H M 5 F 4011 فلا Sageding 1827 Ft égäbe nother # 4 go 4004 0 The pendult astheard je plinas med Si Univ.- Bibl. Giessen Colo Jayed 2 63 ** Dy 43 Vorbericht vor der ersten Auflage vom Jahr 1780. Der große Nußen eines guten Gesangbuchs, welches daß vornehmste Lehr- und Erbauungsbuch der meisten Christen zu seyn pflegt, ist entschieden. Man hat daher in den lettern Jahren, an vielen Orten schon, Neue, den Bedürfnissen unsrer Zeiten angemessene Gammlungen von geistlichen Liedern veranstaltet und mit Beyfall angenom: men. Auch unser Gesangbuch bedurfte einer Verbesserung: indem, unter der Menge von 1255 Liedern, viele in den Gedanken und Worten fehlerhafte, manche gar anstößige, und doch, in Absicht der Glaubens- und Lebenslebren wenige, worinn die Gesinnungen und Empfindungen, welche die christlichen Lehren erwecken sollen, würdig und lebhaft genug dargestellt waren, in Absicht der Pflichten gegen uns selbst und den Náchften aber faft gar feine, oder doch wenig brauchbare, vorkommen. Es wäre also der ungeänderte abdruck unsers Gefangbuchs, bey der unumgänglichen othwendigkeit einer abermaligen Auflage desselben, Undanf gegen die göttliche Vorsebung, die uns mit einem reichen Vorrath von erbaulichen Liedern beschenkt bat, und Verlegung der Ehrerbietigkeit gewesen, die man der Religion, der Kirche Chrifti, und dem igigen Zeitalter schuldig ist. Indessen hat die plögliche Einführung eines neuen Gesangbuchs viele Schwierigkeiten, worunter die Anschaf: fung desselben von den Aermern eine nicht der geringsten )(* ift. Vorbericht. ift. Ob nun gleich diese Beschwerlichkeit, in unserm, unter der gnädigsten und gelindesten Regierung, vorzüglich bes glücktem Lande eher zu heben seyn möchte, als anderswo; so ist doch, zur Erleichterung derselben, die gegenwärtige Sammlung so eingerichtet, daß das bisherige Kirchengefangbuch, vor's Erste noch, beym öffentlichen Got tesdienst gebraucht werden kann. Zu dem Ende sind nicht nur von jeder Materie, von welcher in der Alten Sammlung Lieder vorhanden waren, Eins oder mehrere und überhaupt béynahe 200 in die Veue aufgenommen, fondern es ist auch dem Register, ein Dergleichungss Verzeichniß von denselben beygefügt worden; damit die Besitzer der neuen Sammlung die Gesänge, so lange solche beym offentlichen Gottesdienst, nach den Nummern der Alten, angeschrieben werden, bequem finden mögen. Dieses erwähnten Zwecks wegen hat man jedoch das, was andere bereits zur Abänderung und Abkürzung alter Lieder geleistet hatten, nicht gånzlich beybehalten können. Nach unserm Auftrag hatte der im Jahre 1778. zu Göttingen verstorbene Pastor, Christian Ludewig Wiß, da er Prediger am hiesigen Zuchthause war, die neue Sammlung, worinn auch von Ihm entweder geänderte oder neu verfertigte Lieder befindlich find, in etwa 40 Clas sen besorgt. Dem Pastor zu Melle, Johann Caspar Neuschäfer, dem diese Sammlung zur Durchsicht übergeben, schien die Abkürzung mancher neuer Lieder und ihre Umarbeitung von unbekannten zu bekanntern Melodien zuträglich, um sie gemeinnütiger zu machen. Er fand noch Viele, kleine und große Aenderungen, Weglassungen, Zus fåge, Einschaltungen und Versebungen nöthig: um nicht nur dem Ausdruck mehr Deutlichkeit, und dem Inhalt mehr Richtigkeit und Vollständigkeit zu verschaffen, sondern auch die vielen Titel und Rubriken, zur leichtern Uebersicht des Ganzen, auf wenige Hauptabtheilungen zu bringen, und diese sowohl als die einzelnen Materien lichtvoller zu ordnen und, nach der natürlichen Verbindung der christs lichen Lebren, mit einander zu verknüpfen. Nach Genehmhaltung seiner darüber mitgetheilten Anmerkungen ist ihm die Ausfertigung des Buchs zum Druck; die Einrichtung der Anhänge überhaupt und besonders die Sammlung der Gebete;( doch unter der Bedingung, daß die bisher ges wohne Vorbericht. wöhnlichen Kirchengebete beybehalten würden) die Verfers tigung der Register, und die Anzeige des Inhalts anver: trauet worden. Wir begleiten übrigens die Ausgabe dieses Buchs mit dem innigen Wunsch, daß Gott dasselbe an allen, die es brauchen werden. segnen wolle: sie zu belebren; in jedem Kampf gegen die Sünde zu stärken; zur Frömmigkeit, zur Ausübung der Menschenliebe und zur treuen Erfüllung der Berufspflichten zu ermuntern; im Leben, Leiden und Ster: ben zu trösten und zu erquicken und sie der höhern Glückfeligkeit fähig zu machen, welche den aufrichtigen Verehrern der Religion Jesu Christi, unsers Herrn, in Zeit und Ewigkeit, bereitet ist. Jum Sochfürstl. Osnabrückischen Confiftorio A. C. verordnete Räthe. Vor Vorbericht zur vierten Auflage vom Jahr 1816. 91. uch diese Auflage ist, aus mehreren sehr wichtigen Gründen, bis auf einige hårtere Reime und Ausdrücke, im Ganzen unverändert geblieben, und bey denen für nothwendig geglaubten Veränderungen, sind die Mittheilungen der dazu aufgeforderten Prediger berücksichtiget. Die Lieder des fel. Dr. Luther, Nr. 39. 42. 96. 112. 184. 185. 211. 212. 215. 373. 496. hat man in ihrer ehrwürdigen Originalität möglichst beyzubehalten geſucht. Um daben den großen Reichthum der neueren herr lichen Lieder Sammlungen nicht unbenußt zu lassen, ist diese Auflage mit einem Anhange von 3 Bogen vermehrt, welcher auch besonders verkauft wird. Königlich Großbritannisch Hannoversche zum Evangelischen Consistorio verordnete Director und Räthe. Aus Ausführliche Anzeige von der Ordnung und dem Inhalt dieses Gesangbuchs. Erste Abtheilung: Von der Erkenntniß der Religion. 1) Aus den Werken der Natur, 2) Aus der Bibel oder der heiligen Schrift Zweyte Abtheilung: Von Gott, seinem Wesen, Eigenschaften und der göttlichen Dreyeinigkeit. Er ist Ewig und unveränderlich; : Dritte Abtheilung: Von der Schöpfung der Welt und der göttlichen Vorsehung über sie : Vierte Abtheilung: Von den vornehmsten Geschöpfen Gottes, die wir kennen. Allwissend und allgegenwärtig; Allmächtig; Höchstweise; 22 24 Höchstgütig, barmherzig und langmüthig; 25 32 Höchst heilig und gerecht; 33= 34 Höchst treu, zuverläßig und wahrhaftig. 35 Von den Engeln, Von den Menschen, Num. a I: 4 5-7 8= 44 12: 14 15 19 20 21 45 72 73 79 80= 89 Sünfte Inhalt. Sünfte Abtheilung: Vom Sündenelend und der Berdorbenheit der Menschen Sechste Abtheilung: Von der Erlösung der Menschen durch Jesum Christum, den Sohn Gottes Im Advent oder den Gedächtnißtagen der Ankunft Chrifti in die Welt, Auf Weyhnachten oder das Gedächtnißfest 105 III der Menschwerdung des Sohnes Gottes 112 127 Ben seiner Beschneidung, 128 130 II ( Die Neujahrsgesänge siehe unten Num. 596. f.) Von der Offenbarung Christi und seiner Lehre an die Heiden, = Auf Maria Reinigung, Bom Verhalten und Geschäfte Jesu in ſei: nem Leben, Vom Leiden, Tod und Begräbniß Jesu; in der Passions- oder Fastenzeit. Erweckung zur heilsamen Erkenntniß derselben, Hingang und Bereitwilligkeit Jesu zum Leiden und Sterben, a 2 : Num. = Siebente Abtheilung: Von der Glück seligkeit der Christen oder der Unterthanen Jesu in diesem und dem künftigen Leben. Eigenschaften wahrer Christen, 90- 94 95 104 131 134 135 138 3 139= 144 Leiden Jesu, Tod Jesu und Begräbniß, Zweck und Gebrauch des Leidens und Todesig Jefu, Bon Jefu Auferstehung; auf Ostern, Von Jefu Himmelfahrt und Regierung, Von der Kirche überhaupt, Von der Reformation und christlichen Dul: Dung, Erhaltung und Ausbreitung, 2 Beschüßung und Beschirmung der Kirche Jefu Chrifti, 145 149 150= 154 155= 170 171. 172 173 182 183 200 201= 207 208. 209 210 211 214 215 218 219= 222 Gott Inhalt. Gottseligkeit und Frömmigkeit, Rechtfertigung und Begnadigung, Vaterliebe und Freundschaft Gottes, Ruhe und Freudigkeit der Seele und des Gewissens, = Troft im Leiden und Sterben, Hoffnung einer seligen Unsterblichkeit, Seligkeit des Himmels, Achte Abtheilung: Vom Wege zur Glückseligkeit oder der Heilsordnung. 2 Empfindungen eines solchen, der lange leicht: finnig gelebt, = Empfindungen beym Andenken an oft wie derholte Sünden, 3 Die Dankbarkeit und Liebe gegen Jefum un.. fern Erlöser und Seligmacher, Nothwendigkeit eines heiligen Lebens und wider die Heucheley, Beschaffenheit der christlichen Zugend und Heiligkeit, Bestreben dem Beyspiel Jefu Chrifti nachzu = Gläubige Annahme der Lehren und Verheis sungen des Evangeliums, Bekehrung und Besserung durch Buße und 258. 259 Glauben an Jesum. Erweckungen dazu 260= 265 Wider den Aufschub der Bekehrung, Entschließung und Bitte um göttlichen Beystand zur Bekehrung, 266 2 Gesinnungen der Bußfertigen, Empfindungen ben tiefer Traurigkeit über die Sünde, = = Num. 223 227 228. 229 230= 232 ahmen, Eifer in der Ausübung aller Pflichten, und in der Unterlassung des Bösen, III - 233= 236 237= 242 243= 250 251= 257 = 281 Empfindungen beym Gefühl der LieblingsSünde und seiner Fehler und Mängel, 282 286 Der Glaube an Jesum und sein Verdienst, 287= 296 Christliche Frömmigkeit und Tugend. Dank: bare Liebe zu Gott, 267 268= 275 276= 279 280 297 302 C 303 307 308 313 314 318 319= 324 325 332 eunte VI Inhalt. Die heilige Taufe, Bey einer Taufhandlung, Erneuerung des Taufbundes, Bey der Confirmation, Das beilige Abendmahl: Dank für die Stiftung desselben, Wider die Nichtachtung desselben, Erweckung zum würdigen Genuß, Bey der Communion, vom Zweck, Nuhen und rechten Gebrauch des heiligen Abendmahls, Nach der Communion, Zwölfte Abtheilung: Von den Befördes rungs- und Stärkungsmitteln der Tugend. 3 3 = Num. 508 509 510 512 513. 514 Abwartung des öffentlichen Gottesdienstes und die würdige Gonntagsfeyer, Gefänge vor der Predigt, Beym Beschluß des öffentlichen Gottesdienstes, Haus- und Privatandacht, Umgang mit Gott im Gebet: Erweckung dazu, 544 Kraft und Nußen des Gebets, 545- 547 C 548 Kraft desselben wider die Sünde, Eigenschaften eines gottgefälligen Gebets, 549. 550 Allgemeine Bitten, = 3 551= 555 Tägliche Selbstprüfung und Wachfamkeit, 556. 557 Dankbare Erinnerung an seinen Gnaden: stand, 558 Betrachtung des Todes: Ueberhaupt, 559= 569 570= 582 589 Besonders ben Beerdigungen, Betrachtung der Vergeltung nach dem Tode und des allgemeinen Weltgerichts, Erwägung der Strafen der Lasterhaften in dieser und der fünftigen Welt, Beherzigung des hohen Werths der künftigen Seligkeit, 593 518 525 526= 531 515 516 517 532= 536 537= 549 541. 542 543 583 590 594 595 Dreys Dreyzehnte Abtheilung: Bitten und Danksagungen. * Bor Inhalt. 201 In besondern Zeiten: Beym Jahreswechsel, Ben feyerlicher Demüthigung vor Gott: de an einem Bustage, : Am Gedächtnißtage einer erlittenen Feuers: 00brunst, Des Morgens, Für einen Kranken, Des Abends, a Für einen Kranken, : Zur Tischzeit, vor und nach dem Effen, In den verschiedenen Jahreszeiten: im Frühling, Zur Saatzeit, Im Sommer, Bor, bey und nach der Erndte, Dank für den Segen, der aus Kunsten, Handlung und Gewerbe entsteht, Im Herbst, : a Im Winter, = : 3 3 Für Traurige und Bekümmerte, ( Auch 414 439.) â V In einigen persönlichen Umständen: Für frohe Christen am Geburtstage und sonsten 596 602 VII Num. 608 H ( Beym Anfang des Kirchenjahrs, 5- 7. 134. 208. 211. 317. 498. 501, 502. Beym Schluß desselben, 210. 366. 498 604) In besondern Fällen: Ben und nach anhaltendem Regen, Bey und nach der Dürre, Bey und nach einem Gewitter, By Theurung, Bey gefährlichen Seuchen, Beym Kriege und nach dem Frieden, 603= 606 607 621 622 623= 634 3 = C 635 636. 637 H 638. 639 640, 641 642 643= 648 649 650 651 102. IIO. 368. 370. 652= 654 655. 656 = 661 657= 662. 663 664. 665 666= 671 672 675 676. 677 Für Jehen ihmeich Gächlichen Jutge alle Vazeding 165 1637 Jagelo) 1. Von der Erkenntniß der Religion aus den der Natur und aus dem göttlichen Unterricht in der Bibel. Werken Mel. Herzliebster Jesu zc. ft auch ein Gott? auch der Mond durch seine wer darf noch al: Laufbahn eilet und wie, durch so fragen? Hört beyde, Tag und Nacht der man nicht laute Stimmen, Erde regieret werde! die es sagen? Sieh,( ru- 4. Was machts, daß dies fen Schrift, Vernunft und se Ordnung stets vorhanden Creaturen) der Gottheit und unverrückt Jahrtausens Spuren! de bestanden? Kannst du der 2. Sich um dich her! Gottheit Daseyn, Kraft und sich Himmel, Lånder, Mees Wesen nicht darin lesen? re, und schließ von der Ge- 5. Ja, Mensch! in ale schöpfe großem Heere, von len andern Creaturen, auch ihrem Bau und vom Ver an dir selbst siehst du der stand der Geister, auf ih: Allmacht Spuren. Kannst ren Meister. du dich denn mit Recht vers 3. Sieh! wie die Sonne ständig nennen und Gott Jahr und Tage theilet, wielmißkennen? 21 6. Doch Von der Erkenntniß der Religion 6. Doch nicht genug: es Mel. Es ist das Heil uns komm. ist ein Gott, zu sagen. Oft Du bist, o Gott, von leugnets doch der Mensch Ewigkeit, und bleis durch sein Betragen, wenn best ohne Ende, die Welt er, als wir kein Gott, in so groß, das Meer so breit, Sünden wandelt und gott- find Werke deiner Hände. los handelt. Des Himmels Bau, der 7. Du sagst: Gott ist und Erden Last, und was du, fennt mein ganzes Leben. Herr, geschaffen hast, lehrt Bist du ihm denn auch recht uns dein Wesen kennen. zum Dienst ergeben? Fühlt 2. Du bist voll Licht und Dank und Gegenliebe dein Majestät, voll Herrlichkeit Gemüthe für feine Güte? und Stärke. Wer deine 8. Im Wohlstand troz: Größe nicht versteht, den zig, zaghaft in Beschwerden, lehren deine Werke, daß du vergöttert man oft Dinge der Herr der Herren bist, dieser Erden; macht Geld daß deine Macht unendlich zum Trost; hält Fleisch für ist, im Himmel und auf seinen Retter; elende Göt. Erden. ter! 2 3. Wer ist, den nicht der 9. Drum Menschen ler: Sinnen Licht auf diese Fra: net, Gottes heilgen Willen, gen leitet; wer hat das Erd mit Redlichkeit und Hers reich zugericht, den Himmel zenslust, erfüllen: sonst wer ausgebreitet? Wer hat der det ihr, beym Ruhm des Sternen großes Heer, das Glaubens, ligen; euch selbst tief und stark umdammte betrügen. Meer, so wunderbar ers 10. Laßt euch sein Wort schaffen? den Weg der Wahrheit leh: 4. Groß muß der seyn; ren: durch Glauben und unendlich reich an Weisheit, durch Liebe ihn zu ehren; Kraft und Stärke; ein Wes bis er euch cinst zum Him: sen, welchem keines gleich; mel wird erheben, bey ihm der so erhabne Werke herzu leben. vorgebracht und aufgeführt, fie aus der Natur und heil. Schrift. sie alle trågt, und noch restur, so ruft mir alles, alles giert und keines übersiehet. zu: wie groß ist Gott, wie 5. Dich müsse, wer verklein bist du: ständig ist, in aller Welt 3, Es zeigen alle Eles erkennen; daß du sein Gott mente, wie groß der sen, der und Vater bist: mit frohem sie erschuf.. D! wenn das Dank bekennen. Dich ehre, Stumme reden könnte, wie und dein freue sich, was daslaut erschallte nicht der Ruf: ist, denkt und lebt durch dich rühmt, Menschen, Gottes im Himmel und auf Erden. Güt und Macht, der uns, 6. Ich bin dein Werk, für euch, hervorgebracht. dein Eigenthum; gieb, daß 4. Unendlich, Gott, ist ich auch so lebe, mit Herz deine Liebe, die Erde deiner und That stets deinen Ruhm Güte voll! O gieb mir laut preise und erhebe. Dein, deines Geistes Triebe, daß Lob sey mein Geschäfte hier ich dich preise, wie ich soll, und dort, wo ich werd für nimm, was ich kann, und und für im hellern Licht dich hab, und bin, zu deinem schauen. Dienst auf ewig hin. 5. Hilf, daß die Güter Mel. Wer nur den lieben Gottc. dieser Erden zu dir mich 3. Gott des Himmels leiten, böchstes Gut; daß und der Erden, der sie mir nicht zum Fallstrick du allgegenwärtig bist, von werden, der, statt des Nuz niemand kannst ermessenjzens, Schaden thut. Laß werden, vor dem kein Ding allen Mißbrauch ferne seyn, verborgen ist, ach ziehe mei der Wünsche Ziel sey du nen Sinn zu dir, und offen- fallein. bare dich auch mir. 6. Hier ist mein Leben 2. Wohin ich Herz und eine Reise, hier geht mein Auge lenke, da find ich dei: Weg zur andern Welt; ner Gottheit Spur. Wenn drum mache du mich fromm ich mit Andacht überdenke und weise, daß ich hier thu, die großen Wunder der Nasjwas dir gefällt, und nimm 22 341 4. Von der Erkenntniß der Religion zu deiner Ruh mich auf, wenn der Sand am Meere; bringt, ich vollende meinen Lauf. ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Mel. Es ist das Heit uns zc. Schöpfer Ehre! Mich, ruft 4. Wenn ich, o Schö- der Baum in seiner Pracht, pfer deine Macht, mich, ruft die Saat, hat die Weisheit deiner Wege, Gott gemacht; bringt uns die Liebe, die für alle wacht, serm Schöpfer Ehre! anberend überlege: so weiß 5. Des Menschen Leib, ich, von Bewundrung voll, den deine Hand so wuns nicht, wie ich dich erheben derbar bereitet; des Mens foll, mein Gott, mein Herrschen Geist, den sein Vers und Vater! stand, dich zu erkennen, leis 2. Mein Auge sicht, wortet; der Mensch, der Schös hin es blickt, die Wunder pfung Ruhm und Preis, ist deiner Werke. Der Him sich ein täglicher Beweis, von mel, prachtig ausgeschmückt. deiner Güt und Größe. preist dich, du Gott der 6. Erheb 6. Erheb ihn ewig, o Stärke! Wer hat die Sonn mein Geist, erhebe seinen an ihm erhöht? Wer kleidet Namen! Gott, unser Vas sie mit Majestät? Wer ruft ter, sey gepreist, und alle dem Heer der Sterne? Welt fag Amen! Und alle 3. Wer mißt dem Win Welt fürcht ihren Herrn, de feinen Lauf? Wer heißt und hoff auf ihn, und dien die Wolken regnen? Wer ihm gern; wer wollte Gott schließt den Schooß der Er nicht dienen? den auf, mit Vorrath uns zu fegnen? Du Gott der Mel. Wer nur den lieben Gott Macht und Herrlichkeit, Gott 5. Mein Gott, du schenks deine Güte reicht so weit, mir das als Erd und Himmel rei von ganzem Herzen dank ich chen! dir. Du hast durch Mens 4. Dich predigt Sonnenschen mirs gegeben, die Chris schein und Sturm, dich preist sten waren: Heil sey mir! Sonst aus der Natur und heil. Schrift. S Sonst kennt ich Christi Lehreldes Zweifels Nacht; du zeis nicht; sonst fehlte mir Glück, gest mir des Höchsten Nath Trost und Licht. und führst mich auf der 2. Auf ungewissen fin- Wahrheit Pfad. stern Pfaden würd ich ein, 6. Ich weiß wozu mich Naub des Todes seyn: mit Gott erschaffen; ich kenne Sündenschuld und Fluch bes meine ganze Pflicht; den laden müßt ich des Richters Geist wird nicht der Tod hins Strafe scheun. Ich fande raffen; wer an dich glaubt, keinen Trost in Noth: mich wird im Gericht, durch dich, schreckte stündlich Grab und/ o Heiland, wohl bestehn, und Tod. dann verklärt dich selber 3. Wozu hat mich mein sehn. Gott erschaffen? was ist bie 7. O Jesu! laß mich deis nieden meine Pflicht? Wird ner tehre gehorchen mit stets auch den Geist der Tod hin größrer Lust, und keines raffen, und hält Gott fünf Spetters Wahn zerstère dein tig ein Gericht? Wie weedeltröskend Wort in meiner ich darin bestehn? Wie der Brust. Mein ganzes Les verdienten Straf entgehn? ben preise dich! dein Heil 4. Entscheidet die Ber: erfreu im Sterben mich! munft die Fragen durch ih rer Einsicht schwaches Licht? Met. Wer nur den lieben Gott Hebt ſie die Zweifel, die mich ein Wort, o Höchster, ist vollkoms plagen? Und bleibt der Trost, den sie verspricht? Uch! oh: men: es lehrt uns unfre ne Jesu Licht und Heil, wärsganze Pflicht; es giebt dem Finsterniß und Angst mein Günder und dem Frommen Theil. den allerbesten Unterricht. 5. Ja! du hast mich den Q felig! wer es achtsam Finsternissen des Jrrthums hört, bewahrt und mit Ges und der Sünde Macht, horsam ehrt. durch deine Lehre, Herr! 2. Es leuchtet uns auf entriffen; ihr Licht zerstreut unsern Wegen; vertreibt 20 3 Des 6 Von der Erkenntniß der Religion des Irrthums Finsterniß. fallen, der Weg, auf dem Es füllt mit Freuden, bringt wir hier hinab zum Grabe uns Segen und machet un wallen, wenn du, o Gott, ser Herz gewiß. Es lehrt nicht selbst, durch deines uns, Höchster! was du bist; Wortes Licht, uns väterlich und was dir wohlgefällig ist. geschenkt Rath, Trost und 3. Dein Wort ermuntert, Unterricht. dich zu lieben; es lehrt, 2. Wie viel weiß ich von wie viel du denen giebst, die dir, von deinem Rath und freudig dein Gebot ausüben, Willen? und woher nehm und wie du väterlich uns ich Kraft, was du willst, zu liebst. Und was, o Herr, erfüllen? wenn du nicht selbst dein Mund verspricht, bleibt zuvor mich deinen Willen ewig wahr und trüget nicht. lehrst, und, ihn mit Folge 4. Gott, deine Zeugnisse famkeit zu thun, mir Kraft sind besser, und mehr der gewährst? Sehnsucht werth, als Gold; 3. Wie wüßt ich von mir ihr Werth ist köstlicher und selbst, wozu du dieses Legrößer, als alles, was die ben mir auf so kurze Zeit, Erde zollt; wer das thut, die schnell vergeht, gegeben? was dein Wort gebeut, dem Wenn du nicht durch dein bist du, wohl zu thun, bereit. Wort mir seinen wahren 5. Drum laß auch mich Werth, Zweck, Absicht und mit Luft betrachten, was Gebrauch entdecket und er: mich dein Wort, o Höch klärt? ster, lehrt, und mit Ge 4. Wie furchtbar wäre horsam auf das achten, was mir der Weg zu meinem es, von mir, zu thun begehrt; Grabe? Wie wüßt ich, was so fließen Trost und See: hernach ich zu erwarten has lenruh, auch mir, aus deinem be? Wenn über Tod und Worte zu. Grab, den Weg zu jener Mel. O Gott du frommer ic. Welt du mir nicht, durch 7.Mie dunkel wäre nicht, dein Wort, gezeigt und vors wie ungebahnt uns gestellt. 5. Was aus der Natur und heil. Schrift. 7 5. Was kann bey mei- Vater fenst, der findlich ner Schuld Gewißheit mir dich verehrt. verschaffen, daß du den 8. Dies alles hast du Schuldner wirst verzeihend, uns, Gott, durch dein Wort nicht wegraffen? Das, was gelehret, so huldreich haft kein Sterblicher mir fest ver du seibst dich gegen uns ers fichern kann, das hast du kläret. Bon dir belehrt, felbst, o Gott, in deinem weiß ich, wie du gesinnet Wort gethan! bist, was hier für mich zu 6. Wenn du mich züchthun, dort zu erwarten iſt. tigest, wie trostlos müßt feit quillt mir aus dieser 9. Gott, welche Seligs ich zagen? Womit stillt' ich mein Herz in solchen Trauertagen? Wenn du Quelle! Wie stärket und ferquickt dein Wort, Herr, mir nicht gesagt, wie ich, zudies Licht wall ich auf ebner meine Seele! Geleitet durch meinem Wohl, die våterliche Zucht ausstehn und nüßen soll. Bahn, voll Muth und Freus digkeit, zur Ewigkeit hinan. 10. Dank sey dir, boher 7. Herr bist du, und ich Dank, für deines Wortes Knecht! dürft ich es dann kehren! fie müsse, wer sie wohl wagen und zu dir, mei- kennt, hochschätzen und vers nem Herrn, vertraulich, Da- lehren! und wer sie ehret, ter, sagen? Wenn du nicht nicht ihr Hörer nur allein, durch dein Wort dich gegen vielmehr, mit allem Fleiß, mich erklärt, daß du dem ihr treuer Thäter seyn. II. Von Gottes Wesen und Eigenschaften. Mel. Christ unser Herr zam te.dacht und betrachte, wie 8.0! meine Seel, er: Gott in seinem Worte sich be bebe dich, voll Anfannt den Menschen machte, daß 21 4 8 Von Gottes Wefen daß er der Allerhöchste ist, das bitten und drauf dens im Himmel und auf Erden; ken, weil alles Jrdsche wans und soll gerühmt zu jeder delbar, daß du mir wollest Frist, auch angerufen wer- schenken ein unvergånglich den, als Ursprung aller, Erbe. Dinge. 5. Gott, du bist an 2. Gott! du bist einig allem Ort, und gar nicht zu für und für, nichts sind dersermessen: ob einer hier ist Heyden Götter: kein Heil oder dort, ist er dir unvers noch Trost ist ausser dir, kein gessen. Laß mich nicht zweiHelfer noch Erretter. Laß feln, wo ich sey, könnst du mich, o Herr, auf dich al- dich mein annehmen: auch lein von ganzem Herzen was ich thu, laß mich das trauen: die einzig nur erge bey des Bösen vor dir schås ben seyn: auf niemand an: men, und überall dich fürchders bauen, und deiner nur ten. mich rühmen. 6. Unendlich ist, Herr, 3. D Herr, mein Gott! deine Macht, zu retten, die du bist ein Geist, und thei: dich lieben; und wenn der left auch uns allen, an Ga: Frevler tich verlacht, Ges ben aus, was geistlich heißt, richt an ihm zu üben. Gieb, nach deinem Wohlgefallen. daß sich deiner Allmacht Laß mich stets geistlich seyn Schuß, fort über mich ers gesinnt, daß, wann ich vor strecke; mich auch nicht Men: dich trete, ich deine Kraft schen- Grimm und Truß, in mir empfind, und dadurch nur deine Strafe schrecke: dich anbete, im Geist und du Richter meiner Seele. in der Wahrheit. 7. Voll höchster Weiss 4. Du bist, o Gott! von heit bist du, Gott, die nies Ewigkeit, chn Anfang und mand kann ergründen: wie ohn Ende. Gieb, daß ich, groß und schwer auch ist die von der Eitelkeit des Zeits Noth, weißt du doch Rath lichen, mich wende: aufzu finden. Gieb, daß ich, zu daß ich möge immerdar der Seelen Ruh, auf dich werf und Eigenschaften. 9 werf meine Sorgen: auch les, was du draueft; auch übels weder denk noch thu: hoffe, was dein Wort vers denn dir ist nichts verbor: spricht, daß du mirs gern gen, du prüfest Herz und verleihest: wer hoft wird Nieren. nicht zu Schanden. 8. Gott du bist heilig 11. Höchstselig bist du, und gerecht, du kannst die Gott, und fren; du thust, Sünd nicht leiden; wer fa- was die beliebet. Du bist gen will, er sey dein Knecht, ein milder Herr dabey, der der muß das Böse meiden: reichlich gutes giebet. Laß gieb, daß ich mich zu jeder mich mit dem zufrieden seyn, Zeit, der Heiligkeit befleiße, was mir beschert dein Wille. nachjage der Gerechtigkeit, Gieb auch, daß ich, von dir auch dein Gericht gut heiße, allein und deiner Güte Fülle, ob ichs schon nicht begreife. erwarte, was mir nüßet. 9. Du bist sehr gnädig, 12. Gott, wenn ich dich Gott, und gut, vergiebst so kenn und ehr, dein Wort die Schuld dem Sünder; er zum Grunde seßze; erfreu barmst dich, wie ein Vater ich mich darüber mehr als thut, von Herzen deiner über alle Schäße: bis ich Kinder. Herr, laß von dei dort, o mein Heil und Licht, ner Lieb und Gnad mich dich ohne Lallen nenne, von immer Trost bekommen; Angesicht zu Angesicht dich durch sie sey meine Misse- schaue, dich erkenne, und that von mir hinwegges unaufhörlich lobe. nommen, daß ich Berge- 13. Gott Vater, Sohn bung finde. und heilger Geist! der du 10. Gott, deine Wahrauch willst auf Erden, von heit stets besteht, wohl de mir und allen senn gepreist, nen, die dir gläuben! Wenn laß deinen Ruhm groß were Erd und Himmel einst verden. Verleih mir Gnade, geht, wird dein Wort Kraft und Stärk, daß ich ewig bleiben. Gieb, daß ich zu allen Zeiten, Herr, deis fürchte dein Gericht und al- nen Namen und dein Werk 21 5 mag IO Von Gottes Wesen mag mehr und mehr auskennt was er schafft, breiten, so lang ich hier noch aller Dinge Kette. lebe. ihm ist Weisheit und Vers stand, und Kraft und Stårs Mel. Es ist das Heil uns komm. ke; seine Hand umspannet 9. Der Herr ist Gott und Erd und Himmel. mehr. Fro 5. Ist er nicht nah? Iſt lockt ihn, alle Frommen! er nicht fern? Weiß er nicht Wer ist ihm gleich? Wer alle Wege? Wo ist die ist wie er, so herrlich, so voll: Nacht, da sich dem Herrn kommen? Der Herr ist groß, jein Mensch verbergen mö sein Nam ist groß, er ist ge? Die Finsterniß ist vor unendlich, grånzenlos in sei ihm Licht: Gedanken selbst nem ganzen Wesen. entfliehn ihm nicht, in ihrer ersten Bildung. 2. Ihn trifft kein Wech: fel flüchtger Zeit. Nie gröf 6. Wer schüßt den Welt: fer oder kleiner wird seines bau ohne dich, o Herr, vor Wesens Herrlichkeit. Nur seinem Falle? Allgegenwär: er war stets, sonst keiner. tig breitet sich dein Aufsehn Wir Menschen sind von ge über alle. Du bist voll stern her; eh noch die Erde Freundlichkeit und Huld, war, war er; noch eher, barmherzig, gnådig, voll als die Himmel. Geduld, ein Vater, ein fennt Ben 3. Um seinen Thron her Verschoner. strömt ein Licht, das ihn vor 7. Unsträflich bist du, uns verhüllet. Ihn fassen heilig, gut, und reiner als alle Himmel nicht, ihn, der die Sonne. Wohl dem, der sie all' erfüllet. Er bleibet deinen Willen thut; denn du ewig, wie er war, verbor: belohnst mit Wonne! Du gen, und nur offenbar in haft Unsterblichkeit allein, seiner Werke Wundern. bist selig, wirst es ewig seyn, 4. Was wären wir, wenn du aller Frenden Fülle. seine Kraft, uns nicht ge- 8. Du nur verdienest Lob bildet hätte? Er kennet uns, und Dant, verdienest Preis und und Eigenschaften. II und Ehre. Kommt, wer- gern, zu segnen, zu ers det Gottes Lobgesang, ihr, frenn. alle seine Heere! Der Herr 4. Du sprichst, und es ist Gott und keiner mehr! geschicht; auf dein allmächs Wer ist ihm gleich? Wer tig: Werde! entstand dein ist wie er, so herrlich, so großes Werk, der Himmel vollkommen? und die Erde; mit deinem Fråftgen Wort trågst du die ganze Welt, und deine Mel. Nun danket alle Gott zc. 10. Anbetungswürd'ger Macht vollführt, was uns Gott, mit Ehr- unmöglich fällt. furcht stets zu nennen! Du 5. Du bist der Herren bist unendlich mehr, als Herr; der Erde Majestäs wir begreifen können. Oten sind, Höchster, vor dir flöße meinem Geist die tief: Staub; schaffst Leben und sre Demuth ein, und laß kannst tödten; wen du ers mich stets vor dir voll Ehrniedrigest, Gott, wer kann erbietung seyn. den erhöhn? Wen du er2. Du bist das höchste höhen willst, deß Hoheit Gut; du weißt von keinem muß bestehn. Leide; stets ruhig in dir 6. Du bist es, der als selbst, schenkst du voll- lein Unsterblichkeit besiket, kommne Freude; dein ist der Leben giebt und nimmt, die Herrlichkeit; auch ohne der unsern Othem schüßzet; Creatur bist du dir selbst den Geist, der in uns lebt, genug, du Schöpfer der den haben wir von dir; willst Natur. du, so wird er nichts: du 3. Du riefst dem, das bleibest für und für. nicht war, um Lust und Se: 7. Wer hat dich je ges ligkeiten aufs mannigfaltig: febn? Wer kann im Fleisch ste um dich her auszubrei dich sehen? Kein sterblich ten; die Liebe bist du selbst; Auge reicht bis zu den Lich, Verstand und Rath sind teshöhen, wo du voll Majes dein: und du gebrauchst sie stát auf deinem Stuhle thronst, Von Gottes Wesen thronst, und unterm froßen ist unaussprechlich groß. Ein Lob der Himmels- Bürger Geist ist Gott! Lobsingt vor wohnst. feinem Angesichte! Gott 8. Was wir, Unendliwohnt in einem Lichte, zu cher, von deinem Wesen dem kein Auge dringt. wissen, das hast du selbst zus 2. Kein Sinn kann ihn vor uns offenbaren müssen: erreichen, kein endlicher Ver: die Schöpfung zeugt von dir; stand; wer darf sich ihm und deines Sohnes Mund vergleichen? wer hat ihn macht uns noch deutlicher, ganz erkannt? Macht euch Gott, deinen Namen kund, von ihm kein Bild! Wer 9. Doch hier erkennen kann den Höchften sehen, ob wir dich noch gar unvollkom er gleich alle Höhen und men; wird aber dermaletnstjjede Tief erfüllt? der Vorhang weggenommen, 3. Die Sonn in hoher der jetzt das Heiligste noch Ferne mag stralenreicher unserm Blick verschließt: glühn; glänzt heller noch, dann sehen wir dich, Gott, ihr Sterne, was send ihr so herrlich, wie du bist. gegen ihn? mit aller eurer 10. Indeß sen auch schon Pracht, in euerm schönsten jetzt dein Ruhm von uns lichte, vor seinem Anges besungen; verschmähe nicht sichte verschwindet ihr in ein Lob von fallendschwachen Nacht. Zungen! Dort soll, wenn 4. Wie soll ich, Gott, wir dereinst vor dir verherr- dich nennen, dich, Vater der licht stehn, ein weit voll Natur? Was wissen wir? kommners Lied dich, großer wir kennen der Wesen Neus Gott, erhöhn. Bers nur. Wie andern Körs per fich, selbst bey dem Met. Uus meines Herzens zc. schönsten Schimmer! Gott II. Schwingt, heilige aber wechselt nimmer, er Gedanken, ench ist unkörperlich. von der Erde los! Gott, 5. Preist unfern Herrn frey von allen Schranken und Meister, der selbst uns unter: und Eigenschaften. 13 unterweist: Er, Vater al- mel ward; eh noch dein Arm ler Geister, sen selbst der sich uns geoffenbart. höchste Geist; ganz Thå 2. Was bin ich, Herr, tigkeit und Kraft; ganz und alle Menschen- Kinder? Weisheit, Freyheit, Leben! Staub sind vor dir, der Kommt, laßt uns ihn er Frommne wie der Sünder. heben, weil er auch Geister Wie schnell enteilt das Leben schafft. poch von mir! Du, Hochz 6. Das preisen Engel- ter! nur, du bleibest für Chère; stimm, Seele, freu und für. dig ein, auch dich schuf er zur 3. Du hast vorhin die Ehre, ein edler Geist zu Erde zubereitet; dein Arm, seyn. Empfinds! verkenne Gott, hat den Himmel aus: doch nicht deinen Werth! gebreitet. Doch sie vergehn, verachte, was sterblich ist, veralten wie ein Kleid; du und achte, für Sünden, dich aber bleibst in alle Ewigkeit. zu hoch. 4. Es werden noch die 7. Undächtig bet ihn, Himmet sammt der Erden Seele, und ungeheuchelt an! wie ein Gewand von dir vers Lieb ich des Herrn Befehle: wandelt werden. Du bleis wie selig bin ich dann! Er best, wie du bist; denn keine hat Unsterblichkeit und Se Zeit umgränzet jemals die ligkeit und Leben; das alles Unendlichkeir. wird er geben dem, der sich 5. Das ist der Trost, die ganz ihm weiht. Hoffnung deiner Knechte. Du schüßest sie mit deiner starken Rechte. Jhr redlich Herz kann sich stets deiner freun. Du bleibst ihr Gott, Mel. Herr Gott den man 2c. 12.Herr Gott, du bist die und ſie ſind ewig dein. Zuflucht aller Zei: 6. Das sen mein Trost, ten; denn du bist Gott in in allen trüben Stunden. allen Ewigkeiten. Du warst Vom Tode selbst bleibt er es schon, eh Erd und Him: Junüberwunden. Kein Tod, fein Ewigkeit und Unveränderlich Feit Gottes. 14 Von Gottes Wesen kein Grab trennt mich, olderer, die das Gute lieben. Gott! von dir. Mein Fels, Laß uns darin, schon auf Ers mein Heil! das bleibst du den, deinem Bilde ähnlich ewig mir. werden. Mel. Liebster Jesu, wir sind ic. nicht; du bist ewig der Ge 5. Deine Worte trügen 13. Gott, du bist von treue, der das hält, was Ewigkeit, under verspricht. O daß dies bein herrlich großes Wesen mich stets erfreue! Laß nur ändert sich zu keiner Zeit.deinen Geist mich treiben, Du bleibst stets, was du dir, Here, auch getren zu gewesen. Laß dies meinen bleiben. Geist beleben, ehrfurchts: 6. Stets ist Wohlthun voll dich zu erheben. deine Lust; ewig währet 2. Ewig und unwandel: deine Liebe. Wohl mir, bar ist, o Gott dein hoher wenn ich auch mit Lust, mich Wissen. Was dir einmal in deinem Willen übe! Dann, Wahrheit war, wird es o Herr, wirds meiner See: ewig bleiben müssen. Nielen nie au wahrem Wohl an mals kann dein Ausspruch seyn fehlen. feblen, laß mich ihn, zur Richtschnur, wählen.. 7. Erd und Himmel wird vergehn, alle Welt wird 3. Du bist nicht, wie mich verlassen, nur du bleibst Menschen sind, daß dich mir ewig stehn, deine Hand etwas reuen sollte, immer wird mich umfassen, wenn bleibst du gleich gesinnt. ich nun von hinnen scheide. Was dein Rathschluß vor: Ewig bist du meine Freude! mals wollte, willst du noch. 8. Laß mir doch zu jeder O bilf uns allen, thun nach Zeit, Herr des Himmels deinem Wohlgefallen. und der Erden, diese deine 4. Immer bleibst du Ewigkeit einen starken An: Lastern Feind, dir mißfals trieb werden, dich zu lieben, len die sie üben. Immer dir zu trauen, und mein bleibst du, Gott, ein Freund Glück auf dich zu bauen. Mel. und Eigenschaften. 15 Hülfe baun, der mit Weisheit und Verstand Mel. Gott sey Dank in aller zc. 14. Gwger Gott! wie mich stets führt an seiner selig ist, wer dich Hand? fennt und wohl ermißt, wiel 8. Nein, Unwandelbas du dich uns offenbarst! denn rer, dein soll sich meine See: du bist, wirst seyn und warst. le freun; sen mein Fels, 2. Ewig bleibst du selbst Gott, sey mein Licht, ewig dir gleich; weise, treu und meine Zuversicht! gnadenreich, ewig mächtig 9. Und in allgemeine und voll Kraft, heilig und Nacht sinke dann mit seiner untadelhaft. Pracht jeder Himmel, und 3. Wenn ich auf zum die Welt stürze hin, wenn Himmel schau, welch ein Gott mich hålt! wundervoller Bau! doch er wird nicht ewig stehn; er entstand und wird vergehn. 4. Du mur bleibest, wie du bist; was dein weiser Mel. Es wolleGott uns gnädig Rath beschließt, ist unwan: 15. Alwissender, volls kommner Geist, delbar, wie du, gut und heilig stets, wie du. Allwissenheit und Allgegenwart Gottes. deß Auge alles siehet, was 5. Du bist nicht ein Men durch der Nächte Dunkel schen- Kind, daß du lügest; dreist der Sünder frech volls nicht gesinnt, wie der Mensch, ziehet. Wer ist der deinem der wandelbar, nimmer blei: Licht entflieht, will er sich bet, was er war. gleich verstecken; was in 6. Was du jusagst, ist der Finsterniß geschieht, das gewiß; zwischen Licht und weißt du aufzudecken, und Finsternis tappt der Mensch an das Licht zu bringen. hin, wählt, bereut plößlich 2. Selbst die Gedanken wieder, was ihn freut. sind dir fund, die unsre 7. Und ich sollte nicht Seele beget, eh sie noch vertraun, nicht auf dessen der verschloßne Mund durch Worte 16 Von Gottes Wesen Worte dargeleget. Die Her: alles offenbaren: was noch zen sind dir offenbar, du so heimlich jetzt geschicht, kannst ihr Dichten spüren; wird man alsdeun erfahren, den Rath derselben siehst du und öffentlich erzählen. klar, du prüfest Herz und! 6. Laß mich, o höchste Nieren, und dir bleibt nichts Majestät! dein helles Auge verborgen. scheuen, daß nie ein Heuch: 3. Was deiner Freunde ler hintergeht, mit falschen Herz begehrt, das weißt du, Schmeicheleyen. Erinnere eh sie beten: ihr Seufzen stets meinen Geist an dessen wird von dir erhört, eh sie scharfe Blicke. Laß, was ges noch vor dich treten. Was heime Schande heißt, und deiner Feinde Herz beschließt, alle böse Tücke, mich dedas ist dir unverborgen, die benslang vermeiden. weil du ihren Anschlag siehst, als wie den lichten Morgen, Mel. Mir nach spricht Christus den keine Schatten decken. 16. Nie bist du, Höchs 4. Was, nach Berflief ster, von uns fern; fung vieler Zeit, noch künf du wirkst an allen Enden. tig wird geschehen, das sieht Wo ich nur bin, Herr aller dein Auge allbereit als ge: Herrn! bin ich in deinen genwärtig stehen. Du machsi Händen. Durch dich nur es deinen Knechten fund, leb und athme ich; denn es weiter auszubreiten, und deine Rechte schüßzet mich. läßt es noch durch ihren 2. Was ich gedenke, Gott Mund, auch den entfern- weißt du; du prüfest meine tern Zeiten, in deinem Seele. Du siehst es, wenn Wort entdecken. ich gutes thu; du siehst es, 5. Bleibt gleich vor Men wenn ich fehle. Nichts, schen manches noch in dieser nichts kann deinem Aug ents Zeit verschwiegen, so wird fliehn, und nichts mich dei: die Wahrheit künftig doch ner Hand entziehn. die Finsterniß besiegen. Dein 3. Wenn ich in stiller unparthenisches Gericht wird Einsamkeit, mein Herz an dich und Eigenschaften. 17 dich ergebe, und über deine Mel. Nun danket aue Gott zc. Huld erfreut, lobsingend dich 17. Herr, du erforscheſt erhebe: so du es, und dir bin stehst mir bey, daß ich dir unverborgen; du kennst mein immer treuer sey. ganzes Thun und alle meine 4. Du merkst es, wenn Sorgen; was meine Seele des Herzens Rath verkehrte denkt, war dir bereits bes Wege wählet: und bleibt kannt, eh der Gedanke noch auch eine böse That vor al- lin meiner Seel entstand. ler Welt verhehlet: so weißt 2. Nie spricht mein Mund du sie, und strafest mich zu ein Wort, daß du, o Herr, meiner Beßrung väterlich. nicht wissest; du schaffest, 5. Du hörest meinen was ich thu; du ordnest, du Seufzern zu, daß Hülfe mir beschließest, was mir begeg erscheine. Voll Mitleid, Ba: nen soll. Erstaunt feh ich ter, zählest du die Thränen, auf dich: wie groß ist dein die ich weine. Du siehst und Verstand, wie wunderbar wågest meinen Schmerz, und für mich. stärkst mit deinem Trost mein Herz. 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? wo 6. O drück, Allgegenwär könnt ich jemals wohl mich tiger! dies tief in meine Seele, deinem Aug entziehen? führ daß, wo ich bin, nur dich ich gen Himmel auf: so bist o Herr; mein Herz zur Zu- du, Höchster, da; führ ich flucht wähle; daß ich dein zur Lief hinab: auch hier heilig Auge scheu, und fromm bist du mir nah. zu leben eifrig sey. 4. Sucht ich auch schnell 7. Laß überall gewissen: zu fliehn, vom Abend bis zum haft nach deinem Wort mich Morgen; selbst an das fernste handeln; und stärke mich Meer, blieb ich dir nicht vers dann auch mit Kraft, vor dir borgen; auch da umschlösse getroft zu wandeln. Daß du, o mich doch deine AllmachtsGott, stets um mich seyst, dies hand; denn du bist überall, tröst und beßre meinen Geist, und dein ist jedes Land. 3 5. Sprach 18 Von Gottes Wesen 5. Språch ich zur Fin- menne; ob ich rechtschaffen sterniß: sey um mich, mich bin, wie ichs von aussen scheis zu decken! so sicht ich doch ne. Sieh, ob mein Fuß umsonst vor dir mich zu vers vielleicht auf falschem Wege stecken; denn auch die Fins geht, und leite mich den Weg, sterniß ist vor dir helles Licht, der mich zu dir erhöht. die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. Mel. Es ist gewißlich an der ze. 6. Du warst schon über 18. Umsonst, umfonst mir in meiner Mutter Leibe; verhüllst du dich, du bildetest mein Herz, Gott, mein Herz, in Finsterniffe; deß ich bin und bleibe. Ich was kann ich Gott verber: danke dir, daß du mich wun gen, ich! daß er nicht alles derbar gemacht, und meiner, wisse? Wärst du auch dunk: eh ich war, schon våterlich ler als das Grab: das Auge gedacht. Gottes schaut hinab, und 7. Dy fanntest mein Ge- fennet deine Tiefen. bein, eh ich ans Licht gekom: 2. Wo ist die Nacht der men, da ich im Dunkeln erst Einsamkeit, die mich vor ihm die Bildung angenommen; verhehle? Er sieht euch dein Auge sah mich schon, schon, eh ihr noch seyd, Ges eh ich bereitet war, und mei danken meiner Seele! eh ich ner Tage Lauf war dir schon euch selbst empfinden kann, offenbar. von eurer ersten Bildung an, 8. Was für Erkenntnisse, bis ihr euch ganz entfaltet. für festliche Gedanken! un 3. Er kennet und erfors zählbar sind sie mir; denn schet euch, wenn ihr euch sie sind ohne Schranken. schnell entziehet; bemerkt Mit Ehrfurcht will ich stets euch), wenn ihr, Strahlen auf dich, mein Schöpfer, gleich, schnell auffahrt, schnell fehn, cir folgen, und dein entfliehet; vergebens wünsch Lob, jo gut ich kann, erhöhn. ich: sterbt, vergeht! ich haß 9. Erforsche mich, meineuch! autgezeichnet steht ihr Goc, und prüfe, wie ichs all in seinem Buche. 4. Der 19 und Eigenschaften. 4. Der Herr gedenket ih 2. Du hörst das Wort rer noch, wenn sie auch mir aus meinem Mund, ich kann verschwinden; sie leben, und dir nichts verhehlen: Gott, ich wähne doch: Gedanken du durchschaust de Herzens seyn nicht Sünden? Nein, Grund, kennst jeden Kath alle müssen an das Licht, der Seelen: sdu schaffeſt jaz wenn Gott kommt, daß er was ich vollbring, wie groß im Gericht des Herzens Rath es ist, mid wie gering, ich enthülle. fanns ohn dich nicht richten, 5. Send heilig denn, von Wann aber dur durch seine Gott nur voll, Gedanken Gnad Verstand mir giebst, meiner Seele! daß, wenn auch Hülf und Rath: fö gerichtet werden soll, kein kann ich alles schlichten. einziger mich quale! Send 13. Wie du die Deinen heilig! und dann fürchtet wunderlich o Gott, hier nichts; Gott wird am Tage pflegst zu führen, versteh ich des Gerichts, gleich Thaten, nicht, und lasse mich nur euch belohnen. deine Gnad regieren. Wo soll ich bin vor deinem Geit? Mel. Ein Låmlein geht und ic. da du auch die Gedanken 19. Herr Herr Gott, der du weißt. Es hilft vor dir kein erforschest mich, Fliehen: führ ich gen Him: und kennst mich aus und mel, bist du da; auch in dem innen: mein Thun und Las Grab trittst du mir nah. sen kommt vor dich, gehn, Kann ich mich dir entziehen? stehen und beginnen: was 4. Nun, großer Gott, ich im Bette denk und weil deine Hand, mich übers dicht, siehst du von fern all kann finden, und all mein und fehlest nicht; du prüfest Thun dir ist bekannt, so hut Herz und Nieren. Dulich mich vor Sünden. Denn kannst auch, wann ich bin finster ist wie Licht bey dir; allein, und gerne wollt ver- was heimlich war, kömmt borgen seyn, all meine Weg klar herfür, ich kann dir nicht ausspüren. entgehen. Was ich gethan, B2 geredt, 20 Von Gottes Wesen geredt, gedacht, das wird vor der Welt, auch ihren Haß deinen Thron gebracht; da nicht achte. Und jede Pflicht muß ich vor dir stehen. die du mein Hort mir vorges 5. Du hast, o Herr, mich schrieben durch dein Wort, gütevoll und wunderbar bestreu zu vollbringen trachte. 8. Erforsch mich, Gott, reitet, und wie der Gliederbau seyn soll, so weisheits- ergründ mein Herz und prüfe voll geleitet. Selbst wie mein die Gedanken, wenn ich durch Fleisch und mein Gebein und Freude oder Schmerz versu: alles an mir sollte seyn, das chet bin zu wanken. Bin ich hast du Gott erwählet. Da vielleicht auf bösem Weg, so ich noch ungeboren war, haft führ du mich den rechten du schon Stunden, Tag und Steg, der nach dem Himmel Jahr im Lebenslauf gezählet. weise: daß ich vom Sünden: dienste frey, und dir, o Herr, 6. Ich danke dir und prei: gefällig sey, bis ich von hin se dich für solche große Tha- nen reise. ten, und daß du mir so wuns Allmacht Gottes, dis derlich an Leib und Seel ge: met. Mir nach spricht Chriftus rathen: sehr köstlich ist dein Wert an mir, wann ich er- 20, Herr, deine Ulimacht reicht so weit, als wach, bin ich bey dir, und selbst dein Wesen reichet; warte deiner Gnaden; ich nichts ist, das deiner Herr: glaube fest, daß meine Sünd lichkeit und deinen Thaten durch Christum mir verges gleichet; es ist kein Ding so ben sind, daß sie mir nicht groß und schwer, das dir zu mehr schaden. thun unmöglich war. 7. Den Vorsak gieb mir 2. Du sprichst, und dein Herr dabey, daß ich das allmachtigs Wort, wirft als Boje merde; was gottlos ist les dir zu Füßen; du führest fern von mir sey, vom Gu deinen Anschlag fort ben als ten mich nichts scheide. Hulen Hindernissen; du winkst daß ich thu was dir gefällt so stehet plößlich da, was und ernstuch flich die zunoch zuvor kein Auge jab. 3. Du und Eigenschaften. 21 3. Du hast dein großes bewahren kann, daß er mir Schöpfungswerk allmächtig ewig bleibe. Gieb, daß ich ausgeführet; es bleibet stets traue deiner Kraft, die alles dein Augenmerk und wird kann und alles schafft. durch dich regieret; noch im merfort besteht die Welt, weil Mel. Wir Christen Leut zc. Deine Allmacht sie erhält. 21. Gott, grånzenlos, 4. Die Menge vieler undenkbar groß Wunder zeigt, daß, Schö- der Urquell aller Macht ist pfer, dein Vermögen weit deine Stärke; schon sehn wie er die Gesetze steigt, die hier so viel von ihr: doch sehn die Natur bewegen; du wir faum den Anfang ihrer bleibst ihr Herr, und ihren Werke. Lauf hebst du, nach weiser Willkühr, auf. 2. Durchflög ich gleich ihr weites Reich, und sähe 5. Was für ein Wun: deine lekte Sonne glänzen: der deiner Macht wirst dulich såhe dort doch nicht den uns laffen sehen, wenn nach Ort, wo du nicht wärst; nicht der langen Grabesnacht die deiner Allmacht Gränzen. Todten auferstehen; wenn du 3. Was du erschufft, was von unserm Staub den Rest du jetzt rufft und rufen wirst: zu neuen Körpern werden wer kann das alles zählen? läßt. doch wolltest du noch mehr 6. Allmächtger! mein er- dazu erschaffen: würd es dir staunter Geist wirft sich vor an Kraft nicht fehlen. dir darnieder, und ehr- 4. So lange fließt ihr furchtsvoll erhebt mein Geist Quell, und ist doch nicht ers den Schöpfer solcher Glie- schöpft, und wird es auch der. Mach mich zum Zeu- lnie werden; sprich nur ein gen deiner Kraft, die aus Wort! und er fließt fort in dem Tode Leben schafft. neuen Himmeln, und auf 7. O zůnd in mir den neuen Erden. Glauben an, der mich zu dir 5. Doch deine Kraft, o bintreibe; den deine Macht Gott, erschafft nur was du B3 willst; 22 Von Gottes Wesen willst; denn du bist gut und tausend Hindernisse kommen, weise. Das lehre mich, damit so triumphirt dein hoher ich dich für alles das, auch Kath; den besten Zweck was du nicht thust, preise. wählt dein Verstand: die Mittel stehn in deiner Hand. Weisheit Gottes. 5. Die Menge so verschieds Mel. Wer nur den lieben Gott ner Willen, wo jeder seinen 22. Du weiser Schöpfer Weg erwählt, muß doch den aller Dinge, der deinen blos erfüllen, der seiz alles weiß, erkennt, versteht! nes Zieles nie verfehlt, und nichts ist so groß, nichts so aller Feinde stolzen Wahn, als geringe, das nicht nach dei- Unvernunft, beschämen kann, ner Ordnung geht! Sie ists, 6.0 Weisheit, decke mei: die deine große Welt im Darner Seele des Eigendünkels seyn und in Pracht erhält. Thorheit auf, damit sie dich 2. Die vielen wundervol: um Leitstern wähle in dieses len Werke, was unsern Aus Lebens ganzem Lauf; ich weiß gen fern und nah, steht alles, den Weg zur Wohlfahrt wie durch deine Stärke, so nicht: drum leite mich dein auch durch deine Weisheit, sichres Licht! da. Unendlich, Herr, ist Herr, ist 7. Du hast mich durch dein Verstand; der ganze mein ganzes Leben bisher Weltbau machts bekannt. aufs weisefte geführt; mein 3. Mit eben diesen Mei: Geist muß dir die Ehre ges fterhånden, mit welchen du ben: daß du aufs beste mich die Welt gemacht, regierst regiert: o leite mich durch du auch an allen Enden, was Welt und Zeit hinüber in dein Verstand hervorge- die Ewigkeit. bracht: du brauchst, o uner, Mel. Bon Gott will ich nicht zc. ſchaffnes Licht, der Menſchen 23.3 ch lobe dich und Rath und Beystand nicht. preise dich, o mein 4. Was du zu thun dir Gott, allein! wer ist, wie du, vorgenommen, front euch, so so weise? Verstand und balo du willst, die That; wenn Rath ist dein! Laß immer meis und Eigenschaften. 23 meinen Geist in allen deinen da sammeln Dünste sich, und Werken, auf deine Weis- werden Thau und Regen, heit merken, die auch der und Fruchtbarkeit und SeEngel preist. gen, für Pflanzen, Thier 2. Wohin mein Auge blik und mich. fet, ist alles Harmonie, gut, 6. Wer hat sie so berei: ordnungsvoll, geschmücket; tet, daß sie den Blik gebiert; voll Kunst, voll Pracht durch daß sie den Wind verbreitet, fie; sie schaffet, fie erhält, den Schall zum Ohre führt; zu fegnen, zu ergößen, nach den leichten Vogel hebt; den herrlichen Gesetzen den weischnellen Fisch zum Schwims ten Bau der Welt. men, und unsers Mundes Stimmen für deinen Ruhm belebt? 3. Du hingst in lichten Fernen, hoch über uns hins auf, die Sonne mit den Erde aus deinem Meer her7. Wer hob, o Gott, die Sternen, uns zu erleuchten, auf: da hånget sie an nichts; von dir nur unterstüßet, erwårint sie und erhitet und ist die Quell des Lichts. aus, theilt, daß fie fruchtbar werde, so gleich die Wasser aus? wer sammelt sie? wer bricht die Flüsse, wann sie schwellen; spricht zu des 4. Wer hält im Gleich Meeres Wellen: bis hieber! gewichte so großer Körper weiter nicht? Last? wie schwimmt die 8. Wer schafft das Laub Welt im Lichte, das du ge- der Wälder? wer ruft das schaffen hast! wer lenkt der Gras hervor? wer segnet Strahlen Flug, daß sie nur unsre Felder; thürmt Berge nutzen können, beleben, nicht hoch empor? wer schmückt verbrennen: so wunderbar, e überall? wer gråbt dem so taug? Feuer Schlünde, legt in der 5. Wer rief, uns zu um Tiefe Gründe den Marmor, geben, der Luft, die alles das Metall? trágt? durch sie hat alles Le9. Herr, deine Weisheit ben, und alles wird bewegt; schmücket, bereichert und er: 34 hålt, 24 Von Gottes Wesen hålt, nährt, segnet, schüßt, jer nie gewährt, was ein thö: beglücket die lebenvolle richt Herz begehrt. Welt; sie rühme mein Ges 5. Hier in meinem Pilfang! ich finge dir und preise gerstande sey mein Theil Zu: dich Gott; denn du bist weise: friedenheit! dort in meinem dir weiß ich Lob und Dank. Vaterlande wohnt die wahre Mel. Gott des Himmels und zc. Seligkeit: find ich dort ge 24. Unerforschlich sey wiß mein Heil; o so sey mein mir immer mei- Weg hier steil. nes Gottes Weg und Rath, 6. Wenn du auch auf raus und die Nacht sen ohuelhen Wegen wandelst, Seele, Schimmer, die mich hier um flage nicht: was hier schmer: schattet hat; doch ist alles, lzet, wird dort Segen; was was er thut, wies auch hier Nacht ist, wird dort scheine, weis und gut. Licht, und ich faffe Gottes 2. Sollt ich das von Gott Sinn, wenn ich ganz vollen: nur loben, wo ich Rath und det bin. Weisheit seh? ists nicht ein Geschenk von oben, wenn ich seinen Weg versteh? frevelt der nicht, welcher flagt, daß In eigner Melodie. ihm Gott mehr Licht versagt? 25. Wie groß ist des All3. Soll ein Vater unters mächtgen Güte! laffen, was dem Kinde Thor: Ist der ein Mensch, den sie heit ist? Kühner Tadler! nicht rührt, der mit verhär: Engel fassen das, wo du im tetem Gemüthe, den Dank dunkeln bist: hier sollst du erstickt, der ihr gebührt? nicht völlig schaun; lernen Nein, seine Liebe zu ermess nur, und Gott vertraun. fen, sen ewig meine größte 4. Sollt er zu Regiere Pflicht. Der Herr hat mein rinnen seiner Werke, seiner noch nie vergessen; vergiß, Welt, meine Lüste sehen? mein Herz, auch seiner nicht. finnen, ordnen, thun, was 2. Wer hat mich wunder: mir gefällt? Wohluns, wenn bar bereitet? Der Gott, der meiner Gute und Langmuth Gottes. und Eigenschaften. 25 meiner nicht bedarf. Wer stell ich sein Bildniß in mir hat mit Langmuth mich ge her. Lebt seine Lieb in meis leitet? Er, dessen Rath ich ner Seele, so treibt sie mich oft verwarf. Wer stärkt den zu jeder Pflicht: und ob ich Frieden im Gewissen? Wer schon aus Schwachheit fehle, giebt dem Geiste neue Kraft? herrscht doch in mir die Süns Wer läßt mich so viel Glück de nicht. geniessen? Ists nicht der Herr, der alles schafft? 6. O Gott! laß deine Gut und Liebe mir immerdar 3. Schau, o mein Geist! vor Augen seyn. Sie stärk in jenes Leben, zu welchem in mir die guten Triebe, du erschaffen bist; wo du, mit mein ganzes Leben die zu Herrlichkeit umgeben, Gott weyhn: sie tröste mich zur ewig siehest, wie er ist. Du Zeit der Schmerzen; sie leite hast ein Recht zu diesen Freu: mich zur Zeit des Glücks, den; durch Gottes Güte sind und sie besieg in meinem Hers sie dein: sieh, darum mußte zen die Furcht des letzten Christus leiden, damit du Augenblicks. könntest felig seyn. 4. Und diesen Gott follt Mel. Herzliebster Jesu was ze. ich nicht ehren, und seine 26. Preist unsern Gott! Güte nicht verstehn? Er er ist von großer follte rufen, ich nicht hören? Güte, barmherzig und von Den Weg den er mir zeigt duldendem Gemüthe; er nicht gehn? Sein Will ist zurnt nicht ewig, will mit mir ins Herz geschrieben; seinen Knechten nicht ewig fein Wort bestärkt ihn ewig- rechten. lich, Gott soll ich über alles 2. Er handelt nicht mit lieben, und meinen Nächsten uns nach unsern Sünden, gleich als mich. und läßt verschonend uns 5. Dies ist mein Dank, dies das nicht empfinden, was ist sein Wille: ich soll voll- wir, weil wir ihm unser Herz kommen seyn, wie er. In nicht gaben, verschuldet dem ich dies Gebot erfülle, haben. 35 3. So 26 Von Gottes Wefen 3. So hoch der Himmelfdeinem Pfade, du Gott i über dieser Erde, so weit geht Gnade. ( o daß er geliebet werde!) 9. So werd ich ewig d die Huld des Herrn bey allen, ner Huld genießen; so wi die ihn lieben und Gutes üben. mein Leben sanft vor dir ve 4. Wem bleibt sein Ant fließen; so werd ich dort m lik, wenn ers sucht, verbor jallen Engelchören, dich frö gen? so weit der Abend sich lich ehren. entfernt vom Morgen, ent- Met. Wie schon leucht uns fernt auch Gott der Sünde 27. Gott, deß ſtar Schuld und Schmerzen, von unsern Herzen. erschaffen Hand die We hat und noch en 5. So zärtlich sich ein Ba hålt! ich spüre deine Güt ter seiner Kinder erbarmet, hier auf der Welt an jedem so erbarmt sich Gott der Ort: hier in der Näh uni Sünder, wenn sie von Her Ferne dort. Und richt ich zen sich zu ihm bekehren, ihm mein Gemüthe von hier z Treue schwören. dir: so strömt Segen min 6. Er schlägt und heilt; entgegen, und mir Armen verwunder, läßt genesen; erschenkst du Güte und Er weiß, der Mensch ist ein zer: barmen. brechlich Wesen; er denkt 2. Seh ich den hohen daran, daß das Geschöpf aus Himmel an, so viel ich davon Erde bald Usche werde. sehen kann, so seh ich deine 7. Ach, er ist Gras; er Güte. Der Himmelskörper blüht, wie Blumen blühen: Lauf und Pracht, das Sters die Winde wehn darüber, nenheer, das du gemacht, er fie verblühen, und ihre Stát: reget mein Gemüthe, willig, te wird nach wenig Stunden freudig Dank zu bringen und nicht mehr gefunden. zu singen: Gott der Stars 8. Bon Ewigkeit zu Ewig, ke! groß sind deiner Hände feiten währer die Güte Got: Werke. tes jedem, der ihn ehret: 3. Wenn deine Luft mich ach leite denn auch mich auf hauchet an, die kein Geschöpf entbeh: Univ.- Bibl. Giessen und Eigenschaften. 27 Der entbehren kann, so fühl ich ne große Güte. Erhalt zu deine Güte. Das Wasser, deinem Dienst und Preis ei Feuer, Frost und Eis sind mir Seel und Leib, daß ich rd deines Wohlthuns lauter mit Fleiß mich vor dem Uns er Preis und rühren mein Gedank hüte. Laß mich, was ait müthe, daß ich herzlich deine ich bitt, erlangen, so auhan: Ehre stets vermehre und die gen dir auf Erden, daß ich weise, die allmächtge Güte dort mag felig werden. preise. Mel. Wer nur den lieben Gottic. 4. Dein Erdreich, Gott, Geschöpf verbor: das jedermann giebt Brodt 28. Gott, dir ist kein und Speise, seh ich an und gen, keins ist vor dir gering schmecke deine Güte. Ich se geacht't; du würdigst jedes be und empfinde sie an Feld deiner Sorgen und bist auf und Wald, an Korn und aller Wohl bedacht. Vom 5 Vieh. Dies dringet mein Menschen bis auf jedes Gemüthe, Herr, dich, innig, Thier dankt alles seine ohn Aufhören zu verehren Wohlfahrt dir. und zu loben für so viele 2. Mit dankbar frendis Liebesproben, 1gem Gemüthe erheb ich, 5. Wenn ich mich selbst Gott der Liebe, dich. Wie auch schaue an und das, was theuer ist doch deine Güte; du an mir gethan; so seh wie liebst du uns so våter: ich lauzer Güte. Die zeigt lich! wir können ohne Furcht mir jedes Fußes Tritt, injund Graun, die unserm Vas meinem Leben jeder Schritt, ter, kindlich traun. Leib, Seele und Gemüthe. 3. Mit welchem reichen Billig muß ich dir hinwie- Ueberflusse erfüllest du die der meine Glieder ganz er: Welt, dein Haus! du theilst geben und nach deinen Wil: ihn, allen zum Genusse und len leben. zum Bergnügen, milde aus. 6. Herr dazu, bitt ich, Herr unsers Lebens Quelle hilf du mir und zeuch mich ist aus dir, der du das immer mehr zu dir durch dei: Leben bist. Mel. c. fe 28 Von Gottes Wesen Mel. Ein Lamlein geht und ic. Macht aus todtem Staul 20. Lobsinget Gott, und bervorgebracht, uns ewi betet an, preist Heil zu geben? ihn mit Harf und Psalter! 4. Bater, welchem kei ihm danke, wer nur danken ner gleicht, an Liebe wie at kann, dem Schöpfer und Er- Stårke! kein Dank, kein Lob halter! Gott ist die Liebe! gefang erreicht die Wunde rühmt es laut, Geschöpfe, die deiner Werke: doch ist die ihr ihm vertraut, die ihr angenehmer Dank, die ist ei ihn kennt und ehret! rühmt mehr als Lobgesang, wem es, daß seine Gütigkeit mit ähnlich die, ich liebe, unl jedem Morgen sich erneut, diefen Sinn, mit wahre und ewig, ewig währet. Freud, durch Wohlthun un 2. Daß außer dir nicht Barmherzigkeit, an meiner alles leer von Freud und le: Brüdern übe. ben bliebe, schufst du, der 5. Du bist die Liebe; Danl Himmel ganzes Heer und sey dir, daß ich dich so erken nnfre Welt aus Liebe. Dune, und dir zum Ruhm, zum selbst bedurftest ihrer nie, Troste mir, dich, Gott, di Unendlicher, du ließest sie Liebe, nenne. Auch ich will zu ihrem Glücke werden. ganz die Liebe seyn, will glück Dir aber selbst iste Freude lich machen, will erfreun, nun, dem was du schufest, will segnen, und die gleichen. wohlzuthun im Himmel und Von diesem Heil, von dieser auf Erden. Pflicht, laß mich, mein Gott 3. Kein Mensch, kein En- und Vater, nicht, so lang ich gel selbst ermißt die Größe lebe, weichen. Deiner Segen, wie gútig dei ne Weisheit ist in allen ihren Met. Nun lob mein Seel den it. Wegen! Gott, deine Güte 30. Gott! du bist die weit, als deines Liebe: allein zum Reichs Unendlichkeit, so Wohlthun hast du Lust. Nur weit, Herr, als dein Leben. gnadenvolle Triebe erfüllen Ach was sind wir, die deine deine Baterbrust; ganz ohne alle und Eigenschaften. 29 alle Gränzen ist deine Gù thun neu; oft kommst du uns tigkeit. So weit die Him- sern Sorgen zuvor mit dei mel glänzen, übst du Barm: ner Batertreu. Du Ursprung herzigkeit. Du, Herr, hast aber Gaben! du weißt, was Wohlgefallen an dem, was uns gebricht; und was wir du gemacht, und hast uns nöthig haben, versagst du, Sündern allen, noch Leben Gott, uns nicht. Bom Wohls zugedacht. inthun, das du übest, sind uns 2. Als du uns hießest wer: fre Tage voll. Auch, wenn den, da schufst du uns zum du uns betrübest, geschiehts ewgen Wohl. Nicht nur auf zu unserm Wohl. dieser Erden ist alles deiner 5. Wer sollte dich nicht Güte voll; auch in dem Him: lieben? du hast uns ja zuerst mel droben hat deine Bater: geliebt; und bist stets treu hand uns Güter aufgehoben, geblieben, wie viel wir wider die noch kein Aug erkannt. dich verübt. Mit Gnade Dorthin uns zu erheben, das uns zu segnen, ist ewig deis ist dein Rath und Sinn; ne Lust. Mit Dank dir zu drum gab für uns sein Les begegnen, sen, Herr, auch uns ben dein ewger Sohn dahin. fre Lust. Laß uns, tren zu 3. Wie groß ist deine erfüllen, was du befiehlst, Gnade! wer ist so reich annie ruhn. Wer sollte deinen Huld wie du! auch auf dem Willen nicht gern, o Vater, Sündenpfade fichst du uns thun? voller Langmuth zu. Du ru 6. Wer hier auf deinen fest uns zur Buße; und fällt Wegen sich willig deinem voll Keu und Leid der Sün: Dienste weiht, den setzest du der dir zu Fuße, zur Begrung zum Segen schon hier, noch auch bereit; so schenkest du mehr in Ewigkeit. Du krós dem Acmen, in Christo, deine neft seine Leiden! mit herrs Huld und algest aus Erbar lichem Gewinn, und führest men die ganze Sandenschuid. ihn zu Freuden, zu ewgen 4. Mit jedem neuen Moc: Freuden, hin. Wie groß gen wird über uns dein Wohl ist deine Güte! Gott fag mich 30 Von Gottes Wesen mich ihrer freun, und stets wer sorgt? wer giebt? wei mein ganz Gemüthe voll ih ist sonst Pfleger, Schutz und res Ruhmes seyn. Retter? wenn du es, Gott, nicht bist. spin Mel. OHauptvoll Blut und zc. 5. Schnell und nach strem 31. Wer mißt, Gott, gen Rechten strafst du di deine Güte, dein Sünder nicht, du gehst mit Wohlthun, deine Huld! wie deinen Knechten nicht plö reich ist dein Gemüthe, an lich ins Gericht, du trågst, Langmuth und Geduld! ein du trägst den Sünder mit Meer von Liebe fließet um schonender Geduld, umfaffel dich und deinen Thron, und deine Kinder mit väterliche welch ein Strom ergießer Huld. sich, auch auf uns, davon! 6. Und wir, o Vater, foll 2. Was ich nur gutes fina ten dein Wohlthun, dein Ver de, erkenne und versteh; was zeihn nicht achten? und wit ich mit Lust empfinde, gewollten dir doch nicht folg nieße, denk und seh: das alles sam seyn? Nein, deine Lieb kömmt und quillet von dir rühre und beßre jedes Herz auf diese Welt, die deine Huld daß keins sich selbst verfüh erfüllet, belebet und erhält. re, und deine Huld verscher 3. Daß ich mit einem 7. Lenf uns durch dein Triebe zu lieben bin beglückt, Liebe zur Gegenliebe hin und daß mich andrer Liebe vermehre ihre Triebe, bele so labet und erquickt; auch be Herz und Sinn, für dei diese sanften Triebe sind uns ner Güte Proben, die reich von dir geschenkt, es hat sie lich auf uns ruhn, durch Wer deine Liebe in unser Herz'te dich zu loben, die dein gesenkt. Freunde thun. 4. Kein Vaterherz auf Erden ist deinem Herzen Mel. Herr Gott, der du erf. 20 gleich, kein Mutterherz kann 32 Getreuer Gott! wie werden Zärtlichkeit so an viel Geduld be reich. O Vater aller Våter! weisest du uns Armen, wit haufen und Eigenschaften. 31 bufen täglich unfre Schuld: 4. Langmüthigster! fo du häufest dein Erbarmen. große Huld bezeugst du fre: Was ist des Menschen Leschen Sündern. Undo! nicht benslauf? er ist verderbt von weniger Geduld hast du mit Jugend auf, sein Sinn ist deinen Kindern. Sie wer dir entgegen. Und doch, o den ja, weil Sünd und Welt Bater, suchst du ihn lang: hier ihnen häufig Netze stellt, müthig davon abzuziehn, oft sicher, matt und träge. zur Beßrung zu bewegen. Sie straucheln, sie vergehen fich, und fehlen oftmals wis der dich, auf falsch gewähl tem Wege. 5. Du rufest ihnen in Ges fahr, so oft sie irre gehen; reichst ihnen Hand und Stårs 2. Der Menschen Elend jammert dich, selbst wenn sie sich verstocken; so suchst du sie doch väterlich, durch Huld, zu dir zu locken. Wie lange sabst und riefest du nicht ehmals deinem Volke fe dar, von Sünden aufzus zu, daß sich ihr Herz bekehr: stehen. Du trågest sie mit te! Wie trugst du nicht mit Sündenschuld durch Chris Baterhuld, bist willig, ihre Gütigkeit die erste Welt fo lange Zeit, eh sie die Fluth verheerte! stum zu vergeben; giebst ih: nen neue Glaubenskraft, und nach vollbrachter Pilgrim3. Noch immer giebst du schaft, ein ewig Freudenleben. Sündern Raum, der Strafe 6. Laß diese Langmuth und zu entgehen. Du läß'st den Geduld, Gott, unsre Herzen unfruchtbaren Baum nichtrühren; nie müsse deine Var ohne Pflege stehen. Dusterhuld zur Sicherheit uns schonest sein von Zeit zu Zeit, führen! trag uns erbarmend und zögerst voll Barmherzig fernerhin; doch gieb uns auch keit, ihn gänzlich abzuhauen, dabey den Sinn, daß wir die Du wartest sein mit großer Sünde hassen und uns noch Treu, und hörst, damit er in der Gnadenzeit den Reichs fruchtbar sen, nicht auf, an thum deiner Gütigkeit zur ihm zu bauen. Beßrung leiten lassen. Zeis Von Gottes Wesen Gottes. Zeiligkeit und Gerechtigkeit zugedacht. Schaffe in uns reine Herzen, tödt in uns der Mel.Jesu, deine heilge Wunden Lüfte Macht! denn was sind 33. Gott, vor dessen An wir, Gott, vor dir? du bist gesichte nur ein heilig, aber wir sind vers reiner Wandel gilt! ewges derbt, und wer kann zählen, Licht aus dessen Lichte stets großer Gott, wie oft wit die reinste Klarheit quillt! fehlen? deines Namens Heiligkeit 5.Uns von Sünden zu ers werde sters von uns gescheut; lösen, gabst du deinen Sohn laß sie uns doch kräftig drin- dahin. O so reinige vom gen, nach der Heiligung zu Bösen durch ihn unsern gan: ringen. zen Sinn. Gieb uns, wie du 32 2. Heilig ist dein ganzes selbst verheißst, gieb uns deis Wesen, denn kein Böses ist nen guten Geist, daß er uns an dir. Ewig bist du so geweser Herz regiere, und zu alsen, und so bleibst du für und lem Guten führe. für. Was dein Wille wählt 6. Keiner fündlichen Be und thut, ist unstråflich, recht gierde bleibe unser Herz ges und gut, und mit deines Ar weiht! Unsers Wandels mes Stärke wirkst du stets größte Zierde sen rechtschaffs vollkommne Werke. ne Heiligkeit. Mach uns 3. Herr, du willst, daß deinem Bilde gleich; denn deine Kinder deinem Bilde zu deinem Himmelreich wirst ähnlich seyn. Nie besteht du, Herr, nur die erheben, vor dir der Sünder; denn die im Glauben heilig leben. du bist vollkommen rein. Du bist nur der Frommen Mel. Ach Gott vom Himmel za Freund; Uebelthätern bist 34 Gerechter Gott, vor du Feind. Wer beharrt in, feinen Sünden, kann voc dir alle Welt sich stellen. Du nicht Gnade finden. wirst in ihrem Angesicht 4. D so laß uns nicht ver: auch mir mein Urtheil fål scherzen, was du uns noch len. O laß mich dein Ge richt und Eigenschaften. 33 richt stets scheun, und hier bist du ein strenger Rächer. mit Ernst beflissen seyn, vor Berachtung, Elend, Schmerz dir einst zu bestehen. und Hohn und Angst ist 2. Du siehst von deinem seiner Bosheit Lohn, oft hohen Thron auf alle Menschon in diesem Leben. schenkinder; bestimmest je-| 6. Der Untergang, der ers dem seinen Lohn, dem From: sten Welt, die aus der A.t men und dem Sünder. Niesgeschlagen, das Feuer, das siehst du die Personen an; auf Sodom fällt, Egyptens allein auf das, was wir gelange Plagen, und andre than, siehst du gerechter Wunder deiner Macht, sind Richter. Zeugen, wenn dein Zorn er: 3. Viel Gutes undBarm wacht, wie du dem Eünder herzigkeit giebst du schon hier lohnest. den Frommen; du schüßzestj 7. Bleibt hier viel Böses fie vor manchem Leid, darin unbestraft, viel Gutes unbes die Sünder kommen. Sollohnet: so kommt ein Tag zeigest du vor aller Welt, der Rechenschaft, der keines daß dir der Eifer wohlge: Sünders schonet. Da stellst fällt, den man der Tugendidu, Herr, ins hellste Licht, widmet. wie recht und billig dein 4. Ja, Herr, du liebst, Gericht: dann triumphire was recht und gut, und bist der Fromme. ein Freund der Frommen. 8. Gerechter Gott, laß Wer deinen Willen gerne mich, wie du, das Gute eifrig thut, wird von dir aufgenom lieben; gieb selber mir die men. Sein Werk und Dienst Kraft dazu; wirk inniges gefällt dir wohl, ist er gleich Betrüben, wenn sich die nicht so, wie er soll, ganz rein Sünd in mir noch regt: dein von allen Fehlern. Herz, das lauter Gutes hegt, 5. Doch dem, der dich, ofsen meines Herzens Vorbild. Gott, nicht scheut, dem fre: 9. Und weil vor dir, gerech: velnden Verbrecher, der deinster Gott, nur die allein bes Gesetz und Recht entweiht, stehen, die glaubig auf des € Mittlers 34 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. Mittlers Tod ben ihrer Neue 4. O drücke dies tief ein seben: so laß mich die Gedem Herzen, daß es vor dei rechtigkeit, die mich von nem Wort sich scheut; laß Straf und Schuld befreyt, mich nie leichtsinnig scher. im Glauben eifrig suchen.lzen, mit deiner Strafgerech; Treue und Wahrhaftigkeit tigkeit. Nie werde das von mir gewagt, was dein Be fehl mir untersagt. Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gottzc. 35. Noch nie hast du dein 5. Doch laß mich auch, Wort gebrochen, mit festem Glauben, dem nie deinen Bund, o Gott, Worte deiner Gnade traum. verletzt. Du hältst getreu Wer kann den Trost und was du versprochen; volljemals rauben, den wir auf führst, was du dir vorgesetzt. dein Versprechen baun? Di Wann Erd und Himmel bist ein Fels. Dein Bund auch vergehn, bleibt ewig steht fest. Wohl dem, der doch dein Wort bestehn. sich auf dich verläßt! 2. Du bist kein Mensch, 6. Wie stark sind unsers daß dich gereue, was uns Glaubens Gründe! hier if dein Wort verheissen hat. dein Wort, das niemals Nach deiner Macht, nach trügt. Und daß dies allen deiner Treue, bringst du was Beyfall finde, hast du den du versprichst zur That. Eyd hinzugefügt. Wahr Scheint die Erfüllung gleich haftger! was bein Mund be noch weit, so kommt sie doch schwert, ist völlig unsers zur rechten Zeit. Glaubens werth. 3. Und wie du das ohn 7. Laß Seele, laß dich dies fehlbar giebest, was deine beschämen und sich wie tren Huld uns zugedacht; so wird lich Gott es megnt. Such wenn du Vergeltung übest, jihn zum Muster anzuneh dein Drohwort auch gewi men, und sen auch aller Lü vollbracht. Wer dich, egen Feind. Beweise dich Gott, beharrlich haßt, fühl als Gottes Kind, dem Treu deiner Strafen schwere Last.lund Wahrheit heilig sind. Von 35 Von der heiligen Dreyeinigkeit. Mel. Nun danket alle Gott zc. werden; doch dieser einge 36. Gott, du höchster Gott, dem nichts sonst gleis Geist, dir ist chet, heißt:( wie uns sein nichts zu vergleichen, und Wort bezeugt,) Gott Vas deine Hoheit kann kein schwasster, Sohn, und Geist. cher Mensch erreichen. Wo ist der Sterbliche, der das, Welt, er hat sie auch gelie: 5. Der Vater schuf die was Gott gethan, und was und wie er ist, hier ganz bes bet, daß er den Sohn für juns, und seinen Geist uns greifen kann? 2. Zwar dieses kann ich giebet. Und das Erlösungs: schon auf alle Weise mer vollbracht. Das Werk des werk hat Gottes Sohn ken: daß ein Gott sey; denn, Geistes ist: daß er uns hei: Herr, du stellst in deinenj Werken dein Dasenn, deine lig macht. Macht, uns Menschen deutlich dar. 6. Mehr darf der Mensch Mein Dafeyn hier nicht zu forschen sich ge: macht mir schon, dein Da- trauen, da Engel selbst ge seyn, offenbar. bückt in dies Geheimniß 3. Allein mein Wissenschauen. Dreyeinger großer wird durch das, was dein Gott, der du unendlich bist, Wort lehret, weit über dielwo ist die Creatur, die dich, Vernunft erhaben und ver- Gott, ganz ermißt? mehret. Was für Geheim7. Wir beugen uns vor nisfe thust du mir, Gott, hier dir, und beten an im Stau: kund! hier spricht mein Geist be, dich, Bater, Sohn und erstaunt: o welch ein tiefer Geist! Es hält sich unser Grund! Glaube an das, was du uns 4: Nur Ein Gott ist; und selbst, Gott, durch dein Wort herrscht im Himmel und auf gelehrt; dort, in der Ewigs Erden, es kann nichts, ausfer keit, wird uns mehr Licht ihm, ihm gleich geschäßet gewährt. € 2 Mel. 36 Von der heiligen Drepeinigkeit. beilger Geist, du Mel. Christ unser Herr zum 2c. 4. 37. Herr, unser Gott, Geist von Gott! wehr in uns wer ist dir gleich? dem Verderben; im Glau: du bist das höchste Wesen; ben an des Mittlers Tod und doch hast du, an Gnade hilf uns der Sünde sterben; reich, uns Niedrige erlesen. du giebst zum Guten Lust und Gemeinschaft sollen wir mit Kraft; laß es uns stets er dir, du Allerhöchster haben; fahren, stårk uns in unsrer mit deinem Heil willst du Pilgrimschaft, bewahr uns uns hier, und ewig einst, bevor Gefahren, gieb daß wir gaben; du Quelle alles Se- dir gehorchen. gens! Y 5. Laß, Gott, uns dein 2. Wir beten dich, o Va: auf Erden schon, als unsers ter an; sind wir gleich vor Gottes freuen. Laß unser dir Sünder, so nimmst du Heil von deinem Thron, sich dich doch unsrer an, wie Vå täglich noch erneuen! Dein ter ihrer Kinder; du hast ist das Reich, die Herrlichs für uns aus großer Huld keit, dir wollen wir hier les selbst deinen Sohn gegeben; ben, und du wirst nach volls dein Herz, voll Güte und Gebrachter Zeit uns einst dahin duld, verleih uns Kraft undlerheben, wo wir dich ewig Leben, daß wir dich kindlich schauen. ehren. Mel. Nun danfet alle Gott zc. 3. O Jesu, ewger Got: 38 Gelobet fey der Herr, tessohn! du Heil, darauf wir mein Gott, mein hoffen, durch dich steht zu licht und Leben, mein Schös des Vaters Thron der Weg pfer, dessen Hand mir, was uns wieder offen. Uns zu ich bin, gegeben: mein Va: befreyn von Sünd und Tod, ter, der an mir, von früher kamst du zu uns auf Erden; Jugend an, mehr Gutes, o laß uns, unser Herr und als ich weiß, beständig hat Gott! froh deines Gegens gethan. werden, und dir im Glauben folgen. 2. Gelobet sen der Herr, mein Gott, mein Heil und Leben, Von der heiligen Dreneinigkeit. 37 Leben, des Höchsten Vaters uns nicht verderben: von der Sohn, der sich für mich ge Sünde uns befrey und hilf geben, der mich erlöset hat, uns selig sterben. Vor dem mit seinem theuren Blut Teufel uns bewahr: halt und mir im Glauben schenkt uns ben festem Glauben, das allerhöchste Gut. auf dich, Herr, laß uns 3. Gelobet sen der Herr, bauen, aus Herzensgrund mein Gott, mein Trost, und vertrauen; dir anhangen Leben, des Vaters Geist, den ganz und gar; mit allen rech: mir mein Heiland hat ge- lten Christen, entfliehn des geben, der mir mein Herz Teufels Listen; mit Waffen erquickt, der mir giebt neue Gottes uns rüsten. Amen! Kraft, der mir in aller Noth Umen! das sen wahr: so Rath, Trost und Hülfe singen wir Hallelujah. schafft. 2. Jesus Christus wohn 4. Gelobet sey der Herr, uns bey, u. s. w. mein Gott, der ewig lebet, 3. Heil'ger Geist wohne den alles rühmt und ehrt, uns bey, u. s. w. was durch ihn lebt und we bet. Gelobet sen der Herr, 40, Kyrie, Gott Vater, deß Name heilig heißt, der in Ewigkeit, groß einge wahre Gott, Gott ist deine Barmherzigkeit! Bater, Sohn und Geist. Aller Dinge Schöpfer und 5. Ihm müsse, wer ihn Regierer, Eleison! kennt, Lob, Preis und Ehrej 2. Christe, aller Welt bringen, und mit der Engel Trost, uns Sünder hast du Chor das heilig, heilig sin- allein erlöst. O Jesu, Got: gen. Es fag zu seinem Preistes Sohn! unser Mittler die ganze Christenheit: ge- bist du auf dem höchsten lobet sey mein Gott in Zeit Thron. Zu dir flehn wir mit und Ewigkeit. berzlicher Begier: Eleison! 3. Kyrie, Gott heiliger ott der Vater wohn Geist, treib uns zu dem, was uns ben, und laßldein Wort uns heißt, daß wir € 3 39. Gott der 38 Von der heiligen Dreveiniakeit. wit am letten End fröhlich und komm das Herz zu trô abscheiden aus diesem Elend; sten. Hilf uns aus jeder Eleison! Seelennoth; im ganzen des In befannter Melodie. ben und im Tod wollst du 41. Allein Gott in der uns nicht verlaffen! Hih ſew Ehr und 42.Wir glauben all on einen Dank für seine Gnade! er ist für uns! wer ist nun pfer Himmels und der Ers mehr, der unfrer Wohlfahrt den. Er, aller Bater, unſer schare? Mit Wohlgefallen Gott, hieß uns, ſeine Kin schaut herab auf uns, der feijder, werden. Er will uns nen Sohn ſelbſt gab dem auch flers ernähren, Leib und menſchlichen Geschlechte. Seele wohl bewahren; ab 2. Wir preifen, Herr und lem Unfall will er wehren, Bater, dich, wir beten an feine Gnade an uns sparen. und danfen; dean du regierest Er sorgt für uns der Herr, ewiglich, dein Thron kann und wacht, und alles stept niemals wanfen. Mit Weis in seiner Macht. heit, Liebe und mit Macht bist 2. Wir glauben auch an du auf unser Heil bedacht: Jesum Christ, seinen Sohn wohl uns, daß du regierest und unsern Herren, der ewig, 3. O Jesu, Gottes einger wie der Vater, ist Gott, von Sohn, für uns ein Mensch gleicher Macht und Ehren; geboren! du kamst zu uns Bon Maria, uns zu Guas von deinem Thron, zu ret- iden, auch ein wahrer Mensch ten was verloren. Hülfrei geboren, und nach großen cher Mittler, Mensch und Wunderthaten für uns, die Gott! Erlds uns von der wir war'n verloren, am Sündennoth, erbarm dich Kreuz gestorben und vom unser aller! Tod wieder erstanden ist, 4. O heilger Geist, du durch Gott. höchstes Gut, du Beystand 3. Wir glauben an den der Erlösten! Zur Tugend heilgen Geist, Gott mit Bas gieb uns Kraft und Muth, ter und dem Sohne, den Je fus Von der heiligen Drepeinigkeit. 39 fus Gnadevoll verheißt, auch der; um zu vollenden feis gefandt von seinem Throne, nen Lauf, fuhr er zum Him: Allen Christen hier auf Ermelsthron hinauf, von da den ist er nun jum Heil ge er kommen wird einmal, zu geben, heilig und gerecht zu richten die sehr große Zahl werden. Auch das Fleisch der Lebenden und Todten. wird wieder leben. Nach die 3.3h glaube an den heilfer Prüfung ist bereit unsgen Geißt, der gleich ist ein Leben in Ewigkeit. Umm. wahrer Gott und heißt, tin 43.34 Ech glaub an einenlehrer unfrer Sinnen, der Gott altin, der ewig cha Beginnen, vom Bar alle Dinge, groß und Klein, ter und dem Sohn ausgeft; im Himmel und auf Erden der zur Befehrung uns beg aus nichts har laſſen werden; ſheht, daß wir im Glauben der zum Genuse seiner inden Vergebung aller Sins Guad uns Menschen auch den. Ich glaube, daß erhal: erschaffen hat; mir Leib undten werd die Kirche Gottes Seel gegeben, Bernunft, hier auf Erd, durch den, der Gefühl und Leben; der reich ich selbst für sie gab; ich an Weisheit, Güe und glaub, daß dieser Leib vom Macht, stets über seine Wer: Grab wird auferstehn zum ke wacht; er ist mein Vater Leben. und mein Gott, der mir fo Mel. Der Tag ist hin tc. gnådig hilſt in Noth, mich 44. Herr Gott, den man schüßet und ernähret. glaubt 2. Ich glaube auch an Je und nennet, deß Majestät fum Christ, den Herrn, der man, weit und breit, erkenGott vom Vater ist, ein wähnet, deß Ullmacht über rer Mensch geboren, zu ret alles sich erstreckt, und jeden, ten was verloren; der mir der ihn ehrt, beschirmt und des Vaters Huld erwarb, deckt. am Kreuze willig für mich 2. Wir loben dich, wenn starb, fuhr zu der Hölle nie- deine Sonn erwachet; wir der, stand auf vom Tode wies preisen dich, wenn sie den Abend € 4 40 Von der heiligen Dreyeinigkeit. Abend machet. Was lebt wird, so ist dein Urtheil und webt und was sich dein ungewiß und irrt. erfreut, sen alles, Herr, zu 6. So lehr uns auch, die deinem Dienst bereit! wir uns Christen nennen, 3. O reicher Gott, du un mit ehrfurchtsvollem Glaus erforschtes Wesen! Wer ben zu bekennen: daß du, o hat jemals, was du bist, Gott, der Bater, Sohn und ganz gelesen? o tiefes Meer! Geist, doch nur Ein Gott, in o unermeßne Pracht! unend: drey Personen, senst. lich groß, o Gott, ist deine Macht. 7. Gieb, daß man stets zu deinem Ruhme singe: von 4. Wer kann die Tiefe ihm, durch ihn, zu ihm sind deiner Wege finden? kann alle Dinge! Ja, unserm Gott auch ein Mensch wohl deinlsen Preis in Ewigkeit, denn Gericht ergründen? Zu hoch was er ist und thut, ist Herr: sind Gott und seine Wege lichkeit! dir; drum bete an, o Mensch, und schweige hier! 8. Dein Nam ist groß; dein Reich, Herr, in uns 5. Umsonst ist hier dein wohne; dein Will gescheh; Denken und dein Dichten; gieb Brodt; des Sünders scho: du kannst nicht über Gottes ne; steh in Versuchung bey; Wege richten. Wenn Gott und nach der Zeit führ uns, nicht selbst dich unterweisen erlöst, zur frohen Ewigkeit! III. Von der Schöpfung der Welt und der göttlichen Vorsehung über sie. Vom Gewicht dieser Lehren.[ Gram für Waffen? Gleich Mel. Herzliebster Jesu, was zc. steuerlesen Schiffen in den 45.Weh mir! wenn Seen würd ich vergehn. Gott nicht war, 2. Dann müßt ich unter der mich erschaffen: was mir das Thier beneiden, und hätt ich wider Furcht und mir versiegte jeder Quell der Freus Von der Schöpfung. 41 Freuden; und jeder Lustort Trost dem Herzen in allen würde mir auf Erden zur Schmerzen. Wüste werden. 8. Flieht, tödtende Ges 3. Und wär ich elend, wär danken! ihr beflecket von fers mein Glück verloren: ach! ne schon die Seele, die ihr dann wärs beffer, daß ich schrecket. Es ist ein Gott, nie geboren, als nichts, in der mich gemacht, regieret, grauenvollen Finsternissen, als Vater führet. von Gott zu wissen. 9. Ich weiß es, daß Er 4. Was kann den Muthlist; weiß, wem ich glaube; in Kreuz und Tod erhöhen? weß Hauch die Seel ist; wer -Gott sorgt für mich; den Leib von Staube einst einst werd ich auferstehen!" neu belebt; wer mich hier uns doch ist kein Schöpfer: terstützet und täglich schützet. wer schützt vor Verderben, 10. Heil mir! ich weiß, vor ewgen Sterben? auf wen mein Glück ich baue, 5. Wenn Gott nicht wen ich verehre, wem ich herrscht, so herrschet das mich vertraue. Ihm zu ges Verbrechen: und wer wird fallen, will ich mich nun dann der Unschuld Thränen üben; ihn will ich lieben. råchen? was hülfs mir, daß ich, gut zu werden, strebe, in Unschuld lebe? Von der Schöpfung. Mel. Wer nur den lieben Gott 6. Ein trauriges Geſchenk 46. Noch war kein Him: ist meine Seele; wenn ich mel, keine Ster mich nur mit leeren Wünne, kein Himmelszelt war schen quâle, die auf ein Gut, ausgespannt. Gott sprach: das ewig dauret, gehen, und und jene blaue Ferne und je: dann verwehen. nes Sternenheer entstand, 7. Dann flög ich auf und Sonnen strahlten nun wie Staub, und sänke wie ihr Licht mit aufgedecktem der, wie leicht verwehter Augesicht. Staub, zur Erde nieder; 2. Noch war er nicht, der Verzweiflung war der bestel Ball der Erde, noch keine Tiefe, € 5 42 Von der Schöpfung. Tiefe, keine Höh. Gott ihr noch kein Geschöpf be sprach allmächtig: Erdball glücket, noch keines von der werde, vertheile dich in großen Schaar, mit Geist Land und See! nun stand und Weisheit und Verstand; er da, nun floß das Meerlganz mit dem Schöpfer un um die geschaffne Erde her. bekannt. 3. Noch war die Erde 7. Gott sprach: auch dies nicht bekleidet, noch waren Geschöpfe werde, das seinen Berg und Thäler kahl. Gott Schöpfer kennt und preist; sprach: entsteht Gewächse, nahm seinen Leib zwar von kleidet den Berg, die Hügel der Erde, macht aber et und das Thal! und diese durch einen Geist, begabt mit unsre Erde stand nun da im Freyheit und Verstand, zu glänzenden Gewand. gleich mit sich, mit Gott, 4. Noch war die Erde, verwandt. noch die Meere, mit Leben 8. Erkenne, sprach er, den nicht angefüllt. Der meine Milde, mit der ich Schöpfer sprach zahllose dich, o Mensch, beglückt; Heere, belebt, mit Sinnen dich hab ich selbst nach mei ausgebildt, verbreiteten sich nem Bilde mit Freyheit und alsobald durch Wasser, Luft Berstand geschmückt; erken und Feld und Wald. ne mich, leb mir zum Preis, 5. Nun zogen Schaaren und thue willig mein Geheis, hin und wallten durch Luft 9. Preist, Menschen, und Meer, Geburg und preift den Gott der Stärke, Thal. Und Berg und Thal, der blos durch seinen Wint und Luft erschallten von ih- und Nuf so unermeßlich rer Stimme Wiederhall große Werke, aus nichts, zu Und jedein war sein Daseyn seinem Preise, schuf! preist Lust; doch keins war seiner ihn, und fürchtet ihn, den sich bewußt. Herrn, thut sein Geheis, 6. Bewohnt, bevölkert und dient ihm gern. und geschmücket stand nun 10. Er schuf, was lebt die Erde da; doch war auf und sich beweget, allgutig schuf - Von der Schöpfung. 43 schuf er diese Welt; er ists, neues Leben fühle; daß alle der ihren Bau noch tråget, Bäume Blüten bringen, das noch unterstüßet, noch erhält: Feld mit tausend Farben er trägt das Meer, er trågt spielt, das fließt allein aus das Land, den Himmel selbst deiner Gnad, die unsre Welt auf seiner Hand. gezieret hat. 11. Was Othem hat, und 4. Wie viel vermag dein Geist und Leben, verkündige mächtig: Werde! Erha: des Schöpfers Ruhm! auch benster Herr Zebaoth! Dein du mein Geist, sey ihm er- kob verkündigt zwar die Ere geben, sen sein geweihtes de, doch stärker noch, o rei: Eigenthum, erzähl von ihm cher Gott, verkündiget des belebt, erfreut, des Schö: Himmels Pracht die Größe pfers Lob in Ewigkeit. deiner Schöpfersmacht. 5. Aus dir, du Quelle als Gott, den alle les Lichtes, fließt auch der Himmel ehren, Sonne feurig Meer. Ja, von dir kömmt aller Himmel großer Schöpfer des Gesich: Pracht. Was wir nur Scholtes, von dir kömmt auch das nes sehn und hören, hat dei Wunder her, daß mir die ne Hand allein gemacht, an Schönheit dieser Welt so deine Weisheit, an dein strahlend in die Augen fällt. Licht, reicht keines Menschen 6. Was zeugt das Heer Denken nicht. von tausend Sternen, das 2. Du bists, der die Geselbst die Nächte reizend schöpfe weider, der ihnen ihrejmacht? von ihnen soll auch Zierde schenkt. Du bist es, ich hier lernen, wie groß, der die Erde kleidet, und sielo Schöpfer, deine Pracht. mit grünem Schmuck be: Was gleichet deiner Herrhångt. Du bist es, der durch lichkeit? nur Licht und seine Kraft dem Frühling Strahlen sind dein Kleid. neue Anmuth schafft. Mel. Wer nur den lieben Gott 47, 7. Uch Schöpfer! heilge 3. Daß Krant und Pflan mein Gesichte, wenn ich so ze sich verjüngen, und alles voll Verwundrung steh, daß ich 44 Von der Schöpfung. ich in deines Gerstes Lichte ihm verlichen; ihn hast du allein auf dich den Ursprung in die Welt geführt, zum feb; ach, reinige selbst meine Himmel ihn zu ziehen: a Brust von jeder mir verbot ist sowohl, o Herr, dein Kind, nen Lust. als es die höhern Engel sind, Mel. Sen Lob und Ehr dem zc. und liebst ihn, wie ein Vater. 48. Gott, es ist deine 5. Stimmt, Menschen, Macht und Gut, Lobgesänge an, daß Gott er an jedem Ort zu finden, höhet werde, Gott, der uns gieb uns ein achtsames Ge- alles unterthan, was da if müth, so werden wirs em auf der Erde! Wie viel if pfinden, wie deine große hier, was uns erquickt! wit Majestät der Himmel und sehr sind wir durch dich be die Erd erhöht, der Baum, glückt! was kannst du meht der Wurm, die Menschen.juns schenken? 2. Die Himmel sind von 6. Ja, herrlich bist du, deiner Hand, die alles hat Gott, und gut; o laß es uns bereitet, weit, wie ein Tep empfinden! mach dankbar pich, ausgespannt, und dir uns und gieb uns Much zu zum Ruhm verbreitet. Du, flichen alle Sünden; daß der im höchsten Himmel wir auch deine Majestät, die thront, du schufft die Sonne, Erd und Himmel stets er schufft den Mond, die Erde höht, durch gute Thaten zu erleuchten. ehren. 3. Den Menschen hast du, Mel. Es ist das Heil uns komm. Herr, gemacht, von dir hat 40. Erhebet Gott! lobt er sein hast durch ihn erfreut! deine Gut und macht ihm, ihm ihr Völker alle! lobt seis was er hat, gegeben: was ist ne Macht und Freundlich, vor dir, o Gott, was ist der feit mit jubelvollem Schal Mensch, daß du so gnådig le! anbetend sinkt vor ihm bist, ihn deiner würdigachtest? dahin: besingt, erhebt, ver: 4. Du hast ihn mit Ber- herrlicht ihn, den Herrscher stand geziert, und Freyheit aller Völker! 2. Gott Von der Schöpfung. 45 2. Gott ist es, der durch 5. Die Erde nährt auf seinen Ruf aus nichts die sein Geheis zahllose Millios Elemente, den Himmel undfnen, erwecket und belohnt das Licht erschuf, und Erd den Fleiß, so weit nur Mens und Wasser trennte. Gottschen wohnen. Das Meer, ist es, dessen Hand das Meer das sich emport und schwillt, und das, uns unzählbare, wird fiille, wenn der Herr Heer der Creaturen machte. es stillt; Gott herrscht auch3. Er schenkt der Sonne in der Tiefe. Warm und Licht, sie dienet 6. Herr, Herr! wie groß allen Ländern. Er macht es ist deine Pracht in deinen zu des Mondes Pflicht, stets Creaturen! wie find ich hier Ort und Schein zu ändern. von deiner Macht so unteng: Er zeigt den Sternen ihre bare Spuren! die ganze Bahn, ihm sind die Wolken Schöpfung predigt dich, sie unterthan, und Blige seine ruft mir zu: betrachte mich, Diener. und ehre meinen Schöpfer! 4. Er redet göttlich in dem 7. Mein Loblied, SchöSturm, spricht durch des Lópfer, will ich dir zum Freus wen Stärke, und macht auch denopfer bringen. Ihr Mens den geringsten Wurm für schen alle helfet mir, den uns zum Wunderwerke. Er Ruhm des Herrn besingen. pflanit, uns Menschen zu ers Welt falle nieder, bet ihn freun, dem Vogel jene Trie: an!) der Gott, der Welten be ein, durch die sein Lied schaffen kann, verdient das erschallet. Lob der Menschen. Son Gottes Vorsehung und Weltregierung. Mel. Nun sich der Tag geendetsfund, was mir von dir 50.3 ch finge dir mit bewußt. Herz und Mund, 2. Ich weiß, Gott, groß Herr, meines Herzens Lust: von Rath und That, daß du ich rühme, preis und mache die Quelle seyst, daraus uns allen 46 Von Gottes Vorsehung. allen früh und spat viel nicht allzusehr; gedenkst nich Heil und Gutes fleußt. unfrer Sündenschuld, un 3. Was sind wir doch? wirfst sie in das Meer. was haben wir, auf dieser 10. Wenn wir um Hülf ganzen Erd, das uns, o Vazzu dir flehn, wirst du ga ter, nicht von dir allein ge bald erweicht und giebst, wal geben wert). uns zum Wohlergebn, j 4. Wer hat der Himmel Ehre dir gereicht. weites Zelt: hoch über uns 11. Du siehst den Chri gefeßt? wer ist es, der uns sten wenn er weint, und wa unser Feld mit Thau und sein Kummer sey; und i Regen nett? der Noth, wie schwer s 5. Wer mäßigt Wärme, scheint, hilfst du und steh Luft und Frost? wer schicktjuns ben. und lenkt den Wind? wer 12. Was uns hier fehle macht es, daß man Korn und füllst du aus mit dem, wal Most zu seinen Zeiten findt? ewig steht; nimmst auf da 6. Wer giebt das Leben, Geist, wenn dies sein Haus das Gemiith, Gesundheit der Leib, stirbt und vergeht und Verstand? wer schafft 13. Wohl auf, mein Her es, daß der Friede blüht in sen froh, und sing, und hab unserm Vaterland? guten Muth! dein Gott, de 7. Ach Herr, mein Gott, Ursprung aller Ding, das kommt von dir, du, du selbst und bleibt dein Gut. mußt alles thun; du schůz: 14. Er ist dein Gott, deit zest uns, du schaffft, daß wir Erb und Theil, dein Führe aufstehn, und sicher ruhn. und dein Licht, dein Schien 8. Du nåhrest uns, von und Schild, dein ewig Heil Jahr zu Jahr, bleibst immer schafft Rath, verläßt did gut und treu, und stehst uns, nicht. wenn wir in Gefahr gerathen, treulich ben. 15. Was frånkst du dic in deinem Sinn? Was 9. Du trägst uns Sün- sorgst du Tag und Nacht! der mit Geduld, und strafft Nimm deine Sorgen, wit fit und Weltregierung. 47 sie hin, auf den, der dich 3. Wie groß und herrlich gemacht. ist die Pracht von dem, was 16. Er hat dich ja vonjer hervorgebracht! wie groß Jugend auf versorget und sind seine Thaten! Was er ernährt; in deinem ganzen thut, schaffet und gewährt, Pilgerlauf die Hülfe stets verkündet seine Macht und gewährt. lehrt den Reichthum seiner Gnaden. 17. Er hat noch niemals was verfehn in seinem Re- 4. Barmherzig, gnådig, giment, nein, was er thut voller Huld ist Gott, voll und läßt geschehn, das nimmt tangmuth und Geduld: der ein gutes End. Herr ist allen gütig, erbarmt 18. Rechtschaffen sen dein sich aller seiner Werk, die er ganzes Thun, vertraue ihm gemacht durch seine Stärk, allein! so kannst du hier im ist allen Hülferbietig. Frieden ruhn, und ewig 5. Es sollen dann, Herr, fröhlich seyn. nach Gebühr all deine Wer: Mel. Kommther zu mir spricht te danken dir, dich, ihren 51.3 ch will, mein Gott, Bater, loben: es werde deis erheben dich, und nes Reiches Ehr von allen, deinen Namen ewiglich; ich welche um dich her, geprie: will dich täglich preisen: dussen und erhoben! segnest mich zu jeder Stund, 6. Dein Reich, Here, ist drum will ich dir mit Herz ein ewig Reich, und deiner und Mund Lob, Ruhm und Herrschaft ist nichts gleich; Dank erweisen. der Herrschaft ohne Ende! 2. Der Herr ist unaus: Du bist es, der den Kreis sprechlich groß; weit ist sein der Welt trägt, lenket, seg: Reich und gränzenlos: benet und erhält durch Stärke trachtet, Menschenkinder, jdeiner Hände. die Werke, die er aufgeführt! 7. Herr, aller Augen rich der Himmel wird von ihm ten sich zu dir; und du er: regiert, die Erde auch nicht barmest dich, und giebest ihe minder. Inen Speise: du öffnest deine milde 48 Von Gottes Vorsehung. milde Hand zum Wohlthunsne Hand sie väterlich er über jedes Land; daß man quicke; du giebst auch einem dich fröhlich preise. jeden seine Speise, daß e 8. Der Herr ist allenthal: dich preise. ben da, er ist besonders de 4. Herr, du erhältst mit nen nah, die ihn mit Ernst deinem Wohlgefallen, was anflehen; thut, was der lebt, thust deine Hand auf Frommen Herz begehrt, daß und giebst allen, was sie be ihnen Hülfe wird gewährt, dürfen: keiner sucht verge läßt ihnen Guts geschehen. bens dich, Quell des Lebens! 9. Der, der ist stets in 5. In allen Wegen Got Gottes Hut, der seinen Wil tes strahlet Gnade, untadel len liebt und thut; die Bo- haft sind alle seine Pfade; fen aber fallen. Bringt un- jund was er thut, gereicht zu ferm Gott Lob Preis und seinem Preise, ist gut und Ehr, und seiner Diener ganz weise. zes Heer laß stets sein Lob erschallen. 6. Der Herr ist nahe de nen, die ihn bitten, die ernst Mel. Herzliebster Jesu, was ic. lich ihn um seine Hülfe bit 52. Dein Reich, o Gott, ten; er thut, was die Ge ist herrlich; ewig rechten, die ihn ehren, von währen dein Reich und deine ihm begehren. Macht, die wir verehren, 7. Der Herr behütet alle, und ewig wird, von aller die ihn lieben; die aber, die Völker Zungen, dein Lob Betrug und Frevel üben, besungen. verfolgt er, daß er ganz zu Schanden mache, die böse Sache. 2. Du Herr bist nahe de nen, welche fallen; du Höch ster hilfft den Unterdrückten 8. Auf ewig will ich sei allen; und eilst mit Gnade, nen Namen loben; von al die um Heil dich bitten, zu len Menschen werde Gott überschütten. erhoben! was lebet, müsse, 3. Nach dir, Gott, schauen Herr, zu allen Zeiten, dein aller Wesen Blicke, daß deitob verbreiten. Mel. und Weltregierung. 49 Mel. Sey Lob und Ehr dem ic.[ künftgen Zeit, beym Stra 53. Dir, unser Gott, ist fen und Belohnen. niemand gleich, 5. Wohl uns, daß du das im Himmel und auf Erden. Regiment, Gott, fiber alles Du bist der Höchste, und dein führest: und wohl dem, der Reich kann nie begriffen den Zweck erkennt, dazu du werden. Unendlich ist die uns regiereft! Ich, den geMajestát, die über alle dich ringster Unterthan, Herr, erhöht, die Kron und Zep- bete dich in Demuth an. Osieh auf mich in Ghaben! ter tragen. 2. Wie weit erstreckt sich 6. Ich bin verderbt und dein Gebiet! Wo ist der, schuldenvoll, und auf dem der es messe? Wohin auch Tugendwege nicht fiets fo nur mein Auge sieht, da sehleifrig, als ich soll, bin oft ich deine Größe. Weit, über zum Guten tråge; doch du alle Himmel weit, geht dei bist gnädig und voll Huld, nes Reiches Herrlichkeit; du vergiebst den Reuenden die herrscheft über alles. Schuld, drum hoff ich auch Bergebung. 3. Duherrscheft weislich, recht und gut, nach heiligen 7. Ich hoff es, weil mich Gefeßen. Du pflegst auch der vertritt, den du für mich deiner treuen Hut das Kleine gegeben. Mein Jesus, wels werth zu schäßen. Auf alles cher für mich litt, erwarb mic geht dein Augenmerk, und Recht zum Leben. Sein Tod immer ists dein liebstes macht mich vom Zweifel frey, Werk, zu segnen, zu bes ob ich der Gnade fähig sey: glücken. auch mich hat er veriöhnet. 4. Wie recht ist, Höch. 8. Herr, ewig will ich deis fter, dein Gericht, der du die nien Ruhmm mit Lob und Dank Wahrheit liebeft: Einrich erheben. Dir will ich, als tig Maas hält dein Gewicht, dein Eigenthum, mich ganz wenn du Bergeltung übest; zum Dienst ergeben. Mir du handelft stets nach Bil- Luft will ich bis in den Tod, ligkeit, in dieser und der nach deinem heiligen Ge O bot, 50 Von Gottes Borsebung bot, durch deinen Beystand muth Schranken: die Des wandeln. muth wird von Gott erhöht. Ja Herr, du liebst den, der Mel. Wer nur den lieben Gottic. dich liebt, und deiner Füh54. Fürwahr, du bist, orung sich ergiebt. verborgen: 5. Drum will ich mich dein Rath bleibt für uns dir überlassen, mit allem, wunderbar. Umsonst sind was ich hab und bin. Ich alle unsre Sorgen. Du werfe, was ich nicht kann forgteft, eh die Welt noch faffen, auf deine Macht und Der Ausimmerdar, war, für unser Wohl schon Weisheit hin. våterlich. Dies sev genug gang zeigt doch zum Troft für mich. dag stets dein Rath voll Güte war. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen vor unsern Uu- 6. Gieb, daß dies mein gen oft versteckt; doch wenn Vertrauen mehre, in Glück wir erst den Ausgang wif- undUnglück, Freud undleid. fen, wird uns die Ursach auch Schick alles, Herr, zu deiner entdeckt, warum dein Rath, Ehre, und meiner Seelen der niemals fehlt, den uns Seligkeit! So preis ich einst so dunkeln Weg gewählt. vollkommen dich, so freu ich 3. Nie sind die Liefen zu dein auf ewig mich. ergründen, von deiner Weis Mel. Befiehl du deine Wege zc. heit, Macht und Güt. Du 55. Gott, meine ganze Wege finSeele macht deiden, wo die Vernunft nicht nen Ruhm bekannt, dir dank einen sieht. Aus Finsterniß ich und erzähle die Wunder bringst du das Licht. Du deiner Hand; mein Herz ist sprichst, o Gott, und es froh; ich finge: Herr, meis geschicht. ne Luft bist du; dir, dem ich 4. So weicht denn, ångst- Lieder bringe, dir, Höchster, liche Gedanken! Gott kann jauchz ich zu. weit mehr, als ihr versteht. 2. Du sigeft auf dem Bleib, Seele, in der De Throne als Richter aller Welt, und Weltregierung. 5t Welt, der jeglichen, zum 6. Jhr, Kinder Gottes, Lohne, das rechte Urtheil preiset, verkündigt in der fällt; wenn dich die Men Welt, wie groß sich Gott bes schen schmähen, dann ráchst weiset, der, was er zusagt, du ihren Spott; du draust, hält; er denkt daran, und fra und sie vergehen vor deinem get nach des Gerechten Blut; Zorn, o Gott! er hört ihn, wenn er klaget, und stillt der Werter Wuth. 7. Herr, sey mir gnädig, höht: vor seinem Angesichte schaue voll Huld auf meine bleibt nicht, wer widersteht. Noth! du bists, dem ich vers Ihr kühnen Sünder zittert, traue, du hilfft auch selbst bereut noch euern Spott; vom Tod. Nach überwunds sein Thron wird nie erschüt nen Leiden geh ich ins Heis tert, der Herr bleibt ewig ligthum; und voll von Hims Gott. melsfreuden, erheb ich deis 3. Der Herr hat zum Ge richte sich seinen Thron er: 4. Der Herr regiert; er nen Ruhm. liebet, was ungerecht ist, Mel. Nun lob mein Seel den ic. nicht; erwägt die Welt, und 56. Pommt, kommt, den Herrn zu preisen, übet partheylos sein Ge richt. Die Waage sinkt und der groß von Rath ist, groß steiget, wie sein Gesetz ge- von That, den Gütigen, den beut, und jedes Land bezeu: Weisen, der keinen, der ihm get des Richters Heiligkeit. gleich sey, hat! der Herr 5. Gott ist ein Schuß der thut große Werke; wer hins Armen, ein Schuß in jeder dert seine Kraft? wer feines Noth; sie traun auf sein Er Armes Starke, die was nur barmen, wenn ihnen Unfall gut ist, schafft? Er dehnet, droht; die Thränen, die sie gleich Gezelten, die weiten weinen, sind dir bekannt und immel aus; er spricht, so werth; du, Gott, versäumesi gehen Welten aus ihrem keinen, der deinen Schuh Nichts heraus. begehrt. 2) Er will, und Sonnen flammen: auch drängt das Waffer Von Gottes Vorsehung Wasser, wenn er spricht, in stürze sie, wie er! Wai Wolken sich zusammen, und rühmen denn die Thoren ihre Schläuche reissen nicht; mit ihrer Stårke sich? 0 er ruft den Ungewittern: Staub aus Staub geboren das Meer wird ungeftum; nur Gottes rühme dich! des Himmels Sáulen zit- 5. Herr, dein ist alle tern; die Erde bebt vor ihm. Stárke, und alle Hülfe, Er will: und es entzünden Gott, ist dein! das preisen sich Welten, und vergehn: er spricht und ruft den Win den: schnell wird sein Him mel schön. deine Werke, die deiner Kraft allein sich freun. Wir aud erfreun uns ihrer; ihr Lob sey unfre Pflicht! O Vater 3. Wer, wer gebeut den o Regierer, wen hält, wen Wellen: hieher! nicht wei schüßt sie nicht? du lebst, du ter! legt euch hie! er legt in wirkst in allen; dir, dir ver Felsen Quellen, sie rieseln, trauen wir! Erhalter, wet und versiegen nie; er füllt fann fallen, getragen, Herr, auch Wüstenyeen mit seinen von dir? Wundern an, heißt Thiere Besondere Vorsorge für die da sich freuen, wo niemand Menschen. wohnen kann. Wer kann die Mel. Sch singe dir mit Herz u Sterne führen? wer weiß, 57. Noch immer wed, als er die Himmel zu feln ordentlich regieren? und du wagst, stolz Jahres Zeiten ab; früh zu seyn? 4. Kannst du mit deiner Stimme, oStolzer! wirken, strömt und spät ergießet fich dein Regen, Gott, herab. 2. Du öffnest deine milde wie Gott that? Kannst du in Hand, Jehovah Zebaoth! deinem Grimme.durch Bliz du segnest, du erfüllst das ze außern deine Wuch? Ber Land mit deinen Gütern, suche es und zeige dich mách- Gott! tig, wie der Herr: nah dich 3. Von beinem Himmel, den Stolzen, beuge und Höchster, träuftGedeihn und Frucht und Weltregierung. 53 Fruchtbarkeit; geht auf, und blüht, und 58. Got reift, und sättigt, und er. freut. die Saat Mel. Uus meines Herzens zc. ott, der an allen Enden viel große Wunder thut, in dessen 4. Von dir gesegnet giebt treuen Händen mein ganzes der Baum, wenn einer Leben ruht! du zählist die Schatten sucht, ihm unter Zahl mir zu von meinen des ſeinem Zweige Raum, Er- benstagen, mit ihrem Glück frischung und auch Frucht. und Plagen, mit Unruh und mit Ruh. 5. Wie fröhlich lächelt je de Flur! es fließt sich immer 2. Da ich noch tief verbor gleich der Freude Quel;[ gen im Mutterleibe lag, da und die Natur ist uner: wachte schon dein Sorgen schöpflich reich. für mich; und wie vermag 6. Wem strómt sie nicht, mein endlicher Verstand die von dir erfüllt, Luft und Er. Wohlthat zu erheben, die quickung zu? Wer ist so gut, du in meinem Leben mir so treu; so mild, so váterlich, huldreich zugewandt? wie du? 3. Du fångst an uns zu 7. Herr, ohne dich ver- lieben noch eh wir sind; und g'engen wir, und wir verhaft nie Luft, uns zu betrůs dientens auch; und dennoch ben: doch nüßt uns eine Laft, leben wir in dir, beseelt durch so bleibst du mitleidsvoll; deinen Hauch. bift forgsam, deinen Kin8. Und wer erfährt nicht dern die Bürde sanft zu lins deine Huld; wem strahlet dern, die sie nun treffen nicht dein Licht? mit welcher foll. Langmuth und Geduld ver. schonst du unsrer nicht? 4. Muß ich hier Noth empfinden, dein Wort, Herr, 9. Uch betet, Menschen, tröstet mich. Durch dich muß betet an! erwågts, und sie verschwinden; drum hoff denket nun: was hat nicht ich stets auf dich mit finds. Gott an uns gethan? was lich treuem Sinn; und will er nicht noch thun? werfe, was zu tragen, mir D3 schwer 54 Von Gottes Vorfebung schwer deucht, ohne Zagen, werde Dank! stets músfest di noch tåglich auf dich hin. den Herrn erheben; mei 5. Noch immer ist mein ganzes ihm geweihtes Lebe Hoffen, das sich auf dich ver- fen seines Namens Lobge ließ, so sicher eingetroffen, fang! wie mirs dein Wort ver: 2. O fest auf die, die end hieß. Du haft mir wohlge zu schüßen, nicht immer than; denn deine Gnad ist Macht genug besißen, au größer, und machts mit mir Fürfien eure Zuversicht viel beffer, als ich erinnen Sind doch die Mächtigste kann. auch Menschen; und wa 6. Dein Name sen ges vermogen eitle Menschen! priesen, der sich so oft an wie schwach ist ihre Hülf mir so herrlich hat erwiesen! nicht! mein Herz und Mund soll 3. Ein Mensch wird ball dir, du Retter aus Gefahr, dahin geriffen, und schneller mein schuldig Opfer brin- als ein Strom, verfließen gen, und deiner Güte fingen, die Tage, welche Gott ihm jeßt und auch immerdar. gab. Wer sieht die Erndt 7. Du haft mir wohl gera feiner Saaten? der Mens then, und lauter Guts ges beschließer große Thaten than, daß deiner Liebe Tha- doch sie verschließt mit ihn ten ich nicht gnug rühmen das Grab. kann. Hilf, Vater, daß ich 4. Beglückt ist, wer auf bort, verklárt und ganz voll Gott nur schauet, und fid kommen, mit allen deinen dem gånzlich anvertrauch Frommen, dir danke fort der seiner Frommen nie vers und fort. Ben ihm ist Heil; fein mächtig Werde, erschu den Himmel und die Erde gift. In eigner Melodie. 59.8 28 werde Gott von das Meer, und was darin uns erhoben! nen ist. roohlauf, laßt uns den Hers 5. Was kann uns Trof ren loben: du meine Seele, lund Hoffnung rauben? de Hert und Weltregierung. 55 Herr hält ewig Treu und singt dem Herrn, und bringet Glauben, nimmt väterlich ihm, euermGott, Lob, Preis, sich unsrer an. Die, so Ge- und Dank! Ihn preis ich walt und Unrecht leiden, stets so lang ich lebe. Stets fchüßt er, und sáttigt sie mit ift er König! stets erhebe ihn Freuden, die ihnen nichts aller Frommen Lobgefang! verbittern kann. Met. Herzliebster Jesu zc. 6. Wie mancher wird von 60.ich, Gott, lobt der, ihm gespeiset; auch der Ge. auf fangne rühmt und preiser, im Grillen; doch, um mein daß Gott vom Kerter ihn fromm Gelübde zu erfüllen, befrent. Gott öffnet das Geso soll mein Lied auch öffentficht den Blinden, daß sie des lich vor allen dir dankbar Lichtes Glück empfinden, und schallen. feiner Schöpfung Herrlich keit. 2. Wo betet ein Geschöpf auf deiner Erde, das nicht 7. Oft flaget, elend und von deiner Huld erhöret verachtet, der Fromme, der werde? das wissen alle Weim Staube schmachtet: Gott sen, alle treten zu dir, und siehts, und hebet ihn em beten. por. Der Herr ist gnädig sei: 3. Uns drückt die Laft von nenKnechten, und seineHand allen unsern Sünden, bedekzieht den Gerechten aus sei ke sie, und laß uns Gnade ner Dunkelheit hervor. finden: von deiner Strafe, 8. Gott, der den Fremd- weil wir sie bereuen, uns ling unterstüßet, versorgt die zu befreyen. Waisen, und beschüßet die 4. Dem, den du wählst, Witwen, die verlassen sind, daß er zu deinem Throne Er haft die Sünde: er, ihr sich nahen mög, und in den Racher; oft ftraft er hier Räumen wohne, die du verschon die Verbrecher, und herrlichst: welch ein felig keiner ist, der ihm entrinnt. Leben ist ihm gegeben! 9. Der Herr ist König: 5. Dem giebst du aus dem auf und finget! ihr Christen Sie deines Ruhmes den D4 reichen Univ. Bibl. Giessen 56 Bon Gottes Vorsehung reichen Ueberfluß des Hei 11. Gie jauchzen, wenn ligthumes, in seinem Man sie deine Sonne sehen in ih gel Sättigung, und Freude rem Morgenglanze dich en in seinem Leide. höhen, und wenn die Abend 6. Herr, du bist heilig! länder dieser Erden erleuch Herr, vor deinem Schelten tet werden. entfeßen sich und zittern alle 12. Du suchst das Land Welten. Gott unsers Heils, heim, die Gefilde lachen; d erhör uns, wenn wir flehen, wässerst sie mit Thau, s aus deinen Höhen! reich zu machen; dein Stron 7. So weit nur Men- ist voll; durch dich reift dal fchen deine Welt bewohnen, Getraide zu unsrer Freud bist du die Hofnung aller Na- 13. Die tiefgepflügte tionen, die Zuflucht aller, die Furchen füllt dein Segen an fernen Meeren dein Heil das dürre Land erquickst du begehren. durch den Regen, erweiches 8. Er hat durch seine es, und fegneft seine Sau Kraft die Berg erhöhet, daß ten, daß sie gerathen. jeder; wie ein Zeuge Gottes, 14. Du krónst das Jaht ftehet, er ist umgúrtet, er, mit deiner milden Gnade; der Herr der Heere, mit Gedeihn und Wachsthun Stark und Ehre. folgen deinem Pfade und 9. Er stillt der Meere träufeln, wo du wandelst Brausen, wenn sie schwel, daß die Erde befruchtet len; er stillt das Brausen werde. ihrer stolzen Wellen, und den Zumult und die Rebellionen der Nationen. 15. Sie träufeln, dein Tritte, daß von ihnen die frohen Quen in der Wüst 10. Ein frommer, ehr grünen; die Hügel hüpfen, furchtsvoller Schauer beber Gott, im Feyerkleide vor durch alle Völker; jedes Dank und Freude, Volk erhebet die Wunder 16. Du schmückt und klei deines Arms und deiner dest das Gefild mit Heerden, Stárke ruhmvolle Werke. und schaffest Gras, daß ſie gefåts und Weltregierung. 57 gesättigt werden; Pa dem den Schranken, lenkt alles Schnitter rauscht der vollen wie er will. Felder Segen zur Erndt 3. Er ordnet und regie: entgegen. ret der Sterblichen Geschick; 17. Und Dank und Freud von seiner Hand geführet und Jubel jauchzt aus allen, kömmt unser Wohl und und Hain und Auen und Ge- Glück. Der Herr kennt ſeine fild erschallen von lautem Treuen, hat auf ihr Fleben und frohlockendem Getüm- Ucht, und eilt, sie zu ers mel bis in die Himmel. freuen, oft eh sie es gedacht. 4. Sein, fein ist das GeMel. Herzlich thut mich verl. zc. richte, die Majestät, die ott ändert Zeit Kraft! nach richtigem Geund Stunde, er wichte belohnet Gott und lenkt den Lauf der Zeit; ein straft. Er spricht: so wers Wort aus seinem Munde er niedrigt und zerstreut, die si cher sich empören, sein War: nen achten nicht; und bringt, die ihn verehren, an das gewünschte Licht. 61.Gott den Welten, erheben sich und blühn! durch seines Mun= des Schelten vergehn sie und entfliehn. 5. Gott ändert Zeit und Stunde, erniedrigt under2. Gott schaut herab und hebt. Wohl dem, der treu sieher auf uns von seinem im Bunde, im Bunde Gots Thron. Nichts ist, was ihm tes lebt! der wird und darf entfliehet, von ferne kennt er nicht zittern, steht aufrecht schon der Sterblichen Ge- und erhöht, wenn gleich, danken, seht ihnen Maaß in Ungewittern, die Welt und Ziel, läßt sie nicht aus wankt und vergeht. Würdiger Gebrauch der göttlichen Vorsorge. Mel. Bater unser im Himmelic. Aller Augen freuen sich), und 62, Gott, deine weise wartenhofnungsvollaufdich, Macht erhält die auf dich, der du sie alle liebst, ganze lebenvolle Welt: und und allen ihre Speise giebst. D5 2. Du 58 Vom würdigen Gebrauch 2. Du öffnest deine Hand, mir Vernunft und Frenheit so fließt herab, was jedem Gott! für mich gieng Jeful nöthig ist: mit Wohlgefallen in den Tod. Nichts, wal fáttigt sie dein Auffehn und die Erde zeugt und nähn versäumt sie nie. Nie sind gleicht mir an Hoheit un Geschöpfe deiner Hand dir an Werth. unwerth oder unbekannt. 7. Bon dir, der das a 3.Auch mir gabst du, mein mir gethan, werd ich au Gott und Heil, noch täglich Speis und Trank empfah mein bestimmtes Theil; Selbst dem, der dich mi gabst mirs mit Huld und Sünden schmäht, giebst di Freundlichkeit, so lang ich sie ohne sein Gebet. Und bin, zurechter Zeit. Kein Bafleht ich nicht darum zu dir ter sorgt so väterlich für sei- gewährtest du sie dennoc nen Sohn, als du für mich mir. 4. Ich bins gewiß, du 8. Laß du mich nur genüg kannst mich nicht verlaffen, sam seyn und deiner Gaber meine Zuversicht! ich bins mich erfreun; mehr aber bei gewiß, du thuft mir wohl, so ner, der du dich so freundlich lang ich hier noch leben soll. zeigeft gegen mich, und selbs Nicht Ueberfluß bitt ich von die reiche Quelle bist, aut dir; was ich bedarf, das welcher jede Wohlthat fließt. giebst du mir. 9. Bey deiner Gaben 5. Der Vogel bauet nicht Ueberfluß erhalt mich mäßig das Land, du nährst ihn doch im Genuß: bewahr mich in mit milder Hand. Du der Dürftigkeit vorSchmach schmückst die Blume könig und Unzufriedenheit. Du lich, die nicht zur Arbeit eilt, nährst mich immer, Preis wie ich. Vergessen wirst du und Dank bring ich dir, meiner nie: bin ich doch mehr Gott, mein Lebenlang! vor dir als sie. Mel. Befiehldu deine Wege. 6. Mich ſchafft du nicht 63.immt Gott, dem für diese Zeit; mein Ziel vertrauen, ist in der Ewigkeit; gabst nicht unsers Werks sich an, will der göttlichen Vorsorge. 59 will er das Haus nicht bauen, lenkst der Menschen Herzen: vergebens baun wir dann! sey auch mein Licht, und laß will er die Stadt nicht schůz- mich nicht, Gout, deine Huld zen, er, groß durch Rath und verscherzen. Macht; was wird der Wäch 4. Dein Wort lehrt mich ter núßen? umsonst ists, des Lebens Pflicht; doch fühl daß er wacht! ich auch, was mir gebricht, 2. Ihr wachet spåt und die Mángel meiner Seele. frühe und est voll Traurig- Ach, Gott der Hald, vergieb keit das Brodt der Sorg und die Schuld, wenn ich aus Mühe, und häuft euch Leid Schwachheit fehle. auf Leid. Was nüßt der 5. Berstand und Herz ist bange Rummer? da Gott fehlerhaft: bald fehlt mir dem, den er liebt, Brodt, Licht, bald fehlt mir Kraft, Kleidung und auch Schlum mich weislich zu regieren: mer zu der Erquickung giebt. drum bitt ich dich, lag. HöchMel. In dich hab ich gehoffet ic. fter, mich selbst deine Weis64. Von ganzer Seele heit führen. preis ich dich, 6. Herr, dessen Huld uns Herr, der du mich so våter ewig liebt, laß mich beym lich bis diesen Tag erhal: Segen, den sie giebt, auf ten; laß ferner hier, noch dich, den Geber, schauen. über mir dein göttlich Auge Selbst wenn du schlägst, und walten. Kreuß auflegst, so laß mich dir vertrauen. 2. Wer schenkt uns Le ben, Glück und Ruh? Wer 7. Gieb, daß ich meine giebt uns Kraft zur Pflicht? Lebenszeit, nur dir mit gan= Nur du schaffst Wollen und zem Ernst geweiht, in deiner Vollbringen. Wird dein Furcht vollbringe; bis ich Gedeihn uns nicht erfreun, einst dir dort für und für Lob, so kann uns nichts gelingen. Preis und Ehre singe. Mel. Ich finge dir zc. 3. Du schufft und du re: gierst die Welt nach deinem 65.Du bists, dem Ehr Rath, wie dirs gefällt; bul und Ruhm ges bührt; бо Vom würdigen Gebrauch bührt; und Ruhm, Herr, 8. Herr, für die Leide bring ich dir. Du hast mich dank ich dir, dadurch du mig väterlich geführt, und was geübt; und für die Freuden rest stets mit mir. welche mir dein milder Se gen giebt. 2. Benn Angst und Noth mich überfiel, so hörtest du 9. Dir dank ich Herr, daf mein Flehn. Du feßteft mei- die Natur mich nährt, unl nem Kummer Ziel, und mich erfreut. Ich seh in je ließst mich nicht vergehn. der Kreatur, Herr, dein 3. Jd sank in Krankheit Freundlichkeit. und in Schmerz, und rief: 10. Selbst deinen Soh Herr, rette mich! da halfft gabst du für mich. Weld dumir, Gott, und mein Herz Wunder deiner Huld! von ward froh, und stårkte sich ganzem Herzen preis ig 4. Oft krankte mich des dich: du tilgest meine Schuld Feindes Haß; ich klagte dir den Schmerz. Du halfft mir, daß ich ihn vergaß, und gabst Geduld ins Herz. II. Gott liebt uns, for dert unser Wohl. Erheb ihn Volk des Herrn! die Eri ift seiner Güte voll: er hilft und retret gern. 5. Wenn ich, verirrt vom richtgen Pfad, mich in Ge 12. Er hilft, und läßt die fahren fah, rief ich zu dir, Traurigkeit, bald vor und mein Gott, um Rath, und über gehn; will uns, nad Hülfe war mir nah. furzer Prüfungszeit, zum ewgen Glück erhöhn. 13. Bergiß nicht, Seele, was dein Gott bisher an di gethan. Berehr und halte seit Gebot und bet ihn ewig an! 7. Du halfft, und hältst Mel. Nun danket alle Gott 16. mit Batertreu mich noch in 66. Durch dich, ogre deiner Hut. Du stehst mir fer Gott, durch in Bersuchung ben, giehst dich, bin ich vorhanden. Die mir zur Zugend Muth. Himmel und ihr Heer sind durd 6. Oft war um Eroft der Seele bang; denn du verbar. geft dich; ich rief voll Sehn sucht: Herr, wie lang? Und bald erhörtst du mich. der göttlichen Vorsorge. 61 durch dein Wort entstanden: den, nährst uns mit Espeis denn, wenn du sprichst, ge- und Trank, und füllst das schiehts, wenn du befiehlst, Herz mit Freuden. stehts da. Mit Allmacht fahst mich, eh der Grund der bist du mir, und auch mit Welt geleget war, zogfit mich Gute nah. aus Murterleib, als mich 2. Du bist der Gott der ihr Schooß gebar. Kraft: dich preisen Erd und 6. Du wogst mein Glück Meere, und Himmel predi- mir ab, und Leiden, die mich gen die Wunder deiner Eh üben: und meiner Lage re. Dich bet ich dankend an. Bahl war auf dein Buch gee Mein Heil kommt von dem schrieben. Du bist der FromHerrn. Du hörst der Men- men Schuh; du bist der Müschen Flehn, und du errettest den Ruh, ein Gott, der gern gern. verzeiht: wie gnädig, Gott, 3. Und wenn ich deiner bist du! Huld, o Gott, gewürdigt 7. Wem soll ich sonst vers werde, was frag ich, auffer traun, als dir, du Gjort der dir, nach Himmel und nach Götter? wen ehren, als nur Erde? im Himmel donnerst dich, mein Schuß und mein du, und Schrecken füllt das Erretter? Wie fanft ist dein Land; noch fürcht ich nichts: Befehl: gieb mir dein Herz, denn du hál: st mich bey mei mein Sohn, und wandle ner Hand. meinen Wea; ich bin dein Schild und Lohn. 4. Wenn ich die Himmel seh, die du, Herr, ausgebrei- 8. Herr, dein Gebot ist tet, der Sonne Majestät, den Heil, dein Weg ist heil und Mond, den du bereitet, fo Leben. Wie könnt ich einem sprech) ich: was ist doch der Gott der Liebe widerstreben? Mensch, daß du fein denkt, msonst lockt mich das und daß du täglich uns so Glück, in dem das Lafter vieles Gute schenkst? blüht; ich haffe seinen 5. Als Shafe lågst du Weg, weil mich dein Auge uns auf grünen Uuen wei sieht. 9. Aud 62 Vom würdigen Gebrauch 9. Auch wenn kein Mensch ringe, mit der du mich be mich sieht, will ich die Sunwacht. Damit ich, Staul de fliehen; denn du wirst Al- und Erde, auf ewig glücklic ler Werk vor dein Gericht werde, hast du schon ewig einst ziehen. Ich will, wenn mein gedacht. noch die Lust zum Bösen 4. Du hörtest schon meil mich hinreißt, bedenken, daß Sehnen, und zähltest mein mein Leib, o Gott, dein Thränen, eh ich bereit Tempel heißt. war; eh ich zu seyn begon 10. Sollt ich der Mente, und zu dir rufen konnt schen Ruhm stolz zu errin- da wogst du schon mein The gen trachten? Nein, Herr, mir dar. wenn du mich ehrst, mag 5. Du liefst mich Gnah mich die Welt verachten. finden, und fahst doch mein Du bist es, dem zum Dienst Sünden vorher von Ewig ich Leib und Seele weih. keit. OHöchster, welch E Gieb, daß mein Wandel stets barmen! du forgest für mid voll deines Ruhmes sey. Urmen, du bist ein Bater Mel.In allen meinenThaten zc. der verzeiht. 67. mein Leben, Gott, das, deß ich mich freue, lobsin ir für 6. alle deine Treue, fit der du mirs gegeben, ich dan- get dir meinGeist. Er ist der ke dir dafür. Du hast, von größt Geschenke; daß ic Huld bewogen, mich aus durch ihn, dich denke, ist dein dem Nichts gezogen; durch dein ists, daß er dich) preis deine Güte bin ich hier. 7. Daß du mein Lebe 2. Du, Herr, hast mich fristest; und mich mit Kraf bereitet, mich váterlich geleis ausrüftest, dies, Bater, dan tet, bis tiefen Augenblick. Du ich dir: daß du mich liebreid gabst mir frohe Tage, und führest, mit deinem Geil selbst der Leiden Plage haft regiereft, dies alles, Bater du verwandelt in mein Glück. Dank ich dir. 3. Jch bin, Herr aller 8. Was mir in dieser Dinge, der Treu viel zu ge- Leben noch nüßt, wirst der göttlichen Vorsorge. 63 mir geben: du giebsts, ich mir entgegen eilt; und wenn hoff auf dich. Dir, Bater, sie, noch für mich verborgen, dir befehle ich meinen Leib nach meinem Wahn zu lang und Seele, Herr, segne und verweilt; so kommst du, eh behüte mich! ich michs versehn, mich aus dem Kummer zu erhöhn. Mel. Wer nur den lieben Gottic. 68. Mein Geift, ermunzum 5. Du wählst und wirkest tre dich, stets das Beste. Und wenn Preise des Gottes, der dein auch meine Noth sich häuft, Vater ift! bedenke, auf wie so steht durch dich mein Wohl viele Weise du ihm zum doch feste. Wenn Fluth von Dank verpflichtet bist; bring Elend auf mich läuft, fo ihm, der stets dein Helfer siehst du mit Erbarmen war, mit Freuden Ruhm drauf und hemmst allmächund Ehre dar. tig ihren Lauf. 2. Herr, deine Hand ist 6. Du bist mein Heil: immer offen, zu geben, was mein ganz Gemüthe ist deis mir nüßlich ist; und doch bin nes Ruhm, mein Retter, ich oft schwach im Hoffen auf voll. O könnt ich deine große dich, der du die Liebe bist. Gute doch so erheben, wie Mein Gott, wie wenig bin ich soll! doch meine Kraft ichs werth, daß mir noch reicht nicht dahin. Du weißst Hülfe wiederfährt! es, Gott, wie schwach ich bin. 3. Unendlich groß ist dein 7. Und hätt ich auch viel Erbarmen, nur wohl zu thun tausend Jungen, so würde bist du gewohnt. Drum deines Wohlthuns Preis nie wird auch mir, mein Gott, würdig gnug von mir befuns mir Armen, von dir nicht gen, auch bey dem allergröße nach Verdienst gelohnt. tenFleiß. Denn mehr, Herr, Noch immer steht mir deine als ich rühmen kann, bar Treu mit Segen, Trost und deine Huld an mir gethan. Hülfe ben. 8. Jedoch du siehst mit 4. Du bist es, der, in mei- Wohlgefallen auch auf des nen Sorgen, mit Rettung Herzens Redlichkeit, und hörest 64 Bom würdigen Gebrauch höreft selbst das schwache Auge unverwandt; die un Lallen der Deinen mit Zu- záhlbaren Millionen beleb friedenheit; du hörst es, wie und lenket deine Hand: keit ein Vater pflegt, der seiner Wurm kriecht unbemerk Kinder Schwachheit trágt. dahin, du siehefst und ver 9. Drum soll mir deine pflegeft ihn. Huld und Gute beständig, 4. Auch mich haft du, nad Gott, vor Augen seyn. Ich deiner Güte, mit manche will mit redlichem Gemüthe Gnadengab erfreut.gepflan mein Leben deinem Lobe zet selbst in mein Gemüth weihn, bis ich vollkommner den Trieb zu froher Dank deinen Ruhm erheb im hó- barkeit. Lehr alles das, wa hern Heiligthum. in mirift, froh rühmen, da du gnádig bist. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 5. Wer schuf die Seel un 69. Dir, Gott, dir will ihre Kräfte, Gedächtnis ich fröhlich sin. Willen und Verstand? we gen, dir, dem das Wohlthun segnet des Berufs Geschäf Freude ist. Dir will ich Dank te? wer stärkt die arbeite und Ehre bringen, dir, der me Hand? wer schfißte mid du gut und freundlich bist. in der Gefahr, die nah un Ja, Gott, du bist ganz Gnad mir verborgen war? und Treu, gieb, daß mein Herz ganz Freude fen! 6. Wer fristet meine i benstage? wer schmückt un 2. Dich preifen aller En krönet sie mit Heil? Da gelheere; dir fingen die Ver Vater, thufts; drum, Se klárten Dank; dir, Herrscher, le, sage: Gott, du bleibt brausen Wind und Meere, ewiglich mein Theil; vol ihr Brausen ist dein Lobge- ganzem Herzen liebst d fang; die ganze Schöpfung mich, von ganzem Herze ruft mir zu: es sey kein sol: preis ich dich. cher Gott wie du. 7. Dir will ich fernerbi 3. Auf alle, die auf Er vertrauen; denn du hast mil den wohnen, sieht, Herr, dein stets wohlgethan. Ich wil QU der göttlichen Vorsorge. 65 aufdich stets kindlich schauen, anfange und beschließ, daß sich mich mit Baterblicken sich dein Segen auch auf all an. So geh ich durch die mein Thun ergieß. Prüfungszeit mit Freuden hin zur Ewigkeit. 5. Erfülle mein Gemüth mit deines Geistes Gaben, daß bey mir Wort und Werk Mel. O Gott du frommerGott. 70.Gelobet feyst du, mag Kraft und Weisheit haGott, für alle dei ben; regiere Herz und Mund, ne Güte, die du an Seel und daß ich vorsichtig sey im Res Leib, an Sinnen und Ge- den, und mir nie selbst schaf müthe von Kindheit mir er fe Schmerz und Reu. zeigt; Dank dir für alle 6. Gefällt es auch sonst dir, Gnad, die mich so unver- mir hier in diesem Leben an dient bisher bestrahlet hat. Ehre, Haab und Gut vor 2. Laß deinen Segen sich andern was zu geben: fo hilf, noch fernerhin ergießen, mir daß dies Geschenk ich also dieses Lebens Müh erleich) wende an, damit ich ewiglich tern und verfügen. Gieb vor dir bestehen kann. Weisheit und Berstand, gieb mir gefunden Leib, vor allen, daß stets rein Herz und Gewissen bleib. 7. Behüte Leib und Seel vor Schmach, Gefahr und Sünden, und laß bey meiner Schuld mich wieder Gnade 3. Regier und führe mich, finden. Behutsam mach michy. damit ich) deinen Willen in selbst, und dann besauße allen meinem Thun gehor- mich vor aller Feinde Macht, sam móg erfüllen; damit ich vor bófer Zungen Stich. immerfort auf einen Wegen 8. Gieb mir ein reines geb, und niemals wiffentlich Herz und heilige Gedanken: mit Sünden mich vergeb. gieb mir Zufriedenheit in 4. Ach segne mich, mein meines StandesSchranken: Gott, in allen meinen Wer- undschidsi dukreug; so gieb, ken: laß deinen guten Geift daß ichs geduldig trag, mit im Guten mich stets stårken. meinem Nächsten auch in Sieb, daß ich so mein Thun Friede leben mag. 9. Ja 66 Vom würdigen Gebrauch 9. Ja, mach mich so ge- Barmherzigkeit, die so oft finnt, daß ich selbst meine und viel verzeiht! Herr, ich Feinde mit Sanftmuth will dich ewig lieben! ich überwind, die Liebe meiner will, als dein Eigenthum, Freunde mit Dank und Ge- stets erheben deinen Ruhm! genlieb erwiedre jederzeit, 2. Wie ein Adler sein Ge und auf das Ende mich mit fieder über seine Jungen Sorgfalt vorbereit. streckt: so hat( dankts ihm, 10. Hilf mir im leßten meine Lieder!) mich auch Kampf, daß ich ihn bald vol Gottes Urm bedeckt. Gott, lende; den Geist befehle ich der über mich schon wachte, in deine Vaterhånde; mein als ich kaum zu seyn begann, fterbliches Gebein ruh sanft sah mit Baterhuld mich an, in stiller Erd; und dem, der eh ich lebte, eh ich dachte. um mich weint, sey Trost Leib und Seele gabst du mir, von dir gewährt. Gott! o wie verdank ichs dir! II. Gott Vater, dir sey 3. Für mich Armen, mich Preis hier und im Himmel Verlornen, mich, der ich ge oben, Herr Jesu, Gottes fallen bin, gabst du deinen Sohn, dich will ich allzeit Eingebornen, Jesum Chri loben. Gott heilger Geist, stum, selber hin. Wer kann, dein Ruhm erschalle mehr was er that, ergründen? auf und mehr. Dreyeinger der ganzen Erde, wer? Wer aus seiner Engel Heer kann es, wie er liebt, ergründen? Seine Lieb ist immer new, ewig seine Gnad und Treu! 4. Seinen Geist, den Gott nicht fin- treuen Führer, welchen Jes gen? Sollt ich ihm nicht fus uns verheißt, schenkt er dankbar seyn? Sollte nicht mir auch zum Regierer, wenn in allen Dingen seine Liebe die Welt mich an sich reißt; mich erfreun? Lieben ist es, daß er meine Seele fülle mit nichts als lieben, herzliche des Glaubens hellem Licht. In bekannter Melodie. 71.Sollt ich meinem Dann Herr und Gott, dir sey Lob, Preis und Ehr! der göttlichen Vorsorge. 67 Dann, dann fürcht ich kein nicht mein Schuß gewesen, Gericht, und mein bebend hätte nicht sein Angesicht Herz wird stille. Deines mich geleitet; war ich nicht Heils darf ich mich freun. aus so mancher Angst geneHerr, dein bin ich! du bist sen, nicht entgangen der Ge mein! fahr, die mir selbst verbors gen war. 5. Meinem bessernTheil, der Seele, giebst du Trost, 8. Wie so manche Noth und Kraft und Ruh; wenn und Plage, die dies Leben ich das, was du willst, wähle, mit sich führt, hielt der Bas strömet mir dein Friede zu. ter meiner Tage ab, daß sie Was, so lange wir hier wal- mich nicht berührt! Freude len, wir bedürfen in der Welt, mehr, alsSchmerz, gesendet was die Hütten stüßt und hat er mir; manch bittres hält, die dereinst in Staub Weh, das ich andre dulden zerfallen, auch dies giebt uns, seh, gnådig von mir abge= dessen Ruf diese Welt für wendet: und bey dem, was uns auch schuf. mich beschwert, Troft und 6. Himmel, Erd und ihre Hülfe ftets gewährt. Heere sind auch mir zum 9. Wie ein Vater seinem Dienste da. Wohin ich mein Kinde niemals ganz sein Auge kehre, ist mir Gottes Herz entzeucht, ob es gleich, Segen nah. Thier und verführt zur Sünde, von der Kräuter, und Getreide, in rechten Bahn abweicht; also den Gründen, auf der Höh, hält auch mein Vergehen in den Büschen, in der See, Gott, mein Vater, mir zu sind mir Nahrung, sind mir gut, züchtiget mit sanfter Freude. Bom Gedeihn und Ruth, und läßt Gnad für Ueberfluß trieft des Aller- Recht ergehen; und mischt in höchsten Fuß. die Züchtigung Liebe noch 7. Wenn ich schlafe, wacht und Linderung. sein Sorgen und beruhigt 10. Seine Strafen, seine mein Gemüth; ich erwach, Schläge, die mit Schmerzen und seh am Morgen neue Lie- ich empfind, sind, wenn ich be, neue Gút, ár Bottl& € 2 es 68 Vom würdigen Gebrauch es recht erwäge, Zeichen, daß Stárke: groß ist sein Nam, er mich, sein Kind, liebe und und groß sind seine Werte; nur darauf denke, daß er und alle Himmel sein Gebiet. begre meinen Sinn, und 2. Er will und sprichts; ihn, von dem Eitlen, hin so sind und leben Welten, zu dem Unsichtbaren lenke, Und er gebeut; so fallen durch ja durch leiden dieser Zeit sein Schelten, die Himmel forbre meine Seligkeit. wieder in ihr Nichts. II. Das weiß ich gewiß, 3. Licht ist sein Kleid, und und laffe mirs nicht aus dem seine Wahl die beste. Er Sinne gehn: Christenkreuk herrscht als Gett, und seines hat seine Maaße, und wird Thrones Feste ist Wahrheit einst fein Glück erhöhn. Die, und Gerechtigkeit. so hier mit Thränen säen, 4. Unendlich reich, ein erndten dort mit Freuden Meer von Seligkeiten, ohn ein; nach des kurzen Lebens Anfang Gott, und Gott in Pein werd ich Gottes Weg ewgen Zeiten! Herr aller verstehen, und ihm danken, Welt, wer ist dir gleich? daß sein Rath mich darauf 5. Was ist und war, im geführet hat. Himmel, Erd und Meere, 12. Weil denn ohne Ziel das kennet Gott, und feiner und Ende deiner Gnade Werke Heere sind ewig vor Wunder sind; o fo heb ich ihm offenbar. meine Hände auf zu dir, und 6. Er ist um mich, schafft, fleh als Kind: mach mein daß ich sicher ruhe; er schafft, Herz dir ganz ergeben, las was ich vor oder nachmals mich deine Lieb und macht, thue, und er erforschet mich die für mich stets sorgt und und dich. wacht, froh empfinden, froh 7. Er ist dir nah, du fizest erheben, bis ich dich nach oder geheft; ob du ans Meer, dieser Zeit, preise dort in ob dugen Himmel flóheft: fo Ewigkeit. In eigner Melodie. ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn 72. Gott ist mein Lied! und allen Rath der Seele. er der Gott Er der göttlichen Vorsorge. 69 Er weiß, wie oft ich Sures gel. Du, Luft und Meer, thu und fehle, und eilt, mir ihr Auen, Thal und Hüs gnádig benzustehn. gel, ihr send sein Loblied und sein Pfalm! 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb 13. Du tránkft das Land, auf sein Buch, wie lang ich führst uns auf grüne Weis leben sollte, da ich noch un- den; und Nacht und Tag, bereitet war. und Korn, und Wein, und 10. Nichts, nichts ist Freuden empfangen wiraus mein, das Gott nicht ange- deiner Hand, hore. Herr, immerdar foll 14. Kein Sperling fällt, deines Namens Ehre, dein Herr, ohne deinen Willen; Lobin meinem Munde seyn. sollt ich mein Herz nicht mit 11. Wer kann die Pracht dem Trofte stillen, daß deine von deinen Wundernfassen? Hand mein Leben hålt? Ein jeder Staub, den di haft werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 15. Ist Gott meinSchuh, will Gott mein Retter wers den: fb frag ich nichts nach 12. Der kleinste Halm Himmel und nach Erden und ist deiner Weisheit Spie- biete selbst der Hölle Truß. IV. Von den vornehmsten Geschöpfen Gottes, die wir kennen; den Engeln und Menschen. Schaar so gnädig schüßest immerdar. Von den Engeln. Mel. Herr Jesu Christ, dich zc. 73 2. Laß ferner deiner En ir danken dir, olgel Hat abwenden, was uns großer Gott, du Schaden thut; so wollen machtiger Herr Zebaoth! wir, o Vater, dich mit ihs daß du uns durch der Engel nen loben ewiglich. 3 Mel. 70 Von den Engeln. Mel. Nun freut euch lieben zc. 5. Bisher war deiner Hel 74. Gott, der du aus den Kraft uns immerdar zur Herzensgrund die Seiten; durch sie haft du Menschenkinder liebest, und uns Ruh geschafft, und fries uns zu aller Zeit und devolle Zeiten; die Kirche Stund, viel Gutes reichlich und die Obrigkeit, auch je giebest; wir danken dir, daß den Stand in Sicherheit deine Treu bey uns ist alle durch ihren Schuß erhalten. Morgen neu in unserm ganzen Leben. 6. Verleih, o Herr, durch deine Gnad, daß wir fest an 2. Wir preisen dich in dir bleiben, und ja nicht selbst sonderheit, daß du der En- durch Uebelthat die Engel gel Schaaren, zu deinem von uns treiben: gieb, daß Dienste haft bereit, und auch wir rein und heilig seyn, des uns zu bewahren, daß unser müthig, ohneheuchlerschein, Fuß an feinen Stein, wenn dem Nächsten gerne dienen wir auf unsern Wegen seyn, sich stoße noch verlege. 7. Gieb auch, daß wir der EngelWerk verrichten dir zu 3. Was ist vor dir der Ehren, und deiner Wunder Mensch auf Erd, den du so große Stärk ausbreiten und wohl bedenkest, und achtest vermehren, die du uns in ihn so hoch und werth, daß der ganzen Welt und dei du ihm liebreich schenkest mit nem Wort haft vorgestellt, andern auch noch diese Gnad, voll Weisheit, Macht und daß er, Herr, deine Engel hat Güte. zum Schuße um sich stehen. 8. Und wie du durch die 4. Herr, diese theure, gro- Engel haft aus Noth uns Be Prob der Freundlichkeit oft geführet; ja auch bes und Güte erheischt ein im wahrt, daß manche Last und merwährend lob aus dank- Plag uns nicht berühret; barem Gemüthe. Dich, Gott so thu dasselbe auch hinfort, und Vater, preisen wir für befiehl, daß sie an allem diese. Huld, wir danken dir Ort sich stets um uns her für solche hohe Wohlthat. lagern. 9. Laß Von den Engeln. 71 9. Laß deine Kirch und und spät des Feindes Macht unser Land der Engel Schuß und Truh. empfinden; daß Fried und 3. Der Geist der Zwie Heil in allem Stand sich bey tracht wünscht Haß, Feinde uns möge finden. Laß sie schaft, Mord und Toben; der Feinde Macht und List, es wird bey Menschen leicht und alles, was uns schädlich ein Streit von ihm erhoben. ist, durch deine Kraft ab Wo deiner Helden Macht wenden. der Streitfucht Geift nicht 10. Zulest laß fie an un- wehrt; wird plößlich Fried ferm End, nach diesen Prü- und Ruh, in Krieg und fungstagen, die Seele hin Streit verkehrt. 75.3th in deine Hånd, in deinen 4. Wie lange würden wir, Himmel tragen, wo alles, Herr, ohne dich bestehen? Herr, dir Ehre bringt, und wie bald mit unsrer Macht heilig, heilig, heilig singt verderben und vergehen? ohn Ende und Aufhören. Wenn du uns nicht in Noth Mel. O Gott, du frommerGott. und Widerwärtigkeit, durch ch danke dir, mein deiner Engel Schuß, verlies Gott, daß du mein heft Sicherheit. ganzes Leben mit deiner En5. Für diese große Gnad, gelSchaar haft jederzeit um für alle Huld und Gaben, geben, daß deiner Engel die wir das ganze Jahr von Schuß mich hat bey Zag dir empfangen haben, für und Nacht, in drohender diese Batertreu und reiche Gefahr behütet und be Sütigkeit, preist dich an wacht. diesem Tag die ganze Chris stenheit. 2. Der Feind ist zwar be: müht, zu schaden, zu verder= 6. Gelobet sey der Herr, ben, er sieht das Elend gern der mächtige Beschüßer, der von deinen Himmelserben; Herrscher aller Ding, des doch bleibt der Engel Heer Himmels- Throns Besiger: noch stets der Deinen es sey gelobet Gott, der BaSchuß, und wehret frühlter, Sohn und Geist, der heis € 4 72 Von den Engeln. heilig, heilig ist, und ewig übersteiget den menschlichen heilig heißt. Verstand; weil Gott sich ih nen zeiget, wie ihn feim Mensch erkannt. 7. Ach treuer Gott, lag uns die Engel ferner schůz zen! Lag uns, was du uns 4. Sie leben frey von giebst, in Fried und Ruh Sünde bey Gott; sie altern befigen! damit dich jeder nicht; durchschaun der Weis Stand für deine Gütigkeit, heit Gründe, sind lauter und deiner Engel Schuß, Kraft und Licht; nicht erhebe jederzeit. schwachet ihre Stärke, ba dürfen nicht zu ruhn; und Mel. Herzlich thut mich vert. c. was find ihre Werke? den 76. DerCreaturen Mei Willen Gottes thun. ster, du Herr der 5. Sie suchen Gottes Eh ganzen Welt, der so viel tau re, fie nehmen an uns Theil; fendGeifter um seinen Thron wie freuten ihre Chöre sich gestellt! wie herrlich mußt über unser Heil! sie waren du wohnen, wie groß mußt Christi Boten, da er geboh du nicht seyn, da Seraphim ren ward, und aufstand von und Thronen sich deinem den Todten, und bey der Dienste weihn! Himmelfahrt. 2. Ganz werd ich erst ver. 6. Mein Gott, fer hod stehen, was diese Geister gepriesen, daß du in dieser sind; wenn einst auf deinen Welt die Wohlthat uns er Höhen des Geistes Nacht wiesen, uns Engel zugesellt, zerrinnt; wenn mit den Se: die uns auf unsern Wegen raphinen ich einst in jenem liebreich zur Seite gehn, und Licht verklärt dir werde diez deinen Vatersegen für uns nen, und sehn dein Angesicht. am Thron erflehn. 3. Der Engel feelges Les 7. Einst werd ich mit den ben, ist Thätigkeit und Frommen, wenn ich denlauf Geist; mit nichts von dem vollbracht, zu deinen Engeln umgeben, was schwach und kommen, und ihnen gleich sterblich heißt. Ihr Wissen gemacht. Dann mischt in ihre Von den Engeln. 73 ihre Chöre sich auch mein keit; wie sie die Menschen Lobgesung, und bringt dir lieben, und wahre Demuth ewig Ehre, Anbetung, üben, so mach auch mich das Preis und Dank. zu bereit. 6. Sie thun gern deinen Mel. Nun ruhen alle Wälder ic. Willen, laß ihn auch mich u Herr der Sera- erfüllen. Sie sind von Sünde 77.0 phinen, dem tau- rein; laß mich auch nichts send Engel dienen, und zu beflecken; auch wenn mich Gebote stehn! Du aller We Schatten decken, stets, so sen Meister und Vater aller wie sie, die Sünde scheun. Geifter, auch ich will deinen Ruhm erhöhn. 7. Hilf Aug und Herz bezähmen, kein Vergerniß 2. Herr, deine Himmels zu nehmen; lehr mich behuts heere, die Zeugen deiner Ehre sam seyn. Auch nie durch find Diener deiner Macht: júndhaft Leben dem Nach fie sehn von Angesichte dich sten Anstoß geben; denn dies im vollkommnen Lichte; und ses stürzt in Höllen- Pein. haben dennoch auf mich Acht. 8. Wann ich denn endlich 3. Ich preise deine Güte scheide, so führe mich zur mit dankbaremGemüthe für Freude in ihre Chöre ein. deiner Engel Schaar. Dem Dort bey dir, Höchster, menschlichen Geschlechte ver- oben, da werd ich dich recht schaffet deine Rechte, durch loben, dir und den Engeln fie, Beschirmung in Gefahr. ähnlich seyn. 4. Gieb, Geber aller Gúter, mir ferner diese Hüter zu meinem Met. Nun ruhen alle Wälder zc. Bon ihrem Schuß umgeben, 78, Herr, den in lauten Chören der Mens führ ich ein frohes Leben und scher Zungen ehren, die deine bleibe meinen Pflichten treu. Huld erquickt: dich preisen 5. Daß sie nicht mögen auch die Schaaren der Geis weichen, so laß mich ihnen ster, die da waren, eh noch der gleichen an wahrer Heilig- Mensch das Licht erblickt. 2. Du 5 74 Von den Engeln. 2. Du sprachst, da wurs 7. Ach! jene, welche fie den Wesen, unsichtbar, aus len, erfahren nun und füh erlesen, unkörperlich, und len, denkohn der Frevelthat rein: Sot, laß auch diese Uns soll ihr Beyspiel lehren Werke uns Zeugen deiner daß Stolz, und sich empóören Stárke und unerforschten Unseligkeit zur Folge hat. Weisheit seyn! 8. Wir wollen hier a 3. Die Engel sind mit Erden, wo wir geprüft nod Kräften zu wichtigen Ge- werden, auf deinen Wega schäften von dir, Gott, aus gehn. Hilf du auf allen Se ersehn: laß uns auch mit ten uns wachen, beten, stre den Gaben, die wir empfan- ten und sterbend noch all gen haben, dein Lob und Sieger stehn. andrer Wohl erhöhn. 9. Herr, den in laute 4. Die du in Prüfungs- Chören die Engel stets ver stunden treu und bewährt ehren, lobsingend beten an erfunden, sehn nun dein An- Laß unsern Geift am End gesicht: hilf in den Probe- geführt durch ihre Händ zeiten auch uns das Heil verklärt sich deinem Throt erstreiten, das unsrer Treu nahn! dein Wort verspricht. Mel.Jefu deine heilge Wunder 5. Es jauchzen jene Gei fter vor dir, Gott, ihrem 79. Höchfter, deffen ste teRechte Zufluch Meister, dem Herrn der ganz Schirm und Schatten giebt zen Welt! sie ehren dich; er füllen mit Freude deinen Willen: laß uns auch thun, was dir gefällt. der das menschliche Ge schlechte, wie ein treuer Va ter liebt; der in dieser gro fen Welt alles, was er schuf 6.UnsSterblichen zu die erhält; der, als Herr, un nen sind deine Seraphinen in Gefahren, machtig kam auf deinen Wink bereit; zum und will bewahren. Wohl des Nächsten leben: 2. Viele tausend Sera das sey auch unser Streben, phinen jauchzen und lobsin daß unser Wandel sie erfreut. gen dir; dich zu loben, di Von den Engeln. 75 zu dienen, sind sie willig für wir Menschen doch, daß wir und für: aber auch, aufuns so viel vor dir gelten! o wie zu sehn, und uns Schwachen hältst du uns so hoch! deine beyzustehn, sind sie, wenn du Engel dienen uns, und sind winkeft, fertig und den Dei- Zeugen unsers Thuns. Laß nen gegenwärtig.. uns einst in ihren Chören 3. Gott der Engel, Herr ewig dich im Himmel ehder Welten, ach, was sind ren. Von der Natur, Würde und Bestimmung des Menschen. Mel. Nun danket alle Gottic.lfeft! Dir, Höchster, ähnlich 80.2llmächtig großer seyn, vollkommen seyn, wie Gott, wer kann du! o wohl mir, wenn ichs dich gnug erheben? Du gabst bin! Hilf du mir selbst der ganzen Welt das Daseyn, dazu! Kraft und Leben. Was Geist 4. Laß dieses große und Körper heißt, was Erd Ziel mir stets vor Augen und Himmel schmückt, hat schweben; mein allerhöchs deine Hand gebaut, die alles ster Wunsch, mein eifrigstes noch beglückt. Bestreben in allem meinen 2. Du schufft,( ich dank es Thun sey dies, oGott, allein, dir,) auch mich zu deiner Eh- daß ich auch so, wie du, ge= re, und wolltest, Gütigster! sinnet möge seyn. daß ich dein Bildnis wäre. 5. Du bist der Wahrheit Darum hast du den Geist, Freund; laß mich auch der in mir lebt und denkt, Wahrheit lieben, und mit mir zur Unsterblichkeit aus stets muntermFleiß in allem deiner Huld geschenkt. dem mich üben, was mich zur 3. O welch ein großer Weisheit führt; zur Weiss Zweck, dazu du, Gott, mich heit, die dich ehrt, und allem schufest! wie herrlich ist das Beyfall giebt, was du uns Glück, dazu du mich beru- selbst gelehrt. 6. Laß 76 Von der Natur, Würde 6. Laß deine Heiligkeit Mel. Wer nur den lieben Gotts mich ſtets zum Muſter neh- 81 ein bin ich, Got dein ist mein! men. Hilf mir die Sünde fliehn, des Fleisches Lüste ben; wie tröstlich ist mei záhmen, nur das, was recht Ursprung mir; du haft& ist, thun, des Guten mich Odem mir gegeben; me erfreun, und dem, ders ganzes Wesen kommt w üben will, auch gern be dir; du, Bater, riefst m bülflich seyn. aus dem Nichts, zum fi hen Unschaun deines Licht 2. Wie viel hab ich dir schen werde, dem Wohl- verdanken, Herr, der dum thun Freude macht, der bereitet hast! als mich! Kummer und Beschwerde engen finstern Schrank dem Nächsten gern erspart, des ersten Daseyne noch un sein Leiden ihm versüßt, und, faßt: da war dein Auge üb wo er helfen kann, zum hele mir, da lebt ich, Höchste fen willig ist. nur in dir. 7. Gieb, daß ich, so wie du, ein Freund der Men8. Noch bin ich weit ent. 3. Du gabst mir die ve fernt, o Gott, von diesem núnftge Seele, die nur Ziele; du weißt, was mir lang im Fleische lebt, bis noch fehlt, und ich, ich selber das ihr kein Wohlseyn feh fühle, wie wenig ich dir noch dein Ruf zum höhern Ge im Guten åhnlich bin. Derhebt; du haft mir Simm bilde bu mich ganz nach dir und Verstand, Begierd w und deinem Sinn. Willen zugewandt. 9. Beglückt ist nur als: 4. Wenn ich auf meint dann mein Lebenslauf auf Körper sehe, den du so fun Erden, wenn ich dir immer voll ausgebildt, so wird, mehr schon hier fann ähnlich Vater in der Höhe, me werden. Dannwerd ich ewig Herz mit Ehrfurcht ganze auch mit dir vereinigt seyn, fullt: der Gliederbau und) und mich ohn Unterlaß, der Sinn reißt mich zu Gott, deiner Güte freun.nem tobe hin. da 5. Dur und Bestimmung des Menschen. 77 5. Durch deiner Vorsicht Lebens Lauf: o Gott, so richgnädigs Walten, die mich te du mich wieder verherrvon Kindheit an umfing, bin licht aus dem Staube auf: ich bis hieher noch erhalten, dein ewigs Leben sen mein so daß der Tod vorüber ging: Theil, so preis ich ewig dich, ich stehe noch, und preise dich, mein Heil! Herr, deine Rechte schüßet mich: Mel. Ich finge dir mit Herz zc. 6. Ich bin nicht werth, der 82 ch bin, o Gott, dein großen Güte, die du, mein Gott, an mir gethan; be: schufft mich, dein zu seyn; schåmt empfindet mein Gemein ganzes Leben dir zum müthe die Schuld, die ich Ruhm, und deinem Dienst nicht leugnen kann: ich habe, zu weihn. was mich sehr erschreckt, vielfältig Seel und Leib befleckt. 2. Dugabst mir den vers nünftgen Geist, bewundernd einzusehn, wie dich, Herr, 7. Ja, Herr, ich habe meis ne Glieder zu Sündenglie deine Schöpfung preist; mit dern oft gemacht; vor dir ihr dich zu erhöhn. fall ich in Demuth nieder; 3. Was um mich ist, ververgieb, was ich nicht recht kündigt mir, Gott, deine bedacht! Berwirfmich, Ba Herrlichkeit; zu ihrem Preis ter, nicht von dir! schaff selbst se reizt mich hier jedwede ein reines Herz in mir! Tageszeit. 8. Hilf, daß ich dir zur 4. Und ich, ich sollte fühl. Ehre lebe, und redlich thu, los seyn? ich rühmte dich, was dich erfreut, und Geist Herr, nicht? Ein Herold und Leib und Glieder gebe zu deines Rahms zu seyn, Waffen der Gerechtigkeit; bleibt meine größte Pflicht. daß ich, bis in den Tod, dir 5. O mache dieser Pflicht treu, und stets ein Freund mich treu, so treu, Herr, als der Tugend sey. ich foll; mein Herz, mein 9. Fällt dieses Leibesut Mund, mein Wandel sey te nieder; vollend ich dieses stets deiner Ehre voll. 6. Wer 78 Von der Natur, Würde 6. Wer dich verehrt, hält der sonnenreiche Himmel dein Gebot; ihm ists nicht gedankenlos und unbefeelt; Last, nicht Pein: drum gieb mir aber gab des Schö auch mir die Kraft, o Gott, pfers Hand, Gefühl und gehorsam dir zu seyn. Sinne und Verstand. 7. Was du befiehlst, ist 3. Unmuthig, prächtig für uns gut, du willst nur zum Entzücken, ist seine gans unser Heil. Wohl dem, der ze Körperwelt. Wer zählt deinen Willen thut! du bist die Reihe, die sie schmücken? sein Trost und Theil. Was ich nur sehen kann, ge 8. Er wandelt hier auf fällt; und doch kann ich nie ebner Bahn; und selbst in ganz, wie schön, wie wunTraurigkeit schmeckt er, dir, dervoll sie sen, verstehn. Höchster, zugethan, in dir 4. Für Engel nur, und Zufriedenheit. nur für Seelen, die Gott zu 9. Nach hier vollbrachter ihrer Würd erhob, sind sie Prüfungszeit nimmt ihn der so herrlich; sie erzählen nur Himmel ein: Herr, laß nach Geistern meines Schöpfers dieser Seeligkeit mein ganz Lob. O Seele, jauchze, daß Bestreben seyn! der Ruf der Allmacht dich zum Geiste schuf. Mel. Wer nur den lieben Gottzc. 5. Ich, Gott, kann den 83,6$ Es werde Gott von ken; ich gewinne, weil ich dir erhoben, du zu einem Geiste ward, durch seiner Weisheit Werk, mein die Empfindung meiner Geift! sollt ich nicht meinen Sinne, Gedanken tausendfa Vater loben, den jedes sei cher Art. Uch strebtich, alle ner Werke preist, ihn, der Gott zu weihn: wie seelig mich schuf, sein Bild zu seyn, könnt ich hier schon seyn! und seiner Liebe mich zu freun? 6. Ich kann sie sammeln, fie verbinden, sie trennen, 2. Schön ist der sonnen- wie es mir gefällt, die Welt reiche Himmel, den er zu sei- empfinden, mich empfinden, nem Stuhle wählt; doch ist mich unterscheiden von der Welt; und Bestimmung des Menschen. 79 Welt; zu tausend Thaten/ Geift will ich ihm weihn, hab ich Kraft, die giebt mir denn er schuf mich, sein Bild Gott, der alles schafft. zu seyn. 7. Wie feurig dürftet meine Seele, nach Wonne, Mel. Wer nur den lieben Gottic. Glück und Seligkeit; nur 84 daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse Mensch, Gott, daß du sein reut, doch, das ist, Bater, gedenkst, und einen Strahl meine Schuld; die Kraft von deinem Lichte auf ihn, an sich zeugt nur von Huld. den Staub, hernieder sentift? 8. Begabt mit wunder: Was ist er? nur ein fallend vollen Sinnen, mit Frey, Laub; du sprichst: und er heit, mit Vernunft, von dir, wird wieder Staub. follt ich nur dic, Gott, lieb 2. Dusaheft an den Mengewinnen, dich nur: und schenkindern den schweren nichts gebräche mir. Uch, Fall vor langer Zeit; und möchte meine Seele dein, mit dennoch haft du diesen Súns allen ihren Kráften seyn! dern, aus göttlicher Barms 9. Gott, meine Luft sey, herzigkeit, des Guten ach! so dich zu kennen, dich Urquell viel gethan, ja mehr, als der Bollkommenheit; von jemand fassen kann. deinerliebe ganz zubrennen, 3. Du haft den Leib, obs das sen mir Ruhm und Se- schon aus Erde, doch wunligkeit! nimmst du zum Er- derbar und schon gebaut: daß ben, Gott, mich an; hab er der Seele würdig werde, ich nur dich: was fehlt mir ihm Sprach undSinnen anmir dann? vertraut; du haft ihn selbst as ist vor deinem Angesichte der 10. Es werde Gott von zum Herrn der Welt, dem dir erhoben, du seiner Ull- alles dienen soll, bestellt. macht Werk, mein Geist! 4. Du haft ihm noch viel follt ich nicht meinen Vater mehr geschenket: du gabeft loben, den jedes seiner Wer- ihm zum bessern Theil die ke preift? Ja! Leib und Seele, welche will und dens Fet, 80 Von der Natur, Würde ket, und ihr hast du ein Leben, welches ewig währt, ewigs Heil, noch ehe sie nach das weder Leid noch Angst dir gefragt, in deinem Worbeschwert, willst du uns hier te zugeſagt. erziehen. 5. Drum lag es mich sehr 2. Nicht hier ist unser wohl bedenken, was du, o Baterland; allein bey dir, Gott, an mir gethan; dir Gott, droben, da ist der Ort, Leib und Seele wieder schen- wo deine Hand das Glüc ken, da ich dir sonst nichts uns aufgehoben, das nie ein schenken kann, damit sie bey traurig Ende nimmt. Hier de nach der Zeit, dich preis sind wir nur von dir bes sen in der Ewigkeit. stimmt, uns dazu anzu: 6. Und nimm indeß sie alle schicken. beyde, Ullmächtiger, in dei- 3. O laß mir doch dies nen Schuß: so bieten wir, große Ziel durch nichts ver in allem Leide, mit dir auch rücket werden! Was hilfts, allen Feinden Truh. Wenn wenn ich auch noch so viel wir in deiner Gnade stehn, von Gütern dieser Erden, so muß es uns stets wohler von Ehre, Geld und Luft gehn. gewinn, wenn ich dabey nicht tüchtig bin, dein Himmels 7. Doch wann erhöhet von der Erde, im Himmel reich zu erben? deiner ewgen Stadt, ich 4. Dein Pilgrim bin ich ja Gott! dein Untlig schauen nur hier; laß mich dies nie werde, von deinem Licht stets vergessen! nur wenig Tage froh und satt; so sollen Leib hast du mir zur Wallfahrt und Seele dich vollkommen zugemessen; schnell, wie ein rühmen ewiglich. Traum, sind sie vollbracht, Mel. Allein Gottin der Höh zc. und dann wird dieser Erde 85, Wie wichtig ist doch Pracht auf ewig mir vers der Beruf, den gehen. uns der Herr gegeben! Gott, 5. Drum laß des Hime als uns deine Liebe schuf, da mels Herrlichkeit mich stets schuf sie uns zum Leben; zum vor Augen haben, laß mich in 81 und Bestimmung des Menschen. in meiner Prüfungszeit, um ren Heeren die Himmel! wie jene begre Gaben, die mir im viel Licht und Pracht beTode nicht entfliehn, amer stralt sie, ihr zu Ehren! das sten und mit Ernst bemühn, Auge sieht sich nimmer satt, damit ich nicht einst darbe. und was es auch gesehen hat, 6. Ein Herz, das dich, o doch immer neue Wunder. Vater, liebt und deines 3. Nicht Wunder für das Sohns sich freuet: das in Aug allein, auch Wunder dem Glauben Tugend übt, für die Seele, damit es ihr, und sich vor Sünden scheuer: sich zu erfreun, an keiner ein solches Herz, das wird Schönheit fehle. Wie kunsts allein sich ewig deiner Gúte voll ándert er sie ab, versagt freun, und einst dein Antlig dem, was er andern gab; schauen. und doch ist jedes herrlich. 7. Und solch ein Herz, 4. Wo ist ein Gras, wo das wollst du mir, Gott, nur ein Blatt, ein Staubs aus Erbarmen geben, damit chen auf der Erde, wodurch, ich möge auch schon hier nach o Mensch, nicht Gottes Rath den Gefeßen leben, die selbst und Kraft verklåret werde? im Himmel gültig sind; bis o wie ist seine Macht so reich; ich einst als ein gutes Kind, was aber deiner Trägheit zu deiner Freude gehe. gleich, daß dus nicht siehst, nicht fühlest! Mel. Sey Lob und Ehr dem zc. 5. Gab seine Macht, die 86, Lobsinger Gott, und Schöpferin der Schönheit betet an! es dank, und des Lebens, dir deinen es rühm, es singe, es jauch Geift, so manchen Sinn, so ze, wer nur jauchzen kann, viel Gefühl vergebens? für dem Schöpfer aller Dinge! wen, für wen, als dich, erwie groß, wie schon ist seine schafft, erhält und schmücket Kraft! wie herrlich, wie unta feine Kraft so vieler Wesen delhaft sind alle ihre Werke. Arten? 2. Wie schön, wie würdig seiner Macht, mit allen ih 6. Dein Gott bedarf nichts; seine Hand, die seine F Schö, 82 Von der Natur, Würde Schöpfung schmückte, gab Mel. Es ist das Heil uns zc. dir Empfindung und Ber. 87. Dir, Gott, fen Preis und Dank ge: er te. Willst du, o Mensch, bracht! dich rühme Harf nicht glücklich seyn? will sich und Psalter! Ich bin ein nicht deine Seele freun, nicht Wunder deiner Macht, mein immer froher werden? Schöpfer, mein Erhalter! 7. O warum sucheft du Mein ganzerleib, erbaut von dein Glück in eitlen Tráu- dir, samt einem jeden Sinn mereyen? wirf auf die Schó- an mir, beweifet deine pfung deinen Blick, da will er Größe. dich erfreuen. Genieß; dein 2. Haupt, Aug und Ohr, Bater sieht es gern; genieß und Mund und Hand, die die Freuden deines Herrn; nur sey es ohne Sünde! ich zu dir erhebe; die Haut, fo künstlich ausgespannt, der 8. Er selbst entflammt in Nerven fein Gewebe, und deiner Brust die Sehnsucht alle Glieder sagen mir: ich nach Vergnügen. Er schuf sey, o Gott, ein Werk von auch Quellen, die voll Luft dir, ein Werk von deiner stets rinnen, nie versiegen. Weisheit. Gieb nur auf seine Wunder acht; wohlthätig ist des Schöpfers Macht; kann dirs an Freude mangeln? 9. Dir wohlzuthun, das Glied an Glied zusammen! ist ihr Ziel, zum Dank dich wie willig, Herr, gehorchen zu erwecken. Ach, hått ich sie, wenn meine Seele, spát nur genug Gefühl, wie gut und früh, des Leibes Dienst er ist, zu schmecken! ist seis verlanget. ner Wohnung Vorhof schon so schón; wie wird mich einst sein Thron, wie wird er selbst entzücken! 3. Wie biegsam, wie ge lenkvoll schließt, den Thoren zu verdammen, ders leugnet, daß ein Schöpfer ist, sich 4. Ach, hättest du mein Auge nicht so meisterlich bereitet: was nüßte mir der Sonnenlicht, ihr Glanz, vor mir verbreitet? Dann säh ich und Bestimmung des Menschen. 83 ich nicht mit welcher Pracht leben ist nicht ganz verloren, du, Herr, durch deine weise menns gleich der Tod zum Macht, was du erschaffen, Raube nimmt. Ich lebe schmückeft. nicht für diese Zeit, mein Loos ist die Unsterblichkeit. 5. Ich jauchze, daß ich sehen kann, und hören und 2. Was ist die Welt? was empfinden. Froh bet ich meis Geld und Ehre? Gefeßt, es nen Schöpfer an, der über wäre alles mein: es bliebe, all zu finden. Mein Mund wenn keinHimmel wäre, für sen voll von deinem Dank, meine Wünsche viel zu klein. und deiner Schöpfung Lob- Mein Geist fühlt, daß die gesang sen mein Gehör ger ganze Welt sein Wünschen widmet. nicht zufrieden stellt. 6. Wer leitet meines Blutes Lauf? wer lenkt des 3. Er schuf mich ja, der Gott der Liebe, zu meinem Herzens Schläge? wer regt Glück, zu seiner Luft; er die Lung und schwellt fie pflanzte felbst die höhern auf, damit ich leben möge? Triebe mit eigner Hand in Gott ist es, der dies alles meine Brust. Er, der den thut. Schlag, Herz! ent- Geist mit Sehnsucht füllt, flamme mich, o Blut! daß läßt sie gewiß nicht unerfüllt. ich den Höchften preise. 4. Der Wunsch, ihn ewig 7. O pries ich, Höchster, treu zu lieben, in größrer immer dich, wenn ich die Klarheit ihn zu sehn, der Sinnen brauche, geh, liege, hier noch unerfüllt geblieben, ruhe oder mich bewege, ath- muß einst noch in Erfüllung me, hauche! Gieb, daß ich gehn: daß ich, was er an ewig dein mich freu, und daß mir gethan, erkennen und mein Leib ein Tempel iey, verehren kann. worin deinGeist stets wohne. 5. Gott prágte mir durch Mel. Wer nur den lieben Gottic. das Gewissen Gefühl von 88. Ich bin zur Ewigkeit Recht und Unrecht ein. Daß leiden geboren, für eine beffre Welt bestimmt; meinlund Tugendhafte glücklich F2 seyn, 84 Von der Natur, Würde fenn, dies glaub ich; doch sehfallen Zweifel fort. Wie froh ich noch nicht den Richter, erhebt sich nun mein Geist, der das Urtheil spricht. weil Gott ihn selbst unsterb lich heißt! 6. Dem Tugendhaften ist hienieden oft ein sehr widri10. Noch mehr! ich kenne ges Geschick zum Loos für Jesu Lehre, und das, was diese Zeit beschieden; dem er für mich gethan: was ich Lafterhaften oft viel Glück. aus seinem Munde hore, if Gewiß erst eine andre Wahrheit, die nicht trügen Welt ist zum Vergeltungs- kann. Ich bin des Heilande ort bestellt. Eigenthum, erlöft durch 7. Gerecht ist Gott, der ihn, zu seinem Ruhm. höchste Richter! die Zugend II. Mein Jesus lebt! wird noch einst gekrönt; wer will mich tödten? wet wenn gleich ein Haufe Böse raubt mir die Unsterblich wichter sie hier verwirft, vers keit? Sein Urm reißt mich folgt, verhöhnt. Der Heuch aus Todesndthen und führt ler, der hier triumphirt, mich hin zur Seligkeit. Auch wird dort einst vors Gericht dieser Leib muß aufersteht geführt. und schon verklárt zum Him 8. Ifts möglich, kann mel gehn. Gott anders handeln? Gilt 12. Ihr Thåler sinkt: denn kein Recht in seinem fallt Berge nieder! mein Reich? Die Frommen, die fefterGlaube fürchtet nichts. hier vor ihm wandeln, sind Ich sehe einst den Morgen die den Lafterhaften gleich? wieder, den Morgen jenes Nein! komm nur Tod! ich ewgen Lichts. Dann fängt sterbe drauf, Gott weckt uns mein neues Leben an: zur Vergeltung auf. o Gott, wie selig bin ich 9. Er weckt mich auf aus dann! meinem Grabe; dies hofft 13. Herr Jesu, laß zuje mein Herz: so spricht sein nem Leben mich täglich hier Wort! und was ich hier ge- die Aussaat streun. Laß dei funden habe, treibt vollends nen Geist mir Kräfte geben, im 85 und Bestimmung des Menschen. im Glauben tugendreich zu meiner Wanderschaft und sevn. Dann hältst du auch gebe mir zum Kampf und für mich bereit die Wonne Siege Kraft. der Unsterblichkeit. 3. Laß mich, so lang ich Mel.Dir, dir Jehovah will ich zc. hier soll leben, auch in den 89. in allen Dingen auf und deinem Willen mich ers deinen Willen sehn und dir geben, der mir zum Besten mich weihn; gieb selbst das alles weislich fügt. Gieb Wollen und Vollbringen und Furcht und Demuth, wenn laß mein Herz dir ganz ge- du mich beglückft; Geduld heiligt seyn. Nimm meinen und Trost, wenn du mir Leib und Seift zum Opfer Trübsal schickst. hin; dein, Herr, ift alles, was ich hab und bin. 4. Ach hilf mir beten, wachen, ringen: so will ich 2. Gieb meinem Glauben einst, wenn ich den Lauf vollMuth und Stärke, laß ihn bracht, dir ewig Dank und durch Menschenliebe thätig Ehre bringen, dir, der du seyn, daß man an seinen alles haft so wohl gemacht. Früchten merke: er sey kein Dann werd ich heilig, rein eitler Traum und falscher und unentweiht, dein Lob Schein. Er stärke mich in verkündigen in Ewigkeit! V. Vom Sünden- Elend und der Berdorbenheit der Menschen. Mel. Wo soll ich fliehen hin zc.Kräfte, zum seligen Geschäf 90.Du, der nichts Bo- te, in Heiligkeit zu wandeln, ses thut, du stets recht vor dir zu handeln. schufft den Menschen gut. 2. Wo ist der Unschuld Du, Hochster, gabft ihm Ruhm? Ach! wir, dein Eigens 83 86 Von der Sünde Eigenthum, wie tief sind wir nen, daß wir von Ernst ent gefallen! Wo ist jeßt unter brennen, der Sünde zu ents allen, ein Mensch ganz rein sagen, der Begrung nachzus von Sünden, vor dir, oljagen. Gott, zu finden? 8. Wohl dem, der sie ges 3. Hier ist kein Unter- winnt! Gott, so verderbt schied. Dein Auge, Hoch- wir sind, so willst du uns fter, sieht auf alle Mens doch heilen und Kräfte uns schenkinder, und sie sind alle ertheilen, durch Christum Sünder. Da ist vor dir, schon auf Erden, dir gleich Herr, keiner unschuldig, auch gesinnt zu werden. nicht einer. 9. Herr, diese deine Huld, 4. Verderbt ist oft der laß uns durch unsre Schuld, Sinn! die Weisheit dann das nicht freventlich verscherzen. hin, die uns regieren sollte, Erwecke unsre Herzen, dir nur, was dein Wille wollte, nicht zu widerstreben, damit mit freudenvollen Trieben zu wir ewig leben. wählen und zu üben. Mel. Alle Menschen müssen. 5. Ganz sinnlich sind wir nur, gesinnt so von Natur, 91.GroßerGott, erhab: nes Wesen, das daß Güter dieser Erden von voll segnender Begier, Mens uns gefuchet werden, mehr schen sich zum Dienst erles als die höhern Gaben, die sen! Ach, was ist der Mensch uns auf ewig laben. vor dir? Wenn ich deine 6. Dir folgen, dúnkt uns Gróg erwåge, und, was ich 3wang. Des Herzens böser bin, überlege: o, wie niedrig ang reißt uns, mit stars und wie klein muß ich nicht kem Triebe, zur schnöden mir selber seyn? Sündenliebe. Und wer vers 2. Ach, es herrscht der mags zu zählen, wie oft wir Trieb zur Sünde mächtig vor dir fehlen? hin durch mein Gemüth, 7. Oherr! was uns ge- und macht mich zu einem bricht, laß in der Wahrheit Kinde, das vor seinem Vas Licht so heilsam uns erken- lter flieht. Ach, ich seh mit Schaam 87 und Verdorbenheit des Menschen. Schaam und Schrecken sol 6. Ja, die Wunder deis viel Fehler, so viel Flecken; ner Liebe ziehen ganz mein und in der verderbten Brust Herz zu dir. Ach, erhalte regt sich tåglich böse Lust. selbst die Triebe treuer 3. Was ich Gutes an mir Dankbarkeit in mir. Bater, habe, ist von deiner Vater- lag das schwache Lallen meihand: o wie manche gute nes Lobes dir gefallen. BilSabe haft du, Herr, mir de mich, dein Eigenthum, zugewandt! selber auf dem ganz zu deines Namens Sündenpfade trágt mich Ruhm. schonend deine Gnade. Nah. 7. Meine Kräfte, meine. mest du zurück, was dein, Glieder sind zu deinem. ach, was wird mir übrig Dienst bereit. Herr, ich falle seyn? vor dir nieder voller Ehrers 4. Doch die Menge deiner bietigkeit. Deinen Willen Gaben klagt nur meinen thun und leiden, sen die Undank an; weil ich sie oft Quelle meiner Freuden! ganz vergraben, oft damit Gott und Herr der ganzen. nur groß gethan, oft voll Welt, thu mit mir, was dir Leichtsinn sie verschwendet, gefällt. und zu Sünden angewendet. O, wie häuft sich meine Mel. Gott du frommer Gott. Schuld durch Berachtung 92. Bin ich vor dir, deiner Gott, unschuldig, Möcht 5. Sieh mich, bein Ge- frey von Sünde? fchöpf, im Staube, tief vor ich es seyn! doch, ach! ich dir, mein Gott, gebückt; doch sehe und empfinde, daß ich mein bemuthsvoller Glaube, vor dir nicht sey so fromm, der auf meinen Heiland gerecht und rein und so una blickt, hofft auf deine Ba- tadelhaft, wie ich wohl foll tergüte, und mein tief bere feyn. schämt Gemüthe, das den Muth fast ganz verlor, hebi sich noch zu dir empor. 2. Wie feurig sollte ich dich, meinen Vater, lieben! vie freudig, und wie gern, F4 was 88 Von der Sünde was du befiehleft, üben! und wer bricht der Sünde Macht, doch neigt sich mein Herz von die sich in mir empórt, mich dir, durch den ich bin, zu vor dir, Gott, entstellt, und dem, was eitel ist und dir meinen Frieden stört? mißfällig, hin. 7. Zu dir, Gott, fliehe 3. Was du befiehlst, ist ich, dir klag ich mein Ver gut, ist lauter Huld und derben. Laß du die Sünde Segen. Glückselig würd ich doch, die in mir herrschet, feyn; ging ich auf deinen sterben; mach meine Seele Wegen untadelhaft einher: neu, von Sündenliebe rein; hier seh ich meine Pflicht, und laß sie dir getreu, stets fühl und erkenne sie; und gut und heilig seyn. thu fie gleichwohl nicht. 8. Du prüfft des Mens 4. Ich fasse den Entschluß, schen Herz und sein geheim dem Guten nachzustreben, stes Denken; du kannsts durch derSünde feind zu seyn, und deinen Geift zum Guten dir, mein Gott, zu leben: kraftig lenken. Erfülle meis doch der Gewohnheit Macht nen Geist mit Weisheit und schwächt diesen Vorsak bald, Verstand, und gieb mir macht mich nur allzu leicht Kraft, zu thun, was ich als zum Guten tråg und kalt. gut erkannt. 5. Du lockst, du warnst, 9. Laß meine Befferung, du dráust, du braucheft Ernst so lang ich leb auf Erden, und Güte, um mich zu dir mein Hauptgeschäfte seyn; zu ziehn: und doch wird laß mich stets frommer wers mein Gemüthe durch alle den! Ich will nie sicher seyn, deine Huld oft kaum zum will wachen, ringen, flehn: Dank erweckt, oft kaum du wirst, mein Vater, mir durch dein Gericht zu sei- mit deiner Kraft beyftehn. nem Heil erschreckt. Mel. Was mein Gott will das C. 6. Wer wird, wer kann 93. Wenn Gott von feie mein Herz von diesem Hang Throne zum Bösen, der es so oft befieht auf seine Menschenkins fiegt, befreven und erlösen? der, was sieht sein Aug, dem nichts 89 und Berdorbenheit des Menschen. nichts entflieht? Uch Sún. 5. So sehr sind wir, o der sieht es! Sünder, die Gott, vor dir und alle unfre immerhin sich wider ihn und Wege unheilig! und stets fein Gefeß emporen; in eit- bleiben wir zum Guten lem Wahn, von Jugend an, schwach und tråge; wenn sich blenden und bethören. nicht dein Geist uns Hülfe 2. Thn lieben, nur sich leift, und dem Verderben seiner freun, nur seine We- wehret; wenn er uns nicht ge wählen, ihm heilig, ihm Herr, durch dein Licht zu dir ergeben seyn, das sollten ih- lenkt und bekehret. re Seelen. Und keiner lebt 6. Laß jedem seine Besse. für ihn, und strebt dem Va- rung recht groß und wichtig ter zu gefallen; ihn fliehen werden, uns wachsen in der fie; es dúnkt sie Müh, auf Heiligung, so lang wir find seinen Wegen wallen. auf Erden! Ach gieb, daß 3. Was Gott befiehlt, ist ich, o Bater, dich von ganz recht und gut, und lauter zem Herzen liebe, und dein Heil sein Wille. Doch wer Geheiß mit allem Fleiß bis ift, der mit frohem Muth, an mein Ende übe. was Gott gebeut, erfülle? Er thut uns wohl, In eigner Melodie. voll, daß er zu sich uns ziehe; 94. Wer bin ich von Natur, wenn ich doch wo ist der, der seine mein Innres prüfe? Welch Pflicht zu üben sich bemühe? ein Verderben läßt mich 4. Nicht schwache Zu- nicht mein Herz oft sehn! es gendfreunde blos schaut ist verderbt, darum verbirgt Gott; oft Misfethåter, für mirs seine Tiefe, und weidie kein Lafter mehr zu groß; gert sich gar sehr, die Prús die ihn, den Gott der Götter, fung auszustehn. verachten, schmähn, und nicht 2. Der Weisheit erster mehr fehn auf sein furchtba- Schritt ist, seine Thorheit res Drauen; die sein Ge- kennen; und diesen ersten richt, das Engel nicht ertra Schritt, wie oft verwehrt gen, doch nicht scheuen. mirs ihn! voll Eigenlieb F5 und yo Von der Sünde und Stolz will sichs nicht wenn ich in falschem Licht strafbar nennen, der Reue mich andern sehen lasse, und zwar entgehn; doch nicht den das nur scheinen kann, was Fehler fliehn. ich mir selbst nicht bin. 3. Wahr ists, ich find in 7. Ich weiß, daß der Bemir noch redendes Gewis fig der Güter dieser Erden sen. Ich find in der Ver- des Menschen Seele nie das nunft noch Kenntniß meiner wahre Glück verleiht; doch Pflicht. Ich kann mein bleiben sie mein Wunsch; Auge nicht der Zugend ganz und, um beglückt zu werden, verschließen, und oft erschei- erring ich ängstlich mir die net mir ein Stral von ih- Laft der Eitelkeit. rem Licht. 8. Ich weiß, wie groß es 4. Doch schwaches Licht, sen, aus Ueberlegung hans das mir den Reiß der Zu- deln, und handle mehrengend zeiget, und vom Ver theils aus sinnlichem Ges stande nicht, bis zu dem Her fühl. Durch falschen Schein zen dringt! vergebens lehret getauscht, eil ich, ihm nach es, das Herz bleibt unge- zuwandeln, und bloße Lei beuget, es fühlt der Sünde denschaft und Irrthum steckt Trieb, und folgt ihm un mein Ziel. bedingt. 9. Ein gegenwärtig Gut 5. Ein Richter in mir versäum ich zu genießen, selbst stórt oft des Herzens das flieh ich, was mich sucht, Rube; er klagt mich strenge und suche, was mich flieht. an. Ich steh erschrocken still, Im Glücke bin ich stolz, vers und billige nicht mehr bas zagt in Kümmerniffen, und, Bose, das ich thue, und thue ohne wahre Ruh, um Ruhe gleichwohl nicht das Gute, stets bemüht. das ich will. 10. Mein Nächster hat 6. Verstellung, die ich ein Recht auf viele meiner doch an meinem Nächsten Pflichten; doch wird dies baffe, erlaube ich mir selbst, große Recht so oft von mir und halt es für Gewinn, lentweiht. Versagt er mir die und Verdorbenheit des Menschen. 91 selbst, verschließ ich mein Gemüthe der reinen Dankbarkeit und Liebe desto mehr. 11. Nicht Liebe gegen 15. Oft fagt mir mein Gott, heißt mich dem Nach- Verstand, daß des Allmächtften dienen, mehr Eigenliebe, gen Gnade das allergrößte Ruhm, und niedrer Eigen- Gut, der Trost des Lebens nuß: aus ihnen fließt Besift, und welche Schulden ich trug, Verstellung; und in auf mein Gewissen lade, ihnen hat Neid, und Haß, wenn sie mein eitles Herz, und Stolz und Härte ihren für Menschengunft, vergißt: Schuk. 16. Und doch, o Gott! die Pflicht; so eil ich ihn zu richten, und nenne sein Ver fehn gleich Ungerechtigkeit. 12. Gott ehren ist mein wie oft geb ich dies Glück der Ruf; wenn ich den Rufbe- Seelen, dir angenehm zu trachte, was find ich Sún- seyn, für kindischen Gewinn, der da für Mängel meiner für einen Ruhm der Welt, Pflicht! die Wunder der für Lüfte, die mich quálen, Natur, die Gott zu Lehrern für schnöde Eitelkeit, und machte, stehn täglich vor mir für ein Nichts dahin. da, und diese hör ich nicht. 17. Gott ist der Herr der 13. Und heißt ihr Unblick Welt; auf seine Hülfe bauen mich auf seine Weisheit ist meine größte Pflicht. schließen, auf seine Güt und Doch wann gehorch ich ihr? Macht: so schliegt nur mein Bald bebt mein Herz vor Verstand, das Herz bleibt Furcht, und bald ist das ungerührt, betäubt bleibt Vertrauen, deß ich mich rüh, das Gewissen, als hätt ich men will, nur ein Bertraun meinen Herrn und Vater zu mir. nicht erkannt. 18. Dies ist des Menschen 14. Er schenkt mir so viel Herz. Wer hat dies Herz Glück, gebrauch ich seine Sú- verheeret? so kam es Uns te zu meinem wahren Heil, fangs nicht, o Gott, aus und geb ich ihr Gehör? deiner Hand. Der Mensch, Nein, durch den Mißbrauch durch eigne Schuld, hat feine 92 Von der Erlösung seine Würd entehrer; undsstande Licht, dem Herzen beydes ward verderbt, sein Reinigkeit. Herz und sein Verstand. 20. Und du willst dieser 19. Doch so verderbt wir Kraft, o Mensch, dich widers find, so schwach, uns selbst zu sehen? Gott beut sie selbst dir heilen: fo steuret Gottes an, du aber wehrest ihr? und Huld doch der Verdorben willst des größten Glücks heit, läßt durch sein heilig dich selber unwerth schägen? Wort uns neue Kraft er- O Mensch, erkenne Gott; theilen, schenkt dem Ver- noch steht dein Heil bey dir! VI. Von der Erlösung der Menschen durch Jefum Christum den Sohn Gottes. In bekannter Melodie. schloß Gott, uns zu geben den 95. Durch Udams Fall eingen Sohn zum Gnaden. ward erst verder bt thron, damit wir möchten der Menschen Thun undWes leben. fen, dies Gift auf alle fortge 3. Warf uns denn eine erbt. Wir waren nicht genes fremde Schuld in Adam alle fen; wenn Gottes Sohn nieder: fo bringt uns eine von seinem Thron nicht kam, fremde Huld in Chrifto alle um von dem Schaden, der so wieder. Und wie wir all in furchtbar und tödtlich war, Adams Fall des ewgen Tos die Menschen zu entladen. des starben: so rettet Gott 2. Seit es der Feind dadurch Christi Tod, die ohne hin gebracht, daß Adam ab ihn verdarben. gefallen; so herrschet mit 4. Gott hat uns seinen unselger Macht die Sünde Sohn geschenkt, da wir noch nun in allen; uns drückt der Feinde waren. Der ift für Tod; in solcher Noth be- luns ans Kreuß gehenkt, ers stans der Menschen überhaupt. 93 standen, aufgefahren. Zod/ schen sehen fallen, der sich und Gericht trift uns nun nur fest auf Gott verläßt. nicht, so wir ihm nur ver Gott hilft den Seinen allen. trauen. Fest steht dies Wort! 8. Du wolleft, Herr, von Wem mag hinfort noch vor meinem Mund dein heilig dem Tode grauen? Wort nicht nehmen; so, weiß 5. Er ist das Licht, der ich, låst dein theurer Bund Weg, die Pfort, die Wahr mich, Sünder, nicht beschäheit und das Leben, des men. Der Sünden Schuld Vaters Kraft, sein ewges deckt deine Huld; nur ihr Wort; zum Heiland uns will ich vertrauen. Wer ihr gegeben. Dem Feind zum vertraut, auf sie fest baut, Truß umgiebt sein Schug der wird den Tod nicht uns alle, die wir glauben. schauen. Er ist der Hirt; die Seinen 9. Mir zeigt schon jest wird aus seiner Hand nichts dein heilig Wort den Hims rauben. mel aus der Ferne; denn 6. Wer solchen Trost bey dies Licht führt zu Christo Menschen sucht, und nicht fort, dem hellen Morgenbey seinem Gotte, der fterne. Bricht der nun an, so Mensch ist gottlos und ver- faffet man den Werth derhorucht, und wird zuleht zum hen Gaben, die Gottes Geist Spotte: denn wer sich will auch uns verheißt, wenn ein ander Ziel ohn diesen wir nur Glauben haben. Tröster stecken, den mag gar In bekannter Melodie. bald des Feinds Gewalt 96. Nun freut euch Chris und arge insgemein, 7. Wer hofft in Gott, und und laßt uns frölich singen dem vertraut, kann nie zu dem Gott des Heils; uns Schanden werden. Wohl, seiner freun; ihm Dank und wer auf diesen Felsen baut! Ehre bringen! wer fast der trifft ihn schon hier auf Er- Liebe hohen Rath, die er auf den viel Angst und Müh; uns gewendet hat, durch die hab ich doch nie den Men- luns Heil erworben? 2.Vom 94 Von der Erlösung 2. Vom Tode überwäl 6. Der Sohn, der ihm tigt lag ich da, und war gehorsam war, kam selbst zu verloren. Mich drückte mei uns auf Erden, als eine ner Sünde Schmach, darin Jungfrau ihn gebar. Mein ich war geboren; fiel immer Bruder wollt er werden. Er tiefer noch hinein in das Ver- führte seines Arms Gewalt derben, war allein mit Súnd in Niedrigkeit und Knechtsund Tod umgeben. gestalt, des Satans Reich 3. Mein bestes Thun, das zu stürzen. galt jeßt nicht vor Gott, es 7. Er sprach zu mir: halt war verdorben. Ich war zur dich an mich! es soll dir jest Uebung meiner Pflicht un- gelingen. Mich selber geb tüchtig und erstorben. Mich ich ganz für dich; will máchtödtete die Sünd und trieb tig für dich ringen. Denn so weit, daß mir kein Heil ich bin dein und du bist mein: mehr blieb; zum Abgrund auch du sollst, wo ich bleibe, mußt ich sinken. seyn: uns soll der Tod nicht 4. Gott jammerte von scheiden! Ewigkeit mein Elend ohne 8. Vergießen wird man Maßen. Er dachte der mir mein Blut; dazu mein Barmherzigkeit, und wollt Leben rauben. Gern leidich mir helfen lassen. Er wand alles dir zu gut. Das halt zu mir sein Vaterherz, und mit festem Glauben. Dein ließ, zu heilen meinen Leben, Sterblicher, ist mein, Schmerz, es sich sein Bestes und mein Verdienst ist, kosten. Sünder, dein: so bist du 5. Er sprach zu seinem selig worden. eingen Sohn: geh hin, dich 9. Den Himmel nehm ich zu erbarmen; zur Erde geh wieder ein, und scheid aus hinab vom Thron, und sey piesem Leben. Da will ich das Heil der Armen. Hilf ih stets dein Mittler seyn, und nen aus der tiefen Noth, ent- meinen Geist dir geben, der waffne ihren Feind, den Tod, dir in Trübsal Troft ges und laß sie mit dir leben, währt, dich, wenn er mich in der Menschen überhaupt. 95 in dir verklärt, in alle Wahr- mit Wachen sein Heil suchet heit leitet. und begehrt. Wer beståns 10. Was ich gethan, was dig glaubt an ihn, hat das ich gelehrt, das sollst du leben zum Gewinn: wer thun und lehren; so wird nicht glaubet, der wird müfdes Höchsten Reich vermehrt sen vor Gerichte stehn und zu seines Namens Ehren. büßen. Nur húte dich vor Menschenwahn, der dir den Schaß leicht rauben kann, dies sey mein Abschiedssegen! 4. Selig ist der, welcher glaubet an den Mittler, Gots tesSohn, und beständig ben dem bleibet, auf den auch die Våter schon ihre Hofnuns gen geseßt, an dem sie ihr 97.Also hoch hat Gott Herz ergößt, und nach den Verheissungsworten Mel. Jesu deine heilge Wunden. geliebet diese un. auch fre Sünderwelt, daß er sei durch ihn sind selig worden. nenSohn uns giebet, als ein 5. Dies ist aber das Getheures Lösegeld; auf das richte, und der Welt ihr Uns durch ihn jedermann, der ihn tergang, daß sie zu dem hellen nimmt im Glauben an, nicht lichte sich nicht kehren will verzage, nicht verderbe, nicht mit Dank: das doch wendet den Tod des Sünders sterbe. spåt und früh seinen Gnaden2. Sondern, daß er ewig glanz auf sie. Sie will nicht Lebe, und dereinst, nach dieser vom Bösen lassen: drum Zeit, Gott dort schaue und pflegt sie das Licht zu haffen. erhebe in der frohen Ewig- 6. Wer das Arge thut keit. Denn Gott hat von mit Freuden, der ist auch des seinem Thron nicht darum Lichtes Feind, und muß das gesandt den Sohn, daß er diese Welt zernichte, und die Sünder strafend richte. für Strafe leiden, wenn der große Tag erscheint. Wer die Wahrheit liebt und übt, und 3. Vielmehr soll er selig der Eugend sich ergiebt: der machen jedermann, der sich läßt seine Werke sehen, denn bekehrt, der mit Beten und sie sind in Gott geschehen. Mel. 96 Von der Erlösung Mel. Es ist das Heil uns zc.( demHeiland weihn, den Gott eil uns! aus un für uns verordnet. 98. Heit frer Sündennoth 5. Was er zum Leben uns ist Rettung uns erworben. verschafft, das ist in seinen Derherr will nicht des Sün- Hånden. Sein ist das Reich; ders Tod. Was Adams Fall sein ist die Kraft, das Heil verdorben, hat er aus Gna uns zuzuwenden, das er so den uns erseßt. Wie werth liebreich uns erwarb, als er sind wir vor ihm geschäßt! für uns am Kreuße starb. wie groß ist sein Erbarmen! Wohl allen, die ihm trauen! 2. Selbst seinen einge- 6. O laßt uns ihm uns bornen Sohn sandt er zu uns anvertraun, und niemals auf Erden, von dem verdien- sein uns schámen; auf seine ten Sündenlohn ein Retter Mittlershülfe baun, und uns zu werden. Er kam, und seine Lehr annehmen: das mit ihm unser Heil; er kam, ist der Weg zum ewgen am ewgen Leben Theil uns Wohl, der Weg, auf den man wieder zu erwerben. friedenvoll auch schon auf Erden wandelt. 3. Wo ist, o Tod, dein Stachel nun? Hier ist dein 7. Herr, laß uns diese Ueberwinder! Für unsre Seligkeit doch über alles Schuld genug zu thun starb scháßen. Nie können Güter er, das Heil der Sünder. Wo dieser Zeit den Mangel uns ist nun, Sünde, deine Kraft? ersehen, wenn uns das größ hier ist der, der uns Kräfte te Gut gebricht; ein reines schafft, dein Joch von uns Herz voll Zuversicht zu dir, zu werfen. Gott, unserm Vater. 4. Gelobt sen Gott! ge- 8.O lent auf dies erhabne lobt sein Sohn, der Retter Glück der Seele stärkste unsrer Seelen! nun fann Triebe! zeuch machtig unser uns auch auf Erden schon Herz zurück von schnöder das wahre Glück nicht feh: Sündenliebe! an dem uns len, getroft und froh in Gott theur erworbnen Heil laß zu seyn; wenn wir uns nur uns im wahren Glauben, Theil der Menschen überhaupt. 97 Theil stets suchen, und ge- zur Zugend Kräfte schenwinnen. fen. 4. Fehlt Weisheit dir, Mel. Wir Christenleut. 2c. um glücklich hier noch zu entz 99.Wirt, blöder Sinn, gehn verführerischen Nänden Kummer ken? Verzage nicht! Gott hin! Gott ist für dich; was ist dein Licht; er wird dir will dich ferner kränken? mit dem Sohn auch Weiss Hallelujah; sein Sohn ist heit schenken. da, da! wie sollt er uns mit ihm 5. Gebricht es dir, bald nicht alles schenken? bald hier, und sorgst 2. Schlägt dir das Herz du: wer dich speisen wird. voll Angst und Schmerz, em- und tränken? Ofaffe Muth! pfindest du, wie sehr die das höchste Gut wird mit Günden krånken: dein Heill dem Sohn was du bedarfst, ist hier; wie sollte dir nicht dir schenken. Gott mit ihm auch Gnad und Friede schenken? 6. Wirf, blöder Sinn, die Sorgen hin, die dich ins 3.Jst deine Kraft zu man- Meer der Traurigkeit vers gelhaft, mußt du mit Scham senken. Dein Heil ist da, an deine Schwäche denken? Hallelujah! wie sollt uns Er, der dir giebt das, was Gott mit ihm nicht alles er liebt, wird dir mit ihm schenken? ( Siehe auch Nr. 25. 293. 343. ff. 375.) Von der Messias- Würde Jesu. Mel. Nun danket alle Gottic. hålt, hat zu uns hergesandt 100. Laßt uns mit fro- den Heiland aller Welt. hem Dank den 2.Långst hofte Ifrael, långst Gott der Wahrheit preisen, sehnten auch noch später, der das erfüllt, was uns nach dem Verheissenen sich versprachen jene Weisen. unfre frommen Vårer. Ift Gott, welcher Bund und noch, so sprach ihr Wunsch, Treu und Glauben ewiglder Tag des Herrn nicht nah? 98 Von der Messias Bürde Jesu. nah? Wie lange harrt er Berge fallen hin, und Wel noch? O war er doch schon da! ten gleich vergehn. 3. Sie eilt, fie kommt, die 7. Heil uns! mit uns ist Zeit, die Gott nach seinem Gott, die Hofnung gläubger Willen bestimmt, um das, Beter, das längst gewünsch was, er versprochen, zu er- te Licht; du Herr, Gott uns füllen; der große Tag des rer Våter! versammelt, Herrn, der Tag des Heils ist Völker, euch, versammelt nah: denn der, der ihm den euch zum Herrn! freut, Erd Weg bereiten soll, ist da. bewohner, freut euch sein, 4. Laut schallt das frohe und dient ihm gern. Wort: der Herr kommt. Es O verbreitet sich überall der Mel. Gott, du frommerGott. Ruf: erwachet und bereitet dem, der da kömmt, den 101, s lag die ganz Welt mit Zor Weg! macht ihm, dem Ret- und Fluch beladen; da of ter Bahn! macht Bahn, be- nest du, o Gott die Fülle dei reitet euch, ihn würdig zu ner Gnaden. Dein Sohn er empfahn. scheint. Du schickst Johan 5. Er kommt, von Gott nes, der die Bahn dem gesandt, der Völker Trost Herrn bereiten soll, als sei und Segen; und Heil und nen Knecht voran. Gnade glänzt einher auf sei- 2. Die Juden sollte er von nen Wegen. Erkömmt, um deinem Heil belehren; un seine Welt vom Elend zu be- ihn auch ehrest du, um dei freyn, das menschliche Ge- nen Sohn zu ehren. Sein schlecht zu segnen, zu erfreun. Bater wird erst stumm, det 6. Jauchzt, Menschen, Stumme schnell beredt, und kommt, laßt uns den Gott weifsagt, da auf ihn der Seiß der Wahrheit preisen! er des Herrn geråth. hat erfüllt, was sie verspra- 3. Erfüllt mit Kraft und chen, jene Weisen. Nie fehlt, Geist, der Gnade treuer Leh was Gott verspricht; sein rer, wird Zacharias Sohn Wort bleibt ewig stehn, ob ein mächtiger Bekehrer, ein heil Aufs Fest Johannis des Täufers. 99 heilger Eiferer, der ohne auf Jesum zeigt sein ausges Ansehn straft; auf seiner streckter Finger; seht, das Seele ruht Elid Geist und ist Gottes Lamm, das, mit Kraft. dem Fluch belegt, für uns 4. Freymüthig, ohne geopfert wird, und unfre Furcht, beyFürsten selbst kein Sünden trägt. Schmeichler, der Wahrheit 7. Wohl dem, der dieses Freund war er, und fürch- Lamm, auf das Johannes terlich dem Heuchler; liebt weiset, mit festem Glauben nicht Gemächlichkeit, und faßt, und auch im Leben preis sucht nicht eigne Ehr; strebt set. Wer, seinem Laufbund nur, daß er sein Volk, zu sei- treu, sich Jesu ganz ergiebt, nem Herrn bekehr. der ist, in ihm, von Gott be5. Jedoch es schallet auch gnadigt und geliebt. durch ihn die Gnadenstimme 8. Das werd auch unser zum Trost der Traurigen. Theil! Johannis Amt und Gott straft nun nicht im Lehreverherrliche noch stets, Grimme die fündenvolle Gott, deines Namens Ch Welt; sein Himmelreich ist re! Wer Buße thut und nah: denn der die Welt mit glaubt, hat Troft auf alle Gott verföhnen soll, ist da. Zeit; wer fromm und 6. Allein zu Jesu hin ver- liebreich lebt, der lebt in weist er seine Jünger; allein Ewigkeit. Von der Person des Erlösers. In eigner Melodie. 2. Für uns bist du gebo 102. Herr err Christ, du ren als Mensch zur letzten einger Gottes Zeit, zu retten, was verloren, Sohn von aller Ewigkeit! zu schenken Seligkeit. Den du Licht vom licht entspros- Feind hast du verstoßen, den sen, du Glanz der Herrlich Himmel aufgeschloßen, das keit! du gleichst dem Mor- Leben wiederbracht. gensterne, dein Glanz dringt 3. Laß uns in deiner Lies in die Ferne, vor andern be und Kenntniß nehmen Sternen, klar. zu, 100 Von der Person des Erlösers. zu, daß wir im Glauben seh noch die Welt ward, warst bleiben, im Geist dir dienen du schon groß, herrlich, und so, daß wir hie mögen schme- des Höchsten Sohn, ein Ercken dein Süssigkeit im Her- be seiner Ehre. Dein ist das zen, und dürsten stets nach Reich, die Herrlichkeit, und dir. du beherrschest weit und 4. Du Schöpfer aller breit der Kreaturen Heere. Dinge, des Vaters ewge 2. Dein sind sie; denn Kraft, regierst ohn alles En- durch wessen Kraft ward de mit gnadenreicher Macht; Himmel, Meer und Erde? die Herzen zu dir wende, und wer hat das Leben uns ver: lenke unsre Sinne, daß sie schafft? wer sprach zum En nichts zieh von dir. gel: Werde. Du bist es, 5. Erzeig uns deine Gü- dessen Allmachtsruf die gan te; erwecke uns durch Gnad; ze Welt aus nichts erschuf. erneure das Gemüthe, daß Du bists, der alles tråget, man dir leben mag allhie was sichtbar und unsichtbar schon auf der Erden: Geist, was Erd und Himmel danken und Begierden, auch in sich schließt, und was im Sinne richt zu dir. Meer sich reget. 6. Dank, Lob, Preis, 3. Und dennoch bist du Ruhm und Ehre sey Gott uns zu gut in diese Welt ge in Ewigkeit, für seine süße kommen; haft willig unser Lehre, die uns sein Rath be- Fleisch und Blut, o Herr, reit aus seinem eignen Muns an dich genommen; aus der de. Er helf in jeder Stun- erschrecklichsten Gefahr zu de; er helf zur Seligkeit! retten, was verloren war, wardst du ein Fluch auf Ers den. Huld, die sonst nichts Mel. Herr Gott, der du ic. 103. Lob, Ehre, Preis gleiches hat. Du ſtarbſt für und Dank sey dir, unsre Missethat, ein Heiland o Jefu, unser Leben. Preis- uns zu werden. würdig bist du für und für; 4. Du wardst es uns; wer kann dich gnug erheben? und bist es noch jest auf der Hime Auf Marià Verkündigung. 101 Himmel Throne; suchst lieb- geworden, hattst du schon reich von der Sünde Joch Herrlichkeit. und ihrem schnddenLohne, die 2. Der Himmel und die ihr noch dienen, zu befreyn; Erde sind durch dein kräftig beschwerter Herzen Trost zu Wort gemacht. Auf dein seyn, ist deines Herzens allmächtig: Werde! ents Freude; du giebst den Mú- stand die Welt mit ihrer den Seelenruh, und wer dich Pracht. Du bist auch unser liebt, den starkest du, daß Meister; auch uns schuf deinichts ihn von dir scheide. ne hand, so wie das Heer der 5. Du hörst der Deinigen Geister, das früher dich erGebet und endest ihre Pla- kannt. Ein Erbe über alles! ge. Du bleibst, bis Zeit und das ist dein ewger Ruhm; Welt vergeht, bey uns noch drum jammert dich des Falalle Tage. Herr, dir sey ewig les von deinem Eigenthum. Dank und Ruhm für deinen Tod und Marterthum, für alle deine Liebe! dir geb ich mich zu eigen hin, gieb, daß ich mich, so lang ich bin, in deinem Lobe übe. 3. Du trågest alle Dinge durch deiner Allmacht starkes Wort: das Große und Gez ringe geht blos durch deinen Willen fort. Sohn Gottes! du regierest den ganzen Kreis der Welt. Weil du das RuMel, Nun lob mein Seel den zc. der führeft, geschieht, was 104.Mein Heiland, dei- dir gefällt. Bey bir ſteht ne Größe geht Tod und Leben; drum wird über alle Himmel weit. Wer einst jede Gruft die Todt n ist, der sie ermesse? Du warst wiedergeben, wenn de e ben Gott von Ewigkeit. Du Stimme ruft. bist der Erstgeborne vor ala 4. Gott låßt dir Ehr erler Kreatur; kamst zwar für zeigen, die keinem andern uns Verlorne in menschlicher wiederfährt. Dir soll sich Natur; doch in der Mensch- alles beugen; denn göttlich heit Orden tratst du erst in groß ist, Herr, dein Werth. der Zeit. Eh noch die Welt Du bist das Heil der Erden. S3 Wer 102 Von der heilsamen Ankunft Wer auf dein Wort nicht Werth bist du, Preis und hört, der kann nicht selig Ruhm auch, Herr, von uns werden: wer aber dich ver- zu nehmen, uns, deinem ehrt, dem hilfft du vom Ver- Eigenthum. derben, schaffst ihm Zufrie- 6. Sohn Gottes, ich verdenheit und machst ihn einst ehre und bete dich in Des zum Erben vollkommner muth an. Beschäme und bes Seligkeit. Fehre, die noch in Sund 5. Wie herrlich ist dein und stolzem Wahn, nicht Name schon jest, o Herr, deinem Worte glauben, und in aller Welt. Dich preist dir, der für sie litt, der der frommen Saame, der Gottheit Würde rauben; gläubig dir zu Füßen fällt: theil ihnen Gnade mit, dich dich preisen Seraphinen, er- gläubig zu erkennen! laß habner Menschensohn! mit nichts, die dich erkannt, von Freuden dir zu dienen, stehn deiner Liebe trennen! dich fie vor deinem Thron. Wer preise jedes Land! sollte dein sich schämen? Von der Erscheinung Christi auf Erden und ihren Vortheilen. Mel. Sollt ich meinem Gott zc. Jden bist; sen gelobt, Herr 105. Der du uns das Jesu Christ! Heil errungen, 2. Sey gelobt, denn dir Mensch gewordner Gottes- gehöret Preis und Dank und sohn! ewig sey dir lobge- Ruhm mit Recht. O wie fungen, daß du von des Him- hoch haft du geehret unser mels Thron, uns zu gut ins sterbliches Geschlecht! Herr, Fleisch gekommen; der du du hast es selbst vermählet voller Freundlichkeit, lång- mit der göttlichen Natur, stens schon vor meiner Zeit, und aus aller Creatures zum dich auch meiner angenom- Wohlthun dir erwählet; ja, men, und mein Bruder wor- lin dir, du Gottessohn, herrscht des Sohnes Gottes. Im Advent. 103 herrscht die Menschheit auf gnädig Bruder nennt, sist dem Thron. als Herr, zur Gottes Rech3. Du, du bist der Völkersten; durch ihn bin ich Gott Segen; kamst, von Noth vereint, Gott ist Vater und uns zu befreyn; und wir mein Freund. können deinetwegen jest 6. Herr wie groß ist deischon Kinder Gottes seyn. ne Güte! meine Seele freut Hat die Sünd uns gleich sich dein. Laß doch stets mein verdorben: o so hast du neue ganz Gemüthe voll von deiKraft uns zur Heiligung nem Ruhme seyn. Nimmer verschafft, und die Tüchtig- will ich dein vergessen; dir keit erworben, einst von will ich mich ganz vertraun, Sünden völlig rein, ähnlich freudig folgen, auf dich baun. dir, o Herr, zu seyn. Deine Huld ist unermessen: 4. Du, du bist der Mitt-| gieb, daß ich für deine Treu ler worden, der die Welt mit Dir auf ewig dankbar sey. Gott versöhnt; haft der D schwachen Menschheit Or- Mel. Von Gott will ich nicht zc. den wieder mit dem Recht 106.Mit Ernst, belehnt, in den Himmel einMenschenkinzugehen, und da Gottes der, das Herz in euch bestellt, Herrlichkeit, nach vollbrach- damit das Heil der Sünder, ter Uebungszeit, ewig einst der große Wunderheld, den verklärt zu sehen. Fromme! Gott aus Gnad allein, der faffet Zuversicht, glaubet Welt zum Licht und Leben fest: und fündigt nicht. gefendet und gegeben, bey euch auch kehre ein. 5. Sollte mich wohl Gott verlassen, wenn ich krank und 2. Empfanget ihn mit hülflos bin? Nein, sein Heil Freuden, er kömmt voll wird mich umfassen, trösten Gnad und Huld; nimt auf den betrübten Sinn. Und sich unsre Leiden, tilgt unfre dann kann mich nichts an- Sündenschuld. Bereitet ihm fechten. Er, der meinen die Bahn, er kommt, voll Jammer kennt, und mich Heil und Segen; auf, eilet ihm 4 104 Von der heilsamen Ankunft ihm entgegen, und nehmt durch seine Niedrigkeit, durch ihn willig an. Leiden, Tod und Sterben, 3. Ein Herz, das Demuth wird er ein Heil erwerben, liebet, das will Gott selbst das währt in Ewigkeit. erhöhn: wer stolz und Fre: 3.KeinZepter, keine Krovel übet, kann nicht vor ihm ne sucht er in dieser Welt; beftehn: wer rein und lau- dort, dort vor Gottes Thro ter ist, wer sich von Gott ne ist ihm sein Reich) bestellt. låst leiten, durch seinen Geist Der Majestät und macht bereiten, zu dem kommt enthielt er sich mit Freuden, Jesus Christ. bis er durch Tod und Leiden 4. Uch, mache du mich des Vaters Rath vollbracht. Armen zu dieser heilgen 4.Shr, die ihr lebt auf Zeit, aus Güte und Erbar- Erden, nebmt diesen König men, Herr Jesu felbst bereit! an: ihr sollet selig werden, verbinde dich mit mir; laß geht nur die rechte Bahn. mich, zu allen Zeiten Herr Folgt ihm gehorsam nach. deine Gnade leiten; so leb Denn dem, der ihn verachund sterb ich dir. tet, nach seinem Reich nicht trachtet, droht Strafe, Pein und Schmach. Mel Aus meines Herzensic. 107. Preist unsern 5. Er schafft, daß es nie Gott, ihr From- fehle an Hülfe, Trost und men, in dieser Gnadenzeit, Licht, von ihm wird unfre da unser heil gekommen; der Seele im Kummer aufges Herr der Herrlichkeit wird richt; er wendet alles Leid. hier uns Menschen gleich, be- Drum laßt uns freudig fins giebt sich seiner Rechte und gen, und dem Dankopfer macht uns, seine Knechte, bringen, der uns so gern durch seine Armuth reich. erfreut. 2. Er kommt zu uns her6. Der Frommen kurzes nieder, und stellt sich für uns Weinen und alle Traurige dar, er rettet und bringt wie- feit, verwandelt sein Erscheis der, was sonst verloren war!! nen in Freud und Herrlich keit. des Sohnes Gottes. Im Advent. 105 keit. Laß uns dir folgsam zeit deine Sanftmuth mir seyn! was wird uns, Herr, bereit! dann fehlen? Dann werden unfre Seelen sich Gottes ewig freun! 7. Trófte, tröste meinen Sinn, wenn ich schwech und elend bin, und des Satans Macht und List wider mich geschäftig ist. 8. Jchverehre deine Treu; aller Welt, der mache mich vonSünden frey. Gieb daß ich in Wohl und Weh, fest im wahren Glauben steh. In bekannter Melodie. 108. Gott sey Dank in sein Wort beständig bålt, und der Sünder Trost und Rath zu uns heraesendet hat! 2. Was der alten Båter 9. Laß mich, wenn du Schaar höchster Wunsch so lebensfürst, herrlich wieder lange war, was der Herr uns kommen wirst, freudig dir prophezeibt, ist erfüllt; entgegen gehn, und vor dir o Seligkeit! gerecht bestehn. 3. Zions Hülf und Abrams Lohn, Jacobs Heil Mel. Herzlich thut mich zc. und Davids Sohn, der erhabne Wunderheld, hat sich treulich eingestellt. 109.Wie ie soll ich dich empfangen, und wie begegnen dir? du 4. Sey willkommen, o aller Welt Berlangen, dein mein Heil! Hosianna dir, Heil erschein auch mir! du mein Theil! richte du dir kömmst, die Welt zu segnen; eine Bahn auch zu meinem schenkst uns selbst deinen Herzen an! Geist, der, dir recht zu bez 5, Zeng, du Ehrenkönig, gegnen, uns Kraft und Beys ein! es gehöret dir allein! stand leist. mach es, wie du gerne thust, 2. Dort streute man dir rein von aller Sündenlust. Palmen und grüne Zweige 6. Und wie deine Zukunft bin; jeßt soll mit Dank und war, voller Sanft: nuth, ohn| Psalmen dich preisen unser Gefahr; also sen auch jeder- Sinn. Dich würdig zu ver5. ehren 106 Von der heilsamen Ankunft ehren im Schmuck der Hei- sinken will. Laßt uns nicht ligkeit, und dein Lob zu ver- ängstlich zagen, der Retter mehren, mach mich, Herr, stehet da, er heilet unfre felbst bereit! Plagen, ist uns mit Hülfe 3. Was hast du lassen nah. fehlen zu unsrer Seligkeit? 7. Er eilt uns selbst ent wer kann die Huld erzählen gegen, er eilt und säumet mit der du uns erfreut? uns nicht; sind wir auf dunkeln war das Reich genommen, Wegen, so schenket er uns wo Fried und Freude lacht: Licht. Ihm ist die Noth der du aber bist gekommen, und Armen und was uns drückt, haft uns froh gemacht. bekannt; er reichet mit Er 4. Mich drückten schwere barmen uns Schwachen sei Bande; du kommst und ne Hand. machst mich los: mir drohte 8. Uns soll nun nicht mehr Schmach und Schande; du schrecken der Sünden schwere kommst und machst mich Schuld! denn Jesus will fie groß: du hebst mich aus dem decken mit seiner Lieb und Staube, ich soll durch dich, Huld. Er kommt, er kommt mein Heil, wenn ich nur an uns Sündern zum Trost und dich glaube, am Himmel wahren Heil; schafft, daß haben Theil. ben Gottes Kindern ver: bleib ihr Erb und Theil. 5. Aus Güte und Erbarmen kommt zu uns Gottes 9. Wenn gleich die Fein Sohn, aus liebe zu uns Ar- de wüthen, so siegen sie doch men verläßt er seinen Thron. nie; der Herr darf nur ge Er bringt uns Heil und Le- biethen, und plößlich stürzen ben, durch seine Niedrigkeit sie. Er kommt, er kommt, will er uns hoch erheben zu ein König, erbebe frecher seiner Herrlichkeit. Feind; du bist ihm viel zu 6. Dies mache unsre Her- wenig: ich bin des Königs zen geduldig, froh und still, Freund. wenn unter Angst und 10. Er kommt zum WeltSchmerzen der Muth ent- lgerichte, zum Fluch dem, der ihm des Sohnes Gottes. Im Advent. 107 ihm flucht; mit Gnad und pter, Reich und Kronuns viel füßem Licht, dem, der ihn Heil und Gnade bringen; liebt und sucht. Uch komm, Amen, amen es geschehe! ach komm, o Sonne! und Hosianna in der Höhe! führ uns allzumal, zum ewgen Licht und Wonne in deinen Freudensaal. Mel. Jesus meine Zuversicht zc. 111.Hofianna! Davids Sohn, der in I Mel. Liebster Jefu, wir sind zc. feines Vaters Namen sich erhebet auf den Thron, über 110. Pomm, du wer- Jacobs Haus und Saamen; thes Lösegeld, dir hat Gott ein Reich bedessen alle Heilge hoffen: stimmt, das niemals ein komm, du Heiland aller Ende nimt. Welt, Herz und Seele steht 2. Sen gesegnet, heilig dir offen; komm verheißner Reich, daß ein solcher Herr Weibessaamen, segne uns besißet, dem kein Herr auf durch deinen Namen. Erden gleich, der das Recht 2. Zeuch in unsre Herzen mit Nachdruck schüßet; ein, o du großer Ehrenkönig! schwinge dich im steten Flor Laß uns deine Wohnung mit vermehrtem Glanz em= seyn, sind wir Arme gleich por. zu wenig; komm um unser 3. Deines Thrones Mas Herz zu laben mit den uns jestät müsse jedes Volk ververheißnen Gaben. ehren, und so weit die Sonne 3. Nimm das Hosianna geht, müsse sich dein Ruhm an, mit den Siegespalmen- vermehren: dankbar mache zweigen; so viel nur ein je- jeder Mund deinen großen der kann, wollen wir dir Namen kund. Ehr erzeigen: damit wir 4. Schreibe mich, Herr, durch dich auf Erden heilig auch mit an unter deinen und dort selig werden.. Unterthanen; ich will dir, 4. Hosianna Davids so gut ich kann, in mein Sohn! Herr, ach hilf, ach Herz die Wege bahnen. Zu laß gelingen! laß dein Ze- lder Schaar dringt sich mein Geist, 108 Von der Menschwerdung des Sohnes Gottes. Geist, die dich, Herr, will- und sein Gnadenreich, wird kommen heißt! bey euch nun Raum gewin5. Jauchzt, ihr Kräfte, nen! kommt und schwöret freuet euch, froh erwecket ihm den Eyd; denn bey Herz und Sinnen; Jesuslihm ist Seligkeit! Von der Menschwerdung des Sohnes Gottes. In bekannter Melodie. das Lösegeld, stellt sich für 112. Gelobet seyft du, uns zum Opfer dar, zu rets Jesus Christ, ten was verloren war. Hal der du Mensch geboren bist, leluja. und unser Bruder worden 6. Er ist auf Erden kommen hier; Anbethung, Preis und arm, daß er unsrer sich ers Dank sey dir. Halleluja.[ barm, und einst den Engeln 2. Dich sahn die Båter mache gleich an Herrlichkeit schon von fern, Davids in seinem Reich. Halleluja. Sohn und Davids Herrn; 7. Das alles hat er uns ihr Heil und ihre Zuversicht gethan, große Lieb zu zei und aller Völker Trost und gen an; deß freue sich die Licht. Halleluja. Christenheit und danke ihm 3. Durch den die Welt in Ewigkeit. Halleluja. geschaffen ist, der sie richtet, Jesus Christ, der Mel. Vom Himmel hoch zc. Schöpfung Herr, verläßt fein Reich, erniedrigt fich und 113. Wir danken dir, Immanuel, du wird uns gleich. Halleluja. Lebensfürst und Gnadens 4. Die Nacht der Finster- quell, daß du zu uns, Herr niß entweicht, Jesus hat Jesu Christ, von deinem die Welt erleucht; auf die, Thron gekommen bist. fo Finsternis umgab, glänzt, 2. Jm Glauben warteten Gottes Wahrheit nun her auf dich die Frommen längst ab. Halleluja. und sehnten sich; dich hof 5. Der Herr entfündiget fete so lange Jahr der Väter die Welt, wird für sie und Propheten Schaar. 3. Ach, Am Geburtsfest Jefu. 109 3. Ach, daß der Herr aus 9. Hast du doch selbst, des Zion fam, und unsre Bande von uns náhm! ach, daß der Herr, uns zu erfreun, schon Ewgen Sohn, für uns vers lassen deinen Thron, dich für die Sünde aller Welt zum möchte gegenwärtig seyn! Heil und Opfer dargestellt. 4. Jauchzt, Christen, une 10. Du kommst aus deis ser Heil ist nah: der uns nes Vaters Schoof, wirst verheissen war, ist da. Der für uns Arme arm und blos; Frommen Wünsche sind er- denn alles, was dich hier füllt, und alle Klagen nun umfing, war dürftig, schlecht, gestillt. und sehr gering. 5. Du wirst uns armen 11. Aus deiner Armuth Menschen gleich, auf daß schöpf ich Muth, auch mir wir durch dich würden reich; erscheinest du zu gut, mein du schenkst durch deine Nie- Herz ist nun voll Zuversicht, drigkeit uns Ehre, Gnad denn du verwirfst die Súnund Herrlichkeit. der nicht. 6. Du bist der wahre 12. Bin ich gleich schuldMenschenfreund, und wirst und sündenvoll, hab ich ge= von Menschen angefeindt; jlebt nicht wie ich soll, du der Frechen Schaar ist wider kommst voll Gnade zu uns dich, und stößt ihr großes her, daß sich der Sünder zu Heil von sich. dir kehr. 7. Wenn dich, Herr, deine 13. Du schafft es, daß ich Feinde schmähn, so soll selig sey, machst mich von mein Glaube nach dir sehn; Fluch und Strafe frey, du ich ehre dich; doch nicht so trägst den Zorn, besiegst den viel, als ich dich ehren soll Tod, und rettest uns aus und will. aller Noth. 8. Schenk dumir deines 14. Du bist mein Haupt, Geistes Kraft, die alles Gu hinwiederum bin ich dein te in uns schaft; nim mich Glied und Eigenthum; Herr und alles, was ich bin, zur du bist mein, und ich bin dein, Sabe und zum Opfer hin. laß ewig mich dir eigen seyn. 15. Jch 110 Von der Menschwerdung des SohnesGottes. 