gestorben; also hat den viel Linfalls hie, hab Gett durch Christi Tod ver- ich doch nie den Menschen neurt, was war verdorben. fehen fallen, der sich vers 4. So er uns denn sein'n läßt auf Gottes Trost, er Sohn geschenkt, da wir sein' hilft sein'n Gläubgen allen. Feind noch waren, der für uns ist ans Creutz gehenkt, getödt, gen Himm'l gesahren, dadurch wir fenn von Tod und Pein erlöst, so wir vertrauen in diesem Hort, des Vaters Wort, wem wolt fürm Sterben grauen? 8. Ich bitt, o Herr, aus Herzens Grund, du wollst nicht von mir nehmen dein heilig Wort aus meinem Mund, so wird mich nicht beschämen mein' Günd und Schuld, denn in dein' Huld seg ich all mein Vertrauen, wer sich nun fest darauf verläßt, der wird den Tod nicht schauen. 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, die Wahrheit und das Leben: des Vaters Rath und ewges Wort, den er uns 9. Mein'n Füssen ist dein hat gegeben zu einem Schus, heiligs Wort ein brennende daß wir mit Trutz an ihn fest Lucerne, ein Licht, das mir follen glauben, darum uns den Weg weist fort; so diebald fein' Macht noch Geser Morgen- Sterne in uns walt aus seiner Hand wird aufgeht, so bald versteht der rauben. Mensch die hohen Gaben, 6. Der Mensch ist gottlos die Gottes Geist den'n geund verflucht, sein Heil ist wiß verheißt, die Hoffnung auch noch ferne, der Trostl darein haben. Mel. 92 Dom Wort Gottes zc. der Taufe und dem Abendm. Mel. Reinen hat Gott 2c. ausgefandt Propheten, deine 119. Laß mich dein feyn Knechte, daß durch sie würde bleiben, du dein Will und treuer Gott und Herr: Von deine Rechte; zum lesten ist dir laß mich nichts treiben, dein lieber Sohn, o Vater, halt mich ben reiner Lehr. von des Himmels- Thron Herr, laß mich nur nicht selbst kommen uns zu lehren. wanken, gieb mir Bestándigkeit, dafür will ich dir danken, in alle Ewigkeit. 2. Herr Jesu Christ, mein Leben, mein Heil und einger Frost, dir thu ich mich erge ben, du hast mich theur erlöst, mit deinem Blutvergiessen, mit groffem Weh und teid, laß mich deß auch geniessen, zu meiner Seligkeit. 3. Für solches Heil, Herr, sey gepreist, laß uns daben verbleiben, und gieb uns dei: nen guten Geist, daß wir dem Worte glauben, dasselb annehmen jederzeit mit Sanftmuth, Ehre, lieb und Freud, als Gottes, nicht der Menschen. 3.O heilger Geist, mein Tröster, mein Licht und theures Pfand, laß mich, Chrift, mein'n Erlöser, den ich im Glaub'n erkannt, bis an mein End bekennen, stårt mich in letzter Noth, von dir laß mich nichts trennen, gieb mir ein'n felgen Tod. Mel. Ach Gott vom himmel. 4. Hilf, daß der losen Spotter Hauf uns nicht vom Wort abwende, denn ihr Gespötte endlich drauf mit Schrecken nimmt ein Ende. Gieb du selbst deinem Donner Kraft, daß deine sehre in uns haft, auch reichlich ben uns wohne. 5.Oefn uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht faffen, in lieb und leid, ir Menschen in und es 120. W find zu dent, aus der Acht nicht laffen, daß wir nicht hörer nur allein des Wortes, sondern Thåter fenn, Frucht hunder tfältig bringen. 6. Um Wege wird der Saas me fort vom Teufel hingenommen: In Fels und Steinen kan das Wort die Wur o Gott! was geistlich ist, untüchtig: Dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig, wir wissen und verstehens nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht zeiget. 2. Drum find vor Zeiten dickb) Von der heiligen Taufe. 93. Wurzel nicht bekommen: b) Von der heiligen Taufe. Der Saame, so auf Dor- In bekannter Nielodie. nen fällt, von Sorg und Wollust dieser Welt verdir 121 Chrift, unser Herr, zum Jordan bet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß fam, nach seines Vaters 7. Ach hilf, Herr, daß Willen, von Sanct Johan, wir werden gleich allhier dem nes die Taufe nahm, sein guten kande, und seyn an gu Werk und Amt zu erfüllen, ten Werken reich in unserm da wolt er friften uns ein Amt und Stande, viel Früch: Bad, zu waschen uns von te bringen in Geduld, bewah Sünden, ersäufen auch den ren deine kehr und Huld, in bittern Tod, durch sein selbst feinem guten Herzen. Blut und Wunden, es galt ein neues Leben. ein neues Leben. 8. Laß uns, dieweil wir leben hier, den Weg der Sünder meiden: Gieb, daß wir halten fest an dir, in Anfechtung und Leiden. Rott aus die Dornen allzumahl, hilf uns die Welt. Sorg überall und böse küste dämpfen. 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg seyn die Leuchte un fern Füssen: erhalt es ben uns klar und rein, hilf, daß wir draus geniessen Kraft, Rath und Trost in aller Noth, daß wir im Leben und im Tod hierauf bestán dig trauen. 2. So hört und merket alle wohl, was Gott selbst heißt die Taufe, und was ein Chrifie glauben foll, zu meiden Keßer Haufen: Gott spricht, und will, daß Wasser sey, doch nicht allein schlecht Waffer, fein heilges Wort ist auch daben, mit reichem Geist ohn Maaffen, der ist allhier der Täufer. 3. Solchs hat er uns bewei set klar, mit Bildern und mit Worten, des Vafers Stimm man offenbahr daselbst am Jordanhörie, er sprach: das ist mein lieber Golyn, an dem ich hab Gefallen, den will ich euch befohlen ha'n, daß ihr ihn höret alle, und folget feiner Lehre. N 4. Auch Gottes Sohn hie 10. Laß sich dein Wort zu deiner Ehr, o Gort, fehr weit ausbreiten: Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr erleuchten móg und leiten. O heilger Geist, dein göttlich Wort laß in uns würken fort und fort Geduld, Sieb, Hofnung, Glauben. selber steht in seiner zarten Mensch 94 Dom Wort Gottes 2c. der Taufe und dem Abendm. Menschheit, der heilge Geist von Adam her geerbet, und hernieder fährt, in Tauben- von uns selbst begangen. D. M. Luther. Bild verkleidet, daß wir nicht sollen zweifeln dran, Mel. Wer nur den lieben ic. wenn wir getaufet werden, 122. 122. Jauf deinen Naall dren Person'n getanfet ha'n damit ben uns auf Ermen, Gott Vater, Sohn den zu wohnen sich begeben. und heilger Geist. Ich bin gezählt zu deinem Saamen, zum Volk, das dir geheiligt heist. Ich bin in Christumt eingesenkt, ich bin mit seis nem Geist beschenkt. 5. Sein'n Jüngern heift der Herre Chrift: geht hin alle Welt zu lehren, daß sie verlohrn in Sünden ist, sich soll zur Busse kehren, wer glaubet und sich taufen läßt, soll dadurch selig werden, ein neugebohrner Mensch er heist, der nicht mehr fönne sterben, das Himmelreich foll erben. 2. Du hast zu deinem Kind' und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt. Du hast die. Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir ge währt. Du willst in aller Sloth und Pein, o guter Geist, mein Tröster seyn. 6. Wer nicht glaubt dieser groffen Gnad, der bleibt in feinen Sünden, und ist ver- 3. Doch hab ich dir auch dammt zum ewgen Tod, ties Furcht und Liebe, Treu und in der Höllen Grunde; Gehorsam zugesagt. Ich has nichts hilft sein eigen Heibe mich aus reinem Triebe ligkeit, all sein Thun ist ver- dein Eigenthum zu seyn gelohren, die Erb Sünd wagt. Hingegen sag ich bis machts zur Nichtigkeit; dar- ins Grab des Satans bösen inn er ist gebohren, vermag Werken ab. ihm selbst nicht helfen. 4. Mein treuer Gott, auf dei ner Seite bleibt dieser Bund Wenn wohl feste stehn. 7. Das Aug allein das Wasfer sieht, wie Menschen Was fer giessen, der Glaub im Geift die Kraft versteht des Blutes Jesu Christi, und ist vor ihm eine rothe Fluch, von Christi Blut gefärber, die allen Schaden heilen thut, 1 5. Ich gebe dir, mein Gott, aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verlohren gehn. Nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab' einen Fall gethan. aufs on( c) Von dem heiligen Abendmahl. 95 aufs neue, keib, Seel und Dir. Wasche mich wohl von Herz zum Opfer hin. Er meiner Missethat und reiniwecke mich zu neuer Treue, ge mich von meiner Sünde. und nimm Besitz von mei- In eigener Melodie. nem Sinn. Es fen in mir kein Tropfe Blut, der nicht 124. Jesus Chriftus un fer seiland, der von uns den Gottes. Zorn wandt, durch das bittre keiden fein half er uns aus der Höllen- Pein. Herr, deinen Willen thut. 6. Weich, weich, du Fürst der Finsternissen, ich bleibe mit dir unvermengt. Hier ist zwar ein befleckt Gewiffen, jedoch mit Jesu Blut besprengt. Weich' eitle Welt, du Sünde, weich! Gott hört es, ich entsage euch. 2. Das wir nimmer deß vergessen, gab er uns sein'n keib zu effen, verborgen im Brod so klein, und zu trinken sein Blut im Wein. 7. Laß diesen Vorsatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben heist. So leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für. 3. Wer sich zu dem Tisch will machen, der hab wohl acht auf sein Sachen; wer unwürdig hinzu geht, für das Lebei den Coc empfaht. 4. Du solt Gott den Bater preisen, daß er dich so wohl thur speisen, und für deine Missethat in den Tod sein'n Sohn gegeben hat. c) Von dem heiligen Abend: mahl. In bekannter Melodie. 5. Du folt glauben und nicht wanken, daß es sen eine Speis der Kranken, des 123.chaffe in mir, nen ihr Herz von Sünden schwer, und für Angst ist betrüber sehr. Gott, ein rei nes Herz, und gieb mir einen neuen gewiffen Geift. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heilgen Geist nicht von mir. 6. Solch groß Gnad und Barmherzigkeit sucht ein Herz in großer Arbeit; ist dir wohl, so bleib davon, daß 2. Tröste mich wieder mit du nicht kriegeft böfen Lohn. deiner Hülfe und der freu- 7. Er spricht felber: Komt dige Geist enthalte mich ihr Armen, laßt mich über euch 96 Dom Wort Gottes 2c. der Taufe und dem Abendm. euch erbarmen, kein Arzt ist dem Starken noth, feine Kunst wird an ihm gar ein Spott. für uns vergossen, das uns jetzt kan kräftig tránken, deiner Liebe zu gedenken. 3. Jefu, wahres Brod des 8. Hätt'st du dir was kön- Lebens, hilf, daß ich doch nen erwerben, was dürft ich nicht vergebens, oder mir denn für dich sterben? Die vielleicht zum Schaden, sey fer Tisch auch dir nicht gilt, zu deinem Tisch geladen: so du seiber dir helfen wilt. Laß mich durch dies Seclens 9. Glaubst du das von Her- Effen, deine Liebe recht erzen- Grunde. und bekennests messen, daß ich auch, wie jetzt mit dem Munde, so bist du auf Erden, mög ein Gast recht wohl geschickt, und die im Himmel werden. Speis dein Seel erquickt. Die Frucht soll auch 126.Bräutigam, Miel. Ach Gott wie manches. du mein 10. dein'n nicht ausbleiben, Nächsten sollt du lieben, daß er dein geniessen fan, wie dein Gott an dir gethan. D. Mart, Luther, Miel. Schmucke dich, o liebe. der du aus Lieb' am CreußesStamm für mich den Tod gelitten hast, genommen weg der Sünden- Last. 2. Ich komm zu deinem sesu, meine Ze- Abendmahl, verderbt durch bens. Sonne, manchen Sünden- Fall: Ich Jefu, meine Freud und bin frank, unrein, nackt und Wonne, Jesu, du mein ganz bloß, blind und arm, ach! Beginnen, kebens- Quell und mich nicht verstoß. Licht der Sinnen, hier fall ich zu deinen Füssen, laß mich würdiglich geniessen dieser deiner Himmels: Spei: se, mir zum Heil, und dir zum Preise. 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, du bist der Herr, dem nichts gebricht, du bist der Brunn der Heiligkeit, du bist der Seele Hochzeit Kleid. 2. Herr, es hat dein treues 4. Darum, Herr Jefu, bitt Lieben dich vom Himmel ab- ich dich, in meiner Schwachgetrieben, daß du willig haft heit heile mich; was unrein dein Leben in den Tod für uns ist, das mache rein, durch deigegeben, und darzu ganz un- nen hellen Gnaden- Schein. verdroffen, Herr, dein Blut! 5. Erleuchte mein verfinfiert c) Von dem heiligen Abendmahl. mo 97 stert Herz, heb' es im Glau-| in Ruh und Friede christlich ben Himmelwärts. Mein bringen zu. Armuth in Reichthum verkehr, den niedern Küsten steur und wehr. 6. Auf daß ich dich, du wahres Brod der Seelen, wahrer Mensch und Gott, mit solcher Ehrerbietung 12. Bis du mich, o du kebens- Fürst! zu dir in Himmel nehmen wirst, daß ich ben dir dort ewiglich, an deiner Tafel freue mich. Mel. Viun freut euch lieben. nehm, wie dir das rühmlich, 127. Jest fomm is als ein armer Gast, o Herr, zu deinem Tische, den du für mich bereitet hast, daß er mein Herz erfrische, wenn mich der Seelen- Hunger nagt, wenn mich der Durst des Geistes plagt, bis mich der Geift erfrische. 7. Lösch alle Lafter aus in mir, mein Herz mit Lieb und Glauben gier, und roas sonst ist von Tugend mehr, das pflanz in mir zu deiner Ehr. 8. Gieb, was mir nust an Seel und Leib, was schädlich ist, fern von mir treib, komm in mein Herz, laß mich mit dir, vereinigt bleiben für und für. 9. Hilf, daß durch deiner Gnade Kraft das Bös' in mir werd abgeschaft, erlas sen alle Sund und Schuld, erlangt des Vaters lieb und Huld. 10. Vertreibe alle meine Feind', die sichtbar und unsichtbar sennd. Den guten Vorfaß den ich führ, durch deinen Geist mach fest in mir. 2. Du sprichst, o Heiland, selber dort: Ich bin cas Brod zum Leben; dies Brod treibt auch den Hunger fort, den sonst nichts mag aufheben, ich bin der Trank, wer glaubt an mich, dem wird der Durst nicht ewiglich im Herzen Stiche geben. 3. Drum führe mich, o treuer Hirt, auf deine Himmels- Auen, bis meine Seel erquicket wird, wann du sie läsfest schauen die Ströhme deiner Gütigkeit, die du für alle haft bereit, so deiner Hut sich trauen. 11. Mein Leben, Sitten, 4. Jch armes Schäflein fuSinn und Pflicht nach dei che dich, auf deiner grünen nem heilgen Willen richt. Weide, dein Lebens- Manna Auch laß mich meine Tag speise mich, zu Trost in allem G Leide, 98 Vom Wort Gottes 2, der Taufe und dem Abendm. Seide, es tránke mich dein theures Blut, auf daß mich ja kein falsches Gut von dei ner Liebe scheiden 5. Gleich wie des Hirsches mattes Herz nach frischem Wasser schreyet, so schreyet auch mein Seelen- Schmerz, pflegt zu haben. ach laß mich sein befreyet 9. Erneure mich, o Lebens. Stab, mit deines Geistes Gaben, laß mich der Sünde danken ab, die mich fonft pflegt zu laben; regiere meis nen bösen Sinn, daß er die küste werfe hin, die er sonst 10. Go fomm, du meiner von meiner schweren Sün- Seele Schat, und laß mich den- Pein, und schenke mir dich geniessen, mein Herze die tabung ein, die mir zum Trost gedeihet. giebt dir Raum und Play, und will von teinen wissen, als nur von dir, o GottesLamm, dieweil du mich am Creußzes- Stamm aus Noth und Tod gerissen. 6. Vor allem aber würk' in mir ein ungefärbte Reue, daß, wie vor einem wilden Thier, ich mich vor Sünden schene, zeuch mir das Kleid des Glaubens an, der dein Verdienst ergreifen kan, da mit mein Herz sich freue. 11. Nimm, liebfter Hei land, meinen Dank, für deine Süffigkeiten, ich bin vor Sehnsucht matt und frank, drum wart ich auf die Zei ten, in welchen du, o kebens: Fürst, mich samt den Auss erwählten wirst zur Him mels Tafel leiten. In bekannter Melodie. 7. Entzünd in mir der Andacht Brunst, daß ich die Welt verlaffe, und deine Treu und Freundes- Gunst in dieser Speise fasse, daß durch dein Lieben lieb' in mir zu meinem Nächsten wachf herfür, und ich fort 128. Gott fen gelobet niemand und gebene, denet, der uns selber hat ge speiset mit seinem Fleische und mit seinem Blute, das gib uns, Herr Gott, zu gute, Kyrie Eleison. 2. Herr, durch deinen heili gen leichnam, der von deiner und Mutter Maria kam, das heilige Blut, hilf uns, Herr, starta 8. Ach führe mich nur selbst von mir, bey mir ist nichts denn Sterben, nimm aber mich, o Herr, zu dir, bey dir ist kein Verderben; in mir ist lauter Höll und Pein, in dir ist nichts denn selig seyn, mit allen Himmels- Erben. HIGHE c) Dom heiligen Abendmahl. mb. 99 Herr, aus aller Noth, Kyrie heilig leben, solches wollest Eleison. du uns geben. 3. Der heilge leichnam ist 2. Du kehrest, o Immafür uns gegeben, zum Tod, nuel, ja selber ein in unfre daß wir dadurch leben, nicht Seel, dir Wohnung da zu größre Güte konnte er uns machen: Drum uns ein solschenken, daben wir sein solches Herz verleih, das von der len gedenken, Kyrie Eleison. Welt- Lieb ledig sen, und allen 4. Herr, deine Lieb so groß eitlen Sachen. Bleibe, treidich gezwungen hat, daß dein be unsre Sinnen und BeginBlut an uns groß Wunder nen, daß wir trachten alles that, und bezahlet unsre 3rdsche zu verachten. Schuld, daß uns Gott ist worden hold, Kyrie Eleison. 3. Ach, Herr, laß uns doch nehmen nicht dein werthes 5. Gott geb' uns allen seine Nachtmal zum Gericht: Ein Gnad und Segen, daß wir jeder recht bedenke, daß wir gehn auf seinen Wegen, in mit diesem Lebens- Brod im rechter Lieb' und brüderlicher Glauben stillen unsre Noth, Treue, daß uns diese Speif nicht gereue, Kyrie Eleison. der Fels des Heils uns trânke: Züchtig, tüchtig, dich dort oben stets zu loben, bis wir werden zu dir kommen von der Erden. 6. Herr, deinen heilgen Geist uns immer laß, der uns geb' zu halten rechte Maß, daß dein arme Christenheit leb in Fried und Einigkeit, Kyrie Eleison. D. Mart. Luther. Mel. Wie soon leuchtet zc. 4. O daß wir solcher Seligfeit erwarten möchten allezeit, in Hofnung und Vertrauen: Und folgends aus dem Jammerthal eingehen da 129 in den esen Preis und wir Gott werden schauen: Dank für diese Seelen- Tröstlich, köstlich, uns als Speif und Trank, damit du Gäste auf das Beste ben ihm uns begabet: Jm Brod und Wein dein Leib und Blut kommt uns wahrhaftig wohl zu gut, und unsere Herzen labet: Daß wir in dir, und nach allem Wohlgefallen, laben, und ganz volle Gnuge haben. s. Das gieb du uns von deinem Thron, o Jesu Christe, Gottes Sohn, giebs durch dein bitter leiden: Dasselbe, weil 2 100 Dom Wort Gottes, der Taufe und dem Abendm. weil wir leben hier, laß uns| múthe dein übergroffe Güte, betrachten für und für, all dies theure Pfand der GnaBöses darum meiden. Amen, den tilgt allen meinen SchaAmen, hilf uns kámpfen den. hilf uns dämpfen alle Sun, den: Hilf uns frölich über winden. e fou 8. Herr, laß mich nicht vergessen, und dankbar stets ermessen die kraftge Himmels- Speise, wofür mein Herz dich preife. Mel. lun laßt uns Gott zc. Jefu, meine 130, Wonne, du meiner Seelen Sonne, du Freundlichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden. 9. Du wollest ja die Sun. de, die ich annoch empfinde, aus meinem Herzen treiben, und kräftig in mir bleiben. 2. Wie kan ich gnugfam schågen dies himmlische Er- 10. Nun; bin ich losgegehen, und diese theure Ga- zählet von Sünden und ben, die uns gestårket haben! vermählet mit dir, mein 3. Wie soll ich dirs verdan- liebstes Leben, was fannst ken, o Herr, daß du mich du werthers geben? Kranken gespeiset und getränket, ja dich mir selbst geschenker. 11. Laß, Heiland, meine Seele doch stets in dieser Höhle des Leibes mit Verlangen, an deiner Liebe hangen. 4. Ich lobe dich von Herzen, für alle deine Schmerzen, für deine Pein und Wunden, der du fo viel empfunden. 5. Dir dank ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden, dir dank ich für dein Sehnen, und heiß vergoßine Thränen. 12.Laß mich die Sünde mei. den, laß mich geduldig leiden, laß mich mit Andacht beten, und von der Welt abtreten. 13. Im Handeln, Wandeln, Effen, laß nimmer mich vergeffen, wie treflich ich beglücket, ja himmlisch 6. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist gebin erquicket. blieben, die dank ich für 14. Nun fan ich nicht ver dein Sterben, das mich derben, drauf will ich selig dein Reich läßt erben. sterben, und freudig aufer7. Jezt schmecket mein Gestehen, o Jefu, dich zu sehen. vl. Von 83 IOI VI. Von der Sinnesänderung des Menschen. Mel. Wer nur den lieben c. Arm'; ich fomm mit wahrer ein Gott! ich Reu und Buße, ich schren 131.Mein foll zur Rech- im Glauben: Ach erbarm, nung kommen, ach daß ich erbarme dich ben meiner darzu fertig wär'! Allein der Schuld, und habe doch mit Much wird mir benommen, mir Geduld. die Schulden Last ist allzuschwer, die ich ven Jugend auf gemacht, und die mich oft in Noth gebracht. F 6. Verwandle deines Zornes Schalen in Ströme deiner Gütigkeit: Ich kann dir, Vater, nicht bezahlen, denn ich bin arm; du bist bereit, auch das für mich zu nehmen an, was dein Sohn für mich hat gethan. 2. Zehn tausend Pfund hab ich verschuldet, wenn ich die Rechnung überschlag'; du hast mich zwar bisher geduldet; doch fordert mir ein 7. Sein Blut wäscht mich jeder Tag die allerschärfste Rechnung ab, die ich auf meinem Herzen hab. von allen Sünden, hier findest du mein Löse- Geld, dadurch muß ich Vergebung 3. Und wenn ich denn nun finden, wenn das Gesetz das überlege, wie ich dir einst be- Urtheil fällt, ich sen verlohzahlen soll, so fühl ich tau- ren: Nein, ach nein, dis Blut send Herzens- Schläge, die schreibt keine Schulden ein. machen mich Betrübnißvoll. 8. So bin ich denn nun Ach, Herr, ich bin der bösel ausgeföhnet mit Gott, der Knecht; ich bin verdammt, sonst mein Richter war, weil und du hast Recht. mich des Heilands Unschuld 4. Uch aber ach Geduld krönet, und mir durch sein und Gnade! mein Vater, Verdienst so gar beym Ster: Vater, schone doch; wahr ist ben, und vor dem Gericht, es, übel steht der Schade, zu meinem Troft, das Ure ich glaube aber gleichwohl theil spricht. noch, daß du vor Sünde In bekannter Melodie. Buße wählst, und mich nicht ch Gott und zum Verlohrnen zählst. 132. Herr, wie groß 5. Ich falle dir demnach zu Fuße, ich folle die in deine und schwer find meine begangne Sünden, da ist nieG3 mand, 102 Von der Sinnesänderung des Menschen. mand, der helfen kan, in die hab ich mich drein gefunfer Welt zu finden. den, 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit, bis an der Welt ihr Ende, und wollt los fenn des Creußes mein, würd ich doch solchs nicht enden. 9. Darinn ich bleib, ob hie der keib und Seel von einander scheiden, so werd ich dort ben dir, mein Hort, seyn in ewigen Freuden. 10. Ehre sey nun, Gott Vater und Sohn, dem heilgen Geist zusammen, zweifle auch nicht, weil Christus spricht: Wer glaubt, wird felig, Amen. 3. Zu dir flich ich, verstoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet. Ach Gott, zurn nicht, geh nicht ins Gericht, dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Solls ja so seyn, daß Miel. Schwing dich aufzu 2c. Straf und Pein auf Sunde 133.Schlage, Jefu, folgen müssen, so fahr hie fort, und schone dort, und laß mich hier wohl büßen. 5. Gib, Herr, Geduld, vergiß der Schuld, verleih ein gehorsam Herze, laß mich nur nicht, wies wohl ge fchicht, mein Heil murrend verscherzen. 6. Handle mit mir, wie's Dünket dir, durch dein Gnad will ichs leiden, laß mich nur nicht dort ewiglich von dir seyn abgescheiden. * 7. Gleich wie sich fein ein Vögelein in hohle Bäum verstecket, wenns trüb her geht, die Luft unftet, Men schen und Vieh erschrecker: 8. Also, Herr Christ, mein' Zuflucht ist die Höhle deiner Minden, wenn Súnd und Tod mich bracht in Noth, an mein rühre mein Gewissen, damit aus der Sünden Schmerz heisse Thränen fliessen, blicke mich, wie Petrum an, daß ich in mich schlage, daß ich mag gedenken dran, und doch nicht verzage. 2. Weck mich durch des Wortes Schall aus dem Schlaf der Sünden, laß für meiner Schulden Fall mich und Erbarmung finden, nimm mich zu Gnaden auf, meinen Glauben stärke, daß mein. ganzer Lebens- Lauf sen voll guter Werke. 3. Zeig dich mir, Herr Jesu Christ, wie du warst gebunden, wie sehr du gemartert bist mit so vielen Wunden, daß ich auch zur Herrlichkeit durch viel Trübfal gehe, und nach Von der Sinnesänderung des Menschen. 103 46 Und ob es währt bis in die Nacht, und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweis feln nicht noch forgen: So thu Ifracl rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gottes erharre. 5. Ob bey uns ist der Sünden viel, ben Gott ist vielmehr Gnade, fein' Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sey der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der Ifrael er134. Herr Gott, ehör mein Ru- lösen wird, aus feinen SünD. M. Luther, fen, dein gnädig Ohr neig den allen. her zu mir, und meiner Bitt es öffne, denn so du wilt das 135.Straf mich nicht sehen an, was Sünd und Unrecht ist gethan, wer kann Herr, vor dir bleiben? 2. Ben dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben, es ist doch unser Thun umsonst, auch in dem besten Leben, vor dir niemand fich rühmen kann, es muß dich fürchten jedermann, und deiner Gnade leben. nach überstandnem Streit, dich mein Jefu, sehe. 4. Dein Blut sen mein Lebens- Saft, und mein Trost im Leiden, meiner Seele Stark und Kraft, so sterb ich mit Freuden, in der Stunde letzter Noth wollst du mein gedenken, und ein felig End o Gott, mir durch Chriftum schenken.or In bekannter Melodie. us tiefer Noth schren ich zu dir: 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen: Auf ihn mein Her; foll laffen fich und seiner Güte trauen, die mir zusagt fein werthes Wort, das ist mein Troft und treuer Hort, des will ich allzeit harren. in Zorn, groffer Gott, verschone, ach, laß mich nicht seyn verlohen, nach Verdienst nicht lohne; was die Sünd hat entzündt, lösch im Blut vom Lamme deines Zornes Flamme. 2. Hert, wer denkt im Tode dein? wer dankt in der Hölle? rette mich aus jener Pein, rette meine Seele, daß ich dir für und für, dore an jenem Tage, höchster Gott, Lob sage.is 3. Zeig mir deine Bater Huld, stårk mit Trost mich Schwachen, ach, Herr, hab mit mir Geduld, du, der Trost des Schwachen, heil die Seel mit dem Del deiner groffen 4 104 Von der Sinnesänderung des Menschen. großen Gnaden, wend ab der Pfeile viel, die im Geallen Schaden. wiffen ohne Ziel mich armen Sünder drücken. 4. Ach! sich mein' Gebeine an, wie sie all erstarren, mei 2. Erbarm dich mein in fol. ne Seele gar nicht fan deicher Laft, nimm sie aus meiner Hülf erharren: Ich ver- nem Herzen, dieweil du sie schmaht; Tag und Nacht gebüffer haft am Kreuz mit muß mein Auge fliessen, von Todes- Schmerzen. Auf daß den Thränen- Güssen. ich nicht mit groffem Weh 5. Ach! ich bin so mie und in meinen Sünden untermatt von den schweren Pla geh, noch ewiglich verzage. gen, mein Herz ist der Seuf. 3. Fürwahr, wenn mir das zer fatt, die nach Hülfe fra kommet ein, was ich mein gen: Wie so lang machst du Tag begangen, so fällt mir bang meiner armen Seele, auf mein Herz ein Stein, in der Schwermuths- Höhle? und bin mit Furcht umfan6. Weicht, ihr Feinde, gen: Ja, ich weiß weder weicht von mir, Gott erhört aus noch ein, und müßte mein Beten. Nunmehr darf ich mit Begier vor sein Antlig treten; Teufel weich, Hölle fleuch, was mich vor gefränket, hat mir Gott ge schenker.mp3 gar verlohren seyn, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Aber dein heilsam Wort das macht mit seinem füffen Singen, daß mir das Herze wieder lacht, und darf empor sich schwingen: Die weil es alle Gnad verheißt denen, die mit zerknirschtem Geist, zu dir, o Jesu, komen. 5. Und weil ich denn in meinem Sinn,( wie ich zuvor geklager) auch ein bes trübter Sünder bin, den sein Gewissen naget, und gerne wolt im Blute dein von du Bruñquell aller Gnaden, Sünden abgewaschen seyn, sich doch, wie ich in meinem wie David und Manaffe. Muth mit Schmerzen bin 6. Als komm auch ich zu beladen, und in mir hab/ dir allhie in meiner Angst geschrits 7. Vater, dir fey ewig Preis hier und auch dort oben, wie auch Chrifto gleicher Weis', der allzeit zu loben, heilger Geist, sen gepreift, hochgerühmt, geehret, daß du mich erhöret. In bekannter Melodie. 136. Het err Jesu Chrift du höchstes Gut, Von der Sinnesänderung des Menschen. 105 schritten, und thu dich mit werf alle meine Sünd, so gebeugtem Knie von gan viel nur in mir stecken, und zem Herzen bitten: Bergieb mich so heftig schrecken, in mir doch genadiglich, was deine tiefe Wunden, da ich ich mein Lebrag wider dich stets Heil gefunden. auf Erden hab begangen. 4. Durch dein unschuldig 7.0 Herr, mein Gott, ver- Blut, die reine, heilge Fluth, gieb mirs doch, um deines wasch ab all meine Sünde, Namens willen, und thu in mit Troft mein Herz vermir das schwere Joch der Ue- binde, und ihr'r nicht mehr bertretung stillen, daß sich gedenke, ins Meer fie tief mein Herz zufrieden geb, und versente. mundat dir hinfort zu Ehren leb, in Findlichem Gehorsam. 5. Du bist der, der mich troft, weil du mich haft cr lóft, was ich gefündigt habe, hast du verscharrt im Grabe, da hast du es verschloffen, da wirds auch bleiben müssen. 8. Stark mich mit deinem Freuden Geist, heil mich mit deinen Wunden, wasch mich mit deinem Todes- Schweiß in meiner letzten Stunden, und nimm mich einst, wenn dirs gefällt, in wahrem Glauben von der Welt zu deinen Auserwählten. M. Auf meinem lieben Gott. foll ich flichen bin, weil ich beschweret bin mit viel und groffen Sünden, wo kan ich Rettung finden? Wenn alle Welt herkäme, mein Angst fie nicht wegnahme. 137.2° 2. O Jesu, voller Gnad, tans Heer mir ganz entgeauf dein Gebot und Ratgen war, darf ich doch nicht kömmt mein betrübt Gemüverzagen, mit dir kan ich the, zu deiner groffen Güte, fie schlagen, dein Blut darf laß du auf mein Gewiffen ich nur zeigen fo muß ihr ein Tropflein Gnade fliessen. Trus bald schweigen. 3. Ich dein betrübteskind,* 9.Dein Blut, der edleSaft, Gs hat 6. Ist meine Schuld auch groß, so werd ich ihr doch los, wenn ich dein Blut auffaffe, und mich darauf verlaffe, wer sich zu dir nur findet, all' Angst ihm bald verschwindet. 7. Mir mangelt zwar sehr viel, doch was ich haben will, ist alles mir zu gute erlangt mit deinem Blute, damit ich überwinde Tod, Teufel, Höll und Sünde. * 8. Und wenn des Sa 106 Von der Sinnesänderung des Menschen. hat solche Stark und Kraft,| licbfies Vater Herz, wollst daß auch ein Tropflein kleine alle Sünde mir verzeihen, die ganze Welt kan reine, ja gar aus Teufels Rachen, fren, los und ledvig machen. 210. Darum allein auf dich, Herr Chrift, verlaß ich mich: Jezt kan ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben, denn du haft mirs erworben, da du für mich gestorben. der, steh hier vor Gottes Angeficht: Ach, Gott! ach, Gott! verfahr gelinder, und geh nicht mit mir ins Gericht. Erbarme dich, erbar me dich, Gott, mein Erbar mer, über mich. under spricht: Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. II. Führ auch mein Herz und Sinn durch deinen Geist dahin daß ich mög als les meiden, was mich und 5. Wahr ist es, übel steht dich kan scheiden, und ich an der Schade, den niemand deinem Leibe ein Gliedmaß heilet auffer du; ach! aber, ewig bleibeld mach! ich fleh' um Gnade, ich Mel. Wer nur den lieben: c. laffe dir nicht eher Ruh. Erbarme dich, erbarme dich, charmer Mensch, über 2. Wie ist mir doch so herz lich bange, von wegen mei ner groffen Sünd, bis daß ich Gnad von dir erlange, ich armes und verlohrnes Kind. Erbarme dich, erbar me dich, Gott, mein Erbar mer, über mich. und lindern meines Herzens Schmerz. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 3. Hör und vernimm mein fehnlich Schreyen, du aller. 4. Wie lang foll ich vergeblich klagen? Hörst du denn nicht, hörst du denn nicht? Soll ich in meiner Noth verjagen? Hor, was der arme mich. 6. Nicht, wie ichs hab vers schuldet, lohne, und handle nicht nach meiner Sünd, o treuer Vater, schone, schone, erkenn mich wieder für dein Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbars mer, über mich. 7. Sprich nur ein Wort, fo werd ich leben, sag, daß der arme Sünder hör: Geh hin, die Sünd ist dir vergeben, nur fündige forthin nicht mehr. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich. 8. Ich Von der Sinnesänderung des Menschen. 107 8. Ich zweifle nicht, ich Blute, und eröffnen laffen bin erhöret, erhörer bin ich sein Herz und Seite der Zweifelsfrey, weil sich der Welt zu gute. Troft im Herzen mehret, drum will ich enden mein Geschren. Erbarme Dich, er- Gnad und Geist durch Chris barme dich, Gott, mein Erftum wolleft geben! mach barmer über mich. uns samt ihm des HimmelMel. Zerzliebster Jesu 2c. reiches Erben, mit dir zut 6. Darum, ach Vater! laß uns nicht verderben, dein 139.2end ab deinen leben. Zorn, lieber Gott, in Gnaden, und laß nicht wüten deine blurge Kuthe, richt uns nicht fireng nach unfern Missethaten, sondern nach Güte. 12. Denn fo du woltest nach Verdienste strafen, wer könnte deines Zornes Hand ertragen? Alles müst vergehen, was du hast geschaffen, vor deinen Plagen. 140 mm von uns, Herr, du treuer Gott, die schwere Straf und grosse Noth, die wir mit Sünden ohne Zahl verdiener haben allzumal, behüt für Krieg und theurer Zeit, für Seuchen, Feu'r und groffem leid. SET 68 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht, wir bitten Gnad und nicht das Recht, denn so du, Herr, den rechten Lohn uns geben wollst nach unserm Thun, so must die ganze Welt vergehn, und könnt kein Mensch vor dir bestehn. 4. Sind wir doch arme 3. Ach, Herr Gott! durch Würmlein, Staub und die Treue dein, mit Trost Erden, mit Erb Sünd', und Rettung uns erschein, Schwachheit, Noth und Tod beladen, warum sollen wir gar zunichte werden, im Zorn ohn Gnaden? 3. Vergieb, Herr, gnädig unser groffe Schulden, laß über das Recht deine Gnade walten, denn du verschonft nach deiner grossen Hulde, uns zu erhalten. beweis an uns dein groffe Gnad, und straf uns nicht auf frischer That, wohn uns mit deiner Güte ben, dein Zorn und Grimm fern von uns sen. 4. Warum wilt du so zornig fenn G In bekannter Melodie. 5. Sieh an deines Sohns Creut und bitter Leiden, der uns erlöser hat mit seinem 108 Don der Sinnesänderung des Menschen. feyn über uns arme Bürme- 1 Sünde wein: So tilgest du lein? Weist du doch wohl, aus lauter Gnad, die Misdu, groffer Gott, daß wir fethat, so mich bisher ges nichts find denn Erd und qualet hat. Koth, es ist ja vor deinem Angesicht unsre Schwach heit verborgen nicht. 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt, von wegen meiner Sünden, zu deinen 5. Die Sünd hat uns ver- Thränen ich mich wend' da derber sehr, der Teufel plagt ich Erquickung finde: Bor uns noch vielmehr, die Welt, auch unser Fleisch und Blut uns allezeit verführen thut, folch Elend kennst du, Herr, allein; ach laß uns dir ber fohlen seyn. Gott sind sie so hoch geschätzt, wer damit seine Sünde neßt, den blickt Gott an mit Gü tigkeit; zu jeder Zeit wird fein betrübres Herz erfreut. 6. Gedenk an dein's Sohns bittern Tod, fieh an sein heil ge Wunden roth, die find ja für die ganze Welt die Zahlung und das köfe- Geld, des trösten wir uns allezeit, und hoffen auf Barmherzigkeit. 3. Hier muß ich auch im Thránen Hauf für groffer Anst oft weinen, der Welt aushalten manchenStrauß; fie martert stets die Deinen. Auf allen Seiten, wo sie fan, fångt sie mit mir zu hadern an. Dieß tröstet mich zu aller 7. Leit uns mit deiner rech- Frist, Herr Jesu Chrift! in ten Hand, und fegne unfre Moth du auch gewesen bist. Stadt und Land, gieb uns allzeit dein heilges Wort, behüt fürs Teufels List und Mord, bescher ein selges Stundelein, auf daß wir ewig ben dir seyn. Mel. Allein zu dir Serr Jesu. u weinest für 4. Du zähleft alle Thränen, mein, ich weiß, sie sind gezählet, und ob fie nicht zu zählen seyn, dennoch dir keine fehlet. So oft vor dir fie regen sich, so oft fie auch bewegen dich, daß du dich mein erbarmen mußt, wie die bewußt, denn du mir allzeit Hülfe thuft. 5. Wer jegund fået Thranen aus, hält inGeduldGott stille, wird frölich seyn in deinem Haus, da Freude ist die Fülle. Herr Jesu, heiffe Zähren, bezeugst, es sen dir angenehm, wenn Sünder sich bekehren. Wenn ich vor dir mit Buß erschein, und über meine Von der Sinnesänderung des Menschen. 109 Füller Ja folche Freude, die reines Himmels- Licht: Gott kein Mann mit seiner Zung sen mir Sünder gnädig! aussprechen kan, und die da 3. Die Schulden, die ich bleibt in Ewigkeit: Mein mir bewust, durchångsten Creuß und Leid wird wer- mein Gewissen, drum schlag den dort zu lauter Freud. ich reuig an die Brust, und 6. Für diese Thränen dank will von Herzen büssen: ich dir, da du die Freuden- Ich bin, o Vater, ja nicht Krone, Herr Christ, dadurch werth, daß ich noch wandle erworben mir ben dir ins auf der Erd; doch, weil du Himmels- Throne: Wenn du winkft, so bet ich, mit ganz mich holen wirst hinauf zu zerknirschtem bangen Geift, deinem auserwählten Hauf, der gleichwohl dich noch denn will ich recht lobsingen Vater heist: Gott sey mir dir, o höchste Zier, für dei- Sünder grådig! ne Thränen für und für. 4. Mein Abba, schaue JeMiel. An Wasserflüssen Bab. sum an, den Gnaden- Thron 142.0 König, dessen Majestät weit über alles steiget, dem Erd und Meer zu Dienste steht, vor dem die Welt sich neiget; der Himmel ist dein helles Kleid, du bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr groß und wunderthätig; ich armer, ich vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott fen mir Sünder gnädig. der Sünder, der für die Welt genug gerhan, durch den wir Gottes Kinder in gläubigem Vertrauen sind, der ists, ben dem ich Ruhe find', sein Herz ist ja gurthårig. Ich faffe ihn, und laß ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht. Gott sen mir Sünder gnädig! s. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben, du bist mein Gott, 2. Hier steh ich, wie der Zöll- und was ich bin bleibt ewig ner that, beschåmet und von dir ergeben, ach! heilige ferne, ich suche deine Hülf mich ganz und gar, laß und Gnad, o Herr, von Her- meinen Glauben immerdar zen gerne; doch weil ich voller seyn durch die Liebe thätig: Fehler bin, und, wo ich mich Und will es nicht fort, wie nur wende hin, verlaffen und es soll, fo ruf ich, wie mein unthårig, so schlag ich nieder Herz ist voll: Gott sey mir mein Gesicht, vor dir, dul Sünder gnädig! 6. Mein TIO Von der Sinnesänderung des Menschen. 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf deiner Gnade, mir geh es gleich bis oder gut, gieb nur, daß es nicht schade. Kommt denn die letzte Stunde an, 5. Jesu, deine Lieb' ist fo fen mir auf der Todes- groß, ich komm mühselig, Bahn, mein Jefu, selbst ben- nackt und bloß, ach! laß mich räthig, und wenn ich nicht Gnade finden; ich bin ein mehr sprechen kan, so nimm Schaaf, das sich verirrt, ach den letzten Seufzer an: Gott nimm mich auf, weil ich verfen mir Sünder gnädig! wirrt im Strick und Netz Mel. Rommt her zu mir ec. der Sünden. hr armen Sun143.J der, kommt zu Hauf, kommt eilig, kommt und macht euch auf, mühselig und beladen: hier öffnet sich das Jesus- Herz für alle, die in Reu und Schmerz erken nen ihren Schaden. 2. Es heist: Er nimmt die Sünder an, drum fomm, dein Jesus will und kan dich retten und umarmen; fomm weinend, komm in wahrer Buß, und fall im Glauben ihm zu Fuß, er wird sich dein erbarmen. 3. Ein Hirt verläßt sein Schäflein nicht, dems in der Irr an Hülf gebricht, er sucht es mit Verlangen; er låffet neun und neunzig stehn, und fie gar in der Wüsten gehn, das eine zu umfangen. 4. Es fucht der liebste Jesus Christ die Seele, die verloh niste ren ist, bis er sie hat gefunden: So laß dich finden, liebe Seel, und flieh in Jesu Wunden Höhl, noch sind die Gnaden Stunden. 6. Ach! wehe mir, daß ich von dir gewichen bin jum Abgrund schier, ach! laß mich wiederkehren zu deiner Heerde, nimm mich an, und mach mich fren vom Fluch und Bann, dis ist mein HerzBegehren. 7. Laß mich dein Eigenthum hier seyn, und du mein treuer Hirt allein, im Leben und im Sterben; laß mich von Eitelkeit und Sünd' ausgehn, und mich als Gottes Kind, um dich, mein Heil, bewerben. 8. Ich will von nun an fagen ab, der Sünden- kust, bis in mein Grab, und in dem neuen Leben, in Heilig- und Gerechtigkeit, dir dienen noch die kurze Zeit, die mir zum Heil gegeben. 9. Ach nimm dein armes Taublein ein, und laß es sicher bey Dom Glauben. 133 6. Ach! zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig Gnaden Werke, die dein Geist schafft und thut; hins gegen meine Sinnen, mein affen und Beginnen ist böse und nicht gut. 8. g. Darum, du Gott der lieben kann, und dir zum Gnaden, du Vater aller Wohlgefallen beständig móge wallen auf rechter Lebens- Treu, wend allen SeelenBahn. Schaden, und mach mich täglich neu: Gieb, daß ich deinen Willen gedenke zu erfüllen, und steh mir fräftig 7. Nun, Herr! verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Muth, denn das sind ben.. und nach dem Fleisch ver. derbe, hingegen lebe dir. VII. Vom Glauben. In bekannter Melodie. 147.23 Geist im Glauben; für uns, ir glauben all die wir warn verlohren, am an einen Gott, Creuß gestorben, und von Schöpfer Himmels und der dem Tod wieder auferstanErden, der sich zum Vater den ist durch Gott. gegeben hat, daß wir seine Kinder werden. 3. Wir gläuben an den heilEr will gen Geist, Gott mit dem Bauns allzeit ernähren, Seib ter und dem Sohne, der aller und Seel auch wohl bewah- Blód'n ein Tröster heist, uns ren. Allem Unfall will er mit Gaben zierer schöne; die wehren. Kein leid foll uns ganze Christenheit auf Erwiederfahren. Er sorger für den hålt in einem Sinn gar uns, hütet und wacht, es eben. Hier all Sund vergesteht alles in seiner Macht. ben werden. Das Fleisch 2. Wir glauben auch an föll uns wieder leben. Nach Jefum Chrift, feinen Sohn diesem Elend ist bereit uns und unsern Herren, der ewig ein keben in Ewigkeit. bey dem Vater ist, gleicher: Gott von Macht und Ehren: D. Mart. Luther. In bekannter lielovie. all ist er wahrer Mensch gean einen Gott, bohren, durch den heilgen Vater, Sohn und heilgen Geift, Bon Maria der Jungfrauen 148. Wir glauben ef H Dom Glauben. I14 Geist, den der Cherubinen 3. Laß mich vom groffen Chor und die Schaar der Engel preist. Der durch feine große Kraft alles wür, ket, thut und schafft. Gnaden- Heil das wahr' Erkänntniß finden, wie der nur an- dir habe Theil, dem du vergiebst die Sünden. Hilf, daß ichs such, wie mir gebührt, du bist der Weg, der mich recht führt, die Wahrheit und das Leben. 2. Wir glauben auch an Jefum Chrift, Gottes und Marien Sohn, der vom Himmel kommen ist, und uns führt ins HimmelsThron: Der uns durch sein Blut und Tod hat erlöst aus aller Noth. 4. Gieb, daß ich traue dei nem Wort, ins Herze es wohl faffe: Daß sich mein Glaube immerfort auf dein Verdienst verlasse; daß zur Gerechtigkeit mir werd, wenn ich von Sünden bin beschwert, mein lebendiger Glaube, 5. Den Glauben, Herr, laß trösten sich des Bluts, so du vergossen, auf daß in deinen Wunden ich bleib' allzelt eingeschlossen, und durch den Glauben auch die Welt, und was dieselb' am höchsten hält, für leeren Staub nur achte. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, der von beyden gehet aus, der uns Trost und Beystand leist, wider alle Furcht und Graus. Heilige Drenfaltigkeit, sen gepreist zu aller Zeit. Mel. Es spricht der Unweis Gottes Sohn, 149. Herr Jesu Chrift, daß man recht könne glauben, nicht Menschen Gottes- Werk es ist, auch standhaft zu verbleiben; Drum hilf du mir von oben her, den wahren Glauben mir gewähr, und daß ich drinn verharre. why 6. War auch mein Glaub wie Senfkorn klein, und daß man ihn kaum merke, wollst du in mir doch mächtig fenn, daß deine Gnad mich stärke, die das zerbrochne Rohr nicht bricht, das glimmend Tocht auch vollends nicht auslöfchet in den Schwachen. 2. kehr du, und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich, o Jefu Christe, dich den Sohn des 7. Hilf, daß ich stets forgHöchften nenne, daß ich auch chr den heilgen Geist, zu gleich gelobet und gepreist in dem dreyeingen Wesen. fältig sey, den Glauben zu bes halten, ein gut Gewiffen auch daben, und daß ich so mög walten, Dom Glauben. 115 walten, daß ich sen lauter] 2. Wer sein Herz also stärkt jederzeit, ohn Anstoß, mit Gerechtigkeit erfülüt und ih ren Früchten. und steift im völligen Vertrauen, und Jefum Chriftum recht ergreift, auf sein Verdienst kan bauen, der hat des Glaubens rechte Art, und kann zur feligen Hinfahrt sich schicken ohne Grauen. 8. Herr, durch den Glauben wohn' in mir, laß ihn fich im mer stärken, daß er sen frucht bar für und für, und reich in guten Werken; daß er sey thätig durch die Lieb', mit Freuden und Gedulo sich üb', dem Nächsten fort zu dienen. 9. Infonderheit gieb mir die Kraft, daß vollends bey dem Ende ich übe gute Ritter schaft, zu dir allein mich wende in meiner letzten Stund und Noth, des Glaubens 4. Es ist ein schåndlich bö End, durch deinen Tod, dies fer Wahn, des Glaubens fich Seligkeit erlange. 3. Das aber ist kein Mens schen- Werk, Gott muß es uns gewähren; drum bitt, daß er den Glauben stårk, und in dir woll vermehren: Laß aber auch des GlaubensSchein in guten Werken an dir seyn, sonst ist dein Glaube eitel. 10. Herr Jesu, der du angezündt das Fünklein in mir Schwachen, was sich vom Glauben in mir findt, du wollft es stärker nachen: Was du gefangen an, voll führ bis an das End, daß dort ben dir auf Glauben folgt das Schauen. Mel. Es ist das Seil uns ze. nur rühmen, und gehen auf der Eünder Bahn, das Christen nicht kann ziemen: Wer das thut, der soll wissen fren, daß sein Glaub nur sey Heuchelen, und werd zur Höll ihn bringen. 5. Drum laffe sich ein frommerChrist mit Ernst fenn ans gelegen, daß er aufrichtig je der Frist fich halt in Gottes 150. Der Glaub ist ei. Wegen, daß sein Glaub, ohne Zuversicht zu Gottes Gnad und Güte: Der bloffe Beyfall thut es nicht; es muß Herz und Gemüthe durchaus zu Gott gene Heuchelen, vor Gott dem Herrn rechtschaffen sen, und vor dem Nächsten leuchte. Mel. O Jefu meine Lust 2c. richter fenn, und gründen sich 151.Berſuchet euch doch felbst, ob ihr im auf ihn allein ohn Wanken Glauben stehet? Ob Chriund ohn Zweifel. 1.5= fins 116 Dom Glauben. stus in euch ist? Ob ihr ihm| 6. Wir waren Gottes Feind', auch nachgehet in Demuth er giebt in seinem Sohne und Geduld, in Sanftmuth, sein eingebohrnes Kind, zu Freundlichkeit? In lieb dem unsern Gnaden Throne, sest Nächsten stets zu dienen send Liebe gegen Haß, wer gläubig bereit? dies erkennt, wird bald der liebe froh, die allen Haß verbrennt. 2. Der Glaube ist ein Licht im Herzen tief verborgen, bricht als ein Glanz herfür scheint als der helle Morgen, erweiset seine Kraft, macht Chrifto gleich gefinnt, er neuert Herz und Muth, macht uns zu Gottes Kind. 3. Er schöpft aus Chrifto Heil, Gerechtigkeit und keben, und thut in Einfalt es dem Nächsten wieder geben; dieweil er überreich in Christo worden ist, preift er die Gnade hoch, bekennet Jefum Chrift. 4. Er hofft in Zuversicht, was Gott im Wort zusaget, drum muß der Zweifel fort, die Schwermuth wird verjaget; sieh, wie der Glaube bringt die Hoffnung an den Tag, hält Sturm und Wetter aus, besteht in Ungemach. 5. Aus Hoffnung wächst die Lieb, weil man aus Gottes Händen nimmt alle Din ge an, zum Besten sie sich wenden; denn alles uns zum Nuß und Besten ist gemeynt, drum dringt die Liebe durch 10. Hält sich an sein Verdienst, erlanget Geift und Stärcke, in solcher Zuversicht zu üben gute Werke, auf Freunde und auf Feind, steht ab vom Eigenfinn, flieht die 7. Wie uns nun Gott gethan, thun wir dem Nächsten eben, droht er uns mit dem Tod, wir zeigen ihm das leben, flucht er, so fegnen wir; in Schande, Sport und Hohn ist unser bester Trost des Himmels Ehren- Kron. 8. Setzt uns Gort auf die Prob', ein schweres Creuß zu tragen, der Glaube brinat Geduld, macht leichter alle Plagen; statt Murren, Ungeberd, wird das Gebet erweckt, weil aller Angst und Noth Gott hat ein Ziel ges steckt. 9. Man lernet nur dadurch fein Elend recht verstehen, wie auch des Höchsten Güt; hält an mit Bitten, Flehen, verzaget an sich selbst und trauet ChristiKraft, vernichtet sich zu Grund, saugt von ihm lebens- Saft. Dom Glauben. 117 die Vermessenheit, hält fich allen giebst du, wie dirs mag in Gottesfurcht, in Glück gefallen. und schwerer Zeit. 11. So prüfe dich denn wohl, ob Christus in dir lebet, denn Chrifti Leben ists, wornach der Glaube strebet, erst machet er gerecht, dann heilig, würket Lust zu allem guten Werk, fich, ob du auch so thust. 12. Herr, so mehre doch in mir den wahren Glauben, 4. Jesu, du Brunn aller so kan mich keine Macht der Gnaden, der du niemand von guten Werk berauben, wo dir stößt, der mit SchwachLicht ist geht der Schein frey- heit ist beladen: sondern willig davon aus, du bist deine Jünger tröft'ft, sollt mein Gott und Herr, bewahr mich als dein Haus. ihr Glaube auch so klein, wie ein kleines Senfkorn seyn, wollst du sie doch würdig fergen. schätzen, große Berge zu verIn bekannter Melodie. 152. muß dit klagen reuer Gott, ich meines Herzens JammerStand; ob dir wohl find meine Plagen besser, als mir selbst bekannt: große Schwachheit ich ben mir in Anfechtung oftmals spühr, wenn der Satan allen Glauben will aus meinen Herzen rauben. 5. Laß mich Gnade vor dir finden, der ich bin voll Traurigkeit, hilf du mir selbst überwinden, so oft ich muß in den Streit. Meinen Glau ben täglich mehr', deinesGeistes Schwerdt verehr, damit ich den Feind kan schlagen, alle Zweifel von mir jagen. 2. Du, Gott, dem nichts ist verborgen, weißt, daß ich 6. Heilger Geist ins Himnichts von mir hab', nichts mels Throne, gleicher Gott von allen meinen Sorgen, von Ewigkeit, mit dem Vaalles ist, Herr, deine Gab'; ter und dem Sohne, der Bewas ich Gutes find' an mir, trübten Trost und Freud, der das hab ich allein von dir, du in mir angezündt, so viel auch den Glauben mir und lich am Glauben find, über 3 mir 3. O mein Gott! vor den ich trete jest in meiner groß fen Noth: hör, wie ich so fehnlich bere, laß mich werden nicht zu Spott. Mach zunicht des Teufels Werk, meinen schwachen Glauben stärk, daß ich nimmermehr verzage, Christum stets im Herzen trage. 118 Dom Glauben. mir mit Gnaden walte, fer-| let, das auf Gott sein' Hoffner deine Gab erhalte. nung stellet. 7. Deine Hülfe zu mir 11. Du bist meine Hülf, fende, o du edler Herzens- mein keben, mein Fels, meiGast! und das gute Werk ne Zuversicht, dem ich leib vollende, das du angefan- und Seel ergeben, Gott, gen hast. Blaf das kleine Funklein auf, bis daß nach vollbrachtem Kauf allen Auserwählten gleiche, ich des Glaubens Ziel erreiche. mein Gott, verzeuch doch nicht; eile mir zu stehen ben, brich des Feindes Pfeil' ents zwey, laß ihn selbst zurücke prallen, und mit Schimpf zur Höllen fallen. 8. Gott, groß über alle Götter, heilige Dreyfaltigkeit! Ausser dir ist kein Erretter, tritt mir selbst zur rechten Seit, wann der Feind die Pfeil abdrückt, meine Schwachheit mir auf rückt, will mir allen Trost verschlingen, und mich in Verzweiflung bringen. 12. Ich will alle meine Ta ge rühmen deine starke Hand, daß, du meine Plag' und Klage haft so gnädig abges wandt: Nicht nur in der Sterblichkeit soll dein Ruhm seyn ausgebreit't, ich wills auch hernach beweisen, und dort ewiglich dich preisen. In bekannter Mielodie. 9. Zeuch du mich aus seinen Stricken, die er mir geleger hat, laß es fehlen 153.llein zu dir, Herr feinen Tücken, drauf er fin net früh und spat, gib Kraft, daß ich allen Strauß ritter lich mög stehen aus, und so öfters ich muß kämpfen, hilf mir meine Feinde dämpfen. Jefu Chrift, mein' Hoffnung steht auf Erden, ich weiß, daß du mein Tröster bist, kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erkohrn, auf Erden war kein Mensch gebohrn, der mir aus Ndthen helfen kann, ich ruf dich an, zu dem ich mein Vertrauen hab..be 10. Reiche deinem schwachen Kinde, das auf matten Füssen steht, deine Gnaden Hand geschwinde, bis die Angst vorüber geht: Wie die Jugend gångle mich, daß der Feind nicht rühme sich, er hab ein solch Herz gefäll selben mach mich quitt und 2. Meine Sünden find schwer und übergroß, und reuen mich von Herzen, derlos, Dom Glauben. los, durch deinen Tod und Schmerzen, und zeig mich deinem Vater an, daß du haft gnug für mich gethan, so werd ich quitt der Sünden Laft. Herr, halt mir fest, weß du dich mit versprochen hast. 3. Gieb mir nach dein'r Barmherzigkeit den wahren Christen- Glauben, auf daß ich deine Süssigkeit mög inniglich anschauen; vor allen Dingen lieben dich, und meinen Nächsten gleich als mich. Am letzten End dein Hülf mir send', damit behend des Teufels List sich von mir wend. 119 2. Treulich hast du ja gefuchet die verlohrnen Schäfes lein, als fie liefen ganz verfluchet in der Höllen Pfuhl hinein! ja, du Satans Ueberwinder, haft die hochbetrübten Sünder so gerufen zu der Buß, daß ich billig kommen muß. 4. Ehr sey Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jefu Chrift, fein'm liebsten Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott dem heiligen Geiste, der uns feine Hülf allzeit leiste, damit wir ihm gefällig fenn, hier in der Zeit, und fol gends in der Ewigkeit. In bekannter Melodie. 3. Ach ich bin ein Kind der Sünden, ach ich irre weit und breit, es ist nichts ben mir zu finden, als nur Ungerechtigkeit, all mein Dichten, all mein Trachten heiffet unfern Gott verachten, böslich leb ich ganz und gar, und fehr gottlos immerdar. 4. Herr! ich muß es ja bekennen, daß nichts Gutes wohnt in mir. Das zwar, was wir Wollen nennen, halt ich meiner Seelen für; aber Fleisch und Blut zu zwingen, und das Gute zu vollbringen, folget gar nicht, wie es soll, was ich nicht will, thu ich wohl. 5. Aber, Herr, ich kan nicht 154. Jefu, der du meine wiffen, wie viel meiner SchSeele haft durch deinen bittern Tod, aus des Teufels finstern Höhle, und der schweren Sünden- Noth, kräftiglich herausgeriffen und mich solches laffen wissen, durch dein angenehmes Wort, sen doch jest, o Gott, mein Hort! ler senn, mein Gemüth ist ganz zerrissen von der Sünden Schmerz und Pein, und mein Herz ist matt von Sorgen, ach vergieb mir das verborgen, rechne nicht die Mis sethat, die dich, Herr! erzürnet hat. 6. Jesu, du hast wegge4 nom I 20 Dom Glauben. nommen meine Schulden durch dein Blut, laß es, o Erlöfer, kommen meiner Seligkeit zu gut, und dieweil du so zerschlagen, haft die Sünd am Creuß getragen; en, so sprich mich endlich fren, daß ich ganz dein eigen sen. meinem Herzen, als dein herber Tod allein, diß mein Herz mit Leid vermenget, das dein theures Blut besprenget, fo am Creuß vergoffen ist, geb ich dir, Here Jesu Christ. 11. Nun ich weiß, du wirst mir stillen mein Gewissen, das mich plagt, es wird deine Treu erfüllen, was du felber haft gesagt: Daß auf dieser weiten Erden keiner soll vers lohren werden, sondern ewig leben wohl, wenn er nur ist Glaubens voll. 12. Herr, ich glaube, hilf mir Schwachen, laß mich ja 8. Deine Blutgefärbte verderben nicht, du, du kanst Wunden, deine Nägel, Kron mich stärker machen, wenn und Grab, deine Hände fest mich Sünd und Tod ansicht. gebunden, wenden alle Pla- Deiner Güte will ich trauen, gen ab, deine Pein und blu- bis ich frölich werde schauen tig Schwigen, deine Strie- dich, Herr Jefu, nach dem men, Schläg und Rißen, dei- Streit, in der süssen Ewigkeit. ne Marter, Angst und Stich, Mel. Schwing dich auf zu. Herr Jesu, trösten mich! 9. Wenn ich vor Gericht foll 155. Liebster Bater, ich dein treten, da man nicht entfliehen kan, ach so wollest du mich retten, und dich meiner nehmen an, du allein, Herr, Fanft es stöhren, daß ich nicht den Fluch darf hören: ,, Jhr zu meiner linken Hand send von mir noch nie erkannt!" 7. Weil mich auch der Höl len- Schrecken, und des Satans Grimmigkeit vielmals pflegen aufzuwecken, und zu führen in den Streit, daß ich schier muß unterliegen, ach fo hilf, Herr Jesu, fiegen, o du meine Zuversicht, laß mich ja verzagen nicht. 10. Du ergründest meine Schmerzen: du erkennest meine Pein, es ist nichts in zu dir gecilet, weil ich sonsien niemand find der mich Armen heilet. Meine Wunden sind sehr groß, groß sind meine Sünden, mach mich von denselben los, laß mich Gnade finden. 2. Führst du väterlich Geschlecht, und haft Vater- Sitten; en, so hab ich KindesRecht, und darf kühnlich bit. Vom Glauben. ten, denn den Kindern steht 7. Du bist Gott und heiffeft es fren, Våter anzuflehen. gut, weil du Gutthat übeft, Vater, deine Vater- Treu und gleichwie ein Vater laß mich Armen schen! thut, deine Kinder liebest. 3. Liebster Vater! willst du Dieser Gutthat laß mich dich Vater lassen nemmen, en, auch, Bater- Herz, geniessen, so muft du lassen mich Va- laß auf mich, nach deinem ter- Sinn erkennen: Denn Brauch, deine Gnade fliessen. das wäre viel zu schlecht, blof fen Nahmen führen, und nicht thun nach Vater- Recht, was sich will gebühren. 4. Nun, so nimm dich meidelt. Meine Sünden ich verner an, wie die Väter pflegen: senk, Herr, in Jefu Wunden! Meine Buß- und Thränen- ach derselben nicht gedenk, Bahn laß dich doch bewe- laß sie seyn verschwunden. gen. Meine Sünden bringen Schmerz, die ich hab begangen: Ach! du liebes Vater- Herz, laß mich Gnad erlangen. 9. Klagt mich mein Gewissen an, und will mich verdammen, häuft, was ich nicht recht gethan, mir zum Fluch zusammen; en, so denke mit Geduld, daß ich Staub und Aschen, und daß mich von meiner Schuld Jesu Blut gewaschen. 156.B Gnade finden, Vlach voriger Melodie. ater, mich gieb mir wieder Trost in Sinn, der ich wegen meiner Sünden so betrübt und traurig bin. Siehe, mein Gott! wie ich hier jetzt vor deiner Gnaden- Thür mit dem Zöllner schamroth siehe, und dich um Vergebung flche. 2. Du bist heilig, ich hins gegen voller Ungerechtigkeit, 5 5. Hast du doch in deinem Wort Gnade mir versprochen, laß mich an der Gnaden- Pfort nicht vergeblich pochen: Laß der matten Seufzer Stårk durch die Wolken dringen, und von deinem Himmels- Berg mir die Gnade bringen. 6. Ich laß doch nicht eher ab, bis du mir gewähret Gnade, die ich von dir hab' inniglich begehret: Segne mich, so laß ich dich, eher nicht, ich hange, wie die Klett am Kleid, bis ich Gnad von dir erlange. 121 8. Ach! verzeih mir, ach! vergib, was ich mißgehandelt, weil ich nach der Günden Trieb oftermals gewanmug Dom Glauben. muß mich blos aufs Bitten| Wunden doch meine späte legen, und auf deine Gütig- Buß und Keue vor dir et keit fegen meine Zuversicht: was gelten noch. Denke Denn, so du, Herr, dein doch nicht weiter dran, was Gericht lieffest ohne Gnad' ich habe mißgethan. Laß ergehen, würd es übel um mein vorges Sündensleben mich stehen. mir aus Gnaden seyn vergeben. 3. Aber ach! nach deiner Lehre, willst du keines Sünders Tod; sondern daß er fich bekehre, und fren werde feiner Noth. Dieser Trost erquicker mich, als der ich auch angstiglich Reu und Seid ben mir empfinde, über meine schwere Sünde. 7. Wirst du nun mir armen Sünder, o mein Gott barmherzig seyn, und in die Zahl deiner Kinder wiederum mich nehmen ein; so will ich von Herzen dich dafür preifen ewiglich. Drum in Jesu Chrifti Nahmen wollst du mich erhören, Amen. Miel. Meinen Jesum laß ich. 4. Denke, daß dein Sohn auf Erden drum vergoffen hat sein Blut, auf daß könne felig werden, wer im Glau- 157.Jefus nimmt die Sünder an, saben Busfe thut. Ach! sein get doch dies Trost- Wort alCreuß und Dornen Kron bring ich hier vor deinen Thron: Seinen Tod und Blutvergiessen laß mich Armen auch geniessen. len, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Zwar ich sollte längft seyn kommen, da es noch war rechte Zeit: Doch ist 2. Keiner Gnade find wir werth, doch er hat in feinem Worte eidlich sich darzu erdadurch nichts benommen flärt. Sehet nur die Gnadeiner grossen Gütigkeit. Keine Busse ist zu spät, wenn sie nur von Herzen geht: Darum, wird dir auch mein 3. Wenn ein Schaaf verFlehen annoch nah zu Herlohren ist, suchet es ein treuer zen gehen. Hirte. Jesus, der uns nie 6. Groffer Gott, voll lieb vergißt, sucher treulich das und Treuc, laß durch Jcfu. Verirrte, das es nicht verderben ben- Pforte ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. 122 = Vom Gebet. 123 derben kan. Jesus nimmt Kraft deines Bluts, dendie Sünder an. noch sich in Schnee- weiß 4. Kommet alle, kommet Fehren; da ich glaubig fpreher, kommet, ihr betrübten chen kann: Jesus nimmt Sünder, Jesus rufet euch, die Sünder an. und er macht aus Sündern 7. Mein Gewissen quält Gottes Kinder. Glaubets mich nicht. Moses darf mich doch, und denket dran: Je nicht verklagen. Der mich sus nimmt die Sünder an. fren und ledig spricht, hat 5. Ich Betrübter komme die Schulden abgetragen, hier, und bekenne meine daß mich nichts verdammen Sünden, laß, mein Heye kan. Jesus nimmt die Sünland, mich bey dir Gnade der an. zur Vergebung finden, daß dies Wort mich trösten kan: Jesus nimmt die Sünder an. 8. Jesus nimmt die Sünder an. Mich hat er auch) angenommen, und den Himmel aufgethan, daß ich selig 6. Ich bin ganz getroffen zu ihm kommen, und auf Muths. Ob die Sünden den Trost sterben kan: Jesus blutroth waren, müßten fic, nimmt die Sünder an. VIII. Vom Gebet. In bekannter Melodie.scher kehr, das arm ver158.Bater unfer im führte Volk bekehr. Himmelreich, 3. Es komm dein Reich zu der du uns alle heisfest gleich dieser Zeit, und dort hernach Brüder seyn, und dich rufen in Ewigkeit, der heilge Geist an, und wilt das Beten von uns wohne ben, mit seinen uns haben, gieb, daß nicht Gaben mancherlen; des Sabet allein der Mund, hilf, tans Zorn und groß Gedaß es geh von Herzengrund. walt zerbrich; vor ihm dein' 2. Geheiligt werd der Nah- Kirch erhalt. me dein, dein Wort bey uns 4. Dein Will gescheh, Herr hilf halten rein, daß wir Gott, zugleich auf Erden, auch leben heiliglich, nach wie im Himmelreich; gieb deinem Nahmen würdiglich, uns Geduld in Leidens- Zeit, behüt uns, Herr, für fal gehorsam seyn in lieb und seid; 124 Dom Geber. keid; wehr und steur allem| allen deinen Willen schaft, Fleisch und Blut, das wi- dein ist allein die Herrlichkeit, der deinen Willen thut. von nun an bis in Ewigkeit. 10. Amen, das ist, es werde wahr, stårk unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, was wir hiemit gebeten haben, auf dein Wort in dem Nahmen dein, so sprechen wir das Amen fein. D. M. Luther. 5. Gieb uns heut unser tåg lich Brod, und was man darf zur Leibes- Noth: behit uns für Unfried und Streit, für Seuchen und für theurer Zeit, daß wir in gu tem Friede stehn, der Sorg und Geißzes müßig gehn. 6. All unser Schuld ver- Mel. Wenn wir in höchsten. gieb uns, Herr, daß sie uns nicht betrüben mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr' Schuld und Fehl verge ben gern; zu dienen mach uns all bereit, in rechter lieb und Einigkeit. 159. Nach dir, o Herr, verlanget mich, du bist mein Gott, ich hoff auf dich, ich hoff und bin der Zuversicht, du werdest mich beschämen nicht. 7. Führ uns, Herr, in Verfuchung nicht, wenn uns der böfe Geift anficht; zur lin2. Der wird zu Schenden, der dich schåndt, und sein Gemüthe von dir wendt: Der aber, der sich dir erfen und zur rechten Hand, giebt, und dich recht liebt, hilf uns thun starken Widerbleibt unbetrübt. stand, im Glauben fest und wohl gerüst, und durch des heilgen Geistes Troft. 3. Herr, nimm dich meiner Seele an, und führe fie die rechte Bahn; laß deine Wahrheit leuchten mir im Wege, der uns bringt zu dir. 4. Denn du bist ja mein einzig licht, sonst weiß ich keinen Helfer nicht: Ich hars re dein bey Tag und Nacht, was ists, das dich so sau. mend macht? 8. Von allem Uebel uns er los, es sind die Zeit und Tage bös, erlös uns von dem ewgen Tod, und tröst uns in der letzten Noth, beschehr uns auch ein selges End, nimm unfre Seel in deine Hånd. ** 9. Denn dein, Herr, ist allein das Reich auf Erden 5. Ach! wende, Herr, dein' wie im Himmelreich, dein ist Augen ab von dem, wo ich allein die große Kraft, diel geirret hab? was denkst du an Dom Gebet. an den Sünden- Lauf, den ich geführt von Jugend auf? 6. Gedenk, o meines Lebens Hort, an deine Güt und süß ses Wort, damit dein Herz zu trösten pflegt das, was fich dir zu Füssen legt. 7. Der Herr ist fromm und herzlich gut dem, der sich prüft und Busse thut: Wer seinen Bund und Zeugniß hält, der wird erhalten, wenn er fällt. 8. Ein Herz, das Gott von Herzen scheur, das wird in seinem leid erfreut: Und wenn die Noth am tiefsten steht, so wird sein Creug zur Wenn erhöht. 125 Aug und Angesicht: Laß deiner Antwort Gegenschein mit meinem Beten stimmen ein. 13. Die Welt ist falsch; du bist mein Freund, der's treu: lich und von Herzen mennt. Der Menschen Gunst steht nur im Mund, du aber liebst von Herzen- Grund. 14. Zerreiß die Netz, heb auf die Strick, und brich des Feindes List und Tück: Und wenn mein Unglück ist vorben, so gieb, daß ich dir dankbar sen. 15. Laß mich in deiner Furcht bestehn, fein schlecht und recht ftets einher gehn: Gieb mir. die Einfalt die dich chrt, und lieber duldet als beschwert. 9. Nun, Herr, ich bin dir wohl bekannt, mein Geist der schwebt in deiner Hand. Du fichest, wie mein Auge thránt, und sich nach deiner Hülfe sehnt. 16. Regier und führe mich zu dir, und andre Christen neben mir: Nimm, was die misfällt, von uns hin: gieb neue Herzen, neuen Sinn. 10. Die Angst, die mir zum 17. Wasch ab all unfern Herzen dringt, und daraus so Sünden- Koth, erlös aus alviel Geufzer zwingt, ist groß, ler Angst und Noth: Und du aber bist der Mann, dem führ uns bald mit Gnaden nichts zu groß entstehen fan. ein zum ewgen Fried- und 11. Drum ficht mein Au- Freuden- Schein. ge und trägt ir mein Begehren für: Ach 160. Herr Jefu In bekannter Melodie. ch ruf zu dir, laß doch, wie du pflegst zu thun, dein Aug' auf meinen Augen ruhn. 12. Wenn ich dein bedarf, so wende nicht von mir dein Christ, ich bitt, erhör mein Klagen: Verleih mir Gnad zu dieser Frist, laß mich doch nicht verzagen, den rechten Weg, Dom Gebet. 126 Weg, o Herr, ich meyn, den wollest du mir geben, dir zu leben, mein'm Nächsten muß zu seyn, dein Wort zu halten eben. 2. Ich bitt noch mehr, o Herre Gott, du kanst es mir wohl geben, daß ich nicht wieder werd zu Spott; die Hoffnung gieb darneben, voraus wenn ich An deiner Gnad allein ich kleb, du kanst mich stärker machen. Kommt nun An-. fechtung her, so wehr, daßß sie mich nicht umstoffen, du kanft maffen, daß mirs nicht bringt Gefahr, ich weiß, du wirsts nicht laffen. Jn bekannter Melodie. 1612enn wir in höchsten Nöthen von, daß ich dir mög vertrauen, und nicht bauen auf alles mein Thun, sonst wird michs ewig reuen. senn und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hülf noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und spat. 2. So ist diß unser Troft allein, daß wir zusammen ingemein dich anrufen, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Noth; 3. Verleih, daß ich ausher zens- Grund meinen Feinden mög' vergeben: Verzeih mir auch zu dieser Stund, schaff mir ein neues Leben! Dein Wort mein' Speif laß all- 3. Und heben unser Aug weg seyn, damit mein Seel zu nähren und zu wehren, wenniinglück geht daher, das mich bald möcht abkehren. und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz, und fus chen der Sünde Vergebung, und aller Strafenkinderung. 4. Laß mich kein kust noch Furcht von dir in dieser Welt abwenden: Beständig seyn ans End gieb mir, du hafts allein in Händen, und wem du's giebst, der hats umsonst; es mag niemand er erben noch erwerben durch Werke deine Gnad, die uns errett' vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit, und widerstreb, hilf, o Herr 4. Die du verheisfest gnådiglich allen, die darum bitren dich, im Nahmen deins Sohnes Jefu Chrift, der unser Heil und Fürsprach ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen dir all unsre Noth, weil wir jetzt stehn verlassen gar, in gros ser Trubfal und Gefahr. 6.Sich nicht an unfre Süns den groß, sprich uns derselben Chrift, dem, Schwachen: 1 aus Gnaden los, ftch uns in unferm Vom Gebet. unserm Elend ben, mach uns von allen Plagen fren. 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freu, den danken dir, gehorsam fenn nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. Mel. Wenn wir in höchsten. 162. ilf, Helfer, hilf 3. Gedenke meiner, wenn ich bere, und merk mit deiner Gnade drauf, weil ich in in Angst und Christo vor dich trete, so Noth, erbarm dich mein, o schleuß auch mir dein Herze treuer Gott, ich bin doch ja auf; du giebest mir, nur du dein liebes Kind, tros Teu-( allein, was mir kann gut fel, Welt und aller Sünd. und selig seyn. 2. Ich trau auf dich, o Gott mein Herr, wenn ich dich hab, was will ich mehr? Ich hab ja dich, Herr Jesu Christ, der du mein Gott und Erlöser bist. 4. Gedenke meiner, wenn ich falle, und wirf mich nicht im Zorne hin. Weil ich, wie andre Menschen alle, im Fleische schwach und blöde bin, so fördre meinen Gang und Stand, durch Kraft und Stärke deiner Hand. s. Gedenke meiner, wenn ich leide. Wen hab ich sonst, als dich allein, der, ben der Menschen Haß und Neidz, mein Freund und Tröster 163. Mein lieber Gott, könte senn? Und hab ich dich, fo lacht mein Much, wenn Welt und Teufel böse thut. gedenke mei ner im Besten jetzt und alle zeit: denn auffer dir ist nirgend feiner, der mich mit Rath und Troft erfreut; dein Wort macht mich voll Zuversicht und sagt mir, du vergißt mein nicht. 6. Gedenke meiner auch in allen, woran ich nicht gedenten fan, und blicke mich mit Wohlgefallen in meinem ganzen Leben an: Denn gibst du mir, was dir gefällt, so ifts um mich recht 2. Gedenke meiner, wenn ich höre dein füffes Evange- gut bestellt. 27.6. 127 $ lium, und mache mir die Himmels Lehre zu Saft und Kraft im Christenthum, daß so dein Saame wohl geling', und tausendfache Früchte bring. 3. Deß freu ich mich von Herzen fein, bin gutes Muths und harre dein, verlaß mich gänzlich auf dein'n Nahmen, hilf, Helfer, hilf, drauf sprech ich Am'n. Mel. Wer nur den lieben. 128 Vom Gebet. 7. Gedenke meiner, wenn beste Kunst, freudig allzeit ich sterbe, und wenn mich vor, Gott treten, finder Hülalle Welt vergißt; verseze fe, Gnad und Gunst: Wer mich in jenes Erbe, wo du Gott feft vertrauen kan, ist mein Theil und Leben bist: der allerbeste Mann, der Denn bleibst du nicht im wird allzeit Rettung finden, Himmel mein, so wollt ich kein Feind wird ihn über winden. nie gebohren seyn. 8. Ich will mich über nichts betrüben: In deine Hände hast du mich zum Heil und Segen angeschrieben; drum steht die Hoffnung bloß auf dich, und weiß im Glauben ungefränkt, daß Gott im Besten mein gedenkt.. Mel. Treuer Gott, idy muß. enn dich) Un4. kerne Gottes Weise merken, die er bey den Seinen hält: Er will ihren Glauben starken, wenn sie Unglück überfällt, Unser Gott der lebt ja noch, schweigt er gleich, so hört e. doch; sen getroft, du must nicht zagen: Dein Gott kan dirs nicht verfagen. 5.Laß dich Gottes Wort re164.Wenn glück hat begieren, merke, was die Wahrtreten, wenn du bist in Angst heit lehrt, Satan wird dich und Noth, mußt du fleißig nicht verführen, der die ganze zu Gott beten, Beten hilft in Welt bethört, Gottes WahrNoch und Tod, daß du Gor- yeit ist dein Licht, deinSchuß, res Angesicht, auch im Creus auf dich gericht't, kanst aus feinem Wort erblicken, und dein Herz mit Troft erquicken. Troft und Zuversicht; trau nur Gott, der kan nicht lügen, bet, du wirst gewiß obliegen. 2. Keiner wird ja nie zu Schanden, der sich seinem Gott vertraut: Kommt dir gleich viel Noth zu handen, hast du auf ihn wohl gebaut; obs gleich scheint, als hört er nicht, weiß er doch, was Dir gebricht. Deine Noth must du ihm klagen, und in keiner Angst verzagen. 6. Lob sey Gott für seine Gnade! seine große Gut und Treu, macht, daß mir kein Feind nicht schace, pe ist alle Morgen neu; Drum will ich mein kebenlang mmmer sagen tob und Dank: meinem Gott in allen Dingen, frölich Halleluja pingen. Mel. Vun danket alle Gott. ohl auf mein Herz zu Gort, 165.20 3. Rufen, Schreyen, Klopfen, Beten ist der Christen Dein Dom Gebet. dein' Andacht frölich bringe, daß dein Wunsch und Gebet durch alle Wolken dringe, weil Gott dich beten heist, weil dich sein lieber Sohn so freudig treten heißt vor feinen Gnaden. Thron. 2. Dein Vater ists, der dir befohlen hat zu beten, dein Bruder isis, der dich vor ihn 3. Pflanz nur Geduld durch getroft heift treten, der werthe deinen Geist ins Herze und Tröster ists, der dir die Worthilf, daß ich es achte nicht giebt ein, drum muß auch dein zum Scherze; zu deiner Zeit Gebet gewiß erhörer senn. wend ab mein teid, durch Mark und Bein dringt mir der große Schmerze, 3. Da siehst du Gottes Herz, das dir nichts kan verfagen, fein Mund, fein theures Wort vertreibt ja alles Zagen. Was dir unmöglich deucht, kann seine BaterHand noch geben, die von dir so viel Noth abgewandt. 4. Jeh weiß, du hast meiner noch nicht vergessen. Daß ich für leid mit folt mein Herz abfreifen? Mitten in Norh denk ich an Gort, ob er mich schon mit Creut und 4. Komm nur, komm freu- Angst thut pressen. dig her, in Jefu Chrifti Namen, sprich: Lieber Vater, hilf, ich bin dein Kind, sprich Amen. Ich weiß, es wird geschehn, du wirst mich las sen nicht; Du wirst, du willst, du kanst thun, was dein Wort verspricht. 129 mirs aufgelegt, so hilf mirs tragen. Vlach bekannter Melodie. 166. ch Gott! erbör und Wehklagen, laß mich in meiner Noth nicht gar verzagen, du weißt den Schmerz, erkennst mein Herz; hast du 2. Ohn deinen Willen kan mir nichts begegnen. Du kanst verfluchen und auch wieder segnen; bin ich dein Kind, und habs verdient gieb wieder Sonnenschein nach trübem Regen. 6. Soll ich noch mehr um deinet willen leiden, so steh mir, Herr, mit deiner Fulf mein Seufzen zur Seiten; fein ritterlich, beständiglich, hilf mir mein Widersacher all bestreiten. 7. Daß ich durch deinen G ist móg überwinden, und 3 mich 5 Es hat kein Unglück nie so lang gewähret, es har doch endlich wieder aufgehöret; beut mir deine Hórd, und machs ein End, auf dieser Erd mein Herz nichts mehe begehret. 130 Dom Gebet. mich allzeit in deinem Haus| So hebt dein Geist mein laß finden, zu Preis und Herz zu dir empor ,, daß ich Dank, mit lob Gesang dir Psalmen sing im höhern Mit dir thu ich in liebe Chor. mich verbinden. 5 167.Dir, dir, Jeho. vah, will ich 4. Denn der kan mich ben 8. Das wir in Ewigkeit dir vertreten mit Seufzern, bleiben beysammen, und ich die ganz unaussprechlich allzeit dein'n auserwählten find, der lehret mich recht Nahmen preif herziglich, gläubig beten, giebt Zeugs das bitt ich dich, durch Jeniß meinem Geist, daß ich sum Christum, unsern Herdein Kind und ein Miterbe Jesu Christi sen, daher ich ren, Amen. ir, dir, Jeho- Abba, lieber Vater, schren. 5. Wenn dies aus meinem fingen, denn wo ist doch ein Herzen schallet, durch deines folcher Gott, wie du? Dir heilgen Geistes Kraft und will ich meine Lieder brin- Erieb, so bricht dein Vatergen, ach! gieb mir deines Herz, und wallet ganz brúns Geistes Kraft darzu, daß stig gegen mich für heiffer ich es thu im Nahmen Je- lieb, daß mirs die Bitte nicht su Chrift, so wie es dir durch verfagen kann, die ich nach ihn gefällig ist. deinem Willen hab gethan. 2.Zeuch mich, o Vater, zu 6. Was mich dein Geift dem Sohne, damit dein selbst bitten lehret, das ist Sohn mich wieder zich zu nach de nem Willen eingedir. Dein Geist in meinem richt't, und wird gewiß von Herzen wohne, und meine dir erhöret, weil es im NaSinnen und Verstand re- men deines Sohn's geschicht, gier, daß ich den Frieden durch welchen ich dein Kind Gottes schmeckt und fühl, fund Erbe bin, und nehme von und dir dafür im Herzen| dir Gnad um Gnade hin. fing und spiel. 7. Wohl mir, daß ich dies 3. Verleih mir, Höchster, Zeugniß habe; drum bin ich folche Güte, so wird gewiß voller Trost und Freudigkeit, mein Singen recht gethan. und weiß, daß alle gute GaSo klingt es schön in mei- be, die ich von dir verlanget hem tiede, und ich bet dich jederzeit, die giebst du, und im Geist und Wahrheit an. Ithuft überschwenglich mehr, als Von den Stücheen des Glaubens 2c. ISI als ich verstehe, bitte und begehr. und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. 8. Wohl mir, ich bitt in Wohl mir! tob dir jekt Jesu Nahmen, der mich zu und in Ewigkeit, daß du deiner Rechten selbst ver mir schenkest solche Seligtritt. In ihm ist alles Ja keit. IX. Von den Früchten des Glaubens. Dingen; so wird mein Geift sich allermeist zu dir, Herr Jesu, schwingen. 4. Treib' aus von mir den folgen Sinn, laß mich in Demuth leben. Rach, Neid und Zorn nimm von mir hin, so kann ich bald vergeben. Wenn schon durch List mein Neben Christ ins Elend mich getrieben, weiß ich doch wohl, daß man auch soll die årgsten Feinde lieben. 2. Gieb meinem Herzen 5. Gieb mir auch diese dreywahre Reu, und Thränen erlen: Erst einen festen meinen Augen, daß ich hin-! Glauben, ben welchem rechte fort das Böse scheu, und Treue sey, die nimmer steh meine Werke taugen. Hilf, auf Schrauben, daß ich mich daß ich sen ohn Heuchelen, üb in wahrer Lieb, und hoff' cin Schutz und Trost der auf deine Güte, die mich, o Armen, auch jederzeit voll| Gott, fürSchand und Spott Freundlichkeit mich ihrer mög erbarmen. auch bis ins Grab behüte. 6. Nach vielem Reichthunt, Gut und Geld, Herr, laß mich ja nicht trachten. Gib, daß ich allen Pracht der Welt még inniglich verachten, auch nimmermehr nach hoher Ehr und grossem Na3 2 men Vom findlichen Sinne zu Gott. Mel. 0 Serre Gott, dein. 168.ch höchster Gott! verleihe mir, daß ich nur dich begehre, und daß mich chriftlich für und für dein Wille neu gebåbre, daß ich dein Kind, dich such' und find", in allem Creuß und Seiden, damit nicht Tod noch Höllen- Noth mich jemals von dir scheiden. 3.Lösch aus in mir des Flei sches- Luft, daß ich in deiner Liebe empfinde Kraft in meiner Brust, und stets also mich übe, nach deinem Wort, an allem Ort, in tugendlichen 2 Von den Früchten des Glaubens, 132 men strebe, und freulich nur nach rechter Spuhr der wah. ren Christen lebe. werde ich und ewiglich ben dir, Herr Jefu bleiben. Vlach vorige: Melodie. 169. Hilf mir, mein Gott, hilf, daß nach dir von Herzen mich verlange; und ich dich suche mit Begier, wenn mir wird angst und bange. Verleih, daß ich mit Freuden dich in meiner Angst bald finde. Gieb mir den Sinn, daß ich forthin meid alle Schand und Sünde. 7. Für Schmeicheln, list und Heuchelen bewahre mir die Sinnen, und laß mich ja durch Gleißneren den Nach sten nicht gewinnen. Laß Ja und Nein mein Antwort fenn, darnach man sich zu richten: Denn dieses kann beh jedermann die Sachen leichtlich schlichten. 8. Herr, säubre doch von Eitelkeit mein fündliches Gemüthe, daß ich in dieser kurs zen Zeit für schnöder Lust mich hüte. Des Herzens Grund fen wie der Mund, dem Näch: ften nicht zu schaden; so werd ich nicht, wie sonst geschicht, mit Schmähen überladen. 9. Gieb, daß ich ja den Müf. figgang, fammt aller Trägheit haffe, dagegen, Herr, mein Lebenlang mein' Arbeit so verfaffe, daß ich zur Noth mein täglich Brod mit Ehren mög erwerben, und wenn ich foll, fein fauft und wohl in dir, Herr Jesu, sterben. 10. Ach gieb mir deinen guten Geist, daß ich die Laster fliehe, und nur um das, was chriftlich heißt von Herzen mich bemühe: So kann kein keid zu dieser Zeit aus deiner Hand mich treiben, hier Dorn, und mich zur Demuth führe. 2. Hilf, daß ich mich mit Reu und Schmerz in deine Gnad ergebe, hab immer ein zerknirschtes Herz, in wahrer Busse lebe, vor die erschein', herzlich bewein hier alle Missethaten, die Hände fein laß milde seyn, dem Dürftigen zu rathen. 3. Die kust des Fleisches dämpf in mir, daß sie nicht überwinde. Rechtschaffne lieb und Luft zu dir durch deinen Geist anzünde; daß ich in Noch bis in den Tod dich und dein Wort bekenne. Mich auch kein Truß, noch Eigen Nutz, von deiner Wahrheit trenne. 4. Behute mich für Grimm und Zorn, mein Herz mit Sanftmuth ziere. Reiß aus der schnöden Hoffart S a) Pom kindlichen Sinne zu Gort. 133 führe. Was noch von du mich mit Geduld so lange Sund' in mir sich finde, Zeit getragen? da ich in mandas laß mich stets ablegen. cher Sünd und Uebertretung Laß allezeit Troft, Fried lag, und dich, du frommer und Freud in mir durch dich Gott, erzurnet alle Tag'. fich regen. Ind 2. Sehr groffe kieb und 5. Den Glauben stårk, er- Gnad erwiesest du mir Arhalt in mir die Lieb, und ma- men. Ich fuhr in Sünde che feste mein Hoffnung, die fort, du aber in Erbarmen. nicht wankt von dir; Bestän Ich widerfirebre dir, und digkeit ists beste. Den Mund schob die Buffe auf; Du bewahr, auf daß Gefahrschobeft auf die Straf, daß durch ihn nicht werd erwecket, die nicht folgte drauf. fpeis ab den Leib, doch daß er bleib von kaffern unbeflecket. 3. Daß sich mein Sinn be Fehrt, hast du allein verrichret. Du haft des Satans Reich und Werk in mir vernichtet. Herr, deine Gut und Treu, die an die Wolken reicht, hat auch mein frei. nern Herz zerbrochen und erweicht. 6. Gieb, daß ich treu und fleißig sen in dem, was mir gebühret, durch Ehrgeiß Stolz and Heuchelen nicht werde neu verführet. zeicht fertigkeit, Haß, Zanck und Ned laß in mir nicht ver bleiben. Verstockten Sinn, und Diebs- Gewinn wollft du von mir abtreiben. 4. Selbst font ich allzuviel beleidgen dich mit Sünden; ich fonte, aber nicht selbst Gnade wieder finden. Selbst fallen fonte ich, und ins Verderben gehn; ich konnte felber nicht von meinem Fall aufstehn. 7. Hilf, daß ich folge treuem Rath, und ab vom Irrthum trete, den Armen helfe mit der That, für Freund und Feind stets bete, dien' jeder mann, fo viel ich kann, das Bose haß und meide nach deinem Wort, o höchster Host, bis ich von dannen scheide. Mel. O Gott, du frommer. ich doch s. Dur haft mich aufgericht't, und mir den Weg geweifet, den ich nun wandeln soll: Dafür, Herr, sen gepreiset. Gott fen gelobt, daß ich die alte nun und tod170.28 für Dant, o willig, ohne Furcht, die redHerr, dir dafür fagen, daß ten Werke laß. 3.3 6. Das 134 Von den Früchten des Glaubens. 6. Damit ich aber nicht aufs| seines Geistes Gnad' in sich neue wieder falle, so gieb mir sammlen können. deinen Geist, dieweil ich hier noch walle, der meine Schwachheit stärk, und darin mächtig sen, und mein Gemüthe stets zu deinem Dienst erneu. -19 7. Ach leit und führe mich, so lang ich leb auf Erden, laß mich nicht ohne dich durch mich geführet werden. Führ ich mich ohne dich, so werd ich bald verführt; wenn du mich führeft selbst, thu ich, was mir gebührt. 8. O Gott, du groffer Gott, o Vater, hör mein Flehen. D Jesu, Gottes Sohn, laß Deine Kraft mich sehen. werther heilger Geift, regier mich allezeit, daß ich dir die ne her, und dort in Ewigkeit. Mel. Schwing dich aufzu 2c. 171.Hab ich was nicht recht gethan, ist mirs leid von Herzen, dahingegen nehm ich an Chri: 172. Ich hab in Gos tes Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Gewinn, der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn deß, der zum Thron des Himmels aufges zogen. Ob er gleich schlågt und Creuz auflegt, bleibt doch sein Herz gewogen. 2. Das 3. Es ist herzlich gut gemeynt mit der Christen Plas gen: Wer hier zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen, sondern hat vollkommne Just dort in Chrifti Garten ( dem er einig recht bewust) endlich zu gewarten.com 4. Gottes Kinder såen zwar traurig und mit Thranen, aber endlich bringt das Jahr, wornach sie sich sehnen: Denn es kömmt die Erndtes Zeit, da fie Garben machen, da wird all ihr Gram und Leid lauter Freud und Lachen. 5. En, so faß, o Christene Herz, alle deine Schmerzen, wirf sie frölich hinterwärts, laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr, gieb dem groffen Namen deines Gottes Preis und Ehr, er wird helfen, Amen. Mel. Was mein Gott will. Denn das ist die Nanzion meiner Missethaten: Bring ich diß vor Gottes Thron, ist mir wohl gerathen. 2. Meine Seele lebt in mir, durch die füffen kehren, so die Chriften mit Begier alle Tage hören. Gott eröffnet früh und spat meinen Geist und Sinnen, daß fiel a) Dom Findlichen Sinne zu Gott. 135 2. Das kan mir fehlen nim- ist alles gut, obs noch so mermehr, mein Vater muß traurig schiene. mich lieben: Wann er mich auch gleich wirft ins Meer, so will er mich nur üben, und mein Gemüth in seiner Gút gewöhnen fest zu stehen. Halt ich dann Stand, weiß feine Hand mich wieder zu erhöhen. 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, es sen mit einer groffen tast dein Glück und Heil beschweret: hast spat und früh viel Sorg und Müh, an deinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, daß, was geschicht, gescheh zu deinem Frommen. 7. Fürwahr der dich geschaffen hat, und ihm zur Ehr erbauet, der hat schon längst in seinem Rath crfehen und beschauet, aus wahrer Treu, was dienlich sey dir und den Deinen allen; laß ihm doch zu, daß er nur thu nach seis nem Wohlgefallen. bir 4. Woher wollt ich meinen Aufenthalt auf dieser Welt erlangen? Ich wäre lång8. Wenns Gott gefällt, so fans nicht seyn, er wird dich sten tode und kalt, wo mich legt erfreuen. Was du jetzt nicht Gott umfangen mit seinem Arm, der alles warm, gesund und frölich machet. Was er nicht hält, das bricht und fällt, was er erfreut, das lachet. nennest Creug und Pein, wird dir zum Heil gedenen. Wart' in Geduld; die Gnad und Huld wird sich doch endlich finden; all' Angst und Quaal wird auf einmahl, gleich wie ein Dampf, verschwinden. 5. Zudem ist Weisheit und Berstand ben ihm ohn alle maassen. Zeit, Ort und 9. Das Feld kan ohne UnStand ist ihm bekannt, zu gestum gar keine Früchte tras thun und auch zu lassen; er gen: So fällt auch Menschen weiß, wann Freud', er weiß, Wohlfahrt um, ben lauter wann keid uns, seinen Kin- guren Tagen. Wie bitter fen dern, diene, und was er thut, die Arzeney, schafft sie doch 34 neues 3. Ich bin ja von mir sel ber nicht entsprungen noch formiret. Mein Gott ists, der mich zugericht, an leib und Seel gezieret; der See le Siß mit Sinn und Wiß, den Leib mit Fleisch und Beinen. Wer so viel thut, deß Herz und Muth fans nimmer böse meynen, a 136 Von den Früchten des Glaubens. neues Leben: So muß das ruf und bete, weicht alles hinLeir zu neuer Freud und neuem Glück erheben.. ter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde, und bin geliebt bey Gott; was fan mir thun der Feinde und Widerfacher Rott? 10. En nun, mein Gott, fo fall ich dir getroft in deine Hande. Nimm mich, und mach es du mit mir, bis an mein lestes Ende, wie du wohl weist, daß meinem Geist dadurch sein Nuß entstehe, und deine Ehr je mehr und mehr sich auch an mir erhöhe. 11. Willst du mir geben Gonnenschein, so nehm ichs an mit Freuden; Solls aber Creuß und Unglück fenn will ichs geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens- Thür noch ferner offen stehen, wie du mich führst und führen wirst, will ich geduldig gehen. 12: Soll ich denn auch des Todes Weg und finstre Straße reisen, wohlan so tret ich Bahn und Steg, den mir dein Augen weisen; du bist mein Hirt, der alles wird zu folchem Ende kehren, daß ich einmahl in deinem Saal dich ewig möge ehren. Bom göttlichen Frieden, der Freude und Hoffnung Mel. Reinen bat sort verl. ft Gott für mich, fo trete, gleich alles wider mich, so oft ich 2. Nun weiß und glaub ich fefte, ich rühms auch ohne Schen, daß Gott der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sen, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh, und dämpfe Sturm und Wellen, und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, drauf ich mich gründe, ist Christus und sein Blut. Der machet, daß ich finde das ewge wahre Gut. An mir und meinem de. ben ist nichts auf dieser Erd, was Christus mir gegeben, das ist der Liebe werth. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und schön. stes Licht, wenn der nicht in mir wäre, so dürft und könnt ich nicht vor Gottes Augen stehen, vor seinem Richterfit, ich müstę stracks vergehen, wie Wachs in Feuers- Hiß. 5. Der, der hat ausgelös schet, was mit sich führt den Tod, der ists, der mich rein waschet, macht Schnee- weiß, was ist roth; in ihm kan ich mich freuen, hab einen Hel den Muth, darf kein Ges richte b) Dom gottl. Frieden, der freude und Soffnung. 137 richte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 6. Nichts, nichts fan mich verdammen, nichts nimmer mir mein Herz, die Höll und ihre Flammen die find mir nur ein Scherz, kein Urtheil mich erschrecket, fein Unheil mich betrübt, weil mich mit Flügeln decker mein Hei land, der mich liebt. wann ich gleich fall und ster. be, fällt doch mein Himmel nicht; muß ich auch gleich hier feuchten mit Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchren durchfüffet alles leid. 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreiber Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin, giebt Segen und Gedeyen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreyen aus aller mei ner Kraft. 8. Und wenn an manchem Orte fich Furcht und Schrecken findt, so seufzt und spricht er Worte, die unayssprechlich find, mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewust, der an des HerzensGrunde erfiehet seine Lust. 9. Sein Geist spricht meis nem Geiste, manch suffes Trost- Wort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, der ben ihm suchet Ruh, und wie er hab' erbauet, ein edle neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es gegläubet hat. 10. Da ist mein Theil und Erbe mir prächtig zugericht, 11. Wer sich mit dem verbindet, den Satan fleucht und haßt, der wird verfolgt, und findet ein harte schwere kast zu leiden und zu tragen, geräth in Hohn und Spott, das Creutz und alle Plagen, die sind sein täglich Brod. 12. Das ist mir nicht ver borgen, doch bin ich unverzagt, Gott will ich laffen fora gen, dem ich mich zugesagt, es koste Leib und Leben und alles, was ich hab', an dir will ich fest kleben, und nimmer lassen ab. 13. Die Welt die mag zers brechen, du siehst mir ewis glich. Kein Unfall soll mich schwächen, soll trennen mich und dich, Kein Hungern und kein Dürsten, kein' Armuth, keine Pein, kein Zorn des groffen Fürsten, soll mir ein' Hindrung seyn. 14. Kein Engel, keine Freus den, kein Thron, kein' Herr lichkeit, fein Lieben und kein Leiden, kein Angst und Fähre lichkeit, was man nur fan er denken, es sey klein oder groß, Is der 138 Von den Früchten des Glaubens. mad der feines foll mich lenken aus| sten Unglücks- Wellen mit deincin Arm und Schoos. deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich des Moses Eifer drücken, blitzt auf mich des Gefeßes Weh, droht Straf und Hölle meinem Rücken, so steig ich glaubig in die Höh, und flich in deiner Seite Wunden, da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluch Strahl treffen fan. Tritt alles wider mich 174.Wie wohl ist mir, zusammen, du bist mein Heil, Freund der Geelen! wenn ich in deiner Siche ruh. Ich freige aus der Schwermuth Höhlen, und eile deinen Armen zu, da muß die Nacht des Traurens schei, den, wenn mit so angeneh men Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Er den: wer wollte nicht vergnüget worden, der in dir fuchet Ruh und kust? wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du mich in die Creußes- Wüsten, ich folg und lehne mich auf dich; du nåähreft aus den WolkenBrüsten, und labeft aus dem Felsen mich: ich traue deinen Wunder- Wegen, fie enden sich in lieb und Segen. Ges nug, wenn ich dich ben mir hab. Ich weiß, wen du willt herrlich zieren, und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. 2. Die Welt mag meine Feindin heiffen, es sen alfo, ich trau ihr nicht, wenn sie 5. Der Tod mag andernmir gleich) will rieb erweisen dufter scheinen, mir nicht, ben einem freundlichen Geweil Seele, Herz und Muth sicht. In dir vergnügt sich in dir, der du verlässeft keimeine Seele, du bist mein nen, o allerliebstes Leben, Freund, den ich erwähle: du ruht. Wen fan des Weges bleibst mein Freund, wenn End erschrecken, wenn er aus Freundschaft weicht. Der Mördervollen Hecken gelanWelt Haß kann mich doch get in die Sicherheit? Mein nicht fällen, weil in den stärk- 1 Sicht! so will ich auch mit Fren 15. Mein Herze geht im Springen, und kann nicht traurig seyn, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jefus Christ; das, was mich fingend machet, ist, was im Himmel ift. In eigener Melodie. b) Dom göttl. Frieden, der Freude und hoffnung. 139 wieder zu sich kehren, nehm ers hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. Freuden aus dieser finstern Wildniß scheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir denn, o 4. Schickt er mir ein Crent Freund der Seelen, so wohl, zu tragen, dringt herein, wenn ich mich lehn auf dich! Angft und Pein, follt ich mich kan Welt, Roth und drum verzagen? Der es Tod nicht qualen, weil du, schickt, der wird es wenden, mein Gott, vergnügest mich. er weiß wohl, wie er foll all Laß solche Ruh in dem Gemein Unglück enden. muthe, nach deiner unum> schränkten Güte, des Him meis füffen Vorschmack feyn. Weg Welt, mit allen Schmeicheleyen, nichts fan, als Jefus, mich erfreuen. reicher Trost: mein Freund ist mein! In bekannter Melodie. 175.28 arum sollt ich mich denn gråmen, hab ich doch Chriftum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir fchon Gottes Sohn benge legt im Glauben? 5. Gott hat mich ben guten Tagen oft ergeßt, folt ich jetzt auch nicht etwas tragen? Fromm ist Gott, und schärft mit Maaffen sein Gericht, kan mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten tönnen mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten: Laß sie spotten, laß fie lachen, Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schans den machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Chrift, wo er ist, stets sich laffen schauen. Bolt ihn auch der Tod auf: reiben, soll sein Much dennoch gut, und fein stille bleiben. 8, Kann uns doch kein Tod nicht tödten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend 3. Gut und Blut, Leib, Nöthen: Schleußt das Thor Seel und Leben ist nicht der bittern keiden, und macht mein, Gott allein ist der Bahn, da man kan gehn zur mir's gegeben: Willersl Himmels- Freuden. 9. U[* 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem: Nackend werd ich auch hinziehen, wenn ich werd von der Erd, als ein Schatten flichen. Von den Früchten des Glaubens, mod 9* Allda wird in suffen feinden, kann sich nur mein haben sich mein Herz, auf Gemüth und Einn mit meiden Schmerz, ewiglich ergenem Gott befreunden, so hen. Hier ist kein recht Gut frag ich nichts nach ihrem zu finden: Was die Welt Haß, ist Gott mein Freund, in sich hält, muß im Qun wer thut mir was? hi verfahwinden. 10. Was sind diese LebensGüter? Eine Hand voller Cand, Kummer der Gernu ther. Dort, dort sind die erlen Gaben, da mein Hirt, Christus wird mich ohn En de laben. 3. Und ob ich gleich darüber oft viel Unglück leiden müſ fen; so hat Gott dennoch unverhoft mich stets daraus geriffen: Lalernt ich erst, daß Sott allein der Menschen bester Freund muß fenn. 4 Ja, wenn gleich meine Sünden Schuld sich häuft in mir zusammen, treibt mich in Angst und Ungeduld und will mich hier verdammen, so fürcht ich doch dieselbe nie, denn Gott, mein Freund, vertilget fie. 12. Du bist mein, weil ich dich faffe, und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen laffe. Laß mich, laß mich hin gelangen, da du mich, und ich dich lieblich werd umfangen. Mel. Mads mit mir Gort. 5. Dahero, trotz der Höllen Heer, tross auch des Todes Rachen, troß aller Welt, mich kann nicht mehr ihr Pochen traurig machen. Gott ist mein Schuß, mein Hülf und Rath, wohl dem, der Gott zum Freunde hat. M. vor deinem Chron tret. ch der fich auf seinen Gott recht findlich kann ver 176.28ohl dem laffen, den mag gleich Sun. 177. Gort! wie manches Herze= de, Welt und Tod und alle leid begegnet mir zu dieser Teufel haffen, so bleibt er den: Zeit, der schmale Weg ist noch wohl vergnügt, wenn er Trubsal- voll, den ich zum nur Gott zum Freunde kriegt. Himmel wandern soll. 2. Die böse Welt mag im- 2. Wie schwerlich lässt sich merhin mich hier und da be- Fleisch und Blut hinzichen zu dem 140 11. Herr mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, niemand kann uns scheiden: ich bin dein, weil du dein Leben, und dein Blut, mir zu gut, in den Tod gegeben. b) Dom göttl. Frieden, der Freude und Soffnung. 141 dem ewgen Gut! Bo soll nicht verlässt, dein Wahrheit ich mich denn wenden hin? bleibt mir ewig fest. Du bist Zu dir, Herr Jesu, steht mein rechter treuer Hirt, der mein Sinn. ewig mich behüten wird. 3. Ben dir mein Herz Trost, Hülf und Rach allzeit gewiß gefunden hat. Niemand je mahls verlaffen ist, der nur vertraut auf Jefum Chrift. 4. Du bist der große Wun der- Mann, das zeigt dein Amt und dein Person. Welch Wunder- Ding hat man erfahrn, daß du, mein Gott, bist Mensch gebohrn! 5. Und führeft uns durch deinen Tod ganz wunderbar aus aller Noth. Jesu, mein Herr und Gott allein, wie füß ist mir der Nahme dein! 6. Es fan fein Trauren seyn so schwer, dein füffer Nahm erfreut vielmehr. Kein Elend mag so bitter seyn, dein füsser Nahm der linderts fein. 7. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht, so gieb, o Herr, daß ichs nicht acht'. Wenn ich dich hab, so hab ich wohl, was ewig mich er freuen soll. 10. Jefit, mein Freud, mein Ehr und Ruhm, meins fyerzens Schaß und mein Reichthum, ich kans doch ja nicht zeigen an, wie hoch dein Nahm erfreuen kann. 11. Wer Glaub und Lieb' im Herzen hat, der wirds erfahren in der That. Drum hab ich oft und viel gerent: Wenn ich an dir nicht Freude hätt; 8. Dein bin ich ja mit keib und Seel, was fann mir thun Sünd, Tod und Höll? Kein' beffre Treu auf Erden ist, denn nur bey dir, Herr Jefu Chrift. 12. So wollt den Tod ich wünschen her, ja daß ich nie gebohren wär. Denn wer dich nicht im Herzen hat der ist gewiß lebendig født. 13. Jesu, du edler Brautgam werth, mein' hochfie Zierd' auf dieser Erd, an dir allein ich mich erger, weit über alle güldne Schäß. 14. So oft ich nur gedenk' an dich, all mein Gemüth erfreuet sich; wenn ich mein' Hoffnung stell zu dir, so fühl ich Fried und Trost in mir. 15. Wenn ich in Nöthen bet und fing, so wird mein Her; recht guter Ding. Dein Geist bezeugt, daß folches fren des ewgen Lebens Vorschmack sey. 9. Ich weiß, daß du mich 16. Drum will ich, weil ich lebe 142 Von den Früchten des Glaubens. 6 lebe noch, daß Creuß dir wil- cken; komm, komm, mein lig tragen nach. Mein Gott, Freuden- Licht, denn ohne mach mich dazu bereit, es dich zu leben, ist lauter Herdient zum Besten allezeit. zeleid, vor deinen Augen schweben, ist wahre Seligs keit. 17. Hilf mir mein' Sach recht greifen an, daß ich mein'n kauf vollenden kann; hilf mir auch zwingen Fleisch und Blut, vor Sünd und Schanden mich behüt. 4. Dreiche Lebens- Quelle, o Jefu, füsse Ruh, wenn ich mich dir geselle, so hilfft und stärkest du: Ich will geduldig leiden, und soll mich keine Pein von deiner Liebe scheiden, noch mir beschwerlich seyn. 18. Erhalt mein Herz im Glauben rein, so leb und sterb ich dir allein. Jesu, mein Trost, hör mein Begier, o mein Heiland! wär ich ben dir. 5. Mein Herze bleibt ergeben, dir immer für und für zu fierben und zu leben, und will vielmehr mit dir im tiefffen Drangfal schwitzen, als, Schönster, ohne dich im Paradiese figen, veracht und jämmerlich. 6.0 Herrlichkeit der Erden, dich mag und will ich nicht: mein Geift will himmlisch werden, und ist dahin gericht, wo Jesus wird geschauet, da sehn ich mich hinein, wo Jesus Hütten bauet, denn dorten ist gut seyn. 7. Nun, Jesu, mein Vergnügen, komm, hole mich zu dir, hilf mir den Tod besiegen: Komm, meiner Seelen Zier, und sehe mich aus Gna3. Laß, liebster, mich erbli den in deine Freuden- Stadt, cken dein freundlich Ange- so fan mir niemand schaden, ficht, mein Herze zu erqui- fo bin ich reich und satt. Nicl. Mel. Valet will ich dir geb. chaß, über alle Schäße, o Je fu, liebster Schag, an dem ich mich ergege, hier hab ich einen Plag in meinem treuen Herzen, Dir Schönster, zugetheilt, weil du mit deinen Schmerzen mir meinen Schmerz geheilt. 2. Uch Freude meiner Freuden, du wahres Him mel- Brod, damit ich mich fann weiden, das meine Seelen- Noth ganz kräftiglich kann stillen, und mich in Leidens- Zeit erfreulich kann erfüllen mit Trost und Süffigkeit. b) Dom gåttl. Frieden, der Freude und hoffnung. 143 179.2 Mel. Es ist das Heil uns 2c. 5. Sich doch nur, wie der eg Traurigkeit, Heiland ist mit Dornen selbst weich Unge- gekrönet, wie ihn der Feinde duld, was soll das Jammer- Macht und List umgeben und Klagen? Du hast ja Gottes gehöhner; drum gieb dich Gnad und Huld; Was wilt nur geduldig drein, wilt du du dich selbst plagen? Gott fein Kind und Erbe seyn, bleibt dein Schuß, dein Licht, ihm williglich zu folgen. dein Heil, dein Trost und Kraft, dein Schatz, dein Theil und deines Herzens Freude. 6. Was ist ein trüber Augens blick, darin ein Creuß, dich drücket? Wie vielmehr ist der Gnade Glück, damit dich Gott erquicket! Wie ist doch alles Herzeleid so gar nichts, wenn die Ewigkeit der Himmels- Freud dich labet. 7. Schau, wie Gott, was er hält in Hut, zu aller Zeit ges prüfet. Je frömmer Kind, je schårfre Ruth; Gebet und Hoffnung über. Die CreußFarb ist die höchste Zier, die alle fromme Herzen hier in dieser Welt bezeichnet. 8. Dich nagt auch dein Ge wiffen nicht, weil deine Sünden- Plagen dein Jefus, deine Zuversicht, selbst hat für dich getragen; so bleibst du Gottes liebes Kind, tros Teufel, Welt, Höll, Tod und Sünd, wer ist, der dir kann 2. Dein Vater ists, der prifet dich, wenn er sich hat ver borgen, halt ihm nur still, glaub feftiglich, er wird dich wohl versorgen. Rufnur zu ihm: Troft, Hülf und Rath, wirst du stets finden früh und spat, dein Gott wird dich nicht laffen. 3. Gott ist ben dir, er sieht und weiß, was dich drückt und betrübet. Die starke Hand behält den Preis zu hel: fen. Der dich liebet, vermehrt dir deine Zuversicht, daß kein Feind deines Glaubens licht in Ewigkeit tann rauben. 4. Was dein Gott thut, das ist dir gut, er hilft den schwachen Herzen; er hält dich stets in seiner Hut, er schaden? lindert alle Schmerzen. 9. Drum laß dich nimmerBist du betrübt, so denk an mehr fein keid von deinent Gott, so kann dir weder Gott abtreiben. Laß UngeSchmach noch Spott, ja duld und Traurigkeit aus deis keine Noth nicht schaden, nem Herzen bleiben! laß in Der 144 Von den Seuchten des Glaubens. der Noth zu aller Zeit dich starker Gott, in aller Noth, finden zum Gebet bereit, so wer mag dir widerstreben? darfst du gar nicht zagen. 5. Mir hat die Welt trüg10. Du bist getauft, das lich gericht, mit Lügen und theure Blut, für alle Welt mit falschem Gedicht, viel gegeben, ist deiner Seele Neg und heimlich Stricke. höchstes Gut, dein Labsal Herr, nimm mein wahr, in und dein Leben. Sen nur getroft und unverzagt! Wer glaubt, was ihm sein Gott zusagt, wird frölich überwinden. dieser Gefahr, behüt mich für falschen Tücken. 6. Hert! meinen Geist bes fehl ich dir, mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine In bekannter Melodie. n dich hab ich o Gott, aus 180. gehoffer Herr, aller Noch hilf mir am legten Ende. hilf, daß ich nicht zu Schanden werd', noch ewiglich zu Spotte, das bitt ich dich, erhalte mich in deiner Treu, Herr Gotte. 2. Dein gnädig Ohr neig, Herr, zu mir, erhor' mein Bitt, thu dich herfür, eil bald mich zu erretten, in Angst el. Ach was ist doch unser. und Weh, ich lieg over fich, 181.Sollt es gleich biss 3. Mein Gott und Schirmer steh mir ben, sen mir eine Burg, darin ich fren und ritterlich mög streiten, wider mein Feind, der gar viel seynd an mir auf bey den Seiten. 4. Du bist meine Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein' Kraft, fagt mir dein Wort, mein Hülf mein Heil, mein Leben, mein 7. Glorie, Lob, Ehr und Herrlichkeit sey dir Gott Vater und Sohn bereit, dem heilgen Geist mit Nahmen, die göttliche Kraft mach' uns fieghaft, durch Jesum Christum, Amen. nen, als wenn Gott verließ die Seinen, o so glaub' und weiß ich diß, Gott hilft endlich noch gewiß. 2. Hülfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht auf gehoben: Hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nöthig ist. 3. Gleich wie Väter nicht bald geben, wornach ihre Kinder streben; so hält Gott auch b) Dom gottl. Frieden, der Freude und hoffnung. 145 auch Maas und Ziel, er In bekannter Melodie. giebt, wem und wenn er will. 182. Bet 182. Befichl du deine 4. fann ich mich getrösten, wenn die Noth am allergröffen. Er ist ge gen mich sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. Wege, und was dein Herze fränkt, der allertreusten Pflege des der den Himmel lenkt, der Wolken, Luft und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren must du trauen, wenn dirs foll wohl ergehn: auf sein Werk must du schauen, wenn dein Werk soll beftehn. Mit Sorgen und mit Gråmen und mit felbsteigner Pein läßt Gott ihm gar nichts nehmen, es muß erbeten seyn. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und ficht, was gut sen oder schade dem sterblichen Geblüt, und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand' und Wefen, was deinem Rath gefällt. 9. Ich will ihr gar gerne 4. Weg' hast du aller wegen, laffen, was ich sonsten pfl gan Mitteln fehlt dies nicht, zu haffen, sie hab ihre Er- dein Thun ist lauter Segen, den Noth, und laß mir nur dein Gang ist lauter zicht. meinen Gott. Dein Werk fann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, wilt thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hie wollten widerstehn, so wird 5. Troß den Feinden, trok dem Drachen, ich kann ihre Macht verlachen; troß dem schweren Creuzes. Joch. Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Trotz des bittern Todes Zähnen, trotz der Welt und allen denen, die mir find ohn Urfach feind, Gott im Himmel ist mein Freund. 7.Laß die Welt nur immer neiden, will fie mich nicht långer leiden, en! so frag ich nichts darnach, Gott ist Richter meiner Sach. 8. Will sie mich gleich von fich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben, wenn ich nur den Himmel krieg', hab ich alles zur Genüg'. 10. Ach Herr! wenn ich dich nur habe, fag' ich allem andern abe; Legt man mich gleich in das Grab, ach Herr! wenn ich dich nur hab'. 146 wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn, was er ihm fürgenommen, und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff o du arme Seele, hoff und sey unverzagt, Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken, er warte nur der Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. Von den Früchten des Glaubens. l'ed 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da dus am mindsten gläubst. Er wird dein Herze lófen von der so schweren taft, die du zu keinem Bösen bisher getragen haft. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davon mit Ruhm und Danks Geschreye den Sieg und Ehren- Cron. Gott giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du fingst Freuden- Psalmen dem, der dein Leid gewandt. 7. Auf, auf, gieb deinem Schmerze, und Sorgen gute Macht, laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der alles führen foll, Gott fist im Regimente, und führet alles wohl. 8. Jhn, ihn laß thun und walten, er ist ein weiser Fürst, und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wann er, wie ihm gebührer, 183. Ben deine Wege, mit wunderbarem Rath, das Werk hinaus geführet, das Dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn, und thun an seinem Theile, als hätt in seinem Sinn er Deiner sich begeben, und follt'st du für und für in Angst und Nöthen schweben, und mache dich von Sorgen los: Vertraue feiner Vaters Pflege; vor ihm ist nichts zu schwer und groß, das er, zu seines Nahmens Preis, nicht herrlich auszuführen weiß. 2. Wo du ihn nur haft rathen lassen, da hat er alles wohl gemacht: Denn was fo frag er nichts nach dir. dein Denken nicht kan faffen, das 12. Mach End', o Herr, mach Ende an aller unfrer Noth, stärk unsre Füß und Hände, und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen seyn, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Mel. Wer nur den lieben ze. b) Vom göttl. Frieden, der Freude und Soffnung. 147 Sorgfalt, die du mir, noch eh ich war, schon haft erwies sen, da du, mein treuer Hirte, dir zum Eigenthum mich haft erwählt, und deinen Schaafen zugezählt. 8. Dir sen auch ewig lob gegeben, daß du so unvermuPlage dir werden in der Eithet haft für mich geforgt in telkeit, wenn du nichts wün- meinem keben; fo lang ich schest in der Welt, als was bin der Erden Gast, ift alles Gott will und ihm gefällt. liebreich, nüg und gut, was 4. Dir wirds an keinem deine Schickung mit mit Gute fehlen, wenn du dein thut. Herz gewöhnst und lehrst, 9. Dort werd ich deiner nur Gottes Willen zu erwáh- Liebe Thaten erst preisen in len, und deinem eignen Wil Vollkommenheit, wenn mir len wehrst, denn eigen Wäh mein Wunsch ist wohlgeralen täuscht und freugt, so gut then, daß ich kann in der uns unser Wollen deucht. Ewigkeit erkennen, wie dein Wille mir so gut gewest ist für und für. 5. Gieb meinem Herzen folche Stille, mein Jesu, daß ich sey vergnügt mit allem, dein Gnaden- Wille mit 184. Thaten laß ich M. un ruhen alle Wäldermeinen mir und meinem Leben fügt: Nur nimm dich meiner See. le an, so hab ich, was ich wünschen kann. Den Höchfien rathen, der alles fann und hat, er muß zu allen Dingen, solls anders wohl gelingen, selbst geben guten Rath und That. das hat er långst zuvor be dacht; wie dies sein Rath hat auserfehn, so und nicht anders muß es gehn. 3. Wie werden deine Le bens- Tage so manches Kummers seyn befrent! Wie leicht wird alle Noth und 6. Ich weiß, du thuffs, sie ist die Deine, und koster dich dein theures Blut; behalt du sie dir schön und reine, laß dies dein mir vertrautes Gut nur einzig meine Sor ge seyn, so trifft mein ganzes Wünschen ein. 7. Indeß sey stets, mein Heil, gepriesen, für alle 2. Nichts ist es spát und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst. Er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stell alles in feine Gunft. 