Die Religion. P WEBER SC Gebet- Buch eines Katholischen Shriften Lufnet die Kleinen. zu mir kommen. Wien ben Jof. rämmer Buchbinder in der Grünanger Halle N: 835. Glo 47.56 Univ- Bibl. Glessena 14404 Morgengebeth. Allmächtiger Vater der Natur! in dieser Morgenstunde, wo Geschöpfe ohne Zahl die Herrlichkeit deines heiligen Nahmens verkündigen, will auch ich in ihre Jubellieder einstimmen, und dich im Staube meiner Niedrigkeit anbethen. Siehe mit Wohlgefallen auf die Huldigung herab, mit der ich meine Hände zu dir empor hebe, und dir die Erstlinge des Tages weihe, zu dem ich durch deine Gnade wieder aufgewacht bin. Ich danke dir von ganzer Seele für meine Erhaltung in der vergangenen Nacht, und für das Geschenk dieses neuen Tages. Segne mein aufrichtiges Verlangen, ihn zu deiner Ghre, zu meinem ewigen Heil, und zum Besten meiner Mitmenschen anzuwenden. Du kennst alle meine Bedürfnisse; ge= 20 x( 2) oc währe mir, liebreicher Bater, was ich nöthig habe, an Leib und Seele. Verleihe mir Kraft, das Gute auszuüben, und das Böse zu meiden. Gleite ich aber ab von dem Wege zu dir, so laß mich reumüthig umkehren, und Gnade vor dir finden. Gib mir Mäßigung im Glücke, Trost und Geduld in Widerwärtigkeiten, Weiß: heit und Rath in zweifelhaften Fällen, Fleiß in meinen Berufsgeschäften, Rechtschaffenheit in allen meinen Handlungen, und ein heiteres zufriedenes Gemüth, damit ich mein Lagewerk mit frohem Herzen vollenden möge. Auch für meine lieben Brüder bitte ich, o Herr! in dieser Morgenstunde, wenn Nothleidende, Kranke, Sterbende, dein Untlik suchen, so wende es nicht von ihnen ab, sondern siehe mit Erbarmung auf sie hin, und laß sie Gnade vor dir finden. Verfage deine Barmherzigkeit auch den: book( 3) jenigen nicht, die deiner ganz uneingedenk, oder zu lau sind, ihre Knie vor dir zu beugen. Erbarme dich über die Bewohner der gan zen Eide, und laß diesen Tag einen Tag des Heils für alle deine Erlösten seyn. Laß heute die Sünder gebeffert, die Feinde versöhnet, die Betrübten getröstet, die Urmen versorget, die Kranken erquicket, die Jrrenden auf rechtem Wege geführet, und die Sterbenden selig vollendet werden. Die ganze Welt bethe dich an, und jede Creatur preise nach ihrer Art deinen heiligen Nahmen. Gebeth zum heiligen Schußengel. Heiliger Engel des Herrn, dem Gott bes fohlen, mich auf allen meinen Wegen zu beschügen, und auf alle meine Tritte Acht zu haben. Dir sag' ich in Demuth für alle deine Huth schuldigsten Dank. Es ist der Wille Gottes, daß du bey mir seyst. Ich preife und bethe seine Barmherzigkeit dafür an. 20 2 -- ( 4) Bringe ihm meine Seufzer dar, und bitte ihn für mich, daß er mein Gebeth erhöre. Bitte ihn, daß er mich gelehrig und aufmerksam mache. Engel des Friedens, erlange mir die Gnade einer aufrichtigen Buße, über welche du dich erfreuen könnest, verlaß mich nicht, wenn ich gesündiget habe, thue mir Widerstand, wenn ich mich auf Abwege wende, wie sich ein gutthätiger Engel dem Balaam widersetzt hat. Sprich zu mir, wie die zwey Engel mitten in Sodam zu Loth sprachen:- ,, Rette deine Seele, fliehe vor der Sünde." Sey du meine Brustwehr, und komm mir zu Hülfe wenn ich in Versuchung gerathe. Begleite mich auf der Reise des sterblichen Lebens und einst nach glücklich vollendeter Laufbahn führe mich zu Gott, dann wollen wir ihn mit vereinigten Kräften loben und ewig preifen. Amen. - xxxx( 5) xx Erhebung seines Geistes zu dem Schöpfer. Herr! was ist das Leben des Menschen, und was sind seine Jahre? Sie fließen da: hin wie ein Bach, und rieseln hinweg wie eine Quelle, und ihrer wird nicht mehr gedacht. Die Hälfte meiner Wanderschaft ist vielleicht vollendet, vielleicht bin ich näher beym Ziele, als es scheint. Herr! kröne mich, wenn ich meinen Lauf vollendet habe. Sprich zu der irdischen Hülle: Ruhe sanft in dem Schooße, aus dem du entsprungen bist. Herr! nimm meine Seele auf zu dir. Schon so oft hast du, o Herr! die Sonne in ihrem vollen Glanze über mich aufgehen lassen: was war ich, ehe du mich aus der Liefe der ewigen Nacht in das Leben hervorgerufen hast? Was war ich vor so viel verschwundenen Jahren? und wer werde ich vielleicht in Kürze seyn? Werde ich noch, in diese irdische Decke gehüllt, deine herrliche Allmacht in - - ( 6) den Geschöpfen bewundern? Oder werden meine Gebeine versammelt bey der 2sche meiner Väter ruhen? Aber nein, ich werde nicht ganz sterben; denn der in mir denkende Geist wird leben, und des Herrn Werke verkündigen, wenn auch die Glieder vermorscht sind. Ich werde leben, aber wie? o Bater aller erschaffenen Wesen! erbarme dich deines Geschöpfs. Du sprachst zu mir: Werde und ich ward; meine Augen eröffneten sich dem irdischen Lichte. Noch unreif zu denken, erkannte meine Seele ihren Schöpfer noch nicht. Ungewohnt zu seyn, begrüßte ich die Welt mit Thränen. Ich wurde ein Mensch, Herr! und bethe dich an. Leichtsinnige Jahre der Jugend, wie schnell seyd ihr verschwunden! Wie wenige Augenblicke flossen würdig in die Ewigkeit? Wie viel verschwendete Stunden werden mich anklagen? Herr! wenn du mich vor Gericht ziehen willst, so werden meine Gebeine zittern, und meine Lippen werden verstummen. 000000( 7) 20000000 Ich habe gesündiget, o Herr! die Seele, zu höhern Geschäften bestimmt, erniedrigte sich, und verläugnete ihren Ursprung. Ges fangen von niedrigen Lüsten, vom Gepränge der Welt betäubt, von der verführenden Stimme der Wollust gelocket," verlebte ich forglose Tage. Du erschufst mich zum Engel, und ich erniedrigte mich zum Staube. Herr! du kennst mein Herz; bilde es nach deinem Gefallen. Entreiß meine Seele den Irrthümern, und meine Sinnen der Verblendung. Mache, daß mein Herz auf den Flügeln der stillen Betrachtung sich öfters gegen den Himmel schwinge, und sich zur rechtschaffenen Ausübung des Berufs stets vorbereite. Mein Geist verehret dich, ewiges, allmächtiges Wesen! er fühlet seine Schwachheit, verabscheuet die Sünde, sündiget, zittert, empfindet Reue, fündiget wieder und bethet dich an. Herr! entreiß mich dem Verderben!- Deine Gnade sen mächtig in meiner Schwachheit! nur du bist der heiligste Gott! die - ( 8) Wahrheit selbst! und so sicher ich an dich glaube; so getröstet hoffe ich auf deine Güte. Fremde Flammen verdunkelten zwar meine Seele: aber von nun an soll das Feuer der Liebe, der reinsten Liebe gegen dich allein mein Herz entflammen, weil du über alles liebenswürdig bist. Mein Herz ist nun willig, in tiefster Demuth deine heiligsten Geheimnisse anzubethen, ja mit allen Kräften will ich dir danken, so lang ich noch hier bin, und meine Lippen sollen dich preisen, bis sie der Tod schließt. Du behütest dein undankbares Geschöpf vor Unglück, und befahlest deinen Engeln, daß sie vor mir gehen, und mich auf meinen Wegen beschützen sollen; darum sey dir ewiges Lob! Denn du bist heilig, o Gott! und ich bin ein verworfener Sünder. Erbarme dich meiner, o Gott! und vergib mir die Sünden meiner Jugend! Die Verdienste meines Erlösers sollen das Opfer seyn, ſo ich dir bringe, der ich von mir selbst nichts soo( 9) habe, nichts vermag. Leite mich, o Herr! so werde ich nicht irren, leite mich zu deiner Wahrheit! Soll ich noch länger hier wohnen, Herr! so heilige mich. Gib, daß ich mein Leben dir und meinem Nächsten weihe. Laß mich nicht den Spott der Gottlosen fürchten, noch den Hohn der Hoffärtigen. Ents reiß meine Seele den Stricken des Verführers. Laß mich mit dem Munde bekennen, und im Herzen empfinden, du seyest der Herr, und kein wahres Glück sey außer dir. Gib Stärke zu meinen Geschäften, erleuchte meinen Verstand, erhebe mein Herz, daß es begierig werde, nicht der Welt, sondern dir gefällig zu werden. Gib mir die Ruhe, Herr! die Ruhe, die Begleiterinn der wahren Tugend. Kann Betrübniß und Leiden mein Herz bessern, Herr! so gib mir auch meinen Theil an Kummer und Schmerzen. Du wirst deinem Kinde keine Last auflegen, die es nicht ertragen kann. Gib mir nicht den irdischen Reichthum, der die Seele erniedriget, und den die blasfe - ( 10) Sorge bewachet. Laß mich reich seyn an guten Handlungen. Gib mir nur so viel, daß mein Herz nicht von Sorgen der Nahrung eingenommen, eines höhern Endzwecks vergesse. Willst du mir irdische Schätze verleihen, Herr! so gib mir Verstand und Willen sie wohl anzuwenden. Die weltliche Ehre sey nicht mein Wunsch, und der Beyfall der Welt sey nicht meine Sor ge. Aber, o Herr! laß mich nicht zu Schanden werden vor dem Volke! mein Gerücht fey unbefleckt, und mein Nahme sey nicht der Spott der Verläumder. Wenn ich einst liege und schlafe im Frieden, so laß mein Undenken einigen stillen redlichen Herzen werth seyn. Kein Fluch und keine Lästerung be schwere mein Grab. Gib mir den süßesten Trost des menschlichen Lebens- wahre Freude! Segne meine Familie, meine Anverwandten und Freunde, fie sind dein und verehren de en heiligen Nahmen. Segne unsern Landesfürsten und ( 11) unser Vaterland. Segne uns, Herr! so sind wir gesegnet. Laß meine Seele im Frieden fahren zu sei ner Zeit. Laß mich bey meinem Ende getröstet durch den Glauben, geheiliget durch deine Gnade aus der Welt scheiden. Kein Bild des Schreckens erscheine vor meinen brechenden Augen; keine begangene Missethat ängstige meine Seele; kein irdischer Wunsch halte sie zurück. Laß mich getröstet, durch das Verdienst deines ewigen Sohnes, in das Reich der Ewigkeit treten. Segne mich in meiner letzten Stunde, mein Ende sey wie das Ende der Gerechten. Ewiges Lob, Preis und Ehre sey dir, ewiger Vater! versöhnender Sohn des Ewigen! unser Erlöser! dein Nahme sey geheiliget;- göttlicher Geist, der du vom Vater und Sohne ausgehest! Dir sey ewig Lob und Preis. Amen. ( 12) Meßgebethe. Zum Anfange. Tief in Staub, mein Nichts erkennend, beuge ich mich vor dir in deinem heiligen Tempel- göttliche Majestät!- sieh auf die Demuth meines Herzen, und die gänzliche Unterwürfigkeit meines Willens- ich bethe dich an in deiner heiligen Wohnung,- mein Rufen komme zu dir, und das Dankz opfer deines Priesters werde von dir erhört! Mein wärmster Dank sey mit demselben vers einigt und alle Chöre der Engel singen Psal men und Hymnen zum Danke dir!- Du bist der Gott der Liebe, wie du uns geliebt haft, so können dich alle Heere der Welten und alle Scharen der Himmel nicht lieben. Du fandtest uns deinen eingebornen Sohn, er wurde Mensch, und empfand die Bitters teit des für ihn voll eingegossenen KelchesO 11 www.d ( 13) bath dich, einen Vater, in voller Angst und Traurigkeit und in Betrübniß bis zum Tode, daß du denselben von ihm nehmest. Nicht mein, sondern dein Wille geschehe," ſprach er; der gehorsamste liebvollste Jesu! Klein ist zwar die Flamme, ewiges Wesen! die auf dem dir geheiligten Altare meines Herzens lodert! aber wer kann dich würdig lieben und ehren? Nimm an, o liebevoller Gott! statt des unzureichenden Dankes den dir ganz ergebenen Willen. Ich bin zwar aus Gebrechen und Schwachheit zusammengefeßt, aber auch dein dich liebendes Geschöpf - und das nimmst du gütig auf, wenn es auch böse war, aber nur den ernstlichen Willen hat, gut zu seyn. Ewiger Unergründlicher! wie groß ist deine Liebe, da du uns sogar deinen Sohn zum Erlöser und Beyspiel fandtest! Er schwieg bey der falschen Ankla= ge- er war geduldig bey Hohn, Spott und Verspeyung, litt Geißlung und Zerfleis chung, und starb den Tod des Kreutzes,- - ( 14) 000 und starb wegen uns Sündern- aus Liebe zu uns Sündern. O Gott! wie sehr schmerzen sie mich, meine Sünden, die ich wider dich, o höchstes Gut! o unendliche Güte! begangen. Verzeih, mein Herz ist zerknirscht es läuft über vor Reue; und Bußthränen rollen die Wangen herab. Ich liebe dich wieder über Alles, und ich hoffe auf dich. Gott! du wirst mein zerknirschtes und reuevolles Herz nicht verachten. - Das Evangelium. Herr! du erneuerst uns täglich deine Lehren, wir aber sind taub. Hart klingen unseren Ohren die Worte deines Gebothes, weil fie, an Sirenengefang verwöhnt, für alles Uebrige von den Eitelkeiten der Welt verstopfet sind. Und doch ist die Last deiner Gebo the leicht, und das Joch deiner Befehle lieblich. Ich bitte dich bey der Liebe, womit du uns dieſe Lehren gibst: eröffne mein Gehör, und entferne die Hindernisse von meinen ( 15) Ohren. Gib, daß sie mir Harmonie sind, und daß mir außer dieser sonst keine gefalle. Gib, daß mir die genaueste Erfüllung derselben( meine Pflicht) Wonne und himmlische Wollust sey. Daß ich dir dadurch eben so sehr zu Gefallen lebe, als ich dich beleidigt habe durch die Uebertretung derselben. Laß meine Seele wieder zu dir zurückkehren, sie empfindet das Unrecht, das sie that, und schaudert von dem Wege zurück, der sie in das Thal der Wehmuth, des Jammers und der ewigen Pein leitete. Herr nimm mich reieder zu Gnade auf, und laß mich deine Lehren befolgen. Die Aufopferung. Ewiger, lebendiger Gott! dein Schn Jes sus hat sich für uns dir, seinem himmlischen Vater, geopfert, und wird nun zum ewigen Gedächtnisfe dir vom Priester in dieser Hostie geopfert. Heiliges Geheimniß, wodurch dieses Brot aufhören wird Brot zu seyn! ( 16) Gib, o Gott! mir die Gnade, daß ich demfelben mit aller möglichen Ehrfurcht und Demuth beywohne. Nimm das Opfer, so wir dir bringen, gnädig an. Abel, Abraham Melchifedech opferten dir, und ihre Opfer, bloße Vorbildungen, waren dir angenehm. Meinen Leib, meine Seele, und alle meine Begierden leg' ich dir zu Füßen. Sieh gnädig auf die Andacht herab, mit der ich dir deinen Sohn und mich vereinigt zum Opfer bringe. Durch die Verdienste deines innig geliebten Sohnes flehe ich, himmlischer Bater! du wollest mir meine Sünden vergeben, und deinen Segen über mich ausgießen, daß ich im heiligen Frieden, dich zu loben. zu benedeyen, und zu lieben nie unterlasse, daß ich einst in der Ewigkeit dich von Ungesicht zu Angesicht sehen möge. Beym Sanctus. Heilig! heilig! heilig! ist der Herr Gott Sabaoth! Im Himmel und auf Erden ere ( 17) se schalle das Lob seiner Herrlichkeit! Hosianna in der Höhe! Gelobt sey der Herr! gebenedeyet sein Nahme! Engel und Menschen preiset ihn. Ihr Königreiche auf Erden, singet Gott: Lobsingt dem Herrn, lobsinget Gott, durch unsern Herrn Jesum Christum, durch den die Engelchöre seine Majestät loben, durch den ihn die Heerscharen anbe= then. Lobsinget ihm alle Fürstenthümer, Ges walt, Macht, Herrschaft, Eherubim und Seraphim, und alles, was genannt werden mag, lobsinge ihm. Hosianna in der Höhe; gelobt sey der Herr! Bey Erhebung der Hoftie. Jesus, du Sohn Davids! Christus, du Sohn des lebendigen Gottes! dich bethe ich an; dich liebe ich. Fest glaube ich es, daß du in diesem allerheiligsten Sacramente gegenwärtig bist. O du dreyeiniger Gott! stärke meinen Glauben, erhöre mein Gebeth, und erbarme dich meiner. ( 18) xxx Bey Erhebung des Kelches. Heiliges Blut meines Erlösers! dich bethe ich in diesem Kelche an. Erretter! durch dies ses gebenedente Blut hast du meine Seele erkauft, und sie dem Verderben entrissen. O laß den kostbaren Werth desselben an meiner armen Seele nicht verloren gehen. Herr! sey mir armen Sünder gnädig und barmherzig. Zum Vater unser. Man bethe es bedachtsam mit dem Priester. Zum Agnus Dei. Sohn des lebendigen Gottes! du nahmst alle Sünden der Welt auf deine Schultern, und die Welt war keiner mehr vor dem Herrn schuldig. Erbarme dich meiner! gib mir deinen Frieden und die Gnade, den ausschweifenden Leidenschaften meines Herzens zu widerstehen, wende deine Augen gnädig von meinen Ulebelthaten ab, und laß ( 19) x000 mich rein vor deinem Angesichte erscheinen. Herr, erbarme dich meiner! Zur Communion. Inbrünstig Geliebter! befreye mich von allen Sünden, und erlöse mich von allem Uebel, Gib, daß ich allezeit fest an deinen Gebothen hange, und daß kein Augenblick mir die Erinnerung deiner entreiffe. Daß ich immer, rein genug, dich zu em pfangen würdig fey,- wenigstens so würe dig sey, als es ein büßender Sünder seyn kann. Gott, mein Erbarmer! würdige mich des Wunders deiner Gnaden! Herr! ich bin nicht würdig, daß du eine gehest unter mein Dach, sprich nur Ein Wort, so wird meine Seele gesund-(( Hier denke, daß du mit dem Priester communicirst.) Komm Herr, mache racine Seele gefund!