15. Ich will denn Halle- sicht auf Jesum Chrift und luja hier mit Freuden sin- seine Gnade schauet! denn gen für und für, und dort in Christus hat genug gethan deiner Herrlichkeit, dich lo- für uns und wiederum die ben, Gott, in Ewigkeit. Bahn zur Seligkeit geöfnet. Unerhörte Wunderthat! er trágt unsre Missethat, und Mel. Ein Kindelein so libel. sc. 114. Ein Kind, dem kei- wendet unsern Jammer! nes jemals glich, 4. Es danke ihm die Chris ist uns geboren heute. Der stenheit für diese große Gü Sohn des Höchften nahet te! fleht ihn, daß er uns sich zu uns, und bringt uns jederzeit durch seinen Geist Freude. Wår Gottes Sohn behüte vor falscher Lehr und nicht Mensch geborn, so warn Menschenwahn, der unsern wir allesamt verlorn; nun Seelen schaden kann. Er schafft er heil uns allen! woll alle Schuld vergeben. großer Heyland Jesus Christ, Bater, Sohn und heilger der du Mensch geworden bist, Geist, vor dir flehn wir aller bewahr uns vor der Hölle. meist, laß uns in Friede 2. Erhebet Gott mit leben. Freudigkeit, und lobet ihn, ihrFrommen! es ist der Herr Mel. Wir Christenleut 1. der Herrlichkeit zu uns herab 115. Christenheit, gekommen. Groß ist die Lie: sen hoch er: be, Huld und Gnad, die uns freut! das Heil der Welt, der Herr erwiesen hat; ein der Mittler, ist geboren, der Knecht ist er hie worden, uns uns erlöst, und ewig tröst; doch ohne Sünde, gleich, wer an ihn glaubt, geht daß wir durch ihn wür- nimmermehr verloren. den reich, und ewig leben möchten. 2. große That! nach Gottes Rath hat sich sein 3. Wohl dem, der dieses ewger Sohn für uns gege Glaubens ist, fest auf den ben; ein Menschenkind, dod Retter trauet, mit Zuver- lohne Sünd, ward er für Am Geburtsfefte Jefit. 111 uns, und bracht uns Heilluns bringen sie, voll Freuund Leben. de, die frohe Botschaft her: 3.0 Seligkeit! Er hebt euch ist dis Kind gegeben, dasleid, das durch der Sünde euch dieses Heil bereit, bey Macht auf uns gekommen; Gott, mit uns, zu leben in mit uns ist Gott nun in der steter Seligkeit! Noth; freut euch des Herrn und hoft auf ihn, ihr Frommen. 3. Was ists, das euch betrübe, da er geboren ist? mit seiner Huld undliebe beglückt 4. Auch mein Gesang, euch Jesus Christ; erschenkt Herr, bringt dir Dank. Du ein ewig Erbe dem, der ihm wurdest Mensch, damit wir trauer feft; schafft, daß der selig würden, du machst uns freudig sterbe, der sich auf groß, und völlig los von ihn verläßt. Sündenschuld und ihren 4. Ihr send nun losge= schweren Bürden. sprochen, von Schuld und 5. Gelobt sey Gott! auf Strafe frey. Das Joch ist unsre Noth sah er als Ba- ganz zerbrochen, die Bande ter mitleidsvoll hernieder. sind entzwey. Tod, Teufel, DChristenheit, preis ihn er- Sünd und Hölle, was wifreut; denn Gottes Sohn der euch gekriegt, hat er an bringt das Verlorne wieder. eurer Stelle bestritten und Mel. Herzlich thut mich verl.2c. besiegt. 116, hr, hr, die ihr wart 5. So rühmen sie. Mit verloren, hört ihnen frolocket jeder Christ, was euch trösten kann: der weil Gottes Sohn erschieHeiland ist geboren, und nen und unser Bruder ist. nimmt sich eurer an. Deß Dein sind nun unsre Herzen! fruet sich dort oben der En- Herr, dir geloben wir! und gel heilge Schaar und ihre trennen weder Schmerzen, Chore loben Gott darum im- noch FreudundGlück vondir! merdar. 2. Den, der geboren heu- 117. Fröhlich foll mein te, verehrt ihr heilig Heer; meinGesang soll Gott Dank, Herze singen; Preis 112 Von der Menschwerdung des SohnesGottes. Preis und Ehre bringen. werden. Das ist der, der Gottes Sohn ist Mensch ge- für uns stirbet, und bey boren, er befreyt, und erfreut, Gott, für den Tod, Leben was sonst war verloren. uns erwirbet. 2. Heute kommt zu uns hernieder Gottes Held, der 7. Gottes Sohn hat sich hienieden eingestellt, bringt der WeltSegen bringet wie der Welt, Gnade, Heil und der; Er wird Mensch, dir Frieden; er nennt Menschen Mensch zu gute! Es ver- seine Brüder, was uns quält, bindt Gottes Kind sich mit was uns fehlt, bringt er alles unserm Blute. wieder. 3. Sollte uns nun Gott 8. Lasset uns dann zu ihm verlassen? da er giebt, was eilen, fåumet nicht! er will er liebt über alle Maaßen. Licht, Trost und Ratherthei Ja, wir sind nun Gottes len; liebt den, der für Liebe Kinder; denn sein Sohn brennet! eilt zum Herrn, der kömmt, vom Thron seiner euch gern Licht und Leben Macht, für Sünder. gönnet! 4. Sollte er an uns nicht 9. Der du klagst in denken, der sein Reich, und Schmerz und leiden, auch zugleich alles Heil will schen für dich, öfnet sich hier ein ken? Sollt uns Gottes Quell voll Freuden; eile Sohn nicht lieben, der selbst nur, gebeugte Seele, tritt büßt, und versüßt, was uns herzu, schöpfe Ruh hier aus kann betrüben? dieser Quelle. 5, Gottwill es, wir sol 10. Wer sich fühlt be: len leben, denn er hat voller schwert im Herzen, wer em Gnad uns den Sohn gege- pfindt seine Sünd komm in ben. Gottes Sohn trägt seinen Schmerzen; hier, unsre Bürden, büst voll hier wird der Arzt gefunden. Huld unfre Schuld, daß wir Er nimmt Theil und macht felig würden. heil, die Gewissenswunden. 6. Gottes Sohn erscheint 11. Fehlt es uns an que auf Erden; uns zu gut sollten Gaben; sehet hier könsein Blut einst vergoffen nen Am Geburtsfeste Jesu. 113 nen wir alles reichlich haben: Herrlichkeit. Der Herr, dem fend ihr arm, so eilt behen: alleEngel dienen, bringt licht de; kommt herbey, füllet in unsre Dunkelheit. Und frey eures Glaubens Hånde. dieses Welt- und Himmels12. Laß mich dich, mein licht weicht hunderttausend Heil umfangen! laß mich Sonnen nicht. dir, für und für, immer treu anhangen! Du, du bist mir Heil und Leben; nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben.. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume dieſe Gnade nicht; schöpf aus der gnadenreichen Quelle Heil, Leben, Troft und Unterricht. DerSünden und des Todes Nacht hat Gottes Licht ganz hell gemacht. 13. Meine Schuld kann mich nicht plagen; denn du haft meine Last ohne Schuld getragen: Gnade kann ich 3. In diesem Lichte kannst bey Gott finden; denn durch du sehen den Glanz der wahdich werde ich rein von mei- ren Seligkeit: wann Erd nen Sünden. und Himmel einst vergehen, 14. Mangelhaft find meine die Sonne und mit ihr die Werke; du verleihst, durch Zeit, wird dieses Licht mit den Geist, Heiligung und seinem Schein, dein Himmel Stärke: er erleuchtet unsre und dein Alles seyn. Seelen, heiligt sie, läßt uns 4. Laß nur indessen helle nie Kraft zum Guten fehlen. scheinen des Glaubens- und 15. Ich will alles Böse der Liebe Licht: sonst nennt meiden: ich will dir leben dich Jesus nicht den Seinen, hier, bis ich werde scheiden, sonst nüßt dir seine Gnade und dann einst bey dir dort nicht. Willst du einst durch oben, voller Freud, ohne Zeit ihn selig seyn, so mußt du dich, mein Heiland, loben. heilig seyn und rein. 5. Sey mir, o Jefu, Licht 118. Dies ist der Tag, und Sonne, bestrale mich da uns erschie- mit deiner Gunst! sen meis nen des Himmels Glanz und nem Herzen Heil und Wone Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. $ ₂ ne, 114 Von der Menschwerdung des SohnesGottes. ne, und lehre mich die selge gen, nichts hat dich, Herr, zu Kunst: wie ich im Lichte mir von deinem Thron ges wandeln soll; und mach mich zogen, als deine große Huld. deines Geistes voll! Dich) jammert meine Noth; Mel. O Gott, du frommer Gott. du kommst und tilgest fie 119. Du wesentliches durch deinen Kreuzestod. Wort, vom 5. Den Himmel haft du, Anfang her gewesen! duGott Herr, mit Licht und Glanz von Gott gezeugt, von Ewige umgeben, von dir hat das, keit erlesen zum Heil der was ist, sein Dafeyn und sein ganzen Welt; mein Heiland Leben: so bin ich denn, mein Jesus Christ! Dank sey dir, Heil, auch dein Geschöpfund daß du mir zum Heil gebo- Sab, der alles, was ich bin, ren bist! von dir empfangen hab. 2. Gieb auch durch deinen 6. Gieb, daß ich dir zum Geist, daß es nie meiner Dienst mein ganzes Herz ers Seele an licht und Heilige gebe; auch dir allein zum keit, und Kraft zum Guten Preis auf dieser Erden lebe. fehle; im Glauben wohn in Ja, Jesu, laß mein Herz mir, und weiche nimmer ganz neu geschaffen seyn, nicht, laß mich auch nicht und dir bis in den Tod ges von dir abweichen, du mein widmet seyn allein. Licht! 7. Laß doch an mir nichts 3. Eh du den Erdkreis seyn, was du nicht haft gez haft durch deine Kraft bewes schaffen: erneure du mein get, ward schon zu meinem Herz: schenk mir des Geistes Heil der Grund von dir ge- Waffen, daß ich durch deine leger, da sahst du schon auf Kraft Versuchung, Welt mich. Ja, du wirst Mensch, und Sünd, den lehten Feind, o Gott! durch dich wird nun den Tod, als Sieger übers besiegt die Sünde und der wind. Zod. 8. Das Leben ist in dir, 4. Nichts hat, o Jesu, und alles Licht des Lebens. dich vom Anfang her bewo- laß an mir deine Gnad, mein Gott, Am Geburtsfest Jesu. 115 Gott, nicht seyn vergebens! dir gezeiget das Licht des weil du das Licht der Welt, Heils, durch welches sich der so sen mein Lebenslicht, oimmel zu dir neiget; ihm Jesu, bis mir dort erscheint folge nun mit Redlichkeit; dein ewges Licht. und wandle, wie es Gott gebeut, dein Christenthum Mel. Allein Gott in der Hdh ic. zu preifen. 120. Gott sey gelobt für 5. Herr, der du uns zur seine Gnad mit Seligkeit auf Erden bist ers dankbarem Gemüthe; weil schienen, hilf uns, daß wir er auch uns geöffnet hat den in Heiligkeit dir, unserm Reichthum seiner Güte. Uns Mittler, dienen, durch unfre Lehret feines Wortes Licht, ganze Lebenszeit; bis wir was sein Will ist und unsre dort in der Ewigkeit dein Pflicht, und was ihm wohl- heilig Antlig schauen. gefällig. 2. Durch seine Gnade foll Mel. Wir Christenleut 2c. der Christ des Fleisches Luz 121.uf, schicke dich ste dampfen, und gegen das, recht feyerlich, was sündlich ist, mit Ernst des Heilands Feft mit Dans und Eifer kämpfen; er soll ken zu begehen! Lieb ist der nun, als ein treuer Knecht, Dank, der Lobgesang, durch gottselig, züchtig und gerecht den wir ihn, den Gott der dem Herrn zu Ehren leber. Lieb, erhöhen. 3. Wer, das zu thun, was 2. Sprich dankbar froh: Gott gefällt, sich und sein also, also hat Gott die Welt Herz bereitet; mit Ernst dem in seinem Sohn geliebet! O, Urgen dieser Welt, undküsten wer bin ich, Herr, daß du widerstreitet, der ist ihm mich so herrlich hoch in deiz werth, den wird die Kraft, nem Sohn geliebet? die alles Gute in uns schafft, 3. Er, unser Freund, mit zur Heiligung erneuern. uns vereint, zur Zeit, da wir 4. Drum, meine Seel, er- noch Gottes Feinde waren; muntre dich! Gott hat auchler wird uns gleich, um Gottes Univ- Bibi. Giessen 116 Von der Menschwerdung des SohnesGottes. tes Reich und seine Lieb im Welt gedacht! ihn preiſe, Fleisch zu offenbaren. was durch Jesum Christ im 4. An ihm nimm Theil, er Himmel und auf Erden ist. ist das Heil; thu täglich 2. Die Volker haben dein Buß und glaub an seinen geharrt, bis daß die Zeit ers Namen. Der ehrt ihn nicht, erfüllet ward; da fandteGott wer Herr Herr spricht, und von seinem Thron das Heil doch nicht sucht sein Beyfpiel der Welt, dich seinen Sohn. nachzuahmen. 3. Wenn ich dies Wunder 5. Aus Dank will ich in faffen will; so steht mein Brüdern dich, dich, Got- Geist vor Ehrfurcht still: er tes Sohn bekleiden, speiz betet an, und ér ermißt, daß sen, tránken; der Frommen Gottes Lieb unendlich ist. Herz, in ihrem Schmerz, mit 4. Damit der Sünder Trost erfreun, und dein da- Gnad erhält, erniedrigst du ben gedenken. dich, Herr der Welt, nimmst 6. Rath, Kraft und Held, selbst an unsrer Menschheit durch den die Welt und Theil, erscheinst im Fleisch, alles ist, im Himmel und zu unserm Heil. werden. auf Erden! die Christen- 5. Dein König, Zion, heit preift dich erfreut, und spricht zu dir: ,, ich komm, jedes Knie soll dir gebeuget ,, im Buche steht von mir; ,, Gott, deinen Willen thu 7. Erhebt den Herrn! er ich gern." Gelobt sey, der hilft uns gern; und wer ihn da kömmt vom Herrn! sucht, den wird sein Name 6. Herr, der du Mensch trösten. Halleluja! freut geboren wirst, Immanuel euch des Herrn und dient ihm und Friedefürst, auf den die gern und jauzt ihm, ihr Våter hoffend sahn, dich, Erlösten! Gott, Messias, beth ich an. Mel. Vom Himmel hoch zc. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereineft dich 122.Dies ist der Tag, den Gott ge- mit Fleisch und Blut, wirst macht; sein werd in aller unser Freund und Bruder hier, Am Geburtsfest Jefu. 117 hier, und Gottes Kinders so theures Leben für Sünder werden wir, hinzugeben. 8. Gedanke voller Maje: ståt! du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Seligkeit! du bist es, der das Herz erfreut. 2. O große That, era wünschte Nacht von Engeln selbst besungen! du haft den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In 9. Durch eines Sünde dir erschien der starke Held, fiel die Welt: Ein Mistler der alles schuf, und alles ists, der sie erhält. Was hält, der Freund der Mens zagt der Mensch, wenn der schenkinder, des Todes Ues ihn schüßt, der in des Ba- berwinder. ters Schooße siht? 3. Der du zu uns, ges 10. Jauchzt, Himmel, die sandt vom Herrn, aus deiihr ihn erfuhrt, den Tag, nem Himmel kameft, und der heiligsten Geburt: und unser Fleisch und Blut fo Erde, die ihn heute sicht, gern in Demuth an dich nahsing ihm, dem Herrn, ein mest, Sohn Gottes! o wie neues Lied. hast du dich so tief erniedrigt 11. Dies ist der Tag, den auch für mich! wie arm bist Gott gemacht; sein werd in du erschienen, um meinem aller Welt gedacht! ihn prei- Heil zu dienen. se, was durch Jesum Chrift 4. Olehre mich den grof im Himmel und auf Er- sen Werth von deiner Huld den ist! recht faffen! was reizte dich Mel. Ermuntre dich mein 2c. auf dieser Erd, dich so herab 123. Gott deine Gnade zu lassen? Hier wartete dein sen gepreist! sie nichts, als Noth, Verachs schuf uns Heil und Leben. tung, Kummer, Schmerz Ermuntre dich, mein tråger und Tod; und doch kamst Geist, ihr Wohlthun zu erhe- du auf Erden, ein Mens ben; denk an die Nacht, da schensohn zu werden. auf der Welt des Höchsten 5. Noch stärker, Herr, Sohn sich dargestellt, um sein als Schmerz und Tod, war 3 deine 118 Von der Menschwerdung des SohnesGottes. beine Menschenliebe. Du sa- Herr Jesu Christ dich schaun, hest unfre Sündennoth mit so herrlich als du bist, dann mitleidsvollem Triebe. Du wirst du mich zum Leben, das stimmtest unser Heil zu seyn, bey dir ist, erheben. in deines Vaters Rath- Mel. Wer nur den lieb. Gott ic. ſchluß ein, wardst Mensch, 124. Gott hat mir feis und kamst, mit Freuden für nen Sohn ges uns den Tod zu leiden. schenket, und mit ihm alles 6. Immanuel! dein freuzugesagt. Das ists, woran ich mich. Du bist auch mein mein Glaube denker, wenn Erretter. Auch mir zum mich ein Kummer drückt und Trofte sandte dich der Herr, plagt. Ich sorge nicht, weil der Gott der Götter. Was er mich liebt, und seinen mir ein wahres Wohl ver- Sohn zum Mittler giebt. schafft, Erleuchtung, Friede, 2. Er selbst tritt nun in Beßrungskraft, und Freu- meinen Orden, der einges den, die stets währen, willst borne Gottes Sohn, er ist du auch mir gewähren. ein Mensch, gleich mir, ges 7. Was soll ich dir, mein worden, mein Mittler und größter Freund, für deine mein Gnadenthron. Ich bin Treue geben? du bists, der erfreut und nie betrübt, weil mich mit Gott vereint, du Gott mir diesen Mittler bringst mir heil und Leben. giebt. Herr, was ich hab und was 3. Mein Heiland wird ein ich bin, das geb ich dir zum Mensch geboren, er kömmt Dienste hin. Ich will dich zu mir in diese Welt; durch ohn Aufhören mit Leib und ihn wird alles, was verlos Geist verehren. ren, uns nunmehr wieder 8. Ich sehe dich zwar hergestellt. Er ist es, der die hier noch nicht: doch du Sünder liebt, und mir sich wirst wieder kommen; und zum Erlöser giebt. dann schaun dich von Ange4. Nun wird mir Gott ficht, Herr, alle deine From- wohl alles schenken; da er men. Dann werd auch ich, mir dieses Kleinod giebt, und über Am Geburtsfest Jesu. 119 über aller Menschen Denken ihn, daß er kam; daß er fo viel Erbarmen ausge- hier auf Erden, unser Heil übt. Wer zweifelt mun, daß zu werden, seine Wohnung er uns liebt, da er uns die nahm! Mensch, wie wir, ersen Bürgen giebt? schien er hier, der zur Schd5. Mein Vater will mir pfung sprach: entstehe! der alles geben, was ich nur Gus einst spricht: vergehe! tes denken kann; Erldsung, 2. Laßt uns niederfallen Geligkeit und Leben. Ich vor ihm, daß er allen Freund darf ihn kindlich fleben an; und Bruder ist: Gott auf er ists, der väterlich mich seinem Throne, liebt uns in liebt, da er mir diejen Ret- dem Sohne; hilft durch Jeſum ter giebt. Christ. Welch ein Heil, am 6. Zief schám ich mich Sohne Theil, Theil, durch desSundenfalles mich beugt seiner Zukunft Gaben, an der Sünden große Schuld; Gott selbst zu haben! doch hier ist er, mein Ein 3. Keine Macht der Leis und Alles, des Menschen den kan von ihm uns scheiSohn, er hat Geduld. Ich den: er bleibt ewig treu! werde doch von ihm geliebt. dort wird er vom Bösen weil er sich zum Bersöhner gånzlich uns erlösen: hier giebt. steht er uns ben! unser 7. Lob, Ehr und Preis, Freund, mit Gott vereint, und Kraft und Stárke sey dir, kann nicht seine Brüber haſmein Gott, in Ewigkeit für sen, noch sie húlflos laffen. deiner Liebe Wunderwerke, dadurch du mich so sehr er: freut; und mich so wunder bar geliebt! O Gott, der mir sein Liebstes giebt. 4. Wenn wir einft ermús den, führt er uns in Frieden in des Grabes Nacht. Die verwesten Glieder giebt die Erde wieder ihm, der sie bes Mel. Jefu, meine Freude zc. wacht. Jesus ruft uns aus 125. Gottes Sohn ist der Gruft, er, der selbst den fommen! dan- Tod einst schmeckte, den das fet ihm, ihr Frommen, dankt Grab bedeckte. $ 4 5. Auf 120 Von der Menschwerdung des SohnesGottes. 5. Auf dem Richterthro- Jewig schalle dir der Erde Lobs ne werden wir im Sohne gesang. unsern Bruder schaun. Heil Mel. Lobt Gott, ihr Christen ze. und ewig Leben wird er allen geben, die ihm hier ver127.21o bat Gott die *** Welt geliebt, traun. Er ward hier versucht daß er aus freyem Trieb uns wie wir: überschwenglich seinen Sohn zum Heiland wird er lohnen und der giebt; wie hat uns Gott so Schwachheit schonen. lieb! 6. Eilet, eilt ihr Sünder, 2. Was sein erbarmungss werdet Gottes Kinder; wer- voller Rath schon in der det seiner werth! Eilet, eilt Ewigkeit zu unserm Heil ihr Frommen; seyd, wie er, beschlossen hat, vollführt er vollkommen, bleibet seiner in der Zeit. werth! Preiset ihn, daß er 3. Er aller Menschen erschien und für euch sich hin- höchstes Gut, der alle segnen gegeben, durch ein göttlich Leben; kann nimmt, wie die Kinder, Fleisch und Blut, doch ohne Sünde, an. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 4. Ich freue mich, mein 126 Er kommt, er heil, in dir; du wirst ein kommt, der Mensch wie ich: was fehlt starke Held, voll göttlich ho- mirnun? Ist Gott mit mir, her Macht. Sein Arm zer- wer ist dann wider mich? streut, sein Blick erhellt des Todes Mitternacht. 5. Du, Sohn des Allerhöchsten, wirst auch mit 2. Wer kommt, wer Rath, Kraft und Held, mein kommt? mer ist der Held voll Bater und mein Friedefürst, göttlich hoher Macht? Mes so, wie das Heil der Welt. sias ists! Lobsinge, Welt; 6. Was mir zum Selig dir wird dein Heil gebracht! seyn gebricht, das, Herr, er 3. Dir, Menschgeword- warbst du mir: Versöhnung ner, singen wir Unbetung, Leben, Trost und Licht, das Preis und Dank; und ewig, hab ich nun an dir. 7. Dein Am Geburtsfest Jesu. 121 7. Dein Mangel wird 8. Gelobt sey Gott! ges mein reiches Theil; dein Lei- lobt sein Sohn, durch den er den stillt mein Leid; durch Gnaderweist! lobt, Engel, deine Niedrigkeit, meinheil, ihn vor seinem Thron! ers gewinn ich Herrlichkeit. heb ihn auch, mein Geist! Von der Benennung Christi bey dessen Bes schneidung. Mel. Allein Gott in der Höh sevic. 128. Des Vaters 4. Getroft, mit aller Zus versicht, gehn wir nun hin, Sohn von und treten vor Gott; under Ewigkeit zum Mittler aus- verwirft uns nicht; wenn erkoren, der für uns zur be- wir durch Jesum beten; so stimmten Zeit ein wahrer hört der Bater, und geMensch geboren, ward Je- währt, was unser Herz sus schon vorlängst genannt; von ihm begehrt im Namen ein Name, welcher macht seines Sohnes. bekannt sein Werk und sein 5. In diesem Namen sie Geschäfte. chen wir Vergebung unsrer 2. Errettung, Leben, Se- Sünden; wir stellen Gott ligkeit verkündigt dieser Na- den Mittler für, Gott läßt me. Er, der schon in der er- uns Gnade finden, erläffet sten Zeit verheißne Weibes- uns die ganze Schuld, um= saame; Er nahm ihn an mit faffet uns mit neuer Huld, vollem Recht; weil er dasjum des Versöhners Willen. sündliche Geschlecht mit Heil 6. Durch Jesum flehen beglücken sollte. wir zu Gott um Kraft, das 3. Er hats gethan; er treu zu üben, was uns sein hat der Welt, der Welt die heiliges Gebot zu üben vortief gefallen, sich als den geschrieben; und Gott stärkt Retter dargestellt, hat gnas uns mit seiner Kraft, macht devoll uns allen die Gnaden- uns die Schwachen stark. fülle aufgetkan, und wer ihn und schafft in uns, was ihm nimmt im Glauben an, er gefällig. bålt Trost, Heil und Leben. 5 7. Durch 122 Von der Benennung Chrifti 7. Durch Jesum, und mit und Leben: Jesus ist mein ihm befreundt, gehn wir ge- Fels und Hort: er der Weins troft zum Tode; uns ist der stock, wir die Reben; Herr Sünder größter Feind kein und Mittler seiner Welt, fürchterlicher Bothe. Wir König, Friedefürst und Held. feben ihn und zittern nicht, 5. Jesus spricht: kommt weil Jesus zu den Seingen her zu mir; zeiget uns den spricht; ich leb und ihr sollt, Weg des Lebens. Er vers leben! heißt; ich bin bey dir, und Mel. Jefus meine Zuversicht zc. verheißt es nicht vergebens, einen Jefum laß Jesus hilft aus aller Noth. ich nicht; denn Er verfüßet selbst den Tod. er will mich nicht verlaffen. 6. Seine Wunden sind Was sein Name mir ver- mein Heil; Jesu Wort ist spricht, das will ich im Glau- meine Weide. Er giebt mir ben fassen. Jesus heißt und am Himmel Theil, und ers ist mein Heil, meines Hers hebt mich einft zur Freude; zens Troft und Theil. wenn ich meinen Pilgerlauf endize, nimmt er mich auf. 129. Me 2. Sündern ist fein an dres Heil, und kein Name 7. Dankvoll will ich mich sonst gegeben, durch den sie denn freun feines Heils, und erhalten Theil an der S lige ihm vertrauen; treu ihm und keit und Leben. Gott ist es, ergeben seyn, bis ich ihn dort der ihn uns giebt; so hat er werde schauen, wo mein ganz die Welt geliebt! verklärter Geist ihn mit als 3. Jesus fängt denGlau- len Selgen preist! ben an, kann und will ihn mel. Von Gott will ich nicht zc. auch vollenden. Jesus ist es, beschneidet, welcher kann allen Schmerz 130.2er fich im Geift und Kummer wenden. Je- und als ein wahrer Christ, fus ist der beste Rath, wenn der Lüfte Tödtung leidet, die man Rath vonnöthen hat. so hoch nöthig ist; der wird 4. Jesus ist des Vaters dem Heiland gleich, der für Bort: Jefus ist mein Wegluns hat gelitten, und for dert I bey dessen Beschneidung 123 dert reine Sitten zum Eingang in sein Reich. 6. Ach, ihr verstockten Sünder, bedenket Jahr und 2. Wer so dies Jahr an- Zeit, ihr abgewichnen Kins hebet, der folget, Gottes der, die ihr in Eitelkeit und Lehr; weil er im Geiste le- Wolluft zugebracht; ach bet, nicht nach dem Fleische führt euch Gottes Güte doch mehr: er ist ein Gotteskind, einmal zu Gemüthe, und von oben her geboren, das nehmt die Zeit in Acht! alles, was verloren, in sei- 7. Beschneidet eure Hers nem Jesu findt. zen, und fallet Gott zu Fuß 3. Doch, wie muß diesBe- in wahrer Reu und Schmers schneiden im Geist, oMensch, zen: so wird die Herzenss geschehn? du mußt die Sún- buß, die glaubensvoll ges de meiden, ihr ernstlich wi- schehn, des Baters Herz bez derstehn. Das Mittel ist die wegen, daß man wird neuen Buß, wodurch, obwohl mit Segen in diesem Jahre Schmerzen, die böse Luft im sehn. Herzen getödtet werden muß. 8. Ja mein Herr Jesu, 4. Ach, gieb zu solchem gebe, daß deine Christens Werke, in diesem neuen schaar, mit dir im Geiste Jahr, Herr Jesu, Kraft lebe, in diesem neuen Jahr; und Stárke; damit sich of daß sie in keiner Noth sich fenbar dein Bild der Heilig- mdge von dir scheiden; Herr, keit an vielen tausend See- stårke sie im leiden durch deilen, die sich mit dir vermáh- nen bittern Tod. len in Herzens Einigkeit. 9. So wollen wir dich 5. Ich seufze mit Ber- ehren die ganze Lebenszeit; langen und sehrlicher Be- jund deinen Ruhm vermeh gier, dich herzlich zu umfan- ren in jener Ewigkeit; da gen, du meiner Seelen Zier! wirst du offenbar: da wers Und hab ich dich allein; was den alle Frommen, befreyt will ich mehr auf Erden? vom Uebel, kommen ins es muß mir alles werden große neue Jahr. und alles nüßlich feyn. Von 124 Von der Offenbarung Christi Von der Offenbarung Christi und seiner Lehre an die Heyden. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. wir loben dich, wir ehrer err Christ, es dich, als unsern König 131. Herr steigt des Dan- ewiglich. kes Pflicht zu dir für deines Wortes Licht, womit du uns Mel. Christ unser Herr zumi haft angeblickt und unser 132. Gott, dir en ewig mattes Herz erquickt. Preis und 2. Wir saßen sonst im To- Ruhm, daß unsere Vorfah desthal, es herrschte Dunkel/ ren gebracht sind aus dem überall; dirdanken wir, Herr Heydenhum, darin sie alle Jefu Chrift, daß uns daraus waren verblendet an Ver get offen ist. stand und Sinn; sich selbst 3.Gieb, daß dein Licht uns nicht konnten rathen; den leuchten mag bis an den lek- stummen Göhen immerhin tengroßen Tag, und wir auch adttliche Ehr anthaten, die wandeln jederzeit aufrech- doch kein Leben hatten. tem Weg der Seligkeit. 2. Vom Holze ward der 4. wahrer Mensch und eine Theil zerhauen und ver Gottes Sohn, ein König in brennet, der andere ward des Himmels Thron! Nie durch Hand und Beil ein mand von uns verdienet hat Bild, und Gott genennet. ſolch eine Huld und große Der Meister, ders vorher ge Snad. macht, mußt davor selbst nun 5. Es lehre uns dein gu treten; was seine Hand zu ter Geist, wie man dich wür- wege bracht, das mußte at dig ehrt und preist; er mach anbeten; sein Werk göttlich uns reuig, gläubig, rein, und verehren. laß uns stets voll Liebe seyn. 3. Des Himmels Heet 6. Nimm, lieber Herr, von andern ward zum Got gumOpfer an, was Herz und tesdienst erwählet; un Mund die bringen kann; manch Geschöpfe solcher Un del an die Heyden. Auf Epiphanias. 125 denGöttern zugezählet. Auch seyn, laß auch erleuchtet wervon dem sündlichem Ge- den durch deines Wortes schlecht sind viel vergöttert Kraft und Schein, daß jede worden; es wurde mancher Zung auf Erden dich Jesum Lasterknecht doch in der Göt- Christ bekenne. ter Orden versekt und ans gebetet. 7. Wie du vor diesem haft dein Wort durch treue frome 4. Drum sen, Herr, für me Leute gebreitet aus an dein Wort gepreist, in wel- manchem Ort, so thu es, chem wir nun lesen, daß du, Herr, noch heute; gieb treue o Vater Sohn und Geist, Hirten, die zu dir fortan auch nur einig bist im Wesen! andre bringen, mit reiner du bist der wahre Gott lehre für und für durch allein, der einige Erretter; Aller Herzen dringen, und nichts gegen dich zu rechnen alle zu dir führen. seyn der Heyden falsche Götter, die niemand können helfen. 8. Hilf, daß fie fleissig allezeit ermahnen, trösten, strafen, im Glauben und 5. Und daß dein Wille Gottseligkeit vorgehen ihren würd bekannt, o Bater, uns Schaafen. auf Erden so hast du deinen Sohn gesandt, und Mensch ihn lassen werden: da Got tes Heil und Gütigkeit uns allen ist erschienen, daß wir ihm züchtig jederzeit, gerecht Laß uns ja alle Thäter seyn des Worts und nicht nur Hörer, daß überall und allgemein, wir, und auch unsre Lehrer, des Glaubens End erlangen. und heilig- dienen, auf sein Mel. Nun freut euch ihr Christ. Erscheinung warten. 133.h! wie verschie6. Herr Jesu, gieb uns den ist die Welt Gnad und Stärk, daß wir von Gottes wahren Kindern! der blinden Heyden ungdtt- was diesen lieb ist und gelich Wesen, Thun und Werk fällt, kann jener Ruhe min= verleugnen stets undmeiden: dern. Der Heiland und sein die, welche noch in Irrthum neues Reich entdeckt sich bey= 126 Von der Offenbarung Chrifti den: doch nicht gleich ist man und sparten weder Zeit noch dabey gesinnet. Mih, bis wir das Heil gefunden. 2. Herodes und Jerusalem erschrecken, da sie hd 6. Ach, möchten wir doch ren: es komme jeßt aus Bet- Leib und Geist, mit willigen lehem der König aller Eh Bestreben, wie uns der Wei ren; bezeuget ihre Lehre sen Beyspiel heißt, dem schon: es sollte Davids gros Herrn zum Opfer geben! ser Sohn allda geboren Gehorsam, Lieb und Treu allein, wird ihm so lieb, ja werden. 3. Gelehrte wußten Got- lieber seyn, als Weihrauch, tes Wort dem König anzu- Gold und Myrrhen. preisen: doch gingen sie nicht 7. O Herr, der du so wun an den Ort mit den erweck- derbar der Weisen Herz ge ten Weisen. So geht es zogen, und vieler Völker noch: wie mancher weiß die fremde Schaar zu deinem Wahrheit und des Herrn Dienst bewogen! Verleihe Geheiß, und thut nicht nach daß ich nichts so sehr, als dem Wissen! deiner Gottheit Ruhm und Ehr, so lang ich lebe, suche! 4. Wer fest auf bösem Sinne steht, wen Stolz und 8. Empfang, o werthe Neid regieren, wer nicht, Christenheit, das Heil, das wenn Gott ihm winket, geht; dir erschienen; und laß es der wird sein Heil verlieren. dir zur Seligkeit im wahren Wer Gottes Wort nur hat Glauben dienen. Ach lernet und kennt, nicht aber thut, von den Weisen doch, ihr fals nicht heilsam nennt, wird schen Christen, die ihr noch Jefum nimmer finden. nach Art der Heyden lebet. 5. Die Weisen forschen eifrig nach, bis sie das Haus Mel Nun freut euch Christen ut. erblicken, wo sie, wie ihnen Gott versprach, sich in der 134. Dem finstern ErdFreis ist vom That erquicken. Uch forsch- Herrn ein helles Licht er ten wir doch auch, wie sie, schienen. Es leuchtet nah und an die Heyden. Auf Epiphanias. 127 and leuchtet fern und selbst den verkehrten Einn Gewisauch Heyden dienen den tod- sens Unruh rührte: so saz ten Gößen nun nicht mehr; best du doch aus der Norb fie kennen nun den Herrn, die die Natur schon Euns und er läßt sie im Lichte dern droht, kein Mittel zur wandeln. Errettung. 2. Kaum sandte Gott, 6.D wäre nicht dein Licht, mit seinem Sohn, der Erdelo Gott, uns hell genug ers große Freuden: so fammlet schienen; wir würden, der er sich selber schon die Erst- Bernunft zum Spott, noch linge der Heyden; zu ihrem jest den Gößen dienen. Nicht neugebohrnen Herrn muß fie eigner Wiß, nicht Würdigs ein wunderbarer Stern aussteit, nur Gottes Huld hat fernen Landen führen. uns befreyt von jenen Fins sternissen. 3. Der vorgen Zeit denkt, Christen, doch; Heil uns, 7. Nun prüfe heut, Volk daß sie verschwunden! was Gottes, dich vor seinem Unwart ihr, eh der Herr euch gefichte: folgst du auch uns noch und eh ihr ihn gefun- veranderlich der Wahrheit den? denkt selbst zurück, was reinem Lichte? Was helfen waret ihr? O Volk des Opfer des Gebets Herrn! erwecket dir dein wahren Gott, wenn du noch zum vorigs Bild nicht Grauen? stets der Sünde sclavisch 4. Ein Volk mit Gott dienest? ganz unbekannt, von seinem 8. Was hilft es, daß du Bund entfernet, das von dem Gott erkennst und seinen Guten abgewandt, nur Bd- ganzen Willen, wenn du das ses thun gelernet; das tod- Thun vom Wissen trennst, ten Stein, geschnißtes Holz, nicht strebt, ihn zu erfüllen? wohl gar auf seine Blindheit Wenn Treue du gelobst stolz, als seine Götter ehrte. und brichst; zwar christs 5. Du gingst in Sündlich glaubst, und christlich und Laster hin, wie jede Luft sprichst, und doch noch heyde dich führte. Und wenn nun nisch wandelst? 9. Bea 128 Von der Darstellung Christi im Tempel. 9. Beherzige: Gott nimmt Gott nimms uns nicht! doch sein Licht, wenn mans nicht mach uns treu dem Licht schäßt, zurücke. Gebrauch es der Wahrheit und verleih recht; damit er nicht sein es auch den fernsten Heys Wort auch dir entrücke.[ den! Von der Darstellung Christi im Tempel. 4. Wie werd ich dann so Mel. Wenn mein Stündlein 2c.| 135. Es stellte ſich im selig seyn, wenn ich los von Tempel ein, der der Erde, befreyt von ihrer Gottes Rath erfüllet: die Luft und Pein, zu Gott nult Weltvon Sünden zu befreyn; kommen werde; wenn ich der Frommen Wunsch gestil- jerreicht die Ewigkeit, wenn let; der Jüden Preis, der ich erlangt die Seligkeit, die Heyden Licht, er, Jesus, mei- mir mein Gott bereitet. ne Zuversicht im Tode und 5. Hilf, Herr, daß ich sey im Leben. stets bereit, laß mich von 2. Weil er mich nun von dir nichts wenden; bring Sünden rein durch sein Ber- mich zu deiner Herrlichkeit; dienst kann machen; weil er hilf alles wohl vollenden! mich, frey von Qual und komm bald hilf mir aus als Pein, entreißt der Höllen ler Noth, Herr, durch dein Rachen; so freu ich mich von Blut und deinen Tod; ją Herzensgrund und denke, komm, Herr Jesu, Amen! wie ich alle Stund ihm Mel. Befiehl du deine Wegest. dankbar funden werde. Heyden! der 3. Auch ich kann mit Zufrie- 136, Herr Seſu, Licht denheit, wie Simeon, mein Frommen Schaß und Lieb! Leben beschließen, und zu aller wir kommen jest mit Freu Beit mich meinem Gott erge- den durch deines Geistes ben; getrost schließ ich die Trieb in diefen deinen Tem Augen zu, der Tod wird mir pel und suchen mit Begier, nun Schlaf und Ruh, führt nach Simeons Exempel, mich zur Himmelsfreude. dich, unsern Gott, allhier. 2. Du Auf Marid Reinigung. 129 2. Du wirst von uns ge- 6. Hier prüfst du noch die funden, o Herr, an jedem Deinen, hier ist noch Kampf Ort, dahin du dich verbun- und Streit; hier muß ich den durch dein Verheißungs- joft noch weinen, in mancher wort; vergönnst noch heut Traurigkeit: dortaber wirds zu Tage, daß man dich glei geschehen, daß ich von Ans cherweis auf Glaubensar, gesicht verklärt dich werde men trage, wie jener from- sehenim ewgenFreudenlicht. me Greis, Mel. Christus der ist meinleben. 137. Pomm, Pilger, zu dem Grabe, 3. uns auch und Wonne, ein Trost in Schmerz ¹37. und Pein, im Schrecken un- komm armer Erdensohn an fre, Sonne, im Kreuz ein deinem Wanderstabe, bes Gnadenschein, im Seufzen trachte Simeon. ein Vertreter, in Noth ein 2. Er betet in dem Tems Freudenstral, in Krankheit pel hinauf zu seinem Gott; Arzt, und Retter in unsrer und blickt, dir zum Exempel, Todesqual. getroft auf seinen Tod. 4. Herr, laß es uns ges 3. Gott hatte ihn geleis lingen, daß wir, wie Sime- tet die Tugendbahn zu gehn. on, auch endlich mögen sin- Der Trost war ihn bereitet, gen im frohen Siegeston: den Heiland noch zu sehn. mir werden nun im Frieden 4. Er sah ihn mit Entzükdie Augen zugedrückt; nach- ken, drückt ihn an seine dem ich schon hienieden den Brust; und aus des HeiHeiland hab erblickt. lands Blicken schöpft er 5. Ja, ja, ich hab im Glau- Kraft, Trost und Lust. ben, mein Jesu, dich gesehn; 5. Nun sah er ohne Bes kein Feind kann dich mir ben auf seinen Abschied hin; rauben, er muß zurückestehn: denn Christus war sein Leben ich wohn in deinem Herzen, und Sterben sein Gewinn. und in dem meinen du; uns 6. Nicht mehr ein Glück scheiden keine Schmerzen, hienieden war reizend für nicht Angst, noch Tod dazu.sein Herz; belebt von groe I Semy 130 Vom Verhalten und Geschäfte Jefu Bem Frieden sah er nur him- finstres Herz, auf, werde melwärts. Licht! denn Jesus wohnt in 7. Herr leit mich auf dem Seelen nicht, die noch den Pfade der wahren Fröm- Lüften frohnen. migkeit. Gieb mir durch 3. Wer sich vom Geist, Jesum Gnade, zum Sterben wie Simeon, erwecken läßt Freudigkeit. und Gottes Sohn zum Heil Gott 8. 3war werde ich nicht begehrt zu haben; sehen ihn hier wie Simeon. fürchtet; sich der Welt ente Doch in des Himmels Hd- wöhnt; aus ihr sich nach dem hen erwartet er mich schon. Himmel sehnt; der opfert 9. Dann tónen meine Lie- rechte Gaben. der: Heilmir, nun seh ich ihn! 4. Wer aufs Bersprechen der Himmel tönet wieder: Gottes baut, im Glauben Heil dir, nun siehst du ihn! seinen Heiland schaut, der Mel. Kont her zu mir spricht zc. kann im Frieden fahren. 138. Wohl auf, mein Der Heiland hält, was er Herz, verlaß verspricht. Er wird sich die Welt, dem, der für ihm in seinem Licht dort herrdich sich dargestellt, nun dich lich offenbaren. auch darzustellen; er ist das 5. Herr, mache mich ge Licht; drum sey gewiß, er recht und rein, und laß mich wird auch deine Finsterniß stets voll Glaubens seyn, durch seinen Glanz erhellen. mich tugendhaft stets leben; 2. Uch! du sollst ihm sein bis du auch mich, wenn dirs Tempel seyn: er selbst macht gefällt, in Friede wirst aus dich von Sünden rein, hat dieser Welt in deine Wonn Luft in dir zu wohnen. Doch, lerheben. Vom Verhalten und Geschäfte Jesu in seinem Leben auf Erden. Mel. Mir nach, spricht Christus. allerhöchstenliebe! du warst, 139. D u wesentliches o Jesu, ganz erfüllt mit Gott Ebenbild der geweihtem Triebe. Gott war 131 in seinem Leben auf Erden. wardein Zweck, dein hoch- wie du, den Willen deines stes Gut: ihm folgtest du Baters thu! mit Heldenmuth. 2. Du warst mit ihn Ein Mel. Schmücke dich, o liebe zc. Sinn, Ein Herz. Sein Wille Menschenliebe war dein Wille. Du ehr- 140, Heiland, deine test ihn, auch unter Schmerz, war die Quelle jener Triebe, mit höchst zufriedner Stille. die dein ganzes Herz regieAuch auf der allerauhften ret, und dich selbst dahin geBahn sahst du ihn doch, als führet, daß du, unserm Heil Vater, an. zu dienen, bist in Knechts3. Du suchtest nichts als gestalt erschienen. O wer fast sein Gebot vollkommen zu die Großmuthstriebe deiner erfüllen; und unterwarfft treuen Menschenliebe! dich bis zum Tod ganz dei- 2. Feinde mitleidsvoll benes Vaters Willen. Dein weinen; jedermann mit Hülf Hauptgeschäft war das al- erscheinen; sich der Blinden, lein, Ausführer seines Raths Kranken, Armen mehr als zu seyn. väterlich erbarmen: der Be4. Du gingst verstummt trübten Klagen hören; sich zur Schlachtbank hin, Ge- in andrer Dienst verzehren; horsam zu bezeigen. Man dies sind Proben wahrer Güsah dich mit gelaßnem Sinn te: und so, Herr, war dein zurSchädelstätte steigen. Du Gemüthe.. warst zur tiefsten Schmach gefaßt, und trugft die schwere Kreuzeslaft. 3. Die Betrübten zu ers quicken, sie dem Kummer zu entrücken: die Unwissenden 5. Heiland, der du mich zu lehren; die Verkehrten zu versönt, laß dein Verdienst bekehren; Sünder, die sich mich decken, wenn mich, der selbst verstocken, langmuthsich Gott oft verhöhnt, ver- voll zu sich zu locken; war diente Strafen schrecken. dein tägliches Geschäfte, ohHilf mir, daß ich so gern ne Schonung deiner Kräfte. 4.9 132 Vom Verhalten und Geschäfte Jesu 4. O wie hoch stieg dein quicken in den Schmerzen. Erbarmen, da du endlich für Heilige auch meine Triebe die Armen, die des Todes zu rechtschaffner Menschenwerth, dein Leben in den liebe: laß mich immer mehr Tod dahin gegeben! dazur auf Erden deinem Muster Tilgung unsrer Schulden, ähnlich werden. du die Strafen wolltest dul-( Vergl. 443. 319= 324.) den, und uns Leben zu er- Mel. Allein zu dir, HerrJesuit. werben, willig warst am Kreuz zu sterben. 141.Du weinest um Jerusalem, 5. Deine Huld hat dich Herr Jesu, heiße Zähren, getrieben. Sanftmuth und zum Zeugniß: daß dirs an Geduld zu üben, Haß mit genehm, wenn Sünder sich Haß nicht zu vergelten, dei bekehren; daß mir in Trüb: ne Echmäher nicht zu schel- sal, Angst und Pein dein ten, allen freundlich zu be- zártlichHerz werd offenseyn; gegnen, deine Låsterer zu daß du dem, der sich zu segnen, deine Feinde zu ver- naht, schenkst Hülf und Rath treten, und für Mörder selbst zur Zeit, wenn er sie nöthig zu beten. dir hat. 6. Aller Welten Herr und 2. Ja, Heiland, deine König! Sohn des Höchsten! Thränen sinds, die kräftig owie wenig haft du je nach für mich bitten, wenn ich die Ruhm getrachtet, und auf Pflichten eines Kinds un Menschenlob geachtet! dei dankbar überschritten. Wie nes Vaters heilgen Willen hoch sind sie vor Gott ge mit Gehorsam zu erfüllen, schäßt! wer sie zu seinem und uns Heil und Trost zu Troste seßt, der wird, wenn geben, war der Zweck von er voll Traurigkeit sein deinem Leben. Thun bereut, mit Gnad und 7. Laß mich, Herr, mir selbst Heil von Gott erfreut. zum Segen, deinen Wandel 3. Hier muß ich auch vor oft erwägen: und die Lieb Angst undSchmerz oft bittre in deinem Herzen, mich er- Thránenweinen. Der Bos heit in seinem Leben auf Erden. 133 heit Anblick quàlt mein Ihránen weintest du zuGott, Herz; oft frånkt die Welt uns Sünder zu versöhnen. die Deinen. Bemächtiget Du strittest erst; dann gins dann meiner sich der Kum- gest du aus allem Streit in mer, o, so tröst ich mich: daß deine Ruh; dorthin erhebst du, mein Heiland, Jesu du einst auch mich; dann Christ, im Himmel bist und preis ich dich für deine Thrde húlfreich auf die Deinen nen ewiglich. siehst. Mel. Vater unfer im Himmelr. 4. Du siehst, Herr, meine Thránen an, und du hast 142. Kein Lehrer ist die Jesu gleich, an fie gezáhlet, wenn ich sie Weisheit und an Liebe reich, selbst nicht zählen kann, daß bist du sowohl durch Wort dir nicht eine fehlet. Sie als That der schwachen. bleiben immerdar vor dir, Menschen sichrer Rath. Es und neigen bald dein Herz freut mein Geist im Glauzu mir, daß es, da du oft ben sich, Herr Jesu, dein und gleiche Last erfahren hast, lobet dich. ben meinem Jammer Mitleid fast. 2. Du kamst zu uns von Gott gesandt, und machtest 55. Der Chrift, der hier uns den Weg bekannt, wie mit Thránen såt, zu Gott wir, befreyt von Sündens in Demuth stille, der erndtet, schuld, theilhaftig werden wenn er aufersteht, der Freu- seiner Huld. Auf ewig sey den reichste Fülle; er erndtet dir Dank und Ruhm, Herr, Freuden, welche man hier für dein Evangelium. nicht verstehn, noch nennen 3. Du sahest in der Gotts kann. Nach kurzem Leiden heit Licht, mit aufgeklärtem dieser Zeit folgt Herrlichkeit Angesicht, was, nach des den Frommen nach in Ewig- Höchsten weisem Rath, die feit. on Welt noch zu erwarten hat; 00 ihre 6. Du selbst erduldest du machtest selbst durch deiQual und Spott, eh Wonn nen Mund das künftige den und Preis dich krönen. Auch Menschen kund. I 3 4. Dies 134 Vom Verhalten und Geschäfte Jesu 4.Dies und die Wunder dei-| 8. Mein Heiland, send ner Hand sind uns ein gött- ihn auch zu mir, daß er mich lich Unterpfand, daß das, zu der Wahrheit führ, von was man von dir gehört, fen Eigendünkel mich befrey, Wahrheit, die uns Gott ges damit ich dir gehorsam sey; lehrt. Nie schwäche mir der bis mich bey dir in Ewigkeit Frevler Spott den Glauben ein helles Licht dereinst ers an dies Wort von Gott. freut. 5. Du lehrtest, Herr, durch Wort und That: man Mel. Wer nur den lieb. Gotti. trifft der reinsten Tugend 143. Wie göttlich find Pfad in deinem heilgen doch Leh Wandel an. Gieb, herr, daß ren! wie überzeuget seine ich auf dieser Bahn, gestärkt Macht; so bald wir von den von dir, mit steter Treu dir Thaten hören, die er auf nachzufolgen eifrig sey. Erden hat vollbracht: da 6. Du bist es, Herr, von stimmt ihn unser Glaube dem das Amt, das die Ber- bey, daß er der Welt Er föhnung predigt, stammt. löser sev. Du machst durch treuer Leh2. Die Herrlichkeit war rer Mund noch jeßt deinheil voller Gnaden, die man aus den Menschen kund. Beglet- seinen Zeichen sah. Er wirk te stets mit deiner Kraft ihr tenie zu jemands Schaden, Amt, damit es Nußen wie hier von Menschen oft schafft! geschah; er raffte auch den Sünder nicht durch Tod und Plagen vors Gericht. 7. Noch immer hilfft du deinem Wort in seinen Sie gen mächtig fort. Du sen- 3. Er schenkte das Ge dest, wie dein Mund ver- sicht den Blinden, den Laus heißt, noch immer deinen gu- ben gab er das Gehör, der ten Geist, der dem, der Aussah mußte vor ihm Wahrheit sucht und liebt, schwinden, derStumme fang zum Glauben Licht undKráf- ihm Dank und Ehr. Sein te giebt. Rit Kraftwort hieß die Lahmer gehn 32 in seinem Leben auf Erden. 135 gehn und selbst die Todten Mel. Herzliebster Jesu, was ic. auferstehn. 4. Er schalt des Satans 144. Still, niedrig, ohne rauschendes Legionen; die Legionen scheu- Gepränge, entfernt von dem ten ihn: so mußten sie die was sonst der Menschen Menschen schonen, und plöß- Menge groß glaubt: so wanlich in den Abgrund fliehn. delte der Herren Größter, Berief er seiner Engel der Menschen Bester. Schaar, so stellten sie sich 2. Nicht sich bedienen las dienstbar dar. fen, andern dienen wollter, 5. Sein Segen speiste der Herr, der uns zum Heil ganze Heere, da, wo es doch erschienen; freywillig wählte an Brod gebrach. Er gabler, statt Erdenfreuden, Ars Befehl an Wind und Mee- muth und Leiden. re: es ließ ihr Sturm gehor: 3. Doch groß war er ben sam nach. So sahe man, in aller äussern Blöße: groß allem Thun, auf ihm der durch die stille, ihm nur eigGottheit Fülle ruhn. ne, Größe; erhaben, groß, 6. Wir danken, Höchster, durch alles, was er dachte, deiner Stärke, die Jefum vor sprach und vollbrachte. der Welt verklärt; der durch 4. Unschuld und Wohlthun so große Wunderwerke, als war sein ganzes Leben, der dein Gesandter sich bewährt! Menschen Wohl geweyht, wir nehmen ihn im Glauben undGott ergeben; ganz Thàan, und sind ihm willig un- tigkeit, sein Werk und Gotterthan. tes Willen treu zu erfüllen. 7. Erfüll, o Herr, nur 5. Bon Gottes Kraft beunsre Herzen mit seiner Leh- lebte Lehren flossen von seiren Göttlichkeit, damit wir nem Munde, um ihn her ers nicht das Heil verscherzen, goffen sich Stróme von Holde das uns dein Sohn allein seligkeit und Gnade, auf jes verleiht: und schaffe, daß dem Pfade. ihm unfre Treu bis in den 6. Ihr Müden( sprach er Tod beständig sey. leinst mit holden Blicken) S4 kommt, 136 Vom Leiden und Tode su. kommt, folget mir; und ich Schmerz und Seuchen so will euch erquicken: wer mein gleich entweichen. Wort hört und glaubet, der wird leben, ja ewig leben! 11. Er sprach: und Heiz lung und Genesung kamen, 7. Untadelhaft, von kei- den schwer Bedruckten, Blinner Sund entweyhet sprach den, Zauben, Lahmen. Sein er: wer ist, der mich nur Wort beseelte und belebte Einer zeihet? und zeihen wieder der Todten Glieder. konnten ihn die Tadler kei- 12. Wer hat jemals, wie ner, ihn auch nicht Einer. er, gelebt, gelehret? Werso 8.So unschuldsvoll, so ohne viel Licht und Heil der Welt alle Fehle, so war sein ganz gewähret? Wer hat je fol zer Wandel; seine Seele vor cher Thaten Ruhm erreichet, Gutt so heilig und so himm- der seinem gleichet? lisch reine, als nie noch keine. 13. Er wars, der uns zum 9. Auch Stralen seiner Heil erscheinen sollte, durch Gottheit ließ er leuchten. den unsGott begnadgen, sege Die Thaten, und die Wor- nen wollte. Ihn kennen und te, fie bezeugten, daß er verehren, macht auf ewig der Herzen Rath und innre beglückt und selig. Tiefe versteh und prüfe. 14. Dem großen Beyfpiel, 10. Was er nur sprach, das du uns gegeben, mit stand da zu seiner Ehre. Er möglichstem Gehorsam nachs sprach, und ihm gehorchten zuleben; das laß sich alle, Wind und Meere. Auf sein Herr, die dich hochschäßen, Wort mußten Tod, und zum Ziele sehen! Vom Leiden, Tode und Begräbniß Jesu Erweckung zur heilsamen Betrachtung derselben. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. 145. Herr, starke mich, der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen; uns zu erldsen. 2. Vereint mit Gott, ein dein Leiden zu Mensch, gleich uns auf Ers bedenken, mich in das Meer den; und bis zum Tod am Kreuz Vom Leiden und Tode Jesu. 137 Kreuz gehorsam werden; an sterwinden, Gott zu ergrúns unfrer Statt gemartert und den? zerschlagen; die Sünde tras gen; 8. Das Größt in Gott ist, Gnad und Lieb erweisen; 3. Welch wundervoll hoch- uns kommt es zu, sie des heiliges Geschäfte! sinn ich muthsvoll zu preisen; zu ihm nach, so zagen meine sehn, wie hoch, wenn Gott Kräfte, mein Herz erbebt, uns Gnad erzeiget, dieGnaich seh und ich empfinde den de steiget. Fluch der Sünde. 9. So sey denn ewig auch 4. Gott ist gerecht, ein von mir gepriesen für das Racher alles Bösen. Gott ist Erbarmen, das du mir ers die Lieb und läßt die Welt er- wiesen, da du mein Heiland, lösen. Dies kann mein Geist, auch für mich dein Leben damit Schrecken und Entzük hin gegeben. ken, am Kreuz erblicken. 10. Du liebtest mich; ich 5. Es schlägt den Stolz will dich wieder lieben, und und mein Verdienst darnie- stets mit Freuden deinen der; es stürzt mich tief und Willen üben. O gieb zu diees erhebt mich wieder; lehrt sem seligen Geschäfte, Herr, mich mein Glück, macht mich selbst mir Kräfte. aus Gottes Feinde, zu Gottes Freunde. Mel. Herzliebster Jesu zc. 146. Kommt her, ihr Christen, kommt, 6. Herr, mein Heil, an dessen Tod ich glaube! ich liege hier vor dir gebückt im laßt uns vonHerzen betrachStaube, verliere mich mit ten Christi Leiden, Pein und dankendem Gemüthe in deiz Schmerzen: er büßt für alle ne Güte. Sünden,( Sünder weine!) 7. Sie übersteigt die Er büßt alleine. menschlichen Gedanken: al- 2. Ach seht wie angst lein sollt ich darum im Glau- wird ihm von unsern Súnben wanken? Ich bin ein den! im Staube muß er Mensch; darf der sich un- sich am Delberg winden, daß 35 ihm 138 Vom Leiden und Tode Jesu. ihm der Todesschweiß, mit 8. Erward gegeißelt mit dem er ringet, blutig aus- geflochtnen Riemen; sein dringet. Rücken ward blutrünstig 3. Der Heiland fällt im voller Striemen; von sei Garten zu der Erden! ein nem Haupt, mit Dornen Engel muß des Trösters wund gestoßen, BlutstroTröster werden, es bringt die pfen flossen. Kreatur demHerrn der Wers 9. Voll Bluts ward er ke, dem Schöpfer Stárke. zum Schimpf umher gefüh 4. Was wir und Adam ret, mit einem Purpur nur hatten übertreten, dafür zum Spott gezieret, durch muß jetzt der Herr mit Zit- honisch Grüßen und Ver tern beten: es ist der Zorn, spein entehret, sein Schmerz der über uns entzündet, den vermehret. er empfindet. 10. Er ward verurtheilt 5. Aus Geiß verrieth und ans Kreuz gehenket mit ihn Judas seinen Feinden, Essig und mit Gallentrank und, gleich als Einer noch getránket, und mußte noch von seinen Freunden, gab am Kreuze, bis zum Scheis er der Schaar die Loosung den, Verspottung leiden. durch sein Grüßen, und falsches Küffen. 11. Das alles hast du, Herr, für uns gelitten; so 6. Die nun mit Schwerdt sauer uns ein ewig Glück und Waffen fertig stunden, erstritten! o mochten wir, die führten ihn zum Caiphas Erlöfte, dich doch preisen, gebunden, wo er um seine dir Dank erweisen! Lehre ward befraget und hart verklaget. 12. Nimm an den Dank, den Herz und Lippen fingen, 7. In dessen Munde nie bis du uns zu der Engel Betrug gefunden, ließ sich Chorwirft bringen; wo wir, von Sündern, welche um vollkommen in dem bessern ihn stunden, verklagen, schla- Leben, dein Lob erheben! gen, schimpfen und verhöhnen, mit Dornen krönen. 13. Hilf Jesu, daß wir Gott auch unsre Seelen, wie du Vom Leiden und Tode Jesu. 139 du gethan, an unserm End 5. Was liegt dir nun ob, befehlen, und selig einst auf mein Herz, dem dich danke deinen Tod und Leiden von bar zubeweisen, der sogar hinnen scheiden. durch Blut und Schmerz seiMel. Liebster Jesu, wir sind sc. ne Lieb an dir will preisen? 147. Meine Seel, er- Kannst du wol mit schwamuntre dich, chen Liedern ihm so große Jefu Liebe zu bedenken! auf Lieb erwiedern? sein Leiden müsse sich deine 6. Ach! ich kann ihn nimganze Undacht lenken. Ach, mermehr das geringste nur ermåg die große Treue und vergelten. Ich muß leider! dich deines Jesu freue! täglich sehr meine große 2. Steh! der wahre Got- Trägheit schelten. Oft hab' tes Sohn ist für dich ans ich ihn laugeliebet, oft durch Kreuz gehänget; fein Haupt Sünden gar betrübet. trägt die Dornenkron, sein 7. Was geschehen ist, das Schweiß ist mit Blut ver- foll ferner nicht von mir ges menget; er läßt sich für dich schehen! fest entschlossen, eiverwunden: wo ist größre fersvoll, einen andern Weg Liebe funden? zu gehen, will ich künftig Je3. Du, du solltest große su leben und mich ihm zum Pein ewig in der Hölle leiden Opfer geben! und von Gott verstoßen seyn, 8. Weicht, ihr Sünden, ewig fern von allen Freuden; weit von mir, euch darf ich aber Jesus trägt die Sún- nun nicht mehr leiden! liebt den, daß du könntest Gnade ich euch; so würdet ihr mich finden. von meinem Heiland scheis 4. Durch sein Leiden wird den, ohne welchen ist kein Lez gestillt des gerechten Gottes ben, keine Gnade, kein Vers Rache. Er hat das Geset geben. 9. Dir, mein Jeſu, dir, Sache, Sünde, Teufel, Tod mein Heil, dir will ich mich erfüllt, gut gemacht die böse bezwungen und den Himmel dir errungen. ganz verschreiben, daß ich dir, mein bestes Theil, ewig will ges 140 Vom Leiden und Tode Jesu. getreu verbleiben. Nichts: 14. Was für Lust und nicht leben, sterben, leiden, soll Süßigkeit, welchen Frieden, mich, Jesu, von dir scheiden! was für Freuden, was für 10. Du, mein Jefu, sollst Ruhe nach dem Streit, was es seyn, auf den stets mein für Ehre bringt dein Leiden! Auge blicket. Wie du mein Ewig werd ich dich dann los so will ich dein, bleiben stets ben, wenn mich Gott zu sich und unverrücket. Was du erhoben. liebst, will ich auch lieben; und was dich, soll mich be trüben. 15. Táglich, táglich freu ich mich auf dies freudenvolle Leben. Heyland, dir sey 11. Was du willst, das Dank; durch dich wird es sen mein Will, dein Wort mir dereinst gegeben! laß, meines Herzens Spiegel: es gläubig zu behalten, deiwenn du schlägest, halt ich neKraft stets in mir walten. still. Dein Geist bleibt mein Mel. Ein Lämmlein geht und: c. Prand und Siegel, daß ich 148. Erforsch mich), soll den Himmel erben darHerr, erfahr auf kann ich frölich sterben. mein Herz, und prüfe meine 12. Nun so bleibt es fest Triebe. Ich denk an deines dabey: Jesus soll es seyn und Leidens Schmerz, an deine bleiben, dem ich lebe, deß ich große Liebe. Dein Kreuz sey sey; nichts soll mich von Je- mir gebenedent! welch Wunfu treiben. Du wirst Jesu der der Barmherzigkeit hast mich nicht lassen, ewig will du der Welt erwiesen! Wenn ich dich umfassen. hab ich dies genug bedacht, 13. Ift für uns schon und dich aus aller meiner jego hier solche Freud und macht genug dafür gepries Ruh zu finden, wenn im sen? Glauben wir mit dir uns 2. Rath, Kraft und Fries o Jeju, recht verbinden; defürst und Held! in Fleisch Schenkst du schon so viel und Blut gekleidet, wirst du auf Erden, was wird uns das Opfer für die Welt, und im Himmel werden! deine Seele leidet. Dein Freund, Vom Leiden und Tode Jesu. 141 erträgst Freund, der dich verråth, ist Gott von Herzen, nah: die Stunde des Ge- duSpott, Schmach und Gerichts ist da und Schrecken walt voll Krankheit und voll strdmen über. Du zagst, und Schmerzen. Wir sahn dich, fühlst der Höllen Weh: iste der Verheißung Ziel; doch möglich, Bater, o, so geh der da war nichts, das uns ges Kelch vor mir vorüber. fiel, und nicht Gestalt noch 3. Dein Schweiß wird Schöne. Vor dir, Herr, uns Blut; du ringst und zagst, sre Zuversicht, verbarg man und fällst zur Erde nieder; selbst das Angesicht; dich du, Sohn des Höchsten, schmähn des Bundes Söhne. kampfft, und wagst die erste 6. Ein Opfer nach dem Bitte wieder. Du fühlst, von ewgen Rath, belegt mit uns Gott gestärkt im Streit, die sern Plagen, um deines Vole Schrecken einer Ewigkeit, kes Missethat gemartert und undStrafen ohne Ende. Auf zerschlagen, gehst du den dich nimmst du der Menschen Weg zum Kreuzesstamm, Schuld, und gibst mit gött in Unschuld, stumm, gleich licher Geduld dich in der als ein Lamm, das man zur Sünder Hände. Schlachtbank führet. Frenz * 4. Du trägst der Misse- willig, als der Helden Held, thåter Lohn, und hatteft nie starbst du aus Liebe für die gefündigt; du der gerechte Welt den Tod, der uns geGottessohn! so wars vor- bühret. her verkündigt. Der Frechen Schaar begehrt dein Blut, 7. Duneigst dein Haupt: du duldest, göttlich groß, die es ist vollbracht. Du stirbst: Wuth, um Seelen zu erret- die Erd erschüttert. Die Are ten. Dein Mörder, Jesu, beit hab ich dir gemacht, war auch ich; denn Gott Herr, meine Seele zittert. warf aller Sünd auf dich, Was ist der Mensch, den du damit wir Frieden hätten. befreyt? Owar ich doch ganz 5. Erniedrigt bis zur Dankbarkeit! Herr, laß mich Knechtsgestalt, gehorsam Gnade finden; und deine Lief 142 Vom Leiden und Tode Jesu. Liebe bringe mich, daß ich le Sünden meiden: deinen dich wieder lieb, und dich nie Tod und sein Ursach fruchtfreuzige mit Sünden! barlich bedenken, dafür, wie8. Welch Warten einer wohl arm und schwach, dir ewgen Pein für die, die dich Dankopfer schenken. verachten; die, solcher Gnade werth zu seyn, nach keiingang und Willigkeit Jefu zu seinem Leiden. nem Glauben trachten! für die, die dein Verdienst ge- Mel. Herr Gott, der du 2. ſtehn, und dich durch ihre 150.& in Lamm geht und Sündendiener; Wer dich die Schuld der Welt und ihnicht liebt: kommt ins Gerer Kinder; es geht und buss richt. Wer nicht dein Wort set in Geduld, die Sünden hält, liebt dich nicht; warst aller Sünder. Es gehet hin du gleich sein Bersöhner. zur Marterbank, fühlt 9. Du haft gesagt, du Schmerz und Angst, wird wirst die Kraft zur Heiligung matt und krank, wählt Leis mir schenken. Dein Tod den statt der Freuden. Es ists, der mir Trost verschafft, duldet für uns Schmach und wenn mich die Sünden krån- Spott, Ungst, Wunden, ken. Laß mich im Eifer des Striemen, Kreuz und Tod, Gebets, Laß mich in Lieb und und sprach: ich wills gern Demuth stets vor dir erfun- leiden. den werden. Dein Heil sey 2. Das Lamm ist Jesus mir der Schirm in Noth, unser Freund, der Heiland mein Stab im Glück, mein unsrer Seelen; den Gott, Schild im Tod, mein letzter der aller Sünde feind, zum Trost auf Erden! Mittler wollen wählen. Du, Mel. Chriftus der uns selig 2c. sprach er, nimm dich derer 149. bilf, Christe an, die über sich im blinden Gottes Sohn, Wahn gebracht des Zornes durch dein bitter Leiden, daß Ruthen. Der Zorn ist schwer, wir, dir stets unterthan, al- die Strafe groß; doch du vera Vom Leiden und Tode Jesu. 143 vermagst es; mach sie los und wann mein Herz im Todurch Sterben und durch de bricht, sollst du mein LeBluten. ben bleiben. Du sollst mir 3.Ja, sprachst du, dies sen seyn mein höchster Ruhm; unser Bund: mich magst du ich will mich dir zum Eigenfür sie schlagen; mein Wol- thum auf immerdar verlen hängt an deinem Mund, schreiben. ich will die Sünde tragen. 6. Ich will von deiner Liebe, groß ist deine Freundlichkeit beyNacht und Macht, daß Gott, was nie Tage singen; dir will ich auch kein Mensch gedacht, den zu aller Zeit mich selbst zum eignen Sohn uns schenket! Opfer bringen; mein ganzes Olieb des Sohnes, du bist Leben soll nun dir, und deigroß, du hast ihn aus des nem Namen für und für, in Vaters Schooß hinab ins Dankbarkeit verfließen; wie Grab gesenket. großes du an mir gethan, 4. Er büßt für uns am das will ich stets, so tief ich Kreuzesstamm, damit wir kann, in mein Gedächtnis Gnade finden; er läßt sich schließen. schlachten, wie ein Lamm 7. Erwach, mein Geist, zum Opfer für die Sünden; um dich zu freun! du sollst für alle stirbt er! auch für gesegner werden mit Schämich ergießt hier seine Liebe ßen, die viel größer seyn, sich in Strömen seines Blu- als Schäße dieser Erden. tes. Otheures Lamm! was Nichts send ihr Güter dies soll ich dir dafür erweisen, ser Welt! was mir vor allen daß du mir erzeigest so viel dem gefällt, hat nun mein Gutes? Herz gefunden: mein Klei5. Im ganzen Leben will nod und mein bestes Gut ich dich aus meinem Sinn ist, Jesu, dein vergoßnes nicht lassen; dich will ich Blut, der Strom aus deistets, gleichwie du mich, mit nen Wunden. Liebesarmen fassen; du sollst 8. Das soll und will ich seyn meines Herzens Licht, mir zu Nuß zu allen Zeiten ma= 144. Vom Leiden und Tode Jesu. machen; im Streite soll es verklåret schaut, nun ewig seyn mein Schuß, ein Trieb anzubeten. zum steten Wachen; es soll Mel. Herzliebster Jesu, was ic. mich machen froh und still! 151. Wie grundlos sind und wenn mein Geist ermatdie Liefen deis ten will, so soll es ihn erner Liebe; wie treu, wie zárts quicken; es soll mir seyn ein lich, Jesu, deine Triebe! kein Trostesquell, die Nacht der Mutterherz gleicht deinem Sorgen machen hell, mich treuen Herzen, in deinen auch ins Kreuz zu schicken. Schmerzen. 9. Was schadet mir des 2. Was ist der Mensch, Todes Gift? dein Tod daß du sein so gedenkest? bringt mir das Leben; er daß du für ihn dich in das kann in allem, was mich Elend senkest? Was findest trifft, mir Rath und Stärke du an mir und an uns allen geben; erquicket mich in je- für Wohlgefallen. dem Schmerz, erfüllt mit 3. Berdient Verachtung reichem Troft mein Herz, göttlicher Geseße; verdient wenn schon der Leib erkran- Verschwendung unschäßbaket; schafft, daß, wenn hier rer Schäße; verdient ein auf diesem Meer auch Stúr- selbstgemachter böser Schas me brausen um mich her, de des Richters Gnade? mein Glaube doch nicht wanket. 4. Was zieht dich denn, Erldser, auf die Erde? Was 10. Wenn ich in jene Welt schadet dirs, wenn ich nicht gehein, nach überstandnem glücklich werde? Dir bleibet Leiden; so soll dies Blut der doch, wenn ich gleich Strafe Hauptschmuck seyn, mit dem leide, des Himmels Freude. ich mich will kleiden. Es soll 5. Verehrt beschämt den seyn meines Hauptes Kron, weisen Rath, ihr Christen, in welcher ich will vor dem den einzusehn die Engel Thron des höchsten Vaters selbst gelüften: bewundert treten; um dich, dem er mich doch in dem Erlösungswers anvertraut, da, wo man dich ke der Liebe Stärke! 6. Des Vom Leiden und Tode Jesu. 145 6. Des Höchsten Sohnler selbst macht den gerecht, büßt für die Menschenkinder, der an ihn gläubet, und in der Heiligste bezahlet für die ihm bleibet. Sünder, der Lebensfürst und 12. Zeugmich, erwürge aller Bosheit Rächer stirbt tes Lamm, zu deinem Kreus bey dem Schächer. ze, damit dein Tod die Ges 7. Kann dein Verstand le dring und reize, dich, den so hohe Gnadenzeichen, so Erwerber aller guten Gas große Wunder seiner Huld ben, recht lieb zu haben. erreichen? Thut er nicht 13. Dir, Jesu, leb ich; dir mehr, uns Sünder zu erhö- will ich auch sterben. Laß hen, als wir verstehen? den nur nicht, den du vers 8. Herr lehre selbst mich söhnt verderben. Ohilf mir deine Huld erkennen; im rechjeßt und in den letten Stun ten Glauben meinen Herrn den durch deine Wunden. dich nennen! Erbarme dich, und heile meinen Schaden, Mel. Christus der uns selig 2c. Quell aller Gnaden! 9. Ich bin verderbt vom 152. Mein Erlöser auch für mich Fuße bis zur Scheitel. Mein gingst du hin zum Leiden, Herz ist trokig, widerspen- und begabest willig dich ftig, eitel. Mein bestes Thun aller deiner Freuden. Du ist mangelhaft und sündlich; sahst Bande, Schmerz und ich fehle stündlich. Hohn, sahst den Tod von fere 10. Darum flieh ich zu ne: doch ertrugst du, Gots deinen Liebesarmen. Ich such tes Sohn, alle Leiden gerne. und bitte nichts, als dein Er- 2. Du entflohst nicht der barmen. Verstoß den nicht, Gefahr, die dir, Heiland, der seine Sünden hasset, und drohte; als die Stunde kome dich umfaffet. men war, gingst du froh zum 11. Was machst du, Tode. Willig übergabst du Feind, mir Christi Huld ver- dich in der Feinde Hände, dächtig? schweig, seine Kraft und bliebst unveränderlich ist ja imSchwachen mächtig; treu bis an das Ende. K 3. Lehe 146 Vom Leiden und Tode Jesu. 3. Lehre mich, wie du, sojin Banden, Lästerung, ja still, und geduldig leiden; Kreuz und Tod willig aus: wenn es einst dein Rath- gestanden. schluß will, sanft und selig 3. War es unsre Wür scheiden. Stärke mich, wenn digkeit? Nein, des Vaters icheinmal sterbend zu dir fle- Güte; Jesu, deine Freundhe, daß ich durch des Todes lichkeit, und dein treu Ge Thal ohne Schrecken gehe. muthe. Dies hat dich ans 4. Dank, o Jesu, Dank sey Kreuz gebracht, daß kein bir für dein schweres Leiden; Mensch verzagte, wenn der denn dadurch erwarbst du Sünden Meng und Macht mir deines Himmels Freu- das Gewissen nagte. den. Nunmehr weiß ich, daß 4. O du wundervoller im Tod ich nicht ewig sterbe; Rath, den man nie ergrün denn ich bin versöhnt mit det! odu liebesvolle That, Gott, bin des Himmels die man sonst nie findet! was Erbe. der Mensch der Erdenknecht gegen Gott verbrochen, wird an dir, der doch gerecht, uns zu gut gerochen. Mel. Christus der uns felig ic. efu meiner See 153.J le Licht, Ur- 5. Meine schwere Sún sprung meiner Freuden, meidenschuld hat dich so zerschla nes Herzens Zuversicht! gen, diese hast du mit Ge nimm dech für dein Leiden duld für mich abgetragen; meines Dankes Opfer an; Herr, für meine Missethat wenn mit schwacher Seele hast du dich verbürget; diese ich, was du an mir gethan, ist es, die dich hat an dem preife und erzähle. Kreuz erwürget. 2. Ich erwäg es oft und 6. AlleStrafe, die ich war viel, was dich doch gerrieben, auszustehn verbunden, lieget Sinder, ohne Maaß und auf dir, drückt dich schwer, Ziel, wie du thatst, zu lie- und durch deine Wunden wird ben; daß du für uns Anaft uns Fried und Heil gebracht und Noth, Schläg und Hohn Sollt uns nicht geziemen dein Vom Leiden und Tode Jesu. 147 deine starke Liebesmacht meinen Heiland, Freund und ewiglich zu rühmen? Hirt, Jesum, der erstanden. 7. Die erworbne Sicherheit laß nun mein Gewissen Mel, Wenn meineSünd michac. zwischen Angst und Tod und Streittraftiglich geniefen; 154.Den Kathjalug Rathschluß deiner Güte ach, stark du mit Trost mein Herr, foll mein Geist ere Herz: wirf, durch deine höhn. Olenke mein Gemüs Schmerzen, meine Schmer- the, ihn richtig zu verstehn! zen hinterwärts fern aus ich ehre deinen weisen Rath, meinem Herzen. der Jesum für uns Sünder 8. Laß, sobald mein Herz dahin gegeben hat. erschricht über seine Sünden, 2. Noch eh dein Wort die wenn auf dich mein Glaube Erde aus nichts hervorges blickt, mich, Herr, Gnade bracht, da hast du schon der finden. Jesu, sich, ich falle Erde zu ihrem Heil gedacht. dir mit wahrhafter Buße, Bon Ewigkeit hast du ihn und mit Besserungsbegier schon zum Opfer ausersehen, glaubenskühn zu Fuße. den eingebornen Sohn. 9. Nun weiß ich, worauf 3. Er kam zu uns hernies ich bau, und bey wem ich der in der erfüllten Zeit, ere bleibe, wessen Fürsprach ich warb für seine Brüder des vertrau und an wen ich glau- himmels Seligkeit. Was be. Jesu, du bist es allein, ihm sein Vater zugedacht, welcher mich beschirmer, das trug er mit Gehorsam, wenn der Lafter Schuld und bis er es ganz vollbracht. Pein mein Gemüth bestür- 4. Er wußte was zu tras gen ihm Gottes Rath ges met. 10. Ich will, weil ich einst bot; er sah die Last der mit dir werd im Himmel Plagen, sah seinen Kreuzes= erben, Herr in deinem Dien- tod. Doch floh er seine Leis ste hier leben und auch ster- den nicht, er ging dem Tod ben; bis mein Auge fehen entgegen mit Muth und Zus wird, nach den Todesbanden, versicht. 2 5. Dir 148 Vom Leiden und Tode Jesu. 5. Dir, Jesu, mein Er- hingesunken auf die Knie ars barmer, sey Dank für deine beitet er in schwerer Müh, Treu; durch dein Blut bin und kämpfet im Gebete. ich Armer von allen Stra- Er wünscht den schweren fen frey. Die längst dir zu- Kampf verkürzt. Wer sieht gemeßne Noth, dein Mitt- dies, und wird nicht bestürzt? lertod am Kreuze, hat mich schauervolle Stätte; verföhnt mit Gott. 3. Wie bist du, Gott, so 6.Laß mich bey meinen Pla- wunderbar in allen deinen gen Gott ehren durch Geduld, Werken! ein Engel muß vont fie so gelassen tragen, wie du Himmel gar den Herrn trugft meine Schuld. Sein des Himmels stärken? Er Weg sey mir hier wunder- ringt; von seinem Ungesicht bar; dort werd ich es erken- fließt Schweiß,( ach wer nen, wie selig er mir war. entsetzt sich nicht!) gleich Tropfen Bluts zur Erden! Der du in reinster Unschuld Leiden Jefu am Oelberge. Mel. Herr Gott, der du erforscheft 155. So gehst du, Je- prangst, wie konntest du von fu, williglich, solcher Angst o Herr, ergrife dein Leiden anzutreten; mit fen werden? heißen Thránen auch für 4. Ach Herr, dies Leiden mich zu kämpfen und zu be- sollte ich, der Sündenknecht, ten. Du, der du nichts ver- empfinden; so sollten alle brochen haft, gehst hin, um Sünder sich im Staube blus aller Sündenlast auf dich als tend winden. Ich Urmer, lein zu laden. Co groß die wie bestund ich da? vor Gots Last der Leiden war, so stellst tes Zorne müßt ich ja ohn du dich doch willig dar, das allen Trost versinken. Und mit sie uns nicht schaden. da kömmst du, daß du ihn 2. Du Held, der andern stillst, Sohn Gottes, du Starke giebt, was kann dich du selber willst den ganzen so erschüttern? Ach, seine Zornfelch trinken. Seele wird betrübt, deshelden Glieder zittern. Dort 5. Wohl mir! der Sohn des Höchsten hat für mich sich richs 149 Vom Leiden und Tode Jesu. richten lassen. Gott, welch schüttert, im Staube zittert. ein wundervoller Rath! Wer 3. Er, Jesus zittert, und kann dies Wunder fassen? fångt an zuzagen: ihn druks Ach, da unsFluch und Rache ten solche Lasten, solche drohn; darichtetGott für uns Plagen, daß ihm der große den Sohn, den er uns selbst Schmerz, mit dem er ringet, gegeben. Nun freudich, See- Blutschweiß abdringet! le, du kommst nicht in Gottes schreckliches Gericht, du dringst hindurch zum Leben. 6. Doch denk, um welchen hohen Preis er dir dein Heil erstritten: wie er für dich, im Staube windest! Todesschweiß, und an dem nen, wie Sünder, die sich nach Erbarmung sehnen: du sinkst und scheinst bey dieses Kelches Trinken ganz zu vers finken. 5. Du feufzeft, bebest, Kreuz gelitten! Ach, Seele, schwimmst in heißen Thras ringe, daß dich nie die Sünd in ihre Neße zieh, nichts deine Treu erschüttre! lockt dich die Welt, ach folge nicht! schau hin ins schwere Zorngericht, das Jesum traf; und zittre! 6. Angst, dergleichen Mel. Herzliebster Jefu, was: c. keiner je empfunden! in 156, Komm, Kind der Jesu Seele, was für tieNacht, das gern fe Wunden! jest muß er im Dunkeln wandelt, kühn Gottes Abschen an den Sünwider Gott und das Gewis- den als Mensch empfinden. fen handelt; kommt alle, die ihr noch das Finstre liebet, und Sünden übet! 4. Warum mußt du, s Jesu, doch so zagen? ach werermißt die Größe deiner Plagen? da du dich bey der Angst, die du empfindest, im 7. Seht hier das Leben mit dem Tode ringen; wer konnte sonst den ewigen Tod 2. Seht eine Nacht, in bezwingen? der Bürge fühwelcher tausend Schrecken let jest an unfrer Stelle die den Heiligsten mit Furcht Angst der Hölle. und Angst bedecken; worinn 8. Welch eine Glut brennt der Held der Helden, ganz er- ljeßt in seinem Herzen! er K 3 fleht 150 Vom Leiden und Tode Jesu. fleht zu Gott um Linderung 14. Dann kommt dir Jefeiner Schmerzen; doch auch su Schmerz und Lod zu im Schmerz bereit, des Ba- gute; Erquickung findst du ters Willen gern zu erfüllen! dann in seinem Blute; dann 9. Geht hier die Liebe wird dir seine Liebe, schon auf bluten, flehen, flagen; nun Erden, dein Himmel werden. dürfen Sünder ewig nicht verzagen. Dies Blut ift aller Leiden Jesu über seine Junger. Welt zum Heil gefloffen; Mel. Es ist gewißlich an der zc. auch mir vergessen! 157.Wielebreich, Je 10. Nun könnenSünder su, ist dein im Gericht bestehen; da kerz! werkann es gnug ers Christi Blut und Tod um/ messen? du konntest bey dem Gnade fleben. Gott öffnet größten Schmerz die Deinen nun, um seines Sohnes we nicht vergessen. Mit großer gen, die Hand zum Segen. Nachsicht, mit Geduld ers 11. DochSünder, der du trugst du deiner Freunde böse Früchte trageft, und kei- Schuld und ihres Fleisches men Trieb zu beffern Früch- Trägheit. ten hegeft, bedenke; welch 2. Du littft im göttlichen ein Fluch wird schon auf Gericht die Strafen deiner Erden und dort dir werden? Brüder; dich drückt der leis 12. Muß Jefus im Ges den schwer Gewicht bis zu richte so erzistern: Mensch, der Erde nieder; du zagreft, welche Donner werden dich kämpftest mit dem Tod: und erschüttern, wenn er zur ew: niemand wollte deine Noth gen Pein, die ihn verschmä- durch sanften Trost verfüßen. hen, heißt von sich gehen! 3. Selbst deiner Freun 13. Erschrick einmal, und de tråges Herz vermehrte finke bis zum Staube; denn deinen Kummer: bey deiner in zerschlagnen Herzen wächst Seele größtem Schmerz der Glaube; der Glaube, der ruhn sie in tiefem Schlums die Sünden ernstlich scheuet, mer. Sie schwaren dir ges beweint, bereuet. treu zu seyn: und nun in deia Vom Leiden und Tode Jesu. 151 deiner großen Pein will kei- zuziehen; verlassen dich, und ner dich erquicken. fliehen. 4. Und dennoch, Jesu, 3. Der kühn sein Schwerdt bleibst du treu, und liebest gezückt, dein Petrus selbst erdiese Schwachen. Mitleidigsschrickt. Er flieht, eh Bande eilest du herbey, sie wieder drohen; schämt sich, daß er stark zu machen. Du gehst geflohen, kehrt um, und eilt und duldest ueue Qual; du verwegen dem tiefern Fall kömmst und sprichst zum entgegen, drittenmal: o, wachet, meine Brüder! 4.Doch, Herr, dein Liebesmablick bringt ihn alsbald zu 5. Herr, deine Gnade stårk rück. Er fühlet fein Verbreauch mich, wenn ich aus chen, kann nun vor Schmerz Schwachheit fehle. Wie nicht sprechen, und weint nur kraftlos bin ich ohne dich! bittre Thränen, die sich nach wie tråg ist meine Seele! Gnade sehnen. Gieb, daß ich immer wachsam sey, und täglich dich mit größrer Treu bis an mein Ende liebe. Mel. Wo soll ich fliehen hin: c. 158. Mein Jefu, für 5. Er sucht und findet sie. Verzagt drum, Sünder, nie! kleinmüthge Zweifel, schweiget, vonSeelen- Angst erzeuget! so groß sind keine Sünden, siekönnenGnade finden. dein Herz welch 6. Daß der Verräther ein fo herber Schmerz! den doch, auch nach dem Frevel du weit mehrempfunden, als noch, um Gnad in Reu geStriemen, Schläge, Wun- flehet, nicht Gottes Huld den! Die kleine Zahl von verschmåhet! in des VerrathFreunden krånkt dich, gleich nen Wunden hätt er auch deinen Feinden. Heil gefunden. 2. Kaum naht sich diel 7. Doch sein Herz foltert Gefahr; so bebt der Jünger ihn. Der Marter zu ents Schaar. Die erst sich hoch fliehn erwählt er gleich den vermessen; eh fie der Treu Teufeln auf ewig zuverzweis vergaffen, den Tod auch vor- feln, zum schrecklichen Vers 84 der= 152 Vom Leiden und Tode Jesu. derben durch eigne Hand zuskannst du den nicht haffen, sterben. noch varlaffen, der dich in 8. O schreckliches Ge- wahrer Buß und Glauben richt! o Menschen, daß euch will umfassen. nicht des Satans List berük3. Mein Freund! fragst ke! Herr, store seine Tücke! du den falschen Feind: wars gieb Kraft aus deiner Höhe, um bist du gekommen? Du daß ich ihm widerstehe. zeigst ihm, als ein Seelen9. Trennt gleichwohl ein freund, wie leicht er aufges Versehen,( o mocht es nie genommen, von dir begnadigt schehen!) mich Jesu, von den werden sollt: im Fall er nun Deinen: laß mich mit Pe- mit Reue dich aufs neue im trus weinen, um Gnad in Glauben küffen wollt: o wel: Demuth beten, nie Judas che huld und Treue! Weg betreten. 159. Dies war 4. Un diese That erinnre Gefangennehmung Jesu, mich, wenn mir die Sünden Mel Jch ruf zu dir, HerrJefuzc. schmeicheln. Empfind ich ies war die Nacht falscher Zungen Stich, vers der Finsterniß, stellter Menschen Heucheln; die schwarzeste von allen; die so gieb mir Vorsicht und Ges Nacht, in der sich Jesus lieg duld. Ist niemand, wenn von Mördern überfallen. ich leide, mir zur Seite, so Sein Jünger, Judas, küffetssey durch deine Huld mir ihn, er läßt sich willig küf- Beystand, Trost und Freude. sen, treulos grüßen, gefeffelt] 5. Ich halte dich; gieb, führen bin, um unsre Schuld daß ich nie von dir, mein zu büßen. Heiland, weiche: bis ich nach 2. Sanftmuth, die den dieses Lebens Müh dich schau Sünder rrug, doch all- jin jenem Reiche, wo sich stets machtsvoll nicht minder der Treu und Wahrheit küßt, Frevler Schaar zu Boden wo nie die reinsten Freuden schlug, sey gnådig mir, dem von mir scheiden; wo mir Sünder! du duldest des dein Trost versüßt, was Verräthers Kuß; drum bitter war zu leiden. Mel. Vom Leiden und Tode Jesu. 153 Mel. Alle Menschen müssen 2c. schluß zu erfüllen, schonest 160. Jesu Christs durch du der frechen Schaar: dessen Wunden wehrst dem Schwerdte deines unser Schmerz geheilet wird! Freundes: heilst die Wunde Sündern gleich wirst du ge- deines Feindes; nimmst die bunden hin vor das Gericht Bande willig an, die dein geführt! Frevler wagens Arm abwehren kann! dich zu binden, leicht kannst 5. Dank sey dir für diese du sie überwinden, doch du Güte! zeige nun auch deine giebst mit stillem Sinn dich Treu, und befreye mein Ges in ihre Hände hin. müthe von der Sünden 2. Mehr als zwölf der Sclaverey: daß die Welt Legionen, die um deines Ba- mich nicht bestricke, bose Luft ters Thron, seines Winks zu mich nie berücke, des Versus warten, wohnen, stehn be chers Arglist nie, mich in reit, o Menschensohn, dich mein Verderben zieh. von Banden zu befreyen, und die Frevler zu zerstreuen: doch wie viel ihr Grimm verbricht; winkst du doch den Engeln nicht. 6. Laß, in meinen Lebensz tagen, den durch dich erlösten Geist, niemals andre Bande tragen, als die du ihn tra= 3. Deine Macht dich selbst gen heißt! wehre du der zu rächen, ließ ein einzig Sünden Triebe! Bande deiWort schon sehn. Doch du ner Furcht und liebe lege wolltst der Wuth der Frechen meinem Willen an, daß ich nicht mit Allmacht widers dir nachwandeln kann! stehn. Alle, hátt es dir ge- 7.Sollt ich auch die Pflicht fallen, müßten dir zu Fuße erfüllen, hått es so dein Rath fallen; doch du übft statt gewollt, daß ich um der Rache Huld, nimmst die Fes- Wahrheit willen Echmach feln mit Geduld. und Marter dulden sollt! 4. Starker Held, um unsach! so laß mich auch in Bans sertwillen reichst du deine den, in Verfolgung, Schmach Hánde dar; Gottes Rath- JundSchanden, ja in aller Tos deß 154 Vom Leiden und Tode Jesu. despein standhaft und ge- gehört; hier wird durch Lås Laffen feyn. 755 terungen der Heiligste ents ehrt; hier wird das Recht gebeuget, entweyht das Richteramt; hier, wo die Falsch 161. Der Herrſcher als beit zeuget, die Unschuld Lande muß doch verdammt. Jesus vor dem Gericht der jüdischen tration. Mel O Haupt voll Blut und ic zum Gerichte gehn. Was 5. Entweyht ist zwar die lassen seine Bande uns nicht Stätte, entheiligt dies Ges für Wunder sehn; er, Jesus richt, in dem man Jefum der Gerechte, der Richter al- schmähte; doch seineUnschuld ler Welt, wird dort vor sei nicht. Er schweigt: es macht ne Knechte gebunden hinge- sein Schweigen, und selbst stellt. der Lügner Mund, die wider 2. Froh eilen sie, die Fre- ihn hier zeugen, schon seine chen, die ihn schon längst ge- Unschuld kund. haßt, das Urtheil ihm zuj 6.D würde nie mit Råne sprechen, ihr Rath ist schon ken der Ungerechtigkeit, die gefaßt: die Unschuld zu ver- Recht und Unschuld kråne dammen, beschließt der has ten, ein Richterstuhl ents ser Wuth, und ihrer Rach- weyht! entweyht an keinem fucht Flammen zu sättigen Orte die Wahrheit und das mit Blut. Recht, daß nie durch Läster3. Die Unschuld seiner worte die Unschuld leiden Lehren, wem war sie unbe möcht! wußt? wer wars, der ihn 7. Lehrmich, Herr, wo mehr ehren, wer, der ihnlich schweigen und wo ich reschüßen must? wem waren den muß; mein Schweiger dies sonst Pflichten, als der und mein Beugen erwecke ni nen, die ihr Stand, ein recht Verdruß: laß meinen Muni Gericht zu richten, aufs hei- nie trügen, mach mich von ligste verband? Falschheit frey, daß ich ei 4. Doch hier wird falscher Feind der Lügen, der Wahr Bungen Berläumdung gern heit Freund stets sey. 8. La Bom Leiden und Tode Jesu. 155 8. Laß mich nie wieder zu schmáhn; diese ließen eitschelten, wenn ich gescholten le Fragen nur zum Spott werd! nie Haß mit Haß ver- an dich ergehn; jene wüthegelten, wie du mich haft ge- ren und drohten; diese lalehrt! Ich will das Böse mei- schen dein und spotten; beyden, und muß ich, ohne de krånken dich mit Qual, Schuld, doch Schmach und Schmach und Leiden ohne Unrecht leiden; so tröst mich Zahl. deine Huld. 4. Menschen, die dich so entehren, trägst du gleichwohl mit Geduld: suchst sie liebreich zu belehren; zeigst: Mel. Alle Menschen müssenic. du leidest ohne Schuld; sa162.Wer kann alle Lei- gest frey: du seyft ein Köden zählen! nig. Doch sey Fürsten Macht wer mißt jener Qualen Laft, zu wenig gegen deine, denn die du, Retter unsrer See- dein Reich sey den irdischen len, für uns übernommen nicht gleich. haft! Feinde, die dir Tod 5. Ja, du scheuest kein bereiten, drohen dir von Gerichte, bist zur Untwort allen Seiten, jede Ståtte, stets bereit; an dir strahlt jeder Tritt, ist zu nenem im reinsten Lichte unschuldsSchmerz ein Schritt. volle Heiligkeit. Der, bey 22. Deines Voltes Haup- dem man dich anklager, tritt ter streben rachevoll nach freymüthig auf und saget, deinem Blut; deines Volkes bey der Klåger Ungestüm: -Häupter geben, angeflammt ich find keine Schnld an ihm. 1 von blinder Wuth, dich als 6. Du wirst ohne Schuld 2 einen Miffethåter, Gottes- befunden; doch der Haffer 5. låstrer und Verråther, in Grausamkeit nicht entriffen, dem Haß, von dem sie glühn, in der Heyden Hände hin. nicht von Wunden, nicht von Schmach und Tod befreyt! 3. Jene fuhren fort, mit fort gemartert, fort gehöhKlagen dich zu lästern und net, mit dem Dornenkranz ges 3 Jesus vor dem römischen Gerichte. 156 Vom Leiden und Tode Jesu. gekrönet, und bestimmt durch verhöhnet, mit Effig und diesen Spott zu der Misse- mit Gallentrank getránket, thåter Lod. ans Kreuz gehenket. 7.Der du Marter, Angst 3. Was ist die Ursach dies und Plagen willig ohne allefser deiner Plagen? Ach, unSchuld so geduldig haft er- fre Sünden haben dich ges tragen; Dank sey dir für die schlagen! wir, großer Mitte se huld! führe du nun mei- ler, haben das verschuldet, ne Sache im Gerichte Got- was du erduldet! tes, mache mich, den schul- 4. Wie wunderbarlich ist denvollen Knecht, Jesu, doch diese Strafe! der gus durch dein Blut gerecht. te irte leidet für die 8. Dir, den jene Frevler Schafe; die Schuld bezahlt schmähten, dir gebührer der Mittler, der Gerechte, Preis und Ruhm; schüß für seine Knechte. uns, die wir dich anbeten, 5. Der Fromme stirbt, schüße uns dein Eigenthum. der recht und richtig wan Dich verehren wir als Kd- delt; der Böse lebt, der wis nig: gieb, daß ich dir unter der Gott mißhandelt. Die thänig und mit unverleßter Strafe, der der Schuldige Treu deines Reiches Bür. entgangen, hat ihn umfans ger sev. gen. Jefu Verurtheilung. In bekannter Melodie. 6. Ach, unfre Seele war befleckt mit Sünden, an uns 163. Herzliebster Jefu. Verbrechern war nichts du haft nichts Guts zu finden; das hätten verbrochen, doch wird das wir, von Gott verworfen, Todes Urtheil dir gespro- müssen auf ewig bussen. chen, als wenn du in die 7. O große Liebe, niemals größten Missethaten wärest auszusprechen! du willst, an gerathen. dir soll es der Höchste rå2. Du wirst gegeißelt und chen! wir lebten sicher in den zur Schmach gekrdnet; ins Gundenfreuden, und du Angesicht geschlagen und willst leiden! 8. Ach, Vom Leiden und Tode Jesu. 157 8. Ach Mittler, der für noch Plagen: mich wird auch uns dahin gegeben, mit wel- Spott, Verfolgung, Lodund chem Lobe soll man dich er- leiden nie von dir scheiden. heben? Kein Sterblicher 14. Dies alles ist zwar vermag es auszudenken, schlecht und sehr geringe, was was dir zu schenken! ich dir jeßt für deine Liebe 9. Ich kanns mit meinen bringe; doch wird dein Auge Sinnen nicht erreichen, wo- huldreich mich ansehen, nicht mit doch dein Erbarmen zu ganz verschmähen. vergleichen: noch weniger 15. Wenn, o Herr Jesu! was wir verschuldet hat- dort vor deinem Throne auf ten, dir je erstatten. meinem Haupte steht die Eh 10. Doch willst du das renkrone, da werd ich dir ein für thatgen Dank anneh besser Opfer bringen, stets men; wenn wir die sündli- Dank dir singen. chen Begierden zähmen, dass mit sie nicht das Herz aufs Jesu ingang zum Gol neu entzünden zu alten Sünden. gatha. Mel. Wernur denlieben Gottic. 11. Weil aber dies nicht 164. Auf, Seele, nimm steht in eignen Kräften, fest des Glaubens die Begierden an das Kreuz Flügel, und eile mit nach zu heften; so gieb uns dei- Golgatha! dein Jesus geht nen Geist, der uns regie- zum Todeshügel, und pflanre, zum Guten führe. zet deine Wohlfarth da. Er 12. Dann werde ich, Herr geht für dich zum sterben hin, dein Verdienst betrachten, komm, Seele, und begleis gerührt von Lieb und Dank te ihn. nur darauf achten, wie ich 2. Jhn drücket schwer die im Thun und Leiden, deinen Kreuzesbürde; noch schwe= Willen stets móg erfüllen.[ rer meine Missethat, die er, 13. Ich werde dir zu Eh- daß ich verföhnet würde, zu ren alles wagen, kein Kreuz tragen übernommen hat. nicht scheuen, keine Schmach, Erwache, Seele, werd erweicht, Vom Leiden und Tode Jesu. 158 weicht, da Jesum deine Last so beugt. 3. Betrübte Bahn, Bahn 165.Der am Kreuz ist voller Schmerzen, wo Jesus meine Liebe: blutend, wankend, matt, für meine Lieb ist Jesus Christ. uns, mit liebevollem Her- Weicht ihr schnöden Sün zen, des Kreuzes Last getra- dentriebe, alles fern, was gen hat. Du Gottes Lamm, eitel ift. Mich irrt nicht, daß für diese Pein kann ich dir dieser Welt nur das Eitle nie gnug dankbar ſeyn. wohlgefällt; meine Lieb ist 4. Fürwahr! du trågest der Erwürgte, der für mich unfre Plagen, um uns das beym Richter bürgte. Leben zu verleihn'; du läsfest 2. Der am Kreuz ist meis dich, als Bürge, schlagen, ne Liebe; Welt, was wunum uns, die Schuldner, zu derts dich, daß ich Jefum befreyn; du bist es, der uns über alles liebe? Er, er blus Glück ertheilt, und uns durch tete für mich. Dürstend, seine Wunden heilt. bleich, zum Fluch gemacht, 5. Laß deinen Weg zur hing er in des Todes Nacht. Schedelstätte mir stets, und Meine Wonn ist der Er dann auch tröstlich seyn, würgte, der für mich beym wenn ich des Todes Weg be- Richter bürgte. trete! dann flöße mir dies 3. Der am Kreuz ist mei Wort noch ein: daß ich durch ne Liebe; dir, o Sünde, sterb deine Sterbensbahn den ich ab. Weh mir, wenn ich Weg zum Leben finden kann. den betrübe, der für mich 6. Euch fliehe ich, ihr eit- sein Leben gab. Kreuzigt id lenGånge, worauf der Sün- nicht Gottes Sohn? trat id der thöricht lacht! soll ich mit nicht sein Blut mit Hohn? Jesu durch Gedränge der ach! mein Schuß sey der Trubsal und der Todesnacht, Erwürgte, der für mich ich so folg ich gern und weiß, als beym Richter bürgte. Christ, daß dies der Weg 4. Der am Kreuz ist meine aum Leben ist. Jefus am Kreuze. Mel. Werde munter mein Gem. 10. liebe; nun, Gewissen, habe Ru Vom Leiden und Tode Jesu. 159 Ruh. Uch, was zeigt für hei- der låffet sich beschweren mit Be Triebe Gottes Herz! was Banden, Schlägen, Hohn zagest du? stille dich; denn und Spott. Jesu Blut macht die böse 2. Zritt her, und schau Sache gut: drum dein Trost mit Fleiße: mit Blut und fey der Erwürgte, der für Todesschweiße ist ganz sein mich beym Richter bürgte. Leib bedeckt; unnennbar gros 65. Der am Kreuz ist meisse Schmerzen fühlt er in ne Liebe, der allein mir Heilseinem Herzen, da er des gewährt. Wenn ich ihm Lodes Bittre schmeckt. nicht treu verbliebe; war 3. Wer hat dich so ges ich da des Lebens werth? schlagen? woher doch diese nein! mich trennt von ihm Plagen, dies schwere Strafz kein Draun, keine Schmach, gericht? du bist ja nicht ein Gefahr noch Pein: denn mein Günder, wie wir und unfre Fels ist der Erwürgte, der Kinder; von Missethaten für mich beym Richter weißt du nicht. búrgte.d 4 Ich, ich und meine 6. Der am Kreuz ist mei- Sünden, die sich so zahllos ne Liebe, und mein allerbe- finden, als wie der Sand ster Freund. Wenn ich wie am Meer: die haben dir erein Staub zerstiebe, bleib ich reget das Elend, das dich doch mit ihm vereint: dann schläget, dies ganze schwere genieß ich ganz fein Heil. Marterheer. Meiner Seele Licht und 5. Jch bins, ich sollte bus Theil bleibet ewig der Er- ßen in ewgen Finsternissen, würgte, der für mich beym was nun dein Tod verfühnt. Richter bürgte. Was du in deinen Banden Mel. Nun ruhen aller Wålderic. an Martern ausgestanden, Welt sich hier das alles, Herr, hab ich vers 166 dein Leben am dient. Stamm des Kreuzes schweben! dein Heil sinkt in den Tod. Den alle Engel ehren, 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken, mich davon zu bes freyn: 160 Vom Leiden und Tode Jesu. freyn: du wirst ein Fluch, len mir unterrichtend sey; dagegen erwirbst du mir den es soll mir seyn ein Spiegel Segen: dein Schmerz muß der Unschuld, und ein Sies mir ein Labsal seyn. gel der Lieb und unverfälsche 7. Du stellest dich zum ten Treu. Bürgen, du läsfest dich er- 12. Wie heftig unfre würgen, für mich und mei- Sünden den heilgen Gott ne Schuld; für mich läßt du entzünden; wie Rach und dich krdnen mit Dornen, die Eifer gehn; wie tödtend dich höhnen, und leidest al- seine Ruthen, und seines les mit Geduld. Eifers Fluthen, will ich aus 8. Du gehst auch meinet- diesem Leiden sehn. wegen der Todesnacht ent- 13. Dein Bild soll mich gegen, mit großem Helden- anführen, wie ich mein muth: du stirbst, daß ich Herz soll zieren mit stillem nicht sterbe, noch ewiglich sanftem Muth; wie ich verderbe; und alles thust du soll Menschen lieben, wenn mir zu gut. fie mich auch betrüben mit 9. Dir leb ich höchst ver- Werken, so die Bosheit bunden, mein Heil, zu allen Stunden: ich bin dein Eigen- 14. Wenn böse Zungen thum. Was Leib und Seel stechen, und lieblos von mir vermögen, will ich auf allen sprechen, will ich nicht rás Wegen mit Sorgfalt thun, zu chen mich: das Unrecht will deinem Ruhm. ich dulden, dem Nächsten thut. 10. Kann ich gleich nicht seine Schulden verzeihen viel geben in diesem armen gern und williglich. Leben, will ich doch dieses 15. Ich will ans Kreuz nun thun; es soll dein Tod und schlagen mein Fleisch, und Leiden, bis Leib und See- dem entsagen, was dir, Herr, le scheiden, mir stets in mei- nicht gefällt. Was deine nem Herzen ruhn. Augen haffen, das will ich 11. Ich wills vor Augen fliehn und lassen, gefiel es stellen, daß es in allen Fäl- lauch der ganzen Welt. 16. Se Vom Leiden und Tode Jesu. 161 16. Geheiligt mit dem 4. Das was du, Herr, er: Blute, das dir, auch mir duldet, ist alles meine Last. zu Gute, am Kreuz ge- Ich habe das verschuldet, flossen zu, empfehle ich am was du getragen hast. Schau Ende den Geist in deinelher! hier steh ich Armer, der Hände, und gehe froh zur Zorn verdienet hat: von dir, ewgen Ruh. o mein Erbarmer, erfleh ich Trost und Rath. In bekannter Melodie. 167. Haupt voll 5. Erkenne mich mein Blut und Hüter: mein Hirte nimm Wunden, voll Schmerzen, mich an! wie viel, Quell al: Schmach undHohn! ohaupt ler Güter, hast du für mich zum Spott gebunden mit ei: gethan! daß ich des Hims ner Dornenkron! o Haupt, mels Gaben, schon hier zum sonst schön gekrönet mit höchfüssen Trost, dort völlig ster Ehr und Zier, jetzt aber möchte haben, wenn du höchst verhöhnet, Preis, mich nicht verstoßt. Lob und Dank sey dir! 6. Ich will hier bey dir 2. Du holdes Angesichte stehen; du, Herr, verwirfst deß, der sonst trägt und hält mich nicht! von dir will ich das große Weltgewichte, wie nicht gehen, wenn Herz und bist du so entstellt! wie bist Auge bricht; wenn du nun du so erbleichet, daß deiner wirft erblassen, dein Geist, Augen Licht, dem sonst kein von Banden los, entfliehn, Licht nicht gleichet, nun als will ich dich fassen in meinen ler Glanz gebricht! Urm und Schoos. 3+ Wie ist doch deiner 7. Es hat mir ewge Freus Wangen sonst anmuthsvolle den, Vergebung, Beßrungs: Pracht verfallen und ver- kraft, und Trost im Tod und gangen! des Todes finstre leiden dein Kreuzestod vers Nacht, die über dich gekom: schafft. Ach möcht ich einst men, hat alles hingerafft, mein Leben, von diesem Segen vom Leibe hingenommen hier durch dich beglückt, aufges nun alle Lebenskraft. ben; wie wohl geschåhe mir! 8.34 162 Vom Leiden und Tode Jesu. 8. Ich danke dir von Herz du gesprochen an dem Kreuz zen, o du, mein größter ze: laß mich es fruchtbars Freund, für deine Todes- lich erwägen: daß ich dessen schmerzen; wie gut hast du's nie vergeß, dazu schenk mir gemeint! ach, gieb, daß ich Segen. mich halte zu dir, mit aller 2. Herr, dein erstes Wort Treu, und bis ich einst erfalwar das: Bater, vergieb te, ganz nur der Deine sey. ihnen: weil sie selbst nicht 9. Wenn ich dann einst soll wißen, was sie an mir vet scheiden, so scheide nicht von dienen. Das spricht Got mir; wenn ich den Tod solltes Sohn zu Gott? das für leiden, so tritt du dann her seine Feinde? was wird für; wenn mir am allerbänger nicht in der Noth thun sten wird um das Herze seyn, für seine Freunde? so reiß mich aus den leng 3. Drauf der Schächer sten, Kraft deiner Angst und hört, der dir seinen Glauben Pein. winwiese: wahrlich, du wirst heut 10. Erscheine mir zum mit mir seyn im Paradiese. Schilde in meiner Todes Gieb, wenn ich nun nichts noth, und zeig dich mir im mehr kann in des Todes Bilde, in deinem Kreußes- Schmerzen, daß ich diese Tod. Da will ich mit Ent- Wort alsdann hör in mei zücken, da will ich glaubensenem Herzen. voll, nach dir mein Heiland 4. Weib, sagst du zur blicken. Wer so stirbt, der Mutter, sieh deinen Sohn stirbt wohl! hie stehen; zum Johannes: du fannst hie deine Mutter sehen. Auch dies dritte Wort macht froh, und läßt Trost Mel. Christus der uns selig 2c. erscheinen! wenn ich dent: 168, Laß mir alle Wo: du wirst auch so sorgen für die chen seyn, Jesu, Meinen. Die letzten Worte des ster: benden Erlösers. stille Wochen: daß ich oft 5. Biertens muß bei ab denk deiner Pein, deß, was ler Noth auch der Durst dich plagen, Vom Leiden und Tode Jesu. 163 plagen, da man dich, oDeinen; gieb des Schächers Mensch und Gott, hört: Trost im Tod: sorg auch für mich dürfter! klagen. Latoie Meinen; laß mich nie mich Armen doch in mir, aus deiner Acht, still den statt der vorgen Sünden, Le Durst der Seele, daß, ich, bensquelle, stets nach dir, wenn mein Lauf vollbracht, heilgen Durft empfinden. dir den Geist befehle. 6 Fünstens riefft dy, als die Last zunahm ohne maa Mel. Ein Låmlein geht und ze. Ben: mein Gott, mein Gott! 169.Begleite mich nach warum du mich so vers o lassen? Daß ich nie verlassen Christ, auf dessen Höhen die blieb, wurdest du verlassen: Welt die höchste Liebe sah, o der unerhörten Lieb! Wer sah, was sie nie gesehen! kann dieses fassen? komm, denke jenen Worten 7. Sechtens, als du nun nach, die sterbend dein Erld: mit Macht so weit durchge- ser sprach. Sie können dir brochen, hast du auch: es ist im Leben, und, betest du vollbracht! uns zum Trost Gort gläubig an, einst, wenn gesprochen? denn durch dich dich nichts mehr trösten kann, ist ganz und gar Gottes Zorn noch Trost im Tode geben. gestillet, weil, was zu voll: bringen war, du für uns er füllet. 2. Hör ihn, ben seinem größten Schmerz, für seine Feinde beten; und sich sein 8. Endlich schriest du laut sanftmuthvolles Herz noch am End: Vater, ich befehle sterbend sie vertreten! ,, vere meinen Geist in deine Händ! gieb, vergieb;( ruft er Gott damit schied die Seele. Wennfan) sie wissen nicht was sie mir auch der Tod zusehr, und gethan!" Muß, Mensch, mein Herz will brechen; so dich dies nicht rühren? Auf, laß mich dies Wort zuletzt ahme seinem Beyspiel nach: denken, wo nicht sprechen. laß mie Beleidigung und 9. Jesu, Tilger aller Schmach zur Rache dich vers Noth! bitt für mich, den führen! 12 3. Dein 164 Vom Leiden und Tode Jesu. 3. Dein zärtlich Herz, olbangen? Mein Herr und Herr, empfahl aus findlich Gott, verlaß mich nicht! du frommen Triebe die Mut oift, auch mir zur Zuversicht, ter, unter Schmerz und in deinen Tod gegangen. Quaal, dem Jünger deiner 6. Von allem, was ers Liebe. Uch, wenn auch einst quickt, entblößt, wünscht er, mein Auge weint, einst ster: der Herr der Erde, daß ihm, bend um die Meinen weint, der uns so theur erlöst, sein dann soll dies Wort mich tro: Durst gestillet werde. D sten. Du wirst auch Ihnen Mensch! noch itzt ruft er zu Trost verleihn, Ihr Beydir, aus tausend Armen nes stand, Helfer, Pfleger seyn, ben dir, die Noth und Mans auch Sie sind dein' Erlösten. gel drücket. O selig, wer 4. Wer glaubt der kommt den Ruf erfüllt! denn, wer nicht ins Gericht. O reuige den Durst des Armen stillt, Verbrecher! hört, was der hat Jesum selbst erquicket. Mund der Liebe spricht zu 7. Der Heiland spricht: dem gebeugten Schächer! ,, Es ist vollbracht!" Nun ,, du wirst noch heut mit mir endet sich sein Leiden. Es dich freun, mit mir im Pas nimmt dem Tode seine Macht radiese seyn!" So ruft erldies Wort des Siegs, der ihm entgegen. Herr, dies Freuden! Heil uns! wer gnadenreiche Wort schenk flagt uns nun noch an, da er mir einst an des Todes Pfort für uns genug gethan? wer Erquickung, Muth und Se kann von Gott uns scheiden? Gieb, daß an meinem Sterbe: 5. Als Jesus an dem tag, auch ich mit Freuden sa: Kreuze rief: Gott hast du gen mag: vollbracht ist nun mich verlassen?" wie beugt mein Leiden! gen. Ghosha ihn da sein Schmerz so tief! 8. Das letzte Wort aus wer kann die Leiden fassen, deinem Mund laß mir zum die er für unsre Sünden Trost gedeihen; mir noch in trug, da er, unschuldig, als meiner Todesstund, Herr, ein Fluch, verlassen da ge- Muth und Kraft verleihen. Du Vom Leiden und Tode Jefu. 165 Du rufest: ,, Vater ich be- fund danket ihm beweget. Er fehl in deine Hånde meine hat durch segnendes Gebet Seel!" Laß mich auch nicht auch uns ein ewig Heil ers verderben, der du den Mens fleht: er sagt auch uns, zu uns schen Heil erwarbft: du neig frer Ruh, Erbarmen und test sanft dein Haupt und Vergebung zu. Herr Jesu starbst: ach: laß mich auch Christ! gelobt senst du für so sterben! deinen Tod! Gott ist, durch dich, noch unser Gott! Fürbitte Jefu für seine Feinde. 3. Daß Gott mit Lang: Mel. Herzlich lieb hab ich dich muth und Geduld, auch selbst 170, Von Menschenlie ben sehr gebäufter Schuld, be ganz beseelt, oer Sünder dennoch schonet; flehst du, mein Heil, am daß er so liebreich ihrer Kreuz gequält, für freche denkt, und ihnen Frist zur Sünderrotten. Dir blutet Buße schenkt, eh nach Vers das bedrängte Herz, da dich dienst er lohnet; daß ich noch ben deinem großen Schmerz, fröhlich sagen kann: auch die Frevler noch verspotten. mich mich Sünder nimt Gott Du siehst, o Herr, mit sanf- lan; hast du durch deiner Fürs tem Blick, von ihnen weg, sprach Kraft, mein treuer auf den zurück, den diese Heiland, mir verschafft. O Schaar in dir entehrt; rufft, Jesu Christ! mein Herr und daß es Erd und Himmel Gott! mein Herr und Gott! hört: vergieb, o Gott, und vertritt du mich bis in den führe nicht sie ins Gericht; Tod. das, was sie thun, verstehn 4. Wird je mein Herz vom sie nicht. Troste leer, weil meiner 2. Erstaunend seh ich die Sünden furchtbar Heer aufs se Huld! wie mitleidsvoll neue mich erschrecket; o dann ist die Geduld, womit er versichre mich aufs neu: du Mörder tråget! Ihr, die ihr siehest mir als Mittler bey, euren Heiland ehrt, fühlt sei der meine Schuld bedecket. ner Großmuth hohen Werth, Mein Geift blickt glaubens 23 voll 166 Vom Leiden und Tode Jesu. voll auf dich, sen du mir nur deiner Fürsprach ewig freun. nicht fürchterlich; und schließt Herr Jesu Christ! wie selig sich meine Pilgrimschaft, so ist, wie selig ist der Mensch, stärke mich mit neuer Kraft. dem du ein Heiland bist. Herr Jesu Christ! Der letzte Vom Tode Jesu. Kampf werd mir verfüßt, Mel. Wer nur den lieben Gott wenn du mein Trost im To 171.Es ist vollbracht! de bist. so am Kreus 5. Den sanften liebesvol ze des sterbenden Erlösers len Sinn, daß ich ein Freune Mund. O Wort voll Trost der Feinde bin, flöß, Herr und Leben, reize zur Freude in meine Seele! gieb, daß bey meines Herzens Grund! das der Verfolgung Schmerz ich aroße Opfer ist geschehn, das dir des Feindes hartes Herz, Gott auch mir zum Heil ers und meine Sach empfehle. sehn. Besänftige mein reges Blut; 2. Mein Jesus stirbt: die und flammt des Zornes wil: Felfen beben; der Sonnen de Glut mein Herz zur Rach: Schein verlieret sich; in Tods begierde an, o so erinnrefte dringt ein neues Leben; mich daran, Herr Jesu der Heilgen Gråber öffnen Christ: wie du am Kreuzsich; der Vorhang reißt: die durch dein Gebet selbst dei Erde kracht; und die Vers nen Mördern Gnad erflebt. johnung ist vollbracht. 6. Mich tröste dein Ber: 3. Wie viel, o Herr, bast söhnungstod! es bilde mich du vollendet, als dir das dein Geist, mein Gott, daß Sperz im Tode brach! du ich dir ähnlich werde! o zeuch haft den Fluch hinweggewens mich, du erhöhter Held, zu det, der auf der Welt voll dir hinauf vom Dienst der Sünden lag. Für uns hast Welt, zum Himmel von der du genug gethan; und Gott Erde. Du bist das Haupt, nimmt uns nun gnädig all. wir folgen dir; zeuch die uns 4. Dankvolle Thränen, nach, se laufen wir, so wollen neht die Wangen! mein wir uns deiner Pein und Glaube sieht nun offenbar die Vom Leiden und Tode Jesu. 167 die Handschrift an dem Kreuke mich in solcher Noth, laß ze hangen, die wider meine mich den Trost auch sterbend Seele war. Er, den mitsschmecken, daß du besieget Gott zum Heil gemacht, rief hast den Tod. So sterb ich auch für mich: es ist voll- lauch, durch deine Macht, mit bracht. dem Triumph: Es ist volls 5. O Herr! laß mich nun bracht! auch vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt. Laß nach der Heiligung mich rin: Auf das Begräbniß Jesu. Mel. O Traurigkeit zc. gen, dazu dein Tod mir Kraft 172.2m Kreuz erblaßt, O stärke mich da Marterlast zu mit Macht, bis meine und Todesqualen müde, fin: Beßrung ganz vollbracht. det mein Erlöser erst in dem 6. Du littst so viel zu meis Grabe Friede. nem Leben: drum laß mich 2. Allmächtig rief er, der stets voll Eifer fenn, mich entschlief, den Todten; sie deinem Dienste zu ergeben, erstanden: so zerreift er mách: und keine Schmach dabey zustig auch seines Todes Ban: scheun. Dein Dienst, mein den. Heiland, sey mein Ruhm; 3. Ich werde einst, bis du denn ich bin ganz dein Ei- erscheinst, im stillen Grab genthum. auch liegen. Doch, o Herr, 7. Soll ich, ben dir ergebs bein Grab hilft mir auch nem Herzen, auch hier durch mein Grab besiegen. manche Trübsal gehn; und 4. Ich weiß, du wirst, mein hat mein Gott gehäufte Lebensfürst, wie dich, auch Schmerzen zu meiner Průmich erwecken. Sollte denn fung ausersehn: so laß auch mein gläubig Herz vor der mich den Trost erfreun: es Gruft erschrecken? fommt das Ende meiner 5. Nein! nichts verdirbt, Pein. selbst das, was stirbt, der 8. Ja, fühlt mein Herz keib wird auferstehen und des Todes Schrecken, so står- zum Himmelsglanz vers $ 4 klärt 01 168 Vom Leiden und Tode Jesu. flårt aus dem Grabe ge- Herzens werden, da du so viel ben. für uns, die wirs verschuls 6. So sink ins Grab, mein det, liebreich erdulder? Leib, hinab, ich will mich 5. Für welche du dein Les drum nicht krånken; nein! ben selbst gelassen, wie könnt ich will, Herr, mir zum Trost, sich sie, sie meine Brüder has an dein Grab gedenken. sen? Und nicht, wie du, wenn sie mich untertreten, für sie Vom Zweck und Gebrauch der noch beten? Leiden und des Todes Jesu. 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; Mel. Herzliebster Jesu, was zc. wenn man mich schilt, nicht 173. Laß deinen Geist rächend wieder schelten. Du, mich stets, mein Heiliger, du Herr und Hanpt Heiland, lehren, dein göttlich der Glieder, schaltst ja nicht Kreuz durch Zugend so zu wieder. ehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christ: lich übe. 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dies ist der Dank für deines Kreuzes 2. Nur Gutes thun und Schmerzen, Und Gott giebt jede Sünde meiden, Herr uns die Kraft in deinem diese Pflicht lehrt mich dein Namen, die nachzuahmen. heilig Leiden. Kann ich zu- 8. böchstes Glück! du gleich das Böse mir erlau- littest uns zu gute. Ich bin ben, und an dich glauben? versöhnt mit deinem theuren 3. Da du dich selbst für Blute. Du hast mir Gnad, mich dahin gegeben, wie da du für mich gestorben, könnt ich noch nach meinem vor Gott erworben. Willen leben, und nicht viel: 9. So bin ich denn schon se: mehr, weil ich dir angehöre, lig hier durch Glauben? So zu deiner Ehre? wird mir nichts, nichts jene 4. Ich sollte nicht, wann Krone rauben? So werd ich Leiden dieser Erden, wann dort, von Herrlichkeit umges Noth mich trifft, gelaßnen/ ben, einst ewig leben? 10, Ja, Vom Leiden und Tode Jesu. 169 10. Ja, wenn ich stets der Christ! so laß mich wohl be Tugend Pfad betrete, im denken, wie du gestorben Glauben kampf, im Glauben bist, und wie du meiner wach und bete; so ist mein Sünden taft, aus göttlichem Heil schon so gewiß erstrebet, Erbarmen, auf dich genoms als Jesus lebet! men hast. 12. Seh ich dein Kreuz den Klüglingen der Erden 11. Lockt böse Lust mein 2. O Liebe ohne Maaßen! Herz mit ihrem Reiße: so fürs fündliche Geschlecht hast schrecke mich die Lehre von du dich martern lassen, du, dem Kreuze, und laß ich Herr, für deinen Knecht! nach, zu üben gute Werke: Herr Jesu, du mein Herr und sen sie mir Stärke! Gott, hast dich, für uns Vers brecher, gegeben in den Tod. 3. Was kann die Schuld ein Nergerniß und eine Thor: nun schaden, wie groß sie im: heit werden: so seys doch mer sey! ben Gott bin ich in mir, Troß alles frechen Gnaden, und aller Strafen Spottes, die Weisheit frey; sie sind getilgt durch Gottes. Christi Blut und ich darf 13. Ach eile nicht, sie nach nicht mehr fürchten der Höl Verdienst zu strafen! erbar: len Quaal und Glut. me dich, wenn von den Süns 4. Drum sag ich dir von sclaven selbst einer, wel- Herzen jetzt und mein Leben: cher dich, o Herr, geschmåslang für deine Pein und het, um Guade flehet. Schmerzen, o Jesu, Lob und 14. Wenn endlich, Herr, Dank; für deine Noth und mich meine Sünden frånken: Angstgeschren, für dein uns so laß dein Kreuz mir wieder schuldig Sterben, für deine Ruhe schenken; dein Opfer: Lieb und Treu. tod sen, wenn den Tod ich leis 5. Herr laß dein bittres de, mir Ruh und Freude. Leiden mich reißen für und 174.Wenn mich diesfür, mit allem Ernst zu meis Sünden från den die sündliche Begier: ken, mein Heiland, Jesuslaß nie mir kommen aus £ 5 dem 170 Vom Leiden und Tode Jesu. dem Sinn, wie viel es dich arges ein, laß mich denken gekostet, daß ich erlöset bin. deiner Pein! laß mich deine 6. Mein Kreuz und mei- Angst und Schmerzen als ne Plagen( es sen auch dann nehmen wohl zuHerzen. Schmach und Spott) hilf 2. Reißt mich zu der Wol mir geduldig tragen! Ja luft Freuden mein verderbtes gieb, mein Herr und Gott, Fleisch und Blut, laß den daß ich verleugne diese Welt, Unblick deiner Leiden dams und folge dem Erempel, das pfen meiner Lüfte Glut. du mir vorgestellt. Drohet der Versucher mit, 7. Laß mich an andern so stell mir dein Vorbild für: üben, was du an mir ge: laß mich dir im Kampfe gleis than; und meinen Nächsten chen: standhaft bleiben und lieben; gern dienen jeder- nicht weichen. mann ohn Eigennuß und 3. Will mich diese Welt Heuchlerschein; wie du mir verführen, und auf ihre Seis Guts erwiesen, aus reiner te ziehn: so laß mich durch Lieb allein. dein Regieren, ihren Reihen 8. Laß daben deine Wuns bald entfliehn. Laß der Lei: den mich trösten: wenn auch den schwerekast, die du, Herr, ich in meinen leßten Stun getragen hast, immer stärker den mich ganz verlaß auf mich antreiben, treu in deis dich. Denn, wenn auf dein nem Dienst zu bleiben. Verdienst ich trau, so wirst 4. Laß mich alles, was du mich annehmen, daß ich mich krånket, überwinden dich ewig schau! durch die Kraft, die dem, der es recht bedenket, dein un Mel. Werde munter mein zc. schuldig Leiden schafft. Ru 175.Jefu, deine heilgenbe, Much und Freudigkeit Wunden, mir bis zur nen martervollen Tod, laß die du mir, o Herr, erworben, mir geben alle Stunden da du bist für mich gestorben. Kraft zur Zugend, Trost in 5. Laß auf deinen Tod Roth, Wenn mir fällt was mich trauen, Jesus, meine Zuvers Vom Leiden und Tode Jesu. 171 Zuversicht! er nimt weg des 3. Laß bey den Wunden, Todes Grauen und befreyet die du hast, für mich, dir las vom Gericht. In der Todessen schlagen, laß durch des angst laß mich dies erquik: Kreuzes schwere Last, die du ken, daß, durch dich, mir die für mich getragen, mich von Hoffnung sen gegeben: ein- der Strafe zu befrenn, mir zugehn ins beßre Leben! jalle Schuld vergeben seyn, 6. Jesu, deine heilgeWunslund Gnad für Recht erges den, deinen martervollen hen! Tod, laß mir geben alle 4. Denn du verließest deiz Stunden Kraft zur Tugend, nen Thron, bist in den Tod Trost in Noth; sonderlich gegangen; du littest Schläge, am letzten End, hilf, daß ich Schmach und Hohn, wurdst mich zu dir wend, Trost insan das Kreuz gehangen; deinen Wunden finde, und was war daben des Höchsten dann fröhlich überwinde! Rath? daß wir von unsrer Mel. Uch Gott vom Himmel zc. Missethat Erlösung finden 176, Herr Jesu, deine möchten. Angst und Pein, 5. Darum soll meine dein so gehäuftes Leiden, laß Dankbarkeit dir hier schon mir all; eit vor Augen seyn, stets lobsingen; und wenn du die Sünde zu vermeiden: mich nach dieser Zeit wirst laß mich an deine großelnäher zu dir bringen, so will Noth, an deinen martervol- lich da, Herr, noch vielmehr len Tod, beym Sündenreiß mit den Erlösten deine Ehr gedenken. erheben und dich loben. 2. Eaß deiner Seelen ban 6. Herr Jesu, deine Angst ge Quaal, die tiefgeschlagnen und Pein, und dein unschuls Wunden, die Angst und digkeiden laß mir einst Kraft Schmerzen allzumal, die du und Leben seyn, wenn ich von für mich empfunden, bey bd: hier werd scheiden. Ach, hilf, fer Lust mir fallen ein, und daß ich durch deinen Tod bes eine starke Warnung seyn siege meine letzte Noth, und vor weitern Missethaten. selig sterbe! Amen. Mel. 172 Vom Leiden und Tode Jesu. Mel.Jesu, deine heilge Wunden betreter Lauf; meine dir ges as für Leiden, weihte Brust, reinigen von Angst und Pla böser Lust, daß du mögest in gen, Jesu, was für große mir leben, und ich dir sey Noth hast du doch für mich ganz ergeben! 177.228 getragen hier im Staube 5. Theuer hast du mich bis zum Tod! o wie bitter erworben und erkaufet durch war der Schmerz, den dein dein Blut; du bist mir zu mitleidsvolles Herz, für uns gut gestorben, was man kaum Sünder hat erduldet, die wir für Freunde thut; du, uns Gott so tief verschuldet! schuldig und gerecht, hast, 2. Welchen Dank soll ich um mich, der Sünde Knecht erweisen dir für diese große zu erlösen, selbst dein Leben Huld? wie dich würdig tas in den Tod dahin gegeben. für preisen, daß du dich für 6. Nun so will ich nicht meine Schuld willig aufges verschweigen deiner großen opfert hast, meiner Sünden Thaten Ruhm, es mit Mund schwere last gern getragen, und That bezeugen, daß ich tief empfunden, bis du end, dir zum Eigenthum mich ers lich überwunden? geben ganz und gar. Gieb, 3. Ach! gieb, daß ich wer: daß es auch werde wahr, daß de innen, was der Sold dersich möge, dir ganz eigen, mit Sünden sey! lenke dadurch der That mich dankbar zei Herz und Sinnen zu recht gen. schaffuer Buß und Reu. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. Sünde racht und strafet 178. Sen bochgepries Gott an dem Mittler, mit sen, Herr, für dem Tod; laß mich solches deine Liebe! fie trang dich wohl betrachten, Sünden zu dem mitleidsvollen Tries nicht geringe achten. be, für eine Welt voll Sün: 4. Laß mich nur am Flet: der selbst dein Leben dahin zu sche leiden, und zu fündgen geben. hören auf; laß mich alles 2. Fürwahr, tu trugest Böse meiden, fliehn der Ule unsrer Sünden Schmerzen. Bo Vom Leiden und Tode Jesu. 173 Wo ist ein Herz gleich deinem 8. Nichts soll inich je von edlen Herzen? Du ließest un: deiner Liebe scheiden. Ich fre Schuld an dir bestrafen, bleibe dein, bis du mich dort une Heil zu schaffen. wirst weiden, wo deine Liebe 3. Laß dieses Heils auch mit verklärten Zungen stets mich theilhaftig werden! was wird besungen. hab ich sonst für sichern Trost Lamm Gottes auf Erden? was giebt mir 179.0 sonst wohl wahren Grund zur Stamm des Kreuzes ges unschuldig am Freude, wenn ich einst scheide? 4. Für mich, o Herr, bist schlachtet, allzeit gefunden du ja auch gestorben. Was geduldig, wiewohl du würdest du der Welt durch deinen verachtet. All Sünd hast duTod erworben, das hast dufgetragen, sonst müßten wir ja, von großer Treu geleitet, erzagen: erbarm dich unfer, o Jesu.. auch mir bereitet. 2. D lamin Gottes un 5. O stårke selbst mein Erbarm dich Herz in diesem Glauben, schuldig 2c. Kein banger Zweifel müffe unfer, o Jesu. ihn mir rauben! er müsse mich zum Fleiß in guten Werken beständig stärken. 3. D lamm Gottes uns schuldig zc. Gieb uns dein'n Frieden, o Jesu. 6. Sollt ich mich nun noch Mel. Christus der uns selig 2c. frevelhaft erfühnen, der 180.Mein Erlöfer! Sünde, die dich tódtete, zu Gottes Sohn, dienen? so wär ich ja, o Herr, der du für mich littest und nicht dein Erlöster: du nicht auch auf der Himmel Thron mein Tröster. jetzt noch für mich bittest! 7. Nein, dir allein, der welche Wohlthat ist für mich bu durch deine Wunden auf dein versöhnend Leiden. O ewig mich zu deinem Dienstwie preis ich würdig dich, verbunden; nur dir, mein Ursprung meiner Freuden! Heiland, sey mein ganzes Les 2. Unbegränzte Seligkeit ben zum Dienst ergeben.( war dir, Herr, gegeben; und di 174 Vom Leiden und Tode Jesu. du konntest ohne Leid, frohlner Pein mir zu statten kom: und glücklich leben. Aber, men! gieb mir Weisheit, gieb o der großen Huld, daß ich se: mir Kraft,( du haft sie in lig würde, übernahmst du in Händen,) was du mir zum Geduld harter Leiden Bürde. Heil verschafft, gläubig an: 3. Nun kann jede Mise zuwenden. that noch Vergebung finden; 7. Laß das Wort von deis denn du starbst, nach Gottes nem Kreuz mich mit Muth Rath, für die größten Sün: beleben, siegreich jedem Sün: den. Unsre Strafe trugest denreit hier zu widerstreben. du, uns, Herr, zu erretten, Treib mich mächtig dadurch daß wir im Gewissen Ruh, jan, mich vor Gott zu scheuen; mit Gott Friede, hätten. was ich unrecht je gethan, 4. Was uns Muth zur innig zu bereuen. Behrung schafft, was zur 8. Drückt mich meine Sün: Tugend leitet, dazu hast du dennoth, straft mich mein neue Kraft durch dein Kreuz Gewissen; o dann laß aus bereitet. Nicht vergebens deinem Tod mich den Trost darf ich nun mich um Kraft genießen, daß du auch für bewerben, Gottes Willen meine Schuld büßend bist noch zu thun, Sünden abzu: gestorben, und Vergebung, sterben. Gnad und Huld mir bey 5. Nun kann ich selbst Gott erworben. meinen Tod freudig kommen 9. Stärke mich durch dei sehen, und zu dir, du heil nen Tod auf die letzten Stuns ger Gott, ohne Schrecken ge: den. Wie du deine Todes: hen. Du, Herr, haft aus als noth siegreich überwunden: ler Noth, Rettung mir errun o so hilf dazu auch mir. Laß gen, und die Angst vor un: mich fröhlich scheiden! Herr, serm Tod durch dein Kreuz so dank ich ewig dir für dein bezwungen. bittres Leiden. 6. Herr, was bin ich, daß Mel. Herzlich thut mich? c. du mein dich so angenom. 181. Sag, der den e men? Frucht von dei Todes Vom Leiden und Tode Jesu. 175 Todes sterben sah, getödtet wie faffet mein Gemüthe ganz für unsSünder am Kreuz auf dieser Wohlthat Werth? Golgatha! wie zürnend auffkaß meines Herzens Triebe die Sünde zeigst du den Rich von dir geheiligt seyn, mich ter mir; doch auch der Liebe ewig deiner Liebe in deinem Gründe eröffnet Gott an dir!| Sohn zu freun? 2. Gott ist ein ernster Rå: 6. Wenn noch die Lust zu cher, ist heilig, ist gerecht. Sünden mich zu verführen Vor ihm schüßt die Verbre- droht, lehr mich sie überwins cher kein Ansehn, kein Ge- den durch Jesu Christi Tod! schlecht. Vom Himmel, dallehr mich die Sünde meiden, er wohnet, kömmt er einstweil er gestorben ist. Mir zum Gericht, verurtheilt und predige sein Leiden, Gott, wie verschonet verstockte Sün- gerecht du bist! der nicht. 7. Und deine Lieb erfülle 3. Der seinen Sohn, densmein Herz mit Dankbarkeit: Bürgen, für uns verwunden Gehorsam sen mein Wille, ließ, der seinen Sohn erwür: mein Thun Rechtschaffengen, am Kreuz erwürgen heit: fromm lehr mich seyn ließ, wird der nun einem mit Freuden, weil er gestors Knechte, der böse bleibt, ver: ben ist: mir predige sein Leis zeihn? könnt er so, der gerech: den, wie gütig, Gott, du bist! te, der ernste Richter seyn? 182.Run 4. Doch soll der Sünder Mel. Jefu meines Lebens Leben leben: erbarmungsvoller un ich danke die Gott! du kannst, du willst von Herzen, für vergeben durch deines Soh: die ausgestandne Noth, für nes Tod. Wenn wir die die Wunden, für die Schmerz Sünde haffen und gläubig zen; für den herben Kreuzess zu ihm fliehn, willst du diestod; für dein Zittern, für Schuld erlassen und gnädig dein Zagen, für so unerhörte seyn durch ihn. Plagen: Herr! für alle 5. O wundervolle Güte, deine Pein will ich ewig wie wirst du gnug verehrt? dankbar seyn! Von Von der Auferstehung Jefu. Von der Auferstehung Jesu. 183. Freue Mel. Jesus meine Zuversicht zc. deine Ketten? Hier ist Gott, reue dich! des der Hülfe schafft. Hier ist Herren Tag hat Jefus, der kann retten, wenn die Nacht der Furcht vertries gleich unser Fleisch und Bein ben. Christus, der im Grazjwird in Staub verwandelt be lag, ist im Tode nicht ge seyn. blieben. O wie hoch sind wir 6. Herr, dies glaub ich dir getröst! Jesus hat die Welt zum Ruhm, und mein Trost erlöst. ist nicht vergebens; denn ich 2. Er ist Gottes ewger bin dein Eigenthum, du der Sohn. Ewig sey er auch ge: Schöpfer meines Lebens. priesen! Seiner Feinde Hocherfreuet sing ich dir jetzt Schaar zum Hohn hat er und ewig Dank dafür. sichtbar es bewiesen. Er er: 184, Christ ist erstans den von der füllte durch die That, was er prophezeyet hat. Marter alle; deß sollen wir 3. Unsere Schulden sind alle froh seyn, Christ will zwar groß; doch wir dürfen unser Trost seyn. Kyrie, nicht verzagen; Gott läßtjeleison. unsern Bürgen los der fie 2. Wår er nicht erstan: büßend hat getragen. Jesus den, so war die Welt vers Seit daß er er: ist mit Preis gekrönt, und gangen. wir sind mit Gott versöhnt. standen ist, so lob'r wir 4. Sterben war der Sünden Herrn Jesum Christ. den Sold; nun ist Christus Kyriel, eleison. unser Leben, der für unsre 3. Halleluja, Halleluja, Schuld nicht Gold, nein, Halleluja, deß sollen wir alle sich selber hingegeben. Ersfroh seyn; Christ will unser hat aus des Grabes Nacht Trost seyn. Kyrie, eleison. neues Leben mitgebracht. In eigner Melodie. 5. Tod, wo ist nun deine 185, Cbrift lag in Tos Kraft? Grab, wo sind nunj für uns 176 Auf Ostern. 177 unsre Sünd gegeben, der ist 5. Hier ist das rechte wieder erstanden; und har Osterlamm, davon Gott hat uns bracht das Leben; deß geboten, das ist an des Kreuz wir sollen fröhlich seyn, zes Stamm in heißer Lieb Gott loben und dankbar gebraten: deß Blut bezeichseyn, und singen Hallelu- net unsre Thür, das hält der jah; Hallelujah! Glaub dem Tode für: der 2. Den Tod niemand Würg'r kann uns nicht rühzwingen kunt bey allen ren. Hallelujah! Menschenkindern; das! 6. So feyern wir das hos macht alles unsre Sünd, she Fest, mit Herzensfreud kein Unschuld war zu fin- jund Wonne, das uns der den: davon kam der Tod so Herr erscheinen läßt: Er ist bald, und nahm über uns selber die Sonne, der durch Gewalt, hielt uns in seinem seiner Gnaden Glanz erz Reich gefangen.Hallelujah! leuchtet unsre Herzen ganz, 3. Jesus Christus, Got- der Sünd'n Nacht ist vers tes Sohn, an unser statt ist gangen. Hallelujah! kommen, und hat die Sünde 7. Wir essen und leben abgethan, damit dem Tod wohl in rechten Osterfladen: genommen all sein Recht der alte Sauerteig nicht soll und sein Gewalt, da bleibet seyn bey dem Wort der Gnanichts denn Todsgestalt, den den: Christus will die Koste Stach'l hat er verloren. seyn, und speisen die Seel' Hallelujah! allein, der Glaub will keis 4. Es war ein wunderlines andern leben. Hallelus cher Krieg, da Tod und le- jah! ben rungen: das Leben be- Mel. Sey Lob und Ehr dem ic. hielt den Sieg, es hat den 186. Tod ach auf, mein Herz! die verschlungen. Die Schrift har verkündigt das, Nacht ist hin, die Sonn ist wie ein Tod den andern aufgegangen.Ermuntre deis fraß: ein Spott aus d'm nen Geist und Sin, den HeiTod ist worden. Hallelujah! land zu umfangen, der heute m durch 178 Von der Auferstehung Jeſu. durch des Todes Thür ge-| leget habe; so wirst du ſehn, brochen aus dem Grab her- daß Jesus Christ vom Tode für, der ganzen Welt zur auferstanden ist, und nicht Wonne. im Grab zu finden. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf, und such ein neues Leben! beschleunige zum Sieg den Lauf, und laß dein Herz sich heben gen Himmel, wo dein Hei- Leben und Gerechtigkeit ers land ist! such das, was dro- worben, und im harten ben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 6. Der für uns an des Kreuzes Stamm erhöht war und gebunden, für uns hinab zum Grabe kam, er hat nun überwunden; hat 3. Bergiß nun was auf Erden ist, und tracht nach dem, was droben. Zu deinem Mittler, Jesu Christ, sey stets dein Herz erhoben; hinauf zu jener besten Welt, die ewig bleibt, wenn diese fällt: wo du wirst Jesum schauen. 4. Drückt dich noch mancher Sorgenstein, dein Heiland wird ihn heben; wird dir mit Hülfe nahe seyn, Rath, Trost und Ruhe geben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn, und sorge nicht, er ist nicht fern; weil er ist auferstanden. 5. Geh aus und tritt im Geiste hin zu des Erlösers Grabe. Schau auf die State te wo man ihn zur Ruh geStreit, den Sieg davon ges tragen. 7.Drumsey nun muthig, wach und streit! da Jesus überwunden, wirst du auch überwinden weit durch ihn, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du aufstehst, und in ein neues Leben gehst, und Gott im Glauben dienest. 8. Laß dich nicht Sünde, Welt noch Tod verzagt und muthlos machen. Er, Jesus lebt, er hebt die Noth, er stårket selbst die Schwachen, stårkt seine Glieder in der Welt, ist Rath, und Kraft, und Sieg und Held: drum wirst du überwinden. 9. Herr, der du aus dem Tode bist, zum Leben auferstanden, befreyuns, Sieger, Jesus Christ, von Sünd und Todess Auf Ostern. 179 Todesbanden; daß wir zu Heiland liebet mich. Die sammen insgemein zum Freude, die mir ist bereit, neuen Leben gehen ein, das besteget alle Traurigkeit. du uns hast erworben. Halleluja! 10. Sep hochgelobt in 5. Für diesen Troft, siegs dieser Zeit von allen Gottes- reicher Held, Herr Jesu, kindern, und ewig in der dankt dir alle Welt. Dort Herrlichkeit von allenUleber- wollen wir auf beßre Weis windern, die überwunden erheben deinen Ruhm und durch dein Blut. Gieb uns, Preis. Halleluja! o Jesu, Kraft und Muth, Mel. Es ist das Heil uns 2c. daß wir auch überwinden. 188. Freywillig haft du Mel. Erschienen ist der 2c. dargebracht für 187 Lebt Christus, was uns, o Herr, dein Leben. Du bin ich betrübt? hattest es zu lassen Macht; ich weiß, wie herzlich er mich Macht, wieder dirs zu ges liebt. Und stürb auch alle ben. Und darum liebte dich Welt mir ab; gnug, daß ich dein Gott, weil du, gehors seine Freundschaft hab. sam bis zum Tod, dich haft Halleluja! für uns erniedrigt. 2. Er nåhrt, er schützt, 2.Du warst nur eine kleis er tröstet mich, sterb ich, so neZeit von deinem Gott vers nimmt er mich zu sich; wo er lassen, er frönte dich mit jetzt lebt, da komm ich hin; Herrlichkeit, die Sterbliche weil seines Leibes Glied ich nicht fassen. Dein Kreuz bin. Halleluja! daran man dich erhöht, vers 3. Durch seiner Auferste wandelt sich in Majeståt, hung Kraft vollend ich mei- denn du giengst aus dem ne Pilgerschaft. Durch ihn Grabe. bin ich mit Gott versöhnt, 3. Gehaßt in deiner Nies durch ihn mit Gnad und drigkeit, warst du das Ziel Heil gefrönt. Halleluja! des Sportes, und zeigtest 4. Mein Herz sey muthig, doch zu gleicher Zeit an dir freue dich! Gott und mein die Hoheit Gottes. Dein M 2 Kreuz 180 Von der Auferstehung Jesu. Kreuzschien zwar der Welt ist die Hofnung deines ein Graul; doch sterben für Knechts: in dieser will ich der Feinde Heil, dies ist die sterben. Wie du vom Tod höchste Tugend. erstanden bist, so werd auch 4. Dein Reich war nicht ich, Herr Jesu Christ, durch von dieser Welt, dein Ruhm dich einst auferstehen. nicht Menschenehre. UnDe- Mel. Du Friedensfürst ic. muth groß, an Lieb einheld, 189. Wie lieblich ist in Lehre; dein geduldig und von Sünden gruß! welch Glück verspricht rein, gehorsam, bis zum dein Mund, da du den groKreuze, seyn, dies war, ßen Friedensschluß, uns Herr, deine Größe. machst, o Jesu, kund. Weg 5. Du starbst am Kreuz; ist die Noth, weg ist der Tod, doch war dir ja die Kraft des du Lebens Wiederbringer. Herrn gegeben. Du schaff- 2. Nun ist des Höchsten teft, daß der Blinde sah; du Wort erfüllt, sey froh mein gabst den Todten Leben. Du ganzer Sinn! nun ist des sprachst; es schwiegen Wind Richters Zorn gestillt, nun und Meer; und selbst der ist die Furcht dahin. Mein bösen Geister Heer gehorch- Mittler hat, an meiner te deiner Stimme. Statt, die ganze Schuld bes zahlet. 6. Nun irren mich nicht Schmach und Spott, noch 3. Wie tröstlich ist der deines Kreuzes Schanden. Friede mir, der über die Verz Du bist mein Herr, du bist nunft, den Jesus uns ge mein Gott; denn du bist auf- bracht herfür, bey seiner erstanden. Du bleibst mein Wiederkunft. Wer freut sich Heffer immerfort, derHerr, nicht? wenn Jesus spricht: durch deffen mächtig Wort mit dir soll seyn der Friede! auch ich einst ewig lebe. 4. Wenn nun des Richs 7. Wir sind nun göttli- ters Stimme schallt, und in chen Geschlechts, durch dich des Sünders Ohr seinDona des Himmels Erben. Dies ner furchtbar wiederhallt; so schük Auf Ostern. 181 schüß ich Jesum vor, und zage 9. Dank dir, der Friede nicht. MeinHeiland spricht: uns erstritt, für dies ers mit dir soll seyn der Friede! habne Gut! beglück auf 5. Wenn mich Welt und ewig mich damit: so hab ich Versuchung plagt; setzt sie frohen Muth, und zage mir heftig zu; wird dann nicht, wenn alles bricht mein schwaches Herz vers denn mir bleibt doch dein zagt, find ich bey Jesu Ruh. Friede! Ich falle nicht; weil Jesus Met. Sollt ich meinem Gottic. ſpricht: mit dir foll seyn 190.Herr, es find recht mein Friede! edle Früchte, 6. Wenn mich sonst man- die dein großer Sieg vers cher Kummer drückt, wenn spricht: daß wir gehn vor mich mein Freund verstößt; dein Gerichte, und das Ure so werd ich durch den Freund theil scheuen nicht. Herr, erquicft, der ihn und mich dies sind die großen Gaben: erlöst. Die Noth schreckt Gnade, Leben, Freude, nicht; mein Heiland spricht: Sieg, Trost und Friede nach mit dir soll seyn meinFriede. dem Krieg. die können 7. Wenn mich die Welt kräftig laben Leib und Seel mit ihrer Macht lockt auf in allem Leid: freue dich, dieSündenbahn; wird doch o Christenheit. ihr Wille nicht vollbracht, 2. Herr, ich sehne mich ich schaue Jesum an. Die und dürfte, wie ein måder Welt siegt nicht, weil Jesus Wandrer schmacht, nach spricht: dir laß ich meinen dem Frieden, Friedensfüre Frieden! ste, den du durch dein Blut 8. Dringt endlich auch zu gemacht. Theil nun aus die mir der Tod mit seinen große Beute; die dein Arm Schrecken ein, so will auch errungen hat, der so große in der Todesnoth mein Hei- Thaten that. Gieb, daß dich land bey mir seyn. Der Tod mit Dank und Freude, nach schreckt nicht. Mein Hei- so wohl geführtem Streit, land spricht: mit dir follrühme deine Christenheit. seyn mein Friede! M 3 3. Gieb 182 Von der Auferstehung Jesu. 3. Gieb uns, Herr, auch Mel. Es ist das Heil uns 2. deine Gnade geistlich mit dir aufzustehn: daß uns Sun- 191.! heilig, felig ist der Tag, denlust nicht schade, laß uns zum herrlichsten erhöhet: auf das Ewge sehn! laß da, der für uns im Grabe durch dich auch unsreHerzen lag, hervor zum Leben gefiegen über alle Noth, womit het, da, der für uns getödtet uns die Sünde droht; tilge war, sich nun als Sieger in uns Pein und Schmer- stellet dar mit Preis von zen; schenke GlaubensFreu- Gott gekrönet. digkeit uns, und deiner Christenheit. 2. Er hatte sich für unfre Schuld als Bürge hingege 4. Meinenleib wird man ben, für uns aus unverdienbegraben, aber gleichwohl ter Huld gelassen selbst sein ewig nicht; Leben wird erleben. Da er nun durch des wieder haben, wann das leß- Grabes Thür zum neuenkete Weltgericht alle Gråber ben geht herfür, so ist die wird aufdecken. Wanndurch Schuld bezahlet. deine Macht bewegt aller 3. Ja! wäre nicht sein LöTodtenStaub sichregt, dann segeld vollgültig angenomwirst du auch mich erwecken; men, wår nicht durch ihn dann schau ich in Ewigkeit versöhnt die Welt; so wår deines Himmels Herrlichkeit. er nicht entkommen des To5. Dann so werden meine des Raube und Gewalt; so Glieder, die jetzt welken und hätte Gott ihn nicht so bald verblühn, unverweslich le- zum Leben auferwecket. ben wieder, eine Herrlichkeit 4. So hat es denn Geanziehn, mit der alle Pracht rechtigkeit wahrhaftig uns der Erden gar nicht zu ver- erworben, erworben Heil gleichen ist. Ja, mein Leib, und Seligkeit; weil er für Herr Jesu Christ, soll dem uns gestorben, und wieder deinen ähnlich werden, vol- auferstanden ist nach dreyer ler Pracht und Herrlichkeit; Tage kurzer Frist, wie er darum freu dich, Christen- zuvor gesaget. heit! 5. Er Auf Oftern. 5. Er lebet nun in GotIn bekannter Melodie. tes Kraft gekrönt mit Preis 192.Jefus meine Zus und herrscht haben und verschafft den Sieg auch seiner Lehre. Beut aller Welt nun dar sein Heil, und will dem, der ihm glauber Theil an seinem Segen schenken. 1836. Mein Friede, spricht er, sey mit euch, den ich erworben habe: wie selig, wie so freudenreich ist diese feine Gabe! auf ewig schützt, beglückt er nun, die treu hier seinen Willen thun. So herrlich lebt er wieder! 2. Jesus er mein Heiland, lebt; ich werd auch dasleben schauen, seyn, wo mein Ers löser lebt; warum sollte mir denn grauen? er, er lebt, das Haupt, und zieht mich auch zu sich, als sein Glied. 3. Ich bin durch der Hofe 7. Uch! möchten wir auch nung Band zu genau mit auferstehn durch Abkehr ihm verbunden, meines von den Sünden; unstråf-| Glaubens starke Hand liegt lich seine Wege gehn, die Lü- so fest in seinen Wunden, ste überwinden; so lebten daß mich auch kein Todes wir in Christo Gott, so wür- bann ewig von ihm trennen de uns der andre Tod mit fann. seiner Macht nicht schaden. 8. So laßt uns denn mit Christo hier im Glauben also leben, daß in uns stets sein Geist regier; und bleibt ihm ganz ergeben. Denn, wer so Christo lebt und stirbt, der wird, wenn gleich der Leib verdirbt, einst selig auferstehen. mein Heiland ist im Leben! dieses weiß ich; sollt ich nicht völlig mich zufrieden gez ben? wenn gleich sonst die Lodesnacht mir noch manche Sorge macht. 4. Dieser Leib ist Staub, daher wird er einst zu Staus be werden; dies weiß ich! Doch auch, daß er mich wird wecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit bey ihm sey in Ewigkeit. 5. Dann wird eben diese Haut den verklärten Leib umgeben, eben dieses Auge M 4 schaut 184 Von der Auferstehung Jesu. schaut den, der es verklärt 10. Nur, daß ihr den zu Leben. Ja, in diesem Geist erhebt von den Lüften Fleisch werd ich Jesum se- dieser Erden, und schon hier hen ewiglich. dem Jesu lebt, mit dem ihr 6. Dort lern ich im vol- vereint wollt werden. Der len Licht meinen Heiland muß sich der Tugend weihn, näher kennen. O, wie wird der dort ewig wünscht zu mein Herz dann nicht ganz seyn. in Dank und Liebe brennen! o, wie froh ihn beten an, Mel. Wie schön leucht unsic. -wann die Schwachheit ab- 193. Anbetung, Preis gethan! und froher 7. Was hier leidet, seufzt, Dank dem, der des Todes und fleht, wird sich dert er- Macht bezwang, und uns, rettet sehen. Irdisch werd den Staub, erhöhte. Der ich ausgerät, himmlisch werd hohe Sieger überwand; ich aufersteyen. Sink ich Nacht war um ihn, und sie hier ins Grab hinein, dort verschwand in helle Mors werd ich unsterblich seyn. genröthe. Bebet, gebet, 8.Seyd getrost und freuet stolze Spötter, unserm Reteuch, freut euch meines Lei- ter Preis und Ehre! glaubt bes Glieder, welket ihr, und an ihn und seine Lehre. sterbt ihr gleich, euch ruft 2. Heil uns, und Sieg! Chrifti Stimme wieder, die das Grab ist leer! fest steht durch alle Gråber dringt, es, wie ein Fels im Meer, und den Todtenleben bringt. das Wort, das er gespro9. Jauchzt denn, Chrischen. O selig, wer sich ihn sten! aus der Gruft werdet vertraut, er hat den Tempel ihr euch einst erheben, und neu gebaut, den blinde den Heiland, der euch ruft, Wuth gebrochen. Hölle, fehn und mit ihm ewig le- fälle nun den Sieger; Gotben! dann liegt Kummer tes Krieger, der erstanden, und Berdruß weit, weit macht nun deinen Stolz zu unter eurem Fuß! schanden. 3. Leer Auf Ostern. 185 3. Leer ist die Gruft, die gleicht, die ich durch Gottes ihn umgab. Sey mir ge- Sohn erreicht? grüßt, mein künftig Grab, 5. Vor seinem Thron, du Wohnung ernster Stille! in seinem Reich, unsterblich, nur wenig Tage werdens heilig, Engeln gleich, und seyn; dann, Grab, em- ewig bey dir selig seyn: pfångst du mein Gebein Herr, welche Herrlichkeit ist in deiner Schatten Hülle. mein! Freudig selig, werden wieder diese Glieder auferstehen, werden die Berklärung ſehen. 6. Mein Herz erliegt froh unter ihr; Lieb und Vers wundrung fåmpft in mir; und voll von Ehrfurcht, Mel. Vom Himmel hoch ic. Dank und Pflicht fall ich, 194.Erinnre dich, mein Gott, auf mein Angesicht. Geist, erfreut, 7. Du, der du in den des frohen Tags der Herr- Himmeln thronst, ich soll da lichkeit; haltim Gedächtniß wohnen, wo du wohnst? Jesum Christ, der von dem und du erfüllst einst mein Tod erstanden iſt. Vertraun, dich dort verklaret anzuschaun? 8. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, mit Majestät einst kommen wirft, erweckt aus meinem Grabe gehn, und einst zu deiner Rechten 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien! als fpräch er: Friede sey mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau über dich, und bet ihn an, auf seiner hohen stehn? Siegesbahn; er lebt und 9. Zu welchem Glück, zu herrscht mit Gott vereint, welchem Ruhm erhebt uns und ist dein König und dein nicht das Christenthum! Freund. mit dir gekreuzigt, Gottes 4. O Glaube, der das Sohn, sind wir; auch aufs Herz erhöht! was ist der erstanden schon. Erde Majestät, wenn sie 10. Nie komm es mir mein Geist mit der ver- laus meinem Sinn, was ich, M 5 mein 186 Von der Auferstehung Jesu. mein Heil, dir schuldig bin ganzes Leben. Reines Herdamit ich mich, in Liebe treu, zens will ich seyn, und dem zu deinem Bilde stets erneu. Listen widerstreben. Er vers 195. Jefus lebt 11. Er ists, der alles in läßt den Schwachen nicht; uns schafft; sein ist das dies ist meine Zuversicht. Reich, sein ist die Kraft; 5. Jesus lebt, ich bin gehalt im Gedächtniß Jesum wiß, nichts soll mich von Christ, der von dem Tod er- Jesu scheiden, keine Macht standen ist! der Finsterniß, keine Herr Mel. Jesus meine Zuversicht lichkeit, keinkeiden. Er giebt resus lebt, mit Kraft zu dieser Pflicht; dies ihm auch ich. ist meine Zuversicht. Tod, wo sind nun deine 6. Jesus lebt, nun ist der Schrecken? Er, er lebt, und Tod mir der Eingang in das wird auch mich von den Tod- Leben. Welchen Trostin Toten auferwecken. Er ver- desnoth wird er meiner klärt mich in sein Licht; dies Seele geben, wenn sie gläuist meine Zuversicht.big zu ihm spricht: Herr, 2. Jesus lebt; ihm ist das Herr meine Zuversicht. Reich über alle Welt gege= ben; mit ihm werd auch ich Mel. Ermuntre dich mein 2c. zugleich ewig herrschen, 196.Das Grab ist leer, leben, was er verspricht; dies ist Sohn verläßt die Todtenmeine Zuversicht. grüfte, und seiner Jünger 3. Jesus lebt; wer nun Jubelton dringt freudig verzagt, låstert ihn und Got- durch die Lüfte. Du, den der tes Ehre. Gnade hat er zu- Engel Loblied preist! ent gesagt, daß der Sünder sich reisse, Heiland, meinen Geist bekehre. Gott verstößt in den Neigungen der Erde, Christo nicht; dies ist meine daß er dir heilig werde. Zuversicht. 2. Die Menschheit, Herr, 4. Jesus lebt, sein Heil erlaubt mir nicht, mit dir ist mein; sein sey auch mein empor zu steigen, bis diese schwache Auf Oftern. 187 schwache Hütte bricht. Wird mit deiner frommen Menge, sich mein Haupt einst nei- dir Dank und Lobgesänge. gen: alsdann nim nach vollbrachtem Lauf, auch mich in Mel. Nun lob mein Geel ic. deinen Shimmel auf; nimm, Herr, an meinem Ende, den 197. Froh führte Gotz tes den Geist in deine Hände. festlich hohen Tag herauf. 3. Doch soll ich einst, o Da stand er meine Wonne, Gottes Sohn, in deinem mein Herr und mein Berz Reich dich sehen, so muß ich söhner auf. Gedanike der zu auch auf Erden schon vom Freuden des Himenels mich Tode auferstehen. Der lebt erhebt! Gedanke der im Leinicht, den die Lust der Welt den mit reichem Troft belebt! und ihre Pracht gefesselt erstärkte deine Freunde, die hált. Nach Gott und Beß- vorher ångstlich flohn; bes rung streben: nur daß heißt schämte deine Feinde und ihwirklich leben. ren frechen Hohn.. 4. Du auferstandner 2. Herr, deine Boten fies Menschenfreund! erweck in gen von dir unddeinem Geist mir die Triebe, durch die man gelehrt. Die Gößentempel sich mit dir vereint: den liegen, der Erdkreis wird zu Glauben und die Liebe. Ich Gott bekehrt. Ich weiß, an will, oHerr, dein eigen sein; wen ich glaube, bin freudelaß mich mit Ernst die Sün- voll ein Christ. Ihn betich de scheun; und gieb selbst an im Staube, ihn, der mein Muth und Kräfte zum Hei- Retter ist. Ich werd ihn ligungsgeschäfte. ewig schauen, wenn er auch 5. So kann ich, als ein mich erhebt. Der Herr ist wahrer Christ jetzt leben und mein Vertrauen, er starb für einst sterben; und einmal da, mich und lebt. wo du, Herr, bist, vollkomm ne Freude erben. Dahin, Mel. Christ lag in Todesb. ic. mein Heiland hilf du mir; so bring ich, ewig froh in dir, 198.Bringt Preis und Ruhm demheis land 188 Von der Auferstehung Jesu. land dar, frohlockt ihm alle 5. MeinHerr, mein Gott, Frommen. Er, der für uns hilf mir dazu, befreye mich getödtet war, ist aus der von Sünden, laß mich für Gruft gekommen. Sey ge- meine Seele Ruh, im Frie lobt Herr Jesu Christ, daß den mit Gott, finden. Pflanz du für uns gestorben bist, ze deinen Sinh in mir, daund siegreich auferstanden. mit ich, Gott ergeben, hier Halleluja. als dein Erlöster wandle. 2. Dein Leben in der Halleluja. Majestät, befestigt unsern 6. Dein ist das Reich; Glauben. Wer kann, da dein ist die Macht, Verstorb dich dein Gott erhöht, uns ne zu erwecken. Du rufft nun den Trostgrund raus einst, und der Gråber Macht ben; daß du unser Heil voll- wird Todte nicht mehr de bracht, und von des ewgen cken. Wie du auferstanden Todes Macht, uns Sünder bist, so werd auch ich, Herr haft erldser. Halleluja. Jesu Christ, durch dich einst 3. Gott selbst, der dich auferstehen. Halleluja. dem Grab entrůckt, hat dem, 7. O laß mich, weil ich was du gelehret, der Wahr- hier noch bin, im Glauben heit Siegel aufgedrückt; an dich wandeln, und jeder und dich als Sohn geehret. zeit nach deinem Sinn rechtDeines Opfers hohen schaffen seyn und handeln; Werth hat er aufs herrlich daß ich, wenn ich aufersteh, ste bewährt, da er dich auf- und dich, des Lodes Sieger, erwecket. Halleluja. seh, vor dir dann nicht er 4. Erstandner! ich frohlo- schrecke. Halleluja. cke dir, daß du nun ewig le8. Da, wo du bist, da foll best. Du lebst und siegst, daß auch einst dein Jünger mit du auch mir das ewge Leben dir leben. Du wirst ihn, gebeft; daß du mein Erret- wenn du nun erscheinst, zu ter feyst, und neue Kräfte deiner Freud erheben. Laß mir verleihst, mit Freuden, dis auch mein Erbtheil seyn; Gott zu dienen. Halleluja. so werd ich ewig deß mich freun, Auf Oftern. 189 199.ani Jefum freun! daß du vom Tod er-/ Stätte zu bereiten, wo du standen. Halleluja. einst seine Herrlichkeit und Mel. Allein Gott in der Hdh ic. ihn wirst schaun in Ewigkeit. alt im Gedächte Dank ihm für diese Liebe! 5. Halt im Gedächtniß Chrift, o Seele der zur Er- Jesum Chrift, der einst wird den von seinem Thron ger wieder kommen, zu richten kommen ist, ein Retter dir was auf Erden ist, die Sün zu werden. Vergiß sein der und die Frommen; und nicht! denn dir zu gut ver- forge, daß du dann beſtehst, band er sich mit Fleisch und und mit ihm in sein Reich Blut. Dank ihm für diese eingehst, dort ewig ihm zu Liebe! Danken! 2. Halt im Gedächtniß Met. Alle Menschen miffen ic. Jeſum Chrift, der für dich 200.Jeſus, die erlöften hat gelitten; am Kreuz für dich gestorben ist, das Leben dich, der sie erfreut, dich, du dir erstritten; Errettung Todes Ueberwinder, dich, aus der Sündennoth, er du Herr der Herrlichkeit! warb er dir durch seinen du, der todt war, lebest wies Tod. Dank ihm für diese der, mit dir leben deine Glies Liebe! der; uns, die Tod und Grab 3. Halt im Gedächtniß erschreckt, hat Gott mit dir Jesum Christ, der von dem auferweckt. Tod erstanden, und jetzt zur 2.O mit welchen Gottes Rechten Gottes ist; er hat freuden stralst du aus des von Todesbanden, die an ihn Grabes Nacht! ewig fern glauben, frey gemacht, und ist alles Leiden, ganz dein ewges Leben wiederbracht, großes Werk vollbracht. Dank ihm für diese Liebe! Liebreich eilest du den Dei4. Halt im Gedächtniß nen nun als Sieger zu erz Jesum Chrift, der hin zum scheinen. Geht mich, FreunSiß der Freuden siegpran- de, die ihr bebt! jauchzet! gend aufgefahren ist, dieleuer Jesus lebt. 3. Les 190 Von Jesu Himmelfahrt. 3. Lebend, zu verschiednen 5. Heil und Gnade beut Stunden, sahen sie dich dort nun allen Gott, in seinem und hier. Sie berührten dei- Namen, dar, allen Sündern ne Wunden, sprachen, aßen die gefallen: und was er oft mit dir. Deinen Trost verheißt, ist wahr. Alles, und deine Lehren ließest du alles wird geschehen; Himsie wieder hören; und sie, mel werden eh vergehen, eh die dich, lebend sahn, beteten ein Wort von Jesu Chrift dich freudig an. nicht mehr wahr und gött: 4. Muthig wurden nun lich ist. die Schwachen, durch dein 6. Preis sey dir! der du Leben neu belebt gingen sie das Leben und die Auferste nun aus und sprachen; der hung bist. Laß uns alle seyn am Kreuz Erwürgte lebt! ergeben dir dem Retter, Je sprachen selbst bey Schmach fuChrift! mach uns frey von und Banden: Jesus ist vom Straf und Sünden! daß du Tod erstanden, ist der Men- lebst: laß uns empfinden. schen Herr und Haupt; selig Tief im Staube singen wir wird, wer an ihn glaubt! dir dann ewig Dank dafür! Von Jesu Himmelfahrt und seligen Regierung. Mel. Wie schon leucht unsic. 2. Dir dienen alle Cheru: 201. wundergroßer bim, dir jauchzen alle SeraSiegesheld, dulphim, die dich, den Sieger Sündentilger aller Welt! loben, der du den Segen heut hast du dich erhoben zur wiederbracht, und dich mit rechten Hand der Höchsten Majestät und Pracht zut Kraft. Dein Arm hat dir Herrlichkeit erhoben. Sin den Sieg verschafft, durch get, bringet Ruhm, und ehe den du jetzt dort oben prach- ret den, der fähret durch die tig, måchtig, triumphirest Himmel, mit frohlockendem und regierest; Tod und Le- Getümmel. ben sind, Herr Christ, dir untergeben. 3. Du bist für uns das Haupt, und wir sind deine Glies und seligen Regierung. 191 Glieder, nur von dir kömmt gesfürst, Held, Davids auf uns Licht und Leben. Sohn! und stillest das VerHeil, Fried und Freude, langen der Deinen, welchen Stårk und Kraft, und was du zu gut als Hoherprieſter uns sonst Erquickung schaft, durch dein Blut ins Heiligs wird uns von dir gegeben. fte gegangen. Gieb mir, Rühre, führe, ewge Güte, daß hier ich so handle, stets mein Gemüthe, daß dichs so wandle, so vollende, daß preise, dir Lob, Ehr und ich dich schau ohne Ende. Ruhm erweise. Mel. Aus meines Herzens c. 4. Zeuch, Jesu, une, zeuch 202, Der Herr fährt uns nach dir! hilf, daß wir auf gen Hime künftig für und für nach deis mel mit hellem Jubelschall, nem Reiche trachten! laß mit jauchzendem Getümmel uns im Wandel, heilig, rein, und mit Posaunenhall. Lobs voll Sanftmuth und voll singt, lobsinget Gott! lobDemuth seyn, dielleppigkeit singt, lobsingt mit Freuden verachten; Unart, Hoffarth, dem Könige der Hepden, laß uns meiden, auch im Lei- dem Herren Bebaoth! den wohl ergründen, wo Errettung sey zu finden. 2. Der Herr wird aufs genommen in königlicher 5. Sey gegen aller Fein- Pracht. Deß freun sich alle de Truß stets unser Retter, Frommen, die er hat frey unser Schuß, dich soll der gemacht. Es hohlen Jesum Glaube faffen. Nur da ist ein des Himmels frohe Hees Wonnewo du bist; die Freu- re, die seiner Pracht und Ehde, die man hier genießt, re sich, so wie wir, erfreun. hört auf, wenn wir erblas- 3. Wir wissen nun die sen. Hier find, hier sind Wege, die unser Haupt era manche Plagen zu ertragen, höht: wo unter seiner Pfleach! es quälen hier noch Lei- ge sein Volk einst zu ihm den unsre Seelen. geht. Der Herr, der ging 6. Einst kommst du auf voran, wird nicht dahinten der Wolken Thron, du Sielaffen, die ihn im Glauben faffen, 192 Von Jesu Himmelfahrt. und sein d fassen, und wallen seine seyn! wenn wir ihn mit Bahn. Entzücken auf seinem 4. Wir sollen himmlisch Thron erblicken, werden, und Jesum ewig uns ewig freun! schaun; wirFremdlinge auf Met. Wenn mein Stündl. 2.. Erden, wenn wir ihm fest 203.uf Christi Hims vertraun. Auf, Kinder melfarth darf Gottes, auf! wo Jesus hin- fich getroft die Hofnung gegangen, dahin steh das gründen, daß einst in meis Verlangen, dahin nehmt nem Tode ich werd siegreich euren Lauf. überwinden. Denn, weil 5. Gen Himmel laßt uns mein Haupt im Himmel ist, schwingen uns schon im Gei- so wird er auch, nach kurzer ste hier. Und, wahr seys, Frist, die Seinen zu sich wenn wirsingen: dich, Je- nehmen. su, suchen wir; dich, Gottes 2. Gen Himmel fuhr eingen Sohn, dich, Weg, meinHeiland auf, umherrs dich, wahres Leben, dem alle schaft zu empfangen. Zu Macht gegeben, dich, unser ihm blickt nun mein Geist Schild und Lohn. hinauf mit freudigem Verz 6. Hinweg mit deinen langen. Wo er mein Heil Schäßen, verführerische ist, ist mein Herz; zu ihm Welt! sollt uns dein Nichts schwingt es sich himmels ergößen? dort ist, was uns wärts von dieser eitlen gefällt: der Herr selbst, und Erde. sein Heil! der Herr und sei- 3. Ach, Herr verleihe du ne Freuden sey stets, auch mir Kraft nach deinem wenn wir leiden, der Seele Reich zu ringen; dein Geist, Trost und Theil! der Gutes in uns schafft, 7. Noch ist es nicht ge- helf mir den Kampf vollschehen, doch sie kommt einst, bringen; und dann, amEn die Zeit, da wir ihn werden de dieser Zeit, führ mich zum fehen in seiner Herrlichkeit. Licht der Ewigkeit, zu deinen O welch ein Tag wirds Himmelsfreuden. Mel. und seligen 193 Mel. Vom Himmel hoch zc. 7. Wohl nun auch uns; 204.Nuf, Jefu Jünger, denn, Herr, bey dir steht freuet euch! der Kraft und Macht; und dein Herr fährt auf zu seinem sind wir. Nimmst du dich unReich. Er triumphirt. Lob- frer hülfreich an; was ist finget ihm, lobsinget ihm es, das uns schaden kann? mit hoher Stimm! 8. In deiner Hand ist uns 2. Sein Werk auf Erden ser Heil, wer an dich glaubt, ist vollbracht, zerstört hat dem giebst du Theil am Seer des Todes Macht, er hat gen, den du uns erwarbst, die Welt mit Gott verföhnt, als du für uns am Kreuze und Gott hat ihn mit Preis ftarbst. gekrönt. 9. Wir freuen uns nach 3. Weit, über alle Hims dieser Zeit, ben dir zu seyn mel weit geht seine Macht in Ewigkeit: nach treu und Herrlichkeit: ihm dienen vollbrachtem Glaubenslauf selbst die Seraphim. Lobsin- nimmst du uns in den Himget ihm mit hoher Stimm! mel auf. 4. Sein sind die Völker 10. O zeuch uns immer aller Welt. Er herrscht als mehr zu dir. Hilf uns mit sieggewohnter Held; er eifrigfter Begier nach dem herrscht bis unter seinem nur trachten was da ist, wo Fuß der Feinde Heer sich du, verklärter Heiland, bist. beugen muß. 11. Dein Eingang in die 5. Er schüßet seine Chri- Herrlichkeit stárk uns in unstenheit, erhält sie bis in frer Prüfungszeit, nur dir zu Ewigkeit: er ist ihr Haupt. leben, dir zu traun, bis wir Lobsinget ihm, lobsinget dereinst dein Untlig schaun. ihm mit froher Stimm! 6. Ja, Heiland, wir erhe12. Dann wird das Ers dendunkel hell in deinem ben dich; und unsre Herzen Licht, Immanuel! dann sins freuen sich der Herrlichkeit gen wir von deinem Ruhm und Majestát, dazu dich ein neues Lied im Heiliga Gott, dein Gott, erhöht. thum. N Regierung. Mel. 194 Bon Jesu Himmelfahrt Mel. Erschienen ist der zc. von unserm Fleisch und 205, Wir freuen uns, Blut, bist unser Trost und Herr Jesu höchstes Gut. Halleluja. Christ, daß du zur Rechten 7. Was uns gebricht, ist Gottes bift. Du starker Herr, dir bekannt. Der Segen ist Immanuel, o stark im Glau in deiner Hand. Von keis ben unsre Seel! Halleluja. nem Frommen bist du fern; 2. Dusißeft auf der Him- du siehst auf ihn, und hilfft melThron, als unser Freund, ihm gern. Halleluja. als Menschensohn. Auch da 8. Sich auf uns gnädig schämst du dich unsrer nicht, allezeit vom Throne deiner du bleibest unsre Zuversicht. Herrlichkeit! hilf unserm Halleluja. schwachen Glauben auf, 3. Dein ist die Macht, und heilge unfern Lebenss dein ist das Reich. Wer lauf. Halleluja. ist an Majestät dir gleich? 9. Gen Himmel fuhrst du Mensch, Engel, jede Krea- als ein Held: als Herr und tur ist dein, du Herrscher der Richter aller Welt wird dich Natur. Halleluja. dereinst der Erdkreis sehn; 4. Umsonst, umsonst em- laß uns dann freudig vor poret sich der Fürst der Hol dir stehn. Halleluja. le wider dich. Dein Thron 10. Dann triumphirt der fteht feft; der seine liegt; Glaub an dich. Dann jauchdurch deine Macht ist er bezen wir dir ewiglich. Hilf fiegt. Halleluja. uns dazu, Herr Jesu Christ, 5. Du unser triumphi- der du zur Rechten Gottes rend Haupt, wie selig ist bist! Halleluja. wer an dich glaubt; du bist fein Licht, sein Troft, sein Mel. Jesu der du meine Seele 10. Theil, sein starker Schuß, 206, Großer Mittler, fein ewges Heil. Halleluja. zur Rech 6. Herr, unsre Herzen ten Gottes, seines Vaters, traun auf dich: dein freuer sitt, und die Schaar von seis unfre Seele sich: du Held/ nen Knechten in dem Reich der und seligen Regierung. 195 der Gnaden schüßt; dem stårkest sie, daß sie dir vers auch selbst die Seraphinen einigt bleiben; daß sie dieses mit verhülltem Untlik die Lebens Müh standhaft durch nen; dessen Reich und Ma- dich überwinden, ihres Glaujestät über alle Dinge geht. bens Ende finden, und einst 2. Dein Geschäft auf die ewig ben dir seyn, ewig deifer Erden ist aufs herrlichste ner sich zu freun. vollbracht. Der Verlornen 6. O was sind wir Mens Heil zu werden, gingst du in schenkinder, daß du unsrer die Todesnacht; aus dem so gedenkst, und so húlfreich Tode in das Leben, um das auf uns Sünder immer noch Leben uns zu geben; ewig dein Auge lenkst? hilf, daß unfer Haupt zu seyn, gingst wir dich glaubig ehren, und du in den Himmel ein. auf deine Stimme hören; 3. Nun, o Herr, ist dein nur bey dir steht unser Heil, Geschäfte in des Himmels gieb uns ewig daran Theil. Heiligthum, die erworbnen 7. Wenn wir zu dem Vas Lebenskräfte, durch deinster beten, und uns unfre Evangelium, den Erlösten Sünde schreckt; laß uns mitzutheilen, und von Sún dein Verdienst vertreten, den sie zu heilen. Owohl al welches unsre Schuld bes len, die( dir traun, und deckt. Laß zum Fleiß in gus auf deine Hülfe baun! ten Werken deines Geistes 4. Herr, du schauest voll Kraft uns stärken. Hilf Erbarmen stets auf diese uns durch die Prüfungszeit Welt herab. Liebreich suchst Herr, zu deiner Herrlichkeit. du jeden Armen, der sein Herz der Welt ergab, von der Mel. Herr Christ der einge 2c. Thorheit abzuschrecken, und 207. Lobt Gott, ihr, feis zur Buße zu erwecken. Se: ne Knechte! vers lig, wer, o guter Kirt, dei- ehret Jesu Reich! wie stark ner Stimme folgsam wird! ist seine Rechte! wer ist, wer 5. Du vertritst die an dich ist ihm gleich, dem eingegläuben; du bewahrst und bornen Sohne, der auf des N 2 Bas 196 Von dem Reiche Baters Throne als Gott man dir nach dem Streit und Mensch regiert? des Dankes Opfer bringet, 2. Du Herr der Herrlich im höhern Chore singet: keiten, des Vaters ewges Dank dem erwürgtenkamm! Wort! du warst vor allen 6. Wohl mir! auch ich ges Zeiten, und herrscheft im- höre zu deinem Reich: wohl merfort. Dein Reich ist groß mir! dir dienen, Herr, ift und prächtig, du bleibest Ehre; ich leb und sterbe dir. ewig mächtig nach deiner Dein Gnadenreich zu mehGottheit Kraft. ren, gehorsam dich zu ehren, 3. Du hatteft für diessen stets mein größter Ruhm. Knechte dich in der Leidens- 7. Gerechtigkeit und Fries zeit entäussert deiner Rechte, den und Freude giebt dein der du in Herrlichkeit nun- Reich, das du auch mir bes mehr zur Rechten sißest, und schieden. Besikeichnungleich ftets dein Reich beschüßeft von Erdengütern wenig; fo mit göttlicher Gewalt. macht mich doch mein König 4. Du haft, als du ge- an Himmelsgütern reich. storben, dir durch dein eigen 8. Gieb, daß vor deinem Blut dein Gnadenreich er- Throne auch ich einst mich worben, das du nun uns zu erfreu: und leg auch mir die gut, bis an der Welten Ende Krone berleberwinder ben. durchs Wort und Sacramen- Hilf mir. mich selbst regies te erweiterst und regierft. ren, hilf du mir triumphis 5. Ja, König, du regierest ren, hilf, Herr! so kommt das Reich der Herrlichkeit; dein Reich. in dem du triumphirest, wol Vom Reiche und von der Kirche Christi. Mel. Allein Gott in der Höh zc.[ chriftliche, die seine. Erwors 208.Erworben hat sich ben durch sein eigen Blut hat Jesus Christ, er die Heerde seiner Hut gesammelt die Gemeine, die sich, durch sein Wort, ges ihm geweiht, genennet ist die fammelt.d 2. Er und der Kirche Christi. 197 2. Er fandte dies sein 6. Gieb Lehrer, welche kraftig Wort durch seiner stets dein Wort recht rein Jünger Lehre an jedes Volk, und lauter lehren! gieb Hóa an jeden Ort, daß alle Welt rer, die auch immerfort es hore. Wo nun die Gna- vollbringen, was sie hören. denmittel sind, wo man sie Stárk uns mit deiner Kraft, rein und lauter findt, da ist o Gott, damit nicht Kaltdie Kirche Chrifti. sinn oder Spott uns von der 3. Die Kirche wird ein Wahrheit wende. Reich genannt, das Chriftus 7. Vermischt ist hier noch selbst regieret; ein Bau, den Jesu Reich mit Bösen und er mit seiner Hand gegrün- mir Frommen; hier wird det, aufgeführet; sie ist der sein heilig Wort nicht gleich Leib, der Herr das Haupt: von allen aufgenommen; der ist sein Glied, der an ihn hier ist noch Kampf und glaubt, und gute Früchte Müh, hier steht noch man bringet. cher Frevlerauf, undschmäht 4. Auch wir sind von der den Retter seiner Seele. Schaar ein Theil, die sich 8. Doch Jesus sieht und der Herr erwählet; auch wir kennet schon, in allem Volk, von ihm zu unserm Heil zu die Seinen, und einst wird feinem Volk gezählet, das erfer auf seinem Thron vor alin dieser Prüfungszeit zum ler Welt erscheinen. Er Himmel und zur Seligkeit kommt, der Herr, und hält ruft, sammelt und bereitet. Gericht; bringt, was vers 5. Erhalte uns, Gott, borgen war, ans Licht, und auf dem Grund, darauf dufsondert seine Heerde. uns erbauet! bestårke, Je- 9. Dann siegt die Wahrs su, selbst den Bund, der heit und das Recht; dann uns mit dir vertrauet; sey, wird kein Feind mehr wuGottes Geist, sen hochge, then; dann zieht des Herrn preift, da wir durch dich erwählt Geschlecht mit ihm ein Leib und Geist in deiner zum ewgen Frieden. Tris Kirche worden! lumph, Lob, Ehre, Preis und N 3 Macht 198 Von dem Reiche Macht wird dann Gott und weitern Lauf zu hemmen, dem Herrn gebracht! dann zu bestreiten. siegt des Herrn Gemeine! 5. Sie siegte selbst durch Mel. Kommt her zu mir ic. Schmach und Blut, und u Welterlöser, ward, wie durch des Schmel209.Du Schuß und zers Glut das ächte Gold, Hort, wie herrlich haft du bewähret. Es wurde, Herr, durch dein Wort dein Reich zu deiner Ehr die Welt durch dir hier bereitet, wie viele sie je mehr und mehr erleuchSiege ihm verschafft, wieltet und bekehret. weit durch deines Geistes Kraft in aller Welt ver breitet. 2. Du selbst haft dich zu vor der Welt als ihren Ret 6. Wer sich o Gott, von dir nicht trennt, hört dieſe Siege underkennt der Wahr heit Kraft, und siehet, daß nicht Verfolgung, Schmach ter dargestellt, den Weg zum und Schwerdt die Schafe Heil gelehret; haft deine deiner treuen Heerd dir raus Zeugen ausgerüst mit dei- bet und entziehet. nem Geist, nachdem du bist zu Gott zurück gekehret. 7. Auch wir, o Jesu, bite ten dich, du wolleft ferner 3. Die haben dann, von gnádiglich ob deiner Heerde dir gesandt, dein Wort vor walten, bey deinem Wort, aller Welt bekannt, und kei- durch deinen Schuß, auch neSchmach gescheuet: stark, gegen aller Feinde Eruß sie unerschüttert war ihr Muth, junverrückt erhalten. so sehr sie auch der Feinde 8. DeinGnadenwort, Herr, Wuth bestürmet und be welches du uns diese Zeit in drauet. stiller Ruh so reichlich läss 4. Sie trugen willigseft hören, laß stets Erkennts Schmach und Spott, fie star- nig, Glauben, Licht, Vers ben selbst den Martertod, trauen, Liebe, Zuversicht, und starben ihn mit Freu- in unfern Herzen mehren. den. EinFeind trat nach dem 9. Und würden dann auch andern auf, um deiner Lehre wir mit Spott, mit Leiden und und der Kirche Chrifti. 199 und mit Schmach bedroht, nicht dieß, so uns ist wies follt sich Verfolgung finden: derfahren! so mach auch uns am Glau2. Du standeft deiner ben reich, damit wir, jenen Kirche bey und gabst dein Zeugen gleich, durch dich Wort uns wieder; da wurs stets überwinden. den die Gewissen frey: des ne tragen. 10. Ja, gieb uns einen Frrthums Macht fiel nieder. Heldenmuth, damit wir Wir können nun, im heis gleichfalls Gut und Blut für ligthum, des Welterlösers deine Lehre wagen; daß un- Lehren, von deiner Mena fre Treu in Noth und Pein schenliebe Ruhm, und uns auch andre stårk, dir treussern Pflichten, hören. zu feyn, und wir die Kro- 3. Es ist dein Wort, frey zum Gebrauch, zum täglis II. Beschüß die Deinenschen Ergößen, sogar in uns überall, vermehre täglich ih- sern Häusern auch. Lehruns re 3ahl, im ganzen Kreis dies Glück recht schåßen! den der Erden! verleihe Muth Durst nach Wahrheit stillet und Sieg im Streit, bis uns es; giebt Kraft und Trost des Himmels Herrlichkeit im Leiden; den Lafterhaften wird offenbaret werden. Von der Reformation, der Kirche und der christlis chen Duldung, Mel. Durch Adams Fall ic. bessert es; dem Frommen schenkt es Freuden. 4. Den, der sich bessert, låsfest du Vergebung aller Sünden und deine Huld und 210. Herr, dein Seelenruh, durch Jefum feligmachend Chriftum, finden. Und fires Wort, das du uns haft geben wir, aus Dank und geben, drångt Furcht und Pflicht, durch Recht thun Aberglauben fort, wirkt Zu dich zu ehren, so kann uns gend, führt zum Leben! Al- Leid und Freude nicht in lein es lag, in Finsternig dieser Ruhe sidren. verhüllt, seit vielen Jahren; 5. Wir wissen, wie man welch großes Glück ist nun andachtsvoll zu dir, o Gott, N 4 foll 200 Von dem Reiche foll beten, und wie man dich Band, des Nächsten Noth recht ehren soll, wenn wir zu lindern. zusammen treten. Es herr- 9. Laß uns den, der dich schet nun Erbaulichkeit und redlich ehrt und treu lebt seis auch Verstand und Lehre, innen Pflichten, wenn er gleich Liedern, die die Christenheit anders denkt und lehrt als dir singt, zu deiner Ehre. wir, nie lieblos richten. 6. In unsern Schulen bil- Rein, nein! Erbarmen wols det man zur Wahrheit und len wir für Ihn und uns ers zur Tugend, forgfältger, wie flehen, daß er, Weltrichter, man sonst gethan, Berstand einst vor dir mit uns mag und Herz der Jugend. Der freudig stehen. Lafter und des Leichtsinns 10. Einst wird kein Glaus Nacht reizt zwar, dein Wort be uns entzweyn! Ein Geift zu schmähen, ist Viele; doch wird uns beleben; ein Hirt der Wahrheit macht und und eine Heerde seyn! Laßt, Glanz wird nie vergehen. Christen, uns erheben das 7. Herr, dir sey Dank! hin, wo alle, Irrthums frey, Der Wahrheit Licht stralt die Wahrheit sehn und lies schon ben Volker- Schaaren, ben, und ohne Haß und Las die ehedem so glücklich nicht ster, treu sich in der Zus als unsre Båter waren. Doch gend üben. wie die Sonne, so auch bricht der Lehre Jesu Schimmer, mit Einmal, alle Nebel nicht. Nur heller wird es immer. 8. Der KircheChrifti höthfte Zier ist wahre Nächsten Liebe. Kraft Von der Erhaltung und Ausbreitung der christs lichen Kirche. In bekannter Melodie. 211, Erhaltuns, err, bey deinem der Glaube ihr, dazu die Hof Wort, und steure deiner nung Triebe. O lehr uns Feinde Mord, die Jefum dann mit Bruderhand stets Chriftum, deinen Sohn, wohlthun; Elend hindern; vom Throne frech zu stürz und leit uns, durch der Liebezen drohn. 2. Beweis und der Kirche Chrifti. 201 2. Beweis dein Macht, jne Werk, und was ihn liebt Herr Jesu Christ, der du aufErden. Und Jesus Chris Herr aller Herren bist: be: ftus Heil und Stärk bekannt schirmdeinarme Christenheit, den Heiden werden, und sie daß sie dich lob in Ewigkeit. zu Gott bekehren. 3. Gott heilger Geist, du 2. So danken Gott und Tröfter werth, gieb dein'm loben dich dieHeiden über alVolk einerley Sinn aufErd; le; und alle Welt die freue steh ben uns in der letzten sich und sing mit großem Noth, G'leit uns ins Leben Schalle: daß du auf Erden aus dem Tod. Richter bist, und lässt die 4. Herr, laß uns dir be- Sund nicht walten. Dein fohlen seyn, schau unsre WortdieHuthund Weide ist, Noth, wir sind ja dein. Ers die alles Volk erhalten, in halt im Glauben uns ge- rechter Bahn zu wallen. treu; und mach uns von den Feinden frey. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten 5. Sie finnen auf ein Thaten; das Land bringt Frevelstück. Treib ihre Tük- Frucht und bessert sich, dein ke, Herr, zurück. Und, wenn Wort ist wohl gerathen. Uns du uns von ihr befreyst, gieb segne Vater und der Sohn, ihnen einen bessern Geist! uns segne Gott der heilge Geist, dem alle Welt die Ehre thut: für ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von 6. So werden sie erken nen doch, du unser Herr Gott lebeft noch, und hilfft gewaltig deiner Schaar, die sich Herzen 20men. auf dich verlassen gar. Mel. Herzliebster Jesu, was zc. In b. Mel. od. Christ unser Herr 213.aß, o Herr Jeſu, 212.Es woll uns Gott doch dein Reich genadig seyn, auf Erden noch immer weiund seinen Segen geben; ter ausgebreitet werden! fein Untlig uns mit hellen schenk allen Menschen deiner Schein erleucht't zum ewgen leiden wegen, Licht, Heil Leben. Daß wir erkennen sei lund Segen. N 5 2. Giet 202 Von dem Reiche 2. Giebihnen Gnade, dich verwüsten; so schauest du von recht zu erkennen, daß fie deinem Thron, und schüßest dich ihren Herrn im Glau: deine Christen. Dein Thron ben nennen; gieb ihnen Ei- bestehet ewiglich; vergeblich fer, deinen guten Willen wird sich wider dich die gans treu zu erfüllen. ze Hölle rüsten. 3. Laß sie die Schrift mit 2. Dein Reich ist nicht heilger Achtung ehren; denn von dieser Welt, kein Werk fie enthält der wahren Weis- von Menschenkindern: drum heit Lehren. Die Menschen konnt auch keine Macht der fuchen, ausser ihr, vergebens Welt, Herr, seinen Forts den Weg des Lebens. gang hindern. Dir können 4. Erhalte und bewahre deine Haffer nie die Herre deine Freunde; vereitle du schaft rauben, selbst durch sie die Macht und List der Fein wird sie vergrößert werden. de. Mach uns sorgfältig, 3. Weit wollst du deine daß wir falsche Freuden Herrschaft noch in deiner vorsichtig meiden. Welt verbreiten, und in der 5. Sen unser Licht in al. Lehre fanftem Joch die Völs len Finsternissen; gieb uns ter alle leiten. Vom Aufs ein reines, freudiges Gewis Igang bis zum Niedergang sen: und schlägt ein Kum- bring jedes Volk dir Preis mer unsre Herzen nieder, und Dank, und glaub an so stårk sie wieder. deinen Namen. 6. Beschüß uns mächtig 4. Auch jene Armen, die mitten unter Bósen, bis du dich schmähn, die frevelnd uns ganz von ihnen wirft er sich empören, lag deiner Idsen: bis wir zum Umgang Gnade Wunder sehn, daß der verklärten Frommen sie sich noch bekehren. Lehr frolockend kommen. fie mit uns gen Himmel Mel. Sey Lob und Preis zc. schaun, und, unerschüttert 214. enn Feinde dei- jim Vertraun, auf deine nes Kreuzes Zukunft warten. brohn, dein Reich, Herr, zul 5. Uns und der Kirche Christi. 203 5. Uns Christen aber wol- troffen! der Satan unser lest du fest in der Wahrheit Feind, der mit Ernst es gründen, daß wir, für unsre mennt, rüstet sich mit List, Seele Ruh, hier und dortliroht, daß ermächtig ist. Auf ewig finden. Mach unsers Erd ist nicht seins gleichen. Glaubens uns gewiß; vor 2. Mit unsrer Macht ist Frrthum und vor Finsterniß nichts gethan, wir sind gar bewahr uns, weil wir leben! bald verloren; es streit für 6. Ein reines Herz schaff uns der rechte Mann, den in uns, Herr, ein Herz nach Gott selbst hat erkoren. deinem Willen, und laß uns Fragest du, wer er ist? Er täglich fertiger, was du bes heißt Jesus Chrift, der Herr fiehlst, erfüllen. Gehorsam Bebaoth: und ist kein ans deiner Vorschrift seyn, und drer Gott: den Sieg muß dann uns deiner Gnadeler behalten. freun; sey unsre Lust auf Erden! 3. Und wann die Welt voll Teufel war, und wollten 7. So wird dein Volk dir uns verschlingen: so fürch unterthan, und lernt die ten wir uns doch nicht sehr, Sünde meiden, und du führst es soll uns doch gelingen. uns auf ebner Bahn zu dei- Wenn er, derFürst der Welt nes Reiches Freuden; und sich schon grimmig stellt, herrlich wird in dieser Zeit, schreckt er uns doch nicht. noch herrlicher in Ewigkeit, Das macht, er ist gericht't; dein großer Name werden! ein Wort kann ihn schon Von der Beschügung und Befällen. fchirmung der christlichen Kirche. In bekannter Melodie. 4. Das Wort sie sollen laffen stahn, und kein'n Dank dazu haben; er ist bey 215,& in feste Burg ist uns wohl auf dem Plan, mit unier Gott, auf seinem Geist und Gaben. ihn steht unser Hoffen. Er Nehmen sie uns den Leib, hilft uns gern aus aller Gut, Ehr, Kind und Weib; Noth, die uns jetzt hat besllag fahren dahin; fie habens 204 Von dem Reiche bens kein Gewinn; daefallen Zeiten. So oft uns Reich muß uns doch bleiben. Noth trift und Gefahr, erMel. Es ist das Heil uns zc. rettet er uns immerdar, 216.ort ist die Stárk wenn wir mit Ernst drum und Zuversicht, bitten. ein Schuß in unsern Nó 5. Kommt, Völker, schaut then; darum fo fürchten wir des Herren Werk, das er uns nicht, wenn man uns selbst aufgeführet, daß er mit gleich wollt tödten: ja wenn seines Armes Stárk erhält, die Welt gleich unterging, beschüßt, regieret. Er macht der Berge Höh im Meer sich auf, und hält Gericht, er verfünk, und alle Meere wirftzuBoden undzerbricht, brauften. Ons was ihm sich widersetzet. 2. Dennoch soll unsers 6. Seyd stille und erkenGottes Stadt getroft und net doch, daß Gott ist Herr muthig bleiben. Der Herr, auf Erden. Wer ihn nicht der sie gegründet hat, kann ehrt, ach! der wirds noch alle Roth vertreiben; der sei einst fehn und inne werden! ne Wohnung hat allda, desser wird doch alle Lift und Höchsten Hülfe ihr ist nah: Macht, wie groß sie immer und ewig wird sie dauren! ift gedacht, zu seiner Ehre 3. Sie stehet feft und auf dämpfen. gericht, gleich einem Fele im 7. Du starker Herrscher Meere; der Feinde Macht Zebaoth, du kennst und hilfft besiegt sie nicht; Gott stürzt den Deinen! der rechte Heis der Feinde Heere: sie kön- land, unser Gott, schüßt und nen nicht vor ihm bestehn, bewahrt die Seinen! Gott sie weichen, sinken und ver- Vater, Sohn und heilger gehn, wann er sich läffer Geist, sen jetzt und immers hören. Juhanan dar gepreist, hilf uns aus 4. Der starke Herrscherfallen Nöthen. Zebaoth ift seinem Volk zu Mel. Ein feste Burg ist unser ic. Christus feine Kirche Seiten; der rechte Heiland 217. Wenn Chri uns zu schützt: und der Kirche Christi. 205 schüßt: so mag die Holle wi mird uns gewiß bedecken. ten. Er, der zur Rechten Der Herr, der höchste Gott, Gottes sitt, hat Macht, ihr dringt auf sein Gebot, giebt zu gebieten. Er ist mit Geduld in Noth und Kraft fo und Muth im Tod; was will uns denn erfahrecken? Hülfe nah: will er, stehts da. Er schüßt sei nen Ruhm, und hält das Christenthum; mag doch die Mel. Ein feste Burg ist unser zc. Hölle wüten! 218,2ufihrem Felfens 2. Gott siehet Fürsten, auf grunde steht die dem Thron, sich wider ihn Kirche Jefu Chrifti. Ob empóren; die denGefalbten, Erd und Himmel unterseinen Sohn, den Herrn der geht; besteht du, Kirche Welt nicht ehren. Von ih Christi! Gottes ewger rer Macht bethört, ist ihr Sohn schüßt von seinem Sinn verkehrt, Jesu Kreuz Thron dich, die ihm vers ihr Spott. Doch duldet fie traut; du stehst, von ihm noch Gott, ob sie sich gleich erbaut, wie ein Gebürg empóren. im Meere! 3. Der Frevler mag die 2. Was kann dir Satan Wahrheit schmähn; uns thun, der sich stolz wider kann er sie nicht rauben. Gott empóret? Sen ruhig, Der Nicht- Christ mag ihr ob er gegen dich und Chriwiderstehn; wir halten feft ftum sich verschwöret! Chris am Glauben. Gelobt sey Je- stus überwand ihn mit stare sus Chrift! wer sein Junker Hand. Seine Macht und ger ift, sein Wort treulich Lift, so groß sie immer ist, hált, dem kann die ganze muß doch zu Schanden Welt die Seligkeit nicht werden. rauben. 3. Was können Spötter, 4. Auf, Christen die ihr die dir drohn, zu Schanden ihm vertraut, laßt euch kein dich zu machen? die kin Drohn erschrecken! der Gott, disch träumen, daß du schon der von dem Himmel schaut, lvergehst, wenn sie nur las chen? 206 Eigenschaften wahrer Christen. chen? ihre Pfeile sindSpreu, wird das Gericht des Süúns verweht vom Wind: ruhig denrachers treffen. siehst du zu: sie selbst vergehn; und du, bu Kirche Jeju, bleibest. 5. Erhebe dich in deinem Gott, preis ihn mit Harf und Pfalter! er selbst, Jes 4. Was können Feinde, hovah Zebaoth, er selbst ist welche sich in deinem Schoo dein Erhalter! huldreich Benahren, der falschen Chri- sieht er hier seine Lust an sten Heer, die dich durch ihre dir: herrlich wird er dort, That entehren? ihrer Lafter( denn Wahrheit ist sein Lohn wartet ihrer schon! dich, Wort,) dich segnen und o Kirche, nicht, sie selbstlerhöhen! VII. Von der Glückseligkeit der Unterthanen Jesu Gott erhebet, wenn er groß und glücklich ist: Gottes Mel. Werde munter mein Gem. Huld wird ihn erfreun, und in diesem und dem künftigen Leben. Eigenschaften wahrer Christen. 219. ommt und laßt das Himmelreich ist sein; euch Jefum leh: Gott wird dort zu Ehren ren, kommt und lernet all- seßen, die sich hier geringe zumal: welche die sind, die schäßen. gehören zu der achten Chri- 3. Selig sind, die Leide ften Zahl. Die bekennen tragen, wenn sie vor Gott mit dem Mund, glauben strafbar sind, die mit ernauch von Herzensgrund, und ster Reubeklagen, vor Gott, bemühen sich daneben, wie die begangne Sünd; die veres Gott gebeut, zu leben. beffern, was verfehn, und 2. Selig, wer in Demuth der Sünde widerstehn; diese lebet, feine Schwachheit nie sollen hier auf Erden und vergißt, nie sich selbst, nur dort stets getröstet werden. 4. Selig Eigenschaften wahrer Christen. 207 4. Selig sind, die from und Heiligkeit; diese, denen men Herzen, die der Sanft nicht gefällt die unreine Lust muth zugethan, Spott und der Welt, sondern sie mit Unrecht gern verschmerzen, Ernst vermeiden, führet gern verzeihen jedermann, Gott zu ewgen Freuden. die nicht üben eigne Rach, und befehlen Gott die Sach; fanft wird diese Gott erquik ken, und der Feinde Haß entrücken. 8. Selig sind, die Friede machen, dahin sehn ohn Une terlaß, daß man mig in allen Sachen fliehen Hader, Streit und Haß; die da lie5. Selig sind, die fehnlich ben Fried und Ruh, und streben nach Gerechtigkeit behilflich sind dazu, die der und Treu, wünschen, daß ihr Eintracht sich befleisfen, wvere Herz und Leben fromm und den Gottes Kinder heiffen. ohne Tadel sey, deren Herz 9. Selig sind, die ohn nichts mehr begehrt, als was Verschulden, Schmach, Vers ihre Tugend mehrt; Gott folgung, Haß und Pein als wird ihr Verlangen stillen, Verehrer Christidulden, und und den frommen Wunsch Gott mehr, als Menschen erfüllen. scheun; Gott steht ihnen 10. Herr, du wollest mich stets leiten auf der wahren Tugendbahn, daß ich dieser Seligkeiten hier und dort mich freuen kann! gieb, daß ich demüthig sey, meine 7. Selig, die gefunden Schuld vor dir bereu, die werden reines Herzens je- Gerechtigkeit stets liebe derzeit, die in Wort, Werk und an Feinden Sanftmuth und Geberden lieben Zucht übe. 6. Selig, wer der Noth des mächtig ben, und will sie für Armen niemals fühllos sich ihre Treu einst mit Preis entzieht, stets mit zärtlichem und ewgen Kronen auf das Erbarmen auf des andern herrlichste belohnen. Kummer sieht, wohlthut, wo er kann, durch Rath, und wo's nothig, durch die That; dieser wird auch Hülf em pfangen, und Barmherzigkeit erlangen. II. Daß 208 Eigenschaften wahrer Christen. 11. Daß ich Urmen helf| giert! es muß, was sie bes und diene, immer hab ein ginnen, ein gutes End ges reines Herz, die in Feind winnen; weil Gottes Hand schaft stehn, verfühne, dirie führt. anhang in Freud und 4. Die aber Gott nicht Schmerz! Bater, hilf von achten, nicht seine Rechte deinem Thron, daß ich glaub scheun; was ist ihr Thun an deinen Sohn, und durch und Trachten? das Glück, deines Geistes Stárke mich deß sie sich freun? so wie die befleisse guter Werke. Spreu der Wind hin in die Mel. Uus meines Herzens zc. Lüfte treibet, so schwindet 220.Wohl dem, der und zerstäubet der Sünder ohne Wandel Glück geschwind. auf Gottes Wegen geht; sich 5. Froh stehn nur die Ges zum verkehrten Handel der rechten vor Gottes RichterSünder nie versteht; stets thron, wo er nun seinen flieht, so sehr er kann die Knechten giebt den verheiße Spotter, die frech richten, nen Lohn; des Richters und Gott und ihre Pflichten Majestät erfüllt mit Ungst stolz schmáhn in ihrem und Grauen die Sünder; Wahn. ihr Vertrauen, ihr Stolz 2. Wer Gott von Herzen und Troß vergeht. liebet, mit Fleiß sein Wortbe 6. Erhalt nach deiner Gü tracht, gewissenhaft das übet, te mich, Gott, in deinem was Gott zur Pflicht ihm Bund; gieb mir ein solch macht, ist wie ein Baum am Gemüthe, daß ich von Hers Fluß, der hoch empor sich zensgrund dein Wort und schwinget, und gute Früchte dein Geheiß vor Augen hab bringet, in ftetemlleberflug. und liebe, und nach demsele 3. Ob Sturm und Win- ben übe, was dir gereicht de toben, bleibt er doch un- zum Preis. gefällt. Gott ist es, der von Mel. Herzliebster Jesu, was ic. oben die Seinen schüßt und en wird, o Gott, die 221.2 hält, Gott, der die Welt reWons Eigenschaften wahrer Christen. 209 Wonne der Erlöften nach seinen Gaben, genügt zu diesem kurzen Pila rlaufe haben: trösten? wen schmückt der. 7. Wer, rein vonlleppige einst vor dir und deinem feit und Wollust, lebet; wer Throne des Mittlers Krone? feiner Hoheit nie sich überhes 2. Wer heilig wird, wer, bet; wer auch die Leiden, abgewand vom Bösen, sich die ihm auferleget, gelase von der Sünde Herrschaft sen tråget: läßt erlösen, wer an den 8. Den, den wird Gott! Sohn glaubt, feinen Herrn die Wonne der Erlöften nach ihn nennet, ihn fren bekennet: diefes Lebens kurzem Kame 3. Wer deine Wahrheit pfe trösten; den schmückt im unter Adams Kinder ver: Himmel einst vor deinem breitet, fie erleuchtet, und Throne des Mittlers Krone! die Sünder durch Thaten Mel. O Gott, du frommer Gott. reißt, mit einem bessern Le ben dich zu erheben: 222. Mer Gottes Wege geht; nur 4. Wer, was er glaubt, der hat großen Frieden. Er gewissenhaft auch übet, die kämpft und kennt den Lohn, Menschen all als seine Brü- den Gott dem Kampfbeschies der liebet, nicht làstert, fie den. Voll Glaubens widere nicht krankt, nicht stolz sich steht er jeder bösen Lust, ist bláhet, und keinen schmähet: seiner Tugend sich froh vor 5. Wer Sünde hasset, dem Herrn bewußt. und doch mit den Sündern 2. Er merkt auf seinen Mitleiden fühlet, und on Sang, geht ihn mit heilzem deinen Kindern die Gottes- Muthe; hast jede Sünde furcht und ihre Gaben ehret, stets und liebt und schmeckt hält, was er schwöret: das Gute, das seines Gottes 6. Wer nicht der Brüder Geist in seiner Seele schafft. Glück und Ruhm beneidet, So nimmt er immer zu an den Armen gerne speiset, Renutniß und an Kraft. tránkt und kleidet, wems 3. Gott hat er allezeit Freude ist, recht viel, milvor Augen und im Herzen; prüft Eigenschaften wahrer Christen. prüfttäglich sich vor ihm und macht ihn stark: durch Liebe tilgt der Sünden Schmerzen siegt der Christ. durch seines Mittlers Huld, 7. Er fránket nie dein durch redliches Bemühn der Glück; schüßt deinen Ruhm, Tugend treu zu seyn, durch dein Leben; er trågt dich mit Zuversicht auf ihn. Geduld, ist willig zu verge4. Getreu in seinem ben: denn Gott, der Heilige, Stand genießt er Gottes denkt er, vergiebt auch mir. Gaben; und ist, wenn andre Voll Achtung ehret er des gleich mehr Erdengüter ha- höchsten Bild in dir. ben, in Gott, ben wenigem 8. Sein Beyspiel fucht zufrieden und erfreut. Sein dein Herz im Guten zu be Herz entehrt sich nie durch stärken: denn alle sind von Misgunst, Geiz und Neid. Gott bestimmt zu guten 5. Schenkt Gottes Hand Werken und sind von Einem ihm viel, so wird er vielen Herrn erlöst zu Einem Heil. nüßen: des Freundes Glück Drum nimmt er auch mit Luft erhöhn; verlaßne Zugend an deiner Tugend Theil. fchúßen; felbft seinen árgsten 9. Das Heil der Ewig Feind wird er in Noth er keit, das hier der Fromme freun, und, wie sein Gott es schmecket, erhält sein Glück, ist, wird er gutthätig seyn. und macht, daß ihn kein Tod 6. Die Liebe gegen Gott erschrecket, giebt ihm im Leis heißt ihn den nächsten lie- den Muth und stillet jeden ben. Ihm ist es wahre Lust, Schmerz. Fm Tode freut die Pflichten auszuüben, die sich noch sein Gott ergebnes er, in jedem Fall, dem Nách- Herz. sten schuldig ist. Die Liebe 210 Vortheile der Tugend überhaupt. Mel. Herzliebster Jesu ic. sey dem, der Gott ehrt, und 223, Preis, Preis fey auf seinen Wegen einher und freuet, Glück und Heil und Segen nen Willen stets zu erfüllen. 2. E Vortheile der Tugend überhaupt. 211 2. Er ist beglückt, undt aur mit freudigem Gemüs machtig wird auf Erden der the auf Gottes Güte. Saame derer, die Gott fürch: ten, werden. Der Herr läßt ihr Geschlecht, sie zu belog nen, im Guten wohnen. 3. Mit Gütern wird der an denen, die ihn schmähen, Herr sie überschütten; fein geråder sehen. Ueberfluß erfüllet ihre Hütten. Die fernste Nachwelt wird ihr frommes Leben mit Luft erheben. 9. Er streuer aus, erquiks ket voll Erbarmen das Herz der Waisen, Wittwen, Krans fen, Armen. Die Nachwelt wird noch in den spátsten Zeis ten sein Lob ausbreiten. 4. In grauenvollen licht beraubten Nächten umstralet Gottes Schimmer den Gerechten, den Milden, des sen sich die Armen freuen, und den Getreuen. 8. Er ist getroft, und wenn der Sünder zitiert, so bleibet er doch ruhig, unerschüttert. Er wird sich einft ihn der Frevler sehen, une 10. Co hochbeglückt wird muthig zürnen, knirschen und vergehen: denn was sein Herz sich hier zum Glück erforen, ist dort verloren. 5. Beglückt ist, wer Be drängte gern erfreuet; wer seinen Nächsten willig hilft und leihet; wer eifrig ist, In voriger Melodie. der sonst verlaßnen Armen 224.2 die angstlich mir sich zu erbarmen. 6. Heil ihm, daß er sie zu bangen Sorgen für den, doch erquicken eilet und seiner ungewissen, andern Mors Ueberfluß mit ihnen theilet! gen? Ich quale mich, und sein Heil ist ewig! sein wird mache meinem Herzen vers nie auf Erden vergessen geblich Schmerzen. werden. 7. Es mögen Boten des werd es nicht erzwingen; 2. Es ist umsonst, ich Verderbens kommen, unt wollt ich auch, Nächte durch, doch verzaget nicht das Herz mit Kummer ringen und des Frommen. Er hofft und noch so früh mit ängstlichen 212 Vortheile der Tugend überhaupt. Geschäften den Leib entFräften. 8. Hier ist das gnug. Einst laß mich mit den Frommen 3. Mein Glück beruht, zu dem Genuß der Himmels. Gott, auf deinem Segen. aúter kommen; so wird mein Vertrau ich dir, geh ich Wunsch, den irdisch Gut auf deinen Wegen, so wirst nicht stillet, völlig erfüllet. du mir auch ohne Sorg und Met. Nun sich der Tag geendet. Kranken, was nüßlich, 225.Der Mensch lebt schenken. felig, lebt ver 4. Bin ich getreu mit dem gnügt, der Gottes Wege verliehnen Pfunde, und barr geht, die arge Luft der Welt ich nur der rechten Segens besiegt, fest in Versuchung stunde, so kommt sie, und steht. dann werden meine Thaten zum Glück gerathen. 2. Habt, was die Erde geben kann, habt Reichthum, 5. Drum fördre selbst die Luft und Ehr! blickt Gott Werke meiner Hände. Ge- euch nicht in Gnaden an; so fegnet sey der Anfang und bleibt das Herz doch leer. das Ende. Gieb guten Rath, damit, was ich vollbringe, mir wohl gelinge. 3. Es findet keine wahre Ruh in allem Gut der Welt. Ein innrer Kummer eilt her 6. Hilf mir mit Treue zu: hin ist die Lust der Welt. meine Pflicht erfüllen, und 4. Und dringt ein Sturm dann mein Herz mit froher von auffen ein und nimmt Hoffnung stillen. Sollt ich den Schaß dahin, deß es ge mit dem, was du, herr, mir wohnt war, sich zu freun: beschieden, nicht seyn zu- ist auch der Muth dahin. frieden? 5. Das, das ist wahre 7. Kann ich den Leib auch Seligkeit, die im Gewissen nicht, wie Reiche, laben; wohnt; wenn sichs des hos versorge nur den Geist mit hen Beyfalls freut, womit jenen Gaben, die mehr, als es Gott belohnt. alles Irdische, und stets beglücken. erquicken 6. Die Welt vergeht mit ihrer Luft: wer thut, was Gott Vortheile der Tugend überhaupt. 213 Gott gebeut, der fühlt in sei- nun dem Himmel zu, indem ner frommen Brust den ich alles willig thu, was Troft der Ewigkeit.deine Welt beglücket. 7. Herr, laß uns alle, und 4. Herr, lenke meines auch mich, den Weg der Geistes Blick von dieser Wahrheit gehn! so werden Welt Getümmel auf dich, wir im Himmel dich, voll auf meiner Seele Glück, ewger Freude, sehn. auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer HerrlichMel. Sey Lob und Ehr dem zc. keit vergeht und währt nur 226.ch weiß, an wen kurze Zeir: im Himmel ſey mein Glaub sich mein Wandel. hált, kein Feind soll mir ihn 5. Jeht, da mich dieser rauben. Als Bürger einer Leib beschwert, ist mir noch bessern Welt, leb ich hier nur nicht erschienen, was jene im Glauben. Dort schau ich, besfre Welt gewährt, wo wir was ich hier geglaubt. Wer Gott heilig dienen. Dann, ist, der mir mein Erbtheil wann mein Auge nicht mehr raubt? es ruht in Jesus weint, und mein ErldsungsHänden. tag erscheint, dann werd ichs froh empfinden. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit; lang ist der Tag 6. Jm Dunkeln seh ich hier des Sieges. Ich kämpfe für mein Heil; dort seh ichs die Ewigkeit: erwünschter klar und heiter. Hier ist die Lohn des Krieges! Der du Sünde noch mein Theil; für mich den Tod geschmeckt, dort ist sie es nicht weiter. durch deinen Schild werd ich hier ist mein Werth mir bedeckt; was kann mir denn noch verhüllt; dort wird er nun schaden? sichtbar, wenn dein Bild Herr, du bist mein mich, Gott, vollkommen ganzer Ruhm, mein Trost in schmücket. 3. diesem Leben, in jener Welt 7. Zu diesem Glück bin mein Eigenthum; du hast ich erkauft, oherr, durch deis dich mir gegeben. Ich eilene Leiden. Auf deinen Tod 3 bin 214 Vortheile der Tugend überhaupt. bin ich gerauft; wer will vonmádtger, uns entreiffen? dir mich scheiden? du zeidmenn wir gleich hier müssen neft mich in eine Hand: reiten und zuzeirenschwach mir bist du und ich die bes ns finden; bilfst du uns kannt: mein find des him ooch überwinden. mels Freuden. 3. Du deckest unsre Schulz 8. Wie groß ist meine ben zu, fchenist unsern SeeHerrlichkeit! empfinde sie, len wahre Ruh und stärkest o Sele! som Tand der Er- uns mit Freude. Dein Sohn de unentweiht, erhebe Gott, ist unser Haupt und Ruhm; o Seele! der Erde glänzend wir sein ertauftes EigenNichts vergeht: nur des thum, und Schaafe seiner Gerechten Glück besteht Weide. Gutes Muthes sind durch alle Ewigkeiten. auf Erden in Beschwerden unfre Seelen. Herr, was Mel, Wie schön leucht uns ic. Fann bey dir uns fehlen? 227.23ie grop ist un= te grop ist un- 4. Es bleiber zwar der hos ire Seligkeit, he Werth der Guade, die uns o Gott, schon in de Prů- wiederfährt, verborgen hier fungszeit jelbst unter viel auf Erden. Doch wenn ders Beschwerden; wenn unser einst vor aller Welt er, un Herz sich dir ergiebt, und er Haupt, Gerichtstag hält, treu in Jefu Dienft sich übt. dann wird er sichtbar wers Wie groß wird sie einst werden. Alsdann sieht man ihn den: wenn sich herrlich jenes mit Kronen uns belohnen, Leben wird anheben, wo undmit Ehren für fein treues man Freuden erndtet von Volk erklären. der Saat der Leiden. 5. Wie wohl, o Gott, find 2. O wie erhaben ist das Christen dran! wie viel haft Recht, das du uns giebest, du an uns gethan! o laß uns dein Geschlecht und Bundes- unsre Würde vor Augen has volk zu heiffen! Bey dir ist ben jederzeit; so tragen wir unser Baterland; und wer mit Willigkeit der kurzen will deiner starken Hand Al- Leiden Bürde. Herr, gieb den Begnadigung und Vergebung der Sünden. 215 den Trieb in die Seelen, Leben ganz zu Jesu Dienst dich zu wählen, und das zu geben. Wohlthaten und Seligkeiten, die durch den Glauben an Jesum geschenkt werden, insonderheit. Begnadigung und Vergebung zu tragen; wir müßten, bis in Ewigkeit, wenn sie uns der Sünden. Mel. Es ist das Heil uns zc. tráf, verzagen. Der Heiland 228. Gott, mit fro- trug sie uns zu gut. Mit her Dankbar: Willigkeit und starkem keit gedenket mein Gemüthe Muth hat er sie überstanden. andeinerHuldunendlichkeit, 5. Wir konnten auch, als an deine große Güte. Dein Sünder, nicht desSchöpfers Sohn hat uns von unsrer heilgen Willen, in allem Noth erlöset, und bis in den Werk, in aller Pflicht, un Tod für uns sich hingegeben. tadelhaft erfüllen. Auch 2. Er nahm sich unsrer hierin half der Heiland uns. gnädig an, trug unser aller Gott schäßt die Redlichkeit Sünden; ward dem Gesetze des Thuns, durch ihn, nun unterthan, vom Fluch uns zu für vollkommen. entbinden, den es denlleber, 6. Wer nun in seiner tretern draut; erwarb uns Seelennoth auf diesen Heiz die Gerechtigkeit durch sein land schauet, mit Reu und versöhnend Leiden. Leid auf Jesu Tod und sein 3. Er ließ, zur Bügung Verdienst vertrauet; der unsrer Schuld, von Gott sich ists, den Gott gerecht ers willig strafen. So wußte klärt, der ists, der jenes Gott voll weiser Huld durch Glück erfährt, das Jesus ihn uns heil zu schaffen; da uns erworben. es, uns Sündern offenbar 7. Dem schenket er Genach dem Gefeß unmöglich rechtigkeit um seines Heis war, die Sache gut zumachen. lands willen; der wird von 4. DieStrafe, die er Sún- Schuld und Straf befreyt, dern draut, fiel uns zu schwer und kann sein Herz nun stils 4 len. Univ.- Bibl. Giessen 216 Begnadigung und Vergebung der Sünden. len. Denn Jesu, des Ver- stenrah. Dernists, die Sün föhners, Blut kommt zurden zu vergeben: und willig Vergebung ihm zu gutt, dein Herz dazu. Dem machtrein von allenSünden. tief gefallenen Geschlecht 8. So hoch begnadiget der schenkst du zum Leben neues Herr uns fonst verlorne Recht. Sünder: voll Huld und Lie 2. Uns, uns verlorne, be nennet er hinfort uns seis zu erretten, gabst du für uns ne Kinder. Sein Vaterherz selbst deinen Sohn; er litt, ist uns nicht fern, verzeiht damit wir Friede hätten, für uns unfre Fehler gern, da uns den Tod, der Sünden wir noch täglich straucheln. Lohn: o Gott, wie hast du 9. Er schenkt uns auch uns geliebt! welch ein Ers zur tüßten Ruh das Recht barmen ausgeübt! zum ewgen Leben, fagt uns 3. Dank, ewig Dank sey dies große Erbtheil zu, das deiner Treue, die niemand er uns einst will geben. Sein gnug erheben kann! nun Geist beleber unser Herz mit nimmst du jede wahre Reue diesem Trost in allem um Chrifti willen gnädig Schmerz: ihr send des Him- an. Wohl dem, der sich zu mels Erben! dir bekehrt, und glaubig seiz nen Mittler ehrt. 10. ErkennetGottes gnád gen Rath, schlagt in euch, 4.Den, Herr, befreyst du fichre Sünder! frohlockt, die von den Plagen, die dem er begnadigt hat, ihr seine Gewissen furchtbar sind; der frommen Kinder! dient ihm kann getroft und freudig fa mit Freuden, dient ihm gern; gen: Gott ist für mich; ich bleibt von den Sündenwe bin sein Kind! hier ist der, gen fern: folgt seiner Zuch welcher für mich litt, und zum Himmel! mich noch jetzt bey Gott vertritt. Met. Wer nur den lieben Gottic. 229. Gott, deineGnar 5. Herr! wie selig ift die Seele, die sich in deiner fie schafft uns.il und See Snade freut! ob auch ein ist unserleben; aupres Begnadigung und Vergebung der Sünden. 217 augres Glück ihr fehle, fehlt thun, ward sterbend Der am ihr doch nicht Zufriedenheit; Kreuß ein Fluch, der aller und, Gott, deinFried ist weit Menschen Sünde trug. mehr werth, als alles, was die Welt gewährt. 8. O laß mich dies im Glauben fassen, und mich 6. Dein Friede stárkt zum mit starker Zuversicht auf frohen Muthe, das Herz deine Bundestreu verlassen; auch in der größten Noth, wenn alles wankt, so wankt gibt Hofnung zu dem ewgen sie nicht. Mit Reu und Des Gute, und macht getroft muth such ich dich; gieb mir selbst auf den Tod. Wer die den Troft: Gott ist für mich. sen Frieden hat, genießt Luft, die des Himmels An fang ist. 9. Lobsingend will ich dich erheben, mich ewig deiner Gnade freun, und deinem 7. Laß, Vater, doch in die Dienst mein ganzes Leben in sem Frieden auch meine See- kindlichem Gehorsam weihn. le freudig ruhn! auch mir Daß, Herr, bey dir Vergehast du dies Glück beschieden; bung sey, das mach in deidenn auch für mich genug zu ner Furcht mich treu. Baterliebe und Freundschaft Gottes. Mel. Herzlich, thut mich zc. cheley, daß Gott auch mir der 230. ft Gott für mich befte und treufte Vater ſev, fo trete sonst daß er in allen Fällen zu alles wider mich! wann ich meiner Rechten steh, mich zu ihm nur bete, fernt jede auch bey Sturm und Wellen Sorge sich. Hab ich das erhalte und erhöh. Haupt zum Freunde, und 3. Der Fels, auf den ich lieber mich mein Gott; was gründe, ist Christus und schadet mir der Feinde Ber sein Blut; der würket, daß folgung, Schmach und ich finde das ewig wahre Spott? Gut. An mir und meinem 2. Nun weiß und glaub Leben ist nichts der Liebe ich feste, rühm es ohn Heuwerth. Was Jesus mir ges 5 geben, 218 Begnadigung und Vergebung der Sünden. geben, das ist der Liebestrüben Tragen mir Freudige werth. feit, und schafft, daß ich 4. Er ist mir Ruhm und kann, Vater! sagen, durch Ehre, Gerechtigkeit und eine Gnadenkraft. Licht; wenn er nicht für mich 8. Und läßt sich Schwach wåre, so wird und könnt ich beit fehen; vertritt mich dies nicht vor meinem Gott beste: ser Geist mit Seufzen, Bitz hen, da ich ein Sünder bin; ten, Flehen, das unauss nicht so getroft einst gehen sprechlich heißt. Gott, dem zu meinem Tode hin. d der Grund der Herzen und 5. Er starb, mich zu erlösen, den schweren Kreußes tod; er macht mich frey vom Bosen, und voll Bertraun 9. Sein Geist spricht meis zu Gott: ich darf mich seiner nem Geiste das Wort des freuen mit unerschrocknem Troftes zu: wie Gott dem Muth, und kein Gericht Hülfe leiste, der bey ihm su: mehr scheuen, wie sonst ein chet Ruh, und ihm allein vere Sünder thut. trauet; er zeigt ihm Gottes 6. Nichts, nichts kann Stadt, wo Herz und Auge mich verdammen; mein ihm schauet, was esgeglaubet hat. geweihtes Herz scheut nicht 10. Da ist mein Theil der Hölle Flammen, scheut und Erbe mir herrlich zuges nicht des Todes Schmerz. richt. Wenn ich gleich fall Rein Urtheil fann mich und sterbe, fällt doch mein schrecken, nichts was uns Himmel nicht. Muß ich sonst betrübt; denn mich auch hier mit Zähren oft will Christus decken, der meinen Weg bestreun, dort mich als Bruder liebt. erndt ich ohn Aufhören die 7. Sein Geist wohnt mir Frucht des Friedens ein. im Herzen, regieret meinen II. Wer Jesus sich vers Sinn, nimmt Sorgen, die bindet, die Sünde flieht und sonst schmerzen, und allen haßt, wird oft verfolgt, und Unmuth hin, giebt auch in findet hier manche schwere Laft meine Noth bewußt, erhört es, hebt die Schmerzen, giebt Ruh in meine Brust. Baterliebe und Freundschaft Gottes. 219 Laft zu leiden und zu tragen; freun, ihm Freudenopfer wird oft mit Schmach und bringen ben Sturm und Spott hier in den Prú Sonnenschein; mein Retter fangs Tagen beleget und lebt und wachet, mein Hei bedroht. land, Jesus Chrift! er, der 12. Das ist mir nicht ver: mich selig machet dort, wo borgen, doch bin ich unver er selber ist. zagt; Gott wird schon für mich sorgen; er thuts; er Mel. Wie schön leucht uns zc. hats geſagt. Es koſte Leib 231 Moist ein solcher und Leben, es koste Gut und Ehr; ihm bleib ich fest er: geben, ihn laß ich nimmer: mehr. Gott, wie du låg'st die müde Seele Ruh in deinem Schooße finden; du bist ein Bater, der vers zeiht, ein Gott, der voll Barmherzigkeit vergiebet 13. Mag doch die Welt vergehen, sie ist verander. lich; ich bleibe aufrecht ste- uns die Sünden. Wenn wir hen, Gott hålt und schüßer zu dir glaubig nahen; fo mich. Er schränkt die Macht empfahen wir den Frieden, der Fürsten, er schränkt der den der Mittler uns beFeinde Dráun, wenn sie nach schieden. Rache dûrsten, mit seinem Urme, ein. 2. Herr, unsere Gerechtigkeit! wie hoch wird dessen Herz erfreut, der dich im Glauben kennet! du bist sein Ruhm vor Gottes Thron, er wird zum Erben und zum Sohn vom Vater selbst ers nennet. Herr, dich will ich voll Verlangen nun umfans gen, und mit Freuden mich dan deiner Liebe weiden. 14. Nicht dieser Erde Freuden, nicht ihre Herrlich keit, nicht ihre Müh und Leiden, nicht Angst, Gefahr und Streit, nichts, was wir den ken können, soll mich, sprech ich als Christ, von Gottes Liebe trennen, die im Erld ſer ist. 15. Mein Herz soll Gott 3. Du Gottverföhner, lobsingen, sich seiner Liebe Friedefürst, du kommst von deinem 220 Baterliebe und Freundschaft Gottes. deinem Thron und wirst das mehr und mehr vom fündHeil der Menschenkinder. lichen Verderben. Ich bin Du stellest dich zum Mittler auf deinen Tod getauft, der dar, verbindeft, was gerren: du mich theuer haft erkauft, net war, Gott und verlorne du willst, ich soll nicht sters Sünder. Seele! werde, ben. Laß mich ságlich hier ihm dein Leben zu ergeben, auf Erden frömmer werden, niemals múde; denn er ist bis ich droben dich kann oh und bleibt dein Friede. ne Sünde loben. 4. Mitleidender Imma- Mel. Wie groß ist des Allm. zc. nuel! beschwert bleibt hie 232.3ie machtig noch meine mit spricht in meis geln und Gebrechen; doch ner Seele, Herr, deine bleibt dein Herz auch voller Stimme voller Huld, du Gnad, du willst nicht, was schoneft meiner, wenn ich die Schwachheit that, am fehle; zürnst nicht; haft vás armen Staube råchen. Tág terlich Geduld, schickst deis lich zeigt sich deine Treue ben nen Geist mich zu regieren; uns neue, zum vergeben, und sprichst meinem Herzen uns Schwache zu erheben. freundlich zu; wirst niemals 5. Dein Regiment ist vol múde, mich zu führen, und ler Huld, du trägst uns sorgst für meine wahre Ruh. Schwache mit Geduld, 2. Erbarmer deiner Kreamachst frey vom Joch der turen! liebreicher Gott der Sünden. So will ich deiner ganzen Welt, die deiner GüHuld mich freun, zum Kam te reiche Spuren in jedem pfe nicht verdroffen seyn: so Sonnenstaub enthält! lag werd ich überwinden. Wenn mein Herz immer mehr ers sich machtig Sündenliebe, messen, was du zu meinem Fleischestriebe noch empó. Heil gethan, und lag mich ren, wirst du Kraft zum niemals ganz vergessen den Sieg gewähren. Dank, den ich dir geben kann. 6. Durch deine Gnadenkraft, oherr, befreye du mich 3. Sollt ich nun noch den Gott mit Willen beleidigen, der Baterliebe und Freundschaft Gottes. 221 der mir vergiebt?, der mir Mensch noch Engel büßt; Gebote zu erfüllen gegeben wie felig fann ichs dann em= hat, weil er mich liebt? der pfinden, daß Christus mein das Vollziehn der kleinsten Erlöser ist! Pflichten als eine Wohlthat 5. Den großen, tróftens mir vergilt? und der, anstatt den Gedanken geb ich für mich streng zu richten, mein alle Welten nicht. Er bleiHerz mit Trost und Freude bet wahr, wenn Thronen füllt? wanken: fest steht er, wenn 4. Sein Dienst ist Leben die Welt zerbricht. Es mómeiner Seele; Gehorsam gen fündigen und zittern, die meine Seligkeit, wie kind Kinder des Verderbens sind! lich wein ich, wenn ich fehle. Gott mag der Erde Grund vor ihm, dem Bater, der erschüttern: ich bebe nicht; verzeiht! Ich fühle jede ich bin sein Kind. meiner Sünden, die weder Ruhe und Freude der Seele und des Gewissens. Mel. Wie nach einer Wasser ic. auf seinen Tod getauft; Chri lieht, ihr trauri- ftus ist für mich gestorben, hat das Leben mir erworben. 233.8 gen Gedanken, die ihr sonst mein Herz be 3. Wohl mir, daß er mir schwert. Gott kann ich nun gegeben, daß ich mich sein frölich danken: Er hat mein freuen kann! Seine Leiden, Gebet erhört. Er, der mir nach seiner Huld hat verge ben meine Schuld, wird, zu folgen seinem Willen, mich mit seiner Kraft erfüllen. Tod und Leben, alles, was er hat gethan, er, und was er hat, ist mein, und auch ich bin wieder sein. Durch ihn kann ich Tod und Sünden 2. Warum ſollt ich mich nun als Sieger überwinden. nun krånken, da mich Gott 4. Reißt mic) innre Luft und Jesus liebt? seiner Lie- zu Sünden; in des Gottvers be will ich denken, wenn ein föhners Blut kann ich Trost Kummer mich) betrübt. Ich, und Stärke finden, er macht den Jesus sich erkauft, bin mich gerecht und gut. Er, dur 222 Ruhe der Seele und Freude des Gewissens. der als ein stilles Lamm mei[ die gebeffert und erneuert ne Sünden auf sich nahm, sich an dir ergdg und lab! sey läßt mich nicht im Kampf mir Leiter, Trost und Hort, erliegen, hilft durch seine und laß durch dein heilig Kraft mir siegen. Wort deinen Geist mein 5. Es ist wahr, ich wer: Herz erquicken; o, so wird de sterben, und hinab zum mir alles glücken. Grabe gehn; doch ich werde Mel. Wer nur den lieben Gott. nicht verderben, sondern wie: 234. Wenn ich ein gut der auferstehn. Jesus hat Gewissen habe, des Todes Macht unter sei- so hab ich große Seligkeit: nen Fuß gebracht, und wird es ist des Himmels beste einst ein neues Leben meinen Gabe, das höchste Glück in Gliedern wiedergeben. dieser Zeit. In Freud und 6. Feinde mögen ihre Leiden giebt es hier die wahre Schrecken um mich her zu- Ruh der Seele mir. fammen ziehn, um mir 2. Jch bebe nicht, wenn Grauen zu erwecken, dochum. Sünder beben, daß Gott ges sonst ist ihr Bemühn. Wer recht und heilig ist. Mein ist, der mir schaden kann, Herz giebt Zeugniß meinem wenn ich Jesum flehe an, der Leben, daß ich gewandelt als die Hölle Schau getragen? ein Chrift, des göttlichen Bes warum sollte ich nun zagen? rufes werth, der mich hier 7. Jesu, Geber wahrer Freu- heilig wandeln lehrt. de, gieb mir deinen Freu: 3. Getroft wag ichs, vor dengeist, daß er mich so führ Gott zu treten, und ihn, voll und leite, wie dein Wort mich Glaubensfreudigkeit, als unterweist! o gieb, daß ich meinen Vater anzubeten, trage doch mit Geduld deinseer, was ich habe mir vere fanftes Joch! laß mich seyn leibt: und jedem Heil und in dir zufrieden mit dem, Segen giebt, der ihn von was du mir beschieden. Grund des Herzens liebt. 8. Gieb, daß ich in dir er: freuet eine reine Seele hab, 4. Mit Muth trag ich des Lebens Leiden, Verfol gung, Ruhe der Seele und Freude des Gewiffens. 223 gung, Laftrung, Schmach Gewissen und Glaubens Zus und Hohn: denn des Ge- versicht verleiht. Und du, wiffens innre Freuden fine mein Gott, regiere mich, füffer, als der Erden Lohn: denn o, was könnt ich ohne und was kann höhern Trost cich? verleihn, als leiden, und unschuldig seyn? In bekannter Melodic. 5. Die Frölichkeit in 235. Je meine Freu verkündide; bester Troft get auch mein Gesicht! sie ist im Leide; theuer bist du mir! mein Labsal in den Schmer: denn was ich verlange, Seezen, und in der Finsternis lenruh, empfange ich allein mein Licht; sie macht getrost, von dir. Gottes Lamm, das wenn eine Welt erzittert und auf sich nahm meine Schuld, in Trümmern fällt. nichts soll auf Erden lieb, wie du, mir werden. 6. Jch eile mit gefeßtem Schritte des Lebens legter 2. Unter deinen SchirStunde zu: denn der ver men bin ich vor den Stürz fallnen Leibeshütte zeigt sich men aller Feinde frey. Laß im Grabe sanfte Ruh; in- ben Ungewittern Frevler dem mein Geist, der Gott bange zittern; mir steht gelebt, zu seinem Ursprung Jesus ben. Ob erhigt der fich erhebt. Spimmel blißt, feine Don7. Für meines vorgen Le: ner Sünder schrecken; mich bens Sünde giebt mir mein wird Jesus decken. Heiland Trost und Muth; 3. Trok sey selbst dem ich weiß es, daß ich Gnade Tode, der ein Schreckensfinde in der Versöhnung bote Sterblichen sonst ist; durch sein Blut. Er, der ohne Furcht und Grauen für mich gebüßet hat, tilgt fann ich auf ihn schauen nun alle meine Misfethat. durch Jefum Chrift. Es er 8. O Seele, darum sey wacht durch seine Macht dies befliffen, daßunbefleckteHeiser Leib einst! Neues Leben ligkeit dir immerdar ein guilwird ihm Jesus geben. 