3. Es kann mir nichts geschehen, denn was er hat erses K2 hen, 148 Von den Früchten des Glaubens. hen, und was mir selig ist; und trave dem alleine, der ich nehm os wie ers giebet, dich erschaffen hat, es gehe, was ihn von mir beliebet, wie es gehe, dein Vater in daffelbe hab ich auch erkieft. der Höhe, der weiß zu allen 4. Ich traue seiner Gina- Sachen Rath. den, die mich für allem Schaden, für allem Uebel schüßt, leb ich nach seinen Gefeßen, so kann mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir gut und nützt. 185. In bekannter Melodie. nicht so traurig, nicht so sehr, meine Seele, sen betrübt, daß dir Gott Glück, Gut und Ehr, nicht so viel, wie an5. Er wolle meiner Sündern, giebt: Nimm für lieb den in Gnaden mich entbin mit deinem Gott, haft du den, durchstreichen meine Gott, so hats nicht noth. Schuld, er wird auf mein Verbrechen nicht gleich das Urtheil sprechen, und haben noch mit mir Geduld. 2. Du, und sonst kein Mens schen- Kind, haft kein Recht auf diese Welt; alle, die geschaffen sind, sind nur Gåst im fremden Zelt; Gott ist Herr in seinem Haus, wie er will, so theilt er aus. 3. Bist du doch darum nicht hier, daß du Erden haben solt, schau den Himmel über dir, da, da ist dein edles Gold; da ist Ehre, da ist Frend, Freud ohn End, Ehr ohne Neid. 4. Der ist albern, der sich frånft um ein Hand voll Eitelkeit, wann ihm Gott dargegen schenkt Schätze der 8. Thm hab ich mich erge- Beständigkeit: Bleibt das ben, in sterben und zu leben, Beßre dein Gewinn, fahr so bald er mir gebeut, es sen das Schlechtre immer hin. heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß auch wohl die rechte Zeit. 5. Schane alle Güter an, die dein Herz für Güter hält, feines mit dir gehen kann, wenn du gehest aus der Welt; alles 9.0 Seele, thu das Deine 6. leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wie der, lieg over ziehe fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich sein görtlich Wort. 7. Hat er es denn beschloß fen, so will ich unverdroffen an mein Berhängniß gehn, fein Unfall, unter allen wird mir zu harte fallen, ich will mit Gott es überstehn. b) Dom gottl. Frieden, der Freude und Hoffnung. 149 alles bleibet hinter dir, wenn voll, und von ganzem Herdu trittst ins Grabes Thir. zen treu; wenn du wün6. Aber was die Seele scheft, prüft er wohl, wie nährt, Gottes Huld und dein Wunsch beschaffen fen: Chrifti Blut, wird von keiner Zeit verzehrt, ist und bleibet allzeit gut. Erden- Gut zerfällt und bricht, SeelenGut das schwindet nicht. 7. Ach wie bist du doch so blind, und im Denken unbe dacht! Augen hast du, Men schen Kind, und hast doch noch nie betracht deiner Augen helles Glas, siehe, welch ein Schatz ist das! 8. Zähle deine Finger her, und der andern Glieder Zahl keins ist, das dir un werth war, chrst und liebst sie allzumahl, feines gábst du weg um Gold, wenn man dirs abnehmen wolt. 9. Nun so gehe in den Grund deines Herzens, das dich lehrt, wie viel Gutes alle Stund' dir von oben wird beschehrt; Du haft mehr als Sand am Meer, und willst doch noch immer mehr. 10. Wüste der im Himmel lebt, daß dirs wäre nuß und gut, wornach so begierlich strebt dein verblendtes Fleisch und Blut, würde seine Frömmigkeit dich nicht las sen unerfreut. 11. Gott ist deiner Liebel ft dirs gut, so geht ers ein, ists dein Schade, spricht er nein. 12. Unterdessen trågt sein Geift dir in deines Herzens Haus Manna, das die End gel speist, ziert und schmückt es herrlich aus, ja er wäh let, dir zum Heil, dich zu feinem Gut und Theil. 13. En, so richte dich empor, du betrübtes Angesicht, laß das Seufzen, nimm hervor deines Glaubens Freu den Licht, das behalt, wann dich die Nacht deines Kummers traurig macht. 14. Seße, als ein Himmels: Sohn, deinem Willen Maaß und Ziel, rühre stets vor Gottes Thron deines Dankes Saiten- Spiel, weil die schon gegeben ist mehrers, als du würdig bist. 15. Führe deines LebensLauf allzeit Gottes einges denk: wie es kommt, nimm alles auf, als ein wohlbedacht Geschenk. Geht dirs widrig, laß es gehn, Gott und Himmel bleibt dir stehn. In eigener Melodie. 186.Geele, was vernoch! K 3 zagft 150 Von den Früchten des Glaubens, zagst du doch? Gott ist gut, Schwachen gnädig auf. Got der aus Erbarmen alle pulf tes Gnade währet immer, auf Erden thut; der mit seine Treu vergehet nimmer. Macht und starken Armen Seele, so bedenke doch: Lebt alles macher wohl und gut. doch unser Herr Gott noch! Gott kan beffer, als wir 5. Gott leber noch! Seele, denken, alle Noch zum Be- was verzagst du doch? Wenn ften lenken. Seele, so be- dich deine Sünden fränken, denke doch: Lebt doch unser rein Verbrechen quält dich Herr Gott noch! sehr; komm zu Gott, er wird versenken deine Sünden in das Meer. Mitten in der Angst der Höllen kan er dich zufrieden stellen. Seele, fo bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! 2. Gott lebet noch! Seele was verzagst du doch? Solt der schlummern oder schlafen, der das Aug hat zugericht, der die Ohren hat erschaffen, folte dieser hören nicht? Gott ist Gott, der hört und siehet, wo den Frommen Weh geschiehet. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! 6. Gott lebet noch! Secle, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, und weist weder aus noch ein; Gott wird dennoch dich umfaffen, und im Leiden ben dir feyn. Gott ist, der es herzlich mennet, wo die Noth am gröften scheinet. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unfer Herr Gott noch! 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Laß den Himmel samt der Erden immerhin zu Trümmern gehn; laß die Höll entzündet werden, laß den Feind erbits tert stehn: laß den Tod und Teufel bligen, wer Gott traut, den will er schützen. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! 8. Gott 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erden Kreis verhüllet mit den Wolken weit und breit; der die ganze Welt er füllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hülf und Troft an allen Enden. See. le, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! • 4. Gort lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Creuß beladen, nimm zu Gott nur deinen Lauf. Gott ist groß und reich von Gnaden, hilft dem b) Dom gottl. Frieden, der Freude und Hoffnung. 151 wohl, wenn es núßlich sey; wenn er uns nur hat treu erfunden, und merket keine Heuchelen, so kömmt Gott eh wir uns verfehn, und läss fet uns viel Guts geschehn. 8. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Must du schon geängfiet wallen auf der harten Dornen Bahn: Es ist Gottes Wohlgefallen, dich zu führen Himmel- an. Gott will nach dent Jam- 5. Denk nicht in deiner mer žeben Friede, Freud und Drangsals- Hiße, daß du von Wonne geben. Seele, so Gott verlassen seyft, und daß bedenke doch: sebr doch un. Gott der im Schoofse fise, fer Herr Gott noch! der sich mit stetem Glücke In bekannter Mielodie.fpeißt. Die folgende Zeit 187.23er ben Gott läst er nur den lie- verändert viel, und sehet jeglichem sein Ziel. walten, und hoffet auf ihn al lezeit, den wird er wunderlich erhalten in aller Noth und Traurigkeit. Wer Gott dem Allerhöchsten traut, der har 6. Es find ja Gott fehr schlechte Sachen, und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber auf keinen Sand gebaut. groß und reich: Gott ist der rechte Wunder- Mann, der bald erhöhn, bald fürzen kan. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Weh und Ach? was hilft es, daß wir alle Morgen befeufzen unser Ungemach? Wir machen unser Creuß und teid nur grösser durch die Traurigkeit. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das deine nur getreu, und trau des Himmels reichemSegen, so wird er ben dir werden neu. Denn welcher seine Zuversicht auf Gott fest, den verläßt er nicht. 3. Man halte nur ein wenig stille, und sen doch in sich felbft vergnügt, wie unsers Gottes Gnaden- Wille, wie sein' Allwiffenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat aus. erwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 188.J Miel. Wer weiß, wie nahe 2c. ch laffe Gott in allem walten, er mach es nur, wie's ihm gefällt, ich will ihm gerne stille halten, so lang ich leb' auf dieser Welt. Wie er mein lieber Gott es fügt, so K4 4. Er kennt die rechten Freuden- Stunden, er weiß bin Von den Früchten des Glaubens. 152 bin ich auch sehr wohl vergnügt. 2. Gehts gleich nicht stets nach meinem Willen, stürmt gleich ein Unfall auf mich zu, so soll mich Gottes Wille stil. len, und setzen in vergnügte Ruh: Weil ich mit allem, was Gott fügt, von ganzem| kan kein Anstoß mich betrüHerzen bin vergnügt. 7. In Gottes Hand steh ich geschrieben, der hat ja all mein Haar gezählt; drum ben, ohn seinen Willen mich 3. Bin ich gleich nicht so nichts quält. Ich leb in alhoch geschäket, und nicht wie| lem wohl vergnügt, wie mein andre groß und reich, mein getreuer Gott es fügt. Kleines Gut mich mehr ergeget als wår ich jenem Cro. fus gleich. Ich bin mit wenigem vergnügt, weil Gott nicht mehr für mich verfügt. 4. Wie oft entsteht ein See: ich mit dem, wie Gott es len Schade durch das erfügt, im Leben und Sterben scharrte Geld und Gut! wie bin vergnügt. 8. Mein Wille soll sich fest verpflichten, sowohl im kes ben als im Tod, nach Gottes Willeh fich zu richten, so hat es mit mir keine Noth, weil Mel. Was Gott thut, das ic. mancher fällt aus Gottes Gnade durch, Reichthum in bee Höllen- Glut; deshal. 189. Gott lebt, wie kan ben leb ich wohl vergnügt mit dem, was Gott mir zu gefügt. s.Ich strebe nicht nach hd: hern Stuffen, weil sichrer ist der Mittel- Stand, wie mich der Himmel har berufen, wie mich geführet Gottes Hand, und wie er es mit mir gefügt so bin ich auch sehr wohl vergnügt. ich traurig fenn, als wär' kein Gott zu finden? Er weiß ja wohl von meiner Pein, die ich hier muß empfinden: Er kennt mein Herz, und meinen Schmerz, so darf ich nicht verzagen, und ihm nur alles klagen. 2. Gott hört, wann niemand hören will; was will der Feind denn sprechen, als würden meiner Seufzer viel nicht durch die Wolken bres chen? Ruf ich empor, so hört sein Ohr, so steigt die. Hülfe 6. Ich achte nicht des Glüdes achen, wie freundlich es auch immer sey; auch laß ich mich nicht zaghaft mes chen, durch seine grimmge Wüteren; indem ich lebe weht vergnügt, wies Gott in benden Fällen fügt. b) Dom gåttl. Srieden, der Freude und hoffnung. 153 Hülfe nieder, und schallt das Amen wieder. Miel. Wie wohl ist mir, o 2c. 190, allelujah sen dir, 3. Gott fieht, wie flaget denn mein Herz, als seh er nicht mein Weinen? Vor ihm muß auch der tieffle Schmerz ganz offenbar er scheinen. Kein Thránlein fehlt, so er nicht zählt, und ins Andenken setzet, bis er uns drauf ergezet. 4. Gott führt, so geh ich immer fort auf allen meinen Wegen, und wenn die Welt durch ist und Mord will ihre Stricke legen, so pflegt er mich, zwar wunderlich, doch seelig auch zu führen, daß mich kein Fall kann rühren. dem Lamine, daß du des Vaters Rath vollbracht, und durch dein Blut am Creußes Stamme auf ewig alles gut gemacht. Du haft den Friedens- Nach gegeben zu der verlornen Sünder Leben, den Fluch und Tod nicht hindern kann. Nein! ihr Erbarmer will fie führen, und die Gefundnen nicht verlieren; er nimmt sie gern mit Ehren an. 5. Gott giebt; und war ich noch so arm, doch soll ich nicht verderben: Was hilft mich denn mein steter Harm, als müst ich Hungers sterben? 2. Zwar wo du nach Verdienst willt handeln, so kann ich nimmermehr bestehn. Anstatt, mein Gott! vor dir zu wandeln, erwählt' ich mir das Irregehn. Du aber giengst mir stets entgegen, und gabst dem Armen das Vermögen, bis daß ichs wagt' ,, und zu dir gieng; ich Er hat ja Brod und wenn sah den Weg in dunkler die Noth uns nach der Wüste weiser, doch wer den wir gespeiset. Enge, ich trat ihn an, bis im Gedränge mich deine Rechte froh umfieng. 3. Hier spüre ich, wie du dem Elenden den Weg voll Gut und Wahrheit zeight; ja allen, die sich zu dir wenden, dein zärtlich Herz ents gegen neigst. Wiewohl der Anfang ist befchwerlich; doch hilfft du den Elenden herr lich, die, Jesu! dir sich anK 5 vers 6. Gott lebt, wohlan, ich merke das: Gott hört, ich wills ihm sagen: Gott fieht, er hat ein Thránen Maas: Gott führt, ich darf nicht klagen: Gott giebt und liebt, nur unbetrübt! Er wird mir endlich geben, auch dort mit ihm zu leben. 154 Von den Frücheen des Glaubens ic. to 4 verborgen in Führungen, die noch geschehn. Mich leite nur dein Angesichte, so gehts durch Zod und durch Gerichte, du, Jesu! bist der Weg dahin. Es foll dein Führen mir in allen durch gut und rauhen Weg gefallen, ich weiß doch, daß ich deine bin. 7. Gefezt, es kåm ein neues keiden, ich seh den neuen Weg zu dir. Es geht aus Noth o Herr! zu Freuden, vom Jammerthal zur HimmelsThüúr, da wandle ich im gleichen Pfade, von Gnad in Tren, von Treu in Gnade, und nehme ftets im Guten zu. Im Lande derer, die dir les ben, und der, so ewig um dich schweben, da wandle ich und finde Ruh. vertraun. Sic sehn dein Tragen und dein Leiten vom Gründen bis zum Vollbe reiten, bis fie dich dort cinst felber schaun. 4. Wiewohl ich fag es mir zur Schande, das ich mich lange gnug bedacht; doch du Durchbrecher aller Bande, haft meinem Herzen Bahn gemacht, ich kam, als du mir nahgetreten, zu Dir auf Knien, in stillem Beren, und schmeckte dann dein freundlich seyn. Mein Auge floß in stillen Thränen, mein Herze war erfüllt mit Sehnen; so drang ich in dein Reich hinein. 5. Was fonnt ich hier vor große Proben, o Heiland! deiner Treue schaun! Ich will mich nun mit dir verloben, sprachst du, und ewiglich vertraun: Du aber sollt den Herrn erkennen, und nimmermehr dich von ihm trennen, der dir unendlich Guts gethan. Hier bin ich, Hei. land! hilf mir bleiben, nichts muffe mich von dir mehr treiben; denn meine Seele hångt dir an. 8. Ich glaube, du wirst mich nicht laffen; ich liebe, drum laß ich dich nicht. Mein Herz foll, Jesu, dich umfasfen, auch wenn es einst im Tode bricht. Kein Unfall fann mir da begegnen, du wirst mich auch im Sterben segnen, wie mir dein Mund verheiffen hat; mit dir geh 6. Was fünftig ist, wirst ich getrost von hinnen, mit du besorgen, ich wünsch es dir hab ich den Himmel innicht voraus zu sehn: Fürnen, du leitest mich nach wahr, mein Gott! du bist deinem Rath. X. Von X. Von Christenpflichten, oder vom christlichen Leben und Wandel. Miel. O Gott, du frommer. 191.bin cin Chrift. u fagst: Ich Wohlan, wenn Werk und Leben dir deffen, was du fagst, Beweiß und Zeugniß geben, so steht es wohl um dich. Ich wünsche, was du sprichst, zu werden alle Tag, nemlich, ein guter Christ. 2. Du sagst: ,, Ich bin ein Christ." Der ists, der Je fum kennet, und seinen Gott und Herrn ihn nicht alleine nennet, sondern thut auch mit Fleiß, was fordert sein Gebot: Thust du nicht auch Gebot: Thust du nicht also, ift, was du sagst, ein Spott. 3. Du fagst: ,, Ich bin ein Chrift." Wer sichs will nennen lassen, muß lieben, was ist gut, mit Ernst das Böse haffen: Der lieber Chriftum nicht, der noch die Günden liebt, ist auch kein Chrift, ob er sich gleich den Nahmen giebt. 155 4. Du sagst: ,, Ich bin ein Chrift; denn ich bin ja besprenget mit Wasser in der Tauf, mit Christi Blut vermenget." Ja wohl, haft aber du gehalten auch den Bund, den du mit Gott gemacht, in jener Gnaden- Stund? 5. Hast du ihn nicht vorlängst gar oft und viel gebrochen? Hast du, als GottesKind, dich, wie du hast vers sprochen, in allem Thun erzeigt, dem Guten nachgestrebt? Hat nicht der alte Mensch bisher in dir gelebt? 6. Du sagst: ,, Ich bin ein Chrift, weil Gottes Wort und Lehre, ohn allen Menschen- Zand, ich fleißig lef und höre." Ja, tieber! thust du auch, was dieses Wort dich lehrt? Nicht ders hört, sondern thut, der ist ben Gott geehrt. 7. Du sagst: ,, Ich bin ein Christ. Jch beichte meine Sünden, und laß beyin Beichtstuhl mich auch ofter| mahlen finden." Findt aber fich, mein Freund, ich bitte, sag es mir, nach abgelegter Beicht, die Beßrung auch ben dir? 8. Ach du bleibst nach wie vor; dein Wort und Werk und Sinnen wird oftmahls árger noch, dein Vorsatz und Beginnen geht nach dem alten Trieb': Und was, noch gut foll 156 Don Christenpflichten, oder fall fenn, ist, wenn mans Sinn und Herz regiere; recht besicht, nur lauter wenn an der Sanftmuth Heuchel- Schein. Stell' fich zeiget Haß und Neie, so bist du ganz gewiß vom Christenthum sehr weit. 14. Du fagft: Ich bin ein Chrift" und rühmst dich deß mit Freuden, thust aber du auch mehr, als andre kluge Heyden? Ach öfters nicht fo viel; was Gutes fie gethan, sie werden dorten dich gewißlich klagen an. 15. Sag nicht: ,, Ich bin ein Chrift" bis daß dir Werk und Leben auch deffen, was du sagst, Beweiß und Zeugniß geben. Die Worte find nicht gnug: Ein Chrift muß ohne Schein das, was er wird genannt, im Wefen selbsten seyn. 9. Du fagft: Ich bin ein Chrift; laß fpeifen mich und tránken mit dem, was Chriftus uns im Abendmahl will schenken." Wohl, aber zeigemir, ob Chrifti teib und Blut in dir zur Heiligung auch seine Wirkung thut? 10, Du sagst: ,, Ich bin ein Christ. Ich bete, lef und finge, ich geh ins Gottes Haus, sind das nicht gute Dinge?" Sie sind es, wenn um sie du also bift bemüht, daß Gott auch stets daben ein reines Herze sieht. 1.1 11. Du fagft: Ich bin ein Chrift." Ich kann dirs nicht geftehen, es sen denn, daß ichs werd aus deinem Wandel fe hen: Wer sagt und rühmet, daß er Christo angehör, und auch sein Jünger sen, muß wandeln gleich wie er 16 Ach mein Gott! gieb beGenad mich ernstlich zu fleiffen, zu seyn ein wahrer Christ, und nicht nur so zu heiffen, denn welcher Nahm und That nicht hat und führt zugleich, der kommet nimmers mehr zu dir ins Himmelreich. In bekannter Mielodie. 12. Bist du ein solcher Christ, so muft du seyn gefinnet, wie Jesus Christus war: Wenn reine Liebe rinnet aus deines Herzens Quell, wenn du demüthig bist von Her- 192.Sins ist noth! ach zen, wie der Herr, so sag: du seyst ein Christ. Herr, dies eine lehre mich erkennen doch: Alles andre, wies auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich naget und plaget, und dennoch kein wah. 13. So lang ich aber noch an dir erseh und spühre, daß Stolz und Uebermuth dir vom christlichen Leben und Wandel. 157 wahres Vergnügen erjager liegt: Gieb nur, daß sich Erlang ich dies Eine, das auch mein Wille fein in fol. alles erfest, so werd ich mit che Schranken fügt worinne Einem in allem ergeht. die Demuth und Einfalt re2. Seele, wilt du dieses fin- gieret, und mich zu der Weisden, such's ben keiner Crea heit, die himmlischrift, führet. tur, laß, was Jrrdisch ist, da- Ach wenn ich, nur Jefum hinten, schwing' dich über die recht kenne und weiß, so hab Natur, wo Gott und die ich der Weisheit vollkom. Menschheit in Einem verei- menen Preis. net, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste nothwendigste Theil, mein Ein und mein Alles, mein feligstes Heil. 3. Wie Maria war beflissen, auf des Einigen Genieß, da fie sich zu Jesu Füssen vol ler Andacht niederließ. Ihr Herze entbrannte, dies einzig zu hören, was Jefus, ihr Heiland, sie wolte belehren; ihr Alles war gånglich in Jefum versenkt, und wurde ihr Alles in Einem geschenkt. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut; Jesu, es muß mir gelingen durch dein theur vergoßnes Blut. Die höchfie Gerechtigkeit ist mir era worben, da du bist am Stam: me des Creutzes gestorben: Die Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 4. Also ist auch mein Ver langen, liebster Jefu, nur nach dir, laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Ob viel auch umkehrten zum gröffesten Hau fen, so will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen: Denn dein Worr, o Jefu, ist Leben und Geist, was ist wohl, das man nicht in Jefu geneußt? 7. Nun so gieb, daß meine Geele auch nach deinem Bild' erwacht du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; Entreiffe mich aller vergånglichen zust, dein Leben sen, Jefu, mir einzig bewust. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Mich bedeckt der Gnade Fluth. Du bist einmahl eingegangen in das 5. Aller Weisheit höchste Heilee durch dein Blut: da Julle in dir ja verborgeni hast du die ewge Erlöſung erfun 158 Don Christenpflichten, oder hat das rechte Leben noch niemals recht gesehen. erfunden, daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden: Dein Eingang die villige Frenheit mir bringt, im kindlichem Geiste das Abba nun klingt. 9. Volle Gnüge, Fried und Freude jeho meine Seel ergent, weil auf eine frische Weide mein Hirt, Jefus, mich gesehe. Nichts füffers kan also mein Herze eriaben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 2. Darum so wende deine Gnad zu deinem armen Kin: de, und gieb mir allzeit guten Rath, zu meiden Schand und Sünde: Behüte meine Lippen mir, daß ihnen nie entweiche ein unbedachtsam Wort das dir und Deinem Gnadenreiche verdrießlich fen, und schade. D z. Bewahr, o Vater, mein Gehör, auf dieser PrüfungsErde, für allem, dadurch deine Ehr' und Reich beschimpfet werde; laß mich der Läft10. Drum ach, Jesu, du alrer Gall und Gift ja nimleine sollt mein Ein und Alles mermehr berühren; denn fenn. Prüf, erfahre, wie ichs wen ein solcher Gräuel trift, menne, tilge allen Heuchel den pflegt er zu verführen, Schein; fich, ob ich auf bó- auch wohl gar umzukehren. fem, betrüglichem Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege: Gieb, daß ich hier alles nur achte für Koth, und Jesum gewinne: Dies Eine ist noth! Mel. Christ unser Herr 2c. Gott, mein Schöpfer, ed. 4. Regiere meiner Augen Licht, daß sie nicht Arges treiben; ein unverschämtes Angeficht laß ferne von mir bleiben. Was ehrbar ist, was Zucht erhält, wornach die Engel trachten, was dir beliebt und das laß auch mich hochachten, all Ueppigkeit verlachen. 193. ler Fürfi, und Vater meines Lebens! Wo du mein Leben nicht regierst, fo leb ich hier vergebens; ja, ich bin auch lebendig todt, der Sünden ganz ergeben: Wer nicht dre fliehn und haffen. Die empfindet diese Noth, der ikust, die unser Fleisch ergeht, die 5. Gieb, daß ich mich nicht laffe ein zum Schlemmen und zum Praffen: laß deine Just mein eigen seyn, die an dom christlichen Leben und Wandel. 159 find't, die beseufzen und beklagen ihr und andrer kente Sünd; die deßhalben traurig gehn, oft vor Gott mit Thránen stehn: Diese sollen noch auf Erden, und dann dort getröstet werden. 4. Selig sind die frommen Herzen, da man Sanftmuth spühren kann, welche Hohn und Truk verschmerzen, weichen gerne jedermann; die nicht suchen eigne Nach, und befehlen Gott die Sach: Diese will der Herr so schügen, daß sie noch das Land befißen. die zeucht uns nach der Höl len; und was die Welt für Freude schätzt, pflegt leib und Seel zu fällen, und cwiglich zu quälen. 6. O selig ist, ver stets sich nährt mit Himmels Angedenken, der nichts mehr schmeckt, nichts sieht noch hört, auch nichts begehrt zu denken, als nur, was zu dem Leben bringt, da man ben Gorte lebet, und bey der Schaar, die frölich fingt, und in der Wollust schwebet, die keine Zeit aufhebet. Mel. Greu dich sehr, o meine. 194. Pommt, last euch den Herren lehrén, kommt und lernet allzumahl, welche Die seyn, die gehören in der rechten Christen Zahl, die bekennen mit dem Mund', glauben auch von Herzen Grund, und bemú hen sich darneben, Guts zu thun, fo lang sie leben. 2. Selig find die Demuth haben, und sind allzeit arm im Geift, rühmen sich gar kei ner Gaben, daß Gott werd' allein gepreißt, danken dem auch für und für, denn das Himmelreich ist ihr. Gott wird dort zu Ehren setzen, die fich selbst gering hier schätzen. 3. Selig find die leide tragen, da sich göttlich Trauren 5. Selig sind, die sehnlich streben nach Gerechtigkeit und Treu, daß an ihrem Thun und Leben kein Gewalt noch Unrecht sen; die da lieben Gleich und Recht, sind aufrichtig, fromm und schlecht, Geiß, Berrug und Unrecht haffen, die wird Gott fatt werden lassen. 6. Selig sind die aus Erbarmen fich annehmen fremder Noth, find mitleidig mit den Armen, bitten treulich für sie Gort; die behilflich sind mit Rath, auch wo möglich mit der That, werden wieder Hülf empfangen, und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die funden werden reines Herzens jererzeit, 160 Von Christenpflichten, oder zeit, die im Werk, Wort und stehn, verfühne, dir anhang Geberden lieben Zucht und in Freud und Schmerz. Heiligkeit: diese, welchen Bater, hilf von deinem nicht gefällt die unreine kust Thron, daß ich glaub an der Belt, sondern sie mit deinen Sohn, und durch Ernst vermeiden, werden deines Geifies Stärke mich schauen Gott mit Freuden. besleifse rechter Werke. 8. Gelig find die Friede Mel. Kommt last euch den. machen, und drauf sehn ohn ohl dem MenUnterlaß, daß man mög' in 195.2 schen, der nicht allen Sachen flichen Hader, wandelt, in gottlofer Lente Streit und Haß; die da Rath, Wohl dem, der nicht stiften Fried und Ruh, ra- unrecht handelt, noch tritt then allerfeits darzu, sich auf der Sünder Pfad! Der auch Friedens selbst befleis der Spötter Freundschaft fen, werden Gottes Kinder fleucht, und von ihren Sätzen heiffen. weicht, der hingegen liebt und ehret, was uns Gott vom Himmel lehret. 2. Wohl dem, der mit Luft und Freude das Gesetz des Höchsten treibt: und hier, als auf füffer Weyde, Tag und Nacht verharrend bleibt! dessen Gegen wächst und blüht, wie ein Palm- Baum, den man sieht bey den Flüffen an den Seiten feine fris sche Zweig ausbreiten. 3. Also, sag ich wird auch grünen, wer in Gottes Wort sich übt, luft und Erde wird ihm dienen, bis er reife Früch te giebt, seine Blätter werden alt, und doch niemals ungestait, Gott giebt Glück zu fei11. Daß ich Armen helf nen Thaten, was er macht, und diene, immer hab ein muß wohl gerathen. reines Herz, die in Unfried| 4. Aber 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, Verfolgung, Angst und Pein, da fic es doch nicht verschulden und gerecht befunden seyn. Ob des Creuzes gleich ist viel, feget Gott doch Maaß und Ziel, und hernach wird Ers belohnen, ewig mit der Ehren- Kronen. 10. Herr, regier zu allen Zeiten meinen Wandel hier auf Erd, daß ich solcher Seligkeiten aus Genaden fähig werd'. Gib, daß ich mich acht gering, meine Klag oft vor dich bring', Sanftmuch auch an Feinden übe, die Gerechtigkeit stets liebe. vom christlichen Leben und Wandel. 161 4. Aber wen die Sünd er- nicht verlaffen, schleuß auf freuct, mit dem gehts viel die holde Gnaden- Thür zu anders ju: Er wird wie die Sions güldnen Gassen, und Spreu, zerstreuet, von dem führe mich so in der Welt, Wind im schnellen Nu; wo wie dirs, mein Schöpfer, der Herr sein Häuflein richt't, wohl gefällt. da bleibt kein Gottloser nicht. Summa: Gott liebt alle Frommen, wer da böf' ist, muß umkommen. 5. Du hast mich schon fo lang geführt, drum fahre fort in Gnaden, und führe mich, wie sichs gebührt, so fan mir gar nichts schaden. Ich traue dir, und laß dich nicht, auf dich ist all mein Thun gericht. Mel. Machs mit mir Gott. leib fromm und halt dich allzeit recht, denn solchen wirds wohl gehen, verbleib ein treuer Jesus- Knecht, so wirst du endlich sehen, daß Gott ein solcher Vater sey, der uns in Nöthen stehet ben. 6. Jch lob und preise deine Ehr, für all' erzeigte Güte. Jch bleibe fromm, ach Gott vermehr den Glauben; mein Gemüthe foll stets und ewig dankbar seyn, so bin ich fromm, und lebe rein. 7. Führ mich einmahl, mein Gott, dahin, wo Fromme ewig wohnen. Zu dir im Himmel steht mein Ginn, denn dort wirst du belohnen. die auserwählten frommen Knechr, drum bleib ich fromm und halt mich recht. Miel. Treuer Gott, ich muß. chaffet, schaf2. Laß seyn, daß Teufel, Welt und Sünd auf uns die Pfeile drücken, ich bin ein theur- erlöstes Kind, wer will uns doch berücken? Ich bleibe fromm und fest da. ran, Gott nimmt sich meiner Schwachheit an. 3. Das heist ben Gott schon fromm gelebt, wenn man den Willen zwinget, und obgleich Sünde an uns mel dringet. Denn er weiß wohl, was Menschen sind, ben Menschen man nichts reines find't. Kinder, schaffet eure Selige keit; Bauet nicht, wie freche Sünder, nur auf gegenwärt ge Zeit; sondern schauer über 4. Ach Gott, ich traue euch, ringet nach dem Himgänzlich dir, du wirst mich melreich, und bemüher euch auf 162 Von Chriftenpflichten, oder auf Erden, wie ihr könnet| mals rechter Sieg: wahren felig werden.9504 Siegern wird die Krone nur zum bengelegten Lohne. 2. Daß nun dieses móg geschchen, müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut, und desselben Neigung gehen; sondern was Gott will und thut, das muß einig und allein eures Lebens RichtSchnur senn, es mag Fleisch und Blut in allem übel oder wohl gefallen. 6. Mit der Welt sich lustig machen, hat ben Christen keine ftart: Fleischlich reden, thun und lachen, schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach ben Christi CreugesFahn geht es warlich niemahls an, daß man noch mit frechem Herzen sicher wolle thun und scherzen. 3. Ihr habt Ursach zu bekennen, daß in euch noch Sünde steckt; daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend deckt; und daß Gottes Gnaden Kraft nur allein das Gute schaft; ja daß außer seiner Gnade, in euch nichts denn Seelen Schade. Unter 4. Selig, wer im Glauben kämpfet, selig, wer im Kampf besteht, und die Sünden in sich dämpfet, selig, wer die Weit verschmäht. Christi Creußes Schmach jaget man den Frieden nach: Wer den Himmel will crerben, muß zuvor mit Chrifto fierben. 7. Furcht muß man vor Gott stets tragen, denn er kann mit keib und Seel' uns zur Höllen niederschlagen: Er ists, der des Guten Quell', und, nachdem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen giebt. O so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen. 8. Und dann schlagt, ihe Christus- Glieder, die der Geist des Höchsten regt, in den Creußestod darnieder, was zum Bösen euch bewegt. Hauet Hand und Füffe ab, was euch ärgert, fenkt ins Grab, und denkt mehrmals an die Worte: Dringet durch die enge Pforte. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern tråg und 9. Zittern will ich vor der läffig seyn, cure Neigung zu Sünde, und daben auf Jebezwingen, so bricht cure fum fehn, bis ich seinen BeyHoffnung ein: ohne tapfern stand finde, in der Gnade zu Streit und Krieg folget nie- bestehn. Ach! mein Heiland, geh vom christlichen Leben und Wandel. 163 geh doch nicht mit mir Ar-] 4. Sonsten mocht im Uebermen ins Gericht! Gieb mir fluß ich empfinden Ueberdeines Geistes Waffen, mei- druß, dich verläugnen, dir ne Seligkeit zu schaffen. zum Spett fragen: Wer ist Herr und Gott? Denn das Herz ist Frechheit voll, weiß oft nicht, wenn ihm ist wohl, wie es sich erheben soll. 10. Amen, es geschehe, Amen, Gott, versiegle das in mir; auf daß ich in Jesu Nahmen so den Glaubens Kampf ausführ. Er, er gebe Kraft und Stärk, und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe, und also zum Himmel dringe. Mel. Singen wir aus Serz. weyerlen bitt ich 198.3" von dir, zweyer len trag' ich dir für, dir, der alles reichlich giebt, was uns dient, und dir beliebt, gieb mein Bitten, das du weißt, eh ich sterb und sich meinGeist aus des Leibes Banden reißt. 5. Wiederum, wenns stehet blos, und die Armuth wird zu groß, wird es untreu, stiehlt und stellt nach des Nächsten Gut und Geld, thut Gewalt, braucht Ränk und Lift, ist mit Unrecht ausgerüst, fragt gar nicht, was chriftlich ist.. 6. Ach, mein Gott! mein Schat, mein Licht, dieser keines jiemt mir nicht; bendes schänder deine Ehr, bendes stürzt in Höllen- Meer, drum so gieb mir Füll und Hüll, also wie dein Herze will, nicht zu wenig, nicht zu viel. Mel. wo Gott zum Saus n. Owen Ding, D 2. Gieb, daß ferne von mir sen lügen und Abgötteren; Armuth, die das Herz anfiche, und groß Reichthum 199.3Herr, birt ich von dir, die woll st du nicht wegern mir, weil ich in diesem Elend bin, bis mich mein Stündlein nimmt dahin. gieb mir nicht. Allzu arm, und allzu reich ist nicht gut, stürzt bendes gleich unsre Seel ins Sünden- Reich. 3. Laß mich aber, o mein Heil, nehmen mein beschei- 2. Verfälschte Lehr, Abgötden Theil, und beschere mir teren, auch Lügen ferne von zur Noth hier mein täglich mir sey, Armuth und ReichBislein Brod. Ein klein thum gieb mir nicht, doch solwenig, daben Muth und ches ich noch ferner bitt: ein gut Gewissen ruht, ist 3. Ein' ziemlich Nothdurft fürwahr ein groffes Gut.. schaff dem Leib, daß ich kan nähren§2 164 Von Christenpflichten, oder nähren Kind und Weib, auf Tod' möchten dich in Sün daß keine Noth und Mangel sen, und auch kein Ueberfluß daben. 4. Sonst wenn ich würde zu satt seyn, verleugnet ich den Herren mein, und sagte: Was frag ich nach Gott? ich bin versorgt in aller Noth. 5. Oder wenn Armuth drück te mich, zum Stehlen möcht gerathen ich, oder mit Sünd trachten nach Gut, ohn Gottes Scheu, wie mancher thut. 6. Des Herren Seegen machet reich, ohn alle Sorg, wenn du zugleich in dein'm Stanb treu und fleißig bist, und thust, was dir befohlen ist. 7. Und wenn fürhanden ist mein End, nimm meine Seel in deine Händ, gieb mir und allen Christen gleich, das ew. ge Leben in deinem Reich. Mel. Straf mich nicht in zc. 200. Mache dich, mein Geist, bereit, wache, fleh' und bete, daß dich nicht die böse Zeit unverhoft betrete! Denn es ist Satans List über viele Frommen zur Versuchung kommen. 2. Aber wach' erst selbst recht auf von dem SeelenSchlafe, denn es folget fonst darauf eine lange Strafe, und die Noth, samt dem den unvermuther finden. 3. Wache auf, sonst kan dich nicht unser Herr erleuchten. Wache, sonst wird dir sein licht immer ferne deuchten: Denn Gott will für die Füll seiner Gnaden Gaben offne Augen haben. 4. Wache! daß dich Satans List nicht im Schlaf antreffe, weil er sonst behinde ist, daß er dich beäffe; und Gott giebt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt be swinge, oder wenn sie fich versiellt, wieder an sich bringe; wach' und sieh, damit nie viel von falschen Brüdern unter deinen Gliedern. 6. Wache darzu auch für dich, für dein eigen Herze, damit es nicht lüderlich Gottes Gnad verscherze; denn es ist voller list, und kann sich bald heucheln, und in Hoffart schmeicheln. 7. Bete aber auch dabey mitten in dem Wachen, denn der Herre muß dich fren von dem allen machen, was dich drückt, und bestrickt, daß du schläfrig bleibest, und sein Werk nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten seyn, wenn vom christlichen Leben und Wandel. 165 wenn er was soll geben; er gen Wasser- Bade; dem wir verlanget unfer Schreyn, auch müssen bis ins Grab wenn wir wollen leben, und stets folgen auf dem Pfade durch ihn unsern Sinn, des Gott ergebnen Lebens. Feinde, Welt, und Sünden Fräftig überwinden. 3. Wer seinen Gott recht chrt und liebt, wie einem Kind gebührer, der scheut sich, daß er nichts verübt, so ihn von Gott abführet; der Heuchler Art hingegen ist, von aussen fromm zu scheinen, und doch durch böse Tück und List ein anders ben sich meynen, und in der That verrichten. 9. Doch wohl gut, es muß uns schon alles glücklich ge hen, wenn wir ihn durch sei nen Sohn im Gebet anflehen; denn er will uns mit Füll seiner Gunft beschütten, wenn wir glaubend bitten. 10. Drum so laß uns immerdar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Noth und Gefahr immer näher treten: Denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten, und die Welt vernichten. Mel. Christ unser Herr zum. 201.Sin Chrift soll nicht der Meynung seyn, daß unser Chriften- Leben besteh im Namen nur allein, den Christus uns gegeben; und daß man mô ge immerhin nach eignem Wohlgefallen und angeerb: ten bösen Sinn, in diesem Leben wallen auf eitlen Sünden- Wegen. 2. Ein wahrer Chrift denkt allezeit gebührend zu erweifen den Nahmen mit der Thätigkeit, und Gott mit Dank zu preifen, der uns des Geistes Kräfte gab im heil4. Dergleichen Heucheley, o Gott, laß mich doch nimmer treiben; in Lieb und keid, in Noth und Tod, laß mich beständig bleiben; gieb, daß ich mag vor allen dich, hernach den nächsten lieben, auch selbst diejen gen, welche mich verlesen und betrüben, damit ich Chrifto folge. 5. Ich bin ein Mensch, und meine Tritt vermögen fehi zu gehen, drum richte, Jeſu, meine Schritt, daß ich bald mag aufstehen durch Busse, wenn ich etwa fall; halt mein Herz bey dem Einen, daß ich dich fürchte überall, bis du mich zu den Deinen wirst in den Himmel nehmen. Mel. Durch Adams Fall ist. 202. Wir liegen räglich in dem Streit, uns felbst zu überwinden: 23 Die 166 Von Christenpflichten, oder Die Welt, das Fleisch, die Ei| mich von Ewigkeit erwähtelkeit, die böse Luft der Sün- let. Sende nun von deinem den, und was sonst, gleich des Thron, was noch meinem Satans Reich, pflegt Gott Heile fehlet, und gieb mir zu widerstreben, darwider des Geistes Gaben, sodann fiegt des Glaubens Licht, das werd ich alles haben. uns Gott hat gegeben. 2. Der ist viel stärker, welcher fich, als der Städt', überwindet, daßer des bösen Feindes Stich im Herzen nicht empfindet. Geiß, Fleisch und Blut, Neid, stolzer Muth herrscht nicht in feinen Sinnen, der Leib erliegt, die Liebe siegt, und mag den Sieg gewinnen. 3. Wer Gott also ergeben ist, der wird die Lüste haffen, und wider alle Höllen. List die Glaubens Waffen fas fen. Der schwere Streit bringt nach der Zeit die ewge Himmels- Krone, wer über windt, fie warlich findt, zu einem Gnaden- Lohne. 2. Ach, ich bin lebendig todt und zum Guten ganz verloh ren; heilger Geist, mein Herr und Gott, mache du mich neugebohren, denn das Fleisch ist mein Verderben, und kan nicht den Himmel erben. 3. Treibe weg die finstre Nacht meiner irrigen Gedanken. Dämpfe das, was Gott veracht't, halte die Vernunft in Schranken; daß ich an ders nicht, als gerne, selbst von dir die Weisheit lerne. 4. Was mein Herze dicht und tracht't, ist von Jugend auf nur böse, aber hilf, daß deine Macht mich auch von mir selbst erlöse: und zu allen guten Dingen gieb mir Wollen und Vollbringen. s. Schaffe mir ein reines Herz, daß ich stets an Gott gedenke, und mich oft mit Neu und Schmerz über meis ne Sünden kränke; doch nach den betrübten Stunden führe mich in Jesu Wunden. 6. Pflanze mich daselbst in ihn, als ein Glied an seinem Leibe, und wenn ich sein ei203. Gott, du haft in gen bin, hilf mir, daß ich es deinem auch 4. Ach Gott! der du das Wollen giebst, gieb doch auch das Vollbringen, der Geist ist willig, den du liebst, das Fleisch ist schwer zu zwin gen. Wer wird uns doch aus diesem Joch, des Leibes Tod, erlösen? Des Herren Huld, der mit Geduld, errettet von dem Bösen. Miel. Liebster Jesu, wir find. vom christlichen Leben und Wandel. 167 auch bleibe, er sey Wein- be gegen Gott, der dich gestock; ich die Rebe, daß ich liebt, an dem Nächsten Guganz in Jefu lebefen tes übe, und ob er dich hat betrübt, denke, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat; so must du verzeihen eben, soll Gott anders dir vergeben. 7. Hierzu bittich diese dren: Glaube, Hoffnung und die Liebe. Stch auch sonst mir also ben, daß kein Unfall mich betrübe, gieb mir Demuth, Fried und Freude, und auch Sanfmuth, wenn ich leide. 8. Hilf mir reden recht und wohl, auch zuweilen gar nichts sagen: hilf mir beten wie ich foll, hilf mir auch mein Creuß ertragen; kommt die Zeit, so hilf mir sterben, und darauf den Himel erben. Mel. Treuer Gott, ich muß. er getreu bis an das Ende, daure redlich aus den Kampf: Leidest du gleich harte Stånde, duldest dusgleich manchen Dampf; ach! das Leiden dieser Zeit ist nicht werth der Herrlichkeit, so dein Je fus dir will gebent dort in jenem Freuden- Sében. 4. Sey getreu in deinem keiden, lasse dich kein Ingemach und auch nichts von Jesu scheiden, murre nicht in Weh und Ach. Hilft denn was die Ungeduld? Ach, sie häufet mir die Schuld: Der trägt leichter, wer das tråget mit Geduld, was Gott aufleget. 5. Sey getreu in deinem Hoffen, hilft gleich Gott nicht wie du wilt; Er hat bald ein Mittel troffen, daß dein Wünschen werd erfüllt: Wiffe, daß oft ist die Zeit, da er dir die Hand auch beut, da dein' Ohren sind verstopfet, wenn er lang schon angeklopfer. 204. 6. Drum getreu, getren aus 2. Sen getreu in deinem halten must du deinem lieben Glauben, baue deiner Seelen Gott: Ihn nur must du Grund nicht auf zweifelhafte lassen walten, wenn du nicht Schrauben, laffe den Gewis- wilt haben Spott; rufe nur, sens- Bund, einst geschlossen er ist schon hier, fein Herz in der Tauf, Gott nicht wie- bricht ihm gegen dir, rufe der sagen auf; Der ist gott- nur, Gott ist vorhanden, los und verlohren, wer mein Hoffnung macher nicht zu cydig dem geschworen. Schanden. 3. Sen getren in deiner Sic- 1 7. Sen getreu in deinem $ 4 Her 168 Don Christenpflichten, oder Herzen, hüte dich für Joabs 2. Sey Gott getreu, und Kuß; Denke, Judas leider frohgesinnt, kein Creng laß Schmerzen um den falschen dich abkehren, ist er dein Freundes Gruß. Falschheit Bater, du sein Kind, was fen dein årgster Feind, rede, wilt du mehr begehren? was dein Herze meynt: Sey zwar flug in deinem Glauben, und doch ohne Falsch, wie Tauben. Dies höchste Gut macht rechten Much: Kan seine Huld dir werden, nichts beffers ist, mein lieber Christ, im Himmel noch auf Erden. 3. Sen Gott getreu von Jugend auf, laß dich kein kust noch keiden, in deinem ganzen Lebens- Lauf, von sei. ner Liebe scheiden. Sein' alte Treu wird täglich neu, fein Wort steht nicht auf Schraus ben, was er verspricht, das bricht er nicht, das sollt du Fühnlich glauben. 47 4. Sey Gott getreu in deis nem Stand, darein er dich gesetzet. Wenn er dich hålt mit seiner Hand, wer ist, der dich verleget? Wer seis ne Gnad zur Brust. Wehr hat, kein Unfall kan ihm schaden; wo dieser Schuß Mel. Was mein Gott will. 205.Sen Gott getreu, um einen steht, dem bleibet wohl gerathen. halt feinen Bund, o Mensch, in deinem Leben, leg dieses Wort zum ersten Grund, bleib ihm al lein ergeben; denk an den Bund in deiner Tauf, da er sich dir verschrieben ben feinem End, in Ewigkeit, als Vater, dich zu lieben. 5. Sen Gott getreut, sein liebes Wort standhaftig zu bekennen, steh fest darauf an allem Ort, laß dich davon nicht trennen. Was diese Welt für daurend hält, muß alles noch vergehen; sein lies bes 8. Sen getreu in allen Sachen; Anfang, Mittel und das End' laffe Gott in allem machen, auf daß aller Zweck sich wend förderst hin zu Gottes Ehr, ja du selbsten noch vielmehr wirft auf guten Wegen gehen, von der Sünden Bahn abstchen. 9. Sen getreu bis an das Kämpfen, in dem letzten Tos deszug.aß nichts deine Hoffnung dämpfen; Hoff. nung ist im Tode gnug. Wer alsdenn mit Jefu ringt, und den letzten Feind bezwingt, har den schwersten Feind be sieget, und die Lebens- Kron erkrieget. vom christlichen Leben und Wandel, 169 bes Wort bleibt ewig fort gnädiglich durch deine grof ohn alles Wanken stehen. se Güte. 6. Sen Gott getreu, als 2. Durch deiner Allmacht welcher sich läßt treu und Wunder. That nimm von gnädig finden: Streit' un mir, was mich quälet. Durch ter ihm nur ritterlich, laß deine Weisheit schaffe Rath, über dich den Sünden ja wo etwa mir was fehler. wider Pflicht den Zügel Gib Willen, Mittel, Kraft nicht! Und ist ein Fall ge- und Stärk, daß ich mit dir fchehen, so fen bereit, durch all meine Werk anfange und Buß ben Zeit nur wieder vollende. aufzustehen. 3. O Jefu Chrifste, der du 7. Sen Gott getreu bis in haft am Creuße für mich Arden Tod, und laß dich nichts men getragen aller Sünden abwenden: Er wird und kan kast, wollst meiner dich erbarin aller Noth dir treuen Beymen. O wahrer Gott! und stand senden, und kam auch Menschen Sohn, erbarm gleich der Hölle Reich mit aller Macht gedrungen, wolt auf dich zu, so glaube du, du bleibest unbezwungen. dich mein, und mein verschon, sich an mein ängstlich Rufen. 4. Laß deiner Wunden theures Blut, deine Todes- Pein und Sterben mir kommen kräftiglich zu gut, daß ich nicht muß verderben. Bitt 8. Wirst du Gott allzeit bleiben treu, wird er sich dir erweisen, daß er dein lieber Vater fen, wie er dir hat du den Vater, daß er mir verheissen, und eine Cron, die Sünd' nicht lohne nach zum Graden- kohn, im Himmel dir auffeßen, da wirst du dich fort ewiglich in seiner Treu ergeßen. Gebühr, wie ich es hab vers schuldet. 5.O heilger Geift, du wah res Licht, Regierer der GeMel. Ach Bottromhimmel. danken, wenn mich der 206.D Vater, der Sünden Lust anficht, las mich von dir nicht wanken, Verleih, daß nun und nime mermehr Begier nach Wollust, Geld und Ehr in meis nem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stünd5 lein Barmherzigfeit! ich fille dir zu Fusse: Verstoß der nicht, der zu dir schrent, und hut von Herzen Busse. Wis ich begangen wider dich, vrzeih mir alles! 170 Don Christenpflichten, oder lein kommen ist, so hilf mir auch einen Schritt nur ges treulich kämpfen, daß ich des hen: Denn wo ich selbst mich Catans Truk und ist durch führ', so stúrz ich mich in Herr, so hat es keine Noth. Chrifti Sieg mog dámpfen: od: Führst du mich aber Auf daß mir Krankheit, Angst und Noth, und denn der letzte Feind, der Tod, nur fen die Thür zum Leben. Mel. O Hort du frommer. Cech danke dir, 207. Smein Gott! daß du mir haft gegeben den Sinn, der gerne dir will 5. Laß mich verlassen mich, und von mir selbst entbinden, nicht suchen mich, nur dich, fo werd ich mich doch finden an einem bessern Ort: Sucht ich mich ohne dich, so würd ich doch gewiß niemals recht finden mich. hier zu Ehren leben: Regier 6. Laß deine Gnad an mir nun auch mein Herz, stch mir bey früh und spat: in allem meinem Thun gieb selber Rath und That. doch ja nicht seyn vergebens! Erfülle mich vielmehr mit Kräften neuen Lebens, so daß sich meine Seel in Ewig2. Laß mein Vorhaben stets feit erhöh, und ich schon jetzt auf deine Augen sehen, die in dir geh, sike, lieg und steh. alles sehen, was ich thu, was Miel. Jesu, meine Freude. resus foll geschehen; laß die Ge- 208. Jcfus ist mein e auf dieser Probe stehn: Gott siehts, Gott hörts, Gott strafts! du fanft ihm nicht entgehn. ben, ich mich ergeben ganz mit leib und Seel; Will mein Fleisch auch leben, und Gott widerstreben, auch sonst Böses thun; so sterb' ich, verleugne mich, gleich als fönnt ich mich nicht regen, leb' dem Fleisch entgegen. 2. Hierzu giebt Gott Stårke, dessen Geist ich merke, wie er mich antreib, daß ich fromm foll leben, und mein Herz erheben z ihm Him melwärts; ich eb' hier, doch mit Begier, nah dem Himmel 3. kehr mich bedenken wohl in allen meinen Sachen: Isis denn auch recht, wenn ichs der Welt gleich wolte machen? Ifts denn auch recht, obs gleich die Menschen sehen nicht? Jsts recht vor Gett? Jsts recht, vor feinem Angesicht? 4. Ach, führe mich, mein Gott! und laß ja nicht gefchehen, daß ich folt ohne dich suist vom christlichen Leben und Wandel. 171 mel nur zu trachten, die Welt| mich Gott ergebe, lebt Chrizu verachten. stus in mir. Wenn mein 3. Ich sterb' ab der Sünde, Glaube kêmpfet, und die die ich in mir finde, weil der Sünde dämpfet, leb ich, JeHerr in mir. Weg ihr Eifu, dir. Drum leb ich, und telkeiten! euch will ich bestrei- doch nicht ich: Denn du, ten, leben, Jesu, dir. Mir die Welt gar nicht gefällt, Je fum will ich herzlich lieben, ihn nicht mehr betrüben. Jesu, bist mein Leben, dem ich mich ergeben. 4. Ich leb noch im Leibe, Doch nicht um zu treiben schnöde Sünden- Lust: Leb ben Menschen- Kindern, aber nicht mit Sündern, die nur Boses thun; Meinen Leib ich dann betäub', daß wenn Sünd' in mir sich reget, sie mich nicht beweget. s. Lebt, ihr meine Glieder! doch nicht Gott zuwider, noch aus Fleisches Trieb. Sebt, ihr meine Augen! ihr follt mir nur taugen, Gott zu schauen an: Seb, Mund! und mache fund Gottes Lob und seine Thaten, die so wohl gerathen. 6. Lebt, ihr Füß und Hände; doch daß euch nicht blende meiner Augen- Lust; Leb' auch du mein Herze nicht im Sünden scherze, vielmehr liebe Gott! keb, o Fleisch! in Gott stets keusch, daß du dort kanst Jefum sehen, und zur Rechten stehen. 7. Wenn ich also lebe, und lauf Erden weit und breit, mit 8. Jesu, diesen Glauben foll kein Feind mir rauben; du lebst mir zu Trost! Weil du mich so liebeft, und in Tod dich giebest, nur daßß ich dir leb'; drum, Herr, dein will ich stets senn, ich will auch in legten Zügen mit dir völlig fiegen. 9. Wohlan, dann ich lebe in dir, Jesu, schwebe auch mit meinem Sinn nur bey deinen Gaben, die mich tröstlich laben schon in dieser Zeit. Ach Herr! leb ich nun durch dich: Durch dich will ich ewig leben. Jesu, wirsts mirs geben. KALA Miel. Ein Lämmlein geht u. Gott, mein 209.0 Vater, und mein Herr, du Brunnquell aller Gaben! der du den Himmel, Erd und Meer, und was sie in sich haben, durch deines Wortes Kraft ges macht, und durch die Weisheit ausgedacht, den Mens fchen zu formiren; daß er 172 Don Christenpflichten, oder mit heiliger Gerechtigkeit, 5. Denn welcher Mensch soll herrschen und regieren. weiß deinen Rath? Und 2. Gieb mir die Weisheit, wer weiß dein Beginnen? die bey dir um deinen Thron Wer kann, was Gott beflets schwebet: Die deine schloffen hat, erdenken und Werke für und für erkenner befinnen? Des Menschen und belebet. Sie war da- Thun ist wandelbar, sein ben, da du die Welt mit al- Rath und Anschlag voll lem, was sie in fich hält, Gefahr, die Seel' beschwert durch dein Wort hieffeft wer: mit Sünden: Wir können, den. Was dir gefällig ist, was auf Erden geht, und o Gott! und was erfordert was uns unter Händen steht, dein Gebot, weiß man durch kaum treffen und erfinden. fie auf Erden. 6. Wer will denn nun, was himmlisch ist, o Herr, erforfchen können? Wer will das, wessen Raths du bist, erfahren und benennen? Es sen denn, daß du Weisheit giebst, und sendest denen, die du liebst, den Lehrer aus der Höhe; damit man lerne in der Welt, was richtig ist, und dir gefällt; und so ins seben gehe. 7. Drum wende dich, 4. Drum sende fie, daß sie mein Gott, zu mir, erhöre ben mir stets sey und helf diß mein Flehen: daß dei. arbeiten, mich lehre, was ne Weisheit für und für, gefället dir; laß sie mich ämfig leiten in meinem Wirken allezeit; durch ihre groffe Heiligkeit mich gnd diglich bewahren. Sie weiß und kenner alles wohl; wie man vor dir recht leben foll, muß man durch sie er fahren. 3. Ach sende fie von oben heut, aus deinem heilgen Throne, dem Throne deiner Herrlichkeit, auf daß fie in mir wohne. Verwirf in die sem Jammerthal mich nicht aus deiner Kinder Zahl; ich bin dein Knecht gebohren. Ich bin ein schwaches Men schen Kind, deß Tage böf und wenig sind, mein Wis sen ist verlohren. in, um und ben mir stehen. Gib, daß fie fiets mein Herz regier, damit ich ja nicht irr von dir, laß mich durch sie dich kennen: So werd ich, o mein höchster Hort, dich herzlich lieben fort und fort, und ewig Vater nennen. Mel. vom christlichen Leben und Wandel. 173 Mel. Wacher auf, ruft uns. 4. Gütigfter Jesu! ach! Quelle, mehr als Crystall rein, klar und helle, du lau trer Strom der Heiligkeit; Aller Glanz der Cherubinen, die Heiligkeit der Seraphinen ist gegen dich nur Dun: kelheit. Ein Vorbild bist du mir, ach bilde mich nach dir; du mein Alles! Jesu! en nu, hilf mir dazu, daß ich mag heilig fenn wie du. wie Heiligungs- freundlich und gutthätig bist du doch gegen Freund und Feind; dein Sonnen- Glanz, der scheinet allen, dein Regem muß auf alle fallen, ob sie dir gleich undankbar seynd. Mein Gott, ach lehre mich, damit hierinnen ich dir nacharte: Jesu! en nu, hilf mir dazu, daß ich auch gütig sen wie du. 5. Du, fanfter Jefu! warst unschuldig, und lictest alle Schmach geduldig, vergabst und ließ'st nicht Rachgier aus. Niemand kann deine Sanftmuth messen, bey der kein Eifer dich beseffen, als der um deines Vaters Haus. Mein Heyland, ach verleih mir Sanftmuth, und dabey guten Eifer; Jesu, en nu, hilf mir dazu, daß ich sanftmüthig sey wie du. 2. O stiller Jesu! wie dein Wille dem Willen deines Vaters stille, und bis zum Tod gehorsam war; Alfo mach auch gleichermaffen mein Herz und Willen dir gelaffen: ach stille meinen Willen gar. Mach mich dir gleich) gefinnt, wie ein gehor, sam Kind, sanft und stille: Jesu! en nu, hilf mir dazu, daß ich ergebend sey wie du. 3. Wachsamer Jefu! ohne 6. Würdigster Jesu! Eh. Schlummer, in groffer Arren- König, du suchtest deine beit, Müh und Kummer bist Ehre wenig, du wurdeft niedu gewesen Tag und Nacht, drig und gering; du wandu mußtest täglich viel ausstehen, des Nachts lagst du vor Gott mit Flehen und haft gebetet und gewacht. Gieb mir auch Wachsamkeit, daß ich zu dir allzeit wach und bete: Jesu! ey nu, hilf mir dazu, daß ich stets wachsam sen wie du. delteft gering' auf Erden, in Demuth und in Knechts- Geberden, erhubst dich selbst in keinem Ding'. Herr, solche Demuth lehr mich auch je mehr und mehr ftetig üben: Jesu, en nu, hilf mir dazu, daß ich demüthig sey wie du. ( 174 Seitenheder. 7.O keuscher Jesu, all dein] Werk zu thun dir stets beWesen war züchtig, keusch reit. Herr, hilf mir meinen und auserlefen, von tugend- keib zu zähmen, daß ich voller Sittsamkeit. Gedan bleib' dir stets nüchtern: ken, Reden, Glieder, Sin Jesu, en nu, hilf mir dazu, nen, Geberden, Kleidung daß ich begnügsam sen wie und Beginnen war voller du. Zucht und Ehrbarkeit. mein Immanuel, mach' mir Geist, Leib und Seel keusch und züchtig: Jefu, en nu, hilf mir dazu, auch keusch und rein zu seyn wie du. 9. Nun, liebster Jesu, lieb stes Leben, mach mich in allem dir recht eben, und deinem heilgen Vorbild gleich; dein Geist und Kraft mich gar durchdringe, daß ich viel 8. Mäßiger Jesu, deine Glaubens- Früchte bringe, Weise, im Trinken und Ge- und tüchtig werd in deinem nuß der Speise, lehrt uns Reich. Ach! zeuch mich ganz die rechte Mäßigkeit: Den zu dir, und bilde dich in mir, Durst und Hunger dir zu treuer Heyland! Jesu, ey stillen war, statt der Koft, nu, laß mich wie du, und wo des Vaters Willen und du bist, einst finden Ruh. XI. Zeitenlieder. Neujahrlieder. meine Sünd. Hilf, daß fie Mel. Werde munter mein ec. mir nimmer schaden, daß ich ilf, Herr Jefu, bald Verzeihung find': Auch 211, laß gelingen, durch deine Gnad verleih, hilf, das neue Jahr geht an! daß ich herzlich fie bereu, Laß es neue Kräfte bringen, Herr, nur du, nur du mein daß aufs neu ich wandeln Leben, kanst die Sünde mir kann; kaß mich dir befohlen! vergeben. fenn, auch darneben all das mein. Neues Glück und neues Leben wollst du mir aus Gnaden geben. 2. Laß dies seyn ein Jahr der Gnaden, laß mich flichen 3. Tröste mich mit deiner siebe, nimm, o Gott, mein Flehen hin, wenn ich mich in Noth betrübe, und voll Angst und Zagen bin! wann ich gleich schlaf oder wach', fich Neujahrelieder. sieh du, Herr, auf meine Sach', stärke mich in mei nen Nöthen, daß mich Sünd und Tod nicht tödten. 212.as alte Jahr vergangen ist, wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns in so groffer Gefahr so gnädig haft behút dies Jahr, 175 ren behút uns, Herr, und steh uns ben. 4. Herr, du wolleft Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sen, und ich christlich Fonne leben, ohne Trug und Heuchelen, ich auch meinen Nächsten lieb, und densel ben nicht betrüb, damit ich allhier auf Erden fromm und selig möge werden. 5. Jesu, laß mich frohlich enden, dieses angefangne Jahr, trage mich auf deinen Händen, halte ben mir in Ge fahr. Steh mir ben in aller Noth, nicht im Tod', freudig will ich dich 213.Güre preifen, umfaffen, wenn ich soll die Welt verlassen. In bekannter Melodie. 2. Und bitten dich ewigen Sohn des Vaters in dem Höchsten Thron, du wollst Dein arme Christenheit fer ner bewahren allezeit. 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, welchs ist der Seeelen Troff und Hort, für Irrthum und Abgötte 4. Hilf, daß wir von der Sünd ablaß'n, und frommt zu werden fangen an; feiner Sünd im alten Jahr gedenk, ein Gnaden- reich neu Jahr uns schenk. 5. Chriftlich zu leben, feliglich zu sterben, und hernach frölich am jungsten Tag wieder aufzustehn, mit dir im Himmel einzugehn. 6. Zu danken und zu preifen dich mit allen Engeln ewiglich. Jesu, unsern Glauben mehr, zu deines Nahmens Lob und Ehr. In bekannter Melodie. elft mir ihr lieben Kinderlein mit Gefang und andern Weisen ihm allzeit dankbar fenn, für nehmlich zu der Zeit, da sich das Jahr geendet, die Sonn' sich zu uns wender, das Neu Jahr ist nicht weit( herbey.) 2. Ernstlich laßt uns betrachten des Herren reiche: Gnad und so gering nicht achten sein unzählich Wohlthat, uns führen zu Gemüth, wie er dies Jahr gegeben, all Nothdurft diesem Leben, und uns für Seid behüt't. 3. lehr- Amt, Schul, Kirch erhalten in guten Fried und Ruh, 176 Seitenlieder. Ruh, Nahrung für Jung| ben, ein fein geruhig Leben und Alten bescheret auch in diesem neuen Jahr. darzu, und gar mit milder Miel. Für deinen Thron tret. Hand fein Güter ausge wendet von dieser Stadt ( diesem Ort) und Land. 4. Er hat unser verschonet aus váterlicher Gnad: Wenn er sonst hätt belohner all unfre Mifferhat mit gleicher Straf und Pein, wir waren längst gestorben, in mancher Noth verdorben, dieweil wir Sünder seyn. 214.Das alte Jahr ift nun dahin, dir, höchster Gott, ist unser Sinn für alle deine Gütigkeit mit hohem Preis und Dank bes reit. 2. Du hast uns diß vergangs ne Jahr aus Noth geriffen und Gefahr, in Gnaden unfer stets verschont, und nie nach Würden uns gelohnt. 3. Den edlen Schas, dein werthes Wort, hast du vergönnet unferm Ort, uns das durch an der Seel gespeift, dem teib' auch reiche Gnad' erweist. 5. Nach Vaters Art und Treue er uns so gnädig ist: wenn wir die Sünd bereuen, glauben an Jefum Chrift, herzlich ohn Heuchelen, will er die Sünd vergeben, lindert die Straf darneben, steht uns in Nöthen bey. 4. All unsers Glaubens Vitt und Flehn hast du gehört und angesehn, oft mehr verlichn, denn wir begehrt, dafür sey stets von uns verehrt. 6. Solch' deine Güt wir preisen, Vater ins Himmels- Thron, die du uns thust beweisen, durch Chri- 5. Wir bitten ferner, from stum deinen Sohn, und bit- mer Gott, steh uns noch ben ten ferner dich, gieb uns ein in aller Noth, verzeih uns friedlichs Jahre, für allem unfre Sünd und Fehl, hilf keid bewahre, und nähr uns uns am Leib', hilf an der mildiglich. Seel. on 7. Gott Vater und dem Sohne, und dem heiligen Geist, sey ewig Preis und Wonne, der uns so hat gespeist in dem vergangnen Jahr, der woll uns ferner ge6. Dein Wort, der Seelen Arzenen, laß ben uns, Herr, du bist getreu, gieb treue ehrer, ferne fen uns Irrthum und Abgötteren. 7. Gieb unsrer Obrigkeit auch Neujahrslieder. 177 auch Gnad, wend ab den zum andem, wir leben und Krieg, gieb Friedens- Rath, gedeyen vom Alten bis zum daß wir und sie in stiller Neuen. Ruh all unser Leben bringen zu. 8. Feucht auch das Land, durch Zagen, durch Krieg gieb Sonnenschein, laß und grosse Schrecken, die wachsen Gras, Getrand und oft die Welt bedecken. Wein, daß Vieh und Wild von deiner Gab' auch neben uns zu leben hab. 9. Gieb, was uns dient zu jeder Zeit, nicht Ueberfluß, nicht Dürftigkeit, damit nicht unser Herz beschwert, auch sonst durch Geit verführet werd'. 3. Durch so viel Angst und Plagen, durch Zittern und 10. Hättst du es auch, o Gott, ersehn, daß wir dies Jahr zur Gruft eingehn, fo laß uns nicht; hilf, fteh uns ben, ein selig Stündlein uns verleih. 11. Nimm auf die Seel in deine Hand, den Leib empfang' fein Ruheland, bis du sie beyde bringst zur Freud, da ich dich lob in Ewigkeit. s. Also auch und nicht minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Noth und Trübfal bligen, in seinem Schooffe figen. 6. Ach, Hüter unsers ebens, fürwahr es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein' Augen wachen. 7. Gelobt sen deine Trene, die alle Morgen neue, kob sen den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 8. daß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Creuß und Leiden ein Brunnquell unsrer Freuden. 9. Gieb mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hülde, ein Herz, das sich gedulde. ro. Schleuß zu die Jam2. Wir gehn dahin und mer. Pforten, und laß an wandern von einem Jahr, allen Orten, auf Krieg und M Blut215. Miel. un laßt uns Gott, un laßt uns gehn und treten,( oder, Nun laßt vor Gort uns treten) mit Singen und mit Beten, zum Herrn, der unserm keben bis hieher Kraft gegeben. 4. Denn wie von treuen Müttern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden. 178 Seitenlieder. Blutvergiessen der Freuden deinem Ebenbild. In dir Ströme flieffen. 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnaden. Sonne scheinen. leb', web' und schwebe ich, vergehen müßt ich ohne dich. 3. Errettet hast du mich gar oft, ganz wunderlich und unverhoft: da nur ein Schritt, ja nur ein Haar, mir zwis schen Tod und Leben war. 4. Verstand und Ehr hab' ich von dir, des Lebens Rothdurft giebst du mir, darzu auch einen treuen Freund, der mich in Glück und Unglück mennt. 12. Sen der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berather, der unversorgten Gabe, der Armen Gut und habe. 13. Hilf gnådig allen Kranken, gieb fröliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwer: muth qualen. 14. Und endlich,( was das meiste,) füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich siere, und dort zum Himmel führe. 15. Das alles wollst du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christen- Schaa: re, juni felgen neuen Jahre. 7. Du bist mein Vorsprach allezeit, mein Heil, mein Frost und meine Freud'. Ich fan durch dein Verdienst allein hier ruhig und dort felig seyn. 8. Gott, heilger Geift, du höchste Kraft, deß Gnade in mir alles schaft. Jft etwas Guts am Leben mein, so ist 2. Du hast mich, o Gott es warlich lauter dein. Vater mild, gemacht nach! 9. Dein ists, daß ich Gott recht Morgenlieder. Tel. Gerr Gott, dich loben alle wir x. 5. Gott, Sohn, du hast mich durch dein Blut erlöset von der Hölle Glut: Ein schwer Gesetz für mich erfüllt, damit des Vaters Zorn gestillt. 6. Wenn Sünd' und Sa. tan mich anklagt, und mir das Herz im Leib verzagt: alsdann brauchst du dein Mittler- Amt, daß mich der Vater nicht verdammt. 216. ür deinen Thron tret ich hiermit, o Gott, und dich demüthig bitt: Bend dein genadig Angesicht von mir betrübten Sünder nicht. Morgenlieder. 179 recht erkenn', ihn meinen Miel. Wer weiß, wie nahe. Herrn und Vater nenn', ſein 217. Mein Gott, nun und Sacrament behalt, und lieb' bis an mein End. es wieder Morgen, die Nacht vollendet ihren Lauf. Nun wachen alle meine Sorgen auf cinmahl wieder mit mir auf. Die Ruh ist aus, der Schlaf dahin, und ich seh wieder, wo ich bin. 10. Daß ich fest in Anfechtung sich, und nicht in Trübsal untergeh: Daß ich im Herzen Trost empfind', zulegt mit Freuden überwind, 11. Drum dank ich dir mit Herz und Mund, o Gott, in dieser( Morgen- Mittags( Abend-) Stund', für alle Güre, Treu und Gnad, die meine Seel empfangen hat. 12. Und bitt, daß deine Gnaden Hand bleib über mir heut ausgespannt. Mein Amt, Gut, Ehr, Freund, Leib und Seel in deinen Schuß ich dir befehl. 3. Ohn Zweifel siehst du mich aufstehen, regier mich auch in dieser Welt. Ich weiß nicht, wie mirs heut 13. Hilf, daß ich fen von wird gehen, mach alles so, wie Herzen fromm, damit mein dirs gefällt: Schleuß mich ganzes Christenthum auf in deine Vorsicht ein, dein richtig und rechtschaffen sey, will ich toer und lebend seyn. nicht Augenschein noch Heu- 4. Vergieb mir, Vater, chelen. Sünden, die ich mit vor dein Antlig bring': Und laß mich Gnade vor dir fin: den, erhöre, was ich ber und sing. Denn wo ich nur bey dir wohl steh', so acht ichs gar nicht, wie es geh. alle 15. Ein felig Ende mir 5. Hilf du in allen Sachen bescher', am jüngsten Tag| rathen, denn ich bin selber mir erweck nich, Herr, daß ich nicht klug. Behüte mich für dich schaue ewiglich, Amen, Misferhaten, für böfer MenAmen, erhöre mich. M 2 schen 14. Erlaß mich meiner Sünden- Schuld, und hab' mit deinem Knecht Geduld, zünd in mir Glauben an und Lieb', zu jenem Leben Hoffnung gieb. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo jeder Tag sein Elene hat, wo ich nur immer älter werde, und häufe Sünd' und Misfechat. D Gett, von dessen Brod ich sehr, wenn ich dir doch auch nüge wär! Seitenlieder. 180 schen ist und Trug. Laß mich den Tag wohl legen an, und Gutes schaffen, wo ich kann. 4. O daß du selber kämest bald, ich zähl die Augenblicke. Ach komm! ch mir das Herz erkalt', und sich zum Sterben schicke, komm doch in deiner Herrlichkeit, schau, deine Braut hat sich bereit, mit Freude sich umgürtet. 5. Und weil das Oel des Geistes ja ist in mir ausgegoffen, du mir auch selbst von innen nah, und ich in die zerflossen, so leuchtet mir des Lebens und meine Mel. Es ist das Heil uns 2c. oft kob, ein 218.6 Schritt zur Lamp ist zugericht, dich fró6. Behüte mir mein keib und Leben, die Meinen, Freunde, Haab und Gut; und laß den Himmel Segen geben, wenn meine Hand das Ihre thut. Hilf, daß ich alles wohl verricht, du wirst es thun, ich zweifle nicht. Ewigkeit ist abermahl vol lendet. Zu dir im Fortgang diger Zeit mein Herz sich schnlich wendet, o Quell, daraus mein Leben fleust, und alle Gnade sich ergeußt in meine Seel zum Leben. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr, und wird mir allgulange, bis es erscheine, daß ich gar, o keben, dich; umfange, damit, was sterblich ist in mir, verschlungen werde ganz in dir, und ich unsterblich werde. zu empfangen. 6. Komm! ist die Stimme deiner Braut, komm! rufet deine Fromme. Sie ruft und schreyet überlaut, komm bald, ach Jesu! komme, so komme doch, mein Bräutigam, du kennest mich, o Gottes- kamm, daß Ich dir bin vertrauet. 7. Doch dir sey ganz anheim gestellt die rechte Zeit und Stunde, wiewohl ich weiß, daß dirs gefällt, daß ich mit Herz und Munde dich kommen heiffe, und darauf von nun an richte meinen lauf; daß Ich dir komm entgegen. 8. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen, und daß ich frey vor iedermann dich darf 3. Vom Feuer deiner Liebe glüht mein Herz, daß sich entzündet, was in mir ist, und mein Gemüth sich so mit dir verbindet, daß du in mir und ich in dir, und ich doch immer noch allhier will näher in dich dringen, den Bräutgam nennen, und 181 Morgenlieder. du, o theurer Lebens- Fürst, In bekannter Mielodie. dich dort mit mir vermählen wirst, und mir dein Erbe 219.Wach auf, mein dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem frommen Menschenhüter. 9. Drum preis' ich dich aus Tankbarkeit, da sich der Tag( die Nacht)( die Stund) 2. Heur als die dunkeln geendet, und also auch von Schatten mich ganz umgedieser Zeit ein Schritt noch- ben hatten, wenn Satan mahls vollendet, und schreite mein begehret, hat Gott es hurtig weiter fort bis ich ge- ihm gewehret. lange an die Pfort' Jerufalems dort oben. 3. Ja Vater, als er suchte, wie er mir schaden mochte, war ich in deinem Schooffe, dein Flügel mich umschlosse. 10. Wenn auch die Hände läßig sind, und meine Knice wanken, so biet mir deine Hand geschwind' in meines Glaubens Schranken, da mit durch deine Kraft mein Herz fich fårke, und ich Himmelwärts ohn Unterlaß aufsteige. 4. Du sprachst, mein Kind, nun liege! Trotz dem, der dich betrüge, schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du solle die Sonne schauen. 5. Dein Wort das ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen, für Noth bin ich befreyet, dein Schutz hat mich erneuer. 11. Geh, Seele, frisch im Glauben dran, und fen nur unerschrocken, laß dich nicht von der rechten Bahn die kust der Welt ablocken. So dir der Lauf zu langsam deucht, so eile, wie ein Adler fleucht, mit Flügeln füffer Liebe. 6. Du willst cin Opfer haben, hier bring ich meine Gaben, mein Weyhrauch, und mein Widder find mein Gebet und Lieder. 12. O Jesu, meine Seele if zu dir schon aufgeflogen, du hast, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was heisset Stund und Zeit, ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jefu lebe. 7. Die wirst du nicht verschmähen, du kanst ins Herze sehen, und weist wohl, daß zur Gabe ich ja nichts bes sers habe. 8. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir, und senden, der mich an dicM 3 sem 182 sem Tage auf seinen Hän den trage. Seitenlieder. 9. Sprich Ja zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste rathen, den Anfang, Mittel und Ende, ach Herr, zum Besten wende. dich loben, o Gott, mein Bater, in dem Himmel oben: was du für Gnade mir stets thust beweisen, will ich nun preisen. 10. Mit Segen mich befchütte, mein Herz sen deine Hütte, dein Wort sen meine Speise, bis ich gen Himmel reiſe. Mel. Herzliebster Jesu 2c. dieser Morgen 220.J Stund will ich mich fort walten, und mich auch heute diesen Tag erhals ten, daß Satan nicht durch feine List und Pfeile mich übereile. 2. Du hast mich an das Tags Licht laffen kommen, auch durch die Tauf in dein Reich aufgenommen, und lásfest mich durch deinen Sohn entbinden von Schuld und Sünden. und Unglück hat berühret, bald draus geführet. 3. Du gicbeft mir den heilgen Geist darneben, daß er mich lehr und führ in mei nem keben; damit ich lern' auf dich alleine schauen, und dir vertrauen. 5. Jest hast du auch durch deiner Engel Schaaren mich lassen heut in dieser Nacht bewahren, daß mich darinn kein Unfall hat erschrecket, noch aufgewecket. 6. Herr! mit meinem Munde und Gemüthe erzähl und rühm ich solche groffe Güte, die ich empfangen hab an allen Enden aus deinen Händen. zusteht frommen Chriften, 8. Hilf, daß ich bleib, wie rein von der Welt und ihren Sünden- Lüsten: Daß ich auch meinen eignen bösen Willen nicht még erfüllen. 9. Herr, laß in deinen Schuß fenn eingeschlossen leib, Seele, Freunde, Kinder, Hausgenoffen, und was ich sonst durch deine milde Gabe auf Erden habe. 10. Die Obrigkeit erhalt ben gutem Stande, gieb 4. Du haft mich allzeit vå- Friede, Glück und Heil im terlich ernähret, was ich be- ganzen Lande: behüt uns als durft, mir immerzu befche- lerseits, o Herr! aus Gnaden ret; und wenn mich Nothl für Schand und Schaden. 11. Du Morgenlieder. 11. Du wolleft auch an diesem Tag' mich stärken, durch deine Kraft in mein's Berufes Werken, auf daß ich möge in denfelben allen dir wohl gefallen.) b 12. Zuleht verleih, wenn ich aus diesem Leiden, es sen heut oder morgen, werd abscheiden, daß ich auf Christi Tod môg frölich sterben, den Himmel erben. 183 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht für Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen hast behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht machtig worden ist. ( Ach! wehr ferner seinem Toben, daß ich dich allzeit fann loben.) 13. So bin ich dann an Leib und Seel genesen, und reich auf dieser Welt allhie gewesen: Dort habe ich das rechte Kleinod funden, hier überwunden. 3.Laß die Nacht auch meiner Sünden jest mit dieser Nacht vergehn, o Herr Jefu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, da alleine Hülf und Ratz ist für meine Misfethat. ( laß dein Gnaden- Brünnlein flieffen, und mein mattes Herz begiessen.) 14. Das helf mir, Vater, der du mit dem Sohne und heilgen Geist regierft in ei nem Throne, gieb, daß ich dessen, was ich jetzt begehret, ja werd gewähret. 4. Hilf, daß ich auch dies sen Morgen geistlich auferstehen mag, und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein groffer Tag uns erscheint und dein Gericht, In eigener Melodie. oder, Freu dich sehr, o meine. 221, Gott des Him- ich dafür erschrecke nicht. ( Ey! komm doch und bleib nicht lange, daß ich einsten mit dir prange.) mels und der Erden, Vater, Sohn, hei liger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heist, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort, fen und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort, nirgends denn von dir allein kann ich recht bewahret feyn. ( Menschen Hälf fann nicht MM 4 beste( O der allzu großen Gaben, die wir täglich von ihm haben:) 184 Zeitenlieder. bestehen, sondern muß vor-| heilgen Geistes Glanz und übergehen.) Schein erleucht meins finstern Herzens Schrein. 6. Meinen Leib und meine Seele, samt den Sinnen und Versand, grosser Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand, Herr mein Schild, mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigenthum. ( Daß ich deine Hülfe spüre, und fein Unfall mich berühre.) 7. Deinen Engel zu mir fende, der des bösen Feindes Macht, ist und Anschläg von mir wende, und mich hålt in gurer Acht, der auch endlich mich zur Ruh, trage nach dem Himmel zu. ( Da werd ich auf höhern Schwingen, Dir ein ewig Dank Lied singen.) Mel. Wenn wir in höchsten. 222 heilige Dreyfaltigkeit, o hochgelobte Einigkeit, Gott Vater, Sohn heiliger Geist, heut diesen Tag mir Bey, stand leist'. 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr', und mich der Satan nicht verleg, noch mich in Schand und Schaden setz. 3. Des Vaters Macht mich heut anblick, des Sohnes Weisheit mich erquick, des P 4.. Mein Schöpfer, sich mir kräftig ben, o mein Erlöfer, hilf mir frey, o Tröster werth, weich' nicht von mir, mein Herz mit werthen Gaben zier. 5. Herr, segne und behüte mich, erleuchte mich genadiglich, Herr, heb auf mich dein Angesicht, und deinen. Frieden auf mich richt'. In bekannter Mielodie. 223. Aus meines Herzens Grunde fag ich dir Lob und Dank, in dieser Morgen- Stunde, darzu mein Lebenlang; o Gott, in deinen Thron, dir zu kob, Preis und Ehren, durch Christum unsern Herren, dein'n eingebohrnen Sohn. 2. Und daß du mich aus Gnaden in dieser vergangnen Nacht für Gefahr und allert Schaden behütet und bewacht: Ich bitt demüthiglich wollft mir mein Sünd verges ben, womit in diesem Leben, ich hab erzürnet dich. 3. Du wollst mich auch behüten genådig diesen Tag, für böser Feinde Wüten, für ünden und für Schmach, für Feur und Wassers- Noth, für Armuth und für Schanden, Morgenlieder. den, für Ketten und für Banden, für bösem schnellen Tod 4. Mein Leib, mein Seel mein Leben, Gut, Ehr, und all das Mein in deine Hånd gegeben, und was mir lieb mag seyn, ist dein Geschenk und Gab, mein'( Eltern) Freunde und Verwandten, Geschwister und Bekannten, samt allem, was ich hab'. 185 In bekannter Melodie. 224.chant dir, lieber Herre, daß du mich haft bewahrt in dieser Nacht Gefährde, darinn ich lag so hart mit Finsterniß umfangen, darzu in groffer Noth, daraus ich bin entgangen, halfst du mir, Herre Gott. 5. Deinen Engel laß auch bleiben, und weichen nicht 2. Mit Dank will ich dich loben, o du mein Gott und Herr, im Himmel hoch dort von mir, den Satan zu ver-[ oben. Den Tag mir auch treiben, auf daß der bös Feind hier in diesem Jammerthal seine Tück an mir nicht übe, Leib und Seel nicht betrübe, und bring mich nicht zu Fall. gewähr, warum ich dich thu bitten, und auch dein Will mag fenn, leit mich in deinen Sitten, und brich den Willen mein. 6. Gott will ich laffen rathen, denn er all' Ding vermag, er fegne meine Tha ten, mein Vornehmen und Sach: Ihm hab' ich heim. gestellt mein Leib, mein' Seel, mein Leben, und was er mir gegeben: Er machs, wies ihm gefällt. 7. Darauf so sprech ich: Amen! und zweifle nicht daran, Gott wird es all's zu sammen ihm wohlgefallen lassen, und streck drauf aus mein Hand, greif an das Werk mit Freuden, werzu mich Gott beschieden in meinem Beruf und Stand. 3. Daß ich, Herr, nicht abweiche von deiner rechten Bahn, der Feind mich nicht erschleiche, damit ich irr möcht' gehn. Erhalt mich durch dein Güte, das bitt ich fleißig dich, für bösen Feindes Wüten, damit er sest an mich. 4. Den Glauben mir verleihe an dein'n Sohn Jesum Christ, mein' Sund mir auch verzeihe allhier zu dieser Frist; du wirst mirs nicht versagen, wie du verheissen haft, daß er mein' Sund thu tragen, und löf mich von der kast. 5. Die Hoffnung mir auch giebe, die nicht verderben läft, M5 darzu Zeitenlieder. 186 darzu ein' chriftliche Liebe zu dem, der mich verlegt; daß ich ihm Guts erzeige, such und uns des Glaubene Waffen fürs Teufels listig Pfeil. In bekannter Melodie. ch dank dir schon lieb ihn als mich eigen, nach 225. Jhef de fon all dem Willen dein. durch deinen Sohn, o Gott, für deine Güte, daß du mich heut in dieser Nacht so gnädig haft behütet. 6. Dein Wort laß mich he Fennen vor diefer argen Welt, auch mich dein'n Diener nehnen, nicht fürchten Gewalt noch Geld, daß mich bald möcht ableiten von deiner Wahrheit flar, wollst mich auch nicht abscheiden von der christlichen Schaar. 2. In welcher Nacht ich lag so hart, mit Finsterniß umfangen, von meinen Sünd'n geplager ward, die ich mein' Tag begangen. 3. So bitt ich dich aus Herzengrund, du wollest mir vergeben all meine Sünd, die ich begunt in meinem ganzen Leben. 4. Und wollest mich auch diesen Tag in deinem Schutz erhalten, daß mir der Feind nicht schaden mag mit küften mannigfalten. 8. Herr Christ, dir Lob ich 5. Regier mich nach dem fage für deine Wohlthat all, Willen dein, laß mich in die du mir all mein Tage er- Sund nicht fallen, auf daß zeigt haft überall; dein'n dir mög' das Leben mein Nahmen will ich preisen, der und all mein Thun gefaldu allein bist gut, mit deilen. nem Leib mich speife, tránt mich mit deinem Blut. 7. Laß mich den Tag vol lenden zu lob dem Nahmen dein; laß nichts mich von dir wenden, ans End be ständig seyn. Behüt mir Leib und Leben; darzu die Frücht im Land; was du mir haft gegeben, steht all's in deiner Hand. 9. Dein ist allein die Ehre, dein ist allein der Ruhm, die Nach dir niemand wehre, dein Seegen zu uns komm, daß wir im Fried einschlafen, mit Gnaden zu uns eil', gieb 6. Denn ich befehl dir Leib und Seel, und alls in deine Hände, in meiner Angst und Ungefäll, Herr, mir dein Hülfe fende. 7. Auf daß der Fürste diefer Welt kein' Macht an mir nicht finde, wo mich, Herr, nicht Morgenlieder. nicht deine Gnad erhålt, ist er mir viel zu geschwinde. 8. Ich hab es all mein Tag gehört, Menschen- Hülf sey verlohren, drum fteh mir ben, du treuer Gott, zur Hülf bist du erfohren. 9. Allein Gott in der Höhihn erkennest. sen Preis, samt seinem eingen Sohne, in Einigkeit des heilgen Geifts, der herrscht ins Himmels Throne. ro. Er herrschet so gewal tiglich von Anfang bis zum Ende, Gott Vater, Sohn, heiliger Geist, beschehr uns ein selges Ende. In eigener Melodie, 226 Der Tag vertreibt die finstre Nacht, ihr lieben Christen send munter und wacht, preiset Gott den Herren. 187 6. En nun Mensch, du edle Natur, o du vernünftge Creatur, sen nicht so verdroffen. 2. Die Engel fingen im merdar, und loben Gott mit grosser Schaar, der alles regieret. 3. Die Hähn' und Vögel mancherlen, die loben Gott mit ihrem Geschren, der sie speist und kleidet. u 4. Der Himmel, die Erd und das Meer geben dem Herren Lob und Ehr, thun feinen Wohlgefallen. 5. Alles, was je geschaffen ward, ein jeglich Ding nach feiner Art, preiset seinen Schöpfer. 7. Gedenk, daß dich dein Herr und Gett zu feinent Bild erschaffen hat, daß du 8. Und liebest ihn aus Herzensgrund, bekennest auch mit Herz und Mund, sein also geniesfest. 9. Weil du nun seinen Geift gekost, und seiner Gnad genoffen haft, so dank ihm von Herzen. 10. Sen munter, fleißig, bet und wach, sich, daß du stets in deiner Sach treu erfunden werdest. 11. Du weist nicht, wenn der Herre kömmt, denn er die keine Zeit bestimmt, sondern stets heist wachen. 12. So übe dich in seinem Bund, lob ihn mit Herzen, That und Mund, rühme seine Wohlthat. 13. Sprich: O Vater in Ewigkeit, ich dank die aller Gütigkeit, die du mir erzeiget. 14. Durch Jesum Chriftum deinen Sohn, welchem samt dir im höchsten Thron all' Engel lobsingen. 15. Hilf, Herr, daß ich dich gleicher Weis von nun an all 188 Seitenlieder. allseit lob und preis in Ewig-[ Kleider angeleget, laß meiner Feit, Amen. Seele seyn dein Bildniß Mel. Jesu, meine Luft 2c. eingepråget, im güldnen 227.0 Jefu, fuffes Glaubens- Schmuck, in der Licht, nun ist Gerechtigkeit, die allen Seedie Nacht vergangen, nun len ist das rechte Ehren Kleid. hat dein Gnaden Glanz aufs neue mich umfangen, nun ist, was an mir is, vom Schlafe aufgeweckt, und hat nun in Begier zu dir die Hand geftredt. 6. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit, mit Geduld, durch deines Geistes Tricbe; auch mit der Demüth mich vor allem kleide an, so bin ich wohlgeschmückt, und köstlich angethan. 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnade senken, mit keib, mit Seel, mit Geift, heut diesen ganzen Tag, das soll mein Opfer seyn, weil ich sonst nichts vermag. 7. Laß mir doch diesen Tag ftets vor den Augen schwer ben, daß dein Allgegenwart mich wie die Luft umgeben, auf daß mein ganzes Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund. 8. Ach fegne, was ich thu, ja rede und gedenke, durch deines Geiftes Kraft es also führ und lenke, daß alles nur gescheh' zu deines Nahmens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib' dein Eigenthum. 4. Da sey denn auch mein Leib zum Tempel dir ergeben, zur Wohnung und zum 228.Dott Bater, In eigener Melodie. as walt mein Haus. Ach allerliebstes Leben, ach wohn, ach leb in mir! beweg und rege mich, fo hat Geist, Seel und leib mit dir vereinigt sich. 5. Dem Seibe hab ich jest diel ohn allen Schad. 3. Drum siehe da, mein Gott, da hast du meine Seele, fie sen dein Eigenthum, mit ihr dich heut vermähle in deiner Liebe Kraft. Da hast du meinen Geist, darinnen wollst du dich verFlaren allerm.ift.. Sohn und heil'ger Geist, der mich erschaffen hat, mir keib und Seel gegeben, im Mutter- Leib das Leben, gesund 2. Ach Morgenliedes. 189 21 Ach trener Gott! der du dein'n Sohn, vom Himmels Thron, für mich gegeben in Tod, der für mich ist gestor ben, das Himmelreich erwor ben mit seinem theuren Blut. 3. Dafür ich dir aus Her zens- Grund mit Zung 8. All mein Arbeit, in Gottes Nahmen was ich fang an, gereich zur Nußbarkeit, mein Leib, mein Seel, mein Leben, was du mir, Herr, gegeben, lob dich in Ewigkeit. Mel. Aus meines zerzensar. Himmels und Begier, 229. und der Gel und danke dir mit Schaile für deine Wohithat alle, früh und spat für und für. 4. Auch sonderlich sag ich dir Dank mit dem Gesang, daß du so gnädiglich, aus lauter Vater- Güte mich die se Nacht behütet, durch deinen Engel ficherlich. 5. Und bitte dich, du wollst hinfort, ach Gott, mein Hort, ferner genädiglich mich diesen Tag behüten fürs Teu fels Macht und Wüten, und List tausendfältiglich. du Gott von Ewigkeit, der Tag und Nacht last werden zum Unterschied der Zeit, wie wunderbar hast du den Wechsel unfrer Stunden in deinem Rach erfunden, und siehst uns drinnen zu. 2. Du kansi in allen Ländern wenn deine Stunde schlägt, den groffen Himmel ändern, der Mond und Sonne trägt; und machst, wie dirs gefällt, ob wir gleich nicht drum sorgen, des Abends und am Morgen ganz eine 6. Durch deine Gnad benene Welt. wahr mir, Herr, Leib, Seel 3. Bald geht die Sonne und Ehr, vergieb die Missethat, für Gefahr, für Sünd und Schande, in meinem Beruf und Stande, behüt mich früh und spat. nieder, so wird es dunkle Nacht, und unfre Augenlieder sind auf die Ruh bedacht. Bald wird es wieder Tag, da schöpfet alles keben, was vor dem Schlaf ergeben, und halb gestorben lag. 7. All Tritt und Schritt, in Gottes Nahmen was ich fang an, theil mir dein Hülfe mit, und komm mir früh entgegen mit Glücke, Heil und Segen, meine Bitt versag mir nicht. 4. Nun, Herr, das alte Wunder behält noch seinen Lauf: Die Sonne geht jeunder bey Gut und Bösen auf: Das thut die groffe Treu Seitenlieder. 190 Treu und Allmacht deiner Hände, die wird bis an das Ende noch alle Morgen neu. 5. Du hast mir Leib und keben behütet für Gefahr, und heute neu gegeben, was gestern meine war; da wir doch in der Nacht, wie einer, Der begraben, für nichts geforget haben, noch an uns felbst gedacht. zu dir mit heller Stimm: Dein Ohr, Herr, neig mein Red vernimm. 3. Ich rühm von Herzen deine Güt, weil du mich gnddig haft behüt't, daß ich nun hab' die finstre Nacht in Ruh und Friede zugebracht. 4. Ich schlief, und wußt nicht, wie mir wär, so schlich Gefahr rings um mich her, die hat, Herr, deine Macht vertrieben, daß ich vor ihr in Ruh bin blieben. 5. Mein Gett, ich bitt durch Christi Blut, nimm mich auch diesen Tag in Hut: daß heut deine liebe Engelein meine Wächter und Gefährten feyn. 7.O Vater aller Güte, dir dank ich, wie ich kann. Dir trag' ich mein Gemüthe zum Morgen- Opfer an, und bin Dein Eigenthum. Du wirst mir auch begegnen, und mei ne Werke segnen, zu deines Nahmens Ruhm. 6. Dein Geist mein'n leib und Seci regier', und mich mit schönen Gaben zier, er führ mich heut auf rechter Bahn, daß ich was Guts voftbringen kann. 230.D 7. Gieb Gnad, daß ich Mel. Wenn wir in höchften. mein Werk und Pflicht mit as walt Gott Freuden diesen Tag verricht, Vater, und zu deinem kob und meinem Nuß, und meinem Nächsten thue Guts. Gott Sohn, Gott heilger Geift ins Himmels Thron. Man dankt dir, eh die Sonn 8. Hilf, daß ich zu regieren aufgeht, wenns licht an wiß meine Augen, Ohren, bricht, man vor dir steht. Hand und Füß, meine tip2. Drum beug' ich diesen pen, Mund und ganzen Leib, Morgen früh in rechter An- all bis Begierde von mir Dach meine Knie, und ruftreib. 9. Bc. 6, Jch sich mit neuen Kräften als wie von Todten auf, und geh in den Geschäften Den vorgewohnten Lauf. Die ganze Welt wird licht, da mit ich könne sehen, was heute wird geschehen, und was ich selbst verricht. Morgenlieder. 9. Bewahr mein Herz für| Gab' zu einem Unter- Pfand, Sünd und Schand, daß ich vom Uebel abgewandt, mein Secl mit Sünden nicht befchwehr, und mein Gewissen nicht versehr. dieweil ich fie empfangen hab von deiner Liebes- Hand. 6. Und diese deine LiebesHand hat heut ben mir gewacht, und allen Schaden abgewandt in dieser finstern Nacht. 7. In deinen Armen schlief ich ein, drum konte Saran nicht mit seiner List mie schädlich seyn, die er auf mich gericht. 10. Behut mich heut und als lezeit für Schaden; Schand und Herzeleid, tritt zwischen mich und meine Feind, die fichtbar und unsichtbar feynd, 11. Meinen Aus- und Eingang heut bewahr, daß mir nichts übels wiederfahr, be hüt mich für einem schnellen Tod, und hilf mir, wenn mir Hülf ist noth. Mel. un sich der Tag 2c. un sich die Nacht 231.un fich die Nacht geendet hat, die Finsterniß zertheilt, wacht alles, was am Abend spat zu seiner Ruh geeilt. 8. Für Wasser- und für Feuers: Noth hat mich, Herr, deine Güt, wie auch für bosem schnellen Tod, heut dies se Nacht behut. 9. Hab Dank, o Jefu, habe Dank für deine Lieb und Treu, hilf daß ich dir mein Lebenlang von Herzen dankbar sen. 2. So wachet auch, ihr Sinnen, wacht, legt allen Schlaf benfeit, und bleibt auf Gottes Lob bedacht, denn es ist Dankens Zeit. 3. Und du, des Leibes edler Gast, du theure Seele du, die du so sanft geruhet haft, dank Gott für deine Ruh. 4. Wie soll ich dir, du Seelen Licht, zur Gnüge dankbar feyn? Mein Leib und Seel ist dir verpflicht, und ich bin ewig dein. s. Dir geb ich, Jefu, diesel bey die bestehn. 191 10. Gedenk, o Herr, auch heut an mich an diesem ganzen Tag, und wende von mir gnädiglich, Noth, Jam: mer, Angst und Plag. 11. Hör und erhöre meine Bitt, nimm meine Geufzer an, und laß all meine Tritt und Schritt heut gehn auf rechter Bahn, 12. Ach las, o Jefu, keine Sünd mich diesen Tag be gehn, sonst möcht ich) armes Günden Kind nicht wohl 13. Wend Seitenlieder. 192 13. Wend meine Augen gnädig ab von dieser Eitel keit, damit bis an mein fühles Grab ich alles Böse meie. 14. Gieb deinen Segen diesen Tag zu meinem Wert und That, damit ich selig fagen mag: Wohl dem, der Jefum hat. 15. Wohl dem der Jesum bey sich führt, schließt ihn ins Herze ein, so ist sein ganzes Thun geziert, und er kann selig seyn. 16. Nun dann so fang ich meine Werk in Jcsu Nahmen an, er geb mir feines Geiftes Stärk, daß ich sie enten fann. 232.Mein Mel. Wer nur den lieben. ein Werk will ich mit Gott anfangen, und meinem Her ren Jesu Chrift; ben dem ist Hülfe zu erlangen, weil er der rechte Helfer ist. Ich fage: Jefus hats verricht, drum laß ich meinen Jesum nicht. 2. Von Jesu will ich nic mahis wanken, der mich ge lieber hat vorhin, ihm foll mein Herz allstetig danken, daß ich in seiner Gnade bin, auf ihn ist siets mein Herz gericht, ich lasse meinen Jesum nicht. 3. Mein Jesus will bey mir stets walten, weil ich ben ihm in Gnaden steh, ich laß ihn nicht, ich will ihn halten in aller Noth und allem Weh. Denn er bleibt meine Zuversicht, ich lasse meinen Jesum nicht. 4. Ich will bey meinem Jefu halten, ich bleib an ihm, drum ist er mein, er läßt mich nicht, ich laß ihn walten, ich schließ ihn in mein Herz hinein: mein Herz im Glauben ben mir spricht: Ich lasse meinen Jesum nicht. 5. Scheints gleich, als låg ich gar darnieder, werd ich doch dadurch nicht verzagt; in Jesu krieg ich Hülfe wieder, drum sen es auch mit dem gewagt, ob mich gleich manche Noth anficht, so laß ich meis nen Jefum nicht. 6. Der Teufel foll mich nicht erschrecken, stellt er sich wider mich gleich ein; Mein Jcfus wird das Schild ausstecken, darunter werd ich sicher seyn. Drum jest mein Herz zur Freude spricht: Ich laffe meinen Jefum nicht. 7. Die Welt muß endlich doch vergehen mit aller ihrer Herrlichkeit, nichts ist, das ewig kann bestehen, als was mein Jesus hat bereit; wenn Himmel, Erd und alles bricht, Morgenlieder. 193 Herr, also regier, daß es feis nen Zweck erlange: Eprich das Ja zu meinen Thaten, und laß alles wohl gerathen. 3. Wende doch in Gracen ab, was mein Thun fucht zu verstöhren: Gieb, daß ich zu schaffen hab, und mich chr lich mög ernähren; ficure den verdammten Lügen, laß mich meine Feind besiegen. 4. Meine Arbeit fegne Gott, mein Verrichten, Thun und lassen. Segne, Herr, mein täglich Biod, mein Vermögen gleicher maffen. Gegne mich mit fanften Sterben, und mach mich zum Himmels- Erben. Miel. Wo Gott zum Haus. fangen wir 10. Da will ich Dank und Preis ihm bringen, ich will vor Thron ein ewig Heilig, Heilig fin. 234. in Gortes Nam gen dem größten Fürst und Königs- Sohn, in feinem Fried und Freuden- Licht; ich laffe meinen Jefum nicht. Miel. Viun Gott lob, es ist. eine neue Weche zu leben an, hilf Gott, daß uns die sieben Tag' kein Unglück überfallen mag. 2. Gicb deinen Eegen mil233.Liebster Jefu, weil diglich zu unsrer Arbeit fieriich nun an uns auch durch deinen Geist, daß wir gern thun, was du uns heist; 3. Zu aller Zeit, an allem Ost, vor Augen haben dein göttlich Wort, bis wir nach dieser kurzen Zeit erlangen die ewige cligteit. bricht, laß ich doch meinen Jefum nicht. 8. Der Tod soll ben mir in dem Sterben auch nicht be halten Ueberhand, mein Je fus läßt mich nicht verder ben, drum hab ich ein gewif ses Pfand, so mir kein tråf tig Wort verspricht. Ich laffe meinen Jefum nicht. 9. Ich laß ihn nicht in meinem Leben, dort werd ich ewig ben ihm stehn, und an ihm, als ein' Klette, kleben, da wird mein Mund sein Lob erhöhn, alsdenn seh ich sein Angesicht mit Freuden und mit vollem Licht. meine Arbeit gehen, weiß ich wohl daß all mein Thun ohne dich nicht kann bestehen; laß mich demnach zu dir treten, und um Beystand dich anberen. 2. Groffer Helfer, mach doch hier, daß mein Werk 4. Und feyren mit den En ich wohl anfange: Alles, gelein einen Sabbath nach N dem Seitenlieder. 194 dem andern fein. Das gieb, durch Christum, deinen Sohn, der mit dir herrscht in einem Thron. Abendlieder. In bekannter Mielodie. erde munter, 236. Merd mein Gemü5. Dafür woll'n wir dir al- che, und ihr Sinnen acht lezeit Lob und Dank fag'n in herfür, daß ihr preiser GotEwigkeit: O Jesu! unfern tes Güte, die er hat gethan Glauben mehr, zu deines an mir, als er mich den, Namens Lob und Ehr. ganzen Tag für so marcher Mel. Auf meinen lieben 2c. schweren Plag hat erhalten o tret ich dem- und beschützet, daß mir felbst das leid genüget. 235.6 nach an, so gut ich immer fann, mein Urbeit, Thun und Wesen, dazu mich Gott erlesen, Er wird mir feinen Segen auch wis sen benzulegen. 2. Lob und Dank fen dir ges sungen, Vater der Barmherzigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich für allem deid und für Sünden mancher Art so getreulich haft bewahrt, auch die Seind hinweg getrieben, daß ich unbeschädigt blieben. 2. Dir, Vater, fa ich Dank, daß du mein Leben lang so reichlich mich ernäh. ret, und manche Gnad be scheret. Laß deine Güt und Gaben mich heute ferner laben. 3. Ach mein Herr Jesu Chrift, der du mein Helfer bist, ach, fegne meine Werke, und mich vom Himmel står ke, damit ich deinen Willen in allem mög erfüllen. 4. Behüte Seel' und Leib, und alles von mir treib', was meine Nahrung hindert, und deinen Segen mindert. Ja laß in Fried und Freuden mich dann von hinnen scheiden. 20 3. Keine Klugheit fan auss rechnen deine Güt und Wunderthat, ja kein Redner kan aussprechen, was dein Hand erwiesen hat; deiner Wohl. that ist zu viel, sie hat weder Maas noch Ziel, Herr, du hast mich so geführet, daß fein Unfall mich berühret. 4. Dieser Tag ist nun vergangen, und die dunkle Nacht bricht an, es ist hin der Sonnen Prangen, die uns all' erfreuen kann: Stche mir, o Vater, ben, daß dein Glanz stets vor mir sey, und mein Faltes Abendlieder. kaltes Herz erhike, wenn ich gleich im Finstern size. 5. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd und Mis ferhat, die mein armes Herz beladen, und so gar vergifter hat, daß auch Satan durch fein Spiel mich zur Höllen stürzen will, aber Herr, du fanft mich retten, strafe nicht mein Uebertreten. 195 Herzen, fühl ich nicht der Seele Schmerzen. 9. Wenn mein Augen schon sich schliessen, und ermüdet schlafen ein, foll mein Herz dennoch gefliffen nur auf dich gerichtet seyn: Meiner Seele mit Begier träume ftets, o Gott, von dir, daß ich fest, Herr, an dich glaube, und auch schlafend dein verbleibe. 6. Bin ich gleich von dir gewichen, steil ich mich doch wie der ein, hat uns doch dein Sohn verglichen durch sein Angst und Todes- Pein; ich verläugne nicht die Schuld, aber deine Gnad und Huld ist viel geöffer als die Sünde, die ich stets in mir empfinde. 10. laß mich diese Nacht empfinden, eine fanft und füffe Ruh, alles Uebel la verschwinden, decke mich mit Segen zu, Leib und Seele, Muth und Blut, Weib und Kinder,( auch die Meinen) Haab und Gut, Freunde, Feind und Haus- Genossen find in deinen Schuß ges schlossen. 7. O du licht der frommen Seelen, o du Glanz der 11. Ach bewahre mich für Ewigkeit, dir will ich mich Schrecken, schüße mich für ganz befehlen diese Nacht Ueberfall, laß mich Krankund allezeit; bleibe doch mein heit nicht aufwecken, treibe Gott, bey mir, auch im Dunweg des Krieges Schall, feln bist du hier; wenn ich wende Feur- und Wasserseinsam mich betrübe, tröfte Noth. Pestilenz und schnelmich mit deiner Liebe. len Tod, laß mich nicht in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben. 8. Schüße mich für Sa tans Neßen, für der Macht der Finsternis, die mit Ser 12. O du grosser Gott, ers gen mir zusetzen und mit höre, was dein Kind gebeten mancher Kümmerniß; laß hat, Jesu, den ich stets vermich dich, a wahres Licht, ehre, bleibe ja mein Schuß nimmermehr verlieren nicht, und Rath, und mein Hort du wenn ich dich nur hab imlwerther Geist, der du Freund N 2 und Seitenlieder. 196 und Tröster heift, höre doch mein sehnlich Flehen, Amen, ja es soll geschehen. dieser Erden, und von der Sünden Arbeit frey. 6. Nun geht, ihr matten In bekannter Melodie. Glieder, geht hin, und legt un ruhen alle der Betten ihr 237- N Wälder, Vich, begehrt: Es kommen Stund Menschen, Städt und Fel- und Zeiten, da man euch der, es schläft die weite wird bereiten, zur Ruh ein Welt: Ihr aber, meine Bettlein in der Erd. Sinnen, auf, auf, ihr sollt 7. Mein Augen stehn verbeginnen, was eurem Schó, pfer wohlgefällt. droffen, im Hun sind sie geschloffen, wo bleibt denn mei2. Wo bist du Sonne blie- ne Seel? Nimm fie zu deiben? die Nacht hat dich ver- nen Gnaden, sen gut für altrieben, die Nacht, des Ta- len Schaden, du Aug und ges Feind. Fahr hin, ein Wächter Israel. andre Sonne, mein Jefus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 8. Breit aus die Flügel beyde, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein. Will Satan mich verfchlingen, so laß die Engel fingen: Dieß Kind soll unverleget feyn. 3. Der Tag ist nun vergan gen, die güldnen Sterne prangen am blauen Himmels Saal: Also werd ich auch stehen, wenn mich wird heif sen gehen mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterb: lichkeit, die zich ich aus, dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr' und Herrlichkeit. Sp Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sey: Herz, freu dich, du sollt werden vom Elend 9. Auch cuch, ihr meine lieben, soll heute nicht betrüben fein Unfall noch Ge fahr: Gott laß euch feelig schlafen, stell euch die güldnen Waffen uns Bett und feiner Engel Schaar. Miel. Werde munter mein. 238.meinem Leben wiederum ein Tag dahin, leha re mich nun Achtung geben, ob ich fromm gewefen bin: Zeige mirs auch selber an, so ich was nicht recht gethan: Und Abendlieder. 197 Und hilf jest in allen Sachen 6. Herr, dein Auge geht guten Feyerabend machen. 2. Freylich wirst du manches finden, was dir nicht gefallen hat: Denn ich bin noch voller Sünden in Gedanken Wort und That, und vom Morgen bis jegund pfleget Herze, Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ich selber nicht kann zählen. nicht unter, wenn es ben uns Abend wird: Denn du bleibest ewig munter, und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Heerde wacht. Darum hilf uns, deinen Schaafen, daß wir alle sicher schlafen. 3. Aber, o du Gott der Gnas den, habe noch einmal Geduld: Ich bin freylich schwer beladen, doch vergieb mir alle Schuld. Deine groffe Vater Treu werde diesen Abend neu, so will ich noch 7. Laß mich denn gefund ermachen, wenn es rechte Zeit wird senn, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Eh. ren ein; oder hast du lieber Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende keib und Seel in deine Hände. deinen Willen künftig mehr 239.Chrifte, er du bif In bekannter Melodie. bist als Tag Licht, vor dir ist, Herr, verborgen nichts, du väterlichen Lichtes Glanz, lehr uns den Weg der Wahrheit ganz. 2. Wir bitten deine göttli che Kraft, behüt uns, Herr, in dieser Nacht, bewahr uns, Herr, für allem keid, Gott Vater der Barmherzigkeit. 3. Vertreib den schweren Schlaf, Herr Chrift, daß uns nicht schad' des Feindes ist, das Fleisch in Züchten reine sen, so sind wir mancher Sorgen frey. 4. So unsre Augen schlafen ein, laß unsre Herzen wacker № 3 feyn, 4. Heilige mir das Gemüthe, daß mein Schlaf nicht fündlich sey: Decke mich mit deiner Güte, auch dein Engel steh mir ben. Lösche Feur und Lichter aus, und bewahre sonst das Haus, daß ich mor gen mit den Meinen nicht in Unglück dürfe weinen. 5. Steure den gottlosen Leu ten, die im Finstern Böses thun. Sollte man gleich was bereiten uns zu schaden, wenn wir ruhn: so zerstöhre du den Rath, und verhindere die That, wend auch al les andre Schrecken, was der Satan kann erwecken. Zeitenlieder. 198 seyn, beschirm uns Gottes rechte Hand, und lös' uns von der Sünden Band. 5. Beschirmer, Herr der Christenheit, dein Hulf all zeit fen uns bereit, hilf uns, Herr Gott, aus aller Noth, durch deinen heilgen bittern Tod. Seele scheiden, obgleich mein keibes- Kleid zerreißt; wird. Jesus doch die Seele kleiden mit dem, was unverweslich heißt. Dieß ist mein Ziel ben Freud' und Leid: Stets näher zu der Ewigkeit. 4. Ich finde nur im fühlen Grabe das beste Bette mei6. Gedenk, o Herr, derner Kuh, und wenn ich ausschweren Zeit, darin der Leib gefangen liegt, der Seele, die du haft erlöft, der gieb, Herr Jesu, deinen Trost. geschlafen habe, führt Jefus mich zum Himmel zu, so bringt mich jeder Blick der Zeit stets näher zu der Ewigkeit. 7. Dem Vater sey kob, Ehr und Preis, darzu auch Chrifto gleicherweif, des heilgen Geistes Gutigkeit, sen ben uns bis in Ewigkeit. 5. So lieg' und schlaf ich ganz mit Frieden, dieweil mein Hirte ben mir wacht, von Jefu bleib ich ungefchieden, auch in der letzten Mel. Wer nur den lieben. Todes- Nacht. Er lenfet 240. Gott sob! es ist von meinem keben nun abermal ein Tag vorben, die sanfte Nacht hat mich umgeben, und macht mein Herz von Gorgen fren. Das ist mein Troft, der mich erfreut: Stets nå her zu der Ewigkeit. 2. Jedweder Abend kann mir zeigen, es werde fich mein Lebens Licht zum stillen Todes Abend neigen, dieß ist mein Troft und schrekt mich 241.Unre müden Aunicht, ich komm aus dieser kurzen Zeit stets näher zu der Ewigkeit. genlieder schlief sen sich den Schlafe zu, und des keibes matte Glieder, grúffen schon die Abend Ruh, denn die dunkle finfire Nacht 3. Ob fich gleich keib und hat meiner Tage Zeit fiets nåher zu der Ewigkeit. 6. So kommt ihr sanften Abend. Stunden, ihr müden Augen schließt euch zu! die Seele ruht in Christi Bunden, drum hat der Leib auch seine Ruh. Mein Wunsch und Ziel ist jederzeit: Stets näher zu der Ewigkeit. In bekannter Melodie. Abendlieder. 199 hat des hellen Tages Pracht| 6. Laß mich, Herr, von dir unserm Blicke zugedecket und die Sterne aufgestecket. 2. Ach bedenk, eh du gehst schlafen, du, o meines Lebens Gast, ob du den der dich er: schaffen, heute nicht erzurner hast? Thu, ach thu bey Zeiten Buß, geh und fall ihm jetzt zu Fuß, und bitt ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll entladen. nicht wanken, in dir schlaf ich gut und wohl, gieb mir heilige Gedanken, und bin ich gleich Schlafes, voll, so laß doch den Geist in mir zu dir wachen für und für, bis die Morgenroth angehet, und man dankend vor dir stehet. 7. Vater droben in der Hö he, dessen Nam uns heilig werd, dein Reich komm, dein Will geschehe, unfer Brod werd uns beschert, und vergicb uns unsre Schuld, schenk uns deine Gnad und Huld, laß uns nicht Versuchung tööten, hilf uns, Herr, aus allen Nöthen. 3. Sprich: Herr, dir ist unverhohlen, was ich diesen Tag vollbracht anders als du mir befohlen, ja ich habe nicht bedacht meines Amtes Ziel und Zweck, habe gleichfalls deinen Weg schåndlich, o mein Gott! verlaffen, bin gefolgt der Wollust Straffen. 4. Ach Herr! laß mich Gnad Vlad) bekannter Melodie. erlangen, gieb mir nicht ver- 242.nun fich der Tag geendet hat, dienten Lohn, laß mich deine und keine Sonn mehr Huld umfangen, sich an dei scheint, schläft alles, was nen lieben Sohn, der für sich abgematt, und was zu mich genug gethan, Vater, vor geweint. nimm den Bürgen an, dieser hat für mich erduldet, was mein' Unart hat verschulder. 5. Deffne deiner Güte Schätze, sende deine Wach herab, daß kein Unglück mich verlezze, daß des Todes finfires Grab, auch kein Uebel, das uns leicht unversehends überschleicht, mich mit seinem Nez umdecke, noch ein böser Traum mich schrecke. In 4 2. Nur du, mein Gott, haft keine Raft, du schläfft noch schlummerst nicht, die Fin sterniß ist dir verhaßt, weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Here, doch auch an mich in dieser dunkeln Nacht, und schenke mir ge nådiglich den Schirm von deiner Wacht. 4. Wend ab das Leid und steh 200 Seitenlieder. steh mir ben, durch deiner Engel Schaar so bin ich al ler Sorgen fren, und bringt mir nichts Gefahr. 5. Zwar fühl ich wohl der Sünde Schuld, die mich ben dir flagt an: ach aber deines Sohnes Huld hat Huld hat gnug für mich gethan. 6. Den fesz ich dir zum Bürgen ein, wenn ich muß vor Gericht, ich kann ja nicht verlohren seyn, in fol cher Zuversicht. 17. Darauf thu ich mein' Augen zu, und schlafe frölich ein, mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig fenn? führet, die Welt hat sich zur Ruh gemacht, thu Seel was dir gebühret, tritt an die Himmels Thür, und bring ein Lied herfür, laß deine Augen, Herz und Sinn auf Jesum feyn gerichtet hin. 2. Ihr hellen Sterne leuch tet wohl, und glänzt mit euren Strahlen, ihr macht die Nacht auch Preises voll, doch noch zu tausendmalen scheint heller in mein Herz und lindert allen Schmerz, mein Jesus, meiner Seele Ruhm, mein Schuß, mein Schat, mein Eigenthum. 3. Der Schlaf zwar herr scher in der Nacht bey Menschen und bey Thieren, doch einer ist, der droben wacht, Lauf, ich baue jest in mei- bey dem kein Schlaf zu spühnem Sinn Gott einen Tempel auf. ren; es schlummert, Jesu, nicht dein Aug', auf mich gericht', drum soll mein Herz auch wachend seyn, daß Jesus wache nicht allein. 4. Verschmähe nicht dieß schlechte Lied, das ich dir, Jefu, finge, in meinem Herzen ist kein Fried, bis ich es zu dir bringe, ich bringe, was ich fan, ach, nimm cs gnådig an, es ist doch herzlich gut gemeynt, o Jesu! meiSeele Freund. 8. Weicht nichtige Gedanken hin, wo ihr habt euren 9. Soll diese Nacht die leste senn in diesem Jammerchal, so führ mich, Herr, zum Himmel ein, zur auserwählten Shaar. 10, Und also leb und sterb ich dir, du Herr Gott Zebaoth, im Tod und Leben hilf du mir aus aller Angst und Noth. In eigener Melodie. er lieben Sonner 243.D ne licht und 5 Mit dir will ich zur Ruhe Pracht hat nun den Kauf voll- gehn, dir will ich mich befehlen, Abendlieder. 201 len, du wirst, mein Schuß Herr, auf mich sehn, zum Be ften meiner Seelen, ich fürch: te feine Neth, auch selber nicht den Tod, denn wer mit Jefu schlafen geht, mit Freude wieder aufersteht. das ist Gottes Wille, schließt aber dieß mit ein: Herr Jefu! ich bin dein, so wird der Schluß recht wehl ge macht: Nun Jesu! Jesu! gute Nacht. nell Mel, Wer nur den lieben. 6. Ihr Sorgen, weicht und laffet mich; hier habt ihr 244. So wird die Woche nun bes nichts zu schaffen, dieß Haus schloffen, da sich die Nacht gehört in Jesu Reich, laßt es zur Ruhe neigt, es ist in ihr nur ficher schlafen; der Enkein Tag verfloffen, der nicht gel ftarke Wacht hält es in von Gottes Gnade zeugt: guter Acht, ihr Heer und la- Denn er hat mich nach seiger ist sein Schuß, drum ner Mache an keib und biet' ich allem Uebel Truß. Secle wohl bedacht. 7. So will ich denn nun. schlafen ein, Jefu, in deinen Armen, mein Schuß soll deine Aufsicht seyn, mein ka ger dein Erbarmen, ich ruh an deiner Brust, mein Traum ist jene Lust, die aus der Ruh des Herzens fleußt, und dein Geist in mein Herze geußt. 2. Wer weiß, was mir vor Ungelúcke mehr als zu nah gewefen ist? Oft übereilt im Augenblicke uns Noth und Tod, Gefahr und List, wenn Gott mit seiner Ens gel- Hut für uns nicht selbst das Beste thut. 3. Jedoch mit was vor ei8. So oft die Nacht mein' nem Leben hab ich den treuen Ader schlägt, soll dich mein Gott belehnt? Er hat mir Geist umfangen, fo vielmal Zeit genug gegeben, er hat fich mein Herz bewegt, soll der Schwachheit noch verdieß seyn mein Verlangen, schont: Allein je mehr er daß ich mit lautem Schall mir gegönnt, je mehr hab möchtrufen überall. Ach Je- ich den Tod verdient. su, Jefu, du bist mein, und ich bin auch und bleibe dein. 9. Nun, matter Leib, schick' dich zur Ruh, und schlafe fanft und stille, ihr müden Augen schließt euch zu, denn 4. Ach Gott! ich beichte meine Sünde, nimm mich um Jefus willen an, daß ich durch ihn Vergebung finde und voll Vertrauen fagen fann: mir schemmet noch die N 5 Gnas 202 Zeitenlieder. Gnaden Zeit zu meiner Seele Seligkeit 3. Nahrung giebt er dem Leibe, die Seele muß uns s. Laß mich die neue Boch bleiben, wiewohl tödtliche erblicken, daß ich ins neue te- Wunden sind kommen von ben geh, und als ein Christ in der Sünden.at thin allen Stücken auf deinem Willen fest besteh, daß ich von Sürd' und lastern fren, mit jedem Tage frommerfen. 16. Behüte mich vor schnd den Leuten, bey denen man nur Sünde lernt: Will mich die böse Lust bestreiten, so gieb, daß sich mein Geift entfernt, und alle Süssigkeit, veracht', die uns der Hölle dienstbar macht. 7. Also will ich dein kob befingen, so lange sich die Zunge regt: Dein hoher Name soll erklingen, weil Tag und Nacht die Zeit bewegt; dann hilf mir in den Himmel ein, da wird ein ewger Sabbath senn. