4170 بارون Q 자 Anhang si des zu dem Dreßdnifchen Gesangbuche, mada čný stoppet and a sell G vom Jahre 1797, el madrganis@ melded in der Herrschaft Königsbrüc und in andern Gräflich Hohenthalischen Ortschaften eingeführt ist. Ofc ak, gebrudt bep Friedric Chripian Eatwig Discop 1811. Vorerinerung. Die Lieder in diesem Anhange sind eben so geordnet, wie in dem Gesangbuche selbst. Der Herausgeber. S 14 Univ.- Bibl. Giessen Erster Theil Glauben siehren. I. Von Gott überhaupt. 2. Ach, mein Gott, wie mächtiglich spüret meine Seele dich; drück es tief in meinen Sinn, wer du bist, und wer ich bin. ng 20 Con Nie I, Mel. Jesu komm doch selbst ic. es danket dir. sard di Himmel, Erde, Luft und Meer preisen meines Schöpfers Ehr; meine Sees le, singe du, und bring auch dein Lob herzu. lein. neige ist dein Ohr zu mir! vernimm dein Kind, 2, Die kleinste deiner Kreas turen macht deine Weisheit offenbar. Man sichet deiner Güte Spuren und deine Macht von Jahr zu Jahr. Ein jedes Gråschen lehret mich: wie groß ist Gott! wie klein bin ich! 5. Du sorgst nach treuer Water Weise für alle Werke deiner Hand; du, du giebst allem Fleische Speise, be schirmst und segneft jedes Land; du liebest unveränders lich; der Bösen selbst erz barmst du dich. 4. Der Erdkreis ist von 2. Mel. Wer nur den lieben Gottic. Vater, Geber aller Gaben, von dir kommt Segen und Gedeihn. Von dir kommt, was wir nöthig haben; was deiner Güte, von deiner lebt, das lebt durch dich al- Weisheit ist er voll, Herr, 2 2 unters Von Gott überhaupt. 3. unterweise mein Gemüthe, wie ich dich würdig loben soll; gieb, daß mein Herz dich Mel. Sey Lob und Ehr dem ic. freudig liebt, dich, der mir Der dur durch deiner Allso viel Gutes giebt. 5. Das Saamkorn wird macht Hand, o Schöpfer, in deinem Namen auf Hoff mich bereitet; und da schon, ch ich dich gekannt, mit Güte nung in das Feld gestreut; mich geleitet; der du erhältst, Allgütiger, du gabst dem Saamen, da du ihn schufft, was du gemacht; mein Badie Fruchtbarkeit. Zur Auster, Dank sey dir gebracht für deine Macht und Güte! faat giebst du auch allein dem Landmann Kraft, Zeit und Gedeihn. 4 2. Zu meinem Glücke leb ich hier; dein Wort gab mir das Leben; und was ich hab, hab ich von dir. 6. Was dürr ist, feuch test du mit Regen, was falt Von dir ist, wärmt dein Sonnen- ward mir gegeben Geschmack, schein; du theilst die Zeiten, Gehör Geruch, Gesicht, wie den Segen, zu unserm Gefühl; mir fehlt es wahrBesten weislich ein. Bey Warme, Hiße, Kålt und Frost, grünt, wächst und reifet unsre Kost. lich nicht an Proben deiner Liebe. 7. Kommt, preift des Schöpfers Huld und Stärke, 5. Du leiteft mich nach deinem Rath, bist bey mir in Gefahren; dein Engel muß auf meinem Pfad vor Unfall bringt seinem Namen Ehre mich bewahren. Zu meinem dar! groß ist der Hert, und Dienst war alles da, selbst seine Werke sind herrlich, eh ich diese Welt noch fah: groß und wunderbar. Von wie groß ist deine Güte! ihm kommt alles Wohler- 4. Wie ist der Mensch, gehn; o laßt uns seine Macht der Staub, es werth, Herr, erhöhn! daß du sein gedenkest! und daß Anbetung. 5. daß du ihm, der dich ent- wie ich soll für deine Huld chrt, doch so viel Gutes dich preisen; und ewig deiner schenkeft. O sähe doch der Liebe voll, gehorsam mich Mensch dies ein! o mocht er beweisen. Du bist mein Heil dir doch dankbar seyn, und mein Trost, mein Gott; dir dir zur Ehre leben!. treu zu seyn bis in den Tod 5. Herr, lehre du mich, sey meines Herzens Freude. Anbetung. | Prediger. Ehre sey Gott, dem Unendlichen! O du höher als alle Gez Prediger. Unsern danken, als alles Urtheil, Gott, den Gott der Ehre, als jede Meinung, als jede befingen aller Engel Chöre; Einbildung; nur dir selbst der Herr ist groß, sein Nam begreiflich! ist hoch! Werd auch du voll seines Ruhmes, Volk Gottes, Volk des Eigenthumes, ob du schon Staub bist, preis Du wohnest in einem Lichte, ihn doch. Ein dankbares dazu Niemand kommen kann! Gelall ist ihm ein süßer Gemeine. Wer hat ihn Schall! Lobt den Höchsten, jegesehn? wer kann im Fleisch der reich an Güt aufs Nie- dich sehen? Kein sterblich dre sicht, verschmåht nicht Auge reicht bis zu den Lichschwacher Menschen Lied. Niemand hat den Vater gesehen, ohne dem, der vom Vater ist; Gemeine. Sey Lob und Ehr dem höchsten Gut zc.- gebt unserm Gott die Ehre.[ lebt, erfreuest und beglückft. tes- Höhen, von welchen du mit Huld auf deine Schöpfung blickst, und alles, was da Prez #P 4. Gott dem Bater. 6 Anbetung. Prediger. Gott ist die Schüttet euer Herz vor Ihm aus; Liebe! Alle gute Gaben, und alle Wohl dem Menschen, der vollkominne Gaben kommen sich auf Ihn verläßt! von oben herab, von dem Vater des Lichts; Wehe dem, der Menschenarm seine Hülfe nennt! Gemeine. Sollt ich denn auf Menschen baun? und Ohne Weisheit und Verstand nicht einzig Dir vertraun? Brunnen graben in den Sand? Aller Augen warten auf Ihn, und Er giebt allen Speise zu seiner Zeit; Er läßt seine Sonne auf gehen über Böse und Gute, und läßt regnen über Ge rechte und Ungerechte; Nein, o Vater! Dein, Er läßt Menschenkinder ge- le freun! Du nur bist mir nur Dein soll sich meine See boren werden, und ruft: Fels und Licht, ewig meine Kommt wieder, MenschenFinder! Zuversicht. Prediger. Gott ist die Er sieht auf alle unsre Wege; Er zählte alle unsre Haare; In Ihm leben, weben und sind wir; Lobsingt Ihm, Er ist uns nah! Liebe! Er hat seines eigenen Soha nes nicht verschont, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben. Dwelch eine Tiefe des Reichthums und der ErkenntGemeine. Ihm dank Ihm dank niß, wie unerforschlich find ich Alles, nichts ist mein, das seine Wege! Wer hat des Gott nicht angehört. Herr, Herrn Sinn erkannt, und deine Huld, die ewig wahrt, wer ist sein Rathgeber gewez soll stets mein Loblied seyn. sen? Oder, wer hat Ihm Prediger. Hoffet auf etwas zuvorgegeben, das ihm Ihn allezeit; werde wieder vergolten? Ges Anbetung Z Gemeine. Ich kanns zum Lobe seiner herrlichen mit meinen Sinnen nicht er- Gnade! reichen, womit doch solch ErSo find wir nun Gottes barmen zu vergleichen: Wie Kinder, durch den Glauben kann ich dir doch solche Lie- an Christum; besthaten dankbar erstatten! Prediger. Das ist das ewige Leben, daß wir Dich, daß Du allein wahrer Gott bist, und den Du gesandt haft, Jesum Christum, er kennen! Gottes Gaben und Berus fung mögen Ihn nie gereuen. Gemeine. Ozeuch mich über Welt und Zeit zu dir, Gott der Barmherzigkeit, durch deine große Liebe. Auf dich laß mich in allen sehn, an Deiner Hand laß mich nur gehn; Belebe meine Tries Gemeine. Heilge uns, be. O mein Vater! Dir o Bater! in deiner Wahrheit, in allen zu gefallen, Dir zu und laß uns leuchten die Got- leben, sey mein einziges Bes tesklarheit in deinem Sohn. streben. Gerechter Vater, die Welt Fennet dich nicht! Prediger. Ehre sey Gott, Prediger. Von Ihm, dem Vater unsers Herrn Je- und durch Ihn, und in Ihm su Christi, dem Vater der sind alle Dinge; Ihm sey Barmherzigkeit und dem Gott Ehre in Ewigkeit. alles Trostes; Gemeine. Amen. Der uns in Jesu Christo erwählet hat, ehe der Welt Grund gelegt ward; Der uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß, und hat uns verseht in das Reich seines lieben Sohnes; Und hat uns verordnet zur Kindschaft gegen ihn selbst, des lebendigen Gottes; 5. Jefu Chrifto, dem Sohne Gottes. Prediger. Lob und Preis und Ehre sey dem, der da ist Christus, der Sohn Ges Anbetung. Gemeine. Von Ewigs gen seinen Brüdern gleich keit zu Ewigkeit, Amen. würde. Darinn Er nun ver Prediger. Im Anfan- sucht worden ist, kann Er hetge war das Wort, und das fen denen, die versucht werden. Bort war bey Gott, und Gott war das Wort; 8 Gemeine. Du, dessen menschlich Leben das unfre selig macht; Du, dessen Geist aufgeben den Geist uns wie derbracht, den wir verloren hatten; Du, unser Fleisch und Niemand hat Gott je ge- Bein! Ach, unter deinem sehen; und Niemand kennet Schatten ists gut, ein Mensch den Bater als der Sohn, zu seyn! and wem es der Sohn will offenbaren. Prediger. Wach auf, du Freudengeist, der Jesu Menschheit preist! Alle Dinge sind durch das selbe gemacht, und ohne das selbe ist nichts gemacht, was gemacht ist; Gemeine. Du, Un begreiflich! sonst genannt, Gemeine. Hallelujah! wirst nun von deinem Bolk im höhern Ton, dem Menerkannt, feit du dich aus der schensohn! Hallelujah dem Gottheit Thron herabließt, Menschenſohn! als ein Menschensohn. Prediger. Niemand weiß, Prediger. Er ist der wer der Sohn sey, denn Abglanz der Herrlichkeit Got- nur der Vater; doch was tes, das Ebenbild seines We- den Weisen und Klugen versens, und trägt alle Dinge borgen ist, hast du den Undurch sein kräftiges Wort. mündigen offenbart. Und das Wort ward Fleisch und wohnete unter uns. Gleichwie die Kinder Fleisch Gemeine. Er ist mein und ich bin ſein, Liebe hat uns so verbunden; Er ist und Blut haben, ist Ers auch mein Heil allein durch gleichermaßen theilhaftig wor- sein Blut und seine Wunden, damit Er in allen Din-[ den; auf Ihn bau ish felsenz Anbetung. 9 fenfest, voller Hoffnung, die] Prediger. Ich bin ge= nicht läßt. wiß, daß weder Tod noch Prediger. Das ist je Leben, weder Engel noch Fürs gewißlich wahr, und ein theu- stenthum, noch Gewalt, we res, werthes Wort, daß der Gegenwärtiges noch ZuChristus Jesus kommen ist fünftiges, weder Hohes noch in die Welt, die Sünder se- Liefes, noch eine andere Kraft lig zu machen. uns scheiden mag von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn. Auf Ihm ruhte der Geist des Herrn; Er war gesandt zu predigen das Evangelium Ehre sey Ihm, der nun den Armen, und den Gefan- fizet zur Rechten der Majes genen, daß sie frey und le= ståt, und sind ihm unterthan dig seyn sollen, und zu hei- die Engel, die Gewaltigen und die Kräfte; len die zerschlagenen Herzen: Er hatte Worte des ewigen Lebens: Von dannen er kommen In Ihm wohnte alle Fülle, wird, zu richten die Lebendiz daß Alles durch Ihn ver- gen und die Todten. söhnt würde zu Ihm selber. Gemeine. Ihm, welLasset uns Ihn lieben, Er hat uns zuerst geliebt! cher Sünd und Tod bezwang, Ihm müsse unser Lobgesang Gemeine. Du bists werth, nun Tag vor Tag erschallen. Herr, für deine Todesmüh, Dem Lamme, das erwürget daß dich jeder Blutstropf ch-| ist, dem Freunde, der uns> re, daß das Herz stets nach nie vergißt, sey Preis und dir glüh; jeder Puls dein Wohlgefallen! Tönet, tdz Lob vermehre, und die ganz net, Jubellieder! schallet wies ze Seele für und für Hang der! daß die Erde voll von an dir! seinem Lobe werde! 6. Jefu Anbetung. 6. So viele Thránen du für uns vergoffen, so viele Tros Jefu Chrifto, dem Gekreupfen Bluts von dir gefloszigten. sen: So viele sind der Stima Prediger. Laffet uns men, die dort beten, und aufsehen auf Jesum, den An- uns vertreten. fånger und Vollender des Glaubens! Prediger. Segenshåns de, für uns gebunden, macht Gemeine. O Haupt voll uns frey von den Banden Blut und Wunden u. s. w. der Sünde! Angeficht voll Lieb und Gottes klarheit, verspien und geschlagen; Prediger. Fürwahr, Er trug unsre Krankheit, und lud auf fich unsre Schmerzen. Die Strafe lag auf Ihm, auf daß wir Friede hätten; und durch seine Wunden sind wir geheilet. Mach uns jede unverdiente Schmach willkommen! O du Märtyrer am Gei Belpfahl, zerfleischt bis auf Mark und Bein; Gemeine. Was du, o Herr! erduldet 2c. Prediger. Christe, du Lamm Gottes! der du trägst die Sünden der Welt; Dein sind unsre Herzen! Gemeine. Nimms Auge von Thränen nas; nimms Herz, dankbar und warm; nimms hin zum Gratias, ist es gleich noch so arm. Gemeine. Erbarm dich über uns! Prediger. Dein Zittern und Zagen; Prediger. Blutstropfen, die vom Dornenkranz über Dein Seufzen und Stöhnen; Stirn und Wange fließen, in Der Strom deiner Thränen; seine Thränen fließen; Dein Todeskampf und blu: IQ tiger Schweis; Gemeine. Trist uns, lieber Herre Gott! Entzündet die Herzen! Scht, welch ein Mensch! Gemeine. Wiederholts mit süßen Tönen, wiederholt Anbetung. es: Welch ein Mensch! Und Gemeine. Ein Tropflein besinget meinen Schönen, von dem Blute, das sterbend meinen Schönen: Welch ein dir entrann; schenks meinem Mensch! Ach, ich möchte Glaubensmuthe: dann ist die Gestalten immer im Ge- mir wohlgethan. sicht behalten: denn an seiner Marterschön kann ich mich nicht müde sehn. Wundes Haupt, zerfleisch ter Rücken! Brust und Ach seln: Welch ein Mensch! Augen, von den Jammerblicken matt und dunkel: Welch ein Mensch! Märtyrer von Auß- und Innen, ſollt man dich nicht liebgewinnen? Seht, mit Augen roth und naß, sehet, welch ein Mensch ist das! Prediger. Und sie schlugen ihn an ein Kreuz! Gemeine. Ich will hier bey Dir stehen 2c. Prediger. Herrlichkeit der Bunden Jeſu! Thue dich auf über uns. O du Geheimniß des KreuZes! Strale über den ganzen Erdkreis. 11 Prediger. Schauerliche Nacht über Golgatha; Schrecke jeden Spitter zus rück! Heilige Stille über dem Blutenden; Erhalt uns in beständiger Andacht des Herzens! Gemeine. Erhör uns, lieber Herre Gott! Prediger. Und Jesus rief laut: Es ist vollbracht! und neigte sein Haupt, und verschied! Gemeine. Heiliger Herre Gott! Heiliger starker Gott! Heiliger barmherziger Heis land! Du ewiger Gott! laß uns nie entfallen unsern Trost aus deinem Tod; Kyrie eleis son! Prediger. Da kam der Kriegsknechte Einer, und Heiliges Blut! durchstach mit einer Lanze Strome versöhnend auf jessein Herz: Alsbald ging Blut und Wasser heraus, des Herz. Anbetung. Gemeine. Der Blut- sten, auf, erhebet des Aufs ftrom, welcher auf den Stoß erstandnen Majestät! des Speers aus Jesu Seite Gemeine. Sich, wir floß; schreit nun in Zeit und fallen dir zu Füßen, o laß Ewigkeit auch für uns um uns deine Wunden küssen, Barmherzigkeit. Prediger. Er ist durch Sein eigen Blut ins Heilige gegangen, und hat eine ewige Erlösung erfunden! Verklärter, aus dem Staub erhöht. Es tönt dir lebenslang nun unser Lobgefang; Preis und Ehre! dir Gott, dir Held jauchzt alle Welt, dein Arm ists, der den Sieg Gemeine. Im Himmel und auf Erden tönt durch behält. unzählbare Chdre: Wir sind 000 Predig. Wahrlich, wahrz durch Jesu Tod versöhnt! lich, so jemand sein Wort Ihm sey Preis, Lob und wird halten, der wird den Ehre! Tod nicht sehen ewiglich; und wer an Ihn glaubet, der wird leben, ob er gleich ftirbt. 12 7. Jesu Christo, dem Aufer. standnen. Gemeine. Ich bin durch der Liebe Band zu genau mit Ihm verbunden u. s. w. Prediger. Der Herr ist auferstanden, Hallelujah! Prediger. Ich glaube an den Namen des eingebornen Gemeine. Er ist wahr- Sohnes Gottes, durch welhaftig auferstanden, Hallelu- chen alle Dinge sind, und jah! wir durch Ihn; Prediger. Ehre sey dem, Ich glaube, daß er Fleisch der da ist die Auferstehung ward, und wohnete unter und das Leben! uns; Preis und Dank Ihm, Daß Er gelitten unter Pon= cer da lebet! Auf, ihr Erld- tio Pilato, gekreuzigt, ge= stor Anbetung. 13 storben, und begraben wor den; Daß Er am dritten Tage wieder auferstanden sey von den Todten, und mit Ihm viele Leiber der Heiligen, die da schliefen. Gemeine. Jesus, er, mein Heiland, lebt 2c. Gemeine. Selige Ge danken! Hoffnung ohne Wanken! Großes Ziel fürs Herz! wornachs gläubig reichet, und davon nicht weichet unter Freud und Schmerz: Jesum sehn und zu Ihm gehn! Das ists Trostwort durch die Zeiten; o der Herrlichkeiten! Prediger. So der Geist Prediger. Wir sind nun deß, der Jeſum von den Gottes Kinder, und ist noch Todten auferweckt hat, in nicht erschienen, was wir euch wohnet: so wird auch seyn werden; Wir wissen derselbige, der Christum von aber, wenn es erscheinen den Todten auferweckt ha, wird, daß wir Ihm gleich eure sterblichen Leiber leben seyn werden, und werden dig machen, um deswillen, Ihn sehen, wie Er ist. daß sein Geist in euch wohnet; Gemeine. O wer wird da wissen, wie ihm geschieAuf daß wir sein eigen het, wenn man dich, Jeſu, seyn, und in seinem Reiche nun selber sichet, den man unter Ihm leben, und Ihm so liebt. dienen in ewiger GerechtigPrediger. Ich begehre, keit, Unschuld und Seligkeit; aufgelöst und bey Christo zu Gleichwie Er ist auferstanden, lebet und regieret in Ewigkeit. seyn: ich werde den Tod nicht schmecken ewiglich; Gemeine. Das ist gewißlich wahr! Prediger. Es ist noch eine Ruhe vorhanden dem Bolke Gottes. Und entgegenkommen zur Auferstehung der Todten. Denn meine Hütte, die ich ablege, das Korn der Verawesung, wird anziehen die Unverweslichkeit, Siehe, Anbetung. Siehe, es kommt die Stun- des Todes, Ihm sey Ehre de, daß alle, die in den Grå- und Gewalt von Ewigkeit zu bern sind, die Stimme des Ewigkeit, Sohnes Gottes hören wer: den; 14 Gemeine. Amen! Prediger. Siehe, ich Fomme bald! Want bir Gemeine. Amen! Prediger. Ich glaube, daß alle, die in dem Herrn Jerr Jesu, Amen! entschlafen sind, zur obern Gemeine. Ja komm, Gemeine gefahren und ein8. gegangen sind in ihres Herrn Gott dem heiligen Geiste. Freude. Gemeine. Amen, Ja! Prediger. Ehre sey Hallelujah! Sey hochgelobt, Gott dem heiligen Geiste, Herr Jesu Christ! daß auch Ihm, der lebendig macht, mir, durch dich, bey dir die unserm Lehrer, Führer und State schon bereitet ist. Troster! es freu fich jegliches seines Volks, und trist sich deß, daß wir in der Ewigkeit solln beym Herrn seyn allezeit. Gemeine. Hallelujah, Gott heiliger Geist, sey ehre furchtsvoll von uns gepreist, durch den wir neu geboren; Prediger. Und mit der der uns mit Gaben ausges ganzen vollendeten Gemeine ziert, und Jesu Christo zue wollst Du uns in ewiger geführt, uns, die wir sonst Gemeinschaft erhalten; verloren. Glücklich, ſelig, Gemeine. Erhör uns, wen du pflegest, wen du lieber Herre Gott! trågest, wen du leitest, und zur Ewigkeit bereitest. Prediger. Jesu Christo, Dem Erstgebornen von den Prediger. Die Erde Todten, dem Fürsten des war wist und leer; es war Lebens, Ihm, der da hat finster auf der Tiefe, und ble Schlüffel der Hölle und der Geist Gottes schwebte auf Anbetung. 15 auf dem Wasser. Da sprach Gemeine. Geist der Weiss Gott: Es werde! und alle heit, gieb uns allen durch Heere des Himmels wurden dein Licht Unterricht, wie wir durch den Geist seines Mun: Gott gefallen; lehr uns Jes des. fum Christum kennen, Ihn, Gemeine. Die Schü- der starb, Heil erwarb, Gott pfung ward durch dich voll- und Heiland nennen. bracht; doch deine Stärk und Gottesmacht beweist bis heut noch gleiche Kraft, wenn sie uns neue Herzen schafft. Hilf den Kampf des Glaus bens kämpfen; gieb, uns Muth, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dâmpfen. Laß uns Trubsal, Kreuz und Leiden, Angst und Noth, nen Hauch belebst, wenn dein Schmerz und Tod, nicht von durchdringend göttlich Licht Jesu scheiden. durch alle Finsternisse bricht; Wenn du in Gnaden dich erhebst, und uns durch deiPrediger. Gleichwie er Wenn Jesum Christum du die ganze Christenheit auf verklärst, und uns auf Ihn Erden berufet, sammlet, ers aufsehen lehrst: da zeigt sich leuchtet, und bey Jesu Chris deine Gotteskraft, die Wun- sto erhält im rechten einigen der über Wunder schaft. Glauben. Prediger. Ich glaube, Gemeine. In dieser daß ich nicht aus eigener Ver- letzten, betrübten Zeit erbarm nunft und Kraft an Jesum dich deiner Christenheit, die Christum, meinen Herrn, Jesum, ihren Herrn, nicht glauben oder zu Ihm kom kennt, Betrug und Lügen men kann; sondern der hei- Wahrheit nennt. lige Geist hat mich durch das Ach ihrer Lehre Pest, o Evangelium berufen, mit sei- Herr, schleicht jeho nicht int nen Gaben erleuchtet, im Finstern mehr; sie bricht am rechten Glauben geheiligt und Mittag selbst hervor, und erhalten. hebt ihr tödtend Haupt empor. 16 Wohlthaten Gottes. Sie herrscht durch Große dieser Welt; Herr, wenn uns Daß Du die Liebe Gottes ausgießest in unsre Herzen nicht dein Geist erhält, so und uns in herzlicher Liebe reißt sie alles mit sich fort; unter einander verbindest; gieb Sieg und Leben durch dein Wort. Daß du uns, nach Leib und Seele, zu deinem Tems pel weihest. Prediger. O du allerheilsamster Tröster, wir beten dich an mit dankbarem Herzen: daß du uns tri eft, wie eine Mutter ihre Kinder tristet;. Gemeine. Gott, Heilger Geist, nimm du auch mich in die Gemeinschaft ein, era gieß um Jesu willen dich tief in mein Herz hinein. Daß du unsrer Schwach Prediger. O möchtet heit aufhilfft und uns ver- ihr erfüllet werden mit aller trittst mit unaussprechlichen Erkenntniß, in allerley geistSeufzen; lichen Weisheit und Verstand, Daß du Zeugniß giebst un- daß ihr wandeltet würdiglich serm Geiste, daß wir Got- dem Herrn zu Gefallen, und tes Kinder sind, und uns fruchtbar wäret in allen gus rufen lehrst: Abba, lieber ten Werken! Vater! Gemeine. Amen! Wohlthaten Gottes. 9. ter, Sohn und Heilgen Geist, die allerhöchste Majestät, vor welcher Augen ihr jezt steht. Mel. Herr Gott, dich loben sc. Kommt, Menschen- Kinder, 2. Ihr Lippen, hebet freudig an, die Zunge folge, was rühmt und preist Gott Ba| sie kann, Verstand und Wille stime 17 Wohlthaten Gottes. stimmen ein, das Herz soll Schmuck des Glaubens opfern nicht entfernet seyn. wir die Farren unsrer Lippen dir. 3. Er ist es, ja, er ist es werth, der König Himmels 9. Nimm an den schwaz und der Erd, daß nicht ein chen Preis und Ruhm von Tag fürüber ge, da man deinem Volk und Eigenthum, nicht dankbar vor Ihm steh. hör unserm Lied in Gnaden 4. Dieß ist der Engel ed- zu, du treuer Gott und Bas les Amt, die Gottes Feuer ter du! angeflammt, und wollen wie 10. Als Schöpfer sollt du einst Engel seyn, so schicken seyn gepreift, so lange man wir uns bald darein. uns Menschen heift. Du giebst 5. Die Welt, die gar im das Leben, nährst uns wohl, Argen liegt, und uns wie und machst uns deines Sez Delila betrügt, hält zwar von Gottes Lob nicht viel, weil Eigen- Lob ihr eitles Ziel. gens voll. 11. Herr Jesu, Heiland 6. Wir selbst, die wir im aller Welt! vor dir man bila Fleische sind, wenn uns nicht lig niederfällt, denn was treibt des Herren Wind, ver- dein Blut an uns gethan, geffen Gottes Ruhm gar sehr, ist mehr, als man verdanken die Klage= Lieder hört man mehr. kann. 102 12. Dein Ruhm soll auch 7. Denn unser unvergnüg- unendlich seyn, o Geist, der tes Herz macht ohne Noth bey uns kehret ein, wie deis sich manchen Schmerz, und ne uns erzeigte Treu, dein denkt indeß gar wenig dran, Trieb ist alle Morgen neu. was Gott ihm hat zu gut gethan. 13. Nimm an das Lob in dieser Seit, o heiligste Drey8. Doch, Herr! es soll' faltigkeit! verschmähe nicht nun besser gehn, weil Mund das arme Lied, und schenk und Augen offen stehn, im uns Segen, Heil und Fried. 14. B 18 Wohlthaten Gottes. 14. Wenn kommt die Zeit, seiner Wunder gestift't in seis wenn kommt der Tag, da nem Reich. man befreyt von aller Plag, 4. Gott ist voll Gnad und dir taufend Halleluja bringt, Gaben, giebt Speis aus milz und Heilig, Heilig, Heilig der Hand, die Seinen wohl Kingt! zu laben, die ihm allein befannt, denkt stets an seinen Bund, macht denen, die er weiden will mit dem Erb der 10, Ich will mit Danken kom- Heiden, all seine Thaten men in den gemeinen Rath kund. der rechten wahren Frommen, die Gottes Rath und That mit süßem Lob erhöhn, zu denen will ich treten, da soll mein Dank und Beten von ganzem Herzen gehn. 5. Das Würken seiner Hans de, und was er uns gebeut, das hat ein gutes Ende, bringt rechten Trost und Freud, und Wahrheit, die nicht treugt. Gott leitet seine Knechte in 2. Groß ist der Herr und dem rechtschaffnen Rechte, mächtig, groß ist auch, was das sich zum Leben neigt. er macht, wer aufmerkt und 6. Sein Herz läßt ihn andächtig nimmt seine Werk nicht reuen, was uns sein in Acht, hat eitel Luft daran. Mund verspricht, giebt redWas seine Weisheit setzet und lich und mit Treuen, was ordnet, das ergößet und ist unser Unglück bricht, ist freusehr wohl gethan. dig, unverzagt uns alle zu erlösen vom Kreuz und allem Bösen, das seine Kinder plagt. 5. Sein Heil und große Güte steht fest und unbewegt, damit auch dem Ge7. Sein Wert ist wohl gest müthe, das uns im Herzen gründet, sein Mund ist rein schlägt, dieselbe nicht ent- und klar, worzu er sich verweicht, hat er zum Glau- bindet, das macht er fest. bens- Zunder ein Denkmahl und wahr, und wird ihm gar Von den Werken und Wohlthaten Jefu Chrifti. 19 gar nicht schwer, sein Name, Grund zur Weisheit, die den er führet, ist heilig und Gott liebet, und rühmt mis gezieret mit großem Lob und seinem Mund. O wie Flug Ehr. ist der Sinn, der diesen Weg verstehet, und fleißig dars 8. Die Furcht des Her- auf gehet, des Lob fällt nims ren giebet den ersten besten mer hin. Von den Werken und Wohlchaten Jesu Christi. font II durch deine Kraft ward Hime mel, Meer und Erde; Du haft das Leben uns verschafft, Mel. Ein Lämmlein geht ic. du sprachst zum Engel: wers Anbetung, Preis und Dank de! du bist das Wort, durch sey dir, o Jesu, unser Le- welches Gott der ganzen Welt ben! Gelobet seyst du für zu seyn gebot. Du bists, und für. Wer kann dich der Alles tråget, was sichtgnug erheben? Eh noch die bar und unsichtbar ist, was Welt ward, warst du schon Erd und Himmel in sich voll Herrlichkeit, des Hoch- schließt, und was im Meer sten Sohn, ein Erbe seiner sich reget. Ehre. Dein ist das Reich 5. Und dennoch bist du von Ewigkeit, und du be- uns zu gut in diese Welt ges herrscheft weit und breit der kommen; und haft selbst un Kreaturen Heere. ser Fleisch und Blut freywil 2. Dein sind sie; denn lig angenommen, Dein Les ben 2 20 Von den Werken und Wohlthaten ben gabst du willig dar, zu retten, was verloren war, und wardst ein Knecht auf Mel. Schmücke dich, o liebe ic. Erden. O Huld! die sonst nichts gleiches hat; du starbst, Jesu, deine Sünderliebe, von unsrer Missethat ein Hei- deines Mitleids heiße Triebe, land uns zu werden. D zogen dich herab auf Erden, der Verlohrnen Heil zu wer4. Und solch ein Heiland den, ja für sie sogar dein Lebist du noch ist auf des Him ben in den Tod dahin zu ges mels Throne; suchst liebreich ben. Wo ist jemand, der von der Sünde Joch und ih- die Größe deiner Lieb und rem schnöden Lohne, die ihr Huld ermesse. noch dienen, zu befreyn, der 2. O du Zuflucht der Elenarmen Sünder Trost zu seyn, den! wer hat nicht von deis ist deines Herzens Freude. nen Händen auf sein glâubiDu giebst den můden Seelen ges Verlangen Hülfe, Ruh Ruh; und wer dich liebt, und Trost empfangen? den stårkest du, daß nichts wie pflegtest du zu eilen, ihn von dir scheide. Heil und Segen zu ertheilen. Freude war dirs, Se 5. Du hörst der Deinigen ligkeiten schon auf Erden ausGebet, stillst ihre Noth und zubreiten. Klage; du bleibst, bis Zeit 3. Menschenseelen zu beund Welt vergeht, ben uns glücken, arme Sünder zu er noch alle Tage. Herr, dir quicken, Unverständge zu bes sey ewig Preis und Ruhm tehren, Abgewichne zu bekeh für dieses Evangelium, für ren, Sünder, die sich noch alle deine Liebe! Dir geb verstocken, endlich doch zu ich mich zu eigen hin; gieb, dir zu locken: alles an dein daß ich mich, so lang' ich Herz zu ziehen, war dein bin, in deinem Lobe übe. tägliches Bemühen... 