4. Was 224 Ruhe der Seele und Freude des Gewissens: 4. Was die Sünder schå Freund und Trófter aller Ben, kann mich nichtergößen, Seelen, mir Erquickung nicht den Geist erfreun. Je- fehlen. fum will ich ehren, folgsam 2. Deinem Rath ergeben, seinen Lehren will ich ewig freu ich mich zu leben; was seyn. Keine Noth, die mich du willst, ist gut. Nichts bedroht, fein, auch noch so vermag ich Schwacher, du herbes, Leiden soll mich von mein Seeligmacher schenkst ihm scheiden. mir Kraft und Muth: wann 5. Fliehe eitles Wesen, die Welt erbebt und fällt, das die Welt erlesen, ich ent- wann Gericht und Hölle sage dir. Euch entsag ich, schrecken, willst du mich bes Sünden; peinliches Empfin decken. den, Angst gebähret ihr. 3. Ich kann ohne Grauen Ueppigkeit, Geiz, Stolz und Gräber vor mir schauen; Neid, dir sey nie mein Herz mein Erlöser lebt. Ich weiß, ergeben; Jesu will ich leben. wem ich glaube, weiß, daß 6. Schweiget bange Kla- aus dem Staube er mich einst gen! warum sollt ich zagen? erhebt. Todestag, dein Jesus ist ja mein. Jeden, Schrecken mag den, der Jes der ihn liebet, muß, was erst sum haßt, erschüttern, ich betrübet, doch zuleht erfreun. darf nicht erzittern. Bleibet hie noch Kampf und 4. Auch in mir ist Súne Müh; Jesus giebt, wenn ich de; doch ich überwinde, Hei fchon leide, mir doch Trost land, sie durch dich: sink ich und Freude. oft noch nieder, du erhebst Mel. Jesu, meine Freude ic. mich wieder, und begnadigst 236.Wie getroft und mich. Deine Huld tilgt met heiter, du nie du benedeiter, machst du meinen deinem Knechte der Erlösten Geist! o was gleicht dem Rechte. Frieden, den du schon hie 5. Daß ich Gott erkenne, nieden Gläubigen verleihst! froh ihn Vater nenne, und niemals wird bey dir, o Hirt, sein Kind soll seyn; daß ich hier Ruhe der Seele und Freude des Gewissens. 225 hier am Grabe Trost und giebts Zufriedenheit? Sind Hofnung habe, dank ich dir nicht auch die Ehren, so die allein: daß dein Geist mich Welt bethören, Traum und unterweist und mich führt Eitelkeit? Du erfreuft des auf deinem Pfade, dank ich Menschen Geist; Herr, du deiner Gnade. willst, die dich verehren, 6. Du hast selbst dein Le- ewig wieder ehren. ben für mich hingegeben, 9. Deinen hohen Frieden daß in meiner Noth ich nicht schmeck ich schon hienieden; hilflos bliebe; groß ist dei und was hoff ich dort? Unne Liebe, stårker als der nennbare Freuden, ewge Tod! Herr, und ich, ich soll Seligkeiten hoff ich auf dein te mich deiner Huld nicht Wort. Sie sind mein, durch dankbar freuen? dir mein dich allein; bleib ich dir geHerz nicht weihen? treu im Glauben, kann nichts 7. Würdig dir zu leben, sie mir rauben! dies sey mein Bestreben, 10. Deiner reichen Güte meine Lust und Pflicht. Was freut sich mein Gemüthe, die Welt so schäßer, irdisch und lobsinget dir. Dieser Glück, ergoßet meine Seele Geist der Freuden stärke nicht. Hab ich dich, wie leicht mich im Leiden, weiche nie kann ich das, wonach die von mir! Laß mich so voll Sünder trachten, reich in Muth und froh einst durchs dir, verachten. Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen. 8. Macht ein Gut der Er de, daß ich glücklich werde? Trost im Leiden und Sterben. Mel. Wenn mein Stündlein zc. Bürde. Dies Glück erfüllt 237.3 chbinein Chrift, mit Muth und Kraft mein Gott ist mein Herz in dieser Pilgrimschaft Freund! in dieser hohen des Lebens und der Leiden! Würde steh ich und fürchte 2. Mein Glaube steht und keinen Feind, und scheue keine wanket nicht; er ist zu fest P ga 226 Troft im Leiden und Sterben. gegründet. Er stúhet sich voll Ruh, und führt mich deis Zuversicht auf Jesum Chrift, nem Himmel zu, o du, an und findet bey ihm allzeit den ich glaube! ach gieb mir, Trost, Heil und Ruh; er Herr, Beständigkeit, daß eignet sein Verdienst sich zu, diesen Trost der Sterblich und strebt ihn stets zu lieben. feit nichts meiner Seele 3. Sollt ich um Ehre, raube; tief prág es meinem Eitelkeit und Güter dieser Herzen ein: welch eil es Erden, aus Wollust oder ist, ein Christ zu seyn! Sicherheit, Gott jemals un. 2. Du haft dem sterblis tren werden? Nein, auf die chen Geschlecht, zur selgen Sünde folgt der Tod: allein Ewigkeit ein Recht, durch die Tugend segnet Gott mit deinen Tod, erworben. Nun ewger Ruh und Freude. bin ich nicht mehr Asch und 4. Was sind die Leiden Staub, nicht mehr des Tos dieser Zeit mir gegen jene des ewger Raub; du bist für Kronen, womit Gott in der mich gestorben. Mir, der Herrlichkeit die Frommen ich dein Erlöster bin, ist dies will belohnen? Was dieses ses Leibes Tod Gewinn. Lebens kurze Frist, Gott, 3. Ich bin erlöst und bin gegen das, was ewig ist? ein Christ; mein Herz ist rue Sollt ich nicht muthig kam- hig und vergißt die Schmerz pfen? zen dieses Lebens. Ich dul 5. Ich fürchte nicht des de, was ich dulden soll, und Todes Macht mit allen sei- bindes hohen Trostes voll: nen Schrecken. Es kann des ich leide nichts vergebens. Grabes dunkle Nacht nur Gott selber mißt mein Theil meinen Leib bedecken: ich mir zu: hier kurzen aber geh sogleich dahin, wo Schmerz, dort ewge Ruh. ich in ewger Wonne bin, bey 4. Was send ihr, Leiden meinem Gott und Heiland. dieser Zeit, mir, der ich meis Mel. OEwigkeit, duDonnerw. ner Ewigkeit mit Ruh ents 238 Mein Glaub ist gegen schaue? bald ruft mich meines Lebens Gott, und ewiglich belohnet und Troft im Leiden und Sterben. 227 und erquickt er mich, weil mein künftig Lebenlang ich ihm hier vertraue. Bald, bring ich dir, Höchster, bald verschwindet jeder Preis und Dank. Schmerz und Himmelsfreu den mein Herz. 5. Bin ich noch schwach: 239. Jallen Bösen uns Mel. Wachet auf, ruft uns die zc. Refus fommt, von fo trag ich doch nicht mehr der Sünde schmachvoll Joch seine Christen zu erlösen: in meinem Lauf auf Erden: er kommt mit Macht und die Tugend ist mir süße Herrlichkeit. Dann, an seis Pflicht. Doch fühl ich es; nem großen Tage verwans ich bin noch nicht, was ich delt sich der Frommen Plas dereinst soll werden. Mein ge in ewige Zufriedenheit. Trost ist dies: Gott hat Ge- Sen frölich Volk des Herrn! duld, und straft mich nicht er kommt, er ist nicht fern, nach meiner Schuld. dein Erretter.Dein Schmerz 6. Gelobt sen Gott, ich ist kaum ein Morgentraum, bin ein Chrift! und seine auf ihn folgt ewig, ewig Gnad und Wahrheit ist an Heil. mir auch nicht vergebens; 2. Augenblicke dieser Leis ich wachs an meiner Heili- den, was seyd ihr gegen jes gung; ich merke tåglich Bes ne Freuden der unbegráånzs serung des Herzens und des ten Ewigkeit? seht die Kron Lebens; ich fühle, daß des am Ziele prangen, und Geiftes Kraft ein neues Le fámpft und ringt, sie zu ers ben in mir schafft. fangen, die ihr dazu berufen 7. Dank dir, o Bater, seyd! euch halt in eurem Lauf Dank und Ruhm, du lehr- kein Schmerz des Lebens teft mich das Christenthum auf, Ueberwinder! das Ziel fest glauben, willig üben. ist nah: bald send ihr da, Dir Gott, mein Lehrer, Lob und eure Schmerzen sind und Preis! ich lieb es im nicht mehr. mer mehr und weiß, ich werd 3. Der sich euch zum Volk es ewig lieben. Jeht und erwählet, der eure Thránen P 2 alle 228 Troft im Leiden und Sterben. alle záhlet, ftritt auch mit und sind stille. Der Hima unerschöpftem Muth. Wie mel selbst, den du, Herr, hat Jesus nicht gerungen! wölbst, fall über uns; wir wie tief war er von Schmerz zagen nicht! durchdrungen! wie floß sein Mel. Aus meines Herzens ic. Schweiß, wie floß sein Blut! 240.Derlegte meiner wie standhaft trug er nicht Tage ist mir der Leiden schwer Gewicht! vielleicht nicht fern: o dann wie gelassen gieng er zum wird meine Klage ein Lobges Tod! wie front ihn Gott! sang dem Herrn! vollbracht wie jauchzen nun die Him- ist dann mein Lauf; ich tremel ihm! te zu dem Throne, und Gott segt mir die Krone der Ueberwinder auf. 4. Mitgenossen seiner Lei den sind wir, einst erndten wir auch Freuden mit ihm, 2. Für seines Reiches dem Ueberwinder, ein. Un Erben hat Jesus mich er verdrossen laßt uns ringen, klårt: was fürcht ich mich zu unserm Haupt hindurch zu sterben, wenn er mich zu dringen, und seines Him- sterben lehrt? mir ist der mels werth zu seyn. Der Tod Gewinn! daß ich unHülf uns schafft, ist Er; sterblich werde, entschwing fein großer Nam ist: Herr, ich mich der Erde, ich, der unfre Stárke! die ihm ver- ich Erde bin. traun, die werden schaun, 3. Nicht mich, nur meine welch eine feste Burg er ist! Bürde, verschließt die fin5. Ja du kommst, vonistre Gruft. Mich hebt zur allem Bösen uns, deine Chri höhern Würde mein Vater, sten, zu erlösen; deg freun der mich ruft. Er ruft mich wir uns und danken dir. Je durch den Tod: der reißt die fu Christe, nicht verzagen Sündenglieder, den trágen foll unser Herz in trüben Ta- Leib danieder: mich selbst gen, auf deine Zukunft hof führt er zu Gott. fen wir. Wir wissen, wer du 4.Die Leiber feiner From bist, was uns verheiffen ist, men sind Saat, von Gott gefát; Troft im Leiden und Sterben. 229 fåt; die froheZeit wird kom.[ niffen der Bahn, die er nicht men, da reif die Erndte steht. kennt; die schreckensvollen Dann wird der Erndte Pfade érleuchtet ihm die tag ein ganz verjüngtes Le- Guade des Gottes, den er ben auch meinemStaube ge: ,, Bater" nennt. ben, der tief im Tode lag. 4.Hier fließen keine Thrá 7. Drum geh ich, fren nen der Angst; hier åchzt vom Kummer, des Todes kein Stöhnen der Reu, die dunkle Bahn; mir bricht ihn zerreißt; sein Herz, zu nach kurzem Schlummer ein Gott erhoben, empfängt den ewger Morgen an. Heil mir! Trost von oben, und Fried er ist nicht fern, der letzte und Freud im heilgen Geist. meiner Tage: er kommt, und meine Klage wird Lobgefang dem Herrn! 5. Er fegnet froh die Seinen, die um sein Lager weinen, ermahnt und tröstet fie; und, seiner Treue wes gen erfüllt Gott seinen Se241 Wie fanft fehn gen und weicher auch von Stent Mel. In allen meinen Thaten. wir den From- diesen nie. men nun bald der Erd ent- 6. Die Engel steigen nienommen, sich seinem Ziele der, voll froher Jubellieder, nahn: wo sich des Lebens die Seele zu empfahn: er Freuden som frechen Sún- stimmt in ihre Chöre, Under scheiden, da gehn des betung, Preis und Ehre, Christen Freuden an. dem Mittler, seinem Heis 2. Er lächelt seinem En- land, an. de und hebt, voll Dank, die 7. Laß Höchster, mich beHände zu seinem Vater auf; streben, so in der Welt zu le= wenn Sinn und Leib verder: ben, wie man das Glück ers ben, lehrt er ihn frölich ster wirbt: damit ich einst ein ben nach einem wohl voll: Erbe der Geligkeit, auch brachten Lauf. nofterbe, wie ein Gerechter, 3. Sein ruhiges Gewis Frommer stirbt. fen bebt nicht vor Finster. 397 P 3 Mel. 230 Trost im Leiden und Sterben. Mel. Wenn mein Stündlein zc.| meine Lieben stehn und 242.B enn einst mein angstvoll zu dir weinen: 2. Dann, Schöpfer, nimm sterbend Auge ihn auf, den Geist, der freubricht, mein letzter Hauch digzudir strebet, der dankbar verschwindet, mein Leib er- deine Gûte preist, daß er starrt und selbst es nicht, daß dir hier gelebet! dann tröste er entschläft, empfindet; dadurch, die um mich mit wenn um mich, den Ent- Thránen klagen, daß nun schlummernden, Gott! alle ich zum Bater sey gegangen. Hofnung einer seligen Fortdauer des Geistes und Auferstehung des Leibes. Mel. Wernur denlieben Gott zc. hier vollkommen einzusehen, 243. arum erbebst des Wissens Trieb umsonst du, meine begehrt. Dann täuscht dich Seele, bey dem Gedanken an Wahn und Irrthum nicht das Grab? nicht dich um-( und selbst die Finsterniß schließt einst seineHöhle, nur wird Licht. deine Hütte sinkt hinab. Sie 4. Dann wirst du den, schuf der Allmacht Wint ach! den erblicken, den hier aus Staub, drum wird sie allein der Glaube sieht, den, der Verwesung Raub. der, dich ewig zu beglücken, 2. Du, zur Unsterblichkeit nach Gottes Rath, am Kreuk erlesen, schwingst dich empor verschied: dann jauchzen, zu Gottes Licht, und schaust daß kein Wahn, kein Spott, den Ursprung aller Wesen dich hier getrennt von deis von Angesicht zu Angesicht; nem Gott. bewunderst deines Gottes 5. Wann nun der Zag Macht in jener Welten Bau des Herrn erscheinet, verläßt und Pracht. dein Leib der Gråber Ruh: 3. Tann, Seele, wirst du zum zweytenmal mit dir vers das verstehen, was hier kein einer wird er unsterblich, so weiser Mund erklärt, was, wie du. Drum; jauchze vols ler Hofnung eines feligen Lebens nach dem Tode. 231 ler Zuversicht, daß deiner 4. Jesus predigt diese Hürte Bau zerbricht. Lehren sterbend noch dem Schächer ein. Heute( läßt der Herr sich hören,) wirst Mel. Jesu deine heilge Wunden 244. Gott, ich weiß es, du in dem Himmel seyn. Jemeine Glieder su leßte Rede heißt: treuer finken einst in Staub dahin. Vater, meinen Geift übers Krankheit, Schmerz und geb ich dir, am Ende, in die Grab der Brüder zeugen. Obhut deiner Hände. daß ich sterblich bin. Das 5. Welch ein reicher gemeine Loos, der Tod, ist Schaß von Gaben, die des mir Sünder auch gedroht. Menschen Geist besigt! sollt Diese Hütte wird zerstöret, er sie nur dazu haben, daß von Verwesung bald vers er sie auf Erden nükt: o! zehret. so hat er schon zu viel für 2. Schlöffe nun des Leis dies kurze Lebensziel, wenig bes Sterben auch der Seele Zeit zu den Geschäften, und Tod mit ein: ach! so würde ein größres Maas von solch Verderben in dem Zo- Kräften. de schrecklich seyn; denn was 6. In mir wohnet ein ist so fürchterlich als die Zeit, Verlangen nach Unsterbs in welcher mich die Empfin- lichkeit und Licht. Güter, so dung gar verließe und ich auf Erden prangen, sättigen Nichts, wie vormals, hieße? die Seele nicht. Den Trieb 3. Nein, der Geist wird hab ich von Natur, und das nicht vergehen, nur der Leib führt mich auf die Spur: erfährt den Tod, Gottes der ihn gab, wird ihn erfülZeugniß muß bestehen: len und des Geistes Sehns Mensch, dein Geist tehri sucht stillen. einft zu Gott, geht in eine 7. Ja gewiß, zu Ewigkeis andre Welt, wenn des Lei: ten ist der Geist in mir ges bes Bau zerfällt, lebt und macht, und gleich nach des denkt in jenem Stande, frey Leibes Zeiten Seligkeit ihm von seines Leibes Bande. zugedacht. Nimmer, nimP4 mer 232 Zukünftige Geligkeit. mer fanns geschehn, daß die 11. Lehre mich in meis Geelen untergehn: wae mir nem Leben, wie ich nach dem Gott fo fest versprochen, das ewgen Wohl, hier mit allem wird ewig nicht gebrochen. Eifer streben, glauben und 8. Auch mein Leib wird recht leben soll. Hilf, wenn aus dem Staube geistlich dieser Bauzerfällt, daß mein und unsterblich gehn. Jesus Geist in jener Welt und der lebt; ich weiß und glaube: Leib erweckt vom Grabe, mich erweckt sein Auferstehn. ewig dich und Jesum habe. Großer Trost! nun kommen! mir Tod und Gruft nicht Mel. Kommt her zu mir zc. schrecklich für. Ruhet nur, 245. Noch wallen wir meine Er im Thránenstandne ruft euch wieder. thal, gedrückt von Kummer, 9. Unverweslich, fren von Müh und Quaal, doch nur Leiden, im verklärten Lichte noch wenig Tage! dann flies rein wird mein Leib in ewgen hen wir aus dieser Zeit hine Freuden herrlich bey dem über in die Ewigkeit, weit Mittler seyn. Gott, wie weg von jeder Plage.. beugt sich meine Schuld 2. Dann sinkt der Leib dankbar gnug vor deiner ins kühle Grab, der Staub Huld, daß du, Herr, mein zu allem Staub herab, nicht ganzes Wesen zu der Ewig: sterblich mehr zu leben: mit Feit erlesen! frevem Flug und frohem 10. Welch ein Ueberfluß Blick kehrt der entbundne der Güte: Wonne, die kein Geift zurück zu dem, der ihn Ende nimmt, haft du,( dies gegeben. rührt mein Gemüthe,) Ewi- 3. Owohl ihm, war er ger, für mich bestimmt. Gleis fromm und gut, wenn er chet auch ein Gut der Zeit von seiner Arbeit ruht, wenn der verheißnen Herrlichkeit? Thaten ihn begleiten! wenn Gott, laß jenes mich verer, rereint, mit Jesus Christ, achten, mich nach dieser unstráflich, rein und fähig ist ernstlich trachten. zum Glück der Ewigkeiten. 4.0 Selige Unsterblichkeit des Geistes. 233 4. O hohes Glück, vor 8. Befreyt und ewig fern Gott zu stehn! o Freude, von Quaal, getránkt mit Jeſus, dich zu sehn, und Freuden ohne Zahl, Gott mit dir deine Glieder! zuse immer, immer näher! dann hen dich in deinem Licht, von steigt mit jedem Augenblick Angesicht, zu Angesicht der Seele unaussprechlich dich, Erster aller Brüder! Glück noch unaussprechlich 5. Doch erst am Tag des höher. Auferstehns, am Tag des 9. Und aller Seraphinen frohen Wiedersehns, der Schaar, und wer auf Ers Umgeburt der Erde, am den heilig war, find alle Tag, wenn Gottes Wun- meine Brüder; sind alle nun derkraft mich ganz verklárt vereint mit mir, und sins und neu erschafft, was ich gen ewig, Jefu, dir aus eis erst dann seyn werde! nem Munde Lieder. 6. Wie wird mir dann zu 10. Der Seligkeiten, Muthe seyn, wenn alle Tod: Gott, wie viel! o Freuden ten, groß und klein, o Jesus ohne Maaß und Ziel, hoch vor dir stehen; wenn du mich über alles Sehnen! o Ewige dann beym Namen nennst, feit! o Ewigkeit! was ist vor Gott undEngeln mich be- das Leiden dieser Zeit! wie kennst, ich ewig dich soll sehen. nichts sind alle Thránen! 7. Jch, ich, der ist noch II. Sey stark, sey freuThránen weint, ich werde, denvoll, mein Geist, Gott wenn der Herr erscheint, lebt, Gott hált, was er vers dann leuchten, wie die Son- heißt! Gott ist der Gott der ne! ich Sünder werd von Frommen! nichts, glaub es, Sünden rein, ich Sterbli- ist für dich zu groß, für dich, cher unsterblich seyn! ich zu dem aus Gottes Schooß Gottes Bild und Wonne! der eigne Sohn gekommen. Selige Auferstehung des Leibes. Mel. Sey Lob und Ehr dem zc. auf Felsen steht mein Glau246.hweiß, daß mein be. Ich weiß, daß er auch Erldser lebt; P5 mich 234 Sukünftige Seligkeit. mich erhebt aus der Verwe: er verblühet, so aufgelöst, fung Staube. Er lebt für so weit zerstreut, daß er uns wahr, der starke Held, sein ganz entfliehet. Jedoch wie Urm, der alle Feinde fällt, weit zerstreut er wár, dem hat auch den Tod bezwungen. Weltenschöpfer ifts nicht 2. Ich habe Muth und schwer, ihn wieder herzus Freudigkeit, so sehr der Tod stellen. mag drauen; was er zerstd: 6. Erneut wird alles wies ret und zerstreut, wird Je- der stehn, wie es zuvor ges fus einst erneuen. Mein wesen; was niederlag wird Leib, mein sterbliches Ge- Gott erhöhn, was schwach bein, fink immer in die war, wird genesen. Was Gruft hinein! das Grab die Verwesung hier zerstört, umschließts nicht ewig. was hier der Zeiten Lauf vers 3. Mein Heiland lebt: so zehrt, das wird Gott wies mag nun sich mein Leib zum derbringen. Staube strecken, ich weiß, 7. O Hofnung, die das er kommt und wird auch mich Herz erhebt, verbannt des zum Leben auferwecken. Er Todes Grauen! ich werde wird mich rufen aus dem den, der ewig lebt, in meis Grab; wenn ich genug ge- nem Fleische schauen. Der ruhet hab, so weckt sein Ruf Leib, der hin zum Staube mich wieder. finkt, erhebt sich, wenn ihm 4. Aufs neu umschließt Jesus winkt, vom Staube mich dieſe Haut, und eben ihn zu schauen. diese Glieder. Ein neuer 8. Ich selber werd in seis Bau, von Gott erbaut, wird nem Licht ihn sehn, und mich dann mein Körper wieder, erquicken; mein Auge wird und herrlicher, als er hier sein Angesicht, und wie so nar, nicht mehr entstellt, froh, erblicken; zum ewgen nicht wandelbar, vom Ster- Leben eingeweiht werd ich ben fren auf ewig. ihm dienen ohne Zeit, ich 5. Zwar wird der Leib der selber und kein Fremder. Sterblichkeit, wenn sterbend 9. toÉ Celige Auferstehung des Leibes. 235 9. Trek sey nun allem, 4. Sink immerhin, mein was mir will das Sterben Leib, in Staub! Gott wird furchtbar machen; der Leib, dich neu beleben. Hier werd der in den Staub hinfiel, ich nur des Todes Raub; wird froh daraus erwachen. dort werd ich ewig leben. Ich zage nicht, obgleich der Wie stark ist dieses Trosts Tod dem Körper mit Ver- Gewicht! wie sicher meine wesung droht; denn mein Zuversicht! Erlöfer lebet. Mel. Mir nach spricht Christus. 247. Herr, du bist meis Gr 5. Herr, diesen Segen dank ich dir. Mich aus der err, du bist mei: Gruft zu heben, gingst du ne Zuversicht, aus deinem Grab herfür. du lebst, auch ich soll leben. Du lebst, und ich soll leben: Du wirst mir, was dein ich glaub es dir, und zweifle Wort verspricht, Unsterb- nicht; dein Wort ist meine lichkeit einst geben. Dein Zuversicht. Junger kommt nicht ins 6. In diesem Glauben Gericht: dies stårket meine stårke mich, laß mich den Zuversicht! Trost empfinden, den gro2. Hier geh ich oftmals gen Trost, daß ich durch weinend hin, den Saamen dich den Tod kann überwins auszustreuen: dort wird der den. Grab und Verwesung herrlichste Gewinn der Ernd- schreckt mich nicht; denn du te mich erfreuen. Ich leide, bleibst meine Zuversicht. und verzage nicht: denn du bist meine Zuversicht. 248.J Mel. Was Gott thut, das ist zc. 3. Hier trag ich deine sanf. te Laft. Wie groß ist meine Ich freue mich der frohen Zeit, da Würde! jedoch die Welt, die ich werd auferstehen. Dann fie nicht faßt, nennts fälsch- werd ich in der Herrlichkeit lich eine Bürde. Einst dich, Gott, mein Heiland, trift den Spotter dein Ges sehen. Dann werd auch richt, und dann siegt meine ich, o Herr, durch dich, Zuversicht! lins Reich verklärter From men 236 2 Sukünftige Seligkeit. men zur ewgen Ruhe kom- mein Haupt; sein Sieg ist mein; sein soll mein ganzes men. 2. Ja, Herr, du führst Leben seyn, und ihm will fie einst heran, die Stunde ich auch sterben. der Erlösung; die Stunde, 2. Nicht ewig wird, wer da ich hoffen kann Troft, dein Wort hält, den Tod, o Freyheit und Genesung; da Jesu, schauen: drum geh ich Engeln gleich, im Himmel freudig aus der Welt, das reich mich Ruhe, Lust und Grab macht mir kein Leben in Ewigkeit umgeben. Grauen. Ich bin getroft 3. Der du die Auferste- und unverzagt, weil du bung bift, du bists, an den den Deinen zugesagt: ich ich glaube. Ich weiß, daß leb und ihr sollt leben. ich durch dich, Herr Chrift, 3. Wird gleich mein Leib im Tode nicht verbleibe. des Todes Raub; er wird Und dein Gericht wird mich doch wieder leben, und einst dann nicht mit Trübsal, aus der Verwesung Staub Angst und Schrecken, so sich neu verklärt erheben, wie die Heuchler, decken. wenndu ogroßerLebensfürst, 4. Ich hoffe dann mit nun deinen Todten rufen Freudigkeit vor dir, mein wirst zum Leben aufzuwaHaupt, zu stehen, und mit chen. dir in die Herrlichkeit froh 4. Wie froh und herrlich lockend einzugehen. O hilf werd ich dann vor dir, mein mir doch aus Gnaden noch, Heiland, stehen! zum Glück der Ewigkeiten nimmst du mich mit Ehren mich würdig zu bereiten. an, làff'st in dein Reich mich Mel. Allein Gott in der Höh zc. achen. Forthin von keiner dann 249.Mei pein Heiland Laft beschwert, an Leib und lebt: er hat Seele ganz verklärt, leb ich die Macht des Todes ganz ben dir auf ewig. bezwungen, und siegreich aus 5. O welch ein felig Theil des Grabes Nacht zu Gott ist mir aufjener Welt bereis fich aufgeschwungen. Er ist tet! der Freuden Fülle ist bey dir! Selige Auferstehung des Leibes. 237 dir! von dir, o Herr, gelei:| Staub ersteht zum neuen tet, werd ich in deinem Him- ewgen Leben. O die ihr meimelreich, unsterblich, deinen nen Glauben schmäht, wie Engeln gleich, das höchste werdet ihr dann beben! Glück genießen wenn ihr denSohn als Rich 6. Denn, wo du bist, da ter seht, mit Angst entflieht, follen die, die dir hier folgen, vergebens fleht: fallt über leben, und ewig frey von uns ihr Berge! Mein ErldSchmerz und Müh, ihr siege ser, Jesus Chrift, der für reich Haupt erheben. Was mich gestorben ist, ist auch find die Leiden dieser Zeit, für mich erstanden Herr, gegen jene Herrlich- 2. Ich finke zum Verwez keit und unbegränzte Freu- sen ein, und werde wieder den! Erde; doch werd ich nicht 7. Laß die zukünftge Herr: auf ewig seyn, was ich im lichkeit mir stets vor Augen Grabe werde. Im Schooße schweben; und oft in dieser Gottes ruht mein Geift von Prüfungszeit mein Herz diesem Leben aus, und fleußit dahin erheben, wo keine von Wonn anbetend über. Schwachheit uns mehr Ach! mein Auge sahe nie, drückt, wo wir, der Sterb- meinem Ohr ertönte nie lichkeit entrückt, frohlockend solch ein Heil hienieden. vor dir wandeln. 3. Das kam in feines 8. Erwecke mich dadurch Menschen Herz, was denen zum Fleiß, der Zugend nach Gott bereitet, die Mühe hier, zustreben, und als dein Jün die mancher Schmerz bis an, ger dir zum Preis, nach dei- den Tod begleitet. Wir nem Wort zu leben. Und schauen in das tiefe Meer, fühl ich hier noch Noth und erforschens nicht; denn Gott Schmerz, so tröstedies mein ist der, der unsrer sich ers banges Herz: es kommt barmet. Mehr, viel mehr, ein begres Leben. als wir verstehn, mehr Mel. Ein Kindelein so löbelich. als unsre Thränen flehn, 250.Sint reift die giebt uns, der ewig liebte. Sagt, mein 4. Sey 238 Zukünftige Seligkeit. 4. Sen, Seele, stark und Der, bey sich selbst, dirGnas fürchte nicht, durchs finstre de schwur, sein Haupt am Thal zu wallen. Noch an Kreuße neigte, der hält dies des Thales Nacht ist Licht. sen Bundes- Eid, er ist ganz Der EngelJubel schallen ins Barmherzigkeit. Dank sey legte Seufzen der Natur. ihm, Preis und Ehre. Celigkeiten des Himmels. ON 251.Alle Menschen er thront, werd ich eingehn, müssen sterben, und ihn, meinen Retter, dieferleib verwelft wieheu; sehn. Au muß, gleich Saamen, erst 4. Dort erst ist das rech verderben, eh er herrlich te Leben. Millionen stehen wird und neu; ausziehn erst schon, mit des Himmels fein irdisch Wesen, wenn er Glanz umgeben, selig da vor anders soll genesen, und an seinem Thron; in der Engel ziehn die Herrlichkeit, die Lobgefånge singt der Uebers ihm bleibt in Ewigkeit. winder Menge: heilig, heis 2. Darum will ich dieses lig, heilig heißt Gott der Leben, das mir Gottes Gute Vater, Sohn und Geist. gab, gern an ihn zurücke 5. Dort ists, wo die Vás geben, nicht erzittern vor ter wohnen, wo die Glaus dem Grab. Leben quillt aus benshelden all prangen nun Jefu Wunden; in den aller, in ihren Kronen: Gott, wie bångsten Stunden, in der groß ist derer Zahl, die in fo allerleßten Noth tröstet mich viel tausend Jahren selig zu sein Mittlertod. dir aufgefahren! welche 3. Jesus ist für mich ge. Schaar, die dort erhöht vols storben, nun ist mir der Tod ler Wonne vor dir steht! Gewinn, er hat mir das 6. Gottes Stadt, voll Heil erworben, daß ich Got: Pracht und Schöne, wie ents tes Erbe bin. Dich verlaß zückend glänzest du! welche ich Weltgetümmel, willig; Halleluja- Zóne singt ein denn in jenen Himmel, wo Chor dem andern zu! wer ermißt Seligkeiten des Himmels. 239 ermißt die hohe Wonne, wer 2. Jeht da die Sünde mich den Glanz der ewgenSonne, noch drückt, seufzt meine die erleuchtet jenen Tag: wer bange Seele. Wie bald ist ist, der es hier vermag? nicht mein Herz berückt! wer 7. Schon im Geist hab merkt, wie oft er fehle! ich erblicket jenes Heil der doch einft werd ich vollkoms Ewigkeit; schon im Geist men rein, ganz heilig und bin ich geschmücket mit des ganz selig seyn. Dies tröster Himmels Herrlichkeit; schon meine Seele. im Geist steh ich am Throne, 3. Vor meinen Augen auf dem Haupt die Sie- wandeln die, die deine Lehre geskrone, schau die Wunder schmähen, ihr freches Herz Gottes an, die kein Mensch bethöret sie, daß sie dein Heil aussprechen kann. nicht sehen. Einst bebt der 8. Möchte ich bereits dort SpotterHeer vor dir; wann wohnen! war ich schon zum du als Richter kommst, und Tag erwacht, da Gott ruft, wir frohlockend dich erhes mich zu belohnen! wäre schon ben. mein Lauf vollbracht! Gott, 4. In stiller Nacht wein du willst, ich soll noch rin- ich oft, Herr, hinauf zu deigen; bilf mir so den Kampf ner Höhe. Mein schwaches vollbringen, daß am Ziel Herz seufzt freudenleer, mein Geist einst sagt: wohl wenn ich den Morgen fehe. mir nun, es ist vollbracht! Ein Blick gen Himmel trdMel. Wenn mein Stündlein zc. stet mich, und meine Thrá252.& in Fremdling nen stillen sich einst ganz in bin ich in der jenem Leben. Welt, und kurz sind meine 5. Wenn mich der Zus Tage. So manche Noth, die kunft Schicksal schreckt, die mich befällt, reizt mich hier Noth der fernen Tage; noch zur Klage. Doch, Va- wenn sie in mir die Sorg ter! deine Ewigkeit versüßt erweckt, ob ich sie auch ers mir meine Lebenszeit, und trage; so mildert mir die stärkt mich selbst im Leiden. Ewigkeit das kurze Elend dieser 240 Zukünftige Geligkeit. dieser Zeit, daß ich doch nie Himmel verzage. qufgenommen, ruhn sie von dieses Lebens 6. Wann einft, der ist Müh. Nach aller Last, die von ferne bräut, der Tod mixte gedrückt, wird ewig nun näher winket; wann nach der ihr Herz erquickt. Arbeit dieser Seit, mein 3. Wie Mütter ihre Kins Haupt zum Schlummer fin- der trösten; so segnet mit ket: so sterb ich froh; die Zufriedenheit auch deine Ewigkeit zeigt mir des Him Gnade die Erlösten, nach mels Herrlichkeit, die alles überstandner Prüfungszeit: übersteiget. du selbst machst ihnen offens 7. Herr, diesen Troft, der bar, wie gut, Herr, deine mich erfreut, vermehr in Führung war. meinem Herzen. Mich står. 4. Da schweigen alle ihre ke deine Ewigkeit bey meiner Klagen; da bringt mit fro Wallfahrt Schmerzen. Sie hem Lobgefang, selbst für die fen in meinem Tod mein ausgestandnen Plagen, dir Heil, und einst mein längst ihre Seele Preis und Dank. gewünschtes Theil, wenn ich Nun jauchzen sie: es ist voll vom Tod erwache. bracht, der Herr hat alles wohl gemacht! 8ad porch Mel. Wernur den lieben Gott zc. s ist noch eine 253. Kuh vorhan- Welt hervor gebracht, ſo 5. Wie Gott von seinen Werken ruhte, als er die so zufriednem den für jeden Gott ergebnen fehn auch mit Geist, wann er sich dieses Muthe, vom Herren selbst Körpers Banden, nach Got: gerecht gemacht, die Fromtes Willen, einst entreißt, men bey dem ewgen Glück, und nun nicht mehr so ein auf ihr vollbrachtes Werk geschränkt, als hier auf zurück. Erden, lebt und denkt. 6. Forthin erwartet fie 2. Die, Herr, zu dieser kein Leiden, kein Schmerz Ruhe kommen, wie selig sind und keine Schwachheit mehr. doch alle die! in deinem Gott führt sie zu vollkomm nen Seligkeiten des Himmels. 241 nen Freuden und krónet sie der Deinen Klage in himme mit Preis und Ehr. O un- lische Zufriedenheit. Hier aussprechlich süsse Ruh! wie übt die Tugend ihren Fleiß; herrlich Höchster, segneft du. und dort reichst du ihr selbst 7. Wer kann hier deine den Preis. Gnade faffen? du willst den, 2. Du schenkst dem From. der dich redlich liebt, nicht men zwar auf Erden schon ewig in der Unruh lassen, die manchen selgen Augenblick; dieses Leben noch umgiebt. doch alle Freuden, die ihm O mache mich doch, in der werden, sind ihm noch kein Zeit, geschickt zu dieser Se: vollkommnes Glück. ligkeit. Er bleibt ein Mensch und seine 8. Mein Heiland, der du Ruh nimmt in der Seele selbst auf Erden der Leiden ab und zu. Joch getragen haft! will ich 3. Bald stdren ihn des des Lebens müde werden, Körpers Schmerzen, bald und fühl ich dieser Tage Laft: das Geräusche dieser Welt. so stårke machtig meinen Bald kámpft in seinem eig Geist, daß er dem Unmuth nen Herzen ein Feind, der sich entreißt. öfter siegt, als fällt. Bald 9. Gieb, daß in Hofnung sinkt er durch des Nächsten. jener Ruhe, die Gottes Volk Schuld in Kummer und in verheissen ist, ich gern des Ungeduld. Vaters Willen thue, wie du barin mein Vorbild bist; öfters leidet, das Lafter öfs 4. Hier, wo die Tugend so folget nach der Prüfungs: ters glücklich ist, wo man zeit, einst völlige Zufrieden denGlücklichen beneider, und heit. des Bekümmerten vergißt; hier kann der Mensch nie frey von Pein, nie frey von eigner Schwachheit seyn. Mel. Wer nur den lieben Gott. 254. Nach einer Prú fung kurzer Ta 5. Hier such ichs nur, dort ge, führst du uns, Gott, zur werd ichs finden; dort werd Ewigkeit. Dort endet sich ich heilig und verklärt, der 2 Tus 242 Seligkeiten des Himmels. Tugend ganzen Werth em mit Frommen stets fromm pfinden, den unaussprechlich umzugehn. Da wird durch großen Werth! dich, Gott jeden Augenblick ihr Heil der Liebe, werd ich sehn, dich mein Heil, mein Glück ihr lieben, ewig dich erhöhn. Glück. 6. Da wird, o Herr, dein 10. Da werd ich dem den heilger Wille mein Will und Dank bezahlen, der Gottes meine Wohlfahrt seyn; und Weg mich gehen hieß, und lieblich Wesen, Heil die Fül- ihn zu Millionen malen noch le, an deinem Throne mich segnen, daß er mir ihn wieß. erfreun. Dann läßt Gewinn Da find ich, Herr, in deiner stets auf Gewinn mich füh- Hand, den Freund, den ich len, daß ich selig bin. auf Erden fand. 7. Da werd ich das im 11. Da ruft,( o möchtest Licht erkennen, was ich auf du es geben!) vielleicht auch Erden dunkel sah; das wun- mir ein Selger zu: Heil sen derbar und heilig nennen, dir! denn du hast mein les was unerforschlich hier ge- ben, die Seele mir gerettet, schah; da denkt mein Geist du! o Gott, wie muß dies mit Preis und Dank die Glück erfreun, der Retter Schickung im Zusammen einer Seele seyn! hang. 12. Was send ihr, Leiden 8. Da werd ich zu dem dieser Erden, doch gegen jes Throne dringen, wo Gott, ne Herrlichkeit, die an uns mein Heil, sich offenbart; offenbart soll werden von ein heilig, heilig, heilig sin- Ewigkeit zu Ewigkeit? wie gen dem Lamme, das er nichts, wie gar nichts gegen würget ward; und Cheru- sie, ist doch ein Augenblick bim und Seraphim und alle voll Müh. Himmel jauchzen ihm! 9. Da werd ich in der Mel. Wie schön leucht uns it. Engel Schaaren mich ihnen 255.Me ein ganzer gleich und heilig sehn; das Geift, Gott, nie gestörte Glück erfahren, wird entzückt, wenn er nach jenem Celigkeiten des Himmels. 243 jenem Himmel blickt, den dufter frohen Zungen. Hier für uns bereitet; wo deine stralt die Herrlichkeit des milde Vaterhand aus neuen Herrn; hier schaut man ſie Wundern wird erkannt, die nicht mehr von fern; hier du daselbst verbreitet. Mách. wird sie neu besungen. Völs tig fühl ich mich erhoben lig giebt sich den Erlöster, sie dich zu loben, der zum Leben, zu trösten, der zu kennen, den das dort ist, mich will erhe- sie hier schon Bater nennen. ben. 5. Vor seinem Untlig 2. Was sind die Freur wandeln sie, auf ewig frey den dieser Zeit, Herr, gegen von aller Müh, und schmef jene Herrlichkeit, die dort bey ken seine Güte; hier stört dir zu finden! du stellst uns den Frieden ihrer Brust, und hier auf Erden zwar viel ihre tausendfache Luft kein Wunder deiner Güte dar, feindliches Gemüthe. Kein zum frölichen Empfinden; Neid, kein Streit hemmt doch hier sind wir bey den die Triebe reiner Liebe unter Freuden noch mit Leiden Seelen, die dann weiter stets umgeben: dort nur ist nicht mehr fehlen. vollkommnes Leben. 6. Gott, welche Schaar 3. Kein Tod ist da mehr ist dort vereint! die Froms und kein Grab. Dort wi- men, die ich hier beweint, schest du die Thránen ab von die find ich ewig wieder. deiner Kinder Wangen. Das Dort sammelt deine Baters ist kein Leid mehr, kein Ge hand, die deine Liebe hier schren, denn du, o Herr, verband, Herr, alle deine machst alles neu; das alte Glieder. Ewig werd ich frey ist vergangen; hinfort sind von Mängeln, felbst mit En dort, für Gerechte, deine gein, mir zum Segen, da die Knechte, keine Plagen, mehr reinste Freundschaftpflegen. zur Prüfung zu ertragen. 7. Wo ist mein Freund, 4. In unsers Gottes Hei- des Köchsten Sohn, der mich ligthum schallt seines Na- geliebt? mens hoher Ruhm von lau Thron; in jenen Himmels wo glänzt sein 2.2 höhen. 244 Seligkeiten des Himmels. höhen. Da werd ich dich, Herz gekommen. Welcher Herr Jefu Chrift, so men. Mensch auf Erden fast deiz schenfreundlich, als du bist, nes Himmels Herrlichkeiten? auch mit Entzücken sehen. doch im Glanz der Ewigkeis Da wird, mein Hirt, von ten werden alle, die dir den Freuden nichts mich traun, mehr noch, als sie scheiden, die du droben dei hoffen, schaun. nen Freunden aufgehoben. 3. Neue Wunder deiner 8. Wie herrlich ist die Güte werden da ihr Glück neue Welt, die Gott den erhöhn. Mit erstaunendem Frommen vorbehält! kein Gemüthe wird dann Mensch kann sie erwerben. Auge sehn: deine Huld sev O Jesu, Herr der Herrlich überschwenglich, und die keit! du haft die Stätte mir Wohlfahrt unvergånglich, bereit; hilf fie mir auch die dem, der dich redlich liebt, ererben! laß mich eifrig deine Baterhand dort giebt. darnach streben und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. 4. Dann wirst du dich uns sern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Lust wird da uns fehlen, wo das Land der Mel. Alle Menschen müssen zc. Wonne ist. Zu vollkomme wie unaus- nen Seligkeiten wird uns sprechlich selig dort der Mittler leiten, der werden wir im Himmel seyn! uns dieses Glück erwarb, da, da erndten wir unzählig als, am Kreuß, er für uns unsers Glaubens Früchte starb. ein. Da wird, ohne Leid und 5. Da wird deiner FromZähren, unser Leben ewig men Menge Ein Herz, Eine währen. Gott, zu welcher Seele seyn, Dienst, und Seligkeit führst du uns durch Dank und Lobgesänge, dir dieſe Zeit! erhabner Gott, zu weihn; 2. Hier ist zwar, was du dir und dem, der selbst sein den Frommen dort für Glück Leben willig für uns hinges bereitet haft, noch in keines geben. Mit ihm, unserm größ Seligkeiten des Himmels. 245 größten Freund, sind wir mel gehn. O, so mache imewig dann vereint. mer reiner hier mein Herz, 6. O wer sollte sich nicht dich einst zu sehn. Hilf du sehnen aufgelöst und da zu selber meiner Seele, daß sie feyn, wo, nach ausgeweinten nicht den Weg verfehle, der I Thránen, ewge Güter uns mich sicher dahin bringt, wo erfreun; wo sich unser Kampf man ewig dir lobsingt. in Palmen, unser Klagelied in Pfalmen, unsre Angst in Mel. Herzlich lieb hab ich dich zc. Luft verkehrt, die forthin 257.Mein eiland, kein stört. wenn 7. Was ist unser Loos auf Geift erfreut im Glauben Erden? obs auch noch so auf die Herrlichkeit des ews köstlich sen, ists doch nie ganz gen Erbtheils blicket, das von Beschwerden, Sorgen, du für mich bereitet haft: Furcht und Kummer frey. wie leicht dúnkt mir dann Schnell folgt hier aufluft oft alle Laft, die mich hienieden Weinen; dort nur wird die drücket! dann wird der Eis Zeit erscheinen, wo kein telkeiten Land in feinerNichWechsel mehr uns beugt, tigkeit erkannt. Der Erde wo das Glück beständig Pracht ist mir wie nichts, freigt. beym Anblick jenes ewgen & Sey, o Seele, hoch er- lichts, Herr Jefu Chrift, freuet über das erhabne mein Herr und Gott! mein Glück, das dir einst dein Herr und Gott! dies Heil Gott verleihet! richte deines verdank ich deinem Tod! Glaubens Blick oft nach je- 2. Wenn einst auf deinen ner Stadt der Frommen mit Wink mein Geist des Körs dem Ernst dahin zu kommen.pers Banden sich entreißt, Trachte, weil du hier noch dann stårk ihn aus der Hös bist, nur nach dem, was he; daß mir nicht schrecklich droben ist. fey das Grab, daß ich ins 9. Ohne Heiligung wird Todesthal hinab getroft und keiner, Herr in deinen Kim- freudig gehe. Die Klarheit jener 23 246 Seligkeiten des Himmels. jener bessern Welt schaff, der, der mich zum Grabe wenn mich Dunkelheit be- ruft, der ruft mich einst auch fällt, in meinem finsternher aus der Gruft; ich weiß, an zen Licht, und Heiterkeit im wen ich glaube. Er lebet, und Angesicht. Herr Jesu Christ, ich werd durch ihn der Gras mein Herr und Gott! mein besnacht gewiß entfliehn. Herr und Gott! dann wird Mein Geist und mein verz zum Schlummer mir der klárt Gebein wird sich des Tod. Herrn, des Mittlers freun, 3. Und wenn mein Geist Herr Jefu Chrift, mein Herr aus Schüchternheit sich den und Gott! mein Herr und noch vor dem Tode scheut, Gon! zum Leben machst du weil ihn die Sünden trán- mir den Tod. ken; dann lag mich, Herr, 5. Du bleibst mein Trost; auf deinen Tod die hofnung mich schrecket nicht, der Ers baun: es werde Gott der de Brand, das Weltgericht, Sünden nicht gedenken. Der der Donner der Posaunen. Troft, den du auch mir er Bor deinem Thron werd ich warbst, als du zum Heil der dann stehn; dich, Richter als Sünder starbst, und den dein ler Völker sehn, dich sehn und Wort mir selbst verhieß, der froh erstaunen. Auch mir mache mir das Sterben süß. schenkst du dann jenes Heil, O Jesu Christ, mein Herr der Auserwählten selges und Gott! mein Herr und Theil. Ich soll, dein Mund Gott! verlaß mich nicht in schwur es mir zu, ich soll le meinem Tod. bendig seyn wie du. Herr Jefu Chrift, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! stárk diesen Glauben einst 4. Auf kurze Zeit schließt sich zur Ruh mein thránen volles Auge zu, und schlum mert in dem Staube. Doch im Tod! VIII. 247 VIII. Vom Wege zur Glückseligkeit oder von der Ordnung, darinn man jenes Gute erlangt. Gläubige Annahme und/ beutst, von Herzen folgsam sey. Ausübung der christl. Religion. 4. Laß mich, mein Jefu, dich Mel. Gott, du frommerGott. im Glauben recht erkennen; 258. Herr err, ohne Glau- dich meinen Herrn und Gott ben kann fein mit ganzer Seele nennen. Mensch vor dir bestehen; Laß mich im Glauben thun, drum wend ich mich zu dir was du mich haft gelehrt, mit bemuthsvollem Flehen; daß dich Herz, Mund und o zúnde selbst in mir den That als meinen Heiland wahrenGlauben an, weil ich ehrt. durch meine Kraft ihn mir nicht geben kann. 5. Dein göttliches Vers dienft sey mir, o Herr, stets 2. Dein Dafeyn laß mich theuer. Es fülle mich mit Gott, mit Ueberzeugung Trost, es mache mich stets glauben. Nichts múffe mir freyer vom schnöden Ladas Wort aus meinem per- sterdienst. Es stårke mich zen rauben: daß du dem, der mit Kraft, zu deines Nadich sucht, stets ein Vergel mens Ruhm, in meiner ter feyst, und hier und ewig grimschaft. ihn mit deinem Heil, erfreust. 6. Wie selig leb ich dann 3. Wahrhaftig ist dein im Glauben schon aufErden! Wort: laß mich ihm völlig wie herrlich wird mein Theil trauen. Nie wanket deine dereinst im Himmel werden! Treu; laß mich darauf stets dann schau ich, was ich hier bauen. Gieb, daß ich dir im geglaubt, in ewger Ruh. O Glück und Unglück stets ge- stårk im Glauben mich, Gott treu, und dem, was du ge- meines Heils, dazu. 24 Mel. 248 Heilsordnung. Besserung Mel. Es wolle Gott uns zc.[ lich bekennen. Gieb, daß 259.B ewahre mich, mein Glaube thátig sey, und Herr, daß der Tugendfrüchte bringe; daß Wahn nie mein Gemüth be- ich, vomSündendienste frey, thore, als war es schon ge mit Eifer darnach ringe, im nug gethan, wenn dir nur Gaten zuzunehmen. dußre Ehre der Mensch, dein 4. Du kennst, o Gott, der Unterthan, erweist. Erinn- Menschen Herz, und liebst, re mein Gewissen, wie in der die redlich handeln. O laß in Wahrheit und im Geist die Freude, wie in Schmerz, dich verehren müssen, die dir mich richtig vor dir wandeln. gefallen wollen. Dein Wille sey mein Augen2. Die kommen nicht ins merk: hilf mir selbst ihn Himmelreich, die Herr! zu vollbringen! durch dich muß Jesu sagen, und nicht mit jedes gute Werk dem glückrechtem Ernst zugleich der lich noch gelingen, der deine Heiligung nachjagen. Nur Hülfe suchet. die, die deinen Willen thun, 5.Doch, wenn ich aus Unläßt du, als deine Kinder, o wiffenheit und Uebereilung Gott, in ewgem Frieden fehle; so thu an mir Barmruhn, wenn heuchlerische herzigkeit, und richte meine Sünder von dir verstoßen Seele durch deine Gnade auf vom Fall. Erhalt mich ben 3. Drum laß mich doch demEinen, daß ich dich fürchvom Glauben nie ein heilig te überall, bis ich einst mit Leben trennen; mich nicht für den Deinen, dir ohne Fehle Jefu Jünger hie blos äusser- tritt diene! werden. Bekehrung und Besserung durch Buße und Glauben an Jesum. Erweckungen zur Bekehdu mir bisher erzeigt: o so Mel. Werde munter mein c. wird mein ganz Gemüthe zu rung. 260. öchster, denk ich der tiefsten Schaam gebeugt, an die Güte, die daß ich dich gering geschäßt, dein durch Buße und Glauben. 249 dein Gebot häufig verlegt, aufgekündigt meine schuldge und dich, der du mich gelie: Rindestreu. Ach vergieb, bet, mit Vergehungen be- was ich gethan! nimm mich trúbet. doch erbarmend an! führe 2. Alle meine Seelenkråf mich vom Sündenpfade te, meine Glieder sind ja schnell zurück durch deine dein, und sie sollten zum Ge- Gnade! schäfte deines Dienstes fertig 6. Dir ergeb ich mich aufs feyn. O wie hab ich sie ent. neue; gieb, daß mein bes weiht! ach! zur Ungerechtig- schwerter Geist deiner Vaterkeit und zum schnödden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. huld sich freue, die mein Heiland mir verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, 3. Deine Huld war jeden da er für die Sünder starb, Morgen über mir, o Bater, Fried und Freude im Gewis neu. Von wie manchen schwe- sen, ach! das laß auch mich ren Sorgen machtest du das genießen. Herz mir frey! Was mir 7. Stårke selbst in meiner nüşte, gabst du mir. Uber Seele den Entschluß, mich ach! wie dankt ich dir? Owie dir zuweihn! Gieb, daß mirs hab ich so vermessen, deines an Kraft nicht fehle, folgfam Wohlthuns Zweck, verges deinem Wort zu seyn. Deine sen! Ullmacht steh mir bey; mache 4. Gott, du bist so reich an du mich selbst recht treu; dich Gnaden! sollt ich nicht die zu lieben, dir zu leben, sen Sünde fliehn? und um Ret- mein herzliches Bestreben. tung von dem Schaden meis ner Seele, mich bemühn? Mel. Vater unser, im Himmelr. Deine Güte lockte mich oft 261.So wahr ich les zur Buße, aber ich floh vor be! spricht dein ihrem sanften Locken, suchte Gott, mir ist nicht lieb des mich selbst zu verstocken. Sünders Tod; ich, sein Ers 5. Uch, an dir hab ich ge- barmer, will vielmehr, daß fündigt, Gott, mein Vater, ler von Sünden sich bekehr, ohne Scheu! dir hab ich oft sich begre in der Gnaden. jeit, 2.5 Heilsordnung. Besserung 250 zeit, und mit mir leb Ewigkeit. 2. Dies Wort bedenk, o kommt, kanns ándern sich, Sünder, wohl, verzage wer heut ist stark, gesund picht verzweiflungsvoll; du und schön, kann morgen an nimmst an der Erlösung dem Grabe stehn: stirbst du Theil: hier findest du Troft, nun ohne Begrung hin, wie Gnad und Heil: und Gott be: willst du dem Gericht ents fiegelts mit dem Eid; o selig, fliehn? wem die Sünd' ist leid! 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf 3. Doch húte dich vor Si- du mir, daß ich mich glaus cherheit, denk nicht: zur Buß big nahe dir, und mich bes ifts immer Zeit, ich will mich kehre unverweilt, eh mich meines Lebens freun, und mein Ende übereilt, damit werd ich dessen múde seyn, ich heut und jederzeit zu alsdann will ich bekehren meinem Tode sen bereit. mich, Gott wird wohl mein Mel. Jesu meine Zuversicht zc. erbarmen sich. 262, Seele! Seele, 4. Wahr ist es, Gott ist willst du nicht stets bereit zum Wohlthun, dich entschließen, Gott zu zur Barmherzigkeit; doch, lieben? sters vergessen deine wer auf Gnade Boses thut, Pflicht? undankbar Gott und der Versöhnung theures stets betrüben, seine Gnade Blut verachtet, seiner selbst stets verschmähn? fiets in nicht schont, dem wird, wie Sünden weiter gehn? er verdient, gelohnt. 2. Ihm, der dich sanft zu 5. Durch seinen Sohn ist sich lockt, wolltest du sters er bereit, zu schenken Glück widerstreben? immer fühl in Ewigkeit. Allein entdeckt los und verstockt nur nach fein Wort dir wol, wer von eitlen Lüften leben? immer uns morgen leben soll? Daß im verkehrten Sinn Todess du mußt sterben, ist dir pfade wallen hin? Fund; verborgen ist die Todesstund. 3. Liebe hat dir Gott ges währt; und du wollteft ihn nicht 6. Heut lebst du, heut bes kehre dich; eh morgen durch Buße und Glauben. 251 nicht lieben? wolltest das, 8. Siehe um dich, Sterbwas er begehrt, ihm verfa- licher! sich, der Tod geht dir gen und nicht üben? immer zur Seite; und wer weiß, thun, was er verbeut? haf wer weiß, ob er dich nicht sen das, was ihn erfreut? heute, ja noch heute, eh sich 4. Hast du etwas Gutes endigt dieser Tag, hin zum wohl, was nicht Gottes Gabe Richter führen mag? wäre, was er dir nicht Güte 9. Saume nicht, o Seele, voll mitgetheilt und ihm gefeil! jest hast du noch Zeit hore? find dein Leben, dein in Händen; suche sie zu deis Verstand, nicht Geschenke nem Heil doch so weise ane seiner Hand? 5. Richten, richten konnt er dich, dem Verderben über zuwenden, daß dich nicht, zu spåt, gereut die versäum: te Gnadenzeit. geben; aber er erbarmte sich, 10. Kehre ungefäumt zum und damit du möchtest le: Herrn; such in Christo seis ben, sandte er von seinem ne Gnade. Werde fromm, Thron, dir zum Retter, und wandle gern die, von seinen Sohn. ihm gezeigten, Pfade; er 6. Daß du jest noch lebst wird dir selbst Kraft vers und denkst, ist blos Gûte dei leihn, dich mit seinem Heil nes Gottes. Denke, wårst erfreun. 263.Entschließe dich, du nicht schon längst, schwa- Mel. Wer nur den lieben Gott. cher Mensch, ein Raub des Todes, hátte Gott dich nicht und thue Buße, bewacht, und bedeckt durch da noch des Hirten Stimme seine Macht? lockt. Nch! falle Gott noch 7. Rühret deines Gottes heut zu Fuße! bleibst du Huld, rührt der Reichthum noch fühllos und verstockt; seiner Güte, seine schonende wie würde deine Straf und Geduld, rühret dies nicht Pein so fürchterlich, so dein Gemüthe? o so denk an schwer einst feyn! sein Gericht! denn es eilt und säumet nicht. 2. Um Rufen läßt esGott Inicht fehlen; hör du nun auch und 252 Heilsordnung. Besserung und beffre dich. Noch kannst| muß selbst dem Verderben du Fluch und Seegen wäh- wehren, und fördern unfre len. Gott selbst bezeugt ja Besserung. Von obenher nur väterlich: ihn jammre deine kommt die Kraft, die neue große Noth, er wolle nicht Herzen in uns schafft. des Sünders Tod. 7. Von oben diese Kraft 3. Bedenk, was kannst du zu senden, ist Gott zwar im noch begehren, dasGott nicht merdar bereit; allein sie heils schon an dir gethan? er will, sam anzuwenden, verlierst du sollst zum Himmel kehren, du Kraft und Luft und Zeit, beut dir die Gnad, zeigt dir je lânger du die Sünde liebst, die Bahn: bezeugt, er sey und deine Besserung vers dir treu und hold, er wolle, schiebst. daß du leben sollt. 8.DerKampfwird schwe4. Jest will dir Gott noch rer, und du träger zum was Gnade schenken; du aber chen, streiten, und entfliehu; wollteft sie verschmähn? und die Sünde mächtiger, du eher nicht an Begrung den: schwächer, dich ihrer Herrs ken, und Lust und Kraft da schaft zu entziehn. Und weißt zu erflehn, als bis der Tag du denn, wie viele Zeit dir des Heils entflohn, bis To Gott zum Heile noch vers desschrecken dich bedrohn? leiht? 5. Verlaß nicht auf die 9. Jest zeigt er dir noch leßten Stunden, nicht auf seine Gnade; wend sie zu des Schächers Beispiel, deinem Heile an. Kehr uns dich, der Gnade noch am gesäumt vom Sündenpfade, Kreuß gefunden; der andre und werde Christo unters neben ihm erblich, und ging than. Schmeck, welch ein mit unbekehrtem Sinn an Heil er dem gewährt, der sich feinen Ort zum Richter rechtschaffen zu ihm kehrt. In eigner Melodie. eiland 6. Wir können uns nicht 264.Mein felbst befehren, nicht schafnimt die fen unfre Heiligung. Goulder an, die bey der schweren Last durch Buße und Glauben. 253 Laft der Sünden kein Mensch, nen! wie willig nimmt er kein Engel trösten kann, die Alle an, die sich busfertig nirgend Ruh und Rettung zu ihm nahn. finden. Ja allen, welchen 4. Wie huldreich sah er Fluch und Tod, Gefeß une Petrum an, ob er gleich noch ihr Gewissen droht, die stets so tief gefallen! noch thut er, den Richter fürchten müssen, was er dort gethan; sein und keine sichre Zuflucht Auge blickt noch stets nach wissen, wird eine Freystatt allen, daß er sie rette und aufgethan: denn Jesus erfreu. Er bleibt sters gutenimmt die Sünder an. voll und treu; ist, wie dort, 2. Aus Liebe zu den Sün- unter Schmach und Leiden, dern kam der Heilige herab, so jetzt noch auf dem Thron zur Erde, und ward ein der Freuden, den Sündern Mensch, und übernahm die liebreich zugethan: und Bürde, welche sie beschwer nimmt sich ihrer herzlich te: er senkte sich in ihre an. Noth, ging für sie willig in 5. Sonahe denn, werSünden Zod. Und nun, da er der heißt, wen seiner Suns sein eigen Leben, sie zu ver- den last beschweret, zu dem, föhnen, hingegeben, und so der keinen von sich weist, für sie genug gethan; so der Heil und Trost von ihm heißts: er nimmt die Sün- begehret! sollt er vergeblich nach dir sehn? Verlorner, der an. 3. Wer hat jemals ein wolltest du ihn schmáhn, den Herz gesehn, das sich mehr Retter, welcher dir erschienach den Sündern sehnet, fo- nen! und länger noch der wohl, wenn sie noch irre gehn, Sünde dienen? Nein! flieals wenn ihr Auge vor ihm he von der Sünden Bahn thránet? wie huldreich ist zu ihm, er nimmt die Suns sein Blick und Wort den der an! Zöllnern und den Sündern 6. Ist deiner Sünden dort, die sich mit Reue und Menge schwer, hast du viel mit Thränen nach seiner Schuld auf dich geladen: Huld und Freundschaft seh so scháme dich um desto mehr; 254 Heilsordnung. Besferung mehr; doch fliehe nicht vom fagen kann: heil mir! auch Thron der Gnaden. Wenn mich nahm Jesus an. du es jest recht ernstlich meinst, aufrichtig deine Mel. Werde munter mein Gem. Schuld beweinst: so laßt, 265.Shaffet, fchaffet, ben noch so großen Sünden, Menschenkins dich doch dein Mittler Gnader, schaffet eure Seligkeit! de finden. Er, der für sie bauet nicht, wie sichre Sün, genug gethan, nimmt auch der, auf die ungewisse Zeit; die größten Sünder an. unverweilt bekehret euch, 7. Nur sage nicht: es hat ringet nach dem Himmels nochzeit; noch diese Luft muß reich und bemüht euch hier ich genießen; Gott wird ja auf Erden heilig, selig dort eben nicht schon heut die of zu werden. ne Thür der Gnade schlie. 2. Doch soll dieses recht Ben. Nein, weil er ruft, so geschehen, so müßt ihr mit hore du, und greifmit Glau- festem Muth aller Sünde benshånden zu! wer diesen widerstehen, nur was Gott, Tag sein Heil vertraumer, das höchste Gut, von euch hat eine Gnadenzeit versäu- fordert, muß allein eures Les met, die ihm den Himmel bens Richtschnur seyn; das, aufgethan. Heut komm! das wird dem reinen Hers heut nimmt dich Jesus an. zen Freude bringen ohne 8. Du, aller Sünder Hei Schmerzen. land, rühr durch deine Liebe 3. Selig, wer durch Glaus unsre Herzen. Ach möchten ben kämpfet! selig, wer im Sünder doch vor dir nicht Kampf besteht, wer der fliehen, und ihrheil verscher Sünde Lüfte dämpfet, stand: zen! erfüllt die Sünde uns haft ihren Reiß verschmäht! mit Schmerz; so heil und seht auf Christi Kreußes trófte unser Herz! wenn wir Schmach, jaget stets der Tod und Verderben sehen, Tugend nach; so könnt ihr so laß uns doch nicht stille den Himmel erben, frölich stehen, bis daß nun jeder leben, frölich sterben. 4. Wers durch Buße und Glauben. 255 4. Werdet ihr nicht stande beftehn. Ja, mein Heiland! haft ringen, sondern tråg ach! geh nicht mit mir Armen und lässig seyn, eure Nei ins Gericht. Gieb mir deis gung zu bezwingen: wie kann nes Geistes Waffen, meine euch der Sieg erfreun? ohne Seligkeit zu schaffen. tapfern Streit und Krieg 8. Gieb zum Wollen das folget nie Triumph und Vollbringen, Muth und Sieg; nur den Sieger Kräfte zu dem Streit, lehre schmückt, zum Lohne, unver- mich, mich selbst bezwingen, welkt die Himmelskrone. und verleih Beständigkeit. 5. Brünstig beten, allzeit Zeige mir von deinem Thron wachen, die Versuchungweis: den verheißnen Gnadenlohn, lich fliehn, sich die Pflicht daß ich wache, bete, ringe, zur Freude machen, und mit und also zum Himmel dringe. Sorgfalt fich bemühn, selbst wider den Aufschub der Bea beym Spott und Hohn der Februng. Welt, das zu thun, was Mel. Nun danket alle Gott zc. Gott gefällt: dieses wollen 266 Laß mich doch, o mein Gott, die und vollbringen heiffet nach dem Himmel ringen. Buße nicht aufschieben, die 6. Drum entreisfet euch mir dein Wort.gebeut. Wie den Lüften, die ihr noch ge- könnt ich sonst mich lieben? feffelt fend, und beweiset euch ist wahre Besserung nicht als Christen, muthig, stand meiner Seelen Glück? o haft in dem Streit. Schont warum sáum ich denn noch der liebsten Sünde nicht, war einen Augenblick? es auch die schwerste Pflicht, 2. Du, Gott, gewinneft und denkt oft an Christi nichts, wenn ich mich dir erWorte: dringet burd) die gebe, und, deiner werth zu enge Pforte. seyn, im Glauben mich bes 7. Bittern will ich vor der strebe. Wenn ich das Gute Sünde, und dabey auf Je- thu, was mir dein Wort ges fum sehn, daß ich seinen Bey beut, wem dien ich? nur mir stand finde in der Gnade zulfelbst und meiner Seligkeit. 3. So Heilsordnung. Besserung 3. So süß das Laster ist, 7. Je öfter ich das thu, so giebts doch keinen Frie- was böse Lust befohlen; je den: der Tugend nur allein stärker wird der Hang, die hast du dies Glück beschieden. That zu wiederholen. Schen Wer dir, o Gott, gehorcht, ich mich heute nicht, dein erwählt das beste Theil: Feind, o Herr, zu seyn; um wer dich, o Gott, verläßt, wie viel weniger werd ich verläßt sein eignes Heil. mich morgen scheun! 4. Was weigre ich mich 8. Die Selbstbeherrschung denn, das Lafter zu verlas schafft ein göttliches Verfen? weil es mein Unglück gnügen; und du, Gott, giebst ift, befiehlst du es zu haffen. uns Kraft, uns selber zu Was fáum ich långer noch, besiegen. Es sey denn schwer der Zugend Freund zu seyn? und geh im Anfang langsam weil sie mich glücklich macht, fort; so bringts doch Heil, befiehlst du sie allein. und du stärkst uns, Herr, 256 5. Die Buße führt mich durch dein Wort. nicht in eine Welt voll Lei- 9. Wie schnell kann nicht den! fie führt zur Ruh, zum der Tod mich dieser Welt Glück, sie führt zu wahren entrücken! und Buße ist kein Freuden; sie macht die See- Werk von wenig Augenblik le rein: erfüllt mit Zuver ken. Ein Seufzer, Gott, zu ficht; giebt Weisheit, und dir, ein Wunsch nach Beffes Verstand, und Muth zu rung, und Angst auf Misjeder Pflicht. fethat ist noch nicht Heilis 6. Wahr ist es: es ist gung. schwer sein eigen Herz bekám 10. Noch heute, da ich pfen, Begierden widerstehn leb und deine Stimme höre, und seine Lüfte dåmpfen. gieb, daß ich ungesäumt mich, Doch bleibt es meine Pflicht; Herr, zu dir bekehre; ſo und alle Schwierigkeit, die darf ich nicht dereinst zu meis heute mich erschreckt, wird ner größten Pein mein hier größer mit der Zeit. versäumtes Glück, wiewohl ju spát, bereun. durch Buße und Glauben. 257 Entschließung zur Bekehrung hast mich überladen mit und Bitte um göttlichen Beystand dazu. Ruh, Gesundheit, Ehr und Brod; du machst, daß mir Mel. Es ist gewißlich an der zc. noch keine Noch bisher hat 267. will von mei können ſchaden. Ich ner Missethar 5. Du ließest deinen Sohn mich, Herr, zu dir bekehren, für mich am Stamm des und will, auf dein Gebot Kreußes bluten; dein guter und Rath, dir neue Treue Geist bemühte sich mit meis schwören. Mein Gott, du ner Zucht zum Guten; bise wirst mir dazu Kraft, durch weilen bin ich auch daben, den, der neue Herzen schafft, daß ich nicht lebte ohne aus Gnaden auch gewähren. Scheu, gestàupt mit Baters 2. Der Mensa) kann sein Ruthen. Verderben nicht, aus eigner 6. Hab ich nun auch, o Kraft, empfinden; er ist, ohn Gott, vor dir zu wandeln deines Wortes Licht, blind, mich beflissen? Ach nein! taub, ja tobt in Sünden. das sagt zur Schande mir Verderbtist Wissen, Wollen, mein aufgeweckt Gewissen. Thun; von diesem Elend Darinn ist leider nichts ge= wollst du nun, o Bater, sund; es fühlet, durch und mich entbinden. durch verwundt, was Suns der leiden müssen. 3. Klopf durch Erkennt nig ben mir an und führ mir 7. Die Thorheit meiner wohl zu Sinnen, das Böse, jungen Jahr, die vielen schud: welches ich gethan; du kannst den Sachen, die Sünden, die mein Herz gewinnen, daß ich dir offenbar, und ist in mir vom Lafter mich befehr, daß erwachen, die liegen, wie ein über meine Wangen her Berg, auf mir, weil sie mich, reuvolle Thránen rinnen. Heiligster, vor dir verdam4. Wie hast du doch auf menswürdig machen. mich gewandt den Reichthum deiner Gnaden! mein Leben dank ich deiner Hand; du 8. Ach! meine Grenel allzumal schám ich mich zu ges stehen; groß sind sie und fast R ohne 258 Heilsordnung. Besserung durch Buke u. Glauben. ohne Zahl, wer kann sie übers Himmel steigen und dann sehen? unsäglich schwer ist auch, zur Verbergung, mich ihr Gewicht! und gehst du herab zur Hölle neigen: dein mit mir ins Gericht, so müßt Auge dringt durch alles sich; ich gar vergehen. du kannst, an allen Orten, 9. Bisher hab ich in Simich in meiner Schande cherheit, ganz unbesorgt, ge- zeigen. schlafen; gedacht: es hat 13. Herr Jesu, du, du noch lange Zeit. Gott pflegt machst uns rein und heilest nicht bald zu strafen; er han unfre Wunden; du willst des delt nicht nach unsrerSchuld, Sünders Zuflucht seyn, bis es hat der gute Hirt Ge- zu den letzten Stunden. Dir duld mit den verirrten ist gewiß, o Gotteslamm, Schaafen. auch meine Schuld am Kreus 10. Jht aber endlich, ist zesstamm zu tragen, auf erwacht mein Herz mit Angst gebunden. und Schrecken. Ich zittre 14. Dies glaub ich, Herr, vor des Richtere Macht, vor und fleb zu dir: nimm weg der uns nichts kann decken. den Fluch und schenke den Und was wird nun mein Segen deines Todes mir; Urtheil seyn? Uch! epig ist nicht meiner Sünden denke; der Laster Pein, die Leib und vielmehr, um jener Straf Seel beflecken! und Last, die du auf dich ges 11. 23o bleib ich denn innommen hast, ins Dieer sie dieser Noth? nichts helfen alle ſenke. Thor und Riegel! wo flich 15. Dann will ich, Herr, ich hin? o Morgenroth, er aus Dankbarkeit, den Weg theil mir deine Flügel! ver- der Sünde meiden; die Zus birg mich, o du fernes Meer! gend lieben allezeit und lies bedecket mich, fallt auf mich ber alles leiden, als daß ich her, ihr Klippen, Berg und Sind aus Vorfah thu. Ach Hügel! Herr, gieb du stets Kraft 12. Ach! ach! umsonst; dazu, bis ich von hier werd und könnte ich hinauf zum scheiden! See Gesinnungen der Bußfertigen. Gesinnungen der Bußfertigen. Mel. Wer nur den lieben Gott. nun, was Gott gefällt, und 268, Mei ein Schöpfer, flieh die Lüste dieser Welt. lehre mich wohl 5. Erstatte auch dem Nächfassen, was wahre rechte sten wieder, was ihm Bes Buße sey. Hilf mir die Sün- trug undListentwandt. Führ den ernstlich hassen, und lag die von dir verführten Brüz mich ohne Heucheley mein der zu Gott zurück. Reich Leben bessern: dies allein deine Hand dem Unterdrückkann ein Beweis der Buße ten.Liebevoll thu jedem, auch seyn. dem Feinde, wohl. 2. Dein Sohn, mein Mitt: 6. Flieh Neid, Berläums Ier, spricht: thu Buße! ver- dung, Haß und Lügen. Bez andre, beßre deinen Sinn; gehr nicht, was des Nächfall deinem Gott gebeugt zu sten ist; Zeig durch den AbFuße, und bleibe nicht mehr, scheu vor Betrügen, daß du wie vorhin, ein Mensch, der ein Freund der Tugend bist. seine alte Sünd noch immer Dies suchen, und die Sünde náhrt und reißend find. fliehn, heißt Buße thun nach Christi Sinn. 3. Bezähme nun in dir die Liebe zu alle dem, was 7. Gott, åndre du selbst Sünde heißt; und folge je- meinGemüthe und gieb mir dem guten Triebe, den dir einen neuen Sinn; auch Gott giebt durch seinen würk in mir nach deinerGüGeist. Sen gegen Gott nun te rechtschaffne Buße; nimm als sein Kind recht folgsam dahin, was sündliches noch und recht treu gesinnt. an mit klebt, und deinem Willen widerstrebt. 4. Dein Frommseyn sey kein Heuchelwesen, dein Be- 8. Laß michs mit ganzem ten nicht Scheinheiligkeit. Ernst bereuen, daß ich mit Laß aus den äussernWerken Sünden dich betrübt; las lesen, daß du dein Herz Gott mich durch Folgsamkeit erz ganz geweiht. Vollbringe freuen dich, der mir so viel R 2 Gna259 Gefinnungen 260 Gnade giebt. Laß mich das 4. Drum stehe du mir sele Bose stets bereun, ein guter ber bev, o Jesu, reich von Mensch Zeitlebens seyn! Gnaden; mach mich von Mel. Was mein Gott will zc. dem Verderben frey, heil 269.Verwirf, verwirf meiner Seele Schaden! ach mich Sünder Herr verleih, daß ich durch nicht, o Jesu, Quell des Le- dich recht in mich selber ges bens! zu dir steht meine Zuhe, und wie viel böse Lüfte versicht. Du hast ja nicht sich in mir noch regen, sehe! vergebens erduldet Schmach 5. Laß deinen Geift mein und Tod und Schmerz. Ohartes Herz so rühren und denke an dein Sterben, und erweichen, daß es nicht mehr, rette mein zerknirschtes Herz voll Reu und Schmerz, zum vom sündlichen Verderben. Laster móg abweichen. Ach, 2. Dir ist mehr, als mir mach es durch den Glauben felbst, bewußt, wie sich so rein, geneigt zu guten Werviele Sünden, so manche Ur- ken! flöß du, mir Matten, ten böser Luft in meinem Kräfte ein, du kannst, du Herzen finden. Da regt sich wirst mich stårken. Wolluft, Eitelkeit, Geiz, 6. Zerbrich die Selbstges Hochmuth, Eigenliebe, Zorn, fälligkeit, und meinen bösen Rachbegierde, Haß und Willen; und laß mich, was Neid und andrer Sünden dein Wort gebeut, aus Liebe Triebe. treu erfüllen. Gieb, daß ich 3. Ich Schwacher kann Demuth, Mágigkeit, Gedurch eigne Kraft mich nicht duld und Sanftmuth übe, davon befreyen. Wird nicht und stets mit aller Redlichkeit dein Geist, der alles schafft, dich und den Nächsten liebe. mein fündlich Herz erneuen: so bleibt es todt, so kann es nicht zur ächten Reu gelan gen; auch keine wahre Zu versicht zu deiner Huld empfangen. 7. Und weil ich selbst nicht tüchtig bin, das Gute zu volls führen; so woliest du, Herr, meinen Sinn selbst lenken und regieren, daß mich, gestárkt von deiner Hand, die starke der Bußfertigen. 261 starke Luft zur Sünde, die die Seelen, die nach Gnade sonst so oft mich überwand, schmachten, Gott, nicht vernun nicht mehr überwinde. achten. 6. Erquick auch mich in meiner Seele Leiden mit deis Mel. Herzliebster Jefu was ic. 270.Ereig an mir, ner Hülfe; gieb den Geist der Freuden, damit er, weil ich keine Kraft besike, mich uns terstüße. Gott, deine große Gnade; gieb, daß sie meiner Sünde mich entlade; du hast ein Vaterherz: du liebst das Leben, und kannst vergeben. 7. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte! gieb dei nen Geist, daß er mich un2. Die Sünde müsse sich terrichte, den Heiligen, daß an mir nicht rächen! Gott, er auf deine Wege mich leis reinge mich von allen den ten möge. Verbrechen, die mich beflek: 8. Erschaff in mir, Gott, ken; rein von allen Sün- leine reine Seele, ein neues den, die ihn entzünden. Herz, das deine Wege wäh3. Uch Richter, deine Dro- le; und mach es fest, und hungen beweisen, daß du ge- ftárke sein Bestreben, nur recht bist! deine Strafen dir zu leben. preisen dich, daß du rein senst, heilig, der Verbre- Mel. Wer nur den lieben Gott. cher furchtbarer Rächer! 271.D großer Gott, 4. Verbirg, verbirg vor reines deinem Angesichte mein Ulesen, der du nur reine Herzen bertreten, daß es mich nicht dir zu deiner Wohnung ausrichte! tilg aus die Lafter, erlesen, ach, schaffein reines welche mich entweihen, weil Herz in mir, das sich vom fie mich reuen. Wesen dieser Welt, und Las ftern unbefleckt erhält. 5. Ein Herz voll Kum mer, dich erzúrnt zu haben, gefällt dir mehr als Opfer 2. Mach du zuförderst mein Gemüthe burch wahre, achte blut und Gaben; du wirst Buße rein, und laß es, Gott, R 3 nach 262 Gesinnungen nach deiner Güte, in Christi du siehst, wie mich die Sünde Blut entfündigt seyn. Mach reut, wie ernstlich meine mich denn auch zur Heilig- Buße! Was ich begangen keit des Lebens fertig und wider dich, vergieb mir; und bereit. erquicke mich durch deine 3. Regiere mich mit dei- große Güte. nem Geiste, gieb, daß er 2. Nimm von mir meine stets mein Führer sey, und Missethat, die mich betrübt ich ihm gern Gehorsam lei- und quålet. Leit mich nun ste. Steh mir mit deiner selbst den guten Pfad, den Gnade bey, und gieb mir ei- ich zu gehn gewählet. Sieb nen solchen Geist, der dir ge- Wollen, Weisheit, Kraft weiht und heilig heißt. und Stärk, daß ich dein mir 4. Durch deine Gnade befohlnes Werk, wie mir stårk mich Schwachen; mach gebührt, vollbringe. mich vorsichtig in Gefahr. 3. Jesu Christe, der du Gieb, daß ich durch Gebet haft amKreuße für mich Ars und Wachen die Seele un- men getragen meiner Sünverleht bewahr. Laß mich in den Last, sich auf mich mit deiner Gnade stehn, stets in Erbarmen! Du Welterlde der Begrung weiter gehn. ser, Gottes Sohn, ich bete 5. Nimm deinen Geist, an vor deinem Thron, erhör den Geist der Liebe, Gott mein sehnlich Flehen! mein Erbarmer, nie von 4. Entsündige mich durch mir. Ach, leite mich durch dein Blut, laß, was du durch seine Triebe, und seinen deinSterben erwarbst, auch Beystand für und für. Ja kommen mir zu gut: entreiß führe mich nach dieser Zeit, mich dem Verderben. Bere ein zu der frohen Ewigkeit. tritt mich, Mittler, im Ges richt, damit mit mir der Mel. Ach Gott vom Himmel zc. Richter nicht verfahr, wie Bater derichs verschuldet. 272.D Barmherzig- 5. Gott, heilger Geist, der keit, ich falle dir zu Fuße; Seele Licht, Regierer der Ses der Bußfertigen. 263 Gedanken, gieb mir die flecken. Doch gern schenkst Kraft, die mir gebricht, und du den Müden auch wieder laß mich nicht mehr wanken. Ruh und Frieden. Mach heilig meinen Sinn, 4. Im Glauben an dein und wehr dem Fleisch, daß Blut kann ich auch dieses feine Lust nicht mehr in mir Gut des Friedens wieder die Herrschaft führe. finden. Du willst, haß ich 6. Und wenn des Kampfes die Sünden, aus Gottes Stunde naht, so hilf mir Angedenken ins Meer fie treulich kämpfen; du weißt alle senken. die Angst, die Missethat 5. Durch dich, o Jesu, ist dann rege macht, zu dám- das alles auch gebüßt, was pfen. Durch dich besieg ich ich gefündigt habe. Du jede Noth; durch dich dring brachtest aus dem Grabe ich selbst durch den Tod, als das, was auch mir beschieSieger, hin zum Leben. den, Begnadigung und Mel. Wo soll ich fliehen hin zc. Frieden. 273. Wo flich ich Sún- 6. Ist meine Strafe groß, der hin, der ich du machst von ihr mich los, so strafbar bin? wo kann der ich dein Kreuß umfaffe, ich Rettung finden? mich und dir mich überlasse. Du drücken schwere Sünden, sprichst: dir ist verziehen; daß alle Welt der Bürde und alle Schrecken fliehen. mich nicht entladen würde. 7. Mir mangelt zwar noch 2. O Jesu voller Gnad, viel, das sagt mir mein Geauf dein Gebot und Rath, fühl. Doch was ich nöthig flich ich zu deiner Güte mit habe, ist alles deine Gabe. hoffendem Gemüthe. Laß Den Reiß zu neuen Sünden du auf mein Gewissen Trost hilfst du auch überwinden. und Erquickung fliessen. 8. Und wenn der Hölle 3. Ich undankbares Kind Heer auf mich gerüstet war; zum Guten tråg und blind, so will ich doch nicht zagen. seh es mit Angst undSchrek Mit dir, Herr, kann ichs ken, daß Sünden mich be- wagen. Du hast ja selbst R 4 ver= 264 verbeiffen; nichts soll mich dir entreiffen. finden. Es ist kein Retter auffer dir, kein Mensch, kein Engel, welcher mir aus meis nen Nöthen helfen kann; dich ruf ich an; du bists, der hel9. Dein Tod ists, was uns Kraft, dir treu zu feyn, verschafft. Es predigt Ernst und Liebe: und so starkt es fen will und kann. die Triebe, durch Tugend und Erbarmer, meine Schuld durch Wachen, sich dir, Herr, ist groß, sie reuet mich von werth zu machen. Herzen. Erbarmer, sprich 10. Darum ergeb ich mich von ihr mich los durch deines mein Heiland, ganz an dich, Todes Schmerzen. Mit Huld vor dem ich cankbar weine; nimmt mich der Vater an, du siehest, wie ichs meine. meil du genua für mich ges Ich will mich stets bestreben, than; er nimmt von dem dir würdiger zu leben. die Sündenlaft, der glauII. Stárk du mir nur den big faßt, was du uns selbst Sinn, Herr, deß ich ewig versprochen haft. bin, mit Sorgfalt stets zu 3. Gieb mir auch die meiden, was mich von dir Barmherzigkeit, beständig kann scheiden. So leb ich so zu glauben. Laß Lasterlieb dir, und erbe den Himmel, wenn ich sterbe. uno Eitelkeit dies Kleinod mir nie rauben. Laß mich im 12. Herr, Umen! es ge- Staubenlieben dich und mei scheh, was ich in Demuth nen Náchsten gleich als mich; fleh. Steh du mir stets zur ach, leite mich durch deine Seite, daß ja mein Fuß nicht Hand so bis ans End; daß gleite: so werd ich deinen Na- meinen Lauf ich froh vollend. men einst ewig preisen. Umen! In bekannter Melodie. 4. Preis sen auf dem ers habnen Thron dem Vater aller Güte! Preis Jesu Chris 274. Allein zu dir, Herr fto, seinem Sohn, mit dank. Jesu Christ, fleh barem Gemüthe! wir preis ich gebeugt von Sünden; ich sen auch den heilgen Geist, weiß, daß du mein Heiland der uns den Weg zum Leben bist: sonst ist kein Heil zul weist, Gesinnungen der Bußfertigen. 265 weist, uns Pilger stärket und bin ja sein, fein Heil ist mein; erfreut hier in der Zeit, und Gott, stårke meinen Glauhilft uns zu der Ewigkeit. ben. 7. Ich bleibe sein, er bleiMel. Uch Gott und Herr, 2c. bet mein, und will mich nicht 275.Mein Gott und verlassen. Ihm zugethan, Herr! ich bin will ich fortan die Sünde nicht der, der vor dir kann fliehn und hassen. bestehen. Erbarme dich! Laß über mich für Strafe Gnad ergehen. 2. Mit wahrer Reu be kenn ich frey, ich sen vor dir ein Sünder. Doch du vergiebst uns gern, und liebst uns, deine schwachen Kinder. 9. Was zag ich noch, verwandelt doch in Schaun sich einst mein Hoffen: bleib ich nur hier treu, Jesu, dir; steht mir der Himmel offen. 3.Laß mich, dein Kind, doch durch die Sind nicht kommen ins Verderben; ich bitte 10. Da werd ich seyn ganz dich, du wolleft mich, mein fündenrein, und preisen deiVater, nicht enterben. nen Namen in Ewigkeit, mach mich bereit dazu durch Jefum. Amen. 4.Mein Jesus hat an meiner Statt, da er für mich gestorben, genug gethan. Ich nehme an mit Dank, was er erworben. 8.Ich weiß, daß mir, mein Gott, von dir die Sünden find vergeben. Laß mich hins fort nach deinem Wort und dir zu Ehren leben. Empfindungen bey Traurigkeit über die tiefer Sünde. In bekannter Melodie. 5. Denk an den Tod, ge denk der Noth, die er am Kreuß gelitten; da er für Seele haft erlöft mich geopfert sich, und Frie- durch deinen Tod; der du, de mir erstritten. 276, efu, der du meine 6. Mir, der ich bin ver: föhnt durch ihn, laß diesen mich von Pein und Hölle, wel che sonst dem Sünder droht, zu befreyn, dein Blut ließft Trost nichts sauben. Ich fließen; und mich das nun läffeft R 5 35 266 Gesinnungen Läsfest wissen durch dein gna: dein abtrünnig Kind. Dir devolles Wort; sey auch jest sind meiner Seele Sorgen, mein Trost und Hort! mein Verlangen nicht vers 2. Treuer Retter, den ich borgen; straf nicht meine fuche unter des Gewissens Missethat, wie sie es verbies Pein; du du gingst unter net hat. Schmach und Fluche für uns 6. Jesu, du haft weggenome ins Gericht hinein, du des men meine Schulden durch Todes Ueberwinder haft nun dein Blut, laß nur dieſe die erlöften Sünder so geru. fen zu der Buß, daß ich folg sam fommen muß. Gnade kommen mir, in meis ner Angst, zu gut. Herr, du hast ja meine Plagen buss 3. Ach, es ist die Nacht send an dein Kreuß getragen; der Sünden über mich weit ach, so sprich du mich nun ausgebreit; tiefer, als ich fren, daß mein Herz sich wies fann ergründen, hat die Sün der freu. de mich entweiht; nur nach 7. Wird der Feind auch dem, was eitel, trachten, bald mit Schrecken, bald Gott und sein Gefeß nicht durch falsche Freundlichkeit, achten, sicher seyn bey der in mir neuen Kampf erweks Gefahr; reißt das Fleisch fen, und mich fordern auf mid) immerdar. zumStreit: so laß mich nicht 4.Herr, ich fühls und mug unterliegen. Hilf mir, hilf bekennen, daß die Sünde mir, Jefu, siegen! bu bist mei wohnt in mir. Das zwar, ne Zuversicht, ach, verlaß was wir Tugend nennen, halt mich Schwachen nicht! ich meiner Seele für; aberf 8. Du, der unter Schmach Fleisch und Blur bezwingen, und Wunden, Muth und und das Gute zu vollbringen, Sieg den Streitern gab, ich thu selten was ich soll, sende in den Prüfungs fluns was ich nicht will, thu ich wolden Starke auch auf mich 5. Gott, ich kann es selbst herab! deine Pein, dein nicht wissen, wie viel meiner blutges Schwigen laß, wenn Fehler sind; mein, von dir Kámpfe mich erhißen, dam erweckt Gewissen straft mich, lpfen ihre Glut, und mich) über der Bußfertigen. 267 überwinden, Herr, durch kannst mich freudig machen, dich! wenn es mir an Muth ges 9. Werd ich vors Gericht bricht. Auf dich will ich fest hintreten, dem niemand ent vertrauen, auf dein Wort und fliehen kann; ach! dann wol- Vorbild schauen: du giebst left du mich retten und dich Kämpfern nach dem Streit meiner nehmen cn. Du al Kronen in der Ewigkeit. lein, Herr, kannst es wehren, In bekannter Melodie. daß ich nicht den Fluch darf 277. Straf mich nicht zu meiner in deinem Hand, send von mir noch großer Gott, ach schone! ach nie erkannt. 10. Das Gedächtniß dei nerSchmerzen, das Gedächtmir, der verdienet Zorn, nach Verdienst nicht lohne! ich empfind meine Sünd, und niß deiner Pein, laß zum schau nach dem Lamme an Troste meinem Herzen im- des Kreußes Stamme. mer gegenwärtig seyn; dens 2. Herr, wer kann sich ken, wenn mich Leiden drán- deirer freun in des Grabes gen und den Pilgerlauf been- Hôle? mache frey von Angst gen, daß du mir, Herr Jesu und Pein die gebeugte Seele, Chrift, Mittler und Vol- daß sie dir, der du ihr halfft lender bist. am Gnadentage, fanst erquickt, Dank fage. 11. Du wirst jeden Kummer ftillen, den mein banges 3. Zeig in deiner Baters Herz dir klagt; es wird deine huld dich zum Trost mir Treu erfüllen, was du selber Schwachen; du kannst von zugesagt: daß kein Pilger der schweren Schuld mich dieser Erde des Verderbens allein fren machen. Heile Beute werde, sondern ewig mich, zeige dich mir in deis leben soll, war sein Herz ner Gnade, Gott, du Gott nur glaubensvoll. der Gnade! 12. Herr, ich glaube, stårk 4. Ach, wie lange werde mich Schwachen; lange laß ich noch seufzen, mein Era mich zagen nicht. Du, dulbarmer! wann wird auf das Lager 268 Gesinnungen Lager doch, wo im Schmerz Sünden doch so viel, die ich) Armer manche Nacht meine Seele drücken! durchgewacht, wo jegr Thrà 2. Erbarm dich meiner; nen fließen, sich dein Trost nimm dielaft, die schwerelast ergießen? vom Herzen, Herr, der du 5. Ach, wie ist dies Herz so mich verföhnet hastam Kreuz matt, das die schweren Pla durch Todesschmerzen. Ach gen schon so lang gefühlet höre, Herr, zu dem ich fleh, hat! kraftlos sie zu tragen und sich herab von deiner sprichts: wie lang soll ich Hdh, was dir mein Herz jest bang, Heiland müder See tlaget. len, trúbe Stunden zählen? 3. UchHerr, mit Schmer6. Gott, ich weiß, du sen zen sehe ich, wie sündlich ich deft mir Hülfe auf mein Be- gewandelt; wie oft, ich Sün ten; bald werd ich, erquickt der, wider dich und dein Gevon dir, dankend vor dich tre- bot gehandelt! wer könnte ten. Seele schweig! gna- mich von dieser Pein, die meis dereich willGott an dich dennen Frieden flöhrt, befrevn, ken und dir Freuden schen. wenn ich dein Wort nicht ken. hátte? 7. Vater, dir sey ewig 4. Du hast es selber zuPreis hier und auch dort gesagt, du wolltest dem vers oben; Christus sey mit glei geben, der seine Schuld vor chem Preis hoch von uns er: dir beklagt und dir nun denkt hoben! heilger Geist, sen ge- zu leben; Trost giebst du, wie preift, der du uns bekehrest, dein Wort verheißt, dem, wel und uns Trost gewährest. cher mit gebeugtem Geist, In bekannter Melodie. Herr, deinen Frieden suchet. 278.Hem err Jesu Chrift! 5. Du, dem ich nicht vers du höchstes Gut! borgen bin, du, Herr, vor Erwerber aller Gnaden! ich dem ich klage, du siehst, und komme mit gebeugtem kennest meinen Sinn, die Muth, mühselig und bela- Sehnsucht, die ich trage: den. Ach, Unruh ist mein dag du mir mögest gnädig ganz Gefühl! wie sind der seyn, und mich mit deiner Huld der Bußfertigen. 269 Huld erfreun, wie David uno schmerzen. O mache mich, Manasse. Gott, meines Kummers 6. Herr, der du nicht verledig, und sey mir gnädig! wirfest die, die flehend vor 2. Beschämt erkenn und dich treten, vor dir beug ich fühl ich meine Sünden. Laß, auch meine Knie, erhóre du Bater, mich Erbarmung bey dir finden. Willst du auf mein Beten: vergieb mir, und entlade mich der Sünde, Schuld und Uebertretung die ich wider dich und dein sehen, wer wird bestehen? Gebot begangen. 3. Ben dir allein, Herr, 7. Ach Herr, verzeihe sie stehet zu vergeben. Du mir doch, um deines Sohnes willst nicht, daß wir sterben, willen! O mögtest du nur sondern leben; uns soll die diesmahl noch mir meinen Größe deiner Liebe lehren, Kummer stillen, daß sich dich treu zu ehren. mein Herz zufrieden geb, und dir hinfort zu Ehren leb in kindlichem Gehorsam. 4. Berzeihe mir, Gott, alle meine Fehle. Dein, Vas ter, harret meine múde Sees lag Troft und Ruh, um Versöhners Willen, 8. Stárk auch mit deinem le! Freudengeift, mich in den des legten Stunden; wenn sich mein Herz erfüllen! mein Geist der Erd entreißt, 5. Dir ist der Seele Sehvon Sünden ganz entbun- nen nicht verborgen erquicke den. Und nimm mich dann, sie, und stille ihre Sorgen. wann dirs gefällt, in wah Du schenkest ja, Beladenen rem Glauben aus der Welt, und Müden, gern deinen zu deinen Auserwählten. Frieden. 6.Ja hoffe nur, mein Herz, auf Gottes Gnade. Viel größer ist sie als dein Sees 279. Aus dunkler Tie- lenschade. Und endlich wird fe, Herr, mi fie dich von allem Bösen schwerem Herzen, ruf ich zu herrlich erlösen. dir in meinen SündenMel. Herzliebster Jefu zc. Em: 270 Gesinnungen Empfindungen eines solchen, amKreuß sein Blut, daß der der lange leichtsinnig ges lebet. Sünder selig werde, welcher glaubt und Buße thut. Mel. Werde munter meinGem. Ach, um seinetwillen, schon! 280 Bater, laß mich ja Herr, laß von deinem Gnade finden; Thron sich auf mein verlegt väterlich ist ja dein Sinn; Gewissen des Versöhners da ich über meine Sünden Trost ergiessen. tiefgebeugt und traurig bin. 5. 3war du riefft, ich Ach du siehest, wie ich hier, sollte kommen, mich so oft, gleich dem Zöllner, Gott, so lange Zeit. Ich, der deivor dir voller Reu und De- nen Ruf vernommen, war muth stehe, und zu dir um zum Kommen nicht bereit. Gnade flehe. Ich hab deinen Wink ver: 2. Du bist heilig; ich das schmäht. Ist nun komm ich, gegen bin durch Missethat aber spåt. Vater ach! laß, entweiht, bin auf meinen auf mein Flehen, Gnade Gündenwegen von dir abges noch, für Recht, ergehen. wichen weit. Strafe nach 6. Gott, von großer Gnad Verdienst mich nicht. So du und Treue, laß um Chrifti wolltest ins Gericht mit mir, Willen doch auch ben später Uebertreter, gehen; wie Buß und Reue Gnade mich wollt ich vor dir bestehen! empfahen noch; schenke mir 3. Gott, nach deines Wor- nach deiner Huld die so sehr tes Lehre, willst du nicht des gehäuste Schuld; laß mein Sünders Tod; sondern daß langes Gündenleben mit, er wiederkehre ungesäumt zu aus Gnaden, seyn vergeben! dir, o Gott, Herr, auf dein 7. O, wie selig bin ich, Wort komme ich zu dir; le Sünder, wenn du Bater, ben laß auch mich, der ich mir verzeihst; und die Rechte über meine Sünde Kummer, deiner Kinder mir auch) wies Reu undSchmerz empfinde. derum verleihft! ewig will 4. Gott, dein Sohn be ich dir dafür danken; ewig trat die Erde, und vergoß leben dir, drum sprich du in Jefu der Bußfertigen. 271 Jefu Namen selbst zu meis fühlte dies meinElend kaum. nen Bitten: Amen. Gott, deine Stimme warnte mich, allein, ich Sichrer, hörte nicht. 5. Weh mir, ich sehe und Mel. Wer nur den lieben Gott. empfinde, empfind es jetzt 281.Min ein Gott, zu mit Schmerz und Reu, wie dem ich reuig groß vor dir, Gott, meine flehe, erbarme dich! er Sünde, und meiner Schuls barme dich! noch einmal sich den Menge sen; wie sehr mich von deiner Höhe mit gnade das, was ich vollbracht, Gott, vollem Blick auf mich! er deinerGnade unwerthmacht. barme dich, und gehe nich 6. Zu wem, o Bater, foll mit mir, dem Sünder, ins ich fliehen? wo findet meine Gericht. Seele Ruh? wer kann sie 2. Wie oft hast du mir aus dem Abgrund ziehen, in schon vergeben, wenn um Be dem sie seufzet, als nur du? gnadigung ich bat! wie oft mein ganz Vertraun seß ich versprach ich dir ein Leben, auf dich: du Freund des Les gereiniget von Missethat! wie bens, rette mich! oft gelobt ich dir den Eid der 7. Für meine wiederholten Treue und Beständigkeit! Sünden, floß auch des Welt3. Ach! aber bald ergriff versöhners Blut: noch einmich wieder die Sünd und mal, laß michGnade finden, ihre Luft mit ihr: ris mei sein Leiden komme mir zu nen ganzen Borsag nieder, gut! noch einmal Richter, und herrschte, wie vorher, in sage mir: auch diese Schuld mir! zum Widerstehen tråg erlaß ich dir! und schwach floh ich nicht, sondern gab ihr nach. 8. Erlaß mir sie, Herr, und gewähre mir neue Gna4. Wie viele fündenvolle de, treu zu seyn. Aufs neue Tage durchlebt ich fühllos will ich deiner Ehre, mich und und im Traum! ich sammelte mein ganzes Leben weihn: mirSchmach und Plage, und der Sünde will ich widerstehu, Beym Andenken oft wiederhol ter Sünden. 272 Gesinnungen stehn, und standhaft deine Leben weihn; alle, auch ges Wege gehn. ringe, Fehle meiden, jede 9. Bergiß nicht wieder, Sünde scheun; jeden Vors meine Seele, wie oft du schon theil, alle Freuden, die mich gefallen bist! mert auf die konnten von ihm scheiden, heiligen Befehle des Gottes, will ich mit Verachtung der dein Retter ift! ruf ihn fliehn; über alles lieben ihn. im Glauben täglich an: er halt mich, Herr, auf ebner Bahn! 3. Gott, du sahest, wie ichs meinte, wie ich alle Mifferhat der ich schuldig war, bewein10. Ja, ich bin schwach, te, und dich um Vergebung du wollst mich stärken, mein bat; sahst mein ernstliches Helfer in Bersuchung seyn, Bestreben, meinen Vorfah, zum Glauben und zu guten treu zu leben; sahst, daß ich Werken mir Kraft und Freu- nun immerdar, fromm zu digkeit verleihn. So steh ich wandeln, Willens war. fest und wanke nicht, und du bleibst meine Zuversicht. 4. Aber ach! wie oft ems poret sich die Sünde noch in mir, übereilet mich, und stdhe Beym Gefühl seiner Fehler, ret meine Freudigkeit zu dir! Mängel und Lieblingsfunde. Leidenschaften und die Triebe Mel. Alle Menschen müssen 2c. der verkehrtenEigenliebe, eh 282.h, wann werd ichs merke, ziehen sie mich ich von der zur Sünde, die ich flieh. Sünde, Gott, mein Vater, 5. Du verzeihst, Gott, die völlig frey, daß ich ganz sie Gebrechen meiner fündlichen überwinde, ganz dir wohige: Natur; nicht die Schwach. fällig sey? noch empfind ich heir wirst du rächen; bösen ihre Triebe, ob ich sie gleich Borsak strafst du nur. Hátt nicht mehr liebe; noch, zu ich nicht den Trost, ich würde oft noch, regt sie sich, und unter meiner Mångel Bür: versucht zum Bösen mich. be immer voller Kummer 2. Längst sprach ich zu mei seyn, deiner, Gott, mich nerSeele: Gott will ich mein nie recht freun. 6. Stele der Buffertigen 273 6. Stellet mir dann hier Gott um Beystand flehn, auf Erden lebenslang die undallerSündewiderstehn! Sünde nach; kann ich nicht 3. Aufs neue reihte mich vollkommen werden, bin die Sünde: wie schwach war und bleib ich hier noch gleich mein Widerstand! ich schwach: ach, so segne mein gab ihr nach: und wie ges Bestreben, so gerecht ich schwinde ergriff sie mich und kann, zu leben, daß ich doch überwand! Ihr nicht mehr von Heucheley und von folgen wollte ich: und gleichBosheit ferne sey! wohl siegt sie über mich! 7. Wenn ich falle, las 4. Mein Vorsaß war michs merken; und vomFall nicht ganz verschwunden, schnell aufzustehn, eile du mein Herz schlug, mein Gez selbst mich zu stärken. Lehre wissen rief: und gleichwohl du mich fester gehn. Warne ward ich überwunden, und mich; sey mein Begleiter; fiel durch meine Schuld so täglich führe, Gott, mich wei tief. Gott, Richter, ich gez ter; bis ich zur Vollkommen- dacht an dich: und dennoch, heit komme in der Ewigkeit. dennoch fündigt' ich! Mel. Wer nur den lieben Gottic. 5. Wår ich von dieser 283.i ie oft regt sich Sünden- Liebe, wär ich doch die alte Sün- einmal von iht frey! wer de mit neuem Reiß in mei- schwächt und dämpfet ihre nerBrust! noch immer fühl Triebe? Gott, mein Erretich und empfinde, sie zu be- ter, steh mir bey! Erbars gehen, neue Luft. Wie un- me dich, erhör mein Flehn, begränzt, wie fürchterlich ist und lehre mich ihr widerihre Herrschaft über mich! stehn! 2. Wie oft hab ich mir 6. O pflanze du in meine vorgenommen: nun will ich Seele rechtschaffne Lieb und meine Sünde fliehn! rein Lust zu dir! Gott, was ich und unsträflich undvollkom- denke, was ich wähle, das men zu wandeln, will ich zeuge durch die That von ihr. mich bemühn! ich will zu Dich lieben als dein Eigenthum, 274 Gefinnungen thum, das sey mein Werk, jum heilig ganz zu seyn, mich mein Heil, mein Ruhm![ von verborgnen Fehlern 7. Dann werd ich endlich rein! überwinden, und meinerkü 4. Von aller eitlen Eiste Sieger seyn: dann wirst genliebe befreye mich durch du alle meine Sünden, wie deine Kraft. Erweck und viel, wie groß sie sind, ver- mehr in mir die Triebe zu zeihn. Mein Leben hier, dem, was wahre Befrung mein Lobgesang imimmel, schafft; laß meinen Fleiß sey, o Gott, dein Dank! gesegnet seyn, und meine Mel. Wer nur den lieben Gott. Heiligung gedeihn. 284. ie selig, Gott, 5. Du wirst das demuthsist der Gerech- volle Flehen des Sünders, te! du bist sein Schild und der dich scheut und ehrt, o großerlohn. O daß ich ganz Gott der Gnade, nicht vergerecht seyn möchte! doch schmähen; du bist es, der ach wie wenig bin ichs schon. Gebet erhört. Mein Fels, Du weißt es, Gott, ich bin mein Heil, ich traue dir: noch weit entfernt von der das, was ich bitte, giebst Vollkommenheit. du mir. 2. Wie viel ist noch an Mel. Erbarm dich mein, o c. mir zu finden, das nicht mit 285. Sch Staub vom deiner Vorschrift stimmt! Staube, wer oft übereilen mich noch bin ich, ich Sünder, daß du Sünden, wenn mein Herz meiner dich noch stets, du bessern Borsaß nimmt. Ja Heiligster, erbarmst, Weltoft verleß ich meine Pflicht, richter, meiner stets ermein Gott, und weiß es barmst! Zum Glauben und selber nicht. zum Thun zu schwach, giebt 3. Wer kann, wie oft er oft mein Herz der Sünde fehlet, merken? nur du, nach; ich kämpf, o Vater, du siehst mich, wie ich bin; nicht genung denkampf der nur du kannst mich im Guernsten Heiligung. ten stärken: drum fall ich, 2. Wie schnell ist von der Bater, vor dir hin. O mach, rechten Bahn zum Irrweg oft der Bußfertigen. 275 oft der Schritt gethan! wie Himmelserben, und den schnell! mein ganzes Herz Staub! Erbarm dich mein erschrickt, wenn es in diesen und steh mir bey. daß ich Abgrund blickt. Wie nahe des Kleinods würdig sey, gränzt die Missethat, an un- das Christus mir so theur fers Herzens bösen Rath! erwarb, als er für mich am wie bald wird Frevel selbst Kreuße starb. verübt, wenn man erst 6. Ja, du erbarmest über Schwachheitsfehler liebt! mich, versöhnter Gott und 3. Bertreib, o Gott, des Vater, dich. Bom Leibe dies Irrthums Nacht, entreisfe ses Tods befreyt, führst du mich der Sünde Macht mich einst zur Herrlichkeit, wie glänzet deiner Streiter wo meine Tugendnicht mehr Schaar, die einst, wie ich wankt, und dir, Gott, ewig aufErden war, und die nun, dafür dankt: daß sie dein weil sie überwand, den Lohn Guadenlohn beglückt, und empfängt aus deinerhand! deiner Sieger Krone sie sind gekrönt; ich noch im schmückt. Streit: o gieb auch mir Mel. Herr Gott, der du zc. Beständigkeit! 286.rbarm dich, 4. Schmal ist der Weg Herr, du kennst zu Gottes Höhn, und We- meinHerz; geneigt zuEitelnige, die ihn recht gehn. keiten, läßt sichs durch FreuDie Pfortisteng und der nur de und durch Schmerz, oft dringt durch sie zu Gott eme auf den Irrweg leiten. So por, der ringt. Ich lieg auf wankt ein Rohr, vom Wind meinem Angesicht, und fleh regiert! so irrt, von Leidene und weine, laß deinlicht mir schaft verführt, auch oftmals leuchten, Bater, laß mich meine Seele. Herr, hilf mir, dein im Leben und im Tode daß ich, als ein Christ, das seyn. flich, was vor dir strafbar 5.Der mir in Chrifto alles ist, und nur das Gute wähle. gab, Gott, schaue doch auf 2. Laß doch mein Herz nicht mich herab; auf mich, der fernerhin in seiner Neigung Sünde schnellen Raub, den wanken. Erhebe den verz irre 2 276 Glauben an Jesum irrten Sinn zu himmlischen meiner Jugend. Wie hart Gedanken. Wenn von dem schien mir oft meine Pflicht! Dienst der Eitelkeit michdei- wie rauh die Bahn der Tunes Geistes Kraft befreyt, so gend! du trugst mich denwird es mir gelingen. Ich noch mit Geduld: laß, Bahalte deinem Geiste still: ich ter, laß mich diese Huld nicht will mich ändern; Herr, ichjundankbar verachten. Dir will. Gieb selber das Boll- folgen ist mein wahres Heil: bringen. o laß michs, als mein bestes 3. Umsonst such ich derTu- Theil, auch immerfort bes gend Bahn, wenn du mich trachten! nicht begleitest, und mich, be 5. Ich bin ein Mensch; freyt vom Menschenwahn, du kennest mich. Wie zu deiner Wahrheit leitest. schwach sind meine Kräfte! Du haffest jeden falschen doch, meine Seele hofft auf Schein. MitErnst willst du dich. Du wirst zu dem Geverehret seyn, Herr, hilf um schäfte der Heiligung mir Jefu Willen! Erhebe den Kraft verleihn und mich mit gebeugten Muth: hilf mir deiner Hülf erfreun, vor dir der Leidenschaften Wuth gerecht zuleben. Ich, deinerdurch deine Gnade stillen. kauftes Eigenthum, will das 4. Mein Gott, mein Gott, für deines Namens Ruhm gedenke nicht der Sünden hier und dereinst erheben. Glauben an Jesum und sein Verdienst. Mel. Herzlich lieb hab ich dich zc. Jesu Christ, dein Tod allein 287 Bordir, Herr Je- macht mich von allen Süns fu, beug ich hie, den rein. Wer an dich besch& mt, und traurig, mei- glaubt, mit wahrer Reu, der ne Knie, und wag es kaum, wird von Schuld und Stras zu klagen: wie meine Sünd fen frey. Dafür, dank ich und Missethat die strengste Herr Jesu, dir: gelobe dir Etraf verdienet hat; doch des Lebens Begrung! Hilf will ich nicht verzagen. Herridu mir! Mel. und sein Verdienst. 277 Mel. O Gott du frommer zc. 5. Dies müsse mein Vere 288.Mag doch der traun zu dir, o Herr, erwes Spotter Heer ken. Zu schwach, der Gottdes Namens Jesu spotten: heitRath vom Menschen zu dich, Heiland, bet ich an! entdecken, bet ich der Liebe du kommst, sie auszurotten. Macht, die ich nicht faffen Dein Kreuz ist Thorheit nur kann, mit froher Zuversicht, dem, der verlohren geht; doch auch in Demuth an. uns, die der Glaube stärkt, 6. Herr, deine Ewigkeit ists Heil und Majestät. wird mir mehr Licht gewäh2. O du, ces Höchsten ren; die wird das Große mir Sohn, du bist für uns ge- in diesem Werk erklären. storben, haft uns Begnadi- Unendlich ist mein Heil! o gung und Seligkeit erwor- Glaube, der erfreut! geloben. Ist beydes nicht gleich bet sey der Herr, gelobt in groß: der Welt ein Schöpfer Ewigkeit! seyn, und eine Welt, die fiel, Mel.Herzlich lieb hab ich dich ze. von ihrem Fall befreyn? 289. Ich komme, Friez die ståt der Lieb und Großmuth dir, erbarmend rufft du ja faffen? als Sohn des Ewi- auch mir, den Frieden zu gen der Himmel Thron ver- empfangen. Der Sünden laffers; sich selbst erniedris Last ist mir zu schwer; o las gen; einher in Demuth gehn; mein Herz von Trost nicht der Wahrheit Herold seyn, leer! laß es die Ruherlanund sich verspottet sehn; gen, die du dem tiefgebeug4. Die Wunder Gottes ten Geist, der zu dir fliehet, thun, und an das Kreuz ge- selbst verheißst. Wer tröstet schlagen, freywillig, ohne mich, als du allein? wer Schuld, der Menschen macht mein Herz von SünSchulden tragen: um der den rein? Herr Jesu Christ, zu seyn, der uns ein ewges mein Trost und Licht, mein Heil erwirbt? deß Herz ist Trost und Licht, verwirf göttlich groß, der selbst für mein sehnlich Flehen nicht! Feinde stirbt. 2. An163 S3 278Glauben an Jefum 2. Anbetend steh ich, Wenn ich dein bin, so fehlt Herr, vor dir: dein Untlig mir nichts; nichts, einst am neige du zu mir, und sey mir Tage des Gerichts, nichts Sündergnädig. Wenumein hier auf dieser Erden. Auf Vergehn um Rache schreit, dieser Bahn zum Vaterland so mache aus Barmherzig- entzeuch mir niemals deine keit mich aller Strafe ledig. Hand. Zu deinem Dienste Der du am Kreuß gelitten stårke mich, und laß mich haft, du trugst auch meiner siegen einst durch dich. Herr Sünden Last, als du zum Jesu Christ, mein Herr und Heil der Sünder starbst, Gott mein Herr und Gott! und ihnen Gottes Huld er hilf mir zum Leben durch warbst. Herr Jesu Christ! den Tod! mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! erlöse mich durch deinen Tod! In bekannter Melodie. 290. Es ist das Heil uns kommen 3.Du, du bist meine Zuver- her aus Gottes freyen Gnasicht: durch dich entflieh ich den. Die Werke können nimdem Gericht, dem schweren mermehr der Bürde uns Lohn der Sünden. Durch entladen. Im Glauben Jedich kann ich dem Fluch ent- fum nehmen an, nur das ist gehn, und mich mit Gott ver- was uns retten kann; denn einigt sehu, und ewgesleben er ist Mittler worden. finden. Dein Tod ist der Ver 2. Da man, was das Gelornen Heil. Gieb mir an seß gebot, nicht völlig konnte feinem Segen Theil. Er sey halten; so zeigte Sündern auch mir Beruhigung, und sich der Tod in schreckenden meines Lebens Heiligung. Gestalten. Das Fleisch gez Herr Jesu Christ, ich hoff horchte nicht dem Geist, auf dich, ich hoff auf dich: in nicht dem, was Gott, zu dieser Hoffnung stärke mich! thun, uns heißt; es war 4. Mein ganzes Leben mit uns verloren. preise dich. Erlöst, mein 3. Es war ein falscher Mittler, hast du mich, dein Wahn dabey, als ob der Eigenthum zu werden. Mensch und sein Verdienst. 279 Mensch, zu leben nach den alle Welt die Treue bricht, Gefeßen tüchtig sey, die uns hältst du doch dein Verspreder Herr gegeben. Da doch chen. Wer glaubt an dich, durch sie wird offenbar, daß und wird getauft, dem ist Wort und That undHerz so- die Seligkeit erkauft, der garbenunsigtseyverdorben. gehet nicht verloren. 4. Nicht möglich wars, 8. Die sind gerecht vor auf diese Art, vollkommen Gott allein, die diesenGlauGott zu ehren. Ein Schein, ben fassen. Der Glaub kann der angenommen ward, nicht unthätig seyn; er lehrt konnt auch kein Heil gewäh- die Sünde haffen. Er treibt ren. Von Gott wird bloßer zu guten Werken an; lehrt Schein verdammt; Gehor- Menschenliebe, und die sam, der aus Liebe stammt, Bahn der Frömmigkeit zu will er: werkonnt ihn leisten? wandeln. 5. Erfüllt mußt das Ge- 9. Schlägt den, der feine sege seyn; sonst mußten wir Sund erkannt, gleich das verderben. Da stellte Gotz Gefeße nieder; so reicht tes Sohn fich ein, das Heil der Mittler ihm die Hand, uns zu erwerben. Der hat und stärkt den Sünder wies nun das Geseß erfüllt, Ge- der. Er spricht: komm nur rechtigkeit, die vor Gott gilt, zum Kreuß herzu! denn erworben für uns alle. das Geseß giebt keine Ruh 6. Da es durch den erfül- mit allen seinen Werken. let ist, durch welchen wir ge- 10. Die guten Werke zeinefen; so lern, und fasse gen sich stets bey dem achten wohl, o Christ, des Glau- Glauben; Wahnglaube ist bens rechtes Wesen. Derjes sicherlich, wenn man ihm Glaube spricht: du, Herr, die will rauben. Der achte bist mein! dein Tod wird Glaube macht gerecht; doch mir das Leben seyn, du hast daran, daß er Früchte trägt, für mich gebüffet. läßt seine Kraft sich merken. 7. So glaub ich fest, und 11. Der Glaub ergreifet zweifle nicht; dein Wort Jefum Chrift, sein Kreuß, wirst du nicht brechen. Wenn] S4 Berz 280 Glauben an Jesum Verdienst, und Sterben, da er das Fleisch betäubt; sehnt durch uns nun erworben ist, sich nach jenem Leben; dient was feiner konnt erwerben. seinem Nächsten, ehrt und Die eigene Gerechtigkeit preist in Christo Gott mit thut nichts dabey, ist wie stillem Geist, es geh ihm, ein Kleid, das durch und wie es wolle. durch beflecket. 16. Der Glaube harrt 12. Doch, wenn man auf Gottes Huld und seines durch den Glauben nun Ge: Worts Zusage, bestimmt rechtigkeit empfangen, muß ihm nicht mit Ungeduld zum man auch rechte Werke thun, Helfen selbst die Tage. Er dem Guten stets anhangen; weiß wohl, wenns am bes weil, wer noch gottlos We- sten ist; Er, der die Seinen sen treibt, beym Glauben nie vergißt, und will, daß ohne Liebe bleibt, ihn durch wir ihm trauen. die That verleugnet. 17. Scheints auch, als 13. Wer Grad bey Gott dächte Gott dein nicht, so erlanget hat, muß ihn vor laß es dich nicht schrecken: Augen haben, daß er ihn er wird dir das verborgne preise durch die That für Licht zur rechten Zeit entfeine Gnadengaben, in sei- decken. Fällt dir manch banner Furcht freywillig leb, ger Zweifel ein; laß dir sein den bösen Lüften widerstreb, Wort gewisser seyn: erhält, in seinem ganzen Leben. was er verheissen. 14. Wer aber sicher geht 18. Seyjeßt und immerdahin, thut, was ihm nur dar gepreist um dieser Gutbeliebet, lebt fort nach sei- that willen, Gott Vater, nem alten Sinn, den Lüften Sohn und heilger Geist. fich ergiebet, ruft Gott nicht Du wollst uns selbst erfüllen an, daß er ihn führ, mit sei- mit Gnade, die das Herz nem Geiste ihn regier: ist erhöht, zu ehren deine Maauf verkehrtem Wege. jestät, zu heilgen deinen 15. Den meidet jeder, der Namen. recht glaubt; bewahrt, was 19. Dein Reich komm, ihm gegeben; sieht zu, daß daßdein Wille mag, wie droben und sein Verdienst. 281 ben hier geschehen! Giebun- 4. O gieb, daß ich dein ser Brodtuns jeden Tag, theures Wort recht tief zu verzeih, was wir versehen, Herzen fasse; daß sich mein alswir den Schuldigernver Glaube immerfort auf dein zeihn! Versuchung laß fern Berdienstverlasse; daß deivon uns seyn! hilf uns vom nes Todes hoher Werth, Bösen. Amen. mir, der mit Sünden ist beMel. Uch Gott vom Himmel zc. schwert, auch werde zugeGottes Sohn, rechnet. 291.D Herr Jesu 5. Doch laß auch meinen Christ! an wen soll ich mich Glauben sich des Bluts, das wenden? daß man recht du vergossen, nicht anders glaubt und standhaft ist, trösten, als daßich, zu deinem steht nicht in unsernhånden; Dienstentschlossen, durchdeidrum hilf du mir von oben ne Kraft die arge Welt, und her, daß ich, gestärkt je mehr was sie dir entgegen stellt, und mehr, recht und beharr- besiege und verachte. lich glaube! 6. Oft ist mein Glaube 2. Lehr du und unterweise schwach und klein, oft ist er mich, den Bater zu erkennen, leer an Werken. Wer hilft und mit der tiefsten Ehr- mir Schwachen? du allein, furcht dich des Höchsten du kannst mich mächtig står Sohn zu nennen; daß ich zu ken. Das schwache Rohr gleich den heilgen Geist, der zerbrichst du nicht; du uns den Weg zum Himmel nährst und stärkst das weist, von ganzem Herzen schwache Licht; so stark denn ehre. ich mich Schwachen. 3. Laß mich das große 7. Hilf, daß ich rechtsorgGnadenheil im rechten Licht fältig sey, den Glauben zu erblicken; und mich dazu an bewahren, ein gut Gewissen meinem Theil mit rechtem auch dabey, daß ich bey den Eifer schicken. Nur in dir Gefahren der Welt senwachfind ich Trost und Ruh, und sam allezeit, durch FrüchewgesHeil; der Weg bist du. te der Gerechtigkeit des die Wahrheit und das Leben. Glaubens Kraft beweise. S5 8. Ja, 282 Glauben an Jefum 8. Ja, laß den Glauben Glauben. Oft will die Zweisich in mir so mehren und so felsucht mir alle Hoffnung stårken, daß er sey fruchtbar rauben. Wer macht das für und für und reich an gu- Herz gewiß, als du, o Herr, ten Werken, daß er sey thá- allein? laß deine Hülfe doch tig durch die Lieb, mit Freu- von mir nicht ferne seyn! den und Geduld sich üb, in 3.Dreiche du mirselbst aus dem, was Gott gefällig. Gnaden deine Hände. Hilf 9. Insonderheit gieb mir meiner Schwachheit auf. dieKraft, daß ich an meinem dağmich nichts von dir wenEnde den leßten Schritt der de. Wår auch, dem SenfPilgerschaft im Glauben korn gleich, mein Glaube froh vollende! fteh dann zu schwach und klein; so kannst meinem Trost bereit, daß ich du ihm doch bald Wachsder Seelen Seligkeit, des thum und Kraft verleihn. Glaubens Ziel erlange. 4. Herr, deine Gnade sey in 10. Dein ist, was Guts sich mir, dem Schwachen, kräfs in mir find't; mit dir wird tig; so wird mein Glaube mirs gelingen. Dustärkst die auch recht thätig und ges welchetreu dirsind; hilfselbst schäftig. Gieb, daß die Zus denSiegerringen. Ja! blei- versicht in meinem Geist sich be, Herr, auch stets in mir! mehr, daß du mein Vater daßaufdenGlanbendortbey seyft, und ich dir angehör. direrfolgeinfrölichSchauen. 5. O trener Gott, der uns Mel Gott, du frommerGott. im Guten stärkt und grünerr, allerhöch- det, gieb mir Beständigkeit, ster Gott, von wenn sich Bersuchung findet; dem wirgute Gaben bey red- daß ich mit fester Treu zu lichem Gebet uns zu verspre- oir mich halten mag, und, chenhaben; o ficherbarmend wenn die Hülfe säumt, nicht mich in meiner Schwachheit murre und verzag. 292. Herr, 6. Mein Jesu, sich mich an mit Blicken deiner Gnaan, da ich, wie du's verdienst, dir nicht vertrauen kann. 2. Ich glaube zwar an de, wie jenes Weib, als sie dich, doch nur mit schwachem! auf und sein Verdienst. 283 auf ihrem rauhen Pfade um Bau ergründen; und doch Hülfe rief zu dir. DenGlaus kann ich der Sonnelicht und ben gieb mir Gott, daß der, ihre Wärm empfinden. so deiner harrt, nie sinkt, noch wird zu Spott. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rath von Jesu Tod 7. Mein Heiland, wie du ergründen! allein das Göttdort für deine Jünger ba- liche der That, das kann test, und wenn sie wankes mein Herz empfinden. ten, beym Bater fie vertra- 5. Nimm mir den Trost, test; so unterstüß auch mich, daßJesus Christ nicht meine derdu mein Mittler bist. Du Schuld getragen, nicht Gott hilfest gern und weißt, wo und mein Erldser ist; Hülfe nöthig ist. so werd ich angstvoll zagen. 8. Erbarmend wirst du, 6. Ist Christi Wort nicht Gott, mein Flehn gewiß er- Gottes Sinn: so werd ich hören, Muth und Bestán- irren müssen, und, wer Gott digkeit von oben mirgewäh- ist? und was ich bin? und ren; daß ich des Glaubens werden soll? nicht wissen. Ziel, der Seelen Seligkeit, 7. Nein! diesen Troft der erlange, und dich rühm in Christenheit, soll mir kein alle Ewigkeit. Spotter rauben; ich fühle seine Göttlichkeit und halte Mei. Ich dank dir schon zc. 293.6 edanke, der uns fest am Glauben. Leben giebt! wer 8. Ich bin dein ewges Eis kann dich ganz durchdenken? genthum, durchdichdes Him,, Also bat Gort die Welt mels Erbe; dies, Sohn des geliebt, uns feinen Sohn Höchsten, ist mein Ruhm, zu schenken." auf den ich leb und sterbe. 2. Hoch über die Vernunft 9. Du giebst mir deinen erhöht, umringt mitFinster- Geist, das Pfand, im Glauz nissen, füllst du mein Herz ben mich zu stärken, und bilmit Majestät und stillest dest mich durch deine Hand mein Gewissen. zu allen guten Werken. 5. Ich kann der Sonne 10. So lang ich deinen Wunder nicht, noch ihren Willengern mit reinemerzen 284 Glauben an Jesum zen thue; fo frlich eine 17. Hat Gott uns seinen Kraft des Herrn, und Sohn geschenkt,( laß mich schmecke Fried und Ruhe. noch sterbend denken), wie 11. Und wenn mich meine sollt uns der, der ihn ges Cünde kränkt, und ich zu schenkt, mit ihm nicht alles dir, Herr, trete; weiß ich, schenken? daß dein Herz mein gedenkt, mel. Kommt her zu mir, ſpricht. und thut, warum ich bete. 12. in ich weiß, daß du, 294. Ich hoff, o Gott, mit festem meinheiland.lebst und mich Muth auf deine Gnad und einst aus der Erde erwelft, Christi Blut; ich hoff ein und zu dem Reich erhebst, ewig Leben. Du bist ein wo ich dich schauen werde. Vater, der verzeiht, haft mir 13. Kann unsre Lieb im das Recht zur Seligkeit Elauben hier fürdichjemals durch deinen Sohn gegeben. erkalten? dies ist die Lieb, 2. Herr, welch ein unaus o Herr, zu dir: dein Wort sprechlich Heil, an dir, an von Herzen halten. deiner Gnade Theil, Theil 14. Erfüll mein Herz mit an dem Himmel haben! im Dankbarkeit, so oft ich dich Herzen durch den Glauben nur nenne; und hilf, daß ich rein, dich lieben, und versie dich allezeit treu vor der chert seyn von deines Geis Welt bekenne. ftes Gaben. 15. Soll ich dereinst noch 3. Dein Wort, das Wort würdig seyn, Herr, um dich derSeligkeit, wirkt göttliche Schmach zu leiden; so laß Zufriedenheit, wenn wir es michkeine Schmachund Pein treu bewahren. Es spricht von deiner Liebe scheiden. uns Trost im Elend zu, vers 16. Und soll ich, Gett, füffet uns des Lebens Ruh, nicht für und für des Glau- und stärkt uns in Gefahren. bens Freud empfinden; fo 4. Erhalte mir, o Herr, wirk er doch sein Werk in mein Hort, den Glauben an mir, und reinge mich von deingöttlich Wort um deines Sünden. Namens Willen! laß ihn mein und sein Verdienst. 285 mein Licht auf Erden seyn, bestehen; und, als sein ihn täglich mehr mein Herz Freund, kann ichgetroft zum erneun, und mich mit Trost Tode gehen. Erhalte nur erfüllen. in mir des wahren Glaus bens Kraft, die mich mit Mel. O Gott du frommer zc, ihm verbindt und neues 295. Erbarmungsvolleben schafft. ler Gott, wie 5. Mit dir versöhnt durch groß ist deine Liebe, die du ihn, darf ich in trüben Ta= zu Menschen trägst! dies gen auch bey gehäufter Last Auge, das oft trübe, wird nie ganz verlassen zagen. heiter, wenn ich denk an Im Glauben denke ich an deine Freundlichkeit, und deine Lieb und Huld, und mein bekümmert Herz er- trage, was du mir aufle= leichtert und befreyt. geft, mit Geduld. 2. Du hast den eingen 6. Ich weiß, daß deine Sohn für uns dahin gege- Huld mir nur zu meinem ben: er starb den Tod am Heile auch, was mir widrig Kreuz, damit wir möchten scheint, mit weiser Wahlerleben. Hast du uns so ge- theile. Daß deine Liebe mich liebt, die doch verdienet zur allerbesten Zeit vondem, Pein, wie solltest du denn was mich beschwert, erlöset nicht voll Baterliebe feyn! und erfreut. 3. Nun wird mein måder 7. Die Christi Glieder Geist mit wahrem Trost sind, wirst du, Gott, nie vers erquicket, wenn mich der lassen, im Todeskampfe sie Sünde Joch beschwert und mit Baterhuld umfassen. niederdrücket. Ich weiß: Von dir erlöst, schwingt sich mein Mittler hat zur Til- mein Geist zu jenem Licht, gung meiner Schuld sich wo lieblich Wesen ist vor selbst bey dir verbürgt, den deinem Angesicht. Tod am Kreuz erduldt. 8. Da will ich, treuer 4. Durch sein Verdienst Gott, von allerSünd entlas kann ich vor dir, mein Gott, den, mit allenSeligen hochpreis 286 Glauben an Jesum und sein Verdienst. preisen deine Thaten. Da, 4. Nun hierauf will ich da wirds offenbar, mit wel- bauen. Mein Mittler stärke cher Seligkeit der, dem wir mich! stårk in mir dies Vers hier gelebt, der Mittler, trauen, wenn Tod und Sünuns erfreut. de sich mir Sünder schrekkend zeigen: wennküste oder Mel. O Haupt voll Blut ic. Hohn, mich von Gott abzué 296, 2uf felfenfestem neigen, bald locken, bald Grunde, ruht auch drohn. meiner Seele Heil. Ich hab 5. Wenn ich sodann am amFriedensbunde, anGote schwächsten mit Furcht umtes Gnade Theil. Der fangen bin: so sey du mir Grund, auf den ich baue, ist am nächsten, und stärke von Gott selbst gelegt. Das meinen Sinn, daß ich im Ziel, nach dem ich schaue, Kreuß gelassen, voll Geist steht fest und unbewegt. und Muthes sey. Mich als 2. Auf unvollkommne ein Christ zu fassen, hilf, Werke vertrau ich Sünder Herr, und steh mir ben! nicht; Gott gab dazu mir 6. Zu dir will ich mich Stärke, und was ich that, halten, laß meinen Eifer nie wor Pflicht. Ich blieb noch dir treu zu seyn, erkalten! tief verschuldet; nur meines ist gleich der Lauf voll Müh; Jesu Tod, den er für mich dein Geist flöst meinem Geierduldet, versöhnet mich steGeduld und Hofnung einz mit Gott. und daß ich Trene leiste, will 3. Nur dies gewährt mir er mir Kraft verleihn. Freuden, wenn ich beküm- 7. Mach folgsam incinen mert bin: nur dies giebt Willen, und stärke mich zuTrost im Leiden; ja reißt gleich mit Kräften zum Erder Tod mich hin: so laß ich füllen; so bin ich ewig reich. mir nicht grauen. DerGott- Leit mich durch deinehande, versöhner spricht: geh, eile, so geh ich muthig fort, und Gott zu schauen; wer mein preise ohne Ende dich, meiist, stirbet nicht. nen Mittler, dort. Chrifte 287 Christliche Frömmigkeit und Jugend. Quelle derselben: dankbare Liz tes Liebe. Ein immer tha tigs Christenthum, das ist, Mel. Mir nach spricht Christus. des Glaubens Frucht und be zu Gott. Gottes Ruhm. 297.20 Wort nicht 5. Der bleibt in Gott, hålt und spricht: ich kenne und Gott in ihm, wer in der Gott, der liget; in solchem Liebe bleibet. Die Liebists, ist die Wahrheit nicht, die die die Seraphim, Gott zur durch den Glauben sieget. gehorchen, treibet: Gott ist Wer aber sein Wort glaubt die Lieb! an seinem Heil hat und hält, der ist von Gott, ohne Liebe niemand Theil. nicht von der Welt. 2. Der Glaube, den fein Mel. Was mein Gott will c. Wort erzeugt, muß auch die 298.23enn ich die Liebe zeugen. dein Erkenntniß steigt, jemehr nicht zu deiner Pflicht beseer wird diese steigen. Der let; so rühme dich der TuGlaube tröstet nicht allein, gend nicht, weil dir dann aler macht das Herz auch les fehlet. Wenn Vortheil, fromm und rein. Wollust, Eigensinn und 3. Durch Jesum rein von Stolz dir Gutes rathen; so Missethat sind wir nun Got- hast du deinen Lohn dahin, tes Kinder. Wer solche thust du auch gute Thaten. Hofnung zu ihm hat, der 2. Sey, durch die Gaben flieht den Weg der Sünder, der Natur das Wunder diefolgt Christi Beyspiel, als ser Erden; beglückst du anein Christ, und reinigt sich, dre Menschen nur, um selbst wie er rein ist. geehrt zu werden: erfüllt die 4. Alsdann bin ich Gott Liebe nicht dein Herz; so sind angenehm, wenn ich Gehor- die größten Gaben vor Gott sam übe. Wer die Gebote doch nur ein tönend Erz, die hält, in dem ist warlich Got keinen Werth sonst haben. 3. Bau 288 Frömmigkeit und Tugend. 3. Bau Häuser auf und dies ists, was Gott von uns brich dein Brod, die Armen verlangt. Uns wird kein zu verpflegen: entreiß die Leben nüßen, das mit den Witwen ihrer Noth und sey größten Thaten prangt, der WaisenSegen: gieb alle wenn wir dies nicht besißen. deine Güter hin! noch haft 7. Drum täusche dich du nichts gegeben, wennlieb nicht durch den Schein, nicht und Dank nicht deinen Sinn durch der Tugend Namen. vor Gott dazu beleben. Sieh auf die Werke nicht 4. Thu Thaten, die der allein: sich auch woher sie Heldenmuth je hat verrich- kamen. Prüf dich vor Gotten können; vergieß fürs tes Angesicht; ob Liebe dich Vaterland dein Blut, laß beseelet? dem fehlt gewiß deinen Leib selbst brennen: die Liebe nicht, dem nicht beseelet dich nicht Lieb und der Glaube fehlet. Pflicht: bist du der Zweck 8. Wohnt Liebe gegen der Thaten; so ehret Gott Gott in dir; sie wird zum mit Beyfall nicht die Ret- Guten stårken; du wirst die tung ganzer Staaten. Gegenwartvon ihran Men5. Låg ihm an unsern schenliebe merken. Die LieWerken nur; so könnter uns be, die dich schmücken soll, leicht zwingen, durch Macht ist gütig, ohne Tücke; sie ist und Fesseln der Natur, das nichtstolz, istlangmuthsvoll, Gute zu vollbringen. Allein beneidet niemals Glücke. vor ihm, der alles giebt, 9. Sie deckt des Nachgilt Weisheit nichts, nichts sten Fehler zu, freut sich Stärke. Er sieht das Herz nicht seines Falles; sie su an, obs ihn liebt, bey je chet nicht blos ihre Ruh, dem gutem Werke. beglücket gerne alles. Sie 6. Ein Herz von Eigen- bessert gern. Was Gott ge liebe fern, fernvon des Stol: fällt: das hält sie stets fürs zes Triebe, geheiligt durch Beste. Sie folgt uns nach die Furcht des Herrn, durch in jene Welt, ist da der GaGlauben warm von Liebe: ben größte. Mel. Quelle derselben; dankbare Liebe zu Gott. 289 5. Drum fall ich dir, mein Mel. Wer nur den lieben Gott. 299.Wie ie theuer, Gott, Gott, zu Füßen; vergieb mir ist deine Güte, gnädig meine Schuld, und die alle Missethat vergiebt, heile mein verwund't Gewiss sobald ein reuendes Gemüsen mit Trost an deiner Vas the die Sünden, die es sonst terhuld. Ich will mit Ernst geliebt, erkennt, verdammt die Sünde scheun, und willig und ernstlich haft, und Zu dir gehorsam seyn. versicht zum Mittler fast. 6. Daß mit Gerechtigkeit 2. laß mich ja nicht auch Stárke, durch Christum ficher werden, weil du so reich mir geschenket sey, will ich an Gnade bist; wie kurz ist durch Uebung guter Werke meine Zeit auf Erden, die beweisen. Mache selbst mich mir zum Heil gegebne Frist! treu, Herr, in der Liebe ge= gieb, daß sie mir recht wich- gen dich! sie dringe stets, tig sen; daß ich sie meiner und leite mich! Begrung weih. 7. Laß mich zu deiner 3. Zwar deine Gnade zu Ehre leben, der du die Mise verdienen sind Reu und Beg- sethat vergiebst! das hassen, rung viel zu klein. Doch darf was du mir vergeben, das sich auch ein Mensch erküh- lieben, was du selber liebst; nen, zu glauben, dir versöhnt laß, Bater! mein Gewissenzu seyn? wenn er noch liebt, rein, und heilig meinen was dir misfällt, und nicht Wandel seyn. dein Wort von Herzen hålt? Mel. O Gott, du frommer 2c. 4. Nie kannst du dem die 300.Was kann ich Schuld erlassen, der frevelnd doch für Dank, Schuld auf Schulden häuft. o Herr, dir dafür sagen, daß Der kann kein Herz zu Jesu du mich mit Geduld so lange faffen, der zwar auf sein Zeit getragen; da ich der Verdienst sich steift, doch Sünden Freund, dir unges in der Sünde noch beharrt, horsam war, mich in verz dafür er selbst ein Opfer kehrtem Sinn selbst stürzte ward. in Gefahr. 2. Sehr 290 Frömmigkeit und Tugend. 2. Sehr große Lieb und giebmir deinen Geist, so lang Huld erwiesest du mir Ar. ich hier noch walle, der mich, men. Ich fuhr in Sünden den Schwachen, stårk, und fort, du aber im Erbarmen. in mir machtig sey, und mein Ich schob die Buße auf, und Gemüthe stets zu deinem widerstrebte dir: du schobst Dienft erneu. die Strafe auf, und trugst 7. Ach leit und führe mich, Geduld mit mir. fo lang ich leb auf Erden. 3. Daß ich nun bin be: Laß mich nicht, ohne dich, kehrt, verdank ich deiner durch mich, geführet werden. Gnade; du, du riefft mich Führ ich mich, ohne dich; so zurück von des Verderbens werd ich leicht verführt; Pfade. Durch deine Güt wenn du mich leiteft selbst, und Treu, der keine Güte thu ich, was mir gebührt. gleicht, hast du mein hartes 8. Mein Vater und mein Herz gerühret und erweicht. Gott, erhöre dies mein Fles 4. Selbst konnte ich dich hen! lagJefu, GottesSohn, wohl beleidigen mit Sün- mich deine Wege gehen! res den; doch konnt ich ohne dich gier, o heilger Geist, regier den Weg zum Heil nicht fin- mich allezeit, daß ich dir diene den. Selbst fallen konnte ich, hier, und dort in Ewigkeit. und ins Verderben gehn; nicht ohne deine Huld von Mel. Aus meines Herzens ic. meinem Fall aufstehn. 301, Vernimm, Gott, 5. Du hast mich aufge: was ich flehe, richt, und mir den Weg ges erhöre mein Gebet, sieh wiesen, den ich nun wandeln huldreich aus der Höhe auf foll: sen Gott dafür geprie mich, der vor dir steht. Ich fen. Sen hochgelobt, daß flehe, Herr, zu dir um Gnaich die alte Sünde haß, und de, deinen Willen gehorsam das, was dir mißfällt, nun zu erfüllen; mein Gott, ges willig unterlag. wahr sie mir. 6. Damit ich aber nicht 2. Gerührt von deiner aufs neue wieder falle; so Gnade ist nun die Sünde mir Quelle derselben; dankbare Liebe zu Gott. 291 mir verhaft und ihre Pfade, les weiß, wie Sündenlaften aus Liebe, Gott, zu dir. drücken, und opfre voll Ents Denn du bist nicht ein Gott, zücken dir liebe, Dank, und der gottlos Wesen liebet; du Preis. liebst den nur, der übet dein heiliges Gebot. 3. Wer sich bekehrt, wird leben; denn du bist fromm Mel. O Gott du frommer zc. 302.Her err, höre mein Gebet, und und gut, doch willst du nicht laß es dir gefallen! es ist vergeben dem, der nicht Buge mein ganzer Ernst, auf deis thut. Dein Sohn versöhnte ner Bahn zu wallen; ergreia dich und lehrte, wie die Sún fe, leite, stårk den Schwas de zum Zorne dich entzünde, chen, der dir fleht! du siehest, mit seinem Leiden, mich. daß sein Flehn aus lauterm 4. Ich will dich, Gott, er: Herzen geht. heben, daß du so heilig bist, 2. Gieb, daß ich redlich daß, Sündern zu vergeben, mich in jeder Zugend übe; dein Herz so willig ist; aus der Glaube, den du liebst, wahrer Dankbarkeitwill ichs muß thårig durch die Liebe, in meinen Liedern erzählen durchllebung und durch Fleiß meinen Brüdern, daß Gott in guten Thaten seyn; ich sehr gert verzeiht. wills, ich will dir, Gott, 5. Verschonen kann der mein ganzes Leben weihn. Racher, der Rácher kann 3. Allein mein Herz ist verzeihn, und reuige Vere noch mir selbst oft uners brecher rein machen und er- gründlich, beym besten Fleiß freun. Herr, wunderbar bleibts doch veranderlich und und groß im Strafen und fündlich: das Wollen hab Erbarmen, ach machedumich ich wohl, zum Thun auch Armen von jederSünde los! Licht und Kraft;' doch bleibt 6. Und einer solchen Liebe mein Zugendruhm noch ime Gedächtnis treibe mich, daß mer mangelhaft. ich das Gute übe aus Liebe 4. Du kennest mich; du gegen dich; sie preise, wer kannst mich reinigen und läu Z 2 tern, 292 Frömmigkeit und Tugend. tern, den Geist, wenn Licht und wenn mein Staub er ihm fehlt, mit deinem Licht wacht, von deiner Wonne erheitern, wenn eine Leiden- satt, frohlocken, daß mein schaft erwachen will, kannst Herz sich dir ergeben hat. du durch mein Gewissen ihr gebieten, daß fie ruh. 5. Gott, darum wolleft du mich lautern und belehren, der Trägheit des Gemüths, Mel. Nun freut euch, Christen. der Luft zur Sünde, wehren; 303, Herr Jefu Chrift, mein Trost, mich, wo Gefahren sind, er. schrecken; mich zum Streit mein Licht! ich preise dich ermuntern; wo dein Wort von Herzen, daß du mich Müden aufgericht. Ich sah zu streiten mir gebeut. 6. Jch, Pilger, walle hier mit Reu und Schmerzen an noch stets umringt mit Sún- mir so manche Missethat; dern, ihr Beyspiel könnte ich suchte bendir Trost und leicht den Tugendeifer min- Rath, und Friede für die dern; o gieb, daß nie ihr Seele. Spott und ihre falsche Luft 2. Du hörtest gnadenvoll bethdre und entweih die dir mein Flehn, warst willig geweihte Brust. zum Vergeben; gern läßst 7. Bewahre mich, wenn du Snad für Recht ergehn, fie, bethort von eitlenküsten, du liebst des Sünders les sich ihrer Sünden freun, und ben. Du haft mit Huld sich in Lastern brüsten. Des an mich gedacht, mich von Sünders Lachen wird in der Bürde fren gemacht, die Weinen einst verkehrt, in niemand konnte heben. Trauren seine Lust, wenn er sich nicht bekehrt. Chriftliche Frömmigkeit aus Liebe und Dankbarkeit gea gen Jesum. 3. Unschuldig, wie ein stilles Lamm, bist du für mich 8. Ich aber werde, Gott, gestorben den herben Tod am dir nicht umsonst vertrauen; Kreußesstamm; du haft mir einst, wenn ich treu dir bin, selbst erworben durch deinen verklärt dein Antlig schauen; Lod, die Seligkeit: dir dank Quelle derfelben; dankbare Liebe zu Jesu. 293 bank ich, daß ich so befreyt Noth, die Welt, die Sünde durch dich bin vom Ver- und den Tod, als Sieger derben. überwinden. 4. Herr, gieb mir deinen guten Geist, daß er mich Mel. Jesus meine Zuversicht zc. unterrichte, was solche Lieb 304. Preis und Lob und Wohlthat heißt; daß und ich mich treu verpflichte, zu keit sen, Erlöser, dir ges preisen dich mit Herz und geben: Preis sey dir in dies Mund, und ernstlich deinen fer Zeit, Preis und Lob im Gnadenbund zu halten sev ewgen Leben! denn du gabft befliffen. dein Leben dar für die Welt, die strafbar war. 5. Herr, laß mich jede Sünde scheun, den eitlen 2. Dadurch hast du allen Sinn ablegen, und wider Heil, allen Trost und Gnad Lüfte wachsam seyn, die sonst erworben. Ich auch habe von deinen Wegen ableiten daran Theil; auch für mich auf den Sündenpfad; da bist du gestorben: alles, alles mit nicht neue Missethat ist nun mein. Wie soll ich mir meine Ruhe raube. dir dankbar feyn? 6. Verleihe selbst mir Luft 3. Für die Leiden ohne und Muth, Herr, deinen Zahl, für die Leibs und Sees heilgen Willen, der alles mir lenschmerzen, und für deine zum Besten thut, stets folg Todesquaal, dank ich dir mit sam zu erfüllen. Gieb, daß treuem Herzen. Treu dank ich stets gedenk daran, was ich, doch mangelhaft: gieb du bereits an mir gethan, zu besserm Dank mir Kraft. und was du noch verheißen. 4. Welche Liebe, daß für 7. Herr Jesu, laß auf mich Gottes Sohn sein Ledich allein, so lang ich leb ben giebet! hilf, daß meine hienieden, mein ganzes Seele dich redlich, thátig, Herz gerichtet seyn; so stórt ewig liebet. Frohe Zugend nichts meinen Frieden: so sey die Frucht von der Liebe werd ich durch dich allelsanften Zucht. 23 5. An 294 Frömmigkeit und Tugend. 5. An dir, Jesu, halt ich verbleichet, wann dem Auge fest, an dir, Treuester von einst sein Licht und des Leiallen; wehe dem, der dich bes Kraft entweichet, wann verläßt! er muß ins Ver dies Herz im Tode bricht; derben fallen. Wenn ich dir laß ich meinen Jeſum nicht. ergeben bin, wird mir alles zum Gewinn. 4. Ich verlasse Jesum nicht, bis ich werd dahin ge 6. Durch dich bin ich reich langen, wo vor seinem Anund hoch; ich bin Gottes gesicht seine Auserwählten Kind und Erbe! Gott liebt prangen; wo den Glanz von mich; was fehlt mir noch? seinem Licht keine Nacht eins fehlt nun noch: daß ich mehr unterbricht. sterbe. Auch gut fterbenhilfft 5. Diese Welt erfreut du mir, und dann nimmst mich nicht, meines Herzens du mich zu dir. Wunsch und Sehnen ist auf Jefum nur gericht, der, Mel. Jesus meine Zuversicht zc. mit Gott mich zu versöhnen, 305.Meinen Sefum selbst dort hingieng ins Ges laß ich nicht. richt. Meinen Mittler lag Da er sich für mich gegeben; ich nicht. fo erfordert meine Pflicht, 6. Jesu bleib ich für und ihm zu folgen und zu leben. fürtreu, nichts soll mich von Er gewährt mir Trost und ihm scheiden; seinen Treuen Licht; meinen Jefum laß ich giebt er hier Seelenruh, dort nicht. ewge Freuden. Wohl dem, 2. Jesu hab ich mich ver- der von Herzen spricht: meipflicht auf dies ganze Pilger, nen Jesum laß ich nicht! leben; ihm hab ich voll Zuversicht, was ich bin und hab, In bekannter Melodie. ergeben; alles ist auf ihn ge 306. Herzlich hab ich o nicht. Herr! Sen du mir nahe und 3. Wenn auch dies mein gewähr mir deine Gnadens Angesichteinstverwelketundsgaben. Die ganze Welt erfreut Quelle derselben; dankbare Liebe zu Jesu. 295 freut mich nicht, nach Erd bein wird Erde, doch nicht and Himmel frag ich nicht, immer, seyu, nur bis zum wenn ich nur dich kann ha. jüngsten Tage. Du kommst ben. Und wenn mein Herz einst und erweckest mich, im Tode bricht, bist du doch dann schauet dies mein Auge meine Zuversicht, mein dich, dich, Welterlöser, Gots Theil, das meine Seele tesSohn! dann preis ich dich tröft, weil du mich durch vor deinem Thron. Herr dein Blut erlöst. Herr Jesu Christ! mein Herr und Jefu Chrift! mein Gott und Gott, erhöre mich, so preis Herr! mein Gott und Herr! ich ewig, ewig dich! verlaß, verlaß mich nimmermehr! Mel. Jesus meine Zuversicht ic. 2. Es ist, Herr, dein Ge. 307.Jefum lieb ich und Seel ewiglich, sein und alles, was ich hab in Wort will ich treulich hal. diesem ersten Leben. Daß ten: stets soll dieser Eifer sich ich es deinem Lobe weih, dem in mir mehren, nie erkalten. Nächsten damit nüglich sey, Denn wer hat so inniglich je, dies Glück wollst du mir ge- wie er, geliebet mich! ben. Laß, Mittler, mein 2. Jesus ist, o große Erkenntniß rein, und heilig Huld! dort am Kreuß für meinen Wandel seyn. Im mich gestorben; die Verges Leiden stärke mich mit Muth; bung meiner Schuld hat er denn was du auflegst, ist mir mir dadurch erworben: Fries gut. Herr Jesu Chrift! mein den, den die Welt nicht giebt, Herr und Gott! mein Herrschenkt er, der mich so geliebt. und Gott! stårk mich in 3. Gott wird, wie er selbst meiner leßten Noth! verheißt, mich um seinetwil3. Uch gieb, wenn du mich en schonen; ja der Vater, sterben heißt, daß dann dein Sohn und Geist will in meis Engel meinen Geist zu emerzen wohnen; wer ist, Sig der Freuden trage vr das würdig preift, was mein stillverwesendes Genir Jesu Wort verheißt? 24 4. Alſo 296 Nothwendigkeit 4. Also liebte, spricht der 7. Jefus liebt mich für Sohn, Gott die Welt, daß und für, drum will ich ihn er gegeben seinen eingebohre wieder lieben; er hat mich nen Sohn, daß wir alle bereits schon hier in das Les möchten leben; so bin ich bensbuch geschrieben. Raubt denn selig schon durch den der Tod mir alles hier; Je Glauben an den Sohn! su Liebe bleibet mir. 5. Wer beharrlich an ihn 8. Er ists, der mich sicher glaubt, geht im Tode nicht führt, ihm will ich mich anverloren; keine Macht ist, vertrauen; er, mein Leiter, die ihm raubt, wozu Jesus Schuß und Hirt, führet mich ihn erforen; das verheißne auf grüne Quen; er gewäh Erbe giebt Jesus dem, der ret meinem Geift Freuden, treu ihn liebt. wie sein Wort verheißt. 6. Ist mir nur mein Mitt- 9. Jch bleib Jesu Eigens ler hold, o so schreckt mich thum; sein bin ich und er kein Gerichte. Wenn ich mein Hirte. Er, mein Heis heute sterben sollt, würd land und mein Ruhm, macht vor seinem Angesichte mich mich fren von aller Bürde. nicht qualen meine Schuld; Ich bin Jefu Eigenthum: er vergab sie mir voll Huld. dieses bleibt mein Glück und Ruhm. Nothwendigkeit eines heiligen Lebens. Mel. Gott, du frommer 2c. 2. Du sagst: ich bin ein 308.Du fagft: ich bin Chrift. Der ists, der Jes ein Christ. sum kennet, ihn seinen Gott Wohl dir, wenn Werk und und Herrn nicht blos mit Leben dirdessen, was dusagst, Worten nennet; nein, fon Beweis und Zeugniß geben; dern willig thut, was ihm wenn auch dein ganzes Thun, sein Herr gebeut. Thust durch Gottes KraftundGeist, du das nicht; so ist dein von deinem Christenthum Ruhm nur Eitelkeit. die achten Proben weist. 3. Du eines heiligen Lebens. 297 3. Du sagst: ich bin ein Sünden, und hoff durch Christ. Wer sichs will nen- Chrifti Blut Begnadigung nen lassen, muß leben, wie er zu finden; allein zeigt sich glaubt, und alles Böse has- nun auch die Besserung an dir fen; der liebet Chriftum nach abgelegter Beicht? nicht, der noch die Sünde prúf dieses ernstlich hier! liebt, ist auch kein Christ, ober 8. Wenn du stets, wie zus sich gleich den Namen giebt. vor, ungöttlich bleibst gefins 4. Du sagst: ich bin ein net, wenn gar die alte Luft Chrift; denn ich bin ja ge in dir mehr Kraft gewinnet, taufet auf Chrifti Tod; der und nicht der fromme Trieb, mich mit seinem Blut erkaus gehorsam Gott zu seyn; so fet. Ja wohl, doch prüfe dich, ist dein Beichten nichts, als wie stehts um deinen Bund, Selbstbetrug und Schein. den du mit Gott gemacht in jener Gnadenstund? 9. Du sagst: ich bin ein Chrift, laßspeisen mich und 5. Hast du nicht etwarranken mit dem, was Chris selbst ihn längst und oft ge- stus uns im Abendmahl will brochen? hast du als Gottes schenken. Doch prüfe auch Kind dich, wie du ihm ver: dabey: ob Chrifti Leib und sprochen, in allem Thun er Blut in dir zur Heiligung zeigt, dem Guten nachge- nun seine Wirkung thut? strebt, nie wider deine Pflicht 10. Du fagft: ich bin ein und Gottes Wort gelebt? Christ. Ich bete, lef und 6. Du fagt: ich bin ein singe, ich geh ins Gottes. Christ. Weil ich die Gna. haus; sind das nicht gute denlehre, zu Haus und öf- Dinge? sie sinds; wenn man fentlich, oft les' und fleißig sie thut mit redlichem Ges höre; doch thuft und übst du müth und so, daß Gott das auch, was Gottes Wort dich ben ein reines Herze sieht. lehrt? der Thater nur allein ist Gott und Chrifto werth. 11. Du sagst: ich bin ein Christ. Wer kanns dir zus gestehen, so lang man es nicht kann aus deinem Wandel ses 25 ben? 7. Du sagst: ich bin ein Chrift. Ich beichte meine 298 Nothwendigkeits hen? wer glaubt und rühmt, Christenthum bestehet nicht daß er dem Heiland angehör, im Schein; ein Christ muß, muß auch gesinnet seyn und was er heißt, im Thun wandeln, gleich wie er. und Wesen seyn. 12. Bist du nun wahrer 16. Ach, mein Gott, gieb Chrift; so wirst du seyn er mir Kraft, mit Ernst mich füllet mit Chrifti Sinn und zu befleissen, zu seyn ein Geist. Wenn wahre Liebe wahrer Christ, und nicht quillet aus deiner Seele her, blos so zu heissen; denn, wer wenn du demüthig bist von den Namen hat, und nicht Herzen, wie der Herr; dann die That zugleich, gelanget fag: ich bin ein Chrift. nimmermehr zu dir ins 13. So lang dich aber Himmelreich. blos des Eitlen Liebe rühret, Mel. Christ, unser Herr, zum zc. Stolz, Geiz und Ueppigkeit 309. Ein Chrift foll dir noch fort regieret, weit. der Meis nicht Sanftmuth in dir nung seyn, daß unser Chris herrscht, nur Zorn und Haß stenleben besteh im Namen und Neid; so lange bist du nur allein, den Christus uns noch vom Christenthume gegeben; und daß man möge immerhin nach eignem 14. Du sagst: ich bin ein Wohlgefallen, und angeerb. Chrift, und rühmst dich deß ten bösen Sinn in diesem mit Freuden; doch thust du Leben wallen, auf eitlen auch wohl mehr als manche Sündenwegen. weife Heiden? Ach! sorg, 2. Ein wahrer Chrift daß diese nicht dich einst dort strebt emfiglich mit Thaten klagen an, daß fie bey min- zu erweisen, daß er nicht blos der Licht mehr Guts, als du, so nenne sich, und so Gott gethan. recht zu preifen; der uns des 15. Sag nicht: ich bin Geistes Kräfte gab, uns ein Chrift!, bis daß dir ftárkt mit seiner Gnade, daß Werk und Leben auch dessen, wir dura) ihn bis an das was du sagst, Beweis unt Grab einhergehn auf dem Zeugniß geben. Das wahrel Prade eines heiligen Lebens. 299 Pfade des ihm gefällgen Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Lebens. 310.Me ein Gott! ach lehre mich ers 3. Wer seinen Gott recht ehrt und liebt, wie einem tennen den Selbstbetrug Kind gebühret, ist wachsam, und falschen Schein, daß vies daß er nichts verübt, was le, die sich Christen nennen, ihn von Gott abführet. Der mit nichten Chrifti Glieder Heuchler Urt hingegen ist, seyn. Wirk in mir selbst zu von außen fromm zu schei- deinem Ruhm, mein Gott, nen, zu blenden durch Be- das wahre Christenthum. trug und Lift, ein anders ben sich meinen, und in der That verrichten. 2. Hilf, daß ich dir ale lein ergeben, der Sünde abe gestorben sey; um fromm, 4. Dergleichen Heuchelen, wie dirs ge állt, zu leben, o Gott, laß mich doch nie- steh mir mit deiner Guade mals treiben; in Lieb und bey, und wirke selbst zu deiLeid, in Noth und Tod aufs nem Ruhm in mir das wahs richtig vor dir bleiben. Gieb, re Christenthum. daß ich mag vor allen dich, 3. Gieb, daß, da ich für in dir, den nächsten, lieben, diese Erde nicht bloß von dir ja selbst auch lieben die, die geschaffen bin, ich himmlisch mich verlegen und betrüben; hier gesinnet werde und gieb und Christo treu nachfolgen. mir meines Heilands Ginn. 5. Ich bin ein Mensch, Mein Gott, wirk selbst zu du kennest mich, ich kann deinem Ruhm in mir das mich leicht vergehen; bewahre Christenthum. wahre mich und gieb daß 4. Regiere du selbst meine ich mag ungesäumt auffte: Seele, damit ich Christo fole hen, wenn ich aus Ueberei: ge nach, und standhaft seine lung fall; erhalt mich ben Wege wähle, wenn mich auch dem Einen, daß ich dich tráfe Sport und Schmach. fürchte überall, bis du mich Denn bey dem wahren Chris zu den Deinen wirst in den stenthum hier leiden, bringt Himmel nehmen. dort Freud und Ruhm. 5. Sieb 300 Nothwendigkeit 5. Gieb mir zum Streitefund ich die Frucht verliere: Muth und Kräfte, damit wenn mich die Eitelkeit der ich, Christo ewig treu, in Welt mit ihrer Luft gefans meiner Heiligung Geschäfte gen hält, ich ihre Fesseln lie nie trage und verdroffen sey, be: wenn ich, verführt durch Gott, wirke felbst zu deinem ihren Reiß, Stolz, Rache Ruhm in mir das wahre gier, Fleischeslüfte, Geiz, in Christenthum. Werk und Thaten übe? 6. So hab ich schon auf 3. Weit strafenswürdger dieser Erde, was mich beru- bin ich dann, ich, der ich Chris higt und erfreut; so sieg ich stum kenne, weiß, was er einst im Tod und werde dich einst für mich gethan, ihn schaun in jener Herrlichkeit; Herrn und Meister nenne: so front mich einst mit Preis als der, der in der Finsternig und Ruhm mein hier geführe des Frrthums tappt; noch tes Christenthum.. ungewiß, ob er auch richtig wandle. Drum ließ der Herr ein Vorbild hier, in seinem Mel. Ein Lämmlein geht zc. 311.3 as hilft es mir, Wort und Zeugniß mir, das ein Christ zu mit ich darnach handle. seyn, wenn ich nicht chriftlich 4. Und ach! wo find ich lebe, und heilig, fromm, ge- Troft und Ruh, wenn mich recht und rein zu wandeln die Leiden drücken, und mein mich bestrebe? wenn ich dem Gewissen tritt herzu, die feligen Beruf, zu welchem Schuld mir vorzurücken? wo mich mein Gott erschuf, nicht find ich Trost in jener Noth, würdig mich beweise, und kommt nun der schauervolle den, der mich erlöset hat, in Tod, mein Grab mir aufzua Worten bloß, nicht durch die decken, und meine Sünden That und gute Werke preise? lagern sich umher, gewaffnet 2. Was hilft der Glaub wider mich, mit einer Hölle an Jesum Christ, den ich im Schrecken? Munde führe, wenn nicht 5. Weh mir! was hilft mein Herz rechtschaffen ist, les mir einst dort, erweckt aus mei. eines heiligen Lebens. 301 meinem Grabe, daß ich an die Natur; dein Wink ers Chriftum und sein Wort zum regt und stillt den Sturm. Schein geglaubet habe: 3. Wohin mein Auge, wenn keine fromme gute Gott, nur blickt, ist OrdThat mein Leben hier be nung, Eintracht, Harmo zeichnet hat, den Glauben nie; und ich, mit deinem zu bestärken; zu dem Ge- Bild geschmückt, emporte nuß der Seligkeit führt mich und stórte sie. Glaube und Rechtschaffenheit; der Glaub in guten Werken. 4. Du schufft das menschs liche Geschlecht; durch dich, Gott, sind wir was wir sind: 6. Gott, dieser Hoffnung du bist mein Herr, ich bin werth zu seyn, hilf, daß ich dein Knecht; du bist mein chriftlich lebe, und vor dir Bater, ich dein Kind. heilig, fromm und rein zu 5. Wie darf, wer, Vater, wandeln mich bestrebe! gieb dich nicht ehrt, des Glücks, mir Erkenntniß, Kraft und dein Kind zu seyn, sich freun? Muth, daß ich der Sünde nur die sind dieser Ehre scheinbar Gut im Glauben werth, die ganz sich deinem überwinde; daß ich, nach Dienste weihn. wohldurchlebter Zeit, den 6. Wie billig, wie gerecht Lohn in jener Ewigkeit, wie und gut ist alles, was uns du verheisfest, finde. Gott gebeut! wohl dem, der feinen Willen thut! ihn thun Mel. Vor deinen Thron tret ic. ift Freud und Seligkeit. 312.Dein, Gott, ift 7. Nur das, was bös und Majestät und schädlich ist, und uns ents Macht, und alles dir unter ehrt, verbeut uns Gott. terthan. Dir werde Dank Weh dem, der seine Pflicht und Ruhm gebracht! fallt vergißt! er stürzet sich in nieder, Menschen, betet an! Schand und Noth. 2. Dich preiset jede Crea8. Gott ist, wenn er Gee tur, der höchste Engel und der seße giebt, kein menschen. Wurm. Dich ehrt gehorsamlfeindlicher Tyrann: bloß weil 302 Nothwendigkeit weil er unfre Wohlfahrt weißt, was wir im Sinne liebt, reißt er uns zum Ge- führen, und haffest allen fals horsam an. schen Schein; du bringest 9. Leicht ist die Laft und alles an den Tag, was noch sanft sein Joch. Wers wil so tief verborgen lag. lig trägt, feßt seinen Lauf 2. Laß mich in meinem fters freudigort; und fälli Christenthume Unredlichkeit er noch, so hilft ihm Gott und Trägheit fliehn. Zur selbst wieder auf. Schmach gereicht mirs, nicht 10. Es heißt uns seine zum Ruhme, wenn ich den Lieb und Huld, gehorsam Gråbern ähnlich bin, in de fenn aus Dankbarkeit: er nen man nurStaub erblickt, warnet uns vor neuer so sehr man sie von außen Schuld, und über uns durch schmückt. Kreuß und Leid. 3. Die Frömmigkeit liebt 11. Er selbst ermahnt, kein Verstellen, sie braucht droht und verheißt, und hält der falschen Schminke nicht. uns Tod und Leben vor; Die sich den Heuchlern zuges uns rühret und erweckt sein sellen, vermeiden gern der Geist: und ich verschlösse Wahrheit Licht. Wer ein Herz und Ohr? rechtschaffnes Wesen hat, 12. Nein, Gott! dir sey beweist es auch in Wort mein Herz geweiht, Gehor- und That. sem sey mein größter Ruhm. Verleihe mir Beständigkeit, und heilge mich, dein Ei genthum. 4. Gieb, daß ich stets mit reiner Seele, dir zu gefallen eifrig sen; und unversteckt felbft, wenn ich fehle, es dir bekenne und bereu! wer das Wider die Geucheley. nicht thut, bestehet nicht Mel. Wer nur den lieben zc. vor deinem hellen Angesicht. 313.Mein ein Gott, du 5. Bekenn ich dich mit prúfest Herz meinem Munde; so laß es und Nieren, siebst in der auch von Herzen gehu, und Seele Grund hinein, dulmich in deinem Gnadens bunde eines heiligen Lebens. 303 bunde durch frommen Wan- durch die der Glaub an Jes del fest beftehn; daß mich kein sum Chrift erst rechter Urt falscher Wahn bethört, und und thátig ist. sich mein Ruhm in Schmach verkehrt. 7. So hab ich stets ein gut Gewissen, im Leiden 6. Was nüßt mirs, vor Trost und Freudigkeit; und den Menschen prangen, und bin, wenn sich die Augen vor dir, Gott, verwerflich schließen, von Ungst und sevn? laß mich den wah. Seelenquaal befreyt; so führen Schmuck erlangen, und ret mich mein Tod dahin, wo kleide mich in Zugend ein, ich vollkommen selig bin. Beschaffenheit der christlichen Tugend überhaupt. Mel. Was mein Gottwillec. 3. Loich aus, und dampf 314.h höchfter Gott, in meiner Brust die lafterverleihe mir, haften Triebe. Zur Zus daß ich nur dich begehre; gend gieb mir Kraft und mein ganzes Glück nur such Luft, daß ich mich thätig übe, in dir, dich über alles ehre; nach deinem Wort an jedem dich als dein Kind stets such Ort das Gute zu vollbrine und find im Wohlstand und gen; laß meinen Geist sich im Leiden; laß weder Leid, allermeist zu dir, Gott, auf noch Glück und Freud mich wärts schwingen. jemals von dir scheiden. 4. Nie blåhe sich von 2. Erfülle mich mit wah: Stolz mein Sinn, lag mich rer Reu, wenn ich dich, Gott, in Demuth leben; nimm Neid betrübe; gieb, daß ich alles und Rachsucht von mir hin, Bose scheu, und stets das und laß mich gern verges Gute liebe. Laß mich doch ben. Dein Wort gebeut nicht, Herr, meine Pflicht Versöhnlichkeit, verdammt mit Vorfag je verleßen; der der Rachsucht Triebe; gieb, Seele Heil, mein ewges daß den Feind, nicht blos Theil, laß mich recht theuer den Freund, mein Herz auf schagen. richtig liebe. 5. Fr 304 Beschaffenheit der christlichen 5. Erneure mich und mich húte; des Herzens schmücke mich mit Glauben, Grund sen, wie der Mund, Hoffnung, Liebe; mit reinem der Wahrheit treu ergeben; Glauben, welcher sich treu so werd ich nicht, wie sonst im Gehorsam übe; die geschicht, verdienteSchmach Hoffnung sey von Zweifeln erleben. fren, die Liebe reich an Wer. 9. Gieb, daß ich stets den ken, so, daß ich mag von Müßiggang sammt aller Tag zu Tag der Zugend Fortgang merken. Trägheit fliehe, daß andern ich mein Lebenlang zu dienen 6. Laß mich nach Reich mich bemühe. Laß meinen thum, Gut und Geld nie un- Fleiß zu deinem Preis, o ersättlich trachten; die eitle Gott, mir wohl gelingen; und Ehre dieser Welt nie über: segneft du das, was ich thu, måßig achten; laß mich viel: so laß mich dir lobsingen. mehr nach Ruhm und Ehr 10. Gott, gieb mir deis bey dir, Weltrichter, stres nen guten Geist, daß er mich) ben; mit dem, was du mir stets regiere und, wie dein hier theilft zu, laß mich zu Wort mich unterweist, auf frieden leben. deinen Wegen führe; so 7. Verstellung, Falsch wird mein Herz in Freud heit, Heucheley laß mich und Schmerz dir zu gefallen forgfältig fliehen; mich nie streben, und du wirst mir, durchlift und Gleißneren um Gott, einst bey dir den Menschengunft bemühen; Lohn der Treue geben. laß, ja und nein, mir heilig seyn; laß mich nicht lieblos Mel. O Gott, du frommer ic richten; ben jedermann, ſo 315.Mein Vater und der sehr ich kann, den Zank mit Sanftmuth schlichten. du mir dieses Leben, Leib, 8. Herr, pflanz tie wahre Seele und Vernunft aus Lauterfeit mir selber ins Ge Gnaden haft gegeben, regiere müthe, damit ich vor Unred: ferner mich mit deinem gus lichkeit und Selbstbetrug ten Geist, daß er in allem Thun Tugend überhaupt. 305 Thun mir Kraft und Bey-| 6. Haß, Falschheit, Uebers stand leift. muth, und Heucheley danes 2. Hilf, daß ich allezeit ben, laß ferne von mir seyn; des Fleisches Lüfte meide, mein dir geweihtes Leben sey nie Haß, noch Stolz, noch von Betrug und Neid, von Geiß in meinem Herzen lei Unbarmherzigkeit, von une de; gieb, daß ich immer gerechtem Gut, und stolzem wach, im Kampf des Glau. Sinn befreyt. bens treu, und in der Hoffnung stark, und fest gegründet ſey. 7. Mit deiner Gnadenhand, Herr, wollest du mich leiten, mich auch auf dunkler 3. Gieb, daß ich als ein Bahn mit deinem Licht bes Chrift mich Chrifto ähnlich gleiten; in Nöthen und Ge zeige, und achtsam mein Gefahr mein Schuß und Rets müth zu seiner Lehre neige. ter fenn, mit Troft und HülSein Geist regiere mich, fe mich zur besten Zeit era und nicht der Geist der freun. Welt; so geh ich, Herr, vor 8. Erlöse endlich mich dir den Weg, der dir gefällt. von allem Kampf und Leis 4. Erfülle du mein Herz den; laß felig meinen Geist mit Lust zu dir und Liebe, und aus dieser Hütte scheiden. gieb, daß ich zugleich am Umfaß am Ende mich mit Nächsten Liebe übe. Ver: deiner Vaterhand, und fühe leihe mir Geduld, wenn re selbst mich ein ins rechs Trübial bricht herein; und te Vaterland. gieb, daß ich im Glück de 316. Gott, du from müthig moge seyn. mer Gott, du 5. Verleih, daß ich zuerst Brunquell allerGaben, ohn nach deinem Reiche trachte, den nichts ist, was ist, von. und kein vergånglich Gut dem wir alles haben! ges zu übermäßig achte. Wer sunden Leib gieb mir, und nach dem Ewigen vor allen daß in diesem Leib die Seel Dingen tracht't, empfängt unveießt, rein de Se im Zeitlichen auch das, was wissen bleib, glücklich macht. 11 2. Sieb Univ.- Bibl. Giessen 306 Beschaffenheit der christlichen 2. Gieb, daß ich thu mit 6. Soll ichs in dieser Welt Fleiß, was mir zu thun ge zu vielen Jahren bringen, bühret, wozu mich dein Be- und unter mancher Laft ins fehl in meinem Stande füh hohe Alter dringen; so sep ret; gieb, daß ichs thue bald, mein Führer selbst, mein zu der Zeit, da ich soll; und Helfer in Gefahr, daß ich wenn ichs thu, so gieb, daß mit Ehren trag alsdann es gerathe wohl. mein graues Haar. 3. Hilf, daß ich rede stets, 7. Laß, dann mich selig womit ich kann bestehen; einst aus diesem Leben scheis laß kein unnüßes Wort aus den; gieb meiner Seele Theil meinem Munde gehen; und an deines Himmels Freuwenn nach meiner Pflicht ich den; belehrend mach indeß reden soll und muß; o dann demSterblichen meinGrab, bewahre mich vor Furcht und trockne dem, der mich und vor Verdruß. beweint, die Thránen ab. 4. Droht mir Gefährlich 8. Du kommst, du wirst ges keit; so laß mich nicht verzas wiß die Todten auferwecken, gen, gieb du mir Helden- wirst deine Hand dann auch muth, und hilf das Kreuß zu meinem Grab ausstrekmir tragen. Gieb, daß ich ken; erweckt steht dann mein Haß und Neid durch Sanft- Leibaus seinem Staube auf, muth überwind, und da, wo und eilt verklárt mit dir zu ichs bedarf, stets Rath und deinem Thron hinauf. Beystand find. 5. Laß mich mit jeder Mel. Herr Christ, der einig zc. mann in Fried und Freund. 317. Herr Jefu, Ghas schaft weit es densonne! von lich heißt. Wirst du vor an- deinem Angesicht fließt auf dern geben mir Reichthum, uns wahre Wonne, bestralt Ehr und Gut, so gieb auch unsheil und Licht; du kannst Dies daben, daß ich nicht un den Geist erneuen, du kannst gerecht, nicht stolz, noch das Herz erfreuen: versag ficher sey. les mir auch nicht! 2. Laß Tugend überhaupt. 307 2. Vergieb mir meine ge wallen aufrechter LebensSünden und laß mich Herr, bahn. durch dich, der Gnade Troft 7. Verleih zum Guten empfinden, verföhnet haft Stärke, verleih mir Muth du mich. Un deinen Frie- und Kraft; dies sind die densgaben laß mich stets Gnadenwerke, die dein Geist Antheil haben; ach, Herr, in uns schafft. Was ist, erhöre mich! ohn' ihn, mein Ginnen, 3. Bertilg aus meiner mein Streben, und Begin= Seele des alten Menschen nen? wie schwach! wie manSinn, daß ich, was du willst, gelhaft! wähle, voll Eifer mich forts 8. Erwerber aller Gnaden, hin zu deinem Dienft ergebe, du wirst nach deiner Treu der und dir zu Ehren lebe; weil Sünde mich entladen, wirst ich erlöset bin. täglich mir aufs neu, damit 4. Befördre dein Erkennts ich deinen Willen gehorsam nig in mir, meinSeelenhort, móg erfüllen, mit Kraft erweitre mein Verständniß selbst stehen bey. Herr, durch dein göttlich Wort, daß ich fest an dich Mel. Durch Adams Fall zc. glaube, stets in der Wahrheit 318. lag nicht, mein bleibe, sen selig hier und dort. Herz, daß 5. Leit mich durch diese schwer es sey, den Weg Wüste, und unterdrück in des Herrn zu wandeln, und mir die Herrschaft böser Lú táglich, dem Gesege treu, ste, daß ich dem für und für zu denken und zu handeln. móg immer mehr absterben, Wahr ists, die Zugend fos was mich sucht zu verderben; stet Müh, sie ist der Sieg hingegen leb in dir. der Lüfte; doch richte selbst, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 6. Ach zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innrem Triebe dich ewig 2. Die, die sich ihrer Lafter lieben kann, und dir zum freun, trifft die kein Schmerz Wohlgefallen bestandig mo. hienieden? sie sind die Skla 112 ven 308 Beschaffenheit der christlichen ven eigner Pein, und haben wissen, was wir, Geschöpfe keinen Frieden. Der From seiner Hand, fliehn, oder me, der die Lüfte dámpft, hat wählen müſsen. oft auch seine Leiden; allein 6. Ihn fürchten, das ist der Schmerz, mit dem er Weisheit nur, und Freyheit kämpft, verwandelt sich in ifts, sie wählen; ein Thier Freuden. folgt Feffeln der Natur, ein 3. Des Lasters Bahn ist Mensch dem Licht der Sees anfangs zwar ein breiter len. Was ist des Geistes Weg durch Auen; allein sein Eigenthum? was sein Be Fortgang wird Gefahr, sein ruf auf Erden? die Tugend! Ende Nacht und Grauen: was ihr Lohn, ihr Ruhm? der Tugend Pfad ift anfangs Gott ewig ähnlich werden! fteil, läßt nichts als Mühe 7. Lern nur, Geschmack blicken; doch weiter fort am Wort des Herrn, und führt er zum Heil, und end seinerGnade finden, und übe lich zum Entzücken. dich getreu und gern, dein 4. Was war es, hátt uns Herz zu überwinden. Wer Gott vergönnt, nach unsers Kräfte hat, wird durch Ges Fleisches Willen, wenn Woi- brauch von Gott noch mehr luft, Neid und Zorn ent- bekommen; wer aber nicht brennt, die Lüfte fren zu stil- hat, dem wird auch das, was len; ließ er den Raub, den er hat, genommen. Undank zu, den Frevel, dich 8. Du streitest nicht durch zu kranken, den Menschen eigne Kraft, drum muß es haß; was würdest du von diesem Gotte denken? dir gelingen; Gott ist es, welcher beydes schafft, das 5. Gott will, wir sollen Wollen und Vollbringen: glücklich seyn, drum gab er wann gab der Vater einen uns Gefeße. Sie sind es, Stein dem Sohn, der Brod die das Herz erfreun, fie sind begehrte? bet oft, Gott des Lebens Schäße. Er redt müßte Gott nicht seyn, in uns durch den Verstand, wenn er dich nicht erhörte. und spricht durch das Ge 9. Dich Tugend überhaupt. 309 9. Dich stårket auf der das dein Glaube hält, wird Tugend Pfad das Beyspiel neuen Muth dir geben; und felger Geister; ihn zeigte Kräfte der zukünftgen Welt, dir, und ihn betrat ja selbst die werden ihn beleben. dein Herr und Meister. 11. Und endlich, Christ, Dich müsse nie des Frechen sey unverzagt, wenn dirs Spott auf diesem Pfade hin- nicht immer glücket; wenn dern; der wahre Ruhm ist dich, so viel dein Herz auch Ruhm bey Gott, und nicht wagt, stets neue Schwach ben Menschenkindern. heit drücket. Gott sieht nicht 10. Sey stark, fey månn auf die That allein, er sieht lich allezeit, trit oft an deine auf deinen Willen. Ein göttBahre; vergleiche mit dersliches Verdienst ist dein! Ewigkeit den Kampf soldies muß das Herz dir stils kurzer Jahre. Das Kleinod, len. Von der Nachahmung Christi. Mel. Kommt her zu mir ic 319. 3. Sowerdet ihr zu jeder Pommt her, Zeit für eure Seel, in Freud Müselge, und Leid, Trost und Ers kommt zu mir, spricht lieb. quickung finden. Sanft ist reich Gottes Sohn, die ihr mein Joch, leicht meine Laft; mit Sünden seyd beladen; wer sie geduldig auf sich fast, kommt her; ich bin der gute dem helf ich überwinden. Hirt, der euerHerz erquicken wird; ich heile euren Scha: den. 4. Dir will ich stets, o Jesu Chrift, der du auch mir ein Vorbild bist, zu folgen 2. Nehmt nur auf euch eifrig trachten; mich selbst mein sanftes Joch; seht auf und alles, was die Welt mir mein Vorbild; lernet doch, fündliches vor Augen stellt, euch so, wie ich, bezeigen; nie höher, als dich achten. fend fanftmuthsvoll, wie ich 5. Stárk du mich Schwa es bin, liebt Demuth; laßichen, und verleih, daß ich, nicht euren Sinn zum Stolz wie du, gefinner sey, und dein und Geiß sich neigen. 11 3 Joch 310 Von der Nachahmung Joch willig trage; für mei- der seh auf mich, der ich für nen Geist hier Ruh erlang, euch gelitten: nehmt willig und den verheißnen Preis euer Kreuß auf euch, und empfang am Schlusse mei werdet an Geduld mir gleich. ner Tage. 5. Dúnkts euch zu schwer, Mel. Machs mit mir Gott z. ich geh voran, ich stehe euch 320, Mirnach! spricht zur Seite, ich kämpfe ſelbst, Chriftus, un- und mache Bahn, bin alles fer Held; mir nach, ihr Chri- in dem Streite; wer wollte ften alle! flieht die verkehrte muthlos stille stehn; da er Luft der Welt, folgt meines mich selbst voran sieht gehn! Rufes Schalle! scheut nicht 6. Wer hier sein Glück zu der Thoren Sport und finden meint, wirds ohne Schmach, verachtet sie, und mich verlieren; wer es hier folgt mir nach. zu verlieren scheint, wird 2. Ich bin das Licht, ich dort einst triumphiren. Wer leucht euch für mit reinem Glück der Erde mehr bes Tugendleben. Wer zu mir gehrt, als mich, ist meiner kommt und folget mir, wird auch nicht werth. Seelenrub gegeben. Ich bin 7. So lasset uns denn auf der Weg, ich zeige wohl, wie den Herrn, und auf sein Vorman hier richtig wandeln bild sehen; wer treu ihm foll. bleibt, ihm folget gern, den 3. Mit Demuth ist mein wird er einst erhöhen; wer Herz erfüllt, voll Liebe meine ihm nicht treu bleibt, trågt Seele; ich übe Sanftmuth, die Kron des ewgen Lebens wenn man schilt, vergebe nicht davon. Cchmach und Fehle; Gott ganz ergeben ist mein Sinn, Mel. Was mein Gott will. kommt Christen! werdet 321. Kommt, die ihr wie ich noch nicht 4. Gleich mir verleugne seyd, euch selber zu regieren! jeder sich, und folge meinen die ihr euch noch durch Eitels Schritten; wer leiden muß, keit, Geld, Wollust laßt vers füh Chrifti insonderheit. 311 führen: kommt, schauet Jeff 5. Stets floh er das Ges Vorbild an! dies, dies muscáusch des Ruhms, blieb euch beschämen! o! lernt, niedrig und geringe, enthielt geheilt von euerm Wahn, ich alles Eigenthums; er, hinfort euch selbst bezáhmen. Schöpfer aller Dinge. Arm 2. Gott war sein Alles: vard er selber, daß wir reich nur an dem hieng seine ganze aus seiner Armuth würden. Liebe. Dem dienen war ihm Er ist der Herr; sein ist das angenehm; dem weiht er al Reich; doch trug er unfre le Triebe. Wozu er stets Búürden. sich willig fand, war dies: den ganzen Willen des Baters, welcher ihn gesandt, vollkommen zu erfüllen. 6. Lag Gottes Strafe auf ihm schwer? er fand sie gut und billig, und jeden Tropfen Bluts war er, ihm aufzus 3. Hoch über Welt und opfern, willig. Stets zeigt Eitelkeit, ganz heilig, ganz er, daß ihn keine Noth, auch Gott eigen, vermied er nie nur zur Klage, reiße. Er ausSchüchternheit, sich, wie ward gehorsam bis zum Tod, er war, zu zeigen; und wenn selbst bis zum Tod am er Bosheit freveln fah, war Kreuße. er voll edler Schmerzen; 7. Im tiefsten Leiden blieb wenn aber Gottes Will ges sein Herz an Gott, troß als schah, wars Freude seinem les Spottes. Sein Sehnen Herzen. war im bångsten Schmerz, 4. Was Weltluft ohne nichts als der Beyfall GotZugend heißt, verlangt er tes. Folgt, Menschen, seis nie zu schmecken. Und sein, nem Vorbild nach. Er hat in Gott erhabner Geist blieb für euch gelitten. Er selbst rein von allen Flecken. In hat euch, send ihr schon allem sah er immerdar mit schwach, die Kraft dazu ers Eifer, nie zum Scheine, stritten. auf das, was Menschen 8. Hilf meinem Vorsak, heilsam war, nicht aber auf daß ich dir, mein Heiland, das seine. lähnlich werde. Bezähm das 21 4 Fleisch; 312 Von der Nachahmung Fleisch; vertilg in mir die auf dich, und will mein gans Liebe dieser Erde: daß ich zes Herz dir weihen. Mich dein großes Beyfpiel mir fann doch diese ganze Welt, stets hier vor Augen sehe; mit allem, was fie in fich des Baters Willen thun, hält, nicht so wie du ers gleich dir, für eitel Wonne freuen. Nichts ist, was mich schake. je fo labe, als die Gabe wahrer Liebe gegen dich!. Mel. Wie schön leuchtet der ic. ftárk ihre Triebe! 322. Jeju, Jeſu, 4. Denn wer dich liebt, Gottes Sohn! den liebeft du, giebst seinem mein Mittler und meinGnas Herzen wahre Ruh, machst denthron! du meiner Gees freudig sein Gewissen. Ob len Wonne! du siehst, ob ihn noch manche Bürde mein Bekenntniß wahr, vor drückt, wird er doch mit dem dir ist alles offenbar und Troft erquickt, den du auf klarer als die Sonne: herze ihn lässt fliessen. Die hier lich lieb ich dich vor allen; treu dir sind im Leiden, wers mit gefallen wird auf Erden den Freuden dort empfin nichts, wie du, noch lieber den; Freuden, die nicht zu werden. ergründen. 2. Von ganzem Herzen 5. Es hat hier noch kein fehn ich mich nach dir, o Ohrgehört, kein Mensch gee Mittler; könnt ich dich so sehen und gelehrt, es läßt lieben, wie ich wollte! wer sich nicht beschreiben, die ift, der deine Lieb ergründ? Größe jener Herrlichkeit, denk anbetend nach, und die denen ist von dir bereit, find, daß ich mehr lieben die in der Liebe bleiben. follte. Hierzu wollst du, Gänzlich läßt sich nicht erreis höchste Güte, dem Gemüthe chen noch vergleichen Erde. Kraft gewähren, und die schäßen, was uns dort einst Gegenliebe mehren. wird ergoßen. 3. Du, du bist meiner Wünsche Ziel, ich schaue nur 6. So soll denn, Jesu, dies allein mein Wunsch und mein Chrifti insonderheit. 313 mein Bestreben seyn, daßsne wahre Freude mangelt ich dich herzlich liebe, daß seiner Weide; keine Seligich in dem, was dir gefällt, feit. Voll und hell ist stets was mir dein Wort hat vor: fein Quell, der mich, wenn gestellt, aus Liebe mich stets ein Kreuß mich drücket, stårübe; bis ich selig werde schei fet und erquicket. den, und voll Freuden werde kommen zu den schon vollkommnen Frommen. 3. Er, daß ich nicht falle, háit mich; und ich walle ficher seine Bahn. Folg 7. Da werd ich deine sam seinen Rechten, stoßt in Seligkeit von Ewigkeit zu finstern Nächien doch mein Ewigkeit in reiner Liebe Fuß nicht an, schreckt und schmecken; da wird dein stra: droht mir selbst der Tod; lend Angesicht nun weiter du, wenn Furcht und Araft keine Hülle nicht vor meinem mich schrecken, bist mein Auge decken: redlich werd Stab und Stecken. ich seyn erquicket und ges 4.Ich bey meinem Freuns schmücket mit der Krone, die de fürchte keine Feinde, ich du giebst zum Gnadenlohne. von ihm beschüßt. Darb ich; er har Gaben, giebt mir, Mel. Jesu meine Freude ic. mich zu laben, was mir ewig efus mein Troft und Lust durch323. hirte: als ich strömt die Brust; denn ich mich verirrte, ich verlornes bete nie vergebens zu dem Schaaf; kam er mir entge: Herrn des Lebens. gen, eh auf meinen Wegen 5. Seine Lieb und Gnade mich ein Unfall traf. Siech folgt mir auf dem Pfade ſeis war ich; doch trug er mich nes Beyfpiels hier. Wenn zu der Heerde voll Erbar ich ihn vollende, reichet er am men selbst auf seinen Ur. Ende seine Krone mir. Ich verneut zur Seligkeit, bin men. 2. Jesus ward mein Le dann ewig mit den Fromben, will mir alles geben, men herrlich und vollkomwas das Herz erfreut. Kei-/ men. น 5 -Mel. 314 Vom Wachsthum Mel. Mir nach sprichtChrift. c. zu machen: den Kranken 324. Welch hohes Ben- gabst du Trost undRuh, und ipiel gabst du warst start in den Schwa: mir, mein Heiland, durch chen: du trugst die Leiden dein Leben! sollt ich nicht mit Geduld, und trugft sie gern und mit Begier, dirjohne eigne Schuld. nachzuahmen, streben? und 5. Ein Opfer unsrer Mis nicht den Weg, den du be: sethat liebst du uns doch als tratst, auch gehn, und das Freunde; erfüllst für uns thun, was du thatst? des Vaters Rath, und bittest 2. Dein Herz war voller selbst für Feinde. Du starbst, Heiligkeit, so rein, wie deine gehorsam bis zum Tod, und Lehre; dein Thun, Lieblehrteft auch im Zode Gott. und Rechtschaffenheit; dein 6. Dies große Beyspiel Endzweck, Gottes Ehre; hast du mir zur Richtschnur für uns allhier Zufrieden hinterlassen, daß ich gesin. heit, und dort einst ewge net sey, gleich dir, in meinem Seligkeit. Thun und Laffen. Komm, sprichst du, nimm dein- Kreuß auf dich, fomm, folge mir und thu, wie ich. 3. Darum entáuffertest du dich, und stiegst vom Him mel nieder, wardst Mensch, ein armer Mensch, wie ich 7.Ich komme, Herr, gieb und meine schwache Brüder, Kraft und Licht, daß ich mein der Bosheit Raub, der leu-[ Heil erkenne, dein wahrer te Spott, in deinem Wan- Jünger sey, und nicht mich del gleichwie Gott. fälschlich nur so nenne: damit 4. In Knechtsgestalt er ich deinerlehre treu, auch anschienest du, um uns zu Herrn dern selbst ein Beyspiel sey. Wachsthum und Beharrung im Guten. Mel. Wer nur den lieben Gottzc. zen Liebe werth. Mit aller 325, Die schöne Zu- Kraft ihr anzuhangen, hat gend, mein meine Seele oft begehrt. Ach, Verlangen, ist meiner gan- fönnt ichs! wie würd ich mich und Beharrung im Guten insonderheit. 315 mich freun, wie ruhig und Tauscherey dem innern wie selig seyn! Frieden schädlich sey! 2. Doch schnell umhüllen Finsterniffe mich, wenn ich 326. ruf zu dir, In bekannter Melodie. ch Herr auch erleuchtet bin, dann Jesu fliehn die heiligsten Ent- Chrift, der du uns beyzuschlüsse, den Morgennebeln stehen stets so geneigt und gleich, dahin. Bald wähl willig bist, erhöre auch mein ich, Herr, was dir gefällt, Flehen! des wahren Glauund bald das Böse dieser bens Kraft und Licht, das Welt. felige Bestreben, dir zu les 3. Ich Urmer! darum ben, und Muth zu dieser kommt kein Friede in mein Pflicht, das wollest du mir verschmachtetes Gebein. Wie geben. bin ich dieses Wechsels mús 2. Jch bitt noch mehr, o de! Wann werd ich fest Herr, mein Gott; du kannst im Guten seyn; wann nicht auch dies mir geben, den mehr straucheln? allezeit nur Muth, daß ich nicht werd zu deinem Dienste, Gott, ge- Spott, wenn Leiden sich erweiht? heben; ja, daß ich, wann 4. Gott, der Seligkeis ich sterben soll, auf deine ten Fülle, von Ewigkeit zu Gnad mag bauen und vers Ewigkeit, du bist unwandel- trauen, und, deines Geistes bar! dein Wille ist Ord voll, besiege Furcht und nung und Vollkommenheit. Grauen. Von Ewigkeit her war er gut, und Recht ist immer, was er thut. 3. Verleih, daß ich, von Herzens Grund, den Feins den móg vergeben; so ehret 5. So bilde denn, Gott, dich nicht blos mein Mund, meine Seele; nach deinem so preiset dich mein Leben. Willen bilde fie: daß ich das Erquickend laß dein Wort Gute stets erwähle, das mir seyn, den Geist damit Bose immer ernstlich zu nähren, und zu wehflich; daß nie der Sündelren, damit mich Leid und Pein 316 Vom Wachsthum Pein von dir nicht móg abkehren. 2. Blick ich nur ernstlich jederzeit nach diesen letzten 4. Laß mich nicht Luft, Dingen, so wird der Reiß noch Furcht, von dir in dies der Eitelkeit mich nicht zum ser Welt abwenden; Be- Weichen bringen; vielmehr ständigkeit verleihe mir; es werd ich mein Lebenlang dir steht in deinen Händen: so dienen ohne Furcht und schmückt mich einst die Sie 3wang in willigem Gehors gerfron, die wir nicht selbst sam. erwerben, sondern erben als 3. Gott Vater, deine einen Gnadenlohn, den uns Kraft und Treu laß reichlich erwarb dein Sterben. mich empfinden; o Jesu 5. Ich bin noch in der Christe, steh mir ben, daß ich Prüfungszeit, ach, leite mag überwinden. Gott heilHerr, mich Schwachen! du ger Geift, mein Schuß, mein bifts, der alle Kraft verleiht, Hort, von dir geführt erlang du kannst auch mich stark ich dort der Ueberwinder machen. So kann ich, wenn Krone. mir droht Gefahr, wenn sich Mel. Wer nur den lieben Gott z. faffen; dein Wort bleibt die Feinde haſſen, doch Muth 328 Nicht, daß ichs schon ergriffen ewig wahr; du wirst mich hätte, die beste Tugend nicht verlassen. bleibt noch schwach; doch daß ich meine Seele rette, so Mel. Uch Gott vom Himmel zc. gieb, Herr, daß ich bet und enn böse Lüfte wach; denn Zugend ohne mannigfalt Wachsamkeit verliert sich sich noch in mir erheben; so bald in Sicherheit. laß mich ihnen alsobald und 2. So lang ich hier im ernstlich widerstreben. Ja Leibe walle bin ich ein Kind, gieb, daß ich vergesse nicht das strauchelnd geht. Der die Todesstunde, das Gesehe zu, daß er nicht falle, richt, den Himmel und die der, wenn sein Nächster fällt, Hölle. noch steht. Auch die bekämpf 327. te und Beharrung im Guten insonderheit. 317 te böse Lust stirbt niemals seine Welt. Den, welchen ganz in unfrer Brust. Stand und Gold nicht rührt, 3. Nicht jede Besserung hat oft ein Blick, ein Wort ist Tugend, oft ist sie nur verführt. das Werk der Zeit. Die 7. Oft schläft der Trieb in wilde Hige roher Jugend deinem Herzen. Du scheinst wird mit den Jahren Sitt- von Rachsucht dir befreyt; samkeit; und was Natur jest sollst du eine Schmach und Zeit gethan, sieht unser verschmerzen, und sich, dein Stolz für Tugend an. Herz wallt auf, und draut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 4. Oft ist die Aendrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wieStolz und Ruhm8. Oft denkt, wenn wir. sucht quálen, und dampfft der Stille pflegen, das Herz sie; doch du wechselst nur: im Stillen tugendhaft. dein Herz fühlt einen andern Kaum lachet uns die Welt Reiß; dein Stolz wird Wol- entgegen: so regt sich unfre luft, oder Geiß. Leidenschaft. Wir werden 5. Oft ist es Kunst und im Geräusche schwach, und Eigenliebe, was andern geben endlich strafbar nach. strenge Tugend scheint. Der 9. Du opferst Gott die Trieb des Reids, der leichtern Triebe durch einen Schmahsucht Triebe erweckfirengen Lebenslauf; doch ten dir so manchen Feind; opferst du, wills seine Liebe, du wirst behutsam, schránkft ihm auch die liebste Neigung dich ein, fliehst nicht die auf? dies ist das Auge, dies Schmahsucht, nur den der Fuß, die sich ein Christ Schein. entreiffen muß. 6. Du denkst, weil Dinge 10. Du fliehst, geneigt dich nicht rühren, durch die zur Ruh und Stille, die der andern Zugend fällt: so werde nichts dein Herz verWelt, und liebst die Einsamkeit; doch bist du, forderté führen; doch jedes Herz hat Gottes Wille, auch diefer zi ent: 318 Vom Wachsthum entfliehn bereit? dein Herz ten, was auf Erden ist; hine haft Habsucht, Neid und auf zu Gott sich schwingen; Bank; fliehts Unmuth auch getroft den Pfad der Trübs und Müssiggang? ſal gehn, und standhaft in II. Du bist gerecht; dann Versuchung stehn. auch bescheiden? Liebst Más 3. Noch weiß ich, daß ich figkeit; dann auch Geduld? laufen muß, noch bin ich in du dienest gern, wenn andre den Schranken; noch nicht leiden; vergiebst den Feins am Ziele: doch mein Fuß den auch die Schuld? Bon beginnet oft zu wanken. allen Lastern sollst du rein, Herr, stärke mich durch deine zu aller Zugend willig seyn. Kraft auf dieser kurzen Pils 12. Uch gieb, Herr, daß grimschaft. ich wach und streite; nie 4. So lang ich noch, ein denke, daß ichs gnug gethan. Fremdling hier, in diesem Mein Herz hat seine schwa- Leibe walle; so schaff ein che Seite, die greift der reines Herz in mir, ein Herz, Feind der Wohlfahrt an. das dir gefalle, und leite Die Sicherheit droht mir den mich auf ebner Bahn durch Fall, hilf, daß ich wache deinen Geift zu dir hinan. überall. 5. Es sey mein Ruhm, dir werth zu seyn,- was du Mel. Mir nach spricht Chrift. ic. gebeutst, zu üben; mein 329. Bald oder spåt des höchstes Gut, mich dein zu Todes Raub, freun, von Herzen dich zu wall ich noch hier auf Erden, lieben: mein Trost, auf dei ich Sterblicher: doch dieser nen Schuß zu traun, und Staub soll einst unfterblich meine Hoffnung, dich zu werden. Und dann, dann schaun. ist mein ewges Theil, oGott, Verwerfung oder Heil. 6. Die freche Thorheit dies ser Zeit soll nie mir meinen 2. Mit Furcht und Zit: Glauben, den süßen Trost der tern soll ein Christ nach sei- Ewigkeit, des Himmels nem Heile ringen; verach. Hoffnung rauben. Was lindert und Beharrung im Guten insonderheit. 319 dert sonst des Lebens Noth? 11. Thr, die ihr' ihn ers und was versüßt mir sonst habner preist, ihr Engel, den Tod? meine Brüder, dann singet 7. Wie zaghaft sind wir mein verklärterGeist in eure von Natur! wie eitel unsre Jubellieder: und eurer hoWerke! Muth schenket uns hen Harfen Klang ertönt in der Glaube nur, und nur meinen Lobgesang. durch Christi Stärke sind 12. Du, der uns dieses wir in Angst und Traurig- Heit erwarb, laß, Jesu, keit getroft, und überwinden michs ererben; du, der für weit. seine Menschen starb, laß, 8. Heil mir! ich bin sein Jesu, dir mich sterben! gieb, Eigenthum! nichts soll von daß ich dir im Leben treu, ihm mich scheiden: nicht getreu bis in den Tod dir sey! Wollust, Güter oder Ruhm; nicht Schmach, nicht Lod, Mel. Alle Menschen müssen zc. noch leiden. Ich bin durch 330. Nicht nur freis Jesu Blut erkauft; ich bin auf seinen Tod getauft. den muß, wer nach der Kro9. Nicht Trubsal mehr, ne ringt. Ernstvoll ist der nicht leid noch Schmerz be- Kampf der Sünden, und der trübet dort die Seinen; Heilige nur singt, an dem nicht klagen mehr wird un Ziele, Siegeslieder, er nur ser Herz, nur Freudenthrå- schaut mit Wonne nieder auf nen weinen; er, der für uns des heissen Streits Gefahr, sein Leben gab, er trocknet in der seine Seele war. unfre Thránen ab.. 2. Jesus Christus, über10. Dort schauen wir, und wunden haben deine Märty. beten an vor seinem Ange- rer; bånger waren jene sichte und die wir hier im Stunden ihres Kampfs, sie Dunkeln sahn, wir werden stritten mehr, als ich jez dort im Lichte die Wunder mals streiten werde: denn seiner Liebe sehn, des Wei- dein Heiligthum, die Erde, sen Wege ganz verstehn. deine Hütte, Gottmensch, ruht; 320 Vom Wachsthum ruht; trieft nicht mehr von wache, flehe, rig und kämpf, Chriftenblut. richte auf di. laffen Hände, 3. Ueberwunden, übers und des Fleisches Lüfte wunden hast du, Herr der dampf: denn das Leiden die. Herrlichkeit; tiefe Schmach, fer Zeit ist nicht werth der und Blut und Wunden, Herrlichkeit, die dein Jesus Kreußestod, das war dein einst wird geben dir in jenem Streit. Ganz haft du den bessern Leben. Kelch getrunken jenes Zor: nes; doch versunken bist du, Mittler ewig nicht, sondern wieder aufgericht. 2. Sep getreu in deinem Glauben, laffe deffen festen Grund durch Verführer dir nicht rauben; halte treu den 4. Wer kann dein Geheims selgen Bund, den dein Herz niß fassen? wer, wie hoch du durchs Wasserbad fest mit dich aufschwangst? klagtest Gott geschlossen hat. Ach! dich am Kreuß verlassen, als wie leicht geht der verlo: du mit dem Tode rangst; ren, der nicht hält, was dennoch war Triumph dein er beschworen! Ende. Eil, mein Geist, in 3. Sey getreu in deiner Gottes Hände; sprachst du; Liebe, gegen Gott, der dich riefst schon in der Nacht dei geliebt; Liebe auch am Nach nes Tods: es ist vollbracht. sten übe; und wenn jemand 5. Was sind meine kurze dich betrübt, denke, wie dein Leiden, gegen die, die Jesus Heiland that, als er für die litt. Und was, gegen jene Feinde bat. Du mußt, foll Freuden, die mir Christi Tod dir Gott vergeben, auch verz erstritt! und doch folg ich dir zeihn und liebreich leben. mit Beben? Durchzudrins 4. Sey getreu in deinem gen in dein Leben gieb mir, Leiden, und lag dich kein Un der du für mich strittst, für gemach, keine Noth von Jesa mich unaussprechlich littst: scheiden, murre nicht in Weh Mel. Wie nach einer Wasser zc. und Ach! denn du macheft 331.Sey getreu bis deine Schuld größer durch an das Ende, die Ungeduld. Selig ist, wer und Beharrung im Guten insonderheit. 321 wer willig tråget, was sein so zu machen, daß, was du Gott ihm auferleget. beginnst, sich wend hin zu 5. Sey getreu in deinem Gottes Preis und Ehr, und Hoffen. Hilft Gott nicht du selbst je mehr und mehr gleich, wie du willt, er hat mogeftauf dem rechten Pfade bald ein Mitrel troffen, das dich versichern seiner Gnade. nun deine Wünsche stillt; er 9. Sen getrost, und scheu verbirgt uns oft die Zeit, die Kämpfe nicht vom legs wo er weislich ist bereit, uns ten Augenblick; Jesus eilt nun Hülfe zu verleihen; um selbst, daß er dámpfe deine uns ftarfer zu erfreuen. Noth und dich erquick. O 6. Laß dein Hoffen nicht wer mit ihm kämpft und erkalten, sen nicht muthlos ringt, überwindet und bes in der Noth. Sprich: mein zwingt auch als Held das Gott! dich lag ich walten, Graun des Todes; und eilt dich, mein Vater und mein froh zum Throne Gottes. Gott! hoff auf Jefum festiglich, sein Herz bricht ihm entschließung zur Treue beyns gegen dich, seine Hülf ist nachdenken über Perri Fall schon vorhanden; wer so und Buße. hofft, wird nie zu Schanden. Mel. Benn meine Sünd mich zc. 7. Meyn es treu mit deis 332.Bon Angst dahin nem Herzen, fleuch Betrug geriffen, vers undHeuchelen; denn sie wir leugnet Petrus dich. Bald ke: S.bmach und Schmerzen straft ihn sein Gewissen: da und oft allzu späte Reu. weint er bitterlich. Eief drinGey dann aller Falschheit get ihm dein Blick ins Herz! feind; sey der Wahrheit fte er fleht zu dir um Gnade, ter Freund; sey vorsichtig und du stillst seinen Schmerzin dem Glauben, doch aud) 2. Wie wuchs nun deines ohne falsch, wie Tauben. Zeugen Beständigkeit und 8. Sen getreu in allen Muth! Furcht fonnt ihn Sachen; Anfang, Mittel nicht mehr beugen: für dich, und das End sen beslissen, Herr, floß sein Blut! did), * feinen 322 Vom Wachsth. u. Beharrung im Guten infond. feinen Herrn und sein en empfinde, Erfdier, sieheft Gott, verherrlichre sein les ou! du få enkteft Petro feine ben, verherrlichte sein Tod! Schuld: bedeck auch mein 3. Betrübtist meine See- Bergehen mit deiner Lieb le, erfüllt mit Reu und und Huld! Schmerz! was hilfts, daß 7. Nur laß mir diese ichs verheele? du schaust Reue ja unvergeßlich seyn! mir ja ins Herz! bekennen ich will zu ewger Treue mich will ich es vor dir: auch ich oir von nun an weihn! dich hab dich verleugnet! vergieb, zu verleugnen, Herr, mein vergieb es mir! Gott, das scheue meine 4. Wann deiner Lehre Seele weit mehr als selbst Haffer dich schmähten, und den Tod! ihr Spott von ihrem Mund 8. Ich will dich fren bes als Waffer dahinfloß wider kennen! wann Gott Gericht Gott: dann schwieg ich einst hält, wirst du mich furchtsam, schämte mich, ein dann auch nennen dem Rich Chrift zu seyn, und scheute ter aller Welt! dein Kreuk mehr ihren Spott als dich! ist meine Zuversicht! selbst 5. O du, der du dein Le- denen, die dich schmähen, ben, du Herr der Ewigkeit, verheele ich es nicht! so willig hingegeben, für 9. Bedeckt von deiner meine Seligkeit! wie un Gnade, veracht ich ihren dankbar, wie schwach war Spott! wer ist es, der mir ich, daß ich den hohn derSün- schade? du hilfft mir aus, der mehr fürchtete als dich! mein Gott! von meinem 6. Ach, rechne nicht zur Haupte fällt kein Haar, und Sünde mir diese Feigheit drohten sie mir alle die zu! den Schmerz, den ich schrecklichste Gefahr! IX. IX. 323 Vom Beweis der christlichen Gottseligkeit und Tugend, oder der Berehrung Gottes durch gute Gesinnungen, Worte und Werke. Streben nach der Erkenntniß deine Lehren wirken sollen, Gottes und der Religion. uns beffern wollen. Mel. Herzliebster Jesu was zc. 5. Uch möcht ich, Gott! 333.as as ist, o Gott, aus allen meinen Kräften, im Himmel, selbst bey des Lebens Sors was auf Erden, das, so wie gen und Geschäften, stets du, verdient erkannt zu wer mein Gemüth, um mich den? was ist, das meinen zu dir zu schwingen, zur Durst nach Glück so stille, Stille bringen! als deine Fülle? 6. Das gieb mir, Gott! 2. Dich suchen, ist die und leite meine Seele, daß edelste der Sorgen. Zwar Wahrheit ich und Tu bist du unerforschlich und gend nie verfehle. Sie ges verborgen. Doch willst du, ben, suche ich sie ohn Ermü wenn wir nur dein Licht nicht den, den höchsten Frieden. hassen, dich finden lassen. 7. So laß mich sie denn 3. Mit lauter Stimme immer besser kennen; mich lehren deine Werke uns deis täglich mehr von deiner lieb ne Weisheit, deine Güt und entbrennen; dir gern gehor. Stärke. Auch hast du selbst, chen, fröhlich dich erheben; sen hoch dafür gepriesen! dir, Gott, nur leben. uns unterwiesen. 4. Und immermehr willst Mel. Liebster Jesu, wir sind ze. du dich offenbaren, wenn wir 334.Gott, mein Licht, erleuchte getreu, was du uns lehrst, bewahren; wenn wir, was dich und Jesum recht zu ken * 2 nen: 324 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. nen; meinen Gott und Zweifelsucht entfernen, und Vater dich, meinen Heiland in Demuth glauben lernen. ihn zu nennen; fromm und 6. Laß mich, Herr, in deiruhig hier auf Erden, einst nem Licht immer mehr ges im Himmel froh zu werden. rührt erkennen jener Herr 2. Lauter Wahrheit ist lichkeit Gewicht, und wie dein Wort. Lehre mich es glücklich der zu nennen, der recht verstehen! hilf selbst nach ihr mit Eifer trachtet, meinem Forschen fort, rich und der Sünden Lust vertig daraus einzusehen, was achtet. zu meinem Heil mich führet, 7. O verleihe mir die und mir, deinem Knecht, Kraft, deinem Wort gemäß gebühret. ed zu handeln, und vor dir ges 3. Aber laß mich nicht wissenhaft, als dein treues allein richtig seinen Sinn Kind zu wandeln, so wird verstehen; laß mein Herz einst in jenem Leben mich auch folgsam seyn, den er ein heller Licht umgeben. kannten Weg zu gehen, denn Mel. Wer nur den lieben Gottic. sonst würd ich bey dem Wife 335.Mein Gott, du sen doppelt Streiche leiden müssen. wohnest zwar sim Lichte, dahin kein sterblich 4. Gieb, daß ich den Un- Auge dringt: doch giebst du terricht deines Wortes treu uns zum Unterrichte dein bewahre; daß ich, was es Wort, das uns Erkenntniß mir verspricht, reichlich an bringt, was du, o Allermir selbst erfahre. Ja es höchster, bist, und was mit sen in meinem Leiden mir uns dein Entzweck ist. ein Quell von Trost und Freuden. ING 2. So gieb denn, daß ich darauf achte, als auf ein 5. Hilf, daß sich von Zeit Licht im dunkeln Ort; und zuzeit meine Kenntnisse ver wenn ich ernstlich es betrach. mehren! Find ich mancheste, so hilf selbst meinem For Dunkelheit bey geheimnig schen fort. Laß für der Wahrs vollen Lehren: las michheit hellen Schein, mein Aug Streben nach Erkenntniß Gottes. 325 Aug und Herz stets offen Sinn durch Wahrheit, dir seyn. zum Dienste, hin. 3. Dein Wort sey mir 7. Laß dein Erkenntniß ein Licht im Glauben, das mir, im Leiden, des besten mich zur wahren Weisheit Trostes Quelle seyn. Lag führt. Laß mir doch keinen dann, wenn Leib und Seele Frrthum rauben, was mir scheiden, mich noch im Glauein ewig heil gebiert. ben deiner freun. Dort seh Kein Spottergeist verführe ich dich im hellern Licht von mich; kein Zweifel sen mir Angesicht zu Angesicht. hinderlich. 4. Dich kennen ist das Mel. Der Tag ist hin, mein ic. ewge Leben; drum hilf mir, 336 Erhabner Gott, Bater, daß ich dich, und den, was reicht an den du für uns gegeben, hier deine Größe? denk ich an so erkenne, wie du mich in dich; so fühl ich meine deinem Wort es selbst ge: Blöße. Ich fühle, Herr, lehrt; bis einst sich meine daß du unendlich bist, und Einsicht mehrt. daß umschränkt mein fors schend Denken ist. 5. Vor allem laß ben mir lebendig, o Höchfter, dein 2. Du wohnst im Licht, Erkenntniß seyn! lag mich dazu kein Mensch kann komdarnach dir auch beständig men, was ists, das wir von die größtelieb undEhrfurcht deinem Ruhm vernommen? weihn. Gieb, daß ich thu ach! nur ein Theil von jes mit allem Fleiß, was ich von ner Majestät, die über alles deinem Willen weiß. dich, o Gott, erhöht. 6. Was hilft das rich- 3. Dein ewges Seyn, tigste Erkenntniß, wenns dein ganz vollkommnes Wes nicht zu deiner Liebe treibt? fen, das, was du wirkst, und was nüßt ein aufgeklärt was dein Rath erlesen, ist Verständniß, wenn doch das viel zu hoch für menschlichen Herz noch böse bleibt? drum Berstand. VonEngeln selbst lenke, Herr, auch meinen wirst du nie ganz erkannt. € 3 4. Wie 325 Beweis der Gottseligkeit und Jugend. 4. Wie sollt ich denn, ich einft zu deinem Himmel Staub, mich unterwinden, führst. Unendlicher! dich völlig zu 9. Dann werd ich dich im ergründen? o mache mich hellern Lichte sehen, und, von solchem Dunkel fren! froh in dir, dein ewigs Lob daß mir dein Wort des erhöhen. Herr, du bist groß, Glaubens Richtschnur sey. und zeigst es mit der That, bleibet ewig ſtehen. Erford 337. Herralleri ich gleich dein göttlich Weheit 5. Mein eigner Geist unendlich groß an Huld, an kann sich leicht hintergehen. Macht und Rath! Dein Wort ist wahr: es Mel. Wenn wir in höchsten zc. Weiss und sen nicht; so gnüge mir da- Grund, dir ist mein Unvers von dein Unterricht! mögen kund! was ist der 6. Bon dir, durch dich, zu Menschen Wiß und Kunst, dir sind alle Dinge: gieb, Gott, ohne dich und deine daß ich dir, mich selbst, zum Gunft! Opfer bringe! begreif ichs 2. Ja Vater, ich, dein nicht, wie du die Welt re- schwaches Kind, bin oftmals gierst; so sey mirs gnug, daß abgeneigt und blind zu sehn, du mich selig führst. was dient zu meinem Wohl, 7. Einst wirst du dich mir und trág, wenn ich dir fol nåher offenbaren, einst werd gen soll. ich mehr von deinem Rath 3. Bereite, Herr, mich deis erfahren; wenn ich nur dem, nen Knecht, zu halten dein was mich dein Wort gelehrt, Geseß und Recht; geglaubt, gefolgt, und treu dich hier verehrt. gieb Kraft, zu thun, was mein Verstand, von dir belehrt, als gut erkannt. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir 4. Mein Leben hier währt wandle; in allem Thun nach kurze Zeit, du schufft mich für deinem Willen handle; zu- die Ewigkeit; zu wenig ist frieden sey, wie du mich für meinen Geist, was man hier regierst, bis du mich hier groß und herrlich heißt. 5. Wenn Streben nach Erkenntniß Gottes. 327 5. Wenn ich auch gleichsien. Meinen Fleiß darauf begabet war mit vielen Gů- zu lenken.ftebe mir ausGnatern, Ruhm und Ehr, und den ben! Denn die Klugs follt entrathen deines Lichts, heit, so die Welt ohne Grund fo núßte jenes Glück mir für Weisheit hält, fordert nichts. nicht mein Wohlergehen, und wird nie vor dir bestehen. 6. Was hilfts, wenn eis ner gleich viel weiß, und sich 2. Weisheit ists, wenn doch nicht anschickt mit Fleiß unsre Seelen sich, Herr, deis zu deinem Ruhm, zu deinem nes Wortes Licht nur allein Dienft; wie Elein ist dann zum Leitstern wählen, und nicht sein Gewinst! mit fester Zuversicht diesem 7. Wie leicht vergeht sich licht sich anvertraun; denn der, und irrt, den nicht, die folgsam darauf schaun, Herr, deine Weisheit führt; ihre Hofnung darauf grünund trifft in dem nun Thor den, werden Heil und Leben heit an, was er für Flüglich finden. hielt gethan! 3. Weisheit ist es, dare 8. Wie mancher, der sich nach trachten, recht mit sich Flug dúnkt, wählt, was bekannt zu seyn; sich nicht nachher seine Seele quålt, schon vollkommen achten, und nimmt, weil er dich und den Eigendünkel scheun; nicht erkennt, mit seinem gern auf seine Fehler sehn, Wig ein traurig End! reuend sie vor Gott geftehn; 9. Mein Vater, unter eifrig stets nach Beßrung weise mich, daß ich in al- streben, und sich deß doch lem seh auf dich; nimm nie erheben. Wahn und Thorheit von 4. Weisheit ist es, Chris mir hin; mach fromm und stum ehren, seiner Mittlersweise meinen Sinn! huld vertraun; so auf seine Mel. Jesus deine heilge ic. Stimme hören, und auf 338, Lehre mich, Herr, seinen Wandel schaun, daßß recht bedenken, man falsche Wege flieht, und was wahrhafte Weisheit mit Eifer sich bemüht, seis * 4 nem 328 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. nem Bilde hier auf Erden geleitet werden, deren Weg immer ähnlicher zu werden. ift Licht und Heil. Solche 5. Weisheit ist es, alles Weisheit kommt von dir meiden, was mit Reu das Gott, verleihe fie auch mir! Herz beschwert, und sich hu lag sie mich zu allen Zeiten ten vor den Freuden, die der auf den Weg des Friedens Sündendienst gewährt; leiten. nicht die Ehre dieser Welt, nicht Gemächlichkeit und Geld für das wahre Wohl feyn achten; nein! nach bes fern Gütern trachten. Ehrfurcht gegen Gott, ho Met. Wer nur den lieben Gott. Pillst du der 339.Wi Weisheit 6. Weisheit ist es, Got Qielle kennen? es ist die tes Gnade sich zu seinem Furcht vor Gott dem Herrn. Zweck ersehn, und auf seiner Stur der ist weis und klug Wahrheit Pfade diesem zu nennen, der alle seine Glück entgegen gehn; gerne Pflichten gern, weil Gott Gottes Willen thun, froh sie ihm gebeut, vollbringt, in seiner Fügung ruhn, wenn gleich dazu kein Mensch und, wenn Leiden uns be ihn zwingt. schweren, hoffend mit Ge duld sie ehren. 2. Lern Gottes Größe recht empfinden, und fühle 7. Weisheit ist es, stets deine Niedrigkeit, so wirst bedenken, daß wir hier nur du nie dich unterwinden, Pilgrim find! Wunsch und mit thörigter Vermessenheit Hoffnung dahin lenken, wo zu tadeln, was sein Rath die Seele Ruhe findt; feine beschließt, der wunderbar, Augen unverwandt nach dem doch heilig ist. ewgen Vaterland richten und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 3. Wirst du den Höchsten kindlich scheuen, so wird dir keine Pflicht zur Laft: nur 8. Diese Weisheit ist auf das wirst du vor ihm be Erden, Höchster, unser reuen, daß du fie oft versäus bestes Theil. Die von ihr met haft. Wer Gott, als Seus il 329 Ehrfurcht gegen Gott. is Zeugen, vor sich hat, der Gott mein Schuk, mein freut sich jeder guten That. Heil and Licht; so beb ich 4. Wenn Nacht und vor den Menschen nicht. Dunkelheit dich decken, die 8. Laß deine Furcht, Gott, dem Verbrecher Muth vermich regieren; mich stets auf leihn; wird dich die Furcht dich, den Höchften, sehn, lag des Herrn erwecken, auch sie mich zu der Weisheit fühs dann, was unrecht ist, zu ren; so werd ich niemals irre scheun. Denk nur: vor gehn. Wohl dem, der dich seinem Angesicht ist Finster stets kindlich scheut; dich nig wie Mittagslicht. fürchten, Gott, ift Seligkeit. Mel. O großer Gott von zc. 5. Den Höchsten dffentlich) verehren, ſowohl als in der 340. du erhabner auf des Gott, an wissens Stimme hören, und macht unendlich reich! wer willig thun, was er gebeut: ift dir auf der Erde, und wer auch das lehrt dich die Furcht im Himmel gleich? vor dir des Herrn; auch das thut, erbebt die Geisterwelt; und wer ihn fürchtet, gern. was der Himmel in sich 6. Laßt dich die Welt hält, muß sich mit tiefem' Verachtung merken, wenn Schweigen vor deinem du dich fromm von ihr ent. Throne beugen. fernft: die Furcht des Höch- 2. Du hast durch deine sten wird dich stärken, daß Kraft den Himmel ausges du die Welt verachten lernst. streckt; die Erde feft ge= Wer Gott, dem Höchsten, gründt, dem Meer sein Ziel wohlgefällt, ift glücklich, gesteckt. Dein Wort bewegt felbst beym Spott der Welt.der Berge Grund, und stürzt 7. Sich stets vor dem sie in des Meeres Schlund. Allmächtgen scheuen, giebt Willst du zur Strafe ziehen; Heldenmuthund Tapferkeit, so kann kein Mensch ents wenn uns der Menschen stol- fliehen. zes Drauen, was Gott mig 3. Nach Seel und Leib sind fállt, zu thun gebeur: ist wir, o Gott, in deiner Hand. X5 Was 330 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. Was an uns Gutes ist, haft 7. Laß, Bater, dieſe du uns zugewandt. Du Furcht des Lebens Leitstern lehrst das menschliche Ge- seyn; so nimmt kein Leichts schlecht durch die Vernunft sinn mich, kein Aberglaube und! Schrift dein Recht: in: ich werde, von Unreds willst, daß wir Thun und lichkeit, von Menschenfurcht Denken nach deiner Vor- und Angst befreyt, den Fries schrift lenten. den im Gewissen, als dein 4. Erleuchte meinen Kind, stets genießen. Geift, o Gott, mit deinem Mel. Wer nur den lieben Gott z. Licht. Dich fürchten, sen 341 mir stets, so Seligkeit, als Pflicht. Hilf, daß ich als scheuen, ist unsre allergrößte dein Unterthan, der nie: Pflicht. Kein Mensch kann mals dein entbehren kann, deiner Kuld sich freuen, scheut bemüht sey, deinen Willen er dein heilig Auge nicht. gehorsam zu erfüllen. Drum wirk in mir durch deis 5. Laß deine Gegenwart nen Geift die Furcht vor dir, mir stets vor Augen seyn, die kindlich heißt. und auch im Dunkeln mich 2. In allem, was ich thu dein helles Antlig scheun. und denke, laß, Herr, das Erinnre mich an dein Ge- meine Weisheit senn, daß richt, wenn, zur Verlegung ich mein Herz zur Sorgfalt meiner Pflicht, die Luft der lenke, vor jeder Sünde mich Welt zu Zeiten mich Schwa- zu scheun. Denn wer noch chen will verleiten. Luft zur Sünde hat, der 6. Doch zünde auch in mir fürchtet dich nicht in der das Licht des Glaubens an, That. or dir, o Gott, sich kindlich daß ich, in Christo dich, als 3. Gieb, daß ich stets zu Bater lieben kann: daß ich, Herzen nehme, daß du all. vom Geist der Knechtschaft gegenwärtig bist, und, das frev, mich, ohne Zwang und zu thun, mich ernstlich schås Heuchelen, aus findlich fro- me, was dir, mein Gott, her Liebe, dir zu gefallen, übe. zuwider ist. Der Beyfall einer 331 Liebe gegen Gott. einer ganzen Welt hilft dem 8. In deiner Furcht laß ja nichts, der dir mißfällt. mich einst sterben: so schreckt 4. Laß immer dein Ge mich weder Tod noch Grab; richt mich scheuen, und wirke so werd ich jenes Leben fteten Ernst in mir, mein erben, dazu dein Sohn Leben deinem Dienst zu weis sich für mich gab. Gott! hen, daß ich die Gnade nicht deine Furcht bringt Segen verlier, die vom verdienten ein; ihr Lohn wird groß im Fluch befrent, die stets durch Himmel seyn. Wohlthun fich erneut. 5. Ja, Vater, nun darf Liebe gegen Gott. ich nicht zittern; dein Sohn Mel. Wer nur den lieben Gott zc. giebt mir die Seligkeit, allein 342. Du Bater deiner foll nichts dies Glück erschüt Menschenkintern, so muß ich in der Gna- der, der du die Liebe selber denzeit mit Sorgfalt alles bist, und dessenHerz auch ges Unrecht fliehn, mich nur um gen Sünder noch gütig und deine Gunst bemühn. voll Mitleid ist! laß mich von 6. So gieb denn, Herr, ganzem Herzen dein, lag daß mein Gewissen rein, un- michs mit allen Kräften seyn. befleckt und schuldlos sey, 2. Gieb, daß ich als dein und mache von den Hindernis Kind dich liebe, da du mich fen der wahren Zugend selbst als ein Vater liebst, und so mich frey. Nie store Furcht gesinnt zu seyn mich übe, und Lust der Welt mich, das wie du mir dazu Vorschrift zu thun, was dir gefällt. giebst. Was dir gefällt, ge7. In deiner Furcht laß fall auch mir; nichts scheide mich stets wandeln, und mich, mein Gott, von dir. überall auch, wo ich sen, nach 3. Vertilg in mir durch deiner Vorschrift redlich han- deine Liebe den Hang zur deln: du haffest alle Heuches Liebe dieser Welt; und gieb, len. Wer dich von Herzen das ich Verleugnung übe, liebt und ehrt, der ist dir wenn mir was Eitles noch angenehm und werth. gefällt. Wie? sollte ich die Krea 332 Beweis der Gottfeligkeit und Tugend. Kreatur dir vorziehn, Schö- In voriger Melodie. pfer der Natur? 343, Wie? sollt ich dich, mein 4. Lag mich, um deines Namens Willen, gern thun, was nicht lieben? du hast mich mir dein Wort gebeut. Kann ja zuerst geliebt, und, von ichs nicht, wie ich soll, erfül- Erbarmen angetrieben, den len, so sieh auf meine Willig Sohn geschenkt, der Leben keit, und rechne mir nach dei giebt. Herr, dies Geschenk ner Huld die Schwachheit, zeigt rührend an, wie hulde Vater, nicht zur Schuld. reich du mir zugethan. 5. Der liebt dich nicht, der 2. Von Ewigkeit haft du noch mit Freuden das thut, beschlossen, ich soll dein Kind was dir, o Gott, mißfällt; und Erbe seyn. Und wann drum laß es mich mit Ernst ist eine Zeit verflossen, da du, vermeiden, gefiel es auch der mein Gott, mich zu erfreun, ganzen Welt. Die kleinste mir nicht noch weit mehr Sünde selbst zu scheun, laß, Guts gethan, als ich jemals Bater, mich behutsam senn. aussprechen kann? 6. Aus Liebe laß mich 3. Wie sehr, Herr, bist alles leiden, was mir dein du mir gewogen! du liebteft weifer Rath bestimmt. Auch mich von Unbeginn, und haft Trübsal führt zu ewgen mein Herz zu dir gezogen. Freuden: wer ihre Last gern Bewahre selbst in mir den übernimmt, geduldig trägt Sinn, daß dir, voll brünfts und weislich nüßt, wird ger Dankbarkeit, mein gans mächtig von dir unterstüßt. zes Leben sen geweiht. 7. In deiner Liebe laß mich 4. welch ein seliges Gesterben, dann wird der Tod schäfte, Herr, deinem Dienst felbst mein Gewinn; dann sein Leben weihn! gieb du werd ich deinen Himmel er mir dazu selber Kräfte, so ben, wo ich dir ewig nahe wird mein Fleiß gesegnet bin. Da lieb ich in Voll- seyn. Ist deine Gnade nur kommenheit, dich, Bater mit mir, so bleib ich stets, der Barmherzigkeit! Imein Gott, an dir. 5. Führst Liebe zu Gott. 333 5. Führst du mich gleich Stárke, wie entledigt er auf rauhen Wegen, so thust mein Herz von Bekümmerdu es zu meinem Heil. Auch niß und Schmerz! unter harten Kreuzesschlä- 3. Floß mir nicht aus gen hab ich an deiner Huld deiner Fülle tausendfache doch Theil; und nach voll Wohltharzu? daß ich würde, brachterleidensbahanimmst war dein Wille; daß ich du mich einft mit Ehren an. noch bin, schaffest du, daß 6. O reiche mir, auch ich denke, daß ich wähle, tanwenn ich sterbe, Herr, deine ket dir, Gott, meine Seele; Vaterhånde zu. Dann tröste dankt dir, daß sie dich ermich mein fünftges Erbe; fennt, und dich ihren Badann führe mich in deine ter nenut. Ruh. Mit volliger Zufrie: 4. Du erlöstest vom Verdenheit lieb ich dich dann derben mich durch deinen in Ewigkeit. Mel. Alle Menschen müssen ic. 344. Quelle der Vollkommenheiten, Sohn, o Gott! liegest ten Gerechten sterben, mir zum Leben ward sein Tod! haft die Hoffnung mir gegeben, Gott, mein Gott, wie lieb ewig dort mit ihm zu leben, ich dich! und mit welchen ewig deiner mich zu freun, Geligkeiten labet deine Liebe und von dir geliebt zu seyn. mich! mögen Welten doch 5. Sollt ich dich nicht vergehen; durch dich bleib wieder lieben, der du mich ich aufrecht stehen: deine zuerst geliebt? der mit mehr Huld wird mir allein als Batertrieben so unend. mehr als Erd und Himmel lich mich geliebt? könnt ich seyn. ruhig hier auf Erden ohne 2. Denk ich deiner: wie deine Liebe werden? ohne erheber meine Seele sich in fie, nach dieser Zeit, würdig mir! wie getröstet, wie be- feyn der Seligkeit? lebet fühl ich mich, o Gott, 6. Heil mir, daß ich es empfinde, wie so liebensvon dir! jeder Blick auf deine Werke, deine Gûte, deine werth du bist; das mein Herz 334 Beweis der Gottseligkeit und Jugend. Herz vom Haß der Sünde, so mein Schöpfer, hin in die dich schmäht, durchdrun wahrer Liebe neigen! gen ist, daß auf dein Gebot 3. Je mehr mein Geist ich achte, und es zu erfüllen dich denkt und liebt, vers trachte! Heil mir, du vermehrt er seine Freuden; du, birgest nicht einst vor mir du bists, der ihm Ruhe dein Ungesicht! giebt und füffen Trost imleis 7. Noch lieb ich dich uns den. Groß bist du, Gott, une vollkommen, meine Seel er- endlich groß; es fließt, es kennt es wohl; dort im Vas fließt aus deinem Schooß ein terland der Frommen lieb Meer von Geligkeiten. ich dich, Herr," wie ich foll; 4. Gieb, daß dich, der du dort erst werd ich deinen Wil- ewig bist, mein Geist recht len recht erkennen und erfül- lieb gewinne, es weiche was len; dort schmeck ich vor vergånglich ist, vor dir aus deinem Thron der vollkomms meinem Sinne. Du sollst nen Liebe Lohn. mein höchstes Gut allein, die Freude meiner Seele Mel. Uch Gott vom Himmel ic. feyn! stark mich in diesem 345. Mein Gott, du Sinne. heisfest und du 5. Und muß aus dieser bist die wesentliche Liebe; Liebe nun des Nächsten Liebe gieb, daß ich als ein wah- fließen: so laß mich gerne rer Chrift rechtschaffne Liebe Gutes thun, und nie mein übe! wer wäre ich, wenn Herz verschließen vor derer mein Gemüth ben allem Noth, die deiner Huld, sind Reichthum deiner Gút noch sie gleich Sünder und voll unerwarmet bliebe? Schuld, doch gnadenreich 2. Was alle deine Werke genießen. mir an Trefflichkeiten zei- 6. Es sey mein Nächster, gen, das find ich höchstesGur, wer er ist, auch ihm erzeigst in dir viel besser und ganz dutiebe, erbarmest dich durch eigen. Wie sollte ich nun Jesum Christ auch sein mit Herz und Sinn nicht zu dir, Batertriebe. Du gabft ben Sohn Freude an Gott und himmlischer Sinn. 335 Sohn für uns dahin; o gieb. 4. Du bist mir der bes daß ich nach deinem Sinnváhrte Freund, der es aufs mich in der Liebe übe. befte mit mir meint, wo find 7. Ich liebe jeden, den du ich deines gleichen? du stehst schufft, gleich mir, zu deiner mir bey, du bleiben treu, Ehre, den du, wie mich, wenn Berg und Hügel zum Himmel rufft durch deis weichen. nes Sohnes Lehre. Lag 5. Du bist mein Leben, diese Liebe, Gott, zu dir und Troft und Licht, mein Fels meinem Nächsten sich in mir mit jedem Tage mehren. Freude an Gort und himmli und Heil! drum fraz ich nicht nach Himmel und nach Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, was mir erfreulich werde. scher Sinn. Mel. In dich hab ich gehoffet 2c. 346.Jin Gott, in stes Gut, darauf mein wah freue mich 6. Du bist mein allerhöchdir. Du bist mein Trost, res Wohl beruht. Wie fühl und was kann mir in deiner ich mich hienieden nicht schon Liebe, fehlen! du, Herr, bist beglückt, wie sanft erquickt mein, und ich bin dein: was durch dich und deinen Fries mangelt meiner Seelen! den! 2. Du, Bater, haft auch 7. Und ewig foll mirs mich erwählt, und deinen wohlergebn; ich soll dich Kindern zugezählt, in Chri- einst noch näher sehn, du Ursto deinem Sohne. Du liebst sprung wahrer Freuden: mein Wohl, schaust gnaden mein Geift soll sich dort ewigvoll auf mich von deinem lich an deiner Liebe weiden. Throne. 8. Noch hats kein mensch 3. Du trågst mich lieblich Ohr gehört, was uns reich mit Geduld, vergiebst dein Himmel einft gewährt, in Chrifto mir die Schuld, Gott, hilf es mir erringen! wenn ich aus Schwachheit Wie werd ich dort, dich, fehle; du giebst mir Theil Gott, mein Hort, anbeten an seinem Heil; dies tro- und befingen! ftet meine Seele. Mel. 336 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. Mel. Durch Adams Fall ist zc. Zeuch meinen Fuß vom Sin. 347.D ewig Licht, odenweg; laß mich mit Sorg: höchstes Gut! falt meiden verkehrte Lüste; du giebst der Menschen See denn ihr Steg führt nur zu len Zufriedenheit und frohen Schmerz und Leiden. Muth, die dich zum Ziele 5. Du höchstes Gut, laß wählen. Wer auf dich seine mich allein dich über alles Hoffnung seht und nicht auf lieben; laß mich niemals das, was nichtig, der wird verdrossen seyn, was du ges durch deine Huld ergößt, der beutst, zu üben. Laß meine wandelt froh und richtig. Hoffnung seyn gestellt auf 2. Wer aber an der Erde dich, mein Heil und Leben; klebt, nur Freude sucht hier lag nie mein Herz dir, Herr nieden, sich nicht hinauf zu dir der Welt! unwillig widers erhebt, hat keinen wahren streben. Frieden. Wollt ich, o Gott, 6. So bin ich ruhig und entfernt von dir nach meinen vergnügt; so fühl ich Trost Lüften wallen; wo fand ich und Frieden; so werd ich wahre Ruhe hier? wo nicht durch das besiegt, was Schuh, um nicht zu fallen? mich umgiebt hienieden; so 3. Es kann der Seele dringt mein Geist zu dir hine wahre Ruh nie ohne dich, an mit sehnlichem Verlan: Gott, werden. Sie sucht gen, so wirst du auf der und forschet immerzu in je- Pilger Bahn mich steis mit dem Theil der Erden, und Huld umfangen. find et nirgend, was sie sucht, 7. Dewges Licht, ohóch das Gut, das sie vergnüget; stes Gut! welch Licht wird all ihre Müh ist ohne Frucht; mir aufgehen, wenn ich dort, weil es in dir nur lieget. wo man ewig ruht, den Mitts 4. So las denn zu dir, ler werde sehen; wenn du, ers ewges Licht, stets meinen habnes Wesen, dich mir nás Geist ausblicken; laß doch her wirst entdecken! Gott, des Eitlen Liebe nicht ihn dieser Troft soll kräftig mich täuschen und bestricken. zu deiner Lieb erwecken! Mel. Gehorsam gegen Gott. 337 Mel. Werde munter mein 2c. Gehorsam gegen Gott. 348, Was as ist alles Mel. Hast du denn Jesu dein 2c. den, was ists ohne dich, 349. Seligkeit ist es, Glück der Er o Seele, den o Gott? kann mir deine gütigen Willen deines, dich Huld nicht werden: so ist liebenden, Gottes, in alles Trug und Spott. Allem erfüllen. Dies sen Du nur bists, der mich dein Dank: dies sey dein vergnügt; alles andre bester Gefang, offentlich flieht und trügt. Kann und auch im Stillen. ich deine Huld nur haben, 2. Freudig gehorch ihm, ifts genug, mein Herz zu der alles aufs Beste regielaben. ret; der dich bis hieher mit 2. Ohne dich wår selbst Weisheit und Güte gefüh im Himmel für mich keine ret; der dir gewährt, was Freude nicht, war der Welt dich erfreuet und náhrt; folg Pracht und Getümmel wie ihm, durch Wohlthun ges ein Tag, der ohne Licht, wie rühret. ein Körper ohne Geist, nur 3. Redlich gehorch ihm, ein Schatten, der nichts der deinen Leib künftlich bes heißt. Kann ich deine reitet; der dir Gesundheit Gnade haben, ists genug, verliehen, dich freundlich ges mein Herz zu laben. leitet. In wie viel Noth hat 3. Nichts will ich denn nicht der gnädige Gott, über höher achten als dich dich, Flügel gebreitet? Gott, mein bestes Theil, 4. Immer halt Gottes nur nach deiner Gnade Gebote, der stets dich ges trachten; denn auf ihr besegnet. Stróme des Guten ruht mein Heil. Du allein, hats auf dich, im Kreuk o höchstes Gut, giebst auch, geregnet. Denke dara dem Herzen frohen Muth; an, was der Allmächtige kann ich deine Huld nur kann, wie er dir huldreich haben, ifts genug, mein begegnet. Herz zu laben. 5. Wie 338 Beweis der Gottfeligkeit und Tugend. 5. Wie Gott uns lie- leihn, daß ich aus Liebe dein bet! das lerne, durch) Se- Gebot vollziehe, nicht aus hen und Hören: lern es aus Zwang und Noth. Jefu beglückenden, troftvol. 