- O der unerforschlichen Liebe! o der unende lichen Gnade! Ewig beschütze, o Herr Jesu Christe, dein Leib meine Seele, von www.g ( 20) nun an bis in Ewigkeit! Danken kann ich dir nicht dafür: denn auch der Lobgefang der Engel könnte dir nicht würdig danken. Über bitten, flehen soll mein unaufhörliches Geschäft seyn. Und du, du bist der Gott der Barmherzigkeit, und der Ausspender des Trostes. Du wirst meine Seele erquicken, und meine Seufzer stillen. Das hoffe ich von dir, Allgütiger. - Zum Ende. Liebenswürdigster Sohn Gottes! du hast dich erniedriget, und bist von deinem höhen Throne auf diesem niedrigen Altar bey diesem heiligen Geheimnisse herabgestiegen! gib, daß ich, dieser Gnade den ganzen Tag hindurch eingedenk, dir, bloß dir zum Danke lebe. Du bist es, dem Ruhm und Ehre und Dank gebühret, und Ruhm und Ehre und Dank sey dir von meinen Lippen gesprochen. Ich opfere dir mein Daseyn, mein Leben, und all meine Handlungen, besonders die, so ich ( 21) heute thun werde: leite sie nach deinem Wohlgefallen, daß jede nur dein Lob verkündige: gib mir die Gnade, daß ich lieber tausend Mahl sterbe, als auf eines deiner Gebothe je vergesse; daß ich nie etwas unternehme, was dir mißfällt; und nur in dir und für dich lebe. Endlich bitte ich dich, in Ansehung dei-. nes bittern Leidens, und deines schmerzlichen Todes, vergib mir meine Sünden, - flöße mir eine wahre und aufrichtige Liebe gegen dich ein; gib mir Kräfte, daß ich den Sieg über meine Leidenschaften im Gönne mir den Frie: mer davon trage. den, die Tugend, feliges Ende. deinen Segen und ein - - nu dir Vorbereitung zur Beicht. bit Ich will aufstehen und zu meinem Bater sch hingehen, und zu ihm sprechen: Vater! ich habe gesündiget vor dir, ich bin nicht werth, ferner dein Kind zu heißen. B Tr un VOI Gs ist bitter, dich verlassen zu haben, und zu schmachten unter der Knechtschaft der Sünde. Aber ich höre und erkenne die Stimme, die mich von dem Wege des VerLi derbens zurück ruft: es ist deine Stimme, himmlischer Vater! die Stimme des did Th bei ich ein bist büt dir re ( 22)>> mel ewigen Erbarmers. Siehe, ich folge ihr, und kehre reumüthig zurück, voll kindlichen Bertrauens, daß ich, um Jesu Willen, Gnade vor dir finden werde. Hättest du mich, wie ich es wegen meines Ungehorsams längst verdient habe, ewig von dir verwerfen wollen: fo würde mich der Engel des Todes auf deinen Wink mit ( 23) ten unter meinen Sünden ergriffen und vor deinen Richterstuhl gestellt haben. Aber du hast mich bis auf diese Stunde mit göttlicher Geduld ertragen, und noch streckest du deine Baterhand nur zum Vers geben, nicht zum Strafen, gegen mich aus. Herr! wer ist dir gleich? wer ist so langmüthig, so huldreich, so verschonend, wie du? Mit gerührtem Herzen danke ich dir für die lange Frist, die du mir aus der Fülle deiner Barmherzigkeit zur Buße ges schenkt haft. - Auch dafür danke ich dir, daß meine Seele den elenden Zustand der Sünde fühlt, und sich nach deiner unendlichen Gnade sehnet. Vollbringe nun, durch deinen mächtigen Beystand, das Werk, daß du in mir ange fangen hast, und laß diesen Tag einen Tag des ewigen Heils für mich werden. xx( 24)* Um Erleuchtung bey der Gewissenserforschung. Gott des Lichts! du durchschauest alles, was von Unbeginn war, ist, und seyn wird mit einem einzigen Blicke. Du kennst jede Tiefe meines Herzens, und alle meine Sünden stehen vor dir aufgezeichnet. Erleuchte mich, damit auch ich sie ers kenne, und über meinen bisherigen Lebenswandel strenge Rechenschaft mit mir selbst halten möge. Ich will in mein Innerstes dringen, und meiner Verbrechen keines übersehen, um jes des derselben mit aller Zerknirschung, deren meine Seele fähig ist, zu bereuen. Deine Gnade leite mich bey diesem Selbstgerichte, und der heilige Geist, den du, durch den Mund deines Sohnes, allen, die dich darum bitten werden, versprochen hast, komme über mich, damit es Licht werde in xx( 25) x000 meiner Seele, und ich erkennen möge, wie oft und wie schwer ich mit Gedanken, Worten und Werken gegen dich, gegen meinen Nächsten, gegen mich selbst gesündiget habe. Neue über die Sünde. Meine Sünden haben sich über mein Haupt gehäuft, und ihre Last liegt schwer auf meiner Seele. Ich fühle mein Unrecht und erkenne, wie strafbar mich mein Ungehorsam gegen deine heiligen Gebothe gemacht hat. Im Angesicht der Menschen habe ich mich gescheuet Böses zu thun; aber wo mich keine Finsterniß verbergen, keine Berge bedecken konnten- vor dir, Allmächtiger, habe ich freventlich gesündiget! Mit demüthigem zerknirschten Herzen bekenne ich meine Schuld, und von ganzer Seele bereue ich jede Sünde, der ich mich schuldig gemacht habe! nicht weil du Macht hast, mich zeitlich und ewig dafür zu straB ( 26) se fen, sondern weil ich das Mißfallen eines so gütigen Vaters und Wohlthäters auf mich geladen habe. € Von dir habe ich dieses Leben, diese Kräfte, und alles, was ich bin, und bemi site, empfangen. we Du hast mich geliebt, bevor ich noch war, haft die Mittel meines Heils von Ewigkeit vorbereitet, und mich bestimmt, an dem Gnadenbunde deines Sohnes Theil zu kei nehmen. Auch für meine leiblichen Bedürfnisse hast du väterlich gesorgt, und mich, unter unaufhörlichen, von mir oft verkannten Wohlthaten; bis auf diesen Augenblick erhalten. Du hast mir nach dieser kurzen Wanderschaft, das ewige Leben verheißen, und eine Seligkeit, die noch kein irdisches Auge gesehen, kein Ohr gehöret, und die nie in eines Menschen Herz gedrungen ist. Du hast deinen eingebornen Sohn bis zur Menschheit erniedriget, und ihn, damit Univ.- Bibl. Giessen Uti un ge ha de di di # ₁ ( 27) ich ewig leben möge, dem schmählichsten Tode übergeben. Du hast mir dafür keine andere Pflicht auferlegt, als dich und alle Menschen zu lieben, und mich zu bestreben, durch Gutesthun, dir, dem Gott der Liebe, immer ähnlicher zu werden. Und diese liebreichen Gebothe, ohne deren Befolgung ich weder zeitlich noch ewig glücklich seyn kann, habe ich so viele Mahl, so leichtsinnig, so vermessen übertreten! Mein Gewissen zeuget laut wider mich, und ich kann nicht anders, als wehmüthig zu dir aufrufen: Herr, sey mir elenden Sünder gnädig! Behandle mich nicht nach der Strenge deiner Gerechtigkeit, sondern nach deiner unendlichen Erbarmung! Dir allein habe ich gesündiget, und Bbses vor dir gethan; tilge meine Missethaten; und gedenke ihrer nicht mehr! Du siehest die Willigkeit meines Geistes, siehst mein aufrichtiges Bestreben nach Reue B2 Ui € Nur das Opfer, welches dir dein eingemi borner Sohn für die Sünden der Welt dars gebracht hat, kann meine Schuld hinweg nehmen. Er hat für alle Sünder, hat auch für mich gelitten, und deiner Gerechtigkeit genug gethan; laß mir, versöhnter Bater! die Verdienste seines Todes zu Guten kommen, und mir die Verzeihung angedeihen, um die er dich, für uns alle am Kreuze sterbend, gebethen hat. un ge tei ha de soooooo( 28) über meine Sünden: aber alles ist schwach und unvollkommen an mir, und ich habe nichts, wodurch ich deiner Gerechtigkeit ge= nug thun könnte. € d d el Vorsatz zur Besserung. Oft schon habe ich Besserung versprochen, und jedes Mahl hast du mir mit unerschöpflicher Erbarmung verziehen. Aber eben so oft habe ich mein Gelübde treulos gebrochen, ( 29) und mir aufs neue deine Ungnade zuge= zogen. Bater! ich will das Maß meiner Sünden nicht voll machen, und deine Güte nicht länger mißbrauchen. Dieß ist mein ernstlicher Borsaß, und der neue Bund, den ich heute, im Nahmen Jesu, des Weltversöhners, mit dir mache. Ich will dir das Jrdische nicht mehr vorziehen, will dich von nun an über alles, meine Mitmenschen wie mich selbst lieben, das Gute thun, weil ich nichts Seligeres thun kann, und durch willigen, unverbrüchlichen Gehorsam zeigen, daß ich dich für meinen unumschränkten Herrn und Gott erkenne. Jede Gelegenheit zur Sünde will ich forgfältig meiden, und besonders gegen jene Fehltritte auf meiner Hut seyn, wozu ich bisher den meisten Hang gehabt habe. Segne, o Herr! meine Entschließungen; ut U1 gr Ee b d n ( 30) stärke mich mit deiner Gnade, und laß mich in meinem Vorsatz nie erkalten. * Du weißt, daß ich es aufrichtig meine: aber du weißt auch, wie schwach ich bin, und daß ich ohne deinen Beystand nichts vermag. Unterstütze mich in dem Kampfe gegen meine bösen Neigungen, und wenn meine Kräfte zu wanken beginnen, so komm mir zu Hülfe! denn auch dem Schwachen biſt du der starke Gott. Du allein bist mein Heil! auf dich will ich vertrauen und unter deiner Leitung, mit stäter Hinsicht nach dir, auf dem Wege deiner heiligen Gebothe wandeln. Nach der Beichte. Herr! ich habe nun, so viel an mir war, meine Sünden bereuet; habe sie vor dem Priester aufrichtig bekannt, und mir ernstlich vorgenommen, sie nicht mehr zu begehen. Mit Zuversicht hoffe ich, und bin im ( 31) Glauben gewiß, daß die Lossprechung, die er mir, aus göttlicher Vollmacht, und in deinem Nahmen, ertheilet hat, von dir auch im Himmel bestätiget worden. Deine Barmherzigkeit ist unendlich, wie du selbst, und zu keiner Zeit verstößest du den Sünder, wenn er Busse thut, und aus der Tiefe seines Elendes um Gnade zu dir flehet. Dank, Preis und Ehre sey dir himmlischer Bater, daß du mir meine Sünden so gnädig vergeben, und meiner Seele neuen Frieden in Christo Jesu geschenkt hast. Dank, Preis und Ehre sey dir, göttlicher Mittler! daß du meine Schuld auf dich genommen, und der unwandelbaren Gerechtigkeit deines Vaters für meine Sünden genug gethan haft. Dank, Preis und Ehre sey dir, göttlicher Geist! durch dessen einwirkende Gnade ich wieder zum Kinde Gottes geworden bin. Dreyeiniger Gott! dein heiliger Segen begleite mich, und ruhe auf mir in alle Ewigkeit, 11 w m 111 S te b n d n ( 32) Vor der Communion. Wie wundervoll ist die Seelenspeiſe, die du, mein Heiland! bevor du in den Tod für mich hingingest, mit so rührender Feyerlichkeit eingesetzt, und als das Denkmahl deiner Liebe hinterlassen haft! Welch göttliches Siegel hast du deiner heiligen Religion aufgedrückt, und wie unerschöpflich ist die Quelle des Trostes und des Heils, die du deinen Bekennern geöffnet hast! Wie weit ist es über alle Sinne und Begriffe erhaben, daß du dein eigenes Fleisch und Blut zur Speise darbiethest! Wie hätte jemahls in eines Menschen Herz der Gedanke aufsteigen können, den Gott des Himmels und der Erde zu em pfangen, wäreft du nicht selbst der Stifter dieses göttlichen Geheimnisses, und hättest ***( 33) 0 du deine Bekenner nicht so ausdrücklich dazu eingeladen? Nehmet hin, und esset; das ist mein „ Leib, der für euch gegeben wird: dieß. thut zu meinen Gedächtniß." " Dieß ist der Kelch, der neue Bund in meinem Blute, das für euch vergossen wird, trinket alle daraus." " Ich bin das lebendige Brod, so von dem Himmel gekommen ist: wer davon ißt, wird in Ewigkeit leben: und daß Brod, daß ich geben werde, ist mein Fleisch." Werdet ihr von dem Fleische des Menschensohnes nicht effen, und von seinem » Blute nicht trinken: so werdet ihr kein Le" ben in euch haben." » Wer mein Fleisch ist und mein Blut » trinket, der hat das ewige Leben. Er bleibt in mir, und ich in ihm, den mein Fleisch ist wahrhaftig eine Speise, und mein " Blut wahrhaftig ein Trant." Sohn des Allerhöchsten, ewige Wahr: 11 C 9 E n b d C xxx( 34) heit des Vaters! Dieß sind deine Worte, und du kannst unmöglich betriegen. Deine Worte sind Geist und Leben, und das Zeugniß, daß du von dir selbst geführt hast, ist wahrhaft. Für wahr, du bist der verborgene Gott, der Gott meines Heils, auf dem ich vertraue. Himmel und Erde werden vergehen, aber deine Worte bleiben ewiglich. Auf dich allein baue ich den lebendigen Glauben, mit dem ich mich jett dem heiligsten Gedächtnißmahle deines Todes nähere. Verschmähe nicht mein sehnliches Verlangen nach der innigsten Vereinigung mit dir; sondern komm und laß heute meinen Hause Heil wiederfahren. Ist noch etwas an mir, daß mich dieser Gnade unwürdig macht, so bitte ich dich, um der Liebe willen, mit der du am Kreuze für mich gestorben bist, nimm es hinweg von meiner Seele, damit ich nicht, gleich ( 35) dem Verräther, der mit dir am Tische saß, Tod und Verdammniß essen möge. Flösse meinen Herzen diejenige Demuth, Andacht, Ehrerbiethung und Versammlung des Geistes ein, welche die Heiligkeit dieſes hohen Geheimnisses erfordert. Laß mich, so weit menschlicher Verstand sich zu deiner unermeßlichen Höhe empor schwingen kann, den Werth dieser göttlichen Anstalt erkennen, und von dem Uebermaße deiner unendlichen Erbarmung auf das innigste durchdrungen werden. Was ich bin, und habe, mein erstes Daseyn, und meine Fortdauer, ist ein freyes Geschenk deiner Gnade: ich bin nichts, als belebter Staub, und ein sündhaftes, so oft von dir abgefallenes Geschöpf. Du aber bist der Herr der Heerscharen, der gewaltige Gott ohne Anfang und Ende, und das Wort des Baters von Unbeginn, 11 n 9 n 6 000000( 36) x0000 wodurch er seine unzähligen Welten mit allem, was darin ist, erschaffen hat. Du bist mit ihm von gleicher Wesenheit: ewig und unumschränkt, wie er selbst; die Urquelle des Lichts, des Lebens, und aller Seligkeit. Vor dir beugen sich alle Knie im Himmel und auf Erden; die vornehmsten Geister verhüllen ihre Untlige vor dem Glanze deiner Herrlichkeit, und liegen, tief anbethend, vor dem Throne, worauf du in dem Himmel der Himmel zur Rechten deines Vaters sisest. Dir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden; und wie du in dieser Gnadenzeit noch Mittler und Versöhner bist, so wirst du an jenem großen Tage als Weltrichter mit göttlicher Majestät in den Wolken erscheinen, und einem jeden nach seinen Werken vergelten. Mein Herr, und mein Gott! welch ein unendlicher Abstand zwischen dir, und mir! ( 37) und wie unermeßlich ist die Liebe, mit der du dich bis zu mir herabläsfest. Ich kann das Wunder, daß ich dich jetzt in mein Herz aufnehmen soll, nur im Glauben fassen; und da ich für meine Empfindungen keine Worte habe, so kann ich nichts anders als mich mit stummer Anbethung zu deinen Füßen werfen, und dir mit Demuth entgegen rufen: Jesu, du Sohn des lebendigen Gottes, erbarme dich meiner! Ich bin nicht würdig, daß du eingehest unter mein Dach, sondern sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund werden. Nach der Communion. Eingeborner des himmlischen Baters! der du jetzt als wahrer Gott und Mensch in mir gegenwärtig bist, ich bethe dich an, mit der allertiefsten Ehrfurcht, und huldige dir aus allen Kräften meiner Seele. Heilig, heilig, heilig bist du! und ge ( 38) benedeyt in alle Ewigkeit; denn du hast Wunder der Gnade und Barmherzigkeit an mir gethan. Noch vor Kurzem war ich, meiner Sünden wegen, ein Gräuel in den Augen des Himmels: du aber hast nicht nur meine Sünden hinweggenommen, sondern auch meiner Seele durch dein Fleisch und Blut neues Leben mitgetheilt. Herr, welchen Dank kann ich dir dafür bringen? und was ist der Dank eines armseligen Geschöpfes gegen die seligmachende Liebe, von der du mir heute wieder so herrliche Beweise gegeben hast! Nur ein demüthiges, von dem Gefühle deiner Wohlthaten ganz durchdrungenes Herz kann ich dir zum Opfer anbiethen, und mein Glaube gewährt mir die tröstliche Versicherung, daß du dasselbe, nachdem du dich so liebevoll zu mir herabgelassen hast, nicht verschmähen wirst. ( 39) xx In dieser deiner heiligsten Gegenwart fasse ich den aufrichtigsten Vorsatz, von nun an nur dir anzuhängen, dir allein zu leben, und zu sterben. An dein heiligstes Wort will ich mich fest halten, und mich unaufhörlich bemühen, nach deinen Lehren und Beyspielen unsträflich vor dir zu wandeln. Ich will die Liebe, mit der du für mich in den Tod gegangen bist, auß ganzer Seele erwiedern, und gleich wie ich, um deines vergossenen Blutes willen, Gnade vor dem himmlischen Vater gefunden habe, so will ich auch gegen meine Miterlösten versöhnlich, liebreich und sanftmüthig ſeyn. Ich will sie alle, wie mich selbst, und dich in ihnen lieben, weil