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Leben, Christus für uns gestorben, der hat das Heil erworben. 2. Den leib, die Seel, das Seben, hat er allein uns gegeben; dieselben zu bewahren, thut er nicht etwas spahren. 5. Sein Wort, sein' Tauf, sein Nachtmahl, dient wider allen Unfall, der heilge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6. Durch ihn ist uns vergeben die Sünd, geschenkt das Leben, im Himmel foll'n wir haben, o Gott! wie groffe Gaben. 7. Wir bitten deine Güte, wollst uns hinfort behüten, die Groffen mit den Kleinen, du kansis nicht böse mennen. 8. Erhalt uns in der Wahrheit, gieb ewigliche Frenheit, zu preifen deinen Nahmen, durch Jefum Chriftum, Amen. Tischlieder. 245. N Gott dem HerIn bekannter Melodie. un laßt uns Miel. Herzliebster Jesu, was. ren Dank fagen und ihn eh. 246, Lober den Herrn, und dankt ihm ren, von wegen seiner Ga feiner Gaben, die wir aus ben, die wir empfangen ha- Gnad von ihm empfangen ben. haben, jezt an dem Tisch und sonst an allen Enden, wo wir uns wenden. 2. Er hat uns an das Licht der Welt laff n kommen, und durch Tischlieder. 203 durch die Tauf in fein Reich| gewesen, wir haben auch aufgenommen, er läßt uns den besten Schatz gefunden, auch in seinem Sohn ent- und überwunden. binden von Schuld und Sünden. In bekannter Melodie. 3. Durch seinen Geift er uns so wohl regieret, ftraft, unterweist, erhält und fråf tig führet, auf daß wir fest im Kreut ohn alles Grauen ihm können trauen. 4. Er thut auch wohl durch feine Engel Schaaren uns Tag und Nacht für Leibs Gefahr bewahren, damit der Feind an uns sein' böfen Willen nicht mög erfüllen. 5. Zu dem er auch all seine Kinder ernähret, und ihnen Hülf in aller Noch bescheh ret, und läßt gewiß all ihre Feind auf Erden zu Schanden werden. 6. Derhalben fend getrost in Gott, ihr Frommen, denn ihr sollt Schuß und Brod genug bekommen, und über dies nach diesem armen te ben ben Christo schweben. 7. Deß danket ihm von ganzem Herzensgrunde, und bittet inniglich zu aller Stunde, daß er uns nue, als seinen lieben Erben, helf selig sterben. 8. So find wir recht an Leib und Seel genesen, und reich genug in dieser Welt 247 Lobet den Herren, denn er sehr freundlich, es ist sehr köstlich unfern Gott zu loben. Sein Lob ist schön und lieblich anzuhören. Lobet den Herren. 2. Singt geg'n einander, Dem Herren mit Danken, lobt ihn mit Harfen, unsern Gott, den Werthen: Denn er ist mächtig und von groffen Kräften. Lobet den Herren. 3. Er kann den Himmel mit Wolken bedecken; er giebt den Regen, wenn er will auf Erden; Er läßt Gras wachsen hoch auf dürren Bergen. Lober den Herren. 4. Der allem Fleische giebet seine Speise, dem Vieh sein Sutter väterlicher Weise, den jungen Raben, wenn sie ihn anrufen. Lobet den Herren. 5. Er hilft den Seinen nicht durch Roßes Stärke, hat Wohlgefallen, nicht an frechem Erolze; Er hat Gefall' n an denen, die auf ihn trauen. kobet des Herren. 6. Danket dem Herren! Schöpfer aller Dinge, der Brunn des Lebens thut aus Dir 204 Seitenlieder. Dir entspringen, gar hoch uns Erben in seins Vaters vom Himmel her aus dei Reiche. nem Herzen. Lobet den Her: ren. 7. Jesu Christe, Sohn des Allerhöchsten, gieb du die Gnade allen frommen Christen, daß fie dein'n Nahmen ewig preifen, Amen! Lobet den Herren. Mel. Aller Augen auf eich anket dem Her248.0 ren, denn er ist sehr freundlich, und seine Gür und Wahrheit bleibet ewiglich. 2. Der als ein barmherzi ger gütiger Gott uns dürf tige Creaturen gespeiset hat. 3. Singet ihm aus Herzensgrund mit Innigkeit: Lob und Dank sen dir Gott Vater, in Ewigkeit. 4. Der du uns, als ein reicher milder Vater, spei. fest und kleidest dein' elende Kinder. 5. Verleih, daß wir dich recht lernen erkennen, und nach dir ewigem Schöpfer uns fehnen. 6. Durch Jefum Christum deinen allerliebsten Sohn, der unser Mittler worden ist vor deinem Thron. 8. Zu Lob und Ehren seinem heilgen Nahmen, wer das begehrt, der sprech von Herzen, Amen. 249. In bekannter Melodie. err Gott, nun sen gepreiset, wir sagen dir groffen Dank, und geben guten Trank, dein' du hast uns wohl gespeiset, Mildigkeit zu merken, und unfern Glauben zu stärken, daß du seyft unser Gott. 2. Ob wir solchs hab'n genommen mit Luft und Lebermaaß, dadurch wir möchten kommen vielleicht in deinen Haß, so wollst du's uns aus Gnaden, o Herr. nicht las sen schaden, durch Christum deinen Sohn. 3. Also wellft allzeit nähren, Herr, unsre Seel und Geist: In Chrifto uns bekehren, daß wir im Glauben vest, Begierd und Lüfte meiden, stark seyn in allem Leiden, und leben ewiglich. 4. O Vater aller Frommen, geheiligt werd dein Nahm. Laß dein Reich zu uns kommen, dein Wille mach' uns fromm. Gieb Brod, vergieb die Sünde, kein Args das Herz entzünde, lös' uns aus In 7. Der helf uns allesamt allhie zugleiche, und mach aller Noth. Tischlieder. 205 In bekannter Melodie. des Geistes Sinn, daß wir 250.Singen wir aus folches recht verstehn, fters nach Geboren gehn, feinen Nahmen machen gros, in Chrifto ohn Unterlaß, so fingen wir recht das loben Gott mit unserm Mund' wie er seine Güt an uns beweist, so hat er uns auch gespeist; wie er Thier] Gratias. und Bögel ernährt, so hat er uns auch beschehrt, welchs wir jesund hab'n verzehrt. 2. kob'n wir ihn als seine Knecht, das sind wir ihm schuldig von Recht, erken nen, wie er uns hat geliebt, dem Menschen aus Gnaden giebt, daß er von Bein, Fleisch und von Haut künstlich ist zusammen gebaut, daß er des Tages Licht anschaut. 3. Alsbald der Mensch sein Leben hat, forgte für ihn Gottes Kath; in dem Leib der Mutter fein ist er zugerichter] fein; ob es ist ein flcines Kind, Mangel es doch nir gends find, wenn es an die Welt herkömmt. 6. Das Gratias das fingen wir, Herr Gott Vater, wir danken dir, daß du uns reichlich haft gespeist, dein' Lieb und Tren an uns beweist, gicb uns auch das Gedeihn darzu, unserm Leib Gesundheit und Ruh, wer das begehrt, sprech Amen darzu. Sonn- und Festtagslieder. Miel. Sür deinen Thron trer. 251. Heut ist des Herren Ruhe- Tag, vergeffet alle Sorg und Plag, treibt cure Wochen- Arbeit nicht, kommt vor des Höchsten Angefickt. 2. Trette her und fallt auf cure Knie, vor Gottes Majestät allhie, es ist sein Heiligthum und Haus, wer Sünde liebt gehört hinaus. 4. Gott hat die Erde zugericht, läßts an Nahrung mangeln nicht; Berg und Thal die macht er naß, daß dem Vieh auch wächst sein 3. Dem Frevler drohet Gras, aus der Erden Wein Gottes Grimm, doch hört und Brod schaffet Gott, er gern der Armen Stimm', und giebrs uns fatt, daß deswegen lobt ihn allesamt, der Mensch sein Leben hat. das ist der Christen rechtes 5. Wir danken Gott und Amt. bitten ihn, daß er uns gebl 4. Rühmt unsers Gottes Meis 206 Meister That, da er aus nichts erschaffen hat den Himmel und die ganze Welt, und was dieselbe in sich hält. 5. Und als er sie genug geziert, hat er den Menschen drauf formirt, und ihn nach feinem Ebenbild' mit Weisheit und Verstand erfüllt. Seitenlieder. 6. Erkennt mit dankbarem Gemüth, wie er allein durch seine Güt' uns täglich sah Bet und ernährt, und manches Unglück von uns kehrt. 7. Denkt auch, daß heut geschehen ist die Auferstehung Jesu Christ, dadurch die wahre Freudigkeit in aller Noth uns ist bereit't. 8. Der von den Jüden 15. Gicb deiner Aufersteward veracht't, von Mór hung Kraft, daß dieser Trost dern schändlich umgebracht, lia ben uns haft, und wir uns daß seine Sehr hätt' kurzen( drauf verlaffen vest, wenn Lauf, und mit ihm müßte hören auf. 9. Der ist erstanden offen bar, und hat erfreut fein' kleine Schaar, die bis ans Ende ihn geliebt, und seinethalben war betrübt. 10. leibhaftig er sich ihnen wieß, sich sehen, hören, fühlen ließ, damit versichert wär ihr Sinn, des Todes Macht sen nun dahin. öffnen betend unfern Mund, und danken dir von HerzenGrund. 12. Gott! der du den Erden- Kreis erschaffen haft zu deinem Preis, uns auch bewahrt so manches Jahr in vieler Trübfal und Gefahr. 13. Hilf, daß wir alle deine Werk, voll Weisheit, Güte, Macht und Stärk erkennen, und je mehr und mehr ausbreiten deines Nahmens Ehr. 14.0 liebster Heiland, Jefu Chrift, der du vom Tod'erstanden bist, richt' unsre Herzen auf zu dir, daß sich der Sünden- Schlaf verliehr. 11. Drum wollen wir begehn mit Fleiß den Tag, nach rechter Christen Weif, wir uns auch alle Welt verläßt. 16. O heilger Geist, laß uns dein Wort so hören heut und immerfort, daß sich in uns durch deine Lehr, Glaub, zieb und Hoffnung reichlich mehr. 17. Erleuchte uns, du wahres Licht, entzeuch uns deine Gnade nicht, all unser Thun auch so regier', daß wir Gott preifen für und für. * 18. Gott Vater, Sohn und Geist verleih, daß dieser Tag dir heilig sen, wir auch die Sonn: und Sesttagslieder. 207 die Sabbath Ruh und tes Geift nicht lehrt, bleiben Freud erlangen drauf in Ewigkeit. thöricht und verkehrt, ob sie gleich von Geistes Cachen können kluge Worte machen. 5. Weise find, die sich erwählen Gottes Wort zum Prúfe- Srein, damit sie nicht mögen fehlen, zu erkennen Kraft und Schein Wer will den betrügen leicht, der von Gottes Wort nicht weicht, das, wenn alles auch vergehet, ohn Aufhören doch besteher? Mel. Sreu dich sehr, o meine. Dommt ihr Men 252. Ⓡ schen, laßt euch lehren, kommt und fernet all. zumahl, welche die sind, die gehören in der rechten Wei sen Zahl, und die billig jeder mann als verständig sicher an; ob gleich viele sie verlegen, und ihr Thun für Thorheit schätzen. 2. Weise sind, die sich selbst 6. Weise sind, die das nicht kennen, wie so gar verderbt fie find; die sich selber Thoren nennen, und befinden, wie so blind beydes Wille und Verstand, weil sie sich von Gott gewand: die sich ihrer Thorheit schämen, und zur Busse sich bequemen. suchen, was nicht ewig wäh ren mag, und die kurze Lust verfluchen, die da brinat cin langes Ach; die nicht lieben in der Welt Ehre, Wollust, Gut und Geld, sondern alle dem absagen, weil es doch nur mehrt die Plagen. 3. Weise sind, die Christum 7. Weise sind, die Gott erwissen, durch des Geistes greifen, als ihr höchst und beGlaubens- Licht: seine Lehre stes Theil, und nicht lang'um: treu genießen, der es nie an her sonst schweifen, weil doch Licht gebricht, die die Weis ohne Gott kein Heil. Die sich heit dieser Welt, und was ihn zum Zweck gesetzt, die sonst die Welt hoch hält, sonst nichts als Er ergetzt, und fahren laffen aus den Gin- ihm zu gefaden trachten, die nen, um nur Christum zu gewinnen. kann man recht weife achten. 8. Weife find, die sich nicht 4. Weise sind, die Gott an fchàmen, sondern deren flehen um den Geift, der weife Sinn fich fenft, Chrifti macht; die nach deffen Lei- Kreuß auf sich nehmen, den tung gehen, und darauf fiets man oft une viel gekränkt, haben acht: Denn die Gotel Christi Kreuk bringt lans fres 208 Zeitenlieder. ters licht, das verdunkelt lenke Sinnen und Begier nimmer nicht: wer recht weise denkt zu werden, liebe Chrifti Kreuß auf Erden. auf die füffen Himmels- Lehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 9. Weise sind, und voll Ver standes, die, so lang fie wal: 2. Unser Wissen und Verlen hier, ihres rechten Vater stand ist mit Finsterniß umlandes, mit entzündeter Be- hullet, wo nicht reines Geigier, find und bleiben eingestes Hand uns mit hellem denk, und nicht mit der groß Licht erfüllet; Gutes Denfen Meng' andrer sich hier ken, Thun und Dichten, fefte setzen, sondern sich als wollst du selbst in uns verPilgrim schägen. richten. 10. Herr, deß Weisheit zu erreichen keinem möglich ist auf Erd', hilf, daß dieser Weisheit Zeichen ich aus Gnaden fähig werd'. Gieb, daß ich mich selbst recht fenn, Christum meine Weis heie nenn, dich um seinen Geist stets flehe, und vom Worte nie abgehe. In bekannter Melodie. 11. Daß ich alles Eitle baffe, 254. Herr Jefu Chrift, dich zu uns und nur dich allein erwähi; wend', dein'n heilgen Geift Christi Schmach und Creuß du zu urs fend, mit Hilf auffasse, und stets meine und Gnad er uns regier', Tage zähl'. Vater, hilf und uns den Weg zur samt deinem Sohn, und Wahrheit führ. dein Geist, von deinem Thron, daß ich möge hier auf Erden in die klug und weise werden. 2. Thu auf den Mund zum kobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein, den Glauben mehr', stårk den Verstand, daß uns dein Nahm werd wohl bekannt. 253. Liebster Jefu, wir 3. Bis wir fingen mit Got sind hier, dich und dein Wort anzuhören, tes Heer: Heilig, Heilig ist Gott der Herr, und schauen dich Vor der Predigt. In bekannter Melodie. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht, aus Gott gebohren, mach uns allesamt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren. Unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohl gelingen. Sonn- und Festtagslieder. 209 dich von Angesicht, in ewger fu, Davids Sohn, dein. Freud und selgem Licht. Reich soll ewig währen, im 4.( Ehr sey dem Vater und Himmel ist dein Thron; hilf, dem Sohn, samt heilgen daß allhier auf Erden den Geift in einem Thron, der Menschen weit und breit dein heiligen Dreyfaltigkeit fen Reich bekanns mag werden Lob und Preis in Ewigkeit.) zur Seelen Seligkeit. Beym Beschluß des Got: 2. Von deinem Reich auch zeugen die Leut aus Morgenland, die Knie fic vor dir beus gen, weil none Stern auf tesdienstes. In bekannter Melodie. Lob! 255. Run, Gott sob: ger du hn'n bif befent, weis drum man dich billig preiset, set, dazu das göttlich Wort, daß du bist unser Hort. es ist vollbracht Singen, Beten, Lehren, Hören, Gott hat. alles wohl gemacht, drum laßt uns sein Sob vermehren, unser Gott sen hoch gepreifet, der zum Heil uns unterweiset. 3. Du bist ein groffer König, wie uns die Schrift vermeldt, doch achtest du gar 2. Weil der Gottesdienst ist Geld, prangst nicht auf eiwenig vergänglich Gut und aus, und uns mitgetheilt der nem Roffe, trägst keine güld Segen, so gehn wir mit ne Kron, fist nicht im feFrend nach Haus, wandeln fen Schloffe, hier haft du ftets auf Gottes Wegen. Spott und Hohn. Gottes Geist uns ferner leite, und uns alle wohl bereite. 4. Doch bist du schön gezieret, dein Glanz erstreckt 3. Unsern Ausgang fegne fich weit, in deinem Reich Goti, unsern Eingang glei regieret Güt und Gerechchermaffen, segne unser tägtigkeit, du wollst die Fromlig Brod, segne unser Thun men schützen, durch deine und lassen. Segne uns mit macht und Gewalt, daß sie felgem Sterben, und mach im Frieden sitzen, so weit uns zu Himmels- Erben. dein Nam' erschalt. Am Fest der Erscheinung Christi. 5. Du wollft dich mein erbarmen, in dein Reich nimm mich auf, dein Güte schenk König aller Ehmir Armen, und segne meiren, Herr Jenen tauf, mein'n Feinden wollst Met. Keinen bat Gott vert. 256.0 210 Seitenlieder. - wollst du wehren, dem Teu- der Tod ist mein Schlaf fel, Sünd und Tod, daß sie worden. inich nicht versehren, rett 2. Das macht Chriftus mich aus aller Noth.wahr'r Gottes Sohn, der 6. Du wollst in mir entzun treue Heiland, den du mich, den dein Wort, den schönen Herr, haft sehen laffen, und Stern, laß falsche Lehr und machst bekannt, daß er sey Sünden seyn meinem Her das Leben und Heil, in Noth zen fern, hilf, daß ich dich und auch im Sterben. erkenne, und mit der Christenheit dich meinen König nenne, jetzt und in Ewigkeit. 3. Den hast du allen vorgestellt mit groffen Gnaden, zu seinem Reich die ganze Welt heissen laden, durch dein theuer heilsam Wort, an allem Ort erschollen. 4. Licht für die Heyden, zu erleuchten die dich kennen nicht, und zu weiden, er ist dein's Volks Ifrael der Preis, Ehr, Freud und Wonne. Am Sest Maria. Simeons Lobgesang. nun läsfest du deinen Dicner in Friede fahren, wie du gefaget haft. 257. Er ist das Heil und ſelge 2. Denn meine Augen ha-| ben deinen Heiland gesehen. 3. Welchen du bereitet haft vor allen Völkern. D. Mart, Luther. Tach bekannter Melodie. 4. Ein Licht zu erleuchten die Henden, und zum Preis 259. Her Gott, nun deines Volks Ifracl. den Himmel auf, mein Zeit zum End' sich neiget, ich hab vol lender meinen Lauf, deß sich mein Seel erfreuet; Hab gnug gelitten, mich múd gestritten, schick mich fein zu zur ewgen Ruh: laß fah. 258. Mit Fried und ren, was auf Erden, will lieber selig werden. Freud ich fahr dahin nach Gottes Willen, 2. Wie du mir, Herr, be getroft ist mir mein Herz fohlen hast, hab ich mit wah und Sinn, sanft und stille, rem Glauben mein'n lieben wie Gott mir verheiffen hat, I Heiland aufgefaßt in mein' Arm' 5. Ehre sen Gott, und dem heilgen Geiste. 6. Wie es war im Anfang jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen. In bekannter Melodie. Sonn- und Festtagslieder. Arm', dich zu schauen. Hoff gefallen? Ist die Gabe nicht zu bestehen, will frisch einge zu klein? Ach! gewiß, vor hen, vom Thränen Thal, in andern allen wird dir das geFreuden Saal. Laß fahren, fällig seyn. Zwar, das Opfwas auf Erden, will lieber fer ist geringe und verächtlich felig werden. anzusehn; doch, weil ichs im Glauben bringe, wirst du solches nicht verschmähn. 3. Laß mich nun, Herr, wie Simeon, in Frieden zu dir fahren, ich befehl mich Chris sto, deinem Sohn, der wird mich wohl bewahren, wird mich recht führen, im Himmel zieren mit Ehr und Kron, fahr drauf davon. Laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. 4. Nun so legt mein Sinn sich nieder, o Immanuel vor dir. Und du schenkeft mir hinwieder dein getreues Herz dafür. Ohne dich kann ich nicht leben, und nicht fiers ben ohne dich. Doch du hast dein Wort gegeben, daß du mein bist ewiglich. verMel. Werde munter mein 2c. bist in die und Seele 260.elt gefom schmachten, Erd und Hime mel fahre hin. Nichts ist gegen das zu achten, daß Gott worden, was ich bin. Und ich armer Staub und Erde habe diese Herrlichkeit, daß ich auch, wie er ist, werde, wenn ich ende meine Zeit. 6. O wie hoch bin ich gesege net! ob mir Elend, Schmach und Noth, ob mir alles Creuz begegnet, ob auch endlich selbst der Tod, Jesu, mich von dir will reissen; reißt mich dennoch nichts von dir. Denn diß Wort muß ewig heissen: Ich in dir, und du in mir. Der Lobgesang Maria. eine Seele era 261. hebt den Her2 ren, men, Gottes Sohn, du höchstes Gut. Da hast du an dich genommen unfer menschlich Fleisch und Blut. Und wir allzumahl, wir Sünder, sind durch dich mit Gott versöhnt, daß er uns, als seine Kinder, nun mit Heil und Gnade krönt. 2. Ich, auch ich kann mich des trösten, und ist ewig mein Gewinn, daß ich unter den Erlösten, und dein BlutsVerwandter bin. Liebfier Jesu, o mein Leben! sage doch mir Armen an, was ich dir dagegen geben, und wie ich dir danken kann. 3. Mag dir dann mein Herz 211 Seitenlieder. ren, und mein Geist freut sich| Mel. Herr ich habe mißgeh.. Gottes meines Heilandes, 262, Preife Gott, men 2. er ganz Gemüthe, und erzähle seine Freu. Scine Liebe, seine Güte macht sich alle Morgen neu. Und alle Kindes Kind. aus allen seinen Werken läßt 212 drigkeit seiner Magd angesehen, siehe, von nun an werden mich selig preifen 3. Denn er hat grosse Ding an mir gethan, der da mách. tig ist und des Nahme heilig ist. 4. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für ben denen, die ihn fürchren. 5. Er übet Gewalt mit seinem Arm, und zerstreuet Die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. 6. Er stoffet die Gewaltigen vom Stuhl, und erhebet die Niedrigen. 7. Die Hungrigen füller er mit Gütern, und lässet die Reichen leer. 8. Er denket der Barmherzigkeit, und hilft seinem Diener Ifrael auf. 9. Wie er geredt hat unsern Vätern, Abraham und seinem Saamen ewiglich, 10. Lob und Preis sen Gott dem Vater und dem Sohn, und dem heiligen Geifte. 11. Wie es war in Anfang jegt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewig. keit, Amen. sich lauter Segen merken. 2. Was die Augen nur erblicken, und wohin die Sinnen gehn, muß auch in den kleinsten Stücken uns zum frohen Denkmahl stehn, welches Gottes Güte preiset, und sie mir zum Troste weiset. 3. Wo ist so ein Gott zu finden, als du mir mein Vater bist? der ben Millionen Sünden gnädig und barmherzig ist, der von Herzen nicht betrüber, und auch wenn er firaft, uns liebet. 3. Ist das Creuß zu Zeiten bitter; muß dein Trost viel füffer senn. Schlägt manch mal ein Ungewitter auch mit groffem Schrecken ein; cy so läffest du den Deinen bald die Gnaden- Sonne scheinen. 5. Sollte denn von frohem Muthe unfer Mund nicht übergehn? Ach du thuft uns mehr zu gute, als wir bitten und verstehn, daß wir alles weder nennen, noch genug verdanken können. 6. Wenn jedoch von Chrifti wegen dir das Herz gefallen kann, Sonn- und Festtagslieder.a 213 fann, ach! so nimms vor] Es ist der Engel Amt und deinen Seegen, als ein ar Pflicht, daß Gottes Will mes Opfer an. Ja du willt allein geschicht im Himmel vor allen Gaben dieß am und auf Erden. allerliebsten haben. 7. Nun, dir sag ich Lob und Ehre, Vater, Sohn und heil ger Geist. Segne ferner und beschere, was mir gut und selig heift, bis ich dir in jenem Leben Ruhm und Preis kann ewig geben. 4. Stellt ab, was euch verhindern mag an diesem Engel Leben: Reißt aus die Unart nach und nach, bleibt nicht am Staube fleben, zum Himmel schwinget euch empor, im Geist zu Gottes Engel- Chor, und dienet Gott mit Freuden. Am Sest Michaelis. Mel. Nun freut euch lieben. 5. Ein Mensch, der seine Glieder läßt hier thun nach 263.Die Engel, die im Wohlgefallen, der kommt Himmels- Licht den Herren frölich loben, und schauen Gottes Angesicht, die sind zwar hoch erhoben; doch sind sie von dem Herrn bestellt, daß fie die Kinder auf der Welt behüten und bewahren. nicht zu dem ewgen Fest, wo Lobgesänge schallen dem großen Gott zum Preis und Ruhm, und wo sein herrlich Eigenthum das dreymal Heilig finget. 6. O Jesu, mache mich be reit und tüchtig, dich zu loben, damit ich dich, nach dies fer Zeit, mit allen Engeln oben erheben mög', und Engeln gleich még ewig seyn in deinem Reich, das gieb aus Gnaden, Amen. Mel. Es ist das Heil uns ze. 2. O groffe tieb, o groffe Gut, die Gott uns Armen zeiget, daß auch ein englisches Gemüth sich zu den Kindern neiget, die Gott im Glauben hangen an: Drum lobe, was nur lallen kann, Gott mit den Engel- Schaa- 264. Gott, der du ren. aus HerzensGrund die Menschen Kinder liebest, und als ein Vater alle Stund uns sehr viel Gures giebeft: Wir danken dir, daß deine Freu ist ben uns 03 alle 3. Ach! werdet doch den Engeln gleich, ihr Sterblichen auf Erden, auch hier in diesem Gnaden Reich an Herzen und Geberden: 214 Seitenlieder. Sonn- und Sesttagslieder. Hipoter alle Morgen neu, in unserm ganzen Leben. 2. Wir preisen dich insonderheit, daß du die Engel Schaaren, zu deinem Sobe haft bereit, auch uns mit zu bewahren; daß unser/ Fuß an feinen Stein, wenn wir auf unsern Wegen seyn, sich stoffe und verletze. 7. Gieb auch, daß wir der Engel Amr verrichten dir zu Ehren, und deine Wunder allesamt ausbreiten und vermchren, die du uns in der ganzen Welt und deinem Wort haft fürgestellt, voll Weisheit, Macht und Güte. 3. Was ist der Mensch allhie auf Erd, den du so wohl bedenkest, und achtest ihn so hoch und werth, daß du ihm gütig schenkeft mit andern auch noch diese Gnad, daß er die Himmels- Geifter hat zu seinem Schutze stehen? 4. Herr, diese groffe Freund lichkeit und sonderbare Güte erheischer von uns allezeit ein dankbares Gemüthe: darum, 9. Laß deine Kirch' und uno Gott, so rühmen wir die fer land der Engel Schuß große Lieb, und danken dir empfinden, daß Fried und für solche hohe Gnade. Heil in allem Stand ein je8. Und wie du durch die En gel haft aus Noth uns oft geführet, so, daß uns manche schwere kast und Plage nicht berühret: So thu es ferner noch hinfort, befiehl, daß sie an allem Ort um uns sich stets herlagern. von uns treiben: Gieb, daß wir rein und heilig seyn, des müthig und ohn HeuchlerSchein dem Nächsten gerne dienen.. 5. Es ist der starken Helder möge finden: Laß fie des den Kraft gestanden uns zur bösen Feindes Lift, und was Seiten, sonst wären wir sein Reich und Anhang ist, fchon hingeraft, in manchen durch deine Kraft zerstöhren. bösen Zeiten: Die Kirche und die Policey, ein jeder auch für sich daben, ist gnádiglich erhalten. 6. Ach Herr! laß uns durch deine Gnad in deiner Furcht verbleiben, und ja nicht selbst durch Uebelthat die Engel 10. Zuletzt laß sie an unferm End von uns die Furcht verjagen, und unfre Seel in deine Händ' und Abrahams Schoos tragen, wo alles Heer dein Lob erklingt, und Heilig, Heilig, Heilig fingt, ohn einiges Aufhören. XII. Von AN XII. Von allgemeinen und besondern Pflichten. in Fried und Freundschaft leben, so weit es chriftlich ist: Wilt du mir etwas geben an Reichthum, Gut und Geld, so gieb auch dieß darben, daß kein unrechtes Gut mit untermenget sen. siden 6. Soll ich, auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen, so gieb Geduld, für Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 2. Hilf, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande füh. ret. Gieb, daß ichs thuej 7. Laß mich an meinem End bald, zu der Zeit da ich soll, und wenn ichs thu, so gieb, das es gerathe wohl. auf Christi Tod abscheiden, die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem Leib ein Räumlein gönn ben frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. 8. Wenn du an jenem Tag die Todten wirst erwecken, so thu auch deine Hand zu meinem Grab' ausstrecken: Laß hören deine Stimm und meinen Leib weck' auf, und führ ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf. 9. Gott Vater! dir sen Preis hier und im Himmel oben: Gott Schn, Herr Jefu Chrift! ich will dich allzeit loben: Gott heilger D4 Geißt! Berufslieder. In bekannter Melodie. Gott du from 265.0 mer Gott, du Brunn- Quell guter Gaben, ohn den nichts ist was ist, von dem wir alles haben, gefunden keib gieb mir, und daß in solchem Leib' ein un verleßte Seel und rein Gewiffen bleib'. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kan bestehen: Laß kein unnützes Wort aus meinem Munde gehen, und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. 4. Findt sich Gefährlichkeit, fo laß mich nicht verzagen, gieb einen Helden Muth, das Kreuz hilf selber tragen. Gieb, daß ich meine Feind mit Sanftmuth überwind', und wenn ich Kath bedarf, auch guten Rath erfind'. 5. Laß mich mit jedermann 215 3 216 Von allgemeinen und besondern Pflichten. Geist! dein Ruhm ersthalle| Vom Vertrauen auf Gott. mehr und mehr, o Herr dreyeinger Gott! dir sey kob, Preis und Ehr. 267.Wer In bekannter Melodie. der Gott vergebaut im Himmel und auf traut, hat wohl Erden. Wer sich verläßt Schöpfer, auf Jefum Chrift, dem muß der Himmel werden. Dara um auf dich all Hoffnung ich ganz fest und treu thu feßen, Herr Jefu Chrift! mein Trost du bist in TodesNoth und Schmerzen, Mel. In dich hab ich geh. 266. Bergwerks. höchster Gott, du groffer Herre Zebaoth, fen von uns hoch gepreiser zu aller Stund; aus HerzensGrund, fen dir tob, Ehr erweiset. 2. Dein' Allmacht ist des Lobes werth, du haft geschaffen in der Erd, nach deinem Wohlgefallen, Gold, Silber fren, Zinn, Kupfer, Bley, mit allerlen Metallen. 3. Die Gång thust du ver edlen gar, und läsfest auch noch immerdar Ert wachsen in der Erden, dein' adttlich Kraft stets Mittel schafft, daß wir erhalten werden. 4. Oreicher Gott, wir bitten dich, fegn unser Bergwerk mildiglich, gieb Nothdurft diesem Leben, o Bater- Herz! gieb uns gut Erz, auch schön Ausbeut darneben. 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr und aller Welt zuwider; Dennoch fo bist du, Jesus Christ, der fie all schlägt darnieder. Und wenn ich dich nur hab um mich, mit deinem Geist und Gnaden, so kan fürwahr mir ganz und gar nicht Tod und Hölle schaden. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich, denn du kanst mir wohl geben, was mir ist noth, du treuer Gott, in diesem und jenem Leben: Gieb wahre Reu, mein Herz erneu, errette Leib und Seele. Ach höre, Herr! dieß mein Begehr und laß meine Bitt nicht fehlen. 5. Dein reines Wort ben uns erhalt, behüt die Bergleut, Jung und Alt, rhu reich Mel. Jesu, der du meine ic. Ausbeut beschehren: so wolott! mein Trost len wir auch danken dir, und und mein Verdeinen Nahmen ehrentie trauen, Gott! du meine Zu268. ver Dom Vertrauen auf Gott. 217 versicht! meine Augen zu dir] 5. Bin ich gleich veracht schauen, deine Hülf verfag auf Erden, und muß dulden mir nicht. Laß mich nicht Sport und Hohn, hoff ich vergebens klagen; Hülfe höher doch zu werden dorten kannst du nicht versagen. Gott! laß mich dir halten still, Herr! dein Will ist auch mein Will. in des Himmels- Thron. Wenn mich alle Menschen haffen, will ich mich auf Gott verlaffen, so will ich Gott halten still, Gott, dein Will ist auch mein Will. 6. Alles sen dir heimgestel. let, schaff es, wie du willt, mit mir. Tod und Leben mir gefället, willig, willig folg ich dir; wird mich gleich die kaft oft drücken, wirst du wieder mich erquicken; so will ich Gott halten still, Gott! dein Will ist auch mein Will. 7. Laß mich nur den Himmel erben, mach' mich weder arm noch reich, chriftlich leben, fes lig sterben, mit den Engeln dich zugleich Heilig, Heilig, Heilig preisen, wie uns Chrisien ist verheissen; so will ich Gott halten still, Gott, dein Will ist auch mein Will. 2. Du hast mich von Kindes Beinen stets geleitet und geführt: Durch mein Klagen, durch mein Weinen wird dein Vater Herz gerührt, daß mirs Hülf und Rettung sende, Noth und Trübsal von mir wende, drum halt ich dir ferner still, Gott, dein Will ist auch mein Will. 3. Führe mich, wohin du denkest, daß es mir am besten ist, wann du nur, mein Gott, mich lenkest, geht mirs wohl zu jeder Frist, laß mich dir, mein Gott, vertrauen, und auf deine Gnade bauen, laß mich dir nur halten still, Gott dein Will ist auch mein Will. 4. Muß ich Elend hier empfinden, und mit bitterm Trank getränkt, mich gleich einem Wurme winden, von so manchem Weh gekränkt, dennoch will ich alles tragen, und darum doch nicht verzagen, sondern will Gott halten fiill, Gott, dein Will ist auch meint Will. 10 8. Nun, mein Gott, in deine Hände geb ich Seele, keib und Gut, alles mir zum Besten wende, und halt mich in deiner Hut: dieses bitt ich nochmals fühnlich, gieb mir nur was mir ist dienlich, so will ich dir hals ten ftill! Gott, dein Will ist auch mein Will. Mel. 05 218 Don allgemeinen und besondern Pflichten. Miel. Befehidu deine Wege. gefällt, drauf ich meinen Deinen bat Gott Sinn nicht fesze, es bleibet 209. verlassen, der in der Welt. Einen Schak ihm vertraut allzeit: Ob hab ich im Himmel, der Jemich gleich viel drum haffen, sus Christus heist, ist über geschicht mir doch kein Leid. alle Schäße, schenkt mir Gott will die Seinen schü- den heilgen Geist. ken, zulegt erheben hoch, und geben was ihn'n nüßct, hier zeitlich und auch dort. 6. hn- hab ich eingeschlos fen, in mein Herz tief hinein. Sein Blut hat Er vergoffen 2. Allein ichs Gott heim für mich und dachte mein, stelle, Er machs, wies ihm mich damit zu erlösen von gefällt, zu Nuß meiner ar- emger Angst und Pein, wie men Seele; in dieser argen könnt auf dieser Erde wohl Welt ist doch nur Kreuz und größre Liebe seyn? Leiden, und muß auch also feyn, denn die zeitliche Freude bringt oft die ewge Pein. 3. Treulich will ich Gott bitten, und nehmen zum Berstand in allen meinen Nöthen, ihm besser als mir bekannt. Um Geduld will ich stets bitten, in all'm Anliegen mein: Er wird mich wohl behüten, und mein Nothhelfer feyn. 7. Nun will ich mich erzeigen dankbar für solche Gnad: Ich geb mich Gott zu eigen mit allem, was ich hab'. Wie Ers mit mir will machen, sen ihm es heimgestellt: Ich befehl ihm meine Sachen, Er machs, wies ihm gefällt. 4. Alles Glück und Ungelicke das kömmt allein von Gott: Ich weiche nicht zu rücke, und fleh in meiner Noth. Wie kann Er mich denn haffen der treue Nothhelfer mein? Ja, wenn die In eigener Melodie. Dioth am gröften, will Er 270.Alles ist an Gotgewiß ben mir feyn. tcs Segen und an seiner Gnad gelegen, über 5. Reichthum und alle alles Geld und Gut. Wer Schäße, was sonst der Weltlauf Gott sein' Hoffnung ses het, 8. Amen, nun will ich schliessen, dieß schlechte Lied ihm weihn. Herr! durch dein Blutvergiessen, laß mich dein Erbe seyn: So hab ich all's auf Erden, was mich erfreuet schon, im Himmel soll mir werden die ewge Gnaden- Cron. Dom Vertrauen auf Gott. ker, der behält ganz unverleget einen freyen HeldenMuth. In bekannter Mielodie. on Gott will 271, Bon ich nicht lassen, 2. Der mich hat bisher er denn Er läßt nicht von mir, nähret, und mir manches führt mich auf rechter Strass Glück beschehret, ist und blei sen, da ich sonst irret sehr, bet ewig mein: der mich wun- reichet mir seine Hand; den derlich geführet, und noch Abend als den Morgen thut leitet und regieret, wird hin- Er mich wohl versorgen, sen fort mein Helfer seyn. wo ich woll' im Land. 3. Viel bemühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen, und ganz unbeständig sind: Jch begehr nach dem zu ringen, was mir Seligkeit kann bringen, und man jetzt gar felten findt. 219 4. Hoffnung kann das Herz erquicken, was ich wünsche, wird sich schicken, so es an ders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad ergeben, und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen, mein Verlangen zu erfüllen, es hat alles feine Zeit, ich hab ihm nichts vorzuschreiben, wie Gott will, so muß es bleiben, wenn Gott will, bin ich bereit. 2. Wenn sich der Menschen Hulde und Wohlthat all verkehrt, so findet sich Gott gar balde, seine Macht und Gnad bewährt. Er hilft aus aller Noth, errettet von Sünd' und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenns auch wär' der Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit; es kann mich nicht gercuen. Er wendet alles keid, ihm sen es heimgestellt. Mein Leib, mein Secl, mein Leben, sen Gott dem Herrn ergeben, Er machs, wies ihm gefällt. 4. Es thut ihm nichts gefallen, denn was mir nuklich ist. Er meynts gut mit uns allen, schenkt uns den Her6. Soll ich länger hier noch ren Chrift, seinen allerliebleben, will ich ihm nicht wisten Sohn, durch ihn Er derstreben, ich verlaffe mich auf ihn; ist doch nichts, das lang bestehet, alles Jrrdische rergehet, und fährt wie ein Strohm dahin. uns beschehret, was leib und Seel crnähret. Lobt ihn ins Himmels. Thron. 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, welchs Er uns beydes 220 Don allgemeinen und besondern Pflichten. des schenkt. Das ist eine sel- Miel. Wer nur den lieben. go Stunde, darin man sein gedenkt; fonfi verdirbt alle 272. Gott hat bis hie her hausgehal. Zeit, die wir zubringen auf ten und alles in der Welt reErden; wir sollen selig wergiert: Ich laffe seine Weis. den, und bleiben in Ewigkeit heit walten, und thu indeß, 6. Auch wenn die Welt was mir gebührt: Er richvergehet mit ihrem Stolztet alles also ein, daß man und Pracht, weder Ehr noch schon kann zufrieden seyn. Gut beftehet, welches vor war groß geacht. Ja, wenn wir nach dem Tod, tief in die Erd begraben, fein fanft geschlafen haben, will uns erwecken Gott. 2. Gott hat bis hicher zum Geschäfte, darin ich Treu beweisen soll, geschenkt dem Leibe muntre Kräfte, der Seele gehets auch noch wohl. Ich überlaß mich seiner Freu, fie ist ja alle Morgen neu. 7. Die Seel' bleibt unverlohren, geführt in Abrahams 3. Gott hat mich bis hicher Schooß, der leib wird neu geschüßet, und meinen Feingebohren, von allen Sünden den widerstrebt. Ob Haß loß, ganz heilig, rein und zart, und Feindschaft auf mich ein Kind und Erb des Herbliget; so weiß ich doch, daß ren, daran muß uns nicht Er noch lebt. Laf zürnen, irren des Teufels liftige Art. wers nicht lassen kann, Gott 8. Darum ob ich schon dul- schützt; drum bin ich wohl de hier Widerwärtigkeit daran. wie ichs auch wohl verschulde, kömmt doch die EwigFeit, ist aller Freuden voll, diefelb' ohn einig Ende, die weil ich Chriftum fenne, mir wiederfahren soll. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; fein Sohn hat Guts die Fülle er- 5. Gott hat mich bis hieher worben uns und Gnad, auch getragen, und stets zur Busse Gott der heilge Geist im aufgeweckt: Was sollt ich Glauben uns regieret, zumdenn an ihm verzagen, da Reich des Himmels führet, Christus meine Schuld beihm sey kob, Ehe und Preis. I 4. Gott hat bis hieher meis ne Thränen erhört; und ließ mir Trost gedeihn. Er eilt mit Macht zu allen denen, die ängstlich nach der Hülfe schreyn. Mein Seufzen lins dert meinen Schmerz, und rührt sein treues Bater: Herzdeckt? Don Vertrauen auf Gott. 221 deckt? Er hilft mir, wenn ich falle, auf, und schenker Kraft zum Kampf und Lauf. 6. Gott hat bis hicher auch den Meinen den Segen hàu fig zugewandt: Er helfe al len, die da weinen, und feufzen in dem ganzen Land'. So fingt einst jeder, der jetzt weint: Gott hats bis hic her gut gemeynt. ewig lieben, Er weiß, was Seelen nüglich sen, Er hat mich in die Hand geschrieben mit lauterm Golde seiner Treu. Ich denk an meine Chrift- Gebühr, was Gott gefällt, gefällt auch mir. 5. Gott will, daß mir geholfen werde, Er will der Seelen Seligkeit: Drum reiß ich mich von dieser Erde, Durch wahre Gott- GelaffenWill' ergehe dort Miel. Wer nur den lieben. Gott in 273.Tallem stille, Er und hier, was Gort gefällt, gefällt auch mir. liebet mich in Freud und Schmerz. Wie gut ist Got tes Vaters- Wille, wie treu Mel. was Gott thut das. ift fein liebreiches Herz! Er 274.28er Jefum licht ist mein Hort und meine Zier, was Gott gefällt, gefällt auch mir.. 2. Mein Gott weiß alles wohl zu machen, Er ist der ewig treue Freund. Er läßt mich nach dem Weinen lachen; was er nur thut, ist wohl gemeynt, sein Lieben währet für und für, was Gott gefällt, gefällt auch mir. 3. Sein Wille bleiber mein Bergnügen, so lang ich leb auf dieser Welt. Was kann mein eigner Wille tügen, der das nicht will, was Gott gefällt? Weg, eigner Wille! weg mit dir, was Gott gefällt, gefällt auch mit. 4. Er will und wird mich Iner Noth zugegen mit Hülf und und trauet Gott, den wird er wohl erhalten, der starke Helfer in der Noth, wird den, der Ihn låst walten, in allem Leid, zu jeder Zeit, ben noch so grossen Stürmen wohl wissen zu beschirmen. 2. Wer Jesum liebt und trauet Gott, den wird es nicht gereuen. Der starke Helfer in ver Noth, wird endlich ihn erfreuen. Ob etwan ist der Himmel bligt, so wird doch nach dem Weinen die Sonne wieder scheinen. 3. Wer Jesum liebt und trauet Gott, dem schenkt Er seinen Gegen, der starke Helfer in der Noth, ist meis 222 Von allgemeinen und besondern Pflichten. und Rath, weist in der That, ist das beste, ob es gleich noch daß keinen Er verlasse, der so widrig scheint. Ich bin ges ihn im Glauben faffe. wiß und glaube feste, daß Er es allzeit herzlich meynt. In Gott ist meine Seele still, dieß ist mein Schluß: Nur wie Gott will. 4. Wer Jesum liebt und trauet Gott, kann alles über winden, der starke Helfer in der Noth, läßt alles keid verschwinden. Ein einig Wort: Geh Elend fort! ist Fräftig gnug zu schaffen, daß man kann ruhig schlafen. 5. Wer Jefum liebt und trauet Gott, kann wohl und 3. Nur wie Gott will, laß ich mich lenken. Mein Herz, Gemüth und ganzer Sinn foll sich in seinen Willen senken, weil ich in Gott nur leb' und bin. In Gott ist meichristlich leben, der starke ne Seele still, dieß ist mein Helfer in der Noth, will fer- Schluß: Nur wie Gott will. ner Gnade geben, daß er sein Herz richt Himmel warts, und laß in allen Sachen nur Jesum weiter machen. 4. Nur wie Gote will, so will ich glauben, daß es mir núß und selig sen. Kein Zweifel soll den Trost mir rauben, daß Gott, mein Gott mir bleibt getreu.. In Gott ist meine Seele still, dieß ist mein Schluß: Nur wie Gott will. 6. Wer Jefum liebt und trauet Gott, kann endlich frölich sterben, der starke Helfer, auch im Tod läßt ihn im Glaubon erben die Seligkeit, wo Fried und Freud', allwo das Heilig klinget, die Schaar der Engel finget. Mel. Wer nur den lieben. ur wie Gott will, 5. Nur wie Gott will, will Er mir geben Glück, Ehr und Güter dieser Welt. Ich nehm es und bitt ihn darneben, mit mir zu thun, was275. es gefällt. ist meine Seele still, dieß ist mein Schluß: Nur wie Gott will. DE OFIR 6. Nur wie Gott will; in Gottes Willen soll meine Seele ruhig seyn. Soll ich mein Maas mit Thränen fül2. Nur wie Gott will, das I len, so geb ich mich auch wil lig in Wohl und Weh, in Freud und Pein. Nur wie Gott will, mag mir geschehen, nur wie Gott will, so stimm ich ein. in Gott ist meine Seele still, dieß ist mein Schluß: Nur wie Gott will. auf Gott. 223 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan, Er ist mein Licht und Leben, der mir nichts bd7. Nur wie Gott will, in fes gönnen kann; ich will Freud' und leiden, nur wie mich ihm ergeben in Freud Gott will, so will auch ich, und Leid. Es kommt die Dom Vertrauen lig drein. In Gott ist meine Seele still, dieß ist mein Schluß: Nur wie Gottwill. im Leben, Seiden und Ver- Zeit, da öffentlich erscheiner, scheiden, dem Höchsten über wie treulich er es mennet. laß ich mich. In Gott ist meine Scele still, diß ist mein Ziel: Nur wie Gott will. 5. Was Gott thut, das ist wohl gethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, In bekannter Melodie. 276.Was Gott thut, laß ich mich doch nicht schre ist wohl gethan, es bleibt gerecht sein Wille. Wie er fångt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. den, weil doch zuletzt ich werd ergeßt mit füffem Trost im Herzen, da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan, darbey will ich verbleiben, es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich doch väterlich in feinen Armen halten, drum laß ich ihn nur walten. In bekannter Melodie. 2. Was Gott thut, das ist wohl gethan, Er wird mich nicht betrügen. Er führet mich auf rechter Bahn, so laß ich mich begnügen an seiner Huld, und hab Geduld, Er wird mein Unglück wenden, 277.Was mein Gott will das es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohl gethan, er wird mich wohl bedenken. Er, als ein Arzt der helfen kann, wird mir nicht Gift einschenken für Arzenen. Gott ist ge treu; drum will ich auf ihn bauen, und seiner Güte trauen, ges scheh allzeit, sein Will der ist der beste. Zu helfen denen Er ist bereit, die an ihn gläuben feste. Er hilft aus Norh derfromme Gott, und züchtiget mit Maaffen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will Er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, meine Hoffnung und 224 Don, allgemeinen und besondern Pflichten. und mein Leben. Was mein| Weiß ich das in wahrem Gott will, daß mir geschicht, Glauben, wer will mir den dem will ich nicht widerstre Himmel rauben? ben. Sein Wort ist wahr; 2. Andre mögen Weisheit denn all mein Haar Er selber nennen, was hier in die Auhat gezáhlet. Er hút't und gen fällt, ob sie schon den wacht, stets für uns tracht't, nicht erkennen, dessen Weisauf daß uns ja nichts fehlet. heit alles hält. Mir soll mei3. Nun muß ich Sünder nes Jefu Pein, meine Kunst von dieser Welt scheiden nach und Welsheit seyn. Das Gottes Willen, zu meinem Geheimniß seiner Liebe ist Gott. Wenns ihm gefällt, die Schul', da ich mich übe. will ich ihm halten stille. 3. Andre mögen ihre Sin Mein' arme Seel ich Gotr nen schärfen durch Verbefehl, in meiner letzten schlagenheit, daß fie Lob Stunde. O frommer Gott, und Ruhm gewinnen ben Sünd, Höll und Tod haft den Groffen dieser Zeit. du mir überwunden. Ich will meines Heylands Schmach mir zum Besten denken nach; Christen will es nicht geziemen, daß fie 4. Noch eins, Herr! will ich bitten dich, du wirst mirs nicht verfagen. Wenn mich der böfe Geift anficht, sich des Eiteln rühmen. laß mich doch nicht verzagen; hilf, steur' und wehr, ach Gott! mein Herr, zu Ehren deinem Nahmen. Wer das begehrt, dem wirds gewährt, drauf sprech ich frölich: Amen. 4. Undern mag es wohl behagen, wenn sie hurtig und geschickt, groffe Schäße zu erjagen, und wenn ihnen alles. glückt. O mein Reichthum, Glück und Theil ist der ars men Sünder Heil. Dieses Mel. Freu dich sehr, o meine.weiß mein Herz zu finden, range Welt mit und die Welt zu überwinden. 278. deinem Wissen, 5. Ey, so komm mein wahdas du jetzt so hoch gebracht; res Leben, komm, und unterIch kann deine Weisheit weise mich. Dir will ich miffen, wenn sie meinen mein Herz ergeben, daß es Gott veracht't. Meines wife nichts als dich. AllerJefu Creuz und Pein soll liebste Wissenschaft, ach, bemein liebstes Wissen seyn. Iweise deine Kraft, dem, der einzig Don der Liebe zu Gott und Menschen. 225 Die ganze einzig an dir hanget, und und Gnade. nichts auffer dir verlanget. Welt erfreut mich nicht; 6.Weiß ich keinen Trost auf Erden, klagt mich mein Gewiffen an, will mir angst und bange werden, ist nichts, das mir helfen kann, drückt mich des Gesetzes Joch; so laß mich bedenken doch, daß du haft mit deinem Blute Gnad erworben mir zu gute. 7. Ach mein Jesu, pflanze weiter dieses Wissen in mein Herz. Sey mein treuer Freund und Leiter, und laß deines Todes Schmerz, deine schwere Kreuzes- Pein mir sters in Gedanken seyn. Du haft dich mir wollen schenken, daran laß mich ewig denken. 8. Endlich, wenn des Todes Grauen alles Wiffen von mir treibt, so laß meine Augen schauen diesen Trost, der ewig bleibt: Jesu leiden, Kreuz und Pein soll mein lehtes Wiffen seyn. Jefu, hilf mir das vollbringen, so will ich dir ewig singen. 2. Es ist ja, Herr, dein Geschenk und Gab' Leib, Seel und alles, was ich hab' in diesem armen keben. Damit ichs brauch zum tobe dein, zu Nuß und Dienst des Nächsten mein, wollst mir bein Gnade geben. Behüt mich, Herr, für falscher kehr, des Satans lift und Lüge wehr. In allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich. Herr JesuChrift! mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröft' mir mein Seel in Todes- Noth. 3. Uch Herr! laß dein' liebe Engelein am letzten End' die Seele mein in Abrahams Schoof tragen. Den Leib in seinem Schlaf Kämmerlein gar sanft, ohn einige Quaal ich bitt', wolist fenn von mir und Pein, ruhn bis zum nicht fern mit deiner Hülfljúngsten Tage, Alsdenn vom Tod In bekannter Melodie. erzlich lieb hab 279. e ich dich, o Herr! P nach Himmel und Erde frag ich nicht, wenn ich dich nur kann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, so bist du doch mein' Zuvers sicht, mein Heyl und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Chrift! mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmermehr. Von der Liebe zu Gott und Menschen. 226 Von allgemeinen und besondern Pflichten. Tcd'erwecke mich, daß meine| kommt das theure Blut, so Augen sehen dich in aller Chriftus unverdrossen aus Freud', o Gottes Sohn! Liebe hat vergoffen, ihm nimmein Heyland und Genaden mermehr zu gut. Thron. Herr Jesu Christ! 5. Wer seinen Nächsten erhöre mich, erhöre mich, ich haffet, der hafset in ihm will dich preisen ewiglich. Gott. Wenn böfer Zoin Mel. Don Gott will ich.ihn fasset, stürzt er sich 280. Gott der Liebe, ein ott ist ein Gott selbst in Noth, darinnen er verdirbt, wo felbst ist kein Errctten; des Zornes Band' und Ketten ihn fesseln, wenn er stirbt. Freund der Einigkeit. Er will, daß man sich übe in dem was würket Freud' und Fried in Einem Sinn, der 6. Wer dieses recht bedenZwistigkeit absage, fich bruket, der wird der Sonne derlich vertrage in Sanft licht, wenn es zur Crd' fich much immerhin. lenket, eh' ihm der Glanz gebricht, nicht laffen untergehn, bevor er abgeleget, den Zorn, den er geheget. Wohl ihm, wenns ist geschehn. 2.Der Satanist ein Stöhrer des Friedens, und be dacht, daß ja des Wortes Hörer bald laffe aus der Acht, was wider Haß und Neid 7. O Christe! steur' und der Henland treulich lehret, und wie von Gott abkehret die Unverföhnlichkeit. wende des Satans Bitterkeit, damit er nicht behende erwecke Zorn und Streit bey denen, die der Geist des Friedens soll regieren, und in der Stille führen zu dem, was lieblich heißt. 8. Hilf uns ja fleißig halten die Einigkeit im Geist, daß über uns mög' walten dein Segen allermeist; nach deinem Geist und Sinn einan der uns vertragen in Freundschaft, und nachjagen dem köstlichsten Gewinn. 13190 3 3. Wer hier den Frieden liebet in Wahrheit ohn Verdruß, dem Nächsten sich er giebet ohn Absicht auf Genuß, der hat am Himmel Theil, wo Fried und Liebe wohnet, wo Friede wird belohnet: Gott ist und bleibt sein Heyl. 4. Hingegen wer beladen mit bitterm Haß und Zorn, der har deß großen Schaden er ist und bleibt verlohrn. Es Hote Mel. 281.28enn einer alle nem keid geschicht. Von der Liebe zu Gott und Menschen. 227 Mel. O Gott, du frommer.( die Liebe siehet zu, daß kei6. Die liebe ist nicht stolz, die Liebe haffet keinen, sucht ihren Nugen nicht, fie rathen zum Gemeinen. Die riebe zürnet nicht, die Sieb hilft jedermann, und wender Scha den ab, wo sie nur immer fan. und alle Weisheit hätte, wenn er mit Menschen und mit Engel Zungen redte, hårt aber sonst daben der wahren Liebe nicht, so wäre doch vor Gott damit nichts ausgericht't. S 2. Er wäre wie ein Erz, das zwar sehr helle klinget, sonst aber keine Frucht und feinen Nugen bringet. Es war ein folcher Mensch dem Namen nach ein Christ, wie eine Schell, an der kein Geist noch leben ist. 7. Die Siebe ist betrübt, wenn unrecht wird gerichtet, und freuet sich, wenn man der Wahrheit fest benpflichtet. Die Liebe decker auch des Nächsten Mängel zu, vertråget alles gern und liebet Fried und Ruby. 3.Wenn er weiffagen könnt' und hätte allen Glauben, so daß er Wunderwerk an Bergen, Blinden, Tauben er wies', und hätte doch der wahren Liebe nicht, so wäre abermal damit nichts aus gericht. 8. Ohn Argwohn glaubet sie das Beste nur von allen, sie hoffet Besserung, wenn jemand ist gefallen in Sünd und Missethat: Hat sie gleich keine Schuld, so leis det sie dennoch, was möglich, mit Geduld. 4. Wenn einer auch sein 9. Wenn dort die WiffenHaab' und alles Gut den Arschaft einmal wird ganz auf men hingåbe, aber es nicht hören, so wird die Liebe doch thate aus Erbarmen: Wenn sich fort und fort vermehren; er sich brennen ließ, und hätte wenn Glaub' und Hoffnung nicht daben der Liebe, sag ich auch vergeßet mit der Zeit, noch, daß es nichts nuge sen. so bleiber doch die Lieb' in alle Ewigkeit. 5. Die lieb ist Sanftmuth voll, langmüthig und gelin de, ist freundlich, jeder mann fiets fertig und geschwinde in Nöthen beyzustehn, die Liebe eifert nicht, 10. Herr Jesu, der du bist ein Vorbild wahrer Liebe, verleihe, daß auch ich am Nächsten Liebe übe: Gieb, daß ich, allezeit von Herzen. P2 jeder 228 Von allgemeinen und besondern Pflichten. nach dem Ewigen vor allen. Dingen tracht't, der wird auch wohl mit dem, was 282. Herzallerliebster zeitlich ist, bedacht. Gott! der du 6. Haß, Falschheit, Ueber mir dieses Leben, keib, Seele muth, und Heucheley darneund Vernunft aus Gnaden, ben, laß ja an mir nicht seyn haft gegeben, regiere ferner in meinem ganzen Leben. mich durch deinen guten List, Unrecht, Frevel, Geiz, Geist, daß Er in allem Thun und Unbarmherzigkeit sen mir Hülf und Beystand leist'. ferne weg vón mir, o Gott, zu aller Zeit. 2. Hilf, daß ich allezeit des Fleisches Lüfte meide, hin gegen emsiglich des Geistes Werke treibe, und gute Kitterschaft ausübe, auch daben in Hoffnung immer stark und fest gegründet sey. 3. Gieb, daß ich als ein Chrift, wie Christus, mich be: zeige, und meine Ohren stets zu feiner Lehre neige. Im Glauben starke mich, daß ich der argen Welt nicht folge, wenn sie mich von deinem Wort abhält. 4. Entzünde du mein Herz mit deiner wahren Siebe, und gieb, daß ich zugleich 283.Jin Gedanken, am Nächsten liebe übe. jedermann zu dienen sey bereit, wo ich nur soll und kann. Mel. O Jesu meine Lust. 7. Mit deiner rechten Hand, Herr, wollest du mich leiten, mich schützen Tag und Nacht, daß meine Tritt nicht gleiten. Du wolleft meine Burg und Schutz in Nörhen seyn, wenn ich in meinen Amt ausgche oder ein. 8. Zulegt erlöfe mich von allem Kreuz und Leiden, und wenn ich soll einmal von dieser Welt abscheiden, so stehe du mir bey mit deiner Gnaden- Hand, und führe mich hinauf ins rechte Vaterland. M. Jesu, der du meine Seele. mir Verleihe mir Geduld, wenn Jesus liegt mir stets im Trubsal bricht herein, und Sinn, von ihm will ich nimhilf, daß ich im Glück demi- mer wanken, weil ich hier im thig möge seyn. Leben bin. Er ist meiner Au5. Verleihe, daß ich stets gen Weide, meines Herzens nach deinen Reiche ringe, höchste Freude, meiner Seeauf daß dein Segen auch zu len schönste Zier, Jesum lieb mir herunter dringe. Werlich für und für. 2. Je Von der Liebe zu Gott und Menschen. 229 2. Jesus funkelt mir im Leiter, Er regieret meinen Herzen wie ein heller Son Sinn, wird auch seyn mein nenschein. Er vertreibt mir Trost- Bereiter, wenn ich alt Angst und Schmerzen, Er und kraftlos bin, wann sich ist mein und ich bin sein. Frümmen meine Glieder, Drum ergreiff ich ihn mit und die Lebens Sonn geht Freuden, wenn ich soll von nieder, wenn verdunkelt hinnen scheiden. Er ist mei mein Gesicht, laß ich meines Lebens Licht, Jesum laß nen Jesum nicht. ich von mir nicht. 3.Jefus hat mich auserkohren, da ich von der Sünde rein, und von neuem ward gebohren in der heilgen Tau fe mein. Ihm will ichs auch treulich halten, ihn in allem laffen walten, es sey Leben oder Tod, Jesus hilft aus aller Noth. 4. Jefum will ich ben mir haben, wenn ich geh aus oder und Gaben ruhn in meines Herzens Schrein; ja wenn ich zu Bette gehe, oder wie der auferstehe, bleibt doch Jefus früh und spat meiner Seelen Schutz und Rath. 5. Jesum will ich laffen rathen, der am besten rathen kans, Er geſegne meine Thaten, die ich frölich fange an, daß in seinem theuren Nahmen alles glücklich sen und Amen. So wird alles werden gut, wenn mir Jesus Hülfe thut. 6. Jesus, meiner Jugend 7. Jesus soll in allem keiden mein getreufter Beystand seyn; nichts nicht soll mich von ihm scheiden, es soll keine Herzens- Pein, keine Trübfal, keine Schmerzen reiffen ihn aus meinem Herzen, ob mir gleich mein Herz zerbricht, laß ich dennoch Jesum nicht. ben, Jefu einzig eigen ſeyn, 8. Jefu leben, Jesu sters und mit Jefu dorten erben, dieß ist mein Gewinn allein. efu will ich senn und bleiben, nichts nicht soll mich von ihm treiben, laß ich gleich Gut, Blut und Ehr, Jefum laß ich nimmermehr. Mel, Was mein Gott will. 284. Mein Gott b Vater, gieb du mir, so lang ich leb auf Er. den, das ich mag christlich für und für durch dich erneuet werden; und daß dein Geist mir Beystand leist, damit zu allen Zeiten, so Zung als P 3 Mund, 230 Von allgemeinen und besondern Pflidten. Mund, von Herzensgrund, dein hohes Lob ausbreiten. 2. Jefus läßt mir seinen Fried, denn er ist für mich 2. Ach Bater afler Gütig gestorben, feines Geiftes reikeit! laß mich dir Lieb erwei- che Gut hat Er mir am sen dem Nächsten, wie dein Creuz erworben, dieß erquiWort gebeut, daß er dich dket mein Gemüth: Jesus moge preisen. Laß mich all läßt mir seinen Fried. zeit Barmherzigkeit in meinem Leben üben, auch die mir feind ohn Ursach seynd, von Herzens Grunde lieben. 3. Weiche weg, was Trauren heißt, Jesus will mir reichlich lohnen. Vater, Sohn und heilger Geist will in meinem Herzen wohnen. Mich erfreuet Gottes Geist, weiche weg, was Trauren heist. Thorn st 4. Also liebt vom Himmels. Thron Gott die Welt, daß Er gegeben seinen eingebohrnen Sohn, und wir alle möchten leben. Muß ich heute gleich davon, liebet mich doch Gottes Sohnes 5. Wer an seinen Jesum glaubt, der wird nimmermehr verlohren, niemand ihm den Himmel raubt, er ist ewig auserkohren. Ihm den Himmel niemand raubt, wer an seinen Jesum glaubt. 6. Weil nun Jesus mir ist hold, will ich gern vor sein Gerichte. Wenn ich heute sterben sollt, wird vor seinem Angesichte mich nicht quälen meine Schuld, Jesus ist und bleibt mir hold. 7. Jesus liebt mich für und für, drum will ich ihn wieder lieben. 3. Gieb, daß ja weder Hand noch Mund den armen Náchften krånke: Ach lenk mein Herz zu deinem Bund', da mit ich stets bedenke, daß jedem hier auch wird von dir mit gleichem Maaß gemes fen, wie er gethan an jedermann; dieß laß mich nicht vergessen. 4. Gieb auch, daß ich Barmherzigkeit von dir in mir empfinde. Weil mir dein Mund Genad anbeut, zu Tilgung meiner Sünde; so wird kein Leid in Ewigkeit von dir mich können treiben, und deine Treu wird immer neu, ja, ewig ben mir bleiben. Mel. Meinen Jesum laß ich. esum licb ich ewiglich, sein Wort will ich treulich halten, feine Liebe stärker mich, wenn mein Herze will erkalten: Er hat mich verbunden sich, Jefum lieb ich ewiglich. 285.Jefu Von der Liebe zu Gott und Menschen. 231 lieben. Er hat an des Him vèrgiebt, noch ihn von reimels Thür mich, sein Schaf- nem Herzen liebt, der kann lein, angeschrieben: Er ist Gott nimmer lieben: Er ist felbst die bens- Thür, Je- aus Cains Mord- Geschlecht, fus liebt mich für und für. und ein verdammter Sün8. Jesus mir den Himmel den- Knecht, dran Gott wird weißt, drum will ich ihm ewig Rache üben. trauen: Jesus und sein Freuden Geist führen mich auf grünen Uuen: Er die Thür zum Leben heißt, weil Er mir den Himmel weißt. 4. O Mensch! geh einmal in dein Herz, und treibe ferner keinen Scherz mit Gottes Wort im Leben. Der Henland spricht: Wer nicht vergiebt dem Nächsten, sons dern Feindschaft übt, wird Satan übergeben. 9. Jch bleib Jefu Eigenthum, bin sein Schaaf und Er mein Hirte, Er, mein Gottes Lamm, mein Ruhm, tråget meine Sünden- Bürde. Dieses ist und bleibt mein Ruhm: Ich bleib Je fu Eigenthum. Miel. Romme hér zu mir. 2c. 286.2 ie ist die Welt so Feindschaft voll! Sie lebt in Rachgier, Streit und Groll, und will sich nicht versöhnen: Man kommt zum Altar sonder Scheu, im Heuchel Glauben sonder Reu, und mennt doch Gott zu dienen. 5. Bewahre mich, Herr Jesu Christ! daß meine Seele nicht vergißt, was du mir vorgeschrieben. Laff mich vergeben siebenmahl, und mehr als zehnfach an der Zahl, und meinen Bruder lieben. 6. Ihr Menschen- Kinder! folget nach, denn dieß ist eine groffe Sach', ihr müffet dent vergeben, der euch allhier be leidigt hat; drum folgt gehorfam Jesu Rath; Wer dieß thut, der wird leben. Mel. Ach was soll ich Súünd. efus mein 2. Allein, wer opfert sein Geschenk, und wird nicht 287.Jicht, mein Levorher eingedenk. daß er was widrigs habe an seinem Bruder, hat kein Theil an Jesu Tod, und ist ein Greul mit feiner Opfer Gabe. ben, Jesus, meiner Seelen Zier, spricht: Kommt her, lernt all von mir. Jesus, dem ich mich ergeben, mein Heyl und Gerechtigkeit lehrt mich 3. Wer seinem Bruder nicht 4 232 Don allgemeinen und besondern Pflichten. mich selbst die Frömmigkeit. kommen aus der Unvollkom2. Ach! wie ist mein Herz verderbet, wie fest hält das Sünden Band Leib und Seel, Sinn und Verstand? Was von Adam angeerber; fündlich Wesen, Fleisch und menheit zu des Himmels Herrlichkeit, da ich denn mit allen Frommen deine groffe Gütigkeit preifen will in Ewigkeit. mel. Was mein Gott will. Blut bleibt Fleisch, und 288 Du armer Menfch), thut nimmer gut. deinen Sinn nicht eitle Luft verführen, fie reiffer zu der Höllen hin, eh man den Wegskann spüren. Sie füllt dein Herz mit Angst und Schmerz, und wenn auch scheint zu küssen ihr Honig- Mund, trift doch zur Stund' ihr Stachel das Gewissen. 3. Mein Gott, hilf du mir ausrotten alles Unkraut, Haß und Neid, Hochmuth, Ungerechtigkeit, laß den Satan mich nicht spotten, mach du mein Herz täglich neu, mach mich aller Bosheit fren. 4. Pflanz in mein Herz und Gemüthe deine grosse Freundlichkeit, die Geduld und Frömmigkeit, deine Lie be, deine Güte, Andacht, Treu und Heiligkeit, Wahrheit und Gerechtigkeit. 5. Laß mich dir zu Ehren le ben, Jefu, meines Herzens Licht, mein Trost, Heyl und Zuversicht, dir sen ich allein ergeben, laß mich sterben dieser Welt, laß mich thun, was dir gefällt. 6. Führe mich auf deinen Wegen, gieb mir deinen guten Geist, der mir Hülf und Beystand leift, laß mich deine Gnad und Segen fiets empfinden früh und spat, segne Denken, Wort und That. 7. Bis ich endlich werde 1. Du armer Mensch, vergiß es nicht, erkenne deine Banden. Ob dich die Luft nicht stets ansicht, ist sie doch noch vorhanden; ließ sie ein Jahr dich ohn Gefahr, sollt du nicht sicher werden; brichst du ihr Joch, so bleibt sie doch dein alter Feind auf Erden. 3. Du armer Mensch, hast schon zu viel auf deinen Hals geladen, ach sehe heut den Sünden Ziel, und mehre nicht den Schaden: Doch must du dieß, das glaub gewiß, auf Gottes Kraft bloß wagen, und im Gebet ihm früh und spät dein Unvers mögen klagen. 4. Sprich: Bater! sich den Jam Don der Liebe zu Gott und Menschen. 233 Jammer an, den Jammer[ gen Jungfrauen? Wohlan! meiner Sünden; weil ich der Bräutgam kömmt, steht mir selbst nicht helfen kann, auf, die Lampen nehmt, Hal: und laß mich Gnade finden; lelujah! macht euch bereit ich bin zu schwach, das Un- zu der Hochzeit, ihr müffet gemach der bösen Lust zu ihm entgegen gehn. dämpfen; Erbarme dich, und lehre mich, durch deine Kraft zu kämpfen. 5. Laß mich stets ausgerüftet seyn mit deines Geistes Waffen, daß wenn die Lust fich findet ein, fie nichts an mir mög schaffen: Verleihe Sieg in diesem Krieg, und laß mich überwinden: Ach wehr und steur dem Ungeheur das mich stets fucht zu binden. 2. Zion hört die Wächter fingen, das Herz thut ihr für Freuden springen, fie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnade stark, von Wahrheit machtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthe Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! wir folgen all zum FreudenSaal, und halten mit das Abendmahl. 6. Wirst du, o Mensch, ihm also thun, so kanst du kühn- 3. Gloria fen dir gesungen lich glauben, daß dir, das mit Menschen und mit deine Feind nicht ruhn, den Engel- Zungen, mit Harfen Sieg wird niemand rauben. Drauf folgt die Kron zum Gnaden- Lohn, fammt jenem ewgen Frieden, den Gott uns hat, aus lauter Gnad, in seinem Reich beschieden. In bekannter Melodie. und mit Cymbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Pforten an deiner Stadt, wir sind Consorten der Engel hoch um deinen Thron: Kein Aug hat je gespürt, kein Ohr hat je gehört solche achet auf! ruft Freude, des sind wir froh, Puns die Stim- jo, jo, ewig in dulci jubilo. me der Wächter, sehr hoch Mel. O Gott du frommer. auf der Zinne: Wach auf, du ott, der du hei Stadt Jerusalem. Mitter 290, lig bist, wir nacht heißt die Stunde: soll'n auch heilig leben, und fie rufen uns mit hellem unsre Leiber dir zum Opfer Munde: Wo send ihr klu- l ganz begeben, das da lebenP5 dig 234 Don allgemeinen und besondern Pflichten. dig ist; ach wie hat böse Luft doch unser Herz befleckt mit viclem Sünden- Wust. durch, und dich mit uns vermähle in Christo, unferm Herrn, dem heilgen Gottes sohn, den nur ein reines Herz wird schaun in seiner Kron. 2. Ver deinem Richter Stuhl kann ja kein Mensch bestehen, wenn du willst ins Gericht mit deinen Knech ten gehen, und fichest EitelMel. Sollt ich meinen Gott. keit, die unser Herz ansicht; 291.Laffer uns mit Jecin Greuel sind wir, Herr, vor deinem Angesicht. su ziehen, seinem Vorbild' folgen nach), in der Welt der Welt entfliehen, auf der Bahn, die er uns brach, immerfort zum Him: mel reifen, irrdisch noch, doch himmlisch seyn, glauben recht und leben rein, in der tieb den Glauben weisen. Treuer Jesu bleib ben mir! gehe vor, ich folge dir. 3. Drum hilf uns böse kust, durch deines Geistes Stärke, bezwingen und mit Ernst fiets flichen Fleisches Werke; damit der Glaub und Geist behalten Sieg und Macht, und dein hochheilger Will von uns hier werd vollbracht. 4. Verbinde du dich selbst 2. Laffer uns mit Jesu leimit unserm Geist und See- den, seinem Vorbild werden len, daß wir des schmalen gleich. Nach dem Leide folWegs zum Leben nicht vergen Freuden; Armuth hier fehlen; nimm weg, was un macht dorten reich. Thrarein ist, und wider dein Ge- nen- Saat, die Erndte labot, damit nichts fündliches chen; Hoffnung tröstet mit uns stürze in den Tod: Geduld, es kann leichtlich 5. Ach laß dein Gottes Gottes Huld aus dem ReBild in uns von neuem gen Gonne machen. Jesu, prangen, zu deiner Reinig- hier leid ich mit dir, dort Feit steh unfer ganz Verlan- j theil deine Freud' mit mir. gen: Befreye unfern Geist von schnöder tüfte Pein, und laß uns göttlicher Natur theilhaftig seyn. 3. Saffet uns mit Jefu fterben. Sein Tod uns vom andern Tod' rettet, und von Seel- Verderben, von der ewiglichen Noth. laßt uns rödten, da wir leben unser Fleisch, ihm sterben ab; so wird 6. Nimm uns zum Tempel ein, o Herr, nach zeib und Seele; heilge uns durch und Von der Liebe zu Gott und Menschen. 235 wird Er uns aus dem Grab' fleußt zu jeder Zeit von füf in das Himmels- Leben he- fer Sanftmuth Dele; mein ben. Jefu, sterb ich, sterb ich Geist, Gemüthe, Kraft und dir, daß ich lebe für und für. Sinn ift Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Laffet uns mit Jefu leben. Weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wie der geben. Jesu, unser! Haupt du bist, wir sind teines Leibes Glieder; wo du lebst, da leben wir; ach crFenn uns für und für, trau ter Freund, für deine Brüder. Jesu, dir ich lebe hier, dorten ewig auch bey dir.. Mel. Machs mit mir Gott. 4. Ich zeig euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden, und euer Herz von arger ist zu reingen und zu scheiden. Ich bin der Seelen Fels und Hort, und füht euch zu der Himmels, Pfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich sich euch an der Seite, ich fämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. böser Knecht, der still darf stehn, wenn er den Feld- Herrn sieht angehn! 292.mir nach! fpricht Christus, unfer Held, mir nach, ihr Christen alle: verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle; nehmt euer Creuß und Ungemach auf euch, folgt meis nem Wandel nach. 6. Wer seine Seel zu finden mennt, wird sie ohn mich verlieren, wer sie hier zu vers lieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht 2. Ich bin das Licht, ich sein Creuß nimmt und folgt leucht euch für mit heilgem mir, ist mein nicht werth Tugend Leben. Wer zu mir und meiner Zier. kommt und folget mir, carf) 7. So laßt uns denn dem nicht im Sinflern schweben; ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. lieben Herrn mit Leib und Seel nachgehen, und/ wohls gemuth, getroft und gern ben ihm im Leiden stehen. Denn wer nicht kämpft, trågt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. 3. Mein Herz ist voll Demüthigkeit, voll Liebe meine Seele; mein Mund der XIII. Soba 236 XIII. Lob und Danklieder. S wie das Gras vom Rechen, eine Blum und fallendes Lauh, der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da: Also der Mensch vergehet, sein End das ist ihm nah. 4. Die Gottes Gnad alleine steht fest und bleibt in | Ewigkeit, ben seiner lieben Gemeine, die steht in seiner Furcht bereit. Die feinen Bund behalten, Er herrscht im Himmelreich. Ihr starken Engel waltet sein's Lobs und dient zugleich dem grof sen Herrn zu Ehren, und 2. Er hat uns wissen lassen treibt sein heiliges Wort; fein heilig Recht nnd fein Gemein Seel soll auch vermehricht, darzu seine Güt ohn| ren sein kob an allem Ort. maassen. Es mangelt an 5. Sen kob und Preis mit seiner Erbarmung nicht. Ehren Gott Vater, Sohn Sein'n Zorn låft er bald fah. und heilgem Geist, der woll in ren, straft nicht nach unfer uns vermehren, was Er aus Schuld, die Gnad thut Er| Gnaden uns verheist, daß nicht spahren, den Blöden ist wir ihm fest vertrauen, gångEr hold. Sein Güt ist hoch- lich verlaff'n auf ihn, von erhaben ob den'n, die fürch- Herzen auf ihn bauen, daß ten ihn. So fern der Oft vom unser Herz, Muth und Sinn Abend, ist unste Sünd dahin. ihm einzig thun anhangen, drauf singen wir zur Stund: Amen, wir werdens erlangen, glauben wir aus Herzens- Grund. 3. Wie sich ein Vater erbarmet über seine junge Kindlein klein, so thut der Herr uns Armen, so wir ihn findlich fürchten rein. Er kennt das arme Gemächte, Gott weiß, el. Hast du den Jesu dein. wir sind nur Staub, gleich 294. den mächtigen König In bekannter Melodie. un lob, meine 293.Run Seel, den Her ren, was in mir ist, den Nah men sein. Seine Wohlthat thut Er mehren, vergiß es nicht, o Herze mein; hat dir dein' Sund vergeben, und heilt dein' Schwachheit groß, errett dein armes e ben, nimmt dich in seinen Schooß, mit reichem Trost beschüttet, verjungt dem Adler gleich. Der König fchafft Recht, behütet, die leiden in seinem Reich. Lob und Danklieder. 237 König der Ehren, meine ge- 1 Mund; so stimmt ich damit liebete Seele! das ist mein in die Wette vóm allerriefBegehren. Kommet zu sten Herzens Grund ein Hauf, Pfalter und Harfe, kob- kied nach dem andern wach auf! laffet die Musi- an, von dem, was Gott an cam horen. uns gethan. 2. Lobet den Herren, der 2. O daß doch meine alles so herrlich regieret, der Etimme schallte bis dahin, dich auf Adelers Fittigen wo die Sonne steht, o daß ficher geführet, der dich er- mein Blut mit Jauchzen hält, wie es dir selber ge- wallte, so lang es noch im fällt: Hast du nicht dieses Laufe geht. Ach! war ein geſpühret? jeder Puls ein Dank, und jeder Odem ein Gesang. 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß, und stehet munter im Ge schäfte zu Gottes, meines Herren, Preis: Mein Leib und Seele schicke dich, und lobe Gott herzinniglich. 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir. Ihr schwanken Gråsgen in den Feldern, ihr Blumen, last 5. kobe den Herren, was in doch eure Zier zu Gottes mir ist, lobe den Nahmen! Ruhm belebet seyn, und Alles, was Odem hat, lobe stimmet lieblich mit mir ein. mit Abrahams Saamen! 5. Ach alles, alles, was ein Er ist dein Licht; Seele, Leben und einen Odem in fich vergiß es ja nicht, hat, foll sich mir zum Gehülschlieffe mit Amen. fen geben; denn mein Vermögen ift zu matt, die groffen lobende Mel. Wer nur den lieben. 295. daß ich tausend Wunder zu erhöhn, die al Zungen håt te, und einen taufendfachen lenthalben um mich ftehn.. 6. Dir sey, o allerliebster Vater, 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet. der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich gelei tet! In wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet? 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gefegnet, der aus dem Himmel mit Ströhmen der Liebe geregnet! Denke daran, was der Allmächrige kann, der die mit Liebe begegnet. Lob und Danklieder. 238 Vater, unendlich kob für 11. Ich hab es ja mein keSeel und leib; Lob sey dir, mildester Berather, für allen edlen Zeit- Vertreib, den du mir in der ganzen Welt zu meinem Nugen haft bestellt. 7. Mein treuster Jesu, sen gepriesen, daß dein Erbar mungs volles Herz sich mir fo hulfreich hat erwiesen, und mich durch Blut und Todess Schmerz von aller Sünden Dienstbarkeit zu deinem Eigenthum befreyt. betage schon so manch liebes mahl gespührt, daß du mich unter vieler Plage zwar wunderbar doch gut geführt; denn in der grösfesten Gefahr ward ich dein TrostLicht stets gewahr. 12. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten tobe stehn? Wie wollt ich auch in tiefsten leiden nicht triumphirend einher gehn? Und ficle auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig seyn. 8. Auch dir sey ewig Ruhm und Ehre, o, heilig werther Gottes Geist, für deines Tro stes süsse kehre, die mich ein Kind des Lebens heist: Ach we was Gurs von mir geschicht, das würket nur dein göttlich licht. 13. Drum reiß ich mich jest aus der Höhle der schnöden Eitelkeiten los, und rufe mit erhöhter Seele: Mein Gott! du bist sehr hoch und groß, Kraft, Ruhm, Preis, Dank, und Herrlichkeit ges hört dir jetzt und allezeit. 9. Wer überströhmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott! Wer schützer 14. Ich will von deiner Gü mich auf meinen Wegen? te fingen, so lange fich die Du, du, mein Helfer in der Zunge regt: Ich will dir Noth. Du trägst mit mei- Freuden- Opfer bringen, so ner Sünden Schuld un- lange sich mein Herz bewegt; fåglich gnädige Geduld. ja, wenn der Mund wird 10. Für andern küß ich Kraftlos fenn, so stimm' ich Deine Ruthe, die du auch doch mit Seufzen ein. mir gebunden haft: Wie viel thut sie mir doch zu an te, und ist mir eine fanfre Last: sie macht mich fromm, und zeigt daben, daß ich von Deinen siebsten sey. 15. Ach, nimm dies arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin; Im Himmel soll es beffer werden, wenn ich ein schöner Engel bin; da sing ich dir im höhern # Lob und Danklieder. 241 must alles thun, du hältst die Hülf und Heil, schaft Rath, Wach' an unfrer Thüt, und und läst dich nicht. låst uns ficher ruhn. 8. Du nähreft uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu, und stehst uns, wenn wir in Gefahr gerathen, treulich ben. 15. Was frankst du dich in deinem Sinn, und gråmſt dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf fie hin auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglücks- Lauf hat Er zurück gekehrt? 17. Er hat noch niemals was verfehn in seinem Regiment, nein, was Er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End 9. Du strafft uns Sünder mit Geduld, und schlägst nicht allzusehr, ja, endlich nimmst du unsre Schuld, und wirfft sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreyt, wirst du gar leicht erweicht, und giebst uns, was uns hoch erfreut, und dir zu Ehren reicht. 18. En nun, so laß ihn ferner thun, und red ihm nicht darein, so wirst du hier in Freuden ruhn, und ewig frölich fenn. 299.D Mel. Reinen hat Gott verl. u, meine Seele, finge, wohl auf, und finge schon dem, welchem alle Dinge zum Dienst und Willen siehn. Ich will den Herren droben hier preis fen auf der Erd': Ich will ihn, herzlich loben, so lang ich leben werd'. 2. Ihr Menschen, lasst euch Ichren, es wird euch müßlich 14. Er ist dein Schatz, dein seyn; laßit euch doch nicht Erb und Theil, dein Glanz berhören die Welt mit ihrem und Freuden, licht, dein Schein. Verlasse sich ja keiSchirm und Schild, dein( ner auf Fürsten Macht und Gunst, 11. Du zählst, wie oft ein Chrifte wein, und was sein Kummer sen: Kein Zähr und Thränlein ist so klein, du hebst und legst es bey. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, fing und spring, und habe guten Much, dein Gott, der Ursprung aller Ding', ist selbst und bleibt dein Gut. 242 Lob und Danklieder. Gunst, weil sie, wie unser Tod'. Er nährt und giebet einer, nichts find, als Speisen, zur Zeit der Hun. Staub und Dunft. gers- Noth, macht schöne rothe Wangen oft ben geringem Mahl: und die da sind gefangen, die reißt Er aus der Quaal. 3. Was Mensch ist, muß erblassen, und sinken in den Tod; er muß den Geist auslaffen, selbst werden Erd und Koth; allda ists dann gefche- 8. Er ist das Licht der Blin. hen mit seinem klugen Rath, den, erleuchtet ihr Gesicht: und ist fren klar zu sehen, wie und die sich schwach befinden, schwach sen Menschen- That, die stelle Er aufgericht't. Er 4. Wohl dem, der einzig liebet alle Frommen; und schauet nach Jacobs Gott die ihm günstig seynd, die und Heil. Wer dem sich an- finden, wann sie kommen, vertrauet, der hat das beste an ihm den besten Freund. Theil, das höchste Gut erle- 9. Er ist der Fremden Hüt fen, den schönsten Schat ge- te, die Waisen nimmt Er liebt, sein Herz und ganzes an, erfüllt der Wittwen Wefen bleibt ewig unbetrübt. 5. Hier sind die starken Kräfte, die unerschöpfte Macht. Das zeigen die Geschäfte, die seine Hand gemacht, der Himmel und die Erde, mit ihrem ganzen Heer, der Fisch unzählich Heerde im groffen wilden Meer. 6. Hier sind die treuen Sinnen, die niemand Unrecht thun, all denen Gutes gönnen, die in der Treu beruhn. Gott hält sein Wort mit Freuden, und was er spricht, geschicht, und wer Gewalt muß leiden, den schüßt Er im Gericht. Bitte, wird selbst ihr Trost und Mann: Die aber die ihn haffen, bezahlet Er mit Grimm, ihr Haus und wo sie fassen, das wirft Er üm und üm. 10. Ach ich bin viel zu wes nig zu rühmen seinen Ruhm: Der Herr allein ist König, ich eine welcke Blum: Jedoch weil ich gehöre gen Zion in sein Zelt, isis billig, daß ich mehre sein kob vor aller Welt. Miel. O Jesu meine Lust. 300.as foll ich dir, mein Gott, vor Dank und Ehre geben, daß du mich bis hieher haft lassen friedlich leben? Ach! wie vergelt ich dir, was du en 7. Er weiß viel tausend Weisen, zu retten aus dem Lob und Danklieder. 243 ich doch dein Thun mit rechtem Herzen an? an mir gethan; Wie nehm| wilt nur diefes, Herr, zum Dank und Opfer haben. So nimm mich ganz und gar zu deinem Eigenthum, und fordre stets durch mich dein ob und deinen Ruhm. 7. Hier ist mein Lallen schwach, dort soll es beffer klingen, wo dir die Heiligen ihr Hallelujah fingen. So nimm denn meinen Dank inzwischen gnädig an, bis ich dir dorten einst was bes fers bringen kann. Mel. wer nur den lieben. 2. Ich bin ein schwacher Mensch, der deiner oft vergessen, und du hast mir so viel aus Liebe zugemessen. Du denkest stets an mich, und forgest so dabey, nur daß in die mein Glück und rechtes Leben sey. 3. Du hast mich als ein Kind schon väterlich gefüh, ret, und mich von Jugend auf zu meinem Wohl regie Wenn mir bald da, ret. bald dort ein Fall bereitet war, so stundest du mir ben, und wandtest die Gefahr. 4. Nun hast du meinen Wunsch nach deinem Rath gewähret, und mir mein zeitlich Glück, mein tåglich Brod bescheret. Isis gleich nicht viel, so ists doch mein bescheiden Theil, so viel mir nüßlich ist, zu meiner Seelen Heil. 301.ott, deffen Allmacht sonder Ende, wie preis ich dich doch nach Gebühr? Ich bin das Werkstück deiner Hände, mein ganzes Wesen kommt von dir, du hast mich wunderbar erbaut, und mir viel Gaben anvertraut. 2. Dir, Wunder- Gott, hab ich zu danken, daß du mich zubereitet hast, als mich des Mutter- Leibes Schranken 5. Wie manches liebe Creuz der Welt verborgen, noch hast du mir helfen tragen? umfaßt. Ich preise deine Ich muß es dir, mein Gott, Wunder Macht, die mich zum Ruhm und Danke fa- ans Tages- licht gebracht. gen, wie du mich oft geschüst, gestärket und erquickt, getragen und erfreut, gefegnet und beglückt. 3. Du gabst mir die vernünfege Seele, das theure Pfand, das mich belebt, das noch in meiner Leibes Höh6. Hier hast du nun mein le, so lang es dir gefällig, Herz für alle diese Gaben, dul schwebt, du hast mir Sinnen und. Lob und Danklieder. 244 und Verstand, und Leib und Tempel deiner Heiligkeit; Leben zugewandt.ini ach handle nicht im Grimm mit mir, Herr, heilge mich doch wieder dir. $ 4. Du, liebster Vater, in der Höhe, mein Geist wird ganz in mir entzückt, wenn 9. Hilf, groffer Gott, ich des Leibes Bau ansehe, durch den ich lebe, hilf, daß den du mit deiner Hand geschmückt; mein Sinn er staunet jederzeit vor dieses Hauses Herrlichkeit. ich thu, was dich erfreut, und Geist und Leib und Glieder gebe zu Waffen der Gerechtigkeit, daß ich dir bis in Tod getreu, und stets ein Kind der Tugend sey. 10. Fällt dieses Leibes Bau einst nieder, wenn ich vollendet meinen lauf, o Gott, fo richte folchen wieder, und führ ihn schön verklåret auf; laß mich ins Haus des Himmels gehn, und stets dein heilig Antlik sehn. In bekannter Melodie. 5. Du hast durch dein ge nådig Walten, o Herr der groß und kleinen Welt, mich, dein Gebäude, wohl erhalten, so, daß der Tod mich nicht gefällt, ich stehe noch, und preise dich. Herr, dei ne Rechte schützet mich. 6. Jch bin nicht werth der groffen Güte, die du, mein Gott, an mir gethan, dich preist mein Herz und mein Gemüthe, ach nimm mein 302. Nun danket alle Lobes- Opfer an, bewahre du mich fort und fort, meinGott und meines Lebens- Hort. Gott, mit Herzen, Mund und Händen, der groffe Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutter Leib' und KindesBeinen an unzählich viel zu gut, und noch jezund gethan. 7. Vor dir fall ich in De muth nieder, vergieb, vergieb, was ich verbracht, ich habe leider! meine Glieder zu Sünden Gliedern oft gemacht, ich habe meines Herzens Haus befleckt und nicht gezieret aus. 2. Der ewig reiche Gott woll' uns bey unserm Leben ein immer frölich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort, und uns aus aller Noth erlösen hier und dort. 8. Ich habe mit viel bösem Wesen mein Herz verunehrt und entwenht, mein Herz, das du dir auserlesen zum 3. Lob, Ehr und Preis sen Gott, dem Vater und dem Soh. Lob und Danklieder. S Sohne, und auch dem heils gen Geist, im hohen Himmels- Throne. Dem Dreyeinigen Gott, als Er ur sprünglich war, auch ist und bleiben wird jekund und im merdar. 7. Wenn Creuz und Trübfal uns auch mit berühret, so werden wir doch gnädig draus geführet. Miel. Danker dem Herren zc. as 303. Wman dir, o Ba- Weisheit, Gut und Stärke, 8. Sehr groß ist deine ter! fingen? Keines Men schen Zung kans würdiglich vollbringen. 2. Du hast aus nichts den Himmel und die Erden, und alles, was darin ist, lassen werden. und wunderbar sind alle deine Werke. 9. Herr, wir bekennen es mit unserm Munde, und danken dir dafür von Her zen- Grunde. 10. Lob sey dir, Vater, der du mit dem Sohne und nach deinem Bild formiret, heilgem Geift regierst in eiund mit Verstand und Ga- nem Throne. 3. Uns Menschen drauf ben schon gezieret. 11. Dein groffer Nahm fey immerdar gepreiset für alles Gute, das du uns er weifet. 12. Hilf, daß wir dir im Glauben fest anhangen, und denn die Seligkeit darauf erlangen. 245 6. Du speisest alles Fleisch mit Wohlgefallen, und schüBest uns, so lange wir hier wallen. 4. Du läsfest uns in deinem Worte lehren, wie wir dir dienen sollen und dich ehren. 5. Von Kindheit an haft du uns stets ernähret; was wir bedurft, uns väterlich bescherer. XIV. Gebet- und Trostlieder in allerley Noth. allein im Nahmen dein zu deinem Vater schreyen. Zu Kriegszeiten. In bekannter Melodie. u Friede- Fürst, 304. Herr Jesu Chrift! wahr'r Mensch und wahrer Gott, ein starker Noth- Helfer du bist im de ben und im Tod; drum wir 2. Recht grosse Noth uns stöffet an von Krieg und Ungemach, daraus uns niemand helfen kann, denn du; drum führ die Sach: Dein'n Vater bitt, daß Er 23 ja Gebet und Trostlieder in allerley Moth. % 246 ja nicht im Zorn mit uns In bekannter Melodie. verfahre. rott, der Friede 3. Gedenk, Herr, jekund 305. Gobat gene an dein Amt, daß du ein laß den Frieden um uns Fried- Fürst bist, und hilf schweben. Friede, Friede in uns gnädig allesamt, jekund zu dieser Frist, laß uns hin fort dein göttlich Wort im Fried' noch länger schallen. 4. Es ist groß Elend und Gefahr, wo Pestilenz regiert, aber viel grösfer ists fürwahe, wo Krieg geführet wird, da wird veracht't und nicht betracht't, was recht und löblich wäre. dem Lande, Glück und Heyl zu allem Stande. 295094.K 2. Friede hat uns Gott gegeben, daß wir sollen friedlich leben. Friede, Friede, in dem Lande, Glück und Heyl zu allem Stande. 3. Billig wir vom Frieden fingen, foben Gott in allen Dingen. Friede, Friede in dem Lande, Glück und Heyt zu allem Stande. 5. Da fragt man nicht nach Ehrbarkeit, nach Zucht und nach Gericht, dein Wort liegt Bey ansteckenden Krankheiten. auch zu solcher Zeit, und geht miel. Wo Gott der Herr ze. im Schwange nicht: Drum ch! liebe Christen, hilf uns, Herr, treib von 3009 fend genns fern Krieg und all trest, wie thut ihr so verzaschädlich Wefen. 6. Verdienet haben wir alles wohl, und leidens mit Geduld, doch deine Gnad gröffer seyn soll, als unfre Günd und Schuld; darum vergieb nach deiner zieb, die du fest zu ung trágest. gen? Weil uns der Herr heimsuchen thut, laßt uns von Herzen sagen: die Straf wir woht verdient haben. Solches bekenn ein jedermann, niemand darf sich ausschliessen. . In deine Hand uns ge7. Erleucht auch unsern ben wir, o Gott, du lieber Sinn und Herz, durch den Bater. Denn unser Wandel Geist deiner Gnad, daß wir ist bey dir, hie wird uns nicht nicht treiben daraus ein'n gerathen. Weil wir in dieser Scherz, der unfre Seele urten seyn, ist nur Elend, schad'. O Jesu Chrift! al- Trübfal und Pein; ben dir lein du bist, der solches kann der Freud wir warten. Ausrichten. 3. Keine Bey ansteckenden Krankheiten. Bey Theurung. 247 3. Keine Frucht das Wai| Herz, bekümmerst dich und zen- Körnlein bringt, es fall trågest Schmerz, nur um das denn in die Erden: So muß zeitlich' Gut? Vertrau du auch unser irrescher Leib zu deinem Herrn und Gott, der Staub und Asche werden, alle Ding erschaffen hat. eh er kommt zu der Herrlichkeit, die du, Herr Christ! uns haft bereit, durch deinen Gang zum Vater. 4. Was wollen wir denn fürchten sehr den Tod auf die fer Erden? Es muß einmal gestorben feyn, o wohl ist hic gewesen, welcher wie Siincon entschläft, seine Sünd erfennt, Chriftum ergreift, so muß man selig sterben. 5. Deine Seel bedenk, bewahr den Leib, laß Gott den Vater forgen. Sein Engel deine Wächter senn, behüten dich für allem Argen: Wie eine Henn ihre Küchlein klein nimmt unter ihre Flügel ein, so thut der Herr uns Armen. 6. Wir wachen oder schlafen ein, so sind wir doch des Herren: Auf Christum wir getaufet seyn, der kann dem Satan wehren. Durch Adam auf uns kommt der Tod, Christus hilft uns aus aller Noth, drum loben wir den Herren. Ben Theurung. In bekannter Melodie. Darum betrübst du dich, mein 307.28 2. Er kann und will dich laffen nicht, Er weiß gar wohl, was dir gebricht, Himmel und Erd ist sein. Mein Vater und mein Herre Gott, der mir bensteht. in aller Noth. 3. Weil du mein Gott und Bater bist, dein Kind wirst du verlassen nicht, du våterliches Herz, ich bin cin armer Erden- Kloß, auf Erden weiß ich keinen Trost. 4. Der Reiche verläßt sich auf sein Gut, ich aber will vertrau'n mein'm Gott, ob ich gleich werd' veracht, so weiß ich und glaub feftiglich, wer Gott vertreut, dem mangelts nicht. 5. Elia, wer ernähret dich, da es so lange regnet nicht in so schwer theurer Zeit? Eine Wittwe aus Sidonier land, zu welcher du von Gott warst gefand. 6. Da er lag unterm Wachholder- Baum, ein Engel Gottes vom Himmel kam, und bracht ihm Speis und Trank, er gieng gar einen weiten Gang bis zu dem Berg Horeb, genannt. 24 7. Des Gebet und Trostlieder in allerley och. 248 7. Des Daniels Gott nicht vergaß, da er unter den 28 wen saß, sein'n Engel fandt' Er hin, und ließ ihm Speise bringen gut, durch seinen Diener Habacuc. 13. Ich dank dir, Christe, Gottes Sohn, daß du mich folchs haft erkennen laffen, durch dein göttliches Wort, verleih mir auch Beständigfeit, zu meiner Seelen Se ligkeit. 8. Jofeph in Egypten verkaufet ward, vom König 14. Lob, Ehr und Preis fen Pharao gefangen hart, dir gesagt für alle dein' erum sein Gottesfürchtigkeit; zeigte Wohlthat, und bitt Gott macht ihn zu ein'm großen Herrn, daß er konnt Vater und Brüder ernährn. 9. Es verließ auch nicht der demüthiglich, laß mich nicht von dein'm Angesicht verstoffen werden ewiglich. treue Gott die drey Männer In allerley traurigen Umim Feuer- Ofen roth, sein'n Engel fandt Er hin, bewahrt ständen. fie vor des Feuers- Glut, und 308.Mum betrübst Mel. Warum betrübst du zc. Dein Herz, warhalf ihnen aus aller Noth. du dich, und willst in mir so angstiglich voll Gram und Unruh fenn? Ach! stille dich, und denke doch: Es lebt ja unfer Herr Gott noch. 2. Er lebt, und stirbt auch nimmermehr, so ist fein Trauren je so schwer, das Er nicht ändern kann! Er prüfet aber allezeit die Hoffnung und Gelassenheit. 3. O wie verkehrt ist unser Sinn, wir betten uns auf Dornen bin, wenn wir voll Sorgen seyn; und könnten, wenn wirs wollten thun, bey Gott auf laurer Rosen vuhn. 4. Gehts nicht, wie du dirs vorgestellt, fo, gehts doch, wie CB 10. Ach Gott, du bist noch heut so reich, als du bist gewes sen ewiglich, mein Vertrauen steht ganz zu dir, mach mich an meiner Seele reich, so hab ich gnug hier und ewiglich. 11. Der zeitlichen Ehr will ich gern entbehrn, du wollst mir nur das Erge gewährn, das du erworben haft durch deinen herben bittern Tod, das bitt ich dich mein Herr und Gott. 12. Alles, was ist auf dieser Welt, es sey Silber, Gold oder Geld, Reichthum und zeitlich Gut, das währt nur eine kleine Zeit, und hilft doch nicht zur Seligkeit. In allerley traurigen Umständen. 249 es Gott gefällt: Und so gehts streu und gut, und giebt dir immer gut, denn endlich selbst sein Fleisch und Blut: spührt mans in der That, wie treulich Ers gemennet hat. kann wohl was grössers fenn? Wer dieß zu seinem abfal hat, den macher keine Trubfal matt. a beschert. 5. Auch glaub' es, keine Thrane ift, die aus den trúben Augen fließt, Er sieht 11. Der Himmel ist dir und zählet sie, und macht, zugedacht, durch Chrifii Tedaß auf den Thránen Guß stament vermacht, mit aller das Licht der Freude schei- Herrlichkeit: So laß der nen muß. Welt, was ihr gehört, und 6. Kein Mensch, er sen auch nimm vorlieb, was Gott wer er sen, ist vom Verdruß und Kummer fren; ein jeder hat sein Theil. Doch hängt ein groffer Troft daran, wenn man in Unschuld leiden kan. was deine Feinde, thun. 7. Es thut zwar wch, doch gieb dich drein; Geduld wird hier der Balsam seyn, der alle Wunden heilt, Geduld und unverzagter Muth macht endlich alles Böse gut. 12. Was Gott beschert, bleibt unverwehrt: Er ists, der alles sieht und hört, Du wirst, das wird gewiß geschehn, noch deine Lust und Hoffnung sehn. 8. Was fehlt dir denn, warum du klagst, und dich mit Seufzen drüber plagst? Wirds nicht was Zeitlichs fenn? Jsts aber wohl der 13. Ja, harr und hoffe fest auf ihn, die Hoffnung wird voll Segen blühn, der Leib und Seel erfreut: Die Zeit rückt morgen wohl heran, daß ich ihm frölich danken kann. Mel. Wenn wir in höcsien. Mühe werth, das dieß ein 309.Bescher uns Herr, christlich Herz beschwert? das tåglich Brodt, für Theurung und 9. Du hast ja Gott und für Hungers- Noth behüt Gottes Wort, den theuren uns durch dein'n licben Schatz, den starken Hort, bist du denn nicht vergnügt? Wer fich an diesen Reichthum hält, ist reicher als die ganze Welt. Sohn, Gott Vater in dem höchsten Thron. 10. Dein Jesus mennts fol 2. O Herr, thu auf dein milde Hand, mach uns deine Gnad und Güt bekannt, er náhr uns, deine Kinderlein, 25 der 250 Geber und Trostlieder in allerley Moth. geblich suchen jetzt in meiner Traurigkeit. Ach! will Er denn für und für grausam ürnen über mir? Kann und will Er sich der Armen jetzt nicht, wie vorhin, erbarmen? 3. Zion, o du Vielgeliebte! 4. Gedenk nicht unfrer Mif- sprach zu ihr des Herren fethat und Sünd, die dich Mund, du bist jchund die erzürnet hat, laß scheinen Betrübte, Geist und Seel' ist dein Barmherzigkeit, das dir verwundt: Doch stell wir dich lob'n in Ewigkeit. alles Trauren ein: Wo mag der du speist alle Vögelein. 3. Erhörst du doch der Raben Stimm, drum unfre Bitt, Herr, auch vernimm, denn aller Ding du cho pfer bist, und allem Vich fein Futter giebst. 5. O Herr! gieb uns ein fruchtbar Jahr, den lieben Korn- Bau uns bewahr, für Theurung, Hunger, Seuch und Streit behut uns, Herr, zu dieser Zeit. cine Mutter seyn, die ihr eigen Kind kann haffen, und aus ihrer Sorge laffen? 4. Ja, wenn man auch sollte finden einen solchen Muts ter- Sinn, dem die Liebe fönnt verschwinden, so bleib ich doch wer ich bin: Meine Tren bleibt gegen dir, Zion, o du meine Zier! Mein Herz hast du mir beseffen, deiner kann ich nicht vergessen. 310.3¹ 5. Laß dich nicht den Sas Angst und tan blenden, der sonst nichts Schmerzen, Zion, Gottes als schrecken kann. Siche, werthe Stadt, die er trägt hier in meinen Händen hab in seinem Herzen, die er ihm ich dich geschrieben an. erwähler hat. Ach! spricht Wie kann es denn anders fie: Wie hat mein Gott fenn? Ich muß ja gedenken mich verlassen in der Noth! dein. Deine Mauren will und läßt mich mit Jammer( ich bauen, und dich fort und pressen, meiner hat Er ganz fort anschauen. vergessen. 6. Du bist mir stets vor dem 2. Gott, der mir hat fest Augen, dufliegst mir in meis versprochen seinen Benstant nem Schoos, wie die Kindjederzeit, läßt mich nun verlein, die noch saugen: Meine Treu 6. Unser lieber Vater du bist, weil Christus unser Bruder ist, drum trauen wir allein auf dich, und woll'n dich preisen ewiglich. Mel. Freu dich sehr, o meine. Dion flagt mit In allerley traursen Umständen. 251 Tren zu dir ist groß. Dich gieng durch Trübfal, Angst und mich kann keine Zeit, und Noth, ja durch den herkeine Noth, Gefahr und ben bittern Zod drang Er Streit, ja der Satan zur Himmels- Frenden. selbst nicht scheiden: Bleib getreu in allem leiden. M. Ach Gott vom Gimmd. 311.h treuer Gott, barmherzig Herz deß Güte sich nicht en det, ich weiß, daß mir dieß Craus und Schmerz deine Vater- Hand zusendet: Ja, Hrr, ich weiß, daß diese Last de mir aus Lieb ertheilet haft, und gar aus keinem Haffe. 2. Denn das ist allzeit dein Gebrauch, wer Kind ist, nuß auch leiden, und wen 6. Ach liebster Bater, wie so schwer ifts der Vernunft zu glauben, daß dem den du erniedrigst sehr, dem sollteft günstig bleiben. Wie macht doch Creug so lange Zeit! du liebst, den strafft du auch, wie schwerlich will fich Lieb schicksi Trauren ihm statt Freuden, führst uns zur Hölle thust uns weh, und führst uns wieder in die Höh, so wechseln deine Wege. und Leid zusammen laffen reimen! 7. Was ich nicht kann, das gieb du mir, o höchstes Gut der Frommen! gieb, daß mir nicht des Glaubens Zier durch Frübsal werd entnommen. Erhalte mich, o starker Hort, befestge mich in deinem Wort, behüte mich für Murren. 8. Bin ich ja schwach, laß deine Treu mir an die Seite 4. Das hat der Herr, dein treten: Hilf, daß ich unverliebster Sohn, selbst wohl er- droffen sey zum Rufen, fahr'n auf Erden, denn eh Er Seufzen, Beten. So lang kam zum Ehren- Thron, must ein Herze hofft und glaubt, Er gekreuzigt werden. Erlund im Gebet beständig bleibt 3. Du führst ja wohl recht wunderlich die, so dein Herz ergeßen; was leben soll, muß oft erft sich in Todes Höle fetzen; was steigen soll vom Staub' empor, liegt erst im Staub, und muß zuvor im Caamenkorn' ersterben. H 5. Hat nun dein Sohn, der fromm und recht, so willig fich ergeben, was will ich armer Sünden- Knecht dir viel entgegen fireben? Er ist der Spiegel der Geduld, und reer sich sehnt nach seiner Huld, der muß ihm áhnlich werden. Gebets und Troftroder in allerley Moth. 252 bleibt, fo lang ists unbe zwungen. 9. Greif mich auch nicht zu heftig an, damit ich nicht vergehe. Du weißt wehl, was ich tragen kann, wies am mein Leben stehe; ia bin ja weder Stahl noch Stein, wie bald streicht nur ein Lüftchen drein, so fall ich hin und sterbe. 13. Uno weil ich ja nach deinem Rath hie soll ein wenig leiden, so laß mich auch in deiner Gnad empfinden Geelenfreuden, daß ich im Glauben die Geduld, und Vestigkeit und edle Huld nech harter Prob erhalte. 14. O heilger Geift, du Freuden- Del, das Gott vom Himmel schicket, erfreue mich, gieb meiner Seel, was Mark und Bein erquickt. Du bist der Geist der Herrlichkeit, weißt, was fir Freud und Seligkeit mein in dem Himmel warte. 11. Ich weiß, du wirst in deinem Sinn mit mir Mit leiden haben, und mich, der ich so dürftig bin, mit Gnad und Hülfe laben. Ach stärke meine schwache Hand, ach heil und bring in beßern Stand das Straucheln meiner Füsse. 15. Ach laß mich schauen, wie so schön und lieblich sey das Leben, das denen, die durch Trúbsal gehn, du dermaleinst wirst geben, ein Les ben, gegen welches hier die ganze Welt mit ihrer Zier durchaus nicht zu vergleichen. 12. Sprich meiner Seele herzlich zu, und tröfte mich aufs beste, denn du bist ja der Müden Ruh, der Schwachen Thurm und Veste, ihr Schatten vor der Sonnen- Hig, eine Hütte, 16. Daselbst wirst du in ewger Luft und Güte mit mir handeln; Mein leid, das mir und die bewußt, in Freud und Ruhm verwandeln; da wird mein Weinen Lachen seyn, mein Aechzen lauter Jauchzen seyn, das glaub ich, hilf mir, Amen. Mel. Gott des Himmels u. ott, du hast es so a ich sicher fig im Sturm 312, G beschloffen, wer und Ungewitter. fann 10. Ach Jesu, der du wor den bist mein Heyl mit dei nem Blute, du weißt gar wohl, was Leiden ist, und wie dem fen zu Muthe, den Creuz und groffes Unglück plagt; drum wirst du, was mein Herze klagt, gar gern zu Herzen faffen. In allerley traurigen Umständen. 253 kann wider dich bestehn?| MT. un ruben alle WälderWerden Thränen gleich vergoffen, muß es doch, wie du 313.in Herz, gieb dich zufrieden, wilt, gehn; dein Rath gilt, und bleibe ganz geschieden dein Will geschicht, unser von Sorge, Furcht und Wollen ånderts nicht. Gram. Die Noth, die dich jest drücket, hat Gott dir zugeschicket, fen fill, und duldend wie ein kamm. 2. ft uns bitter gleich dein Wille muß er den noch senn vollbracht; unser Thun ist, halten stille, seyn bereit beg Tag und Nacht, das zu tragen treu und recht, was du auflegst dei nem Knecht. 2. Mit Sorgen und mit Zagen, mir Unmuths- vollen Klagen häufst du nur deine Pein. Durch Stille seyn und Hoffen wird, was dich jetzt betroffen, erträglich, sanft und lieblich seyn. 3. Herr, wer kann dir wi dersprechen, wenn du uns fchenfft bitter ein? Wer fann deinen Rath- Schluß brechen? Wer kann sagen: So solls seyn? Muß es nicht, wie dirs gefällt, seyn, o höchster Gott, bestellt? 3. Kans doch nicht ewig währen; oft hat Gott unfre Zähren, eh mans mennt, abgewischt. Wenns bey uns heißt: Wie lange wird mir so angst und bange! so hat 4. Darum will ich mich Er Leib und Seel erfrischt. drein finden, dein Creutz soll 4. Gott pflegt es so zu maseyn meine Ruh; hab ich chen: Nach Weinen schafft doch mit meinen Sünden Er Lachen, nach Regen mehr verdient, als mir komt zu; würd mir nach Verdienst geschehn, würd ich gar zu Grunde gehn. Sonnenschein; nach rauhen Winter Tagen muß uns der kenz behagen; Er führt in Holl und Himmel ein. 5. Du wirst dennoch Hülf 5. Er hat uns zu gemessen erweisen, wenn die rechte die Laft, die uns soll preffen, Zeit kommt an. willt du mir nur weisen, was dein mächtger Wille kann. Laß mich lernen in der Noth, dich zu suchen, meinen Gott. Jegund auf daß wir werden klein. Was wir nicht fönnen tragen, darf sich nicht an uns wagen, und sollt es nur ein Quentlein senn. 6. Denn es find LiebesSchläge, 2 254 Gebets und Trostlieder in allerley Moth. Schläge, wenn ich es recht erwäge, womit Er uns belege; nicht Schwerdter, sondern Ruthen finds, damit Gott zum Guten auf uns, die Seinen, hier zuschläge. 7. Er will uns dadurch ziehen zu Kindern, die da fliehen das, was ihm miß behagt, den alten Menschen schwächen, den Eigne- Willen brechen, die Lust ertödten, die uns plagt. 2. Ohn Gott vermag uns 8. Er will uns dadurch allein kein Härchen zu entlehren, wie wir ihn sollen fallen, kein Finger weh zu ehren mit Glauben und Gethun. Er ist geneigt zu waduld; und sollt Er uns in chen für seiner Heerde SaNöthen auch scheinen gar zu chen, wie vormals allzeit, so tödten; uns tröstet dennoch auch nun. feine Huld. 3. Sollt Er es anders 9. Denn was will uns auch meynen als gut mit uns, scheiden von Gott und seinen den Seinen? Das glaub ich Freuden, dazu er uns ver- nimmermehr. In Trübsal sehn? Man lebe oder sterbe, uns verlassen, und unbarmfo bleiber uns das Erbe des Himmels ewiglich doch stehn. 10. Ift Chriftus unfer keben, so muß uns, seinen Keben, der Tod feyn ein Gewinn. Es mag denn diese Höhle zerbrechen, doch die Seele fliegt auf zum Bau des Himmels hin. den, die dich auf ihren Hånden hintragen wohin Chris ftus fam. Miel. un ruben alle Wäld. vermessen, stets 314.Was soll ein Chrift nur sein Leid ermessen, nicht auf den Herren sehn? den aus dem Creuße schlieffen, ohn welchen, wie wir wissen, kein Unglück jemals kann geschehn. herzig haffen, ist wider seine Art und Sehr'. 4. Er weiß sich anzustellen, als stürz Er uns zur Höllen, und war uns ernstlich feind; und doch bleibt er in Nöchen, ja follt Er uns auch todten, der allerbest- und streuste Freund. 11. Drum gieb dich ganz 5. Er kann durch tausend zufrieden, mein Herz, und keiden, die Er schickt, sich bleib' geschieden von Sorge, verkleiden, daß unsrer KleinFurcht, und Gram: Vielmuth graut; ist aber treu leicht wird Gott bald fen- Ivon Sinnen, und wird ben ihm In allerley traurigen Umständen. 255 ihm von innen ein frommes| Gott dir schickt, der Höchste Vater Herz geschaut. drücket und erquickt. 6. Mit unbekannten We- 2. Gott legt uns auf die gen ist Er uns überlegen, taft der Plagen, doch macht sein Rath kommt uns nicht Er sie nicht allzuschwer. Er bey, doch) bleibt sein weifer weiß, wie viel wir können Handel und unerforschter tragen, Er drücker uns nicht Wandel von allem Fehl und allzu sehr. Er liebt die SeiTadel frey. inen unverrückt, der Höchste drucker und erquickt. 7. Er prieget feinen Frommen oft graufam vorzukom men; wer weiß es, was Er fucht? Er leitet uns zum Guten, und hält durch schar: fe Ruthen als Kinder uns in seiner Zucht. 3. Er über seine liebste Kinder mit harten Proben feiner Zucht, doch macht Er bald das Creuk grinder, wenn ihn das Herz mit Schmerzen fucht, und Him8. Drum o betrübte See- mel an die Seufzer schickt, le, schau aus der Trauer der Höchste drücker und erHöhle, auf seines Trofies quickt. Licht. Dem, der dich hat gequälet, und wund geschlagen, fehlet es auch an Kath und Hülfe nicht. 9. Gedenk, was dort geschrieben: Uns, die wir Gott recht lieben, nützt alles Creuß und Pein: Das leid muß unfre Wonne, der Re: gen unsre Sonne, der Tod das ewge leben seyn. 315.Der Mel. Wer nur den lieben. er Höchste kennet feine Eie ben, und bleibt ihr allerbester Freund, ob Er sie gleich pflegt zu betrüben, und sich verstellet als ein Feind. Nimm an, mein Herz, was 4. Der ewig trene Vater höret, und hilft mit ſeiner starken Hand, wenn uns die größte kast beschweret. Er führt in das gelobte Land, wenn uns die schwerste Bürde drückt, der Höchste drücket und erquickt. 5. Der Höchste kann und will erretten, Er ist der Herr, der uns befreyt von CreuzesBand und Todes- Ketten, Er führt aus Sturm in Sicherbeit. Wer ihm vertraut, mird höchst beglückt, der Höchste drücket und erquickt. 6. Drum sen getreu, few Gott ergeben, dein Creuts wird bald vorüber fenn. Denk 256 Gebet und Trostlieder in allerley Toth. Denk an des Himmels Freu. den- Leben, und leide die so turze Pein. Sen treu, bis dich die Krone schmückt; der Höchste drücket und erquickt. Mel. In sich hab ich geh. 316.S en unverzagt, o 6. Der liebe Gott ist so getreu und fromm, daß Er dir ftehet ben, wenn Unfall fich erreget; auch jedermann mehr, als er kann ertragen, nicht aufleget. 7. Es haben ja zu aller frommer Christ, Zeit die Heiligen in Trauder du im Creuz und Unglück rigkeit sich Dornen laffen bist, befiehl Gott deine Sa- friken. Warum willt du chen: In Noth und Pein denn immerzu im Rosenvertrau allein auf ihn: Er Garten sitzen? wirds wohl machen. 2. Dein Unglück kommt nicht ohngefähr, es kommt vom Rath des Höchfien her, der hat es so ersehen. Drum dulde still, und was Gott will, das laß auch du geschchen. 3. Sollt auch der Himmel fallen ein, und die Natur geändert seyn, so kan doch Gott nicht haffen, und wird den Mann, der ihm recht kann vertrauen, nie verlaffen. 8. Bet, hoff und trau auf deinen Gott, in allem Jammer, Angst und Noth: Laß, wie Er will, es gehen. Setz ihm kein Ziel, ist Er im Spiel, wirst du noch Wunder sehen.. 9. Gott Vater, Sohn und heilger Geist, der du ein Gott des Trostes heißt, las alle Trost empfinden, die traurig seyn, und hilf allein das Böse überwinden. Wiel. Wer nur den lieben. 4. Zudem wird deine Traurigkeit ja auch nicht währen 317. Mit Gott fey al. allezeit. Gott wird dir Freude geben, wo nicht all hie, doch dort, da sie soll ewig um dich schweben.. angefan. gen, mit Gott fen alles fort. gestellt. Mit Gott geht als les nach Verlangen, mit Gott nist alles auf der Welt. Mit Gott wird alles recht bedacht, mit Gott wird alles wohl gemacht. 5. Hab immer einen guten Muth. Vertraue Gott; es wird noch gut auf alle Trüb, sal werden. Gott zichet dich 2. Mit Gott erquickt uns Durchs Creuß zu fich gen alles Leiden, mit Gott geht Himmel von der Erden. alles lieblich ein. Mit Gott dient In allerley traurigen Umständen. 257 dient alles uns zu Freuden, mich wunderlich, hilf nur mit Gott muß alles felig daben auch feliglich. fenn. Mit Gott wird alles Icicht, was schwer, mit Gott wird alles Sorgen- leer. 3. Mit Gott muß alles uns gelingen, mit Gott geht alles glücklich fort. Mit Gott muß alles Segen bringen, mit Gott nügt alles hier und dort. Mit Gott ist alles gut gethan, mit Gott geht alles Himmel- an. 4. Mein Vater, dir ist nicht verborgen mein Wandel, wie mein Lebens- Ziel. Dir, Herr, befehl ich meine Sorgen, der sich ben mir oft finden viel. Mein Gott, du führst mich wunderlich, hilf nur daben auch seliglich. 5. Soll ich noch manchen Tag hier gehen, der mir zu wandeln angstvoll ist; so wollst du mir zur Seiten stehen, denn wird der schwere Viach voriger Melodie. 318.Wohin wird mich Weg verfüßt. Mein Gott, du mich wunderlich, hilf nur daben auch seliglich. 6. Nun, Herr, du wirst schon alles machen, mein Weg der sey dir heimgestellt. Du wirst schon fördern meine Sachen, machs nur, wie dir es wohlgefällt. Mein Gott, du führst mich wuns derlich, hilf nur dabey auch feliglich. noch leiten, hinfort auf meiner Lebens Bahn? Wo wird er mir den Ort bereiten, da ich mein Glücke finden kann? Mein Gott, du führst mich wunderlich, hilf nur dabey auch feliglich. = 2. Du hast mich wunder bar geführet, in meiner ganzen kebens Zeit, mich oft mit Glück und Heyt gezieret, wenn mich betroffen Creuz und Leid. Mein Gott, du führst mich wunderlich, hilf nur daben auch feliglich. 3. Du fieheft alle meine Wege, die ich noch künftig werde gehn, drum führe selbst mich Weg und Stege, so wird mein Wandelschon bestehn. Mein Gott, du führst 7. Du fannst mich nimmermehr verlassen, weil ich zu dir um Hülfe fleh. Du hilfest gern, das will ich faffen, wenn ich vielmahl verlaffen stch. Mein Gott, du führst mich wunderlich, hilf nur daben auch seliglich. 8. Wohlan, du wirst mir ferner zeigen, wie künftig ich recht wandeln soll, dein' VaR ters 258 Gebet: und Trostlieder in allerley Moth. ter- Huld zu mir auch neigen, und dein Stecken benimmt und also ruf ich Freuden mir alle Schrecken. voll: Mein Gott, du führst 8. Du setzest mich zu Tische, mich wunderlich, jedoch zu letzt auch seliglich. machst, daß ich mich erfrische, wenn mir mein Feind viel Schmerzen erweckt in meinem Herzen. Mel. Nun laßt uns Gott, mit Dele, und fülleft meine Herr, al- 9. mein Haupt Seele, die leer war deiner Gabe, mit voller reifer Haabe. 319.Der Enden regiert mit Vater- Händen, der Brunn der ewgen Güter, der ist mein Hirt und Hüter.. 2. So lang ich diesen habe, fehlt mirs an keiner Gabe, der Reichthum seiner Fülle giebt mir die Füll und Hülle. 3. Er lässet mich mit Freuden auf grüner Aue weiden, führt mich zu frischen Quel len, schafft Rath in schweren Fällen. podu 4. Wenn meine Seele za get, und sich mit Sorgen pla get, weiß Er sie zu erquicken, aus aller Noth zu rücken. 5. Er lehrt mich thun und laffen, führt mich auf rechter Straffen, läßt Furcht und Angst sich stillen, um seines 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz gutes Muthes, voll Lust und Freud und Lachen, so lang ich lebe, machen. 11. Jch will dein Diener bleiben, und dein kob herrlich treiben, im Hause, da wohneft, und fromm seyn wohl belohnest. 31 12. Ich will dich hier auf Erden und dort, da wir dich werden selbst schaun im Himmel dreben, hoch rühmen, fing'n und loben. Mel. Warum sollt ich mich. 320.Warum wille du für mör immerNahmens willen.ng 6. Und ob ich gleich vor gen, armes Herz, andern im finstern Thalwärts als ein Heyde formuß wandern, fürcht ich gen? Worju dient dein tågdoch keine Tücke, bin fren| lich Gramen, weil Gott will vorm Ungelücke. in der Still' sich der Noth annehmen? G 7. Dann du stehst mir zur Seiten, schüßst mich für bdsen Leuten, dein Stab, Herr, 2. Gott hat dir geschenkt daskeben, Seel und Leib; darum In allerley traurigen Umständen, 259 um bleib' ihm allein ergeben. 8. Wer Gerechtigkeit nachEr wird ferner alles schenten, traue fest, Er verläßt nicht, die an ihn denken. 3. Sage nicht: Was soll ich effen? Gott hat dir schon allhier so viel zugemessen, Schlaf, empfangen. trachtet, und zugleich Gottes Reich über alles achter; der wird wahrlich nach Verlangen Speis und Trank kebenslang, wie im daß der Leib sich fann er- 9. Laß die Welt denn fich náhren: Uebriges wird in- bemühen! Immerhin soll deß Gottes Hand bescheren. 4. Es ist mehr als Trank und Speife dieser Seib, dar um glaub, Gott zum Ruhm und Preise, daß Er Speis und Trank kaun geben, dem der sich festiglich ihm ergiebt im Leben. mein Sinn nur zu Jesu flies hen. Er wird geben, was mir fehlet, ob Ers oft unverhoft eine Weil verheelet. s. Sorgst du, wie du dich follt fleiden? Jesus spricht: Sorge nicht, folches thun die Heyden. Schau die Blumen auf den Feldern, wie so schon diese stehn, und die Bäum' in Wäldern. 