4. Dein Sohn that deilen Lehren. Dann fehlt dir nen Willen gerne, und stellte nicht, Wollen und Grárke sich zum Muster dar, daß und Licht, Gott auch durch ich Gehorsam von ihm lerne, Thaten zu ehren. wie er dir selbst gehorsam war, und solches freudig Mel. Wer nur den lieben Gottzc. durch die That bis in den 350.Mein Gott, du Tod bewiesen hat. haft mir zu 5. Lag mich nicht erst in befehlen; und ich muß dir solchen Dingen, mit Fleisch gehorsam seyn. Will ich und Blut zu Rathe gehn, das beste Theil mir wäh die mein Gehorsam foll volllen; so muß dein Wille bringen, vielmehr auf Jesu mich erfreun. Du bist der Vorbild sehn. Nur allzu Herr, ich bin der Knecht; leicht empóret sich mein eiga und was du willst ist gut ner Wille wider dich. und recht. 6. Sobald ich deine 2. Ich sehe, wie selbst Stimme höre, so mache auch Wind und Meere dir fol- mein Herz bereit, daß ich sie gen, wenn dein Wink nur mit Gehorsam ehre, und spricht; wie jedes Werk zu thue, was sie mir gebeut. deiner Ehre das, was du Ein Herz nur, das dich ihm gebeutft, verricht. Und willig ehrt, ist dir, Gott, ich, o Bater, sollte nun angenehm und werth. nicht gerne deinen Willen thun? 7. Gieb, daß ich nie, wenn Menschen drauen, dir zu ges 3. Gehorsam soll vor al horchen unterlas; laß dein len Dingen dein angenehm. Migfallen mehr mich scheuen stes Opfer seyn; um dir dies als aller Menschen Gunst Opfer darzubringen, wollst und Hag. Bist du mit du mir Folgsamkeit ver: Huld mir zugethan; wer ift Gehorsam gegen Gott. 339 ist dann, der mir schaden soll geschehn. lind gieng, kann? ihn willig zu vollziehn, zum 8. Soll ich nach deinem Kreußestod geduldig hin. Willen leiden, so laß mich 4. O mach mein Herz, alle Ungeduld und kummer gleich seinem Herzen, Gott, volles Zagen meiden. Das gegen dich voll Folgsamkeit, Leiden wird durch deine Huld daß sichs dir auch zur Zeit mir leicht, ja Segen und der Schmerzen zu unterwers Gewinn; wenn ich dir nur fen sen bereit, und alles das gehorsam bin. gelassen trägt, was deine and mir auferlegt. Mel. Wer nur den lieben Gottze. 5. Laß mich im Leben und 351.Gieb mir das Wol- beym Sterben mit deinem len und Voll Willen seyn vergnügt; er bringen, o Vater aller Sú fucht mein Heil, nicht mein tigkeit! und mache mich vor Verderben, bey dem, was allen Dingen, durch deinen er befiehlt und fügt; ihm guten Geist bereit, daß mei- folgsam seyn ist Seligkeit; nem Herzen nur gefällt, was Gott, mache mic) dazu bes mir dein Wille vorgestellt. reit! 2. Mein Heiland ist mir vorgegangen; er that, Gott, vom deinen Willen gern. Will ich des Christen Ruhm er: langen, und ihm gefallen. In bekannter Melodie. meinem Herrn; ſo muß auch 352.as mein Gott will, gescheh ich, von Lastern rein, gleich ihm, zum Guten willig allzeit, sein Will ist stets seyn. der beste! zu helfen ist er 3. Sein Herz war willig dem bereit, der an ihn glauund voll Freuden, die ihm bet feste. Der treue Gott, bestimmte Bahn zu gehn; hilft in der Noth, und züchergeben dir im schwersten tiget mit Maaßen. Wer Leiden sprach er: dein Wille ihm vertraut, fest auf ihn baut, 22 vertrauen auf Gott und Ergebung in seinen willen. 340 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. baut, den wird er nie ver- frieden; was deine Vaters Laffen. liebe will, was deine Weis: 2. Er ist mir Trost und heit mir beschieden, damit Zuversicht, Ruh, Hoffnung, bin ich vergnügt und still. Freude, Leben: drum was er Mein ganzes Herz soll dir will, dem will ich nicht un- allein und deinem Willen dankbar widerstreben. Sein heilig seyn. Wort ist wahr; er hat mein 2. Willst du mit Leiden Haar auf meinem Haupt ge mich belegen; so laß mein záhlet. Des Höchsten Macht, Herz geduldig seyn: das Leis die für mich wacht, giebt den wird mir selbst zum Ses mir stets, was mir fehlet. gen, wenn ich mich willig 3. Wenn es sein Wille schicke drein. Du sorgst als mir gebeut, das Leben zu Vater, und als Gott, für verlassen: so will ich mit Er- mich im Leben und im Tod. gebenheit in seinen Rath 3. Willst du mir manche mich faffen. Dir, Gott, beirdsche Gabe hier noch versas fehl ich meine Seel in meinen gen und entziehn: genug, legten Stunden: dein Sohn, wenn ich den Troft nur habe, o Gott, hat Höll und Tod daß ich dir werth in Chrifto für mich auch überwunden. bin, und nicht verscherz, 4. Nur eins, o Herr, ver- durch eigne Schuld, die mir sag mir nicht! wenn in den durch ihn erworbne Huld. legten Tagen mich meiner 4. Sein Tod erklärt mir Sünden Heer ansicht; so deinen Willen; dein Will laß mich nicht verzagen. ist, daß ich heilig sen. Steh Daß Gott vergiebt, den Sún mir, ihn treulich zu erfüllen, der liebt, der glaubt an Jesu mit deines Geistes Gnade Namen: das lehr mich doch, ben; laß mich mit Ernst die im Sterben noch, zu mei- Súnde scheun, und ganz ner Ruhe! Amen. mich deinem Dienste weihn. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 353.3 ch bin in dir, 5. So nehme ich, was du mir giebest, aus deinen Håns mein Gott, zu den dankbar an, und thue, was Vertrauen auf Gott u. Ergebung in seinen Willen. 341 was du, Vater, liebest so tragen, als selbst das widris treu, als ich es immer kann; ge Geschick, bey dessen Laft so ist mein Herz vergnügt wir klagen? die größte Noth und still mit allem, was hebt doch der Tod, und Ehdein Wille will. re, Glück und Haabe vers Mel. Was Gott thut, das ist ic. läßt mich doch im Grabe. 354.Auf dich, Herr, 5. An dem, was Seelen *** nicht auf mei- glücklich macht, lägst du es nen Rath will ich mein keinem fehlen. Gesundheit, Glück stets bauen; und dir, Ehre, Glück und Pracht sind der mich erschaffen hat, mit nicht das Glück der Seelen. ganzer Seele trauen. Du, Wer deinen Rath vor Augen der die Welt allmächtig hält, hat, dem wird ein gut Ges wirst mich in meinen Tagen, wissen die Trübsal auch als Gott und Vater, tragen. verfüßen. 2. Du sahest schon von 6. Was ist des Lebens Ewigkeit, wie viel mir núßen Herrlichkeit? wie bald ist würde; bestimmteft meine fie verschwunden! was ist Lebenszeit, mein Glück und das Leiden dieser Zeit? wie meine Bürde. Was zagt bald ists überwunden! hofft mein Herz ist auch ein auf den Herrn! er hilft uns Schmerz, der zu des Glau- gern. Seyd frölich, ihr Gec bens Ehre nicht zu besiegen rechten! der Herr hilft seis ware? nen Knechten. 3. Du kenneft, was mein Mel. Was Gott thut, das ist: c. Herz begehrt, und hatteft, 355. Der Herr ist meis was ich bitte, mir gnådig, ne Zuver. eh ich bat, gewährt, wenns ficht, mein einzger Trost im deine Weisheit litte. Du leben. Dem fehlt es nie an forgst für mich stetsväterlich. Trost und Licht, der sich dem Nicht, was ich mir ersehe, Herrn ergeben: Gott ist sein dein Wille, Herr, geschehe. Gott, auf sein Gebot wird 4. Ist nicht ein ungestörtes feine Seele stille; ihm gnügt Glück weit schwerer oft zuldes Vaters Wille. Y3 2. Wer 342 Beweis der Gottseligkeit und Jugend. 2. Wer wollte dir, Herr, schenken: so lehrt der Glaus nicht vertraun? du bist des be denken. Schwachen Stärke; die Au 6. Sen unbewegt, wenn gen, welche auf dich schaun, um dich her sich Ungewitter fehn deine Wunderwerke. sammeln! Gott hilft, wenn Herr, groß von Rath, und Christen, freudenleer, zu ihm stark von That! mit gna: um Gnade stammeln. Die denvollen Händen wirst du Zeit der Quaal, der Thrás dein Werk vollendens nen Bahl zählt er; er wiegt 3. Noch nie hat sich, wer die Schmerzen, und wälzt dich geliebt, verlaffen sehen sie von dem Herzen. múffen: du lässt ihn, wenn 7. Herr, du bist meine Zuihn Noth umgiebt, doch dei versicht. Auf dich hofft meine nen Trost genießen. Des Seele. Du weißst, was Frommen Herz wird frey meinem Glück gebricht, wenn von Schmerz. Der Sünder ich mich sorgend quåle. Wer eitles Dichten pflegst du, wollte sich nicht ganz auf dich, Herr, zu zernichten. Ullmächtiger, verlassen, und 4. Drum hoff, o Seele, sich im Kummer faffen! hoff auf Gott! der Thoren 8. In deine Hand befehle Troft verschwindet; wenn ich mein Wohlfeyn und mein der Gerechte in der Noth Leben. Mein hoffend Auge die Gunft des Schöpfers blickt auf dich; dir will ich findet. Wenn jener fällt; mich ergeben. Gey du mein ist er ein Held: er steht, Gott, und einst im Tod mein wenn jene zittern, ein Fels Fels, auf den ich traue, bis in Ungewittern. ich dein Untlik schaue. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Mel. Wer nur den lieben Gottic. Glaubereichet. Weh denen! 356 Mein Schuh ist die zu Menschen fliehn: weh Gott, ihn laß dem! der von Gott weicher. ich walten; ich hoff auf ihn, Er gab dir schon den eingen er kennet mich. Ihm fehlts, Sohn; will mit ihm alles die Seinen zu erhalten, an Mit Vertrauen aufGott u. Ergebung in seinen Willen. 343 Mitteln nie, und sein bin denheit. Er leite mich nach ich. Ich gründe meine Zu- seinem Rath, wie er mir varsicht auf diesen Fels, zugesaget hat. und wanke nicht. Heiden, forgen, der Gott nur 357.haten laß ich 2. Sollt ich, gleich einem Mel. Nun ruhen alle 2c. meinen kennt im schwachen Licht? ist mir, wie ihm, auch Gott den höchsten rathen, der verborgen? kenn ich denn alles kann und hat: er muß feine Liebe nicht? ach! Preis in allen Dingen, solls ans fey ihm, der seinen Rath ders wohl gelingen, der zum Trost mir selbst ent- Helfer seyn durch Rath decket hat. und That. 3. Er ist die Lieb! wie 2. Sorg ich gleich spät follt ich zagen? er hats be- und frühe; ohn ihn hilft zeugt durch Jesum Christ. keine Mühe, nicht Menschen Was könnte mir ein Gott Rath und Kunst: er mags versagen, der so unendlich mit meinen Sachen nach seiz gütig ist? Erhabner Trost, nem Willen machen; ich der nimmer trügt, und jede stells in seine Vatergunft. Kümmernig besiegt! 3. Es wird mir nichts ges 4. Der Herr erzieht uns, schehen, als was er ausers seine Kinder, zur Ewigkeit sehen, und was mir heils mit weiser Huld; er schont, sam ist; wenn er mir Freus er züchtigt viel gelinder, als den giebet, felbst wenn er wir verdient, und hat Ge- mich betrůbet, verehr ich seiduld; er hat ein zärtlich nen Rath, als Christ. Baterherz, das sich erbarmt bey unserm Schmerz. 4. Ich trau auf seine Gnade, und nichts ist, das 5. Ich harre seiner, und mir schade, wenn er mich selbin stille. Wie bald ver- ber schüßt: leb ich nach ſeistreicht die Prüfungszeit! nen Såßen; so wird mich dann nehm ich dort aus seis nichts verleßen, mir fehlen ner Fülle unendliche Zufrie- nichts, was ewig nüßt. Y4 5. Fr 344 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. 5. Er laffe meine Sün, Mel. Ermuntre dich mein 2c. den vor ihm Bergebung fin: 358.Du bist ein den, durchstreiche meine Schuld; und wenn ich zu ihm denk dein Wohl, und strebe schrene, so schenk er mir aufs nicht nach Dingen, die man neue in Chrifto feine Ba- Gott überlassen soll! die terhuld. er nur kann vollbringen. 6. Leg ich zum Schlafmich Was lenkst du ångstlich deis nieder, weckt mich der Mornen Sinn auf tausend eitle gen wieder; Gott ist und Sorgen hin, und denkst: wie bleibt mein Hort: hat jeder wills auf Erden noch endlich meiner Tage gleich seine mit mir werden? Müh und Plage, so starkt 2. Es ist umsonst: du und tröstet mich sein Wort. kannst fürwahr nicht durch 7. Schein ich auch gleich dein Thun und Dichten, das, verlassen, so will ich mich doch was dir nicht beschieden war, faffen, getroft auf Gott hin- ins Werk, nach Wunsche, fehn: kein Unfall unter allen richten. Dein Sorgen dies wird mir so schwer je fallen; net blos dazu, daß du dich mit Gott werd ich ihn über selbst aus deiner Ruh in stehn. Angst und Schmerzen stüre zest, und dir das Leben kürzest. 8. Thm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu le 3. Willst du das thun, ben, wie und wann er ge- was Gott gefällt, und dir beut; es sen heut oder mor: selbst heil gebieret; so traue gen, ich will nicht ängstlich forgen, Gott weiß die aller beste Zeit. dem, der Erd und Welt be herrscher und regieret: vers trau dein Leben, Thun und Stand, vertrau es Gottes Baterhand; er wirds in allen Sachen aufs beste mit dir machen. 4. Wer hat gesorgt, wer gewacht in deinen ersten 9. So bin ich denn ganz feine, und trau auf den allei ne, der mich geschaffen hat: es gehe, wie es gehe, mein Bater in der Höhe weiß schon zu allen Sachen Rath. hat Vertrauen auf Gottu.Ergebung in seinen Willen. 345 ersten Tagen, als deine Au- leh du ins Leben kamest, und gen noch in Nacht, im Schoog Nahrung zu dir nabmest? der Mutter lagen? wer 8. Der für die Werke alle hat allda dein Heil bedacht? wacht, die, vor uns, offen was that da aller Menschen liegen, wie wohl hat er schon Macht, da Geist und Sinn långst bedacht dein Wohl und und Leben dir ward ins dein Vergnügen, wie weiss Herz gegeben? lich alles eingericht, eh noch 5. Durch wessen Kunst dein Aug und Angesicht ers fteht dein Gebein in ordent- öffnet war und sahe, was in licher Fülle? wer gab dem der Welt geschahe! Auge Licht und Schein, dem 9. Willst du dich blos Leibe seine Hülle? wer zog durchs schwache Licht der eigdie Adern, hier und dort, an nen Einsicht führen? traust den so abgemeßnen Ort? du mehr, als dir selber, nicht wer sehte hin und wieder des Ewigen Regieren? kann so weise deine Glieder? das, was du vermagst, allein 6. Wo wareft du, wo dein geschehen und dir heilsam Verstand, da sich des Him seyn? ist, was du nicht ermels Decken weit überSeen, koren, zu achten für verloren? Berg und Land anfingen zu 10. Bedenke: ist nicht erstrecken? Wer brachte manches oft ganz anders Sonn und Mond hervor? schon ergangen, was andre wer der Geschöpfe zahlreich und du selbst gehofft, unfehls Chor? wer hieß sie, deinen bar zu erlangen? hingegen, Willen und Wünsche zu wie so manchesmal ist das erfüllen? geschehn, was überall kein 7. Heb auf dein Haupt, Mensch, kein Rath, kein schau überall! hienieden und Sinnen vermochte zu bes dort oben siehst du, wie Gott ginnen? für jeden Fall gesorgt! aus 11. Wie oft wärst du in tausend Proben. War, was große Nothdurch eigne Wahl dich nähret und erfreut, war gekommen, wenn sich nicht es nicht längst schon zubereit; deiner noch dein Gott so Y 5 treus 346 Beweis der Gottfeligkeit und Tugend. treulich angenommen? jafn * n hátte Gott stets Werk und 15. Darum fey, Seele! That erfolgen laffen nach wohlgemuth, vermeid un dem Rath, wie du es ange- núßes Grámen; der Gott, fangen; wie war es dir er der ewig treu und gut, wird gangen? fich dein stets annehmen; er 12. Der aber, der uns hat ein Vaterherz, das sich ewig liebt, macht gut, was zum Wohlthun neigt, das ges wir verwirren: erfreut, wolgen dich und uns hier allzu wir uns selbst betrübt, und sammen ist voller Liebes führt uns, wo wir irren. Er flammen. ist von duldendem Gemüth, 16. Es gehet feine Baters beweist so viele Huld und treuweit über unser Denken, Gut, so lange Zeit selbst sie wirkt und zeigt sich täglich Sündern, und ewig seinen neu: was wolltest du dich Kindern. Frånken, als ob, der uns uns 13. Verborgen ist uns bisher geführt, bey unfern oft sein Will: er thut doch, Klagen ungerührt, was uns núßet; o ware un konnte je verlassen, und ser Herz nur still! allein es nicht mit Huld umfassen? zagt und sißet in Sorgen; 17. Verstatte dieser Sor ringt, und schaffet nichts; ge nicht, daß fie dein Herz will fehn, und mangelt doch beschweret; obgleich nicht des Lichts; will aus der Noth allzeit das geschicht, was sich winden und kann den Menschenwunsch begehret; Weg nicht finden. so wird doch warlich das ge14. Gott gehet ohne schehn, was Gottes WeisWanken fort auf seinen weiheit ausersehn, und was sen Wegen; er bringt uns dein Heil kann mehren, das endlich an den Ort, wo wird er dir gewähren. Noth und Sturm sich legen. 18. Thu als ein Kind und Am Ende, wenn das Werk lege dich in deines Vaters geschehn, nur da erst kann Arme! fleh kindlich zu ihm, der Mensch dann sehn, daß daß er sich dein, väterlich, der, so ihn regieret, ihn erbarme; so wird er dich habe wohl geführet. durch Bertrauen aufGott u. Ergebung in seinen Willen. 347 durch seinen Geift auf We 4. Herr, alle me ne Sorgen, die du jest nicht weißt, gen, die Noth, die mich vers aus allem Kampfund Rin- borgen in meinem Geiste gen zur wahren Ruhe brin- nagt, werf ich auf dich, den Treuen, du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deis 359. Was soll ich angst ner Hülfe fragt. lich klagen, und 6 Wenn meine Augen in der Noth verzagen? der thránen, und sich nach Hülfe Höchste sorgt für mich. Er sehnen, so klag ich dirs, dem sorgt, daß meiner Seele kein Herrn. Dir, Vater, dir wahres Wohlseyn fehle. befehle ich jeden Wunsch der Genug zum Trost, mein Seele. Du hörst, du hilfst, Herz, für dich. du segnest gern. 2. Was nüßt es heidnisch forgen, und jeden neuen 7. Der du mir hier im Leben schon größres Heil geMorgen mit neuem Kum geben, und deinen Sohn ge= mer sehn? du, Vater mei- schenkt! du wirst mir alles ner Zage! weißt, eh ich dirs schenken, und mir zum Besten noch sage, mein Leid und lenken, was mich zum Unauch mein Wohlergehn. muth reißt und kränkt. 3. Auf deine Hand zu 8. Du führeft, Herr, die schauen, dir kindlich zu ver- Deinen nicht so, wie sie es trauen, das, Herr, ist meine meinen; stets weise ist dein Pflicht. Ich will sie treulich Rath. Ob ich mich auch üben, und dich, mein Vater, betrübe, bleibt doch dein lieben; denn du verlägst die Rath voll liebe. Das zeigt Deinen nicht. der Ausgang mit der That. 4. Der du die Blumen 9. Wenn ich hier Liefen fes Kleideft, und alle Thiere wei- he, und es nicht ganz verstehe dest, du, Schöpfer der Na- was du mit mir gethan: kann tur! weist alles, was mir ich doch deß mich trösten; du fehlet. Drum, Seele, was nimmst mich, mich Erlösten, dich quálet, befiehl dem gewiß dereinst zu Ehren an. Herrn, und glaube nur! 10. Dort, gen. Mel. In allen meinenThaten zc. 348 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. Mel. O Gott du frommer zc. 10. Dort, bey der From: 4. Es hilft uns unser men Schaaren, dort werd Gott, der alle Macht bes ich es erfahren, wie gut du figet, dem nichts unmöglich mich geführt. Da sing ich ist, wohl uns, daß er uns dir mit Freuden, nach über schüßet! ist unser Leiden standnen Leiden, den Dank, gleich sehr groß und mancher. der deiner Huld gebührt. len; getroft und unverzagt, die Allmacht steht uns bey! 5. Es hilft uns unser 360.8 hilft uns un Gott, den unser Jammer fer Gott, er hó- kránket; der sein erbarmend ret unser Flehen; wir dür- Herz auf unsre Bitte lenket; fen stets getroft zu seinem der aller Güte voll, die Liebe Throne gehen; wenn wir ge- selber ist; und von dem alles bessert nur, ihm klagen un- Heil auf uns durch Christum fre Noth; so werden wir er fließt. hört, so hilft uns unser Gott. Mel. Nun danket alle Gottic. 2. Es hilft uns unser 361.reu ist der Herr Gott, der alles weiß und sieund gut, der het; dem auch das Innerste große Gott der Götter: kein des Herzens nicht entfliehet. Boses ist an ihm, und außer Ja, alles, was uns fehlt, ihm kein Retter: er ist ge und unser sehnlich Flehn, recht und fromm und voll das hat der Höchste schon Barmherzigkeit; die Seinen von Ewigkeit gefehn. lågt er nicht, und hilft zu 3. Es hilft uns unser rechter Zeit. Gott, der alles wohl voll- 2. Wer sich an ihn fest führet; und auf das weiseste hålt mit tugendreichem zu aller Zeit regieret; sein Glauben, den läßt der Treue herrlicher Verstand sieht es nie sich aus den Händen am besten ein, was uns rauben. Wer sich auf ihn wahrhaftig kann gut oder verläßt, und auf sein theures schädlich seyn. Wort, dem steht er måchtig Bertrauen aufGottu. Ergebung in seinen Willen. 349 tig ben, er ist sein Schuß gehn. Du kröneft ihn in und Hort. Ewigkeit mit Gnade und Barmherzigkeit. 3. Ach, hilf uns, Herr, die wir noch in der Fremde 3. O gieb dann, daß in wallen, fo leben, daß wir dir, meinem Leben mich eitle Hoffa nur dir, Gott, wohlgefallen; nung nie verführt, die, statt. der Glaube wirk in uns ein dem Herzen Trost zu geben, dir gelassen Herz, dem du, nur blendet und dann Herr, alles senst im Wohl- Schmerz gebiert, wenn sie seyn und im Schmerz. dahinfällt und zerrinnt, gleich einem Bau auf Sand gegründt. 4. Laß uns stets unsre Ruh in deinem Willen finden, und wenns zum Ster- 4. Ich will auf meinen ben kommt, dann hilf uns Mittler schauen, ich will in überwinden! lag deines allem meinem Thun nur dir Sohnes Lehr, und seine und deinem Worte trauen, Todespein alsdann der und in der Zuversicht bes Seelen Troft, Ruh und ruhn: du werdest, was mein Erquickung seyn! Wohlergehn befördert, für mich ausersehn. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 5. Wenn ich in meinen 362,2uf dich alleine Prüfungstagen nach deiner will ich hoffen Hülf oft harren muß; so will der du mein Gott und Vater ich doch nicht muthlos za bist! denn noch ist alles ein- gen. Ich weiß, mein Hoffen getroffen, was uns von dir wirdGenuß; weiß, daß mein verheißen ist. Ich seh, daß Glück nur schöner blüht, je deine Batertreu unwandel- langer deine Hand verzieht. bar und ewig sey. 6. Laß mir die Hoffnung 2. Du bist ein Fels: wer leichte machen, was Fleisch auf dich bauet, kann fest und und Blut beschwerlich fällt; unbeweglich stehn. Wer dir wenn Ungewitter um mich und deinem Worte trauet, Frachen, so stärke du mich, wird nie beschämt zu Grunde Herr der Welt, und flöße mir 350 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. mir die Hoffnung ein, du wer-[ 5. Dein Wort( und dest doch mein Retter seyu. Wahrheit ist dein Wort) 7. So hoff ich in den spricht Hoffnung in die größten Nöthen, mein Gott, Brust; hab, spricht es, habe dennoch getroft auf dich. immerfort an Gott nur Wenn Leiden diesenleib auch deine Lust. todten, so tröstet doch die 6. Trau betend ihm, und Hoffnung mich: daß ich an du empfängst nur hier, sonst dem verheißnen Heil, an dei- nirgend, Ruh; er wog mit nem Himmel, habe Theil. Vaterhånden långst dir Glück und Leiden zu. QURO 108 Mel. Nun sich der Tag geendetic. 7. Nimm, was er giebt, 363.lein auf dich und raurre nicht; auch Leiden 565.Alle verlaß ich mich, sen dir werth: es macht dich Gott, meine Zuversicht! auf flug: hat deine Pflicht dich dich, der, wann auch alles mehr, als Glück, gelehrt. wich, stets bleibt und wanket nicht. 8. Wohlan, so will ich dir allein, Allmächtiger, vers 2. Sollt ich aufs Eitle traun; dein Untlig ſuchen, wohl vertraun? wie schnell und mich fre, dein Untwirds nicht ein Raub der lig bald zu schaun. Beit! sollt ich auf Menschen baun? wie bald sind sie auch Mel. Ermuntre dich mein zc. Staub! 364. Der Herr bat 3. Des Tages bet ich, alles wohl ge Gott, zu dir voll Zuversicht macht, und wird es stets wohl und gern; ben stiller Nacht machen: der uns bisher so fleh ich: sev mir mit deiner wohl bedacht, wird ferner für Huld nicht fern! uns wachen. Deß freue dich, und preise Gott; das nimm, wenn dir ein Unfall droht, nimm es zur Zeit der Schmerzen, nimm's stets, o Chrift, zu Herzen. 2. Der 4. Du sendest sie von je ner Hoh, wo du allmächtig thronft, im Lichte, das ich dunkel seh, im Himmels glanze wohnst. Vertrauen auf Gottu. Ergebung in seinen Willen. 351 2. Der Herr hat alles rettung uns erworben. Dem wohl gemacht. Er hieß die denke nach, betrübter Geist! Menschen werden; und als komm her, schau hier, er sie ans Licht gebracht, er was lieben heißt! wird der tonte bald auf Erden der nicht alles geben, der für Gegens- Machtspruch: meh- dich giebt sein Leben? ret euch! das Erdreich ward 6. Der Herr hat alles an Gütern reich, die Gott wohl gemacht, uns wunderzu diesem Leben mit milder Hand gegeben. bar geleitet, oft selbst da, wo wir's nicht gedacht, uns unser 3. Der Herr hat alles Wohl bereitet. Verborgen wohl gemacht. Obschon der war uns oft sein Rath, doch Mensch gefallen; läßt er ihn lehrte uns zuleht die That: doch nicht aus der Acht. sein Rath sen stets der beste, Wenn seine Donner schals und seine Huld die größte. len: so ruft er dich, so ruft 7. Der Herr hat alles er mich durch ihre Stimme wohl gemacht; er hat uns selbst zu sich; und zeigt das stets beglücker. Er ist auf ben uns Urmen ein Antlig unser Wohl bedacht, auch voll Erbarmen. wenn erleiden schicket; durch 4. Der Herr hat alles váterliche Züchtigung, sucht wohl gemacht, hat uns fein er nur unfre Besserung, und Wort gegeben, woraus dem, låst uns, eh wir's meinen, der nach Troste schmacht, die Sonne wieder scheinen. quillt Freude, Trost und Le-( Bom Gebet und öffentlichen Gotz ben; da redet Gott selbst, tesdienst siehe unten Nr. 539 u. f.) und bezeugt, wie sehr fein Vaterherz geneigt, uns alle zu erquicken, und ewig zu Mel. Dies ist der Zag, den 2c. beglücken. Lob Gottes und seiner Werke. 5. Der Herr hat alles 365.uf Christen, preist mit mir wohl gemacht; da selbst sein den Herrn! wer preist, was Sohn gestorben, und aus herrlich ist, nicht gern? und des Todes tiefer Nacht Erwelch ein Glanz, der Gott ver: 352 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. verklárt! wer ist, wie er, zu Gott mit Inbrunst nahn, des Lubes werth! und seine Größe fühlen 2. Lobt ihn! fein ganzer kann. Nam ist Ruhm; Unendlich 8. Auch euer Mund, so keit sein Eigenthum. Dies oft er spricht, erinnert euch gránzenlose Meer von Licht an diese Pflicht. Die Spra durchschauet selbst der En- che dankt ihr ihm allein; gel nicht. und wolltet nicht voll 3. Ja, eure Luft sen, ihn Ruhmes seyn? erhöhn! solch Lob ist heilsam, 9. Wer ist gutthätiger, lieblich, schön, schärft den als er? denn welche Gabe Verstand, erhebt das Herz, soll uns der nicht schenken, und stillt im Leiden allen der so sehr uns liebt, daß er Schmerz. auch seinen Sohn uns giebt? 4. Wie wird der Geift 10. Was gebet ihr nun dadurch entzückt; hinauf gen ihm dafür? ist nicht ein Herz Himmel hingerückt; mit sei- voll Dankbegier, das ganz in nem hocherhabnen Freund, seiner Liebe brennt, das einzs mit Gott, stets inniger ge, was ihr geben könnt? vereint! II. Auf, Christen, preift 5. Welch ein so herrlicher mit mir den Herrn! wer Beruf, zu dem Gott selbst preist nicht milde Geber die Engel schuf! welch eine gern! gedenkt, wie viel theure, süße Pflicht, die uns er uns gewährt! wer ist, so reichen Lohn verspricht! wie er, des Dankes werth? 6. Ja, Pflicht ists, daß Ehre des Verstandes ist, ihr sein gedenkt, ihr, denen Mel. Es ist das Heil uns 2c. er Berstand geschenkt! die 366 Bringt her be Preis daß ihr den Ewgen kennt und Dank aus freudigem und wist. Gemüthe; es rühme unser 7. Pflicht ist es, daß ihr Lobgesang den Reichthum ihn befingt, die ihr von ihm seiner Güte. Erhebet, lo ein Herz empfingt, das sich bet alle Gott, der uns errets tet Lob Gottes und seiner Werke. 353 rer aus der Noth, und prei- warnt, tröstet, stårket fort set seinen Namen. und fort; erhebet seine Gnade! 2. Lobt Gott, und rühe met allezeit die großen Wun- 6. Lobt Gott; er hat sein derwerke, die Majestät und gutes Werk selbst in uns anHerrlichkeit, die Weisheit, gefangen, vollführt es auch, Kraft und Stärke, die er so giebt Kraft und Stärk, das reich in aller Welt uns anzu: Kleinod zu erlangen, das er schauen dargestellt; erhebet uns allen dargestellt, und seinen Namen! dem verleiht, der Glauben 3. Lobt Gott, der uns er bålt; preist seine Vaters schaffen har; der Seele, Leib treue! und Leben aus väterlicher 7. Lobt Gott, die ihr dort Huld und Gnad uns allen send vor ihm, wo er im Lichte hat gegeben; uns vor Gez thronet; es lobe ihn mic fahr und Unfall schüßt, und lauter Stimm, wer noch auf täglich giebet, was uns Erden wohnet; ja alles, was nügt; preist dankbar seinen nur Othem hat, erhebe Gott Namen! mit Wort und That, und lobe seinen Namen. 4. Lobt Gott; er gab uns seinen Sohn, der für uns ist gestorben, und uns des Les Mel. Ich finge dir zc. ie bens Gnadenlohn durch ſei. 367. felig bin ich, wenn mein nen für uns alles hat vollbracht, was Geist hinauf zu Gott fich uns zu selgen Menschen schwingt, und, wenn er seis macht; drum danket seinem nen Schöpfer preift, der Namen! Engel Werk vollbringt! 5. Lobt Gott, der in uns 2. Wer gleicht ihm? wer durch den Geist den Glau- ist so geschmückt mit Herrs ben angezündet, und den, der lichkeit und Licht? er ist der folgsam sich beweist, fest in Schönste! wen entzückt des der Wahrheit gründet; der Schönsten Unblick nicht? durch sein gnadenvolles Wort 3 354 Beweis der Gottseligkeit und Jugend. 3. Ein voller Strom von rief ins Leben, der mich aus Wollust quillt aus seiner seinem Schooß mit Troste Wissenschaft. Denn er ist überschüttet, der mich so felig und erfüllt mit Freus gnadenreich geschüßet und den, was er schafft. behütet: wer ist, wer ist 4. Er gieng aus seiner ihm gleich? Ewigkeit heraus, um nicht 2. Er hat uns wissen las allein, nicht blos für sich, sen sein heilig Recht und sein wie vor der Zeit der Selige Gericht; Erbarmung ohne zu seyn. Maaßen strahlt aus des 5. Er spricht ein Wort, Baters Angesicht; nach und schnell umringt denSe- Gnade zu verfahren, und ligen ein Heer, das selig ist, nicht nach unsrer Schuld, und ihm lobsingt, das nie- pflegt er, und nie zu sparen mand zählt, als er. an Sündern seine Huld; 6. So will es der, der groß ist sie, und erhaben; mich erschuf, auch ich soll se- sie schonet und verzeiht; ſie lig seyn. Heil, Seele, dir, eilt mit Trost zu laben den, denn dein Beruf ist, sei- der die Schuld bereut. ner dich zu freun! In bekannter Melodie. 368 Run lob mein 3. Wie Båter voll Erbar7. Schon siehst du durch men und Milde gegen Kinein dåmmernd Licht den Un- der sind; so handelt mit uns aussprechlichen! dort wirst Armen der Herr erbarmend du ihn von Angesicht zu An- und gelind. Er kennt das gesichte sehn! schwach Geschlechte; weiß, dieser Leib von Staub, wie stark er scheinen möchte, ist Seel den Her- doch ein welkendkaub; kaum ren, was in mir ist, das daß die Winde wehen, so ist müsse sein sich freuen, laut es nicht mehr da; so kann ihn ehren, ihm hohe Lobge- der Mensch vergehen, ihm sänge weihn, der nun die ist der Tod stets nah. Schuld vergeben, der last 4. Nur Gottes Gnad al mich machte los, zurück mich leine steht fest und zeigt sich jeder: Lob Gottes und seiner Werke. 355 jederzeit voll Huld an der 2. Und meine Lippen Gemeine, die treu sich seinem schwiegen? ich raubte selber Dienste weiht. Ihr, die ihr mir dashimmlische Vergnůnicht gefallen, laßt ihr im gen, Gott, lobzusingen dir? Himmelreich Loblieder stets Nein, Herr, von meinem erschallen; wir singen sie Dank sey jeder Morgen mit euch; dem großen Herrn Zeuge, und jeden Abend zu Ehren soll man an jedem steige zu dir meinlobgesang. Ort auch Lobgesänge hören 3. Du wirst mich ferner bey uns hier fort und fort. leiten, so unwerth ichs auch 5. Anbetung, Preis und bin. Treu bleibt zu allen Ehre sey dir, Gott Vater, Zeiten dein milder VaterSohn und Geist! gieb, daß sinn. Dem, der nur liebet bey uns sich mehre, was uns dich, wirst du in Kümmerdein Gnadenwort verheißt. niffen, stets wohl zu helfen Uns werde das Vertrauen, wissen; dir überlaß ich mich! mit dem wir zu dir hin, hier 4. Ja, deine Huld ist aus der Ferne schauen, zum größer, als es der Mensch seligsten Gewinn; erfülle versteht; dein Rath unenddas Verlangen der Deinen; lich besser, als was sein laß vor dir uns schauen Wunsch erfleht. Herr, und empfangen, was wir meine Zuversicht! dir froh geglaubet hier. mich zu ergeben, dich dankbar zu erheben, sey meine Mel. Aus meines Herzens zc. liebste Pflicht! 369. Groß ist des Hoch- Mel. Es ist das Heil uns 2c. ſten Güte! wer 370, Sey Lob und Ehr welch fühldem sie nicht achtete; los Herz verriethe der Un- Gut, dem Vater aller Güerkenntliche! fie rettet uns te; dem Gott, der Großes aus Noth, erquicket uns im an uns thut; dem Gott, der Leide, verwandelt es in mein Gemüthe mit seinem Freude, versüßet selbst den reichen Trost erfüllt; der Tod. unsers Herzens Sehnen 32 stillt; 356 Beweis der Gottseligkeit und Jugend. stillt, gebt unserm Gott die| Vaterhånden leitet er die Ehre! Seinen alle: bringet her 2. Es preift der Himmel dem Herrn Preis, Dank großes Heer dich, Herr der und Ehre! Welt und Thronen; und 6. Wenn niemand sonst welche Erde, Luft und Meer, nicht helfen kann; so kömmt von dir belebt, bewohnen, Gott selbst und zeiget, daß die preisen, Schöpfer, deine er auch da noch helfen kann. Macht, die uns und sie her: Gott, unser Bater, neiget vorgebracht. Gebt unserm sein huldreich Ungesicht uns Gott die Ehre! zu, erquickt und schenkt der 3. Was unser Gott ge- Seele Ruh. Gebt alle ihm schaffen hat, das will er die Ehre! auch erhalten; darüber will Retter, ehren, einst werden 7. Ich will mein ganzes des Weisen Rath, des Bar Lebenlang dich, Gott, mein ters Gnade walten! in sei nem ganzen weiten Reich ist meinen Lobgesang auch deine alles recht, ist alles gleich; Himmel hóren; du, meine bringt ihm Dank, Preis Seele, freue dich: und du, und Ehre! mein Seift, erhebe dich zu 4. Ich rief zum Herrn in Gott; gebt ihm die Ehre! meiner Noth; du willst, du 8. Thr, die ihr euch nach kannst erfreuen! da half er Chrifto nennt, bringt dar mir; da ließ mir Gott Er ihm Dank und Ehre; die rettung angedeihen. Ich ihr des Vaters Gute kennt, danke, Gott, ich danke dir; bringt dar ihm Dank und dankt alle, preiset Gott mit Ehre; der Herr ist Gott, mir; gebt ihm allein die der Herr ist Gott, und ausser Ehre! ihmist sonst kein Gott; gebt 5. Der Herr verläßt die ihm allein die Ehre! Seinen nicht; auch dann, 9. Kommt, tretet vor sein wenn Stürme wüthen, ist er Angesicht, Dank, Dank ihm doch ihre Zuversicht, denn darzubringen; entrichtet die er kann sie behüten; mit gelobte Pflicht, und laßt uns frölich Lob Gottes und seiner Werke. 357 frölich singen: der Herr hat und wunderbar sind alle alles wohl gemacht, und bes deine Werke. fer noch, als wir gedacht. 9. Herr, wir bekennen es Gebt unserm Sott die Ehre! mit unserm Munde, und 371.Was für ein lob danken dir dafür von Hersoll man dir, zensgrunde. Bater, bringen? Wer kann 10. Wir beten an dich, dich würdig und genug be- Vater, mit dem Sohne und fingen? heilgem Geist auf dem ers 2. Du haft aus nichts den habnen Throne. Himmel nebst der Erden, II. Hoch sey dein ground alles was darinn ist, serName stets gepriesen für lassen werden. alles Gute, was du uns erwiesen. 3. Uns Menschen hast du dieses Leibes Leben, und diesen Geist, der dich erkennt, gegeben. 12. Hilf, daß wir dir hier leben und vertrauen, und laß uns dort dein Ants 4. Du lásfest uns in deinem lig ewig schauen. Worte lehren, wie wir dir 372, Nun last uns dienen dich ehren. Gott, dem Her5. Von Kindheit an haft ren, Dank sagen und ihn ehs du uns stets ernähret; was ren, von wegen seiner Gaben, wir bedurft, uns väterlich die wir empfangen haben. bescheret. 2. Er ists, der uns das Les 6. Du fåttigft, was da ben und Seel und Leib gege. lebt, mit Wohlgefallen, und ben, und schüßet und bewahstärkst uns, freudig unsre ret und keine Gnade sparet. Bahn zu wallen. 3. Nahrung giebt er und 7. In Leiden, Kümmer. Speise; auch hat Gott, der nissen und Gefahren läss'st Allweise, selbst für der Sees du uns Troft und Rettung le Wunden Genesung uns widerfahren. erfunden. 8. Sehr groß ist deine Weisheit, Gut und Stärke, 4. Ein Arzt ist uns geges ben, der selber ist das Les 33 ben: 358 Beweis der Gottseligkeit und Jugend. ben: Christus für uns ge-( Gott! heilig ist unser Gott! storben, hat uns das Heil heilig ist unser Gott! Jeerworben. hovah Zebaoth. 5. Im Wort, im Bun- Weit über alle Himmel desmale, eröffnet er für alle, weit, geht deine Macht und die müde und beladen, die Herrlichkeit. Sie, die, wie Quelle aller Gnaden. es dein Wort befahl, gelehrt, 6. Die Sünde wird ver- gelebt, die Frommen all, die geben, durch ihn geschenkt nun entflohn dem Pilgerdas Leben; mit göttlich ho- thal, lobsingen dir mit fro hen Gaben wird uns sein hem Schall. Dich betet an Himmel laben. die Christenheit, die noch lebt 7. Wir preisen deine Gü- in der Prüfungszeit; dich te mit dankbarem Gemüthe. Vater auf dem höchsten Gott, lasse uns, den Dei- Thron; und dich, des Vaters nen, dein Licht zum Trost eingen Sohn; dich, Gottes stets scheinen. Geist, der uns bekehrt; mit 8. Leit uns in deiner stetem Preis fie lobtund ehrt. Wahrheit, bis wir in voller Dank dir und Ehre, Jesu Klarheit dich schaun, und Christ, der du herab gekom deinen Namen dort ewig men bist, damit durch dich preisen. Amen. genesen möcht das fündlich, Das ambrosianische Te Deum. sterbliche Geschlecht; du haft 373. err Gott, dich zerstört des Todes Macht, loben wir! das Leben an das Licht geHerr Gott, wir danken dir! bracht; du bist erhöht; du dich, Bater, Gott von Ewig- haft ein Reich, das ewig keit, preist deine Schöpfung währt, dem keines gleich; weit und breit. Die Him- ein Richter du zukünftig bist mel alle und ihr Heer sind deß, was dann todt und lelaute Zeugen deiner Ehr. bend ist. Es sagen alle Seraphim: Hilf uns, o Herr, den horts Himmel, Erdenkreis Dienern dein, dir folgsam vernimm: heilig ist unser und dir treu zu seyn; gieb uns Lob Gottes und seiner Werke. 359 uns an deinem Himmelfrer Frömmigkeit, daß seine Theil, an dem durch dich er- Gnad und Treu auch mit worbnen Heil. Hilf deinem uns allezeit und unserm Volke, Jesu Christ, und Lande sey. fegne was dein Erbe ist, be- 3. Der große starke Gott schüß und pfleg es allezeit, woll uns von allem Bösen, erhöh es dort in Ewigkeit. und was uns schaden kann, Wir loben Gott, wir prei- durch seine Hand erlösen; sen dich hier täglich und dort er schüß und leite uns, er ewiglich; behüte uns, o helf uns allezeit, so lang treuer Gott, für Sünde; sie er uns allhier das Leben gebiertden Tod; sey uns, den noch verleiht. Deinen, gnädig, Gott; sey 4. Gott Bater, dir sey gnådig uns in aller Noth: Preis hier und im Himmel, umfaß uns mit Barmher- oben! Gott Sohn, Herr zigkeit; du bist ein Gott, der Jesu Christ, wir wollen dich gern erfreut. Dir trauen stets loben! Gott heilger wir, dein sind wir, Herr, Geift, dein Ruhm erschalle verlaß, verlaß uns nim- mehr und mehr! o Herr, mermehr! Amen. dreyeinger Gott, dir sey Lob, Preis und Ehr! In bekannter Melodie. 374.Nun danket alle Gott; ihm, Mel. Wachet auf, ruft uns ic. err! der mit Baterhånden so 375. He wingen große Dinge thut, deiner Ehre;. an allen Enden, der lebend erbarm dich unser und erhduns erhält, der uns von re, nimm gnädig unser LobKindheit an mehr Gutes lied an! Herr! wir danken hat erzeigt, als jemand zäh- voll Entzücken; wer ist, der len kann. so wie du beglücken, so lie2. Es wolle unser Gott ben und so segnen kann? ein fröhlich Herz uns geben; du Herr, den wir erhöhn, er lasse uns, fein Volk, in du, dessen Heil wir sehn, stiller Ruhe leben; und wah- warst die Liebe schon vor der 34 Zeit, 369 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. Zeit von Ewigkeit warst du Heil uns! wir sind verdie Liebe, wirst es seyn. söhnt: ihr Lobgesänge tont, 2. Um zu dir uns zu er- tönt zum Himmel! erschallt heben, hauchst du in unsre schon hier; einst stehen wir Brust das Leben, und schen- vor seinem Thron, und bekest uns der Erde Glück. ten an. Um zu dir uns zu erheben, Mel. Komm heiliger Geist 2. entziehst du unsrer Brust 376. Anbetung und das schenkest uns Dank des Himmels Glück. Du wir, Herr, unser Gott, und giebst das Leben, Gott! du Vater dir; dein Ruhm foll sendest uns den Tod nurzum unter uns erschallen: laß Segen, bist liebevoll; nur unser Lob dir gefallen! laßt unser Wohl, nicht unser seiner Baterhuld uns freun, Elend schaffest du. und ewig, ewig dankbar 3. Als wir von der Sünde seyn, fallt vor dem Gott der Plagen tief, tief gebeugt im Liebe nieder, bringt ihm das Staube lagen, und Nacht Opfer eurer Lieder und bedes Todes uns umfing: da ter an.** war es, als deine Gnade, die 2. Du gabst unsleben, wir Sündern ewig theure Gna- finddein; sind dein und wer de, erbarmendyoruns über dens ewig seyn. Wie groß ging; darief der Liebe Blick und viel sind deine Werke, ins Leben uns zurück: von du Gott der Macht und der derSünde, von ihrer Nacht, Stärke! dein ist der Erdfind wir erwacht, erwacht, kreis und in dir, o Höchster, um Gottes Licht zu sehn. sind und leben wir: duschu4. Preiset ihn, ihr Jubel- festSeraphim und Thronen lieder! es kam sein Sohn und uns, die auf der Erde zu uns hernieder, ward wohnen, zu deiner Ehr.:, t Mensch, ging für uns in den 3. Du, Gott, vergiebst uns Lod. Christus hat den Tod unfre Schuld; und trägst bezwungen: ein neues Lied uns Sünder mit Geduld; werd ihm gefungen, ihm, der du warnest licbreich, zeigst was hat versöhnt mit Gott: uns Lob Gottes und seiner Werke. 361 uns, Armen'ein Vaterherz o Jehovah, dir! o möchte jez voll Erbarmen, lohnst uns des Land der Erden voll deinach dieser Prüfungszeit nes Lichts und Ruhms wermit deines Himmels Selig- den! wie selig, wie begnakeit, labst uns schon hier digt ist ein Volk, deßZuvermit so viel Freuden und sicht du bist! Jehovah, dir schickst zu unserm Heil uns und deinem Namen sey ewig Leiden. Liebreicher Gott:: Ruhm und Ehre, Amen! 4. Anbetung und Dank, Hallelujah.:,: Christe, dir! verlorne Sün- Mel. Allein Gott in der Höh zc. der waren wir; du bist für 377. Der Herr ift uns am der haft ewig Heil uns erwor- Herr ist Gott! wie groß sind ben. Wer zu dir flehet, an seine Werke! sie gingen dich glaubt, und lockt die einst auf sein Gebot hervor Sünd ihn, treu dir bleibt, durch seine Stärke. Der der soll, befreyt vom Fluch Geist, der auf der Liefe der Sünden, Erbarmung, schwebt, ruft Millionen und Gnad und Leben finden in belebt dies Heer durch seiEwigkeit.:* nen Othem. 5. Gelobet feyst du, Geist 2. Gott, der den Himmel des Herrn! wirSünder wa- überspannt, auf hohen Wolren von Gottfern, vom Licht, ken fähret, wie viel hat seine das Trost gewährt und Le milde Hand den Menschen ben, mit Finsterniß sonst nicht gewähret! zu ihnen, umgeben. Du hast durch die nach seinem Bild geschafs deines Wortes Macht zu fen, sprach derHerr: erfüllt, uns ein heitres Licht ge- beherrscht den Kreis der bracht; du lehrst uns leben, Erden! hilfft uns sterben; du machest uns zu Himmelserben, durch deine Kraft.:,: 3. Lobsinget ihm! aus seiner Hand kam die vers nünftge Seele, damit der 6. Anbetung und Dank menschliche Verstand selbst bringen wir, wir bringens, seine Freuden wähle. Wie 35 herrs 362 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. herrlich wirkt des Menschen Freunde, Fried und Raft, Geift, wenn er sich dieser was unser Wohl nur in sich Welt entreißt, und sich zu faßt, ist deine milde Gabe. Gott aufschwinget. 8. Du öffnest uns dein 4. Wie herrlich ziert Gott Heiligthum, hörst unsers jeden Sinn. die Spiegel sei Dankes Lieder, siehst auf ner Ehre! pflanzt in das uns, die wir deinen Ruhm Herz Empfindung hin, und besingen, huldreich nieder. neiget es zur Lehre; macht Die Liebe, die den Sohn uns weich und fühlend diese gab, begleitet uns bis an Bruft zu begrer, als des das Grab, und übers Grab Thieres, Luft, zur Freund zum Himmel.. schaft und zur Liebe. 9. Lobsinget Gott! was 5. Voll Huld sieht Got Odem hat, erhebe seine tes Majestät auf seine Werke Güte! preist, Christen, nieder. Eh ein Geschlecht Gottes größte That mit hier untergeht, blüht dort fröhlichem Gemütheles preis ein anders wieder, und steigt se unser Herz, voll Dank, es in abgemeßner Zeit zum Gi- rühme unfer Lobgefang des pfel der Vollkommenheit, Ewigen Erbarmen. das ihm Gott angewiesen. 6. Gott, deine Güte zeiget Mel. Jesu meines Lebens Leben. ſich erneut mit jedem Mor: 378.Wie soll ich dich gen; sie ists, die das, was loben, ne dich sich selbst nicht kann mächtiger Herr Zebaoth? versorgen; verpfleget, nåh fende mir dazu von oben rer und erhält; sie schmücker deines Geistes Kraft, mein und erfüllt die Welt mit le Gott! groß sind deiner Liebe ben und mit Freude. Beichen! mer fann ihre Zahl 7. Dein väterliches Auge erreichen? tausend, tausend sicht auf unser Wohl vor mal sey dir, großer König! allen; ein stilles Herz, ein Dank dafür. froh Gemüth, ein täglich 2. Herr! entzünde mein Wohlgefallen, Gesundheit, Gemüthe, daß ich deine Wuns 363 Lob Gottes und seiner Werke. Wundermacht, deine Weis ziehn! wenn ich je das Böſe heit, Treu und Güte froh wähle, darf ich zu den Wunerhebe Tag und Nacht; Leib den fliehn, die auch mich ges und Seel ist deine Gabe; heilet haben, die mir Kraft ja, sonst alles was ich habe. zum Guten gaben. Taus Tausend, 2c. fend, 2c. 3. Denk ich: wie ich dich 7. Ja Herr! Majestát verlassen und gehäufet und Klarheit strahlt von deiz Schuld mit Schuld; so kann nem Angesicht: all dein ich beschämt faum faffen Thun ist Gütund Wahrheit, deine Langmuth undGeduld, recht und heilig dein Gericht. womit du, o Gott, mich Ur: Wer muß nicht, aus deinen men haft getragen mit Er: Werken, Macht und weise barmen. Tausend, zc. Güte merken? Tausend, zc. 4. Ja Herr, wenn ich 8. Herr, da wählst, in überlege, wie du gnádig mich allen Dingen, was für uns regiert, mich viel wunder: das Beste ist; auch im Kleis bare Wege, und doch im- nen und Geringen sehn wir, mer wohl geführt: so durch daß du weise bist. Ja, auch dringen mein Gemüthe diese ich muß dich, den Weisen, Proben weiser Güte; und der mit mir es wohl macht, mein Herz und Mund bringt preifen. Lausend, 2c. dir, großer König! Dank dafür! Tausend, 2c. 9. Bald kamst du durch Noth und Leiden, bald durch 5. Du, Herr, bist mir Wohlthun, Gott, zu mir, um nachgeeilet, haft zur Buße mein Herz recht zu bereiten, mich erweckt, lange hatt' ich ganz sich zu ergeben dir; nach zwar verweilet; doch dein dem Himmel zu verlangen; Arm ward ausgestreckt, der, stets der Zugend anzuso bald ich nur gekommen, hangen. Tausend, zc. väterlich mich aufgenom. men, Tausend, 2c. 10. Wie ein Vater nimmt und giebet, so wies Kindern 6. O wie suchst du meine nüßlich ist: so hast du mich Seele täglich mehr zu dir zu auch geliebet, du, der du mein 364 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. mein Vater bist, hast dich die sich der Mensch hier oft meiner angenommen, erwählt, giebt dem doch kein wenns auch gleich aufs höch- Ergößen, dem Ein Schaß, ste kommen. Tausend, zc. die Gesundheit, fehlt. Kann * 11. Trugst du nicht in densein Glück erfreuen, hilft deinen Armen mich oft treu, dem sein Ueberfluß, der unund väterlich; hast du nicht ter Schmerzen schreyen, in oft voll Erbarmen wunder- Krankheit áchzen muß? bar errettet mich? mußt ich wird nicht der Held selbst bes einsam troftlos weinen; du, ben, ben langer Leibesnoth? du ließest Trost erscheinen. ist nicht ein fieches Leben Tausend zc. viel hårter als der Tod? 2. Uns Menschen unaus12. Bater! du hast mir sprechlich ist, Schöpfer, deierzeiget, lauter Gnad und ne Gnad und Huld. Wie Gütigkeit; und du hast zu schwach und wie zerbrechlich mir geneiget, Jesu, deine ist unser Leib durch SündenFreundlichkeit. Und dein schuld: hinfällig ist die Hüt Wort, o Geist der Gnaden, te, in der die Seele wohnt. heilet meinen Seelenscha- Jedoch der Gott der Güte den. Tausend, zc. fieht uns, den Staub, und 13. Tausendmal sey dir schont; erwacht, daß keine gefungen, Herr, meinGott! Plage und Krankheit uns Preis, Lob und Dank, daß erreicht, und macht die Last es mir bisher gelungen; ach der Lage uns, durch Ges laß ferner meinen Gang fi- sundheit, leicht. cher gehn, durch Christilei- 3. Gott, der auch mein ten, in die frohe Ewigkeiten. gedenket, du hast, aus gros Da will ich, o Vater, dir ßer Liebe, mir dies Gut bisfreudig danken für und für! her geschenket; Dank sey, o Dank für die Gesundheir. bester Bater, dir! mit Mel, Nun lob meine Seel zc. Krankheit und Gebrechen 379.De er größte von verschone ferner mich! dann den Schäßen, darf ichs mir versprechen, wenn Bey Eidschwüren. 365 wenn du mir väterlich hilfft 3. Wer treu die Wahrmeinen Lauf vollenden, und heit liebt und nicht mit seiz alle Lebenskraft zur Tugend ner Zunge luget; und niestets verwenden, die deine mals lieblos übel spricht, Huld verschafft. nie lästert und betrüget. 4. So lang ich leb auf 4. Der, was er schwur, Erden, laßmich doch meiner stets heilig hält und nie unSinnen nicht jemals berau- redlich schwöret; der alles, bet werden, wenn dirs ge- was er zusagt, hält, auch fällt, o Gott, mein Licht. dann, wenn er nichtschwöret. Bewahre mich vor Schmer- 5. Der mit Verachtung zen; laß mich, durch eigne jeden flieht, der sich vor Gott Schuld, Gesundheit nie ver- nicht scheuer; hingegen Got scherzen! erquick mit deiner tes Freunde liebt und sich Huld die Siechen! laß die der Tugend frenet. Kranken, die winselnd zu 6. Der nie verbotne Zindir schreyn, mir Antrieb, dir' sen nimmt, nie drängt und zu danken für die Gesunde preßt den Armen; gerecht heit, seyn. erworbnes Gut bestimmt zum Wohlthun und Erbarmen. Christliches Betragen bey Eid, schwüren. 7. Der denGeringen nicht Mel. Ich dank dir schon zc. verschmäht, mit Fleiß ihn 380.Deiligster, wen nie betrübet; den graden nennst du dein, Weg in Allem geht, und und wen willst du belohnen? Alle, wie sich, liebet. wer wird sich ewig deiner 8. Der nie weicht von der freun, und ewig bey dir Tugend Bahn, zum Bösen wohnen? nicht kann schweigen; nie 2. Der heilig vor dir lebt, Gaben nimmt von Frevlern und thut, was dein Gesetz an, der Unschuld Recht zu ihn lehret; der, dessen Herz beugen. ist rein und gut und sich vom Bosen kehret. 9. Wer das thut, ja, den nennt Gott sein; einst will 366 Beweis der Gottseligkeit und Jugend. will er ihn belohnen! er kennest meines Herzens wird sich ewig seiner freun Grund, weißt alle meine und ewig ben ihm wohnen. Worte, und was ich dabey denke. Mel. Es wolle uns Gott zc. 4. Du bist auch, o All381. Gott, mein wissender, der Menschen Schöpfer, höchster Richter und strafft, Herr der Welt, deß Auge als ein gerechter Herr, die alles siehet, vor dem der frechen Bösewichter, die Engel niederfällt, der höchste sich in ihrer Tollkühnheit Seraph kniet! laß deines vor deiner Macht nicht Namens Majestát mein scheuen, die deines Namens Herz mit Ehrfurcht füllen, Heiligkeit, durch falschen wenn ich hin vor dein Untlig Schwur, entweihen, vor tret, nach meiner.Obern Wils deinem Untlik lügen. len, dich eidlich zu verehren. 5. O steure, steure, Herr, 2. Wenn mich des Vor- alizeit dem Gräuel solcher theils Stimme lockt; so laß Sünden! laß deines Nas mich sie nicht hören und nicht mens Heiligkeit ein jedes durch niedern Geiß verstockt, Herz empfinden, das je zum mir unrecht Gut erschwören. Eide sich entschließt. Du Was Urglift und Betrug aller Falschheit Racher, bu, gewinnt, wird lange nicht dessen Drohen Wahrheit ist, gedeihen. Was nie dahin strafft strenge die Verbres fällt, nie zerrinnt und ewig cher, die fälschlich ben dir kann erfreuen; ist Redlich schwören. keit und Unschuld. 6. Laß niemand auch Ge 3. Laß deine Gegenwart legenheit zu falschen Eiden mich scheun, o allerhöchstes geben; und will sich oft, um Wesen! nichts kann vor dir Kleinigkeit ein böser Streit verborgen seyn: Gedanken erheben: so lenke du, durch kannst du lesen. Dir, dir, deinen Geist, zum Frieden o Herr, bin ich ja kund an die Gemüther, daß niemand all und jedem Orte. Duljemals sich erdreist, um Ehre oder Ben Eidschwüren. 367 oder Güter mit Unbedacht 3. Wie kann der Mensch zu schwören. sich unterstehen, durch seinen 7. Jedoch läßt sonst ein Eid, den Gott gehört, den Hader nicht sich von den andern frech zu hintergehen, Obern schlichten, als wenn, indem er falsch voll Leichts nach ihres Amtes Pflicht, sinn schwört! vor des Allsie nach dem Eide richten: wiffenden Gericht besteht ein so laß uns Chrifti Beyspiel folcher Frevier nicht. ehrn, und vor Gerichte 4. Und flöh er zu dem schwören; Gott werde das, fernsten Meere; Gott findet was wir beschwórn, allge- allenthalben ihn! wenn er genwärtig hören als Zeuge auch noch so glücklich wáre; und als Richter. der Hand des Herrn sich zu entziehn, hilft ihm nicht Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Ebre, Gut und Geld und 382.er bey dem nicht die Gunst der ganzen Namen Got: Welt. tes schwóret, und sein ges 5. Drum will ich, soll ich recht Versprechen bricht, der was betheuren, mit Ernst ist ein Frevler, der entehret bedenken, was ich thu, und den Gott der Wahrheit den Gedanken oft erneuren: und darf nicht zu ihm, Gott, meines Eides Zeuge, als seinem Bater, flehn, du siehst meines Herzens nicht ewgem Glück entges Innerftes, prüfft es genau gen fehn. und richtest es. 2. Wir sollen stets, nach 6. hilf mir, Gott! Gottes Willen, die Wahr. daß ich voll Treue, so wie heit lieben, so wie er, und ich schwöre, denk und thu, was wir zugesagt, erfüllen, daß ich mich vor dem Meinwird uns die Pflicht auch eid scheue, zu deiner Ehr noch so schwer: drum wird, und meiner Ruh. Wer so wahr Gott Wahrheit fälschlich schwört, kommt liebt, kein Meineid unger ins Gericht; der Redliche, straft verübt. der Fromme nicht. Wider 368 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. Wider den Mißbrauch des a mens Gottes. Ehre tief, tief in Aller Sees len ein; daß man nicht freche Flucher höre, die deine Mas Mel. Es ist gewißlich an der ic. 383. Groß, majestá jeſtät nicht scheun. O mach tisch bist du, dich ihren Herzen kund! kein Herr! im Himmel und auf Fluch entweihe ihren Mund. Erden soll deines großen Na 2. Sind alle Laster ein mens Ehr tief angebetet Verbrechen, wie ist des Flus werden. Wer deines Nachers Schuld dann schwer; mens Heiligkeit durch Låder Herr muß diese Sünde strung, Fluch und Schwur rächen: dies, dies erfordert entweiht, den treffen deine feine Ehr. Owie abscheulich Strafen. tastet man durch Fluchen 2. O wehe dem verwege seine Ehre an! nen Mund, der gerne flucht 3. Dem, der Gott fürch und schwöret! der macht den tet, macht es Schmerzen, größten Leichtsinn fund, der wenn er dein freches Flus so den Herrn entehret. Wer chen hört. Es wird die Uns oft so schwöret, fündigt oft. schuld junger Herzen durch Oweh ihm, wenn er unver- dein Exempel oft zerstört. hofft in seinem Leichtsinn Des Náchsten Zutraun min stürbe! dert sich; und was, was 3. Laß doch in meines hilft das Fluchen dich? Herzens Grund, Gott, deine 4. Gewinnt durch Flus Furcht stets wohnen; so werd chen dein Vergnügen? meinst ich auch mit meinem Mund du, das Fluchen stehe wohl? stets deines Namens scho willst du zu Reden Flüche nen, und nicht durch Fluchen fügen, daß man dich achten, ihn entehrn, nicht aus ge- fürchten soll? Vernünftige wohntem Leichtsinn schwórn, verachten dich: fluchst du nie mit der Bibel scherzen auch noch so fürchterlich. Mel. Wer nur den lieben Gottic. 384. 5. lerne deine Zunge einst wird er err, práge deis zwingen! bedenke Gottes nes Namens Heiligkeit! vors Selbstkenntniß und Demuth. 369. vors Gerichte bringen den, 4. Du kennest unsers der sich nicht vor ihm ge- Herzens Tiefen, die uns scheut! Gott sieht, Gott selbst unergründlich sind. hort, Gott richtet mich: dies, Drum laß nich oft und frecher Flucher, schrecke dich! jernstlich prüfen, wie ich, mein Gott, vor dir gefinnt: Selbstkenntniß und Demuth, ob ich, in Lieb und Leid, Mel. Wer nur den lieben Gottic mit Treu, dir folgsam und er bin ich? wel- jergeben sey? 385.2 che wichtge 5. Wer alles weiß, und Frage! Gott, lehre sie mich doch verborgen und unbez recht verstehn. Gieb, daß kannt sich selbst noch bleibt: ich mir die Wahrheit fage, wie will der für sein Bestes und laß mich achtsam auf sorgen? was ist, das den mich sehn. Wer sich nicht zur Beßrung treibt? Sich felbft recht kennen lernt, selbst recht kennen, ist Vers bleibt von der Weisheit stand; drum mache mich mit weit entfernt. mir bekannt. 2. Ich bin ein Werk von 6. Was mir zu meinem deinen Händen: du schufft heil noch fehlet, mein Vas mich, Gott, zu deinem Preis. ter, das entdecke mir. Hab Dazu mein Leben anzuwen ich der Wahrheit Weg ers den, das ist dein väterlich wäblet, so gieb, daß ich ihn Geheiß. Leb ich nun, als nicht verlier. Ach! leite mich dein Eigenthum, fo, wie ich mit deinem Licht, so täuschen foll, zu beinem Ruhm? mich Verführer nicht. 3. Ich bin ein Christ nach 7. Bin ich noch fern vom dem Bekenntniß: doch bin rechten Wege, der mich zum ichs, Herr, auch in der That? ewgen Leben führt, so bringe D! öffne du mir mein Ber- mich zurück vom Stege, der ständniß, recht einzusehn oblins Verderben sich verliert. ich den Pfad, den Jesus mir Gieb mir zur Begrung Luft gewiesen, geh? und ob ich und Kraft, du bists der bene auch im Glauben steh? des in uns schafft. U a 8. Ich 370 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. 8. Sch muß es einmal Tugend, o Herr, gedenke doch erfahren, was ich hier nicht! willst du mit deinen war und hier gethan. Knechten, wie sies verdie: laß michs nicht bis dahin nen, rechten, so trifft sie alle sparen, wo Reue nichts mehr dein Gericht. helfen kann. Herr, mach 5. Doch, wenn auch, dir mich hier zum Himmel klug zur Ehre, rein meine Tu und frey vom schnöden gend ware: weß ist dies Eir Selbstbetrug. genthum? wer ließ mich un terrichten? wer ließ in meis Mel. Nun ruhen alle 2c. nen Pflichten mein Glück 386.Gieb, Gott, wenn mich sehn und meinen ich dir diene, daß ich mich nie erkühne, 6. Wer schenkte, dich zu darüber stolz zu feyn! wer lieben, und dein Gebot zu kann bey seinen Werken, wie üben, mir Lust und Freudig oft er fehlet, merken? Wer keit? wer stärkte meine ist von Mängeln völlig rein? Kräfte im Heiligungsges 2. Such ich stets deinen schäfte? wer gab mir Muth Willen so eifrig zu erfüllen, und Sieg im Streit? als es dein Wort gebeut? 7. Daß ich das Gute trag ich der Zugend Bürde, wähle, das schaffst du! wenn aus Kenntniß ihrer Würde, ich fehle; so rufft du mich auch immer mit Zufrieden zurück. Du ziehst mich ab heit? von Sünden; du lässt mich 3. Entzieh ich mich den Gnade finden und giebst zu Sünden auch stets aus rech- meiner Beßrung Glück. ten Gründen? aus wahrer 8. Sollt ich mich deß er. Frömmigkeit? oft sind die heben, was du mir, Herr, guten Triebe nicht Früchte gegeben? hab ich zum Stolz deiner Liebe, nur Früchte ein Recht? könnt ich auch der Natur und Zeit. alles üben, was du mir vors 4. Der Sünden meiner geschrieben; wer bin ich? Jugend, der Mángel meinerlein geringer Knecht. In Selbstfenntniß und Demuth. 371 In voriger Melodie. der Eigenliebe Weihrauch as ich nun gu- streun. 387.2 tes habe, ist 6. Das núßlich anzuwen deine milde Gabe, du Ba- jden, was du mit Baterter alles Lichts. Mein Da- hånden mir gütig zuges seyn und mein Leben, ward wandt; dein treuer Knecht mir von dir gegeben, und zu werden; das sen mein ohne dich vermag ich nichts. Fleiß auf Erden! nur das 2. Sowohl Verstand als ist Demuth und Verstand! Kräfte zum núßlichen Geschäfte, hab ich aus deiner Mel. Wernurd, lieben Gott 2c. Huld. Dein ists, wenn gute 388. Mein Gott, du Thaten dem Vorsak wohl wohnest in der gerathen; an Fehlern bin Höhe, und siehst auf das, allein ich schuld. was niedrig ist! daß ich mich 3. Das Glück, des ich nie, vor dir, vergehe, der du mich freue, wer schafft mirs? ein Herr des Himmels bist; deine Treue, du Herr der so laß mein Herz, vom ganzen Welt! Du ordnest Stolze rein, der Demuth unsre Tage, ihr Glück und stets ergeben seyn. ihre Plage nur so, wie dir es wohlgefällt. 2. Was bin ich? ein Ges schöpf von Erde, ein Sún4. Soll ich mich denn er- der und des Todes Raub. heben, wenn mir in diesem Auch ich, ein Sterblicher! Leben viel gutes wiederfährt? ich werde einst sterben, und was hat dich, Herr, bewo- mein Leib wird Staub: das gen, daß du mich vorgezo- pråge tief in meinen Sinn; gen? bin ich auch jemals so reißet mich kein Hochdeffen werth? muth hin. 5. Ich bin viel zu geringe 3. Noch nie hat Hochmuth der Huld, die ich befinge; dirgefallen, du bist und bleibst und werd es ewig seyn. Oden Stolzen feind. Nur der laß michs nie vergessen; so gefällt dir unter allen, der. werd ich nicht vermessenlehne Stolz, vor dir erNa 2 scheint. 372 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. scheint. Der ist dein Freund, liebst des Herzens Nieder in der Welt Demüthigen drigkeit. sich beygesellt. 8. Sieb, daß ich mich nicht 4. Laß mich auf Christi überhebe, weil wir ja alle Vorbild sehen, der hier die Brüder sind; auch dem gee Demuth selber war. Denn ringern Ehre gebe, er ist sor sonst erhörst du nicht mein wohl, als ich, dein Kind. Flehen; ich stürze mich sonst Der Tod macht, war ich in Gefahr, daß mein Ge- noch so reich, mich doch dem bet, dir zum Verdruß, und ármsten Bruder gleich. mir zuründe, werden muß. 9. Auch laß mich dir bey 5. Nicht meiner, sondern allem Leiden in Demuth undeiner Ehre, laß all mein terwürfig seyn. Dort wirft Thun gewidmet seyn: das du mich mit Ehre kleiden, mit ich deinen Ruhm ver- auf ewig laben und erfreun. mehre; so pråge mir mit Denn wer sich selbst ernie: Nachdruck ein: ich sey nicht drigt hier, steht dort gewiß werth der Gnadenkraft, die erhöht vor dir. alles Gute in mir schafft. 6. Hått ich sonst alle Tu- Mel. Alle Menschen müssen 26. gendgaben, und hätte doch die Demuth nicht; so würde 389.Sen nicht stolz, Geschopf von ich den Ruhm nicht haben, Erde, sey nicht stolz, und der gilt vör deinem Ange- fürchte dich! Gott ists, der ficht. Die Demuth, die dein auch dir rief: werde! der dir Wert mich lehrt, giebt jeder sagt: dein Gott bin ich. Tugend ihren Werth. Alles hab ich dir gegeben. 7. Regiere mich, daß ich Brauche mir zum Ruhm bescheiden und demuthsvoll dein Leben; frage, wozu gab im Herzen sey, daß ich den ichs vir? und durch Des Grolz mog ernstlich meiden, muth danke mir. nicht blos aus Schein und 2. Owas rühmt ihr eure Heuchelen; du siehst nicht Werke? Menschen, was ers auf das schlechte Kleid, du hebt ihr euch? machet ihr euch Gottgefällige Selbstliebe. 373 euch selbst, an Stárke, Weis- Tod der Knechte; und wie heit und Vermögen, reich? herrlich krönte Gott ihn nach wollt ihr euch des Gebers seinem Kreuzestod! schámen? ders euch gab, der 6. Ihn rief Gott hinan Fanns auch nehmen. Send zum Throne aus der tiefsten nicht sicher, feyd nicht kühn, Niedrigkeit; denn er sprach noch undankbar gegen ihn. zu seinem Sohne: herrsche 3. Weh den Stolzen, nun in Ewigkeit. Seine wch den Spöttern: schreck Treuen zu belohnen, kommt lich werden sie vergehn! er einst mit Ehrenkronen Sünder, die sich selbst ver- und ertheilt vor seinem göttern, werden nicht vor Thron ihnen ihrer Demuth Gott bestehn. Die nur.john. welche seinen Willen de muthsvoll und treu erfüllen, die, so ihn und sein Gebot ehren, haben Ruhm vor Mel. O Gott, du frommer 2c. Gott. Gottgefällige Liebe zu fich selbst. mein Gott, 4. Nie den Bruder zu ver- 390. Dein Wille ists, achten, sey uns ewig theure ich soll mich selber lieben. Pflicht; stolz sich zu erhe- jO laß mich diese Pflicht ben trachten, führt zum Fall, nach deiner Vorschrift üben ziemt Christen nicht. So und schränke selbst den Trieb wie Christus, allen dienen, froh und beglückt zu seyn, auch den niedrigsten aus ih- den du mir eingepflanzt, in nen, ohne bittern Stolz, und heilge Gränzen ein. gern: das ist Gnade vor dem Herrn. 2. Gieb daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, 5. Jesu gleich gesinnt zu und daß in allem ich dein werden, eifrig streben sollten Auge kindlich scheue. Wer wir; er erschien ben uns auf als ein Christ sich liebt, der Erden, und wie niedrig ward flieht auch als ein Christ, er hier! der vollkommenste was wider deine Furcht und Gerechte ftarb, für uns, den Menschenliebe ist. A a 3 3. Kein 374 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. 3. Kein schnöder Eigen- 7. O felig! werdarnach nuk beherrsche meine Seele! mit heilgem Eifer trachtet, und wenn zu meinem Glück und für sein größtes Glück, ich Weg und Mittel wähle; Gott, deine Gnade achtet. so laß mich stets dabey aut Der liebt allein sich recht, Recht und Wahrheit schaun; der findt schon in der Zeit auch nie mein Wohlergehn die wahre Ruh, und einst auf andrer Elend baun. vollkommne Seligkeit. 4. Dein Fluch trifft jedes 8. Das sey mein Zweck, Glück, dabey die Zugend mein Fleiß. Ofegne mein leidet, dabey der, der es Bemühen! so wird das sucht, Gott, deine Wege wahre Wohl nicht meinem meidet; wer Unrecht liebt Wunsch entfliehen; so flieh und thut, erbt deinen Him- ich vor dem Pfad der lasters mel nicht. Nie treffe mich, haften Welt und liebe mich o Gott, dies schreckliche selbst so, wie es dir wohl Gericht! gefällt. 5. Nie blende mein Semüth der Eitelkeiren SchimSorge für die Seele. mer. Die Welt mit ihrer Mel. Kommt her zu mir, 2c. Lust vergeht doch einst auf! immer. Was hilft uns Seele großen kurze Lust? was hilft uns Werth, den mir dein theus eitle Pracht? nicht ein ver- res Wort erklärt, laß mich ganglich Gut ists, was uns mit Ernst bedenken; und glücklich macht. auf die Sorge für ihr Wohl 391, Herr! meiner 6. Ein Gott ergebnes so unermüdet, als ich soll, Herz, ein unverleßt Gewis- den größten Eifer lenken. fen, nur das kann uns allein 2. Wie hoch ist sie vor dir des Lebens Laft verfüßen; geacht; welch Glück hast du das bleibt uns auch im Zod, ihr zugedacht! wie viel an und folgt uns aus der Zeit sie gewendet! du schufft fie, zum großen Segen nach bis Gott, dein Bild zu seyn: in die Ewigkeit. und hast, vom Fluch sie zu bes Anten Seelsorge. 375 befreyn, selbst deinen Sohn hier im Fleisch noch leb, laß gesendet. mich im Glauben leben an 3. Zu groß für diese kurze Jesum Christum, der auch Zeit, bestimmt zum Glück mich so hoch geliebet, daß er der Ewigkeit, wohnt sie im sich für mich auch hingegeben. Leib der Erden; durch Glau- 8. In meiner ganzen Pile ben und Gottseligkeit, zu grimschaft laß mich, gestärkt größerer Bollkommenheit durch deine Kraft, nach jenem im Himmel reif zu werden. Kleinod trachten, das mir 4. Mit großer Treue dein Ruf vor Augen stellt, willst du sie, selbst durch des und alle Leiden dieser Welt Lebens kurze Müh, zu die- wie nichts dagegen achten. fem Ziele führen. O lag 9. Wie selig werd ich mich nicht durch eigneSchuld dann nicht seyn! schon hier das Heil, das deine Bater- wird dann mein Herz sich huld ihr zugedacht, verlieren! freun, in dir, Gott, ruhig 5. Nach dir, o Gott, ge- leben; und du wirst, nach bildet seyn, mich ewig deiner vollbrachter Zeit, auch mich Güte freun, und dich zum gewiß zur Herrlichkeit in Troste wählen; das sey deinem Reich erheben. mein Fleiß und höchster 3weck! laß mich dazu den Mel. Allein Gott in der Höh zc. rechten Weg, aus Leichtsinn 392.Nach meiner Sees verfehlen. 6. Wer böse ist, bleibt lag, Herr, mich eifrig ringen. nicht vor dir. Drum schaffe! Sollt ich die kurze Gnadenfelbst, o Gott, in mir ein zeit in Sicherheit verbrin Herz, das Sünden haffet, gen? wie würd ich einst vor das seine Schuld vor dir dir bestehn? wer in dein bereut, und das zu deiner Reich wünscht einzugehn, Gütigkeit durch Christum muß reines Herzens werden. Hoffnung faffet. 2. Erst an dem Schluß 7. Gieb, daß ich dir mich der Lebensbahn auf seine ganz ergeb; und was ich Sünde sehen, und wenn man ( a 4 nicht 376 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. nicht mehr sundgen kann, Dingen trachten, und was Gott um Erbarmung flehen, mir daran hinderlich, mit das ist der Weg zum Lebensedlem Muth verachten. nicht, den uns, o Gott, Daß ich auf deinen Wegen dein Unterricht in deinem geh, und im Gericht ders Wort bezeichnet. leinst besteh, sey meine größte 3. Du rufft uns hier Sorge. zur Heiligung; drum lag 7. Doch, was vermag ich, auch hier auf Erten des wenn du nicht vor Trägheit Geistes wahre Besserung mich beschüßest, und mich mein Hauptgeschäfte wer- zur Treu in dieser Pflicht den. Herr, stårke mir dazu mit Kräften unterstühest? den Trieb. Nichts sey solo stärke mich, mein Gott, groß, nichts mir so lieb, dazu, so find ich hier schon das ich ihm nicht aufopfre. wahre Ruh, und dort das 4. Gewann ich auch die ewge Leben. ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden; was hülfe mirs; Mel. Gott des Himmels 26. kann auch die Welt mit Bewahrung eines guten Gewissens. Muß allem, was sie in fich hält, 393.Herr, mein Gott, ein gut Ge mir deine Huld ersehen? wissen ist des Menschen 5. Was führt mich zur größter Ruhm. Zufriedenheit schon hier inser alles andre miffen, bleibt diesem Leben; was kann ihm doch bies Eigenthum. mir Trost und Freudigkeit Theuer sey mir stets dies auch selbst im Tode geben? Gut; denn es giebt getroften nicht Menschengunst, nicht Muth. irdisch Glück; nur Gottes 2. Aber ein verleßt Ges Gnade und der Blick auf wissen klagt vor dir den jenes Lebens Freude. Sünder an; dámpft ers 6. Nach diesem Kleinod, gleich, und will nicht wissen Herr, laß mich vor allen was er Böses hat gethan; tritt Bewahrung eines guten Gewissens. 377 Sein tritt es doch zulest empor, jwissen! wer dieses hat, der und hält ihm die Sünde vor. hat auch Muth, wenn ans 3. Mogen doch der Spots dre zagen müssen. ter Rotten, die nur Flet- ruhig Herz erzittert nicht, schesluft ergößt, über das ihn schreckt nicht Tod, nicht Gewissen spotten, es erwa- das Gericht: denn mit dir chet doch zuleht, und straft hat er Friede. des Verachters Herz nun! 2. Sich deines Beyfalls, mit desto größerm Schmerz. Gott, bewußt, rühmt er sich 4. Herr, von dir kommt deiner Gnade. Dein Friede alles Gute, mache mein Ge- wohnt in seiner Brust; und wissen rein; ich will dir mit wer ist, der ihm schade? Auf frohem Muthe unterthan dich sieht er, bey aller Noth, und eigen seyn; begre mei- womit die Zukunft ihn bez nen Geist und Sinn, bis ich droht. Ihn tröster deine dir ganz folgsam bin. Vorsicht. 5. Stárke mich dabey im 3. Trifft ihn auch hier zuGlauben, mach mich Christo weilen noch die Geißel böser gleichgesinnt; so bin ich, Bungen; wird seines Hers wennhasserschnauben, Fein- zens Ruhe doch dadurch nicht de auf mich zornig sind, doch ganz bezwungen. Er húter getroft und zage nicht; weil sich vorUlebelthat, und denkt: die Unschuld für mich spricht. Gott kennt des Herzens 6. Fliehen will ich jeden Rath und wird die Unschuld Handel, wo man falsche retten. Ránke schließt; weil ein sol. 4. Sein Geist sieht mit cher Lebenswandel wider Zufriedenheit der künftgen das Gewissen ist. Feft will Welt entgegen. Die giebt ich darauf beruhn: nichts zu ihm Muth und Freudigkeit scheun, und recht zu thun. auf allen seinen Wegen. Mel. Allein Gott in der Höhe. Denn dort macht selbst, o 394. welch ein un- Herr, dein Mund den wahren schäßbares Werth der Menschen kund; Sut ist, Herr, ein rein Ge- da wird der Fromme siegen. Na 5 5. Go 378 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. 5. So hilf denn, daß ich bezeuget, daß ich begnadigt mir zum Heil, ein unverleßt bin; wenn mich dein Trost Gewissen, des Lebens allers erquicket, so oft mich Trüb. bestes Theil, zu haben sey sal drücket; wie unschäßbar befliffen. Mit dir, Gott, ist mein Gewinn! ausgeföhnt zu seyn, dein hei- 3. Sollt ich dies frohe les lig Recht nicht zu entweihn, ben für Luft der Sünde ges das sey mein größter Eifer. ben; und dann die innre 6. Des richtigen Gewis- Pein, mich selber zu verkla. fens Spruch laß mich stets gen, in meinem Busen tras folgsam ehren; und immer gen; groß würde meine aufmerksam genug auf seine Thorheit seyn! Warnung horen. Erinnerts 4. Denn folget einst Vers mich an meine Schuld, so laß derben aufs Laster; kommts mich, Bater, deine Huld voll zum Sterben; welch schrecks. Reu und Glauben suchen. liches Gericht! dann zu sich 7. Mit deiner Gnade sagen müssen: ,, ich konnte tröfte mich, und stárke meinelmir verschließen den Weg Seele, daß sie vor Sünden zum Fall; und that es húte sich, und nie aus Vor- nicht. fak fehle; denn, wer nur rei- 5. Sein eigen Herz bes nes Herzens ist, hat immer kämpfen und seine Neigung dich, durch Jesum Chrift, dámpfen, ist freylich schwere Allwissender, zum Troste. Pflicht: doch wenn wir uns Mel. Nun ruhen alle 2c. besiegen, welch seliges Vers 395. Gin ruhiges Ge- gnügen gewährt der Pflicht wiffen lag Bollbringung nicht? Herr, mich stets genießen! 6. Nichts kann im Wohl tenn hab ich dieses nur; so ergehen, so unser Glück ers schreckt in solchen Tagen, wo höhen, nichts als ein ruhig andre ängstlich klagen, mich Herz. Das schaffet innre weiter nichts in der Natur. Freuden selbst in den größten 2. Wenn meine Sünde Leiden, und macht zur Wohls schweiget, und mir dein Geist that selbst den Schmerz. 7. Die Leibespflege und Mäßigkeit. 379 7. Die Güter zu verach- náhren, das ist, o Schöpfer, ten, wornach die Thoren meine Pflicht: muthwillig fchmachten, was giebt uns seinen Bau versehren, verdazu Muth? was tröstet bietet mir dein Unterricht. Gottes Kinder beym Spotte O stehe mir mit Weisheit frecher Sünder? ein ruhig ben, daß diese Pflicht mir Herz; dies größte. Gut. heilig sey. 8. Zu dir gen Himmel 2. Sollt ich mit Vorfah schauen, o Gott, und mit das verlehen, was zur Ers Vertrauen sich rühmen: ich haltung mir vertraut? sollt bin dein! ich unter den Er- ich gering ein Kunststück lösten, darf deiner Huld mich schäßen, das du, als Schötrösten, welch Glück, mein pfer, selbst erbaut? weß ist Gott, kann größer seyn? mein Leib? er ist ja dein; 9. Olaß mich, im Ge- sollt ich denn sein Zerstörer wiffen, einst diesen Trost seyn? genießen, wenn alles von mir] 3. Thn zu erhalten, zu weicht; wenn ich den Lauf beschüßen, giebst du mit vollendet, und sich mein Le milder Vaterhand die Mitben endet: so wird mir selbst tel, die dazu uns núßen, unt das Sterben leicht. zum Gebrauch giebst du 10. Ja laß, zu allen Zei- Verstand. Dir ist die Sorge ten, mich deine Weisheit nicht zu klein; wie? sollte leiten, und mache selbst mich sie es mir denn seyn? treu! zum Fleiß in guten 4. Gefunde Glieder, muns Werken, laß mich die Hoffstre Kräfte, o Gott! wie viel nung stårken, daß selbst der sind die nicht werth; wer Tod mein Leben sey. taugt zu der Berufsgeschäf te, wenn Krankheitseinenleib beschwert? ist nicht der Erde größtes Gut, Gesundheit zien Mel. Wer nur den lieb. Gott: c. und ein heitrer Muth? es Leibes war396.Des 5. So laß mich denn mit ten und ihn Sorgfalt meiden, was meis nes Vorsichtige Leibespflege und Mäßigkeit. 380 Beweis der Gottfeligkeit und Tugend. nes Körpers Wohlseyn stórt,| ben, wodurch uns, Herr daß nicht, wenn seine Kräfte dein Wohlthun nährt, und leiden, mein Geist den in- die, so Geist als Lelb zu nern Vorwurf hört: du laben, uns täglich deine felb ft bistSidrer deiner Ruh, Hand gewährt! auch das, du zogst dir selbst dein Ule- was unser Mund genießt, bel zu. zeigt uns, wie freundlich, 6. Laß jeden Sinn und Gott, du bist. alle Glieder, mich zu bewah- 2. Du giebst uns Brod ren, achtsam seyn; drückt für unser Leben, und, unfre mich die Laft der Krankheit Herzen zu erfreun, giebst du nieder, so flöße selbst Geduld den traubenvollen Reben mit mir ein. Gewähr auch dann segensreicher and den mir auten Muth, und segne, Wein. Wie angenehm ist was der Arzt dann thut. der Genuß von dem, was 7. Doch gieb, daß ich nicht uns ernähren muß? übertreibe, was auf des Lei- 3. Doch laß die Kraft, bes Pflege zielt; nein, stets uns zu vergnügen, die du in in jenen Echranken bleibe, Speis und Trank gelegt, die bein Gefeß mir anbe mich nie, o Höchster, so bes fiehlt. Des Körpers Wohl siegen, daß sie zum Schwels laß nie allein den Endzweck gen mich bewegt. Laß, deis meiner Sorgen seyn. ner Gaben mich zu freun, 8. Mein größter Fleiß mich måßig im Genusse auftieser Erde sen stets auf seyn. meinen Geist gericht. Daß 4. Mit Speis und Trank er zum Himmel tüchtig wer- sein Herz beschweren, steht de, eh dieses Leibes Hütte niemals wahren Christen bricht; baru, Herr, segne an. Dadurch wird das, meinen Fleiß, so teb ich stets was uns ernähren und une zu deinem Preis. fern Geist erquicken kann Mel Wer nur den lieb. Gott e. ein Gift, das in die Adern 397.23ie mannigfaltia schleicht, und Krankheit, find die Ga- Schmerz und Tod erzeugt. 5. Die Keuschheit. 381 5. DieSchwelgerey raubt Drum fleh ich demuthsvolluns die Kräfte zu dem, was zu dir, o schaff ein reines uns die Pflicht gebeut, macht Herz in mir! tråge zum Berufsgeschäfte, 2. Die Wollust kürzet une untüchtig zur Gottseligkeit; fre Tage; fie raubt dem erweckt Unordnung, Streit Körper seine Kraft; und Ars und Bank, und hindert den, muth, Seuchen, Schmerz Gott schuldgen, Dank. und Plage sind Früchte ih 6. Wer sich den Bauchsrer Leidenschaft. Der haft zum Gott erkoren, unmás sich selber, der sie übt, und fig deine Gaben braucht, der sich in ihre Fesseln giebt. geht des Himmelreichs ver 3. Wie blühte nicht des Loren, zu dem kein Knecht Junglings Jugend, eh ihn der Lüfte taugt. Gott, laß der Wollust Reiz berhört! mich ja die Lafter scheun, und doch er vergaß den Weg der mäßig stets und nüchtern Tugend; und seine Kräfte seyn. sind verzehrt. Verwesung 7. So oft ich Speis und schåndet sein Gesicht, und Trank genieße, so laß es mit predigt Gottes Etrafges Vernunft geschehn, und, daß richt. ich beydes mir verfüße, mit Dank auf dich, den Geber, febn; auf dich, der du uns zärtlich liebst, uns Nahrung und Erquickung giebst. Reuschheit. Mel.er nur den lieben Gottic 398.Der 4. Die Wollust raubt dem Herzen Stärke, schwächt den Verstand, der Seele Licht; sie raubt den Eifer edler Werke; und Ernst und Luft zu jeder Pflicht. Sie führt Reu und Gewissenschmerz in das ihr hingegebne Herz. er Wollust Reiz 5. Der Mensch sinkt uns zu widerstre- ter ihrer Bürde zur Niedrigben, laß, Höchster, meine feit des Thiers herab; er Weisheit fenn. Sie ist schåndet und entehrt die ein Gift für unser Leben, und Würde, die ihm sein weiser ihre Freuden werden Pein, Schöpfer gab, vergißt den Zweck 382 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. 3weit, dazu er lebt, weil Freund der Rüchternheit. er nach niedern Lüsten strebt. Laß Speis und Trank dich 6. So schimpflich sind der nie beschweren und steure Wollust Bande! schon vor deiner Sinnlichkeit. Sey der Belt sind sie ein Spott. deiner Schwachheit dir bes Sie sind vor dem Gewissen wußt und meid oft, selbst Echande, und noch weit mehr erlaubte, Lust. vir dir, o Gott! Wer sich in 2. Sen, um die Wollust ihre Knechtschaft giebt, wird zu verhüten, stets schamhaft nie von dir, o Gott, geliebt. gegen deinen Leib; laß nicht 7. Du wirst den wiederum dein Auge dir gebieten; flieh verderben, der deinen Tem- eitlen Scherz und Zeitvers pel hier verdirbt. Dein treib. Des frechen Wit Himmelreich wird niemand lings freyer Echerz ernieerbent, in dem die bose Lust brigt und verdirbt dein nicht stirbt. Drum laß mich Herz. ihre Meizung fliehn; und, 3. Entzieh der Wollust keusch zu seyn, mich stets ihre Kräfte im Schweiße bemühre. deines Angesichts. Der Une 8. Gieb, daß ich allen bo- schuld Schußwehr sind Ges sen lüßen mit Muth und schäfte; nichts thun, das Nachdruck widersteh, und Neg des Bösewichts. Bey stets daivider mich zu rüsten, Trägheit und bey Müssigauf dich, Allgegenwärtger, gang, besiegt uns jeder böse seb. Wer dich, o Gott, Hang. Say vor Augen hat, flieht auch 4. Willst du der Wollust verborgue Missethat. Trieb bekämpfen, eh er die Freyheit dir verwehrt; fo such ihn früh in dir zu dámpfen. hat ihn dein Herz zuvor genährt, und du hast In voriger Melodie. 399. Willst du dem ihn nicht gleich erstickt; fo Reiz zur wird er schwerlich unter5. Oft Beförderungsmittel der Reuschheit. Wollust wehren; so sey eindrückt. husu Borsichtigkeit im Umgang. 383 5. Oft tauschen dich des 9. Denk oft den måchtiLasters Triebe und du er gen Gedanken: die Unblickst nicht die Gefahr: oft schuld ist der Seele Glück! wird das unerlaubte Liebe, erhalte, fångst du an zu wans was anfangs nichts, als ken, dich noch von deinem Freundschaft war. Ein lan- Fall zurück. Dirgiebt dein gerlimgang macht dich dreist ganzer Lebenslauf sie nicht und du vergißt was Un- zurück; giebst du sie auf! schuld heißt. 10. Drum fliehe vor der 6. Dein fühlend Herz Wollust Pfade und lockt dich wird sichs verzeihen, daß es schmeichelnd ihre Bahn: so des Lasters Trieb ernährt; rufe brünstig Gott um Gnae es wird nur seinen Ausbruch de und Weisheit in Versus scheuen, weil dieser vor der chung an. Erzittre vor dem Welt entehrt, die kleinen ersten Fall! denn sonst fällst Fehler übersehn, und so zu du mehr, als Einmal! großen übergehn. 7. Ists Sunde nur, die That vollbringen? macht vorsichtigkeit im Umgang mit andern. dußre Reuschheit tugend- Mel. Es wolle uns Gott 2c. haft? sollst du nicht auch den Trieb bezwingen, nicht auch 400. Gott, der du zur Weisheit den Wunsch derleidenschaft? führst, du Bater meines Le foll blos dein äußrer Wan- bens! wenn du mein Leben del rein, folls nicht auch deine nicht regierst, fo leb ich hier Seele seyn? vergebens. Der, wen dein 8. Begierden find es, Geist nicht neu gebiert, der die uns schånden, und die bleibt der Sünd ergeben; verlehen unsre Pflicht, auch und wen die Sünde noch reohne daß wir sie vollenden. giert, der ist zum rechten Drum rúhme dich derKeusch- Leben noch nie hindurch ges heit nicht; es sey denn, daß drungen. du, durch den Geist, der Lüfte 2. Darum verleihe deine Herrschaft dich entreißt. Snad mir, deinem schwachen Kinde, 384 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. Kinde, daß ich erwählt der Schand haten üben lehret. Tugend Pfad und meide Die Luft, die nur den Leib stets die Sünde. Behüte ergößt, wird leicht der Weg meinen Mund, daß mir kein zur Hölle; und was die schlüpfrig Wort entfalle, Welt für Freude schäßt, vielmehr von meinen Lippen ist oft des Lasters Quelle, dir ein dankbar Lob erschalle, und wird mit Reue quds den Nächsten zu erbauen. len. 3. Bewahre, Gott, mein 6. Hilf, daß mein Ohr Ohr, daß ich nicht gern die nichts lieber hört, mein Spotter hore, damit in Geift nichts lieber denket, meinem Glauben mich des als was die Tugend stärkt frechen Mund nie störe; laß und nährt, und Luft zum mich der Läfterzunge Gift Guten schenket; was mich zum Schmähen nie verfüh- zu jenem Lichte bringt, wo ren, und wenn ihr Pfeil man bey dir stets lebet, dein den Nächsten trifft, so múffe Lob mit allen Engeln fingt, mich dies rühren, mich sei den Heiland stets erhebet, ner anzunehmen. und sich ihm ähnlich schauet. 4. Die Augen, Gott, bes wahre mir vor unverschämten Blicken; laß mich, aus heilger Scheu vor dir, die Mel. Ø Gott, du frommer 26. Unschuld nie berücken; was 401. Du haft uns, reine Sitten aufrecht hält, die danach laß mich stets trach- Pflicht zur Arbeit auferles ten; was dir, o Bater! get, and Fleiß in dem Bes wohlgefällt, laß mich am ruf uns ernstlich eingeprás höchsten achten, was üppig get: der tråge Müffiggang ist vermeiden. lift dir, o Gott, verhaft, für 5. Behúte mich vor uns der Laster Neh, und une Schwelgeren; die leicht das ferm Nächsten Last. Herz beschweret; vor Trun- 2. Nach deiner Ordnung, Fenheit, die ohne Scheulherr, laß willig mich beques men. Urbeitsamkeit und Berufsi treue. Arbeitsamkeit und Berufstreue 385 men, die Bürden des Be-] 2. Wer das zu seinem rufs getrost auf mich zu neh- Hauptzweck macht, vor ihm men. Wird gleich mein An- gerecht zu werden, und erst gesicht mit saurem Schweiß nach seinem Reiche tracht't beneht; genug daß du mich dem giebt er auch auf Erden, felbft in dem Beruf geseßt. vom irdschen Gut mit mile 3. Bewahre nur mein der Hand, so viel beym Fleiß Herz vor bangen Nahrungs- in seinem Stand, als ihm forgen. Gieb mir mein tag- wahrhaftig nüßet. lich Brod, und sorge Du 3. Gott ist der Frommen für morgen.Laß mich an mei- Schild und Lohn: und krónt nem Theil, das Meine fleißig er sie mit Gnaden, was sollte thun, und dann mit Zuver- jihrer Feinde Hohn und sicht in deiner Fügung ruhn. Misgunst ihnen schaden? 4. Ach! fördre, großer Mit seinem Schuß bedeckt Gott, die Werke meiner er sie, und fegnet, bey des Hände. Hilf mir, bey mei- Lebens Müh, ihr Herz mit nem Thun, im Anfang und Trost und Hoffnung. am Ende. Laß mich bey 4. Drum gieb, Gott, meiner Last auf jenen Sab: daß ich auf dich bey meiner bath sehn, da wir, nach Arbeit sehe. Mit Licht und treuem Fleiß, in deine Ruhe Weisheie segne mich, daß gehn. ich nie Wege gehe, die mir Mel. Sey Lob und Ehr dem zein heilig Wort verbeut. ott ists, der das Nach deines Reichs Ge402. Gott Vermogen rechtigkeit, laß mich vor schafft, das Gute zu voll- allem trachten. bringen; er giebt zur Arbeit 5. Laß Müssiggang und Muth und Kraft, und läßt Trägheit mich, als dir missie uns gelingen. Was man fällig meiden, und hilf, daß mit ihm nur unternimmt, ich, gestärkt durch dich, voll wird, wenns mit seinem Muth, mit Luft und FreuWillen stimmt, nicht ohne den in meinem Stande Fortgang bleiben. Ithätig sey! dein Segen And 33b krone 386 Beweiß der Gottseligkeit und Tugend krone meine Treu, daß sie hohlen werd ich mich nur auch andern nüße. dann, wenn ich an Kraft 6. Sep überall, mein erschöpft, mich kann zu Gott, mit mir! die Werke neuer Arbeit, stärken. meiner Hånde, befehl ich. 4. Weck mich zum Fleiß Allerhöchster, dir; bilf, daß und laß mich nicht die Zeit, ich sie vollende zu deinee mit Nebendingen, die weit großen Namens Preis, daß entfernt von meiner Pflicht, mir die Frucht von meinem verschwenderisch verbringen. Fleiß in jenes Leben folge. Das múffe mein Bergnügen Mel. Seyy Lob und Ehr dem zc. seyn, mich den Geschäften 403.3ur Urbeit, nicht ganz zu weihn, die du mir zum Müssig- auferlegt. gang sind wir o Herr, auf! 5. Ein heilger Trieb bes Erden. Drum laß mich doch lebe mich, o höchster, meine mein Lebenlang kein Knecht Pflichten in deiner Furcht, der Trägheit werden. Gieb gestårkt durch dich, mit Freus mir Verstand und Luft und den zu verrichten. Ein Herz, Kraft, geschickt, treu und das sich des Guten freut, gewissenhaft mein Werk hier giebt zu der Arbeit Munters zu verwalten. feit, perfüßt uns ihre Lasten. 2. ,, Hast du ein Amt, fo 6. Laß mich vor dir, Herr, warte sein": das ist, o Gott, unverrückt mit einem here Dein Wille. O flöße selbst gen wandeln, das Geiß und den Trieb mir ein, daß ich Ehrsucht nie bestrickt. Ges ihn treu erfülle. Hilf mir, wissenhaft zu handeln; mein daß ich von Zeit zu Zeit, an leben deinem Dienft zu Einsicht und an Tüchrigkeit weihn: so nüglich als ich zu meinem Amte, wachfe. Fann, zu seyn: das sey mir 3D Herr! vor träger Ehr und Reichthum. Weichlichkeir wollst du mein) 7. Dir zu gefallen, fey Herz bewahren: so werd mein Ziel ben allem, was ich aus Gemächtichkeit nie ich thue! so bat, es gehe wie meine Kräfte sparen. Er- les will, doch mein Gewissen Ruhe. 369 387 Rechter Gebrauch der Lebenszeit, Ruhe. Denn wer dir, Heiz 3. Gieb mir fleißig zu bes ligster! misfällt, was nüßet denken, wozu ich gesehet bin. dem die ganze Welt mit Laß durch deinen Geist mich allen ihren Schätzen? lenken, und regiere meinen 18. Laß mich den weltli- Sinn, daß ich, als dein chen Beruf niemals geringe achten, das Werk, wozu dein Rath mich schuf, als Gottesdienst betrachten; damit ich einst in jener Welt, die mich 4. Sieb, daß ich durch den Engeln zugesellt, zu hd- Müffiggehen keine Zeit vers hern Würden steige.schwenden mag: laß mich achtsam dahin sehen, daß ich Mel. Werde munter mein 2c. jeden Lebenstag so anwende 404.Herr! nichts gue daß ich dir stets ergebner treuer Knecht, was gebeut dein heilig Recht, wohlerwåg, und deinen Willen suche treulich zu erfüllen. tes kann auf werde hier, und mein Fleiß Erden blos durch unsern stets deine Ehre, auch des Fleiß allein, ohne dich ver- Nächsten Wohlfarth, mehre. richtet werden, nur von dir 5. Dann darf ich mich kömmt das Gedeihn. Steht meines Lebens stets vor dir, uns deine Batertreu nicht mein Gott, erfreun; mein mit Rath und Hülfe bey, Bemühn wird nicht verges was kann dann der Mensch bens, niemals ohne Segen vollbringen? welche That seyn: du giebst mir gewiß kann uns gelingen? mein Gott, was zu diesem Le 2. Gieb zu jeglichem Ge- ben noth, und mein ruhiges schäfte, das ich hier verrich- Gewissen wird mir selbst den ten soll, du mir Weisheit, Tod versüßen. Lust und Kräfte, daß es mir Rechter Gebrauch der Les gerathe wohl. Laß mich dei co@ benszeit, nen Segen fehn; laß mein Mel. Jesus meine Zuversicht ic. Thun von Statten gehn, und 405.Großer Schöpfer, wasichwohl angefangen zum Herr der Zeit: gewünschten Ziel gelangen. Imache mich, bis an mein 26 2 Ende 388 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. Ende, dazu wachsam und bes 6. Lehre mich Gott, daß reit, daß ich recht die Zeit die Frist, die du mir noch anwende, die mir noch dein zugemessen, wie ein schneller weiser Rath in der Welt be- Strom verfließt; laß mich schieden hat. and nimmermehr vergessen: hier 2. Ach wie flügelschnell sey die Erziehungszeit zu entfliehn Jahr und Tage, dem Glück der Ewigkeit. Zeit und Stunden: eh mans 7. Såen laß mich hier mit denkt, sind sie dahin wie Fleiß zu der Erndte jenes ein Augenblick verschwun- Lebens. O wie glücklich, den. Der ist flug, der daß ich weiß, dies geschehe feine Zeit núßlichen Ge- nicht vergebens. Gieb, daß schaften weiht.und ich stets Saamen ftreu, dessen 3. Herr! vergieb mir vázlich mich ewig freu! terlich, daß ich manche Zeit Mel. Jesus meine Zuversicht 2. undStunde übel angewandt, ich hab von daß ich, oft mit Herzen, deiner Treu, Hand und Munde das geslmir zum Heil noch Zeit in liebt, und das gethan, was hånden. Gieb doch, daß ich mir Kummer machen kann. sorgsam sey, sie auch weislich 406, er, i 4. Dir sen Preis; du anzuwenden. Denn wer weiß, schenkest mir jetzt noch Zeit wie bald zur Gruft deiner und Raum zur Buße. Nun Vorsicht Wink mich ruft? ich komm, und falle dir mit 2. Unaussprechlich schnell Gebet und Flehn zu Fuße; entfliehn die uns zugezählten und mein ganzes Herz bereut Stunden: eh mans denkt, meine schon verlorne Zeit. sind sie dahin und auf ewig 5. Wiederbringen kann uns verschwunden. Nies ich nicht, was von meiner mals kehrt ein Augenblick, Zeit verschwunden. Doch, uns zum Heil davon zurück. wenn ich nach meiner Pflicht 3. Laß bey ihrer Flüchtigs beffer núße meine Stunden, keit mich, mein Gott, doch als bisher von mir geschehn; nie vergessen, wie unschäßso vergiebst dumein Bersehn.( bar sey die Zeit, die du hier uns Rechter Gebrauch der Lebenszeit 389 uns zugemessen; wie was das du, mir Gott, gegez hier von uns geschieht, ewge ben? ein unschäßbares Gut! Folgen nach sich zieht. du gabst mirs; hier auf Er4.Reiße mich dadurch zum den zum Himmel reif zü Fleiß, eh die Zeit des Heils werden, worauf mein wahverlaufen, mir zur Wohlres Glück beruht. fahrt, dir zum Preis noch 2. Hier wird die Saat die Stunden auszukaufen, gestreuet, dort erndtet man die zu meiner Seligkeit erfreuet der Zugend Früchte deine Gnade mir verleiht. ein. Je mehr ich Gutes übe, 5. Deine schonende Ge- Gott und den Nachsten liebe, duld trage mich Gott! nicht je größer wird mein Glück vergebens: ach, vergieb mir dort seyn. meine Schuld, daß so man3. Sollt ich dies Glück chen Theil des Lebens ich mir rauben? o Herr, lag zu meiner Seelen Wohl nicht gebraucht, so wie ich soll. mir, im Glauben der künfts gen Erndtezeit, mein Leben 6. Laß mich meine Beffe auf der Erden so werth und rung für mein Hauptge- wichtig werden, als es mir schäfte achten, und nach mei- selbst dein Wort gebeut. ner Heiligung mit so treuem 4. Das Leben sich verkürz Eifer trachten, als erwartete zen, sich selbst in Trubsal noch heut mich Gericht und stürzen; ist Undank gegen Ewigkeit. Gott. Doch groß ists: Lei7. Deine Gnade fteh mir den tragen, sein Leben mubey, daß mein Leben auf der thig wagen, wenn Pflicht es Erde reich an guten Früch- heischt und sein Gebot. ten sey und dem Nächsten 5. So sen dann dir mein nüßlich werde. Und ist einst Leben, o Herr, zum Dienst mein Ende da, o so sey mit ergeben! wer nach der Zus Trost mir nah! gend strebt: wer Gott und Mel. In allen meinen Thatenze. Menschen liebet, im Wohl 407.Was ist mein thun sich stets übet, hat lanzeitlich Leben, lge und auch gut gelebt. Bb3 Mel. 390 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. Mel. Wer nur den lieb, Gottic.ligkeit geübt; den nächsten 408. Wo eilt ihr hin, als dich selbst geliebt? ihr Lebens- 5. Ermuntre dich aus stunden? Zeit, edle Zeit, wo deinem Schlummer, o Seele fliehst du hin? wie man auf! ermuntre dich! dies sey cher Tag ist schon ver- dein Gram, dies sey dein schwunden, seit dem ich leb- Kummer, daß mancher Tag und sterblich bin! vielleicht umsonst verstrich. Denn der größte Theil der Zeit wenn du das bedauren mußt; ist schon im Meer der das ist der wichtigste Berlust. Ewigkeit. 6. Herr meines Lebens, 2. Der Thor durchlebet sen doch künftig mein Heil feine Jahre, eh er des Le- und meines Lebens Kraft: so bens Werth versteht: erna- leb ich als ein Mensch verhet früher sich der Bahre, nünftig und als ein Chrift als er den Weg der Tugend gewissenhaft: so dank ich geht. Was ist ein mensch- jin der Ewigkeit dir für den lich Leben werth, das unge- großen Schaß: die Zeit. nüßt vorüber fährt? ten Namen. Christliches Verhalten in Ab 3. Mensch! sey einssicht auf hre und einen gu Mensch! fang an zu leben, s fang an ein Glied der Welt Mel. Wenn meine Sünd michic. zu seyn; fang an dem Guten eitlen nachzustreben, bring das 409. Herr! laß nach Versäumte zwiefach ein; mich niemals geizig seyn. daß wenn man deinen Leib Lag deinen Geist mich lehbegräbt dein Werk dann noch ren, der Ehre mich zu freun, im Segen lebt. die ewiglich vor dir besteht 4. Thu oft von jedem und mit mir von der Erde deiner Tage vor dem Ge- zum Himmel übergeht. wissen Rechenschaft; durch- 2. Nie blende mich der denk ihn, leg ihn auf die Schimmer des Ansehns vor Waage; vollbrachtest du ihn der Welt; denn dieser ist tugendhaft? hast du Gottse- nicht immer Verdiensten zu gefellt Anson Absicht auf Ehre. 391 gesellt. Oft finden Rang/ guten Thaten, die ich vers und Würden Statt, wo man richte, fehlt. aufwahre Achtung kein Recht 7. Nie laß mich Ruhm ers noch Anspruch hat. schmeicheln, der dem Ver3. Nicht im Besik von dienst gehört, nie als ein Schäßen und Gütern dieser Gleißner heucheln, den Mens Zeit laß meinen Ruhm mich schengunft bethört. Der Tus sehen: sie sind doch Eitel: gend meinen Fleiß zu weih'n keit; sind oftmals selbst desjund AndrerGlück zu fördern, Thoren Glück; verlassen laß mein Bestreben seyn. uns im Sterben und blei- 8. Auf dieser Bahn der ben hier zurück. Ehre erhalte meinen Gang, 4. In Demuth laß mich durch deines Sohnes Lehre, leben, wenn die Geburt mich mein ganzes Lebenlang; fo ehrt; durch Stolz mich nie werd' ich bey Verständigen erheben, wenn sich mein An- das Glück des guten. Nas sehn mehrt; und schenkst mens, mir ganz gesichertfehn. du mir der Erde Gut, so g. In diesem Glück zu wollst du mich bewahren vor stehen, ist meines Wunsches allem Uebermuth. werth: mein eignes Wohlers 5. Dich kennen; meine gehen wird sehr dadurch gePflichten mit Treu und Red- mehrt, und wenn man ehlichkeit gewissenhaft verrich- renwerth mich hält, dien ten, wie mir dein Wort ge- ich in größerm Segen auch beut; und überall mein Chris andern in der Welt. stenthum, nach Jesu Vor- 10. Nun, Herr! gieb bild, üben: das sey mein mir die Gnade, mich dies wahrer Ruhm. fes Glücks zu freun Leit 6. Dein Beyfall ist das mich auf rechtem Pfade Beste, das ich mir wünschen allhier ein Mensch zu seyn, kann, steh ich im Guten feste, den einst die Ehrenkrone wo fehlt mir Ehre dann: schmückt, die deine froms und wenn mirs auch am men Diener in jener Welt Ruhm der Welt, bey allen beglückt. 36 4 Chrift 392 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. Schätzen? verführt mich zeitlich Gut und Geld, sorglos hintan zu sehen, was Mel. Es ist das Heil uns ic. meiner Seelen Heil begehrt, 410.err! laß mich und mir ein ewig Glück ges stets gewissen währt: wie strafbar würd haft mein Erden- Gut ver- ich handeln? walten. Gieb selbst mi 5. Mein größtes Trachten Weisheit, gieb mir Kraft, sen allhier nach deines Reis damit so hauszuhalten, wie ches Siben, so werd ich es mir núßt, und dir gefällt; reich genug in dir die bedamit ich nicht in jener Welt sten Güter haben: dann an ewgen Gütern darbe. wird, beym Fleiße, lebens2. Mein Haab und Gut lang mir Kleidung nie, nie kommt ja von dir und dei- Speis und Trank, durch nem milden Segen. Nicht deinen Segen fehlen, zum Verderben gabst du 6. Den Geiß laß ferne mir mein zeitliches Vermd von mir seyn, die Quelle gen. Du gabst es mir zum alles Bösen. Von Unruh wahren Wohl. Drum gieb, und Gewissenspein kann Herr, daß ichs, wie ich Reichthum nicht erlösen. Er foll, nach deiner Vorschrift nüßt in Todesstunden nichts; brauche. und nichts am Tage des 5. Es ist das mir ge- Gerichts: da schüßt er keischenkte Gut vergånglich nen Sünder. wie die Erde. Hilf, daß Hilf, daß! 7. Laß mich in weiser ich nie zum Uebermuth das Svarsamkeit die Güter nie durch verleitet werde! nie verschwenden, die du mir reiße irrdischer Gewinn mein gabst in dieser Zeit, fie nüßs Herz so weit zum Eitlen lich anzuwenden. Gieb mir hin, daß ich mein Heil die Klugheit, daß ich hier vergesse. dadurch dem Nächsten so, 4. Was hülfe mir die wie mir, des Lebens Müh ganze Welt mit allen ihren erleichtre. 8. Es Chriftliches Verhalten in Absicht auf zeitliche Güter. Crin Absicht zeitlicher Güter. 393 8. Es kommt ein Tag wünscht noch mehr; und der Rechenschaft; das las dabey bleibt sein Herz von mich stets bedenken, und wahrer Ruhe teer.hu mein Gemüth gewissenhaft 4. OGott, so wehre doch zu ernster Sorgfalt lenken, den ungerechten Trieben, und also die Güter dieser Zeit zu heilige mein Herz, nie sklanißen, daß ich einst erfreut visch das zu lieben, was noch Segen davon erndte. man mit Müh gewinnt, bald prassend es verzehrt, Mel. O Gott, du frommer ic. bald geißiges bewacht, und 411.aß mich nie, obald mit Fluch vermehrt. mein Gott! den 5. Ein weises frommes Schäßen dieser Erden so herz, das sey mein Glück meine Seele weihn, daßlauf Erden. Sonst alles sie mein Abgott werden! nur nicht dies, kann mir entOft fehlt beym Ueberfluß riffen werden. Dies bleibt doch die Zufriedenheit. Und im Tod auch mein, dies folgt was ist ohne sie des Lebens mir aus der Zeit, zum seligHerrlichkeit? sten Gewinn, bis in die 2. Kann ein vergånglich Ewigkeit. Gut auch unsre Wünsche 6. Was sind, wenn diestillen? es steht ja sein Bes ses fehlt, die größeften siß nicht stets in unserm Vergnügen? nur süße TräuWillen. Oft wirds nicht me sinds, die unsern Geist dem zu Theil, der angstlich betrügen. Drum lenke, darnach ringt, und schnell Gott, den Wunsch vom irra verlierts oft der, dem der bischen Gewinn, durch deis Besik gelingt. nes Geistes Kraft, zu ews 3. Ein Gut, das unsern gen Gütern hin. Geist wahrhaftig foll beglücken, muß nicht vergång- mel. Mir nach spr. Christus re. lich ſeyn, und für den Geist 412. Wohl dem, der sich schicken. Der Thor hat begre Schage Geld und Gut; er hats und liebt, als Schäße dieser Ers Bb 5 den! 394 Beweis der Gottseligkeit und Tugend den! wohl dem, der sich mit Gewinn dich blind Eifer übt, an Zugend reich Frevel hin. zu jedem zu werden; und in dem 6. Um wenig Vortheil Glauben, deß er lebt, sich wird er schon aus dir mit über Zeit und Welt erhebt. Meineid sprechen; dich zwin2. Gott, du verwehrst es gen, der Arbeiter Lohn un uns zwar nicht, hier Güter menschlich abzubrechen; er zu besigen. Du gabst sie wird in dir der Waisen uns, und auch die Pflicht, Flehn, der Witwen Thrdmit Weisheit sie zu nüßen. nen widerstehn. Sie dürfen unser Herz er- 7. Nie kann ein Herz freun, und unsers Fleißes vom Geiße hart, des Wohls Antrieb seyn. thuns Freuden schmecken, 3. Doch nach den Gütern und in des Unglücks See dieser Zeit mit ganzer Seelelgenwart den Ruf zur Hülf schmachten; nicht erst nach enteecken. Und wo ist eines der Gerechtigkeit und dei- Standes Pflicht, die nicht nem Reiche trachten; das ist, der Geiß entehrt und bricht? o Herr, nicht der Beruf, da- 8. Du bist ein Vater; zu uns deine Liebe schuf. und aus Geiß entziehst du 4. Der Geiß erniedrigt dich den Kindern, und läsfeſt unser Herz, erstickt die edlern dich des Goldes Reiß, ihr Triebe. Die Liebe für ein Herz zu bilden, hindern; schimmernd Erz verdrängt und glaubst du habft sie wohl der Tugend Liebe, und ma- bedacht, wenn du sie reich, chet der Vernunft zu Spott, und groß gemacht. ein nichtig Gold zu deinem Gott. 9. Du hast ein richterliches Amt; und du wirst dich 5. Der Geiß, so viel er an erfrechen, die Sache, die das sich reißt, låst doch kein Gut Recht verdammt, aus Habe genießen; er quålt durch sucht recht zu sprechen: und Habsucht deinen Geist, und selbst der Tugend größter tödtet dein Gewissen. Er Feind erkauft an dir sich eis reißt durch schmeichelnden nen Freund. 10. Sez Genügsamkeit. 395 10. Gewinnsucht raubt| ben? du, der das Feld mit dir Muth und Geist, die Blumen ziert, du solltest Wahrheit frey zu lehren; nicht, was uns gebührt an du schweigst, wenn sie dich Kleidung, gerne geben? reden heißt, ehrst, wo du 3. Der Ueberfluß beglückt nicht sollst ehren, und wirst noch nicht. Wenn nur bey um Reichthum, Gut und unserm Fleiße uns unsre Geld ein Schmeichler und Nothdurft nie gebricht an die Pest der Welt. Kleidung, Trank und Speis 11.0Gott, erhalte mich das se; das ist genug zu uns bey, daß ich mir gnügen laffe? ferm Wohl: ob Mehreres entferntvonniedrer Habsucht uns werden soll, und nüßt, sey, den Geiß als Sünde weiß Gott am besten. haffe. Ein weises Hers, ein froher Muth fey meines Lebens größtes Gut! 4. Wer wenig hat, und hats mit Recht, und brauchts nach Gottes Willen; was ist, das dem noch fehlen Genügsamkeit. möcht, sein Herz vor Gott. Mel. Es ist gewißlich an der ic. zu stillen? sein Weniges wird 413. treuer Gott, mehr gedeihn, und im Ge ich ruf zu dir, nuß ihn mehr erfreun, als mir Gnade zu gewähren, was der Geiß erpresset. daß Geiß und Sorgen nie 5. Der Reichthum trügt in mir den Seelenfrieden oft, eh mans meint, schon stören. Gieb, daß ich anshier in diesem Leben; und dein Wort mich halt; so kann, wenn nun der Toderwerd ich stark; so kann ich scheint, nicht Troft und Rus bald den Aufruhr in mir he geben. Denn Geld und dampfen. Gut vertrit uns nicht vor 2. Du, der dem Vieh Gottes ewigen Gericht bey sein Futter schafft, du soll- Sünden dieses Lebens. teft gute Gaben uns nicht verleihn? durch deine Kraft 6. O wohl dem, der sein nicht auch uns Menschen la- Herz erhebt zum Himmel von der 396 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. der Erde, und hier mit re- 10. Mein Geist kann sei gem Elfer strebt, daß dort ne wahre Ruh im zeitlichen sein Lohn groß werde, der, nicht finden; was ich da so wie Gott ihn und sein habe, wünsch und thu, wird Haus gefegnet, wieder their doch im Tode schwinden. Un let aus, mit mildem frohen sterblich ist mein Geist, es Herzen.n muß unsterblich seyn, was 7. Er zeiget, daß er willig im Genuß mich völlig soll sen auch andre zu ergößen, vergnügen. er streuet aus und wird da- 11. Mir ist nichts auf ben auch reich an wahren der Welt bewußt, das solche Schäßen, die gehen nie- Ruh kann geben; die Welt mals auf im Rauch; und vergeht; und ihre Lust vers sind daneben sicher auch füst kaum dieses Leben: vor Raub, vor Rost und drum soll mein Herz sich Motten. nicht darauf, vielmehr soll 8. Das ist der sichersteGe- sichs zu Gott hinauf und winn, der keinen je betrüget, seiner Gnade richten. wenn man mit kindlich from- 12. O höchstes Gut, sey menSinnGott traut und sich hier und dort mir Reichbegnüget. Bloß kommen thum, Luft und Ehre. wir auf diese Welt, und Gieb, daß in mir sich fort müssen sie, wenns Gott ge- und fort die Liebe zu dir fällt, mit ihrem Gut ver- mehre, daß ich dich stets laffen. vor Augen hab und, dir er 9. Herr, was mir hier geben bis ans Grab, was vonndther thut, mich red- sündlich ist, verleugne. lich zu ernähren, das wollst 13. Hilf, daß ich fleißig du mir an Haab und Gut blicke hier nach meiner Wohs ben meinem Fleiß gewähren, nung oben, wo ich werd ewig daß ich und mein Geschlecht seyn bey dir, dich schauen und nach mir nicht etwa unser dich loben; so wird mein Brod noch hier bekümmert Herz zufrieden seyn, und fuchen müssen. findet, Gott, in dir als Lein Geduld und getroster Muth im Leiden. 397 lein die wahre Ruh und 3. Dein Auge, Gott der Freude. Gnade, erkennt allein und 14. Hierzu gib mir von sieht, was gut sey, oder schadeinem Thron, o Vater, de; wählt jenes voller Güt. Gnad und Stärke! Gieb, Und was du ausersehen, daß mein Glaube, Gottes dein Rath fürs beste hält, Sohn, stets thátig sey im muß kommen und gescheWerke. Oheiliger Geist, hen, so wie es dir gefällt. steh du mir bey, daß mein 4. An Mitteln und an Begehren dies nur sey: Gott Wegen, fehlts dir, Allweis über alles lieben. ser, nicht; was du uns fchickft, ist Segen; dein Geduld und getroster Muth Rathist Recht undlicht. Dein bey den Leiden und unvoll Werk kann niemand hins dern, es bleibt daben bes Mel. Herzlich thut mich verl. 2c. ruhn, wenn du, was deikommenheiten dieses Lebens. 414. Befiehl du deine nen Kindern ersprießlich ist, Wege, und willst thun. alles, was dich kränkt, der 5. Ob aller Welten Kråftreuen Vaterpflege des, der te ihm wollten widerstehn: den Weltkreis lenkt. Der umsonst! des Herrn Ges Wolken, Luft und Winden schäfte wird ungestört fortgiebtWege, Lauf und Bahn, gehn. Was er sich vorgewird für dich Wege finden, nommen, und was er haben wo es der Mensch nicht kann.jwill, das muß unfehlbar 2. Dem Herrn mußt du kommen zu dem bestimmvertrauen, soll dir es wohler- ten Ziel.100 gehn. Auf sein Werk mußt 6. Drum hoff, bedrängte du schauen, wenn dein Werk Seele, hoff, und sey unversoll bestehn. Mit Sorgen zagt! Gott, weiß es, was und mit Gråmen, mit selbst dich quâle; den Kummer, gemachter Pein lågt Gott der dich nagt. sich das nicht nehmen, was dich ihm entrücken. er uns soll verleihn. warte nur die Zeit! Er wird Er: bis dich 398 Beweis der Gottfeligkeit und Tugend. dich mit holden Blicken sein die du, und nicht zum Böz fen, bisher getragen hast. Angesicht erfreut. 7. Auf, wehre deinen 11.Wohl dir! wohl deiner Schmerzen; entflieh der Treue! fie trågt den Sieg Trauernacht. Laß fahren, davon. Sieh muthig auf was dem Herzen unmüße und freue dich über ihren Sorgen macht. Bist du Lohn! Gott schmückt mit doch nicht Regente, der alles Siegespalmen gewiß noch führen soll; Gott fißt am deine Hand, und du singst Regimente, und ordnet als Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. les: wohlo 12. Der du zum besten 8. Jhn, Seele, ihn laßl walten; er ist ein weiser Ende stets lenkst der Deinen Fürst: er wird dir aufrecht Noth, reich uns die Baterhalten, daß du dich wundern hände im Leben und im Tod. wirft, wann er, wie ihm ge- laß deiner treuen Pflege bühret, mit gnadenvollem uns stets empfohlen seyn, so Rath, das alles ausgeführet, gehen unsre Wege gewiß was dich bekümmert hat. zum Himmel ein. 9. Sollt seine Hand auch weilen, und nicht nach deis Mel. Herzlich thut mich c. nem Sinn die Hülfe gleich 415.Chrift, alles was ertheilen; so wirf den Muth dich nicht hin; harr und bleib fiehl getroft dem Herrn. ihm ergeben; du wirst nicht Er, der den Weltkreis lenket, für und für bedrångt und ist auch von dir nicht fern. hülflos leben; Gott kommt, Erwach aus deinem Schlumund zeigt sich dir. mer, zu Gott erhebe dich! 10. Er wird dir Hülfe er siehet deinen Kummer, fenden, wenn du ihm treu und liebt noch väterlich. verbleibst; er wird dein Lei- 2. Sinds Sünden, die den wenden noch ehe du es dich schmerzen? dann fühle glaubst; der Herr wird dich deine Schuld, fleh mit ge erlösen, entladen von der Last beugtem Herzen zu Gott un Snai Geduld und getroffer Muth im Leiden. 399 Gnadund Huld. Zu wah- derbar. Einst wirst du rer Ruhe führet die Reu, überführet, daß er der beste die Gott gefällt; allein den war. Du denkest wohl inTod gebieret die Traurigkeit dessen; der Herr erbarmt der, Weltalets( 5) 99 sich nicht, der Herr hat 3. Trau Gott, nicht dei mein vergessen? doch höre, nen Schlüssen, die Wahl des was er spricht. Besten zu. Sollt Er denn 7. Ist auch der Müte nicht mehr wiffen und über ter eine, die ihres Sohns fehn als du? er weiß ja, vergißt?"( denk an dies was dir fehlet in jedem Aus Wort, und weine die Freus genblick, und was er für dich denthrán, o Chrift!) ,, und wäblet, gereicht zu deinem Bdnnt sie ihn vergessen, Glück. hier oor will ich doch deiner nicht, 4. Gott zählt der Froma nicht deines Flehns vers men Zähren, er wird, was geffen!" der Herr ists, gut ist, gern auch deinem der es spricht! wa Wunsch gewähren; sey stille 8. Mit ruhigem Gemü vor dem Herrn. Er ist ein the verlaß auf ihn dich fest, Schuß der Frommen, hoff bedenk daß seine Güte dich, unverzagt auf ihn; denn sein Kind, nicht verläßt. Er seine Zeit wird kommen, wird nach kurzer Weile dich und deine Wohlfarth blühn. desto mehr erfreun, zu dei5. Ergieb dich ihm mit nem größern Heile verzeucht Freuden, sey stark in seiner er; harre sein! Kraft. Sen auch zur Zeit der 9. Wohl dir alsdann, du Leiden ein Chrift und tugend- Treuer! wie groß ist einst haft. Und dann ergreif im dein Lohn! dein Retter, dein Glauben den Trost der Befreyer reicht dir die Sie Ewigkeit, wer kann dir die- geskron; auf kurze Průs sen rauben? welch leiden fungstage folgt Ruhe, Preis dieser Zeit? und Dank; dann schweiget 6. Sen froh; dein Gottfjede Klage, und wird ein regieret, sein Rath ist wun- lobgesang. 5 3 416. 400 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. 416,28er er nur den lies 5. Denk nicht in deiner ben Gott läßt Tribsals hike, daß du von walten, und still erwartet Gott verlassen seyft, daß der seine Zeit, der wird gewiß nur Gott im Schooße sige, von ihm erhalten, was ewig dem sich das Glück geneigt nüket und erfreut; wer erweist. Die Zukunft ánGott, dem Allhöchsten, dert oft sehr viel; und Glück traut, der hat auf keinen und Leiden hat sein Ziel. Sand gebaut. 6. Was sind vor Gott $ 23 2. Was helfen uns die der Menschen Sachen? sein schweren Sorgen? was hilft starker Arm vermag sogleich uns unser Weh und Uch? die Reichen klein und arm was hilfts vom Abend bis zu machen, den Armen aber zum Morgen nur feufzen groß und reich. Ihm, ihm über Ungemach? wir mas ist alles unterthan, der bald chen unter Kreuß und Leid erhöhn, bald stürzen kann. nur größer durch die Trau- 7. Sing, bet und geh rigkeit. al auf Gottes Wegen, verrichte 3. Man sey in frommer deine Pflicht getreu, und Ehrfurcht stille, sey Gott er- trau des Himmels reis geben und vergnügt mit dem, chen Segen; so wird er was sein liebreicher Wille bey dir werden neu. Denn sein ewig weiser Rath verwer nur seine Zuversicht auf fügt. Er, der zum Himmel Gott seht, den verläßt er uns erwählt, weiß wohl, nicht. was uns hienieden fehlt. Mel. Was mein Gott will ic. 4. Er kennt die wahren 417.h hab in Got Freudenstunden, weiß, wann tes Herz und uns Freude nüßlich sy, und Sinn mein Herz und Sinn wenn er uns bewährt erfun- ergeben. Was widrig den, demüthig ohne Heuche- scheint, wird mir Gewinn; len; so kommt Gort, eh der Tod selbst wird mein wir's uns verfehn, und lässer Leben. Ich bin deß Sohn, uns viel Guts geschehn, der seinen Thron im Himmel Geduld und getroster Muth im Leiden. 401 mel aufgeschlagen. Was der Menschen fassen, er hat von auflegt, der alles trägt, wird Ewigkeit erkannt, was er will mir auch leicht zu tragen. kommen lassen; er weiß 2. Mir sagt mein, Gott wann Freud, er weiß wann ergebnes, Herz: er werd als leid uns seinen Kindern Kind mich lieben; belegt er diene; und was er thut, ist mich mit Kreuz und Schmerz, alles gut, obs noch so widrig so will er mich nur üben, und schiene. mein Gemüth, nach seiner 6. Du denkst oft, wenn Gút, verådeln selbst durch du das nicht hast, was Leiden; den Prüfungsstand Fleisch und Blut begehret, es macht seine Hand zur Quelle sey mit allzugroßer Läft dein höh'rer Freuden. Leben hier beschweret; sorgst 3. Ich bin ja von mir sel- spåt und früh, machst dir ber nicht ins Leben eingefüh- viel Müh zu ändern dein ret; Gott ist es, der mich Geschicke; und denkest nicht, an das Licht geleitet, und ge- das, was geschicht, gescheh zieret mit Geist und Wiß, zu deinem Glücke. und seinen Siß den Leib so 7. Fürwahr der dich gez schön geschmücket. Der die schaffen hat, mit Leben dich ses that, gewiß der hat ein beseelet, der hat schon längst Herz, das gern beglücket. in seinem Rath ersehen und 4. Wie könnt ich meinen gewählet mit Batertreu, Unterhalt auf dieser Welt was dienlich sey dir und den erlangen? das Grab wár Deinen allen: o laß nur ihn långst mein Aufenthalt, thun fernerhin nach seinem wenn mich Gott nicht um- Wohlgefallen. fangen mit seinem Arm, der 8. Wirst du nur Gott alles warm, gesund und fröh- ergeben seyn, so wird er dich lich machet. Was er nicht erfreuen; was du jeßt nenhålt, das sinkt und fällt, nest Kreuß und Pein, wird was er erfreut, das lachet.[ dir zum Heilgedeihen. Wart 5. Bey ihm ist Weisheit in Geduld! des Vaters Huld und Verstand nehr, als wirlund Hülfe wird sich finden; Sc die 402 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. die Noth und Qual wird 12. Vielleicht ist jener Tag auf einmal, gleich einem nicht weit, auf den dein Wort Nebel schwinden. mich) weiset; Gott, mache 9. Das Feld würd ohne meinen Geist bereit, daß der Ungestüm so reiche Frucht dich dann auch preiset! du nicht tragen; so auch der bist mein Hirt, der alles Mensch nicht, war ben wird zu solchem Ende kehren, ihm kein Wechsel in den daß ich dich dort am Freue Tagen. Wie Arzeneyn, die denort anbetend werde ehKranke scheun, am meisten ren. oft verfangen; so muß durch Schmerz des Menschen Herz Mel. Aus meines Herzens 20. zu seinem Heil gelangen. 418. An dich, mein Gott, gedens 10. So übergeb ich mich ken, ist Pflicht und Trost denn dir, mein Gott, in für mich. Wenn Sorg und deine Hände; nimm mich, Gram mich krånken, so sieht und mach es so mit mir mein Aug auf dich: dann bis an mein lehtes Ende, mindert sich mein Schmerz; wie du wohl weißt, daß mei- dann fliehn die bangen Sors nem Geist dadurch sein Heil gen, wie Nebel vor dem entstehe, und deine Ehr sich morgen, und Ruh erfüllt mehr und mehr in ihrem mein Herz. Glanz erhöhe. 2. Denk ich an deine Liebe, 11. Willst du mir geben wie werd ich dann erfreut! Sonnenschein, so nehm ich's wenn alles um mich trúbe; an mit Freuden. Solls aber und mir ein Wetter draut, Schmerz und Trübsal seyn, ist sie mein Sonnenschein. will ich's geduldig leiden. Mich können keine Leiden Willst du auch mir mehr von deiner Liebe scheiden, Tage hier und hohe Jahre so groß sie immer seyn. geben; so fleh ich dich, 3. Mit fröhlichem Ge Gott, laß sie mich zu mei- müthe denk ich an deine nem Heil durchleben. Treu; denn, Bater, deine Güte Geduld und getroster Muth im Leiden. 403 Güte ist alle Morgen neu. nicht, die sie nun fliehn, und Geh ich nur stets auf eich, bauen auf Christum ihr Verwird mir die Arbeit süße, trauen: ihm will ich mich in der ich Schweiß vergieße; ergeben, so werd ich, Sündu unterstüßest mich. der! leben. 4. Du gabst mir aus Er- 3. Ob mich der Tod barmen den Sohn, der für nimmt hin, ist Sterben mich starb, und großmuths- mein Gewinn: denn Chris voll mir Armen dein Kind- stus ist mein Leben, dem hab schaftsrecht erwarb. Jadu, ich mich ergeben: ich sterb Gott, du bist mein: drum heut oder morgen, er wird kann ich Hoffnung faffen, du mein Wohl besorgen. wirst mich nie verlassen, nein, stets mein Helfer seyn. 4, Mein Mittler, Jesu Christ! der du aus Liebe 5. Drum will ich an dich bist für mich am Kreuß gedenken, so lang ich denken storben; das Heil, das du kann. Den Leib wird erworben, laß mich auch man versenken; dann geht hier erquicken, und einst im der Zeitpunkt an, wo sich Tod erblicken. mein Geist ergießt in ewge 5. Ich fleh zu aller Freudenlieder; da seh ich Stund zu dir mit Herz und niemals wieder, was hier von Kummer ist. Mund, du wolleft so mich leiten, Herr Chrift! zu allen Zeiten, daß ich dort deinen Namen auf ewig preisen. In bekannter Melodie 419.2[ uf meinen lieben Amen. Gott trau ich in Angst und Noth, die ihn In bekannter Melodie um Rettung flehren verließ 420.Was Gott thut, er nie in Nöthen; er ist kann mein Leiden wenden, gethan; es bleibt gerecht es steht in seinen Händen. sein Wille. Wie er fångt 2. Die Sünde droht Ge- meine Sachen an, erwart richt; doch droht sies denenlich in der Stille. Er ist Cc 2 mein 404 Beweis der Gottseligkeit und Turgend. mein Gott, der in der Noth| mit süßem Trost im Hers mich wohlweis zu erhalten; zen, und wegnimmt meine drum laß ich ihn nur walten. Schmerzen. 2. Was Gott thut, das 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan; sein Wort ist wohlgethan; darauf will kann mich nicht trügen. Iftlich fest bauen, und, wenn er mühsam auch die Pilger- winkt, die Todesbahn berrebahn, so laß ich mir genü- ten ohne Grauen. Auch da gen an seiner Huld und hab wird mich Gott våterlich in Geduld; er kann das Leid seinen Armen halten; drum bald enden, es steht in sei- laß ich ihn nur walten. nen Händen. 421.S Mel. In dich hab ich gehoffet zc. 3. Was Gott thut, das Zey, Seele, stark ist wohlgethan; er wird mich und unvers wohl bedenken, zu dem, was zagt, wenn irgend dich ein ich von selbst nicht kann, mir Kummer plagt. Befiehl Licht und Kräfte schenken: Gott deine Sachen. In ja seine Treu ist täglich neu; aller Pein vertrau allein auf drum will ich auf ihn bauen, ihn! er wirds wohl machen. und seiner Güte trauen. 2. Kein Leiden kommt 4. Was Gott thut, das ist von ohngefähr! die Hand des wohlgethan, er ist mein Licht höchsten schickt es her; sein und Leben, der mir nichts Bó- Rath hats so ersehen! drum ses gonnen kann, ihm will ich sey nur still! was dein Gott mich ergeben in Freud und will, laß immer gern ge= Leid; es kömmt die Zeit, schehen. da öffentlich erscheinet, wie 1031 treulich er es meynet. 3.Erweckt dir gleich daskeis den Pein, solls doch zu deinem 5. Was Gott thut, das Besten seyn. Gott kann sein ist wohlgethan; will er mir Kind nicht haffen. Wer ihn Leiden senden; ich nehme nur liebt, sich ihm ergiebt, das gelassen an, was kommt den wird er nicht verlassen. aus seinen Händen; weil er 4. Wie lange währt der zuletzt mich doch ergögt Frommen Leid? nicht ewig, Herr, Geduld und getroster Muth im Leiden. 405 Herr, nur kurze Zeit. Nach Mel. Sey Lob und Ehr dem zc. überstandnem Leide erquik: kest du ihr Herz mit Ruh, 422. Ich hoff auf keine Hülfe mehr, und einst mit ewger Freube. Herr, als von deinen Hd5. Drum hab, o Seele, hen. Find ich ben Menguten Muth, vertraue Gott! schen kein Gehör; Gott, höre es wird noch gut nach aller doch mein Flehen! du bist Trübsal werden. Er ziehet der Gott noch, der schon oft dich durchs Kreuß zu sich; ben meinem Leiden unvers zum Himmel von der Erden. hofft mit deinem Trost ers 6. Gott ist dein Gott, schienen. Erift getreu: und stehet dir 2. Du bist der Gott noch, als Vater bey in allem Kreuß dessen Macht Egyptens Fürs auf Erden. Der Leiden sten schreckte; der aus des Heer wird nie zu schwer durch Zodes dden Nacht den LazaHerr, hilf ihn den Christen werden. rus erweckte. 7. Es haben ja, zu aller mir! ja, ein himmlisch Licht, Zeit, die Heiligen in Trau- das in die dunkle Seele rigkeit hier oftmals wandeln bricht, verheißt mir deine müssen. Warum willst du Hülfe. hier nur von Ruh, und 3. Mit deinem Troft ers nichts von Trubsal wissen? quickst du mich, wenn mir 8. Obet, und sich auf dei- ein Leid begegnet. Herr nen Gott, in aller deiner nimmermehr verlaß ich dich, Angst und Noth! laß, wie bis daß du mich gesegnet. er will, es gehen. Sein Ich glaube, was dein Mund Rath ist gut; behalte Muth! verspricht: ich bin dein Gott wird dich einst erhöhen. Schuß, dein Troft, dein 9. Der du ein Gott des Licht: geh hin, mein Sohn, Trostes bist! laß jeden, der im Frieden! hier traurig ist, doch deinen Mel. Christus der uns felig 2c. Troft empfinden. Hilf, den du liebst, und prüfend übst, 423. Ich bin Gottes; Gott ist mein; den Unmuth überwinden. was kann uns dann scheiden? Cc 3 dringt 1860 406 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. dringt nun gleich das Kreuk 5. Danke Gott mein traus herein und das bittre Lei- rend Herz, selbst auch unter den; laß es kommen, kommt Schmerzen; blick empor, es doch von des Vaters schau himmelwär s; stark in Hånden; er kanns bals, deinem Herzen Lieb und Hoffund eh ichs noch meine, wie- nung mehr und mehr; sing der wenden. dem großen Namen deines 2. Kindern, die ein Vater Gottes Preis und Ehr; er foll wohlerziehnuno pflegen, wird helfen. Amen. muß er oft zu ihrem Wohl, was sie scheun, auflegen. Mel. Wer nur den lieben Gottic. Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich flie424. Gott weiß es alles wohl zu mas hen? wenn er mich vonschen, und was er thut, ist meiner Sünd will zur Tu- wohlgethan. Ihm nur em= gend ziehen. pfehl ich meine Sachen, und 3. Väterlich ists stets ge- bete ihn in Demuth an. meint, was dir Gott auch Ich bin bey seiner Fügung schicket. Selbst das, was still, bey allem ruhig, was dir widrig scheint, ists, was er will. dich beglücket. Lust gewährt 2. Kann doch kein Unfall dir einst die Last und die mir begegnen, der meinem bångsten Leiden, die du still Gott verborgen sey; auch getragen hast, mehren deine kann mich niemand anders Freuden. fegnen, als meines Gottes 4. Gottes Kinder såen Batertreu: ihn liebt, ihn zwar oft hier aus mit Thrà- lobet stets mein Herz, er nen; aber endlich kommt sende Freuden oder Schmerz. das Jahr, wornach sie sich 3. Ich záhle ja schon taus sehnen; endlich kommt die send Proben von meines Va= frohe Zeit, wo nach schwe- ters Gútigkeit, die ich nicht ren Plagen, sie im Glanz weiß genug zu loben in der Ewigkeit Freudenkränze meiner Unvollkommenheit, tragen. laus denen ich doch schließen kann: Geduld und getroffer Muth im Leiden. 407 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht kann; was Gott thut, das sey wohlgethan. 4. Aus Güte fendet er mein; Gott allein hat es mir Freuden, daß ich ihn mir gegeben. Fordert er's lieb gewinnen soll; aus von mir nun wieder; er gleicher Kuld schickt er mir nehms hin! doch mein Sinn Leiden, wenns nöthig ist zu weiht ihm frohe Lieder. meinem Wohl. Das Leid 4. Schickt er mir ein macht meines Herzens Kreuß zu tragen, bringt Grund und Gottes Liebe herein Schmerz und Pein; mir recht kund. follt ich drum verzagen? 5. Damit sich nun mein der es schickt, der wird es Herz anschicke zur wahren wenden, er weiß wohl, wie Gottgelaffenheit, so wünsch er soll all mein Leiden enden. ich mir im Leid und Glücke 5. Gott hat mich in guten Geduld und Demuth jeder- Tagen oft ergößt, sollt ich jetzt zeit. Ich dulde ftill, das nicht auch etwas tragen? o bångste Weh, wenn ich beyler züchtigt mit Verschonen, Gott in Gnaden steh. und will nicht im Gericht arum sollt ich nach Verdienst mir lohnen. mich denn grå- 6. Satan, Sünd und ihre men? hab ich doch Christum Rotten können mir nichts noch, wer will mir den nehmehr hier thun, als meiner men? wer will mir den spotten. Laß sie spotten, Himmel rauben, den mir laß sie lachen! Gott, mein schon Gottes Sohn beyge- Heil, wird in Eil sie zu legt im Glauben. Schanden machen. 425.2 2. Nichts bracht ich in 7. Unverzagt und ohne dieses Leben, und doch hat Grauen soll ein Chrift, wo Gottes Gnad, was mirler ist, seinem Gott vernoth, gegeben. Weltgut trauen. Wollt ihn auch ist mir nur geliehen, und ich der Tod aufreiben, soll der werd mich der Erd wieder Muth dennoch gut, fest und arm entziehen. standhaft bleiben. Sc4 8. Kann 408 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. 8. Kann uns doch der Tod Mel. Was Gott thut, das ist zc. nicht tödten; nein er reißt 426. Jh weiß, ba aus viel tausend Nöthen; endigt selbst geschieht zu meinem Heile die schwersten Leiden, führt diene. Gut ist, was mir uns dann, himmel an, hin mein Gott beschied, wenns zum Ort der Freuden. noch so widrig schiene. All 9. Dort kann ich an besweisheit ist, was Gott be fern Schäßen nun mein Herz schließt; Allweisheit, Liebe, nach dem Schmerz ewiglich Gnade, find alle seine Pfade. ergößen. Hier ist kein recht 2. Schon hat, seit Erd Glück zu finden; was die und Himmel stehn, sein ReWelt in sich halt muß wie giment gewähret; und nieRauch verschwinden.lamais hat noch ein Versehn 10. Was sind dieses Le- fein Regiment entehret. bens Güter? eine Hand voller Nein, was er thur, ist alles Gand, Kummer der Gegut; gereicht zu seiner müther. Dort, dort sind Ehre, wenns noch so duns die edlen Gaben, da mein Eel wäre. Hirt, Christus, wird mich ohne Ende laben. 3. Uns herbe zwar, doch reich an Frucht, sind Gottes 11. Herr mein Hirt, Züchtigungen; oft ist, was Brunn aller Freuden, du Gút umsonst versucht, durch bist mein, ich bin dein; nie. Leiden ihm gelungen. Des mand kann uns scheiden. Kreußes Schmerz erweicht Dein bin ich, weil du dein Le das Herz, erweckt und stärkt ben und dein Blut mir zu die Triebe der Demuth und gut, in den Tod gegeben. der Liebe. 12. Du bist mein, weil 4. Ich weiß, was auch für ich dich faffe, und dich nicht, Elend dráut, daß der doch mein Licht, aus dem Herzen meiner schone, der mich zu Laffe. Laß mich einst dahin seiner Herrlichkeit berief in gelangen, wo du mich, und seinem Sohne. Ach sollte der, ich dich ewig werdumfangen, der mich so sehr in Jesu wollen Geduld und getrofter Muth im Leiden. 409 wollen lieben, mich ohnefren Tage, standhaft ers Maaß betrüben? trage? 5. Gott, führe mich denn, 3. Wie oft o Gott, wenn wie du willst; dir bin ich wir das Böse dulden, erdule übergeben. Wenn du dich den wir nur unsrer Thorheit schon in Dunkel húllst, will Schulden, und nennen Lohn, ich nicht bange beben. Golden wir verdient bekommen, wunderbar der Weg auch ein Kreuß der Frommen? war, den mich dein Rath ge- 4. ft Dürftigkeit, in der führet; wohl hast du mich die Trågen klagen: sind Haß geführet! und Pein, die Stolz und 6. Oft schien der Weg, Wollust tragen; des Schwelder mir gefiel, viel besser; gers Schmerz; des Neids doch ich irrte. Denn end- vermiste Freuden, christlis lich führte mich zum Ziel, ches Leiden? was erst den Geist ver- 5. Ist deren Quaal, die wirrte. Drum faß ich deinen Rath verachtet, nach Muth; es ist mir gut auf Gottesfurcht und Glauben rauhen Wegen gehen; kann nie getrachtet, und die sich ichs gleich nicht verstehen. jest in finstrer Schwermuth qualen, Prüfung der Sees Mel. Herzliebster Jesu, was ic. llen? 427.& in Herz, o Gott, 6. Doch selbst, o Herr, in in Leid und Strafen unsrer Sünden, Kreuß geduldig, das bin ich lässt du den Weg zu unserm dir und meinem Heile schul- Heil uns finden, wenn wir dig. Laß mich die Pflicht, uns sie, die Missethat zu die wir so oft vergessen, tåg- haffen, erwecken lassen. lich ermessen. 7. Bewahr ich nur den 2. Bin ich nicht Staub, Frieden im Gewissen; wird wie alle meine Båter? bin alles mir zum Besten dienen ich, Herr! nicht, vor dir, müssen. Du, Herr, regterst, ein lebertreter? thu ich dein väterlicher Wille wirkt zu viel, wenn ich die schwe- Guts die Fülle. gunt E c 5 dei 8. Sch 410 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. 8. Ich bin ein Gast und empfahen, und mit dem Pilger auf der Erden; nicht rost der Hülfe, die wir hier, erst dort soll ich ganz merken, auch andre stärken. glücklich werden; und was 14.Das Kreuß vom Herrn sind gegen euch, ihr ewgen wirkt Weisheit und Erfah Freuden! zeitliche Leiden? rung; Erfahrung giebt dem 9. Wenn ich nur nicht Glauben Muth und Nah mein Elend selbst verschulde; srung. Ein starkes Herz wenn ich, als Mensch, als steht in der Noth noch feste, Christ, wie Gott will, hofft stets das Beste! dulde, so kann auch ich, der Külfe der Erlösten sicher mich trösten. Mel. Wernur den lieben Gottz. 428. Was ist mein les 10. Jch bin ein Mensch, ben auf der und Leiden müssen frånken; Erde? ein Wechsel lists von doch in der Noth an seinen Luft und Leid. Hier stórt Schöpfer denken, und ihm oft Unruh und Beschwerde vertraun, das stårket unsre die glücklichste Zufriedenheit. Herzen mitten in Schmerzen. Hier wohn ich noch in einer 11. Schau über dich! wer Welt, die kein vollkommnes trägt der Himmel Heere? Glück enthält. merk auf! wer spricht: bis 2. Weß soll ich mich, o hieher! zu dem Meere? ist Herr, nun trösten? nur dei er nicht auch dein Helfer und ner Huld? du bist mein Berather, ewig dein Vater? Heil, und bleibst, wenn auch 12. Willst du so viel, als die Noth am größten, doch der Allweise, wissen? jest meines Herzens Trost und weißt du nicht, warum du Theil, und stehst nach deiner leiden müssen; allein du Batertreu, mir stets mit wirst, was seine Wege wa- Rath und Hülfe bey. ren, nachmals erfahren. 3. Du stärkst mir unter 13. Er züchtigt uns, daß aller Plage, o Gott, auf wir uns zu ihm nahen, die mein Gebet, den Muth, Heiligung des Geistes zu daß ich gelassen sie ertrage, und Geduld und getroffer Muth im Leiden. 411 und machst zuletzt doch alles ganz selig, ganz zufrieden gut. Auf Kummer folgt seyn. zufriedner Dank, auf Klagen 8. O sich dahin zu allen froher Lobgesang. Beiten; in eigner und bey 4.3u sichern, ungestörten Andrer Noth, und wenn im Freuden schickt sichgewigkein Glück dir auch von weitem Prüfungsstand. Mit Hoff- ein finsters Unglückswetter nung und Geduld im Leiden droht. Nichts giebt uns wird man, durch Noth, erst Trost zu solcher Zeit, als recht bekannt. Vollkommne Gott und jene Herrlichkeit. Ruh und Sicherheit ist nur 9. Ja! laß mich, Gott, ein Glück der Ewigkeit. sters dahin schauen, und 5. Was bist du denn, ojdann mit starkem Muth auf meine Seele! in deiner dich, auch in der größten Noth so kummervoll? ver- Noth, vertrauen. Du bist traue Gott! nur ihn erwähle bey mir; das stårke mich. zu deinem Troft; er schüßt Wer dessen stets versichert dein Wohl. Einst dankst dulist, der lebt und stirbt geihm nach der Gefahr, daß er troft als Christ. dein Gott und Retter war. 6. Er wird es seyn; ruf Mel. In allen meinen Thatenc. in Gefahren ihn als den einzgen Helfer an. Er weiß 429. Will mich, o Gott, hieniedich machtig zu bewahren, den des Lebens Last ermúden, und da, wo niemand helfen so starke meinen Geift! wenn kann, fehlt ihm die Kraft zu mich die Leiden kränken, so helfen nicht. Dies stärke laß mich wohl bedenken; deine Zuversicht. auch das sey gut, was 7. Befiehl ihm alle deine Trubsal heißt. Wege, und hoffe auf ihn 2. Nicht ewig soll sie allezeit. Auch auf dem al- währen, oft werden unfre lerrauhsten Stege sieh fröh- 3ähren schnell von dir abs lich hin zur Ewigkeit, da gewischt, und seufzen wir; wirst du frey von aller Pein wie lange ist meiner Seelen bange? 412 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. ondataing bange? so wird mit Trost be, so. wird des Himmels das Herz erfrischt. Erbe doch deinen Kindern 3. Die Lasten, die uns nicht entgehn. pressen, hast du, Herr, ab 8.3u jenem beffern Leben gemessen, so groß sie immer willst du auch mich erheben, sevn. Du hilfft sie selbst der Tod ist mein Gewinn. uns tragen; und richtest Muß gleich mein Leib verunsre Plagen nach unsern wesen, wird doch mein Geist Kräften weislich ein. genesen, er eilt zu Selig 4. Ja, wenn ichs recht keiten hin. erwåge, so finds nur Liebes- 9. O! drücke meinem schläge, womit du uns be Herzen, auch unter Sorg legst; nicht Schwerdter und Schmerzen, dies doch sinds, nur Ruthen, womit aufs tieffte ein. Der, den du blos zum Guten, als du, Vater, liebest, kann, Bater, deine Kinder schlägst. wenn du ihn betrübeft, 5. Dein väterlich Bemu- doch niemahls ganz unglück hen will uns nur hier erzie- lich seyn. hen, zu thun, was dir gefällt; du willst die Lüfte Wider Verzagtheit. schwächen, den eignen Willen Mel. In allen meinen Thatenc. brechen, entwöhnen uns der Luft der Welt. 430. Mas ists, daß ich mich quale? 6. Du willst den Eifer harr nur auf Gott, o Seele; mehren, gehorsam dich zu harr und sey unverzagt! du ehren mit Glauben und Ge- weißst nicht, was dir nüßet; duld; daß wir in unsern Gott weiß es, und Gott Nöthen, auch wenn du uns schüßet, er schüßet den, der willst tödten, doch trauen nach ihm fragt. deiner Baterhuld. 2. Er záhlte meine Tage, 7. Was will uns, Herr, mein Glück und meine Plaauch scheiden von dir und je- ge, eh ich die Welt noch sah. nen Freuden, die du für uns Eh ich mich selbst noch kanns erfehn? man lebe oder ster- te, eh ich ihn Vater nannte, war Geduld und getrofter Muth im Leiden 413 war er mir schon mit Hülfe dich, was kann mir widernah. fahren, wenn du mich willst 3. Die kleinste meiner bewahren? und du, mein Sorgen, ist dir: Gott! Gott, bewahrest mich. nicht verborgen, der alles da sieht und hält. Und was Mel. Wenn mein Stündlein 2c. du mir beschieden, das dient enn gleich in tiefer Mitterauch die größte Laft der Welt. Inacht Gewitter um mich 431.2 meinem Frieden, wärs zu 4. Ich lebe nicht auf Er- blißen, so zag ich nicht; mein den, ganz glücklich hier zu Vater wacht, er wacht mich werden; die Lust der Welt zu beschüßen. Die Güte, vergeht. Ich lebe hier, im die mich werden hieß, die Segen, den Grund zum den Bedrängten nie verließ, Glück zu legen, das ewig, die wird mich nicht verwie mein Geift, besteht. lassen. 5. Was dieses Glück 2. Sein Auge schaut auf vermehret, sey mir von dir meinen Schmerz, und seine gewähret! Gott! du ge- Blicke zählen die Sorgen, währst es gern. Was die- die mein armes Herz mit ses Glück verleßet, wenns Angst und Kummer quälen. alle Welt auch schäßet, sey, Er sandte mir das Leiden Herr, mein Gott, mir ewig zu, daß nicht mein Herz in fern! stolzer Ruh des Ewigen 6. Sind auch der Krank- vergaße. heit Plagen, und Armuth 3. Gesegnet sind die Leischwer zu tragen, noch schwe- den mir, die mich der Günd rer Haß und Spott; so harr entziehen, mich lehren, Gott! ich, und bin stille zu Gott; allein zu dir nach Troft und denn nicht mein Wille, dein hülfe flichen. Ich weiß, Wille nur gescheh, o Gott. einst bringst du meinem 7. Du bist der Müden Blick der Sonne sanftes Stärke, und aller deiner Licht zurück, das DunkelWerke erbarmst du ewiglmir verhüllet. 4. Wie 414 Beweis der Gottfeligkeit und Tugend. 4. Wie will ich dann, Dein Vaterherz steht dem von Schmerz befreit, Herr, doch offen, der zu dir seine deine Huld erheben! wie Zuflucht nimmt. Wer still freudig dir, selbst für das in deiner Fügung ruht, mit Leid, Lob, Preiß und Ehre dem machst du es immer gut. geben; wohl denen, die dem 4. Uns bleibt oft, was uns Herrn vertraun, die ihre nüßt, verborgen: wer hats Hoffnung auf ihn baun! nie je ganz genau erkannt? wie werden sie zu schanden. oft sind unsre Wünsch' und Sorgen voll Thorheit und voll Unverstand! wer kann, was seinem Wohlergehn Mel. Wer nun den lieb.( Bottic. zum Schaden dient, ganz Beym Verzug göttlicher Sülfe. 432. Herr, Seele stille! 5. Nur du, du kennst ben allem, was mich kränkt und wählst das Beste. O und drückt, geschieht doch Vater! mache selbst mein einzig nur dein Wille, der Herz in dieser Ueberzeugung nichts zu meinem Schaden feste: so ehr ich auch im schickt. Du bists, der alles größten Schmerz dich noch ändern kann; und noas du mit der Gelassenheit: was thust, ist wohlgethan. mein Gott will, gescheh 2. Auch auf den aller- allzeit! rauhsten Wegen führst du 6. Die Stunde wird doch uns zur Glückseligkeit. endlich kommen, da mich Dem bringt die Trúbfallvollkommnes Glück erfreut. großen Segen, der dir sein Denn einmal führst du doch ganzes Herze weiht. Ihr die Frommen zur völligen Ausgang wird doch herrlich Zufriedenheit: und dann seyn, siehts gleich der blödelwird jedem offenbar, daß, Geist nicht ein. Gott! dein Rath der beste 3. Drum laß mich stille war. seyn und hoffen, wenn du 7. Dann wird von allen mir Prüfungen bestimmt meinen Plagen der ewge Nußen err, mache meine übersehn? Geduld und getroster Muth im Leiden. 415 Nußen mich erfreun; dann würde dein mich minder wird mein Herz, statt aller freun, nur irdisch Glück be= Klagen, dir freudenvoll das gehren; wenn keine Leiden Loblied weih'n: du Herrhaft wären. für mein Heil gewacht, hast 4. Dein Wort giebt mir alles mit mir wohlgemacht. die Zuversicht: du forgst für meine Tage; dein Auge schläft und schlummert nicht; du hörest meine Klage; du Mel. Was Gott thut, das ist ic. fröneft einst, wann du erTroft aus Betrachtung der Ewigkeit. 433. Die Bahn ist scheinst, in deinem Heiligrauh, auf der thume mit Wonne und mit ich hier zu meiner Heimath Ruhme. eile. Wie viel Gefahr seh! 5.O dann wird alle Trauich vor mir! wie droht sie rigkeit aus meiner Brust meinem Heile! Gott wärst verschwinden! vergessen werd du nicht mein Trost, mein ich ganz mein Leid, und nur Licht mein Heil in finstern dein Heil empfinden. Mein Tagen; wie ängstlich würd Lobgesang, voll Preis und ich zagen! Dank wird dir zum Wohlge2. Vor dir darf sich mein fallen, durch deinen Himmel traurig Herz, Erbarmer, schallen. nicht verheelen, darf seinen 6. Mich, den Vollendeten, darf Kummer, seinen Schmerz dann nicht mehr die Sünd vertrauend dir erzählen. entweihen; mit Unschuld Dann schaffest du mir Troft steh ich angethan in deiner und Ruh, aus deiner Got- Kinder Reihen. Und våtere tesfülle: und meine Seel lich erquickst du mich, wenn ist stille. ich, der Mensch von Erde, 3. Du lehrest mich den gleich deinen Engeln werde. hohen Werth der Trübsal, 7. Geduldig will ich hier die ich leide, daß sie mich dir den Schmerz der Sterblichvertrauen lehrt, mich führt keit ertragen. Beruhigen zur wahren Freude. Ich soll sich mein Herz, nicht mehr. 416 Beweis der Gottseligkeit und Eugend. mehr voll Unmuth klagen. wirfft sie nie, und eilst, sie Du bist bereit zu rechter Zeit, zu erhören. o Gott, von allem Bösen mich herrlich zu erlösen. 2009 4. Gott, hilf mir, daß ich immer hier ein frommes Leben führe und meine Freu digkeit zu dir durch Sünden Mel. Was mein Gott will 2c. 434.Die dich nicht ken nicht verliere. Der Sünder nen, die nicht, Schmach folgt ihnen nach: Gott! nach deinen Rechten du zúrneft und sie zittern. fragen, die müssen in der Doch mich wird nie dein Zeit der Noth mit banger Zorn wie sie, wenn du sie Seele zagen. Beklemmt strafft, erschüttern. von Schmerz verzagt ihrj Herz, und findet keinen Ret- Mel. Was mein Gott will,: c. ter: denn du bist nicht die so 435.Jch babe schon ſo Buversicht der Sünder und der Spotter. trauen. manche Zeit in Trübfal hingelebet. Viele 2. Ich aber darf auf dich leicht ist nun der Tag nicht allein mit ganzer Seele weit, da man den Leib begrås Wie finster auch bet! Ach war ich schon vor die Zeiten seyn, darf dennoch Gottes Thron! vollendet mir nicht grauen. Ich kenne meine Leiden! wie sehnt dich, und weiß, daß ich nach mein Herz sich, matt von deinem Worte frage; weiß: Schmerz, nach jenes Lebens deine Treu wird täglich neu, Freuden! und sorgt für meine Tage. 2. Gott stårke mich, wenn 3. Nicht klagen will ich, lang ich hier den LeidensZwar Gott, vor dir, nicht muth- kelch soll trinken. los zu dir treten: mit Zu- weiß ich, alles kommt von versicht, du giebst sie mir, dir; doch kann mein Muth mit Freuden will ich beten.( bald sinken: wenn du, mein Dein Angesicht verbirgst du Gott, mir in der Noth nicht nicht vor denen, die dich eh felbft Geduld verleihest, ren; du merkst auf sie, ver- laus Lieb und Huld die Unges duld Geduld und getroster Muth im Leiden. 417 duld mir Schwachen nicht] Trost für fromme Schwer. müthige. verzeihest. 3. Sind hier noch meiner Mel. In allen meinen Thatenic. Leiden viel; so sen dein Trost 436. Du klagst, in nicht minder. Groß ist derj Preis, den du am Ziel er den; klagst, daß der Geist theilft dem Ueberwinder. der Freuden von dir gewiDie Leidenszeit bringt Herr- chen ist; du seufzeft: Herr, lichkeit für die, die standhaft wie lange verzeuchst du? dir Einst wirst du wird bange, daß du von fie, nach Schmerz und Gott verlassen bist. Müh, an mir auch offen baren. waren. 2. Hat Gott, sprichst du, vergeben; mir Sünder Heil 4. Sollt auch dein und Leben, in seinem Sohn wunderbarer Rath von verliehn: wo sind des Dans Hülfe jetzt noch schweigen, kes Triebe? warum fühl und über meiner Thránen- ich nichtliebe, nicht freudiges Saat Gewitter sich noch Vertraun zu ihm? zeigen; zuleßt, zulezi 3. Mühselig und belawerd ich ergößt, im nà- den hör ich das Wort der hern Sichte sehen, daß Gnaden, allein mich tröstets mich dein Rath den rau- nicht. Ich kann in meinen hen Pfad zu meinem Glück Nöthen nicht zuversichtlich hieß gehen. beten; ich denke Gott, doch 5. Fürwahr du, der den ohne Licht. Sünder trågt, kannst keine 4. Sonst eilt ich, seinen Kinder haffen, kannst, wenn Willen mit Freuden zu erauch deine Liebe schlägt, sie füllen; sein Wort war mir immer nicht verlassen. Du gewiß. Jest kanns mein bist getreu, und stehst mir Herz nicht fassen, mein Muth bey; mich werden keine Leis hat mich verlassen, und mei= den, auch nicht der Tod, von nen Geist deckt Finsterniß. dir, mein Gott, und deiner 5.Oft wenn mich Zweifel Liebe scheiden. qualen, ergreift mich Angst Od der 418 Beweis der Gottfeligkeit und Tugend. der Seelen; und meine Hülf 10. Er läßt dich) Streng ist fern. Ich suche Ruh, erfahren, vor Stolz dich zu und finde in mir nur immer bewahren. Er macht dein Sünde, nur Unmuth, keine Herze rein; so wie das Gold Luft am Herrn. im Feuer gereinigt wird:) 6. 3ag nicht, Chrift! dei daß theuer der Seelen Heil ne Schmerzen sind Zeugen dir möge seyn. befrer Herzen, als dir das 11. Wie Båter ihrer Kin Deine scheint. Selbst dies: der, erbarmt sich Gott der daß dichs betrübet, daß ihn Sünder, die seinen Namen dein Herz nicht liebet: bescheun. Auch dir will er die weist, es sey mit ihm vereint Sünden, die sich noch täglich 7.Kein Mensch kann Gott finden, um Chrifti willen, erkennen, noch Jefum gláu- gern verzeihn. big nennen, als durch den 12. Zwar ist um Trost heilgen Geift. Den Grift dir bange; denn Züchtigung, hast du empfangen, der dich, so lange sie da ist, scheint uns nach Gott verlangen und sein hart. Doch nachmale wird sie Erbarmen suchen, heißt. geben Gerechtigkeit und Les 8. Trau Gott! er wohnt ben dem, der durch sie gebey denen, die sich so nachjúbet ward. ihm sehnen; er kennt und 13. Fahr fort Chrift! will dein Glück: hört dei bet und wache; Gott trägt nes Weinens Stimme; ver- und stärkt uns. Schwache, birgt er, als im Grimme, ist Güte für und für. Laß sich dir gleich einen Au- seine Huld dir gnügen, sein genblick. Wort kann nimmer trügen: 9. Gott ließ so manchen ich stärke dich, ich helfe Frommen in diese Trübsal dir! kommen und standihmmåch- 14. Faß dich in deinen tig ben. Du sollst dein Nichts Nöthen! sprich: wollte mich empfinden, auf Gott allein auch tödten der Herr, fo dich gründen und sehn, was bleibt doch mein das Erbseine Gnade sey. theil der Erlöften; will Gott nicht Geduld und getroster Muth im Leiden. 419 nicht eher trösten, wird er Wider Unzufriedenheit und mich doch im Tod erfreun! ångstliche Sorgen. Mel. Werde munter mein 2c. Mel. Wie groß ist des Allm. 2ct klagst, und 437.Weight ihr Zwei- 438.D fühleft die Bes fel, weicht ihr Sorgen! ftoret meinen schwerden des Stands, in Glauben nicht; ist mir Gott dem du dürftig lebst; du gleich jetzt verborgen; so ver- strebest glücklicherzu werden, wirft er mich doch nicht. und siehst, daß du vergebens Sind gleich meiner Sünden strebst. Ja, klage! Gott viel; Gottes Huld ist ohne erlaubt die Zähren; doch Ziel: denn uns Sündern, denk im Klagen auch zurück. den Verlornen, gab er sei- Ist dann das Glück, daß wir nen Eingebornen. begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 2. Theuer, theuer hat er worben mich mein Heilandj 2. Nie schenkt der Stand, Jesus Christ; er, der auch nie schenken Güter dem für mich gestorben, auch für Menschen die Zufriedenheit. mich erstanden ist; der zur Die wahre Ruhe der GeRechten Gottes fißt, jeden müther ist Tugend und Ges sieht und jeden schüßt. Der nügsamkeit. Genieße, was kan, er kan nicht haffen, den, dir Gott beschieden, entbehs der sich will bessern lassen. re gern, was du nicht hast. 3. Du, der das Verborg- Ein jeder Stand hat seinen ne kennet, kennst auch mich Frieden, ein jeder Stand undweißt allein, wiedies Herz auch seine Last. von Sehnsucht brennet.ganz 3. Gott ist der Herr, und sich deinem Dienst zu weihn. seinen Segen vertheilt er Lenke ferner meinen Sinn stets mit weiser Hand; nicht auf mein wahres Wohlsenn so, wiewir'szu wünschenpfle= hin. Lehrst du mich, was gen, doch so, wie er's uns recht ist, wählen; werd ich heilsam fand. Willst duzu nie mein Heil verfehlen. denken dich erkühnen, das DD 2 seine 420 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. seine Liebe dich vergißt? er schäfte, treu und munter alle giebt uns mehr, als wirver: Kräfte, die dir Gott giebt dienen, und niemals, was våterlich: ihr Gebrauch ist Ruhm für dich! uns schädlich ist. 3.3war es hat des Him 4. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in tråger Unzu- mels Segen jenem mehr ges friedenheit, besorge des Be- schenkt als dir? soll dies deis rufs Geschäfte, und nüßejnen Neid erregen? denk: deine Lebenszeit. Bey Pflicht wer ist Gott; wer sind wir? und Fleiß sich Gott ergeben, Gott weiß, was uns allen ein ewig Glück in Hoffnung nüßet. Wenn er dich refehn, dies ist der Weg zu giert und schüßet, giebt der Ruh und Leben. Herr! Speise Freude zu: was fehlt lehre diesen Weg mich gehn. dann zu deiner Ruh? 4. Du prangst nicht mit Wider mürrische Klagen. hohen Würden? und was Mel. Alle Menschen müssen 2c. ist der Großen Glück? Ach 439. Menfch! entehre fie seufzen unter Bürden: nicht mit Kla- oft stürzt sie ein Augenblick. gen Gott, der dich zum Reichthum ward dir nicht Glücke schuf. Dieses Le- gewähret? wer gern Uebers bens Müh zu tragen, froh fluß entbehret, ist beglückt zu seyn, ist dein Beruf. und reich genug; wünschen Murre nicht bey den Be- mehr, ist Selbstbetrug. schwerden; such, daß sie dir] 5. Herr, du haft zum fro nüßlich werden, und bet hen Leben, was ich brauch, Gottes Willen an auf der und mehr, verliehn. Laß rauhen Lebensbahn. mein Herz sich stets bestre. 2. Gott hat dir dein ben, sorgenvollen Gram zu Loos beschieden. Nimms mit fliehn. Dir vertraun? dich Dank aus seiner Hand. Lei fürchten, lieben; Demuth, ste jede Pflicht zufrieden, die Menschenliebe üben, deiner dein Gott damit verband. Güte mich zu freun: das Brauche, dies ist dein Ge- soll mein Vergnügen seyn! Chrift C 0mocrat 4214 Christliche Menschenliebe. Werth und Natur derselben. dieses selbst Gott nicht ges Mel. O Gott, du frommer ic. fällig seyn. enn einer alle 440.2en 5. Die lieb ist sanftmuthKunst und alle voll, langmüthig und gelinWeisheit hätte, wenn er de; sie ist dem Nächsten stets beredter noch als Engelzun- so willig als geschwinde in gen redte; und hätte doch Nöthen beyzustehn; die Lies daben die wahre Liebe nicht, be eifert nicht; es schmerzt so war mit jenem doch vorsund krånket sie, wenn jes Gott nichts ausgericht. mand Leid geschicht. 2. Er wäre wie ein Erz, 6. Die Liebe ist nicht stolz, das zwar sehr helle klinget; haßt und verachtet keinen; sonst aber keine Frucht und verabscheut jede Lust, wor keinen Nußen bringet: der über andre weinen. Die Mensch, bey welchem man Liebe zúrnet nicht, ist freundder Liebe Geist vermißt, ist lich jedermann, und wendet einer Schelle gleich, die ohne Schaden ab, wo sie nur imLeben ist. mer kann. 3. Wenn er weiffagen 7. Die Liebe ist betrübt, könnt, und hatte allen Glau- wenn unrecht wird gerichtet; ben, so, daß er Wunderwerk die Wahrheit ist ihr werth an Bergen, Blinden, Tau- und wer ihr treu beypflichtet. ben erwies'; und hätte doch Die Liebe decket gern des die wahreliebe nicht, so wäre Nächsten Fehler zu, liebt abermal damit nichts aus- und begünstiget Verträglichgericht. keit und Ruh. 4. Wenn einer all sein 8. Ohn Argwohn denket Gut austheilete den Armen; sie das Beste nur von allen; wår' aber nicht erfüllt mit sie hoffet Besserung, wenn Herzlichem Erbarmen: sollt jemand ist gefallen; ver= er des Mårterthums sich dammt nicht streng; vergiebt ohne Liebe freun; so würdeldem Nächsten gern die Dd 3 Schuld; 422 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. Schuld; erträgt den Widri- der Mensch oft Herz und gen mit Sanftmuth und Ohr, da wankt der Glaube, Geduld. wie ein Rohr, ist kalt und 9. So mancher Vorzug ohne Leben. wird, der hier galt, dort auf- 3. Wir hoffen auf Barme hören: die Liebe und ihr herzigkeit ben Gott im gans Werth wird dort noch stets zen Leben, mitleidig soll er fortwähren. Der Glaube jederzeit uns wohlthun und endigt sich mit dieser Pilger- vergeben, und wåren gleichzeit; allein die Liebe bleibt wohl nicht bereit zu dem, was in alle Ewigkeit. Jesus uns gebeut, zum herz10. O Jefu, der du bistlichen Erbarmen? das Muster aller Liebe! 4. Bedenke wie barmber verleihe, daß auch ich recht- zig sich Gott gegen dich ers schaffneliebe übe. Gieb, daß zeiget. Erwág es ernstlich; ich allezeit und herzlich jeder sich, ob dich dies noch nicht mann zu dienen sey bereit, rührt und neiget, gefinnt zu wo ich nur soll und kann. feyn, wie Gott es ift? bes denk, was ferner Jesus Christ und selbst dein Herz bezeuget. 5. Ein unbarmherziges keit, die Jesus uns anprei- Gericht wird über den erges fet! o himmlische Glückse- hen, der lieblos war; Gott ligkeit, die er zum Lohn an- achtet nicht auf sein Gebet weiset, dem, der gleich Gottlund Flehen. Verwerfung barmherzig ist! o du, der du droht sein Angesicht dem, der mir alles bist, pflanz sie in der Liebe sanfte Pflicht erz meine Seele! fannt, und nicht geübet. 441. Mel. Ach Gott vom Himmel zc. bimmlische Barmherzig2. Die göttliche Barm- 6. Wen nicht des Brus herzigkeit rühmt jedermann ders Flehn erweicht, wer auf Erden; wenn aber Fe- hart fein Herz verschließet, fus uns gebeut, gefinnt wie dem, ders bedarf, die Hand Gott zu werden; verschließt nicht reicht, sein Leid ihm nicht Chriftliche Menschenliebe. 423 442 Allen Christen nicht versüßet, nicht andre giebst, gern wiedergiebt, die labet, und erfreut; den wird, Dürftigen zu laben. Mach so ångstlich er auch schreyt, mich nach deinem EbenGott nicht erfreun, noch bild, mitleidig, schonend, hören. sanft und mild: so bin ich 7. Ich will, oherr, barm- dein Kind! Amen. herzig seyn, stets auf dein Mel. Jesus meine Zuversicht ze. Muster sehen, den Nächsten, wo ich kann, erfreun, mitj und auch mir Rath und That beystehen; hat der Herr dies vorgeschrie. gieb, daß sein Schmerz und ben: euren Nächsten sollet feine Noth mich stets so ihr, als euch selbst, von Herrühre, wie du Gott dich über zen lieben; wer ihn haffet mich erbarmest. schlågt ihn todt, und die 8. Duúbst so viel Barm- Mórder haffet Gott. herzigkeit an uns schon hier 2. Wir sind Bürger auf Erden; so mache nun Einer Welt, Kinder Eimein Herz bereit auch ähn- nes Vaters: Brüder; die lich dir zu werden, daß es er huldreich stets erhält, alle von dem, was du beschert, Eines Glieder; dem Nächsten auch sein Theil die sein weiser Allmachtsgewährt, den Dürftigen er- ruf, alle sich zu dienen quicket. schuf. Leibes 9. Hält mancher Reicher 3. Eine sterbliche Nadieser Welt oft Herz unditur, hat uns allen er gegeben, Hand verschloffen: so mach und auch eine Hoffnung nur, in dem, was dir gefällt, mein Hoffnung auf ein kurzes Herz stets unverdrossen: da- Leben: Eine Straf und mit es dir, o Bater, gleich, Seligkeit wartet unser nach an Liebe und an Mitleid reich der Zeit. nie wohlzuthun ermüde. 10. Gieb mir ein Herz, das jeden liebt, das von den guten Gaben, die du mir 4. Ehre, Reichthum, Würde, Stand, Kraft des Körpers, Geistesgaben, und was wir aus Gottes Hand, D84 fonft 424 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. sonst für einen Vorzug ha-| 9. Ja, gieb, großer Mens ben: alles dies befrent uns schenfreund, Jesu! daß ich nicht von der Menschen auf der Erde, allem Stolz liebe Pflicht. und eide feind, dir in Al 5. Selbst der Gaben Un- lem ähnlich werde: um der terschied knüpft das große Hoffnung mich zu freun, Band auf Erden: jeder, ewig einst bey dir zu seyn. wenn er sich bemüht, kann Mel. Herr Gott, der du erforscheft. dem andern nützlich werden: er du die Liebe den, der hier dir dienen muß, nährt mit Recht dein Ue- gern uns Menschen segnest; berfluß. ja selbst dem, der dein Feind 443. Der selber bist, und 6. Nach dem dir vertrau- noch ist, mit Wohlthun doch ten Pfand messen sich auch begegnest! o bilde meinen deine Pflichten. Gab Gott Sinnnach dir: und laß mich viel in deine Hand, so hast doch, mein Heiland, hier, du viel zu entrichten. Dies nach deinem Vorbild wans bestimmt den Lohn: dein deln! Die können keine Chris Knecht hat mit dir dort glets sten seyn, die sich nicht andrer ches Recht. Wohlfahrt freun; die mens 7. Dein Erlöser sagt es schenfeindlich handeln. dir: wer hier der Geringsten 2. Dein Leben in der einen pflegt, der thut es fel- Sterblichkeit war für die ber mir: Denn ihr alle send Menschen Segen; dir folge die Meinen. Mancher, densten Lieb und Freundlichkeit die Welt verschmäht, ist und auf allen deinen Wegen. wird, vor Gott, erhöht. Wohin u giengft, gieng 8. Darum, Gott, gieb mir Wohltbun mit: dein Wort, ein Herz, das von Menschen- dein Werk und jeden Schritt lieb entbrennet; auch in Nie- begleitete Erbarmen. Du drigkeit und Schmerz seinen übernahmst die schwerste Nächsten nicht verkennet, nie Pein, uns vom Verderben voll eitlen Wahns vergißt, zu befreyn, und starbst zum daß auch er mein Bruder ist. Heil uns Armen. 3. Anch Christliche Menschenliebe. 425 3. Auch jetzt noch auf dessin sich hàlt, der Liebe Lohn Himmels Thron bist du das erhöhen. Heil der Sünder. Auch da bleibst du o Gottes Sohn, Mel. O Gott, du frommer 2c. ein Freund der Menschenkinein Herz, das der. Du schaffst den Dei- 444;( ieb mir, o Gott nen wahre Ruh, und die Ber- jeden Menschen liebet, ben irrten suchest du auf rechten seinem Wohl sich freut, bey Weg zu leiten. Du hörst seiner Noth betrübet; ein der Seufzenden Gebet, und Herz, das Eigennuß, und brauchest deine Majestät um Neid und Härte flieht, und Gegen auszubreiten. sich um andrer Glück, als 4. Olaß in meiner Pil- jum sein Glück bemüht, grimschaft mich auf dein 2. Seh ich den Dürftis Vorbild sehen. Erfülle mich gen, so laß mich liebreich ei mit Luft und Kraft dem len, von dem, was du mir Náchsten beyzustehen, be- giebst, ihm hülfreich mitzus trübter Herzen Trost zu seyn, theilen. Laß miches willig thun mich mit den Fröhlichen zu nicht, um gerühmt zu seyn, freun, mit Weinenden zu und mich verehrt zu sehn; klagen. Laß mich dem, derjnein! Menschen zu erfreun. fein Herz mir weiht, ein Herz 3. Dies sey mein Gottes= voll frommer Reblichkeit dienst. Auch unbemerkt von und Treue nicht verfagen. ihnen, muß andern stets 5. Laß mich mit brüder- mein Herz, mit Rath und licher Huld des Nächsten Feh- Hülfe dienen. Mich treibe ler decken. Und ihn durch nicht erst Dank zu milder Sanftmuth und Geduld zur Wohlthat an; nein, was ich Besserung erwecken. Und Brüdern thu, das sey dir, fündiget er gegen mich, so nei Gott! getban. ge meine Seele sich verzei- 4. Ein Trunk, mit dem hend auf sein Flehen, dann mein Dienst dem Durstigen wird mich in der beffern begegnet, ein Blick voll Welt, die nur Beglückte Troft, mit dem mein Herz Dd 5 Bes 426 Beweis der Gottfeligkeit und Tugend. Bedràngte segnet, ein Rath, macht mit lafterhaften Wermit dem mein Mund im ken, von der verkehrten Bahn Kummer andre stårkt, nichts auf rechten Weg zu ziehn, bleibt, so klein es ist, vor dir dazu verleih mir Kraft, und Herr! unbemerkt. fegne mein Bemühn. 5. Eilt wo ein boshaft 9. O heilige du selbst, Herz, Unfrieden anzurichten; err! meiner Seelen Tries fo laß mich sorgsam seyn, der be, durch deine Lieb und Brüder Zwist zu schlichten: Furcht, zu wahrer Menschens aus Schmähsucht stóre nie, liebe. Wer nicht den Nachmein Mund des Náchsten sten liebt, geht nicht zum Ruh; er rühine sein Ver- Himmel ein. Laß diese dienst; deck seine Fehler zu. Wahrheit, Gott, mir stets 6. Die Rach ist dein, vor Augen seyn? Gott! du sprichst: ich will vergelten. Drum laß mich stille seyn, wenn Menschen auf mich schelten. Gieb, daß ich dem verzeih, der mir zu schaden sucht; den liebe, der mich haft; den segne, der mir flucht. Evangelische Bewegungs gründe zur Menschen liebe. Mel. Mir nach spricht Christus. 0 445. S jemand spricht: ich liebe Gott; und haßt doch 7. Doch laß mich nicht seine Brüder, der treibt mit allein auf zeitlich Wohlerge Gottes Wahrheit Spott, hen, mit eingeschränktem und handelt ganz dawider. Blick, bey meinem Nách- Gott ist die Lieb, und will, sten sehen. Noch stärker bag ich den Nächsten liebe, müsse mich sein ewig Glück gleich als mich. erfreun; noch mehr fein Seelenheil mir angelegen feyn. 2. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glieder; drum diene deinem 8. Den, der im Glauben Nächsten gern; denn wir wankt, im Glauben zu be- find alle Brüder. stärken; den, der sich elend schuf die Welt nicht bloß für mich; Gott Chriftliche Menschenliebe. 427 mich; mein Nachster ist sein Mel. Ach, was soll ich Sünderzc. Kind, wie ich. 446. ollten Mens schyen, meine 3. Sein Heil ist unfer aller Gut. Ich sollte Brú- Brüder, mir, o Gott, nicht der haffen, die Gott durch theuer seyn? soll ich sie nicht seines Sohnes Blut so theue'r gern erfreun? sie sind alle erkaufen lassen? Daß ich Christi Glieder; dessen der durch Chriftum ward ver- für alle starb, allen Gotfühnt, hab ich dies mehr, tes Huld erwarb. als sie, verdient? 2. Er hat all aus einem 4. Du schenist mir tåg- Blute stammen lassen, alle lich so viel Schuld, du Herr sind sein; und jeder ist ſein von meinen Zagen! ich aber Kind: all erkauft mit einem follte nicht Geduld mit mei- Blute, alle Erben seines nen Brüdern tragen? dem Sohns, Erben eines Gnanicht verzeihn, dem du ver- denlohns. giebst? und den nicht lieben, den du liebst? 3. Gottes Kinder sollt ich haffen? lieblos, unbarm5. Was ich den From herzig seyn? meinem Feinde. men hier gethan, den Klein- nicht verzeihn? keine Schulsten auch von diesen, das den ihm erlaffen? Gott, siehst du, mein Erldser! an, nicht fürchten dein Gericht? als hått ich dirs erwiesen. dein Erbarmen achten nicht? Und ich, ich sollt ein Mensch 4. Der du für die Uebelnoch seyn, und dich in Brü- thåterSchonung flehtest, und dern nicht erfreun? die Last unsrer Schuld ges 6. Ein unbarmherziges tragen haft; großer Mittler Gericht wird über den erge- und Vertreter! es versöhnte hen, der nicht barmherzig Gott durch dich eine Süns ist, der nicht die rettet, die derwelt mit sich. ihn flehen. Drum gieb mir, 5. Wenn mein Herz, vom Gott, durch deinen Geist, Hang zur Sünde hingerissen, ein Herz, das dich durch dich verkennt, und zu Haß Liebe preift. lund Rach entbrennt, über, wind, 428 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. wind, o überwinde meinen] Mel. Herzliebster Jesu, was ic Haß, und laß mich sehn in den Tod, für uns, dich gehn. 447. Hilf Sefu, daß ich T meinen Nächsten liebe, durch lieblos Richten 6. Wie dir deine Augen ihn niemals betrübe, ihn nicht flossen, als dein Aug um verleumde, noch durch falsche mich geweint; wie du großer Ranke sein Wohlseyn kränke. Menschenfreund, auch für 2. Vielmehr laß seine mich dein Blut vergoffen, Schwächen, seine Flecken, wie du litteft auch für mich, wo Pflicht es zuläßt, liebe: o dies zeige meiner Seele voll bedecken; und auf fich. mich selbst, wenn andre sich 7. Dein Wort schall in vergehn, mit Vorsicht sehen. meine Ohren: ,, was ich that, 3. Hilf, daß ich weislich geschah für dich; wer den ihn zu beffern trachte, und Bruder liebt, liebt mich. seiner Seelen Wohl höchst Wer nicht liebet, ist verlo- theuer achte. Denn du ren, Gottes Zorn ist über haft selbst für uns, in Todes ihm! Gottes Zorn ist über banden, viel ausgestanden! ihm!" 4. Was andre Menschen 8. so hilf mir, daß Gutes an sich haben, laß mich ich übe, was dein Wille mir erkennen, Herr! als deine gebeut, Nachsicht, Sanft Gaben. Es müffe nie mein muth, Gútigkeit; daß ich, Herz des Nächsten Freuden wie du liebtest, liebe; innig und Glück beneiden! liebe; milde, treu, sanft und leicht versönlich sey. 5. Gieb, daß ich nie zum Borne leicht entbrenne, auch 9. Ja! ihr eines Hauptes größres Glück dem Nächsten Glieder, Christi, der für alle freudig gönne; in Trúbsal starb allen Gnad und Huld ihm des Mitleids Thránen erwarb! lieben will ich euch, schenke, nie Arges denke. als Brüder, für euch beten, 6. Laß mich, mein Heieuch erfreun, wohlthun, dul- land, immer mehr auf Ers den und verzeihn. den an Lieb und Gütigkeit dir Dienstfertigkeit, Mildthätigkeit. 429 dir ähnlich werden; und so wenn Neider, wenn Vers wie du, selbst die, die mich läumder mir auch schaden; betrüben, selbst Feindelieben. du wirst mich schüßen, und 7. Dann steh ich auch bey mit deinen Treuen ewig er= dir, mein Gott in Gnaden, freuen. Dienstfertigkeit, Barmherzigkeit und Mildthätigkeit. Mel. Nun ruhen alle ic.[ 2rmer vergebens je um u aller Men- Hülfe bath. 448. Du schen Vater 5. Erhalt in mir die Tries du gütigster Berather in be der mitleidsvollen Liebe. allem, was uns drückt! dusWie du mir guts gethan, läsfest uns zufließen, was so laß, um deinetwillen, mich wir hier Guts genießen, du andrer Noth gern stillen, so bists, der unser Herz erquickt. oft ich sie nur stillen kann. 2. Du läßt dich von uns 6. 3um Fleiß in guten Sündern durchUndank nicht Werken laß mich die Hoff verhindern, uns segnend zu nung stärken: vor dir, dem erfreun. Zu ew'gen Selig- Herrn der Welt, der frohe keiten uns Sterbliche zu lei- Geber liebet, sey, was man ten, ist Weisheit, Macht und willig giebet, ein Opfer, Sûte dein. das dir wohlgefällt. 3. Wie groß ist deine 7. Laßmich hier reichlich Milde! barmherzger Va- såen. Den Herrn, was hier ter, bilde mein Herz nach geschehen, folgt uns in jene deinem Sinn; daß ich der Zeit. Wer hier gern hilft Noth der Armen mich willig und giebet und sich im Wohlmög erbarmen: nimm alle thun übet, der erndter dort Harte von mir hin. die Herrlichkeit. 4. Gieb, daß ich willig Mel. O Gott, du frommer 26. gebe, mich wohlzuthun bestrebe, so wie mein Heiland 449.Wie felig lebt ein Mensch, der that, der göttliche Erbar- Dienstbegierde kennet, großs mer! den kein bedrängter] 430 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. müthig wohlzuthun aus sein Stand, sein Wohlerges Menschenliebe brennet! der, hen, sind Mittel, die er wenn ihn auch kein Eid zum braucht, behülflich gern zu Dienst der Welt verbindt, seyn, und einen Leidenden Beruf und Eid, und Umt mit Troste zu erfreun. schon in sich selber findt. 6. Was andrer Noth 2. Dir, Höchster, ahmt er erheischt, das reißet seine nach, dir, als dein Bild, zu Triebe, auch ohne Ruhm gleichen; durch Dienstbeflis- und Lohn, zu wahrer Mensenheit sucht er dies zu errei- schenliebe. Kein Stolz noch chen; er hålt für eignes Wohl Eigennuß wirkt seine Gutigs sich nicht allein gemacht; er feit. Er sieht auf seinen hält sich für die Welt von Gott, der Liebe ihm gebeut. dir hervorgebracht. 7. So laß mich auch ges 3. Die Welt, denkt er, hat sinnt, mein Gott, durch Chris Recht auf meinen Dienst und ftum werden! voll regen Eis Kráfte; ihr nüßen, ist für fers sey mein Leben hier auf mich ein seliges Geschäfte. Erden, so núßlich, als ich Als Glieder schuf uns Gott, kann, dem Nächsten stets zu als Bürger einer Welt, in feyn; dann geh ich einft, o der des einen Hand die Hand Gott, ins Reich der Liebe ein. des andern hält. Mel. Mirnach spricht Christus. 4. So denkt der Men- 450.Wer dieser Erdent schenfreund; und das ist hat, fein Bestreben, so treu als und sieht den Nächstenleiden, er fich lebt, zum Wohl der und macht den Hungrigen Welt zu leben. Ihm wird nichtsatt, lågt Nackende nicht des Nächsten Heil sein eig- kleiden; der ist ein Feind der nes Himmelreich; er füh- ersten Pflicht, und liebt dich let fremde Noth, als tráf Gott der Liebe! nicht. ihn selbst der Streich. 2. Wer seines Nächsten 5. Ereilt, dem, ders be- Ehre schmåht, und gern sie darf, mit Hülfe beyzustehen; ichmähen höret, sich freut, sein Unsehn und sein Freund, wenn sich sein Feind vergeht, und Friedfertigkeit, Sanftmuth u. Versöhnlichkeit. 431 und nichts zum Besten keh- wie bleibt bey seinem Ungeret: nicht dem Verläumber stúm, Gott, deine Liebe widerspricht; der liebet sei- wohl bey ihm. nen Nächsten nicht. 6. Wer für der Armen 3. Wer zwar mit Rath, Heil und Zucht mit Rath mit Trost und Schuß dem und That nicht wachet, dem Nächsten unterstüßet, doch Uebel nicht zu wehren sucht, nur aus Stolz und Eigen- das oft fiedürftig machet, nue nuß, aus Weichlichkeit ihm sorglos ihnen Gaben giebt, nüßet; nicht aus Gehorsam der hat sie wenig noch geliebt. nicht aus Pflicht, auch der 7. 3war du, mein Herz liebt seinen Nächsten nicht. vermagst es nicht stets durch 4. Wer harret, bis ihn die That zu lieben. Doch anzuflehn ein Dürftger erst bist du nur geneigt, die erscheinet, nicht eilt, dem Pflicht getreulich auszuArmen beyzustehn, der im üben, und wünscheft dir die Verborgnen weinet, nicht Kraft dazu, und strebst das gütig forscht obs ihm ge- für: so liebest du. bricht: auch der liebt seinen 8. Ermattet dieser Trieb Nächsten nicht. in dir, so such ihn zu beleben! 5. Wer Niedre, wenn er sie denk oft: Gott ist die Lieb, beschirmt, mit hårt und und mir hat er sein Bild ge= Vorwurf qualet, und ohne geben. Ja, Höchster, was Nachsicht straft und stürmt, ich hab, ist dein; sollt ich, sobald sein Náchster fehlet; wie du, nicht gütig seyn? Friedfertigkeit, Sanftmuth und Versöhnlichkeit. Mel. O Gott du frommer zc. Groll und lehrest, wie man on dir, liebrei- hier, recht einig leben soll. 451, Von cher Gott! 2. Drum flehen wir zu dir muß Fried und Eintracht um deines Geistes Gabe, daß kommen, der du uns gnådig- jeder hier ein Herz geneigt lich zum Frieden aufgenom- zum Frieden habe. Gieb, daß men. Dir ist die Eintracht wir allesammt im Guten eis lieb, du hasfest Streit und nig 432 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. nig seyn; so sammeln wir 2. Laß mich meines Nách zugleich die Frucht des Fries sten schonen, willig tragen dens ein. feine Laft; und so lang ich 3. Laß eins dem andern hier soll wohnen, bleibe Zanks ftets zum wahren Beystand sucht mir verhaßt; denn werden, daß ein bedrängtes das ist, o Gott! dein Wille, Herz, in allerley Beschwer und die Eintracht liebest duz den, von seinem Nächsten o fo hilf auch mir dazu! gieb Troft und Hülfe kommensein Herz mir, das die Stille seh, und daß ein Bruder ja und den Frieden sucht und den andern nicht verschmäh. liebt, das für Rache Sanfte 4. Laß uns in Einigkeit muth übt. ftets ben einander wohnen, 3. O das Leben wird er: und duld uns allezeit mit schweret durchdes Zornesleis gnädigem Verschonen. Laß denschaft! Zankfucht, Groll unter deinem Volk die Ein- und Haß verzehret nach und tracht herrlich blühn, bis wir nach des Körpers Kraft, aus Krieg und Streit zum hemmt den Lauf von unsern ewgen Frieden ziehn. Jahren, macht zum Himmel Mel. Sollt ich meinem Gott zc. jungeschickt. Herr, der auf 452. Gott, der du die mich Schwachen blickt! ach! Menschen lie- du wollest mich' bewahren, best, der du nicht ein strene daß des Jachzorns Raserey ges Recht, sondern ewig nie des Herzens Meister sey. Gnade übest an dem sündli- 4. Wer mir flucht, den chen Geschlecht! laß mich will ich segnen, so wie mein deinen Geist beleben, daß ich, Erlöser that, und demnachBater! als dein Kind, lieb- sichtsvoll begegnen, der zum reich sey, wie du, gesinnt. Banken Neigung hat. Für Herr; du wollst den Sinn die Feinde will ich beten; mit geben, der bey Fehlern und vor dich, du FrieNachsicht zeigt, und mit densfürst, wenn du MenSanftmuth spricht und schen richten wirst, ausgez schweigt. söhnt mit ihnen treten. Gott Friedfertigkeit Sanftmuth, Versöhnlichkeit. 433 Gott des Friedens! stärke dre brennen? ich sollte jes du mich mit deiner Kraftmals Haß mit Haß vergelz dažu. foten, und wieder schelten? 5. Ewig Heil ist dem be- 4. Kann ich wohl Bates schieden, der nach frommer zu dem Höchsten sagen und Eintracht strebt. Höchster! Groll im Herzen gegen gieb mir deinen Frieden, der Brüder tragen? darf ich zur Sanftmuth uns erhebt. wenn Gott mir soll die Er regiere Herz und Sinnen! Schuld verzeihen, um Raz Denn wenn er das Herz resche schreyen? giert, wird, was zu der Zwies 5. Wer nicht vergiebt, der tracht führt, niemals Ueber wird für seine Sünden bey macht gewinnen! bis einst dir, o Herr! auch nicht Verz in der Herrlichkeit ewger gebung finden. Dein JunFriede uns erfreut. ger ist nur der, wie du, ver. das giebet und Feinde liebet. Mel. Herzliebster Jefu, was ic. 6. So heilige denn meiner 453. Herr, mein Ver Seele Triebe mein Heiland! du föhner! der durch den Geist der wah du für mich litteft, und noch ren Liebe: vertilge durch die zur Rechten Gottes für mich Scheu vor deinem Namen bittest! erweck in mir, du der Rachgier, Saamen. Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe. 7. Wenn meine Brüder sich an mir vergehen, so lehe 2. Wann hast du jemals re mich ihr Unrecht überses Haß mit Haß vergolten? hen. Laß mich, wenn sie du schaltst nicht wieder, als mich auch empfindlich kranman dich gescholten; du seg- ken, an dich gedenken. neteft mit Wohlthun nicht 8.Erwecke dann, o Herr! bloß Freunde, nein, selbst in meinem Herzen, aufs auch Feinde. neue das Gedächtniß jener 3. Und ich, Herr! sollte Schmerzen, die du, in deinen mich den Deinen nennen, und schweren Leidensstunden fün doch von Rachgier gegen an- mich empfunden. 9. Lag 434 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. 9. Laß mich mit Sanft- 3. Uch glich ich dir, o Heis muth meinem Feind begege land! ich bekenne, daß ich nen; den, der mir flucht, noch oft von schnellem Zorn wie du, großmüthig seg- jentbrenne und mich, vor nen. Herr! mache gegen dir, gar leicht, durch Trieb alle, die mich haffen, mein zur eignen Rache, vers Herz gelassen. werflich mache.ca 10. Will zu der Rachsucht 4. Dir muß ichs weh mich die Furcht verführen, muthsvoll mein Heiland! als würd ich sonst mein ganz klagen: Beleidigungen kann zes Glück verlieren: o Herr! ich schwer ertragen, und sel so laß mich, ihr zu widerste: ten weiß sich, wenn mich hen, auf dich dann sehen. andre haffen, mein Herz 14. Du schüßest den, der zu fassen. redlich vor dir wandelt, und 5. Vergieb mir, Herr! überall nach deinem Vorbild und wende mein Verder handelt. Drum lag in allem ben! bey Zorn und Haß mich schon hier auf Erden läßt sich dein Reich nicht ers dir ähnlich werden. ben. Und jener Tag ver sid( om gilt nach strengem Rechte dem harten Knechte. 454. Her mgn voriger Melodie. err, deine Sanftmuth 6. So hilf mir denn die Rachbegier ersticken! lag tft nicht zu ermessen! wie sich dein Bild in meine Seele viel haft du vergeben und drücken! so werd ich mich vergessen! ach führe mir verföhnlich finden lassen, den doch deine große Güte recht Feind nicht haffen. zu Gemüthe! blo 7. Flucht mir der Feind, 2. Du fegnetest, die dei- so laß mich, Herr! ihn sege nem Namen fluchten; du nen; und seinem Grimm mit heiltest die, die dich zu grei- Freundlichkeit begegnen fen suchten; und zeigtest, daß mich das Böse, das ich unter deiner Feinde Zoben, dann empfinde, nicht übers der Langmuth Proben. winde. 8. Ber Friedfertigkeit, Canftmuth, Versöhnlichkeit. 435 8. Verleih mir dies um mein Feind, und lehrt mich deiner Sanfimuth willen; klug verfahren, indem ers so erb ich auch, im Lande dei böse meint. ner Stillen, die Seligkeit, 7. Ich will die Fehler wozu sie jenes Leben einst meiden, die er von mir ers wird erheben. sann; auch die nicht an mir Mel. Ach bleib mit deiner ic. leiden, die er nicht wissen 455. Nie will ich wi- kann. der fluchen, 8. Durch Huld will ich wenn mir mein Hasser flucht; mich råchen, an ihm das nie dem zu schaden suchen, Gute sehn, und Gutes von der mir zu schaden sucht. ihm sprechen: wie könnt er 2. Ich will ihm fanft belånger schmähn? gegnen, nicht drohen, wenn 9. Im Haß ihn zu ermús er droht; schilt er, so will den, will ich ihm gern verz ich segnen; dies ist des Herrn zeihn, und als ein Chrift Gebot. zum Frieden, zum Wohlthan willig seyn. 3. Mein Heiland, der Gerechte, vergalt die 10. Wenn, mich zu uns Schmach mit Huld; die tertreten, ihn Güte mehr ers Wuth ergrimmter Knechte hißt; so will ich für ihn beertrug er mit Geduld. ten, und Gott vertraun: 4. Sollt ich dann wider Gott schüßt. schelten, da er nicht wider Mel. Herr ich habe mißgeh ic. ſchalt? nicht ſo den Haß ver- 456.Allen, welche nicht gelten, wie er den Haß vers galt? du, Richter! nicht verzeihn; 5. Verläumdung dulden trostlos werden sie im Leben, müssen ist schwer; doch diesestrostlos einst im Tode senn; Pflicht wird leicht, wenn das und Vergebung ihrer Süns Gewissen zu meiner Ehre den nie, so lang sie haffen, spricht. finden. 6. Dies will ich treu be wahren; so bessert mich 2. Ach wir alle sind Vers brecher, häuften alle Cthuld Ee 2 auf 436 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. auf Schuld: du, der Sün. sie uns gewaffnet finden; laß den ernster Rácher! habe sie uns schnell überwinden. doch mit uns Geduld. Sey 5. Mach uns dir und deis uns gnådig, daß wir leben, nem Leben, o Herr Jeſu! und vergieb, wie wir vergleich gesinnt! dann vergieb, geben. wie wir vergeben allen, die 3. Wir gelobens dir mit uns schuldig sind. Laß für Freuden: willig wollen wir unsere Verbrechen dann dein verzeihn; nie uns råchen, Blut versöhnend sprechen. wenn wir leiden, nie zu dir 6. Wohl uns! Gott vers um Rache schreyn; täglich zeiht uns Sündern, geht vor dein Untlik treten, und nicht mit uns ins Gericht, für unsre Feinde beten. nimmt uns auf zu seinen 4. Stárk uns, Bater, Kindern, denkt der vor deine Frommen, treu zu blei- gen Sünden nicht. Laßt kamben dieser Pflicht. Wenn uns beten, laßt uns fámwir in Versuchung kommen; pfen, alle Rache in uns so besiege sie uns nicht. Laßlzu dámpfen. Aufrichtigkeit und Unsträflichkeit im Reden, Mel. O Haupt voll Blut und ic. daß er die Wahrheit nicht 457.Wohl dem, der mit Vorbedacht verlehet, richtig wan- und der an keinem Ort dies delt, der als ein Wahrheits- aus den Augen seßzet: Gott freund in Wort und Werken merkt auf jedes Wort. handelt, und das ist, was er 3. Wohl ihm! wenn sein scheint; der Recht und Treue Gemüthe, Herr, so die liebet, und von dem Sinn Wahrheit übt. Ihn leitet der Welt, die Trug und deine Güte, er wird von dir Falschheit übet, sich unbegeliebt. Du wirft ihn einst fleckt erhält. erhöhen, wenn in der Wahre 2. Wohl dem, der Lügen heit Licht beschämt die Fals haffet, und der, so oft er schen stehen, geschreckt durch spricht, so seine Reden fasset, dein Gericht. 4. Sperr! Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit. 437 4. Herr! drücke diesel 8. Ein Herz voll Treu Sache tief in mein Herz mir und Glauben, das, Gott! ein, daß ichs zur Pflicht mir zu dir sich hålt, das soll mir mache, der lügen Feind zu niemand rauben; so kann fern. Erinnre mein Ge- lich aus der Welt einst mit wiffen, du haffest Heucheley, der Hoffnung gehen: ich damit ich stets beflissen der werde, als dein Kind, dich Treu und Wahrheit sey. mit den Frommen sehen, die 5. Laß niemals mich ver- reines Herzens sind. sprechen, was ich nicht halten kann, auch nie Zusagen bre- Mel. Ach Gott vom Himmel ic. chen, die ich einmal gethan; nie mich den Stolz verleiten, 458. Die Bunge, die vernehmlich und nie des Beyspiels spricht, hat dir dein Gott Macht, als Wahrheit ausgegeben. Welch ein Geschenk! zubreiten, was ich doch mißbrauch es nicht; sie brins selbst erdacht. get Tod und Leben; man 6. Doch laß zu allen Zei- fluchet und man lobt damit: ten auch deiner Weisheit ach Gott erhöre meine Bitt, Licht, Herr, meine Seele daß ich sie recht gebrauche. leiten, damit ich meine 2. Laß doch in meines Pflicht mit Klugheit üb, Herzens Grund, Gott, deine und wisse; wenn ich für an- Furcht stets wohnen; gedrer Wohl und für mich re- wissenhaft wird dann mein den müffe, und wenn ich Mund der Wahrheit Rechte schweigen soll. schonen. Und wohl dem, der 7. Wenn je, um mich zu von Schmeicheley, Lift, Lådrücken, des Feindes An- stersucht, Verstellung frey schlag gilt, der sich bey bösen nicht mit den Lippen sündigt! Tücken in guten Schein verhüllt, so stärke meine Seele, 3. Auf deinen Ruhm und andrer Wohl soll stets daß sie nicht unterliegt, und mein Ginn sich lenken; dies alles dir befehle, durch den die Unschuld siegt. will ich, wenn ich reden soll, auch stets mit Ernst bedenEe 3 ken. 438 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. ken. Gott, deiner Ehr, des Mel. Alle Menschen müffen ic. Nächſten Nuh, der Tugend 459.Redlich will ich Ruhm, der bestreben, sen Herz und Mund ge- stets der Wahrheit Freund widmet. zu seyn: denn zu jenem Freus 4. Weh dem, der frech denleben geht fein frecher und ungescheut mit Falsch- Lügner ein. Gott! vor deis heit und mit Lügen die nem Angesichte werden sie Wahrheit und sich selbst beschämt zunichte, so wie entweiht! weh dem, deß Satans Trug und List, ber Worte trågen! bem Schwur der Lügner Bater ist. und Fluch gewöhnlich ist, 2. Ändern zu Gefallen und der mit Zücken und mit lügen, leeren Schwäßern List den nächsten hinter gleich zu seyn, heuchelnd gehet! Brüder zu betrügen, Herr! 5. Die Falschheit schån- dies falle mir nicht ein! det, bringet Müh, ist eine Wahrheit leit an allen Ore Frucht der Hölle; lehr mich ten mich in Werken und in sie haffen, daß ich nie mich Worten. Redlich sey des Lügnern zugeselle. Die Herzens Grund, redlich Wahrheit ehren, bringer sprech auch stets der Mund. Ruhm, und ziert das wahre 3. Die der Falschheit sich Christenthum; auch mir sey ergeben, sind vor dir, o Gott, fie stets heilig! ein Grául; und ein freu6. Gieb mir, o Gott! denleeres Leben bleibet einst ein reines Herz, und laß gewiß ihr Theil. Hier mich Spottereven, schon trifft verdiente Schans schandbare Worte, fre- de sie bey Redlichen im chen Scherz mit heilgem Lande; jeder wahre MenEifer fcheuen; was ehr- schenfreund ist der Falsch bar, andern nüglich ist, heit Ränken feind. das las mich reden als ein 4. Schmáht mich, ohne Chrift, zu rechter Zeit auch mein Verschulden, der Verschweigen. llaumber Läftermund; Herr, fo Billigkeit und Gerechtigkeit. 439 so laß mich still erdulden:| dels Zeuge bist; daß nicht meiner Worte einft wird doch die Wahr- eines heit kund. Darf ich ja nicht deinem Ohr verborgen langer schweigen, meine Un- lift: dies sey ftets mir im schuld zu bezeugen; o so gieb, Gemüthe, daß ich mich daß stets dabey Herz und vor Lügen húte, denn du Mund voll Sanftmuth sey. liebst den Wahrheitsfreund, 5. Daß du, herr, an und bist falschen Herzen jedem Orte, meines Wan- feind. Billigkeit und Gerechtigkeit. Mel. Kommt her zu mir, ic.[ dre krånkt: wie kann das u liebst, o Gott, Brüder lieben? 460. Gerechtigkeit, 4. Nie seufze jemand über und haffest den, der sie ent- mich! mein ganzes Herz weiht, am nächsten Unrecht bestrebe sich, dem Nächsten übet. Du bists, der jedem gern zu geben, was er mit seinen Lohn, ohn alles Un- Recht verlangen kann, und fehn der Person, nach seinen immerfort mit jedermann in Werken giebet. Einigkeit zu leben. 2. Gerechter Gott! laß 5. Laß mich beständig dadeinen Geist zu dem, was hin sehn, mit Jedermann fo recht und billig heißt, stets umzugehn, wie ichs von ihm meine Seele lenken. Nie begehre: damit ich keines komm es mir doch in den Menschen Herz, durch meine Sinn, aus schnöder Hab- Hårte, je mit Schmerz und sucht und Gewinn des Nach- Kümmerniß beschwere. ften Recht zu krånken. 6. Herr! mit dem Maaß, womit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dies lehre stets mich Billigkeit, und lasse mich zu keiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen. Ee 4 Mel. 3. Pflanz Redlichkeit in meine Bruft, und laß mich stets mit wahrer Luft der Lie: be Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Schaden sucht und an 446 Beweis der Gottfeligkeit und Tugend. Mel. Erhalt uns Herr bey ic.lften durch Betrug, durch Die 461.Fern sey von Un- beren an seinem Gut und ſeis sewicht. gerechtigkeit, o ner Haabe Schaden thut. Herr, mein Leben allezeit! 6. Das Haus des Diebes sonst kann ich nicht dein Die- sist verflucht, wird hier schon ner seyn, sonst deiner Gnade zeitlich heimgesucht, und mich nicht freun. dort trifft vollends dein Ge 2. Wer Ungerechtigkeit richt den ungerechten Bos verübt, den Nächsten um sein Gut betrübt, der achtet dei- 7. AufBuße, die er megat nen Willen nicht, verleßt die zu thun, kann nie dein Wohle offenbarste Pflicht. gefallen ruhn, wenn er nicht 3. Denn tief ins Herz redlich wiedergiebt, um was schribst du mir Gott! und er andre hat betrübt. jedem Menschen dies Gebot: 8. Sein Gottesdienst ist was du nicht willst, das dir falscher Schein, macht er geschicht, das thue auch dem nicht Herz und Hände rein Undern nicht. von dem, was je sein böser 4. Dein Wort, das Sún- Rath, durch Macht und dern Strafe droht, schärft List entwendet hat. mir dies heilige Gebot, frey 9. Gieb, Herr! daß ich von unrechtem Gut zu seyn, dies wohl bedenk und nie mit noch viel größerm Eruste durch Unrecht andre krank. ein. Es leite Geiß und Dürftigs 5. Es drohet jedem dei- feit mich nie zur Ungerech nen Fluch, der seinem Nach- tigkeit. Christliches Verhalten in Absicht wahrer Freundschaft. Mel. Es ist das Heil uns zc. Unglück und im Glück 462. Welch Glück, o uns Trost und Freuden Gott, ift geben. Sie ist der TuFreundschaft hier, in diesem gend starkes Band; vom Pilgerleben! fie kann im Lafter ab führt ihre Hand; fie In Absicht auf wahre Freundschaft. 441 fie ist des Himmels Vor- Herz, wer fühllos ist bey hof. andererSchmerz, sey jemals 2. O Jesu, bester Men- mein Vertrauter. schenfreund, der du uns Sün6. Ein Mensch vom Lader liebtest, nur das, was ster angesteckt wird mich auch groß und edel heißt, uns leicht anstecken. Laß mich hier zum Beyspiel, übtest; ihn fliehn als eine Pest, so göttlich liebreich für uns mich nicht durchihubeflecken. starbst, und Gottes Freund- Wie kann ein Mensch, der schaft uns erwarbst, unsewig ohne Scheu stets Gott verzu beglücken. leugnet, Menschen treu und 3. Schent mir auch einen redlich seyn und bleiben? frommen Freund!( nur du 7. Doch hab ich einen kannst ihn mir geben) der wahren Freund von dir, o edel und rechtschaffen denkt, Gott, erhalten; so laß dann der mir in meinem Leben, auch mein warmes Herz nie ein reizend Tugendmuster gegen ihn erkalten. Laß sey, und bey mir standhaft mich verschwiegen, redlich und getreu im Glück und seyn, Neid, Falschheit, Arge Unglück stehe. wohn, Schmeicheleyn und 4. Der meine Unvollkom- Eigennuß fiets fliehen. menheit mit sanfter Scho- 8. Gott präge du der nung trage, mir Fehler ohne Liebe Sinn fo Freunden ein Bitterkeit, nur mich zu bes- als Feinden. Auch die, die fern, sage, der michvorSun- meine Feinde sind, die mache den immerdar, vor Irrthum, mir zu Freunden! bild unSchaden und Gefahr anser Herz zur Einigkeit! lehr Leib und Seele warne. uns, das jene Seligkeit sey 5. Doch laß mein Herz wahre Lieb und Freundschaft. vorsichtig seyn, mit wem es Freundschaft machet. Kein Spotter der Religion, der über Tugend lachet, kein Wollustling, kein stolzes 463. Das M. Nun sich der Tag geendetic. as Glück ist groß, das Gott mir schenkt in einem Ee 5 wah 442 Beweis der Gottfeligkeit und Tugend. wahren Freund! der als kommenheit hält er vor mir ein Christ rechtschaffen denkt nicht hehl. und treu es mit mir meint. 8. Manch Wort, zu uns 2. Man schäßt den Freund sers Gottes Ruhm, theil in jedermann, war er auch ich mit ihm, vertraut; und nicht ein Christ. Doch ganz werd in meinem Christens unschäßbar ist er dann, ift thum oft sehr durch ihn er er auch wahrer Christ. baut. 3. Als Wahrheits- und 9. Ich freue mich mit ihm als Zugendfreund, besihet der Zeit, da uns, in jener er mein Herz. Ich theil Welt, verklärt zum Glück mit ihm, ders redlich meint, der Ewigkeit, nichts mehr mein Glück und meinen am Wohlseyn fehlt. Schmerz. 10. Da wir, vor Gottes 4. Ich schmeck des Lebens Thron vereint, von allen Süßigkeit in doppelt starker Mángeln rein, ihn sehn, den Kraft, wenn mich das edle allerhöchsten Freund, mit Glück erfreut, das so ein ihm uns ewig freun. Freund verschafft. 11. O Gott! mein Gott, 5. Manch Leid umwolket wie dank ich dir, wenn so mein Gemüth; ich klag es ein Freund mich schäßt. Ich meinem Freund, fühl, daß bitte dich, erhalte mir dies schon halb der Kummer Glück sters unverleßt. flieht, wenn er nur mit mir weint. 6. Oft lindert mir sein! guter Rath, des Lebens Mel. Nun tret ich wider ic. herben Schmerz. Oft hilft 464.Du, welchen keiz er mir auch mit der That ne um und froh dankt ihm mein schließt, der du allgegenwäre Herz. tig bist, mit allem deinen Se7. Freymüthig ohne Bit- gen: du großer Schöpfer, terkeit straft er mich, wenn Jehovah, bist auch den fernen ich fehl, und eigne Unvoll- Freunden nah auf allen ihren Wegen; Fürbitte für abwesende Freunde. In gesellschaftlichen Verbindungen. 443 Wegen; du übersiehst, o Saamen. Gesegnetien durch Gott! sie nie: ach segne sie das Land, in welches sie Vater! fegne fie! dein Wink gesandt: mach 2. Du selber trenntest fie herrlich ihren Namen! Laß von mir; da seufzte laut sie in Fried und Wohlergehn mein Herz zu dir, da floffen einst ihrer Kinder Kinder meine Thränen; ich suchte sehn! 5. Gieb, daß sie ihrer Tus sie und fand sie nicht. Du Menschenfreund! mein Un- gend Ruhm, ihr unverleßgesicht verhüllt ein schmerzlich Eigenthum einst durch lich Sehnen. Doch dugabst den Tod begleite! berm meiner Seele Ruh; ich will Sterben sey ihr Troft und ihr Gott seyn; sagtest du. Licht! ach! ihre Usche ruht 3. Ja! sen und bleib ihr zwar nicht, dereinst an meis Freund, ihr Gott, ihr ner Seite! doch froher Schuh, ihr Retter aus der Trost! ein Tag erscheint, Noth, auf den sie sicher der ewig mich und sie vereint. trauen! laß fie, im Glanze 6. O, wie gedenk ich dein deines Lichts, die Gnade dei so gern du Tag des Lebens, nes Angesichts, o! dein Ba- Tag des Herrn! wann wird terherz sie schauen! stårk sie dein Leicht erscheinen? Tag! auf ihrer Pilgrimschaft, bey der auch die mir wieder giebt, jedem Schritt, mit neuer die ich, entfernt von mir, Kraft! gelebt, die Seligen, die 4. Bau ihnen Häuser; Meinen! wie wird sich unfre ohne Müh bereichre sie und Seele freun! Gott welche fegnefie, und auch noch ihren Wonne wird das seyn! Zufriedenheit und gewissenhafte Treue in seinem Beruf und Stande. Mel. Alle Menschen müssen 2c. Welt! geben kannst du deine 465.Du. u, von dem wir Gaben wem, und wie es alles haben dir gefällt; mannigfaltig Schöpfer, Vater, Herr der und verschieden theilest du fie 444 Beweis der Gottfeligkeit und Tugend. fie aus hienieden, weise stets, 5. Dem, der músam für und wie du siehst, daß es mich schwiste, der mit seinen uns ersprießlich ist. Kräften mir und mit seiner 2. Mache jeden doch so Arbeit núßte, dem gebüh weise, daß er, was du ihm ret Lohn dafür. Laß uns verliehn, sich zum Heil und dann das Unrecht fliehen, dir zum Preise nisen mag, keinem Lohn und Sold ente den Mißbrauch fliehn. Denn ziehen: halten, was der was du mit milden Händen Mund verspricht, sey uns uns ertheilst, so anzuwen- immer heilge Pflicht. den, wie es, Höchster, dir ge= 6. Laß, wenn ich von an fällt: nüßet uns, beglückt dern borge, zum Erfah mich die Welt. seyn bereit; Dankbarkeit sey 5. Du verknüpftest uns meine Sorge und die strengs als Glieder. Karger Eifte Redlichkeit. Laß uns gennuß und Neid, Stolz dankbar unsern Brüdern und Zwietracht der Ge- Beystand, Hülf und Rath müther, Müßiggang und erwiedern: Vorschub, den Weichlichkeit, was das sein Freund uns thut, ist ja Glück der Menschheit stöh- sein, nicht unser Gut. ret, was uns schåndet und 7. Herr, bewahre unfre entehret vor dir, unserm Hände von Betrug und Rau höchsten Herrn, sey auf ewig be rein; Eigenthum, das von uns fern. ich entwende, würde Fluch 4. Jedem laß uns willig und Tod mir seyn. Sind geben, was er Recht zu for- wir reich von fremden dern hat; nicht den Obern Schäßen, hilf daß wir es widerstreben; denn sie sind bald ersehen. Besser ist es, an deiner Statt. Ja! ein dürftig seyn, als sich des freudiges Gewissen wird uns Geraubten freun. jede Last versüßen; geben 8. Gleb, daß keiner nei wir, mit frohem Sinn, disch sehe auf den, welcher schuldgen Zoll und Steuern mehr empfieng.noch daß die hin. fer stolz sich blåhe Brüder ach: 445 In der bürgerlichen Gesellschaft. achtend für gering. Gieb, chenschaft; gieb daß dies uns daß jedermann zufrieden mit nie entfalle, und uns sogewiss dem, was du ihm beschieden, senhaft hier auf Erden wanunverdrossen, emsig, treu, deln lehre, daß wir einst, gehier in seinem Stande sey.jkrönt mit Ehre, mit der 9. Herr, du ziehest einst treuen Knechte Lohn flehen uns alle zur genausten Re- dort vor deinem Thron! Chriftliches Verhalten der Obrigkeit und der Unterthanen. Mel. Herr Christ, du einger zc. 4. Durch sie wird uns ges 466.Gott ists, der ein- währetRuh, Sicherheit und geseket den Schuß. Sie schafft, daß Stand der Obrigkeit, ber uns nicht störet des kühnen den, der ihn nicht schåßet, Frevlers Truß. Sie sehet zu strafen ernstlich draut. Ziel und Maaße der Boss Die Gottes Stell verwalsheit und dem Hasse, der uns ten, soll man in Ehren zu krånken sucht. halten, aus Ehrfurcht gegen Gott. 5. So ist es denn auch billig, daß man Schoß, 2. Was sie Amts halber Dienst und Pflicht, die ihr heißen, soll man sich weigern gebühret, willig und unges nie, Gehorsams sich beflei- säumt entricht; daß nichts die Ben, Gott bitten, daß er sie Laft und Bürde, die sie bey zur Weisheit möge lenken, ihrer Würde trägt, ihr ers damit sie stets bedenken: sie schweren mag. stehen unter Gott; 6. Wenn man zu Dienst 3. Daß sie von ihrem nur stehet vor Augen und Leben, und was durch sie zum Schein, daß man der geschicht, einst Rechenschaft Straf entgehet, da ist das zu geben, dort müssen vor Herz nicht rein. Wer das Gericht: auf das von ihnen zu thun beflissen, was Liebe. werde die anvertraute Heer- und Gewissen gebeut, den de geliebet und verpflegt. liebet Gott. 7. Ach 446 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. 7. Ach Herr, verleih uns 3. Verleih uns, Gott! allen, daß wie nach deinem dies große Gut, daß die, die Wort den Obern zu gefallen uns regieren, in deiner Furcht bereit seyn immerfort, daß mir sanftem Muth stets thre wir als treue Glieder dem Herrschaft zieren. Laß sie Haupt nie seyn zuwider, das durch Ernst, und noch viel für uns sorgt und wacht. mehr durcy Huld, wie du 8. Gott, der du uns gege- Allgütiger! des Landes Heil ben rechschaffne Obrigkeit, befördern. erhalt sie lang am Leben, 4.Sieb denen Eifer, Fleiß sey ihr stets nah, und leit und Treu, die unter ihnen sie so durch deine Gnade, leben; und jeder, der gehor= daß Unruh, Sünd undichet, sey dem, der befiehlt, Schade durch sie werd ab- ergeben. Und jeder sey in seinem Stand bey seiner gewandt. Mel. Nun freut euch lieben 2c. Treu von deiner Hand, AllGott, sey un- gútiger! gesegnet. 467. frer Obrigkeit! 5. Laß deines Geistes stets nah mit deiner Gnade; Gnade ruhn, Allherrscher, gieb, daß dein Geist sie si auf uns allen; lehr du selbst cher leit auf ihrem steilen Haupt und Glieder thun Pfade. Verleth ihr Weis- nach deinem Wohlgefallen, heit, Math und Kraft, daß und führe uns nach dieser fie ihr Amt gewissenhaft, Beit ein, in das Reich der und freudig vor dir führe. Herrlichkeit, das ewig, ewig 2. Laß unter ihrem Schuß währet ,. und Macht uns deinen Segen spüren, daß wir, durch ihren Schuß bewacht, ein stilles Leben führen; daß Mel. Nun freut euch lieben 2c. nie Empörung, Zwift und 468.Dem Lande, den Neid die Ruhe und die Ei Gebet, der Unterthanen für ihren Fürsten. nigkeit zu unserm Schaden bist, Gott! wird ein Fürst stöhre. geschenket, der seines VolBes In der kirchlichen Gesellschaft. 447 kes Freude ist, wie Bater sucht, erquickt, sey ihm von herrscht und denket. Ihn dir gewähret.. haft du, Gott, auch uns ver4. Gleich ihm mach die liehn, Preis dir! erhalte, auch eifervoll, die ihm zur segne ihn und uns durch ihn Seite stehen: zu wachen, noch ferner. und des Landes Wehldurch 2. Laß deine Gnade mit Tugend zu erhöhen. Was ihm gehn auf seinem hohen den Genuß des Friedens Pfade. Sie, die auf dieser stöhrt, mit Kümmerniß ſein Höhe stehn, bedürfen deiner Herz beschwert, sey fern von Gnade, bedürfen sie im hd- unfern Grånzen! hern Maaf; auf ihn, auf 5. Erhöre seinen Wunsch unfern Fürsten laß sie reich- und laß den Flor des Lanlich sich ergießen. des steigen, erhöre unsern 3. Gieb, daß der Geist Wunsch, und laß spát seiz der Weisheit ihn bey jedem nen Tag sich neigen. Und, Schritte leite, daß seinen wenn nun seine Zeit entVorsak und Bemühn dein flohn, dann gieb ihm dort Segen stets begleite. Was vor deinem Thron die Krone ihn, und uns sein Volk, be- der Gerechten!. glückt, was den, der Hülfe Christliches Verhalten der Lehrer und Zuhörer in der Religionsgesellschaft. Mel. Wer nur den lieb. Gott ic.] 2. Herr, segne ihres Am469.Preis fen dir tes Werke, damit sie es mit der, uns zu Freuden thun; ach rüste sie beglücken, die einst nicht mit Muth und Stärke, laß waren, werden hieß; und deinen Geist auf ihnen ruhn, der, durch sie uns zu beslund gieb, daß jeder vor dir glücken, sein Wort uns of treu im Lehren und im Les fenbaren ließ. Zu unserm ben sey. Heile sendest du uns stets 3. Besonders gieb, o Heis noch treue Lehrer zu. land! Kräfte zu seinem Amt, Beruf 448 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. Beruf und Stand dem, den be und der Einigkeit. Was zum Predigtamtsgeschäfte ihm gebührt in seinem du uns hast gnädig zuge- Stande, sey jeder ihm zu sandt. Hilf du ihm selbst, thun bereit. Wer Gott so wird allein sein Amt ansund fein Wort liebt und uns gesegnet seyn. ehrt, der hält auch seine 4. Sieb, daß von dieser Diener werth. ganzen Heerde, die du Herr! 8. Laß auch dereinst ihn, ihm haft anvertraut, kein unsern Lehrer, o Gott! zu einziger verlohren werdeund deiner Rechten stehn; und daß sein Wandel uns erbaut, laß uns alle, seine Hörer, daß uns sein Vortrag über- mit ihm zur Himmelsfreude zeugt und jeden Sünder zusgehn. Da werden wir uns ihm neigt. ewig freun und ewig mit 5. Laß ihn mit deines ihm selig seyn. Geiftes Waffen der Wahrheit Feinden widerstehn; Mel Allein Gott in der Höhe. und muß er laster hart beGottes Sohn, ftrafen, laß ihn auf Men 470.Dir, Welterloser, fchengunft nicht sehn; gieb, sey Preis und Dank gefun wenn er tröstet, Kraft und gen. Einst als du zu des Licht: uns felsenfeste Zu- Baters Thron dich glorreich versicht. aufgeschwungen, da fans 6. Herr! segne so auch dest du den Geist herab, der unser Hören: erwecke den, deinen Bothen Zeugniß gab, der geistlich todt; mach uns daß sie von dir gesendet. die sanften Gnadenlehren 2. Nun traten sie, ob zum wahren labsal in der Haß und Wuth sich noch so Noth; es zeige dein Ge- sehr emporten, doch auf mit fet die Kraft, die Reue, unbesiegtem Muth vor aller Schaam und Berung Welt und lehrten, der Welt schafft. zumspeil und dir zum Ruhm, 7. Knüpf zwischen ihm dein göttlich Evangelium; und uns die Bande der Lie- und deine Lehre siegte. 3. Herr, In der kirchlichen Gesellschaft. 449 3. Her, welche Schaaren sie nie in ihrem Fleiß er= stehen schon vor dir als Ule- múben. berwinder, empfinden dort 7. Den guten Saamen, vor deinem Thron das den sie hier auf Hoffnung hin Heil erlöster Sünder, und ausstreuen, laß doch, geseg= beten an, und freuen sich net Herr von dir, zu reicher und jauchzen, daß sie, Herr! Frucht gedeihen. So leben durch dich den Weg zum laß uns alle hier, daß unfre Leben fanden! Lehrer, und auch wir dort froh vor dir erscheinen. ( Vergl. Nro. 142) würdiger Gebrauch der Gotteshäuser. 4. Noch stets hat sie gefiegt durch die, Sohn Gottes, deine Lehre; noch steht fie unerschütterlich, gleich einem Fels im Meere; und Mel. Allein Gott in der Hühte. nimmermehr wird sie vergen, wie sehr sie auch die 471.Siek, Gott, ben schon im nåSporter schmähn und deine hern Licht dort schauen unfre Feinde haffen. Brüder, mit guadevollem 5 Laß ferner unter uns Angesicht auf unser Fichen dies Licht in reinem Glanze nieder; vernimm das instrahlen, und dadurch Trost nige Gebet, das zu dir, und Unterricht in unsre Her Gott, um Segen fleht an zen fallen. Laß Glauben, dieser heilgen Stätte. Hoffnung, Tugend, Fleiß, 2. Un dieser Stätte kons zu unserm Heil, und dir nen wir vereinigt dich anbes zum Preis, sich unter uns ten; sey dann mit dei ftets mehren. nem Segen hier, so oft 6. Verleih und sende wir sie betreten; laß uns immerfort und auch recht dein seligmachend Wort an schaffne Lehrer, gieb ihnen diesem, dir geweihten, Ort Kraft und deinem Wort zum Heil der Seelen hören. auch stets folgsame hörer. Erfreue, stark und leite sie mit deinem Geist, damit 3. Laß allen denen, die wir hier dir, durch die Taufe, weihen, das Recht der Kind$ f schaft, 450 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. schaft, Gott, bey dir in Chri- Jentflamm uns gegen dich sto angedeihen. Zur Eltern zum Dank, und stark uns in Sorgfalt und Bemühn, die der Liebe. Kinder christlich zu erziehn, 6. Laß auf die hier volls gieb Segen, Kraft und zognen Ehn, Gott, deinen Weisheit. Segen fallen; laß unsern 4. Wenn wir vor dir Dank, Gebet und Flehn mit Reu und Leid hier beich- dir, Vater, wohlgefallen. ten unsre Sünden; so laß Hor, wenn wir dem Res uns, Herr, Barmherzig- gentenstand, der Kirche und keit bey dir durch Jesum dem ganzen Land von dir, finden. Erlaß uns gnådig Gott, Heil erbitten. unsre Schuld, und laß die Größe deiner Huld die Liebe zu dir mehren. 7.Nun Gott, was wir für dieses Haus jest flehn, sey uns gewähret. Treib Feinde 5. Laß, Mittler, hier auch schaft, Stolz und Zank immerdar uns deine Gna- hinaus, und was die Andacht dengaben, wenn wir voll störet. Erfreu uns stets Sehnsucht zum Altar uns an diesem Ort mit deiner nahen, kraftig laben. Das Gnade, bis wir dort im Lebensbrod der Lebenstrank nähern Licht dich schauen. der Eheleute, 472.Bon Christliches Verhalten im Hausstande. Fürbitte vor der Trauung legen. Laß sie, Vater, dir ergeben einig leben, treu Mel. Wie schön leucht uns ic. fich lieben, treu die Pflicht on dir, du Gott der Christen üben. der Einigkeit, 2. Du hast sie sich geneigt ward einst der Ehebund ge- gemacht, der Liebe Flammen weiht. weih auch die angefacht, die ihre Brust zum Segen, die hier vor entzünden. O laß die Re deinem Angesicht bereit gung lauter seyn; laß Un ftehn, dir den Schwur der treu nicht den Bund ent Pflicht und Eintracht abzu- weihn, zu dem sie sich verbinden. Im Hausstande. 451 binden. Immer laß sie keusch in Wort und Werdir ergeben friedlich leben, Een seyn. einig handeln, fromm und heilig vor dir wandeln. 4. Zusammen laß sie dir vertraun, zusammen ihre 3. O segne ſie, der gern Seel erbaun, zusammen deis beglückt, der gern den From- nen Schuß erflehn, vereis men Freude schickt, auf allen nigt auch dein Lob erhöhn. ihren Wegen. Lehr sie, in 5. Was ihnen ihr Beruf Noth sich deiner freun; gieb gebeut, lag sie mit Luft ihrem Stand und Fleiß und Heiterkeit vor dir ver= Gedeihn; laß ihr Geschlecht richten, und verleih, daß im Segen! laß sie, Bater, auch durch dich ihr Fleiß dir ergeben glücklich leben, gedeih. freudig sterben, mach sie 6. Willst du mit Kins einst zu Himmels Erben! dern sie erfreun; so gieb zu ihrer Zucht Gedeihn, daß an den Pfändern ihrer Eh Mel. Erhalt uns Herr bey ic. ihr Herz nie Gram und Nach der Trauung. 473.Gesegnet laß stets Jammer feh. seyn durch dich 7. Herr! Leibesfrucht ist Allgútiger, die, welche sich dein Geschenk. Lag Eltern, verbunden durch der Ehe dessen eingedenk, mit Sorge Band, zu steter Treu mit falt böses Beyspiel fliehn, Herz und Hand. 2. Mit Gnade schau auf und ihre Kinder dir erziehn. 8. Wenn sie der Leiden hevab, daß sie zusam Bürde drückt, so laß sie da men bis ins Grab ver- nicht unerquickt, gieb heitre träglich, freundlich, gleich- Tage nach dem leid, und gesinnt, vor allem gottes fegn es für die Ewigkeit. fürchtig, sind. 9. Und wenn der Tod sie 3. Laß sie einander innig- trennt, alsdann sich ihre lich stets lieben, doch nie Thränen gnådig an, und mehr, als dich; laß sie in einst vereine sie erfreut für ihrem Herzen rein und immer in der Ewigkeit. Ff 2 Das 452 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. Das Glück und die Pflicht Wenn sie beten, wills chriftlicher Eheleute. Gott hören, Leiden wehren, Schmerzen lindern und des Mel. Wie schon leuchtet der zc. 474.11ns ns heilig soll der Lebens Bürde mindern. Chstand seyn; 4. So wie sich breitet um du, Schöpfer, sehtest selbst ein Haus ein rebenreicher ihn ein, versprachst ihm deis Weinstock aus: so blühn oft nen Segen. Erhalt und Ehgenossen. Und rings um segne diesen Stend auch pflanzen ihren Eisch die ftets mit deiner Vaterhand, Kinder fröhlich, munter, wend ab, was ihm entgegen. frisch, wie junge FrühlingsStifter, Stifter! dich er Sproffen. Sorgt nicht, höhen, die in Ehen sich dein Båter! wie viel Kinder, so freuen, durch dich blühen viel Beter zählt ihr Mitund gedeihen. ter. Sorg und Müh ist 2. Wie glücklich lebt ein minder bitter. frommer Mann, wenn die 5. Gott, du haft alles sein Herz ihm abgewann, die wohl gemacht; du hast den Gott ihm ausersehen! wie Ehstand hochgeacht, daß glücklich lebt an seiner Hand ihm kein Segen fehle. Laß die Fromme, die Gott ihm Gatten nicht den Bund ents verband, ihm hülfreich bey- weihn, keusch, laß sie, frieds zustehen. Heil euch, Heil sam, zärtlich seyn, ein Herz euch, fromme Gatten! in und eine Seele! heilge, dem Schatten seiner Gitte beilge, Geist der Liebe! ihre jauchzt mit fröhlichem Ge- Triebe, deine Gnade, leite müthe. sie auf jedem Pfade. 