sie alle um einen fo theuern Werth von dir erkauft wurden. Allein meine frommen Entschließungen verfliegen wie der Rauch, wenn du mir, durch deinen allmächtigen Beystand, nicht die Kraft zum Vollbringen und Ausharren verleihest! <<( 40)*** Der Augenblick wo du mich verläsfest, ist auch derjenige, wo ich, gefühllos für das Gute, zum Bösen unwiderstehlich fortgerissen werde. O entziehe mir deine Gnade zu keiner Zeit, und laß mich in Ewigkeit nicht mehr von dir getrennet werden. Der Segen, der deine Menschwerdung, dein Leiden, und dein letztes Opfer am Kreuze über das menschliche Geschlecht verbreitet hat, komme auch über mich, mit allen Früchten deiner unendlichen Verdienste. Sende mir deinen heiligen Geist, damit er mich zu einem neuen Menschen umschaffe, und heilige meine Werke durch den unerschöpflichen Werth der deinigen, damit unser Bater, der im Himmel ist, Wohlgefallen an mir habe. Laß mich das Gute, so mir in diesem Leben noch beschieden ist, unter beständiger Hinsicht nach den Gütern, die jenseits des Grabes meiner warten, mit Dank und froher Zufriedenheit genießen. Bey Widerwärtigkeiten aber verleihe mir Trost, Geduld und standhaften Muth, und laß mich, wenn du mich durch Leiden prüfest, bewährt befunden werden. Gib mir ein rechtschaffenes, gegen alle Menschen liebreiches, in deinem heiligen Nahmen fröhliches Herz, und laß mich das Vorbild der thätigsten Liebe, das du hiernieden aufgestellt hast, stets vor Augen haben. Endlich, o Herr, mache es auch mit meinem Ende gut: erquicke meine Seele bevor du mich von hier abrufst, mit deinem heiligen Abendmahle; stärke mich bey dem letzten Kampfe mit Glauben, Hoffnung und Liebe, und laß mich in Frieden fahren. Du hast mir heute dich selbst gegeben, wie sollte ich nicht mit lebendiger Zuversicht hoffen, daß du mir mit dir auch alles, dessen ich zu meinem ewigen Heile bedarf, reichlich schenken wirst. ( 42) ( 42) 000000 Lobe den Herrn, meine Seele, und alles was in mir ist, seinen heiligen Nahmen; lobe ihn; und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan. Lobe den Herrn, denn er hat dir deine Missethaten verziehen, hat deine Wunden geheilt, und dich an seinem Tische gespeiſet. Freue dich dieser unaussprechlichen Gnade, und frohlocke über die Barmherzigkeit deines Gottes, denn er ist freundlich, und feine Güte währet ewiglich. ( 43) - Abendgebeth. Herr! groß sind die Wunder deiner Hand, und deiner herrlichen Werke ist keine Zahl! Abermahl verbirgt sich die Sonne, deinem von Erschaffungszeiten her gesagtem Worte folgsam, und der Tag ist zu Ende. Deine Geschöpfe suchen Ruhe, und du, Gott der Güte! schickst ihnen Schlaf und Erquickung, daß sie ruhen von der Arbeit des Tages. Du machest die Nacht finster, schwarz, still und ruhig, daß jedes deiner Geschöpfe ungestörte Ruhe genieße, und neue Kräfte fammle zur künftigen Last des Tages. Meine Gebeine sind müde, meine Sinnen suchen Ruhe, und meine Seele kehrt in sich zurück, und preist dich, o Herr! für den glücklich gelebten Tag, denn du ihr gabst; und flehet dich, über ihre Hülle den süßen Schlaf auszugießen; damit ich ( 44)*** ausgerastet, munter, und mit neuen Kräf ten gestärkt, dich bey emporsteigender Sonne aufs neue preisen, dir neue Hymnen singen könne. Ich habe dich oft und viel Mahl diesen Tag beleidiget, vergessen deine Größe, und hoffärtig erhoben meine Niedrigkeit: ich bin ungehorsam gewesen deinem Worte, und habe deine Befehle nicht geachtet; du warst heute gütig und milde gegen mich, und ich war leichtsinnig und undankbar. O Gott! es schmerzt mich, daß ich den Tag in Ungerechtigkeit zugebracht, und dich höchste Gerechtigkeit! dadurch beleidiget habe. O Herr vergib mir meine Sünden, und sey mein Schuß und Schirm in dieser Nacht! dann mag der Schlaf der letzte seyn in jeder Nacht! Ich will ihn segnen, den süßen, entscheidenden Schlummer. Denn ihm wird folgen ein heiteres Erwachen in ein endloses Leben, und in den jauchzenden Tag. Dein Nahme sey gepriesen von nun an bis ( 45) in Ewigkeit Vater befehle ich meinen Geist! - in deine Hände Bitte. Alles schläft schon in der Natur, nur du nicht, der du gegenwärtig, vergangen und künftig bist,- du wachest für alle deine Geschöpfe väterlich! du breitest deinen mächtigen Schirm, und deinen huldreichen Schutz über die ganze Schöpfung, wachest für den Bettler und König, beyde deine Knechte!- du wirst auch über mich wachen, so zuversichtlich traue ich auf deine Huld! denn sie ist un endlich- du wirst deine Engel senden, und sie werden alle Gefahren mit deinem Beystand weit von mir entfernen. Ihre heilige Gegenwart wird das lachende Reich der Wol lust in meiner Fantasie vertilgen, kein verführender Traum wird meine Seele beflecken. Darum bitte ich dich, Herr! ich kenne die Schwäche meines Vernehmens, und den 00000( 46) Wankelmuth meines Willens,- ich bekenne es vor dir, obschon dein Auge es gesehen hat, ich bin gefallen diesen Tag, und vielleicht schwer, und oft gefallen! verzeih' mir meine Missethaten, und gedenke meiner Laster nicht! laß dich durch meine heißen Bußzähren, und meine inbrünstige Reue versöhnen, da ich dich, das höchste Gut, und meinen größten Wohlthäter beleidiget habe. Reinige mich mit deinem kostbaren Blute, und ich werde reiner und glänzender als Schnee seyn. In deinen heiligen Schutz empfehle ich meinen Geist, und dann wird meine Augen ein sanfter Schlaf zudrücken. Gelobt und gebenedeyt sen die heiligste Dreyfaltigkeit. ( 47) Am neuen Jahrstage. Der du warest, bevor die Zeit begann, und che noch Welten waren, Ewiger! Unermeßlicher! siehe gnädig herab auf das Dankopfer, welches ich dir, bey dem Eintritte dieses Jahrs, mit tiefester Ehrfurcht entrichte. Du füllest Himmel und Erde mit deiner Süte, und ordnest den Wechsel aller Dinge nach deinem weisesten Wohlgefallen. Du missest dem Gestirne seinen Lauf aus, und bestimmest die Zeiten des Jahres, und die ganze Natur ist und bestehet durch die allmächtige Kraft deines Willens. Daß ich heute noch Athem ziehe, ist eine neue Wohlthat von dir, ohne die ich, gleich dem gestrigen Tage, nicht mehr wäre. Möchte ich doch mit jeder Stunde, um welche du meine Prüfungszeit auf dieser Erde verlängerst, beffer und vollkommener werden; aber du weißt, Herr, daß ich schwach Univ. Bibl Giessen ( 48) xx bin, und daß ich ohne deinen Beystand, bey aller Wichtigkeit des Geistes, nichts vermag. Gib mir auf dieser neuen Laufbahn, die sich heute mir öffnet, auch neue Kraft zum Güten, damit ich nur dir, meinen Mitmen, schen, und der Ewigkeit; für die du mich geschaffen hast, leben möge. Höre auch in diesem Jahre nicht auf, dich unser aller zu erbarmen, und unser Straucheln bey so manchem Schritte mit göttlicher Langmuth zu ertragen. Flöße uns kindlichen Gehorsam gegen deine Gebothe ein, und laß uns auf dem Wege derselben unserer künftigen Bestimmung mit frcher Zuversicht entgegen gehen. Laß die Bösen gut, die Guten täglich besser, und alle Menschen im Dienste der Tugend glücklich werden. Der Elende müsse nicht vergeblich weinen, und jeder, der Trost, Rath und Hülfe bedarf, einen Freund und Retter finden. Segne Hohe und Niedrige, Arme und et( 49) Reiche, Greise und Jünglinge, und führe uns alle an deiner Vaterhand durch dieses Leben, damit wir dereinst in dem höhern Zustande, und in seliger Verbindung mit den heiligen Scharen deiner Unsterblichen, dich durch die ganze Ewigkeit lieben und anbethen mögen. Am Geburtstage. Schöpfer und Beherrscher aller Welten! auch ich bin deiner Hände Werk: du hast gewollt, daß ich werde, und ich ward. An diesem Jahrstage meiner Geburt, der mir Zeuge ist, daß ich einst nicht war, und jetzt bin, an diesem festlichen Tage danke ich dir freudig für das göttliche Geschenk des Lebens. Du hast diesem Leibe aus Staub einen uns sterblichen Geist nach deinem Ebenbilde gegeben. Die Erde, die mein erster Wohnplatz seyn follte, hast du auf tausendfache Art ausges C ( 50) schmücket, und mir jene Stelle darauf an: gewiesen, die, nach deinem weisesten Pla ne, für mich die beste war. Du hast, von dem ersten Augenblicke meis nes Daseyns, die liebreichste Sorgfalt für mich getragen; hast mir Freude und Schmerzen mit allermeisester Güte zugewogen, und mich gegen unzählige, mir oft unbekannte Gefahren, mit dem Schilde deiner Allmacht bedeckt. In meinen geistlichen und leiblichen Nöthen hast du liebreich auf mich herabgesehen; haft mir manche Sorge erleichtert, manche Widerwärtigkeiten tragen geholfen; hast selbe oft gar von mir genommen, und in Freude verwandelt. Wie oft habe ich, deiner uneingedenk, mich entfernt von dem Wege deiner heiligen Gebothe! Gleichwohl hast du mich nicht verstoßen: hast dich meiner eben so oft mit göttlicher Langmuth erbarmt. Unzählig sind die Wohl ( 51) thaten, die du mir über mein ganzes Leben verbreitet haft; der heutige Tag sey dem feyerlichen Andenken derselben, sey dem Dank und der Anbethung geweihet, und diese Erinnerung stärke mich in dem Glauben an deine weitere, alles umfassende Vorsehung. In deinem heiligen Nahmen fange ich dieses neue Lebensjahr an, mit dem aufrichtigsten Verlangen, täglich besser und meiner höhern Bestimmung würdiger zu werden. Der du mein Versprechen hörest, Allgütiger! und das Innerste meines Herzens siehest, gib mir Licht, das Gute zu erken= nen, und Muth und Stärke es zu wollen, und zu vollbringen. Segne die noch übrigen Tage meines Lebens, damit keiner derselben mir unbenützt entfliehe, keiner ohne reichliche Aussaat für die Ewigkeit vorüber gehe. Leite jeden meiner Schritte, und gestatte nicht, das ich das hohe Ziel, das du mir vorgestreckt haft, jemahls aus den Augen verliere. ( 2 ( 52) sooo Laß mich auf meiner Laufbahn, unter redlicher Erfüllung aller meiner Pflichten, getrost und freudig fortwandeln, und alle Mahl bereit seyn zu kommen, wenn du rufest. Ist mir noch ein größerer Antheil an irdischem Glücke beschieden, so laß mich ohne Stolz und Uebermuth, den edelsten Gebrauch davon machen, und meiner dürftigen oder minder glücklichen Mitmenschen nie vergessen. Willst du aber, daß ich durch Leiden geprüft werde, so gib mir auch Standhaftig keit und Kraft, dich durch kindliche Unterwerfung zu ehren. Dir, Ullmächtiger, Algütiger, Allweiser! übergebe ich alle meine Schicksale mit unbe dingfer Zuversicht; du machest alles wohl; du bist der Herr: nur dir gebühret die Ehre. berdas xx( 53) Bey Widerwärtigkeiten des Lebens. Zu dir, von dem das Leiden kommt, das meine Seele drückt, zu dir, meinem Herrn und Gott, voll Gnade und Erbarmung will ich mein banges Herz erheben. Du erlaubest den Bedrängten mit thränenden Augen zu dir hinauf zu sehen, dir mit kindlichem Vertrauen jede Noth zu klagen, und bey dir, dem Geber alles Guten, Trost und Rettung zu suchen. Du bist der Herr, und theilest Freuden und Leiden, Reichthum und Armuth, Ehre und Erniedrigung, Gesundheit und Krankheit, Leben und Tod, nach deinen weisesten Absichten, mit Güte und Gerechtigkeit aus. Würdest du wohl, da du uns alle väterlich liebest, den Weg zum künftigen beſsern Leben mit Dornen bestreuen, wenn wir auf ebner Bahn dahin gelangen könnten. Was für Recht habe ich, auf dieser unter: ( 54) sten Stufe meines Daseyns, zu ungestörten Freuden, die nur der Antheil höherer Wesen seyn können, und die ich in diesem Prüfungsstande erst verdienen soll? Du hast mir schon so viele gute Tage be schieden, und ich sollte nicht auch die bösen mit Geduld ertragen, sollte den Kelch nicht trinken, den deine Hand mir darreicht. Kann ich besser verstehen, was mir Heil bringt, als du, dessen unbegränzte Weisheit alles durchschaut, und in allem nur das Beste will? Oder soll ich dem verwegenen Gedanken Platz geben, daß mich dieses Leiden unverdient trifft, daß ich eines bessern Lofes werth sey? Was besitze ich, das ich nicht von dir empfangen hätte? und nimmst du es zurück, ist es nicht das Deinige, was du nimmst? Soll ich trostlos seyn, wenn du Wünsche nicht hörest, deren Gewährung mich viel leicht elend machen würde? 3 201 sooo( 55) Bin ich bloß für diesen Erdball geschaffen? ist zeitliches Wohlergehen mein einziges, letztes Ziel? Wie nahe ist vielleicht schon das Ende meiner Pilgerschaft und wären meine Tage auch noch so sehr mit Jammer beladen: was sind sie gegen die unendliche Dauer der ſeligen Zukunft? Die Zeit kommt gewiß, wo jede Trübial zur Freude werden, und wo auch das, was ich jetzt leide, sich in Wonne auflösen wird. Noch ist eine Binde vor meinen Augen, und der Pfad, worauf ich wandle, ist in Dunkelheit eingehüllt: aber ich gehe an deiner Hand, Vater der Menschen, und weiß, daß du mich sicher führest. Muß ich gleich meinen Weg mit Schweiß und Thränen beneßen, so will ich doch getrost fortschreiten, und mich fest an deine Rechte halten. Du willst uns durch das Ungemach, mit dem dieses irdische Leben durchflochten ist, ( 56) nicht quälen, sondern bessern, willst unsere Fähigkeiten entwickeln, unsere Geifteskräfte durch Uebung stärken, und uns erziehen zu dem, was wir dereinst werden sollen. In diesem Glauben an deine weise, huldreiche Vorsehung soll kein Unfall mich irre machen; und verweilest du auch mit deiner Huld, so will ich doch den Muth nicht sinken lassen, will dulden, so lang es dir gefällt. Du hast alle zu dir gerufen, die da leiden, und beladen sind, und hast ihnen Erquickung versprochen: du wirst dich auch meiner erbarmen, wirst mir keine schwerere Bürde auflegen, als ich tragen kann, und wirst zu rechter Seit mein Retter seyn. Nimm mir alles, Herr! nur nicht das Vertrauen auf dich, so stehet mein Heil fest, und ich werde in Ewigkeit nicht zu Schanden werden. oooooooo( 57) Reisegebeth. Meinen Ausgang und meinen Eingang ſegne Gott! dieß sey der Gedanke- der Seufzer, den ich zu Gott schicke. Denn, was würde mein Gehen seyn, wenn du, o Gott! dasselbe nicht segnetest? Du Herzenskündiger! du weist meine Unternehmungen, du ken= nest die Gedanken eines Herzens, noch ehe sie in demselben entspringen,-und sind sie gut, sind sie zu meinem Wohl, so segne sie. Führe meine Sache so aus, daß sie dir geheiligt und mir nützlich werde. Bewahre meinen gebrechlichen Körper vor Unglück, und meine Seele vor dem, was sie beflecken könnte. Bewahre auch die Meinigen in meiner Abwesenheit vor allem Unglück. Laß für meine Ohren nicht kommen eine traurige Bothschaft, und verwandle die Angst meiner Seele,-laß mich hören Freude und Wonne. Ja, laß mich, be ruhigt von allen sorglichen Gedanken, mein - - ( 58) Vorhaben verrichten, damit dasselbe mir nicht zur Last werde. Und sollte es auch nicht nach meinem Sinne gehen- o so gib mir Geduld und Gelassenheit, nicht mürrisch über mein Schicksal zu seyn; sondern laß mich deine Weisheit, deine Vorsehung, in Betracht meiner Unternehmungen, reiflich überdenken, und dir noch dafür danken. Du Herr! bist weise, alle deine Handlungen sind gerecht; und wenn du uns unser Begehren verweigerst, so ist es gut, so ist es väterlich gemeint. Ich empfehle dir alles, mache es, wie es dir gefällt; nur lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, und dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Gebeth der Weltern für ihre Kinder. Du, o mein Gott! bist der Schöpfer- also auch der Vater meiner Kinder! Sie gehö ven dir, du hast sie mir gegeben, ich habe ih soox( 59) nen den Geist des Lebens nicht eingeblasen, noch ihre Glieder und Gebeine zusammen gefüget. Ich übergebe sie dir, und da ich weiß, daß sie dein sind, so überlasse ich sie und mich von ganzem Herzen allen Anordnungen deines Willens, und deiner Vorsehung über sie. Bey dem Segen, um welchen ich dich für sie bitte ,. und den ich ihnen selbst in deinem Nahmen ertheile, bitte ich nicht, wie Isaak gebethen hat, um den Thau des Himmels, und um das Fett der Erde; darf ich es wagen, etwas für ihr zeitliches Leben zu bitten, ach Herr!