4. Und 12. Jefu Chrifti. 4. Und wie hoch stieg dein del oft erwågen! Laß mich Erbarmen, Jesu, da du, von in der Angst der Sünden uns Armen alle Strafen ab- Trost und Hülfe bey dir sinz zuwenden, littst den Tod den! Heilige auch meine von Mörderhånden. Seht Triebe zu rechtschaffner Men= ihn an dem Kreuze schweben, schenliebe! Laß mich immerach, seht ihn den Geist auf mehr auf Erden deinem Bilgeben: unerhört sind seine de ähnlich werden. Schmerzen: er trågt sie mit stillem Herzen.et alle d 81 13. an pad 1160 Bolans b Mel. O Haupt voll Blut und ze. 5. Liebe wars, die dich getrieben, Sanftmuth und Gedult zu üben, Haß mit Haß nicht zu vergelten, die Du, der sein menschlich Ledich schmähten, nicht zu schel- ben für uns in Noth und ten, die dich låsterten zu seg- Tod so willig hingegeben, und nen, allen freundlich zu be- uns versöhnt mit Gott: Du gegnen, deine Mörder zu ver- Liebe ohne gleichen, was soltreten und für sie zu Gott len wir dir nun für diese zu beten. 6. Demuth war bey Spott und Hohne deiner Zugend Schmuck und Krone; nie hast du nach Ruhm getrach14. tet, noch auf Menschenlob Mel. Wachet auf, ruft uns zc. geachtet. Deines Vaters heil137 gen Willen mit Gehorsam zu Unsre Seel soll dich erheben, erfüllen, uns zum Himmel du, unser einigs Herz und zu erheben, war der Zweck Leben! so lange sich der Puls von deinem Leben. noch rührt. O wie dankvoll That zum Zeichen des tiefsten Dankes thun? 7. Laß mich, Herr, zu sind die Triebe, du uns mit meinem Segen deinen Wan-[ Blut verwandte Liebe! die unser Geburt Jefu Chrifti. unser Herz so mächtig spurt.| Hallelujah im höhern Zon Wach auf, du Freudengeist, dem Menschensohn! Halles der sein Versöhnen preift: lujah dem Menschensohn! Geburt Jesu Christi. 15. Mel. Nun laßt uns Gott den 2c. 6. Da liegt er in der Die wahre Gnadensonne Krippen, und ruft mit süßen geht auf zu unsrer Wonne, Lippen: O zagt nicht, lieund macht ein Heer von Sün- ben Brüder, ich bring euch dern zu frohen Lichteskindern. alles wieder. der alle Welten tråget, wird hier als Kind gepfleget.. 2. Der Erst- und Einge- 7. Wie soll ich dich em= bohrne besuchet uns Berlohr- pfangen, du aller Welt Verne, hat seinen Schwur ge- langen? Du kommst, die halten: drum laßt ihn fer- Welt zu segnen; wie soll ich ner walten. dir begegnen? 3. Der Herr ist in dem 8. Kind! o süßer Knas Orden der Sünder Mensch be! du, den ich lieber habe, geworden, und gleich, nur als alle Schåg auf Erden, ohne Sünde, dem schwäch- möcht ich dein eigen werden! ften Menschenkinde. 9. Ich will hier bey dir stehen, du wirst mich nicht verschmähen, wenn ich mein Herz dir bringe, ists auch arm und geringe.. 4. Wenn ich im Geist ihn sehe in seiner Gottheit Höhe; so denk ich, ich vergehe, bis ich als Mensch ihn sehe. 5. Du Schöpfer aller Dinge, wie wirst du so geringe! 10. Gieb dich mir, Herzensknabe! zu einer Weihnachts Leben und Beyspiel Jesu. 23 nachtsgabe: du kannst mit sein Leiden bringt tausend wenig Blicken das ganze Herz Heil und Freuden; des kön erquicken. nen die Erldsten sich unaufs 11. O! Chriftnacht und hörlich trösten. AUST Leben und Beyspiel Jesu. nen Wegen übten, bts wis unsern Lauf vollbracht. 16. Mel. Kommt und laßt uns zc. Laßt uns Jesum Christum 17. bitten, daß er uns nach sei- Mel. Wachet auf, ruft unsic. nen Sitten leiten mög auf allen Schritten, immer mehr Heiligster Jesu, Heiligungsihn zu verstehn. quelle, mehr als Krystall 2. Unsre Armuth ist uns rein, klar und helle, du kenntlich, unser Elend gar lautrer Strom der Seligkeit! unendlich, viel Versehen un- Aller Glanz der Cherubinen abwendlich, wenns der Herr und Heiligkeit der Seraphis nicht wenden will. nen ist gegen dir nur Dun5. Möchten wir doch von kelheit. Ein Vorbild bist du der Erden so zu ihm gezogen mir! Ach bilde mich nach werden, daß all unsere Ge- dir, du mein Alles! Jesu, behrden zeigten, wo das Herz ey nu, hilf mir dazu, daß ze sey; ich mag heilig seyn, wie du! 4. Daß wir ihn durch nichts 2. O stiller Jesu! wie betrübten, ihn von ganzem dein Wille dem Willen deiHerzen liebten, uns in seines Vaters stille und bis zum 24 Leben und Beyspiel Jefu. C zum Tod gehorsam war: daß auch hierinnen ich dir mach, o Jesu, gleichermaßen nacharte: Jesu, ey nu, hilf mein Herz und Willen dir mir dazu, daß ich auch güz gelaffen; brich meinen eignen tig sey, wie du. Willen gar. Mach mich dir 5. Du, sanfter Jesu! warst gleichgesinnt, wie ein gehor- unschuldig, und littest alle sam Kind, sanft und stille: Schmach geduldig, vergabst Jesu, cy nu, hilf mir da- und übtst nicht Rache aus. zu, daß ich gehorsam sey, Niemand kann deine Sanftwie du! muth messen, bey der kein 5. Wachsamer Icsu! ohne Eifer dich gefressen, als der, Schlummer, in großer Ar- um deines Vaters Haus. beit, Müh und Kummer Mein Heiland, ach verleih warst du gar oft bey Tag mir Sanftmuth, und dabey und Nacht; du mußtest tåg- guten Eifer: Jesu, en nu, lich viel ausstehen, des Nachts hilf mir dazu, daß ich sanfttagst du vor Gott mit Fle- müthig sey, wie du. hen, und hast gebetet und 6. Würdigster Jesu! Ehgewacht. Gieb mir auch Wach- renkönig, du suchtest deine samkeit, daß ich zu dir all- Ehre wenig, und wurdeft zeir wach und bete: Jesu, ey niedrig und gering. Dugiengst nu, hilf mir dazu, daß ich erniedrigt auf der Erden, in stets wachsam sey, wie du! Demuth und in Knechtsge4. Gütigster Jesu! ach, behrden, erhobst dich selbst wie gnådig, wie liebreich, in keinem Ding. Herr, solche freundlich und gutthårig bist Demuth lehr mich auch je du doch gegen Freund und mehr und mehr immer üben: Feind; dein Sonnenglanz der Jesu, ey nu, hilf mir dazu, scheinet allen, dein Regen daß ich demüthig sey, wie du. muß auf alle fallen, ob sie 7. O keuscher Jesu! all die gleich undankbar sind. dein Wesen war züchtig, feuſch Mein Gott, ach lehre mich, und auserlesen, von tugendvoller Leben und Beyfpiel Jesu. 25 m2 2 voller Sittsamkeit; Gedan- treuer Heiland! Jesu, en ken, Reden, Glieder, Sin- nu, laß mich, wie du, und nen, Gebehrden, Kleidung wo du bist, einst finden und Beginnen war voller Ruh. lautrer Züchtigkeit. O mein Immanuel, mach mir Geist, Leib und Seel keusch und zuchtig: Fesu ey nu, hilf mir dazu, auchy keusch und rein zu seyn, wie du! Gludst ee 18. min Mel. Die Seele Christi heilge c. dir allein im ganzen Wandel ähnlich seyn! Jesu! wär ich armes Kind in Allem so wie du ges 28. Mäßiger Jesu! deine sinnt; o mocht ich dir, ja Weise im Trinken und Genuß der Speise, lehrt uns die rechte Mäßigkeit; dei- 2. Dein Leben zeigt mir meis nee lieben Vaters Willen in ne Pflicht, da bist mir Vorbild, allem treulich zu erfüllen, Weg und Licht: Ach, Herr! war deine Speise jederzeit. wie bin ich noch so weit von Herr, hilf mir meinen Leib deines Bildes Aehnlichkeit! so zähmen, daß ich bleib dir siets nüchtern: Jesu, ey nu, hilf mir dazu, daß ich so mäßig sey, wie du! 3. Wie sahest du mit fe stem Sinn auf deinen lieben Bater hin: ach, wär auch meine Zuversicht so glaubig fest auf dich gericht't! 9. Nun, liebster Jesu, liebstes Leben! mach mich in 4. Wie hast du doch oft allem dir ergeben und deinem Tag und Nacht im gläubiheilgen Bilde gleich; dein gen Gebet verbracht; o war Geist und Kraft mich ganz ich auch so früh und spät durchdringe, daß ich viel vor dir im kindlichen Ges Glaubensfrüchte bringe, und bet! tüchtig werd zu deinem Reich. 5. Mit Armen, Kranz Ach zeuch mich ganz zu dir, ken, Irrenden voll Lieb und behalt mich für und für, Sanftmuth, umzugehn, war immer. 26 Lehre Jefu. t immer deine Weis und Brauch,| keit, und herzliche Bescheiden o war es doch der meine heit. auch! 8. So laß mich einzig auf 6. In Leiden warst du dich sehn, und als dein Junsoll Geduld, trugst stillge- ger dir nachgehn; führ du laffen fremde Schuld; und mich selber auf der Bahn, doch war niemand eifriger auf der du, Jesu, giengst voran. als du, für deines Vaters Ehr. 9. Zwar wäre Alles viel 7. diesen unerschrock- zu schwer, wenn in uns feine nen Muth gieb mir auch, Liebe wår: doch diese Liebe wenn es nöthig thut; doch, machet leicht selbst das, was gieb mir auch Sanftmüthig- uns unmöglich deucht. Lehre Jef u. 19. 2. Gieb, daß wir es innig lieben, ernstlich, ohne Mel, Freu dich sehr, o meine ic. Heuchelschein, das darin Be= Gott, durch den wir sind fohlne üben, und nicht bloße und leben! Deine Güte sey Hörer seyn. Denn wer deis gepreift, daß du uns dein nen Willen weiß, und ihn Wort gegeben, das zum Heill doch nicht thut mit Fleiß, der uns unterweist, das uns un ist árger als die Heiden, und sre Pflichten lehrt, warnt, wird doppelt Streiche leiden. ermahnet, straft, bekehrt, 3. Darum präge deine Leha und, wenn uns ein Leiden ren tief in unsre Seelen ein, drücket, uns mit reichem laß sie uns mit Nuken hören, Troft erquicket. und derselben Thâter seyn. Treib Que Univ.- Bibl. Giessen Lehre Jesu. 27 Treib uns dadurch kräftig erneuen und der Sünden Nacht zerstreuen. an, daß wir dich vor jeder mann froh bekennen, kindlich lieben, und mit Sünden nicht betrüben. 3. Mach uns so dein Wort bekannt, daß wir seine Vors schrift üben, dich und den, 4. In der Seele Finster- den du gesandt, Jesum Chris niffen sey dein Wort uns stum, herzlich lieben; daß stets ein Licht. Laß uns Trost kein Leid und keine Freude daraus genießen, wenn es uns von dieser Liebe scheide. uns an Trost gebricht. Es 21. versüß uns jede Noth; es erquick uns auch im Tod Mel. Wie herrlich ists, ein zc. durch die Hoffnung, das zu Wie wohl ist mir, wenn schauen, was wir deinem Worte trauen. mich mein Hirte führet zur guten Weid auf seines Wors tes Au! Dies süße Wort, das mich so mächtig rühret, in welchem ich sein Herz voll Liebe schaut, hat täglich meinen Geist genährt, und macht mich immermehr zum Hima melreich gelehrt. 20. Mel. Liebster Jesu, wir sind sc. Herr, vor deinem Angesicht sind wir hier, dich anzubeten. Laß uns doch ohn Andacht nicht, nicht ohn Ernst dein Haus betreten; gieb uns Herzen, die dich ehren, redlich flehn, aufmerksam hören. 22. Mel. Herr Gott, dich leben 2c. Jesu Christe, wahres Licht, erleuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner Heerd, daß ihre Seel 2. Erz 2. Laß das Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen und mit göttlicher Gewalt, tief in unsre Seelen dringen; laß es unsern Sinn auch selig werd. 28 Lehre Jefu. 2. Erfüll mit deinem Gna- erstanden bist, du haft; uns den- Schein, die in Irrthum ja erworben, daß alle Men= verführet seyn, auch die, so schen insgemein durch dein heimlich fichtet an in ihrem Blut mögen selig seyn, wenn Sinn ein falscher Wahn. sie nur an dich gläuben. 3. Und was sich sonst 2. Erbarme dich der blinverlaufen hat von dir, das den Leut, die sich selbst so suche du mit Gnad, und ihr bethören durch ihrer Sinne verwundt Gewissen heil, laß Eitelkeit, und wollen dich fie am Himmel haben Theil. nicht hören, daß du der wahre Gott auch seyst, mit Bater und dem Heilgen Geist, gleich ewig und allmächtig. 3. Herr, mache ihnen doch bekannt, daß kein Geschöpf zu finden, welch's durch erschaffenen Verstand den Schdpfer kann ausgründen, sein Wesen ist verborgen gar; doch ists durchs Wort uns offen= bar, wie wir dich sollen eh 6. So werden sie mit uns zugleich auf Erden und im ren. Himmelreich, hier zeitlich und 4. Du kamst darum, o dort ewiglich, für solche Gna-| Gottes Sohn, herunter auf de preisen dich. 23. die Erden, daß Gottes Will vom Himmels- Thron uns völlig kund mdg werden. Wir danken dir und bitten dich, laß deine Lehr gewaltiglich in aller Welt erschallen. Mel. Es spricht der Herr 2c. O treuer Heiland, Jesu Christ, der dur am Kreuz ge5. Die aber in der Christorben, und von dem Tod stenheit Gott wissen recht zu nena 4. Dem Tauben öffne das Gehör, die Stummen richtig reden lehr, die nicht bekennen wollen frey, was ihres Herzens Glaube sey. in 5. Erleuchte, die da sind verblendt, bring her, die sich von uns getrennt, versammle, die zerstreuet gehn, mach feste, die im Zweifel stehn. Sehre Jesu. 29 nennen, daß er ist Drey in Einigkeit, die ihn also bekennen, verknüpfe durch der Liebe Band, daß man in jedem Reich und Land nur Wahrheit such und Friede. 9. Dein Wort erhalte hell und klar uns und fort unſern Kindern, daß man dabey bleib immerdar, so wird uns gar nicht hindern, was die Vernunft je hat erdacht, und Menschen- Tand herfür ges bracht zuwider deinem Willen. 10. Gieb auch uns allen uns stellen nach mit Drang- deine Gnad, daß wir das sal, Schwerdt und Flammen, nimm uns in deinen storken Schuß, und laß der Feinde List und Truß zunicht und schanden werden. 6. Für denen, die in Glaubens- Sach, als Keßer uns verdammen, und noch darzu Bdse laffen, und fürsetzliche Sünden- That von Herzen ims mer haffen, auf daß wir nachy dem Jammerthal des Glaus bens Ende allzumahl, die $ 24. 7. Dämpf aus durch deine Seligkeit erlangen. reine Lehr, Herr, allen Aberglauben, damit man dir nicht deine Ehr aus falschem Wahn mög mdg rauben, daß man auch niemand in der Noth, als Kommt, und laßt euch Jez nur allein dich, wahren Gott, sum lehren, kommt und ler um Hülf und Rettung bitte. net allzumahl, welche die seyn, Mel. Freu dich sehr, o meine ic. 8. Und weil so viel an die gehören in der rechten manchem Ort aus Unverstan- Christen Zahl: Die bekennen de fehlen, so gieb, daß die mit dem Mund, glauben auch durch dein Wort die rechte auch von Herzens- Grund, Bahn erwählen, hilf, daß und bemühen sich darneben, wir von solchem Irrweg sie Guts zu thun, so lang fie bringen auf der Wahrheit Steg leben.d in Freundlichkeit und Sanft- 2. Selig sind, die Demuth muth. haben, und sind allzeit arm un im 30 Lehre Jesu. im Geist, rühmen sich gar gleich und recht, sind aufFeiner Gaben, daß Gott werd richtig, fromm und schlecht, allein gepreist, danken dem Geiz, Betrug und Unrecht auch für und für; denn das hassen, die wird Gott satt Himmelreich ist ihr. Gott werden lassen. wird dort zu Ehren sehen, die sich selbst gering hie schåzzen. 3. Selig sind, die Leide tragen, da sich göttlich Trauren findt, die beseufzen und beklagen ihr und andrer Leute Sünd; die deshalben traurig gehn, oft für Gott mit Thrånen stehn, diese sollen noch auf Erden und denn dort getriftet werden. 6. Selig sind, die aus Erbarmen sich annehmen fremder Noth, sind mitleidig mit den Armen, bitten treulich für fie Gott. Die behülflich sind mit Rath, auch wo mdg= lich, mit der That, werden wieder Hülf empfangen, und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die funden werden reines Herzens jeder4. Selig sind die from zeit, die in Werk, Wort und men' Herzen, da man Sanft- Gebehrden, lieben Zucht und muth spüren kann, welche Heiligkeit. Diese, welchen Hohn und Truß verschmerzen, nicht gefällt die unreine Lust weichen gerne jedermann. Die der Welt, sondern sie mit nicht suchen eigne Rach, und Ernst vermeiden, werden befehlen Gott die Sach, die schauen Gott mit Freuden. se will der Herr so schůzzen, daß sie noch das Land befigen. 8. Selig sind, die Friede machen und drauf sehn ohn Unterlaß, daß man mig in 5. Selig sind, die sehn- allen Sachen fliehen Hader, lich streben nach Gerechtigkeit Streit und Haß. Die da and Treu, daß in ihrem Thun stiften Fried und Ruh, raund Leben kein Gewalt noch then allerseits darzu, sich Unrecht sey. Die da lieben auch Friedens selbst befleißen, wers Lehre Jesu. werden Gottes Kinder Heiz no Ben. 31 25. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ic. 9. Selig sind, die můssen dulden Schmach, Ver- Dich, Gott, in Demuth zu folgung, Angst und Pein, verehren, die mit Gefühl der da sie es doch nicht verschul- Schwachheit mich zu nahu; den, und gerecht befunden mit Dank und Ehrfurcht Je= seyn. Ob des Kreuzes gleich su Lehren, als Wort von ist viel, sezzet Gott doch Maaß dir, zum Heil mir zu emund Ziel, und hernach wird pfahn: o mache mich, Gott, er's belohnen ewig mit der selbst dazu bereit! Sie find Ehren- Kronen. mein Glück, sind meine Sea ligkeit. T den 10. Herr, regier zu al2. Sie trösten mich in len Zeiten meinen Wandel hier auf Erd, daß ich solcher meinen Leiden, erleichtern mir Seligkeiten aus Genaden fåallerbängsten Schmerz. hig werd; gieb, daß ich mich Sie mäßigen des Glückes acht gering, meine Klag oft für dich bring, Sanftmuth auch an Feinden übe, die Gerechtigkeit stets liebe. Freuden, sind mehr, als sie, sind Wonne für mein Herz. Und dieses Glück gabst du in ihnen mir, mein Vater, o! wie dank' ich würdig dir? 11. Daß ich Armen helf 5. Laß ihren Werth mich und diene, immer hab ein nie verkennen! Sie finds, die reines Herz, die in Unfried mich dir und dem Guten weihn. stehn, verfühne, dir ahhang Leichtsinnig That und Lehre in Freud und Schmerz. Va trennen, heißt dieß, ein ach ter, hilf von deinem Thron, ter Schüler Christi seyn? daß ich glaub an deinen Sohn, Zur Tugend führt sein Wort, und durch deines Geistes sein Beyspiel hin; sie üben, Starke mich befleiße rechter das, nur das ist Christi Werke. Sinn! 4. Un 32 Sehre Jesu. 4. Und irr' ich von der Geist erhebt, mur Gutes wählt Tugend Pfade, der zum Be- und übt. D! dann erblickt fiz des sel'gen Lebens geht: er froh von Ferne schon die dann stårke, Gott, mich dei- Ewigkeit, den Richter und ne Gnade, die mächtig auch den Lohn! des Schwachen Kraft erhöht, 6. Den Lohn, den einst die mir so oft zum Guten beym Weltgerichte ins Va= Muth verlich; daß ich auch ters Reich ihm Christus zuz dann die Sünde muthig erkennt, wenn er, umstrahlt flich! vom sel'gen Lichte, zum Mit5. Erst dann erheitert besig des Glücks auch ihn sich mein Leben, wann Bor- ernennt. Auch mir, auch wurf nicht und Furcht das mir ist dieses Heil bereit! Herz betrübt, wann sich, vom Gott, welch ein Glück! Gött, Irdischen umgeben, mein welche Seligkeit! Taufe. 26, 2. Durch diese Stiftung deiner Gnade ward jedes Recht Mel. Wer nur den lieben Gottic. der Christen mein; du weihIch bin getauft, nach Jesu test mich in diesem Bade zu Lehren, dich, Vater, deinen deinem Kind und Erben ein, Sohn und Geist so zu beken- und thatest in der Folgezeit nen und zu ehren, daß Herz an mir noch mehr Barinherund Mund und That dich zigkeit. preist; und dann des Glücks, 3. Du öffnetest mir das ein Christ zu seyn, mich hier Verständniß durch deines Sohund ewig zu erfreun.nes Lehr und Geist; durch fie Taufe. 33 fie gelangt ich zur Erkennt- ich versprach, auch leiſte und niß, wie man dich würdig treulich dir ergeben sey; und ehrt und preist, und welches fehl ich, so verwirf mich Heil dein gnådger Rath dem, nicht, mein Gott, von deiz der dich ehrt, bereitet hat. nem Angesicht. 4. Daß nicht, von Leicht- 8. Erwecke mich durch deisinn hingerissen, undankbar ne Gnade zum steten Ernst dich mein Herz vergaß, erin- der Befferung, und leite mich nertest du mein Gewissen an auf sichern Pfade des Glauz meine Pflicht ohn Unterlaß, bens und der Heiligung. Gott und wecktest mich zum Tu- meines Heils, sey ewig mein gendlauf durch deine Wahr- und laß mich stets dein eigen heit machtig auf. seyn! 5. Gelobt, mein Gott, sey deine Liebe, die mir, noch eh ich dich gekannt, aus freyem 27. väterlichen Triebe schon so Mel. Liebster Jesu, wir sind ic. viel Gutes zugewandt. Wie huldreich hast du mein ge- Liebster Jesu, wir find hier dacht, und für mein wahres Wohl gewacht. 6. Wie soll ich dich dann nicht verehren, und dir ein deinem Worte nachzuleben: dieses Kindlein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man Kindlein zu dir fühHerz voll Liebe weihn? nicht re, denn das Himmelreich ist gern auf deine Stimme hö- ihre. 2. Darum eilen wir zu Was dich ent- dir, nimm dies Kind in deine ehrt sey fern von mir! Ge- Armen, tritt in deinein Heil heiligt sey mein Leben dir! 7. stehe nur mit dei nem Geiste, wie du verheißen hast, mir bey; daß ich, was herfür und erzeige dein Erbarmen, daß es mag dein Kind auf Erden und ein Himmelserbe werden. 3. Tauch ren, und findlich dir gehorsam seyn? 34 Taufe. 3. Tauch es, Jesu, in first, verleih ihm Friede; dein Blut, heile damit jeden Schaden; dein Verdienst komm ihm zu gut, und mach es zum Kind der Gnaden; dieses Wasser, das wir gießen, laß als Segensstrom ihm fließen. Weinstock, gieb, daß dieser Rebe fest im Glauben an dir klebe. Hire, Jesu, dies Gelaß es dir zu Herzen dringen; was wir für dies 4. Hirte, nimm dein Schäf- Kind erfleht, wollst du gnålein an; Haupt, mach es zu diglich vollbringen! Schreib deinem Gliede; Himmelsweg, den Namen, den wir geben, zeig ihm die Bahn; Friede- in dein Buch zum ewgen Leben. 5. bet, Heiliges Abendmahl. 28. 4. Wie unaussprechlich werd ich doch beglücket, so oft Mel. Danket dem Herrn, 2c. mich Jesu Leib und Blut ers Den en Himmels Vorschmack hab ich schon hienieden, wenn Jesus mich erfüllt mit seinem Frieden; 2. Wenn ich bedürftges Schäflein seiner Heerde, aus seinem Lebensstrom getränket werde; 3. Und er mir Himmelsmanna giebt zu effen, damit ich nimmer möge sein vergeffen. quicket. 5. Ich lebe nun, und will mich Gott ergeben, doch soll nicht ich, nein, Christus in mir leben. 6. So lebe dann in mir, daß alle sehen, was an mir Armen, durch dich, Herr, geschehen. 7. Ich weiß, daß so wie droben, mir auf Erden Barmherzigkeit und Gutes folgen werden. 29. Heiliges Abendmahl. 35 mich erst erwählt, mir hast bu dich am Kreuz vermählt; Lamm Got- dein Blut, dein Blut, das tes unschuldig 2c. erbarm dich hats gemacht, daß ich bin aus dem Schlaf erwacht. O unser, o Jesu, o Jesu! Jesu Christ, mein Herr und Chor. Gemeine. Herzlich lieb hab ich dich, o Lamm, so Gott, mein Herr und Gott! wie du an dem Kreuzesstamm nun bin ich dein bis in den für meine Noth gebebet: Mein Tod! deinen Frieden, o Jesu, o Jesu! 3. Chor. O Lamm Gotz Herze lacht, mein Auge weint, tes unschuldig 2c. gieb uns wenn mir dein Marterbild erscheint, und wie vor Augen schwebet. Da fühl ichs, wie so gern auch ich von ganzem Herzen liebte dich, und wie ich nie so lieben kann, als du zuerst an mir gethan. O höchstes Gut! die rothe Fluth von deinem Blut, verdient zu dir hinauf I von dieser noch heißre Liebesgluth. 3. Gemeine. Wohl mir, daß ich dein eigen bin! o flöße mir ganz deinen Sinn nun auch in meine Seele. O ziehe mich, erhöhter Held, Welt, daß ich des Ziels nicht fehle. Du bist das Haupt, wir folgen dir, zeuch uns die nach, so laufen wir: so werden wir uns deiner Pein, 2. Gemeine. Erstaunend und deines Todes ewig freun; seh ich deine Huld, die Liebe, Herr Jesu Christ! wie selig Langmuth und Geduld, mit ist, wie selig ist der Mensch, der du Sünder trågest! Was deß du sein Heiland bist! hast du dir an mir ersehn! wie konntest du mir so nachgehn? wie, daß du mein so pflegest? O du, du hast 29. 2. O Lamm Gottes unschuldig zc. erbarm dich unser, o Jesu, o Jesu! 30. Chor. Gemeine, fich dein Leben 2c. € 2 Gea Heiliges Abendmahl. Gemeine. Was ist die 5. Chor. Ich bin mein Urfach aller solcher Plagen? Heil verbunden 2c. ach! meine Sünden haben 5. Gemeine. Solch Heil dich geschlagen; ich, ach Herr ists werth, daß jedes sein Jesu! habe dies verschuldet, begehre, daß dich ein jeder was du erduldet. Blutstropf dafür ehre, und daß dir jede Ader dankbar schlage, bey Nacht und Tage 2. Gemeine. O große Chor und Gemeine. Lieb, o Lieb ohn alle Maße, Wir können dir nichts geben die dich gebracht auf diese in diesem armen Leben, eins Marterstraße! Ich lebte mit aber wolln wir thun: Es der Welt in Luft und Freu- soll dein Tod und Leiden, bis den, und du mußt leiden. Leib und Seele scheiden, uns stets in unsern Herzen ruhn. 3. Chor. Er nahm auf seinen Rücken 2c. 36 2. Chor. Tritt her und schau mit Fleiße 2c. 31. 5. Gemeine. Wie wunderbarlich ist doch diese Stra- Chor. Sen mir taufe, der gute Hirte leidet für sendmal gegrüßet c. die Schafe! Die Schuld be: zahlt der Herr, er, der Gerechte, für seine Knechte. 4. Chor. Er sprang ins Todesrachen 2c. Gemeine. Ein Blick im Geist auf Jesu Leiden macht unser Herz voll Trost und Muth; O unaussprechlich sind die Freuden, erlöst zu seyn 4. Gemeine. Was ist durch Jesu Blut. Und die der Mensch, daß er sein so ses Blut, das für uns fließet, gedachte, daß er sich selbst für sein heilger Leib, für uns uns zum Opfer brachte! Overwundt; der Glaube, der möchten wir nun ganz dafür sein Kreuz umschließet: dies, auf Erden, sein Opfer wer- dies macht Leib und Seel den! gefund. 2. Chor. Heiliges Abendmahl. 37 2. Chor. Ich umfange,| Ankunft unsers Herrn befingt? herz' und küffe 2c. 2. Gemeine. Kein Tröpf lein Bluts war dir zu theuer, Wenn wird er mir die Freude gönnen, daß ihn mein sehnlich Auge sieht? wenn du gabst es willig für mich werd ich den umfassen könher. O daß von deinem Lie- nen, der mich unsichtbar besfeuer mein ganzes Herz an sich zieht. entzündet wår! Ach, laß Chor und Gemeine. den Eindruck deiner Leiden, Erhalt mir deinen Frieden, und deiner bittern Todespein und deines Heils Genuß, so mir stets, bis Leib und Seele lang ich noch hienieden in scheiden, im Herzen unaus- Schwachheit wallen muß; bis löschlich seyn! endlich, dir zur Ehren, der 5. Chor. Heile mich, mich mit Gott versöhnt, dort o Heil der Seelen 2c. in den obern Chören mein 3. Gemeine. O heilges| Hallelujah tont. Blut des Lebensfürsten, der uns durch seine Wunden heilt, und uns, so oft wir nach ihm dürsten, mit seinem Heil entgegen eilt. O edler Saft, o Lebensquelle, die uns aus Das Mahl, das heute wir Jesu Wunden quillt! wie oft genießen, ihr Christen, soll schon hat sich unsre Seele in uns heilig seyn, soll dem vergroßem Durst an dir gestillt. wundeten Gewissen Ruh, Lin4. Chor. Schreibe dei- derung und Trost verleihn, ne blutgen Wunden 2c. erinnern soll es uns aufs neu 4. Gemeine. Wenn schlägt an Jesu Liebe, Huld und die angenehme Stunde, die Treu.. 32. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. A mich zum Anschaun Jesu 2. Thn wieder lieben, der bringt? wenn kommts, daß sein Leben sogar zu unſerm man mit frohem Munde, die Heile gab, uns ihm zum Eis gen= ndwidt 38 Heiliges Abendmahl. 33. genthum ergeben, dem Sieger über Tod und Grab, durch diesen Vorsatz nur al- Mel. Auf meinen lieben Gottic. lein könnt ihr des Mahles Jezt feyr ich Jesu Tod; würdig seyn. laß mich nie, treuer Gott, 2. 