10. Will er prüfen meinen Glauben, und die Gab', die ich hab', mir gar laffen rauben, so muß mir zum Besten kommen, wenn Gott mir alles schier hat hinweg genommen. Egliardot 11. Er kann alles wieder geben; wenn Er nimmt, ſo bestimmt Er sein Wort zum Leben. Ach! wie viele from me Seelen leben so und find froh ohne Sorg und Qualen od men 6. Sorgt ein Vogel auf den Zweigen, wenn er singt, hüpft und springt, wer ihm foll anzeigen, was er effen foll und trinken? Nein, ach nein, er rallein, folgt des Himmels Winfen. 12. Sie befehlen Gott die Sorgen, wie er will; und find still sicher und verborgen. Was Gott will, ist ihr Vergnügen, und wies Er ohngefähr will mit ihnen fügen. 1620 min 13. Doch kann ihnen nicht versagen Gott ihr Brod, in der Noth, wenn Er hört ihr Klagen. Er kommt wahrR 2 lich 7. Ach! der Glaube fehlt auf Erden; wår er da, müßt uns ja, was uns noth ist, werden. Wer Gott kann im Glauben fassen, der wird nicht, wenns gebricht, von ihm seyn verlassen. 260 Gebets und Trostlieder in allerley Toth. lich sie zu trösten, eh mans mennt; er erscheint, wenn die Noth am größten. 14. Ihre Sorg ist für die Seele, und ihr Lauf geht hinauf zu der sichern Höhle, zu des Herren Jefu Wunden; hier sind sie aller Müh und der Noth entbunben. 15. Nun, Herr Jesu, meine Freude, meine Sonn, meine Wonn, Trost in allem Leide. Sorgest Du für meine See le, so wird mir, auch allhier, nichts am Leibe fehlen. 16. Alles sey dir unverhohlen, was mir fehlt, was mich quält, großer Gott, befoh. len; forge du, fo will ich schweigen, und vor dir, nach Gebühr, meine Knie beugen. 2. Du leitest mich bey meiner Rechten, und führeft mich durch Wohl und Beh, du bist mein Licht in TrübfalsNächten, mein leit Stern auf der wilden See. Herr, mach es, wie du willst, mit mir, ich bleibe dennoch stets an dir. 3. Du magst mich trösten oder plagen, ich weiß doch, daß du Vater bist. Dein Herze kann mir nichts versagen, was hier und dort mir selig ist. Herr, mach es, wie du willst, mit mir, ich bleibe dennoch stets an dir. 4. Drum soll mein Herze standhaft stehen, ob mancher rauhe Wind auch weht. Es kann mir niemals übel ge17. Ich will dir mit Freu- hen, wenn es nach Gottes den danken, fort und fort, Willen geht. Herr, mach es, hier und dort, und will nim mer wanken. Lob und Preis fen deinem Nahmen. Sen mein Theil, Hülf und Heil, liebster Jesu, Amen. Niel. Wer weiß wie nahe zc. wiec du willft, mit mir, ich bleibe dennoch stets an dir. 5. Mein Gott, dir bleib ich ganz ergeben, Herr, leite mich auf rechter Bahn, und nimm mich einft nach diesem 321. Ich weiß, es kann leben mit Gnaden und mit mir nichts ge- Ehren an. Herr, mach es, wie du willst, mit mir, ich bleibe dennoch stets an dir. In bekannter Melodie. schehen in meiner ganzen te bens. Frift, als was des Höchsten Rath ersehen, und was mir nút und selig ist. genådig seyn, Herr, mach es, wie du willst 322.Es woll uns Gott mit mir, ich bleibe dennoch und seinen Segen geben. stets an dir. Sein Untlig uns mit hellem Schein In allerley traurigen Umständen. Schein erleucht' zum ewgen In bekannter Mielodis. Leben; daß wir erkennen 323. ſeine Werk, und was ihn liebt auf Erden, auch Jesus Christus Heil und Stark befannt den Hey den werde, und sie zu Gott bekehre. 2. So danken Gott und loben dich die Völker über alle, und alle Welt die freue sich, und sing mit grossem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd nicht walten, Dein Wort die Hut und Weyde ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke Gott und lobe dich das Volk in guten Thaten! Da Land bring' Frucht und beffre sich, dein Wort laß wohl gerathen. segne Vater und der Sohn, uns segne Gott der heilge Geist, dem alle Welt die Ehre thut, vor ihm sich fürchten allermeist und sprecht von Herzen Amen. Uns Mart. Luther. 261 Gott zum Haus nicht giebt seine Gunst, fo arbeit't jedermann umsonst; wo Gott die Stadt nicht selbst bewacht, so ist umsonst der Wächter Wacht. 2. Vergebens, daß ihr früh aufsteht, darzu mit Sorge schlafen geht, und est euer Brod mit Ungemach, denn wems Gott gönnt, giebt Ers im Schlaf. 3. Nun find sein' Erben unser Kind, die uns von ihm gegeben sind. Gleichwie die Pfeil' ins Starken Hand, so ist die Jugend Gott bekannt. 4. Es foll und muß dem werden wohl, dem seine Söhn' gerathen wohl; fie werden nicht zu Schand und Spott, für ihrem Feind' bewahrt fie Gott. 5. Ehr sey dem Vater und dem Sohn, samt heilgen Geist in einem Thron, welchs ihm auch also fen bereit, von nun an bis in Ewigkeit. XV. Erinnerungen des Todes; auch Grabes und Auferstehungslieder. m. OEwigkeit du Donner. I du der mich an das Licht gebin ja, Herr, bracht, erhältst mir auch das Leben. Du kennest meiner R 3 Monde 324. in deiner Macht, 262 Erinnerungen des Todes; auch Grabes und Monde Zahl, weißt, wenn 5. Kein Geld noch Gut erich diesem Jammerthal einst gute Nacht muß geben. Wo, wie, und wenn ich sterben soll, das weißt du, Vater, mehr als wohl. achen. Wer steht mir bey in dieser Noth, wo du nicht, Gott, des Todes Tod! 2. Wen hab ich dann, als dich allein, der mir in mei ner legten Pein mit Trost weiß benzuspringen? Wer nimmt fich meiner Seele an, 6. Der Teufel hat nicht wenn nun mein Leben nichts Macht an mir, ich habe bloß mehr kann, als mit dem gefündigt Dir, dir, der du Tode ringen. Wenn allen Sünd vergiebest. Was Sinnen Kraft gebricht, maaßt fich Satan dessen an, der kein Gefes mir geben kann, mir, den du, Vater, liebest? Er nehme das, was sein ist, hin, ich weiß, daß ich des Herren bin. 7. Herr Jesu, ich dein theures Gut, bezeug es selbst mit deinem Blut, der Sünd' ich nicht gehöre: Wenn mein Gewissen mich ansicht und schreckt mich durch Dein Zorngericht; rett deines Leidens Ehre. Was giebest du mich fremder Hand, und hast so viel an mich gewandt? 4. Ich höre der Posaune Zon, und sehe den Gerichts Tag schon, das Urtheil mir 8. Nein, nein, ich weiß ge zu fällen. Hier weifet mein wiß, mein Heyl, du wirst Gewissens Buch, und dort mich, dein erworbnes Theil, auch des Gesetzes Fluch in jeder Noth beschüßen. mich Sünden Kind zur Dir leb' und sterb' ich, Herr, Hölle, da wo man ewig, mein Gott! Es mag Gesetz, ewig leid't, und seine Höll oder Tod auf mich im Schuld zu spät bereut. Tode blizen. Dieweil ich lebte, thuft du es, Gott, mein Heyland, nicht? 3. Mich dünkt, da lieg ich schon vor Dir, im Todesschweiß ohn Kraft und Zier, mit Herzens- Angst befallen. Gehör und Rede nehmen ab, die Augen werden mir ein Grab, die Sünde frånkt vor allen, und läßt dem Sterbenden nicht Ruh, sest mir auch mit Versuchung zu. = r ttet mich, umsonst erbeut ein Bruder sich, den anderit los zu machen? Er muß es ewig laffen stehn, wir werden nicht den Spruch entgehn, der schlichter unfre Auferstehungslieder. 263 lebte, war ich dein, jetzt kann[ meine Seele, im wahren ich feines andern seyn. Glauben ruftig ftehn, wenn Mel. Wer nur den lieben. sie aus dieser Jammer- Höhweiß, es wird und aus der 325. Imein Ende kom Welt foll gehn; ach! mache sellist mein Herz bereit zur Reise nach der Seligkeit. men, doch weiß ich nicht, wo, wann und wie? Vielleicht werd' ich der Welt entnommen heut' Abend oder Morgen früh: vielleicht ist auch mein Ziel bestimmt, eh diefe Stund ein Ende nimmt. 6. Ach, hilf, daß ich mit sterem Bussen dir opfre ein zerknirschtes Herz, und laß mein Leben mich beschliessen auf deinen Tod und bittern Schmerz. Ach laß mir deine Todes- Pein mein Labfal, Troft und Leben seyn. 7. Herr Jesu! laß mich tåglich sterben, fleh mir im letz ten Angst- Kampf ben, damit der Tod mir kein Verderben, vielmehr des Lebens 3. Ich weiß aus Gottes Anfang fen; so scheid' ich theurem Worte, daß mir der frölich von der Welt, wie, Tod nicht sen ein Tod. Er wo, und wenn es dir gefällt. ist mir eine Himmels- Pfor- Mel. Valet will ich dir geb. u te, ein Ziel und Ende meiner 326. Bedenke Menfch Noth; das be2. Dieß alles kann mich nicht betrüben, ich weiß ge wiß, daß meine Zeit in Got: tes Hand ist angeschrieben? der Tod hilft mir zur SeligFeit. Wenn ich, was sterblich, abgethan, zich ich, was unverweßlich, an. der mich fühlt, wenn ich des Tages Laft gefühlt. 4. Drum wart ich auch mit Herz- Verlangen, bis mich der Tod der Welt entrückt; mit Freuden will ich ihn empfangen, weil Jesus die sen Boten schickt, der mir den Weg zum Himmel weißt, und aus der Welt führt meinen Geist. denke deinen Tod. Der Tod kommt oft behende: Wer heute frisch und roth, kann morgen und geschwinder hinweg gestorben seyn, drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht. Es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht; kein Mensch 5. Laß nur, Herr Jefu, list ausgenommen, hier muß * 4 ein 264 Erinnerungen des Todes; auch Grabes und ein jeder dran, und wird hab hier keinen Stand, der- den Sohn bekommen nach Himmel soll mir werden, da dem er hat gethan. ist mein Vaterland. Hier 3. Bedenke, Mensch, das reiß ich auf und abe; dort Ende, der Hölle Angst und in der ewgen Ruh ist GotLeid, daß dich nicht Satan blende mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, dort aber ewiglich ein klåglich Schmerzens- Schreyen. Ach Sünder! hüte dich. g tes Gnaden Gabe; die schleußt all Arbeit zu. 2. Bas ist mein ganzes Wesen, von meiner Jugend an, als Müh und Moth gewesen? So lang ich denken 4. Bedenke, Mensch, das kann, hab ich so manchen Ende, bedenk die Gnaden Morgen, fo manche liebe Zeit, daß dich ja nichts ab. Nacht mit Kummer und wende von jener Herrlichkeit, mit Sorgen des Herzens womit vor Gottes Throne zugebracht. die Seele wird gepflegt. Dort ist die Lebens- Krone den Frommen bengelegt. 5. Herr, lehre mich bedenten der Zeiten lezte Zeit, daß sich nach dir zu lenken mein Herze, sen bereit. Laß mich den Tod betrachten und deinen Richter- Stuhl; laß mich auch nicht verachten der Hölle Feuer- Pfuhl. 6. Hilf Gott, daß ich in Beiten auf meinen lezten Tag mit Busse mich berei ten und täglich sterben mag. Im Tod' und vor Gerichte steh mir, o Jesu, bey, daß ich im Himmels- Lichte zu wohnen würdig fen. Mie.Daler will ich dir geben. 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt. Blis, Donner, Wind und Regen hat oft mir Angst erweckt. Verfol gung, Haß und Neiden, ob ich gleich nicht verschuldt, hab ich auch müssen leiden, und trug sie mit Geduld. 4. So giengs den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt an gutem Rath. Wie mußte sich doch schmiegen der Vater Abraham, eh als ihm fein Vergnügen und rechte Wohnstatt kam! 5. Wie manche schwere Bürde trug Isaac, sein Sohn, und Jacob, dessen bin Würde Gottes 327.Jauf Erden, und meisthron; wie mußte der fich 265 10. Zudem steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich durchgangen, daß ich fast müde bin. Je länger ich hie walle, je wenger find ich Luft, die meinem Geist gefalle, fie macht mir Ueberdruß.) 11. Die Herberg ist zu bdfe, der Trübsal ist zu viel; Ach komm, mein Gott! und löse mein Herz, wenn dein Herz will. Komm, mach ein selges Ende an an meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft. 12. o ich bisher geseffen, ist nicht mein rechtes Haus, wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich denn hinaus, und was ich hier gebraucher, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so scharrt man mic) ins Grab. 13. Du aber, meine Freude, du meines Lebens- Licht, du zcuchst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, 9. Mein' Heymath ist dort ins Haus der ewgen Wonne, droben, da aller Engel da ich stets Freuden- voll, Schaar den grossen Herr gleich als die helle Sonne, scher loben, der alles ganz nebst andern leuchten soll. und gar in seinen Händen 14. Da will ich immer woh tråget, und für und für ernen, und nicht nur als ein hält, auch alles hebt und leget, nachdem's ihm wohlge, fällt. Gasi, ben denen, die mit Kro nen du ausgeschmücket haft; da will ich herrlich singen von 5 Auferstehungslieder. fich plagen, in wie viel Weh und Schmerz, in was für Furcht und Zagen sank oft sein banges Herz. 6. Die frommen heilgen Geelen die giengen fort und fort, und änderten mit Quálen den erst bewohnten Ort. Sie zogen hin und wieder, ihr Creuz war öfters groß, bis daß der Tod sie nicder legt in der Erde Schooß. 7. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid: Was will ich besser leben, als solche groffe Leut? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten seyn. Wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein. 8. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt; doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt. Ich wandre meis ne Strasse, die zu der Hey math führt, da mich, ohn alle Maasse, mein Vater trösten wird. 266 Erinnerungen des Todes; auch Grabes; und Deinem grossen Thun, une sprangen und das hohe Lied fren von schnöden Dingen anfangen: Heilig, Heilig, in meinem Erbtheil ruhn. Heilig heißt Gott der VaIn bekannter Melodie. ter, Sohn, und Geist. lle Menschen 328. müffen sterben, 5. Wo die Patriarchen wohnen, die Propheten allwie ein Schatten geht vor zumal, wo auf ihren Ehben; was da lebet, muß ver- ren Thronen fizet die gederben, soll es anders wer- zwölfte Zahl: Wo in fo den neu. Dieser Leib der viel tausend Jahren alle muß verwesen, wenn er an Fromme hingefahren, da ders soll genesen zu der groß wir unserm Gott zu Ehren fen Herrlichkeit, die den ewig Hallelujah hören. Frommen ist bereit. 2. Darum will ich dieses Leben, wenn es meinem Gott beliebt, gern und willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt: Denn in meines Jefu Wunden hab ich nun Erlösung funden, und mein Trost in Todes: Noth ist des Herren Jesu Tod. 6. O Jerusalem, du Schö. ne, ach wie helle glänzest du: Ach wie lieblich Lob- Getone hört man da in fanfter Ruh! O der grossen Freud' und Wonne! Jegund gehet auf die Sonne, jezund gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 3. Jesus ist für mich geftorben, und sein Tod ist mein Gewinn. Er hat mir das Heil erworben, drum fahr ich mit Freuden hin, hier aus diesem Welt- Getümmel, in den schönen Gottes- Himmel, da ich werde allezeit fehen die Dreyeinigkeit. 7. Ach, ich habe schon erblicker diese groffe Herrlichkeit. Jegund werd ich schön geschmücket mit dem weißen Himmels Kleid; mit der güldnen Ehren- Krone steh ich da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen fann. In bekannter Melodie. 4. Da wird das Freuden- Leben, da viel tau. 329. Herr Jefu Chrift, 2 ich weiß gar send Seelen schon sind mit wohl, daß ich einmal muß Himmels Glanz umgeben, sterben; Wenn aber das gedienen da vor Gottes schehen soll, und wie ich werd Thron, wo die Seraphinen verderben dem teibe nach, das Auferstehungslieder. 267 das weiß ich nicht, es steht| 6. Sowohl, wo ich aus alles in dein'm Gericht, du Schwachheit groß mich nicht fichst mein lettes Ende. recht halten thate: Gieng 2. Und weil ich denn, wie etwan oder låge bloß, und dir bewußt, durch deines unbescheiden redte, so laß Geistes Gabe, an dir allein michs, Herr, entgelten nicht, die beste Luft in meinem Her- weils wider meinen Bes zen habe, und glaub gewiß wußt geschicht, und mich daß du allein mich haft von Günd' gewaschen rein, und mir dein Reich erworben. nicht kann befinnen. 7.0 Herr, gieb, mir in Todes- Pein eine ruhige Geberde, und hilf, daß mir das Herze mein einst sanft gebrochen werde, und wie ein Licht, ohn übrig Weh, auf dein unschuldig Blut vergeh das du für mich vergoffen. 3. So bitt ich dich, Herr Jesu Christ, halt mich ben dem Gedanken und laß mich ja zu keiner Frist von dieser Meynung wanken, sondern daben verharren fest, bis daß die Seel' den Leib verläßt, und auf zum Himmel fahret. 4. Kans seyn, so gieb durch deine Hand mir ein vernünftig Ende; Daß meine Seel' ich mit Verstand befehl in deine Hände, und so im Glauben sanft und froh auf meinem Bettlein oder Stroh, aus diesem Elend fahre. 8. Jedoch ich dich nicht lehren will, noch dir mein End beschreiben, sondern dir allweg halten still, ben deinem Wort zu bleiben, und glauben, daß du als ein Fürst des Lebens mich er halten wirst, ich sterb gleich wo ich wolle. 9. Derhalben ich in mei nem Sinn mich dir thu ganz ergeben: Denn sieh, 5. Wo du mich aber auf der Tod ist mein Gewinn, dem Feld', durch Raub auf du aber bist mein Leben, fremder Grenze, in Was und wirst mein'n keib ohn sers- Noth, Hiß oder Kålt, alle Klag, daß weiß ich geoder durch Pestilenze, nach wiß, am jüngsten Tag zum deinem Rath willst nehmen Leben auferwecken. hin, fo richt mich, Herr, nach meinem Sinn, den ich im Leben führe. In bekannter Melodie. er weiß, wie 330.23 nabe mir mein Ende! 268 Erinnerungen des Todes; auch Grabes und Ende! hingeht die Zeit, hervorgestellt. Mein Gott, ich kömmt der Tod. Ach wie bitt' durch Chrifti Blut, geschwinde und behende kan machs nur mit meinem Enkommen meine Todes- Noth. de gut. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, machs nur 6. Ach Vater, deck all meine Sünde mit dem Verdienmit meinem Ende gut. fte Christi zu, darcin ich mich 2. Es fann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war, denn weil ich leb' auf dieser Erden, leb' ich in steter Tods- Gefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. festgläubig winde, das giebt mir recht gewünschte Ruh. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 7. Ich weiß, in Chrifti Blut und Wunden da find' ich meine Ruhestät, da find ich Trost in Todes.Stunden, und alles, was ich gerne hätt'. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 8. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sen Leben oder Tod, ich leg' die hand in seine Seite, und fage: Mein Herr und mein 4. Laß mich ben Zeit mein Gott! Mein Gott, ich bitt' Haus bestellen, daß ich bereit durch Christi Blut, machs fen für und für, und sage nur mit meinem Ende gut. frisch in allen Fällen: Herr, 9. Ich habe Jesum anges wie du willt, so schicks mit mir. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. zogen schon längst in meiner heilgen Tauf, du bist mir väterlich gewogen, hast mich zum Kind' genommen auf. 5. Mach mir zum Vater- Mein Gott, ich bitt' durch land den Himmel, zur Bor Christi Blut, machs nur bereitung diese Welt, gieb, mit meinem Ende gut. daß mir in dem Welt- Ge- 10. Ich habe Jefu leib tümmel die Ewigkeit bleib'l gegeffen, sein Blut hab ich getrun 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken, und weil ich einst doch sterben muß, die Seel in Chrifti Wunden senken, und ja nicht ſparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt' durch Chrifti Blut, machs nur mit meinem Ende gut. S Auferstehungslieder. 269 dient zu meiner Seligkeit, wend' ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. getrunken hier, und will gicb mir hier und dorte, was auch seiner nie vergessen, ich bleib in Ihm und Er in mir. Mein Gott, ich bitt' durch Chrifti Blut, machs nur 3. Soll ich einmal, nach mit meinem Ende gut. deinem Rath, von dieser 11. So komm mein End Welt abscheiden; verleih mir, heut oder morgen, ich weiß, Herr, durch deine Gnad, daß mirs mit Jesu glückt, daß es gescheh mit Freuden. ich bin und bleib in solchen Mein'n keib und Seel beSorgen, mit Jesu Blut fehl ich dir, o Herr, ein selschön ausgeschmückt. Mein ges End gieb mir, durch Gott, ich bitt' durch Christi Jesum Christum, Amen.no Blut, machs nur mit mei- In bekanntec Melodie. nem Ende gut. 332.Palet will ich dir 12. Ich leb in Hoffnung wohlvergnüget, und sterb ohn alles Kümmerniß; mir gnüger, wie mein Gott es füget, ich glaub und bin es ganz gewiß, durch deine Gnad und Christi Blut machst du's mit meinem Ende gut. Niel. Aus tiefer Toth schrey. evr, wie du willt, 331. Herr geben, du arge falsche Welt: Dein fündlich böses Leben durchaus mie nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, hinauf steht mein Begier, da wird Gott ewig lohnen den, der ihm dient allhier. 2. Rath mir nach deinem Herzen, o Jesu Gottes Sohn: Soll ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon. Verkürz mir alles keiden, stårk meinen blöden Muth, laß mich selig abscheiden, set mich in dein Erb- Gut. so schicks mit mir im Leben und im Ster ben; allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld, sonst wie du wilt, gieb mir Geduld, dein Will der ist der beste. 3. In meines Herzens Grunde dein Nam' und 2. Zucht, Ehr und Treu Creuz allein glänzet zu jeder verleih mir, Herr, und lieb Stunde, drauf kann ich frozu deinem Worte, behüte lich senn. Erschein mir in mich für falscher kehr, und dem Bilde zu Trost in meiner 270 Erinnerungen des Todes; auch Grabes und 4. Verbirg mein' Seel aus Gnaden in deine offne Seit: Ruck sie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit. Der ist wohl hie gewesen, so komt ins Himmels Schloß, der ist ewig genesen, so bleibt in deinem Schooß. di ner Noth, wie du, Herr bens ist ein' fleine Zeit, voll Christ, so milde, dich haft Mühseligkeit, und wers begeblut' t zu todt. denkt, ist immer im Streit. 4. Was ist der Mensch? Ein Erden- Kloß, vom Mutter- Keibe nackt und bloß, bringt nichts mit sich auf diese Welt, kein Gut noch Geld, nimmt nichts mit fich, wenn er hinfällt. 5. Es hilft kein Reich thum, Geld noch Gut, feine Kunst noch Gunst, noch stolzer Muth, fürm Tod kein Kraut gewachsen ist, mein frommer Christ, alles, was lebet, sterblich ist. 6. Heut sind wir frisch, gesund und stark, morgen wohl todt und lieg'n im Sarg; heut blühn wir wie die Rosen roth, bald frank und todt, ist allenthalben müh und Noth.5 7. Man trågt eins nach dem andern hin, wohl aus den Augen, aus dem Sinn. Die Welt vergiffet unser bald, sey Jung oder Alt, auch unsrer Ehren mannig falt. 5. Schreib meinen Nahm'n aufs beste ins Buch des te bens ein: Und bind mein' Seel fein fefte ins Lebens Bündelein der't, die im Himmel grünen, und vor dir leben fren, so will ich ewig rühmen, daß dein Herz treue sen. Mel. Ich weiß ein Blümlein. ch hab meine 333. Sach Gott heim gestellt, er machs mit mir, wies ihm gefällt. Soll ich allhier noch långer leben, nicht widerstreben, fein'm Will'n thu ich mich ergeben. 2. Meine Zeit und Stund ist, wenn Gott will, ich schreib ihm nicht vor Maas noch Ziel. Es find gezählt all' Härlein mein, groß oder klein, fållt keines ohn den Willen sein. 53 8. Ach Herr! lehr uns be denken wohl, daß wir sind sterblich allzumal, daß wir allhier kein Bleiben haben, 3. Es ist allhier ein Jam- müssen all davon, gelehrt, merthal, Angst, Noth und reich, jung, alt oder schön. Trubsal überall. Des Blei- 9. Das macht die Sünd', du Auferstehungslieder. 271 du treuer Gott, dadurch ist| treuer Gott all mein Gebein komm'n der bittre Tod, der bewahren thut. Da wird nimmt hinweg all Men nicht eins vom Leibe mein, schen- Kind, wie er sie findt, groß oder klein, umkommen fragt nicht, wes Stands noch verlohren seyn. oder Ehr'n fie find. 10. Ich hab hier wenig guter Tag, mein täglich Brod ist Müh und Klag. Wenn mein Gott will, so will ich mit hinfahrn in Fried: Sterben ist mein Gewinn und schadt mir nicht. 16. Mein'n lieben Gott von Angesicht werd ich anschaun, dran zweifl' ich nicht, in ewger Freud und Seligkeit, die mir bereit, ihm fen kob, Preis in Ewigkeit. 11. Und ob mich schon mei ne Sünd anficht, dennoch will ich verzagen nicht, ich weiß, daß mein getreuer Gott für mich in Tod sein'n lieben Sohn gegeben hat. 17. O Jefu Chrifte, Gottes Sohn, der du für uns haft gnug gethan, ach schleuß mich in die Wunden dein, du bist allein der einge Trost und Helfer mein. 86 12. Derfelbe mein Herr Jesus Chrift für all mein 18. Amen, mein lieber from mer Gott, befchchr uns allen einen selgen Tod; hilf, daß wir mögen allzugleich bald Sund gestorben ist, und in dein Reich kommen und auferstanden mir zu gut; bleiben ewiglich. der Höllen Glut gelöscht mit In bekannter Melodie. seinem theuren Blut. 13. Dem leh und ſterb' ich 334.2minen lieben A" f Gott trau ich Angst und Noth, der kann mich allzeit retten aus Trübfal, Angst und Nöthen, mein Unglück fann er wenden, steht all's in seinen Händen. 14. Das ist mein Trost zu 2. Ob mich mein' Sund aller Zeit, in allem Creuz anficht, will ich verzagen und Traurigkeit. Ich weiß nicht, auf Chrifium will ich daß ich am jüngsten Tag, bauen, und ihm allein verohn alle Klag, werd aufer- trauen, ihm hab' ich mich stehn aus meinem Grab. ergeben im Tod und auch 15. Mein lieber frommerlim keben. 3.06 allezeit, von ihm der bittre Tod mich nicht scheidt; ich leb oder sterb, so bin ich fein, er ist allein der einge Troft und Helfer mein. 272 Erinnerungen des Todes; auch Grabes, und 3. Ob mich der Tod nimmt| Das thust du Herr, alleine. hin, ist Sterben mein Ge- Es jammert deiner Barm winn, und Christus ist mein herzigkeit unfre Sünd und Leben, dem thu ich mich er- grosses Leid. Heiliger Herre geben; ich sterb heur oder Gott, heiliger starker Gott, morgen, mein Seel wird heiliger barmherziger HeyGott versorgen. land, du ewiger Gott, las uns nicht verzagen für der tiefen Höllen- Glut, Kyrie Eleison. 4. O mein Herr JefuChrift, der du so geduldig bist für mich am Creuz gestorben, haft mir das Heil erworben, auch uns all'n jugleiche das ewge Himmelreiche. 5. Amen, zu aller Stund', fprech ich aus Herzens Grund du wolleft uns thun leiten, Herr Chrift zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ewiglich preifen, Amen. In bekannter Melodie. 3. Mitten in der HöllenAngst unsre Sünd uns treiben: Wo soll'n wir denn flichen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Bergoffen ist dein theures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott, heiliger barmherziger 335.Mitten wir im Le. Heyland, du ewiger Gott, ben sind mit dem Tod umfangen: Wen fuchen wir, der Hülfe thut, daß wir Gnad erlangen? Das thust du, Herr, alleine. Uns renet laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Troft, Kyrie Eleison. die dich Herr erzürner har. Heiliger Herre Gott, heiliger ftarker Gott, heiliger barm herziger Henland, du ewger Gott, laß uns nicht versinken in des bittern Todess Noth, Kyrie Eleison. 336. D Mart. Luther. In eigener Melodie. Dein Stündlein geht dahin, es liegt mir in dem Sinn, ich bin auch immer wo ich bin, daß mich der Tod wird setzen in die letzte Noth. Ach Gott, wenn alles mich verläßt, so thue du ben mir das Best. 2. Mitten in dem Tod' anficht uns der Hölle Rachen: Wer will uns aus solcher 2. Hier ist kein Aufenthalt, der Tod hat die Gewalt, er rafft von hinnen Jung und Noth frey und ledig machen? Alt, er reißt uns fort aus unferm Auferstehungslieder. ferm Orden, Stand und Ort. Ach Gott, wenn alles mich verläßt, fo thue du ben mir das Best. Fra 3. Kein Rath, kein Arzenen, kein Heulen noch Geschren, kein Bruder kann mich machen frey, in aller Welt ist nichts, das endlich mich erhält. Ach Gott! wenn alles mich verläßt, so thue du ben mir das Best. 4. Kein Reichthum, Geld noch Gut, kein fühner Helden- Muth hilft für des To des Grimm und Wuth; all Ehr und Kunst und Macht vor ihm ist gar umsonst. Ach Gott! wenn alles mich verläßt, so thue du ben mir das Best. 5. Was Schmerz, was Angst und Pein, ach Gott, wird um mich seyn, wenn nun der Tod wird brechen ein? Wer wird alsdann mit Trost sich meiner nehmen an? Ach Gott! wenn alles mich verläßt, so thue du ben mir das Best 273 7. Wenn meiner Augen Licht mir ferner leuchtet nicht, und mir das Herz im Sterben bricht, für Angst und Quaal; Wer führet mich durchs finstre Thal? Ach Gott! wenn alles mich verläßt, so thue du ben mir das Best. 8. Wenn Sprach, Verstand und Sinn auf einmal fällt dahin, und ich nicht mehr bin, der ich bin, wer ruft mir zu? wenn mir der Schmer; läßt keine Ruh. Ach Gott! wenn alles mich verläßt, so thue du ben mir das Best. 9. Herr Jesu, du allein sollst mir in Todes- Pein die beste Hülf und Labsal seyn: Auf dich will ich die Welt gefegnen williglich. Uch Gott! wenn alles mich verläßt, so thue du ben mir das Best. 10. Herr Jesu, nimm mich auf, zu dir gen Himmel auf, wenn ich vollendet meinen kauf. Ich ruf zu dir, so lang ein Odem ist in mir. Ach Gott! wenn alles mich verläßt, so thue du bey mir das Best. 6. Wenn mein GewissensBuch, wenn des Gesetzes Fluch, wenn Sünd und Satan zum Versuch tritt wider mich: Wer ist, der mein er, Miel. Wer nur den lieben. barnet fich? Ach Gott! 337 Herr Gott, du fene wenn alles mich verläßt, so ge, du siehst, daß ich, dein thue du ben mir das Best, schwaches Kind, den Schatz in 274 Erinnerungen des Todes; auch Grabes und in folchen Schaalen trage, 6. Wohlan! so will ich die irrdisch und zerbrechlich täglich sterben, ich lebe so, find, drum mache du mich als lebt' ich nicht. Und also allezeit zum Sterben fertig fann ich nicht verderben, und bereit. wenn mir der Tod die Augen bricht, mein Ende kommt mir lieblich für, denn du; mein Jesu, lebst in mir. 7. Dein Bothe kann mich nicht erschrecken, die Welt erschrickt vor seinem Bild', mir foll er lauter Luft erwes cfen, weil du durch ihn mich holen willt; wo man mit ihm Bekanntschaft hat, da hat das Schrecken feine Statt. 2. Laß mich nach der Erkänntniß streben, daß du mir haft mein Ziel bestimmt, und daß mein ungewisses ke ben vielleicht gar bald ein Ende nimmt, ia lehre du mich deinen Schluß, daß ich einmal von hinnen muß. 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, mich von der Sünde abzuziehn, mich von der Erde zu entfernen, und um den Himmel zu bemühn, weil einst der Tod allein beweißt, was Christenthum und Glaube heißt. 4. Ich muß ja nach der Wohnung trachten, allwo ich ewig bleiben kann, drum lehr mich auf den Himmel achten, den seh ich als mein eigen an, so wird mein Haus hier auf der Welt und auch im Himmel wohl bestellt. 5. Mein Herz ist nun im Himmel droben, denn da ist auch mein Schatz und Theil, den hat mir Jesus aufgehoben, dort ist das mir versprochne Heil; die WeltLuft ist mir viel zu schlecht, im Himmel ist mein Bürgerrecht. 8. En kommt, ihr angenehmen Stunden, komm, cile mein Erlösungs- Tag, da ich von aller Noch entbunden, zum kleben sterbend dringen mag, da find ich in des Hóchsten Hand mein Eden und gelobtes Land. HOL 9. Doch, Herr, dir will ich mich ergeben, dir, dessen Eigenthum ich bin, du, liebster Jesu, bist mein Leben, und Sterben bleibet mein Gewinn; ich lebe dir, ich sterbe dir, sen du nur mein, so gnüget mir. 10. Willt du mich länger leben lassen, so geb ich mich geduldig drein, und soll ich heute noch erblassen, so wird dein Schluß mein Wille seyn, der Auferstehungslieder. 275 seyn, wer deinen Rath erkeit: Da werd ich nimmer kennt und ehrt, der ist zum sterben, in keiner Noth verHimmelreich gelehrt. derben, mein Leben wird feyn lauter Freud. 11. Laß dich, mich und die Welt erkennen, dich, daß du mir mein Alles bift, mich, daß ich Staub und nichts zu nennen, die Welt, daß fie mir Prüfung ist; wer dich, sich und die Welt erkennt, der macht ein richtig Testa 5. Er eilet mit den Seinen, läßt sie nicht lange weinen in diesem ThränenThal: Ein schnell und felig Sterben ist schnell und glücklich erben des schönen Himmels Ehren. Saal. ment. M. un ruhen alle Wälder. ott 2ob, die 338 G Stund ist fom 6. Wie öfters wird verführet manch Kind, an dem man spühret cechtschaffne Frömmigkeit. Die Welt, voll List und Tücke, lege heimlich ihre Stricke bey Nacht und Tag, zu jeder Zeit. men, da ich werd aufgenom men ins schöne Pasadeis. Ihr Eltern( Freunde) dörft nicht flagen, mit Freuden follt ihr sagen: Dem Höch. sten sey kob, Ehr und Preis. 2. Wie kans Gott besser machen? Er reißt mich aus dem Rachen des Teufels und der Welt, die jetzt wie Löwen brüllen: Ihr Grimm ist nicht zu stillen, bis alles übera Haufen fällt. 7. Ihr Netze mag fie fiellen, mich wird sie nun nicht fällen, sie wird mir thun kein Leid: Denn wer kann den verletzen, den Christus jetzt wird sehen ins Schloß vollfommner Sicherheit. 3. Dies sind die letzten Tage, da nichts denn Angst und Plage mit Haufen bricht herein: Mich nimmt nun Gott von hinnen, und läsfer mich entrinnen der überhäuften Noth und Pein. 8. Zuvor bracht ich euch Freude, jest, nun ich von euch scheide, betrübt sich euer Herz: Doch, wenn ihrs recht betrachtet, und, was Gott thut, hoch achtet, wird sich bald ändern aller Schmerz. 4. Kurz ist mein irrdisch Leben, ein bessers wird mir 9. Gott zähler alle Stunden, er schlägt und heiler Wunden, er kenner jedermann: Nichts ist jemals geben Gott in der Ewig- 1 geschehen, das er nicht vors gefe. 276 Erinnerungen des Todes; auch Grabes und gesehen, und was er thut, weil ich Weg- fertig bin. In ist wohl gethan. Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 10. Wenn ihr mich werder finden vor Gott, fren aller 3. Ach! selge Freud und Sünden, in weisser Seide Bonne hat mir der Herr stehn, und tragen Sieges- bereit, da Christus ist die Palmen in Händen, und mit Psalmen des Höchsten Ruhm und Lob erhöhn; Sonne, leben und Selig. keit. Was kann mir doch nun schaden? weil ich bey Chrifto bin. In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 11. Da werdet ihr euch freuen, es wird euch herzlich reuen, daß ihr euch so be trübt. Wohl dem, der Gottes Willen gedenket zu erfüllen, und ihm sich in Geduld ergiebt. 4. Gesegn' euch Gott, ihr Meinen, ihr liebsten allzumal, um mich sollt ihr nicht weinen, ich weiß von feiner Quaal, den rechten Port noch heute nehmt fleißig ja in acht. In Gottes Fried und Freude folgt mir bald all hernach. miel. Daler will ich dir geben. 340. Herzlich thut mich einem felgen End', weil ich verlangen nach hie bin umfangen mit Trüb fal und Elend, ich hab kust abzuscheiden von dieser bó. sen Welt, fehn mich nach ewgen Freuden, o Jefu, komm nur bald. 12. Ade, nun send gesegnet, was jekund euch begegnet, ist andern auch geschehn: Viel müffens noch erfahren. Nun, Gott woll euch) be wahren: Dort wollen wir uns wieder sehn. 21Tel. Serzlich thut mich verl. 339. Ich hab mich Gott ergeben, dem liebsten Vater mein: Hier ist kein immer Leben, es muß geschieden seyn, der Tod kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn, in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber, o Welt, was acht ich dein; der Himmel ist mir lieber, da muß ich trachten ein; mich nicht zu sehr beladen, 2. Du hast mich ja erlöset von Sünde, Tod und Höll, es hat dein Blut gekostet, drauf ich mein' Hoffnung ftell. Warum sollt mir denn grauen? Der Tod ist mein Gewinn. Weil ich auf dich Chede Auferstehungslieder. 277 chu bauen, bin ich ein fel. betrübte Kinderlein, derer ges Kind. 3. Ob gleich süß ist das le ben, der Tod sehr bitter mir; will ich mich doch ergeben zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt hin, deß freu ich mich gar eben, Sterben ist mein Gewinn. 12 Noth mich über die Maasse jammert im Herzen mein: Will ich doch gerne sterben, und trauen meinem Gott, er wird sie wohl versorgen, retten aus aller Noth. 8. Was thut ihr so verzagen, ihr armen Wanfelein? Sollt euch Gott Hülf versagen, der speist die Raben 4. Der leib zwar in der Er de von Würmern wird ver- flein? Frommer Wittwen zehrt, doch auferweckt soll und Waysen ist er der Vawerden, durch Christum ter treu, Troß dem der sie schön verklärt, wird leuchten beleidet, das glaubt ohn alle als die Sonne, und leben Scheu. ohne Noth in Himmels. Freud und Wonne, was schadt mir denn der Tod? STUDE 5. Ob mich die Welt auch reiset länger zu bleiben hier, und mir auch immer zeiget Che, Geld, Gut, all ihre Zier; doch ich des gar nicht achte, es währt eine kleine Zeit, das Himmlische ich betrachte, das bleibt in Ewigfeit.no 9. Gesegn' euch Gott, der Herre, ihr Vielgeliebten mein: Trauret nicht allzusehre über den Abschied mein. Beständig bleibt im Glauben, wir werden in kurzer Zeit einander wieder schauen, dort in der Ewigkeit. ro. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Chrift, allein: Gieb mir ein felig Ende, send' mir dein Enge lein, führ mich ins ewge deben, das du erworben haft, durch dein Leiden und Ster96. Wenn ich auch gleich nun scheide von meinen Freunden gut, das mir und ihnen bringt leide, doch tro- ben, und blutiges Verdienst. ftet meinen Muth, daß wir 11. Hilf mir, daß ich nicht in großen Freuden zusam- wanke von dir, Herr Jesu men werden seyn, und blei Chrift; den schwachen Glaus ben ungeschieden im himme ben stärke in mir zu aller lischen Thron. Frift, hilf mir ritterlich ringen; dein Hand mich halte S3 7. Ob ich auch hinterlaffel feft, 278 Erinnerungen des Todes; auch Grabes und fest, daß ich mag frölich voller Angst und Plag', haufingen: Das Confummater Creuz sind unsre Tag, tum est. ni istama wenn wir nur gebohren werden, Jammer gnug findt In bekannter Melodie. reu dich sehr, o fich auf Erden. 341.8 meine Seele, meine Seele, 5. Wenn die Morgenroth und vergiß alle Noth und herleuchtet, und der Schlaf Quaal: Weil dich nun Chriftus, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthel: Aus Trubsal und grossem leid follt du fahren in die Freud', die kein Ohr hat angehöret, und in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren mei nem Gott, weil mich fiets 6. Drum, Herr Chrift, du viel Creaz betroffen, daß er Morgen Sterne, der du mir hulf aus der Noth! Wie ewiglich aufgehst. Sen von fich sehnt ein Wanders- mir jetzund nicht ferne, weil Mann, daß sein Weg ein mich dein Blut hat erlöst. End még haben, so hab ich hilf, daß ich mit Fried und gewünscher eben, daß. ich Freud mög von hinnen fahenden möcht mein Leben.coren heut; ach sen du mein fich von uns wendt, Sorg und Kummer daher streichet, Müh findt fich an allem End. Unsre Thränen find das Brod, so wir effen früh und spat, wenn die Sonn nicht mehr thut scheinen, ist hier nichts, denn Klag und Weinen. licht und Straffe, mich mit Beystand nicht verlaffe. 3. Denn gleichwie die Rofen stehen unter Dornen Spitzen gar: Also auch die Christen gehen in lauter Angst und Gefahr. Wie die Meeres- Wellen sind, und der ungestüme Wind, also ist allhier auf Erden unser Lauf voller Beschwerden. 4. Die Welt, Teufel, Sünd und Hölle, unser eigen Fleisch und Blut, plagen stets hier unfre Seele, laffen uns ben keinem Muth. Wir find 7. In deine Seite will ich fliehen, an meinem bittern Todes- Gang: Durch deine Wunden will ich ziehen ins himmlische Vaterland. In das schöne Paradeis, drein der Schächer that fein Reif, wirst du mich, Herr Christ einführen, mit ewiger Klarheit zieren. 8. Ob mir schon die Augen brechen, das Gehör mir gar bet. Sudades Auferstehungsliedert 279 verschwindt: Und mein' 2. Meine Sünd mich werZung nicht mehr kann spre den fränken sehr, mein Gechen, mein Verstand sich wissen wird mich nagen: nicht besinnt: Bist du doch Denn ihr find viel, wie mein Sicht, mein Hort, das Sand am Meer, doch will Leben, der Weg, die Pfort, ich nicht verzagen: Gedendu wirst mich selig regieren, fen will ich an deinen Tod, die rechte Bahn zum Him Herr Jesu, deine Wunden mel führen. euroth, die werden mich er Ants Chica 9. Laß dein' Engel mit mir halten. fahren auf Elias Wagen roth: Und meine Seele wohl bewahren, wie Lazarum nach feinem Tod. Laß fie ruhn in deinem Schoos, erfüll sie mit Freud' und Troft, bis der Leib kommt aus der Erden, mit ihr wird vereinigt werden. 10. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Noth 4. Weil du vom Tod erund Quaal: Weil dich nun standen bist, werd' ich im Christus dein Herre ruft aus Grab nicht bleiben. Mein diesem Jammerthal, seine höchster Trost dein' Auffarth Freud und Herrlichkeit sollt ist, Todes- Furcht kanst du du sehn in Ewigkeit, mit vertreiben; denn we du bist, den Engeln jubiliren, in da komm ich hin, daß ich Ewigkeit triumphiren. ftets ben dir leb und bin, drum fahr ich hin mit Freu den. In bekannter Melodie. Denn 342.Wen mein Stündlein vorhanden ist, und ich soll fahrn meine Strasse: So geleit du mich, Herr Jesu Chrift, mit Hülf mich nicht verlasse: Mein Seel an Jesus Christus, Gottes meinem letzten End befehl Sohn, der wird die Himich dir in deine Hånd, du mels, Thür aufthun, mich wirft sie wohl bewahren. Iführn zum ewgen Leben. 5.So fahr ich hin zu Jefu Chrift, mein Arm thu ich auss strecken: So schlaf ich ein und ruhe fein kein Mensch kann mich aufwecken, denn 4 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröst ich mich von Herzen: Von dir ich ungeschieden bleib in Todes- Noth und Schmergent Wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir, ein ewges keben hast du mir mit deis nem Tod erworben, 280 Erinnerungen des Todes; auch Grabes und In bekannter Melodie. Sohne und dem heiligen 343.Chriftus der ist Geist. mein Leben, In bekannter Melodie. Sterben ist mein Gewinn, dem thu ich mich ergeben, 344. Herr Jefu Chrift, mit Freud fahr ich dahin. wahrer Mensch und Gott, der du littst Marter, Angst und Spott, für mich am Creuz auch endlich ftarbst, und mir deines Va ters Huld erwarbst. 2. Mit Freud fahr ich von dannen, zu Chrift, dem Bruder mein, auf daß ich zu ihm Fomine, und ewig ben ihm fen. 3. Nun hab ich überwun den, Creuz, Leiden, Angst und Noth, durch seine heilge Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 2. Ich bitt durchs bittre Leiden dein, du wollst mir Sünder gnädig seyn, wenn ich nun komm in SterbensNoth, und ringen werde mit dem Tod; 3. Wenn mir vergeht all mein Gesicht, und meine Ohren hören nicht, wenn meine Zunge nicht mehr spricht, und mir vor Angst mein Herz zerbricht; d 4. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt, und mir in alle menschliche Hülf zetrinnt: so komm, o Herr Christ, mir behend zu Hülf an meinem letzten End'. 4. Wenn meine Augen brechen, mein Odem geht schwer aus, und kann kein Wort mehr sprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf. 5. Wenn mein Herz und Gedanken zergehen wie ein Licht, das hin und her thut wanken, wann ihm die Flamm gebricht: 6. Alsdenn fein fanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein, nach deinem Rath und Willen, wenn kommt mein Stundelein. 7. Und laß mich an dir bleiben wie eine Klett am Kleid, und ewig ben dir les ben in der himmlischen Frend. euis 8. Wohl in des Himmels Throne fing ich Lob, Ehr und Preis, Gott Vater und dem 5. Und führ mich aus dem Jammerthal, verkürz mir auch des Todes Quaal: Die bösen Zweifel von mir treib, mit deinem Geist stets bey mir bleib. 6. Bis sich die Seel vom Leib abwendt, so nimm fie Herr, in deine Händ. Der keib hab in der Erd seine Ruh Boyd Auferstehungslieder. Ruh, bis sich der jüngste Tag naht herzu. 7. Ein fröhlich Auferstehn mir verleih, am jüngsten Gericht mein Fürsprecher sey, und meiner Sünd nicht mehr gedenk aus Gnaden mir das Leben schenk. 8. Wie du haft zugefaget mir in deinem Wort, das trau ich dir: Fürwahr, für wahr euch sage ich, wer mein Wort hält und glaubt an mich mich 9. Der wird nicht kommen ins Gericht, und den Tod ewig schmecken nicht, und ob er gleich hier zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar ver. dirbt; 10. Sondern ich will mit starker Hand ihn reiffen aus des Todes Band, und zu mir nehmen in mein Reich, da soll er denn mit mir zugleich 11. In Freuden leben ewi glich, darzu hilf uns ja gnádiglich. Ach Herr! vergieb all unfre Schuld, hilf, daß mir warten mit Geduld. 12. Bis unfer Stündlein kömmt herben, auch unser Glaub stets wacker sen, dein'm Wort zu trauen festiglich, bis wir einschlafen feliglich. In bekannter Melodie. err Jefu Chrift meines Lebens 345. Her 281 Licht, mein höchster Trost, meine Zuversicht, auf Erden bin ich nur ein Gast, und drückt mich sehr der Sünden Last. 2. Ich hab vor mir eine schwere Reif' zu dir ins himmlische Paradeis, da ist mein rechtes Vaterland, daran du dein Blut haft gewandt. 3. Zur Reif' ist mir mein Herz sehr matt, der Leib gar wenig Kräfte hat, allein meine Seele schrent in mir: Herr! hol mich heim, nimm mich zu dir. 4. Drum stårk mich durch das Leiden dein, in meiner letten Todes- Pein. Dein Blut. Schweiß mich tröst und erquick, mach mich frey durch dein Band undStrick. 5. Dein Backen Streich und Ruchen frisch der Sün den Striemen mir abwisch, dein Hohn und Spott, dein Dornen- Cron, laß feynme in Ehre, Freud und Wonn. 6. Dein Durst und GallenTrank mich lab, wenn ich sonst keine Stärkung hab, dein Angst. Geschren komm mir zu gut, bewahr mich für der Hölle Glut. 7. Die heiligen fünf Wunden dein laß mir eine rechte Zuflucht fenn, darcin ich flich, S 282 Erinnerungen des Todes; auch Grabes, und flich, als eine Taub, daß 14. Alsdenn meinen Leib mich der Seelen- Feind nicht erneure ganz, daß er leucht raub'. mis tun wie der Sonnen- Glanz. ( 8. Wenn mein Mund nicht kann reden fren, dein Geisi in meinem Herzen schren; hilf, daß meine Seel den Himmel findt, wenn meine und ähnlich sey deinem klaren Leib, auch gleich den Engeln ben dir bleib'. 15. Wie werd' ich denn so frölich seyn, werd singen mit Augen werden blind. den Engelein, und mit der 9. Dein letztes Wort las fenn mein Licht, wenn mir der Tod das Herz zerbricht, Auserwählten Schaar ewig schauen dein Antlit flar. Viach voriger Melodie. Christi Bun behüte mich für Ungeberd, 346. I den schlaf ich wenn ich mein Haupt nun neigen werd's sein, die machen mich von 10. Dein Creuz laß fenn Sünden rein: Christi Blut mein Wander Stab, meine Ruh und Rast dein heilges Grab, und die reinen Grab, Tücher dein laß meine Sterbe Kleider senn. und Gerechtigkeit das ist mein Schmuck und EhrenKleid. skin time ala 2. Damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn; mit Fried und Freud ich fahr dahin, ein Gottes- Kind ich allzeit bin. 5. Dank hab, mein Tod, du förderst mich; ins ewge deben wandte ich, mit Chrifti Blut gereinigt fein, Herr Jesu, stårk den Glauben mein. II. Laß mich durch deine Mågel- Mahl erblicken die Genaden- Wahl, durch dei ne aufgeſpaltne Seir', mei ne arme Seele heimgeleit. 12. Auf deinen Abschied, Herr, ich trau, darauf mei ne letzte Heimfahrt bau; thu mir die Himmels- Thür weit auf, wenn ich beschließ meins kebens Lauf. 13. Am jüngsten Tag' erweck meinen Leib, hilf, daß ich dir zur Rechten bleib, daß mich nicht treffe dein Gericht, das ein erschreck lich Urtheil spricht. Mel. Jesu, der du meine S. 347. File Welt, ich bin dein meine Seele schnet sich nach des Himmels Ruh und Friede, ach mein Gott, wenn rufft du mich? Rufe mich; mit lallen Freuden will ich aus der veidi Auferstehungslieder. CAS 283 der Trübfal scheiden, denn[ ben, darum wünsch ich dies ich weiß durch Christi Blut allein, auch im Schauen da macheft du mein Ende gut. 2. Mir macht gar der Tod nicht bange, denn ich bin des Lebens fatt. Wer das Jammerthal so lange, als wie ich, durchwandelt hat, wird wohl alle Stunden zählen, bis die Frenheit seiner Seelen, und der Abschied aus der Welt, fich erwünscht hat eingestellt. zu feyn. sa bint 6. Alle, die mich hie gelie bet, alle, denen ich bekannt, die mein Abschied jcht betrüber, die befehl ich Gottes Hand. Gott versorget, Gott beschüßet, Gott befcheret, was euch nüßet; also ift mein Haus bestellt, gute Nacht, du Erden Welt! 5 3. Zwar ich bin nicht unge- el. Wohl dem, der sich auf. duldig, daß mich Creuz und Elend drückt, ich bin mehr 348.Machs mit mir, zu leiden schuldig, als mir Gott hat zugeschickt, weiß ich doch, daß mich kein Leiden kann von seiner Eiebe scheiden, sondern, daß Creuz und Verdruß mir zum Beften dienen muß. Gott, nach dei ner Güt, hilf mir in meinem keiden. Was ich dich bitt, versag mir nicht; wenn meine Seel soll scheiden, so nimm sie, Herr, in deine Hand, mein Leben krón' çin gutes End. 4. Blos deßwegen will ich sterben, daß ich Jefum möge fehn, und sein ewig Heil er erben, möcht es heute noch geschehn. Doch, wer weiß, in wenig Stunden werd ich aller Angst entbunden, daß auf dieser Lebens- Bahn ich den Kauf vollenden kann. 2. Gern will ich folgen, lieber Herr, du läßt mich nicht verderben, denn du bist ja von mir nicht fern, ob ich gleich hier muß fterben, und lassen meine liebe Freund', die's mit mir herzlich gut gemeynt. 3. Ruht doch der Leib sanfe 5. So ist mir der Tod ein in der Erd, die Seel sich zu Segen, und das Sterben dit schwinget, in deine Händ ein Gewinn, fommt ihr Enfie unversehrt durch Tod ins gel, fommt entgegen, tráget keben dringet. Hier ist doch meine Seele hin, 2ch, wie nur einThränen- Thal, Angst, wird von jenem Leben mir Noth und Trúbfal überall. der Vorschmack schon gege- 1 4. Höll, Teufel, Tod, die Selt 284 Erinnerungen des Todes; auch Grabes- und Welt und Sund mir nicht| ter Freuden: Denn sein Tod mehr mögen schaden, bey dir, ist mein Gewinn, mein o Herr ich Rettung find, ich Verdienst sein Leiden. troft mich deiner Gnaden. Dein einger Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. 4. Gute Nacht, ihr meine Freund, alle meine Lieben, alle, die ihr um mich weint, laßt euch nicht betrüben dicsen Abschied, den ich thu in die Erde nieder; schaut, die Sonne geht zur Ruh, und kömmt morgen wieder. 5. Warum sollt' ich denn traurig seyn, weil mirs so wohl thut gehen? Ge schmückt mit Chrifti Un schuld rein werd ich vor Gott 5. Wie die Sonne wieder dort stehen. Gehab dich kommt, werd ich wieder wohl, du nichtge Welt, ben kommen, wenn die Welt ein Gott zu leben mirs gefällt. Ende nimmt, und Gott seiMel. Schwing dich auf zu. ne Frommen rufen wird en guten aus ihrem Grab, denn werd Kampf hab ich aufstchen, und mit meiner neuen Haab in den Himmel gehen. 349. Sinen NGH ich auf der Welt gekämpfet: Denn Gott hat genadiglich all mein Seid gedämpfet, daß ich meines Lebens Lauf feliglich vollendet, und die Seele Himmel auf Christo zugefender. 3 6. Jesu, laß mich solche Zeit Freuden voll erwarten, da ich werd ohn alles keid in des Himmels Garten wie ein Baum gepflanzet seyn, da ich werde grünen, und ben hellem Sonnenschein ewiglich dir dienen. 2. Forthin ist mir bengelegt der Gerechten Krone, die mir wahre Freud' erregt in des Himmels Throne; Forthin meines Lebens Licht, dem ich Mel. Valet will ich dir geben. 350, So hab ich obgehier vertrauet, nemlich), Got tes Angesicht, meine Seele schauct. mein Lauf ist nun vollbracht, ich bin gar wohl vergnüget, und 3. Dieser bösen dden Welt sag' euch gute Nacht! Ihr Jammervolles Leben mir nun aber, meine Lieben, thut nicht Tänger nicht gefällt, drum so ångstiglich, was wollt ihr ich mich ergeben meinem euch betrüben? Stehts doch Jesu, da ich bin ftets in lau- sehr wohl um mich. 2. Denkt Auferstehungslieder. 2. Denkt Vater, wie viel| denvoll gelebt; die SchwachSorgen, wie manche wache heit ift verdorben, worinn Nacht, wie manchen düstern ich einft gefchwebt. Morgen ein liebes Kind oft macht? Was ihm fann wi derfahren, das fürchtet, der es liebt; den Kummer könnt ihr spahren, darum send nicht betrübt. 3. Ach Mutter, laßt die Zähren, stellt euer Klagen ein. Des Höchsten sein Begehren das muß erfüllet fenn. Warum ihr jezo wei net, und gar zu kläglich thut, das ist sehr wohl gemeynet, Gott machet alles gut. 285 7.Schmückt meinen Sarg mit Kränzen, wie sonst ein Sieger prangt; weil mit viel Pracht und Glänzen nun meine Seel erlangt die schöne Himmels Krone. Die werthe Sieges- Pracht rührt hr von Gottes Sohne, der hat mich so bedacht. 8. Was netet ihr die Wangen, ihr Eltern über mir? Euch hat das leid umfangen, das Herze bricht euch schier; des Vaters treue Liebe sieht fehnlich in mein Grab, die Mutter stehet trübe, und gråmt sich drüber ab. 4. Die Freude, die sich reget ben einem Wanders Mann, wenn er die Reise leget zurück, und kommet an: Die Freude, die empfin det ein Schiffer, wenn sich schier ein fichrer Hafen fin det, die spühr ich jetzt ben mir. 9. Ich war euch nur gelie hen auf eine kurze Zeit. Gott will mich zu fich ziehen, Drum leget hin das Leid, und fprecht: Gott hats gegeben! Gott nimmts, er hat das Recht, ben ihm steht Tod und Leben, der Mensch ist Gottes Knecht. 5. Fahr hin, o Angst und Schmerzen, fahrt imer, immer hin, ich freue mich von Herzen, daß ich erlöset bin, ich leb in tausend Freuden, in meines Schöpfers Hand, mich trift und rührt kein keiden, so dieser Welt bekannt. 10. Seht nicht an meine Jahre, gedenkt vielmehr zu rück, daß ich ein Mensch hie ware, und in dem Augenblick zum Tode reif und zeitig von erster Kindheit an. Wie send ihr doch so streitig in dem, was Gott gethan. 6. Die noch auf Erden wal len, in Irrthum- voller Zeit, vermögen kaum zu lallen von froher Ewigkeit. Viel besser, wohl gestorben, als Sun- 1 11. Daß ihr mein Grab müst 286 Erinnerungen des Todes; auch Grabes und müßt sehen, zeigt unsern mir bald gestellt. Ich weiß schwachen Stand; Daß es gar nichts zu sagen, was so bald geschehen, thut Got Welt ist und ihr Thun, auch tes Vater- Hand. Gott hab ich nicht gelernet, was wird das Leid euch stillen, gut oder böf mag fenn. ich sterbe nicht zu jung, wer stirbt nach Gottes Willen, der stirbt schon alt genug. 2. Mein allerliebster Vater, der mich der Erde gab, und mein herzli bfte Murter, die 12. Schein ich zu früh ent- mich gebohren hat, die thun nommen, sag jemand: Kan mich jest verlaffen mit man auch zu früh in Him Seufzen herziglich, aber der mel kommen? Gott bleibt Herr, mein Heyland, der ben dem Gebrauch; er eilet nimmt mich auf zu sich. mit den Seinen zur schönen Himmels- Pracht, wer mag nun den beweinen, der bey den Engeln lacht? 3. Er nimmt mich auf zu Gnaden, zum Erben in sein Reich, der Tod kannn mir nicht schaden, ich bin den Engeln gleich. Mein Leib wird wieder leben in Ruh und ewger Freud, mit samt der Seelen schweben in ewger Seligkeit. 4. Gott segn cuch, Vater und Mutter, mir ist gar wohl geschehn, Gott heißt mich kleines Pflanzlein ins Paradies jetzt gehn, da wollen wir mit Mel. Herzlich thut mich. war kleines 351.JKindlein gebohrn der wieder fehn, wenn unfer auf diese Welt, aber mein Gott und Vater wird all's Sterbe- Stündlein hat Gott in allem seyn. In bekannter Melodie. Vachruf der Betrübten. 13. Fahr wohl, o liebe See le, geneuß der füffen Luft! Uns in der Trauer Höle ist nichts hievon bewußt: Wenn wird doch angelangen desselben Tages Schein, da du uns wirst umfangen? O möcht er heute feyn! 1. Chor. un laßt uns 2. Chor. traget 352. Nu begraben: 353. nun immerhin, daran wir keinen Zweifel haben, er wird am jüngsten Tag aufe wo ich so lang verwahret bin, bis Gott mein treuer Sees len cirusasdy Auferstehungslieder. 287 aufstehn, und unverweßlich| len- Hirt, mich wieder aufherfür gehen. erwecken wird. 2. Erd ist er, und von der Erden, wird auch zur Erd wieder werden, und von der Erd wieder auferstehn, wenn Gottes Posaune wird angehn. 3 Sein Seele lebd ewig in Gott, der sie allhier aus lauter Gnad von aller Sünd und Missethat durch feinen Sohn erlöset hat. 2. Ja freylich werd ich nach dem Tod zu Asche, Erde, Staub und Koth, doch wird dieß schwache Fleisch und Bein von meinem Gott verklåret fenn. 3. Mein Leib bleibt hier der Würmer Spott, die Seele lebt ben ihrem Gott, der fie durch sein so bittres leid erlöser hat zu Seligkeit. 4. Was mich für Trübsal hat verleßt, wird nun in höchster Luft erfest, die Welt ist mir ein Jammerthal, dort ist der rechte Freuden- Saal. 5. Wenn alle Welt zu Trümmern bricht, und Gott wird halten sein Gericht, so wird mein Leib verkläret ewge Freud wird gewähren.| frehn, und in das Himmels buk 6. Hier ist er in Angst gewesen, dort aber wird er genesen, in ewger Freud und Wonne, leuchten als die helle Sonne. 7. Nun lassen wir ihn hier schlafen, und gehn all' heim unfer Straffen, schicken uns auch mit allem Fleiß, denn der Tod kommt uns gleicher Weis. 4. Sein Jammer, Trübfal und Elend ist kommen zu einem felgen End, er har getragen Christi Joch, ist gestorben und lebet noch. 5. Die Seele- lebt ohn alle Klag, der keib schläft bis an den jüngsten Tag, an wel chem Gott ihn verklären, und reich eingehn. 6. Wie manche Widerwärtigkeit hatt' ich ben meiner Lebens- Zeit, nun aber ist mir nichts bewußt, als aller Auserwählten kust. 7. So laßt mich denn in fanfter Ruh, und geht nach eurer Wohnung zu, ein jeder denke Tag vor Tag, wie er auch selig sterben mag. 8. Das helf uns Christus, unser Trost, der uns durch sein Blut hat erlöst vons Teufels Gewalt und ewger Dein, ihm sen Lob, Preis und Ehr allein. Miel, 288 Erinnerungen des Todes; auch Grabes und Mel. O Gott du frommer.| mein Leib schläft sanft, bis Eltern, er wiederum 354.I'Macht! nun geach weinet, weiner nicht, ihr het es ans Scheiden; ich Eltern, gute Nacht! fahr zu Jefu hin in seine Wiel. Jesus meinezuversicht. Himmels Freuden, zu Jefu, welcher mich mit ewger Freud' bedacht: ach weinet, weinet nicht, ihr Eltern, gute Nacht! 355.Heute 2. Ihr Eltern gute Nacht! hört auf um mich zu klagen, weil jekt mein zarter Leib wird hier ins Grab getragen; wist, daß die Seele ist zur Himmels- Ruh gebracht; ach weinet, weinet nicht, ihr El tern, gute Nacht! 3. Ihr Eltern, gute Nacht! fehr herrlich ist zu wohnen im schönen Himmels- Thron, da man erblickt die Kronen, die Gott den Frommen hat aus Gnaden zugedacht; ach weinet, weiner nicht, ihr El tern, gute Nacht! 4. Ihr Eltern, gute Nacht! muß ich euch schon verlassen, so werdet ihr mich doch mit Herzens- Lust umfassen, wenn Gott mit euch und mit der Welt ein Ende macht; ach weinet, weinet nicht, ihr El tern, gute Nacht! 5. Ihr Eltern, gute Nacht! die Angst und Marter- Stun den die sind in dieser Welt nun völlig überwunden; eute mir, und morgen dir! So hört man die Glocken klingen, wenn wir die Verstorbnen hier in die Ruhefråte bringen. Der Begrabne ruft herfür: Heute mir, und morgen dir! 2. Heute roth, und morgen todt; unser Leben eilt auf Slügeln. Und wir habens täglich noth, daß wir uns an andern ſpiegeln. Wie bald ißt man Aschen Brod? Heute roth und morgen todt. 3. Eines folgt dem andern nach; niemand findet einen Burgen. Und die Frucht, die Adam brach, wird uns alle einst erwürgen. Jeder findt sein Schlaf- Gemach; Eines folgt dem andern nach. 4. Mensch, es ist der alte Bund: Für den Tod ist gar kein Mittel; bist du heute noch gesund, denk an deinen Sterbe- Kittel. Morgen fällt, wer heute stund: Mensch, es ist der alte Bund. 5.Ach! wer weiß, wie nah mein Tod? Ich will sterben, eh ich sterbe; so wird mir die legte Cum ind Auferstehungslieder. legte Noth, wenn sie kommet, nicht so herbe. Küste mich dazu, mein Gott. Ach! wer weiß, wie nah mein Tod? 6. Selig, wer in Chrifto stirbt! Deffen Tod wird ihm zum Leben. Wer sich um fein Blut erwirbt, kann den Geist getroft aufgeben: weil er sterbend nicht verdirbt. Selig, wer in Christo stirbt! In bekannter Melodie. 356.8 ist gewißlich an der Zeit, daß Gottes Sohn wird kom men in seiner großen Herr, lichkeit, zu richten Böf und Frommen. Dann wird das Lachen werden theur, wenn alles wird vergehn im Feur, wie Petrus davon schreibet. 2. Posaunen wird man hören gehn an aller Welten Ende; darauf dann bald wird auferstehn der Todten Schaar behende. Die aber noch das Leben haben, die wird der Herr von Stunden an verwandeln und ver289 4. Weh demselben, welO cher hat des Herren Wort verachtet, und nur auf Erden früh und spat nach grof sem Gut getrachtet! Der wird fürwahr gar schlecht bestehn, und mit dem Satan müssen gehn von Christo in die Hölle. 5. Jefu, hilf zur selben Zeit, von wegen deiner Wunden, daß ich im Buch der Seeligkeit werd einges zeichnet funden. Daran ich denn auch zweifle nicht, denn du hast ja den Feind ge richt, und meine Schuld bezahler. 6. Derhalben mein Für. sprecher sen, wenn du nun wirft erscheinen, und lies mich aus dem Buche fren, darinnen stehn die Deinen, auf daß ich sammt den Brüdern mein mit dir geh in den Himmel ein, den du uns haft erworben. neuen. 3. Darnach wird man ab lesen bald ein Buch, darin geschrieben, was alle Men schen Jung und Alt, auf Erden haben getrieben; dann gewiß ein jedermann wird was er hat ge7.ÖJesu Christ, du machst es lang mit deinem jüngsten Tage, dem Menschen wird auf Erden bang, von wegen vieler Plage. Komm doch. komm doch, du Richter groß, und mach uns in Genaden los von allem Uebel, Amen. Mel. Romme her zu mir. fichest wie fort da xhan in ſeinem ganzen keben. 357.Duche Mensch und fort Erinnerungen des Todes; auch Grabes, und fort der eine hie, der andrel 6. Herr Jesu, meine Zudort uns gute Nacht muß versicht, ach, laß dein ftrengeben. Der Tod hålt keinen ges Welt- Gericht, ach! laß andern Lauf, er fagt zulegt es mir nicht schaden; zeig die Wohnung auf, und als an dem Vater den Vertrag, len, die wir leben. damit ich fröhlich hören mag den füffen Spruch der Gnaden. 2. Bedenk' es weislich in der Zeit, und fleuch den Schlaf der Sicherheit, Sen 7. Gieb, daß ich mich ben Hugenblicklich wacker; denn gutem Sinn, und weil ich wiß, es bleibet nicht da noch ben Kräften bin, bereiben, daß nur dein Leib verte zum Absterben; auf daß graben sen auf einen Got- ich mag nach dieser Zeit der tes- Acker. Seelen Heil und Seligkeit aus deiner Gnad ererben. 3. Wir werden aus dem ( Gräbern gehn, und alle vor Gerichte stehn, das Christus felbft wird hegen, wenn auf iber S idie Glut das große Welt ( Bebau wird in die Asche Tegen. 4. Alsdann wird erstlich aller Welt Belohnung werden zugestellt; die Sünder follen büffen, und ihnen ohn Betrug und Schein selbst Kläger, Richter, Henker fenn, verdammt durch ihr Gewissen. Mel. Wie wohl ist mir, o Sr. 358.Es ist noch eine vorhanden, auf! müdes Herz, und werde Licht; du seufzest hier in deinen Banden, und deine Sonne scheinet nicht. Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden dort wird auf feinen Auen weiden, wirf hin die kast, und eil ihm zu. Bald ist der schöne Kampf geendet, bald, bald der saure Lauf vollendet, so gehst du ein zu deiner Ruh. 5. Ach Gott! kommt mir dies Urtheil vor, so gehen 2. Die Ruhe hat Gott mir die Haar empor, mein auserkohren, die Ruhe, die Herz fühlt Ungst und Schre- kein Ende nimmt; es hat, cken. Jhr hohen Hügel! da noch kein Mensch geboh( heb ich an,) ihr Berg' und' ren, die Liebe sie uns schon was sich stürzen kann! fallt bestimmt. Die Liebe wollte her, mich zu bedecken. darum sterben, uns dieſe Ruhe Auferstehungslieder. 291 des Vaters Haus! Schmerz, Seufzen, keid, Tod und dergleichen wird von uns müſsen fliehn, und weichen: wir werden den Erlöser sehn. Er wird vom Kampf uns neu erfrischen, die Thränen von den Augen wischen und mit uns ein zur Freude, gehn. Ruhe zu erwerben, sie lockt, fie rufet weit und breit: ,, ihr müden Seelen und ihr Frommen versäumet nicht, heut einzukommen zu mei ner Ruhe Lieblichkeit." 3. So kommet dann, ihr matten Seelen, die manche Last und Bürde drückt, eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, geht nicht mehr frumm und sehr gebückt. Ihr habt des Tages kast getragen, da für läßt euch die Liebe sagen: ich will selbst eure Ruhstädt fenn.. Ihr send mein Volk, der Erde müde, geht ein zu eures Herren Friede, send nur getrost, und gehet ein. 4. Was mag dann einen Kranken laben, und einen müden Wandersmann? Wann jener nur ein lager haben und sanft von Schmer zen ruhen kann, wenn dieser fich darf niedersen, an ei 1 em frischen Trunk ergeßen; wie sind sie bende hoch er freut. Doch dieß sind kurze Ruhestunden. Es ist noch eine Ruh erfunden, uns eine Ruh' auf Ewigkeit. 6. Kein Durst noch Hune ger wird uns schwächen, denn die Erquickungszeit ist da. Die Sonne wird uns nicht mehr stechen. Gott ist uns, seinem Volke, nah, er will selbst über ihnen wohnen, und ihre Treue wohl belohnen mit licht und Trost, mit Ehrund Preis. Es wers den die Gebeine grünen, der große Sabbath ist erfchies nen, da man von keiner Arbeit weiß. 7. Da ruhen wir und find im Frieden, und leben ewig Sorgen- los, ach! faffet dies ses Wort, ihr Müden, kurz ist die Müh', der lohn ist groß. Ach! Flügel her, wir müssen eilen, nur Trägheit kann uns hier verweilen, dort wartet schon die frohe 5. Da wird man Freuden- Schaar. Wohl auf, mein garben bringen, denn unsre Geist! zum ewgen Lohne, erThránenfaat ist aus. Okämpfe deine Siegeskrone. welch ein Jubel wird er Auf! auf! es kommt das flingen; das Kind kehrt in Ruhejahr. ជា អង់ ទៀត ន pro 3 weiter Theil 3m 131 E 911 292 1. Von Gott, seinen Eigenschaften, und seiner Regierung. Mel. Sey Lob und Ehr. 4. Wo wären wir, wenn 359.Der Herr ift Gott feine Kraft uns nicht gebilund keiner Er kennet uns, mehr. Grelockt ihm alle Er hält und schafft, der WeFrommen! Wer ist ihm fen ganze Kette. Ben ihm gleich; wer ist wie er, so ist Weisheit und Verstand, herrlich, so vollkommen? und Kraft und Stärke. SeiDer Herr ist groß, sein ne Hand umfasset Erd' und Nahm ist groß! er ist un- Himmel. endlich, gránzenlos in sei. nem ganzen Wefen. 2. Er ist und bleiber, wie er ist. Wer strebet nicht vergebens ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer sei nes Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; ch noch die Erde war, war er, noch ch die Himmel waren. 3. Des Ewgen Thron um giebt ein Licht, das ihn vor uns verhüller; ihn faffen alle Himmel nicht, die seine Kraft erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und auch offenbar in seiner Werke Wundern. 5.3ft er nicht nah? ist er nicht fern? weiß er nicht unsre Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen mö: ge? Die Finsterniß ist vor ihm Licht. Gedanken selbst entfliehn ihm nicht; Er fiehet fie von ferne. 6. Wer schützt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über alle. Du bist voll Freundlichkeit und Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld; ein Vater, ein | Verschoner. 11 2 7. Un. Don Gott, seinen Eigenschaften, 293 7. Unsträflich bist du, beilig, gut, und reiner als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen thut; denn du belohnst mit Wonne. Du haft Unsterblichkeit al Icin, bift felig, wirst es ewig seyn; Du, aller Freuden Fülle. 8. Dir nur gebühret Sob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgefang, ihr alle feine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, so herrlich, so vollkoni brochen; die Hoffnung deß, das du versprochen, ist mehr, als einer Welt Gewinn. Eh Erd und Himmel war, warst du unwandelbar. Lobt den Höchfien! ihn, ihn erhöht! sein Wort besteht, wenn Erd und Himmel untergeht. 3. Herr, von dem wir alle Gaben aus deiner reichen Fülle haben, du, Herr, vergiffest unfer nie. Du fhufst alle Millionen, die auf dem weiten Erbkreis wohnen, du kennst und überschaueft fie; und jedem theilest du sein Maaß mit Weisheit zu. Lobt den Höchften! mein Gott durch dich entfland auch ich, und du regierst mich väterlich. Mel. Wach auf mein Herz, Gott, aus dei361.0 nen Werken kann ich dein Daseyn merken; in allen Creaturen find ich der Gottheit Spuren." 2. Das große Weltgebäu de, dein Ruhm und meine Freude, ruft in viel tausend Chören: ,, Gott ist! Gott mußt du chren!" men? 97) Miel. wachet auf, ruft uns. Infern Gott, den 360.1 Gott der Ehre, befingen aller Welten Chöre. Der Herr ist groß! feinlo Nahm ist hoch! Werd auch du voll seines Ruhmes, Volk Gottes, Bolk des Eigen thumes; ob du schon Graub bist, preis ihn doch. Des Herzens Wiederhall ist ihm ein füffer Schall. Lobt den Höchsten! der, reich an Gut, aufs Niedre sieht, und nicht verschmäht ein dankend Lied. 2. Höchfter, deiner Allmacht gleicher auch deine Gnade, denn sie reicher durch aller Himmel Himmel hin. Nie hast du dein Wort ge3. Wer sprach es, daß die Erde, und daß der Himmel werde? Wer ließ in jenen Höhen das Sternenheer entstehen? 4. Du bist es, Deine Werke erzäh und seiner Regierung, erzählen deine Stärke und deine weise Güte dem acht famen Gemüthe. or 5. Der Wurm im niedern Staube, der Baum im grünen Laube das Gras, die schlanken Halmen, find deines Ruhmes Pfalmen. 6. Herr, Du bist hoch erho ben, und ewig hoch zu loben, wenn auch der Thoren Rot ten dich läugnen und verspotten. 7. Laß alle, die dich fen nen, und dich mit Ehrfurcht nennen, und die dir vest vertrauen, dein gnädig Antlig schauen. Höchste. Herr, du bist, wie du dich uns offenbarst, nun und ewig, der du warst. 2. Ewig bleibst du selbst dir gleich, weiß allein und gnadenreich, ewig mächtig, und voll Kraft, heilig und untadelhaft. 3. Alle Werke deiner Hand waren dir, o Gott, bekannt, eh die Welt auf dein Geheiß da stand, deiner Weisheit Preis. 294 die Welt sinkt, wenn sie dein. Arm nicht hält. 4. Herrlich ausgebreitet stehn deine Himmel; doch vergehn deine Himmel, und Du nur bleibest, wie du bist; was dein weiser Rath beschließt, ist unwandelbar, wie du, gut und heilig fers, wie du. 6. Sollt ich den auf Menfaen baun, und nicht dir mein Heil vertraun? ohne Weisheit und Verstand Bruimen graben in den Sand? von Niel. Gott sey Dank in allen. 363.Gott, du bift wor Ewigkeit! deier 362.Unermeßlich, ewig ist Gott, der ne Majestät und Größe mehrt und mindert feine Zeit; gieb, daß ich das nie vergeffe, nie auf Creaturen baue, sondern dir allein vertrauc. 2160 DNEH z.Du bist nicht, wie Menschen find, daß dich etwas reuen sollte; bleibest immer gleichgesinnt, und was je dein Rathschluß wollte, weiß dein mächtiges Regieren herrlich auch hinauszufüh 7. Mein, Umwandelbarer, dein soll sich meine Seele freun Gey mein Fels, Gott, fen mein Licht, ewig meine Zuversicht. Niel. Liebfrer Jesu! wir. ren 3. Sünden bist du ewig feind; wehe denen, die fie lieben! ewig bleibst eu des 11 2 Don Gott, seinen Eigenschaften, 295 rer Freund, die, was recht und gut ist, üben. Lehre mich in allen Dingen deinen Willen. treu vollbringen. 4. Immer ist dirs eine Suft, Menschenkinder zu beglük ken. Wohl dem, der sich auch mit kust lernt in deine Ordnung schicken. Er, er geht auf sichern Wegen seinem ewgen Heil entgegen. 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? wo könnt ich jemals wohl mich deinem Aug entziehen? 5. Deine Worte trügen Führ ich gen Himmel auf, nicht, du, du bist der ewig so bist du, Höchfter, da: Treue, der das hält, was er] Suhr ich zur Tief hinab; verspricht; gieb, daß ich mich deffen freue und mich, bis ich einft ertalte, vest an deine Wahrheit halte. auch hier bist du mir nah. 6. Mag doch dann die Welt vergehn, mag mich alles doch verlassen, Du, du bleibsi mir ewig siehn. Deine Huld wird mich umfassen, wenn ich einst von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude. Miel. O Gott du frommer. 364.r err, du erfor schest mich, dir bin ich unverborgen! du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh der Gedanke noch in mei ner Seel entstand. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wisseft. Du schaffest, was ich thu; du ordnest, du beschlieffeft, was mir begeg nen soll. Erstaunt seh ich auf dich; wie groß ist dein Verstand! wie wunderbar für mich. 4. Nahm ich auch, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen; selbst an dem fernsten Meer bleib ich dir nicht verborgen. Auch da um schlösse mich doch deine Allmachtshand; denn du bist überall, und dein ist jedes. kand. 5. Wollt ich in Finsternis, mich deinem A entziehen, so fucht ich doch umsonst, anch da dir zu entfliehen! die diefste Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt, wie der Tag, vor deinem Angesicht. 6 Du warst schon über. mir in meiner Mutter Leis be; du bildetest mein Herz, Gott, deß ich bin und bleibe. Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht, und mei und seiner Regierung. 296 meiner, eh ich war, schon| Gutes thu; du siehest, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug entfliehn, und nichts mich deiner Hand entziehn. väterlich gedacht. 17. Du kannteft mein Gebein, eh ich ans Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen; dein Auge sah mich schon, eh ich bereitet war, und mei ner Tage kauf war dir schon offenbar. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe, und, über deine Huld erfreut, lobfingend dich erhebe; so hörst du es und siehst mir ben, daß ich dir immer treuer sen. 8. Was für Erkenntnisse, für köstliche Gedanken! uns zählbar sind sie mir; denn sie find ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, fehn, dir folgen und dein Lob, so lang' ich leb', erhöhn. 9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ichs menne; ob ich der wirklich bin, der ich zu seyn mir scheidie ich weine. Du siehst und wägest meinen Schmerz, und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 5. Du hörest meinen Seufgern zu, daß Hülfe mir er scheine. Voll Mitleid, Vane: Sich, ob mein Fuß viel| ter, zählest du die Thränen, teicht sich einem Irrweg naht, und halte mich zurück auf ebnem sichern Pfað. Miel. Niir nad, spricht Chr. Die bist du, Hochfter, von uns fern; du wirksi an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb und athme ich; denn deine Rechte schüßzet mich. 365.R 6. O drück, Allgegenwärtiger, dieß tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Her zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu, und dir zu dies nen eifrig sen. 2. Was ich gedenke, weif fest du; du prüfest meine Seele. Du fichest, wenn ich 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln; und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir ge11 4 trost 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wählet: und blieb' anch eine böse That vor aller Welt verheelet, so weißt du sie und firafest mich zu meiner Bessrung väterlich. 297 Von Gott, seinen Eigenschaften, troft zu wandeln. Daß du,| zu seyn, uns ganz zum o Gott, stets um mich senst, Dienst Dir weihen! das tröst und beßre meinen Geist. Aby 366. Miel. Sey Lob und Ehr. er du durch dei ner Allmacht Hand mein Wefen mir be reitet, und da schon, ch ich dich gekannt, mit Güte mich geleitet; der du erhältst, was 5. Herr, lehre du mich, wie ich soll für deine Huld dich preifen; und ewig, deiner, Liebevoll, gehorsam mich be weisen. Du bist mein Heil, mein Troft, mein Gott. Dir treu zu seyn bis in den Tod, sen meines Herzens Freude. viel. Ich finge dir mit Herz. dem du gemacht; mein Schöpfer, 367.Du bist m Dank und Ruhm gebühret; die bring' ich, Höchster, Dir. Mein Schickfal haft du stets regieret, und stets warst du mit mir. 2. Wenn Angst und Noth fich mir genaht; so hörteft du mein Flehn, und ließest mich nach deinem Rath Hulf und Errettung sehn. gebracht deine Macht und Güte! 24 Zu meinem Glücke leb ich hier; dein Wort gab mir das Leben, und was ich hab, hab ich von dir. Von dir ward mir gegeben Verstand and Herz, Gehör, Gesicht; o Herr, mein Gott, es fehlt mir nicht, an Proben dèiner Liebe. 3. Du leiteft mich nach deinem Rath bey drohenden Gefahren; dein Engel maß auf meinem Pfad vor Unfall mich bewahren. Zu meinem Dienst war alles da, schon eh ich diese Welt noch sah. Wie groß ist deine Güte! 4. Ist es der Mensch, der Staub, wohl werth, Herr, daß du sein gedenkest: daß du, da er dich oft entehrt, ihm so viel Gutes schenfest? O fähn wir deine Liebe ein! und möchten, dankbar Dir 3. Wenn ich in Schmerz und Krankheit sank, und rief: Herr, rette mich! So halfft du mir; mit welchem Dant, mein Gott, erheb ich dich! 4. Betrübre mich des Feine des Haß, so klagt ich dir den Schmerz; dy gabst mir, daß ich ihn vergeß, gabst mir Geduld ins Herz ma 5. Wenn ich den rechten Pfad verlor und mich vers schuldet sah; rief ich zu dir, mein Gott empor, und Gnade war mir nah..sh 6. Herr und seiner Regierung.not 16. Herr, für die keiden dank ich dir, dadurch du mich ge übt und für die Freuden, welche mir dein milder Segen giebt. sion 7. Dir dank ich es, daß die Natur mich nähret und erfreut.. Ich schmeck in jeder Creatur, Gott, deine Freund lichkeit. 8. Ich danke dir für deinen Sohn, der für mich Sünder ffarb, und der zu deinem Gnadenthron den Zutritt mir err arb. 9. Wie liebet Gott der Menschen Weht! Erheb ihn, Volk des Herrn! Die Erd ist seiner Güte voll; er hilft und rettet gern. 10. Er hilft und lässt die Traurigkeit uns bald vor übergehn: willuns, nach kurzer Prüfungszeit, zu ew. gem Glück erhöhn. 1 11. Bergiß nicht, Seele, deinen Gott; was cr an dir gethan. Berchr und hal. te sein Gebot, und bet ihn liebend an. 298 2. Du hast mich vor der Welt erwählt, und deinen Kindern zugezählt; nie wirst du mein vergessen! Du liebst mein Wohl, haft gnadenvoll mein Glück mix zugemessen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergiebst durch Chriftum mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. An seinem Heil hab ich auch Theil; dies tröstet meine Seele. 4. An dir hab ich den treus en Freund, der es aufs Besie mit mir meynt; wo find ich deines gleichen? mit deiner Treu siehst du mir bey, wenn Berg und Hügel weichen. 5. In Finsterniß bist du mein Licht, erfreust mein Herz; drum frag ich nicht nach allem Tand der Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. 6. Du fegnest mich, wenn man mir flucht; wenn mir cin Feind zu schaden sucht, wird es ihm nicht gelingen. Mel. Ich weiß mein Gott. 368.Jch freue mich, Selbfi was mich kränkt, von gelenkt, muß es mir Segen bringen. mein Gott, in dir. Du bist mein Trost, und was kann mir in deiner Liebe fehlen? Du, Herr, bist mein, und ich bin dein; was mengelt meiner Seelen? 7, Auf deiner Huld allein beruht mein ganzes Glück, mein höchstes Gur; in die leb ich zufrieden. Co dort, 11 4 299 Von Gott, seinen Eigenschaften, als hier, Herr, bleiben wir| Welt gemacht. Wenn in Liebe ungeschieden. 8. Du willst mein ewges Wohlergehn; einst werd ich dich noch nåher sehn, du Ursprung wahrer Freuden! an dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herze weyden. Mel. Mun Lob' mein' Seel. an lobt dich in Schwache zu dir kamen, haft du mit Hilf an sie gedacht. Auch mir half deine Gnade. Herr, wie vergelt ichs dir? Bleib auf des Lebens Pfade noch fernerhin mit mir; fo will ich dich erheben, dich, der so gern erfreut, und dir zur Ehre leben hier und in Ewigkeit. 369.Man der Stille; Mel. Wer nur den lieben. denn du erhörst Gebet, o Gott. Aus deiner Seegensfille fließt alle Freud und 370, Mein Herz, er Hülf in Noth. Nur du bist Herr auf Erden, der Frommen Zuversicht; in Trubsal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich freudig ehren mein Mund vor jedermann und deinen Ruhm vermehren, so lang er fallen fann. muntre dich zum Preise des Gettes, der dein Vater ist! Bedenk es, auf wie viele Weise du ihm zum Dank verpflichtet bist. Bring ihm, der stets dein Helfer war, mit Freuden Ruhm und Ehre dar.. 2. Es müsse dein fich freu 2. Herr, deine Hand ist immer offen, zu geben, was mir nüglich ist. Und doch en, wer deiner Gute Gröffe| bin ich oft schwach im Hof. kennt; und deinem Dienft sich weihen, wer Jesu Chrifti Namen nennt. Hoch fenst du stets gepriesen! du bists, der Wunder thut, und hast auch mir erwiesen das, was mir nüß und gut. Drum geb ich mich mit Freuden die zum Gehorsam hin. Nichts foll mich von dir scheiden, fo lang ich leb' und bin. 3. Herr, du haft deinen Stamen fehr herrlich in der fen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott, wie wenig bin ich werth der Gute, die mir wiederfährt. 3. Du bist es, der in meinen Sorgen mit Rettung mir entgegen eilt; und wenn die Hülfe mir verborgen, nach meinem Wahn zu lang verweilt, so kommst du, eh ichs mich verfehn, und giebst mir, über Wunsch und Flehn. 4. Auch sichef du mit Wohls und seiner Regierung. Wohlgefallen auf wahre Herzensredlichkeit, und hórest felbst das schwache kallen der Deinen mit Zufriedenheit; du hörst es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 5. Drum soll mir deine Huld und Güte beständig, Gott, vor Augen seyn. Ich will mit redlichem Gemüthe mein Leben deinem kobe weihn, bis ich vollkommner deinen Kuhm erheb im hd hern Heiligthum.d Mel. Wer nur den lieben. 300 ther, eh mein Bedürfniß ich empfand; selbst eh ich war, da masfest du mir schon mein Schicksal liebreich zu. 2. Zu zählen sind sie nicht, mein Vater, die Werke dei ner Gegenshand. Du warst schon meines Wohls Bera4. Du stärkst mir das geschenkte Leben und läffest es nie freudeleer; zum höhern Glück mich zu er he ben, schickst du auch mancheTrübfal her; doch stehst du auch mit Kraft mir ben, daß ich nicht Trost und muthlos sen. 5. So oft hab ich in meinen Tagen mit Freud und Dank es schon verspührt, wie du mich unger allen Plagen 371.D gut geführt; ben jeder drohenden Gefahr ward ich siets deinen Sut gewahr. mein Gott, recht preisen, wie du des Preises würdig bist! Könnt ich dir gnug den Dank be, 6. Wie sollt ich denn nicht weisen, den dieß mein Herz voller Freuden beständig deidir schuldig ist! dieß Herz, nen Ruhm erhöhn? Wie das deiner Gütigkeit sich tåg| sollt ich, auch im tiefsten Leilich mit Entzücken freut. den, nicht voll Vertrauen 2. Wer überströmet mich auf dich sehn? Fiel meine mit Segen? Wer theilt mirleszte Hoffnung hin; Du bist mit, was mir gebricht? Wer mein größerer Gewinn. schützet mich auf meinen We- 7. Drum reiß ich aus des gen? Wer schenkt dem Gei. Jammers Höhle mein forste Trost und Licht? Wer, gendes Gemüthe los, und gicbt zu meinem Thun Gerufe mit erfreuterEccle: wie deihn? Allgütiger, eu bists gut bist du, mein Gott! wie allein. groß! Du leitet mich nach | deinem Rath, der nur mein Heil beschlofen hat. 8. Von deiner Güte will lich fingen, so lange fich die Bunge 11 5 offe Von Gott, seinen Eigenschaften, gor Zunge regt; dir will ich Dank und Ehre bringer, so lange sich mein Herz bewegr; und wird mein Mund auch Eraffles fern, fo frimm ich 373.G er ist der Gott noch mit Seufzen ein. der Stärke! Groß ist fein Nam, und groß sind seine Werke.. 9. teib, Secl und Geist fen dir ergeben; nimm fie, mein Gott, in Gnaden an, bis ich in einem beffern Seben dich würdiger erheben kann. Da steiger mit der Engelchor mein, Lobgesang zu dir empor. empora Mel. O Gore du frommer. o lang ich ath- Anfang Gott, und Gott in ich dein Lob verbreiten. Das Leben gabst du mir mit seinen Süßigkeiten; du gabest, mir Verstand, der dich erkennen kann, und boteft ew. ges Heil in deinem Sohn mit an. sey dir mein Dank geweißt, und einst vor deinem Thron, Gott der Barmherzigkeit! iel. Was Lobes foll'n wir. 372. me, ott, will ewgen Zeiten! 2. Was bin ich, Gott der Huld, daß du so vich mir schenkest? was ist ein Mene schenkind, Herr, daß du sein| gedenkest? Ja, du gedachteft, Herr, schon vor der Welt an mich, und denkst noch meiner stets, regierst mich väterlich. 2. Licht ist sein Kleid, und feine Wahl das Beste. Gerechtigkeit ist feines Thrones Veste. 3. Unendlich reich, ein Meer voll Seligkeiten, ohn 3. Ich freue mich in dir und trauc deinem Seegen. Mein ganz Bestreben sen, zu gehn auf deinen Wegen. Bis an des Grabes Nacht 4 Was ist und war im himmel, Erd und Meere, das fennet Gott, all seiner Werke Heere. 5. Es ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schaffet was ich vor und nachmals thue. 4 6. Er ist dir nah, du fisest oder geheft; ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöheft. 7. Er kennt mein Schn und allen Rath der Secle. Er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle. 8. Er wog mir dar, was er mir geben wollte; schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte. 9. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre, Herr, und seiner Regierung Herr, ewig preif ich deines Namens Ehre. 10. Wer kann die Pracht von deinen Wundern affen? Der kleinste Staub, den du haft werden lassen; 11. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Dein Lob singt Luft und Meer, und Thal und Hügel. 12. Du trántfft das Land, führst uns auf grüne Weiden; schafft Nacht und Tag, und Ruh und Speif und Freudens no vie 302 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, präch tig ausgeschmückt, preist dich, du Gote der Stärke! wer hat die Sonn an ihm erhöht? wer kleider fie mit Majestät? wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mit dem Winde seinem Lauf? wer heißt die Himmel regnen? wee schließt den Schooß der Erden auf, mit Vorrath uns zu segnen? OGott der Macht und Herrlichkeit! Gott, deine Güte reicht so weit, fo weit die Wolken gehen. 4. Dich predigt Sonnen13. Kein Sperling fällt, schein und Sturm, dich Herr, ohne deinen Willen. preißt der Sand am Meere. Gollt ich mein Herz mit die- Bringt, ruft auch der ges sem Trest nicht stillen? 14. ,, Ist Gott meinSchuk, will Gott mein Retter wer den; so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden." Miel. Sey Lob und Ehr. enn ich, ochd ringste Wurm: bringt meis nem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unserm Schöpfer 374.28 pfer, deine. Des Menschen Leib, Macht, die Weisheit deiner den deine Hand so wunderWege, die Liebe, die für Albar bereitet; des Menschen Ics wacht, anbetend überle- Geist, den sein Verstand, ge; so weiß ich, von Be- dich zu erkennen, leitet; der wundrung voll, nicht, wie Mensch, der Schöpfung ich dich erheben soll, mein| Ruhm und Preis, ist sich ein Gott, mein Herr, mein Vater! täglicher Beweis von deiner Gut und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unfer Vater, sen gepreist, und alle Welt fag preift, Anten! 303 Don Gott, seinen Eigenschaften, Amen! und alle Welt ehr Gott den Herrn, und hoff auf ihn und dien ihm gern! wer wollte Gott nicht dienen? Mel. Ein Lämmlein geht. 375.Er schuf die Welt Lobgefang erreicht die Wunzum Schauplatz seinerGüte. der deiner Werke. Doch ist Lobfingt ihm, der sie noch dirs angenehmer Dank, dir erhält, mit freudigem Geist es mehr als Lobgefang, müthe. Gott ist die Liebe. wenn ich dich thätig liebe; Rühmt es laut, Geschöpfe, und gern in meiner Lebensdie ihr ihm vertraut, die zeit Erbarmen und Wohlihr ihn kennt und ehret! thätigkeit an andern Men Rühmt es, daß seine Gütig schen übe. keit mit jedem Morgen sich verneut, und ewig, ewig währet! s. Du bist die Liebe. Dank sen dir, daß ich dich so erkenne, und dir zum Kuhm, zum Trofte mir, dich meinen Vas ter nenne. Auch ich will ger ne liebreich seyn, will andre, wie du mich, erfreun, will helfen und dir gleichen. Von diesem Heil und dieser Pflicht, o Gott der Liebe, laß mich nicht, so lang ich lebe, weichen. Mel. Herzliebster Jefu, was. ein Reich, o 376.Dein Gott, wird ewig, ewig währen, Dein Reich und deine Macht, die wir verehren, und ewig wird von aller Völker Zungen dein Lob gesungen. 2. Daß außer dir nicht alles leer von Frend und Leben bliebe, schufft du, o Gott, der Himmel Heer und unsre Welt aus Liebe. Du selbst bedurftest ihrer nie; Unendlicher, du ließeft sie zu ihrem Heile werden. Du aber såt tigest dich nun mit Wonne, allen wohlzuchun im Himmel und auf Erden. Ach, was sind wir? die deis ne Macht aus todtem Staub hervorgebracht, uns ewig Heil zu geben. 4. Vater, welchem keiner gleicht, an Liebe, wie an 3. Kein Mensch, kein Engel felbft ermißt die Größe Deiner Segen, wie gutig deine Weisheit ist in allen ihren Wegen. Gott, deine Güre reicht so weit als deines Reichs Unendlichkeit, so weit, Herr, als dein Leben. 2. Nach dir, Herr, schauen aller Wesen Blicke, daß deine und seiner Regierung, ne Hand sie våterlich erquie efe; du giebest Allen; fei ner sucht vergebens dich, Quell des Lebens. 3. In allen Wegen Gottes strahlet Gnade, untadelhaft find alle seine Pfade, und was er thut, gereicht zu sei. nem Preise, ist gut und weise. tolin 4. Der Herr ist nahe de: nen, die ihn bitten; mit Segen sie und Troft zu über. schütten; er thut, was die Gerechten, die ihn ehren, von ihm begehren. 5. Der Herr behütet alle, die ihn lieben; die aber, die Betrung und Frevel úben, verfolgt er, daß er ihre falsche Sache zu Schanden mache. 6. Auf ewig will ich seinen Namen loben. Von allen Menschen werde Gott erhoben! was lebet müsse, Herr, zu allen Zeiten deinkob verbreiten. Mel. Dater unser im Sim. melreid). Ot 304 2. Auch mir gabst du mein Gott und Heil, noch täglich mein bescheiden Theil; gabft mirs mit Huld und Freundlichkeit, oft unverhofft zu rechter Zeit. Kein Vater sorgt so väterlich für seinen Sohn, als du für mich). 3. Ich bins gewiß, du fannst mich nicht verlassen, meine Zuversicht! ich bins gewiß, du thust mir wohl, so lang ich hier noch leben soll. Nicht Ueberfluß bitt ich von dir; was ich bedarf, Das giebst du mir. 4. Mich schusst du nicht für diese Zer; mein Ziel ist in der Ewigkeit. Du gabst mie Weisheit und Versand, und machtest selbst dich mir befannt; nichts, was die Erde zeugt und nährt, gleicht einer Menschenfeet an Werth, 5. Von dir, der das an mie gethan, werd ich auch Speis und Trank empfahn. Selbſt dem, der dich mit Sünden schmäht, giebst du sie ohne sein Geber; und flest ich 377.Gorf, Deine weife nicht darum zu dir, gewähre Macht sie mir. die ganze lebenvolle Welt, 6. Laß Herr mich nur vers und aller Augen freuen sich| gnügsam senn, mich deiner und warten hoffnungsvoll, Saben zwar erfreun; doch auf dich; auf dich, der du mehr noch deiner, der du dich fie alle liebst und allen ihre so freundlich zeigest gegen Speise giebst. mich, der du des Lebens Quelle 3° 5 Von Gott, seinen Eigenschaften, Quelle bist, aus welcher alle| ben mir dieses Trostes Licht, Wohltharfließt! von neuem Kreft gegeben und frohe Zuversicht. Wenn ich bekümmert war, so seufzt ich und war stille, und dein stets guter Wille entriß mich der Gefahr. ln h 7. Ben deines Segens Ule berfluß erhalt mich mäßig im Genuß; bewahr mich in der Dürftigkeit vor Schmach und Unzufriedenheit. Du, mein Erhalter, Preis und Dank bring ich dir, Gott, mein Lebenlana. 5. Dein Name sen gepriefen, der jederzeit an mir fo herrlich sich erwiesen! mein Herz und Mund soll dir, du Retter aus Gefahr, mein. schuldig Opfer bringen, von deiner Gute fingen jekund und immerdar. Te 6. Du hast mir wohl gerathen, und lauter Guts gethan, daß deiner Liebe Thaten ich nicht aussprechen kann. Hilf, Vater, daß ich dort, verklärt und ganz vollkommen, mit allen deinen Frommen, die danke immerfort. Miel. DonGott will ich nicht. gott, der an allen 378.6 Enden viel grof fe Wunder thut, du bists in deffen Händen mein ganzes Schicksal ruht, haft in der Prüfungszeit mir jeden meiner Tage, mein Glück und meine Plage bestimmt von| Ewigkeit. 2. Da ich noch tief verborgen im Mutterleibe lag, wacht über mich dein Sorgen. Ach, Bater, wie vermag mein dürftiger Verstand, das Gute zu erheben, Mel. Sey Lob und Ehr. das du- in meinen Leben mir 379. Leb fen Gott, der huldreich zugewandt. Frühling schafft, Gott, der den Erdfréis schmücket! Preis fey ihm! Ehre, Stark und Kraft, der, was er schuf, beglücket! der Herr erschafft der Herr erhält; er liebt und fegnet feine Welt. Lobsinget ihm, Geschöpfe! 3+ Drückt mich auf mei nen Wegen gleich manche Last und Müh, so führrauch fie zum Segen, und du verfüffelt fie. Du bleibeft mit Leidsvoll, weißt licbreich dei nen Kindern die keiden zu vermindern; beförderst stets ihr Wohl, 4. Stets hat in meinem Ec2. Das land, das erst erforben lag, erwacht und lebet wieder. Es strömet jeden und seiner Regierung. 306 les jauchzt zu eir emper, vor dem die 20etter feweigen. den neuen Eag fein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube lebt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antliß isi ser jungt, erheitert glänzt der 7. Von dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunna quell aller Gaben. Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichen Strömen laben. Himmel. Geburg und Thal| Wohl, allen wohl die sich und Wald erklingt von freu- fchon hier Dir, Herr, ver digem Getümmel. Und voll trauen, fröhlich Dir zu sterErbarmen schaut herab, der ben und zu leben. allen Seyn und Leben gab, auf feiner Schöpfung 4. Lobfinget ihm! er ist uns nah. Singt, alle feine Heere! Der Herr ist allenthalben da, im. Himmel, Erd und Meere. Ich preise dich, ich finge dir; denn du bist, wo ich bin, ben mir, mit Allmacht und mit Liebe. 5. Du rufft die Wolken in das Land und stillst den Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesegnet werde. Du machest Lüfte, Thau und Wind, die deiner Allmacht Voten sind, zu Quellen unfrer Freude. 6. Selbst, wenn von Donnersturm bedráut, erschrockne Länder zittern, strömt Segen, Stärkung, Fruchtbarkeit aus Nacht und Ungewittern. Dann bricht die Sonne neu hervor, und alMel. Ich finge dir mit Herz. 380.och immer wechs ordentlich des Jahres Zeiren ab; und früh und spät ergießet sich dein Segen, Gott, herab. 2. Noch öffnest du die milde Hand, wie du es stets gethan; du fegneft und du füllst das Land mit deiner Gütern an. 3. Von deinem Himmel, Höchfter, träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit; die Saat geht auf und blüht und reift und fättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet giebt der Baum wenn einer Schatten sucht, ihm unter feinen Zweigen Raum, Erfrischung und auch Frücht. 5. Wie frolich lächelt jede Flur! Es strömt, fich immer gleich, der Freuden Quelle; die Natur ist unerschöpflich reich. 6. Wem strömt sie nicht, € von 307 Von der Gnade Gottes gegen die Menschen. von dir erfüllt, Lust und Erquickung zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so vaterlich, wie du? cher Langmuth und Geduld verschonst du unsrer nicht? 8. O betet, Menschen, be tet an! und denker freudig 7. Nicht einem mangelt nun: was hat Gott nicht deine Huld. Wem stralet an is gethan? Was wird nicht dein Licht? Mit wel er nicht noch thun? II. Von der Gnade Gottes gegen die Menschen. Mel. Wachet auf ruft uns.| Elend lagen, und Nacht 381.Herr, wir fingen des Todes uns umfieng, feru deiner von deiner Wahrheit Pfade; da war es, Gott, als deine Gnade erbarmend vor uns übergieng. Da rief der liebe Blick ins Leben uns zurück; von der Sünde, von ihrer Nacht sind wir er wacht, und schauen Gottes Licht und Pracht. 4. Preiset ihn, ihr Jubellieder! zur Erde stieg fein Sohn hernieder, ward Mensch und starb der Sünder Tod. Christus hat den Tod bezwungen; ein neues kied werd ihm gesungen! uns fegnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm verföhnt; ihr Lobgefänge tont, tont zum Himmel! erschallt schon hier! cinst knien wir an deinem Thron, und danken dir. mel. Sey Lob und Ehr zc. Erbarm dich unfer, und er höre, nimm gnädig unser Koblied an! Herr, wir danken voll Entzücken; wo ist ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhöhn, er, dessen Heil wir sehn, ist die Liebe; schon vor der Zeit, in Ewigkeit war ers und ists in Ewigkeit. 2. Um zu dir uns zu erheben, gabst du in unsre Brust das Leben, und schenkest uns der Erde Glück. Um zu dir uns zu erheben, ehtziehst du unsrer Brust das Leben, und schenkest uns des Himmels Glück. Du giebst das Leben, Gott; du sendest uns den Tod, uns zum Segen; so hier als dort, an jedem Ort, bist du die Liebe fort und fort. Als wir von der Sünde 3+ Plagen gequält in unserm mit frohem Dank erheben! 382.uf, Chriften, last Gott Von der Gnade Gottes gegen die Menschen. 308 Er hat nicht lust an unserm Tod, will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hater uns an seiner Freude ewig Theil; so preifen wir dich ewig. Miel. Ich dank dir schon. Durch Jefum Chrift erbar 383.Greben giebt! wer edanke, uns mungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnadenvol len Rath kam Gottes Sohn auf Erden. Von unsrer Schuld und Mifferhat ein Retter uns zu werden. Er wards; und hat sein Werk vollbracht, und sich nach kurzer Grabesnacht gen Him mel aufgeschwungen. 3. Wo ist des Todes Herrfchaft nun? hier ist sein ueberwinder. Die Furcht dafür hinweg zu thun, starb er, das Heil der Sünder. Gebrochen ist uns nun die Bahn, die von der Erd uns himmelan jur ewgen Wonne leitet. kann dich ganz durchdenken? Also hat Gott die Welt geliebt, uns feinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt mit Finsternissen, füllst du mein Herz mit Majestát; und stillest mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen, und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm empfinden. 4. ..So kann ich auch nicht Gottes Rath von Jesu Tod ergründen; allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. 4. O laßt uns ihm uns anvertraun und seine Stimme 5. Nimm mir den Trost, hören; auf seine Mittler- daß Jesus Christ nicht meihülfe baun, ihn mit Gehor- ne Schuld getragen, nicht fam ehren. Das ist der Weg Gott und mein Erlöser ist, zum ewgen Wohl; der Weg, auf dem man friedenvoll und froh auf Erden wandelt. 5. Herr, leite selbst uns diesen Pfad! zeuch uns zu deinem Sohne! daß Glaub an ihn auch mit der That in unserm Herzen wohne. So haben wir an seinem Heil, so werd ich angsvoll zagen. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn; so werd ich irren müssen, und wer Gott ist und was ich bin und werden soll, nicht wiffen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein Zweifel rauben; ich fühle X 2 jeine 309 Don der Gnade Gottes gegen die Menschen. feine Göttlichkeit, und halte| würdig, fenn, um dich Herr, vest am Glauben. 8. Ich bin dein ewges Eigenthum! durch dich des Himmels Erbe; dieß, o Er löfer, ist mein Ruhm, auf den ich leb und sterbe. 9. Du giebst mir deinen Geist, das Pfand, im Glaus ben mich zu stärken, und bilde st mich durch deine Hand zu allen guten Werken. so. So lang ich deinen Willen gern mit reinem Her zen thue, so fühl ich eine Kraft des Herrn, und schmeche Fried und Ruhe. Schmach zu leiden; so laß mich keine Schmach und Pein von deiner Liebe schei. den. 16. Und sollt ich, auch nicht für und für des Glaubens Freud empfinden, so wirk er doch sein Werk in mir, und reinge mich vor Sünden. 12. Ich weiß, daß du, mein Heiland, lebst, und mich einst aus der Erde erweckst, und zu dem Reich erhebst, da ich dich schauen werde. 13. Kann unsre Lieb im Glauben hier für dich jemals erkalten? Dieß ist die lieb, o Herr, zu dir, dein Wort von Herzen halten. 14. Erfüll mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich nur nenne; und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 15. Soll ich dereinst noch 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt,( laß mich noch sterbend denken,) wie soll uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht alles schenken! 11. Und wenn mich meine Sunce kränkt, und ich zu dir, Herr, trete; weiß ich, daß 384. ein ehrer i dir dein mein gedenkt, und thut, warum ich bete. Miet. Dater unser im Sim: melreich. ist Icfu, gleich. An Weisheit und an Liebe reich bist du, sowohl durch Wort als That, der schwachen Menschen fichrer Rath. Es freut mein Geist im Glauben fich, Herr Jesu, dein, und preiset dich. 2. Du kamist zu uns, von Gott gefandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreyt von Sündenschuld, theilhaftig werden seiner Huld. Auf ewig sey dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium! 3. Du sahest in der Gott heit Licht mit aufgeklärtem Ange Von der Gnade Gottes gegen die Menschen. 310 Wahrheit liebt, zum Glauben Licht und Kräfte giebt. Angesicht, was, nach des Höchfien weifem Nath, die Welt noch zu erwarten hat; auch machtest du durch deinen Mund die Zukunft selbst den Menschen fund. 8. Mein Heiland, fend ihn auch zu mir, daß er mich zu der Wahrheit führ, von Eigendünkel mich befrey, damit ich dir gehorsam sen: bis mich dereinst in Ewigfeit ein hellres Licht ben dir erfreut. 4. Dieß und die Wunder deiner Hand sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund gehört, fen Wahrheit, die uns el. Mir nach spricht Chr. Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Sport den 385.Jefu, wahrer Glauben an dieß Wort von Gott! 5. Du lehreteft durch Wort und That, den Weg zu Gott, der Tugend Pfad. Du bist das Haupt, du giengst vor an; gieb, Herr, daß ich auf gleicher Bahn, gestärkt von dir, mit steter Treu dir nach zufolgen eifrig fen. Frömmigkeit vollkommenstes Erempel! dein Herz, dem Vater ganz geweiht, war jeder Tugend Tempel; dein Wandel, rein von aller Schuld, war voll von Gottes Lieb' und Huld. 2. Wer war geschäftiger, als du, zu thun des Vaters Willen? Dir war es Ruhm und Seelenruh, ihn treulich 6. Du bist es, Herr, von zu erfüllen; kein Selbftdem das Amt, das die Ver.[ ruhm war in deiner Brust; föhnung predigt, stammt. nur Gettes Rubm war deiDu machst durch treuer deh. ne kust. rer Mund noch ist dein Heil 3. Wenn wo dein Auge den Menschen kund. Be- Frevler sah, warst du voll edgleite stets mit deiner Kraftler Schmerzen; doch wenn ihr Amt, damit es Nuken fchafft! des Vaters Wort geschah, war Freud in deinem Herzen. 2n ihm nur hieng dein ganzer Sinn auf ihn fah 7. Noch immer hilfft du deinem Worr in seinen Sie gen måchtig fort. Du sen- stets dein Auge hin. dest, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen guten Geist, der jedem, der die 4. bn chreeft du mit Wort und Thatpor aller Welt mit Freuden. Du warst bereit * 3 nach 311 Don der Gnade Gottes gegen die Menschen. nach seinem Rath, zum Heil für uns zu leiden. Wie er die Liebe selber ift, warst du die Liebe, Jefu Chrift. 5. Du zeigtest, daß die größte Noth dich nicht zum Murren reize, marft Gott gehorsam bis zum Tod, zum bit tern Tod am Kreuze. Auch da war deine Zuversicht auf ihn allein und fest gericht't. den, der Verlornen Heil zu werden, und für sie so gar dein Leben in den Tod dahin zu geben. Wo ist jemand, der die Größe einer Lieb und Huld ermesse. 2. Dein Verlangen, dein Begehren, war uns Nettung zu gewähren. Jedem gerne Guts erzeigen, zu Beleidigungen schweigen, auch an Feinden Wohlchun üben: das heißt Menschen göttlich lieben. Und wie voll von solcher Güte war, Erlöser, dein Gemüthe! 3. Odu Zuflucht der Elenden! wer hat nicht von deinen Händen auf sein redliches Verlangen Hülfe, Ruh und Trost empfangen? S wie pflegtest du zu cilen, Gnad' und Wohlthat zu ertheilen. Freude war dirs, Seligkeiten schon auf Era den auszubreiten. 6. Von ihm verlassen, blieb dein Herz an ihm, trok al les Spottes. Dein Hoffen war im bångsten Schmerz die sichre Hülfe Gottes. Und was du hoffeeft, ist geschehn; Gott hörte deiner Stimme Flehn. 7. Mit Ehr und Preis von ihm gekrönt, lebst du zu seiner Rechten voll Majestät, und dir erront von allen Gottesknechten das kob, deß| du so würdig bist. O selig, wer dir ähnlich ist! 8. Hilf, daß ich dein Erempel mir, o Herr, zum Mufter sege, und meinen Gott, gefinnt gleich dir, weit über alles schäßze, mit Freuden seinen Willen thu, und ganz in seiner Fügung ruh.. Mel.Schmücke dich geliebt.| 386. Bor Morbild wahrer Menschenliebe! Jefu, deines Mitleids Triebe zogen dich herab auf Er 4. Menschenseelen zu bes glücken, müde Herzen zu erquicken, Unverständge zu belehren, Abgewichne zu bekchs ren, Sünder, die sich selbst verstocken, liebreich zu dir hinzulocken: war dein tägliches Geschäfte mit Aufopfrung deiner Kräfte. 5. Und wie hoch stieg dein Erbarmen, da du, Mittler, von uns Armen Gottes Stra Von der Gnade Gottes gegen die Menschen. 312 Strafen abzuwenden, unter frecher Mörder Händen Angst und unerhörte Schmerzen litteft mit gelaßnem Herzen; als ein Misfethäter starbest und uns ewges Heil erwarbest. Schmuck und Krone; nie hast du nach Ruhm getrachtet, noch auf Menschenlob geachtet. Deines Vaters heilgen Willen mit Gehorsam zu erfüllen, uns zum Himmel zu erheben, war der Zweck von deinem Leben. 6. Deine Huld hat dich getrieben, SanftmuthundGe- 8. kaß mich, Herr, zu meiduld zu üben, Haß mit Haß nem Seegen deinen Wannicht zu vergelten, deine del oft erwägen! Laß mich Schmäher nicht zu schelten, in der Angst der Sünden allen freundlich zu begegnen, Troft und Hülfe bey die die dich lästerten zu segnen, finden! Heilige auch meine deine Mörder zu vertreten Triebe zu rechtschaffner und für sie zu Gott zu beten. Menschenliebe! Laß mich 7. Demuth war bey Spott immer mehr auf Erden deiund Hohne deiner Tugend I nem Bilde ähnlich werden! III. Von der Erlösung durch Jesum Christum. Von der Menschwerdung| kann, des Höchsten Sohn Christi. Advents- und nimmt Fleisch und Blut, aus Liebe für uns an. Wenhnachtslieder. Mel. Lobt Gott, ihr Chrift. Iso hat Gott die 387.Al Welt geliebt, daß er aus freger Huld uns seinen Sohn zum Heiland giebt, zum Bürgen unsrer Schuld. 2. Was sein erbarmungsvoller Rach schon in der Ewigkeit zu unserm Heil beschloffen hat, vollführt er in der Zeit. 4. Ich freue mich mein Heil, in dir! du wirst ein menfch, wie ich, daß ich mit Gott fen, Gott mit mir. Wer ist dann wider mich? 5. Du, Sohn des Allerhöchsten, wirst auch mir durch Rath und That ein Helfer und mein Friedefürst auf dieses Lebens Pfad. 6. Was mir zur Seeligkeit 3. Er, aller Menschen gebricht, schafft deine Liebe bestes Gut, der alle segnen Imir; Versöhnung, Leben, 4 Trost 313 Von der Erlösung durch Jesum Christum. Troft and licht. Wie viel hab ich mir dir! 7. Dein Mangel wird mein reiches Theil; dein Leiden stillt mein teid. Durch deire Demuth, Herr, mein Heil, cewinn ich Herrlichk it. 8. Gelobt sen Gott! gelobt fein Sohn! durch den er Gnad erweist. tobt, Engel, ihn vor seinem Thron! Er. heb ihn auch mein Geift! Mel, Lob sey dem allmächt. 388. Dies ist der Tag den Gott ge macht; sein werd in aller Welt gedamt! ihn preife wer, durch Sefum Chrift, Freund und ein Gottgelieb ter" ist. stes Gut, verbindest dich mit Fleisch und Blut, wirft unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 6. Gedanke voller Majes flåt! Du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Seligkeit! du bist es, der das Herz erfreut. 7. Durch eines Sünde fiel die Welt. Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der ieß ist der Tag Mensch, wenn Gott ihn liebt, und ihm den Sohn zum Heiland giebt. 8. Dieß ist de Tag, den Gott gemacht! sein werd in aller Welt gedacht! ihn preise, wer, durch Jefum Chrift, Freund und Verehrer Got 2. Die Volker haben dein geharrt, bis daß die Zeit ertes ift. füllet ward; da fandte Gott Mel. Ermuntre dich mein. von seinem Thron zum Heil der Menschen, feinen Sohn. 389 Der du zu uns, 3. Damit der Sünder Grad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt! nimmst felbft an unfrer Schwachheit Theil, e scheinest uns zu uns rem Heil. gefandt vom Herrn, aus deinem Himmel famest, und unfre schwache Menschheit gern in Demuth an dich nahmest! SohnGot tes! o wie hast du dich so tief erniedrigt auch für mich! wie arm bist du erschienen, um | mir zum Heil zu dienen! 4. Und zu erfüllen Gottes Math, sprachst du durch Wort und Lieb' und That! Gott, deinen Willen thu 2. O lehre mich den hohen Werth von deiner Huld recht ich gern." Und gingst uns| fassen! Was reizte dich, auf auf, ein Sicht vom Herrn. 5. Du, unser Heil und höch: dieser Erd dich so herab zu laffen? Hier wartet dein fo manche Von der Menschwerdung Christi. 2c. 314 manche Noth, Verachtung, dich nahmst, ach, daß dein Kummer, Schmerz und Tod; und doch kommst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden erworbnes Heil, würde ewig unser Theil! 3. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Du bisks, der mich mit Gott vereint, du bringst mir Heil und Leben. 6. Unfre Seele trou auf dich; unser Leben preise dich! Und du selber, Heil der Welt, hilf uns thun, was dir gefällt! mel. Allein Gott in der höh. Herr, was ich hab und was ich bin, bas geb ich dir zum Dienste hin; kein lieben und kein Leiden soll mich) von dir abscheiden. Mel. Gott seyDank in aller. 391 Laßt uns mit chrfurchtvollem Dank den Gott der Lieb erhöhen, mit fenerlichemkobgefang des Heilands Feft bege. hen! Preis sen dem Vater, der ihn gab! Preis sey dem 390. Heiland, den uns Sohn! er kam herab, und Gott ward das Heil der den der Himmel jauchzend pries, als du Sterblichen zum Dienst huldreich auf der Erd erschienst! 2. Wie dein Nam, ist auch dein Rahm. Jefu, wir, dein Eigenthum, fühlen dankvoll und erfreut deine große Gütigkeit. 3. Du, deß Hand die Himmel hält, du kamst willig in die Welt, uns von Sünden zu befreyn; unser Licht und Trost zu seyn. 4. Preis fen dir in Ewig Feit! Auf, die ihr erlöfet fend, rühmt im Glauben und in That ihn der euch erlöfet haté 5. Der du liebreich zu uns kamst, unsre Sunden auf 2. Ist der ein Chrift, der dieses Heil nicht schätzt und lieb gewinnet? Nimm froh an feiner Liebe Theil, und werd ihm gleich gefinnet! Wernicht, wie er, gefinner ist, der ehrt ihn nicht, ist nicht ein Christ. Der Herrer: fennt die Geinen. 3. In Dürftgen laßt uns ihn erfreun, bekleiden, ſpeisen, trànken! ja, laßt uns frohe Geber seyn, und sein daben gedenken. Was ihr den einen habt gethan, das, spricht er, habt ihr mir gethan. Und er, er wills vergelten. 