- so laß sie nicht reich, und auch nicht arm seyn; sondern gib ihnen, was sie nothwendig haben, ihr Leben durchzubringen. Ich werde christlicher, und dir wohlgefälliger bethen, wenn ich für sie und für mich zuerst um dein Reich, und um deine Gerechtigkeit bitte. Ich laß es dir ganz über, o Herr! uns nach deinem Willen mit den übrigen zu segnen. Flöffe ihnen einen wahren lebhaften Abscheu vor der Sünde ein, bilde sie nach - - ( 60) xxxx der Lehre deines heiligen Evangeliums, und entflamme ihre Herzen mit Liebe gegen dich. Segne mich, o mein Gott! in meinen Kindern: wache über mich, damit auch ich über sie wachen könne. Gib, daß ich sie in aller Weisheit und Gottesfurcht erziehe. Gebeth der Kinder für ihre Aeltern. Gott! der du aller Vater bist, und mir dieſe meine Weltern gegeben. In deiner Hand stehet es, mir dieselben auch wieder zu nehmen. Aber o Herr! bewahre sie vor einem frühzeitigen Lode. Laß deinen Segen auf sie, und von ihnen auf uns herab fließen. Segne ihr Thun und Lassen, ihr Gehen und Stehen- ihren Willen und ihre Rathschläge. Schenke ihnen Weisheit und Verstand, mich in dem Guten so zu unterweisen, daß sie einstens den gefegneten Erfolg ihrer guten Erziehung an mir felbst einsehen, und dich, Bater im Himmel! dafür loben und preisen können. Laß ihr Vers ( 61) fahren mit mir nicht zu gelinde seyn, damit ich nicht so du mir meine Weltern entreisfest,- der strengen Zucht anderer überlassen werden möchte. Laß den mir heiligen Spruch stets vor Augen schweben: Wer seine Kinder lieb hat, der züchtiget sie. Ja, Herr! erhalte sie mir, damit ich, durch deinen heiligen Geist geleitet, von ihnen so erzogen werde, daß nicht allein die Menschen, sondern du, o Gott! selbst ein Wohlgefallen daran habest. Laß ihren zu meinem Besten an mir angewendeten Fleiß nicht verloren seyn, und gib, daß ich ihrem Willen jederzeit gehorche. Alsdann bin ich, o Gott! deines, und durch dich ihres Segens versichert:- alsdann können auch sie getrost an jenem Tage mit ihren Kindern vor deinem Throne erscheinen, und sagen: Herr! hier sind sie, die du uns gegeben hast, wir haben keines verloren. - - ( 62) Gebeth zur heiligsten Dreyfaltigkeit. Heilig! Heilig! Heilig! Gott Vater! Gott Sohn! Gott heiliger Geist! Ich armer elender Sünder komme mit reuevollem Herzen vor den Thion deiner Herrlichkeit. Ich klage mich an vor dem Heiligthume deiner Allwissenheit mit Demuth und Scham aller meiner Missethaten. Odreyeiniger und barmherziger Gott! ich habe vor deinem Angesichte unrecht gethan. Ich bin vom Pfade deiner Gebothe abgewichen, und dem lachenden Felde der Wollust sind meine Füße unbe-. dachtsam zugeeilet. Herr! ich habe sehr oft vor dir gesündiget; deßwegen lebet meine Seele vor deiner Gerechtigkeit. Doch das Herz des Zecknirschten verschmähest du nicht, du läßt dich erbitten, weil mein Herz von Reue durchdrungen ist. O strafe mich nicht nach meinem Vera - ( 63) s dienste, und laß mich die Schwere deiner Hand nicht fühlen! Bekehre mich, Gott meines Heils! und wende die Strafe von mir ab. Die Verdienste deines Sohnes, die Fürbitte seiner Mutter flehen für mich. D Herr! Schone meiner!- O heiliger Gott! o starker Gott! o unsterblicher Gott! Erbarme dich unser, und suche uns im Frieden heim. - - - - Gebeth zur heiligsten Jungfrau. Gebenedeyte unter den Weibern, Maria! verschaffe uns durch deine Vorbitte den Zutritt zu deinem Sohne. Du warst es, die Gnade beym Herrn fand, die du der Welt das Leben gebarst; und die du die Mutter des Heiz lands warst. Er, der durch dich uns ist geboren worden, wolle uns gnädig aufnehmen. Du bist unsere Königinn, unsere Mittlerinn, une sere Fürsprecherinn. Versöhne uns mit deinem Sohne, empfehle uns ihm, stelle uns ihm vor. xxxxxx( 64) xxxxco Verschaffe, o gebenedeyte Jungfrau! uns durch die Gnade, fo du gefunden, und durch deine mächtige Fürbitte, daß uns dein Sohn, unser Herr, in jener Stunde, da der Hauch des Lebens uns verläßt, beystehe, und in seine ewige Glorie und Seligkeit aufnehme. Am St. Josephstage. Kluger, treuer Hausvater, heiliger Joseph! vom Herrn über seine Familie gesetzt, sie zu besorgen; dem Jesus unterthänig und Maria unterworfen war. Erbitte uns die Unterwerfung unseres Willens unter die göttlichen Fügungen; erwirb uns die Reinigkeit unseres Leibes und unserer Seele. Wir beschwören dich darum, durch die Freude, die du empfandest, als du das neugeborne göttliche Kind auf deinen Händen trugst; durch den Nahmen eines Seligmachers, den du ihm gabst; durch die Liebe, Unterthänigkeit und Gefälligkeit, ſo es zu dir trug. Erbitte uns bey Gott den Segen ( 55) für unsern nunmehrigen Beschüßer, welcher vom Herrn zu unserm Monarchen- Vater - uns gnädigst geschenket wurde. Erhalte uns die Gnade, daß er ferner mit eben der zärtlichen Sorgfalt über sein Volk wache, wie du über deine heilige Familie wachtest, und stets die Pfade der Gerechtigkeit wandle. Erwirb uns die Beharrlichkeit im Guten, und cin seliges Ende. Amen. Vespergebeth zum Magnificat. Meine Seele machet groß den Herrn, und mein Geist hat sich erfreut in Gott meinem Heilande. Denn er hat angesehen die Demuth ſeiner Dienerinn: denn siche, von nun an werden mich selig nennen alle Geschlechter. Denn er hat große Dinge an mir gethan, der da mächtig, und sein Nahme ist heilig. Und seine Barmherzigkeit währet von eis nem Geschlecht zum andern bey denen, die ihn fürchten. ( 66) Er hat Gewalt geübt mit seinem Arme: und hat zerstreuet die hoffartig sind in ihrem Herzen. Die Gewaltigen hat er vom Stuhle her: untergescht: und die Demüthigen erhöhet. Die Hungrigen hat er mit Gütern erfüllet, und hat die Reichen leer von sich gelassen. Er hat Israel, seinen Diener, aufgenom: men: und ist seiner Barmherzigkeit einges denk gewesen. Wie er geredet hat zu unsern Vätern: den Abraham, und seinem Samen ewiglich. Die Ehre sey dem Bater, und dem Sohne und dem heiligen Geiste: als er war im Anfang, jetzt und in alleweg, und zu ewis gen Zeiten. Amen. Gebeth. Almächtiger, ewiger Gott, der du den Leib und die Seele der heiligen Jungfrau und Mutter Mariä zu einer würdigen Wohnung deines Sohnes, durch Mitwirkung des ( 67) heiligen Geistes, vorbereitet hast, gib, daß, die wir uns an ihrer Gedächtniß erfreuen, durch ihre Fürbitte von den bevorstehenden Uebeln, und von dem ewigen Tode befreyet werden, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Gebeth für die Freunde. Almächtiger und barmherziger Gott, ich danke dir für die unzähligen Gnaden und Guts thaten, welche du deinen Dienern N. N. gnägig verliehen hast. Erhalte und vermehre über sie deine Barmherzigkeit, und beschirme sie mit dem Arme deiner Stärke. Du bist allein ihre Hoffnung und Zuflucht. Errette sie von allem Uebel, umgib sie mit dem Schilde deiner Wahrheit, und laß ihnen deine heiligen Engel beystehen. Sib ihnen eine vollkommene Gesundheit des Gemüths und des Leibes, und ein langwährendes Leben. Stärke sie, durch ( 68) Beyhülfe deiner Gnade, die Nachstellungen ihrer Feinde zu überwinden. Gedenke Herr jener Gutthaten, so sie mir und andern wegen deines heiligen Nahmens erwiesen haben. Vergilt es ihnen in diesem und in dem andern Leben. Segne, o Herr! sie und ihre Erbschaft; und laß nicht ewig zu Grunde gehen, die dein Sohn mit seinem kostbaren Blute erlöset hat, verzeih', o gütigster Gott, verzeihe ihnen ihre Sünden, und die unvollkommene Neue erseße mit den Verdiensten des Lebens, Leidens und Tode deines Sohnes; gib ihnen deine reichliche Gnade, jederzeit nach deinem Wohlgefallen zu leben. Endlich verleihe ihnen einen seligen Tod, und die glückselige Ewigkeit, in welcher sie mit deinen Auserwählten dich lieben, loben und preisen mögen. Amen. Gebeth für die Feinde. Vater ater der Erbarmnisse, der du mich, wie deinen Sohn( Tochter) geliebet hast, nach deiner ( 69) großen Barmherzigkeit, verzeihe allen, die mich beleidiget haben. Verzeihe meinen verstellten Freunden und öffentlichen Feinden, wie auch allen denjenigen, die mich haffen. Ich bitte dich auch, o Bater! durch die Verdienste Jesu Christi deines Sohnes, gedenke nicht an die Miffethaten und Unwissenheiten unserer Tugend, sey unser Tröster in allen Nöthen, absonderlich in der Stunde des Todes; wende dein Angesicht ab von unseren Sünden. Erhöre mich, und erbarme dich meiner, auch meine Feinde, deren Seelen dein Sohn mit ſeinem kostbaren Blute erlöset hat. Umen. Gebeth für die Verstorbenen. Psalm 129. Aus der Tiefe rufe ich zu dir: o Herr! erhöre meine Stimme. Laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens. Wann du, Herr, auf die Sünden Acht haben willst, Herr! wer wird es können ertragen? ( 70) Denn es ist Versöhnung bey dir: und um deines Gesetzes Willen habe ich auf dich, Herr, geharret. Meine Seele hat sich auf sein Wort verlas sen: auf den Herrn hat meine Seele gehoffet. Von der Morgenwache bis in die Nacht soll Ifrael auf den Herrn vertrauen. Denn bey dem Herrn ist Barmherzigkeit und bey ihm ist eine überflüssige Erlösung. Und er selbst wird Israel erlösen von al len ihren Missethaten. V. Herr! gib ihnen die ewige Ruhe. R. Und das ewige Licht leuchte ihnen. 7. Von der Pforte der Höllen, R. Errette, o Herr! ihre Seelen. V. Laß sie im Frieden ruhen. R. Amen. 7. Herr! erhöre mein Gebeth. R. Und mein Geschrey laß zu dir kommen. ( 7¹) Gebeth. Gott! du Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen, verleihe den Seelen deiner Dies ner und Dienerinn die Verzeihung aller Sünden, auf daß sie die Nachlassung, so sie allezeit gewünschet haben, durch gottfelige Fürbitte erlangen, der du lebest und regie: rest, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. V. Verleihe ihnen Herr! die ewige Ruhe. R. Und daß ewige Licht leuchte ihnen. V. Laß sie im Frieden ruhen. R. Amen. D Gebeth vor den Geschäften. Gott! der du die Herzen deiner Gläu bigen mittelst des Lichts deines heiligen Geistes, zu allem Guten anweisest. Erfülle mein Herz mit eben diesem Geiste, und verleihe, daß ich alles Gute zu deiner Ehre glücklich ausüben, und alles Böse zu meinem Heile beständig vermeiden möge; durch Jesum Chris stum unsern Herrn. Amen. oo ( 72 ( 72) Gebeth nach den Geschäften. Gott! dessen Barmherzigkeit und Güte ohne Gränzen ist: deiner gütigsten Majestät sage ich Dank für die ertheilten Gnaden, und bitte dich demüthiglich, auf daß du deinen Beystand mir niemahls entziehen, und von allem Irrthume mich stets befreyen wolleft; durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Die offene Schuld. Ich a armer Sünder widerfage dem bösen Feins de, all seinem Eingeben, Rath und That! Ich glaube an Gott den Batter, an Gott den Sothn, an Gott den heiligen Gefist, ich glaube auch gänzlich, was die allgemeine christliche Kirche befiehlt zu glauben! mit dies sem heiligen katholischen Glauben beichte und bekenne ich, Gott dem Allmächtigen, Mariä seiner hochwürdigen Mutter, allen lieben Heiz ligen, und gebe mich schuldig, daß ich von meinen kindlichen Tagen an, bis auf diese woooox( 73) x000000000 Stunde, oft und viel gesündiget habe mit Ge danken, Worten und Werken, und Unterlassung vieler guten Werke. Wie dann solches alles geschehen ist, heimlich oder öffentlich, wisfentlich oder unwissentlich, wider die zehn Gebothe, an den sieben Todsünden, an den fünf Sinnen meines Leibes, wider Gott, wider meinen Nächsten, wider das Heil meiner armen Seele solche, und alle meine Sünden sind mir leid von Herzen; bitte darum demüthiglich, dich ewigen barmherzigen Gott, du wollest mir deine göttliche Gnade verleihen, mein Leben fristen so lange, bis daß ich hier alle meine Sünden möge beichten und büßen, deine göttliche Huld erwerben, und nach diesem elenden Leben mit dir und allen lieben Heiligen die ewige Freude und Seligkeit erlangen möge. Deßwegen klopfe ich an mein sündiges Herz, und spreche mit dem offenen Sünder: o Herr Gott, sey gnädig mir armen Sünder. Amen.. D ( 74) M Die drey göttlichen Tugenden. blo] nun Aber mit hiccul Glaube, Hoffnung und Liebe. Ich glaube an dich, wahrer dreyeiniger Gott, Bater, Sohn und heiliger Geist, der du alles erschaffen hast, der du alles erhältst und regierest, der du das Gute belohnest, und das Böse bestrafest. Ich glaube: daß der Sohn Gottes Mensch geworden ist, um uns durch seinen Tod am Kreuze zu erlösen, und daß der heilige Geist durch seine Gnade uns heiliget. Ich glaube und bekenne alles, was du, o Gott! geoffenbaret hast, was Jesus Christus gelehret, was die Apostel geprediget haben, und was die heilige römische katholische Kirche uns zu glauben vorstellet. Dieses alles glaube ich, weil du o Gott! die ewige und unendliche Wahrheit und Weisheit bist, welche we der betriegen, noch betrogen werden kann. O Gott! vermehre meinen Glauben, xx( 75) 00000 Ich hoffe, und vertraue auf deine unendliche Güte und Barmherzigkeit, o Gott, daß dy mir durch die unendlichen Verdienste deines eingebornen Sohnes Jesu Christi in diesem Leben die Erkenntniß, wahre Reue, und Verzeihung meiner Sünden ertheilest, nach dem Tode aber die ewige Seligkeit geben, und verleihen wirst, dich von Angesicht zu Angesicht zu sehen und zu lieben, und ohne Ende zu genießen. Ich hoffe auch von dir die nöthigen Mittel alles dieses zu erlangen. Ich hoffe es von dir, weil du es versprochen hast, der du allmächtig, getreu, unendlich gütig und barmherzig bist. O Gott stärke meine Hoffnung. mein Gott! ich liebe dich aus ganzem Herzen über alles, weil du das höchste Gut, weil du unendlich vollkommen und aller Liebe würdig bist; auch darum liebe ich dich, weil du gegen mich und alle Geschöpfe gütig bist. Ich wünsche von ganzem Herzen, daß ich dich eben so lieben möchte, wie dich D2 xXx( 76) deine treuesten Diener lieben, und geliebet ha: ben; mit deren Liebe vereinige ich meine un vollkommene Liebe, vermehre sie in mir, o güz tigster Herr! immer mehr und mehr. Weil ich nun dich aufrichtig und innigst zu lieben wünsche, und es zu thun mich ernstlich bestre: be, so ist es mir von Herzen leid, daß ich dich, mein höchstes Gut, welches ich über alles liebe, dich meinen Schöpfer, Erlöser und Heiligmacher erzürnet habe; es schmerzet mich, daß ich gesündiget, daß ich dich, meinen allmächtigen Herrn, meinen besten Vater, beleidiget habe. Ich nehme mir ernstlich vor, alle Sünden sammt allen bösen Gelegenheiten zu meiden, die begangenen Missethaten mehr und mehr zu bereuen, und niemahls gegen deinen heiligsten Willen zu handeln. Nimm mich wieder zu deinem Kinde auf, und gib mir die Gnade zur Erfüllung dieses mei: nes Vorsatzes. Darum bitte ich dich durch die unendlichen Verdienste deines göttlichen Sohnes unsers Herrn und Eilösers Jesu Christi. ( 77) Anbethung des Hochwürdigsten. Gott!