3. Seyd, Christen, ihr leichtsinnig und vermeffen der hierzu entschloffen, so naht großen Pflicht vergessen: sein voll Zuversicht hinzu; das Beyspiel, seine Lehren mit Blut, das er für euch verFolgsamkeit zu ehren! goffen, gewährt euch Heil Herr Jesu, dir sey und Seelenruh; erfüllet wird, Preis! dein Mahl giebt mir was Jesus spricht: Wer Beweis, daß du für mich mich liebt, kommt nicht ins gestorben, und ew'ges Heil Gericht." erworben. Vergebung meis ner Sünden kann ich bey Gott nun finden. 4. Wohlan! ergebt euch ihm, dem Freunde, der euch 3. Gott Lob für seine mit Brudertreu geliebt; übt Treu! die ich noch immer Lieb' auch gegen ecure Feinde, neu in dieser Stiftung finde. wie Jesus Chriftus sie geübt; sein Mahl müß' euch ein Antrieb seyn, das ganze Leben ihm zu weihn! Weg Reiz der Welt, weg, Sünde! Gott will mir Trost und Leben hier und dort ewig geben. 5. Entsagt der Sünde! denn sie scheidet euch von der Tugend, Heil und Glück; raubt Seelenruhe, und verleidet euch selbst den letzten Augenblick; beherrscht die Luft, die widerstrebt; und lebt, wie Jesus hat gelebt! 34. Mel. Freu dich sehr, o meine sc. Kommt und eft dieß Brod des Bundes, fommt und trinkt von diesem Wein! Herr, dem Worte deines Mundes soll mein Herz gehorsam seyn. Heiliges Abendmahl. 39 seyn. Du, du blutetest für| Ewig soll ich selig leben; er= mich, starbst zu meinem Heil, wills, der den Sohn gege= und ich sollte deiner nicht geben. denken? meinen Freund durch Undanf frånfen? 2. Nein, dich soll mein Mund bekennen vor der Welt, bis in den Tod. Nichts soll je 5. Nie vergiß es, meine Seele, was der Herr an dir gethan. Lob ihn ewig, und erwähle nun die ebne Tuz gendbahn, die sein Wort dich von dir mich trennen, weder gehen heißt, gehe sie; sein Glück, noch Angst und Noth. Meiner Seele Ruhm bist du; durch dich kann sie Trost und Ruh, durch dich Reinigung von Sünden, Muth im Todeskampfe finden. guter Geist wird zu allen guz ten Werken dich bey deiner Schwachheit stärker. 6. Herr! ich schwir und will es halten, ewig dir ge= treu zu seyn; laß den Eifer nie erkalten, mehr und mehr mich dir zu weihn. Dir zu folgen ist mein Glück. Wich ich je von dir zurück, würd ich doch nach kurzen Freuden 3. Unter meinen Miterlöften komm ich, Herr, zu deinem Mahl; will mich des sen freuen, trösten, daß ich von der sel'gen Zahl deren bin, die du geliebt, bis zum Tod am Kreuz geliebt, uns Schaden an der Seele leivom Elend zu befreyen, und zum Himmel einzuweihen. den. 7. Das Gedächtniß deiz 4. Herr! das Wort, das ner Liebe heilige mein ganzes du gesprochen, glaub ich Herz, unterhalte fromme Tries fest, und preise dich: dein be, triste mich in Noth und Leib ward für mich gebro- Schmerz; laffe mich noch chen, und dein Blut floß einst im Tod, dort am Ziele auch für mich. Bleib ich jeder Noth, volle Seelenrunur der Sünde Feind: dann, he finden, und voll Hoff= o! dann ist Gott mein Freund.[ nung überwinden. Leiden 40 Leiden und Sterben Jesu. 35. Mel. O Haupt voll Blut und ic. Du meines Lebens Leben, 4. Mein Heiland wird und Spott. Ach, meine Mis verrathen, geführt zu Quaal sethaten, die brachten meinen du meines Todes Tod; für Gott hin vors Gericht der mich dahin gegeben in tiefe Heiden, und in der Feinde Seelennoth, in Martern, Hand; ich wars, ich sollte Angst und Sterben, aus bei leiden, was da mein Bürg Ber Liebsbegier, das Heil mir empfand. zu erwerben; nimm Preis und Dank dafür. indes, 2. Ich will ißt mit dir gehen den Weg nach Golgatha; laß mich im Geiste sehen, was da für mich geschah. Mit innigzartem Sehnen begleitet dich mein Herz, und meine Augen thránen um dich vor Liebesschmerz. 5. Seht, welch ein Mensch! er stehet geduldig wie ein Lamm. Und nun wird er erhöhet, ein Fluch, ans Kreuzesstamm; vollendet da sein Büßen, der Welt, auch mir, zu gut; aus Seite, Hånd und Füßen strömt sein Verſöhnungsblut. 5. Ich komm erst zu der 6. Du bitt'st am Kreuz Stätte, wo Jesus für mich für Feinde; mein Jesu, wer rang, und Blütschweiß, beym war ich? du denkst an deine Gebete, ihm aus den Glie- Freunde; gedenk, Herr, auch dern drang. Den Tod, mit an mich! du machst den Schädem er ringet, verdiente mei- eher selig, verheißest ihm dein ne Seel; der Schweis, der Reich. Das macht mich Sunaus ihm dringet, ist mir ein der fröhlich, mich, der dem Heilungsdl. Schächer gleich. 7. Du Leiden und Sterben Jefu. 41 7. Du klagst voll Angst| söhnt, dort in den obern Chiim Herzen: ,, Mein Gott ren, mein Hallelujah tont. verläffet mich!" du dürftest in den Schmerzen, und niemand labet dich. Nun kommt der Leiden Ende; du rufft: Es ist vollbracht!" empfiehlst ins Vaters Hände den Geist. Es war vollbracht. 36. Mel. O Haupt, voll Blut und 2c. süße Seelenweide in Jesu Passion! es regt sich Schaam 8. Ich seh mit Lieb und und Freude, du Gott's- und Menschensohn: wenn wir im Beugen des Heilands letzten Blick; ich seh sein Haupt sich Geift dich sehen für uns so neigen; das war mein ewigs williglich ans Kreuz zum ToGlück! mein Bürge stirbt, de gehen; und jedes denkt: ich lebe, so todeswerth ich für mich! bin; er giebt sich mir; ich 2. Ach, laß mich mit dir gebe mich ihm zu eigen hin. gehen und in Gethsemane dich zittern, trauern schen 9. du, an den ich glau im tiefsten Seelenweh; wie be, und den mein Geist um- da sich, mir zum Segen, faßt, der du im Todesstaube dein Schweis wie Blut er= für mich gelegen hast! auf goß, und wie da, meinetwegen, der Thränen Menge floß. dein Verdienst und Leiden vers trau ich ganz allein; darauf werd ich einst scheiden, und ewig bey dir seyn. 5. Da seh ich, wie ich Armer so hoch geliebet bin: 10. Erhalt mir deinen es giebt sich mein Erbarmer Frieden, und deines Heils zum Opfer für mich hin. Ach, Genuß, so lang ich noch hie- jeder Angstschweistropfen, die nieden in Schwachheit wallen Seele todtbetrübt, und ſeiz muß; bis endlich, dir zu Eh-[ nes Herzens Klopfen sagt ren, der mich mit Gott ver- mirs, daß Er mich liebt! 4. Jch 43 Leiden und Sterben Jesu: 4. Ich glaubs und fühls| nen Kranken, nimm an sein im Herzen: mein Heiland Dankgefühl. liebet mich! Denn er nimmt 8. Jch bitte dich mit Thråmeine Schmerzen und Krank- nen, du kennst ja meinen Sinn; heit all auf sich. Die Strie- es geht des Herzens Sehnen men von den Ruthen, die ist einzig nur dahin: laß Seit und Någelmal, fein dich noch mehr genießen, der Martertod und Bluten be- du die Liebe bist, und laß es weist mirs tauſendmal. stets mich wissen, daß dein 5. Otheure Gotteswahr- Herz mit mir iſt. heit, daß dieß für mich ge 9. O Glück, das ich geschehn! Wie ist mir alles Klar funden, begnadigt mich zu heit, ſeitdem ich dich gesehn sehn! Und schlägt mir einst in deinem Blut und Wun- die Stunde, daß ich zu dir den, in deinem Seelenschmerz; darf gehn, so hast du schon o ihr hochheilgen Stunden, die Erde, wo ich in Sicherwas fand in euch mein Herz! heit sanft schlummernd ruhen 6. Ich ward des neuen werde, Herr, durch dein Geistes bey diesem Anblick Grab geweiht. froh; da sprach ich: Herr, du weißt es, wie ich dich 37. gerne so mein ganzes Leben liebte; denn, ach! dein Mar- Mel. Die Seele Christi heil'ge u. terbild hat meine ganze Seele Auf Thabor war wohl Glomit Gegenlieb erfüllt. ria; ach aber Delberg! Golgatha! ihr Berge, was auf euch geschah, das reizet mein Hallelujah. 7. Seitdem ich, mein Erbarmer! dich so im Geiste sah, vergeß ich nie, ich Armer, was da an mir geschah! könnt ich dir so danken, wie dies mein Herz 2. Denn seit ich Ihn im Geiste sah am Delberg und auf Golgatha, und wie Er, es will; Ach, schau auf dei- mir zum Heil, verschied: uma Seiden und Sterben Jesu. 43 umgiebt mich wahrer Gotz 4. Man fällt dich an, man tesfried. führet dich gefangen, man 3. O Lamm! erhalt mirs höhnt, man schlägt, bespeyer immer so: daß ich dein's gandeine Wangen, man front zen Leidens froh, und der und geißelt dich, macht deis erworbnen Seligkeit theilhaf- nem Herzen viel Quaal und Schmerzen. Jo ti tig seyn mig allezeit! 38. 5. Ja, was noch mehr, indu wirst zum Fluch gemachet, ans Kreuz geschlagen und 0 Mel. Herzliebster Jesu, was ic. dabey verlachet, von Gott O Lamm! das keine Sünde verlassen, und mußt endlich je beflecket, das Adams Gift, schmecken den Tod mit Schreks wie uns, nicht angestecket; ken. das schön und reiner als die Seraphinen, die dich bedie6. Hab Dank, o Lamm! für dein unendlich Lieben, das dich für mich in Noth und Tod getrieben, daß du den Zorn, der über mich sollt kommen, auf dich genom= nen; 2. Du bist das Heilge, aus dem Geist empfangen, das man im Schmuck der men. Unschuld sahe prangen; der 7. Fürwahr! du trugest Allerschönste unter'n Men- meine Noth und Schmerzen, schenkindern, nicht aus den die Strafe lag auf dir und Sündern; deinem Herzen; daß du mir 3. Und liegst doch da in könntest Gnad und Frieden Angst, im Schweiß und Blu- schenken, lässt du dich krans te! wer kanns begreifen, wie fen. dir sey zu Muthe! man sie8. Ich nehme an, mein het dich vor Gottes Zornge: Heil! was du erworben, und wittern und Grimm erzit- glaube, daß du darum bist tern! Igestorben, daß mir, der ich nun Univ.- Bibl. Giessen 44 Leiden und Sterben Jefu. nun von der Schuld entla-| Gottes treiben, bis wir dich den, kein Tod soll schaden. sehn von Angesicht. 9. Nur dir, nur dir, o Lâminlein, sey mein Leben zum Eigenthum auf ewig hinge geben, wozu du mich, durch deinen Tod und Wunden, so hoch verbunden. 40. mel. Jesu meines Lebens 2c. 39. Denkt mein Geist an jene Stunden, da du, Jesu, für mich starbst, und durch deine Todeswunden Heil und Leben mir erwarbst; denk ich, was du noch gesprochen, ch dein liebend Herz gebrochen: dann bet' ich bewundernd an. Möcht' ich thun, wie du ges than! Mel. O Welt, sich hier deinc. Wie preis ich doch dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden, du blutger Josua? dir sey mein ganzes Leben 2. Der du unter Schmach zur Dankbarkeit ergeben: und Schmerzen noch für deinimms hin, denn du verdienst es ja. 2. Mein Herz soll dich verehren, mit Freud- und Liebeszähren, o blutger Schmerz zensmann! und sich an dir ergößen; dich über alles scházzen, bis ich dich sichtbar haben kann. ne Feinde batst, laß mich mit versöhntem Herzen auch verzeihen, wie du thast. Gott die Rache überlassen, denen wohlthun, die mich haffen, solche Tugend lernt der Christ. Selig, wer dir ähnlich ist! 5. Beßrung laß mich nicht verschieben bis zum letzten 5. Hür, was die Würm- Lebenshauch. Laß mich le= lein sagen, wie ihre Adern ben, dich zu lieben; dann schlagen, hdr, was ihr Herz liebst du im Tod mich auch. verspricht: wir wolln beym Meiner wirst du dann geden= Kreuze bleiben, die Marter ken, Freudigkeit zum Sterz ben Seiden und Sterben Jesu. 45 ben schenken, nur mich mit Feinde brachten dir zum Labdem Trost erfreun, ewig dort sal Essigwein. Einst, wann bey dir zu seyn. Durst und Angst mich qualen, will ich dir mein Leid befehlen. Du erbarmest meis ner dich: denn du dürstetest für mich. 4. Eitler Sinnlichkeiten Reize feffeln meine Seele nicht, mir wird unter deinem Kreuze leicht und süße jede Pflicht. Dein Exempel soll mich lehren, Schwachen Hülfe zu gewähren, die Betrübten zu erfreun, der Verlaßnen Schuß zu seyn. 7. Doch in deinen Todesschmerzen war dir Hülfe zugedacht. Endlich sank dein Haupt zum Herzen, und du riefft: es ist vollbracht! Vater, Vater, ich befehle deinen Händen meine Secte! Sanft und freudig war dein Tod, und so giengst du hin zu Gott. 5. Ach, wer kann dein Leiden fassen, als du riefft: mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlaffen? Doch mich tröstet deine Noth. Nun cilt Gott, mir beyzustehen, und er hört mein lehtes Fle- Gott gesendet, der Erldsung hen, wann die bange Scele spricht: Gott, mein Gott, verlaß mich nicht. 8. Einst naht auch, von Stunde mir. Dann rufich: es ist vollendet; meinen Geift befehl ich dir! Und du hörst mein letztes Stühnen, stillſt 6. In des letzten Durstes auf ewig meine Thränen, führst Schmachten, ach! wie schwer mich nach des Lebens Pein war deine Pein! Aber deine zu des Himmels Freuden ein. Aufers 46 Auferstehung Jesu. sein Auferstehn gerecht, das ihm zum Siegel dienet. 41. Mel. Ich dank dir schon 2c. 6. Gelobt sey der barmHallelujah! der Heiland! herzge Gott, der uns, die lebt! nun ist auf Erden Frie- wir verlohren, durch Christi de: Auf, ihr Erldften! auf Auferstehn vom Tod, ins erhebt den Herrn mit frohem Leben hat' geboren. Liede. 7. Zur neuen festen Zuversicht, zur Hoffnung, die nie sterbe, zu dem in ewger Freud und Licht uns aufbe2. Er, der erblaßt im Grabe lag, macht, nach vollbrachten Leiden, uns seinen Auferstehungstag zum Fest- haltnen Erbe. tag hoher Freuden. 4. Wer will verdammen? Jesus Christ war todt, und ist lebendig! Nun ist all unsre Schuld gebüßt und unser Heil vollständig. 8. Wir sind, da wir auf 5. Im Himmel und auf ihn getauft, in seinen Tod Erden tönt durch unzählbare begraben, daß wir mit ihm, Chire in Harmonie: Wir der uns erkauft, auch ewges find versöhnt! Gott und dem Leben haben. Lamm sey Ehre! 9. Durch seiner Auferste hung Kraft wird uns der Geist gegeben, der uns zu Menschen Gottes schafft, mit Freuden ihm zu leben.. 10. Hallelujah, Preis, Ehr und Dank! Er lag in To5. Wers glaubt vom mensch- desbanden; Anbetung, Ruhm lichen Geschlecht, daß ihn sein und Lobgesang! der Herr Tod verfühnet, den spricht ist auferstanden. Sens 47 Sendung des Heiligen Geistes. 42. Mel. Gott des Himmels 2c. Komm, o komm du Geist tes Kinder sind; das wird uns fern Glauben stårken, wenn sich Noth und Trübsal findt; Was der Vater mit uns thut, ist doch immer recht und gut. des Lebens! hilf uns Schwa- 5. Treib uns, daß wir chen mächtig auf! Wir be- zu ihm treten findlich und mühn uns sonst vergebens mit Freudigkeit, nur nach hier in unserm Pilgerlauf um seinem Willen beten, und verdas Heil, das Gottes Rath tritt uns allezeit; so wird für uns ausersehen hat. unser Flehn erhört, und die Zuversicht gemehrt. 2. Gieb in unser aller Seelen Weisheit und Ent- 6. Wird uns auch um schlossenheit, daß wir anders Hülfe bange, feufzt das Herz nichts erwählen, als was uns voll Traurigkeit: Ach, mein dein Wort gebeut. Steh mit Gott, mein Gott, wie lan= deinem Licht uns bey, und ge? o so wende unser Leid; mach uns vom Frrthum frey. sprich der Seele tröstlich zu, 3. Zeig uns selbst die rech- gieb ihr Muth, Geduld und ten Stege zu der wahren Ruh. Wohlfahrt an; räume alles 7. du Geist der Kraft aus dem Wege, was daran und Stärke, Geist, dem jeuns hindern kann; wirke des Werk gelingt; fördre in Reue nach der That, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein Zeugniß merken, daß wir Gotuns deine Werke, wenn die Sünde auf uns dringt; schenk uns Waffen in den Krieg, und verleih unsKraft und Sieg. 8. Ja, 48 Sendung des heiligen Geistes. 8. Ja, bewahr uns un-| zen hören: Alles das danfern Glauben, daß Verfol- ken wir deinen Lehren. Halgung, Schmach und Tod lelujah! niemals ihn uns möge rauben; sey uns Schuß in jeder Noth. Spräch das Herz gleich zweifelnd nein; laß dein Wort gewisser seyn. 4. Da sahn wir erst un9. Ist die Stunde da zum Sterben, so gieb Zeugniß unserm Geist! sag uns, daß wir Himmels- Erben, daß Gott selbst uns Kinder heißt. sern Jammer ein, sahn, was So thut sich der Himmel uns fehlte zum Seligseyn, auf, und froh enden wir den wie der Sünderheiland dazu Lauf. 3. Wie war uns alles so unbekannt, ch du die Sünd uns haft genannt, nämlich: das Nichtgläuben an Jeſu Bunden, der eine ewge Erösung funden! Erbarm dich, Herr! gehöre; O süße, süße himm-. lische Lehre, die Jesum preist. 43. 5. Bey dieser Lehre von Jesu Christ, wie er für SunMel. Nun bitten wir den 2c. der gestorben ist, auf dem sichern Grunde wollen wir bleiben; o laß uns, laß uns nichts davon treiben, Gott Heiliger Geist! Wir bitten Gott den Heilgen Geist, der uns auf unsern Versöhner weist, daß er uns verleihe die edeln Gaben, die man aus Chrifti Verdienst kann haben. Erbarm dich, Herr! 6. Ruf Abba, Vater, ins Herzens Grund, und mach uns stets seine Liebe 2. Du heilger Lehrer hab kund, die er zu uns tråget ewig Dank, für den zum Ba- in seinem Sohne: Erfüll ter gewirkten Hang; und uns ganz damit, und bewas wir vom Sohne im Her- wohne dein Tempelhaus. 4.4. Sendung des heiligen Geifies. 49 44. Mel. Freu dich sehr, o meine ic. Du, der uns als Vater liebet, treuer Gott, der seinen Geist denen, die ihn bit: ten, giebet, ja uns um ihn bitten heißt: demuthsvoll fleh 5. Ach, erweck in mir die ich vor dir: Bater, send ihn Triebe einer wahren Jüngerauch zu mir, daß er meinen schaft, daß ich Gott und Jes Geist erneue, und ihn dir sum liebe, daß des Lebens zum Tempel weihe. ganze Kraft einzig dem ges geist, der du menschliche Gez müther besserst und mit Trost erfreuft! nach dem Glück vers langt auch mich; ich ergebe mich an dich, mache mich, zu Gottes Preise, heilig und zum Himmel weise. 2. Ohne ihm fehlt mei- weihet sey, der mit unerhörs nem Wissen Leben, Kraft ter Treu seinen Sohn für und Fruchtbarkeit; und mein Sünder giebet, dem, der bis Herz bleibt dir entrissen, liebt in Tod gelieber. nur Welt und Eitelkeit, wenn 6. Geist des Friedens und er nicht durch seine Kraft die der Liebe, bilde mich nach Gesinnung in mir schafft, deinem Sinn, daß ich lieb daß ich dir mich ganz erge- und Sanftmuth übe, daß be, und zu deiner Ehre lebe, mirs Lust sey und Gewinn, 3. Auch dich kann ich wenn ich je ein Friedensband nicht erkennen, Jesu, noch knüpfen kann, wenn meine mit achter Treu meinen Gott Hand zur Erleichtrung der und Herrn dich nennen, ste- Beschwerden kann dem Nächhet mir dein Geist nicht bey; sten nüßlich werden. drum ſo laß ihn kräftiglich 7. Lehre mich, mich selin mir wirken, daß ich dich ber kennen, die verborgnen glaubensvoll als Heiland ehre, Fehler sehn, sie voll Demuth und auf deine Stimme höre. Gott bekennen, und ihn um 4. Ewge Quelle wahrer Vergebung flehn; mache täågGüter, hochgelobter Gottes- lich Ernst und Treu, sie zu D bef= 50 Sendung des heiligen Geistes. bessern, in mir neu, gieb ncr Seelen nicht an Trost mir immer neue Kräfte zu und Stärkung fehlen. dem Heiligungsgeschäfte. 9. Was sich Gutes in 8. Wenn der Anblick mei mir findet, ist dein Gnadenner Sünden mein Gewiffen werk in mir; selbst den Trieb niederschlägt, wenn sich in mir hast du entzündet, daß mich, Zweifel finden, die mein Herz Herr, verlangt nach dir! O mit Aengsten hegt, wenn so sehe durch dein Wort deine mein Aug in Nöthen weint, Gnadenwirkung fort, bis und Gott nicht zu hören sie durch ein seligs Ende scheint: o dann laß es mei- herrlich sich an mir vollende. Seligkeit durch Jesum Christum. die 45. Weh, das meinen Geist be schwert. Wenn sich zu dir Mel. Liebster Jesu wir sind zc. mein biddes Herz hinkehrt: Hätte Jesus nicht gelebt, so läßt sich bald dein Friehätt' Er nicht für mich gelit- densgeist verspüren; dein Gnas ten, hätt' Er nicht am Kreuz denblick zerschmelzet meinen geschwebt, und mir sterbend Sinn, und nimmt die Furcht Heil erstritten: D was würde und Unruh von mir hin. Freud' im Leben und im Stere ben Trost mir geben? 46. 2. Gewiß, mein Freund giebt solche edle Gaben, die alle Welt mir nicht verschaf fen kann: schau an die Welt, schau ihren Reichthum an, er kann ja nicht die müde In eigner Melodie. Mein Salomo! dein freundliches Regieren stillt alles Seele laben; nur Jesus kanns und Seligkeit durch Jefum Chriftum. 51 und thuts im Ueberfluß, wenn meinen Geist durch ihre Macht alle Welt zurücke stehen muß. regiert. 6. So müsse dann mein 5. D Sünderfreund! wie Herz nur Christum schauen; wohl ist dem Gemüthe, das besuche mich, du Aufgang sich auf eignem Weg ermit aus der Hih, daß ich das det hat, und nun zu dir, Licht in deinem Lichte seh, dem Seelenleben, naht, und der Liebe, die du giebst, fest in dir schmeckt die himmlisch- zu vertrauen; kein Fehler sey süße Güte, die alle Angst, so groß und schwer in mir, die alle Noth verschlingt, und der mich von solchem Blick unsern Geist zur sanften Nu- der Liebe führ. he bringt. 7. Wenn mein Gebrech mich vor dir niederschläget und das Gefühl der Kindschaft in mir dämpft; wenn Zweis felmuth mit meinem Glauben 4. Je mehr das Herz, von seiner Huld genähret, je mehr es Trost und Seligkeit genießt, je mehr es auch der Eitelkeit vergißt, die sonst kämpft, und lauter Angſt und den Geist gedämpfet und Furcht in mir erreget: so laß beschweret; je mehr das Herz mich doch dein treues Herze des Heilands Liebe schmeckt, sehn, und neue Kraft und je mehr wird es zur HeiligZuversicht entstehn. keit erweckt. 8. So rub ich nun, mein Heil! in deinen Armen, du 5. Was dem Gesch un- selbst sollst mir mein ewger möglich war zu geben, das Friede seyn; ich wickle mich bringt alsdann der Liebe Macht herfür; sie wirket Luft zur Heiligung in mir, und ändert ganz mein Wollen und mein Leben, indem sie mich aus Kraft in Kräfte führt, und DER in deine Gnade ein, mein Element ist einzig dein Ers barmen: Und weil du mir mein Ein und Alles bist, ſo ists genug, wenn dich mein Geist genießt. D 2 47. Seligkeit durch Jesum Christum. 47. 5. O wie viel Treue bat deine Hand, wie viel Erbarz Mel. Nun bitten wir den 2c. men, an uns gewandt! so viel, daß ein jedes muß Ach mein Herr Jesu, dein schamroth stehen, und Herz Naheseyn läßt uns auf Er- und Augen uns übergehen den schon selig seyn, und dein von Dankgefühl. in uns Wohnen macht Leib 6. Ach gieb an deinem und Seele so froh, daß, kostbaren Heil uns alle Tage selbst bey Gebrech und Fehle, von neuem Theil, und laß keins troftlos ist. unsre Seelen sich immer schik2. Wir sehn dein freund- fen, aus Noth und Liebe liches Angesicht, voll Huld nach dir zu blicken, ohn Unund Gnade, wohl leiblich terlaß. nicht; aber jede Seele kann dich erfahren: du kannst dich fühlbar gnug offenbaren, auch ungeschn. 52 7. So gehn wir mit die durch diese Zeit still, froh, in seliger Kindlichkeit, bis wir einst in Frieden zu dir hins 5. O wer nur immer bey scheiden, und uns der Früchte Tag und Nacht dein zu ge- von deinem Leiden dort ewig nießen recht wår bedacht, der freun! hått', ohne Ende von Glück zu sagen, und Leib und Seele müßt immer fragen: Wer ist wie du? 48. Mel. O Traurigkeit ic. 4. Barmherzig, gnådig, welch ein Licht tritt ins geduldig seyn, uns täglich Gesicht, wenn Er im Herz reichlich die Schuld verzeihn, zen funkelt, Er, der wie das heilen, stillen, trösten, er- Sonnenlicht, jedes Licht verz freun und segnen, und un- dunkelt! frer Seele als Freund begegnen, ist deine Lust. 2. Er segnet mich so fühle barlich, daß sich Geist, Leib und Seligkeit durch Jesum Christum. 53 und Seele Gottes meines gen Genuffe für uns sich Heilands freut, bey Gebrech ergießt, und in die begieria und Fehle. gen Seelen einfließt. 5. Sein Gnadenblick macht mir mein Glück von Tag zu Tage fester; und bedarf ich Trost, so ist er allzeit mein Trister. 2. Du sprkhst: Wer bes gehret zu trinken von mir, was ewiglich nähret, der komme! allhier sind himms lische Gaben, die Herzen zu 4. O sehnt ich mich herz- laben; er trete nur gläubig inniglich nach ihm nur un- zur Quelle heran, hier ist, verrücklich; so wär ich nach was ihn ewig beseligen kann. Seel und Leib unbeschreiblich glücklich. 3. Hier komm ich, mein Hirte! mich dürftet nach dir: 5. Denn wenn ich weino Liebster, bewirthe dein ums Seligseyn in seiner lie: Schäåflein allhier. Du kannft ben Nähe, ist mir dies schon dein Versprechen mir Armen ein Beweis, daß er vor mir nicht brechen, du siehest, wie stehe. elend und dürftig ich bin, auch giebst du die Gaben aus Gnaden nur hin. 6. Drum wünsch ich mir, so lang ich hier abwesend von ihm walle, daß mir meine Zuversicht zu ihm nicht entfalle. 4. Drum gieb mir zu trins ken, wies dein Wort vers heißt; laß gånzlich verfinken den sehnenden Geist im Meer deiner Liebe; laß heilige Tries be mich tåglich erfüllen mit neuer Begier, mein Herz zu Ursprung des Lebens, o erquicken, o Jesu, an dir! ewiges Licht, da niemand 5. Und schenkst du von vergebens sucht, was ihm Leiden auch etwas mit ein, gebricht; Lebendige Quelle, so gicb, dir, mit Freuden, die lauter und Helle zum ew- gehorsam zu seyn; denn alle die, 49. In eigner Melodie. 54 Seligkeit durch Jefum Chriftum. die, welche mit trinken vom! es allhier in reicher Menge Kelche, den du hast getrun- schmeckt. Hier wird ein Leken im Leiden allhier, die ben mitgetheilt, das unaufwerden dort ewig sich freuen hörlich ist, und nie vorüber mit dir. eilt. 6. Drum laß mich auch 5. Das Schäfchen bleibt werden, mein Jesu! erquickt, in seines Hirten Händen, wenn da, wo deine Heerden fein gleich vor Zorn der ganze Leiden mehr drückt, wo Freude Abgrund schnaubt; nie wird die Fülle, wo liebliche Stille, es ihm ein wilder Wolf ent= wo Friede, wo Andacht, wo wenden, weil der allmächtig Seligkeit wohnt, wo zeitliche ist, an den es glaubt. Es Treue wird ewig belohnt. kommt nicht um in Ewigkeit, und wird im Todesthal von Furcht und Fall befreit. 50. In eigner Melodie. 4. Wie läßt sichs da so Wie herrlich ists, ein Schäf- froh und ruhig sterben, wenn lein Christi werden, und in hier das Schaaf im Schooß der Huld des treusten Hir des Hirten liegt! Es darf ten stehn! Kein höhrer Stand sich nicht vor Grab und Tod ist auf der ganzen Erden, entfärben, sein guter Hirt als unverrückt dem Hirten hat Grab und Tod besiegt: nachzugehn. Was alle Welt Büßt gleich der Leib die Renicht geben kann, das trist gung ein; so wird die Seele ein solches Schaaf in seiner doch kein Raub des Moders Pflege an. feyn. 2. Hier findet es die ans 5. Wer leben will und gute genehmsten Auen, hier wird Lage schen, der mache sich ihm stets ein frischer Quell zu dieses Hirten Stab. Hier entdecks; Kein Auge kann wird sein Fuß auf grüner die Gnade überschauen, die Weide gehen, da ihm die Welt Seligkeit durch Jefum Chriftum. 55 Welt vorhin nur Treber gab; merhin über meinen guten hier wird nichts Gutes je Hirten, der mich schön weiß vermißt, dieweil der Hirt zu bewirthen, der mich lies ein Herr der Schäße Gottes bet, der mich kennt, und bey ift. meinein Namen nennt. 6. Doch dies ist nur der Vorschmack größrer Freuden, es folget noch die lange Ewig2. Unter seinem sanften Stab geh ich aus und ein, und hab unaussprechlich süße keit. Da wird der Hirt die Weide, daß ich keinen Huns Seinen herrlich weiden, wo ger leide; und so oft ich dur jedes Schaaf sich seines Hir- stig bin, führt er mich zur ten freut. Da siehet man Quelle hin. erst klar und frey, wie schön, wie auserwählt ein Schäflein Christi sey. 3. Sollt ich denn nicht fröhlich seyn, ich beglücktes Schäfelein? denn nach diesen schönen Tagen werd ich endlich heimgetragen in des Hirten Arm und Schooß: Weil ich Jesu Schäflein Amen, ja, mein Glück ist bin, freu ich mich nur im- groß! 51. In eigener Melodie. Seligkeit durch Jesum in diesem Leben. 