4. Ber ihn mit trenem Herzen ehrt, den wird sein 35 Name 315 Von der Erlösung durch Jesum Christum. Name trösten. Vertraut| groß erdulden. Kernt den ihm, der Gebet erhört, lob- Menschenfreund erkennen, fingt ihm, ihr Erlösten! gnadenreich will er euch seiEs freut sich deine Christens ne Brüder nennen. heit, Herr, deiner Menfchenfreundlichkeit. Dir, dir sey ewig Ehre! 6. Danft ihm, der des HerzensSehnen sehen kann! betet an! opfert Freudenthránen! liebt ihn, der von 392. Gott lobfingen! Herrn, der euch gern feine traut dem Miel. Warum sollt ich mich. uns Brüder nennet! hoch erfreut, laßt uns heat ihm Anbetung bringen! In des Himmels hohe Chöre flimmet ein: Gott allein, Gott allein fey Ehre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freue sich inniglich; Christus ist geboren. Er, der König aller Wesen, steigt herab bis ins Grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann Gottes Rath. schluß fassen? Aber dieß ist gewiß, Gott kann uns nicht haffen! Kommt der Sohn aus freyen Trieben zu uns her; wie sollt er nicht die Menschen lieben! 4. Wenn er uns verwor fen hätte, nahm er dann Menschheit an, daß er uns errette? Deß soll sich der Erdkreis freuen! Zum Gericht kommt er nicht, son bern zum Verzeihen. 5. Er, er will für unfre Schulden Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlich 7. Wenn euch cure Sünden Frånken, eilt herzu, sus chet Ruh! er will sie euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken! zittert nicht! denn er spricht: ich will euch erquicken. 8. Drückt euch hier so manche Plage; euren Schmerz fühlt sein Herz, kein Erldfier zage. Bringet ihm an seinem Feste Preis und Ehr! wisset, Er wählt für euch des Beste. 9. Er verläßt euch nicht ihr Schwachen; mehr, als ihr, litt er hier, euch beglückt zu machen. Diese kurze Zeit der Leiden und der Mih, was ist sie gegen ewge Freuden? 10. Jesu, du nahmst meine Bürde gern auf dich, daß auch ich fren und selig würde. Wer kann deine Liebergründen? Ewig soll freudenvoll sie mein Herz empfinden. Miel. Dom Leiden und Tode Christi. 316 Mel. Vom Simmel hoch.| ffarb, und unfern letzten 393.3 kömmt der starte Held, der Retter der gefallnen Welt; die Unschuld, die von ihr entflohn, bringt er zurück von Gottes Thren. om Himmel Stunden den füffen Trost erwarb, daß du dein theures Leben zu unfrer Selig feit hin in den Tod gegeben; Dank dir in Ewigkeit! 2. Wie viel hast du erdul2. Er wird ein Mensch, odet, erhabner Menschenwelche Huld! und nimmt sohn; als du so unverschulauf sich der Menschen Schuld; bezahlet, was er nicht geraubt, und rettet den, der an ihn glaubt. 3. Gelobet senst du, Jefu Chrift, daß du nun unser Bruder bist! Um deine Brüder zu befrenn, willst du für sie das Opfer seyn. 4. Der Erde wünschen Engel Glück; denn Gottes Friede kömmt zurück. Mit Wohlgefallen zeiget Gott: er wolle nicht des Sünders Tod. det empfiengst der Sünder lohn. Da folgte Schmerz auf Schmerzen, da traf dich Schmach auf Schmach; da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herz dir brach. 3.Entfernt von jedem Reize der Menschen wohlgefällt, hiengst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde; du warst der Leute Spott; dich höhnten deine Feinde: wo ist denn nun sein Gott? 4. Wer kann dir nachem5. Ergieb dich ihm, opfinden den Schmerz, die Seele, ganz! Auch dir strahlt seines Friedens Glanz: auch du sollst durch ihn glücklich seyn, und seiner ewig dich erfreun. Todesangst, mit welcher du, von Sünden uns zu erretten, rangst. Dic Saft gehäufter Plagen fiel endlich schwer auf dich, daß fie dich drang zu klagen: Gott, du verläsfest mich! Vom Leiden und Tode Chrifti. s. Ach, diese Last und Miche hab ich dir auch gemacht. mein Erlöser, fiche vom Mel. O haupt voll Blut. voll in 394.D" cherz und Gnaden auf mich Armen, Wunden für uns am Kreuze der sich verschuldet hat, und 317 Von der Erlösung durd) Jesum Christum. hilf mir aus Erbarmen von Mel. Ein Lämmlein geht. meiner Missethat. 395. Erfülle, Herr, doch felbst mein Herze mit Dank und füffem Triebe. Ich denk an deines Leidens Schmerz, das Opfer deiner Liebe. Dein Kreuz sen mie gebenedent. Welch Wunder der Barmherzigkeit haft du der Welt erwiesen! Wenn hab ich dieß genug bedacht, und dich aus aller meiner Macht genug dafür gepries sen? 6. Auf dich nur will ich fehen mit aller Zuversicht. 2ohin soll ich sonst gehen? wenn Hülfe mir gebricht. Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Here, nicht liebst? wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht giebſt? 7. Du hast mir durch dein Leiden Versöhnung, Huld und Kraft, in Trubsal, Trost und Frenden, die ewig sind, verschafft. O gicb an dieser Gnade frets meinem Glauben Theil? und auf des te bens Pfade mir Muth, und Trost und Heil. 9 8. Mit innig neuem Triebe bring ich dir meinen Dank. Die Größe deiner Liebe sey flers mein Lobgefang. Dein bin ich, Herr, und halte mich vest an deiner Treu, daß, wenn ich einst criaite, in dir mein Ende sen. 9. Belebe dann mein Hof fen zum Himmel einzugehn. Laß mich im Geist ihn offen, und dich verherrlicht sehn. Da ruf ich aus mit Freuden: nimm meinen Geift, Herr, auf! und du nimmst ihn im Scheiden zu deiner Wonn hinauf. I defürft und Held, in Fleisch 2. Rath, Kraft, und Fries und Blut gekleidet, wirst du deine Seele leidet. Du ringst das Opfer für die Welt, und mit Angst und Todesnoth, und gehst doch willig in den Tod; o Liebe fonder Ende! Du nimmst auf dich der Menschen Schuld, und giebst mit göttlicher Ge. duld dich in der Sünder Hände. 3. Ein Opfer nach des Ewgen Rath, belegt mit unsern Plagen, um deines Volkes Missethat gemartert und ge schlagen; gehst du den Weg zum Kreuzesstamm, in Unschuld stumm, gleich als ein kamm, das man zur Schlachtbank führet. Frey. willig, als der Helden Held, stirbst du, aus Liebe für die $ Welt, Dom Leiden und Tode Christi. Welt, den Tod, der uns gebühret. 318 4. Du neigst dein Haupt; es ist vollbracht. Dustirbst; die Felsen beben. Du finfft dahin in Grabesnacht, das mit wir ewig leben. Was dig von Frevlern Schmach und Schmerzen und trugest sie geduldig mit sanftem fillem Herzen. lem Herzen. Dein Vild müß uns beleben, zu dulden, zu vergeben, wie du lics zu ben, Herr Jesu! ist der Mensch, den du befrent? Und was ist feine Dankbarkeit? Herr, laß mich Gnade finden! Und deine Liebe dringe mich, daß ich dich wieder lieb und dich nie kreuzige mit Sünden. 3. Der du an deinem Ende noch froh gen Himmel schauest und in des Vaters Hån de den Geist ihm anvertrautest. Laß uns auch voll Vers trauen noch sterbend auf dich schauen; sen unser Trost, Herr Jefu! 5. Du hafts gesagt, Du wirst die Kraft zur Heiligung mir schenken. Dein Blut Mel.Serzliebster Jesu, was. ists, das mir Troft verſchafft, 397.Gott, der du für uns wenn mich die Sünden från ken, laß mich im Eifer des Gebets, laß mich in Lieb und Demuth stets vor die erfunden werden. Dein Heil sey mir ein Schirm in Roth, mein Stab in Schwachheit, und im Tod' mein letzter Troft auf Erden. Mel. O Lamm Gottes, 396.Erlöfer, der im lag mit Blut bedecket, dein tröste fich mein Glaube, wenn Súnd und Tod nich schrecket; dein tiefer Schmerz, dein Klagen, dein Todeskampf, dein Zagen sen meine Ruh', Herr Jesu. 2. Du littest Herr, unschul Sohn gegeben! wer fann genugsam dine Huld erhes ben? Wie herrlich zeigt du im Erlösungswerke der Liebe Stärke. 2. Deinewger Sohn stirbt für die Menschenfinder; der Heiligste tritt an die Start der Sünder; der Gelige bes giebt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 3. Er wird das kamm, das Aller Sünden treger, auf ihn hast du die kast der Welt geleget; daß du die Schuld an den verlohrnen Schafen nicht dürfte strafen. 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest, und deinen Sohn ihm zum Versöhner 319 Don der Erlösung durch Jesum Christum. ner schenkest? Was findest du, an mir und an uns allen für Wohlgefallen? unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen! 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so finken meine Kräfte, mein Herz erbebt; ich sehe und empfinde den Fluch der Sünde. 5. Verdient Verachtung gütiger Gefeße, verdient Verschwendung unschägba. rer Schäße, verdient gehäuf te gröbliche Verschuldung die Lieb' und Duldung? 6. Ach lehre mich recht deine Huld erkennen, dich voll Beschämung meinen Vater nennen, und zum Gehorsam die mein ganzes Seben willig ergeben. 7. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben, 5. O Herr, mein Heil, mit deiner Huld durch sei- j an den ich herzlich glaube, nen Tod erworben, das wer- ich liege hier vor dir gebückt de mir zu meinem ergen im Staube; verliere mich Heile, nun auch zu Theile. mit dankendem Gemüthe in deiner Güte. 8. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen, und trofte mich ben des Gewissens Schmerzen; dein Geift fen mit mir, deinen guten Willen treu zu erfüllen! Mel.Herzliebster Jesu, was. 398, Herr, stärke mich Gnade freiger. dein zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von allerSchuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Du wolltest, Herr, ein Mensch gleich uns auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; an 4. Gott ist gerecht, ein Richter alles Bösen. Gott ist die Lieb und kommt, uns zu erldsen; lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. Des Höchsten Thun ist Gnad und Lieb erweisen; uns kommt es zu, sie des muthsvoll ju preifen, zu fehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget; die 7. So sen denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiefen! da du; mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 8. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben, und stets mit Freuden deinen Swillen Vom Leiden und Code Christi. Willen üben; o gieb zu der Dank für deine Todesdiesem feligen Geschäfte schmerzen; Gott geb' mus mir neue Kräfte. allen Kraft, in deinem Namen, die nachzuahmen. 399.Das Mel. Herzliebster Jefu, was. as Gute thun, 7. Lockt böse kust mein Herz das Böse fliehn mit ihrem Reize, so schrecke und meiden, Herr, diese mich dein Wort, das Wort Pflicht lehrt mich dein hei- vom Kreuze, und werd ich lig leiden. Könnt ich zu matt in Uebung guter Wera gleich das Böse mit erlaute, so gieb mir Stärke. ben, und an dich glauben? 8. Seh ich dein Kreuz den 2. Da du dich selbst für Klugen dieser Erden ein mich dahin gegeben, wie ergerniß und eine Thorkönnt, ich noch nach mei- heit werden; so sen es mir, nem Willen leben, und nicht trots alles frechen Spottes, vielmehr, weil ich dir ange- die Weisheit Gottes. höre, zu deiner Ehre? 3. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaßnes Herzens werden? da du so viel für uns, die wirs verschulder, liebreich erduldet. 4. Für welche du dein teben selbst gelassen, wie könnt 9. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden från fen so laß dein Kreuz nie wieder Ruhe schenken; dein Sterben sey, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried und Freude. Miel. Mig nach spricht Chr. Crch danke dir für 400. haffen! und nicht, wie du, wenn sie mich untertreten, für sie noch beten? die gehäuften Plagen, die du, mein Heiland, mich aus Noth zu retten, haft ertragen. Laß das Ver dienst von deiner Pein ein Troft für meine Seele schn. 2. Ich danke dir für deine du, Heiliger! du Herr und! Huld, die du auch mir erzei Haupt der Glieder! ou get, da du zur Tilgung meis schaltst nicht wieder. ner Schuld dein Haut am Kreuz geneiget. D, wende dich zu mir, mein Gort, wie Trest 5. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß, vergelten, wenn man mich schilt, will ich nicht wieder schelten; 320. 6. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dieß ist 321 Von der Erlösung durch Jesum Christum. Trost in meiner letzten Noth. 3. Erhalt in deinen Dienst mich treu, bis Leib und Seele scheiden, daß nicht an mir vergeblich sen dein theuer werthes Leiden. Und wenn mein Kauf vollendet ist, so nimm mich dahin, wo du bist. und zu jener Welt einmal ohne Schrecken gehen. Denn du haft aus aller Noth Retturg mir errungen, und durch deinen Kreuzestod meinen Tod bezwungen.' 5. Heer, was bin ich, daß du mein so dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein mir zur RetMel. Jefu deine Pasion. 401.Mein Erlófer, tung kommen! Gieb mir Gottes Sohn, der du für mich littest; und erhöht auf Gottes Thron, ist noch für mich bittest! Welche Wohlthat ist für mich dein so bittres leiden! o wie preif ich würdig dich, Stifter meiner Freuden! Weisheit, gieb mir Kraft, ( denn du hasts in Händen) was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden. 2. Nun kann meine Misfe that noch Vergebung finden; denn du starbß, nach Gottes Rath, für der Menschen Sünden. Unfre Lasten rrugeft du, littest, uns zu retten; daß wir im Gewissen Ruh, mit Gott Friede hätten. 3. Was uns Luft zur Beff rung schafft, was zur Tugend leitet; dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz be. reitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen gern zu thun, Sünden abzusier ben. 4. Froh kann ich insTodesthat schon im voraus sehen; 6. Strafet mein Gewissen mich, reun mich meine Sünden; o, dann laß, gestärkt durch dich, mich den Trost empfinden, daß du auch für meine Schuld bift am Kreuz gestorben, und zu Gottes Vaterhuld Zutrift mir erworben. 7. daß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muthy beleben, st and haft jeder Sunde Relz hier zu widerstreben. Treib mich mächtig dadurch an, mich vor Gott zu scheuen, was ich unrecht je gethan, innig zu bereuen.. 8. Stärke mich durch deinenTod auf die letzten Stun den. Wie du deines Todes Noth fiegreich überwunden, oso hilf dazu auch mir; laß mich frölich scheiden! Herr, fo Dom Leiden und Tode Chrifti. 322 so dank ich ewig dir für dein bittres Leiden. Mel. Freu dich sehr, o meine. sein Glaube je gethan, jedes Gute folget dann seiner See le von der Erden hin vor 402, Heute, sprach Gort, fein Lohn zu werden. mein Heiland, heute,( an fein blutig Kreuz erhöht, da ein Sünder, ihm zur Seite, sterbend noch um Gnade fleht;) heute, dies betheur ich dir, sollst du Sterbender mit mir dich im Paradiese laben, Theil an meinem Reiche haben." 5. Nun auch ich, o Herr, befehle, wann ich kaum noch lallen kann, die durch dich erlöste Seele deinen treuen Händen an. Und du, Heis land, stärkest mich, rufest mir auch zu, daß ich noch am Tage da ich sterbe, deine Herrlichkeit erwerbe. 2. Theures Wort aus Jesu Munde, fest versiegelt durch sein Blut! In der finstern Todesstunde giebst du Freudigkeit und Muth. Wann der Christ nun scheiden soll, bleibt er fester Hoffnung voll, sieht die Nacht in Licht verwandelt; weiß ge wiß, wohin er wandelt. 6. Ja, noch an demselben Tage geh ich in den Himmel ein, los von aller Furcht und Plage, Herr, ben dir daheim zu seyn. Hier genies ich deines Lichts, bis der Tag des Weltgerichts auch die Nacht des Grabes ender, und die Seligkeit vollendet. Miel. So ruhest du b 3. Ohne Zagen kann er sterben; feine Seele stirber 403. Am Kreuz erblaßt, der Schmerzen. last, der Todesquaalen můde, findet mein Erlöser nun in dem Grabe Friede. nie. Nein, ihr drohet kein Verderben, auch kein Schlaf betäubet fie. Sie finkt nicht in Finsterniß; denn wahr. haftig und gewiß ist das Wort des treuen Zeugen. Hier muß jeder Zweifel schweigen. 2. Ein heilger Schmerz, durchdringt mein Herz; und Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tiefgerühret schlagen. 3. Du liebtest mich und gabest dich zum Opfer für die Sünden. Wo ist größ. re Liebe je, größre Huld zu 4. Selig ist und rein von Mängeln, ja von nun an felig ist, brüderlich begrüßt von Engeln, der im Herrn entschlafne Christ. Was finden? 322 Von der Erlösung durch Jesum Chriftum. 4. Es ist vollbracht!" dich des Höchsten Kraft aus riefst du mit Macht, und em Grabe gehen. zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich fren in den Tod gegebeh. 5. Du hafts gethan. Ich bete an, o König der Erld sten, und will dein im Tode michGlaubensvoll getrösten. 6. Sein finstres Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen: Denn turch sich, Erlöser, ists mir der Pfad zum Schauen. 7. Ich preise dich. Erfor sche mich, und siehe, wie ichs menne; ja, du fichests, wenn ich still meinen Dank dir weine. 8. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit verges fen. Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb ermessen. 4. Ich weiß, du wirsi, mein Lebensfürst, wie dich, auch mich erwecken. Sollte denn mein glaubend Herz var der Gruft erschrecken? Mel. Am Creuz erblaßt. ur Grabesruh 5. Hier werd ich einst, bis du erscheinfi, in fanf tem Frieden liegen. Denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. Nein, nichts verdirbt. Selbst was hier stirbt, der leib wird auferstehen, und, zu Himmelsglanz verklärt, aus dem Grabe gehen. 7. So fint ins Grab, meine Leib, hinab! ich will mich drum nicht fränken, fon dern Jesu, mir zum Trost, an dein Grab gedenken. Von der Auferstehung Christi. 404.3 entschliefest du, Miel. Es ist gewißlich an. der du uns und am Kreuz uns liebe 405. Bringt Preis und voll ewges Heil erworben. 2. Du bist erblaßt, o Herr, Heiland dar, frohlockt ihm, alle Frommen! Er, der für und hast in dir doch selbst| uns gerödtet war, ist aller das Leben. Gleich den Sterblichen hielt dich einst Das Grab umgeben. Angst entnomen. Sey hochgelobt, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist, und siegreich auferfonden. 3. Doch, Heil sey mir! du konntest hier nicht die Verwesung sehen, Bald hieß 2. Dein leben in der Mas iestät bevestigt unsern Glauben, Von der Auferstehung Christi, 324 wie du auferstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst aufersichen. ben. Wer kann, da dich deta Gott erhöht, den großen Troft uns rauben: daß du uns von der Sunde Macht Befrenung haft ans Licht gebracht, den Himmel uns geöffnet. 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, hat deinem theuren Lehren der Wahrheit Siegel anfgedrückt, dich, seinen Sohn, zu ehren. Ja, deines Todes hohen Werth hat er aufs herrlichste erklärt, da er dich dieferwecket. 4. Erstandner, ich frohlocke dir! mein ist dein Sieg und Leben. Du lebst und herrschest, um auch mir dein ewges Heil zu geben, um meiner Seele Trost 7. Gieb nur, daß, weil ich hier noch bin, ich christlich vor dir wandle, und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen denk und handle; daß ich, wenn einst ich aufs ersteh, und dich, des Todes Sieger, seh, nicht angstvoll vor dir bebe. 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu; hilf, daß ich, frey von Sünden, im Frieden Gottes möge Ruh für meine Seele finden. Herr, pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlöfter wandle. 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufft einst, und der Gråber Nacht wird uns nicht ewig decken. Denn 8. Wo du, Herr, bist, foll auch dein Freund, mit Herrlichkeit umgeben, und ewiglich mit dir vereint, wie du verheißest, leben. Laß dieſes Glück mein Erbtheil senn; so werd ich dein mich ewig freun, du Todesüberwinder! Mel. Vor deinem Thron. zu ſeyn, zur Tugend Kraft 406.Dich bet ich an, mich mir ju verleihn, zu Gott zu führen. erfandner Held, Erretter einer Sündenwelt; du, unsre Zuflucht für und für, froh singet meineSeete dir! 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät. Ich nahe mich voll Zuversicht zu dir; denn du verwirfft mich nicht. 3. Herr, meine Seele preifer dich. Erlöst auf ewig hast du mich; fo wahr ou selbst vom Himmel kanist, 2 325 Von der Erlösung durch Jesum Christum. dein Leben gabst und wie-| und selig machst, laß mich dernahmst. mit freudigem Vertraun im Tod auf dich, Erldser, schaun. Mel. Lob sey dem allmächt. 4. Wer ist, der mich ver dammen kann? Ich glaub an dich und sage dann: der Gott, durch den die Himmel find, der ist mein Ba- 407.rinne dich, mein ter, ich sein Kind. Geist, erfreut des hohen Tags der Herrlichkeit; halt im Gedächtniß Jefum Chrift, der von dem Tod erstanden ist. 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn! Als ob er heute dir erschien, als spräch er: 6. Holdselig sprachst du: Erde, sen der Schauplas, Friede sen mit dir!" fo meiner Huld und Treu!" freue dich, mein Geist, in Wir sehen deine Huld und mir. Treu auf deiner Erde tåglich neu. 7. Zwar trift noch man cher Schmerz uns hier; noch, o Erbarmer, sterben wir. Doch du regierst; und wir sind dein, und ewig werden wir es fenn. 3. Schau über dich und bet ihn an. Er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht, mit Gort ver.. eint, und ist dein Bruder und dein Freund. 4. Glaube, der das Herz O erhöht! was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 5. Vor seinem Thron, in feinein Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig seyn; Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 6. Mein Herz erliegt froh unter ihr; Lieb und Verwundrung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank 5. Nun ist dies erste Leben mir ein segensreicher Weg zu dir. So lang ich hier bin, Gott, mein Heil, hab ich an deinem Frieden Theil. 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt. O Trost, der meinen Geift erhebt! Ich seh, durch dich gestärkt, aufs Grab mit unerschrocknem Aug hinab. 9. Welch eine Welt voll Seligkeit erwartet mich nach dieser Zeit! Da findet der verklärte Christ das Heil, das unaussprechlich ist. 10. Der du für unfre See len wachst, fie zu dir ziehst Von der Auferstehung Chrifti. 326 7. Du, der du in den Himmeln thronst, ich werde wohnen, wo du wohnst! und du erfüllst einst mein Vertraun, dich in der Herrlichkeit zu schaun. Dank und Pflicht, fall ich, der unser Troft und Helfer Gott, auf mein Angesicht. ist. Als Sieger trat er auf den Staub, hinfort nicht mehr des Todes Raub. Frohlocket ihm! 2. Er hat erfüllt, was er verhieß, eh er sein Leben für uns ließ: ,, Dren Tage sollen nicht vergehn, so werdet ihr mich lebend sehn. hats erfüllt. 8. Ich werde, wenn du, debensfürst, in Wolken wieder kommen wirft, erweckt aus meinem Grabe gehn, und froh zu deiner Rechten stehn. 9. Mit Engeln und mit Seraphim, werd ich erheben meine Stimm, mit allen Frommen aller Zeit, werd ich mich freun in Ewigkeit. 10. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erheber uns das Chriftenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, find wir auch auferstanden schon. 11. Nie kommt es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin; damit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu. 5. Gelobt sen Gott! Ich werde nun nur kurze Zeit im Grabe ruhn. Er weckt mich auf; und volles Heil ist dann ben ihm mein sichres Theil in Ewigkeit. 6. Auch führt er nach des Grabes Ruh mir meine 12. Du bists, der alles in uns schafft; dein ist das Reich, dein ist die Kraft.| frommen Freunde zu. ErIch hoff auf dich, Herr wachen werden wir zugleich, Jefu Chrift, der du vom uns wiedersehn in seinent Tod erstanden bist. Reich, uns wiedersehn. 7. Wie sollt ich, Herr, den Mel. Heut triumphiret. 408. Erit erstanden, Tod denn scheun? mich nicht Jesus Christ, vielmehr der V.3 freun? 3. ,, Ich lebe, sprach er, und auch ihr sollt leben, Gläubige, mit mir. Ich komme, meine Stimme ruft gewiß euch aus der Todten Gruft zur Herrlichkeit." 4. Er wirds erfüllen. Jefus Christ, der selbst vom Tod erstanden ist, der kazarum ins Leben rief, als er im Staub des Grabes schlief; erfüllts gewiß. 327 Von der Erlösung durch Jesum Christum. freun? Und deiner, ter du mich erschafft, gclaffen war ten, bis du rufft: ,, ent schlafe nun!" 8. Gieb nur, daß ich im Glauben treu, und treu im frommen Wandel sen. So komm ich nicht in dein Ge richt, wenn eine Stimme zu mir spricht: ,, erwache nun! deines Krenkes Schanden. Du bist mein Herr, du bist mein Gott; denn du bist auferstanden. Du bist mein Heil, mein Fels, mein Hort, der Herr, durch dessen mächtig Wort auch ich einft ewig lebe. | V 9: Herr, rufe mich, wenn dirs gefällt, aus dieser fündenvollen Welt, und führe mich an deiner Hand einst in mein himmlisch Baterland. Erhöre mich! 4. Wir sind nun göttlichen Geschlechts, durch dich des Himmels Erben. Dieß ist die Hoffnung deines Knechts; in dieser will ich sterben. Wie du nun auf erstanden bift, so werd auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen.. Miel. Sey Lob und Ebr.Miel. Jesus, meine Zuvers. cfus lebt! mit argebracht für 410.J ihm auct ich! 409, renwillig haft du uns, o Herr, dein leben. Du hattest, es zu lassen, Macht; Sacht, wieder dirs zu ge ben. Und darum liebte dich dein Gott, weil du es wil lig in den Tod für deine Feinde gabest. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dieß ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt! ihm ist das 2. Du warst nur eine flei- Reish über alle Welt gegene Zeit von deinem Gott ben; mit ihm werd auch verlaffen. Er fronte dich ich zugleich ewig herrschen, mit Herrlichkeit, die Sterbewig leben. Gott erfüllt, liche nicht fassen. Das| was er verspricht; dieß ist meine Zuversicht. 3. Jefus lebt! wer nun verzagt, der verkleinert Gottes Ehre. Gnade hat er zus gesagt, daß der Sünder fich bekehre. Gott verstößt Kreuz, daran man dich er héht, verwandelt sich in Majestác: denn du giengst aus dem Grabe. 5. Nun irren mich nicht Schmach und Spott, noch Von der Auferstehung Christi. 323 den Sünder nicht; dieß ist, ne den festlich hohen Tag meine Zuversicht. 4. Jesus lebt! sein Heil ift mein! fein sen auch mein ganzes Leben. Reines Her zens will ich seyn, und den Lüften widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dieß ist meine Zuversicht. herauf. Da stand cr, meine Bonne, mein Gott und mein Versöhner, auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Ge dante, der im Leiden mit Trost mich neu belebt; du bist des Lebens Quelle! mein Schild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 5. Jesus lebt! ich bin gewiß, nichts soll mich von Jefu fcheiden; keine Macht der Finsterniß, keine Herrlichkeit, kein keiden. Er giebt Kraft zu dieser Pflicht; dieß ist meine Zuversicht. 6. Jefus lebt! nun ist der Tod mir der Eingang in das leben. Welchen Trost in Todesnoth wird es meiner Seele geben, wenn sie glaubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Miel. Nun Lob meine Seel. 3. Der Felfen Grund erbebet, die Wächter fliehn, das Grab ist leer. Der todt war, sich, er leber! Er lebt; und stirbt hinfort nicht mehr. Die schwachen Jünger wanken, er stärkt die Wanfenden. Sie freuen sich und danken dem Auferstandenen. Sie sehn empor ihn steigen, und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin, und zeugen 4II Robinge, meine von ihm bis in den Tod. Seele, dem Welterlöfer! bet ihn an! Sobsing ihm, und erzähle, was dir zum Heil der Herr gethan! Er hat für dich gerungen, durch seine Macht hat Er des Todes Macht bezwungen und seiner Schrecken Heer, Er hat des Grabes Grauen vertilgt, da er erstand. Einst laffet Gott uns schauen der Frommen Vaterland. 4. Herr, deine Boten fies gen, von dir und deinem Geist gelehrt; der Irrthum muß erliegen; der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wem ich glaube, bin freudevoll ein Christ. Ihn ber ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd ihn ewig schauen, wenn er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt. 24 Wel. 2. Raum führte feineSon 329 Von der Erlösung durch Jesum Christum. Mel. Wachet auf ruft uns. im Tod ist er und bleibet 412. Lobt den Hochfien! unser Gott. leber! Erlöfte Menschen auf! erheber des Welterlösers Majestät! Ihr betrübte Sünder, gebet der Freude Raum; denn Jefus lebet; Gott hat ihn O Seele, dein Gesang er schallt ihm zum Dank! Jesus lebet in Ewigkeit, zu aller Zeit bleibt er zur Hülfe uns bereit. 2. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben sich aus des Todes Staub erheben, wenn Jesus den Entschlafnen ruft. Dann wird des Todes Feld zu einer neuen Welt. Alles lebet, so wie, verneut zur Frühlingszeit, fich alles regt und alles freut. 3.0 Ersiandner, welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einhergehn, die dein Fuß betrat! Unerforschte Seligkeiten, die ewig wahren, sind die Beuten, die uns dein Sieg er lämpfer hat. Einst find fie unser Theil; einst frönet uns das Heil deines Lebens. Gelobt sen Gott! Auch noch Von der Himmelfahrt Chrifti. Mel. Lob sey dem allmacht. 413. Auf Christen, ench, der Herr fährt auf zu seinem Reich. Er triumphirt; lobsinget ihm, lobsinget ihm mit lauter Stimm! 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht; zerstört hat er des Todes Macht; er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit über alle Himmel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit. Ihm dienen selbst die Seraphim. kobfinget ihm mit lauter Stimm! 4. Sein sind die Völker aller Welt. Er herrscht mit Macht und Gnad, als Held; er herrscht, bis unter seinen Fuß der Feinde Heer fich beugen muß. 5. Beschirmer seiner Christenheit ift er in alle Ewigfeit. Er ist ihr Haupt. kobfinget ihm, lobsinger ihm mit froher Stimm! 6. Ja, Heiland, wir erheben dich; und unsre Herzen freuen sich der Herrlichfeit Don der Himmelfahrt Christi. keit und Majestät, dazu dich| bebst du dich zum Thron der Gott, dein Gott, erhöht. 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, ben dir steht Kraft und Macht; und dein find wir. Nimmst du dich unfrer hülfreich an, was ist, das uns gebrechen kann? Ehre, du Mittler unfrer Geligkeit. Hin zu dem, der dich gesendet, gehst du, da hier dein Werk vollendet, mit göttlicher Zufriedenheit. Du hast die Sündenwelt mit deinem Licht erhellt. 8. In deiner Hand ist Preis und Ehre sen, Jefu, unser Heil. Wer an dich dir! froh sehen wir dir nach glaubt, dem giebst du Theil| in deine Herrlichkeit. am Segen, den du uns er. warbst, da du für uns am Kreuze starbst. 9. Wir freuen uns nach dieser Zeit ben dir zu seyn, in Ewigkeit. Nach treuvollbrachtem Glaubenslauf nimmst du uns in den Him mel auf. 2. Deines Vaters Gnas denwillen auf Erden willig zu erfüllen, warst du gehorsam bis zum Tod. Da sprach Gott zu seinem Sohne: ,, scy neben mir auf meinem Throne, scy deiner Menschen Heil und Gott." Wie herrlich ist dein Lehn! Erlöser, Gottes Sohn! Folgt, ihr Frommen, folgt treu ihm nach durch Streit und Schmach! Gott, dem ihr dient, ist euer Lohn. 10. O zeich uns immer mehr zu dir! Hilf uns mit eifrigster Begier nach dem nur trachten, was da ist, wo du verklärter Heiland bist! 11. Dein Eingang in die Herrlichkeit stark uns in uns rer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlig schaun. 3. Deine traurenden Erlös sten, o Herr, zu stärken und zu trösten, kam über sie von dir dein Geist. Er ists, der auch uns im Leiden mit 12. Dann werden wir Troft erfüllt, und zu den uns ewig dein, du größter| Freuden der beffern Welt Menschenfreund, erfreun; den Weg uns weist. Er teis dann fingen wir von deitet uns die Bahn, wo du nem Ruhm ein neues Lied uns gingst voran, unfer Heis im Heiligthum. land. Auch wir empfahn Niel. Wacher auf, ruft uns. auf deiner Bahn die Krone feber aller Him droben einst am Ziel, mel Hecre er- s 414.Ueber 4. Uns 330 331 Von der Erlösung durch Jesum Chriftum. 4. Uns die Státe zu berei. ten, um die wir Pilger hier noch streiten, giengst du voran ins Baterland. Herrlich wirst du wiederkommen und zu dir alle deine Frommen versammlen in dieß Vaterland. Geweiht hast du uns Gott, geweiht durch deinen Tod. Wo du lebeft und Gott mit die, da follen wir auch leben, leben ewiglich). 5. Welch ein Jubel wird es werden, wenn wir dich wiedersehn auf Erden in aller Majestät des Herrn! Tag der Freude! Tag des Lebens! Wir hoffen dein, und nicht vergebens. Dann fchauen wir nicht mehr von fern; dann sehn wir, hoch erfreut, ganz deine Herrlichkeit, Welterlöser! Dana führest du der Bonn uns zu, die ben dir ist in Ewigkeit, Mel. Wie herrlich strahlt der Morgenstern. 2. Dir dienen alle Sergphim; und wir vereinen Herz und Stimm, mit ihnen dich zu loben; weil du dein großes Werk vollbracke nach überstandner Leide nacht gen Himmel dich erhoben. Preis dir! daß wir hier auf Erden sollen wer den Gottes Kinder und des Todes Ueberwinder. 3. Du, du bist unser Haupt, und wir sind deine Glieder. nur von dir kommt auf uns Heil und Leben. Was unsern Seelen Wohlseyn schafft, Licht, Friede, Freude, Tugendkraft wird uns von dir gegeben. Laß doch dein Joch gern uns tragen, und em sagen allen Sünden, daß wir hier schon Ruhe finden. 4. Zeuch unsre Herzen ganz zu dir! hilf, daß vor allen Dingen wir nach deinem Reiche trachten. Mach uns von allen Sünden rein, und floß uns Much und Eifer cin, das Eitle zu verachten. Jede Sünde hilf uns meiden, und mit Freuden unser Leben deinem Dienste gang ergeben. 415.Wie herrlich, Je fir, starker Held, du Retter einer Sünderwelt, hat sich dein Kreuz geendet! Nach überstandnem keidenslauf fährst du verklärt zum Vater auf, der dich zu uns gefender. Ewig trift dich nun fein Leiden; voller Freuden lebst du droben, über alles hoch erhoben. I get. Nur da ist Wonne, wo Du 5. Sen unser Schuß und unser Hort, und tröst uns durch dein heilsam Wort, wenn hier uns Trübfal drån esant Von der Simmelfae Chrifti. du bist; die Freude, die man hier genießt, ist noch mit Leid vermenget. Von dir kommt hier Trost im Herzen; laß in Schmerzen uns fchon offen deinen Himmel schn und hoffen. 5. Du, unser triumphi6. Du bist, uns Sterbli- rend Haupt, wie selig ist, wer chen zu gut, nach theuer hier an dich glaubt! du bist sein vergoßnem Blut zur Freude| Licht, sein Troft, sein Theil, eingegangen. Zeuch, Jesu, zeuch auch uns dir nach, daß wir, nach kurzem Ungemach, zur Freude auch ge-, langen. Dafür soll dir von uns allen Dank erschallen. Ohn Aufhören wollen wir dich, Heiland, chven. sein starker Schuk, sein ewges Heil, Hallelujah. 6. Herr, unsre Herzen traun auf dich; dein freuet unsre Seele fich. Dein, der du huldreich an uns denkst und gern uns deinen Segen schenkst, Hallelujah. 416.2 Mel. Seut triumphiret. Sir freuen uns, Herr Jefu Chrift, daß du erhöht gen Himmel bist. O du, den unser Koblied preift, stärk auch im Glauben unfern Geist, Hallelujah. 2. Du fizest auf der HimmelThron, als unfer Freund, als Menschensohn; du schämst auch da dich unfrer nicht. Drum bist du unfre Zuversicht in Ewigkeit. 3. Dein ist die Macht; dein ist das Reich. Wer ist an Majestår dir gleich? Mensch, Engel, jede Kreatur ist dein, Beherrscher der Natur! Hallelujah. 332 4. Umsonst, umsonst empören fich, Herr, deine Hafser wider dich; dein Thron steht vest und wanket nicht, wenn gleich der Frevler widerspricht. Hallelujah. 7. Was uns beglückt, ist dir bekannt, und alles ist in deiner Hand. Von keinem deiner Freunde fern, bes merkst du ihn und hilfft ihm gern, Hallelujah. 8. Blick auch auf uns mit Freundlichkeit vom Throne deiner Herrlichkeit! Hilf unferma schwachen Glauben auf, und heilige unsern les benslauf, Hallelujah. 9. Gen Himmel fährst de als ein Held. Als Herr und Richter aller Welt wird dich dereinst der Erdfreis schn. Hilf, daß wir freudig ver dir stehn, Hallelujah. 10. Dann triumphirt Fer Glaub an dich; dann jauch, zen 333 Von der Gerweinschaft des heiligen Geistes. zen wir dir ewiglich. Hilf| du der zur Rechten Gottes uns dazu, Herr Jesu Chrift! ist, Hallelujah. 417.D IV. Von der Gemeinschaft des heiligen Geistes. Tel. Ein Lammlein geht.| im Tode; fle bleiben ihrem ir, Vater, der Herrn getreu, bekennen seidu deinen Sohn nen Namen fren, und preizum Heil uns haft gegeben, sen ihn im Tode. dir dank ich hier mit Freuden schon, noch mehr im hd hern leben. Ich danke dir, daß du den Geist, der uns der Finsterniß entreißt, zur Erde haft gesendet. Er kam auf Jefu Wort herab, der feinen Boten Stärke gab, daß fie rein Wert vollendet. 4. Noch ist bist du der Geist der Kraft; noch ist der Menschen Lehrer. Du machst uns weis und tugendhaft, des Sündenreichs Zerstörer. In Sündern wirkst du Reu und Ecid, in frommen Seelen Trost und Freud, und Much im Kampf der Sünden; in bangen Stunden schenkest du, im Tode schenkst du Seclenruh, und hilfſt ihn überwinden. 2. Erfüllt von seiner Wunderkraft, gehn fie, die Welt zu lehren. Der Geist, der neue Herzen schafft, hilft ih nen sie bekehren. Die Vol. Fer hören, hocherfreut, die Botschaft ihrer Seligkeit; Vernunft und Wahrheit sie. gen. Die Blindheit und das Lafter flicht. Wo man den Finger Gottes sieht, muß Satans Reich erliegen. 5. Des Vaters und des Sohnes Geist, du Quell des lichts, der Liebe, den Jesus Betenden verheißt, ach, heilge meine Triebe; gieb über meine Sünden Schmerz, und Muth zum Glauben in mein Herz; hilf mir mit Andacht beten; in bangen Stunden tröste mich, und deine Hülfe zeige sich mir einst in Todesnöthen. Miel. Sreu dich sehr, o m. 3. Umsonst, daß wilder Ei. fer tobt, Verfolgung zu er. regen. Dein Name, Jefu, wird gelobt; dein Wort ist Kraft und Segen. Die Junger fchreckt nicht Dein noch 418. Geift vom Bater dein o Vater, und dem Sohstärkte fie in Martern und ne! der du unser Tröster bist, Von der Gemeinschaft des heiligen Geistes. 334 bist, und von unsers Gottes Throne hülfreich auf uns nieder sichst; stehe du mir mächtig ben, daß ich Gott ergeben sen, daß mein ganzes Herz auf Erden mög ein Tempel Gottes werden. fe nöthig ist, zu dem Gnadenstuhl zu treten; gieb, daß ich auf Jefum Chrift, als auf meinen Mittler schau, und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Enad, auf mein Verlangen, von dem Vater zu empfangen. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir fenn; wenn ich bange Zweifel hege, laß die Wahrheit mich erfreun. kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlscyn hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über alles treu meinen Gott und VaTel. Werum follt ich mich. ter liebe, daß mir nichts fo 419.Geist der Weisheit, gieb uns wichtig sen, als in seiner allen durch dein Licht, UnHuld zu stehn. Seinen Na- terricht, wie wir Gott gemen zu erhöhn, seinen Wil len zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. fallen. Sehr uns freudig vor Gott treten, fey uns nah, und sprich ja, wenn wir glaubig beten. 4. Stärke mich, wenn zu der Sünde mein Gemüth versucher wird, daß sie mich nicht überwinde; hab ich irgend mich verirrt, o so strafe selbst mein Herz, daß ich, unter Reu und Schmerz, mich vor Gott aufrichtig beuge, und den Sinn zur Bessrung neige. 5. Reize mich mit Flehn und Beten, wenn mir Hül 6. Stehe mir in allen Leis den stets mit deinem Troste ben, daß ich auch als Lenke, dann mit Freuden Gottes Führung folgfam fey. Gieb mir ein gelatines Herz; laß mich selbst im Todesschmerz, deines Troftes Kraft empfinden, alles fröhlich überwinden. 2. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen; höchftes Gut! gicb uns Muth, Sünd und Welt zu dâmpfen. Laß uns Krübfel, Kreuz und keiden, Angst und Noth, Schmerz und Tod nicht von Jefu scheiden. 3. Hilf uns nach dem Besten streben; schenk uns Kraft, tugendhaft und ge 335 Von der Gemeinschaft des heiligen Geistes. mach dies Erkenntniß in uns hell! recht zu leben. Gicb, daß wir nie stille stehen, treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. 41030 5. Lob sey dem Vater! Sob dem Sohn! Lob dir, o Trd4. Sen in Schwachheit ster, Gottes Geist! Einst unfre Stütze, steh uns bey, fin gen wir vor deinem mach uns treu in der Prü- Thron ein Lied, das würdifungshike. Führ, wennGott ger dich preist., uns nach dem Leide sterben heißt, unfern Geist in des 421. Miel. Ich finge die mit Herz. um ein 421. flüchtig Gut der Himmels Freude. Zeit, ich fleh um deinen Geift, det mir zu meiner Seligkeit, dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Bater, lehr er mich; die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich. 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit; gern thun, was dir gefällt, giebt edlere Zufriedenheit, als alles Glück der Welt. Mel. Romm, Gott Schopf. Domm zu uns, 420, on Gottes guter Geist, schaff deiner Men schen Herzen neu; du kenneft, was uns fehlt, und weißt, wie jeglichen zu helfen sey. 2. Hilf uns! gieb dem Verstande licht, gicb wahre Lieb in unser Herz, zu dir, Herr, frohe Zuversicht, zur Tugend Kraft, und Trost im Schmerz. Er leite mich zur Wahr3+ Vereine deine Christen- heit hin, zur Engend stärk heit durch deines felgen Frie er mich; beweise, wann ich dens Band; lenk ihr Gerraurig bin, auch mir, als much schon in der Zeit stets auf das ewge Vaterland. 4. Gott, unfern Gott, und Jefum Chrift recht kennen, dieses ist der Quell, aus welchem cwges Leben fließe; Tröffer, sich. 5. Er schaff in mir ein reis nes Herz, versiegle deine Huld in mir, und wasne mich im Schmerz mit Muth und mit Geduld. V. Bom 336 V. Vom Wort Gottes und der christlichen Kirche. Mel. Wer nur den lieben. Met. Jesu, deine Pasion. ein Wort, o 422.Dein Hochfier, ist 423.", der du die vollkommen; es lehrt uns unsre ganze Pflicht; es giebt dem Sünder und dem From men zum Leben sichern Unterricht. O selig, wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam chrt! Wahrheit bist, Gott, zu dem ich finge; Gott, ten kein Verstand ermißt, Ursprung als ler Dinge! alle Weisheit kommt von dir zu den Mens schenkindern; sie erleuchtet uns, wenn wir nur ihr licht nicht hindern. 2. Vorurtheil und Finfierniß füllen unsre Ceelen; unser Blick ist ungewiß, unfre Schlüsse fehlen; dein Verstand, o Gott, ist licht, Lauterkeit und Klarheit. Wen du führst der irret nicht; ergelangt zur Wahrheit. 2. Es leuchtet uns auf uns fern Wegen, vertreibt des Irrthums Finsterniß es bringt uns Freude, bringt uns Segen, und machet unser Herz gewiß, Es lehrt uns, Höchster, was du bist, und was dir wohlgefällig ist. 3. Dein Worterweckt uns, dich zu lieben; lehrt, wie viel Gutes du uns giebst, wenn dein Gebot wir freue dig üben, und wie du våterlich uns liebst. Was uns darinn dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr; du lügest nicht. 4. So laß mich denn mit Lust betrachten die Wahr heit, die dein Wort mich lehrt, und mit Gehorsam auf das achten, was es von mir zu thun begehrt; so fließen Troft und Seelen ruh auch mir auf deinen Wegen zu. 3. Wirf dich, fierbliches Geschlecht, dankbar ihm zu Füssen! Seine Wahrheit und sein Recht läket Gott dich wissen. Weit erschallt das Wort des Herrn, das die Welt bekehret. Glaubt es freudig; folgt ihm gern, Menschen, die ihrs höret. 4. Gott, was uns dein Wort verspricht, wird und muß geschehen; auch dein drohend Wort kann nicht leer vorüber gehen. Haben tausende nicht schon, welche vor uns waren, deine Stras fen, Dom Wort Gottes. 337 fen, deinen Lohn, deine Treu' erfahren? 5. Seele, wolltest du nicht Gott allvertrauend glauben schrecken. ben? Soll der Leichtsinn, soll der Spott deinen Trost dir rauben? Der die Himmel aufgebaut, kann der jemals lugen? kann er den, der ihm vertraut, wie ein Mensch, betrügen? Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glau3. Wo hätt ich licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstund ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben; daß diese Zeit zur Ewigkeit mir sey von dir gegeben. 16. Erd und Himmel wird vergehn! Gott, dein Wort wird bleiben. Lasterhafte, die es schmähn, werdens nicht vertreiben. Könige find vor dir Staub, wenn sie sich empören; sind des schnellen Todes Raub, fie mit ihren Heeren. 5. Und deinen Rath, die Misfechat der Sünder zu verfühnen; den kennt ich nicht, war mir dießlicht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Neu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; Herr, du verzeihst, lehrst meinen Geist im Glauben, Bater! sagen. 7. Du bist Wahrheit! ewig ſoll nichts von dir mich) tren nen; nicht die Welt, von Arglist voll, mich erschüttern können. Sollt ich hier auch um dein Wort Schmach und Trubsal leiden; so be Lohnest du mirs dort, Gott, mit ewgen Freuden, Mel. Ach Gott und Herr. 424. Horr! und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glau. ben, nicht im Schauen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie; dein Wort giebt mir die Kräfte. Herr, unser Hort, laß dieses Wort mir sicht und Freude geben. Es sey mein Theil, es sey mein Heil und Kraft zum ewgen Leben. Mel. Gerzliebster Jesu was. o Jesu, 2. Dein Wort ist wahr; dein laß immerdar mich feine 425Ewig, efn, wird stehen, und der christlichen Riche. 338 fichen, und Erd und Him- Pilgerzeit dir aus den Menmel werden eh vergehen, schen sammleft.. eh eine Macht das Reich, das du errichtet, jemals vernichtet. 2. Sie willst du, als dein Eigenthum, zur wahren Weisheit leiten, und durch dein Evangelium zur Seligkeit bereiten. Du bist, 2. Immer noch sammlest du dir auf der Erden Men schen, die willig dir gehor- Herr, groß von Stath und sam werden, und deinen That, und, was dein Mund Frieden hier schon im Ge- versprochen hat, wirst du wissen frölich genießen. gewiß erfüllen. 3. Reizt blendende Ber3. Du bist der Deinen fuchung sie zu Sünden, bist Trost und Heil. Soviet du ihr Benstand und hilfft nur an dich glauben, die überwinden. Nichts wird haben an dir alle Theil; fie femtals deiner Hut ent- sie wird kein Feind dir raureißen. Du basis verheißen. ben. Von dir fließt Weiss 4. Wohl allen denen, die dir, Jesu, trauen! Was fie dir glauben, wird ihr Ang einst schauen, dich und die Freuden, womit du be lohneft da, wo du thronest. 5. Dann schallen frölich von der Deinen Menge dir, unserm Haupt, unsterbliche Gefänge, wenn einst dein Volk, das hier dein Geist regieret, bort triumphiret. 426. Niel. Allein Gott in der. Jefu, Licht und Heil der Welt, der du in diesem Leben dein Wort, das Gottes Rath enthält, zur Leuchte uns ge geben. Du bist der Herr der Christenheit, die du in dieser heit, Troft und Ruh dem, der die folgt, unfehlbar zu. Dein ist des Guten Fälle. 4. Mag doch die Menge immerhin auf deinen Ruf nicht hören, und mancher ina verkehrten Sinn sich wider dich empóren: so fällt doch deine Kirche nie; du hältst und du beschüßzefé sie durch deines Geistes. Gaben. 5. Dein ist das Reich; dein ist die Kraft. Wer sollte die nicht trauen, und auf dein Wort gemiffenhaft vest seine Hoffnung bauen; Dein Heil ist unser höchstes Gut; hilf, daß wir stets min frohem Math dich vor der Welt bekennen. 6. Broar Dom Wort Gottes 6.3war kämpfen wir noch ger ist, seis Wort von Her manchen Streit auch mit zen hält, dem kann die gan. uns selbst auf Erden; doch ze Welt die Seligkeit nicht werden zur Vollkommenheir rauben. auch wir erhoben werden. Dann endet sich der De nen Müh; dann krönest und belohnst du fie mit ewgem Preis und Ehre. Mel. Eine veste Burg ist. 339 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, sein Himmel wird uns decken. Der Herr, der 427.Wenn Christus starke Gott, hält über fein feine Kirche schützt, so mag die Hölle wü then; er, der zur Rechten Gottes fint, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hül giebt uns in Noth, und Kraft und Muth im Tod, was will uns denn erschrecken? M. Romm Gott Schöpfer. fe nah; wenn er gebeut, 428. D Strem reift stehts da. Er schüßzet seinen Ruhm, und hält das Christenthum. Mag doch die Hölle wüthen. viele fort. Erhalt uns, Herr, bey deinem Wort; so köne nen wir uns, Vater, dein im Leben und im Tode freun. 2. Gott siehet Frevler auf dem Thron fich wider ihn empören die den Gefalbren feinen Sohn, die ihn nicht wollen ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts; sein Kreuz ist ihnen Spott; doch ihrer lachet Gott. Ein Wink wird fie ferstören. 2. Ein Haufe Kafterer wagts, o Gott, mit wildem ausgelaßnen Spott, den Heiland, deinen Sohn, zu schmähn, verachtend auf sein Heil zu sehn. 3. Ach, ihrer Lehre Pest, o Herr, schleicht jeho nicht im Finstern mehr; sie bricht am Mittag selbst hervor, und hebt ihr tödtend Haupt empor. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns Fann er fie nicht rauben. Der Unchrift mag ihr widerstehn; wir holten vest am Glau ben. Chrift! wer hier sein Jun- unser Schild und starke Wehr. 4. Veschüß uns, Du, Herr Jefu Chrift, der Du zur Sey Gelobt sey Jefus Rechten Gottes bist. und der christlichen Kirche. 340 mit Gehorsam ehre. Verleily mir deinen Geist, der kust und Kräfte giebt, daß man die Wahrheit fucht, Gieb findt, glaubt, bewahrt und übt. Wehr. Nichts ist vor dir der Grötter Herr. 5. Auch sie, o Herr, haft du verföhnt, fie, deren Sport dich ist verhöhnt. daß noch vor des Todes nacht zur ernsten Keu ihr Herz erwacht! Mel. O Gott du frommer. 429 Selobet feyst du Gott, für dei nes Sohnes Lehre: gieb, daß ich sie auch gern, mit Fleiß und Andacht höre. Ja mache felbst mein Herz von Vorurtheilen rein, und laß dein Wort ein Licht auf meinen Wegen seyn. Mel. Liebster Jesu, wir. 430.heuer fen mir allezeit, Herr mein Heiland, deine Lehre. Gieb, daß ich mit Folgfam. feit treulich ihre Vorschrift ehre; dem, was sie verhelf fet, traue, vest mein Hoffen darauf baue. 2. Nur bey deiner Wahr heit Licht lernen wir Gott recht erkennen, ihn mit froher Zuversicht unsern Gott und Vater nennen, und, nach finem heilgen Willen, unfre Pflichten treu erfüllen. 2. Nie muffe mein Gemüth statt Wahrheit Irrthum wählen, und deiner Lehren Sinn leichtfinnig fich verheelen. Erlöfer, leitest du den forschenden Verstand, so wird, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. 3. Dein Wort bleibt ewig wahr. Laß michs von Her zen glauben, und mir nicht feinen Trost durch Ungehorfam rauben. Wer hier nach den. deinem Wort gewissenhaft sich hält, der kommt zum wahren Glück hier und in jener Welt. 4. Hilf kräftig mir, mein Gott, daß ich auf gute Lehre begierig acht und sie auch 3. Du entdeckst uns unfre Schuld und der Sünde grof sen Schaden, aber auch des Höchsten Huld und den Reichthum seiner Gnaden; lehrst uns aller unfrer Sün den gnädige Vergebung fin4. Huldreich rufest du uns zu: ,, fommt zu mir, beschwerte Seelen! es soll euch zu eurer Ruh nicht an Troste ben mir fehlen; wollt ihr anders von mir lernen, euch von Sünden zu entfernen. 32 S. Herr, 341 Dom Wort Gottes und der christlichen Kirche. 431.Gott, deines Nazu 5. Herr, dein Evangelium Mel. Vor deinen Chron. hat viel tausend tausend ott, heilig sey Zeugen, die dein Nahm mens Ruhm dankbar ihre und Recht dem ganzen Kniee beugen, daß du noch dein Wort erfüllest und der Seele Kummer stillest. 6. O nimm gnädig an den Dank, den ich dir voll Ehrfurcht bringe. Höre meinen kobgefang, den ich hoch erfreut dir singe; du, du heilst auch mich aus Gna den von der Sünde großen Schaden. menschlichen Geschlecht! dich bete, wer dich denkey kann, im Geift und in der Wahrheit an! 2. Verbreite deines Wor tes Schall, wie deine Werke, überall, daß alle lernen wer du feyst, der allerhöchst und beste Geist. 3. Durch Jefum Chrift, den du gesandt, werd immermehr der Welt bekannt, daß du, Gott, unser Vater bist, und er der Völker Heiz land ist. 7. Köftlicher als Gold sey mir, was dein göttlich Wort mich lehret! Dank, ja ewig Dank sey dir für den Trost, den es gewähret! Werd ich einft zu dir erhoben, will ich würdiger dich loben. 8. Stets, so lang ich hie noch bin, will ich dir zur Ehre wandeln; täglich mit und rugendhaft. verneutem Sinn nur nach deinem Willen handeln. 5. Durch Wahrheit damSo nimmst du mich einst im Scheiden auf zu deinen höhern Freuden. pfe jeden Wahn; erleucht uns allen unsre Bahn. Das Laster tilg aus, unster Brust, in jeder niedern bösen Luft. 9. Uns, o Vater, lehrest du, was wir thun und glauben follen. Schent uns dei ne Kraft dazu; gieb zum Wiffen auch das Wollen, und zum Wollen das Boll bringen, so wird alles wohl gelingen. 6. So preifet deine Christenheit, Herr, deinen Namen in der Zeit; sie ist und bleibt dein Eigenthum und ihre Thaten sind dein Ruhm, ut n VI. Vom now 4. Sehr uns, Herr, deinen Rath verstehn, gehorsam deine Wege gehn.. Durch deines Wortes Licht und Kraft, mach gläubig uns 342 VI. Von den Sacramenten der christlichen Kirche. Von der heiligen Taufe.( zum Tugendlaufe mit deiMel. un lob meine Seel.[ nem Licht erfreut. Gieb, daß eweiht zum wir oft ermessen, was uns 432. Christenthume, dein Wort verspricht, und find wir dir, unserm Gott, strafbar nie vergeffen die geweiht, nur dir zum Preis dir gelobte Pflicht. und Ruhme zu führen unsre 4. Ja, hilf du felbst uns Lebenszeit! uns deiner Va- Allen in deinem Willen fiets terliebe in Chrifto zu er beruhn, und, dir zum Wohlfreun; und deines Geiftes gefallen, nach deines SohTriebe gehorfam fiets zu nes Lehre thun. Du wirst in fenn; damit wir schon auf diesem Leben, wie du bisher Erden, noch mehr in iener, gethan, uns, was wir brauWelt, des Glücks theilhaf- chen, geben. Verleih uns tig werden, das Du uns auch nur dann die beste deivorgestellt. ner Gaben, daß wir durch Jefum Christ Theil an dem Erbe haben, das unvergånglich ist. CUM 2. Wie viel hat deine Gnade an uns von jeher, Gott, gethan! Auf unserm Lebenspfade fieng kaum noch unfre an, du Mel. Wer nur den lieben bin getauft, fchon uns Armen am Reiche 433.Juft nach Christi Theil; und zeigtest ren, dich, Vater, deinen voll Erbarmen die Bahn Sohn und Geist so zu beuns zu dem Heil. Du schaff- kennen und zu ehren, daß test unsern Seelen früh schon Herz und Mund und That Gelegenheit, zu kennen und dich preist; und dann des zu wählen den Weg der Glücks, ein Chrift zu seyn, Seligkeit. mich hier und ewig zu er freun. 3. Herr, auch für diese Güte gebührt dir unser Lobge2. Durch diese Stiftung fang. Mit freudigem Ge- deiner Gnade ward jedes müthe bringt unser Herz dir Recht der Christen mein; Preis und Dank; daß du uns durch die Taufe zu Chriften haft geweiht, und uns du weihtest mich in diesem Bade zu deinem Kind und Erben ein, und thateft in der 33 Folge 343 Don den Sacramenten der christlichen Kirche. Folgezeit an mir noch mehr ich versprach, auch leiste und Barmherzigkeit. treulich dir ergeben sen; und fehl ich, so verwirf mich nicht, mein Gott, von deinem Angesicht. 3. Du öffnetest mir das Verständniß durch deines Sohnes sehr und Geist; durch sie gelangt ich zur Er kenntniß, wie man dich wür dig ehrt und preist, und wel ches Heil dein gnådger Rath dem, der dich liebt, bereitet hat. 4. Daß nicht von leicht finn hingeriffen undankbar dich mein Herz vergaß, erinnertest du mein Gewissen an feine Pfli bt ohn Unterlaß, gendlauf durch deine Wahrheit machtig auf. Tus 5. Gelobt, mein Gott, fen deine Liebe, die mir, noch eh ich dich gekannt, aus freyem väterlichen Triebe schon so viel Gutes zugewande. Wie Huldreich haft du mein ge. dacht, und für mein wahres Wohl gewacht. 6. Wie sollt ich dich denn nicht verehren, und dir ein Herz voll Liebe weihn? nicht gern auf deine Stimme hö ren, und findlich dir gehorsam seyn? Was dich entehrt fen fern von mir! Geheiligt sen mein Leben Dir! 8. Erwecke mich durch deis ne Gnade zum steten Ernst der Besserung, und leite mich auf sicherm Pfade des Glaubens und der Heiligung. Gott meines Heils, sen ewig mein und laß mich stets dein eigen seyn! Mel. Liebster Jesu, wir. 434. der du mich bein dir zum Eigenthum erkaufet; als dein Jünger bin auch ich vormals auf dein Wort getaufet. Gieb, daß ich mit treuem Fleiße, wirklich werde, was ich heiße. 2. Gieb, daß ich mit Achtsamkeit meinen Taufbund oft betrachte, und nur das zu jeder Zeit für Gewinn und Freude achte, daß ich deines Vaters Willen treus lich suche zu erfüllen. 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zurücke; nur ein wahres Christenthum folgt uns nach zum ewgen Glücke. Laß mich denn dir, Herr, ergeben, lieben dich, und dir, Herr, Vom 7. O fiche nur mit deinem Geifte, wie du verheissen haft, mir bey: daß ich, was I leben! Vom heiligen Abendmahl. 344 Vom heiligen Abendmahl.| deinem Tische nahn? Ja, Mel. Jefu deine tiefeWund. mit neuem Ernst will ich Roller Ehrfurcht, nich für Sünden scheun 435.Boler Dank, und und mich durch ein dir geFreuden, komm ich, Herr, heilige Leben deiner werth auf dein Gebot, zu dem zu seyn, bestreben. Denkmal deiner Leiden, und gedenk an deinen Tod. Mitt ler, der du für mich starbst, mir ein ewig Heil erwarbst, dir zur Ehre stets zu leben, fey mein eifriges Bestre. 5. Diesen Vorsatz, den ich habe, thårig dankbar dir zu fenn, präg ihn, Jesu, bis zum Grabe tief in meine Seele ein. Gieb mir Kraft, ihn zu vollziehn. Lehre mich mit Vorsicht fliehn, was ihn könnte ben mir schwachen, was mich reizte, ihn zu brechen. ben. 6. Laß mich über alles schågen dein mir theur erwordnes Heil, und nie aus den Augen segen, wie nur der daran har Theil, der auf deine Stimme hört, mit Gehorsam dich verehrt, und in deinem Dienst auf Erden immer treuer sucht zu werden. 7. Geh mir, wo ich bin und wandle, immerfort mit Hülfe nach, daß ich als ein Christ stets handle; und wird ja mein Glaube schwach, o fo hilf mir liebreich auf, daß ich in dem Tugendlauf nimmer wanke, nie ermus te. So erquicke mich dein Friede. 8. Ewig will ich dir es danken, daß du so barm34 her2. Ich empfind es ist aufe neue, wie ich dir verpflichter bin. Du, tu gabst mit großer Treue ganz dich mir zum Dienste hin; wiefest mir den Weg zu Gott, und ertrugft den schwersten Tod, mir im Leben und im Ster ben Trost und Hoffnung zu erwerben. 3. Durch dich ist zu Get tes Gnade mir per Zutritt und die Kraft auf der Tugend sicherm Pfade vest einher zu gehn verschafft. Und du rufft aufs neue mir durch dein Nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem Segen nehme und mich deiner niemals scháme. 4. Sollt ich, Jesu, denn vergebens diese deine Huld empfahn? nicht zur Beff rung meines Lebens mich zu 345 Von den Sacramenten der christlichen Kirche. herzig bift, daß auch, wenn Eriöfer, hofft mein Glaube. wir Schwache wanken, dei Sebeugte willst du nicht verne Treu beständig ist. Herrchmähn, versprichst, den ich hoff es froh und vest, Schwachen beyzustehn, die daß sie nimmer mich ver nach der Beffrung trachten. läßt. Zu des Himmels Se Stets bleibst du deinen ligkeiten wird fie mich im Worten treu, und wirst ein Rode leitea. ng gläubig Herz voll Reu, auch Mel. Ein Lämmlein geht.meines nicht verachten. 436.D u, Herr, haft 4. Regiere auch nur fünf aus Barmhertig mich, daß ich vorsichtig zigkeit, zum Denkmal deiner handle, und heilig, voll VerGnaden, das ganze Volk traun auf dich, nach deiDer Christenheit wohlthätig nem Willen wandle. Gieb, eingeladen. Du rufft: daß aus Dank für deine Mühselge kommt zu mir!" Huld, in liebe, Glauben Ich komme, Heiland; ja zu und Geduld ich dir auf Ers dir erheb ich meine Seele. den lebe; bis ich dereinst Entzeuch mir deine, Gnade in deinem Reich verklärt, nicht, sen auch mein Trost, unsterblich, Engeln gleich, mein Heil, mein Sicht. Du dich ewig froh erhebe. fichst, wie oft ich fehle. 2. Ja meiner Schulden find weit mehr, als ich verMel. Herzlich lieb hab ich. mag zu zählen. Ich fühl 437.Boll froher Chres wohl, und leide sehr vor Unruh meiner Seelen. Doch du bist meine Zuversicht. Berlaß mit deinem Treft mich nicht; du fichest meine Rene. Erbarmer, nimm fie gnädig an; du bifts, der helfen will und kann, daß sich mein Herz erfreue. furcht beug ich mich vor dir, Sohn Gottes, der du dich für mich haft hingegeben. Es komme nie mir aus dem Ginn, wie ganz ich dir verpflichtet bin; dein Tod bringt mir das Leben. Durch deines Opfers ewge Kraft hat deine Liebe mir verschafft, was mich 3. Nach deinem Troste vor dem Verderben schüßt, fehn ich mich gebücft vor was meinem Geifte ewig die im Staube! Dein tröst müßt. Herr, Jefu Chrift, ich mich und nur auf dich, wie liebst du mich! wie liebst. Dom heilgen Abendmahl. 346 liebst du mich! Gieb, daß ich ewig liebe dich. 2. Mit Inbrunft fleh ich, Herr, zu dir, befördere du meine ganze Pilgrimschaft zu führen, zu beschließen, daß mir dein Wort stets heilig sen, daß ich, bis in felbst in mir ein gläubiges den Tod dir treu, mit FreuGemüthe! Mich dürftet, den thu, was dir gefällt, gleich dem dürren Land, ben und dich auch ehre vor der deiner Liebe Unterpfand, Welt. O Herr, mein Heil, nach deiner großen Güte. Ich fühle wohl, was mir gebricht; o stårke meine Zu versicht, daß du auch mein Mel. Sey Lob und Ehr. Versöhner seyft, und mich vom erogen Tod befrenft. 438 alt im Gedächt niß Jefum Herr, dieser Trost sen vest Chrift! der einst für dich in mir, sen vest in mir! so auf Erden vom Himmels dien ich voller Freuden dir. thron gekommen ist, ein 3. Zur Weisheit und Ge- Heiland dir zu werden. rechtigkeit; jur Heiligung Vergiß sein nicht! denn und Geligkeit bist du mir dir zu gut verband er sich ausersehen. Gieb, daß auf mit Fleisch und Blut, Dank dieses Heils Gewinn ich eif- ihm für seine Liebe! rig richte meinen Sinn, mein Streben und mein Flehen. Zeuch mich, mein Heiland, ganz zu dir; ja, durch den Glauben wohn in mir! fo nimmt in mir die See lenruh und meines Herzens Friede zu. Mein Herr und Gott, verlaß mich nicht, verlaß mich nicht, so kemm ich einst nicht ins Gericht. 2. Halt im Gedächtniß Jes sum Chrift! Er hat für dich gelitten, und dir, da er ges storben ist, am Kreuz das Heil erfiritten. Errettung von der Sündennoth erwarb er dir durch seinen Tod. Dank ihn für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtniß Jefum Chrift! der von 4. Du öffnest deinen Him- dem Tod erstanden und mel mir. Der Freuden Fül- nun zur Rechten Gottes ift. le ift ben dir; auch ich soll Er hat von Todesbanden fie genießen. Belebe mich und aus der dunfeln Gras mit Much und Kraft, sol besnacht Befrehung an das Licht 35 sen. stets mit mir, sen stets mit mir! so bin ich ewig einst bey dir. 347 Von den Sacramenten der christlichen Kirche. Licht gebracht. Dank ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtniß Je3. Bewundernd denk ich an die liebe, womit du unfer Heil bedacht. Wie stark fum Chrift! Er wird einft find deines Mitleids Friebe, wiederkommen, zu richten, was auf Erden ist, die Sünder und die Frommen. Drum sorge, daß du dann bestehst, und mit ihm in den Himmel gehst, ihm ewiglich zu danken. die Jesu dich ans Kreuz gebracht! O gieb von deinem Todesschmerz ist neuen Eindruck in mein Herz. 4. Laß mich mit Ernst die Cünde scheuen, für welche du, ein Opfer, starbft; las s. Ja, Herr, mein Heimich durch Misbrauch nie land, dich will ich nicht aus entweihen, was du so theuer dem Herzen laffen; mit Ge genliebe will ich dich, so lang ich leb, umfassen. Dein Abendmabl vermehr in mir des Glaubens Kraft, auf daß ich dir mit steter Treue diene. mir erwarbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Troft, den mir dein Tod verleiht. 439. Hier Mel. Wer nur den lieben. ier bin ich. Je fu, zu erfüllen, 5. Ich übergebe mich aufs neue, o du, mein Herr und Gott, an dich; ich schwöre dir beständge Treue vor dei. nem Altar feyerlich. Dein eigen will ich ewig seyn. Du was du, in deiner Leidens- starbft für mich; drum bin nacht, nach deinem gnaden, ich dein. reichen Willen zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Berleih, zur Uebung dieser Pflicht; mir deines Geistes Kraft und Licht. 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen des Dienstes, den man die erweist; nie mich zu einem Schritt bequemen, den mein Gewiffen sündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu seyn! 2. Es werde mir für mein Gewiffen dein Mahl ein tröstlich Unterpfand, daß ich der Sündenschuld entriffen, 7. Laß mich mit Ernst den durch dich ben Gott Berge Nächsten lieben, und wenn bung fand; fo freuet meine er strauchelno fich versicht, Seele sich in deinem Heil, Versöhnlichkeit und Sanftund lobet dich. much üben. Nie komm es mir k Dom heiligen Abendmahl. 348 mir aus dem Gemüth, welch Macht, und an das Wort: eine schwere Sündenlast du ,, es ist vollbracht!" Du hast mir aus Huld erlassen haft. mirHeil erworben. Für mich hast du dich dargestellt. Mit fich verföhnte Gott die Welt, da du für sie gestorben. 3. So freue dich, mein 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächtger Ruf Herz, in mir! er tilger meis erhebt; wenn du dich, groser Lebensfürst, den Vol fern sichtbar zeigen wirst. 9. Gebeugt lieg ich zu deinen Füssen, mit Dank und Lob, Gebet und Flehn. Laß auf mich neue Gnade flies fen; mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Tren dein Abendmahl gesegnet sey. ne Sünden, und lässt ben feinem Mahle hier mich Gnad um Gnade finden. Er hört der Reue sehnlich Flehn, will gern mich fren und glück. lich sehn, will mir die Schuld vergeben. Nur soll ich dem, der für mich starb und mir so großes Heil erwarb, von ganzem Herzen leben.. Mel. Ein Lammleingeht, komme, Herr, 4. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu mir 440. J and suche dich, durch deinen Tod, die Kraft zu diesem Willen, daß mich von nun an eifrig fenn, mein ganzes Leben dir zu weihn und deine Huld zu preifen. Laß mich den Ernst der Heitigung, durch eine wahre Befferung, in jeder Pflicht beweisen. Mel. Es ist gewißlich. mühselig und beladen. D. mein Erbarmer, würdige mich des Siegels deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Got tes und des MenschenSohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh; ich suche Ruh, und finde fie im Glauben der Erlöften. 2. Dich ber ich voil Ver- 441. Ich preife dich, o Herr, mein trauen an. Du bist das Heil Heil, für deine Tödesleiden. der Sünder; haft ihre Hab ich an ihren Früchten Schulden abgethan, und Theil, was fehlt dann meis wir sind Gottes Kinder. Ich nen Freuden? Du wardst denk an deines Seidenslein Opfer auch für mich; o gieb, 349 Don den Sacramenten der christlichen Kirche. gieb, daß meine Seele fich des ewig freuen möge. 6. Wie soll ich die Barmherzigkeit, die du mir thust, 2. Du läsfest mich in dei- ermessen! Gieb, daß ich fie nem Tod das wahre Leben zu keiner Zeit undankbar finden. Erlösung aus der mag vergessen; daß ich aus größten Noth, Vergebung achter Gegentreu ganz deialler Sünden, Gewissens- nem Dienst ergeben sey, ruh, zur Bessrung Kraft, und dir zur Ehre lebe. das hast du, Herr, auch mir verschafft, der du am Kreuze starbest. 7. Laß deines Leidens großen Zweck mir stets vor Augen stehen; nimm alle 3. Dein Abendmahl ist Hindernisse weg, die ebne mir ein Pfand von dieser Bahn zu gehen, die mir großen Güte. Wie viel haft dein heilig Vorbild weist, du an mich gewandt! Dund die einst den erlöften stärke mein Gemüthe zum Geist zu deiner Freude gläubigen Vertraun auf führet. dich, daß ich, so lang ich lebe, mich an deiner Gnade halte. 8. Zu meinem Heile haft du dich für mich dahin ge geben; dein Abendmahl er 4. Ich fühle, Herr, voll wecke mich mit Ernst darReu und Schmerz die kaft nach zu streben. Herr, ma von meinen Sünden. Laß che mich dazu geschickt; und mein vor dir gebeugtes Herz werd ich einft der Welt den großen Trost empfin- entrückt, so sey dein Tod den, daß du, aus Gottes mein Leben. Baterhuld, auch mir Ver- Mel.Schmücke dich o liebe. gebung meiner Schuld und Besserung erworben. 442. Je, Freund der Menschenkin5. Der Trost, den mir der, der du dich zum Heil dein Tod verschafft, werd der Sünder von des Himewig mit zum Segen. Er mels hohen Freuden zu den stärke mich mit neuer Kraft bångsten Todesleiden willig auf allen meinen Wegen, haft herabgelaffen, wer kann nur das zu thun, was dir dein Erbarmen faffen? Tief gefällt, und alle Furcht und gerührt von solcher Güte, Just der Welt, standhaft/ preift dich dankvoll mein zu überwinden. Gemüthe. 2. Herr, Dom heiligen Abendmahl. H 350 2. Herr, du haft auch mir daß ich, bis ich einst erkalte, bereitet, was zum wahren treu dir sey und Glauben Wohl mich leitet: Sicht, den halte. Weg des Heils zu finden; Trost bey dem Gefühl der Sünden: Kraft, der Beß rung nachzujagen; Muth, des Lebens Last zu tragen: und die Hoffnung beffrer Zeiten in dem Reich der Ewigkeiten. 6. Hilf mir wider alles streiten, was von dir mich will verleiten. Auch den stärksten Reiz zu Sünden hilf mir glüctlich überwinden, daß ich hier stets im Gewiffen Deinen Frieden mag genießen, und dereinst auch überm Grabe Theil an deinem Segen habe. 3. Ja, du willst mit deiner Gnade selbst mich auf des Lebens Pfade, zum Genuß der Seligkeiten, die du mir erworben, leiten. Ja, du willst mich bessern, tròsten und zum Erbtheil der Erlöften, zu des Himmels Herrlichkeiten, mich auf Erden vollbereiten. 7. O wie will ich dich erheben, wenn du mich im höhern Leben, zu den Freuden deiner Frommen( Herr, ich hoffes) läsfest kommen. Da, da wird mich nichts mehr stören, dich aufs innigste ju ehren; da, da werd ich, fren von Sünden, deinen Fries den ganz empfinden. 4. Nun so sen der Bund erneuet: ganz fen dir mein Herz geweihet; täglich will ich mich bestreben, nur nach Vlad voriger Nielodie. deinem Wort zu leben; was 443 rene dich, erlöfte du liebest, will ich lieben, ernstlich mich im Guten üben! was du haffest, will ich haffen, stets von dir mich leiten laffen. Seele, nach deines Herrn Befehle, feis nen Mittlerrod zu feyern, deinen Dank ihm zu erneuern! Auch für dich hat er sein Leben in den bångsten Tod gegeben, die auf Zeit und Ewigkeiten Heil und Wohlfahrt zu bereiten. 5. Doch, ich fühle meine Schwäche, Jefu, was ich dir verspreche, ach, wie leicht ist es gebrochen! schneller oft, 2. Zum Genusfe seiner Gnaals ichs versprochen. Dar- den wirst du von ihm einges um starf in mir die Triebe| laden. Eil ihm demuthsvoll vefter, reiner Gegenliebe, l entgegen, und nimm Theil An 351 Von den Sacramenten der christlichen Kirche. an seinem Segen. Komm Dienste weihen, nur nach getrost, es ist sein Wille; deinem Willen leben, und komm und schöpf aus seiner eich dankbar froh erheben. Fülle neuen Muth und neue Deine Huld ist unermeffen, Triebe zur Verehrung seiner Herr, fie fen mir unvergessen, Liebe. daß ich dich auf alle Weife herzlich lieb und thårig 3. Herr, ich komme mit Verlangen, Glaubensstär- preise. kung zu empfangen; da du Huldreich deinen Frieden ster bend noch auch mir beschic den. Hier fall ich zu deinen Füßen: laß mich würdig jetzt genießen deines Mahls, der Seelenspeise, mir zum Heil und dir zum Preise! 4. O wie fehnt sich mein Gemüthe, Menschenfreund, 7. Du, dem die verklärten Schaaren, die, wie ich, auch Schwache waren, ewigDank und Jubel singen, daß sie hier dein Heil empfingen laß auch mich dahin einst kommen, daß ich mich mit allen Frommen ewig deiner Huld erfreue, und dir meine Jubel weihe. nach deiner Güte! Ewig el. Wer nur den lieben G. währet deine Treue, nimm es an, mein Herz voll Neue. 444. Heil mir! mir Nimm es an, und meinen Zähren wollest du den Trost gewähren, meiner Schuld nicht zu gedenken, und mir deinen Frieden schenken. eward das Brod gebrochen, ich tranf, Herr, deines Bundes Wein. Voll Freude hab ich dir versprochen, dir treu, Dir ewig tren zu seyn. Ich schwör es nun noch einmahl dir; schenk du nur deine Gnade mir 5. Ja, ich hoff auf deine Gnade, daß fie mich der Sund entlade, und mit neu. er Kraft zum Werke meiner Heiligung mich stärke. Was du, da du für uns starbest, jedem, der dich sucht, erwarbest, Geelenruh und ewges keben, wirst du mir, Erlöser, geben. 6. Deiner will ich stets mich freuen, ganz mich deinem 2. Hilf mir das Böse überwinden/ und stärke mich zu jeder Pflicht. Bewahre mich vor neuen Sünden; verlaß mich in Versuchung nicht; und dein für mich vergoßnes Blut schenk mir im Todeskampfe Much. 3. So soll denn weder Sport noch leiden, noch Ehre Dom Christenthum und dem Beruf der Menschen. 352 Ehre, Gut und lust der Welt, mich erhält. Du bist und mich, Herr, von deiner Liebe bleibeft ewig mein; laß ewig scheiden, die selbst im Tode mich der Deine seyn. VII. Vom Christenthum und dem Beruf der Menschen. Mel. Herzliebster Jesu, was. Ehre deine Kinder, mit 445. Ich hab, o Gott, Schmach die Sünder. mir ernstlich vorgenommen, nie auf der Uebertreter Pfad zu kommen, vor dir zu wandeln, dir mein ganzes Leben, treu zu ergeben. 6. Vollend ich einstens meine Prüfungsstunden, und werd ich bis zum Tode treu erfunden; wie schön verwandeln sich dann meine Leiden in ewge Freuden! 2. Erforsche mich, sich, ob ichs redlich meyne; gieb, daß Mel. Ich hab in Gottes. ich nicht bloß, was ich son foll, scheine; mit allen Kraf ten laß mich, deinen Willen fröhlich erfüllen. 446.Gor ott will, wir follen glücklich seyn; drum gab er uns Gefezze. Sie sind es, die das Herz erfreun, sie sind des kebens Schäße. Er spricht zu uns durch den Verstand, er 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet, und meinen Gang auch im Verborgnen leitet wie sicher werd ich spricht durch das Gewiffen, deine Wege wandeln und richtig handeln! was wir, Geschöpfe seiner Hand, fliehn oder wählent 4. Gieb Eifer mir und müssen. Much zu meinen Pflichten, 2. Ihm folgen, das ist so mag die Welt, wie ihrs Weisheit nur, und Freyheit, gefällt, mich richten; ehrt dies zu wählen; ein Thier mich dein Beyfall, so kann folgt Trieben der Natur, ich mit Freuden Verachtung leiten. ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes 5. Du achteft nicht das An- Eigenthum? was sein Befehn, der Personen, wirft bil- ruf auf Erden? die Tugend; lig alles richten und beloh- und ihr kohn und Ruhm, nen, mit Herrlichkeit und Gott ewig ähnlich werden. 3.0 353 Dom Christenthum troct die werden ihn beleben. 3: O lerne kust am Wort| Kräfte der zukünftgen Welt, des Heren und seiner Gnade finden; und übe dich ge- 7. Denk endlich zur Betreu und gern, dein Herz ruhigung, daß Gott den zu überwinden. Wer Kräfte Schwachen duldet, der ben hat, wird durch Gebrauch dem Ernst der Heiligung von Gott noch mehr be- doch manches noch verschulkommen; wer sie nicht brau- det. Gott lieber Herzenschet, dem wird das, was redlichkeit und sieht auf dein er besitzt, genommen.. Bestreben; er ist ein Vater, der verzeiht, und er hat Luft zum Leben. Mel. O hilf, Christe Got n tes Sohn.invis 447. Sollt ich, da mir Gottes Sohn, voller Gnad' erschienen, ihn verlaffen und um kohn schndder Sünde dienen? mit den Küsten dieser Zeit niedrig mich beflecken, und nicht mehr die Süßigkeit seiner Liebe schmecken? 2. Hab ich doch allein bey Dir meine Ruh gefunden; Mittler, denn du heiltest mir alle meine Wunden; und ich sollte dein Gebot, wie die Sünder hassen, solls re meinen Herrn und Gott fliehen und verlaffen? 4. Du streitest nicht durch eigne Kraft; drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beydes schafft, das Wollen und Bollbringen. Stein dem Sohn, der Brod begehrte? Bet oft! Gott mußte Gott nicht seyn, wenn er dich nicht erhörte. 5. Dich stärket auf der Tu gend Pfad das Benspiel sel ger Geister; ihn zeigte dir, und ihn betrat dein Führer, Herr und Meister. Laß dich nur nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern; der wahre Ruhm ist Ruhm ben Gott, und nicht ben Menschenkindern. 6. Sen stark, o Seele, 3. Nein ich bin und bleib allezeit, denk oft an Deine ein Chrift, halt auf Chrifti Bahre; vergleiche mit deren, laffe mir nicht Ewigkeit den Kampf fo fur- Macht und ist meinen zer Jahre. Das Kleinod, Glauben stören. Ficlen taudas dein Glaube hält, wird send ab, nicht ich; wen es neuen Muth dir geben; und will verdriessen, der wird mein und dem Beruf der Menschen. mein Bertraun auf dich mir doch gonnen müssen. 4. Denn wer zeiget mir wie du und bringt Kraft den Müden, den Bedrång, ten Trost und Ruh, Sún. dern Gottes Frieden? Du nur giebst mir Zuversicht, daß ich, troß dem Grabe, deiner Ewigkeiten Licht froh zu hoffen habe. 354 würde mir doch Kraft dazu und Much verschaft! O wie innig wurd ich mich freun! Wer Herzensrein, wer heilig ist, muß selig seyn. 2. Gott, du bist der Freu den Fülle; denn dein Verstand ist Licht, dein Wille ist e Ordnung und Vollkommenheit. Du liebst mit fiers gleicher Stärke das Gute nur, und deine Werke find Wahrheit und Gerechtigkeit. Obilde mich nach dir: so find auch ich schon hier Ruh der Seele, bis nach dem Leid der Prüfungszeit vollkommne Bonne mich erfreut. 5. O wie thárigt, wenn ich mich noch verführen ließe. Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße; da ich weiß, auf wessen Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar dort Gnad und Leben finde. 6. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübfal nicht, noch Freuden, follen mich, mein Herr und Gott, jemals von dir scheiden. Welt und Sünd und Eitelkeit und des Fleisches Triebe, alles überwind ich weit, Herr, er sich auf dich verläßt, durch deine Liebe. 3. Herr, du kannst dazu mich stärken. Von die kommt Kraft zu guten BerEen, du aller guten Gaben Quell! Seite mich mit deiner Wahrheit; fie leudste mir in voller Klarheit beständig, unbefleckt und hell! Mel Wachet auf ruft uns. ugend ist der wird in der Tugend vest. Mein Erbarmer! ich hoff auf dich; v mache mich im Guten unveränderlich. 448.C Seele teben. Wie sollt ich denn nach ihr nicht streben? des größten 449. fe deine Güte, Tiel. Wer nur den lieben. Gott, preis Eifers ist sie werth. Gott, die nich so wunderbar erschuf; und mit frohlockendem Gemüthe verehe ich deimein Herz begehrt. Ach nen Schöpferruf, ein Shedu kennest mein Verlangen, dir und dem Guten anzu hangen; dies ist es, was Na rold 355 Dom Christenthum. rold deines Ruhms zu seyn,| oft, von luft, der Erde trunund deiner Wunder mich zu Een, sein Glück in Dingen freun. dieser Zeit: jedoch er sucht und findet nicht, was ihm der äußre Schein verspricht. 2. Du gabst, zum Denken und Empfinden, ich sey dein Werk, mir diesen Geist, der amar zu schwach ist, zu er gründen, wie herrlich du, mein Schöpfer, seyft, jedoch, was du an mir gethan, erFennen und bewundern kann. 3. Und diesen Geist, der in mir denket, schufst du nicht bloß für diese Zeit. Du hast ihn mir, mein Gott, gefchen Fet zum Leben in der Ewig keit, um da vollkommner zu verstehn, was Sterbliche nur dunkel ſehn. 4. Zu eng sind dieses Lebens Schranken für seinen for schenden Verstand. Der Keim zu höheren Gedanken, als je ein Sterblicher er fand, entwickelt sich erst nach der Zeit im hellern Licht der Ewigkeit. 5. Ihn fåttiget Fein Gut der Erbe, kein zeitlich Glück, so groß es sep. Daß er im Innern ruhig werde, bedarf er mehr, das ihn erfreu. Er fühlts, daß diese ganze Welt sein Wünschen nicht zufrieden stellt. 6. Zwar ist er tief herab gefunken von ſeines Ur sprungs Herrlichkeit; sucht 7. Du prágteft ihm durch sein Gewiffen Gefühl von Recht und Unrecht ein. Daß Bose Böses leiden muffen und Tugendhafte glücklich seyn, erkennet er und sieht doch nicht den Richter hier und sein Gericht. 8. Dem Tugendhaften ist hienieden oft ein sehr widriges Geschick für diese ErdenZeit beschieden, dem lasterhaften oft viel Glück. Gemiß! erst eine andre Welt ist zum Vergeltungsort bestellt. 9. Gott, wenn mein Geist dieß überleget, so hoffet er Unsterblichkeit. Doch wenn er aufmerksam erweget, was ihm dein Wort für Licht verleiht; so wird er sichrer Freuden voll, daß er auf ewig leben soll. 10. Herr, laß zu jenem bes sern Leben mich täglich hier die Ausfaat fireun. Laß deinen Geist das Wollen geben, und das Vollbringen auch verleihn. O Wonne der Unsterblichkeit, wie wird durch bich mein Geist erfreut! Mel. und dem Beruf der Menschen. 356 Mel. Wer nur den lieben. ter, das entdecke mir! Hab er bin ich? mel 450.Wer che wichtge Frage! Gott, lehre sie mich recht verstehn! gieb, daß ich mir die Wahrheit sage, um mid), so wie ich bin, zu sehn. Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen, du schufft mich, Gott, zu deinem Preis; dazu mein Leben an zuwenden, das ist dein våterlich Geheiß. Doch leb ich, Doch leb ich, als dein Eigenthum, auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß; doch bin ich das auch in der That? Herr, öffne selbst mir das Verständniß, recht einzu fehn, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiesen, geh und vest in ſeinem Glauben steh? 4. Du kenneft unfres Her zens Tiefen, die uns selbst unergründlich sind; drum laß mich oft und ernstlicy prüfen, ob ich sey Christo gleich gefinnt. Sich selbst recht kennen ist Verstand. Drum mache mich mit mir bekannt. ich der Wahrheit Weg er wählet, so gieb, daß ich ihn nicht verlier. Erleuchte mich mit deinem Licht, so täuschen mich Verführer nicht.. 6. Bin ich jetzt von dem sichern Pfade, der mich zum Leben führt, noch fern! so wecke mich durch deine Gnade, daß ich ihn ernstlich fuden lern. Gieb mir zur Bessrung Luft und Kraft; du bists, der Beydes in uns schafft. 7. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war und hier gethan. O laß michs nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann. Hier mache mich zum Himmel kluq, und frey vom schnóden Selbstbetrug. Mel, G Gott du frommer. 451.Du fchufft, Allgú» tiger, den Men schen Dir zur Ehre, daß er auf Erden hier dein Bild, Dein Abbild wäre. Darum hast du den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Unfterblichkeit aus deiner Huld geschenkt. 2. Dwelch ein hohes Ziel, dazu du, Gott, mich schufest! wie herrlich ist das Theil, dadu mich berufest! dir, Na 2 Hidr 5. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vazu 357 Vom Christenthum Höchster, ähnlich seyn, voll. kommen seyn, wie du. wohl mir, wenn ichs bin! hilf du mir selbst dazu. 3. Du bist der Wahrheit Freund. Laß mich auch Wahrheit lieben, mit unverdroßnem Fleiß, in allen dem mich üben, was mich zur Weisheit führt; zur Weisheit, dich und allem 7. Beglücket ist nur dann mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr mein Gott, kann ähnlich werden. Dann werd ichy ewig auch mit dir vereinigt feyn, und mich ohn Unterlaß, Gott, deiner Güte freun. Co Mel. Sey Lob und Ehr. mich des Beyfall giebt, was uns bein 45 schen wahren Wille lehrt. Werth, mein Gott, zu Herzen nehmen, und dessen, was mich selbst entehrt, vor Dir mich innig schämen. komm es mir aus meinem Sinn, was alles ich vermag und bin, durch deine weise Güte. Nie 2. Du schufft mich nicht bloß Fleisch und Bein; du hauchtest mit dem Leben mir auch den Geist, die Seele ein, und haft ihr das gegeben, was Thieren fehlt; du gabeft mir, Vernunft und Freyheit, und mit ihr ein richtendes Gewissen. 3. Du schufest mich zur Menschlichkeit und für der Freundschaft Freuden; gabst mir ein Herz voll Fühlbar Eeit für andrer Glück und Leiden, noch mehr, ein Herz das fähig ist, sich dein, der du mein Vater bist, zu freun, und dich zu lieben. 4. In 4. Laß deine Heiligkeit mir stets zum Muster werden, Hilf mir, o Heilger, flichn die Lüste dieser Erden; nur das, was recht ist, thun, des Guten mich erfreun, und dem, ders üben will, dazu behülflich seyn. 5. Gieb, daß ich so, wie du, ein Freund der Men schen werde, dem Wohlthun Freude macht, der Kummer und Beschwerde dem Näch ften, gerne spart, fein Leben ihm versüßt, und, wo er hel fen kann, zum helfen willig ift. 6. Nech bin ich weit entfernt, o Gott, von diesem Ziele. Du weißt es, was mit fehlt, und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich) bin. bilde mich nach dir und det nem reinen Sinn. O und dem Beruf der Menschen.. 4. In stiller Andacht kann| allezeit auf mein Gewiffen mein Geißt sich bis zu dir er achte, nach Weisheit und heben, und dir, den jeder Gerechtigkeit mit allem EiHimmel preist, auch Preis fer trachte, dich liebe und und Ehre geben. Auch ich mich deiner freu, und so des Eann deinen Willen thun, in Borjugs würdig sey, der deiner Vorsicht Rath be ewig midy foll kronen. ruhn, und fröhlich auf dich mel. Ich weiß, mein Gott. hoffen. Fur- 453.tmuntre, Seele, dich dem 5. Nicht bloß für diese ze Zeit riefst du mich in dieß Leben zu Freuden einer Ewigkeit soll sichy mein Geist erheben. Und wird auch gleich der Leib zu Staub, so bleibt er nicht des Grabes Raub; du wirst ihn auferwecken. 6. Vom Himmel fam, gefandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er kam und ward ein Mensch, wie wir, der Menschen Heil zu wer Wie hoch sind wir durch ihn geehrt! wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, der Menschheit Werth zu schäßen! den. 7. Und ich, ich sollte mich entweihn, und gleich den Thieren handeln? der Flei schesluft ergeben seyn, uns nicht vor dir, Gott, wandeln? Fern fer ein solcher Sinn von mir bewahre nich, mein Gott, dafür, daß ich mich nicht so schände! Bielmehr gieb daß ich 358 Gott, der dich erschuf, getreu und folge dem Gewissen; nie, glaub es, wird es dich gereun, hast du, unstråf lich fromm zu seyn, aufrichtig dich befliffen. 2. Nicht folge deinem Fleisch und Blut! gehorche Gott! Gott meint es gut; was er gebeut, ift Segen. Er liebt uns Menschen väs terlich, führt auf der Bahn der Tugend dich dem höchsien Glück entgegen. 019 3. Gott theilt die feine Stärke mit; drum gehen stets mit vestem Schritt fort auf der Tugend Pfade. Die kust verführt, die Tugend nie; und Gott, dein Gottil belohnet sie mit immer neuer Gnade. GRE 4. Laß dir die schreckchvolle Pein der Sünde hell vor Augen seyn, wenn sie dich locs mit Freuden. Gott ehrt der Tugend hohen Wertly, und den hat Jeſus Na 3 Dom dich gelehrt in Lieb' und auch in Leiden. Christenthum. 5. Auf, übe sie mit allem Fleiß, zu deinem Glück und Gottes Preis; er siehet dein Bestreben, und wird dir einst gewiß dafür, nach treuem Tugendlaufe hier, der Freuden Fülle geben. Mel. Was mein Gott will. 454.5 ier ist mein Herz, Herr, nimm es hin; bir sey es ganz erge ben. Was hat die Seele für Gewinn vom schnöden Sündenleben? Der Welt lust Tand hat nicht Bestand, und, statt den Geist zu nah ren, füllt er das Herz mit Reu und Schmerz; wie sollt ichs so beschweren? schnell fliehn seine Freuden; nur deine Treu wird täglich neu, und giebt auch Ruh im Leiden. 4. Wer dich zu seinem Trost erwählt, sein Herz zum Gu ten neiget, das Arge haßt, und, wenn er fehlt, beschämt sich vor dir beuget; der schmeckt schon hier, erfreut in dir, der Seele wahren Frieden; und volles Heil ist einst das Theil, das du ihm hast beschieden. 5. Wie thörigt irrt ich doch umher! fern von dem Sinn des Christen sucht ich, an wahrer Freude leer, Nuh in der Erde Luften. Welch ein Betrug! es sey genug, mich so getäuscht zu haben. Richt meinen Sinn, o Gott, fort hin nach wünschenswürdgern Gaben! 2. Nur du, Gott, bist das höchste Gut; nach dir steht mein Verlangen. Erfülle mich mit Kraft und Muth allein bir anzuhangen. hátt ich doch dein sanftes Joch allzeit auf mich genom men! so war auch ich schon längst burch dich zur wahren Ruh gekommen. 3. Kann auch das größte Glück der Welt das Herz vor Kummer schützen? kann es, wenn Trubsal uns befällt, mit Trost uns unterstügen? Sem Glanz verschwinde 7. Bey dir ist bis in Ewig feit der reinsten Freudar Fülle, des Wohlfeons größte wie Rauch vom Wind und Sicherheit, vollkomme Juh 6. Hilf, daß ich mein GeOmüth zu dir in Andacht oft erhebe, und mit der eifrigften Begier nach deiner Gnade strebe; dir folgsam sey, und dein mich freu, du meiner Seele Leben! Denn, Gott, nur du kannst wahre Ruh und Trost dem Herzen geben. und dem Beruf der Menschen. Ruh und Stille. Nierciße mehr die Luft und Ehr der Erde mein Verlangen! Bis in den Tod soll dir, mein Gott, getroft mein Herz anhangen. meus in Miel. Ich finge dir mit Herz. ch bin, o Gott, 455 S dein Eigen thum; auf ewig bin ich bein. Mein größtes Glück, mein wahrer Ruhmist, ewig dein zu seyn. 2. Du gabst mir den vernünftgen Geist bewundernd anzuschaun, wie dich die ganze Schöpfung preist; und dir mid) zu vertraun. 3. Was um mich) ist, ver kündigt mic, Gott, deine Herrlichkeit. Von deinem Preise singet mir jedwede Tageszeit. 4. Und ich, ich sollte fühl los feyn? ich fänge Herr, dir nicht? mein Leben fröhlich dir zu weihn, das, Herr, ist meine Pflicht. 5. O mache dieser Pflicht mich treu, so treu, als ich es fell; mein Herz und Mund, und Wandel sey stets deiner Chre voll. 6. Wer dich erkennt, hålt din Gebot; ihm ist es keine tast. Mit Freuden thut er, Herr, mein Gott, was du befchlen haft. 36 7. Was du geboteft, ist uns gut; du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! fein ist das beste Theil. 8. Er schmecket, hier die zugethan, im Herzen wahre Ruh, und eilet auf gewiffer Bahn getrost dem Himmel zu. Mel. Kommt ber zu mir, spricht. 456. Laß meiner Seele großen Werth, den mir dein theures Wort erklärt, mich, Herr, mit Ernst bedenken, und auf die Sorge für ihr Wohl so unermüdet, als ich foll, den größten Eifer lenken. 2. Wie hoch ist sie vor die geacht't! Welch Glück haft du ihr zugedacht! wie viel an sie gewendet! Du schuffE fie, Gott, dein Bild zu seyn und hast, es in ihr zu ers neun, selbst deinen Sohn gefendet. 3. 3u groß für diese furze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, lebt sie im Leib auf Erden, durch Glaus ben und Gottseligkeit zu größerer Vollkommenheit im Himmel reif zu werden. 4. Mit großer Treue willst bu fie, felbst durch des lebens kurze Müh, zu diesem Xa+ Biele 361 Von der Sinnesänderung des Menschen. Ziele führen. O laß mich| Gütigkeit durch Christum Hicht durch eigne Schuld das Hoffnung faffet. Heil, das deine Vaterhuld ihr auserfehn, verlieren. 7. In meiner ganzen Pilgrimschaft laß mid), ge 5. Mit dir, o Gott, verstärkt durch deine Kraft, eint zu seyn, mich ewig deiner Huld zu freun, und dich zum Trost zu wählen: das fey mein Fleiß und hochster Zweck; laß mich dazu den rechten Weg aus leichtfinu nie verfehlen. nach jenem Kleinod trachten, das mir dein Ruf vor Augen siellt, und alle Gúter dieser Welt wie nichts dagegen achten, art 8. Wie selig werd ich dann einst seyn! schon hier werd ich mich deiner freun und in bir glücklich leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit, mich dann zur ew'gen Herrlichkeit in deinem Reich erheben. 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum schaffe felbst, o Gott, in mir ein Herz, das Sünden haffet, das seine Schuld vor dir bereut und das zu deiner T VIII, Von der Sinnesänderung der Menschen. sid 200 24 11 Bußlieder. 457.2% Mel Berzliebster Jesu was.| nen Geist, daß er mich un llein vor dir, terrichte! gieb ihn, daß er mein Gott, hab auf deiner Wahrheit Wege id gefündigt! O laß die mich leiten möge. Gnade, die dein Wort verFundigt, wenn Sünden uns von ganzem Herzen reuen, auch mich erfreulen. 2. Schaff in mir, Höch, fter, eine reine Seele; ein neues Herz, das deine Wege wähle, Befördere und starke mein Bestreben, nur dir zu leben. 3. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte! gieb bei 4. Erquicke mich in meiner Seele keiden mit deiner Hülfe; gieb den Geist der Freuden, damit er, weil ich keine Kraft befige, mich unterstüße. Git 5. Mit neuer Treue will ich dich verehren; ich will die Sünder deine Wege lehren, mein Beyspiel foll sie reizen, deinen Willen gern zu erfüllen. 6. D 390 Bußlieder. 362 mein Herz erfüllen. 6. O höre, Gott, erbar-| um des Versöhners willen, mend auf mein Flehen! Wie folltest du ein reuend Herz verschmähen? ein Herz, das ernstlich jede Sünde fluchet und Gnade fuchet. 5. Vom Abend an bis an den frühen Morgen, hoff ich auf dich; o stille meine Sorgen! Du schenkest ja Beladenen und Müden gern deinen Frieden. 7. Ein reuevolles Herz, das willst du haben; ein glaubend Herz willst du mit Troste laben. Du willst die Geelen, die nach Gnade schmachten, Gott, nicht 6. Ja, hoffe nur, mein Herz, auf Gottes Gnader! viel größer ist sie, als dein Seelenschade; und endlich wird dich Gott von allem Bösen herrlich erlofen. Mel. Ein Lémmiein acht. 459.Grbarm bich, Herr, verachten, Viach voriger Melodie. us einem tief 458.Aus vor dir tem Herzen, ruf ich zu dir in meinen Sündenschmer zen. Omache, Gott, mich meines Kummers ledig, und fey mir gnádig. dest mein schwaches Herz, geneigt zu Eitelkeiten, läßt bald durch Freude, bald durch Schmerz, sich auf den Irrweg leiten, Gleich 2. Beschämt erkenn und einem Rohr, vom Wind fühl ich meine Sünden. bewegt, wankt auch, von Laß, Bater, mich Erbar Leidenschaft erregt, oft meimung vor dir finden. Willst ne schwache Seele. Wann du auf Schuld und Ueber- fomm ich zu der wahren tretung sehen, wer wird Ruh, daß ich nur veste Tritbestehen? ate thu und nur das Gute 3. Beg dir allein, Herr, wähle? steht es zu vergeben. Du willst nicht, daß wir sterben, sondern leben; uns foll die Größe deiner Liebe lehren, dich tren zu ehren. M 2. O laß mein Herz nicht fernerhin in seiner Neigung wanken. Stårk meinen uns gewiffen Sinn zu vesteren Gedanken. Wenn von der 4. Verzeihe mir, Herr, Luft zut Eitelkeit mich dei alle meine Fehle; bein harnes Geistes Kraft befreyt, ret, Vater, meine müde wie will ich dir lobfingen! Seele! Laß Troft und Ruh, mich deinem Dienste gang Xe 5 ju 363 Von der Sinnesänderung des Menschen. zu weihn, foll fiets mein| leben. Ich aber will hier erster Wille feyn. Gieb da in der Zeit und einst in dee zu das Bollbringen, Vollkommenheit, Herr, deine Gut' erheben. 3. Auch wenn ich auf der Tugend Pfad, bisweilen Mel. Jeju deine tiefe W. gleitend, wake, fo unter. 460.Denk ich, Hochmich vor ster, an die Güte, die du mir bisber erzeigt; o wie fühlet mein Gemüthe sich zur tiefsten Schaam gebeugt, daß ich dich gering geschäßt, häufig dein Gebot verlegt, und dich, der du mich geliebet, dich so oft und schwer betrubet. dem nahen Falle. Wenn bese kust in mir aufsteigt und ich zum Weichen bin geneigt, so lenke meinen Willen; erhebe meinen schwachen Muth, daß sich der Leidenschaften Wuth durch dich, Herr, möge stillen. 4. Mein Gott, mein Gott, gedenke nicht der Sünden meiner Jugend. Wie widrig schien mir oft die Pflicht! wie rauh die Bahn ter Tugend und doch trugst du mich mit Geduld! laß, Bater, laß mich diese Huld nicht undankbar verachten. Dir folgen, ist mein wahres Heil; o faß mich als mein befies Theil, Herr, meine Pflicht betrachten! Wie 5. Ich bin ein Mensch; du Fenneft mich. schwach sind Menschen Kräfte! Doch meine Seele hofft auf dich; du wirst zu dem Geschäfte der Heili gung mir Muth verleihn, mein Herz je mehr und mehr erneun, vor dir gerecht zu 2. Alle meine Seelenkráf te, meine Glieder sind ja dein, und sie follen zum Geschäfte deines Dienstes fertig seyn; oft hab ich der Eitelkeit unbedachtfam fie geweiht! ja zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie manden schweren Sorgen machtest du mein Herze frey. Meine Hülfe kam von dir, was mie nutzte, gabst du mir; gleichwohl hab ich oft vermessen dich und allen Dank vergessen. 4. Bey so hellem Licht der Gnaden sollt ich jedes Unrecht fliehn, und um Rettung Bußlieder. 364 tung von dem Schaden mei- Miel. Alle Menschen müssen. ner Seele mich bemühn. Sach Deine Gute lockte mich oft 461. erhebe mein zum Beßern; aber ich floh vor ihrem fanfren tocken, fuchte selbst mich zu ver stocken. 5. Ich erkenne meine Sünden, beuge mich, mein Gott, vor dir. Laß bey dir mich Gnade finden, neige, Herr, dein Ohr zu mir; ach vergieb, was id) gethan! nimm mich noch erbarmend an! führe mich vom Súndenpfade auf den felgen Weg der Gnade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue. Gieb, daß mein ge beugter Geist deiner Vater huld sich freue, die dein tro. stend Wort verheißt! Was fuchtsvoll, mein Gott, zu dir. Ich verehre deine Gü te; o wie teuer ist sie mir! Gott der Liebe, Gott des Lebens, feiner harrt auf dich) vergebens; nur Verachter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn; gieb, daß mirs an Kraft nicht fehle; folgsam deinem Wort zu feyn. Stehe du mir mách. tig bey, mache du mich selbst dir treu. Dich zu lieben, die zu leben, sey mein herzliches Bestreben. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege; zeige deinen Wil len mir! leite midy die rech ten Stege, daß kein Jrrthum mich verführ. Gott, du siehest mein Vertrauen! ficher kann ich auf dich bauen; deine Vatertreue ist ewig, wie du selber bist. Sünden meiner Jugendjah3. Ach, gedenke an die dein Sohn auch mir erre nicht! laß mich vor dir warb, als er für die Sun der starb, Fried und Freube im Gewiffen, laß es, Herr, auch mich) genießen. Gnade finden, geh nicht mit mir ins Gericht. Alle Günden, die uns reuen, willst du váterlich verzeihen; o so höre denn aud) mich meine Seele hofft auf dich. Sünders Leben, seine See4. Gott, du willst des le ist dir werth; gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu die bekehrt. hitten auf dem Sündenwege machst du sein Gewisfen vege. Wohl dem, dee zu 365 Von der Sinnesánderung der Menschen. zu seiner Pflicht umkehrt!| hoffet nicht vergebens, du den verwirffi du nicht. Gott des Lebens! 5. Du erquickest die Elenden, deren Herz sich dir er giebt, bie fidh flehend zu dir wenden, über ihre Schuld betrübt. Freude schenket deine Gute dem geångfteten Gemüthe, weldem du die Sündenlaft liebreich abge nommen hast. 6. Herr, zu was für Seligkeiten, ou, in jener- bef fern Welt, jeden Brommen noch willst leiten, der die Treu und Glauben hält, of fenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Theil dich wählen. Deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern Fund. 7. Dir will ich mich denn ergeben. Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! laß mich heilig vor dir leben, treu feyn meiner ganzen Pflicht. Keine schnöde kust der Sun den soll mich ferner über. winden; nimm dich selbst nur meiner an, daß ich standhaft bleiben kann. 462.3 du Gott von Tel. Herzliebster Jesu was. ch fleh, o Gott, grosser Güte, zu dir, mit heilverlangendem Gemüthe. Wer hofft auf dich, der 2. Nicht Opfer willst du, Richter aller Belten! was kónnten doch Geschenke vor dir gelten? du Fennji das Herz, und willst, statt aller Gaben, nur Treue haben. 3. Wenn sich der Sunder wieder zu dir kehret, und dich durch bessere Gefinnung ebret; fo willst du seiner Sünden nicht gedenken, ihm Gnade schenken. 4. All vissender, du siehest meine Reue, mit der ich Berung die gelob urd Treue; sie wirst du, der du in das Herz kannst fehen, Gott, nicht verschmähen. 5. Nur starke mich), des Lasters Reiz zu fliehen, ein gut Geriffen allem vorzuziehen; so geh ich hier und bort dem reichsten Seegen gewiß entgegen. Mel. Wo foll ich fliehen hin. Mein Gott, die ist bewußt die Quelle böser kust, die Quel le meiner Sünden, die Men fchen nicht ergründen; p, heile du aus Gnaden der Seele tiefen Schaden! 463.in 2. Mir wird des Herzens Grund kaum selbst durch Thaten Fund, die mein Gewissen nagen; ich mußte ganz Bußlieder. ganz verzagen, wenn du sie, Herr der Welten, mit Stren. ge wolltft vergelten. 3. Ich habe wider dich, den Nächsten und auch mich vielfältig, oft gehandelt; ich bin den Weg gewandelt der Menschen von dir wen det, und sich in Elend endet. 4. Hilf, mein Erbarmer, mir, verwirf mich nicht von dir! erneure meine Seele, daß sie nur Gutes wähle. Wer kann mich sonst vom Bösen, als du allein, er löfen? 5. Drückt gleich der Sünde Joch mich sehr, so blei bet doch weit mächtger deine Gnades wie groß auch sey mein Schade, so kannst du ihn doch heilen, und Leben mir ertheilen. 6. at sonst der Günde Macht in mir ihr Werk vollbracht; so gieb mir Lust und Stárke, daß ich nur gute Werke beschließe und vollen de bis an mein selges Ende. Mel. Vor deinen Thron. 464.23 er bin ich, o Barmherzi ger, daß du dich mein, Allgütiger, erbarmest, und mit Gnaden schonft, und mir nicht nach Verdienste lohni? 2. Zum Glauben und zum Thun zu schwach, giebt oft 366 mein Herz der Sünde nach Ich kämpf, o Vater, nicht genung den Kampf der ern sien Heiligung. 3. Wie schnell ist von der rechten Bahn zum Brrweg oft der Schritt gethan! wie nahe grånzt die Mifferhat an unsers Herzens bösen Nath! ta 4. Wie bald wird Frevel felbfi verübt, wenn man aus Schwachheit Fehler liebt! Vertreib, o Gott, des Irrthums Nacht, entreiße mich der Sünden Macht! 5. Gchmal ist der Weg zu deinen Höhn, und wenige sind, die ihn gehn; durch jene lebenspforte dringt nur der zu dir, der ernstlich ringt. 6. Auf dich richt ich mein Angesicht und flehe fehnend: laß dein Licht mir leuchten! laß o Gott mich dein im keden und im Tode seyn! 7. Der mir in Christo se viel gab, Gott, schaue doch auf mich herab! auf mich, der Sünden schnellen Raub, des Himmels Erben und den Staub. 8. Erbarm dich mein und steh mir bey, daß ich des Guten würdig sey, das dem, von dir bereitet ist, dem du, Gott, ein Vergelter bift. 9. Ja, du erbarmst dich über Von der Sinnesänderung des Menschen. 367 über mich, du Gott der Liebe, väterlich. Vom Leibe dieses Teds befreyt, führt du mich einst zur Herrlichkeit. 465.Wit Mel. Herzlich lieb hab ich. ir haben unfern Bund entweiht, gebrochen unsern theuren Eid, und deinen Weg verlassen: doch sieh, wir kehren voller Neu zu rück zu dir; Herr, laß aufs new uns deine Rechte faffen! Laß fie uns leiten auf den Pfad, den dein Befehl geheiligt hat; daß Irrthum und Bersuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh. Herr, unfer Gott, verbirg uns nicht dein Angesicht und geh mit uns nicht ins Gericht. 2. Sich gnädig, Herr, auf unser Land; laß es bedeckt von deiner Hand, laß es der Ruh genießen! Wend ab von uns, durch deine Hut, der Flammen Grimm, der Wasser Fluth, des Krieges Butvergießen. Sey unser Gott, wenn uns die Noth, wenn Mangel oder Krankheit droht, und laß uns ih. ren Raub nicht seyn; laß Sicherheit das Land erfreun. Herr, unfer Gott, wir sind ja dein; laß Wohl. gedeihn und Sicherheit das Land erfreun. 3. Schüß uns vor Irr thum und Gefahr; erhalte deiner frommen Schaar der Glaubenseintracht Segen! Uns leite, Gott, dein guter Geist, und was dein Wort verspricht und heißt, soy Licht auf unsern Wegen! Laß auch in kehr und Wandel rein die Diener deines Wortes seyn, und bringe zu der Wahrheit Glück, zu die, die Jerenden zurück. Herr, unser Gott, breit aus dein Wort an jedem Ort', gieb Geist und Kraft zu deinem Wort! 4. Auch unsre Obern lenke du, daß sie durch Weisheit und durch Ruh des Landes Wohlstand heben; dem Fürsten, der uns schüßt und liebt, gieb, Herr, der alles Gute giebt, den schönsten Ruhm im teben! Noch lange sey dein Baterblick uns, seinen Kindern, Schuß und Glück! O, schütt auf ihn und auf sein Haus die Fülle deines Gegens aus! Herr, unser Gott, in deiner Hand ist unser Land; beglück es, segne jeden Stand! 5. Vernimm der keidenden Gebet; wer in Gefahr und Noth dir fleht, dem hilf aus feinen Bußlieder. 368 zu den Sünden hin, die wir nur erst beweinet. feinen Nöthen! Gieb Kran| stocktem Sinn, vom Beten Een kinderung und Ruh; die Sterbenden erlöfe du, erhór ihr leßtes Beten! Sey aller Unterdrückten Heil, der Wittwen und der Waisen Theil; vereitle der Verfol ger Rath, und lehre sie den rechten Pfad. Herr, unser Gott, durch alles keid der Pilgerzeit führ uns zu deiner Herrlichkeit! Mel. Es ist das Seil uns. 4.66.20 ir haben alle dein Gebot muthwillig oft gefchåndet, und uns vor dir, du befter Gort, der Sünde zugewen det. Wer wird, wer kann vor die bestehn, willst du, Herr, ins Gerichte gehn? Ach, ins Gericht mit Sündern! 2, Wer hat von uns dich ganz geliebt? nur dir geweiht sein leben? nur einen Tag dich nie betrübt? Wem darfst du nichts vergeben? Wer diente dir an jedem Ort? Wer glaubte redlich deinem Wort? ach keiner von uns allen! 3. Wie matt ist täglich das Gebet! Wie geist los unser Singen! Wir wagens, deiner Majestät nur Wort und Ton zu bringen! Wir eilen, mit ver 4. Die Lieb ist von den Seelen fern; falt, matt ift das Erbarmen. Wer hilft, wer hilft Bedrängten gern? Wer ist der Schuß der Armen? und herrschet nicht in unsrer Brust, im Wandel auch, unreine kust, in Aergerniß und Gräueln. 5. Wer muß den Mangel wahrer Treu und Freund schaft nicht betrauern? Unmásfigkeit und Schwelgerey herrscht auch in unsern Mauern! auch rauben Pracht und eitler Ruhm, dir Jesus Christ, dein Eigenthum, wir sind der Sünden Knechte. 6. Verachtung, Stolz und Eitelkeit wohnt tief in un sern Herzen. Men waats, mit Pflicht und Heiligkeit und Eidschwur nur zu fcher. zen; bu siehst, du hörest, heilger Gott! Neid, wilden. 3ank, ruchlosen Spott, Verläumdung, Haß der Brůber. 7. Ach, wie viel Sünden find bekannt, die siets um Rache schreyen, die uns und unserm Vaterland mit Strafgerichten bräuen! Ady Gott! was haben wir geshan? 369 Von einem guten Gewissen, voll Freude, than? Wie dürfen wir dir| Freud uns jede Pflicht! Sey Herr, uns nahn! Du all. Vater uns, uns Kindern! gerechter Richter! Durch Jesum Christum fle hen wir, der unser Mittler ist bey dir. Erbarm, erbarm dich unser! 8. Owend dein Vateran gesicht, Gott, wieder zu uns Sündern! und mach zur IX. Von einem guten Gewissen, voll Freude, Friede und Hoffnung. Mel. O bilf Chrifte Gottes. eines Gottes 467.0 freue dich, dank ihm, meine Seele! Sorget er nicht váterlich, daß kein Gut dir fehle? Schüßt dich deine Vorsicht nicht, wann Gefahren dráu en? isis nicht Seeligkeit und Pflicht, feiner dich) zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab an dir, was mein Herz begehret: einen Vater, wel cher mir, was mir någt, gewähret; der mich durch sein gótlich Wort hier zum Guten lenket und mit Him melewonne dort meine Seele tránket. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, findlich scheuend liebe, wenn ich) redlich dein Gebot und mit Freuden übe; o wie ist mir Daun so wohl! wie ist mein Gemüthe seliger Empfin. bung voll, voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zu versicht nach dem Himmel blicken; meine Leiden fühl ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, tróften und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. 5. Du bist mein! so jauchz ich dann: wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ichs rühmen kann: mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt werth! der du mir das Leben schenkteft, wirst auch, was mich nährt und erfreut, mir geben. 6. Jefus ist nach deinem Rath in die Welt gekommen; alle meine Missethat hat er weggenommen. Ihm vertrau ich, bet ihn an, glaub an seine Leiden, folg ihm treulich, und so kann nichts von dir mich scheiden! 7. Dich, du Trost der Sterblichkeit, Heil des bes fern Friede und Hoffnung. fern Lebens, himmlische Voll. kommenheit, such ich nicht vergebens! Wenn mein Lauf vollendet ist und voll bracht mein Leiden, ruft mein Mittler, Jesus Christ, mich zu seinen Freuden. 8. Meine Lust an dir mein Gott, wird dann ewig wäh. ren. Noch so furchtbar sey der Tod, er wird sie nicht stören. Willig werd ich mein Gebein der Verwesung geben; denn sie macht mich frey von Pein, führt zum neuen Leben. 9. Gieb mir nur, so lang ich hier in der Fremde walle, das Bewußtseyn, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle! Diefe fanfte Freudigkeit, die ich zu dir habe, sey mein Heil in dieser Zeit, und mein Trost am Grabe! 10. Laß die Luft zur Sún. de me dieses Heil mir rau ben! rüste selbst mich wider fie mit entschloßnem Glauben. Gieb mir deinen Geist, der mich und mein Thun te giere, daß ich mein Ver traun auf dich ewig nicht verliere. 370 Denn hab ich dieses nur: so ist für mich in Tagen, wo andre ängstlich zagen, nichts schreckliches in der Natur. Mel. In allen meinen That. 2. Wenn meine Schuld mich beuget, und dann dein Geist bezeuget, daß ich begnadigt bin? wenn mich dein Trost erquicket, so oft mich Trubsal drücket: wie unschätzbar ist mein Ges winn! 3 Sollt ich dies SeelenLeben für Luft der Sinne geben, und dann die innre Pein, mich selber zu verklagen, in meinen Busen tragen? Gott, laß dies ferne von mir seyn! 4. Sein eignes Herz bes kämpfen und seine Neigung dampfen, ist freylich schwere Pflicht? doch wenn wir uns besiegen, welch himmlisches Vergnügen gewährt die le berwindung nicht! 5. Nichts kan im Wohlergehen so unser Glück ers höhen, als ein geruhig Herz. Das schafft uns innre Freuden, und mildert auch im leiden durch seinen Trost den größten Schmerz. 6. Die Güter zu verach. ten, wonach die Thoren ( Sin ruhiges Geschmachten, was giebt uns 468. bazu Herr, mich stets genießen. Gottes Kinder bepin Spot Bb te Von einem guten Gewissen, voll Freude, 37X te frecher Sünder? ein ru hig Herz, das beste Gut. 7. Zu dir gen Himmel frauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dem! im Glauben ber Eloffen sich deiner Huld zu trößen: welds Glück, o Gott, kann größer feyn? 8. Kann ich einst im Gewiffen den süßen Troft ge nießen, wenn alles von mir weicht; kann ich dann voll Vertrauen, auf dich, o Va ter, schauen, ſo wird mir felbft das Sterben leicht. 9. Dlaß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, und mache selbst mich treu! zum Fleiß in guten Werken, laß mich die Hoffnung står Fen, daß groß der Lohn im Himmel fey, Sc Freunde meiden, weil wie igre Freuden fliehn, dann giebt es uns feine Freuden; unser Herz empfindet ihn. kann ich größers Glück be gebren? Eriger, hat dich mein Herz; o fo wird es ohne Schmerz den Besig der Welt entbehren. Alles andre wird mir klein gegen deine Gnade feyn. 3. Wenn mich keiden niederdrücken, nehm ich fie als Wohlthat an von der Hand, die nur beglücken, aber niemals schaden kann. Du bes lohnt mir meine Schmerzen mit der Seele Heiterkeit, und verfüßest alles teid durch die sichre Ruh im Herzen, die mich stets mit Muth belebt, über allen Schmerz erhebt. mel.Sollt ich meinem Gott. 469. onnt ihr die Ge stirne zählen; Gottes Gnade zählt ihr nicht. Er errettet unsre Seelen, ist ihr Lohn, ihr Schild und licht. Wenn wir mit den Eitelkeiten, mit Versuchungen der Luft, mit dem Feind in unsrer Bruft, wenn wir mit dem Tode streiten; dann hilft er der Schwachheit auf und er leichtert Kampf und lauf. el. Wer nur den lieben. 