- Unendlicher, Höchster, Einziger! In tiefer Ehrfurcht lieg ich vor dir. Ich, der ich nur Staub und ein Sünder bin, wie kann ich mich tief genug vor dir erniedrigen, wie kann ich mich zu einem Gedanken erhes ben, der deiner würdig wäre? Doch darfich mich dir nähern und dich anbethen, mit allen Engeln und Seligen. Wie hoch bin ich geehrt und begnadiget! Du bedarfst der Ehrenbezeigungen eines armen Geschöpfes zu deiner Verherrlichung nicht. Mir, mir ist's Chre, Wohlthat und Glück, daß ich vor dir erscheinen und mit dir reden darf auf Erden, wie mit meinem Wohlthäter und Freund. Alle Stimmen der Unsterblichen sind zu schwach, dein Lob zu verkündigen, und deinen heiligen Nahmen nach Würde außzusprechen. Aberdu hörst doch auch gern das Stammeln deiner Kinder, und neigest dein Ohr zu unsern schwa.. - xxxx( 78) soo chen Seufzern. Du willst dich uns immer näher bekannt machen, damit wir dich im mer mehr lieben, und uns deiner immer mehr freuen. Kein sterbliches Auge kann dich sehen, al les belebender Geist, kein Verstand kann dich fassen. Doch hast du dich herrlich geoffenbaret durch deine Werke. In schönster Ordnung und Pracht stehen sie vor mir da, und for dern mich auf, dich ihren Schöpfer zu preiz fen. Die ganze Welt ist ein Tempel, wel cher mit den Wundern deiner Allmacht, Weis: heit und Güte pranget. Himmel und Erde sind deiner Herrlichkeit voll. Tausend Stim men rufen mir zu, der Herr hat alles wohl gemacht". Vom Wurm im Staube an, bis zum Engel hinauf kündigt mir jedes Geschöpf die Größe seines Urhebers an. Keines sey mir so unbedeutend, daß ich das Werk dei ner Hände daran nicht bewundern sollte. Der Mensch, obgleich verderbt durch seiz ne Schuld, welch einen hohen Rang behaup: ( 79) tet er in deiner sichtbaren Schöpfung! Wie künstlich ist mein Leib gebauet. Alle meine Gebeine sagen: Herr, wer ist dir gleich? Und du, meine Seele, unsterblich, zur Glückseligkeit geschaffen, Gott ähnlich, lobe den Herrn und alles, was in mir ist, seinen heiligen Nahmen. Sein Lob soll immer in meinem Munde seyn; seine Ehre sey das ganze Bestreben meiner Kräfte. Dazu hast du mir Verstand gegeben, dich zu erkennen, und ein Herz dich zu lieben, mein gütigster Schöpfer! Aber wie schwach, wie eingeschränkt ist noch diese Erkenntniß von dir, o Gott! Die Wunder deiner wohlthuenden Allmacht und Weisheit umgeben uns rings umher; wir sehen sie nicht, und gehen sinnlos und ungerührt durch deine schöne Welt. Unsere Zerstreuungen lassen uns nicht Zeit, und wir geben uns die Mühe nicht, aufmerksam zu seyn und darüber nachzudenken. Ach! verzeih, Vater, dem Leichtsinn und der Unachtsamkeit deiner Kinder, die der Leitung der Natur ſo ( 80) wenig folgen, wodurch du sie vom Sicht: baren, zu dir, Unsichtbarer, hinführen willst. Doch weit deutlicher als durch die Natur offenbartest du dich der Welt durch Jesum Christum deinen Sohn. Er lehrte dich uns, als Vater kennen, und machte uns bekannt, wie du von deinen Kindern verehret seyn willst. Du vollkommener Geist, forderst eine Anbethung im Geist und in der Wahrheit. Du siehst nicht auf schöne Worte und demüthige Stellungen, nicht auf äußerliches Gepränge; sondern auf das Herz, ob es aufrichtig gesinnt und die ergeben sey, und auf die That, ob sie mit der Sprache der Andacht übereinstimme. Bewahre mich, o Gott! vor der Heucheley, die Betheuerungen vorzusagen, von welchen das Herz nichts weiß, oder die es bald wieder leichtsinnig vergißt; bewahre mich, daß ich nicht durch den Schein der Frömmigkeit mich selbst und andere blende. Durch Liebe und Gehorsam, durch ein dir wohlgefälliges Leben will ich dich ehren. ( 81) Sucht doch ein guter Vater seine Ehre in dem Wohl seiner Kinder! solltest du großer Gott, weniger edel in dem, was deine Chre heißt, denken, als ein sterblicher Vater?- Du warst selig in dir allein, von Ewigkeit her. Was konntest du bey der Schöpfung deiner Welt für eine andere Absicht haben, als die Beglückung deiner Erschaffenen? Alles, was lebt, sollte seines Daseynz sich freuen und seinen Urheber preisen. So wollte deine liebende Allmacht und weise Güte offenbar und verherrlichet werden. Von allem Guten, das da ist, dae gethan und genoffen wird, fällt die Ehre auf dich den Urquell alles Guten zurück. Alles, was mich und meinen Nächsten besser, zufriedener, glücklicher macht, was nüglich und löblich ist, gereicht dir zur Ehre! Meine Freude an dir, meine Ghrfurcht, meine Liebe, mein Vertrauen soll thätig und in meinem ganzen Wandel sichtbar werden, auch meinen Mitmenschen sich mittheilen, 00000( 82) xx und so kann, so will ich dich verherrlichen, und deine Ehre befördern, mein Gott! Du hast mir Kräfte und Mittel verliehen, zur Erfüllung deiner wohlthätigen Absichten etwas beyzutragen, und dir zu dienen. Da zu will ich sie anwenden, so gut ich kann. Nicht bloß meine Lippen, meine Handlun gen sollen dich ehren. Du willst keine langen Gebethe; denn du weißt wohl, daß mein schwacher zerstreuter Geist den großen Gedanken an dich unsichtba res, höchstes Wesen, nicht lange anhaltend und lebhaft genug fassen kann. Du hast mic auch andere Geschäfte angewiesen. Durch Gebeth soll ich mich vorbereiten, erwecken, stärken zu deiner wahren Berehrung. Mein ganzes Leben soll eine immerwährende Anbethung seyn! Preis der göttlichen Vollkommenheiten. ( 83) Gott! wer kann dich denken? Was sind die größten und erhabensten Gedanken, wenn sie auch Himmel und Erde umfaßten, gegen den Gedanken von dir, den Schöfer und Beherrscher des Himmels und der Erde? Das Licht und der Glanz der Sonne und aller Sterne ist nur ein schwacher Schatten von dir. Mit stummer Ehrfurcht bethe ich an, was ich nicht begreife; und erfreue mich dessen, was ich weiß. So wenig das ist, ſo ist es doch mein Trost und mein Glück. Der Gedanke, daß du bist, daß du unendlich mehr bist, als ich denken und verstehen daß du in aller deiner Größe und Herrlichkeit doch mein Gott und Vater bist, daß ich dein Kind bin, dieser Gedanke erhebt meinen Geist, und beruhiget mein Herz mehr als die ganze sichtbare Welt. Wohl fann - - xxx( 84) mir, das ich denken kann! So schwach und mangelhaft noch meine Erkenntniß von dir ist, so fühle ich doch den Einfluß deiner lebenden Majestät. So unbegreiflich du mir bist, so leuchten mir doch allenthalben deine höchsten Vollkommenheiten in milden Strah: len entgegen, so viel sie mein schwaches Auge ertragen kann. Nicht bloß zu meinem Erstau nen, zu meinem Heil will ich sie bedenken; nicht ergründen, was du bist; sondern was du mir bist, will ich mit stiller Andacht er: wägen. Deine Allgewalt ist wohlthätige Liebe. Menschen, die dich nicht kennen und lieben, mögen davor erzittern. Mir ist sie tröstlich. Du hast Macht, mir zu geben und zu helfen, was und wo ichs bedarf; dein Reichthum wird nie erschöpft; unter deinem SchuBe bin ich sicher. Ohne deinen Willen geschieht nichts, und was du willst, muß geschehen. Wie stark bin ich als Werkzeug in deiner Hand. Was soll ich fürchten, was kann mir ( 85) fehlschlagen, wenn ich deinen Willen thue? Wer wird wider mich seyn, wenn du für mich bist?- Im Sturm wie im Connenschein, bist du mein Vater! Deiner weisen Vorsehung kann ich mich ruhig überlassen, wenn sie auch durch dunkle und rauhe Wege mich führte; wenn auch die unerklärbarsten Zufälle mich treffen. Du hast sie alle vorher gesehen. Du sorgest für mich, so väterlich und so gewiß, wie für die ganze Welt. Vor dir ist nichts groß und nichts klein. Du weißt, was mir gut ist. Du verstehst, ordnest und machst alles aufs Beste. Unter deiner weisen Regierung geschieht nichts von ungefähr; alles muß zur Ausführung deiner besten Absichten dienen, und nie verfehlst du deines Endzwecks. Was mir jetzt alles übel vorkommt, ist Verhütung eines größern Unheils oder Quelle eines grö Bern Segens! Jetzt seh' ich kurzsichtiges Kind es nicht ein; aber einst werd' ich es erkennen und dich preisen. oo( 86) 00000 Deiner Heiligkeit kann nur das Gute gefallen, und deine alles umfassende Güte ist nur mit Wohlthun beschäftigt. Dieß erwecke mich, dir ähnlich zu werden, alle Menschen zu lieben, die Sünde zu hassen, und gut zu seyn, wie du bist. Du bist nicht veränderlich, wie die Menschen; keiner Leidenschaft, keinem Zufalle unterworfen: Dein Wort ist gewiß und untrüglich. Darauf kann ich sicher bauen. Du bist der wahrste, der treueste Freund! Wie glücklich bin ich, wenn ich an dich mich halte! Wie glücklich werden meine Freunde seyn, wenn deine unveränderliche Treue mich vor aller Untreue und Falschheit gegen sie bewahret! Wenn der Gottlose vor deiner Allgegenwart und Allwissenheit sich fürchtet: ſo kann ich dein Kind mich freuen, daß du überall key mir bist, alle meine Absichten, Handlungen und Anliegen kennest. Dieß erhebt mich über ungerechten Tadel und eitles Lob: 000( 87) dieß hält mich zur treuen Ausübung meiner Pflicht und stillen Tugend an. Dein Beyfall ist mein Trost und mein Lohn: Nichts als dein Mißfallen darf ich scheuen. Deine Gerechtigkeit ist unparteyische, von unfehlbarer Weisheit geleitete Güte. Nur der Frevler und sichere Sünder darf davor zittern. Der redliche Tugendfreund sieht getrost seinem Richter, als einem treuen Vergelter entgegen, der die verkannte Unschuld rechtfertigen, den Dulder als Sieger darstellen, und das im Stillen geschehene Gute öffentlich rühmen und reichlich belohnen wird. Heilsame Furcht schrecke mich vom Bösen ab, und wecke mich zur Besserung, damit ich nicht vergeblich auf deine Barmherzigkeit hoffe. O wie köstlich sind mir diese Gedanken wie erhebend diese Vorstellungen von dir, mein Gott! so unvollkommen sie noch sind. Wenn ich denke, dann denke ich an alles, was schön, was gut, was groß, was ver ( 88) ehrens- und liebenswürdig ist, an alles, was mich und alle Geschöpfe im Himmel und auf Erden beruhigen, trösten, erfreuen und beseli: gen kann: Laß diese Gedanken meinem Gei ste stets gegenwärtig und meinem Herzen über alles theuer seyn; laß es mich immer inniger fühlen, wie gut es mir ist, daß ich nicht mir selbst überlassen bin, sondern daß ich ganz von die abhänge, ganz unter deiner Gewalt und Aufsicht stehe, ganz dir ange: höre daß du, großer, reicher, weiser, gütiger Gott, mein Herr und Vater bist! und ich dein Kind bin, so wie der erhabenste Engel es ist daß du herrschest und regie: rest, daß du allein es bist, den ich anbethen und dem ich dienen muß; auf den ich verz trauen kann, und dem ich Gehorsam schuldig bin. Dieß ist mein einziges, mein größtes Glück bis ich einst dahin gelange, wo ich dich besser erkennen, inniger lieben, würdiger verehren, und in dir meine vollkommene ewige Glückseligkeit finden werde. Amen. - - - ( 89) Litaney von allen Heiligen. ind Gebethe, wie selbe täglich, nur Samstag und Frauentage ausgenommen, bey dem nachmittägigen Gottesdienste mit lauter Stimme unter Beantwortung des Volkes zu bethen sind. Herr, erbarme dich unſer! Christe erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, erbarme dich unfer! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme dich unser! Heilige Dreyfaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser! ( 90) Heilige Maria, Heilige Gottes Gebärerinn, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Heiliger Michael, Heiliger Gabriel, Heiliger Raphael, Alle heilige Engel und Erzengel, bittet für uns! bitt für nus! Alle heilige Chöre der seligen Geister, bittet für uns! Heiliger Peter, Heiliger Pautus, Heiliger Andreas, Heiliger Jacob, Heiliger Johannes der Zäufer, bitt für uns! Heiliger Joseph, bitt für uns! Alle heilige Partriarchen und Propheten, bittet für uns! Heiliger Johannes, Heiliger Thomaš, Heiliger Jacob, Heiliger Philipp, bitt für uns! ( 91) Heiliger Bartholomäus, Heiliger Matthäus, Heiliger Simon, Heiliger Thaddäuß, Heiliger Mathias, Heiliger Barnabas, Heiliger Lucas, Heiliger Marcus, bitt für uns! Alle heilige Apostel und Evangelisten, bit: tet für uns! Alle heilige Jünger des Herrn, bittet für uns! Alle heilige unschuldige Kinder, bittet für uns! Heiliger Stephan, bitt für uns! Heiliger Laurentius, bitt für uns! Heiliger Vincenz, bitt für uns! Heiliger Fabian u. Sebastian, bittet für uns! Heiliger Johann und Paul, bittet für uns! Heiliger Kosma und Damian, bittet für uns! Heiliger Gervasius und Protasius, bittet für uns! Alle heilige Märtyrer; bittet für uns! ( 92) Heiliger Silvester, Heiliger Gregorius, Heiliger Ambrosius, Heiliger Augustinus, Heiliger Hieronymus, Heiliger Martin, Heiliger Nikolaus, bitt für uns! Alle heilige Bischöfe und Beichtiger, bittet für uns! Alle heilige Lehrer, bittet für uns! Heiliger Antonins, Heiliger Benedict, Heiliger Bernhard, Heiliger Dominicus, Heiliger Franciscus, bitt für uns! Alle heilige Priester und Leviten, bittet für uns! Alle heilige Mönche und Einsiedler, bittet für uns! P Heilige Maria Magdalena, bitt für uns! Heilige Ngatha, bitt für uns! Heilige Lucia, bitt für uns! ( 93) Heilige Agnes, Heilige Cäcilia, Heilige Katharina, Heilige Anastasia, Alle heilige Jungfrauen und Witwen, bittet für uns! bitt für uns! Alle Heilige Gottes, bittet für uns! Sen uns gnädig, verschone uns, o Herr! Sey uns gnädig, erhöre uns, o Herr! Von allem Uebel, Von aller Sünde, Von deinem Zorne, Von jähen und unversehenen Tode, Von den Nachstellungen des Teufels, Vem Zorn, Haß u. allem bösen Willen, Von dem Geiste der Unlauterkeit, Von Blitz und Ungewitter, Ven Pest, Hunger und Krieg, Von dem ewigen Tode, Durch das Geheimniß deiner heiligen Menschwerdung, Durch deine Ankunft, erlöse uns, o Herr! ( 94) Durch deine Geburt, Durch deine Taufe und heilige Fasten; Durch dein Kreuz und Leiden, Durch deinen Tod und Begräbniß, Durch deine heilige Auferstehung ,. Durch deine wunderbarliche Auffahrt, Durch die Ankunft des heiligen Geistes, des Trösters, Am Tage des Gerichtes, Wir armen Sünder, wir bitten dich, er höre uns! Daß du unser verschonest, Daß du uns verzeihest, Daß du uns zur wahren Buße bringen wollest, Daß du deine heilige Kirche regieren und erhalten wollest, Daß du den apostolischen obersten Hirten und alle Stände der Kirche in deiner heiligen Religion erhalten wollest. erlöse uns, o Herr! wir bitten dich, erhöre uns! xxx( 95) xxx Daß du die Feinde der heiligen Kirche demüthigen wollest. Daß du den christlichen Königen und Fürsten Frieden und wahre Ei nigkeit geben wollest. Daß du dem christlichen Volke Frieden und Einigkeit verleihen wollest, Daß du uns selbst in deinem heiligen Dienste erhalten wollest, Daß du unsere Gemüther zu himmlis schen Begierden erhebest, Daß du alle unsere Gutthäter mit den ewigen Gütern belohnest, Daß du unsere und unserer Brüder, Freunde und Gutthäter Seelen von der ewigen Verdammniß erledigest, Daß du die Früchte der Erde geben und erhalten wollest. Daß du allen abgestorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe verleihen wollest, wir bitten dich, erhöre uns! ( 96) Daß du uns erhören wollest, wir bitten dich, erhöre uns! O du Lamm Gottes, welches du hinnimmst die Sünden der Wele, verschone unser, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser, D Herr! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr erbarme dich unser! Christe, erbarme dich unser! Herr erbarme dich unser! Vater unser ic. Psalm 69. legion O Gott, merke auf meine Hülfe! Herr! eile mir zu helfen! Schamroth und zu Schanden sollen wer den, die meiner Seele nachstellen. xxx( 97) se Sie sollen zurück weichen und in Schanden stehen; die mir Uebels wollen. Sie sollen bald schamroth abtreten die mir sagen: da, da recht auf ihn! Aber alle, die dich suchen, sollen frohlocken und sich in dir erfreuen, und die dein Heil lieben, sollen immerdar sagen: Hochgelobet sey der Herr! Ich aber bin bedürftig und arm: o Gott! stehe mir bey. Denn du bist mein Helfer und Erlöser, o Herr verweile nicht zu lange. Ehre sey dem Bater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste. Als er war im Anfange, jetzt und alleweg, und zu ewigen Zeiten. Amen. V. Mache selig deine Diener. R. Die auf dich hoffen, mein Gott! V. Sey uns, Herr, ein starker Thurm, R. Wider unsere Feinde. V. Laß den Feind nichts vermögen wie der uns; ($ ( 98) se R. Und das Kind der Bosheit schade uns nicht. V. Herr, handle nicht mit uns nach unseren Sünden, R. Und vergelte uns nicht nach unseren Bosheiten. V. Lasset uns bethen für unsern obersten Hirten N. R. Der Herr erhalte ihn, mache ihn lebendig und selig auf Erden; und übergebe ihn nicht in die Hände seiner Feinde. V. Lasset uns bitten für unsere Wohl thäter. R. O Herr, du wollest allen unsern Wohlthätern um deines Nahmens willen das ewige Leben geben. V. Lasset uns bethen für alle abgestors benen Christgläubigen. R. Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen., V. Laß sie ruhen in Frieden. R. Amen. ooooooox( 99) V. Lasset uns auch bethen für unsere abwesenden Brüder. R. O mein Gott! mache deine Diener selig, die auf dich hoffen. V. O Herr! sende ihnen Hülfe von den Heiligen, R. Und von Sion beschütze sie. V. Herr erhöre mein Gebeth, R. Und laffe mein Geschrey zu dir kommen. 6 Gebeth(*). Gott, doffen Eigenschaft ist sich allezeit erbarmen und verschonen, nimm an unser flehentliches Gebeth, auf daß uns und alle deine Diener, die wir mit Ketten der Sünden stark gebundeo sind, die Erbarmung deiner Gütigkeit gnädig auflöse. Wir bitten dich, o Herr! nimm an unser demüthiges Gebeth, und verschone derer, (*) Dieses und nachstehende Gebethe werden von dem Priester allein mit lauter Stimme vors gebethet. 