52. den, daß ich mit der Deinen Zaht, die ihr schönes Erbs Mel. Jesu, der du meine 2c. theil können ewig unverwelks Laß, o Jesu! mir auf Er- lich nennen,- bis zu dir, durch den meinen Ruf und Gna- Gottes Macht, werd im denwahl alle Tage fefter wer Glauben durchgebracht. www. 53. Seligkeit durch Jefum 53. Herren Jesum liebet; Hallelujah finge, welcher ChriMel. Wer ist wohl, wie du zc. ftum nennet, sich von HerJesu, geh voran auf der zen ihm ergiebet: o wohl Lebensbahn! und laß uns ja dir! glaube mir: endlich wirst nicht verweilen, dir getreu- du droben ohne Sund ihn lich nachzueilen; führ uns an loben. der Hand bis ins Vaterland. 56 2. Solls uns hart ergehn: 55+ Laß uns feste stehn, und Mel. Mein Gott, das Herz ic. auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; Des Lebens abgestecktes Ziel denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. mag kurz seyn oder lang; so ist es an sich selbst nicht 3. Rühret eigner Schmerz viel, und nur ein Uebergang. irgend unser Herz; kümmert 2. Wer aber jeden Leuns ein fremdes Leiden: obenstag, so lang es heute so gieb Geduld zu beyden; heißt, dem Herrn der Lage richte unsern Sinn auf das opfern mag, der ist ein selEnde hin! ger Geist; 4. Ordne unsern Gang, 3. Der bringet feine HerrLiebster! lebenslang: führst lichkeit, die er in Christo du uns durch rauhe Wege, bat, aus dieser arbeitsvollen gieb uns auch die nothge Zeit mit in die Ruhestadt. Pflege; thu uns nach dem Lauf deine Thüre auf! 4. Da ist der edle Gots tessohn, das heilge Gotteslamin, selbst seiner Knechte Gnadenlohn und Hirt und Bräutigam. 54. 5. Und darum freut sich Mel. Gott ist gegenwärtig ic. Hallelujah bringe, wer den auf sein End ein Simeons= Herren kennet, wer den gemüth, das seinen Herrn von in diesem leben. 57 von Alters kennt, und seine Treu und Güt. 57+ 6. Bis dahin ist das die mel. Jefu meine Freude ic. Natur von einer unserm Herrn ganz hingegebnen Kreatur: Selge Lebensstunden, die Sie dient ihm, und thuts man bey den Wunden unsers gern. Herrn verbringt! Angenehmes Tonen, wenn man sein Versöhnen bis ins Grab befingt! und wie schön mit Lobgetdn werden dort ihm seine Kranken fürs Genesen danken. 56. Mel. Ein Blick im Geist auf 2c. O angenehme Augenblicke, wo sich die süße Hoffnung regt, daß einst auch uns, zum ewgen Glücke, die benedeyte Stunde schlägt, da wir zu den vollendten Schaa2. Selige Gedanken! Hoffe nung ohne Wanken! Großes Ziel fürs Herz! wornachs ren, wo heilig, heilig, hei- gläubig reichet, und davon lig! tint, Erlaubniß kriegen, heimzufahren, und den zu sehn, der uns versöhnt. nicht weichet unter Freud und Schmerz: Jesum schn und zu Ihm gehn! das ists Trostwort durch die Zeiten: O der Herrlichkeiten! 2. O welche Freude, welche Wonne, welch unaussprechlich heller Schein, wenn 5. Sesum anzuschauen, aller Himmel Himmel Sor- und in dem genauen Sünne wird über unserm Haupte derliebesband, das hier ward seyn, wenn wir das neue gebunden, seine heilge WunLied dem fingen, der sich den in Seit, Fuß und Hand nun sichtbar offenbart, und leiblich sehn, und zu ihm Ruhm und Preis und Ehre gehn, und beym Herrn seyn bringen dem Lamme, das unabwendlich: Freude, die geschlachtet ward. unendlich! 58. 58 Seligkeit durch Jefum du, Herr Jesu! uns nur bald fertig zu solchem Heil. 58. Mel. O Traurigkeit 2c. Mein Freund ist mein und ich bin sein! wie werd ich ihn doch droben für sein Leiden, Blut und Tod unaufhörlich loben. 4. Segenshände Jesu, mit Nägelnarben: weiset uns, wo wir mit blutgen Farben geschrieben stehn.. 2. Mein lieblich Loos ist schön und groß, und wird 5. ihr Wunden Jesu! es ewig bleiben; was mir macht seine Kranken an Leib dort bereitet ist, nicht beschreiben. läßt sich und Seele, Sinn und Ge danken heil und gesund. 3. Ich werd ihn sehn, und 6. Heilges Sterben Jez ihn erhöhn, der mir das su, du Blut der Wunden! Herz genommen, und dann sey unserm Herzen zu allen ewig ihm nicht mehr von Stunden lebendger Trost. der Seite kommen. 2. O was sind wir Armen alsdann gewärtig; mach 3. Offne Arme Jesu! die ewges Leben schon hier voraus zu empfinden geben; o nehmt uns ein. 59. 7. Heilger Leichnam Jesu, für uns begraben: Laß cinst im Grab uns auch Antheil baben an deiner Rub. 8. Auferstandner Jesus! Wie wohl, o Jesu! wird nach allem Leide laß uns mit uns geschehn, wenn wir dich, dir einst voll Fried und Freus den wir iht ungesehn über de auch auferstehn. Mel. Nun bitten wir den ic. Alles lieben, an den wir 9. Herr, für uns als gläuben, und gern in Lieb Sieger hinaufgefahren; du und im Glauben bleiben, wollst im Glauben uns dir einst werden sehn. bewahren nach Seel und Leib; 10. Bis wir, wenn da wieder erscheinst auf Erden, deiz in diesem Leben. deinem verklärten Leib ähn-| 6. In dem ewigschönen lich werden. Hallelujah! Versöhnersbilde, wie du am Kreuze dein Blut so milde vergessen hast. 59 60. In voriger Melodie. 7. Und wenn ich, im Frieden, in deine Hände einst Ich werde über mein Selig- werde dürfen aus diesem seyn mich niemals anders als Elende von hinnen gehn: schamroth freun, denn es ist nur Gnade, ist nur Erbarmen, alles, was Jesus an mir, dem Armen, erwiesen hat. 5. Herr, dein Blutver gießen, dein bittres Leiden, und dein am Kreuze für nich Verscheiden hat mirs verdient. 8. So wird meiner Seele dein bittres Leiden, dein Blutvergießen und dein Verscheiz den noch tröstlich seyn; 9. Und du wirst die Au2. Amen, ja! das werd gen bey dem Hinblicken auf ich zu seinen Füßen mit ewi- dich, Erblaßter, mir selbst ger Beugung bekennen müs- zudrücken; deß freu ich mich! sen, weils Wahrheit ist. 10. wer wird da wis sen, wie ihm geschiehet, wenn man dich endlich nun selber siehet, so, wie du bist. 11. O wie wirds so wohl thun, an deinen Wunden, 4. Darauf will ich einzig von unsern ißigen Leidensund fest vertrauen, und will stunden, sanft auszuruhn. beym Glauben das selge 12. Und welch Lobgetöne Schauen erwarten dort. wird dann erschallen, wann 5. Laß mich nur, Herr dir von deinen- Erlösten als Jesu! bis zum Erblaffen, im- len gesungen wird: mer im Geiste dich sehn und 15. Lamm, für uns ge= faffen zu meinem Trost, schlachtet, nimm Preis und Ehre бо Seligkeit durch Jefum in diesem Leben. Ehre, und Lob und Dank durch viel tausend Chöre; Mel. Mache dich, mein 2c. 61. denn du bists werth. Schickt die Herzen da hina 14. Alles sage Amen, ein, alle seine Kranken, wo den Herrn zu loben, hier ihr ewig wünscht zu seyn; auf der Erd und im Him Sinnen und Gedanken: wei= mel droben, was Othem chet nicht von dem Licht, das hat! dort oben scheinet, wo man nicht mehr weinet. Seligkeit durch Jefunt in jenem Leben. 62. Mel. Du unser auserwähltes 2c. Wie freut sich doch mein 2. Dort überwindt mein Glaube weit im Geist die alte Nichtigkeit, er wartet auf die neue Stadt, die lauter neue Sachen hat. Im ganzer Sinn, daß ich schon Blut des Lamms ererb ich eingeschrieben bin in der ver- Alles mit! das ist der Sieg, lobten Glieder Zahl, durch darum ich sehnlich bitt. meines holden Königs Wahl!! wie gerne mach ich mich mit nichts gemein, weil ich ein reines Glied der Braut will seyn. 3. Ach wundre sich nur niemand nicht, daß ich darauf allein gericht't: cin Brauts Herz kann in sonst nichts rubn Seligkeit durch Jefum in jenem leben. 6r ruhn, es hat mit seinem Gottes Haus, und darf nun Schmuck zu thun. Wer sei- ewiglich nicht mehr hinaus. nen Hochzeittag schon vor sich sieht, der ist um andern 7. Dann ist das Alte vilTand nicht mehr bemüht. lig hin, das New' ist da nach 6. Wenn ich nun vollends Geistessinn. Willkommen, umgekehrt, und klein als wie allerliebstes Lamm! komm ein Kindlein werd: so ist Je- ja fein bald, mein Brautiz rusalem auch mein: denn gam! Triumph, Triumph, solche Bürger müssens seyn. Triumph, Victoria, und Da bin ich dann daheim in ewig ewiges Hallelujah! 40 250 Zwey. 62 3 weyter Theil. Christliche Sittenlehre. Buße und Besserung. 63. Mel. Mir nach, spricht Christus unser Held 2c. 5. Da wird man chrbar und gerecht, da fürchtet man die Hölle, und bleibt sein Lebenlang ein Knecht, und kommt nicht von der Stelle: bis, daß man Alles ganz vergißt, und nicht mehr weiß, Bey einer steten Dammerung, wo Tag und Nacht vorhanden, und weder Fin- was Sünde ist. sterniß genug, noch wahres Licht entstanden, verfehlt die meiste Christenheit des We ges zu der Seligkeit. 4. So kam die Welt mir vors Gesicht: ich fand an ihr Gefallen; beynahe hätt ich Lust gekriegt, mit ihr dahin zu wallen. Die Luft macht sti Sinn nicht an, die Lei- immer fündiger, das weißt denschaften leben, und müs du, Herzenskündiger. 2. Das Herz nimmt Chrisen sich nur dann und wann 5. Doch, von der harten in den Gehorsam geben, so, Sklaverey ward ich, o selge daß, wird ja der Zweck er- Stunden! durch meines Heiz reicht, nur eine Lust der an- lands Liebe frey; da hab dern weicht. ichs erst empfunden, was Lieb Buße und Befferung. 63 Lieb und ihre Folgen sey; und Heuchelschein, daß tau: da ward ich von der Knecht- send, die sich Christen nenschaft frey. nen, mit nichten Chrifti Gliez 6. Ich liebte ihn, als ich der seyn. Ach, wirk in mir ihn sah in seinem Blut und zu deinem Ruhm, mein Gott, Wunden! da lernt ich, was das wahre Christenthum. für mich geschah in seinen Leidensstunden. 2. Hilf, daß ich dir alKaum sah lein ergeben, der Sünde abs ich ihn so vor mir stehn, so gestorben sey! Laß mich mir war es um mein Herz ge= schehn. sterben und dir leben, mach mich in allen Stücken treu! Ach, wirk in mir 2c. 7. Dank, Ehrerbietung, Schuldigkeit kann man zu- 3. Entreiß mein Herz dek wege bringen; allein der Liebe Lust der Erden, laß mich, Zärtlichkeit, die kann kein der ich unsterblich bin, nach Mensch erzwingen. Man deinem Bild erneuert wer schenke einem Hof und Haus, den, und gieb mir meines es wird doch keine Liebe Heilands Sinn. Ach, wirk in mir 2c. draus. 8. Auch kann die Furcht 4. Regiere du selbst meivor Hill und Pein uns nicht ne Seele, daß ich nur Chris zur Liebe treiben; Furcht kann sto folge nach, und stets den nicht in der Liebe seyn; nein, schmalen Weg erwähle, nur kindlich an ihn glauben, heißt, Ehre such in Christi Schmach! wenn man dem das Herz Ach, wirk in mir ic. Mus hingiebt, der uns zuerst so hoch geliebt. 64. 5. Gieb mir zum Streite Muth und Kräfte, und steh dem Schwachen mächtig bey; Gieb, daß ich an dein Kreuz mich hefte, und mir die Mein Gott, ach lehre mich Welt gekreuzigt sey. Ach, erfennen den Selbstbetrug wirk in mir zc. Mel. Wer nur den lieben 2c. 6. Lap 64 Buße und Besserung. 6. Laß in mir Glauben, von deinem Angesichte! gieb Hoffnung, Liebe lebendig, deinen Geist, daß er mich fest und thätig seyn, daß ich unterrichte; gieb ihn, daß er bis an mein Ende übe das auf deiner Wahrheit Wege Christenthum ohn Heuchel- mich leiten möge. schein. Ach, wirk in mir sc. 7. So hab ich schon hier auf der Erde, was mich be4. Erquicke mich in meis ner Seele Leiden mit deiner ruhigt und erfreut, und fin- Hülfe; gieb den Geist der de, wenn ich sterben werde, keine Kraft besitze, mich unFreuden, damit er, weil ich terstüße. Trost und dann HimmelsSeligkeit. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 5. Mit neuer Treue will ich dich verehren; ich will die Sünder deine Wege lehren, mein Beyspiel soll sie reiz zen, deinen Willen gern zu erfüllen. 65. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. Allein vor dir, mein Gott, hab ich gesündigt! O laß die Gnade, die dein Wort verkündigt, wenn Sünden uns von ganzen Herzen reuen, auch mich erfreuen. 2. Schaff in mir, Höch- 7. Ein reuevolles Herz, ster! eine reine Seele; cin das willst du haben; ein neues Herz, das deine We- solches Herz willst du mit ge wähle. Befördre selbst, Troste laben. Du willst die und stärke mein Bestreben, Seelen, die nach Gnade nur dir zu leben. schmachten, Gott! nicht vers 3. Verwirf mich nicht achten. 66. 6. O höre, Gott! erbars mend auf mein Flehen; wie solltest du ein reuend Herz verschmähen? ein Herz, das dich im Glauben ernstlich suchet, der Sünde fluchet. Buße und Besserung. 65 66. Schäflein nicht, dems in der Irr an Hülf gebricht, er Wer sich fühlt befleckt von sucht es mit Verlangen; er Sünden, und voll Schmerz låffet neun und neunzig stehn, nach Jesu weint, wird sich die bey ihm in der Wüsten bald gereinigt finden, wenn gehn, das eine zu umfaner ihm am Kreuz erscheint: gen. Owie blickt er da so licht 4. So sucht der liebste in das Gnadenangesicht! Soll Jesus Christ das Schäflein, der Blick sich nie verdunkeln, das verlohren ist, bis daß muß ihm Jesu Kreuz stets ers hat gefunden'; nur laß funkeln. dich finden, arme Seel, und komm in Jesu Wundenhöhl; ißt sind noch Gnadenstunden! 67. 5. Nun, Jesu, deine Lieb Mel. Kommt her zu mir, ic. ist groß! ich komm mühselig, Ihr armen Sünder, kommt nackt und blos, ach! laß mich zu Hauf, kommt eilig, kommt Gnade finden: ich bin dein und macht euch auf, mühse- Schaaf, das sich verirrt; ach lig und beladen! hier öffnet nimm mich auf, weil ich versich das Jesusherz für alle, wirrt im Strick und Netz der die in Reu und Schmerz er: Sünden. kennen ihren Schaden. 6. Ach wehe mir! daß 2. Es heißt: Er nimmt ich von dir gewichen bin zum die Sünder an! drum komm, Abgrund schier, o! laß dein Jesus will und kann dich retten und umarmen! komm weinend, komm in wahrer Buß, und fall im Glauben ihm zu Fuß: Er wird sich dein erbarmen. mich wiederkehren zu deinem Schaafstall, nimm mich an, und mach mich frey vom Fluch und Bann, dieß ist mein Herzbegehren! 7. Laß mich dein Schif lein ewig seyn; du sey mein 3. Ein Hirt vergißt sein treuer 66 Buße und Besserung. bewerben. treuer Hirt allein im Leben] 2. Sich, welch ein heiß und im Sterben; laß mich Begehren nach dir mein Herz vom eitlen Weltgefind aus- erfüllt; sich, wie ein Fluß gehn, und mich, als Gottes von Zähren aus meinen AuKind, um Dich, mein Schat, gen quillt! Wie bange und wie trübe mirs in der Seele 8. Laß mich von nun an ist, wenn Jesu, meine Liesterben ab der Sündenlust be! du mir nicht nahe bist. bis in mein Grab; und in 5. Laß mich den Saum dem neuen Leben in Heilig- berühren, sonst sink ich ster-= und Gerechtigkeit Dir dienen bend hin! laß deine Kraft noch die kurze Zeit, die mir mich spüren, der ich voll zum Heil gegeben. Schwachheit bin. Ich thu 9. Ach nimm dein armes in heißem Triebe nach dir Taublein ein, und laß es die Seele auf! Komm, fülle ficher bey Dir seyn in deinen Wundenhöhlen! bewahre mich für Sündenwerk, und gieb mir deines Geistes Stark, am Leib und an der Seelen. sie, o Liebe, und fördre meinen Lauf. 69. 68. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. Ach, mein Herr Jesu! wenn ich dich nicht hätte, und wenn dein Blut nicht für mich Mel. O Hauptvoll Blut und ze. Mit innigem Verlangen sucht, Jesu, dich mein Herz! Sünder redte: wo sollt ich, Ach, laß dich doch umfangen Aermstes unter den Elenden, in meinem Seclenschmerz! mich sonst himwenden? Komm, rufe deinem Kinde 2. Ich wußte nicht, wo die süßen Worte zu: Ich ich vor Jammer bliebe: denn tilge deine Sünde, dein bin wo ist solch ein Herz, wie ich, mein bist du! deins, voll Liebe? Du, du bist Besserung. 67 70. 3. Nun ist sein aufgetha= ner Schoos die Zuflucht hochz betrübter Seelen. Er spricht sie von der Sünde los, und tilget bald ihr ängstlich Quas Mein Heiland nimmt die len; es wird ihr ganzes SünSünder an, die unter ihrer| denheer ins unergründlich tiefe Laft der Sünden kein Mensch, Meer der Gnad in seinem kein Engel tristen kann, die Blut versenket, und ihnen nirgends Ruh und Rettung Gottes Geist geschenket zum finden; für die sogar die Welt Führer auf der Lebensbahn. zu klein, die sich und Gott Mein Heiland nimmt die zuwider seyn, den'n Moses Sünder an. schon den Stab gebrochen, 4. So bringt er sie zum und sie der Hölle zugespro- Vater hin in seinen blutbechen, wird diese Freistatt floßnen Armen: da freuet aufgethan: Mein Heiland sich des Vaters Sinn, und nimmt die Sünder an! er fühlt herzliches Erbarmen. Er nimmt sie an, an Kin2. Sein mehr als mütterli- des statt; ja alles, was er ches Herz trieb ihn von seinem ist und hat, wird ihnen ei Thron auf Erden: Ihn drang gen übergeben; die Thüre zu der Sünder Weh undSchmerz, dem ewgen Leben wird ihnen an ihrer statt ein Fluch zu wer- fröhlich aufgethan: Mein Heie den; er senkte sich in ihre land nimmt die Sünder an. Noth, und litt für sie den 5. O solltest du sein Herz bittern Lod. Nachdem er nur sehn, wie sichs nach arnun sein eigen Leben zur men Sündern sehnet, so wohl, Buße und bist meine Zuversicht alleine; sonst weiß ich keine. theuren Zahlung hingegeben, und für die Welt genug gethan: so heißts: Er nimmt die Sünder an. wenn sie noch irre gehn, als wenn ihr Auge vor ihm thras net. Wie streckt er sich nach Zöllnern aus, wie eilt er in Zachäi 68 Buße und Besserung. Zachdi Haus, wie sanft stillt 3. Komm nur mühselig er der Magdalenen den mil- und gebückt, komm nur, ſo den Fluß der Sünderthrånen, gut du weißt zu kommen; und denkt nicht, was sie sonst wenn gleich die Last dich nies gethan: Mein Heiland nimmt derdrückt, auch kriechend wirst die Sünder an. du angenommen. Sieh, wie 6. Wie freundlich blickt sein Herz dir offen steht, er Petrum an, ob er gleich und wie er dir entgegen geht; noch se tief gefallen! Nun, wie lang hat er mit vielem dies hat er nicht nur gethan, Flehen sich brünstig nach dir da man ihn sah auf Erden umgesehen. So kommt denn wallen: nein, er ist immer allesammt heran: Mein Heiz einerley, barmherzig, gnädig land nimmt die Sünder an. und getreu: so wie er war 9. Sprich nicht, ich habs in Schmach und Leiden, so zu grob gemacht, ich hab ist er auf dem Thron der die Güter seiner Gnaden so Freuden den Sündern lieb- schändlich und so lang verreich zugethan: Mein Hei acht't, er hat mich oft umland nimmt die Sünder an. sonst geladen: wenn du nur 7. So komme denn, wer ist es redlich meinst, und Sünder heißt, und wen die deinen Fall mit Ernst beweinst: Sündennoth betrübet, zu dem, so soll ihm nichts die Hände der keinen von sich weist, der binden; noch heute sollst du sich gebeugt zu ihm begiebet. Gnade finden: Er hilft, wenn Wie? willst du dir im Lichte niemand helfen kann: Mein stehn, und ohne Noth ver- Heiland nimmt die Simder loren gehn? Wie, willst du an. noch der Sünde dienen, da Jesus dir zum Heil erschies nen? o nein, verlaß die Sündenbahn: Mein Heiland nimmt die Sünder an. 10. Doch sprich auch nicht: Es ist noch Zeit, ich muß erst diese Luft genießen; Gott wird ja eben nicht gleich heut die offne Gnadenpforte schlies Ben. Buße und Besserung. 69 sen. Nein, weil er ruft, so 2. Dies ist das wunderhöre du, und greif mit bei- volle Ding; erst důnkts für den Händen zu; wer seinen Kinder zu gering, und dann Gnadenruf verträumet, der begreift es nicht ein Mann, hat die Gnadenzeit versäu- er stirbt wohl, eh ers gläus met; ihm wird hernach nicht, ben kann: hier wird die kleis aufgethan: Mein Heiland ne Schaar deshalb verlacht; nimmt die Sünder an. und dort ihm ewges Lob das 11. Ach zeuch, ach zeuch für gebracht. mich selbst zu dir, holdselig 3. So lange eine Menschsüßer Freund der Sünder! heit ist, so lange Jesus bleibt Erfüll mit sehnender Begier der Christ; so bleibet dies mich, und auch alle Menschen das A und O, vom ganzen kinder! Zeig uns bey unserm Evangelio: Und daß dies Seelenschmerz dein aufgespalt- Gotteskraft und Wahrheit nes Liebesherz: und, wenn wir ist, das wißt ihr alle, die unser Elend sehen, so laß ihr Wahrheit wist. uns ja nicht stille stehen, bis 4. Wenn eins von Kinta daß ein jedes sagen kann: desbeinen her auch noch so Gott Lob! auch mich nimmt unbescholten war, und wüste Jesus an! kaum, was Fleisch und Blut, was Geiz sey, Stolz und Uebermuth; und meinte, damit sey es nun gethan; der war und blieb ein armer blinder Mann. 5. Und wer auch in dem Glanz des Lichts sich sicht, unsre Gnadenwahl; und durch und sieht, er tauge nichts, dein Blut und deine Todespein, laß hier und ewig uns dein eigen seyn! und greift die Sache selber an, will Guts thun, eh er Guts thun fann; der müht um: 71, Du unser auserwähltes Haupt! an welches unsre Scele glaubt: laß uns in deiner Någelmaal erblicken Buße und Besserung. umsonst sich viel und man- und stärkt er sie zum Thun, cherley, und lernet nie, was ein Erlöser sey. und über ihre Glaubenskraft in einer treuen Ritterschaft. 6. Wenn aber ein verlor- Man thut sein Werk, und nes Kind vom Tod erwacht, ist es nun gethan, denkt sich elend findt, und sieht man gemeiniglich nicht weidas Bis als böse an, und ter dran. jammert, daß es sonst nichts 10. Und würde man ja kann, verzagt an sich, und irgendwo der eignen Gnadendieses geht ihm nah; kaum arbeit froh; so kommt die fieht sichs um, so steht der Sünderscham herbey und zeiHeiland da. get uns so mancherley, daß 7. ,, Wie geht dirs?" ,,, man Gott dankt, wenn man es geht nicht gut, ich lieges sich selbst vergißt, und an hier in meinem Blut!" Da nichts denkt, als daß ein spricht der Menschenfreund: Heiland ist. ,, Mein Sohn! nimm hin die 11. Und unaufhdrlich geht Absolution, und sich mich der Sinn der Jünger Christi an, und glaub, und stche nur dahin, wie jedes Ihn auf, und wandle neugestärkt bey Nacht und Tag er= den Friedenslauf!" freun, und Ihm gefallen 8. Die Seele friegt den mag, dem Herrn, der uns neuen Geist, sie glaubt und bis in den Tod geliebt, und thut, was Jesus heißt, und uns schon hier des Hummels sicht den Heiland nun so an, Vorschmack giebt. wies uns sein Geist nur geben kann; Und bey dem Aufsehn auf den guten Herrn thut man in Einfalt Guts, und thut es gern. 72. Mel. Die Seele Christi heilge ic. Chrifti Blut und Gerechtig9. Erst heißt der Freund keit, das ist mein Schmuck und die Secle ruhn, dann nährt Ehrenkleid, damit will ich vor Buße und Besserung. 71 vor Gott beftehn, wenn ich und fündigte nicht bis ins Grab; in Himmel werd eingehn. 1 2. Ich glaub an Jesum, 8. So denk ich, wenn welcher spricht: Wer glaubt, ich zu ihm komm, doch nicht der kommt nicht ins Gericht! an gutseyn, oder fromm; Gott Lob, daß ich es glauben sondern: da kommt ein Sünkann, auch meine Schuld der her, der gern fürs Lös'= sey abgethan. geld selig war. 3. Die Handschrift ward 9. Da singt der Vater mit Jefu Blut am Kreuz Abraham und alle Heiligen durchstrichen mir zu gut; die dem Lamm; und sieht man Någel, die ihn da verwund't, in ihr Buch hinein, so stehts, zerriffen jenen alten Bund. daß sie auch Sünder seyn. 4. Das heilige, unschuld10. Wird dann die Frag ge Lamm, das an dem rauhen Kreuzesstamm für meine an mich gebracht: Was hast Schuld gestorben ist, erkenn ich für den Herrn und Chrift. 5. Ich glaube, daß sein 5. Ich glaube, sein theures Blut genug für alle Guts thun, ich thats gern. du in der Welt gemacht? So sprech ich: Dank seys meinem Herrn! konnt ich was Sünden thut, und daß es Gottes Schäße füllt, und ewig in dem Himmel gilt. 11. Und weil ich wußte, daß sein Blut das Herze heilt, die Sund abthut, ließ 6. Drum soll auch die ich mirs eine Freude feyn, ses Blut allein mein Treft in Sünde nicht zu willgen Tein. und meine Hoffnung seyn; ich bau im Leben und im Tod allein auf Jesu Wunden roth. 12, Und kam dann eine böse Lust, so dankt ich Gott, 7. Und würd ich durch daß ich nicht mußt; ich sprach des Herrn Verdienst auch noch zur Luft, zum Stolz, zum so treu in seinem Dienst, ge- Geiz: dafür bing unser winn auch allem Bösen ab, Herr am Kreuz!" 15. Ich 72 Buße und Befferung. 13. Ich ließ damit mich 19. Du Ehrenkönig, Jegar nicht ein, und dankte su Christ! des Vaters einger Gott, ein Kind zu seyn; als Sohn du bist; erbarme dich Kind klagt ichs dem Heiland der ganze Welt, und segne, blos, da ward ichs immer was zu dir sich hält. wieder los. 14. Deß werden alle Heilgen sich mit mir erfreuen inniglich, und preisen unsern. Schmerzensmann, dann stimm auch ich mit ihnen an. Gnadenwahl mich freun in 20. Hier will ich meiner deiner Bundenmahl, dort aber prangen in dem Kleid der blutigen Gerechtigkeit. 73. 15. Dem Lamm gebühret alles gar, weil es für uns geschlachtet war; es hat die mel. O Haupt voll Blut und sc. Sünde weggebracht, und uns Gott angenehm gemacht! du, an den ich glaube! 16. So lang ich noch hie- Jesu, Gotteslamm! ich nieden bin, so ist und bleiz liege hier im Staube, vor bet das mein Sinn: ich will deinem Kreuzesstamm; ein die Gnad in Jesu Blut be- Sünder, und ein Armer, bezeugen mit getrostem Muth. fleckt mit Mifferhat, die dich, 17. Gelobet seyft du, Je- o mein Erbarmer! ans Kreuz su Chrift, daß du ein Mensch geheftet hat. geboren bist, und haft für 2. Ach blick auf meine mich und alle Welt bezahlt Thränen, die mir dein ein ewges Lösegeld. Schmerz erpreßt, eh du dein 18. Das hilf uns nun Haupt mit Stühnen, verauch predigen, und von der scheidend sinken läßt. Ein Sünd erledigen, was gern Blick von dir in Gnaden, aus deiner blutgen Füll, als stillt allen meinen Schmerz, Sünder, Gnade nehmen heilt allen meinen Schaden, beseliget mein Herz. will. 3. Daß Buße und Befferung. 73 3. Daß ich für deine Lie- dein Blut verschrieben, nennst du den Deinen mich. be, mit der du mich geliebt, dich noch so oft betrübe, und 7. Nun stårke mich aufs tausendmal betrübt; daß ich neue! Mein Heiland, gieb dir deine Treue so ganz er wiedre nicht: das ist der Schmerz, die Reue, die mir mein Herz zerbricht. 4. Ach Jesu, voller Güte, sich mich vergebend an; nichts ist, was mein Gemüthe, mein Herz sonst stillen kann. Ein Tropflein von dem Blute, Ich habe dich gefundas sterbend dir entrann; den, und laß dich ewig nicht. schenk's meinem Glaubensmuthe, dann ist mir wohlge8. than. Im Blick auf deine Wunden sags ich mit Zuversicht: Du hast mich dir erwählet, dein 5. Wohl mir, daß dein Eigenthum zu seyn; du haft Erbarmen mir nicht dein dich mir vermählet: Dein Herz verschließt, aus dem bin ich, ewig dein! mir Kraft zu unverrückter Treue in deiner Jüngerschaft. Du weißt ja, wie ichs meis ich dich; und ne, nicht gnug, doch lieb ich dich; und daß ich, ganz der Deine zu werden, sehne mich. für mich, den Armen, der Lebensbalsam fließt! Ich 74. schließe mich aufs neue an dich, mein Heiland, an; ich Mel. O Durchbrecher aller 2. weiß, daß deine Treue mirs nicht versagen kann. Wer gebeugt vor Gott erscheinet, ihm sein Elend eins 6. Mein Herz ist hocher: gesteht, und um Trost der freuet; Dank sey es, Jesu, Gnade weinet, der erlangt, dir! Das Bündniß ist er- um was er fleht. Auch der neuet an deinem Kreuze hier: Krankste wird da finden, Ich will dich ewig lieben, ver-| durchs Verdienst von Jesu wundte Liebe, dich; dir durch Schmerz die Vergebung aller Buße und Besserung. 74 aller Sünden, und ein neues, reines Herz. 75. Jesu Liebe und Erbarmen ist viel größer, als man denkt, wenn er seinen Kranken, Armen Gnade und Vergebung schenkt. 