2, Wenn uns Welt und 470.2für darf mei ner Seele grauen, 4. Von Gefahr und Noth umgeben, über diesen rau hen Pfad geh ich, Vater, in dein Leben, das Gefahren nicht mehr hat. Soll ten mich der Erde Freuden, sollte mich der Sünder Spott um das Elend und der Tod, Herr, von deiner Liebe scheiden? raubt ich meine Krone mir? nein, ich leb, ich sterbe dir! Friede und Soffnung. grauen, wenn du mir, Gott, nicht schrecklich bist? Kann ich getroft auf dich nur schau. en, dem altes unterworfen ist, ſo seh ich auch mit hei term Sinn auf alles andre ruhig hin. 2. Beschämt mich meiner Fehler Menge? du, Bater, du verzeihst sie mir. Bringt eine Noth mich ins Gedráne ge, so hab ich doch den Trost an dir, das du auch leiden dieser Zeit stets lenkt zu meiner Seligkeit. 3. Froh seh ich deinem ho hern Gegen, den deine Hand in jener Welt den Deinen aufbewahrt, entgegen, und wenn mein Leib in Staub zerfällt, so zagt mein Herz doch darum nicht; denn du bist meine Zuversicht. 4. Mein Heil steht bloß in deinen Händen und dein ist, Vater, alle Macht, mir jedes Gute zuzuwenden, das deine Huld mir zugedacht. Nur du vollführejt deinen Rath. Wohl dem, der dich zum Freunde hat! 5. Dieß ist das Glück der reinen Seelen, die sich mit Ernst vor Sünden scheun, nur dich zu ihrem Trost er wählen, und vor dir recht zu thun sich freun. Wer dich mit solchem Sinn verehrt, 372 der ist dein Freund, der ist dir werth. 6. Der hat dich auch in allen Fällen gewiß zum Troft, und kann sein Herz in bir, o Gott, zufrieden stel len bey jeder Sorg, in jedem Schmerz; den wird zum ewgen Wohlergehn unfehle bar deine Lieb erhöhn. 7. So hilf benn, daß ich, weil ich lebe, um deiner Gnade mich zu freun, nach einem reinen Herzen strebe, und prág es mir aufs tieffte ein: kein größres Glück sey auf der Welt, als wenn man dir, Gott, wohlgefällt. niel. Wir Menschen sind zu. welch ein une 471. bates schätzbares Gut ist doch ein gut Gewis sen! hab ich nur das, so hab ich Muth, wenn andre zagen müssen. Dann zittert meine Seele nicht; mich fahreckt kein Tod und kein Gericht; ich habe Gott zum Freunde. 2. Bin ich mir deiner Huid bewußt und, Gott, bey dir in Gnaden, so wohnet Ruh in meiner Brust, und wer will dann mir schaden? Jch seh auf dich in aller Noth, womit die Zukunft mich be droht; mich tröstet deine Liebe. 352 3. Triff Von einem guten Gewissen, voll Freude, 373 3. Trifft mich auch hier zuweilen noc) das Gift der Safterungen; wird meines Herzens Ruhe dech dadurch nicht ganz bezwungen. Weiß sich nur mein Gewissen rein, und ich auch bösen hüte sich, und nie aus Vorsatz fehle; denn wer nur rei nes Herzens ist, hat immer dich, durch Jefum Chrift, Allwissender, zum Troffe. li Miel. Ich finge dir mit Serz. er lebet felig Schein, wirst du mich ſchon 472 und vergnügt, beschüßen. wer Gottes Wege geht, und jede schnöde Lust besiegt, und 4. Ich sehe mit Zufrieden heit der künftgen Welt ent- vest im Glauben steht. gegen; fie giebt mir Muth und Freudigkeit auf allen meinen Wegen. Denn dort macht selbst, o Herr, dein Mund den wahren Werth der Menschen kund; da wird der Fromme fiegen. 5. So hilf denn, daß ich, mir zum Heil, ein unverlegt Gewissen, des Lebens aller. bestes Theil, zu haben, fey befliffen. Mit dir, Gott, ausgeföhnt zu seyn, dein hei lig Recht nicht zu entweihn: das sey mein größter Eifer. 6. Gieb, daß ich des Gewissens Spruch als deine Stimme ehre, und immer aufmerksam genug auf seine Barnung hore. Erinnerts mid) an meine Schuld, so laß mich, Vater, deine Huld, boll Reu und Glauben su then. 7. Mit deiner Gnade trö te mids und flåife meine Seele, daß sie für Sünden 2. Sein Theil ist hier Zus friedenheit, die im Gewissen wohnt, das sich des hohen Beyfalls freut, womit cs Gott belohnt. 3. Nochy großrer Lohn er warter ihn in jener Ewigs keit, wenn er mit Gott ere gebnem Sinn gethan, was Gott gebeut. 4. Herr, laß mit allem Eis fer mich den Weg der Wahr heit gehn, so werd ich einst im Himmel dich zu meiner Wonne sehn. s Mel Alles ist an Gottes. ater, den mein 473.Bater Herz verehret, dem mein Leben angehöret, heilig sey mir dein Gebot: über alles dich zu lieben, deinen Willen gern zu üben und dir treu zu seyn, o Gott! 2. Ohne dich ist doch kein Friede; und die Seele rennt ich múde nach dem Blendwerk dieser Zeit. Ihren Durst Friede und Hoffnung. 374 Durst kannst du nur stillen, der Zeit an dem Ewigen erund du willst ihn gern erfül- gegen, hier den Werth der len hier und auch in Ewig-| Dinge schätzen, wie einst in Feit. der Ewigkeit. 3. Gieb, daß schimmernd Glück der Erde nie für mich verführend werde; deine Mel. Wer nur den lieben. Bulb sey mehr mir werth. 474.Wenn ich ein gut Sie nur ist das Glück der Seelen, und das werd ich nicht verfehlen, wenn mein Herz dich findlich ehrt. 4. Friede werd ich im Ge. wissen, hier den Himmel fchon genießen, lieb ich herz. lich dich allein; such ich, Va ter, mehr als allen, such ich bir nur zu gefallen, so sind deine Freuden mein. 5. Kann ich, wenn mich andre haffen, mich auf dich nur, Gott, verlassen, und verdammt mein Herz mich nicht; o, so bin ich voller Freude, und verlier, auch wenn ich leide, nicht den Muth zu meiner Pflicht. 6. Laß den Reiz der Eider, was ich habe, mir vertelkeiten nie von dir mein leibt, und jedem Heil und Her; ableiten; bleibe du Segen giebt, der ihn von mein höchstes Gut! hilf mir Grund des Herzens liebt. den Betrug der Sünden fehn und standhaft überwin den; gieb mir dazu Kraft und Muth. 4. Mit Muth trag ich des Lebens Leiden, Verfolgung, Lästrung, Schmach und Hohn; denn des Gewissens innre Freuden sind füßer, als der Menschen Lohn, und was kann höhern Trost verleihn, Bb 3 als 7. Lenke, Vater, mein Bestreben hin zu einem beffern Leben; lehre mich schon in be, so hab ich große Scligkeit. Es ist des Himmels beste Gabe, das höchste Glück in dieser Zeit; in Freud und Leiden giebt es hier die wahre Ruh der Seele mir. 2. Jch bebe nicht, wenn Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist, mein Herz giebt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Christ, des göttlichen Bes rufes werth, der mich zum Himmel wandeln lehrt. 3. Getrost wag ichs, vor Gott zu treten, und ihn voll Glaubensfreudigkeit, als meinen Vater anzubeten, 375 Don einem guten Gewissen, voll Freude, ic. als ohne Schuld im keiden| entreißen? Wenn wir gleich fenn? hier müssen streiten, und zu Zeiten Noth empfinden, hilfft du uns doch überwinden. 3. Du deckest unfre Schul den zu, schenkst unfern Seelen wahre Nuh, und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm, wir find sein Volk und Eigenthum, und Schas fe feiner Weide. Gutes Muthes sind auf Erden in Beschwerden unsre Seelen. Herr, was kann bey dir uns fehlen? 5. Ich eile mit gefestem Schritte des Lebens letzter Stunde zu. Es falle dieses Leibes Hütte, so geh ich ein zur wahren Ruh; indem mein Geist der Gott gelebt, zu ſeinem Ursprung sich er hebt. 6. O Seele, darum fey be fliffen, daß unverrückte fromme Treu dirsimmerdar ein gut Gewissen und Glau bens- Zuversicht verleih; und du, mein Gott, regiere mich! denn was vermag ich ohne dich? 475.20 Miel. Wie schon leuchtet der. Die groß ist unsre Seligkeit, o Gott, schon in der Prů fungszeit, felbst unter viel Beschwerden, wenn unser Herz sich dir ergiebt, und treu in deinem Dienst sich übt! wie groß wird sie einst werden! wenn sich herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden ernbet von der Saat der Leiden. 4. Es bleibet zwar der hohe Werth der Gnade, die uns wiederfährt, verborgen hier auf Erden; doch wenn der Herr vor aller Welt in Majeftát Gericht einst hált, dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belehnen, und die Seinen ewiglich mit sich vereinen. 5. Wie glücklich, Gott, find mir alsdann! wie viel hast du an uns gethan! O laß uns 2. Schon sind wir göttli unsre Würde vor Augen hachen Geschlechts und freuen ben jederzeit; fo tragen wir uns des hohen Rechts, als mit Willigkeit der kurzen Leis Vater dich zu preisen! Beyden Bürde. Herr, gieb den dir ist unser Vaterland; Trieb in die Seelen, dich und wer will deiner starken Hand, Allmächtger, uns zu wählen und im Leben uns dir herzlich zu ergeben. X. Allge. X. Allgemeine Bitten, Lob und Danklieder. Mel. Was Lobes folin.| und neuen Muth, dem Gus Dein erster ten nadzuftzeben. 476.Munich, mein innigstes Bestreben ift, Herr mein Gott, dich würdig zu erheben. 10. Dein Auge fieht die Schwächen meiner Seelen; verwirf mich nicht, o Herr, auch wenn ich feble. 2. Die Sonn enthüllt den Schauplay deiner Werke, und alles zeugt von deiner Huls und Stärke. 3. Die Erd ist dein, und du regierst dies Ganze, vom Menschen an bis auf die Eleinfte Pflanze. 4. Auch mich beschirmeft du! Du Höchster, denkest an mich, den Staub! der du die Himmel lenkeſt. 5. Erhöre mich; vergieb mir meine Sünden! durch deinen Sohn laß mich) Vergebung finden. 6. So will ich dann mit Findlichem Vertrauen auf dich allein, so lang id) lebe, schauen. 376 7. Du weißt, wie lang ich hier noch wallen werde. Fállt ohne dich kein Sper, ling auf die Erde; 8. So bist du, Herr, auch Huter meines Lebens. Ich flehe dir, und flehe nicht vergebens. 9. Du stårkest mich; du giebst mir Kraft zum Leben, 11.3u dir fleh ich als Pilger dieser Erde, bis ich dereinst dein Himmelsbürger werde. Mel. Ich dank dir schon. 477 A jen Majeſtát weit über alles gebet, erhöre mich, der im Gebet um beis nen Beystand flehet. 2. Verleihe mir die Wis senschaft, mein wahres Glück zu finden; und gieb mir Willen, Muth und Kraft, mich selbst zu übers winden. 3. Gieb, daß ich suche jederzeit des reinen Herzens Freuden; was mein Gewiss fen mir verbeut, laß mich mit Ernste meiden. 4. Erwecke zum Gefühl mein Hers, wenn meine Brüder leiden; und laß an meines Feindes Schmerz ficy mie mein Auge meiden. 5. Berleih mir einen frohen Muth, es gehe, wie es gehe. Was du, mein Vater, willst, ist gut; drum, was du willst, geschehe! 264 6. 20 377 6. Laß mich mein Brod durch deine Gunst und mei nen Fleiß erwerben; und lehre mich die große Kunst zu leben und zu fierben. Allgemeine Bitten. 478.B Mel. Vor deinen Thron. is hieher halfft du mir, mein Gott! bu halfft mir aus so mancher Noth: und o wie viel ward abgewandt, was ich nie oder spát erkannt. 2. 3um frohen Aufenthalt allhier gabst du so manche Freuden mir; und immer noch ist deine Treu, mich zu beglücken, täglich neu. 3. Drum wart ich ferner auf dein Heil. Ein gut Ge wissen sey mein Theil, das hier des Himmels Voz schmack ist, und einst mein Ende mir versüßt. 7. Im Glück gieb mir Bescheidenheit, ein Herz zu dir voll Dankbarkeit; im Unglück schenke mis Geduld, und Trost an deiner Vaterhuld. 8. Was sonst mir könnte nüglich seyn siehst du, mein Gott, am besten ein. Gieb nur, daß ich stets sey vergnügt mit allem, was bein Rath verfügt. 9. Du, Herr, bist meine Zuversicht. Entzeuch mir deine Gnade nicht, und schließt sich hier mein Se benslauf, so nimm mich in den Himmel auf. 10. Da wechselt nicht mehr Freud uud leid. Da find ich bis in Ewigkeit das Glück, das keine Unlust stórt, das Glück, das sich ohn Ende mehrt. 4. Dein Wort sey meines Lebens Licht! so tauscht der Erde Glück mich nicht. Die Mel. Wer nur den lieben G. Welt mit ihrer Luft vergeht; 479.Dein Heil, o wer deinen Willen thut, besteht. 5. Hilf, daß ich, meiner Pflicht getreu, gern andern Menschen núßlich sen, mich freue mit den Fröhlichen, und weine mit den Weinenden. 6. Zum Wohlthun sey mein Herz bereit, zur Sanft. muth, zur Bersöhnlichkeit, so bring ich christlich und in Ruh ouf Erden meine Tage zu Christ, nicht zu verscherzen, sey wach und nüchtern zum Gebet! Ein Flehn aus reinem guten Hers zen hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Er ist die Liebe selbst und hört, was seiner Kinder Herz begehrt. 2. Erhebe dich zu seinen Höhen mit Dank und Fle hen oft und gern! Er läffet was dir nügt, geschehen, ist dir Lob und Danklieder. vir zu helfen niemals fern; und thut, so du nur zu ihm flehst, mehr, als du bittest und verstehst. 3. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden und im Gebet vor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erden, bedarf der eines Menschen Flehn? er will bloß deine Seligkeit, wenn er zu beten dir gebeut. 4. Sagt Gott nicht: bittet, das ihr nehmet? ist des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu bes ten schámet, der schämt sich, Gottes Freund zu seyn; und o, wie würd es um dich stehn, ließ er dich deine Wege gehn! 5. Sein Glück von seinem Gott begehren, ist wahrlich keine schwere Pflicht; und seine Wünsche Gott erkläs ren, gereuet sicher niemais nicht. Es giebt uns Muth und stärkt die Kraft zu Dämpfung jeder Leidenschaft. 6. Sich in der Furcht des Höchsten stärken, in dem Vertraun daß Gott uns liebt, im Fleiß zu allen gue ten Werken; ist diese Pflicht für dich betrübt: so triffit du nichts auf Erden an, das deinen Geist erfreuen kann, 378 7. Gott, laß mich nicht mein Heil verscherzen, gieb kust und Kraft mir zum Gebet; und wenn mein Mund aus gutem Herzen, zu die um Hülf und Gnade fleht; so höre mich von deinem Thron durch Jesum Chri stum, deinen Sohn. 480.D" Mel. Lob sey dem allmächt. u! deß sich alle Himmel freun, auch unsre Seele freut sich dein, du dessen Macht unendlich ist, daß du, Gott, unser Vater bist. 2. Weit über unsre Einsicht weit, geht deines Namens Herrlichkeit! Ihn eh. re stets, von Lieb entbrennt, wer deinen großen Namen nennt. 3. Verbreite deiner Gnade Ruhm durch Jesu Evangelium; mag unser Herz ihm unterthan, so beten wir dich freudig an. 4. Allgütiger, der nie sich irrt und wohl zu thun nie müde wird, dein Wille, Weisester, gescheh auf Er. den so, wie in der Höh. 5. Was unser Leben hier erhält, gieb uns, so lang es dir gefällt; doch gieb uns auch ein Herz dabey, das dankvoll und genügsam sey, Bb 5 6. Ac 379 Allgemeine Bitten. 6. Ad, oft vergehn wir| Gnade werden. Sieb mic uns an dir; verzeih uns, Vater, so wie wir, um bei ner Huld uns zu erfreun, auch unserm Nächsten gern verición. nur Weisheit und Vers stand, dich, Gott und den, den du gefandt und mich selbst zu erkennen. S 3. Ih bitte nicht um Ehr und Ruhm, ſo febr fie Menschen rühren. Des guten Namens Eigenthum laß mid nur nicht verlieren! Mein wahrer Ruhm feo meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht, und frommer Freunde Liebe. 7. Und dringt Versuchung auf uns her, fo fen sie nie für uns zu schmer; zum Sie ge fiet une mådhtig ben, mach uns im Guten vest und freu. 8. Erlös, erlös uns, un fer Gott nach deinem Rath, aus aller Noth. Nimm nach vollbrad tem Prüfungslauf uns zu dem bessern Leben auf. 9. In deines Himmels Heiligthum, auf deiner Erd erschallt dein Ruhm! dein ist die Macht, die Herr tichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit. 4. So bitt ich dich, mein Herr und Gort, auch nicht um langes Leben; im Glücke Demuth, Meath in Noch, das mollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit, laß du mich nur Barmherzigkeit vor bir im Zode finden. Mel. Sey Lob und Ehr. 481 Gott, deine Güte 482.3 reicht so weit, liel. Dor deinen Tbron. ch komme vor dein Angesicht, so weit die Wolken gehen; verwirf, o Gott, mein Fle du Erönft uns mit Barmhen nicht; vergieb mir alle herzigkeit und eilft une bey meine Schuld, du Gott der zustehen, Herr, meine Burg, Gnade und Geduld. mein Fels und Hort, ver nimm mein Flehn, hór auf mein Wort! denn ich mill vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Uleberfluß und Schätze dieser Erben; laß mir, so viel ich). haben muß, nach deiner 2. Schaff du ein reines Herz in mir; ein Herz volk tieb und Furcht zu dir; ein Herz voll Demuth, Preis und Dank; ein ruhig Herz mein Lebenlang. 3. Gey mein Beschüßer in Gefahr; ich barre demer immere Rob: und Danklieder. merbar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand, von dir em pfieng id pen Verstand; er halt ihn mir, und durch dein Wort erleucht und leit ihn immierfort. St 5. Laß, deiner Güte mich zu freun, sie stets vor meinen Augen fegn; laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn durch die Liebe thátig seyn. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst; das sey mein Glück, das ich zuerst nach beinem Reiche tracht und treu in allen meinen Pflich ten sey! 380 aus Liebe gegen sie mich zaghaft einer Pflicht entzieh. 1. Erwecke mir stets einen Freund, ders treu mit meiner Wohlfahrt mennt, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Troft und Beyſpiel giebt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel, und werden meiner Tage viel: fo fey, Herr, meine Zuversicht; ver laß mich auch im Alter nicht. 13. Und wenn sich wird mein Ende nahn, so nimm dich meiner herzlich an, und sey, durch Christum deinen Sohn, mein Schirm und Schild und großer Lohn. Mel. Ich weiß mein Gott. Ou dir, mein Gott, 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft, zu Dämpfung 483.3 der du mic meiner Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gieb von den Gütern dieser Welt, so viel mir núßt und dir gefällt, bey Wenigem Zufriedenheit, zu meinem Fleiße Munterkeit. liebst, mir Leben, Heil und Segen giebst, erheb ich Herz und Hände. Was deine Weisheit will und thut, das nimmt ein gutes Ende. 9. Schenkst du mir aber Ueberfluß; so laß mich más fig im Genuß, und, dürftge Brüder zu erfreun, mid) einen frohen Geber seyn. 2. Ich weiß nicht, was mir nüglich ist; du weißts, hier du mein Vater bist, und willst mein Wohlergehen. Drum laß mich nie mit Ei gensinn auf meinen Wunsch bestehen. 10. Gieb mit Gesundheit und verleih, daß ich sie muß und dankbar sey, und nie 3. Bann unfer blödes Auge wählt, wird oft und leicht das Ziel verfehlt, nach dem wir ringen wollten. Wir fuchen Allgemeine Bitten. 381 fuchen mit betrognem Bahn das, was wir flichen sollten, uns so leicht betrüget. Gieb nur, daß sich mein schwaches Herz mit deiner Huld begnüget. 10. Gabit du mir deinen Sohn zum Heil, so wirst du mir gewiß auch Theil an deinen Himmel schenken. Ich kann nun an die Ewigkeit im Glauben freudig denken. Du willst, wir sollen, voll Vertraun, auf deiner Vorsicht Wege ſchaun und dir uns übergeben; denn du, du forgst mit Baterhuld für unser ganzes Leben. 5. Wo ist auch wohl ein besfrer Freund! Wer kann den, der verlaffen scheint, mit Gegen überschütten? Du, Gott, thust überschwenglich Mel. Ich ruf zu dir, Herr. mehr, als wir verstehn und 484.Du bait dein gótt bitten. liches Gebot mir tief ins Herz geschrieben. Von ganzer Seele foll ich Gott; wie mich, den Nächsten lieben. Wenn ich nach deinem Worte thu, so hab ich schon hienieden gros sen Frieden; und welches Heil hast du den Frommen dort beschieden! 6. Du hast die Welt in dei ner Hand; dein unermeßlicher Verstand weiß alles wohl zu machen. Wie sollte deine Vorsicht nicht für mei ne Wohlfahrt wachen? 7. Wenn deine Macht für mich gebeut, wie fonte mei ne Sterblichkeit und Ohn macht mich erschrocken? Du wirst mich in Gefahr und Noth mit deinen Flügeln des fen. 2. Herr, laß kein leiden dieser Zeit mich dieser Bahn entreißen; denn du haft deine Seligkeit den Treuen nur verheißen. Laß mich wenn 8. Ach leite mich durch einst ich sterben soll, auf deideine Kraft auf meiner Eur. ne Gnade bauen, dir verzen Pilgrimschaft, daß ich trauen, und dann dort freuvon dir nicht weiche, dendenvoll dein Antlig ewig Weg der Tugend freudig geh, und einst das Ziel er reiche. schauen. 3. Ich kämpf, ermatt und strauchle oft. Erbarme dich 9. Ich will auf deine Gna- des Schwachen, der nur auf de schaun, und nicht auf dich in Demuth hofft; du Menschenhülfe baun, die kannst mich machtig machen. In Lobs und Danklieder. 382 In jeder Kümmerniß laß 5. Hilf, daß die Güter diemich bey die Herr, Zuflucht finden, Trost empfinden, und dann zuleht durch dich in al lem überwinden. ser Erden mich zu dir locken, höchstes Gut! daß sie mir nicht zum Fallstrick werden, und ihr Genuß mir Schaden 485.0 mels und der Miel. Wer nur den liebenthut. Laß allen Mißbrauch Gott des Him ferne feyn; mein letztes Ziel sey du allein! Erden, der du allgegenwartig bist, von niemand kannst begriffen werden, vor dem Bein Ding verborgen ist! ach ziehe mein Gemüth zu dir unt offenbare dich auch mir. 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, da find ich deiner Gottheit Spur. Wenn ich 6. Hier ist mein Leben eine Reise, es geht mein Weg zur andern Welt; drum mache du mich fromm und weise, daß ich hier thu, was dir gefällt, und end ich diesen kurzen Lauf, so nimm zu deiner Ruh mich auf. voll Andacht überdenke bein 486.Wiechtgen In eigener Melodie. groß des Werk, die prachtige fo ruft fie nah und fern mir zu: mie groß ist Gott, wie klein bist du 3. Uns zeigen alle Elemen te Macht, Weisheit, Gúte überall. O wenn das Stum me reden könnte, wie groß war stets der Jubelschall: ,, Rühmt Menschen Gottes Gut und Macht, die uns und euch hervorgebracht!" 4. Herr Gott, wie groß ist deine Liebe! die Erd ist dei ner Güte voll. Verleih mir deines Geistes Triebe, dich zu erkennen, wie ich foll. Nimm, was ich kann und hab und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin. Allmächtgen Güte! Jft der ein Mensch, den fie, nicht rührt, der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermeffen fey ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Ber hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, deffen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? wer giebt dem Geiste neue Kraft? wer läßt mich so viel Guts genießen? 383 Allgemeine Bitten, Lob- und Danklieder. genießen? 3s nicht sein Nem, bec alles schafft? 3. Blick, o mein Geist, in jenes keben, für welches du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott emig ſehn wirft, wie er ist. Du hast ein Recht zu diefen Freuden; durch Gottes Mel. Gry Lob und Ehr. Gute find fie dein, Sieh, 487.ie viele Freu darum mußte: Christus lei ben, damit du könntest selig feyn.ald held di and den dank ich die, die du mir, Herr, verlies ben! und wie viel Sünden hast du mir aus Gnaden gern verziehen! Gott, voll Erbarmen und Geduld, auch meine, mir verborgne Schuld, vertilget deine Liebe. 4. Und diefen Gott follt ich nicht ehren, und seine Güte nicht versteha? er sollte ru fen? ich nicht hören? den Weg, den er mir jeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben; sein Wort beftarkt ihn emiglich: Gott foll ich über alles lieben und meinen Nächsien fo, wie mich. 15. Dieß ist mein Dank; dieß ist sein Wille: ich soll ganz liebe seyn, wie er. So lang ich dieß Gebot erfülle, fiell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in mei ner Seele, fo treibt sie mich) zu jeder Pflicht; und ob ich fchon aus Schwachheit feh. le, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott, laß deine Gut O und liebe mir immerdar vor Kagen seyn. Sie stárk in mie die guten Triebe mein ganzes Leben dir zu weihn; fie tróste mich in Roth und Schmerzen, fie leite mich zur Zeit des Glücks; und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augen blicks. 2. Bedenk ich, Schöpfer, deine Macht, blick ich in jene Ferne, und schaue deiner Himmel Pracht, die Sonne, Mond und Sterne; fo bet ich tich voll Ehrfurcht and Was ist der Mensch, ruf ich alsdann, daß du dich sein erbarmest? 3. Dein Auge schaut auf ihn herab; sonst gieng er wie verloren. Nicht für die Welt, nicht für das Grab ist er allein geboren. Die Welt vergeht mit ihrer kust; in feinem Herzen, ſeiner Brust wohnt Ewigkeit und Wahrheit. Qus 4. Wenn ich erwache, denk ich dein, und wenn ich schlafen gehe; denn du, mein Va Besondere Bitten, Lob und Danklieder 26. 384 Bater, kannst verleihn, was Ein gut Gewissen schaff in ich von dir erfiche. Ich mir! sonst gieb mir, was mir müget. flehe nur um Eins zu Dir: XI, Besondere Bitten, Lob und Danklieder. Neujahrslieder. Mel. Allein Bott in der Söb. du Hulf und Troft bereitet. Von ganzee Seele preis ich. 488. Gott, bu bift bidh; aufs neue übergeb ich der Herr der deiner mich, Jührung, dris hoend 5. Vergib mir alle meine, Schuld von den verfloffnen, Tagen, und laß mich deine) Varerhuld in Chrifto ferner? tragen. daß mich in deiner Gnade ruhn, und lehre le benslang mich thun nach deinem Wohlgefallen.no 3d 6. Gieb neue Lust und neue Kraft, vor bir gerecht zu wandeln. Las mich, Herr, stets gewiffenbaft mit mir und andern handeln. Dein Geist belobe Herz und Muth, bich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. Zeit und auch der Ewig Feiten. Laß mich auch ist mit Freudigkeit bein hohes Lob verbreiten. Ein Jahe ist abermal dahin. em dank ichs, Gett, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad und Gute. 2. Dich, Ewiger, dich bet ich an! unwandelbares We. fen, dich, den kein Wechsel treffen kann. Wir werden und genesen, wir bluhen, und vergehn durch dich; nur du bist unveränderlich; du warst, und bist, und bleibeft, 3. Herr, ewig máhret bei ne Treu, mit Huld uns zu begegnen; und jeden Mor gen wird sie neu, mit Wohl thun uns zu fegnen. Ich Fenne keinen Augenblick, da nicht von ihr ein neues Ghick Engeln bin ich ja verwandt, mir zugeflossen wäre.hamim Himmel ist mein Baren land; dahin, Herr, laß mich trachten. joui gimdsi 4. Du haft auch im ver floffnen Jahr mich váterlich geleitet, und, wenn mein Herz voll Sorgen war, mie 7. Die Welt vergeht; dies reize mich, die kust der Welt zu flichen. Um beßre Freu den lerne sich mein Geist schon igt bemühen. Den 8. Olehre selbst mich mei ne Zeit mir wahrer Weiss heit 385 Besondere Bitten, Lob und Danklieder. beit Eaufen. Laß mich die Bahn zur Ewigkeit mit heil ger Vorsicht laufen. Der Tage last erleichtre mir, bis meine Ruhe einst bey dir kein Wechsel weiter stöhret. Mel. Allein Gott in dergoh. ott ruft der 489.⁰ 489.Gonn und schafft den Mond, das Jahr darnach zu theilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen. Er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf, läßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank ertheilen. 2. Herr, der da ist, und der da war! von dankerfüllten Zungen sey dir, für das verfloßne Jahr, ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Troff und Rath, für Fried und Ruh, für jede That, die uns durch dich gelungen, Hamad 3. Laß auch dieß Jahr gesegnet seyn, das du uns neu gegeben. Verleih uns Kraft, die Kraft ist dein! in deiner Furcht zu leben. Du schüz zest, Herr, und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zu erst nach wahrer Weisheit streben. 4. Gieb mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden; doch schadet mir das Glück der Welt, fo gieb mir Kreuz und keiden. Nur stårke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glückli chern beneiden. 5. Hilf deinem Volke våterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich, und der bedrängten Glieder. Gieb Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unfren Fürsten nieder. 6. Das Weisheit und Ge rechtigkeit auf seinem Stuh le throne; daß Tugend und Zufriedenheit in unserm kande wohne; daß Treue und Liebe bey uns sey; dies, lieber Vater, dieß verleih in Christo deinem Sohne! M. Von Gott will ich nicht. elft Gottes Huld 490.lt mir preifen! Stimmt, Christen, alle ein! Laßt uns ihm Dank erweifen, und sein uns innig freun! Er ist der Herr der Zeit, der ihren Laufregieret, bisher uns gut geführet, und ist das Jahr erneut. 2. Mit Ernst laßt uns betrachten den Reichthum seiner Gnad, und so gering nicht achten den liebevollen Rath, den er an uns erfüllt. Er ists, der uns zum Leben, was eujahrslieder. 386 was nothig war, gegeben, wir vollendet haben; Fam und allen Jammer stillt. von Dir, Barmherziger, mit deiner Güte Gaben! wie gesegnet war sein Lauf! Wir sahn, wie deine Treue uns wohlzuthun fich freue und Unfer jeden Tag erneue. Dank stieg zu dir auf. Wir durften in den Röthen des Lebens vor dich treten und findlich zu dir beten; und du haft mit treuer Hand, was uns nicht gut war, abges wandt. 3. Er hat uns noch erhal ten sein Wort und Fried und Ruh; die Jugend und die Alten ernährt, und noch dazu mit milder Vaterhand viel Freuden ausgespendet, viel Unfall abgewendet von unserm ganzen Land. 4. Er ists, der unser scho net aus gnadenvollen Rath; denn hátt er uns gelohnet nach unsrer Missethat mit Strafen, gleich der Schuld wir waren längst gestorben und in der Noth verdorben. Wie groß ist seine Huld! 5. Er gönnt mit Batertreue uns noch zur Beßrung Frist; und, wenn bey mah. rer Reue mir traun auf Je fum Chrift, und ihm zum Dienst uns weihn; so will er uns vergeben und zum rechtschaffnen Leben selbst unser Beystand feyn. 6. Sey, Vater, hochgeprie fen für alle Gütigkeit, die du an uns bewiesen im Lauf der vorgen Zeit. Sey ferner unfer Got! Versorge und be wahre uns auch im neuen Jahre, und hilf aus aller Noth! 491. Miel. Gott der Vater wohn. uch das Jahr, o Ewiger, das 2. Hoffnungsvoll betreten wir die neue Bahn des leNiemals noch verbens. traute bir ein Sterblicher vergebens. Uns auch, Herr, vera fáumst du nicht. Wir werden es erfahren, du wirst uns Gott ,, bewahren vor Unfall in Gefahren. Deines Troftes Freudenlicht wird unsern Muth erheben. Was nöthig ist zum Leben, wirst du uns alles geben. Dank bar lehe es uns empfahn und unserm Ziel getroft uns nahn. 3. Die schon an dem Ziele stehn der Pilgrimschaft auf Erden, lehre freudig zu die gehn, wenn sie gerufen wer den. Fuhre selbst sie durch den Too; verföhnt in bei nem Sohne, gieb ihnen vor dem Throne des bessern te bens 87 Besondere Bitten, Lob und Danklieder. dem wir sicher sind, der Tod uns unbereitet find'. bens Krone. Ewig gnaden.| schickt dazu, daß nicht, inreicher Gott, du wollft uns alle leiten durch diese Nacht der Zeiten zum Licht der Ewigkeiten. Unveränderli cher, dir, dir leben und dir fierber wir. 7. 3ft einst die Zahl der Stunden voll, die unser Loos entscheiden foll; fo führ uns aus der Prüfungszeit zu deiner frohen Ewige Miel. Vor deinen Thron. 492.11nwiederbringlichkeit, schnell entfliehn die Tage, die uns Gott ge liehn. Ein Jahr tritt ein und eilt davon. Wie man ches ist bereits entflohn! 2. Dank sey dir, ewig treuer Gott, für deinen Beystand in der Noth, für tausend Proben deiner Treu; denn Deine Huld war täglich neu. 3- Wenn unser Herz von Schuld befreyt, sich mancher guten That erfreut: weß war die Kraft? wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein! 4. Oft fehlten wir und merktens nicht; verzeih uns Die verletzte Pflicht! Du fiehst, Erbarmer, unsre Reu; um Christi willen sprich uns frep. 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Du hast die Stunden uns gezählt; die legte weislich uns verhehlt. 6. Herr unsers Lebens, mache du uns selber recht ge 8. Da sind wir unsers Heils gewiß; da wechseln Licht und Finsterniß nicht mehr, wie hier. Du ewges Licht, Herr, unser Gott, verlaß uns nicht. Morgenlieder. Mel. Ich dank dir schon 2c. dich, 493.muntre mit froher Brust vor Gottes Thron zu treten: genieße früh die reine Lust, den Schöpfer anzubeten. 2. Gelobt, mein Gott, fey deine Treu, gelobt sey deine Güte: Auch heut wird sie mir wieder neu: froh dankt dir mein Gemüthe. 3. Bom süßen Schlaf, o Herr, erquickt, fühl ich die Kraft der Sonne; und abers mals seh ich entzückt der Schöpfung Pracht und Wonne. 4. O Vater, nimm dich meiner an auf allen meinen Wegen; erhalte mich auf ebner Bahn, und gieb mir deinen Segen. 5. Er Morgenlieder. do 388 5. Erinnre mich an meine Tocht verlischt, und daß mich, frey vom Kummer, ein fanfter Schlaf erfrischt; dieß dank ich deiner Macht und deiner Vatertreue. Durch fie bin ichs aufs neue mit heiterm Muth erwacht. 3. Beschüßer unsrer Sees len! ich traue stets auf dich. Was soll ich für mich wäh len? D wähle du für mich! Gieb, was mir nuglich ist. Gott, dem ich alles danke, mich stärke der Gedanke: daß du stets um mich bist. 4. Er stärke mich, mit Freuden zu thun, was dir gefällt; er tróste mich im Leiden; und will die kust der Welt mich jemals nach sich ziehn, helf er mein Herz be wahren, helf er mir die Ges fahren der Sünde sehn und fliehn. 5. Beglücke du die Meinen nach deiner Gütigkeit. Verlaß der Armen Keinen; wend alles Herzeleid. Du willst zwar gern erfreun, eilſe allen beyzustehen; doch soll der Liebe Flehen dir auch ges fällig seyn. Virpi 6. Gott, dem ich angehöre, Dein Friede ruh auf mir. Mein Seufzen, meine Záh re', Erbarmer, ist vor dir. Deß soll mein Herz fich freun. Wer dir nicht traut, Cc a Der Pflicht, an mein Berufsge fchäfte; gieb mir dazu der Weisheit licht und Redlich Beit und Kräfte. 6. Herr, laß mein Herz zu aller Zeit auf deine Vorsicht bauen, in aller Noth, mit Freudigkeit und findli chem Bertrauen... 7. Dir ist bekannt, Herr, was mich fränkt, du ken. neft meine Sorgen; und was mein Herz nur wünscht und denkt, ist die, Gott, unverborgen. 8. Laß weislich mich die Prüfungszeit zu meinem Heil verwenden: du for derst in der Ewigkeit sie einst von meinen Händen. 9. Behüte, Herr, und fegne mich, und was du mir beschieden erhalte du mir våterlich, und gieb mir deinen Frieden. Mel. Don Gott will ich. llmächtiger, ich 494.24 hebe mein Aug empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, und neuer Dank dafür! Herr, deine Huld ist groß, und niemals hat das kallen des Dankes dir mißfallen, der aus dem Herzen floß. 2. Daß nicht in tiefem Schlummer des Lebens 389 Besondere Bitten, Lob und Danklieder. ber bebe! ich sterbe oder le be; so bin ich ewig dein. Mel. Gott des Himmels. er du alle deimein Richter nun erscheint Heiland mir und Menschenfreund. 6. Stärke du mich Schwa ne Werke liebchen; leite mich mit deinen Segnungen. Ich ergebe mich auch heute deinen wei sen Fügungen. Herr, mich sieht dein Vaterblick: und dein Wille ist mein Glück! M. Wie schön leuchtet der. neu. 2. Unter vielen Millionen fiehst du liebreich auch auf 496.Dich feh ich wies mich; sicher läsfest du mich wohnen, und beschirmst mich väterlich. Dafür preift mit neuem Dank, dich mein fru her Lobgefang. Morgenlicht, und freue mich der ede len Pflicht, dem Höchsten lobzusingen. Ich will voll frommer Dankbegier, o mil dester Erbarmer, die Preis und Anbetung bringen. Schöpfer! Vater! deine Treue rührt aufs neue mein, Gemüthe. Froh empfind ich deine Güte. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär ich? hättest du nicht dich so Hülfreich mir bewiesen. Zu meinem Leben fetest du ist einen neuen Tag hinzu; sey hoch dafür gepriesen! Durch dich bin ich, und ich merke neue Stärke; dich erhebe meine Seele, weil ich lebe! 495.Det test, Gott, von Ewigkeit, du bist auch mit Huld und Stärke ihnen nahe in der Zeit. Deine Gut und deine Treu ist mit jedem Morgen 3. Darf ich, Erd und Staub, es wagen, froh zu Dir empor zu sehn? meinen Kummer dir zu klagen? Findlich frey vor dir zu stehn? Ja, durch Christum hab auch ich dieses Zutraun ge gen dich. 4. Meines Herzens Kummernisse läffest du wieSchat ten fliehn. So entflohn die Finsternisse, da die Morgenfoan erschien. Keine Sorge raube mir meine Freudigkeit zu dir! 5. Du gewährst mir neue Stunden, zur Vollbringung meiner Pflicht. Werd ich da getreu befunden; so bin ich voll 3* versicht, wenn 3. Verleih, o Gott der Lieb und Macht, daß wie die Dunkelheit der Nacht, der Gram auch von mir fliehe; daß ich die Furze lebenszeit, in in Morgenlieder. GN 390 wieder neu, aus deiner milben Hand. Mein Auge wird, wohin es blickt, von Wundern deiner Huld ents zuckt. 12 om vodie 3. Dich, dem ich nichts vergelten kann, dich, Bater, bet ich findlich an! ich opfre die mein Herz. Ein Herz voll Dank und Zuversicht verwirfit du, Allerhochster, nicht. midais& 4. Odu, den meine Seele preist! erwecke mich durch deinen Geist zur Uebung meiner Pflicht; er helfe meiner Schwachheit auf, bis ich vollende meinen Lauf. 5. Ein gut Gewiffen sey mein Theil! dies wirk in mir, o Herr, mein Heil, und fegne meinen Fleiß. Dir ist, was ich bedarf, bekannt, und alles steht in deiner Hand. in christlicher Zufriedenheit, zu nutzen mich bemühe. Prüfe, fiehe, wie ichs men ne; die ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht verborgen. in 200 4. 3ch bin ein Chrift; o Herr, verleih, daß ich des Namens würdig sey! Mein Ruhm sey deine Gnade. Denn ach, was bin ich ohne dich? ein 3rrender. Er halte mich, mein Hirt, auf deinem Pfade. Stark mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über al les dich zu achten. 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale wall ich hier; einst nimmst du mic) binauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff ich, Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir bort ewig lobzufingen. Mel. Warum betrübst du. hm, der das 497.3 sidht entſlehen für mich. hieß, und mich gesund er wachen ließ, fey Preis und froher Dank! Des neuen Morgens Heiterkeit sep mei nem Gott zuerst geweiht! 2: Ein jedes Gut, deß ich micy freu, empfang ich jego 6. Die Blume kleidest du mit Pracht, nährst jeden Vogel, Gott der Macht! bin ich nicht mehr, denn sie? 3d werfe meine Gorg auf dich du, mein Erbarmer, forgst Mel. Ich dank dir schon. 498. Mein erst Gefühl und Dank! Erfreue dich, o Seele! der Herr hört deines Lobgefang, lobsing ihm, meis ne Seele! (+3 4. Mich Besondere Bitten, Lobs und Danklieder. 39E 2. Mich selbst zu schißen, ohne Macht, lag ich, und fchlief in Frieden. Wer fchafft die Sicherheit der Nacht, und Ruhe für die Muden? Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe; ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue. 10. Daß ich, als dein gehorsam Kind dir zu gefallen strebe; bir treu ergeben, gutgefinnt, gerecht und züchtig lebe. 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stárkt mein Blut in feinem Fleiß, und schüßt mich vor Gefahren? 11. Daß ich dem Nächsten beyzustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue; mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue. 4. Wer lehrt das Auge sei ne Pflicht, sich sicher zu be decken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, uns wieder aufzuwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und bein ist unser Leben. Du bist es, der 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. Mel. 2ch bleib mit deiner. Herr es uns erhält, und mits ist 499- mich leben! neu gegeben. 6. Gelobet sepft du, Gott ber Macht! gelobt sey deine Treue, daß ich nach einer fanften Nacht mich dieses Tags erfreue. he 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich felber thun nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnådig wahr; auf dich hofft meine Seele. Sey mir ein Retter in Gefahr; ein Bater, wenn ich fehle. 9. Gicb mir ein Herz voll mit fröhlichem Gemüth eil ich, ihn zu erheben. Er hört mein frühes Lied. food 2. Zu ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht; ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 3. Du, Herrscher aller Wel ten, nimmst dich auch meiner an. Wie soll ich dir vers gelten, was du an mir ges than? 4. Wirst du nach Opfern schauen? fie gelten nichts vor dir. Du forderst nur Ver Morgenlieder. 392 Vertrauen, nur liebe, Gott,| wacht, bring ich dir Ruhm von mir. und Preis, dir, Gott, der durch die Ruh der Nacht uns zu erquicken weiß. 5. So will ich dir lobsingen, mich deines Namens freun, nach deiner Gnade ringen, mein ganzes Herz dir weihn. 6. Dir hab ich mich erge ben; ich freue mich in dir. Erfreuender als leben ist deine Güte mir. 7. Sie führe mich auch heute auf reiner Tugend Pfad. Du, Ewigweiser, leite mich felbst nach deinem Rath. 8. Nur eins laß mich er flehen: ein chriftlichweises Herz, auf dich, Herr, fiets zu sehen, in Freuden wie im Schmerz. 9. Laß mich am ersten trach. ten nach dem, was dir ge fällt; mehr deinen Beyfall achten, als allen Ruhm der Welt. 10. Laß mich dir innig trauen, das Gute standhaft thun, dann froh gen Him II. Bereit den Lauf zu schließen auf deinen Wink, o Gott, und lauter im Ge wiffen: so finde mich der Tod. 2. O Vater, deine Gütigs Feit ist alle Morgen neu. Du thust uns wohl von Zeit zu Zeit; und groß ist deine Treu. 5. Gieb, daß ich fern vom Müssiggang, in meinem Stande treu, und, wem ich kann, mein Lebenlang bereit zu dienen sey. 6. In allem, was ich denk und thu, sey bein Gebot vor mir, und, wenn ich von mel schauen, in deinem Wil- Geschäften ruh, so sey mein fen ruhn. Herz bey dir. 3. Ist schenkst du mir zu meinem Heil von neuem ei nen Tag. Gieb, daß ich davon jeden Theil mit Weisheit nußen mag. Mel. Ich finge dir mit Herz. Du deinem Preis und Ruhm er 4. Die Zeit, in deiner Furcht vollbracht, bringt ewigen Gewinn. So fließe denn, du Gott der Macht, auch dieser Tag mir hin! 7. Was du mir zum Bers gnügen giebst, vermehr in mir die Luft, zu lieben dich der du mich liebst und so viel Guts mir thust. 500.3 deiner 8. Wenn Sorg und Kummer mich befällt, so laß auf dich mich schaun, und Cc 4 Vor 393 Besondere Bitten, Lob. und Danklieder, IG Vorsicht, Herr der Welt,| flehe; denn meine Hülfe mit frohem Muthe traun. kommt vom Herrn. 9. An deiner Gnade gnüge mir! sie ist mein bestes Theil; mein Trost und mei ne Zuflucht hier, und dort mein ewig Heil. 5. Wer bin ich? Staub und Sünder; doch, Vater aller Kinder, auch mich be gnadigst du. Wenn stillges weinte Zähren dir meine Neu erklären, so ruft dein Sohn mir Gnade zu. Abendlieder. Mel. In allen meinen That. er alles weislich 501.De wendet, der Gort der Liebe fendet die stille Nacht uns zu; hüllt uns in ihre Schatten, et quicket dann die Matten, 6. Mein Herz vergesse nimmer der Vaterhuld, die immer mich tråget, nic vers gist; und meine Zunge preis se den Höchten, der so weite so gütig, als allmächtig ih mel Serzliebster Jesu was. mit füßem Schlummer durch 502.ntflohen find auch dieses Ta ges Stunden, an dem wie noch des Lebens Glück empfunden; mit frohem Dank laß uns den Herrn erheben, durch den wir leben! 2. Des Lebens Müh und Elend zu versüßen, giebt uns der Herr viel Freuden zu genießen; und welche Güter schenkt er unsern Seelen! wer kann sie zahlen? 3. Wie unwerth sind wir, Vater, deiner Treue! Prüf unser Herz! es flehet die voll Reue; ach laß es uns vor dir im Glauben tillen, um Chrifti willen. 2. Der Herr versäumet Keinen. Der andern Welt zu scheinen rief er der Conne ist. Uns decken Finster niffe; doch, ohne Kummerniffe, ruhn wir, ba seine Macht uns schüßt. 3. 3n unermeßner Ferne erzählen tausend Sterne die Große seiner Macht. Fall, meine Seele, nieder, und bebe froh bich wieder, zu beinem Gott, der dich bewacht. 4. Er, der den Mond be reitet, die Sterne zählt und leiter, ist auch von mir nicht feen. Zu seines Himmels Höhe blick ich empor und 4. Uns wohlthun ist dein göttliches Vergnügen. Dein Aufsehn schüßt uns, wenn wir todelline Abendlieder. wir hulflos liegen, und Tod ten gleich, umhüllt von Fin sternissen, von uns nichts wissen. 5. War dieß für uns der leßte Tag auf Erden, soll unfer Schlaf ein Todesschlummer werden: dann weckst du uns, die wir uns die erge ben, zum ewgen Leben. 6. Co legen mir getroft zur Ruh uns nieder; sehn wir erfreut die Morgensonne wieder, dann preisen wir mit heiterem Gemüthe, Gott, Deine Güte. Miel. Ich weiß mein Gott. ür alle Gute sey 503-8 gepreist, Gott, Vater, Sohn und heilger Geist! ihr bin ich zu gerin ge. Vernimm den Dank, Den Lobgefang den ich dir Findlich finge. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, haft Großes heut an mir gethan, mir mein Gebet gewähret; hast väterlich mein Haus und mich beschüßzet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk; der Geist, mit dem ich dein gedenk, ein ruhiges Gemüthe. Was ich vermag, bis diesen Tag, ist alles deine Güte. 4. Sey auch, nach deiner Lieo und Macht, mein Schuß ola d 394 und Schirm in dieser Nacht: vergieb mir meine Sünden. und kommt mein Tod, mein Herr und Gott, so laß mich Gnade finden. 504.6 Mel un fich der Tag. o flichen unse re Tage hin! auch dieser ist nicht mehr. Die Nacht, der Müden Trösterinn, eilt wieder zu uns her. 2. Nur du, Herr, bleibest wie du bist, du schläfst und schlummerst nicht; die Finterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb ich voll Bertraun mich auch in die ser Nacht; und wofür sollte mir denn graun? mich schü get deine Mach. 4. Hab ich an deiner Gnade nur noch Theil, o Herr mein Gott, so fürcht ich keine Creatur, und scheue nicht den Tod. 5. Zwar ich erkenne meine Schuld, mit Reue fühl ich sie; doch deine väterliche Huld, wie trostvoll ist mir die! 6. 3ch eil im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schatten deiner Flüs gel bin; du wacheft über mich! 7: Flieht, finstre Sorgen, weiß € 5 395 Besondere Bitten, Lob und Danklieder. weit von mir, Herr Jesu, dieser Nacht, Erquickung du allein fey mein Gedank! o weihe dir mein Herz zum Tempel ein! mir, dem Müden. Beschir met deine Rechte mich, so stärken meine Kräfte sich, ich lieg' und schlaf in Fries den, erwache froh, und mein Gesang fingt dir, mein Vater, neuen Dank. 9. 3d lebe dir, ich fierbe 506.Wie fell it mir Miel. Ich dank dir schon zc! schnell dir, dein bin ich auch im Tod! Du, mein Erretter, bist bey mir, und hilfft aus aller Noth. der Tag ents flohn, ben ich durchlebet habe. Vollendet ist nun wie der schon ein neuer Schritt zum Grabe. Mel. OEwigkeit du Freud. 2. Herr, lehre mich die Flucht der Zeit mit stillem Ernst bedenken, wenn in des Lebens Eitelkeit mein Herz fich will versenken. 3. Damit ich jeden Abend mich in Zukunft frommer finde, so tobte selbst, dieß bitt ich dich, in mic die Macht der Sünde. 8. Ist dieß vielleicht die letzte Nacht in meiner Prů fungszeit; fo führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit. 505. durch deine Macht, nun wieder einen Tag vollbracht; sey hech Dafür gepriesen! Mit froher Rührung dank ich dir für alle Wohlthat, die du mir ſo unverdient erwiefen. O laß mich ferner mit Vertraun auf dich und deine Leitung schaun. 2. Auch des verfloßnen Ta ges Schuld verzeihe mir nach deiner Huld, und fördre mein Bestreben, in dei ner Fügung zu beruhn und deinen Willen gern zu thun, hier und im beffern leben. Herr, was ich hab und was ich bin, geb ich in deine Hande hin. 3. Du, dessen Auge ewig wacht, verleih auch nun in 4. Mit Glauben, der sich thätig weist, schmück, Höchster, meine Seele! und warne mich durch deinen Geist, so oft ich strauchelnd fehle. 5. Dir bank ich, Vater, für die Huld, die du mir heut erwiesen, du trägst mich Sünder mit Geduld; sey hoch von mir gepriesen! 6. Sieh ferner mich in Gnaben an; vergieb mir meine Sünden, und laß mich sindro165 326 5. Beschirmt von deinem Segen, eil ich der Ruh entgegen; dein Name sen gepreißt! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Bater, meinen Geift! Mel. Keinen hat Gott verl. gescheh M17. Yunruben alle Wälder. 508 Herres gefeh bein Bille! Mein Leib eilt nun zur Ruh: es fallen in der Stille die müden Augen zu. Erlaß mir Schuld und Strafe, daß ich, von Günden rein, zum Tode wie zum Schlafe, bereitet möge seyn. 2. Laß, fern von Schrekkenbildern und wilder Phantasey, die Seele nichts sich schildern, was ihrer unwerth sep! Laß, frey von eitlen Sorgen, den Tag mich wie der fehn, und auf den Kampf plas Morgen mit neuen Kräften gehn. Abendlieder. mich auf der Tugend Bahn der Seele Frieden finden. 7. Wenn meine matten Glieder nun vom Schlaf gefeffelt liegen, so laß mich fanft und sicher ruhn, bis Nacht und Schlaf verfliegen. 507.Hett, ere, der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich findlich an. Ich bin viel zu geringe, der Treue, die ich finge, und die du heut an mir gethan, 2. Mit dankendem Gemü the freu ich mich deiner Gü te; ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Starke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaffst ein rei nes Herz in mir. des Stu 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn! auf deine Güte hof fen, im Geist den Himmel offen, und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wem ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, ich bin bey dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Theil. DUR 3. Doch, wenn der Todesschlummer für mich in dieser Nacht den Freuden sammt dem Kummer ein schnelles Ende macht; und sich mein Geist behend aus seiner Hülle reißt; mein Gott, in deine Hände befehl ich meis nen Geist! M. un ruben alle Wälder un finkt die 509.nur Sonne nieder, Die 397 Besondere Bitten, Lob und Danklieder. die holde Nacht kommt wie der, und mit ihr Schlaf und Ruh. Sie schenkt uns neue Kräfte, beschließt des Tags Geschäfte, und drückt die miden Augen zu. 2. Noch wach ich und er zähle, mit tief gerührter Seele, was Gott an mir gethan; mit dankbarem Gemüthe lobsing ich seiner Gü te: er hört mein frommes koblied an. D 3. Von ihm fommt jede Gabe, das Leben, das ich babe, die Ruhe dieser Nacht: Er ist der Quell der Güter, mein Schußherr und Be hüter der, wenn ich sálumm re, für mich wacht. 4. Er läßt es finfier wer den, und hulit den Kreis der Erden in schwarze Dun Felheit: doch auch in dunk ler Stille wohnt Gott mit seiner Zulle, und zeigt mir feine Herrlichkeit. 5. Er führt aus dunkler Ferne den Mond und tau Sterne mit herauf: fie leuchten, ihm zur Ehre, hoch über Erd und Meere, und seine Hand lenkt ihren kauf, 6. Voll Majestät und Står ke stehn lauter Wunderwer. ke in deiner Schöpfung da. Wie kann ichs die vergeiten? Du Gott fo vieler Welten, warst auch mir Armen heu te nah. 7. Woher meinGlück, mein Leben? Gott ists, der mirs gegeben, Gott ists, der für mich macht! Woher auf meinen Wegen so mancher fros he Segen? Gott ists, der alles wohl gemacht! 8. Gott, groß von Macht und Treue! Ist, da ich dein mich freue, wird mie die Nacht auch Licht. Leg ich die miden Glieder in deinem Namen nieder, so wacheft du; ich sorge nicht. 9. Soll mir der Sdilaf zum Leben verneute Kräfte geben, so schlaf ich frölich ein: foll er mein Leben enden, so wird Gott mich vol lenden, er wird mein Gott im Tode seyn. Senn- und Festtagslieder. Um Sonntage. Md. Herzliebster Jefu was. iets 510. zum Segen eine geweihet. Ihn feyert gern, wer deiner, Gott, sich freuet. laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzubetendons 2. Dich rühmt der Lobges fang der Himmelsheere. Auch unser d Sonn- und Festtagelieder. 398 unser Tempel schallt von dei-| mir werde. Lob sey, Erlöfer, ner Ehreaß aller kob, deinem großen Namen auf laß das Gebet von allen die ewig Amen! wohlgefallen! ndidat 3. Wie freu ich mich, die Stätte zu begrüßen, wo Dürstenden des Lebens Båche fließen, und wo dein Heil von der Erlöften Zun. gen froh wird beſungen! 4. Mit Andacht will ich, Höchster, vor dich treten. Ich weiß, du liebst, die Findlich zu dir beten; und willst, was wir zum wahren Heil begehren, uns gern gewähren. 5. O laß auch heute deinen Geist mich lehren, vom Weg, der dir misfällt, mich abzukehren. Regiere mich, daß meine ganze Seele dich Herr, erwähle. 6. Dein Tag sey mir ein Denkmal deiner Güte; sey mir voll heils, und lenke mein Gemüthe auf jenen Trost, den mir dein Sohn erworben, da er gestorben. 7. Dich bet ich an, du Tobesüberwinder, der du an diesem Tag zum Heil der Sünder, die, fern von Gott, in Todesschatten saf fen, dein Grab verlaffen. 8. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erde. Gieb, daß er immer heiliger Am Fest der Drepeinigkeit. Miel. Es woll uns Gott zc. ir beten dich, o Vater! an. Sind wir gleich vor dir Sünder, so nimmst du dich doch unfer an, wie Väter ihrer Kinder. Du haft für uns aus großer Huld selbst deinen Sohn gegeben. Dein Herz, voll Gute und Geduld, verleih uns Trost und Leben, daß wir bich kindlich fürchten. 2. O Jesu, ewger Gottessohn! Du Heil darauf wir hoffen! Durch dich steht zu des Vaters Thron der Weg uns wieder offen. Uns zu befreyn von Sünd und Tod, kamst du zu uns auf Erden. Olaß uns, unfer Herr und Gott! froh deines Segens werden, und die im Glauben dienen. 3. O heilger Geist, bu Geist von Gott! Wehr in uns dem Verderben! Im Glauben an des Mittlers Tod hilf uns der Sünde ( terben! Du giebst zum Suten Lust und Kraft, laß es uns stets erfahren; stark und in unsrer Pilgrimschaft, bemabe 399 Besondere Bitten, Lob und Danklieder. unb Segenswort, an dies sem dir geweihten Ort, zum Heil der Seelen hören.com 512. wahr uns vor Gefahren, men dein Licht und Recht hilf uns dir willig folgen. 1. Gelobet seyft du, Jefu zc. reis ihm! Er schuf und er er halt feine wundervolle Welt, Du sprachst: da wurden, Herr, auch wir. Wir le ben und wir sterben die. Halleluja! 2. Preis ihm! Ee liebt von Ewigkeit, wird ein Mensch hier in der Zeit. Erlöst haft du uns, Christe, dir. Die leben und die sterben wir. Halleluja! 3. Preis ihm! Er führt des Himmels Bahn, uns den Lebensweg hinan. Geheiliget hast du uns dir. Dir leben und dir sterben wir. Halleluja! 3. Nimm an die Kinder, die wir dir hier in der Tau fe schenken! Laß reine Lehre tief sich hier in ihre Seele senken, und hilf sie ſelbst zur edeln Frucht, in deiner Furcht und Christenzucht, zum Himmel auferziehen. 4. Hier beichten wir mit Leid und Neu, gebeugt an Herz und Knieen: 0 gieb, wenn wir mit Glaubenstreu zu Christi Kreuze fliehen, gieb uns Vergebung, Gnad und Huld, lösch aus der Sünden große Schuld mit deines Sohnes Blute. T 5. Hier stellest du dich, Heis land! dar, und schenkst uns Mel. Es ist das Heil uns. deine Gaben, wenn bey dem Am Kirchweihfeste. 513.Drepeinig beilig heiligen Altar fich unfre Du giebst uns deinen Leib und Blut, so du für uns und uns zu gut gegeben und vergoffen. großer laben. Sich von des Himmels Höhen dein armes Volk, Herr Zebaoth! dein Häuf lein vor dir stehen. Bernimm 6. Hier segnest du die Ehen das Seufzen und Gebet, das ein; gieb ihnen deinen Sejetzt zu deinem Throne geht gen, und laß dein Haus ervon dieser heilgen Stätte. füllet feyn mit Dank von 2. Die Vater weihten ihrerwegen. Erhöre, wenn dieses Haus, o Höchster! wir jeden Stand, mit ih deinem Samen. Schmücknen Kirche, Schulen, Land es mit deinem Segen aus; dir, Gott! hier anbefehlen. Laß uns und unserm, Saa- 7. Nun segne, Vater, dies fes Sonn- und Festtagslieder. do 409 ses Haus, das wir nach dir,| M. Dalet will ich dir geben. Herr! nennen. Treib Feind. Fie manches fchaft, Stolz und Bank bin aus: Lehr uns dich recht erkennen. Stór alles, was uns stören will; Laß uns all hier in heilger Still bey dir im Himmel wohnen. GAME Unt Michaelistage. M. un ruben alle Wälder. 514. Herr, deine Him melsheere, die Beugen deiner Ehre, giebst Du zu meiner Wacht. Sie fehn dein Angesichte im al. lerreinsten Lichte, und haben dennoch auf mich acht. 2. Daß sie nicht von mir weichen, so laß mich ihnen gleichen an wahrer Heilig. Feit. Wie sie das Gute lieben, und wahre Demuth üben, so mach auch mich dazu bereit. 3. Sie thun, Herr, deinen Willen; den laß mich auch erfüllen: fie sind vollkommen rein. Drum wollest du mich stärken, in Worten und in Werken nach ihrem Bilde rein zu seyn. 4. Wann ich denn endlich scheide, so führe mich zur Freude auf ihren Händen ein. Bey dir, o Höchster, droben, werd ich dich ewig loben, und selig wie die Engel seyn. 515. Wort der Freude that uns der Engel Mund, zum Trost in unferm Leide, auf Gottes Rathschluß, kund! Sie waren Christi Boten, da er gebohren ward und aufstand von den Todten, und bey der Himmelfahrt. 2. Mein Gott! sey hochgepriesen, daß du der armen Welt die Wohlthat haft erwiesen, und Engel uns bestellt, die uns auf unsern Wegen húlfreich zur Seite stehn, wenn wir, o Herr, um Segen und Hülfe zu Dir flehn. 3. Die Zeit wird auch einst kommen, da icy verElärt und rein, und aller Angst entnommen, bey Engein werde seyn. Dann schallt in ihre Chöre mein hoher Lobgefang, und bringt dir ewig Ehre, Anbetung, Preis und Dank. • Witterungs Saat und Erntelieder., Mel. O Gott du frommet. ir bitten kind516.28 lich dich um deinen Vatersegen: gieb uns, o Bater, gieb uns eis nen 40r Besondere Bitten, Lob: und Danklieder nen milden Regen! Staub 2. Für Regen streuet deine ist ist unser land, erstorben Hand nur Staub und Asche jede Flur; es schmachtet auf das Land; die Erde, Feld und Thier, es trauret bie uns sonst genährt, hast die Natur. du, o Gott, in Erz verkehrt. 2. Wir haben es verdient; ach, groß sind unsre Gün den, und billig strafft du uns doch laß uns Gnade finden! Vergieb uns unsre Schuld! Thu auf die mil. de Hand; wirf einen Va terblick auf uns und unser Land! 3. Befeuchte Berg und Thal, erfrische unsre Felder! Dein Regen träufle fanft auf Anger, Gärten, Wäl. der! Das, was bisher ge. lechzt, erquicke, Herr, aufs neu, daß jede Kreatur dir freudig dankbar sey. 4. Ergieß zugleich dein Wort, gleich einem milden Negen, auf unser trages Herz mit tausendfachen Se gen. Der Fromme nur kann sich, Gott, beines Se gens freun; o laß uns alle reich an wahrer Tugend feyn! Mel. Wenn wir in höchsten. err, siehe das zer 517.H rißne Land, von langer Hiße fast verbrannt, fieh, es verdorret immer mehr; es dürftet, ach! es dürftet sehr. 3. Gebeugt und mit vers hülltem Haupt, der Hoffnung und des Trofts beraubt, schaun wir die Flur und find betrübt, weil sie uns ihr Gewächs nicht giebt. 4. Die Saaten stehn ent Fråftet da, dem gånzlichen Verderben nah: bald ist ihr Glanz, ihr frisches Grün, ihr Saft, ihr Wachsthum ganz dahin. 5. Thu den verschloßnen Himmel auf, bestimm den Wolken ihren Lauf, daß ſie nach unsrer Gegend hin, mit segensvollem Schooße, ziehn. 6. Gieb Herr uns noch zu rechter Zeit den Regen, der das Land erfreut, der die zerlechte Erde tránkt, und sich in ihre Tiefen ſenkt. 7. Straf unsre Sünden nicht, o Gott! mit Theurung und mit Hungersnoth; Vergieb uns gnädig unive Schuld, du Gott voll Liebe, voll von Huld. 8. Wir wollen Herr, dir dankbar feyn, und dir nur unser Leben weihn. Tröst uns, o Herr! verlaß uns nicht, Witterungs: Saat 518. nicht, und stark uns selbst in jeder Pflicht. Mel. Es ist das Heil uns. Herr und Gott! wir loben dich, und preifen deinen Namen. Du hast uns wieder gnädiglich befeuchter Feld und Saamen, und deiner Kinder Flehn erhört; haft eis nen Regen uns beschert, der Dürre abgeholfen. 2. Erbarme, Bater! ferner noch dich über uns in Gnaden; erleichtre uns der Sorgen Joch, verhindre, was kann schaden; behüte uns vor Hungersnoth, und gieb uns unser täglich Brod; bewahre unfre Felder! 3. Wo ist ein solcher Gott, wie du? ach, laß es uns empfinden! und wend uns deine Gnade zu; behüte uns vor Sünden. Sen stets mit deiner Hülf uns nah: Herr, du gebeutst, so stehe es da; dir wollen wir vertrauen. Mel. Von Gott will ich. u bester Trost 519.0" der Armen, Beherrscher aller Welt! du Bater voll Erbarmen, der ewig Glauben hält! du unsre Zuversicht, zu dem wir alle flehen, auf den wir kindlich sehen, verlaß, verlaß uns nicht! und Erntelieder. 402 2. Erbarmender, ach wende der Zeiten schweren Lauf; thu deine milden Hände, uns zu versorgen, auf. Was irgend leben hat, nährst du mit Wehlgefallen. Nähr uns auch! schaff uns allen, bey unserm Mangel Nath. 3. Herr, der du uns erschufest, steh uns mit Hülfe ben. Allmächtiger, du rufest dem Nichts, damit es sey; zu helfen ist dir leicht, du kannst dem Mangel wehren, in Uleberfluß ihn Fehren, wenns uns unmöglich deucht.n 4. Die Früchte laß gerathen, laß deine Hülf uns sehn; erquicke du die Saas ten, so oft fie traurig stehn. Herr, baue selbst das Land, tránk es mit Thau und Regen und füll es an mit Seegen aus deiner milden Hand. 5. Erhör uns, Vater, krone das Jahr mit deinem Gut, daß sich das Herz gewöhne zu wohlgefaßstem Muth. Sehr es sich deiner freun, stets Zutraun zu dir haben, und deine Seegenss gaben durch Mißbrauch nie entweihn. 6. Allgütiger, wir hoffen auf dich und deine Freu. Oft hat uns Noth betroffen, da standest du uns bey. Sprich Inur dein mächtig Wort! das wird 403 Besondere Bitten, Lob und Danklieder. wird den Mangel heben; wir wollen dankbar leben, dich preisen hier und dort. Mel. Ich weiß mein Gott. 520 Liebreicher Gott! Leben bringen. Segenswort erzeiget sich noch immerfort in seiner Kraft auf Erden, daß unser Feld mit Nuk bestellt und angebaut kann werden.. 2. In Hoffnung streun wir Saamen aus; doch segneft Du nicht Feld und Haus, ist unsre Müh vergebens. Nur deine Kraft und Güte schafft uns Unterhalt des Lebens. 3. Laß unsre Saat gesegnet seyn; giebRegen, Wind und Sonnenschein, daß Wachsthum und Gedeihen uns spät und früh, nach Sorg und Müh, einst wie derum erfreuen. 4. Bewahre sie das ganze Jahr vor so vielfältiger Gefahr, die leicht fie kann verIchen, die den, den heut sein Feld erfreut, bald kann in Kummer seßen. 6. Und wie das Körnlein erst verdirbt und in der Erde still erstirbt, um neue Frucht zu bringen; so werd, o Gott, ich durch den Tod ins beffre 5. Ben solcher Saat seh ich allhier manch tröstlich holdes Bild von mir. Denn unter Sturm und Winden erhebt fie sich; so muß auch ich durch Kreuz den Himmel finden. 7. Auf diesen seligen Gewinn freut sich bereits mein Herz und Sinn; muß ich bey trüben Fällen die Thränenfaat, nach deinem Rath gleich öfters hier bestellen. 8. Nur mache mich, o Gott, bercit im Glauben und Gottfeligkeit viel gute Frucht zu bringen; so will ich dir, dereinst dafür in Ewigkeit lobsingen. Mel. Liebster Jesu, wir. Infie Aussaat segne Gott, daß sie ruh im Schoos der Erde, und mit ihr uns unser Brod, Friede und Gesundheit werde. Wir befehlen sie der Erde, daß durch dich sie lebend werde. 2. Einfach wird sie ausge streut, vielfach giebst du sie uns wieder; und dann singt die Dankbarkeit dir voll Freuden ihre Lieder. Herr, du hörst Gebet und stehen, und thuft mehr, als wir verstehen. 3. Gieb uns, was wir bitten hier, hier im armen Ere dens Witterungs Saat denleben! bis wir einst den Dank dafür dir im Himmel ewig geben, Herr, vor dei nem Angesichte erndten wir dann ewge Früchte. und Erntelieder. 404 7. Vermehr in uns die Zuverficht, die ewig zu vertraun, bis wir dereinst in deinem Licht des Glaubens Erndte schaun. Mel. Wer nur den lieben. Mel. Ich finge dir mit Herz. 522.ott forge für 523. daß doch ben uns! O, singt ihm Dank, ihr Christen fingt ihm gern! Vom Aufgang bis zum Niedergang zeigt sich die Huld des Herrn. der reichen Erndte, womit du, Höchster, uns erfreuft, ein jeder froh empfinden lernte, wie reich du uns zu fegnen fenst: wie gern du unsern Mangel ftillft, und uns mi Speis und Freud erfüllt. 2. Vom Menschen bis zum kleinsten Wurm reicht seine Gnad und macht; im Sonnenschein, so wie im Sturm, ist er auf Heil bedacht. 2. Du siehst es gern, wenn deiner Güte, o Vater, unfer Herz sich freut; und ein er 3. Mit frohgerührter See: fenntliches Gemüthe auch le bringt ein dankbar Herz das, was du für diese Zeit ihm dar! die Aehre, die vom uns zur Erquichung haft Segen finkt, ist sein. Gott bestimmt, mit Dank aus front das Jahr.deinen Händen nimmt. M 4. Ja, Höchster, wir verehren dich init findlich frohem Dank: du nähreft uns und mildiglich glebst du uns Speis und Trank. 5. Fried und Gesundheit, Kraft, Gedeihn zu unsrer Hände Fleiß, auch das giebst du, und dir allein gebührt dafür der Preis. 6. Jaß deines Segens Ueberfluß uns, Herr, auch müßlich seyn, und hilf uns daß wir beym Genuß wohl thätig uns erfreun. 3. So kommt denn, Got tes Huld zu feyren; komme Christen, laßt uns feiner freun! und ben den ange füllten Scheuren dem Herrn der Erndte dankbar fern. Ihm, der uns stets Vetforger war, bringt neuen Dank zum Opfer dar! 4. Nimm gnädig an das Lob der Liebe, das unser Herz dir, Bater, weiht. Dein Segen mehr in uns die Triebe zum thatgen Dank, zur Folgfamteit; daß Preiß Dd 2 405 Besondere Bitten, Lob und Danflieder. für deine Vatertreu auch unser ganzes Leben sey. 5. Du nähreft uns nur aus Erbarmen. Dieß treib auch uns zum Wohlthun an. Sen jeder gern ein Trost der Armen, wer ihren Mangel stillen kann. Herr, der du aller Vater bist, gieb jedem was ihm müzlich ist. bringet. So sehr auch Menschensleiß das Land baut, pfleget und bedünget, kommt doch allein von ihm Gedeihn. Our er, er läßt die Staaten blühn, reifen und gerathen. 3. Oft fehn wir froh in Hoffnung schon der reichsten Erndt entgegen, und plößlich ist er uns entflohn, der 6. Thu deine milden Seuns gezeigte Segen. Gott genshände uns zu erquicken ferner auf. Versorg uns bis an unser Ende und mach in unserm Lebenslauf, uns dir im Kleinsten auch gefreu daß einst uns größres Glück erfreu. nimmt und giebt, was ihm beliebt, daß er als Herr der Erde von uns verehret werde. 7. Bewahr uns den geschenkten Segen; gieb, daß uns sein Genuß gedeih, und unser Herz auch seinetwegen dir dankbar und ergeben sey. Du, der uns täglich nährt und speift, erquick auch ewig unsern Geist! Miel. Was Gort thut, das. 4. Zeigt auch gleich nicht so sichtbar sich der Reichthum feiner Geben; so gieber er doch sicherlich, so viel wir nothig haben; ist stets bedacht, voll Gnad und Macht, die Seinen zu erhalten, die ihn nur lassen walten. 5. Und 0, was ifts für cin Gewin, an dem sich gnügen laffen, was da ist, und mit heiterm Sinn das veste Zar 524. Preift, Chriften, traun fassen, daß, der die regiert und auch uns, fo lang wir leben, was nöthig ist, wird geben. Zufrieden heit, preift Gott, den Herrn der Erndte, daß sich nicht ganz die Fruchtbarkeit von Au und Feld entfernte. Noch stets erhält er seine Welt; was nothig ist zumkeben, will er uns alles geben. 2. Er ist der Herr; in sei ner Hand ist, was die Erde 6. Ja, Höchster, wir verch ren dich in allen deinen Wegen, und trauen unveränderlich auf deinen milden Segen. Auch unser Brod, wirst du uns, Gort, von Zeit zu Zeit gewähren, wenn Witterungs Gaat und Erntenieder. 406 allein dein guter Wille, daß Feld und Au und Garten grunt, und uns, sind wir es gleich nicht werth, die Frucht der Erde reichlich nährt. wenn wir dich findlich eh, ren. 7. Wir beten demuthsvoll dich an, der alles weislich füget, deß Vorsicht niemals irren kann, deß Wohlthun niemals triget. Froh dan fen wir, Erhalter, dir, und preifen deine Güte mit gnügsamen Gemüthe. Mel. Wer nur den lieben. ir fingen, Herr, von deinen Se gen, wiewohl sie nicht zu zählen sind. Du giebst uns Sonnenschein und Regen, Frost, Hike, Donner, Thau und Wind; fo blüht und reifet unsre Saat nach deinem wundervollen Rath. 525. 2. Der Himmel träufelt lauter Güte, die Erd ist dei ner Schäße voll; damit ein achtfames Gemüthe dich finden und bewundern soll, dich, der durch seine weise Macht das alles hat hervorgebracht. 3. So sen die Liebe denn gepriesen, gepriesen sen die Wunderkraft, die auf den Feldern, auf den Wiefen den Erdbewohnern Nahrung Kriegs- und Friedenslieder. schafft. Du nährst uns, el. Wer nur den lieben. wir werden fatt; du gicbft, 526.8 sich zieht, o Gott, et daß man noch übrig hat. ein Kriegeswet4. Du schüttest deines Se- ter ist über unser Haupt gens Fülle herab, die wir leinher. Doch bist du unser doch nicht verdient. Es ist Schuß und Retter, so fürchDD 3 fert 5. Bewahre ferner unfre Saaten und unsre Häuser, Heab und Gut. Bewahre uns vor Missethaten, vor Wollust, Geiz und Ulebermuth; weil sonst im reichsten lieberfluß die Seele. doch verderben muß. 6. Ja, wenn wir, Vater, dein vergessen, der du so liebreich an uns denkst; so muß der Fluch den Segen freffen, mit dem du Feld und Haus beschenkst. Wird auch der Vorrath nicht zersteut, so mangelt doch Zufriedenheit. 7. So wollen wir denn hier auf Erden, des Guten Saamen auszustreun, nie müde, nie verdrossen werden, und uns vielmehr der Erndte freun, die einft, nach dieser Zeit der Saat, dein Math für uns ersehen hat., 107 Besondere Bitten, Lob und Danklieder. ten wir uns nicht so sehr, wie heftig auch Gefahr und Noth den Völkern und den Ländern droht. 2. Gieb, Vater, in fo trú ben Tagen uns nur den Sinn, auf dich zu sehn, und da, wo andre trostlos zagen, mit Zuversicht zu dir zu flehn, weil nie doch Menschenhülfe nüßt, wenn deine Rechte uns nicht schüßt. 7. Du züchtigest doch stets mit Maaßen und mennst es immer väterlich; auch uns wirst du nicht ganz verlassen: du dich. Wir sollen nur auch unsrer Noth erbarmst durch Angst und Pein gees der die Welt regiert. Laßläutert und gereinigt seyn. 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden; du bist 8. Froh werden wir auch rühmen müssen, wenn du Gott zeigte, nach, verborguns wieder wohlgethan; nen Schlüssen, zum Heil uns auch durch Noth die Bahn. Du bleibest unfre Zuversicht! Barmherziger, verlaß uns nicht! Mel. Ach Gott vom Himmel. ch Gott! wir ist auch alle inne werden, daß dir allein die Macht ge bührt. Send böse, Völker, rüster euch! ist Gott für uns, so fehlt der Streich. 4. Je weniger sich oft auch zeiger, woher uns Hülfe noch entspringt; je mehr Gefahr und Plage steiget und alles in Zerrüttung bringt; um fo viel mehr laß voll Vertraun uns, Gott, auf deine Vorsicht schaun. 6. Drum fallen wir in deine Arme, o Vater der Barmherzigkeit, und flehen demuchsvoll: erbarme dich über uns zur böfen Zeit! laß Gnade nur für Recht ergehn, so bleiben wir noch aufrecht stehn. 5. Was hilft der Streiter große Menge? was hilft Gewaltgen ihre Macht? Der Roß und Wagen dicht Gedränge hat doch nicht immer Sieg gebracht; der wird allein von deiner Hand, wem du ihn gönneft, zugewandt. 527. treten hier vor dich mit traurigem Gemüs the: Wir bitten dich demüthiglich, rett uns durch deine Güte. Schau, wie die große Kriegsgefahr sich zu uns naht, und wie sie gar, uns zu verderben, drauet. 2. Gedenk, Vater! jest nicht mehr, daß wirs verdienet haben. Gedenke nicht, daß Kriegs: und Friedenslieder. 408 den theuren Frieden, stdren. daß wir so sehr die uns verlichne Gaben geschåndet, und sie lange Zeit zur WolJust, Pracht und leppigkeit undankbar mißgebrauchet. 3. Wie oft ward nicht der Nebenchrist gedrücket und betrogen, durch Schein des Rechts, Gewalt und ist das Seine ihm entzogen! darum ist nun dein Zorn entbrannt, die Sünde, die wir nicht erkannt, wird öffentlich vergolten. 4. Verzeih uns solche Mis ferhat, um Jefu Chrifti willen! Er, der für uns gelitten hat, kann deinen Zorn nur stillen. Das kamm, das unsre Sünde trägt, 8. Dieß alles, Vater! werde wahr: du wollest es erfüllen. Erhör und hilf uns immerdar, um Jesie Christi willen! denn dein, o Herr! ist allezeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit, das Reich, die Macht und Ehre. Mel. Ich finge dir mit Herz. die du ihm ſelbſt haft aufgelegt, 528.Bringt, Chriften, hat bringet Preis und Dank! ihm, der den Frieden schafft. Erhebt mit frohem Lobgefang die Wuns der seiner Kraft! sie ja, Gott, versöhnet. 5. Gott! du kannst der Fürsten Herz, wie Wasserbåche, lenken. Ach, laß fie doch der Völker Schmerz recht väterlich bedenken! Sprich du selbst ihnen måch tig zu, daß sie auf ihrer känder Ruh und Wohlfahrt ernstlich denken. 6. Herr! wir fallen dir zu Fuß, du wolleft uns erhören: Gieb, daß wir uns mit wahrer Buß im Ernst zu dir bekehren, damit wir nicht an unserm Theil selbst unser eignes Glück und Heil 7. Breit wieder aus um unfer Land die Flügel deiner Gnaden! Beschüß und fegne jeden Stand! laß nichts uns weiter schaden! Wir wollen folche Gütigkeit und Vatertreu, zu jeder Zeit, mit Dankbarkeit erheben. 2. Er ficht der Völker Angst und Müh, und hilft sie überstehn; er hört ihr Flehn und läsfest fie Hülf und Erettung fehn. 3. Wir sehn fie jegt, erfreut von Ihm, der allen Jammer heilt, wie wenn ein schweres Ungeftum sein Sonnenstrahl zertheilt. 4. Die Feinde toben nun nicht mehr, drohn nicht mehr fürchterlich; we MenschenD04 blut 409 Besondere Bitten, Lob und Danklieder. blut sonst floß daher, ergießt| deine Hand und warten deisein Gegen sich. 5. Das Feld giebt nun zu seiner Zeit die Frucht dem, der es baut; er sammelt ru hig und erfreut, was er ihm anvertraut. 6. In jedem Stand lebt neuer Muthy zu Fleiß und Arbeit auf; und keine Furcht für Feindes Wuth stört der Geschäfte Lauf. 07093 ner Güt, und hoffen auf das Baterland, wo ewger Friede blüht. tel. Wer nur den lieben. 529. Geloor, gelobt senst du mit Freuden, Gott, der du liebreich an uns denkst, und nun uns nach des Krieges Leiden des Friedens Wonne wies der schenkst! Verwüflung, Mordfucht heißt du fliehn, und Sicherheit und Segen blühn. 7. Allgüriger, allein von dir fließt dieses Heil uns zu; dein waren, sind und blei ben wir, und unser Gott! 2. Das thust du, Herr! bist du! 8. Erweck uns selbst durch deinen Geist zur wahren Dankbarkeit, die dich durch frommes Leben preist und ftets fich deiner freut. Was du behüteft, dem darf sich kein Zerstörer nahn. Wenn du aus deiner Höh gebietest, ist alle Zwietracht abgethan. Auch über uns hast du gewacht; auch uns die Ruh zurück gebracht. 9. Lehr uns des Friedens großen Werth mit weisem Ernst verstehn, und allem, was das Herz beschwert; in Deiner Furcht entgehn. 10. Daß Güte und Gerechtigkeit und aller kaster Scheu, vereinigt mit Zufriedenheit, im Lande herrfchend sey. are 3. O Christen, fühlt das ganz, und preiset frohlockend ihn, der uns erfreut, der seines Armes Macht beweiset, und in der Macht Barmherzigkeit; der uns auf Gnadenflügeln trägt, und Wunden heilet; die er schlägt. 11. Durch unsre ganze Lebenszeit leit uns nach deinem Rath, und froh sen dir, von uns geweiht Gedan. ke, Wort und That. 12. Getroft sehn wir auf 4. Preist ihn durch Wohlthun und Erbarmen, wo ihr der Brüder Noth erblickt, daß ihr die Leidenden und Armen speift, tránket, klei der und erquickt: damit sich a lles Kriegs und Friedenslieder. alles, alles fren und durch den Frieden glücklich sey. 5. Preist, preist ihn durch ein frommes Leben; dieß ist der beste Lobgefang. So viel ist uns von ihm gegeben! so sehr verdient er die sen Dank! O laffer Herz und Wandel rein und ihm cin würdig Opfer seyn. 6. Nimm, Vater, unfers Dankes lieder auch ist mit 4. Der landmann sammelt ungestört in ausges leerte Scheuren, was, Gott, Wohlgefallen an! Froh, ihm deine Hand beschert, schallen unfre Tempel wie der, von dir, der uns so wohl gethan. Herr, unser Gott, dich loben wir! Herr Gott, wir danken, danken dir! froh deine Huld zu feyern, Gerechtigkeit und Güt und Treu begegnen wieder sich aufs neu, der Länder Glück zu bauen. 5. Gott, unser Vater, sey gepreist, der du die Herzen neigest,-und, harte auch durch deinen Geist zu milder Eintracht beugest. Nur die gebühret unser Dank, nur dich preist unser Lobgefang, der du so gern erfreueft. 6. Wehr ferner nun, nach deiner Treu, wehr mächtig allen Kriegen, daß uns der Friede lang erfren; laß Menschenliche fiegen! Beschüße du mit starker Hand, Herr, unser Deutsches Baterland, und jedes Standes Wohlfahrt. Mel. Sey Lob und Ehr. ott, unfer froher, Lobgefang er schaller dir zum Preise! Vernimm gerühmter Herzen Dank, daß du nach Batersweise uns wieder haft so wohlgethan und alle Zwietracht abgethan, der Völker dich erbarmet. 410 3. Wo Furcht und Angst die Herzen brach, wo Mordgewehre schreckten, wo Zucht und Ordnung niederlag, das Feld Erschlagne deckten: da kehrt zurück die goldne Zeit, Erholung, Kuhe, Sicherheit, und deines Segens Fülle. 2. Wie sehr ward nicht so manches Land von Krie geslaft beschweret, von der zum Streit erhobnen Hand geängstigt und verheeret! Nur du hast größerm leid gewehrt, du hast Gebet und Flehn erhört; auch diese Noch geendet. 7. Wir traun auf dich. Nur wollst du auch) uns wahre Weisheit lehren, daß DD S IDIT 411 Besondere Bitten, Lob und Danklieder. wir des Friedens vechten 3. Als milder Geber zeigst Brauch in Misbrauch nicht verkehren, und nicht durch Gtolz, durch lleppigfeit, durch Leichtsinn, Ungerech tigkeit uns eigne Stoch bereiten. du dich den Völkern aller Lande; und du verknüpfst fie unter sich durch deines Segens Bande. Vom fernen Off, vom fernen Nord strömt deines Segens Quel 8. Erhebt, erhebt Gott! le fort zum Westen und zum immerdar, den Geber aller Süden. Güter! Er ist und bleibet, wie er war, der Dienschen Freund und Hüter. Gleich herrlich fo von Rath als That, hilft er, wie er ge holfen hat. Ihm fen allein die Ehre! 4. Du giebst den Schiffen ihren Lauf auf Strömen und auf Meeren, und hilfft dem Flor der Handlung auf, viel Taufende zu nähren. Zur | Nothdurft, zur Bequemlichkeit vertheilft du deine Gaben weit durch manche Handlungszweige. Lieder, den allgemeinen Wohlstand betreffend. Mel. Sey Lob und Ehe. 5. Du fegnest auch des Künstlers Fleiß zum Nußen 531.Aus deiner milden seiner Brüder. Was er nur Segenshand, Gutes kann und weiß, das du Geber aller Gaben, muß| kommt von dir hernieder. jedes Volk und jedes Land Was deine Gut uns zuges des Guten Zufluß haben. wandt, das fließet stets aus Mit großer Weisheit hältst Hand in Hand durch nüßdu Haus, und breitest deine liche Gewerbe. Güte aus, der Völker Wohl zu gründen. 2. Von dir stammt Kunst und Wissenschaft, wodurch die Lånder blühen. Du schenkest jeglichem die Kraft, fich nütlich zu bemühen, in ſeinem Amt, Beruf und Stand, darzu dein Rath ihn tüchtig fand, zum Befien mitzuwirfen. 6. Herr, unser Gott, wir preifen dich mit dankbarem Gemüthe. Du herrschest unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Geuß deinen Geegen ferner aus auf unser Land, auf jedes Haus, zu deines Namens Ehre. 7. Hilf, daß ein jeder redlich fen in seinem Thun und Handel! rechtschaffen, bruderlich Lieder, den allgemeinen Wohlstand betreffend. 412, derlich und treu in seinem 1mals schaden können. Nie ganzen Wandel. Mit Lust fehle jedem guten Rath, nie o Bater, wendest du dem fehle jeder guten That, dein Lande deinen Segen zu, das segnendes Gedeihen! folch ein Volk bewohnet. 5. Gieb denen Eifer, Fleiß und Treu, die ihr sind untergeben, daß jedermann befliffen sen, nach seiner Pflicht zu leben. Erleichtre ihr des Lebens Müh, mit deinem Segen krone fie, und sey ihr kohn auf ewig. 2. Gieb, daß fie deinem Vorbild gleich, uns våter lich regiere, und deinen Segen in ihr Reich durch gute Anstalt führe, der Unschuld Schirm und Wäch6. Laß sie mit uns beflissen seyn, in deiner Furcht zu leben; uns deiner Oberherrschaft freun, mit ihr dein Lob erheben; daß so vor deiner Maiestät, die über alle Hoheit geht, Regent und Volk sich beuge. Miel. Rommt her zu mir. ter sey, den Redlichen im 533.Die Ehe foll uns dem Unrecht Land erfreu, kraftig steure. 3. Laß uns, von ihrem Schug bewacht, des Friedens Glück genießen, und ruhig unter ihrer Macht das Leben uns verfließen. Hilf, daß wir in Gottfelig.feit dir dienen, und schon in der Zeit die Frucht davon empfinden. Mel. Sey Lob und Ehr. 532. Erhalt uns, Here, die Obrigkeit, die du uns gabft, auf Er den mit Wohlstand und mit Sicherheit durch sie beglückt zu werden. Verleih ihr Weisheit, Trieb und Kraft, was wahres Wohl dem Lande schafft, mit Sorge fait, wahrzunehmen. 4. Beschirme sie durch dei nen Schuß, daß, die ihr Ulebels gönnen, mit ihrer Sistlund ihrem Truß ihr nie. du, Schöpfer, festest selbst sie ein, der Welt zum Glück und Segen. Noch immer fließt in diesem Stand, aus deiner milden Vaterhand, den Frommen Heil entges gen. 2. Wie glücklich lebt ein frommer Mann, wenn er die- liebt und ehren kann, die Gott ihm auserschen! Wie glücklich lebt an seiner Hand die Fromme, die Gott ihm verband ihm hülfreich beyzustehen! 3. Gott, 418 Besondere Bitten, Lob und Danklieder. 2. 3. Gott, der du uns ver-| rubn; er hat ihn euch gebunden haft, erleichtre uns währt! Geht hin und macht des Lebens Last; gieb, daß durch frommes Thun cuch kein Segen fehle: Laß nie dieses Segens werth. uns unsern Bund entweihn; Ihß feufch ums, hold und friedsam seyn, Ein Herz und Eine Seele. 2. Der Herr erfüllt, was er versprach; fein Heil follt ihr empfahn; fommt ihr nur dem Gelübde nach, das ihr dem Herrn gethan. 3. Ihm heiligt mun Beruf und Stand, ihm heis ligt euer Herz, und folgt der Leitung seiner Hand durch Freuden und durch Schmerz. 4. lenk ab das Herz von Ueppigkeit auf Freuden, die man nie bercut, auf Freuden ächter Tugend. Selbst unser hohes Alter sen von drückenden Beschwerden fren, noch munter gleich der Jugend. Vor der Trauung. Mel. Kommt ber zu mir. 4. Bis ihr den Kauf der Pilgerzeit nach Gottes 2illen schließt, und einst 534. Von dir, du Gott noch in der Ewigkeit heysammen Gott genießt. der Einigkeit, ward einst der Ehe Bund geweiht; o! weih auch sie zum Segen, die hier vor dei. Fürbitte für Kinder, Mel. Werde munter mein. nem Angeſicht bereit stehn, 536, Du, mein Schöund Erdie den Schwur der Pflichthalter, warst von Kindheit und Eintracht abzulegen. 2. O, segne sie, der gern beglückt, und Segen uns von Oben schickt, auf allen ihren Wegen! daß ihr Geschlecht sich deiner freun; gieb felbst zu ihrem Fleiß Gedeihn, und ihr Beruf fen Gegen! auf mein Gott; sey mein Gott einst auch im Alter; sey auch meiner Kinder Gott! Gegne sie, behüre fie; deine Huld verlaß sie nie; daß sie, die zum Wohlgefallen, frühe deine Wege wallen. 2. Herr, du weißt, was für Gefahren ihrer warten in der Welt! wenn nicht, fie dafür zu wahren, deine Hand wird und hält. Unbe: 535. Gottes Segen zwinglich laß fie feyn allen Lüsten; Nach der Trauung. Mel, Aobt Gott, ihr Christ. Vom Vertrauen auf Gott, 414 5. Keines meiner Kinder werde elend durch des Kasters Noth; keins den Freunden 3. Daß sie dir mit Ernste zur Beschwerde; leines ihdienen; nimim, o guter Varer Feinde Spott! Nüglich ter, nie deinen guten Geist laß der Welt sie seyn; lağ von ihnen; leit auf deine sie keine Arbeit scheun; sich Wege fie; damit ich voll des Mangels zu erwehren, Zuversicht, daß das Gift stets sich ihres Fleißes nähdes Lasters nicht ihr unschul- ren. dig Herz verderbe, froh sie fegne, wann ich sterben 4. Laß fie jeden Tag auf Erden( darum bitt ich dich, o Herr) weiser stets und bes fer werden, andern immer nüglicher. Gieb vom Glücke dieser Welt ihnen das, was dir gefälle! nur, daß weder Stolz noch Freude sie von deiner Liebe scheiden. An Lüsten; daß allein nur auf deinen Ruf fie achten; aller Spotter Spott verachten. 6. Der Thriumphtag der Gerechten sey ein Wonnetag auch mir. Hilf, daß zit des Richters Rechten keins mir fehle, Herr, vor dir! Dann frohlock ich, Richter, sieh, hier bin ich; hier find auch die, die du mir, o Herr verlichen, he zum Himmel, zu erziehen! XII. Vom Vertrauen auf Gott. Meh Was Gott thur, das.| meine Bürde. Was zagt 537.[ f Gott und mein Herz? ist auch ein nicht auf mei Schmerz, der zu des Glaunen Rath will ich mein Glü bens Ehre nicht zu befiegen che bauen, und dem, der mich ware? erschaffen bat; mit ganzer Srele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller EwigFeit, wie viel mir nügen würde; bestimmte meine ke benszeit, mein Glück und 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, Er hätt auch was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. sorgt für mich recht våterlich. Nicht, was ich mir ers sehe, sein Wille nur geschehe, sod 4. Ift 415 Don Vertrauen auf Gott. 4. Ist nicht ein ungestör-| gen oft versteckt; doch wenn tes Glück weit schwerer oft wir erst den Ausgang wissen, zu tragen, als felbst das wi- wird uns die Ursach auch drigste Geschick, bey dessen entdeckt, warum dein Rath, Saft wir klagen? Die größ- der niemals fehlt, den uns te Noth hebt einst der Tod; so dunkeln Weg gewählt. und Ehre, Glück und Haabe verläßt uns doch im Grabe. 5. An dem, was Seelen glücklich macht, läßt Gott es Keinem fehlen; Vergnügen, Wohllust, Ehre und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewiffen die Trübsal felbst versüßen. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weisheit, Macht und Güt; du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft nicht einen sicht: Aus Fin sterniß bringst du das Licht; du sprichst, o Gott, und es geschicht. 4. So weicht denn, ångffliche Gedanken! Gott kann 6. Was ist deslebens Herr- weit mehr, als ihr versieht. lichkeit? wie bald ist sie ver- Bleib, Seele, in der Deschwunden! was ist das kei- muth Schranken; die Deden dieser Zeit? wie bald muth wird von Gott erhöht. ists überwunden! Hofft auf Ja, Herr, du liebst ihn, den Herrn; er hilft uns der dich liebt, und deiner gern; send frölich ihr Ge- Führung sich ergiebt. Mel. Wer nur den lieben G. urwahr, du bist, 538.m o Gort, verbor. gen! dein Rath bleibt für uns wunderbar. Umsonst find alle unfre Sorgen; du forgteft, eh die Welt noch war, für unser Wohl schon! waterlich. Dieß sen gerug zum Troft für mich. rechten! der Herr hilft sei-. Drum will ich mich die überlassen, mit allem, was nen Knechten. ich hab und bin. Ich werfe, was ich nicht kann faffen, auf dich, dem Gott der die be, hin; der Ausgang zeigt doch immerdar, daß fiets dein Rath voll Gute war. 6. Gieb, Herr, daß mein Vertraun sich mehre im Glück und Unglück, Freud und Lieb. Schick alles, Herr, 2. Dein Weg ist zwar in zu deiner Ehre und meiner Finsternissen vor unsern Au- Seelen Seligkeit. So preis Dom Vertrauen auf Gott. preis ich einst vollkommen dich; so freu ich dein auf ewig mich. 416 Lebens, mit kindlichem Vertrauen flichn. 6. Erleichtre meine Leiden durch deines Geistes FreuMiel, In allen meinen That. den, durch Much und Hoff539. Auf deine Weis- nung mir. Drückt mich die heit schauen, Last der Schmerzen, dann Gott, deiner Gute trauen, sprich zu meinem Herzen: das schafft Zufriedenheit. ,, ich, deinErretter, helfe dir." Wer kann mein Wohl entscheiden? wer schenkt mit beffre Freuden, als du, Herr aller Geligkeit? 7. Was sollt ich mich betrüben? Heer denen die dich lieben, nügt jede Krengespein. Sie tragen Sieges paimen, se fingen Sieges psalmes, der Tod muß ih nen Leben seyn. 2. Wir streben oft nach Dingen, die, wenn fie uns gelingen, des Unglücke Quel len find. Ein Schein, der uns bethöret, und unfern Stolz vermehret, macht uns 20 für wahre Güter blind. 3. Der Hang zu Eitel keiten stört doch zu allen Zeiten die wahre Seelenruh, Wann wir dir unser Leben, o Bater, übergeben, dann fließt dem Herzen Friede zu. 4. Dein Rathschluß fey mein Wille. Jd) will in heilger Stille mich deiner Vorsicht freun. Dein ewi ges Erbarmen, dein Bey stand soll mir Armen Zufriedenheit und Muth verleihn 2. Ist der Himmel trübe, wankt der Freunde Liebe, wird die kast dir schwer; ſtürzt mit jedem Tage eine 5. Laß mich nicht zweifelne neue Plage über dich daher; wanken, wenn traurige Geweicht das Glück stets mehr danken mir deinen Trost zurück, scheinets dir nicht entziehn. Ich werde nie ver- mehr zlachen; wohl wirds gebens zu dir, Herr meines Gort doch machen. 3. Bür. Mel. Jefu, meine Freude. 540. Gott is, der erquicket! Wenn ein Kreuz dich drücket; schöpfe neuen Muth! Bann aus deinem Herzen, Gram und Sorg und Schmerzen. Was Gott schickt, ist gut.. Wenn dich Noth ringsum bedroht, Sorgen flets mit dir erwachen: wohl wirds Gott doch machen. 417 Dom Vertrauen auf Gott. 3. Bürden abzunehmen,| mag Gott es machen, wohl hilft nicht Angst und Grå- wird ers doch machen. men; schafft auch keine Rast. Ungeduld macht Bürden, Miel. Serzliebster Jesu, was. die dir leicht ſeyn würden, 541.Ein erott erst jur Herz, laß deinen Schmerz! drückt die Bürde schon dich Schwachen; wohl wirds Gott doch machen. inte id und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen täglich ermessen. 4. Du führst Chrifti Namen; Chriftum nachzuah. men, das ist deine Pflicht. Werde nicht erschüttert, wenn die Erde zittert, und Der Himmel bricht. Der steht veft, der Gott nicht läßt. 2aß ringsum dich Wetter Frachen! wohl wirds Gott doch machen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Våter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein lebertreter? Thu ich zu viel, wenn ich die schweren Tage ftandhaft ertrage? 3+ Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, erdutden wir nur unsrer Thorheit Schulden, und nennen sohn, den wir verdient bes kommen, Trubsal der From5. Herrlich ist die Krone die der Christ zum Lohne sei ner Treu empfäångt. Was man nicht verschuldet, das wird froß erduldet, wenn es Gott verhängt. Sen cin Held! es mag die Welt deiner Ruh und Hoffnung la] chen! wohl wirds Gott doch machen. 6. Daben soll es bleiben! ich will nie mich sträuben, folgfam Gott zu seyn. Stets im Tod und leben bleib ich Gott ergeben; ich bin sein, er mein. Was er will, sey auch mein Ziel; wunderbar men. 4. Doch selbst, o Gott, in Strafen unsrer Sünden noch können wir den Weg zur Rettung finden. Wenn wir sie uns, die Missethat zu haffen, erwecken lassen. 5. Sterb ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regiersi; und stets gewährt dein Wille Gutes die Fülle. 6. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden, nicht Dom Vertrauen auf Gott. 418 hier, erst dort soll ich ganz dem Glauben Muth und glücklich werden; und was Nahrung. So siehe denn sind gegen euch, ihr ewgen in deinem Glauben veste, Freuden, dieser Zeit Leiden? hoffe das Beste! 7. Wenn ich nur nicht el. Warum sollt ich mich. mein Elend selbst verschulde, mein wenn ich als Mensch, als 542.Sen zufrieden Christ hier leid und dulde: so kann ich mich der Hülfe der Erlösten sicher getrösten. Gemüs the! Gott ist gut, was er thut, ist voll lieb und Güte. Er nur weiß in allen Sachen, groß an Rath, reich an That, alles wohl zu machen. 8. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen krånken. Doch in der Noth an seinen Schöpfer denken und ihm vertraun, dieß stärker unfre Herzen mitten in Schmer 2. Bendes Erd und Himmel preifen feine Macht, Tag und Nacht müssen fie beweisen. Sonn und Mond, das Heer der Sterne, was sich regt und bewegt, lobt ihn nah und ferne. zen. 9. Schau über dich, wer trägt der Himmel Heere? Merk auf! wer spricht, bis hicher zu dem Meere? ist er nicht auch dein Helfer und Berather, ewig dein Bater? 3. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh, in der See, oder sonst zud finden, rühmt die Weisheit seiner Werke; jeder Wurm, Wind und Sturm, preiser seine Stärke. TO. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? Jßt weißt du nicht, warum du leiden müssen; allein du wirst, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 4. Sollt denn ich nicht ihn erheben? wie so gar wunderbar gab er mir mein 11. Er züchtigt uns, da- leben! Was ich hab ist sein mit wir zu ihm nahen, die Geschenke; auch der Geist, Heiligung des Geistes zu der ihn preist, mit dem ich empfahen, und mit dem ihn denke, op di Trost der Hülfe, die wir merken, andre zu stärken. 5. Wie mich sein getreues Sorgen, Tag und Nacht 12. Das Kreuz vom Herrn nimmt in Acht, preif ich wirkt Weisheit und Er- jeden Morgen. Ja, fein fahrung, Erfahrung giebt Augenblick verschwinder, der mich Vom Vertrauen auf Gott. 419 mich nicht, Gott, mein Licht dir zum Dank verbindet. 6. Setten mir des Krenzes Plagen heftig zu, so halfft du, o mein Gott, fie tragen; war nicht mehr Geduld vorhanden: deine Kraft hat geschafft, daß ichs über standen. und nur glauben, noch nicht schaun. 3. Sollt ein Vater unterlaffen, was sein Kind für Thorheit hält? Sollte, was nicht Engel fassen, ordnen sich, wie mirs gefällt? Wohl uns, wenn Gott nie gewährt, was ein thöricht Herz begehrt! 7. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan; denke dran, wird dir jemals bange, als wollt er dich ganz verlaffen. Es geschicht warlich nicht; et 4. Hier in meinem Pilgerftande sey mein, Theil Zufriedenheit! dort in meinem Vaterlande wohnt die wahre Seeligkeit. Führt mein kann dich nicht haffen. Gang zum Himmel ein, mag er immer dunkel seyn! 8. Drum ergieb dich seinem Willen, heiße gut, was er thut, er wirds auch erfüllen. Denn er ist in allen Sa chen, groß von Rath, wie von That; er, er wirds wohl machen. 5. Darum auch auf rau hen Wegen, meine Seele klage nicht! Was hier schmerzet, wird dort Segen, was hier Nacht ist, wird dort licht; und ich faß erst Gottes Sinn, wenn ich Mel. Gott des Himmels u. 543.Unerforschlich fen gang vollender bin. mir immer mei- Mel. In allen meinen That. nes Gottes Weg und Rath, und die Nacht sen ohne 544.Was ists, daß ich Schimmer, die mich hier umschattet hat; doch ist alles, was er thut, wies auch scheine, weis und gut. mich harr Seiner, meine Seele, harr, und sey unverzagt! Du weißt nicht, was: dir: nüşet! Gott weiß es, und Gott schüßet; er schüßer den, der nach ihm fragt. 2. Sollt ich das von Gott nur loben, wo ich Rath und Weisheit seh? ists nicht ein 2. Er zählte meine Tage, Geschenk von oben, wenn ich mein Glück und meine Plafeinen Weg verfteh? Hier ge, eh ich die Welt noch sah. soll ich dem Herrn vertraun! Eh ich mich felbft noch Fannte, Dom Dertrauen auf Gott. 430 fannte, eh ich jhn Vater M. In allen meinen Thaten. nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. as soll ich ångst545.288 lich klagen, 3. Die kleinsie meiner Sor- und in der Noth verzagen? gen ist dem Gott nicht ver- der Höchste sorgt für mich. borgen, der alles sieht und Er sorgt, daß meiner Set. hält; und was er mir be schieden, das dient zu meinem Frieden, wäre auch die größte last der Welt. le fein wahres Wohlfenn fehle. Genug zum Trost, mein Herz, für dich! 4. Ich lebe nicht auf Erden, ganz glücklich hier zu werden! die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. 2. Der du die Blumen klei deft und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur! weißt anes, was mir fehlet. Drum Seele, was dich quálet, befiehl dem Herrn und glaube nur. 3. Herr, alle meine Sor gen, die Noth, die oft verborgen an meinem Herzen nagt, warf ich auf dich, den Treuen; du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 4. Wenn meine Augen thrånen, und sich nach Hülfe sehnen, so flag ich dirs, dem Herrn. Dir, Vater, dir be fehle ich jeden Wunsch der Seele. Du hörst, du hilfft, du segneft gern. 5. Der du mir hier im Se ben schon größres Heil gegeben, und deinen Sohn ges schenkt! du wirft mit alles schenken, und mir zum Besten lenken, was mich zu Sorgen reizt und kränkt. 6. Du führeft, Herr, die El 2 Deinen 5. Was dieses Glück vermehret, sen mir von dir ge währet! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verletzet, wenns alle Welt auch schätzet, fen, Herr mein Gott, mir ewig fern. 6. Sind auch der Krank, heit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwe rer Haß und Spott; so harr ich und bin stille zu Gott, denn nicht mein Wille, dein Wille nur, gescheh, o Gott. 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich). Was kann mir widerfahren, wenn du mich willst bewahren? und du, mein Gott, bewahrest mich. 421 Dom Vertrauen auf Gott. Deinen nie so, wie sie es mit Kummer ringen, und mennen; doch sters nach noch so früh mit ängstlichen befferm Rath. Ob ich mich Geschäften den Leib entkräfauch betrübe, bleibt dochten. dein Herz voll Liebe; das zeigt der Ausgang mit der That. 4. Mein Glück beruht, o Gott, auf deinen Segen vertrau ich dir, und geh auf 7. Wenn ich hier Tiefen deinen Wegen, so wirst du sehe, und es nicht ganz vermir, auch ohne Sorg und stehe, was du mit mir ge- Kränken, was nüket, schenthan, kann ich doch deß mich ken. troffen; du nimmst mich, mich Erlöften, gewiß der einst zu Ehren an. 5. Bin ich getreu mit dem verliehnen Pfunde, und harr ich nur der rechten Gegens. stunde, so kommt sie, und dann werden meine Thaten zum Glück gerathen. 8. Dort bey den frommen Schaaren, dort werd ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da sing ich dir mit 6. Drum fördre selbst die Freuden, nach überstandnem keiden, den Dank, der deiner Huld gebührt. Mel. Herzliebster Jesu, was. Werke meiner Hände; gesegnet sen der Anfang und das Ende. Gieb guten Rath, damit, was ich voll546. Gott, du bleibst bringe, mir wohlgelinge. ewig unfrer Wohlfahrt Meister. Wie thöricht handeln unzufriedne Geifter! fie quälen sich und machen ihrem Herzen vergeblich Schmerzen. 7. Hilf mir mit Treue meine Pflicht erfüllen, und dann mein Herz mit froher Hoffnung stillen. Erlang ich nur, was du, Herr, mir bes schieden, bin ich zufrieden. 2. Was helfen uns die 8. Kann ich den Leib auch angstlichbangen Sorgen für nicht, wie Reiche, laben, den noch ungewissen andern versorge nur den Geist mit Morgen? Der uns doch, daß jenen Gaben, die mehr, als wir uns umsonst gegrämet, alles Irdische erquicken und schon oft beschämet. stets beglücken. 3. Es ist umsonst; wir 9. Hier hab ich gnug. Laß werden nichts erzwingen, mich nur mit den Frommen wenn wir auch Nächte durch zu dem Genuß der Himmels Don einzeln. Gesinnung. Tugenden u. Pflichten ze. 422 melsgüter kommen! so wird Gur nie stillet, dann ganz mein Wunsch, den Erden, erfüllet. XIII. Von einzelnen Gesinnungen, Tugenden und Pflichten. Von der Liebe zu Gott; zu uns selbst und andern. Mel. Alle Mensdhen müsfen. 547.lt ich dich nicht wieder lieben der du mich zuerst geliebt? und mit mehr als Vatertrieben mir unendlich Gutes glebt? Könnt ich ruhig hier auf Erden ohne dei ne liebe werden, ohne fie nach dieser Zeit würdig senn der Seligkeit? 2. Heil mir, daß ich es empfinde, wie so liebenswerth du bist, daß mein Herz vom Haß der Sünde, inniglich durchdrungen ist; daß auf dein Gebot ich achte, und es zu erfüllen trachte. Heil mir! du verbirgeft nicht einst vor mir dein Angeficht. 3. Noch lieb ich dich unvollkommen; meine Seel erkennt es wohl. Dort im Vaterland der Frommen, lieb ich dich, Herr, wie ich foll. Ganz werd ich dort deinen Willen kennen, ehren und erfüllen, und empfahn an deinem Thron der volls kommnen Liebe Lohn. Mel Viun danket alle Bott. u willst es, 548.D" Herr, mein Gott, daß ich mich selber liebe. Gieb, daß ich diese Pflicht nach deiner Vorschrift übe; und laß den selgen Trieb, mich wahren Glücks zu freun, den du mir eingepflangt, nie mein Verderben seyn. 2. Gieb, daß mein ganzes Herz fich deiner Liebe weihe, und daß in allem ich dein Auge kindlich scheue. Wer sich rechtschaffen liebt, der flichet auch, als Christ, was deinem heilgen Rath, oGott, entgegen ist. 3. Kein schnöder Eigennuk beherrsche meine Seele, und wenn zu meinem Glück ich Weg und Mittel wähle; fo laß mich stets daben auf Recht und Wahrheit schaun, und nie mein Wohlergehn auf andrer Elend baun. 4. Dein Fluch trifft jedes Glück, daben die Tugend Ee 3 leidet, 423 Von einzeln. Gesinnungen, Tugenden u. Pflichten. leidet, daben der, der es heit senn! bewahre, liebst fucht, die rechten Wege mei- du Glück und Leben, dein det. Wer Unrecht liebt und Herz vor ihrem Greuel rein. thut, erbt deinen Himmel Vor ihrer schnöden Lockung nicht; nie treffe mich, o fliehn, heißt dem VerderGott, dieß schreckliche Ge- ben sich entziehn. richt! 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelkeiten Schim mer! die Welt mit ihrer Lust vergehet einft auf immer. Was hilft uns kurze Lust? was hilft uns eitle Pracht? nicht Ein vergånglich Gut ists, was uns glücklich macht. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverleßt Gewissen, nur das kann uns allein des Lebens keid verfüßen; eas bleibt uns auch im Tod, und folgt uns aus der Zeit, ein Kampf- und Siegespreis, bis in die Ewigkeit. 7. Das sey mein Zweck, o Gott; o fegne mein Bemühen! so wird das wahre Wohl nie meinem Wunsch entfliehen. So liebe ich mich selbst, wie dir es wohlgefällt und über alles dich, mein Gott, und nicht die Welt. 2. Die Wollust kürzet unfre Tage, fie raubt dem Körper feine Kraft; und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage find Früchte ih rer Leidenschaft. Der hast fich selber, der fie liebt, und fich in ihre Fesseln giebt. 3. Sie raubt dem Geiste Muth und Stärke, schwächt den Verstand, der Seele Licht; sie raubt den Eifer edler Werke, und Ernst und Lust zu jeder Pflicht. Sie führet Reu und bittern Schmerz in das ihr hingegebne Herz. 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde zur Niedrigkeit des Thiers herab; er schandet und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab; vergißt den Zweck, dazu er lebt, weil er nach niedern Lüften strebt. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande. Schon vor der Welt sind sie ein Svott; vorm eigenen Gewissen Schande, und Schande vor dem heilgen Gott! der las Mel. Wer nur den lieben G. er Wollust Reiz zu widerstreben, 549.D o Chrift, laß deine Weis fter Sklav entfliehet nicht; Don der Liebe zu Gott, zu uns selbst und anderit 424 o Richter, deinem Straf| schützen, gabst du mit mil Gericht. der Vaterhand die Mittel, 6. Du übergiebst ihn dem die dazu uns nützen, und Verderben schon hier, wer zum Gebrauch giebst du feinen Leib entweiht; und Verstand. Dir ist die Sornie wird deinen Himmel er ge nicht zu klein! wie sollte ben, wer sich unreiner Lüfte fie denn mir es fenn? freut. Drum flch ich de muthsvoll zu dir: o schaff ein reines Herz in mir! 7. Gieb, daß ich allen bösen Lüften mit Muth und Nach, druck widersteh; und stets dawider mich zu rüsten, auf dich, Allgegenwärtger, sh. Denn, wer dich, Gott, vor Augen hat, flieht auch verborgne Misfethat. 4. Gefunde Glieder, munis tre Kräfte, wie viel o Gott, sind sie uns werth! Wer tauget zum Berufsgeschäfte, wenn Krankheit seinen Leib beschwert? Gesundheit und ein heitrer Muth find unsers kebens größtes Gut. 5. Drum gieb, daß ich mit Sorgfalt meide, was meines Körpers Wohlfenn stört, daß nicht, wenn ich je Krankheit leide, mein Geist den innern Vorwurf hört: ,, du deiner Ruh, du zogst dir selbst dein Uebel zu! Mel. Wer nur den lieben. es Leibes warihn nähren mißfället vir, o Hochster, nicht; muthwillig seinen Bau verschren ist wider die dir schuldge Pflicht. Omache dieser Pflicht mich treu, und stehe mir mit Weisheit ben! 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewahren achtsam seyn; und drückt mich eine Krankheit nieder, so flöffe selbst Geduld mir ein. Gieb frohen Muth, und dann verleih, daß auch des Arztes Rath gedeih. 2. Sollt ich mit Vorsatz das verletzen, was du so wundervoll gemacht, und nicht vielmehr, es werth zu schågen, mit weisem Ernste fenn bedacht? Schöpfer, auch mein Leib ist dein. Wie dürft ich sein Zerstörer senn? 7. Doch gieb, daß ich nicht übertreibe, was auf des Kör pers Pflege zielt; daß stets ich in den Schranken bleibe, die dein Gebot mir anbes. 3. Ihn zu erhalten, zu be- fiehlt. Des teibes Wohl laß Ee 4 nie 425 Von einzeln. Gesinnungen, Tugenden u. Pflichten. nie allein das Ziel von mei- Wer kein Freund des Nächnen Sorgen seyn. ften ist, ist fürwahr kein Mensch und Christ. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sen meinem Gei fte, Gott, geweiht, daß er zum Himmel weife werde, noch hier in dieser Prüfungsicit. So wird sich Leib und Seele dein in alle Ewigkeit erfreun. 5. Was wir auch aus Gottes Hand zum Voraus vor andern haben, Ansehn, Reichthum, hoher Stand, keibeskräfte, Geistesgaben, alles dieß befreyt uns nicht von der Menschenliebe Pflicht. M. Jesus meine Zuversicht. llen Menschen 6. Selbst der Gaben Un551. A und auch mir terschied dient zum allge. hat der Herr dieß vorgeschrieben euren Nächsten follet ihr, wie euch selbst, von Herzen lieben! Christen, was Gott hier gebeut, fen uns heilig allezeit. meinen Besten, wenn jed weder sich bemüht von dem Kleinsten bis zum Größten, andern, und nicht sich als lein, nüglich, wie er kann, zu seyn. 2. Wir sind Bürger einer 7. Darum gieb uns, Gott, Welt, Kinder eines Va- ein Herz voll von wahrer ters, Brüder, die er huld- Menschenliebe, das an anreich all erhält; alle eines drer Freud und Schmerz Leibes Glieder, die sein wei- Antheil nehm und redlich fer Allmachtsruf alle für einander schuf. übe, was der Liebe Pflicht begehrt, wie sie Jesus uns erklärt. 3. Eine sterbliche Natur hat er allen uns gegeben, und auch eine Hoffnung nur, Hoffnung auf ein beß res leben, wenn wir hier in dieser Welt redlich thun, was ihm gefällt. 8. Diesem großen Menfchenfreund laß uns alle ähnlich werden, daß wir, hier mit ihm vereint, nach vollbrachtem Lauf auf Erden, einst auch ewige ben ihm fenn, feiner Lieb uns ganz zu freun. 4. Und wir sollten uns entzweyn? lieblos uns ein ander haffen? und, zu uns- el. Mir nach, spricht Chr. rer eignen Pein, Stolz und Neid beherrschen lassen? 55 2. So iemand ich liebe Don der Liebe zu Gott, zu uns selbst und andern. 426 liebe Gott, und haßt doch seyn, und dich in Brüdern seine Brüder, der treibt mir nicht erfreun? Gottes Wahrheit Spott, und handelt ihr zuwider. Gott ist die Lieb und will, daß ich den nächsten liebe, gleich als mich). 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, und nicht die rettet, die ihm flehen: drum gicb mir, Gott, durch deinen Geist, ein Herz, das dich durch Liebe preift. 2. Wir haben einen Gott und Herrn, sind eines Leibes Glieder. Drum diene dei nem Nächsten gern; denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich; mein Nächster ist sein Kind wie ich Mel. Ach mein Jesu, sich. ollten. Mene 553.6 fchen, meine Brüder, mir, mein Gott, nicht theuer seyn? follt ich sie nicht gern erfreun? find nicht alle Christen Glieder dessen, der für alle starb, allen Gottes Huld erwarb? 2. Alle sind wir eines Stammes, gleich an dürfti ger Natur; allen hilft ein Opfer nur des unschuldgen Gottes- Lammes; und die felbe Seligkeit ist für alle gleich bereit. 3. Gottes Kinder sollt ich hassen, lieblos, unbarmherzig seyn? meinem Feinde nicht verzeihn? keine Schulden ihm erlassen? Und nicht fürchten das Gericht, das auch mir ein Urtheil spricht? 4. Du, der einst für Ulebelthäter um Vergebung bat, du hast still getragen unfre Last, cine Laft der Uebertres ter: bliebest stets you Rache Ee s fern; 3. Sein Heil ist unser aller Gut. Ich follte Brü der haffen, die Gott durch seines Sohnes Blut so theu'r erkaufen lassen. Daß Gott mich schuf und mich verfühnt, hab ich dieß mehr, als fie, verdient? ich 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du, Herr von meinen Tagen aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, den Kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöfer, an, als hätt ichs dir erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch 227 Don einzeln. Gesinnungen. Tugenden u. Pflichten. fern; duldetest, vergabestander mild erfreun, wohlgern. thun, bulden und verzeihn. s. Wenn mein Herz, von 1. Mir nach, spricht Christ. Born und Sünde hingeris 554.refer Erden sen, verkennt, und Güter hat, Haß und Nach entbrennt, und sicht den nächsten leihilf dann, daß ich überwinde. den, und macht den HungLaß mich dich sanftmüthig rigen nicht satt, läßt Nackenfehn in den Tod für Feinde gehn. de nicht kleiden: der übertritt. die erste Pflicht und liebt den Gott der Liebe nicht. 6. Wie dir deine Thränen floffen, als dein Aug um uns geweint; wie du, grof fer Menschenfreund, auch für mich dein Blut vergof fen, wie du starbst, mich zu erfreun; das laß mir vor Augen seyn. 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht, und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, es nicht zum Besten kehret, nicht dem Verläumder, widerspricht: der lieber seinen Nächsten nicht. 7. Gieb es mir so zu er. kennen, daß ich thu, wie du gethan. Wer nicht wohl thut, wie er kann, ist kein Glied von dir zu nennen; ist dem Gott der Lieb' ein Graul und verscherzt sein eignes Heil. 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schutz den nächsten unterstüßet, doch nur aus Stolz und Eigennuh, und Eitelkeit ihm nuget, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht: auch der liebt seinen Nächsten nicht. 8. so hilf mir, daß ich übe, was dein Wille, mir gebeut, Nachsicht, Sanft muth, Gürigkeit! daß ich, wie du liebest, liebe, daß ich herzlich, milde, treu, sanft und leicht verföhnlich fey. 4. Wer harret, bis, ihn anzuflchn, ein Dürftger erst erscheinet, nicht eilt dem Armen benzustehn, der im Ver borgnen weinet, nicht gütig forscht, obs ihm gebricht: auch der liebt seinen Nächsten nicht. 9. Christen, Eines Hauptes Glieder, Chrifti, der für alle starb, allen Gnad und 5. Wer Niedrige, die et Hyuld erivarb, lieben wollen beschirmt, mit hartem Vors wir uns, Brüder! uns ein- wurf quälet, und ohne Nachficht Von christlicher Demuth. 60 428 ficht straft und stürmt, so. 2. Cuch ich stets deinen bald sein Nächfier fehlet; Willen fo eifrig zu erfüllen, wie bleibt ben seinem Un- als es dein Wort oebeut? gestüm, Gott, deine Liebe trag ich der Tugend Bürde, je in ihm? aus Achtung ihrer Würde mit Demuth und Zufriedenheit? 6. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet; dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft fie dürftig machet; nur sorglos ihnen Gaben giebt: der hat sie wenig noch geliebt. 7. Zwar du, mein Herz, vermagst es nicht, stets durch die That zu lieben; doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünscheft dir die Kraft dazu, und sorgst dafür, so liebest du. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beleben. Denk oft: Gott ist die Lieb, und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchster, was ich hab', ist dein; follt ich, wie du, nicht liebreich seyn? Von christlicher Demuth. M.In allen meinen Chaten. 