2 ( 100) die ihre Sünden bekennen, auf daß wir zugleich Berzeihung und den Frieden nach deiner Güte erlangen. O Herr! erzeige uns gnädiglich deine unaussprechliche Barmherzigkeit, auf daß du uns zugleich von allen Sünden auflösest, und von der Strafe, die wir für solche verdienen, errettest.ds and O Gott! der du durch die Sünde belei diget, und durch die Buße versöhnest wirst, siehe gnädiglich an das Gebeth deines demüthigen Volkes, und wende ab die Geißel 202 deines Grimmes, welche wir für unsere Sünden verdienen. Allmächtiger, ewiger Gott! erbarme dich deines Dieners N., unsers obersten Hirten, deines Statthalters auf Erden, und leite ihn nach deiner Milde auf dem Wege des ewigen Heils, damit er durch deine Hülfe, was dir gefällig, begehre, und kräftigst vollbringe. O Gott! von welchem die heiligen Be xxx( 101) gierden, gute Unschläge und gerechte Werke entspringen gib deinen Dienern einen folchen Frieden, welchen die Welt nicht geben kann, auf daß unsere Herzen deinen Gebothen ergeben, und gegenwärtige Zeiten durch deinen Schutz von des Feindes Furcht versichert und friedsam sind. SEDIE O Herr! entzünde unsere Nieren und Herzen mit dem Feuer deines Geistes, auf daß wir mit keuschem Leibe dir dienen, und mit reinem Herzen gefallen mögen. O Gott! ein Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen, verleihe den Seelen deiner Dies ner und Dienerinnen Verzeihung aller Sünden, auf daß sie die gnädige Nachlassung welche sie allezeit gewünschet, durch die gottfelige Vorbitte erlangen. O Herr! wir bitten, du wollest unserm Thun und Lassen mit deiner Gnade vorkommen, und selbe durch deine Hülfe fortsetzen, damit alle unsere Gebethe und Wer 102) ke von dir jederzeit angefangen, und, durch dich angefangen, geendiget werden. Allmächtiger, ewiger Gott! der du herrschest über die Lebendigen und die Todten, und dich aller erbarmest, welche du aus dem Glauben und Werken für die Deinen erkennest, wir bitten dich demüthiglich, daß die, für welche wir uns vorgenommen unser Ge beth auszugießen, die entweder noch in dies fer Welt im Leben, oder davon abgeschieden sind, durch die Vorbitte aller deiner Heiligen nach deiner Gütigkeit Verzeihung aller ihrer Sünden erlangen mögen. Durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, der mit dir lebet und regieret in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 103 Gebeth für den Landesfürsten. Gott! du Beschüßer aller Reiche und besonders des christlichen Kaiserthums, verleihe deinen Diener, unserm Kaiser N., daß er deine Macht, durch welche er sieget, era kenne und verehre, damit, weil er durch deine Anordnung Landesfürst geworden ist, er auch durch deinen Schuß allezeit mächtig sey. Durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, der mit dir lebet und regies ret in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Umen. Gebeth für das allgemeine Anliegen der ganzen Christenheit. Almächtiger, ewiger Gott! Herr, himmli scher Bater, siehe an mit den Augen deiner grundlosen Barmherzigkeit unsern Jammer Elend und Noth. Erbarme dich über alle ( 104): Christgläubige, für welcher dein eingeborner Sohn, unser Herr und Heiland Jesus Christus, in die Hände der Sünder willig gekommen, und auch sein kostbares Blut am Stamme des heiligen Kreuzes vergossen hat. Durch diesen Herrn Jesum wende ab, gnädigster Bater! die wohlverdiente Strafe, gegenwärtige und zukünftige Gefährlichkeiten, schädliche Empörung, Kriegsrüstung, Theurung, Krankheiten und betrübte armfelige Zeiten. Erleuchte auch und stärke in allem Guten geistliche und weltliche Obrigkei ten und Regenten, damit sie alles befördern, was zu deiner göttlichen Ehre', zu unserem Heile und zum gemeinen Frieden und zur Wohlfahrt der Christenheit gedeihen mag. Verleihe uns, o Gott des Friedens! rechte Vereinigung im Glauben ohne alle Spaltung und Zertrennung. Bekehre unsere Herzen zu wahrer Buße und Besserung unseres Lebens. Zünde in uns an das Feuer deiner Liebe. Gib uns einen Hunger und Eifer zu ( 105) aller Gerechtigkeit, damit wir als gehorsame Kinder im Leben und Sterben- dir angenehm und wohlgefällig seyn. Wir bitten auch, wie du willst, o Gott! daß wir bitten sollen, für unsere Freunde und Feinde, für Gesunde und Kranke, für alle betrübte und elende Christen, für Lebendige und Abgestorbene. Dir sey ein Mahl empfohlen, o Herr! all unser Thun und Lassen, unser Haudel und Wandel, unser Leben und Sterben. Laß uns nur deine Gnade hier genieBen, und dort mit allen Auserwählten erlangen, daß wir in ewiger Freude und Seligkeit dich loben und ehren mögen. Das verleihe uns, o Herr! himmlischer Vater, durch Jesum Christum deinen lieben Schn, unsern Herrn und Heiland, welcher mit dir und dem heiligen Geiste gleicher Gott lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. mies ( 106) Für die allgemeinen Bedürfnisse. Fünf Vater unser, und fünf Ave Maria. Alsdann wird der heilige Segen mit dem Eiborio gegeben. Lauretanische Litaney, sammt den ! dazu gehörigen Gebethen, wie selbe an Samstagen und Frauentagen anstatt der an übrigen Tagen vorgeschriebenen Litaney von allen Heiligen zu bethen ist. Herr, erbarme dich unser! Christe, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, erbarme dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme dich unser! xxx( 107) xooooooox Heilige Dreyfaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser! Heilige Maria, Heilige Gottes Gebärerinn, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Mutter Christi, Mutter der göttlichen Gnaden, Allerreiniste Mutter, Allerkeusheste Mutter, Du ungeschwächte Mutter, Du unbefleckte Mutter, Du liebliche Mutter, Du wunderbarliche Mutter, Du Mutter unsers Schöpfers, Du Mutter unsers Erlösers, Du allerweiseste Jungfrau, Du ehrwürdige Jungfrau, Du lobwürdige Jungfrau, Du mächtige Jungfrau, Du gütige Jungfrau, Du getreue Jungfrau, Du Spiegel der Gerechtigkeit, bitt für nns! ( 108) Du Sit der Weisheit, Du Ursache unseres Heils, Du geistliches Gefäß, Du ehrwürdiges Gefäß, Du vortreffliches Gefäß der Andacht, Du geistliche Rose, Du Thurm Davids, Du elfenbeinener Thurm, Du goldenes Haus, Du Arche des Bundes, Du Pforte des Himmels, Du Morgenstern, Du Heil der Kranken, Du Zuflucht der Sünder, Du Trösterinn der Betrübten, Du Hülfe der Christen, 12 Du Königinn der Engel, Du Königinn der Patriarchen, Du Königinn der Propheten, Du Königinn der Apostel, Du Königinn der Märtyrer, Du Königinn der Beichtiger, bitt für uns! ( 109) Du Königinn der Jungfrauen, bitt für uns! Du Königinn aller Heiligen, bitt für uns! O du Lamm Gottes, welches du hinnimmst die Sünden der Welt, verschene uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich uns ser, o Herr! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! 49 Vater unser, Ave Maria. 750 1011102 Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerinn, verschmähe nicht nicht unbe erlöse un unser Gebeth in unsern Nöthen, sondern jederzeit vor aller Gefährlichkeit, o du glorwürdige und gebenedeyte Jungfrau! unsere Frau, unsere Mittlerinn, unsere Fürsprecherinn, versöhne uns mit sooooo( 110) xxx deinem Sohne, empfehle uns deinem Sohne, stelle uns vor deinem Sohne. GAS V. Bitt für uns, o heilige Gottesges bärerinn. R. Daß wir würdig werden der Verheis Bungen Christi. Gebeth(*). Wir bitten dich, o Herr! du wollest deine Gnade in unsere Herzen eingießen', damit wir, die wir, durch die Bothschaft des Engels, Christi deines Schnes Menschwerdung erkennet haben, durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit und Glorie der Auferstehung geführet werden. Durch denselben Christum unsern Herrn. Umen. V. Bitt für uns, o heiliger Joseph. R. Daß wir theilhaftig werden der Vers heißungen Christi. (*) Dieses und nachstehende Gebethe werden von dem Priester allein mit lauter Stimme gebethet. ( 111) Gebeth. Wir bitten dich, o Herr, daß uns durch die Verdienste des Bräutigams deiner allers heiligsten Gebärerinn geholfen werde, damit, was unser Vermögen nicht erhalten kann uns durch seine Vorbitte geschenket werde. Der du lebest und regierest mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Salve Regina. Gegrüßet senest du Königinn, Mutter der Barmherzigkeit, des Lebens Süßigkeit, und unsere Hoffnung, sey gegrüßt. Zu dir schreyen wir elende Kinder Evens, zu dir seufzen wir Trauernde und Weinende in diesem Thale der Zähren. Eja, unsere Vorsprecherinn, wende deine barmherzigen Augen zu uns, und nach diesem Elende zeige uns Jesum, die gebenedeyte Frucht deines Leibes, o gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria. ( 112) V. Bitt für uns, o heilige Gottesgee bärerinn. 20 R. Auf daß wir theilhaftig werden der Verheißungen Christi. 810 Gebeth. Allmächtiger, ewiger Gott! der du den ditu Leib und die Seele der heiligen Jungfrau und Mütter Mariä zu einer würdigen Wohnung deines Sohnes, durch Mitwirkung des heiligen Geistes vorbereitet hast, gib, daß, die wir uns an ihrer Gedächtniß erfreuen, durch ihre milde Borbitte von den bevorste: henden Uebeln und von dem ewigen Tode befreyet werden, durch denselben Jesum Christum unsern Herrn. Amen. isla de Hi admamist GBU SÖEDUSTU Hierauf wird gebethet das Gebeth für den Landesfürsten, das Gebeth, für das allgemeine Anliegen der ganzen Ghristenheit, fünf Bater Unser und Ave Maria für die allgemeinen Bedürfniss se, wie oben auf der 103. und 106ten Blattfeite, und zum Schluße wird der heilige Segen mit dem Eiborio gegeben. A ( 115 Geistliche Lieder zu m Gebrauche des öffentlichen Gottesdienstes. Predigtlied an Sonntagen. Sm Tone: Im Nahmen des Vaters und des Sohnes, ic. 1. In Gott des Vaters und des Sohns Und seines Geistes Nahmen, Sprecht hier am Fuße seines Throns, O Christen! freudig Amen. Sprecht Amen, und bereitet euch Nach eures Meisters Lehren, Den Vater in dem Himmelreich Mit Bitten zu verehren. 2. O Bater unser, der du bist Im Himmel und auf Erden, Dein Nahme, der so liebvoll ist, Soll stets geheiligt werden! Dein Reich von Unbeginn der Welt, Bereitet allen Frommen, Das laß, wenn dieser Staub zerfällt, Für uns auch einstens kommen. x( 114) xo 3. So wie auf jeden Wink von dir Die Himmelsgeister sehen; So soll auch unter Menschen hier Dein Wille stets geschehen! Das Brot, das uns're Seele nährt, Um dir, o Gott zu leben, Auch jenes, das der Leib begehrt, Sey täglich uns gegeben! dm d 4. Vergib uns, Vater, jede Schuld, Die wir vor dir bereuen, So wie wir alle mit Geduld Den Schuldigern verzeihen. Ersticke, wenn Versuchung droht, In uns des Bösen Samen! Erlös uns jetzt und einst, o Gott! Von allem Uebel, Amen. ( 115) Gesänge zur heiligen Mesſe. 3um Introitus. 1. Wir werfen uns darnieder Vor dir, Gott Sabaoth, Erhöre unsre Lieder, Da wir nach dem Geboth Dir dieses Opfer bringen; Verleihe nun, daß wir S3 andachtsvoll befingen, Und wohlgefallen dir. 2. Den Tag vor Jesu leiden Beym letzten Abendmahl, Indem er wollte scheiden Aus diesem Jammerthal, Hat er das Brot gebrochen, Und ausgetheilt den Wein, Gesegnet und gesprochen: Dieß thut und denket mein. 3. Er sprach: nehmt hin und esset! Dieß ist mein Fleisch und Blut, ( 116) Damit ihr nicht vergesset, Was meine Liebe thut! Mich opfernd will ich sterben, Um Kreuz zum Heil für euch: Wer an mich glaubt, soll erben Mit mir das Himmelreich, i 4. O Herr, dieß Opfer steige Zu dir mit Wohlgeruch, Damit dein Herz sich neige Zu deines Volks Gesuch. Wir opfern nicht mehr Kälber, Wie Naron hat gethan, Nein, Jesum Christum selber, Der uns versöhnen kann. 3um Gloria. Großer Bater! dir gehöret, Lob, Ruhm und Dank und Ehr'; Was uns're Ruhe störet, 1. Verstatte nimmermehr, Auf Erden laß uns grünen Den Frieden jederzeit, Daß wir dir fröhlich dienen, Von Furch und Angst befreyt. ( 117) 340 2. Der du der Menschen Sünden Gebüßt am Kreuzesstamm, mos mue Laß mich Erbarmung finden, O Jesu! Gotteslamm! 8 Gelobt mit Mund und Herzen Seyst du, Gott heil'ger Geist! Der du in Angst und Schmerzen Den Frommen Trost verleih'st. Vor dem Evangelium. oh mode 1. Aus Gottes Munde gehet Das Evangelium; Auf diesem Grunde stehet Das wahre Christenthum; Gott selber hat's gelehret, Der nicht betriegen kann! Wohl dem, der's gerne höret, Und es nimmt willig an. 323 2. Sein Wort zeigt uns die Wege Zum Himmelreiche an; 68 weiset uns die Stege, Zu gehen diese Bahn. Herr! drücke deine Worte Tief in die Herzen ein, P Sou 3009 ( 118) Daß wir zur Himmelpforte# 1.10 Zum kommen würdig seyn. 3um Credo. 010 01 1. Wir glauben und bekennen, Daß aus höchst weisem Rath, Gott, den wir Vater nennen, Die Welt erfchaffen hat; Von ihm ist ausgegangen 100 Sein Sohn, der Jesus heißt; Der ward als Mensch empfangen Durch Gott den heil'gen Geist. 2. Maria. hat geboren. Als Jungfrau dieses Kind, Sonst wären wir verloren, Wir, die wir Sünder sind. Er litt an Leib und Seele, Schloß sterbend seinen Lauf, Stand aus des Grabes Höhle Um dritten Tage auf. 3. Er ward hinaufgenommen Zu Gottes rechter Hand, Wann er wird wieder kommen Ist uns zwar nicht bekannt; C ( 119 Doch kommt er einst zu rächen, Und wird von seinem Thron Ein billig Urtheil sprechen, Zur Strafe und zum Lohn. 4. Wir glauben nicht alleine, Daß eine Kirche sey; Wir stimmen der Gemeine gal Der Heiligen auch bey, Die Sünde wird vergeben Durch Christi Diener hier; Der Leib steht auf zum Leben, Geht ein zur Himmelsthür. 3um Offertorium. 1. Herr! laß doch diese Gaben Dir wohlgefällig seyn, Die wir geopfert haben, Es ist zwar Brot und Wein; Doch wird's verwandelt werden In Christi Fleisch und Blut; Das ist uns hier auf Erden, Und den Verstorb'nen gut. mig Kate NING 0119 2. Wir opfern dir den Willen, Ge Herz und Gedanken auf! ( 120) Hilf uns, daß wir erfüllen In unserm Lebenslauf, Was du uns, deinen Kindern, Zu thun befohlen hast; Nimm weg, was uns kann hindern, Nimm weg die Sündenlast. 3. Wir legen dir zu Füßense Auch unser Hab und Gut, Und was wir hier genießen, 6 Das Leben, Leib und Blut; Gib uns bald kühlen Regen, Bald warmen Sonnenschein, Und laß durch deinen Segen Die Felder fruchtbar seyn. ma& # 19 Zum Sanctus 1. Laß uns gen Himmel schwingen Zum Helfer in der Noth, Und drey Mahl heilig singen 08:11 10 alaia the3 Dem Herrn Gott Sabaoth. iing#C Herr! Himmel und auch Erdeid a Sind voll von deinem Ruhm, Hilf, daß bekehret werde Das blinde Heidenthum. ( 121) 2. Daß wir hernach zusammen in Dir uns're Herzen weih'n, Und, voll von Liebesflammen, Dir ein Hosanna schrey'n: ACS. Herr! der in deinem Nahmen120 Kommt, sey gebenedeyt! Die Engel sagen: Amen! Jetzt und in Ewigkeit. Nach der Wandlung. 1. Hier beth' ich auf den Knien, Verborgner Gott dich an. Ich will mich nicht bemühen, Das was du hier gethan, Durch Sinne zu begreifen; Dein Wort muß mir allein, Um hier nicht auszuschweifen, Der Grund des Glaubens seyn. 2. Die Gottheit war bedecket Allein, am Kreuzaltar; Hier aber ist verstecket Die Menschheit auch sogar. Dieß Denkmahl deiner Güte, Dieß wahre Himmelsbrot, F $ 2 ( 122) Erinnert mein Gemüthe, O Herr! an deinen Tod. 3. Wasch mich von meinen Sünden, O Jesu, durch dein Blut, Und laß mich Gnade finden, Du allerhöchstes Gut, m Laß bald den Vorhang fallen, Erschein in vollem Licht, Und zeige mir und Allen, Dein glänzend Angesicht. 3um Agnus Dei. Erfreut euch, fromme Seelen! 1. Ein Wunder ist gescheh'n! Der Herr will sich verhehlen, Kein Auge kann ihn seh'n, In Brot- und Weinsgestalten Jst Jesu Fleisch und Blut Auf dem Altar enthalten, Dieß größte Seelengut. 2. Verdeckt ist hier zu finden Das wahre Gotteslamm, ( 123 So aller Menschen Sünden Getilgt am Kreuzesstamm. 08130 G3 ist der Seelen Speise, Wie uns der Glaube lehrt; Sie nährt uns auf der Reise, nd# 8 Und wird doch nicht verzehrt. 3. Wenn wir das Leben schließen, Und dieses Himmelsbrot Recht wohl bereit genießen> So kann der bitt're Tod Uns Christen nicht erschrecken; Es ist ein Unterpfand, Das Gott uns wird bedecken Mit seiner starken Hand. 4. Herr Jesu, deiner Liebe Sey Ehre, Lob und Dank, Weil du nach ihrem Triebe, Zur Speise und zum Trank Dein Fleisch und Blut gegeben; In Brotsgestalt verhüllt, Daraus für uns das Leben Und reine Freude quillt. 5. Entzünd in uns Verlangen Nach diesem Sacrament, F2 ( 124) Herr! laß es uns empfangen, Wenn sich die Seele trennt. Laß uns in Frieden fahren, Von allen Sünden rein, Zu deinen Engelscharen, Und ewig bey dir seyn. 3um egen des Priesters. 