2. Unaussprechlich sind die Freuden, die das Herz bey Jesu find't, wenn beim Aufschn auf sein Leiden Sünder hier schon selig sind. 5. Darum sagt mir nichts als Jesum, der mein Heiland worden ist, und sein Blut gab zur Erldsung, welche nun mein Herz genießt. 3. Und auf einmal wirds gespüret, daß er Jesus Chri- 4. Alles Wissen und Erstus, heißt: O wie wird das kennen, selbst der frümmste Herz gerühret, o wie rege Wandel nicht, oder was man wird der Geist. fonst kann nennen, giebt mir Troft und Zuversicht. 2. Wenn man sonst nach Grunde fragte mit bekümmerten Gemüth, und kein Mensch war, der uns sagte, wer es sey, der Seelen zicht; 76. Aufs Verdienst von Jesu Wunden, auf sein Blut kommt alles an, daß man hier schon selge Stunden hat, und ewig haben kann. 4. Einem solchen armen Kinde, das sich für verlohren hålt, seufzt und jammert in der Sünde, wird sein Blut zum Lösegeld. 5. Nichts als Jesu Chriſi Gnade, nichts als sein Verdienst allein, läßt mich auf dem Pilgerpfade heiter, und dort selig seyn. 5. Gnade strömt aus Je6. Herr, entreiße mich su Wunden, daß man Abbajdem Allen, was nicht in dein sagen kann, und man sieht Reich gehört, laß mich in die sich von den Stunden, als Freystatt wallen, wo mich ein Kind der Gnade an. nichts verlegt und stört. 7. Zeuch Buße und Besserung. 75 7. Zeuch mich, Jesu! zu dir auf, mein Gott, wo zeuch mich Armen, nimm der Erldsten selge Schaar dich mich hin voll Freundlichkeit; lobt und preiset immerdar. deine Liebe, dein Erbarmen, helfe meiner Blddigkeit. 78. 77. Mel. Mache dich mein Geist: c. D! wo soll ich flichen hin? wer wird mich erretten? wer Die Seele Chrifti heilge mich zu Einer Seel und Geist mit verändert meinen Sinn und sich; sein Leichnam, der für mich verwundt, der mach mir Leib und Seel gesund! zerbricht die Ketten? ich bin schwach: Jesu, ach! du wirst dich des Armen doch aus Gnad erbarmen. 2. Das Wasser, welches auf den Stoß des Speers 2. Blicke meine Seele an, aus seiner Seite floß, das die so fest gebunden und sich sey mein Bad; und all sein Blut erquicke mir Herz, Sinn und Muth. selbst nicht helfen kann, schaue ihre Wunden, Gottessohn! Gnadenthron! laß mir auf mein Schreien Tristung angedeihen! 3. Ich bin hart, erweiche mich, daß mein Herz zerfließe, und in Thränen mildiglich sich vor dir ergieße! steh mir bey: du kannst frey machen von den Sünden, stårken, kräftgen, gründen. 4. Deine Wunden sinds, die Heil, Ruh und Friede bringen, da such ich in meinem Theil auch hineinzudringen; 3. Der Schweiß von sei nem Angesicht laß mich nicht kommen ins Gericht; sein gan= zes Leiden, Kreuz und Pein soll täglich meine Stärkung scyn! 4. O Jesu Christ, erhöre mich, nimm und verbirg mich ganz in dich, schließ mich in deine Wunden ein, daß ich vorm Feind kann sicher seyn. Ruf mir am Ende alIcr Noth, und nimun mich 5. deine 76 Buße und Besserung. deine Huld wird die Schuldrecht in mir; denn Ich tilge und mein tiefes Gråmen deine Sünden; meines Leis durch dein Blut wegnehmen! dens Kostbarkeit hat dich vom Gericht befreyt!" 79. 5. Dwie tröstlich ist mir doch diese Stimme, die ich Mel. Jesus meine Zuversicht zc. Herr, mein Heil! in aller kenne! sie versichert mich, Angst wend ich meine Glaubensaugen zu dem Kreuze, da du hangst, um da Trost aus dir zu saugen, weil mich Schuld und Sünde drückt, und mein Herz davor er schrickt. daß noch Jesu Herz vor Liebe brenne, daß er unaufhörlich treu und der Sünder Heiz land sey. 2. Ach hier, Jesu, lasse 6. Wenn ich deines Leis dens Kraft, und was mir dein Blutvergießen hat für Seligkeit geschafft, ewig wer= du mich dein offnes Herz ers de recht genießen: o! wie blicken! neig dein Haupt mir herrlich wird allda schallen freundlich zu, sprich: ,, Komm mein Hallelujah! her, laß dich erquicken! deine Schuld, die dich erschreckt, ist durch meinen Tod bedeckt." 80. 3. Mein Herz ángstet mel. Jesu meines Lebens c. sich in mir, weiß es, Herr, Ach! das Wort, deß ich mich auf deine Wunden, halt ihm freue, das so theu'r, annchdie Erldsung für, die du mir menswerth, ehr ich nun in dadurch erfunden! sprich: tieffter Reue lebenslang auf ,, Getrost her! halte dich nur dieser Erd: In die Welt, im Glauben fest an mich!" verlohrne Kinder! als Erld4. ,, Thust du das, so ist fer aller Sünder Jesus Chris an dir nichts beflecktes mehr stus zu uns kam, unfre zu finden, und du bist ge- Sünd er auf sich nahm! 2. Je= Buße und Besserung. 77 preiset sein Erbarmen; nichts ists, daß ihr euch selbst müht! Gnade will er euch ja schennichts zu nennen, ich war ken, keiner Sünde mehr gedeffen fähig satt! leider, ach! denken; freye Gnade, Leben, vor andern allen hatt' ich Heil: Hallelujah! Nehmt an der Sünd Gefallen! Aber dran Theil. 2. Jesu, ach, ich muß bekennen ist zum Preise deiner Gnad: Böses war wohl dein Erbarmen war größer als der Sündenschaar! 81. 3. Deines Blutes Gna= denfluthen überströmten mir Mel. Gott ist gegenwärtig sc. mein Herz; Statt verdienter Zornesruthen, heiltest du mir Unbeschreiblichs Herze! ich allen Schmerz: auf mein kann dich nicht missen: ach, glaub'ges ängstlichs Schreien, gieb dich mir zu genießen! ließst du mir Trost ange: wenn ich dich nicht habe, deihen, übergroße Gnad und kann ich ja nicht leben: drum Huld, und Vergebung aller wollst du mir Armen geben, Schuld. was mich stillt, und erfüllt 4. Christe, drum muß mit Trost, Fried und Freuich auch billig hier als ein de, dran ich Mangel leide. Erempel seyn, wie du freundlich, gnädig, willig Alle 2. Laß in meinem HerSünder ladest ein; rufft: zen heute noch ertinen: daß ,, Ach, kommt, ihr blöden auch mein sey dein VersihTauben! tretet doch herzujnen! ich versprech dir alles; im Glauben, ziehet an das du giebst mir das Halten, Hochzeitkleid in der schönen und gedenkest nicht des AllGnadenzeit." Nun ich weih mich ten. 5. Nun so kommt doch aufs neu dir zum Lohn der ja, ihr Arm n, da er euch Schmerzen, mit dem ganzen igt zu sich zicht: daß ihr Herzen. 82. 78 Buße und Besserung. 82. Faden bald! mein Wille seyy dir übergeben. Mel. Mein Jesu, dem die zc. 4. Da ist mein Herz und Mein Freund! wie dank meine Seele! ach nimm sie ichs deiner Liebe? daß du dir zur Wohnung hin, ervon deinem Gnadenthron, fülle sie mit Freudendle, dein durch deine zarten Liebestrie- Geist regier allein darinn; be, erwärmst mich armen die Liebe, die dich chmals falten Thon; wie dank ichs nieder in mein blutarmes deinem treuen Herzen, daß Wesen zog, und Mensch zu du mich von dem Fluch be- werden überwog, die ziehe freyt, und mir die ewge Se- dich auch ißo wieder! ligkeit erworben hast durch Todesschmerzen? 5. Zerbrich, verbrenne und zermalme, was dir nicht völ2. Das hab ich an mir lig wohl gefällt! Ob mich wahrgenommen, zu deiner die Welt an einem Halme, Stunde ists geschehn, da bin ob sie mich an der Kette ich meinem Feind entkom- bált: ist alles eins in deinen men, da hab ich in dein Licht Augen, da nur ein ganz begesehn, dawurde köstliches Ge- freyter Geist, der alles anschmeide, das Kleid des Heils, dre Schaden heißt, und nur mir zugewandt, da ward zu- die lautre Liebe taugen. gleich der Kindschaft Pfand mir 6. Ja, Amen, da sind mitgetheilt, des GeistesFreude. beyde Hände! aufs neue sey 3. Bars etwa, daß mein dirs zugesagt: ich will dich Geist noch hienge an einem lieben ohne Ende; mein AlFaden dieser Welt, und sein les werde dran gewagt! ach Verlangen auf was gienge, laß, mein Freund! mich deidas dir, o Bräutgam, nicht nen Namen, und deines gefällt; ach wäre dies, mein Kreuzes Ehrenmaal, nach deiliebstes Leben! so bitt ich deiner Lieb und Gnadenwahl, an ne Liebsgewalt: zerreiße diese meiner Stirne tragen! Amen. 85. Buße und Besserung. 79 83. Mel. O Gott, du frommer 2c. Senk, o Herr, deine Furcht Sünden liegen. Wer nicht Herz, Sinn und Muth erneurt, wird sich gewiß betrügen, den Himmels- Weg in aller Menschen Herzen, und schmalen Steg hat er laß niemand mit der Buß nie angetreten; Er weiß auch und wahrem Glauben scher- nicht in Gottes Licht, was zen, thu allen Dunkel weg, Kämpfen sey und Beten. Trägheit, Vermessenheit, Ver- 2. Was ist die Welt nur stockung, Heucheley, Bos- Schwachheit heißt, ist ihrer heit, Unheiligkeit. Bosheit Stärke, dadurch 2. Hilf siegen über das, mehrt dann der Höllen- Geist was du schon überwunden, sehr mächtig seine Werke. zerstöhr des Teufels Reich, Auf, Seele! auf, richt deis laß ihn bald seyn gebunden, nen Lauf zur Allmacht, die daß wir mit Fleiß und Sorg dich rettet, des Heilands Blick verläugnen, widerstehn, an zerreißt die Strick, womit halten mit Gebet, entflichen du angeketter. und entgehn. 3. Der erste Schritt im 3. Verleih Geduld und Christenthum macht von der Trost im Kämpfen und im Sünd uns scheiden, bey eiRingen, sorgfältge Wachsam- nem wahren Glaubens- Ruhm keit laß mit Bestand durch muß man die Welt- Lust meidringen, laß uns in heilger den, wann Christi Geist die Furcht und in Bereitschaft Seel entreißt von ihren Tostehn, daß wir mit Freu- des- Banden, so spürt sie digkeit vor deine Augen gehn. Kraft, die Jesus schafft, mit dem sie auferstanden. 84. 4. Mein Heiland, fördre Mel. Durch Adams Fall 2c. selbst dein Werk, laß mich Wer sich auf seine Schwachs bekräftigt werden, es ist Gez heit steurt, der bleibt in rechtigkeit und Stårk mein bestes Univ.- Bibl. Giessen 80 Buße und Besserung. bestes Theil auf Erden, du wir frey von Heucheley im machst gerecht uns, dein Streit stets fiegreich leben. Geschlecht, und willst zugleich uns stärken, daß wir in dir des Glaubens Zier, die Macht der Gnade, merken. 6. Gieb Kraft, wo keine Kraft mehr ist, gieb Kraft, das Fleisch zu dämpfen, gieb 5. Brich durch, o starker Kraft, wenn Satans Macht Gottes- Sohn, damit auch und List uns schwächen will wir durchbrechen. Laß uns im Kämpfen. Wenn uns in dir, o Gnaden- Thron, die Welt viel Anstoß stellt, nicht mehr von Schwachheit gieb Kraft, sie zu vernichten, sprechen, wann deine Hand so wird in Noth, ia selbst das theure Pfand des Gei- im Tod, uns deine Kraft stes uns umgeben, dadurch aufrichten. Verhalten gegen Gott und Jesum. Lob und Dank Gottes. lich dich und milde? Ach! das hat Gott gethan. 85. 2. Wer war dir so ge wogen, da du noch warest nicht! Wer hat dich doch Mel. Herr Christ, der 20. D, fage, meine Seele! Wer gezogen aus Mutter- Leib ans hat dich wohl gemacht, und Licht? Dir auch Geift, Sinin des Leibes Höhle so mei- ne, Leben, Vernunft und sterlich gebracht? Wer schuf Wizz gegeben. Ach! das hat nach seinem Bilde so weis- Gott gethan. 3. Wer Verhalten gegen Gott und Jesum. 8.1 3. Wer hat dir denn er- und bis hicher gelabet mit worben Gerechtigkeit und seinem reinem Wort, mit Heil? Wer ist für dich ge- seines Leibes Weide, der storben? Ein Mensch und Quelle seiner Seite? Ach! dein Erbtheil, ein Heiland das hat Gott gethan. aller Orden, und dein Erldser worden? Ach! das hat Gott gethan. 8. Wer hat dich stets bes gleitet durch seiner Engel Heer, zur Buße auch gelei4. Wer hat durch seine tet, wann du gesündigt sehr, Wunden Sünd, Satan, Hill und lassen von den Sünden und Tod, die Welt auch genådig dich entbinden? Ach! überwunden? Wer hat der das hat Gott gethan. Seelen- Noth und alle Straf erduldet, die du doch sonst verschuldet? Ach! das hat Gott gethan. 9. Wer hat dich oft behütet für Sünde, Spott und Schand und wenn der Feind gewütet, dir Hülfe zugesandt, 5. Wer hat dich neu ge- auch da der Tod schon kome bohren durch Wasser und den men, dich ihme doch entnomGeist, freywillig auch erkoh- men? Ach! das hat Gott ren zum Himmel allermeist, gethan. in dich sich ganz versenket, 10. O wer hat dich ge= den Glauben dir geschenket? seßet in ein Christliches Land, Ach! das hat Gott gethan. mit Wohlthun dich ergößet, 6. Wer hat der Kirche gegeben Amt und Stand? Gottes wohl einverleibet dich? den Frieden allerwegen, auch Wer hat dich sein's Gebotes allenthalben Segen? Ach! gemachet theilhaftig, gelehret, das hat Gott gethan. Gott zu kennen, auch Bater ihn zu nennen? Ach! das hat Gott gethan. 11. Wer hat dir wohl bescheret Gesundheit, Speis und Trank, was sonst zur Nahrung g'håret; und dich dein Lebenlang so wunderlich $ 7. Ach! wer hat dich begabet mit Gutem immerfort, 83 Verhalten gegen Gott und Jesum. geführet, erhalten und regie- dort vollkommen singen: Alret? Ach! das hat Gott ge- les hat Gott gethan. than. 12. Wer hat so viel Un86. glücke, Kreuz, Elend, Angst Mel. Wie schön leuchtet der ic. und Quaal, Gefahr, Betrug und Tücke viel hundert tau- Hallelujah, Lob, Preis und sendmahl ganz väterlich ge- Ehr sey unserm Gott je mehr wendet, und dafür Glück und mehr, für alle seine gesendet? Ach! das hat Werke! Bon Ewigkeit zu Gott gethan. Ewigkeit sey von uns allen 13. Hat Gott gethan die ihm bereit, Dank, Weisheit, Werke, und noch vielmehr Kraft und Stärke! Singet, darzu, an dir, durch seine bringet ein erfreulich: Heiz Stärke? Was thust du ihm lig, heilig, heilig ist Gott! denn nu? Du kannst nur unser Gott, der Herr Ze= wenig lallen, weißt lange baoth. i nicht von allem, was Gott 2. Hallelujah, Preis, Ehr an dir gethan. und Macht sey Jesu Christo 14. Ach! gieb dich Gott dargebracht, in dem wir sind nur wieder mit allem früh erwählet; der uns mit ſeinein und spat! Gieb wieder ihm Blut erkauft, damit bespren= die Glieder, die er dir geben get und getauft, und sich mit hat, sprich: Herr, sie dir uns vermählet. Heilig, se behalte, darüber stetig walte,| lig ist die Freundschaft und wie du bisher gethan. Gemeinschaft, daß wir Sün15. Nimm hin auch, was der sein sind, und des Vaz dir giebet für Preis, Dank, ters Kinder. Ruhm und Ehr die Seele, 3. Hallelujah, Gott heils so dich liebet, sie hat sonst ger Geist, sey ewiglich von nichts nicht mehr. Hilf ihr uns gepreist, durch den wir gnug Dank hier bringen, und neugeboren; der uns mit Gas ben Verhalten gegen Gott und Jesum. 83 ben ausgeziert, und Jesu Chri-| Chöre ihm, dem Gott der fto zugeführt, uns, die wir Macht und Ehre. O versonst verloren. Glücklich, se- nimm unsre Stimm, da auch lig! wen du pflegest, wen wir Geringen dir Dankopfer du trågest, wen du leitest, bringen. und zur Ewigkeit bereitest. 5. Majestätisch Wesen! o mit welchen Weisen können wir dich würdig preisen? Möchten wir wie Engel, die dein Antlig sehen, möchten 4. Hallelujah, Lob, Preis und Ehr sey unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen! stimmt an mit aller Himmelsschaar, schon wir so vor dir stehen. Laß hier, und singet immerdar uns dir, für und für, laß anbetend: Amen! Amen! uns dir in Allen trachten zu Singet, bringet ein erfreu- gefallen. lich: Heilig, heilig, heilig 4. Mache uns einfältig, ist Gott! unser Gott, der innig, abgeschieden, sanft und Herr Zebaoth, idmines still, voll innern Frieden. Jungi Wie die zarten Blumen wil nilig sich entfalten, und der tin Gott 87. munk Sonne stille halten; daß auch ott ist gegenwärtig! Laßt wir, mit Begier, deine Strauns vor Ihn treten, Shn| len fassen, und dich wirken mit Ehrfurcht anzubeten! Gott laffen, 264 ist in der Mitte! alles in uns 5. Herr, komm in uns schweige, und sich inmnig vor wohnen, und laß uns auf Shm beuge. Herr, vor dir lie- Erden dir zum Heiligthume gen wir; dir sey Preis und werden. Komm, du nahes Ehre, von dem Sünderheere. Wesen, dich in uns verklare, mon2. Gott ist gegenwärtig, daß dich jedes lieb und chre! dem die Seraphinen mit be- Laß das Herz himmelwärts decktem Antlig dienenz Heiz sich zu dir erheben, und in lis, Heilig fingen aller Engel dir nur leben. 2 88. 84 Verhalten gegen Gott und Jefum. 88. Mel. Nun last uns Gott den ic. Last uns mit süßen Weisen 7. Ach gicb uns, und vermehre, o Vater, dir zur Ehre, was jedes sollte wäh len, den Schatz für unsre Seelen. die Güte Gottes preisen, und 8. Wird diese Bitt erfülunsers Vaters Segen mit let, so ist das Herz gestilDankbarkeit erwägen. let; wir können hier und dro2. Die allerårmsten Sün- ben dich froh und dankbar der sind ist ihm liebe Kin- loben. Tungste der, seitdem er Heil und Frieden in Jesu uns beschie- i89. jendja den. ti si anu 5. Auf dem lag alle Sün- Laffet uns den Herren preis de von jedem Menschenkinde; sen, und vermehren:,: seinen den Tod, den wir verschul- Ruhm! stimmet an die süßen det, hat er für uns erduldet. Weisen, die ihr seyd sein:,: 4. Dies laßt uns recht Eigenthum. Ewig währet bedenken, wenn uns die Sün- sein Erbarmen, ewig liebet den frånken: daß der aufs höchste liebet, der seinen Sohn uns giebet. er uns Armen, ist für uns voll Gnad und Huld, und gedenkt nicht unsrer Schuld. 5. Ist dies vollkommne Preiset ewig seinen Namen, Lieben uns tief ins Herz ge- die ihr seyd von seinem Saschrieben, so lernt man auf men; rühmet ewig seine Werihn schauen mit kindlichem Vertrauen. ke; bringet ihm Preis:,: Ehr und Stärke. 16 me 6. Sollt er uns was ver- 2. Che noch ein Mensch sagen, wenn wir ihm glâu- geboren, hat er uns schon big klagen, was wir allhier auserwählt, und in Christo für Gaben zum Leben nöthig auserkohren, seinem Volk haben? uns zugezählt. Nun muß uns 85. Verhalten gegen Gott und Jefum. uns zu Dienste werden was solche Gnade währet, die euch im Himmel und auf Erden, durch ihn wiederfähret: ewig da wir durch sein, liebstes soll das Lob erklingen, das Kind seine Kinder worden wir ihm zu Ehren singen. find. Ewig solche Gnade 5. Tretet nur getroft zum währet, die er uns in ihm Throne, laßt zum Gnadenbescheret: ewig wollen wir uns üben, über Alles ihn zu lieben. stuhl uns gehn: es kann euch von Gottes Sohne nichts als Lieb und Huld geschehn. 3. Ja, wir wollen nun O, er wartet mit Verlangen, mit Freuden zu dem lieben uns in Liebe zu umfangen; Vater gehn, uns in seiner uns das allerhöchste Gut mitLiebe weiden, wie die thun, zutheilen durch sein Blut. so vor ihm stehn, und das Große Gnade ist zu finden, Heilig, Heilig fingen; so laßt er will sich mit uns verbinuns ihm Ehre bringen und den; nichts auf dieser Welt ein froh Hallelujah für das, soll können uns von seiner was an uns geschah. Laffet Liebe trennen. seinen Ruhm erschallen, und 6. Er hat nunmehr selbst erzählt sein Werk vor allen, die Fülle seiner Gottheit auf daß er ewig uns erwählet, gethan, und es ist sein erna und zu seinem Volk gezäh- ster Wille, daß nur komme ljedermann; keiner soll sich let. 4. Lernet euren Jesum dabey schämen, sondern Guad Fennen, ihn, der euch mit um Gnade nehmen; wer ein Blut erkauft; lernt den euern hungrig Herze hat, wird aus Herren nennen, in des Tod seiner Fülle satt. Ewig sol ihr seyd getauft. Er ist euer che Fülle währet, die uns Held im Streite, er steht so viel Guts bescheret; Freuimmer euch zur Seite, er ist de, die uns ewig tránket, euer Trost und Heil, cuer wird uns daraus cingeſchenSchaß und bestes Theil! Ewig| kct. 7. Laß, 86 Verhalten gegen Gott und Jefum, 7. Laß, o Jesu! laß das auch selbst für undankbare Lallen unsrer armen Danf- Sünder. In d barkeit dir in Gnaden wohl- 4. Er giebt dem Felde gefallen, bis wir in der Ewig- Wachsthum und Gedeihen, Feit einst mit weit vollkomm- daß Thier und Menschen sich nern Weisen deine Wunder des Segens freuen. liebe preisen, bis wir dort 5. Er schaffet Nahrung dir Gloria fingen, und Hal- mild und reichlich allen, und klujah! Ruhm und Dank fåttigt, was da lebt, mit und Lob und Stärke, und Wohlgefallen. was rühmet: seine Werke 6. Auch ist laßt uns ihm werde unserm Gott gegeben: danken für die Gaben, die Laßt uns ihm zu Ehren le- wir von seiner Hand einben! atfo pfangen haben. 90.0 Wir wollen ihn hies 7. nieden, wie dort oben, für Mel. Danket dem Herrn, ic. seine Gnadenfülle dankbar Lobt unsern Gott mit früh- loben. lichem Gemüthe für seine 8. Ja, ewig, ewig seyst Batertreu und milde Güte. du, Herr! gepriesen für jede 2. Sehr groß ist seine Wohlthat, die du uns ers Weisheit, Gnad und Stärke, wiesen. und wunderbar sind alle seine 9. Herr, wir lobsingen Werke. jauchzend deinem Namen, und jedermann sprech: Ehre sey 5. Er pflegt, als Bater, seine treuen Kinder; und sorgt Gott! Amen! che, dan Liebe Liebe und Dankbarkeit zu Jesu Christo. $ 7 91. Mel. Nun ruhen alle Wälder ic. | 4. Nun, ich weiß nichts zu sagen, als dich beschämt zu fragen: Ists möglich? Ja, es ist! O der BarmHerzigkeiten, die sich auf uns Jesu, mein Erbarmer! ists möglich, daß ich Armer verbreiten! Sey hochgelobt, dein Eigenthum darf seyn, Herr Jesu Chrift! und daß dein Herz mich liebet, mich, der dich so betrůz 92. bet; daß ich ist dein bin, Mel. Mein Safomo, dein zc. einzig dein? Wat 2. Ich brachte Unvermd- Mein Herze wallt, so oft gen, und kam zurück voll es an Ihn denket, den Lieb Segen; ich brachte dir ein und Huld von seinem ThroHerz, da kaum ein Tocht zu ne drang, so, daß er ganz finden, ein Flåmmlein anzu- in unser Elend sank; was zünden: und wie entbrannts ward uns da in ihm, durch bey deinem Schmerz! ihn geschenket! O, wem es um sein Seligseyn zu thun, der kann getroft in Jesu Tode ruhn. 5. Wie dank ichs deiner Liebe, die mich zum Einfaltstriebe, zum Kinderfinn gebracht; daß ich zu deinen 2. Ich mag kein Heil als Füßen kann haben und ge- nur in Jesu haben; ich mag nießen, was arme Sünder kein Licht, das nicht aus Jesu felig macht. strahlt; denn Jesus hat alIcin 88 Liebe und Dankbarkeit lein für mich bezahlt; er kann men, beugt meine Seel in allein die arme Seele laben. Staub, und ist daneben mir Mein Jesus, der für mich Trost und Leben. am Kreuze starb, ist es, der mir die Seligkeit erwarb. 5. So hoch der Sinn der Junger auch gestiegen, so wis sen sie nichts höhers als das Kreuz, da Jesus hing; das keiten auf allen Seiten. bind't sie allerseits: dies lei2. Ich bin in Wahrheit eins der schlechtsten Wesen, das sich der Herr, voll Gnade, auserlesen; und was er thut, das sind Barmherzig3. Hått er mich nicht zue fet fie, dies läßt sie immer erst mit Lieb umfangen, ich fiegen. Ist der am Kreuze war von selbst ihn wohl nie unser einigs Heil, so wird suchen gangen: drum sucht auch solche Weisheit uns zu er mich, und nahm mich mit Theil. Erbarmen in seine Armen. 4. Wir sehen ja die gro- 4. Nun dank ich ihm von Be Wolke zeugen, wir fen- Grunde meiner Seelen, daß nen den, der uns erlöset hat: er nach seinem ewigen Ers Er weint', er litt, er starb wählen auch mich zu seinen an unsrer statt; wie billig Auserwählten brachte, und ists, das wir vor Ihm uns selig machte. beugen! Er ist so groß, und ist zugleich so gut! Wir opfern Ihm von Herzen Gut und Blut. 94. 93. Gieb mir dein Herz! so spricht der Mund des Herrn; gieb mir, mein Kind, dein Herz, o gieb mirs gern, und laß vor alln dir meinen Weg Met. Herzliebster Jesu, was ic. Sein unbeschreiblich Lieben, gefalln; ich will dich durch fein Erbarmen, sein mütter- die Zeiten mit meinen Augen liches Herz zu mir, dem Ar- leiten. 2. Das zu Jefu Chrifto.it 89 2. Das ists allein, was geb ich mich, dein zu bleiben er von uns begehrt zum ewiglich! Seligseyn, das unaufhörlich Liebe! die du mich erwährt. Und o wie gut hats, fohren, eh ich noch geschafder das findlich thut! dem fen war; Liebe, die du Mensch ist das Glück beschieden, zu geboren, und mir gleich wardſt ruhn im stillen Frieden.ganz und gar: Liebe, dir 3. O nimm mein Herz, ergeb ich zc. 118 3. Liebe; die für mich und alles, was ich bin, zum Eigenthum, herzliebster Jesu, hin! ich will nur dein gelitten und gestorben in der mit Leib und Seele seyn, Seit; Liebe, die du mir ers mein Reden, Thun und Lich- ftritten Freyheit, Glück und ten nach deinem Willen rich- Seligkeit: Liebe, dir ergeb zc. 4. Liebe! die mich fest geten. 4. Du aber sollst auch bunden an ihr Joch mit Leib ganz mein eigen seyn, komm und Sinn; Liebe, die mich in mein Herz, und nimm überwunden, und mein Herz es gånzlich ein! Mein Herr! hat ganz dahin: Liebe, dir zc. mein Gott! mein Trost in 5. Liebe! die mich ewig Noth und Tod: Dich will fiebet, die vor Gott als ich fest umfaffen und ewig- Mittler steht; Liebe, die Erlich nicht lassen. barmen übet, und mir heut noch Heil erfleht: Liebe, dir 2c. ding19 95. Mel. Gott des Himmels 2c. Liebe! die du mich zum Bilde deiner Gottheit haft gemacht; Liebe, die du mich so milde nach dem Fall mit geb ich mich, dein zu bleiHeil bedacht: Liebe, dir er- ben ewiglich! 96. 6. Liebe! die von allen Schrecken auch im Tode mich befreit; Liebe, die mich wird erwecken aus dem Grab zur Herrlichkeit: Liebe, dir ers 90 Liebe und Dankbarkeit mbi at 96. do 5. Selig ist ein reines Herz, das in Jesu Bunden Mel. Mache dich mein Geiste. und in seinem Tod und Schmerz Ach, Herr Jesu! könnt ich Fried und Heil gefunden, dich, wie ich wollte, lieben; und nun frey ohne Scheu ihm o wüßt ich doch ewiglich ins Herz darf schauen, und nichts von andern Trieben, feft auf ihn trauen. ilm als zu dir; gieb du's mir, 6. Ja, die Seligkeit ist sonst von nichts zu wissen, groß, und kaum zu beschreiz als dich zu genießen. ben, sich in Jesu Arm und 2. Jesus kommt, daß er Schoos so hinein zu glau= erfüll, Seele, dein Verlan= ben, daß man satt an ihm gen; sich, er naht sich dir, hat, und doch kindverwihnet und will dich mit Lieb um- immer nach ihm thranet. illich fangen, und in Eil machen 7. Dank sey dir, du Getheil, er will dich entbinden, testamm! daß du überwunreingen, stärken, gründen. den, daß du mir am Kreuz 5. Meiner Wunden tie- zesstamm die Erlösung fun fen Schmerz heilen seine den; ich bin dein, dir allein Wunden; meine Strafe hat will ich mich ergeben, und sein Herz, mir zum Heil, zur Freude leben. Fleischesnoth, dieft empfunden; Welt und Tod, ja der Hille Banden macht sein Blut zu Schanden. 9712 gain ai Wir sind ein Eigenthum 4. Ach wie heilsam ift des Herrn, ihm sind wir sein Blut! drum bleibt mein schuldig Leib und Leben, wer Verlangen, auch für mich könnte wohl ihm widerstredie rothe Fluth glaubig auf- ben? wer dient ihm nicht von zufangen. Darnach achzt, Herzen gern? darnach lechzt die bedürftge 2. Mein König! o wer Seele in der Leibeshöle.lift wie du? wer hat ein solches zu Jefu Chrifto. 