555.Gieb, ieb, Gott, wenn ich dir diene, daß ich mich nicht erkühne, darüber stolz zu seyn. Wer Fann ben seinen Werken, wie oft er fehlet, merken? wer ist von Mängeln völlig rein? 3. Der Sünden meiner Jugend, der Mängel meiner Tugend, o Herr, gedenke nicht! Willst du mit deinen Knechten, wie sies verdienen, rechten, so, trifft fie alle dein Gericht 4. Doch, wenn auch die zur Ehre rein meine Tugend wäre, weß ist dieß Eigenthum? wer ließ mich unterrichten? wer ließ in meinen Pflichten mein Glück mich sehn und meinen Ruhm? 5. Wer gab mir, dich zu lieben und dein Gebot zu üben, die Luft und Freudigfeit? wer stárkte meine Kráfte in jeder Pflicht Geschäf te? wer gab mir Muth und Sieg im Streit? 6. Du schaffest, was ich wähle; du rufft mich, wenn ich fehle, auf rechten Weg zurück; du ziehst mich ab von Sünden, und läßt mich Gnade finden, und giebst zu meiner Bessrung Glück. 7. Sollt ich mich deß erheben, was du mir, Herr, gegeben? hab ich zum lohn ein 429 Von einzeln. Gesinnungen, Tugenden u. Pflichten. ein Recht? Könnt ich auch| M.In allen meinen Thaten. alles üben, was du mir vorgeschrieben, wer bin ich? ein 557.Was ich nur Gutes unnüßer Knecht. habe, ist deine milde Gabe, du Bater alles Lichts! Mein Daseyn und mein Leben ward mir von dir gegeben; und ohne dich vermag ich nichts. 556.Her Mel. O Gott du frommer. err, der du alles giebst, von dem ich alles habe; was ist mein Stand, mein Glück und jede gute Gabe? Es ist nicht mein, es ist ein unverdientes Gut. Darum bewahre mich vor Stolz und Uebermuth. 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr, als mein Näch. fter nüße, und wenn ich mehr Verstand, als er besitzt, be- Treue, fike, bin ich drum mehr, als Welt! er? O beydes kommt von dir Verstand und Tüchtigkeit, und du erhältst es mir. 3. Wenn mir ein größer Glück nach deinem Rath begegnet, und deine Gütigkeit mich mehr, als andre segnet, giebt diese deine Huld mir wohl zum Stolz ein Recht? bin ich darum nicht auch, was andre find, dein Knecht? 5. Ich bin viel zu geringe 4. Wie könnt ich mich, oder Huld, Herr aller Dinge, Gott, des Guten überhe- die du mir haft erzeigt. O ben? Was ich besitz, ist dein; von dir hab ich mein Leben, und was ich Gutes thu, dazu giebst du Gedeihn. Drum las mich ewig fern ven Stolz und Hochmuth seyn. laß michs nie vergessen, wenn sich mein Herz vermeffen zum Stolz und eitlem Ruhme neigt. 2. Sowohl Verstand als Kräfte, zum nützlichen Geschäfte, hab ich aus deiner Huld. Dein ists, wenn gute Thaten dem Vorfas wohl' gerathen; ich bin allein an Fehlern schuld. 3. Das Glück, deß ich mich freue, schaffst du nach deiner du Herr der ganzen Du ordnest unfre Tage, ihr Glück und ihre Plage, sie kommen wie es Dir gefällt. 4. Sollt ich mich denn erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes wiederfährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vorgezogen? bin ich der größern Gnade werth? 6. Das nüglich anzuwena den, was du mit Baterhån deiz Von christlicher Demuth. 430 den mir gütig zugewandt, 5. Dagegen meine Pflichgehorsam dir zu werden: ten mit Treu und Redlichdas sen mein Fleiß auf Erteit gewissenhaft verrichten, den; dazu gieb Demuth und wie mir dein Wort gebeur, Verstand. und überall mein Christenthum nach Jefu Vorbild üben: das sey mein wahrer Ruhm. 6. Dein Beyfall ist das Beste, was ich mir wün schen kann, wenn ich mich deß getröfte, so hab ich gnug daran, wenn mir es auch an Ruhm der Welt bey allen stillen Thaten, die ich ausübe, fehlt. 7. Nie laß mich Ruhm erschmeicheln, der mir doch nicht gehört, nie als ein Gleisner heucheln, den: Menschengunst bethört. Der Tugend meinen Fleiß zu weihn, und andrer Ghicks zu fördern, laß mein Bestreben senn. 8. Auf dieser Bahn der Ehre erhalte meinen Gang durch deines Sohnes Lehre mein ganzes Lebenlang; fo wird mir bey Rechtschaffenen das Glück des guten. Namens blühn und gesichert stehn. 9. Gieb mir, o Herr, die Gnade, mich dieses Glücks zu freun. Seit mich auf rechrem Pfade, ein solcher Mensch au seyn, den einst Die Mel. Wenn meine Sünd. err, laß nach eit558. ler Ehre mich niemals geizig fenn. Gieb, daß dein Geist mich lehre, der Ehre mich zu freun, die ewiglich vor dir besteht, und mit mir von der Erde zum Himmel übergeht. 2. Nie blende mich der Schimmer des Ansehns vor der Welt! denn der ist doch nicht immer ein Mensch, der dir gefällt, der Titel, Rang und Würden hat; und wer damit sich brüstet, ist fern vom Tugendpfað. 3. Nicht im Besitz von Schäßen und Gütern dieser Zeit laß meinen Ruhm mich segen; sie sind doch Eitelkeit, sind oftmals auch des Thoren Glück, verlassen uns im Sterben, und bleiben hier zurück. 4. Laß mich in Demuth leben, auch wenn die Welt mich ehrt, durch Stolz mich nie erheben, wenn sich mein Ansehn mehrt? und schenkst du mir der Erde Gut, o Vater, so bewahre mich auch vor Uebermuth, 431, Don einzeln. Gefinnungen, Tugenden u. Pflichten. die Ehrenkrone schmückt, die ewig deine Frommen in je ner Welt beglückt. 5. Laß mich beständig da. hin fehn, mit Jeglichem fo umzugehn, wie ichs von ihm begehre; damit ich keines Menschen Herz durch meine Härte je mit Schmerz und Kümmerniß befchwere. Von Gerechtigkeit und Wahrheit. Niel. Rommt ber zu mir zc. Biay 559.Du liebst, o Gott, Gerechtigkeit, und haffest den, der sie entweiht, der List und tinrecht übet. Du bists, der jedem feinen Lohn, ohn alles Ansehn der Person, nach seinen Werken giebet. 6. Herr, mit dem Maas, damit ich hier dem Nächsten meffe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur Billigkeit, und laffe mich zu keiner Zeit der liebe Pflicht vergessen. o Miel. Vor deinen Thron. ke2. Gerechter Gett, laß dei. 560. Ferm for min de ben jederzeit von nen zu was recht und billig heißt, ftets meine Geele lenken. Nie fomm es mir in meinen Sinn, aus Habsucht, mir nur zum Gewinn, des Nächsten Recht zu frånken. nend aller Ungerechtigkeit. Wie könnt ich sonst der Deine fenn, und deiner Gnade, Gott, mich freun? 2. Wer seines Nächsten Rechte frånke, auf seinen Schaden boshaft denkt, verleget des Gewissens Pflicht, und ehrt den Gott der Liebe nicht. 3. Pflanz Redlichkeit in meine Brust, und laß mich fiets mit wahrer Luft der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, 3. Du schreibst in jedes nur Schaden sucht und an- Herz, o Gott, tief ein das dre frånft, wie kann das Brüder lieben? 4. Nie seufze iemand wider mich! mein ganzes Herz bestrebe sich dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immer fort mit jedermann in Einigkeit zu leben. billige Gebot: ,, was du nicht willst, das dir ge schicht, das thu auch du an andern nicht." 4. Wenn ich dieß heilige Gefets durch Ungerechtigkeit verleg; so sprech ich selber über mich das Urtheils Gott ist wider dich." s. Dein Von Gerechtigkeit und Wahrheit. 432 S. Dein heilig Wort schärft fenn, durch Heuchelen betrümir es ein, kein schadenfro- gen, das falle nie mir cin! her Mensch zu seyn; es Der Wahrheit bin ich treu, drohet jeglichem Betrug und bleibe vest dabey: ,, red. und Frevel unfchibaren Fluch. lich des Herzensgrund, und redlich auch der Mund. 6. Darum, mein Gott, be wahre mich vor allem Unrecht våterlich. Begieng ichs je, fo fen mirs leid, und zum Erfaß mein Herz bereit. 3. Der Falschheit fich ergeben ist vor dir, Herr, ein Greul; ein unglückselig leben ist des Betrügers Theil. Hier trift ihn Schand' und Spott; vor Menschen und vor Gott ist jeder Menschenfreund der Falschheit Ränken feind. 7. Wer andern Schaden hat gethan und irgend ihn erstatten kann, doch deß sich weigert, findet nicht vor dir Erbarmen im Gericht. 4. Schmäht ohne mein Verschulden, mich der Verläumdung Mund; so laß michs still erdulden! einst wird doch Wahrheit kund, und muß ich, auch allein, der Unschuld Zeuge seyn: so gieb mir daß daben mein Herz voll Sanftmuth sen. 9. Herr, gieb, daß ich deß eingedenk durch Unrecht niemals andre kránk. Du bist gerecht. Dieß sen auch ich; in diesem Sinne stårke mich. Miel. Auf, auf mein Herz. ach 5. Daß du an jedem Orte mein stiller Zeuge bist, daß feines meiner Worte dir, Wahrheit ist: dieß 561.R will ich fireben, heilige mein Herz, um Feie nen Lohn und Scherz die Wahrheit zu entweihn; ihr ftets getreu zu seyn. 8. Auf Buße, die er meint zu thun, kann nic dein Wohlgefallen ruhn, wenn er nicht willig das ersetzt, womit er andrer Recht verlegt. ein Freund der Wahrheir fenn. Zum frohen Himmels Leben geht nie ein Lügner ein. Vor Gottes Angesicht, besteht die Falschheit nicht; vor ihm sind immerdar die Herzen offenbar. Von Güte, Sanftmuth ar und Verzeitung. Mel. Herr, ich habe mißgeh. 2. Gefällig andern lügen, um. Schwägern gleich zu 562.len, welche nicht vergeben, wirft. du, 433 Don einzeln. Gesinnungen, Tugenden u. Pflichten. du, Richter, nicht verzeihn; mit uns ins Gericht, nimmt troftlos werden sie im de uns auf zu seinen Kindern, ben, troftlos cinst im Tode zürnet mit uns ewig nicht. fenn, unbefrent von ihren Laßt uns beten, laßt uns Sünden nimmer vor dir kämpfen, alle Kach in uns Gnade finden. zu dámpfen. 2. Wie dein Herz mit mel. In allen meinen That. jedem Sünder väterliches Mitteid hat; wie der Freund 563. aller Men= D" schen Vater, der Menschenkinder selbst du gütigster Berather in al für seine Mörder bat: folem, was uns drückt! die soll auch der Christ verzei- Freuden, die wir haben, hen und sich nicht der Rache sind einzig deine Gaben; freuen. du 3. Wir gelobens dir mit erquickt. der unser Herz Freuden: willig wollen wir 1. Du läßest dich von verzeihn, nie uns rächen, Sündern durch Undank wenn wir leiden, nie zu dir nicht verhindern, fie seg um Rache schrenn, vielmehr| nend zu erfreun; zu ewgen vor dein Untlig treten und Seligkeiten uns Sterbliche für unsre Feinde beten. zu leiten, ist Weisheit, Macht und Güte dein. 4. Stárk uns, Vater, dei ne Frommen, treu zu bleiben dieser Pflicht! Wenn wir in Versuchung kommen, fo befiege fie uns nicht. Laß fie uns gewaffnet finden, Haß mit Huld zu überwin den! 5. Mach in unserm ganzen Leben, deinem Sohn uns gleich gefinnt! Sind wir willig zum Vergeben allen die uns schuldig find; so laß auch für unsre Sünden uns ben dir Vergebung finden. 6. Heil uns! Gott verzeiht uns Sündern, geht nicht u 3. Wie groß ist deine Milde! barmherzger Bater, bilde mein Herz nach deinem Sinn. Daß ich deri Noth der Armen mich wil lig mög erbarmen, nimm alle Härte von mir hin. 4. Gieb, daß ich willig ge be, mich wohlzuthun bestres be, so, wie mein Heiland that, der zärtliche Erbarmer, den kein bedrängter Armer vergebens je um Hülfe bat. 5. Erhalt in mir die Tries be der mitleidsvollen Liebe. wie du mit Guts gethan, fo Von Güte, Sanftmuth und Verzeihung. 434 so laß, um deinetwillen, Bilde barmherzig, gütig, mich andrer Seufzer stillen, milde, ist seinem Heiland so oft ich je fie stillen kann. gleich gesinnt. 6. Zum Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stärken: vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, sen, was man willig giebet, ein Opfer, das dir wohlgefällt. 4. Der Stolz, die Eigen liebe sind frevelhafte Triebe, auf andrer Wohlergehn und auf die größern Gaben, die fie empfangen haben mit scheelen Augen hinzuschn. 5. Dawider laß mich fám7. O wohl mir! ich gepfen und jede Mißgunst winne schon hier, ben die sem Sinne, Trost und Zufriedenheit, und einst vor Gottes Throne zum unschäß: baren ohne die Freuden einer Ewigkeit. dämpfen, die Freudestdh rerin. Wenn ich auf dich, Herr, sehe und dich um Hülfe flehe, so hilfft du mir zum bessern Sinn. 6. Dein find, o Gott, die Gaben, die ich und andre und Güte, u Gott voll Liebhaben; mit Weisheit hältst und unter M.In allen meinenThaten. 564. bilde mein Gemüthe, mich fremden Glücks zu freun. Bey meines Nächsten Schmerzen laß fern von meinem Herzen der Bosheit wilde Freude seyn. 2. Auf andrer Wohlergehen mit Wohlgefallen sehen, gefället dir, mein Gott. Durch schadenfrohes Lachen dem Nächsten Kränkung machen, ist teufelischer Hohn und Sport. 3. Wer sich des Guten freuet, was deine Huld verleihet, er find' es, wo ers find, der ist nach deinem allen nach freyem Wohlgefallen die Güter deines Haufes aus. 7. Beneid ich meinen Nächften, so greif ich dich, den Höchsten, dich selbst mit Tadel an. Gott, welche schwere Sünde! wenn ich mich unterwinde zu meistern, was du haft gethan. 8. Ich Thor, ich selber quale mit Unmuth meine Seele, herrscht Neid in meiner Brust. Herr, mache mir dieß kaster je mehr und mehr verhafter. Auch andrer Glück sey meine Lust. Sf Miel. 435 Von einzeln. Gefinnungen, Tugenden u. Pflichten. Mel. Gott du frommer. Herz Unfrieden anzurichten, 565.Gieb mit, o Gott, fo laß mich forgsam fenn, der Herz, das zu schlichten. andre Menschen liebet, bey Aus Schmähsucht störe nie ihrem Wohl sich freut, ben mein Wort des Nächsten ihrer Noth bettüber; ein Ruh; ich gönn ihm fein BerHerz, das Eigenant und dienst, und decke Fehler zu. Neid und Hårte flieht, und sich umt andrer Glück, wie um sein Glück bemüht. 6. Die Rach ist dein, o Gott! du sprichst: ich will vergelten. Drum laß mich 2. Seh ich den Dürftigen, stille seyn, wenn Menschen so laß mich hilfreich eilen, auf mich schelten. Gieb, von dem, was du mir giebst, daß ich dem verzeih, der mir ihm frölich mitzutheilen; zu schaden sucht, den liebe, nicht aus dem eitlen Trieb der mich haßt, den segne, der groß vor der Welt zu seyn, mir flucht. und mich verehrt zu sehn; nein, Menschen zu erfreun. 3. Dieß sey mein Gottes dienst: mit Rath und Hülfe dienen, und andern nüglich fenn auch unbemerkt von ihnen. Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu, das sey dir, Gott, gethan! 7. Doch laß mich nicht al lein auf zeitlich Wohlerge. hen auf Ehre, Glück und Gunft ben meinem Nächsten sehen. Noch stärker müffe mich sein ewig Glück erfreun; noch mehr fein Seelenheil mir angelegen senn. 4. Ein Trunk, mit dem die Hand dem Durfienden begegnet; ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Bedrängte segnet; ein Rath mit dem mein Mund im Kummer andre stärkt; nichts bleibt, so flein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 8. Den, der im Glauden wankt, ju leiten und zu flárfen; den, der sich sicher dúnkt ben seinem bösen Werfen, ihn von der frummen Bahn des Lasters abzuzichn: dazu verleih mir Kraft, und fegne mein Bemühn. 9. O heilige du selbst, Herr, meiner Seelen Triebe, Durch deine Lieb und Furcht, zu wahrer Menschchliebe, Wer nicht den Mächsten liebt, geht 5. Und eilt ein boshaft nicht Von Güte, Sanftmuth und Verzeihung. 436 nicht zum Himmel ein. Eaß Heiland, durch den Geist diese Wahrheit, Gott, mir er wahren Liebe; daß nie stets vor Augen seyn! die unglückfelge Lust der Mel.Herzliebster Jesu, was. Rache in mir erwache. 566. Herr, mein Erld. 7. Wenn meine Brüder fer, der du für sich an mir vergehen, so mich littest, und noch zur lehre mich ihr Unrecht überRechten Gottes für mich sehen, und, sollten sie mich bitteft! erweck in mir, du auch empfindlich kränken, Muster wahrer Liebe, der an dich gedenken, Sanftmuth Triebe. 8. Wie du, so laß mich 2. Wenn hast du jemals meinem Feind begegnen, Haß mit Haß vergolten? du schaltst nicht wieder, da man dich gescholten. Da fegnetest mit Wohlthun nicht bloß Freunde; auch deine Feinde. und, so wie du, den, der mir fluchet, segnen. Herr, mache gegen alle, die mich hassen, mein Herz gelaffen. 9. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, 3. Und ich, Herr, sollte als würd ich sonst mein mich den Deinen nennen, ganzes Glück verlieren, o und doch von Rachgier ge- Herr, so laß mich, ihr zu gen andre brennen? ich foll- widerstehen, auf dich nur te jemals Haß mit Haß versehen. gelten, und wieder schelten? 10. Du schüßest den, der 4. Wie kann ich betend redlich vor dir wandelt, und zu dir, Vater sagen, und überall nach deinem VorGroll im Herzen gegen Brü bild handelt; drum laß in der tragen? wie kann ich allem mich schon hier auf zu dir flehn, mir zu verzei- Erden dir ähnlich werden. hen, und Rache schrenen? Miel. Daler will ich dir geb. 5. Wer nicht vergiebt, der wird für fein. Sünden auch 567.Nie will ich wieder nicht bey dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Junger ist nur, wer, wie du, vergiebet und Feinde liebet. fluchen, wenn mir mein Hasser flucht; nie dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht. Ich will ihm fanft begegnen, nicht drohen, wenn er droht; schilt er, fo will ich Sf= fegnen. 6. So heilige, denn meiner Seelen Triebe, mein 437 Don einzeln. Gesinnungen, Tugenden u. Pflichten. segnen. Dieß ist des Herrn Mel. Wir nach), spricht Chr. 2. Mein Jefus, der Ge- 568. Berite dirin Leben nicht, rechte, vergalt die Schmach mit Huld; die Wuth ergrimmter Knechte ertrug er mit Geduld. Sollt ich denn wieder schelten, da er nicht wieder schalt, mit Liebe nicht vergelten, wie er dem Feind vergalt? 2. Wahr ists, empfindlich ist der Schmerz, von Menschen Unrecht leiden; und dennoch soll des Christen Herz am Zorne nie sich weis ten, foll nicht sein eigner Richter seyn, soll alles Unrecht gern verzeihn. 3. So widrig diese Pflicht dir scheint, so mußt du doch sie üben; sonst bist du nicht 4. Ich will die Fehler des Heilands Freund, der sie scheuen, die er von mir er- dir vorgeschrieben. Emport fann; auch die will ich be- dein Herz dawider sich, so reuen, die er nicht wissenschau auf ihn; besiege dich. kann. Durch Huld will ich 4. Wer hat je größern mich rächen, an ihm das Widerspruch von Sündern Gute sehn, und Gutes von hier erduldet, als er, der ihm sprechen: wie könnt er Herr, der Schmach und länger schmähn? Fluch von andern nie verschuldet; und dennoch will er langmuthsvoll daß keiner ewig sterben soll. 5. Ihm folgen ist dein wahrer Ruhm. Beleidigern verzeihen, ist Ehre für dein Christenthum; sich ihres Falls nicht freuen, nicht den, der schmähet, wieder schmähn, 3: Verläumdung dulden müssen, ist eine schwere Pflicht; doch wenn ein gut Gewissen für meine Unschuld spricht, will ich dies treu bewahren: so beffert mich mein Feind, und lehrt mich klug verfahren, indem ers böse meynt. o Christ, durch eigne Rache; Vergeben ist des Menschen Pflicht, Vergelten Gottes Sache. Vernimm, was dir sein Wort gebeut: ,, liebt Feinde, segnet und verzeiht." 5. Ich will niemals ermüden, ihm thätig zu verzeihn, und, als ein Chrift, zum Frieden, zu Diensten, willig seyn. Wenn mich zu unter treten, ihn Güte mehr er hist; so will ich für ihn beten und Gott vertraun. Gott schükt! Von der Arbeitsamkeit und Sleiß. 438 schmähn, gereicht dir selbst Von der Arbeitsamkeit und zum Wohlergehn. Fleiß. 6. Im Zorn denkt nie. Gott gefallen follte. Die 569. Gott er mand ernfilich nach, was Mel. Sey Lob und Ehr. ifts, der das Vermögen Rache vermehrt Schmach, die man bestra- schafft, das Gute zu vollfen wollte. Kein Schimpf wird ungeschehn gemacht, wenn deine Nachgier wild erwacht. bringen; er giebt zur Arbeit Muth und Kraft und läßt sie uns gelingen. Was man mit ihm froh unternimmt, wird, wenns mit seinem Willen stimmt, nicht ohne Fortgang bleiben. 7. Die Rachgier reißt Gerechtigkeit, reißt Glauben aus dem Herzen, stört des Gemüths Zufriedenheit und straft mit bittern Schmerzen. Sie hindert Dank, Gebet, Vertraun und raubt den Muth, auf Gott zu baun. 8.Durch Sanftmuth( welche füße Pflicht!) wirst du den Feind besiegen. O rau be deiner Seele nicht dieß himmlische Vergnügen. Dann wird der Herr auch dir verzeihn, dein Vater und Vergelter feyn. 9. Laß mich aus Liebe, Herr, zu dir das Unrecht niemals rächen. Du wirst, wie ich verzeih, auch mir ein gnädig Urtheil sprechen. Von dir kommt auch der Sanftmuth Sinn. Nach deiner Gnade gieb mir ihn. 2. Wer über alles fich bestrebt, vor Gott gerecht zu werden, und treu nach seis nem Willen lebt, dem giebt er auch auf Erden von Glück und Gut mit milder Hand fo viel, als ihm in seinem Stand, ben Fleiß und Treue nüket. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn; und krönt er sie mit Gnaden, was sollte ihrer Feinde Hohn und Mißgunst ihnen schaden? Mit seinem Schutz bedeckt er fie und segnet, ben des Lebens Müh, ihr Herz mit Trost und Hoffnung. 4. Drum gieb, o Gott, daß ich auf dich ben meiner Arbeit sehe. Mit Licht und Weisheit segne mich, daß ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbent; Ff3 nach 439 Von einzeln. Gesinnungen, Tugenden u. Pflichten. nach deines Reichs Gerech-| beit Müh, und deine Kraft tigkeit laß mich vor allem crleichtert sie. trachten. 3. Laß mich auf diese Ord. 5. Laß Müßiggang und nung sehen, ihr folgen und Trägheit mich, als eine Pla- mich ihrer freun. In Trägge meiden; und hilf, daß heit würd ich irre gehen, die ich, gestärkt durch dich, voll Arbeit muß mir Segen fenn; Muth, mit Luft und Freu- weil du, o Gott, der Arbeit den in meinem Stand gekaft auch reichen lohn beschäftig sen. Dein Segen schieden hast. Fróne meine Treu, daß sie auch andern núße. 4. So wart ich denn auf deinen Segen und sorge nicht, wies werden soll; ich geh ihm doch gewiß entgegen und bin des hohen Trostes voll: mein Fleiß, o Höchster, ist vor dir; du siehest und vergiltst ihn mir. 5.Ich tröfte mich des nicht vergebens, bleibt er gleich unvergolten hier: Du reichst am Abend meines Lebens, Mel. Wer nur den lieben. 570. Mit dir geh ich mir doch der Treue kohn da an mein für. Dann freu ich mich in Ewigkeit des nüglichen Gebrauchs der Zeit. Mel. Sey Lob und Ehr. ach deinem 571.Nach Kath, o Gott, sind wir bestimmt zum Fleiß auf Erden; du willst es, daß wir alle hier einander nüks lich werden. Gieb mir Vers stand und Luft und Kraft gee schickt, treu und gewissenhaft zu thun, was mir gebühret. 2. Hilf, daß vor tråger heit. Du kennest unsrer Ar- Weichlichkeit ich standhaft giebst du uns auch Gelegenmich 6. Sen überall, mein Gott, mit mir! Die Werke mei ner Hande befehl ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines großen Namens Preis, daß mir die Frucht von meinem Fleiß in jenes Le ben folge. schäfte, du giebst, o Gott! durch deinen Geift zur Arbeit mir gewiß auch Kräfte, da mich die Pflicht arbeiten heißt. Du bists, der uns den Fleiß gebot, und wer ihn übt, ehrt dich, mein Gott! 2. Du gabst mit soviel an. dern Trieben uns auch den Trich zur Thátigkeit, und, ihn aufs nüglichste zu üben, Dom Gebrauch der Zeit und irrdischen Güter. 440 -mich bewahre; und, wo die Heiligster, mißfällt, was Pflicht mir Müh gebeut, nüßet dem die ganze Welt nie meine Kräfte spare. Er mit allen ihren Schäßen? holen darf ich mich nur dann, wann ich, von Kraft erschöpft, mich kann zu meiner Arbeit stärken. 7. Gieb, daß mein Fleiß in dem Beruf, dazu mich auf der Erde dein weifer Rath, mein Gott, erschuf, 3. Mit wahrer Vorsicht mir eine Stufe werde, wor laß mich nicht die Zeit mit auf ich nach vollbrachter Nebendingen, die weit ent- Zeit zur höheren Geschäftigfernt von meiner Pflicht, keit des besjern lebens fierge. verschwenderisch verbringen. Das müsse mein Vergnü gen fenn, mich den Geschäf ten ganz zu weihn, die du mir auferleget. Ein Trieb belebe mich, o Höchfter, meine Pflichten in deiner Furcht, gestärkt durch dich, mit Freuden zu verrichten. Ein Herz, das sich des Guten freut, giebt zu der Arbeit Munter feit, versüßt uns ihre Lasten. 5. Laß mich vor dir, Herr, unverrückt mit einem Her zen wandeln, das Geiz und Ehrsucht nie verstrickt, gewiffenlos zu handeln. Mein deben deinem Dienst zu weihn, so nüklich, als ich kann, zu seyn: das sen mir Ehr und Reichthum. 6. Dir zu gefallen, sen mein Ziel ben allem, was ich thue! so hat, es gehe wie es will, doch mein Gewis sen Ruhe; denn wer dir, Vom Gebrauch der Zeit und irrdischen Güter. Miel. Sey Lob und Ehr. Dach meiner See572. le Seligkeit laß, A Herr, mich eifrig ringen. Sollt ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbrin gen? Wie würd ich einst vor dir bestehn? Wer in dein Reich wünscht einzus gehn, muß reines Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der lebensbahn auf seine Súnden sehen, und wenn man nicht mehr sündgen kann, Gott um Erbarmung flehen, das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in deinem Wort bezeichnet. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung. Drum laß auch hier auf Erden des Geistes Sf4 wahre 441 Don einzeln. Gesinnungen, Tugenden u. Pflichten. wahre Besserung mein wahre Ruh, und dort fas Hauptgeschäfte werden. ewige Leben. Herr, stå ke mir dazu den Trieb; mir je Miel. Wer nur den lieben. s eilt der groß, ſo lieb, mich davon abvon den Tagen, zuwenden. 90 4. Gewönn ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden, was hülfe mirs? Nie kann die Welt mit Allem, was sie in sich hält, mir deine Gnad ersetzen. 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in die sem Leben? was fann mir Trost und Frendigkeit in Noth, im Tode geben? Nicht Menschengunft, nicht irdisch Glück, nur Friede Gottes und ein Blick auf jenes de bens Freuden. 573. die du hier lebest, Mensch, herben; erkauf vie Zeit, und statt zu klagen, sie sey zu kurz, gebrauch sie treu. Nimm mit erkenntlichem Gemüth der nahen Stunde wahr; fie flicht. 2. Getäuscht von eiteln Kleinigkeiten verlierst du deines Lebens Zweck, verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten und wirfft so ficher Jahre weg. Bist du, zu fühner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? 3. Einst Ewigkeiten zu bes fitzen, dazu laß dir des lebens Zeit, als deine kurze Saatzeit nützen, und thu, was dir der Herr gebeut; er ruft dem Menschen freundlich zu: sich Eins ist noth! was säumest du?" 6. Nach ciesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dingen trachten, und, was mir daran hinderlich, mit edlem Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh, und im Gericht dereinst befieh, sen meine größte Sorge. 4. Drum eil, errette deine Seele, und denke nicht: Ein andermal! Sen wak, 7. Doch was vermag ich, ker, ber und überzähle der wenn du nicht vor Trägheit Menschentage kleine Zahl. mich beschüßest, und mich Und war auch noch dein zur Treu in dieser Pflicht mit Ende fern, fey fromm und Kräften unterstüßest. stärke mich, mein Gott, dazu, so find ich hier schon Owandle vor dem Herrn.h 5. Mit jedem neu geschenkten Morgen erwecke dich zu diefer Vom Gebrauch der Seit und irrdischen Güter. 442. dieser Pflicht. Sprich: dir, nen nicht verschwunden. o Gott, ist nichts verbor. Der Vergeltung Ewigkeit gen; ich bin vor deinem An- folgt auf diese Arbeitszeit. gesicht, und will, mich deiner Huld zu freun, mein keben gern der Tugend weihn. 2. Gott, wie thöricht hab ich schon hier so manche meis ner Zeiten, die mir unver6. Erleucht und stärke mei merkt entflohn, unter schnöne Seele, weil ohne dich den Eitelkeiten und auf fie nichts vermag. Du manche Art verbracht, die schenkst, daß ich mein Heil mich ist bekümmert macht. erwähle, aus Gnaden mir 3. Wiederbringen kann noch diesen Tag. Was ist ich nicht, was mir einmahl nicht eine Stunde werth, ist verschwunden, doch bin die deine Langmuth mir geich der Zuversicht: nuß ich währt? nur getreu die Sanden, die 7. Wohl mir! wenn ich du mir noch ferner schenkst, aus allen Kräften nach wah- daß du gnädig mein gedenkft. rer Weisheit hier gestrebt, 4. Schre mich, die kurze in gottgefälligen Geschäften Frist, die du mir haft zuges die Erdentage durchgelebt, messen, so, wie es dein Wille und einst im Glauben fagen ist, brauchen, und es nie vera: kann; Du nimmst mich, geffen: hier nur sen die leHerr zu Ehren an. bungszeit zu dem Glück der Ewigkeit. Omt 8. Mein sprachlos Flehn ben meinem Ende hörst du 5. Säen muß ich hier mit dann, Herzenskündiger; in Fleiß zu der Erndte jenes ke-, deine treuen Vaterhände bens. O wie glücklich, daß befehl ich meinen Geist, o Herr! Er schwingt sich über Grab und Welt zu Dir, wenn seine Hütte fällt. ich weiß: dieß geschehe nicht vergebens. Ewig freut sich seiner Saat, wer hier treulich Gutes that. Niel. Jesus, meine Zuvers. 6. Gott, laß deinen guten Geist mich zu dieser Weis574.Wie ein Traum, heit führen und, wie es dein so schnell entfliehn Jahre, Zeiten, Tag und Stunden. Das, womit Wort verheißt, meinen Wandel so regieren, daß ich Gutes hier aussiren und wir uns bemühn, ist mit ih. Imich dessen ewig freu. 815 Tel. 443 Don einzeln. Gefinnungen, Tugenden u. Pflichten. Niel. O Gott, du frommer.| nicht dieß, kann mir entrif 575. Laß mich doch fen werden; es bleibt im nicht, o Gott, Tode mein, und folgt mir den Schägen dieser Erden aus der Zeit, zum feligsten so meine Neigung weihn, Gewinn, bis in die Ewigdaß sie mein Abgott wer- feit. Sie den! Oft fehlt beym Ueber 6. Was sind, wenn diefluß doch die Zufriedenheit; ses fehlt, die herrlichsten und was ist ohne sie des ke- Vergnügen? nur füße Träubens Herrlichkeit? me sinds, die unsern Geist betrügen. Drum lente, Gett, den Wunsch vom irr dischen Gewinn, durch deines Geistes Kraft, zu emgen Gütern hin. tel. Gott, sey Dank in aller. hne Kaft und 576.0 unverweilt, 2. Kann ein vergånglich Gut auch unsre Wünsche stillen? es stehet sein Besitz ja nicht in unserm Willen. Nicht fiets erlangt es der, Der ängstlich darnach ringt; und schnell verlierts oft der, dem sein Bemühn gelingt. 3. Ein Gut, das unfern Geist wahrhaftig foll beglücen, muß nicht vergänglich feyn. und für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut, er hats und wünscht noch mehr; noch immer bleibt sein Herz von wahrer Ruhe leer. schnellen Strêmen gleich, enteilt unsre kurze Prüfungszeit in das Meer der Ewigkeit. man mit Müh gewinnt, bald schwelgerisch verzehrt, bald ruhelos bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises, frommes Herz, das sen mein Sthat auf Erden! sonst alles, nur 2. Nimm auch Stunden wohl in Acht, meine Seele: denn die Nacht, wo man nichts mehr wirken kann, kommt und rückt oft schnell heran. 4. O Gott, so wehre doch der Habsucht niedern Trieben und heilige mein Herz, 3. Jht noch ist der Tag des Heils, jetzt die Wahl Die Güter nicht zu lieben, die des besten Theils. Stelle dich der Welt nicht gleich, werd an guten Werken reich. 4. Wenn du deine Zeit verträumst, fie in träger Ruh versäumst, sie vers schwendest liederlich, weh! dein Ende nahet fichern 5. Der Dom Gebrauch der Zeit und irrdischen Güter. 444 5. Der Versäumniß deiner] 2. Hier wird die Saat gePflicht folgt im göttlichen streuet, dort, wenn sie wohl Gericht, wenn der Tod dich gedeihet, wird reich die Ernds hingeraft, eine strenge Kete seyn; je långer ich hier lechenschaft. be und gut zu handeln strebe, je größer wird mein Glück dort seyn. 6. Gott, du meiner Tage Herr, hilf mir, daß ich Sterblicher, eingedenk der Ewigkeit, weislich nüße diese Zeit. 7. Jede Stunde, da ich hier andern nüße, und vor dir redlich handle, dauert dort stets in ihrem kohne fort. 3. Sollt ich dieß Glück mir rauben? o Herr, laß mir, im Glauben der künftgen Erndtezeit, mein leben auf der Erden so werth und wichtig werden, als es mit selbst dein Wort gebeut. 8. Laß mir diesen Werth der Zeit und der frommen Thätigkeit täglich, Gott, vor Augen seyn, daß ich Träge heit lerne scheun. 4. Mir selbst es zu verfür zen, mich in den Tod zu flürzen, ist wider meine Pflicht. Ein redliches Gemüthe wird dankbar deiner Güte; entweicht auch deinem Rufe nicht. 9. Steh mit deiner Kraft mir ben, daß ich, meiner Pflicht getreu, dir zum Preis und mir zum Glück, nuge jeden Augenblick. 10. Dann vertausch ich diese Zeit ruhig mit der Ewigkeit; finde da vor deinem Thron meiner Arbeit Gnadenlohn. 5. Was leicht in Kranks heit stürzet, das Leben leicht verkürzet, laß mich mit Sorgfalt fliehn, doch auch nicht ängstlich zagen, für meine Pflicht zu wagen, was du mir, Gott, für sie verlichn. 6. In deine Baterhånde befehl ich, Herr, mein EnMel. In allen meinen That. 577.Was ist mein zeit- de, und meiner Tage kauf. lich Leben, das du mir, Gott, gegeben? ein unschåsbares Gut. Du gabst mirs, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. Es sey mein ganzes Leben dir hier zum Dienft erges ben; hilf du nur selbst der Schwachheit auf. 7. Was nügt ein langes Leben, wenn man nicht, Gott ergeben, nach wahrer Tugend 445 Erinnerungen des Todes und der Ewigkeit. gend strebt? Wer Gott und 3. Zeigt sich erst die EwigMenschen liebet und sich imkeit furchtbar in der Nähe, Guten übet, nur der hat lang und wohl gelebt. o dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad erflehe. Wann der Tod mir schon droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. Mel. Mache dich meinGeist. err, ich bin dein 578. Higentum; dein ist auch mein Leben. Mir zum Heil und dir zum Ruhm, hast du mirs gegeben. Väterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Schre mich gewissenhaft meine Zeit auwenden, eingedenk der Rechenschaft jeden Tag vollenden! Gieb, daß ich darauf mich allzeit, auch noch heute, ernstlich vorbereite. 091 4. Mein Gewissen strafe mich gleich für jede Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such und finde! Rufe du mir dann zu: ,, Alles ist vergeben! Sünder du sollst leben.!" Es ist, es ist nicht weit; ein jeder Pulsschlag nähert mich der strengen Ewigkeit. 2. Herr, lchre mich der Stunden Werth, die du mir gabst, verstehn: laß keine, die mir noch gehört, mir un genußt vergehn. s. Dann werd ich auch im Gericht vor dir, Herr, bestehen, und vor deinem Angesicht Freud und Wonne sehen. Ewig dein werd ich senn und mich, dich zu lieben, ewig, ewig üben. XIV. Erinnerungen des Todes und der Ewigkeit.. Tel. Vun sich der Tagec.| ner Seele an, Erlöser, du weiß, mein Freund. 3013 579.3 Ende naler fich. 4. BerleiheSterbens Weisheit mir! Bom Eiteln abgewandt, sen meine Seele ganz ben dir, der für mich auferstand. 5. Mich stärke, wenn mein Herz erbebt, das süße Glaubenswort: ,, ich weiß, daß mein Erlöser lebt; sein bin ich hier und dort." 3. Und wenn, von dir geordnet, dann die letteStund 6. Es fen mein herzlicher erscheint; so nimm dich mei! Entschluß, mein Leben ihm zu Erinnerungen des Todes und der Ewigkeit. 446 zu weihn, und, bey zufriede-| bin ich, es geschehe mir nach nem Genuß, mich Gottes deiner Weisheit befferm zu erfreun. Rath, die nur mein Heil zur Absicht hat. 5. Der Mensch, der aufgeblasne Thor, schreibt findisch dir Gesetze vor. Du liebst ihn mehr, als er sich liebt; doch wenn ihm deine 7. Mein Ende komm, früh oder spát, wie es mein Vater schickt, in dessen Hand mein Leben steht; ich weiß, es kommt beglückt. Mel. So wahr ich lebe spr. sterblich bin; mein Leben welkt, wie Gras, dahin. Wer weiß, wie uner wartet bald des Höchsten Ruf an mich erfch allt: Mensch, kehre wieder in den Staub!" wie leicht bin ich des Todes Raub! 2. Wenn man ins finstre Grab mich fenkt und meiner bald nicht mehr gedenkt; so bleibt, was irrdisch ist, zu rück, und hätte gleich der Erde Glück mich hier beständig angelacht, und glänzend vor der Welt gemacht. 3. O Thorheit! hått ich mich verkannt, und nur nach eitler Güter Tand, nach groffem Ueberfluß gegeizt, wie oder auch vom Stolz gereizt, dem schnöden Prunk der Eitelkeit mein Herz und mein Bemühn geweiht! 4. So manche nimmt dieß Blendwerk ein! Herr, laß es ferne von mir senn. Ich übergebe ganz mich dir; hier nicht giebt, was nem Wahne glücklich scheint, so denkt sein Herz, du seyst sein Feind. 6. Der mich gemacht hat, sorgt für mich; nicht auf die Erde schränket sich des Höchfren große Absicht ein. Ich foll wie Gott unsterblich feyn. Dieß Leben ist ein Augenblick; ein Frühlingstraum mein längstes Glück, 7. Gedanke der Unsterb lichkeit! du hebst uns über Welt und Zeit. Erfülle meis ne ganze Brust, wenn mich) die Lockung falscher Lust vom Guten abzuführen strebt. Wohl dem, der hier der Tugend lebt! 8. Die Rosen um der Jus gend Haupt verblühen, ch's die Jugend glaubt. Das Lafter quålet und entweiht; und dauert doch nur kurze Zeit. Nur Freuden, die der Himmel nährt, find meiner ganzen Sorge werth. 9. Gieb mir, o du, der gerne ich gern die Welt; ich geh nzum bessern leben, so bald es ihm gefällt. Was wärs, das mich betrübte? dort schau ich ewig den, der meine Seele n Miel. Ich hab meine Sach 2c. liebte, noch eh ich ihn gefehn. 582. Mein Leben fieht 2. Er ruft, zur Zeit der Schmerzen, uns voll Erbarmen zu: ,, Kommt her, beladne Herzen, zu mir, und findet Ruh!" Dieß Wort aus deinem Munde las, Herr, mich zu erfreun, in meiner legten Stunde mir Geift und Leben seyn. e de 447 Erinnerungen des Todes und der Ewigkeit. gerne giebt, ein Herz, das sterbe, doch Sterben mein nur das Gute liebt. Mach Gewinn. Ich bin des Himandre groß! o Gott, ich sey mels Erbe; dein Wort sagt, vergnügt und meiner Pflicht daß ichs bin. getreu, ein Mensch, der dir gefällig ist, ein wahrer Weifer und ein Christ. 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein; dein Blut tel. O haupt voll Blut. kann nicht vergebens für n Gottes Rath mich Dir 581. I ergeben, verlaß trouet meine Seele; dich lobt, was in mir ist, Er. löfer meiner Seele, der du die Liebe bist. ga di 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu über ftehn. In gläubigem Entzücken laß meine Seele sehr, wie, im Gericht der Sün. der, du mit dem Tode rangst, und wie du, Ueberwinder, allmächtig ihn bezwangst. in Gottes Hand. Er thu, was er mir heilsam fand! Er zählte ja, noch eh ich war, so wie mein Haar, so Stunden mir und Tag und Jahr. 2. Die Blume pranget und fällt ab; so blüht der Mensch und finkt ins Grab. Nicht Jugend schüßt, nicht Stand und Geld; nichts in der Welt ist, was vorm Tod' uns sicher stellt. 3. Wer rustet mich mit Muth und Kraft aufs Ende meiner Pilgerschaft? und wer beruhiget mich hier? Allein von dir, o Herr, kömmt Muth und Ruhe mir. 4. Du führest mich, ich bin bereit, zum sichern Glück der Ewigkeit, wo man des 4. Der frohe Siegsgedan ke: ,, wo ist dein Stachel, Tod?" stårk mich, daß ich nicht wanke in meiner Todesnoth! So ist, ob ich gleich kurzen Grams vergißt, wohin, Erinnerungen des Todes und der Ewigkeit. 448 hin, Herr Christ, du selbst sein kohn! Euch richtet Chris voran gegangen bist. 5. Froh werd auch ich, wenns dir gefällt, ein Bürger deiner beffern Welt; dann sag ich dem, der um mich weint: Gott ist der Freund, der einst uns wie der froh vereint. stus nicht; Er selbst gieng ins Gericht für die Sünder. Wir sind verföhnt, mit Gott verföhnt! wer überwindet, wird gekrönt. 6. Den Trost, o Jefu dank ich, dir; du brachtest 3.Send bereit ihn mit Verlangen, mit reinem Herzen zu empfangen, denn plößlich bricht sein Tag herein; und der Richter wird vom Bdihn vom Himmel mir. Du sen sein Volk, die Fromhafts versichert: ,, ihr send mein, sollt euch erfreun und wo ich bin, auch ewig seyn." Miel. Wachet auf ruft uns. men, ganz erlösen, von Sünd und Tode fic befrenn. Dann ist vollkommnes Heil in Ewigkeit ihr Theil. vom 583.23 Schlaf, ihr sters bereit auf dieſe Zeit mit Sünder! Erwacht! denn Lieb' und Herzens Wacheuch, ihr Menschenkinder, famkeit. erwarten Tod und Ewigkeit. Lohn und Strafe, Tod und Mel. Serr, wie du willst, fo. Leben hat Gott in eure Hand 584.2enn einst mein gegeben; sterbend Auge erwacht! noch ist bricht, mein letzter Hauch zur Bessrung Zeit. Gerecht verschwindet, mein Leib erist unser Gott! Heilig ist starrer und es nicht, daß er unser Gott! Und langmu- entschläft, empfindet; wenn thig! Was Er verspricht, um mich, den Entschlumgereut ihn nicht; er kommt, mernden, dann alle meine er kommt und hält Gericht. Lieben stehn und angstvoll mich beweinen: 2. Dann, Vater, nimm ihn auf den Geist, der freus dig zu dir flieher, der danks bar deine Gute preift, daß er den Tod nicht siehet! Dann tröfte, die betrübt um mich mit Thränen klagen; laß fie 2. Plößlich wird sein Zorn entbrennen! Dann wird der Spotter ihn erkennen, des Vaters eingebohrnen Sohn. Jauchzet, jauchzt, ihr seine Frommen! er wird zu eurem Heile kommen; bald kommt er und mit ihm 449 Erinnerungen des Todes und der Ewigkeit. fich mehr meiner Wonne feiner Jahre viel, der Greis freuen. zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Jrrthum wahr. 3. Mein hingefallner Leib bleibt hier; ihn wird das Grab verschließen. Heil uns! das Grab wird den noch dir ihn wiedergeben müssen. Du kommst, Er wecker! deine Macht, die ihn aus nichts hervorge bracht, kann auch den Staub beleben. 3. Sprich nicht: ich denk ben Glück und Noth im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weifer macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigfeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vor Gericht; da bringt Gott alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. 9 3 4. Wie könnt ich trauren, daß im Tod mein Leib zu Afhe modert? wie könnt ich klagen, da ihn Gott vom Tode wiederfodert? O Hoff nung, daß nach kurzer Ruh ich neu erwache, wie bist du ein süßer Trost im Tode!" 5. Des Todes Schmerzen, Gott, will ich, wenn er nun fommt, verachten, und mit getrostem Blick auf dich, nach meinem Ziele trachten, und freudig mich dem Ziele nahn, mein himmlisch Kleinod zu empfahn, das Jesus mir erworben. 6. Drum da dein Tod dir täglich draut, so sen doch wacker und bereit; prüf deinen Glauben, als ein Chrift, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der leßten Noth, ein Wunsch durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu seyn; dieß Mel. Dor deinem Thron. 585.Wie ficher lebt der macht dich nicht von Sünder Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch Schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sen noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch indus 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folget, fich vom Bösen kehrt; ein glau big Herz von Lieb erfüllt: dieß ist, was vor dem Höchs sten gilt. Aniss 9. Die Erinnerungen des Todes und der Ewigkeit. 450 9. Die Heiligung erforert ben. Du wirst mir, was | Müh. Du wirkft sie nicht, dein Wort verspricht, UnGott wirket fie; doch aber fierblichkeit einst geben. ringe fiets nach ihr, als wäre Dein Jünger kommt nicht fie ein Werk von dir. ins Gericht: dieß stärker meine Zuversicht. 10. Der Zweck des Lebens, das du lebst, dein höchstes Ziel, nach dem du trebst, und was dir ewig Glück ver schafft, ist Tugend in des Glaubens Kraft. 11. Ihr alle feine. Tage weihn, heißt eingedenk des Todes seyn; und, wachsen in der Heiligung, ist wahre Todserinnerung. 12. Wie oft vergeß ich diese Pflicht! Herr, geis mit mir nicht ins Gericht, druck selbst des Todes in ich dir wandle würdiglich. 13. Daß ich mein Herz an jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Liebe, Demuth, Fried und Treu, die Frucht des Geistes, in mir sey. 2. Hier geh ich oftmals weinend hin, den Saamen auszuffreuen; dort wird der herrlichste Gewinn derErndte mich erfreuen. Ich leide und verzage nicht; denn du bist meine Zuversicht. seib, in Staub! Gott wird 3. Sink immerhin, mein bin ich des Todes Raub; dich neu beleben. Nur hier dort werd ich ewig leben. Wie stark ist dieses Trosts Gewicht! wie sicher meine Zuversicht! 4. Herr, diesen Segen dank ich dir. Mich aus der Gruft zu heben, giengst du aus deinem Grab herfür; du lebst und ich soll leben. Ich glaub es dir und zweifle nicht; dein Wort ist meine 14. Daß ich zu dir um Gnade fich, sters meiner Schwachheit widersteh, Zuversicht. und einstens in des Glau- 5. In diesem Glauben stårbens Macht mit Freuden ke mich! laß mich den Trost ruf: es ist vollbracht! empfinden, den großen Trost Mal. Mirnach, spricht Chr. fann überwinden. Grab daß ich durch dich den Tod 586. Herr, err, du bist mei- und Verwesung schreckt mich ne Zuversicht! nicht; tenn du bist meine du lebst, ich werd auch le- 1 Zuversicht. Miel. 451 Erinnerungen des Todes und der Ewigkeit. Wiel. Mir nach, spricht Chr. beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene befre Gott heilig dienen; bis, Welt gewährt, wo wir wann mein Auge mehr weint, mir mein Erlösungstag erscheint. ch weiß es, wer 587.Jh mir Treue hált, kein Feind soll mir ihn raus ben. Als Bürger einer bef fern Welt leb ich schon hier im Glauben. Dort schau ich, was ich hier geglaubt; wer ist, der mir mein Erb theil raubt? nicht 2. Mein leben ist ein kur zer Streit, und herrlich ist die Krone. Das Glück der ganzen Ewigkeit wird mit zum Sieges Lohne. Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd ich bedeckt. 3. O Herr, du bist mein ganzer Ruhm, mein bester Trost auf Erden; in jener Welt mein Eigenthum; was kann mir größers werden? Von fern glänzt mir mein Kleinod zu; der mir die Krone reicht, bist Du. 6. Im Dunkeln seh ich hier mein Heil; dort fel ichs klar und heiter. Hier ist die Schwachheit noch mein Theil; dort hebt mein Geist sich weiter. Hier ist mein Werth mir noch ver hüllt; dort bin ich sichtbar, Gottes Bild. Die Welt mit ihrer Pracht vergeht; nur was im Himmel ist, besteht. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft, wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand; und hast so viel ant mich gewandt. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! empfinde sie, o Seele! Vom Tand der 4. Herr, lenke meines Erde unentweiht, erhebe Geistes Blick von diesem Gott, o Seele! der Erde Weltgetümmel auf vich, auf glänzend Nichts vergeht, meiner Seele Glück, auf nur was im Himmel ist, Ewigkeit und Himmel. besteht. Mel. Wer nur den lieben G. 5. Jht, da mich dieser Leib 588. Ich will dich noch Ikt, im erheben, felbst Erinnerungen des Todes und der Ewigkeit. 452 felbst noch am Grabe dank ewig werd ich ben dir leben. ich dir. Zum Segen gabst Wie segnest du, mein Vadu mir mein Leben, und ter, mich! Für mich ist auch zum Gegen nimmst selbst der Tod Gewinn. dus mir. Mein Leben sucht Wohl mir, daß ich erlöser ich dir zu weihn; drum bin. bleib ich auch im Tode dein. 2. Gott, welche fenerliche Stunden, wenn du mich Mel. Sey Lob und Ehr. nun der Erd entziehst, auf 589.Der Freudenfülle mich, den du getreu befunden, voll schonender Erbar mung siehst! Allmächtiger, in dein Gericht gehst du mit mir Erlöften nicht. ist ben Dir; und in dem höhern keben wird deine Huld o Gott, auch mir zu voller Gmüge geben, was mich mit reiner Luft erfüllt, was meiner Seele Sehnsucht stillt, und sich ohn Ende mehret. 9 3. Der Leib wird schwach, die Erden Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; schon suchen meine müden Schritte den Weg zu einer andern Welt. Ich bin getroft und zage nicht; denn Gott ist selbst mein Heil und Licht. 4. Wie sollt ich vor dem Tode beben, da du, Erldser, für mich starbft? Er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Wie du ihn giengst, will ich ihn gehn, wie du, werd ich auch auf erstehn. 5. Ich will dich noch im Tod erheben, selbst noch am Grabe preis ich dich; denn 2. Dich lern ich dann im hellern Licht in deiner Größe kennen, und mit vollkommner Zuversicht dich meinen Vater nennen. Mit hoher Freude ber ich dann auf ewig dein Erbarmen an, das mich zum Himmel führte. 3. Wenn mein erhöhter Geist da sieht, was ich dir zugetrauet, wenn er dein unumschränkt Gebiet nod> heller überschauet; Gott, welche Wonne ist dann mein! wie werd ich deiner da mich freun! wie felig da mich finden! 4. Noch größre Werke 6 g 2 feb 453 Erinnerungen des Todes und der Ewigkeit. feh ich dann von deiner zur Wonne. Die Herrlich Schöpfersgüte, als ich auf keit, die ihn umgiebt, ist Erden sehen kann, und mein mir auch Licht und Sonne. entzückt Gemüthe verliert Auch da ist er mein Herr, voll Dank und Freude sich mein Freund, durch den in deiner Herrlichkeit, die ich, Gott, mit dir vereint, ich in vollem Glanz erblicke. ficts neue Freuden schmecke. 5. Da werd ich deinen gnådgen Kath noch mehr, als hier, verstehen, die dan ken, daß du mich den Pfad der Tugend heißest gehen, und selbst durch Leiden die fer Zeit mich zu dem Glück der Ewigkeit so väterlich bereitet. 9. Mit allen Bürgern jener Welt, die deinen Throu umgeben, werd ich dort, ilnen zugefellt, in reinster Freundschaft leben. klopfet dann in meiner Brust mein ganzes Herz voll Lieb und Lust, die ich mit ihnen theile. Wie 10. Ja, ewig ist, mein 6. In unbefleckter Heilig Gott, ben dir der Freuden keit werd ich dann, Gott, reichste Quelle. Ich schöpfe dich lieben, und, was dein raus, doch bleibt sie mir Wille mir gebeut, mit frostets quillend rein und hem Herzen üben. O welche helle. Es währt mein Quelle reiner Lust, sich keiner Glück in Ewigkeit, nichts Sünde mehr bewußt, in allem richtig handeln! fehlt ihm an Vollkommens heit. Herr, hilf es mir 7. Mein Leib aufs herr- erreichen! lichste verklärt, mit Himmclsglanz umgeben, von allem frey, was ihn be fchwert, geschickt zum hö7. Wie schön leuchtet der zc. wird hern Leben, auch der 590. Mein ganzer nimmt dann an allem Heil hoch entzückt, wenn er hinund an der hohen Wonne auf gen Himmel blickt, da Theil, die meinen Geist enthin dein Rath uns leitet, jucket. wo deine milde Vaterhand 8. Den Heiland, den ich aus neuen Wundern wird bier geliebt, seh ich dort mir erkannt, die du da haft verbreitet. Erinnerungen des Todes und der Ewigkeit. 451 breitet. Machtig fühlfeln wir droben, Gott, wie ich mich getrieben, dich zu hoch du bist zu loben! licben, der zum Leben, das dort ist, mich will cr- ben wir dich, Bater, dann 5. Mit neuer Inbrunst lies heben.: und dienen dir mit fröli2. Was sind die Freuden chem Gemüthe. Nichts dieser Zeit, Herr, gegen fört den Frieden unfrer jene Herrlichkeit, die dort Bruft und unsre tausendbey dir zu finden! Du fiel fache Luft an deiner gros left hier auf Erden zwar Ben Güte. Kein Neid, viel Wunder deiner Güt fein Streit bemmt die Trieuns dar, daß wir sie froh be reiner Liebe unter Seeempfinden; doch hier sind len, die nicht strauchels wir bey den Freuden noch mehr, noch fehlen. mit Leiden oft umgeben, dort nur ist vollkommnes Seben. 2015 53 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab; dort trock nest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Ge schren; denn du, o Herr, machst alles neu, das Alte ist vergangen. Hinfort find dort für Gerechte, deine Knechte, keine Plagen schwerer Prüfung zu ertragen. 6. O welche Schaar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, die find ich droben wieder. Dort sammelt deine Vaterhand fie, die ein Sinn schon hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich, fren von Mängeln, selbst mit Engeln, mir zum Se gen, da die reinste Freundschaft pflegen. 7. Da komm ich hin zu 4. In deinem höhern Hei- Gottes Sohn, der für mich ligthum erschallet deines Na- starb, um dessen Thron viel mens Ruhm von lanter fro- tausend Selge stehen. Der hen Zungen. Da strahlt die du der Deinen Wonne bist! Herrlichkeit des Herrn; da dich werd ich da, Herr Je schaut man sie nicht mehr fu Christ, entzückt und danvon fern; da wird sie neu kend sehen. Dann wird, befungen. Heller, schneller mein Hirt, nichts mich könals hienięden, ohn Ermüden( nen von dir trennen; ohn 693 Aufhd 5437 455 Erinnerungen des Todes und der Ewigkeit. Aufhören bin ich bey dir,| bald kämpft in feinem eigdich zu ehren, nen Herzen ein Feind, der öfter fiegt als fällt, bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 8. Wie felig werd ich dann erst seyn, wie sicher werd ich dann mich freun, die ewiglich lobsingen! O Jesu, Herr der Herrlichkeit, du du haft dies Glück auch mir bereit't; hilf mir es auch erringen. Laß mich eifrig barnach streben, und mein Leben hier so führen, daß ich dort kann triumphiren. Mel. Wer nur den lieben, feyn. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Lafter öf ters glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet, und des Bekümmerten versist; hier kann der Mensch nie fren von Pein, nie fren von eigner Schwachheit 5. Hier such ichs nur; dort 591, Nach einer Prüwerd ichs finden. Dort fung Eurzer werd ich heilig, und verEage erwartet uns die flärt, der Tugend ganzen Ewigkeit; dort, dort ver- Werth empfinden, den un wandelt sich die Klage in aussprechlich großen Werth; göttliche Zufriedenheit. den Gott der Liebe werd ich Hier übt die. Tugend ihren fehn, ihn lieben, ewig ihn Fleiß und jene Welt reicht erhöhn. ihr den Preis. 6. Da wird der Vorsicht 2. Wahr ists, der From heilger Wille mein Will und me schmeckt auf Erden schon meine Wohlfahrt seyn; und manchen felgen Augenblick; lieblichy Wefen, Heil die Füldoch alle Freuden, die ihm te am Throne Gottes mich werden, sind ihm ein un- erfreun. Dann läßt Ge vollkommnes Glück. Er ist winn stets auf Gewinn mich ein Mensch, und seine Ruh fühlen, daß ich ewig bin, nimmt oft im Wechsel ab 7. Da werd ich das imt und zu. dicht erkennen, was ich auf 3. Bald stöhren ihn des Erden dunkel sah; das wunKörpers Schmerzen, bald derbar und heilig nennen, pas Gietimmel dieser Welt, was unerforschlich bier geschap. Erinnerungen des Todes und der Ewigkeit. 456 schah. Da denkt mein Geist mein Leben, die Seele mix mit Preis und Dank die gerettet, du! O Gott, wie Schickung im Zusammen- muß dieß Glück erfreun, der hang. Retter einer Seele seyn! 8. Da werd ich zu dem 12. Was send ihr, Leiden Throne dringen, wo Gott, dieser Erden, doch gegen jemein Heil, sich offenbart; ne Herrlichkeit, die offenbart ein Heilig, Heilig, Heilig an uns soll werden von fingen dem Lamme, das Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie erwürget ward; und aller nichts, wie gar nichts gegen Himmel selges Heer jauchzt sie ist doch ein Augenblick ihm einstimmig Preis und voll Müh! MSI MON Ehr. seni 9. Da werd ich in der Miel. Wachet auf ruft uns. Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig fehn; das 592.Sterben führet uns er nie gestörte Glück erfahren, ben; zu Gott, dem wir uns mit Frommen stets fromm umzugehn. Da wird durch ganz ergeben! Des Todes jeden Augenblick ihr Heil Macht ist längst dahin. mein Heil, ihr Glück mein Nur der Leib wird einst verGlück, wesen, der Geist lebt fort, und wird geneſen; den Frommen ist der Tod Gewinn. Was ists, das an uns stirbt? die Sünde nur verdirbt. Hochgelobet, gelobt fey Gott, in Todes Noth! Er hilft den Geis nen durch den Tod. 10. Da werd ich dankvoll dem begegnen, der Gottes Weg mich gehen hieß, ihn mit entzückter Rührung segnen, daß er mir ihn so treulich wieß: da find ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft,( o möchte Gott es geben!) vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sey dir! denn du haft 2. Dann ist alles über wunden. Die Seele ist der kaft entbunden, ist ewig alles Jammers los. Ihre Freuden sind unzählich; fie fühlt im Ewigen sich selig Gg4 und 457 Erinnerungen des Todes und der Ewigkeit. und seine Gute Namenlos. Mel. Wer nur den lieben. Gott ist ihr Lobgesang. Ganz Frende und ganz 593.Warum crbebſt du, meine Dank, vor seinem Thron; im höhern Ton, lobsingt sie Gott und seinem Sohn. Seele, bey dem Gedanken an das Grab? Nicht dich umschließt einst seine Höhle; nur deine Hütte finkt hinab. Sie schuf der Almacht ink aus Staub; drum wird sie der Verwesung Raub. 3. Sollt uns noch das Grab anfechten, da Jesus fist zu Gottes Rechten, der von dem Tod erstanden ist? Er, das Haupt, fann nicht 2. Du, zur Unsterblichmehr fierben, wie könnte feit erlesen, schwingst dich denn sein Glied verderben? empor zu Gottes Licht, und Ich bin fein Glied, ein wah- schaust den Ursprung aller rer Christ. Drum schreckt Wesen von Angesicht zu Anmich nicht die Gruft, daraus gesicht; bewunderst deines er cinst mich ruft. Jesus le Gottes Macht in jener Wel bet! er nimmt auch richten Bau und Pracht. dereinst zu sich. Erlöste Seeg le, freue dich. Gha 3. Dann, Eecle, wirst du das verstehen, was hier was hier vollkommen einen fein weifer Mund erklärt, fehen, des Wissens Trieb umsonst begehrt; dann täuscht dich Wahn und Irr thum nicht, und ſelbst die und IrrZinfierniß ist licht. 4. Ja, du wirst vor Gott einst treten, mit frohem Dank den anzuberen, don aller Himmel Loblied preist. Jefus wird dich mit den Frenden der Auserwählten ewig weiden, und du wirst schaun, was er verheißt. 4. Dann wirst du den, Tod, was bist du mir? auch den erblicken, den hier des rechten Lebens Thür. allein der Glaube sieht, den, Oder Freude! der Herr der, dich ewig zu beglücken, lichkeit! In Gott erfreut, nach Gottes Rath am Kreuz fing ich ihm Dank in Ewig- verschied. Dann jauchze, Idaß kein Wahn, kein Spott dich Beit. Erinnerungen des Todes und der Ewigkeit. 458 dieh hier getrennt von dci 3. Herr, ich weiß die nem Gott. 19 m Stunde nicht, die mich, 363079 wenn mun mein Ange bricht, zu deinen Torten sammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre Nacht, ch ich dieß Flehen. noch vollbracht, mein zob dir ausgestammelt. Mach. mich fertig! Ich befchle meine Seele deinen Hän den; laß mich meinen Lauf wohl enden! 5. Wenn nun der Tag des Herrerscheinet, verläßt dein Leib der Gråber Ruth zum zweytenmal mit dir vereinet, wird er unsterb. lich, so wie du. O Seele, zittre langer nicht, daß dei ner Hütte Bau zerbricht. Miel. Wie schon leuchtet der. 4. Vielleicht find meince 594.Wie wird mir Tage viel; vielleicht bin ich dann, mein noch fern vom Ziel, an dem Heiland, seyn, wenn ich, die Krone schimmert. Bin mich deiner ganz zu freun, ich von meinem Ziel noch in die entschlafen werde? weit, die Hütte meiner Wenn ich von Sünden nun Sterblichkeit, wird sie erst befrent, entladen von der spát zertrümmert; Hilf mir, Sterblichkeit entfliehe dieser Bater, daß auch Thaten, Erde. Fren dich, Seele! gute Thaten mich begleiten Stärke, tröste dich, Erlöste, vor den Thron der Ewigs mit dem Leben, das dir dann keiten. dein Gott wird geben. 5. Wie wird mir dann, mein Heiland, seyn, wann ich mich deiner ganz erfreun, dich dort anbeten werde? Dann bin ich frey von Sünd und Leid, ein Mitgenoß der Herrlichkeit, nicht mehr ein. Mensch von Erde. Preis dir! daß mir durch dein Leis 2. Beficge denn des To des Graun, mein Geist, er ist ein Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er sey dir nicht mehr fürchterlich; zum Allerheiligsten führt dich der Weg im finfiern Thale. Gottes Ruh ist unvergänglich, überschwäng- den jene Freuden offen ste. lich. Die Erlöften wird siehen. Ewig will ich dich erunaussprechlich tröften. höhen. G g 5 ENS ORDO 459 Erinnerungen des Todes und der Ewigkeit, 595.A Mel. Jesus Christus unser.[ meines Gottes Tag! Wenn uferstehn, ja ich im Grabe genung ges auferstehn wirft schlummert habe, erweckft du mich! du, mein Staub! nach kur. zer Ruh. Unsterblich Leben wird, der dich schuf, dir geben. Gelobt fsen er! 2. Tag des Danks! der Freudenthranen Tag! du mehr! 780 * pt 3115 137 3. Wie den Träumenden wirds dann mir fenn. Mit Jefu geh ich ein zu seinen Freuden. Der müden Pilger leiden sind dann nicht 11 9132 13 un poisid seikans, TOY Edad inc Register. Register. dail Anmerkung. Das Regifter weiset nicht auf die Zahl der Seiten, sondern auf die Nummer der Lieder, Num. Num. 183 93 110 Aus einem tief vor dir 458 Aus meines Herzens Gr. 223 Aus tiefer Noch schren 134 Bedenke, Mensch, das 326 Befiehl dem Herren Bescher uns Herr, das 309 Befichl du deine Wege, 182 Bis hieher halfft du mir 478 Bleib fromm und halt 196 Bleib, Jefu, bleib ben Bringt Preis u. Ruhm 405 Bringet, Chriften, brin.s 28 Christe, der du bist Tag 239 Christe, du lamm Gottes 63 Christ fuhr gen Himmel 94 Christ ist erstanden, von 85 Christ lag in Todes B. 84 Christ, unser Herr, zum 121 Christus der ist mein 343 Da Jesus an des Cr. 78 Danfet dem Herren, 248 Das alte Jahr ist nun 214 Das alte Jahr vergang, 212 Das Gute thun, das 399 Daß Jefulein soll doch 49 Das walt Gott Vater, 239 Das walt mein Gott, 22% Dein Heil, o Christ 479 Dein Reich, o Goit, 370 Dein Wort, o Héchfier 478 Beines Ach bleib mit deiner Ach Gott! erhör mein 166 Ach Gott u. Herr, wie 132 Ach Gott! wie manches 177 Ach Gott! wir treten 527 Ach höchster Gott! verl. 268 Ach, liebe Christen, feyd 306 Ach, mein Jefu, welch 145 Ach treuer Gott! barm. 311 Ach! was soll ich Sünd. 144 Alle Menschen müssen 328 Allein Gott in der Höh 11 Allein vor dir, mein 457 Allein zu dir, Herr J.C. 153 Allen Menschen u. auch 551 Alles ist an Gottes 270 Allen, welche nicht verg. 562 Allmächtger, dessen Maj.477 Allmächtiger, ich bebe 494 Also hat Goit die Welt 387 Am Kreuz erblaßt, der 403 Auch das Jahr, o Ew. 491 Auf, auf, mein Herz 90 Auf, Christen, auf und 413 Auf, Christen, laßt uns 382 Auf Christi Himmelfahrt 96 Auf deine Weisheit 539 Auf euch wird Gottes 535 Auf Gott und nicht Auf meinen lieben Gott 334 Auferstehn, ja auferst. 595 Aus deiner milden 531 $ 37 Register. 6 Du, Herr, haft aus 436 Du liebst, o Gott, Ger. 559 Du, mein Schöpfer u. 536 Du, meine Seele, finge 299 Du fagst: ich bin ein 191 Du schufft, Allgütiger 451 Du siehest Mensch, wie 357 150 Du weinest für Jerufal. 141 319 Du willst es, Herr, mein 548 Durch Adams Fall ist 118 359 315 Deines Gottes freue 4671 Du hast dein göttliches 484 Denk ich, Höchster, an 460 Der alles weislich wend. 501 Der du alle deine Werke 495 Der du bist drey in Der du durch deiner 366 Der du zu uns gefandt 389 Der Freudenfülle ist bey 589 Der Glaub ist eine Der Herr, der aller Der Herr ist Gott u. Der Höchste kennet Der leber felig u. verg. 472 Der lieben Sommericht 243 Der Spotter Strom 428 Der Tag vertreibt die 226 Der Wollust Reiz aut 549 Des Leibes warten u. 550 Dich bet ich an, erstand. 406 Dich seh ich wieder, M. 496 Die Ehe foll uns heilig 533 Die Engel, die im 263 Dies ist der Tag den G. 388 Dies ist der Tag zum 510 Dies sind die heilgen 113 Dir, dir, Jehovah, will 167 Dir, Vater, der du 417 Dreyeinig heilig groß.513 Du, aller Menschen 563 Du armer Mensch, laß 283 Du bester Trost der 519 Du bist ein Mensch, das 17 Du bist in die Welt 260 Du bists, dem Dank u. 367 Du, der du die Wahrh. 423 Du, der voll Schmerz 394 Es zicht, o Gott, ein 526 Du, deß sich alleim. 480 Ewig, o Jesu, wird 425 Du Friede- Fürst, Jerr Du Gert voll tieb und 3041 5641Jern sey mein Leben 560 Fren Ein Christ soll nicht der 201 Einen guten Kampf hab 349 Eine feste Burg ist unfer 111 Ein Herz, o Gott, in 541 Ein Kindelein so löbel. 40 Ein Lämmlein geht und 60 Ein ruhiges Gewissen 468 Eins ist noth! ach Herr, 192 Eicle Welt, ich bin dein 347 Entflohen sind auch 502 Erbarm dich, Herr, 459 Erfülle, Herr, doch selbst 395 Erhalt uns, Herr, ben 109 Erhalt uns, Herr, die 532 Erinnre dich, meinGeist 407 Er ist erstanden, Jesus 408 Erlöser, der im Staube 396 Ermuntre dich mit froh.493 Ermuntre, Gecle, dich 453 Es cilt der letzte von 573 Es ist gewißlich an der 356 Es ist noch eine Ruh 358 Es woll' uns Gott 322 Register. 12 Freu dich sehr, o meine 341 Gott herrschet u. hält Freue dich, erlöste Seele 443| Gott ist ein Gott der 280 Freuet euch ihr Christen 42 Gott ist mein Heil, Freywillig hast du darg. 409 Frölich soll mein Herz Für alle Güte sen gepr. Für deinen Thron tret Furwahr, du bist, o G. 46 503 Gott ists, der das Berm.569 216] Gott ists, der erquicker 540 538] Gott ist und bleibt getreu 23 Gott fanns nicht böse 25 Gott lebet noch! Seele, 186 218 240 268 Gott lebt, wie kann ich 189 Gottlob, die Stund ist 338 Gott kob, ein Schritt Gott Lob! es ist von Gott! mein Troft u. Gott, mein Vater, fen 19 Gott ruft der Sonn u. 489 Gott sey gelobet u. geb. 128 Gott sey uns gnädig u. 7 Gott sorgt für uns! 522 Gott, unfer froher kobg. Gott will, wir sollen 446 $ 30' Gott ist mein Hort, Gott ist mein Lied! 61 Gedanke, der uns keb. 383 Geduldigs Lämmlein, Geist der Weisheit, gieb 419 Geist vom Vater u. dem 418 Gelobet fenst du, Jesu 37 Gelobet feyst du, Gott, 429 Gelobt, gelobt senst du 529 Geweiht zum Chrifient. 432 Gieb, Gott, wenn ich 555 Gieb mir, o Gott, ein 565 Gott, deine Güte reicht 481 Gott, deine weise Macht 377 Gott, der an allen End. 378 Gott, der du für uns 397 Gott, der du heilig bist 290 Gott, der Friede hat geg.305 Gott der Vater wohn' Gott der wirds wohl Gott des Himmels und 221 Gott, dessen Allmacht 301 Gott, du bist von Ewig. 363 Gott, du bleibst ewig 546 Gott, du hast es so beschl. 312 Gott, du haft in deinem 203 Gott, durch deffen Wort 18 Gottes Sohn ist komen 34 Gott fähret auf gen 95 Gott, gieb einen milden 107 Gott hat bis hicher Gott, heilig sey dein 4 14 24 424 373 444 Hab ich was nicht recht 171 Halleluja! Lob, Preis 5 Halleluja sen dir, dem 190 Halt im Gedächtniß J. 438 Heiland, den uns Gott 390 Heiligster Jesu! Heilig. 210 Heil mir! mir ward Helft Gottes Huld mir 490 helft mir Gottes Gute 213 Herr Christ, der einge 33 Herr, deine Himmelsh. 514 Herr, deine Rechte u. 115 Herr, der du alles giebst 556 Herr, der du mir as 507 272 Herr, du bin meme Zuv.586 4311 Herr, du erforschest mich 364 Herr Register. 8 122 Herr, es gescheh dein 568 Ich armer Mensch, ich 138 Herr, es ist von meinem 238 Ich bin ein Gast auf 327 Herr Gott, dich loben Ich bin getauft auf Herr Gott, du kenneft 337 ch bin getauft, nach Herr Gott, hun schleuß 259 Herr Gott, nun fey gepr. 249 Herr Himmels u. der 229 Herr, ich bin dein Eig. 578 Herr Jesu Christ, dich 254 Ich bin ja, Herr, in a 257 517 ch bin, o Gott, dein ch dank dir, lieber dank dir schon ch danke dir für Herr JefuChr. du hoch. 136ch danke dir, mein Herr Jeſu Chr. ich weiß 329 ch entfage alle Herr Jesu Chr. meines 345 Herr Jesu Chr. wahrer 344 Herr Jesu Christ, ziel 97 Herr Jesu, dir sen Preis 129 Herr Jeſu! Gnaden- S.146 Herr Jesut, zieh uns für 98 Herr, laß nach eitler$ 58 Herr, mein Erlöser, der 566 Herr, nun läsfest du Herr, siehe das zerrißne Herr, starke mich dein Herr, wie du willt, so Herr, wir fingen deiner Herzallerliebster Gott! 282 Herzlich lieb hab ich dich, 279 Herzlich thut mich verl. 340 Herzliebster Jesu, was Heute mir, und morgen Heut fangen wir in Heut ist des Herren Heute, sprach mein H. 402 Heut triumphiret Gottes 89 Hier bin ich, Jefu; zu 439 Hier ist mein Herz, Hilf, Helfer, hilf in Hilf, Herr Jefu, laß ch erhebe mein Gém. 461 Ich fleh, o Gott, du G. 462 ch freue mich, mein 368 ch fühle, daß ich sterbl.5 80 ch hab' in Gottes Herz 172 ch hab meine Sach 333 ch hab' mich Gott erg. 339 Ich hab, o Gott, mit 445 ch halte Gott in allem 273 ch komme, Herr, und 440 393ch komme vor dein A. 482 331 ch lasſe Gott in allem 188 381ch preise dich, o Herr 441 ch ruf zu dir, Herr 160 ch finge dir mit Herz 298 ch war ein kl. Kindl. 351 69ch weiß, es kann mir 321 355 Ich weiß es, wer mir 587 234 Ich weiß, es wird mein 325 251 Ich weiß, mein Ende Ich weiß, mein Gott, Ich will dich noch im Ich will mit Danken 454 Jesu, deine Passion. 58 162 Jesu, deine tiefe Wund. 73 211 Jesu, der du meine 154 Hilf mir mein Gott, 169 Jesu, Freund der $ 79 13 588 297 433 324 455 224 225 400 207 106 442 Jesu, Register. İ Jesu, meine Freude 53 Kyrie Eleison, Christe 82 Jefu, meine Lebens- S. 125 Kyrie, Gott Vater in Jesu, meiner Seelen 20 Jefu, meines Herzens 54 Jefu, meines Lebens Leb. 70 Jefum lieb ich ewiglich 285 Jesus Christus unfer Heiland, der den Tod 392 88 22 Laffet uns mit Jefu 29r aß meiner Seele groß. 456 aß mich dein ſenn und 119 Laß mich des Menschen 45* Laß mich doch nicht, 0-575 Laßt uns mit Ehrfurcht 394 Laßt uns alle frölich 48 Laßt uns unserm Gott ebt Chriftus, was bin Liebe, die du mich zum Siebreicher Gott! dein 520 Liebster Jesu, weil ich 233 Liebster Jesu, wir sind h. 253 Liebster Bater, ich dein 155 Liebster Imanuel, Herz. 50 Sobet den Herren, denn 247 ob, Preis und Dank, 41 Lobet den Herrn, u.dankt 246 ob sey dem allmächtig. 27 ob sey Gott, der den 379 obfinge, meine Seele, 41 t obfinget Gott! Er Zobt den Höchsten! Jef. 412 Lobe den Herren, den m. 294 obr Gott, ihr Christen 38 375 86 410 143 Jefus Chr. unser Heil. 124 Jefus, Jesus, nichts als 51 Jefus ist mein Leben, 208 Jefus lebt! mit ihm Jefus meine Zuversicht 92 Jefus nimmt dieSund. 157 Jefus schwebt mir in 283 Jesus selbst, mein Licht 287 Jest komm ich als ein 127 Ihm, der des Licht entst.497 Ihr armen Sünder, IhrEltern, gute Nacht! 354 In allen meinen Thatee 184 In Christi Wunden 346 In dich hab ich gehoffet 180 In dieser Morgen- St. 220 In Gottes Rath ergeb. 581 Ift Gott für mich, so 173 Keinen hat Gott verl. 269 Kein Lehrer ist dir, Jefu 384 Kein Stündlein geht 336 Kommst du nun, Jesu, 44 Machs mit mir, Gott, 348 Konig aller Ehren, dit 72 Man lobt dich in der 369 Könnnt ihr die Gestirne 469 Meinen Jesum laß ich$ 2 Komm, Gott Schöpfer 101 Mein Erlöser! der du 434 Komm heil. Geist, erfüll 99 Mein Erlöser! Gottes 401 Kom heil. Geift, Herre 100 Mein erster Wunsch, 476 Kommst du, kommst du 47 Mein erst Gefühl sen 498 Kommt ihr Menschen, 252 Meine Seele erhebt den 201 Kommt, laßt euch den 194 Meine Seel, ermuntre 68 Komm zu uns, Gottes 420 Meines Lebens beste Fr. 56 Meist Mache dich, meinGeift 200 Register. Mein ganzer Geift wirds 90[ Nun kommt der Heyden z1 Mein Gott dir ist bew. 463 Nun laßt uns den Leib 352 Mein Gott! ich soll zur 131 Nun laßt uns gehn u. fr. Mein Gott, nun ist es 217 oder: Nun last vor G. 215 Mein Gott u. Vater, 284) Nun laßt uns Gott dem 245 Mein Herz, ermuntre 370 un lob', meine Seele, 293 Mein Herz, gieb dich 313 Nun ruhen alle Wälder 237 Mein Herz, warum betr.308 Nun sich der Tag geend. 242 Mein Jesus lebt, was Nun sich die Nacht g. 231 Mein Leben steht in G.582 Nun sinkt die Sonne 509 Mein lieber Gott, ged. 163 Nur wie Gott will, so 275 MeinSchöpfer sorgt für 15 87 Mein Werk will ich mit 232 Mensch, wilt du leben 114 Mir nach, sprichtChrist.292 Mit dir geh ich an 570 Mit Ernst, o Mensch. 36 Mit Fried u. Freud ich 258 Mit Gott fey alles ang. 317 Mitten wir im Leben 335 Nach deinem Rath, o 571 Nach dir, o Herr, verl. 159 Nach einer Prüfung Nach meine: Seele Sel.572 Nach Wahrheit will ich 561 Nicht so traurig, nicht 185 Nicht um ein flüchtig 421 Mie, bist du Höchster, 365 Nie will ich wieder 591 Bergwerks- Schöpf.266 O daß doch bey der 523 Odaß ich tausendZung. 295 du liebe meiner Liebe, 67 O Gott, aus deinen 361 O Gott, der du aus 567 140 380 499 Nimm von uns Herr, Noch immer wechseln Noch läßt der Herr Nun bitten wir den h. 105 Nun danker alle Gott, 302 Mun danker all u. bring. 296 Nun freut euch lieben Nun giebt mein Jefus Mun, Gott tob! es ist 264 Gott des Himmels u. 485 Gott, du bist der Herr 488 O Gott, du frommer 265 O Gottes Sohn, Herr 149 Gort, ich preife deine 449 Gott, mein Schöpfer 193 OGott, mein Vater u. 209 Haupt voll Blut und 75 O heil. Dreyfaltigkeit, 222 Oheilger Geist, kehr ben 104 O heil. Geift, o heilig. 108 Herre Gott, Vater 2 O Herr u. Gott! wir 518 hilf, Chrifte, Gottes 64 Ohne Rast u unwerweilts76 O Jesu, du mein Bräut. 126 O Jesu, du mein Hilf 80 O Jefu, Licht u. Heil 426 28 O Jesu, meine Wonne, 130 7910 Jesu, füffes Licht 227 25510 Jesu, wahrer Fróm. 385 Register. OKönig aller Ehren 256 So ruhest du, o meine 81 OKönig, dessen Majest. 142 fönnt ich dich, mein 371 Lam Gottes unschuld. 62 meine Seel! erhebe 26 Mensch, wie ist dein 116 O Vater, allmächtiger 3 O Vater, der Barmh. 206 So traget mich nun im. 353 So tret ich demnach an 235 So wahr ich lebe, spricht 29 So wird die Woche nun 244 Sollten Mensch. meine 553 Sollt es gleich bisweilen 181 Sollt ich, da mir Gottes 447 O welch ein unschågb. 471 Solltich dich nicht wied- 547 O Welt, sich hier dein 76 Sollt ich meinem Gott 21 Dwir armen Sünder! 65 Sterben führet uns zum 592 Prange Welt mit dein. 278 Straf mich nicht in dein. 135 Preise Gott, mein ganz 262 Preis ihm! Er schuf 512 Theuer sey mit allezeit 430 TreuerGott, ich muß dir 15 z Preist, Christen, mit 524 Tugend ist der Seele Leb.448 Z Schaffe in mir, Gott, 123 Schaffer, schaffet, M. 197 Schatz, über alle Sch. 178 Schlage, Jesu, an mein 133 Seelen Bräutig. Jefu 55 Seele geh auf Golgatba 74 Seele, mach dich heilig 59 Sen frölich alles weit u. 91 Sen Gott getreu, halt 205 880371 Sen getreu bis an das 204 Balet will ich dir geb. 332 1ST Sen kob u. Ehr dem 9 Sen Lob u. Ehr mit hoh. 117 Sen mir tausendmal geg. 71 Sen tausendmal willk. 103 Sen unverzagt, o from. 316 Gen zufrieden meinG. 542 Gingen wir aus Herz. 250 Go fliehen unfre Tage 504 So gehst du nun, mein 57 So hab ich, Gott, durch 505 So hab ich obgesieget 350 So jemand spricht: ich 552 So lang ich athme, G. 372 Bater, den mein Herz 473 Vater, laß mich Gnade 156 Vater unser im Himelr. 158 Verbittre dir dein Leben 568 Verleih uns Frieden gn. 109 Versucher euch doch Voller Ehrfurcht, tank 435 Voll froher Ehrfurcht 437 Von dir, du Gott der$ 34 Von Gort will ich nicht 271 Vom Himmel hoch da 39 Vom Himmel kommt 393 Vorbild wahrer Mensch. 3,86 H h Wach Ueber aller Himel Heere 414 Unerforschlich fen mir 543 Unermeßlich, ewig ist G. 362 Unsern Gott, den Gott 360 Unfre Aussaat segne G. 521 Unfre müden Augenlied. 24.1 Unwiederbringlich schn. 492 Register. Wach auf, mein Herz, u. 219 ie groß ist des Allmächtg. 486 Wie ein Traum, foi 574 289 23ie groß ist unsre Geligkeit 475 583 Wie herrlich, Jesu, starter 415 112 Wie ist die Welt so 286 ie manches Wert der te schnell ist mir der 515 506 ie sicher febt der Mensch 585 Wie soll ich dich empfangen, 32 35 wie viele Freuden dank 487 ie wird mir dann, mein 594 557 Wie wohl ist mir, o Freund 174 544 Wir beten dich, o Bater 577 Wir bitten findlich dich 170 Wir Christen Leut' hab'n 305 Wir danken dir, Herr Jeju 277, wir freuen uns, Herr 314 Wir glaub, all an ein. G. S. 147 Wir glauben all an einen G. 45 83 416 Wachet auf! ruft uns Wachet auf vom Schlaf War Gott nicht mit uns Warum betrübst du dich 307 Warum erbebst du, meine 593 Warum sollt ich mich denn 175 Warum willt du doc 320 Warum willt du draussen Was Gott thut, das ist 1 276 Was ich nur Gutes habe Was ists, daß ich mich Was ist mein zeitlich Leben Was kann ich doch für Dant, Was Lobes soll man dir Con Was mein Gott will das Was soll ein Christ verm. Was soll ich dir, mein Gott 300 Was soll ich ängstlich Vater, Sohn u. heil. G. 148 Weg, mein Herz, mit dem 30 Wir haben alle dein Gebot 466 Weg Traurigkeit, weich 179 Wir haben unsern Bund 465 Wend ab deinen Zorn, lieber 139 Wir liegen täglich in dem 202 Wenn Christus seine Kirche 427 Wir Menschen sind zu dem 120 Wenn dich Unglück hat betr. 164 Wir singen dir Immanuel 43 Wenn einer alle Kunst 251 Wir singen, Herr, von Wenn einst mein sterbend 584 Wofür darf meiner Seele 470 Wenn ich ein gut Gewissen 474 Wohin wird mich mein G. 318 Wenn ich,-o Schöpfer 574 Wohl auf! mein Herz, zu 165 Wenn meine anden mich 66 Wohl dem, der sich auf seinen 176 Wenn mein Stündlein 342 Wohl dem Menschen, der 195 Wenn wir in höchsten Nöth. 161 Wo Gott zum Haus nicht 525 Werde munter, mein Gem. 256 Wo soll ich fliehen hin, weil 137 Wer bin ich, o Barmh. 4641 Wunderbar ist Gottes Schick. 16 545 525 554 Wer bin ich? welche wichtge 450 Wer dieser Erden Güter Wer Gotttes Marter in Ehr. 77 Wer Gott vertraut, hat Wer Jesum liebt und Wer ist der Herr, der Wer nur den lieben Gott Wer weiß, wie nahe mir 511 516 euch ein zu deinen Thoren 102 3won tlagt mit Angst und 310 267 3u deinem Preis u. Ruhm 500 274 3u dir mein Gott, der du 483 10 Zur Grabesruh entschlafen 404 187 Zwey Ding o Herr, bitt 199 330 3weyerley bitt ich von dir 198 Gebete Bebete und Andachten. achten. call Ein Anhang ein Ambang zum Weimarischen Gesangbuch. zum Weimaci Gelang buch 7845 " 13 SH 262018 23 10 4: 0 2 1. Morgen und Abendgebete und Andachten. I+ Morgengebet. Segne mich Gott der Vater, der mich erschaffen hat; Segne mich Gott der Sohn, der mich erlöset hat; Segne mich Gott der heilige Geist, der mich geheiliget. Die hochgelobte Dreyeinigkeit bewahre meinen Leib und Seele zum ewigen Leben, Amen. Herr mein Gott, himmlischer Vater, ich sage dir von Herzen Lob und Dank für jede Gnade, Liebe und Wohl that, die du mir an leib und Seele bis auf die gegenwärtige Stunde erwiesen hast. Besonders danke ich dir, daß du mich diese vergangene Nacht für allem Uebel und Gefahr gnädiglich behütet, mir keib und Leben, Gut und Vermögen väterlich beschirmer hast, und mich gefund von meinem Schlaf ermachen und aufstehen lassen. Herr mein Gott, wie theuer ist deine Güte, daß MenschenKinder unter dem Schatten deiner Flügel dir vertrauen dürfen. Ich bitte dich, mein himmlischer Vater, in kindlichem Vertrauen, du wolleft mich diesen Tag auch mit deiner Güte erfreuen, mich, meinen Leib und Seele, Gut und Vermögen und alle fromme Christen in deinen göttlichen Schuß einschlieffen, mich beschirmen und vertheidigen, durch deinen heiligen Geist zu allen Guten leiten und führen, und mich lehren thun nach deinent 42 Wehl. Abendgebet. Wohlgefallen. Behüte mich, mein Gott! daß ich nicht wider dich fündige, und mein Gewissen nicht beflecke. Stärke mich in meinen Werken und christlichem Vorhaben. Tröste mich in allem mir zustoffenden Leiden, und laß deinen Benfstand um mich seyn auf allen meinen Wegen. Herr, sen mir, deinem Kinde, gnådig. Fülle mich früh mit deiner Gnade, so will ich rühmen und frölich seyn in dir mein Lebenlang, durch Jesum Christum, Amen. Abendgebet. In die treuen Hände meines Gettes ergebe ich mich heut und allezeit. D Herr! laß mich dein seyn und bleiben in Ewigkeit, Amen. Barmherziger Gott, güriger lieber Vater! Daß du mich zu einem vernünftigen Menschen erschaffen, durch Jefum Chriftum erlöser, und durch deinen heiligen Geist zum ewigen leben berufen hast, dafür sage ich dir jetzt und immer Lob und Dank. Insonderheit danke ich die von ganzem Herzen für deine Ghade und Wohlthat, die du mir, mein himmlischer Bater, an dem vergangenen Tage erwiesen. Für allem Uebel teibes und der Seele hast du mich beschützet, mit vielen Wohlthaten, die ich zum Theil noch nicht erkenne, hast du mich überschüttet, und mit großer Geduld meine Fehler getragen. Ich bin zu geringe aller Barmherzigkeit und aller Treue die du an mir gethan hast, und bitte dich mit herzlicher Reue, um gnavige Vergebung alles deffen, was ich Böses begangen, und womit ich heute oder die vorige Zeit deine göttliche Gnade gemißbraucht habe. Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht; sondern laß deine Güte und Treue mich diese Nacht und noch ferner behüten. Laß dirs gefallen, daß du meiner Seelen benstehest: denn du bist der Hüter Israels, der du nicht schläfest, noch schlummerst, sondern behüteft die wohl, die deinen Nah Morgengebet am Sonntage. Nahmen fürchten. Darum befehle ich deiner göttlichen Vorsorge meinen Leib und Seele, mein Gut und Vermögen, Wachen und Schlafen, mein Leben und Sterben. Decke mich mit deiner Hand, und behüte, mich für allem Uebel, für Furcht und Schrecken, und für aller Gefahr. Nun, Herr! ich hoffe auf dich: dein göttlicher Name schüße und erhalte mich zum ewigen Leben, durch Jefum Chriftum, Amen. 5 2. Morgengebet am Sonntage. Varmherziger und gnädiger Gott, du Vater des lichts, der du das natürliche Licht der ganzen Welt scheinen, und folches auch mich an diesem Tage wieder erblicken läsfest, sende doch auch heute und allezeit das wahrhaftige Licht, in mein von Natur verfinstertes Herz, und lasse es darin leuchten und alle Finsterniß vertreiben, damit ich dich, o ewiger Gott! in deinem Sohn recht erkenne und lieb gewinne. Siehe, ich bin in der Finsterniß der Eitelkeit gefangen und verdunkelt, darum lehre mich selber durch deinen heiligen Geift aus deinem göttlichen Worte, wie ich dir im Glauben, gehorsam werden möge; so werde ich dir in deinem Lichte dienen und wohlgefallen können. Herr Jesu Christe! du Sonne der Gerechtigkeit, gehe du in meiner Seelen auf, und schenke mir dein ewiges Heil, damit mir alle Tage des Lebens zu fröhlichen Sonntagen werden. Lehre mich aufwachen vom Schlaf meiner natürlichen Sicherheit, und aufstehen von allen todten Werken, sündlicher Gewohnheit und Gesellschaft, damit du mich, o Jefu, erleuchten mögest. Du bist der Glanz der Herrlichkeit; am frühen Morgen bist du aus deinem Grabe herausgegangen; laß auch mich nicht mir selbst leben, sondern dir, der du für mich gestorben und wieder auferstanden bist. Gott heiliger Geist! bereite mein Herz und allee derer Meinen Herzen, daß sie ein Tempel werden, darin du lehreft. 43 Hei 6. 2bendgebet am Sonntage. Heilige alle Gedanken und Sinne, dein Wort wohl zu faffen und zu behalten, auch dir einfältig ohne Falsch zu gehorchen. Laß uns in wahrer Bußfertigkeit diese Woche anfangen, und, im rechten lebendigen Glauben fie vollenden. Fange selbst deinen Ruhe Tag in uns an, damit du dein Werk in uns haben, und uns also zubereiten könnest, daß wir einmal mit der Schaar aller deiner Auserwählten auch den ewigen Ruhe- Tag im Reiche deiner Herrlichkeit fenren können! Amen. Abendgebet am Sonntage. Dir allein fey Lob und Preis gebracht, o heiliger Herr und Gott! der du mir heute dein Licht hast helle werden laffen und mir viel Gnade an Seel und leib gegönnet hast. Bewahre du selber in meinem Herzen, was dein Geist durch dein Wort in mich gepflanzet hat, damit ich viel Frucht bringe in Geduld zum ewigen keben. Ver gieb mir alles worin ich deinem vollkommenen Willen nicht nachgelebet haben mag. Laß mich auch diese Nacht gefund schlafen, und wache du selbst über alles, was du mir gegeben, und anvertrauet haft. Sen meines Lebens Kraft ben aller Schwachheit, mein Heil, Schutz und Beystand unter aller Gefahr. In dein Siebe- volles Herz, ergeb ich mich mit allem, was ich bin und habe, Du einziges Heil meiner Seele! Laß meinen Geist, auch wenn der Leib schläfet, mit dir reden und umgehen. Erinnere mich des gehörten Worts, daß meine Sinne und Gedanken zu dir gerichtet bleiben, und ein heller Schein deines Lichtes in meinem Gemüthe sen. Laß mich außer dir keine Seligkeit suchen; in dir aber alles finden, was mich in Zeit und Ewigkeit beseligen kann, Amen. 3. Morgengebet am Montage. Beym Anfange dieser Woche rufe ich zu dir, o heiliger Vater! im Namen Jefu Chrifti, du wolleft mein Herz, Much und Sinn mit deinem heiligen Geist erfüllen, das mit Abendgebet. 7 mit ich allein das denke, rede und thue, was du selber in mir willst und wirkest. Reinige mein Gewissen durch das Blut Jefu Chrifti deines Sohnes, und vereinige meine Gedanken und Begierden mit dir, dem ewigen und einigen Gut. Laß mich von der Richtschnur deines Wortes nie abweichen, und in deinem beständigen Gehorsam einhergehen. Siehe, ich übergebe mich dir auf diese Woche, ja auf mein Lebenlang, stärke mich mit deiner Kraft, mache mich aufrichtig und treu, dir und meinem Nächsten in Liebe einfältig und redlich zu dienen. Lehre mich wider alle Verführungen meines Herzens und der Welt wachen und streiten. Mache mir die Eitelkeit bitter, damit meine Pflicht mir desto füffer werde. Hilf mir die Last dieser Woche tragen. leite mich, wie ein Vater, und mache mich in allem kindlich gehorsam. Sprich selbst deinen Segen über meine Arbeit, und gehe mir mit deiner Weisheit vor, damit ich darinnen fröhlich und getroft, aber auch gewissenhaft und redlich sen, und mich nicht mit Ungerechtigkeit und andern Sünden beflecke. Zeige du selbst mir in allen Dingen Anfang, Mittel und Ende zu deinem Preis und meinem Heil, Amen. Abendgebet. Heiliger und gerechter Gott! wir sollen uns in wahrer Buffe und rechtem Glauben zu dir wenden, wenn wir deiner Gnade und Obhut gewiß seyn wollen. Darum erinnere du mich selber auch an diesem Abend durch den Geist deiner Zucht, worinnen ich heute und sonst von die abgewichen bin. Laß mich mit dem verlohrnen Sohne wieder zu dir nahen, und komme mir mit deiner Ers barmung selbst zuvor. Nimm mich vom neuem auf in deine heilige Vorsorge, und habe zugleich Dank für die heutige Bewahrung und Hülfe in meinem Beruf und Wandel. Laß mich dir alle das Meine anvertrauen, in dir sanft ruhen und mit guten Gedanken wieder aufwachen zu einem hellen und fröhlichen Tage, in Chrifto Jesu, meinem Herrn und Heilande, Amen. Morgen 4: Morgengebet. Getreuer Gott und Vater! dir sen Preis für alle deine Güte, daß du mich, unter dem Schatten deiner Flügel haft ruhen laffen. Gieb mir Gnade, an diesem Morgen mich dir ganz und von neuem zu ergeben, daß dein Geist quch die rechten Früchte des Glaubens in mir wirke, Liebe, Geduld, Hoffnung, Demuth und Sanftmuth. Für das Zeitliche laß mich nicht ängstlich sorgen; Denn du wirst mich nicht verlassen noch versäumen. Heilige und benedene das Werk meiner Hände, und neben mir auch alle, die dich suchen. Breite deine Barmherzigkeit über alle Menschen aus, und hole einen jeden hervor aus seinem Verderben. Vor allen empfehle ich deiner Gnaden Regierung die Meinigen, wie auch meine Obern und Vorgesetzten, erbarme dich des allges meinen Elends in allen Stånden, und mache den Aergerniffen ein Ende. Hilf allen Nothleidenden, und sey uns allen gnådig, im Namen Jesu, Amen. Abendgebet. Wiewohl ich deine Güte, o himmlischer Vater! nicht völlig erkenne, die ich nur heute, geschweige mein Lebena lang, genoffen habe so wollest du dennoch meinen schwachen Dank in Gnaden annehmen. Du hilfft eine Saft nach der andern überstehen, und trågest daben viele Geduld mit uns, du regierest uns mit vielem Verschonen. daß uns deine Gnade nicht wegwerfen, noch auf Muchwillen zichen, sondern mache uns rechtschaffen vor deinem Angesicht, und prüfe, wie wirs mennen. Gieb uns Glauben ar dich, und laß uns täglich in deiner Er kenntniß und Liebe wachsen; was versäumet ist, erfege du felbft durch deine Gnade. Nimm uns in deinen Fries den ein, wenn wir uns zur Ruhe legen; bleibe du in und ben uns, daß kein Feind einbreche und uns schade. Erbarme dich aller deiner Kinder, eröffne uns des Morgens Herz Morgengebete. Herz und Mund, dich für deine Treue zu loben, und in deiner Kraft einherzugehen, bis der Abend unsers kebens kömmnt, und dein ewiger Tag erscheinet. Erhöre uns um deiner Liebe willen, Amen. 5. Morgengebet. Bu dir, o lieber himmlischer Vater, wende ich meine erste Gedanken in dieser Morgenstunde, und bitte dich um deines Geistes Erleuchtung, damit ich deine Gnade recht erkennen, und mir zueignen möge. Sen du ferner meine Zuversicht, wie du es diese Nacht warest, dafür dich mein ganzes Gemüth preisen und anbeten müsse. Wache diesen Tag über mich, über meine Ginnen und Glieder, vornehmlich über mein Herz. Befreye dasselbe zuvörderst von allem fündlichen Gedanken und schenke mir Gnade, zu reden, und zu wirken nach deinem Wohlgefallen, vor dir zu leben, und vor deinem Ungefichte beständig zu wandeln. Dir ergebe ich alles, was du mir geschenket hast, auch alle meine Anverwandten und Freunde sie seyn nahe oder ferne. Laß uns alle insgesamt dein Eigenthum senn und bleiben, auch dich also zusammen, als Einer im Geist, anbeten. Segne uns in Christo Jesu mit allem was dir gefällt, und gieb uns Kraft und Weisheit zu dem Stande, darcin du uns gefehet hast. Zeige uns die Fußstapfen deines Sohnes, und mache uns fertig mit Berleugnung unserer selbst, ihm treulich nachzufolgen. Bewahre uns für aller Vers führung und hilf uns wandeln auf dem rechten Wege zur Ewigkeit, durch Christum in dem heiligen Geist, Amen. Abendgebet. Sammle, a Gott! meine Kräfte und Gedanken, damit ich dir würdig danken könne, durch Jefum Chriftum, deinen Sohn, für alle das Gute, wowit du mich heute begnadiget haft. Ich empfehle dir auch diesen Abend 0.5 mein Morgengebet. mein ganzes Wesen und Leben, wie auch alles andere, zu deiner Verwaltung und Bewahrung. Ja ich fliehe wider alle meine Feinde an dein versöhnetes Vater- Herz, und suche in dir allein meine Ruhe, weil mich doch sonst im Himmel und auf Erden nichts ftillen und beruhigen kann. Laß mich dein seyn, ich wache, oder ich schlafe, und schaffe du selbst in mir, was vor dir gefällig ist, durch Christum im heiligen Geift allezeit, Amen. Ji 6. Morgengebet. Gott, Schöpfer und Herr Himmels und der Erde, barmherziger Wohlthäter und Vater der Menscheu, vich bete ich als den Urheber und Erhalter meines Lebens, als die einzige, unerschöpfliche Quelle meiner Glückselig keit, demüthigst an. Dir danke ich mit Freuden für mein Seben, für meine Gesundheit, für meine Kräfte, für alle geistliche und leibliche Wohlthaten, die ich genieße. Die Danke ich insbesondere dafür, daß du mich diese Nacht mit deinem mächtigen Schußze bedeckt, daß du alle Gefahren, die mir droheten, von mir abgewandt, daß du meinen Leib durch einen sanften Schlaf erquicket, und mir neue Kraft und neues Leben eingeflößet haft. Gott, deine Güte ist alle Morgen nru, und deine Treue ist groß. Sie ist weit größer, als daß wir dir jemals würdig ges nug dafür danken könnten. Wer bin ich, o Gott, daß du auch mein gedenkest, und dich meiner so väterlich ans nimmst? Ich bin ein Sünder, der deine heiligen Gefeße oft übertreten, der deine Wohlthaten öfters gemißbraucht, der sich des Undants gegen dich schuldig gemacht, und, als ein folcher, nichts als Ungnade verdienet hat. Ja, Herr, wie könnte ich vor die bestehen, wenn du mit mir ins Gericht gehen wolltest? Aber du handelst nicht mit uns nach unsern Sünden; du schonest meiner, wie ein Water seines Sohnes schonet, und fähreft noch fort, mich zu segnen, und mich) durch Güte zur Buße zu leiten. Wie beschämet mich deine Huld, o Gott! Wie reuet es mich, 21Torgengebet. mich, wenn ich dich, meinen Vater und Wohlthäter, beleidige, und die den schuldigen Gehorsam verweigere! Sen mir gnädig in Chrifto, deinem Sohne, und verzeihe mir um seinerwillen alle meine Sünden. Siche, ich heilige mich dir ganz und gar; und wünsche nichts mehr, als immer besser, dir immer wohlgefälliger zu werden. Ich erneure hiermit in deiner Gegenwart, o Gott, den aufrichtigen Vorfaß, alle unordentliche Gedanken und Begierden, die in mir aufsteigen, zu unterdrücken; alle böse Gewohnheiten, die ich noch an mir habe, zu bestreiten, und mich in meinem ganzen Verhalten nicht nach dem Wiffen meiner selbst, oder nach dem Beyspiele der Lasterhaften, sondern allein nach deinen guten und heiligen Geboten zu richten. Dir, meinem Schöpfer und Herrn, zu gehorchen, deiner Gnade mich zu versichern, und dadurch deiner feligsten Gemeinschaft fähig zu werden; dieß soll meine Ehre, mein Ruhm, meine Bemühung und meine Seligkeit seyn. Ja, ich schwäre es, und will es halten; O Gott, siehe mir selber mit deiner Gnade bey; denn ohne dich vermag ich nichts. Schenke mir deinen Geist, der mich erleuchte, und auf den Weg der Wahrheit und Tugend führe. Bewahre mich auch heute vor allen Versuchungen zur Süne de, und wenn ich versuchwerde, so laß mich nicht fal len. Bewahre mich infonderheit vor den Sünden, zu denen ich am meisten geneigt bin, und die noch die größte Gewalt über mich haben. Gieb, daß ich sorgfältig über mich selbst wache, daß ich alle Gelegenheiten zum Bösen fliche, und jeden fündlichen Gedanken, jede unerlaubte Neigung, die in mir entstehen, unverzüglich unterdrücke. Laß mich fiets, bedenken, daß du ein allwissender und allenthalben gegenwärtiger Gott bist. Laß diesen Gedanken mich überall begleiten, und mein Herz mit der tief sten Ehrfurcht gegen dich und deine Gefeße erfüllen. Laß mich oft an den Tod, an das Gericht und die Ewigkcie gedenken, und dadurch weise werden, zur ewigen Seligkeit. Erfülle mich mit einer aufrichtigen Siebe gegen alle Menschen, und laß mich meinen Brüdern so nüglich wers den, Abendgebet. den, als es die Fähigkeiten, die du mir verlichen, und die Umstände, in welche tu mich gefeget hast, erlauben. Verleihe mir Gesundheit und Kräfte zu meinen Berufsgeschäften, und begleite sie mit deinem Segen. Gieb, daß ich ben meiner Arbeit mein Herz oftmals zu dir erhebe, deine Vorsehung in allem, was mir begegnet, demüthig verehre, und weder dem Geige, noch der Ungerechtigkeit, noch irgend einem andern Lafter den Zugang zu meiner Seele verstatte. Dir, und deiner Gnade, o Gott, empfchle ich alle Menschen. Laß das Licht deiner Offenbarung sich über alle Völker ausbreiten. Wehre dem Unglauben und dem Aberglauben, und erweitere das Reich der Wahrheit und der Tugend. Segne die Obrig feit, die du über uns geseket hast. Segne die Lehrer, und laß sie Muster der Weisheit, der Liebe und aller christlichen Tugenden fenn. Gegne diesen Ort, dieses Land und alle Einwohner desselben. Segne insbesondere diejenigen, die du durch die Bende des Bluts und der Freundschaft mit mir verbunden haft. Gieb, daß wir alle Pflichten unsers Berufs treulich erfüllen, daß wir das allgemeine Befie unserm besondern Nußen vorziehen, und deine Ehre, und das Heil unsrer unsterblichen Seeten zum letzten Endzweck aller unsrer Bemühungen machen. Erhöre mich, Vater der Barmherzigkeit, und sen mir gnädig um Jefu Chrifti willen. Amen. Abendgebet. Ich freue mich deiner Güte, o Gott, und komme mit Danken vor dein Angeficht. Jeder Tag, jede Stunde, jeder Augenblick meines Lebens giebt mir Beweise von deiner väterlichen Huld und Gnade, und legt mir neue Verpflichtungen zur Dankbarkeie und zum Gehorsam gegen dich, meinen Vater und Wohlthäter, auf. Auch heute hast du dich an mir nicht unbezeugt gelassen. Auch heute haft du mir viel Gutes gethan. Wie viele bekannte und unbekannte Gefahren und Uebel hast du durch deine gnädige Borsehung von mir abgewandt! Vor wie vielen 13 2lbendgebet. vielen Sünden hast du mich bewahret! Wie viele geistliche und leibliche Wohlthaten habe ich aus deiner Hand empfangen! Womit soll ich dir, alle das Gure vergelten, das du an mir gethan haft? Nimm meinen Leib und meine Seele zum Opfer hin. Sie find dein; und deinem Dienste sollen sie auf ewig geheiliget fenn. Aber, o mein Gett, wie weit bin ich noch von dem Ziele der christlichen Vollkommenheit entfernt! Wie vies ler Nachläßigkeit und Trägheit im Guten, wie vieler Vergehungen und Fehler muß ich mich vor deinem Angesichte beschuldigen! Habe ich wohl den vergangenen Tag in allen Absichten so zugebracht, wie es einem vernünftigen Geschöpfe, einem Chriften, einem Erben der zukünftigen Herrlichkeit anständig ist? Habe ich in deiner Furcht gewandelt, und die Empfindung deiner Gegenwart forgfältig in meiner Seele unterhalten? Habe ich mir das Beyspiel meines Herrn und Heilandes zum Muster der Nachahmung vorgefest, und durch mein Verhalten bewiesen, daß ich ein Nachfolger des demithigen, des sanftmüthigen, des wohlthätigen und himme lischgesinnten Jefu sen? Habe ich jeden Anlaß, mich felbst zu bessern und andern núßlich zu werden, begierig ergriffen; allen Reizungen zum Stolze, zur Eitelkeit, zum Zorn, zur Unzufriedenheit, zur Wollust widerstanden, und mich sorgfältig gehütet, weder mit Gedanken und Begierden, noch mit Worten und Werken zu fündigen? Habe ich meine Zeit, meine Kräfte, meine Güter so wohl angewandt, als ich es hätte thun follen urd Fönnen? Habe ich meine Pflichten gegen dich, gegen meinen Nächsten und gegen mich selbst mit der Willigkeit, mit der Treue erfüller, als es deine Wohlthaten und meine Schuldigkeit von mir fordern? Bin ich i einer solchen Verfassung, daß ich freudig sterben und mich einer seligen Ewigkeit getrösten könnte, wenn cs dir gefallen sollte, meinem irdischen Leben in dieser Nacht ein Ende zu machen? Gott, wie beschämet mich diese Prüfung! Herr, wer kann merken, wie oft er fehle? Verzeihe mir auch die verborgenen Fehler! Gehe nicht ins J4 Abendgebet. ins Gericht mit mir; denn vor dir ist kein Lebendiger ge recht! Ich bekenne dir meine Sünden, und bereue sie von ganzem Herzen; ich entschließe mich, in deiner Furcht mich immmer mehr von allen unwürdigen Gedanken und Handlungen zu reinigen, alles, was dir zuwider ist, zu haffen, alles, was dein heiliger Wille von mir for dert, aufrichtig und mit Freuden zu thun. Gieb, daß ich am morgenden Tag an Weisheit und Tugend wachsen, und immer mehr deinem Ebenbilde ähnlich werde. Hege ich Haß und Neid gegen irgend einen Menschen in Herzen, so laß den Schlaf ferre von mir seyn, bis ich ihm verzeihe, und ihm Gutes zu erzeigen geneigt bin. Laß mich so einschlafen, wie ich zu sterben, und dereinst vor deinem Richterstuhle zu erscheinen wünsche. Dein mächtiger Schutz bedecke mich und die Meinigen in dies fer Nacht, damit uns kein Unglück begegne, und keine Plage sich zu unsrer Wohnung nahe. Schenke mir einen sanften und erquickenden Schlaf. Laß mich morgen, wenn es dir gefällt, mit neuen Leibes- und Seelenkräften aufwachen, und gieb, daß ich sie nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwende. Tröfte, barmherzigen Gott, meine elenden Mitbrüder, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit, oder andre Arten des Elendes der füffen Ruhe beraubt sind, und mit Verlangen auf den Anbruch) des Tages warten. Stärke die Ster benden, und laß fie Gnade vor die finden. Hindere die Werke der Finsterniß: erbarme dich der Sünder, und bekchre fie. Dir, Herr, mein Gott, übergebe ich meinen Leib und meine Seele, mein Leben und alle meine Schicksale. Führe mich selbst ben meiner Hand, leite mich nach deinem weisen Rath, und nimm mich dereinst in deine Herrlichkeit auf. Ich bitte dich um dieses alles in dem Namen Jesu Christi, unsers Mittlers und Scligmachers. Amen. Morgen 35 Morgengebet. Herr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für: ehe denn die Berge worden, und die Erde und die Welt ges schaffen worden, bist du Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Du machest alles lebendig, und das himmlische Heer bes tet dich an. Du bist der Herr, der da fprach: es werde Licht; und es ward licht: Tag und Nacht ist dein; du machest, daß Sonn und Gestirn ihren gewiffen Lauf haben, daß Licht und Finsterniß wechseln, zur Erhaltung und Erquickung aller Kreaturen. Groß sind deine Werke, wer ihrer achtet, der hat eitel Lust daran. Ach! bereite mich durch deinen Geist so, daß mein ganzes Leben zu deinem kob gereiche, daß alles, was ich gedenke, rede und thue, die Ausbreitung deines Ruhms, und die Vollbringung deines heiligen Willens zum Zweck habe. Lehre mich vorsichtig wandeln, und behüte mich vor Uebereilung, vor Zorn und Zank, vor Geiz, Hochmuth und Eigenliebe, vor fleischlichen Küsten, die wider die Seeke streiten. Will mein Gemüth fich in der Eitelkeit dieser Welt zerstreuen, so rufe es zurück, und laß meine Seele dich für ihr höchstes Gut erkennen. Schaffe in mir ein Herz, das dir sich gänzlich unterwerfe, ein Herz, das auf deine Stimme merke, und den guten Bewegungen deines Geistes folge, ein Herz, das dich über alles liebe, und bedenke, was für ein großer Gewinn es ist, gottselig seyn, und sich genügen lassen. Es ist das Licht füffe, und den Augen lieblich, die Sonne zu sehen; doch noch viel lieblicher ist deine Gnade denen, die deinen Namen fürchten. Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten, und von Herzen dir nachwandeln! Laß mir denn auch diesen Tag die Barmherzigkeit wiederfahren, daß ich in feliger Vereinigung mit dir lebe, und deines Sea gens genieße. Schütze mich wider alle Gefahren, du meine Zuversicht und mein einiger Trost im Leben und im Sterben. Sen nicht ferne von mir, mein Gott! eile mir zu helfen. Amen. Abenda 16 Abendgebet am Sonnabend. Gelobet fey der Herr, durch dessen Beystand ich den heutigen Tag, und mit demselben abermal eine Woche zurückgeleget habe! Finsterniß bedecket jetzt das Erdreich, fie kann aber deine Augen, o allsehender Gott, nicht verdunkeln, wenn du meine unerfannte Sünden ins licht stellen willst vor deinem Angesichte. Derohalben falle ich nieder vor deinem Thron, und bitte um Gnade, um die Erlaffung meiner Schuld, und um die Versieglung des Trostes, daß ich dein Kind, und mit dir versöhnet fen. Denn, wer dich zum Freund har, dem kann kein Feind schaden. Darum werfe ich mich in deinen Schooß, und überlasse mich deinem Schutz. Wende in dieser Nacht von mir und den Meinigen Sorge, Furcht, Schrecken und alles Unheil: erbarme dich aller Menfchen, bekehre die Sünder, hilf ben Norhleidenden, tröfte die Betrübten, sen ein Arzt der Kranken, und das Leben der Sterbenden. Siehe, es eilet ein Tag nach dem andern und eine Woche nach der andern dahin, als wenn sie nie gewesen wäre; eine jede Stunde bringet uns näher zum Tode. So lang es dir nun gefällt, mein Leben zu fristen, so erleichtere mir die kast desselben; gieb mir an Gesundheit, Friede, Ehre und zeitlichen Gütern, so viel du gut findest; allermeist aber forge für meine Seele. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Mache mich räglich bereit zu meiner Hinfahrt: und wenn die Zeit, meine Pilgrimschaft zu beschließen, vorhanden seyn wird, so verleihe mir ein sanftes und seliges Ende und einen getroften Muth, daß ich so freudig und willig sey, mich in das Grab, als jest in das Bette zu legen. Herr Jesu! laß die Frucht deines leidens und Sterbens an meiner Seele nicht verlohren seyn: erlöse mich von allem Uebel, und hilf mir aus zu deinem himmlischen Reich. Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, dir sen Ehre in Ewigkeit! Amen. 8. Vor Dorsäge am Morgen. 8. Vorfäße am Morgen. 17 Pf. 25, D. 4. 5. Herr, zeige mir deine Wege und lehre mich deine Steige. Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich! denn du bist der Gott der mir hilft. Ich habe alles, und also auch diesen neuen Tag meines Lebens, von Gott; darum ist es meine Pflicht, denselben nach seinem Willen und zu den Absichten zu gebrau chen, zu welchen er ihn mir gegeben hat. Vor allen Dingen will ich mir deswegen den Gedanken tief ins Gemüth prägen, daß Rechtthun und Gott gefallen der Hauptzweck meines Lebens ist, weil ich daben allein ein ruhiges Herz und eine freudige Hoffnung haben kann. Ich will mich hieran diesen Tag über, so oft ich kann, auch während meiner Geschäfte mit einem ernstlichen Gedanken, erinnern, damit es mir nie aus dem Sinne komme, wozu ich in der Welt lebe. Ich will zum voraus mit Aufmerksamkeit bedenken, was für Gelegenheiten zu Verfündigungen in meinem Berufe und in demjenigen, was ich mit andern Menfchen zu thun habe, mir heute aufstoßen möchten; und ich will auf meiner Hut seyn, daß ich mich nie zu etwas Bosem hinreißen lasse. Besonders will ich über die Neigung meines Gemüths wachen, von welcher ich weiß, daß sie am meisten in mir herrscher und am leichtesten mich übereilet. Ich will, so viel es sich thun läffet, folche Gesellschaften, Verbindungen und Unternehmungen vermeiden, wo entweder ein äußerliches Vergnügen zu leicht mein Gewissen betäuben, oder eine Absicht auf zeitlichen Gewinn zu leicht mein Herz verblenden, und mich verleiten könnte, etwas zu reden oder zu thun, was mir hernach bittere Reue kosten würde. b Vorsätze am Morgen. In den Verrichtungen meines Berufes will ich mit Fleiß und Treue arbeiten; nicht allein um meines eignen Vortheils willen, sondern auch vornehmlich aus der Betrachtung, daß es Gottes Ordnung und Wille ist, der mich in meinen Stand gesetzet hat, daß ich darin thätig und mütlich seyn soll. 18 Jeder Betrug in meinen Geschäften, jede Berückung meines Nächsten, jedes unrechtmäßige Mittel des zeitlichen Erwerbes, oder irgend einer andern böfen Absicht, soll mir ein Abscheu senn, so sehr auch etwa das Urtheil und die Gewohnheit meines Gleichen solches, als erwas erlaubtes, zu rechtfertigen scheinen mag. Denn Gott fichet mich, und ihm muß ich Rechenschaft davon geben. Ben allen meinem Verfahren gegen meine Nebenmenschen soll mir die große, heilige Regel vor Augen schweben: ihnen das zu thun, was ich mit Billigkeit will, daß sie mir thun möchten. Wenn mir heute ein Hülfsbedürftiger bekannt oder in Erinnerung gebracht wird, so will ich mit herzlicher Wil ligkeit, nach meinen Umständen und nach dem Maaße meines Vermögens, durch eigene Mildthätigkeit, oder durch Fürsprache, Rath und Trost, die Liebe an ihm beweisen, die ich, als Mensch und als Christ, ihm schuldig bin. Ich will mich sorgfältig hüten, daß ich meinen Angehörigen, Hausgenossen, Freunden oder andern, mit wel chen ich sonst umgehe, durch Worte oder Thaten keinen Anstoß gebe, damit ich nicht die schwere Verantwortung auf mich lade, ihnen eine Urfach zur Sünde und zum Verderben geworden zu seyn. Vielmehr soll es mir mit Ernst am Herzen liegen, wo ich kann, durch meine Reden, Ermahnungen und Vorstellungen, wenigstens durch mein eigenes gewissenhaftes Verhalten, meinem Nächsten zu seiner Besserung, oder zu seiner Befestigung im Guten beförderlich zu seyn. Vielleicht soll mich heute auch eine Noth und Plage befallen; und dann will ich mein Gemüth in Geduld und Gottergebenheit faffen, mit der festen Ueberzeugung, daß mein Dorsäge am Morgen. 19 mein Vater im Himmel das, woran ich nicht durch eigene Thorheit und Sünde Schuld bin, gewiß auch für mich zu erwas Gutem lenken werde. Bey allem aber, was mir erfreuliches und glück liches wiederfähret, auch ben den täglichen Wohlthas ten der Gesundheit, des Genusses von Speise und Trank, der Gemächlichkeiten des Lebens, die ich genieße, bey dem allen will ich es mir zur Gewohnheit machen, mit lebhafter Empfindung an Gott, den gütigen Geber desselben, zu denken, weil das an sich selbst billig ist, und weil zugleich dadurch meine Freu de an solchen natürlichen Gaben reiner und rührender wird. Ueberhaupt will ich den Gedanken von der bestån digen Gegenwart meines Gottes fo feste zu halten, und in meinem Gemüthe immer so nahe zu haben fus chen, daß er ben jeder Gelegenheit in mir merklich und rege werde, daß er mich in Gefahren der Versuchung warne und stärke, daß er mein Vergnügen reinige und erhöhe, daß er die last der Leiden mir erleichtere, und daß ich also, gleichsam in seiner steten Begleitung, den ganzen Tag über so viel sicherer und froher wandele. Auch dieß Heute wird bald nicht mehr seyn, und ist dann unwiederruflich und auf ewig verschwunden. Nur die Folgen und Früchte davon, wie ich diesen Tag angewender habe, die bleiben; es fen nun zum Guten oder zum Bösen; zu meinem Glück oder zu meinem Elende. Ich will mit Gottes Hülfe dafür forgen, daß es fein verlohrner Lag, kein Tag des künftigen Vorwurfs und eines schreckenden Andenkens für mich seyn möge. Und du, Allwissender und heiliger Gott, bist Zeuge dieser meiner Vorsätze; sey du auch mein Benstand, fie zu erfüllen. Lehre mich thun nach deinem Wohlges fallen; denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Amen! 62 63 Pri Prüfung am Abend. Prüfung am Abend.*) Ein Tag ist wieder hin, und diesen Theil des Lebens, wie hab ich ihn verbracht? verstrich er mir vergebens? hab ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? hab ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? Wars in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen? mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, als ein Geschöpf von Gott der Tugend mich zu weihn, und züchtig, und gerecht, und Gottes Freund zu seyn? Hab ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, diesen Gott, gepriesen; mir und der Welt genüßt, und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht weil mich Menschen sahn? Wie hab ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? Erfrent ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt? und hab ich im Vertrann auf ihn mein Herz gestärkt? Dacht ich ben dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächtigen, durch den sie sind und werden? verehrt ich ihn im Staub? empfand ich seine Huld? trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? Und wie genoß mein Herz, des Umgangs füßt Stunden? fühlt ich der Freundschaft Glück? sprach ich, was ich empfunden? war auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? und hab ich nichts geredt, das ich bereuen soll? Hab ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflich tet, sie durch mein Beyspiel still zum Guten unterrichtet? war zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? ein Glück, das Andre traf, war dieß mir angenehm? War mir der Fehltritt leid, so bald ich ihn begangen? bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? und wenn *) Ein Lied, welches auch nach der Melodie, O Gott du frommer Gott, kann gesungen werden. Allgemeines Gebet. wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit. Gott, der du alles weißt, was könnt ich dir verhelen? ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergieb durch Christi Blut mir die verlegte Pflicht; vergieb, und gehe du nicht mir mir ins Gericht. 21 Ja, du verzeiheft dem, den feine Sünden frånken: du liebst Barmherzigkeit, und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir ich leb: fo leb ich dir, sterb ich, so sterb ich dir! Pf. 139, v. 23. 