1. Da wir nunmehr gehöret Die Messe, wie man soll, So sey auch Gott geehret! Er mach' uns segensvoll, Und laß' es sich gefallen, Was wir allhier gethan; Er bleibe bey uns Allen, So sind wir wohl daran. 2. Gott wolle uns behüthen, Daß uns an diesem Tag, Des bösen Feindes Wüthen 0 Nicht schädlich werden mag. Er laß' uns ohne Sünden Einst stehen vor Gericht, Damit wir Gnade finden Vor seinem Ungesicht. :( 125) xx Zweytes Meßlied. Introitus. Herr, deiner Kirche Glieder; Erfüllen ihr Geboth; Für uns und uns're Brüder Fleh'n wir zu dir, o Gott! Wir preisen dich, und bringen Dir unser Opfer dar; Vernimm, Herr, unser Singen, Nimm deine Diener wahr! Gloria. Lob, Ehre, Dank und Segen Sey, großer Gott der Macht, Dir, deiner Glorie wegen, Von deinem Volk gebracht! Nur du, Herr, bist der Höchste, Sohn Gottes! Jesu Christ! Der du zugleich der Nächste, Und Herr und Gott uns bist. :( 126) Evangelium. Gott machte seinen Willen, Durch der Propheten Mund, Die Art, ihn zu erfüllen, Durch Jesum Christum kund. Herr, präge deine Lehren Lief unsern Herzen ein! Mach', daß wir uns bekehren: Herr, laß uns selig seyn. Credo.. Dreyeinig, ewig Wesen! Gott, aller Dinge Grund! Dein Sohn, uns zu erlösen, Ward Mensch, starb und erstund; Und wird als Richter kommen, Wenn wir vom Zod ersteh'n. Der Geist läßt Heil den Frommen Durch Tauf und Buß gescheh'n. Opferung. Um uns dir zu verpfänden, Wie Israel gethan Nimm, Herr, aus Priesters Händen, Auch unser Opfer an! pooo( 127) Nimm diese deine Gaben, All unser Eigenthum, Uns selbst, und was wir haben, Zu deines Nahmens Ruhm. Sanctus. Wir preisen, Herr, und loben Hiernieden dich im Geist, Wie dich im Himmel oben Die Schar der Engel preist; Laß uns mit ihnen singen, Hosanna Gott dem Herrn! Dem Herrn von allen Dingen! Hosanna Gott dem Herrn! Nach der Wandlung. O Jesu, höchstes Gut! Wir denken an dein Leiden, Und opfern jetzt mit Freuden Dein wahres Fleisch und Blut. Es ist dein einz'ger Sohn, Durch den, in dem wir leben, O Gott, laß ihn erheben. Vor deinem höchsten Thron. 128) Nach dem Paternoster. Du wollst vor aller Noth Barmherzig mich behüthen! e AD Durch aller Heil'gen Bitten Erhör' uns, Herr und Gott! Laß Jesu, Gotteslamm, Uns Gnad' und Frieden finden, Der du die Welt von Sünden Erlöst am Kreuzesstamm. Unwürdig ist mein Mund, Dieß Engelbrot zu brechen; Doch Herr! du darfst nur sprechen So wird mein Geist gesund. Die wir, gleich Brot und Wein, Dein Fleisch und Blut empfangen, Daß wir zu dir gelangen, Mach' uns von Mängeln rein! Du hast uns viel gethan, O Herr, in unserm Leben; Was sollen wir dir geben? Nimm dieses Opfer an! xx( 129) so Dich preisend nehmen wir, Von Feinden frey zu werden, Dein Leiden dieser Erden, Den Kelch des Heils von dir. Bleib, o Herr Jesu Christ, Vereint in unserm Leibe, Daß nicht in ihm verbleibe, Was bös' und sündhaft ist. Nach dem Ite Missa est. Leib, Seele sind gespeist, O Herr! laß dich bewegen, Und gib uns deinen Segen, Gott Vater, Sohn und Geist! :( 130) Neue Meßgesänge. 3um Kyrie. Hier liegt vor deiner Majeſtät Im Staub die Christenschar, Das Herz zu dir, o Gott! erhöht, Die Augen zum Altar. Schenk uns, o Vater, deine Huld, Vergib uns uns're Sündenschuld, O Gott! von deinem Angesicht Verstoß uns arme Sünder nicht! Verstoß uns nicht! Verstoß uns Sünder nicht. - Wir haben Herr, dein Gut verschwend't, Wie der verlor'ne Sohn; Die Sünde hat uns so verblend't, Doch schau von deinem Thron Mitleidig her auf unsern Schmerz, Verwirf nicht ein zerknirrschtes Herz; Entzieh die Baterhuld uns nicht, Und sende uns dein Gnadenlicht! Dein Gna- den- licht, Dein göttlich's Gnadenlicht. ( 131) Wir sind ja deiner Hände Werk, Der Schöpfung unterthan, O gib uns Schwachen Kraft und Stärk', Sieh uns in Gnaden an! Hier bringen wir auf den Altar Dir ein Versöhnungsopfer dar. D Gott! der Werth des Bluts ist groß! Das einst dein Sohn für uns vergoß. Für uns vergoß, Am Kreuz für uns vergoß. 3 um Gloria. Gott soll gepriesen werden, Sein Nahm' gebenedeyt, Im Himmel und auf Erden, Jetzt und in Ewigkeit. Lob, Ruhm und Dank und Ehre, Sey der Dreyeinigkeit! Die ganze Welt verehre, Gott! deine Herrlichkeit. Bey dem Evangelio. Aus Gottes Munde gehet Das Evangelium; Auf diesem Grunde stehet Das wahre Christenthum. 000000( 132): Gott selbst ists der uns lehret, Der Weis- und Wahrheit ist, Der seine Lehren höret, Wie glücklich ist der Christ. 3um Credo. Almächtiger! vor dir im Staube Bekennt dich deine Kreatur. O Gott und Vater! ja ich glaube, An dich, du Schöpfer der Natur. Auch an den Sohn, der ausgegangen, Von dir geboren ewig war, Den von dem heil'gen Geist empfangen, Die reinste Jungfrau uns gebar. Und Jesus Christus ist gekommen, Daß er versöhne uns mit Gott, Er hat die Schuld auf sich genommen, Und litt für uns den Kreuzestod: Erstand, besiegte Tod und Hölle, Fuhr zu des Vaters Rechten auf, Und wird als Richter jeder Seele Einst prüfen unsern Lebenslauf. Ich glaube, Gottes Geist regieret Die wahre Kirch und Christenheit, ( 133): Ein büßend Schaf, das sich verirret, Flieht hin zu der Barmherzigkeit, Am großen Tag wirds Fleisch erstehen. Jetzt, Heilige! helft insgemein, Daß wir mit euch zum Leben gehen; Miterben Christi ewig seyn. 3um Offertorium. Nimm an, o Herr! die Gaben, Aus deines Priesters Hand, Wir, die gesündigt haben, Weih'n dir dieß Liebespfand. Für Sünder hier auf Erden, In lengsten, Kreuz und Noth, Sol dieß ein Opfer werden Von Wein und reinen Brot. Nimm gnädig dieß Geschenke, Dreyeinig großer Gott! Erbarm' dich unser, denke Un Christi Blut und Tod; Sein Wohlgeruch erschwinge Sich hin zu deinem Thron, Und dieses Opfer bringe Uns den verdienten Lohn. ( 134): 3um Sanctus. Singt heilig, heilig, heilig, Ist unser Herr und Gott! Singt mit den Engeln heilig Bist du Gott Sabaoth! Im Himmel und auf Erden Soll deine Hertlichkeit Gelobt, gepriesen werden, Jeht und in Ewigkeit. Wir fingen froh zusammen Von ganzer Seel erfreut; Der kömmt ins Herren Nahmen Der sey gebenedeyt! Hosanna in der Höhe: Gepriesen sey der Herr! Dem großen Gott geschehe Sein Lob von Meer zu Meer. are Nach der Wandlung. Sieh Bater! von dem höchsten Throne, Sieh gnädig her auf den Altar! Wir bringen dir in deinem Sohne Ein wohlgefällig's Opfer dar. Wir fleh'n durch ihn, wir deine Kinder, Und stellen dir sein Leiden vor! xXx( 135) Er starb aus Liebe für uns Sünder; Noch hebt ers Kreuz für uns empor, Noch hebt ers Kreuz für uns empor. Er hat für uns sich dargegeben Für alle Menschen insgesammt, Beym Bater, daß wir ewig leben, Bertritt er jetzt das Mittleramt: O Jefu höre unsre Bitte, Steh unsrer Schwachheit immer bey Auf daß dein Leiden, deine Güte, An uns niemahls verloren sey Un uns niemahls verloren sey. 3um Agnus Dei. Betrachtet ihn in Schmerzen, Wie er sein Blut vergießt, Seht! wie aus Jesu Herzen Der letzte Tropfen fließt, Er nahm hinweg die Sünden, Er trug all' unfre Schuld, Bey Gott läßt er uns finden Den Frieden, seine Huld. soce( 136) se 3 ur geistlichen Communion. Herr; ich bin nicht würdig Zu deinem Tisch zu geh'n; Du aber mach' mich würdig, Erhör' mein kindlich Fleh'n. O stille mein Verlangen, Du Seelenbräutigam! Im Geist dich zu empfangen, Dich wahres Osterlamm. 3um Beschlusse der heiligen Messe. Nun ist das Lamm geschlachtet, Das Opfer ist vollbracht: Wir haben jetzt betrachtet, Gott! deine Lieb und Macht, Du bist bey uns zugegen, Aus deinem Gnadenmeer: Ström' uns dein Vatersegen Durch dieses Opfer her. 3um Segen. Lasset uns dann würdig ehren, Ein so großes Sacrament, Nach dem neuen Bund uns kehren, Weil der alte sich geendt, ( 137) ³ Was man nicht mit Händen greifen, Noch mit Augen sehen kann, Seher wirSehen wir im Glauben an. Gott den Vater wir erheben Mit dem eingebornen Sohn, Preis und Jubel sey gegeben Beyden auf dem höchsten Thron, Dem auch, der von ihnen beyden Ausgeht, Gott von Ewigkeit, Werde gleich- Werde gleiches Lob geweiht. x( 138) xx Das Te Deum Laudamus deutsch. 1. Großer Gott wir loben dich! Herr! wir preifen deine Stärke, Vor dir neigt die Erde sich, Und bewundert deine Werke. Wie du warst vor aller Zeit, So bleibst du in Ewigkeit. 2. Alles was dich preifen kann, Cherubim und Seraphinen, Stimmen dir ein Loblied an; Alle Engel, die dir dienen, Rufen dir stets ohne Ruh: Heilig, heilig, heilig, zu. 3. Heilig! Herr Gott Sabaoth, Heilig, Herr der Kriegesheere! Starker Helfer in der Noth! Himmel, Erde, Luft und Meere Sind erfüllt mit deinem Ruhm, Alles ist dein Eigenthum. ( 139) 4. Der Apostel Christi Chor, Der Propheten große Menge Schickt zu deinem Thron empor Neue Lob und Dankgesänge; Der Blutzeugen große Schar Lobt und preist dich immerdar. 5. Auf dem ganzen Erdenkreis Loben Große und auch Kleine, Dich, Gott Vater! dir zum Preis Singt die heilige Gemeine: Sie ehr't auch auf seinem Thron Deinen eingebornen Sohn. 6. Sie verehr't den heil'gen Geist, Welcher uns mit seinen Lehren Und mit Troste kräftig speist, Der, o König voller Ehren! Der mit dir, Herr Jesu Christ, Und dem Vater ewig ist. 7. Du des Vaters ew'ger Sohn, Hast die Menschheit angenommen; Du bist auch von deinem Thron Zu uns auf die Welt gekommen; ( 140) Gnade hast du uns gebracht, Von der Sünde frey gemacht. 8. Nunmehr steht das Himmelsthor, Allen, welche glauben offen; Du stellst uns dem Vater vor, Wenn wir kindlich auf dich hoffen, Endlich kommst du zum Gericht, Zeit und Stunde weiß man nicht. 9. Steh', Herr! deinen Dienern bey, Welche dich mit Demuth bitten, Die dein Blut dort machte frey, 2013 du für uns hast gelitten. Nimm uns nach vollbrachten Lauf Zu dir in den Himmel auf. 10. Sieh dein Volk in Gnaden an; Hilf uns, segne Herr dein Erbe; Leit es auf der rechten Bahn, Daß der Feind es nicht verderbe; Hilf, daß es durch Buß und Fleh'n Dich im Himmel möge seh'n! 11. Alle Tage wollen wir Dich und deinen Nahmen preiſen, ( 141): Und zu allen Zeiten dir Ehre, Lob und Dank erweisen. Gib! daß wir von Sünden heut Und von Lastern sind befreyt! 12. Herr erbarm! erbarme dich! Ueber uns, Herr! sey dein Segen! Deine Güte zeige sich. So wie wir zu hoffen pflegen. Auf dich hoffen wir allein, Laß uns nicht verloren seyn. Advent- Lied zum Rorate. Sm Tone: Ave Maria Flare u. f. w. 1. Maria! sey gegrüßet, Du lichter Morgenstern! Der Glanz, der dich umfließet, Verkündet uns den Herrn; Von jeder Makel rein, Sollst du zum Menschen Heile Des Höchsten Mutter seyn. ( 142) 2. Dein Gott zu dir gewendet Ertheilet den Befehl; Es eilt von ihm gesendet Der Engel Gabriel; Er spricht: o gnadenvoll, Gesegnet untern Weibern! Der Herr gedenkt dein Wohl. 3. Dieß konntest du nicht faffen, Und bathest ihn dabey, Dich recht versteh'n zu lassen, Was diese Bothschaft sey- Maria zittre nicht! Denn du haft Gnad gefunden Vor Gottes Angesicht. 4. Er will du sollst empfangen, Gebären einen Sohn, Er wird durch ihn gelangen Auf Davids Vaterthron! Des Höchsten Sohn zugleich, Und Jesus soll er heißen, Unendlich ist sein Reich. 5. Wie soll den dieß geschehen? Ich kenne keinen Mann - ( 145) O Jungfrau du wirst sehen, Was Gottes Allmacht kann. Er sendet seinen Geist, Der wird dich überschatten, Damit du Mutter seyst. 6. In ihren alten Tagen Kann auch Elisabeth Von seinen Wundern sagen, Die nun geſegnet geht. Sie hieß zwar unfruchtbar! Doch dem ist nichts unmöglich, Der seyn wird, ist und war. 7. Da sprachst du tief geneiget: Ich bin des Höchsten Magd; Was du mir angezeiget, Das sey, wie du gesagt! O freudenvolles Wort; Der Bothe Gottes eilte Mit diesem Auftrag fort. Sildliap 8. Von seines Vaters Freuden Kam jetzt das Wort herab, Für Sünder hier zu leiden, Zu suchen Tod und Grab. :( 144) CB wählte deinen Leib, Mit Fleische dich zu kleiden, Gebenedeytes Weib. 9. Den Schatz, den du empfangen O bring ihn bald zur Welt! Wir warten mit Verlangen: Denn er ist jener Held, Der unsere Bande bricht, Und aus des Todes Schatten Uns rufet in das Licht. 10. Dieß Lied sey dir gesungen, Des Heils Gebärerinn! Mit dir ergebenen Zungen, Mit dir ergebnen Sinn, He Dein hochgelobtes Pfand Führ' uns auf deinen Fürspruch, Hinauf ins Vaterland. 16 :( 145) 2dvent- Lied. Im Tone: Gottes Sohn du Welterlöser u. f. w. 1. Thauet, Himmel den Gerechten! Wolken! regnet ihn herab! 2lso rief in langen Nächten Einst die Welt, ein weites Grab! In von Gott verfluchten Gründen Herrschten Satan, Tod und Sünden. Fest verschlossen war das Thor Zu des Heiles Erb' empor. 2. Doch der Vater ließ sich rühren, Daß er uns zu retten sann, Um den Rathschluß auszuführen, Trug der Sohn sich freudig an, Gabriel flog schnell hernieder, Kehrte mit der Antwort wieder: Sieh, ich bin die Magd des Herrn, Was er will, erfüll' ich gern. 3. Dein Gehorsam ist mein Leben, Jungfrau demuthvoll und keusch! Gottes Geist wird dich beschweben, Und des Vaters Wort wird Fleisch. Menschen bethet an im Staube! Weh' der Höll und ihrem Raube! <( 146) xxx Aber Adamskindern wohl, Weil ein Heiland kommen soll. 4. Ginen Zuruf hör' ich schallen, Brüder wacht vom Schlummer auf! Denn es naht das Heil uns allen, Nacht ist weg, der Tag im Lauf. O dann fort mit allen Thaten, Die die Nacht zur Mutter hatten! Künftig ziehe Jederman Nur des Lichtes Waffen an! 5. Laßt uns, wie im Tage wandeln, Nicht in Fraß und Trunkenheit! Nicht nach Fleischbegierden handeln, Weit verbannt sey Zank und Neid! Jenem gänzlich nachzuarten, Dessen Ankunft wir erwarten, Dieses ist nun unsre Pflicht; Co wie sein Apostel spricht. 6. Welterlöser, ich erfülle Deines treuen Knechtes Rath, Komm in meines Fleisches Hülle! Wie dein Both verkündet hat. Komm und bringe mir den Frieden! Menschen ist er nur beschieden Die von guten Willen sind, Komm! ich Sin es, göttlich's Kind! x( 147): Weihnachtlied. Im Tone: Der Tag der ist so freudenreich u. f. w. 1. Dies ist der Tag von Gott gemacht, Ich will mich herzlich freuen: Auch mich hat heut der Herr bedacht! Ich will ihm Lieder weihen. Das Heil, das aus der Jungfrau Schooß Heut allen Adamskindern sproß, Ist auch für mich geboren. Vor seiner Krippe sink' ich dann! Und bethe meinen Heiland an, In Wonne ganz verloren. 2. In meiner Bildung liegt er hier, Den keine Nahmen nennen. O Gott, o Kind, geläng es mir, Die Gutthat ganz zu kennen; Du steigest von dem Thron herab, Den dir mit sich dein Vater gab, Um hier für mich zu leiden! Du wählest mir zu nußen heut Für Ueberfluß die Dürftigkeit, Den Stall für Himmelsfreuden. 3. Du weinst, mein Jesu! sey gegrüßt, O gnadenreiche Zähre! xXx( 148) 0 Sey mir mit Ehrfurcht aufgeküßt, O Tropfen aus dem Meere, Das einstens blutig strömen soll Für mein und aller Sünder Wohl! Sey auch für mich geweinet! Erwärme kalter Christen Herz, Das ihres Heilands ersten Schmerz Nicht zu empfinden scheinet. " 4. Daß meine soll dein Wohnplatz seyn. Geliebtester aus Allen! G3 foll, wie neu geschaffen rein Von Engeltrieben wallen. Komm aus der Krippe, komm zu mir! Bring echte Frömmigfeit mit dir, Und wahre Christensitten! O noch nicht Richter, noch ein Kind! Dieß macht mich hoffen, Kinder sind Ja leichter zu erbitten. 5. Du kehrest einst in Majestät, Vom Engelheer umringet, Wenn diese Welt zu Trümmern geht, Der Staub aus Gräbern dringet; Dann muß auch ich hin in's Gericht, Allweiser! vor dein Angesicht Mit Furcht und Angst durchdrungen.. O sprich dann: Ich erkenne dich, ( 149): Du hast vor meiner Krippe mich Mit Inbrunst einst besungen. Fastenlied. 1. Laß mich deine Leiden sinzen Dir des Mitleids Opfer bringen, Unverschuldtes Gotteslamm, Das von mir die Sünde nahm. Jesu! drücke deine Schmerzen Tief in aller Christen Herzen! Laß mir deines Todes Pein Trost in meinem Tode seyn! 2. Ins Gericht für Menschen treten, Zum erzürnten Bater bethen, Seh' ich dich mit Blut bedeckt; Auf dem Oehlberg hingestreckt. Jesu! drücke deine Schmerzen, u. ſ. w. 3. Dich zur binden und zu schlagen. Zu beschimpfen und zu plagen, Nahet sich der Feinde Schar, Und du gibst dich willig dar. Jesu! drücke deine Schmerzen, u. s. w. 4. Von den Richtern, die dich hassen, Wilden Kriegern überlassen, ( 150) Strömet dein unschuldig Blut Unter frecher Geißeln Wuth. Jesu! drücke deine Schmerzen, u. f. w. 5. Unter lautem Spott und Hohne Seh' ich eine Dornenkrone, Die mein Heiland scharf gespitzt, Deine Stirne schmerzlich rigt. Jesu! drücke deine Schmerzen, u. s. w. 6. Wundenvoll, erblaßt, entkräftet, Un das Opferholz geheftet, Seh' ich, wie ein Gottmensch stirbt, Und den Sündern Heil erwirbt. Jesu! drücke deine Schmerzen, u. s. w. 7. Heiland meine Misfethaten Haben dich verkauft, verrathen, Dich gegeißelt und gekrönt, Un dem Kreuze dich verhöhnt! 