91 ches Recht zum Herzen? wem triebe mich aus der finstern kostets so viel tausend Schmerz Tobesnacht zu deinem Licht zen? wer blutete, wer starb hervorgebrachtingen da wie du? Thus Cim de 2. Ich war in Sünden 30 5. Geht, Menschen, geht ganz erstorben, dein Ebenund macht euch Noth mit bild, Gott, war verdorben, enerm selbst gemachten Wis- der angeborne Fleisches sinn sen; ich sehe mich zu Jesu riß Leib und Seele oft das Füßen, mich rührt allein sein hin. Blut und Tod. maila 3. Dies gieng dir wehs 4. Das ists, was ist muthsvoll zu Herzen, daß ich mein Geift genießt: O Glück! in solche Neth und Schmerz daß ich mich sein darf nen- zen, in solchen Jaminer und nen! wie gern will ich es Gefahr, so tief hineingeras laut bekennen, daß mir der then war. Heiland Alles ist! Can Tho D 4. Da ließest du dein Herz 5. Ihn bete ich von Her- mich sehen, ich sahs, und Alzen an; er kennet meiner les war geschehen; der Sünz Seele Sehnen; ach war ich, den Nacht zerbrachest du, und feusz ich oft mit Thränen, schenktest meiner Seele Ruh. 5. So hab ich nun in so wie ich dir gefallen kann! 6. Mein König, schreib deinen Wunden Gerechtigkeit mir deinen Sinn mit Gottes- und Heil gefunden, und steh kraft so in die Seele, daß in deiner Kinder Zahl durch Alles, was ich wünsch und deine holde Gnadenwahl. wähle, auf dich geh, einzig auf dich hin. bi mu 6. Anbetend fink ich ver dir nieder, und sing entzückt dir frohe Lieder; ich bete dich mit Thránen an für Alles, 98. anding Ex Mel. Hier legt mein Sinn 2c. was du mir gethan. inniglich geliebte Liebe! 7. Du haft aus freyem Liebes- durch fahre fort, mich die Zeiten an deiner treuen Liebe und Dankbarkeit 92) treuen Hand zu leiten; so Shm, ihm gehören alle unbleib ich hier dein Eigenthin, fre Herzen. und ewig tonet dir mein Ruhm. 99. 2. Dem geb auch heute ich mich aufs neue hin, zu feiner Beute und gånzlichem Gewinn, mit mir zu thun, was ihm beliebet, von mir Du mein Erliser, bists zu nehmen, was ihn betrüallein, der meine Lieb erre- bet. Mel. Ich dant dir schon c. get. get, du bist es, dessen To3. O große Liebe! wenn despein mich inniglich bewe- ich gedenke dran, wie deine Triebe mich von der Sün 2. Dein Kreuz, dieSchmach, denbahn gesucht, und wie die Angst, der Schmerz, die du mich gefunden, wie du Striemen und die Wunden, mit Liebe mich überwunden: die sinds, die haben mir das 4. So sink ich nieder, Herz genommen und gebun- und bin Erstaunensvoll; erden. hol mich wieder, und sage: 5. Dies ist das Feur, Ist es wohl auch möglich, das mich entzündt, dies ists, Sünder so zu lieben, die was in mir brennet; weil dir gemachet so viel Betrůich, daß du für meine Sünd ben. gestorben bist, erkennet. IME n 5. Noch bin ich schwäch lich, das weißt du, Jesu, deg IOO Subwohl, und sehr gebrechlich zu dem, was ich seyn soll; Mel. Nun preiset AlleGottes 20. drum stärke mich, den SchwaDem Gotteslamme, das dhen, Müden, erfüll mich sich, für unsre Noth, am täglich mit deinem Frieden. Kreuzesstamme geblutet hat 6. Du unser Leben, du zu Tod, Ihm, der voll Wun- unfre cinge Kraft, wir, deis den war, woll Schmerzen, ne Reben, wir haben keinen Saft, zu Jesu Christo. 193 Saft, als der aus deinen Wunden fließet, und den das Herze von dir genießet. 2. O fich, ich fühle mein Verderben, laß es in deinem Tode sterben; o möchte doch durch deine Pein die Eigens lieb ertödtet seyn. IOI. 5. O möchtest du ganz Mef. Wer nur den lieben Gott zc. meinen Willen mit Kindlich: Bem Jesus Trost und keit zu dir erfüllen, brich Heil gegeben, und Frieden selber alle Band entzwey, Gottes in das Herz, der und mache meinen Willen kann nicht ohne ihn mehr le= 1 dalind, frey. ben, man sucht, und find't 4. Ich fühl es wohl, daß ihn allerwärts, und hat und ich dich liebe, und mich in fühlt den Menschenfreund, deinen. Wegen übe; nur iſt wo mans bedarf und um ihn von der Unlauterkeit die Liebe weint. noch nicht ganz befreyt 5. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch deinen Geist geheiligt werden: der Sinn muß tiefer in dich gehn, der Fuß muß unbes weglich stehn. I 6. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu rathen, hier helfen nichts der Menschen Thaten; wer macht sein Herz wohl 102. Hier legt mein Sinn sich selber rein? durch dich muß vor dir nieder, mein Geist es gewirket seyn. sucht dich, o Jesu! wieder: 7. Und kenn ich nicht dein Laß dein erfreuend Angesicht treues Lieben? Du bist noch zu meiner Armuth seyn ge- immer treu geblieben: drum richt't. weiß ich auch, du stehst mir bey, 2. O wüsten das doch alle Leute, die er mit seinem Blut erkauft, wie Schad es ist, daß nicht noch heute ihm alles in die Arme lauft, und wie so gut es jedermann bey dir, mein Heiland, haben fann. 94 Liebe und Dankbarkeit bey, und machst mich end 2. Wenn ich mich fündig lich völlig frey. fühle, und arm, und frank, 8. Bugleich will ich auch und schwach, und daß ich treulich kämpfen, und jede meinem Ziele zu langsam falsche Regung dåmpfen, treu jage nach: so tröst't mich will ich auf dein Vorbild Jesu Huld, der meine Sünsehn, und dir, so gut ich denschuld und Strafe hat kann, nachgehn. getragen mit göttlicher Gemadhava li 9. Ich will die Sorgeduld. Cu meiner Seelen dir, meinem Heiland! ganz empfehlen; ach, bruck es tief in meinen Sinn, daß ich in dir schon felig bin. Mel. Wie schön leuchtet der ic. Geist, Seet und Leib sey dir geweiht, Herr, unser snioje O wenn ich dieses Gott! und stets bereit, sich recht bedenke, und mich in dir zum Dienst zu geben. dein Erbarmen senke; so fühl Seit wir dich für uns Leiichs, daß es Wahrheit ist, den sahn, so will nun, von wie Du uns Ein und Alles der Stunde an, keins mehr bist. mi sich selber leben. nein! bod Mom²104.lu andl 103. laß seyn, daß wir schwächlich und gebrechlich dazu wäOliebt ich dich recht brün- ren: unsre Treu soll dich stig, der du mich erst gedoch ehren. 1 liebt; ich bin mir selbst kaum 105. 710 günstig, und oftmals drum betrübt: denn dein vergoß- Mel. Jesu, meines Lebens ic. nes Blut, die schöne rothe Bey Dir, Jesu! will ich Fluth, verdient unwider bleiben, halte selbst dein sprechlich noch heißre Liebes- schwaches Kind; bis durchs Bluth. felge an dich Gläuben- Seel und zu Jesu Christo. 95 und Leib geheiligt sind. Alle und Satan spricht: Sie sind Noth will ich dir klagen, als groß und nicht zu zählen les dir ins Herze sagen, bis spricht er: Sey getrost, mein du endest meinen Lauf; und Kind, ich, ich tilg all deine dann hört mein Beinen auf. Sünd. 106. tie 5. Meinen Jesum laß ich nicht, wenn mir bricht in legten Zügen meiner schwaMeinen Jesum laß ich nicht, chen Augen Licht; da erst, denn er ist allein mein Les da hilft er mir siegen. Ja ben, wer ihn hat, dem nichts ins letzte Welt- Gericht läffet gebricht, er kann sich zufrie- er mich kommen nicht. den geben, er gerath in was 6. Meinen Jesum laß ich für Noth, wårs auch Satan, nicht! denn er wird auch mich Sünd und Tod. nicht laffen. Dieses gläub an 2. Meinen Jesum laß ich ich, anders nicht, und er nicht, weil kein beßrer Freund wird mich nimmer haffen. auf Erden; denn er, Jesus, Darum sprech ich: Ihn, mein unser Licht, springt in aller- Licht, meinen Jesum laß ich ley Beschwerden mir getreu- nicht. lich an die Seit, liebt mich bis in Ewigkeit. board 107. houd 3. Meinen Jesum laß ich nicht, wenn mich alle Mens Sch laß dich nicht! du mußt schen hassen, und der Feinde mein Jesus bleiben. Will Macht einbricht, auch geden- rauhe Noth, Welt, Höll und ket ſo zu fassen, daß ich Tod mich aus dem Feld ergleich soll untergehn, bleibt bißter Treue treiben? Nur mir seine Rettung stehn.ber! ich halte mich, mein 4. Meinen Jesum laß ich starker Held, an dich. Hir, nicht, wenn mich meine Sün- was mein Herze spricht: Du den quälen, wenn mein Herz mußt mein Jesus bleiben, ich 96 Liebe und ich laß dich nicht! Ich laß dich nicht. Dankbarkeit laß dich nicht! Ich laß dich nicht. 2. Ich laß dich nicht, du allerhöchste Liebe! wenn Zwei5. Ich laß dich nicht! sollt ich den Segen lassen? Nein, fel sich segt wider mich, ich Jesu, nein, du bleibest mein. weiß, wie dich die keusche Dich halt ich noch, wenn ich Flamme triebe. Du trugest nichts mehr kann fassen. Schuld und Pein, sollt ich Nach kurzer Nächte Lauf geht verurtheilt seyn an jenem mir der Segen auf von dir Welt- Gericht? du allerhöch- dem Segenslicht; Sollt ich ste Liebe, ich laß dich nicht! den Segen lassen? Ich laß Ich laß dich nicht. 3. Ich laß dich nicht, du süße Seelen- Stärke! die mich dich nicht! Ich laß dich nicht. 6. Ich laß dich nicht! führ gelabt, mit Kraft begabt, mich nach deinem Willen, ich wenn ich in mir des Glau- folge nach durch Wohl und bens Schwachheit merke. Ach, dein weiser Schluß kann Macht Krankheit gleich den allen Kummer stillen. Dir, Leib durch Schmerzens- Nach- Jesu, hang ich an, und achte schwach, so spricht die te keine Bahn, wo mich die Secle doch: Du süße See: Distel sticht, führ mich nach len- Stärke, ich laß dich nicht! deinem Willen, ich laß dich Ich laß dich nicht. nicht! Ich laß dich nicht. 4. Ich laß dich nicht, du 7. Ich laß dich nicht! auch Hülf in allen Nöthen! leg in dem Schooß der Freude; Joch auf Joch, ich hoffe denn wenn ich mich seh ohne doch, auch wenn es scheint, dich, so ist die Lust mir eine als wolltest du mich tödten. Wermuth- Weide. Mir graut Machs, wie du willt, mit für ihrer Kost, wenn nicht mir, ich weiche nicht von dir; von deinem Trost mein Herz Verstelle dein Gesicht, du durchfüßet, spricht, auch in Hülf in allen Nöthen, ich dem Schooß der Freude: ich las zu Jefu Chrifto. 97 laß dich nicht! Ich laß dich so hinein zu glauben, daß nicht. man satt an ihm hat, und 8. Ich laß dich nicht! doch kindverwöhnet immer Was kann im Tod mich la- nach ihm thranet. ben? Herr, ich bin dein, 2. Ach wie heilsam ist sein was würd' ich seyn, wenn's Blut! drum bleibt mein Vers sund'ge Herz mit allen sei langen, aus der schönen rothen nen Gaben nicht reinigte dein Fluth Tröpflein aufzufangen, Blut? Nun droht mir kei- darnach achzt, darnach lechzt ne Glut vom künftigen Ge- die bedürftge Seele in der irdricht! Mich wird mein Hei-[ nen Höhle. land laben; Ich laß dich nicht, ich laß dich nicht! 9. Ich laß dich nicht! mein Gott! mein Herr! mein Leben! mich reißt das Grab von dir nicht ab, der du dich 3. Freylich, wenn ich auf ihn seh in der Gottesgröße, und auf meine menschliche Sündigkeit und Blöße; fühlt mein Herz Weh und Schmerz; aber sein Verscheiden machts haft für mich in Tod gege- voll Troft und Freuden! ben; Tu starbst aus Lieb zu mir! Ich sag in Liebe 109. dir, auch wenn mein Herz Mel. Nun bitten wir den ic. zerbricht: mein Gott, mein Herr! mein Leben! Ich laß Wir mit der sämmtlichen dich nicht! Ich laß dich Kreuzgemein, wolln unaufe nicht. hörlich deß Zeugen seyn, daß im Opfer Jesu allein zu fins den Gnade, und Freyheit von allen Sünden, für alle Welt. 108. Mel. Mache dich mein Geift 2c. D! die Seligkeit ist groß, 2. Jesu Gemeine ruht und nicht zu beschreiben: selig an ihrem Freunde, da sich in Jesu Arm und Schoos lehnt sie sich, wo sie Fried und Liebe und Dankbarkeit 98 und Freude, und alle Stunden Nahrung und Zuflucht in seinen Wunden fürs Herze find't. III, mel. Mir nach, spricht Chriftus unser Held 2c. IIO. Geht, werft euch vor die Majestät des Königes der Liebe, der euch mit Gnad Mel. O Haupt, voll Blut und ic. Jehy war ein armes Wesen, entgegen geht, ihr meiner an dem Nichts Gutes war; Seele Triebe! Ihn, den sein Blut ließ mich genesen man hier nicht sehen kann, zum Glied bey seiner Schaar: blickt mit des Glaubens Aus ich habs noch im Gedächtniß, gen an. mir dünkts noch heute schön, 2. Du bist, o Seclenda ich mein Brautvermächt- bräutigam, ein allgemeines niß in seiner Hand gesehn. Wesen: Wer frank auf Ers 2. Ich armes Würmlein den zu dir kam, den ließest halte mich nun an Jesu Kreuz: du genesen. Ich habe dich an seiner Leich erkalte ich als auch angerührt und deine lem Sündenreiz; sein Blut Wunderkraft verspürt. machts Herz gediegen; der 5. Ich mache mich im Geist verlangt auch da auf Geist bereit, beym Tone stils keine Höh zu fliegen, als nur auf Golgatha. ter Lieder, und werfe deiner Heiligkeit mich vor die Füße nieder. Komm Priester aus dem innern Ehor, und bete 3. Mein Auge bleibt geheftet auf sein erblaßtes Bild, der für mich, so entkräftet, meiner Seele vor! so manchen Tod aushielt: 4. Ich bins versichert, daß wenn ich auf Augenblicke die du mich zu deinem Volk geHerrlichkeit könnt sehn, ich såh zählet, mit deinem Herzen doch bald zurücke auf seine sewiglich verbunden und verLeidensschön! máhlet, und wenn du bey dem zu Jefu Chrifto. 99 dem Vater stehst, auch mit für meine Seele flehst. 112. 5. Hier ist das sehr ge mel. Meinen Jesum laß ich zc. ringe Herz, das dir dein Herz gebrochen, als du's Mein Erldser kennet mich, durch unverdienten Schmerz weiß um meine Freud und an Hill und Tod gerochen Leiden: drum, o Seel! era So komm und zünde deine[ muntre dich: laß dich deinen Flamm im Herzen an, o Bräu- Hirten weiden; er ists, der tigam! sein Schäflein kennt, und bey 6. Gekreuzigter, verbinde seinem Namen nennt. dich mit meinem Herz und 2. Er nimmt mehr sich Sinnen; beherrsche mehr als unser an, als ein Hirte seis königlich mein sämmtliches Beginnen: so werd ich dir jemehr vereint, jemehr dein Licht ins Herze scheint. ner Heerde; seine Füll ist aufgethan, daß ein jedes satt eraus werde: wir sind Schäfe lein seiner Hand, an die er fein Blut gewandt. 3. Groß ist seiner Liebe 7. Es müsse stets auf deinen Ruf mein Herz dir willig dienen; und deinem Diens ste zum Behuf soll auch die Kraft, die ihn so mit uns Hütte grünen; es wisse, wer verbindet, daß kein Leid uns es wissen kann: Ich bin des Schmerzen schafft, die sein Herz nicht mitempfindet; und Heilands. Unterthan. 8. Der an dem Kreuz ge- wie eilt er gleich herzu, stillt schänder ward, von seinem den Schmerz und bringt uns Ruh. Volk verleugnet, und der nach seines Reiches Art mit 4. Wer nur nach ihm hune Schmach die Seinen zeichnet, grig ist, und voll Durst nach ist mein und meiner Brüder seiner Freude: o ein solches Haupt, an welches unsre Herz genießt unaussprechlich Seele glaubt. süße Weide, bis es ganz wird fatt 100 Liebe und Dankbarkeit satt gemacht, wenns nach 4. Zu ungestörten Sicher seinem Bild erwacht. heiten schickt sich gewiß kein Prüfungsstand. Wie würde, drückt uns nicht zu Zeiten ein Leiden, unsre Treu er Bollkommne Ruh Was ist mein Leben auf und Seligkeit ist nur ein Glück der Erde? ein Wechsel ists der Ewigkeit. von Freud und Leid. Hier stårt oft Unruh und Beschwer- meine Seele, in deiner Noth de die Ruhe und Zufrieden so kummervoll? Vertraue Heit; hier wohn ich noch in Gott, nur ihn erwähle zum einer Welt, die kein voll- Trost, er machet alles wohl. Einst dankst du ihm nach der kommmes Glück enthält. Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. 113. Mel. Wer nur den lieben 2c. fannt? 5. Was bist du denn, o 2. Weß soll ich mich, o Herr! denn trösten? nur dei6. Er wird es seyn; ruf ner Huld; du bist mein Heil, in Gefahren ihn, als den und bleibst, wenn auch die einzgen Helfer, an! er weiß Noth am größten, doch mei- dich mächtig zu bewahren, nes Herzens Troft und Theil. und da, wo niemand helfen Du stehst, nach deiner Bater- fann, fehlt ihm die Kraft treu, mir stets mit Rath und zu helfen nicht, dies stärke Hülfe bey. deine Zuversicht. 3. Wenn ich mein Leid, 7. Beficht ihm alle deine o Gott! dir klage, so giebst Wege, hoff und vertrau ihm du mir Geduld und Muth, allezeit. Auch auf dem aldaß ich gelassen sie ertrage, lerrauhsten Stege denk froh und machst zuletzt doch Alles an jene Ewigkeit; da wirst gut. Auf Kummer folgt zu- du, frey von aller Pein, friedner Dank; auf Klagen ganz selig, ganz zufrieden froher Lobgesang. seyn. 8. So for zu Jesu Christo. 8. So laß mich Gott, stets will ich mich legen; du bist dahin schauen, und dann mit der Arzt, der Kranke pflegt: starkem Muth auf dich auch erquicke mich mit Segen! in der größten Noth vertrauen! ich bin in Wahrheit schwach Du bist bey mir; das triste und siech: ach komm, vers mich. Wer Gottes Kind durch bind und heile mich, und Jeſum ist, der lebt und stirbt pflege den Elenden! getroft als Christ. 116, II4. 1 Petri 2, 24. 10 Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Jesu, theurer Seelenarzt! Sey du mir nur immer Der du uns in deinen Wuns freundlich, wenn wirklich, den, einen Heilsquell offenoder nur vermeintlich, mir barst, wo Genesung wird eine Noth zu drückend scheint; gefunden: Nie vergessen deiz und laß mich stets inne wer- ne Kranken für die Wunden den, du seyst mein höchster Dir zu danken. Trost auf Erden, mein größII7. ter Schaß, mein treuster Freund! Herr Jesu, mache 1 Theffal. 5, 17. mich recht kindverwöhnt an Jesum unverrückt vor Aus dich, und verleihe die Gnade gen haben, wie Sein Tod mir, daß für und für mein Herz voll Sehnsucht sey nach dir. uns hat versöhnt; Ihm vers danken alle gute Gaben; zu Ihm fleh'n, wenn's Auge thránt; kurz, in jedem Falle nicht verweilen, Ihm, dem treusten Freund, sich mitzus theilen; nach der Wahrheit heißt man das: Beten ohne II5. Mel. Allein Gott in der Höhe. Du bist der Hirt, der Schwache. trågt: auf dich Unterlaß. 118. 103 Liebe und Dankbarkeit 118. Gott allein der Menschen bez ster Freund muß seyn. Wer Jesum hat, und recht 4. Ja, wenn gleich meis bedenkt, was Gott mit Ihm ner Sünden Schuld sich häuft uns alles schenkt, Vergebung, in mir zusammen, freibt mich Leben, Seligkeit, ist der nicht in Angst und Ungeduld, und fröhlich allezeit? 119. will gleich hier verdammen, so fürcht ich doch dieselbe nie; denn Gott, mein Freund, vertilget fie. Mel. Machs mit mir Gott se. 5. Dahero Troß der HdlWohl dem, der sich auf ten Heer, Trok auch des Toseinen Gott recht kindlich kann des Rachen! Troß aller Welt! verlassen, den mag gleich mich kann nicht mehr ihr Pos Sünde, Welt und Tod und chen traurig machen; Gott alle Teufel haffen, so bleibt ist mein Schuß, mein Hülf er dennoch wohl vergnügt, und Rath, wohl dem, der wenn er nur Gott zum Freun= Gott zum Freunde hat! de kriegt. 120. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Ich halte Gott in allem stille, 2. Die böse Welt mag immerhin mich hier und da befeinden, kann sich nur mein Gemüth und Sinn mit meinem Gott befreunden, so frag er liebet mich in Freud und ich nichts nach ihrem Haß, Schmerz, wie gut ist Gotist Gott mein Freund, wer thut mir was? tes Vaters- Wille, wie freundlich sein holdseligs Herz; er 3. Und ob ich gleich dars ist mein Hort und meine Zier, über oft viel Unglück leiden was Gott gefällt, gefällt müssen, so hat Gott dennoch auch mir. unverhoft mich wieder raus 2. Mein Gott weiß alles gerissen, da lern ich erst, daß wohl zu machen, er ist der ewig zu Jefu Chrifto. Sob 5. Sein Wille bleibet mein Vergnügen, so lang ich leb auf dieser Welt. Was kann mein eigner Wille tügen, der das nicht will, was Gott gefällt? Ich denk an meine Christ- Gebühr! was Gott gefällt, gefällt auch mir. 103 Gottes. ewig treue Freund, er läßt] mich nach dem Weinen lachen, was er nur thut, ist 121. wohl gemeint, sein Lieben Mel. Sollt ich meinem Gott 2. währet für und für! was Freude wallt in meinem Herz Gott gefällt, gefällt auch mir. zen o mein Gott, wie gut bist du! Du entfernest Gram und Schmerzen, führst mir Muth und Segen zu. Was ich bin, vermag und habe, strdmt aus deiner Fülle her; nichts erscheint von ohngefähr; alles ist nur deine Gabe, alles wird durch deine Hand abgewehrt und zugewandt. 2. Du gebeutst und schnell 4. Er will und wird mich entfliehet, was mit Sorgen ewig lieben, er weiß, was mich erfüllt und mein frohes Seelen nützlich sey, er hat Auge siehet, wie mein Schicka mich in die Hand geschrieben sal sich enthüllt. War die mit lauterm Golde seiner Hoffnung schon verschwunden, Treu; weg eigner Wille, weg fank ich schon in Schwermit dir! was Gott gefällt, muth hin, dachte schon mein gefällt auch mir. trüber Sinn nichts, als bans" 5. Gott will, daß mir ge Thränenstunden; Herr! geholfen werde, er will der dann sprachst du nur ein Seelen Seligkeit, drum reiß Wort und die Freude riß mich ich mich von dieser Erde durch fort. 3. Ja nur du, nur du wahre Gottgelassenheit, sein Will ergehet dort und hier; bereiteft alles, was mir wiewas Gott gefällt, gefällt derfährt, wunderbar und HerrIlich leitest du die Seele, die auch mir. dich Liebe und Dankbarkeit dich ehrt. Wärest du nicht! mein Erbarmer, nähmst du auf des Lebensbahn dich nicht meines Wohlfeyns an; ach, Mel. Jesu Liebe und zc. wie hülflos wär ich Armer! Heilge Einfalt, HimmelsWohl mir Herr! daß du mich gabe, tiefste Weisheit, größte lenkst und aus Freudenquel- Kraft, schönste Zierde, reichten trånkst! ste Habe, Werk, das Gott 4. Immer will ich dir alleine schafft. vertrauen, du, der alles 2. Alle Freyheit geht in weislich fügt! O wie dürft Banden, alle Weisheit ist ich aufwärts schauen, wenn nur blind, alle Stärke wird mein Glaube ganz erliegt? zu Schanden, wenn wir Wer sich freut, wenn ich mich ohne Einfalt sind. freue, wer mir nichts, als 3. Wenn wir in der Eins Gutes, thut, wer im Seg- falt stehen, ist es in der nen niemals ruht, der ver- Seele licht; aber wenn wir dient die reinste Treue. Gott! doppelt sehen, so vergeht ich gebe, was ich kann; nimm uns das Gesicht. mein Herz, ach, nimm es an! 122. 4. Einfalt ist ein Kind der Gnade, das sich nicht 5. Fern sey von mir jede umsonst bemüht, und auf Klage, fern auch Stolz und seinem schmalen Pfade nicht Sicherheit! O Beglücker mei- nach dem und jenem sicht. ner Tage, stärke mich zur 5. Einfalt denkt nur auf Frömmigkeit! Laß mich im das Eine, das dem Herzen Genuß der Freuden auf den Frieden giebt, Einfalt hålt Wink der Weisheit sehn, und sich ganz alleine an den, der auch dann noch aufrecht stehn, uns erst geliebt. wenn sie wieder von mir schei- 6. Einfalt quillt aus Jeden. Bis mein letzter Odem su Wunden, Einfalt giebt flicht preise dich mein Feyerlied.[ der Blick auf ihn; wer sie da zu Jesu Christo. 105 da nicht hat gefunden, wird auf dich nur stets gerichtet umsonst sich um sie rühn. seyn! O senktest du, du 7. Wer nur hat, was Meer der Liebe, mich ganz Jesus schenket, wer nur lebt und gar in dich hinein! aus seiner Füll, wer nichts 2. fam ich nimmer anders will und denket, als zum Besinnen an das, was wie Jesus denkt und will; 8. Wer so zärtlich Jesum liebet, daß er seiner selbst vergißt; wer sich nur um ihn betrübet, und in ihm nur fröhlich ist; Welt und Irdisch heist! Wärst du allein nur mein Beginnen, das Eine Ziel für Herz und Geist! So schenkte ich, der ich hienieden noch wall durchs Stückwerk dieser Zeit, den süßen, göttlich hohen Frieden im Vorgenuß der Ewigkeit. 9. Wer allein auf Jesum trauct, wer in Jesu Alles find't, wer auf ihn, den Fel sen, bauet, ist der Einfalt selges Kind. 10. Glücklich, glücklich 3. So aber giebts der Trennung Stunden in meiner Schwachheit noch so viel; an Dinge dieser Welt gebunsind die Stunden, Kind zu den, wird mir noch oft verseyn an Jesu Hand; o der hat den Himmel funden, der dich, edle Einfalt, fand! rückt mein Ziel! Drum laß mich eifrig darnach streben, und gieb mir deine Kraft dazu, daß meine Seele und mein Leben nur ganz in dir, mein Leben, ruh! 123. Mel. Ein Blick im Geist auf 2c. 124. könnt ich gnugſam dein gedenken, der du stets zärtlich mein gedenkst, und mir, im gläubigen Ersenken, den Himmel schon auf Erden schenkst. Mel. Ich dank dir schon durch zc. Was wär ich, Herr, doch ohne dich, du Leben meines ! möchten alle meine Triebe Lebens! Ach, Troft und Hülfe 106 Liebe und Dankbarkeit Hülfe suchte ich für Herz und Lohn für deine Todesschmers Geist vergebens. zen; 2. Denn Erd und Him8. Und daß ich dir zur mel können nicht erretten mich Ehre sey, zu deiner Augen und trösten; nur, Herr, dein Weide; daß ich, in unverz gnädig Angesicht schafft Hülfe rückter Treu, nur lebe dir dem Erlösten. zur Freude. 5. Du bist des Schwaz 9. Laß mich nur immer chen Lebenskraft, mein Fels deine Huld und deine Gnad und meine Stärke! Und was erblicken, und die Vergebung mein Daseyn Gutes schafft, aller Schuld mein schmachfind deines Geistes Werke. tend Herz erquicken. 4. Ich habe nichts, den Willen schon mußt du zum Guten geben; du bist der Tdpfer, ich der Thon, du bildest mich zum Leben. 10. So bin, und hab ich, was ich will, in Zeit und Ewigkeiten; und weiß, zu dem Vollendungsziel wirst du, o Herr, mich leiten. 125. 5. Drum soll vor dir, o Herr! mein Herz in tiefer Demuth stehen, mein Auge soll nur himmelwärts nach deinem Willen sehen. Mel. Mein Gott, das Herz zc. Ein findlich Herz und We6. Was du gebeutst, ist sen ist dem Vater angenehm, Heil für mich, im Leben und und nach dem Ausspruch Jeim Sterben. Was du ver- su Chrift, zum Himmelreich fagst, führt sicherlich in Jam- bequem. mer und Verderben. 2. Die aber hohen Mus Herr! bilde mich, den thes sind, die stürzt der schlechten Thon, nur ganz Herr vom Stuhl; drum werd nach deinem Herzen! Nimm ich herzlich gern ein Kind und hin zur Beute mich, zum geh in Christi Schul. 5. Da Jefu Chrifto. 1071 mein| nimm meinen Namen in die Hei- Zahl der Kinder Gottes auf. 126. Met. Machs mit mir Sett 2c. 4. Und bitte ihn, daß alle Spur, die sich an mir Wohl dem, der Gott zum noch find't vom fremden Le ben der Natur, in seinem Tod verschwind't. Freunde hat, und ihn für alles liebet, der findet bey ihm Trost und Rath, wenn 5. Da giebt er mir den ihn die Welt betrübet. Denn Kindersinn, ich werd und Menschen- Gunst fällt, wie bleibe klein, und habe davon ein Blatt: Wohl dem, der den Gewinn, dem Höchsten Gott zum Freunde hat. nah zu seyn. 2. Wohl dem, der herz6. Der Hohe und Erha- lich ist vergnügt mit dem, was bene hålt seine Kinder werth, Gott bescheret, und Unglück und sieht gern auf das Nie- mit Geduld besiegt, wenn drige im Himmel und auf solches ihn beschweret; er nimmt es an, wie Gott es Erd. zu 3. Da fall ich auf Angesicht vor meinen land hin, und bitt um seines Geistes Licht, und um den Kindersinn. 7. Drum siche dich, mein fügt! Wohl dem, der HerzHerz und Geist, nach anders lich ist vergnügt! 5. Wohl dem, der sich nichts mehr um, als dem, was unverwelklich heißt, nach fest hålt an Gott, wenn falz jenes Lebens Ruhm. sche Zungen stechen, und wenn 8. Gieb Alles, Alles wil- Verachtung, Hohn und Spott lig hin, dein Trost, dein ihm Glimpf und Namen brea Ruhm sey er: was hättest chen; Gott wird schon finden du doch für Gewinn, wenn diese Rott; wohl dem, der er dein Trost nicht war? sich fest hålt an Gott! 9. Herr Jesu! deine Gnadenwahlbefördre meinen Lauf: 4. Wohl dem, der in dee Demuth bleibt, und läßt die Prahe liebe und Dankbarkeit Prahlereyen der Welt, welch Um ein fröhlich jetzt die Mode treibt in Pracht und Lumpereyen. Denn Stolz 108 Herz. 127. und Hochmuth Gott zerstäubt: JE wohl dem, der in der De- Mel. O Gott, du frommer sc. muth bleibt! Gieb mir ein fröhlich Herz, du Geber aller Gaben! Und 5. Wohl dem, der nach laß mich meine Lust an deiz dem Himmel trachrt, und tåg nem Worte haben: So bin lich darnach ringet: und ob ich ganz vergnügt, so ist er drüber wird verlacht, den fein Trauergeist, der dich noch beständig singet: Gott mein lieber Gott, aus meiz ist mein Trost, wenn all's verschmacht't! Wohldem, der nach dem Himmel teacht't! ner Seele reißt. und 2. Gieb mir ein fröhlich Herz im Wünschen 6. Wohl dem, der Je- Verlangen. Laß meine Zuz sum feste hålt, und lebt in versicht an dir beständig hanz feinen Bunden, wenn ihm gen, und blicke mich mit der Tod sein End anmeld't, Trost in meiner Hoffnung und er sein Ziel gefunden, so an, daß sie in deiner Huld sey ihm dieß zuletzt gestellt: vor Anker liegen kann. Wohl dem, der Jesum feste hålt! 3. Gieb mir ein fröhlich Herz, so oft ich vor dich trete, und durch des Geistes Trieb mein Vater Unser bes Doch deinem Willen bleibt mein Wille heimgestellt. Gieb mir, was dir beliebt, und was mir selig fällt. 