3. Sie sind Gesegnete des 6. Lenk ab ihr Herz von Herrn, von ihnen ist der Ueppigkeit auf Freuden, die Argwohn fern, um sie glänzt man nie bereut, auf Freuholder Friede. Häuft auch den wahrer Tugend; damit die last des Kreuzes sich, sie noch einst ihr Alter sey tragen sie gemeinschaftlich von drückenden Beschwerden und so macht sie nicht müde. frey, noch munter wie die Iu. Im Hausstande.& 453 Jugend. Segne, fegne, binde mich zu rechter Zeit: bester Bater, Náhrer, Ra- behüte mich vor Schaden: ther, Schuß der Ehen! alle, gieb zur Geburt mir Muth die um Segen flehen und Kraft und lindre meine für eine mit Leibesfrucht Schmerzen. Du bists, Herr, gesegnete Ehefrau. der uns Hülfe schafft, der, Mel. Es wolle uns Gott 2c. nach der Angst, dem Herzen u haft, o weiser auch Freude wieder schenket. 475. Schöpfer, mir 4. Freude! wenn mein istleibes frucht gegeben: von Kind nun ist gesund zur Herzen dank ich dir dafür. Welt gekommen: wenn's Laß, Herr, sie nun auch le- durch die Taufe Jesus Chrift ben! es kann dein liebreich in sein Reich aufgenommen. Augenmerk vor allem Uebel Dankbar gelobe ich dann dirs decken. So schüß denn dei- ,, ich wills dir, Gott, erzies ner Hände Werk und mich hen!" und du glebst die Vervor Furcht und Schrecken, sichrung mir: ,, ich segne vor Schwermuth, Angst dein Bemühen und wills und Unfall.id als Vater lieben!" 2. Schmuck meines lieum Segen zur Erziehung ben Kindes Seel mit Weise der Kinder, heit und Verstande, daß es Mel. Vom Himmel hoch da ic. den Zugendweg einst wähl und fliche Sund und Schan: 476.Verleih, Gott, die de. Gesundheit schenke set- derzucht geüber werd mit nem Leib; du kannst Ge- Nuß und Frucht, daß der brechen wehren. Und wenn, Erziehung hoher Werth, o Gott, ich schwaches Weib an unsern Kindern sey mein Kind nun soll gebah, bewährt. ren, so hilf mir in den Nöthen. 2. Die Eltern laß sie kindlich scheun, den Borgesehten 5. Ja, kommt einst meine folgsam seyn; laß sie vers Stund und Zeit; dann meiden Lebenslang Troß, stärke mich in Gnaden; ent- Eigensinn und Müslggang. Ff 3 3. Vere 454 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. 3. Verleih, daß ihnen] 9. Daß einst an jenem mangle nicht heilsame Lehr großen Lage der Eltern und Unterricht; laß fie Mund froh sagen mag: aufs Wort aus Chrifti ,, sich ich bin mit den Kins Mund sich gründen wiejdern hier, die du, mein auf Felsengrund. Bater, schenktest mir." Sürbitte der Eltern für ihre 4. Hier steh ihr Fuß fest 0 und gewiß, bewahre sie vor Nergerniß; entferne sie, wo Schand und Sünd und Mel Werde munter mein c. Kinder. Sport und Leichtsinn herr 477. Sorge doch für schend sind. 5. Durch deine Weisheit Vater der mit Gnade krönt! Macht und Gut für schwe- zwar auch sie sind vor dir rem Unfall sie bebût: Führ Sünder: doch durch Jefum du fie selbst auf rechter dir versöhnt; dir, o Bater Bahn, und nimm in Noth Sohn und Geist, Gott, dich ihrer an. den unser Glaube preißt, 6. Hilf, daß sie dich an durch die Taufe übergeben, jedem Ort vor Augen haben dein zu seyn und dir zu leben. und dein Wort, und sich be- j 2. Du hast sie bisher ge fleißen jederzeit der Zugend, nähret, ihre Schwachheit Zucht und Frömmigkeit. unterstüßt, manchem Un 7. Wo sie ausgehen oder glücksfall gewehret und ein, laß sie durch dich ge- durch Engel sie beschüßt. fegnet feyn; vor allem mach Engel schaun dein Angesicht von Jahr zu Jahr sie gut und doch schämen sie sich und frömmer immerdar. nicht der Beschirmung dieser 8. Laß eifrig sie und uns Kleinen, die uns oft vers zugleich stets trachten, Herr, ächtlich scheinen. nach deinem Reich; und 3. Sollt ich dir für diese endet sich dereinst ihr Lauf, Güte nicht von Herzen danks so nimm sie in den Himmel bar feyn? sollte sich nicht auf; mein Gemüthe über diese Wohle Im Hausstande. 455 Wohlthat freun? Werth 7. Nicht bittich, daß du sind meine Kinder mir! mitleiden meine Kinder ganz als Geschenk o Herr! von verschonst; nicht, daß du mit dir! giebst du mir nicht steten Freuden ihre Tugend ihrentwegen, manchen uner- hier belohnst; nicht, daß du kannten Segen? fie hoch erhebst, ihnen großen 4. Du, mein Schöpfer Reichthum gebst, jeden ihrer und Erhalter, du von Kind- Wünsche stillest, jeden Ans heit auf mein Gott, du mein schlag gleich erfülleft. Gott auch einst im Alter, sey 8. Gieb du ihnen, o Allauch meiner Kinder Gott. weiser, wie es långst dein Segne und behüte sie. Deine Rath bedacht, das nur, was Furcht erfüll sie früh, daß sie frommer, weiser, und fie, dir zum Wohlgefallen zum Himmel reifer macht. jung schondeine Wegewallen. Nie kann eine ganze Welt, 5. Wie viel drohende wenn der Seelen Heil zerGefahren warten ihrer in fällt, nie mit allen ihren der Welt! wer vermags, sie Schäßen den Verlust der zu bewahren, wenn sie deine Seel ersetzen. Hand nicht hält! daß ihr 9. Doch was ich zu bitten Herz Verführung flieh, mach wage, find ein gnädiges Ges sie weise und nimm nie deinen hör: kann es seyn, laß ihre guten Geist von ihnen, daß Tage nicht an Freuden gånzsie unverrückt dir dienen.lich leer. Werden sie ges 6. Keines unter ihnen prüft durch dich, Gott, so werde( ach verhüt es, Herrisey es väterlich; und dann mein Gott) je den Freun- laß es ihren Seelen nicht an den zur Beschwerde, noch Troft und Stärke fehlen. den Feinden je zum Spott. 10. Jener Siegstag der Sen ihr Schild und fester Gerechten sey auch mir ein Stab; laß sie sich bis in Freudentag. Hilf, daß zu ihr Grab harten Mangels des Richters Rechten ich stets erwehren, ihres Fleißes dann fröhlich sagen mag: redlich nähren. Siehe, Welterloser, sich! Ff 4 hier 456 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. hier bin ich; hier sind auch mir schenken; und mein die, die dein Vater mir ver- schwaches Herz schon früh lichen, fie dem Himmel zu von der Sünd aufs Gute erziehen. di nec lenken; stets auf meine 11. Nichts kann unser Wege schaun, stets an meis Glück dann mindern, wenn ner Wohlfahrt baun. du stets mit Wonne labst, und 4. Sollt ich diese Liebe mit allen meinen Kindern nicht dankbar stets zu hers dankich, daß du mir fie gabft. zen nehmen? ach der oft Dann drückt ferner keine verletzten Pflicht muß ich, Noth, danntrennt ferner uns Gott, vor die mich schämen; kein Tod, dann sind wir gleich denn nicht stets hab ich volldeinen Engeln.frey von Sor- bracht, was den Eltern gen, rein von Mángeln. Freude macht. Besinnungen frommer Ng Kinder. an 5. Laß hinfort, wie du verlangst, meine Pflicht mich Mel. Jesus meine Zuversicht ic. treu erfüllen. Denn wie oft 478.Dir, Gott, sey hat Sorg und Angst fie be mein Dank gefchwert um meinetwillen, wie weiht, heilig bir mein gan- fo tief empfand ihr Herz, mei zes Leben; denn aus freyerjne Leiden, meinen Schmerz. Mildigkeit hast du selbst es 6. Hilf, daß gegen sie mir gegeben; es durch El mein Herz kindlich sey, nicht tern mir verliehn, die zur bloß so scheine; gieb, daß ich Tugend mich erziehn. bey ihrem Schmerz vor dir 2. Sie, fie haben schon kindlich fleh und weine, für als ich mich zu fühlen kaum ihr Glück dir dankbar sey. begonnte, als ich noch nicht und mich ihrer Freuden freu. selbst für mich denken, for 7. Laß auf ihre Winke gen, wählen konnte, fters mich kindlich und mit Sorgfür mich, von Zreu beseelt, falt achten; ja laß ihren überdacht, gesorgt, gewählt. Wünschen mich noch zuvor 3. Welche Wohlthat ifts, zukommen trachten; gern, daß fie rastlos ihren Fleiß was sie erfrent, vollziehn; fiets sum Hausstande. i 457 stets, was ihnen Gramshör auch mit Wohlgefallen bringt, flichn. Gaumein betend Lied erschallen! 8. Jefus stelle ich mir 2. Mein Weg ist schlüpf= dar, er das Beyspiel aller rig: wer erhält mich, daß Kinder. Er, der so erhasmein Fuß nicht gleite? wer ben war, Gottes Sohn, führt mich sicher durch die das Heil der Sünder, er Welt, und geht mir treu war doch von Kindheit an zur Seite? wer warnt mich, feinen Eltern unterthan. wenn Gefahren drohn, und 9. Gern gehorchen, fey lehrt mich, in der Ferne auch mir wahte Lust; so ist schon, daß sie mich nicht ers es billig und gefällig Gottfreichen, die Klugheit, ausa vor dir: mache mich dazu zuweichen? recht willig. Wohl mir dann, 3. Eh ich dich kannte, so wird auch mein dein ver- hast du mich so wunderbar heißner Segen feyn. bereitet, und durch die Kinde 10. Laß den Eltern ihre heit våterlich mich bis hies Mih mich, so sehr ich kann, her geleitet. Jht, Herr! versüßen; und sich reichlich da ich dir danken kann, nimm über fie deinen Segen, Gott dich auch meiner Jugend an, ergießen; höre mein und ihr daß ich auf meinem Wege Gebet, das um deinen Se- unstråflich wandeln möge. gen fleht. 4. Mein Herz, noch un verführt und rein, ist jung Für einen Jüngling. bund unerfahren: wie leicht, Mel. Ermuntre dich mein ic. geblendet durch den Schein, ch trete vor dein stürzt es sich in Gefahren! 479.J Angesicht, dusach! mache mich mir selbst Schöpfer meiner Jugend! bekannt, und gieb mir Weisverwirf mein kindlich Flehen heit und Verstand, stets auf nicht um Weisheit und um dein Wort zu schauen, und Zugend! der du den Säug- nie mir selbst zu trauen! ling beten lehrst, und gern 5. Du pflanztest, Herr, fein stammelnd Flehen hörft in meine Brust Verlangen Ff 5 nach 458 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. nach Vergnügen: laß mich meiner Pflicht! ihr Spots den Hang zu jeder Luft, die ten und ihr Lachen laß nie du verbeutst besiegen! Dein mich wankend machen! unausbleibliches Gericht 9. Der Glaub an Jesum vergeffe meine Seele nicht, bleibe mir, o Gott! unendund weder Glück noch lei- lich wichtig! denn er macht den, laß, Herr, mich von dir mich gerecht vor dir, und scheiden. meine Steige richtig! nicht 6. Von dir, o Gott, werd 3weifel, die ein Herz erzeugt, ich bewacht, bin stets mit dir das sich zur Sündenliebe umgeben. Vor dir bedeckt neigt, noch Lust zu widera nicht Mitternacht noch Ein- sprechen, laß meinen Glaus samkeit, mein Leben. Die ben schwächen. Sünde, die im Finstern 10. Der Zugend heilige schleicht, verbirgt vor Men- mich ganz, mein Schöpfer schen sich vielleicht: vor dei- und Erhalter! sie werde nem Angesichte steht sie im meiner Jugend Glanz, und Hellen Lichte, Sie einst mein Trost im Alter. 7. Der Leichtsinn, der mich Erhalte mein Gewissen rein! oft verführt das Böse zu er- laß keinen meiner Lage seyn, wählen; die Wolluft, welche der nicht zu deiner Ehre ges Schmerz gebiert, der Hochschmückt mit Tugend wäre! muth schwacher Seelen; die 11. Ach! lehre mich den Trägheit, die den Geist ver- Werth der Zeit, daß ich sie zehrt, und jeden Trieb zum nicht verschwende! daß ich Lafter nährt: Gott! laß zu mit weiser Thätigkeit zum diesen Sünden mich niemals Guten sie verwende. Gott! willig finden! meiner Jugend Fleiß und 8. Wenn sich, auf mei- Müh laß nicht umsonst ſeyn; ner Jugendbahn, mich in ihr fegne sie; laß auch durch Nes zu ziehen, Verführer mich auf Erden dein Werk meiner Seelen nahn; so laß gefördert werden. mich Flüglich fliehen! ihr 12. Erhöre gnådig mein schmeichelnd Locken lenke Gebet, du Schöpfer meinicht mein Herz von dir und ner don Im Hausstande. 459 ner Jugend! erhör es! meine Schönheit Zugend, gieb mir Seele fleht um Weisheit den fanften, stillen Geist, der und um Tugend! mein gan- dich durch seine Demuth zes Leben dank ich dir! weichspreift, den Nächsten nie vers nur Erbarmer, nicht von achtet, sich selbst zu bessern mir; damit ich meine Wege, trachtet; GRU sidha unsträflich gehen möge. npmlilig 4. Die Luft der Eitelkeit laß nicht mein junges Herz entzünden. Sie macht mich untreu meiner Pflicht, bahnt M.Ermuntre dich mein schw.ic. mir den Weg zu Sünden, ch will in mei- gesuchte Zier, und Pracht 480. ner Einfam- der Welt, ist nicht der keit zu dir mein Herz er- Schmuck, der dir gefällt, beben: du selber wollft mir du willst, ich soll bescheiden, Freudigkeit dich anzurufen mit Sittsamkeit mich kleist geben! vernimm, o Bater! den. mein Gebet, das dich um 5. Preis dir und Dank, Licht und Stärke fleht; um mein Schöpfer, Gott! du deiner Liebe willen, eil, Herr! gabst mir eine Seele! Preis es zu erfüllen. dir und Dank, mein Mittler, 2. Du bist mein Vater, Gott! du starbst für meine ich dein Kind; mein Heil Seele! mein Leib ist doch ist, dich zu lieben! ach mache nur Asch und Staub, nie mich dir gleich gesinnt in wird mein Geist des Todes allen meinen Trieben! lag Raub. Mein erst Geschäft meine Seele keusch und rein, auf Erden sey, schön am und treu in deiner Liebe seyn, Geist zu werden. sie suche dir vor allen, o Vater, zu gefallen! für ein junges Frauen: zimmer. 6. Gott, lehre du mich eilen, ihn mit Weisheit, 3. Vor stolzer Selbst- auszuschmücken: denn meis gefälligkeit, bewahre meine ne Tage fliehn dahin, gleich Jugend; ihr Vorzug sen schnellen Augenblicken. Gieb, Bescheidenheit, und ihre daß zu leerer Tåndeley mie meine 460 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. meine Zeit zu kostbar sey, 10. Laß fromme Freunund laß es mir gelingen, sie dinnen in mir ein Herz, wie nüßlich zuzubringen. ihres, finden. Verknüpf 7. Bewahr mein Auge durch Unschuld uns, daß wir daß es nie unreine Glut er der Freundschaft Glück emnahre, und meine Reden pfinden. Laß unsre Liebe Gott! daß sie kein Spotter sanft und rein, wie deiner falsch erkläre! die Unschuld Engel Umgang, seyn; daß sey mein liebster Ruhm, ein nimmer unsre Seelen, Neid, guter Ruf mein Eigen- oder Argwohn quälen. thum, den jeder gern mir gonne und niemand lästern können in 11. Schickst du einft eis nen Freund für mich, so gieb, 1 daß ich ihn wähle! er sey 8. Bewaffnet fey meinlein Christ, und fürchte dich, ganzer Blick mit Ernst der und lieb auch meine Seele! kenschen Lugend! feht ihn laß seines Hauses edle Zier und bebet scheu zurück, mich werden! Gott, laß ihn, Verfücher frommer Ju- in mir, die beste deiner Ga gend! der Umgang, der ben für dies sein Leben haben! Verführung droht, sey mir 12. Der du mich selbst, furchtbarer als der Zod; durch dein Gebot, den Weg laß seine wilden Freuden, zum Heile lehrest: ich will wie eine Pest mich mei- dich preisen, meinen Gott, den. und daß du mein Flehn erhdreft. d 9. Die Fresler, die mit Schopfre dir mein Lebenlang ihrem Spott sogar dein der Unschuld und der Tugend Wort beflecken, vertreibe Dank: dort will ich in den fern von mir, o Gott! daß Chören der Engel dich vers fie mich nicht erschrecken. ehren! Dich låstern sie und deinen für Bejahrte. Sohn und sprechen deiner Mel. O. Gott, du frommer zc. Wahrheit Hohn. Unselige 481. Dich preis ich, erbarm, erbarm dich ihrer! mein Vater und Erhalter, daß 12 49m Hausstande. 461 daß du mich gnadevoll ge- Grab. Gottlob! In Jeleitet bis ins Alter. Du su Hände ergeb ich meinen hast oft wunderlich, doch stets Geist. Er will mein Heymich wohl, geführt; im land seyn! ich werde nach Kummer selbst hab ich, dich, dem Kampf mit ihm mich nah und treu, gespüret. ewig freun. a 2. Du gabst mir Ehr und Brod, Gesundheit und VerJür Waysen. 1 gnügen. Durch deine Kraft M. Warum betrübst du dich zc. hab' ich, was schwer war, u dir, erbar= überstiegen. Was mir oft 482.3" mungsvol furchtbar war, das lenkte dei- ler Gott, nach dessen weisen ne Hand so weise, daßzuleht Rath der Tod mir meine ich darinn Wonne fand. Eltern nahm, zu dir flicht 3. Jeht schwindet meine mein gebeugter Sinn, zu Kraft. Bey diesem Unver- dir, dem höchsten Helfer, hin. mögen bedarf ich mehr, als 2. Du, der ans Licht mich sonst, dein våterlich Verpfle- kommen ließ und meine Elgen. Du warst ja sonst tern sterben hieß, Herr, stehe mein Gott; verlaß auch jest du mir bey: du der Verlaßmich nicht. Auf dein Wort nen Zuversicht, sey auch mein gründe ich, Herr, meine Bater, Troft und Licht. Zuversicht. 3. Ach floß mir wahre 4. Ja! heb und trage Tugend ein, so werd ich immich, mein Gott, wie du mer glücklich seyn; Herr, verheißen; und mit erhöh- feit und führe mich: lag tem Dank will ich dafür dich mich bey dir in Gnaden preisen. Verzeihe mir, was stehn, so wirds mir immer ich je Boses hab gethan; wohlergehn. um Jesu willen sich mich mit Erbarmen an. 4. Bon dir kommt alles wahre Gut: drum gieb mir 5. Ich bin nun nicht mehr Weisheit Kraft und Muth, weit von meiner Laufbahn und deinen guten Geist, daEnde. Ich stehe nah am mit mein schwaches Herz nicht 462 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. nicht fehl, und stets das bestelan. In jedem Schmerz Theil erwahl. und Leide ist Gott mein Trost 5. O Bater aller Gütig- und Freude, der Fels, den keit, beschere mir von Zeitsich umfassen kann! zu Zeit die Mittel meines 2. Mich tröstet seine Gnas Glücks: du weißt ja leicht de; er ist auf jedem Pfade, für jeden Rath, den deine bey mir bis an das Grab: Hand geschaffen hat. nie will er mich verlassen, dies 6. Du hörest, wenn die Trostwort will ich fassen, Raben schreyn; laß auch Gott schaut auf mich mit dein Kind erhöret seyn, und Huld herab. nimm dich meiner an: vers 3. Die, die in stiller Kamleih mir Unterhalt und Brod, mer dir klagten ihren Jame so viel zu diesem Leben noth. mer, erhörtest ehmals du! 7. Ich werf all meine auf sie floß, Gott, dein Se Sorg auf dich, mein Gott gen; auf allen ihren Wegen und Bater, sorg für mich war Friede, Sicherheit und und mach es mit mir wohl. Ruh! werden mag. Gieb nur, daß ich mit jedem 4. So viel seit so viel Tag zum Himmel reifer Jahren betrübte Wittwen waren, so viel hast du vet 8. Wie freu ich mich, ich pflegt; die in Bekümmer werde sie, die mir der Tod nissen sich, Gott auf dich entzog so früh, die Lieben, verließen, fahn ihre Last wieder sehen dort, wo die Se- jauf dich gelegt. ligen kein Tod mehr trennt, 5. Auch mich wird dein vor deinem Throne, Gott! Armstärken, auf mich dein für eine Wittwe. Auge merken, und auf mein Flehn dein Shr! ich will mit Mel. In allen meinen Thaten 2c. heißem Flehen vor deinem 483. Feft foll mein Hof- Untlig stehen, und feufzen, fen stehen! Gott! zu dir empor. Gott hört der Wittwen Fle- 6. Mein Joch will ich hen er nimmt sich meiner still tragen. Dir, Bater darf Im Hausstande. 463 darf ich sagen, was je mein 11. Dann geh ich, den Herze drückt! du bist mir in zu schauen, der mein Stab, der Nähe! Gott, den ich mein Vertrauen, mein Gott zwar nicht sehe, den aber ist, und mein Freund. Wie doch mein Glaub erblickt. will ich dann ihn ehren; wie 7. Du siehst mich( o Gedanken für die Zähren, die danke des Trostes, wenn ich ich als Wittwe hier geweint. wanke) in meiner Einsam- 12. Den ich und der mich keit! und du wirst, Herr, liebte, deß Abschied mich der Welten, mirs öffentlich betrübte, find', ich in Gotz vergelten, wenn still mein tes Hand. Wie wollen wir Herz sich deiner freut! uns freuen, und unfre erneuen im thránens Baterland. 8. Ja bis zum letzten Lieb' Schritte; ja, wenn ich noch freyen mehr litte, seh ich mit Luft 13. Gestärkt durch Got auf dich! nur dir, dir zu tes Gnade, geh' ich die gefallen, unstråflich hier zu schweren Pfade, er line wallen, sey mein Bestres dert meine Noth. Nicht ben: stårke mich! ewig werd' ich weinen; ich 9. Mit Ernst und fro- komme zu den Meinen; hen Muthes will ich sorg- bald seh ich sie bey meinem fältig Gutes vor deinen Gott! Augen thun; gern mich der Welt entziehen; Zerstreuung, Thorheit fliehen, ( Wenn sie Kinder hat) 14. Dann sollen meine Waysen, mit mir den Vater und nur in deinem Schooße Gott! sey du ihr Vater, ihr preisen, der sie erhalten kann! ruhn. O 10. Dann eilen meine Schüßer und Berather, nim Lage, mit jeder Last und dich der armen Waysen an. Plage, leicht, wie ein Traum dahin! dann leg ich meine Glieder froh einst im Tode nieder, wenn ich zum Himmel reifer bin. Gesinnungen guter Herrs schaften. Mel. Mir nach spricht Jesus ic. 484.Dur jurch dich, Gott! bin ich, was ich 464 Beweis der Gottseligkeit und Tugend. ich bin, und es ist deine Hülfe ihm gebricht, sie stets Gabe, daß ich die Dienste von mir: genießen. Ihn und Gewinn von andern tragen will ich, ihm verMenschen habe. Sie lei- zeihn, und wird er krank, hen thre Kräfte mir; dies, sein Pfleger seyn! höchster Herr! verdank ich dir. Gesinnungen guter Dienst boten. 2. Mich zu beglücken 485.D, Gott! bift dienen sie, verzehren ihre Mel. In allen meinen Thatenc. Kräfte und dulden gern des Lebens Müh in meinem der Gerechte, Hausgeschäfte. Laß dieses der Herr der Herrn und Vorrechts fromm mich Knechte, bist aller Menschen freun, nie hart, nie stolz, Heil! der Niedrigste auf Ernoch lieblos seyn. den kann groß durch dich 3. Auch der geringste einst werden; an ewgen ChDiener ist bestimmt zum ren haben Theil. ewgen Leben; für ihn, und 2. Jeht muß ich andern mich, hat Jesus Christ sich dienen. Wem folg ich, folg in den Tod gegeben. Vor ich ihnen? dir, meinem deinem Throne hat mein Herrn und Gott! so laß Knecht mit mir als Mensch mich denn erfüllen der Heir ein gleiches Recht. schaft guten Willen, als dei4. Gott! prág dies mei- nen Willen und Gebot. nem Herzen ein! als Bru- 3. Bewahre mich vor der, ihn, zu lieben: laß im Klagen. Lehr mich, mein mer mich befliffen seyn, Joch zu tragen, auf deinen und nie mich ihn betrüben, Willen sehn. Bewahr vor daß über meine Grausamkeit Stolz und Neide: vor Rach er nie zu Gott um Hülfelgier, wenn ich leide; und schreit. lehr mich grade Wege gehn. 5. Laß mich ihm seine 4. Bey Reden und faure Pflicht aufs möglichste beym Schweigen ein redlich verfüßen. Er soll, wenn Herze zeigen; das sey mir ftrens Im Hausstande. 465 strenge Pflicht. Lehr mich nicht hindern: dies laß, Gout! steis treu bandeln; Gott! mein Bestreben sehn Menschen mich nicht seyn. wandeln, so sieht mich doch, dein Angesicht. 6. Ich finde jeden Mors gen mein Brodt, ohn eignes 5. Der Herrschaft beyzu Sorgen, durch meiner Herrs stehen; an ihrem Wohlerge schaft Gut. Einst soll ich hen theilnehmend mich zulbey dir wohnen, den Treuen freun; die Zucht an ihren willst du lohnen! dies stårk Kindern, durch ergerniß, zur Treue mein Gemüth. X. aisé Bom heiligen Geiste und seinen Wohlthaten zur Besserung und Heiligung der Menschen. Mel. Uus meines Herzens ze.lihn erkennen und euren Bas 486. Frent euch, iter nennen, der alles Gute Christen alle Gott schenkt uns feinen 3. Verleih, daß wir dich Sohn. Preis, Lob und lieben, o Gott von großer Dank erschalle! er giebt von Huld! daß wir dich nie bes seinem Thron uns auch den trüben durch wissentliche heilgen Geist, der durch sein Schuld! leit uns auf ebuer Wort uns lehret, des Glau: Babnt. Laß uns dein Wort bens Licht vermehret und uns recht hören und thun nach auf Christum weist. deinen Lepren, so ist es wohle 12. Es laffet offenbaren gethan! gi se Gott, unfer höchster Hort, 4. Laß auch des Geistes uns, die voll Blindheit wa: Gaben, die du verbeißent ren, sein himmlisch Lich past, die matte Seele laben und Wort, o seht wie er im Druck der Leidenslast. uns liebt! lernt, Christen! Trist uns in Todespeint 6g durch 466 Vom heiligen Geiste durch diesen Geist der Freude 5. O du, der Liebe Geift! und führ uns, nach dem Leide, erböh unsre Seele: daß sie zur Himmelsfreude ein. schmeck und seh, wie der Mel. Nun bitten wir zc. Herr uns liebte; daß, in 487.Des Baters und den Brüdern, und in seinen des Sohnes geheiligten Gliedern, wir Geift, du, der uns den Weg ihn auch lieben. zum Heile weist, gnaden- 6. Du höchster Trost in voller Tröster! laß, wenn aller Roth, hilf getreu une wir sterben, uns das ewge seyn bis in den Tod! heilig Leben ererben, durch Jesumn laß uns leben, uns nicht vers Christum. zagen, wenn uns unsere 2. Es leucht uns, licht Sünden verklagen vor der des Herrn, dein Schein, Welt Richter. wenn schon Tod und Ver:: 7. Geist Gottes! die dir wesung uns dráun; lehr widerstehn, laß sie, ach nicht uns Jesum, den Sohn Got- lewig! untergehn! deinent tes, erkennen; im Glauben, Todesurtheil sie noch entrin unsern Herrn, ihn nennen nen; noch das ewge Leben lebend und im Tod. gewinnen! sen ihnen gnådig! 3. Go 3. So trifft des Irr: thums Täuscheren, als ob Mel. Herr Gott, der du erf. 2c. kein Bersöhner Gottes sey. 488.Din, Bater niemals fo dankt mein kann den Glaubenan Jesum Herz und singt; daß du den Christum kein Spötter raus Sohn gegeben, den Sohn, ben, noch Macht der Hölle, der Heil den Sündern bringt 4. Wenn wir des Vaters und unvergånglichs Leben! Willen thun, können wir in ich danfe dir, daß du den ficherm Frieden ruhn still Geist, der uns der Finster und unüberwindlich. Des niß entreißt, zur Erde hast Vaters Willen lehr uns gesendet. Der Geist der dann durch deine Kraft er Wahrheit kam herab, der füllen in edler Einfalt! deinen Knechten Stärke gab, und dessen Wohlthaten. Auf Pfingsten. 467 gab, daß sie dein Werk Much im Kampf der Süng vollendet. den. In bangen Stunden 2. Erfüllt von seiner schenkest du, so wie im Tode, Wunderkraft, gehn fie, die Seelenruh, und lehrst ihn Welt zu lehren: der Geist, lüberwinden. der neue Herzen schafft, hilft 5. Des Vaters und des ihnen, sie bekehren: die Völ: Sohnes Geist, du Quell fer bören bocherfreut, die des Lichts, der Liebe, den Bothschaft ihrer Seligkeit: Jesus Betenden verheißt, Licht, Wahrheit, Tugendlach, heilge meine Triebe! siegen; das Laster und die Gieb über meine Sünden Blindheit flieht; wo man Schmerz, und Much zum den Finger Gottes sieht, muß Glauben in mein Herz; bilf beydes unterliegen.. mir in Adacht beten. In 3. Umsonst, daß wilder bangen Stunden tröste mich Eifer tobt, Verfolgung zu und zeige voll Erbarmen dich erregen. Dein Name Jefulmir einst in Todesnöthen. wird gelobt; dein Wort ist Kraft und Segen. Die Mel. Herr Jesu Chrift, dich za Jünger schreckt nicht ein 480. Du Führer, der und dein c mit treuer Bater, stärkte sie in Mar Hand den Weg uns zu dem tern und im Tode. Sie Himmel weist! du, unfres blieben ihrem Herrn getreu, Erbes theures Pfand! ges bekannten seinen Namen priesen seyst du, heilger fren, und lobten ihn im Tode. Geist! 4. Noch ist bist du der 2. Auch dich preist deine Geist der Kraft, noch ihr Christenheit, du Geist des der Menschen Lehrer, der Vaters und des Sohns! du Jesu neue Jünger schafft, des bist, wie sie, von Ewigkeit, Sündenreichs Zerstörer. In mit ihnen Herrscher eines Sündern würfst du Keu Throns. und leid, in Frommen Tu 3. Dem Vater und dem gend, Trost und Freud, und Sohn und dir sind wir zum Eigens 468 Vom heiligen Geiste sted, dou Eigenthum erkvuft. Auf 9. Wir haben, Geist der dich, dreyeinger Gott! sind Guad und Stärk, an deinen wir zu deines Namens Preis Gaben gleichfalls Theil. getauft. Unsichtbar schaffest du dein 4. Der Gottheit Willen Werk in uns, zu unsrer thatst du kund. Durch dich Seelen Heil. weifsagte der Prophet. Du 10. So set auch unser legteft ihm in seinen Mund, Herz in Gluth, mach uns das Wort des Heils, dasldes lobes Gottes voll! stårk nie vergeht. auch in Drangsal unfern 5. Nichts schließt vor Muth, tröst uns in Ungf beinem Blick sich zu: den und leit uns wohl. Abgrund der Unendlichkeit, 11. Des Baters Liebe, Ser Gottheit Rath erkennest Christi Gnad, und die Ge du mit göttlicher Allwissen meinschaft deiner Kraft, vers beit. leiß uns Tugend, Trost und 6. Du hast dem Erdkreis Rath auf unsrer ganzen Pile offenbart, was feine Weis: gerschaft. OMG heit je erkannt; als dich, nach seiner Himmelfahrt, Mel. Werde munter mein c. der Herr den Seinen zu 400. Der du uns als Vater liebest, gesandt. 7. Welch eine Pracht verstreuer Gott! und deinen flärte dich! ein schnelles Geist denen, die dich bitten, Brausen füllt das Haus. giebest, ja uns, um ihn bits Da gießest du dich sichtbar ten, heißst: demuthsvoll fleh lich auf sie in Feuerflam- ich vor dir; Vater, send men gu છે. ihn auch zu mir, daß er meis 8. Sie scheuen nun nicht nen Geist erneue, und ihn Schmach und Müh; denn dir zum Tempel weihe. du hast alle Furcht entfernt. 2. Ohne ihn fehlt meinem Die Thaten Gottes preisen Wissen, Leben, Kraft und sie in Sprachen, die sie nie Fruchtbarkeit; und mein erlernt. Herz bleibt dir entrissen, und dem und dessen Wohlthaten. Auf Pfingsten. 469 dem Dienst der Welt ge- jund rechtschaffen denk und weiht, wenn er nicht, durch handle. seine Kraft, die Gesinnung 6. Geist des Friedens und in mir schafft, daß ich dir der Liebe, bilde mich nach mich ganz ergebe, und zu deinem Sinn: daß ich lieb deiner Ehre lebe. und Sanftmuth übe, und anlag 3. Auch dich kann ich mirs rechne zum Gewinn, nicht erkennen, Jesu! noch wenn ich je ein Friedensband mit ächter Treu meinen knüpfen kann, wenn meine Gott und Herrn dich nen Hand, zur Erleichtrung der nen, stehet mir dein Geist Beschwerden, kann dem nicht bey. Drum so laß ihn nächsten nüglich werden. kräftiglich in mir wirken, 7. Gieb mir wahres daß ich dich glaubensvoll als Selbsterkenntniß, daß ich Mittler ehre, und auf deine meine Fehler seb, und Stimme höre. durch demuthsvoll Bekennt: 4. Ewge Quelle wahrer niß Gott um die Vergebung Güter, hochgelobter Got- fleb. Mache täglich Ernst tesgeist! der du menschliche und Treu, sie zu bessern, in Gemüther befferst, und mit mir neu. Zu dem Heilis Troft erfreust! nach dem gungsgeschäfte gieb mir ims Glück verlangt auch mich; mer neue Kräfte. ich ergebe mich an dich. 8. Wenn der Anblick meis Mache mich, zu Gottes ner Sünden mein Gewissen Preise, beilig und zum Him, niederschlägt; wenn sich in mel weise. mir Zweifel finden, die mein 5. Fülle mich mit heilgen Herz mit Kummer hegt; Trieben, daß ich Gott, wenn mein Aug in Röthen mein höchstes Gut, über weint, und Gott nicht zu hós alles möge lieben; daß ich ren scheint: o dann laß es mit getrostem Muth seiner meiner Seelen nicht an Baterhuld mich freu, und Trost und Stärkung fehlen. mit wahrer Kindestreu stets 9. Was sich Gutes in mir vor seinen Augen wandle, findet, ist dein Gnadenwerk 6g 3 470 Vom heiligen Geifte i dr in mir. Selbst den Triebjuns mit deinen Freuden! bast du entzündet, daß mich, daß wir zur Glaubens Eis Herr, verlangt nach dir. Onigkeit, durch Wahrheit und so sehe durch dein Wort deine durch Heiligkeit, auch andre Gnadenwirkung fort, bis sie mögen feiten. Lehren, Hören, durch ein selig Ende herrlich laß gelingen; Früchte brins fich an mir vollende. gen; Gott zu preifen, Guts Mel. Wie schon leuchtet der zc. dem nächsten zu erweisen. 4. Steh uns stets ben mit 401. beilger Grift, fehr ben uns beinem Rath und führ uns ein, und laß uns beine Woh selbst den rechten Pfad; weil nung seyn, erleucht uns Gna wir den Weg nicht wissen. densonne! bu göttlich licht, Gieb uns Beständigkeit, daß Taß deinen Schein beh uns wir gerreu dir bleiben für und in uns kräftig seyn, zu und für, auch wenn wir steter Freud und Wonne leiden müssen. Eile, beile daß wir, ganz dir, recht zu was zerrissen; was beslissen leben uns ergeben, und mit dir zu trauen, und in dir sich Beten oft vertrauend vor zu erbauen. bich treten. 5. Laß, starker Geist, mit 2. Gieb Kraft und Nach deiner Kraft, die Sieg im druck deinem Wort, laß es Glaubenskampfe schafft auch wie Feuer immerfort in un- uns gestärket werden; daß sern Herzen brennen, daß wir wir auch unter deinem Schuk Gott Vater, seinen Sohn, begegnen aller Feinde Truk dich beyder Geist auf einem so lang wir sind auf Erden. Thron, als wahren Gott be: daß dich reichlich auf uns Fennen. Bleibe, treibe und nieder. Chrifti Glieder laß behüte das Gemüthe, daß empfinden Muth zum Streit, wir glauben, und im Glau- jund überwinden. ben standhaft bleiben. STORE BN 6. Du Liebes: Quell ers 3. Du Quell, aus dem giesse dich, erwärme und bes das Gute fließt, was sich in lebe mich zu wahrer Mens fromme Seele gießt, fünschenliebe; daß ich stets moge 47** und dessen Wohlthaten. Auf Pfingsten. möge willig seyn zum Wohl: 3. Zeig uns selbst die thun, lieben und Verzeihn, rechten Stege zu der wahren und mich darinnen üben. Wohlfahrt an; räume alles Kein Neid, kein Streit dich aus dem Wege, was uns betrübe! Fried und Liebe daran hindern kann. Wirke wollst du geben, daß wir Reue nach der That, wenn froh und ruhig leben. der Fuß gestrauchelt hat. 7. Hilf, daß in wahrer 4. Laß uns stets dein Zeugs Heiligkeit wir führen unsre niß spüren, daß wir Gottes Lebenszeit, sey unsers Geistes Kinder sind. Und wenn sich, Stärke; daß uns forthin sen durch sein Regieren, Elend, wohl bewußt die Eitelkeit der Noth und Drangfal findt, Sinnenlust und aller Sun- dann lehr uns, daß alles gut denwerke. Rühre, führe was der beste Bater thut. unfre Ginnen und Beginnen 5. Treib uns, daß wir zu von der Erde, daß es hier ihm treten findlich und mit schon himmlisch werde. Freudigkeit, nur nach seinem Willen beten, und vertritt Mel. Gott desHimmels undec.uns allezeit: so wird unser o 492. Komm zu uns, Flehn erhört, und die ZuGeift des Le- versicht vermehrt. bens, wahrer Gott von Ewig: 6. Macht der Hülfe Aufe keit! unser Fleßn sen nicht schub bange, daß das Herze vergebens, fomm, sen mit uns seufzt und spricht: ach! mein jederzeit! laß dein Licht die Gott, mein Gott, wie Seel erfreun; mach die Her: lange? so laß uns verzagen zen fromm und rein. nicht. Sprich uns Trostess 2. Gieb in unserHerz und worte zu, und gieb Muth, Sinnen wahre Weisheit, Geduld und Ruh. heilge Zucht, lenke unser 7. O du Geist der Kraft ganz Beginnen auf das, was und Stärke! der in Schwas dein Wille sucht! dein Erschen mächtig ist; fördre in Fenntniß werde groß, und uns deine Werke gegen Welt mach uns von Lastern los. undSatans List, daß der Geist g 4 nicht Vom heiligen Geifte 6 G Muth, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dåmpfen: 8. Mache uns so fest im laß uns Trubsal, Kreu: und Glauben, daß kein Zweifel, zeiden, Angst und Noth, Schmach und Sport, uns Schmerz und Tod, nicht von dies Kleinod moge rauben. Jefu scheiden. Du bist unser Schuß und 4. Hilf uns nach dem Bes fagt das Herz gleich zwei sten streben; schenk uns Kraft, felnd: nein; laß dein Wort tugendhaft und gerecht zu les gewisser seyn. ben. Gieb, daß wir nie stille 9. Wenn es mit uns stehen, treib uns an froß die kommt zum Sterben, so ver Bahndeines Worts zugehen. fichre uns jemehr, daß wir 5. Sen in Schwachheit bingebn, um zu erben jene unsre Grüße; steh uns ben, Herrlichkeit und Ehr, die mach uns treu in der Prüs uns dort durch Jesum Chrift fungshizze. Führ, wann långst schon zubereitet ist. Gott uns, nach dem Leide, Mel. Warum sollt ich mich zc. sterben heißt, unsern Gerst in 493. Höchster Tröster! des Himmels Freude. fomm hernie 6. Wecke aus dem Süne der! Geift des Herrn! seydenschlafe, reste doch, beute nicht fern, stårke JesuGlieder; noch, die verlornen Schafe! er, der nie sein Wort gebro Reiß die Welt aus dem Vers chen, Jesus, hat deinen Rath derben! laß sie nicht, im feinem Volk versprochen. Gericht der Verstockung, 2. Geist der Weisheit! sterben. gieb uns allen durch dein Mel. Freu dich sehr, o meine zc. Licht Unterricht, wie wir 404. Geist vom Vater Gott gefallen. Lehr uns, und vom Sche recht vor Gott zu treten; seysne! der du unser Tröster uns nab, und sprich: ja! bist, und von unsers Gottes wann wir gläubig beten. Throne bülfreich auf uns 3. Hilf den Kampf der Schwache siehst. Srehe, du Tugend kämpfen; gieb uns mir machtig bey, daß ich Gott 472 nicht unterlieg, sondern über wind und sieg. und dessen Wohlthaten. Auf Pfingsten. 473 Gott ergeben sen: o so wird Hülfe nöthig ist, zu dem mein Herz, auf Erden schon, Gnaden Throu zu treten. ein Tempel Gottes werden. Gieb, daß ich auf Jesum 2. Laß auf jedem meiner Christ, als auf meinen Mitte Wege deine Weisheit mit ler schau, und auf ihn die mir seyn; wenn ich bange Hoffnung bau, Gnad um Zweifel bege, laß die Wahr: Gnad, auf mein Verlangen, heit mich erfreun. Lenke von dem Vater zu empfangen. fråftig meinen Sinn auf 6. Stebe mir in allem mein wahres Wohlfeyn hin. Leiden stets mit deinem Trofte Lehrst du mich, was recht ist, bev; daß ich auch alsdann wählen, werd ich nie mein mit Freuden Gottes Füh Heil verfehlen. rung folgsam fey. Gieb mir 3. Heilige des Herzenslein gelassen Herz. Laß mich Triebe, daß ich, über alles, selbst im Todesschmerz, bis treu ineinen Gott und Vater um frohenlleberwinden, dei: liebe; daß mir nichts folnen reichen Trost empfinden. wichtig sen, als in seiner Mel. Nun sich der Tag geendet Huld zu sehn; seinen Na: 495. Nicht um ein men zu erhöhn; seinen Wil flüchtig Gut len zu vollbringen, müsse mir der Zeit; ich fleh um deinen durch dich gelingen. Geist, Gott! den zu meiner Di 4. Stärke mich, wenn Seligkeit dein theures je zur Sünde mein Gemüth Wort verheißt. gereißet wird, daß sie mich 2. Die Weisheit, die vom nicht überwinde. Hab ich Himmel stammt, o Bater! irgend mich verirrt, o so lehr er mich: die Weisheit, strafe selbst mein Herz, daß die das Herz entflammt zur ich unter Reu und Schmerz, Liebe gegen dich. mich vor Gott demüthig 3. Dich lieben, Gott! ist beuge, und den Sinn zur Seligkeit: gern thun, was Beßrung neige.. dir gefällt, wirkt größere 5. Treib mich an, mit Zufriedenheit als alles Glück Flehn und Beten, wann mir der Welt. 6g 5 4. Als. 474 motion Vom heiligen Geifted day 4. Alsdann hab ich Versnennen. Dies Glück hat traum zu dir, dann schenket Christus uns gebracht. Zers felbst dein Geist das freudige streue denn des Irrthums Bewußtseyn mir, daß du Racht, der deinen Christen mir gnådig seyst. jwill den Glauben auf Got: 5. Er leite mich zur Wahrtes Gnad in Christo rauben. heit hin, zur Tugend stårk er Hallelujah, Hallelujah! mich; beweise, wenn ich 3. Du großer Helfer, traurig bin, auch mir, als süßer Trost! hilf daß wir Tröster, sich.usfreudig und getroft in unsers 6 Er schaff in mir ein Gottes Dienste bleiben, laß reines Herz, versiegle deine Trübsal uns nicht von ihm Huld, und waffne mich in treiben. Dies Leben daurt jedem Schmerz mit Muth nur turze Zeit; mach uns und mit Geduld. zum selgen Tod bereit! ja Mel. Komm heil. Geist, Herre hilf uns einst mit Muthe rin: 496.K omm beiliger gen und durch den Tod ins Geist, von Leben dringen. Hallelujah, Gott gesandt, mach deine Hallelujah! Kraft auch uns bekannt. In bekannter Melodie. Führ aller Christen Herz und 407. Run bitten wit Sinn zur und den heilgen zur Zugend hin. Versamm Geist, der uns den Weg let hast du, hier und dort; zum Heile weist, daß er uns zum Glauben an dein gött- behüte an unserm Ende, lich Wort, die Völker von wenn wir hingehn aus dies verschiednen Zungen. Da- sem Elende. Kyrie eleison! für sey dir, Herr, lobgesund 2. Du werthes licht, uns gen. Hallelujah, Hallelujah! leucht dein Schein! lehr 2. Du heilges licht, oluns, auf Jesum sehn allein, starker Hort! durch dich daß wir an ihm bleiben, dem Teucht uns des Lebens Wort. treuen Heiland, der uns ges Den Ewigen lehr uns erken bracht zum rechten Vater: nen, von Herzen, Bater, ihnland. Kyrie eleison! 3. Du und dessen Wohlthaten. Auf Pfingsten. 475 3. Du süßelieb, laß Got: 4. Du höchster Trost in tes Gunst uns reißen, daß aller Noth, bilf uns, nicht wir mit Inbrunst uns mé- scheuen Schmach noch Too; gen herzlich gegenseitig lie daß in uns Geist und Herz ben, mit Fried und Ein- nicht verzagen, wenn wir tracht uns im Wohlthunfringen in den letzten Tagen. üben. Kyrie eleison! Kyrie eleison! H XI. Von den Mitteln zur Theilnehmung an den Wohlthaten Jesu Christi und des heil. Geiſtes. 1. Von dem Worte Gottes in der Bibel. Mel. Es ist das Heil uns komm. o Vater, von des Himmels 408. Wir Menschen Thron gekommen, uns zu sind zu dem, lebren. o Gott! was geistlich ist, 3. Für solches Heil sey, untüchtig. Dein Wesen, Herr, gepreist, laß uns das Wille und Gebot ist viel ben verbleiben: und gieb uns zu hoch und wichtig; wir deinen heilgen Geist, daß wissens und verstehens nicht, wir dem Worte gläuben; wenn uns dein göttlich Wort daß wirs annehmen jederzeit und Licht den Weg zu dir mit Ehrfurcht und mit Wils nicht zeiget. ligkeit, als Gottes, nicht 2. Von jeher hast du der Menschen. ausgesandt Propheten, deine 4. Hilf, daß der Frevler Knechte; sie machten in der frecher Spott uns nicht vom Welt bekannt dein Heil und Wort abwende; denn du deine Rechte. Zuleßt in bist ein gerechter Gott, und selbst dein eigner Sohn, strafft gewiß am Ende. Gieb Du 476 Gnaden Mittel. - du selbst deiner Lehre Kraft wir halten fest an dir im und laß der Wirkung, die Glücke, Kampf und Leiden. fie schafft, uns niemals wi Rott aus, was dir, o Herr, derstreben. misfällt; hilf uns die Sor 5. Herr, öffne du Ver- gen dieser Welt und böse stand und Herz, daß wirküste dämpfen. deln Wort recht faffen; in 9. Dein Wort, o Herr! Lieb und Leid, in Freud und laß immer seyn die Leuchte Schinery, es aus der Acht umsern Füßen: erhalt uns nicht lassen: daß wir nicht deine Lehre rein; bilf, daß Hörer nur allein, nein auch wir draus genießen Kraft, des Wortes Thäter seyn, Rath und Trost in aller Frucht hundertfältig bringen. Noth, daß wir im Leben 6. Am Weg der Saamefund im Tod beständig dars wird sofort vom Teufel hinauf trauen. genommen; in Fels und 10. Gott Vater laß zu Bott Bat Steinen kann das Wort die deiner Chr dein Wort sich Wurzel nicht befovamen: veit ausbreiten; hilf, Jesu, der Saame, der in Dornen baß uns beine Lehr erleuch fällt, der wird von Gorgerten mög und leiten: o þeils dieser Welt und ihrer Luftger Geist! dein göttlich erflicket. Wort faß in uns wirken 7. Ach! hilf, Herr, daß fort und fort, Lieb, Glaus wir werden gleich dem frucht ben, Troft und Hoffnung, bar guten lanbe, und seyn an guten Werken reich, in Mel. O Herre Gott, dein göttl. imferm Amt und Stande; viel Früchte bringen in Ge499. treuer Gott, dein heilges duld: bewahren deine Lehr Wort,( das du uns hast ge und Huld in einem from sgeben zu unsrer Vorschrift men Herzen. fort und fort im Lehren und 8. Laß uns so lang wir im Leben) ist worden fund leben hier, den Weg der aus deinem Mund, und ist Sünden meiden: gieb, daß hernach beschrieben untrüg: lich Das Wort Gottes in der H. Schrift. 477 lich recht, durch deine Knecht Wert in uns wirkt und von deinem Geist getrieben. schafft: zurück laß uns drunt 2. Dies Wort, das in der sehen Macht, Ansehn, Geld, Schrift jetzt steht, wird unbe und was die Welt sonst herrs weglich stehen; wann Erd'lich pflegt zu achten, und je: und Himmel gleich vergeht, derzeit, in Lieb und Leid, nach soll dies doch nicht vergeben; diesem Kleinod trachten. nicht macht, noch ist, wie 6. Echalt uns dann, groß sie ist, wird es jemals Herr, dies dein Wort, laß vernichten, und denen foll'uns die Kraft empfinden; seyn ewig wohl, die sich dari den Feinden steur an allem nach stets richten. Ort, und laß es frey verküns 3. Es ist vollkommen hell den: so wollen wir dir für und klar ein Richtschnur reis und für von ganzem Herzen ner Lehre, es zeiget uns ganz banken. Herr, unser Hort, offenbar Gott, seinen Dienst laß uns dein Wort fest hal: und Ehre, und wie man sollten und nicht wanten. bie leben wohl, Lieb, Hoff nung, Glauben üben. Drum Met. O Gott du frommer ic. fort und fort wir dieses Wort 500. Du willst, Gott, von Herzen sollen lieben. daß mein Herz 4. Es zeiget uns in Trau zur Heiligkeit genese. Drum tigkeit des wahren Trostessgieb, daß ich dein Wort oft Stelle; und führt den, demfund mit Andacht lese: das die Sünd ist leid, zu der Wort, das deinen Rath von Versöhnung Quelle: giebt unserm Heil enthält. Dank Rath an Hand, und macht sey dir für dies Wort, den bekannt, wie man soll willig größten Schaß der Welt! sterben: und wie zugleich 2. Erfülle mein Gemüth das Himmelreich durch Chrismit. Ehrfurcht und Verftum zu ererben. trauen, mit Luft und froms 5. Sich solchen Nuß, fomen Ernst, dadurch mich zu große Kraft, die jeder hoch erbauen. Du bists, der muß schäßen, des Herrn in der Schrift zu meiner Seele 478 Gnaden Mittel. Seele spricht. O segne och führe, der mich vor andern an mir, Herr, deiner Unsrührt. O stärke mich durch terricht. ihn mit Ernst und Munter: 3. Mein Gor, vor welkett, das Gute zu vollziehn. chem ich jetzt meine Händel 7. Um tugendhaft zu falte, gieb, daß ich allezeitsfenn, dazu sind wir auf Ers dein Wort für Wahrheit den. Wer deinem Wort ges halte; nnd laß mich deinen horcht, der wird bald inne Rath empfindungsvoll ver: werden: die Lehre sen von dir, stehn, die Wunder am Ge die uns die Bibel giebt. Man fel, am Wort vom Kreuße lernt ihr Wort verstehn, ſeba! wenn man es thut und übt. 4. Du, aller Wahrheit 8. Spricht sie geheimnißs Gott, fannst mich nicht voll: so laß mich dies nicht irren lassen. Untrüglich ist schrecken. Kein endlicher dein Wort; o laß mich Verstand kann dich, Gott, daraus fassen, so viel mein ganz entdecken. Du bleibst Heil verlangt. Du bists, unendlich hoch. Was mit der Weisheit giebt, wenn dein Wort erklärt, nicht was man sie redlich sucht, gewiss mein Wiß verlangt, ist meis fenhaft fie übt. nes Glaubens werth. 5. So will ich denn, be 9. Sich seines schwachen frent von Sorgen und Ge Lichts ben Gottes Licht nicht schäften, erforschen, Herr, schämen, ist Ruhm. Und Dein Wort, aus allen meinenjdie Vernunft alsdann ge Kräften, der beste Theil des fangen nehmen, wenn Gott Tags, des morgens Heiter: ich offenbart, ist der Ges keit und dann der Tag des schöpfe Pflicht, und weise Herrn sen deiner Schrift ge: Demuth ists, zu glauben, weißt! was Gott spricht. 6. Gieß dabey, daß dein 10. Erinnre mich hieran, Wort, o Gott, mein Herze wenn mich die Zweifel fråns rühre, und daß ich mir denken, und lehre mich dabey zu Spruch oft zu Gemüthe füßmeinem Heil bedenken: dort feh Das Wort Gottes in der h. Schrift. 479 sen die Zeit des Schauns, Gott, mich von dem Glaus und hier des Glaubens Zeit ben schrecken. Dort wachse, wie mein 3. Wo hätt ich licht, wos Glück, meinlicht inEwigkeit. fern mich nicht dein Wort 11. Find ich in deinem die Wahrheit lehrte? Gott, Wort noch manche Dunkel Johne sie, verstånd ich nie, wie beiten, so laß mich einen ich dich würdig ehrte.d Freund, der mehr, als ich 4. Dein Wort erklärt der fiebt, leiten. Ein forschen Seele Werth, Unsterblichkeit der Verstand, der sich derlund Leben; daß diese Zeit Schrift geweiht, ein Herz ur Ewigkeit mir sey von durch Kreuß geübt, bebeoir gegeben. manche Dunkelheit. 5. Dein ewger Rath, die 12. Stets sey pein Wort Missethat der Sünder zu mir werth! es ist mein Glückverfühnen, den kennt ich auf Erden, und wird, so nicht, war mir das Licht wahr du bist, mein Glück nicht, durch dein Wort, ers im Himmel werden. Sie irrefschienen. u ostmist mein Gemüth den Bibel 6. Nun darf mein Herz, feinde Spott! die Lehre, die in Ren und Schmerz der sie schmähn, bleibt doch Sünden nicht verzagen: dein Wort, Gott! Nein! du verzeihst, lehrst meinen Geist recht findlich Mel. Uch Gott und Herr 2c. Bater! fagendausbi 501. Gott ist mein 7. Mich zu erneun, mich Hort! und auf die zu weihn, ist meines fein Wort soll meine Seele Heils Geschäfte. Durch trauen. Ich wandle hier, meine Müh vermag. ichs mein Gott vor dir im Glau: nie; dein Wort giebt mir ben, nicht im Schauen. die Kräfte.. si causpid 2. Dein Wort ist wahr: 8. Herr, unser Hort, laß laß immerdar mich seine uns dies Wort! denn dir Kräfte schmecken. Laß kei- hasts uns gegeben. Es sey nen Spott, o Herr, mein mein Theil, es sen mie Heil 2004 480 Gnaden Mittel. ra Heil und Kraft zum ewgen Leben. 4007( 237) 4. Uus Furcht des Todes wären wir im ganzen Leben Knechte, wenn uns dein Mel. Ich ruf zu dir Herr 2. Wort nicht, Gott, von dir 502. Wobl, wohl dem Troft aus der Höhe brachte. Bolte, dem Der Sünder kann durch Je 5 du dich, Jehova, offenbareft, fum Chrift für alle seine Das du regierst, und väterlich Sünden Gnade finden: der auf ebner Bahn bewahrest, Lüste Macht und List durch wohl uns, denn dies dein Volk Glauben überwinden. find wir! du lehrst uns dei 5. Unschäßbar werth sey nen Willen recht erfüllen, uns das Wort, das du, und unsern Durst nach dir Gott, uns gegeben! es leit selbst aus der Quelle stillen. uns hier, es bring uns dort 2. Der Spotter sagt: duszu jenem selgen Leben! Sehr werdest nicht uns deine auch die Spotter, die es noch Rechte lehren; denn die Vermit stolzem Muth verachten, nunft sey unser Licht dich wür: darnach schmachten, und uns dig zu verehren. Doch, wemster Jesu Joch nach seinem dies schwache Licht nur Reiche trachten. scheint, der kann nicht vold lig sehen, sicher gehen, unt Mel. Es ist das Heil uns komm. finket, wenn er meint auf 503. Herr, dein Gefeh, festem Grund zu stehen. das du der 3. Zwar die Vernunft er: Welt zur Richtschnur haft Fennet dich in deinen großen gegeben, das du zur Regel Werken, weiß dein Gebot; vorgestellt, wonach wir sols doch weiß sie sich zum Guten len leben, das deinen Willen nicht zu stärken. Wir fün- offenbart, ist ganz von einer digen, und sie kann nie uns andern Art als menschliche wieder dir verföhnen. Unsre Gesche. Thränen siehst du; doch fön nen sie die Sünden nicht ver föhnen es Ce 2. Mit äußerlicher Ehrs barkeit läßt es sich nicht bes gnügen, obgleich die Hand nicht Das Wort Gottes in der h. Schrift. 481 nicht schlägt noch draut, die Willen. Kannst du o Mensch, Lippen nicht betrügen, das auf solche Art, nun sein Ges Auge nichts Verbotnes feß erfüllen? wie sehr der sieht, und unbefleckt sonst Súnden Sclaverey dein jedes Glied in seiner Ord Wille unterworfen ser, das nung bleibet. wirst du leicht erkennen. 3. Ob man nicht flucht, 7. Und du wollist nicht, betrüget nicht, ob man kein zu deinem Heil, dem Mitte Sabbats Schånder, kein ler dich ergeben? komm, Frevler, der die Ehe bricht, nimm an dessen Gnade Theil, kein Mörder, kein Ver durch den die Sünder leben; schwender, kein Freund von nimm dankbar froh und fündlichem Geschwäg; so glaubig an, was er zu deiist dein heiliges Gefeß doch nem Heil gethan, und preise damit nicht zufrieden. feine Liebe! 4. Es fordert, daß das 8. Laß aber auch in deinem Herz, dich, Gott, wie du's Geist dir sein Gefeße schreis verdienest, liebe, und sich, zu ben, thu alles willig, was halten dein Gebot, aus er heißt, laß seinen Geist allen Kräften übe. Es will, dich treiben. Denn wer daß, wie du heilig heißft, nun nicht die Sünde flieht, auch unser Herz und ganzer nicht ihm zu leben sich bes Geift sen heilig und un- müht, der bleiber im Ges stråflich. richte. 5. Der Geist von Erden Mel. Es ist das Heil uns 2c. Lieberein, ſoll sich zu Gott 504. Herr, deine Rechs immerhin bete Gebot, flissen seyn, treu jeder Pflicht darnach wir sollen leben, zu zu leben. Begierig auf des halten, wolleft du, o Gott! Nächsten Wohl, nach Weis mir Kraft und Gnade geben, heit und der Eugend soll der daß ich zum Guten willig Mensch voll Eifer streben. sen, mit Sorgfalt ohne Heus 6. So hat uns Gott geof chelen, was du beftchist, fenbart sein Recht und seinen vollbringe. $ 212 2. Sieb, 482 Gnaden Mittel. 2. Gieb, daß ich dir allein 6. Hilf, daß ich niemals vertrau, dich über alles lie- eigne Rach aus Zorn und be; nicht gierig auf das Feindschaft übe; und die Frrdsche schau, nicht muth- mir zugefügte Schmach vers los mich betrübe: daß mir zeih und Feinde liebe; fein nicht andrer Menschen Glück gern gónne jeder Gunst, Macht, Ansehn, mann; seh, ob ich jemand Reichthum, Wiß und Kunst, dienen kann, und es dann thu zu einem Abgott werde. mit Freuden. 3. Hilf, daß ich deinen 7. Unzucht, das Werk der Gnadenbund recht scháze Finsternis, laß mich sorgfäls und erkenne; von Herzen, tig meiden, du siehst und stras nicht blos mit dem Mund fest sie gewiß mit schwer ges dich und dein Wort bekenne: häuftenleiden! schaff in mir, daß ich bedenke jederzeit, wie Gott, ein reines Herz, daß fehr mich meiner Taufe Eid ich schandbare Wort und zum Dienste dir verbindet. Scherz und alles Schwels 4. Um Tage deiner heil gen fliehe. gen Ruh laß mich früh vor 8. Verleih, daß ich mich dich treten, die Zeit auch redlich náhr, mich böser heilig bringen zu mit Dan Ránke scháme; mein Herz ken und mit Beten; daß niemals zumGeiße kehr, mit ich hab meine Lust an dir, Unrecht nichts hinnehme; dein Wort gern höre, und und von der Arbeit meiner es mir auch recht zu Nuge Hånd, was übrig ist, auf mache. Arme wend, und nicht auf Pracht und Hoffarth. 5. Die Eltern, Lehrer, Obrigkeit, die vorgefeßt mir 9. Hilf, daß ich meines werden, laß mich verehren Nächsten Glimpf zu retten jederzeit, daß mirs wohl geh mich befleiße, von ihm auf Erden! daß ich für ihre abwende Schmach und Sorg und Tren recht folg- Schimpf; doch Böses nicht sam und recht dankbar sen gut heiße! gieb, daß ich lieb und sie niemals betrübe. Aufrichtigkeit, hab einen Ab schen Das Wort Gottes in der b. Schrift. 483 scheu jederzeit an Lästern du bist unser Kuhm. Gote und an Lügen. tes Kraft, die Glauben 10. Laß mich des Nachschafft. Gute Bothschaft, sten Haus und Gut nicht uns zum Leben von Gott wünschen noch begehren; selbst gegeben. was aber mir vonnöthen 2. Was dein Wohlgefal. thut, das wollst du mir ge- len, Gott, schon längst uns währen; doch, daß es nie allen hatte zugedacht; was mand schädlich sey, ich auch sonst dunkle Schatten vors ein ruhig Herz daben, und gebildet hatten, ist nunmehr deine Gnad behalte. vollbracht. Daß dein Eid 11. Mein Gott! dein dich nicht gereut, zeigst du mir gegebnes Recht und dei nun; in Jesu Namen wird nen heilgen Willen, wie mir er ja und Umen. gebühret deinem Knecht, un- 3. Alles ist vollendet, stráflich zu erfüllen, vermag Gott hat den gesendet, der ich von mir selber nicht; ich verheißen war. Jesus, der fühle, daß es mir gebricht sein Leben wollte für uns ges dazu an eignen Kräften. ben, stellt sich wirklich dar; 12. Drum gieb du mir ja er hat des Höchsten Rath von deinem Thron, Gott ganz vollbracht, und lebt in Vater, Gnad und Stärke! Ehre: ach erwünschte Lehre! verleih, o Jeju, Gottes 4. Dauns Strafen drohe Sohn, daß ich thu rechte ten, thaten Friedensbothen Werke! o heilger Geist Heil von Gott uns kund. hilf, daß ich dich, von gan Gott will uns vergeben;; zem Herzen, und, wie mich, will, wir sollen leben. Welch den nächsten thátia liebe. ein theurer Bund! Gottet; Huld tilgt unfre Schuld, Mel. Jesu meine Freude. 505, ort aus Gottes und wer ihn im Glauber i Munde, Wort ehret, dem wird heil ges währet. 5. Hierauf will ich bauen. Chrifto mich vertrauen, uni, $ 262 vom Friedensbunde, Evangelium! dich lieg Gott er schallen uns, die wir gefallen, 484 Gnaden- Mittel. 00 in ihm mich freun. Ihm| lohn, dir zum Ruhm ers nur will ich leben, ihm mich fahren? ganz ergeben, ewig treu ihm 4. Seele, wolltest du nicht seyn. 506, Gott, der du die kann So werd ich auch Gott zuversichtlich glauben? einst durch dich, mein Erld- sollte Leichtsinn, sollteSpott, ser, selig sterben, und den deinen Trost dir rauben? Himmel erben. die den Himmel aufgebaut, Mel. Christus der uns felig zc. kann die Wahrheit lügen? ott, der du die kann sie den, der ihr vers Wahrheit bist; traut, heuchlerisch betrügen? Gott, zu dem ich singe; 5. Stille die Vernunft, Gott, den kein Verstand die sich wider Gott empós ermißt! Ursprung aller ret, wider seinen Geist, Dinge! alle Wahrheit der dich sein Geheimniß kommt von dir zu den Men lehret! lach des Spotters, schenkindern, sie erleuchtet der sich blåht, mehr alsGott uns, wenn wir selbst ihr zu wissen: er wird einst, Licht nicht hindern. vielleicht zu spát, Gott noch 2. Vorurtheil und Fin, glauben müssen. sterniß füllen unfre Seelen; 6. Erd und Himmel wird unser Blick ist ungewiß, vergehn; Gott, dein Wort unfre Schlüsse fehlen; aber wird bleiben. Lafterhafte, dein Verstand weicht nicht die es schmähn, werdens von der lautern Wahrheit; nicht vertreiben. Könige was du denkest, das ist Licht, sind Staub vor dir, sie, mit Richtigkeit und Klarheit. ihren Heeren. Du im Him 3. Gott, was uns dein mel lachest ihr, wenn sie sich Wort verspricht, wird und empóren. muß geschehen; deine Dro7. Du bist Wahrheit! hung kann auch nicht leer ewig soll mich von dir nichts vorüber gehen. Haben trennen, mich die Welt, von Tausende nicht schon, wel. Urglist voll, nicht erschüttern che vor uns waren, können. Müßte ich auch deine Strafen, deinenlum dein Wort Schmach und Das Wort Gottes in der h. Schrift. 485 und Trübsal leiden; du be- mehr der Sehnsucht werth, lohneft mir es dort, Gott, als Gold; ihr Werth ist mit Ehr und Freuden. föstlicher und größer, als alles noch so feine Gold; M. Wer nur den lieben Gott zc. süß sind sie, wie der Honig as Wort, das ist, wie Most, der aus den 507.Dª uns der Herr Trauben fließt. gegeben, ist heilig und unta- 5. Wie adeln sie nicht delhaft. Es stárkt die deine Knechte! der hat viel Geelen, daß sie leben, und Segen, der sie hält. Ich giebt den kranken Herzen will sie halten deine Rechte; Kraft, es macht auf unser doch wenn dein Knecht aus Heil uns klug, uns frey von Schwachheit fehlt, so schon allem Wahn und Trug. ihn, und entzeuch ihm 2. Aus Gottes heiligen nicht, Herr, deine Hülfe Gefeßen quillt Freude für und dein Licht. die Traurigkeit; sie heiligen, 6. Bewahre mich vor fols. und sie ergößen den, der sie chen Sünden, die Sicherheit kennt, und nicht entweiht; und Stolz erzeugt, und las sie geben dem Verstande sie den nicht überwinden, Licht, dem Herzen frohe der willig in dein Joch sich Zuversicht. beugt, daß ich unschuldig, 3. Die Furcht vor Gott rein und frey von vorseglin erhebt und schmücket ein cher Sünde sey. folgsam Herz und macht es 7. Vernimm voll Huld rein; und ewig bleiben die aus meinem Munde die Res beglücket, die sich dem den, die sich deiner freun, Dienste Gottes weihn: und laß zur angenehmen denn alles, was der Herr Stunde dir mein Gebet ges gebeut, ist Wahrheit und weihet seyn; mein Licht, Gerechtigkeit. mein Führer sey dein Wort, 4. Die Zeugnisse des bis ich dich, Gott, einst Herrn sind besser, und schaue dort. 52423 2. Von Gnaden Mittel. An 2. Von der heiligen Taufe. du Mel. Christ, unserHerr, zum ic.( ausschütte, Gott, vor dir, 508. Gott! bu nur, nach deinem Willen bete, du konntest so werde ich erhöret. Rath für unsre Seele fin 4. Ich übernahm dabey den. Du haft gestift der die Pflich: ich woll ein gut Taufe Bad, zu reingen uns Sewissen bey meines Glaus von Sünden. Dein gna: bens Zuversicht zu halten devoller Rath erweist hier seyn beflissen; dich, Bater, durch ein sichtbar Zeichen, Sohn und Geist, allzeit für o Vater, Sohn und heilger meinen Gott erkennen, mit Geist, es fen nichts zu ver- tiefer Ehrerbietigkeit dich gleichen mit deiner Gnad meinen Herren nennen, und und Liebe. dir alleine dienen. 486 2. Du hast mich in dem 5. Dem Satan hab ich Gnadenbund zum Rinde abgesagt, auch allen seinen aufgenommen. Du machst Werken; und wenn er nun voll Huld den Weg mir sich an mich wagt, kann dies Fund, wie ich kann zu bir fer Bund mich stårken. Z3um kommen. Du hattest Ur- Zempel richtest du mich zu. fuch, uns vielmehr ju stra- Dir bin ich neu gebohren; fen und zu haffen; und doch daß ich nur gute Werke thu, hast du dich, Gott, so sehr dazu bin ich erkohren, ers zu uns herabgelassen, den schaffen und erlöset. Bund mit uns gestiftet. 6. Der alte Mensch muß 3. Dadurch bin ich nun sterben ab, der neue aber als dein Kind versichert dei leben: ben bösen Lüsten, die ner Gnaden; was sich noch ich hab, muß ich stets widers Schwaches an mir findt, streben. Ich muß dem Gudas lässt du mir nicht scha- ten hangen an, verrichten den. Den Geist der Gna- deinen Willen, mit Fleiß den giebst du mir; und wenn und Sorgfalt denken dran, ich vor oich trete, mein Herz daß ich ihn mög erfüllen durch 00 Die heilige Taufe. 487 durch deine Kraft und 3. Sey du nun auch, o Stárke. heilger Geist, ihr Leiter und 7. Gott Vater, Sohn ihr Führer, ihr Lehrer, der und Geist, verleih, daß ich sie unterweist, ihr Schuß feft an dich glaube, mich und ihr Regierer. Laß fie meines Taufbunds tróft und mit uns, dreieinger Gott, freu, darin bestandig die wir getauft auf Chrifti bleibe, daß ich das Böse Tod, dort ewig ben dir leben! flieh und haß, des Fleisches Lüfte dámpfe, im Guten nie- Erneuerung des Taufbundes. mals werde lag, hier bis ans Ende kämpfe, und dort dein Reich ererbe! ASTON s Bey einer Taufhandlung. M. Allein Gott in der Höh zc. du 509.Der bu der rechte Vater bist im m. Wer nur den lieben Gott zc. 510. auf deinen bin getauft Namen, Gort Bater, Sohn und heilger Geist! ich bin gezählt zu deinem Saamen, zum Volk, das dir geheiligt heißt.O welch ein Glückward Himmel und auf Erden! dadurch mein! laß, Herr, nimm, die, so hier durch mich dessen würdig seyn! Jefum Chrift dir vorgestel: let werden, nimm sie zu deinen Kindern auf, und mach fie durch die heilge Lauf zu Erben deiner Gnade. auf 3 2. Du hast mich für dein Kinderklåret, mein Vater! and ein selig Theil hast du, Sohn Gottes! mit gewäh 2. Wir bringen zu dir, ret an dem von dir erworbJefu, die, so du dir selbst nen Heil. Du willst, mein erkaufet. Dir, unferm Leben Gott zu weihn, Geift Mittler, werden sie gehei Gottes, felbft mein Beyligt und getaufet. Laß fie stand seyn. nun mit uns haben Theil 3. Die Liebe ist nicht zu an dem durch dich erworb: ermessen, die du, mein Gott, nen Heil, an deines Todes mir zugewandt. Olaß mich Früchten! nie die Pflicht vergessen, dazu 52424 488 Gnaden- Mittel. dazu ich selbst mich dir verzlich vormals auf dein Wort band, als du in deinen Bund getaufet, o erwecke mich mich nahmst, und mir mit zum Fleiße, recht zu seyn Heil entgegen kamst. das, was ich heißen 4. Du bist getreu, auf 2. Laß mich oft mit Achte deiner Seite bleibt dieser famkeit meiner Taufe Bund Bund stets feste stehn. Ja betrachten; und nur das zu felbst, wenn ich ihn über jeder Zeit für mein größtes schreite, lågst du dein Vater Wohlseyn achten, daß ich, herz mich sehn! du klopfst Jesu, deinen Willen, treulich an mein Gewissen an, und suche zu erfüllen. Lockst mich auf die rechte Bahn. 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch 5. Ich gebe, o mein Gott, zurücke; nur ein wahres aufs neue mich ganz zu dei Christenthum folgt uns nach nem Opfer hin: erwecke zum ewgen Glücke: davon mich zu neuer Treue, und ist auch nach dem Sterben bilde mich nach deinemSinn. ewig Segen zu ererben. Weich, eitle Welt! o Sún de, weich! Gott hört es; jekt entfag ich euch. 4. Laß mich nur, wie dirs gefällt, deinem Dienst mich ganz ergeben, und, entfernt 6. Befestige dies mein vom Sinn der Welt, als dein Versprechen, mein Vater! treuer Jünger leben; daß ich und bewahre mich, daß ich einst auch, wenn ich sterbe, es niemals möge brechen. das verheigne Leben erbe. Mein ganzes Leben preise M. Allein Gott in der Höh ic. dich! Gott meines Heils! 512, Verwirf.verwirt ewig mein, dein auch ewig ſeyn! und mich nicht; eil nicht, um mein M. Liebster Jesu, wir sind ic. Verbrechen, eil nicht, um die ein Erlöser! verlehte Pflicht, wie ich verz der du mich dient, zu rächen! verwerflich dir zum Eigenthum erkaufer. bin ich, Gott, vor dir. Uch, Als bein Jünger bin auch geh nicht ins Gericht mit 489 Die heilige Taufe. mir, fen mir, dem Sünder, mich nicht Ungst noch Noth, gnådig! nicht Glück noch Wollust, 2. Ich denke, Gott, mit Leben, Tod, noch irgend tiefem Schmerz an die verletwas scheiden. legte Treue; es sehnt, es 6. Gieb mir, mein Vater, sehnet sich mein Herz nach deinen Geist, der deine Gnade; Gott, erfreue, er: Frommen leitet, fie stärket, freue es mit deiner Huld, tröfter, unterweist, zur Se. du Gott der Langmuth und ligkeit bereitet; damit ich Geduld, um Jesu Chrifti einst vor dir besteh, zu jenes willen! Lebens Freuden geh, die Jes 3. Nimm mich aufs neue sus uns bereitet. in den Bund, vergieb mir Bey der Confirmation junger meine Sünden! aufs neue Christen. Sus laß mich, Gott, jeßund bey M. Mitten wir im Leben sind ic. dir Erbarmung finden! 513.Starke, Mittler, von deis Schulden frey, steh mir ne theur Erlöften; laß fie mit deiner Gnade ben, daß ihr Vertraun auf dich uns ich mich ernstlich begre. aussprechlich trösten; wach 4. Ich will von heute über ihre Seelen! sie stehen meinen Bund nun täglich und geloben dir: Herr, wiederholen, und thun, dein Eigenthum sind wir. was deiner Zeugen Mund Heiliger, Schöpfer, Gott! zu üben mir befohlen. Ich Heiliger, Mittler, Gott! fage nun den Sünden ab, peilger Gott, Lehrer und und will durch dich), bis an Tröster! Dreyeiniger Gott! das Grab, mit Ernst dages laß sie nie vergessen ihren gen streiten. theuren, großen Eid bey 5. Dir aber sag ich feste deinem Namen. zu, standhaft an dich zu 2. Uch! wie viel gelobs glauben. In dir allein ist ten auch, fest an dir zu hal. meine Ruh, an dir will ich ten; ließen aber treulos auch bleiben. Von dir soll doch ihre Lieb erkalten. Vers berben 1245 490 Guaden- Mittel. derben ward ihr Ende! be- Tröster! Dreyeiniger Gott! ständig lag dir diese seyn, laß sie nie vergessen ihren die sich dir auf ewig weihn! theuren großen Eid bey deiHeiliger, Schöpfer, Gott! nem Namen! Heiliger, Mittler, Gott! Mel. Allein Gott in der Höh zc. Heiliger, Sort, Lehrer und 514.u, der den eins Tröster! Dreyeiniger Gott, gebornen Sohn ftárte sie, die Deinen, im zum Mittler gabst für Súns Bertraun auf Jesu Tod, der, Gott, schaue jetzt von und wahrer Zugend! deinem Thron mit Huld auf 3. Locken wird sie nun die diese Kinder. Du nahmest Welt, Herr, zu ihren Lüften. sie ben ihrer Zauf bereits Ach, du wolleft sie mit Kraft zu deinen Kindern auf, zu aus der Höhe rüsten! lag Erben deines Himmels. ftreiten sie und siegen! die 2. Sie stehen und bes Triebe zu verborner Luft schwören hier den Gnadens dámpfe früh in ihrer Brust! bund aufs neue, geloben Heiliger, Schöpfer, Gott! jest, o Bater, dir unwanHeiliger, Mittler, Gott! delbare Treue. Gieb ihnen Heiliger Gott, Lehrer und selbst durch deine Kraft, Tröster! Dreyeiniger Gott! die alles Gute in uns lag sie ihre Feinde, alle schafft, das Wollen und Feinde ihres Heils, weit Vollbringen. überwinden! 3. Auf ihres Glaubens 4. In der Todesnoth laß Rechenschaft, auf ihrem Un fie, deine theur Erlöften, dag geloben, ruh, Vater, deines ihr Glaube standhaft blieb, Geiftes Kraft, daß sie des unaussprechlich trösten! zähl Glaubens Proben, und Siz fie zu deinen Todten! einst fer in dem Chriftenthum, führe sie mit uns zugleich sich selbst zum Heil und dir Les in dein unvergánglich Reich! zum Ruhm, im ganzen Heiliger, Schöpfer, Gott! ben zeigen. Heiliger, Mittler, Gott! 4. 3war mächtig wird in Heiliger Gott, Lehrer und ihrer Brust die Sünde sich empó Die heilige Taufe. 491 empören, sie werden sie zulke sie zumStreit, zumStreis böfer Luft gefährlich locken te um die Seligkeit, die Je hören; ach, dann steh ihnen fus uns erworben. machtig ben, mach felbft fi eingedenk der Treu, die sie dir, Gott, gelobet. 6. Wir flehen, Gott, für uns und sie, mach uns durch deine Gnade dir so ergeben, 5. Vorsichtig mache sie daß wir nie abweichen von und klug ben dieser Welt dem Pfade, der uns zu jenem Gefahren, daß fie, von eitler Leben führt, wo nun der Lüste Trug sich unverletzt Glaube triumphirt; dahin bewahren; erweck und stár. Gott, laß uns kommen. 3. Com heiligen Abendmahl. Von dessen Stiftung. 3. Es werden hier ges M. Wer nur den lieben Gott zc. beugte Herzen aufs neue mit 515.Dubaft une, Je- dem Troft erfreut, daß du fu, vor dem durch deine Todesschmerzen Scheiben beym Unbruch bei uns von der Sündenlast bes ner leßten Nacht, mit einem frept, daß du für jeden haft Denkmahl deiner Leiden, mit verschafft Bergebung, Guad einem Bundes- Mahl be- und Begrungstraft. dacht, das deinen Freunden 4. Du lässt, wenn wir Proben giebt, wie ungemein dies Mahl genießen mit du uns geliebt. Dank und Besserungsbegier, 2. So oft wir diefes stets neue Gnade auf uns Mahl genießen, wird dein fließen, belebst mit neuem Gedächtniß ben uns neu. Muth uns hier, im Herzen Man kann aus neuen Pro- und im Wandel rein, und so ben schließen: wie groß, wie du, gesinnt zu seyn. Herr, deine Liebe sey, und 5. Hier wächst die Hoffwelch ein Heil du uns er. nung; und die Liebe, die zu warbst, da du für uns am der Zugend Krait giebt, Kreuße farbst. steigt; es wird durch danks bar 492 Gnaden Mittel. bar frohe Triebe das ganze nießen, es unsers Glaubens Herz dahin geneigt, in deiner Stárkung sen: daß Mens Huld sich stets zu freun, das schenliebe, Freud und Ruh ganze Leben dir zu weihn. in unsern Seelen nehme zu. 6. Hier, wo Ein Brodt wir alle effen, aus Einem Becher trinken; hier, wo wir mit frohem Dane er: meſsen, daß jeder sen er 516.28mahl nicht M. Herr Gott, der du erforsch... er Jesu Gna loft von dir: hier wird zum denmahl Freundschaftsbund vereint, acht't, der haffet seinen Fries der Herr und Knecht, der den: der ist nicht auf das Heil Freund und Feind. bedacht, das Jesus uns bes 7. Hier lernen wir Geschieden durch dies sein gros duld im Leiden, wenn wir ges Bundesmahl; er wählet auf dein Exempel schaun; sich durch eigne Wahl den hier lernen wir, zu allen Tod anstatt des Lebens. Beiten, auf Gottes Freund Meint er gleichwohl und schaft zu vertraun. Denn rühmt dabey, daß er doch was ists, was uns ferner Gott ergeben sey; sein kránkt, da Gott, mit dir, Ruhm ist ganz vergebens. uns alles schenkt? 2. Wer Jesu Mahl nicht 8. Ben diesem Mahl liebt, der hat nicht lust ftárkt sich der Glaube, daß du Gott zu gefallen; ihm ist der Todten Schaaren einst es Lust, den Sünderpfad erweckst aus der Verwesung noch fernerhin zu wallen. Staube, und náher uns mit Uch! war er nicht der Sün dir vereinft, uns, die wir dir de Freund, nicht Gott und geglaubt, gelebt, auf deiner feinem Wege feind; er würz Bahn dir nachgestrebt. be sich entschließen, das 9. So sey denn, Jesu, Mahl, das uns der Herr stets gepriesen für dieses bereit, mit Andacht und Denkmahl deiner Tre u. mit Dankbarkeit nebst anSieb, daß, so oft wir es geldern zu genießen! 404 3. Wer F wider die Nichtachtung des heiligen Abendmahls. 498 Das heilige Abendmahl. 3. Wer den Genuß von Borsag, sein zu seyn, dein Jesu Mahl nicht wünscher ganzes Leben dem zu weihn, noch begehret, der trennt sich der dich hier labt; dort von der Frommen Zahl, die weidet. ihn rechtschaffen ehret; der Schaar, die brüderlich sich liebt, in ihrem Glauben Zu- M. Jesus meine Zuversicht zc. gend übt, die Chriſtus ſanft 517 Prüfe dich, o Sees und mit le, wohl, Erweckung zum würdigen Genuß. sich vereint, und, wenn er dich mit geschårften Blicken, zum Gericht erscheint, mit wenn des Mittlers Mahl sich zum Himmel führet. dich soll mit wahrhaftem 4. Die nicht an diesem Troft erquicken. Wers ges Mahle gern mit andern nießt, und prüft sich nicht, ist Untheil nehmen, die müssen und trinkts sich zum Gericht. sich auch selbst des Herrn und 2. Kommen sollst du nicht feines Dienstes schámen. mit Quaal, nicht mit zitterns Wer aber Jesum öffentlich dem Gemüthe. Der es dir zu ehren, schämt und wei gewährt, dies Mahl, ist ſo gert sich, den will er auch reich an Huld und Güte, daß nicht ehren; und wen er er Fromme gern erfreut, nicht den Seinen nennt, gern auch Reuigen verzeiht. Gott seinem Vater nicht be kennt, wer kann dem Heil gewähren? 3. Aber heilig ist das Mahl, heilig der, zu dem du naheft! sieh, daß du, durch 5. Ist dir dein Heil, o eigne Wahl, nicht, für Se Seele, werth; so laß zum gen, Fluch empfahest. Denk Mahl der Gnaden, das Jesu was dir dies Mahl verspricht Liebe uns gewährt, dich nicht und wozu es dich verpflicht. vergeblich laden. Komm, 4. Zum Gedächtniß seis und geneuß mit frohem ner Huld, zum Gedächtnis Dank die Lebensspeise und seines Lodes, der der Menden Trank, den dir der Herrschen Straf und Schuld bereitet! komm mit dem tilgte im Gerichte Gottes, halten 494 Gnaden Mittel. halten wir, wie er befahl. Bestreben? willst du jede diefes heilge Bundesmahl. Sünde fliehn? denkest du 5. Dich von Sünden zu dem Herrn zu leben? fehnst befrenn, hat der Herr sich du dich, von Sünden rein tódten lassen; und du wolls und, wie er, gesinnt zu seyn? teft sie nicht scheun, sie nicht 10. Jft dir deine Beffe ernstlich fliehn und haffen? rung ein recht ernstliches Ges ach, mit heilger Sorgfalt schäfte? wünscheft du, zur flieh, fliehe und bestreite Heiligung, Wachsthum, fie! Fortgang, Luft und Kräfte? 6. Liebe, die sich tätig willst du lieben, wie der zeigt, diese uns ins Herz zu Herr? Feinden gern vers gießen, wird dies Mahl uns zeihn, wie er? dargereicht; um es würdig 11. Dann, o Seele, wird zu genießen, laß dein Herz der Herr durch sein Mahl son Sünden rein, voll von dich sanft erquicken; er, der wahrer Liebe seyn! Herzenskündiger, buldreich 7. Wahre Liebe zu dem auf dich niederblicken; dann Herrn ist befliffen, ihm zu hast du an seinem Heil, an leben: folgt dem großen des Himmels Erbe Theil. Beyfpiel gern, das der Herr uns selbst gegeben; lieft, Bey der Kommunion, vom erforscht sein Wort mit 3weck, ugen und rechten Ges brauch des heiligen AbendFleiß, und that willig sein mallibe eser Geheiß. Mel. Schmücke dich, o lieberc. 8. Wahre Liebe zu dem 518.Seele, willst du Herrn lehret jeden Menschen Ruhe finden; Lieben; lehrt, selbst an Be- dricket dich die Laft der leidigern Sanftmuth, so wie Sünden: komm, Berges er, zu üben; tröstet, beffert bung zu empfangen! denn und erfreut, schonet, duldet dein Licht ist aufgegangen, und verzeiht. und der Herr voll Heil und 9. Ist, o Seele, dies dein Gnaden hat zu sich dich eine Sinn, dies dein Borfaß und geladen. Deinen Bund sollst dis Das heilige Abendmahl. 495 du erneuen, und dich seines Noth und Schmerzen rágTodes freuen. lich brüderlich zu lindern, 2. Herr, ich falle vor dir Elend, wo ich kann, zu mins nieder, danke dir und finge dern. Ich gelobe dir mit Lieder dir, o Zilger meiner Freuden: auch das Unrecht Günden! wer kann deine still zu leiden; ungeduldig Lieb ergründen? meine nie zu klagen; au dir nieSchulden willst du decken, mals zu verzagen. willst mich Todten aufer: 6. Was du haffest, will wecken, willst ein ewig selig ich haffen, ganz von dir mich Leben, mir, wenn ich dir leiten lassen, nie mit Vorfah glaube, geben. dich betrüben, was du liebest, Wait 3. Ja, ich preise deine will ich lieben. Doch ich Leiden; denn wie groß fint kenne meine Schwäche, Jes jene Freuden, die du, Hei sus, da ich dies verspreche. land, mir erstrittest, als du Ach! wie oft hab' ich geunaussprechlich littest, ale brochen, was ich feierlich dich Todesschweiße deckten, versprochen. und die Schrecken Gottes 6. Darum hilf du mir schreckten, als du, selbst für und stärke mich zu jedem mich gestorben, mir des Bas guten Werke; komm und ters Huld erworben. eile, mich vom Bösen, das 4. Und nun sey der Bund ich thun will, zu erlösen. erneuet; ganz sey dir mein Hilf, den ersten Reiß der Herz geweihet; wie du hier Sünden gleich im Anfang gelebt, zu leben, will ich überwinden. Laß mich ihre táglich mich bestreben. Dir Folgen schrecken und der Uns gelob ich deine Glieder, alle schuld Freuden schmecken. Menschen, meine Brüder, 9. Gieb, daß ich, und alle immer mit den reinsten Erie Christen, sich auf deine Zus ben, immer, wie mich selbst, funft rüsten: daß, wenn zu lieben. heut dein Tag schon käme, 5. Ich gelobe dir von feiner, Herr, vor dir sich schäs Herzen: meiner Brüderlme, Schaff, o Heiland aller 496 Gnaden- Mittel. Sünder, dir viel Sünger, hat er für uns ertragen; sich viele Kinder, die dir leben, in den Tod, damit wir möch die dir sterben, deine Herr- ten leben, dahin gegeben. lichkeit zu erben. 6. Wir können sonst für M. Wend ab deinen Born ic. uns und unsre Sünden, kein 519.D Bater, groß Lösegeld, kein ander Opfer von Gnade, finden; du willst, o Gott, Lieb und Güte, wir kom von keinem andern Büßen, men ist mit reuigem Gemú- als seinem, wissen. the; und bitten: schenk uns 7. So wirst du denn an Sündern, schenk uns Ur- unsern Mittler denken, und men, Huld und Erbamen. Gnade uns, um seinetwillen, 2. Nimm von uns weg schenken; da wir, das Mahl all unsre Missethaten, wors des Bundes zu empfahen, in wir Sünder alle find ger uns glaubig nahen. rachen! Herr, daß wir dir ein reines Opfer bringen; das las gelingen! 8. Zu unserm Flehn wirst du dich huldreich neigen, die Gnade, die wir suchen, uns 3. Wir haben Zorn und erzeigen, da wir im Glauben Strafe wohl verdienet; doch zum Altare treten, und zu hat dein Sohn uns mit dir dir beten. men. ausgefühnet: nachdem er 9. Dies Mahl, das uns zu gut vom Himmel wir nach Jesu Vorschrift kommen, Fleisch angenom fevern, dient feines Tods Gedächtnis zu erneuern; 4. Für uns, die dir hals. hier wird das Blut, das er starrig widerstrebet, hat er für uns vergossen, von uns gehorsam stets vor dir ges genossen. lebet; für uns, die dein 10. Dies Lösegeld wirst Gesek oft überschritten, hat du, Gott, nicht verachten, er gelitten. wirst es als gültig auch 5. Die Schmach, die für uns betrachten; du haft Strafe und die schweren auf den, der unsre Sünden Plagen, die wir verdient, tráget, fie selbst geleget. 11. Drum, 497 klagen; die in Gefahr find, und mit Kreuß beladen, ers rett in Gnaden. Das heilige Abendmahl. II. Drum, Vater, wirst du uns um Chrifti willen be gnadgen, und mit reichem Troft erfüllen; dein Sohn 17. Gott Bater, hilf du hat ja an unser statt erdul: uns, gieb deinen Segen uns, det, was wir verschuldet. deinen Kindern, deiner Liebe 12. Bergieb die Günd, wegen, laß uns um Jefu darin wir sind empfangen, willen deine Gaben von und alles Unrecht, was wir oben haben. sonst begangen; auch was 18. Herr Jesu Christ, aus Schwachheit von uns durch deinen Tod und Leis ist versehen, und nicht ge- den erquicke uns, wenn wir schehen. von hinnen scheiden, daß wir 13. Ins tiefe Meer wollst getroft und freudig darauf du es ales senken, nicht mehr sterben, dein Reich ererben. daran um Chrifti willen den ken; und das, was wir durch 19. Oheilger, Geist durch deine Gnad und Stärke, ihn von dir begehren, huld- zerstör der Sünden Luft und reich gewähren. bose Werke; so wollen wir 14. Schüß deine Kirch; hier und im Himmel oben, gieb, daß bey reiner Lehre, o Gott, dich loben. sich Gottesfurcht und heils ges Leben mehre; daß wir Mel. Herr Jesu Christ, wahr'rzc. von deinem Geist uns leiten 520. laffen, die Sünde haffen. 15. Gieb Friede, Glück am martervollen Kreußess und Heil in jedem Stande, stamm, zur Tilgung meiner der Obrigkeit und unserm Sündenlast, dich sanft ganzen Lande; was schädlich muthevoll geopfert haft; ist, wollst du an allen En den gnádig abwenden. 2. Ich komm zu deinem Abendmahl, ich beuge mich 16. Erfreu die Trauri- vor dir und fall in Demuth gen, die ihre Plagen, dir un- nieder. Uch verleih, daß serm Bater, glaubig betendlich zu kommen würdig fen! 3. Arzt Jefu! der du als ein Lamm 498 Gnaden Mittel. 2. Arzt bist du, Retter, 9. Gieb durch dein Mahl Kraft, und Licht; verwirf, mir neue Kraft, und mach verwirf mich Sünder nicht. mich recht gewissenhaft, daß Du bist der Brunn der ich die mir geschenkte Huld Heiligkeit, der Geber aller verscherze nicht, durch neue Seligkeit. Schuld. S 4. Drum, o Herr Jesu, 10. Bist du für mich; so bitt ich dich, ach blicke gnå- kann keinFeind mirSchaden dig jest aufmich! laß deine thun; was böse scheint, vere Gnade mich erfreun, und wandelt mir in Segen sich). mache mich von Sünden In diesem Glauben stärke rein! mich! 5. Gieb Ernst und An- 11. Mach mich recht treu dacht mir ins Herz, daß es in meiner Pflicht; der freuds nicht selbst sein Heil verge Geist verlaß mich nicht: scherz; stark meinen Glau ach, lag mich meine Zag in ben und vermehr die Lieb, Ruh und Friede christlich mit der ich dein begehr. bringen zu. 6. Daß, wenn mich nährt 12. Bis du mich, o du dein Himmelsbrodt, ich fey Lebensfürst, in deinem Him. ren möge deinen Tod; daß mel nehmen wirft, daß ich dessen Ursach ich ermeß und bey dir dort ewiglich in dei feiner Folgen nie vergeß. nem Reiche freue mich. 7. Lösch alle Laster aus Mel. Freu dich sehr, o meine ic. in mir, mein Herz mit licb 521, Roller Ehrfurcht, und Glauben zier, und was sonst ist an Zugend mehr, das pflanz in mich, zu dei ner Ehr. Dank und Freuden, komm ich, Herr, auf dein Gebot, und gedenk an deine Leiden, und an dei 8. Dir übergeb ich Seel nen Opfertod! Mittler, der und Leib zum Opfer, nimm du für mich starbst, mir ein mich an, und bleib mit deis ewig Heilerwarbst, ach möcht nem Lebensgeist in mir, daß ich mich würdig nahen, und 14) vereinigt bleib mit dir. das Leben hier empfahen! 2. Weil Das heilige Abendmahl. 499 2. Weil du, Heiligster, nein, dies Denkmahl stárke aus Gnaden aller meiner mich, Mittler, im Vertraun Sünden Last mir zum Heil auf dich! ach, es lenke meis auf dich geladen, und am nen Willen, dein Gesek, Kreuk gebüßet hast, darum Herr, zu erfüllen! stellet mich nun nicht Gott, 6. Diesen Vorfah, den ich der Richter, ins Gericht; habe, mich nicht wieder zu darum will er mein Verbres entweihn, lagin, Jefu, bis chen mir verzeihn, und nim- zum Grabe fest in meiner mer rächen. Seele seyn! vor der drohen 3. Herr, dies glaub ich, den Gefahr, derzu werden, und empfinde Freudigkeit der ich war, beb ich taghaft und Zuversicht. Stellt doch und empfinde fchon bon fert Gott um meine Sünde nun die Macht der Sünde. mich nimmer ins Gericht! 7. Wenn sie mich von deis bin ich doch durch deinen nen Wegen schmeichelnd abe Tod vollig ausgeföhnt mit zuführen droht, laß mich Gott, und wenn ich) im Glau- ernstvoll überlegen, welch ben sterbe, ewig seines Him ein Zoo war Jesu Zöd! mels Erbe! Gott, vor dem er im Gericht stand verlassen, laß mich nicht ihn in seinem Lelden sehen, und ihn doch durch) 4. Laß mich vor dein Ant lig kommen, dein Gedächt niß zu erneun! láß mich heut mit deinen Frommen deines Sünden schmähen! Todes Zeuge seyn! Herr, 8. Wenn ich in der Frre ich schau nach Golgatha, wo wandle, geh du mir, Erbars dein Gott dich opfern sah, mer, nach: jeigmir, wie ich sehe dich in deinem Blute, unrecht handle; stärke mich, wie du littest mir zu gute! denn ich bin schwach! und 5. Möchtich, Jesu, nicht ertrage mit Gedulo theine vergebens mich zu deinem Schwachheit, meine Schuld! Kreuße nahn! mocht ich die: laß mich wieder Gnade fins ses Mahl des Lebens nicht den, wenn ich traare über mir zum Gericht empfahn! Sünden! 9. Dir 500 Gnaden: Mittel. e 9. Dir will ich es ewig Welt, da du für sie ges danken, daß du so barmherstorben. zig bist. Laß mich nur nicht 3. So freue dich, mein wieder wanken, mein Erret Herz in mir! er tilget deine ter, Jefu Chrift! hilf mir, Sünden, und läßt an seiner daß ich dir getren, und mein Tafel hier dich Gnad um Borsag standhaft fey, jeder Gnade finden. Du rufft; Cinde falsche Freuden im- und er erhört dich schon mer, als wieGift zu meiden! spricht liebreich: sey getroſt, Mel. Un Wasserflüssenze. mein Sohn! die Schuld 522 komme, Herr, ist bir vergeben. Du bist in und suche dich, meinen Tod getauft: vergiß müffelig und beladen. Gott, nicht, dem, der dich erkauft, mein Erbarmer, würdge zu Ehren stets zu leben. mich des Siegels deiner 4. Dein, spricht er, ift Gnaden! ich liege hier vor die Seligkeit; bewahr sie deinem Thron, Sohn Gots hier im Glauben, und laß tes und des Menschen Sohn, durch keine Sicherheit dir mich deiner zu getrösten. deine Krone rauben. Sieh, Ich fühle meiner Sündenlich vereine mich mit dir: Müh: ich suche Ruh; und ich bin der Weinstock; bleib finde sie im Glauben der an mir: so wirst du Früchte Erlösten. bringen. Ich helfe dir, ich 2. Dich bet ich zuversicht stärke dich; und durch die lichan: du bist das Heil der Liebe gegen mich wird dir Sunder. Du hast die Hand- der Sieg gelingen. schrift abgethan, und wir 5. Ja, Herr, mein Glück find Gottes Kinder. Ich ist dein Gebot; ich will es denk an deines Leidens treu erfüllen, und bitte dich Macht, und an dein Wort: durch deinen Zod, um Kraft es ist vollbracht! bu haft zu meinem Willen. Laß mirHeil erworben. Du hast mich von nun an tüchtig für mich dich dargestellt. feyn, mein ganzes Herz dir, Mit sich versöhnte Gott die Herr, zu weihn, und deinen Tod Das heilige Abendmahl 501 Tod zu preisen! laß mich nie entweihen, was du so den Ernst der Heiligung theuer mir erwarbst. Nie durch eine wahre Besserung führe mich zur Sicherheit mir und der Welt beweisen. der Troft, den mir dein Tod Tel. Wer nur den lieben Gottic. verleiht. 5. Ich übergebe mich aufs 523., zu erfüllen, neue, o da, mein Herr und bin was du in deiner Leidens. Gott! an dich. Ich schwöre nacht, nach deinem gnaden dir Randhafte Treue vor deivollen Willen, zur Pflicht nem Tische feyerlich: dein und Wohlthat mir gemacht. eigen will ich ewig seyn, Berleih zur Uebung dieser du starbst für mich; drum Pflicht mir deines Geistes bin ich dein. Kraft und Licht. 6. Nie will ich mich vor 2. Es werde, Herr, für Spottern schámen des Diene mein Gewissen dein Abend: stes, den man dir erweist; mahl ein Unterpfand: auch mich nie zu einem Schritt mir sey dein versöhnend bequemen, den mein Gewiss Büßen, zu meiner Rettung, sen fündlich heißt. O flise zuerkannt. So freuet meine mir den Eifer ein, wie du, Geele sich in deinem Heil, o Herr, gesinnt zu feyn! und lobet dich. 7. Laß mich mit Ernst 3. Bewundernd denk ich den Nächsten lieben, und, an dieLiebe, mit der du unser wenn er strauchelnd was Heil bedacht. Wie stark versieht, Versöhnlichkeit und find deine Mitleid striebe, Sanftmuth üben. Nie die dich bis an das Kreuß komm es mir aus dem Ges gebracht; o gieb von deinem muth, welch eine schwere Todesschmerz jest neuen Schuldenlast du mir aus Eindruck in mein Herz. Huld erlassen haft. 4. Laß mich mit Ernst die 8. Es starke sich in mir Sünden scheuen, für welche der Glaube, daß meine Seele dir, dich opfernd, farb; ewig lebt, und daß einst aus durch schnöden Misbrauch des Grabes Staube mich Ji 3 dein 502 Gnaden Mittel. dein allmächtger Ruferhebt, mein vor dir gebeugtes Herz wenn du dich, großerlebens- den großen Trost empfinden, fürst! den Völkern sichtbar daß du, aus Gottes Vaters zeigen wirst. huld, auch mir, Vergebung Mel. Allein Gott in der Höh zc. meiner Schuld, auf Buße, 524. Jert, mein preife dich, haft erworben. 5. Der Troft, den mir Heil, für deine Todesleiden! dein Tod verschafft, werd hab ich an ihren Früchten ewig mir zum Segen. Theil, was fehlt dann mei- Er stärke mich mit neuer nen Freuden? du wardst ein Kraft, auf allen meinen Wes Opfer auch für mich: o gieb, gen nur das zu thun, was daß meine Seele sich des dir gefällt, und alle Furcht ewig freuen moge! und Lust der Welt standhaft 2. Was kann mein Geist zu überwinden. durch deinen Tod nicht noch 6. Die Liebe, die du mir für Segen finden! Erlösung erzeigt, ist gar nicht zu ers aus der Todesnoth, Berges messen. Omache selbst mein bung aller Sünden, Gewis Herz geneigt, fie nimmer zu fensrub, zur Begrung Kraft, vergessen; daß ich, aus ách, das hast du, Herr, auch mir ter Gegentreu, dir bis zum verschafft, da du am Kreuße Tod ergeben sey, und dirzur starbest. Ehre lebe. 3. Dein Mahl ist mir ein 7. Laß deines Leidens Unterpfand von dieser gros großen Zweck mir stets vor Ben Güte. Wie viel hast da Augen stehen. Nimm alle an mich gewandt! o stärke Hindernisse weg, die ebne mein Gemüthe zum glaubi. Bahn zu gehen, die mir gen Vertraun auf dich, daß dein heilig Vorbild weist, ich, so lang ich lebe, mich an und die einst den erlöften deiner Gnade balte. Geift zu deiner Freude 4. Ich fühle, Herr, voll führet. Reu und Schmerz, die last von meinen Sünden. Laß du dich für mich dahin ges geben, 8. Zum ewgen Leben haft Das heilige Abendmahl. 503 geben. Dein Abendmahl o Herr! auch mir verschafft, erwecke mich, mit Ernst dar was mich vor dem Verders nach zu streben: Herr, mas ben schüßt, was meinem chemich dazu geschickt, und Geifte ewig núßt. Herr werd ich einst der Welt ent Jesu Chrift! wie liebst du rückt, so sey dein Tod mein mich! wie liebst du mich! gieb, daß ich ewig liebe dich! Leben. Mel. Herzlich lieb hab ich dichic. elobt senst du, 3. Mit Inbrunst fleh ich, Herr, zu dir: befördre du 525.6 Herr unser doch selbst in mir ein gláus Gott! gelobt für unsers biges Gemüthe! mich durs Mittlers Tod, der uns stet, gleich dem důrren Land, das Heil erworben! wie bey deiner Liebellaterpfand, hast du, Gott, auch mich ge- nach deiner großen Güte: ich liebt! er, der uns ewges Le- fühle, Herr, was mir ges ben giebt, ist auch für mich bricht; o stárke meine Zugestorben. Mein ganzes versicht, daß du auch mein Herz frohlockt in mir; o Versöhner seyft und mich Bater, ich lobfinge dir. vom ewgen Tod befreyst. Gieb, daß ich jeden Tag Herr, dieser Trost sen fest in aufs neu mich deiner Bater, mir, sen fest in mir, so dien huld erfreu. Gott meines ich voller Freuden dir. Heils! fen ewig mein, sey 4. 3ur Weisheit und ewig mein, und laß mich Gerechtigkeit, zur Heiligung dir recht dankbar seyn! und Seligkeit bist du mir 2. Voll froher Ehrfurcht außersehen. Auch mir zum beug ich mich vor dir, Sohn herrlichsten Gewinn gabst du Gottes! der du dich für mich dein Leben willig hin: drum dahin gegeben. Es komme hór auch jest mein Flehen. mir nie aus dem Sinn, wie Mein Heiland, zeuch mich viel ich dir, Herr, schuldig ganz zu dir; ja, durch bin, dein Tod bringt mir den Glauben wohn in mir; das Leben. Durch deines so nimmt in mir die Sees Opfers ewge Kraft haft du, llenruh und meines Herzens Begrung Ji 4 504 Gnaden Mittel. Begrung zu. Mein Herr rühm die Wunder seiner Gus und Gott, verlaß mich nicht, te, die er dir zu aller Zeit hat verlaß mich nicht, so fomm erwiesen, sonderlich, daß er ich einst nicht ins Gericht. nun aufs neue dich hat durch 5. Zu deinem Himmel seines Sohnes Wunden deis hilf du mir. Der Freuner Sündenlast entbunden. den Fülle ist bey dir; 2. Glauben darfst du num laß fie mich einst genießen! und hoffen, daß dir, nach ver: belebe mich mit Muth und gebner Schuld, sey der ZuKraft, so meine ganze Pile gang frey und offen zu des grimschaft zu führen und zu Batere ewgerhuld. Sen ge schließen, daß mir dein Wort trost; denn keine Noth, selbst ftets heilig sey, daß ich, bis nicht dieses Leibes Zod, kann in den Tod dir treu, mit an deinem Heil dir schaden, Freuden thu, was dir gefällt, wenn du bist bey Gott in und dich so ehre vor der Gnaden. Welt. O Herr, mein Heil! 3. Wie soll ich dir würdig fen stets mit mir, sen stets sagen Lob und Dank) Herr, mit mir, so komm ich einst gewiß zu dir! daß du haft liebevoll für mich) getragen meiner Sünden ganzelaft; daß du mich durch deinen Tod haft errettet aus der Noth, in die ich durch Mel. Gott sey gelobet und ic. 526. Herr, fev gelobet, Miſſethaten war, aus eigner du Nach dem Genusse des heil. Abendmahls. Leben für uns Sünder hin 4. Gieb, nach deiner gegeben! ftárk unsernGlaus großen Güte mir nun deinen ben; lehruns Zugend üben, guten Geist, daß ich mich vor Gott und unsern Nächsten Sünden hüte und das suche lieben nachdeinem Erempel! allermeist, was du willst Mel. Werde munter mein zc. und dir gefällt; daß den las 527, Preife dankbar, stern dieser Welt ich mich mein Gemüthe, immer mehr entziehe, und lobe Gottes Freundlichkeit! den Reiß zur Sünde fliche. 5. Gieb Das heilige Abendmahl. 505 5. Gieb mir auch Geduld Willen, nicht den Wunsch im Leiden, stärke mich zu jeder Lüfte. der Pflicht! Geiß und Hoch3. Ruf mir aus deinem muth laß mich meiden; gieb, Himmel: überwinde Lüfte, daß ich mich ráche nicht, Lügen und Berderben; ich wenn der Nächste mich ber krone dich, wenn ich getreu trübt, sondern, wie du dich finde! Heil den mich geliebt und mir meine Kämpfern, die mir sterben; Schuld vergeben, mit ihm denn sie werden leben! mdge friedlich leben. 4. Mit dir, du Ueberwin6. Hilf, daß ich dich herz- der, will ich streiten. Nach lich liebe, und im Beten dem Kampfe gieb die Krone standhaft sey; Liebe auch mir, deinem Streiter, und am Nächsten übe. Schwer die Seligkeiten der Unsterbmuth, Leichtsinn, Heucheley lichen zum Lobne, Steger laß entfernet seyn von mir! und Vergelter! laß mich allezeit, vor dir, Mel. Wer nur den lieben Gottic. heilig wandeln hier auf Er: 529.h preife dich den und dort Liebe, werden! mein Herr und Heiland, JeMel. Gott sey gelobet und zc. sus Christ! gieb, daß ich dich 528 ch habe, Herr, nicht mehr betrübe, der du für entlastet von bist. Laß deider Bürde meiner Günde, nen Tod und deine Pein mir deinem Namen, mich ganz immerbar vor Augen seyn. geheiligt, würde nur, ach! 2. Wie kann ich dich ges würde meine Gelübde That nug erheben! ich, der ich und Amen! du mein Gott Pein und Tod verdient, ich und Mittler. foll nicht fierben, sondern les 2. Es ruft, es seufzet ben, weil du mich selbst mit meine ganze Seele um die Gott verfühnt. Ach! du, Kraft, es zu erfüllen; da- fein Sohn, du starbst für mit ich standhaft deine We- mich! wie preis ich, Herr, ge wähle, eifrig thue deinen wie preis ich dich! Ji 5 3. Heil 506 Gnaden Mittel. 3. Heil mir! mir ward 7. Wie jest in unsers das Brodt gebrochen, ich Heilands Namen sein Volk trank, Herr deines Bundes vor ihm versammelt war; Wein! voll Freude hab ich so kommen wir noch einft zue dir versprochen, dir, treufter sammen vor ihm, mit ſeiner Jesu, treu zu seyn. Ich Engelschaar; und preifen, schwör es nun noch einmal als sein Eigenthum, dany dir: schenk du nur deine ewig seiner Gnade Ruhm. Gnade mir! 8. Hier will ich mich mit 4. Laß fiets mich dankbar, euch vereinen, die ihr durch Herr, ermessen, was du für Tugend ihn erhöht: und mich gelitten haft, und deine wenn wir eins vor ihm ers Liebe nie vergessen, die so scheinen im Glanze seiner viel Segen in sich fast. Laß Majestát; dann geh ich im meinen Glauben thårig seyn Triumph mit euch, ihr Auss und mir zur Zugend Kraft erwählten, in sein Reich. verleihn. 9. So soll denn weder 5. Im Kampfe hilf mir Spott, noch Leiden, noch überwinden, und starke mich Ehre, Freud und Luft zu meiner Pflicht; bewahre der Welt, mich, Herr, von mich vor neuen Sünden; deiner Liebe scheiden, die verlaß mich in Versuchung selbst im Tode mich erhält. nicht, und dein für mich ver Du bist, du bleibest ewig gognes Blut schenk mir im mein; o laß mich deiner Todeskampfe Muth. würdig fenn! 6. Und euch, ihr feines Mel. Wie schön leucht uns der zc. Leibes Glieder, die Jefu 530.Dimmelsbrot Speil, erfreut, Lebenstrank! euch lieb ich stets als meine Herr, ewig preist dich unser Brüder, als Erben seiner Dank; du hast uns hoch bes Herrlichkeit. Wir haben gabet; du, du bist unser einen Herrn und Gott: uns höchstes Sut, auch igo hat speist und tránkt ein Wein, dein Leib und Blut den mat ein Brodt, ten Geift gelabet. Herr, dir find Das heilige Abendmahl. 507 sind wir fest verbunden, Lebenstrank; Dank dir, der heil von Wunden, reich an uns gelabet. Erlöft, ers Gnaden, aller Furcht und quicket durch dein Blut Angst enladen. jauchzt unser Herz mit fros 2. Herr, groß ist unsre hem Muth, und freut sich Geligkeit! in allem Leiden deines Heiles. dieser Zeit sind wir nun voll 2. Erquickt, gestärket Vertrauen. Der Weg aus durch dein Mahl, gehn wir diesem finstern Thal führt nun hin, und lieben die Brús uns zum großen Abendmah!, der all, die Menschen all, die wo wir dein Antlig schauen; du erlöft; und üben mit frowo wir bey dir, nach dem hem Herzen dein Gebot, Leiden, uns mit Freuden und scheun nicht Leiden, herrlich laben, ewig volle Schmach noch Tod, wir Gnúge haben. werden durch dich siegen. 3. Wir haben ist ja, 3. Erbarmer, der du uns Gottes Sohn, das Pfand erquickt, uns so gelabet des ewgen Lebens schon, heute, mach andre auch die Hoffnung kann nicht trü gleich uns beglückt, gieb gen; uns scheidet, Heiland, allen Menschen Freude! nichts von dir: wenn wir gieb, daß zu deines Namens nur kämpfen, werden wir in Ehr der Frommen Zahl sich jenem Kampfe fiegen. Umen! täglich mehr, die deines Umen! Furcht in Freuden, Heils sich freuen. Muth in Leiden, Muth im Sterben, helf auch uns, dein Reich zu erben! 4. Erhabner Mittler, Gottes Sohn, Beschüger deiner Heerde, einst fährst du auf der Wolken Thron Mel. Sey Lob und Ehr dem ic. herab auf diese Erde. Tod 531[ nbetung, Lob und Verwesung wird entund froher fliehn, und wir, wir deine Dank sey dir, der uns be: Schaaren, ziehn verklárt gabet mit Lebensbrodt, mit mit dir zum Himmel. XII. 508 Tugend- Mittel. XII. Von den Beförderungs- und Stärkungs Mitteln der Tugend. 4. Auch, deinen Nächsten Zu erbauen, mußt du zum Gotteshause gehn. Wie vie el. Wer nur den lieben Gottze. Le sind, die auf dich schauen, 532. en Höchsten of die blos aufs Beyspiel an fentlich vereh- drer sehn! wenn Einer durch ren, anbetend vor ihm gerne dich trage wird; bist du es stehn; und, um sein theures nicht, der ihn verführt? Wort zu hören, gern in die 5. Und selber und in un Gotteshäuser gehn: ist eine fern Pflichten, beySchwäche Pflicht, wozu der Christ, so und Unwissenheit, noch ims lang en kann, verbunden ist. mer mehr zu unterrichten, 2. Wie billig ists, das um fromm zu seyn in Freud, höchste Wesen, durch das und Leid; wie nöthig ist der Mensch ist, lebt und dies nicht, o Chrift, der du denkt, den Herrn und geneigt zu fehlen bist? Richter aller Wesen, den, 6. Der Gottesdienst ift der und jede Wohlt hat ein Geschäfte, wozu aus Lieb schenkt, mit Lob und Preise uns Gott verband. Er står: zu erhöhn und neue Huld fet unsre schwachen Kräfte, uns zu exflehn! er starkt Erkenntniß und 3. Wer Gott nur in der Verstand; er ist ein Mittel, Stille ehret und der Ver- das uns Kraft zum Glauben fammlung fich entzicht; wer und zur Zugend schafft. Jefum mit dem Herzen eh. 7. Wie manchen Trost ret, jedoch, ihn zu bekennen hab ich empfunden, wenn flieht: der, der verleget feine ich das Wort des Herrn ges Pflicht, verachtet Gott, chrt hört! wie lieb ich euch, ihr Jejum nicht. frohen Stunden, da man durch Ceffentlicher Gottesdienst und würdige Sonntags. Feyer. 509 Deffentlicher Gottesdienst. durch Danken Gott verehrt schon seit viel Jahren bes und sich, ums Ewige beglückt; die mich oft wunmüht, den Sorgen für die derbar errettet; die ich im. Welt entzieht. merdar bis diesen Tag er8. Nichts gleicht dem fahren. Singet, bringer himmlischen Entzücken, das mit mir heute Gott voll hier ein frommes Herz be Freude Dank und Ehre: lebt, wenn es in stillen Uu- jedermann sein Lob vergenblicken sich im Gebet zu vermehre! Gott erhebt, und, voll des 2. Durch deine Hand, die Glücks, das es genießt, von zu erfreun stets offen, wird Dank und Freuden über von Schmerz und Pein, wer fließt. zu dir flieht, befreyer. Durch 9. Wie nichtig sind der Chriftum giebst du deinen Erde Freuden dann dem, Geist, der uns den Weg der diese Freuden schmeckt! zum Leben weist, uns tröster wie süß der Trost, wenn und erfreuet. Lag mich, man im Leiben dem besten freudig im Gemüthe, deine Freund sein Herz entdeckt! Güte, Gott, empfinden, und wie nichts ist alles Glück der vergieb mir meine Günden. Welt dem, der mit Gott 3. Gieh mich, o Bater, sich unterhält! gnåbig an; vergich mir, was 10. Kommt dann, o Chri- ich mißgethan in den vers sten, theure Brüder, vereint floßnen Tagen. Bergieb es im Seift vor Gott zu stehn, mir durch Christi Blut; er und alle, eines Leibes Glie hat gelitten uns zu gut, und der, den großen Schöpfer unsre Schuld gerragen. Da zu erhön. Frohlockend sich, täglich manche Günpreiset Jefum Chrift, der den noch befinden an uns unser Herr und Heiland ist! Schwachen; so verschen und Mel. Wie schön leucht uns ic. hilf mir wachen! 533, chwill, o Bater, 4. Nimm mich mit allem, allezeit erheben was ich bin, in beine Hand deine Gütigkeit, die michlund Obhut hin, dir sey es ganz 510 Tugend- Mittel. ganz ergeben. Wend ab gern, wer deiner, Gott, sich Noth, Angst und Herzeleid, freuet. O laß auch mich du Bater der Barmherzig- mit Freuden vor dich treten, keit, in meinem ganzen Le: dich anzubeten! ben; daß ich fröhlich deinen 2. Dich rühmt der Lob. Willen mög erfüllen und gefang der Himmelsheere: dich lieben, Liebe auch am auch unser Tempel schall von Nächsten üben. deiner Ehre. Auch unser 5. Gieb, daß bey mir dein Dank, und unsers Geistes Ruhetag des Geistes Rub Flehen soll dich erhöhen. befördernmag, rechtaufdein 3. Wie freu ich mich, die Wort zu merken; gieb, daß Stätte zu begrüßen, wo es mir zu Herzen dring, und Dürftenden des Lebens Bå ben mir gute Früchte bring: dhe fließen; und wo deinheil laß mich im Guten stärken; von den erlösten Zungen laß sich reichlich das Bestre: froh wird befungen! ben, die zu leben, in uns 4. Vergebens lockt die mehren, durch des Geistes Welt zu ihren Freuden; Kraft und Lehren. mein Geift soll sich auf Gote 6. Laß mich in dieser tes Auen weiden. Sein Prüfungswelt stets üben, heilges Wort, das seine Bos was dir wohlgefällt, dir in ten lehren, das will ich Geduld vertrauen; bis ich hören. die wahre Ruh und Freud 5. Mit Undacht will ich, erlange in der Ewigkeit, Höchster, vor dich treten. und dich werd näher schauen. Ich weiß, du liebst, die Welche Fülle deiner Gaben findlich zu dir beten. Der werd ich haben einst dort Thoren Glück, die sich der oben! Gott, wie werd ich Sünde freuen, wirst du dich da loben! zerstreuen. Mel.Herzliebster Jesu, was ic. 6. O lag auch heute deis 534, Dies ist der Tag nen Geist mich lehren, vom zum Segen Sündenwege ganz mich eingeweiher. Ihn fevertlabzukehren. Regiere mich, daß 511 Deffentlicher Gottesdienst. daß meine ganze Seele zum Exempel stärkt auch des Nes Troft dich wahle. benmenschen Geist, daß er 7. Dein Tag sen mir ein auf deiner Wahrheit Bahn Denkmahl deiner Güte. Er rechtschaffen vor dir wanbring mir heil, und lenke deln kann. mein Gemüthe auf jenen 3. Dein Wort bleibt nieTrost, den uns dein Sohn mals ohne Segen, wenn erworben, da er gestorben. man's nur recht zu Herzen 8. Dich bet ich an, du nimmt. Es giebt uns Troft Todesüberwinder! der du auf Trúbfalswegen, die du an diesem Tag zum Heil zu unserm Heil bestimmt. der Sünder, die, fern von Es giebt im Kampf uns Gott, im Todesschatten Muth und Kraft, und ist saßen, dein Grab verlassen. ein Schwerdt, das Sieg 9. Dein Siegstag ist ein verschafft. Tag des Heils der Erden. 4. Gott, laß auch mir Als Sabbath muß er mir dein Untlig scheinen! dein ftets heilig werden! Lob sey, Sabbath bring auch mir Erlöser, deinem großen Na: Gewinn, wenn andachtsvoll men auf ewig! Amen. ich mit den Deinen vor dir Mel. Wer nur den lieben Gott zc. an heilger Státte bin. Laß 535. Mielieblich ist dir das Lob, das wir dir doch, Herr! weihn, ein angenehmes die Stätte, wo man sich dei Opfer seyn. ner Güte freut! o gieb, daß 5. Ja, du bist Sonn und ich sie gern betrete, weil Schild den Frommen. Du, deren Tugend recht gedeiht, Herr, giebst ihnen Gnad die deiner Lehre sich erfreun, und Ehr. Und wer nur und feverlich sich oft dir erst zu dir gekommen, dem weihn. fehlt das wahre Glück nicht 2. Wohl dem, der dich in mehr. Was du verheißest, deinem Tempel, Gott, zugälist du fest. Wohl dem, verehren Ernft beweist. D. der sich auf dich verläßt! horft sein Lob: und sein Met. 512 Tugend- Mittel. Mel. Herr Jesu Christ dich zu ze.[ beinem Dienst und Ruhm 536. Gott, bu bist geweiht! mein Preis Vor der Predigt. und Ruhm, mein Herz fey Mel. Liebster Jesu, wir sind it. ganz dein Eigenthum! laß 537.Demuthsvoll fomm id) laß mich ihn deinem Dienste dir, dich im Geiste zu verehe weihn. ren, Bater! ach verleihemir 2. Gieb, daß ich mein wahre Andacht, daß die LehGemüth bewahr, wenn ich ren deiner Weisheit mich mit deiner Christenschaar zu recht rühren, und den Weg deines Hauses Stätte geh, zum Himmel führen. daß ich mit Ehrfurcht vor 2. Gieb, daß mir dein dir steh. heilges Wort kraftvoll an 3. Erinnre selber meinen die Seele dringe, und in Geist, daß du mir gegen- mir, o Herr, mein Hort, wärtig seyft, damit ich dei Frucht zum ewgen Leben nes Wortes Lehr mit Un bringe; gieb, daß es mich dacht und mit Nußen hör. mächtig stärke zur Vollbrin 4. Druck alles tief ins gung guter Werke. Herz hinein; und laß mich 3. Gieb, aus ihm, mir nicht blos Hörer seyn. Steh Trost und Licht auf den dunmir mit deiner Gnade bey, keln Leidenswegen, und dem daß ich des Wortes Thá: Glauben Zuversicht, wenn ter sey. sich Zweifel in mir regen; 5. Hilf, daß ich deinen es sey meines Herzens Freus Ruhetag zu meinem Gegen de, wenn ich von der Welt feyern mag. Bewahr mich abscheide! vor dem Geist der Welt, die In bekannter Melodie. beinen Tag verächtlich hält! 538, Herr Jefu Chrift 6. nicht dich zu uns daben beftehn, dich nur am wend, den heilgen Geist du Sabbath zu erhöhn. Herr, zu uns send; mit Hülf und meine ganze Lebenszeit sey Gnad, Herr, uns regier, 515 Deffentlicher Gottesdienst. und uns den Weg zur Wahr- Gott gebohren! mach uns heit führ. allesamt bereit, öffne.Herzen. 2. Thu auf den Mund zu Mund und Ohren; unser deinem Ruhm; dazu sind Bitten, Flehn und Singen, wir dein Eigenthum. Rühr lagherr Jesuwohl gelingen. unser Herz, stárk den Ver In voriger Melodie. ſtand; mach deine Lehren 540. Her err, vor deinem Ungesicht, hat uns bekannt. 3. Dann, Herr und Gott, die Andacht uns versammelt, dann fingen wir einst heilig, ach, verwirf die Bitte nicht, heilig, heilig dir und schauen die dein Volk, dir Höchdich von Angesicht in ewger stet, frammelt: hör fein Freud und felgem Licht. Flehn, hör seine Lieder; und sich gnädig auf und nieder. 2. Laß das Wort, dae ter, Sohn und heilgem Geist, hier erschallt, unsern Widers dir, heilige Dreyeinigkeit, sey stand bezwingen; und mir Lob und Preis in Ewigkeit! göttlicher Gewalt tief in un539 Liebster Jefu, wir fre Herzen bringen; laß es find hier, bich und unsern Sinn erneuen, und dein Wort anzuhören; lenke des Irrthums Nacht zers Sinnen und Begier, auf die streuen. füßen Himmelslehren; laß 3. Daß, von Cifer ganz die Herzen von der Erden entbrannt, wie, was bu bes ganz zu dir erhoben werden fohlen, üben, dich und den, 2. Unser Wissen und den du gefandt, Jefum Chris Verstand ist mit Finsternis ftum herzlich lieben, daß feilf umhüllet; nur der Geist, Schmerz und keine Freude von dir gefandt, ists, der uns von dieser Liebe scheibe, uns mit Licht erfüllet; la seym Beschluß des Gottes: in unsern Christenpflichten dienstes. ihn aus Fráftig unterrichten. In voriger Melodie: 3. Odu Glanz der Herr 541, Selig find, bie lichkeit, Sicht vom Licht aus stahid Gottes Wort bören 4. Dir, Gott, den Erd und Himmel preist, dir, Ba 14 Tugend. Mittel. hören und zugleich bewah. Herr bedacht; laffet uns ſein ren. Laß auch mir, o Herr Lob vermehren. Unser Gott mein Hort, diese Wohlthat sen hoch gepreiset, der so wiederfahren; laß doch dei milde sich erweiset. nes Wortes Lehren mich 2. Er, der unser Herz ers nicht ohne Nußen hören. quickt, gebe ferner feinen 2. Prag sie meiner Seele Segen, daß wir alle unvers ein; laß sie ben mir kraftig rückt wandeln stets auf fei werden; und ich werde selig nen Wegen; Gottes Geist seyn: schon als Pilger hier uns ferner leite, und zum auf Erden immer deines Himmel uns bereite. Heils mich freuen, und die Todesnacht nicht scheuen. In voriger Melodie. 3. Unsern Ausgang fegne Gott; unsern Eingang glei chermaßen. Segne unser 542.ott fen Lob, es täglich Brodt; ſegne unser ist vollbracht, Thun und lassen. Segne Singen, Beten, Lesen, uns mit selgem Sterben und Sporen. Wohl hat uns der mach uns zu Himmelserben. Haus Andacht. Mel. Alle Menschen müssen zc. grunt; wo das Alter und 543. Welch ein fegens die Jugend Gott mit Herz voll Geschäfte und Thaten dient. Aber ist ein häusliches Gebet! Unordnung und Sinden zu der Arbeit Luft und Kräfte wird man in den Häusern giebt Gott dem, der zu finden, wo man lebt, wie ihm fleht. Kröftung in ohne Gott, nicht an Pflicht betrübten Stunden haben denkt, nicht an Tod. Fromme ftets gefunden, 3. Gute fromme Kinder die, im Gottesdienst vereint, haben: froh in ſeinem Spause stille Thránen ihm geweint. feyn: gute Hausgenossen 2. Sichtbar mehrt sich haben: wen muß nicht dies Glaub und Tugend; Glück Glück erfreun! im Glebe und Segen blüht und ist Reiß zur Tugend für Be diente Haus- Andacht. 513 diente, für die Jugend. sie lehrt, was dein Heil Eich einander zu erbaun betrifft. wirket Liebe und Vertraun. 5. Höchster, mache dies 4. Jene Stunde, fren Geschäfte allen Häusern von Sorgen, in der stillen theur und werth. Gieb dazu Abendzeit und an jedem uns Trieb und Kräfte, hin neuen Morgen sey, Christ! dre, was es uns erschwert. Deinem Gott geweiht. Lag dir unser schwaches talBete selbst, bet mit den len, in der Stille wohlges Deinen; Gott hörts und fallen, bis wir ewig vor beglückt die Seinen! acht dir siehn und mit Engeln sam forsche in der Schrift; dich erhöhn! Der Umgang mit Gott im Gebet. Rraft und Außen des Gebets. eilft die Deinen zu erfreun und segneft sie, ek sie noch Mel. Wer nur den lieben Gottic. schreyn. 544.ein heit, o 3. Doch sprichst du: bita Chrift! nicht tet, daß ihr nehmet! der zu verscherzen, sen wach und Bitten Frucht ist einzig nüchtern zum Gebet. Ein mein. Wer sich der Pflicht Findlich Flehn, aus reinem zubeten schámet, der fahámt Herzen, hat Gott, dein sich, Gott, dein Freund zu Vater, nie verschmäht. seyn; und stößt das anges Erschein in Demuth, oft botne Glück muthwillig und gern, mit Dank und selbst von sich zurück. Flehen vor dem Herrn. 4. Sein Heil von dir, o 2. Welch Glück, so hoch Gott, begehren, ist Wohlthat geehrt zu werden, und im mehr, als schwere Pflicht. Gebet vor Gott zu stehn! Des Herzens Wünsche dir du, Herr des Himmels und erklären; das stärkt das der Erden, brauchst freylich Herz zur Zuversicht, macht keines Menschen Flehn. Duldankbar, liebreich und giebt Kt 2 Kraft 5/16 Tugend- Mittel. Kraft zur Dámpfung jeder Ulebel, das mich schreckt, Leidenschaft. dein starker Schuß mich 5. Was kann zum Fleiß nicht bedeckt. in guten Werken uns fráf 3. Wie sollt ich denn tiger den Muth erhöhn? nicht von dir bitten, was was mehr in Leidensstunden meiner Seele Wunsch bes stärken, als wenn wir begehrt? vor dir, o Gott, fein tend auf dich sehn? o Vas Herz ausschütten, ter! unsre Seelenruh nimmt Noth und Kummer uns bes durch Gebet beständig zu. schwert, besänftigt unsrer wenn 6. Dein Wort ist immer Seelen Schmerz, und öffnet, ja und Umen: wer glaubig deinem Trost das Herz. bittet, der empfäht. Drum 4. Sollt ich nicht Dank laß auch mich in Jesu Na- und Ruhm dir bringen, men oft vor dich kommen mit wenn mich ein wahres Glück Gebet. Nie sen mir diese erfreut? dir, Allerhöchster, Pflicht zur Laft, die du zum dir lobsingen, ist gut, ist für Heil geboten haft. uns Seligkeit, und flöstuns neuen Eifer ein, in deinem Dienste treu zu seyn. In voriger Melodie. 545, on bir kommt jede gute Ga 5. Du hörst es, Gott, be; nur du, mein Gott, mit Wohlgefallen, wenn Fannst mich allein mit allem, deine Kinder zu dir flehn; was ich nöthig habe, zu mei- verschmähest nicht ihr schwanem wahren Wohl erfreun. ches Lallen, wenn sie lobsins Mein Leben und mein Glück gend dich erhöhn. Du ehrst beruht allein auf die, du den wieder, der dich ehrt, höchstes Gut. und höreft den, der dich, 2. Umsonst ist alle meine Gott, hort. Mühe, wenn sie deinSegen, 6. Mit Gegen uns zu Herr, nicht front. Was überschütten, bist du, o Bas ich auch noch so angstlich flie- ter, stets bereit, was wir he, wird doch von mir nicht nach deinem Willen bitten, abgelehnt, wenn vor dem giebst du uns aus Barme her, Umgang mit Gott im Gebet. 517 herzigkeit. Und wer dirlich zu Gott im Stillen: er dankt, dem strómest du be- horts und kommt, mich zu ståndig neuen Gegen zu. erfreun; nimmt våterlich sich 7. So will ich denn zu meiner an, und stärkt mich deinem Throne oft im Ge- auf der Tugend Bahn. bet mich findlich nahn. 4. Ruf ich ihn an bey Nimm, Vater, nimm in dem Geschäfte des Amtes, deinem Sohne der Undacht das er mir verlieh: so fleb Opfer gnädig an. Dein ich nicht umsonst um Krafs Geift regiere meinen Geist, te; der Gott der Stärke daß er dich betend würdig giebt mir sie; er giebt aus preift. väterlicher Huld mir Gegen, Klugheit und Geduld. Mel. Wer nur den lieben Gottic. 546 Mein bester Troft 5. Wenn eine böse Lust in diesem Le zu dámpfen, mir Wille, ben ist ein Gebet zu meinem Muth und Kraft gebricht; Gott. Dies kann mir Kraft so bitt ich Gott, er hilft mir in Schwachheit geben; Ge- kämpfen, er giebt mir Muth duld und Muth in jeder zu jeder Pflicht, und schenkt Noth; ben jedem Gram, mir Willigkeit und Kraft zum ben jedem Schmerz, ein ru Siege meiner Leidenschaft. higes zufriednes Herz. 6. Wenn je ein Kummer 2. Wie kann ich Trost mich beschweret, den ich nies und Ruhe finden, wenn mand entdecken kann; dann meinGewissen mich anklagt, ruf ich Gott, der mich erhö, wenn bey der Menge meiner ret, um Trost in diesem Sünden, mein Herz vor Kummer an; das Herz wird feinem Richter zagt? ich bet froh, die Laft wird leicht um Gnad und weiß: Gott vom Eroste, den mir Gott hört den, der in Chrifto fie darreicht. begehrt. 7. Wenn ich im letzten 3. Muß ich um meiner Kampf des Lebens bei niee Tugend willen ein Spott der mand Hülfe finden kann, Lafterhaften seyn; so berelso ruf ich Gott doch nicht Rt 3 518 Tugend Mittel. vergebens um seinen Trost empfinde, will ich gleich vor und Beystand an, der, wann dein Angesicht treten, Gott! die Sprache mir vergeht, vor dir zu beten. doch meine Seufzer noch versteht. 5. Und tobten wird in meiner Bruft das Gebet die dir verhafte Luft! findlich dich zu lieben werd ich mich üben, und am Ende der Mel. Nun bitten wir den zc. 547. enn ich am Laufbahn auf Erden, ewig Fuße deines selig werden. Kraft des Gebets gegen die Sünde. Throns, o Gott! fleh im eigenschaften eines Gott gefäls Namen deines Sohns, wie ligen Gebers. abscheulich finde ich dann die Mel. Wer nur den lieben Gotte Sünde! dann wünscht mein 548, omm betend oft, Geist, zu göttlichen Werken, kráfrig sich zu stärken. gnügen, mein Geist, vor 2. Dann fühl ich deiner Gottes Ungesicht! nie müsse Liebe Glut, mein Herz wird Trägheit dich besiegen in voll Freudigkeit und Muth, der Erfüllung dieser Pflicht. Vater! deinen Willen tren übe sie, zu Gottes zu erfüllen; nie zur Sünde Preis und deinem Heil. mich locken zu lassen, ewig mit treuem Fleiß. fie zu baffen. 2. Bet oft, doch mit aufe 3. Dann regt sich nicht richtger Seelen. Gott sieht die Sinnlichkeit; feine Lust, aufs Herz, Gott ist ein die dein Geset verbeut, wagt Geift. Wie können dir die es aufzuwallen! dir zu gee Worte fehlen, wofern das fallen und das Kleinod am Herz dich beten heißt? der Biel zu erlangen, das ist Glaub an Gott und seinen mein Berlangen! Schn rührt ihn, nicht leerer 4. du, der du mich be- Worte Ton. ten lehrst, der du väterlich 3. Wer das, was uns mein Flehn erhörst! wenn zur Wohlfahrt dienet, von ich Luft zur Sünde in mir Herzen sucht, der ehret Gott, Wer Umgang mit Gott im Gebet. 519 Wer das zu bitten sich er- nicht, wenn ich mit Bielen kühnet, was er nicht wünscht, bete, so find ich eh bey entehret Gott. Wer schnell Gott Gehör. Ist nur dein die Treu, die er Gott Wunsch gerecht und gut, fo schwur, vergißt, der spot. sey gewiß, daß Gott ihn tet seiner nur. thut. 4. Bet oft zu Gott, und 8. Doch säume nicht, in schmeck in Freuden, wie den Gemeinen auch öffents freundlich er, dein Vater, lich Gott anzuflehn, und ist. Bet oft zu Gott, und seinen Namen mit den Sei fühl im Leiden, wie gótt nen, mit deinen Brüdern, lich er das Leid versüßt. zu erhöhn. Wie eifrig war Gott horts, Gott ists, der dein Heiland nicht in Uebung Külfe schafft. Er giebt den dieser felgen Pflicht! Müden Trost und Kraft. 9. Bet oft zu Gott für 5. Bet oft und heiter deine Brüder, für alle Mens im Gemüthe, schau dich an schen, als ihr Freund; denn seinen Wundern satt. Schau wir sind eines Leibes Glieauf den Ernst, schau auf die der; ein Glied davon ist Güte, womit er dich gelei auch dein Feind. Solch tet hat. Oft irrtest du: er Bitten, das aus Liebe fließt, trug Geduld; erkenn und ehrt Gott, der selbst die preise seine Huld. Liebe ist. 6. Bet oft; durchschau 10. Bet oft; so wirst du mit frohem Muthe die herz. Glauben halten; dich průs liche Barmherzigkeit deg, fen und das Böse scheun, der mit seinem theuren Blu- an Lieb und Eifer nicht ers te die Sündenwelt vom falten, und reich an guten Fluch befreyt; und eigne dir, Werken seyn. Denn Muth zu deiner Ruh und Heili- und Kraft und Seelenruh gung, fein Opfer zu. fagst du, Gott, dem, der 7. Bet oft; Gott wohnt bittet, zu. an jeder Stätte; in keiner 11. Dies reiße mich, vor minder oder mehr. Denk dich zu treten mit Lob und K 4 Dank, 520 Tugend Mittel. Dank, mit Wunsch und 4. Im Geist und WahrFlehn. Doch meine Fehheit las zu dir das Herz und ler bey dem Beten wollst immer richten; uns auch du, mein Vater, übersehn; beym Beten für und für weil mich, der dir zur Rech zu deinem Dienst verpflid), ten sißt, durch seine Für ten; gieb mir dabey die Zu sprach unterstüßt. versicht, du werdest und vers Mel. WarGott nicht mit uns zc. fagen nicht, was wir durch 549. Bater, der die Jeſum bitten. Liebe ist, lag 5. Laß uns zur Hülfe Zeit uns den Geist gewinnen, und Maaß beym Beten mit dem du anzurufen bist! nicht vorschreiben, anhals belebe Herz und Sinnen, ten ohne Unterlag, bey belebe sie mit deinem Geist, dem alleine bleiben, was wie uns dein theures Wort dir gefällt, was deine Ehr verheißt, dem Geiste des und unsre Wohlfahrt mehr Gebetes. und mehr befördert hier 2. Er unterstüß uns kråf- und ewig. tiglich, wenn wir mit Dank 6. Nie múffe ftolz sich das und Beten, Gott, unser Va- Gemüth mit eignem Ruhme ter, hin vor dich, als deine blähen, voll Demuth nur Kinder treten. Da rede nicht auf deine Gut und auf den allein der Mund, es steige Mittler sehen; das, was aus des Herzens Grund zu wiran uns selbst nicht werth, dir, Gott, unfer Flehen. wird uns durch ihn von dir 3. Beuch unser Herz zu gewährt, wenn wir ihn dir hinauf beym Beten und glaubig ehren. beym Singen; so steigt mit 7. Du, Bater, weißt, Wohlgefallen auf das Opfer, was uns gebricht in diesem das wir bringen. Nur da Pilgerleben; es ist dir auch siehst du uns gnádig an, verborgen nicht die Noth, wenn wir mit wahrer Un in der wir schweben. Du dacht nahn; nicht, wo das hast ein Vaterherz, es kann, Herz entfernet, wenn wir dich findlich fle hen Umgang mit Gott im Gebet. 521 ben an, nicht unerhört uns 4. Laßt uns denn mit Zus laffen. versicht zu dem Throne Gots 8. Wir haben Glaubens tes nahen, da die ewge freudigkeit durch Jesum Wahrheit spricht: bittet, Chrift empfangen; der Zu und ihr sollt empfahen, was gang ist durch ihn bereit, die Seele fromm begehrt, Half und Heil zu erlangen: was ihr Heil und Trost gedrum wollen wir an allem währt. End zu dir aufheben heilge 5. Aber auch, wie Jesus Hand; du höreft unser will, sen das Herz gesinnt Flehen. beym Beten; voll Be Mel. Jefus meine Zuversicht zc. dachtsamkeit und still sey es, 550. Dieses Herz vor wenn wir vor Gott treten; Gottes Thron wer mit Gott leichtsinnig im Gebete auszuschütten; spricht, deß Gebet gefällt sich vom Vater durch den Gott nicht. Sohn Heil und Segen zu 6. Wer nicht ganz sein Herz erbitten; welche freudenrei- Gott weiht, sondern noch die che Pflicht! du, mein Herz, Sünde liebet; wer voll tráz versäum sie nicht! ger Weichlichkeit seine Beffes 2. Er, den alle Himmel rung verschiebet; wer des nicht, er, den nicht der Welt Herrn Gebot nicht ehrt; Gebiete je umschránken kön- deß Gebet wird nicht erhört. nen, spricht selbst zum Menschen voller Güte: rufe an mich, deinen Gott! klag mir kindlich deine Noth! 7. Wer nur auf den schlechtern Theil, nur auf Lei besgaben, denket; wer nicht auf der Seele Heil achtsam seine Wünsche lenket; wer fein Beten so verricht, fleht 3. Er, der ewig Heil er warb, der, als der Geliebte Gottes, zu uns kam, und nach Christi Ginne nicht. für uns starb, um uns von 8. Wer noch Menschender Macht des Todes Ret haß und Neid bey sich uns tung zu verschaffen, spricht: terhält und über; wer dem bitter nur, und zweifelt nicht. Nächsten nicht verzeiht, KE 5 522 Tugend Mittel. nicht nach Jesu Sinne lie: 2. Laß uns stets deinen bet: den hört, was sein hohen Ruhm so in der Welt Mund auch spricht, doch der vermehren, wie dich in deiGott der Liebe nicht. nem Heiligthum die Auser 9. Nur ein Herz, das sich wählten ehren; daß wir vor Gott redlich prüft, sich auch deinen Namen hier, seinem Willen unterwirft, wie deine Engel dort vor und sein Gebot eifrig stre- dir, mit froher Ehrfurcht bet zu erfüllen, nur ein Herz, preisen; gieb reine Lehr, und das Liebevoll; nur dies Herz hilf dazu, daß wir auch gefällt Gott wohl. uns o Gott, wie du, der 10. If Gott unser Herz Heiligkeit befleiffen. geweiht, wenn wir vor sein 3. Du haft an deinem Untlig treten; dann last Gnadenreich auch Untheil uns mit Freudigkeit in des uns gegeben; einst willst du Mittlers Namen beten.uns zu jenem Reich, das So gefällts Gott, so allein ewig wahrt, erheben. In wird es ja und Umen seyn. deffen steh dein Geist uns ben, daß unser Herz nicht irrdisch sey; er schenk uns Mel. Herr Gott, der du erf. zc. seine Gaben, daß wir in 551. Gott, der du dieser Pilgerzeit uns sehnen so liebevoll nach der Seligkeit, und ih dich unsern Vater nenneft, ren Vorschmack haben. für unser, deiner Kinder, 4. Herr, was du willst, Wohl voll Vatereifer bren- und dir gefällt, das las vol neft; du, dessen Thron im lendet werden, wie dort in Himmel ist, und huldreich jener höhern Welt, so auch Hilf, auf uns alle fiehst, auch uns ben uns auf Erden. selbst haft gelehret, wie man daß wir dir gehorsamseyn; erhörlich beten foll: gieb, uns über deine Wege freun; daß das Herz dich andachts: bey dem, was uns betrübet, voll und nicht der Mund bedenken, daß, wenn du uns sloß ehret. schlägst, du doch ein Herz voll Gnade Allgemeine Bitten. Umgang mit Gott im Gebet. 523 Gnade hegst, das väterlich nie uns unterliegen. Wir uns liebet. sind zu schwach zum Widers 5. Gieb uns heut unser stand, doch wenn uns stärket täglich) Brodt, und was den deine Hand; so kämpfen Leib ernähret; bewahr uns wir und siegen. auch vor dem, o Gott, was 8. Wir dürfen hier im Fried und Eintracht störet. Pilgerthal ein ander Leben Laß uns in Fried und stiller hoffen, wo keine Sorge, Ruh dies unser Leben brin: Müh und Quaal wird weiz gen zu. Zu unserm Fleiß ter angetroffen. Laß diese gieb Segen. Vor großer Hoffnung uns erfreun und Trübfal und Gefahr beschüß uns zur Tugend Kraft veruns gnädig immerdar auf leihn, daß wir mit allen allen unsern Wegen. Frommen, zu deines Him5. Vergieb uns alle unfremels Herrlichkeit, die uns Schuld, die wir auf uns gevon Unbeginn bereit, wie laden, vergieb sie uns nach wir gehofft, einst femmen. deiner Huld, und nimm uns 9. Gott, deine Macht auf zu Gnaden! wir wollen und Herrlichkeit währt ewig auch von Herzensgrund all ohne Ende. Wir überge: denen, die mit That und ben jederzeit uns ganz in Mund uns Leid anthun, deine Hände. Du kannst vergeben. Herr, gieb uns und willst es thun, was einen fanften Geist, der de wir uns gläubig jetzt erfleht nen selbst auch Guts erweist, von dir in Jesu Christi Nadie uns zuwider leben. men, der uns zum Beten 7. Berleihe uns stets unterweist und die Erhörung Kraft und Muth zum War hoffen heißt. Wir sagen chen und zum Kämpfen! freudig: Amen! und würde je die Prüfungs- M. Bor deinen Thron tret ich zc. glur zu stark, wollst du sie 552. tomme vor dein Anges uns stärken- kann; o nimm sicht; verwirf, o Gott, mein dich unser gnädig an, lag Flehen nicht: vergieb mir dampfen. Du bist es, der alle 524 Tugend: Mittel. alle meine Schuld, du Gott| pfung meiner Leidenschaft; der Gnade und Geduld! du aber ziehst mit Kraft 2. Schaff du ein reines mich an, daß ich den Sieg Herz in mir; ein Herz voll erlangen kann. Lieb und Furcht zu dir: ein 8. Gieb von den Gütern Herz voll Demuth, Preis dieser Welt so viel mir niht und Dank; ein ruhig Herz und dir gefällt. Es sey Ge mein Lebenlang. nügsamkeit mein Theil, und 3. Sen mein Beschüßzer bey der Arbeit Glück und in Gefahr; ich harre deiner Heil. immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Baterhand mich deckt? 9. Schenkst du mir aber Ueberfluß; so laß mich má sig im Genuß, und dürfte ge Brüder zu erfreun, mich 4. Ich bin ja, Herr, in einen frohen Geber seyn. deiner Hand. Von dir 10. Gieb mir Gesundheit empfieng ich den Verstand: und verleih, daß ich sie nuh, erhalt ihn mir, o Herr, mein und dankbar sey, und nie, Hort, und ståre ihn durch aus Liebe gegen sie, mich dein göttlich Wort. zaghaft einer Pflicht entzieh. 5. Laß, deines Namens 11. Erwede mir stets mich zu freun, ihn stets vor einen Freund, ders treu mit meinen Augen seyn. Laß, meiner Wohlfahrt meint, meines Glaubens mich zu mit mir in deiner Furcht sich freun, ihn stets durch Liebe übt, mir Rath und Trost, thätig fenn. und Benspiel giebt. 6. Das ist mein Glück, 12. Bestimmst du mir was du mich lehrst; drum ein längres Ziel, und wer gieb mir Kraft, daß ich zuerst den meiner Tage viel: so nach deinem Reiche tracht' bleib, Gott, meine Zuvere und treu in allen meinen sicht; verlaß mich auch im Pflichten fey. Alter nicht. 7. Ich bin zu schwach, 13. Und wird sich einft Que eigner Kraft, zur Dám- mein Ende nahn; so nimm dich Umgang mit Gott im Gebet. 525 dich meiner herzlich an, und um langes Leben. Im sen durch Christum deinen Glücke Demuth, Muth Sohn, mein Schirm, mein in Noth, das wollest du Schild und großer Lohn! mir geben. Indeiner Hand Mel. Es ist das Heil uns 2c. steht meine Zeit: lag du 553, Gott, deine Güte mich nur Barmherzigkeit reicht so weit, vor dir im Tode finden. so weit die Wolken gehen; Mel. Wenn mein Stündl. zc. du schenkest uns Barmhers 554. Herr! wie du zigkeit und eilst, uns beyzuso schicks stehen. Herr, du mein mit mir im Leben und im Glück, mein ewges Heil! laß Sterben: mein Herz vers mich an deiner Gnade Theil, Theil an demhimmel haben 2. Ich bitte nicht um Ule berfluß und Schäße dieser langt allein nach dir, entreiß mich dem Berderben. Erhalte mich in deiner Huld, sonst wie du willst: gieb mic Erden, laß mir, so viel ich Geduld: was du willst, haben muß, von deiner ist das Beste! Gnade, werden. Gieb mir 2. Bucht, Ehr und Freu nur Weisheit und Verstand, verleihe mir, zu deiner Lehre dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. liebe; gieb, daß ich wanke nie von dir, noch deinen Geift betrübe: lag hier und dort 3. Ich bitte nicht um Ehr mich selig seyn, und was vor und Ruhm, so sehr sie Mens dir, Herr, bös ist, scheun schen rühren; des guten in meinem ganzen Leben. Namens Eigenthum lag 3. Soll ich nach deinem mich nur nicht verlieren. weisen Rath, einst von der Mein wahrer Ruhm sey Welt abscheiden, o so verleih meine Pflicht, der Ruhm mir deine Gnad, daß es ges vor deinem Angesicht, und scheh mit Freuden. Herr, Seel frommer Freunde Liebe. und Leib befehl ich dir, gieb 4. So bitt ich dich, odu ein seligs Ende mir durch) Herr, mein Gott, auch nicht Jefum Christum, Umen. 526 Tugend Mittel. pmitt Mel. Wer nur den lieben Gott: c. deiner Lehr und Muster 555, er kann, Gott, thut. je was Gutes 5. Bewahr in mir ein haben, das nicht von dir den gut Gewissen, ein Herz voll Ursprung hat? du bist der reiner Freudigkeit; einherj Geber aller Gaben; und aufs Gute stets beslissen, immer groß an Rath und das sich vor deinem Auge That. Du willst, daß mit scheut. Und fehl ich, Gott, Gebet und Flehn wir stets so züchtge mich, zu meiner auf deine Hülfe sehn. Begrung, váterlich. 2. Drum komm ich auch 6. Ein Herz, das in be mit meinem Beten, o Gott, glückten Zagen, o Bater, vor deinen heilgen Thron. deiner nie vergift; ein Herz, Wie freudig kann ich vor dich das, unter Noth und Pla treten! denn mich vertritt gen, vor dir still und demis ben dir dein Sohn. In ihm thig ist; ein Herz, voll zu hab ich die Zuversicht: mein versicht zu dir, und voll Ge schwaches Flehn verwirfst duld, verleihe mir. du nicht. 7. Das andre alles wirst 3. So gieb mir denn nach dufügen. Du weißstambe deinem Willen, was deinem sten, was mir nüht. At Kinde heilsam ift. Du nur deiner Huld laß ich mir gnü kannst meinen Mangel stil gen, die Schwache mächtig len, weil du des Segens unterstüßt. Zufrieden, Ba Quelle bift. Vor allen Din- ter, folg ich dir. Ach stärkt gen sorge da für meines Gei diesen Sinn in mir! ftes wahre Ruh. 8. Soll ich auf Erden lån 4. Gieb mir Bestandige ger leben, so gieb, daß ich dit keit im Glauben; lag ihn leben mag; laß wir den Lob durch Liebe thårig fenn. vor Augen schweben, und Will etwas mir oies Kleinod tómmt dereinst mein Ster rauben, so flög den eblen betag: so sey mein Hingang Sinn mir ein, der stets mit aus der Zeit der Eingang wahrem Geldenmuth nach in die Herrlichkeit! Tage Celbstprüfung und Wachsamkeit. 527 Tägliche Selbstprüfung und Wachsamkeit. Mel. O Gott, du frommer 2c. und bin, nur dir, Gott, zus dir fleh ich, zueignen. Nur dann ges 556.3 mein Gott! all ich dir, und habe Freudu wolleft selbst mich lehren, digkeit, wenn ich gewissen: dich und dein heilig Recht haft thu, was dein Wort stets heilig zu verehren. gebeut. Du weißst, Gott, wie viel 5. Dein Wort, dein Gnae Kraft dein Knecht noch denruf sey an mir nicht vers nöthig hat; verleih sie mir gebens; erfülle du mich und leit mich selbst den rech selbst mit Kräften deines ten Pfad. Lebens; daß ich in dir allein 2. In meinem ganzen mich hier schon glücklich seh, Thun laß mich auf dich nur und meine Seele dich in ſehen; nie untren meiner Ewigkeit erhöh. Pflicht mich vor dir, Gott, M.Straf mich nicht in deinemic. vergehen. Laß dieſe Wahr: 557 Mache dich, mein mir allzeit vor Augen bereit, seyn: Gott ist auch jest um wache, fleh und bete, daß mich, er schaut ins Herz dich nicht in Sicherheit hinein. Noth und Angst betrete! 3. Gieb, daß ich sagen wache Chrift! denn mit Lift mag zu mir in allen Fällen: tann selbst zu den Frommen ists dann auch recht, wenn der Versucher kommen. ich der Welt mich gleich will 2. Stehe ohne Aufschub stellen? und siehet mich denn auf von dem Sündenschlafe; auch der Menschen Auge denn es folget sonst darauf nicht: ists recht vor Gott? schwere Pein und Strafe. ists recht vor seinem Un- Täglich droht dir der Tod; gesicht? schaff, daß er in Sünden 4. Lehr mich die große dich nicht möge finden. Pflicht, mich selber zu ver: 3. Wache auf! sonst kann leugnen, und was ich hab dich nicht Chrifti Geift er 528 Tugend- Mittel. heitern, deinen Sinn nicht chen. Gottes Gnade muß durch sein Licht reinigen und dich frey von der Trågheit lautern. Denn er will ben machen, die dich drückt, und der Füll seiner Gnadengaben bestrickt, daß du schläfrig offne Augen haben. bleibest, und sein Werk nicht 4. Wache, daß dich Sartreibest. tans Lift nicht im Schlafe 8. Betend müssen wir finde; weil er den, der sicher den Geist oft zu Gott erhes ist, leicht verführt zur Gün- ben, daß er uns selbst Bey de. Gott låßt zu, daß auch stand leist; wenn wir wollen du, wenn du sicher wallest, leben, und durch ihn unfern in Versuchung falleft. Sinn und den Reiß zu Súns 5. Wache, daß dich nicht den kräftig überwinden. die Welt durch ihr Draun 9. Doch getroft! es wird bezwinge; oder, wenn sie sich uns wohl bey dem Kampfers verstellt, liftig an sich bringe. gehen; wenn wir zu Gott Liebst du dich; so halt dich glaubensvoll in dem Sohne gern zu Christi Gliedern; flehen. Denn er will uns flich von falschen Brümit Fall seiner Gunst bes schütten, wenn wir gläubig 6. Wach am meisten über bitten. dich, und dein eignes Herze, 10. Drum so laßt uns, das es nicht selbst täuschelimmerdar, wachen, flehen, sich, und das Heil verscherze, beten; laßt uns, häuft sich wache du; gieb nicht zu, daß auch Gefahr, nicht zurücke es möge heucheln, und zu treten. Kurze Zeit währt viel fich schmeicheln. der Streit, und welch eine 7. Bete aber auch das Krone giebt uns Gott zum bey; bete bey dem Walkohne! bern. Dankbare Erinnerung an seinen Gnadenstand. Mel. Sollt ich meinem Gott ze. find und wirken und vers 558, Gott, durch wel gehn, stärke mich, daß ich dich chen alle Dinge finge, lehre mich dein Lob erhöhn! Dankbare Erinnerung an seinen Gnadenstand. 529 erhöhn! laß mich dich im Schmerz den Besitz der Welt Stillen loben, mich, den du entbehren, Erduno Himmel voll Lieb und Huld aus den wird mir klein, gegen deine Tiefen seiner Schuld zu des Gnade seyn. Christen Höh erhoben; dich erheb ich immerdar, der mich schuf und neu gebar. 4. Wenn mich Leiden nies derdrücken, nehm ich sie als Wohlthat an von der Hand, 2. Könnt ihr die Gestirne die nur beglücken, aber nies zählen? Gottes Gnaden mals schaden kann. Du bes zählt ihr nicht. Er errettet lohnft mir meine Schmerzen unsre Geelen, ist ihr Lohn, mit derSeelenHeiterkeit und ihr Zroft und Licht. Wenn versüßest alles Leib, Gott, wir mit den Eitelkeiten, durch deine Ruhim Herzendie wenn wir mit der bösen Lust, mich ganz mit Muth belebt, diesem Feind in unsrer über allen Schmerz erhebt. Brust, wenn wir mit dem Tode streiten, dann versüßt er Kampf und Lauf, und hilft unsrer Schwachheit auf. 5. Von Gefahr und Noth umgeben, über diesen raus hen Pfad geh ich, Water, in dein Leben, das nicht leid, 3. Wenn uns Welt und Gefahr nicht hat. Sollten Freunde meiden, weil wir mich der Erde Freuden, ihre Wollust fliehn, dann sollte mich der SündenSport giebt er uns seine Freuden, und das Elend und der Lod, unser Herz empfindet ihn. Herr, von deiner Liebe schei= Kann ich größres Glück beden? Nein! nichts raubt die gehren? Ewiger! hat dich Krone mit; denn ich leb mein Herz, o so wird es ohne und sterbe dir! Betrachtung des Todes und der Ewigkeit. Mel. Wenn wir in höchsten ze. kurze Zeit, ins tiefe Meer 559.2f aufgespann der Ewigkeit. ten Schwin- 2. Dort fließen Ströme geneilt, unaufgehalten, un- ohne Rub und wellenreich verweilt eilt sie dahin, die dem Meere zu; sich hin, wie 11 Feine 530 Tugend Mittel. keine Welle bleibt, wie eine feiner Wohlfahrt nugt stets die andre treibt. Die Zeit. 3. So folgt, so dränge: 9. Die kurze Zeit, da sich immerdar sich Tag auf Tag, sein Geist der Uebung feiner und Jahr auf Jahr! so flieh: Pflicht befleißt, flieht ihm das lehte schnell herbey, ebin froher Hoffnung hin und man bemerkt, wie nah es sen. wird ihm ewiger Gewinn. 4. Habr, Menschen, auch 10. Die Stunde, da er auf Stunden acht, wirkt andern nük, Hülflosen bilft, Gutes: denn es kommt die Verlaßne schüßt, und Arme Nacht, die finstre Stunde labet, dauert dort in ihrem eilt heran, worin man nicht ohne emig fort. mehr wirken kann. 11. Beglückt ist, wer an 5. Jest währer noch der Jefum glaubt, in sich den Tag des Heils, jest trefft Sündenreiß betäubt, der die Wahl des besten Theils: seine Zeit zu nutzen strebt die Wahl, die nach verfloß und Gott und seinem Ráchner Zeit auf ewig euren sten lebt. Geift erfreut. 12. Wohl ihm! denn er 6. Die ihr mit dieser entschläft dem Herrn. Der Wahl noch fäumt, die Zeit Tod erscheint; er folgt ihm in tråger Ruh verträumt, gern, und erndter in der in eitlen Mühen sie verderbt, Ewigkeit die Frucht, die welch Weh ergreift euch, er hier ausgestreut. wenn ihr sterbt! 7. Denn der Bersäumnig Mel. Nun ruhen alle i. eurer Pflicht folgt dort im 560.Die errlichkeit göttlichen Gericht, wenn euch der Erden der Tod dahin gerafft, gewiß muß Staub und Usche wers die strengste Rechenschaft. den, und nichts bleibt ewig 8. Wie rubig lebt schon ftehn; das was uns hier hier der Chrift, der Gottes ergötet, wird, wie so hoch Huld versichert ist, und, mans schäßer, doch wie ein eingedent der Ewigkeit, zul Wintertag vergehn. 2. Was Betrachtung des Todes und der Ewigkeit. 531 2. Was hilft unnüßes eh sich der Abend zeiget: 10 Wissen? wirds, wenn wir blühen und verwelken mir. sterben müssen, ein großer 7. Froh wachsen wir auf Vorzug fenn? Was hilft uns Erden und hoffen alt zu Macht und Ehre, so glån- werden im Wohlstand, zend sie ouch wäre? fann sie Glück und Ruh; doch in uns wohl alsdann erfreun? den schönsten Tagen, noch 3. Wie bald wird das eb wir Früchte tragen, eilt zerrinnen, was wir mit Müh Krankheit, Schmerz und gewinnen, was unser Fleiß Tod herzu. erwirbt! fann wohl, was wir besigen uns vor dem To. de schüßen? stirbt dies nich alles, wenn man stirbt? 8. Wir rechnen Jahr auf Jahre: inzwischen wird die Bahre vor unser Haus ges bracht. Man scheidet von 4. Was sind der Erde den Seinen, die, hulflos, Freuden? wie bald folgt uns beweinen und uns beAngst und Leiden, auf Une deckt des Grabes Nacht. mag im Genuß! was ists, 9. Dies laß uns wohl bes womit wir prangen? wo denken, und uns zum Hims wirst du Ehr erlangen, die mel lenken, weil er uns offen nicht zulegt verschwinden steht. Wer dahin will ges mug? langen, darf an der Welt 5. Was sind selbst alle nicht hangen, die einft mit Thronen? giebts wohl auf ihrer Luft vergeht. Erden Kronen, die unver:[ M. Wer nur den lieben Gott ze. welklich blühn? kann vor 561.Es eilt der legte des Grabes Schrecken der von den Tagen, Purpur dich bedecken? die die du hier lebest. Mensch, Krone dich dem Tod ent. herbey. Nimm wahr der ziehn? 6. Wie, wenn die Sonn aufgehet, die Rofe bluhend stehet in ihrer schönsten Zier und oft verwelkt sich) beuget, Zeit! und, statt zu klagen, sie sen zu kurz, gebrauch ſie treu. Nimm mit erkenntlis chem Gemüth der nahen Stunde wahr; sie flicht. 21 2 2. Bea 532 Tugend- Mittel. 2. Beschäftiger mit Klei- ich nichts vermag. Du nigkeiten verlierst du deines schenkst, daß ich das Beste Lebens Zweck, verschiebst wähle, aus Gnaden mir noch dein Heil auf ferne Zeiten, diesen Tag. Was ist nicht und wir fst leichtsinnig Jahre eine Stunde werth, die deine weg: als wärest du, du Langmuth mir gewährt? Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr! 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften nach Gote 3. Des Himmels Glück tes Reiche hier gestrebt, in einst zu besigen, mußt du die Gottgefälligen Geschäften Eurze Lebenszeit, als deine die Pilgertage durchgelebt, Saatzeit, weislich nůßen, und einst im Glauben sagen und thun, was dir der Herr kann: du nimmst mich, gebeut. Er ruft dir men Herr, zu Ehren an. schenfreundlich zu: Eins, eins 7. Mein sprachlos Flehn, ist noth; was säumest du? beymeinem Ende, vernimmst 4. Drum eil, errette deine du, Herzenskündiger! in dei Seele, und denke nicht: ein ne treuen Baterhånde befehl andermahl! sey wachsam, ich meinen Geist, o Herr! bet und überzähle der Men er schwingt sich über Grab fchentage kleine Bahl. Ge- und Welt zu dir, wenn seine feßt dein Ende wäre fern: Hütte fällt. so wandle doch vor Gott, Mel. Wer nur den lieben Gottic. dem Herrn. 562, Sie kommt, fie 5. Mit jedem neu erlebkommt die leß ten Morgen erwecke dich zu te Stunde: bald ist der Richdieser Pflicht. Sprich: dir, ter vor der Thür. Was o Gott, ist nichts verborgen, für ein Wort aus seinem ich bin vor deinem Unge- Munde bestimmt mein ewig sicht, und will, mich deiner Schicksal mir? komm, du Huld zu freun, mein Leben Gesegneter, herein! ach, gern der Tugend weihn. oder: geh zur Höllenpein! 6. Erleucht und stärke 2. Mir sagt, o Gott, es meine Seele, weil ohne dich mein Gewissen, daß ich ein Uebers Betrachtung des Todes und der Ewigkeit. 533 Uebertreter bin. Ließ ich mein Herz es meynt, und auch fromme Chránen flie- was ich zu erwarten habe, Ben und floh zu Jesu gláu- wenn Jesus zum Gericht ers big hin? hab ich Vertraun scheint. Laß mich, durch deis auf Christi Tod, wenn mir nes Geistes Kraft, stets ferdes Grabes Schreckendroht? tig seyn zur Rechenschaft! 3. Hat dieser Glaube Mel. Wer nur den lieben Gottic. wahre Liebe zu dir, mein 563, er weiß, wie naGott, in mir erzeugt? Ent he mir mein flammte er des Dankes Trie: Ende? die Zeit flicht hin, be, womit ich kindlich mich ge- es kommt der Tod. Ach beugt, wenn du mich als ein wie so plöhlich und behende Vater trugft, wenn du mich kann kommen meine lette als ein Bater schlugft? Noth! Mein Gott, ich fleh 4. Du willst, ich soll die durch Christi Blut, machs Welt verlassen: thu ichs doch mit meinem Ende gut. auch gern und mit Geduld? 2. Es kann vor Nacht vergab ich denen, die mich leicht anders werden, als es haffen, mit Hand und Her am frühen Morgen war; zen ihre Schuld? that ich wo ich nur bin auf dieser auch einem Menschen leid, Erden, leb ich in fteter Todsder über mich noch klagt gefahr. Mein Gott, nimm und schreyt? mich in deine Huth, und 5. Empfahl ich dir auch machs mit meinem Ende gut. flets die Meinen? hab ich 3. lehr mich das Ende auch treu für sie gewacht? stets bedenken, den Sinn, darfihrer keiner darum weis noch eh ich sterben muß, auf nen, daß ich nicht als ihr meiner SeeleWohlfahrt lenFreund gedacht? und sterb/ ken, und nicht verschieben ich in der Zuversicht: der meine Buß; sonst káme mir Herr verläßt die Meinen des Mittlers Blut an meis nicht? nem Ende nicht zu gut. 6. Herr, prüfe mich noch 4. Lehr mich auch sonst bier amGrabe, erforsche wielmein Haus bestellen in Men21 3 schen 534 Tugend- Mittel. fchenlieb und Furcht vor 8. Nichts sey dann, was dir; so sag ich dann in mich von ihm scheide, nicht allen Fällen: Herr, wie du Luft noch Furcht, noch willst, so schicks mit mir; Schmach noch Noth! Erift und weiß, des Mit lers theu- es, dem ich leb und leide und res Blut kommt mir an treu verbleibe bis zum Zod. meinem End zu gut. Un seiner Hand, in seiner 5. Vermehr in mir die Huth, da lebt man froh, da Luft zum Himmel, und stirbts sich gut. dampf in mir die Luft zur 9. Ich habe Jefum ans Welt. Denn wem ihr rau gezogen, bin ihm geweihet schendes Getúmmel, ihr eit durch die Tauf; als Vater ler Reiß, zu fehr gefällt, bist du mir gewogen, haft der ist im Sterben ohne mich zum Kind genommen Muth, mit dessen Ende auf. So machs mit mir wirds nicht gut. durch Christi Blut nun fers 6. Ach laß mich die bener bis ans Ende gut. gangnen Sünden vor dir 10. Ich habe Jesu Mahl mit wahrem Ernst bereun, genoffen, dies Denkmahl seis laß mich ben dir Vergebung ner Lieb und Treu: daß er finden, mich selbst durch für mich sein Blut vergoffen Reue nicht entweihn; ee und ewig mein Erbarmer komme mir des Mittlers sey. Dank ihm! der flies Blut im Leben und im Tod ßen ließ sein Blut, der macht zu gut. gewiß mein Ende gut. 7. Ich weiß, wenn ich zu 11. So komm mein End Jefu Wunden hinflieh im heut oder morgen, ich weiß, Glauben und Gebet; fo daß mirs mit Jefu glückt. find ich in den bångsten Er ists, der mich in allen Stunden die Kraft, die sich Sorgen, er ists, der mich im mein Herz er fleht. Auch Tod erquickt; und mir, zu in der stärksten Prüfungs- schaun das höchste Gut, die glur erquickt mich sein ver- Thore jener Welt aufthut. goßnes Blut. 12. Sch Betrachtung des Todes und der Ewigkeit. 535 12. Jch bin getrost: mein schweben! mocht ich mich), Glaube sieget, Gott, über stets meiner Pflicht treu zu Furcht und Kümmerniß. seyn bestreben; daß ich nie Wie es dein Wille mit mir thbricht sie außer Augen fúget, bin ich vergnügt; ich feßte, wiffentlich verlehte! weiß gewiß, durch deine 5. Lehre mich gewissens Gnad und Christi Blut haft meine Tage záhlen; jemachst dus mit meinem En- den Schritt zur Rechenschaft mich mit Vorsicht wählen. Gieb, daß ich ernstlich mich 564. Herr, ich bin dein ieden Tag, auch heute, auf de gut.. M.Straf mich nicht in deinemic. dein ist auch mein Leben! 6. Zeigt sich erst die Ewigmir zum Heil und dir zum keit furchtbar in der Nähe, Ruhm, hast du mirs gegeben! vårerlich führst du mich auf des Lebens Wegen mei nem Zil entgegen. o dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad erflehe! wann der Tod mir schon droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen! 2. Bald kommst du mit großer Kraft zum Gericht 7. Mein Gewissen strafe auf Erden: dann soll ich zur mich gleich für jede Sünde, Rechenscha ft dargestellet Mittler, daß ich bald durch werden. Dein Gericht schonet dich Gnade such und finde! nicht, Richter aller Welten! rufe du dann mir zu: alles denn du willst vergelten. ist vergeben! begre nur dein Leben! 3. Web dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine 8. Dann erscheine zum Gabe, meine Kräfte, meine Gericht: ich darf zu dir bes Zeit hier mißbrauchet habe! ten! mich verstößt dein Bas weh dann mir, hab ich hier ter nicht: du wirst mich dein Geschenk verschwendet, vertreten! ewig dein werd und nicht angewender! ich seyn, und mich, dich zu 4. Mochte tåglich dein lieben, ewig, ewig üben. Gericht mir vor Augenl Mel. 21 4 Tugend Mittel. Mel. Wer nur den lieben Gottic. 5. Laß mich absterben 565, Weil eil nichts ge allen Sünden durch ernste meiner ist, als Reu und wahre Buß, im Sterben, mein Tod stets na Glauben mich mit dir ver: her rückt heran; so will ich binden, stets denken, daß ich mich mit Ernst bewerben, sterben muß; und gieb, daß daß ich einft selig sterben ich zu jeder Zeit zu meinem kann. Sch will erst sterben, Ende sey bereit. ehich sterb, daß ich im Zode nicht verderb. 6. Leit und bewahr durch deine Hände, Herr, stets 2. Jedoch es ist dies eine mich als dein Eigenthum. Gache, die nicht blos ben Dir folgen sey bis an uns Menschen steht. Damit mein Ende vor Menschen ich nun das möglich mache, und vor Gott mein Ruhmz was sonst demHerzen schwer ja nimm, wenn ich volleingeht; so rufich meinen bracht den Lauf, auch mich Mittler an, der, wohl zu in deinen Himmel auf. sterben, helfen kann. 7. Bereit' von außen und 3. Er ist mein Heiland, von innen mich auf das Ende der sein Leben für meines meiner Zeit, mein ganzes aufgeopfert hat, der, aus Denken und Beginnen sey dem Staub mich zu erheben, dir und deinem Dienft ge: als Sieger aus dem Grabe weißt; dann ist mir auch, trat; und mir, wie furcht mein Gott und Herr, der bar er sonst droht, nun über Zod nicht schwer, nicht winden hilft den Tod. furchtbar mehr. 4. Ach großer Retter! 8. Dann quillt mir Trost denke meiner, und steh mit aus deinen Wanden, dann deiner Kraft mir bey; denn stehet deine Kraft mir ben, außer dir macht mic) sonst dann machst du in den Todes keiner von Todesfurcht und stunden mich bald vom lek: Sünden frey. O gieb, daß tenkampfe frey, und führeft sich voll Frost und Ruh mein über Grab und Zeit mich zu Auge schließ im Tode zu. Ides Himmels Herrlichkeit. 9. Auf Betrachtung des Todes und der Ewigkeit. 537 9. Auf diese Weise mag 5. Der Zodrückt Seelen ich sterben in kurzem oder vors Gericht; da bringt über lang; mir macht, als Gott alles an das Licht, und einem Himmelserben, die macht, was hier verborgen Todesnacht das Herz nicht war, den Rath der Herzen bang; ich weiß, ich rühms offenbar. voll Dank und Muth: du machsts mit meinem Ende gut. 6. Drum, da dein Zod dir täglich dráut, so sen doch wacker und bereit; prüfdeis nen Glauben als ein Christ, M. Herr Jesu Christ, wahr'r ic. ob er durch Liebe thätig ist. 566. Sie ficher lebt der 7. Ein Seufzer in der Mensch, der letzten Noth, ein Wunsch Staub! fein Leben ist ein durch des Erlösers Tod, vor fallend Laub; und dennoch Gottes Thron gerecht zu schmeichelt er fich gern, der seyn, dies macht dich nicht Tag des Todes sey noch fern. von Sünden rein. 2. Der Jüngling hofft 8. Ein Herz, das Gottes des Greifes Ziel, der Mann Stimme hört, ihm folgt, noch seiner Jahre viel, der und sich vom Bösen kehrt; Greis zu vielen noch ein ein gläubig Herz, von Lieb Jahr, und keiner nimmt erfüllt, dies ist es, was in den Frrthum wahr. Chrifto gilt. 3. Sprich nicht: ich denk 9. Die Heiligung erfor in Glück und Noth im Her.( dert Müh; du wirkst fie zen oft an meinen Tod. nicht, Gott wirket sie. Du Der, den der Tod nicht wei aber ringe stets nach ihr, als fer macht, hat nie mit Ernst wäre sie ein Werk von dir. an ihn gedacht. 10. Shr alle seine Tas 4. Wir leben für die ge weihn, heißt eingeEwigkeit, zu thun, was uns denk des Todes senn; der Herr gebeut, und unsers und wachsen in der Heiz Lebens kleinster Theil ist eine ligung ist wahre Tods Frist zu unserm Heil. II. Wie Jerinnerung, $ 1 5 538 Tugend- Mittel. 11. Wie leicht vergeß ich in deiner Pflicht nicht hins diese Pflicht! Herr! geb dern, vielmehr dir Kraft mit mir nicht ins Gericht! dazu verleihn. 3. Ermaltest du in deinen Pflichten; so laß den Tod Dich unterrichten, wie wenig 12. Daß ich mein Herz deiner Tage sind. Sprich: mit jedem Tag vor dir, olsollt ich Gutes wohl verschie Gott, erforschen mag, ob ben? nein, meine Zeit, es Glaube, Demuth, lieb und auszuúben, ist kurz, und sie Treu, die Frucht des Geistes verfliegt geschwind. in mir sey: 4. Denk an den Tod, 13. Daß ich zu dir um wenn böse Triebe, wenn Luft Gnade fleb, stets meinen der Welt und ihre Liebe dich Lüsten widersteh, und eins reißen; und ersticke sie, fens in des Glauben Sprich: kann ich nicht noch Macht mit Freuden ruf: es heute sterben? und könnt ist vollbracht! ich auch die Welt erwers Mel. Es werde Gott von uns zc. ben, beging ich doch solch 567. Was forgst du lebel nie. angstlich für 5. Denk an den Tod, dein Leben? es Gott gelassen venn Ruhm und Ehren, übergeben, ist wahre Rub wenn deine Schäße sich vers und deine Pflicht. Du sollst mehren, daß du sie nicht zu es lieben; weislich nůgen; beftig liebst. Denk an die es dankbar, als ein Glück Eitelkeit der Erden, daß, befißen; verlieren als ver- wenn sie dir entrissen wer lörft dus nicht. den, du dann dich nicht zu 2. Der Tod soll dich nicht sehr betrübst. traurig schrecken; doch, dich 6. Denk an den Tod bey zur Weisheit zu erwecken, frohen Zagen. Kann deine foll er dir stets vor Augen Luft sein Bild vertragen: so seyn. Er soll den Wunsch ist sie gut und unschuldevoll. zu leben mindern; doch dich Sprich, dein Bergnügen zu bers on meinen Tod erinnre mich, daß ich dir wandle würdig lich: Betrachtung des Todes und der Ewigkeit. 539 versüßen: welch Glück werd mich sterbend nicht verlass ich erst dort genießen, wo ich sen; dann zeigt er mir sein unendlich leben soll! Angesicht. 7. Denk an den Tod, 11. So fuche dir in allen wenn deinem Leben das fehlt, Fällen den Tod oft lebhaft wornach die Reichen streben; vorzustellen; so wirst du ihn sprich: bin ich hier, um nicht zitternd scheun; so reich zu seyn? Wohl mir! wird er dir ein Trost in Klawenn ich in Chrifto sterbe, gen, ein weiser Freund in dann ist ein unbeflecktes Er- guten Zagen, ein Sild in be, dann ist des Himmels der Versuchung seyn. Reichthum mein. Mel. Jesus meine Zuversicht zc. 8. Denk an den Tod, 568 Meine Lebenszeit wennleiden kommen; sprich: verstreicht, alle Trübfal eines Frommen stündlich eil ich zu dem ist zeitlich und durch Hoff: Grabe. Und was ists, das nung leicht. Ich leide; doch ich vielleicht hier annoch zu von allem Bösen wird mich leben habe? denk, o Seele, der Tod bald, bald erlösen; er an den Tod! faume nicht; ists, der mir die Krone reicht. denn eins ist Noth. 9. Denk an den Tod, wenn 2. Lebe, wie du, wenn du freche Rotten des Glau- stirbst, wünschen wirst gelebt bens und der Tugend spot zu haben. Güter, die du ten und Lafter stolz ihrhaupt hier erwirbst, Würden, die erhöhn. Sprich ben dir dir Menschen aaben, nichts felbft: Gott trägt die Spót wird dich im Tod erfreun; ter; doch endlich ist für sie diese Süter sind nicht dein. kein Retter, wenn sie nicht hier noch in sich gehn. 3. Nur ein Herz, das Fes fum liebt, nur ein ruhiges 10. Denk an den Tod zur Gewissen, das vor Gott die Zeit der Schrecken, wenn Zeuaniß giebt, wird dir deiPfeile Gottes in dir stecken; nen Tod verfüssen; dieses du rufft, und er antworter Herz von Gott erneut, giebt nicht. Sprich: sollte Gott zum Tode Freudigkeit. mich ewig haffen? er wird 4. Wenn 540 Tugend- Mittel. 4. Wenn in deiner legten Sterblichen sind Staub. Noth Freunde hilflos um Siewachsen auf und fallen, dich stehen, dann wird über wie leicht verwelkend Laub. Welt und Tod dich dies reine Verborgen ist die Stunde, Herz erhöhen; dann er die uns zum Tode ruft; schreckt dich kein Gericht: doch führt uns jede Stuns Gott ist deine Zuversicht. de, stets näher hin zur 5. Daß du dieses Herz Gruft. erwirbst, fürchte Gott und 2. Getroft gehn Gottes bet, und wache. Gorge Kinder auf seinen Wink die nicht, wie früh du stirbst; Bahn, zu der einst kühne deine Zeit ist Gottes Sache. Sünder voll Angst und Un Lern nicht nur, den Tod nicht muth nahn; wo nun der scheun; lern auch, seiner freche Spotter nicht mehr zu dich erfreun. fpotten wagt, und vor des 6. Ueberwind ihn durch Frommen Retter erzittert Vertraun, sprich: ich weiß, und verzagt. an wen ich glaube, und ich 3. Wenn, diese Bahn zu weiß, ich werd ihn schaun gehen, mir, Gott, dein Wink einst in diesem meinem Leibe. gebeut; wenn vor mir offen Er, der rief: es ist voll stehen Gericht und Ewigbracht! nahm dem Tode keit, wenn meine Glieder be seine Macht. ben, mein sterbend Auge 7. Tritt im Geift zum bricht; Herr über Tod und Grab oft hin, siehe dein Ge- Leben! o dann verlaß mich bein versenken; Herr, daß ich Erde bin, lehre 4. Hilf, Todesüberwins du mich selbst bedenken; derhilf dem in solcher Angst, lehre du michs jeden Tag, für den du, Heil der Sün daß ich weiser werden mag. der, felbft mit dem Zode rangst. Und wenn des Mel. Herzlich thut mich verl. zc. Kampfes Ende gewaltiger 569.Die ie auf der Erde ihn fast, so reiche dem die sprich: nicht! wallen, die Hände, den du erlöser haft. 5. Des Betrachtung des Todes und der Ewigkeit. 541 5. Des Himmels hohefaller ihrer Roth, aus aller Freuden ermist kein sterb ihrer Mifferhat, durch seinen lich Herz; wie lindern sie die Sohn erlöset hat. Leiden, den kurzen Lodes. 4. Sein Jammer, Trüb: schmerz! Dank ihm, dem sal und Elend ist kommen Ueberwinder des Todes, ho zum erwünschten End. Er hat her Dank! Preis ihm, der nun abgelegt das Joch, das für uns Sünder den Kelch wir, wir Pilger, tragen noch. des Todes trank! 5. Die Seele lebt ohn 6. Wohl denen! die auf alle Quaal, der Leib ruht, Erden sich schon dem Himfern vom Thránenthal; mel weihn, und, aufgeldft zu Gott, dem er treu blieb bis werden, mit heilger Furcht ans Grab, wischt nun auch fich freun! Bereit, es aufzu- feine Thránen ab. geben, wenn Gott, ihr Gott, 6. Hier hat ihn Trübfal gebeut, fließt ihnen dieses Le- oft gedrückt; doch nun wird ben sanft hin zur Ewigkeit. er von Gott erquickt. Was Bey Beerdigungen. sind die Leiden dieser Zeit doch gegen diese Herrlichkeit! 7. Nun, du Erlöfter! Mel. Nun laßt uns den Leib zc. 570. Jun grabt den schlafin Ruh, wir gehn nach Leib in seine unsern Hütten zu, und maGruft, bis ihn des Richters ahen zu der Ewigkeit mit Stimme ruft! dann wird er Ernst und Sorgfalt uns aus dem Grab aufstehn, her bereit. vor zu der Vergeltung gehn. 8. Sen mit uns, Jesu, 2. Uus Erde schuf ihn stark und tröst uns alle, die einst der Herr! er war schon du haft erlöst. Laß unfre Staub und wirds nur mehr ganzeSeele dein und freudig Er ward gefä't, verwest, er unser Ende seyn. wacht einst herrlich aus des Grabes Nacht. Zweytes Chor: In voriger Melodie. 3. Des Frommen Seele 571. Go grabt benn lebt ben Gott, der sie aus mein entseelt 542 Tugend- Mittel. Gebein, oihr, noch Sterb- leuren Lauf! wollt ihr euch liche, rur ein. Ich bleib, eures Glaubens freun, muß ich bleib im Grabe nicht; er durch Liebe thátig seyn. denn Jesus kommt und hält In voriger Melodie. Gericht. 572.W ir tragen diesen 2. Ja, ja! mein aufges Leib zur Gruft, loft Gebein wird die Ver zur Ruhe, bis der Herr ihn wefung weit verstreun. Doch ruft: bis einst durch Jesu einst erweckt mich wunder: Chrifti Macht, er aus dem bar, Gott, der den Staub Todesschlaf erwacht. zählt, wie ein Haar. 2. Nichts, als den Leib, 3. Gott ist barmherzig zerstört der Lod; die Seele und verstößt im Tode nicht, geht hinauf zu Gott; sie die er erlöft, die sich, von erndtet dort, vor seinem Sund und Missethat, der Thron, des Glaubens und Mittler selbst geheiligt hat. der Zugend Lohn. 4. Die Trübfal, die mich 3. Deß immer eingedenk hier verlegt, wird mir durch will ich zum Tode so bereis Freude dort erseßt. Tragt, ten mich, daß ich, voll Muth Christen, Jefu sanftes Joch; und Heiterkeit, ihn zu er o tragt es treu! einst ruhi warten, fey bereit. ihr doch! 4. Auch zag, in dieser Zus 5. Ja! Ruhe, die ich versicht, ich bey dem Tod der sonst nicht fand, die find ich meinen nicht. Sie sterben nun in Gottes Hand, wo Gott! Nach seinem Wort, alle Noth vergessen ist, wo vereint er uns auf ewig dort. keine Thräne weiter fließt. 5. Gott! wisch du selbst 6. Ben euch hat Trübsal die Thränen ab dem, der bey mich gedrückt; doch herrlich dieses Todten Grab, imtie: werd ich nun erquickt: ich fen Schmerz versenket, schaue Gott, so wie er ist und weint, dem sein Verlust zu meinen Heiland Jesum herbe scheint. Chrift. 6. Heil jedes Herz und 7. Die Liebe höret nim. binde du die Wunde, die noch) mer auf; mit ihr vollendet blutet, Betrachtung des Todes und der Ewigkeit. 543 blutet, zu! dein Wille, die 4. Gott, der fich felbft die Unsterblichkeit, erheiire jede Liebe nennet, thut alles lieb. Dunkelheit. reich, was er thut; auch ta, wenn er die Herzen trennet, meint es sein Vaterherze gut. ja wohl dem! der es glauM. Wer nur den liebenGott zc. ben kann: was Gott thut, ottlob! mein das ist wehlgethan. Lauf eilt früb Beym Bearåbniß eines Rindes. 5. Was sind der Menzum Ende und auch mein schenlebenstage? ein Share Leid und Ungemach. Durch ten, Nebel, Raud und feine liebevollen Kánde ziehr Dampf; voll von Verfumich mein Heiland früh ibm chung, Angst und Plage; nach. Un Gottes Reich Norh folgt auf Roth, und gab er mir Theil; mein Kampf auf Kampf. Man Loos ift SGeligkeit und Heil. tehlt, man weint, man forat, 2. Jhr Meinen! hemmet man wacht, bis daß der Tod Schmerz und Gramen; send ein Ende macht. wie es Christen ziemt, be- 6. Dort bin ich fren von trubi! Gott kann das Geine allen Leiden; vor Günden wieder nehmen, wenn, wo, dort in Sicherheit. Dort und wie es ihm beliebt. Ich schmeck ich nichts als reine war ja nur von Gottes Hand Freuden, dort ist kein Leid, ein euch geliehnes Liebes Gefahr noch Streit. Dort pfand. bin ich schön, geehrt und 3. Daß ich die Welt und reich, an Tugend Gottes euch verlaffe, geschiehet nicht Engeln gleich. von ohngefähr; und daß ich 7. Betrachtet, Freunde, schon so früh erblaffe, ftati der Leiche, die euer Herz kommt von des Schöpfers in Unruh seht. das Glück, Weisheit her. Gott ists, das mich im Freudenreiche, der unser Ziel bestimmt, bis ich euch wieder seh, erund Alt und Junge zu sich geht. nimmt. Glaubt christlich, daß ich selig bin; so wer den Tugend Mittel. den Schmerz und Zähren fliehn. 4. Was ist diese Lebens, zeit? ach, nur eine kurze 8. Indessen lebt und bleibt Stunde gegen jene Ewig: im Segen; kein schweres keit! doch von dieser kurzen Unglück rühr euch an; geht Stunde hångt es ab, ob freudig auf der Tugend We Weh, ob Wohl dort zu gen; liebt Gott, sein Wort, Theil uns werden soll! liebt jedermann. Flieht 5. Gieb uns Weisheit, Sünden, fliehet Heucheley, Muth und Kraft, dieſe bleibt Jefu, bis ihr sterbt, Stunde wohl zu nühen; und getreu! am Ziel der Pilgerschaft Mel. Jesus meine Zuversicht zc. wollest du und unterstüßen, 574, Selig, Gott, find daß wir freudig auf dich ſehn, sie, die nun und getroft zum Tode gehn. hier in ihrem stillen Grabe 6. Daß wir dein sind, nach des Lebens Mühe ruhn, nicht der Welt, daß du und und sich deiner größten Gabe, wirft auferwecken: diesen eines ewgen Lebens, freun. Trost der bessern Welt las Möchten wir uns auch so uns, wenn wir sterben, freun! schmecken; start den blöden 2. Gott, du willst; wir Geist, wenn ihn Todess leben noch mühsam hier in schrecken überziehn. Pilgerhütten; unfer Kampf 7. Soll ich einst, um auch ist endlich doch, und vielleicht zu ruhn, zu den Todten Got bald ausgeftritten. Endlich tes gehen: wollst du mehr führt auch uns der Tod, so noch an mir thun, als wit wie jene, zu dir, Gott. bitten und verstehen. Dann, 3. Jesus lebte selbst auch in meiner Zodesnacht, sag hier, hier in unsern Pilgers ich froh: es ist vollbracht! hütten; ach viel mehr, viel Mel. Wachet auf! ruft uns 10. mehr, als wir, hat der Gou: 575.Sel liche gelitten. Standhaft lag Göttelig find des Himmels Ers im Kampf uns stehn, auf ben, die Todten, die im ihn, den Bollender, sehn. Herren sterben, zur Aufers ftehung C Betrachtung des Todes und der Ewigkeit. 545 stehung eingeweiht! nach lujah! er sank hinab, wie den legten Augenblicken des wir, ins Grab! er ging zu Todesschlummers folgt Gott! wir folgen ihm! Entzücken, folgt Wonne M.Ermuntre dich mein schw. ic. der Unsterblichkeit! im 576, Wie ungewiß ist, Frieden ruhen sie, los von das der Erde Müh! gelobt sey der Wallfahrt auf der Erde! Gott! vor seinen Thron, ob ich noch wenig oder viel an zu seinem Sohn, begleiten Zagen zählen werde, das ihre Werke sie. weiß ich nicht; du weists al2. Dank, Anbetung, lein. Ich kann vielleicht der Preis und Ehre, in alle nächste seyn, vom abges Ewigkeiten Ehre, sey dir, kürzten Leben ein Beyspiel Versöhner, Jesus Chrift! abzugeben. Ihr der Ueberwinder Chöre, 2. Bin ich erbaut aus bess bringt Dank, Unbetung, ferm Zeug als andre, die an Preis und Ehredem Lamme, Jahren und Munterkeit mit das geopfert ist! er sank, wie völlig gleich, des Todes Beus wir, ins Grab, wischt unfre te waren? wie manchem Thránen ab. Hallelujah! starrte schnell das Herz, ehwes er hats vollbracht! nicht der Krankheit oder Schmerz Zag, nicht Nacht, wird an ihm, als des Todes Boten, des Lammes Throne seyn. sein nahes Ende drohten. 3. Nicht der Mond, nicht 3. Wenn ich die Gottes* mehr die Sonne scheint uns åcker seh, und alles könnte alsdann; er ist uns Sonne, lesen, was der, auf dessen der Sohn, die Herrlichkeit Grab ich geh, in seinem des Herrn! Heil, nach dem Sinn gewesen, und was beh wir weinend rangen, nun ihm die Todesnacht fürHoffs bist du, Heil, uns aufgegan- nungen zu nichts gemacht: gen, nicht mehr im Dunkeln, fo würd ich oft mit Schrecken nicht mehr fern. Nun wei mein eigen Herz entdecken. nen wir nicht mehr: bas Alte ist nicht mehr. Halles 4. Mein Gott, befrehe mich vom Dunft der irrdis M m scher 546 Tugend- Mittel. schen Beschwerden, und leh. schied mir bestimmt, nichts, re mich die große Kunst, bey was mir hier verliehen, Grábern flug zu werden. mein Herz zurücke ziehen. Nur der ist weise, der be. 8. Dir sev es gänzlich denkt, wie viel von seinem heimgeftellt, wic, wo, und Zod abhängt, und der dazu wann ich scheide. Wer uns in Seiten sein Herz sucht ter deinem Schuße fällt, zu bereiten. wird frey von allen Leide. 5. Erinnre mich ans gros Doch wünsch ich, daß ich Beziel, dazu du mich geschaf, wohlgeschickt von hinnen fen, damit ich mich nie in das werde weggerückt, und alle Spiel der Weltlust mag zuschweres Kämpfen, nicht vergaffen. Und sieht dein die Vernunft magdampfen. Auge, daß mein Schritt, noch 9. Laß mich auf Jeiu nicht den rechten Weg betritt, Herrlichkeit mit froher Hoffs so wollst du, Herr, in Zeiten, nung blicken, und mitten in auf folchen Weg mich leiten. der Dunkelheit mich sein ben ſcheun, die das Gewiſſen 577. Komm, Gt 6. Damit ich einst mich Verdienst erquicken. Dann vor der Hand des Todes nimm, Herr, nach vollbrach nicht entfärbe; so mache tem Lauf den Geist aus dies mich mit ihm bekannt vorfer Hütte auf, die einst im her noch, eh ich sterbe. Las Reich der Deinen wird neu mir sein Bild vor Augen gebaut erscheinen. seyn, damit ich lerne Sún. Met. Uus tiefer Noth schrey ic. Sterblis cher, betrachte mich; ich lebte auch auf Ers 7. Gieb, daß ich dich mit den; und was du bist, das frohem Muth, als meinen war auch ich; was ich bin, Gott betrachte, hingegen wirst du werden. Du fol. Freunde, Glück und Gut, gest nach, ich ging vorhin; nicht als mein eigen achte: gedente nicht in deinem so wird, wenn mich die Zeit Sinn, es sey weit fern dein wegnimmt, die du zum Abs! Sterben. und erwecken. 2. Bes Betrachtung des Todes und der Ewigkeit. 547 2. Bereite dich, ftirb ab auf Gråber tritt, nicht selbst der Welt, denk an die leg. zum Grabe führet? ten Stunden: oft hat, eh 6. Sprich nicht zu man sichs vorgestellt, der dreift: ich bin gesund und Tod sich eingefunden. Heut munter zu Geschäften. hat er hingenommen mich, Ranns dir nicht in der nächs vielleicht trifft es schon mora sten Stund gebrechen schon gen dich, vielleicht wohl gar an Kráften? die Wange, die vor Abend. noch heut so roth, so blúbend 3. Sprich nicht: ich bin war, ist oft vom Tod in kurs noch viel zu jung, ich werd zer Zeit entfärbet. noch långer leben; du bist 7. Dies Leben gleicht der schon reif und alt genung, Welle Schaum, der kurze den Geist von dir zu geben. Zeit besiehet, gleich einem Wie bald iste nicht um dich leichten Morgentraum, der gethan? es sieht der Tod schnell vorüber geher. Wenn kein Ulter an; bau nicht auf mans am wenigsten gedacht. deine Jugend. so heißts oft schon: es ist 4. Beh manchem, der ge vollbracht, auch der ist hier hofft, begehrt: er sollte nicht gewesen! erscheinen; ist doch der Tod 8. Indem du lebeft, lebe schon eingekehrt, wie darfst so, daß du magst selig sters du doch nun meynen: du ben. Du weißt nicht, wann, sterbest nicht in deiner wie oder wo? dein Körper Blüth; da man Beweise wird verderben. Bedenk täglich sieht, daß junge dein Wohl, dein wahres Leute sterben. Glück, auf diesen kurzen 5. Den Blüthen ist dies Augenblick erfolgen EwigLeben gleich, die Winde bald keiten. verwehen; sey dann nicht 9. Du magst bereit seyn, sicher und verzeuch nicht, oder nicht; der Tod wird auf dein Heil zu sehen. nicht verweilen: und dann Wer weiß, ob den, der näch mit dir so zum Gericht, wie ste Schritt, der sicher jestler dich fand, hineilen. Und Mm 2 Freus 5.48 Tugend Mittel. Freude, oder Schmerz und fandt, wird kommen, daß dir Pein, wird dann dein Loos sein Ruf ein Hingang sey zu auf ewig seyn, nachdem du jener Ruh der Frommen. hier gelebet. Bereite dich, daß dich der 10. Ach, denke nicht: es Tod entlade aller Bürd und hat nicht Noth, ich will mich Noth; bedenke stets das schon bekehren, wenn mir Ende! die Krankheit zeigt den Tod; M. Ich hab mein Sach Gott. Sott wird mein Flehn er: 578.Dein find wir, hören. Wer Gott, Ewiga obs zur Krankheit kömmt, keit. In deiner Hand steht ob nicht ein schneller Fall unsre Zeit, du hast der gans dich hemmt im Laufe dieses zen Menschenschaar ihr Lo Lebens? desjahr bestimmt, als keine II. Zu dem, wer hier in Zeit noch war. Sicherheit auf Gottes Gnas 2. Wenn nun auch unser de bauet, wann kommt dem Ende kommt, und deine die bequeme Zeit, auf die er Hand das Leben hemmt; fáumend bauet? o lerne dann hilf uns in der Todes sterben, eh du ftirbst, damit noth, Herr, unser Gott! du ewig nicht verdirbst, ein sanfter Schlaf werd wann Gott die Welt wird unser Tod! richten. 3. Nimm nach vollbrach 12. Zum Tode mache dich tem Lebenslauf, in deine Bers geschickt; gedenk in allen ewge Ruh uns auf. Dingen: wie, wenn mich wirf, wenn unser Herz uns jest der Tod hinrückt, wo bricht, verwirf uns nicht, o hin würd er mich bringen? Herr, von deinem Angesicht! könnt ich wohl so vor Gott 4. Drücktuns dann noch bestehn? getroft vor sein der Krankheit Schmerz, so Gericht hingehn, und Re- stårke das beklemmte Herz, chenschaft ablegen? daß es auch in der Schmers 13. So sorge, wenn der zen Wuth mit starkem Muth Tod herben, von Gott ge- lindeinerweisen Fúgung ruht. 5. Sieb Betrachtung des Todes und der Ewigkeit. 549 5. Gieb Hoffnung zu der 2. Du, des Lebens Geber, ewgen Ruh. In unsern Gott, läsfest uns dies Licht Herzen wirke du, Geist Got erblicken: wenn du winkest tes, daß wir glaubend traun, kommt der Tod, dieser Welt und ohne Graun hin in die uns zu entrücken. Nicht Nacht des Todes schaun. uns selber, sondern dir les 6. Hilf unfrer Schwach- ben wir, und sterben wir. heit, Geift des Herrn! zeig 3. Unerforschlich ist dein uns den Himmel dann von Rath uns zwar oft, doch imfern! laß uns, wenn wir mer weise. Dunkel ist uns zum Vater flehn, getró oft dein Pfad, doch es wird ftet sehn, wie der uns liebt, zu deinem Preise uns zuleht zu dem wir gehn. auch offenbar, daß er gut und heilig war. 7. Ach, Gnad ergehe dann für Recht! denn von 4. Preis und Dank, Gott, dem menschlichen Geschlecht sollten wir fingen hin zu zu deis ist auch der Heiligste nicht nen Höhen selbst an diesen rein. Wer kann je dein, Gott, ohne deine Gnade seyn? Gräbern hier, wo wir oft tieftraurend stehen. Stárk 8. O sen uns dann nicht uns, daß der Schmerz werd fürchterlich! erbarme, Va= Dank, und die Klage Lobter! unser dich. Wenn unser gesang. Auge sterbend bricht, leit 5. Triste, Gott des Tras uns dein Licht! so fehlt uns stes, die, die gebeugt hier zu Trost im Zode nicht. dir weinen. Schmecken, Mel. Jesus meine Zuversicht zc. Bater, laß auch sie, daß 579.D", der ordnet du mit dem Schmerz der und ermißt, Deinen Mitleid haft, und was soll werden und gesches nahe bist, wo die fromme hen! nur bey dir, der ewig Thráne fließt. ist, nur in deinen Händen 6. Herr, in Freuden und fehen Welten, Menschen, im Schmerz las uns dir so ihre Zeit, Leben, Tod und seynergeben, daß nicht Süns Ewigkeit. den- Schuld dies Herz mache mm 3 vor 550 Tugend- Mittel. vor dem Tode beben. Gott, kommnes Heil; da, wo dein sind wir; laß uns dein mein Schatz ist, sey mein Lebend, sterbend, ewig seyn. Herz! Herr, lenke selbst es M. Wer nur den lieben Gott zc. Himmelwärts! 580, Du Herrund Ba5. Hier allen Sünden ab. ter meiner Ta- zusterben, zu leben in Rechts ge! du weißt, daß ich, dein schaffenheit, um einst dein schwaches Kind, des Todes Himmelreich zu erben, dazu Keim in Gliedern trage, laß meine Sterblichkeit mir die irrdisch und zerbrechlich stets, mein Gott, vor Augen find: drumgieb, daßich zu seyn, und deinen Beystand jeder Zeit zu meinem Tode mich erfreun. sey bereit. 6. Willst du mich långer 2. Daß du, o höchster, leben lassen, so laß es mir meinem Leben ein mir ver: zum Heil geschehn: doch soll borgnes Ziel bestimmt; und ich heute noch erblaffen, fo daß die Zeit, die mir geges höre, Bater, auf mein Flehn! ben, vielleicht gar bald ein sey, wann mein Herz im Ende nimmt: dies flöße mir Tode bricht, mein Trost und die Weisheit ein, stets auf meine Zuversicht! mein Heil bedacht zu seyn. 7. Dir will ich ganzlich 3. Hier hab ich Lebens: mich ergeben, dir, dessen Eis lang zu lernen, mein Herz genthum ich bin; bist du, 1 on Sunden abzuziehn, mich mein Heiland, nur mein von der Weltluft zu entfer leben, so bleibt selbst ren und um den Himmel zu Sterben mein Gewinn. temühn; omache mich dazu Ich lebe dir, ich sterbe dir; geschickt, eh mich der Tod sey nur mein Trost, so der Welt entrückt. gnúget mir. rein, nur broben bey dir, 581. Grabe zu! 4. Nicht auf der Erde, Mel. Wenn mein Stündl. x. ch eile meinem Gott, meiner Seele Theil, ist mir das Beste aufgeho- ein Schritt! so bin ich Erde. ben; bort ist für mich voll- Uch! meine Zuflucht, Gott, bift Betrachtung des Todes und der Ewigkeit. 551 bist du; so oft ich zaghaft Mel. Herzliebster Jesu, was ic. werde. Was ist die Zeit, 582. felig, felig in ter ich bin? fie fährt ja fend ihr nun, wie ein Strom dahin, die ihr Frommen, die ihr schon niemals wiederkehret. durch den Tod zu Gorr ges 2. Ein Sarg verschließt kommen; der Müh und den Ueberrest von modern- Sorge, die uns noch um: den Gebeinen, und sein fangen, feyd ihr entgangen. zerbrochues Haus verläßt 2. Wir, die wir noch auf der Geist, da zu erschei: dieser Erde leben, wir find nen, wo ihm des Ewigen mit Kummer und Gefahr Gericht ein unpartheiisch umgeben; es ist nur Müh Urtheit spricht, belohnet und Eitelkeit zu nennen, was oder strafet. wir hier kennen. 3. Jeroch, was fürchten 3. Hingegen, ihr, ihr ruht wir die Gruft, als wären im sanften Schlummer, wir noch Heiden? er, der ganz sicher und befrent von uns von der Erde ruft, allem Kummer; euch stört, führt, durch den Tod, zu in dem Genusse reiner Freu: Freuden. Wer glaubt, den, kein Kreuß noch leiden. der bleibt und stirbet nicht, 4. Euch trocknet Chriftus ob er gleich firbt; Tod nun ab alle Thránen; ja und Gericht drobn ihm ihr genießt, wonach wir uns nidt enge Strafen. noch sehnen; ihr habt die 4. So lag denn, Herr, Siegerkron nun schon ere nach deinem Rath, auch rungen, send durchgedrunmeine Stunde kommen. gen. Du bists, der selbst den 5. Wir wollen nach euch Weg betrat, Beschüßer kämpfen, uns bewerben um deiner Frommen! mirjenen Preis der selgen Him= dir, mein Jesu, schlaf ich mels- Erben, denn, wohl ein; wie du, werd ich be- uns! wir auch werden hier graben seyn, wie du, auch nicht bleiben, nicht immer auferstehen! bleiben. Mm 4 6.3x 552 Tugend- Mittel. 6. Zu allen denen, die langen. Schenk, nach dem vorangegangen zu dir, ach Kampfe, die verheißne KroHeiland! laß auch uns ge- ne auch uns zum Lohne! Betrachtung der Bergeltung nach dem Tode und des allgemeinen Weltgerichts. M.OEwigkeit, duDonnerw. c. Grabes Nacht umhüllet 583.h bin ja, Herr, mich, ein Traum ist nun deiner doch schweigen Macht, du hast mich an das meine Sünden nicht, sie fors Licht gebracht, du sorgest dern mich vor das Gericht. für mein Leben; du kennest 4. Ich hör bereits den meiner Tage Zahl, weißt, Donnerton, ich höre meinen wann aus diesem Jammer. Richter schon das Endurs thal mein Geist sich soll er theil mir sprechen; ich seh, beben; wo, wie und wann vor seinem Angesicht, ich sehe ich sterben soll, das weißt in dem hellsten Licht, die du, Herr des Lebens, wohl. Reihe der Verbrechen, die 2. Wer wird in meiner ich in dieser Welt gethan; legten Pein mich Sünder wer ists, der mich nun trösten, mich erfreun? mir retten kann? Muthund Hoffnung geben? 5. Kein Geld an Arme wer nimmt sich meiner Seele rettet mich; und weint ich an, wann ich von dem was noch so bitterlich: es kann ich gethan, Gott Rechen- mich nicht erlösen. Nein, schaft soll geben? wer ist, jederwird alsdann empfahn, der alsdann für mich spricht, nach dem, was er allhier ges thust du es, o mein Heiland, than; nichts schüßt alsdann nicht? die Bösen. Hier ist Gott 3. Mich dünkt, da lieg ich zum Verzeihn bereit: dann schon; ich seh, daß ich am übet er Gerechtigkeit. finstern Grabe steh, mit To- 6. Wie soll ich denn, 0 desangst umgeben; der An- Gott, bestehn, wenn du in gen licht verdunkelt fic, des das Gericht willst gehn, und nach Betrachtung des allgemeinen Weltgerichts. 555 nach Berdienst mir lohnen? sie, die dieses Lebens Bahn wie kann ich deiner Straf noch wallen, wird der Herr entfliehn, mich dir in deiner alsdann zur Ewigkeit eins Welt entziehn, wirst du weihen. nicht meiner schonen? Ach, Hochker, geh nicht ins Gericht! verwirf mich armen Sünder nicht! 3. Des Richters legtes Urtheil schallt auf Welt und Engel nieder; ein lautertós nend Amen hallt durch alle 7. Voll Reu und Buße Himmel wieder. Empfans fuch ich dich. Errette, Gott, gen hat nun jedermann den bekehre mich, und tilge mei. lohn; die Ewigkeit bricht ne Sünden. Dir weih ich an und Welt und Zeit meinelebenszeit, deinDienst entfliehen. fen meine Seligkeit. Uch, 4. Weh danndem Súnlag mich Gnade finden! der, welcher hat das Wort Gieb, daß ich meiner Pflicht des Herrn verachtet, nicht getreu, zum Tode stets be- ernftlich auf dem Pilgers reitet sey. pfad nach Gottes Reich ges Mel. Es ist gewißlich an der zc. trachtet! Wie will, wie 584.Es ist gewiß, fie wird er nun bestehn? noch naht die Zeit, einmal wird er Jesum sehn da Gottes Sohn wird kom- mit Zittern und nie wieder. men mit großer Kraft und 5. O hilf, Herr, daß ich Herrlichkeit, zu richten Bös sey bereit so auf die legten und Frommen. Gott hat Stunden, daß mich einft die Stunde schon bestimmt, meine Zeit erfreut, wann da diese Welt ein Endelfie nun ganz verschwunden. nimmt; sein Wort sagts, 3ur treuen Uebung meiner das nicht trüget. Pflicht erwecke mich das 2. Dann wird der große Weltgericht, das du dereinst Ruf ergehn: wacht Todte wirst halten. auf zum Leben! und plök. 6. Daß mir der Tag ers lich werden sie erstehn, vom freulich sey, an dem du wirft Grabe sich erheben. Auch erscheinen, das ich vomSunMm 5 pera 554 Tugend Mittel. derfluche fren, und zugezählr 4. Frohlockend sehn die den Deinen, mich einst mir Frommen dein göttlich Un jenerSchaar vereint, nie mi geficht. Schon hier dem dir zieht zum Himmel ein: Fluch entnommen zagt ihre dies Glück laß mich errin- Seele nicht. Nun trium gen! phirt ihr hoffen: erlöft von Mel. Herzlich thut mich verl. ic. aller Müh, sehn sie den Him 585. Ich denk an dein met offen, und du, Hert, Gerichte, du sie. Richter aller Welt! der 5. Wie angstvoll aber be Thor nennts ein Gedichte, ben, die hier dein Wort das Schwachen nur gefällt! verhöhnt und durch ein mich foll sein Wahn nic: fleischlich Leben das eitle storen, weil mich dein gått: Herz verwöhnt. Dugiebst Lich Licht und mein Gewiss der Sünde Knechten ihr sen lehren, du halteft einst Theil in ewger Pein; und deis Gericht. führeft die Gerechten zu 2. Ich seh im Geist die ner Freude ein. Blige und hör die Donner 6. Drum laß, Herr, dein schon, erblick dich auf dem Gerichte mir stets vor Aus Sige und hohen Richter gen seyn, und drücke fein thron, um den die beilge Gewichte in mein Gewissen Menge erhabnerEngel steht. ein; vor dir laß mich) fromm Welch herrliches Gepränge! wandeln, und hier zu aller welch hohe Majestát! Seit so, wie ein Weiser hans 3. Umsonst sucht nun der dein, der seinen Richter Sünder vor deiner Macht scheut. zu fliehn. Herr! alle Mens 7. Ist dann dein Tag vor schenkinder wirst du zur handen; wird diese Welt Rechnung ziehn. Du rufft, vergebn: so werd ich nicht und sie erscheinen vor dei mit Schanden vor deinem Du stellst nem Richterthron. Den Thron bestehn. Sündern und den Deinen mich dann zur Rechten, von giebst du gerechten Lohn. aller Schuld befreyt; führst mid Betrachtung des allgemeinen Weltgerichts. 555 mich mit deinen Knechten Kommt, erbt das Reich der in deine Herrlichkeit. Ehren! so spricht er zu der Mel. Es ist gewißlich an der zc. fremmen Schaar. 586. Schon ist der Tag aber widerspenstig war, Die von Gott be heißt er nun von sich weicher. stimmt, da, wer auf Erden 5. Herr! mit welcher wandelt, fein Loos aus Got- Majestát wirst du dies Ur. tes Hånden nimmt, nachtheil fällen! die Súnder, die dem er hier gehandelt. Er dich hier verschmäht, gehn fommt, er fommt, des Men dann gewiß zur Höllen. fchen Sohn, er kommt und Hier trifft sie des Gewissens Wolken Fnd sein Thron, Pein. Wer wird dann der Erden Kreis zu richten. noch ihr Retter fevn? ihr 2. Hier, an dem Rand Warten ist verlohren. der Ewigfeit, hier stehn die 6. Sie, die Gerechten, Millionen, die feit dem ersten leuchten dann wie Sonuen Tag der Zeit auf dieser Erde an dem Himmel. Du selbft wohnen, nur dem Allwissen- nimmst sie zu Ehren an. O den bekannt, unzählbar, wie welch ein froh Getümmel! am Meer der Sand; hier nun fehn sie mit erstauntem stehn sie vor dem Richter. Blick, daß Glaub und Lieb 3. Hier muß der falsche das höchste Glück, aus GotWahn der Welt der Wahr- tes Gnade, erben. heit unterliegen. Hier, wo 7. Sie gehn nun in das das Recht tie Waage hålt, Wonnereich, das Gott für wird keine Sünde fiegen. sie bereitet, und sehn auf Hier ist zur Buße nicht mehr ewig, Engeln gleich, ihr Frist; hier gilt nicht mehr Wohlsenn ausgebreitet. Betrug und List; hier gilt Das Stückwerk wird Vollkein falscher Zeuge. kommenheit, kein Kummer, 4. Der Richter spricht, feine Traurigkeit stbhr: der Himmel schweigt, und ihre ewge Freude. alle Boller hören erwar. 8. Mein Heiland, last tungsvoll und tiefgebeugt: mich bein Bericht oft und 556 Tugend Mittel. mit Ernst bedenken! es Auf deinen Wink muß Eri stärke meine Zuversicht, und Meer das große unzähl wenn mich die Leiden kráne bare Heer der Todten wies ken. Es reiße mich gewif der geben. Sie stehn durch fenhaft und, eingedenk der dich, Herr, neu beseelt nun Rechenschaft, nach deinem alle auf und keiner fehlt. Wort zu wandeln. 4. Du sammelft sie vor M.OEwigkeit du Donnerw. ic. deinen Thron, um jedem den 587.Erhöhter Jefu bestimmten Lohn nach ſeine Gortes Schn! Thatzugeben. Dann trifft der du schon långsft der Him den Bösen Schmach und melThron als Herrscher ein- Pein; den Frommen aber genommen, du wirst dereinst führst du ein in das ver: zu rechter Zeit, in großer heißne Leben. Nun zeigt Kraft und Herrlichkeit, vom die That, Herr Jefu Chrift! Himmel wieder kommen. dag du der Erden Richter Gieb! daß dann froh und bist. mit Vertraun dich, Herr, 5. O gieb, wenn nun auch meine Augen schaun. dein Zag erscheint, daß ichin 2. Wer fast, o Heiland! dir dann meinen Freund jest die Pracht, die deinen und Heiland wieder finde; Tag einst herrlich macht? daß ich mit Freuden vor dir wie groß wirst du dich zei- steh, und mit dir in den gen! wenn du auf lichten Himmel geh, ganz frey von Wolken einst mit deiner En- Fluch und Sünde. Laß gel Heer erscheinst, die sich mich im Glauben wachsam vor dir, Herr, beugen! seyn, und auch die kleinste Dann sieht die Welt die Sünde scheun. Majestát, dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. 6. Die Zugend sey mir ewig werth! und was dein 3. Dann tönt dein Ruf Wort von mir begehrt, laß in jedes Grab mit all- mich mit Eifer üben. Nie machtsvoller Kraft hinab; mals ermüde hier mein und schafft ein neues Leben. Seift, dich, den schon jest der Hima Betrachtung des allgemeinen Weltgerichts. 557 Himmel preift, aus aller wieder leben; dein Feind Kraft zu lieben; so hab ich mit Furcht, dein Freund mit in der Ewigkeit auch Theil Preis, sich aus dem Grab an deiner Herrlichkeit. erheben; wer wird dann Mel. Allein Gott in der Höh zc. noch, Herr Jesu Chrift! daß er du die Auferstehung bist, mit 588. kommt, zum Frechheit leugnen können? Weltgericht, der Heiland, 5. Werspottet dann noch den wir ehren. O weigert deiner Kraft, wenn du, die euch, Erlöfte, nicht, jeßt auf hier dich fliehen, für ihre fein Wort zu hören. Wer Schuld zur Rechenschaft mit hier nicht seine Stimme Majestät wirst ziehen? hört, und sie nicht mit Ge- wenn nun ihr Auge dich ers horsam ehrt, wird nicht vor blickt, und sie dein Strafges ihm bestehen. richte drückt, dann werden sie verstummen. 2. Herr, laß mich deiner Majestät mit wahrer Freu- 6. Und wenn du dann de dienen! wie herrlich dich die Deinen nun mit Preis dein Gott erhöht, ist zwar und Ehre zierest, und, ihnoch nicht erschienen: doch, nen ewig wohl zu thun, fie was unshier verborgen war, in den Himmel führeft; das wird dereinst uns offen: dann, Herr, wird völlig bar, wenn du wirst wieder- offenbar, daß es doch nie Fommen. vergeblich war, Rechtschaffenheit zu lieben. 3. Wenn vor dir die Na: tur dann bebt, und unter dei 7. O laß mich dann, Herr nen Füßen sich alles, war dir Jefu Chrift! mit Freuden widerstrebt, wird völlig beu vor dir stehen; und dir, gen müssen, wenn alle Engel so herrlich du auch bist, gevor dir stehn, dann werden troft entgegen sehen. Wenn aller Augen sehn, wie hoch deiner Feinde Rotte zagt, dich Gott erhoben. von Reu und Angst und 4. Wenn dann, o Herr, Furcht geplaat, dann jauchze auf dein Geheiß die Todten meine Seele! 8. Daß 558 Tugend Mittel. 8. Daß ich dies Glück er- nen Schrecken; dann wird leben mag; so laß in diesem euch) wann der Richter droht, Leben, o Heiland, deinen nicht Berg noch Meer, nicht großen Tag mir stets vor Grab und Tod vor feiner Denn Augen schweben. Er reiße Ahndung decken. mich, dir mich zu weihn, in nun nicht mehr erbarmt at deinem Dienste treu zu seyn, sich, und sein Gericht ist und nie dich zu verleugnen. fürchterlich. M.OEwigkeit, duDonnerw.zc. 4. Wann furchtbar feiner 559 Derunfre Menfch Donnerschall, von tauſend heit an der Erde nahm, als er uns zu ver Grund erschüttern, und föhnen kam, kommt einft zu plößlich nun der Bau der richten wieder. Nicht fern Welt wankt, frachend stürzt, ist seiner Zukunft Zeit! in in Trümmer fällt, wann aller seiner Herrlichkeit steigt felbst die Himmel zittern, Jesus dann hernieder. Verejund vor den Richter hinges nimms, o Welt, und begre rückt der Spotter glaubet dich! der Tag des Schrek und erschrickt: kens nahet sich. 5. Dann ist nicht mehr 2. Warum verzieht er? zur Buße Zeit; wo wer fragt der Spott; wo bleibt det ihr Barmherzigkeit und der Sündenrächer, Gott? Gnad und Rettung finden? Hört, Sünder, hörts mit Die ihr der Sünden Maaß Beben! euch, die ihr frech noch häuft, fühlt, eh euch ihm widerstrebt, und in der dieser Tag ergreift, Bosheit ficher lebt, zur Schande eurer Sünden; Begrung Frift zu geben. daß ihr nicht selbst euch einst Doch bald ist euer Maaß verflucht, und in Verzweife erfüllt! bald kommt der lung Lindrung sucht. Richter und vergilt. die 6. Mein Herz erschrict; 3. Dann öffnet um euch es bebt in mir mein Inners her sich weit der Abgrund stes, o Gott, vor dir! ich jener Ewigkeit mit allen sei- bin ein Missethäter. Bes gnas Betrachtung des allgemeinen Weltgerichts. 55g gnadige, wann dein Gericht mit des Donners Stimme. auch mir mein ewig Urtheil Reißt, Menschen, nicht spricht, mich, Herr, den Udurch eure Schuld den Gott bertreter. Du, der die Sün- der Sangmuth und, Ge der nicht verstößt, du, Jesu, duld, daß er nicht schnell haft auch mich erlöft. ergrimme. Denn schrecklich 7. Tag Gottes und der wird der Sünder Pein, Ewigkeit! du predigst uns und groß der Frommen den Werth der Zeit, laut Wonne seyn. Erwägung der Strafen der Lafterhaften in dieser und jener Welt. M. Mir nach sprichtChristus ic. zum Heiligungs- Geschäfte. Súnde thut, Wie oft raubt uns das las 890, Wer entehrt den ster nicht, Gesundheit, Güs Herrn und haft sein Glück ter, gut Gericht? und Leben; bleibt von dem 4. Wer Sünde thut, von Reiche Gottes fern, mit dem entflieht der Herr mit Blindheir ganz umgeben. seiner Gnade: verkehrt, vers Bewahre, Herr, durch deine stockt wird fein Gemüth. Hand, mein Herz vor solchem O welcher Seelen- Schade! Unverstand! was hilft mir wohl der Nas 2. Wer Sünde thut, me, Christ, wenn Sett von nährt falschen Wahn, liebt mir gewichen ist? Träume, welche trügen, und 5. Wer Gott verläßt und wandelt auf der finstern Sünde thut, beraubt sich Bahn des Vaters aller Lus wahrer Freuden; ihm fehlt gen. Hilf treuer Gott, daß Beruhigung und Muth in nimmermehr Berrug der Trúbsal, Schmerz und LeiSünde mich bethdr! den. Das Scheinglück, das 3. Wer Sünde thut, der er sich versprach, lågt nichts unterdrückt und schwächt die als Pein und Eckel nach. Seelenkräfte; wird frech, 6. Wer Sünde thut, sieht stolz, blind und ungeschickt schreckensvoll fein lestes Ende 560 Tugend- Mittel. Ende kommen: die Hoff- Thaten, du läsfest sie in nung, die ihn trösten soll, ist Schmerz und Hohn und ans seinem Geift benommen. dre Noth gerathen. Hat Er liebte Gott und Jesum sie der Sünden Luft erfreut, nicht: und auf den Tod folgt so müssen sie auch oft das das Gericht. Leid, das sie gebiert, em 7. So folget Tribsal, pfinden. Angst und Pein dem Lafter 4. Jedoch, o Herr, zur schon auf Erden. Unend Besserung strafft du noch lich gröger wird die Pein in hier die Sünder und züchti jenem Leben werden. Ach gest zur Heiligung selbst dei fürchterlich ist beydes mir! ne schwachen Kinder. Wohl Gott, führ vom Lafter mich dem! der dir gehorchen zu dir! lernt, der fich vom SündenMel. Wenn mein Stündlein c. pfad entfernt, so lebt, wie 591, Gerechter Gott, Jefus lebte. dein Strafge- 5. Den aber trifft ein richt entdeckt sich schon auf streng Gericht, das ohn Auf Erden. Du lásfest, fürch- hören währet, der, in der ten wir dich nicht, uns hier Beit der Gnade, nicht sich schon inne werden, daß du recht zu dir bekehret. Kein auf unfre Thaten siehst und Gutes mehr, kein Glüd, ein gerechter Richter bist, kein Heil, nein! lauter das Bose zu bestrafen. Elendist sein Theil von ins 2. Es klagt uns das Ge- nen und von außen. wissen an, wenn wir dir wis 6. Herr! dies bezeugt derstreben und sagt uns, daß dein klares Wort, wahrhafs wir mißgethan durch unfertig ist dein Dráuen. So böses Leben. Es raubet hilf, daß wir an jedem Ort uns die innre Rah und den Weg der Sünder spricht uns die Bergeltung scheuen. Erbarm dich uns zu, die Missethat verdienet. fer insgesammt, daß nies 3. Oft ftrafft du hier die mand unter uns verdammt, Bösen schon, für ihre böselein jeder selig werde! Md. Erwägung der Strafen der Lafferbaften. 561 Mel. Erbarm dich mein zc. Herz, das nie, beh seiner 592. Gott, Beberr: Bosheit, rübt. Welt! 4. Gin Feuer, welches wer böse is, bleibt nicht vor Gott gedráut, wird ihres dir! die Strafe, ie du feste Leibes hölle seyn, und nie geftellt, trifft oft die Sünder wird jemals eine Zeit von. auch schon hier. Doch oft diesem Jammer fe befreyn. trågst du auch ihre Schuld, Umsonst ruft da die Angst die durch gehaufte Sünden den Tod, er noget fie und schwer, mitangmuth, und tödtet nicht. Gott, wie O rufft mit Geduld Abtrünni- groß ist diese Noth, durch ge zur Wiederkehr. die kein Strahl des Trostes 2. Allein, wenn sie nun bricht! wandeln hin, in Habfucht, 5. Hier, Sunder! haft Unbarmherzigkeit, in Feinde du noch die Wahl, Gott hat. schaft, Neid und stolzem dir bendes vorgestellt, den Sinn, in Wollust und in Himmel und die ewge Qual; Trunkenheit: so find sie der erwähle nun, was dir ges Verwerfung werth! kann fällt. Kann dich die frohe der im Himmel selig fenn? Ewigkeit nicht reißen, daß der selbst des Himmels du Gutes thust; so denk Freude stórt? wer Gott an der Verdammten Leid, nicht liebt? deß Herz nicht und fliebe jede böse Luft! rein? 6. Herr Jesu, der du 3. Nein! von dem Anges durch dein Blut, von meiner sicht des Herrn verbannt; Sünden schweren Last und beraubt der Seligkeit; und von der ewgen Höllenglut von den Zugendhaften fern, erbarmend mich erlöset haft, empfinden sie mit Recht dort dein Ruf sucht mich von jes Leid. Haß, Neid, Zorn, ner Pein noch anddig hier Trauren, Furcht und zurückzuziehn; ach! lag Schmerz, Berzweifluna, mich dir auch folgfam seyn; Schrecken, Ungft und Wuth, gestärkt durch dich, die bestürmen der Verdammten Cünde fliehn! No 7. Re 562 Tugend- Mittel. 7. Regiere mich durchsfreuen, und, wenn das Ge deinen Geist, daß ich stets wissen plagt, ihr Gemüth auf der rechten Bahn, die zerstreuen. mir dein Wort zum Leben 5. In jener Welt, die weist, im Glaubenliebe üben nichts enthält für sie, angus kann; damit das Ende meisten Gaben, auch ein Tropfen ner Zeit mich zu der Schaar Wassers nicht, sie im Durst der Selgen bringt, die dir, zu laben; von allem Weh befreyt, ein 6. Da, wo forthin ihr neues Lied froblockend singt. böser Sinn umsonst Zer Mel. O Traurigkeit zc. ftreuung fuchet: da, da füh: 593. schrecklich leid len sie sich ganz von dem der Ewigkeit, Herrn verfluchet. das Sünder dort erfahren, 7. Ihr Wurm, der plagt die, durch keine Zucht von und sie stets nagt, stirbt nime Gott, hier zu bessern waren. mer im Gewiffen; nie vera 2. Durch ihre Schuld, lischt des Feuers Glut, das von Gottes Huld und Ange- sie leiden müssen. ficht geschieden, sehn sie nim. 8. So straft der Herr! mer Trost und Licht, haben gerecht ist er, wahrhaftig ist nimmer Frieden. fein Drauen! wehe denen, 3. In dieser Welt,( dazu welche doch sein Gericht bestellt, daß wir geprüfet nicht scheuen! 9. O rette doch, Herr Jesu! noch, die iht dir wie derstreben; begre fie und 4. Hier können sie, in ihrer laß sie dann ewig mit dir Müh, sich noch des Eitlen leben! werden,) haben, auch die Bosen noch, Theil am Glück der Erden. Beherzigung des hohen Werths der künftigen Seligkeit. M. Bon Gott will ich nicht zc. wohnen ben dir, Gott! wo 594, Wie lieblich ifts, Tugendhafte lobendich, ihren dort oben zu errn und Gott. Ach ware ich Beherzigung der künftigen Seligkeit. 563 2. Hier habe ich zu strei. ich auch werth die Krone zu fällt in diesem Pilgerleben, empfangen, die Ruhe zu er wird uns nicht mehr umges langen, die keinellnrug stórt. ben in jener höhern Welt. 6. Hier muß noch manten noch wider Furcht und cher leben in Noth und Luft; hier stört noch Kampf Dürftigkeit; was mir das und Leiden den Frieden mei: Glück gegeben, verzehrt gar. ner Brust; hier schmeck ich bald die Zeit. Von allem, was wahre Ruh nicht stets, nur ich hab, kann ich im Tod unterweilen; es drohen hier, nichts faffen, zurück muß ich es eilen noch Schrecken auf es lassen, bis auf ein Zuch mich zu. ins Grab. 3. Dort wird nicht mehr 7. Dort werde ich eme empfunden der Liste innrer pfangen, statt Armuth, Ues Krieg, dort sind sie über. berfluß; ich werd ein Gut wunden, und mich erquickt erlangen, das sicher im Ses der Sieg. Da werd ich dich, nuß; dem nicht mehr droht mein Gott, mit reiner Seele Gefahr vom Reste und von lieben, nicht mangelhaft Schaben, dem Diebe nicht mehr üben dein heiliges nachgraben, das bleibet ims Gebot. merdar. 4. Gott, von den Pilger, 8. Hier bin ich oft von tagen, die du gezählet haft, Freunden getrennt, in Noth hat jeder seine Plagen und allein; muß oft bey Tugend die ihm eigne Laft. Ist dies Feinden zu meinem Schmers Anliegen hin, muß ich aufe ze seyn: so manche, die mir andre denken, auf neue Sor hier des Lebens Müh vers gen lenken hier táglich mei. süßen, muß ich oft früh ver. nen Sinn. misfen; der Tod entreißt sie mir. 5. Dort werd ich von nichts wissen, was mir zuwider sey; ich werde Ruh genießen, von allen Sorgen frey. Was uns beschwerlich 9. Dort feh ich fröhlich wieder sie, meine lieben, all; bekomm dort neue Brüder und Freunde ohne Zahl. Nn 2 Die 564 Tugend- Mittel. Die Engel werden sich nicht und fort. Hier sev der Trübs meines Umgangs schámen, fal viel! was sind der Erde wie Brüder mich aufnehmen Leiden doch gegen jen Freus und ewig lieben mich. den, die ohne Maaß und Ziel? 10. Hier muß ich oft er dulden Verachtung, Schmach 14. Laß eifrig mich auf und Hohn; mich trifft oft Erden dem Ziele jagen nach, ohn Verschulden Haß, statt und nie verdrosjen werden der Liebe Lohn. Der Men ben allem Ungemach. Hab schen Gunst und Ehr, wie ich viel Mühen hier; dort groß sie scheint, wie wichtig, in des Himmels Wohnung ist wandelbar und flüchtig, wird reichliche Belohnung ein Schatten und nichts einst wiederfahren mir. mehr! 15. Gieb, daß ich nichts 11. Dort aber, jene Kro- abziehe von der gerechten ne bleibt ewig unversehrt, Bahn, daß ich die Wege womit an seinem Throne fliehe, wo man leicht gleiten Gott seine Treuen ehrr; kein kann. Die Lüfte, welche sich Auge hat gesehn, kein Ohr erheben, bald zu dámpfen, hat noch vernommen, es ist der Tugend Kampf zu káms in kein Herz kommen, was pfen: dazu, Herr, stärke uns dort wird geschehn. mich! 12. Gott, wenn ich dies bes 16. Wenn ich mit treuem trachte, wie wird mein Geift Herzen, was du befiehlt, erfreut! ich fehne mich und verricht, werd ich nach Müh fchmachte nach jener Herr- und Schmerzen dich schaun lichkeit. Der Welt Luft, Geld in jenem Licht; dort wo die und Gut ist eitel und betrü- Quelle fließt der Wonne dei ger, das Ewge nur vergnüger nen Knechten; dort wo zu vollkommen Herz und Muth. deiner Rechten der Freuden 13. Ob wir mit Zhránen Fülle ift. faen, froh erndten wir doch 17. Mit Engeln werd ich dort: einst folgt auf unser fingen dir ewig Preis und Flehen dort Jauchzen fort Dank. Wie lieblich wird erklins 565 Beherzigung der künftigen Seligkeit. erklingen der bohe Lobge: erhebt sich wieder. Durch fang, das frohe Siegeslied, dich, laß mich dahin stres mit dem man Herr! dich ehs ben, dir zu leben, dir zu sters ret und deinen Ruhm vers ben, und dein Himmelreich mehret, in alle Ewigkeit. zu erben. 18. Auch hier schon will 3. Verachte denn des Tos ich loben, dich Bater, Sohn des Graun, meinGeist, er ist und Geist! für das, was ein Weg zum Schaun in jes mich dort oben mein Glaube nem bessern Leben. Er sey hoffen heißt. Sie kommt, dir nicht mehr fürchterlich! fie kommt, die Zeit, da du zum Allerheiligsten wird dich von allem Bosen, mich völlig der Herr dadurch erheben. wirft erlösen! gieb, daß ich hier wird, dein Hirt, nach fey bereit! den Thránen, nach dem Mel. Wie schön leucht uns deric. Sehnen dich Erlösten, völlig und auf immer trösten. ie wird mir 595, Wie dann, odann 4. Herr! Herr! ich weiß mir sevn, wenn ich, mich die Stunde nicht, die mich, ganz des Herrn zu freun, in wenn nun mein Auge bricht, ihm entschlafen werde? dann zu deinen Todten sammelt. Seele! wirst du ganz befreyt Vielleicht umgiebt mich ihre von Sünde und von Sterb- Nacht, eh ich dies Flehen noch lichkeit entfliehen dieser Er vollbracht, mein Lob dir aus: de. Freu dich, innig; stárke, geftammelt. Mach mich, tröste dich Erlöste! mit dem fertig, ich befehle meineSees Leben, das dir tann dein le deinen Händen; laß mich Gott wird geben. meinen Lauf gut enden! 2. Ich freue mich; und 5. Vielleicht find meiner bebe doch; so drückt mich Tage viel, ich bin vielleicht meines Elends Joch, der noch fern vom Ziel, an dem Fluch der Sünde nieder. die Krone schimmert. Bin Doch du, o Herr! erleichters ich von meinem Ziel noch mir dies Joch; mein Herzweit; fo fey mein Leben dir stárkt sich in dir, glaubt und geweiht, bis einst mein Leib Nn 3 jere 566 In besondern Zeiten. zertrümmert. Hilf mir, werde? dann bin ich fren Herr! dir ganz mein Leben von Sünd und Leid, ein zu ergeben, daß ich droben, mitgenoß der Herrlichkeit, dich ohn Ende könne loben. nicht mehr gebeugt zur Erde. 6. Wie wird mir dann, Preis dir! daß mir, durch mein Heiland! seyn, wenn dein Leiden, jene Freuden ich, mich deiner ganz zu offen stehen. Ewig will ich freun, dich dort anbeten dich erhöhen! XIII. Lieder in besondern Zeiten, besondern Fällen und einigen persönlichen Umständen. 2. In besondern Zeiten. 1. Seym Jahres. Wechsel.[ bist unveränderlich; du Mel. Es ist das Heil uns c. warst, und bist und bleibest. 596. u, Gott, du bist 3. Herr, ewig währet der Herr der deine Zreu, mit Huld uns Zeit, und auch der Ewigkeis zu begegnen; undjeden Mor ten! laß mich auch jetzt mit gen wird sie neu, mit Wohls Freudigkeit dein hohes Lob thun uns zu segnen. Ich verbreiten. Ein Jahr ist kenne keinen Augenblick, in abermal dahin. Wem dank dem von ihr nicht neues ichs, Gott, daß ich noch bin? Slück mir zugeflossen wäre. Nur deiner Gnad und Güte. 4. Du haft auch im vers 2. Dich, Ewiger, dich bet floßnen Jahr mich våterlich ich an, unwandelbares We geleitet; und wann mein sen! dich, den kein Wechsel Herz voll Sorgen war, mir treffen kann. Wir werden, Hülf und Troft bereitet. find gewesen, wir blühen und Von ganzer Seele preis ich vergehn durch dich; nur du dich. Aufs neue übergeb ich Beym Jahres- Wechsel. 567 ich mich, Gott, deiner weis Mel. Herr Gott, der du erf. zc. sen Führung. 597. großer Gott! wir danken 5. Bergieb mir die bereuteSchuldvon den verfloßnen dir. Dein Name sey ge= Tagen! und laß mich deine priesen, daß du uns so viel Vaterhuld in Chrifto ferner Wohlthat hier im vorgen tragen. Laß mich in deiner Jahr erwiesen. Gegeben Gnade ruhn, und lehre le- bast du uns dein Wort, die benslang mich thun nach Obrigkeit hat unsern Ort in deinem Wohlgefallen! Friede noch regieret. Du 6. Gieb neueLuft und neue haft gesegnet jeden Stand, Kraft, vor dir gerecht zuwan- uns bey den Werken unsrer deln. Laß mich, Herr, stets Hand versorgt und wohlge= gewissenhaft mit mir und an- führet. dern handeln. Dein Geist 2. Du haft viel Noth belebe Herz und Muth, dich, und Herzeleid von uns ganz o du allerhöchstes Gut, und abgewendet; in andern, noch nicht die Welt zu lieben. zu rechter Zeit, Rath, Hilf 7. Die Welt vergeht; und Trost gesendet; haft uns dies lehre mich, die Luft der mit deiner Vaterhuld durch Welt zu fliehen. Um begre deine Langmuth und Geduld Freuden müsse sich mein zu dir mehr wollen ziehen; Geist mit Ernst bemühen. daß wir dich liebten, und Der Ewigkeit bin ich ver- mit Fleiß verrichten möchwandt; im Himmel ist mein ten dein Geheiß, die Sünde Vaterland, dahin, Herr, ernstlich fliehen. laß mich trachten. 3.Doch ist bey uns, wenn 8. Olehre selbst mich wir es blos und frey bekenmeine Zeit recht weislich nen wollen, in alle dem der auszukaufen. Laß mich die Mangel groß, was wir vere Bahn der Ewigkeit mit heil richten sollen. Wir haben, ger Vorsicht laufen. Der Bater, unfer Gott! gefüne Tage Laft erleichtre mir, bis digt wider dein Gebot, find meine Ruhe einst ben dir dirabtrünnig worden; den kein Wechsel weiter stóret. Nn 4 Nich. 568 In besondern Zeiten. Nächsten haben wir betrübt, und wohlgethan, wenn wir nicht also, wie uns felbst ge: denFleiß nicht sparen. Gieb, liebt, in feinem Stand und daß wir, wenn es dir gefällt Orden. uns abzufordern von der 4. Verschon, o Bater! Welt; im Friede zu dir uns; verschon; straf nicht fahren. wie wirs verschuldet; geden7. Gott Bater auf dem fe, was für uns dein Sohn, hochsten Thron! erhöre un: der Mittler, hat erduldet; ser Flehen; durch unsern um seinetwillen uns verzeih, Mittler, deinen Sohn, lag gieb deines Geistes Kraft da: alles diesgeschehen! hilf uns, bev, uns táglich zu erneuen; o Heiland, Jesu Christ, der des Nächsten Nug und du für uns gestorben bist, deine Ehr zu suchen, und das wir Gott stets gefallen; uns dessen mehr, als aller durch deine Kraft, o heilger Schäße freuen. Geift! zur Frömmigkeit uns 5. In deiner Kirche weit Beystand leift, und schenke und breit gieb fort die reine Trost uns allen, Lehre, daß Wahrheit, Lirb M. Werde munter mein Gem.. und Einigkeit auch Gottes, 598, Hilf, Herr Jefu furcht sich mehre. Der laß gelingen, Obrigkeit gieb Fried und hilf! das neue Jahr geht Ruh, gut Regiment, auch an; laß mirs neue Kräfte Kraft dazu, zu schüßen Reich bringen, daß aufs neu ich und Arme. All derer, die wandeln kann; deiner Güte in Kreuß und Noth gera- las, was mein, und auch mich then, oder die der Lob er- empfohlen seyn; neues Heil wartet, dich erbarme! und neues Leben wollst du uns aus Gnaden geben. 