24. Erforsche mich Gott, und erfahre mein Herz; prüfe mich und erfahre, wie ichs meyne, und siche, ob ich bösem Wege bin, und leite inich auf ewigem Wege. 2005 9. Allgemeines Gebet. Pf. 73, v. 24. Das ist meine Freude, daß ich mich zu Gott halte. Jest habe ich wieder einige Augenblicke, wo ich meine Gedanken zusammen nehmen, meinen Zustand betrachten, meinem wahren Glücke nachforschen, und überlegen kann, auf welchen Wegen ich es suchen muß. Lind wohin anders könnte ich denn zuerst mein Gemüth richten, als zu dir, mein Schöpfer, mein Wohlthäter und mein Gott, von dem ich alles empfangen und noch alles zu erwarten habe, was mir gut und nüglich ist? ich bin dein Eigenthum, das Werk deiner Hand, die mir so wohl, als allem, was im Himmel und auf Erden ist, Daseyn und Leben gegeben hat. Ich stehe beständig unter deiner Anfsicht und Leitung; vermag nichts ohne dich, und würde, ben der Schwäche meiner Einsicht und Kräfte in der Welt, wie in einer unsichern Wüste, wandeln, wenn ich mich nicht dir, Allweifer und Allgütiger, der du auch mein Leben und meine Schick. fale regierest, mit völliger Zuversicht anvertrauen könnte. b 3 Allgemeines Gebet. O bewahre mein Herz, daß ich deiner nicht vergesse, da ich für meine Wohlfarth keine andere Stüße haben, Fann, als deine väterliche Liebe und Fürsorge. Ucberall bist du mir so nahe; überall bin ich mit den Wirkungen deiner Macht, Weisheit und Güte umgeben; und mein eigenes Leben ist voll von deinen gnädigen Wohlthaten und Führungen. Darum will ich dir danken, barmherziger Vater, und mit freudiger Anbetung vor dein Angesicht kommen, wegen alles des Guten, was ich an die erkenne und von dir genieße. Möchte ich doch auch nur dir wohlgefallen und in meinem Herzen und Leben so von dir empfunden werden, daß deine liebreichen Absichten, zu welchen du mich ers schaffen haft, an mir und durch mich erreicht würden! Dieß ist mein ernstlicher Vorfat; aber stärke du ihn in mir, daß er nicht wanke oder fruchtlos bleibe. Lehre mich das große Glück eines unverlegten ruhis gen Gewissens mit Weisheit schätzen und mit trenem Ei fer suchen. Stelle mir stets das höhere Ziel eines zu künftigen ewigen Lebens vor Augen, damit nicht die so bald vorübergehenden Dinge der Eitelkeit meine Seele zu sehr an sich ziehen und verderben. Erinnre mich durch deinen Geist oft und lebhaft daran, daß ich ein Chrift bin, daßß ich durch das Evangelium Jefu Christi, deines Sohnes, meines Erlöfers, so viel dringender zur Liebe gegen dich, zum herzlichen Wohlwollen gegen meine Nebenmenschen und überhaupt zu jeder wahren Tugend be rufen bin, und fete mich dadurch in die Verfassung mei nes Gemüths, daß innerliche Ruhe und freudige Hoffnung mir nicht fehlen dürfe. Du, Herr, kennest meine Mängel; gieb sie auch mit zu erkennen, daß ich sie ablege und immer besser werde. Verzeihe mir nach deiner Erbarmung, was unrecht ge than ist, und habe Geduld mit den Schwachheiten, die mir noch ankleben. Wenn auch, ben der Ungewißheit aller irdischen Dins ge, bisweilen furchtsame Besorgniß mein Gemüth einnehmen will, oder wenn ich in wirkliche Leiden und Be füm, Die Litaney. 23 kümmernisse des Lebens gerathe, so hebe du meine Seele aus dieser Unruhe empor durch die Stärkung des getrosten kindlichen Vertrauens zu dir, meinem gütigen Bater und meinem sichern Führer, der du es doch gewiß am Ende alles wohl machest. Erhalte in mir die Gesinnung daß ich eft dich suche, oft und gerne meine Gedanken zu dir richte: so werde ich aus meiner eigenen Erfahrung immer völliger inne werden, daß dieß die Quelle der reinsten und besten Freude ist. Amen! Pf. 86, v. 11. Weise mir, Herr, deinen Weg, daß ich wan: dele in deiner Wahrhett. Erhalte mein Herz bey dem Einis gen, daß ich deinen Namen fürchte! Die Litaney. Kyrie, Eleison, Christe, Eleison, Kyrie, Eleison, Chrifte, Erhöre uns. Herr Gott Vater im Himmel, Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, Herr Gott heiliger Geist. Erbarm dich über uns. Sen uns gnädig. Verschon uns lieber Herre Gott. Sen uns gnädig, Silf uns lieber Herre Gott. Für allen Sünden, Für allem Irrfal, Für allem Uebel, für des Teufels Trug und list, Für bösem schnellen Tod, Für Pestilenz und theurer Zeit, Für Krieg und Blurvergiessen, Für Aufruhr und Zwietracht, Für Hagel und Ungewitter, Für Feuer und Wassers- Noth, b4 Für 24 Die Litaney. Für dem ewigen Tod, Behut uns lieber Herre Gott. Durch deine heilige Geburt, Durch deinen Todes. Kampf und blutigen Schweis, Durch dein Kreuß und Tod, Durch dein heiliges Auferstehn und Himmelfahrt, In unsrer lesten Noth, Am jüngsten Gericht, Silf uns lieber Herre Gott. Wir armen Sünder bitten, Du wollest uns erhören lieber Herre Gott. Und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, Alle Bischöfe, Pfarrherrer und Kirchen- Diener im heils samen Wort und heiligen Leben behalten. Allen Rotten und Aergernissen wehren, Alle Irrige und Verführte wieder bringen, Den Satan unter unsere Füsse treten, Treue Arbeiter in deine Erndte senden, Deinen Geist und Kraft zum Worte geben, Allen Betrübten und Blöden helfen und sie troffen, Unserm Kaiser, allen Königen und Fürsten, Fried und Eintracht geben, Unsern Landes- Fürsten ben deinem Wort im rechten Glauben erhalten, Ihm ein seliges Regiment und langes Leben geben, Erhör uns lieber Herre Gott. Unsern Rath, Schul und Gemeine fegnen und behüten, Allen, so in Noth und Gefahr sind, miz Hülf erscheinen, Allen Schwangern und Säugern fröliche Frucht und Gedeihen geben. Aller Kinder und Kranken pflegen und warten, Alle unschuldig Gefangene los und ledig lassen, Alle Wittwen und Waisen vertheidigen und versorgen, Aller Menschen dich erbarmen! Erhör uns lieber Herre Gott. Unsern Feinden, Verfolgern, und Lafferern vergeben und sie bekchren. Die Früchte auf dem Lande geben und bewahren. Sonn- und Sesttags. Gebete. Und uns gnädiglich erhören, Erhör uns lieber Herre Gott. O Jesu Christ, Gottes Sohn, Erhör uns lieber Herre Gott, a O du Gottes Lamm! das der Welt Sünde trägt. Erbarm dich über uns. O du Gottes- kamm! das der Welt Sünde trägt, Erbarm did über uns. O du Gottes Lamm! das der Welt Sünde trägt, Verleih uns steten Fried. Christe, erhöre uns, Kyrie, Eleison, Christe, Eleison, Kyrie, Eleison. Amen. 9 II. Sonn- und Festtagsgebete. I. 25 Gebet um Heiligung des Sonntages. Herr Gott himmlischer Vater! ich bitte dich, du wollest durch deinen heiligen Geist mich also regieren und führen, daß ich als ein wahrhafter Anbeter, im Geist und in der Wahrheit dich heut und allezeit anbete, dein Wort mit ganzem Herzen höre und aunehme, den Sabbath recht heilige, damit ich durch dein Wort und die Anrufung deines Namens auch geheiliget werde, auf Jesum Chri stum, deinen Sohn, all mein Vertrauen und Hoffnung im Tod und Leben fetze, für allem Aergerniß mich hite, von aller Befleckung des Fleisches und Geistes mich reinige, und mit meiner Heiligung in deiner Furcht immer fortfahre, bis ich endlich aus Gnaden ewig selig werde, durch denselben deinen lieben Sohn, Jesum Christum unsern Herrn, Amen. b5 Er. Sonne und Sesttags: Gebete. Ermunterung zur Feyer des Gottesdienstes. Kommt, laffet uns anbeten und fnien und niederfallen vor dem Herrn, der uns gemacht hat: Denn er ist unser Gott, wir sind sein Volk und Schaafe seiner Weide. Wie herrlich ist dieser Ort, diß ist das Haus des Herrn, und die Pforte des Himmels, gewißlich ist der Herr allhier. Hier will ich mein Herz ausschütten vor meinem Gott; er wird mich erhören von seinem heiligen Himmel: denn wo zween oder drey versammlet sind in seinem Namen, da ist er mitten unter ihnen. Ich danke dir mein Gott, daß du mich durch deinen heiligen Geist zu deiner christlichen Gemeinde berufen hast, mir in deis nem göttlichen Worte die reichen Schäße deiner himmlis schen Wahrheit vortragen läsfest, und meine Seele speisen willst durch diese erquickende Wahrheit. Verleihe mir eine herzliche Andacht, daß meine Seele von allen weltlichen Gedanken und Begierden abgesondert allein an dich gedenke, und nach dir verfange. Laß mein Gebet vor dich kommen, und erhöre mein Flehen, meine Pfal men und Lobgefang, nimm gnädig an, was ich vor dir rede, der ich Staub und Asche bin. Mein Herz hält dir vor dein Wort: ihr sollt mein Autlitz suchen, darum fuche ich, Herr, dein Antlig. Berbirg dasselbe nicht vor mir, und verstoffe nicht im Zorn deinen Knecht: denn du bist meine Hülfe. Hier will ich dir meine Sünde beFennen, und an meine Bruft schlagen, du wirst mir meis ne Misfechat vergeben. Hier will ich dir meine und der ganzen Christenheit Noth fürtragen, sen uns gnädig und erhöre uns. Hier will ich dich loben und dir danken mit der christlichen Gemeinde, Herr! thue meine Lippen auf mein Mund deinen Kuhn verkündige, laß dit wohl gefallen die Rede meines Mundes, und das Gespräch meines Herzens vor dir. Gelobet sey der Herr in seinem Helligrhum, und alles Volk soll sagen: Amen! 26 2. Allge Sonn und Sefittags: Gebete. 2. 27 Allgemeine Kirchenbeichte. Almächtiger Gott, barmherziger Vater, ich armer elender Sünder bekenne dir alle meine Sünde und Mis ferhat, damit ich dich jemahis erzurnet, und deine Stras fe zeitlich und ewig verdienet habe. Sie find mir aber alle herzlich, leid und reuen mich sehr! Ich bitte did) durch deine grundlose Barmherzigkeit, und durch das heilige unschuldige bittere Leiden und Sterben deines lieben Sohnes, Jefu Chrifti, du wolleft mir armen Sünder( Sünderin) gnädig und barmherzig seyn, Amen. Sonntägliches Kirchengebet. Barmherziger Gott, gütiger Bater, dein Sohn Jea fus, unser Erlöser und Versöhner, hat uns verheißen, daß, wo seine Glieder versammlet find in seinem Namen und gläubig zu dir beten, da sen er mitten unter ihnen, sie zu seegnen und zu erhören. Mit vereinigten Herzen treten wir also vor dich, und sagen dir Lob und Dank, nicht nur für alle Wehlthaten, die du uns täglich im Leiblichen erweifeft, sondern auch für die größefte Wohl that, daß du dich unserer Seelen annimmst, und uns zur Gemeinschaft deines Sohnes unsers Erlösers, zum geistlichen und ewigen Leben berufen und auserwähler haft. Das ist aber das ewige Leben, daß wir dich, daß du als lein wahrer Gott bist, und den du gefandt haft, Jefum Chriftum erkennen. Präge o Herr, diese deine Liebe tief in unser Herz, und mache uns ihrer dadurch werth, daß wir sie täglich dankbarer erkennen und würdiger ge brauchen. Entzeuch uns nicht um unserer Sünden und Unachtsamkeit willen, dein heiliges Wort und den rech ten Gebrauch deiner Sacramente: sondern gieb uns und unfern Nachkommen trene Hirten und Lehrer, die dein lebendiges Erkenntniß in und unter uns durch Wort und That fördern. Steure und wehre allem, was uns voit der reinen Wahrheit und Gottfeligkeit abführen will, und erfülle 28 Bonn und Sefttags Gebete. erfülle das Gebet deines Sohnes, daß dein Name überall geheiliget, dein Reich vermehret, und dein ewig guter Wille vollbracht werde. Da du uns auch befohlen haft, daß wir gemeinschaftliches Gebet thun follen für die Könige und für alle Obrigkeit: So befehlen wir dir zuförderst in deinen Schuß und Gnade den römischen Kayser und alle christliche Könige, Kurfürsten, Fürsten und Stände, zusammt der ganzen gesetzmäßigen Verfassung, Freyheit und Sicherheit des Teutschen Reichs. Vornemlich wollest du deine Gnade groß werden lassen über deinen Knecht, unfern gnädigst regierenden Landes Herrn, dessen geliebteste Frau Ge mahlin, Erbprinzen, Prinzessin Tochter, und jüngern Prinzen, seine vielgeliebte Frau Mutter, nebst fáummtlichen Herrn Vettern Gothaischer Linie, dem hochlöblichen Kur- und Fürsten Hause zu Sachsen, mit allen Dero hohen Anverwandten und Gefreunden, auch Erbverbrüderten und Erbvereinigten. Setze sie ben Gesundheit und allem Wohlseyn zu Vorbildern deiner Güte und deta nes Seegens! Sonderlich wolleft du, o Herr, unserm geliebtesten Herzoge und Landes- Vater zu seiner Regierung geben ein weises und väterliches Herz, heilsame und gerechte Werke, verständige und getreue Räthe, getreue Diener und gehorsame Unterthanen; damit wir noch lange unter feinem Schuß ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. S Wir befehlen dir auch alle hohe und niedere Obrig Feiten dieses Landes, alle Collegia, Amtleute und Gerichts Herrn( auch einem ehrbaren Rath dieser Stadt) fammt Allen, die des Landes Beste treulich suchen und befördern. Gieb ihnen, o Gott, deine Weisheit und Furcht ins Herz, daß sie vor deinen Augen ihr Ämt mit Treue und Einsicht verwalten, das Gute allenthalben einmüthig fördern, dem Bösen aber Einhalt thun und ihm wehren. Nimm dich, o Herr, du Vater der Armen, aller Elenden und Gedrückten, Wittwen und Waisen, Kranken Sonn und Sesttags: Gebere. 29 ken und Angefochtenen an, sonderlich auch in dieser Gemeinde. Sen du selbst ihr Rath und Trost, ihr Helfer und Versorger, wie du es zugefaget haft; erwecke aber auch in uns christliche Liebe und Eifer, dein Arm zu seyn, und ihnen, wo wir können, mit Rath und That zu helfen. Allen Schwangern und Saugenden wollest du fröliche Frucht und Gedeihen geben; allen zu erziehenden Kindern christliche Eltern, treue und weise Lehrer, gute Vorbilder in Gottseligs keit, Ordnung und Tugend, damit dein Segen unter uns von Geschlecht zu Geschlecht wachse. Segne, o Herr, einen jeden in seinem Stande; in feinem Beruf und ehrbarer Handthierung. Laß uns des Guten, das du uns giebst, auch des Friedens, den du uns gonnest, mit Dankbarkeit, Fleiß und Zufriedenheit genießen. Segne die Bergwerke unsers Landes, und bewahre die, so darinnen arbeiten, für Unfall und Uebel. Gieb gedeyhliche Witterung und laß wohlgerathen die Früchte der Erde. Bewahre uns vor Seuchen und Landplagen, Feuer und Wassersneth, Krieg und Unsicherheit, Hunger und theuren Zeiten; verleihe uns aber auch deine Gnade, daß wir nicht durch Undankbarkeit und andere Laster deinen Segen uns selbst rauben. Erhalt uns in deiner Furcht und Liebe: damit alles, was du über uns verhängest, uns zum Besten diene. O du Gott aller Menschen, du Vater aller, die zu dir rufen, der du Sünden vergiebest und Gebrechen heileft, der sich aller seiner Geschöpfe erbarmet und haffet nichts, was er gemacht hat, nimm dich des gesammten Zustandes der Menschheit und Christenheit an. Erleuchte, die dich nicht kennen, und führe die Irrenden, zur Wahrheit. Hilf allen Gefallenen auf, und unterstüge die finkende Schwachheit. Tröfte die, so um des Guten willen leiden, und vertilge unter den Menschen den Geist des Haffes, der Rache und der Verfolgung. Laß uns einander, wie du uns als Vater geliebet hast, als Brüder lieben, wirksam und frölich seyn in deiner uns durch Christum geschenkten Gnade, und einst in jener Welt dich Konsert 30 Sonn- und Festtags: Gebete. dich vollkommner lieben und loben. Wir bitten dich, o Gott, um Alles, darum du wilt geberen fenn, um Jefu Christi, deines Sohnes, unsers Heilandes, willen, welchem samt dir und dem heiligen Geist sey Lob und Preis in Ewigkeit. Amen. 3. Kirchen Gebet am Weihnachtsfeste. Almächtiger, barmherziger Gott, Vater unsers Herrn Jefu Chrifti, wir fagen dir Lob und Dank, daß du deinen eingebohrnen Sohn, unsern Herrn Jefum Chriftum, uns zu gut und um unsrer Seligkeit willen einen wahren Menschen lassen gebohren werden, und in demselben allen deine unaussprechliche Liebe gegen das menschliche Geschlecht erwiesen hast. Was sind wir, daß du uns mit fo unaussprechlicher Liebe angesehen, so viel an uns gewendet, und um unserer Geligkeit willen gethan haft? Was sollen wir sagen? Du haft nicht unsere Unwürdigkeit und Missethat, sondern Deine unermeßliche Barmherzigkeit betrachtet und Gnade für Recht gehen lassen. Dafür sagen wir dir unsterbli chen Dank; Wir erkennen unsere Uuwürdigkeit und große Schuld: preifen aber hergegen deine väterliche Barmherzigkeit, und bitten durch deinen eingebohrnen Sohn, unfern Heiland und Seligmacher, du wollest uns um desselbigen willen gnädig seyn, unser Schonen, und dir auch hinfort, wie du bisher gethan haft, eine ewige Kirche aus dem menschlichen Geschlechte, und also auch unter uns versammlen, sie wider alles Unglück schützen und beschirmen, ihr mit deinem Geist und Kraft also beis stehen, daß in ihr die selige Menschwerdung und Geburt deines Sohnes, Jefu Chrifti, nicht nur verkündiget und gepriefen werde, sondern auch das Gute, das sie fürs menschliche Geschlecht gewirkt hat, in ihr sich erzeige. Gleichergestalt wollest du auch die weltlichen Herrschaften, den römischen Kayser, alle chriftlichen Könige, Chur- Fürsten und Herren, insonderheit Unserm 2c. 2c. Sonn- und Sefitags: Gebete. 31 2. Herzog zu Sachsen 2c. 2c. 2c. mit allen ihren hohen Anverwandten dir laffen befohlen fenn, alle zeitliche und ewige Wohlfarth Ihnen gnädiglich verleihen, und zu ihrem Regiment Gnade und Segen geben, daß wir darunter in Glück und Ruhe friedlich leben mögen. Ingleichen befehlen wir dir die Herren Räthe, AmtLeute und Gerichts- Herren, auch einen ehrbaren Rath, samt ganzer Gemeinde allhier. Dieselbe wollest du dazu reichlich segnen, damit unter uns Gerechtigkeit, Ordnung und gute Sitte sey und bleibe, auch ein jeglicher feines Berufs warten, und dir in Heiligkeit und Ge rechtigkeit, die dir gefällig ist, sein Lebenlang dienen möge. Erhalte uns im rechten Glauben und in der Vereinigung mit dir, daß wir ein dir geheiligtes und von dir gesegnetes Volk seyn mögen. O du jetzt erhöhter Heiland, Herr Jesu Christe, der du ein Herr aller Herren und ein König aller Könige bist, lenke das Herz jeder christlichen Obrigkeit, daß sie dein Volk chriftlich regiere! Schütte deinen Gegen über alle aus, die ihres Berufs treulich warten. Trösie alle Betrübte mit dem erfreuenden Gedanken, daß du auch ihnen zu Gut Mensch geworden bist. Erhebe unsere Herzen, daß wir uns auch deswegen scheuen, Böses zu thuu, und in uns oder in unsern Mitbrüdern die Menschheit zu erniedrigen und zu entehren, da du selbst, o hochgelobter Sohn Gottes, unser Blutsfreund geworden bist. Dann wirst du uns ferner mit deiner Gnade erfreuen, fegnen, und in allen Umständen trösten. An dir haben wir einen machtigen Schus, einen getreuen Freund, einen Trö ster und Beystand in aller Noth. Du regiereft uns und führest uns einst zu der Seligkeit ein, wo wir nach deinem Bilde erneut, dich schauen, und dich samt dem Vater und heil. Geist ewig preifen werden. Amen. Am Neujahrsfeste. Almächtiger Gott, himmlischer Vater, von Herzen fas gen wir dir tob und Dank, daß du uns durch deine vis Sonn: und Sesttags, Gevere. väterliche Güte und Treue dieses nunmehr verflossene Jahr überleben, und uns in demselben viele und man. nigfaltige Gutthaten an keib und Seele, wiederfahren laffen. Leider haben wir dieselben nicht allezeit mit gebührendem Dank erkannt, sondern sie auf mancherlen Weise gemisbraucht, auch sonst aus angebohrner menschlicher Schwachheit, mit Gedanken, Worten und Werken wider dich in diesem vergangenen Jahre gesün. diget, und dadurch deinen gerechten Zorn und deine Ungnade verdienet. Darum bitten wir dich demüthig, du wollest solche unfre Sünden mit dem vergangenen Jahre verschwunden seyn laffen. Und da wir ein neues Jahr anfangen, so wolleft du, o Vater! uns deinen heiligen Geist verleihen, daß wir auch alle alte Sünden und böse Gewohnheiten ablegen, mit dem neuen Jahr ein neues Leben anfangen, und dir darin mit neuem Herzen dienen. Segne uns, Herr, unfer Gott, und behüte uns im neuen Jahre vor allem Uebel Leibes und der Seelen. Erleuchte dein Angesicht über uns, und fen uns gnädig, erhebe dein Angesicht auf uns, und gieb uns deinen, den zeitlichen und ewigen Fries den, damit wir die Jahre unfrer irdischen Wallfahrt christlich vollenden, und einst ben dir, mit allen Auserwählten, in Ewigkeit leben mögen, durch unsern Herrn und Heiland Jesum Christum. Amen. 32 4. Gebet zur Paßions- Zeit. Herr Jesu, dy heiliges kamm Gottes, das die Sünde der Welt trägt, wir danken dir für deine herzliche Traurigkeit, da deine Seele betrübt war bis in den Tod, auf daß du die ewige Traurigkeit von uns wendeteft, und uns die ewige Freude erwürbest. Wir danken dir für deinen demüthigen Fußfall, und den heiligen Gehorsam, da du deinen Willen dem Willen deines himmlischen Vaters aufopferteft, und spracheft: ,, Nicht was ich will, sondern was du willt;" auf daß du unsern bösen Willen hei Sonn- und Sesttags: Gebete. 33 heiletest, und fins dem Willen Gottes zum Opfer brächtest. Wir danken dir für deinen bittern Todes, Kampf, damit du dem Tode die Macht genommen, und ihn auch für uns in cinen sanften Schlaf verwanbelt haft. Odu allergeduldigstes und sanftmüthigstes Herz, wir danken dir, daß du um unsertwillen gefangen und gebunden, fälschlich verklaget, verspottet und gelåstert worden, auf daß du unsern Stolz, unsre Lieblofigkeit, unsre kästerungen des Guten und der Wahrheit, unsern Frevel und Ungehorfam buffeteft. O du König der Ehren und Herr der Herrlichkeit! der du um unsertwillen in Hohn und Schmach mit Purpur gekleidet, mit Dornen gekrönet, verwundet und zerschlagen, als ein Bild des Erbarmens dem Volke vorgestellt und dennoch von deinem Volke vers worfen und verläugnet, ja um unsertwillen zum Tode verurtheilet worden und als ein demüthiger Knecht, du allergehorsamster Sohn Gottes deines Vaters, Dein Ereuß selbst getragen, du wurdeft, ein Opfer an ihm für unsre Sünde, zwischen zweyen Mördern gecreußiget, und unter die Uebelthäter gerechnet; da du doch niemand Unrecht gethan, auch kein Betrug in deinem Munde erfunden worden. Alle Lästerung und Schmach am Creuts hast du geduldig erlitten und bist, o du Gesegneter des Herrn, ein Fluch worden, auf daß in dir alle Völker auf Erden gesegnet würden. Du der Schönste unter den Menschenkindern, wurdest der Allerverachtefte unter den Menschen, auf daß du uns herrlich machtest.: Du hingest trostios am Creuße, auf daß wir getröstet würs den. Ewiger Hoherpriester, du unser einiger Mittler, wir danken dir, daß du, indem du dich mit starkem Ges schren und mit Thränen deinem himmlischen Vater für uns aufgeopfert, und das tröstliche Wort aussprachest: ,, Heute wirst du mit mir im Paradiese seyn," womit du uns sterbend das Paradies eröfnet und unserm brechens den Auge einen erquickenden Blick in die nahe und frohe Ewigkeit verschaffet hast. Wir danken dir für deine veste Zuversicht, da du, obgleich du dich von deinem Gott. verlassen fühltest, dennoch gläubig an ihm biengest und ihm 34 Sonn- und Sefitags: Gebete. ihm vertrauteft. Wir danken dir in deinem Todesdurfte für dein tröstlich Wort: Es ist vollbracht," und für dein lektes Wort am Creuk, damit du aller Gläubigen Seelen in die Hände des himmlischen Baters überantwortet. D Herr Jesu Christe, du getreuester Liebhaber unfrer Seele, gieb mir ein willig Herz, um deinetwillen attes zu thun und mich dir ganz aufzuopfern. Pflanze wahre Demuth in mich, daß ich meine Nichtigkeit erkenne, keinen Verdruß habe unbekannt zu feyn in der Welt, und von derselben gering geachtet zu werden, wenn ich meine Pflicht und den Willen Gottes, meines himmlischen Vaters erfülle. Gieb mir Geduld, jedes unverschuldete Creus willig zu tragen, die väterliche Züchtigung mit Gehorsam aufzunehmen, und mich dir mit freudigem Herzen in Verläugnung mein selbst, zu allem deinem Wohlgefallen zu ergeben. Laß deinen bittern Tod, dein Blut und Wunden mir zur Vergebung aller meiner Sünde, und zum ewigen seben gereichen, daß ich ab. sterbe der Welt und bösen Süsten, die aber allein lebe, und durch dich erquicker, gereiniget durch dein Blut, einst unbefleckt abscheide, und mit dir ewig vereiniget bleibe. Auch meinen Leib laß in der Erde, die du gehei liget haft mit deinem Begräbniß, fanft ruhen, bis du ihn an jenem Tage wieder auferweckest zum ewigen Leben, und ich also mit dir, meinem Erlöfer, leben, und dich in deiner Freude ewig geniessen werde. Amen. 5. Gebet auf Ostern. Almächtiger, barmherziger Gott und Vater unfers Herrn Jefu Chrifti! der ou ein unerschöpflicher Brant quell alles Guten bist und bleibest, wir danken die von Herzen, daß du deines eingebohrnen Sohnes nicht ver schonet haft, sondern ihn um unserer Sunde willen dahin gegeben, und am dritten Tage von den Todten erwecket hast. Wir danken dir, allergetreuester Herr und Heiland, Sonn und Sesttags: Gebete. 35 Heiland, Jefu Christe! daß du unsere Schuld und Misserhat auf dich genommen, durch deinen Tod dafür ge. buffet und durch deine fröliche Auferstehung Gerechtigkeit, Leben und Seligkeit wiederbracht haft! Wir bitten deine grundlose Barmherzigkeit, du wolleft solche deine himmlische Wohlthaten an uns nicht lassen verlohren seyn, sondern durch festen Glauben uns derselben theil haftig seyn und bleiben lassen. Erwecke uns durch die Kraft deines Geistes, daß wir vom Schlaf der Sünden, alter Irrthümer und böser Gewohnheiten aufstehen und mit dir im neuen Leben wandeln; damit wir uns deiner Auferstehung erfreuen und würdig werden, die in dein Reich, wohin du als unser Berföhner und Oberhaupt vorangegangen bist, dereinst nachzufolgen. Du wolleft dir auch, vermöge deiner unfehlbaren Zusage, für und für aus dem menschlichen Geschlechte, auch in diesen Landen und Gemeinen eine ewige Kirche fammlen, fie erhalten, treue Arbeiter in deine Ernte senden, und aller falschen Lehre und Verführung steuren. Du wolleft auch die weltliche Obrigkeit, den Rdmischen Kayser, alle chriftliche Könige, Churfürsten und Herren, infonderheit unfern 2c. 2c. Herzogen zu Sachfen, 2c. 2c. und ihre hohe Anverwandte, an leib und Seele segnen, desgleichen die Herren Räche und Bes amten, einen Ehrbaren Rath dieser Stadt fammt der ganzen Gemeine allhier dir lassen befohlen seyn, über den gesammten Haus- Stand, Våter, Mütter, Kinder, Gesinde, dein Segenswort aussprechen und ihnen dei. nen Frieden mittheilen. Gieb ben jetzt anbrechenden Frühlinge der Erde neue Kraft, den Früchten Wachsthum und Gedeihen, uns allen aber neuen Muth, neu en Fleiß, neue Hoffnung. Wir halten uns Herr, an deine Verheissung: ,, ich lebe und ihr sollt auch leben!" Im Glauben an dieselbe laß uns unsre Laufbahn fröh. lich und getrost vollenden, bis wir einst in jener Welt dich den Auferstandnen in seiner Herrlichkeit schauen, und nach dem kurzen Grabesschlummer neu erquicft werden, wenn wir erwachen nach deinem Bilde. Erfülle die 36 Sonn und Sesttags: Gebete. diese Hoffnung in uns, du von den Todten auferweckter Heiland, der du mit dem Vater und heiligen Geist lebest und regierest in Ewigkeit, Amen. Am Himmelfahrtsfeste. Großer Gott, himmlischer Vater, der du deinen Sohn, unsern hochgelobten Erlöser, nach überstandenem zeiden des Todes mit Preis und Ehre gekrönt, ihn auf deinen Thron erhöht, zum Herrn der ganzen Natur gemacht, und uns in ihm einen beständigen Versöhner, Schuß und König verordnet haft; wir trühmen an dem heutigen Tas ge deine Güte und Barmherzigkeit. Du ließeft deinen Sohn in niedriger Gestalt bey uns erscheinen, als einen Armen auf Erden leben, und am Kreuze, als einen Mif fethäter, für uns sterben. Aber das kamm, das für uns erwürget war, ist würdig zu nehmen Preis und Ehre und Kraft! Die Tage des leidens unsers duldenden Erlösers hatten ein herrliches Ende; er herrschet als König über alle Geschöpfe. Alle Dinge hast du, o Vater, unter seine Füsse gethan, und ihn gesetzt zum Haupt der Gemeine über Gewalt, Macht, Herrschaft und was genannt mag werden, nicht allein in dieser, sondern auch in der künftigen Welt. Zu welch einer hohen Ehre ist unsre menschliche Natur in dir erhoben worden, o Hei land! Gieb daß wir die Würde, deren du uns theilhaf tig gemacht haft, nie vergessen; daß wir den Leib und die Seele, welche du dir geheiligt, und so genau darch dich mit Gott vereiniget haft, nie durch unreine Lüfte be flecken, noch durch vorfeßliche Sünden entweihen. Laß es uns zu keiner Zeit aus dem Sinne kommen, daß du nicht blos unser Versöhner, sondern auch ein gerechter Regent und Richter fenst, der einem jeden einst geben wird, wie es feine Werke verdienen. Erzeuge in uns durch deinen Geist viele gute Gesinnungen, daß wir, wie die Engel und Seligen im Himmel, bereit seyn mögen, deine Befehle zu verrichten; daß wir deinen Willen allen unsern Wünschen vorziehen lernen, und dich, als den Be Sonn- und Festtags: Gebete. 37 Beherrscher der Welt nicht nur verehren, sondern dir auch unsre Herzen zu regieren stets überlassen. Dann werden wir in allen leiden und Schwachheiten, ben dir einen wohlgegründeten Trost finden. Dir, o allweiser Beherrscher der ganzen Welt! ist am besten bekannt, roas zur Beförderung unfrer dauerhaften Wohlfahrt ndthig und nüglich ist. In deine gnädige Obhut übergeben wir uns. Segne die Christenheit, segne unsre Geschäfte; erfülle uns mit den Empfindungen des Friedens und der Liebe Gottes; regiere und leite uns. Wir sind dein Volk, dein Eigenthum, dein Fleisch und Blut; verlaß uns nicht mit deiner Gnade, so lange wir leben, und erfülle einst, wann wir sterben, deine Verheißung: ,, wo ch bin, da foll mein Diener auch seyn; ich will wieder kommen, und euch zu mir nehmen, auf daß ihr send, wo ich bin." Amen. 6. Gebet auf Pfingsten. Allmächtiger, ewiger Gott, barmherziger Vater unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi! wir danken dir von Herzen, daß du auf dieses heilige Pfingstfest vom Himmel herab dich offenbaret, den heiligen Geist sichtbar über die Apostel ausgegossen, und dadurch bezeiget hast, daß du durch Kraft und Wirkung des heiligen Geistes, durch das Predigt- Amt der Apostel und aller heilsamen Lehrer, dir aus dem menschlichen Geschlecht, eine ewige Kirche und Gemeine versammlen, unsere Herzen erleuchten, bes Fehren, gläubig, heilig und ewig selig machen, diefelbe auch durch deinen heiligen Geist regieren wolleft, daß sie dich würdig ehren und preisen. Wir bitten dich, 0 himmlischer Vater! durch Jefum Chriftum deinen einis gen Sohn, unsern Heiland, du wolleft deinen heiligen Geist auch heut und hinfort in unsere Herzen ausgiessen, dieselben rein schaffen, erneuern, gewiß und beständig machen. Verwirf uns nicht von deinem Augesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von uns: $ 3 Tro 38 Sonn- und Sesttags. Gebete. Tröfte uns mit deiner Hülfe, und laß uns deinen freudi, gen Geist ben dem Wort deiner Wahrheit und dem allein feligmachenden Glauben, erhalten. Eteure und wehre allen Irr- Geistern, so uns von deinem Wort und der Wahrheit auf falsche Gedanken und böse Irrwege ableiten wollen. Regiere auch durch denselben Geist die welt. liche Obrigkeit, den Römischen Kayser, alle chriftliche Könige, Chur- Fürsten und Herren: Insonderheit un fern 2c. zc. 2. Herzogen zu Sachfen 2c. 2c. 2c. mit allen ihren hohen Anverwandten. Wollest ihnen langes Leben, beständige Gesundheit, samt aller zeitlichen und ewigen Wohlfahrt gnädig verleihen, zu ihrem Regimente Gnas de und Segen geben, daß wir darunter in stiller Ruhe friedlich leben mögen. Ingleichem befehlen wir die die Herren Räthe, Amtleute und Gerichts- Herren,( auch ei nen Ehrbaren Kath dieser Stadt,) samt ganzer Gemeins de allhier. Du wollest sie in deinem gnädigen Schuß er halten und vor allem Uebel behüten. Leite und führe auch durch deinen heiligen Geist aller Hausväter, Mütter, Kinder und Gesinde Herzen, daß sie dich vor Augen haben, in ihrem Beruf und Stande gottselig leben, in Ge rechtigkeit und Heiligkeit, so dir gefällig ist, ihr Lebenlang dir dienen, und hilf uns endlich mit einander durch teinen heiligen Geist, daß wir in deiner Erkenntniß, Furcht und Liebe, im Glauben, in Keuschheit, Reinigkeit, Nüchterkeit, Mäßigkeit und Wahrheit zunehmen, und endlich das Ende unsers Glaubens, das ist der See len Heil und Seligkeit erreichen, durch Jefum Chriftum deinen Sohn, unsern Herrn, der mit dir und dem heis ligen Geifte lebet und herrscher in Ewigkeit, Amen. III. *** 39 II. Beicht und Communion- Gebete. Gebet um aufrichtige Prüfung. Allgegenwärtiger Gott! der du in das Verborgene fiegeft, die geheimsien Gedanken der Menschen kennest, průfest und richtest: du erforschest und kennest auch mich, du fichest auch mein Herz, mit welchem ich jezt vor dir erscheine, und mich prüfen will, wie ich bisher gewandelt habe. Auch gieb mir deine Gnade zu meinem Vorhaben, daß meine Buße rechtschaffen sen, und ich mich von ganzem Herzen zu dir bekehre. Reinige mein Herz von aller Heuchelen und Selbstbetrug, daß ich mich aufrichtig erforsche und auch meine verborgensten Sünden ans Licht bringe, vor dein Angeficht. Dein Wort sen der Spiegel, worinnen ich die Flecken meiner Seele erkenne, und deine Hand sen mein heilender Arzt. Gieb, daß ich mich vor Deinem allsehenden Auge so prüfe, wie du mich prüfest, und wie ich einst vor dir erscheinen werde, im Gericht der unparthenischen Wahrheit. Erforsche mich Gott, und erfahre mein Herz, prüfe mich, und erfahre wie ichs menne; siehe, ob ich auf bösem sündlichen Wege bin, und leite mich auf den ewigen Weg. Schlage, Jesu, an mein Herz, rühre mein Gewissen, Damit aus dem Sündenschmerz heisse Thränen fliessen. Blicke mich wie Petrum an, daß ich in mich schlage, Daß ich mag gedenken dran, und doch nicht verzage. Selbstprüfung nach den Geboten Gottes. Wer bist du? Was sagest du von dir selbst? Wer bin ich? wozu bin ich da? wie habe ich meinen Beruf erfüllet? was habe ich an meinem Nächsten ges than? was wird aus mir werden? Welche wichtige und nöthige Fragen! Scheue dich nicht, o Seele! dir diese FraC 4 40 Beicht, und Communion: Gebete. Fragen aufrichtig zu beantworten. Entfalte vor dir dein Herz, ziehe deine verborgenen Sünden ans Licht, vor deren Entdeckung dir selbst grauct. Kehre in Einsamkeit und Stille in dich selbst zurück, prüfe und richte dich felbst, wie Gott dich prüfer und richtet. Gott hat mich zu einem vernünftigen Menschen ge. schaffen, mir Vernunft und alle Einne geschenkt, Sá higkeiten und Kräfte zum Guten in mich gelegt, die er fo manchen andern verfagte; und wie habe ich sie bisher gebraucht? habe ich sie alle zum Guten angewendet, oder habe ich sie vernachläßiget, und wie jener unnüße Knecht mein Pfund vergraben, oder gar zum Bösen gebraucht? Werden sie einst am Tage des Gerichts für, oder gegen mich zeugen? Gott hat leben und Wohlthat an mir gethan: wie habe ich bendes gebraucht? Mein Leben sollte Vorbereis fung feon auf die Ewigkeit, Saatzeit auf eine künftige Erndte. Wie habe ich diese Zeit angewendet? Wie viel Tage und Jahre habe ich durch Müßiggang und Trägheir getödter? nichts Gutes in ihnen gefäet, oder vielleicht gar Unkraut, wovon ich einst stechende Dornen érndten werde? Alle Wohlthaten Gottes hatten den Endzweck, mich näher zu ihm zu ziehen: wie haben sie diesen Endzweck ben mir erreicht? Wie viele habe ich als Wohlthaten nicht erkannt, oder gar fie durch Verachtung zertreten, durch Mißbrauch geschåndet, und mich deren unwerth gemacht? Habe ich immer Gott über alles geliebet, und aus Liebe zu ihm das Gute gethan, und das Böse unterlaf fen? Ist mir der Gedanke an seine Allgegenwart anges nehm gewesen? oder habe ich das Andenken an ihn gehaffet, und mich knechtisch vor ihm gefürchtet? Habe ich mein ganzes Vertrauen in jedem Anliegen allein auf ihn gefest? oder habe ich mich mehr auf Menschen, Reichthum, und meine Geschicklichkeit verlassen, als auf ihn? habe ich in herren Schicksalen nie gegen ihn gemurret, und seine Weisheit gemeistert? Habe Beicht und Communion Gebete. 41 Habe ich nie durch einen falschen End mein Gewis sen verlegt, und dadurch aller Hülfe Gottes mit gutem Wissen und Willen entfaget? Habe ich auch den Eyd der Treue in meinem Amt und Stande immer vor Augen gehabt, und ihn zu erfüllen gesucht? oder habe ich denfelben leichtsinnig vergessen, oder vorsätzlich übertreten? Sind meine Worte immer ja und nein gewesen? oder habe ich meinen Mund gewöhnt, durch liederlich leichtfinniges Schwören den Namen Gottes zu schånden und durch Fluchen und böse Wünsche, ihn zu entwenhen? Habe ich es als eine Wohlthat Gottes für Seel und Leib angesehen, daß er einen Tag der Ruhe verordnete, wo ich ruhen sollte von den Geschäften meines Berufs, mir neue Kräfte fammlen, in mich selbst zurückkehren, und ihm dienen? Und wie habe ich diesen Tag des Herrn bisher gefeyert? Was ist aus meinem Gottesdienste geworden? Habe ich die Versammlung der Chriften auch oft, und mit der rechten Absicht besucht? oder war mir jede unnöthige Abhaltung willkommen? Habe ich andächtig und aufmerksam das Wort Gottes gehört, das gehörte in gutem Herzen bewahret, mich dadurch im Guten befestiget, und im Leiden getröster? oder ist mein ganzer Gottesdienst Heuchelen, und kalter Lippendienst gewesen? Habe ich die Pflichten gegen meine Vorgesetzten erfüllet? Habe ich als Kind die Wohlthaten meiner Eltern in dankbarem Andenken bewahret, fie immer in Ehren gehalten, in ihrem Alter erquickt, und die letzten Tage ihres Lebens durch Liebe und Geduld ihnen versüßt, und mich gefreut, daß ich dadurch ihre Liebe und Mühe nur einigermaßen vergelten konnte? oder habe ich durch Unbescheidenheit, lieblofe Härte und Verachtung ihnen ihe Seben verbittert, und ihre letzten Tage erschwert? Ruhen auf mir Thränen und Seufzer gedrückter Eltern, die ich erpreßt habe? und werden sie einst gegen mich zeugen vor Gottes Gericht? Habe ich, als Vater und Mutter, meine Kinder mit sanftem Ernst, und mit vernünftiger Liebe zum Gehor. fam C5 Beicht, und Communion Gebete. fam gegen Gott, zur Aufrichtigkeit, zur Treue und Arbeitsamkeit chriftlich erzogen? oder habe ich sie vernachläßiget, ihre Unarten gebilliget, sie von Kirchen und Schulen abgehalten, und als wilde Bäume laffen heranwachsen? Werden sie einst über mich seufzen, und meine Richter werden? Erfülle ich als Dienfibothe meine Pflicht? bin ich freu und folgfam gegen meinen Herrn? oder vernachlaßige ich ihm das Seine, und verbittre ihm durch Troß und Ungehorsam sein Leben? Gehe ich, als Herr, meine Dienstbothen als Menschen an, wie ich selbst bin? begegne ich ihnen mit Liebe und Bescheidenheit? halte ich ihnen nie ihren verdienten Lohn vor, und suche ihnen nie denselben, unter irgend einem ungerechten Vorwand, zu Wasser zu machen? Erkenne ich ihre Treue mit Dank? oder mache ich ihnen durch Härte und Stolz ihr Schicksal schwerer? Gehe ich mein Leben als Gottes höchstes Geschenk an, und brauche ich es treu? oder habe ich es oft unnüt verschwendet, durch Unmäßigkeit und Unordnung daffelbe verkürzt, und mir dadurch bittre Reue erkauft, und cin fieches Alter bereitet? Habe ich gern das Meine dazu beygetragen, das Sen ben meines Nächsten zu erhalten, ihn im Mangel und Kummer unterstüßt, und wo ich das nicht konnte, ihn liebreich getröftet? oder habe ich ihn durch Verführung zu Sünden verleitet, dadurch sein Glück untergraben, und sein Leben gemordet? Habe ich durch Rachgier und Unvorsichtigkeit fein Leben verkürzet? Wird nicht einst tas Leben eines Menschen von meinen Händen gefordert nerden? Habe ich immer Reinheit des Herzens, und gutes Gewissen zu bewahren gesucht? Habe ich durch leichtfinnige, schlüpfrige Reden meinen Nebenmenschen geärgert, durch ehrlose Thaten die Unschuld verführt, und dadurch fremder Sünde mich theilhaftig gemacht? Habe ich nie den häuslichen Frieden gestört, und die Ruhe und Glückseligter frommer Gatten untergraben? Ift Beichts und Communion Gebete. 43 Ift alles, was ich befine, mit Recht erworbenes Gut, und habe ich immer jedes unerlaubte Mittel, mein Vermögen zu vergrößern, herzlich verabscheuct? oder ist un. recht Gut in meinen Händen? Hängen Thränen bevortheilter gedrückter Armen, von mir erpreßt, in meinem Gut, und ist meiner Habsucht jeder unerlaubte Kunstgriff willkommen, wodurch ich etwas an mich bringen, und mich auf die sanddeste Weise bereichern kann? Habe ich der Wittwen und Waisen ihr dürftiges Erbe unter irgend einem Vorwande verschlungen? Bin ich aufrichtig gewesen im Handel und Wandel, und hab ich nie darinnen den Unerfahrnen betrogen? Bin ich bereit, gethanes Unrecht zu ersetzen, und dem, den ich bevortheilt habe, das Stine wieder zur erstatten? Habe ich mit Freuden denen ihr Glück gegonnet, denen die Hand Gottes ein glückliches koos beschieden hatte, als mir? oder habe ich sie deswegen beneidet, und scheel dazu gesehen, daß Gott so gütig war? Habe ich durch Trägheit und Verschwendung nicht oft mich selbst bestohlen? Werden nicht einst die Seufzer verarmter Kinder auf mir ruhen? Ift mir immer der gute Name meines Nächsten heilig gewesen? Habe ich, so viel ich gekonnt, seine Ehre zu erhalten gesucht, angedichtetes Böse, von ihm abgewandt, seine Geheimnisse im Herzen bewahret, und immer das Beste zur Sache geredet? oder habe ich oft durch beissenden Sport, boshafte Berläumdung, und liebloses Richten seine Ehre gefränkt, feinen guten Namen geschåndet, das Glück seines Lebens vernichtet, und ihm Schaden gethan, den ich nie wieder ersetzen Fann? Bin ich zufrieden gewesen mit dem, was die Hand Gottes mir zutheilt? oder habe ich oft etwas begeh ret, was nicht mein war? Habe ich niedrige Kunstgriffe und elende Ranke, wodurch ich es an mich zu bringen gesucht, nicht mit dem Schein des Rechts be mån Beicht und Communion Gebete. mäntelt, und Rechtschaffenheit und Treue geheuchelt, wo mein Herz mit List und Betrug erfüllet war? Bin ich zufrieden gewesen mit meinem Beruf und Stande, worein Gott mich gesetzt hat, und habe ich mit allen Kräften ihn zu erfüllen gesucht? Mein ganzes Glück ruhet vorzüglich darauf, daß ich vollende das Werk, was mein Gott mir aufgetragen hat, und wie ist dieses bisher geschehen? Wie vieles ist von mir unvollendet liegen geblieben? Wie vieles habe ich vernachläßiget, und meiner Bequemlichkeit aufgeopfert? Wie würde mir seyn, wenn du, o Gott! jetzt mein Amt von mir nähmest, und sprächeft: Thue Rechnung von deinem Haushalten! Herr, Herr! allsehender Gott, du erforschest und kennest mich, auch meine verborgenen Sünden stellest du ins Licht vor dein Angesicht, Ach Herr! ich habe gesündiget und übel vor dir gethan, ich bin nicht werth, daß ich. dein Kind heiffe. Beschämt muß ich auf die Frage: Wer bist du? was sagest du von dir selbst? antworten: Hert! ich habe mißgehandelt, Ja, mich drückt der Sünden kaft: Ich bin nicht den Weg gewandelt, Den du mir gezeiget haft: Aber hab', o hab Erbarmen, Nimm zu Gnaden an mich Armen. Gebet um Versöhnlichkeit. Matth. 5. v. 25. Sey willfärtig deinem Widersacher bald, weil du noch bey ihm auf dem Wege bist. u haft, gerechter Gott und barmherziger gütiger Vater mir nur alsdann Vergebung meiner Sünden verheiffen, wenn ich denen, die sich an mir verfündiget haben, herzlich vergebe, Versöhnlichkeit beweise gegen meinen Nächsten, und die Barmherzigkeit, die ich von Dir erbitte, auch ihm erzeige. Sie ist das Zeichen der Aufrichtigkeit meiner Befehrung, und also die Bedingung, Beicht und Communion Gebete. 45 gung, unter welcher ich Vergebung meiner Sünden von dir erlangen kann. Dein Sohn, Jesus Christus, hat diese Verföhnlichkeit zu einer Pflicht seiner Bekenner gemacht, und hat sie durch sein eigen Beyspiel befestiget, indem er noch sterbend seinen Feinden vergab, und am Creug betete: ,, Vater! vergieb ihnen, fie wiffen nicht, was sie thun." Bewahre mich, daß ich nicht mit unversöhnlichem, rachgierigen Herzen gegen meinen Widersacher hinzugehe, und dadurch das Denkmahl der Liebe und Versöhnung Jefu Chrifti entweihe. Sichest du, daß in mir Groll und Feindschaft gegen meinen Nächsten sey, so rühre mein Herz, daß ich mich noch heute mit ihm verföhne, weil ich noch bey ihm auf dem Wege bin. Rufe den Gedanken in meine Seele zurück, daß wir bende Wanderer und Pilgrimme hier sind, die nur einen kurzen Weg mit einander zu gehen haben, und nicht wissen, wie bald wir von einander scheiden müssen, wenn mein oder fein Weg fich schließt. Wie wehe würde es mir thun, wenn er plößlich sterben sollte, ohne daß ich mich mit ihm verföhnet hätte, und ich ihm das angethane Unrecht nie wieder vergüten könnte! wie würde der Gedanke mich qualen daß meine Feindseligkeit und Härte einem armen Menschen, dem vielleicht der Freuden werig be schieden waren, noch die letzten Tage seines Lebens erschweret habe und sein letzter Seufzer ein Seufzer über mich gewesen. Und wie sollte ich, Vater im Himmel! vor dir erscheinen, wenn du mich plötzlich zu dir riefest, und ich mit unversöhnlichem Herzen aus der Welt ginge! Wie beschämt würde mein erstes Erwachen in einer an dern Welt seyn, wenn ich das Bewußtseyn der Unvers föhnlichkeit und Härte gegen meinen zurückgelassenen Bruder in mir trüge! Welche Barmherzigkeit und Verzeihung könnte ich von dir erwarten, wenn ich keine ges gen ihn bewiesen hätte! Ach darum will ich keinen Augenblick versäumen, mich mit meinem Widersacher zu versöhnen, weil ich mich noch mit ihm versöhnen kann, Befestige, o Gott! selbst in mie 46 Beicht und Communion Gebece. mir diesen Vorfat, und rotte in meinem Herzen aus allen Haß und Hårte gegen den, der mich beleidigte. Laß mich nicht vergessen, daß auch selbst das Böse, was meine Feinde mir zuzufügen gedachten, von dir auf tanfend ungesehenen Wegen gut gemacht wurde, und Wohlthat für mich werden musite; und dieser Gedanke mache mir leicht, daß ich ihm zuerst die Hand biete, und mich mit ihm versöhne, damit ich auch von dir Barmherzigkeit und Vergebung meiner Vergehungen erhalten möge. Laß mich nach deinem Ebenbild Seyn liebreich, gütig, fanft und mild. Diß bitt ich herzlich, Amen! 2. Allgemeines öffentliches Bußgebet. Herr! Herr! Gott! barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Güte und Trene, der du Gnade beweisefi in taufend Glied und vergiebst Misferhat, Uebertretung und Sünde, und vor welchem niemand unschule dig ist: fiche, wir knicen hier vor die mit unserm Gebet, nicht auf unfere Gerechtigkeit, die wie ein beflecktes Kleid ist, sondern auf deine groffe Güte, Gnade und Barmherzigkeit, die hat nimmer ein Ende. Wir bekennen vor dir mit Mund und Herzen, daß auch wir deine heilige Gebot: mannigfaltig übertreten, deine unermeßliche, tåglich neue Wohlthaten vielfach gemißbrauchet, verkannt und verachtet haben. Auch wir haben zu der schweren Plage von Sünden mit beygetragen, die zu unserer Zeit durch Gottes Vergessenheit und Verachtung deines Worts, durch Frechheit und Eigenliebe, Ueppigkeit und Wollust die Welt drücker und uns immer mehr der Strafe reif macht. 3 Ach Herr, du langmüthiger Gott und Bater, du håte teft långit über uns des Erbarmens müde werden, uns deine Wohithaten entzichen und uns hinwegraffen können von der( Exte; denn wolltest du ins Gericht gehen mit Del Beicht und Communion Gebete. 47 deinen Knechten, Herr! wer würde. vor tir bestehen? vor dir, der in die Tiefen des Herzens schauet, und vor dem auch die Himmel nicht rein sind. Vielleicht sieheft du auch unter uns Grável von Sünden, die deinen Zorn verdienen., Thränen der Armen die wir erpressen, un gerechtes Gut, das wider uns zeuget, böse Gewohnheiten die den Gang unsers Lebens verrücken und verderben, Vernachläßigung unsrer Pflichten in Aemtern und Ständen, Aergernisse und böse Erempel, wodurch wir die Krankheiten unsers Herzens auch auf die, so uns an. vertraut sind, fortpflanzen. Vielleicht sichest du unter uns so manche befleckte Herzen, schreyende oder über ihren Sünden verstummte Gewiffen, bis zum ewigen Tode kranke Seelen, Wahnsinnige, die dich verspoeten, Elende, die auch nicht das Elend zu dir treibt. Aber o Herr, du hast keinen Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern du willt, daß er sich zu dir befehre und lebe. Du haft deinen Sohn in die Welt gefandt, daß er ein Arzt der Kranken, ein Führer der Jrrenden, ein Retter und Heiland unglücklicher Herzen und Gewis sen werde. Das ist je gewißlich wahr und ein theuer werthes Wort, daß Jesus Christus kommen ist in die Welt, Sünder selig zu machen, unter welchen auch wir sind, daß auch uns Barmherzigkeit wiederfahre. Unter seinem Kreuze knieen wir vor dir, du Richter der Welt, als vor dem Thron der allgemeinen Gnade und Versöhnung, und sprechen mit geprüfter, gerührter Seele: Vater, ich habe gefündigt, im Himmel und vor dir und bin nicht werth, daß ich dein Kind heisse; aber um Jefu wil. len, um seiner Unschuld, seines Bluts und Todes willen nimm uns wieder zu Gnaden an und vergieb uns unfere Sünde. So hoch der Himmel über der Erde ist, so hoch laß deine Erbarmung über uns walten: so fern der Abend ist vom Morgen, laß unfre Uebertretung von uns seyn. O Herr, erweiche felbst mein Herz, wo es hart ist, öffne meine Augen, wo sie blind find; erforsche mich Herr und erfahre mich, prüfe und erfahre, wie ichs menne, und siehest du, daß ich auf bösem Wege bin, fo leire 48 Beicht und Communion Gebete. leite du mich zum richtigen Wege. Deffne mein Ohr, daß ich deine Stimme höre, so lange ich sie noch hören kann, denn ich weiß nicht, wenn diese Zeit aus ist und ich vergebens um Gnade flehe. Reinige auch mein Herz und meine Hände, daß ich sie noch heute unbefleckt zu dir erhebe, und thätig meine Buße zeige. Siehest du, daß in mir Groll und Feindschaft, Haß und Härte gegen meinen Nächsten sen, so rühre mein Herz, daß ich mich noch heute mit ihm versöhne, und die Barmherzigkeit, die ich mir von dir erbitte, auch ihm erzeige. Ift unrecht Gut in meinen Händen, fichest du die Schuld der Unterdrückung, der Uebervortheilung, des Wuchers, Geißes und Neides auf mir: so wecke du die Stimme meines Gewissens/ daß ich das Unrecht vergüte, dem Unterdrückten empor helfe und mein Herz vom Schlamm der Sünden, elender Sorgen, und bösen Gewinns entlade, che der Tod mir alles rauber. Habe ich meine Pflicht versäumt und Aergerniffe gegeben, die das Weh auf mich bringen und mich unglückseliger machen könnten, als wäre ich nie gebohren, o Herr, so gieb mir Gnade und Kraft, daß ich bessere, was ich verderbet, einhole was ich versäumet und dir wieder gebe, was ich dir sonst, vielleicht auf ewig, ges raubt hätte. Nimm dich selbst, du allgemeiner Gott und Vater, deiner verfallenen Christenheit an, und rotte aus in allen Ständen und Aemtern was dich erzürnet und deinen Namen entehret. Rotte auch unter uns aus alle Greuel herrschender Sünden, die Verachtung deines Worts und deiner Sacramente, die Entweihung deines Sabbaths und Tempels, Une reinigkeit und Unzucht, böse Gesellschaften und Geles genheiten zu Verführung der Jugend und Unschuld. Mindre du selbst die Schuld unsers Landes, und uns serer Gemeine, daß dein Gegen sich mehren könne und die geheimen Seufzer nothleidender Armen fich in Dank und Freude verwandeln. Bekehre du uns Herr, so werden wir bekchret! Hilf du uns, so ist uns geholfen. Amen, Gebet, Beichts und Communion Gebete. 49 3. Gebet der Selbstprüfung vor der Beicht. Alwissender Gott, du prüfest die Herzen der Menschen, und und fennest auch unsre verborgenften Gedanken, Empfindungen beffer, als wir selbst. Ich bitte dich um deinen gnädigen Beystand zu dem wichtigen Werke der Prüfung meiner selbst. Behüte mich daben vor Heuchelen und gefährlichem Selbstbetrug, daß ich mir meine Schwächen und Fehler nicht verhehle. Ich muß ja doch einst vor dein strenges Gericht. Wie unglücklich wär ich, wenn ich mich da erst recht kennen lernte, und meine Thorheit zu späte bereuen müßte! Liebte ich denn also, stets und wie es seyn sollte, Gott mehr, als mich und alle andere Geschöpfe? Dankte ich ihm für alle Wohlthaten, die ich aus seiner milden Vaterhand empfieng? Sekte ich vornehmlich auf ihn, nicht auf meine Geschicklichkeit, nicht auf Menschengunst oder Hülfe mein Vertrauen? Redete obser handelte ich nie wider mein Gewiffen? fürchtete ich Menschen niemals mehr als Gott? Habe ich an allen Orten mich vor dem allgegenwärtigen Gott gescheuet? That ich Gottes Willen stets mit kindlicher Bereitwilligkeit? Suchte ich bey dem Guten, das ich verrichtete, die Ehre meines Gottes? Entehrte ich nie seinen heiligen Namen durch Fluchen oder Schwören? Habe ich nie zu abergläubigen Mitteln meine Zuflucht genommen? Erhob ich im Gebete oft genug mein Herz zu ihm? Betete ich nie ohne Andacht? Hatte ich an seinem göttlichen Worte meine Freude? Schäßte ich den hohen Werth meiner Religion? Besuchte ich die heiligen Versammlungen so oft es fenn konnte? Hörte ich das Wort des Herrn mit begieriger Aufmerksamkeit? War ich auch ein treuer und fleißi ger Thäter des Worts? Habe ich den Tag des Herrn allezeit nach Gottes Willen heilsam angewendet, und nie durch eine sündliche Ruhe, oder unnöthige Arbeit, oder allzugroße Zerstreuungen entweiht? d Suchte Beicht und Communion Gebete. Suchte ich meine( Eltern und) Vorgesetzte stets durch Hochachtung, willige Folgsankeit und Liebe zu erfreuen? Hab ich sie nie erzúrnet, nie betrübt, nie ihre Wohlthaten vergessen? Bin ich meinen Untergebenen ni ht zu hart begegnet? habe ich sie nicht zu streng gehalten, zu viel Arbeiten ihnen aufgelegt? habe ich nichts gethan oder geredet, wodurch die Glückseligkeit irgend eines meiner Nebenmenschen gestört, oder wohl ihre Tage durch Sorgen und Traurigkeit vers kürzt worden wären? Bin ich den Armer, fo viel es fern konnte, mit Wohlthaten zu Hülfe gekommen? Habe ich die Berrübten gerne getröstet? Habe ich keinen Menschen geschmäßt und gelästert? Keinen mit Trog und feindseligen Geberden betrübt? Habe ich meinen Zorn stets gemäßiget? Nie eine unerlaubte Rachbegierde im Herzen unterhalten? War ich stets bereit, mich mit meinem Feinde zu versöhnen? Habe ich meinem Feinde auch Gu tes gewünscht und Gutes gethan? Habe ich gegen den Nächsten Geduld und Langmuth, so viel es seyn sollte, be wiesen? Habe ich nicht durch Unordnung im Effen und Trinken, durch heftigen Zorn, oder durch allzuviel Arbeit, meiner Gesundheit geschadet und meinen Leib ge. schwächt? 50 Habe ich alle unzüchtige Gedanken und Begierden zu unterdrücken gefucht? Habe ich mich nie durch unkeusche Geberden, nie durch Werke der Wollust verfündiget? Gab ich mir alle Mühe, meinen Leib und meine Seele rein und unbefleckt zu erhalten?( Habe ich meinem Ehe gatten stets die gebührende Treue geleistet, demselben mit Liebe begegnet, und sein Wohl, wie mein eigenes, befördert?) Habe ich mich nie durch irgend eine Ungerechtigkeit an dem Nächsten verfündiget? Der Obrigkeit alle Abgaben richtig geliefert? Meinen Vorgefesten nie etwas ver. untreut oder vernachläßigt? Meinen Untergebenen ihren gebührenden kohn und Kost nie versagt oder geschmälert? Nie auch den geringsten Betrug im Handel begangen? Nichts von Gefunibenem oder Geliehenem unrechtmäßig ben Beicht, und Communions Gebete. 55 51 ben mir behalten? Die Wohlfahrt meines Nächsten, und seine Nahrung, wie meine eigene, zu befördern gesucht? Alle Billigkeit in meinen Geschäften und Gewerben beobachtet? Habe ich auch das Meine weislich zu Rathe gehalten, durch Arbeit zu vermehren gesucht? War ich mit dem, was mein Gott mir gab, auch zufrieden? Bin ich nie auf eine unerlaubte Art von der Wahrheit abgewichen? Habe ich nie zum Schaden des Nächsten eine Unwahrheit geredet? Nie gegen meine Vorges festen die Wahrheit geläugner? Nie durch bösen Argwohn mich an dem Nächsten verfündiget? Nie die Heimlichkeiten des Nächsten unbefugt und zu seinem Schaden entdeckt? Habe ich keinen Menschen je durch böse Nachreden betrübt? Nie etwa sogar vor Gericht ein falsch Zeugniß gegeben? Suchte ich im Reden siers alle Vorfichtigkeit zu beweisen? Suchte ich durch heilsame Gespräche andere, so viel es seyn konnte, zu erbauen? Habe ich alle böse küste, welche in mir aufstiegen, durch freue Anwendung aller meiner Kräfte unverweilt zu unterdrücken gesucht? Habe ich nie nach den Gütern des Nächsten listig getrachtet, sondern einem jes den das Seine gegönnt? Habe ich nie durch Ehrgeiz und Hoffart mich verfündigt? Habe ich die Demuth in mir stets zu erhalten getrachtet? habe ich die Be gierde nach irdischen Gütern und Vergnügungen ge mäßigt? Habe ich aus Liebe zu dir, o mein Gott! allen meinen Begierden Ziel und Maaß gesetzt, und mich nach dem Benspiel meines Herrn Jesu in der Selbstverläugnung geübt? Habe ich dir, o du treuer Heiland, der du dich für mich in den Tod gabst, für deine Liebe genugsam gedankt, meinen keib und meine Seele dir wieder zum Opfer übergeben, mich in deiner Nachfolge geübt, dem Geist der Gnaden nie muthwillig widerstrebt, und überhaupt den theuren Eid gehalten, den ich dir, o Gott, ehedem in der Taufe und auch nachher öfters fenerlich gethan habe? Ach du barmherziger Vater! gehe nicht mit mir ins Gericht, denn ich kann dir auf tausend ja wohl nicht eins d 2 antwor: Beicht und Communion Gebete. antworten. Vergieb mir, um deines Sohnes willen, alle meine nun erkannten, oder auch unerkannten Sünden. Schenke mir Kraft, künftig aus Liebe zu dir, durch den Trieb deines Geistes, das Böse zu meiden, und das Gute zu thun, täglich vollkommener, und endlich, von aller Sünde befrent, deinem Bilde ganz ähnlich zu werden. 52 Bußgebet vor der Beicht. Ach Herr, Herr, du gerechter und allwiffender Gott, Deine Augen stehen offen über alle Wege der Menschen, kinder, daß du einem jeglichen gebeft nach seinem Thun. Du ergründest das Herz, keine Kreatur ist vor dir unsichte bar, es ist alles bloß und entdeckt vor deinen Augen. So sind dir denn auch meine Günten besser, als mit felbst, bekannt. Was hilft es, daß ich meine Fehler vor Menschen verläugne, und verberge, da doch du, mein Richter, sie alle auf das genaneste erkennest? Du weißt die angebohrne Unart meines basen Herzens, du fiehest meine arge Gedanken von ferne. Wie oft hab ich dich und meinen Nächsten beleidiger! Von dir hab ich mein Leben empfangen, aber es nicht nach deinem Willen angewendet. Deine Treue und Barmherzigkeit hat mich täglich mit unaussprechlich vielen Wohlthaten bes gradiget: aber wie wenig hab ich dafür gedanker! Wie Faltfinnig ist meine Liebe, wie laulich meine Andacht, wie schwach mein Vertrauen gewesen! Wie sehr hat mich die Welt durch Augenluft, Fleischeslust und hoffärtiges leben bezaubert! Wie oft hat mich in meinem Leben Ungeduld, Zorn, Rachgier, Haß, Neid, Geiß, Menschenfurcht, Eigenliebe, Uebereilung in Worten, Ungerechtigkeit in Werken von dir abgezogen, und mein Gewissen beschweret! Wie oft hat dein Geift an meinem Herzen angeklopfet, ich aber habe nicht aufgethan, und ſeinen heilsamen Regungen nicht die gebührende Folge geleistet! Wie viel Gutes hast du in mir zu wirken angefangen: ich aber habe folche Gnade vergeblich empfangen, und bin in deren Anwendung nicht eren genug gewesen! Auch wo ich Beicht und Communion Gebete. 53 ich es nicht böse gemeinet, sondern etwas Gutes vorges nommen habe, ist es dennoch nicht ohne Schwachheit geschehen; auch meine besten Werke find mit Unvoll. kommenheit beflecker. Was soll ich nun sagen? und wie kann ich mich rechtfertigen? Soll ich mich mit meiner Unvermögenheit entschuldigen? Sie ist groß, doch hätte ich durch deine Gnade viele Sünden vermeiden können, die ich begangen, und viel Gutes thun können, das ich versäumer habe. Darum will ich die Saft meiner Uebertretungen durch vergebliche Entschuldigung nicht noch größer machen: vielmehr bekenne ich dir meine Sünden und verhehle meine Missethat nicht. Bater! ich habe. gefändiget im Himmel und vor dir, und bin fort nicht werth, daß ich dein Kind heiße. Denn du bist nicht ein Gott, dem gottloses Wefen gefällt; wer böse ist, bleibet nicht vor dir. Ja, Herr, allmächtiger Gott, deine Gerichte sind wahrhaftig und gerecht! Wo soll ich mun hingehen vor deinem Geist? und wo soll ich hinflichen vor deinem Angesicht? Ich fliche zu dir selbst, und senke mich in den Abgrund deiner Erbarmung, weil ich weis, daß, so gerecht du bist gegen die Unbußfertigen, so groß ist deine Barmherzigkeit gegen die, welche sich zu dir bekehren. Darum komme ich mühselig und beladen, mit reuigem und wehmuthvollem Herzen! meine Seele dürftet nach deiner Gnade, o lebendiger Gott! Erquicke sie um deiner Gute willen, und sprich zu ihr: du sollst leben. Stelle mir meine Sünden jest noch in der Gnadenzeit so vor die Augen, daß ich sie recht erkenne und bereue, damit sie mir nicht an jenem großen Gerichtstag zur ewigen Schmach und Verdammniß werden. Erweiche mein Herz; wirke selbst in mir eine ungeheuchelte Buße, und einen wahren, lebendigen Glauben. Vergieb mir meine Sünde, und sprich mich loß von der Strafe, die meine Missethat verdienet hat. Ich ergreife deine Gnade, die du mir durch Jesum erwiesen hast, mit fester Zuversicht: laß mich nicht verlohren werden, sondern führe mich zum ewigen Leben durch Christum, meis nen Hohenpriester, und Versöhner. O Vater! befrie. dige 54 Beicht und Communion Gebete. dige mein geängstigtes Gewiffen, versichere mich deiner Huld, auf daß ich dir hinfort nicht mit knechtischer Furcht, sondern mit kindlicher Liebe und freudiger Zuver, ficht diene. Jedoch behüte mich, daß nicht unter dem Namen des Glaubens fleischliche Sicherheit sich ben mir einschleiche, sondern andre mein Herz und reinige mich von aller Untugend. Laß kein ungerechtes Gut in meinen Händen, und keinen bösen Vorfat in meinem Gemüthe bleiben. Wohl dem, in dessen Geist kein Falsch ist! Ich habe mir vorgeseket, ich will mich hüten, daß ich hin führo nicht fündige, auf daß mir nicht etwas ärgers wi derfahre. Gieb mir, lieber Vater! zu dem Wollen auch das Vollbringen, und wo mir ein Schlaf der Sicherheit zugehen will, so wecke mich durch deine Warnungen bey zeiten auf. Bereite meine Seele zu einem Tempel dei nes heiligen Geistes: mache mich fertig in allem guten Werk, zu thun deinen Willen, und schaffe in mir, was vor dir gefällig ist. Herr, höre! Herr, sey gnädig! Ewig gutiger Gott, erbarme dich über mich! Amen. Kurze Beichtgebete. Heiliger und gerechter Gott! ich habe gefündigt im Him mel und vor dir, und bin nicht werth, daß ich dein Kind heiffe; aber du willst nicht den Tod des Sünders, fon dern daß er sich zu dir bekehre und lebe. Auf dieses dein Wort komme auch ich jezt vor dein Angesicht, bekenne dir meine Missethat und bete: Gott! sen mir armen Sünder gnädig! Mein Glaube hält sich an dein Wort, und an Jefum Chriftum, der auch meine Sünden getra gen hat: um seinetwillen schone, mir nicht nach Sünden lohne! Ich habe den festen Vorsfag, in Zukunft vor dir zu wandeln, und fromm zu seyn. Befestige du selbst, g Gott! diesen Vorsatz in meinem Herzen; lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn, Amen. Etliche Beicht und Communion Gebete. Etliche biblische Sprüche zu einem Beichtgebete. Pf. 51, 3: 6. und 11, 14. Gott sen mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Wasche Cunden nach deiner grofen Barmherzigkeit. mich wohl von meiner Mifferhat, und reinige mich von meiner Sünde. Denn ich erkenne meine Missethat, und meine Sünde ist immer oor mir. An dir allein hab ich gefündiget, und übel vor dir gethan.- Verbirg dein Antlik von meinen Sünden, und tilge alle meine Missethat. Schaffe in mir, Gott! ein rein Herz, und gieb mir einen neuen gewissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Troste mich wieder mit deiner Hülfe; und der freudige Geist enthalte mich. Amen. Oder Pf. 143. und Pf. 25. Herr! gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Uebertretung; gedenke aber mein nach deiner Barmherzigkeit um deiner Gute willen. Lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott, dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn, Amen. 55 OF P Eine andere Beicht. Alwissender und allgegenwärtiger Gott, der du das Herz prifest, und dem die Aufrichtigkeit angenehm ist! Ich bereue alle Sünden, welche ich bisher begangen habe, und bitte dich um die Vergebung derselben. Du hast deinen eingebohrnen Sohn auch für mich leiden und sterben lassen. Ich glaube von ganzer Secle an ihn, als meinen Erlöser. In diesem Glauben, der allein mein Herz beruhigen kann, will ich mich durch den Genuß des heiligen Abendmahls stärken. Segne dieses mein Vorhaben, und verleihe mir die Guade, daß ich, durch den nirdf 04 Beicht, und Communion, Gebete. würdigen Genuß dieses heiligen Gnadenmahls beruhigt und erquickt werde, auch fortan dir mit neuem Eifer diene und christlich lebe. Gich, daß das trostvolle Wort, welches mir dein Diener in deinem Namen verkündigen wird, einen tiefen Eindruck auf meine Seele mache und mir einen bleibenden Trost gewähre. Amen. 56 Gebet nach der Beicht. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat! Der dir alle deine Sünden vergiebt, und heilet alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Verderben errettet, und dich mit Gnade und Barmherzigkeit krönet! Wer vermag die Langmuth und Geduld unsers Gottes auszusprechen? Er ist der gute Vater, den des verlohrnen Sohnes jammert, und der ihn mit Freuden zu seinem geliebten Kinde wieder aufnimmt, Ich kam zu dir, mein Gott, im festen Vertrauen auf deine unendliche Barmherzigkeit, und feufzte:„ Vater! ich habe gesündiget vor dir; ich bin fort nicht mehr werth, daß ich dein Kind heiße. Bergieb mir meine Schuld, Gott mein heiliger Richter! Dein Blut, Here Jesu! mache mich rein von aller meiner Günde!" Da erzeigtest du, Gott mein Herr und Richter! mir Huld and Gnade. Du gabst mir in deinem Worte die tröstende Versicherung: Fürchte dich nicht, dir find deine Sünden vergeben! Sen getroft, du sollst nicht fterben fondern leben!" Dank sey dir, gütiger Vater, daß du mir, nach dei ner unendlichen Barmherzigkeit, meine Schuld erläsfest, und in Jesu Christo Frieden mit dir schenkeft. Dank fen dir, Herr Jesu Christe, mein Heiland und Fürbit ter! daß du die Versöhnung für meine Sünde geworden bift, und mich zur Rechten Gottes vertrittst. Dank fen dir ewiger, heiliger Geist Gottes!, daß du meinem Geifte das Zeugniß giebst, ich sey Gottes Kind. Nun habe ich Fries Beicht und Communion: Gebete. 57 Frieden im Gewissen. Nun habe ich Freudigkeit zu Gott und rufe mit kindlicher Zuversicht zu ihm: Abba, lieber Bater! Hochgelobter Gott! Vater, Sohn und heiliger Geift! wie freuet sich mein Herz über deine unaussprechliche Wohlthätigkeit, und mein Mund frohlocker über dein Erbarmen. Erwecke meine Seele, daß sie dich dafür immer erhebe. Laß mich diese Gnade nie wieder durch vorsegliche Sünden verlieren, sondern darin bis an mein Ende verharren. Dir übergebe ich mich auf das neue zu deinem Dienste. Dir will ich leben, die mit einem heiligen Wandel auf Erden danken. Amen. 750 4. Gebet vor dem Genuß des heiligen Abendmahls. Göttlicher Erlöfer, Herr Jesu Christe! du haft ein Gedächtniß der Wunder deiner Liebe gestiftet. Nur wenige Stunden vor deinem leiden settest du das heilige Abendmahl zum Trost deiner Verehrer, und zur Stärkung ihres Glaubens ein, und du läsfest mich auch noch ist einladen, diese feyerliche Handlung gemeinschaftlich mit meinen Nebenchriften zu begehen. Wie glücklich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und vollkommnen Mittler zwischen Gott und Menschen, daß ich deine Schre und dein Heil kenne, daß ich dich meinen Herrn und Erlöfer nennen, mich deiner seligen Gemeinschaft rühmen, und zu deinen Erlöften und Freunden zählen darf! O, wie viel habe ich dir, meinem Heiland, zu danken! Wie unwissend, wie verderbt, wie troftlos und elend würde ich ohne dich und deine Gnade seyn! Wie unerträglich würde mir die Last meiner Sünden, wie fürchterlich die Erwartung der damit verdienten Strafen, wie schrecklich der Augenblick des Todes und des Grabes fenn, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Willen Gettes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsre Sünden dahin gegeben, und uns durch deinen Tod, Ghade, Leben und ewige Seeligkeit erworben hättest! Ja, alls DS 58 Beicht und Communion Gebete, Licht, das mich erleuchtet; aller Troft, der mich erquicket; alle Hoffnung, die mich belebet, sind Geschenke deiner unverdienten Liebe. Wie theuer foll mir denn nicht dein Gedächtniß fenn! Wäre ich nicht der Undankbarste unter allen Sterblichen, wenn ich dein vergaße; wenn ich mit Kaltsinn und Gleichgültigkeit an dich gedächte; wenn ich mich weigerte, die die Ehre und den Dank zu geben, die dir gebühren? Nein, göttlicher Erlöser! ich folge teiner liebreichen Einladung mit Begierde und mit Freude. Ich komme, mich öffentlich für deinen Jünger und Ver ehrer zu bekennen, weil ich es für mein Glück und meinen Ruhm halte, der Deinige zu feyn. Ich komme, als ein mühseliger und beladener Sünder, Ruhe für meine Seele zu suchen, und ergreife im Glauben die Gnade, die du mir anbietest, und das große Heil, das du gestifs test hast. Ich komme, die für dein Leiden und Sterben zu danken, mich dir zum Eigenthum aufzuopfern, und den helligen Vorsatz zu erneuren, nicht mehr mir selber, fondern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferstanden bist. Ich komme, meine Gemeinschaft mit allen Glaubigen zu unterhalten, und mich aufs neue zu einer aufrichtigen und brüderlichen Liebe gegen sie und alle Menschen zu verpflichten. O Herr, laß mein Vorhaben gesegnet fenn! Erlaube nicht, daß ich bloß mit den lippen zu dir nahe, aber mit den Herzen ferne von dir sey. Sende mir deinen Geist, und laß den Gedanken, daß du Herzen und Nieren prüfeft, alle Falschheit und Ver ftellung aus meiner Seele vertreiben. Laß mich die Wun der deiner Barmherzigkeit so bedenken, daß Glaube, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestärkt, und ich auf das Fråftigste bewogen werde, die Versprechungen, die ich dir thue, mit unverbrüchlicher Treue zu halten. Amen. Gebet bey dem Genuß des heiligen Abendmahls. Herr, mein Heiland! ich komme jetzt mit einem Herzen, das sich deiner freuet und tröstet, zu deinem Abendmahl: denn es versichert mich von deiner auch für mich vollbrachten Beicht, und Communion Gebete. 59 ten Erlösung. Gieb, daß ich es in wahrem Glauben halte, und dir für dein Leiden und Sterben mein Lebenlang in treuem Gehorsam recht dankbar seyn möge! Herr err Jesu! Du bist das Brod des Lebens. Wer zu dir kömmt, den wird nicht hungern; und wer an dich glaubet, den wird nimmermehr dürften. Mit tiefer Em pfindung meiner Unwürdigkeit komme ich zu dir. Stärke und erquicke mich durch dein heiliges Mahl. Dein Ge dächtniß sen mir ein Mahl des Lebens, eine stärkende Be ruhigung gegen die Menge meiner Sünden, eine Kraft zur Heiligung und Besserung meiner Seele! Ja, mein Gott! du bist bey dem Mahle deines Sohnes mit besonderer Gnade zugegen. Da speisest du alle würdige Gäste mit den reichen Gütern deines Hauses, und erquickest sie mit deinem Trofte, als mit einem Strom. Laß mich Theil an deiner Gnade finden. kaß mich sehen und schmecken, wie freundlich du bist, daß ich dich mit dankbarem Herzen lobe und mich dir neu ergebe. Bey dem Empfang des Leibes Christi. Habe Dank, mein Heiland! daß du deinen Leib für mich zum Opfer dargebracht hast. Hilf, daß ich mich dir wiederum mit Leib und Seele zum Opfer ergebe, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sen! Bey dem Empfang des Blutes Christi. Sen en gelobet, mein Heiland! daß du dein Blut auch zur Vergebung meiner Sünden vergoffen hast. Es rei nige fortan immer mehr mein Gewissen von allen Untu genden und fündlichen todten Werken, jum Dienste des lebendigen Gottes. Nech Beicht und Communion Gebete. Nach dem Genuß des heiligen Abendmahls. Ich lebe; doch nicht ich, sondern Christus lebet in mir! Wie felig bin ich, wenn du in mir lebeft, göttlicher Heiland! Jch bin mit dir durch den Glauben vereinigt. Ich bin dein: denn du hast mich theuer erkauft. Du bist mein. Ich umfaffe dich im Glauben. Niemand soll uns scheiden. Laß mich dir getreu, bis in den Tod getreu seyn. Amen. 60 Erhebe dich, mein Geist, und danke dem Herrn für feine unaussprechliche Gnade, der dich gewürdiget hat, feinen Bund mit dir zu erneuern. Möchte ich doch, o Jcfu, táglich in dankbarer Erinnerung an den erneuerten Eid der Treue leben! Gieb, daß ich das, was ich dir ist bey deinem Gnadenmahle angelobet habe, niemals, vorfäslich brechen, sondern demselben aufs möglichste nachkommen möge. Laß mich dir in Heiligkeit und Gerechtigkeit dienen, bis ich dereinst nach vollendetem Pilgrimslauf in deine ewige Herrlichkeit aufgenommen werde. Herr! thue deine Lippen auf, daß mein Mund deinen Kuhm verkündige! Ich danke dir, ich lobe deinen Namen, daß er so tröstlich ist. Ich habe Gerechtigkeit, Friede und Freude in dem heiligen Geist. O wie selig ist der Besitz deiner Gnade! Wie mächtig ist die Kraft deines Abendmahls! Meine Seele ist nun genefen. Ich habe geschmecker und gesehen, wie freundlich du bist. Sen gelobet und gepreiset für deine Treue und Barmherzigkeit immer und ewiglich! Dankgebet nach dem Gebrauch des heiligen Abendmahls. Herr err Jesu Christe! wie kann ich deine große Güte aus sprechen und preifen, die du mir ist hast lassen wiederfahren. Du hast mir dich selbst mit allem, was dein ist, und was du durch deinen Tod erworben haft, geschenket und gegeben. Nun bin ich der Liebe und Huld deines himmlischen Vaters, der gnädigen Vergebung aller meinet 6.1 Beicht, und Communion: Gebete ner Sünden und meiner seligen Auferstehung gewiß! So gewiß werde ich in ewiger Freude und Seeligkeit mit keib und Seele bey dir seyn, so gewiß du von den Todten erstanden und gen Himmel gefahren bist. Denn darauf hab ich deinen Leib und dein Blut empfangen, und nun foll mich nichts von dir scheiden in der Welt, weder Freude noch keid, weder Freund noch Feind, weder leben noch Tod, weder Hohes noch Tiefes, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges. Herr Jesu! du bist mein und ich bin dein; der Sünden Feind will ich seyn und dir leben und sterben. So laß die nun das Dankopfer meines Herzens und Mundes gefallen, bis ich einft zu dir komme, und dich in der Ewigkeit würdiger preise. Amen. Erneuerung des guten Vorsatzes nach genossenem heiligen Abendmahl. So habe ich denn, mein Gott und Heiland, mich heute aufs neue mit dir verbunden. Ich habe deinen Leib und dein Blut empfangen als ein Unterpfand deiner Liebe und Gnade. Bewahre mich, mein Erlöser, daß ich dieses Glück nicht wieder verliehre. Ich erkenne es, wie sehr ich verbunden bin, dir mein ganzes Leben zu widmeh. Ich kann nicht zufrieden, nicht glücklich seyn, wenn ich noch der Sünde diene; ich fan dein Eigenthum nicht fenn, wenn ich noch vorsegliche Lafter begehen kann. Solltest du darum so viele Ungst und Schmerzen erduldet haben, damit ich desto forglofer meinen Küsten folgen könnte? Fern sen es von mir, diesen lästernden Gedanken je in meine Seele kommen zu lassen! Mein, ich darf nicht lieben, was du häsfest; ich muß gesinnet seyn, wie du, mein edelmüthiger Erretter, wenn ich deiner höchsten Gewogenheit nicht ganz unwürdig seyn soll! Und so sage ich dir denn, wie ich es schon fenerlich gethan habe, aufs neue und aus dankerfüllter Secle, Liebe und Gehorsam zu. Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebet in mir. Was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben 62 Beicht und Communion: Gebete. des Sohnes Gottes, der mich geliebet, und sich selbst für mich dargegeben hat. Ich will die Küste der Welt fliehen; du wirst mich stärken, alle Reizungen derselben zu besiegen; denn deine Liebe ist stärker als der Tod. Ich will, als dein Erlöseter und Jünger, deinen edlen, tugendhaften Sinn annehmen. Dir kann ich deine Liebe in Ewigkeit nicht vergelten, aber meiner nöthleidenden Brüder mich erbarmen, Bekümmerte erfreuen, ihnen Dienstgefälligkeiten erweisen, in meinem Berufe müßlich werden, den Fehlenden seine Fehltritte verzeihen: dazu wird es mir nie an Gelegenheit und Vermögen fehlen. Mit Freuden will ich dir diesen Beweis meiner Dankbarkeit gebeu, der dir so wohl gefällt. Keinen meiner Mitmenschen will ich hassen, verachten und Frånken; denn sie sind alle in deinen Augen eben so theuer geachtet, als ich, und du haft für sie, wie für mich, dein theures Leben aufgeopfert, und dein Blut vergoffen. Göttlich groß ist deine wohlthätige, allge meine, großmüthige Menschenliebe! Dieß sey das Muster, nach welchem mein Herz gebildet werde. Erreichen werd ich es nie, ich kenne meine Schwäche: aber so nahe will ich ihm zu kommen suchen, als es in dieser Schwachheit und nach meinen Umständen seyn kann. Auch meine Gemächlichkeit, meine Ruhe, meinen eigenen Nußen will ich dem gemeinen Wohl meiner Brüder aufopfern. Und wenn mir meine redlichsten Bemühungen mit Undank vergolten werden; wenn man mich um guter Thaten willen verachtet und verspottet: so will ich mir es für die größte Ehre schäßen, um der Wahrheit und des Guten willen zu leiden. Mit Sanftmuth will ich dem Verfol ger begegnen; schweigen will ich, wenn man mich schimpft; geduldig seyn, wenn mich die Bosheit kränkt und ver leumdet. Glücklich, wenn ich mich eines guten Gewi sens, und deiner allerhöchsten Gnade getrösten kann, will ich, wie du, meinen ärgsten Feinden großmüthig verzei hen, und beten: Vater, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. Findet es mein himmlischer Vater für gut, mich mit wohlthätigen Schmerzen zu prüfen, fo 63 Beicht und Communion: Gebete. so will ich mit Freuden die Züchtigung erdulden; sie wird zu meinen Besten gereichen, und mich nur aufmerksamer machen auf das wahre Wohl meiner Seele. Hier kann mein Glück nicht vollkommen seyn; ich muß durch manche Proben bewähret werden, ehe ich vollkommene Freuden einerndten kann. Erldser! Du kennest mein Herz; aber du kennest auch meine Schwachheit, und weißt, wie leicht ich hingerissen werden kann, der Liebe, die ich dir schuldig bin, zu vergessen. Stårke mich durch deinen Geist, und wirke auch das Vollbringen, nachdem du mir das Wollen gegeben hast. Durch deinen mächtigen Beystand wird es mir gelingen, den Entschließungen treu zu bleiben, die ich bey deinem Gnadenmahle aufs neue gefaßt habe. Amen. IV. Gebete bey verschiedenen Umständen. Gebet am Geburts- und Taustage. Ewiger und barmherziger Gott und Vater! Ich habe heute durch deine Gnade wiederum meinen Geburts( Tauf) tag erlebet. Durch die leibliche Geburt bin ich ein Mensch, ein vernünftiges Gefchöpf geworden, durch die heilige Taufe bin ich zu deinem Kinde und Erben wies dergebohren worden. Darum soll dieser Tag mein Bußs Bet- und Danktag seyn, Lobe den Herrn, meine Secle, und, was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir gus tes gethan hat. Dein kob, o Gott! soll immerdar in meinem Munde seyn; denn du hast mich nicht allein mit gefunden Sinnen und Gliedern, und mit vernünftigem Geiste, sondern auch von christlichen Eltern gebohren werden lassen, welche gleich von Kindheit mich zu deis ner Erkenntniß angeführet haben. Wäre von Eltern die ausser der Christenheit leben, entsproffen, so wäre ich so blind wie sie. Nun aber kenne ich dich, und habe durch 64 Gebete bey verschiedenen Umständen. durch deine Liebe in Christo Leben und Seligkeit zu hoffen. Du haft mich, o Gott! von Jugend auf geleitet, mir Mahrung und Kleidung gegeben, und viele Freude gegönnet. Aus wie vielen Gefahren hast du mich errettet! mit wie vielen, sewohl offenbaren, als unsichtbaren Segen hast du mich begnadiget! Dein guter Geist hat mich gelehret, regieret, geführet, und, wenn ich fündigen wollte, innerlich bestrafet und zurückgezogen. Werden nun meiner Jahre mehrere, mein Gott! und sind deiner Wohlthaten viel, so gedenke ich heute auch an meine Sünden die ich mein Lebtage begangen habe. Ach! verzeihe mit dieselben um Jefu willen, und laß mich um feinetwillen Gnade finden. Verleihe mir deine Barmherzigkeit, daß ich die noch übrigen Tage meines Lebens, welche du mir auf deinem Buche angeschrieben hast, in wahrer Gottesfurcht und Frömmigkeit hinbringe auf daß dir all mein Thun und Leben wohlgefallen möge. Und weil ich nicht weiß, wie viel noch meiner Tage auf Erden werden sollen, hingegen aber gewiß bin, daß du mir ein Ziel ges fehet haft, welches ich nicht übergehen kann, so bewahre mich, daß ich es nicht selbst abkürze durch Zorn, Unmasfigkeit, Sünden, Verwegenheit und Frevelthaten; sendern laß mich meine bestimmten Lebensjahre in Gesundheit, in deinem Segen, unter deinem Schuß, glücklich erreichen, bis du mir für dieses irdische und vergängliche, das ewige und himmlische Leben, um Jefu Chrifti willen, geben wirst. Bis dahin will ich diesen Tag, so oft ich ihn erleben werde, dir zu Ehren mit Lob und Dank fenern, und singe jetzo: Nun lob, mein Seel, den Herren, was in mir ist, das bet ihn an. Sein Nam ist hoch zu ehren; gedenk, was er dir guts gethan: der dir die Sünd vergeben, der deine Gebrechen heilt, erlöst vom Tod dein Seben, dir reiche Gnad' ertheilt, erfüllt dein Herz mit Freuden, verjüngt dich Adlern gleich, schaft denen Recht, die leiden teht in seinem Reich. Amen. Morgens 65 Gebere bey verschiedenen Umständen. Morgengebet eines Reisenden. Almächtiger Gott! du bist mit deiner unsichtbaren Kraft und Wirkung bey allen deinen Geschöpfen zugegen; du umgiebst uns an allen Orten, und siehest alle unfre Wege. Auch über mir hältst du gewiß deine Hand, daß mich kein Unfall treffen wird. Wer unter dem Schuß des Höchsten ist, und unter dem Schatten des Allmächtigen ,, wohnet, der spricht zu Gott: du bist meine Zuversicht und mein Trost; meine Hülfe kömmt vom Herrn, der ,, Himmel und Erde gemacht hat." In diesem festen Vers trauen zu deiner Macht und Güte( fange ich ist meine Reise an) setze ich mit getrostem Muthe meine Reise fort. Sen du mein Schuß wider alle Gefahren, die mir auf stoffen können. Sen du auch der mächtige Schuß aller der Meinigen, die ich zurückgelaffen habe; behüte fie vor. Sünden und allen traurigen Zufällen. Bringe mich gefund an den Ort, an den ich kommen will. Segne meis ne Verrichtungen, und laß mich alles, was ich vorhabe, in deinem Namen thun. Laß mich an allen Orten vor dir wandeln, und von Herzen fromm seyn. Dich will ich für alle diese Wohlthaten täglich loben und preisen; mein Leben zu Verherrlichung deines Namens anwenden, und wann ich diese Reise geendiget habe, dir ben den Meinigen fröhlichen Dank sagen. Amen. Abendgebet eines Reisenden. Fürchte dich nicht: ich bin mit dir! Weiche nicht, ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit. Efa. 41, 10. Täglich erfüllest du diese tröstliche Verheißung an mir o du getreuer Gott! und ich habe auch an dem heutigen Tage aus der Erfahrung gelernet, daß die, welche dich fürchten, fein Uebel trift. Du wareft bey mir; du hast mein Leben und meine Gesundheit erhalten, meine Glieder zur Vollendung der Tagreise gestärker, alle Gefährlichkeiten von mir abgewendet, und mich die State e 66 Gebete bey verschiedenen Umständen. Ståte erreichen lassen, da nun mein müder keib sich wieder erquicken soll. Nimm hin den demüthigen Dank für alle Barmherzigkeit und Treue, die du an mir gethan haft. Vergieb mir, geliebter Vater! alle meine Schuld, und laß um Chrifti willen, deine Gnade nicht von mir weichen. Bedecke mich mit deinem måchtigen Schil de wider alle Gefahren. Laß mich den Morgen frölich wieder sehen, daß ich mit frohem Herzen rühmen und sagen könne: ,, Gott ist ben mir; ich bin ficher und fürchte mich nicht. Der Herr ist mein Licht und mein Heil: wovor sollte ich mich fürchten? Der Herr ist ,, meines Lebens Kraft: wovor sollte mir grauen? Sei ,, ne rechte Hand schüßzet mich; seine Güte leitet und segnet mich." Amen! Gebet nach der Reise. Der Herr hat seinen Engeln befohlen über dir, daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen: daß sie dich auf den Händen tragen, und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Ps. 91, 11. 12. Gelobet fenst du, treuer Gott, daß du diese deine Verheißung auch an mir erfüllet; daß du mein Gebet erhö ret haft; daß du mein Schuß auf allen meinen Wegen gewesen bist, und meine Reise zu einem guten Ende gebracht hast! Viele Gefahren hast du von mir abgewandt; ich gedenke jetzt, da ich in Sicherheit bin, mit einem ges rührten Herzen daran. Der Unglücksfälle, die mir im Verborgenen droheten, die mir unbekannt geblieben sind, find gewiß noch weit mehrere. Aber du hast mich behutet, und sicher zu den Meinigen geleitet. Ich frolocke jest: es ist gut, unter der Obhut Gottes stehen, und fich seinen beschützenden Händen voll Vertrauen übers lassen. Diese Erfahrung, die ich nun aufs neue ges macht, stårke mich in meinem Glauben an deine Vorsehung. Allmächtiger Gott! laß ferner deine Augen über mich zum Schuß offen stehen; dein Segen sey allenthal ben Gebete bep verschiedenen Umständen, ben mit mir. Behüte meinen Ausgang und Eingang, von nun an, bis in Ewigkeit. Amen. 67 Gebet bey Ungewittern. Gott, du allmächtiger Herr der Welt, der du große Dinge thust, am Himmel und auf der Erde, Herr, mein Gott, du bist sehr herrlich, wenn du den Himmel mit schwarzen Wolken verdeckest, und aus deinem heiligen Dunkel Blige leuchten, und deine Donner hören läffest! Ich bete dich an, mein König und mein Gott! Ich ehre dich in deiner majestätischen Pracht, und freue mich, daß du daben auch die Liebe bist, und daß ich dich Vater nennen darf, meinen Vater, durch Jesum Chriftum. Wie groß ist deine Macht im Wetter, du Gott der Ehren! Aber wie groß auch ist deine Weisheit und Güte, welche unfre. Erde in Wettern wohlthut, die schwühle Luft reiniger, die welkenden Gewächse erfrischet, und die schmachtenden Geschöpfe erquicket! Herr, wie find deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weislich geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter. Olaß mich mit kindlicher Ehrfurcht und Freude hinaufsehen nach deiner heiligen Höhe! Laß meine Andacht nicht seyn, wie das Gebet der Heuchler, die im Wetter sklavisch zittern, aber ben heiterm Himmel dich vergessen und spotten. Ich weiß, daß du, mein Schöpfer, alle Dinge in der Welt zu Werkzeugen deiner Gerechtigkeit machen und zum Verderben der Sünder brauchen kannst; das Sandkorn eben sowohl, als den Blit einer Wetterwolke. Aber wenn ich vor dir rechtschaffen wandle( und dazu gieb du mir Gnade!) alsdann kann ich mich jederzeit deiner Gnade freuen, die sich unser in Christo. Jest erbarmet, und keine Lust hat am Verderben des Sünders: alsdann kann ich den Trost haben, daß ohne dich kein Haar von meinem Haupte fällt; daß ohne deinen Willen kein Verderben meine Hütte, kein Schade unsere Felder trift; oder wenn du auch eine Prüfung über mich 6-2 wolls 68 Gebete bey verschiedenen Umständen. wolltest fommen lassen, daß doch alles zu meinem Besten von dir wird gelenket werden. Hier bin ich denn, mein Vater! Mit allem was ich bin und habe, ergebe ich mich in deine gute Vaterhand, und überlasse mich deinem Schuß. Bewahre mich und die Meinigen, und alle Menschen! Behüte die Früchte des Landes; und segne uns an Geele und Leib mit deinen Gütern. Gott, tröfte uns! Laß leuchten dein äntlig über uns, so genesen wir. Amen. Danksagung nach dem Ungewitter. Du hast, o Herr, aus Gnaden von uns den Schaden abgewendet, den dieses fürchterliche Werter hätte anrichten können. Lob und Dank bringt dir unfer Herz: denn von dir allein kommt diese Hülfe. Stets wollen wir daran gedenken, daß du alles gebrauchen kannst, um uns auch auf harten Wegen an deine allwaltende Regierung der Dinge zu erinnern. Immer wollen wir in deiner Furcht wandeln, deine heilige Gebote nicht aus der Acht lassen, und durch deine Gnade unser Gewissen vor der Schuld muthwilliger und vorsätzlicher Sünden forge fältig bewahren. Immer wollen wir dich lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüth. Das sind wir deiner schonenden Güte schuldig; diese chriftliche Gesinnung wird auch unsre Seelen mit Hofnung, Ruhe und Muth in jeder Gefahr erfüllen. Herr, immer fen uns deine Hülfe nahe, und deine mächtige Hand schüße uns. Amen. BOUFF Seufzer eines Kranken. Vater meines Lebens! Gott alles Troffes! du liebeft mich mein Gort, wenn ich gleich Beschwerden zu tragen habe! aß mich deiner Vaterliebe nicht vergessen! Alles Leiden, as von dir herkömmt, ist mir heilsam; um so viel heils amer, je a eduldiger ich bin. 23ie viel mehr hätte ich u leiden verdient! Aber du bist barmherzig! Und hast meiner Gebete bey verschiedenen Umständen. 69 meiner schon tausendmal geschonet! lieber also will ich danken, als ungeduldig seyn. Barmherziger Feiland, du weißt auch was Schmerz und Elend ist! Du warest felbft voller Schmerzen und Krankheit. Wir haben an dir nicht einen hohenpriester, der nicht könnte Mitleiden haben, sondern einen solchen, der versucht ist allenthalben, gleich wie wir. Auch bist du mit Kranken aller Art umgegangen. Heilen und helfen und trösten war dein Geschäfte. Auch ist noch bist du ein mitleidiger Arzt; auch ist noch mächtig zu helfen und zu trösten und alle Noth zu erleichtern. Wohl mir, wenn ich oft daran gedenke, wenn ich es recht herzlich glaube, daß dir meine Noth bekannt sen, daß du mich mit liebreichen Augen ansehest! Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn, du der nichts als segnen und lieben kann in alle Ewigkeit. Amen. Sieb mir, mein Gott, durch meine Krankheit recht zu empfinden die Schwachheit und Zerbrechlichkeit meiner Hütte; die Ungewißheit und Hinfälligkeit meines ohnekem kurzen Lebens! Lehre mich weislich mit meinen vielleicht noch wenigen Stunden und Augenblicken haushälten! Gieb mir den Sinn, was ich noch in Ordnung zu brins gen, noch Gutes zu verrichten habe, um ruhiger an dich denken, und freudiger sterben zu können, nicht aufzuschieben. Mein Vater, lehre mich bedenken, daß ich sterben muß, auf daß ich klug, auf daß ich weise werte zur Seeligkeit, durch Jefum Chriftum. Amen. Gebet um christliche Geduld auf dem Krankenbette. Unendlich güriger und barmherziger Gott, der du der Arzt der Kranken, der Trost der Betrübten und die Zufluch der Verlaffenen bist! Ich bekenne und klage dir mit innigster Reue das Verderben meines Herzens, welches: sich ben meiner anhaltenden Krankheit so oft durch Unge duid, € 3 Gebete bey verschiedenen Umständen. duld, Mistrauen und Kleinmüthigkeit reget. Vergieb es mir um Chrifti willen, wo ich irgend durch ängstliches Zagen und Murren mich an dir verfündiget habe, und schenke mir die Geduld, die mir so nöthig ist. Laß mich oft an deine Verheißungen gedenken, und laß mich die Kraft derselben an meinem Herzen erfahren, damit ich mit fester Ueberzeugung glaube: ,, du werdest meiner nicht vergessen, du werdest mich nicht verlassen noch versäumen." Du willst nicht, daß ich mein gegenwärtiges Leiden gering schågen, oder unempfindlich dagegen seyn soll. Aber gieb auch, daß ich dasselbe nicht als ein Zeichen deines Zorns und deiner Ungnade ansehe, sondern solches als eine weise und väterliche Züchtigung, so von deiner Hand kommt, verehre. Laß mich fest überzeuget werden, daß diese Krankheit nach deiner weisen Fügung mein wahres Seelenheil und den christlichen Vorsatz befördern muß, am meisten nach dem zu trachten, das droben ist. Gieb mir aber auch den freudigen Troft, daß du zwar Wunden schlägst, fie aber auch wieder heilest, und daß der Lohn derer, die in Trübfalen aushalten, groß seyn wird. Erwecke mich daben, immer auf das Muster meines Erlösers zu sehen, der dir gehorsam war bis zum Tode, ja zum Tod am Kreuz: damit ich nach seinem Exempel wahre Gelaffenheit und Geduit beweise, und von dir und dei ner Huld nicht geschieden werde. Amen. Um Ergebung in den göttlichen Willen. Großer Gott, der du die ganze Welt, und die Schickfale eines jeden einzelnen Menschen mit der höchsten Weisheit regiereft! ich bin überzeugt, daß auch diese Krankheit, auch diese Leiden, die mich betroffen haben, unter der Aufsicht deiner gnädigen Vorschung stehen: fo gieb denn Gnade, daß ich nicht meinem, sondern deinem Willen folge. Laß mich stets bedenken, daß dein Wille ein guter und gnädiger Wille ist, der immer mein Bestes wählet. Ach! wie oft will mein Herz den Jerweg, und wie felten will es sich deine Wege wohlgefallen lassen! Ziehe mich zurück, Gebete bey verschiedenen Umständen. 71 zurück, wenn ich meinem eigenen Willen folgen will, und lehre mich, mich selbst verläugnen, meinen eigenen Neigungen und Wünschen entfägen, und mich ganz deinen Fügungen unterwerfen. Verleihe, daß ich nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit dem Herzen sagen: " Herr, dein Wille geschehe!" O wie ruhig ist meine Seele, wenn ich mich deinem Willen ergebe! Denn ich weiß, du wirst mir nichts geschehen lassen, als was mir nüglich und heilsam ist. So schaue denn, großer Gott! hernieder auf mich, der( die) ich vor dir liege; nimm mein Herz, und mache es so gefinnet, wie es dir wohl gefällig ist. Mit Freuden kann ich bis hicher sagen, daß deine Hand mich geleitet, daß dein Arm mich geschüket, daß dein Trost mich erquicket hat. Nun, Nun, o Gott! du lebest noch, deine Treue ist noch immer groß, und deine Güte ist noch täglich neu. Was du willst, das geschehe denn immer! Dir ergebe ich mich in findlichem Gehorfam, es sey zum Leben oder Sterben. Es gehe, wie es gehe, du, Vater in der Höhe, weißt doch zu allen Sachen Rath. Amen. Gebet nach der Genesung. Großer Gott, höchster Gebieter und Herr über unser Leben, der du in das Grab, und auch wieder heraus führest, ich werfe mich vor dir nieder, und danke dir von Herzen, daß du mich von den Pforten des Grabes zurückrufest. Ich rief zu dir: ,, ewiger Gott! ist es möglich, so friste mir mein keben noch auf einige Zeit." Da erhörteft du meine Klagen, und sahest meine Thränen an, und gabst mir Leben und Gesundheit wieder. O daß ich deine Liebe und deinen Beystand nach Würde genug erheben könnte! Ich bekenne es vor jedermann, daß ich dir allein meine Genesung zu danken habe. Auch die größte Klugheit, die beste Sergfalt und Bemühung der Menschen ist ohne dich vergeblich. Was habe ich dir nicht, o mein Gott, mitten in meiner Krankheit und in meinen Hengsten versprochen! Ich hatte mich dir ganz zu deinem Dienste gewiedmet. Ich £ 4 7.2 Gebete bey verschiedenen Umständen. Ich sagte allem dem ab was dir misfallen kann; ich versprach, dir bis in den Tod treu zu bleiben. Gieb nicht zn, daß ich so heiliger Zusagen jemals vergesse, sondern pråge sie mir tief ins Herz, daß ich alle Tage meines Lebens daran gedenke, und alle meine Kräfte anwende, um sie zu erfüllen. Ja, mein Gott, laß mich von nun an dir leben. Ziehe deine Hand nicht von mir ab; gieb mir das nöthige licht, gieb mir Standhaftigkeit und Muth, damit ich allen Versuchungen widerstehen, und alle Lockungen und Drohungen einer verführerischen Welt verachten möge. Sen du mir zur Rechten, damit ich niemals wanke. Deine Hand erhalte mich: Dein Rath führe mich! Dein Geist heilige mich! O Gott, so mancher ist nach erlangter Gesundheit in das Verderben der Welt zurückgefallen, und hat seine vorige böse lebensart wieder angefangen; und auch ich habe dir ben andern Ge legenheiten Verheißungen gethan, aber sie nicht erfüllet. Ach, sollte mir darum nicht bange seyn, daß ich dir aufs neuc untreu werden möchte? Ja, Herr, deine Gnade allein ist es, die mich davor bewahren kann. Nie komme mir doch die Ermahnung aus dem Sinne: ,, Siche zu, du bist gefund worden, fündige hinfort nicht mehr, auf daß die nicht etwas ärgeres widerfahre!" Ich weiß es, daß, obgleich du mir jetzt leben und Gesundheit wies der schenkest, ich doch cinst aus dieser Welt werde wegges hen müssen: ich weiß es, daß diese Lebensfrist mir nur zur Vorbereitung auf meinen Ausgang dienet, daß der Himmel allein unser wahres Vaterland ist, und unfre Herzen und Begierden dahin gerichtet seyn müssen, weil da unfer Erbtheil aufbewahret lieget. Ach! so laß mich denn dergestalt völlig genesen, daß meine Seele auch von den Wunden heil werde, welche die Sünde ihr geschlagen hat, und daß, so angenehm und vortheilhaft auch die Gesundheit meines Leibes mir ist, die Gesundheit und Heiligung meiner Seele mir noch weit wichtiger und angelegener sen, weil ich ohne diese dein Angesicht nicht schauen, und an deinem Reiche kein Theil haben kann. Erbarme dich auch, o mein Gott, aller armen Kranken. Höre Gebete bey verschiedenen Umständen. 73 Höre ihr Bitten. Stehe ihnen ben, und gewähre ihnen alles dasjenige, was deine anbetungswürdige Weisheit für sie am ersprießlichsten findet. Hilf auch allen denen, die du mit mir von ihrem Krankenlager aufstehen und die Sonne mit Freuden wieder erblicken läsfest. Gieb einem jeden unter uns, daß wir weder deiner Wohl thaten, noch auch unsrer Versprechungen jemals vergest fen. Erhöre, Vater im Himmel, mein Geber, das ich mit innigstem Verlangen meiner Seele, und im Vertrauen auf deinen Sohn Jesum Chriftum zu dir thue. Amen. Gebet um stete Bereitschaft zum Sterben. Barmherziger, gütiger Gott, weil uns der Tod täglich auf dem Fuß nachgehet, fintemal wir alle gefündiget haben, und deswegen dem Tode unterworfen find: fo bitte ich dich herzlich und findlich, du wollest mich mit deinem heiligen Geist jederzeit regieren, damit ich rie Unbeständigkeit dieses Lebens betrachte, an mein Ende und Tod oft gedenke, und zu solchem bußfertig zu allen Zeiten mich gefaßt halte. Behüte mich, daß ich nicht plöglich dahin falle, und in Sünden verderbe, sondern laß mich alle Tage in deiner Furcht und Betrachtung des Todes zubringen. Und wenn die leste Stunde meines irdischen Lebens herzunahet, wo mir vielleicht meine Sinne vergehen, ach Herr! so weiche nicht von mir, und laß meine Seele dir befohlen seyn. Du hast ja alle Haare meines Hauptes gezähler; darum wirst du vielmehr auf meine Seele, die du durch deines Sohnes Blut so theuer erlöfer haft, Acht haben, daß sie nicht aus deiner Hand gerissen werde. Mache mich getroft wider den Anblick des Todes, daß mein Glaube in mir nicht wanke, die Hoffnung nicht verzage, die chriftliche Liebe nicht erfalte, und wenn die rechte Erldfungsstunde kommt, so laß mich im Frieden dahin fahren, denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welcher be reitet ist vor allen Völkern ein Licht, zu erleuchten tie Helden. An diesen meinen Erlöfer glaube ich, auf Ihn hoffe e 5 74 Gebete bey verschiedenen Umständen. hoffe ich, Ihm lebe ich, Ihm sterbe ich. Ach, Herr, laß mich nicht zu Schanden werden, denn Du bist meine Hülfe und meine Stärke. Siche mich an mit den Augen deiner Barmherzigkeit, und wende zu mir deine váterliche Hülfe, durch Jefum Chriftum, deinen lieben Sohn, der mit seinem Leiden und Tod uns eine ewige Erlösung erworben hat. Amen. Gebet um ein seliges Ende. Liebster Vater im Himmel! herzliebster Erlöser, Jesu Chrifte und o Gott heiliger Geist, du wahrer, einziger und höchster Tröster! Wie übel habe ich mein kurzes deFen zugebracht! Wenig sind der Tage meines Lebens, und viel sind meiner Sünden. Die wenigste Zeit habe ich dir gelebet, meine meiste und beste Zeit habe ich in Eitelkeit zugebracht. Ach! wie viel Gutes habe ich vers fäumet, wie viel Böses dargegen gehäufet, und damit meinen Leib und Seele beflecket! Vergieb, allerliebster Bater! alles aus Gnaden. Decke es zu, o Erlöser! mit dem Kleide deiner Unschuld und Gerechtigkeit. Heile meine verwundete Seele mit deinem Trost, o heilfamster Kröffér! ehre mich bedenken, daß es ein Ende mit mir haben muß, daß mein Leben ein Ziel hat, und ich davon muß. Ich bin ein Fremdling, und habe hier keine bleibende State, sondern ich suche die zukünftige. Ich bin wie ein Taglöhner, der sich nach dem Schatten sehnet. Ich weiß du hast alle meine Tage gezählet, und auf dein Buch geschrieben. Ach, mein lieber Vater! wenn nun meine Zeit vollendet ist, die du mir gesetzt haft, so verleihe mir eine felige Frieden- und Freudenfahrt aus dies sem teben. Gieb mir ein williges und fröliches Herz abaufheiden; behüte mich vor des Feindes Anfechtung, wapne meine Seele mit den Waffen deiner Gerechtigkeit, mit dem Schild des Glaubens. Denn du, o Herr Jesu Chrifte! bist meine Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung, mein Leben, Troft, Friede und Freude. Saß mich im Glauben, Liebe und Hoffnung abscheiden. Erwe Gebete bey verschiedenen Umständen. 75 Erwecke in mir eine heilige Sehnsucht nach dem ewigen Leben. O mein Heiland, Christe Jesu! zeige mir in meiner Schwachheit und Todesnoth dein keiden, deine Wunden, deine Dornenkrone, dein Kreuz und Tod zeige mir deine eröffnete Seite, deine durchgrabene Hån de und Füsse, welche meine Freuden- und Trostquellen find. Laß mich hören in meinem Herzen die trefilichen Worte, die du zu jenem Schächer am Kreuz geredet haft: ,, Heute wirst du mit mir im Paradiese seyn." 2ch, mein einziger Arzt! heile meine Schmerzen durch deiner Wunden Schmerzen; durch deinen Todeskampf und blutigen Schweis lindere meine Todesangst. Durch deinen Tod segne meinen Tod; denn du bist die Auferstehung und das Leben; wer an dich glaubet, wird leben, ob er gleic ftirbet. Rufe mich zu dir aus der Finsterniß ins Sicht, ous dem Elende zum rechten Vaterlande, aus dem Gündena dienst zur ewigen Freyheit und Gerechtigkeit, aus tem Tode zum Leben, von dem ungestümen Meer. Dieser Welt ans Ufer des rechten Vaterlandes; führe mich durch das Angstmeer des zeitlichen Todes zum rechten gelobten Lande. Ach! erlöse mich aus diesem sündlichen, unreinen Leben; denn mich verlanget nach dem reinen, heili gen, göttlichen Leben, da keine Sünde, sondern citel Gerechtigkeit ist. Führe mich aus diesem unruhigen Leben in die rechte ewige selige Ruhe, da keine Mühe und Arbeit, keine Krankheit, kein Tod, keine Sorge, feine Traurigkeit ist; da Gott alles in allen, unsere Sust, un fere Freude, unser Leben ist. Da werde ich einen herr lichen Festtag halten, wenn ich für meine Trübfal, Jammer und Elend ererben werde die ewige, immer währende Herrlichkeit; für diese zeitliche Traurigkeit eine ewige Freude; für diese Sterblichkeit die Unsterblichkeit; für diese Schwachheit himmlische Kraft; für diese Krank heit ewige Gesundheit; für dieses zeitliche Leben das ewige leben. Schmücke mich zuvor mit deiner Gerechtigkeit, o Jefu Chrifte! daß meine Seele rein und unbe. fleckt vor die erscheine, und laß mich hören dein Freudenwort: Komm her, du gesegneter des Herrn! ererbe das Reich 776 Gebete bey verschiedenen Umständen. Reich deines Vaters, so dir vom Anfang bereitet ist, und gehe ein zu deines Herrn Freude. Amen. Seufzer eines Sterbenden. Mein Jesu, der du für mich gestorben bist, gieb, daß mich mein Tod zur unvergånglichen Freude des Himmels bringe! Deine erbarmende Liebe, deine rettende Hülfe fuche ich. Es ist nur noch ein Schritt zwischen mir und dem Tode. Stehe mir bey, daß ich selig sterbe. Vertritt mich mit deiner Fürsprache, daß mich kein verdam. niendes Urtheil treffe. Du zur Rechten Gottes erhöhter Jesu! denke an mich, und laß mich bald mit dir im Paradiese seyn. Amen. Gelober fenst du, mein Heiland! Sie gehen zu Ende, die Tage der Eitelkeit, der Unvollkommenheit und der Plage. Ich sehe im Glauben auf dein Verdienst den Himmel offen, in den du siegend eingegangen bist, mir dafelbst eine Státe zu bereiten. Ach Herr! ich warte auf dein ewiges Heil. Laß mich bald genießen Freude tie Fülle und liebliches Wesen ewiglich. Amen. Komm her, du Gesegneter( efegnete) meines Vaters! Komm, du frommer und getreuer Knecht!( du fromme und getreue Mage!) ererbe das auch dir bereitete Reich. Ach! so empfanac mich, so rede mich an, mein Heiland! wann ich nun werde vor dein Antlitz fommen. Zeige dich mir als einen Freund meiner Secle! Sterben ist mein Gewinn. Es ist besser, außer dieser Fitre wallen, und daheim fenn bey dem Herrn. nimm nun meine Secle, du holdester Freund, der du fie mit deinem Blut erkauft, und von Sünden gereiniget haft! Nimm sie zu dir! Du lebest, mein Heiland! und ich soll auch leben. Ewig soll ich bey der seyn. Deine Herrlichkeit soll ich sehen. $ 2beid) Gebete bey verschiedenen Umständen. Welch ein Troft für mein mattes Herz, in dieser schweren Stunde! An dich will id) mich halten, wenn mich alles verläßt. Freudig will ich dich umfassen, wenn ich foll die Welt verlaffen. Gott! fende deine heiligen Boten, daß sie mich zu dir bringen. Kommet, himmlische Geister! Freunde der Menschen! Geleitet mich zum Himmel, zu Gott, zu meinen schon seligen Freunden. Erlöse mich, Herr! von allem liebel, und hilf mir aus zu deinem himmlischen Reiche! Mein Gott! ich bin dein Kind, dein ausgefähntes Kind. Mache mich nun auch zu deinem Erben, zum Miterben Jesu Christi. Laß mich dich sehen, wie du bist, herrlich, gnädig, als meinen Vater. Vater! ich befehle meinen Geist in deine Hände. Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Du hast mich theuer mit deinem Blut und Tod erkauft, daß ich dein eigen fen, in dem Reiche deiner Herrlichkeit lebe, und dir diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Selig. keit: Ach! schenke mir nun das ewige Leben! Du höchfter Tröfter in aller Noth! Du Stärke der Schwachen, du Beystand der Sterbenden, verlaß mich nicht! Jest, jetzt stårke meinen Glauben, meine Liebe, meine Hoffnung, meine Geduld. Hilf mir meinen Kampf vollenden! Laß mich das verheissene Kleinod erlangen! Gottlob! mein Kauf ist vollbracht, mein Kampf geFämpfer! Ich glaube, ich hoffe, ich halte mich fest an dich, mein Gott! mein Erlöser! mein Beystand! Herr nimm meinen Geist auf! Gebete Gebete bey verschiedenen Umständen. Gebet bey Sterbenden. Pf. 39, v. 4. Wie gar nichts sind doch alle Mensc Vater und Herr unsers Lebens! wir danken die von Herzen für alle Barmherzigkeit, die du diesem Sterbenden vom Anfang feines Lebens bis auf diesen Augenblick erwiesen haft; und fassen die Zuversicht, nach dem Evangelium Jesu Christi unsers Herrn, du ha: best ihn nicht bloß für dieses kurze Leben geschaffen, sondern werdest auch an ihm deine barmherzige Absichten in der Ewigkeit vollenden. Erleichtere ihm die Schmerzen und Bangigkeiten des Todes, und belebe in seiner Seele die Ruhe des Geistes, der auf dein größeres Heil in der Ewigkeit wartet. Erlöse ihn fo von allem Uebel, und hilf ihm aus zu dem besseren keben, wo kein Wechsel mehr feyn und sich alles in Freude verkehren wird. 7/84 Wir unterwerfen uns in der Trennung von ihm do inem stets guten Rath und Willen, und erheben uns von diesem niederschlagenden Anblick menschlicher Hinfälligkeit zu dir, der du alles mit und für uns wohlmachest. Gieb uns Weisheit und Ernst, cinen heilsamen Eindruck davon zu bewahren. zehre uns wohl bedenken, daß es mit uns allen, früher oder später, auch dahin kommen wird, wo uns alle Güter und Freuden dieser Welt nichts helfen, sondern nur deine Gnade und ein gutes Gewissen uns Trost und Zuverficht geben können. Mache uns dieß zu einem máchtigen Antriebe, stets in deiner Furcht zu leben, damit wir, wenn nun auch unfre Zeit kommt, diefes uns allen bestimmte Ziel auf Erden, mit wahrhaftig christlichen Gesinnungen und Hoffnungen erreichen mögen Amen. 2 Tim. 4, v. 18. Der Herr wird mich erldsen von allem Uebel, und mir aushelfen zu seinem himmlischen Reis che; welchem sey Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Inhalt 19 Inhalt der Gebete und Andachten. J. Morgen- und Abendgebete und Andachten. 1. Morgengebet. Abendgebet. 2. Morgengebet am Sonntage. Abendgebet am Sonntage. 3. Morgengebet am Montage, Abendgebet. 4. Morgengebet, Abendgebet. 5. Morgengebet. 201120, 15. Abendgebet. ngen 6. Morgengebet. Abendgebet. edice 7. Morgengebet. 15 Abendgebet am Sonnabend, 8. Vorsätze am Morgen. Prüfung am Abend. 9. Allgemeines Gebet. Litaney. t II. Sonn- und Festtagsgebete. 1. Gebet um Heiligung des Sonntages. Ermunterung zur Feier des Gottesdienstes. 2. Allgemeine Kirchenbeicht. Sonntägliches Kirchengebet. 3. Gebet am Weihnachtsfeste, Um Neujahrsfeste. 4. Gebet zur Paßionszeit. 5. Gebet auf Ostern. Um Himmelfahrtsfeste. 6. Gebet auf Pfingsten. 19 PA 16 h IC 12 15 16 C( C 17 20 345667 CI 89 23 10 10 10 25 27 27 30 33 0467 Son 33 XII 3 C 36 37 II. Beicht und Communion- Gebete. 1. Gebet um aufrichtige Prüfung. Selbstprüfung nach den Geboten Gottes. Gebet um Versöhnlichkeit. 2. Allgemeines, öffentliches Bußgebet. 3. Gebet der Selbstprüfung, vor der Beicht. Bußgebet vor der Beicht. Kurze Beichtgebete. Etliche biblische Sprüche zu einem Beichtgebete. Eine andere Beicht. 44 46 49 52 54 55 55 Gebet nach der Beicht. 56 4 Gebet vor dem Genuß des heiligen Abendmahls.- 57 Gebete und Andachten bei dem Genuß des heil. Abendmahls. Dankgebet nach dem Gebrauch des heiligen Abendmahls. Erneuerung des guten Vorsatzes nach genoffes nem heiligen Abendmahl. IV. Gebete bei verschiedenen Umständen. Gebet am Geburts- und Lauftage. Morgengebet eines Reisenden. Abendgebet eines Reisenden. Gebet nach der Reise. Gebet bei Ungewittery. Um Ergebung in den göttlichen Willen. Gebet nach der Genesung. ૐ । । । S. 39 39 RISDAY Danksagung nach dem Ungewitter. Eeufzer eines Kranken. Gebet um chriftliche Geduld auf dem Krankenbette. Bhadla 09074/00 Gebet um stete Bereitschaft zum Sterben. Gebet um ein seliges Ende.! Seufzer eines Sterbenden. Gebet bei Sterbenden. HUND 1 |||| Coment 58 60 61 63 65 6: 68 68 69 70 71 273 274 NENN 76 78 363 363 82 167421 45 450 H 359 468 474 472 J M Inches Centimetres Blue 2 - 3 4 Cyan 2 15 4.4 6 7 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 10 11 Red 12 5 13 Magenta 14 CO 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 8 B.I.G. Black