7. Nun, Jesu, du, du bleibest mein im Leben und te. im Sterben, dein Blut und bittre Todes- Pein läßt mich den Himmel erben. Dies ist und bleibt mein Trost alz 4. Gieb mir ein fröhlich lein: Nun, Jesu, du, du Herz bey Kümmerniß und bleibest mein. iSorgen. Du sorgest ja für mich, zu Jesu Christo. 109 mich, und dir ist unverbor- auch geben. Ich will an dir, gen, was meiner Seelen gut, mein Gott, als eine Klette So werf ich ganz was meinem Leibe dient; kleben. du weißt die Mittel auch, getrost das Trauren hinterwodurch mein Glücke grünt. wärts, und sage noch ein5. Gieb mir ein fröhlich mal: Gieb mir ein fröhlich Herz, wenn ich unschuldig Herz. leide. Kränkt mich die fals. sche Welt mit unverdientem Gute Anwendung der Zeit. Neide; so bleib ich doch getrost. 128. Du bist mein bester Freund, ders ewig treu und gut mit meiner Wohlfahrt meynt. Mel. Jesus meine Zuversicht zc. Großer Gott, du Herr der 6. Gieb mir ein fröhlich Zeit, gieb doch, daß ich bis Herz bey trüben Trauertagen, ans Ende, von der kurzen und laß mich mit Geduld Lebenszeit keinen Augenblick die Laft derselben tragen. Auf verschwende, und daß jeder Ungewitter folgt doch wieder Seigerschlag mich der Zeit Sonnenschein. So wird mir erinnern mag. auch das Kreuz voll Frucht und Segen seyn. 2. Ach! wie eilt die Zeit dahin, was hat sie für schnelle 7. Gieb mir ein fröhlich Flügel! Stunden, Tag und Herz, wenn ich auch endlich Jahre fliehn, und Niemand Der ist sterbe. Der Tod ist mein hält sie im Zügel. Gewinn, weil ich das Leben klug und höchst beglückt, der erbe. Im Himmel gehn sich in die Zeit wohl schickt. auch erst die rechten Freuden an. Ach, daß ich heute nicht von hinnen scheiden kann! 5. Herr, vergieb mir våterlich, daß ich manche Zeit und Stunde übel angelegt, und dich oft mit Herzen, 3. Gieb mir ein fröhlich Herz! Das wirst du mir Hand und Munde sehr bes trübt, liebe und Dankbarkeit trübt, und oft gethan, 8. Bleibet mir die Ewige was mich doch verdammen feit in der eitten Welt im fann. Sinne, daß ich Jesum in 4. Dir sey Preis! du der Zeit recht von Herzen schenkest mir annoch Zeit und lieb gewinne: so leg ich, so Raum zur Buße: Nun ich gut ich kann, meine Zeit komm, und falle dir mit nicht übel an. Gebet und Flehn zu Fuße: richte dieſe Gnadenzeit mir zu meiner Seligkeit. 5. Laß mich die vergangne Zeit niemals aus den Augen sehen: Laß mich mit Bedachtsamkeit die vorhandne höher schätzen, als bisher von mir geschehn, und vergieb mir mein Versehn. 9. Muß ich endlich aus der Seit in die Ewigkeit hins gehen; ach, so mache mich bereit, daß ich kann vor dir bestehen: Ja, durch deines Sohnes Blut mache meine Rechnung gut. 10. Ich will keinen Aus genblick von der edlen Zeit verschwenden. So im Unglück als im Glück, lehre sie mich so anwenden, daß mich in der Ewigkeit nies 6. Lehr mich, daß die Lebensfrist, die du mir noch zugemessen, als ein schneller mats meine Zeit gercut. Strom verfließt. Laß mich nimmermehr vergessen: nach Von der Quelle der guten der Zeit, sey keine Zeit, sondern lauter Ewigkeit. Werke. 7. Geht die Welt den Lastersteg, weil sie nicht die 129. Stunden zählet; so giecb, daß Wenn zur Bollführung deimein Fuß den Weg nach dem ner Pflicht dich Gottes Liebe Himmel nicht verfehlet: denn nicht bescelet: so rühme dich von dieser kurzen Zeit hängt der Tugend nicht, und wisse, die lange Ewigkeit. daß dir alles fehlet. Wenn Vors 111 zu Jefu Chrifto. Vortheil Wolluft, Eigensinn brennen; beseelet dich nicht und Stolz dir nur das Gute rathen: so thue noch so gute Thaten; du haft vor Gott den Lohn dahin. Lieb und Pflicht, bist du die Absicht deiner Thaten: so schüß und rette ganze Staa: ten; Gott achtet deiner Werke nicht. 2. Sey durch die Gaben der Natur das Wunder und 5. Låg ihm an unsern das Glück der Erden! Be Werken nur: so könnt er uns, glückest du die Menschen nur, um vor der Welt gechrt zu werden; erfüllt die Liebe nicht dein Herz: So bist du bey den größten Gaben, bey dem Verstand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tdnend Erz. sie zu vollbringen sehr leicht durch Fessel der Natur, durch Kräfte stiner Allmacht zwins gen. Vor ihm, der alles schafft und giebt, gilt Weisz heit nichts, nicht Macht und Stärke. Er will, die Absicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. 3. Bau Hauser auf, und brich dein Brod, das Volk 6. Ein Herz von Eigens der Armen zu verpflegen; entreiß die Wittwen ihrer liebe fern, fern von des Noth, und sey der Waisen Stolzes eitlem Triebe, gez Schutz und Segen! Gieb heiligt durch die Furcht des alle deine Habe hin! Noch Herrn, erneut durch Glaus ben zu der Liebe; dieß ists, hast du nichts vor Gott gegeben. Wenn Lieb und Pflicht was Gott von uns verlangt. dich nicht beleben: So ist Und wenn wir nicht dieß dir alles kein Gewinn. Herz befizen, so wird ein Les ben uns nichts nügen, das mit den größten Thaten prangt. 7. Drum täusche dich nicht fürs Vaterland dein Blut, durch den Schein; nicht durch laß deinen Leib für andre der Tugend bloßen Namen. 4. Thu Thaten, die der Heldenmuth noch jemals hat verrichten können. Vergieß Liebe und Dankbarkeit Demuth. 130. Sieh nicht auf deine Werk allein; sich auf den Quell, aus dem sie kamen. Prüf dich vor Gottes Angesicht, ob seine Liebe dich beseelet. Herr! lehre mich, wenn ich Ein Herz, dem nicht der der Tugend diene, daß nicht Glaube fehlet, dem fehlet mein Herz des Stolzes fich auch die Liebe nicht. erkühne, und nicht auf sie vermessen sey. Herr! lehre 8. Wohnt Liebe gegen mich, wie oft ich fehle, merGott in dir: so wird sie dich ken. Was ist der Mensch zum Guten stårken. Du wirst bey seinen besten Werken? die Gegenwart von ihr an Wenn sind sie von GebreLiebe zu dem Nächsten mer- chen frey? ken. Die Liebe, die dich 2. Wie oft fehlt mir zum schmücken soll, ist gütig; Guten selbst der Wille! Wie ohne List und Tücke. Be- oft, wenn ich auch dein Geneidet nicht des Nächsten Glük- bot erfülle, erfüll ichs minke; sie bläht sich nicht; ist der, als ich soll! Sind Lieb langmuthsvoll. und Furcht stets die Bewegungsgründe der guten That, 9. Sie deckt des Näch- der unterlaßnen Sünde? Und sten Fehler zu, und freut ist mein Herz des Eifers sich niemals seines Falles. voll? Sie suchet nicht blos ihre 5. Gedenke nicht der SünRuh; sie hofft und gläubt und den meiner Jugend, gedenke duldet alles. Sie ists, die nicht der unvollkommnen Tudir den Muth verleiht, des gend der reifern Jahre meis Höchsten Wort gern zu er- ner Zeit. Wenn ich noch oft füllen, macht seinen Sinn aus Stolz nach Tugend stre: zu deinem Willen, und folgt be, aus Menschenfurcht mich dir in die Ewigkeit. Lastern nicht ergebe; was ift 112 zu Jesu Christo. 113 ist denn meine Frömmig- 7. Wer gab mir Muth, feit? Herr, dein Gebot zu lieben? 4. Wenn ich den Geiz wer gab mir Kraft, es freuaus Furcht der Schande flie- dig auszuüben, und in Verhe, aus Weichlichkeit, mich suchung Schild und Sieg? wohlzuthun, bemühe, und Weß ist der Quell, der mich mäßig bin, gesund zu seyn; mit Weisheit tranfte, und mir wenn ich die Rach aus Ei- den Fehler nicht verschwieg? gennuße hasse, der Ehrsucht Pfad aus Trägheit nur verlaffe; was ist an dieser Zugend mein? 8. Du triebst mich an, daß ich das Gute wählte, und riefst mich oft, wenn ich des 5. Und, Gott, wie oft Wegs verfehlte, durch Stimsind unsre besten Triebe nicht men deines Geists zurück; Frömmigkeit, nicht Früchte zogst mich durch Kreuz, durch deiner Liebe, nur Früchte der Wohlthat auch von Sünden, Natur und Zeit! Wenn füh- ließft, wenn ich rief, mich len wir der Tugend ganze wieder Gnade finden, und Würde? wenn ist dein Joch gabst zu meiner Besrung uns eine leichte Bürde, und Glück. dein Gebot Zufriedenheit? 6. Doch, Herr, mein 9. Was ist der Mensch, Gott, wenn auch zu deiner daß du, Gott, sein gedenEhre mein Herze rein, rein fest, Gerechtigkeit in deinem meine Tugend wäre; weß Sohn ihm schenkest, und zur ist denn dieses Eigenthum? Belohnung selbst ein Recht? wer ließ mich früh zur Tu- Und wenn ich nun, durch gend unterrichten, mein Glück, deines Geistes Gabe, des mich sehn in meines Lebens Glaubens Kraft und alle Pflichten, und im Gehorsam Werke habe, wer bin ich? meinen Ruhm? Ein unnüßer Knecht. $ Ber= 114 Verhalten gegen Andere. 131. 5. Wer nicht vergiebt, der wird für seine Sünden auch nicht bey dir, o Herr, Vers Mel. Herzliebster Jésu, was ic. Herr Jesu, der du für mich gebung finden. Dein JunSünder littest, und noch zur ger ist nur, der, wie du, Rechten Gottes für mich bit- vergiebet und Feinde liebet. test! erweck in mir, du Vorbild wahrer Liebe, der Sanft: muth Triebe. 6. So heilige denn meis ner Seelen Triebe, mein Heiland, durch den Geist 2. Wann hast du jemals der wahren Liebe; daß nie Haß mit Haß vergolten? Zorn, Feindschaft oder Lust Du schaltst nicht wieder, da zur Rache mich strafbar mache. man dich gescholten. Du 7. Wenn meine Brüder segnetest mit Wohlthun nicht sich an mir vergehen, so blos Freunde, auch deine lehre mich ihr Unrecht, übers Feinde. sehen, und sollten sie mich 3. Und ich, Herr, sollte auch empfindlich krånken, an mich den Deinen nennen, dich gedenken. und doch von Rachgier gegen 8. Erwecke, Jcsu, dann Andre brennen? ich sollte je- in meinem Herzen aufs neue mals Haß mit Haß vergel- das Gedächtniß jener Schmerz ten, und wieder schelten? zen, die du in deinen schwe ren Leidensstunden für mich empfunden. 4. Wie kann ich: Bater! zu dem Höchsten sagen, und Groll im Herzen gegen Brü- 9. Laß mich mit Sanft: der tragen? Wie kann ich muth meinen Feind begegzu ihm flehn, mir zu ver- nen, und so, wie du, den, zeihen, und Rache schreien? der mir fluchet, segnen; ja, maz Verhalten gegen Andere. 115 mache gegen Alle, die mich 5. Wer zwar mit Rath, Haffen, mein Herz gelassen. mit Trost, mit Schutz den 10. Will zu der Nachsucht! Nächsten unterstüßet, doch mich die Furcht verführen, nur aus Stolz und Eigennah, als würd ich sonst mein ganz aus Weichlichkeit ihm nuget, zes Glück verlieren, so laß nicht aus Gehorsam, nicht aus mich, Jesu, ihr zu wider- Pflicht: auch der liebt seinen stehen, auf dich dann sehen. Nächsten nicht. 11. Du schüßest den, der redlich vor dir wandelt, und überall nach deinem Vorbild handelt; drum laß in Allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden. 4. Wer harret, bis, ihn ans zuflehn, ein Dürftger erst erscheinet, nicht eilt, dem Armen beyzustehn, der im Verborgnen weinet, nicht gütig forscht, obs ihm gebricht: auch der liebt seiz nen Nächsten nicht. 132. 5. Wer Niedre, wenn er Mel. Mir nach, spricht 2c. sie beschirmt, mit hårt und Wer dieser Erden Güter Vorwurf quâlet, und ohne hat, und sieht den Nächsten Nachsicht straft und stürmt, leiden, und macht den Hun- so bald sein Nächster fehlet: grigen nicht satt, läßt Nak- wie bleibt, bey seinem Ungez kende nicht kleiden: der über- stüm, Gott, deine Liebe tritt die erste Pflicht und liebt wohl in ihm? dich, Gott der Liebe, nicht.. 6. Wer für der Armen 2. Wer seines Nächsten Heil und Zucht mit Rath Ehre schmäht, und gern sie und That nicht wachet; dem schmähen höret, sich freut, Uebel nicht zu wehren sucht, wenn sich sein Feind vergeht, das oft sie dürftig machet; es nicht zum Besten kehret, nur sorglos ihnen Gaben. nicht dem Berläumder wider- giebt: der hat sie wenig noch spricht: der liebet seinen Näch geliebt. ften nicht. 7. Zwar du, mein Herz, 2 ver: 116 Verhalten gegen Andere. 2. vermagst es nicht, stets durch für Gott damit nichts ausdie That zu lieben; doch bist gericht't. du nur geneigt, die Pflicht 2. Er wäre wie ein Erzt, getreulich auszuüben, und das zwar sehr helle klinget, wünscheft dir die Kraft dazu, sonst aber feine Frucht und und sorgst dafür, so liebest du keinen Nußen bringet; es war ein solcher Mensch ein solcher guter Christ, wie eine ben. Denk oft: Gott ist Schell, an der kein Geist noch Leben ist. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beledie Lieb, und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höch3. Wenn er weissagen ster, was ich hab, ist dein; könnt, und hätte allen Glausollt ich, wie du, nicht liebreich seyn! ben, so, daß er Wunderwerk an Bergen, Blinden, Tauben erwies, und hatte doch der wahren Liebe nicht, so wåre aber: mal damit nichts ausgericht't. 133. Menschen zu gefallen, das sey nie mein Ziel; möcht ich 4. Wenn einer auch sein so nur wallen, daß ich dem Haab und alles Gut den Argefiel, welcher, statt der men hingåbe, aber es nicht Freuden, selbst sich wählte, thâte aus Erbarmen, wenn Schmach mir zu gut zu leis er sich brennen ließ, und den; folgt ich ihm nur nach. hätte nicht dabey der Liebe, sag ich doch, daß es nichts nüße sey. 134. Mel. O Gott, du frommer 2c. 5. Die Lieb ist Langmuth Wenn einer alle Kunst und voll, sanftmüthig und gelinalle Weisheit hätte, wenn de, sehr freundlich jedermann, er mit Menschen und mit stets fertig und geschwinde in Engel- Zungen redte, hätt Nöthen beyzustehn, die Liebe aber sonst dabey der wahren eifert nicht, die Liebe fiehet Liebe nicht, so wäre doch zu, daß keinem Leid geschicht. 6. Die Verhalten gegen Andere. 117 6. Die Liebe ist nicht stolz, 10. Herr Jesu! der du die Liebe haffet keinen, sucht bist ein Fürbild wahrer Liebe, ihren Nußen nicht, fie rathet verleihe, daß auch ich am den Gemeinen, die Liebe zur- Nächsten Liebe übe, gieb, daß net nicht, die Lieb hilft je ich allezeit von Herzen jederz dermann, und wendet Scha- mann zu dienen sey bereit, den ab, wo sie nur immer so viel ich soll und kann. fann. Aufruhr. 7. Die Liebe ift betrübt, Wider Tumult und wenn unrecht wird gerichtet, und freuet sich, wenn man der Wahrheit fest beypflichtet; die Liebe decket auch des Nächsten Mängel zu, vertråget alles gern, und liebet wehe dir, unglücklichs Fried und Ruh). 135. Mel. Du Friedefürst, Herr. Land, wo immer Zwist ent 8. Ohn' Argwohn gläu- steht; und in des kühnen bet sie das Beste nur von Frevlers Hand des Aufruhrs allen, sie hoffet Besserung, Fahne weht; wo wilde Wuth wenn jemand ist gefallen in der Bürger Blut erhigt, sich Sund und Missethat, hat zu verderben. fie gleich keine Schuld, so 2. Da gilt nicht mehr leidet sie dennoch, was mig- Religion, man glaubt nicht lich, mit Geduld. mehr an Gott. Das Laster 9. Wenn dort die Wis- schwingt sich auf den Thron, senschaft einmal wird ganz und treibt mit Tugend Spott. aufhören, so wird die Liebe Kirch und Altar sieht man doch sich fort und fort ver- da gar verödet und verlasmehren: Wenn Glaub und fen. Hoffnung auch vergehet mit 3. Da macht man neue der Zeit, so bleiber doch die Lehre kund, die großes Heil Lieb in alle Ewigkeit. verheißt. Allein aus des Propheten frg Verhalten gegen Andere. pheten Mund spricht hier ein metreich zum ewgen Frieden falscher Geist. Denn er hålt kommen. nicht, was er verspricht, und täuſcht nur schwache Scelen. Wider Religionsspott und 4. Gesetz und Ordnung Unglauben. hören auf, wo sich ein Volk empört. Schandthaten haben freyen Lauf, weil man 136. kein Recht mehr hört. Der Mel. Erhalt uns Herr 2c. Bösewicht scheut Strafen Der Spitter Strohm reißt nicht, und thut was ihm viele fort. Erhalt uns, Herr, gelüftet. bey deinem Wort; so kön5. Da bebet des Regen- nen wir uns, Vater, dein ten Thron, dem sich Gefah- im Leben und im Tode freun. ren nahn. Tief traurend flüch-] 2. Ein Haufe Läft'rer tet sich davon, der besre Un- wagts, o Gott, mit wildem terthan. Und mancher wird ausgelaßnen Spott, den Heiz dennoch verführt, dem Stro- land deinen Sohn zu ſchmähn, me nachzuschwimmen. verachtend auf sein Heil zu 6. Dann wüthen Raub sehn. und Mord und Brand, dann 3. Ach ihrer Lehre Pest, fließer Bürgerblut. Da hei o Herr, schleicht ißo nicht Bet Barbarey Berstand, Un- im Finstern mehr; sie bricht thaten Heldenmuth. Das am Mittag selbst hervor, und ganze Land geräth in Brand, hebt ihr stolzes Haupt emder alles Gut verzehrt. por, 7. O laßt uns fromm 4. Sie herrscht jetzt mache und stille seyn, Tumult und tig in der Welt. Herr, Herr, Aufruhr flichn! So werden wenn uns dein Arm nicht Kunst und Fleiß gedeihn, hält; so reißt sie uns auch des Landes Wohlstand blühn, mit sich fort. Gieb Sieg und und wir zugleich ins Him- Kräfte durch dein Wort. 5. Bez Verhalten gegen Andere. 119 5. Beschüße uns, Herr dich hier toben soll; vielleicht Jesu Christ, der du zur rech- ist nun ihr Maaß bald voll. ten Gottes bist. Sey unser Schild und starke Wehr, im 7. Auch sie, o Herr, haft Kampfe mit der Spitter du versöhnt, sie, deren Spott Heer. dich jetzt verhöhnt. Gieb, 6. Du hast von Ewigkeit daß noch vor der Todesnacht gesehn, wie lange noch ihr zur ernsten Reu ihr Herz Troß bestehn, und wider erwacht! Verhalten im gesellschaftlichen Leben. Am Confirmations Tage. Eid der Treue hin. Versucht 137. in Zukunft mich die Sünde, so will ich ihre Reize flich'n, und immer mich der Tugend Mel. Wer nur den lieben 2c. weih'n, sich, dieser Tag soll Herr, dir gelob' ich neue Zeuge seyn! Treue, und neuen Fleiß im 3. Ach möcht ich niemals Christenthum. Dir, Jesu, treulos werden, nie deine geb' ich heut aufs neue mich heil'gen Wege flichn! Kein ganz zu deinem Eigenthum. Scheingut, keine Lust auf Von deinem guten Geist al- Erden, kein Leiden soll mich lein will ich hinfort geleitet dir entziehn. Weich, Eitels feit! Sünde weich! Gott seyn. . 2. O Vater, nimm von hört es; jest entsag' ich euch. deinem Kinde den theuren 4. Gott, regiere du mein 120 Verhalten im gesellschaftlichen Leben. mein Leben, und mache selbst! Nach den Bundesfragen. mein Herz dir treu, daß dir mein Wandel ganz ergeben und deinem Bilde ähn139. lich fey! Denn ohne dich Mel. Jesus meine Zuversichtic, bleibt immerdar, mein Herz verkehrt und wandelbar. Die Gemeine. 5. Einst werd' ich Herr Kinder, denket ernftlich nach vor deinem Throne, den Tag über dieses Tages Feyer! des Bundes benedey'n: ge= Was jetzt euer Mund verschmückt mit jener Sieges- sprach, sey euch ewig, ewig Frone werd ich dann ewig theuer. Kinder, ach vergesselig seyn. O welch ein Heil! set nicht eure hohe ChristenWie freu ich mich! Herr, pflicht. nimm mich hin! Dein, dein bin ich. Vor der Prüfung. dass 138. Die Kinder. Gott, welche heilige Stunde! Laß sie gesegnet seyn! Dir, Heiligster, dir wollen wir Herz und Leben weyh'n. Die Kinder. 2. Ja, als Christen wolVorschrift leben, wollen ewig, len wir, Gott, nach deiner ewig dir und dem Heiland uns ergeben. Uns're hohe Christenpflicht wollen wir vergessen nicht. Die Gemeinė. 5. Selig werdet ihr dann seyn hier und in dem bessern 2. Oblick auf uns mit Leben, und euch eures SeSegen von deinem Thron gens freun, den euch euer herab, und laß uns dem Ge- Gott wird geben, wenn ihr lübde getreu feyn bis ans stets im Herzen rein, cu'rem Grab! Bund strebt treu zu seyn. Nach 121 Verhalten in besondern Umständen. Nach der Einsegnung. ftårket euch im Leiden. O seyd ihm treu. 140. Die Gemeine. O send ihm treu! der euch 2. Wie Jesus einst o blicket stets auf ihn! geht zur Vollkommenheit. das Leben gab, treu der ge- Er war so gut, so groß; in lobten Pflicht! Gott schaut ihm erschien der Tugend auf euch mit Batersinn her: Göttlichkeit. Wie er, sollt ab, verläßt euch ewig nicht. ihr im Lichte wandeln, und Er segnet euch durch Glück recht, auch ungesehen han= und Freuden, er schügt, er deln. Ihm folget treu! of edsid, en 1001+0. Verhalten in besondern Umständen. Getroster Muth im Tode. 2. O himmlisch Wohler141, gehen, den Heiland dort zu sehen, und bey ihm auszuruhn! wie gut werd' ich's dort haben, mich ewig an ihm laben, wie unbeschreibWie Jesu Geist am Ende lich wohl wirds thun! Mel. O Welt sich hier dein 2c. in seines Vaters Hände zur 142. Ruh sich hingewandt, so geht cinst meine Seele aus dieser Mel. Wachet auf, ruft uns ic. Leibeshöhle, in die für mich wie wallt mein Herz durchbohrte Hand. vor Freuden, ihn selber, der für Verhalten in besondern Umständen. für mich wollt leiden, ihn den dir Gott bereit't, ins meinen Heiland werd' ich Baters Haus eingehen, mit sehn. Seine Wunden werd' dir wird mir Fried' und Freuz ich grüßen, und ew'gen de frey vom Leide dort gegeTrost bey ihm genießen, ben, mit dir werd' ich ewig wie wohl, wie wohl wird leben. 123 mir geschehn! Erlöste ohne Zahl beym großen Abend144. mahl werden singen: Preis, 143. Ehr und Macht sey Ihm ge- Ach bleib bey mir! noch find bracht, dem Lamm, das für es wenig Stunden, dann uns ward geschlacht't. seh' ich durchs Verdienst der heil'gen Wunden, Erbarmer, dich, von allem Elend frey. Du hast mich bis hieher so Mel. Wie schön leuchtet der c. sanft getragen, unmöglich Hier schlaf ich ein in Jesu kann ich nun an deiner Treu Schooß, dort wach' ich auf verzagen; gewiß, mein Freund, zum schönen Loos, das mir du bleibst in mir und ich in bey ihm beschieden; der Geist dir. ruht sanft in Gottes Hand, das Sterbgebein, mit ihm verwandt, schläft Hoffnungsvoll im Frieden. So wie er hie in der Erde lag, so werde ich auch liegen und das Leben wieder kriegen. 145. Mel. O fäßer Stand, o feligs. Laß mir, wenn meine Augen brechen, Herr, deinen Frieden fühlbar seyn; komm 2. Mit dir, Herr Jesu, deinen Trost mir zuzuspre= schlaf ich ein, mit dir will chen, und segne mein Gebeiz ich begraben seyn, und mit ne ein; reich mir die Bluts dir auferstehen; mit dir will befloßnen Armen, darinn ich ich in Aehnlichkeit des Leibes, Gnad und Friede fand, und trag Verhalten in besondern Umständen. 133 trag mich vollends mit Er- auf Jesum Christum schau'n, barmen sanft zu dir heim ins der dir ergeben, voll Vers Vaterland. trau'n, auch diesen Weg einst wallte. 4. Nimm, Vater, seinen Dank noch an, für alle Erdenfreuden, die du auf seines Lebens Bahn ihm wußteft zu bereiten! Auch für die Leiden, die ihn hier, geter, hier mit bangen Lodes sendet, Weisester, von dir, schmerzen. Er fleht, und zu ernster Bes'rung führmit ihm flehen wir: o! sen- ten. de seinem Herzen Muth in 5. Nun übergiebt er sei der letzten Erdennoth! Laß nen Geist in deine Baterihn in einem sanften Tod hände, und seufzt: Herr, der Leiden Ende finden. wie dein Wort verheißt, gieb 2. Mit reu'gem Herzen mir ein sel'ges Ende! Ich denket er an sonst begang'ne sehne mich daheim zu seyn, Sünden, und flehet: laß wo deiner Liebe ich mich mich, Gütiger, bey dir Ver- freu'n, ja ewig freuen wer= zeihung finden. Du hast sie de. Fürbitte für Sterbende. 146. Mel. Wenn mein Stündlein c. Ein Sterbender ringt, Baja dem zugesagt, der reuig 6. 2, gieb ihm, was sein Vergehn beklagt, und sein Herz begehrt, und ende sich zu dir, Herr, wen- seine Leiden! Zeig' ihm, wenn det. seine Angst sich mehrt, den 3. So schenk ihm denn Vorschmack höh'rer Freuden! die Freudigkeit, daß er Ver- und wenn er nicht mehr gebung habe, Vertraun und sprechen kann; so nimm sein Unerschockenheit beym dunkeln stöhnend Seufzen an, und Pfad zum Grabe! Laß ihn laß ihn selig enden. Be= 124 Verhalten in besondern Umständen. Begräbniß. 147. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht zc. Bey einem todtge. bohrnen Kinde. 148. Dieser Leib, den wir begraben, bleibt im Grabe ewig nicht; neues Leben wird er haben, wenn am letzten Weltgericht alle Gråber sich auf decken, und der Engel Feld- pfer gehen in jenes beßre geschrey ruft, daß ist Ge- Himmelszelt. Mel. Nun ruhen alle 2c. Eh ich mich noch empfunden, bin ich auch schon verschwunden aus dieser eitlen Welt. Eh' ich sie noch ge= sehen, hieß mich mein Schdrichte sey; dann wird Jesus ihn erwecken zu der frohen ren. Ewigkeit: wie freu ich boren O mich der Zeit! 2. Ich habe nichts verloHier werd ich erst ge= ins Leben, das aus Gott. Von Leiden und von Plagen weiß man hier nichts zu sagen, ich kenne weder Schmerz noch Tod. 2. Dann empfang ich meine Glieder, die ist Staub und Asche find, unverwes- 5. Was nüßt es Jahre lich, himmlisch wieder, und zählen, und doch vielleicht ein jegliches gewinnt solchen verfehlen der Seelen SeligGlanz, als hier auf Erden keit? Nein, beffer todtge= nimmermehr zu finden ist; boren, als lebende verloren, Ja, mein Leib, Herr Jesu was man in Ewigkeit bereut. Christ! wird dem deinen ähnlich werden, voller Pracht und Herrlichkeit: O wie freu ich mich der Zeit! 4. Ich bin bey den Erldsten, und Jesus wird dich trösten, betrübtes Elternpaar. Bald werdet ihr's gestehen, daß, was Gott licß geschehen, Verhalten in besondern Umständen. hen, für mich und euch das liebes Kind! Beste war. Bey einem kleinen Kinde. 125 Seitdem du eingeschlafen, bist du nun bey den Schafen, die um den guten Hirten sind. 5. Wir finden sie einst wieder, und freuen uns der Lieder, die dort die Kinderschaar in reiner Unschuld finget, wenn sie ihr Heilig bringet dem Lamme, das ges schlachtet war. 149. Mel. Nun ruhen alle zc. Wenn kleine Himmelserben in ihrer Unschuld sterben: so büßt man sie nicht ein; sie werden nur dort oben vom Vater aufgehoben, damit sie unverloren seyn. 150. Mel. Nun ruhen alle zc. Nach kurzen Lebenstagen, 2. Sie sind ja in der Tau- werd ich ins Grab getragen, fe, zu ihrem Christenlaufe, in das noch frühe Grab. für Christum eingeweiht, und Wohl mir! daß ich nach noch bey Gott in Gnaden; Stunden, die Welt schon was sollt es ihnen schaden, überwunden, und Himmelsdaß ihnen Jesus aufgebeut? glück erlanget hab! 3. Wie leichtlich geht bey 2. Eh ich noch Sünde Kindern, wie bey erwachs- kannte, und bdse Lust entnen Sündern, das fremde brannte, bin ich der Welt Feuer an! O großes Glück! entflohn. Wo mich kein Leiz zu wissen, daß nichs mehr den rühret, kein Lafter mich einzubüßen, daß sie kein Tod verführet, lebt die erlöste mehr tödten kann. Seele schon. 4. O wohl auch diesem 5. Der Erde geb ich wie: Kinde! Es stirbt nicht zu der die mir geliehnen Gliegeschwinde; zeuch hin, du der, doch nur bis auf die Zeit, 126 Verhalten in besondern Umständen. Zeit, da Christus unser Le- drum freu dich der Unsterbben, sie mir wird wieder lichkeit! geben, und zieren mit Unsterblichkeit. 3. Wer bald den Lauf vollbrachte, den führt' Gott, ch' man's dachte, ans groe legte Ziel. Er bleibt in Baterhånden; ihn herrlich zu vollenden, entriß er ihn dem Weltgewühl. 