2. Laß dies seyn ein Jahr zu Ende; wenn wir ausges der Gnade zur Vergebung hen oder ein, das Uebel von meiner Sünd! hilf! daß sie uns wende. Laßt alles, was mir nicht mehr schade; gieb, wir fangen an, geseguet seyn daß ich Verzeihung find! auch 6. Das Jahr las uns ge fegnet seyn vom Anfang bis Beym Jahres Wechsel. 569 auch durch deine Gnad ver- Mel. Wach auf, mein Herz ze: un laßt uns leih, das ich herzlich wie be: 599. Freudig treten te reu. Sünde wird durch dich vergeben allen, die nach vor Gott, ihn anzubeten. Begrung streben. Er ists, der unserm Leben 3. Tröste mich mit deiner bis bieber Kraft gegeben." Liebe und erfreué meinen 2. Wir Erdenpilger war. Sinn; wenn ich göttlich dern von einem Jahr zum mich betrübe, und voll andern; und gehn auf uns Schmerz und Reue bin.sern Wegen dem Grabe Nimm zu Gottes Kind mich schnell entgegen. an; und, was du für uns 3. Und diese schnellen gethan, la, wenn Sündund Tage, sind nie ganz Tod mich schrecken, mich zur frey von Plage. Je: Buversicht erwecken. doch, bey Noth und Schrecken, kann Gott und will bedecken. 4. Wie Båter und wie Mütter, im Sturm und Ungewitter, in Nöthen und Gefahren, die Kinder treu 4. Herr, du wolleft Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sey, daß ich christlich moge leben, ohne Falsch und Heucheley; daß ich auch den Nächsten lieb, und denselben nie betrüb; daß ich schon bewahren: allhier aufErden fromm und felig moge werden. 5. So will auch Gott nicht minder uns, seine 5. Jesu! segne bis ans schwachen Kinder, wenn Ende dieses angefangne Trúbsals Wetter blißen, mit Fahr schüße uns durch seiner Hand beschüßen. deine Hände, bleibe bey uns 6. Beschüßer unsers Les in Gefahr. Steh mir ben bens! ohnmächrig und ver: in aller Noth, auch verlaß gebens war unser Thun und mich nicht im Zod. Freu: Machen, wo du nicht würs dig laß mich dich umfassen, dest wachen. wenn ich soll die Welt verlaffen. 7. Gelobt fey deine Treue, die alle Mergen neue; lob Nn 5 fey 570 In besondern Zeiten. sen den starken Händen, die 15. Das alles wollst du allen Jammer wenden. geben, du Herr von unserm 8. Laß ferner dich erbitten, Leben! so werden wir imSe. o Vater, und bleib mitten gen, dies Jahr zurücke legen. in allem Kreuß und Leiden Mel. Es ist das Heil uns zc. die Quelle unfrer Freuden. 600, Herr, der da ift 9. daß allen der da denen, die sich nach Hülfe war! von Dank erfüllten sehnen, der Glaube sich ver: Zungen sey dir für das vermehre, der durch Geduld floßne Jahr ein heilig Lied dich ehre. gefungen; für Leben, Wohls fahrt, Troft und Rath, für Rub und jede gute That, die 10. Schleuß zu die Jam merpforten und laß an aller Orten, wo irgend Thráner uns durch dich gelungen. fließen, sich deinen Troft ergießen. 2. Laß auch dies Fabr ges fegnet senn, das du uns neu 11. Sprich deinen mil- gegeben. Verleih uns Kraft, den Segen zu allen unfern du kannsts allein, in deiner Wegen; laß Großen und Furcht zu leben. Du schúzs auch Kleinen die Gnaden zest uns und du vermehrst fonne scheinen. der Menschen Glück, wenn 12. Sen der Verlagnen sie zuerst nach deinem Reiche Bater, der Irrenden Bera- streben. ther, der Unverforgten Gabe, 3. Gieb mir, wofern es der Armen Gut und Haabe. dir gefällt, des Lebens Rub 13. ilf gnädig allen und Freuden. Doch schadet Kranken: gieb fröhliche Ge- mir das Glück der Welt, so danken den tiefgebeugten gieb mir Kreuß und Leiden. Seelen, die sich mit Schwer Nur stårke mit Geduld mein muth qualen. Herz, und laß mich nicht, in Noth und Schmerz, die Glücklichern beneiden. 14. Und endlich, was das Mifte, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier stets re4. Hilf deinem Volke vás giere, und einst zum Himmel terlich in diesem Jahre wie führe. der. Beym Jahres- Wechsel. 571 der. Erbarme der Verlaß- 3. Das Gute, Herr, fann nen dich, und der bedrång- ich nicht záhlen, was mir von ten Glieder. Gieb Glück zu dir erwiesen ist; doch preis jeder guten That, und lag ich dich von Grund der Gees dich, Gott, mit Heil und len, daß du mein Gott und Rath auf unsern Fürsten Vater bist, der hilft, und nieder. der geholfen hat, und helfen 5. Laß Weisheit und Ge- wird durch Rath und That. rechtigkeit auf seinemStuhle 4. Ach willst du auf die thronen! laß Zugend und Sünden sehen, die ich im Zufriedenheit in unfermlan- alten Jahr vollbracht, so de wohnen! laß Treu und kann mir anders nichts geLiebe bey uns seyn! dies, Vaschehen, als was mir Angst ter, wollst du uns verleihn, und Schrecken macht. Doch in Chrifto, deinem Sohne. Herr, gedenk nicht meiner M. Wer nur den lieben Gott zc. Schuld; schenk mir, in Chris 601, Gottlob! so geht sto, Gnad und Huld. mit gutem 5. Jn Chrifto laß mich Glücke, und besser, als ich deinen Segen, auch in dem selbst gedacht, der Rest des neuen Jahre sehn, und es alten Jahrs zurücke. Gott, gesund zurücke legen; jedoch der stets für mein Heil ge dein Wille mag geschehn: wacht, hat auch durch seine denn was derselbe schickt und starke Hand manch Unglück fügt, mit dem bin ich auch von mir abgewandt. wohl vergnügt. 2. Ich trete nun durch 5. Ich überlaffe dir mein seine Güte ein neues Jahr Leben, und dessen Länge, mit Freuden an: ach! daß Freud und Noth. Doch mein Mund und mein Ge- willst du mir mehr Jahre ges müthe ihn nicht nach Würs ben: so gieb, daß ich dir bis den preisen kann! Gott thut zum Tod durch Glauben, Lieb ja mehr als ich begehrt, und Hoffnung treu, und ich bin nicht des Geringsten auch dem Nächsten núßlich werth. fen, 7. Bringt 572 In besondern Seiten. 7. Bringt ja dies Jahr sich selbst gepflanzer hat! dem mein leßtes Ende; so trece frommen Bunde bleib nur solches felig ein. Ichgebe jeder treu, und Herz und mich in deine Hánde, so bleib Wandel stimm dem Wunde ich todt und lebend dein. Es bey! fey mein Wahlspruch für und 4. Gott, schau herab mit für: Herr! wie du will, holden Blicken auf unfern so fchicks mir mir. und auf seinen Mel. Dir, dir Jehovah will ic. Thron! lehr du ihn felbft Ronig 602. Herr, den die das Land beglücken, und ſev und sein sein Berstand die Erden, durch ihren und sein Lohn. Fern sey Bau, voll schöner Pracht, das Ziel, nach dem er wallen erhöhn! durch deffen Macht- foll, und jeder seiner Tage wort Welten werden, aut fegensvoll. deffen Wink sie wieder unters 5. Tritt den Gewaltigen gebn! dein Thron, o Gott, zur Seite, die um den Thron bleibt ewig, ewig stehn; du des Landes- Vaters fichn, bleibst derselbe stets; doch daß ihren Anschlag Glück wir vergehn. begleite, der Unterthanen 2. Schon wieder ist von Wohlfahrt zu erhöhn. Laß unserm leben, von unfrer jede Obrigkeit mit Sorgfalt kurzen Vorbereitunge Zeit, schaun, auf alles was das die deine Güte uns gegeben, Wohl des Staats kannbaun. ein Jahr im Abgrund der 6. Schenk achten Eifer Bergånglichkeit. In ihm er- unsern Lehrern, zu predis záhlte jeter Zag der Nacht gen dein Wort mit Laus die Wunder deiner Weisterfeit. Mach fie zu reds heit, Gut und Macht. lichen Berehrern der 3. Dir, Gott, geleben Sanft, und Demuth, Lieb wir zu dienen! dann macht und Frömmigkeit. Ihr uns deine Gnade ferner fatt Pflanzen und Begießen laß und läst uns wie ein Gar gedeihn, dass wir uns ganz ten grünen, den deine Handider wahren Tugend weihn! 7- Gieb, Beym Jahres Wechsel. 573 7. Gieb, Gott, daß Weis- 8. Ach, keinen laß ſein heit, Fleiß und Zugeno sters Heil verscherzen; Herr, durch mehr in allen unfern Schulen bein Wort mach selbst die blüh, daß mandie hoffnungs- Thoren klus! gieb Troft und volle Jugend zum Heil des Kraft bedránaten Herzen Lands und dir zum Preis und unfern Urmen Unters erzieh. Breit allenthalben bolt genug. Erhör uns, Ruh und Wohlfahrt aus! der du deine Menschen liebst und Dank erfüll das Land und gern und Guts, um und jedes Haus! Chrifti willen, giebst!! e 2. Ben feyerlicher Demüthigung vor Gott an Bug- und Bettagen. Litaney. Syri vergießen; vor Aufruhr und 603. Eleifon! 3wietracht: vor hagel und Ewiger, eringewitter; vor Feuer und barm dich! Gnádiger, er Waffers Noth! vor dem barm dich! Herr, Herr, er jewigen Tod; höre uns! Herr Gott Vater in dem Himmel, Herr Gott, Gohn, der Weit Heiland, Behat uns Zerr, Zerr unfer Gott! Erbarme dich über uns! Durch deine heilige Ges Herr Gott heiliger Geist, burt; durch deine Leiden, Angst und Schweif; durch Gen uns gnadig! vere deinen Kreugestod; durch schon uns Herr, Herr unser deine Auferstehuna und Hime Gott. Sen uns gnädig! melfabrt; in unfrer lehten hilf uns Herr, Herr unser Noth; am jungsten Gericht; Gott! Vor allen Sinden; Silf uns Jeju, Herr und vor allem Irrthum; vor allem Uebel; vor des Teu- Wir arme Sünder bitten: fels Macht und List; vor du wollest uns erhören, Herr böſem schnellen Tod; vor Herr, unfer Gott! und die Theurung und bösen Sen Kirche Jesu Chrifti bes chen; vor Krieg und Bluteschüten und vermehren! Gott! 574 In besondern Zeiten. alle ihre Diener und Glieder men; unfern Feinden, Vers im rechten Glauben und hei: folgern und Låsterern vergeligem Leben erhalten; alle ben und sie bekehren; die Swietracht und Wergernisfe Früchte auf dem Lande geben abkehren; alle Frrige und und bewahren; und uns Verführte wieder zurecht gnädiglich erhören; Erhör uns Herr Sert, bringen; die Zahl der Fromunser Gort! men täglich mehren; treue O Jesu Chrifte, Gottes Arbeiter in deine Erndte sen Sohn, erbarme dich über den; deinen Geist und Kraft uns! o du Lamm Gottes, zum Worte geben! allen das der Welt Sünde trägt, Betrübten und Blöden hel erbarme dich über uns! o fen und sie troften; aller du Lamm Gottes, das der Königen und Fursten Frie den, Ruh und Eintracht ge ben; unserm König steten Gottes, das der Welt Süns Sieg wider deine Feinde de trägt, gieb uns deinen gónnen; ihn, den Landes: herrn, mit allen seinen Die nern leiten und schüßen; un fre Obern( unsern Rath), Ewiger, erbarm dich unser! Schul und Gemeine segnen Welt Sünde trågt, erbarm dich über uns! o du kamm Frieden! Herr, Herr, erhöre uns, Ewiger, erbarm dich, Herr, Herr, erbarm dich, und behúten; allen, die in Mel. Nun tret ich wieder zc. Noth und Gefahr find, mit 604.Du Gott, ber Hilf erscheinen; alle unfre Zuflucht Schwangere glücklich ent ift, Gott, unser Mittler binden und zur Erziehung Jesus Chrift, Gott heilger der Jugend Segen und Ge Geift der Gnaden! Unenddeihen geben; allerSchwa licher! verwirf uns nicht: chen und Kranken dich gnås wir kommen vor dein Anges dig annehmen; alle Unter sicht, mit Sünden- Schuld drückte retten und befreyen; beladen. Verbirg uns nicht alle Wittwen und Waysen dein Angesicht und geh mit beschirmen und versorgen; uns nicht ins Gericht! aller Menschen dich erbar. 2. Wir An Bustagen. 575 2. Wir haben unsern Bund ausgebreitet werden. Verentweiht, gebrochen unfern binde deine Christenheit, theuren Eid und deinen Weg durchs Band der Glaubensverlassen. Doch sieh! wir Einigkeit, je mehr und mehr kehren voller Reu zurück zu auf Erden. Erhalte deiner dir; o laß aufs neu uns deine Frommen Schaar, schüt sie Rechte fassen. Verzeih durch vor Irrthum und Gefahr. Jefum alle Sch Id und 6. lag in der Lehr und schenk uns deine Vaterhuld! Wandel rein die Diener deis 3. In deiner Hand if nes Wortes senn; schenk unser Land; beglück es, segne ihrem Vortrag Segen! uns jedenStand, lag es der Rub leite, Gott, dein guter Geist, genießen. Wend ab von und was dein Wort vers uns, durch deine Huth, der spricht und heißt, fen Licht Flammen Grimm, den Zorn auf unsern Wegen; und der Fluth, des Krieges bringe zu der Wahrheit Blutvergießen! ser rettend Glück, die auf dem Irrweg mit uns, wenn die Noth ind, zurück. des Mangels und der Seuchen droht. 7. Auch die Regenten lene ke du, daß fie, durch Weisheit, Dem 4. Sohn Gottes, der auf Tugend, Ruh, der Länder Erden fam und unsre Wohlstand heben. Schwachheit auf sich nahm um uns Gott zu verföhnen; der durch den Tod ins Le ben drang, sich dann zur Rechten Gottes schwang, wo Ehr und Preis dich krónen. Vertritt uns und verlaß uns 8. Bernimm der Leidens nicht im Tod, im Grab, im denGebet! wer inGefahrund Weltgericht! Noth dir fleht, dem hilf aus 5. Gieb Geist und Kraft seinen Nöthen! giebKranken zu deinem Wort, und gieb, Linderung und Ruh; die daß es, an jedem Ort, mog Sterbenden erlöje du; erhör ihr König, der uns schüßt und liebt, aieb, der in ihm so viel uns giebt, das beste, långste Leben. O schütt auf ihn und auf sein Haus und feine Ráthe Segnung aus! 576 In besondern Zeiten. ihr leßtes Beten! sey aller Jefum Chriftum, deinen Unterbrückter Heil, der Wit Sohn; bis dich, Gott Vas wen und der Waisen Theil! ter, Sohn und Geist, dort 9. Du thuft weit mehr, unser Loblied ewig preist. als wir verstehn, kannst mehr M. Straf mich nicht in dein.. gewähren, als wir flehn; 606. Hilger Got uns finden. stehen wir, Laß uns nun ganz dein eigen ach! beschwert mit Sünden. fenn, im Leben und im Tode Bater, las uns doch vor dir dein, und mach uns rein von Gnade wicher finden. Ins Sünden. Hert unser Gott, Gericht führ uns nicht; la erbarme dich; vergieb uns; uns nicht verderben, ach! leit uns väterlich! nicht ewig sterben. 605.Gott Mel. Unser Vater im ic. 2. Rein, von keiner Sünd ott Vater, denk entweiht, ist von uns nicht an Christi Tob, einer. Unbesteckter Reinig: an feinen theuren Mitlertob; keit kann sich rühmen keiner. durch ihn, der sich zum Heil Es ist hier, Gott, vor dir, der Welt, zum Menschens keine Menschen- Seele, die retter dargestellt, hilf uns, nicht oftmals fehle. und zeig uns jederzeit ein 3. Denen doch, die ihre Untlig voll Barmherzigkeit. Schuld wehmuthsvoll bes 2. Die Obern leit mit reuen, sehnend suchen deine deiner Hand, beschüß und Huld, willst du gern verzei fegne unser Land, Gedeihen hen. Unser Schmerz rüht gieb zu deinem Wort, wend dein Herzundduwillstider Ur. ab Pest, Theurung, Krieg men gnädig dich erbarmen. und Mord; auch allen, die 4. Wer mit wahrer Lau in Anast und Pein, wollst du terkeit, zu dir, Herr, ge ein naher Helfer seyn. gangen, hat noch stets Barm 3. O du, der stets so gnå- herzigkeit, statt des Rechts, big war, erbór uns, und sieb empfangen. Fahre fort, un immerdar mit Huld auf uns ser Hort, Langmuth auszu von deinem Thron, durchlüben und die Welt zu lieben. 5. Durd An Bußtagen. 577 5. Durch den Mittler, dies Cericht wir längst, mit welcher starb, uns dir zu Sünden ohne Zahl, verdies verföhnen, durch den, der net hätten abermal. uns heil erwarb, ruf. 3. Doch du fstrafft nicht nach unserm Sehnen, Vanach unfrer Schuld. Mit ter du, uns auch zu, alles großer Langmuth und Ges ist vergeben; Sünder, ihr duld verschonst du uns, in foll: leben. deinem Sohn, mit dem verdienten Sündenlohn. 6. Unverstellt geloben wir, dich, Herr, stets zu lie: 4. Wir danken dirs, Herr ben. Auch den Nächsten Jefu Chrift, der du auch wollen wir nun nichtmehr be unser Mittler bist, daß du trüben. Unser Gott bist du, die Noth von uns gekehrt, Gott lehr uns deinen Wil- die ehmals unsern Ort len täglich mehr erfüllen. verheert. 7. Hilf uns kämpfen, daß 5. Trag uns erbarmend wir, Herr, uns selbst über- fernerhin. Doch, gieb uns winden. Mach uns tåg- auch dabey den Sinn, daß lich heiliger, frey von allen wir mit Ernst die Sünde Sünden. Ewig dein laß scheun, und willig dir ges uns seyn, und uns dich zu horsam seyn.. lieben, ewig, ewig üben. 6. Ja! Bater, reich an Gnad und Treu, mach Um Gedächtnistage einer erlit. du selbst unsre Herzen neu, renen Feuersbrunst. und laß in sieter Furcht Mel. Wenn wir in höchsten ic. und Lieb uns folgen deines 607. Gott, wir Geiftes Trieb. denken heut 7. Behüte unfern Ort daran, was du an diesem und Land, vor bösen SeuOrt gethan, da er durch Feuerschen und vor Brand; auchh ward erschreckt, und jurBe Krieg und Theurung von Fehrung aufgeweckt. uns fehr; ein selig Ende 2. Vor deinem heilgen uns beschehr. Ungesicht erkennen wir, dagl 8. Und 578 In besondern Zeiten. 8. Und wenn des letzten reich seyn, Herr, in dir, Feuere Glut verzehret alles und mit dir leben für und Erden- Gut; dann laß uns für. 3. Des Morgens. 608. Bach auf, mein ach auf, mein Herz und sin ge dem Schöpfer aller Din ge, dem Geber aller Güter, der Menschen treuem Húter. 7. Hör meinen Dank, mein Flehen! du kannst ins Herz mir sehen, und weißt, daß ich zur Gabe für dich nichts beffers habe. 2. Als nächtliche Gefah- 8. Dein Werk wollst du ren verborgen um mich was vollenden; dich nimmer von ren, als ich nicht fah, nicht mir wenden; und mich in dachte, warst du's, der für meinen Tagen stets mit mich wachte. Verschonen tragen. 3. Ja, Bater, sey gepries 9. Du selber wollft mir fen! ich konnte frölich schlies rathen in allen meinen Thaa Ben mein Auge. Auch im ten; zu jeglichem Geschäfte Schlummer bewahrst du aieb Much, Verstand und uns vor Kummer. Kräfte. 4. Mit göttlichem Erbar- 10. Auf allen meinen We men bedeck ft du mich Ur- gen begleite mich dein Segen. men. Saylaf, sprachst du, Dein Wort sey meine Speise ohne Grauen; die Sonne auf meiner Lebensreise. sollst du schauen. In bekannter Melodie. 5. Dein Wort, Herr, ist 609. Aus meines here das Licht ; noch sehen. Du machst, daß sag ich dir Lob und Dank, in ich aufs neue, mich meines dieser Morgenstunde, ja all Lebens freue. mein Lebelang. I Gott, 6. Du willst ein Opfer ha vor deinen Thron komm ich ben: hier bring ich meineGa dich zu verehren: du wirst ben. Der Leib, die Seel, das mein Flehn erhören durch Leben, sen dir ganz überge Christum, deinen Sohn. ben. 2. Dir, 579 Des Morgens. 2. Dir, der du mich aus 6. Gott, leite mich aus Gnaden in der vergangnen Gnaden auf meinem PilgerNacht vor Schrecken, Angst pfad im Denken, Wort und und Schaden so våterlich Thaten, nach deinem weisent bewacht, dank ich, und bitte Rath: bir hab ich heimge= dich, du wollest mir vergestellt den Leib, den Geift, ben, womit ich) je im Leben das Leben, und was du mir gefündigt wider dich. gegeben; machs, wie es dir 3. Du wolleft auch behú- gefällt. ten mich gnådigst diesen Tag 7. Im Glauben sprech vor aller Feinde Wüten, vor ich: Umen, und zweifle nicht Cunden und vor Schmach, daran, du nimmft in Jesu vor Feu'r und Waffersnoth, Namen vor Darben und vor Schans big an. den, vor schweren Kreuges mein Stand, verricht ich nunt mein Flehen gnås Was mir befiehlt Banden, vor bósem schnellen Tod. mit Freuden, dein Segen wird begleiten die Werke 4. Den Leib, die Seel, meiner Hand. das Leben, mein Ehr und Mel. Wend ab deinen Born zc. on But bewahr. Ich will dir 610. genstunde will übergeben jeşund und im merdar, als dein Geschenklich loben, dich Gott! für und Gab, die Obern und deiner Huld und Liebe Pros Verwandte, die Freunde und ben, will ich auch heute dank. Bekannte, und alles was bar mich beweisen, und ich hab. froh dich preifen. 5. Laß deinen Geist stets 2. Du hast ans licht auch bleiben und wirksam seyn in mich, Herr, laffen kommen, mir, mich stärken und mich in dein Reich durch die Taufe treiben, daß ich, so lang ich aufgenommen, und låssest hier nach deinem Rath noch mich Vergebung meiner wall, mein Christenthum Sünden durch Jefum finden. treu úbe, das ich aus dei 3. Du hast mir deinen ner liebe, durch Laster, nim- guten Geist gegeben, der mer fall. 09 2 mich 580 In besondern Zeiten. mich hier lehret fromm und 9. Herr, lag in deinen gut zu leben, damit ich Schuß fenn eingeschlossen kann mit kindlichem Verden Leib, die Seele, Freuns trauen zu bir aufschauen. de, Hausgenossen, und was 4. Du hast mich allzeit ich sonst, durch deine milde våterlich ernähret, was ich Gabe, auf Erden habe. bedurft, mir immer noch be- 10. Die Obrigkeit beglück scheret; oft wenn auch eine in ihrem Stande, gieb Fries Noth mich hat berühret, den und Gedeihn im ganzen herausgeführet. Lande; behut uns allerseits, 5. Daß du stets wachst, o Herr, aus Gnaden vor die Deinen zu bewahren, hab Schand und Schaden. ich auch noch in dieser Nacht II. Du wolleft auch an erfahren; vor allem Unfall diesem Zag mich stårken in hast du mich bedecket, und meinen Standes- und Bes froh erwecket. rufes- Werken. Ja segne 6. Herr, mit meinem fie; lag mich in ihnen allen Munde und Gemüthe erzähl dir wohlgefallen. und ruhm ich deine große 12. Bulegt verleih, wenn Güte, die ich empfangen hab ich aus diesem Leiden, es an allen Enden aus deinen sey heut oder morgen, werde Händen. scheiden, daß ich auf 7. Ich bitt, du wollest Christi Zod mag selig fter: über mich fort walten, und ben, den Himmel erben. mich auch heute diesen Tag 13. So bin ich dann an erhalten, damit der, welcher Leib und Seel genesen, und nachstellt meinem Heile, nicht vergebens in der Welt mich nicht ereile. gewesen; ich bin in Ruh; 8. Erhalte mir das beste die Kampfs- und PrüfungsGlück des Chriften, ein reis stunden sind dann vers nes Herz, das von den bösen schwunden. Lüften und ihrer Herrschaft 14. Erhör mich, Vater, frey, nur deinen Willen den ich mit dem Sohne und wünscht zu erfüllen. heilgen Geist verehr auf einem Des Morgens. 581 einem Throne, lag alles, 5. Führe mich, o Herr, was ich jetzt von dir begehret, mir seyn gewähret. M. Alle Welt, was lebt und zc. 611.ott ott des Himmels und leite, meinen Gang nach deinem Wort; sey und bleibe du auch heute mein Beschüßer und mein Hort: und der Erden, nirgends als ben dir allein Vater, Sohn, und heilger kann ich recht bewahret seyn. Geist, der den Tag und Nacht 6. MeinenLeib und meine läßt werden, Mond und Seele samt den Sinnen und Sonne scheinen heißt, dessen Verstand, großer Gott, ich starke Hand die Welt, und dir befehle unter deine starke was in ihr ist, erhält. Hand: Herr, mein Schild, 2. Gott, ich danke dir mein Ehrund Ruhm, nimm von Herzen, daß du mich in mich auf, dein Eigenthum. dieser Nacht vor Gefahr, 7. Deinen Engel zu mir Angst, Noth und Schmer- sende, der des bösen Feindes zen treu behütet und be- Macht, Lift und Anschlag von wacht: und bey aller meiner mir wende, und mich halt in Schuld mich noch trågst mit guter Acht, der auch endVaterhuld. lich mich zur Ruh bringe 3. Laß in mir die Lust zu nach dem Himmel zu. Günden jest mit dieser 8. Höre, Gott, was ich Nacht vergehn! o Herr begehre, Bater, Sohn und Jesu! laß mich finden deine heilger Geist! meine Bitte Wunden offen stehn; da mir gewähre, der du selbst alleine Hülf und Rath ist mich bitten heißst: so will für meine Missethat. ich dich hier und dort herz. 4. Hilf, daß ich mit die- lich preisen fort und fort. sem Morgen geistlich aufer- M.OEwigkeit, du Donnerw.zc. stehen mag, und für meine 612. un tret ich wies Seele sorgen, daß, wann der aus der nun dein großer Tag uns er- Ruh, und gehe dem Gescheint und dein Gericht, schäfte zu, das mir ist aufers ich davor erschrecke nicht. leget. Ich weiß nicht, was Do 3 an 582 In besondern Zeiten. an diesem Tag mir alles und Segen. Ich tret den noch begegnen mag! doch auf mit Freuden an, und weiß ich: Gott felbst wåget scheue nicht die steile Bahn. mein Schicksal ab; und recht 5. Ich bin getroft und und gut ist alles, was er habe Muth; was könnte farckt und thut. unter Gottes Hut mir wis 2. Ist meine Bürde tåg- briges geschehen! doch, daß lich neu; so will mich auch ich deg versichert sen, muß men Gott aufs neu recht ich von Sünden leben frey väreilich versorgen. Ob und Gottes Wege gehen. gleich mein Herz noch nicht Die das thun, trennet nichts vernimmt, was mir für die von Gott: nicht Freud und sen Tag bestimmt. Ob Glück, noch Leid und Tod. denn auch jeder Morgen mich 6. Darum, mein Gott, führt zu neuer Last und leit meinen Fuß; lehr du Müh; Gott stärkt mich, und mich, wie ich wandeln muß, verfüßer fie. und lautre mich von Sún 3. Wie oft,( wenn ich den; wenn deine Hand mich ben mir gedacht: ach! war stärkt und hält, werd ich die der saure Tag vollbracht, Luft und Laft der Welt auch getragen seine Bürde!) heute überwinden. Entge hat mich der Abend über- gen geh ich so dem Tag, und führt, daß du mich, Hoch- fürchte nicht, was kommen fter, wohlgeführt, daß deine mag. Hand die Bürde erleichtert 7. Ich weig, du haft, Ull und auf steilen Pfad mich gútiger, mit Baterhuld und tráftig unterstüßet hat. nicht zu schwer die laft mir 4. Weil ich denn deß ver zugewogen. Zur schwersten fichert bin, fo geh ich auch Pflicht in meinem Stand mit frohem Sinn dem neuen stärkst du mich mit der Ba Tag entgegen. Bringt terhand, die du mir nie ent er auch neue last mit sich, zogen, mit der du mich du, Herr der Welt, begleis von Jugend auf geleitet haft test mich mit deiner Kraftlin meinem Lauf. 8. Dir Des Morgens. 583 8. Dir übergebich, wasi 6. In dein m Schuße nur mein, laß es in deine schlief ich ein; und Feinde Arme fenn auch heute eingefonnten nicht mit Macht schlossen: ach tárfe mich, daß und List mir schädlich seyn, ich dir treu in diesem Pil die sie auf mich gericht. gerleben fes, und, wenn es 7. Bor Rauben und vor nun verfloffen, dann führe Feuers th haft du mich, mich ein sanfter Tod ins Herr, beid üht; gieb ferner rechte Leben zu dir, Gott! nun, was, bis zuin Tod, M. Nun sich der Tag geendet ic. mir und den Meinen nühr. 8. Hilf mir, daß ich, aus 613. bralle, die ihr jest erwacht, frohem Dank, dir Leib und erhebt den Herrn, erfreat! Seele weih; nach Jefu ihn, deffen Güte Tag und Bevspiel lebenslang, im Nacht sich über uns erneut. Wohlthun eifrig sey. 2. Ihm, dessen Arm die 9. Gedenke, Herr, auch Welt umfaßt, mein Geist heut an mich, an diesem lobsing auch du! ihm, der ganzen Tag, und wende von mich führt nach sanfter Raft mir gnádiglich Noth, Jamdem neuen Tage zu. mer, Ungst und Plag. 3. Noch habich des Ver- 10. Lag mich mit Vore standes Licht, kann hören saß keine Súnd an diesem noch und sehn; gelähmt ist Tag begehn; wie stark auch Hand und Zunge nicht; ich ihre Reiße sind, ihr denkann noch stehn und gehn noch widerstehn. 4. Du Schopfer, der mir 11. Zieh immer mehr alles gab, Kraft, Sinne und mein Herz hier ab, von Verstand; du hafts erbal aller Eitelkeit; durch die ten, was ich hab, durch dei Gedanken an mein Grab, ner Ullmacht Hand. an Tod und Ewigkeit. 5. Ja! sie wars, deine M. Sch dank dir schon durch zc. Baterhand, die mich ane 614. Mein erst Ges Licht gebracht, die allen Schaden abgewandt in der und Dant! erhebe Gott, verfloßnen Nacht. 00 4 o Seele; 584 In befondern Zeiten. o Seele; der Herr hört 8. Gieb mir ein Herz voll teinen Lobgefang; lobfing 3uversicht, erfüllt mit Lieb ihm, meine Seele! und Ruhe, ein weises Herz, 2. Wer wacht, wenn ich das seine Pflicht erkenn und von mir nichts weiß, mein willig thue. Leben zu bewahren? wer 9. Daß ich, als ein ge: stárkt mein Blut in feinem treuer Knecht, nach deinem Fleiß? wer schüt mich in Reichefstrebe; gottselig, Gefahren? zuchtig und gerecht durch 3. Wer lehrt das Auge deine Gnade lebe. feine Pflicht, das sich) im 10. Daß ich, dem Nächs Schlafbedecket? wer ist es, sten benzustehn, nie Fleis der beym Morgenlicht die und Arbeit scheue; mich Schlafenden erwecket? gern an andrer Wohlergehn 4. Du bist es, Herr und und ihrer Tugend freue. Gott der Welt, und dein ist 11. Daß ich das Glück unser Leben. Du bist es, der Lebenszeit in deiner der es uns erhält, und mir'e Furcht genieße, und meinen jeßt neu gegeben. Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeuist, beschließe. 5. Gelobeft feyst du, Gott der Macht, gelobt sen deine Treue! daß ich nach einer Mel. Herzlich thut mich verl. ic. fanften Nacht mich dieses 615. Erhebt ihn, meis Tags erfreue. ne Lieder, ihr, 6. Laß deinen Segen auf der den Tag gemacht! dankt mir ruhn, mich deine Wege ihm, dem Menschen- Hüter, wallen; und lehre du mich der allzeit für uns wacht; felber thun nach deinem der uns im Schlaf erquicket Wohlgefallen. und unsre Kraft erneut, 7. Nimm meines Lebens Gott, der die Erde schmücket, gnådig wahr; auf dich hofft und was er schuf, erfreut. meine Seele. Sey mir ein 2. Der Engel heilge Retter in Gefahr, ein Bas Heere erhöhn ihn mit Ge ter, wenn ich fehle. sang: auf! singt in ihre Chore, Des Morgens. 585 Chore, in ihrer Jubel Klang!| M. Wie schön leucht uns der zc. wer wollte Gott nicht lieben 616.Dich seh ich wiewer ihm sein herz nicht der, Morgenweihn? fich nicht in ugend licht, und freue mich der ede üben, um ihm recht werth len Pflicht, dem Höchsten zu seyn? Lob zu fingen. Ich will, 3. Auch mir haft du ge entbrannt von Dankbegier, geben, Herr, was ich hab o mildester Erbarmer, dir und bin: doch dies mein irr/ mit frohem Muth lobsingen. disch Leben flieht schnell zum Schöpfer!, Vater! deine Tode hin. Bald ist sic Treuerührt aufs neue mein ganz verschwunden, die Gemüthe, froh empfind ich Vorbereitungszeit: doch deine Güte. hangt an ihren Stunden das Heil der Ewigkeit. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was war 4. O süßer, hoher Glau- ich? hättest du dich nicht so be: im Tod nicht ganz ver- hülfreich mir bewiesen. Zu gehn! nein, ich, der Mensch meinem Leben sehest du jest vom Staube, soll wieder auf einen neuen Tag hinzu; sen erstehn. Laf mich dies nie hoch dafür gepriesea! Durch vergessen! und dieser Hoff dich bin ich), und ich merke nung voll, bedachtsam stets neue Stärke, dich erhebe ermessen was ich einst meine Zunge, weil ich lebe. werden soll. 3. Verleih, o Gott der 5. Getrost, mein Geist! Lieb und Macht, daß Sünd ermúde im Zugendeifer und Gram, wie diese Nacht, nicht, dich stärket Gottes auf ewig von mir fliehe; Friede mit Kraft und Zu- daß ich die kurze lebenszeir versicht. Ermuntre dich in christlicher Zufriedenheit und streite! des Sieges zu nüßen mich bemühe. Lobnift nah! getroft! viel- Prüfe, siehe, wie ich s meine; leicht ist heute des Kampfes bir ist keine meiner Sors Ende da. gen, auch die kleinste nicht, verborgen. 05 4. Ich 586 In befondern Zeiten. 4. Ich bin ein Chiti, ospectie. Wer ist, der die Herr, verleih, daß ich des Seschöpfe zählt, die dieser Namens würdig sey! mein Morgen weckte, die nach der Ruhm ist deine Gnade. Ruh dem Tage zu, mit Luft Denn, och wos bn chohne und Wohlgefallen von dir dich? ein Frrender: erhalte beleber wallen! 3. mich, mem Hirt, auf deidaß der Menschen nem Pfade. Starf mich feiner war bis an der Erben daß ich, stets mich übe, beine Ende, der deine Huld, All Liebe zu betrachten, über gütiger, nicht dankbar froh alles dich zu achten. empfände! dem nicht die 5. Auch im Geräusch der Brust voll frommer Luft zu Welt foll mich der heilige dir, Quell aller Güte, voll Gedank' an dich oft ftill zu Dank und Liebe glühte! dir erheben. Ich walle nur 4. Dem, der noch unges als Pilger hier, einst führst beffert ist, noch fühllos, noch du mich hinauf zu dir, hin verblendet, verlängre doch auf ins rechte Leben. Auf die Gnadenfrift, die er biss dich hoff ich! Herr, ich wer her verschwendet: er wird de mich der Erde gern ents vielleicht doch noch erweicht, schwingen, dir dort ewig Lob dir ganz sich zu ergeben; zu fingen. darum laß ihn noch leben. Mel. Was Gott thut, tas ist zc. 617. rwacht aufs 5. Den, der sich deiner Gnade freut, stärk, Sperr, neue, Gott, durch deine Güte, damit fein bin ich, erwacht durch dei Herz zu keiner Zeit im Lu ne Güte. Hier steh ich nun, gendfleiß ermüde. Daß und preiſe dich mit fröhli- überall der Frommen Zahl chem Gemüthe. Herr, wer noch tåglich größer werde: ermijt, wie gut du bist, wie dies Glück gewähr der Erze! weit bein Wohithun reichet, bem keine Güte gleichet! 6. Dem, der bedránat und anerquickt im Stillen seufzt 2. Erwacht und rege ist und thránet, der nirgend die Welt, die Todesstillelhier den Trost erblickt, nach) dem Des Morgens. 587 dem ſein Herz sich sehnet. 5. So will ich dir lobsins dem schenke du selbst Trost gen, mich deiner Güte und Ruh, ja thue wohl an al- freun; aus Liebe zu dir rinlen, die auf der Erde wallen. gen, ein Menschenfreund zu 7. Dem Sterbenden ver- seyn. füße, Gott, den Schmerz 6. So, Tilger meiner der leşten Stunden; bald Sünden, mein Mittler, Jes sen sein Kampf, und mit dem sus Christ, kann ich den Lod nun all sein Leid ver- Troft empfinden, daß du schwunden! Leicht mach mir, mir gnådig bist. Gott, auch meinen Zod, und 7. Dir hab ich mich ers laß mich mit den Meinen geben, ich freue mich in dir; dort froh vor dir erscheinen. erfreuender als Leben ist Mel. Christus, der ist mein ic. deine Güte mir. 618, och läst der 8. Sie führe mich auch Herr mich le heute auf wahrer Tugend ben, mit frölichem Gemüth Pfad; da, Ewigweiser! eil ich, ihn zu erheben: er leite mich selbst nach deinem hört mein frühes Lied. Rath.* 2. Bu ihm erhebt mich 9. Nur eins sey mir gea wieder der Morgensonne währet: das christlich weife Pracht, ich falle vor ihm Herz, das dich demüthig nieder, der sie und mich ehret in Freuden wie im gemacht. Schmerz; 3. Du, Herrscher aller 10. Daß ich am ersten Welten, nimmst dich auch trachte nach dem, was dir meiner an; wie soll ich dir gefällt; mehr deinen Beyvergelten, was du an mir fall achte, als allen Ruhm gethan? der Welt; 4. Soll ich Ultåre bauen, II. Daß ich, dir innig und opfern, Herr, vor dir? trauend, das Gute standhaft nein! du willst nur Ber: thu, und früh gen Himmel trauen und Liebe, Gott, schauend, denk: Herr, mich von mir. sieheft du! 12. Be 588 In besondern Zeiten. 12. Bereit den Lauf zu 4. Des Nächsten Ehre schließen auf deinen Wink, schmålern, entebrt mein mein Gott; und schuldlos Christenthum. Ein Ruhm im Gewiffen: so finde mich aus fremden Fehlern ist der Tod! Schande und kein Ruhm. Mel. Uus meines Herzens ic. Laß mich das Richten fliehn; 619.D es morgens nie schlimm, was gut ist erste Stunde deuten; und, feh ich ans will ich, mein Gott, dir weihn. dre gleiten, es jedem Aug Mein Herz stimmt mit dem entziehn. Munde zu deinem Lobe ein. 5. Ben Fleiß und Arbeit Ja, laß den ganzen Tag schleiche kein Geiß fich in mich so vor dir, Herr, wan mein Herz, und fremde deln, daß ich nicht blos Noth erweiche mich leicht fromm handeln, nein, auch zu edlerm Schmerz. Kein fromm denken mag. Glück, das andern blüht, 2. Fromm lag mich, doch empóre mich zum Neide; gesellig: flug, doch von und kein Genuß der Freude Falschheit rein; frenmüthig, verzärtle mein Gemüth. doch gefällig; und stark zur 6. Gieb, daß an diesem Tugend seyn; auch standhaft Zage sich mir fein Unfall in der Noth; kein Zorn naht, und trifft mich eine schwach meine Liebe, kein Plage nach deinem weisen Ernst der Sanftmuth Trie: Rath: so gieb, daß ich als be, fein Scherz die Furcht dann mein Leiden nicht vers vor Gott. schulde, nicht murre, chrift 3. Was dein Gebot verlich dulde, froh dir verlehet, lag nie mit Lust mich trauen kann. schaun; wenn es die Welt 7. Wie bald ist überwuns ergeßet, erweck es mir doch den das Leiden dieser Zeit! Graun. Schnell wirkt des auf wenig bange Stunden Lasters Gift. Nichts, nichts folgt Glück in Ewigkeit. seymir verhaßter; doch, daß Dies stärker mich in Noth mein Haß das Laster, nicht daß ich nicht angstlich zage. Um meinen Mitknecht, trifft. Des Morgens. 589 620. Um leßten meiner Tagegiebt sich bin, mir zu. Jeder ist dies mir Muth im Tod. ein Theil des Lebens; jeMel. Gott des Himmels und zc. den, jeden richtest da. Lehr feydir, ich nich wachen, daß mir nie lebe wieder, ungenüßt ein Tag entflieh. Bater, und empfinde mich! 6. Heute leb ich; lag mit mir wachen meine Lie- auch heute nicht umsonft der wieder auf, und preisen mein Leben seyn! Las mich, dich, dessen Auge in der nach vollbrachtem Streite, Nacht, mich, den Schlafen mich auch dieses Tages den, bewacht. freun! Recht zu handeln Stárke, 2. Einst schläft so mein gieb mir heut, Leib im Grabe nach voll- Luft, Gelegenheit! brachter Pilgerzeit; modert 7. Segne mich, Herr, zwar: doch, wie ein Saame, und die Meinen, stärke unFeimt er für die Ewigkeit, ser Freundschafts Band; bis auch jene lange Nacht Traurigen lagTrost erscheie der Verwesung ist vollbracht. nen: Troft, den oft mein 3. Dann erwacht mein herz empfand. Segen Staub auch wieder, Jefu, fließ aus deiner Hand jes neu belebt vondir.Herrlicher dem Menschen, jedem sind dann die Glieder, alles Stand! A ist verflårt an mir. Ganz M. Werde munter meinGem. ic. unsterblich werd ich seyn. 621 Wenn ich einst ewig nicht mehr schlafen ein! von jenem 4. Wach auch über meine Schlummer, welcher Tod Tage, Jefu, meine Zuver- heißt, aufersteh, und von ficht, daß mich feiner einst diefes Lebens Kummer fren, verklage, wenn du kömmst den schönern Morgen seh: o zum Weltgericht; daß ich dann wach ich anders auf; meiner Pflicht hier treu, schon am Ziel ist dann mein und dort unerschrockten sev. Lauf: Sorgen, die mich 5. Keinen Tag zähist du ångstlich machten, werd ich vergebens, Gott, durch den dann für Träume achten. 2. Gieb, ogo In besondern Zeiten. 2. Sieb, daß feiner mei- 2. Daß ich jest mich ner Tage, Geber der Un- frank befinde, Herr! das fterblichkeit! im Gericht ist dein Will und Rath, mich einft verklage: er sen welcher mir, als deinem ganz von mir entweiht. Auch Kinde, diefs zugeschicket noch jeht bin ich erwacht, hat; nun ich nehme es auf Dank sen deiner Güt und mich, ja, ich trages willige Macht! laß mich heilig und lich; was du pflegeft aufzu im Gegen diesen Tag zu legen, ist nicht ohne Gnad rücke legen. und Segen. 3. Daß ich nicht untröst- 3. Dieser Zag ist anges bar zittre, wenn mein leßter fangen, weil mich deine Lag erscheint; mich nich Gnad erhält. Las mich Höllenangst erschütire, wenn auch das End erlangen, mein Freund nun um mich wenn es dir, mein Gott! weint: o! so lindre mir die gefällt. Lindre mir so Pein, laß mein End ihm Schmerz als Noth, ach, lehrreich seyn, daß ich ihn mein Vater, Herr und zum Himmel weise, und Gott! Jesa, meiner See dich, Herrn des Todes, len Sonne! schenke mit preiſe. heut Troft und Wonne! 4. Doch, dein Wille soll Morgenlied eines Kranken. geschehen, Herr! dein Wille Mel. Werde munter mein zc. nur allein. Wie du willst, 622.3 ch quch, sind so soll mirs gehen, so will gleich matt die ich zufrieden seyn. Ich will Glieder, sehe nach vollbrach- leben, wenns dein Will, ter Nacht nun die Morgens auch im Tod halt ich dir still, fonne wieder, welche alles ich will mich zum Tod und munter macht; darum fang Leben dir hiemit, mein ich freudig an, so viel ich in Gott! ergeben. Schwachheit kann, diesen 5. Gegne meine Arge Tag mit Beten, Singen und neyen, stärke mich je mehr mit Andacht zuzubringen. und mehr, laß dieſelbe mir gee Des Abends. 591 gedeihen, Herr! zu deines der Roth, die Berkürzung Namens Ehr: hór in Gna meiner Plage, durch Gden mein Gebet, wenn ich nefung oder Tod, Herr! glaubig vor dich tret, daßid die überlaß ich dir, wie dich im Glauben faffe, und ou willst, geschehe mir. mich fest auf dich verlaffe. Din bin ich mit Leib und 6. Bater! auch an die Seele, du bists, dem ich fem Tage bleibe ben mir in mich befehle. 4. Des Abends. M. Jefu deine heilge Wundenic. det ha:! Deiner Wunder 623, erde munter sind zu viel. Wer ist, der mein Gemüsermessen will, wie du deine the, du mein Geift erwach Welt regierest? wie du deis in mir! preise deines Gottes ne Menschen führest? Güte, unvergeglich sey fie 4. Dieser Tag ist nun dir! rühme es und denke vergangen, und die stille nach, wie er auch noch die- Nacht bricht an. Mit insen Tag mich genährt und brünftigem Berlangen fleh unterstüßet, mich erfreuer ich dich, mein Vater, an: und beschüket. sen mir gnädig und verleih, 2. Lob und Dank sen dir daß mein Herz versichert gefungen, Vater der Barms sey deiner Huld, die Froms herzigkeit! was ich vornahm, me schüßet, wenn dein Zorn ist gelungen, du hast mich auf Sunder bliget. von herbem Leid, in Gefah. 5. Herr, verzeihe mir aus ren mancher Art, heute vá Gnaden alle Schuld und terlich bewahrt, manche Misset hat, du, der keinen, Freuden mir verliehen, und der beladen zu dir kam, vers versüßet meine Mühen. worfen hat, nicht den Tod 3. Gott, ich kann nicht der Sünder willst, sondern ganz verstehen, wie viel dei- den mit Troft erfüllst, der ne Güte that, noch das alles bugfertig undmit Beten wird überseben, was sie abgewen zu deinem Throne treten. 6, Bin 592 In besondern Zeiten. 6. Bin ich von dir abge- mir, daß mich, Herr, mein wichen, Herr, da ist mein Heil, von dir und von jenes Herz aufs neu! stärk michiebensFreuden auch der Tod den Veränderlichen, daß ich nicht werde scheiden. fünftig treuer sey: daß mir 10. Las mich diese Nacht deine Baterhuld schenkt so genießen eine fanft und füße manche Günden Schuld, Ruh: wenn sich meine Au soll mich mehr zum Hag der gen schließen, Ewiger, dann Sünden, mehr zu bernerlieb wache du! Laß in deine Gnas entzünden. den- Hut seyn mein Leben, 7. Du, o Retter meiner Saab und Gut, meine Seele, Stifter meiner Se- Freund und Hausgenossen, ligkeit, bist es, dem ich mich zur Bewahrung, empfehle auf die ganze Pil- schloffen. einge: gerzeit. Blicken soll mein II. Uch, laß uns nicht Geist in mir auf zum him banges Schrecken, nicht der mel, auf zu dir; schauen, Räuber Uleberfall, aus der wenn es um mich trübe, in fanften Ruhe wecken! wen die Tiefen deiner Liebe. de jeden schweren Fall; 8. Schäßen, über alles schuhe uns vor Fenersnoth, fcházen, will ich deiner Huld und vor einem bösen Tod; Genuß; auf dich mein Ver- keinen lag in Sünden sier: trauen feßen, wenn ich hier ben, noch an Leib und Seel noch leiden muß; ich, erleuch- verderben. tet durch dein Licht, fürchte 12. O du großer Gott, Todesnächte nicht, und kann erhöre, was mein Herz bes mit gelaßnem Herzen Leiden gehret hat! Jefu, schenk mit dieser Zeit verschmerzen. und gewähre, was ich jetzt 9. Froh kann ich die An- im Glauben bat! Geist gen schließen, ohne Kummer der Gnaden, Gottes Geist, schlummern ein: wenn ich der du Fromme gern er lauter im Gewiffen, wenn freuft, höre dies meinsehn vor dir mein Herz nur rein. lichs Flehen. Amen! ja, Stärke dann den Trost inles wird geschehen! Mel Des Abends. 503 Mel. Nun ruhen alle Wälderic. von B schwerden, vomElend 624.Nan ruher in den dieser Erden am Abend meis Wäldern, in nes Lebens frey. Städten, auf den Feldern 6. Nun geht, ihr müden ein Theil der müden Welt! Glieder, geht hin und legt ihr aber, meine Sinnen, ihr euch nieder, ruht wie ein follt das Lob beginnen deß, Wandrer thut. Man wird der die Welt schuf und er- nach kurzen Zeiten euch eihält. nen Ort bereiten, wo ihr, 2.Die Sonn ist unter- ohn Arbeit, långer ruht./ gangen, und ihres Lichtes 7. Die Augen stehn vers Prangen erfreut das Aug droffen; wer wacht, wenn jest nicht: doch eine andre sie verschlosfen? wer schüßt Sonne ertheilt mir grögre den Leib und Geist? Gott Wonne; denn Jesus ist schüßet sie aus Gnaden, bemein Lebenslicht. wahret sie vor Schaden, er, der allmáchrig ist und heißt. 8. Laß du vor allem Leide, von Sternen den Himmel o Jesu, meine Freude, mein prachtig macht: so ist nach Lager sicher seyn! dann will meinem Sterben auch mir, ich, Herr, dir singen, mich als Himmelserben, derGlanz selbst zum Opfer bringen, des Himmels zugedacht. dir Reden, Thun und Dens ken weihn. 4. Der Leibesruh zu pfle gen will ich das Kleid able. 9. Auch euch, ihr meine gen, das Bild der Sterblich- Lieben, erschüttre kein Bez Feit: sie zieh ich aus; dage trüben, kein Unfall, noch Ges gen wird Christus mir anefahr! schlaft ruhig bis legen dereinst das Kleid der Morgen! der Herr wird zum Herrlichkeit. für euch sorgen, der immer 5. Es seyern Haupt und unser Helfer war. Hände, da dieser Tag zum In voriger Melodie. Ende, und Sorg und Müh 625, Der Tag hat fich vorbey: mein Herz wird geneiget, der Pp boge 3. Wie nach der Sonn Entfernen ein glänzendHeer 594 In besondern Zeiten. hohe Himmel zeiget diel 6. Will künftig noch an Herrlichkeit der Nacht; in Sünden mein Herz Gefallen jener blauen Ferne erzählen finden, so zeig mir, wie die tausend Sterne des Schd- Welt mit ihrer Luft verges pfers Majestát und macht. het, und wie nur der beste: 2. Der Herr versäumet het, der deines Wortes Vors Feinen. Der fernen Welt schrift hält. zu scheinen, rief er der Con- 7. Ich kann geruhig nen ist. Uns decken Fin schlafen; denn von der Sán sternisse; doch ohne Kúm- den Strafen hat mich mein merniffe ruhn wir, da Gott befreyt. Wenn Un seine Hand uns schüßt. glückswetter stürmen, will 3. Auch hier in meiner mich mein Gott beschirmen: Stille wohnt Gott mit fei- was fehlt noch meiner Se ner Fülle, mit seiner Gegen ligkeit? wart; er siehet auf mich 8. Soll dann der Schlaf nieder, und jeden meiner zum Leben mir neue Kráfite | Brüder, nach seiner Huld geben, so will ich Gott es und Baterart. 4. Sey, Gott, fen hochgepriesen, der du mir haft er wiesen so viele Hulo auch weihn: soll er mein Leben enden, so wird er mich vollens den, und auch mein Gott im Zede seyn. heut. Sey, was du warst, Mel. Nun ruhen alle Wälder i. noch weiter, mein Schus 626. und treuer Leiter in dieser Nacht und allezeit! err! der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, did 5. Denk nicht der Schuld bet ich kindlich an: ich bin der Jugend, wenn ich oft, viel zu geringe der Freu, statt der Tugend, die Sünde die ich befinge, die du bis reißend fand: durch Jesusher an mir gethan. Chrifti Gnade wird dieses 2. Mit dankendem Ge Irrthums Schade, in wah, müthe freu ich mich deiner rer Buße, abgewandt. Gute; ich freue mich in dir. Ogieb mir Kraft und Stär fe; Des Abends. 595 ke; Gedeihn zu mein m/ durchlebter Zeit; wer ich, Werte, und schaff ein reines wenn sie einft kommt, auch Herz in mir. sey, ein Sünder, oder Gott 3. Gott, welche Ruh der getreu. Seelen, nach deines Worts 3. Da wall ich hin, da Befehlen einher im Leben wartet mein das Anschaun gehn; auf deine Güte hoffen, Gottes oder Pein. Ach im Geist den Himmel offen, Gott, mein Heil und mein und dort den Preis der Vertraun, lag mich dein sez Treue fehn! lig Untlig schaun! 4. Jch weiß, an wen ich 4. Du träufelst auf die glaube, und nahe mich im Müden Ruh; und wenn Staube zu dir, o Gott, mein wir schlummern, wacheft du. Heil! Bin ich der Schuld Doch wie viel Seelen wallen entladen, und nur ben dir nicht im Schlummer hin vor in Gnaden, so ist im Him- dein Gericht! mel auch mein Theil. 5. Wie gar nichts sind 5. O leire mich im Se wir Herr, vor dir; gleich gen dem grofen Siel entge- Blumen blühn und welken gen, dahin dein Wort mich) wir: doch dauert unsre Miss weift. Mein Leben und ferhat, die deinen Zorn ents mein Ende ist dein; in deine zündet hat. Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. 6. Ich zittre, Herr, und mein Gebein durchängstet Mel. Vor deinen Thron ic. dein gewaltig Dráun! denn 627.23 Sie einGeschwan denkst du ins Gericht zu des Tags ver: gebn, wer kann, wer kann fließt die Zeit, die mir ver- vor dir bestehn? lieben ift. Sie rauscht vor: 7. Uch, zúrne nicht auf ben, schnell als ein Bach; deinen Knecht, und Gnade, und dein Gericht, Gott, Gnao ergeh für Recht! folgt ihr nach. Versöhner, Gottes, Sohn, 2. Die Ewigkeit, die mein Heil, sey meine Sus Ewigkeit ergreift mich nach flucht, sey mein Theil! Pp 2 8. Daß 596 In besondern Zeiten. 8. Daß ich muß sterben, ihn, meinen Gott, gepriesen? lehre mich! dann fürcht ich mir und der Welt genüßt, nichts so sehr als dich; dann und jeden Dienft gethan, leb und sterb ich dir allein, weil ihn der Herr gebot, und bin im Tod und Leben nicht, weil mich Menschen dein. fahn? 9. Jch fürchte nicht, von 4. Wie hab ich diesen die bewacht, den Pfeil des Tag mein eignes Herz res Tags, das Graun der Nacht; gieret; hat mich im Stillen ich zittre, wenn der Tod oft ein Blick auf Gott kommt, nicht: denn Gott ist gerühret? erfreut ich mich meine Zuversicht. M. O Gott, du frommerGott zc. 628, in in Tag ist wie des Herrn, der unser Flehn bemerkt?, und hab ich, im Vertraun auf ihn, mein der hin! und Herz gestärkt? dieser Theil des Lebens, wie 5. Dacht ich bey dem Ges ist er angewandt? verstrich muß der Güter dieser Erden er mir vergebens? hab ich an den Allmächtigen, durch mit allem Ernst dem Guten den sie sind und werden? nachgestrebt? hab ich viels verehrt ich ihn im Staub? Leicht nur mir, nicht meiner empfand ich seine Huld? Pflicht gelebt? trug ich das Glück mit 2. Wars in der Furcht Dank, den Unfall mit Gedes Herrn, daß ich ihn ange: dulo? fangen? mit Dank und mit 6. Und wie genoß mein Gebet, mit eifrigem Ber: Herz des Umgangs füsſe langen, als ein Geschópfvon Stunden? fühlt ich der Gort, der Tugend mich zu Freundschaft Glück? sprach weihn; und züchtig, und ge- ich, was ich empfunden? recht, und Gottes Freund war auch mein Ernst noch zu ſeyn? fanft, mein Scherz noch 3. Hab ich in dem Beruf, unschuldsvoll? und hab ich den Gott mir angewiesen, nichts geredt, das ich bes durch Eifer und durch Fleißlreuen soll? 7. Sab Des Abends. 597 7. Hab ich die Meinigen m. O Jesu du mein Bräutig.zc. durch Sorgfalt mir ver- 629.3" u fo viel Tagen, pflichtet, sie durch mein Beydie mir schon fpiel ftill zum Guten unter von meiner Prüfungszeit richtet? war zu des Mit- entflohn, stürzt sich auch leids Pflicht mein Herz nicht dieser, den ich heut durch. zubequem? ein Glück, das lebt, ins Meer der Ewigkeit. andre traf, war das mir angenehm? 2. Gott, dessen Auge mich bewacht, Gott weiß, wie ich 8. War mir der Fehltritt ihn zugebracht: was ich ges leid, so bald ich ihn began- dacht, geredt, gethan, sah er gen? bestritt ich auch in mir genau und merkt es an. ein stråfliches Verlangen? 3. O Seele, fordert er und wenn in dieser Nacht dich nicht um diesen Zag Gott über mich gebeut, bin einst vors Gericht? hängt ich, vor ihm zu stehn, auch nicht dein Loos in Ewigkeit willig und bereit? auch mit von diesem Punkt 9. Gott, der du alles der Zeit? weißst, was könnt ich dir 4. Der Tod vollendet verhehlen? ich fühle täglich mich vielleicht, eh diese noch die Schwachheit mei Nacht dem Morgen weicht, ner Seelen. Vergieb durch und führet mich, wie ich hier Christi Blut mir die ver- bin, vor Gott, vor meinen leßte Pflicht; vergieb, und Richter, hin. gehe du nicht mit mir ins Gericht! 4. Wie bebt, wie klopft mein Herz in mir! Gedan10. Ja, du verzeihest dem, ke, wie erschrickts vor dir! den seine Sünden kránken;" Der Tod vollender mich du liebft Barmherzigkeit, vielleicht, noch eh die und wirft auch mir sie schen: acht dem Morgen ken. Uuch diese Nacht bist du weicht!" der Wächter über mir: Leb ich, so lebich dir: sterbich, so sterb ich dir. 6. Vor einem böfen schnellen Tod bewahre gnädig mich, o Gott; zur Pp3 Beffe: 508 In befondern Zeiten. Besserung, zur Frómmig- Baterband, mein dir gekeit gieb, mein Erbarmer, weihtes Herz empfand so mir noch Zeit. manche fromme Freude. 7. Erbóre våterlich mein 3. Für jeden sanften Flehn: las mich den Morgen Trost, den ich auch heute wiedersehn. Verkürze meine noch geschmecket, für jeden Tage nicht, führ nicht so bald Trieb, mit dem du mich zur mich ins Gericht. Frömmigkeit erwecket, für 8. Von allem bösen Vor: das, was ich als Christ ges fahrein will ich dir ganz mein dacht, mir vorgenommen und Leben weihn. Kein Zag foll vollbracht. sey, Vater, hoch Fünstig mir entfliehn, es gepriesen! segne denn dein Beyfall ihn. 4. Vergieb, wo ich noch 9. Von dir bewacht ent strafbar bin, und laß mich schiaf ich nun: laß mich in Gnade finden. Dein Geist fanfter Stille rubn. Mein verbegre meinen Sinn, und erst Gefühl nach meiner Ruh reinge mich von Sünden. sen mein Gelübde, Gott, So lag mich ruhig diese fen du! Nacht, von deiner Güte, Gott, bewacht, und frey von Mel. Gey Lob und Ehr ic. 630, Mi Preis und Schrecken, schlafen. Danke nahich 5. Auch bitt ich, bester mich, dir, Gott, und falle Bater, dich: bewahre du nieder vor dir, der mir die Meinen; beschüße alles erzeiget sich als Vater heute väterlich, und tröste die, so wieder. Viel mehr, als ich weinen; gieb allen Kranken crzählen kann, hast du mir sanfte Kuh, die Sterbenden heute Guts gethan: wie erquicte du, und laß sie sanft soll ich, Gott, dir danken! entschlafen. 2. Du hast mich heute vå- Mel. In dich hab ich gehoffet. terlich gespeifet und getrán: 631.preift, Gott alle Gúte sev ket, beschüßet in Gefahren mich, zum Guten mich ge- Bater, Sohn und heilger lenket. Mich führte deine Geift! ihr bin ich zu gerin ge. Des Abends. 599 ge. Vernimm den Dank, 2. Sht hoff ich noch aufs den Lobgefang, den ich dir zuwachen aus dem Schlaf, kindlich finge. für diese Zeit. Lehr mich 2. Du nahmst dich mei- doch, mich fertig machen, ner herzlich an, haft Großes Bater, zu der Ewigkeit! heut an mir gethan, mir daß ich, Wanderer, dann sey mein Gebet gewähret; haft wohl bereitet, leicht und frey våterlich mein Haus und von den Banden dieser Erde; mich beschüßet und genahret. wenn ich abgerufen werde. 3. Herr, was ich bin, ist 3. Gerne laß den Tag dein Geschenk; der Geist, mich sehen, der als Retter mit dem ich dein gedenk, ein mir erscheint. Wenn mit unruhiges Gemüthe; was ich erhörtem Flehen, wer mich vermag bis diesen Tag, ist liebet, um mich weint; o alles deine Güte. dann stårke so mein Herz, 4. Sen auch, nach deiner daß ich meiner Lieben Lieb und Macht, mein Schus Schmerz, voll von deines und Schirm in dieser Nacht, Namens Preise, still', und vergieb mir meine Sünden. fie gen Himmel weise. Und kommt mein Zod, Mel. Befiehl du deine Wege ic. o Herr, mein Gott, so laß 633. Herr, es gefcheh mich Gnade finden. dein Wille! der Körper eilt zur Ruh; Mel. Werde munter mein c. es fallen in der Stille die 632.S( ink ich einst in müden Augen zu. Erlaß jenen Schlum mir Schuld und Strafe, mer, Todesruh, in deine daß ich, von Sünden rein, Nacht, aus dem keiner mehr zum Tode, wie zum Schlas zum Kummer, der im Herrn fe, bereitet moge seyn. entschlief, erwacht: o dann schlaf ich anders ein; weg aus dieser Lebenspein eil ich hin zu deren Hütten, die, nun selig, einst auch litten. 2. Laß fern von Schreckens bildern und wilder Träume: rey, die Seele sich nichts fchil. dern, was ihrer unwerth sey! Laß frey von eitlen Sorgen p 4 mich 600 In besondern Zeiten. mich wieder auferstehn, und 3. Wie unwerth sind wir, an die Zugendúbung mit Bater, beiner Treue! fich neuen Kräften gehn. unser Herz! es fleht zu dir 3. Doch, wenn der To-( voll Reue. Ach, laß es uns desschlummer für mich in vor dir im Glauben stillen, dieser Nacht den Freuden, um Chrifti willen. samt dem Kummer, ein 4. llns wohlthun, ist dein schnelles Ende macht; dann göttliches Vergnügen. Du, starf mich, wenn der Schrek Bater, schirmst uns, wann ken der letzten Stunde wir húlflos liegen, und, wie droht. Du wirst mich ja entfeelt, umhüllt von Fine erwecken; ein Schlaf nur sternissen, von uns nichts ist mein Tod. wiffen. 4. Dein Heil hab ich ge: 5. War dies für uns der fehen; im Frieden fahr ich leste Tag auf Erden; foll pin, weil ich beym Auferste: unser Schlaf ein Todesz hen in deinem Reiche bin, schlummer werden? dann Wohl dem, der bis ans Ende weckst du uns, die wir uns sich als ein Christ erweist! dir ergeben, zum bessern Mein Gott, in deine Hände Leben. befehl ich meinen Geist! 6. So legen wir getroft Met. Herzliebster Jesu, was ic. zur Ruh uns nieder. Sehn 634.& ntflohen sind wir erfreut die Morgenfonne auch dieses Ta- wieder; bann preisen wir, ges Stunden, an dem wir mit heiterem Gemüthe, des noch das Lebens Glück em Hóchsten Güte. pfunden; mit frohem Dank lagt uns den Herrn erheben, durch ben wir leben! Abendlied eines Kranken. M. Jefu, deine heilgeWund. 2. Des Lebens Müh und 635.Arzt des Leibes, Elend zu versüßen, giebe uns Trost der See: der Herr viel Freuden zu gelen, Jesu! hór mein Dank, nießen, und welche Güter lied an: ich will deine Huld schenkt er unsern Seelen! erzählen, die du heut an mit wer kann sie zählen? gethan: Zur Tischzeit. 601 gethan: durch sie, die mich soieje Nacht vom Schlaf hebt und trägt, ist der Tag aufwecken; ach! so denke zurück gelegt. Deine Krafi was ich bat: Tod und hat mich erquicket, daß Sterben scheu ich nicht, der Schmerz mich nicht er wenn es felig nur geschicht. sticket. Dir hab ich nicht vorzus 2. Dein erbarmendesGe: schreiben: du wirst mein, ich müthe, hat mich Kranken dein verbleiben. wohl bedacht, Jesu! deine 5. Laß mich nicht in Lieb und Güte schüße mich Sünden sterben: nimm die auch diese Nacht. Leg mir Seel in deine Hand, mache nicht mehr Schmerzen zu, mich zum Himmels Erben, gieb den schwachen Gliedern führe mich ins Vaterland. Ruh. Bleib, Herr! es will Jefu! lag mich auf mein Abend werden, ben mir; Flehn einst ein selig Ende mindre die Beschwerden. sehn. Bringe mich, nach 3. Laß, Herr, mich und diesem Leiden, in das Reich auch die Meinen deiner vollkommner Freuden. Treu empfohlen seyn; weck 6. Ach! wann werd ich uns wieder, als die Deinen, dich erreichen, du von Gott wenn der Sonnen Licht und gesehtes Ziel! Sterbend will Schein aus des Schlafeslich auch nicht weichen, wenn finstrerGruft uns, dirDank, mir gleich der Muth entfiel; zu opfern, ruft! Soll ich stårkt mich, Herr! dein lánger hier noch leben, so theures Wort, und zeigt will ich dein Lob erheben. mir den frohen Ort, wo 4. Doch soll mich dessich, nach dem Kampf auf Lodes Schrecken, Herr Erden, ewig soll erquicket nach deinem weisen Rath, werden. 5. Zur Tischzeit. Mel. Nun fich der Tag ic. náhrt, wird uns durch 636, Got, was bes Fruchtbarkeit, durds Fleiß Lebens Kräfte und Glück, von dir be schert: Pp5 Nach der Mahlzeit. 602 In bef. Zeiten. schert: wir dankens dir erfreut. 6. Du machst zahllose Heerden fatt, läßt sie am 2. Durch deinen Segen Bach fich laben, reichst al haben wir auch heute unser lem, was nur Obem hat, die Brodt. Wir nehmens hin angemeßinen Gaben, thust und danken dir, bir Bater, táglich auf die milde Hand unferm Gott. und sättigest das ganze Land 3. Vernünftig froh laß mit Luft und Wohlgefallen. im Genuß und stets uns 4. Gott, deine Gaben mäßig seyn, und, schenkest wollen wir, wie uns gebührt, du uns Ueberfluß, die Ar- genießen; stets soll sich Herz men auch erfreun. Nach der Mahlzeit. und Mund vor dir in lob und Dank ergießen; auch wollen wir vergessen nicht bie Dürftigen: nach unfret Mel. Nun freut euch liebe zc. Pflicht fie kleiden, speisen, ott, bir sev laben. 637.6° t Preis und 5. Von dir, unendlich mil 2. Du lenkst die Sonn Dank gebracht, da wir verder Gott, der uns bisher gnügt gegessen. Du hast genähret, sey, was zu dies uns alle wohlbedacht und je sem Leben noth, uns ferners demijugemessen sein Theil, hin gewährer. Bewahre uns an vem er sich erquickt; sey, vor theurer Zeit, gieb Nahs Barer, der auf alle blickt, rung, Fried und Einigkeit, sen hoch dafür gepriesen! Gesundheit, Heil und Segen. 6. Laß hier schon, Gott, in ihrem Lauf, und schenfest wie gut du bist, uns täglich Thau und Regen; du thuft mehr ermessen, und welch den Schoof der Erde auf, ein Heil uns dort noch ist und tausendfachen Segen bereitet, nie vergessen. Da reicht sie uns dar auf dein schmeckt man erst, Alliebens Geheiß; wen sollte dies der, wie du beglückst, und zu deinem Preis, o Bater, welch ein Meer von Wonne nicht bewegen? lum dich fließet. 6. In 6. In den verschiedenen Jahrszeiten. Im Frühling. Mel. Vom Himmel hoch zc. welcher 638.M 603 mel. Sey Lob und Ehr zc. 639. Lobt Gott, der uns den Frühe Pracht und ling schafft, Gott, der den Unmuth wallt der Frühling Erdkreis schmůcket, der mit jest durch Feld und Wald! allmächtig reicher Kraft, wie neu belebt, wie reich ge- das, was er schuf, erquicket. schmückt ist alles, was das Der Herr erschafft, der Herr Aug erblickt! erhält; er liebt und segnet 2. Der Wald ist grün, die feine Welt: lobfinget ihm, Anger grün, aufdie die Heer- Geschöpfe! den weidend ziehn; die Saat 2. Das Land, das ganz er= steht aufder Flur erhöht, die storben lag, erwacht und lewir in Hoffnung ausgesät. bet wieder; es strömt an 3. Wie füffe macht die jedem neuen Tag auch neuer milde Luft der Blüthen und Segen nieder. Der Wurm, der Blumen Duft! wie reis der in dem Staube webt, zet, wie entzückt das Ohr der Bogel, der in Lüften der Bögel laut ertönend schwebt, erfreut sich seines Chor! Lebens. 4. Du, der die Welt so 3. Der Erden Untlik ist schön geschmückt, haft uns verjüngt, erheitert glänzt mit einem Geift beglückt, der der Himmel; Gebirg und dich erkennt, und froh em- Thal, und Wald durchdringt pfindt, wie herrlich deine ein freudiges Getúmmel: Werke find. und voll Erbarmen schaut 5. Dafür, Herr, preis herab, der allen Wesen Les ich dich erfreut, und jauchze, ben gab, auf seiner Schödaß nach dieser Zeit dem, pfung Werke. der dich liebt, durch Jesum 4. Doch fühllos nur und Chrift, ein ewig Glück be: unbeseelt sind Auen und Ges reitet ift. filde; auch sind die Thiere nicht In besondern Zeiten. 604 nicht erwählt zu deinem Ebenbilde. nur freuet deiner ſich); kennt, 640 Allgütiger, dein fühler und empfindet dich; Segenswort and hofft ein ewig Leben. erweiset sich noch fort und 5. Du rufft die Wolken fort auf unsrer Erde kråfin das Land und stillst den tig; noch macht dein Ruf Durft der Erde, daß mit das, was er schuf, zu unserm den Gaben deiner Hand der Wohl geschäftig. Mensch gesegnet werde; du 2. So segne denn durch machest Regen, Thau und deine Hand die Saat, die Wind, die deiner Allmacht wir jest streun ins Land, mit Boten sind, zu unsrer Freu- Wachsthum und Gedeihen; mein Gott, laß fie, nach Sorg und Müh, uns laben und erfreuen. de Quellen. Zur Saatzeit. Der Mensch Mel. In dich hab ich gehoffet ic. 6. Selbst, wenn, vom Donnersturm bedráut, er3. Ben aller drohenden schrockne Lander zittern; Sefahr bewahr sie, laß das strömt Stärkung, Segen, Fruchtbarkeit aus schwarzen Ungewittern. Dann bricht die Sonne neu hervor, und alles jauchzt zu dir em por, vor dem die Wetter schweigen. ganze Jahr uns deine Güte zeigen, daß unser Dank und obgefang mag froh zu dir aufsteigen. 4. An diesem Saamen hab ich hier ein lehr- und troftreich Bild vor mir. 7. Von dir kömmt, was Bey Sturm und trüben uns hier erfreut, du Brunn- Zeiten erhebt er sich: ſo quell aller Gaben! dort übst du mich, Gott, auch wirst du uns mit Seligkeit durch Kreuß und Leiden. in reichern Strómen laben. 5. Wie dieser Saamen Wohl! wohl den Men fast verdirbt, im Schooß der fchen, die schon hier sich Erde gleichsam stirbt, um dir ergeben, und einst dir sich neu zu erheben: so führst in Chrifto freudig sterben! du, Gott, uns durch den Tod Im Frübling und Sommer. Tod dereinst ins beßre Leben. 605 Im Sommer. M. Wer nur den lieben Gott zc. 6. Laß dieſen herrlichen 642 Rund um uns her Gewinn mir alle Arbeit und ist nichts als Bemühn erleichtern und ver Freude und fröliche Zufriefüffen; er mach mein Herz denheit; wie schön ist diegetroft im Schmerz, und wa ses Weltgebäude für uns chend mein Gewissen! zum Wohuhaus eingeweiht: gelobt sey Gott! Hallelluja! In jedem Werk ist er uns nak! 7. Ja! mach, mein Leben dir zu weihn, und guten Saamen auszuftreun, recht em 2. Dort prangt die Flur sig Herz und Hände; so im bunten Kleide und lockt årndt ich einst, wenn du erscheinst dort Freuden ohne Seht, in dem Bogel hüpft die Welt zur Munterkeit. Ende. die Freude, aus ihm singt Lernt, die Bufriedenheit. M. Liebster Jesu wir find hier ic. Menschen, lernt hier eure err, du Schö- Pflicht: freut euch; vergeßt pfer der Natur, nur Gottes nicht! 641. H laß die Saat, die wir aus- 3. Die Rosen prangen, uns ftreuen, fich erheben auf der zu schmücken; uns blüht der Flur, und zu reicher Frucht Blumengärten Pracht; der gedeihen, die im Unblick Menschen Auge zu entzücken, schon entzucke, und einst im hat sie der Herr so schön geGenuß erquicke. macht. Olernet, Menschen, 2. Was wir einfach dankbar feyn; lernt Gott streuen hin, giebst du man- vertraun, euch seiner freun! nigfaltig wieder. Dankbar 4. Dort, uns zum Bes dir, für den Gewinn, wollen sten, sammeln Bienen den wir auch arme Brüder gern süssen Saft der Blumen ab; von deinem Segen speisen, und dort spinnt sich, uns auch) und durch Frömmigkeit dich zu dienen, der Seidenwurm preisen! fein eigen Grab. Wie herr: 606 In besondern Seiten. herrlich hat uns Gott be Berg und Thal mein Aug' dacht, wie alles wundervoll und Fuß. gemacht! 7- Ja Bater! jeder Grase 5. Selbst Felsen, die so halm zeuget von deiner traurig scheinen, sind dir, o Freundlichkeit und Gut! zur Mensch, zum Dienst ge- Saat, die sich zur erndte weiht; die Quelle tröpfelijneiget, gieb ferner Gegen, aus den Steinen und mit und behút, bey aller dro: der Quelle Fruchtbarkeit. henden Gefahr, die Früchte Der Baum beut seine Frucht auch in diesem Jahr. dir dar. Nimm, Mensch, 8. Laß uns zu rechter der Güte Gottes wahr! Zeit erfreuen Wind, Regen, 6. Das Korn vergolder Than und Gonnenschein; nun die Felder, die Lehren dann sammeln wir, durch find von Segen schwer. Es dein Gedeihen, auch deiner grünen Wiesen, Gårten, Hand Geschenke ein: und Wälder, in Thal und Hó. jeder Mensch, in jedem Land, hen um uns her. Es fühlt preift deine milde Vater: des Gegens Uleberfluß, in hand! Vor und bey der Aerndte. M. Wer nur den lieben Gott ic. nem fehlen: du forgft für 643. Gott, von dem aller Wohlergehn; du öfneſt wir alles ha deine milde Hand, und nähe rest uns und jedes Land. ben, was uns belebt, nährt und erfreut! wie mannig 3. Du machst, daß man faltig find die Gaben, die auf Hoffnung fået, und ends täglich deine Huld verleibt! lich auch die Frucht genießt; wer ist dir, Gott, an Stárke der Wind, der durch die gleich? wer ist, wie du, an Felder wehet, die Wolke, Güte reich? die das Land begießt, der 2. Wer kann die Men- hau, der warme Sonnens sojen alle záblen, die zu dir, stral, sind deine Diener Gott, um Nahrung flebu? allzumal. doch muß die Nothourft keis 4. So Vor und bey der Aerndte. 607 4. So wächst durch dich 4. Da steht sie num, des Menschen Speise, fo neigt sich schon zur hand des giebt ihm deine Erde Brodt; Schnitters hin; und wer und, daß er dich noch froher gesát, empfängt nur Lohn preise, giebst du ihm, milder, und herrlichen Gewinn. reicher Gott, aus Meer und 5. Gieb, daß der Früchte Fluß, aus Feld und Wald Ueberfluß nicht blos das Erquickung auch beym Un, Aug entzück; gieb, daß er terhalt. nun auch im Genuß uns 5. Nie wollen wir es, Dürftige erquick. Gott, vergessen, wie gerne 6. Und jeder, den du nähdu uns Menschen labst; bey reft, freu sich dein vollDanks jedem Mahle, das wir essen, barkeit; vermeide Misbedenken, daß du, Gott, es branch), Schwelgerey und gabst; und dich, der so viel Ungenügsamkeit. Gute verleiht, erfreun durch Dank und Frommigkeit. 7. Und jeder lebe so, daß ihn, von Erdemüh einst M. Lobt Gott, ihr Christen zc. frey, der größte, seligste Ge644. Gott, der winn, des Himmels Ruh, Hügel, Thallerfreu. Air und Feld an Früchten reich In voriger Melodie. gemacht, dir, der, was ist 645, Erhebt den Herrn, und lebt, erhält, fey Dank und Ruhm gebracht! singt ihm ere freut, der stets so milde war! 2. Es prangt die ähren- die Aerndte ist nun da, und reiche Flur, wallt wie ein beut uns ihre Schäße dar. weites Meer; doch prangt 2. Ergreift die Sichel fie so, und wallet nur durch froh und singt; von reifen dich, Allgütiger! Rórnern voll neigt fich der 3. Du öfnetest der Erde Uehern Haupt und winkt, Schoos, gabst Thau und daß man sie schneiden soll. Sonnenschein; da hob sich 3. Nur wenig Körner unfre Saat, und schoß em ftreuten wir auf unfern Ucker por in dichten Reihn. Thin; nun schenkt uns Gott fo 608 In besondern Zeiten. so viel dafür: dankt ihm ften weislich ein; bey War für den Gewinn! me, Hiße, Kält und Frost 4. Wir sind noch da, und wächst, reift und dauert haben Brodt, und ein gefundes Blut. Wer ist wie du, 3. Die kleinste deiner Herr unser Gott, so milde Kreaturen macht deine und so gut? Weisheit offenbar; man unfre Koft. 5. So lange unser Herz fiehet deiner Güte Spuren, nur schlagt, die Augen offen und deine Macht von Jahr ftehn; foll unser Herz, von zu Jahr. Es zeugt von Dank bewegt, Gott, deinen deiner Herrlichkeit auch dies ses Jahres Aerndtezeit. Ruhm erhöhn. 6. Und wenn wir einst, 4. O Bater, da und deine Unendlicher, im nähern Licht Liebe mit so viel Gaben hat dich sehn; dann wollen wir erfreut, so mehre auch in noch feuriger, Gott, deinen uns die Zriebe zur Demuth Ruhm erhöhn. und zur Dankbarkeit. Das Gute, das du uns gethan, treib uns nun auch zum Gu Nach der Aerndtezeit. M. Wer nur den lieben Gott zc. ten an. 646.Du forgst, oGott, nach Bater5. Gieb denen herzliches Erbarmen, die deine Hand Weise, vergisfest deine Kins mit Gütern füllt. Dann der nie; du giebest allem fehlt es auch den wahren Fleische Speise, du forgft Armen an demnicht, was den und segneft spát und früh; Mangel stillt; dann wird auch Bösen wirfst du Gutes die Wittwe sich auch freun, zu: wer ist so gutevoll, der Kranke mit uns dank: bar seyn. wie du? 6. Bewahr vor Raub und 2. Du tränkft das Land mit mildem Regen, erwär- Brand die Güter, die deine mest es durch Sonnenschein; milde Hand uns gab, sey du du theilst die Zeiten, wie selbst unser treuer Hüter den Gegen, zu unserm Be- und wende schwere Zeiten abi Vor, bey und nach der Erndte. 609 ab; in Ruh und Friedensklebt, ist nur ein kleiner laß uns, Gott! genießen Theil, ist kaum ein Punkt unser tåglich Brodt, in deiner Schöpfung Raum; 7. Schenk uns daben vers doch fassen wir die Wunder gnügte Herzen; Hochmuth nicht, die täglich hier dein und Geis laß ferne seyn; laß Urm verricht. uns es niemals neidisch Gott, deine Weisheit, schmerzen, wirst du auch An: Huld und macht verkündis dern mehr verleibn. Mach jeget der Tag der Nacht; sie den in dem Kleinern treu, daßlpredigt Sonnenschein und er zum Größern tüchtig sey! Sturm, des Meeres Brauz M. HerrGott, dich loben wir zc. sen und der Wurm. Wie 647.Herr err Gott, wir groß ist der Geschipfe Zahl, danken dir; wer zählt die Millionen all, Herr Gott, dich preisen wir. die hier durch Erde, Luft und Im Staube beten wir dich Meer sich froh bewegen? du, an für das, was du an uns nur, Herr, du kennest ihre gethan. Herr, Herr, All ganze Zahl, du liebst, belebst gütiger, wer ist so liebens- und nährst sie all. werth, wie du es bist! was Auch dieses Jahr hat une ist und lebt, das schufest du; ser Land gesegnet deine Va: und was du schusst, das rusticerhand! der Saame, den uns zu: unendlich groß ist wir streuten hin, schoß auf, Gott! unendlich stark ist ward herrlicher Gewinn. Gott! unendlich gut ist Du, der den Erndte Segen Gott, Jehovah Zebaoth! gab, wend allen Schaden Ja Herr, kein Sterbli- ferner ab. Gieb uns ein cher ermißt, wie groß, wie Herz voll Dankbarkeit, ein stark, wie gut du bist! die Herz, das jede Sünde scheut, Erde, die uns Menschen ein weises Herz, das nie verz trågt, das Meer, das ich gist die Erndte, die noch um sie bewegt, ist vor dir, künstig ist. Herr, der ewig lebt, ein Nicht blos für dieses Les Tropfen, der am Halme ben schuf uns deine Hand; 2.9 Dein 610 In befondern Zeiten. dein großer Ruf ruft une gleich nicht verstehen. Er läßt einst von der Erde ab und uns selbst auf dunkler Bahn dann sinkt dieser Leib ins noch Gnadenzeichen sehen; Grab. Doch, herrlich wie sein Wort verschafft uns der aufzublühen, sinkt dieser Trost und Kraft, es nennt Leib ins Grab dahin. Deinfuns Gottes Erben: wie Sohn kommt einst und hält könnten wir verderben? Gericht; die ihm hier lebten, 4. Was Gott thut, das beben nicht; sie erndten ewgelist wohlgethan; es geh nach Freuden ein. Ach laß in seinem Willen. Läßt sich es ihrer Zahl uns seyn! Amen. gleich zum Mangel an; Gott weiß ihn doch zu stillen. Er fann und will aus seiner Füll uns Unterhalt gewäh as Gott thut, ren, wenn wir ihn kindlich das ist wohlge: ehren! 648.Was than; so denken Gottes Kin der. Wenn man nicht reich: Dank für den Segen, der aus lich erndten fann, liebt er Runsten und Wissenschaften, aus Handlung und Ge uns doch nicht minder. Er werbe entsteht. Bey nicht sehr reicher Erndte. nimmt und giebt weil er uns liebt, und seine Hände müssen Mel. Allein Gott in der Höh 10. wir sters in Demuth küſſen. 649. Aus deiner 2. Was Gott das mil Segens ist wohlgethan; er nimm Hand, du Geber aller Gas der Erde Güter zurück, ebben! muß jedes Volk und man sie erndten kann, zurjedes Land des Gegens Zus Beßrung der Gemüther. Auß haben. Mit großer Uns Dankbarkeit und Mär Weisheit hältst du Haus Bigkeit und Demuth einzus und breiteft deine Güte aus, prågen; drum fehlt uns zum Besten aller Völler. Gottes Segen.cnn 2. Von dir stammt Kunst 3. Was Gott thut, das und Wissenschaft, wodurch ist wohlgethan; ob wirs die Länder blühen; du ſchent fest Im Herbst. 611 kest jedem Trieb und Kraft 6. Manch unermeßlich sich nüßlich zu bemühen in Wasserheer dringt aus dem seinem Amt, Beruf und grauen Eise, durchstreicht Stand, darin dein Rath zu seiner Zeit das Meer und ihn tüchtig fand zum Besten wird der Menschen Speiſe. mitzuwirken. Das Ungeheur der Wassers 3. Du fegnest auch des welt wird doch durch Mens Künstlers Fleiß zum Nußensschenhand gefällt zum Rußen seiner Brüder. Was er vieler Tausend. nur Gutes kann und weiß, 7. Herr unser Gott, wir das kömmt von dir hernie- preisen dich mit daukbarem der. Es fließet stets aus Gemüthe. Du fegnest uns Hand in Hand, was uns diesehr mildiglich mit Proben deine zugewandt, durch nük: deiner Güte. Geuß deinen liche Gewerbe. Segen ferner aus auf unsern 4. Du schaffst, daß Ort, auf jedes Haus, zu deis wenschlicher Verstand zurnes Namens Ehre. See die Wege findet, daß 8. Hilf auch, daß jeder reds Fleiß und Handlung Landlich sey in seinem Thun und an Land und Volk an Volk Handel, rechtschaffen, brüders verbinder. Der ånder lich, getreu in seinem ganzen Frucht, des Landmanns Wandel. Mit Lust, o Vas Schweiß, des Künstlerster, wendest du dem Lande Werk, der Bürger Fleiß deinen Segen zu, das solch wird hin und her verführet, ein Volk bewohnet. 5. Du giebst den Schiffen ihren Lauf auf Strömen und Im Serbst. auf Meeren, und hilsst dem Mel. Herr Gott, der du erf. 2c. Flor der Handlung auf, viel 650, Früh mit umwolk: zu Zur tem. Angesicht Nothdurft, zur Bequemlich geht schon die Sonne nieder, feit vertheilst du deine Gar und spät erscheint ihr schwa: ben weit durch manche Händcher Licht am trüben Himmel lungszweige, wieder. Des Jahres Schön: 2.9 2 heit 12 612 In besondern Zeiten. heit ist entflohr. Die ran- wenn es verblüht, Schuß, hen Stürme rauschen schon Beystand und Erhalter. Er durch die entfärbten Felder: trägt die Müden, er beschüßt die letzte Blume neigt iht die Schwachen, seine Rechte Haupt: des Herbstes falter stüht die nah am Grabe wan: Hauch entlaubt die schatten, fen. Gebeugt vom Alter reichen Wälder. werden wir von ganzem Hers 2. Berlaffen steht die öde zen dennoch dir, Gott unsrer Flur, entblößt von ihrem Jugend! danken. Gegen; entkräftet fichet die 5. Wohl allen, die dein Natur der Winterruh ent- Angesicht in frühen Jahren gegen. In Schaaren ab- hsuchen, die werden ihrer Ju getheilt, entfliehn die Vögel gend nicht im Herbst des Ul vor der Kält und ziehn weit ters fluchen; denn dem, wer über Land und Meere. Gott redlich sich bemüht, weil sei nimmt der Wandernden sich ner Jahre Kraft noch blüht, an, bezeichnet ihnen ihre der Zugend Frucht zu tras Bahn und fårtigt ihre Heere. gen, dem wird das Alter 3. Uns, seine Menschen, Jugend seyn, und dankbar will er hier im Winter selbst wird er sich noch freun in versorgen. Und seiner Huld seinen letzten Tagen. vertraun auch wir, die neuj wird jeden Morgen. Durch Im Winter. seine Vorsicht läsjet Gott Mel. Mir nach spricht Chriftus dem Menschen, für den Win 651. Des Jahres ter, Brodt, dem Vieh sein Schönheit ist utter, geben; und Wein, nun fort! wie traurig stehn der unser Herz erfreut und die Trifften! es stürmt ein unsers Lebens Kraft erneut, ungestümer Nord aus schwer trieft aus der Frucht der beladnen Lüften. Die Erde Reben. starrt vom Froste nun und 4. Ach! unser Leben auch ihre Nahrungskräfte ruhn. verblüht, wie ißt das Feld, 2. Wohl mir bey dieser raus im Ulter. Getrost! Gort ist, hen Zeit! ich darf vor Frost nicht Im Winter. 613 nicht beben. Mich schützt Brodt mit ihm zu theilen. mein Dach, mich wärmt Wer seiner Brüder Noth mein Kleid und Brodt erhält vergißt, verdient nicht, daß mein Leben. Auf meinem er glücklich ist. Bette schlaf ich ein und 5. Bor Tausenden bist du kann mich sanfter Ruhelbeglückt, die in der Stille freun. Flagen, da Warm und Nah3. So hats der arme rung dich erquickt, in diesen Bruder nicht, dem Brodt rauhen Tagen. O jauchze und Kleidung fehlet, den, frohes Herz, in mir, und wenn es sehr daran gebricht, bringe Gott den Dank dafür! Frost oder Hunger quålet. 6. Sich nicht auf das, Und dreyfach fühlt er feine was dir noch fehlt und mans Pein, wenn Krankheit plagtcher mehr besiket. Nein! und Kinder schreyn. auf die Noth, die andre quålt, 4. O säume, säume nicht, auf Gott, der dich beschüßzet. mein Herz, ihm liebreich zu- Ach Bater! lindre jeden zueilen. Füht seinen Jain Schmerz, und mir gieb ein mer, seinen Schmerz, deinlzufrieones Herz. B. In befondern Fällen. 1. Bey anhaltendem Regen. 2. Die Felder trauren Mel. Wo Gott der Herr nicht zc. weit und breit, die Früchte 652.Gott, du kannst leiden Schaden; sie sind von den Himmel vicler Feuchtigkeit entstellt ganz mit schwarzen Wol- und schwer beladen. Der ken decken; du fannst der Segen, den du uns gezeigt, Sonne heitern Glanz auch liegt tief zur Erde hingebeugt wieder bald erwecken: ach und scheinet zu verderben. möchtest du den Sonnen- 3. So warnest du vor fchein, nach dem wir seufzen, Mifethat; vor fündlich fibald verleihn, daß unser Landscherm Leben; hier soll, wer sich freue! dein vergessen hat, das Herz zu dir erheben. Hert, wir 243 beken 614 In besondern Fällen. bekennen unsre Schuld, ver: stets am Himmel stehen; es zeib; und sieh auf uns mit strómet ohne Unterlaß der Huld von deinem Himmel Regen in gehäuftem Maaß nieder. aus den bewölkten Höhen. 4. Gedenk an deine Ba- 3. Die Schnitter sollten tertreu, du hast uns selbst be ihre Hand zwar bald mit fohlen, daß wir mit Flehen Garben füllen, auch konnte Buß und Reu dein Antlik das so reiche Land den suchen sollen. Laß uns zu mangel völlig stillen; nun dieser trüben Zeit erquicken aber, da man freudevoll die deine Freundlichkeit, du bist reifen Früchte sammlen soll, ja unser Vater. muß sich der Tag verhüllen. 5. Gieb, daß an deinem) 4. Die Fluth ergießt sich Himmel strahl, in beitrem weit und breit, und droht Glanz, die Sonne, und laß der Saat Berderben; die uns wieder überall empfinden Frucht muß vor der Erndte: Frend und Woune; wir zeit hinsinken und ersterben. wiffen und bekennen frey, Wer kann uns retten und daß außer dir kein Helfer fen befreyn von dieser Noch, als im Himmel und auf Erden. du allein, Herr Himmels Mel. Es ist das Heil uns komm. und der Erden? 653. Du großer Gott, 5. Vor dir, der heilig der du die Welt, und gerecht, bereun wir unfre so wundervoll erbauet, so Sünden: du Herr, der alle herrlich alles dargestellt, was Dinge trågt, ach laß doch bald man pienieden schauet, den verschwinden die trübe Zeit; Wolken auch gesetzt ihr Ziel, nach unsrer Schuld vergilt damit des Wassers nicht zu uns nicht; laß deine Huld viel herab aufs Erdreich uns wiederum empfinden. fließe. 6. Wir stehn gebeugt, 2. Wir klagen dir, daß erbarme dich, erhöre unser wir die Sonn jegt kaum auf Flehen; hilf deinen Kindern blicken sehen, daß Wolken, väterlich; laß einmal stille die Verderben drohn, jekt stehn die Fluch, die ohne Un. Bey vielem Regen und nach demselben. 615 terlaß verschwemmet das 4. Gott, welche Sorgen Getraid und Gras undlagen auf uns in jenen Tas unsre Flur verödet. gen, als Regen und als 7. Erheitere den Himmel Schlossen sich auf die Flur bald, und wehr hinfort dem ergossen. Regen; es muß ja, wenn 5. Dank dir, der unser dein Wort erschallt, der Flehen, das hin zu deinen Stürme Macht sich legen. Höhen so sehnend drang, ers Gieb einmal wieder trockne höret, und Sonnenschein Zeit, damit wir, Gott, mit gewähret. Freudigkeit einsammlen deinen Segen. 6. Erhalt den Himmel heiter, und segne uns noch 8. Du Gott, zu dem voll weiter, laß uns mit froßen Zuversicht wir unser Her Händen die 2erndte ganz erheben, du wirst der Sonnelvollenden. beitres Licht uns gnådig wie 7. Wir wollen deine Güte der geben. Wir wollen dann mit fröhlichem Gemüthe, mit höchstem Fleiß dir, Bas mit unserm ganzen Leben ter, singen Lob und Preisshoch preisen und erheben. hier und in jenem Leben. 2. Nach dem Sonnenschein, 3. Bey anhaltender Dürre. Mel. Wach auf mein Herz zc. Mel. Wenn wir in böchsten zc. 654. Erschallt the Feen 655. Ach Herr, du als denlieder, sie scheint, fie strahlet wieder, Gott, es drückt uns eine ich seh sie, welche Wonne große Noth; es sinkt dabin, die lang verhüllte Sonne! es stirbt die Saat, da sie nicht Thau noch Regen hat. 2. Tas Erdreich ist wie der Abend zeigt die Sterne Asch und Staub, matt, aus: in jener blauen Ferne. gedorrt sind Gras und Laub; 2. Der Himmel ist ent hullet, mit Heiterkeit erfüllet, 3. Jauchzt mit uns, ihr das ganze Land steht jäms Gefilde, der neuen Sonnemerlich, nach Kühlung lechzt Milde, befingt des Schöpfers und sehnt es sich. Ehre, ihr alle seine Heere! 3. Er 616 te 0542 mdgn befondern Fällen. In 3. Erbarme dich, Gottspreise Gott, erhebe seine Güs unser Herr, nicht unsrer te, der dein Gebet so gnås Sünde denke mehr; um ih- dig hat erhört; sprich: rentwillen schließe du doch Herr, wer ist, wie du, so nicht die milden Hände zu. liebenswerth! 4. Erhöre unfer sehnlich 3. Du siehest, Gott, auf Flehn, send Regen uns aus der Bedrängten Flehen ers deinen Höhn, der bald er barmungsvoll von deines quick das dürre Land, das Himmels Höhen; wir haben von der Sonnen Gluch ver- kaum gebeugt vor deinem brannt. Thron die Noth geklagt, so 5. Mach unfre Felder bilfest du uns schon. feucht und weich, mach sie 4. Du siehest an das lechs an milden Früchten reich; jzende Gefilde, und wässerstes erquick uns nach der dürren so gnådig und so milde; du Zeit, du Gott, der Mensden giebst Befehl, daß sich die gern erfreut. Wolkenfluth ergießen soll, 6. Erhör uns, Herr, von wie sie es jeko thut. deinem Thron, wir bitten 5. Ein Tropfenstrom, ges dich durch deinen Sohn, trieben von dem Winde, ers und wöllen deine Gütigkeit gießet fich und neht die dürs mit Dank erheben allezeit, ren Gründe: und unser Feld, das so erstorben schien, lacht und steht jekt so neu belebt, 4. Nach dem Regen. Mel. Der Tag ist hin ze. so grün. 656. Bereite dich mein 6. Herr, unser Gott, wer Herz, aus allen ist dir zu vergleichen? wer Kräften, entzench dich jetzt gab von seiner Macht uns den irdischen Geschäften, ers solche Zeichen, wie du, greif dein Saiten spiel mit fro. Gott? dir muß der Son her Hand und singe Gott dein nenschein, Wind, Regen, Lied, von Dank entbrannt. Blik sogleich gehorsam seyn. 2. Schwing dich empor 7. Nun, höchster Herr, mit fröhlichem Gemüthe, und wir preisen deinen Namen; wit Ben Gewittern. 617 wir danken dir, daß dul 3. O Güte, welcher nichts Gras, Frucht und Saa- wie nichts der Allmacht men, zu rechter Zeit mit Res gleichet! o Weisheit, die gen hast erquickt, und kein Sinn der Sterblichen schaffst, daß dann die Sonne erreichet! ach möchten wir wieder blickt. es doch in froher Ehrfurcht 8. Auch bitten wir: befehn; die Größe deiner glück mit deinem Segen uns Huld, in Wettern selbst, fernerhin auf allen unsern verstehn. Wegen; laß uns mit Dank, 4. Denn wenn die Wete in Ruh und ungekränkt ges ter gleich Luft, Erd und Meer nießen das, was deine Huld erschüttern; so darf ein uns schenkt. frommes Herz daben nicht ångstlich zitteen. Christ, 5. Bey Gewittern. siehst du Gottes Macht; so Mel. O Gott du frommer ic. denke froh daben, daß sie fo 657. Höchster, dessen furchtbar groß zu deinem Kraft, Luft, Schuhe sey. Meer und Erde tråget; der 5. Gewiß, du ehrst Gott Erde, Luft und Meer durch nicht, wenn du, als Sklave, einen Wink beweget; ich bebest und bey des Donners traue deiner Git und ehre Schall in lauter Hengsten deine Macht, selbst wenn ben schwebest. Es liebet Gott Sturm und Blig dein Don an uns zwar Ehrerbietigkeit, ner schreckend kracht. jallein auch Zuversicht, und 2. Du führest väterlich, Glaubens: Freudigkeit. der Saat zum reichen Se 6. Und sollte dieser Sturm gen, in Wolken über uns die etwa Schaden bringen; den oft gewünschten Regensfo suche christlich stark den durch Wind und Wetter her, Unmuth zu bezwingen. Gott machst durch der Blikeists, der es verhängt; und Brand die Luft von Dünsten was er läßt geschehn, ist rein, und tränkst das dürre weise und uns gut, wenn Land. wirs gleich nicht verstehn. 7. Doch 2.9 5 618 In besondern Fällen. 7. Doch weil so fester 11. Ben drohender Ge Muth in unsrer Macht nicht fahr, bey Donner, Blik und stehet, und man sich nur Stürmen, laß deine Lieb und durch dich zu dir, o Gott Macht uns, deine Kinder, erhöhet; so flehe ich zu dir, schirmen. Vor allen aber der alles Gute schafft: gieb gieb, wenn die Gefahr vors mir, dir zu vertraun, selbst ben, daß dir nun jedermann Freudigkeit und Kraft. recht herzlich dankbar sey. 8. So oft wir bliken sehn, Mel. Lobt Gott, ihr Christen tc. ſo oft wir donnern hören, 658. Es donnert! Gott, laß uns durch Ehrfurcht dich, wie schrecklich doch auch durch Hoffnung ist des Himmels Wetters ehren. Hat Deine Güte nacht! es blißt, es donnert! schon den Blik hervorge- Gott, du bist! und groß ist bracht; so ist fein Strahl deine Macht! doch auch ein Zeichen deiner Macht. 2. Der Donner Gottes schallt ins Ohr des Sünders; 9. Was ist, das dir dein und er zagt; hebt zitternd Nichts mehr fühlbar machen kaum sein Aug empor, weil könnte, o Mensch, als dieser sein Gewissen sagt: Sturm emporter Elemente? 3. ,, Den, der dich schuf, Er predigt, Sterblicher, der ernährt und schützt, dich vås oft so trokig ist, mit lautersterlich umpfing, den Gott, Stimme dir: wie schwach, der nun am Himmel bligt, wie klein du bist! den bieltest du gering." 10. Gott, der die Wolken 4. ,, Gott keunt dein Herz, lenkt; erbarme dich ausjer weiß dein Thun, er, der Gnaden; deck uns mit dei: die Menschen wägt;-was ner Hand, und wende allen bist du, wenn sein Bligstraßl Schaden; gieb, daß der nun dich schnell zu Boden Feuerstrahl, der Wind, der schlägt?" Schlossen Heer nicht Men 5. Verschone, geh nicht schen, Wohnung, Vieh, ins Gericht mit Sündern noch unsre Flur versehr. diesmal, Gott! du bist barm: perzig, Bey Gewittern. 619 herzig, liebest nicht der Mel. Wer nur den lieben Gott Sünder schnellen Tod. 659.Du u bist es, Gott, der aus dem 6. Vielleicht daß noch ihr sichres Herz erwacht, und Wetter mit uns so majeſtå: feine Schuld vor dir bekenntstisch spricht, und außer dir mit Reu und Schmerz; ist kein Erretter, kein Helfer, drum trage noch Geduld. kein Beschüßzer nicht; nur 7. Vor deines Gottes du, durch den die Donner Majestät erzittre nicht, odraun, fannst tódten und Christ; wenn er in Donner auch Schuß verleihn. wolken geht, und um sich Blike schießt. Hand 2. Wer kann sich deiner entziehen? du bist 8. Der Blitz des Herrnluns allenthalben nah. fährt wunderbar von seinem Wollt ich in tiefe Höhlen Wolken- Thron; trifft nur, fliehen: so bist du auch in wenn Gott will; frůmmt Tiefen da. So will ich dann kein Haar, wenn Gott ihmu dir selbst hin, in deine ruft: verschon! Baterarme fliehn. 9. Sprich, Christ: wenn 3. Verschone mich erbars Gott mich tödten will, gemend, schone, vergieb mir recht ist sein Gericht! er ist gnådig alle Schuld; umfaß der Herr, erwarte still, und in Chrifto deinem Sohne laß im Tod ihn nicht! mich, Gott, mit deiner Ba 10. Des Donners Schö- sterhuld; dein Geist versichre pfer ist mein Freund; wenn meinen Geist, daß du durch er mich schnell entrückt, so ihn mir gnädig fryst. weiß ich, daß ers gnädig 4. Dann mögen Wetter mennt, und ewig mich be- sich erheben, und Blike noch glückt. so feurig glühn; ich bin ge 11. Wer Gott bey stillem troft, ich darf nicht beben, Himmel ehrt, singt ihm auch wenn ich dir werth in Christo dann ein Lied, wenn er auf bin. Uch laß doch, Ba: schwarzen Wolken fährt: ter, laß mich dein in Christo steht, wenn der Sünder flieht. Jesu ewig seyn. 5. Er. 620 In besondern Fällen. 5. Erheben will ich dich, Bliz entzündet, wer ist, der mein Netter, für deine Huld, nicht empfindet, wie groß, die mich erhält; und riefst wie stark du bist? du auch in diesem Wetter 3. Das Wetter ist vers mich ab aus dieser Unter- gangen, vorüber die Gefahr; welt; so ist mir selbst der wir haben Schuß empfans Tod Gewinn, da ich dirgen von dir, der um uns werth in Chrifto bin. war; du hast uns unser 6. Du wirst mich decken keben, und was du sonst ge und beschüßzen, ob Erd and geben, auch gnådig jetzt bes Welt den Einsturz dráun; wahrt. drum will ich unter Sturm 4. So reiche, hohe Gnas und Blitzen nur beten, und den erweist uns Menschen dann stille seyn. Ich weiß, Gott; er schüßet uns vor mich trifft nichts ohne dich, Schaden auch in der größten und was du schickst, befeligt Noth. Laßt uns ihn herz mich. lich loben, sein Ruhm sey boch erhoben, so weit der Erdfreis geht. ( auch N. 23. 49.56.60.66.) 6. Nach dem Gewitter. 5. Laße uns stets beten, Met. Herr Chrift, der einig zc. machen, daß wir an jenem 660. Herr Gott, num Tag, der alles fund wird fey gepriesen, machen, was noch verborgen daß du zu dieser Zeit uns lag, einst mögen wohl be Schuh und Schirm erwiesen stehen, und mit dem Herrn in der Gefährlichkeit des eingehen zur ewgen Donners, der uns schreckte, ligkeit. des Blikes, der sich streckte Met. Wer nur den lieben Gott fo feurig durch die Luft. 661. h prefe Se 2. haben jetzt ge Herr mein Er sehen, Herr, deine große retter, der seine große Kraft Macht, vor der nichts kann bewies, dich starken Gott, bestehen; denn, wann dein der sich im Wetter so maje: Donner fracht, und sich deinsstätisch hören ließ; dich, der DIS Ben und nach Gemittern. 621 des Blißes Strahlen lenkt, 7. Ja cheuren, nahrungs. im Sturm uns deckt, uns Gutes schenkt. schweren Zeiten. Mel. Warum betrübst du dich 2. Selbst Sturm und 662. mächtiger, ges Donner bringt uns Segen, rechter. Gott! macht nicht bloß deine wir klagen dir jetzt unfre Macht bekannt; er bahnt Noth, erhör uns gnädiglich. den Weg dem milden Regen, Sich unser Weh und Unges verbreiter Fruchtbarkeit aufs mach, vernimm, Gott, un Land, und macht die Luft, ser seufzend Ach! die sonst zu schwül und 2. Mit Reu und Weh: drückend wäre, leicht und much müssen wir, gerechter kühl. Gott, befennen dir in dieser 3. Wie lieblich hebt sich theuren Zeit; daß Sündens das Getraide, getränket schuld und Misfithat sie über durch den Regenguß; und uns geführet hat. wie vergnügt betritt die 3. Du hast uns zwar viel Weide der neubelebten Thie: Guts gethan, dies muß bes re Fuß; wie munter singt tennen jedermann: wer aber der Bogel Chor zu deinem hat, o Gott, die unverdiente Preis, Allgütiger empor! große Güt erkannt mit danks 4. Sprichst du, Herr, barem Gemüth! gleich nicht mehr aus Wer 4. Wie mancher liebte tern: dein Zorn bleibeschreck: Schwelgeren, wie mancher lich für und für; dreht gleich Geit! und hat dabey die kein Blik, uns zu zerschmet: Armen nicht bedacht, und tern; so bleibe doch die nur das Irdische gesucht! Furcht vor dir! Wer dich, drum fehlt nun Nahrung, Gott, stets recht kindlich Korn und Frucht. scheut, verzagt nicht, wenn dein Donner draut. 5. Ach drückend schwer, groß ist die Noth; so viele feufzen jetzt nach Brodt mit ( Siehe auch Nr. 50. 57. 69. Fummervoller Stimm; Vors 72. 364.) rath und Gegen sind bine weg, 622 In befondern Fällen. weg, so ganz von uns genom- 11. Es hat uns ja dein Sohn erkauft; wir sind auf men weg! 6. Laß dir, erbarmungs: seinen Tod getauft, zu Kin: voller Gott, zu Herzen gehen dern dir geweiht; um ſeinets unsre Noth, nach deiner willen hilf uns, Gott, und großen Git; vergieb uns rette uns aus dieser Noth. unsre Missethat, weil sie 12. Vor allen Dingen, dein Sohn getilget hat. höchster Hort, erquicke uns 7. Laß unser Elend jam mit deinem Wort, und gieb mern dich, und überschütt uns deine Gnad, zu suuns mildiglich mit Segenschen das, was droben ist, aus der Höh; laß uns nicht und aufzusehn auf Jesum långer traurig gehn, die wir Chrift. auf deine Hand nur sehu. 13. Daß wir die Güter 8. Thu auf, Herr, deine dieser Welt gebrauchen, wie milde Hand, such beim in es dir gefällt, zu deines Nas Gnaden unser Land, und mens Ehr, zum Wohlihun segne sein Gewächs; tránkund mit Mäßigkeit; dazu seine Furchen, mach es reich hilf uns, Herr, allezeit. mach es mit Thau und Regen weich. 14. Dein wollen wir, Gott Vater, Sohn und heil: 9. Laß das Getraid ge- ger Geist, hienieden schon rathen wohl, daß unsreuns freun, dir danken stets; Scheuren werden voll, o bis wir dich mit der Engel gnadenreicher Gott! mit Schaar dort loben werden deiner Güte frón das Jahr, immerdar. und reich uns wieder Se: Mel. Aus meines Herzens c. gen Dar. 663. Du bester Troft der Armen, 10. Du, der sogar die Thiere nåhrt, das Schreyn Gott, Schöpfer aller Welt! der jungen Naben hórt, und du Bater voll Erbarmen, ihnen Speise giebt, auch uns der, was er zusagt, hält; du, wirst du verlassen nicht, dusdu erhörst Gebet; o hore, unsers Herzens Zuversicht, was der Glaube zu dir jetzt aus In Theurung. 623 aus dem Staube in tiefer nährst du mit Wohlgefallen; Noth erfleht. so schaff denn auch uns allen 2. Der Nahrungsman- bey diesem Mangel Rath. gel dringet auf uns und un6. Herr, der du uns auch ser Land; so mancher stehtsschufest, sen uns mit Hülfe und ringet die nahrungsleerenah. Allmächtiger! du rua Hand. Du weißt, du sie fest, und, was nicht war, heft, Gott, wie unter bangen steht da. Uns helfen ist Sorgen am Abend bis zum dir leicht; du kannst dem Morgen so mancher seufzt Mangel wehren und Uebers nach Brod! fluß bescheeren, wenns uns 3. Ach, Sünd und Sorunmöglich deucht. gen drücken uns jetzt so 7. Erhère uns, und króne schwer, so hart! doch scho- das Jahr mit deinem Gut; nen und erquicken, ist ja der und unser Herz gewöhne, Båter Urt. Und du, o daß es in dir ganz ruht, daß Bater, du bist gut vor allen wir uns deiner freun, und, Vätern, und neigst selbst wenn wir Güter haben, gern Uebertretern dein herz bald geben, deine Gaben durch Mißbrauch nicht entweihn. wieder zu. 4. Wenn sie mit ernster 8. Bey gefährlichen Seuchen. Reue zu dir um Hülfe Mel. Ach Gott vom Himmel zc. ſchreyn; ſo willst du bald 664. Gerechter Gott, aufs neue ihr Gott in Christo seyn. Herr, unsre Zu daß Misserhat und Sünden versicht, zu dem wir weinend der Plage Ursach sind, die fleben, auf den wir alle se- wir jetzt scheun und schon hen! hilf uns, verlaß uns empfinden. Der Seuchen nicht! und des Todes Pfeil fleucht 5. Gott, unser Heil, ach um uns her in schneller Eil, wende der schweren Zeiten von einem Ort zum andern. Lauf. Thu deine milden 2. Der Tod geht, du er: Hände, die Vaterhånde auf. laubst es ihm, umber, würgt Was webt und Leben hat, und verheeret; weil wir, nach 624 In besondern Fällen. nach deines Wortes Stimm,( tragen; wehr ben uns und uns nicht zu dir bekehret, an jedem Ort dem Lauf ges wir nahmen es nicht folg: häufter Plagen. Wend ab sam an: nun, nun erinnert die drohende Gefahr, für uns daran der Tag der Angst bösem, schnellen Tod beund Schrecken. wahr uns, die wir auf dich 3. Man höret in so man strauen. chem Haus nur weinen und 7. Sollt aber dieses fenn wehklagen; und Sarg wird dein Will, uns jetzt mit hins jetzt auf Sarg hinaus injurücken; so gieb, daß wir banger Angst getragen. Deruns christlich still zum Zo: Seuche plößlich tödtend Gift de recht anschicken. Dann greift um sich weit, und wen wird der Tod, wenn er uns es trifft, weiß oft kein Arzthin ins andre Leben führt, zu heilen. Gewinn; da wir die Hoff 4. Bekümmert treten wir nung haben: vor dich in Herzensreu und 8. Wer Jesum liebt, fein Buße, wir fallen dir demů- Wort nimmt an mit reds thiglich, du bester Arzt, zu lichem Verlangen, den wird Fuße; erbarme dich, All- auch auf der Todesbahn, gütiger! Erbarme dich, All- Gott, deine Huld umfans mächtiger! und wehre demigen; gereiniget von Misse: that geßt er zur Ruh nach 5. Erbarmender, zeig deinem Rath, zum Leben uns dein Heil, laß uns doch wenn er stirbet. Verderben! vor dir leben, und bey derj 9. Am besten ists auch Seuche schnellem Pfeil uns jederzeit, in deine Hände deinen Schuh umgeben. fallen, du liebst und übst Almächtig bist du, Gott, Barmherzigkeit so gerne an und gut; nimm leib undluns allen. Web dem, der Seel in deine Hut, daß sich zu dir nicht hält und hin wir bewahret bleiben. in Menschenhände fällt; da 6. Laß deine Engel ferner ist oft kein Erbarmen. fort uns auf den Händen 10. NUR Bev ansteckenden Krankheiten. € 625 10. Nun, Vater, thusser Herz soll ewig dich für was dir beliebt, wir wollens deine Hülfe preisen. dir empfehlen; wer sich in Mel. In dich hab ich gehoffet deinen Willen giebt, darf 665. Gott, du fens sich nicht angstlich quälen. neft unfre Ein Sperling hat so wenig Roth! auch uns bedroßt Werth, und feiner fällt doch mit Schmerz und Tod die auf die Erd, wenn du es mörderische Geuchs. nicht verstattest. Hilf uns, o Gott, hilf treuer 11. Wir wissen, unsers Gott, daß sie uns nicht er: Hauptes Haar sind, Herr,[ reiche. von dir gezählet; es dient 2. Zwar unsre große Mis zum Besten immerdar, was setkat verdient nicht, daß Du uns hast erwählet; du dein Liebesrath uns noch nur, Ullweiser, siehest ein, mit Langmuth tråget. Sind was uns mag gut und selig wir mehr werth, als die senn, und wirst es uns verdein Schwerdt iht häufig leihen. dion niederschläget? 3. Oft haben wir dir wis 12. Bornehmlich ste helderstrebt, den Lüsten mehr, denen ben, die schon die als dir gelebt, was dir. miße Noth betroffen; laß sie auffällt, verübet; wenn du ges deine Batertren im Kum lockt, uns doch versiockt, mer christlich hoffen, und durch Undant dich betrübet. glauben, daß du ihnen doch 4. Doch, Vater, gehe init mit Hilfe nahe feyst, und uns nicht nach unsern Suns noch voll Huld an sie ge- den ins Gericht; Erbarmer, denkest. ach verschone! Erlaß die * 13. Gott Vater, Sohn Schuld, nach deiner Huld, und heilger Geist, es zeu- jin deinem liebsten Sohne. gen alle Zeiten, daß du den 5. Beschüß uns, Herr, Deinen nahe senst in al mit deiner Hand; schüß un: len Fährlichkeiten; o rette fern Ort und unser Land! ist uns gnådiglich; und uns entferne Furcht und Plagen. Rr Gieb, 626 In besondern Fällen. Gieb, was uns gut, gieb fro: zu Fuße: ach sen uns gnädig hen Muth, das Glück von schon und wend die Flam: unsern, Tagen. me, die noch ferne brennt, 6. Und sollen wir gezüch: daß sie uns nicht ergreife. tigt seyn: so floß uns die 4. Ach! oft ist auch der Gesinnung ein, daß wir be Nebenchrist bey uns ge reitet steben, wenn dirs gedrückt, betrogen, durch fällt, aus dieser Welt vor Schein des Rechts, Gewalt deinen Thron zu gehen. und ist das Seine ihm ent: schreckt, uns unter uns misbrauchet. 9. Bey Krieges. Unruhen. zogen. Dein Segen ist so Mel. Uch Gott vom Himmel ze. lange Zeit zur Wollust, 666, Gott! uns Pracht und Ueppigkeit, auch liegt im Sinn die Fluch der 5. Berzeih es, Gott! und Kriegesplagen, die sich durch laß hinfort uns deine Hand manche Länder hin ergießt in bewahren, daß wir nicht auch diesen Tagen. Entblößet an unserm Ort die Kriegess hat der Völker Zwist das noth erfahren. So wie Schwerdt, und sein Gefol ein guter Vater thut, so ge ist Verheerung, Elend, nimm uns auch in deine Jammer. Hut, daß wir im Frieden 2. Wir müssen alle nun bleiben. vor dir, gerechter Gott, be 6. Dem Feinde, der jest kennen: du warst, wenn uns auf uns dringt, dem wollest die Noth auch hier beträf, du bald wehren, und das, gerecht zu nennen. Denn was uns Berderben bringt, follten jene nur allein der von unsern Gränzen kehren: Strafe werth, und mehr dein Schuß umschließe unsre noch fenn, als wir, die du Thor, und Recht und Wahrs noch schoneft? beit halt empor die Ruhe 3. Drum treten wir ge- und der Friede. beugt vor dich in Herzens Ren 7. Steh anderswo auch und Buße, wir fallen dir denen bey, die schon die Noth demüthiglich, gerechter Gott, betroffen, erfüll, nach deiner Baz In Kriegszeiten. 627 Batertreu, was sie im Glaus Züchtigungen gut; so mache ben hoffen: du warst stets meine Seele stille bey dem, gnädig, bist es noch, mit dei: was deine Vorsicht thut; ner Hülfe wirst du doch auch ich, dein Geschöpf und auch sie der Noth entreißen. dein Kind, weiß ,, daß es Vas 8. Gott du, du kannststerschläge sind. der Fürsten Herz wie Wassers 4. Die kleine Einsicht mei: båche lenken: ach! laß siener Seele, Allweiser, schreis ihrer Völker Schmerz recht be dir nie vor. Gieb, daß väterlich bedenken. Sprichlich nie so greblich fehle; das du selbst ihnen mächtig zu, wagt vermessen nur ein Thor. so können wir in Fried und Ist gleich, was deine Weise Ruh dich, Vater! dankbar þeit thut, mir unbegreiflich, preisen. ists doch gut. Mel. Wer nur den lieben Gottl 5. Du züchtigest, doch 667.Es zieht, o Gort, stets mit Maaßen, und ein Kriegeswet meinst es immer väterlich; ter jeßt über unser Hauptlauch uns wirst du nicht ganz einher. Doch bist du unser verlassen; auch unsrer Noth Schuß und Retter, so fürcherbarmst du dich. Wir sols ten wir uns nicht zu sehr. len nur durch Angst- und Nicht Menschen Macht, nur Pein geläutert und gereis deine Kraft ists, die uns nigt seyn. Sieg und Heil verschafft. 6. Zuleht wird jeder sas 2. Drum fliehen wir ingen müssen; das hat die deine Arme, du Bater der Hand des Herrn gethan; Barmherzigkeit, und flebenso brach er, nach verborgnen voll Vertraun: erbarme Schlüssen, zum bessern Ziele dich über uns zur schweren leicht die Bahn; so hat der, Zeit. Laß Gnade doch für der die Himmel trägt, den Recht ergehn; so bleiben Zwist der Völker beyges wir noch aufrecht stehn. legt! 3. Doch findet, Herr, dein 668. Verleih uns Fries weiser Wille noch fernerl den gnädiglich, Rr 2 Here 628 In besondern Fållen. ten. Herr Gott, zu unsern ZeisKrieges Grimm und Wuth Es ist doch ja keindaher und traf die Bösen andrer nicht, der für uns und die Guten. Doch Gott Fonnte fireiten, denn du nur, gebot: nur bis bieber! Gott, alleine. Zur Pflugschaar ward des 2. Gieb unserm Fürsten Würgers Schwerdt, der und aller Obrigkeit Fried Spieß zur Sichel umges und gut Regiment, daß wir kehrt! unter ihnen ein geruhiges 4. Preift Gott, und lernt und stilles Leben führen ihm ferner trauen, wenn sich mögen, in aller Gottseligkeit ein Unglück auf euch stürzt. und Ehrbarkeit. Amen. Ihr werdet seine Hülfe schauen; denn seine Hand 10. ach dem Frieden. ist nie verkürzt, und immer Mel. Wer nur den lieben Gott steht uns feine Treu mit 669. Wilkommen, dusülfe, Troft und Segen bey. des 5. Nur preist ihn auch Himmels, o Friede, der die durch frommes Leben und Welt beglückt! Gott hat reitet seinen Arm nicht die Schrecken pes Getüm mehr. Bedenkt mit heili mels, des Würgens und der gem Erbeben: hart war Angst erstickt., Auf! werdet fein Zorn, fein Eifer schwer. iht ganz Dankbarkeit, die ihr nd doch trug er, der Gott durch ihn begnadigt feyd. der Huld, noch schonend 2. Gott ist der Herr dersunsre größre Schuld. Kriegesschaaren; er schlägt 6. Preist ihn durch Wohl. und bricht der Stolzen Truß. thun und Erbarmen, wo Er ist der Retter aus Gefaf: Elend eure Brüder drückt; ren; er, er ist der Verlaßnen die Hülfsbedürftigen und Schuß. Preist, Menschen, Armen speist, tränket, klei: feine große Macht, die liedet und erquickt: daß jeder bevoll an uns gedacht! sich des Friedens freu, und 3. Wie furchtbar zog, niemand ferner traurig gleich wilden Fluchen, dessey. £ 330 7. Dann Nach dem Frieden. 629 7. Dann singt ihr wahre Schwerdt und Waffen sich Friedenslieder, dann ist das bedräun. Die Waffen sin Herz ganz Dankbarkeit; ken, und der Streit wird wenn ihr als Eines Leides fill, wird Ruh und Einig, Glieder in tieb und Frömi keit; sobald nur deine Rechte migkeit euch freut. Dies draut und Völkern still zu Glück, dies große Glück, seyn, gebeut. o Gott, erhalt uns bis an unfern Tob! Wie schreckend, wie vere Heerend war empörter Völ: M. HerrGott, dich loben wir zc.ker Zwist! Gefahr und 670.3u dir, Unendli Angst und Noth und Tod cher! zu dir, umgab uns drohend: offen Allgütiger! der Völkern, stand das Grab, und unfre still zu seyn, gebot, und Brüder sanken hin, ben Frieden fandte, zu dir, Schaaren in das Grab daGott! steigt unser Jubel- hin; und Schmerz, der ton empor, zu unsrer höhern Mütter: Herzen brach, und Brüder Chor singt unser Thränen sloffen ihnen nach. Herz entflammt von Dank, Gott! furchtbar war der den lauten hohen Lobgesang; Veiker Zwist! Dank die, Gelobt, gelobt fey Gott: Allgütiger; er ist durch dich, der Weltbeherrscher, Gott; der Erd und Himmel trägt, der Weltbeglücker, Gott; geschlichtes und nun beyge. der Friedensgeber, Gott! legt. Das Schwerdt, das Wer ist an Majestät dit Brüderblut vergoß, ist wegs gleich! an Güte und angelegt. Uus seinem Schooß Macht so reich! Du sprichst strömt uns der Friede sanfte ein Wort: der Himmel Ruh, und Ueberfluß und schweigt. Du sprichst ein Segen zu! Wort: der Erdkreis neigt, Du siehst uns hier, wir sich tief anbetend vor dir, beten an dich, Gott, der dies Gott, und ehret schweigend an uns gethan. Laß ihn, laß dein Gebot! du siehst, wennsihn beständig seyn den Fries Völker sich entzweyn, milden, deß wir uns jetzt freun; Rr 3 in 630 In persönlichen Umständen. in seinem Schooße laß uns zu tódten; es ist von Feins nun, und auch noch unfreden unverheert und frey Es Nachwelt ruhn. von Kriegesnöthen. Aus deiner milden Fülle küssen Treu und Güte sich, geuß Gedeihn herab auf uns und es umfahn sich schwe fern Fleiß! So lang du uns sterlich Gerechtigkeit und noch wallen heißst im Pilger Friede. thal; laß deinen Geist, den 3. Allmächtiger, laß uns treuen Führer, mit uns seyn! forthin auch deine Gnade dann führ zur ewgen Ruhspüren. uns ein.. Amen. Gieb allen Mäch tigen den Sinn, im Frieden u regieren. Erhalt uns deine Lehr und Wort, und 11. Um Erhaltung des Friedens. Mel. Es ist das Heil uns c.jlaß in Ruh an jedem Ort 671. Herr Gott, wir Glück, Heil und Tugend preifen deine blühen. Macht mit freudigem Ge 4. Laß uns auch selbst müche. Du haft bisher für friedfertig seyn und alle Zwies uns gewacht durch deine tracht meiden. Ein Herzz große Güte, daß jedermann von Haß und Feindschaft von uns in Ruh, die Werke rein, entgehet manchem Leis des Berufs, wie du befieh- den; hier strömt ihm mane lest, kann verrichten. che Wonne zu und dort ges 2. In unserm Lande blitt nießt es ewge Ruß, wo ew fein Schwerdt, Unschuldige ger Friede herrschet. C. In einigen persönlichen Umständen. burtstage und sonsten. 1. Für frohe Christen am Ge thuns starke Triebe sind so ewig, als du bist. Deiner Mel. Freu dich sehr, o meine zc. Huld Unendlichkeit, Gott, 672. Gott, mein Bar erschöpfer keine Zeit; und ter, deine Liebe wer kann die vielen Pro: reicht, so weit der Him ben deiner Güte würdig mel ist. Deines Woht- loben? 2. Nis Für frohe Christen. 631 2. Als ich noch, der Welt gleich so hoch mein Dank, verborgen, in dem Schooß wie der Seraphim Gesang; der Mutter lag, wachtest du, dennoch würde durch mein für mich zu sorgen, über Loben deine Huld nicht gnug mich schon jeden Tag. Durchlerhoben. den Beystand deiner Macht 6. D so zeuch durch deine bin ich an das licht gebracht, liebe, Here, mein ganzes und was hat mein ganzes Herz zu dir Stårf und Leben Gutes, das du nicht mehre selbst die Triebe wah: gegeben? rer Dankbarkeit in mir. 3. Nie gedenket mein Gelaß mich ganz dein eigen müthe ohne frohe Dankbe seyn; so mich deines Wohls gier jener unverdienten Günthuns freun, daß auch mir te, da du durch die Taufe mirsauf dieser Erde Wohlthun das erhabne Recht gewährt, wahre Freude werde. daß ich, für dein Kind er: 7. Ja, laß jede deiner Gas klärt, mich des Segens der ben recht zu brauchen mich Erlösten voller Zuversicht bemühn; stets den Zweck vor darf trösten. Augen haben, dazu du sie 4. In den farten Jugend: mir verliehn. Deine Güte jahren warst du meines Les reiße mich, daß ich immer bens Stab, mein Beschir- stärker dich, Gott! von mer in Gefahren. An dir ganzem Herzen liebe, deinen hab ich bis ins Grab einen Willen freudig übe. Vater, der mich liebt; ei mel. Lobt Gott, ihr Christen 20. nen Bater, der mir giebt, 673. Mein Geift erwas zum wahren Wohl mir All: nüket; einen Bater, der måchtiger! wenn er die Gnas mich schüket. de denkt, womit du mich, 5. Gott, du machst es alles mein Gott und Herr, so unbesser, als wir wünschen und verdient beschenkt. verstehn. Deine Güte ist 2. Dann ist mein Herz viel größer, als die Kraft so hoch erfreut, ganz deiner dich zu erhöhn. Schallte Güte voll, und weiß vor Rr 4 beißer 632 In persönlichen Umständen. heißer Dankbarkeit nicht, hoch mich liebst, und in der wie es daufen soll. wahren Freundschaft Glück 3. Alls ich noch in der des Lebens Trost mir giebst! 3+ Mutter Schooß, in Nacht 10. Und welche Wohlthat, verborgen, schlief; bestimmHerr, ist nicht dies Herz, das test du für mich das Loos, fühlen kann! dies Herz, ganz das mich zum Leben rief dein; das dankbar spricht, 4. Du wählst des Sterb: was du an mir gethan! lichen Geschick, eh er gebo11. Kein Tag soll anders ren ist; und so ward ich mir vergehn, als unter deis ( o welch ein Glück!) schon nem Preis; ich will dich als ein Kind ein Christ. lieben und erhöhn, so gut 5. Mein Kallen, Herr, ich kann und weiß. vernahmst du schon, was 12. In Schrecken, Angst, noch kein Flehen war, und Gefahr und Noth, trau ich neigtest zu des Méinens Ton allein auf dich. Durch dich dein Ohr erbarmend dar. gestärkt, ist selbst der Tod 6. Wenn in der Jugend mir nicht mehr fürchterlich. ich vom Pfad der Tugend 13. Wenn frächend einst mich veriret; hat mich dein der Bau der Welt sich aus liebevoller Rath darauf zu den Angeln reißt; will ich rück geführt. blok den preisen, der mich hält, 7. Du warst mein Schuß dich, der mich leben heißt. und meine Wehr vor Unglück 14. Dich, der mich bey der und Gefahr; und vor dem Welten Sturz mit starkem Laster, das noch mehr, wie frm erhob! Selbst Ewigfie, zu fürchten war. keiten sind zu furz, o Höch: 8. Ich sah, von Krank- ster, für dein Lob! heit bleich, durch dich mein mel. Nun danket alle Gott 2. Leben mir geschenkt; und 674.So lang ich att deine Guad erquickte mich, me, Gott, wenn Sünden mich gekränkt. will ich dein Lob verbreiten. 9. Von Freudenstrahlen Dies Leben gabst du mir mit glänzt mein Blick, da du solfeinen Süßigkeiten, du gaz best and Für frohe Christen. 633 best mir Verstand, der dich hervor gebracht, auch den erkennen kaun, und boteft Menschen aus der Erden ewig Heil durch déinen Sohn wundervoll und schön ge: mir an. O macht, und wie viele Pracht 2. Was bin ich), Gott der enthält nicht sein Wohnplaß, Huld, daß du so viel mir diese Welt! wie viel Güter! schenkest? Was ist der Er- wie viel Freuden! wie viel den Sohn, Herr! daß du Hülfe selbst im Leiden!! sein gedenkest? Ja, du ges 3. Daß ich mit Verstand dachtest, Herr, schon vor der geboren, und gesund bin in Welt an mich, und denkst der Welt, aud), zum Chris noch meiner stets, und oftssten auserforen, wiffen vergeß ich dich! fann, was dir gefällt, oder 3. Und dennoch nimmst mag zuwider seyn; das hab du mich, wenn ich die Schuld ich von dir allein; was ist bereue, voll Gnade wieder an, seliger zu nenuen, áls dich und segnest mich aufs neue. und uns felbst erkennen! Hier an des Grabes Nacht 4. Du hast auch die Straf fen dir mein Dank geweiht, und Plagen, die mit Sünund einst vor deinem Chron, den ich verdient, deinen Gott der Barmherzigkeit! Sohn selbst laffen tragen, Mel. Freu dich sehr, o meine c. und bist mit mir ausges 675.Gott, ott, mein Basfühnt, da er an des Kreuz ter, sey gepriezes Stamm meine Sünden fen für die große Gütigkeit; auf sich nahm, und mich von die mir deine Hand erwiesen dem Fluch befreyte, den mir durch die ganze Lebenszeit. das Gesetze dräute! Ach! wie foll ich doch dafür 5. Dazu werden deine recht mit Inbrunst danken Wege mir noch täglich fund dir? Alle Kräfte meinerigethan; denn du führst zum Seelen follen deinen Ruhm Himmelsstege mich durch erzählen. beinen Geist hinan, daß ich 2. Du bast, was genannt schon in meinem Sinn durch mag werden, erst aus nichts die Hoffnung selig bin, und Rr 5 hier 634 In persönlichen Umstånden. hier schon im Glauben Himmel schmückt, helft des schmecke, was ich dort im Herren kob erzählen, tretet Schaun entdecke. dort vor Gott entzückt, preis 6. Bin ich gleich mit set seine Gütigkeit, rahmet Kreuß beladen, setzt mit seine Herrlichkeit, und laßt Welt und Satan zu: diesea in vollen Chören eure darf meinem Heil nicht scha Jubellieder hören. den, ben dir find ich hilf ro. Ich will auch zu sei: und Ruh. Ja, es muß die nen Zeiten, wann ich werde Kreußespein mir mehr gut, ben euch seyn, ihm sein Lob als schädlich seyn: denn sie stets zubereiten, mich mit lehrt die Sünde hassen, und euch ohn Ende freun. Unters mich ganz auf dich verlaffen. deffen will voll Dank ich alla 7. Reichlich hast du auch hier mein Lebelang Herz und gegeben mir, o Gott, mein Hand zu ihm erheben, und täglich Brodt; läsfest mich in ihn preifen durch mein Leben. Frieden leben, frey von Pest 11. Heilig, heilig, heilig und Hungersnoth; meineswerde, Gott, dein Name Ehre, meinen Stand dank stets genannt; denn der Him: ich deiner Baterhand; und mel und die Erde machen was ich an Gütern habe, ist deinen Ruhm bekannt. blos deine Gnadengabe. Deine Güte, deine Macht, 8. Ja, Herr, deine Güt Weisheit, Majeståt und und Treue ist ohn Ende, Pracht, o wo hat sie ihres ohne Zahl! Jeden Morgen gleichen? Gott! wer kann glänzt aufs neue mir dein dein lob erreichen? holder Gnadenstrahl, drum, S. auch Nr. 365-379. oben.) ihr Menschen, bringt mit Fleiß, unferm Gott Lob, Ehr und Preiß, rühmet, Met. Christus der uns selig 20 seine große Güte, lobt sein 676. Gieb nicht deine våterlich Gemüthe. 2. für Traurige und Bes kümmerte. 9. Auch ihr Engel, und Raum, schwermuthsvolle ihr Seelen, die ihr schon den Seele! Wache, daß kein ( ees ea Für Traurige. 635 leerer Traum dich mit Neng Mel. Nicht so traurig 2c. ften quale. Gottes weiße 677. Warum bin ich Vaterhand mischt das Glück fo betrübt? mit Bösen: dein Vertrauen weiß ich doch: ich bin ein halte Stand! Er wird uns Christ! weiß ich doch, daß erlösen! Gott mich liebt, und mein 2. llnrecht, das ich einst treuer Bater ist! Er führt gethan, will ich gern ersehen, mich mit weiser Hand, und bleiben auf des Rechtes ihm bin ich ganz bekannt. Bahn, niemand mehr ver2. Mangelt mir, was in legen. Wisdenn reinigt der Welt nöthig ist zu meiner Christi Blut mich von allen Ruh? ach! was ich bedarf, Schulden, und, was meine das fällt mir durch seine Schwachheit thut, will der Gnade zu. Eh er mich ans Vater dulden. Licht gebracht, hat ers mir 3. Jch bin Gottes, Gott schon zugedacht. ist mein! Niemand fann 3. Hab ich Feinde, die uns scheiden. Dringt Ver- mir drohn, ist ihr Haß mir folgung auf mich ein, Ar- fürchterlich? sitzt doch Gott muth, Krankheit, Leiden: auf seinem Thron, richtet Wie Gott will! es kömmt und beschüßet mich. Ich mir doch stets aus Bater- kann sicher seyn und ruhn: hånden, und wie bald zer denn was kann ein Mensch bricht mein Joch, wenn es mir thun? Gott will enden. 4. Fürcht ich künftige Ges 4. Gottes Kinder såen fahr? nein! so weit seh ich zwar traurig und mit Thrås nicht hin. Ich, der erst seit nen; aber endlich bringt Kurzem war, weiß nicht, ob das Jahr Frucht nach lan ich morgen bin. Bin ich gem Sehnen. Dann istsmorgen noch: o da ist mir ihrer Uerndte Zeit, da sie Gott, wie heute, nah! Garben binden; dann muß 5. Ists das Loos der Sorge, Furcht und Leid Sterblichen, was mich ångewiglich verschwinden. stet, ists der Tod? O der Gott der 636 In persönlichen Umständen. der Lebenden ist auch seiner 3. Für fromme Dürftige. Todten Gott! Und vollend' Mel. Auf meinen lieben Gott ich meinen Lauf; einft weckt 678.Rein! er mich wieder auf! 6. Its auch meiner Herr meine Zuversicht! Sünden Schuld, was so daß ich nur wenig habe. schmerzlich mich betrübt? Die allergrößte Gabe für fenn ich doch des Vaters dieses Pilgerleben haft du Huld, der so gern, so gern mir, Herr, gegeben. vergiebt glaub ich doch, 2. Mir ward das beste daß Jesus Christ selber Theil. Du bist mein Trost mein Vertreter ist! und Heil! In Trübsal, die 57. Nun, mein Gott, ich ich leide, ist Jesus meine selbst kann nicht meines Freube. Mir ward nicht Kummers Quelle sehn. Fin viel beschieden, doch ist mein sterniß ist die wote Licht, dei Herz zufriedeni! kem Blick kann nichts ent 3. Mein Syeiland, Freund gehn! schau du selber in und Herr, wer wat je dürf mein Herz, und dann heile tiger! wie viel hat der ge meinen Schmerz.litten, ch er ganz ausges 8. Oder soll in Traurig stritten? doch hat Er alle feit meine Lebenszeit ver Plagen mit Heldenmuth ge blühn? wie du willst! Fury tragen, stor dh ist die Zeit sie wird balb 4. Gieb, daß ich meine vorüber fließn! dort im Schmach dir christlich trage Glanze deines Lichts, dort nach! laß meiner Last Be betrübt mich ewig nichts! schwerden mir nie zum Falls 9. Jeh will beten! das strict werden und für den sen mir in den Schmerzen andern Morgen mich nies Linderung! Ich will fromm mals heidnisch sorgen. seyn und vor dir wandeln 5. Nicht ewig währt in der Heiligung. So wird mein Leid; es kommt die alle meine Pein mir nicht Nettungszeit! du kannst mit unerträglich seyn. deinen Gaben mich hier noch Für Traurige. 637 noch reichlich laben. Sol! 5. Du sahst vielleicht: ich ich hier länger darben: dort würd, in guten Tagen, nicht ärndt ich reiche Garben! mehr nach dir und deinen Nechten fragen, mein Herz dem Hochmuth und der Hab: 4. Für fromme Verarmte. Mel. Der Tag ist hin zc. 679. Gott bat's gege sucht weihn und gegen Arme ben und hats genommen! Ich preise 6. Du sahst: die Tugend dich, Regierer deiner From- würde in mir sterben; ich men! Zwar fühl ich wohl dielwürd' im Müßiggange mich Last der Dürftigkeit, doch verderben, die Wollust liemurr ich nicht in Unzufrie- ben und in Sicherheit nicht denheit. forgen für das Glück der Ewigkeit. 2. Du bist der Herr, und meine Seel ist stille! dein 7. Gott, wenn ich dies Wille wars, untadlich ist aufrichtig überlege, so preis dein Wille! du führst uns ich dich und ehre deine Wege. wunderbar, doch våterlich! So viel Gefahren schwebten das glaub ich, Herr, und über mir! errettet hast du damit tröst ich mich. mich; deß dank ich dir! 3. Wenns nüßlich mir 8. Biel, Segen ist mir und wenn es deiner Ehre, All auch noch übrig blieben: ein wiffender! gemäß gewesen guter Ruf und Freunde, die wäre; so hättest du mit milmich lieben, Gesundheit, der Vaterhand mir gern der Stärke und Gewissenstuh; Erde Gürer zugewandt. und was das Beste ist, mein 4. Allein was hülfs, hätt Gott, auch du! ich die Welt gewonnen, und 9. Auch du? so wirst wäre nicht aus der Gefahr du mir auch ferner geben, entronnen, darein man leicht, was nöthig ist zu diesem durch Güter dieser Welt, armen Leben. Von dir, der wenn man sein Herz dran so viel Tausende ernährt, hängt, sie mißbraucht, wird mir auch leicht, was fällt? odlich bedarf, gewährt.o 10. Be 638 In persönlichen Umstånden. 10. Befördre nur die flüglich und daben gewiss Werke meiner Hände; zur senhaft auch handle; steh Arbeit gieb mir Kräfte bis mir stets ben mit deinem ans Ende; bleib du mein Kath; gieb Segen, Herr, Trost in meiner Dürftigkeit; jzu jeder That: du bist ja einst werd ich reich bey dir allenthalben. in Ewigkeit! ( Vergleiche Nr. 414-439.) 5. Für Reisende. 4. Bring mich gesund zur rechten Zeit zu den ges liebten Meinen! Erhalte sie, schütz sie vor Leid! Wird Herr, der Tag erscheinen, da wir uns fröhlich wiedersehn: Vor der Reise. Mel. Nun freut euch ic. 680. deinem Nawie wollen wir dich froh ers In men, Herr, pöhn und deiner Güte danken. mein Gott, fchick ich mich 5. Laß mich mein Pilgers ißt zur Reise. Bewahr leben hier in deiner Furcht mich vor Gefahe und Noth stets führen. Wo Hülfe zu deines Namens Preise.noth ist, hilf du mir; laß Herr, Leib und Seel empfehl deinen Geist mich führen. ich dir, nebst Ehr und Gut Und end ich meine Pilger und was du mir auf dieser bahn, so nimm mich dort Welt gegeben. mit Ehren an; bring mich 2. Schick deinen Engel zu deiner Ruhe. vor mir her, den Weg mir zu bereiten; befieht, daß er nach glücklicher Reiſe. dem Unglück wehr und allen Mel. Wer nur den lieben Gott bösen keuten. Nimm, va 681.Dank sen bir, Bas ter, meiner gnådig wahr, ter meines daß keine Angst, Berlust, bens, daß du mich froh zus Gefahr an Seel und Leib rückgebracht. Ich flehre nicht mir schade. zu die vergebens; du hast 3. Gieb mir nach deiner mich våterlich bewacht. Du großen Treu, daß ich stets warst mir allenthalben naß, vor dir wandle, behutsam, wo ich Gefahren vor mir sab.1 2. Nun Für Kranke. 639 2. Nun kann ich wieder 2. Ja, Herr, ich bin ein mit den Meinen mich deiner Sünder, und stets strafft du Huld und Güte freun, mit gelinder, als es der Mensch Ihnen Freudenthranen wei: verdient, Sollt' ich, beschwert nen und dir des Dankes mit Schulden, kein zeitlich Opfer weihn. Du hast die Weh eroulden, das doch zu Meinen, Gott, bewahrt, sie meinem Besten dient? mir vergnügt und wohl gespart. 3 Dir will ich mich ers aeben, nicht meine Ruß, 4. Gesundheit hast du mein Leben, mehr lieben, mir verliehen und Schadenlais den Herrn. Dir, Gott, von mir abgewandt. Du will ich vertrauen, und nicht haft gesegnet mein Bemühen auf Menschen bauen; du mit deiner milden Vater- hilsst und du errettest gern. hand. Auch meiner See- 4. Laß du mich Gnade len wandtest du Genuß von finden, mich alle meine Túns vielem Guten zu. den erkennen und bereun. 4. Nun sey gelobt, sen Jetzt hat mein Geist noch hoch gepriesen für alles Gute, Kräfte; sein Heil laß mein das du mir und auch den Geschäfte, dein Wort mir Meinen hast erwiesen. O Trojt und Leben seyn. heilge sie und mich ganz, 5. Wenn ich in Christo dir! dann werden wir uns sterbe, bin ich des Hime ewig freun, und dann niemels Erbe, was schreckt mehr getrennet seyn! mich Grab und Tod? 6. Für Kranke. 682.3 auch auf des Todes Pfade Mel. Nun ruben alle zc. vertcau ich deiner Gnade; $ ch hab in guten du, Herr, bist bey mir in Stunden des Les der Noth. bens Glück empfunden, und! 6. Ich will dem Kummer Freuden opne Zahl! so will wehren; Gott durch Geduld ich denn gelassen mich auch verepren; im Glauben zu im Leiden faffen, geduldigthm siehn; ich will den Tod tragen Schmerz und Quaal. bedenken; der Herr wied alles 800. 640 In persönlichen Umstånden. alles lenken, und was mirsner Seelen. Bin ich be gut ist, wird geschepn. fehrt, liebt mich mein Gott; Mel. Uch Gott vom Himmel zc. was ist alsdann für mich der 683.5ir fagt, auf dei: Tod? ein Hingang zu dem nen Wink, Vater! 914 910101 mein Gott, die Krankheit, Met. Wenn mein Stündleinze. die ich spüre, daß ich Ge- 684, Dein Wille Herr brechlicher den Tod stets in und ben mir führe. und Schöpfer, Deslist, daß ich nun Krankheit Todes Ursach ist in mir, trage! doch weiß ich, daß mein Leben aber kommt von du Bater bist; von dir dir und steht in deinen fömmt Glück und Plage. Händen. Dir ist mein ganzer Schmerz 2. Du giebst den Blinden bekannt; mein Leben steht ihr Gesicht, die Lahmen in deiner Hand, du zählest heißst du gehen; es müssen, meine Tage.. Amant wenn dein Wort nur spricht, 2. Wenn in mir einen auch Toote auferstehen; und Augenblick gesundes Blut also kannst du auch allein der gefloffen, so schenktest du mir, Arzt in meiner Schwach Gott, dies Glück, das ich so heit seyn, wenn Menschens oft genoffen. Oft war ich hülfe fehlet. fren von jedem Schmerz, 3. Beschlossest du in dei: war gutes Muths; drum, nem Rath: ich solle länger o mein Herz, leid ikzt auch leben; so kannst du leicht unverdrossen. auch in der That den Mit 3. Nein, bester Vater, teln Kräfte geben. Ist aber gieb nicht zu, daß Ungeduld dieß dein weiser Schluß, mich krånke; gieb deinen daß ich anjego sterben muß: Geist mir, der mir Rub so bin ich auch zufrieden. für meine Seele schenke; 14. Dies eine bitt ich, wenn laß mich die Bünftge Se Die Eur des Leibes sollte feb: ligkeit, und Jesu Chrifli len, so heile du durch Chris Herrlichkeit und sein Ber stum nur die Wunden meis dienst erquicken. 4. Das Für Kranke. 641 4. Das Eilen meiner Leslo Vater! mach, daß deine benszeit laß mich, mein Kraft ich spüre. Gott, erwägen! der Todes: 8. Laß nicht zu, daß der nacht, der Ewigkeit flieg ich Krankheit Pein zu groß sehr schnell entgegen. Erft mir Schwachen, werde! dann, wenn dies mein Geist erquicke gnådig mein Ges bedenkt, sich recht zu Gott, bein, erleichtre die Beschwers zum Himmel lenkt, wird mir de! Du, Vater, weißt, was mein Schmerz zum Segen. jeden Tag dein schwaches 5. Ja, Gott, ich wende Kind ertragen mag, mach mich zu dir, dir will ich mich mir mein Leid erträglich! ergeben; schenk wahren 9. Auch bitt ich, treuer Ernst und Weisheit mir, Bater, dich für alle andre wie du befiehlst, zu leben. Kranken, o segne jeden, gleich Laß dein Misfallen mich stets wie mich, mit heiligen Ge scheun, mein ganzes Herz gedanken! gieb jedem für die richtet senn auf dich und dei Seele Ruh; ihr Arzt und nen Himmel! höchstes Gut sey du, ihr labs 6. Ach! jeden, jeden Au: sal, ihre Hülfe! genblick laß mich, mein Gott 10. O treuer Bater! dir weihen; zieh von der segne die, die meiner Krank: Erde mich zurück, laß nichts heit pflegen; belohne ihre den Geist zerstreuen: fein Treu und Müß, mit deinem Glück der Welt, kein Traum besten Segen! gieb gegen sie der Zeit. Gott, und das mir Freundlichkeit, laß mich Glück der Ewigkeit sey aus Unzufriedenheit, sie nie meine höchste Freude! durch Murren krånfen. # 7. Ach! zum Gebete 11. Ist diese Krankheit schenke mir noch Munter- tödtlich mir, soll bald mein keit und Stärke; mein Herz teib erblassen; so laß mit wird sonst entfernt von dir, Besserungs Begier mich und tråg zum guten Werke. Jesum gläubig fassen. Wie Zwar willig ist der Geist, Sterbenden zu Muthe sey, doch schwach das Fleisch, weiß er; und steht den Seis In persönlichen Umständen. 642 Seinen ben, die nach Er quickung schmachten. 4. Ich warf mich nicht in Demuth und in bußfertiger 12. Allein, mein Vater, Wehmuth vor dir, Erhab willst du mir Gesundheit ner, hin: jetzt wirfst du wieder schenken, so laß mich meine Glieder aufs Kranz stets mein Herz zu dir und kenbette nieder, und lehrst allem Guten lenken. Gieb mich, daß ich Erde bin. Lust und Kraft zu jeder 5. Ich wandte meine Pflicht, und laß mich ja Kräfte nicht stets zum vergessen nicht, was ich dir Hauptgeschäfte, dir zu ges angelobte. fallen, an. Die Trägheit wird gerächet, jetzt bin ich 685. Jesu, der voll so geschwächet, daß ich kaum Mel. Nun ruhen alle zc.. Schmerzen, Gutes denken kann. frank. mit tiefbetrübtem Herzen 6. Wie oft bin ich beym am Delberg niedersant, du Beten ohn Ernst vor dich bester Arzt und Trefter, ach getreten, wie laulicht sucht fiche, dein Erlöster, liegt ich dich: jetzt lernt mein hier, sich nach dir sehnend, Herz nun ringen, mit Eifer zu dir dringen und nur nach 2. Wie viel gesundedir, Herr, sehnt es sich. Stunden sind wie ein 7. So zuchtigst du aus Strom verschwunden! wie Gnaden, du heilst den See schnell verfloß ein Jahr! dutenschaden, wenn du den Herr hast mich gestärket; ich Körper ståupft: mein Leis hab es kaum gemerket, daß den wird mir Segen; auch ich gesund und glücklich war. auf den rauhen Wegen, ſeb 3. Jeht, da ich Schmerzlich, daß du die Liebe bleibst. empfinde, denk ich an meine 8. Bermindre meine Plaz Sünde mit Reue, Schmerzige, verlängre meine Tage, und Leid; du hast mich stets wenn es mir nühlich ist. geliebet, und Treu an mir Im neu geschenkten Leben geübet; ich liebte dich nicht will ich mich dir ergeben, und allezeit. rühmen, daß du hülfreich bist. 9.Dockh Für Wiedergeneste. 643 9. Doch soll ich bald er jund Plagen vor dir nicht blassen und diese Welt ver- trostlos zagen, im Glück laffen, so waffne mich mit mich deiner freun. Muth: laß mich mein Haus Mel. Wie groß ist des Allm. zc. beſtellen, und machs in allen 687.So wahr der Als 0 Fällen mit mir und mit den lerhöchste le: Meinen gut. bet, er will den Tod des Sünders nicht, der voller 7. für Wiedergeneste. Neu vor ihm erbebet, und Mel. Aus meines Herzens zc. sich sein eigen Urtheil spricht. 686. Dir, Here, will Er züchtigt uns zu seiner ich nun danken, Chre und unserm Heil mit für deine große Gnad, die Baterstreu, nur daß man sich an mir, dem Kranken, so sich zu ihm bekehre, zum sehr verherrlicht hat. Dich bessern Leben tüchtig sey. preisen ist mir Pflicht. Ich 2. Du milder Gott, ich will mein neues Leben die selber sehe den theuren Eid ganz zu eigen geben; mehr an mir erfüllt. Wenn ich hab und kann ich nicht, mit Reu um Gnade flehe, 2. Wie schmerzvoll war wird meiner Seelen Ungst ich Armer! du hörtest mein gestillt. Da meine Werke Geschren, du halfft mir, nichts verdienen, bleibt deis mein Erbarmer, und standſst ner Gnade aller Preiß. Die mit Trost mir ben. Viellist an mir so groß erschienen, andre fuhren hin zur fins als ich nicht zu befingen weiß. stern Grabeshöhle; du hiel: 3. Ich saß die Welt und test meine Seele, daß ich alles schwinden, und Sinn noch lebend bin. und Sprache starben schon; 3. Mich hat der Schmerz ich fühlte nichts, als meine belehret; ich sah des Todes Sünden, und sah nur deiBild. Nun hast du mich nen Richterthron: da rührte erhöret und mich mit Freud dich mein letztes Sehnen, erfüllt. Herr, nie vergeß mein Jammer brach dein ich dein; ich will in Angst Baterherz; es flehten für S$ 2 mich 644 In persönlichen Umständen. mich Jesu Thränen; die mit deiner Gnade BeyKrankheit fleh; es wich der stand an. Schmerz. Dank des Frommen, der die 4. Dwelcher hohen Freu: Trösungen der Erlösung den Menge erwecket dieses geschmeckt. Heil in mir! dem Danke Mel. Mit Fried und Freud ich ward mein Herz zu enge, es 688. Mein Vater und brennt und wallet nur von mein Richter dir. Des Todes Stricke ließ ans Grab mich kom sind zerrissen, dem Grabe men! kaum fühlt ich noch, hast du mich entführt; im was er verhieß seinen From: ganzen Leben laß michs men; schwach zermalmt lag wissen, wie stark mich dieses mein Gebein, ich lechzte Glück gerührt. Inur nach Gnade. 5. Ich weihe, was ich von! 2. An meines Mittlers dir habe, mein Herz, dir Kreuk hinab sant meine ganz zum Opfer ein: es Seele, hier war mein Grab, wird, o Schöpfer, deine Gajdort war sein Grab! Meine be doch werth in deinen Uu Seele lechzte nicht nach gen senn. Ich weiß nun, Troste mehr; er hatte mich was es sey, zu leben; dalgetröstet. ich, was sterben sey, erfuhr. 3D Trost, erlöst in Nun soll mir stets im Sinne seyn, erlöst! du Trost im schweben, was ich dir in der Sterben; wenn es nun Prüfung schwur. scheint, daß uns verstößt 6. Es ist genug, daß ichjins Berderben Gott, der vor Zeiten nach meines Flei wog, und leicht erfand, was sches Lüften gieng, und an wir im Leben thaten. den flüchtgen Eitelkeiten 4. Herr, Herr! allmäch: mehr als an dir, o Bater, tig tréstest du! ich lag; den hieng. Ich bin ja darum Müden umströmte wonnes nur genesen, daß ich die volle Ruh, Gottes Frieden; Seele retten kann: fo sang das ist keines Menschen Arm, ich denn ein ander Wesen der uns im Tode stårket. S. Es Für Wiedergeneste. 645 5. Es ist dein Arm, o der dein Bersprechen dir gläue du starbst, daß aufuns ruhte, big für; wie follte dir dein was du mit deinem Tod er: Baterherz nicht brechen? warbst, deinem Blute: un 3. Ja, eh sie rufen, bist aussprechlich ewigs Heil! du da, und sprichst, noch eh kein Ang hat das gefehen: fie bitten; ja! so bald sie 6. Kein Ohr gehört, und vor dich treten, Herr, bilfft in kein Herz ist jemals kom- du oft ganz unverhofft, und mien, was nach des kurzen rettest sie aus Nöthen. Todes Schmerz Gott den! 4. Go liebreich ist dein Frommen, die ihn lieben, Herz gesinnt; dies hab ich hat für Freud und Seligkeitsselbst, dein schwaches Kind, bereitet! von meiner Kindheit Jahren 7. Von Gott verlassen so mannichfach und überall hingst du da, von Gott ver- bis diese Stund erfahren. fassen! im Schweiß, im 5. Du züchtigest mich Blut, dem Tode nah; Herr, allezeit mit våterlicher Lins wir fasen, ach! vor Frend digkeit, und nicht nach meis und Zittern, nicht, was nen Sünden. Herr, deine du hast uns erworben! SIG SAR 8. für Errettete nach überstan dener Krankheit und an Huld, gab mir Geduld, die Noth zu überwinden. 6. Du hast, durch deine Gnadenhand, mein Kreuß dern Fällen. Mel. In dich hab ich gehoffet nun abermals gewandt; 689. Gelobet feyst dusdrum will ich, und die Mei Gott, mein nen zugleich mit mir, ein Hort! der du noch täglich Danklied dir jetzt bringen fort und fort dein wahres nach dem Weinen. Wort erfülleft, der Trübsal 7. Sen ferner unser Trost wehrst, Gebet erhörst, undsund Schild: und wenn du allen Kummer stillest. noch uns Schwache willt 2. Schlägst du die Dei mit einer Last belegen; so nen väterlich: so rufen sie schaue doch, auch bey dem ganz angstiglich, und halten Joch auf unser Unvermögen. 5$ 3 8. Denn 646 In persönlichen Umständen. 8. Denn unsre Schwach zur Rechten steh du mir! heit kennest bu; drum sprich gieb mir Muth und Kraft den blöden Herzen zu, den zum Siege! gieb nicht zu, Glauben stårk und mehre, daß ich erliege; Jesus, denn daß unser Herz bey) allemsich glaube dir! hilf im Schmerz dich mit Gehor- Kampfe, Helfer, mir! sam ehre. 4. Wenn mir alles Licht verschwindet, Ohnmacht mich und Nacht umgiebt; Mel. Alle Menschen müssen 2c.gnug, wenn nur mein Herz 690. Vater, Bater empfindet, daß mich Gott, voll Gebre- mein Heiland, liebt! diesen chen nah ich deinem Throne Trost laß mir nicht fehlen, mich; kaum darf ich mit Freund und Retter unsrer dir noch sprechen; denn ein Seelen! deine Lieb, ich bitte Sünder, Herr, bin ich dich, tröst in meinem Tode aber reuend, tief zerschla- mich. 9. Bey Erwartung des Codes. gen, will ich doch zu dir mich 5. Mehr, als fein Ers wagen, weil du uns durch schaffner faffet, weißt du, Jefum Chrift gern verzeihst Herr, was Sterben ist; und gnådig bist! denn du bist am Kreuß er: 2. Ach! verlaß an meisblaffet, auch für mich, o Jes nem Ende mich, mein treuerfu Christ! nun, du wirst Schöpfer, nicht; zeig mir auch mich bemerken, und deine Helfershände, und mein Herz im Tode stärken! Dein Baterangesicht! ach hilft kein Lebender mir mehr, erquicke meine Seele, die ich o so bilf, Allmächtiger! deiner Huld empfehle; Va 6. Laß mich in dein Herz ter der Barmherzigkeit, giebleindringen, fehn dein freunds mir Much im letzten Streitlich Ungesicht; hilf mir mit 3. Herr! erböhe mein dem Tode ringen! schone Vertrauen; mehre meine meiner im Gericht! Müden Lust an dir; laß vorm Gra- kannst du Stärke geben! Je be mir nicht grauen! ach, sus, du lebst; ich soll leben! wenn Ben Erwartung des Todes. 647 wenn mein Herz im Ster: 4. Bergieb auch mir, o ben bebt, o so denk ich: Bater! alle Sünde, und Jesus lebt! was ich jetzt noch Böses an 7. Jesus! ach, bey dei mir finde. Bergieb, wenn nem Tode, deinem Blute Fleisch und Blut mich wider bitt ich dich: ach, verlaß Wiffen von dir geriffen. mich nicht im Tode! ach, 5. Die Meinigen empfehl erbarm dich über mich! hilfsich deinen Händen; du wols mir froß und selig sterben! lest Sünd und Noth von ih: hilf mir deinen Himmelnen wenden. Du wirst dies, erben; hilf mir! ach, du Sperr! nach deinem guten starbest ja auch für mich auf Willen liebreich erfüllen. Golgatha! 6. Ach Jesu, zeige mir Mel. Herzliebster Sesu, was ze. licht deine Güte, gieb mir ein, 691. Herr, sen mir gläubig himmlisches Gemüs nah! meinthe, und richt es ganz nach Sterben ist vorhanden, deinem Gnadenlohne, der mein Geist entreißt sich bald lebenskrone! des Körpers Banden. 7. Ach! laß mich nicht in Herr, sey mir nah und laß meiner Noth vergehen; laß mich selig sterben, den Him mich die Kraft von deinem mel erben! Leiden sehen. Im Durst 2. Wie du, mein Trost! nach Labsal laß mich nach am Kreuße bist gestorben, die blicken, mich zu erquicken. und mir dadurch die Selig: 8. Es ist vollbracht: nun keit erworben: so laß mich endet sich mein Jammer; nun, auf deinen Tod, abefnun, schwacher Leib! schlaf scheiden zu deinen Freuden. sanft in deiner Kammer, bis 3. Vergieb, o Vater! de Jesus kömmt, der giebt mir. nen, die mich hassen, die ih, diese Glieder einst schöner ren Haß mich wohl empfin wieder. den lassen; vergieb du de nen, die es niche verstehen, was sie begeben. 9. Nimm meinen Geist an meinem lehten Ende, Herr Sefu, auf in deine treuen Ⓒ$ 4 Hände. 648 In persönlichen Umstånden. Hande. Ich bleibe dein, 4. Dich will ich im Glau: ich sterb in deinem Namen; ben faffen, meine Schuld sen sprich, Jesu, Amen! noch so groß; hab ich vieles Mel. Jesu, deine heilge Wunden unterlassen, bin ich elend, 692. Rah den letztenjarm und blos: o fo littest Augenblicken du für mich! gläubig stark fleh ich zu dir, Herr, mein ergreif ich dich; alles, was Hort! du wollst meinen mich kann verklagen, ist von Geist erquicken durch das dir ganz abgetragen. segensvolle Wort, das dein 5. Heil der Sünder! dir Mund am Kreußze sprach, fen Ehre, Preis sen deiner the noch das Herz dir starken Macht, daß du, wie brach; daß ich darauf meine ich von dir höre, alles, alles Seele, wie du, freudig, haft vollbracht. Jesu! nicht Gott befehle. in eignem Thun, nur in dit, 2. Uch! was für ein Wort will ich beruhn; durch dein erklinget, das mich Armen Leiden, Thun und Sterben fröhlich macht, und mein ganz werde ich dein Reich ererben. zes Herz durchdringet, da du 6. Ja, Herr Jesu! dein rufst: es ist vollbracht! ach! Bollbringen ists, worauf vollbracht? o welches Wort: mein Heil beruht. Hilf weicht, ihr Sünden, weichet mir nun im letzten Ringen, fort! nun wird mir mein und mach auch mein Ende Herz gestillet, ja mit Freu gut. So ist alles wohlge digkeit erfüllet. macht, alles, alles ist voll 3. Herr! du hasts vollbracht. Gott, mein Vater! bracht! ich glaube, daß du nun befehle ich dir freudig es für mich vollbracht, und meine Seele. mir, sonst verworfnem Stau: Met. Wer nur den lieben Gottic. be, auch mein ewig heil ger 603. Shfaffe, and macht. Hab Bater, deine Hände oft gethan, seh ich dich, und halte sie im Glauben mein Heiland! an, so in fest. Verlaß den nicht an deinem Thun als Leiden, da seinem Ende, der ewig sich ich soll von hinnen scheiden. auf Ben Erwartung des Todes. 649 auf dich verläßt; du bistjmir Trost, Muth und Freu mein Gott von Jugend auf, de zu und führe mich sanft beschließ auch meinen Lessein zur Ruh. benslauf. * 2. Du hast nach deiner 6. Ich übergebe dir die Vatergüte beständig wohl an meinen, du Vater der mir gethan; erhör auch Barmherzigkeit; laß ihnen meine lehte Bitte: nimm, stets dein Trostlicht scheiGott, mich dort zu Ehrennen, und bleib ihr Gott zu an. Uch, Vater, Eins, noch aller Zeit. Bebüte sie vor Eins ist Noth, ein guter Ungemach, und bringe fie Schluß, ein selger Tod. mir selig nach. 604. Chriftus; der ist 3. Du hast mich je und je geliebet, versorgt, ge mein Leben, stårkt, geschüßt, regiert, und Sterben mein Gewinn, mich oft erquickt, mit Kreuß ihm hab ich mich ergeben, geübet, oft wunderbar, stets mit Freuden fahr ich hin. wohl geführt. Wohin ich 2. Bald werd ich nun, gieng, wohin ich sah, war entnommen der Welt, bey mir stets deine Güte nah. Christo seyn; mich mit vers 4. Auch jetzt, auf mei- etårten Frommen vor seis nem Sterbebette, sieh meine/ nem Throne freun. Noth mit Mitleid an. Er 3. Bald hab ich überwune freue, tröste, stärke, rette; den auf ewig meine Noth nur du bists, der mir helfen durch ihn, durch dessen Wuns kann. Beschüße den, der den ich bin versöhnt mit an dich glaubt, daß er im Gott. Tode treu verbleibt. 4. Wenn meine Augen 5. Mein Heiland, treibbrechen, der Athem wird so die Furcht zurücke, besiege schwer, daß ich nicht mehr meinen letzten Feind. Lent kann sprechen: auch dann auch im Sterben meine erbarm dich, Herr! Blicke auf dein Verdienst, 5. Wenn Sinne und Ges o Seelenfreund. Sprich danken verlöschen, wie ein 5$ 5 Licht, 650 In persönlichen Umständen. Licht, das hin und her muß mir im Kampf, preißt Got: wanken, weil ihm die Kraftstes Güte; o preißt fie, betet gebricht: an mit mir! ach, an dem 6. Dann laß mich sanft lehten meiner Tage vers und stille, und ohne schwere nehmt, Geliebte, was ich Pein, wenn es dein Rath sage: weint nicht zu sehr, und Wille, Erbarmer, denn Gott ist hier. Uch, schlafen ein. hört mich und vergeßt es 7. Dann wandelt sich nicht, was euer Freund noch mein Leben, und wird Unsterbend spricht! * sterblichkeit; dann wirst du mich erheben zur wahren Seligkeit, 3. Ich ward, denn deine Gute wollte, daß ich entstehn 8. Wenn ich da ben dirjund leben sollte. Ich bin,( o wohne, wo man dich würdig betet mit mir an und helft preist; wie wird vor deinem mir Gottes Huld erhöhen!) Throne so selig seyn mein Ich bin und werde nicht Geist! vergehen, so wenig Gott Gott! vergeben kann. Der sterbende Gerechte beym Gott! wie kann ich gnug Abschied von den Seinigen. mich freun! so lang du Dommt her, an seyn wirst, soll ich seyn. meines Lebens 4. Ja, meines Gottes Ende, Geliebte! reicht mir Huld und Liebe ist unaus: noch die Hände; itt wall sprechlich; jene Liebe, die ich noch im Thränenthal: tausendmal mein Herz ems doch bald sind meines Lebens pfand. Sie führte mich Stunden auf ewig mir und in meiner Jugend. Wie euch verschwunden: ich wei liebreich lenkte mich zur Tu ne peut zum letztenmal! zum gend, o Vater, deine Waters legtenmal! o weinet nicht zu hand! was du mir thates, laut vor Gottes Angesicht!( war nur Huld, nur Treue, 2. Send männlich! står: Langmuth und Geduld. tet mein Gemüthe; þelft F. Schon 695. Kon Ben Erwartung des Todes. 651 5. Schon frühe konnt ich mich so oft errettet, mit mir Jesu Lehren, schon früh von den Ewigtreuen an! wie oft, Gottes Wundern, hóren, wie oft riß seine Gnade zuz schon frühe ward ich Gott ick mich von des Lasters geweiht, schon in der Kind Pfade, und führte mich die heit ersten Tagen, hört ich rechte Bahn! er gab mir von deiner Liebe fagen, oStärke, war ich schwach, Bater der Barmherzigkeit und gieng mir, wenn ich voll Freude seh ich auf dies irrte, nach. Glück, mit Daut und Lob, 9. ließ ich zur Sünde mein Gott, zurück. mich verleiten und schlich der 6. Ja Gott, Erlöser, mei: Reiß der Eitelkeiten zu schnell ne Freude, mein Trost warst ins unserwahrte Herz:( 0 du in jedem Leide, und deineshörts ihr Schwachen, Uners Liebe meine Lust; für deinesfabrnen!) wie bange ward Lehren, für dein Leben foli mir!( faßt euch warnen! ewig dich mein Mund erhe- treibt mit der Sünde keinen ben, dich ewig preifen meine Scherz! ich betete, Gott Brust! nimm, weil ichs hier stärkte mich, bis fern von nicht besser kann, o Jesus, mir die Sünde wich. ist mein Stammeln an! 10. Sie schlägt der Seele 7. Für deine Arbeit, tiefe Wunden. Gekämpft, Quaal und Schmerzen erheb gekämpft und überwunden, ich dich mit vollem Herzen! ja überwunden muß es seyn! erhebt, Geliebte, Gott mit Entfeßlich ist vor Gott die mir! Ach, möchtest du ihr Sünde; sie stürzt in ewigHerz entzünden, Gott, deine tiefe Schlünde; und ihre Liebe zu empfinden! ach kust wird Höllenpein! sie ist, Gott, erfülle sie mit dir!( o hörts und glaubt der so viel ihr Herz Empfindung Schrift!) sie ist ein ewig faßt, empfind es, wie du liebstödtend Gift. sie haft. 11. Schätzt nicht zu hoch der Erde Güter! erhebt die 8. danket, Herzge- himmlischen Gemüther weit liebte, betet den Gott, der über * * 652 In persönlichen Umstånden. über Tand, und Pracht, und immer bey euch bliebe, so, Geld! wie nichts, wie un- Herzgeliebte, liebet euch! o werth des Bestrebens sind haltet brüderlich zusammen; fie für Erben jenes Lebens, und liebt, in Jesu Chrifti für Bürger jener bessern Namen, einander Jesu Chris Welt! wie nichts ist alle sio gleich und send vor Lust der Zeit für Kinder der Gott in Freud, im Schmerz, Unsterblichkeit! nur Eine Seele, nur Ein 12. Send muthig, wider Herz! steht den Lüsten! seht nur 15. Fern, ewig fern von auf Jesum! bleibet Chri Zank und Streite send im sten! der Herr ist Gott! merdar! noch hier, nech der Herr ist Gott! kein Sa: heute umarmet euch, und tan soll euch wankend masschaut mich an! nie, nie bes chen; nicht immer wird der fleck euch, theure Seelen, Spotter lachen, einst wird die Höllenfreude, den zu sein Scherz, einst wird sein quälen, der heute noch wohl Spott, in Angst und Schaam, sterben kann! entfeßlicher verwandelt seyn, dann Christ, Gedanke! nein, ich weiß: ist Freud und Ehre dein! ihr werdet Brüder seyn! 13. Müßt ihr für Recht 16. Und Brüder, Schwe und Wahrheit leiden; so stern auch der Armen! voll duldet gerne und mit Freu- Menschlichkeit und voll Er den, Verlust und Schmerz barmen; erleichtert gern und Tod und Schmach. des Nächsten Noth! folgt Groß ist der Uleberwinder jedem gütigen Gedanken! Würde, und ihrer zeitlicher quickt die Schwachen, leichten Bürde folgt ewigellabt die Kranken! theilt mit Erquickung nach. In jeden Armen Kleid und Brod! dem, jedem Leiden, denkt, umfangt mit liebevollem daß Gott uns nur ans Liebe Geist wer Bruder, Christ, Fränkt. 14303 und Mensch nur heißt. 17. Auch Feinde segnet 14. Gott ist die Liebe! herzlich! lieber auch den, fauter Liebe! wie wenn ich der Bey Erwartung des Todes. 653 der boshaft euch betrübet, 20. Ach! dann am Abend und jeden, der euch übel will! unsers Lebens ist jeder das füllt mit Wonne unser Wunsch und Trost verges leben: vergebt, so wird euch bens, wenn unser Herz ihm Gott vergeben! Gott kennt widerspricht! ach! dann ist euch! schweigt und leidetloft die Reu zu spåte! drum still! denn, ach! vor Got: leh ich noch am Sterbebette, tes Strafgericht besteht der mit meinem Auge, das iht Feind des Feindes nicht. bricht; mit heißen Thränen; schaut mich an: flicht, was im Tod euch reuen kann! * * * 18. Und immer, wo ihr steht und gehet, Geliebte, 21. Ach! könnt ich noch, beret, seufzet, slehet zu eh ich erblasse, euch, die ich Gott, dem Hörer des Ge bets! wenn alle Menschen fegnen noch, und glücklich all im Geist umfaffe, gnug euch verließen; in Bangig ebn! bleibt auf der Tugend keit, in Finsternissen, im Glück, im Unglück betet schönen Wegen; nein Sees sters! vor dem Geber fließt kann ich vom Himmel euch ten, feinen bessern Segen jede Quaal; im þabs erlerflehn: die Tugend Christi, fahren tausendmahl. Christi Heil sey, theure Hers zen, euer Theil! 19. Vergeßt, vergeßt nicht 22. Hieber! in meine dieser Lehren; ihr werdet Hand zu schwören: den se nicht immer hören: einst Gott, der euch erschuf, zu ehs liegt ihr, wie ich, sterbend ren, ihm ewig, ewig treu zu da. Die Stunde da man seyn! ihm, der einst Sünz euch beweinet, da alles, wiedern auch geschworen, daß es ist, erscheinet, vielleicht keiner, feiner sey verloren, ist schon die Stunde na h, der sich will Jesu Christo wo jede Hand, die mich weihu! ein Zeug ist zwischen noch faßt, auch můd ist, zit euch und mir mein Tod und tert, und erblaßt. Gott; denn Gott ist hier! 23. Und In persönlichen Umständen. * 654 26. Nur ringt, und eilt, * 23. Und nun, wenn ich mir nachznkommen! voll euch je betrübte, verzeiht Sehnsucht mit viel tausend mir! ach verzeiht, Geliebte, Frommen, erwart ich euch, die Fehler, die mein Herz Geliebte, dort! dann, dann bereut! mein Herz ist voll wird uns kein Tod mehr der reinsten Triebe, voll trennen, kein Schmerz uns Gegen für euch, voll von wieder krånken können: Ge Liebe, Gott weiß es, voller liebte, strebt und kämpfet Zärtlichkeit; gern bitt ich je fort: wie bald ist jeder Tag den Fehler ab, vergebt mir, entflohn! wie herrlich ist wie mir Gott vergab! der Siegeslohn! 24. Viel Gutes habt ihr 27. könntet ihr, was O mir erwiesen; für alles sey ich, empfinden; ihr über der Herr gepriefen! für alles wåndet alle Sünden, befiegs fagt mein Herz euch Dank! tet jede Leidenschaft! hel: für jedes Trostwort, jede les Licht der Ewigkeiten, wen Lehre, für jedes Mitleid, je: ou bestrahlest, hat zum Streis de Zähre, die je aus eurem ten, zum schnellen Siegen Auge fant! Gott weiß es, Heldenkraft! du Glaube, du, was ihr mir gerhan: Gott, den Jesus lehrt, bist mehr, der vergelten will und kann! als alle Weisheit, werth! 25. Dies denket, würd euch auch noch bänger; doch 28. Wie berrlich ist des weint, Geliebte, nun nicht Glaubens Ende! ja, Bater, långer; ihr weintet, daßnun in deine Hände befehl ich selig bin; mein Gottlich ewig meinen Geist! ihr wird eure Seelen trösten! Kinder Gottes, Christi Brüs hin zu den Schaaren der Erder, werft euch vor Gott lösten, zu meinem Heiland noch tiefer nieder, und betet geh ich hin! ach! gönnt mir mit mir an und preißt! 0 gern des Himmels Glück, Gott! wie dürstet mich nach und wünscht mich nicht zu dir! nimm meine Seele bald euch zurück! von mir! * 29. D Für Sterbende. 655 29. D Wonne, die ich vor preis ich dich; zum Segen mir sehe! ich werde Gott gabst du mir mein Leben, du schaun; denn ich gebe, wo alle nimmst es mir, und segnest Todten Gottes find! Wie mich. Mein Leben sucht leicht, wie nichts wird mir ich dir zu weihn; mein Tod mein Leiden! ich schmecke auch soll dir beilig seyn. schon des Himmets Freu 2. Gott! welche feyerlis den, ich fterb, und sterb als che Stunden, wenn du mich Gottes Kind! o theure nun der Erd entziehst, auf Geelen, denkt ihm nach, wos mich, den du getreu befuns ich am Todestage sprach! den, voll schonender Erbars mung siehst! Allmächtiger, in dein Gericht gehst du mit mir Erlößtem nicht. 10. für Sterbende. In eigner Melodie. 696. Auferfehn, ja ja 3. Der Leit wird schwach; auferstehu die irrdsche Hütte, in der wirst du, mein Staub nach mein Geist hier wohnt, zers kurzer Ruh! unsterblichs fällt; schon gehen meine leben wird, der dich schuf müden Schritte den Weg dir geben. Hallelujah! zu Gott aus dieser Welt. 2. Der Freudenthránen Ich bin getroft und zage Tag wird dann seyn! mit nicht; denn Gott ist selbst Jesu gehn wir ein zu seinen mein Heil und Licht. Freuden! der müden Piiger 4. Wie sollt ich vor dem Leiden sind dann nicht mehr! Tode beben, da du für mich, 3. Ach ins Allerheiligste Eridser, starbst? er ist durch führt mich mein Mittler dich der Weg zum Leben, dann; lebt ich im Heilig, das du am Kreuße mir ers thume zu seines Namens warbst. Wie du Gort siehst, Ruhme! Hallelujah! werd ich ihn sehn; und auch, Mel. Wer nur den lieben Gott wie du, einst auferstehn. 697.ch will dich noch 5. Laß Quaal und Leid im Tod erhe: mein Grab umringen, und ben, selbst nah am Grabelmir die letzten Schrecken draun, 656 In persönlichen Umständen. draun, du halfft die Sünde verlaß, verlaß mich nicht! mir bezwingen, den Tod Herr Jesu Christ, mein Herr darf ich, mit dir, nicht und Gott! mein Herr und scheun; so nah dem Lohn, den Gott! zum Leben führ mich Gott verspricht, so nah am durch den Tod. Ziele fint ich nicht. 6. Du wacheft über meine 2. Noch einmal, Vater, Seele, wenn ihre Stärke sich preis ich dich voll Dank, eb verliert; giebst deinem Engel meine Lippen sich im Lodes, schon Befehle, der sie zu deis schlummer schließen. Mehr nen Freuden führt, des To- Huld und Liebe haft du mit des Nacht um mich vers in diesem ersten Leben hier, scheucht, und mir des Lebens als ich verdient, erwiesen. Krone reicht. So viele deiner Wunder sah 7. Ich will dich noch imich hier bereits; was werd ich Tod erheben, selbst nah am da für Wunder schaun, went Grabe preis ich dich; denn nun mein Geist dich nah ewig werd ich vor dir leben. an deinem Throne preist! Wie fegnet dann dein Ant Herr Jesu Christ! bald las lik mich! o Zod, o Sterben, auch mich, bald laß auch mich mein Gewinn! wohl mir, im bessern keben preisen dich. daß ich erlöset bin. Mel. Herzlich lieb hab ich dich 3. Noch einmal blick ich 698. Roch einmal blick auf zu dir, noch einmal, Gett ich auf zu dir, empfehl ich dir mich felbst noch einmal, Vater, falt ich und all die Meinen. Ver: hier vor dir die welken Hån: laß, o Gott, verlaß sie nie, still de. Gott, nach Erlösung ihrer Seelen Schmerz, wenn fehn ich mich, o gieb, daß ich sie an meinem Grabe weis gestärkt durch dich den leh: nen. Ach leite sie nach deinem ten Kampf bald ende! Der Rath, führ sie des Lebens du der Deinen Flehen hörst, schmalen Pfad; und wenn und Leben Sterbenden ge- nun ganz vollbracht ihr lauf, währst, wenn nun mein siers so nimm auch sie zu Ehren bend Auge bricht, ach dann auf! Fürbitte für Kranke und Eterbende. 657 auf! Herr Jesu Chrift, laß| Vergnügen! laß durch den sie und mich, laß sie und mich Trost der Ewigkeit, die leis am Freudenorte schauen dich! den dieser kurzen Zeit ver: 699.Fut II. Fürbitte für Kranke. süßt den Frommen werden! Mel. Uch Gott vom Himmel 2c. 5. Den Kranken, der nun Gür alle Kranke sterben soll, den lehre, Bas bitt ich dich mitter, sterben! ach! mach ihn brüderlichem Herzen! mein deines Trostes voll als einen Gott! erleichtre väterlich die Himmelserben. Ach! Jesu, Last von ihren Schmerzen! mach ju deinem Neich ihn sprich Tröstung allen Schwa: fähig, deinem Bilde gleich, chen ein, und laß auf dich, schon heilig hier auf Erden. und dich allein mit festem 6.Den Kranken, der durch Much sie trauen! dich geneßt, den lehre heilig 2. Des Gnadenlebens leben, der müsse dir, der ihn Furze Zeit, der Greuel ihrer erlöst, sein Herz zum Opfer Sünden, und deine Treugeben. Nicht mehr im und Freundlichkeit laß, Bas Traum der Sicherheit, nein, ter, fie empfinden! stårk und eingedenk der Ewigkeit, müß erwecke ihren Geist! gieb je: er unsträflich wandeln! dem reichlich, was du weißt, 12. Fürbitte für Sterbende. das er bedarf zum Heile! Met. Mitten wir im Leben sind 3. Den Geist der Ruh 700.le, die zu diefer und der Geduld, in dich sich Zeit, da wir ,. einzusenken, o möchte, Bas Herr, dir singen, sprachlos ter, deine Huld den Schwa: Jund voll Bangigkeit mit chen diesen schenken! omöchte dem Tode ringen, die wollst doch dein Will allein ihedu, Herr, erquicken. Sie Wille, ihre Freude seyn, o liegen da und sehn hinab in Vater aller Gnaden! das schauervolle Grab. Heil: 4. Gieb ihnen allen Kraftger Gott, Bater, bilf! und Much, die Schmerzen Barmherzger Heiland, hilf! zu besiegen! sen du, o aller: Hilf, heilger gnadenvoller höchstes Gut, ihr innigstes Tröster! Du Gott unsers Heils! 658 In persönlichen Umständen. Heils laß sie nicht versins sein Flehn, mit ihm nicht fen. In des Todes letzter ins Gerichte gehn, der jetzt Angst, erbarm dich ihrer! der ernsten Ewigkeit sich 2. Ach, wohl jedem, wel: naht, befrent nun bald von eher gern labet, die da glaus dieser Eitelkeit! ben! kein Trunk Wassers 2. Des Lebens und des soll vom Herrn unvergolten Todes Herr! nun ist für bleiben. Wir wollten gern ihn die Zeit nicht mehr! du sie laben. Doch da sie nichts haft gezählet all sein mehr laben kann, flehen wit Haar, sein Todesjahr bes für sie dich an. Heilger timint, als feine Zeit noch Gott, Vater, hilf! Barms war. herzger Heiland, bilf! Hilf, 3. Erfüllt ift seiner Leiden heilger gnavenvoller Tröster! Zabl; er leidet heut jum Du Gott unsers Heils! la leßtenmahl! ach! sey in sei: fie nicht erliegen. In deiner Todes- Noth sein Helfer, Erunde des Gerichts er- Gott! ein Schlummer sey barm dich ihrer! für ihn der Zod! 3. Ach, weil er selbst, Jesus 4. Vollende, Vater! seis Christ, diesen Kelch getrunnenkauf, nimm ihn zu deinem ken, unter bångrer Arbeit ist Frieden auf! verlaß ihn, in das Grab gefunken! um wenn fein Herz nun bricht, seines Todes willen hör unser verlaß ihn nicht, Herr! Herr! brüderlich Gebet, das für sie mit deinem Gnadenlicht. um Gnade fleht. Heilger 5. Erleichtre ihm den leh Gott, Bater, hilf! Barm: ten Schmerz! von dir ers herzger Heiland, bilf! Hilf quicket ruh sein Herz! durch beilger gnadenvoller Tröster! Jesu Todesschweiß und Du Gott unsers Heils! laß Blut, so ihm zu gut vergoß fie fanft entschlummern, und sen, stärke seinen Muth! einst fröhlich auferstehn! er: barm dich ihrer! 6. In ihm vermehre deine Rub, in seinem Herzen bete Mel. Ich hab mein Sach Gott du, Geist Gottes! laß ihn 701. wollt erpó- glaubend traun, auf Jefum ren, Gott, schaun, Fürbitte für Sterbende. 659 schaun, und so entgehn des mehr verzieht. Uch wie ist Todes Graun! ihm bange um Troft, der 7. Zeig ihm die Herrlich vor ihm fliehe! Herr, er feit des Herrn, zeig ihm den barme dich, Mittler, erbars Gnadenlohn von fern; laß me dich, Gott, erbarme dich! ihn den Himmel offen sehn, 2. Der du für ihn littest, und Jesum stehn bereit, ihn in tieffter Seelenangst, selbst gnådig zu erhöhn. den Tod bestrittest, und siege 8. Ach! Gnade, Gnad reich ihn bezwangst, Gotts ergeh für Recht! denn vonnensch! er verschmähte dein dem menschlichen Geschlecht Leiden, deinen Zod. Du, ist selbst der heiligste nicht oer für ihn slehte, zeugst wis rein! wer kann wohl dein, der ihn vor Gott! Herr, ers Gott, ohne deineGnade seyn? barme dich! Mittler, erbars 9. Sen, Richter! ihm me dich! Gott, erbarme dich! nicht fürchterlich; erbarme 3. Er, der Sünd erges feiner Seele dich! Auch aus ben, nie ihrer Lüste fatt, der Tiefe rufet sie; erhöre kürzte selbst sein Leben, durch fie! erlöse, Gott, erlöse sie! seine Missethat. Strafe 10. Behüte ihn in seinem nicht, noch Gnade, nichts Tod; ihn segne, segne, feg: hielt den Frevler auf: auf ne, Gott! Wenn nun sein des Lasters Pfade blieb un Auge sterbend bricht, leit ihnsverrückt sein Lauf. Herr, ers dein Licht; tröst ihn mit dei- barme dich! Mittler, erbars nem Angesicht! me dich! Gott, erbarme dich! 4. Aus dem langen Schlummer weckt ihn der Mel. O wir armen Sünder i. Krankheit Schmerz. Nie ems 702, Tief in Todes- pfundner Kummer beklemmt schmerzen liegtsfein bebend Herz. Ihn, nun der Spotter da. Ohne der Bosheit Rächer, den Trost im Herzen ist er dem Richter, der ihn ruft, höret Richtstuhl nah; nah dem der Verbrecher, und zittert, Untergange, der nun nicht daß er rust. Herr, erbare T12 me für einen sterbenden Religions spotter. 660 In persönlichen Umstånden. me dich! Mittler, erbarme droht! Eilt! vielleicht, ihr dich! Gett, erbarme dich! Spotter, send ihr schon mor: 5. Möchte doch der Süngen todt! laßt von euren der zu dir, o Mittler, fliehn! Sünden, fehrt bald zu Gott Todesüberwinder, vielleicht zurück! schwer ists, Gnade verträtst du ihn! An des finden im lehten Augenblick! Grabes Stufen, den Tod Herr, erbarme dich! Mitt im Angesicht, möcht er jetzt ler, erbarme dich! Gott, er: noch rufen: mein Gott, ver barme dich! wirf mich nicht! Herr, er- 9. Gott fährt einst im barme dich! Mittler erbar: Grimme herab zum Welts me dich! Gott, erbarme dich! gericht, der Verzweiflung 6. Ihm entflieht die Stimme errettet dann euch Stimme, nur feine Seelesnicht: Felsen, uns zu decken, fleht: sprich nicht, Gott, im stürzt euch auf uns herab, Grimme, sprich nicht: es ist vor des Richtstuhls Schrek: zu spåt. Laß ihn nicht ver: fen verbirguns ewig, Grab! derben, erlaß ihm feine Here, erbarme dich! Mitt: Schuld, zeig ihm noch im ler, erbarme dich! Gott, Sterben die Größe deiner erbarme dich! Huld. Herr, erbarme dich! Mittler, erbarme dich! Gott, erbarme dich! Einsegnung eines Sters benden. Mel. Wachet auf! ruft uns t. 7. Jeſus Christus, flede 703. Halleluja! Ament! Amen! Ent: für den Richter an! für den Sünder flehe, der nicht schlaf in jenem grosen Nas mehr flehen kann! Herr auf men, vor dem sich Erd und deinen Namen schenk ihm Himmel beugt. Sieb, an noch Zuversicht: sprich, o deiner Laufbahn Ende bist Bater! Amen! wer glaubt, du; er nimmt in seine Hände stirbt ewig nicht! Herr, er den Geist auf, der der Erd barme dich! Mittler, erbar- entfleucht. Hör, o erlöster me dich! Gott, erbarme dich! Geist, der bald am Thron 8. Hört den Gott der ihn preist: Jesus Christus Götter; wie furchtbar er euch bat 661 Beym Absterben frommer Freunde. hat dich versöhnt, von ihm fern von mir bist du! ich gekrönt empfähst du nun den weiß nichts mehr von dir, o Gnadenlopn. liebe treue Seele! Entflohn 2. Welcher Glanz wird aus meinen Armen weit bist dich umfangen, ist dir derlou, vom That der Sterblich Tag nun aufgegangen des keit, o beste, treuste Seele! Lebens, nach der Todesnacht! 2. Der Freundschaft Lab: Sen gesegnet! Amen Amen! sal ist dahin; dein Trost, entschlaf in Jesu Christi Na wenn ich verlassen bin: dein men, in ihm, der rief: es Mitleid, wenn ich leide: mir ist vollbracht! Nicht du: der fehlt, mir fehlt die treue Herr allein macht dich von Hand am Weg ins befre Sünden rein, und du sün- Vaterland: dein Blick voll digst nun bald nicht mehr; Ernst und Freude! der Brüder Heer, der Engell 3. Ja, weinen darf ich, Heer nimmt dich nun auf! Gott, vor dir, daß du die 3. Noch ein Gegen sollsfromme Seele mir so früh dich leken: daß du verwesest! und bald entriffen. Die dies Entsetzen verfinstre deine Wunde blutet sehr! und ich, Seele nicht! zwar wir geslich klag, geliebtes Herz, unt hen hin und sien hier den dich: Gott hat dich mir ents Leib; doch auferstehen wird rissen. er mit jenes Tages Licht! gehd 4. Doch ruhst du nicht in ein zu deiner Nuh; der Herr Gottes Schooß? so sen schleußt nach dir zu! Aufermein Schmerz denn noch so stehen, nach kurzer Ruh, du groß; ich will vor Gott Todter du, wirst du, zum mich beugen. Rein, theure, Leben auferstehn! keinen Augenblick wünsch ich dich in den Staub zurück; geduldig will ich schweigen. 13. Für Betrübte, beym Absterben frommer Freunde: 5. Der Leichnam ruht im ühlen Grab: Gott nahm 704. Ach, bier nicht ihm seine Schmerzen ab und Mel. Kommt her zu mir z. mehr, ach, jede Last von Leiden. Em It 3 por 662 In persönlichen Umstånden. por schwang sich der frohe 10. Dann schau und bet Geist zu dem, der ganz die ich an mit dir; wir beyd' ein Liebe beißt, genießt nun Herz: dann singen wir von Gottes Freuden. weggeweinten Leiden und von 6. Die Seele, die hier heilig der Tugend hohem Lohn; war, feyrt dort mit der ver: find Freud und Dank, und klärten Schaar den Sabbath schmecken schon des Hims der Erlösten; ist Wonne, Liemels bohe Freuden! be, Dank und Licht; und lebt Mel. Traurigkeit 2c. und schaut: das sollte nicht 705. Dir, Gott, f mein banges Herze trósten? bey uns 7. O Trost, o hoher nicht mehr ist jener, den wir Trost für mich; mein ban- liebten. Er entschlief zur ges Herz, erheitre dich und Todesruh: stårk uns, die stille deine Klagen! Erlöst Betrübten! von ihres Leibes Joch, lebt 2. Er ist nicht fern, der die geliebte Seele noch: Tag des Herrn! dann sehen und ich, ich follte zagen? wir uns wieder; fingen dem, 8. Nein, stille will ich Gott der uns vereint, ewig Jubel vertraun! wer Jefu glaubt, lieder. wird dort ihn schaun, wird 3. Er, der nun todt, et Seligkeit empfinden. Ich lebte Gott und starb, durch weiß: ring ich vom Staub Jesum, selig. Laß, wie er empor: so werd ich, was zu sterben, uns leben fromm ich hier verlor, im Himmel und Heilig. wieder finden. 4. Für alle, ja! ist Ruhe 9. Zwar bört, wenn einsi da, die Ruhe der Erlösten! mein Auge bricht, mein Ohr wer im Glauben Liebe übt, von dir, o Theure, nicht Erden, den wird sie tresten! muntrung, Trost und Segen. 5. Am Sarge hier, ge Doch wenn aufGottes Wink, loben wir: als Brüder uns mein Geift sich im Triumph zu lieben; jedem Menschen dem Staub entreißt; so Guts zu thun; niemand eilft du mir entgegen, zu betrüben. für Benm Verlust seiner Kinder. 663 für Eltern beym Absterben 4. Mr Thränen preis ich dich auch einst, wenn du zum Mel. Nun tret ich wieder zc. Weltgericht erscheinst; ach! ihrer Kinder. 706,2ch, meine Kin- dann mit Freudenthronen! der sind nicht dann werd ich meine Kinder mehr! mein traurig Herz ist sehn; mit ihnen dankend vor boffnungsleer, von Freudenfoir stehn, mich nicht mehr leer mein Leben! ich sab sie bange sehnen. Dann werd ich wie den Frühling blühn; stets bey ihnen seyn und ewig dir, Gott, hofft ich sie zu ers mich mit ihnen freun. ziehn, dir, der sie mir ge geben; mein Alter sollten sie für eine Mutter besonders. erfreun, beym Sterben meis Mel. Kommt her zu mir zc. ne Pfleger seyn. 707.Mars dazu, daß 2. Herr, ich verehre dein ich euch gebar Gebot! doch laß mich meis mit so viel Schmerzen, mit ner Kinder Tod, BarmherGefahr? Geliebte meines ziger, beweinen; du, unser Lebens! Den Beystand, den aller Vater, weißt, was ich mir versprach von euch, Zärtlichkeit der Eltern heißt, auf meinen spätern Tag, den o laß mich sie beweinen! vere hoffte ich vergebens! zeih den Trieben der Natur; 2. War dir's nicht mögnicht murren, flagen will lich, Ewiger, des Todes, wie ich nur! des Lebens, Herr, mein Bea 3. Auch meine Thränensten zu erhören? mein Flehn preisen dich; sie sind die Zeu: für sie stieg auf zu dir! und gen, Gott, daß ich die liebte dennoch riefft du sie von mir: die du liebest; und nun im mit Recht vergieß ich Zähren. Lichte deines Throns, in der 3. Jedoch, Gott, was dein Erkenntniß deines Sohns Wille thut, ist Weisheit, und aller Tugend übest, ist gerecht und gut, du kannst Herr, meine Seufzer danken nicht unrecht handeln. Ich dir: du, du vertrautest sie muß, ich will, auch diesen nur mir. Pfad, den mir dein Wink It 4 bezeich: 664 In persönlichen Umständen. bezeichnet hat, dir ganz ersfand? Ueberschaut ihr alle geben, wandeln. Pfade feiner wunderbaren 4. Ich will mich nicht Gnade? durch Ungeduld unwürdig 3. Aber heilig Dunkel machen deiner Huld, nicht decket, was Gott thun kann endlos mich betrüben. Ver: oder will. Durch der Süns zeil nur meine Schwach der Tod erschrecket, stehe, heit mir, und lehr mich: wer noch irret, still, und wer stille seyn vor dir, und in steht( vernehmt es Alle) Geduld mich üben. sehe zu, daß er nicht falle. 5. Ich weiß, Gott, du 4. Laßt nicht erst des erbarmest dich doch meiner; Grabes Schrecken( ach wie du erfreuest mich durchs fro: furchtbar sind nicht die!) he Wiedersehen! dann sollen euch zur Heiligung erwecken; dort, an meiner Hand, die eilet und beschleunigt sie! mir der Tod so früh entwand, die nur, welche heilig leben, vor dir, Herr! dankbar dürfen nicht im Tode beben. stehen! 5. Die des Herrn sind, 14. Beym Tode derer, die in eh sie sterben, eifrig nügen Sünden gelebt haben. ihre Zeit: felig sind sie, Mel. Herr ich habe mißgehand. Gottes Erben, Erben feiner 708. Richtet nicht, Herrlichkeit! o beharrt, in wenn Sünder Gottes Gnade auf der Tu sterben; wißt: es ist ein gend sichrem Pfade. Einiger, welcher richten und be bet verderben und vergeben kann: 15. Lin Christ in der Einfamkeit. der Herr! Er, der Gott ist, fann erretten, fann im Tode Mel. Gott des Himmels und ic. noch erretten. a, zur Stille 709. Swill ich lieben, 2. Richtet nicht; denn wer fann wissen, wer von ihnen will, durch Eingezogenheit, wie ein Brand noch des dem Geräusche mich entzie Bornes Flamm entrissen, gen, das mich störet und bey dem Herrn erbarmen zerstreut. Rußig will ich und Der Chrift in der Einsamkeit u. in Gefellschaft. 665 und allein, Gott, mit dir sieht auch mein Gewissen, beschäftigt seyn. wo ich siegte, wo ich fiel; 2. Nicht aus Wahn, mehr auch flammt mein noch Uberglauben, oder nur Herz sich dann zu der Tu: aus Eigensinn; nicht der gend Kämpfen an. Welt den Fleiß zu rauben, 7. Und so kehr ich, theure den ich Brüdern schuldig Brüder, freudiger zu dem bin; weder wild noch men- zurück, was mein Amt ist; schenschen; nicht aus Stolz lebe wieder, unter euch, für noch Gleißneren. euer Glück, um euch nüklis 3. Nur zu prüfen mehr, im cher zu seyn, um mich auch Stillen, wie entschlossen wie mit euch zu freun. getreu, deinen Willen zu er- 8. Aber meine Seel ets füllen, meiner Seelen Wille hebet fich zu dem, was fie sen: weiser noch zu werden, erfohr, zu dem Himmel, Herr, und im Beten eifriger.dem sie lebet, nun mit 4. Wenn, in die geweih: leichtern Flug empor, daß, ter Stille, meine Leiden- von jeder Bürde frey, sie schaften ruhn, werd ich fe auch einst ganz selig sey. ster: strebt mein Wille, fro: 16. Der Christ in Gesell her, was du willst, zu thun: schaft. und ich hab durch deine Mel. Wer nur den lieben Gott Huld, auch in Trübfal mehr 7 10. Nicht mirrifch, Geduld. finster, unges 5. Mehr empfind ich deinesfellig ist, wer, ein Christ zu Liebe, wo mich kein Geräusch seyn, sich freut; ist, ohne zerstreut: stärker deines Schmeichelen gefällig; vers Geistes Triebe: mehr dereinigt Ernst und Freundlich Zukunst Herrlichkeit; heller feit; ist traurig mit den seh ich dein Gericht: mehr Traurigen und fröhlich mit die Würde jeder Pflicht. den Frößlichen. 6. Jeder Täuschung dann 2. Es liegt in keinem sei. entrissen, seh ich näher, ner Blicke, als wie in einem Gott, mein Ziel; freyer Hinterhalt, auslaurend schas Z1 S 666 In persönlichen Umständen. benfrohe Tücke und Haß in er straft voll Lieb und Güte, lächelnder Gestalt. Sein mit Ernst und doch mit Blick, kein Blick der Heu Freundlichkeit. Und tröstet chelen, ist liebreich, offen, er: wie leicht vergißt sein gut und frey. Bruder, was sein Kum 3. Sein Untlik, heiter mer ist. wie der Morgen, wird trüb 7. Sanft, redlich, sitt und seine Freud entflieht, ham, menschenfreundlich ist, wenn er Bekümmerniß und wer ein Jünger Jesu ist, Gorgen in seines Bruders nie sllavisch, auch nicht übers Auge sieht; und strahlt in müthig, wenn er vor andern neuer Heiterkeit, wenn ein glücklich ist. Uch wären Gerrifieter fich freut. wirs, ach glichen wir, o Vors 4. Er schleicht, für fromm bild wahrer Liebe, dir! erflärt zu werden, nicht 8. In allen Worten und traurig, Heuchlern gleich, Gebehrden, in allen Thaten einher. Doch Sünde, rei- laß, o Herr, uns aller Men: kende Gebehrden, haßt, wie schen Freude werden, dir, sein Gott sie haßt, auch er. Heiland, immer ähnlicher. Er ist im Blick auch keusch So werden wir uns ewig und rein, stets fröhlich, oh: freun und Gottes wahre ne frech zu senn. Kinder seyn. 5. Durch liebliche Ge17. Für Vornehme und spräch erheitert er auch des Reiche. Blöden Ungesicht; und je: Mel. Vom Himmel hoch c. des Herz fühlt fich erweitert 711. 20 Geburt schon er höher durch und freudenvoller, wenn er spricht. Denn, was er sagt ist als seine Brüder, kenn und was er thut, ist anals Christ des bessern Adels muthsvoll, ist wahr und Werth und Pflicht; den gut. fühl er, den entehr er nicht! 6. Er muß gefallen: er 2. Er, sind ihm Brüder gebiete, er warn', er straffunterthan, er sey ihr Vater, auch! er gebeut, er warnt, fein Tyrann; so mild und liebs Für Vornehme und Reiche. 667 liebreich als gerecht: er ist, zu thun für Bolk und Staat, wie sie, auch Gottes Kuecht. von dem er seinen Vorzug 3. Nicht wähn er, weil hat. er groß und fren vor den 9. Berächtlicher, als Geringern ist, er sey erha- Sklaven, ist, im Tod einst ben über Recht und Pflicht jeder, der vergißt, daß er und Rechenschaft: das des Baterlandes Wohl auch wähn er nicht! mehr, als andre, fördern soll. 4. Er sehe mehr beglückt 10. Doch wenn ers von Gott, nicht mit Ver nicht vergißt, so freut der achtung oder Spott auf den, Niedrige sich ohne Neid, von dessen Schweiß er lebt, weil der der Welt zum Se der ihm erwirbt, was ihn gen lebt den Gott mehr erhebt. fegnet, mehr erhebt; 5. Er hasse Grausamkeit 11. Und spricht, bey seis und Zwang; verprasse nicht nem Tode, dann: das war im Müßiggang, was Gott ein edler großer Mam! Er, ihm giebt, beglückt zu seyn durch der Tugend Glanz vers mit andern; aber nie allein! Elärt, war seines Glücks und 6. Froß neben ihm, mit Vorzugs werth! ihm vergnügt sey, wer ihm seine Felder pflügt! Wohl: thätig soll er seyn; denn er ward darum nur des Ar: men Herr! static ( Vergl. 410. 448* 450.) 18. für die im mittlern Stande. Mel. Vor deinen Thron tret zc. Sam er iede Zeit, wo er nicht woht 712. Schweiße deiz thut und erfreut, und Wonsarbeitest du, doch dir ges ne werde jeder. Schmerz, brichts nie, wenn du thust, den er geheilt hat, für sein was Gott gebeut, an Ses Herz. gen, an Zufriedenheit. 8. Er;( denn er hat mehr 2. Thust du, was dir be: Macht und Zeit zu höhern fohlen ist; so bist du frey wie Thaten) sen bereit auch mehr Fürsten: bist vor Schmeich: lern 668 Für die im mittlern Stande. lern sicher: bist ein Mann, Ansehn und mehr Glanz, der seinen Gott nur betet an. mehr Macht: doch auch 3. Auf keine Höhen hin: mehr Sorg und Ueberdruß gestellt, dienst du doch det- ben allem seinen Uleberfluß. ner Brüder Welt; für dich 8. Nicht mehr Gesund hast du Dach, Aleid und heit, Ruh und Kraft: nuc Brodt, und minder, als eine größre Rechenschaft. der Reiche, Noth. Mühseligkeit ist Aller Loos: 4. Dein Brodt hat Kraft der Mensch sey niedrig oder und stärkt den Leib zur Ure groß! beit; und dein Kind und 9. So dank denn Gott Weib des Tages Last und für deinen Stand; genieß Müh vergißt, wenn es dein die Gaben seiner Hand durch Brodt mit Freuden ist. müßliche Geschäftigkeit und 5. Ifts auch nicht köstlich findliche Zufriedenheit. dein Gewand, gewirkt von 10. Klog nie, daß Gott deines Weibes Hand; be nicht mehr dir gab, auf neide du kein Feyerkleid: alle warter Tod und Grab. oft deckts ein Herz voll Auch du kannst dann ganz Gram und Neid. felig seyn und ewig dort des 6. In seiner Werke Herr: Herrn dich freun. lichkeit fiehst du Gott tåg- 11. Nur ftrebe stets ges lich; dich erfreut der Sonne wissenhaft und fromm zu Glanz, der sanfte Mond; feyn durch Gottes Kraft: dich freut's, wenn Gott dein im Glauben willig, bis zum Werk belohut. Tod, zu halten, was dit 7. Was hat der Reiche Gott gebot! mehr? mehr Pracht, mehr ( Bergl. Nr: 439-) 54370 and since 2 S 100-1 Regie జాను ఆర Register der Gesänge nach der nach der Nummer. Num. Num. Nab 666 Auf dich Herr, nicht 354 296 ch Gott uns schreckt Ach Gott wir denken Ach Herr du allerhöchster Ach beilig, felig ist Ach bier nicht mehr Ach höchster Gott verleihe Ach meine Kinder sind nicht Ach treuer Gott ich Uch wann werd ich Ach wie verschieden ist Allein auf dich Allein Gott in der Hdh Allein zu dir, Herr Alle, die zu dieser Alle Menschen müssen 607 Auferstehn, ja auferstehn 696 655 Auf felfenfeftem 191 Auf! Jesu Jünger 704 Auf ihrem Felsengrund 314 Auf meinen lieben Gott 706 Auf schicke dich, recht 413 Auf Seele, nimm des 282| Auó deiner milden 133 Aus dunkler Tiefe 363 Aus meines Herzens 41 Bald oder spåt Befiehl du deine Begleite mich, nach Allgütiger, dein Gegens 640 Bereite dich mein Herz 656 329 274 700 414 169 251 Allmächtiger, gerechter Bewahre mich Herr 662 Bin ich vor dir o Gott 80 Aumächtig großer Allen Christen und 442 Allen, welche nicht 456 Also hat Gott die Welt 127 Chrift alles was dich 15 Christus ist erstanden 97 Christus der ist mein 172 Christus lag in Todes 10 Also hoch bat Gott Allwissender vollkommner Am Kreuz erblaßt Anbetungswürdger Gott Anbetung, Lob und Anbetung, Preis und Anbetung und Dank An dich, mein Gott Arzt des Leibes Auf aufgespannten Auf Christi Himmelfahrt Auf! Chriften preift Auf dich alleine will ich 204 218 419 121 164 649 1 Dank sey dir, ich lebe 531 193 Dank sey dir Vater 376 Das Glück ist groß 418 Das Grab ist leer 635 Das Wort, das uns 559 Dein bin ich Gott 203 Dein Glück undis 365 Dein Gott, ist Majestät 362 Dein Heil, o Christin 279 609 259 92 Bringt ber dem Höchsten 366 Bringt Preis und Ruhm 198 415 694 184 185 620 681 463 196 507 SE 349 312 544 Dein Register. Num. Num. 52 Dies ist der Tag, da uns 118 578 Dies ist der Tag den Gott 122 684 Dies ist der Tag zum 390 Dies war die Nacht Dein Reich, o Gott Dein sind wir, Gott Dein Wille, Herr und Dein Wille ists mein Gott Tein Wort, o Höchster Dem finstern Erdkreis Dem Lande, dem du Demuthsvoll fomm ich Den Höchften öffentlich Den Ratbschluß deiner Der am Kreuk ift Der Creaturen Meister Der du der rechte Der du die Liebe Der du uns als Vater Der du uns das Heil Der gröste von den Der Herr fåbrt auf Der Herr bat alles wohl 202 Du bist ein Mensch 364 Du bist es, Gott, Der Herr ist Gott, der Herr 377 Du bists dem Ruhm Der Herr ist Gott und keiner 9 Du bist, o Gott, Der Herr ist meine Der Herrscher aller Lande Der letzte meiner Tage Der Mensch lebt selig Der Tag bat sich geneiget Der unfre Menschheit Der Wollust Reiß Des Jahres Schönheit Des Leibes warten Des Morgens erste Des Vaters Sohn von Des Vaters u. des Sohns Dich, Gott, lobt der, Dich preis ich Dich seh ich wieder Die auf der Erde Die Bahn ist rauh Die dich nicht fennen Die Herlichkeit der Die schone Tugend Die Zunge, die 534 159 550 67 69 6 Dieses Herz vor 134 Dir dank ich für 468 Dir, Gott, der Hügel, 644 537 Dir, Gott, dir will 532 Dir, Gott, fey Ehr 154 Dir, Gott, fey mein 165 Dir, Gott, sey Preis 76 Dir, Herr, will ich nun 509 Dir, unser Gott, ist 443 Dir, Vater, dankt 490 Dir, Welterlöser 105 Du aller Menschen Vater 448 379 Du bester Trost 470 663 705 478 87 686 53 488. 358 659 65 2 355 Du der den eingebornen 514 161 Du der nichts Boses thut 90 240 Du der ordnet 579 489 225 Du Führer, der mit 625 Du Gott bist der Gerechte 485 589 Du Gott, der unfre Zuflucht 604 398 Du Gott, du bist der Herr 596 651 Du großer Gott, der du 653 396 Du hast, o weiser 475 515 619 Du hast uns Herr 128 Du hast uns, Jesu, 487 Du Herr der Seraphinen 77 60 Du Herr und Vater 481 Du flagst in schweren 616 Du flagst und fühlest 569 Du liebst, o Gott, 433 Durch Adams Fall 580 401 436 438 460 95 434 Durch dich, Gott, bin ich 484 560 Durch dich, o großer 325 Du sagst: ich bin ein Christ 308 458 Du forgst, o Gott, 66 646 Du Register. Num. 465 Es ift gewiß 342 Es ist noch eine Ruh 141 Es ist vollbracht 22 Es lag die ganze 464 Es stellte sich im Tempel 209 Es werde Gott von dir 139 Es werde Gott von uns 119 Es wolle Gott uns 500 Eszieht, o Gott, 701 Ewger Gott, wie selig Du von dem wir alles Du Vater deiner Menschen Du weinest um Jerufalem Du weiser Schöpfer Du, welchen feine Welt Du Welterlöfer Du wesentliches Ebenbild Du wesentliches Wort Du willft, Gott, daß Du wolft erhören Ein Cbrift soll nicht Ein feste Burg Ein Fremdling bin Ein Herz, o Gott, in Ein Kind, dem keines Ein famm geht hin Ein ruhiges Gewissen Einst reist die Saat Ein Tag ist wieder Entflohen find Entschließe dich Erbarm dich, Herr Num. 584 253 171 IOI 135 83 59 212 667 14 309/ Sern 461 ern sey von 215 eft foll mein Hoffen 252 Fliebt ihr traurigen 427 reue dich bes Herren 483 233 183 114 reut euch, ihr Christen 1486 150 Freywillig bast du 188 395 Fröblich soll meini 250 Froh führte Gottes 628 Früh mit umwölktem 634 Für alle Güte 263 Für alle Kranfe 286 fürwahr du bist 295 Gedanke der uns 148 117 197 650 631 699 54 Erbarmungsvoller Gott Erforsch mich Herr Erhabner Gott Erhalt uns, Herr Erhebt den Herrn Erhebet Gott, lobt Erbebt ihn meine Lieder 525 591 336 Geist vom Vater und 211 Gelobet fey der Herr 645 Gelobet fenst du Gott für 49 Selobet seyst duGott, mein 615 Gelobet sepst du Herr Erhöhter Jesu, Gottes 587 Gelobet feyst du Jesus 112 Erinnre dich, mein Geift Er kommt, er kommt der Er kommt, er kommt zum Erschallt ihr Freuden Erwacht aufs neue Erworben hat sich Erzeig an mir Es donnert, Gott, Es eilt der letzte Es hilft uns Es ist das Heil 194 Gerechter Gott, dein 126 Gerechter Gott, vor 588 Gerechter Gott, wir 654 Gesegnet laß stets 617 Getreuer Gott, wie 208 Gieb, Gott, wenn 270 Gieb mir das Wollen 658 Gieb mir, o Gott, ein 561 Gieb nicht deinem 360 Gott åndert Zeit 290 Gott teine Güte 293 494 38 70 689 34 664 473 32 386 35E 444 676 61 553 Gott Register. Num. 229 Hallelujah, Umen 323 62 Halt im Gedächtniß 58 Heiland, deine 452 Heil uns auß 506 Heilger Gott, hier 39 Herr, allerhöchster 611 Herr, aller Weisheit 28 Herr Christ, du 637 Herr Christ, es 132 Herr deine Allmacht 13 Herr dein Geseb 558 Herr, deine Rechte 48 Derr, deine Sanftmuth 21 Herr, den die Sonnen 124 Herr, den in lauten 679 Herr, der da ist und 244 Herr, der du mir das 216 Herr, du bist meine 501 Herr du erforscheft 72 Herr, du Schöpfer 402 Herr, es gescheb dein 466 Herr, es find recht 573 Herr Gott, den man 601 Herr Gott, der du 55 Herr Gott, dich loben wir 373 334 Herr Gott, du bist 672 Herr Gott, nun sey 675 Herr Gott, wir danken dir 647 108 Herr Gott wir preifen 19 12 660 671 120 Herr, höre mein Gebet 30% 542 herr, ich bin dein 125 Herr, ich hab von 564 Gottes Sohn ist femmen Gott, Vater, denk an 605 Herr Jefu Chrift, dich 538 Gott, vor desfen Angesichte 33 Herr Jesu Christ, mein 303 Gott weiß es alles Gott, was des Lebens Großer Gott, erhabnes Groß ist des Höchsten. Groß, majestátisch bist Großer Mittler, der Großer Schöpfer, Herr 136 424 Herr Jesu, deine Angst 170 636 Herr Jesu Gnadensfonne 317 91 Herr Jesu Licht der 369 Herr, laß mich stets 333 Herr, laß nach eitlen 206 Herr, mache deine 405 Herr, mein Gott, ein gut 393 Hert, 432 Gott deine Gnad ist Gott deine Gnade sey Gott beine weise Macht Gott der an allen Gott der du die Menschen Gott der du die Wahrheit Gott der Vater wohn Gott des Himmels und Gott dir ist kein Geschöpf Gott dir sey Preis Gott dir sey ewig Gott, du bist von Gott, durch welchen Gott es ist deine Gott, grånzenlos Gott hat mir seinen Gott hats gegeben Gott ich weiß es Gott ist die Stårk Gott ist mein Hort Gott ist mein Lied Gott ists der daß Gott ists der eingefehet Gottlob! mein Lauf Gottlob! so geht Gott, meine ganze Seele Gott, mein Licht Gott, mein Vater, deine Gott, mein Vater, sey. Gott jey Danf, in Gott sey gelobt Gott sen Lob, es Num. 703 199 140 98 606 292 337 102 131 20 503 504 454 602 78 600 626 247 17 641 633 190 44 406 410 409 Register. Num 391 ch hoff auf feine 453 Sch hoff, o Gott, 404 Ich komme, Friedensfürst 258 Jch fomme, Herr 384 Ich fomme vor dein 520 Jch lobe dich und 691 dh preife dich für 145 Ich preife dich, Herr mein 163 Ich preife dich, o Herr 306 ch ruf zu dir, Herr 37 3hb finge dir mit Herz 540 Ich Staub, vom Staube 554 Ich trete vor dein 375 Ich Herr, meiner Seelen Herr, mein Verföhner Herr, nichts gutes Fann Herr, ohne Glauben Herr, práge deines Herr, sen gelobet Herr, sey mir nab Herr, stårte mich Herzliebster I fu Herzlich lieb hab ich Herr unser Gott, wer Herr vor deinem Herr, wie du willst Herr, wir singen Hier bin ich Jefu Hilf, Herr Jefu Hilf Jesu, daß Höchster denk ich) Höchfter deffen Hochster Tröster Hoflanna Davids Sohn weiß an wen 523 Ich weiß, daß das 598 Ich weiß, daß mein 447 Ich will dich noch 260 d) will in meiner 79 Ich will, mein Gott, 111 Ich will von meiner 493 Jch will, o Vater Ich habe, Herr, entlastet 528 ft auch ein Gott ft Gott für mich Ich hab in Gottes Herz 417 Ich hab in guten Stunden 682 Ich habe schon so 435 Num. 422 294 289 522 552 23 ein Lehrer ist die Uu 529 661 524 320 50 285 426 246 697 480 51 533 267 Ja zur Stille will ich Jesu Christ, durch dessen 160 700 Jefu deine heilge 622 Jesu, der du meine Seele 237 Jesus, tie erlöften 510 Jefus ist mein Hirte 423 Sefus fommt, von allem 553 Jesum lieb ich 583 Jefus lebt mir ihm Ich auch, sind gleich Ich bin ein Chrift Ich bin getauft Ich bin Gottes Ich bin ja, Herr, in Ich bin in dir, mein Gott, Ich bin, o Gott, dein Ich bin zur Ewigkeit Ich danke dir, mein Gott, Ich denk an dein Ich eile meinem Grabe Ich fasse, Vater, deine Ich freue mich derIch freue mich, mein Gott 82 Jefu meine Freude 88 Jefu, meiner Seelen 75 Jefus meine Zuversicht 581 br, die ihr war't 585 hr alle, die ihr 693 Im Schweiße deines 248 In allen meinen 346 In deinem Namen 712 357 Ich glaub an einen Gott 43 In dieser Morgenstunde 180 680 I 230 479 226 175 276 200 323 239 195 307 235 153 192 613 116 142 Klag Register. Num. 350 318 Mein Geift, ermuntre 548 Mein Geift erstaunt 321 Mein Glaub ist meiner 110 Mein Gott, ach lehre 496 Mein Gott, du hasti 695 Main Gott, du prüfeft 313 146 Mein Gott, du jchenktest 5. 319 Mein Gott, du heißest 345 156 Mein Gott, du wohneft zw. 336 56 Mein Gott, bu wohneft in d. 388 137 Mein Gett und Herr 275 577 Mein Gott, zu dem ich 281 219 Mein Heiland, deine Größe 104 492 Mein Heiland lebt 249 603 Mein Heiland nimmt die 264 40 Mein Heiland wenn mein 257 Mein Jesu für dein Herz 158 Laß deinen Geist mich 173 Meinen Jesum laß ich nicht 305 Laß mich doch, o mein 266 Meinen J. laß ich n. denn 129 Laß mich nie, o mein 41: Meine Seel ermuntre dich 147 Laß mich, o Herr, 89 Mein Schöpfer lebre mich 268 Laß mir alle Wochen 168 Mein Schuß ist Gott 356 Laß, o Herr Jesu 213 Mein Bater u. mein Gott 315 Laßt uns mit 100 Mein Vater und m. Richter 688 Lebt Christus, was 187 Mensch, entehre nicht mit 439 Lehre mich, Herr, recht 338 Mir nach, spricht Chriftus 320 683 Liebster Jesu wir sind 539 Mir fagt auf deinen Lob, Ebre, Preis und 103 Mit Ernst, o Menschenkind. 106 Lobsinget Gott u. betet an es 86 Mit Preis und Dank Lobsinget G. u. betet an, pr. 29 Mit welcher Pracht Lobt Gott, der uns den 639 630 638 Klag nicht mein Herz Komm betend oft Kommt die ihr noch nicht Komm du werthes Komm beilger Geist, von Kommt ber, an meines Kommt her, ihr Christen Kommt her, Mübselge, Komm Kind der Nacht Kommt, fommt, den Komm, Pilger, zu Komm, fterblicher Kommt und laßt euch Komm zu uns, o Geist Kyrie Eleison Kyrie, Gott Vater LobtGott, ihr seine Knechte, 207ach einer Prüfung Num. 68 673 238 310 254 328 Nach meiner Seelen 392 692 557 Nah den letzten 288 Nein! murren will ich nicht 678 546 Nicht, daß ichs schon. 568 Nicht mürrisch, finster 152 Nicht nur streiten 511 Nicht um ein flüchtig 180 Nie bist du, Höchster, 614 Nie will ich wieder 255 Nimmt Gott, dem wir Cache dich mein Geift Mag doch der Spotter Mein bester Troft Meine Lebenszeit Mein Erlöfer, auch Mein Erldser, der du Mein Erlöfer, Gotte3Sohn Mein erst Gefühl Mein ganzer Geist 710 330 495 16 455 63 Noch Register. Num. Num.1 698 491 heilger Geist kehr Heiligster, wen 57 380 618 Herr, dein selig machend 210 35 hilfChriste, Gottes Sohn 149 245 O himlische Barmherzigk. 441 46 Himmelsfpeif' 530 657 520 497 D Hochster, dessen 374 Jesu, der du 960 Jefu, der voll 570 Jesu, Jefu Gottes Sohn 322 635 182 Lamm Gottes 399 O meine Geel erhebe Noch einmal blick ich Noch immer wechseln Noch läßt der Herr Noch nie hast du Noch wallen wir Noch war kein Himmel Nun bitten wir den Nun danket alle Gott; Nun freut euch Christen Nun grabt den Leib Nun ich danke dir Nun laßt uns freudig Nun laßt uns Gott Nun lob mein feel Nun ruhet in den Nun tret ich wieder D Christenbeit O du erhabner O ewig Licht, o Gott, Beherrscher O Gott, den alle O Gott, der du aus O Gott, der du so O Gott, der du zur O Gott des Himmels 372 368 felig, felig send ihr schrecklich Leid Gott sey unfrer Gott, von dem wir Ogroßer Gott, du O großer Gott, wir Haupt voll Blut 6240 treuer Gott 612 115 340 D 347 592 D wie unaussprechlich wundergroßer 47 74 551 Preife dankbar Bater der Barmherzigk. O Vater der die Liebe 549 Vater groß von 519 welch ein unschäßbares 394 Welt, sich hier 166 179 8 400 Preis, Preis sey Gott 3 Preis sey dir du nur 508 D Gottes Sohn Herr Jesu 291 Redlich will ich mich O Gott, mein Schöpfer O Gott mit froher 381 Richtet nicht, wenn 228 Rund um uns her 467 Schaffet, schaffet 643 271 Schon ist der Tag 597 Schwingt heilige 167 Seele, Seele roillst du 582 593 499 272 527 223 469 27 Preist unsern Gott, er ist 26 O Gott, des starte O Gott du bist die Liebe 30 Preist unsern Gott, ihr 107 O Gott du bist mein Preis 536 Preis und Lob und Gott du frommer Gott 316 Prüfe dich, o Seele Gott du 36 304 517 O Ø Gott, du kannst den 652 Quelle der Vollkommen O Gott, du kennest 665 heit 256 201 344 459 708 642 265 586 II 262 Seele, Register. Num. 518 Bon dir, du Gott 574 Bon dir kommt jede 575 Bon dir liebreicher 541 Von ganzer Seele 331 on Menschenliebe 178 Vor dir, Herr Jesu 370 Ron dir, o Gott Seele, willst du Ruhe Selig, Gott, sind sie, die Selig find des Himmels Selig sind die Gottes Sen getreu bis Sey hochgeprieſen ani Sey Lob und Ehr Sen nicht stolz Sen Seele, stark Sieh, Gott, den schon Sie kommt, sie kommt Sink ich einft So gebst du, Jesu, So grabt denn mein So jemand spricht: ich So lang ich athme Sollt ich meinem Gett Sollten Menschen, meine Sorge doch für 389 Woch auf mein Herz, die 186 421 471 Bach auf mein Herz und 608 562 War's dazu, daß ich 632 Warum bin ich so 155 Barum erbebst du 571 Warum sollt ich mich 445 Was für ein Lob 674 Was für Leiden 71 Was Gott thut, das ist 446 wohlgethan es bleibt 420 477 Was Gott thut, das ist Co wahr der Allerhöchste 687 wohlgetban, so denken 648 261 Was belfen mir So wahr ich lebe, spricht Stärke, Mittler, Still, niedrig, ohne Straf mich nicht Tag, der den leverwinder Tief in Todesschmerzen Treu ist der Herr und Umsonst, umsonst Unerforschlich sey mir Uns heilig soll der Num. 472 545 451 64 170 287 34I Vater, las mich Vater, Vater, voll Verleih Gott, daß Verleib uns Frieden Vernimm Gott, was Verwirf, verwirf mich Verwirk, verwirf o Gott Boller Chrfurcht Von Angst dahin 707 677 243 425 224 513 23as hilft es mira 311 144 Was ich nur gutes 277 Was ist alles Glück Was ist mein Leben 387 1812Bas ist mein zeitlich 702 Was ist, o Gott, im 361 Was ists, daß ich Was ist vor deinem 18 Bas kann ich doch 24 Was mein Gott will 474 Was soll ich ångstlich 359 45 Was sorgft du ängstlich 567 280 Web mir, wenn Gott 690 Weil nichts gemeiners 479 Weicht ihr Zweifel 668 Welch ein segensvoll 301 Welch Gluck, o Gott, 269 Welch hohes Beyspiel 512 Wenn böse Lüfte 521 Wenn Chriftus feine 332 Wenn dich die Liebe 371 177 348 428 407 333 430 84 300 352 565 437 543 462 324 327 217 298 Benn Register. Num. 440 ie oft regt sich 242 Bie fanft sehn wir 214 Wie felig bin ich, wenn 431 Wie felig, Gott, ist 93 Bie felin lebt einu 547 Wie ficher lebt der Mensch 234 Wie soll ich dich empfangen 109 621 Wie soll ich dich würdig 378 42Bie? sollt ich dich, m. Gott 343 174 Wie theuer, Gott, ift, 221 Wie ungewiß ist, Herr 382 20ie wichtig ist doch 595 94 Wie roird mir dann 385 Willkommen, du Geschenk 669 623 Will mich, o Gott, hienieben 429 450 Billst du den Reiß 399 Wenn einer alle Wenn einft mein Wenn Feinde deines Wenn gleich auß tiefer Wenn Gott von seinem Wenn ich am Fuße Wenn ich ein gut Wenn ich einst von Wenn ich, o Schöpfer Wenn mich die Sünden Wenn wird ,, o Gott, Wer bey dem Namen Wer bin ich von Natur Ber bin ich? welche Werde munter mein Ber dieser Erden Wer Gottes Wege Wer Gottes Wort Wer höher durch Wer Jesu Gnadenmahl Wer kann alle Leiden Wer kann, Gott, je was Wer mißt, Gott, deine Wer nur den lieben Gott Wer sich im Geist Wer Sünde thut Wer weiß wie nahe Wie dunkel wäre Wie ein Geschwäh d. Tags Wie getroft und agy Wie gottlich sind doch 143 Wohl dem, der richtig Wie groß ift des Alm. Güte 25 Wohl, wohl dem Bolfe Wie groß ist unfre 227 Wort auß Gottes Wie grundlos sind Wie lieblich ist dein Wie lieblich ist doch Wie lieblich ists dort Bie liebreich, Jefu Wie machtig spricht Wie mannichfaltig find Num. 283 241 367 284 7 Woblauf mein Herz 627 Wohl dem, der besfre 236 Wohl dem, der ohne 99 205 222 Billst du der Weisheit 339 297 Bir danken dir Immanuel 113 711 Wir danken dir, o großer 73 516 Wirf blöder Sinn 162 2Bir freuen uns 555 28ir glauben all' an 31 Wir Menschen sind. 416 Wir tragen diesen Leib 130 Wo eilt ihr hin 590 o flieh ich Günder hin 563 Wo ist ein solcher 535 Gott 594 3u dir fleh ich 157 3u dir Unendlicher 449 566 151 189 u dir erbarmungsvoller 299 576 85 42 498 572 408 273 23 E 138 412 220 457 502 505 482 556 670 232 3ur Arbeit, nicht 403 397 3u fo viel Tagen oc 629 Vergleichungs Register. A. N. 969 694 Christus der ist 982 251 Alle Menschen 989 577 Komm sterblichtr 9911565 Weil nichts gem. 993 563 Wer weiß wie 1009 570 Nun grabt den 1010 571 50 grabt 1039 594 Bie lieblich ists 1056 609 Auß meines Her. 1058 610 In dies. Morgenst. 1059 611 Sott des Himmelb 1061 608 Bach auf mein 1064 612 Nun tret ich 1096 623 Werde munter 1099 624 Nun rubet 1140 603 Kyrie Eleison 1149 605 Gott Bater, denf 1164 666 Ach Gott uns 1177 668 Berleih uns Fried, 1188 664 Gerechter Gott 1207 662 llmachtiger ger. 1208 607 Adh Gott wir 1211 652 Ach Gott du kanns 1215 653 Du großer Gott, 1219 655 Ach Herr du aller 1227 656 Bereite dich mein 1228 660 Herr Gott nun sem A. N 731 352 Was mein Gott 737 423 Gott weiß es alles 740 352 Warum sollt ich 745 424 Jch bin in dir, 746 425 ft Gott für mich 761 353 Sen getreu bis 2763 230 as Gott thut, 771 331 Auf meinen lieben 774 420 Ach höchster Gott, 782 419 Sollt ich meinen 791 314 Jefu Jes. Gott. 794 71 Eine feste Burg 801 322 Bringt her dem 819 215 Nun lob meinSeel 839 366 Sch will m. Gott 845 368 Nun danket alle 846 51 Herr Gott, dich 848 374 Sen Lob und Ehr 850 373 Nun laft uns 851 370 Was für ein Lob 859 372 Wie soll ich dich V. I- II 371 11.13-14 378 870 533 Ich will, o Bater, 881 70 Gelobet feyst du 905 317 Dr. Jefu, Gnaden 946 216 Gott ist die Stärt 965 246 Jch weiß daß meinl 08:00 20 # 0561** 600 1024 ONE THER 624920148 00 QL 10 mieste, eratore 164 Lieder Anhang Osnabrücker Landgesangbuche. this zum 18 16. Religion. miss el. Wer nur den lieben 4. Sie treibt mein Herz fich felbst richten, 1. Religion von Gott ge- meines Geiſtes Blick, belehrt mich über meine Pflichten und schreckt vom Bösen mich zurück; fie stårket des Gewisfens Trieb und macht mir jede Tugend lieb. geben, sey ewig meis nem Herzen werth;! Wie traus rig ist das Erbenleben für den, der deinen Trost entbehrt! Nur bu erheiterst meinen Sinn, führst sicher mich zum Ziele hin. 5. Sie leitet mich auf allen 2. zeigt mir eine beffre Wegen; sie zeiget mir das Lehre, ihr Thoren, die ihr sie höchste Gut; je macht mir verlacht, die, mehr als sie, mir jedes Glück zum Segen und Trost gewähre; was habt ihr, giebt im Unglück frohen Muth. das euch weise macht? Wo Wo nichts, sonst nichts mich find ich auffer ihr das Licht, trösten kann, da hebt ihr wahdas durch des Lebens Dunkel rer Trost erst an. bricht? 3. Sie ist es, die mich Gott hen Frieden, verscheucht den 6. Sie schafft dem Geiste hoz erkennen, mich) meinen Schöp: sorgenvollen Sinn, und reichet fer lieben lehrt. Ich darf ge- jedem tebensmüden den sichern troft ihn Vater nennen, darf Stab der Hoffnung bin, auf sicher seyn, daß er mich hört. den er still und fest sich lehnt, Sie ruft mir zu: dein Gott ist so oft er sich nach Ruhe sehnt. gut! Wohl dem, der seinen Willen thut. 7. Sie läßt mich) ew'ges Daseyn hoffen, verkündigt mir 21 Un= Anhang. Unsterblichkeit. Durch sie steht Verderben zu entziehn, die mir der Himmel offen und schndden Lüsten dienen. Preis mein ist seine Seligkeit Ent- dir! daß mir, neue Pfade zu schwinge dich der Erde Tand, der Gnade offen stehen, mich mein Geift, empor ins Vater durch dich beglückt zu sehen. land! 2 3. Und wie vergelt ich, Hei 8. Ich weiß, ich weiß, an land, dir die große Treue, die wen ich glaube; ich glaube fest du mir schon, eh ich war, bes und zweifle nicht. Kein Wahn, wiesen. Qu bahntest unter bits kein Witz des Spotters raube term Leid auch mir den Weg mir jemals meines Glaubens zur Seligkeit. Sen hoch dafür Licht! Religion erhebt mein gepriesen! Durch dich kann Herz; fie adelt mich in Glück ich nun hienieden Gottes Fries und Schmerz. den schon empfangen, und 9. Ja, du des Lebens reinste einst volles Glück erlangen. Wonne, begleite du mich bis 4. O gieb, daß ich an die ans Grab, und leuchte dann, sem Heil nun auch im wahren gleich einer Sonne, mir vor Glauben Theil, durch deinen ins Todesthal binab. Mein Beystand nehme; daß ich bin erster Laut vor Gottes Thron weg vom Eiteln seh, die We: sen Dank für dich, Religion. ge deiner Wahrheit geh, und dein mich nimmer schame; bis ich durch dich, wenn ich sters be, zu dem Erbe deiner From men auch dereinst werd aufges nommen. Thieß Am Geburtsfeste Jesu. Mel. Wie schon leuchtet der 2. Auf! stimme du mit fro hem Dank, mein Geist, 5. Ich bringe dir ein dank in jenen Lobgejang, davon der bar Herz, bereit, in Freuden Himmel tonte, als der zur und in Schmerz, wie dir's ges Welt hermieder kam, und un- fällt zu wandeln. Verleihe du fre Menschheit an sich nahm, mir selbst die Kraft, nach deis der uns mit Gott versöhnte! nem Wort gewissenhaft, zu Freu dich innig! Er dein Füh. denken und zu handeln! Fröh rer und Regierer kam auf Er- lich will ich hier im Leben dich ben, Licht und Heil auch dir erheben, und einst droben, wonnevoll dich ewig loben. Dieterich). 2. Ja, Preis und Ehre, Gott, sey dir! Wie gnaden met. Nun Lob mein Seel de voll bist du auch mir in deinem zu werden. wallen, foll, Sej Sohn erſchienen! Du sendent 3. Vom Grab' an, dem wit aus Erbarmen ihn, die dem Christ, dein Lobgesang empot zum Anhang. 3 zum Himmel schallen; der op- den, ein schwaches Menschenfre jede Seele Dank! Und je kind. Was du nun bist, das der der Gebornen erfreu sich werden einst deine Brüder seyn, Mensch zu seyn, und jeder der wenn sie entrückt der Erden, Verlornen rihm es, erlöft zu sich deines Anschauns freun. feyn! Zum Heiland uns gege- 5. Sind wir dann zu dem ben, erschienst du, Gottes Lohne der Himmels Bürger Sohn, mit dir erschien das bort erhöht; dann sind wir nah Leben, mit dir des Himmels dem Throne, und schauen deiLohn. ne Majestát. Nicht mehr aus 2. Kommt, laßt uns nieder dunkler Ferne dringt dann der fallen vor unserm Mittler, Je Dank zu dir; weit über Sonn' su Chrift, und danken, daß er und Sterne erhaben, jauchzen Allen Erretter, Freund und wir. In aller Himmel Heere Bruder ist. Er gleicht der schall unser Lobgefang; dem Morgensonne mit ihrem ersten Ewigen sen Ehre! Dem WeltStrahl, verbreitet Licht und erlöser Dank. Wonne, und Leben überall. Durch ihn kommt Heil und Gnade auf unsre Welt herab; er leuchtet unserm Pfade durchs Leben übers Grab. Sturm. Jesus in feinem Leben auf Erden. Mel. Soll dein verderbtes Herz 3. Froblockt, ihr Mitgenos fen, der Erde und der Sterb: 4. Erscheine meinem Geist, erhabnes Bild der Zus lichkeit! Er ist nicht mehr ver- gend! Erhelle mir den Pfad schlossen, der Eingang in die der Kindheit und dar Jugend! Herrlichkeit. Zu unsrer Erde Du, Jesus, gingst den Pfad; nieder kam Gottes ew'ger dein Beyspiel leite mich; denn Sohn; nun hebt er seine Brü- sicher geht mein Fuß, seh' ich der empor zu Gottes Thron. nur fest auf dich. Er war das Heil der Sünder, 2. Du Heiliger, wie rein, er bleibt es immerfort; hier wie unbefleckt von Sünde find fie Gottes Kinder, und floh deine Jugend hin! Wie Gottes Erben dort. theuer ward dem Kinde, wie 4. Erhabner, dem die Men- werth dem Jüngling schon nur ge der Engel und Verklärten das, was Gott gefällt! Verfingt: vernimm die Lobgefän: gebens lockte dichy die eitle Luft ge, die dir dein Volk im Stau der Welt. be bringt. Nuch du warst einse 3. So arm, so freubenlos auf Erden, was deine Brüder in Müh' und Kümmernissen, sind, ein Dulder der Beschwers durch frühen Aa Druck geübt, was 4 Anhang. was andern ward, zu missen: Beben hin Vollendet war die so flohn die Jahre dir der ju- Babn; du sabst mit Himmels gendlichen Lust; da seufzte ruh den großen Lohn sich schon der Gram aus deiner nahn. frommen Brust. 