2ch! es reuet mich von Herzen! Laß, mein Heiland! deine Schmerzen Deines Mittler Todespein Nicht an mir verloren seyn. 7 :( 151): Osterlied. Sm Tone: Christus ist erstanden u. f. w. 1. Der Heiland ist erstanden, Befreyt von Todesbanden, Der als ein wahres Osterlamm, Für mich den Tod zu leiden kam. Halleluja! 2. Nun ist der Mensch gerettet, Und Satan angekettet. Der Tod hat keinen Stachel mehr, Der Stein ist weg, das Grab ist leer. Halleluja! 3. Der Sieger führt die Scharen, Die lang gefangen waren, Zu seines Vaters Reich empor, Das Adam sich und mir verlor. Halleluja! 4. O wie die Wunden prangen Die er für mich empfangen Wie schallt der Engel Siegsgefang Dem Starken, der den Tod bezwang! Halleluja! 5. Mein Glaube darf nicht wanken, O tröstlicher Gedanken! ( 152): Ich werde durch sein Aufersteh'n Gleich ihm aus meinem Grabe geh'n! Halleluja! 6. Die Nacht, die mich dort decket, Bis mich der Engel wecket, Ist kurz; dann ruft mein Heiland mich Ins Reich, wo niemand stirbt, zu sich. Halleluja! 7. O Meer der Seligkeiten! Ein Ort mie zu bereiten, Ging mein Erlöser hin vor mir. Erstandener! ich folge dir. Halleluja! 8. Ja durch ein neues Leben Will ich zur Höhe streben Wo du mit deinem Vater throust, Und jede gute That belohnst. Halleluja! 9. Dann werd' ich im Gerichte Vor deinem Angesichte Von deinem Blute glänzend steh'n, Und zu des Lammes Hochzeit geh'n. 18 Halleluja! Halleluja! Halleluja! Halleluja! Wie du vom Tod erstanden bist, Laß uns ersteh'n, Herr Jesu Christ! Halleluja! ( 153) Pfingstlied. 3m Tone: Komm heiliger Geist mit deiner Gnad u.f. w. 1. Komm, heiliger Geist! o dritte Person! Von einer Natur mit Vater und Sohn! Der du von seiner Sündenlast, So manches Herz befreyet hast. Komm, heiliger Geist erwünschtester Gast. 2. Komm, heiliger Geist! auf uns jetzt herab, So wie dich einst Gott den Gläubigen gab, Als ihre noch geringe Zahl, Versammelt im verschloß'nen Saal. Sich sehnte nach dir, du göttlicher Strahl! 3. Komm, heiliger Geist! ein Tröster genannt, Es werde durch dich der Kummer verbannt, Der uns jetzt stört in unsrer Pflicht, Die Trägheit überwind' uns nicht, Wenn du uns entflammst, o mächtiges Licht! 4. Komm, heiliger Geist! du Lehrer der Welt! Die Straße des Heils wird niemahls verfehlt. Wenn man sich nicht an Secten kehrt, Die Kirche, die dein Einspruch lehrt, Mit kindlicher Treu als Mutter verehrt. oooooo( 154): 5. Komm, heiliger Geist! vom himmlischen Thron! Dir werde zugleich mit Bater und Sohn, In unzertheilter Wesenheit, Von nun an bis in Ewigkeit, Unbethung und Dank und Jubel geweiht! Lied zum heiligen Altars= Sacramente. 1. Komm, o fromme Christenschaar! Wirf dich nieder am Altar! Denn es stellt in Brotsgestalten ( Sich dein Heiland dar). 2. Hier ist Jesu Fleisch und Blut, Hier das allerhöchste Gut, ( Keine Seele geht verloren Unter seiner Huth). 3. Sey gelobt, gebenedeyt! Trost in Widerwärtigkeit, ( Allen, die sich dir vertrauen, Wahre Sicherheit)! 4. Gib uns Segen, großer Gott! Wundervolles Himmelsbrot, ( Hilf den Deinen, und bewahre Sie vor aller Noth)! ( 155) 5. Gib uns wahre Buß und Reu', 3800 Mach uns von den Sünden frey, ( Daß nach Glauben, Hoffen, Lieben Unser Trachten sey)! 6. Ist nun uns're Pflicht gethan, Und vollend't des Lebens Bahn, ( O dann nimm zu deinen Freuden Unsre Seelen an)! 7. Sey gelobt gebenedeyt, Heiligste Dreyeinigkeit; ( Jesu Preis im Sacramente Bis an's End' der Zeit)! Eus Te Lied zu dem Frohnleichnamsumgange. 1. D, Engel Gottes! eilt hernieder, Und menget euch in unsere Lieder! Der Tag ist festlich uns und euch, Das Himmelsbrot, daß wir heut ehren, Mit dem sich unsre Seelen nähren, Das Brot macht Mensch und Engel gleich. 2. O kommt, so wie ihr einst im Saale Bey Jesu letztem Abendmahle Erstaunungsvoll zugegen war't! :( 156) Ihr sahet dort das Brot ihn brechen, Ihr hörtet ihn mit Liebe sprechen: Dieß nehmt vor meiner Himmelfahrt. 3. Dieß ist mein Leib, denn will ich schenken, Es sey zu meinem Angedenken. So oft ihr, Freunde, dieses thut, So oft ihr dieß Geheimniß handelt, Wird Brot und Wein, wie jetzt, verwandelt In eures Meisters Fleisch und Blut. 4. O Abgrund unbegriffner Güte! Wars nicht genug in einer Hütte Für uns das Licht der Welt zu seh'n? Die Zeit von mehr als dreyßig Jahren Berachtet, arm und in Gefahren Mit Undankbaren umzugeh'n? 5. Die Kranken nicht genug zu heilen, Trost, Rath Gesunden zu ertheilen, Der Weisheit Lehrer uns zu seyn? Für uns in frecher Henker Händen Das Leben und die Qual zu enden, 159 Uns von der Hölle zu befrey'n? 6. Onein! Gs wallen neue Triebe Der ewig uns verheißnen Liebe In unsers Heilands treuer Brust. ( 157)**** Die lehren ihn das Mittel finden, Sich uns noch enger zu verbinden. Bey Menschenkindern sucht er Lust. 7. Er läßt bis an das End der Zeiten Bey uns sich einen Sitz bereiten, Uns seine Neigung darzuthun. Der Gottheit Schimmer einzuhalten Verhüllt er sich in Brotsgestalten, Und will in unsern Herzen ruh'n. 8. O Christen laßt uns Blummen pflücken, Und Tempel und Altäre schmücken! Das Rauchfaß hauche füßen Duft! Die Priesterschaft im Feuerkleide Verkündige der Kirche Freude! Die Glocke schalle froh zur Luft! 9. O lasset uns mit Jubelliedern Der Liebe Wunderwerk erwiedern, Dem dieser Tag geheiligt ist! Preis, Ehre dir im Sacramente, Nach dem sich einst die Vorwelt sehnte, Der du zu uns gekommen bist! 10. Heilig, Heilig, Heilig schallen Dem Menschenfreunde, der vor allen Bey seinem Christenvolke wohnt, ( 158) x Dem Lamme, das in Broteshülle Mit aller seiner Gnadenfülle Auf unsern Prachtaltären thront. 11. Du bist es, Herr, Gott unsrer Väter! Du Brot der Starken, unser Retter! Du bist's in deines Priesters Hand! Wir fallen, bethen an im Staube, Das Aug' ist blind; doch sieht der Glaube. Dein Wort ist ihm ein Unterpfand. 12. Erbarmer, laß uns nicht erröthen, Wenn wir in Leibs- und Seelennöthen Zu deinem Tabernackel flieh'n! Gib heut und allzeit deinen Segen! Laß Fürst und Volk auf ihren Wegen Bon dir in deinem Frieden zieh'n. 13. Sey stets auf dieser Lebensreise Geprüfter Christenseelen Speiſe, Gebenedeytes Himmelsbrot! Und Herr! in deinem Friedenskusse, In deinem seligen Genusse Vollend uns einstens unser Tod! :( 159) Anbethung, Demuth und Zuversicht. Mein Gott! ich kann und darf dich lie: ben; laß mich diesen großen Gedanken denken, und sende Licht in meine Seele, und die heilige Flamme deiner Liebe erhebe meinen Geist aus dem Kerker der Sinnlichkeit zu dir, und erfülle ihn mit deinen göttlichen Feuer. Laß mich, Unendlicher! deine Gegenwart fühlen, fühlen dein heiliges Daseyn, füh len, daß ich athme, lebe und bin durch dich. Dieses Herz das in meinen Busen schlägt, das Blut, das in meinen Adern rinnt, bewegt sich, und fließt durch deinė Güte. Ohne dich würde mein Herz aufhö ren zu schlagen, mein Blut zu rinnen, mein Geist zu leben. Du bist das Leben der Dinge, ich lebe durch dich, könnte ohne dich nicht seyn. Du bist die Einheit, die Kraft aller Kräfte, durch die Alles wirkt! wirke in mir das ( 160) Werk der Heiligung; erhebe meinen Geist, damit er fühle, daß er sich dir nähert. Zerschmelze die sinnliche Hülle, die mich umgibt, und mich von der Vereinigung mit dir abhält; tilge alles das Irdische, das dem Auge meiner Seele dein Arschauen raubt; ich bin Nichts ohne dich, und Alles durch dich; höchst elend ohne dich, und höchst glücklich mit dir. Entfernung von dir ist Tod, Annäherung zu dir ist Leben, Vereinigung mit dir ewige Seligkeit. Erbarme dich des Wurms, der seine Schwäche kennt, der im Staube sich krümmt, und den Abstand kennt von Unendlichen bis ins Endliche; höre aber doch sein Flehen, daß sein Wimmern auch unter den Lobgesängen des Cherubs bis zu deinem Throne dringt, und dein Blick von der Höhe des Thrones der Ewigkeit bis in die Tiefe des Staubes schaut. Auch er, der Wurm, ist dein Geschöpf, das Werk deiner Hände. Sieh, wie sein Das seyn an einem Blatte hängt, das die Winde bewegen; ein Hauch des Sturmes verweht es; der Tritt eines Kindes zerquetscht ihn. Herr! ich bin der Wurm; die Stürme der Leidenschaften haben mich von der Höhe, worauf du mich schufst, in die Tiefe der ( 161) Abgründe gestürzt; die Sinnlichkeit hat mich unter ihren Füßen zertreten. Hülflos krümme ich mich, und wimmere, denn ich bin nur ein Wurm; und wer nimmt sich des Wurmes an? Meine Kräfte sind die Kräfte eines schwachen Insects, das sich auf die Höhe nicht mehr schwingen kann, wo du wohnest; aber so sehr ich auch von dir entfernt bin, so tief ich im Staube des Abgrundes stecke, ſo habe ich doch noch nicht aufgehört, auf dich zu hoffen. Du, dessen Allmacht die Raupe einspann, und ihr in der Zeit, wo sie für die Schöpfung verloren zu seyn scheint, Flügel gabst, um sich aus dem Abgrunde in höhere Regionen zu schwingen, du solltest den Menschenwurm verlassen? Nein, Alles in der Schöpfung geht zu höherer Vollkommenheit; Alles steigt auf zu dir, was sich nicht freywillig von dir entfernt; allein auch ich muß eine Raupenhülle ablegen, die Hülle der Sinnlichkeit, die mich im Staube drücket: Mein Geist erhebt sich zu dir; gib du mir Stärke, die Fesseln zu zerbrechen, die mich in der Liefe fest halten. Sünde und Tod, das ist mein Antheil. Ich selbst entfernte mich auß der Gegend der Wonne, machte ein Bündniß mit der Sünde, und Gesellschaft mit der Unordnung, x( 162) xooooo die deiner herrlichen Absicht entgegen kämpft, und ohnmächtig arbeitete ich, das Werk deiner Liebe zu zernichten. Ich mißbrauchte die Kraft, dein Geschen.' wider dich, lohnte deis ne Liebe mit Undank, und doch lächeltest du mir Erbarmung zu. Ein Hauch von dir hätte mich zernichtet, ein Blick in unzählige Abgründe gestürzt; doch hast du mich nicht zernichtet, doch hast du mich nicht in Abgründe gestürzt. Du hast Erbarmung gehabt mit der Schwäche des Sclaven der Sinnlichkeit. Alle deine Rache war Liebe, alle deine Winke Winke zu meinem Glücke, zur Verfchonung; und ich konnte dich so lange miğfennen! O, beschämt seh' ich zurück in mein Herz, lese mit Schande die Reihe meiner bösen Thaten, das Empören eines Ohnmächtigen, das Empören eines Würmchens, dem ein Sandkorn eine Welt ist gegen den, der die Engel schuf, und die Millionen der Welten in den Raum der Schöpfung hängt!- und doch Versöhnung, doch Mitleiden für mich! wie groß muß deine, Liebe seyn! O gib mir Thränen, daß ich zerfließe! Reue, die mich verzehre, damit der Wurm sich selbst zum Opfer der Versöhnung bringe! Aber wie. übersteigen meine Sünden nicht alles Maß? habe ich eine Kraft, - 000000000 ( 163 das Böse wieder gut zu machen, da Alles, was ich bin, gegen dich böse ist? Verzweiflung müßte mein Untheil seyn, wenn ich nur den Herrn, den Schöpfer, vor dessen Majestät die Welt in Nichts zerfällt, an dir erkennte; aber so kenne ich auch an dir meinen Bater; der Sünder dürfte dir diesen Nahmen nicht mehr geben; aber du nanntest ihn doch ein Kind, strecktest deine Arme gutthätig gegen ihn aus, und empfingst ihn wie eine Mutter, die ihren Säugling wieder an ihre Brust nimmt. Herr! ich erkenne, daß meine Wiederaufnahme nur ein Werk deiner Gnade ist; ich erkenne, daß ich keine Verdienste habe, daß ich mich dir nimmermehr nahen könnte, wenn nicht zwischen mir und dir ein Mittler aufgetreten wäre, der das Glied der Kette wieder an dich schloß, daß die Sünde des Menschen zerbrach, um sich von dir ewig zu trennen. Meere von Thränen forderte deine Gerechtigkeit; und wenn Millionen Menschen weinen würden, so würden ihre Zähren nicht einen Tropfen dieses Meeres machen; wenn Millionen Menschen bluteten, so würden sie die Thaten der Sünde nicht aus dem Buche der Ewigkeit waschen können, welche die Sünde ( 164) in felbes schrieb; und wenn sich Millionen und Millionen zum Opfer gäben, wie würden sie als Opfer bestehen können, da Unreinigkeit und Sünde sie befleckt? Christus trat daher auf, und weinte für unsere Sünden, und blutete für unsere Sünden, und wusch das Urtheil des Todes aus dem Buche der Ewigkeit, um Bersöhnung und Gnade wieder für die Verlorenen hin zu schreiben. So groß, o Gott! war deine Liebe. Sende den kleinsten Funken dieser Liebe in mein Herz, daß dieser Funke alles darin ver zehre, was nicht dein ist, und zur Flamme der Liebe auflodere! Unendlicher! durch dieses Versöhnopfer, das am Kreuze des Todes blutete, rufe ich zu dir um Vergebung und Gnade, du verneinst nichts, was wir in diesem Nahmen begehren werden, du schlägst uns nichts ab, um was wir dich in Jesu Nahmen bitten werden. Ich bitte dich in seinem Nahmen um Heiligung und Gnade, um Stärke im Kampfe wider die Sinnlichkeit, um Frömmigkeit, um Weißheit und Liebe. In seinen Nahmen bitte ich dich, erhebe meine Seele zu dir! erhebe mein ( 165): Herz, damit dir meine Worte und Werke gefallen; gib, daß ich deine Allmacht und Barmherzigkeit verkündige. Gib mir die Weisheit, damit ich vor deinen Augen in Demuth, Tugend und Gerechtigkeit und Liebe wandle, und würdig werde ein Gefäß deiner Gnade zu seyn. Im Rahmen des Erlö sers fleh' ich zu dir: Vater der Menschen! von dem Leben, Wiedergeburt und Heili gung kommt! zu dir, Gott der Weisheit, daß du den geringsten deiner Strahlen in mein Herz sendest, deinen Gedanken an die Stelle des meinigen, deine Worte an die Stelle der meinigen setzest, mein ganzes Wesen erneuerst, und geistiges Leben und Licht gibst. Meine Hoffnung auf dich ist ohne Gränzen; denn wäre ich auch in den Abgründen des Todes, so würde doch meine Stimme zu deinem Throne dringen, durch den Nahmen des Erlösers; du würdest mich retten; daher mein Glaube, meine Hoffnung, meine Liebe. Leite mich also, Allweiser, und gib nicht zu, daß sich meine Vernunft über ihre Schranken erhebe. Leite du meinen Willen nach den Gesetzen deines Lichts, 3 d 11 CHEESE b ( 166) und laß mein Herz, meinen Geist, schnell den Trieben dieses Willens folgen. Vor dir, Unbegreiflicher, erstaunt des Menschen Vernunft; mein Herz strebt zu dir; o ziehe es immer mehr und mehr zur Ur= quelle deines Lichtes hin, bis die sehnsuchtsvolle Seele sich aus ihrem Kerker in die Geisterheimath schwingt, und sich dir nahet, der du warst, bist und ewig seyn wirst. Amen. Morgengebeth Gebeth zum heil. Schußengel Erhebung des Geistes zu den Schöpfer Meßgebethe Vorbereitung zur heil. Beicht Nach der Beicht Vor der Communion Nach der Communion Abendgebeth Gebeth am Neujahrstage am Geburtstage bey Widerwärtigkeiten des Lebens - Reisegebeth Gebeth der Weltern für ihre Kinder der Kinder für ihre Ueltern - - Register. NY zur heiligen Dreyfaltigkeit zur heiligsten Jungfrau zum heil. Joseph zur Vesper Magnificat für die Freunde für die Feinde für die Verstorbenen vor den Geschäften 4 ♦ • ● Seite 1 3 5 12 22 18554445588 30 32 37 43 47 49 53 57 60 62 63 64 65 67 68 69 71 Gebeth nach den Geschäften Die offene Schuld Die drey göttlichen Tugenden. Glaube, Hoffnung und Liebe Anbetbung Preis der göttlichen Vollkommenheiten Litaney von allen Heiligen Gebeth für den Landesfürsten für das allgemeine Anliegen der ganzen Christenheit Lauretanische Litaney Salve Regina Predigtlied Gesänge zur heil. Messe Zweytes Meßlied Neue Meßgesänge Das Te Deum Laudamus deutsch Adventlied zum Rorate Adventlied Weihnachtslied ● Fastenlied Oterlied Pfingstlied Lied am Frohnleichnamsumgange Anbethung, Demuth und Zuversicht ✦ 4 ◆ Seite 72 72 74 77 83 89 103 LOW 103 106 111 113 115 125 130 138 141 145 147 149 151 153 155. 159 Inches 1 Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 5 6 7 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 19 4 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8