4. Des Lebens Freud' und Kummer lässt sich im sansten Schlummer des Todes endlich auf. Den Fesseln, die uns binden, wird uns der Tod entwinden; frey schwingt der Geist zu Gott sich auf. 151. Mel. O Welt, sich hier zc. Obauges Herz, sey stille! es war des Vaters Wille; ewig stehen, was Erd' ist, des Vaters Will' ist gut. muß vergehen, zum ew'gen Was seine Huld gelichen, Leben taugt sie nicht. 5. Der morsche Rest vom Staube wird nun dem Grab zum Raube, die irrd'sche Hütte bricht; sie kann nicht darf sie das nicht entziehen? und darfst du tadeln, was fie thut? 4. Lebt wohl indeß, ihr Meinen! um mich sollt ihr nicht weinen; denn mir ist wohl geschehn. Das aber sag ich allen: wie Laub und Blumen fallen, so bald muß! auch der Mensch vergehn. Beym Tode der Kinder. 6. Sprich: ,, Gott, du haft's gegeben, Herr über Tod und Leben, du nahmst 2. Was du so treu gelie- jes auch dahin; dein war's bet, gab dir, der alles gic- ja, nicht ganz meine,-verbet, für eine kurze Zeit. zeih nur, daß ich weine, Doch was er dir entriffen, denk, daß ich schwach allhier sollst du nicht ewig missen; noch bin!" 7. Mit Verhalten in besondern Umständen. 127 7. Mit allem deinem Seh- diesem Schmerz vor banger nen, mit allen deinen Thrå- Wehmuth brechen: kann ich nen rufft du doch nichts zu ihm widersprechen? růck. Im Vaterlande dro3. Gott thut's, und so denn ben, wirst du es sehn erho- ist's wohl gethan; ben, dein Kind zu einem hd- früher wird's vollkommen. hern Glück. Wohl ihm! es ist so mancher 8. Wer weiß, wie bald Bahn der Leiden nun ents zum Scheiden von allen Er- nommen. Kurz lebt' es nur, denfreuden für uns die Stun- sah kaum die Spur von de schlägt! Drum trocknet mühevollen Wegen. Es Wehmuthszähren, es wird starb; sein Tod ist Segen. nicht lange währen, daß man auch uns zur Ruhe trågt! 152. 4. Thut's Gott, so ist es wohl gethan! wie leicht war's zu verführen? Dort trifft es rein're Freuden an, kann Unschuld nicht verlies Was mein Gott thut, ist ren. In Vaters Hand geb wohl gethan; er giebt und ich dies Pfand; er nimmr's, nimmt oft wieder; bald ich will ihn loben; wie gut führt er uns die Freuden-[ ifts aufgehoben! bahn, bald rauhe Wege wie5. Was Gott thut, das der. So wechselt Freud' ist wohl gethan; wohl une, und Traurigkeit. Du hörst wenn wir's fest glauben, nach Wiegenfingen die Ster- daß er uns wieder geben beglocke klingen. kann, was Tod und Grab 2. Doch, was er thut, ist jest rauben! Schon freu wohl gethan; wer darf den ich mich; mein Kind, seh Weisen meistern? Ruft er dich am großen Tage wiemein Kind nun Himmel an der, und singe Dankeslieder. zu reinen selgen Geistern, 6. Gott thut es, so ist's und wollt mein Herz bey wohl gethan; vergieb mir, Gott, 128 Verhalten in besondern Umständen. Gott, mein Sehnen! Ver- du mir, mein Auge hier, gieb, wenn auf der Pilger- zur Grabesruh zu schließen; bahn ich wein' der Weh- dein Rath sey, Herr, gemuth Thränen. Bald winkst priesen! Thir nos Verhalten zu besondern Zeiten. Lebenszeiten. Liebe thu, und was dein Herz erfreut? Jugend. 153. 4. Ach nimm mein gan zes Herz dir hin, nimms, liebster Jesu! an; ich weiß doch, daß ich deine bin, du theurer Schmerzensmann! Mel. Ich finge dir mit 2c. Ich bin ein kleines Kinde- 5. Du hast mich in der lein, und meine Kraft ist Taufe ja mit deinem Heil schwach; ich wollte gerne bekleid't, und eh' ich etwas selig seyn, und weiß nicht, wußt und sah, zu deinem wie ich's mach. Kind geweiht. 2. Mein Heiland! du bist 6. Bewahr mir nur mein mir zu gut ein Kindelein ge- Herzelein vor allem, was west, und hast mich durch befleckt; du hasts gewaschen, dein theures Blut von aller halt es rein, verhüllt und Noth erldst. zugedeckt. 3. Mein liebster Heiland! 7. Müßt' ich noch lang rath mir nu, was ich zur hienieden seyn, und nähm an Dankbarkeit für alle deine Jahren zu; so hilf du, Herzensz 120 Verhalten zu besondern Zeiten. zens- Jesulein! daß ich dir die Kraft ist dein! in deiner auch was thu. Furcht zu leben. Du schůz8. Und wenn ich nun zest uns, und du vermehrst im Bund der Tauf' gewan- der Menschen Glück, wenn delt seliglich, so schließe mei- sie zuerst nach deiner Gnade nen Gnadenlauf, und füß streben. und hole mich! Jahres Wechsel. 4. Gicb mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden; doch schadet mir das Glück der Welt, so gieb mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glück 154. Mel. Sey Lob und Ehr dem zc. Gott ruft der Sonn und schafft den Mond, das Jahr darnach zu theilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt, lichern beneiden. und heißt die Zeiten, eilen. 5. Er ordnet Jahre, Tag und terlich Nacht. Auf, laßt uns ihm, der. dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank ertheilen. Hilf deinem Volke váin diesem Jahre wie Erbarme der Verlaßnen dich und der bedrängten Glieder. Gieb Glück zu jes 2. Herr, der da ist, und der guten That, und laß der da war! von dankerfüll- dich, Gott, mit Heil und ten Zungen sey dir, für das Rath auf unsern Fürsten verfloßne Jahr, ein heilig nieder. Lied gesungen; für Leben, 6. Daß Weisheit und GeWohlfahrt, Troft und Rath, rechtigkeit auf seinem Stuhle für Fried und Ruh, für jede throne; daß Zugend und That, die uns durch dich ge- Zufriedenheit in unserm Lanz lungen. de wohne; daß Treu und 3. Laß auch dies Jahr ge= Liebe bey uns sey; dies, liesegnet seyn, das du uns neu ber Vater, dies verleih in gegeben. Verleih uns Kraft, Christo deinem Sohne. Verhalten zu besondern Zeiten. In der Erndte. 155. 14 und Pflügen; wir würden fonsten nie ein Körnlein wie der kriegen; wir möchten Mel. O Gott du frommer 2c. früh aufstehn, und bis zur Frohlocket Jung und Alt, Mitternacht nicht wieder schlaihr Reichen mit den Armen! fen gehn, es war umſonst da Gott den Unterhalt vom gewacht. neuen aus Erbarmen für 5. So aber hüt't und wacht euch nun auf ein Jahr so der Herrscher in der Höhe; mildiglich beschert; was euer sein Vatersegen macht, daß Wünschen war, ist väterlich unser Werk bestehe. Der erhört. hat auch diesesmal des Sá2. Es hat Gott Lob und manns Wunsch gestillt, und Dank! Hier Fried' und Ruh reichlich überall der Schnitter gewohnet. Für Krieg und Hand gefüllt. Untergang hat uns der Herr 6. Des Segens Ueberverschonet; kein Feuer, keine fluß wird nunmehr eingefüh Gluth, kein schwerer Hagel ret, daß man gestehen muß, stein, kein Hunger, keine daß Gott der Ruhm gebübFluth, noch Seuche brach ret, der uns mit reicher Hand herein. erfreuct und erquickt, und 3. Die Erndte hat der unserm Baterland ein gutes Herr, uns treu und wohl Jahr geschickt. bewahret. Wer hätt', wenn 7. Wir bringen Garben Gott nicht war, uns sonst ein: drum soll uns Korn die Frucht gesparet? Wer und Weizen, und Garben, gåb uns Sonnenschein? wer Groß und Klein, zum Lob Regen oder Thau? was würd' und Danke reißen. Wir ohn' ihn wohl seyn mit un preisen unsern Gott, der ſeis serm Ackerbau? ne Kinder liebt, und alle 4. Umsonst wär' unsre Jahr ihr Brod zur Zeit der Müh, umsonst wär' Saat Erndte giebt. 8. Gut $ 30 Verhalten zu besondern Zeiten. 131 » 8. Gut ist Herr, das 12. Lob, Preis und Ehre Land, darein du uns gesez- sey jetzt und zu allen Zeiten, zet, groß deine starke Hand, dir, der du Eins und Drey, die uns so oft ergohet; un- ein Gott der Ewigkeiten. Dir endlich deine Macht, und oh- Vater, dir Gott Sohn, und ne Ziel dein Ruhm: drum dir Gott heit'ger Geist, den lobt dich Tag und Nacht dein man im Himmelsthron, und Volk im Heiligthum. hier auf Erden preißt. Dank nach der Erndte. 156. 9. Verleih,» frommer Gott! uns ferner deine Gnade, daß ja die Feuersnoth nicht unsern Hütten schade: Mel. Vom Himmel hoch zc. daß uns nicht Angst und Leid, So ist der Sommer nun nicht Sterben, Wasserfluth, vorbery, wohlan, kommt rühnoch andre Fährlichkeit und met Gottes Treu, der unsre Jammer Schaden thut. 10. Gesegne treuer Gott, das, was wir täglich effen. 2. Rühmt ihn, daß er Gieb auch den Armen Brod; uns hat behüt't die Felder, bis du kannst sie nicht vergessen, Herr, deine milde Hand erfreue jedermann, daß bey uns Stadt und Land den Segen spüren kann. 11. Laß unser Korn zur Saat, ja bis zur Erndie reichen. Felder hat bewahrt und seinen Segen nicht gespart. 5. Vergeßt nicht, was euch Guts geschehn, die Scheunen voller Früchte stehn, die Böden, Kammern gleicher Weis' erfülGieb selber Rath let man mit mancher Speis. 4. Der uns das Brod nun hat beschert, und allen Unfall abgekehrt, der wird auch ferner bey uns stehn, wenn wir auf seinen Wegen gehn. 32 5. Er und That, und thu an uns ein Zeichen, daß jeder sehen kann, du seyft Herr Zebaoth, bey uns ein Wundermann, der rechte treue Gott. sie ausgeblüht, und nachmals Wittrung früh und spat zur Reife uns gegeben hat. 132 Verhalten zu besondern Zeiten. Nun was 5. Er ist es ja, der Le-[ det ihren Lauf. ben giebt, und unsre Seclenschen alle meine Sorgen auf herzlich liebt, drum bittet einmal wieder mit mir auf: von ihm, was euch Noth, er die Ruh ist aus, der Schlaf giebt es gern, der treue Gott. dahin, und ich seh wieder, 6. Ruft ihn in Jesu Chriz wo ich bin. sto an, um alles, was euch 2. Ich bin noch jeho auf bessern kann; um Friede, der Erde, wo jeder Tag sein Freue und Frömmigkeit und Ende hat; mit dem ich imwas da dient zur Seligkeit. mer älter werde. Ach laß 7. Er ists allein, der seg- doch Sünd und Missethat, nen kann, auf ihn kommt al- O Gott! von mir entfernet ler Wachsthum an; er giebet seyn, und deiner Huld mich Regen, Sonnenschein, Thau, stündlich freun. Nässe, Winde, ganz allein. 5. Du fichst mich aus 8. Er ists, der alle Welt dem Bett' aufstehen, regiere regiert, dem all' Ehr, Ruhm mich den ganzen Tag. Ich und Dank gebührt; er heißt weiß nicht, wie mirs heut Jehova großer Gott, der wird gehen, ob ich noch sich nennt der Herr Zebaoth. Abends leben mag. Schleuß 9. So danke ihm, wer mich in deine Hände ein, danken kann, laßt Mund und dein will ich todt und lebend Herzen stimmen an; lobsin- seyn. get der Dreyeinigkeit, so feyrt man recht die Erndte- Zeit. Tageszeiten. Morgen. 4. Vergieb mir, Vater, alle Sünden, die ich mit aus dem Bette bring, und laß mich vor dir Gnade fin den; erhdre, was ich bet und sing; denn wo ich nur Mel. Wer nur den lieben Gott zc. bey dir wohl steh, so acht Mein Gott nun ist es wie ich gar nicht, wie es geh. der Morgen, die Nacht vollen- 5. Hilf du in allen Sa: chen 157. Verhalten zu besondern Zeiten. 133 chen rathen, denn ich bin ich neugestärkt vom Schlafe selber mir nicht klug; be aufgewacht, und meine Secle hüte mich vor bösen Thaten, ist auf Lob und Dank bedacht. vor arger Menschen ist und 2. Doch welches Opfer Trug; laß mich den Tag soll, mein Gott, ich dir izt wohl legen an, und Gutes schenken? Ich will aufs neue schaffen, wo ich kann. mich in deine Gnade fenten: Nimm hin Leib, Seel und Geist auf diesen ganzen Tag; dies soll mein Opfer seyn, weil ich sonst nichts vermag. 6. Behüte auch mein Leib und Leben, Verwandte, Freunde, Haab und Guth; Ach du wollst deinen Segen geben, wenn meine Hand das Ihre thut. Hilf, daß ich alles wohl verricht'. Du wirst es thun, ich zweifle nicht. 158. Herr Jesu, laß zu dir mich früh den Geist erheben, und 5. Laß mirs den ganzen Tag vor meiner Seele schweben, laß dein' Allgegenwart mich wie die Luft umgeben: auf daß mein ganzes Thun, mein Herz und Sinn und Mund dich lebe inniglich, mein Gett! zu jeder Stund. 4. Ach fegne, was ich deine Marter mir auch heut thu und rede und gedenke; vor Augen schweben; damit ich alles flich', was sich für den nicht paßt, den du mit Todesmüh' so theu'r erlöset hast. durch deines Geiftes Kraft es also führ und lenke, daß alles nur gescheh zu deines Namens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib dein Ela genthum. 159. Mel. O Gott, du frommer 2c. 160. Jesu, süßes Licht! Nun ist die Nacht vergangen, nun Mel. Jeh singe dir mit 2c. hat dein Gnadenglanz aufs Gott, dir sey Preis! ich neue mich umfängen; nun bin bin erwacht und fühle mich ers 134 Verhalten zu bef.ndern Zeiten. erquickt; wie gut ist Gott, 8. Wenn Sorg und Kumder uns die Nacht zur Ruh mer mich befällt, so laß und Stärkung schickt! mich auf dich schaun; der 2. O Vater, deine Gütig- Troft, daß deine Hand mich keit ist alle Morgen neu. Du hält, erfüll mich mit Vers thust uns wohl von Zeit zu traun. Zeit; wie groß ist deine Treu! 3. Jßt schenkst du mir zu meinem Heil von neuem ei nen Tag. Gieb, daß ich da von jeden Theil mit Weis- mein ewges Heil. heit nußen mag. 4. Die Zeit in deiner Furcht vollbracht, bringt ewigen Gewinn; o mach mich auf mein Heil bedacht, richt auf dich meinen Sinn. 9. An deiner Gnade gnůge mir! sie sey mein bestes Theil; mein Trost und meine Freude hier, und dort Abend. 161. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. Der Der Tag ist nun geendet, 5. Gieb, daß ich fern von und Gott voll Liebe sendet Müssiggang in meinem Stan- die dunkle Nacht uns zu; de treu, und wenn ich kann, in ihrem stillen Schatten ermein Lebenlang bereit zu die-| quicket er den Matten, im nen sey. süßen Schlummer durch die 6. In allem, was ich denk Ruh. und thu, sey dein Gebot vor 2. Der Herr versäumet mir; und wenn ich von Ge- Keinen. Der andern Welt schäften ruh, so sey mein zu scheinen rief er der SonHerz bey dir. ne ist. Uns decken Finsterniffe; doch ohne Kümmerniffe ruhn wir, da seine Hand uns schützt. 3. In unermeßner Ferne erzählen tausend Sterne die Größe 7. Was Du mir zum Vergnügen giebst, vermehr in mir die Luft, ganz dein zu seyn, der du mich liebst und so viel Gutes thust. Verhalten zu besondern Zeiten. 135 Größe seiner Macht. O fall im Schmerz, nur Jefu nachs anbetend nieder, und sing zuwandeln, giebt Frieden für ihm deine Lieder, dem treuen das Herz. Gett, der dich bewacht. 2. Man steht aus seinem 4. Er, der den Mond be- Schlafe in Christi Freundreitet, die Sterne zählt und schaft auf; man fürchtet keileitet, ist auch von mir nicht ne Strafe im ganzen Lebensfern. Zu seines Himmels lauf; man ist an seiner Seiz Höhe blick ich empor, und te, man trinkt aus seiner flehe: denn meine Hülfe Hand, will nur, daß der kommt vom Herrn. uns leite, den man so gndz dig fand. 5. Wer bin ich? ach, ein Sünder! doch, Vater dei3. Wenn man den Tag ner Kinder, auch mich be- vollendet, so legt man sich gnadigst du! In meines zur Ruh; von Chrifto une Jesu Wunden hab ich Ver- verwendet, thut man die gebung funden, in ihm fand Augen zu; und will auch meine Seele Ruh. selbst den Träumen, wenns 6. Mein Herz vergesse nim- ja geträumt soll seyn, kein mer der Liebe, die mich im- andres Bild einräumen, als mer treu pflegt umd nie ver- Jesu Bild allein. gißt; und meine Zunge preiſe den Höchsten, der so weise, so gütig und barmherzig ist. 163. 162, Mel. Schaß über alle zc. Mel. Nun ruhen alle Wälderic. Wenn ich mich schlafen les ge, mein Heiland! und erwaEin unverrücktes Leben mit ge, was du an mir gethan: Jesu in der Zeit, dem man so preift dich mein Gemůdas Herz gegeben, ist wah- the; und du, voll Gnad und re Seligkeit: In seinem Thun Güte, nimmst auch des und Handeln, in Freude und Nachts dich meiner an. 2. Ich 136 Verhalten zu besondern Zeiten. 166, 2. Ich gehe nun zu Bette! du weißt, was ich gern båtte: im Traum dein Je- Mein Heiland, Du hast susbild; im Schlafen deine manche Nacht mit Beten, Nähe: wenn ich dich gleich Flehn und Weinen für mich nicht sehe, sey doch mein ganz schlaflos zugebracht und Herz von dir erfüllt. für das Heil der Deinen; 5. Schließ diese Nacht, erinn're mich daran, wenn mich Armen, o Herr, in ich nicht schlafen kann, und dein Erbarmen, in deine laß mir deine Todespein Gnade ein; Gieb, daß kein auch in der Nacht genießbar Feind mich schrecke, dein seyn. Heil sey meine Decke, dein Licht in Finsterniß mein Schein. 164. Mei. Herzliebster Jesu, was ic. Ach deine unschätzbare groBe Güte, die tröste jeden Morgen mein Gemüthe; und sey des Abends auch beym 2. Laß alles freundlich seyn, Augenschließen mein sanftes voll Demuth, was ich sage, Kiffen. 167. Komm, Segen aus der Hdbe, begleite meine Werke; gieb Jesu! Wachsamkeit, dem Geist und Leibe Stärke! Gez horsam ist so süß: nur bleibe es dabey, daß, wenn ich wirken muß, das Herz doch bey dir sey! 165. es sey groß oder klein, und daß ich lieber trage, als meis nem Nächsten sey, aus eigWenn enn ich schlaf', o Jesu! ner Schuld zur Last, auf daß bleibe Du in Gnaden stets du Ruhm dabey an deinem bey mir! Und wenn ich er- Kinde hast. wache, treibe mich der erste Wunsch zu Dir. 5. Wo meine Füße geh'n, [ was meine Hand' arbeiten, da Verhalten zu befontern Zeiten. 137 muß ich Dich ansehn, du mußt| Freuden dem nur lebt, der uns mir seyn zur Seiten, es muß dein guter Geist mich lehren, was du willt, und wer du bist; du bleibst mein Führer und Vorbild. erlöst, und wirkt findlich fro heTriebe, daß Gedanken, Wort und That ein Beweis sind zarter Liebe, die den Grund in seiner hat. 168. Den Glauben mir verleyhe, daß Alles gut wird gehn, die Fehler auch verzeihe, die von mir sind geschehn. Du wirst mich nicht beschämen, weil du verboten hast, mehr über sich zu nehmen als eines Tages Last. 169. Gnade, die aus Jesu Wunden auf die armen Sünder fließt, macht sie so mit ihm verbunden, wie ein Reb am Weinstock ist, fördert, weil sie selbst nichts können, ihr Gedeyhn aus seiner Füll, und wehrt allem, was sie trennen und im Wachsthum hindern will. 170. Wie der Herr am Kreuz gestorben, war die Macht des Tvdes hin, und da hat er mich erwerben, daß ich ewig sein e bin. 2. Seine seyn, was will das sagen? Tag vor Tag bis in die Nacht seine Seel in Hånden tragen; und sobald man aufgewacht 2. Andacht über Jesu Leiden, deffen sich der Glaube trist't, bringt die Frucht, daß man mit 5. Seinen Heiland kindlich bitten, daß er uns den ganzen Tag und bey allen Tritt und Schritten, wie's ihm recht ist, leiten mag. 4. Und ein Mensch, der also handelt, ist in Wahrheit höchst beglückt, weil er stets mit Jesu wandelt und von ihm sich nie verrückt. 5. Freylich maaßt man dieser Gnade sich unangefragt nicht an; doch es geht auf einem Pfade, drauf ein Ther nicht irren kann. 6. Die 133 Verhalten zu besondern Zeiten. 6. Die um ihn erregte Sor- er dürfte, daß er unsre Seel gen, die sein Geift ans Herz/ umfah. gebracht, machen einen trüben Morgen und wohl eine bange Nacht. 7. Das erpresset heiße Thränen: ,, ach, wo frieg ich Jesum her!" und ein findlich banges Sehnen, wenn er doch mein! Heiland wår! 10. Da bekommt man so geschwinde, als man kaum 8. Augenblicklich steht der darum geweint, die Vergebung Fürste mit der offnen Seite aller Sünde, und das Lammu da, und man fühlt es, wie zum ew'gen Freund. le über in die durchgegrabne 9. Damit geht die SeeHand; und er hat sie so viel lieber, als er viel an sie gewandt. Schlußlied. komme bald, drum schlafet nicht!" 171. Mel. Mir nach, spricht 2c. 2. ,, Erhaltet in den Lam pen Dehl, und stärket euren In dieser letzt'n betrübten Glauben, laßt ja der theu'r Zeit heißt uns der Heiland erkauften Seel' den Hoffwachen, und uns zu seiner nungs- Grund nicht rauben." Herrlichkeit bereit und fer- Der Grund ist Christus tig machen; wenn er so oft und sein Blut, drauf unfre mit Nachdruck spricht: ,, Ich Seligkeit beruht. Register. ( Die Zahlen weisen auf die Nummer der Lieder.) Ach bleib bey mir! noch sind es wenig Ach! das Wort, deß ich mich frene, das Ach! deine unschäßbare große Güte, die Ach, Herr Jesu! könnt ich dich, wie ich Ach! mein Herr Jesu, dein Naheseyn Ach, mein Herr Jesu! wenn ich dich nicht Allein vor dir, mein Gott, hab ich) Anbetung, Gott dem Vater C $ Jesu Christo, dem Sohne Gottes Jesu Christo, dem Gekreuzigten Jesu Christo, dem Auferstandnen: Gott dem heiligen Geiste Anbetung, Preis und Dank sey dir Aufs Verdienst von Jesu Wunden Auf Thabor war wohl Gloria 8 Bey dir, Jesu! will ich bleiben, halte selbst Bey einer steten Dämmerung, wo Tag Christi Blut und Gerechtigkeit, das ist Das Mahl, das heute wir genießen Dem Gotteslamme, das sich für unsre Den Glauben mir verleihe, daß Alles gut wird Den Himmels: Borschmack hab ich schon Denkt mein Geift an jene Stunden, die Der du durch deiner Almacht Hand Der Spotter Strohm reist viele fort$ Der Tag ist nan geendet, und Gott Des Lebens abgestecktes Ziei mag furz segn 2 344 80 164 96 47 69 65 4 4676 A 5 8 11 76 57 105 65 72 32 100 168 28 40 5 136 161 55 140 Register. Dich, Gott, in Demuth zu verehren Die Seele Chrifti heilge mich zu einer Dieser Leib, den wir begraben, bleibt Die wahre Gnadensonne geht auf Du bist der Hirt, der Schwache trågt Du, der sein menschlich Leben Du, der uns als Bater lieber, trener Gott Du, mein Erldser, bist's allein, der Du, meines Lebens Leben, du meines Du unser auserwähltes Haupt! an welches Eh' ich mich noch empfunden, bin ich Ein findlich Herz und Wesen ist dem Vater Ein Sterbender ringt, Vater, hier mit Ein unverrücktes Leben mit Sesu in der Frende wallt in meinem Herzen, o mein Frohlocket Jung und Alt Geht, werft euch vor die Majestät des Geist, Geel' und Leib sey dir geweyht, Herr Gemeine sieh dein Leben $ Gieb mir dein Herz! so spricht der MundGieb mir ein fröhlich Herz, du Geber aller Gnade, die aus Jesu Bunden auf die armen Gott, dir sey Preis: ich bin erwacht Gott, durch den wir sind und leben& Gott ist gegenwärtig! laßt uns vor thn Gott ruft der Sonn' und schafft Gott, welche heil'ge Stunde! laß sie Großer Gott, du Herr der Zeit, gieb Hätte Jesus nicht gelebt, hätt' Er Hallelujah bringe, wer den Herren kennet Hallelujah! der Heiland lebt! nun ist Hallelujah, Lob, Preis und Ehr sey unserm 25 77 147 15 115 15 44 99 35 71 148 125 146 162 121 155 111 104 50 9/1 127 169 160 19 87 154 138 128 45 54 41 86 Register. Heil'ge Einfalt, Himmelsgabe, tiefste Heiligster Jesu, Heiligungsquelle, mehr Herr, dir gelob' ich neue Treue, und neuen Herr Jesu, der du für mich Sünder littest s Herr Jesu, laß zu dir mich früh Herr! lehre mich, wenn ich der Tugend Herr, mein Heil! in aller Angst wend Herr, vor deinem Angesicht sind wir Hier legt mein Sinn sich vor dir nieder Hier schlaf ich ein in Jesu Schooß Himmel, Erde, Luft und Meer preisen I Ich bin ein kleines Kindelein, und Sch bin getauft nach Jesu Lehren, dich Ich halte Gott in allem stille, er liebet Ich laß dich nicht! Du mußt mein Jesus Ich war ein armes Wesen, an dem Ich werde über mein Geligseyn mich niemals Ich will mit Danken kommen in den Jefu deine Sünderliebe, deines Mitleids Jesu, geh voran auf der Lebensbahn! Jesu Liebe und Erbarmen ist viel größer Jefum unverrückt vor Augen haben Jesa, theurer Geelenarzt! der du uns Jest feyr ich Jesu Tod; laß mich nie Ihr armen Sünder, kommt zu Hauf In dieser legt'n betrübten Zeit heißt Kinder, dentet ernstlich nach über Komm, o fomm du Geist des Lebens! hilfs Komm, Gegen aus der Höhe, begleite meine Kommt Menschenfinder rühmt nnd preist Kommt und eßt dies Brod des Bundes Kommt, und laßt ench Jesum lehren 141 122 37 137 151 158 130 79 20 102 145 153 26 120 107 110 60 10 12 53 75 117 116 33 67 171 159 42 167 9 34 24 143 Register. Laffet uns den Herren preifen, und Laß mir, wenn meine Augen brechen 8 Laß, o. Jesu! mir auf Erden meinen Laßt uns Jesum Christum bitten Laßt uns mit süßen Weisen die Güte Liebe! die du mich zum Bilde deiner Gottheit Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Lobt unsern Gott mit fröhlichem Gemüthe Meinen Jesum- laß ich nicht, denn er ist Mein Erldser fennet mich; weiß um meine Mein Freund ist mein und ich bin sein Mein Freund! wie dank ich's deiner Liebe Mein Gott, ach lehre mich erkennen Mein Gott, nun ist es wieder Morgen Mein Heiland, du hast manche Nacht Mein Heiland nimmt die Sünder an, die Mein Herze wallt, so oft es an ihn denket s Mein, Salomo, dein freundliches Regieren Menschen zu gefallen, das sey nie mein Mit innigem Verlangen sucht, Jesu, Nach kurzen Lebenstagen, werd ich O angenehme Augenblicke, wo sich die O banges Herz, sey stille, es war des O die Geligkeit ist groß und nicht O du, an den ich glaube, o Jesu O Jesu Christe, wahres Licht, erleuchte Jesu, mein Erbarmer! ists möglich O Jesu, süßes Licht! nun ist die Nacht O Jesu! war ich armes Kind in Allem O inniglich geliebte Liebe! du hast aus D. tönnt' ich gnugsam dein gedenken, der 89 145 52 16 88 95 27 90 106 112 58 82 64 157 166 70 92 46 133 68 150 56 151 103 73 22 91 159 18 98 125 Register. Lamm! das feine Günde je beflecket O Lamm Gottes unschuldig, erbarm dich Oliebt' ich dich recht brünstig, der O fage, meine Seele, wer hat dich Ofeyd ihm treu! der euch das Leben O süße Seelenweide in Jesu Passion O treuer Heiland, Jesu Christ, der du O Ursprung des Lebens, o ewiges O Bater, Geber aller Gaben, von dir O wehe dir, unglücklichs Land, wo immer O weich ein Licht tritt ins Gesicht wie wallt mein Herz vor Freuden O! wo soll ich fliehen hin! wer wird Schickt die Herzen da hinein, alle seine Sein unbeschreiblich Lieben, sein Erbarmen Celge Lebensstunden, die man bey den Sent, o Herr, deine Furcht in aller Sey du mir nur immer freundlich, wenn Sey mir tausendmal gegrüßet So ist der Sommer nun vorbey Unbeschreiblichs Herze! ich kann dich Unfre Seel soll dich erheben, du unser Was ist mein Leben auf der Erde, ein Was mein Gott thut, ist wohl gethan Bas war ich, Herr, dech ohne dich, du Beil ich Jefu Schäflein bin, freu ich mich Wem Jesus Trost und Heil gegeben, und Benn einer alle Kunst und alle Weisheit Wenn ich mich schlafen lege, mein Heiland Wenn ich schlaf, o Jesu! bleibe Wenn fleine Himmeleerben in ihrer 0 143 38 29 105 85 140 56 25 49 2 135 48 142 78 61 93 57 83 114 51 156 81 14 113 152 124 51 101 154 163 165 149 144 Register. Wenn zur Vollführung deiner Pflicht dich Wer dieser Erden Güter hat, und sieht den Wer gebeugt vor Gott erscheinet, ihm Wer Jefum hat, und recht bedenkt Wer sich auf seine Schwachheit steart Wer sich fühlt befleckt von Sünden 4 Wie der Herr am Kreuz gestorben, war die Wie freut sich doch mein ganzer Sinn, daß Wie herrlich ist's, ein Schäflein Christi werden Wie Jesu Geift am Ende in seines Wie preif ich doch dein Leiden, den Ursprung Wie wohl ist mir, wenn mich mein Hirte Wie wohi, o Jesu! wird uns geschehen Wir bitten Gott den heilgen Geist, der uns s Wir mit der sämmtlichen Kreuzgemein Wir sind ein Eigenthum des Herrn Wohl dem, der Gott zum Freunde hat, und: Wohl dem! der sich auf seinen Gott 129 152 74 118 84 66 170 62 50 141 59 21 59 43 109 97 126 119 Inches 1 Centimetres Blue 12 3 4 Cyan 2 15 3 101 11,290 6 7 Farbkarte# 13 Green ' 8 Yellow X₂ 4 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 6 15 White 116 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8