9. Vollendeter, auch ich, 4. Doch du gehorsam, stets cuch ich fann ohne Beben in bereit, des Vatere Willen, meines Vaters Hand die Seele war er auch freußestod, mit übergeben, wenn sie voll Eis Freuden zu erfüllen, du trugft fers rein von des Gewissens geduldig, still Verlust und Schuld, dir ähnlich ward an Mah' und Schmerzen, sahst Treu, an Liebe, an Geduld. Die Beglückteren, und neidlos blieb dein Herz. 10. Blick auf, mein Geist, auf ihn; verschmäh des Lasters 5. Dein ebles Herz! Wer Freuden; der Sünde Told ist mag die hohe Schönheit fassen, Tod und ihre Frucht ist Leiden. die göttliche Geduld, so scho: Wie Jesus, weihe Gott, des nend, so gelassen, den himm Lebens kurze Zeit; dann erbſt lisch reinen Sinn, von Eigen auch du, wie er, das Reich nuß so fern; wer würdig dich der Herrlichkeit. erhöhn, du frommer Knecht des Herrn! Niemeyer. Mel, Wer nur den lieben Gott 6. Hat je dein reines Herz Die Fleine Pflicht verleger 5. Auf Erden Wahrheit auss Den Leidenden gesehn, und heit, die vom Himmel stammt, nicht mit Trost gelezzet? Nicht die, uns zum ew'gen Glück zu gern gewarnt, belehrt, wo sich leiten, das Herz zur Gottes ein Mensch verirrt, und ihn lieb entflammnt; dazu erschienst mit treuer Hand auf bessern du, Jeju, hier, von Gott ges Weg geführt? fandt, zum Heil auch mir. 2. Dies war das tägliche Geschäfte, darin dein Geift Vergnügen fand. Wie emig bast du Zeit und Kräfte, bea feelt von Liebe, angewandt, durch deiner Fehren hellen Schein der Menschenseelen Licht zu feyn! zu 8. Boll hohen Friedens blieb 3.hr Licht, den Weg z bis an des Lebens Ende dein Gottes Gnade und ihrem Heil schuldlos Herz; dein Geist gab recht einzufehn- ihr Lidt, in des Vaters Hande sich ohnel auf diesem sel'gen Pfade, mit 7. Versuchung ohne Zahl, hier Rubm und Schmeicheleyen, bort lockender Gewinn, hier bittrer Feinde Drauen, umga ben, wo du gingst, dich, Hei liger, doch du ginast standhaft durch sie hin voll Glaubens und voll Ruh. Unbang. ficherm Schritt einherzugebn- gen, dessen auch mein Geist ihr Licht, mit freudigem Ver: sich freut, und dich, Erldser, trau'n bis in die Ewigkeit zu preist. schau'n. 9. Ja, Preis sey dir, du 4. Und um der Welt dies bester Lehrer, auch mir zum Licht zu werden, wie willig Heil von Gott gesandt! O übernahmst du nicht auch stets würde jeder dein Verehrer, die größesten Beschwerden der deinen Werth nocy nicht Une drückte dich gleich ihr Geerkannt! Gieb, daß ich beiwicht, so trugst du doch, soll ner Wahrheit treu, und ewig Gut und Huld, sie gern mit durch sie selig sey. himmlischer Geduld. Meister 5. Was konnte deinen Eifer Mel Wachet auf, fo ruft ſidren, das Glück, das Gott 6. Her, wir fingen deiner uns zugedacht, den Weg, der dahin führt zu lehren? Du fürchteft keines Menschen Macht. Kein Undant, den die Welt dir gab, hielt dich von diesem Eifer ab. unsrer und erhöre, nimm gnås dig unser Leblied an! Herr, wir danken voll Entzücken! Wo ist ein Gott, der so beglüs cen, so lieben und so fegnen 6. Dein Licht ist auch zu und kann? Der Gott, den wir gedrungen: bu bist noch ießt erhöhn, er, deffen Heil wir das Licht der Welt. Auf ewigsfehn, ist die Liebe; schon vor fen dir lobgesungen, dir, der der Zeit von Ewigkeit, war Gott das Dunkle aufgehellt, das die Liebe, wird sie seyn! einst auf ganzen Völkern lag. Die Nacht entfloh, es kam der ben, hauchst du in unsre Brust 2. Um zu dir uns zu erhe: Tag. das Leben, und schenkest uns 7. Wir sehen nun in größrer der Erde Glück. Um zu dir Klarbeit, als es vor dir die uns zu erheben, entziehst du Völker sahn, erleuchtet nur einft uns dieses Leben, und durch deine Wahrheit, zur Seschenkest uns des Himmets ligkeit die sichre Bahn. Der Glück! Du giebst das Leben, du auch uns zum Licht er Gott, du sendest uns den Tod schienft, wie groß ist um uns nur zum Segen; bist liebevoll: dein Verdienst! nur unser Wobl, nicht unser Elend schaffest du. 8. Fürwahr, noch immer ift das Leben, das du auf Erden haft geführt, ein Segen, den plagen gequält, in unserm 3. Als wir von der Sündeuns Gott gegeben, dafür ihm Jammer lagen, und Nacht des ew'ger Dank gebührt; ein Se- Todes uns umfing; fern von A 3 deiner 6 Aubang. beiner Wahrheit: Pfade, da mesfen, womit dein Herz die war es, Gott, als deine Gna: Welt umfaßt, und nie es un de, erbarmend vor uns über dankbar vergessen, was du für ging. Da rief dein Vaterblick michy erduldet hast. ins Leben uns zurück: von der 3. Mir sollen diese Feyerzeis Sünde, aus ihrer Nacht sind ten der größten Liebe heilig wir erwacht, dein Licht, dein feyn; ich will dich an dein Antlitz, Gott, zu sehn! Kreutz begleiten und jeden Reiß 4. Preiset ihn, ibr Jubellie- der Sünde scheun. Dein leis der! Zur Erde stieg sein Sohn den sey mein höchster Segen, hernieder, ward Mensch und dein Tod mein feligster Ges starb der Sünder Tod. Chri- winn; mein Herz schlägt dir stus hat den Tod bezwungen; voll Dank entgegen, weil ich ein Sieges- lied werd ihm ge durch dich gerettet bin. fungen! uns fegnet uns begna 4. Bleibt mir in diesen Tas digt Gott. Wir sind mit ihm gen theuer, Gethsemane und versöhnt: ihr Lobgesänge tont; Golgatha, ihr Stätten, wo die tont zum Himmel; erschallt Welt die Feyer der allergröße schon hier! Einst kommen wir ten Liebe sah! Nach euch will vor seinen Thron, und beten ich voll Undacht schauen, wo an. Eschenburg. mein Erlöser litt und starb; auf ihn allein will ich vertrau en, der mir die Seligkeit ers warb, Meister. Leiden Jesu. Mel. Wie groß ist des Allmächt Naß mir die Feyer deiner 7. Met. Alle Menschen müssen Heil Leiben, o großer Dul- 8. Du, ber Menschen dh der, heilig seyn! Sie lehre und Leben, deß sich mich die Günde meiden und meine Seele freut, der du dich Dir mein ganzes Leben weihn, für mich gegeben, Stifter meis dir, dessen Blut für mich ge- ner Seligkeit; du, der lieber floffen, deß Herz für mich im wollt' erblassen, als mich im Tode schlug, der ruhig, heiter Verderben lassen, ach! wie und entschloffen aud) meiner dant, wie dank ich dir, mein Sünden Etraefe trug. Erldser, gnug dafür. 2. Auch in der stillsten mei2. Du betratst, für uns zu ner Stunden will ich nach deis sterben, willig deine Leidenss nem Kreuße fehn, und dich, o bahn; stiegst, uns Leben zu Herr, für deine Wunden durch erwerben, gern den Todesberg meinen Thránendank erhöhn; hinan. Du vergaßest eigne will tiefgerührt die Huld er Schmerzen, trugst nur uns in Anfang. 7 deinem Herzen. Diese Liebe 2. Wie viel, mein Heil, hast preisen wir: unvergeßlich sey du vollendet, als dir das Herz sie mir. im Tode brach! Du hast den 3. Meinetwegen trugst du Fluch hinweggewendet, der Bande, littet frecher Låstrer auf der Welt voll Sünder lag; Spott, achtetest nicht Schmach du hast den Weg der Todesz und Schande, mein Veridh nacht zur Bahn der Hoffnung ner und mein Gott! Mch mir gemacht. hast du der Noth entriffen 3. Dankvolle Thränen nekt die mich hätte treffen müssen die Wangen; mein Leben, Wie verpflichtet bin ich dir Herr, sey bir geweiht! Ver: lebenslang, mein Heil, dafür. gebung soll auch ich erlangen 4. Wie gemartert, wie ver- und hohe Himmels Seligfett. höhnet hingst du, Herr, am u, den mir Gott zum Trost Kreußze da! Ach, mit Dornen gemacht, riefft auch für mich: felbft gekrönet! Jeder schmäh. Es ist vollbracht. te, der dich sah. Das ertruaft 4. O bilf mir, Herr, nun du, mich zum Leben, mich auch vollbringen, was wahre zum Himmel zu erheben. Dankbarkeit begehrt; laß nach Preis, Verehrung, Dank sey der Heiligung mich ringen, dir, Ehrfurchtswürdiger, da dazu dein Tod mir Kraft gefür. wahrt; in deinen Wegen laß 5. Ruh im Leben, Trost am mich gehn: dann ist der Tod Grabe, unaussprechlicher Ge- mir Auferstehn. winn, den ich dir zu danken 5. Du schenkst mir Recht habe, daß ich durch dich selig zum ew'gen Leben. Wie sollt bin. Jesu, dir mein Herz zu ich nicht voll Eifers seyn, mich geben, und, wie du gelebt, zu deinem Dienste zu ergeben leben, willig einst zu sterben sollt ich dabey vor Schmach dir dies, dies sey mein mich scheun? Dein Jesus Dank dafür. fenn, dein Eigenthum, fey meines Herzens Freud und Ruhm! Neander. Mel. Wer nur den lieben Gott 9. Mein Jesus stirbt. Die 6. Soll ich in meinen les Felfen beben; der benstagen auch hier durch Sonnen Licht verschleyert sich; manche Trübsal gehn, und hat in Tobte dringt ein neues Le mein Gott gehåufte Plagen zu ben; der Heil'gen Gråber dff- meiner Prüfung außersehn: so nen sich; der Vorhang reißt; laß die Hoffnung mich erfreun: die Erde fracht; der Welt auch dies wird einst vollendet Versöhnung ist vollbracht! Iseyn. 2 4 7. Fühl 8 Anhang. 7. Fühl ich zuletzt des To Sieger nach, und zu den Hös des Schmerzen, so sey im Tode ben, zu denen er uns führt, noch mein Heil und zeuge meis hinauf. O Jesus Christus, nem schwächen Herzen: ich dir, dir, Jesus folgen wir! hab' an deiner Gnade Theil. Sey gepriesen; nicht ins Ge So geh ich froh zur Grabes richt, zum Erb' im Licht führst nacht mit dem Triumph: Es ist vollbracht! du uns vor dein Angesicht. Mel. Wachet auf 4. Jesus, du wirst wieder kominen. Olaß uns Herr, mit allen Frommen verklárt zu IO. Sterbend für das Heil deiner Rechten stehn! Ach du der Sünder, riefwollst wann deine Flammen Jesus laut, bald Ueberwinder: dem Sünder drohn, une nicht mein Gott, mein Gott, es ist verdammen! O laß den Suns vollbracht! Tiefe Still ergriff der nicht vergehn, und setz' auf am Throne die Engel Gottes, deinen Thron die Frommen, und dem Sohne antwortet Gottes Sohn! Hilf uns Jesus; Gott: es ist vollbracht! Der zur Seligkeit mach' uns bereit Himmel hörts und fang sein durch Glauben und Gerechtig neues Lied voll Dank dem Vol- teit. lender: Er hat gefiegt; wenn er gleich liegt, der Löw' aus Juda hat gesiegt! Cramer. Mel. Freu dich sehr, o meine Schmerzen fieht 2. Durch ihn war die Welt II. Mitten unter beinen versöhnet; der Herr erstand, dein holder Blick herab auf dent mit Preis gekronet, der Fluch Freund, der deinem Herzen, vom Berge Sina schwieg. Tod Jesu, neues Leiben gab. Da wo ist dein Sieg, und Hölle, noch zeigt sich dein Gemüthe, wo dein Triumph? Der Tod, reich an göttlich großer Güte; Die Hölle sie sind verschlungen, es vergißi den eignen Schmerz. in den Sieg. Er hats, er hats Für den Freund sorgt nur dein vollbracht, das Werk der Gnad Herz. Dieterich. und Macht. Preis sey Jesu; 2. Ihn vom Falle zu erheben, nun fürchten wir den Tod nicht; blickst du ihn voll Mitleid an. dir, dir, Jesus Christus, fol: Dein Blick sagt: Es ist verges gen wir! ben, sey an Muth und Treu 3. Jauchzet Gott mit lautem ein Mann, und zu deines Meis Schalle! Der ganze Weltfreis flers Ehre gieb durch deinen Fall wie erballe, und jauchz' ihm: die Lehre, daß auch selbst der unser Herr fährt auf! Wir im Starke irrt, wenn er zu vers Staub anbetend sehen dem messen wird. 8.0 Anhang. 9 3. D was fühlt dein Freund, Stille, daß der Wehmuth für Leiden bey dem liebevollen Senfzern nach, unsers Dankes Blick! Sonst erfüllt er ihn mit Thrane quille. Unfre Seele, Freuden, doch nun läßt er still vor Gott, denk an ihres Schmerz zurück; jammert, Mittlers Tod. daß er ihn beleidigt, dessen Huld ihn selbst vertheidigt, dem er treu zu sein verhieß, wenn ihn alle Welt verließ. 3. Zwischen Erd' und Hima mel schwebt, blutend er der nichts verschuldet, Für der Brüder Wohl gelebt, Spott 4. Thranen bittrer Reue flie- und Undank fiill geduldet, oft ßen, nun von seinem Angesicht; die fiille, lange Nacht, im Geund sie schämt sid) zu vergie: bet für sie durchwacht. Ben der gerührte Junger nicht; 4. O, wie oft hat an sein Herz, er enteilet dem Getümmel, fle- mit den ausgespannten Armen, bet brünstig zu dem Himmel, ausgespannt zu Qual und daß Gott ihm bie Schuld ver: Schmerz, er voll Mitleid und zeih, und im Schwachen mách- Erbarmen, Kinder seines Volks tig sey. gedrückt und die Schmachtenden erquickt! 5. Deinem Freunde bin ich ähnlich. Ach Ach, erbarm auch 5. Nun verschmachtet Er meiner dich! Sieb ich fleh zu und ringt, ach! von aller Welt dir so sehnlich, stårke, leite, verlaffen! KeinGefühl des Mits beffre mich! Stets auf deinem leids dringt, in die Seelen, die Pfad zu wandeln, liebevoll, ihn haffen. Vor der Feinde wie du zu handeln, bis in Tod wildem Drohn, sind die Freuns dir treu zu seyn, dies sey meine Lust allein! med Elisev.d. Net. Der Todestag des Erld, fers. de selbst entflohn. 6. Er nur liebt bis an den Tod. wie heilt er jede Wunde! Sterbenden quillt Trost von Gott, Himmelstrost aus feinem Munde, milder wird der Mutter Schmerz; feinem Volk verzeibt fein Herz. Mel. Jefus meine Zuversicht 12. Geist der Andacht, fen: te du, dich in unsre 7. Bang' ift ihm; doch zagt Seelen nieder! Sie erfülleer nicht, will des Baters Rath Trost und Ruh: im Gesange vollenden; weiß, das Dunkel frommer Lieder, in geweihter wird in Licht, Schmach in Psalmen Chor, hebe sie zu dir Herrlichkeit sich enden! Heil empor! ihm! Heil! Schon weicht die 2. Diesen fenerlichen Tag, Nacht, und sein Werk- es weih' der Ehrfurcht heil'ge ist vollbracht! 215 8. Hochs 10 Anfang. 8. Hocherhabner! Ewiger! 3. Laß mich getrost, wie du vor die werfen wir uns nieder. verscheiden; dir ruf ich nach Dich du Unerforschlicher, Es ist vollbracht! Vollende preisen unsers Dankes Lieder. sind der Prüfung Leiden; be Welches Heil und welche Rub, sieget ist des Todes Macht firdmt aus diesem Tod' uns zu! Ach, sterb ich einst den Lod 9. Der des Sohnes nicht der Frommen, und wird mein verschont, wird dem Reuigen Ende Friede seyn: dann werd vergeben; der den Dulder herr- ich zu dir aufgenommen und Lich lohnt, schenkt uns Theil geh in deinen Himmel ein. an seinem Leben. Dort in fei Meister. ner Herrlichkeit, ist die Stätt' Mel. Wer aur den lieben Gott auch uns bereit. 10. Ja, Erbarmender, wir fchaun, fröhlich auf zu deinem I4. D Golgatha! zu beis nen Höhen erhebet Throne. Du bist Liebe, wir dankend sich mein Herz. vertrau'n, dir und deinem ho- will den Heilgen Gottes fehen, hen Sohne, leben dir und ster in seines Opfertodes Schmerz ben dir; hochbeglückt durch ihn ich will für seine Lieb und Peir find wir.. ihm meine ganze Seele weth'n. Niemeyer Mel. Wie groß ist bes Allmächtg. 2. Wie rührend scheidet det Gerechte, im Tod' als Gotted 13. Sen beilig mir, o Tag Sohn bewährt! Zwar leidet et voll Segen an dem den Tod der Knechte, von Fre mein Mittler für mich starb, lern noch am Kreutz entehrt; und mir auf nie betretnen We doch laut zeugt, Herr der Hert gen, des Himmels Seligkeit lichkeit, dein Tod von deiner erwarb! SeinTodestag soll mir Göttlichkeit! die Fener der größten Lieb und 7. Du stirbst, die hohen Him Treue seyn; er sey mir heilig melslehren von Tugend und ewig theuer, und meine Thrane Unsterblichkeit der Welt, als weih' ihn ein! göttlich, zu bewähren. Mein 2. Soll ich aus diesem Leben febrer fen gebenedent! Nun scheiden, ist meine letzte Stun: Fenn ich meiner Seele Werth de ba: fo fey mir in des Todes und Gott, den du uns hier vers Leiden der Segen dieses Tages flårt. nah! Im allerletzten Augen- 4. Nur Segen hast du hier blicke sey du mir nahe, Jesus verbreitet, oft Nächte betend Chrift, damit mich dann der durchgewacht, die Sterblichen Troft erquicke, der mir aus zu Gott geleitet, und treu de deinen Wunden fließt! Tagewerk vollbracht. Wit freu: Anhang. II freubenvoll stirbt nun ein und Gotteskraft und Trost in Christ, dem Jesu Kreutz dein unsrer Pilgerschaft. Tod versüßt! Auf Ostern. Mel. O heilger Geist kehr 5. Froh feyerst du die große Stunde, da du zu deinem Va ter gehst, und noch zuvor aus 15. F bringt Lob und Dank Herzensgrunde deinen Feind voll Großmuth flebst; ihm, der des Todes Macht bes den sterbend fegnest, der dich) zwang und uns, den Staub, schalt, der Wohlthun dir mit erhöhte! Der hohe Sieger Haß vergalt. áberwand; Nacht war um ihn, 6. Auf die, die weinend um und sie verschwand in helle dich stehen, gießt du der Freund- Morgenrothe. Bebet; gebet, schaft Segen aus, sprichst glau: stolze Spotter, unserm Retter bensvoll vom Wiedersehen im Preis und Ehre; glaubt au Himmel, in des Vaters Haus; ihn und seine Lehre! firomst hohen Muth und Troft 2. Preis ihm: Heil uns; und Ruh den fummervollen sein Grab ist leer. Fest stehet Seelen zu. wie ein Fels im Meer, bas 7. Du siehst auf die vollbrach: Wort, daß er gesprochen. ten Thaten, als Aussaat auf selig, wer sich ihm vertraut; die Ewigkeit, dankst Gott, er hat den Tempel neu erbaut, durch den dein Werk gerathen, den blinde Wuth zerbrochen. der bald dafür den Lohn dir Seele, wähle ihn zum Fühbeut; empfiehlst den Geist in rer und Regierer deines Les feine Hand, und gehst getroft bens. Auf ihn hoffst du nicht ins Vaterland. vergebens. 8. Erldser, tausend Fromme 3. Zum höhern Leben führt schieden auf dein Verdienst mit er dich, und nimmt gewiß did) Freudigkeit; empfanden ster- einst zu sich, fållt deine Hütte bend Seelenfrieden, den Trost, nieder. Empfängt das Grab den uns dein Tod verleiht., auch dein Gebein, es wird laß mich dir mein Leben weih'n, doch nicht auf ewig seyn: vers dir auch noch stesbend dankbar klárt giebt ers dir wieder. seyn! Herrlich wird sich dann aufs 9. Das Wort vom Kreutze neue seine Treue offenbaren. bleibt den Deinen Erquickung, Bolles Heil wirst du erfahren. wenns die Welt auch schmäht, Schiebler. es mag dem Spotter Thorheit Mel. Wat Gott thut das ist fcheinen, der auf des Lasters Pfade geht; uns ist es Ruhm 16. mpo 16. Empor, ihr Christen! Jesus lebt! Lobfingt dem 12 Anhang. dem Ueberwinder! Herbey, glångt ein schöner Tag dahert wer dankend ihn erhebt, den bann stehn wir auf im Fries Retter aller Sünder! Er den. O Tag des Danks! 0 starb für fie! Er starb für uns! Tag des Heils! Gern wollen Heil uns! nun lebt er wieder wir nun sterben; wir wissen, für alle seine Brüder. was wir erben. 2. Er lebt, er lebt! weiht 7. Erstandner, gieb nur, daß ihm Tank hit reiner, from wir hier auf deinen Pfaden mer Seele! Jhm schalle jeder wandeln, nnd stets mit rein: Festgefang, und jedes Herz era ster Dankbegier, als Kinder zable, wie viel er lift, wie Gottes bandeln! Unsterblich gern er starb, um tausend Se senn! Unsterblich seyn, und ligkeiten und Armen zu berei- einst dir näher kommen; ten! 3. Er starb, geschmückt mit Heiligkeit; er starb von Frevlerbänden! waltet welch ein Lohn der Frommen! Reche Mel. Wachet auf hier Gerechtigkeit? Wie fonnt I7. Preift ben Sieger; er hier schon enden? Chri- re: fingt Jesu Christo Lob und sten jauchzt! Er ist erhöht! Ehre! Wie groß, wie berrlich Er drang durch Todesnächte ist sein Tag! Er, der Held, an seines Vaters Rechte. ist von den Banden des Todes 4. Besiegt ist seiner Feinde frey, nun auferstanden; er Macht, und er mit Ruhm ge- der für uns im Grabe lag Frönet. Er hat sein großes Sein ist Gewalt und Macht Werk vollbracht, und uns mit er hat sein Berk vollbracht Gott versöhnet. Wer an ihn Preis dem Sieger! Er hats glaubt, wird felig seyn. vollbracht, er, der die Macht fast euch diesen Glauben durch des Todes und des Grabe Teine Leiden rauben! hat. 5. Schaut hin, zu seiner 2. Glowreich hat ber hel Herrlichkeit, und lernt, als gerungen, hat machtig Helden, leiden! Schaut hin! und Grab bezwungen, von to Die Leiden dieser Zeit sind Kei: ren Schrecken uns befrent me hober Freuben. Send un Wir, von Gott gewichne S verzagt! Seyd hoffnungsvoll! der, find nun mit ihm te Nady wenig bangen Stunden föhnt, sind Kinder und Erbe ist alles überwunden. feiner Seligkeit. Balb, ba 6 Was ist der Tod? Ein entschlafen wir, entschlafen, ruhn Schlaf ist er! O fanfter Jesus, dir: rubu im Friede Schlaf des Müben! Bald die kurze Nacht, bis deine Anhang. 13 2. Singt dem Herrn! Er ist erstanden, er, der starb Rühmt es 3. Unsern Staub mag Staub auf Golgatha! bedecken; du wirst ihn berrlich rühmts in allen Landen: was auferwecken, der du des Staufein. Wort verhieß, geschah. bes Schöpfer bist. Du wirf Wer, wer kann ihm widersires. untergånglichs Leben und Kraft ben? Machtig dringt der Held und Herrlichkeit ihm geben, empor, im Triumph bricht er dem Staub, der dir geberligt bervor, und des Abgrunds ist. Wir werden ewig dein, Pforten beben, da ihr Sieger gerecht und selig seyn. Preis sich erhebt. Heil uns allen; dem Sieger! Eod und Ge- Jesus lebt! richt erschreckt uns nicht: der 3. Uns vom Tobe zu befreys Todesiberwinder lebt. fank er in des Grabes en 4. Auferstandner, welch ein Nacht. Uns zum Leben einzus Segen erwartet uns, wenn weihen, steht er auf durch auf den Wegen wir wandeln, Gottes Macht. Tod, durch die dein Fuß betrat! Unnenn bn bist du bezwungen, deine bare Seligkeiten, die ewig Schrecken sind zerstreut, von währen, sind die Beuten, die der Furcht sind wir befreyt, uns dein Sieg erkämpfet hat. uns ist eben nun errungen. Bald find sie unser Theil, Jauchzt, ihr, die man einst bald frånet uns das Heil dei- begråbt, jauchzt dem Höchsten; nes Lebens. Preis unserm Jesus lebt! Herrn; es ist nicht fern; bald ist der Tag des Sieges da. Funt. Macht zum Tag der Ewigkeit uns ruft. Mel. Sollt' ich meinem Gott 4. Aus dem Grab uns zu erheben, ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben; dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter Lust aufer- und Leiden im Gedächtniß Fe= standen ist der Herr, fum Chrift, der vom Tod ers der uns versöhnt: wie bat standen ist! Unvergånglich sind nach Schmerz und Banden, die Freuden deß, der nach dene Gott mit Ehren ihn gefront! Himmel ftrebt. Singet, preis Dort zu seines Vaters Rech set; Jefus lebt. 18. Auferstanden, ten, über Schmach und Zod 5. Freut euch seiner, Goterhöht berrscht er nun in tes Kinder; er sey euer Lobges Majestát. Freut euch seiner, sang! Bringt dem Todesübers ihr Gerechten; und ihr, seine winder ewig Ebre, Lob und Feinde, bebt!' Halleluja; Je: Dank! Rühmts in der Vers sus lebt! suchungs Stunden, wenn euch Sünd Auhang. 14 Sünd und Elend droht, rühmts Jumph und Preisgefang! Ent: in eurer Todesnoth: unser fesselt von der Sünde Banden Herr hat überwunden; und sey nun Gehorsam euer Dank! wenn er euch zu sich hebt, nicht mehr der Welt und Ei= dann rühmts ewig; Jesus telkeit, nein, ihm weiht eure lebt. Lebenszeit! Savater. 6. Ein Tag erscheint, erfie Mel. Wer nur den lieben Gott Brüder! Freut euch; es i 19. Heil ihm, dem Todes- ein Wennekag! Dann kommt überwinder! Aus der Herr von neuem wieder, feiner Gruft geht er hervor. und Engelheere folgen nach. Als Retter der verlornen Sån- Dann dringet auch in euer Der empfängt ihn nun der En Grab des Lodtenweckers Raf gel- Chor, und aller Himmel hinab. Jubelton preist ihn des gro- 7. Dann werdet ihr zum td. Ben Gottes Sohn. hern Leben, zum Lohn der 2. Er hat des Grabes Rub em: Frommen auferstehn, und mit pfunden; doch kurzer Schlum des Himmels Glanz umgeben mer war sein Tod. Er hat getrost zum Richterstuhle gehn. gekämpft und überwunden; Dann wird euch der erstandne dahin ist alle seine Noth. Ihm, Held ein Führer durch die beffre der das Felsengrab durchbrang, Welt. erschallt nun ein TriumphgeMeister. fang. Mel. Wachet auf 3. Das segensreichste seiner und Stärke sey dem Merke, die Nettung einer 20.[ men! Lob und Preis Menschenwelt, vollendet ists Vollender seiner Werke; dem mit Gottesnarke; die Nacht Todes- Ueberwinder Dank. des Frrthums ift erhellt. Sein Singt bes Helden Auferstehen, gottlich Evangelium steht fest ihr Himmel all' in euren zu seines Namens Ruhm. hen, auch unser Erdkreis se 4. Auf Felsen ruht des Chris Gesang! Ihm, der vom Tod ften Glaube, da fein Erlöser erstand, ihm, der einst über ewig lebt, und einft mit Macht wand, weiht Anbetung! Sein aus seinem Staube ihn zur ist die Macht; er hate voll Unsterblichkeit erhebt. Nun bracht; ibm werde Preis und wird der Tod an Jesu Hand Dank gebracht! ihm Hingang in sein Vaterland. 2. Ja, du Land der Gråber, Erde, empor aus deinem 5. Ja, Chriften, fingt! Er Staube; werde ein Land de ift erftanden! Singt ihm Tri- Lebens und des Lichts! der Unbang. 015 der fiegreich auferstanden, be- jab; und ich lebe; und ich bin freyt uns von des Todes Ban- sein; auf ewig sein; wie wird den und von den Schrecken des mir dann, o dann mir feyn! Gerichts. Heil uns, das Grab ist leer; des Abgrunds furchtbar Heer ist bezwungen. Des To: des Nacht, der Hölle Macht, Sturm. Auf Himmelfahrt. Mel. Wachet auf, so ruft. der Gråber Grauen ist besiegt. 2 I. Ueber aller Himmel 3. Was vermag uns zu erHeere erhebst du dich Nur freche Sünder zum Thron der Ehre, du Stif: Wir, Brüder, schüttern? müssen zittern vor ihm, der ter unfrer Geligkeit. Hinzu ewig, ewig lebt. des dem, der dich gesendet, gehst Auferstandnen wir du da hier bein Werk vollendet, Christen, feines Leibes Glieder, mit göttlicher Zufriedenheit. wir freun uns deß, der ewig Du hast die Sünderwelt mit lebt. Für uns litt er den Tod; deinem Licht erhellt. Preis und für uns entrückte Gott ihn dem Ehre sey, Jesu, dir! Froh se= Grabe. Empörer bebt; der hen wir dir nach in deine Herrs Sieger lebt; er lebt und stirbt lichkeit. hinfort nicht mehr. 2. Deines Vaters Gnaden: 4. Unser Herz darf nun nicht willen auf Erden völlig zu er wanken; die bangen, zweyfeln füllen, warst du gehorsam bis den Gedanken besiegt des Glan: zum Tod. Siße, Sohn, auf bens Zuversicht. Wie ein Fels deinem Throne, dir geb ich des Herrn im Meere steht un meine Welt zum Lohne und meine erschüttert Jesu Lehre, um Herrlichkeit, sprach Hott. Wie glänzt mit Geligkeit und Licht. herrlich ist dein Lohn! erhöhter Der Himmel Bau zerfällt; die Gottessohn! 3hr, ihr From: Herrlichkeit der Welt wird ver- men, folgt ihm getreu, er steht schwinden: doch fort und fort euch bey! Gott, dem ihr dient, steht Jefu Wort, giebt Trest belohnt als Gott. uns hier und Wonne dort. 3. Deine traurenden Erld5. Doch auch wir, wir wer: sten, o Herr, zu stärken und zu den bleiben; mag doch des Kör- trösten, tam über sie von die pers Bau zerstäuben, umschlie: dein Geist. Er ists, der auch fe, Erde, mein Gebein! Je: uns im Leiden mit Troft erfüllt, sus lebt, und meine Glieder und zu den Freuden der bessern belebt einft feine Allmacht wie: Welt den Weg uns weist. Er der; wie er, werd' ich unsterb- leitet uns die Bahn, auf der lich feyn. In der Verwesung dich wandeln fahn deine Freun Grab dringt dann sein Ruf hinde. Bald, bald empfahn auf dieser 16 Unbang. dieser Bahn auch wir, wie du, glückt, belehrt, geheiligt und die Kron am Ziel. erquickt. 4. Uns die Stätte zu berei: 3. Aus allen Völkern kamen ten, um die wir Pilger hier fie, mühselig und beladen, nech streiten, gingst du voran und suchten Ruh und fanden sie, in's Baterland. Herrlich wirst des schweren Jochs entladen; du wiederkommen, und zu dir und wohl bewährt in ihrem Lauf alle deine Frommen versammeln nahm sie, wie dich, der Hims in dies Vaterland. Erkauft mel auf. hast du uns Gott und dir, 4. Noch rettest du, die sich durch deinen Tod. Wo du lebeft verirrt, in Finsterniß verloren. und Gott mit dir, da sollen Welch eine Schaar von Kin wir auch mit dir leben ewiglich.dern wird, die durch dein Wort 5. Welch ein Jubel wird es geboren: wie auf der frischen werden, wann wir dich wieder Morgenau auf Blumen unges fehn auf Erden in aller Maje: zählt der Thau! stát des Herrn! Dann ver 5. Es tont der Himmelslehre schwinden unfre Leiden; dann Schall in allen Zungen wieder. gehn wir ein zu deinen Freuden, Wohin es blickt, sieht überall und schauen dich nicht mehr von das Auge theure Bruder. Sie fern. Dann sehn wir hoch erleben dir, sie sterben dir, dein freut ganz deine Herrlichkeit! Eigenthum sind, Herr, auch Welterlöfer! uns führest du der wir. Wonne zu, die bey dir ist in 6. Auch wir!- O schau von Ewigkeit. Münter. Mel. Mir nach, spricht Christ deinem Thron herab auf deine Kinder! Sind wir doch deines Kampfes Lohn, zwar sterblich noch und Sünder, doch- bas 22. Mit Preis und Ruhm ist unsre Zuversicht!- einst gekrönt hast du dein fündenfrey und sterblich nicht. großes Werk geendet, blickft 7. Vereint dann mit der sels auf dein Tagewerk mit Ruh, gen Schaar der Endlichkeit ents denn alles ist vollendet: dein nommen, wird droben erst uns ist der Sieg nach Kampf und offenbar, zu welchem Heil wit Streit, und dich empfängt die kommen. Kein Ohr vernimmt, Herrlichkeit. fein Aug' erblickt, was den vers 2. Ohn Ende erndtest du den Elärten Geist entzückt. Lohn für deiner Leiden Menge. 8. Das ist, 8. Das ist, das ist dein Bersammelt stehn um deinen Werk! O sieh von Dank die Thron in fröhlichem Gedränge Herzen brennen! Ach daß, schon Tausende, durch dich be- Vollender, daß sie nie undank bar Anhang. 17 bar dich verkennen! Nicht ei: die Brust und wehe wieder nach ner von uns Allen sey dem Lie- dem Schmerz mir Ruh und benden, ihm ungetreu! Freuden in das Herz. 9. Bollenden bilf uns felbft den Lauf, das Tagewerk voll bringen, und, ists vollbracht, zu dir hinauf die Seele freudig dringen! Was sind die Leiden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit? Niemeyer. 5. Und wenn ich endlich ster: ben foll, so mach mich deiner Gnade voll! Deckt Nacht und Dunkel mein Gesicht, so sey du mir ein Sonnenlicht, ein heller Stern, ein Gnabenstrahl durchs grauenvolle Todesthal! Schubart Mel. Unendlicher, den feine Auf Pfingsten. In eigner Melodie. 23. Dy Geist vom Vater, 24. Der Machtige ruft als ler Welt, daß man' auf ihn doch merke. Er hat zu fomm herab, bon Predigern bestellt die Wunder dem, der dich der Erde gab! seiner Werke. Du Flamme Gortes ruh auf ihrer Stimme Schall; verständ Laut hört man mir! Im tiefsten Staube wart lich ist auch überall die Spra ich hier, bis auch in mir dein che die sie reden. Feuer glimmt, und mich zu dei: nem Lobe stimmt. 2. Auch durchs Gewissen ruft der Herr, daß Sünder sich bes 2. Entzieh mir, mich zu trô: kehren; last oft durch diesen ften, nicht dein gnadenstrahlen: Prediger laut seine Stimme des Gesicht! Noch tobt in mir der Sünden Schmerz: drum schaff in mir ein reines Herz, und fey mir ein gewiffer Geist, hören, daß aus dem Schlaf der Sicherheit, und aus dem Traum der Eitelkeit, ihr Herz zu ihm erwache. der mir die Bahn der Tugend 3. Durch Wohlthun jeugt er weist! auch von sich am menschlichen 3. Du Licht aus Gott, er: Gemüthe, und lockt den Sün. leuchte mich, und mein Ber: der väterlich durch Proben seiz stand erkenne dich; und wenn ner Güte. Doch, achtet es der ich finke, reiche du die Wahr: Sünder nicht, sucht Gott durch heit mir als Stüße zu! Dann Strafen und Gericht ihn aus sey die Welt von Zweifeln voll, dem Schlaf zu wecken.. ich weiß an wen ich glauben soll. 4. So rufst du, Herr, uns 4. Wenn mein Gewissen mich laut genug, daß man dich such' verklagt, mein Herz belastet in und höre, und daß der Eitelmir sagt; fo flöße mir die En: feit Betrug die Herzen nicht gellust des Seelenfriedens in bethore. Doch riefest du nicht B auch 18 Anhang. auch durchs Wort: so irrten Angst empor zu dir nur schauwir noch immer fort, auf fin- en, fo bin ich ruhig immerdar! Benn meine Freunde mich vers stern Sündenwegen. 5. Für diese Gabe, Vater, lieffen; wenn auf mich tausend preist dich unser Herz; es schen Feinde stiefsen, auch in der fet uns Beffrungskraft dein gu: schrecklichsten Gefahr. ter Geist, der unfre Herzen lenfet. Erweifet uns allein zu dir, daß wir dich suchen für und für, dich recht verehren lernen. 2. Rein Unglück soll migh saghaft machen; die Thoren mo gen meiner lachen; ich kenne, höchste Weisheit, dich. Du 6. Durch das, was uns dein siehst, was wir im Staub nicht Mund gebeut in deines Wor sehen; nur was du willst, Hert, tes Lehren, ruft er uns von der muß geschehen! Du leitest alEitelkeit, zu dir uns zu bekeh- les, leitest mich! ten. Er lehrt uns, das der 3. Von meinen ersten Lebens: Sünde Bahn den Menschen stunden hab ich dich immer treu nie beglücken fann, und leitet erfunden! Was hast du schon uns zur Wahrheit. an mir gethan! Was thust 7. Dein herrlichs Evangelium du, Vater, alle Tage! Em: legt er an unsre Seelen, daß pfind ichs nicht, selbst wenn ich wir zu deines Namens Ruhm flage, daß niemand dir gleich den Weg des Heils erwählen, lieben kann? beut uns die größten Schäße 4. Sey still, sey fröhlich mein an, die nur ein Gott uns ge: Gemüthe! Unendlich, Herr, ben kann, und schenkt sie from: men Hörern. 8. Erwed uns Herr in dei ner Kraft, dem Ruf Gehör zu geben; dein Geist, der alles Gute schafft, führ uns den Weg zum Leben; wozu du alle uns erschufft, und nun so gnädig uns berufft durch deines Wor tes Lehre. ist deine Güte! Ich weiß, daß du mich allzeit liebst! Von dir laß ich mich gern regieren! Du wirst zu meinem Glück mich führen, indem du durch Ge duld mich übst. 5. Nie, nie soll mein Ver trauen wanfen! Im tiefsten Elend will ich danken! das tief fte Elend fommt von dir Von Herzen kannst du nicht Beweis der Gottfeligkeit betrüben! Du kannst, o Liebe, Heeren. nichts als lieben! Du forgest für uns mehr als wir. 6. Dram will ich aus den 25. Auf dich, mein Vater, tiefsten Norhen zu dir, men will ich trauen, in Helfer, freudig beten! Du bift und Tugend. Vertrauen auf Gott. Anhang.c 19 bist, mein Bater, stets bey her der Tod auf schwarzen Flu. mir! Wenn ich vergnügt bin, geln fauler Seuchen ein eilen= wenn ich leide, bist du mein des Verderben droht. Trost und meine Freude! hängt meine Geele nur an dir. 3. Gestüßt, o Herr, auf deine Gnade, scheut er nicht der Ber= 7. Und wenn ich keinen Aus- leumdung Buth; geht uners gang merfe, so bet ich an und schrocken seine Pfade, zertritt fleh' um Stárke, dir anch im die feile Natterbrut. Jst Gott Dunkeln zu vertraun! Kann mein Schuß in bösen Zeiten, ich gleich deinen Weg nicht se- mas soll ich fürchten in Gefahr? hen, genug, du führst mich; Wer Gott vertraut, hat ihn zur ich will gehen! Ich weiß, mein Seiten, er hilft ihm treu und Glaube wird zum Schau'n. wunderbar. 116. 8. Wer ist, der trostlos zu dir blicke? Ben führst du nicht zu seinem Glücke! Wer hat dir je umsonst geglaubt? Ich glaube dir, mit froher Seele! Beis, daß ich nicht Hoffnung, besonders im Leiden. Mel. Befiehl du deine Wege mein Heil verfehle; weiß, daß 27. Hoffnung! Sebenss mich raubt! Lavater. Du Mel. Wie groß ist des Allm. milder Sonne erfreuft du Geist fchentrösterin! Gleich Gettes 26. Gott ist mein Schuß und Sinn. Du strömest reine in böfen Zeiten! Freuden in jedes Menschen Herze Was sollt' ich fürchten in Ge- du linderst seine Leiden, versüsfahr? Wer Gott vertraut, sest seinen Schmerz. hat ihn zur Seiten, er hilft| ihm treu und wunderbar. Wenn der Nächte Dunkelheit, jer= 2. Du heiterst trübe Morgen, heulend sich die Fluthen thür: streust des Lebens Sorgen, und men, und eine Lief der an: stárkst zur Thátigkeir; sprichst dern ruft, ist er, geschüßt durch Muth auf rauben Wegen in Gottes Schirmen, wie in der des Verzagten Brust; verheiss fichern Felfenkluft. feft neuen Segen bey jeglichem 2. Und wann die Wolken Verlust. Flammen speien, geht er ge trost an Gottes Hand; getrost Regen, aus Wind und Son: 3. Aus Donner, Thau und durch dürre Wüsteneyen, und nenschein versprichst du Got: ihren brennend heissen Sand; tes Segen, um Sorgen zu zers getroft in Pest und unter Lei: streun; und frohe Lieder tönen, chen, wann wüthend rings um: durch dich hervorgebracht, von from32 20 Anhang. frommen Erdenföhnen dem Gott der väterlich dich tröstet und erquicket. Bergeucht er gleich: der Huld und Macht. 4. Du bist es die den Kran: er thuts aus Huld. Bewahre fen der Todesfurcht entreist; dich vor Ungeduld! Geduld mit himmlischen Gedanken er gibt Muth und Stärke! fullst du feinen Geist; in fei 3. Erwarte nur die rechte nen leßten Stunden zeigt du Zeit; du wirst den Vater fin ihm Seligkeit, die ihn, der den. Er wird voll Lieb' und Hull' entbunden, auf ewig dort Freundlichkeit, sich neu mit dir verbinden. Er will und wird erfreut. 5. Auch mir, auch mir zur bein Tröster seyn, und ewig Seite gehst du, o Hoffnung wird er dich erfreun; Geduld treu; machst, daß in jedem Lei wird nie zu Schanden. de ich mich der Zukunft freu; 4. Ja streit' und fámpfe nut zeigst dort mir neue Blåthe, als Held; du wirst nicht un welft hier ein Glück mit ab. terliegen, wirst über jede Noth Preis ihm, der dich aus Gâte der Welt, wie Jesus Christus mir zur Gefährtin gab. fiegen. Sey standhaft, deines 6. Gott, mit Herz und Baters Huld front deine Hoff Leben will ich dir dankbar seyn, nung und Geduld mit seiner will deinen Ruhm erheben, und Himmels Krone. meines Heils mich freun. Dein 5. O! Gott des Heils, ich Freund darf immer hoffen; ihn hoff auf dich; Geduld ist deine tauscht die Hoffnung nicht; der Gabe. Mit dieser Gabe segne Himmel steht ihm offen; da mich! Sie start mich bis zum fieht er einst dein Licht. Bürger und Dolj Geduld uno Stand. baftiakeit. Grabe. Laß mich in allen Leiden dein, geduldig, so wie Je fus, feyn, und einst fein Reich ererben. Wolf 28.6s it gewiß ein föst. lich Ding, sich in Mel, Herr wir fennen Geduld zu faſſen, und ſtets sich 29. Schwer ists, ban Muth zu fassen, Gottes zu überlaffen. Rauh oder eben ser wann die Aussicht trüber wird, die Bahn, was Gott thut das wann von Licht und Kraft vers ist wohlgethan; Geduld erhält laffen, sich der Blick in Nacht das Leben. verliert. 2. Sey still mein Herz und 2. Wann umsonst das bångste unverzagt, wenn dich ein Lei: Sehnen, einen Tropfen Trost den drücket; flags deinem Gott erbat! wann das Auge feine Thr Unhang. 21 Thränen, und der Mund nicht gen zu; und begleite mich in Worte hat. Frieden hin zu meiner legten Ruh! 23. Wann, ermattet, hinge: funken, jeßt die leste Hoffnung 12. Dort erst wird die Ausflieht; wann der Kelch unaus: ficht helle, die sich hier in Nacht getrunken, noch an heiffer Lip: verhüllt; dort erst an der Lepe glüht. bensquelle wird die Sehnsucht 4. Schwer ist's dann nicht ganz gestillt. zu verzagen, zu ermatten, ach! 13. Hin sind dann der Prä= wie leicht, wann auch bey den fung Leiden; ausgerungen hat bångsten Klagen jedes Wort mein Herz; Thránen wandeln des Etostes schweigt! fich in Freuden, Wonne wird 5. Mir ist auch die Aussicht der Erde Schmerz. trube, rauh und dunkel meine 14. Sey denn meine Aussicht Bahn, nimm dich meiner, Gott trübe; einst wird fie doch aufs der Liebe, nimm dich deines gehellt! Alles löst sich auf in Kindes an! Liebe in dem Licht der bessern Meister. 6. Reiche du mir deine Hån- Welt. de, aller Våter Bater, du; leite du mich bis ans Ende, bis zu meines Grabes Ruh! 7. Laß nur einen Strahl mich 30. sehen, In eigener Melodie. Und must ich auch noch zu erhellen meinen Gang; Leiden bulden ohne Zahl: dec Jahre weinen, und hore gnádig auf mein Flehen; Tag wird endlich doch erschei: und dann nimm den Thránennen, der Freuden bringt får dank! jede Quaal; der Abend fehlte 8. 2ch ein Tropfen Balsam keinem Tage, und Freude quoll falle in den Leidenskelch herab, aus jeder Klage, die ich vor den mir, weil ich hier noch wal: meinen Gott gebracht. le, doch nur deine Liebe gab. 2. Erreicht, erkampft ift bald 9. Stárke mich auf meinem die Stundé, die mir für ThråPfade, in der Zeit der Thrd: nen Wonne giebt; vertilgt die nenfaat, bis zum helleren Ge: Narbe jeder Wunde durch den, stade, welches keine Nebel hat. der züchtigt, weil er liebt. D 10. Ach, wann wird das Licht frohe Aussicht freyern Lebens, mir scheinen, dessen Glanz mich Ziel meines täglich heiffern Stre einst erquickt? Wann dies Aubens, in jeder bangen Stunde ge nicht mehr weinen, das jest Trost! naß gen Himmel blickt? 3. Fels Gottes, den mein 11. Komm, erbetner Freund Arm umschlinget, Unsterblich der Müden, drücke mir die 2u feit! Unsterblichkeit! Wenn Nacht B3 22 2 in Bang. Nacht und Trübfal mich um: wer den Lauf vollbringt, und ringet: mich alles drångt, mir das hohe Ziel erringt! alles draut; follt ich dann stille 2. Ueberschwanglich ist der stehn, ermatten? Nein! Sehn- Lohn der bis in den Tod Ge: fucht nach dem fühlen Schat: treuen, die, der Luft der Welt ten, nach Ruhe Gottes stärke entflohn, ihrem Schöpfer ganz mich! fich weihen, deren Hoffnung 4. Wie auf erstiegnen Ber- unverrückt nach der Siegestro: geshöhen uns alles Leib und ne blickt. et: Sieger in et Geist entzückt, uns kühle Winde 3. Den wir lieben und nicht dann umwehen, uns dann ein sehn, der hat uns den Lohn frischer Quell erquickt; so wird rungen, von dem Kreuß ju uns nach durchweintem Leide Gottes Höhn hat er sich em. befeligen des Himmels Freude; porgeschwungen. doch fliehe Bild; zu schwach des Todes Nacht, sprach bist du! felbft: es ist vollbracht! 5. Kein Sterblicher kann hier 4. 3euch, o Herr, uns bin durchdenken die Wonne, die zu dir! Zeuch uns nach, die mein Herz erfüllt, wann keine Schaar der Streiter! Sturm Schmerzen mehr mich kranken, und Nacht umfängt uns hier, Licht Gottes mir aus Christo droben ist es still und heiter; quillt! O dann erft ist mein jenseits, hinter Grab und Too, Beift genefen und Freyheit, strahlt des Lebens Morgenroth. Freyheit all mein Besen, und meine Seele Seligkeit. 5. Geht, o mitgenoffen, geht muthig durch die Eurze 6. O Jesus Christus, wie Wüste! Seht auf Jefum! bir danken, für dieser Hoffnung Wacht und fleht, daß er selbst Herrlichkeit? Eh' löschen Son zum Kampf euch rüste! Jhm nen, Welten wanken, eh' deine der uns in Schwachheit stäckt, Liebe dich gereut! Du bist und bleibt kein Kampfer unbemerkt. lebst: ich werde leben! Was Gott dir gab, willst du mir geben! Wo du bist soll ich ewig feyn! Bürde. Mel. Wie groß ift des Hoffnung nicht des Himmels Gabe, die Sarater. 32. Mel. Schweigt, Verachter, in des Lebens Dunkelheit, uns 31. Ste teil und dornicht ist von der Wiege bis zum Grabe der Pfad, der uns stets freundlich tröstet und er zur Vollendung leitet. Selig freut? Viel Gutes bliebe un ist, wer ihn betrat, und zur vollendet, und manche Wunde Ehre Jesu streitet! Selig, lungeheilt, wenn Gott nicht fit Herab Anhang. 23 herabgefendet ins Land, wo ste: 6. Sie blicket nicht nach Ruhm ter Wechsel weilt. und Kronen blickt nicht nach 2. Sie spricht dem Schmerzen= eitlem Sinnentand; dort wo müden Kranken das süße Bort: die höhern Geister wohnen, im Genesung, ju; sie jeigt, wenn Himmel ist ihr Vaterland! Und feine Krafte wanken, dem Wan- brauften furchterlich die Wogen, derer das Ziel der Ruh. Der bedraute sie des Todesschlund; Redliche, der unverschuldet vers am Himmel strahlt ihr Friedenskannt ist, wird von ihr erfreut; bogen, Gott selbst ist ihres An= der Arme der im Stillen duldet, fers Grund. harrt, stark durch sie, der bef 7. Auf diese Hoffnung will fern Zeit. ich bauen, will freudig in der 3. Durch sie nur streut für Dunkelheit, auf den, der sie goldne Saaten, der Landmann mir fandte, schauen; dann hab' feinen Samen hin; fie stárkt ich Muth und Freudigkeit. Jch den Muth zu edlen Thaten, er weiß, Gott wählet stets das Be= hellt mit Trost den bangen Sinn: ste; was Nacht mir scheinet, ist fie träufelt in die tiefften Wun ihm Licht; drum gründ' ich meiden des Herzens, heilend, Bal: ne Hoffnung feste auf meinen fam ein; und in des Lebens Gott, und wanke nicht. trübsten Stunden erglångt ihr Strahl, mit mildem Schein. Neuhofer. Mel. Ach um des Gerechten 4. Sie waffnet oft mit Hel: denstärke, und giebt der That: 33. Warten ist die Schule, fraft fühnen Die hienieden mit Schwung, sie dem ersten Lebenshauch beginnt, füllt für edle, große Werke das und die selbst nicht endet, wann Herz hoch mit Begeisterung. in Frieden unser Geist dem PrůVor ihr zerfließt der dunkle fungsstand entrinnt. Schleper der Zukunft; über Tod 2.Unentwickelt liegen alle Kráfund Gruft, hebt sie die Seele; te, langsam reifend in dem Er reiner, freyer strebt sie, wohin densohn, warten sey sein täglis die Pflicht sie ruft ches Geschäfte; vorzugreifen 5. O fagt mir nicht, die Hoff trägt der Thorheit Lohn. nung fliehe oft schneller, als 3. Jeder Landmann streuet ein Morgentraum, und dunkles feinen Saamen nur in Hoff Nachtgewölk umziehe dann, nung auf den 2der aus; und schwarzer noch, des Daseyns erwartet dann in Gottes Nas Naum. Nur eitler Thoren men, bis der Frühling treibt Hoffnung fchwindet; des Chri- die Saat heraus. sten Hoffnung trüget nie. Sie ist u fest auf Gott gegründet, dem Frühlingssonne, nur der spåte 4. Wenig Früchte reift die schwersten Unfall troket sie. 34 Herbst 24 Anhang. Herbst bringt den Genuß. Oh ähnlich werden deinem Herrn; ne Warten wird uns nie die fähig zum Genuffe seiner Freus Bonne einzusammeln reichen den: darum fåmpfe, dulde, Ueberfluß. warte gern. 5. Warten mußten hier im 12. Warten, harren in der Erdenthale die zu Großem fich tiefften Stille, ist die Weihe der Herr erwählt; Joseph, Da- fünft'ger Geligkeit! Warten, vid, Abraham und alle, die harren, ist in dunkler Hülle er fpåter ihnen beygezählt. Bothschaft namenlefer Herr: 6. Und er selbst, der Mensch- lichkeit! heit erste Krone, glüh'te sich in dunkler Werkstatt aus. Nur Mel. Schwinge zu des Himm. durch lange Nächte gings zum Throne und durch Leiden zu bes 34. Muthig, muthig, bald errungen ist das Vaters Haus. Biel von jeder Pein! Bald ist 7. Gott hat unerwartet oft jeder Schmerz verschlungen von gegeben, was das Herz auch der Freude, frey zu seyn, frey nicht zu wünschen wagt; follte von Sorgen sund Gefahren, dies aufs neu' uns nicht bele: die mir oft so drückend waren. ben, zu erharren, was er zu- Unaussprechlich, ewig liebt, er gesagt? der uns durch Leiden Abt. 8. Keines feiner Worte geht 2. Ich will harren, hoffen, verlohren, scheint uns die Er schweigen; mein Erbarmer ist füllung noch so fern, Großes mir nah; betend soll mein Geiſt wird nur langsam hier geboh sich beugen; wo ich leide, Gott ren, und das Größte finden ist da. Im Verborgnen, we wir beym Herrn! ich weine, bleibt von meinen 9. Ueberraschen witd er uns Thránen teine, dem, der mich mit Freuden, die des Chriften in Schwachheit stårkt, meinem Sehnsucht nicht erreicht. Schnell Vater unbemerkt. verschwinden dann des Wartens 3. Seine Vateraugen blicken Leiden, wie der Nebel vor der fanften Treft auf mich herab, Sonne weicht. und die Lasten die mich drücken, 10. Blide, můdes Herz, nach nimmt er einst gewig mit ab. diesem Ziele, wenn des War: Bis zum legten trüben Tage tens Nacht schrer auf dir liegt. stärkt er mich, daß ich sie trage. O! dert findest du der Brüder Wann mein Herz verschmachten viele, die noch mehr getämpft, will, ruft er mie, fey fromm und doch gefiegt. und still! 11. Siegen wirft auch du, 4. Jesus Christus trug im durch Lautrungsleiden rein und Staube muthig feines Leidens Anhang. 25 Last; und auch mich erhebt der licht. Wir durchforschens oft Glaube, der die Ewigkeit um vergebens; feinen Blick be: fast. Gott, mein Vater, sieht schränkt es nicht. Er kennet mein Leiden! Gott, mein Bas das Große, das Kleine, das ter, sieht die Freuden, die das Ferny, die Thränen der Armen, Leiden mir gewährt, wenn mein die Schaaren der Sterne. Herz ihn duldend ehrt. Mit mächtiger Liebe verfolgt er den Plan, den feine unendliche Weisheit erfann. 5. Fließet denn, ihr stillen Thránen! Gott im Himmel zählet euch. Gott bemerket all' 3. Von Erstaunen hingerif mein Sehnen; Gott ist gnädig, fen sinnt der hohe Seraph nach. Gott ist reich, naht sich freund: Alles kann er doch nicht wissen; lich meinem Herzen, reinigt es ewig fühlt er sich noch schwach. durch Angst und Schmerzen, Was murren wir Menschen von lenkt und reiffet meinen Einn stumpfem Verstande? Wir find ganz zu seiner Liebe hin. ja nur Bandrer im dámmernden 6. Bald erscheint die leßte Lande. Nur Demuth erhebet Stunde; meiner Thränen leßte, den ängstlichen Sinn; sie wirft bald! O dann heilet jede Wun: in die Arme des Baters uns hin. de, und der Gnade Stimm' era schallt: überstanden, überstan: fühle wie so schwach du bist; 4. 2ch erkenne dich, o Seele, ben, fey erlöst von allen Ban: blicke still zu Gott und wähle, den! Sey befreyt von jeder was von ihm verordnet ist! Pein! Geh zu meinen Freus Dem Unglück entströmen geheis den ein! ligte Freuden, und Scheinglück den. Bedenk' es und jauchze, ist oft nur die Quelle der Lei= daß Gott dich regiert! Sey kelheiten auf des Le: folgsam, auch wenn er durch bens Pfade ruhn! Gott ist Dernen dich führt; Lavater. Mel, Eins ist Noth, ach! 35.309 aget nicht, wenn Dun: gut! Er wird euch leiten; ihm 5. Nicht das sinnliche Vers ists Freude wohlzuthun. Sind gnügen, wird von Edlen hochge feine Gedanken nicht eure Ge: ehrt. Schäße nur die niemals Banken, last dennoch, o Chri: trügen, sind des heissen Stres ften, den Glauben nicht wan: bens werth. Hinweg denn, ihe fen, daß Gott, der des Wur bangen, entehrenden Sorgen! mes im Staube gedenkt, auch Die Schäße des Ed'len sind in forgsam und freundlich durchs ihm verbergen. Da tilgt fle Dunkel euch lenkt. fein Unfall, fein tobender Schmerz; auch traurige Wuns den bereichern das Herz. 235 6.Dula 2. Alles Dunkel dieses Lebens glångt vor Gott wie Gonnen 26 Unhang. 6. Dulden wir gleich manche ganzes Leben mir verfliegt, der Plage; der Allweise wågt sie Geist stets dürstet nie genießt. ab. Er durchschauet unfre Ta- 3. Laß jeden meiner Augen ge, von der Wiege bis ins Grab. blicke hinfort mir innig theur Was jegt uns betrübet, foll feyn; die Zeit, die du ju mei einst uns entzucken, Ofelige nem Glucke mir gabst, dur Hoffnurg, wie kannst du erquis Günde nie entweihn; nie dur den! Nun ángften die fünfti: die Luft der Eitelfeit, die bo gen Tage uns nicht; der Ewige zuleßt das Herz bereut. spricht, und das Dunkel wird Licht. 4. Stets weiter auf dem Weg zum 3iele, stets náher zur Volle 7. Hebe dich empor bom tommenheit! voll ven dem Staube! Faffe Muth verzag: himmlischen Gefühle: ich ward ter Geist! Siegen, siegen wird nicht bloß für diese Zeit; well der Glaube, der den Herrn des du mir, Pilger hier und Gast, Leidens preist. O laß dich das ein beffres Land bereitet haft. Dunkel der Erde nicht küm: 5. Wenn dieser Erde Kleinig: meen! Schon fieht ja dein feiten zu sehr mich reißen; wenn Glaube die Herrlichkeit schim: die Luft der Welt und höh're mern, die jenseits der Sterne Pflichten streiten: o dann er dir Jesus enthüllt. Dort rufft wach in meiner Bruft der feste du einst jauchzend; mein Wunsch Muth: Herr ich bin dein, dar ist erfüllt. Erdentand ist mir zu klein! 6. Wenn mich des Tages Hige drücket, von Arbeits Hiße drücket, schweiß die Stirne trieft, das Auge matt nach Ruhe bli det; wenn Undank meine 36. O! daß von meinen gend prüft; wenn mir der Lohn Lebenstagen soch zu lange faumt, zu sparsam feiner gang verloren fey! verlor meine Ausfaat keimt: ne Stunden, ach! fie nagen zu Mel. Wer nur den lieben Goti 7. Dann laß die Hoffnun spåt das Herz mit Gram und mich erquicken: einst tömmi Reu, und den entfloh'nen Aus mein Abend still und fühl; di genblid bringt Fein Gebet kein Laft der Arbeit wird Entzuden Flehn zuruck. Geduld wird Bonn' und Danb 2. Was ist die Reih' durch gefühl; Aerndt' ohne Ende giebt lebter Jahre, wenn sie dahin ist die Saat, die Demuth ausge wie ein Traum? Gieb, daß ich streuet hat. 2ugenblicke spare, hilf, daß 8. Noch ist es Tag, jegt f nicht wie ein leerer Traum mein mich Werke der Tugend wirken Reche. Vernünftige Schägung des Lebens. 27 eh' die Nacht, wo niemand 2. Wie wohl ist mir, wenn wirkt, erscheint; jeßt stårke mich ich erquicken und Menschen deine Lieb' und deine Macht. fröhlich machen kann! dem, Wie viel ist noch für mich zu welchen schwere Lasten drücken, thun! und ich, ich sollte jegt mittragend sie erleichtern fann; schon ruhn? wenn ich, durch sanften Sinn 9. Auf, auf mein Geist! laß und Mienen, den armen Bru feine Stunde des Lebens unge dern, die mir dienen, das nügt vorbey! Auf! schwör es' Loos verfüffe, das sie traf; in heut' mit Herz und Munde, ihnen nie mich felbft verkenne, und fey dem ernsten Schwur Erholung ihren Kräften gdngetreu: dir, Herr der Zeit und ne und nach der Arbeit füssen Ewigkeit, sey jeder Augenblick Schlaf. geweiht! 3. Wie wohl ist mir, wenn 10. Einst feh' ich an der Lauf ich dem Kranken, der unter Angst bahn Ende dann gern auf meine und Schmerzen ringt, wenn sein Tage hin, und fage: Herr, Vertraun beginnt zu wanken, durch deine Hände empfing ich, ob sein Gebet zu Gott auch was ich hab' und bin. Hier ist dringt, wenn ich ihm treu ent: mein Tagewerk! nicht mein, gegen eile, fein Elend willig dein ist der Ruhm, die Ehre mit ihm theile, ihn tröst in seiz dein. ner Einfamkeit; ihm seiner Ars muth Jammer mindre, ihm seiner Bunden Schmerzen lindre, und mich sein stiller Dank erfreut! 1000) Niemeyer. Anhang. Wohlthätigkeit. 4. Wie wohl, wenn vaterlo. Mel. Begleite mich, o Chrift 37. Wie wohl ist mir, sen Kindern ich Vater werde; wenn mit Erbar, wenn ich sie der Noth entriffen, men, ich meiner Brüder Elend wenn ich mindern ihr Elend feh! Wie wohl ist mir, wenn stann; sie weif erzieh; wenn ich dem Armen mit Rath und ihrem Geist ich Güter schenke, Hülf' entgegen geh; wenn sei die mehr als Gold find; ihrer ner Freude stille Zähre Gott, denke, der durch mich ihm half, zur Welt vergißt; wenn ohne Lohn, wenn ihrer auch die Ehre, von seiner bleichen Wan- felbst ohne Bitte, der Frühverge fließt, wenn dann mein Herz wayste in der Hütte so werth die füssen Freuden, beym An- mir als der Reiche ist. blick weggefchwundner Leiden, 5. Du schufft zum Menschen des Wohlthuns Freuden ganz mich! erhalte, mein Schöpfer, genießt. stets den Sinn in mir, daß meine 28 Anhang. meine Liebe nie erkalte, durch und erfreun, und Gutes un Lieb und Güte gleich ich dir. terstüßen. Bas Ordnung Nichts laß mir die Empfindung Recht und Eintracht nahm nehmen für Menschen Woht, und was des Landes Wohlstam und nie mich schamen des Mit mehrt, soll stets mir theum gefühls bey fremder Noth. bleiben. Ecquickung gieb, wenn ich den 5. Um überall aus Dankbe Arinen durch Hülferfreue, voll gier des Landes Ruhm zu grir Erbarmen auch mir in meiner ben, soll auch der Fremb Noth, o Gott! Niemeyer Vaterlandsliebe. stets in mir den Freund de Menschen finden; ich will ge recht und liebreich seyn, ihm in Gefahren Schutz verleihn und Freuden ihm gewäbren. Mel. Lob, Ehr nud Preis 38. Ben deinem Namen, 6. Bie könnt ich), ift meir Baterland, erwa Baterland mir werth, mich is dhjen frohe Triebe; mit dir bin vergehen, ein fremdes Bell näher ich verwandt; dir schlägt mit Unverstand zu hassen un mein Herz voll Liebe. hier zu schmähen! Berdienst un gieng des lebens Tag mir auf Tugend, nah und fern, so o Land, in dir begann mein immer meine Seele gern a Sauf zum hohen ziel des Lebens. jedem Menschen schåßen. 2. In beitrer Unschuld lernt 7. O wohl dem Lande, m ich hier die ersten Worte stam- der Geist des Chriftenthumi meln, und mir Erkenntniß, regieret, wo jeder dich, o Gott, von dir und deinen Wer: ter preift, und sich mit We Fen sammeln. Mit Eltern fab heit zieret; wo nie die Bir ich mich vereint; und sie und gertreu entflieht, und fein mancher Jugendfreund versüß- sich der Vflicht entzieht, Ge ten meine Tage. meinwohl zu befordern. 3. Und viele strebten um mich her, mich Schwachen zu Reche. perpflegen! Wie viele führten Häusliche Gefellschaft. immer mehr der Wahrheit mich entgegen. Hier war mein Bär. Met. Wer nur den lieben Ge gerrecht, bereit, hier fand ich dich ehren, Ruh' und Sicherheit im Schue 39. Im ſtillen wollen der du frommen Wandel lich 4. Go will ich denn auch und, was wir fromm vond dankbar seyn, und Andern wies begehren, so gern, fo lieben ber nügen, will rathen, helfen uns giebst. Schon oft findni C16 31 29. Anhang. erquicft, erhört, von deinem, band uns willig reicht, und Hülf und Beystand gern erzeigt. 7. Den Frommen, die dich findlich ehren, o Vater, strdmt dein Segen zu. Sie wandeln treu nach deinen Lehren, ver: trauen dir und finden Ruh und finden Freuden, deren Werth und Dauer keine Zeit zerstört. Thron zurückgekehrt. 2. Uns alle, die wir flehn, verbindet des Blutes und der Freundschaft Band, und unser Herz, o Gott, empfindet die milde Leitung deiner Hand, wir preisen dich), o Menschen freund, der uns durch dieses Band vereint. 3. Wohl dem der in der Ehe Bunde in treuer Lieb und Eintracht lebt; Ihm wird so manche Lebensstunde mit Lust und Seligkeit durchwebt. Er blickt mit Rub, mit heiterm Sinn auf Pfad und Ziel der Wohlfahrt hin. 8. Zwar oft wird auch der Kelch der Leiden den Deinen, Herr, von dir gesandt.. Oft muß der Tod die Freunde scheiden, die Blut und Treue feft verband. Oft stort des Grams, des Unglücks Wuth, oft Krankheit ihren beitern Muth. 4. Wohl ihm, wenn from mer Kinder Segen den Ehe- 9. Doch trinken sie den Kelch bund noch schöner macht; gelassen; du fandtest ihn, du wenn sie im Herzen Zugend zurnest nicht, du, Vater begen, und Unschuld in den fannst nicht Kinder haffen. Blicken lacht, wenn sie der Der Troftgedanke ist ihr Licht, Eltern Beyspiel rührt und daß, wenn ihr Glaube stands auf den Weg zum Himmel haft ringt, das Leiden sie zur führt. Wonne bringt. 5. Wohl ihm, wenn seinen 10. Mag uns der Arm des Hausgenoffen die Furcht des Todes trennen; wir werdenHerrn vor Augen schwebt, einst uns wieder sehr, vor deis wenn jeder treu und unver: nem Thron die Unsern kennen, broffen nach seiner Pflicht Er- mit ihnen danfend vor die füllung strebt; wenn Eintracht stehn. Wo uns fein Tod mehr und Zufriedenheit das Haus trennen fann, da beten wir zum Sig des Segens weiht. dich schauend an. 6. Wohl uns, wenn auch ben unsern Freuden sich freut Gute, die unerschöpflich ewig II. Wir preisen ewig deine der Nachbar und der Freund; liebt, und jedem redlichen Ges wenn er beym Anblick unfrer müthe schon hier des Himmels Leiden des Mitleids sanfte Vorschmack giebt, Thränen weint; die Bruder: Freundschaft und zur Ewigs giebt, durch) feit 30 Anhang. keit, zur Wonne der Verklåfinden! Auch da sey stets derlu rung weiht. gend Ruhm ihr unverlettes Ei= genthum. Eschenburg. 5. O kehrten sie mir einsta Für abwesende Freunde. rück! Des Wiedersehens gre ßes Glack macht frob som Doch fäh' th Mel D, Ewigkeit, bu ic. 40. Wo ist die Welt, die meine Seele. dich umschließt, das auch ihr Angesicht nun ferner Land, wo nicht dein Segen hier auf Erden nicht: was isté, fließt? Gott, überall zugegen! daß ich mich quàle? Jch weiß, 200 meine Lieben sind auch dalo Gott, ein Tag erscheint, det bist du voll Huld, bist ihnen wieder mich und sie vereint. nah auf allen ihren Wegen. 6. O wie gedenk' ich dein so Dies ists, was meine Thrà gern, du Tag des Lebens, Tag nen stillt, wenn banges Seb- des Herrn! Wann wird dein nen mich erfüllt. Licht erscheinen? Tag, der 2. Die Pflicht entfernte fie bie mir wieder giebt, die auch von mir, und seufzend schaut entfernt mein Herz so liebt, bie ich auf zu dir, mein Auge Seligen, die Meinen! Wie fchwamm in Thränen. Oft wird sich unfre Seele freun! fucht' ich sie noch um mich her; Gott, weld) ein Anblick wird und ach! hier fand ich sie nicht das seyn! mehr; umsonst war all' mein Sehnen. Doch du gabst meiner Rechtes Seele Rub; ich will ihr Gott fenn, fagtest du. Münter Verhalten gege die Thiere. 3. Ja, sen und bleib ihr Mel. Allein Gott in der hö Freund und Gott, ihr Schuß 41. Der weise Sch Retter in der Noth, auf Ruf einf den sie sicher trauen! Mit ih: mächtig scholl: es werde! Un ren Schwächen hab Geduld! aller Welt Bewohner schuf, be Laß sie die Spuren deiner Huld stimmte diese Erde für fen an allen Orten schauen! Obu, Menschen nicht allein; and der alles Gute schafft, belebe Thiere schuf er groß und fle sie mit deiner Kraft! des Lebens sich zu freuen. 4. Erleichtre ihresLebensmüh' 2. Sein Wille war, daß ih Dein reichster Segen komm' re Zahl sich allenthalben mehr auf sie, bewahre sie vor Sun- Nun fällen Thiere Berg ben! Beschüße sie mit starker Thal und Wälder, Flüff Hand, und laß sie auch im fer- Meere; beleben hier die hob nen Land noch fromme Freunde Luft, und dort der Erde tie Stiu Anhang. ar Kluft, und finden was sie näh- 8. Wen eines Thieres Quaal erfreut, der wird, daß kann ret. 3. Nie kann des flügsten nicht fehlen; falt und gefühlMenschen Sinn, der Arten los mit der Zeit gewiß auch Anzahl wissen; doch sänk' auch Menschen qualen. Wer frech nur die Kleinste bin, so wärsein Mitgeschöpf betrübt, und das Band zerriffen, das in der Hårt' und Grausamkeit serübt, weiten Gottes Welt die We- der kann auch Gott nicht lie sen aneinander halt zu einem ben. großen Ganzen. Fulda. 4. Dem, der für alles Sorge trågt, dem Schöpser aller Dinge, ist nichts was auf der Welt sich regt, zu klein und zu geringe. Er, dessen Huld kein Engel mist, er der des Men: schen Vater ist, ist auch des Wurms Erhalter. 42. Helend dir, unsern Armen dich fleben wir, um Erbarmen. Gnaden Mittel. Vor der Taufe. Mel. Jesus meine Zuversicht shen wir uns bringen dir auf dieses Kind; großer Vater, Dein ist es und lebt durch dich; segn' es schüt' 5. Und er, der alle Wesen liebt, er sollte mir erlauben, dem Thiere das, was er ihm es válerlich)! giebt, gedankenlos zu rauben? 2. Schwach und hilflos liegt Was gabe mir wohl den Beruf; es da, ohne Kraft, zu dir zu ein Leben, das die Allmacht flehen. Aber du bist, Gott, fduf, leichtsinnig zu zerstören? ihm nah, wirst imm sters zur Seite stehen; fübist es aus der Nacht zum Licht einst durch ceis 6. Nein, kein Geschöpf, das mit mir lebt, darf ich aus Fre: vel qualen, mag auch, was nen Unterricht. mich zur Menschheit hebt, mag 3. Siely' wir weihen dir dies die Vernunft ihm fehlen. Sie Pfand deiner våterlichen Güte, macht mich zu der Gottheit buten: deine Baterhand leit' Bild; doch lehrt sie mich auch es, warne uno behüte, wann göttlich mild Glück um mid) es sich nicht leiten kann, selbst her verbreiten. auf feines Lebens Bahn! 7. Vernunft du sollst mich 4. Zu der Christen hohem immer mehr die wahre Weis: Gluck ward von dir es außer= heit lehren, in der Geschöpfe kohren. Ach es weiche nicht großem Heer den Schöpfer zu zurück, sen zu ew'gem Heil gez verebren. Wer stolz ein Mit- boren, hab' in Jefu Chrifti Reich' geschöpf verschmäht, das unter Bürgerrecht, und werd' ihm Gottes Aufsicht steht, entehrt gleich! auch seinen Schöpfer. 5. Lie 32 Anfang. 5. Liebend, wie ein gutes uns rauben. Daß ein Gott Kind mås' es dich als Vater stets nah ihm ist, muß auch ehren; deinem Sohne gleich ge: dieses Kind einst glauben. Gieb, finnt, nur auf deine Stimme daß es, der Unschuld tres, hören! Gottes Geist, erfülle Gott, sich immer deiner freu! du sein Gemüth mit Licht und Ruh! Erneuerung des Taufoun Des. 6. Laß es unter Schmerz und Luft treu an seinen Pflichten hangen; ach, es någre seine Mel. Wer nur den lieben Gott Bruft nie ein unerlaubt Vers 44. Herr, bir gelob' ich heil'ge und langen! Wann sein Aug im ernsten gleiß im Christenthum. Lobe bricht, Gott auch dann Dir, Jesu weil ich mich aus verlaß es nicht! neuc, zu deinem ew'gen Eigens thum. Von deinem guten Geist allein, will ich hinfort geleitet feyn. Niemeyer. Nach der Taufe. Mel. Meinen Jesum laß ich en den Bund der Chri: 43.3 nun aufgenommen. Laß durch ihn es in der Zeit zu der Ruh des Glaubens fommen; in ihm seine Würde sehn, und getreu durchs Leben gehn. hinfort die Sünde, so will ich ihre Lockung fliehn, will die mich und der Tugend weihn, und dieser Tag soll Zenge seyn. 3. Nie will ich treulos an di 2. Noch erkennt den Tag es werden, nie deine guten Wege nicht, der sein Antlitz mild be fliehn. Kein Scheingut, feine scheinet, weiß noch nicht, was Lust der Erden, fein Unglid ihm gebricht, wenn es hilfsbedürftig weinet; sieht nicht, wer es sorgfam trägt, nicht, wer mütterlich es pflegt. soll mich dir entziehn. Weich, eitle Welt! Weich, Shinde, fleuch! Gott hört es! Jetzt cut fag' ich euch! 3. So umstrahlt uns höhers 4. Einst werd' ich, Herr, v Licht, ohne daß wir jetzt noch deinem Throne mich dieses Bu schen; wissen, was uns gut ist, destages freun; geschmückt mit nicht, wenn wir bang um Hül: jener Siegeskrone werd' id fe flehen; sehn die Hand nicht, dann ewig selig seyn. Oweld die uns schüßt, und uns spens ein Heil! Wie freu' ich mich! Herr nimm dies Herz! Dein, 4. Doch wir wissen, daß du dein bin ich. bist. Nichts soll diesen Trost det, was uns nüßt: 2. Nimm, Heiliger, von deinem Kinde der Treue fromm 1820 Sturm Cop Unhang. Confirmations- Lied wie es die Gemeine fingt. Wie es die Confirmanden zu singen haben, b. Met. Komm heitiger Geift, c. 45. Erhör o Gott, das heiße a. 45. Erhör, o Gott, das hei- wir hier vor dir stehn! Erbar= Kinder, auf uns Gieb ihnen Vater, Sohn und Geist, den Segen den dein Wort verheißt. Erfülle sie mit deinen Gaben! Laß sie mit dir Gemeinschaft haben! Erbarme dich! Erbarme dich! die hier vor dir stehn! Erbar- denn dein sind wir, find Chriz mend blick auf sie hernieder! sti Glieder. Gieb uns, Gott, Denn dein sind sie; sind Christi Bater, Sohn und Geist, den Glieder. Segen den dein Wort verheißt. Erfalle uns mit deinen Gaben! Laß uns mit dir Gemeinschaft haben. Erbarme dich! Erbar= me dich! 2. Wir wollen, deiner uns zu freun, uns jetzt, Gott, deis nem Dienste weihn, den Taufbund feverlich erneuern, und dir mit Herz und Mund betheuern, in unserm Glauben fest zu stehn, in unserm Thutt auf dich zu sehn, im Wandel rein, und rein im Herzen, dein Heil nie sorglos zu verscherzen. Gieb Kraft dazu! Gieb Kraft dazu! 3. Schenk, Herr, uns Muth 3. Schenk ihnen Muth und und Freudigkeit! Laß unfrer Freudigkeit! Laß ihrer Zusag' Zusag' Heiligkeit, so stark, so Heiligkeit so stark, so tief ihr tief das Herz durchbringen, daß Herz durchdringen, daß sie ihr wir das Wollen treu vollbrin Wollen treu vollbringen. Auch gen. Ach! laß jetzt aller Herz uns laß jetzt mit Herz und Mund, und Mund, gleich uns, ers mit dir erneuern unsern Bund, neuern ihren Bund. Sie alle und einft,( bor' unfer brünstig laß, hdr unser Flehen! Mit Flehen!) Mit thnen ein zum uns einst in den Himmel gehen. Himmel geben. Erhör uns, Erhör uns Gott! Erhör uns, Gott! Gott! Erhör uns, Gott! € 2. Sie wollen, deiner sich zu freun, sich jetzt, Gott, deinem Dienste weihn, den Taufbund feyerlich erneuern, und dir mit Herz und Mund betheuern, in ihrem Glauben fest zu stehn, in ihrem Thun auf dich zu sehn, im Wandel tein und rein im Herzen, dein Heil nie sorglos zu verscherzen. Gieb Kraft da: zu! Gieb Kraft dazu! Küster. 33 Kifter. Vor Unbang. 34 Vor, bev und nach der Abendmahlsteper. dann glaube froh, daß Gott uns liebt, gern Reuigen die Schuld vergiebt. Mel. Vater unfer im Himmelr. 6. So, frey von Heucheley 46. Chrit, eile nie mit ynd Wahn, muß jeder sich sicherm Sinn zum dem Mahle nahn, das du Liebesmable Fesu hin; denk in deiner letzten Nacht, v nicht, des großen Dulders Blut Herr, zum Denkmahl ausgen macht jedes Sünders Laster macht; da dampfe der Ge gut. Web dem, der dieses dank' ans Kreut der Thorheit Mahl entweiht durch Selbste Luft, der Sünde Reits. betrug und Sicherheit! 7. Da rühr uns tief dein 2. Wer sich zu ihm unwür: aditlich Bild, und mach' und dig noht, der hauft die liebreich, sanft und mild; da Schuld der Missethat. Sey schenk dein Geist uns With nicht dein Feind, empfah es und Kraft zum Kampfe mit nicht dir, ach, zum strenge- der Leidenschaft, daß heilig ren Gericht! Nein; erst em wir durchs Leben gehn, dem pfinde tief dein Herz, der Tode froh entgegen sehn. Sünde Schmach, der Reue Schmerz. Mel. Wie schlägt voll Danf 3. Erst sey dein Vorsatz fest die be rein, nicht mehr der Sün: 47. Versammelt hatte Je de Sclav zu seyn; erst gieb zu erlich; es nahte seine Stunde, rück, was deine Hand durch die Abschiedsstunde sich. Die Luft, durch Trug, durch Raub sich der Hoffnung freuten, entwandt; erst, Zürnender, ihm zum Thron zu gehn, versöhne dich mit deinem Bru- follten nun ihn dulden, ach! der brüderlich). bluten, fterben fehn. 4. Besiegst du so in deiner 2. Sie sollten nun Bekenner Brust des Lasters Macht die der heilgen Wahrheit feyn; fi bose Luft; bist du entschloffen sie, und für die Brüder, und bereit, zu kämpfen man er, den Tod nicht scheun. Ach! chen harten Streit: dann nahst wie er jetzt so rührend bey du dich der Tugendbahn: dann frommen Abschiedsmahl de gebe zum Altar hinan. Freunden, den Erwählten 5. Beschämt und mit gebeug noch Lieb und Treu empfabl tem Sinn schau auf den grof 3. Er sah am Kreut sich fi sen Dulder hin, der liebreich ben, und weihte Brodt und für die Sander starb, und ih- Wein, den Blick zu Gott w nen Gottes Huld erwarb; hoben, für sie laut dante Anhang. 39 ein. Nehmt, sprach er, diese zen, die Ruh und Segen uns Gaben; das ist mein Leib, gebracht, sey heilig unsern mein Blut; o denkeb mein, ihr Herzen! An deiner letzten Lieben, so oft ihr solches thut! Stunden Quaal laß uns bey 4. Wie konnten sie vergessen, deinem Abendmahl mit Dank was jeszt ihr Lehrer that, der und Rührung denken. scheidende Geliebte jetzt, ach! 2. Um zu vollenden, wolltest fo zá tlich bat: Nehmt hin, du jetzt von den Deinen schei= für euch gegeben wird dieser den, sahst ihre Hoffnung, ihre Leib, dies Blur; o denket Ruh vertilgt durch Furcht und mein, ihr Lieben, so oft ihr Leiden; da weihtest du der Liez folches that! be Mahl; und einer bessern 5. Nun ward dies Mahl Hoffnung Strahl gieng auf in zur Feyer, stets schwebte lieb ihcer Seele. reich), mild und hehr vor ihren 3. Du giengst zum Tode, Blicken des treusten Freundes Herr, mit Mach und liebevol Bild; gab ihnen reinre Liebe, lem Herzen; und jeder Fußzur Tugend höhern Muth. Sre tritt war voll Blut; du giengst opferten der Wahrheit mit durch tausend Schmerzen; doch Freuden Gut und Blut. im Triumph vom Blutaltar zu 6. Auch uns zum Heil gestif- Gott, um dort der Deinen tet ward sein Gedächtnißmahl; Schaar die Stätte zu bereiten. für uns auch starb aus Liebe! er unter Schmach und Quaal, ser Blick an deines Altars 4. Wie froh erhebt sich unWer könnte sem vergessen, Sturen zu jenem höhern ew'gen vergeffen, was er bat, eh er Glück, zu dem uns Gott berus den Weg des Todes zu unserm fen durch dich, der du für alle Heil berrat? starbf, und Hoffnung uns, 7. O laßt oft am Altare uns auch uns erwarbst, des ew'gen seiner dankbar freun, und frobe Lebens Hoffnung. den Bund der Liebe, der Tu gend Bund erneun! Sem Mahl stärk unfern Glauben, stark ihn in Schmerz und Noth, mach heilig unser Leben, mach freudig unsern Zod! 5. Gieb, doß aus Dankbar: fet wir nun die Sünde ernsts lich meiden, mit Freuden Gots tes Willen thun, und staudhaft seyn im Leiden; daß wir, Herr, deine große Huld durch Liebe, frommes Leben ehren. Sanftmuth und Geduld, und Mel, Wenn mein Stündlein 48. Herr, deines Lebens Nacht voll Angst 6. Hilf, daß, so oft wir letzte Nacht, die feerlic) der Liebe Bund erneus und Schmer- len, in immer höhrer Tugend fich 36 Anhang. sich die Herzen deiner freuen; bekennen? Får dich und für daß nie wir diesen Bund entdes Dankes Pflicht nicht gan weihn; nein, unverbrächlich von Liebe brennen; nicht Hant treu dir seyn, im Leben und in Hand in festem Band mit im Tode. jallen deinen Gliedern die Lieba dir erwiedern? Mel. Was Gott thut, das 6. Nein, Jefu Tod vergel 49. Mit frobem Dank er ich nicht, nicht se ne Huld und schein' hier, dein Leiden zu befingen, von keit und pflicht: das schwor deinem Mahle bis zu dir mich), ich jetzt aufs Nene. Du bör Jesu, aufzuschwingen. Mein den Schwur. Mein den Schwur.- Gott hört ihm Glaube ist da, wo du bist, on- nur!- Die Liebe foll mich betend ben dem Throne, vor dringen, ihn redlich zu voll dir, des Höchsten Sohne. bringen. 2. Zwar immer groß ist 7. Bey deinem Mahl fal mein Gewinn an jedem stillen mich, o Herr! Du bist der Orte, wo ich im Geifte bey dir Gott der Stårke, daß ich von bin. Es fließt aus deinem nun an williger auf ei Worte mir Trost und Nuh in Stimme merke, und von ihm Stromen zu; dein Leben und gern die Weisheit lern, aur dein Leiden sind stets ein Quell deiner Bahn zu wandeln, nach der Freuden. deinem Wort zu handeln. 3. Auch weißt du, Herr, 8. Daß ich die Lust ben je wie herzlich dich die ganze Seele dem Streit noch glücklicher bea liebet, und wie dein Kinecht so zwinge; die Früchte der Ge willig sich in guten Werken rechtigkeit in größrer Schönheit übet. Längst ist der Bund mit bringe. O bilde mich, ich bitta Herz und Mund geknüpfe, ich dich, noch mehr nach Jesu Bilbin der Deine, und bu, o be, demüthig, fanft und milde Freund, der Meine. 9. Einst kommt die Zeit4. Doch feyerlich sey beur so wahr ich hier vor deinem eimein Dank, und festlich diese che ftebe; daß ich in Mon Stunden! Und lauter röne mein ne, Herr, ben dir ihn selbst Gefang vom Tod, den du em den Heiland, fehe. Wie mall Pfunden! Du lebtest mich und mein Blut; wie wächst ba starbst für mich), für mich und Muth zum Hoffen und Ber meine Brüder; du fiarbst und trauen! Auf Glauben folg lebst nun wieder.. das Schauen. 5. Und dich, o Freund, dich sollt ich nicht vor aller Welt! 3. U. Hermes. En el Anhang. 37 Mel. Wer nur den lieben Gott wie mich, erfreut, umfaßt mein 50. Nun habe Dank für Herz als feine Brüder, Miterdeine Liebe, du ben Wir großer Mittler, Jesus Chrift! baben einen Serrn und Gott, Ach daß ich dir ganz treu ver- empfangen einen Kelch, ein bliebe, ter du für mich gestor Brodt. ben bist! Laß, Hert, die 7. Wie jetzt in unsers HeyGröße deiner Vein mir ewignds Namen, sein Volk vor unvergeßlich feyu! hm versammelt war, so bringt 2. Wie kann ich dich genug er uns noch einst zusammen mit erheben? Ich, der ich Fluch seiner Auserwählten Schaar; und Zub verdient, ich soll dann preisen, als sein Eigens nicht sterben, ich soll leben, thum, wir ewig seines Nader du mit Gott mich selbst megs Ruhm. verfühnt! Des Höchsten Sohn, 8. Hier will ich mich mit du sarbst für mich! Mein euch vereinen, die ihr ihn ganzes Leben pre se dich! 3. Heil mir! Mir ward daß Brodt gebrochen, ich trank des neuen Bundes Wein. Boll Freude hab ich dir verspro: chen, dir treuer heyland, rreu ewiglich erhöht, und wann wir einst vor ihm erscheinen, im Glanze seiner Majestät, dann geh ich, im Triumph mit ench), erlöste Seelen, in sein Reich. 9. So soll denn weder Spott zu seyn. Ja noch einmal, ge- noch Leiden, noch Ehre, Gut lob ich's dir; verleihe deine und Tust der Welt mich, Herr, Gnade mir! von deiner Liebe scheiden, die 4. Laß dankbar immer mich felbft im Tode mich erhält. ermessen, waß du für mich ge: Du bist und bleibest ewig mein; litten haft, und deine Liebe o laß mich dein auch ewig seun! nie vergeffen, die so viel Se= Lavater und Zollikofer.. gen in sich faßt! Laß meinenf Glauben thätig seyn, und mir zum Guten Kraft verleihn! Streite überSonntagsfeyer. Mel. Wie groß ist des Allm. u, Tag des Herrn, winden, und ſtärke mich zu je: 51.Dufolft meiner reele der Pflicht; bewahre mich vor ein stiller, froher Festtag feyn; neuen Sünden; verlaß mich in ein Lag, den ich mit Ernst er: Versachung nicht; und dein wähle, um ihn dem Lebensfür mic) vergoßnes Blut schenk wort zu weihn. Zum Himmel mir im Todeskampfe Muth! foll mein Geist sich schwingen, 6. Und euch, ihr seines Leis zum Himmel, den ich feyre bes Glieder, die Jesu Heil, heut, entfernt vow allen eiteln € 3 Dins 38 Anhang. Dingen, den Fefttag der Un: erwägen Sinn und Wort und sterblichkeit. Leben, den Jesus Christ ges wandelt hat. 2. Sey stark und triumphir, mein Glaube, ich weiß es, daß 6. Als milder, brüderlicher du Wahrheit bist! Emporge- Tröster will ich zu dir, Ver schwungen aus dem Staube laßner gehn; mit Freundliche des Tobes hat sich Jesus Christ. teit, du Hülfentblößter, joll Ja, licht und Wahrhett, gern mein Herz dir offen stehn. Worte Gottes, find deine Worch will zu dir, du Kranter, te! Ja du bist, du bleibst eilen, du sollst in meiner Liebe trok tedes frechen Spottes, ruhn; will deine Schmerzen der Sohn des Hochsten, Jesus mit dir theilen! Denn Sabe Chrift! batsfey'r ist: Gutes tbun. Lavater. 3. Mit deinen beiligen Ges meinen, die heut vor deinem Antlitz stehn, soll meine Seele Mel. Freu dich sehr o meine wo from fich vereinen, Herr, deine Vie- 52. Hehr und heilig ist die be zu erhöhn; dein Lob, mit men zu dir flehn; wenn ich sfeys Ehrfurcht bier zu stammeln, ernd sie betrete, laß mich, Herr, bs enft, wann in der Engels dein Antlitz sehn! Wohl, chor sich deine Heiligen versam- wohin mein Auge sab, war meln, mein Pfalm mit ihnen dein Geist mir immer nah; dringt empor! doch es trübt das Weltgetum: 4. Nech hier, am Gottae: mel oft vor meinem Blick den weihten Orte erschallt der Gna: Himmel. Leben ein. den Stimme mir. Ich höre, 2. Von dem Ferdischen ge Jesus, deine Worte und stille schieden, von dem Ewigen er feufzt mein Herz zu dir. Zu füllt, find ich bier den bohen bir, daß ich, als dein Erlös' Frieden, der des Geistes Tehne ter, für den du starbst, mich sucht fillt. An dem Strom fann erfreun, zu dir, mein der Erdenlust schmachtet bed Licht, mein Schild, mein Trd zuletzt die Brust; in des Lebens ster, dard den ich geh zum wilden Drången kann das Herz fich nur verengen. 5.Und fammeln follir beil'ger! 3. Hor' ich hier der Andacht in Stille zu neuer Kraft die Seele Lieder, dunft es mich ein En sich, und fragen: was verfolgt gelchor; sin ich bang und dein Wille? Was quált, und zweifelnd nieder, hebt he was ergoßet d db? Sie soll Glanbe mich empor. Milder ergründen ihr Bestreben; im wird der Kranking Schmerz, Blick auf jenen heil'gen Pfad, Bruderlieb' erfüllt das Hery feh Unbang. 39 seh zu den geweihten Hallen Seele, Haus des Herrn, so lang ich die Mitanbeter wallen. ich bin. Nimmt des Grabes 4. Heil'ges Wort der ew'gen dunkle Höhle einst den Staub Wahrheit, die dem Frrthum des Pilgers hin, schwebt der uns entreißt! Du erhellst die Geist mit Preis und Ruhm in Nacht zur Klarheit, du durch- das hob're Heiligthum, daß er strahlft mit Licht den Geist. ewig sich vereine, mit der Nichts verhehlet sich vor dir, himmlischen Gemeine. Fehl und Schuld enthüllft du mir. 2o dies Machtwort je erklungen, hat es Mark und Bein durchdrungen. Niemeyer. Mel. O heil'ger Geist kehr mein Lobgesang, Ans 5. Weinend oft, mit bangem 53. Fleug auf mein Pſalm, 3agen trat ich in das Heilig- betung Gott, und Ruhm und thum; da verstummten meine Dank vor seinen Thron zu Klagen, und mein Leiden ward bringen! Gott hört auch Menmein Ruhm. Willig, wie aus schenlieder gern, wenn gleich Vaterhand, nahm, zum Mitt: die Engel ihrem Herrn erhabler hingewandt, ich, in Des ner Psalmen singen. Darum muth hingefunken, auch den bat er mit den Heeren, die ihn Kelch, den er getrunken. ehren, zu den Stufen deines 6. Knie' ich an des Altars Throns auch dich gerufen. Stufen, ein gebeugter Sün- 2. Wie groß ist Gottes Herre der, hin; hir ich beil'ge Stim lichkeit! Er sprach zu seinen men rufen:" Sey getrost! Himmeln: send; zu ſeinem dir ist verziehn. ,, Hochbegna Erdkreis: werde! Gleich stan digt steh ich auf; fröhlich den da voll Reiß und Pracht fördr' ich meinen Lauf, und vor ihm, zum Preise feiner das Herz wird voll Vertrauen, Macht, die Himmel und die was ich glaube, dort zu Erde. Wie er's ausrief, da schauen. begonnen tausend Sonnen, 7. Sieht mein Auge, naß und erhellten ein unzählbar von Thrånen, der Geliebten Heer von Welten. Stelle leer: hier stillt sich das 3. Wie sie so herrlich sind, bange Sehnen; leben sie doch so schön, einträchtig alle Gott hoch und hehr! Aus der Welt erhöhn und seine Größe preis voll Kampf und Streit zu des sen! Wie jede Jubel ist unb Himmels Herrlichkeit, zur Dank, ein hoher lauter Lobge= Gemeine sel'ger Frommen sind sang dem Gütigen und Weidie Glücklichen gekommen. sen! O, wie könnt ich fühl8. Theuer bleibst du meiner los schweigen, solcher Zeugen € 4 Lob Außangt Lob vernehmen, und doch sei- dem Halle deiner Lieder Gote nes Ruhms mich schamen? tes Erd' und Himmel wieder! 4. Er hat der Sonne hoch 8. Das Kind, der Jangling Gezelt, die Himmel, über sei- und der Mann, die ganze ne Welt auch für mich ausge Schöpfung ber' ihn an, und breiter. Wer nutzt der Erde seiner Wunder Menge! Stromt mehr, als ich? Hat sie mein bin, aus meiner vollen Brust, Vater nicht für mich gegründet strömt hin, Empfindungen voll und bereitet? Lächeln mir ust, in hohe Dankgefänge! nicht alle Wälder, alle Felder Schöpfer, Vater, dich erbebe, frob entgegen, reich får mich weil ich lebe, meine Seele, von seinem Segen? meine hochbeglückte Seele! Cramer. 5. Wem blüht das Thal, für wen erhebt fich das Ge birg? Wem tönt und schwebt Mel. Allgåtiger, bir will ich der Sånger in den Läften? 54. Wenn ich vor dich, Für wen bevölfert sich daß rrete, und andachtsvoll in stile Meer? Wem lebt der Thiere ter Einsamkeit aus vollem Hers zahllos Heer auf segenreichen zen zu dir bete, was fühl ich Triften? Quellen rieseln; da für hohe Celigkeit! Sch Winde weben; la und bin entzuckt, und alles, alles Seen werden Meere mir zum flicht, was meinen Geist zur Segen, ihm zur Ehre. Erde nieberzieht./ 6. Noch strahlt mir unge2. Dann spott' ich jener fal schwächt fein Licht; noch wei: schen Freuden, und achte nicht gert die Natur sich nicht, die ber eitlen litterpracht, um Belt für mich) zu schmücken: die sich Menschen oft beneiben, noch hat fie Freuden q'nug für und die fie nur zu Sinnensclas mich, noch immer schön und ven macht; ich fühl es lebs jugenblich mein Auge zu ent- haft: dir gefällig feyn, nur acken. Eher werden diese Mer- das kann stets und wahrhaft te seiner Stärke nicht veralten, uns erfreun. bis er fommt, Gericht zu halten. 3. Dann weichen selbst die7. So hat mein an schwersten Sorgen, dann flieht mich gedacht, hat sie der Schmerz, der sonst mich durch seine Macht zum Herr- niederdrückt; ich weiß es, bir scher mich erhoben; er gab mir ft nichts verborgen, auch nicht meinen Leib und auch die Seele, der Seufzer, den mein Herz feines Odems Hauch, gleich erstickt. Du bist ein Vater, Engeln ihn zu loben. Rühm der mich ewig liebt, auch wenn ihn, Seele, und es schalle von er mich durch kurze Leiden übt, 4.30, Gott über Anhang. 41 4. Ja, das Gebet giebt Kraft Lebens- Fülle strebend, mit im Leiden, belebt und starkt Freunden frühlich war? Ach! zur Tugend meinen Geist, manche sind geschieden! Senkt und hilft mir alles, alles mei- einen Blick hinab, sie sind den, was mir den Sinn für nicht mehr hienieden, sie deckt Edelmuth entreißt; nur muß das stille Grab. mein Flehn auch ernstlich, 4. Wer weis, wie mancher fromm und rein, und eines modert ums Jahr, versenkt wahren Christen wärdig seyn. in's Grab! Unar- emeldet fors 5. Drum bitt' ich nicht in dert der Lod die Menschen ab. meinen Leiden: o Vater, Va- Bey lauem Frühlingswetter ter, nimm sie weg von mir! und grüner Baume Pracht Auch bitt ich nicht in meinen wehn oft verwelfte Blätter vom Freuden; Erhalt, o Schöpfer, odeswurm benagt. diese Freuden mir Nur um ein frommes, 5. Und dennoch, frohes Muz bir ergebnes thes, auch wenn uns Tren= Herz bet ich zu dir in Freuden nung droht! Wer fromm ist, und im Schmerz. findet Gutes im Leben und im Elife von der Rect. Tod! Wir sammeln einst uns Neujahrslied. Boj wieder; wir find in Gottes Hand, und singen heil'ge Lie: Mel. O Haupt voll Blut unb der in ew'gen Vaterland. as Jahr ist hinges 55. Das schwunden, wie Schaum im wilden Bachh. Dentt feinen heitern Stunden, denft seinen trüben nach! Es Schluß des Jahrs. Mel. Wie groß ist des Allm. floh zu jenen Jahren der Freud 56. 2, wieder ist ein Jahr verschwunden, und Leiden viel, die schon er ein Jahr, und kommt nicht" schienen waren, rückt nåher mehr zurück! Mit ihm, wie uns ans Ziel. viele tausend Stunden sind 2. In ftetem Wechsel Freiset meg, weg wie ein Augenblick; des Menschen kurze Zeit; er weg meine Tugenden und Süns blüht, er àltert, greiset, und ben. Doch nein! Der Richa geht zur Ewigkeit. Es fchwin- ter aller Welt läßt jegliche mich den selbst die Schriften, wie wiederfinden, wann er vor früher Ehr und Macht, an fein Gericht mich stellt. feinen morfchen Grüften, hin ab in' Todesnacht. 2. Gedanken, Worte, Thatenbeere! Wie? Dürft ihr 3. Sft heut' noch jeder lebend, Gottes Licht nicht scheun? der heut' vor einem Jahr in Wenn ich) dies Jahr gestorben € 5 42 Unhang. ware, wo wurde meine Seele Lebens Werth! Wie oft geno seyn? Stünd' ich verklart bey ich ohne Sorgen, die Nah Gottes Kindern, von meines rung, die mir Gott beschert Gottes Preis entflammt? Wie viele schreckliche Gefahrer Wie? Oder bätte mit den hat er von mir hinweggewandt Sandern ber Allgerechte mich Wenn tausend Andre eleni verdammt? waren, erhielt mich seine Ba 3. Den Gott, der liebt, wie terband. Båter lieba, hat ihn mein 7. Verzeih den Undank Undank nie betrüdt? Den schenk Erbarmen, gedenke mei Gott, der mir so treu geblie- ner Sünden nicht, und zeig ben, bab ich ihn auch so treu dem Neuenden, dem Armen, geliebt? Lebt ich vor ihm, der Gnade sucht, dein Ange nach seinem Willen, stets als sicht! Wie freudig will id vor seinem Angesicht? Fromm dann mein Leben von neuem öffentlich, und fromm im Stil: deinem Dienste weihn! Wie len, treu dem Gewissen, treu eifrig will ich mich bestreben der Pflicht? burch deinen Geist ein Chrifi Savater. 4. Nein, Vater, fie find zu seyn! nicht zu zahlen, die Sünden dieses Jahres. Nein! Wie Ionnt' ichy's dir, wie mir ver= behlen: ich bin nicht werth, noch hier zu seyn. Zu oft ließ ich bas Herz erkalten; zu oft mel. Wer nur den lieben Got verleßt' ich meine Pflicht. Ich Beym Anfange des Kirchenjahrs. wie harf vor dir nicht Rechnung 57. Fest steht bein Bund, halten; ich zittre. Geh nicht du Gott der Gnade, Gott den ins Gericht! Treu! Jahr und Jahrhun 5. Nein, Vater, sie sind derte vergehen; doch deine Gü nicht zu zahlen, die Gnaden ist täglich neu. Für diese Gi dieses Jahres. Nein! wie kann te bringen wir auch heute Dant ich's dir, wie mir verhehlen: ich o Vater, dir. bin nicht werth, noch hier zu 2. Kein Feind zerstörte die fenn. 28o fang' ich an? Gott, Altäre, kein Feind zertrat der welche Menge, vom ersten bis Heiligthum. Noch fingen win zum letzten Tag! Ich weiß, von deiner Ehre, noch predig daß wenn ich Jahre sånge, ich man von deinem Ruhm. Durd dir zu danken nicht vermag. Taufe, Abendmahl und Work 6. An manchem ruhevollem pflanzt fich auch hier die Kir Morgen fühlt' ich aufs neudes che fort. 3.Dod 3 Anhang. 43 3. Doch fragst du nach des 2. Dank unserm Vater, uns Wortes Früchten, und bringst, serm Gott! Uns traf kein was wir gethan, ans Licht, Gram, und keine Noth; denn nach unsern Werken uns zu seine ew'ge Batertreu ward richten, so, Heiligster, bestehn wir nicht. Du trugeft uns mit viel Geduld; wir aber häuften Schuld auf Schuld. uns an jedem Morgen neu. 3. Dank ihm! Wenn jetzt voll Freudigkeit daß Herz sich mancher Tugend freut, weß war die Kraft? Wer gab Gedeihn? Dem Herrn gebührt der Ruhm allein. 4. O laß es deinem Geist ge lingen, bey uns in diesem neu: en Jahr, die Sünde mächtig zu bezwingen, wo sie bisher 4. Oft fehlten wir, und noch herrschend war! Wir merkten's nicht! Verzeih' uns schwören dir heut' ew'ge Treu, die verlegte Pflicht. Nimm daß sie nicht weiter herrschend an, Erbarmer, unsre Ren; sev. und sprich) uns, deine Kinder, frey. 5. Laß hier, wo wir jetzt niederfallen, dein unverfälsch tes Gnadenwort bey unsre Nachwelt noch erschallen, und sie an diesem heil'gen Ort der Zauf und deines Mahls sich freun, und deine wahre Kirche 7. Du läg'st, uns länger zu seyn! 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Herr unsers Ves bens, mache du uns selber recht geschickt dazu. erziehn, uns Wochen, Mon= 6. Gieb, daß wir dich stets den, Fabr' entfliehn; doch an findlich ehren, als dein ge bem Ziel der Pilgerschaft wethtes Eigenthum! Einst führst du uns zu jenen Chd ren, wo man, erfüllt von dei: nem Rubm, das Leben, das uns dort befeelt, nicht mehr nach Tag und Jahren zählt. Gelegel. Am Ende einer Wome. Mel. Vom Himmel hoch Inwieder bringlich schnell 58. die Tage, die uns Gott geliehn. Auch diefe Woche eilet fchon unwiederbringlich schnell davon. fommt unsre große Rechenschait. 7. O dann laß uns, wir alle flehn, mit Freudigkeit vor dir bestehn. Denn ach! wer dann vor dir erbebt, hat thoricht, hat umsonst gelebt. Neander. Allgemeines Danklied. 59. Dank, befter Bater, will dank dir, der mir nur Gutes aiebt: mit afer Kraft vor als len Dingen sey bu gélobet und geliebt. 2. Dank 44 Anhang. 2. Dank, lauter Dank diri 9. War ich umringet von für mein Leben, ich steh vor Gefahren, du hattest, Bater, Deinem Angesicht; du hast mein mich bewacht; und immer Daseyn mir gegeben; wenn stand, mich zu bewahren, an du nicht wolltest, wär ich meiner Seite deine Macht. nicht! 10. Erwäg ich, Water, alle 3. Du warst mir, ch' ich Pfade, die deine Hand mich war, gewogen, und ewig auf durchgeführt; so seh ich Weis mein Glück bedacht; du hast heit nur, und Gnade, und mich aus dem Nichts gezogen, fühle, daß dir Ruhm gebührt. zum Menschen hast du mich gemacht! II. Wie oft entrisfest du dem Feinde der Wahrheit und der 4. Ja, Bater! Dir gebührt Tugend mich? Für meine Ele die Ehre; ich bin, was ich nur tern, meine Freunde, für bin, durch dich. Dant, Dank dir! Der Geschöpfe Heere erschufft du, Bater, auch für mich. meine Lehrer preis ich dich! 12. Du lenitest von der frü: hen Jugend durch viele Freu de, wenig Schmerz, zu dei 5. Dank dir, du gabst mir ner Kenntniß und zur Tugend Kraft zum Denken, und Wilo bester Gott! Verstand und Tensfreyheit gabst du mir: Herz. Bernunft, mein Leben hier zu 13. Für jede nåhliche Erfah Tenken; Empfindung; Ach, rung, für alles, was mich leh wie dank ich dir! ren fann, für Unterricht und 6. Ich kann dich in der Offenbarung, bet' ich im Stau Schöpfung finden, mich deiner be, Gott, dich an! großen Werke freun; dank dir! Ich kann dich, Gott, empfinben: wie freu ich mich, durch dich zu seyn! 14. Im Dunkeln forsch ich nicht vergebens, du gabeft mir dein Wort zum Licht; bu zeig test mir den Weg des Lebens; mein Glück, mein Elend, meine Pflicht. 7. Für meinen Leib und alle Glieder gebührt dir Dank! Mit jedem Sinn fall ich anbe: 15. Nein, nein! Die Bun tend vor dir nieder, und danke laut dir, daß ich bin! ge kann nicht sagen, wie un aussprechlich gut du bist: nun 8. Du haft mir Dach und darf die Seele nicht mehr a Kleid bescheret; was fehlte, aen; die Seele, die unsterb Vater, jemal mir? Haft du lich ist. mich nicht bis jetzt ernähret? 16. Unsterblich!- Bater!Von ganzem Herzen dank ich Ewig leben foll ich! Ich, de nur Zod verdient; ich ewit fern! Anhang. 45 seyn! Du haft vergeben, haft 2. Du haft mir mehr gemit dem Sünder dich verschenkt, als in den Abendstünfühnt! den mein Glaube gestern von 17. Dein Sohn,( o wer dir bat. Vielmehr als ich vers faßt das Erbarmen!) Entstand, hast du im Flehn gefun= aufferte des Himmels sich; den, womit ich vor dein Antbom Tode zu befreya mich Ar lig trat. men ward er, der Sohn, ein Mensch, wie ich. 3. Du schenkteft mir den Schler zur Sammlung neuer 18. Ein Mensch, um Men Stärke für diesen neuen Lebensschen zu verföhnen, er derstag: jetzt ruft dein Woblthun mic fchuf, und mich erhält! mich, zu wirken gute Werke, Er starb, o flieffet Freuden- faus meinem stillen Schlafge= thránen! Wie dank ich dir, o mach. Herr der Welt! 4. Wie prachtig fommt der 19. Anbetung dir, und ewig Tag! Sch athme frische Lufte; Ehre; und Dank, und Liebe, der Wald singt mir ein Loblied Jefus Christ! Von mir, der vor; ich stimine jauchzend ein, ewig elend wäre, und nun un- und rein wie Blüthendüfte, endlich felig ist! steig, Herr mein Lob zu dir 20. Ja, Bater, Vater, empor. Überschwenglich, und über je: 5. Und sanft ergieße sich dein den Ausdruck groß sind deine Licht in meine Seele, und zeiGnaden; unausdenklich! Und ge mir den Weg zu dir! Mich deine Güte namenlos! stärke deine Kraft, und wenn 21. Dank sey mein Mund, ich, Schwacher, fehle, dann mein Herz, mein Leben! Du habe du Gesuld mit mir. bit die Liebe: Nichts bin J. 2. Hermes. 1 ich! du, der mir so viel gegeben, gieb mir noch Dant: Mét, Mie groß ist des Allm. gefühl für dich! 61.8 jouchzen schon die Morgensterne dem der ihr Seyn ge= glüht in halb er= Morgenlieder. Schöpfer, bot; schon 60. ie lieblich winkt fie wachter Ferne der Berge Haupt mir bie sanfte vom Morgenroth. Die Sonne Morgenrithe! Der Schatten kommt, von Gott gerufen, weicht vor ihr zurück. Wie tritt fte dort im Triumph herschön ist die Natur! D Herr, vor und wirft an seines Throvor dem ich bete, wie nes Stufen des Lichtes Erstsirdmt sie mich mit Glück! lingsstrahl empor. ber2.D Lavater. 46 Anhang. 2. O dü, von dessen Macht und Milde die Herrliche so mächtig spricht, wann sie durch dammernde Gefilde mit jugend: lichen Strahlen bricht, und alles weckt, was durch den Schlum mer zum Leben neue Kraft em: pfieng'; und alle tröstet, die im Summer der fanfte Schlaf vor übergieng. 6. Mit Gnade siehst du, Gott, hernieder, wenn dir die Schwachheit Opfer bringt, ver: schmåhest nicht der Andacht Lies der, wenn sie dein Lob im Staube singt. Nein, dir ist wie des Sturmes Wehen, das leise Wehn der Morgenluft, und wie der Opferrauch der Hö hen, der niedern Blume fanf ter Duft. 3. Wie schlägt mein Herz, da ich den Morgen so freundlich 7. So sey denn, ferner vom wieder kommen seh, und chne Getúmmel, vem Taumelpfad Thránen, ohne Sorgen in fei der falschen Luft, ein froher nem Rosenschimmer steh! Ber: Anblick die im Himmel, au nimm mein Lob und meine das Entzücken meiner Brust. Wonne, vernimm des Herzens Lag, weil ich lebe, deinem Feverlied, das in dem Glanz Preise mich jede Kraft und der Morgensonne entflammt in Etunde weihn und jede Pflicht frommer Andacht glüht. auf meiner Reife ins Vaterland mir heilig seyn. 4. Als ich, von Finsternis um geben, mir fremd, im Echoos 8. Den Pfad, den ich zu der Ruhe lag, gab deine Huld wandeln habe, sollt ich ihn einst mir neues Leben, der Erde die entkräftet gehn, sollt', wankend fen neuen Tag. Du sahst auch ich am schwachen Stabe, an mich im Beltgebiete, daß sich steilen Höhen zu dir flehn; fein Unfall zu mir schlich und dann beut, o Gott, auf feinem in dem Dunkel nicht der Pfade dem müden Wandrer Friede von meinem stillen Lager deine Hand, zeig' mit dem Lichts strahl deiner Gnade ihm dann das nahe Baterland! wich. 5. Nun leb' ich, wie im Morgenglanze die ganze Schop: 9. Dort, wo kein mitternächt: fung wieder lebt, und seh, wie lich Grauen an kurze Gonnen: bis zur kleinsten Pflanze fich schimmer grånzt, und über ewig alles, froh verjångt erbebt; jungen Auen der herrlichste der hor, wie die Lerch' dem Son: Morgen glänzt, dort jauchit, nenstrahle voll Jubels sich ent: entflammt von Seligkeiten, gegen schwingt, und rings vom wann ich an deinem Throne Hügel und im Thale dem knie, dir, Herr, der Jubel Schöpfer Lob und. Dank er: meiner Saiten, mein Dank in rein'rer Harmonie. Elingt. Bos More Anhang. 47 nen Sterne prangen am Him: mel hell und klar: der Wald füßem fteht ichwarz und ſchweiget, und aus den der Morgenlied für Kirder. Mel. Befiehl du deine Wege 62. bin von und froh erwacht, es mich kein gesund weckte fein graue Nebel wunderbar. Kummer, 2. Wie ist die Welt so stille, und in der Dámmrung Hülle Smerz die ganze Nacht. so treulich und so hold! Wie Sanft ruheten die Glieder auf eine stille Kammer, wo ihr des meinem Lager hier, nun scheint Tages Jammer verschlafen und so freundlich wieder die liebe Sonne mir. vergessen follt. 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu ses und ist doch rund und 2. Und meine Eltern leben; sie eilen froh herbey und seg hen nen mich, und geben mit neue Lieb und Treu. Herz nicht rühren? O Gott, Soll das mein shon. So sind wohl manche Sachen, die wir getcost, belaich danke dir! Wie viel konntchen, weil unsre Augen sie nicht ich verlieren und du erhielt'st es mir. fehn. 4. Wir stolze Menschenkins wir hen viele Künste, und kommen weiter von dem Ziel. 3. Ich will mit schwachem der sind alle boch nur Sünder, 3. Ich will mit schwachem und wissen gar nicht viel; Munde dir, Herr, mein Loblied weihn, in dieser Morgenstunde fpinnen Luftgeſpinste, und isumich deiner Güte freun. Wenn ich dich gleich nicht sehe, doch siehst und hörst du mich; du schauen, auf nichts vergänglichs 5. Gott, laß dein Heil uns Vater in der Höhe, ich weiß, bauen, nicht Eitelkeit uns freun. dein Kind bin ich. 4. Lent alle meine Triebe, und vor dir hier auf Erden, wie Laß uns voll Einfalt werden, Allgütiger zu dir; gieb De- Kinder, fromm und fröhlich muth, Sanftmuth, Liebe, Fleiß und Gehorsam mir, daß ich in frühster Jugend mich deinem Dienste weih' und Frömmig: feyn. teit und Tugend stets meine Laß, wann du uns genommen, Freude sey! 6. Wollst endlich sonder Grås men aus dieser Welt uns nehund Frömmig men durch einen sanften Tod! Bürde. Abendlied. uns in den Himmel kommen, du, unser Herr und unser Gott! 7. So legt euch denn, ihr Met. Nun ruben unfre Felder Glieder, in Gottes Namen nies 63. Der Mond ist aufge- der. Kalt ist der Abendhauch. gangen, die gold: Verschon uns; Gott, mit Stras 48 Anhang. Strafen, und laß uns ruhig Mel. Dies ist der Tag, den schlafen, und unsre kranken Brüder auch. Claudius. 65. Sternennacht, a Silberlicht, das durch zerrisne Wolken bricht! O Bild von Gottes HerrlichEeit, der jene Sterne hingee strent! Mel. Wie groß ist des Allm. 64. Hier steh ich unter dei2. Ein heil'ger Schauer überz nem Himmel, feh' fällt mich, nie empfundne Ahna tausend Welten über mir, und dung schwellt die Brust empor, fern vom rauschenden Getüm mein Auge starrt; ich fühle mel weiß' ich die heil'ge Stille Gottes Gegenwart. dir. Mein Geist sinkt betend 3. Ich sehe feine Sterne vor dir nieder, vor dir, Herr, mehr; nein, lauter Welten um beffen Allmachtsruf den Him: mich her; es rebt und forscht mel dort, und meine Brüder der fühne Sinn durch alle diese und mich, wie jenen Himmel, Welten hin. schuf. 4. Ich schweb' im grenzenlos 2. Ich finge dir, der jene sen Raum der Schöpfung als Sterne aus seiner Hand hin. ein Lichtpunkt kaum erscheinet warf, wie Saat, und der in unser Erdenball mir in dem ungemeßner Ferne auch ihre großen Schöpfungsall. Bahn bezeichnet hat. Dort 5. Durch Millionen Welten wandern sie in sichern Kreisen flieht voll Staunen jegt mein fo friedlich hin, wie Freund Geist und sieht in jeder, wie an Freund; ein großes Chor, in unfrer Welt, durch Gott bas, dich zu preifen, in feinem Bewohner aufgestellt. Fluge fich vereint! 6. Und alle find, wie wit, 3. Wer nennt, wer nennt beglückt, und Gottes Baterau die Befen alle, aus deren Mund ge blickt auf alle gutig wie auf dein Loblied steigt, das mit der uns, und sorgt für alle, wie Welten Jubelhalle bis zu dem für uns. Pfalm des Seraphs reicht? 7. Gott, Gott, wie groß er: ch mische mich in ihre Heere; scheinst du hier dem Staube! mein Loblied steigt zu dir em Worte fehlen mir, womit ich por. Die O Gott! wann tritt zu dich lobpreisen kann! deiner Ehre mein Geist in bes: Seele betet schweigend an. rer Welt empor? Hänlein. Köpfen. Abend, 49 Anhang. follt es diese Nacht geschehn, so Mel. Wie sicher lebt der Menschlaß uns in den Himmel gehn. Abendlied für Kinder. Bürde. 66. Den süßen Schlaf er: bitten wir, du, be: ster Vater, uns von dir. Landmann. Gieb Mel. Ich finge die mit Herz deinen múden Kindern Ruh', 67. Ueb immer Treu und und wann sie wache du. 2. Du waltest mit Barmher: dein fühles Grab, und weiche jigkeit stets über unsre Lebens: feinen Finger breit von Gottes jeit: voll Lieb und Weisheit Wegen ab! theilst du fie in Tag und Nacht, in Ruh und Müh'. 2. Dann wird die Sichel und der Pflug in deiner Hand die 3.Was gut ist, Vater, kommt leicht; dein frohes Herz hat. von dir! Des Guten viel em: dann genug, und Neid und Unpfingen wir: nimm unser dan: muth weicht. fend Lallen an, für das was du an uns gethan! 2. Dem Bösewicht wird alles schwer er thue was er thu'; 4. Wir wollen deine Kinder das Böse treibt ihn hin und fehn, und immer bleiben, und her, und läßt ihm feine Ruh. uns freun, daß du Gott unfer 4. Der schöne Frühling lacht Vater bist, durch unsern Hei ihm nicht; ihm lacht kein Webland Jefum Christ. renfeld; er ist auf List und 5. Als der ein Mensch auf Trug erpicht, und wünscht sich Erden war, da brachten sie ihm nichts als Geld. Kinder dar: er ließ sie freund5. Das Laub am Baum, der lich zu sich nahn, den Gegen Wind im Hain sauft ihm Ents feiner Hand empfahn. sehen zu; des Lebens kann er 6. Er liebt und fegnet auch sich nicht freun, denn nirgends noch heut ein Herz voll reiner hat er Ruh. Kindlichkeit. Gieb uns ein 6. Drum übe Treu und Reds Herz vom Argen rein, und laßlichkeit bis an dein fühles Grab, uns fromme Kinder seyn. und weiche keinen Finger breit 7. Wir fammeln uns, mit fro- von Gottes Wegen ab! hem Muth zu ruhn in deiner 7. Dann wirst du wie auf Vaterhut; kein Haar von un grünen 2u'n durchs Erdenleben ferm Haupte fällt ohn dein Ge: heiß, du Herr der Welt. gehn; dann kannst du ohne Furcht und Graun durchs Pile gerleben gehn. kömmt 8. Dann suchen Enkel deine einst die leßte Stund! Uch Gruft und weinen Thränen drauf, 8. Wir schlummern ein jung und gefund; und doch Anhang. 50 drauf, und schaun zu Gott, der des Todes dich mein Herz! einst sie ruft, voll Freudigkeit Liegt sie da, die falte Leiche; hinauf. Hölty. Gewitter. Mel. Ich finge bir ic. C 68. Der Hobe Himmel dun weggeweint ist jeder Schmerz, and, der Thranen Quell ver: fiegt, wenn der Staub beym Staube liegt. 2. Nimm für alle Erdenfreu: felt fich; ein Wet mir, den, Bater, Herzensdank von Dank für alle meine Lei. ter Gottes dråut! Ich bebe den bringt die frohe Seele dir! nicht; ich freue mich, Gott, geiden einst durch dich entführt, deiner Herrlichkeit. 2. Du zurnest, wenn du dank ich tiefer noch gerührt. 3. Hier nicht, dort nur, dort donnerst, nicht; du bist der nur quillen Freuden ungetrübt Menschen Freund. Nicht blaf von Quaal; dort nur strómt fer sey mein Angesicht, wenn nach deinem Willen lautre Bon mir dein Bliß erscheint. 3. Dem Sünder nur, der ne ohne Zahl. Deckt die Nacht bu dich nicht kennt, dem bist du einft mein Gebein; werd ich Licht und Freyheit seyn. fürchterlich; doch weffen Herz 4. Welche Freude soll mich dich Vater nennt, der sieht als heften an die Erde, an die Zeit? Bater dich. Nein, mit allen meinen Kräf 4. Wie gut ist deiner Sonne ten ring ich nach Unsterblichkeit. Schein! Wie gut die finstre Weiche, Furcht des Grabes, Nacht! Auch gut muß, Herr, fern! Aehnlich werd ich meinem dein Blig uns feyn; er zeugt Herrn. von weifer Macht, 5. Frey von jeglicher Be 5. Du reinigst durch den Blitz schwerde, losgewunden von der die Luft, dein Regen tránkt die Nacht, flieg ich über Zeit und Flur; ein frischer Balsamvoller Erde voll Gefühl: es ist voll: Duft durchschwebet die Natur. bracht! Ueber Bitten und Vers 6. Laß frey das Herz von Alengsten seyn, wenn das Ge: stehn werd ich fühlen werd ich witter droht! Weg bange 6. Nie vernommne Preisge: Furcht! Herr, wir sind dein; fange hört dann mein entzudtes du bist die Liebe, Gott! Lavater. Ohr, und zur auserwähtten Menge tragen Engel mich em por. Selig bin ich dann wie sie; fliehe, Furcht des Todes, flich! 7. Bald, o bald ist's über fen weiche! Freu standen: ruhig harr' ich, Hert, auf Vom Tode. Mel Komm, o komm, du 69. Weiche, Grabesschref= Aubang. 51 auf dich; viele Taufend über es mir, Herr, es steht allein wanden; überwinden werd' auch bey dir. ich; denn ich traue deinem 4. Oft verzagt der schwache Wort, Jesus, o mein Herr Ginn, Furcht ergreift mich, und Hert." banges Grauen, seh ich auf die 8. Soll ich zagen? Soll ich Gräåber hin, muß ich die Verz beben? Du mein Heiland, ret: wefung schauen. Dunkel wird test mich durch des Todes Nacht des Auges Blick schaubernd bebt ins Leben; ich foll jagen? Be der Geist zurück. ben ich? Da mich der, der 5. Macht'ger noch fast mich ewig lebt, zu sich in sein Reich der Schmerz, denk ich an der erhebt? Trennung Jammer, an der 9. Fliehe dann von meinem Freunde blutend Herz, wenn Munde, Lebensodem, immer- nun in der stillen Kammer ih= hin! Sinke, Leib, zu deiner tem Harm die Lippe schweigt, Stunde, in die Nacht des Gra: von des Todes Hauch gebleicht. bes hin! Herr, du starbst, du 6. 3ürne nicht, der mich erlebest mir, freudig, freudig schuf; höre meiner Schwachheit sterb ich dir. Flehen! Du vernahmst des Mittlers Ruf:" las den Kelch Mel. Jefus, meine Zuversicht vorüber gehen!" Meinen Meis 70.mmer näher kömmt ster stärktest du, send' auch das Grab, flügel- Muth dem Jünger zu. Lavater. schnell entfliehn die Stunden; 7. Sende deines Trostes meines Lebens Kraft nimmt Siraht mir herab aus lichten ab, ist, wie bald vielleicht; Höhen; in der Gråber finsterm geschwunden, und sie senken Ehal laß der Hoffnung Stern meinen Staub in die Gruft, des mich sehen; wenn des Zweifels Todes Raub. Sturm erwacht, sey mein Füh: rer in der Nacht. 2. Was der Erde angehört, hofft Unsterblichkeit vergebens: 8. Stårk' in mir die Zuver: jeder Augenblick zerstört an der sicht daß ich mich zu dir erhebe, Burzel diefes Lebens. Ach! wenn die morsche Hütte bricht wie schnell verlischt das Licht, daß ich ewig vor dir lebe, ficher Wenn die Nahrung ihm ge: ruh in deiner Hand in dem uns bricht! bekannten Band. 3. Ob, eh ich den Morgen 9. Gieb der Hoffnung Freu seh, schon des Lebens Tocht ver: digkeit, die ich liebte, dort zu glimmet, ob des Alters steilste finden: Vorgefühl der EwigHöh doch vielleicht mein Fuß keit ists, wenn Seelen sich veretflimmet, teine Stimme sagt binden: nicht für einen AugenD2 blick 52 Anhang. wenn dec blick gabst du mir dies höchste Thal zum Licht, Glück. Erde Schranken schwinden, ah: to. Sey denn nah, sey fern net meine Seele nicht. Ob mein Ziel: was ich glaubte, mit sehnendem Berlangen, die werd' ich schauen; ein befeligend Geliebten Gefühl stärkt das Herz mir mit Vertrauen. Freudig folg' ich stets bereit, wenn des Vaters Ruf gebeut. mich empfangen, bleib es mir auch unbekannt, bleib ich doch in Gottes Hand. Niemeyer. 5. Diese Hand führt mich zur Quelle ew'ger Wahrheit sicher hin; 3weifelnacht zerfl est in Helle, nicht mehr täuscht der blöde Sinn. Was mein Herz Mel. Alle Menschen müssen 71. Was in keines Herz bier treu erfunden, lebt mir gekommen, was ewig dort verbunden, und in tein Auge hier erblickt, Ruh des Lieb und Heiligkeit reif ich zur Himmels die den Frommen Bollkommenheit. 6. O, mein Mittler! o der nach dem langen Kampf er= quidt; namenlose Herrlichkeiten Bonne, wenn auch dich mein will den Siegern Gott bereiten. Aug erblickt, meines dunklen Kämpft nur treu und weichet Lebens Sonne, deren Strahl nicht, bis das Herz im Tode mich oft erquickt! Bey der Sel bricht. gen Huldigungen die du kamp 2. Dunkel ist der Weg am fend dir errungen, singt dann Staube, rauh und steil des auch mein Jubelton dich, des Streiters Bahn; sonnenhell Baters hohen Sohn. macht ihn der Glaube, und sie 7. Denn in deinem Ungefich führt dech himmelan. Doch te, spiegelt sich der Gottheit welch Heil uns dort beschieden, Bild, und es wird in deinem faffet fein Verstand hienieden; Lichte der Erkenntnik Durst ges bis die morfche Hütte fällt, dek: stillt. Reißet denn, ihr Erdens ket Nacht die höhre Welt. bande, daß ich bald in fenem 3. Aber in der Seelen Grunde Lande Gottes Wunder schauen wird das Ew'ge angeschaut; da mag! Komm, o tomm, Vol giebt fel'ger Zukunft Kunde, mir lendungstag! Niemeyer. der Hoffnung Stimme laut: an dem wird, nach běherm Leben trach tend, einst der Geist der Hülle Irdischen verschmachtend Mel. Alles ist an deinem Segen föhne! Zeyd nicht Der Unsterblichkeit genes. 72. Grdentochter, Erden= 4. Welche Bahn er dann stolz auf Reis und Schöne! wird finden, durch des Todes Troßet nicht auf eure Kraft! Eu Anhang. 53 Eures Mundes Hauch verflie: Mel Nun grabt den Leib eures Lebens Quell versie: get; auch des starten Arm er: 73. D des Grabes Nacht, schlafft. 2. Doch, ihr Christen, feyd flieht, Herr, vor deiner Wahrnicht traurig, wenn so früh, beit Macht; mein Geist erhellt so dumpf, so schaurig euch die von deinem Licht, bebt vor des Sterbeglocke ruft. Edler, kraf: Leibs Zerstörung nicht. tiger, verflårter, liebevoller, liebenswerther überfliegt der Geift die Gruft. 2. Es falle nur die Hülle hin, mit der ich hier umgeben bin. Ich selbst dann freger als zu 3. O was ist des Grabes vor, schwing' aus den TrümHöhle? Menschen mit der fanf: mern mich empor. ten Seele, fürchtet nicht, hin: 3. Ein innres mächtiges Geab zu sehn! Heber Grab und füht verkündigt mir ein höher Grabestrümmer wird der Geist Ziel; dies Streben nach Vollim Sonnenschimmer himmlischer kommenheit ist sichrer Ruf zur Erkenntniß stehn. Ewigkeit. 4. Nein, umsonst ist nichts geboren! Alles ruhet unverloten in bes ew'gen Schoos. Süffe Hoffnung! Schöner Glaube! Alles winbet einst vom Staube herrlicher sich wieder los. 4. Dich, Höchster, hab' ich hier erkannt, voll Liebe, VaVaters ter dich genannt; in dieser See: lenwürde liegt ein Hoffnungs: grund, der nimmer truge. durch 5. Wohl uns, daß Jesu Uns terricht hiervon zu uns so tröft: 5. Leibesschönheit wird ver- lich spricht! Wie herrlich wird blühen 1 Seelenschönheit nie der Menschheit Werth entfliehen; sie ist für die Ewig: diese Aussicht aufgeklärt. feit. Sanfter Sinn und reine 6. D froße Aussicht auch für Tugend lohnt mit ewig froher mich! Voll Muths hebt meine Jugend, lohnt mit Himmels: Seele sich; ich seh' im Geist feligkeit. des Christen Lohn; ich sehe meinen Himmel schon. 6. Himmelsfeligkeit bestehet; aur der Erde Glück vergehet; 7. Da find' ich was dein nur das Eitle bleibt zurück. weifer Rath, mir unbewust, ges Wie die Gottheit unvergänglich, ordnet hat, genieße deines Gnawie der Himmel überschwäng: denblicks zu der Vollendung lich ist des Christen wahres meines Glücks. Glut. 8. Der Freuden viel' gabst du schon hier, o Gütiger, wie dant' lichs dir! Oft folgte Eleinerm D3 Un Kofegarten. 54 Anhang. Uingemach, ein größeres Ver macht euch bereit zur Ewigkeit! gnügen nach. Sein Tag, sein großer Tag 9. So hat schon diefer lle: ist da! bungsstand der höhern Hoffnung! 2. Erd' und Meer und Felfen. Unterpfand; die Liebe, die mich beben, die Fremmen stehen auf hier beglüct, bleibt mir, und zum Leben, zum neuen Leben fegnet unverrückt. stehn sie auf. Ihr Versöhner 12. Des heitersten Vertrau: tömmt voll Klabrheit, durch ens voll erwart ich, was mir Gnade mächtig, stark durch werden soll, wann fünftig we: Wahrheit; ihr Licht wird hell, der Schuld noch Noth dem ihr Stern geht auf. Sie stehn schnellen Reifen Schaden droht. vor deinem Thron und leben II. Mir wird der, Tod, den Gottes Sohn! Hofianna, Vels Frevler scheun, Geburt zu ed. lender, bir, dir folgen wir, in lerm Leben seyn; durch Kraft deines Vaters Herrlichkeit! von Gott besiegt mein Herz der 3. Ewig sey dir. Lob gefun: Krankheit Laft, der Trennung gen! Bir sind zum Leben durch Schmerz. gedrungen! Am Ziel find wir 12. Dann hier von uns die bey deinem Lohn. Glänzend Gott vereint, der Lette auch sind des Himmels Pforten; o hat ausgeweint, dann wird ein welch ein Heer an allen Orten beffres Wiederfehn auf ewig un freut sich mit uns um deinen fer Glück erhöhn. Thron! Noch sah kein Auge 13. Herr, unsrer Tage, füh: sie; dem Ohr erscholl sie nie, re du uns alle diesem Biele zu, diese Bonne. Ven Ewigfeit zu bas uns bey standhaft frommer Ewigkeit fey Dank und Preis Treu der Abschied einst willkom: und Ehre dir! men sey! Spalding. Nicolai und Klopstadt.. Mel. Befieht du deine Wege In eigener Melodie. 74. Wachet auf, so ruft 75.3 ben, verlaß ich gern die des die Welt, und geb, zum befs Bohnes Gottes Almachtsstim: fern Leben, so bald es ihm ges me, verlast, ihr Sodten, eure fällt. Was war's, das mich. Gruft! Bachet auf, erlöfte betrübte? Dort schau ich ewig Sünder! Bersammelt euch, den, den meine Seele liebte, ihr Gottes Kinder, der Wel noch eh' ich ihn gesehn. tenherrscher ist's, der ruft. 2. Er ruft zur Zeit der Des Tobes stille Nacht ist nun Schmerzen uns voll Erbarmen vorbey; erwacht! Halleluja! zu: kommt her beladne Herzen, ihr Anhang. 55 ihr findet bey mir Rus. Dies ligkeit, bedenkt es, daß ihr Wort aus deinem Munde laß, ewig seyd. Herr, mich zu erfreun, in mei: 2. Sey's, daß der Erde Bau ner legten Stunde mir Trost zerbricht, erlösche einst der Son: und Leben seyn. ne Licht. Wir mehr, als Erd' 3. Mit dir muß es mir glüf- und Sonne, wir leben für die fen, den Kampf zu überstehn; Ewigkeit! Schon in des Dain glaubigem Entzucen las mei feyns erster Zeit fühlt dies das ne Seele sehn, wie an dem Herz mit Wonne; und seine Kreuß der Sünder du mit dem Würde fühlt der Geist, der ewig Tode rangst, und wie du, Ue: seinen Schöpfer preist. berwinder ,, allmächtig ihn be zwangst. 3. Gott, dir sen Preis! Gott, dir sey Dank! Nun 4. Der Frohe Siegsgedanke: mischt sich in den Klaggefang, wo ist bein Stachel, Ted? an unsrer Lieben Grabe, der Stark' mich, daß ich nicht wante Ewigkeit Triumphlied ein. Nur in meiner Todes: Noth. ist, ob ich gleich sterbe, Sterben mein Gewinn. bin des Himmels Erbe; Bort sagt, das ich's bin. cunfer sterbliches Gebein fållt doch heim dem dunkeln Grabe: der Jd Geist schwingt, wann die Hülle bein fällt, sich frey empor zur hö hern Welt. 4. Gott, dir sey Preis! Gott, dir sey Dank! Und rüh, render als ein Gefang dantsage dir das Leben! Wir, deine 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein; dein Blut kann nicht vergebens får mich vergoffen feyn. Dir trauet meine Seele, dich preif Kinder, weiß'n uns dir; nach ich noch im Tod, Erlöser meis Jesu Vorbild wollen wir ganz ner Seele, mein Heiland und unser Herz dir geben; wie er, mein Gott! des Guten Saamen streun; dort wird die Erndte uns er: freun. Neander. Demme. Mel. O Ewigkeit, du ic. 76. 11nsterblichkeit! Un Mel. Herr, du kennest mein ist auf sterblichkeit! Ge dene, der das Herz erfreut, Erden, wenn's der uns 7. Was geboren in our zu 77.Was Trost für alle Schmerzen schafft, Mensch auch machtig heißt, mit hohena Muth, mit Gottes muß zu Staub und Asche wetKraft zum Tugendkampf bele: den; was er mitErstaunen preift, bet! Fühlt des Gedankens Ses alles, alles muß auf Erden, D4 Erde, Anhang: Asche Tod' nicht untergehen, Lieben. des muß auferstehen. $ 6 Erde, werden. Staub und 2. Laß mit Jauchzen sich er: 8. Menschen, die zum Him: heben einen rubelosen Geift, mel schauen, wann sie dieser der, ob auch die Bölfer be: Erd' entfliehn, die dem Lebens: ben, alles vor sich niederreißt, worte trauen, vor dem Allbele: bies Gewaltige auf Erden Staub| ber knien, werden wieder aufe muß alles, Asche werden. erstehen: Glaubendes kann nicht 3. Mann und Greis und vergehen. Jangling wallen, und die Mut: ter wallt entzückt durch des Gottes Tempels hallen, wenn ihr Kind fie an sich druckt. All' dies Wallende auf Erden Staub muß alles, Asche werden. Jacobi. Grab- Gesang nach schweren Leiden. 4. Wie sie kommen, ach fo ka: Mel. Nun grabt den Leib ut. men viele Taufend, ihr Gebein 78. Wir bringen wie julegt zertretner Stein. Was stammeln die den Lobgefang, belebt erscheint auf Erden, dir, der den Retter aus der Staub muß alles, Asche Noth gesendet hat, den fanften Tod. werden. 5. Aber, von der Welt ge: 2. Auf Dornen ging nach schieden blickt die Treue starr deinem Rath des Erdenpilgers hinab, ohne Freud' und ohne steiler Pfad; durch große Trüb. Frieden in das modervolle Grab. fal hart geübt fab jeden Morgen Wie? Der Mensch soll ganz zerstäuben? Erde, Staub und Af he bleiben? er, getrübt. 3. Schwer war der legte Kampf und heiß; die Stirne 6. In des Lebens schönen deckte Falter Schweif; ho hob Tagen jammert die verwaifte das Herz und zitternd sich: da Braut, fullt die Luft mit ban: famst du und erbarmteft dich. gen Klagen, einem Schatten 4. Nun ist der Leiden Kelch angetraut. Schatten? Nein! geleert. Wie fanft er fchläft; Er wird erfichen. Nein! Er wie ungestört! Thn wedt des kann nicht untergehen. Beinens Stimme nicht, den 7. Nein! Was trocknet heiße Geist umfließt ein himmlisch Licht. Thränen, was die Hand der Armuth fällt, was erfreut das 5. Zeuch hin in Frieden! stille Sehnen, was mit Groß: Ew'ge Rub strömt dir ve muth Haß vergilt, kann im Throne Gottes zu. Bald legen Anhang. 57 unfern Pilgerstab auch wir bey Grab gesenket? Und geschaffea unsern Grabern ab. hätte Gott dieses alles für den Tod! Nicmeyer. Tod der Unfrigen. Mel. Alle Menschen müsfen 5. Nein, o Vater, nicht ver: gebens schufst du uns zu deinem des Lebens edlen Geist in Staub Bild; Lieb' und Weisheit hat 79. Trocknet, eutes Jam- gehüllt. Diese Hülle wird vermers Thränen, hei: nichtet; doch die freye Seele tert euren trüben Blick! Denn richtet au der höhern Geiffer es bringt kein banges Gehnen Chor freudig ihren Lauf empor. ihn, der von euch schied, zu 6. Auf, von Moder und ted. Ach, die holde Stimm Verwesung, blicke dort hinauf, und Rede, und der Lieblichkei mein Geist, wo im Friedensten jede, und fein freundliches thal Genesung alles ErdenjamGesicht, ruht im Grab' und mers fleust; wo nicht Krieg, tehret nicht.. nicht Sturm, nicht Fluthen, 2. Gleich des Feldes Blumen Hunger, Pest und wilde Glufahwindet, was da lebet, rings then, wo nicht Trennung mehr umber; traurend sucht der noch Tod liebenden Geliebten Freund und findet den geliebten droht. Freund nicht mehr. Vor dem 7. Uch, des Bonnetags, dec matten Greif' am Stabe sinkt wieder, was am Grabe hier geder Jungling und der Knabe; weint, Eltern, Kinder, Schweund fo jog bas stille Grab, den stern, Brüder, Freund und wir lieeten, auch hinab. Gatten fest vereint; wann, ges 3. Gleich des Feldes Blumen lehrt von Himmelsweifen, wir werde, was geboren wird, zer: des Baters Liebe preisen, der staubt! Nur der Erdenleib aus Jrrthum, Schmach und wird Erde, aber fein Bewohner Gram, uns in seine Ruhe bleibt. Ja du lebst, Geliebter, nahm. lebest über Sternen, ja du le: 8. Bald, vielleicht, ach bald best noch voll Liebe für den verschwunden ist auch meine Le= Freund, der an deinem Grabe benszeit; und wer weiß, von meinen Stunden kommt die weint. 4. Diese Kräfte, dieses Trach: lehte wol schon heut. O, last ten aufwärts zur Vollkommen: Gottes Weg uns wandeln, imheit, diefes Borgefähl, dies mer gut und redlich handeln, Schmachten, nach der Unver: daß wir, wann der Vater ruft, gànglichkeit, dieser Geist der freudig sinken in die Gruft. Welten denfet, würde mit ins D5 Mel. Anbana. 58 Mel. In allen meinen Zhaten por. und schaue glaubig dann em 7. Sprich: Was du mir 80. mein banges Herz, fey stille! Es war des gegeben, Herr, über Tod und Le Vaters Wille, des Vaters Will ben, es war mein höchstes ist gut. Bas seine Hand gelies Glüc. Doch blieb es ja das hen, darf sie das nicht entzie: Deine; ob ich auch klag und hen? und darfst du eadeln, was weine, geb' ichs doch willig dir fie that? zurück. 2. Es blute nur die Wunde; 8. 3um Himmel früh erfo: schon naht der Heilung Stunde, ren, Seyd ihr uns nicht verlo: vertrau'! sie ist nicht weit. ren, um die die Thrane fließt. Bas bir der Tod entrissen, Hier trübten unfre Freuden follst du nicht ewig missen; auf! doch Sorgen oft und Leiden; freu dich der unsterblichkeit. wir suchen nur, was ihr ge 3. Wer wohl den Lauf voll. niest. brachte, dem kommt, oft eh' 9. In jenen fel'gen Chören ers dachte, des Kampfes Ruh wird uns fein Mislaut fören, am Ziel. Er ruht in Baterhån: uns keine Täuschung nahn. den; ihn herrlich zu vollenden, Des Erdenlebens Schwächen, entrúct ihn Gott dem Welt: die Mängel, die Gebrechen gewähl. find dort auf ewig abgethan. 4. Des Lebens Freud und 10. Wer weiß, wie bald zum Kummer löst sich im fanfren Scheiden, von allen Erdenfreu Schlummer des Todes endlich den, für uns dieStunde schlägt? auf. Der Tod tommt, uns zu Drum trocknet, Wehmuths retten von allen unsern Ketten, zähren! Es wird nicht lange frey steigt der Geift zu. Gott währen, daß man auch uns zur hinauf. Ruhe trägt. Niemeyer. 5. Schwer ist der Trennung! Stunde, Tief ist der Seelen Bunde; ach! es erliegt der Geist. Wenn alles nun verMel. Nun grabt den Leib ſchwindet, was Herz an Herzen 81. Wir gehn ans Grab, bindet, das legte Band der Tod zerreißt. der Geist der Todten lebet fonnt' es ewig noch, er lebt von Schmerz und dauern? Es mußte einer trau: Noth befreyt im Lande der 6. Doch ern: denk, das Gott dich er- Unsterblichkeit. for. Gehorsam seinen Willen 2. Dahin ist nun die futje fühl deinen Schmerz im Stillen Angst, in der du mit dem Tode rangst, Anhang. 59 angst, dein Gott hat wohl an kein Klageton. Trocknet eure dir gethan. Nun rührt dich Thränen! teine Quaal mehr an. 3. Stimmet an das hohe 3. Du gingst voran; wir Lied von der Auferstehung! folgen dir. Auch deine Freunde Wist: als Jefns einst verschied, wallen hier auf ihres Lebens folgte bald Erhöhung. Fromme Bahn hinab zum Ziel, zur Ruh rubn in seiner Hand, ruhn in im stillen Grab. fanftem Frieden. Er der starb. 4. Du wirst uns unverges und auferstand, hat ihr Heil lith feyn. Dein frommes Herz, durch Liebe rein, mit List und falschheit unbekannt ruht nun in Gottes Vaterhand. 5.So blickt denn bey der Beh- euch! Lebt, ihr Todten, le= muth Schmerz auch unser bet! Dann erschallt des JuGlaube himmelwärts, wo Jebels Ton, nie gestört von Leis sus Christus, unser Hirt, die den, werden dann vor seinem Seinen alle fammeln wird. Thron, sich die Frommen weis 6. Auch er hat den entschlaf: den. nen Freund, wie wir den Unfri- 5. Saaten der Unsterblichkeit, gen beweint. Er bleib' uns modernde Gebeine! Bald ver: Troft und Zuversicht, wann un strömt auch unsre Zeit, ruft der fer Herz im Tode bricht! Tod erscheine! Ruf' er nur: wir sind bereit. Wer des Les bens Gabe nüßet für die Ewigfeit, zittert nicht am Grabe! Bürde Pfranger. entschieden. 4. Wann er kommt, und Stürmen gleich seine Stimm' erhebet: dffnet Gråber, öffnet Mel. Mein Erldser, Gottes 82. Last dem Tode feinen Raub, Würmern ihre Met. In allen meinen Thaten Habe! Seelen werden nicht zu Graub, schlummern nicht im 83. Da stehen wit, die Deiz nen, nam ein! Laßt ihn niederrol- und weinen ein Grablied an der len, wir, wir wollen des uns Gruft. Wir singen auf von freun, daß wir leben sollen. Staube, uns stärkt der Chris 2. Seht, da liegt der Todtesten Glaube, daß Gott uns nun in geweihter Stille! Last einst zum Leben ruft. ihn, Freunde, ruhn! Es ist Gottes Wille. Beinet fließet! ein Sterblicher beschliess 2. Fließt nur, ihr Thränen, nicht! Er hat nun schon, was set des Lebens kurzen Lauf. wir erst ersehnen! Ihn erwect Nimm mátterliche Erde, dein laßt ihn Kind, 60 Anhang. Kind frey von Beschwerde, 2. Wohl mir, o Gott, ich in deine milden Arme auf! 3. Cey ihm ein Ruhebette, nachtvolle Grabesstätte und dec ihn fühlend zu! Er schlafe hier in Frieden den Schlaf der Müden, des Kran: Fen lang erfeufzte Ruh. höre schon des Geistes Stimme wchen; sie rüft mir ju mit fanften Ton: du wirst fic witsie dersehen! Bist du nur fromm, stillen find fie nur gut, bort oben unter Gottes Hut wirft du sie wiedersehen. 4. Senft nun den Leichnam 3. Des Frommen Geele trennt nieder zum Staube seiner Bru- fich nicht von gleichgefinnten der, die längst die Erde dect! Frommen. Sie werden all Im Grab' ist fanfter Schlum: in Gottes Licht aufs neu ju mer, ihn flört fein Erdenfum: fammen tommen, forthin durd mer; Gott ist es, der ihn einst keinen Tod getrennt; denn Got erweckt. tes Engel, der sie kennt, vers 5. Zum Leben ohne Sorgen einigt fie jusammen. wedt ihn der frohe Morgen, 4. Der Freund find't feine wo eine Belt erwacht. Heit Freunde dann am Throne Gote diesem todten Staube! So tes wieder; der Gatte trifft fingt der Christen Glaube: auch den Garten an, der Bruder er erwacht, auch er erwacht. feine Brüder. Die Mutter 6. Nun fahauet auf Betrüb: sicht, umarmt ihr Kind; denn te! Dort wandelt der Geliebte alle guten Seelen sind in Got nach Finsterniß im Licht. Ver: tes Stadt beysammen. gönnet ihm die Freude, o web: ret eurem Leide, und wischt die Bahre vom Gesicht! Schubart. 5. Drum laßt uns hier schon Hand in Hand, auf Gottes Wegen gehen, damit wir dert im Baterland uns einst beysam men sehen; wie wird's und seyn, wann wir uns sehn, ent gegen gehn und ew'ges Heil uns feuchtet! Mel. Wo ist die Nacht der 84. Schwer liegt der Tren: 6. Seyd froh, ihr Lieben, nung Schmerz auf denn gewiß wir werden dott mit, der Erennung von den uns finben in Gottes Etabt, Meinen. O, las mein Gott! im Paradies, befrevt von d mein Gott! vor dir mich diese len Sünden. Verkläret werden Frage weinen: werd ich nach wir erstehn; o Wiedersehn!! meinem Tode gleich, werd ich, Wiederfehn, wie tröstest bu die o Herr, in deinem Reich die Geele! Meinen wiedersehen? Schubart 85. Anhang. 85. Wiedersehn! Mit rafchen Schlägen Gebrauch christlicher Elopft die Brust dir warm ent: gegen; nimmer fann das une 61 Lieder. tergehn, was ans Herz wir lie- Mel. Wer nur den lieben Gott bend schlossen; und wenn Ab. meines fiedschranen floffen, hofft die 86. Noch sing ich hier aus Liebe Wiedersehn. dunkler Ferne, Gott Lebens, dir mein Lied. 2. Biedersehn! In holden Bann einft, weit über alle Bildern will uns die Natur Sterne, dich mein verklårtes dich schildern; drum verjüngt Auge sieht, dann schallet dir, fie fich so schdn. Wenn des im Jubelklang der Ueberwin:Morgens rothe Strahlen nach der, mein Gesang. der Nacht die Berge malen, spricht die Sonne: Wiedersehn. jest hernieder, auf mich, aus 2. Wohl mir, du schaust auch 3. Wiedersehn! Zu deinen deiner Herrlichkeit; vernimmst Freuden wachsen Blumen frisch das Lallen schwacher Lieder mit und kleiden berrlich sich im váterlicher Freundlichkeit. Preis Frühlingswehn; und der frohen unserm Gott! Groß ist der Nachtigallen, tummerfreye Lie: Here! Wer schaut aufs Nie: der schallen: Hofft getroft ein drige, wie er. Wiedersehn! 3. Ich walle froh mit meis 4. iederfehn mit Gruß und nen Brüdern zu deines Tem= Segen; o wie schmacht' ich dir pels Heiligthum. Da schallt, entgegen über Auen, Ström'in dir geweihten Liedern, des und Höhn! Lieben! aller Welt Dankes Stimme dir zum Ruhm, Gewalten sollen meinen Fuß und dann durchwandelt meine nicht halten. Ja ich werd' euch! Brust ein fromm Gefühl von wiedersehn heil'ger Luft. 5. Wiedersehn! Ich darf dich hoffen. Lieben, fommt, Himmelslehren ergreifet máchs 4. Die Kraft von deinen mein Arm ist offen; fommt, tig meinen Geift, wann er, laßt neben euch mich gehn! vereint mit heil'gen Chören, Lieben, in der leßten Stunde voll Inbrunft deinen Namen tuf ich mit schon blaffem Mun: preift, mit Ernft gelobet dein de: ewig, ewig Wiedersehn! zu fern, sich deinem Willen ganz zu weihn. Jacobs. 3.Oft 62 Anhang. 5. Oft hab ich auch in stil: Herz gebracht. Die Hoffnun len Stunden, wann ich dir lebte wieder auf, schwang fi meine Freuden sang, der An: mein Geist zu Gott hinauf. dacht reine Glut empfunden, 7. Doch fing ich noch aus die durch die frohe Seele drang, dunkler Ferne. O welche Won mein Herz, wann dir mein ne wird es seyn, wann einst Lied erscholl, ward seliger Em weit über alle Sterne, mich pfindung voll, Herr, dein Antlik wird erfreun 6. Oft hab' ich auch die Last Dann schallet dir, im Jubel der Leiden mir durch ein klang der Ueberwinder, mein Trostlied leicht gemacht; fingend, Stille, Ruh und Freuden in mein beklommnes und Gefang. M. Herren, gib. Bel Druckfehler im Gesangbuche. Seite 29, Nr. 30. Vers 4. lese man: Uesprung aller Svenic. 54, 59. 2. 191. 4. 182, 220,- 231. 266, 276. Sest nicht auf die ic. So hat er denn ic. Treue uns aufs neue ic. büffend einst am Kreuß lange werd' ich: c. alles ist dir ic. er wird dich aufrecht. 267, 277301, 312. 398, 414, 8. 558, Nr. 559. lese man: 559, Su 1 - - - - - 890. -- - P 589. 590. Ni 1 Register des Anhangs. 21. Num. Ach wieder ist ein Jahr 56 Erdentschter, Erdensöhne Empor Amen! Lob und Preis Auf dich mein Vater Auf Erden Wahrheit Auferstanden, auferstanden, Auf! stimme du mit B. Betend nahen wir Bey deinem Namen C. Christ! eile nie mit 20 Erhör o Gott das 25 Erscheine meinem Geist 18 Es jauchzen schon 5 Es ist gewiß ein 2 F. Fest steht dein Bund 42 Fleug auf mein Pfalm 38 Frohlockt dem Herrn Du der Menschen Du Geist vom Vater Du Tag des Herrn 46 Geist der Andacht senke Gott ist mein Schuß Da stehen wir die Deinen 83 Dank bester Bater will Das Jahr ist hingeschwund. 55 Heil ihm, dem Den füffen Schlaf 66 Herr dir gelob ich Der hohe Himmel 68 Herr deines Lebens legte 24 Herr wir singen. H. 59 Hehr und heilig ist die Der Machtige ruft Der Mond ist aufgegangen 63 Hier steh ich unter Der weife Echöpfer 41 Des Todes Graun des 73 8 23 Jch bin von füffem 51 Immer nåher kömmt Num. 224435 16 72 a. b. 45 28 6x 57 53 15 12 26 52 64 62 70 Im 64 Im Stillen wollen wit In Gottes Rath ergeben Ift Hoffnung nicht In den Bund der Christenh. L. Laß mir die Feyer deiner Laßt dem Tode feinen M. Mein banges Herz sey Mein Jesus stirbt Mit frohem Dank Mit Preis und Ruhm Mitten unter deinen Muthig, muthig, bald N. Noch sing ich hier aus Nun habe Dank für Register. Num. 39 Gey heilig mir o 75 Steil und dornigt 32 Sterbend für das Heil 43 T. Trocknet eures Jammers 79 P. Preist den Sieger R. Religion, von Gott 86 W. 50 Wachet auf, so ruft Warten ist die Schule Was geboren ist auf 36 Was in keines Herz 14 Weiche Grabesschrecken Hoffnung! Lebenswonne 27 Wenn ich vor dich D Sternennacht, o Silb. 65 Biedersehn! Mit daß von meinen Lebenst. O Golgatba! zu deinen 7 82 Schwer ists dann noch Schwer liegt der Trennung 11. Ueb' immer Treu Ueber aller Himmel, 80 Und must ich auch 9 Unwiederbringlich schnell 49 Unsterblichkeit, Unsterbl. 22 11 34 Bersammelt hatte Vom Grab' an dem Wie lieblich winkt fie Wie wohl ist mir 17 Wir bringen weinend Wir gehn ans Grab Wo ist die Welt 3. 29 3aget nicht wenn 84 Num. 13 31 67 21 30 58 76 23 F6EE853864 33 78 Gebethe zum Gebrauch für die Privat uns Haus- Andacht und anch beym öffentlichen Gottesdienste. Des Osnabrückischen Land- Gesangbuchs erster Unhang. Osnabrůck, gedruckt mit Kißlingischen Schriften. 1816, A Inhalt. 1. Die Gebeths Vorschrift Jefu Chrifti, 26. Beym Bewußtseyn mancher Fehler 2. Allgemeines Morgen. Gebeth. und Mängel. 27: Beyin Genuß des heiligen Abend mahts.( Bergleiche auch Nro 35.) 28. Nach dem Genuß resfelten. 3 3. Abend- Gebeth. 4. Uut Gonntage des Morgens, um würdige Gonntags- Feyer, 5. des Abends; un Frömmigkeit und Tugend überhaupt. 6. Am Montage des Morgens, un Berufs- Trene. 29. Nach den sonntäglichen und Wes chenpredigten. 30. Zu eben dem Gebrauch. 7. des Abends; Fürbitte für andere, um 31. In Advent und am Weihnachtss treue Erfüllung der Berufs- Pilichten. feste. 8, Am Dienstage des Morgens, um zeitliche Wohlfahrt 9. des Abends; um redliche Ausübung der Pflichten gegen sich selbst. 10. Am Mittwochen des Morgens, um Liebe des Nächsten, 11. des Abends; um chriftl. Verhalten 32. Um Neujahrs- Tage. 33. Um Fefte der Offenbarung Chrifti und seiner Lehre an die Heyden. 34. In den Gedächtnistagen des lei dens und des Todes Jesu. 35. Um Oster. Feste. im Umgange mit andern, 36. Um Feste der Himmelfahrt Jesu. 37 Am Pfingst- Feste. 13. Um Donnerstage des Morgens, um 38. Am Michaelis. und Erndte.Feft; rechtmäßige Gesinnung gegen Gott, * 3. des Abends; Vertrauen auf 39. An öffentlichen Bugtagen. Gottes Vorschung insonderheit, mung unters Lebens. 14. Am Freytage des Morgens, un rechten Gebrauch des leidens Jesu, 15. des Abends; um Anwendung des Todes Jefu zur Vorbereitung auf unsern Zod. 40. In gemeinen Nöthen und Trübfalen. 41. In Bethstunden und bey andern feyerlichen Demüthigungen vor Gott, als beym Wechsel eines Jahrs/ einer Woche 2c. 16. Am Sonnabend des Morgens, um rechten Gebrauch unsers kurzen und flüchtigen Lebens, 17. des Abends; Bekenntniß der Günden; Borsag zur Besserung: Mittel ihn auszuführen. Dank für die Erhaltung und Beschirs Bisher gewöhnliche Kirchen: Gebethe. 42. Nach der Predigt am Sonntag ist im alten Gebeti)-Buch Nro. 43. Ein anderes 44. In den Montagsbethstunden. 3 45. Nach der Wochenpredigt. 46. Auf Weihnachten 20 18. Im Wohlstande. 19. Für Nothleidende. 20. Für einen Kranken, der sich seine Krankheit selbst zugezogen. 47. Um neuen Jahrs- Tage. 21. Für einen Kranten redlichen Christer 48. Dank fürs Leiden Christi 22. Bey Annäherung des Todes. 23. Für die Umsiehenden bey Sterben- 49. Uuf Oftern den. 50. Aur Himmelfahrt. 51. Am Pfingst- Feste. 2 33 35 24. Nachdenken über das heilige Abend52. Für die Früchte des Landes 41 $ 3. Nach der Erndte. mahl und Selbstprüfung vorm Ge- 54 In gemeinen Nöthen. nuß desselben. 42 25. Demüthigung nach einem hisherigen lafterhaften Leben. Unhang ciniger kurzen Gebetht. ( 0)* Vorschrift Jefu Chrifti, unsers Herrn. ( Matth. 6, 7. c.) s k 1. Die Gebeths *** 11₁ die und deine vine nd wenn ihr bethet, lichkeit müsse von uns und unsern follt ihr nicht viel Neben Menschen erkannt, anges bethet und verchret werden; plappern wie die die Blückseligkeit, die du uns durch Hevden: denn sie meinen, sie den Messias und Weltheiland und werden erhört, wenn sie viel feine Religion schenken willst, müffe Borte machen. Darum soll allen zu Theil werden; ihr euch ihnen nicht gleichen; Anordnungen und Führungen dei Euer Vater weiß, was ihr be Erden mit der Demuth, Dankbar. ner Borschung müssen von uns auf dürft, ehe denn ihr Ihn bit feit und Freude verehrt, tet. Darum sollt ihe also be: Befehle und Gebote miffon, then: Unser Vater in dem Ausnahme, ſo aufrichtig/ willig, immel, dein 27ame wereifrig und beständig ausgeübt werde gebeiliget; dein Reich ten, als es von den feligen Befomme; wohnern des Himmels geschicht dein Wille ges Das, was zum Interhalte unsers schebe auf Erden, wie im Seites und Lebens nöthig und zu immel; unser täglich länglich ist, gieb uns und andern Brod gieb uns heute, und veute und täglich; Unfre be vergieb uns unsere Schule gangenen Sünden, unsre Mängel den, wie wir unsern Schul und Fehler verzeihe vus: strafe uns nicht, wie wirs verdienen, digern vergeben; und fabdern sey uns gnädig: so wie wit fone te uns nicht in Verlu unfern Feinden und denen, die uns chung, sondern erlöfe uns beleidiget haben, verzeihen, ihre om dem Uebel. Denn dein Beleidigungen vergessen, ihnen ist das Reich und die Kraft weder Böses wünschen noch vita und die herrlichkeit gelten, sondern vietmehr wohlthun in wollen; bewahre uns vor allen Ewigkeit, Amen!, zu großen Nöthen und Trübfalen Das beißt in und vor allen zu stärken und gefährs die in anfrer Sprache rette uns vielmehe von allem was lichen Reigungen zur Sünde; er. gewohnlia er find, et uns schärlich ist: befreye uns von wa folgendes: der Sünde, dem größten Uebel und ( Bater unser Aller, die wir Men der Quelle des so Worten mannichfaltigen ſchen sind, der du über Alles, Al- Elends und bringe uns nach dem denn an Macht/ Tode zur ewigen Geligkeit lenthalben regierest und Güte und Weisheit über alle Bä. unfre und der ganzen Welt Schick, auf Erden unendlich erhaben fale stehen unter deiner weisen und deine Majestät und Herrs'gütigen Regierung; du hast die Macht ter bift 3 @ 1 4 Morgen und Abend. Andachten. Macht unfre Bitten zu erfüllen und sagen: gleichwie auch wir noch überschwenglich mehr zu ge vergeben ben als wir gebethen; deine Macht! und Güte nime kein Ende: du kannst gern) unsern Schuldis Denn so ihr den Mens und willst uns ewig beglücken und schen ihre Fehler vergebet; so fegnen Amen! es geschehe uns so: wird euch euer himmlischer Ba So ihr ja, mit größter Zuversicht erwarten ter auch vergeben. wir alles Gute von dir, unferm Vater.) aber den Menschen ihre Fehler nicht vergebet; so wird euch ( Ich habe euch aber, nicht euer Vater eure Fehler auch ohne Ursache, befohlen, zu nicht vergeben. 2. Allgemeines Morgen Gebeth. Unendlich gütiger Gott, wir verhalten nach deinem Willen, du uns in der vergangenen Ewigkeit thun. Gieb uns Muth Nacht Ruhe und Erquickung und Stärke, alle böse Begiers uns vor Unglück ben geschenkt, die in uns aufsteigen bewahrt und bis auf diesen möchten, zu unterdrücken, und Augenblick gefund erhalten uns besonders vor den Gün haft. Unser Daseyn, unsere den sorgfältig zu büten, wozu Kräfte, unser Leben, ja alles wir am meisten geneigt find, Wohlfeyn an Leib und Seele damit wir, durch Sünde, wes haben wir beiner Gåte zu dan- der unsre eigene Seele verle fen. Wie glücklich sind wir, Ben, noch andern ein Vergers daß wir, als Christen, erwa- niß geben, oder sie zum Bdchen; daß wir did), durch die sen reißen und verführen. Gieb Gnade Jesu Christi unsers uns Lust und Vermögen, heute Heilandes, erkennen, daß wir recht viel Gutes zu thun. Laß wissen, warum wir auf der uns wachen und bethen; laß Welt leben, wie wir im Glau uns in allem, was wir denken, ben an seinen Namen, deine reden und thun, auf deinen Waterhuld genießen, heilig Willen und das Beyspiel und und fromm leben und einst Muster unsers Heilandes, Jeſu ewig felig werden mögen. Chrifti fehen; damit wir ges allwissender gen alle Menschen liebreid, Gott, ob diese große Sache mit den Elenden mitleidig; ges uns recht am Herzen liege. gen die Armen, nach unserm Uch! mache sie uns recht wich- Bermögen, wohlthätig; gegen tig und gieb, daß wir auch an die, welche uns Gutes thun, diesem Tage, durch unser Wohl- bankbar; und gegen die, die Du weist und Morgen und Abend- Andachten. 5 uns beleidigen, sanftmüthig Laß uns auch in allem auf und versöhnlich seyn mögen. deine Borsehung vertrauen und Gieb deinen Segen zu unsern die Flüchtigkeit unsers unges Geschäften; laß uns die Pflich: wissen Lebens stets wohl erwäs ten unsers Berufs treu und ge- gen. wissenhaft verrichten, und im Erbarme dich aller Men= mer daran denken, daß wir schen! breite Wahrheit und nicht den Menschen nur die Frömmigkeit immer mehr auf nen, sondern dir, und auch bey dem Erdboden aus und laß das unfern Arbeiten allezeit vor Heil deines Sohns auch denen deinen Augen sind. fund werden, die es noch nicht Bewahre uns an diesem kennen. Gedenke in Gnaden als Tage vor Gefahr, Unglück ler Armen und Verlaffenen. als und Leiden; und wenn der lev Traurigen und Bedrückten, gleichen über uns kommen sollte, aller Schwachen und Kranken. fo schenke uns Geduld, Muth, Erhöre unser und alles andere Standhaftigkeit und Hülfe, gläubige Gebeth, welches heute und mache uns bereitwillig, zu dir gethan wird, um Jesu durch gegenseitige Liebe und Chrifti, deines Sohnes, unsers Mitleiden eines des andern Last Heilandes Willen. Amen. zu erleichtern und zu tragen. I 3. Allgemeines Abend Gebeth. unfer du daben un-= schöpfliche Quelle alles Gu- sempfindlich und gleichgültig ten, wir danken dir für alles bleiben, weil wir sie täglich Gute, daß du heute an uns genießen. gethan haft. Du hast uns beym Ende lebhaft empfinden, wie Laß uns zu dem. Leben erhalten. Du hast es übel wir daran wären, wenn uns nicht an der nöthigen Nah- wir rung, nicht an Kleidern, nicht Wohlthaten, auch nur einen dieser deiner täglichen an einem sichern Ort des Auf Tag, entbehren müsten. Laß enthalts fehlen lasſen. Du hast uns unsere Unwürdigkeit erken= uns vor schweren Krankheiten, nen und wohl erwägen, daß wir Echmerzen, Gefahr und Elend keine einzige dieser Wohlthaten behütet. Du hast uns Kräfte durch unser Verdienst, sondern und Gelegenheit geschenkt, durch deine Gnade, empfan= weife, besser und glücklicher zugen. Ja auch an diesem Tage Und wer kann die waren wir deiner Gnade und Wohlthaten alle zählen, die wir Erbarmung nicht werth. Auch täglich) genießen? an diesem Tage haben wir Gus tes werden. @ 3 err 6 Morgen und Abend. Andachten. tes unterlaffen, und Fehltritte) les Schrecken und alles Una und Sünde begangen. glück von uns ab. Laß uns Ach, allwissender und hei: morgen gesund wieder erwa: liger Gott, gieb uns doch recht chen; die mit neuen Kräften lebhaft zu erkennen, alles, was dienen, und der ewigen Se dir heute an uns mißfällig ge- ligkeit mit neuem Eifer entges wesen, und laß uns deine ungen eilen. o allgegenwärti verdiente Gute und unfre Straf: Verhüte würdigkeit so stark empfin- ger, allmächtiger Gott, diese allenthalben Unglück den, daß wir alle unsre Abwei- Nacht chungen und Günden schmerzfund Sünden. Zerstöre den haft bereuen und den ernstli- Rath der Bosheit und die Un chen Vorfag faffen mögen, ternehmungen der Frevler. Laß fünftig, unterm Beystand dei: alle, die ihre Laster mit der nes Geistes, frömmer und Nacht decken wollen, von dem rechtschaffener vor dir zu wan: Gedanken an deine Allwissens deln. Dann aber verzeihe uns heit und Allgegenwart ergriffen auch alle unfre Uebertretungen und von der Sünde abges durch Jefum Christum unsern schredt werden. Heiland, und befreye uns Erbarme dich in dieser Nacht von allem lebel, welches sonst aller Menschen; insbesondere auf unsre Sünden in Zeit und aller Elenden, Hüflofen, Vers Ewigkeit folgen måste! laffenen, Kranken und Ster: Du görmst uns, barmherzi: benden. Las alle, einen jeden ger Vater, die Nacht zur nach seinen Umständen und Ruhe und Erquickung, Wie Bedürfnissen, erfahren, daß nehmen diese mit du der treue Vater der Mens kindlichen Herzen aus deiner schen seyft und Jesus Chriftus Baterhand an. Wache durch ein Erbarmer und Freund aller deine gütige Vorsehung über Hälfsbedürftigen, die sich zu uns! wenn wir schlafen; be ihm nahen. Erhöre uns, um dieses un: wahre unsern Othem, der in deiner Hand ist, und wende atfers Erlösers willen, Amen. 4. Am Sonntage; des Morgens. Gott, mein Vater, mit Freu, die Meinigen in der vorigen de und Dank erscheine ich Woche ausgeschüttet hast, für ist vor deinem Angesicht. Mit den Schuß, den du uns in dem demüthigsten Danke preise der abgewichenen Nacht ange ich dich für den mannichfaltigen beihen laffen; für die Ruhe Gegen, ben bu über mich und durch welche wir erquict wor Wohlthat den. Ueber die Sonntaas. Fever. 7 den. Ich freue mich herzlich, Gonntag die Anzahl der ver= daß du mich diesen Tag wieder lornen, der unnuß und sündlich erleben lassen, der zu deiner zugebrachten vermehren; fon= feyerlichen Verehrung besondern gieb, daß wir ihn gang ders bestimmt ist. O wie deiner Ehre und unserm Heil glücklich bin ich, daß ich mich widmen und durch einen, deis heute, frey von irdischen Genen Absichten gemäßen Gen schaften und Sorgen, in deinem brauch, heiligen mögen. Haufe mit meinen Nebenchristen versammlen kann; daß ich Bewahre uns gütiger Gott, da über alles, woran mir am daß wir nicht, durch unnöthige meisten gelegen ist, mit stillem Geschäfte und unnüße ZerstreuGeiste nachdenken, mich von ungen, den Segen dieses Tadeinem Willen unterrichten; ges an uns vereiteln. Heilige mich im Glauben an dich und alle unsre Vergnügungen und Freuden, die uns deine Freundlichkeit auch im Beiblichen schenfet, damit wir immer mehr daz durch zu dir, der Quelle aller Freuden, geführet werden, und laß uns nur solche Ergößungen Dank fey es genießen, die mit Versicherung deiner Gnade genossen werden ge: mögen; nur folche Freuden suchen, welche die Seele auf muntern, ohne der Frömmig: feit und Kugend nachtheilig zu werden. Die Ruhe, die da auch mir und allen, die nach uns heute von unsern irdischen deinen Namen genennet sind, Geschäften verstattest, fegne deiner weisen väterlichen Güte, die diese Veranstaltungen troffen und uns bis auf diesen Tag in dem Genuffe derselben erhalten hat! Aber, ach Gott, vergieb es um Chrifti willen, unfree; wenn wir jur ehren die wohlthätige Veranstaltung Kräfte und Erholung zur Sammlung Ju unserm Unterricht, Besse und Richtung unsers Gemüthes tung und Troft nicht genug aufs Ewige. Laß uns die got: geschäßt; wenn wir diesen Tag tesdienstlichen Versammlungen der Erquickung und des ges nicht ohne Noth verlassen, son: meinschaftlichen und öffentli dern sie zur Vermehrung uns hen Gottesdienstes nicht wür: frer Erkenntniß in der Religion dig gebraucht; sondern wol und zum Wachsthum in der gar durch fundlichen Mißbrauch Frommigkeit anwenden. Mach entheiliget und verschwendet les uns zur Freude, dich, un: haben. O laß nicht diesen ferm a4 deinen Sohn Jefum stårken; mich deiner Wohlthaten und der Hofnung der seligen Un sterblichkeit freuen, und so mei: nen Geift nåhren und zu eis nem bessern höhern Leben vor bereiten kann. 8 Morgen und Abend- Andachten: fern Schöpfer und Vater, mit ligen, wohlthätigen, gemeinunsern Brüdern gemeinschaft nützigen Lebens, das einen so lich zu loben und anzurufen, herrlichen Ausgang genommen und sie durch unser Beyspiel hat, erwecken, und uns recht zur Liebe und guten Werken zu himmlische und liebesvolle Ges reitzen. Laß uns aber auch in sinnungen einfldsen. unsern Häusern diesen Tag zu heiligen Handlungen und from Erbarme dich der Verirrten men Uebungen anwenden. Und und führe sie auf den Weg der wenn wir dann öffentlich oder Wahrheit und Seligkeit. Bekeh in der Einsamkeit zu dir bethen re die Lafterhaften, und gieb daß oder dir und deinem Sohn heute viele durch dein Wort Jesu Chrifto zu ehren Loblie- gewonnen werden. Stårke die der fingen; so laß es mit Un- Schwachen im Guten, daß fie dacht und Inbrunst geschehen. immer vollkommener und bea Wenn wir dein Wort betrach- ständiger werden mögen. Gieb ten oder verfündigen bören, allen Traurigen heute Trost so mach es fråftig durch deinen und Freude, und den Kranken Geift an unsern Herzen, damit Erquickung und Hoffnung. Sors wir erleuchtet und überzeugt, ge våterlich für die Bedürfnisse gebeffert und gestärkt, ermun- aller beiner Kinder auf Erden. tert und getröstet werden md- Walte mit deiner Gnade über gen. Laß insbesondere den den Regenten, über alle Obriga Gedanken von der Aufer: feit, über alle Einwohner dies wekung und Erhöhung deines ses Landes und dieses Orts und Cohns Jesu, an welche uns laß dir unser Leben und unfre dieser Tag erinnert, uns im ganze Wohlfahrt heute, auf Glauben an seine göttliche diese Woche, und auf die gans Lehre und im Vertrauen auf ze Zeit unserer biesigen Pil feine Verbeiffung befestigen; grimschaft empfohlen feyn; und zur Nachfolge seines heilum Jesu Christi willen, Amen! 5. Am Sonntage; des Abends. Gütig ütiger Gott, du thuft gerne/ Unter deiner Aufsicht bin ich wohl. dh weiß es aus frey von Gefahren und Leiden tausend Proben, daß du auch zeblieben. Du haft mir Ges an meiner Glückseligkeit arbei sundheit, Nahrung und Freude teft. Auch in dieser Abendsfun- aescherft und was noch mehr de muß mein Blut zu deinemist, du hast für die Bedürfs Lobe wallen; denn auch heuteiniffe meines unfterblichen Geis habe ich es geschmeckt und gestes gesorgt und mir aus deis sehen, wie freundlich du bist.. nem Ueber die chrifstliche Frömmiateit." 9 Rem Wort Unterricht, Wars von dem ich nicht weiß, obs mung, Aufmunterung und Tage, Monate oder Jahre Trost gegeben. dauren werde, nun auch des Aber wie beschåmt werde Guten freuen könnte, was ich ich, wenn ich bedenke, wie durch deine Gnade ausgeübt wenig ich bisher deine gnådige habe. Und damit ich so glück= Absicht habe an mir erreichen lich seyn möge, fo erleuchte laffen. oft dein und beffere mich durch deinen aber die Geist, daß ich in der NusrichZerstreuungen tung deffen, was du mir bea dieses Lebens schwächten den fohlen haft und in der Nach= 1 Eindruck deffelben auf mein folge meines Heilandes immer: Herz.ch betrachtete dein rechtschaffener, treuer und fe Wort; aber mehr aus Gewohn: ster werde. beit, als aus dem Triebe, dir wohlzugefallen. Ich bethete; schöpf, daß mit vielen Gefah Ich bin ein schwaches Geich fang; aber mehr mit den ren zu straucheln und zu fallen, Lippen als mit der Seele. Ich umringt ist: daß, ohne dich, faßte gute Vorsätze: aber ich feine mannichfaltigen Pflichten versäumte es, sie auszuüben. nicht erfüllen und das herrliche Ich hörte Wort verkundigen, Sorgen und Ach wie traurig måste ich Ziel des Christenthums nicht erst un diesen Tag beschließen, reichen kann. Aber du, o Herr wenn ich nicht hoffen könnte, mein Gott, hast Weisheit und um Jefu Chrifti Willen Verge Stärke allen denen verheiffen, bung dieser und aller meiner die dich darum anrufen; die Sünden zu erlangen. Und herzlich wünschen, weiser, beffer Darum flehe ich zu dir, o Vas und frimmer zu werden. Diesen ter aller Barmherzigkeit, ge- Wunsch, o bester Vater, haft denke nicht meiner Sünden, son: du selbst in meine Seele ge= dern gedenke meiner nach deiner legt: bu hast mir das Wollen Gnade, die du allen Bußfertigen gegeben. Gieb mir nun auch durchy Jefum Chriftum verheiß- das Bollbringen, damit ich sen hast, und gieb mir Kraft den Weg vollenden möge, der zu einer redlichen Besserung nach der Anweisung deines meines Herzens und Wandels. Sohns, meines Heilandes, zur So viele Tage habe ich mich, wahren Gläckseligkeit führt um meiner Sünde willen, mit Hilf mir alle Schwierigkeiten Schaam und Reue zu dir na- und Hindernisse des Guten; ben müffen. wie glücklich bilf mir alle Neizungen der würde ich seyn, wenn ich mich Welt und meines eigenen Herin meinem künftigen Leben, zens zum Bdsen, überwinden. a 5 Mach TO Morgen- und Abend- Andachten. der Menschenlie: hången, damit Mach mich treu im Gebrauch auf dich das erste größte und der Mittel des Unterrichts und beste aller Wesen stets zu sehen, der Besserung, die du uns ge- dich meinen Schöpfer und meinen Vater und geben hast, und laß diefen Ge- Herrn, brauch stets gefegnet seyn. Wohlthäter über alles zu lieben, die zu gehorchen, auf dich zu und mit deinen Gieb mir die köstlichen Leh- vertrauen, und Verheissungen des Schickungen zufrieden zu seyn. Evangeliums, die für mich die Sas mich immer beffer einse rechte Quelle des Trostes und hen, wie genau Gottesdienst die Kraft der Gottseligkeit find, und Christenthum mit den or immer deutlicher und vollstän: dentlichen Berufspflichten und diger ju erkennen. Gieb mir den Werken aber auch Lust und Kraft, die be zusammen Vorschriften und Gebote, die ich nicht die bloßen Andachts: du uns in der Bibel für unfere uebungen für den höchsten Gedanken, Reden und Thaten Theil meiner Pflichten ansehe gegeben, immer richtiger zuund darüber die Pflichten ge lernen, und williger und gen mich und meinen Näch treuer auszurichten: die meisten verfäume. Laß mich viel nem himmlischen Vater, im- mehr mein ganzes Leben zum mer ähnlicher zu werden, und Gottesdienst machen, und al mein Herz und meinen Wan- les, was ich thue, aus dank. del immer mehr nach dem her: barer Liebe und Gehorsam ges zen und Wandel Jefu, des gen dich und meinen Erlöser Sehns deines Wohlgefallens, thun, und so thun, wie es und meines Erlöfers zu bilden. deinen Gebothen und Muster Las es mein eifrigstes Bestre: gemäß ist, und wie Jefus es ben seyn, alles, was böse ist, gethan hätte, wenn er an meis zu verabscheuen und zu fliehen, ner Stelle und in meinen Um und alles Gute zu lieben und ständen gewesen wäre. Gieb zu thun; und war zu allen mir Vorsichtigkeit, nie meiner Beiten, an allen Orten, in Bestimmung zuwider zu hans allen Umstánden; in der Welt deln, nie meinen Verstand zu wie in der Kirche: ben meinen schwachen, nie meine Gefund Geschäften und Vergnügun heit und mein zeitliches Glüd gen, wie bey meinen Andachts- zu zerrütten. Lebungen; im Gerausche des Klugheit, die von den geitlis Lebens, wie in der Stille der chen Gütern und sinnlichen Einfamkeit. Laß es mein tåg Freuden, dieses Lebens einen liches liebstes Geschäfte seyn, mäßigen Gebrauch macht, um Gieb mir die ren nicht Ueber die chriftliche Frömmigkeit. nicht von ihnen gefeffelt zujanfehen, ihm nach Vermögen werden, oder, bey dem Ge: abhelfen, ihre Freude und winn des Irdischen, ewige und Glück vermehren und so mei beffere Güter einzubüßen. Sieb nem Heilande, der umher mir einen wahren christlichen ging und wohlthat und dei Heldenmuth, der die liebsten ner höchsten Güte nachahmen Lüfte überwindet, der ein gu- möge, die die Sonne scheinen tes Gewissen höher achtet, als läßt über Böse und Gute, und Königreiche und Goldgruben; regnen läßt über Gerechte und der alles, auch das Leben selbst, Unaerechte. für Wahrheit und Tugend auf Erhöre dis Gebeth, o barmopfert; der die Widerwärtig- herziger Gott, das ich in der feiten dieses Lebens, mit Gewichtigsten Angelegenheit mei= dult und Unterwerfung unter nes Lebens vor dich bringe. deinen Willen erduldet. Gieb Las mich deiner Vatertreue mir Lust und Kraft, als Bür- empfohlen seyn, da ich mich ger dieser Welt und als Erbeißt zum Schlafe niederlegen des Himmels für mein zeitli: will. Beschüge, erquicke und ches und ewiges Glück zu ar- segne mich; beschüße, erquicke beiten. Laß mich aber auch und segne alle meine Geliebs nicht eigennüßig für mich ten, alle meine Mitchristen. alleine leben; laß mich meinen Jßt in dieser Abendstunde steis Freunden, meinen Mitbüre gen so viel tausend Lobgesänge, gern, meinem Vaterlande, ja Thränen und Gebethe allen Menschen gerne dienen, Glücklichen und Unglücklichen, mit den Gaben, die ich von Frommen und Sündern, Krandir empfangen habe. Laß keiken und Gefunden zu deinem nen niedrigen Eigennus, keinen Thron empor. Siehe gnädig Neid, keinen Haß sich in meinem auf alle herab, die zu dir rus Herzen feste feßen, sondern giebsfen, o allgegenwärtiger, all: daß ich alle meine Nebenmen mächtiger gútiger fchen aufrichtig lieben, ihren durch Jefum Christum unsern Mangel und Kummer mitleidig Heiland, Amen. Vater, II von 6. Am Montage; des Morgens. Herr, du Urheber und Er so viel tausend meiner Brüder halter unsers Lebens, und Schwestern, die ich kenne durch den wir sind, leben und und nicht tenne, in dieser Nacht uns bewegen, Herzen danke ich dir, ganzen fo gnädig erhalten, vor Unglück daß du bewahret, und uns aufs mich, die lieben Meinigen und neue deine väterliche Güte und von 12 Mornen und Abend Andachten. und Treue haft empfinden lasterkeit meines Leibes und Ge fen. Auch zu diesem an müths, den fröhlichen Gebrauch gefangenen Tage brauche ich meiner Augen und anders nun deinen Beystand und Se: Sinnen, meine Vernunft und gen. Ich komme baher in dies Sprache und alle andere Ga fer Morgenstunde zu bir, wie ben, die du mir auch heute ein Kind zu seinem Vater, und schenkest, so anwenden und gesuche in Demuth, aber auch brauchen, wie es dir gefällig, mit einem Herzen voll Ver: deinen Absichten gemäß, und trauen, daß ben bir, was zu meinen und meiner Nebens ich mir selbst zu geben nicht menschen Wohl dienlich ist. vermag. Zuvörderst bitte ich deine Gnade Gieb, daß ich allen Müffiggang, um Trägheit und Untreue fliehen, die mir mehr daß ich die nöthigen Berufsges, werth ist, als alle Güter der schäfte allen andern Beschäfti Welt. Und da ich gestehen gungen vorziehe, die mir viels muß, daß ich meiner Sünden leicht angenehmer und mehr und Fehler wegen keine Gnade zum Vergnügen seyn möchten; vor dir verdient habe; fo bitte daß ich sie mit Fleiß und Em ich desto mehr, vergieb mir alle figkeit, zu rechter Zeit, und meine Sünden, um Jesu Chri- mit redlicher Treue, so gut als fti meines Versöhners und möglich ist, ausrichte. Gieb, daß Mittlers willen. Schenk mir ich das, was du mir in der aber and) deinen heiligen Geist, häuslichen und bürgerlichen daß ich von nun an, aus Gesellschaft zu thun befohlen Dankbarkeit gegen dich, die bast, mit unverdroffener Wil Sünde meiden, Gutes thun, ligkeit thue, benn wer deinen und mein ganzes Leben so ein: 2Billen thut, der verehret bidh richten möge, damit du durch und wer seinem Nächsten die alle meine Worte und Werke net, der dienet dir, o Gott, in gepriesen werdest. deinen Kindern. Laß mich bey Insonderheit gieb mir Gna- meinen Berufsgeschäften nicht de, daß ich die Pflichten, blos auf meinen, sondern auch die mein Beruf. mein auf meines Nächsten Nußzen Stand, meine Lebensart sehen und sie stets so wahrneh von mir fordern, gewissen men, daß ich dabey ein gutes baft ausrichte, und die Gewiffen bewahren und mich Stelle, die du mir in deiner deines Wohlgefallens getroflen Welt angewiesen hast, würdig dürfe. Laß mich alle Uinges behaupre. Lehre mich meine rechtigkeit, und alles bie flete Zeit, die Kräfte und Munnen und größern Betrügereven forg Arbeitfamkeit und Berufs- Treue: 13 ich mich bereichern, Brüdern hingegen forgfältig meiden, wodurch ohne deinen Segen nichts vers meinen mag, damit ich nie eitel und Schaden stolz oder undankbar werde. thun und mein Gewissen be- Laß mich aber auch jeden Ses flecken würde. Las mich die gen und jede Freude, die mir güldene Regel nie außer den auf dem Wege durch die Leben Augen setzen: wie ihr wollet, begegnet, ganz und innig gedaß euch die Leute thun, also nießen; darin deine Vaterliebe thut ihr auch ihnen. Laß mich schmecken, mich über dich nie vergessen, daß ich stets freuen und durch solche Freude und überall in deiner Gegen meine Dankbarkeit und Geborwart sey und dir dereinst von sam gegen bich stärken.- allem Rechenschaft geben müsse. Scheint meine Arbeit vergebe Laß mich fleißig und treu seyn lich zu seyn; wird fie nicht ers in meinem Beruf, nicht umffannt oder belohnt; genießen von andern gesehen und ge- andere die Früchte und den Nurühmt zu werden, sondern in gen von dem, was ich gethan der edlen Absicht, dir zu ge- habe: so bewahre mich, daß ich fallen, dir zu gehorchen und nte unzufrieden, muthlos und durch einen guten Gebrauch neidisch werde, sondern mich daz meiner Gaben und Kräfte mir durch beruhige, daß ich meine und andern nützlich zu werden; Pflicht gethan, und daß undaß so mein ganzes Leben einster deiner Aufsicht nichts Gubestendiger Gottesdienst seyn tes verlohren gehe oder unbe= moge. Dann aber lehre mich lohnt bleiben kann. Römmt auch, o bester Vater, mit kind mir die Stelle, die ich bekleide, lichem Vertrauen auf deinen der Beruf, den ich treibe, die Segen arbeiten und den Vebensart, die ich fübre, zu nieFort- und Ausgang meiner drig und zu beschwerlich vor; Geschäfte, ohne angstliche so laß mich nie vergessen, daß Sorgen und rastlofe Bestre du nach deiner weisen Regiebungen, deiner gutigen und rung mir diesen Posten anges weisen Vorsehung zuversicht- wiesen, und daß ein christlilich überlaffen. ches Verhalten jeden Beruf Gehen wichtig und edel, und jede Lea meine Geschafte bensart, wenn sie nur rechts glücklich von statten, bringen måßig ist, nützlich und ange: fie mir Bortheil, Ehre und uehm mache.- Werde ich in Freude, oder befördern sie das meinen Berufßgeschäften gez Beste meiner Brüber: so laß fort oder durch Pflicht der mich nie vergessen, daß ich Menschenliebe und Gefällig: feit 14 Morgen und Abend. Andachter. feit davon abgerufen; so laß der göttlichen Gnade und der mich nie dadurch zur Ungeduld ewigen Seligkeit bestraft wer: und zu einem múrrischen We: den foll: daß es Lieblofigkeit und sen verleitet werden; math Ungerechtigkeit gegen unsern mich vielmehr dienstfertig und Nächsten sey, nichts zu thun, da willig, meinen lieben Neben: sich doch so viel andere für uns menschen mit meinem Vermö- beschäftigen: daß Gott endlich gen und mit meinem Rath ger: bey der Verordnung eines are ne zu helfen, sie zu unterstügen, beitsamen Lebens nicht die Ab und durch freundschaftlichen ficht gehabt, uns ein schweres Umgang mit ihnen, zu er Joch aufzulegen, sondern viel freun, zu belebren und zu bes mehr die Gesundheit unsers fern. Leibes und die Ruhe der See: Und damit ich bey Verrich- len, besonders in den Tagen tung meiner Geschäfte so gejdes Kummers und der Trüb: finnet seyn und handeln möge; fale, zu befördern, und für so las mich bedenken: daß der Sünden und Thorbeiten ju treue Gebrauch unsrer Zeit und bewahren, uns die Besiegung Kräfte der beste Dank sey, den unordentlicher Begierden zu wir die für diefe Geschenke dei- erleichtern, und uns mit man: ner Hand bringen können: nigfaltigen Segen zu erquiden. daß wir durch gemeinnüßige Laß mich dis täglich erwägen, Geschäftigkeit, die Ehre er- und darum meine Geschäfte langen, die ähnlich zu werden, mit Gebeth anfangen, auch und Nachfolger unsers Hei- unter denselben oft mein Herz lands zu seyn: daß wir zur zu dir erheben, damit mit Arbeit erschaffen und dazu auch meine Pflichten, nebst den erlöset sind, um fleißig au großen Bewegungsgründen da: feyn in guten Werken: daß der zu, zu rechter Zeit einfallen menschenfreundliche Gebrauch und mich zu vielen guten Thaunserer Gaben und Güter die ten erwecken und geschickt ma beste Vorbereitung sey, zum chen mögen. Tode und zur Ewigkeit: daß Erhöre mich, gütigster Va die Treue im Geringen einft ter, und schaffe felbst in mir, hetrlich belohnt, hingegen die was dir wohlgefällt, durch un Unterlassung des uns möchli- fern Herrn Jesum Christum; chen Guten mit den Verlust Amen! 8. Am Montage; des Abends. Ben Jeym Schluß dieses Tages meinen Dank für alle die Wohl erschein ich vor dir, mein thaten, die du mir an demfel gütiger Vater, und bringe dir ben erzeigt haft. Du hast mein Leben Allgemeine Fürbitte. 15 Leben und meine Gesundheit erhalte mein Leben und verläns erhalten; mir Speise und gere meine Gnadenzeit. Mach Trank und Freuden beschert, mich aber auch willig und geund auch für meine übrigen fast, mich bey allen widrigen Bedürfnisse treulich gesorgt. Verhängnissen deinem väterliUnter deinem Beystand habe chen Willen zu unterwerfen. ich meine Berufsgeschäfte treiben können; und deinem Gegen Gott, du bist unfer und als verdank ichs allein, wenn sie ler Menschen Gott und Vater. glücklich gerathen sind. Ja Du willst, daß wir alle für einalles Gute, was mir wieder ander forgen und bethen sollen. fahren ist, es sey groß oder Verherrliche deine Gute an al klein, ist ein Geschenk deiner len Menschen auf dem Erdbo: Hand, dessen ich nicht werth den. Thue wohl unserm Lanbin. Denn auch an diesem desherrn und allen Obrigkeiten. Tage habe ich auf mancherley Beschirme den Ort, dessen EinBeise wider dich gefündiget wohner ich bin und wache über und lange nicht alles und so meine Hausgenoffen und Angethan, was, und wie ich es gehörige, über meine Freunde zu thun schuldig war. Vergieb und Feinde. Laß allen die es mir um Jefu willen und Gnade wiederfahren, um wel: laß mich immer besser und che ich dich, an dem Morgen frommer werden; immer mehr dieses Tages, für mich selbst nach deinem Willen leben und bath: ache fie gewissen. baft und treu in ihrem Ee ruf und erleichtere ihnen, durch deinen Beystand, die Erfül: thaten wollte ich dir gern im: nung der Pflichten desselben. mer völliger bringen. Unter- Erinnere die Könige, Fürs stüße mich dazu mit dem kräfsten und Hohen dieser Erde an tigen Beystand deines heiligen ihre hohe Bestimmung: Freuns Seiftes. Sey dann auch gü- de und Båter ihres Volks und tiger Gott, in dieser Nacht ihrer Unterthanen zu feyn. mein Schuß und mein Erretter. Laß sie darin ihre Ehre sehen Wende die Gefahren ab, die und ihr Vergnügen suchen, mich bey der nächtlichen Fin: daß sie gleich dir, dem Bösen sterniß umgeben, daß sich kein steuren, das Gute befördern, Unfall meiner Hütten nahe und die Unschuld schüßen und ihre fein Bösewicht meine Ruhe un- Untergebene, als ihre Kinder terbreche. Ist es deinem heili- und Freunde mit Gerechtigkeit, gen Rath nicht zuwider; fo Billigkeit und Liebe regieren. als ein Christ in die Fußstapfen meines Erlösers treten. Die fen besten Dank für deine Wohl Erine 216 Morgen und Abend- Andachten: Erinnere die Unterthanen, Laß die Eltern es zu ihrem daß sie ihre Obrigkeiten als täglichen und wichtigsten Ges ihre Herren und Wohlthäter ehe schäfte machen, ihre Kinder Fren und lieben, ihnen gehorchen, christlich zu erziehen: ihnen die Abgaben, die sie zum ge- Erkenntniß und Liebe der Remeinen Besten geben sollen, ligion, Gehorsam, Menschens willig und gewissenhaft bezah liebe und Tugend einzuprägen Ten und Gott für sie bitten: da- und sie zu Zierden ihrer Famis mit wir ein geruhiges und stil: lien, zu nützlichen und würdis les Leben führen mögen in aller gen Menschen und zu Erben -Gottseligkeit und Ehrbarkeit. der ewigen Seligkeit zu bilden. Laß die Lehrer der Reli- Fldße den Kindern Ehrerbies gion und des Christenthums tung, dankbare Liebe und Ges die Würde und Seligkeit ihres borsam gegen ihre Eltern und Berufs stets empfinden, und Vorgeseßten ein. Laß sie alles feine Gabe, feine Mittel, Gute, wodurch sie fromm, feine Gelegenheit ungebraucht glücklich und der Welt brauch laffen, ihre Zuhörer zu unter: bar werden können, mit Eifer richten, zu beffern, zu trösten lernen. Befrene ihre Hers und zu beruhigen, sie zu deizen von aller Bosheit und ner und deines Sohns Jesu Rachsucht, und laß sie alle Lus Erkenntniß und dadurch auf gen, Falschheit, Betrug und den Weg der seligen Unsterb- Verläumdung als die argste lichkeit zu führen. Laß aber Schande fliehen. Mach the auch die Zuhörer ihre Lehrer Herz mitleidig gegen Arme ehren und lieben, auf ihre Leh- und Traurige und mache ihnen ren aufmerksam seyn, ihnen, das Wohlthun zur Freude. Laß in so fern sie dein Wort vor sie mit den Jahren, so wie an tragen, gehorchen und folgen, Alter, also auch an Gnade ben für sie bethen, für ihren an dir und den Menschen zuneh ständigen Unterhalt sorgen und men. Präge ihren Gemü gerne mittheilen allerley Guts, thern eine stets dankbare Er denen die sie unterrichten. innerung gegen ihre Eltern, Mach die Eheleute durch Lehrer, Freunde und Wohl deinen Geist geneigt und willig, thäter ein, damit sie sich bes ihr heiliges Versprechen zu er- mühen mögen, ihnen Freude füllen: daß sie sich bis an ih- zu machen; ihnen zu helfen, ren Tod vorzüglich und mit be- wo sie können; sie im Alter zu ständiger Treue lieben, ehren, verpflegen, und ihre Wohlthaten versorgen, und einander glück zu vergelten; denn das ist wohl lich und vergnügt machen gethan und angenehm vor dir. wollen. Erine Allgemeine Fürbitte. 17 Erinnere die Häupter und Besten anwende, und seinen Herrschaften eines jeden Hau: Nebenmenschen neue Quellen fes, daß auch sie ihren Herrn des Fleißes öffne. Laß die Alten im Himmel haben, bey dem kein den Jungen gute Beyspiele und Ansehen der Person ist; damit Rath geben, und diese ihren Er fie gegen ihre Dienstboten Ge- mahnungen und gutem EremLaß den Reichen auf Reichthum nicht stolz. rechtigkeit, Billigkeit und pel folgen. Sanftmuth beweisen und das feinen Glück und Vergnügen derer seyn, fein Herz nicht daran hans gerne befördern, die ihnen diegen, sondern ihn zum Wohlthun nen; präge aber auch allen anwenden; laß den Niedrigen Dienstboten und Tagelöhnern und Arinen seine Armuth durch Gottesfurcht und Tugend ins Rechtschaffenheit, Demuth, Urz Herz, als die Grundlage aller beitsamkeit, Geduld und MäsRedlichkeit und Treue. Behre figkeit achtungswürdig machen. fie, daß gewiffenhafte Treue, Laß die Gefunden ihre Zeit und in der Abwartung ihrer Ar: Kräfte wohl nüßen und nichts beiten, ein Haupttheil ihres von dem, was sie ist thun tonchristlichen Gottesdienstes sey; nen, auf die ungewisse Zukunft daß Aufrichtigkeit und Fleiß, verschieben. Laß die Kranken Folgsamkeit und Bescheiden: für die Wiederherstellung ihrer heit, Keuschheit und Ehrbarkeit Gesundheit forgen; fich deinem ihre Ehre; hingegen Lügen, Be Willen mit kindlicher Gelassentrug und Faulheit, Grobheit und beit unterwerfen; ihr Haus in Widerspenstigkeit, Unkeuschheit Absicht auf das Irrdische bestels und wüstes Leben, ihre wahreslen; sich näher auf die Ewige Schande sey.. Erfülle sie das keit vorbereiten: und wenn her mit Abschen gegen diese sie diese Welt verlassen sols und alle übrige Laster und mit len, so gieb, daß fic dieselbe Liebe zu allen Tugenden, damit Gesinnungen mit auch sie dir wohlgefallen in verlassen und erleichtere ihnen Chrifto und der Belohnungen in den Ausgang aus derselben, Deinem Reich fähig seyn mögen. durch die Hoffnung eines beſsern Gutiger himmlischer Vater, ewigen Lebens. du hast uns alle berufen einander zu dienen, einer des So lehre uns alle, o Gott, dern Wohlfahrt zu befördern; deinen Willen thun, und uns gieb doch, daß der, welcher an serm Beruf gemäß leben, uva dere an Einsicht, Weisheit deines Sohns, Jefu Chrifti wil.. und Erfahrung übertrifft, seine len, und durch den Beystand des Vorzüglichkeit zum gemeinen heiligen Geistes, Umen. christlichen anD 8. Am . 18 Morgen und Abend Andachten: 8. Am Dienstage; des Moraens. eine Güte, o Gott, mein leben soll. Durch sie bin ich Bater, ist alle Morgen ein Mensch); durch sie bin ich neu und deine Barmherzigkeit fähig, dich meinen Schöpfer währet für und für. Das er zu erkennen, Irrthum und fennet mein Herz mit froher Wahrheit, Gutes und Böses dankbarer Empfindung in der zu unterscheiden, die Pflichten Stille und eben das soll mein meines Berufs und der Mens Mund bey aller Gelegenheit, fchenliebe zu erfüllen. Sehr laut vor andern bekennen und traurig und unglücklich ist der rühmen. Der Tag, den ich Zustand derer, die des Ges wieder gefund erlebt habe, ist brauchs ihres Verstands bes ein neuer Beweiß deiner Treue raubt werden. Ach bewahre und Güte. Lehre mich nun mich doch vor solchen Zufällen, die Weisheit, meine Lebens- des Alters und der Krankheit, tage recht anzuwenden: durch die mich entweder ganz oder Glauben und Gottseligkeit mich zum Theil diesen Unglücklichen auf den Himmel vorzubereiten gleich machen könnten. Sehe dir und meinem Nebenmenschen mich dagegen nach deiner Güte zu dienen, und durch alles, in solche Umstände, daß ich im was ich denke, rede oder thue, mer vernuftiger denken und deine Ehre zu befördern. Mei handeln lerne, bis ich einmal ne irdischen Schicksale ordne nach vollendeter Prüfungszeit bu, o Herr, nach deiner Weis- in Gesellschaft aller vermunttis heit und Güte. gen seligen Geister die Bunder deiner Weisheit, Macht und Ich will mit dir reden, wie Süte vollkommener erkennen ein Kind mit seinem Vater und unaufbdrlich preifen kann, spricht: ich will dir sagen, was Die Gesundheit des Leibes fich mein herz in Absicht mei ist nächst einer gesunden Vers nes zeitlichen blacks von dir nunft unter allen trdischen Gü wünscht Aber ich will dir tern das Vorzüglichste. Ohne sie nicht vorschreiben, was du kann ich weder zu meiner eiges thun follst. Ich will es deinem nen Wohlfahrt noch zum Besten väterlichen Rath überlassen, in meines Nächsten recht thatig wiefern du meine Bitte erfül- feyn. So erhalte mir dann len willst. dies, von den meisten unerkann Erhalte mir vor allen Din- te, Gnadengeschenk. Und ob gen den Gebrauch meiner Ver- ich gleich als ein sterblicher nunft, so lange ich auf Erden Mensch zu viel begehren würde, wenn Gebeth um zeitliche Wohlfarth: 19 wenn ich einen ununterbroches, mir nur Kräfte, Mittel und nen Gesundheitszustand begeh- Gelegenheit, immer vollkoms ren wollte; so bitte ich doch, mener und tugendhafter und wenns dir gefällt, bewahre mir selbst und andern nützlich zu mich vor solchen Krankheiten, werden: daß ich der Achtung die meine Gesundheit auf im der Rechtschaffenen würdig seyn mer zerrütten, und vor solchen und, vor allen Dingen, das Zufällen, die mich ausser Stand Zeugniß eines guten Gewiffens ſetzen, meinen Beruf und Pflicht und die Versicherung beines abzuwarten. Beyfalls haben möge. Große Reichthümer und Ue- Laß in meinem Hause Liebe, berfluß an Geld und Gut be- Eintracht, Rechtschaffenheit gebre ich nicht von dir. Das und Gottesfurcht wohnen, das größte Vermögen ist, ohne mit ich in seinem stillen deinen Segen, bald zerstreut Schooße die Freuden des hauss und verloren; und niemand lichen Lebens genießen möge. lebt davon,( niemand ist um Schenkst du mir Kinder; so deswillen allein glücklich) daß schenk mir auch Freude an iher viele Güter hot. Doch darum nen. Erheitre mein Leben bitte ich, mein Bater, behüte durch das Glück der Freunds mich vor drickenden Nahrungs: schaft, und laß mir wenigstens eis forgen. Beschere mir so viel, nige redliche Freunde übrig blei baß ich meine nothwendigen ben, mit denen ich meine Freus Bedürfniffe bestreiten und auch den, Widerwärtigkeiten und andern in der Zeit der Noth Leiden theilen und auf deren benstehen kann. Bewahre Treue ich mich verlassen kann. mich, daß ich niemals in die Um ein hohes Alter will ich Versuchung falle, durch List nicht bitten; denn ich weiß und Ungerechtigkeit mein Brod auch hierin nicht, was mir zu suchen, oder, vom Hunger nützlich ist. Willst du mich) gezwungen, meine Hand nach aber so lange leben lassen, daß fremden Gut auszustrecken. ich nicht nur für das Glück der Mach mich) sparsam und flei- Meinigen beffer forgen, sons Big; fegne meine Arbeiten und dern auch mich selbst zur Ewig= mein Vermogen, daß ich weit feit mehr zubereiten kann, so damit reiche. Erwecke mir werde ich dir mit findlichem aber auch Wohlthäter, wenn Herzen dafür danken. Sey ich fie nöthig habe. du nur, wenn ich alt und Allgemeinen Beyfall und grau werden soll, meine Stüße; den Glanz der äusserlichen Ehre mindere mir die Lasten des berlange ich auch nicht. Schenk Alters und hilf sie tragen. b 2 Dir 20 Morgen- und Abend Andachten. Dir sey es heimgestellt, alle meine irdischen Angelegen. wie, wenn und wo ich sterben beiten so ordnen, daß mein wah Glück dadurch befördert soll. Bewahre mich nur vor res einer schrecklichen Todesart und werde. Du hast mir ja deinen gieb mir ein fanftes, vernünf Sohn zum Erlöser und es tiges und seliges Ende. eligmacher geschenkt. Wie fell berlaffe ich findlich und zuver: test du mir mit ihm nicht alles fichtlich deiner weisen Regies fchenken, was mir nuglich und rung das ganze Glück meines Lebens. beitfam ift? Nun, Herr mein Gott, deine Gnade sev mit mit, mit den Meinigen und allen To viele Tage habe ich schon Menschen. Sie segne, starte zurückgelegt, worin du für mich und leite uns alle bis zum ewis väterlich gesorgt haft, Du wirst gen Leben, durch Jesum Chris auch ferner an mich denken und stum, Amen! 9. Am Dienstage; des Abends. as ist ein köftlich Ding, schågen; um dich dafür zie dem Herrn danken und preisen, sie recht zu gebraus lobfingen; des Morgens deine chen und zu bewabren; nicht Gnade, des Abends deine Wahr. aber um ftolz und hochmüthig heit, deine Treue und Gute zu werden, mich selbst zu ets verkündigen. O wie freue ich heben und andere zu verachten. mich, daß auch ich mit fröhli: Nein, o, Allerheiligster, diese chem Munde dich ist leben Gemüthsart ist nicht nur th darf. Deiner Wohlthaten sind rigt, sondern auch die be mehr, als daß ich sie zahlen scheulich. Du widersteheft den fann. Wenn ich nur bey die Hoffärtigen aber den Dem sem einzigen Tage stehen bleibe, thigen giebst du Gnade. Und so muß ich erstaunen über die wie dürfte ich mich erheben, Größe deiner Güte und Treue; sich alles, was ich habe, von dir die du an mir gethan hast. habe, da mich so viele Fehle da O mein gütiger Gott, laß es Sünden und Mängel unter mich schmecken und sehen, wie Tausende herunter seßen, die freundlich du bist. Laß mich das besser sind als ich. To gid Gute, die Vortheile und Vor: dann, daß ich schwaches sand juge des Geiftes und Leibes liches Geschöpf von meinem und meines ganzen Buffandes Heiland lernen im Natürlichen und Geistlichen, erzen demüthig zu ſeyn; Die du mir geschenkt hast, forg: nicht blos in Worten, in fältig erkennen und gebührend berden und andern Aufferliche möge, Bra VOIL und Ueber die uns schuldige Selbstliebe. Bezeigungen. Er war gleich, deinem wie ein anderer Mensch, und wenden an Geberden als ein Mensch 21 Willen gemäß ane muß. auszubreiten. erfunden; und er will, daß unsere Gaben und Kräfte nicht Dein Wille ists, daß wir feine wahren Nachfolger weder zu unserm Verderben und uneine unnatürliche Gestalt des Gesichts und des Leibes im Geund Beschädigung unserer Negluck, nicht zur Betrübung beth und den Uebungen des benmenschen mitbranchen, son: Buke, noch eine gezwungene dern dazu brauchen sollen, um Geistlichkeit in der Kleidung unsere eigene zeitliche und ewige i dem Genuß und Gebrauch Stactfeligkeit zu befördern, und der Gaben Gottes für den Leib unter unfern Nebenmensopen und für die Nothdurft und das Ruhe, Bergnügen und WohlVergnügen des zeitlichen Lefahrt bens annehmen sollen. Dein mich daher Wille ists, daß wir am ersten diefen bloger Schein, unter welchem of und nach seiner Gerechtigkeit; trachten nach deinem Reich Heuchler ihr stolzes Herz ver: daß wir deine Gnade und die bergen, fliehen und laß die Zeligkeit des Himmels für achte Demuth deines Sohnes unfer höchstes Gut achten, und meines Herrn und Erlösers uns aufs eifrigste bestreben, mein Eigenthum und Bierde werden. Gieb, daß is Glauben, der durch die Liebe meine dies große Glück durch den von allem, was ich Gutes ha- thätig ist, zu erlangen und zu be, wenn es auch eine Frucht bewahren; daß wir dies, meiner Arbeit wäre, nicht mir, allen was wir thun, im Auge sondern Alles dir zuschreibe und haben; daß wir dagegen uns alles für ein freves Geschenk felbst und die Welt verleugnen, deiner Gute erkenne, das ich und lieber alles fahren lassen, ohne alle meine Würdigkeit als deine Gunst und das ewige ja wider mein empfangen habe. Verdienst, geben zu verlieren. Dein daher die Gaben des Geistes unsterblichen Geist und seine Laß mich wille ists, daß wir für unfern des Leibes and des lücke Bollkommenheiten nicht als ein folches Eigenthum forgen und stets wachsam und anfihen, welches ich nach mei: beeifert seyn sollen, in der Ev. nem eigenen Gefallen brauchen fenntniß alles Guten zuzunehe kann; sondern als ein vertraumen, unsere Gesinnungen und tes Eigenthum von dir, mei: Begierden zu beffern und ein nem Gott und Herrn, was ich richtiges, gutes und ruhiges gang deiner Vorschrift und Gewissen zu haben. THE vorzüglich Dein b3 Voilie 1 22 Morgen und Abend Andachten. Wille ists, daß wir unsern årgsten Vergehungen, ja oft zu Leib, in Gesundheit und Krank- Todschlägen verleiten, aufs heit, gehörig pflegen; daß wir stärkste verabscheuen; daß man alle seine Glieder nur allein zu allen Gelegenheiten dazu, wel Gott gefälligen Geschäften dhe unzüchtige Gesellschaften, gebrauchen; daß wir uns we- Bücher und Gemälde, Unmás der auf eine gewaltsame Weise, figkeit und Müffiggang, vers noch durch Unmäßigkeit, Sor- schaffen, mit Vorsicht und gen, Traurigkeit, Zorn, Geiz Klugheit ausweichen und den und übertriebene Arbeit an un- ersten aufsteigenden Begierden ferm Leben und Gesundheit zu jenen unwürdigen viehischen Schaden thun; daß wir zwar, kasten, durch das Andenken wenn es Pflicht und Beruf er: an deine Allgegenwart, durch fordert, unsers Lebens nicht Arbeitsamkeit, Mäßigkeit und schonen, sonst aber auf alle Gebeth, Du widerstehe. Beise es zu erhalten fu willst, daß wir die erlaubten chen sollen, so lange wir Ergögungen, die deinen Ge können. Du haft befohlen, bothen nicht zuwider und wes daß wir alle Unmäßigkeit im ber uns selbst noch andern schåbs Genuß der Speise und des Ge lich sind, mit Mäßigkeit ges tránks, alle Trunkenheit und nießen, durch das Andenken Schwelgeren, diesen stråflis an dich beiligen, da bey in den chen Mißbrauch der Gaben Schranken der Gottesfurcht Gottes, der die Gesundheit und Wohlanständigkeit bleiben schwächt, die Vernunft unters und uns besonders zur Freude brückt und allen Lastern den an dir und unserm Erlöser und Weg öffnet, sorgfältig vermeis zur Freude an löblichen Thaten den sollen. Du willst, daß erheben sollen. Schenkst du wir reines Herzens seyn; daß uns zeitliche Güter, Reichthum, Fein faules Geschwätze aus Ansehn, Ehce unb Würde, fo unserm Munde gebe; daß follen wir nicht stolz senn, man in seiner Kleidung und nicht auf diese ungewissen Gus außern Bezeigen ehrbar und ter unsre Hoffnung setzen, sons fittsam sey; daß man Hurerey, dern auf dich den lebendigen Ehebruch und alle Arten von Gott, der uns dargiebt reichs Unreinigkeit, die du, o Aller- lich, allerley zu genießen, und heiligster, zu strafen gedrohet, fie als Mittel ansehen und brauz die das Gemüth verwildern, chen, Gutes zu thun und den Leib und die Gesundheit reich zu werden an wohlthätigen zerrütten, in Armuth und Ver- Werken gegen unsre Nebens achtung stürzen, und zu den menschen. Nun, daß verlangt du Ueber die uns schuldige Selbstliebe. 23 du auch von mir; o mein Schö- salen, die du aus weisen und pfer und Herr, mein Vater und gütigen Absichten über mich vers Wohlthäter; gieb mir durch hàngst, mit standhaftem Hels deinen heiligen Geist Luft und denmuth entgegen geben, sie Kraft, diefen deinen Willen mit Ganftmuth und Geduld ers immer besser zu lernen und tragen, ohne darum in der redlicher zu erfüllen. Beobachtung meiner Pflicht und Schuldigkeit tråge oder Und gelingt es mir, das nachlässig zu werden, und alles zu thun, was recht und gut, mal lieber Böses leiden als Bdund deinen Geboten gemäß ist; fes thun. so bewahre mich vor der Ein- Alle meine übrigen Bedürf bildung, daß ich um dessen nisse, die du kennest, überlasse willen etwas von dir zu for ich deiner Fürsorge. Bleibe dern berechtigt wäre, denn mit deiner Gnade und Hülfe in ich habe ja nur gethan, was dieser Nacht bey mir, bey alich zu thun schuldig war. Laßlen meinen Freunden und bey mich daher das Gute, was mir allen Menschen. Behüte uns ju theil wird, nie als ein Versvor Schrecken und Schaden. bienst ansehen; aber auch über Wehre der Bosheit derer, die das Uebel, daß mir begegnet, Schaden thun wollen. Triste nicht murren, als wiederführe alle Betrübten, und erbarme mir dadurch etwas, das ich dich väterlich über alle, die nicht verdient hätte. Laß mich ist um Hülfe zu dir rufen, um vielmehr allen Leiden und Trüb- Jesu Christi willen. Amen. 10. Am Mittwochen; des Morgens. Gott, du bist die Liebe! das getröstet und in meinen Fehlern beweisen alle Wohlthaten, langmüthig getragen. Aus die du auf so mancherley Art unaussprechlicher Liebe gabst täglich über uns ausschütteft. du deinen eingebohrnen Sohn Deine Liebe war es, die dich für uns strafwürdige Menschen bewog, mir das Leben zu dahin, um uns Vergebung schenken; mich mit Sinnen, der Sünden, Leben und Ses Gliedern und einer vernufti ligkeit zu verschaffen. Deine gen Seele zu begaben. Deine Liebe und väterliche Fürsorge Liebe hat mich von Jugend auf hat auch in dieser vergangenen bis hieher mit allen Nothwen: Nacht über mich, die lieben bigkeiten des Lebens versehen, Meinigen, und so viel tausend mit vielen angenehmen Begeg meiner Nebenmenschen genissen erfreuet, mich im Leiden wacht, und tausende schmecken b4 unb 24 Morgen und Abend. Andachten. und sehen es an diesem Mor- Fennen wir einst die frohe Stims gen aufs neue mit mir: wie me nicht hören: Kemmt her, ihr freundlich und gütig du bist. Gesegneten meines Baters; er O so lehre mich dann, 21 erbet das Reich, das euch bereis lergütigster, dich wieder lieben; tet ist von Anbeginn der Welt. denn du hast mich erst geliebet. Ach! fo fende Boch den Laß mich immer an deine allge: Geist der Liebe in mein Herz meine vaterliche Menschenliebe, herab, und hilf mir alle men mit froher Dankbarkeit denken. schenfeindliche neidische, arg und schenk mir dadurch Lust und wöhnische, schadenfrohe und Kraft, deinen Willen zu thun boshafte Gesinnungen in dems Erfülle und die ähnlich zu werden. Es selben unterdrücken. ist dein Gebot: Liebe deinen meine Seele mit einem aufrich 27ächsten sowohl als dichtigen Bohlwollen gegen alle felbft. Könnte ich dich lieben, Menschen ohne Ausnahme. Laß wenn ich diesem Gebot unge: mich feinen einzigen Menschen horfam würde? du bist gütig, mit Gleichgültigkeit oder Vers barmherzig und langmüthig; achtung ansehen, keinen ein fonnte ich dein Kind seyn, ohne Aergerniß geben durch böses bir nachquahmen und zum Beyspiel oder Verführung zur Gluck meiner Nebenmenschen Günde; keinem an feinem Leben fo viel begzutragen, als es in und Gesundheit Schaden thun; meinen Kräften steht? Helfen keines Ehre und guten Namen, und Gutes thun, war dein vor durch Schmåben, übele Nachres nehmstes Geschäfte und deine den und Berläumdungen, fran liebste Frende hier auf Erden, osken; mich an dem Eigenthum keis Herr Jesu; und noch ists Selig- nes einzigen durch die mannigs feit für dich, deine Erlösten faltigen Arten des Diebstahls und Menschen zu erretten, zu be des Betrugs verfündigen. Und gnadigen, zu beffern, zu wenn durch meine Schuld ons erfreuen und felig zu machen. deren an ihrer Gesundheit, Das Bestreben, diesem deinen Ehre und Eigenthum ein Scha Vorbild nachzufolgen, ist das de zugefügt, worden, so mach Unterscheidungs Merkmahl mich bereit, ihnen denselben erfeßen. deiner wahren Bekenner; ist der aufs möglichste u beste Dank für deine unaus- Laß mich an dem Elend, den sprechlichen Berdienste um unse: Leiden und betrübten Zufällen re Seligkeit. Ohne diefe Tugend meiner gelten unsere übrigen Eigen chen Antheil nehmen, und ihre schaften und Handlungen nichts Noth, auf alle mie mögliche vor Gott, ohne diese Zugend Art zu erleichtern oder zu es ana nebenmenschen redlia Digen Ueber die Liebe des Nachfen digen suchen. O wie viele gött- Ines Glück, dankbar emfins liche Freuden würde ich ge den. Fern von allem Neid und nießen, wenn ich durch Un Bisgunst will ich meinen Ne terricht, Ermahnung, War- bennienfchen ihre Glücksumnung und Fürbitte, zur Ret: stände und Vorzüge gerne, tung der Seele aller derer, die auch alsdann, gönnen, wenn auf dem Wege des Verder: mein irdischer Ruhm dadurch bens wandeln; wenn ich zur verdunkelt oder mein irdischer Erquicung eines Kranken, Ar Vortheil dadurch verringert men, und jedes nothleidenden würde. Mit den Gaben, die schwachen Greifes, wenn ich ich, o Gott, empfangen habe, zur Unterstügung der Dürfti: will ich andern gerne tienten; gen, zur Erziehung verlaffes im heilsame Erkenntniße unter ner Waisen und zur Versor: ihnen auszubreiten, sie vor gung kummervoller Wittwen Schaden zu warnen, und die techt vieles beytragen könnte. Ehre, das Einkommen, die Weil mir aber dies überaus Ruhe und das Bergnügen fo große Vergnügen, der Anzahl vieler Menschen zu befördern, der Elenden und meines Un- als es nur immer geschehen vermögens wegen versagt ist, kann. Ich will andern alles so will ich mich doch bemühen, dasjenige gerne erweisen, was niemand unglücklich zu machen, ich vernünftiger Weise von ih mit den Beinenden zu weinen nen erwarten würde, wenn ich und wenn ich zu andern Hülf in ihren und sie in meinen Um leistungen zu schwach bin, ih standen waren. Hingegen will nen mit Trost, Rath und Für ich das, was andere mir gut bitte benzustehen. So weit es leisten schuldig sind, nicht nach aber meine Fähigkeiten und dem strengsten Recht fordern; Umstände verstatten, will ich zumal wenn sie dadurch zu sehe mich aller Verlaffenen, Troft leiden oder beschwert werden und Halflosen, nach ihren geift follten. Und diese Gerechtigs lichen und leiblichen Bedürfeit, Barmbersigkeit, Wohla niffen, aufrichtig und thatig thétigkeit, und auf die beste Art anneh Billigkeit und men. Jedes Gute, was einem will ich vornemlich meinen meiner Nebenmenschen zu Theil Anverwandten, Freunden, wird, jede rechtmäßige Freude Wohlthätern, Nachbarn und meiner Brüder will ich, als Glaubensgenoffen; aber nicht ein Geschent deiner allgemeislihnen allein, sondern, ohne nen Baterliebe, als meine ei- unterschied, allen, ja gar gene Freude, als mein eige- meinen Feinden und Beleidis * b5 geen Dimifertigteit, Gelindigkeit 25 Morgen und Abend, Andachten. gern fund werden lassen. Wir, Du hast mir, Gott, das Wole find ja alle Mitgenossen einer len gegeben, gieb mir auch das 27atur; von einem Blut ists, Vollbringen nach deiner groß was in unsern Adern fließt; fen Güte durch deinen heiligen einerley Schwachbeiten um Geist. So bin ich ein Jünger meis geben uns alle. Wir sind Kines Heilands; so kann ich deis der eines Erlöste mes Wohlgefallens, deines Ees eines bestimmte gens, deines Schutzes, deines Erben einer gemeinschaftlichen Beistands und Troftes versichert Geligkeit. Ich will auch nicht seyn; so werde ich immer mehr etwa nur denen Gutes erzeigen, zu den hohen himmlischen Freu von welchen ich Dank und ben geschickt werden, die du uns Freundschaftsdienste wieder ers in jenen ewigen Häufern der warte; sondern ohne Eigen- Liebe, der Freundſchaft und nut, Ehrgeiz und Heuchelen, des Friedens zubereitet hast. aus Gehorsam gegen dich und Vaters, Mittlers, aus Begierde dir ähnlich und Nun, Herr, deine Gnade bir dankbar zu werden, mich sen heute und allezeit mit mir, bemühen, das Elend aller dei- mit den Meinigen, mit allen ner Menschen zu erleichtern Menschen, durch Jesum Chris und Segen, Ruhe und Freude fum, Amen. unter ihnen auszubreiten. II. Am Mittwochen; des Abends. Wa as bin ich, Herr, daß du Liebe gegen meinen Nächsten meiner so gnädig ge- nicht stets bey mir zu unter: denkst? Auch heute hast du halten gesucht; wenn ich dem Großes an mir gethan. We- Kaltsinn, der Mißgunst, und nig Guts habe ich verdienet und andern bir mißfälligen Neis viele Wohlthaten hast du mir zu- gungen in meiner Seele Raum fließen lassen. Laß ist in die gegeben; wenn ich eine Gele fer Abendstunde das Gefühl genheit versäumt habe, Be beiner Güte recht lebendig in trübte zu erfreuen, und Vers mir seyn, damit ich alle meine laffene mit Rath und Hülfe Abweichungen und Sünden unterstützen. Sende den Geist schmerzhaft bereuen, und den der Liebe in mein Herz und ernstlichen Vorsatz fassen mo- laß es fünftig meine Freude ge, fünftig rechtschaffener und und die vornehmste Beschäfti frömmer vor dir zu wandeln. qung meines Lebens seyn, gleid Vergieb es mir insonderheit dir, meinem Gott, ein 2ohithi um Christi willen, wenn ich ter der Menschen zu werden. heute die wahre brüderliche Bo Ueber die Liebe des Nächsten. 27 Laß mir das Beyspiel meines Lagen und Falschheit verabs Erldsers stets vor Augen schwe- scheuen, und mich der Wahre ben, damit ich seine Sanft baftigkeit und Aufrichtigkeit muth und Demath, seine befleißigen. Laß mich vers Freundlichkeit und holdse schwiegen seyn: aber auch of ligkeit im Umgang mit ans fenherzig andern sagen, was dern nachzuahmen mich ernst- ihnen gut ist und auch ihre Fehlich bestreben mdge. Lehreler ihnen nicht verbergen, das mich, alle Menschen als meine mit sie dieselben beffern können. Brüder und Schwestern ach- Laß mich die rühmlichen Ei ten und lieben; ihnen mit genschaften und Handlungen Freundlichkeit und Güte zuvor anderer forgfältig bemerken kommen; ihnen durch Beschei- und gerne davon reden; hinge: denheit und unfündliches Nach- gen ihre Mängel, Fehler und geben gefällig zu werden, und Vergebungen nie ohne Noth auf alles, was ihnen ihr Le: bekannt machen oder ben angenehm machen und vergrößern. gar Laß mich) ges versüßen kann, aufmerksam gen die, welche in ihren feyn. Gieb mir Weisheit, mei Meinungen und Sitten von nem 27achften auch in mei mir unterschieden sind und bes nen Reden und Gesprächen sonders in der Religion anders angenehm und nüglich zu denken, duldende Tachsicht werden. Laß mich ben allen beweisen. Laß mich böse, leicht= schicklichen Gelegenheiten es sinnige und lasterhafte Mene öffentlich bekennen, daß ich schen nicht hassen oder verdams Licht und Stärke zur Tugend, men, sondern alles, was in alle meine Gewiffensruhe, alle meinen Kräften steht, dazu wahre Freude, allen Trost im beytragen, damit sie aus dem Lode, alle frohen Aussichten Abgrund der Laster und des in die Ewigkeit dem theuren Unglücks herausgeriffen wers Verdienst meines Heilandes( den mögen. Bewahre mich), und seiner Religion zu danken daß ihr Beyspiel den Abscheu habe; damit andere zur Werth- vorm Bösen nicht in mir schwäs schätzung Jesu und zur Aus- de. Laß mich vielmehr dem übung seiner Religion erweckt Exempel der verständigen und werden mögen. Laß mich in tugendhaften Menschen folgen, Gegenwart unwiffender Kinder ihren Erinnerungen und Bes und schwacher Personen nichts strafungen Gehör geben, um reden oder thun, was sie års dadurch weiser, beffer und gern, verwirren oder verfüh- frömmer zu werden. Gieb, daß ren könnte. Laß mich allelich mich bestreben möge, mit allen 28 Morgen und Abend- Andachten. zu allen Menschen, so viel nur böfe Gemüther ihrem immer möglich ist, friedlich und anderer guten Menschen zu leben; und auch unter meis Nachtheil nicht noch fühner zu nen Nebenmenschen Ruhe und machen, den Schuß der Obrig Einigkeit zu erhalten oder her: Feit anflehen; so laß mich da zustellen. Reinige mein Herz bey alle Rachbegierde und alles von aller Bitterfeit, Bank schadenfrohe Bergnügen an der fucht und Rachbegierde. Be- Bestrafung meiner Beleidiger. wahre mich vor stolzem und vermeiden und Schonung und Dann unbiegsamen Eigenfinn, und Großmuth beweifen. vor Argwohn. Laß mich nicht wird mein Leben ruhig seyn; leicht eine Miene, Rede oder dann bin ich ein wahrer Suz Handlung anderer für Belei ler und Nachfolger Jefu Chrifti, digung halten. Und wenn ich der das Böse mit Gutem übers wirklich beleidiget oder gewand und für feine Mörder Fränkt werde; so lehre mich, bath; dann bin ich erkenntlich den Zorn beherrschen, und die gegen die große Gnade, nach Vergehungen meines Nächsten welcher mir um Jefu willen lieber einer übereilten Unbe folche Beleidigungen vergeben dachtsamkeit als einer vorfeßli: werden, gegen welche auch die chen Feindseligkeit zuschreiben. größten Feindseligkeiten der Lehre mich, das mir zugefügte Menschen gegen mich, nicht zu Unrecht mit Gelaffenheit errechnen find; dann bin ich er tragen. Laß mich nicht Befes fenntlich gegen die Gheduld und mit Bösem vergelten, sondern Langmuth, womit du noch tags meine Feinde von ihrer Unge- lich meinen Fehlern und Måne rechtigkeit ihnen gein nachfiehst. überzeugen, von Herzen vergeben, ihnen alles Gute aufrichtig wünschen, Dir, mein Gott! übergebe ihnen gerne dienen und fielich mich und die Meinigen und durch Wohlthun wieder zu mei- alle Menschen in der bevorste nen Freunden machen. Und henden Nacht! Beschüße, feg muß ich zu meiner Schad- ne, erquide uns alle und loshaltung, zur Rettung erhalte uns zum ewigen Lea meiner Ruhe, Ehre und ben, durch Jefum Christum, Glückseligkeit oder auch um Amen! 12. Am Donnerstage; des Morgens. Die ie Gefahren der finstern schirmung, die du, o allmách Nacht sind abermals tiger Gott, mir, den Meinis überstanden; durch die Beigen und so vielen tausend mei ner Leben Ueber die Liebe und Gehorfam gegen Gott. 29 ner Nebenmenschen wiederfah1 Du, unser Schöpfer, bist ten lassen. Ich fühle meine der Herr der Herren und Kö Glieder durch einen fanften nig der Könige; aber auch der Echlaf erquidt, und beste Vater und größte Wohl= Gesundheit sind aufs neue thater der Menschen. Du bist mein Eigenthum. Aufs neue der ewige Urheber alles Guten; find alle meine Kräfte und Em du bist allmächtig, allwissend, pfindungen in mir erwacht, unendlich, weise, heilig, güdurch welche ich wieder in den tig und wahrhaftig. Du bist Stand gesetzt werde, die Schön auch mein Herr und Bater; heit deiner Werke zu empfin- auch mein höchstes Gut. Du den, mein Leben recht zu ge- haft mir Leben und Othem nießen und anzuwenden, und gegeben und mich zum Genuß dich, den Schopfer und Er unzähliger Wohlthaten fähig balter meines Lebens, mes gemacht. Alle Sinne und Glienen allerbochfien Wohltbåter der meines Leibes find Merk= und errn, zu erkennen, zu male deiner Huld. Du giebst verebren und anzubetben mir das Licht der Augen, dich Dlaß dann dies das Ziel mei in deinen Geschöpfen zu sehen, ner Bemühungen fegn, so und das Gehde, um die Stim lange ich auf Erden lebe. me der Menschen, ja die Stim me deines erquickenden Worts auch o unsichtbarer Gott, zu vernehmen; du hast einen wohnest zwar in einem Lichte, unermeßlichen Reichthum von dahin tein menschliches Auge Geschöpfen zu meiner Nahdringen kann. Du hast dich rung und zu meinem Vergnüaber durch deine Werke allen gen gemacht. Du haft die vernünftigen Geschöpfen und Hügel, Thaler und Felder mit ausserdem uns, durch unzähligen das Auge und dein Bort in der Bibel, offen: den Geschmack vergnügenden, bart; so daß wir deine unsicht- Früchten bedeckt. Denn es bare Kraft und Gottheit gleich war deiner Liebe nicht genug, sam zu schauen und zu füblen mich zu ernähren; du wolltest im Stande sind. Ach erwecke auch, daß eben die Speisen mich, daß ich nach jener böch- und Getränke, die zu meiner sten Weisheit die in deiner Erhaltung dienen, durch den Erkenntniß besteht, immer Geschmack und Geruch zugleich begieriger werde, und dazu ergößen und mein Herz desto die Vernunft und deine Offen mehr zur Dankbarkeit gegen barung in der Bibel sorgfäl- dich aufmuntern sollten. Viele unschuldige Freuden des Umtig brauche. gangs 30 Morgen- und Abend. Andachten. gangs habe ich genossen. Oft dich über alles hochschätzen, hast du meine Arbeit mit mit Vergnügen daran denken, glücklichem Erfolg gesegnet. daß du so herrlich und gütig Unvermuthet fand ich den Weg bist, und durch Nachdenken zu meiner Versorgung. Du und Gebeth gerne mich mit dir gabst mir Freude zur Beför: beschäftigen. berung meines Glücks, ja Dir in allen Stücken zu selbst Feinde und meine eigene gefallen, dir ähnlich zu wers Fehler mußten oft zu meinem den, deinen Befeblen zu ges Besten mitwirken. Und mit borchen; dies sey mein feu wie vielen herrlichen Kräften rigster Wunsch, mein bestánz hast du nicht meinen Geist ge- diges Bestreben! denn das ist schmückt! Du hast mich nach die Liebe zu dir, wenn wir deinem Bilde zur Unsterblich: deine Gebothe halten. Wi keit geschaffen. Du schenktest der dich, meinen Gott, zu mir die edle Gabe der Ver- sandigen: das laß mich für nunft und setztest das Gewissen meine großte Schande, für in meine Brust. Deine våter- mein großtes Unglad halten. liche Fürsorge wachte stets für Und wenn ein Fall fommen mein irdisches Leben; aber sollte, wo ich entweder Gott noch mehr und bewunderns- beleidigen, oder an meiner Ehre würdiger für das Heil meiner vor der Welt, an meinen Güz Seele und mein ewiges Glück. tern und Glück Schaden leiden Du fandtest deinen eingebornen müßte; so laß mich immer lies Sohn in die Welt, um meine, ber Unrecht leiden, als Un durch Sünden befleckte, Natur recht thun. Denn deine Gnade vom Verderben zu retten, um ist besser, als das Leben. mir Vergebung der Sünde, Laß mich aber nicht blos vor deine Gnade und die ewige groben Ausbrüchen des Las Seligkeit zu verschaffen und sters mich húten oder einzelne mich durch seinen Geist dazu gute Werke verrichten, oder zu heiligen. So viel, ja noch bloß fleißig und strenge sent viel mehr hast du schon für in den äußerlichen gottesdienst mich gethan; und was willst lichen Handlungen und Aus du nicht noch thun, o ewige dachts- Uebungen, Laß mich Liebe? so gieb dann, daß vielmehr alles, ich mag esſen ich dich, meinen Gott, meinen oder trinken, oder was ich getreuesten Freund und gütig- sonst thue, zu deiner Ehre sten Vater wieder lieben möge thun. Mit fröhlichem dankbas mit der zärtlichsten und ehrer- rem Herzen, und deiner Vor bietigsten Zuneigung. Laß mich schrift gemäß, laß mich essen und Ueber das Vertrauen auf Gott. 31 und trinken; nach deinem Wils dffentlichen Gottesdienstes fo len und aus Liebe und Gehor: wohl als im täglichen Umgang sam gegen dich laß mich fleißig mit meinen Nebenmenschen, arbeiten, meinen Nächsten mit laß mich dir, dem allerhöchsten Rath und That helfen, Traus Herrn der Welt, und Jesu, rige trösten, Kranke erquicken meinen größten Wohlthäter, und die Widerwärtigkeiten die die tieffte Ebrerbietung ohne fes Lebens mit stiller Geduld Heucheley und Aberglauben, ertragen. Dann ist mein gan- ferzeigen, damit auch andere zes Leben Gottesdienst. zur Hochachtung der Religion Laß aber auch den Gedan- und Werthschätzung der Wahrfen: mein Vater im im beit und Tugend gereizet und mel ist der beſte Freund, den erwecket werden mögen. ich habe; aber er baßt auch Erbarme dich, unendlich Alles Bose, er Fennt mich gütiger Gott, aller Menschen, und ist mir nabe; er kann insonderheit aller Elenden und und will alles Gute belob Bekümmerten; wo sie auch nen und alles Bose bestra seyn mögen. Deiner Leitung fen." Laß diesen großen Geund Gnade empfehle ich bes danken meine ganze Seele mit sonders alle die, welche mir Empfindungen einer findlichen besonders angehören. Laß fie Ehrfurcht gegen dich meinen immer mehr das große Glück, Gott erfüllen. Laß mich allen dessen sie durch Religion und Leichtsinn und unehrerbietige Tugend fähig sind, erfahren Raltsinnigkeit gegen dich und und segne fie auch im Leiblichen die Religion, allen Misbrauch mit allem demjenigen, was deines Namens durch Fluchen deine Weisheit, als heilsam und Schwören vermeiden. Und für sie, erkennt. wenn ich bethe, wenn ich dein Wort hore, lefe oder betrachte Barmherzigkeit, um Jesu Chris Erhöre mich, Vater der ben den Versammlungen des sti willen. Amen. 13. Am Donnerstage; des Abends. Unendlicher Gott, du Schd-, wüßtest, keine Noth kann mich pfer und Erhalter aller treffen, die dir verborgen wäre. Dinge, an dir haben wir einen Alle meine Mängel, Bedürfs Vater, der uns alle kennt, niffe und Wünsche sind dir, uns alle liebt, für uns alle dem Allwissenden, bekannt. Du forgt, und uns alle glückselig weißt und siebest dieses alles Theilnehmung eines machen will. Nichts kann mit der mir begegnen, was du nicht Baters, der ganz Weisheit und 32 Morgen und Abend Andachten. und Liebe ist. Du hilfe was ich ängstlich und raftlos Und der Ausgang dei gerne, und es fehlt dir nie an ſuchte. Kraft und Einsicht, zu rechter ner Führungen und Schidun Zeit und auf die beste Art zu gen hat mich überzeugt, daß helfen. Himmel und Erde ist auch deine unbegreiflichen We dein; die ganze Natur muß ge Wahrheit und Güte sind, die gehorchen; nichts fann bey denen, die deinen Bund ohne deinen Willen geschehen. und Zeugniß halten. Du kannst überschwenglich so will ich denn alles, mehr thun, über alles, was was zur Nahrung, Beklei wir bitten und verstehen. dung und Wenn ich in meinen Beküm- Leibes merniffen feinen glücklichen nem Ausgang sehe, so stehest du und ihn. Du weißt alles wohl zu ersprießlich iff, machen und herrlich auszu meinem Himmlischen Vater, führen, so das Böses und zuversichtlich erwarten; mich Gutes, Leiden und Freuden, und mein ganzes Schidfal Leben und Tod, Freunde und jederzeit deinem unverbesſers Feinde, alles, alles uns zu lich guten Will n unterwers der Glückseligfeit näher brin- fen, und mich bemühen Dein gen muß, wozu du uns füh- zufrieden feyn. ren willst. Du, o Treuer Wille foll mein Wille seyn; und Wahrhaftiger, haft mir den Weg, den du mich gehen Deine Aufsicht, Fürsorge und heissest, den Zustand, in welz Erhaltung meines und überhaupt zu mei ganzen Glück in Zeit Ewigkeit nothig und von dir zu ten kann. Beystand versprochen; und chen du mich fegeft, will ich mir schon das Größte, deinen stets für den besten halten. Sohn, gegeben, so daß ich nun Mit standhafter Geduld will alles übrige, was mir gut ist, ich das leiden, was du mir von dir zuversichtlich erwar zu leiden auflegst. Mach mich Tausende haben nur gewiß von deiner Gnade schon deine Fürsorge und Er- in Chrifto Jefu. Laß mich _ ind rettung erfahren und auch mir nur allen Maffiggang hast du daven in meinen vori: Leichtsinn, alle Kuchlosigkeit, gen Tagen viele Proben gege- Vermessenheit und Verschwen dich lie ben. Vor vieler Gefahr hast dung verabscheuen du mich geschüßt; aus man- ben und deinen Willen thun. cher Trubsal errettet. Du hast So weiß ich, daß alle Dinge mir viele Vortheile gewährt, zu meinem Besten gereichen die ich nicht wünschte, aber werden; auch manches Glück versagt, stbügen, erretten, versorgen so wirst du mich und Ueber die Anwendung des Leidens Jefu. 33 und es auf alle Weise mit mir in der Ueberzeugung, daß du wohl machen. So wird einst ihr Vater seyft und beffer als eine Zeit kommen, wo ich ein- sie weißt was zu ihrem Besten seben werde, wie gut du es, bient, ihre Erquicung finden. auch auf den beschwerlichen Laß alle Bekümmerte, Dürfs Pfaden meines Lebens, mittige, Kranke und Sterbende mir gemeint haft, und wie vás auf dich hoffen, daß du so aná: terlich du gegen mich gesinnet dig bift, und sich freuen, daßß du gewesen. so gern hilfst. Dir sey Lob Ach, laß doch alle, welche und Preis von Ewigkeit zu deine Hand heute mit Wider- Ewigkeit. Amen. wärtigkeiten heimgesucht hat, 14. Am Frentage; des Morgens. Ich danke dir, mein Gott( die ich aufrichtig verabscheue, und mir abermals gefund erwachen las auch meine täglichen Fehler fest und meinem Leben einen und Mängel verzeihen werdest.. Tag zulegest. Uder vornem- Denn was will mich) verdam lidh preise ich dich mit gerübra men? Christus ist hie, der auch tem Herzen für die unaus für mich gestorden ist. D, ewis sprechliche Gnade, die mir ger Sohn Gottes, therefter burdy die Mittlers Leiden und Heiland; für mich, für mich den. Versöhnungstod deines but du gestorben! 2aß mich Sohns Jesu Christi wiederfab diesen Tag über, ja mein gans ren ist. wie sehr sind dazes Leben hindurah) daran dens burch alle meine Lebenstagelken: damit ich dadurch be gesegnet worden. Mit jedem rubiget und im Glauben an Morgen fonnte ich deiner Va terliebe versichert seyn und es usersichtlich erwarten, daß du, der du mir das Größte geschenkt, mir auch das Geringere mit theilen werbest: für meine Seele so geforget, auch die vie Gnade Gottes geftärkt werde. Erinnere mich aber auch an dein. Le den und Sters ben, damit dadurch mein eis fer für die Gottseligkeit und daß du, der Tugend aufs neue telebt und herrlich meine Liebe zu dir und meis Bedürfnen miter oßten 27 benmen= nisse weines Leibes befriedi schen entzondet werde. gen werdest. Mit jedem Morgen konnte ich es zuversichts wie ernstlich Gott die Sünde In deinem Leiden fele ich, lich erwarten, daß du mir al Erinnere le meine begangenen Sünden, haffe und strafe. mich daran bey jeder Reizung C zur 34 Morgen- und Abend- Andachten. zur Sünde, woran es mir dert, Irrende zu unterrichten, auch heute nicht fehlen wird; Schwache zu ermuntern, Traus damit ich mit Entsegen jede rige zu trösten, Elenden zu Günde verabscheuen und meis helfen und Verlaffenen beyzu: den moge. Wenn die Lüfte der stehen; o laß mich dann an Erde, wenn sündliche Vergnü- allen Orten und in allen Stü gungen für mein Herz gefähr, den suchen dir ähnlich zu seyn. lich werden sollten, dann mache Laß mich, gleich dir, die Vers es meiner Seelen recht gegen- suchung zur Eitelkeit, gue Ras wärtig, wie du dich meinetwe: che, zur Ungeduld und Muthgen aller Freuden begeben, und losigkeit überwinden. mir solche Vergnügungen vers schafft haft, die meinen Geift fåts Und findet es mein himmlis tigen und ewig währen. In deischer Vater får nöthig, mich ju nem Leiden sehe ich die uner: meinem Besten zu züchtigen, forschliche Größe der göttlichen so laß mich auch so willig, wie Gnade und deiner Menschenlie: du, das Kreuz auf mich nehmen, be. Neige dadurch mein Herz und mit unwandelbarem Vers zu einem findlichen Vertrauen trauen Gott und der Tugend Oder begegnen und zu einer aufrichtigen Getreu bleiben. genliebe, da du mich zuerst so mir heute durch Menschen un zärtlich geliebt haft. In die angenehme Vorfälle, so gieb fer Liebe laß mich suchen dir mir die Sanftmuth, womit dus au gefallen, deine Gebote zu felbst für deine Mörder batek, halten, so gefinnet zu seyn, Auf dich, o Jesu, laß mich auf wie du warest und so zu wan: sehen, wenn ich in meinem deln und zu leben, wie du ge- Lauf ermatten, zum Guten verz lebt hast. Laß mich nach dei: droffen und bey den göttlichen nem heiligen Beyspiel und Schickungen unzufrieden wer Muster, den Willen Gottes mit den sollte. Bis daß mein Ende aller Treue thun und mich sei: kommt, laß mich nicht aufhé nen Fügungen mit stiller Geren, zu bethen, zu kämpfen laffenheit unterwerfen. Laß und dem Guten nachzujagen. mich so wie du gethan, auch Und wie du mitten in der Pein für andere leben, und wo ich der Deinigen nicht vergaßest, Gelegenheit finde, Gutes zufsondern auch auf ihre leibliche thun und des Elends in der Wohlfahrt und Erhaltung da Welt weniger zu machen, fei: teft; fo laß mich auch heute nen Verlust, keine Beschwerde, deiner treuen Fürsorge geniess Lein Leiden scheuen. Vielleicht sen. Wende dadurch alles le werde is heute aufgefor: bel von mir ab und gieb mit alles Ueber die christliche Vorbereitung zum Tode 35 alles nöthige Gute. Erwedkelder Frist zur Besserung finden. redliche Herzen, mir zu allem Bringe die Verwirrten auf den Guten mit Rath und That be: Weg der Wahrheit und des hülflich zu seyn. In deine Heils zurück. Laß die Leidens Hande, mein Gott und Erldfer, den aus deinen Leiden Trost und übergebe ich mich, die Meini: Erquickung schöpfen. Stehe gen und alle meine Nebenmen: denen bey, die an diesem Tage shen. Um Um deines Leidens sterben werden; erloje sie von willen sey ihnen gnädig, und allem Uebel und versege sie in laß sie nach ihren Umständen dein himmlisches Reich. Die deine Erbarmung an Seel und sey Lob und Preis von Ewigs Leib erfahren. Laß alle Sün:' keit ju Ewigkeit; Amen. 15. Am Frentane; des Abends. err und Vater meines Le- föhnung deines Sohns, meines bens! du bist würdig zu Heilands, willen, in welchem nehmen Preis und Ehre und du den Sündern Gnade und Dank. Du hast auch heute Vergebung verheissen hast, siehe mich erhalten, manche Gefab mich mit Erbarmung an und ren des Lebens und der Gestag alles, was wider mich in sundheit von mir abgewendet, deinem Gerichte zeuget, vergez und mir mannigfaltige Wohl: ben seyn, Stárke mich aber thaten zur Nothdurft, zur auch durch den Geist, welchen Bequemlichkeit und zum Ver- mit Jefus erworben, daß ich gnügen meines Lebens verlie: aus Liebe zu dir alles Böse hen. Ja! habe ich heute nur meide und alles Gute thee, Eine gute Handlung vollbracht, täglich mehr Fehler ablegen oder nur eine Günde vermie- und in deinem Dienste treuer den; das ist dein Werk, mein werden möge. Ach! fo viele Gott, und ich preife dich das Tage habe ich schon verschwen: für mit gerührter Seele. det, verträumet und wider Aber wie wenig ist des deine Absicht angewendet. Leh Guten, das ich an diesem Tage re mich, meine noch übrige gethan und wie viele Sünden Lebenszeit recht auskaufen, das find es nicht, deren ich mich in mit ich von Tage zu Tage meis Gedanken, Worten und Werner Bestimmung zu einer feli: ten schuldig gemacht habe! gen Ewigkeit naher kommen Gerechter Gott, handle nicht und einst den Tod mit eben mit mir nach meinen Sünder der rubigen Saffung des Ge und vergilt mir nicht nach mei: müths erdulden möge, wos nen Missethaten. Um der Vers mit ibn Jefus der Welt: Heis land C2 36 Morgen- und Abend Andachten. land erduldete: an dessen Tod auf eben die Art auf meinen mich der heutige Wochentag Tod gefaßt mache. Laß mich oft an den Tod denken und die erinnert. herrlichen Folgen des Todes Er empfand den Schauer, der für diejenigen, die dir in Chris jeden Menschen beym Anblick to Jesu zu gefallen suchen, oft des Grabes erschüttert. Aber er erwägen. Laß mich ernstlich überließ seine Seele feiner aus- trachten, von der Vergebung Schweifenden Angst, feiner meiner Sünden und von meis muthlofen Verzweifelung, feinem Antheil an deiner Gnade ner unthätigen Betäubung. Er und der ewigen Seligkeit ver gieng seinem Leiden und Ster- fichert zu seyn. Loß mich da ben mit Billigkeit entgegen, aus ber Jesum Christum deinen Gehorsam gegen seinen himm Sohn, der nicht nur mein Vers lischen Vater und aus großmů- föhner, sondern auch mein Beyin wahrer thiger Menschenliebe. Er vers spiel geworden ließ ruhig die Welt, um zu sei- Buße und Glauben annehmen nem Vater zu gehen. Mitten und ihm mein ganzes Leben unter dem Gefühl der Schre- weihen. Saß mich nicht lans cen des Todes war sein Heger mir selbst leben, sondern noch mit der zärtlichsten, treue- ihm der für mich gestorben und ften Fürsorge für das Heil auferstanden ist. Auch mir der Menschen, ja selbst seiner hast du mein Herr und Vater, Feinde und besonders für die ein Werk aufgegeben, das ich Beruhigung und Versorgung hier vollbringen soll. Laß seiner Mutter erfüllt. mich die Stelle, den Beruf Ihn aber übersiel auch der und Stand, den du mir in deiz Tod nicht unbereitet. Ernem Reich angewiesen, würs dachte oft an seinen Tod, an[ dig behaupten, meine Pflichten die Absicht und seligen Folgen treulich erfüllen; meine Kräfte desselben. Deinen Willen, und Gelegenheiten, den Mens Gott, hatte er gethan; dein schen nüßlich zu werden, auf Wert vollbracht, Er hatte ein beste anwenden und im Rechts unschuldiges wohlthätiges Se- und Wohlthun niemals ermis ben geführt. Auf dieses Leben den. Laß mich nie etwas thun, konnte er nun mit Freudigkeit was mich in meinen letzten zurück sehen und sich von dem Stunden beschämen oder ange felben die herrlichsten Früchte stigen würde; nie etwas unter für sich und seine Brüder ver=[ laffen, dessen Andenken mich sprechen. Gieb mir die Gnade, noch im Tode erquicken kann. gütigster Bater, daß ich mich laß mich meine irdischen Un gele Ueber die christliche Vorbereitung zum Tode: 37 gelegenheiten in Zeiten in Ord- nen Geist. So werde ich die nung bringen. Laß mich die Furcht vorm Grabe durch die Meinigen so anführen, daß ich Hoffnung einer herrlichen Aufe ben meinem Abschied von ih- erweckung meines Lebees besies nen die Hoffnung haben kann, gen. So werde ich alles, was fie in der frohen Ewigkeit wieder mir auf Erden theuer und zu finden. Laß mich allezeit werth ist, ohne übertriebenen und an allen Orten mich üben, Schmerz und Kummer verlass beilig und unschuldig zu leben, fen. So werde ich im Standamit der Tod mich in keiner de seyn, auch in der Gegen= muthwilligen und vorsetzlichen wart des Todes noch, die Sünde übereile. Dann mag Pflichten der Menschenliebe meine Aufldfung erfolgen, wie und Freundschaft auszuüben; wo und wann es dir gefällt; die Meinigen zu ermahnen, zu dann mag ich langsam oder trdfien, sie zu fegnen, sie deiner plötzlich sterben: ich kan allezeit vàterlichen Fürsorge zu emfelia und ruhig ferben. Denn pfehlen und mir selbst die bittre ift Chriftus mein Leben, bemühe Trennung von meinen fromich mich nach seinen Gesetzen men Freunden durch die Hoff und Erempel zu denken, zu nung fie einst ewig wieder zu reden und zu thun, so ist Ster- sehen, zu verfüßen. ben mein Gewinn. So werde ich, wenn du mich zu dir rufeft, Erbarme dich in der bez deinem Ruf getroft folgen, und vorstehenden Nacht, barmherzis mit meinem Heiland sagen kön- ger Gott, aller Lebenben, Leis nen: es ist vollbracht. So benden und Sterbenden. Breis werde ich fähig seyn, zu wün- te deine Güte über uns alle fchen, aufgelöst zu werden, und ans, und laß sie mit dem anewig ben Christo zu seyn. So brechenden Morgen wieder neu wird die Erwartung eines ewir über uns werden; durch den, gen Glücks mich, wenn sich den du zum Heiland und Erz mein Ende nåbert, aufrichten retter aller Menschen bestimmt und voll Hoffnung und Zuver- haft, der für alle gestorben ist, ficht sagen laffen: Vater in durch Jesum Christum unsern deine Hände empfehle ich mei: Herrn, Amen. 16. Am Sonnabend; des Morgens. jurch deine Güte, lieber vergangenen Nacht und in himmlischer Bater, habe allen Stunden der vergangenen ich nun auch den letzten Tag Woche habe ich unzählig viel dieser Woche erlebet. In der Gutes aus deiner Hand em= € 3 pfans 38 Moraen- und Abend. Andachten. pfangen; wofür ich dir ist unveränderlichen Führer, Bes mit kindlichem Herzen danke. schüßer und Freund unter Aber ich habe auch einen neuen deffen gnädigen Aufsicht ich Beweis erhalten, wie flüchtig, sicher fortwandeln kann. Ich furg und vergånglich mein Le muß sterben; alle meine Gü ben sey. Diese Woche ist das ter bleiben im Tode zurück; hin mit allen ihren Freuden, mein Leib wird durch die Ver: Sorgen und Beschwerden. Cowesung zerstört. Aber du stirs bin ich, so lange ich hier bin, best nicht; deine Jahre nehmen einem steten Wechsel unterworfein Ende; du bleibest meines fen. Heute bin ich gefund; Herzens Trost und Theil, ob ichs morgen seyn werde, wenn gleich Leib und Seele weiß ich nicht. Ich bin wie verschmachten. Du hast mich derum so viele Tage diter geum ewigen Leben erschaffen; worden; dem Tode, dem Gra- ich bin dazu durch deinen Sohn be und der Ewigkeit näher ge- eriöft. Ich habe deine Verheiss fommen. Ach wie schnell fung, daß ich nicht im Tode Bleis find fie dahin gegangen, die ben, sondern durch deine Macht Tage dieser Woche, die sich mit wieder aus dem Grabe auferaller Welt Gütern nicht wieder weckt werden, und daß mein erkaufen laffen! und so schnell Geist inzwischen, bis jener herrs werde ich endlich das Ziel meisliche Tag der Auferstehung er ner ganzen Pilgrimschaft auf scheint, in deiner Hand ruhen Erden erreichen! Was sind und bey Jesu Christo seyn soll. vierzig, funfzig, ja achtzig Jah Von meiner Kindheit an, bis re, wenn man sie zurückgelegt hieher ist kein Tag vorbey ges hat? wie der Tag der gestern gangen, an welchem du mich vergangen ist. Und woher nicht zur Vorbereitung auf den nehme ich Gewißheit, das ich Genuß des ewigen Lebens bes so alt werden soll? kann diese rufen hättest. Nun mögen Woche nicht die Leßte meines meine Tage noch so schnell dahin Lebens seyn? eilen; nun mag mein Leben Doch das tröstet mich; du noch so vielen Veränderungen felbst, o Herr und Vater mei- unterworfen feyn! was schadet nes Lebens, hast die Hinfällig- mir das alles? wenn ich nur Feit meines Lebens weislich mein Furzes flüchtiges Leben geordnet; du hast das Biel recht anwende, meiner Tage mit eigner Hand Genuß jener zukünftigen, gesteckt; und bes allem Wech- ewigen Güter fähig zu wer fel und Flüchtigkeit meines den. Und dazu erwecke du Lebens, habe ich an dir einen selbst, gütigster Gott, mich um zam und Ueber die Anwendung des Furzen Lebens. 39 und alle meine Nebenmen. bens verlaffen und zu dir umschen. fehren, o Herr, daß du dich ihrer erbarmest! Befestige alle Du must, als ein gerechter Frommen in dem Vorsaß, ihre Richter, in jener Znfunft einem kurze, unwiederbringliche Zeit, jeglichen vergelten nach seinen die du ihnen noch gönnest, au Werfen; du kannst dem nicht einer gesegneten Ausfaat für himmlische Freuden schenken, die Ewigkeit, aufs weiseste und der ehne himmlische Gesinnun- treueste zu nügen. Erwecke gen in die Ewigkeit übergehet. auch mich, mein gütiger Ve Du kannst den nicht selig mater, zu diesem ernstlichen Bechen, der noch von Neid, Stolz, streben. Manche Tage meiRachbegierde, Geiz und Unge- nes Lebens sind für die Ewigrechtigkeit beherrscht wird, der keit so gut als verlohren, weil fein Bergnügen im Umgang mit ich an ihnen meinen unordent: Gott und in der Ausübung des lichen Begierden folgte, oder Guten findet, dem der Umgang doch das Gute nicht that, wozu mit Frommen eckelhaft und ich Gelegenheit hatte. Die lästig ist, der sein höchstes Gut Ersegung dieses Verlusts ist in der Befriedigung fleischli- unmöglich. Es bleibt mir kein cher Begierden sucht. Was anderer Trost übrig als die Bewir hier såen, das werden wir gnadigung, die du um Christi dort årndten. Durch die gute willen den Bußfertigen verspro oder böse Anwendung dieses chen. Indessen ists doch billig, titlen kurzen Lebens können meine noch übrige Zeit so zu wir unaussprechlich felig oder gebrauchen, daß ich die feligen unglücklich werden. Ach so Früchte davon in der Ewigkeit öffne doch, o Erbarmer, allen wieder einårndte. Und das leichtsinnigen Sündern, die ist auch ißt mein überlegter fe: ihre äußerst wichtige Lebens: ster Vorfaß. Ich will jede feit verschwenden und ihre Gelegenheit ergreifen, weiser Besserung und Anschickung und frömmer zu werden, meine auf den Uebergang in die Berufspflichten zu erfüllen, Ewigkeit von einem Tage meinem Nächsten zu dienen und zum andern aufschieben, die, thätige Beweise der Menschen: Augen, daß sie ihre Gefahr liebe abzulegen. Schenke mir mit Schrecken wahrnehmen doch dazu den segensreichen und eilen und ihre Seele ret- Beystand deines guten Geistes, ten. Ach laß sie alle dich su- und laß mich auf solche Weife chen, weil du noch zu finden zu jenem bessern Leben immer bift. Laß heute noch viele mehr vorbereitet werden. Und Gottlose den Weg des Verder: foll ( 4 40 Morden und Abend Andachten. foll ich dann fiber kurz ober, nern des Erdbodens gnädig und lang sterben, so führe mich bey laß besonders in unserm Bas deiner Hand durch das finsterefterlande, Regenten und Unters Thal des Todes zu dem unvers thanen, Hohe und Niedrige, gånglichen unbefleckten und un Reiche und Arme, Gesunde verwelklichen Erbe, das behal- und Kranke deine wohlthätige ten wird im Himmel. Hilfe, nach allen ihren Bedürf Sen indessen mir, meinen niffen, erfahren, erfahren, um Jesu Freunden und allen Bewoh. Christi willen. Amen. 17. Am Sonnabend; des Abends. G ott bu bist unendlich gütig, deine Werke; zur Danksagung ein Vater und Freund der für deine Wohlthaten. Nicht Menschen, der nicht müde sorgfältig genug frage ich bey wird, wohl zu thun. Davon jedem, was ich denke, rede und habe ich auch in der Woche, thue: tfts auch recht? Stimmt die ich ist beschließe, Proben es auch mit dem heiligen Willen genug empfangen. Mit welcher meines Gottes überein? Ich Freudigkeit und Zuversicht wache nicht genug über mein konnte ich dich itzt um deine Herz, widerstrebe nicht ernsta väterliche Gnade und Erbar- lich genug den Reizungen zur mung auch auf die Zukunft Sande oder versäume doch anflehen, wenn mir mein Ge- manche Gelegenheit, da ich wissen das Zeugniß gäbe, daß Gutes thun fonnte. Geht ich diese Woche hindurch, als mirs nach Wunsch, wie leicht ein dankbires und gehorsames hängt sich mein Herz an die Kind vor dir gewandelt hätte. vergånglichen Güter, Aber wie wenig verdiene ich sicher und stolz im Glück, oder diesen ehrenvollen Namen. Dich zu zerstreut und leichtsinnig in meinen Schöpfer, Erhalter, fröhlichen Stunden. Ich ers Versorger, Herrn und Richter, fenne es, daß ich nicht lauter follte ich, überzeugt von deiner gute Tage von dir begehren Allmacht, Weisheit und Güte kaun, und daß ich eigentlich durch Liebe, Gehorsam und gar keine Wohlthat von der vers Bertrauen über alles ehren. bienet babe. Auch weiß ich, Oft aber verliere ich dich ans daß alle deine Führungen, den Augen oder denke doch nur selbst in den Trübfalen des feku z und flüchtig an dich. Wie bens, denen, die dich lieben, verbroffen bin ich zu manchen zum Besten dienen sollen. Den Seiten zum Gebeth, zum Nach- noch scheue ich jetes Leiden, denken über dein Wort und werde in der Zeit der Noth fo wird geschisind # Entschluß beffer zu werden. indiget; ich bin nicht werth, daß ich dein Kind herffe. Und bu, o Allwissender, siehst ohne Zweifel noch mehr strafwürdige Sünden, Fehler und Mängel an mir, als ic). 41 geschwind zaghaft und unge- Wie wenig treu und gewissens duldig und versäume darüber haft war ich in der Ausrichden rechten Gebrauch zeitlicher tung meiner Berufsgeschäfte! Leiden zum Heil meiner Seel. wie widerspenstig gegen deine Ich sollte nicht nur die Wohl- Bemühungen mich zu beffern! fahrt meiner Angehörigen ernst- wie sorglos für mein Seelens lich besorgen, nicht nur in allen Heil! Ja Vater, ich habe ge= meinen Berufspflichten Treue beweisen, sondern auch jede andere Gelegenheit ergreifen, de ich nach meinem Vermögen zum Betten meines Nächsten etwas beytragen kann. Aber wie wet bin ich noch zurück in der Erfül- Doch du bisi barmherzig, lung des Gebots der Liebe, gnädig, geduldig und von wenn ich die Thätigkeit und großer Güte. Dein Sohn Wärme der Menschenliebe meisjesus Christus ist in die Welt nes anbethenswürdigen Erld- gekommen, die Sünder selig zu fers mit meinen Handlungen machen. Er ist auch für mich vergleiche. Bald laß ich mich am Kreuz gestorben und von durch Parteylichkeit, bald durch den Todten wieder auferstanz unzeitige Sparjathkeit, bald den. Das Evangelium ist ge= durch Trägheit und Liebe zur wiß, daß, in seinem Namen, Gemächlichkeit von der Erweis alle die an ihn glauben, Vergefung dieser Zugend abhalten; bung der Sünde empfahen fol oder ich übe sie nicht so willig len. Mit Sorgen und Furcht und vorsichtig aus, wie es nach müßte ich einschlafen und eben dem Vorbild Jesu seyn müßte. fo fummertoll wieder erwachen, Zuweilen regte sich Rachgier wenn ich dies nicht wißte. Nun in meinem Herzen, wenn ich aber kann ich getrost meine Aus beleidiget war. Ich vergab gen schließen, in der Zuvernicht geschwind, nicht herzlich sicht: du werdest auch mir um genug und ließ mich wohl gar esu willen gnädig seyn nnd vom Zorn zu Uebereilungen alle meine Bergebungen und hinreiffen. Auch ist mir nicht Fehler in die Liefe des Meers felten manch Urtheil über den werfen, und um derselben Nächsten entfahren, welches willen mich nicht von deinem u hart und lieblos war, oder Angesicht verwerfen. Ich vera ich überfah meine eigene Fehler abscheue das Böse, was ich bis: und tabelte das an ihm, worin ber gethan habe, und wünsche ich selbst noch strafwärdig bin, nichts mehr, als immer beffer, € 5 tugenda 42 Mittel dazuz tugendhafter und frömmer zusgen, erfüllet werde. Laß den werden. Ich erneure den auf großen Gedanken von deiner richtigen Vorfaß, alle unor. Allwiffenheit und Allgegen: dentliche Begierden zu unter- wart mich in dem Lauf meines drücken, alle böse Gewohnhei: Lebens überall begleiten, und ten abzulegen und in meinem mich fleißig erinnern, daß keine ganzen Berhalten, nicht meis Begierde in meiner Seele, fein nen sündlichen Neigungen und Wort auf meiner Zunge sey, Leidenschaften, nicht dem Bey- daß du nicht wiffen solltest: spiel der Lasterhaften, sondern daß ich nie alleine sey; daß dem Vorbild Jesu und deinem du mir auch da nahe feyst, wo heiligen Willen zu folgen. tein menschlich Auge mich ents Vollkommen werde ich nie wer:( decken kann; damit ich mich den. Aber ich will doch dahin scheue, allenthalben und ju trachten auf dem Wege des allen Seiten etwas zu denken, Glaubens und der Gottfelig zu begehren, zu reden und zu Feit immer weiter zu kommen. thun, was die mißfällig wäre, Starke mich in diesem Entdamit ich trachten möge, dir schluß durch deinen Geist und in der Einsamkeit und in Ge verleihe mir Kraft denselben sellschaften, bey meinen Ar auszuführen. beiten und Ergögungen, bey meinen Leiden und Freuden Laß mich zu dem Ende fleißig wohl zu gefallen, mich aber auch feyn in Ubwartung des öffent: dadurch zu trösten, du werdest lichen Gottesdienstes and im überall mein Bestes befördern, würdigen Gebrauch des heiligen mich in jedem Unfall schüßen, Abendmahls. Laß mich jeden mich in jeder Versuchung bey Tag meines Lebens mit andächstehen, jeden guten Gedanken, tiger Betrachtung deines Worts jedes gute Wort und Werk mit und mit Gebeth anfangen. Laß Gnaden bemerken und um Jefu mich das viele große und un- willen nicht das Geringste un verdiente Gute, was du mir belohnt laffen. Laß mich oft bisher an Leib und Seel erwie- daran denken, was es für eine fen, und noch ferner ergeigen erhabene Würde sey, um Jefu willst, nie vergessen; damit willen dein Freund und Kind meine Seele mit findlicher Liebe zu seyn; was für ein Glück, und Dankbarkeit gegen dich, was für ein süßes Gefühl und dadurch mit göttlicher der Ruhe, Zufriedenheit und Kraft zum Haß und Kampf Freude mit dem Vorfaß und wider alle Sünde und zum der Bemühung, dich zu eh freudigen Behorsam gegen alle ren und recht zu thun, bers deine Befehle und Schidun: bun Gebeth im Wohlstande. 43 bunden sey; damit ich jedes neuren, damit ich in der Auss Sünde, als die äußerste Schans übung der Pflichten des Chride und Störerin meines Glücks stenthums fest und unbeweglich haffen und fliehen und alle mei- seyn, immer zunehmen und ne Kräfte darauf richten möge, endlich die unvergängliche Krodurch gute Gesinnungen und ne der Gerechtigkeit empfan Thaten dir meinem Freunde gen måge, welche der gerechte and Vater täglich ähnlicher zu Richter mir und allen denen werden und meine Ruhe, Freu: geben wird, die seine Erscheiz de und Glückseligkeit zu ver- nung lieb haben. mehren. Laß mich die großen Deiner weisen und våterlis Vorstellungen, welche uns deinchen Regierung übergebe ich Wort von der künftigen Se mich und die Weinigen und alle ligkeit giebt, und den Gedan Menschen. Deine Gnade sey ten, daß mich jeder Augen mit mir und mit uns allen, im blick in die Ewigkeit einführen geben und Tode, von nun an fann, oft in meiner Seele er bis in Ewigkeit. Amen. Wohlstande. 18. Gebeth im Jott, Vater des Lichts, thust, ist und bleibet freye von welchem alle Gute und Gnade. bollkommene Gaben zu uns Gott mein Vater, gieb mir die berabkommen, du bist auch der Weisheit, deine große Güte Urheber des Segens, welchen ich und Freundlichkeit gegen mich, im Seitlichen genieße. So viele dankbarer zu erkennen, die Tage neben mir haben mit Gorgen der Heiterkeit und des Wohls und Kummer zu kämpfen, sind standes aufs Beste zu gebrau: niedrig, unbekannt und verach- schen und dir, durch treue An= tet, effen ihr Brod mit Seuf- wendung derselben, in der en und führen ein hartes Se: That dankbar zu seyn. Lehre ben, oder liegen unter qsålen mich in die Ferne hinsehen, wo den Schmerzen Frant und elend vielleicht Berachtung, Kuma darnieder. Und mich erfreuet mer, Gorgen und Elend mich Ehre, Glück und Gesundheit. eben sowohl drücken werden, Bas bin ich, Herr, daß du als die, welche ist verachtet, mich hervorgezogen? und mit krank, mühselig und dürftig Vortheilen und Bequemlichkei- find. Hier ist ja alles dem ten, die viele Tausende entbeh- Wechsel und der Veränderung ten müsſen, verfehen haft? unterworfen. Und wie bald Ich habe gar nichts, vor an: ist mein Glück umgestärzt, wie en Menschen, bey dir ver: schnell meine Gesundheit zers ient. Alles was du an miri rüttet, 44 Für Nothleidende: rutter, wie leicht mein Vergnü- ken und Nothleidenden, und ge gen und Wohlergehen in Trau- linde gegen die, welche mir ge rigkeit und Elend verwandelt! horchen müssen. Mach mich Bewahre mich vor den Sünden, zufrieden mit meinem Zustande, in die wir so leicht gerathen, damit ich mich nicht stets mit wenn wir haben, was unserm neuen Wünschen und unersätte Herzen gelüftet. Gieb, daß ich licher Habsucht martere. Laß nie in der Frdlichkeit ausschwei- mich deine Gnade, deinen Bey fend fen, daß ich nie auf das fall, und die felige Unsterblich vergångliche Glück dieses Le- feit über alles in der Welt hoche bens meine Zuversicht febe; schätzen, und darinnen die daß ich nie über meinen Näch- Beruhigung finden, welche ich sten, der weniger glücklich ist im irdischen Glück vergebens als ich, stolz hinwegfebe. Mach suchen würde. Führe mich mich demüthia, daß ich alles dir endlich durch die Abwechselun zuschreibe und mit willigen gen dieser Welt zu den une Herzen meinen Nächsten diene. wandelbaren Freuden des Hime Mach mich mild gegen die Armels. Dir fey Ehre und Lob men, mitleidig gegen die Kranslin Ewigkeit. Amen. 19. Für Nothleidende. Beystand und Erretter! ir, o Allwissender, ist dieslast auf, aber du hilfft uns Trübsol bekannt, welche auch; wir haben an dir einen mein Leben so bitter macht; du Gott, der hilft, und einen tennst auch das Maas meiner Herrn, der auch vom Lode Kräfte und weißt, wie sauerferrettet. Du hörest auch meis mirs wird, meine Laft zu tra- ue Seufzer, zähleft auch meine gen. Aber das ist mein Trost: Thränen, bist mein Trdster, Meine Schicksale stehen in dei ner Hand; ohne deine Vorsicht Gott, wie oft habe ich und Lenkung kann mir kein daß erfahren; wie oft hast du Haar auf meinem Haupte ge mein Gebeth erhöret und mich Frummet werden. Ich leide also aus der Noth herrlich errettet. nach deinem Willen. Und du und doch vergesse ich deine Hül haft, nicht aus Haß und Zorn, fe so leicht, überlaffe mich angsts nicht zu meinem Verderben lichen Sorgen, und zweyfele an und Untergang diese Seiden deiner weisen Regierung und über mich verbängt; nein! bulvermehre auf solche Art meine meinest es gut mit mir, und Plage. bist auch, wenn du züchtigest Habe Geduld, Herr mein ein treuer Vater, der das Gott, mit meiner Schwachheit. Beste seines Kindes sucht. Ja Vergieb es mir um Jefu Chriffi noch mehr: du legst uns eine! willen, Für Nothleidende. 45 willen, daß ich noch so fiein- nen. O wie will ich dich preis müthig bin, so oft vergeblich sen, wenn du mir hilfst. Sch forge, so leicht ungeduldig wer- will es vor aller Welt beken= de und nicht willig genug deiner nen, daß du so gnådig bist und Führung tleberzeuge so gerne hilfft. Sollten aber folge. mich immer mehr, daß es Un- meine Beschwerden foridauren; dankbarkeit seyn würde, wenn so erleichtere sie mir durch deine ich in der gegenwärtigen Noth Trdstungen und laß mich fie wider dich murren oder an zum Heil meiner Seele recht deiner Hülfe verzagen wollte, anwenden. Du willst durch da ich schon so viel Gutes aus die Trübsal dieses Lebens mich deiner Hand empfangen habe. demüthigen, mich von der über Lehre mich den großen Trost triebenen Anhänglichkeit an recht faffen: daß du mein Ba- den vergånglichen Gütern die ter und Freund seyst, weil busser Erde losmachen, und mir mir deinen Sohn zum Erldser durch Berbitterung dieses Les gegeben, und daß du mir mit bens, das fünftige süßer und ihm nun auch das Geringere schäßbarer machen. Du willst nicht versagen werdest; daß bein mir dadurch Gelegenheit geSohn Jesus Christus, mein ben, meinen Glauben und Liebe Heiland und Seligmacher, auch gegen dich zu üben, gegen meigelitten und dadurch Mitleiden nen Nächsten liebreicher und gegen das Elend seiner Erld: mitleidiger zu werden und so ften gelernt habe; daß os die meine Vergeltung in jener der du alles in deinen Händen Ewigkeit zu vergrößern. Dis hast und alles mit Weisheit laß mich itzt, und so lange ich and Gnade regierst, nicht an noch hier bin, bedenken. Mitteln fehle, meine Noth zu Schenke mir durch den måch= lindern, und überschwenglichtigen Beystand de nes Geistes mehr an mir zu thun als mein ausharrende Geduld und Treue bekümmertes Herz erwarten und richte mein Auge auf das kann; daß uns jede Trübsal Kleinod, welches mir dein aus weisen und gütigen Absich Evangelium vorhält, so bin, ten von dir aufgelegt werde, daß ich unter allen Bekümmer= und daß dieser Zeit Leiden nicht niffen gesrost und muthig bleiz werth sey der Herrlichkeit, die ben und in allen Widerwärz an uns soll offenbaret werden. tigkeiten so christlich handeln 2, gütiger treuer Bater, mdge, daß ich, endlich von ſo sey dann bey mir in der aller Noth, Angst und Unruhe Noth, errette mich, und laß erlöst, zu der unbeschreiblichen mir deine Sonne nach so vic- großen Ruhe, Herrlichkeit en dunkeln Tagen wieder scheiund 46 In Krankheiten. und Seligkeit fomme, die verglichen werden können. Das niemals ein Ende nimmt, und verleihe mir, um Jefu Chrifti mit welchen alle Tråbfale des willen. Amen. gegenwärtigen Lebens nicht 20. Für einen Kranken, der sich seine Krankheit felbst zugezogen. eiliger und gerechter Gott, ich bedenke wie schwer ich mich ich bekenne vor dir, daß durch meine Unordnungen an i, durch den mannigfaltigen dir, meinem Gett, verfündiget Mißbrauch der unschäßbaren habe, und wie werth ich es bin, Gabe der Gesundheit, den Bergestraft zu werden. Aber, o und barmherziger lust derselben wohl verdient. gnädiger Ja mein Gewiffen angstige: Bater, se wahr du lebſt, du mich durch den Vorwurf, da willst nicht den Tod des Sün ich selbst mir das Uebel, wel: ders, sondern daß er sich be ches ich empfinde, augezogen fehre und lebe. Benn du uns habe;( indem ich mich folchen hier züchtigest, so hast du Sunden und Ausschweifungen nicht unfer Verderben, sondern Aberlaffen, die die Kräfte des unfre Besserung zum Zweck. Körpers zerstören);( indem die Du gönnst mir noch Zeit zu dir Heftigkeit meiner Affekten: um Erbarmung zu flehen. Ach! Neid, Zorn, Mißvergnügen so erbarme dich denn deines und Gram meine sonst blů elenden Geschöpfs; erbarme hende Gesundheit in Unord dich meiner um der theuren Er nung gebracht.) Jeht emlösung willen, die dein Sohn, pfinde ich davon die traurigsten Jesus Christus, auch für mich Folgen. Die Macht der Krank- gestiftet hat, und vergieb mit heit wühlet in meinen Gliedern, alle meine Sünden. Tegne Ich kann meine Geschäfte nicht die Krankheit meines Leibes, treiben. Das Denken wird zur Gesundheit meiner Seelen, mir schwer, da die Krankheit und erwecke mich dadurch ju mit den Kräften meines Kör- einem treuen Gebrauch deines pers zugleich die Kräfte mei: Worts, damit ich durch die ner Seele schwächt, ich bin Kraft desselben tüchtig werde, denen lästig, die um mich sind. alle Sünden, und besonders Und wenn ich sterben sollte, auch die, welche die Ursachen welchen Kummer würde mein meines Elends sind, verabe zu Tod den Meinigen verursachen? scheuen und meine Gesinnun Mein Gemüth ist unruhig, und gen, Worte und Werke ju Gerecken überfällt mich, wenn bessern. Heile, wenn es dein beis In Krankheiten. 47 heiliger Bille ist, meinen Leib von deinem Angesicht, Allerhei und verlängere mir meine Gna: ligfter! und gehe nicht ins Ge denzeit. Hilf mir aber auch richt mit deinem Kinde. Benn durch deinen Geist, daß ich im Todeskampfe meine Geele künftig Måsigkeit und Ord nach Trost schmachtet, wenn nung lieben und meine Glieder sie beym Anblick ihrer Gün: nicht dem Dienst der Ungerech.den, des Grabes und der Ewigtigkeit, fondern dem Dienst der feit gittert; dann starke mich Tugend und Gerechtigkeit wid: durch die Versicherung, das men und so rechtschaffene Jesus Christus in die Welt ges Früchte der Buße bringen kommen sey, die ander selig mdge. zu machen, und das auch alle Hast du aber nach deiner meine Sünden durch sein Blut. Weisheit beschlossen, mich aus und Tod getilget find! Erhöre der Zeit in die Ewigkeit zu for: mich Gott, mein Erbarmer, um dern; o so verwirf mich nicht Jefu Chrifti willen. Amen. 21. Für einen Franken redlichen Christen. ir, o mein Gott, der du helfen kann. Ich will vielmehr alle meine Schicksale, bedenken, daß die Kranken des mein Wohl und Weh zu meinem Arztes bedürfen, und daß du, Besten lenkest, dir gefällt es, o gütiger Schöpfer, die Nas mich ist mit Krankheit heimzu. tur nicht umsonst mit so vielen suchen, und ich weiß nicht, heilenden Kräften verfehen ob ich noch länger leben oder bast. Ich will die Mittel, die sterben werde. Dein Bille uns deine Güte zur Erhaltung geschehe an mir! du wirst das unsers Lebens darbietet, ge= Beste für mich wählen und ich hörig brauchen und um deinen will mich befleißigen, das göttlichen Segen dazu unabmit Gelaffenheit anzunehmen, låffig bitten, damit meine Ges was du über mich verhängen sundheit wieder hergestellet wirft. Ich will aber auch nicht oder doch meine Krankheit er. vergessen, daß du uns die Er- leichtert werden möge. Soll haltung unsers Lebens als eine ich dann länger leben; o so wichtige Pflicht geboten haft. will ich jeden Tag, den du zu Ich will mich dem Gebrauch meinem Leben noch hinzufügst, der Arzneymittel nicht wider dazu anwenden, daß ich in der feßen, aus dem gemeinen, aber Beobachtung deiner Gebote, in unvernünftigen Vorurtheil, dem Bestreben meinen Nächs daß, wenn Zeit und Stunde sten zu dienen und in der Auss da sey, keine Arzney etwasrichtung meiner Berufsges schäfte 48 In Krankheiten. nicht follen verlohe schäfte immer treuer und rechtglauben, schaffener werde. Schenk du ren werden, sondern das ewi mr, mein Vater, deine Hülfelge Leben haben. Vater, in und Beystand, diese meine deine Hände befehle ich meinen reblichen Entschließungen zu Geist! Mein Leib mag immer vollbringen. Soll ich aber hin verweien; bu weckt mich sterben; nun so mache mich zum ewigen Leben wieder auf. auch zu dem wichtigen Schritt Cu fonntest Welten schaffen aus der Zeit in die Ewigkeit und vernünftige Seelen bilden. fertig. Ich bin nicht erst ißt Du kannst auch Todte wieder le durch den Anblick des Todes, bendig machen, und meinen aus dem Schlafe der Sicher Geist bis in Ewigkeit erhalten. heit erwacht. Ich habe durch So gewiß du Jesam, meinen deine Gnade, schon früber an Erldser, vom Tode erweit gefangen, mich auf die Ewig- haft; so gewiß wirst du eben Feit vorzubereiten. dy fenne das auch an mir thun, weil dich als meinen gnàbigen Vach thm angebore und weil ers ter, der mie um Jesu Christi se nen Freunden zugesagt hat, willen, meine Sünden ver- daß sie durch den Tod zu hm. giebt, und mir ein ewiges Le kommen und ewig mit ihm ben schenkt. Ich habe gesucht, leben sollen. als ein Chrift, fo zu leben, Erhalte mir diesen Trost, daß ich vor dir und meinem treuer Gott, bis an mein Erldser, dem Richter der Welt, Ende; daß ich dadurch alle bestehen könne. Dennoch fin Furcht vorm Tode überwinden de ich bey genauer Prüfung und ruhig meine Augen schliefe so vielfältige Vergebungen bey sen könne. Mache mir die mir; ich habe oft aus Unwichmerzen des Leibes und die fenheit und lebereilung ge Angst des Todes erträglich. fehlt; ich habe nicht so viel Gieb mir Ged ld und bestan Nimm meine Guts gethan, als ich båtte dige Treue. thun können, und bin wegen Freunde und Angehörigen, die Versäumniß mancher Pflicht, ich verlassen muß, in deine Auf und wegen Untreue und Unsicht und Fürsorge. lauterfeit strafbar. Du wirst mehr an ihnen thun, als ich Vergieb mir, mein Vater, bey einem fängern geben hätte um Jesu Christi willen, alle thun Fönnen. Dir übergeb id mir bekannte und unbekannte alle meine noch übrigen Sors Sünden, und beruhige und gen. Bald werde ich dich, starte mich, durch den seligen, Bater meines Lebens, näher Trost: daß alle, die an huskennen, bald werde ich Ihn fehen, Ben Annäherung des Todes. 49 sehen den göttlichen Freund, Freude verwandelt; dann lobe der aus Drang der Liebe für und preise ich dich in der Ges mich am Kreuze starb. Dann sellschaft feliger Geister immer ist alle meine Traurigkeit in und ewig. Amen! 22. Bey Annäherung des Todes. D du Ewiger! ich komme und hilf mir zum Genuß des dem Augenblick immer bessern Lebens im Himmel. näher, der alle meine Tage auf wie froh, wie selig werde ich Erden endigen wird. Gott, da seyn! Dich, Gott, werde mein Schöpfer, mein Vater, ich schauen von Angesicht zu sey mir gnädia, so lange ich lebe Angesicht. Dich, den sich hier und in der Todesstunde! In nicht gesehen und doch lieb meinem ganzen Leben, auch in hatte, dich meinen Heiland diesen meinen letzten Stunden, werde ich sehen und mich freuen hast du unaussprechlich viel mit unaussprechlicher und herrs Gutes an mir gethan. Mit sterlicher Freude. In deines Vas benden Lippen preise ich dich das ters Hause find viele Wohnune für; und ewig, ewig will ich dir gen; und du bist hingegangen dafür danken. Ach verlaß mich auch mir eine Ståtte zu bereis nur nicht bey dem Uebergang ten. Da wirst du alle Thräin die Ewigkeit. Wie ein Banen von meinen Augen abwis ter sich über Kinder erbarmet; schen: und der Tod wird nicht so erbarme dich über mich. mehr seyn, noch leid noch Ges Vergieb mir meine Sünden um schrey noch Schmerzen. Da Jesu Chrifti deines Sohnes werde ich sicher seyn vor allen willen, der auch mich geliebet Beleidigungen der Gottlofen; hat und sich selbst für mich befreyt von aller Sünde und bargegeben. Ach! nichts, nichts von allen Berführungen dazu. als dieser Glaube kann mich itzt Da wird meine Erkenntniß, trosten und beruhigen. O starte meine Zugend, meine Freude mich dann in diesem Vertrauen. ewig wachsen. Da werde ich Dilf mir, meinen Lauf vollen, die wunderbaren aber doch se= den, Glauben halten, und ligen Wege preifen, auf weldas Kleinod erlangen, das denschen du mich durch diese Welt Gläubigen verheissen ist. Er- geführt. Da komme ich zu leichtere mir, wenn es dein der Menge vieler tausend Ens. Wille ist, mein Leiben; vers gel, in die Gesellschaft der voltarze mir die Angst des Todes; lendeten Gerechten, die schon erldse mich bald von allem Ule zur Freude eingegangen sind. bel des Leibes und der Seele, Da finde ich meine frommen d Freunde 50 Für die Umstehenden ben Sterbenden. Freunde wieder und unsre hilf ihnen, und mir und allen Freundschaft wird vollkommen Menschen durch die Kraft deines und ewig seyn, wie unsre Se: Geistes, standhaft im Glauben ligkeit. O so nimm denn, Herr und Gehorsam zu bleiben, das Jesu, meinen Geist auf! Laß mit wir die Krone des ewigen einst meinen Leib, zum ewigen Le: Lebens empfahen. Lob und ben verklärt, wieder erwachen. Preis sey dir in Ewigkeit. Sorge für die Meinigen, und Amen. 23. Für die Umstehenden ben Sterbenden. Liet Ziebreicher Gott, himmlischer und durch und mache ihn un Bater, wir flehen zu dir sträflich auf den Tag der Zufür diesen Menschen, der zustunft Jefu Chrifti. deinen Füßen liegt und feine Schenke uns auch diese Auflösung erwartet. Herr! Gnade, o Gott, uns, die wir fey ihm gnådig nach deiner igt noch leben. Mache uns Güte und tilge alle feine Sün: die Gedaaken an Tod und den nach deiner großen Barm: Ewigkeit, an die Kürze unsers herzigkeit. Stärke ihn; hilf Lebens und an die Ungewis ihm und errette ihn aus der heit der Todesstunde zu aller Angst seines Herzens. Drücke Zeit recht wichtig, damit wir das Wort: ich bin dein Gott, nicht in Sicherheit leben, nicht tief in fein Herz, damit er den unsere Besserung aufschieben Tod mit allen feinen Schrecken mögen, bis wir frank werden. überwinden möge. Herr Je: Erwecke uns, daß wir recht fu, du Welt: Heiland, du hast ernstlich trachten nach dem das auch für ihn gekämpfet und Lei droben ist; daß wir dich, der den ohne Zahl ausgestanden. du uns in Christo Jefu so hoch Tröste ihn damit in seinem geliebet hast, über alles lieben, Todeskampfe und stärke ihn das wir die Liebe dieser Welt durch die Versicherung, daß und unsre Begierden nach ir seine Leiden bald vollendet find, dischen Gütern so máßigen, und daß er nahe an dem Ziel daß sie uns an der Erlangung fey, welches ihm die Krone des einer ewigen Geligkeit nicht ewigen Lebens entgegen hålt. hinderlich werden können. Gieb Gott heiliger Geift, sey du sein daß wir mit jedermann in Liebe Licht, seine Kraft, sein Bey- und Frieden leben; daß wir stand, da die Kraft seiner Ein: keinen Haß, keine Feindschaft, nen verschwindet. Vertritt du keine Rachbegierde unterhala ihn mit unaussprechlichen ten, daß wir bereit feyn, uns Seufzern; heilige ihn durch mit unsern Nebenmenschen, Vor dem Genuß des heiligen Abendmahls. 5t. der uns beleidiget hatte, aus- junser Leben zu einer steten Vor: zusöhnen, dieweil wir noch bereitung zur Ewigkeit machen. mit ihm auf dem Wege find. Denn ist Christus unser Leben, Laß uns demüthig, liebreich, so wird auch Sterben unser wohlthätig, keusch, gerecht und Gewinn seyn. Erhöre, o Gott, heilig in unserm ganzen Wan- unser Flehen um deiner Barms del seyn, und gieb, daß wir so therzigkeit willen. Amen. 24. Nachdenken über das heilige Abendmahl und Gelbftprüfung vor dem Genuß desselben. Jefus, efus, der Heiland der Welt, jibrs wiederholt, zu meinem unser Herr, hat des Abends, Gedächtniß. da er in der Nacht darauf ver Und damit wir wüsten, rathen und zum Tode überlie- daß diese Mahlzeit für alle fert worden, nach der letzten Christen und für alle Zeiten jüdischen Ostermahlzeit, die verordnet sey: so hat er durch et mit seinen Jüngern hielte, Paulura ausdrücklich erklären das heilige Abendmahl, als lassen, daß alle Bekenner seis ein feyerliches Denkmal feines ner Religion diese gottsdienste Todes eingesetzt und gestiftet. liche Handlung, bis ans Ende Er nahm nemlich Brod und der Welt, feyerlich begehen, nach Gebeth dnd Danksagung, solche oft wiederholen, sich jes zerbrach ers und gab es seinen desmal dabey an ihn erinnern Jüngern mit den Worten: und seinen Tod verkündigen Mehmet, effet, das ist mein und preifen sollen. Leib, welcher für euch bin Das heilige Abendmahl ist gegeben und gebrochen wird; also eine gottesdienstliche Hande thut dieses zu meiner Exin lung, die ich eben so wenig, nerung. So nahm er auch als die übrigen Anordnungen nach dem Effen einen, mit der Religion Jesu verachten Wein gefüllten Becher, und und vorseglich unterlassen darf, nach einem Dankgebeth, sprach wenn ich ein Christ seyn will. Trinket alle daraus, Denn nur dann sind wir seine denn dieses ist mein Blut, Freunde, wenn wir thun, was das Blut des neuen Bun er gebietet. er: des, welches für euch und In dem heiligen Abend für Diele vergoffen wird zur mahl sollen wir das Gedächt= Pergebung der Sünden, niß der herrlichen Eriösung, fügte abermals den Befehl die uns Gott durch Jefum inzu: Solches thut, so oft Christum verschafft hat, und beson 02 52 Vor dem Genuß des heiligen Abendmahls: besonders das Andenken an discher Vortheile. Der bloß sein Leiden und Sterben feyer: jäußere Genuß hilft auch dem lich begehen. nichts, der ohne Bereuung und Wir sollen es öffentlich be- Verabscheuung seiner Sünden, Fenuen, rühmen und mit frd- der ohne gläubiges Verlangen lichen Danksagungen preisen, nach Gottes Gnade, und ohne daß wir ihm alle Erkenntnisse Begierde nach Tugend und von Gott, von seinem Willen Besserung hinzunahet. Allein und unserer Bestimmung, daß der würdige Genuß, wenn wir wir ihm die Errettung von der es zu der edlen Absicht brauz Schande und Strafe der Sünchen, zu welcher es Jesus de, die Gnade Gottes und Le- Christus eingesetzt hat und fol ben und Seligkeit, daß wir ches mit einer Gemüthsfaffung ihm alle Antriebe, Kräfte und thun, die sich zu dieser Absicht Mittel zur Frömmigkeit und schickt, ist doch mit einen Tugend, alle wahre Ruhe und großen Segen für unsere SeeFreudigkeit im Leben und den fen verknüpft. Er befördert besten Trost im Leiden und erstens die Beruhigung unsers Sterben zu danken haben. Gewiffens, indem er uns die Wäre ich nicht höchst undank: Gewißheit schenkt, daß uns bar, wenn ich das allerbeste, Gott unsere Sünden vergeben was ein Mensch thun kann, die habe und daß wir von ihm, under der Güte Gottes und als unserm versöhnten Bater, Jefu Chrifti mit frölichem Her- nun alles Gute in Zeit und erwarten dürfen. zen zu loben und zu preisen, Ewigkeit leichtsinnig verabsäumte, und Schon das Engelium giebt die leichte und angenehme diese Versicherung einem jeden, Pflicht vernachlässigte, an mei der Buße thut, an Jesum nen größten Wohlthäter und be- Christum glaubt und sich wirks sten Freund zu denken und thn lich bessert. Aber das heilige Offentlich vor den Menschen zu Abendmahl macht diese Versi bekennen? cherung noch stärker und freu Das heilige Abendmahl, biger. Es versiegelt einem jes dessen Genuß mir und allen den für seine Person diesen ers Bekennern der christlichen Re- quickenden Trost, auf eine an ligion befohlen, ist über das schauende und sinnlich rührende Jeder Communikante nicht nur Pflicht, sondern auch Art. Wohlthat für uns. riecht und schmeckt Zwar ist der Genuß desselben Brod und Wein. Jeder wird, Fein Mittel zur Abwendung leib- nach den Worten der Einsetzung, licher Uebel oder zur Erlangung beym Essen des Brodts, der Gesundheit und anderer irs fieht, des Leis Vor dem Genuß des heiligen Abendmahls. 53 Leibes Jesu, und, beym Trin- wann wir uns zum heiligen ten des Weins, seines Bluts Abendmahl, durch Gebeth und theilhaftig. Jedem wird die durch eine genaue Prüfung Versicherung gegeben: das ist unsrer selbst, gehörig vorbeder Leib Jefu für euch gege- reiten; wenn wir vor und bey ben; das ist das Blut Jesu, dem Genuß desselben über die für euch vergoffen zur Verge evangelischen Lehren, woran bung der Sünden. Da darf uns dieses Denkmahl des To dann jeder Bußfertige und des Jesu erinnert, ruhig nachGläubige zu sich selber sagen: denken; wenn wir daben die Lie" So gewiß du itzt dieses Brod be des Vaters, der seinen Sohn isfest und diesen Wein trinkest; für uns in den Tod gegeben, so gewiß ist Jesu Leib auch für und die Liebe Jesu Christi, der dich getödtet und sein Blut für unsere und der ganzen Welt auch zur Vergebung deiner Sande so viel erduldet hat, Sünden vergossen. Und so ernstlich erwägen und preisen; gewiß dieser Kelch dazu be- wenn wir die herrlichen Wahlfimmt ist, den neuen Bund, thaten betrachten, die wir fets der durch das Blut Jesu er: nem Tode zu danken haben, richtet ist, feyerlich zu versi- und endlich auch die Pflichten chern; so gewiß wirst du an zu Herzen nehmen, zu denen allen Verheissungen des neuen uns seine Erldsung verbindet; Bundes in Zeit und Ewigkeit dann giebt uns diese gettesTheil nehmen: so gewiß wird dienstliche Handlung immer folglich Gott die Strafen dei mehr Luft und Kraft, alle. ner Sünden aufheben, dich Sünden zu verabscheuen, die als sein Kind väterlich lieben, Gnade Gottes in Jesu Christo dir wohlthun und dich fromm mit zuversichtlichem Glauben und selig machen. Der wür zu ergreifen, Gott unsern Baz dige Genuß des heiligen Abend- ter, und Jesum unsern Erlöser mahls ist zweytens ein segen- und Herrn mit Liebe, Gehors volles kraftiges Mittel, der sam und Vertrauen zu ehren, Wohlthaten des heiligen Geistes die Trübfale dieses Lebens, nach theilhaftig zu werden und die dem Muster des Herrn Jesu, Gesinnungen in uns zu wirken, mit Gelaffenheit und frölicher zu vermehren und zu stärken, Hofnung zu erdulden, alle uns welche das Evangelium von sere Nebenmenschen mit Aufdenen fordert, die an den richtigkeit und Eifer zu lieben, Früchten und Vortheilen der ihnen ihre Fehler zu vergeben. Erldsung Jesu Christi Theil und uns mit ihnen zu versöhnen, zu nehmen wünschen. Denn, wenn wir sie beleidiget haben. d3 54 Vor dem Genuß des heiligen Abendmahls. So oft ich also wahrnehmesterlassung dieser Handlung den und empfinde, daß ich einer Namen guter Christen zu vers besondern Erquickung und Be- lieren; oder die Einbildung, ruhigung meines Gewissens durch bloße Beobachtung dieser oder einer befondern Ermun: gottesdienstlichen Handlung, terung und Stärkung meines irdische Vortheile, ja gar Vera Glaubens, meiner Gottfelig- gebung der Sünden, Leben und keit und Zugend, meiner Ge: Seligkeit zu erlangen. duld und Menschenliebe bedarf: Sind das auch meine Bes fo oft will ich durch den Bewegungsgründe und meine Aba Abend- fichten? Oder nahe ich mich meines zum heiligen Abendmahl, um bis daß den leichten Befehl meines er fomme; bis ich dort im Him: Heilandes zu folgen; das Ge mel ihn felbft fehen und in feidáchtniß der Liebe Gottes und ner Gemeinschaft ewig froh Jesu Christi zu begehen; ein und selig seyn werde. brauch des heiligen mahls den Eed Jesu Herrn verkündigen, * offentliches Bekenntnis von meinem Glauben an ihn abzus Auch ist bin ich entschlof legen; mich über alle das Gute, fen, das zu thun, was der was ich ihm zu danken habe sterbende Heiland seinen Er- und noch von ihm erwarte, ge isßten befohlen hat: ich will meinschaftlich mit meinen Mitgum heiligen Abendmahl ge: Erlösten zu freuen, mich im hen. Mich geht also die Er: Glauben an die evangelischen mahnung des Apostels an: Verheiffungen zu stärken und Der Mensch průfe sich selbst mich dadurch mit Troft im Leiden und also effe er von diesem und Sterben zu versehen; mich Brod und trinke von diefem aufs neue zur Berabschenung Kelch. aller Sürden, zur Ausübung D Seele! so fammle dann alles Guten und zur Nachah deine Gedanken zur Aufmerk. mung des Beyspiels Jefu zu famfeit auf dich felbst! Erfor verpflichten; mich mit allen sche und frage dich selbst: meinen Nebenchristen in brus warum will ich zum Tisch des derlicher Liebe zu vereinigen, Herrn gehen? was bewegt damit ich immer bereitwilliger mich zu dieser Entschließung? werde, ihnen zu dienen, zu Biele treibt blos die Ge helfen und Gutes zu thun? wohnheit dazu an, weil sie es ju Habe ich ferner auch die gewiffen Zeiten zu thun pflegen; Gemüthsfassung, die ein Chrift oder die Nachahmung anderer; haben muß, der das heilige oder die Furcht durch die Un- Abendmahl nicht unwürdig fons würdig zu ten und Ver dem Genuß des heiligen Abendmahls. 55 sondern würdig zu halten Begierden, in Worten und wünscht? Thaten, schuldig gemacht? Erfenne und empfinde ich Reuet es mich herzlich, daß den großen Werth der unverlich dadurch ungehorsam gegen dienten Gnade, die uns Gott Gott, meinen Schöpfer und in seinem Sohn erwiesen hat? Herrn, undankbar gegen mei= Verehre ich Jefum Christum nen himmlischen Vater und als den eingebornen Sohn Got. Wohlthäter, und feindselig ges tes, als den Erretter und Selig- gen mich selbst und meinen macher der Menschen, als den nächsten gehandelt habe: wenn Herrn und König der Welt? ich es unterließ, Gott durch Erinnere ich mich mit dankba: Liebe, Gehorsam, Vertrauen rer Freude an das, was er für und Zufriedenheit mit seinen mich und die Menschen über: Schickungen zu ehren: wenn haupt gethan und gelitten hat: ich die Güter und Freuden dies wie unwissend, elend und trost: fer Erde und den Beyfall der. los wir ohne ihn gewesen wá: Welt höher schågte, als die wie glücklich wir Gunst und das Wohlgefallen durch ihn geworden sind und Gottes und die Geligkeiten noch werden können? Schäße des Himmels: wenn ich Gotich mich glücklich ein Christ tes Namen durch Fluchen, falzu seyn? Wünsche ich sehn= sches und leichtsinniges Schwblich an den Früchten der Erld- ren mißbrauchte: wenn ich ein fung, die durch Christum ge- Sclave des Unkeuschheit und fchehen ist, Theil zu haben, Unreinigkeit war: wenn ich und durch ihn gerecht und fe- Born, Has, Rachsucht, Stelz. lig zu werden? Habe ich mich Neid, Misgunst, Geiz und gu dem Ende auch bisher ernst Habfucht in meinem Herzen lich bestrebet, die Bedingun- nährte: wenn ich Böses mit gen zu erfüllen, auf welche Bösem oder Scheltworte mit uns Gett, durch Jefum Chri: Scheltworten vergalt: wenn ftum begnadigen und felig ma- ich den Unschuldigen durch chen will? Oder, wenn es bis: Verläumdungen und übele her nicht geschehen: ist es von Nachreden fränkte: wenn ich nun an mein redlicher Wunsch mich durch Ungerechtigkeit und und Entschluß? Betrug, zu bereichern und zu Erkenne ich ißt das große erheben suchte: wenn ich es Verderben meiner Natur und unterließ demüthig, fanfimůDie mannigfaltigen Sünden, thig, versöhnlich, gerecht, bilderer ich mich durch Ausübung lig, gütig, barmherzig, auf des Bösen und Unterlaffung richtig und freundlich zu seyn: des Guten, in Gedanken und wenn D4 56 Vor dem Genuß des heiligen Abendmahls. wenn ich in meinem Stande ken, zu reden und zu thun, und Beruf,( als Obrigkeit wie ich dereinst im Lode und oder Unterthan, als Lehrer der Ewigkeit wünschen werde, oder Zuhörer, als Ehemann geredet und gehandelt zu haben? oder Ehefrau, als Vater, habe ich insonderheit allem Mutter oder Kind, als Haus- asse, aller Rachbegierde ents herr Hausfrau oder als sagt; bin ich brüderlich gegen Dienstbote und Tagelöhner) alle meine Nebenchriften, ge die Pflichten vernachläffigte, gen alle Menschen gesinnt und die mir obliegen? Erkenne ich bereit, iedes begangene Una die Sünde, um derentwillen recht wieder gut zu machen, Jesus Christus gestorben ist jede Verleumdung und Lügen für das größte lebel und bin zurück zu nehmen und meinen ich ernstlich entschlossen, sie Beleidigern alle ihre Fehler zu alle, ohne Ausnahme, zu verzeihen? fliehen und zu meiden, auch * Kann ich dieses mit redlis meine Lieblingssünden, wozu mich mein Temperament und chem Herzen vor dir, o alls meine Leidenschaften am mei- wiffender Gott, bejahen; fo sten reizen, immer mehr zu darf ich nicht daran zweifeln, verabscheuen und zu bekäm du werdest mich für dein Kind pfen? Nehme ich die Zusagen und für einen rechtschaffenen Gottes, daß er jeden Bußfer- Verehrer deines Sohns Jesu tigen, um des Verdienstes Chrifti erkennen, und als einen Jefu willen, begnadigen wolle, felchen begnadigen und segnen, mit demüthigem Glauben an? wenn gleich mein Glaube, Habe ich den redlichen Vorsatz, meine Tugend und Frömmigs mich täglich zu beffern und feit nicht so rein und vollkom: mein Herz und Leben nach den men wäre, als sie wohl seyy Schwachheiten und Geboten und nach dem Mufter sollte. Gottes und Jesu Christi einzu: Fehler, die wir erkennen und richten? Bin ich bereit diesen bestreiten, die mit du uns, Borsah, nicht nur einige o gütiger Vater, nicht zurech Ja auch Sünden und Tage, fondern in meinem nen. ganzen nod) abrigen Leben, Laster, die wir aufrichtig bes davon ich nicht weiß, obs Tas reuen und würklich lassen, die ge, Monathe oder Jahre dau willst du uns gnädig verzeihen. ren werde, zu erfüllen, in Davon hast du uns durch Jez allen chriftlichen Gesinnungen fam versichert; dessen erinnern und Tugenden zuzunehmen und freuen wir uns an seinem und befiändig zu beharren? Tische. Bin ich willig, fiets zu denWenn Vor dem Genuß des heiligen Abendmahls. 57 Wenn mich also mein Herz neue Kraft und Stärke zur nicht verdammet; wenn es mir Ausübung alles Guten bekom das Zeugniß eines reblichen Be- men, unter deinem Beystand strebens nach Tugend und alle Reitzungen zum Bösen Rechtschaffenheit giebt: so babe überwinden, auf dem Wege ich Freudigkeit zu dir, mei der Tugend fortachen und nem Gott; so darf ich mich einst das herrliche Ziel meines der Gemeinschaft, mit dir und Glaubens und meiner Hoffnung deinem Sohne Jefu Chrifto, unfehlbar erreichen. rühmen; so darf ich, von der Gott, Vater der Barma Vergebung aller meiner Sün- herzigkeit, hilf mir dazu und den gewiß, mich der Hoffnung segne dazu an mir den Gebrauch der ewigen Seligkeit freuen; des heiligen Abendmahls um so werde ich in dem Gedächt- de ner ewigen Liebe willen. niß deiner Liebe und der Liebe Amen! Jefu Chrifti neuen Antrieb, 25. Demüthigung nach einem bisherigen lasterhaften Leben. Al ner Seelen- und Leibeskräfte Uwiffender, du kennest mich die böse That öffentlich ober und ergründest mein Herz; insgeheim zu vollziehen. Oft ich kann vor dir meine Un- habe ich durch Mißbrauch meis bankbarkeit und Treulosig feit nicht leugnen. Die mir selbst manche Uebel zuges Sünde habe ich über mich herr: zogen. Oft habe ich auch schen lassen und ihr in ihren dadurch ungerecht und feinds verderblichen Lüften Folge ge- selig gegen meinen Nächsten leistet. Manche Arten der La- gehandelt und ihn wol gar zum fier habe ich zwar wirklich vers after verführt. Und wenn mieden, weil ich wenig natir- lauch das alles nicht wäre; ſo lichen Hang dazu spürte oder habe ich doch viel Gutes unters keine Gelegenheit und Reizung lassen, was ich hätte thun zu ihrer Vollbringung hatte, können. Ich habe es versäumt, oder weil ich die Schande vor dir meinem Gott und Vater, Menschen und andere traurige für die vielen Wohkhaten zu Folgen scheuete. Dagegen danken, die ich täglich aus find manche andere unerlaubte deinen Händen empfing; dich Begierden desto heftiger bey durch Liebe, Gehorsam, Vers mir geworden: ich habe mir trauen und Unterwerfung unfem Gewiffen darüber gemacht, ter deinen Willen zu verehren, ihnen blindlings zu folgen und D 5 und 58 Vor dem Genuß des beilieen Abendmahls. und dich auch öffentlich und Ist aber, o gütiger Gott, gemeinschaftlich, mit meinen hast du angefangen mir meine Brüdern anzubethen, zu loben Augen zu öffnen und sie durch und dein Wort zu hören und das Licht deines Worts zu er: zu lernen. Ich bin gleichgül: leuchten. Ich erkenne es we tig gewefen gegen das Wohl nigstens mit Schaam und meiner unsterblichen Geele, die Reue, daß ich so sicher und doch so hech in deinen Augen lasterhaft bisher gelebt, und geachtet ist. Ich habe in Erfehe es ein, daß ich in fole füllung beffen, was mein Standhem Zustande dir unmöglich und Beruf von mir fordert, angenehm seyn kann. nicht den Eifer und die Treue wünsche von Herzen beffer ein wahrer bewiesen, die ich hätte bewei zu werden und fen sollen. Mein Leben, meine Christ zu seyn, der Verge: Gesundheit, Güter, Ehre, An- bung der Sünden hat und auf fehen und alle übrigen Gaben dem Wege der Tugend feinem und Kräfte, die du mir ver: Erlöfer nachfolgt. liehen, habe ich nicht so nüglich sey mir dann gnädig, angewandt, als ich hätte thun du Gott und Vater unsers tonnen und follen. Ich habe Herrn Jefu Chrifti, und vers es versäumt, meine Neben gieb mit meine Sünde! Du menschen zu erfreuen, ihnen hast ja deinen Sohn für uns zu dienen und ihre Zufrieden in die Welt gesandt, auf daß heit, ihr Glück, ihre Besserung alle die an ihn glauben, nicht und Tugend zu befördern. verloren werden, sondern das In solcher Gesinnung bin ewige Leben haben. Du haft ich manche Jahre fortaegan- ihn für uns in den Tod gege: gen und doch hast du mich bis ben, und willst uns mit ihm feinetwillen alles diesen Tag mit göttlicher Lang- und muth getragen. Du bist nicht schenken. Auch mir, barmhers müde geworden mir Gutes zu ziger Gott, auch mir Unwurs thun und an meiner Zurecht- digen bietest du Vergebung als bringung zu arbeiten. Oft ler meiner Sünden, deine hörte ich deine Stimme, wenn Gnade, und eine ewige Ses ich mich mit deinem Wort beligkeit an; auch mir willst du fhäftigte; oft sagte mirs mein davon bie feverlichsten Pfáns Gewissen, daß mein Thun under und Versicherungen im recht und mein Zustand ver- heiligen Abendmahl mittheilen, dammungswürdig sey. Aber wenn ich mit wahrer Buffers ich hatte die Sünde zu lieb, tigkeit, mit lebendigem Glaus als daß ich deinem gütigen' ben und mit dem aufrichtigen um Rufe folgen sollen. Vora Vor dem Genuß des heiligen Abendmahls. 59 Vorfaße, ein heiliges Leben meines Heilandes, las den zu führen, zu dir nahe. Er- Genuß der Unterpfänder desselfreue dann mein Herz mit deis ben, die ich am Tisch des ner Gnade und mit der Versi Herrn empfangen werde, laß cherung deiner våterlichen Lieldie Hoffnung der zukünftigen be. Schenke mir aber auch Herrlichkeit, die du mir vordeinen Geist, der mich allezeit hälst, so gesegnete Eindrücke leite, damit meine Befferung auf mich machen, daß die Bez gründlich und anhaltend wer schamung wegen meiner voride. Bewahre mich vor allem gen Günden und der Hah daLeichtsinn und Trägheit, dagegen, daß die Liebe zu dir mit ich nicht aufs neue in Gün- und zu allem Guten dadurch den gerathe und durch neuen gestärkt und ich dadurch noch Ungehorsam meine Schulden williger werde, allen Geboten vergrößere. Jefu Chrifti zu gehorchen und Laß die Betrachtung deiner die bis in den Tod getreu zu unendlichen Liebe und der Liebelbleiben. Amen. 26. Demüthigung beym Bewußtseyn mancher Fehler und Mängel. Hütiger Gott, ich bin bewahrt haft. Aber darum bin reit, die Handlung aus: ich nicht gerechtfertiget vor dir, Jurichten, die mir dein Sohn, o Allerheiligster! Deine AllJesus Christus, mein theuerster wissenheit fiehet noch viele Feh Erldser, zu feinem Andenken ter und llebereilungen an mir; und besonders zum Andenken fiehet wie schwach und unvollfeines Versöhnungstodes bekommen meine Tugend und fohlen hat. Indem ich mich Frömmigkeit sey. Du hast felbst vor deinem Angesicht das gute Wert der Bekehrung prüfe, finde ich in mir Spu- in mir angefangen, du hast ten einer dankbaren ehrfurchts- mich durch den heiligen Geift vollen Liebe gegen dich und zu auf den Weg des Lebens gelei= gleich ein wahres Verlangen, tet. Aber habe ich mich auch als ein würdiger Gaft an dem befliffen, durch würdigen Ges Gedächtnis, Mahl des brauch deines Worts und durch das Gebeth, auf demselben forts Ich finde, daß du mich bis zugehen und im Guten beståns her vor schweren Sündenfällen dig zuzunehmen? und gefährlicher Todes Jesu Antheil zu nehmen. Bin ich in Verlegung sonderheit, seit dem leßten Ges meines Gewissens gnädig be nuß des heiligen Abendmabls beffer 60 Vor dem Genuß des heiligen Abendmahls. beffer oder schlimmer gewor- über die, die dich fürchten. Erbarme dich auch über mich den? Ach Gott, du weißt es! und habe Geduld mit deinem Ich habe oft nicht eifrig genug schwachen Kinde, um Jesu gegen die Sünde gekämpft, Chrifti willen, der eine voll die in mir wohnt. ch habe fommene Gerechtigkeit auch 3 wenig über mich selbst und mir erworben hat. Die Reißungen außer mir gewacht. Ich habe mich oft Ja! Herr Jesu, du ver: durch Widerspenstigkeit gegen warfest ja deine ersten Jünger deinen Willen, durch Miß nicht, ob sie gleich noch große trauen und Ungeduld, durch Schwachheiten an sich hatten. Zorn, Stolz, Haß und Neid, Du haft auch dein Abendmahl durch irdischen Sinn und an- für deine unvollkommenen, aber dere unerlaubte Begierden und doch redlichen, Freunde verordVergehungen, aus Unwissen- net, welche Stärkung ihres heit, Ulebereifung und Unbe Glaubens und ihrer Tugend dachtsamkeit verfündiget. Ich nöthig haben. Komme dann habe oft viel Gutes, das du auch meiner Schwachheit zu mir besohlen, aus Trägheit ver: Hülfe. Mache den Trost feste faumet. Meine frommen Ges in mir, daß an denen feine lübde, die ich des Morgens Verdammung sen, die dich anz und Abends, in den Stunden nehmen, wenn sie nicht nach der Andacht that, habe ich oft den sündlichen Begierden, fon bald wieder gebrochen. Und dern nach den Vorschriften des wenn ich noch eine gute That heiligen Geistes leben. Und verrichtete, so geschah es oft das ist auch mein Vorsatz: ich mehr aus Eigennuß und Ehr mögte gerne unstråflich vor dir geiß als aus dankbarer Liebe wandeln! O hilf mir baja zu dir. Es ist mir oft schwer durch den Beystand deines Ge geworden, mich selbst zu ver- fies! Laß mich nie gegen mei leugnen, meine Feinde zu lie- ne Fehler und Uebereilungen ben, und die zu fegnen, die gleichgültig werden. mir fluchen. Und dein helles mich vielmehr immer eifriger Auge entdeckt noch tausend thun nach deinem Wohlgefallen Fehler und Flecken mehr an mir, die ich nicht ſehe. Lehre und laß nich die Wunder deiner Barmherzigkeit bey dem Ges Ach, mein Gott, verwirf nuß des heiligen Abendmahls mid umbeswillen nicht! Wie so bedenken, daß Glaube, sich ein Vater über Kinder er: Liebe und Hoffnung dadurch in barmet, so erbarmst du dich mir gestärkt und ich aufs fraftig Beym Genuß des heiligen Abendmahls. 61 träftigste bewogen werde, mit nach dem ewigen Leben zu Beständigkeit in guten Werken trachten. Amen. 27. Beym Genuß des heiligen Abendmahls. Herr Gottes, err, Gott, Vater unsers und Fürsorge getrösten. Duns Herrn Jesu Christi, dujaussprechliche Gnade! dir uns bist die Liebe! Laß es uns ist ferm wohlthätigen Vater, heis beym Genuß des heiligen igen wir uns ganz und gar! dir Abendmahls schmecken und se- bringen wir Leib und Seele und hen wie freundlich du bist; alles, was wir sind und haben, wie unschätzbar die Wohlthaten zum Opfer unsrer Dankbarkeit! find, mit welchen du uns als Und wie sollen wir deine Liebe, Christen begnadiget hast. o göttlicher Erldser, Herr Jes Himmel und Erde sind voll su, würdig genug erheben. von Beweisen deiner Gate; Du, der Sohn aber dadurch hast du dieselbe deffen Herrlichkeit göttlich ist, auf eine ganz ausnehmende du famest aus Liebe zu uns auf Weise offenbahrt, daß du deiz Erden, wurdest ein Mensch, nen Sohn zur Versöhnung gleich uns, die Sünde ausges unsrer Sünde in die Welt nommen. Du unterwarfest gesandt, daß du ihn für uns dich allen Beschwerden des ir in den Tod dahin gegeben, dischen Lebens, ließest dich in daß du uns an ihm einen so den niedrigsten Stand herab, vollkommenen Lehrer, einen so wo weder Reichthum noch machtigen nnd großmüthigen Ehre und Freude dein Loos Erretter und Seligmacher ge- war. Du verleugnetest willig schenkt haft und daß du uns allerley Bequemlichkeiten, die noch ist durch ihn Gnade, du hättest haben können, um Leben und Seligkeit anbieten unser Lehrer, Vorbild und Erretter zu werden. Wie Wie könnten wir nun an groß war dein Eifer, Unwis deiner Huld und Liebe zwei- fenheit und Irrthum zu vere feln? Du baft uns deinen treiben und die Erkenntniß der Sohn geſchenkt; mit ibm, Wahrheit zur Gottseligkeit uns und durch ihm willst and ter den Menschen auszubreiten! wirst du uns alles schenken. Wie beilig war dein Wandel Du willst uns unsre Sünden und wie vollkommen deine Tubergeben und unsre Gebrechen gend und Menschenliebe! Bie beilen. Wir dürfen uns beiner wohlthätig waren deine Werke Gnade und beines Wohlgefal- und wie groß die Gotteskraft, lens, deiner väterlichen Aufsicht die sich darinnen offenbahrte! Liffeft. Wie 62 Bevm Genuß des heiligen Abendmahls. was Vaters. Wie unzählig und bitter warenlangenehm und werth mache; aber auch die Leiden uud Ver- damit ich nicht in den Gütern folgungen die du ausgestanden dieser Welt, nicht in dem BeyHaft! Welche Zunge vermag es falle und Ruhm, dem Gelde auszusprechen, du da und der Macht der Erde, son: empfunden hast, wie du in je- dern in der Gnade Gottes und nen, für dich so schrecklichen, dem Besiß der Seligkeit, die du für uns aber so heilsamen und uns erworben, mein höchstes trostvollen leßten Stunden dei: Gut suche. Dies alles littest du willig, nes Lebens, mit Todesangst rangeft, zittertest und zagtest; geduldig und mit Linterwers wie dein Schweiß, gleich fang unter den Willen dei himmlifchen Blutstropfen, auf die Erde nes fiel; wie du vom Geist der O lehre mich auf dich sehen Lügen mit falschen Zeugnissen und die nachahmen, bey allen und Gotteslästerungen gequält Widerwärtigkeiten dieses Les wurdeft; wie dein Haupt mit bens; bey den Beschwerden Dornen zerstochen, dein Ant- meines Leibes; bey den Beuns liß verhöhnt, dein Rücken ge- ruhigungen und Mühseligkei geiffelt, deine Hände und ten, die mit den Geschäften Füße mit Någeln durchgraben meines Stands und Berufs wurden; wie man dich zwi- verbunden sind; bey den ges schen Mördern und Uebelthä- fahrvollen Kämpfen wider die tern låfferte, und dich, als Sünde und sonst allenthalben, einen Missethå- wo ich die Last dieser Pilgrim ter, feines Trostes und keiner schaft schwer fühle. Erbarmung werth achtete; wie verworfenen Dies alles littest du aus du da klagtest: Mein Gott, Liebe zum menschlichen Ge mein Gott, warum hast du mich schlecht und auch für mich. verlassen, und endlich unter den Denn so gewiß ich ist im heis peinlichsten Schmerzen eines/ ligen Abendmahl Brod effe und schmählichen Todes starbest. Dies alles littest du, Bein trinke; so gewiß ist dein Leib auch für mich hingege: Herr Jesu, als der Sohn Gotben, und dein Blut auch zur tes, als der erhabenste Gegen: Vergebung meiner Sünde stand des Wohlgefallens Got- vergoffen; durch deinen Led tes, aus Gehorsam gegen dei sind nun alle meine Sünden nen himmlischen Vater. Overföhnt; auch alle meine pråge die Wahrheit tief in mein fortdaurenden Mängel Herze: daß nichts, als liebe: Schwachheiten gut gemacht. voller Gehorsam, uns vor ihm Erquicke mich durch diesen und Troft Beym Genuß des heiligen Abendmahls. Troft im Leben und Sterben bey dem Freundschaftsbecher, und stärke dadurch meinen aus welchem ich mit ihnen allen Glauben an Gottes Gnade, trinke; bey dem Leibe und Gieb mir aber auch Kraft, Blute unsers gemeinschaftli: dich wieder zu lieben, der du chen Bruders, Erlösers und mich erst geliebet hast, und als Herrn gelobe ich: Fern seyy fen. dein erlößtes Eigenthum recht von mir alle Verstellung, Tucke fleißig zu seyn in guten Wer- und Bosheit, alle Lieblosig= feit, Unbarmherzigkeit, Arg= Du, o Herr Jesu, bist wohn, Neid, Eigennuß, Stolz, für unsere Sünde gestorben! Feindseligkeit, Haß und RachBelch ein Beweis des Haffes gier! Jeder Mensch, auch Gottes gegen alle Sünde und der niedrigste Knecht, auch feiner vollkommensten Strafgemein årgster Feind, sey ein Ge rechtigkeit! Ermuntere mich genstand meines Wohlwollens! dadurch, jede Sünde zu ver- und es fey meine Freude, an abscheuen und zu fliehen, und dere zu erfreuen und ihnen wohl das größte Glück der Welt eher zu thun!" zu verleugnen, als wider Gott Du bist endlich, o Here mit Wissen und Willen zu fün- Jefu, nicht nur um unserer Digen. Sünde willen gestorben, fone Du, o theuerster Heiland, dern auch um unsrer Gerechs bift für alle menschen gestigkeit willen wieder aufers fforben. Und ich sollte dem weckt. Selbst dein Abends nicht wohlwollen, den nicht mahl, das wir ißt genießen, herzlich lieben, für den Jesus beweißt es. Du würdest kein sein Leben gelassen, für den feyerliches Denkmal deines Gott seinen Sohn gegeben schmachvollen Todes gestiftet hat? Ja, hier im Abendmahl haben, wenn du nicht deine überzeuge ich mich aufs neue nahe Auferstehung und Verehvon der Pflicht einer allgemei- rung unter allen Völkern vors nen Menschenliebe und erneure her gesehen hättest. Deine meine Entschließung: Was Bekenner würden deinen Kreuz u an mir gethan, das will zestod auch eher verborgen als , so viel mir möglich ist, durch ein öffentliches Andenken an meinen Brüdern wieder feyerlich begangen haben, wenn hun! Bey dem Brodte, von du nicht auferstanden wäreft. em ich in Gesellschaft mit Du lebst also: und ich werde meinen vornehmern und gerin- auch leben. Einst nimst du een, mit meinen reichern and meinen Geist auf; einst erweckst men Nebenmenschen effe; du meinen Leib aus dem Grabe und 63 64 Nach dem Genuß des heiligen Abendmahls. und rufft ihn hervor zum ewi- jund von Ewigkeit zu Ewigkeit gen Leben. Einst werde ich, immer vollkommener und glück: erlößt von allem Uebel, Gott seliger werden. drücke mir heute, theures schauen und dich meinen Hei land sehen, und bey dir seyn ster Erldfer, durch deinen Geist in deiner Herrlichkeit. Einst diese große Hoffnung und deine werde ich mit dir, meinem be: Liebe so start ins Herze, daß ften Freunde, mit den Perso- ich darin den fråftigsten Annen, die hier meinem Herzen trieb zu allen Tugenden, die theuer find, mit allen guten Versüßung und das Gewürz Seelen unter den Menschen meiner Freuden, und den bes und mit den Engeln zu einer sten Trost in Leiden und Ster: ewigen Freundschaft vereiniget ben finden möge. Herr 28. Nach dem Genuß des heiligen Abendmahls. err Gott, himmlischer Barer Erfüllung arbeiten mögen. ter, dir sey Lob und Dank Lehre uns selbst, deinen Willen für allen Unterricht, alle Er- thun, und leite uns durch dei munterung, allen Trost, wonen Geist auf ebner Bahn. mit du uns durch die Fever des Laß uns alle Tage unsers übris Gedächtnisses deiner Liebe und gen Lebens im Glauben und der Liebe beines Sohnes Jesu in der Nachfolge deines Sohns Chrifti begnadiget hast. Wie leben, der uns geliebet und follen wir dir alles das Gute sich selbst für uns dahin gege vergelten, das du an uns ge- ben hat. Den großen Zwet than haft? Mochte doch unser feines Leidens und Sterbens, ganzes Leben lauter Dank und uns zu Gliedern seines eigens eine immerwährende Lobprei- thümlichen Bolks zu machen, fung deines Namens seyn! Ja! die recht eifrig in allen Tugend deine Liebe dringt uns, o werken jeyn sollen, laß und Gott; die Begierde dir zu ge: stets vor Augen schweben. Lag fallen, und deinen Willen zu uns insbesondere immer mehr thun, belebt uns ist alle. redliche und herzliche Freunde Ad)! laß sie uns stets beleben aller Menschen werden, so wie und unser ganzes künftiges Leer es war und du es bist. Ja, güz ben regieren. Gieb doch, barm- tigster Gott, beilige uns ganz herziger Gott, daß wir die und gar, und laß unfre Seele Versprechungen der Treue und und unsern Leib unsträflich und des Gehorsams, die wir dir unbefleckt erhalten werden, auf heute gethan haben, nie vers die Zukunft unsers Herrn Jen gessen, sondern von nun an Chrifti, welchen samt dir sey Lob mit unermüdetem Eifer an ih- und Ehre in Ewigkeit! Amen. 29.47ac S 29. Nach den sonntäglichen und Wochenpredigten. Vater, wir danken dir und insbesondere über unsern für alle deine Wohlthaten, und Landesfürsten und Herrn. Erbesonders auch für die Gnade, halte Ihn ben beharrlichem die du uns ist wieder erwiesen Wohlergehen und laß uns unter hast, uns dein Wort verkündi- seiner Regierung eines unvers gen zu lassen. Laß das Licht rückten Wohlstandes genießen. deiner Offenbarung sich immer Kröne die Bemühungen aller weiter unter den Völkern aus seiner Räthe und Diener, aller breiten. Vergieb uns unsere Stande, Obrigkeiten und NichSünden und Undankbarkeit ter dieses Landes, aller Lehrer und erhalte uns bey dem Ge- der Religion, der Künste und nuffe des Guten, womit du ffenschaften, mit Glück und uns bisher, nach deiner un- Gedeihen, daß überall Reliendlichen Liebe gesegnet hast, gion, Gewissenhaftigkeit, Orde um Jesu Chrifti Willen. Laß nung, Ruhe und Wohlstand den heilsamen Unterricht, den vermehrt und befördert uns dein Wort giebt, durch der Landbau, die Künste und deinen Geist in uns allen tråf- Wissenschaften, die Handlung tig werden, damit dadurch Er- und alle andere Arten des Gefenntniß und Weisheit; Stecht- werbes mit gutem Fortgang schaffenheit, Zugend und Men- getrieben und immer blühender fchenliebe; Troft, Freude und werden. Glückseligkeit sich allenthalben Dir, o Gott, und deiner unter uns vermehren möge. väterlichen Fürsorge empfeh65 Laß deinen Segen, o Gott, len wir alle unsere Nebenmen= nicht von dem Fande, von dem schen. Führe die Unwissenden Ort und Gemeinde weichen, zur Erkenntniß, die Frrenden darin wir wohnen. Bewahre zur Wahrheit, die Zweifelns uns vor großem Unglück und den zur Gewißheit, die LafterLandplagen und beglücke uns hasten auf den Weg der Besse: und unsere Nachkommen mit rung. Erfreue die Traurigen allem dem, was zu einer voll- mit Troste, die Elenden mit fommenen Wohlfabet auf Zeit Hülfe, die Kranken mit Er und Ewigkeit gehört. Balte quickung und die Sterbenden mit deiner Aufsicht und für mit Hoffnung eines bessern forge über alle Könige und Lebens. Fürsten, über das gesamte fo Endlich, siehe mit Gnade nigliche und churfürstliche Haus und Erbarmung auf uns alle e herab 66 Nach den fonntäglichen und Wochenprediaten. herab. Verleihe uns allen, anvertraueten Fähigkeiten und die Güter nach deinem Willen ge daß wir uns die Gnade, uns in Jesu Christo deinem brauchen und ein solches Leben Cohn erschienen ist, wohl zu führen mögen, daß wir zu dem Nuße machen, damit wir durch höhern seligen Leben geschidt feine Lehre erleuchtet, durch werden, welches du uns im fein Berdienst begnadiget, Himmel bereitet haft. Stehe durch sein Beyfpiel geleitet uns dazu bey mit deiner Gnade und, von seinem Geiste befee- und deinem Geiste, durch let, der Sünde immer mehr Jesum Christum unfern Hei absterben, alle unsere Pflich: land. Amen. ten treulich erfüllen, die uns Groß und mannigfaltig find die Wohlthaten, die dunen zu Theil werden, welchen 30. Ein ander Gebeth zu eben dem Gebrauch. Laß dieses Glück auch des uns schenkst, Herr, unser es noch fehlt. Segne zu dem Gott! Aber auch groß und Ende alle Fürsten, alle Obrig stark ist unsere Verpflichtung feiten, alle Lehrer in Kirchen dich zu lieben, dir zu gehor: und Schulen mit vorzüglicher shen und uns in unserm gan: Weisheit, Menschenliebe und zen Verhalten blos nach dei Treue, daß sie die Ausbreiz nem Willen zu richten. Gieb tung der Wahrheit und Tu uns dann durch deinen Geist gend, und die Glückseligkeit die Gnade, daß es das Ziel derjenigen, die du ihrer Fürunserer höchsten Ehrbegierde forge empfohlen hast, auf alle und unfer unablässiges Bestce- Weife befördern. ben seyn möge: dir,, unserm Insbesondere heilige zu diesem gütigsten, frergebigsten Wohl großen Zweck unsern gnädige thäter zu gefallen, und gleich sten Landesfürsten und Herrn dir an der Beförderung, der Begnadige Ihn mit der Versi Vollkommenheit und Glückse: herung deines Wohlgefallens. ligkeit unserer Nebenmenschen Erfreue Jhn durch das Glud su arbeiten. In diesen Gesin: jund die Liebe seiner Untertha nungen, laß uns dein Wort, nen. Entferne von Ihm alles das wir ist gelesen und gehört Widerwärtige und mache Ihr haben, stärken, damit wir zum Beyspiel deiner wohlthuen nicht unfruchtbare Hörer, fon: den Gnade bis zum höchsten dern Thater desselben seyn, Ziel des menschlichen Lebens und so immer ruhiger und se: 2lle die, denen die Regierung dieses Landes und die Berwal liger werden mögen. tung 67 Im Advent und am Weihnachtsfeffe. Zeiten; tung der Gerechtigkeit anver: baren und ruhigen traut ist, und die, die diesem und vor allen Dingen mit Amt, Ort und Gemeinde vor: Weisheit, Tugend und chrift: gefeßt find, empfehlen wir licher Frömmigkeit, mit Kraft deiner Fürsorge, Gnade, Be und Gelegenheit zu vielen gu schirmung und Hülfe. Dir ten christlichen Thaten, mit empfehlen wir diese ganze Ge- der Freude des Recht. und meinde, die Gefunden und die Wohithuns, mit der Versiche: Stranken, die Reichen und die rung beines höchsten Wohlges Armen, die Glücklichen und fallens und der frohen Hoffe die Unglücklichen. Gegne uns nung eines ewigen Lebens, alle mit Gedeihen in unserm durch Jefum Chriftum, Amen, Beruf, mit gefunden, frucht31. Im Advent und am Weihnachtsfeste. ott, Schöpfer und Ba- unzählig: aber die, Sendung ter der Menschen, wir deines Sohns in die Welt, dein Volk, deine Erlößten, um Friede, Heil und Glückfe: deine Kinder werfen uns, von ligkeit auf die Erde, und FreuBewunderung und Freude de, Wonne und Zufriedenheit durchdrungen, vor deinem unter die Menschen zu brin Throne nieder, und bethen gen, ist die rührendfie Probe dich voll Ehrfurcht und Dank von deiner unermeßlichen Huld barkeit an. Uns ungehorfa und Güte, ist das Siegel dei: men Geschöpfen und strafba ner Vaterliebe und Freundren Aufrührern in deinem schaft gegen uns. O möchten Reich, hast du deinen einge: wir es recht erwägen, recht bohrnen Sohn zum Lehrer, empfinden, wie viel du für Mittler und Heiland geschenkt, uns gethan, wie hoch du uns und läsfest uns durch ihn, an geachtet, wie herrlich die Hülfe statt der Strafe, die wir vers und Errettung fey, die uns dient, Gnade, und anstatt durch deinen Sohn, Jefum den des Elends, worin wir uns Weltheiland, zu Theil wird, gestürzt hatten, Trost und Se: daß wir dich und deinen Wil ligkeit verschaffen und anbieten. len kennen, und das frohe Gott! wer kann die Größe Evangelium Jefu auch den diefer deiner Erbarmung und Armen und Geringen gepres Gnade faffen? wer kann dir diget wird; daß wir strafwür. den Dank und das Lob geben dige Sünder uns auf Buße die dir gebühren? die Beweise und Besserung deiner Beguadeiner Liebe gegen uns sind digung und der Vergebung der Sünde 2 68 Im Advent und am Weihnachtsfefte. Sünde getrösten können; daß Sohns in die Welt und dem wir Muth und Kräfte haben großen Werk zu danken, das können, von Sünden abzu- er auf Erten vollbracht hat. Ehre, Ehre und Preis sey laffen und ein tugendhaftes Leben zu führen; daß wir uns, dann dir, o Allerhöchster, für bey dem Gefühl unserer Mån- alle diese Wohlthaten, Vor: gel und Febler deiner vàrerlt theile und Gegen! Schenke chen Nachsicht, und beym Ge- uns nun auch mit deinem fühl unserer Schwachbeit des Sohne deinen mächtigen Geist, Beystandes deines Geistes, vers damit die Absichten der Un fichern können; daß wir uns kunst Jesu, deines Sohns, in deiner Fürsorge mit kindlicher die Welt, an uns allen ers Zuversicht überlassen und stets reicht werden mögen. Laß uns das Beste von dir erwarten die Wahrheit, die er uns vers können; daß wir nun nicht fündiget hat, immer höher mehr mit einem sclavischen schätzen, immer eifriger lernen; Schrecken vor dir unserm Herrn damit das Reich der Finster: und Richter zittern, sondern niß, des Irrthums und des dich als unsern Vater mit kind- Aberglaubens immer mehr daz licher Liebe und Zuversicht an durch zerstört werde. Laß die bethen und verehren dürfen; Begnadiguna, die Berubis daß wir wissen, du wollest jede aung und Hoffnung des ewigen gute Gefinnung und That, die Lebens, die er uns erworben, aus Liebe und Gehorsam zu uns allen zu Theil werden; dir berrührt, als einen Gottes- aber bewahre uns auch, daß dienst anseben und belohnen; wir deinem gnädigen Vorha daß wir eine unerschöpfliche ben, uns dies Glück zu schens Quelle des Trostes und der ken, nie durch muthwillige Beruhigung bey allen Trübía: Sünden widersetzen und uns len und Bekümmernissen de- desselben nie durch ein unchrift: ses Lebens haben; daß wirklich lasterhaftes Leben unwir und zur Hoffnung einer fel ge sig und verlustig machen m Unsterblichkeit erheben, alle gen. Mach vielmehr dicit Furcht des Todes und des Seligkeit des Christenthums Grabes besiegen, den Tag des unsern Herzen immer theurer Gerichts und der Vergeltung und wichtiger. Erzeuge in ohne Schrecken erwarten, und uns die findliche dankbare uns der Seligkeit der zukünf- iebe, die dir so wohl gefällt, tigen Welt zum voraus erfreuen und stärke uns dadurch, Fonuen: dies alles, o Gott, after zu meiden, alles Gute haben wir der Sendung deines mit Freuden zu verrichten, alle alle Am Neujahrstage. 69 Reizungen zu bdsen niedrigenjtenmal erscheinen und die Thaten zu überwinden, im Menschen richten wird, bei Leben, Leiden und Sterben lig und unstråfllich vor ihm ers dich mit allen unsern Gefin funden werden, und mit ihm nungen, Worten uud Werken in dein Reich eingeben mozupreisen: damit wir dereinst, gen. Erhöre uns durch Jes wenn unser Heiland zum zwei: sum Chriftum. Amen. 32 Am Neujahrstage. Gott, ott, der du von Ewigkeit uns, von dem Tode und der zu Ewigkeit lebest, und Ewigkeit übereilt zu werden, herrichest und wirkest, fiets ehe sie sich zum Uebergang in bleibest wie du bist, und dessen ein besseres Leben geschikt ges Jahre kein Ende nehmen: macht hatten. Ach Gott, tilge wir, deren Tage nur einer unsere Sünden nach deiner Hand breit sind, heiligen dir, großen Barmherzigkeit um dem unsere Zeit und alles, was Jesu Christi willen, der Jesus wir sind und haben, zugehört, genannt wurde, weil er sein Die Erstlinge dieses Jahrs. Volk selig machen sollte von Mit Danken kommen wir vor Sünden, und laß sie gleich dein Angesicht; denn jeder dem vergangenen Jahre ins Tag, jede Stunde des ver: Meer der Vergessenheit vers gangenen Jahrs zeuget von sinken. Laß aber auch dieses beiner Güte; Liebe und Treue neue Jahr, das uns beine Güte beute antreten läßt, nicht O daß auch jeder Tag, jede unsere Schuld vermehren. Laß Stunde des verfloffenen Jahrs es fruchtbarer an guten christ= von unserer Dankbarkeit, Ge- lichen Gesinnungen und Thagenliebe und unserm Gehorsam ten für uns seyn, als es uns gegen dich zeugen möchte! Aber, fere bisherigen Lebensjahre geHerr, wir müssen uns schà- wesen sind. Laß uns die Kürze men; voll Reue und Kummer und Flüchtigkeit unsers irdis fühlen wir die Laft, die schwer schen Lebens und seine Verbindrückende Last, von Sünden dung mit unserm künftigen und Schulden, die ein ganzes ewigen Schicksale nie vergessen, Jahr auf uns bäufet. Ach! damit wir stets wählen und gegen uns. wie vieles unterlaffenen Guten, thun, was wir dereinsten, wenn. wie vieler unordentlichen Lüfte unfer letzter Tag erscheint, wenn und böser Thaten muß es uns uns der Tod vors Gericht nicht vor dir, dem Allwiffen führt, wünschen werden geden, anklagen! Wie groß war wählt und gerhan zu haben. nicht die Gefahr vieler unter! Laß dieses Jahr für uns und e 3 alle 70 Am Fest der Offenbarung Christi. alle unsere Brüder auf Erdensschweig und Lüneburg. Uebers gefegnet feyn. Laß es ein Jahr schütte vornemlich mit den be der Erquidung und Hülfe für sten Gegnungen unfern gnås alle Elende und Nothleidende, digsten Landesherrn und alle ein Jahr der Freyheit für alle seine Diener. Eegne alle Lehrer Unterdrückte und Verfolgte, der Religion, und besonders, die ein Jahr der Erleuchtung für du uns gegeben hast. Verherrlis alle Unwiffende und Verirrte, che deine Hülfe an allen Kran: ein Jahr der Besserung für die ten, Armen und Traurigen uns Lasterhaften, ein Jahr des Fort: ter uns. Laß deine Gâte uns alle cangs und Wachsthums auf erfreuen, und sey mit uns, dem Wege der Vollkommen wie du bisher mit uns und uns heit für alle deine rechtschaffe: fern Våtern gewefen bist. Er nen Verehrer feyn! Segne höre uns, barmherziger Gott, alle Könige und Fürsten, und um deiner ewigen Liebe willen, besonders das Königliche und durch Jefum Christum unfern churfürstliche Haus Haus Braun: Herrn. Amen. 33. Am Fest der Offenbarung Christi und seiner Lehre an die Heyden. err, unser Gott, wir glaube, Zweifelsucht und Trost freuen uns vor dir und losigkeit; Raub, Morb, Unter: bringen die mit vereinigten drückung, Meineid und Che Herzen Lob und Dank, daß bruch herrschten da über den du uns, die wir in Finsternis größten Theil der Völker, wo faßen, erleuchtet, und uns ist froher Glaube, fester Trost auf den Weg der Glückseligkeit und Hoffnung, christliche From geleitet haft. migkeit, Menschenliebe, Die Finsternis der Unwis- rechtigkeit, Friede und Treue fenheit und des Jrrthums be bekannt ist. Ges deckte ehemals die Gegenden, Ach! ohne deine Hülfe, o wo ist das Licht deiner Wahr: Gott, ohne die Erleuchtung beit scheint. Abgötterey und durch Jesum Christum und Aberglaube erniedrigte da feine Lehre, wären auch wir die Menschen, wo ist deine das, was unsere weniger gluds Verehrer dich, den einigen lichen Voráltern waren. Gleich wahren Gott, den Schöpferlihnen würden wir dich, un Himmels und der Erdensfern Gott, deine herrlichen und den du gesandt hast, Je Vollkommenheiten, deine liebs fum Chriftum im Geist und in reichen Rathschlüsse über uns der Wahrheit anbethen. Un- nicht kennen. Gleich ihnen wit Am Feft der Offenbarung Chrifti. 78 Wir würden wir vor stummen Gó- fers Todes zu danken. Ben niederfallen, auf findi: dürfen nun nicht bey den Gråsche Gebrauche, auf grausame bern der Unsrigen traurig seyn Opfer unser Vertrauen sehen, wie die andern, die keine Hoffuns von blinden Führern lei nung haben. Jesus lebt; wir ten und bald von vergeblicher werden auch leben, auch unFurcht, bald von eitler Hoffnung sere frommen Freunde, deren tausten lassen. Gleich ihnen Verlust wir beweinen, werden würden wir vielleicht nach Be- leben, mit uns bey Jefu Chrignadigung und Trost, nach Kraft sto seyn, seine Herrlichkeit se: zum Guten schmachten und doch hen, Gott schauen! Dank, elend und entkräftet bleiben. froher Dank; Lob, Lob, ewiges Aber wie groß ist ist unser Lob sey dir, o unser Erbarmer, Glück, da wir Christen sind. für diese unverdiente Wohlthat. Wir kennen dich, den Ewigen Bewahre uns, daß wir die und Allmächtigen, als den großen Vorzüge, die wir als Gott, der die Liebe ist und Christen haben, nie verlieren, unfern Bater. Wir wissen, nie gering schäßen mögen. Madaß du für einen jeden untersche uns vielmehr geneigt, oft uns forgeft: denn alle unsere daran zu gedenken: daß wir Haare, alle unsere Seufzer und Christen sind; und segne dieſe Thránen sind von dir gezählet. dankbare Erinnerung dazu: Wollen uns unsere begange: daß dadurch in uns jede Verz nen Sünden deine Gnade zwei- fuchung zum Unglauben und felhaft machen; wie beruhi- jzu Günden geschwächt, daß das gend ist dann die Lehre deines durch uns die Ausübung jeder Worts für busfertige Seelen: Tugend erleichtert und alle BitUn Jesu dem Sohn Gottes terkeiten des Lebens und des haben wir die Erlösung durch Todes versüßt werden mögen. fein Blut, die Vergebung der Ja, hochgelobter Jesu, Sünden. Die Lehre Jesu ewiger Sohn Gottes, der du zeigt uns den Weg zur wahren über alles herrschest und das Glückseligkeit in diesem und Glück deiner erlößten Menschen dem zukünftigen Leben und besorgest, erhalte, reinige und giebt uns bey gehörigem Ge heilige dir selbst deine Kirche. brauch derfelben Antrieb, Bey. Laß deine Lehre unter uns im: stand und Kräfte, auf dem mer mehr Wahrheit, Tugend, felben zu wandeln. Ihr ha- Rube, Freude und Seligkeit ben wir den besten Trost in dem würfen. Lehre uns alle, dem mannigfaltigen Elend dieses Lichte folgen, womit du uns lebens und die Verfüßung unserleuchtet haft; den Namen € 4 den 72 In den Gedächtnißtagen den wir tragen, mit der Thatjnem Geist belebt und regiert behaupten; durch Vertrauen werden. und Geduld, durch Demuth, Erweitere dann auch die Sanftmuth und Verträglich Gränzen deines Reichs auf Er keit; durch Menschenliebe, Gü ben. Erbarme dich aller Mens tigkeit, Barmherzigkeit, Geschen, die noch von dir ent rechtigkeit, Wahrheitsliebe und fernt find. Laß dein Evange: Nufrichtigkeit; durch) Mäßig Itum auch ihnen verkündiget Fett, Steafchheit, Fleiß und werden und in ihnen ein neues gewissenhafte Treue in unserm Leben hervorbringen, damit Beruf und Stande, jedem fie, mit uns, mit uns, der höhern das Christenthum verehrungs Glückseligkeit fähig werden, und liebenswürdig machen die deinen aufrichtigen Verehund so beweisen, daß du in rern bereitet ist, auf Zeit und uns wohnst und wir von dei Ewigkeit. Amen. 34. In den Gedächtnißtagen des Leidens und des Todes Jefu. Ewiger Sohn Gottes, Herrsken. Aber du erschienest boch Jesu, du Erretter und nicht im Glanz deiner göttlis Seligmacher der Menschen, mit chen Majestát: du begabit dich einem Herzen voll Dant und des beständigen Gebrauchs der Freude preisen wir dich, daß Herrlichkeit, die dir, als dem du in die Welt famit, den ewigen Sohn Gottes, eigen Rath Gottes von unsrer Erwar; du nahmest unsern Issung auszuführen. schwachen gebrechlichen Leib Keine außere Herrlichkeit an; lebtest in Knechtsgestalt umgab dich, da du, zur Se- ohne aufferliches Ansehen; uns ligmachung der Sünder, auf terwarfest dich allen Einschräns Erden erschienest. Zwar warest kungen, Bedürfnissen und Bes du ganz ohne Sünde, ein bei schwerden unserer Natur. liger und unbefleckter Mensch, Dein ganzes Leben war mit den herrlichsten Kräften, ein Zusammenhang von uners mit hoher Weisheit, und mit den måderer Geschäftigkeit, die vortreflichsten Gaben des beili: Menschen zu unterrichten, zu gen Geistes geziert: du wohntest bessern, zu trösten, zu begna unter den Menschen voll Gnade digen und glücklich zu machen. und Wahrbeit und man sahe Du lehrtest den Weg, der zu deine Herrlichkeit, als des Einz Gott und der wahren Glückfes gebornen vom Bater, in vielen ligkeit führt. Du gabeit der göttlichen wohlthätigen Wer- Welt das vollkommenste Muster von des Leidens und des Todes Jesu. 73 von der höchsten menschlichen im Bethen so heftig rangest Unschuld und Tugend. Du daß dein Schweiß, wie Blutszogest herum und thatest wohl. tropfen auf die Erde floß; da Auf allen deinen Wegen be deine innere Qual so peinlich gleitete dich Licht, Weisheit wurde, daß ein Engel dich und Wahrheit, Menschenliebe, stárken mußte, um nicht unter Mitleiden, Trost, Hülfe und ihrer Last zu erliegen. Errettung. Dieser Angst, diesen Miss Gleichwohl wurdest du von handlungen und Verspottunfeindseligen Menschen gehaßt, gen, diesen Martern, Schmers verfolgt, geschmähet. Duzen und Tod gingest du, o wirst endlich) gar, als ein Ue iheuerster Jesu, mit gesetzten belthäter gefangen, als ein ruhigem Gemüthe und williger Gotteslästerer angeklagt, mit Entschloffenheit entgegen und falschen Zeugnisfen gekránket, duldetese alle diese Leiden mit von heuchlerischen und zum der größten Gelaffenbeit und Theil blatgierigen Richtern Geduld, mit beyspielloser verurtheilt; von unbarmherzi- Sanftmuth und mit findlicher gen Gerichtsdienern geschlagen, Ergebung in den Willen deiverspottet, gelåstert.Dein Haupt nes Vaters: in der Absicht, wird mit Dorken zerstochen; um die Barmherzigkeit und dein Angesicht durch grausame Güte, die Heiligkeit, Gerech Schläge verstellt; dein Rücken tigkeit und Wahrheit Gottes blutig gegeiffelt. Du wirst an aufs neue zu verherrlichen und Hand und Füßen mit Nägeln uns strafwürdigen Sündern burchgraben, ans Kreuz ge- Errettung, Trost und Seligkeit heftet, und erduldest den zu verschaffen. Nun dürfen fchimpflichsten, schmerzlichsten wir uns, bey redlicher Besse: Tod. Und was sind alle diese rung, vor den verdienten Stras aufferlichen Veiden gegen diefen der Sünden nicht fürchten, Leiden deines Geiftes, gegen und an der Bereitwilligkeit die ausserordentliche Angst und Gottes, uns Gnade für Recht Bangigkeit, womit deine Seeles wiederfahren zu lassen, nicht angefüllt war: da am Delberg zweifeln, denn du haft für uns deine Glieder vor Beklemmung und an unfrer Statt gelitten, und Traurigkeit der Seele zit- um uns eine völlige Begnabis terten; da du in dieser großen gung, Vergebung aller Süns Beangstigung auf der Erde den und eine neue Hoffnug und lageft und flehtest, daß, wenns ein neues Recht zur Seligkeit möglich wäre, diese Stunde zu erwerben. Nun haben wir des Schreckens und Jammers eine zuverlässige Versicherung vorüber gehen möchte; da bul€ 5 von 74 In den Gedächtnißtagen von der väterlichen Huld und mach unser ganzes Leben zu Liebe Gottes gegen uns und einen beständigen Dank gegen eine gewiffe Hoffnung des ewis dich. Siehe herab vom Thron gen Lebens; denn Gott hat seis deiner Herrlichkeit auf uns alle, nes eigenen Sohns nicht ver- die wir ißt mit unserm Geiste schont, sondern ihn für uns unter deinem Kreuze stehen, und alle dahin gegeben: wie sollte mach uns das Woet vom Kreuz er uns mit ihm nicht Alles zur göttlichen Kraft, um daschenken? Nun dürfen wir in durch begnadiget, beruhiget Feiner Art des Leidens verza: und gebeffert zu werden. Brin gen; denn du regierst ist, als ge uns unter die Zahl derer, Herr über Alles, alle unsere die dir dein Vater zur Beute, Schicksale, und wirst uns nie zum fåßen Lohn für deine saure verlassen noch verfäumen, da wir Seelenarbeit bestimmt hat. dir dein Blut und Leben geko. Lehre uns, dir dadurch Freude stet, da du weißt, wie leidenden machen, daß wir die Gegen und sterbenden Menschen zu deines Todes mit dankbarem Muthe sey, und durch die eigne Glauben annehmen und nicht Empfindungen unsers Elends, uns, sondern dir leben. Lag au mitleidigen, fanftmüthigen alle die, welche noch den Sinn und zärtlichen Gesinnungen ge- haben der Sünde zu dienen, gen uns bist zubereitet worden. aus deiner Marter, Angst und Nun wissen wir, wie wir uns Tod die erschreckliche Gefahr im Leiden und Sterben, Gott erkennen, darin fie sich befin wohlgefällig, betragen können; den, wenn sie in Lastern fort: denn du hast gelitten für uns fahren: damit sie mit Entfeßen und uns ein Vorbild gelaffen, alle Sünden, auch ihre ge daß wir sollen nachfolgen deiwöhnlichsten und angenehmsten nen Fußstapfen. Nun sind buffertig verabscheuen und mit uns neue Kräfte erworben, der völliger Absagung ihres Diens Sunde abzusterben und der stes Gnade und Vergebung bey Gerechtigkeit zu leben; denn Gott, im Glauben an dein nichts verpflichtet uns stärker Verdienst, suchen und finden und ermuntert uns fräftiger mögen. Laß alle, welche dazu, als die ernstliche Erwa durch dich zu Gott gekommen gung deiner Mittlersleiden und sind und noch zu ihm kommen, deines Versöhnungstodes. des Trostes der Vergebung der Erbarme O so laß uns dann nie ver- Günden genießen. geffen, was wir die unserm dich aller Menschen, auch deret großmüthigen Erretter und die nicht Christen sind und dich Seligmasher schuldig sind; und nicht kennen, im Leben und im Tode des Leidens und des Todes Jefu 75 Undanf, Tode. Laß die Kraft deines weder Tadel noch Todes fich insbesondere an weder Beschwerden noch Ge= allen denen verherrlichen, die fahr zu scheuen: gleich dir, ist unter der Last schwerer Lei:( bey Beleidigungen, die uns den, unter dem schmerzhaften andere unter göttlicher Zulaf= Gefühl eines bekümmerten Geifung zufügen, zu dulden und ftes oder eines Franken, der zu schweigen, gern und ohne Auflösung sich nähernden, Kör- Gnugthuung zu verzeihen und pers seufzen, oder vielleicht das Böse mit Gutem zu vergar von Angst und Schreden gelten: gleich dir, uns den des Todes umfangen sind. Laß Willen Gottes zu ergeben und dein Marterbild ihvem Geifte ge- alles was er uns zuschickt, genwärtig seyn und Licht in ihre mit Gelaffenheit zu leiden, ohne Finsterniß, Trost und Hoffnung von seinen Geboten zu weichen, in ihr geångstetes Gemüth brin- um uns dafür zu bewahren gen. Erinnere uns alle, stets oder uns davon zu befreyen: an deine großmuthige Aufopfes sondern gleich dir unverdroffen, rung zu unserm und unserer standhaft und treu zu bleiben Nebenmenschen Besten, damit im Guten bis in den Tod. wir dadurch Kräfte erlangen Dann wird dir, o Herr jede Reizung zum Bösen, zur Jefu, der Dank gefallen, den Ungerechtigkeit, zum Neid und wir dir hienieden stammeln; Seiz, zum Stolz, zur Rach- dann werden wir, wenn du begierde und Wollust zu befie: uns zu dir rufft, wenn unser gen: unsere Größe und Glüd Ende sich hier nähert, voll nicht in Pracht, Reichthum Hoffnung und Zuversicht mit und andern glanzenden Dindir sagen können: Es ist volle gen, sondern gleich dir, in bracht. Vater! in deine Beisheit, Frömmigkeit, De: ånde empfehle ich meinen muth, Sanftmuth, Geduld, Geist; dann werden wir einst Versöhnlichkeit, Großmuth, dich und deine Herrlichkeit ses Menschenliebe und Wohlthä- hen, ganz Dankbarkeit und tigkeit zu sehen: gleich dir, in Freude seyn, dich, so wie du dem Dienste Gottes, in der es wärdig bist, lieben, und Beförderung des gemeinen das Glück, deine Erlösten Besten und des Wohls unserer zu seyn, ganz empfinden, von Brüder ja selbst unserer Fein: Ewigkeit zu Ewigkeit. Es ges de, weder Mühe noch Arbeit, schehe uns so! Amen. 35. 7635. Am Osterfeste. 2⁰ Ulmächtiger Gott, du hast ringsten eigennüßigen Absich Jesum Christum unsern ten, vielmehr unter Mühjes geliebten Erlbjer, nach über- ligkeit, Verfolgung und be standenen Schmerzen des Tos ständiger Erwartung des To des nicht im Grabe gelaffen, des, das Leben ihres Herra fondern ihn aus demselben in der Welt öffentlich und feyer: Leben hervorgeführt. Aufeine lich, und mit ruhiger Stand: kleine Zeit war er der Allerver- haftigkeit verkündigten. Sie achtetite und Unwertheste. beträftigten die Auferstehung Aber nun ist er mit Ehre und Jesu durch Wunder, welche Preis gefrdnet und zu deiner sie in seinem Namen verrich Rechten im Himmel über alles teten. Seine Lehre hat sich, erhöhet. Du hast uns auch der mächtigsten Hindernisse von dieser Begebenheit, daß ungeachtet, unter den Völkern Jesus von dem Tode wieder ausgebreitet, und seine Werffas auferwecket worden, eine fol aungen geben noch ist an den che Gewißheit gegeben, daß Nachkommen des Volks, das wir darauf unsern Glauben, un ihn gekreuziget hat, in Er. fere Entschließungen und Hoff füllung. nungen zuverlässig bauen fon nen. Auf die Art sind auch wir Seinen reblichen from- versichert, o gütiger Gott, daß men Freunden und Schülern wir den Lehrer und Heiland zeigte sich Jesus nach seiner der Welt nicht im Grabe bey Auferstehung lebendig vierzig den Tobten suchen dürfen. Auf Tage lang zu verschiebenen die Art wiffen auch wir mit Zeiten und an verschiedenen Zuverlässigkeit, daß Jesus auf Orten. Sie, in deren Her erstanden sey von den Todten. zen sein Bild so tief eingegra- und wohl uns, daß wir das wi ben war, daß sie ihn unmög- sen; denn itzt können wir nicht lich verkennen fonnten, sie sa- daran zweifeln, daß er bein hen, sie bet fteten ihn, fie Sohn sey und der von dir be horten seine Stimme, sie gin nimmte Mittler und Seligmas gen so wie ehemals vertraut cher der Menschen; du bast mit ihm um. Sie empfanden ihn selbst reverlich dafür ers bie Kraft seines Lebens, und flårt, indem du ihn von den wurden aus zweifelnden, ver- Todten auferwecket hast. Da zagten und schüchternen Men durch bast du allen seinen Leh fchen folche Helden des Glauren, Berbeiffungen und Be bens, daß sie, ohne die ge- fehlen, das Siegel der Gött lichfeit LG Am Ofterfeste. 77 lichkeit und Wahrheit aufge- Mühseligkeiten, bey unserm drückt. Int ifts gewiß, was Tode, ben dem Absterben ununs Jesus von unserm Gott serer frommen Freunde, mit und Vater, und unserer Be- der großen Hoffuung eines stimmung gelehrt hat. Ihr bessern ewigen Lebens trösten. können wir uns darauf ver- und aufrichten; denn so gewiß lassen, daß du für uns sorgest unser Erlöser lebt, und ewig und daß alle Haare auf unserm lebt; so gewiß sollen auch wir Haupte gezählet sind: daß du leben, und nie zu leben auf allen denen, die dich darum bören So gewiß er das Grab bitten, den heiligen Geist zur verlassen hat und mit verklärBesserung geben willst, daß wir tem unsterblichen Leibe in den bey redlicher Verabscheuung Hmmel eingegangen ist; fo der Sünde durch den Glauben gewiß werden auc) wir dereinst, an Jefum Chriftum, Berge auf seinen Ruf, unsere Gra bung der Sünden, deine Gnaber verlassen, und mit unverde und das ewige Leben erlanweblichen herrlichen Leibern in gen können; denn er ist um un fein Reich eingehen. serer Sünde willen dahin gege: Gåtigfter Gott, barmber: ben und um unserer Gerechtig- ziger Vater! Ruhm, Dank feit willen auferwecket. Jßt und Ehre sey dir, daß du uns wird dir das Bestreben, das durch die Auferstehung Jesu zu thun, was uns Jesus ge- Christi von den Todten, mit boten hat und was er gethan so vielen Wohlthaten und Segbat, gefallen; denn seine Ge- nungen, mit so großen Erbote, sind deine Gebote, Dwartungen und Hoffnungen Gott und fein Leben hast du begnadiget hast. Gieb uns vor aller Welt mit deinem höch nun deinen Geist, daß so wie fien Wohlgefallen geehrt. Bt er durch deine herrliche Macht können wir es wagen, in der auferwecket ein göttliches Tugend zu beharren, wenn wir himmlisches Leben führt, auch auch daben hier Verfolgung, wir mit ihm in einem neuen Schmach und Leiden zu über Leben wandeln mögen. Ja, nehmen båtren; denn auch dei göttlicher Erldser, beweise nen Sohn Jesam bast du auf dein Leben selbst an unfern dem Wege des Leidens zur Seelen. Erwecke die, welche Serrlichkeit geführt und do noch unter uns tod sind bin willst du auch uns durch in Uebertretung und Sünden, ihn führen, wenn wir auf ihn daß ihnen Wahrheit und Tu= fehen und gle ch ihm leiden, gend, deine Gnade und die Itt können wir uns bey allen ewige Seligkeit so wichtig werden, 78 Am Offerfeste. den, daß fie endlich einmalligkeit aller ihrer Nebenmens den Weg betreten mögen, der fehen zu befördern; damit wit sie zu dir und zur feligen Un: alle in Wahrheit fagen kön sterblichkeit führen kann. Des nen: Ich lebe, aber nun nicht nen, welche nur wünschen mehr ich, sondern Christus fromm und tugendhaft zu feyn lebet in mir, und so lange ich und die Seligkeit des Christen noch in diesem sterblichen Leibe thums zu genießen, die, die lebe, will ich nicht mir selbst betrüalichen Vergnügungen leben, noch meinen unordent: der Sünde nur selten ohne lichen fündlichen Begierden, Angst und Gewissensbiffe.ge: fondern dem leben, mich nach nießen können, und dech nicht den Lehren und dem Beyspiel der für Muth und Entschlossenheit ge: desjenigen richten, nug haben, denselben zu ent mich gestorben und auferstan: fagen, denen verleihe Luft und den ist. So können wir mit Kraft, das wirklich zu seyn und der gewiffen Erwartung einer zu thun, was sie bisher zu seyn beffern Zukunft, unsere Freude und zu thun nur gewünscht verfüßen, unser Leiden erleich haben, damit sie Ruhe finden tern, und selbst, in der legten für ihre Seelen. Flöse allen Stunde, der großen Verans denen, die dich von ganzen Her: derung des Todes herzhaft zen ehren und lieben, neues entgegen gehen. So dürfen Leben ein. Erfülle ihre Her: wir nicht zu Schanden werden, zen mit erneuertem Bertrauen wenn du kommen wirst, die auf Gottes Gnade, mit neuem Welt zu richten, und deine Eifer zur Erfüllung aller ihrer rechtschaffene Nachfolger zum Pflicht, mit neuer Thätigkeit Genuß der Herrlichkeit einzus gum Guten, mit neuer Luft führen. Dazu hilf uns allen, und Kraft dein Reich auf Erden o du, der du lebst von Ewigzu erweitern und die Glückse: feit zu Ewigkeit. Amen. 36. Am Feste der Himmelfahrt Jesu. & ott du bist die Liebe! dei: vollkommen selig mache, alle ne ewige Erbarmung be- die sich durch ihn zu dir und fchloß der fandigen Menschen zur Glückseligkeit führen laffen. Erlöfung, fie fandte uns dei Er hat alle Gewalt im Him nen Sohn zum Erretter und mel und auf Erden. Er ist Seligmacher; und dieser fest das Haupt der Gemeinde, dec liche Tag rufet uns zu, daß Herr und König seines erlösten er fein großes Werk auf Er: Volks. Du hast ihn erhöhet, den vollbracht hat und nun und ihn einen Namen geges ben Am Fest der Himmelfahrt Jcfu. 79 jeden wir ben, der über alle Namen ist, Schicksalen und lenkest daß in seinen Namen sich alle Zustand, worin wir uns befinKnie bengen sollen. den, zu unserm Besten. Du Und wir, göttlicher, Erld bewahrst uns, wenn fer, Verföhner, Freund und nur in aufrichtigem Gehorsam Beherrscher deiner Brüder der gegen deine liebreichen und Menschen, wir beugen uns heilsamen Gefeße treu bleiben, mit heiliger Ehrfurcht vor dei daß uns nichts aus deiner nem Thron und bethen dich mit Hand reiffen kann, Du bereia allen Engeln und Seligen im test uns und allen deinen recht= Himmel aufs demüthigste an. fchaffenen und treuen Bereha Ja, mit der dankbarsten rern eine Stätte im Himmel innigsten Freude wollen wir zu, und kommst endlich, uns dich ißt und ewig verehren. dahin zu führen, we wir von Aus Liebe zu uns hast du den allem liebel erlöst, dich, unHimmel verlaffen. Denn für fern Herrn und unfern Gott, uns hast du auf Erden gelebt, sehen, und von dir unterrich: gelehrt, gelitten; für uns bist tet, erfreuet, mit deinem du gestorben. Aus Liebe zu Dienst beschäftiget, in deinem uns hast du die Erde wieder Umgang, unaussprethlich fe= verlaffen, bist ins Heiligthum lig seyn werden. des Himmels eingegangen und 1 O entzückende Aussichten, gebrauchst da 321 unfermo erwünschte Hoffnung! Un= Besten die Herrlichkeit, die ser Vaterland ist im Himmel; du bey dem Vater hattest, da finden wir ganz reine und ehe die Welt war. Du be göttliche Freuden, unschäßbare herrscheft dein Reich, das Guter und eine unvergåugliche Reich der Wahrheit und Tu Herrlichkeit! Ach was wäre gend und erhälst es wider unser Leben auf Erden ohne diese alle Stürme des Unglaubens Hoffnung? ohne sie würden wir und der Laster. Du, unser nicht ohne Schauer, an die Zus bester Freund, der sein Leben funft denken können. Ohne für uns gelaffen, der eben so sie würden wir die Güter und viel Liebe, als Macht und Freuden dieses Lebens nicht Weisheit befißt, unfer Heil zu frölich genießen können. Ohne besorgen, du lebest immerdar sie würde uns die Mühselig= und vertritst uns. Du siehest keit und Trübsal dieser Zeit von dem Thron des Himmels unerträglich werden. Ohne sie mit erbarmenden Augen auf fehlten uns die mächtigsten uns herab; regierest unser Antriebe, gut und fromm zu ganzes Leben mit allen seinen werden und zu bleiben. Ers mun. 80 Am Pfingstfeste. muntere und stärke uns aber daß der Tag bestimmt fey, an auch, verherrlichter Erldser, welchen du als der König der daß wir, von dieser Hoffnung Könige und der Herr der Herrn, belebt, trachten mögen, nicht als der Richter der Lebendigen nach dem was auf Erden ist, und Zooten wieder kommen, an fondern nach dem das droben welchem du uns und alle Menist, wo du bist, sigend zur schen vor deinen Thron rufen, Der Rechenschaft von uns fordern Rechten Hand Gottes. ist gegeben alle Gewalt im und einem jeglichen nach seinen Himmel und auf Erden und Werken vergelten wirst. Laß auch über unsre Herzen. Schen diesen feverlichen Tag unserm fe uns dann einen wahrhaftig Geiste stets gegenwärtig senn, himmlischen Sinn; daß wir und lehre uns alle so denken, alle Sande, als unser größtes reden und thun, daß deine Unglück mit aller Sorgfalt letzte Zukunft feinen von uns bekämpfen und vermeiden: in schrecklich sey, sondern wir Dem erlaubten Genuß der Freu- alle alsdann in dir, dem Rich: den und Güter diejes Lebens ter der Welt, unsern Freund, uns måßigen: und Gottes Seligmacher und Beschützer Gnade und den Besitz einer felt erblicken mögen. O wie wird gen Ewigkeit bey unserm Beruf uns dann seyn; welche Won: und Stand in der Welt, in ne, welche Freude, welches der Einsamkeit und Gesellschaft, neue Leben wird uns dann Heilige uns ben unsern Ergößzungen und durchstromen! Leiden, zum höchsten Ziel un- dazu! Dir, deiner Obhut, ferer Wünsche, Hoffnungen Leitung und Regierung über und Bestrebungen machen md geben wir uns ganz und gar. gen. Laß es uns zu keiner Amen. Zeit aus dem Sinne kommen, 37. Am Pfingstfeste. Großer roßer Gott, du Quelle die Boten des Herrn Jesu, aller guten und vollkom: die nach seinem Hingange ju menen Gaben, wir danken dir, dir, sein Werk auf Erden forts daß du durch Jesum Christum, setzen und Lehrer des menschli unsern göttlichen Mittler, deichen Geschlechts werden sollten, nen heiligen Geist gesandt hast, mit dem reichsten Maaße der uns Menschen zu belehren und nes Geistes begnadiget haft. zu erleuchten, zu heiligen und Dein Geist erfüllte sie mit beffern. Wir Wir preisen Weisheit und Verstand: mit zu dich insonderheit, daß dushöhern Einsichten in die Lehre der Am Pfingstfeste. 81 der Wahrheit und mit der Ge- fterniß zum Licht, von dem wißheit, daß es adttliche Wahr- Vaster zur Tugend, aus dem heit sey. Dein Geist erinnerte Elende zur Glückseligkeit. sie an alles, was sie Jesus Preis, Lob und Dank sey dir gelehrt hatte; besiegte ihre barmherziger Gott, daß du auch Vorurtheile, zerstreuete ihre uns an diesen Wohlthaten hast Frrthümer und gab ihnen Theil nehmen lassen. Auch unter Muth und Freudigkeit, der uns ist das Reich deines Sohns Wahrheit Zeugniß zu geben, Jesu auf Erden gegründet. und für die Ausbreitung und Auch) unter uns ist ihm eine Behauptung derselben alles, ja Gemeinde gesammlet. Auch selbst the Leben, aufzuepfern, wir wissen, was wir glauben Dein Geist wirkte durch sie Zet und thun müssen, wenn wir dhen und under und theilte zum Genuß deiner unschäßbas ihnen, und durch sie auch an ren Wohlthaten durch Jesum, dern, Gaben und Kräfte mit, hier in der Zeit und dort in die deutlich davon zeugten, der Ewigkeit zu kommen wüns daß du sie gesandt habest, und schen. Auch uns hast du die es dein Werk sey, was sie un- Verheißung des heiligen Geis ter den Menschen treiben. Mit stes gegeben und sie aufs anàdeinem Geiste ausgerüstet be- digste erfüllt. Von Kindheit fruten fie Unglauben, Aber au regten sich oft aute Gedanz blauben, Gözendienst und ta ken und Empfindungen in uns. ster; verkündigten Jefum als Wir sahen oft die Wahrheit im deinen Sohn und Gesandten, als hellen lichte und die Tugend den Mittler zwischen die und in ihrer Schönheit. Wir glaubs den Menschen, als den Erretter ten an unsern Herrn Jesum; von Sünde und Tod, als den unsere Gewissen wurden berus von die verordneten Richter der biget; wir fühlten Trost und Welt, und predigten in seinem himmlische Frenden; GottesNamen Buße und Vergebung und Menschenliebe beseelte uns. der Sanden, Unsterblichkeit Dann wirkte dein Geist in und ewiges Leben. Von dei uns, so wie er in der gans nem Geist getrieben, zeichne zen Welt wirkt in ollen, ten sie ihren Unterricht in den die dich fürchten. Schenke göttlichen Schriften des neuen uns nun ferner, gütiger Gott, Testamenss, zur Belehrung den Geist der Wahrheit und aller nachfolgenden Zeiten, un- der Heiliguna, damit das triglich auf. Und so brach- Werk unsrer Erleuchtung, Besz ten sie tausend und wieder tau serung und sen Menschen von der Fin- uns angefangen und vollender Seligmachung in f werden 82 Am Vfinaftfeste. werden möge. Ja, göttlicher| fen befreyet zu werden, und lehre Geist, auf deffen Namen wir uns dann auch, der Verheissung getauft, zu dessen Verehrung Gottes, uns um Jesu Christi wir verpflichtet sind, wir flewillen gnädig zu seyn, wahrhen dich um deine Hülfe aufs haftig trauen, und unsere Be demüthigste an. Wir fühlen gnadigung bey Gott, im Glau es, daß wir in uns selbst ben an Jesum, unfern Erlöser schwach sind, und ohne deinen zuversichtlich hoffen. Triste Beystand nichts vermogen. und erquicke uns durch die Wir sind durch die Sünde ver Versicherung, an den Allmá blendet und zu aller Tugend tigen, einen Freund und Ba untüchtig. Wir geben leicht ter zu haben und durch die den Reizungen zur Sünde nach große Erwartung einer eigen und werden träge im Guten. Teligkeit. Mache uns voll Nimm uns dann hin; fange Dankbarkeit und Liebe gegen dein Werk an unfern Ceelen Gott, der die Liebe ist, und an und vollende es. Du wir: gegen unsern hochverdienten test durch das göttliche Wort Erlöfer, damit dadurch die in der Bibel. Gieb doch, daß Herrschaft aller fündlichen Be wir dies Mittel des Unterrichts gierden in uns zerstöret und und der Befferung mit rechter wir Lust und Kraft erlangen, Sorgfalt und Treue gebrau: alle die schönen Tugenden aus chen; daß wir ohne alles muth zuüben, die Gottes Gefeß ge willige Widerstreben, jeden bietet, und wodurch wir Gott guten Gedanken, der dadurch und unserm Heiland ähnlich und in uns entsteht, wohl bewahren; wohlgefällig werden. Schaffe jede gute Rührung und Be- limmer mehr in uns ein tes gierde, die dadurch in uns ernes Herz und gieb uns e regt wird, durch Gebeth und nen im Guten wohlbefestigten Nachdenken, nähren und unter Sinn. Hilf uns alle fündliche halten und jede gute That, wozu Lüfte und Leidenschaften über wir dadurch angetrieben wer: winden. Treib uns an zum den, unverzüglich verrichten. Gebeth und zur Wachsamkeit. Gieb, daß wir unsere Sünden Stärke uns in der Stunde der erkennen, ihre Schädlichkeit, Versuchung und zur Zeit des Schåndlichkeit und Strafbar Leidens. Erfülle uns mit Feit fühlen und fie nicht nur Macht und Freudigkeit, in den herzlich bereuen, sondern auch leßten Augenblicken unfers Le haffen und verabscheuen mo- bens, damit wir im Glauben von der Sünde und ihren Stra- und in der gewiffen Hoffnung gen. Schenk uns ein Verlangen an unfern getödteten Heiland einer Am Michaelis und Erndtefeff. 83 einer nahen Erlösung von allen pfehlen, und so zum Besig der. Uebel und einer unvergångli Seligkeit gelangen mögen, die chen Herrlichkeit, öhne Furcht er feinen Kindern im Himmel unsere Seele in die Hände un bereitet hat, durch unsern Herrn fers himmlischen Vaters em Jefum Christum. Amen. 38. Dank für die Erhaltung und Beschirmung un fers Lebens; am Michaelis und Erndtefeste. Hütigster Bater, von wel: die uns bedecken; Wohnungen und tauſend verschaffen. chem alle gute und voll die uns schüßen kommene Gaben herabkommen, Bequemlichkeiten du bist der Urheber, Erdalter, Du schenkest uns Fähigkeiten, und Beschirmer unsers Lebens. Geschicklichkeiten und Kräfte, Du, Herr, haft uns ge: die Pflichten unsers Beruf zu macht und nicht wir selber; erfüllen, der menschlichen Ge wir find das Werk deiner felhschaft zu dienen und ihrer Hande. Du hast unfre Seele Dienste zu genießen. Ohne deis mit den edelsten Vorzügen ge. nen Seegen würde unsere Arbeit fomůckt. Du hast unsern vergeblich seyn, würden wir Leib auf das künstlichste gebil: nichts aus der Erde hervorbrin: det und es bestimmt, wenn, gen können, würden wir verwo und von wem wir geboren schmachten. Aber wenn du deine werden sollten. Du hast uns milde Hand aufthust, so sammerschaffen; aber du erhältst, len wir; wenn du Ceegen her: verforgest und beschirmest uns abschüttest, so wird alles was auch. In dir leben, weben auf Erden lebt, mit Wohlge: und sind wir. Du reinigest fallen gefåttiget. Wir sind die Luft, in der wir ath von der Geburt an men. Deine Sonne erquickt Grabe mit vielen Gefahren uns mit Licht und Wärme. unsers Lebens umringt. Wenn wir uns zur Ruhe be: dein Aufsehn bewahrt geben, bedeckest du uns mit Odem. Du hast uns Mittel dem Schatten der Nacht, daß gegeben, das zu vermeiden, wir sicher wohnen. Unter dem zu heben und zu lindern, was Schuß deiner Vorsehung schla: uns schädlich ist. Du brauchst en wir im Frieden; wenn wir Menschen zu unserer Verpfle wachen sind wir noch bey gung und Beschüßung. Dei: bis zum Aber unsern und dein Seegen ist über ne Engel haben sich oft um die ns. Du giebst uns Speise hergelagert die dich fürchtes nd Tranf, die uns nábren, ten. Und noch ist sendest du, arken und ergößen; Kleider, so oft du willst, deine Geister, f2 die 84 Am Michaelis und Erndtefeste. die frets dein Angesicht sehen, Glückseligkeit deiner Geschöpfe Erwecke uns zum Dienste derer aus, denen zu arbeiten. Rettung und Heil wiederfah- dazu auch durch das Muster der heiligen Engel. Laß uns ren soll. Diese deine erhaltende und ihnen durch unsere Buße und beschüßende Güte hast du auch Besserung Freude machen, ih in diesem Jahre, ohne unsernen in Vollbringung beines Verdienst und Würdigkeit, Willens ähnlich werden, damit reichlich und täglich an uns be wir selig werden mögen, wie wiesen, obarmherziger Vater; sie sind. Behüte uns, daß wir und wir sind bier vor deinem die Geschenke und Gaben, die Angesicht versammlet, dir da du uns zur Nahrung und Ers für das Opfer des Danks und quickung, für uns und unsere des Lobes zu bringen. Schenk Nebenmenschen geschenkt haft, uns Gnade, daß wir dir nicht nicht misbrauchen. Bewahre nur mit dem Munde danken, die Aermern vor Ungerechtigkeit sondern dich auch mit unserm und Unzufriedenheit, vor Neid ganzen Leben ehren und prei- und Misgunst gegen die Be güterten; und diese vor Stolz sen mögen. Du hast abermals deine und Hechmuth, vor abgittis gnårige Zufage erfüllt, daß, schem Vertrauen auf das Fre so lange die Erde steht, nicht dische, vor Habsucht und Geiz, anfhören soll Saamen und vor schändlichem Wucher und Erndte. Du hast die Arbeit Beschwerung der Acmen. Be derer, die das Feld bauen, ge- hüte uns vor Ueppigkeit, Un fegnet. Du hast unser Land mäßigkeit, und allen unordents heimgesucht, es voll Früchte lichen Wesen, wodurch wir uns gemacht, und uns Gras fürs sere Herzen beschweren und in Vich und Getreyde zum Nußen mancherley Sünden gerathen, der Menschen einerndten lassen. Lehre uns, mäßig effen, trin Du hast uns, unser Leben fen, uns kleiden, und sparsam gnädig gefristet, aus mancher haushalten. Tehre uns, unsere Noth errettet, vor manchem Arbeit mit Fleiß und Gebeth Uebel behütet und bewahret. christlich verrichten, und gnigs Gieb, daß wir unser Leben mit fam feyn. Mach uns mitleis allen seinen Vortheilen dank dig mit der Noth der Armen, bar froh genießen und es dazu Dürftigen und Elenden, und anwenden mögen, dir unserm bereitwillig, ihnen zu helfen freygebigsten Wohlthäter zu und sie zu erquicken. Laß uns gefallen, und an der Beför: die Abgaben, die wir der Obrige derung der Vollkommenheit und keit und andern schuldig sind, trens An öffentlichen Bustagen. 85 treulich entrichten und das waslund Gesundheit, genießen zur Erhaltung der Kirchen und lassen, und was uns sonst noSchulen erfordert wird, gerne thig und nüßlich seyn möchte, darlegen. Dann wirst du, egnabig verleihen; bis wir endGott, was uns deine mildeich zum Genuß des unvers Hand gegeben, väterlich be gånglichen, unbesteckten, und wahren; Krieg, Seuchen, unverwelklichen Glücks gelan= Feuer und Wafferßnoth und gen, das behalten wird im Hintandere Plagen in Gnaden von mel. Dazu verhilf uns durch uns abwenden; deinen uns unfern Herrn und Heiland verliehenen Segen, in RuhelJesum Christum. Amen. Krieg, 39. An öffentlichen Buftagen. Got ott, der du unser Schöpfer abgewichen waren, wieder auf und unser Bater bist, denselben zurück zu bringen. deine Wohlthaten sind zu zahl: Noch heute läsfest du uns deine reich und zu groß, als daß wir Stimme, die Stimme eines fie alle bemerken, gehörig schà verschonenden huldreichen Va= zen und dich genug dafür prei- ters hören; noch heute läffest fen könnten. Deine väterliche du uns Gnade und heil anFürsorge bat viele Gefahren bieten und uns zur Buße und und Unglücksfälle von uns ab. Besserung rufen. O loß uns gewandt, und uns mit tausend alle auf deine Stimme hören fachen Segen, ja auch mit vie und ihr unverzüglich Folge len Vorzügen vor andern Men- leisten! schen und Völkern, begnadiget. Ja wir kommen, barmher: Von unsrer Kindheit an, hastziger Gott, dir unfre Sünden bu das Licht des Evangeliums und Uebertretungen zu bekenüber uns leuchten und es uns nen. Wir alle, Obrigkeiten an feinem Mittel des Unter- und Untertbanen, Lehrer und richts, der Besserung und des Zuhörer, Hausväter, Hauss Troftes fehlen laffen. Bald måtter, Kinder und Dienst= hast du durch Wohlthaten, bald boten, Reiche und Arme, Alte durch Zichtigungen, bald durch und Junge, ach! wir alle andere Schickungen deiner müffen es vor dir, dem AllVorsehung uns, auf uns selbst wissenden, gestehen, daß wir und auf dein Wort, aufmerf- uns vieler Sünden und Fehler fam zu machen gefucht, um schuldig gemacht, daß wir uns dadurch auf den Weg der unsere Pflicht oft versäumet, Tugend und der Seliakeit zu oder doch nicht so willig, auf führen, oder, wenn wir davon richtig und eifrig erfüllt baz f 3 ben, 86 An öffentlichen Bußtagen. ben, als es unsere Schuldig-| gehen wolltest? dürften wie keit war. Wir sind deine Ge- uns wohl darüber beschweren, schöpfe; aber aufrührische und wenn du uns deine so sehr ge strafbare Geschöpfe. Wir nen. misbrauchte Wohlthaten entid nen dich unsern Vater; aber geft, und uns, als ungehorsame wir sind meistens ungehorsame und undankbare Kinder, als und undankbare Kinder, die aufrührische Unterthanen, auf fih nicht wollen bessern laffen, dem Wege der Sünder umkomdie dich mit Gedanken, Bor: men liefest, den wir selbst ge ten und Werken beleidigen, wählt haben, und auf welchem Auch unter uns sind viele die viele ven uns schon so lange gegen Religion und Christen: einher gegangen sind.. Aber, ach barmherziger thum unempfindlich und gleichgültig find; die die betrügli- Gott, erbarme dich unser! chen und flüchtigen Güter die handle nicht mit uns nach unfer Belt höher schäßen, als sern Sünden und vergilt uns die Seligkeiten des Himmels; nicht nach unfern Missethaten! die mehr darauf bedacht find ih: Wir bereuen unsere Vergehunre unordentlichen Lüfte und Lei-' gen und Sünden; wir wünschen denschaften zu befriedigen, als aufrichtig, nicht nur von der fich deiner Gnade und deines Schuld und Strafe, sondern Wohlgefallens zu versichern. auch von der Macht und Herr Auch unter uns fehlet es nicht schaft der Sünde frey zu wer: an solchen, die sich vom Un- den und von nun an ein beffe: glauben und Zweifelfucht, von res dir wohlgefälliges Leben zu Stolz und Eitelkeit, von llep: führen. Ach! verwirf unsere pigkeit und Pracht, beherrschen Reue, unfer Verlangen nach laffen; die ihre Unschuld und Hülfe und Rettung, unfern Gewissensruhe den thierischen Verfaß der Besserung nicht. Vergnügungen der fleischlichen Laß uns die Verzeihung und Wollust aufopfern; die sich Gnade wiederfahren, die uns dem Eigennuß und Geiz er: fer Heiland uns mit seinem geben; die in Neid, Has, Leiden und Sterben erworben, Feindshaft und Nachfucht le- und die er allen buffertigen ben; die ihren Nebenmenschen undern in deinem Namen durch Verläumdungen, übele verheissen hat. Nachreden und Ungerechtigkei len von aller Art, kranken. Und damit wir nicht mehr das Unglück haben, dir zu Wie könnten wir dann vor mißfallen, o Gett, so heilige dir bestehen, o Allerheiligster, uns durch wenn du mit uns ins Gerichte dein Wort. deinen Geist und Rotte alles, was -87 In gemeinen Nöthen und Trübfalen. die mißfällt, aus unserm Her Gegen, sich über alle Völker zen aus und laß das ernstlichste des Erdbodens, und besonBestreben, dir zu gefallen und ders über dieses Land und alle deinen Willen zu thun, unser Einwohner deffelben verbrei ganzes künftiges Verhalten ten. Entferne durch deine weise und gnådige Vorsehung Bleibe dann auch bey uns die Plagen des Krieges, der mit deiner Gnade und mit Theurung, der Hungersnoth, deinem Gegen, o Allmächti- ansteckender Seuchen und ger! Las deiner wohlthuenden Krankheiten, und die noch Gnade alle Regenten und größern Uebel des Aberglaus Obrigkeiten und besonders die bens, der Gottesvergessenheit, empfohlen seyn, die du über und Lasterhaftigkeit. regieren. Las uns gefeßt hast. Begnadige Wahrheit und Tugend, Ge= alle Hirten und Lehrer deiner rechtigkeit, Friede, und alle Kirche und insonderheit die, Arten des Fleißes und des denen du diefe Gemeinde an: Wohlstandes unter uns blühen. vertrauet hast. Erbarme dich Gieb uns endlich alles, was uns aller Betrübten, Kranken und zu dem gegenwärtigen und dem Armen und nimm dich insbe- zukünftigen Leben nöthig und fondere der Elenden in dieser nüglich ist, durch unsern Herrn Gemeinde gnådig an. Laß und Heiland Jesum Chriftum. deine Güte, deinen Schuß und Amen. 40. In gemeinen Nöthen und Trübfalen. Ewiger und allmächtiger ges bringen die Sicherheit unGott, gerechter Richter, fers Baterlandes, unfern barmherziger Bater, wir deine Wohlstand und Leben in BeGeschöpfe, deine von dir er- fahr, und breiten Verwüstung lößten Menschen wenden uns und Elend aus.) # zu dir und bitten dich, um Erbarmung, Hülfe Gnade, ( Der Verrath den wir zur und Trost, in dieser großen Erhaltung und Erquicung unTrúbfal, die, unter deiner all: fers dürftigen Lebens brauchen, waltenden Regierung und Zu- ist hinweg; uns drückt Manlaffung, über uns gekommen. gel und Theurung.) * * ( Der unschäßbare Segen ( Eine ansteckende Geuche des Friedens und der öffentli: wüthet unter den Thieren, die chen Rahe ist von uns gewi uns zur Nahrung, Kleidung und chen; die Flammen des Krie: Bequemlichkeit gegeben.) 14 ( Eine In gemeinen Nöthen und Trübfalen. * den und Abweichungen zu den ( Eine gefährliche Krank fen, mit Schaam und Reue heit reißet unter uns ein, rofft uns vor dir dem Allmächtigen so viele Menschen weg, und zu demüthigen, uns von dir drohet auch uns, Schmerzen, den Trieb und die Kraft zu Verderben und Tod.) erbitten, nicht nur eine Zeits Freylich müssen wir bekenlang von äusserlichen und groz nen, daß wir diese schwere ben Sünden abzulaffen, sondern Plage, womit du, o gerechter durch den Gebrauch deines Gott, uns heimsuchst, wohl ver: Worts und durch Folgsamkeit dienet haben: denn wir haben gegen das Geschäfte des heiligen deme Gebote übertreten und Geistes, gänzlich und auf ims vielfältig gefündiget. mer gebeffert, und gute fromme manche unter uns Menschen zu werden. Denn haben ja alle Empfindung von aber sey und ouch, um Jeſu Religion und Ehrbarkeit veranfers Mittlers willen, gudlohren; fie treten Wahrheit und dig; gedenke nicht unsrer Süns Gerechtigkeit, Zucht und Ehr den; vergilt uns nicht nach barkeit unter die Füße; sie le- unfern Missethaten; schenke ben ungescheut in der Aus- uns deine Baterliebe wieder, übung der schädlichsten, und und verherrliche deine Weiss fchåndlichsten Laster. Sehr beit und Güte an uns durch viele bilden sich ein, daß sie Errettung, Hülfe und Trost. Gott mit bloßen Uebungen der Ach! 88 # Andacht gefallen können, un( Laß die Dauer des Kries erachtet fie es unterlaffen, sich ges kurzfeyn; laß der Berwüs der Mäßigkeit und Reinigkeit, fung, des Elends und Blutvers in Gedanken, Morten und gießens so wenig werden als Werken zu befleißigen und ge möglich und erfreue bald alle gen ihre Nebenmenschen Bil- wieder durch die erwünschte ligkeit, Liebe, Sanftmuth und Wiederkehr des Friedens und Aufrichtigkeit zu beweisen. der Ruhe.) # * Aber, ad Herr! du bist barmherzia, gnädig, geduldig ( Deine Augen sehen auf die, und von arpfer Güte. Du betri bie dich fürchten und auf deine best nicht gern die Menschen; Güte hoffen, daß du ihre du willst uns gerne glücklich ha: Seele errettest vom Tode und ben. Gieb baher, daß wir ernähreft sie in der Theurung. durch die Emofindung der ge. Ach so siehe denn auch in dies genwartiaen Noth alle erweckt ser schweren theuren Zeit auf werden mögen, an unsre Sün- uns; thue deine milde Hand auf In gemeinen Nöthen und Trübfalen. 89 auf und sättige alles, was Fehr uns den großen Werth der lebet, mit Wohlgefallen.) geistlichen Güter, bey welchen man den Berlust der zeitlichen ( Steure der weitern Auss verschmerzen kann, lebendig breitung der gegenwärtigen erkennen und laß uns, selbst Seuche; befreye die damit be- durch die gegenwärtige Noth hafteten Derter bald wieder gedrungen, dein Wort immer und segne zu dem Ende die da- streuer brauchen, immer ernst. gegen angewandte Vorsicht und licher bethen und immer eifrie dienliche Mittel.) ger uns bestreben, von deiner. aber dein Wille, Gnade in Jesu Christo aegen daß dieses Uebel noch fortdau- uns gewiß und in der Hoffnung ren soll, so geschehe dein Wille, einer ewigen Seligkeit froh zu o allweiser und gütiger Vater werden. Die Zeiten der Ruhe, Laß uns nur durch die bose des Ueberflusses und des Wohls Zeit, wie es oft von den Gott stands verleiten oft die Mens lofen geschieht, nicht zu erschen zum Leichtsinn, zur Trågs ten der Ungerechtigkeit und der heit, zum Stolz, zur Härte Bosheit verleitet und so immer und Unbarmherzigkeit, zum strafbarer werden; Aufwand auf Ist es sondern überflüssigen gieb uns Weisheit und Kraft, Wohnung, Kleidung, Speise uns die gegenwärtige Plage Trank und Ueppigkeiten des zu erleichtern und heilsam zu Lebens, und es ist oft fein ans machen. Laß uns beherzigen, der Mittel, dem Uebel zu steus daß uns ohne deinen Willen ren, und dem gånzlichen Verkein Haar vom Haupte fallen derben des gemeinen Wesens fönne; und daß die uns vorzubauen, als die Empfin= drückende Noth, so wie alle dung öffentlicher und allges Trübsalen, ja selbst alle Ber- meiner Trubsale. O möchte wistungen, die von Ungewit- denn die gegenwärtige bose tern, Erdbeben und Feuer ent-[ Zeit für uns und unser Baterstehen, sowohl zur Berherrli- land eine solche heilende Wirz chung deiner Macht, Heilig- tung haben und eine ſolche feit und Güte, als auch zum wohlthätige Arzney für uns Besten derer, die dich lieben, werden! Mochte sie uns doch dienen müssen. Erinnere uns alle antreiben, weiser und vor an das mannigfaltige Gute, sichtiger, arbeitsamer, sparsas was wir in den vorigen Zeiten mer, demüthiger, liebreicher, aus deiner Baterhand so reich mitteidiger zu werden; unfre lich genossen haben, und was Begierden für das Irdische uns ist noch übrig bleibt.lund Eitele zu verleugnen und f5 eine In Bethstunden. einzuschränken; und uns der in der Noth, sie mäßigen und häufigen Gelegenheit, die sie zu rechter Zeit endigen. Dann uns giebt, Gutes zu thun, auf wird weder Trübfal noch Angst, richtig, fleißig und unermüdet oder Verfolgung, weder Hun zu bedienen. Hilf uns dazu ger noch Bloße, weder Gefahr durch den Beystand deines gu- noch Schwerdt, weder Tod ten Geistes, o Gott! dann noch Leben, weder Gegenwär: wird der Nußen dieses Unge- tiges noch Zukünftiges uns machs für unser Christenthum scheiden von deiner Liebe, die so groß und herrlich seyn; in Christo Jefu ist, unferm daß wir dir, o Gott, danken Herrn. Erhöre unfer Flehen, werden, daß du uns gedemü o Bater, um Jefu unfers thiget hast. Dann wirst du, Mittlers willen. Amen. o treuer Vater, bey uns seyn 90 41. In Bethstunden und bey andern feperlichen Demuthigungen vor Gott, als beym Wechsel eines Jahrs, einer Woche ic. Gott, ott, du bist der Schöpfer was zum Unterhalt unsers Le: und Erhalter aller Dinge, bens gehört. Von dir kömmt der Herr des Himmels und alles, was wir befißen und ges der Erde, der Urheber, Beherr- nießen, alles, was uns das scher und Vater aller vernünf: Leben bequem und angenehm tigen Geschöpfe im Himmel macht. Du giebst uns die und auf Erden: du bist auch Nahrung, die sich für uns unfer Schöpfer, Herr und Ba: schickt, und flößest uns, wenn ter. Demuthig und ehrfurchts unfre Kräfte erschöpft find, voll werfen wir uns dann als neues Leben und neue Mun deine Geschöpfe, Kinder und terkeit ein. Deiner Vorfe Unterthanen vor dem Thron hung find wir alles schuldig: deiner Aumacht nieder und unsre Kleidung, Wohnungen bringen die gemeinschaftlich und Güter; unsern Stand das Opfer des Danks und des und jeden Gegen, jeden guten Lobes für deine unzähligen und Erfolg unfrer Geschäfte und unermeflichen Wohlthaten. alle Fructe unsers Fleises Du hast uns ins Leben geru- und unfrer Arbeit; gefunde fen und seit dem ersten Athem und fruchtbare Zeiten; Rube zuge hast du uns vor tausend und Frieden; die Erhaltung Gefabren thglich gefügt; guter und weiser Gesetze und und täglich uns alles geschenkt, die Fortdauer unfrer Bürgerli chen In Bethfunden. 9t ? chen und Religions: Freyheit., unser Leiden verfüsseft, wodurch Du hast uns täglich den Ge- du uns die frohen entzücken. brauch unsrer Augen, Ohren und die übrigen Sinne gegeben den Aussichten in die Ewigkeit eröffnest und über unser ganzes und einen jeden derselben zur Leben Ruhe und Friede ver= Quelle der Erkenntniß und Freu- breitest. de für uns gemacht. Du hast Ja! Gott du bist Liebe! uns durch Vernunft über alle deine Güte ist unermeslich. andere Geschöpfe der Erde er: In einem Jahre, in einer haben und zu Herrn des uner- Woche, ja nur an einem Tage schöpflichen Reichthums der giebst du uns so viel WohlthäSchönheiten, Güter, Bequem ten, daß wie, am Schluß des lichkeiten und Ergögungen derselben, sie nicht alle zählen Natur gemacht. Du hast uns können. tausend, tausendmahl aufs in- Und o wie großmüthig bist nigste erquicht durch die Liebe du in deinem Wohlthun! denn, und Wohlgewogenheit unfrer wer sind wir, die du mit Wohla Nebenmenschen, durch den Um: thaten überhaufft? Unwürdie gang mit unfern Bekannten, ge, die nichts Gutes verdienen; durch die Verbindung mit un Sünder, die nur Strafe verdies fern Eltern, Ehegatten und nen! Allwissender, Allerheiligandern Blutsfreunden, und ster, dir ist es bekannt, daß wir besonders durch die Zärtlich bisher täglich viel Gutes vers feit unfrer Herzensfreunde. nachlässigt und so manches Und um uns das alles zum Böse, ja Laster, verübet: daß wahren Glück zu einem ewig wir zum Theil in solcher Trågdaurenden Gluck zu machen, beit und Gottesvergessenheit hast du uns gar deinen ein- lange dahin gebohrnen Tehn geschenkt, der Kräfte und Gaben deiner uns das wahre, das ewig dau Huld gar dazu angewendet, rende Glück erworben, deinen durch Müssiggang, Neid, heiligen Geist gefandt, der uns 3wietracht, Verläumdung, und dazu bereitet, und die Bibel, Lästerung, Ungerechtigkeit, Undas Buch gegeben, worin dukeusehheit, Stolz und Herrschfelbst zu uns redest, uns Ver- sucht, und auf viele andere ficherung von deiner Gnade, Art, den Wehlstand deines Fürsorge und Berstand, und Reichs, der menschlichen GeUnterricht von deinem Willen sellschaft zu stören und dages gelebt, ja die und unfern Pflichten ertheileft; gen Verwirrung, Echmerz, wodurch du unfre Freuden Elend und Jammer zu vera reinigest und verdoppelst und breiten. Unser Gewissen und Vers 92 In Bethstunden. Vernunft zwingt uns zu be Muster und nach dem Erems Fennen, daß diefes der schwärz pel Jesu Christi unsers Erld: zeste Undant, der schåndlichste fers, in allen Tugenden immer Ungehorsam unb der verwes mehr zu stärken und zu üben. genste und strafbarste Aufruhr Denn dieser Abscheu gegen une fen. Denn es ist Undant, Unsere Sünden und dieser Ents gehorsam und Aufruhr gegen schluß und Bestrebung, tugendbic), unfern allerhöchsten, behafte Menschen zu werden, ften und gütigsten Herrn, Babie wir in uns füblen, find ter und Wohlthäter. uns untrügliche Kennzeichen Durchdrungen von Rene von der Wahrheit unsers Glaus und Schaam darüber, fliehen bens und von der Gewißheit wir zu dem Verdienste deines umfers Antheils an dem Vers Sobns, den du, o Barmher- dienste deines Sohns. ziger, dahin gegeben, damit Gieb uns dann vor allen alle, die dn ihn glauben, nicht Dingen, o Bater aller Glücks verlohren werden, sondern das feligkeit, stets deinen heiligen ewige Leben haben. Um fe- Geift; bewahre uns vor gar netwillen begnadige uns und zu schweren Prüfungen unter vergieb uns alle unsere vorigen Tugend und schenk uns Gna Sünden; nimm alle dadurch de, daß wir es für unser größe verwirkte Schande und Strafe res Unglück halten, zu fündi von uns und wirf sie in die gen und dir zu misfallen und Liefe des Meers, so daß ihrer hingegen für unser höchstes ewig nicht gedacht werde. Glück dir zu gefallen, und wire Ja! begnadige uns nicht nur; dig deiner Religion, würdig fondern nimm uns auch durch unserm erhabenen Christenbes Jefum Chriftum zu deinen ruf, und würdig dir zu leben, Freunden und Kindern und zu dem Gott, der uns zu einer Erben des ewigen Lebens ewigen Herrlichkeit berufen auf. Gieb uns aber auch Lust hat. Lehre uns zu dem und Kraft, daß wir aus Danf- Ende auch bedenken, o Herr, barkeit gegen eine so unaus- daß wir sterben müssen; daß fprechliche große Erbarmung wir hier nur Fremdlinge und nun alle Sünden von Herzen Reisende find; daß unser les verabscheuen, und aus allen den turz, fiüchtig und unsicher Kraften meiden, daß wir den sey; daß auf daffelbe eine redlichen Entschlußi faffen und Ewigkeit folge, wo einem jes uns, aus allen Kräften, bestres den vergolten wird, nach dem, ben mögen, uns täglich, nach was er hier gethan, Lehre deinen Geboten, nach deinem uns, unser Auge stets auf das große In Bethfunden. 93 große Ziel der Ewigkeit zujund heilsam ist. Uns aber gieb beften, allzeit christlich zu le Weisheit und Kraft, jede Freuben, in unsern häuslichen Um- de, wie jedes Leib, zu einem ständen alles in Ordnung zu neuen Bande zu machen, wel halten; um den Tod freudig ches uns immer fester mit dir zu erwarten und selig zu. dul- unserm einzigen höchsten Gute den. Und sollte etwa dieses verknüpfet, und dann dir zu Jahr unser Sterbejahr, und vertrauen, daß du mit uns diese Woche unfre letzte feyn; alles wohl machst. so stärke unfern abscheidenden Varer der Menschen, du Geist mit dem Trost und Kraft willst, daß Fürbitte und Dank: deiner Religion, daß wir zur fagung für alles was Mensch Ehre derselben mit der Ruhe ift, ein Hauptstack unsere Gots und Freude eines Christen ster- tesdienstes sey: denn sie sind ben, welcher weiß, daß der alle deine Geschöpfe; dein Tod für ihn nichts anders sen, Sohn Jesus Chriftus bat sich als ein Hinaang zu dir, semnem für alle zur Erldsung hingege Gott und Bater. ben; und du willst sie alle Dies, o Gott, sind die vor: gerne durch ihn beglücken. So nehmsten Wünsche unfrerSeele. preifen wir dich dann für die Unser ganzes übriges. Glück Wohltbaren, wodurch du die empfehlen wir dir, dem Vll: vielen Millionen Menschen auf wissenden, der in seiner Schd- dem Erdboden in der versloffepfung nicht den geringfien nen Zeit erfreuet; und fleben Wurm, nicht das kleinste um neue Gnade, Hülfe und Sandkörnchen übersiehet; dir Segen für unsere Mitchristen dem Allweisen, dem nichts un- und alle unsere Nebenmenschen, erwartet fommt, der von Ewigs in allen Standen und an jes feit her jedes Gebetb, jeden dem Orte der Welt. Seufzer vorbergesehen und Erhalte und fegne unsern barnach den Plan seiner Re: Landesfürsten und Herrn; gierung gemacht hat, dir dem mache ihn zum Ziel deiner järtlichsten Freund und Bater reichsten Begnadigung; krone deiner begnadigten und gebef se ne Regierung mit Ehre und ferten Kinder. Regiere unsere Glück; nnd laß ihn lange die irdische Schicksale nicht nach Frende seiner Unterthanen seyn. den Einfällen und Wünschen Seane die von ihm bestellten unsers Unverstandes und Ei Obern mit Beisheit, mit glückteffeit, sondern, wie du willst fichen Fortgang bey ihren Ges und siehest, daß es für unfre schäften und blühenden WohlTugend und Seligkeit nöthig stand in ihren Häusern. Er= barme 94 In Bethfunden. den. die Men: barme dich aller Nothleiden, glücklichen Menschen in Zeit Trößte die Bedrängten, und Ewigkeit. erfreue die Traurigen, versorgel Gegne die Lehrer der Re die Dürftigen, heile und stärke ligion mit Geist und Kraft; alle Kranke, fey der Vater laß sie die Würde mit Nug aller Waysen und Witwen, der barkeit ihres Berufs stets em Retter aller Unterdrückten, pfinden, und keine Gabe, kein Verfolgten und ungerecht Ge- Mittel, keine Gelegenheit une fangenen, der Helfer aller Nie: gebraucht laffen, drigen und Verlaffenen. Auf schen zu unterrichten, ju einen jeden, der ist, da wir beffern und Ju beruhigen. uns vor dir freuen, unter ir- Breite deinen Gegen aus über gend einem Schmerz und Lei: unsere und alle Schulen: daß den seufzet; wir flehen voll sie Pflanzschulen heilsamer Wehmuth und Theilnehmung Kenntnisse und christlicher Tu zu dir: richte dein Vaterherz genden werden. Gegne über: und deine allmächtige Hand haupt alle gute und besonders flöse ihm deinen Trost in die fremme und wichtige Unters Seele; starke ihn mit deiner nehmungen und Geschäfte. Kraft, sein Leiden nach deiner Segne und schüße unsere liebe våterlichen Absicht sich zur Eltern, Ehegatten, Kinder, Wohlthat zu machen; endige Hausgenoffen und Unterges bald fein Leiden und ersege es bene; alle unsere Blutsver: mit größern und dauerhaften wandte, und vornemlich unsere Freuden. Erleuchte alle die liebsten Freunde und Wohlthas in Unwiffenheit, Irrthum und ter. Segne aber auch unfere Aberglauben leben. Erwecke Beleidiger und Feinde. Gieb die sichern Sünder, daß, nach uns Klugheit, ihre Feindschaft deinem gnädigen Willen, kein nicht selbst zu verursachen, einziger Mensch deines ewigen und Kraft, ihnen zu vergeben Glücks verlustig gehe. und sie durch Liebe zu gewins Bereitele die menschenfeind: nen. Ihnen las jedes Gute lichen Bemühungen derer, die an Leib und Seel zu Theil der Welt dein Wort, dies theu werden, das wir uns selbſt reste Labfal und Kleined, raus wünschen. Gegne vornemlich ben wollen. Sie selbst aber, deine treuen Verehrer hier und die Ungläubigen, führe zur an jedem Orte der Welt. Ver Werthschäßung deiner Reli mehre täglich die Zahl dieser gion zurück; mache sie zu glücklichen Menschen und står treuen Verehrern und Thätern ke sie täglich in allen Tu derselben, und dadurch und dadurch zu genden und in deiner Gunst, bis Kirchengebethe. 95 bis an ihr Ende, zu behar-/ und Geistlichen nieder. Alles ren und zu wachsen. was du für Leib und Geist Allwissender, allmächtiger heilsam erkennest; das schenke und allgütiger Vater, in dei uns, allen Christen und allen nen Schooß legen wir alle unsern Nebenmenschen, um unfre Gorgen im Zeitlichen Christi willen. Amen. 42. Kirchengebeth nach der Predigt am Sonntag. ( Nr. 27. im Alt. G. B.) llmächtiger Gott und Va heit, uusern gnädigsten Lanter unsers Herrn Jesu desfürsten und Herrn. Christi, ein Herr Himmels Regiere und stärke in allem und der Erden, wir danken Guten die verordnete Regiedir von Herzen får alle deine rung und die übrigen Räthe Gnade, Liebe und Treue, die und Bediente, die Unterthanen du uns bisher erwiesen; inson nach deinem göttlichen Willen derheit, daß du dein heiliges und Wohlgefallen ju regieren, Wort und den reinen Gottes: daß die Gerechtigkeit before dienst unter uns erhalten: und dert, die Bosheit gehindert bitten dich herzlich, du wollest und gestraft werde, damit wie deine christliche Kirche mit ih in stiller Ruhe und gutem Fries ten Dienern, Wächtern und den unser Leben führen und Hirten durch deinen heiligen vollenden mögen. Geist regieren, daß sie bey der Laß dir auch rechtschaffenen Weide feligmachendes Worts befohlen seyn. deines die Schulen im Lande, damit erhal: folche deiner Kirche und dem ten werden moge, dadurch der Lande zum Besten erhalten wahre Glaube und die Liebe werden mögen. gegen dich und alle Menschen In deine Hände empfehlen in uns erwachse und zunehme. wir, lieber himmlischer Bater, Erhalte und fegne alle den Hausstand und alle die dazu christliche Obrigkeit: unsern gehören. Gieb gottesfürchtige christlichen Kayser; alle christ- Eheleute, Eltern und Herrn, liche Könige, vorab Ihro Königl. gehorfsame Kinder, eine wohlge Majestáten, den Konig und die zogene Jugend ehrliche und Königin von Großbritannien; gewissenhafte Zünfte, Kaufleu alle Churfürsten und Herrn, te und Handwerker, frommes und unter diesen das königl. und treues Gesinde, redliche und churfürstliche Haus Braun Arbeiter und Tagelöhner, und schweig und Lüneburg; infon fegne alle ehrliche Handthie: derheit aber Ihro Königl. Horung und Gewerbe. Gieb, 96 Kirchengebethe. Gieb, daß alle unsre Feinde, durch deine milde Site dies und Widersacher ablaffen und sem Land verliehene Salzwerk, fich bequemen, mit uns fried- als dein Geschenk und Gabe, lid) zu leben. Steure und anådig bewahren und reich wehre, o du starker Gott, allen lich seguen. lind ob wir gleich mit friedhässigen Leuten; schaffe unsern Grånzen beständigen unsern Sünden deine gerechte Frieden; und mache des Rau: Strafe wohl verdienet, so wol bens, Plünderns, Blutver- lest du doch nicht gedenken uns gießens, und) alles Frevels frer Sünden, noch uns zurecht und Feindseligkeit( auch an nen unsere Uebertretung, sons andern Orten) durch deine dern vielmehr eingedenk seyn allmächtige Hand ein gnädi: deiner Gnade, Güte und Barme berzigkeit, uns durch deine ges Ende. Du wolleft auch, gnådiger Gute zur Buße und Besserung lieber Vater, alle Wittwen und leiten, deine Strafen von uns Waysen, und sonsten alle die, abwenden, und uns vor großem die in Trübfal, Armuth, Krank: Unglück und Herzeleid, wie heit, Kindesbanden, Hungers. auch vor alle dem, so uns, noth, Kriegsgefahr und an- samt und sonders, an leib dern Anfechtungen sind, auch und Seele schädlich seyn mag, bie, so um beines heiligen Nasväterlich behüten. Im übrigen bitten wir dich mens und der Wahrheit willen gefangen sind oder sonst Vers um alles, darum du, ewiger folgung leiben, durch deinen hei: Gott, gebeten seyn willst, daß ligen Geift troften, daß sie das du uns solches gnädig verleis alles für deinen våäterlichen Wilhen wollest, durch das bittere Lerden und Sterben deines len annehmen und erkennen. Du wollest uns auch alle lieben Sohns Jefu Chrifti, wel Früchte der Erde, die zur leibscher mit dir und dem heiligen lichen Nothdurft gehören, durch Geift leber und regieret in glei fruchtbaren Wachsthum und cher Macht und Ehre, wahret gute bequeme Bitterung ge: Gott und Mensch, unser Mitts rathen und gedeyen lassenler, hochgelobet in Ewigkeit mithin insonderheit auch das Amen! 43. Ein anderes. ( Nr. 26. im Alt.) nådiger Gott, lieber himm-[ machendes Wort, welches din fen dir für dein heiliges selig-/ bart und auch ist, zu lehren und Kirchengebethe. 97 und zu hören, verliehen hast.| heilsamen Wirkung deines Wir bitten dich du wollest das felbe rein und lauter unter uns erhalten und durch deinen Geist es in unser Herz und Sinn schreiben, daß es nicht leer wieder zu dir komme, sondern ausrichte, wozu du es sendest. Ach, vergieb uns doch, um Jesu Christi willen, unsre große Unachtsamkeit und nimm ja nicht von uns das Wort der Wahrheit, sondern laß es noch ferner und immer reichlicher unter uns wohnen. Worts nicht widerstreben, sons dern Raum und Platz geben; damit wir desselben Thåter werden und nicht hörer allein seyn und bleiben. Laß davon die Rede seyn, wenn wir zu Haus gehen, und verleihe gnädiglich, daß der Saame beines Worts durch die Sors gen zeitlicher Dinge und Nahrung nicht erstickt werde, noch denselben der Satan von uns sern Herzen nehme. Pflanze Erwecke selbst, o gütiger Bater, durch ben uns eine innige Begierde, deinen Geift dein Wort in uns allzeit mit mehr Fleiß und An- fer aller Herz, und laß es dacht darauf zu merken, es in als einen lebendigen Saamen uns pflanzen zu lassen, und mit darin bleiben; ja, laß es Sanftmuth anzunehmen, daß bleiben und viele Früchte brins es unfre Seelen selig mache. aen, zu deinem Preis und uns Gieb, daß wir dem, was wir serm Heil und Seligkeit, hier gehört, fleißig nachdenken, und dort ewiglich, um Jesu und es in unsern Herzen er Christi willen. Amen. wägen, auch der Kraft und 14. Bevm Anfang der Woche. ( Nr. 3. im A. G. B.) Barmherziger Gott und Valverschonet, zwar gezüchtiget, ter! nachdem wir abers aber im Zorn nicht aufgeriemals eine Woche zurücke gele- ben, noch dem Tod übergeben. get, und in eine neue getre: Du haft der vorigen Woche ten sind, so danken wir dir für Tage und Plage uns gnådig alle erwiesene Wohlthaten. Du überwinden helfen, und läsbast dein Wort und Sacra- sest uns mit Liebe und Ges ment unter uns rein und lauter sundheit diese Woche antreten. erhalten, Ruhe und Frieden Für solche und andere Guts auch tägliche Nahrung besche- thaten sagen wir dir von Hers tet; und ob wir schon mit zen Lob und Dank. Sünden dich oft erzürnet, Weil wir aber in der vers ennoch unserer in Gnaden gangenen Woche wider dich), Herr g 98 Kirchengebethe. Und weil wir nun mit den Herr und Gott, vielfältig ge= fündiget haben, so ist uns neuen Woche unsere Amts: und dasselbe herzlich leid, und bit: Berufsarbeit wieder antreten, ten alle um Gnade und Verge: so fange, o Gott! von neuem bung. Laß uns der heiligen an, uns zu segnen. Laß uns Char: und Marterwoche dei das Werk, dazu du uns be mit Freuden ana nes lieben Sohns und dessen, schieden, was er durch sein Leiden greifen, und führe durch deis Kreuz und Tod in derselben nen Gegen alles, was wir in erworben, heilsam genießen. deinem Namen anfangen, zu Gieb, daß wir aus der alten Wo: deiner Ehre, auch unfrer und che keine Sünde in die neue ein unsers Nächsten Wohlfahrt Und wenn nehmen, sondern den alten fün glücklich hinaus. digen Menschen ausziehen, hin: es uns bey unserm Stand und gegen den neuen Menschen, Nahrung sauer und schwer der nach dir geschaffen ist, in fällt, so laß uns gedenken rechtschaffener Gerecht und an die Hoffnung unsers Berufs Heiligkeit anziehen. Gieb uns im Himmel, da alle unsere mit dieser neuen Woche neue Arbeit desto vollger soll beloh: Herzen, einen neuen gewiffen net werden. Geift und Kräfte, ein neues dir Befiehl deinen heiligen En: wohlgefälliges Leben zu führen. geln diese Woche über uns, Insonderheit laß deine daß sie uns und die lieben Gnade alle Morgen über uns Unsrigen auf allen unfern We neu aufgehen, und erhalte uns gen behüten, ja auf den Han damit der böse bey deinem reinen Wort und den tragen: rechten Gebrauch der heiligen Feind und sein Anhang feine Sacramente. Starke auch Macht an uns finde. mit Kraft aus der Höhe un: Ist es ferner dein Wille, fere gnädigste landesfürstliche und uns nuß und felig, fo la Herrschaft und alle christliche uns nicht diese Woche allein, Obrigkeiten und fromme Re: sondern auch viele folgende, in genten, sonderlich an diesem guter Gesundheit und erwünsch Ort. Fördere guten Rath und tem Wohlstand ableben. nügliche That, und wende in Gefällt es dir aber, lieber Gnaden ab Krieg, Pest, Theu- Vater! in der angehenden Wo rung, Feuersbrunst, Wassers: che mit Kreuz und Trübfal uns noth, und sonst alles Herze: heimzufuchen, so gieb Geduld, Gieb uns Frieden und vergieb die Schuld, verleihe Gesundheit, auch Glück und ein gehorsam Herze, und Heil zu unsrer aller Beruf und mache uns das Kreuz nicht leid. Stand. fabwe: Kirchengebethe. 99 schwerer als wir es ertragen, und wir zulegt insgesammt, können. nach aller Müße und Arbeit Hast du endlich über einen auf Erden, bey die im Himoder andern von uns beschloss mel einen Sabbath nach dem fen, ihn in dieser Woche durch andern feyren mögen in ewis den zeitlichen Tod aus dieser ger Freude und Herrlichkeit. Welt zu fordern, so gieb dem Das verleihe, o Gott! in des selben ein seliges Ende hier, heiligen Geistes Kraft, daß er dort ewig bey dir sey, Jefum Christum, Amen. durch 45. Nach der Wochenpredigt. ( Nr. 30. im Alt. G. B.) Gnadiger nådiger Gott! barm= 1 Du wollest dich sonst auch herziger Bater! Wielunfer und aller berer, wel groß ist deine Güte, daß duschen wir Fürbitte schuldig auch zwischen dem Sabbath seyn, sie seyn über, neben, und in der Wochen, wie vor: joder unter uns; Verwandte mals zur Zeit deiner heiligen oder Unverwandte, Freunde Apostel, läsfest dein Wort pre- oder Feinde, Wohlthäter oder digen, und zur Seligkeit uns Beleidiger, auch derer insone unterweisen! derheit, die unserer Fürbitte Wir danken dir dafür von bedürfen, und in besondern Herzen, und bitten dich im Anliegen begehren, in Gnas Namen Jesu Christi, du wol: den annehmen, und was zu left daffelbe in uns laffen Eráf unserm und aller Heil zeitlich tig seyn, und verleihen, daß und ewig dienet, nach dem wir in der Erkenntnis der Reichthum deiner Herrlichkeit Wahrheit und im Eifer der in Christo Jefu unserm Heis Gottseligkeit dadurch wachsen lande verleihen, welchem mit und zunehmen, und ja nicht dir und dem heiligen Geiste Hörer allein, sondern auch sey Ehre und Preis in EwigThater desselben seyn, und keit, Amen. vor dir erfunden werden. 46. Auf Weihnachten. ( Nr. 31. im A. G. B.) allmächtiger Gott, himm: deinen eingebohrnen Sohn, lischer Vater, wir danken, Jesum Christum, den Glanz dir von Grund unfrer Herzen, deiner Herrlichkeit, und das daß du aus lauter Wohlgefallen Ebenbild deines Wesens in die und unaussprechlicher Liebe Welt gesandt hast, welcher 92 unfer 100 Kirchengebethe. unser armes Fleisch und Blut deinen Geist, daß sie zufdrs an sich genommen, und uns derst und vor allen Dingen in allem gleich worden ist, aus- bey ihrer Regierung so viel an genommen die Sünde, auf ihnen ist, das Reich unsers eis daß er uns von Sünden, Tod nigen ewigen Königs, Jesu Teufel und Hölle erlöseté, und Christi befördern und ausbreis mit sich versetzte in das Reich ten, und ja also ihren Stand der ewigen Seligkeit; das und Wandel auf dieser Welt alles, o höchster Gott! hat ge- führen, damit sie dermaleinst than deine herzliche Barmher: mit ihm im Himmelreich herrs zigkeit, durch welche uns beschen mögen in alle Ewigkeit. fuchet hat der Aufgang aus Siehe auch in Gnaden an deine der Höhe, auf daß er erscheine arme bedrängte Kirche und denen, die da sitzen im Fin fleine Heerde; fomme ihr zu sternig und Schatten des To- Hülfe, und errette sie endlich des, and richte unsere Füße auß den großen Nöthen, die auf den Weg des Friedens. fie troffen haben, trifte sie, So erfülle nun, o Herr! unser Herr, durch deinen Geist, nach aller Herzen mit deiner Gnade, dem du weißt: daß es ihre und gieb, daß wir solche deine Nothdurft erfordert, auf daß große Liebe und Barmherzig- sie sich deiner Güte erfreuen feit dankbarlich erkennen, nicht und deinen Namen ewig preiz uns, sondern dir leben, dir sen mögen. Laß eine tröstlis vertrauen, dich lieben und lo- che Christ- Freude heute aufges ben unser Lebenlang. Gieb hen in den Herzen aller Anges auch, daß wir in allem Kreuz fochtenen, Kranken, Verfolg und Trübsal unsers einigensten, Witwen, Waisen und Heilandes, Seligmachers und aller anderer, so in Noth und Auch die, getreuen Hirtens Jesu Christi Trübfal stecken. uns trösten, und daß wir al welche deinen Sohn Jesum les was in dieser Welt ist, Christum noch nicht erkennen getroft hintan setzen, und noch ehren, bringe sie an das für Roth achten mögen, gegen Licht deiner Wahrheit, damit bie überschwengliche Erkennt- fie fammt uns und allen ausera niß deines lieben Sohns. Er wählten Engeln und Menschen halte auch ben uns und unsern dich loben, und dir zu Lob in Nachkommen dein heilig selig- wahrem Glauben und mit herzz machendes Wort; sende treue licher Freudigkeit fingen mögen: Diener in deine Erndte. Wir Ehre sev Gott in der Höhe, Fries bitten auch für alle, insonder de auf Erden, und den Mens heit aber für unsere christliche schen ein Wohlgefallen, Amen. Obrigkeit. Regiere sie durch 47.Am Kirchengebethe: 47. Am neuen Jahrstage. ( Nr. 32. im Alt. G. B.) IOT Erden, du großer und Wir bitten dich aber, himmlis starker Gott, wir sagen dirscher Vater, im Namen deivon Herzen Lob und Dank, nes Sohns Jesu Christi, une daß du uns nicht allein er- fers einigen Heilandes, du fchaffen, bis bieber erhalten, wolleft mit dem neuen Jahr und sonderlich auch das ver- uns neue Gnade wiederfahren gangene Jahr so gnädiglich und lassen, unsere alte bishero väterlich beschützet und uns so begangene Sünden aus Gnas viele unzählbare Wohlthaten den um Jesu Christi willen erzeiget hast, sondern auch) und juns schenken, und mit dem vornehmlich, daß du aus laus alten Jahre zurück, ja in die ter Gnaden uns deinen Sohn Tiefe des Meers werfen, und Jesum Christum zum Erldser derselben nimmermehr gedenund Heiland geschenket, und, ken. Gieb uns auch mit dem da die Zeit erfüllet war, in neuen Jahr neue Kraft, dir die Welt gesandt hast, welcher in Heiligkeit und Gerechtigkeit sich seiner göttlichen Gestalt zu dienen. Erleuchte auss geäuffert, Knechts Gestalt neue unsern Verstand, deinen an sich genommen, dem Ge- Willen und Geheimniß zu erken= setz unterworfen und dir ge- nen: lenke und erneure unfern horsam worden ist bis zum Willen zu einem neuen heiliTod, ja zum Tod am Kreuz, gen Gehorsam, auf daß wir damit er also für uns das Ge- es doch genug seyn lassen, daß fez erfüllete, und uns vom wir die vergangene Zeit in Fluch, den wir verdienet hat- Sünden und eitelem Wandel ten, erlöfete; wir erkennen zugebracht haben, und was und bekennen es von ganzem noch hinterstelliger Zeit im Herzen, daß wir nicht allein Fleisch ist, nicht uns, nicht das verschiedene Jahr, sonder Welt, nicht des Fleisches dern auch die ganze Zeit uns aften, sondern dir leben, fers Lebens von Jugend auflauf deinen Wegen geben. Bes für solche deine Wohlthaten sehr schneide du, o Herr! durch undankbar gewesen und dich deinen Geist unfer aller Herz bielfältig erzürnet haben, daß zen, und reinige sie von aller du ja wohl Ursach hättest, deine ungerechtigkeit und bösen Lü Gnade von uns abzuwenden, fien. Gieb uns nach beiner und nach deiner strengen Ge- Verbeiffung einerley Herz und 93 We 102 Kirchengebethe. o Gott! mit Stärke und Wefen, daß wir dich fürch- wollest du uns, sen unser Lebelang, auf daß es neuem Troste, uns und unsern Kindern nach Geduld waffnen, und durch uns wohl gehe. Erhalte ins: deine Kraft in unsrer Schwach fünftige bey uns und unsern beit machtig feyn, damit wir Nachkommen dein heiliges überwinden, alles wohl aus: Wort, gieb auch in diefem angerichten, und wider alle An tretenen Jahr deinen Segen zu fechtungen das Feld behalten den Früchten der Erden, wente mögen. Laß doch dieses künf.. ab alle wohlverdiente Landplatige neue Jahr beiner armen gen, und fen uns noch fer: bedrängten Kirchen, und allen Angefochtenen, ner gnädig. Laß dir auch in Betrübten, deinen väterlichen Schuß be- Verfolgten oder sonst nothlei. fohlen feyn unfere christliche denden Herzen, ein trostreiches Herrschaften und Obrigkeiten, fröhliches Erlösungsjahe seyn, regiere und fegne ihre An und wenn wir die Zeit unsers fchläge, Thun und Lassen, dass elenden Lebens in dieser Welt, 25 zur Ausbreitung deiner nach deiner Bestimmung erfüls Ehre, zur Fortpflanzung der let haben, so hilf uns getrost göttlichen Wahrheit, und zu hindurch in das rechte neue des Vaterlandes Wohlfahrt ge: himmlische ewige Jubeljahr, reiche. Dafern auch in dem um deines allerliebsten Sohns, neuen Jahr, neues Kreuz und unsers einigen Heilandes Jefu Trübfal erfolgen sollte, fol Christi willen, Amen. 48. Dank fürs Leiden Christi. ( Nr. 33. im Alt. G. B. ch danke dir, Herr Jefu bitter und schwerlich ist dein " Mensch, daß du mich armen deine Liebe, damit du mich dei Sünder und verdammten Men: nem lieben Bater verföhnet hast! fchen ohne alle meine Werke, da du am Delberg blutigen Verdienst und Würdigkeit erlö: Schweiß vor großer Angst ge das Blutstropfen fet hast durch dein heiliges schwißet, Leiden, Sterben und Blut auf die Erde gefallen, bist vergießen. D Herr Jefu Chri: darauf von allen deinen Júns ste, wie groß ist dein Leiden, gern verlassen, und hast dich wie schwer ist deine Pein, wie in die Hände der schndden Juz viel ist deiner Marter, wie den und gottlofen Schaar willig tief sind deine Wunden, wie für mich ergeben, welche dich hart Kirchengebethe. 103 hart gebunden und verstricket, hast du deinen Geist aufgege= und von einem ungerechten ben, auf daß du unsere Schuld Richter zum andern unbarm- bezahltest, und wir durch deiherzig geführet. Daselbst bist ne Bunden geheilet würden. du fälschlich verklaget, verur: Für alle diefe deine Marter theilet, verfpeyet, verhöhnet, und Pein sage ich dir Lob und und mit Fausten in das Ange: Dank, und bitte dich laß ficht geschlagen worden. Du dein heilig und bitter Leiden bist um unser Missethat willen an mir armen Cünder nicht verwundet, und um unser verlohren seyn, sondern gieb, Sünde willen zerschlagen, ge daß ich mich dessen von Herzen geiffelt und mit Dornen ge- tröste und rühme, auch deffels kronet, und jämmerlich zuge- ben Gedächtniß also begehe, richtet, wie ein armer Wurm, und es solchermaßen betrachte, der keinem Menschen ähnlich: daß alle böfe Lüfte dadurch in denn du warest der Allerver mir ausgelöschet und gedám= achteste und Unwehrteste, voller pfet; dagegen aber alle ugen. Schmerzen und Krankheit, also den eingepflanzet und gemeh daß es auch ein heidnisch Herz/ ret werden, auf daß ich der erbarmet hat, und gefaget: Sünde abgestorben, der GerechSiehe, welch ein Mensch ist tigkeit lebe, und deinem ge= das! Du bist von wegen meis laffenen Vorbild nachfolge, in ner Mishandlung, mitten un- deine Fußstapfen trete, bas ter gween Ulebelthäter gerech- Uebel mit Geduld ertrage, und net, und als ein Fluch aufge das Unrecht mit gutem Ge hanget, an Hånden und Füßen wiffen leide; das gieb und vers mit Nägel durchgraben, dazu leihe mir nun, o Herr Jesu, in deinem höchsten Durst mitjum deines heiligen theuren Effig und Gallen getränket, Verdienstes willen, Amen. und mit großen Schmerzen 49. Auf Offern. ( Nr. 34. im Alt. G. B.) err Jesu Christe, du Uefans Licht gebracht hast. Du berwinder des Todes und haft dich bewiesen als ein allZerstörer der Höllen, wir fa mächtiger Herr, der da hat gen dir herzlich Dank für deine die Schlüssel der Höllen und fiegreiche Auferstehung, da des Todes, der da aufschleußit, durch du dem Tod die Macht und niemand zuschleußt. Du genommen, und ein unvergängliches Wesen ewiges warest todt, und siehe nun lebest wieder du von Ewigkeit zu Ewigkeit. Du 104 Kirchengebethe. Du haft dein Volk vomigen: was suchet ihr den fes Zobe errettet, und aus der bendigen bey den Todten? Holle erlöset, daß wir nun kommet her, sehet die Stätte, mit Freudigkeit sagen können: ba der Herr gelegen! du Tod wo ist dein Stachel? freundlicher leutseliger Herr, Holle wo ist dein Sieg? Dir bu erscheinest den großen Suns sen Dank, daß du uns den Sieg dern Maria Magdalena und gegeben hast, denn du bist Petro, und sprichst: Gebe hin dem Tode ein Gift gewesen, und sage meinen Brüdern: und der Hölle eine Pestilenz; Ich fahre auf zu meinem Vas du hast den Tod verschlungen ter und zu eurem Vater, zu ewiglich. Darum freuet sich meinem Gott und zu eurem unser Herz und unsere Ehre ist Gott. Du wirst ein Pilgrim fröhlich: denn Gott bat deine in Emaus und legest beinen Seele nicht in der Höllen ge- betrübten Jüngern alle Schrift laffen, und nicht zugegeben, aus; du kommest zu den Upoz daß sein Heiliger die Verwe: steln im verschloffenen Haus, fung sehe. Du bist eine kleine zeigst ihnen Hände und Füße, Zeit von Gott verlassen gewe: deine Seiten und Wundenfen, aber nun mit Ehren und mal, und heilest damit die Schmuck getrinet: Du bist Wunden ihres Unglaubens aus der Angst und Gericht isfest mit ihnen aus Liebe, und hinweg geriffen, wer will deis zum Zeugniß, daß du wahrs nes Lebens Långe ausreben? haftig lebest, auf daß du ſie Der Stein, den die Bauleute speisest mit den Früchten deiz verworfen hatten, ist zum Eck ner Auferstehung. Denn du stein worden: das ist vom thetlest dieselbe Früchte aus Herrn geschehen, und ist ein durch deinen edlen Frieden, Wunder vor unsern Augen. welcher alle himmlische Güter Man finget mit Freuden in in sich begreifet. Wir bitten ben Hütten der Gerechten: dich, lieber Herr, gieb uns Die Rechte des Herrn behält die Gnade des heiligen Geis den Sieg, die Rechte des stes, daß wir die Kraft deis Herrn ist erhöhet, die Rechte ner Auferstehung, und den bes Herrn behält den Sieg. beständigen Trost in unsern Ach Herr Jesu du bist here Herzen empfinden, daß nuns vorgebrochen, wie die schöne mehr weder Sünde noch Vers Morgenrithe, majestätischer dammniß, weder Fluch noch eife bist du auferstanden in Zod, weder Satan noch Hölle einem Erdbeben. Deine hei- einige Macht noch Anspruch lige Engel eröffnen und zeis an uns habe. Laß uns auch gen uns das Grab, und sa- l o Herr Kirchengebethe. 105 o Herr mit dir durch wahre Kraft und Ehre, und wir Buße auferstehen, laß uns ähnlich seyn deinem verklärten Theil haben an der ersten Auf- Leibe. Unser Leben ist jetzo erstehung, auf daß der andere bey dir verborgen, wann du Tod an uns nicht Macht habe. aber, unser Leben, wirst of Erwecke auch am jüngsten fenbar werden, so werden wir Tage durch Kraft deiner Auf- auch mit dir offenbar werden erstehung unsere Leiber zum in der Herrlichkeit. Das vers ewigen Leben; damit un lethe uns, o Herr Jesu Christe, ser nichtiger, verweßlicher, durch deine siegreiche Auferste= sterblicher Leib anziehe Unver- hung, und um deines Nas weßlichkeit, Unsterblichkeit, mens Ehre willen, Amen. 50. Am Feste der Himmelfahrt Jesu. ( Nr. 35. im Alt. G. B. Herr Jesu Christe, du all- lischer Bater hat dir alles uns mächtiger Siegesfürst, ter deine Füße gethan, nichts der du dich durch deine sieg ausgenommen als sich selbst; hafte und fröliche Himmelfahrt du hast dir unterthan gemacht gesetzet haft zur Rechten der die Engel, die Gewaltige, Majestät und Kraft Gottes, die Fürstenthümer, und die und alle deine Feinde, Sünde, Kräfte, auch hast du in diesem Tod, Teufel, Hölle und Welt, fiegbafren Triumph ausgezos gelegt zum Schemel deiner gen die höllischen Fürstenthus Füße: wie sollen wir diesen mer und Gewaltige, fie öffents Triumph, diesen Sieg, diese lich schau getragen und einen Herrlichkeit, diesen deinen ho- Triumph aus ihnen gemacht ben Namen gnugsam und wür- durch dich selbst. Du stars diglich rühmen und preisen? fer Gott, fähreft auf mit Denn nachdem du gemachet Jauchzen, und du Herr, mit haft die Reinigung unserer heller Posaunen. Lobfinget Sünden durch dich selbst, hast unserm Gott, lobsinget ihm du dich in den Himmel gesetzet flüglich; der Wagen Gottes zur Rechten der Majestät Got ist viel tausendmal tausend. tes, so viel besser worden, Du bist aufgefahren in die denn die Engel, so viel gar Höhe, und haft das Gefängs einen höhern Namen du vor niß gefangen geführet, du hast ihnen ererbet haft. Denn Gaben empfangen für die Mens 3 welchem Engel hat Gott schen, du bist erhöhet über alle jemals gesagt: Sehe dich zu Engel und Fürstenthum, über meiner Rechten? Dein himm- alle Gewalt und Macht, und über 95 тоб Kirchengcbethe. über alles, was in dieser und auf daß wir seyn, wo du bist, jener Belt mag genennet wer- das wir deine Herrlichkeit se den. Gott hat dich zum Haupt hen. Durch deine Himmels gefeget deiner Gemeinde, die fahrt ist unsere felige Hoffnung da ist dein Leib und die Fülle bestätiget, daß wir gewiß zu des, der alles in allem erfüllet, dir kommen werden; es ist du bist unser ewiges einiges auch unsere Gerechtigkeit da Haupt, der seinen Leib und durch bekräftiget, denn du er feine Glieder mit Leben, Licht scheineft nun vor deinem himm und Kraft, Trost, Stärke, lifchen Vater, zum Zeugnis ieg, Frieden und Freude daß du durch dein Blut ins elfallet. Du bist unser ewiger Allerheiligste eingegangen bist, Hoherpriester, falbest uns mit und eine ewige Erlösung ers deinem heiligen Geist, giebst funden, und die ewige Ge Evangelisten, Apostel und rechtigkeit wieder gebracht hast. Propheten, Hirten und Lehrer, Beuch uns nach dir, daß wir auf daß dein geistlicher Leib mit unsern Gemüthern bey dir erbauet werde. 2ch sende im Himmlischen Wefen und treue und fleißige Bauleute, Leben wandeln und wohnen und erfülle fie mit dem Geist msgen: daß wir allda unfer der Weisheit und des Verstan: Herz haben, da unser Schak des! Du hast ein ewig hohes ist, und suchen was droben Priesterthum, darum fannst ist, und nicht was auf Erden du allzeit felig machen, und ist, und strecken uns nach dem, Gebethe erhören derer, die zu was zukünftig ist. Zeuch uns dir kommen und dich anrufen. nach dir, so laufen wir, gieb Du hast uns durch deine Him uns Flügel der himmlischen melfahrt den richtigen Weg Morgenröthe und des herzli gezeiget, den Himmel und Pachen Verlangens nach dir, daß radies eröffnet, und die Stätte wir zu dir fliehen. O wann im Himmel bereitet. Weil werden wir dahin kommen, du nun als unser Haupt, im daß wir dein Angesicht sehen, Himmel bift, so werden wir und mit dir auffahren zu dei auch gewiß, deine Glieder, nem Vater und unserm Gott. nicht drauffen beiben. Du komm, Herr Jesu, und nimm uns alle nachholen, uns zu dir, Amen. wirst D 51. Am Pfingstfeste. ( Nr. 36. im Alt. G. B.) Gott heiliger Geist, derster und dem Sohne, bist mit du ausgehest vom Vaslihnen gleich ewig in einem gött: Kirchengebethe. 107 ttlichem unzertheilten Wes und versiegelt werden: denn m. Wir bethen dich an, wir du bist das Pfand unfers Ers ren, loben, und preisen dich, bes zu unser Erlösung. Vers d danken dir aus Grund leibe uns auch rechte Andacht afrer Herzen für alle deine und Seufzen zum Gebeth, Behlthaten, sonderlich daß du daß wir mit wahrer Zuversicht ns durch deine Gnade zum und findlichem Vertrauen iligen christlichen Glauben schreyen und sprechen: Abba, rufen und gebracht, dich lieber Vater! Gieb uns rechte lbst unserer Seele in der Einfalt des Herzens ohne Laufe eingegoffen haft, und alle Galle und Bitterkeit, der och ohne Aufhren uns du in Gestalt einer Tauben virkest deine Werke. Wir bit: über unsern Herrn Jefum en dich, weil wir nicht aus Chriftum am Jordan in seiner igener Vernunft noch Kraft heiligen Taufe erschienen bist. in Jefum Chriftum unfern Entjunde in uns das Feuer Ferrn glauben oder zu ihm der herzlichen inbrünstigen Lies tommen können, du wolleft be, der du dich in feurigen uns lehren, in alle Wahrheit Zungen über die heilige Apos liten und führen, den wah- stel schwebend hast sehen lassen, ten Glauben in uns erhalten damit wir die Salbung ema and vermehren, mit rechten pfahen. Erneure uns an dem Verstand deines Worts bega: inwendigen Menschen, daß ben, in wahrer Anrufung und wir durch dich, der du durchs rechtem Vertrauen heiligen, Wort und Sacrament kräftig innerlichen Frieden des Ge- bist, mögen je mehr und mehr wiffens, mit ewigwährenden wiedergebohren und nach dem Trost, neben aller Freudigkeit innerlichen Menschen von Tag und Beständigkeit, uns geben zu Lag verneuert werden. und schenken. Schreibe du Behüte uns für Abgötterey Jesum Christum in unser Herz, und Lügen, für Irrthum und der du bist der lebendige Fin: Keßereyen, und für aller Bos= ger Gottes; vergewissere uns heit und und gottlosen Wesen. mit deinem Zeugniß; tröste Nimm hinweg die Unreinigkeit uns wider alle Furcht und Bld- unsers Gemüths; fas die bigkeit des Fleisches. Sey fündliche Lüfte nicht kraftig du unser treuer Beystand wider werden in unserm sterblichen des bösen Feindes Anklagung, Leibe; sondern mache du stärke uns wider die Verza- deine Wohnung in uns, und gung, auf daß wir also im herrsche in allen unfern Blauben durch deine Gnade Gliedern, Begleite uns auch der Verheissung vergewissert! enda 108 Kirchengebethe. endlich in das rechte ewige Sohn von Angesicht zu Ange Materland, auf daß wir das sicht schauen, und ewiglich felbst in vollkommner Heilig- loben und preisen mögen. feit dich sammt Vater und Amen. 52. Für die Früchte des Landes. ( Nr. 41. im Alt. G. B.) allmächtiger Gott, barm- Vergieb uns um Christi willen herziger lieber himmli- alle unsere Sünde, und laß fcher Vater! wir müssen jo uns noch weiter schmecken und bekennen, daß wir dürftige sehen, wie freundlich du bist. Creaturen sind, und nicht be- Laß unser Land sein Gewächs stehen, noch einen Augenblick geben, und gieb dazu Segen Behule die leben können, wo du nicht, und Gedeyen. nachdem du uns erschaffen, Saat und Früchte des Landes auch uns erhältst und ernähvor Hogel und anderm verz rest. In solcher Dürftigkeit derblichen Ungewitter, steure nun bitten wir deine uner und wehre dem Ungezieter, schöpfliche Gute, du wollest und kehre ab Mißwachs sammt ferner, nach deiner theuren allem Unheil. Laß uns sehen Verheissung, uns nicht vers deinen Segen, und auch den laffen noch versäumen. Bis felben einsammlen und geniess hieher hast du uns ja geholfen, fen. Laß es aber auch gesches und uns väterlich ernähret und hen mit Danksagung, und verforget Dafür preisen wir gieb Gnade, daß wir je langer bich bemüthiglich), müssen aber je mehr deine Güte erkennen auch bekennen, daß wir bei und preisen. Ziehe und lenke ner Güter und Gaben auf uns zu dir, auf dich, den mancherley Weise sündlich Geber aller guten Gaben, alles mißbrauchet, damit deinen zeit zu sehen, dir zu vertrauen, Born wider uns gereitet, und dich zu lieben, und dir gehorsam du nach deiner Gerechtigkeit zu feyn. Laß uns vorsichtig mit daher Urfache hätteft, deine beinem Segen und Gaben ums Hand von uns abzuziehen, und geben, und ja dahin ſehen, uns darben zu lassen. Gieb es baß wir ihrer nicht miß- fone uns aber bußfertig zu erken- dern recht gebrauchen; einges nen, und siebe nicht an unser benk, daß wir dir davon Res Verdienst, sondern beine Barms chenfchaft geben müssen, schuls und Bedürfniß und laß dich Ehre, zu unsers Nächsten herzigkeit, und unser Elend dig aber seyn, alles zu deiner unserer noch ferner jammern. Besten und unserer eigenen Noth Kirchengebethe. 109 Rothburft anzuwenden. Gieb schen Gütern, durch Christum, Jazu Gnade, und segne uns damit wir versorget seyn hier or allen Dingen mit allerley und dort ewiglich. Amen. geistlichen Segen in himmlis 53. Nach der Erndte. ( Nr. 42. im Alt. G. B.) Swiger, barmherziger Gott, Barmherzigkeit hast du auch du hast uns gemacht, und noch dieses Jahr gefrdnet mit nicht wir selbst; in dir leben, deinem Gut. Du hast unser neben und sind wir, und so land reich gemacht, unsere viel Gutes hast du uns bisher Erndte treulich behütet, früh gethan, uns zu ernähren und und spat Regen gegeben, und zu erhalten. Durch deine hei- für Hagel und Ungewitter die lige mächtige Vorsehung hat Früchte der Erden bewahret. noch nicht aufgehöret Saat Wenn du gleich deinen Dons und Erndte, Frost und Hitze. ner hören lassen, so hast du Sommer und Winter. Und uns doch gnädiglich behütet, bir haben wir es demnach zu und bist mit der Rutbe, wodanken, daß auch dieses Jahr mit du andere beimgesuchet unser Land sein Gewächs ge- und gezüchtiget bast, bey uns geben, und sein Getraide wohl vorüber gangen. Du haft gerathen ist. Du hast deine endlich auch deinen Segen uns milde Hand aufgethan, und lassen einsammlen und gedeys gegeben, daß wir gesammlet. liches Wetter dazu verliehen. So groß ist deine Güte! da Ach Herr, was ist doch der och wir deine Wohlthaten bis- Mensch, daß du sein gedenkest, der wenig erkannt, und dich und des Menschen Kind, daß nicht, wie wir schuldig, ge- du dich sein so annimmst fürchtet und geliebet, sondern nun bitten wir dich, vergieb ingegen mannigfaltig erzur- uns alle unsere Sünde. Wir het, deinen Willen, Wort loben und preisen dich um alle und Gebot übertreten, dir deine Güte, und bekennen, widerstrebet und dieses Se- daß wir aller deiner Barm gens mißbrauchet. Aber du herzigkeit und Treue viel zu ist gütig auch über die Un- gering sind, ach! gieb uns ankbare und und Boshaftige, doch allen ein erkenntliches left beine Sonne aufgehen dankbares Herz! ja auch ein ber Böse und Gute, und gnügsames Herz; und schaffe egnen über Gerechte und Uns in uns, daß wir von nun Brechte. Und nach deiner an dir recht vertrauen, dich über YIO Kirchengebethe. über alles fürchten und lieben. Lehre uns am ersten trachten Gieb, daß wir bedenken, wir nach deinem Reich und seiner feyn deine Haushalter und Gerechtigkeit. Laß uns herzmüssen einmal von allen dem, lich lieben dein Wort und Ge was du uns verliehen, dir bot, und es unsere Freude Rechnung thun; auf daß wir seyn, uns zu dir zu halten. vorsichtig handeln, und ja 2ch Gott verleihe uns doch yns huten, daß wir deiner solches, damit wir noch ferner Saben nicht nicht mißbrauchen. uns deiner Gúte zu erfreuen Gied, daß wir alles brauchen zu und deines Eegens zu ges deinem Lob und Ehren, und nießen haben mögen; ja daz zum Nuß und Dienst unsers mit wir endlich dahin koms Nächsten. Laß uns dann auch men, wo uns ewiglich nicht unsere Nothdurft davon dahin mehr hungern noch dürsten, nehmen mit Danksagung, und sondern du uns alles in allem behüte uns dabey vor Krieg, seyn wirst, um Jesu Christi Brand und anderm Uebel.willen, Amen. 54. In gemeinen Nöthen. ( Nr. 74. im Alt. G. B.) Allmächtiger barmherziger Schwelgerey, Pracht, Uebers Gott, lieber Bater! Wir muth, und allerley andern Sunfagen die Lob und Dank, für den misbrauchet. Den schuldi alle deine Wohlthaten, so du gen Gottesdienst und Gebeth uns on Leib und Seele bis leider! sehr verfáumet, oder hieher erzeiget hast, und be: doch meistentheils, ohne herz Fennen mit demüthigen zer- liche Andacht, ohne kindliches schlagenen Herzen unsere viele Vertrauen, ohne Demuth, reißet, und fältige große Sünden, damit und ohne würkliche wahrhafte wir deinen Zorn wider uns ge: Buse und Bekehrung verrich deine schwere tet. Deffen überweifen uns Strafe wohl verdienet haben. unsere eigene Gewissen und Ach Herr, wir haben ja dein geben Zeugniß wider uns; Ja Wort lange gehöret, deinen deine gerechte Strafen macher Willen wohl verstanden; aber uns schamroth vor dir. Darum demüthigen nicht darnach gelebet, wie fichs gebühret. Wir haben uns nun vor deiner Majestát deines Gegens lange im guten und bitten nur um Gnade Friede aber den: ach sey du uns nur nicht schreck felben zu aller fleischlichen Silich, lieber Vater! Zachtig wit cherheit, Ungerechtigkeit, Geiß, uns mit Maaßen und nicht i Dei Kirchengebethe. TIE deinem Grimm, auf daß du wollest ihnen Gnade und alles uns nicht aufreibest. Vergieb Wohlergehen verleihen, auch uns unsere Missethaten; um Beisheit und Einigkeit, und des heiligen theuren Leidens deine Furcht ins Herz geben, und Sterbens Jesu Christi daß sie allezeit dasjenige ras willen. Behüte uns vor fer then und thun, was dir ges nerem Krieg und Landes Ver- fällig ist, und dadurch das Gute heerung( vor Theurung, Pe- befördert, das Böse und Gott: stilenz, Feuer und Wassers lose aber verhindert und geNoth). Sonderlich aber vorsirafet werde. Erneure und falscher Lehre. Bewahre und bekehre doch uns alle je mehe schüße in diesen legten bösen und mehr durch die Kraft deis Beiten deine liebe Kirche vornes heiligen Geistes, daß wir allen denen, so wider dieselbe von Herzen unser Leben bessern. wüthen und toben; wie wir Erhalte und vermehre in uns dann auch bitten für alle un den wahren Glauben, herzli sere bedrängte und geangstete che Buße, beständige Hoffnung Mitglieder und Glaubensge- und Geduld. noffen hin und wieder; tröste, egne und behüte auch die stärke, schüße und errette sie Früchte des Landes, und gieb, durch deinen starken Arm aus daß wir derselben im Frieden aller Noth und Gefahr. Er. mit Danksagung genießen mös. halte bey uns und ihnen dein gen; ach Herr! tröste und heilig Wort und den reinen errette sonst auch alle ange= Gottesdienst. Sende treue Die: fochtene, verfolgte, kranke und ner in deine Erndte, und gieb fterbende Christen, und komme deinen Segen zu ihrer Arbeit, ihnen und uns zu Hülfe in und verleihe dabey beständigen aller Noth. Laß keinen vera Frieden, damit wir allesammt fucht werden über sein Vermö Ursache habe, uns über deine gen, sondern mache der TrübGute zu erfreuen, und dir da: sal so ein Ende, daß mans für von Herzen zu danken. könne ertragen; ja damit man Du wollest auch den Stand endlich mit fröhlichem Herzen der weltlichen Obrigkeit segnen dir danke und deinen Namen erhalten, infonderheit preife. und aber dir in allen Gnaden lassen Erhöre uns, o Vater aller befohlen seyn unfern gnádi Barmherzigkeit, und sey uns gen lieben Landesfürsten und armen Sündern gnádia, um Herrn, fammt allen dessen Ge: deines allerliebsten Johns, waltigen und Bedienten. Du Jesu Christi willen, Amen. Deffents 112 Deffentliche Beichte. ( Nr. 45. im A. G. B.) Abfolution. Wir Weil wir nun Gottes Wort ha- 1 Auf solch euer Bekenntnis, ben angehört, so wollen wir uns auch vor Gott demüthi- verkündige ich euch allen, die gen und ihm unsre Sünden ihr eure Sünden herzlich bes von Herzen bekennen, beidh- reuet und euch des Verdiens ten und also sprechen: ftes Jesu Christi mit wahrem ir arme Sünder bekennen Glauben tröstet, auch euer Gott, unserm himmli- Leben nach den Geboten und schen Mater, daß wir leider! dem Willen Gottes einzurichten schwerlich und mannigfaltig gedenkt, Kraft meines Amts, wider Gott und Menschen als ein verordneter Diener wiffentlich) und unwiffentlic), des göttlichen Worts, die gefündiget und auf mancherley Gnade Gottes und vergebe Weise, mit Gedanken, Ge- leuch, anstatt und aus Befehl berden, Worten und Berken, meines Herrn Jesu Christi, die allerheiligsten Gebote Getalle eure Sünde, im Namen tes übertreten haben; wie das Gottes des Vaters unser Herr und Gott an uns Sohnes, erfennet und wir leider! for Geiftes! vollkommen nicht erkennen. Des und des heiligen Dagegen aber fage ich allen Es reuet uns aber und ist Unbußfertigen, Ungläubigen, uns leid und wir begehren von Sichern, Gottes, seines Worts Herzen Gnade von Gott und und der heiligen Sacramente Vergebung aller unfrer Sün- Verachtern, aus Gottes Wort den, durch seinen lieben Sohn, und im Namen Jesu Christi, Jefum Chriftum. Wir bitten, daß ihnen ihre Sünden zum daß er uns seinen heiligen Geist Gericht vorbehalten werden, zur Stärkung unsers Glaubens wofern sie nicht Buße thun: und zur Befferung unsers Le- welche Buße und Bekehrung bens mittheilen wolle, um aber wir ihnen von Gott herzs Jesu Christi willen. Amen. lich bitten und wünschen. Anhang 113 Anhang kurzer Gebethe. Das Erste. Zum Gebrauch beym öffentlichen Gottesdienste. und dich preiset Himmel und Tagen erhalte uns wachsam, Erde; deiner freuet sich die durch die stete Erinnerung ganze Schöpfung. Auch wir deiner Allgegenwart, unserer freuen uns vor dir und brin: Sterblichkeit und künftigen gen dir das Opfer der Anbe Rechenichaft, und bewahre thung und des Dants für alle uns, daß wir deine unschäßzGüte, die du bisher an uns bare Liebe, die Reinigkeit und erwiesen hast. Vornehmlich Ruhe unsers Gewissens, und danken wir dir, daß du uns, die Hoffnung eines bessern fes durch dein göttliches Wort, bens nach dem Tode nicht vers die Fähigkeit und die Mittel scherzen mögen. Gefällt es verliehen, dich, der du allein bir, über uns und die Unfris wahrer Gott bist, und den gen, über unser Vaterland, du gesandt haft, Jesum Chri- über deine Kirche und Welt ftum zu erkennen und in die Widerwärtigkeiten zu verhänfer Erkenntniß unsere wahre gen; so behûte die Leidenden Glückseligkeit zu finden. vor Verzweiflung und jeder fundlichen Selbsthülfe und Lehre uns, o gütiger Balstårke ihre Seelen, daß fie, ter, diese große Wohlthat in stiller Unterwerfung unter recht schätzen, und gieb uns, deinen Willen es dir zutrauen: durch deinen Geist, Weisheit, du werdest alles wohl machen. Muth und Kraft, so gesinnt zu seyn und zu wandeln, daß Alle diejenigen, welche beis wir von unserm Antheil an ne Menschen plagen und das deiner Gnade in Jefu Chris Elend auf der Welt vermeh sto gewiß seyn, und dem zueren, erschüttere mit Schrecken künftigen Leben mit ruhiger vor dir, der du aller Welt Zuversicht sehen Richter dist. Uns aber, die tonnen. wir auf deine Liebe in Jesu h Christo entgegen 114 Anbang kurzer Gebethe. Christo unfre ganje Zuver- rer Nebenmenschen aus allen sicht und Seligkeit gründen, Kräften zu befördern. flöße deinen liebreichen Sinn daß es unsre höchste ein, Deine gnädige Aufsicht walte Freude sey, wohl zu thun über uns und alle Menschen an und die Zufriedenheit unse: lallen Orten der Welt! Amen. Das Zweyte. 3u eben dem Gebrauch, besonders beym Anfang des Jahrs, auf Michaelis u. ff. Gott und du Länder an haft uns in der vergan: allen Orten vermehren. Segs genen Zeit mit Baterhånden ne und schüße alle Könige und geleitet. Von deiner Güte mus Fürsten und besonders unfern auch aller Segen kommen, Fürsten und Herrn: erhalte der uns in der Zukunft be feine Gesundheit, verlängere glücken kann. Schent uns fein Leben und shmücke Jhn denselben in der Maaße, als immer mehr mit den Eigens es deine Weisheit für uns gut schaften und Tugenden eines der feines findet. Verzeihe uns unsre Regenten aus, begangenen Sünden. Wende Volkes Cater ist. Thue wohl die wohlverdienten Strafen an seinen Räthen und Die von uns ab. Mach uns von nern und fröne ihre Sorgen Deiner Begnadigung in Jesu für das gemeine Wohl mit Christo gewiß und hilf uns, dem deinen Kindern, daß wir stets Deine in deinen Geboten wandeln. glücklichsten Erfolg. Gnade und Hülfe fey mit allen Menschen; mit dem deffen Land und dem Ort, Breite deine Verehrung, Glieder wir sind: damit wit durch den Glauben an Jefum ein stilles und geruhiges Le Chriftum, durch wahre From ben führen, voll freudiger migkeit und Menschenliebe, Hoffnung einst selig sterben allenthalben aus. Laß weisen und dich vor beinem Throne Erwerbungs Fleiß, unschul- ewig verehren dige Menschenfreuden und preifen und mögen. Amen. Das Anhang kurzer Gebethe. 115 Das Dritte. Im Advent und auf Weihnachten. D u haft, o Allerhöchster, gerecht und gottfelig in dieser deinen eingebohrnen Sohn Welt leben und so dir wohlgein die Welt gefandt, um fallen, ruhig und felig werden uns von Unwissenheit, rr. mdgen. thum, Aberglauben und uns den zu befreyen und uns zu Dir, o Gott, der du uns Mitgenoffen der Freude und deinen Sohn geschenkt und mit Seligkeit zu machen, wovon Ihm uns alles geben willst, du selbst die unerschöpfliche was uns gut ist, empfehlen Quelle bist. Preis und Dank wir uns, unser Vaterland, fey dir, o Gort der Erbar. unfre liebe Obrigkeit und alle mung, für dieses Bunder dei. unsre Nebenmenschen. Bener Liebe. Laß uns davon so schirme, fegne und hilf uns gerührt werden, daß wir die um deines Sohns Jesu Chriz uns erschienene heilsame Gnade sti willen, der auch uns zu gehörig annehmen, alles gott: Gute, Mensch geworden ist. lose Wesen meiden, züchtig, Amen. Das Dierte. Zur Erinnerung an das Leiden und Sterben Chrifti in der Passions Zeit und beym Genuß des heiligen Abendmahls. Refu, du Sohn Gottes, du gekostet, bereuen und verab haft unsere Sünden ge- scheuen. Lehr uns glauben, tragen und dich für uns in daß du auch für uns gestorben Angst, Marter, Schmach und bist und daß du dein Blut auch Tod aufgeopfert. Geuß deine zur Vergebung unsrer Sünden Liebe in unsere Herzen und laß vergoffen hast. Erhalte uns es uns nie vergesſen, was du in dem beständigen Gefühl von uns Gutes erwiefen. Lehr uns, dem Werth unsers ansterbliunsere Sünden, die dir so vielschen Geistes, zu dessen Erret: 52 tung 116 Anhang kurzer Gebethe: tung und Seligmachung du fo dunkeln Pfaden dieses Lebens vieles gethan und gelitten hast.nie wider Gottes Schickung Laß uns bein Leiden und Sterzu murren, sondern Schmers ben antreiben, so zu denkenzen und Widerwärtigkeiten und zu leben, wie es dem gros- mit stiller Gelaffenheit zu er fen Zwecke deiner Erldsung getragen und uns in allem, dem mäß ist; damit wir nicht selbst illen unsers Gottes und Vas den ganzen Nutzen davon an ters, demüthig zu unterweruns vergeblich machen. Von fen. Und endlich im Tode, dir laß uns lernen: jedem, fofund bey den Schrecken des viel wir können, zu dienen und Grabes, e innere uns daran, uns gerne für das Wohl un- jdaß du auch einst im Grabe ferer Nebenmenschen aufzu geschlafen, und daß der Gott, opfern. Von dir laß uns ler- ber dir das Leben wieder gab, nen, uns nie an unfern Feine auch von unserm Grabe den den zu råchen, sondern Un- Stein wieder wegwälzen und bank, Lästerungen und Beleis uns zum ewigen Leben erwelz digungen mit Sanftmuth zu fen werde. Dir sey Ehre und erdulden. Von dir laß uns Anbethung von nun an bis in lernen, auf den dornichten und Ewigkeit! Amen. Das Sunfre. Auf Offern und Himmelfahrt. mächtiger Gott, du haft als brüderlicher Liebe für deinen Sohn, Jesum, un- unsere Glückfeligkeit. Gelos fern Heiland von den Todien bet fen dein Name, o güti auferwecket, ihn mit Preis ger Vater, von nun an bis und Ehre gekrönet und ihn zu in Ewigkeit. beiner Rechren im Himmel über alles erhöhet. Du haft mit Erwecke uns nun durch die dem, was er für uns gethan Kraft deines heiligen Geiftes, und gelitten hat, die völligste baß wir aufstehen vom Schlafe Zufriedenheit bezeuget. Du der Sünden und Ihm unserm haft ihn zum Herrn und Kd Erldfer, burch den willigsten nig feiner erlößten Menschen und treuesten Gehorsam gegen gemacht. Er hat die größte die Vorschriften feiner Reli Macht und Gewalt, uns zusgion, die Verehrung beweis fegnen, und sorgt mit mehr sen mögen, die wir Shm schuls big d 3⁰ HI69 34 Anbang kurzer Gebethez 117 ig sind, dem wir alles zu werden wir uns dann finden, anten und von dem wir alles wenn wir freudig vor Ihm u erwarten haben. erscheinen und in die feligen Einst kommt ein Tag, wo Wohnungen eingeführt werbir ihn sehen werden, wie er den können, die er seinen t; wo er von einem jeden Freunden und Nachfolgern techenschaft fordern wird: obereitet hat. Amen, es gevie unaussprechlich glücklich schehe uns also! Amen. Das Sechste. Auf Pfingsten. S reuer wahrhaftigerstugendhaften Wandel fruchtGott, du hast deine Ver- bar werden soll. Auch uns heissungen an den Aposteln will dein guter Geist belehren. and ersten Nachfolgern un- führen und trösten. Ach laß fers Herrn und Heilandes uns dann jeden guten( GedanJefu Chrifti erfüllet, mach ken, jede fromme Rührung, uns nun auch alle des ver- als seine Gabe so annehmen, beißenen Segens deines Gei bewahren und befolgen, daß ftes theilhaftig. Auch wir bea wir nach deinem Liebes: Rath dürfen seines Beystandes, wenn hier gut und froh und dort dein Bort, wenn die Lehre ewig selig werden mögen, Jesu in uns zur Bekehrung, durch Jesum Chriftum, una im Glauben, und zu einem sern Heiland. Amen. Das Siebente. Nach der Saatzeit. ohlthätiger Gott, våterli- warme, erquicke und befruchte cher Versorger aller Le- die Erde durch Sonnenschein, bendigen, in deinem Namen Thau und Regen. Halte alles haben wir unsere Saat ausge- was unsere Hoffnungen zu eis treut und unsere Felder bestellt. ner reichen Erndte plötzlich verSegne nun unser Land, daß nichten und deinen Segen verz es fein Gewächse gebe. Er wüsten kann, von unsern Gräns 118. Anbang Furzer Gebethe. zen zurück. Laß in unfermines Segens fähig, und es nicht ganzen Lande die wahre From- ndthig seyn möge, uns durch migkeit bey Obern und Unters fcharfe Büchtigungen zu unsern € 3 thanen ausgebreitet werden, Pflichten zu erwecken. damit wir deines Wohlgefal: fegne uns Gott, unser Gott und lens, deiner Baterliebe und bei alle Welt fürchte Ihn! Amen. Das Achte. Nach der Erndte. und die des unsere Erndte ist nun wierer, die du mit leiblichen Gü der vollendet und abermals ist tern gesegnet hast, daß sie gegen für einen wichtigen Theil unse- ibre dürftigen Nebenmenschen rer Bedürfnisse gesorgt. Wir nicht verschlossen seyn. Erfülle freuen uns über deine Güte die Armen mit Gelaffenheit und und bringen dir das Opfer un erfreue sie mit deiner Hülfe. fers Dants. Laß es dir um Mache uns alle an christlichen Jefu Chrifti willen wohlgefal: Gesinnungen und guten Thas len. Breite ferner deinen Seten recht fruchtbar, damit wit, gen aus über unsern Ort und wenn unser irdisches Leben Das ganze Land. Laß deine ein Ende hat, zu der seligen Gonne auch künftig über die Erndte im Himmel gelangen, Undankbaren scheinen; aber die uns dein Sohn, Jesus laß auch Viele unter uns er: Chriftus, zugesagt hat. Da weckt werden, deine Wehltha wollen wir dich für deine ten ſo anzuwenden, wie es uns, Wohlthaten preisen, Den Haushaltern deiner Gaben, Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. von Das eunte. der Confirmation. Bey der ott unfer Vater im Himmel, jungen Brüder und Schwes deiner Güte und Treue stern, die sich zu deiner Ber übergeben wir diefe unfrelehrung freywillig verpflichten und Anhang furzer Gebethe. 119 und dich inbrünstig bitten, Llen mit findlichem Vertrauen daß du fie, als deine Kinder auf Gott, ihren Himmlischen lieben und aller Vortheile Vater und mit stets wirtsaund Seligkeiten des Christen mer Neigung zu allem demthums theilhaftig machen wol- ljenigen, was recht und gut left. Lag dir diefe Wünsche ist und ihm wohlgefällt. ihres Herzens wohlgefallen Schenke ihnen Bereitwillig: und schenke ihnen Muth und keit und Stärke, sich von Kraft, ihre Entschließungen deinem Geist regieren zu las ju erfüllen. Heiliger Vater, sen und deinem Beyspiel zu heilige sie in deiner Wahr-| folgen. In ihrem ganzen heit: dein Wort ist Wahrheit. Leben laß sie durch Gottes: Herr Jesu, sie haben dich als und Menschenliebe allenthal ihren Lehrer und Seligmacher ben das thätige Zeugniß abs fennen gelernt; laß sie nun legen: daß fie Christen sind. die ganze Kraft deiner Lehre Und wenn sie zur Sünde, und deines Heyls, zu Ihrer zum Leichtsinn und zur Vers Besserung und Beruhigung, säumung ihrer Pflichten geerfahren. Schenk Ihnen den reizet werden, so hilf Ihnen Beystand des heiligen Geistes zum Siege über alle Versus und mache fie sorgfältig in chungen, durch das Andendem Gebrauch der Mittel, ten an diese Stunde, in wel die fie in der Erkenntniß, im cher sie dem Allwissenden und Glauben und in der chriftli: allenthalben Gegenwärtigen chen Rechtschaffenheit befesti und dir, Ihrem Heiland und gen und weiter bringen kon künftigem Richter, Treue bis nen. Laß den Tag, an dem in den Tod geschworen ha: fie jum erstenmal das Geben. Vereinige uns einst mit dächtnißmahl deiner Liebe ge: Ihnen in der Gesellschaft deis nießen, einen unvergeßlichen ner vollkommenen Verehrer, fegensvollen Tag für sie seyn. die sich im Himmel versamme Fibße ihnen immer mehr Haßlet; und mache sie und uns gegen alle Sünden und Laster zu Erben Gottes und ein, denen sie ist feyerlich Miterben deiner Herrlichkeit entsagen. Erfülle ihre See: und Seligkeit. Amen. zu Das 120 Anhang Furzer Gebethe. Das Zehnte. Ein Beicht. Gebeth. *( Darin man Gott seine Reae Aber feine Sünder und fein Verlangen nach Begnadigung, Vergebung und Besserung vorträgt.) ott, mein Herr und Va- hat. Schenke mir aufs nene ter, mit aufrichtiger die unschätzbare Versicherung Reue bekenne ich vor dir deiner Grade und väterlichen meine Sünden und meine Liebe. Ich will mich beſtres Strafbarkeit. Manches Bbse ben, künftig nicht vorfeßlich habe ich begangen, viel Gu Unrecht zu thun, meinen tes unterlassen und oft bin Sinn und Wandel stets nach ich in der Erfüllung meiner deinem Willen und nach dem Pflichten nicht eifrig genug Vorbild meines Heilandes gewesen. Vergieb es mir einzurichten und so immer um Jefu Chrifti willen, der besser zu werden. Hilf mir auch mich geliebet und sich dazu durch den Beystand des felbst für mich aufgeopfert heiligen Geistes. Amen. ( 3u Gebethen von der Art, können auch aus dem Ge fangbuche gebraucht werden: Nr. 260 v. 5-7.- 265 V. 7. 8. 267 v. 13 15. 273 V. I, IO, 2, 5, 6, 9, II. 281 V. I, 5, 7278.299 v. 1-7.406 v. 5-8.) 1 Bro- drar to Die Epistolischen und Evangelischen Terte auf alle Sonn- und Festtage des Jahrs. 1920 Nebst der harmonischen Geschichte des Leidens, des Todes und der Begräbniß Jesu Christi und 20 einer zuverlässigen Nachricht von der Zerstörung der Stadt Jerusalem. Des Ofnabrückschen Land: Gesangbuchs zweyter Anhang. Osnabrück, gedruckt mit Kißlingischen Schriften. 1 8 16 153 Die Epiftolischen W terzion, fiebe, dein König kommt zu dir, fanfimútbig, und reitet auf einem Efel, und auf einem Füllen der far baren Eselin. Die eil wir solches wissen, Jünger. giengen bin, und thas nem ich die Zeit, casten, wie ihnen Jesus befoblen die Stunde da ist, auf hatte; und brachten die Eselin zustehen vom Schlaf, intemal und das Füllen, und legten ihre unser Heil jetzt nàber ift, benu Kleider darauf und faßten ihn ba wir es glaubten; die Nach darauf. Aber viel Volks breiz ist vergangen, der Tag aber tete die Kleiber auf den Weg, herben gekommen: so laßt uns die ondern hieben Zweige von abiegen die Werte der Finster- den Bäumen, und streveten sie niß, und anlehen die Baffen auf den Weg. Das Volk aber, bes Lichts. Laßt uns ebrbar das vorgieng und nachfolgete lich wandeln als am Tage; nicht schrie und sprach: Hosianna dem in Fressen und Saufen, nicht in Sohn Davids, gelobet sey, der Kemmern und Unzucht, nicht da kommt in dem Namen des in Hader und Neid. sondern Herrn! Hosianna in der Höhe. ziehet an den Herrn Jesum Chrift; und warter des Leibee, Am 2 Advents Sonntage. Epistel doch also, daß er nicht geil werde. Rom 15/ 4-13. 2 Am 1. Advents Sonntage Epiftel Rom 13/114. Evangelium. Matth 21, 19 a fie nun nahe beh Jerus as aber zuvor geschrieben Was ist, das ist uns zur Lehre falem fanten, gen Beth- geschrieben, auf daß wir durch phage an den Delberg, sandte Geduld und Trost der Schrift Jesus seiner Jünger zween, und Hoffnung haben. Gott aber der sprach zu ihnen: Gebet hin in Gepuld und des Trostes arbe ben Flecken, der vor euch liegt euch, das ihr einerley gefinnet und bald werdet ihr eine Efelin feyd unter einander, nach Jeju finden, angebunden, und ein Chrifto: Auf daß ihr einmis Füllen ben thr, lifet fie auf thiglich mit Einem Munde lobet und führet sie zu mir. Und so Gott und den Vater unsers euch jemand etwas wird sagen Herrn Jesu Christi. Darum ſo sprecht: der Herr bebart nehmet euch unter einander auf, ihr so bald wird er sie euch gleichwie euch Christus hat auf lassen. Das geschah aber alles genommen zu Gottes Lebe auf das erfüllet wärbe, es ge- Ich fage aber, daß Jesus Chris fagt ist durch den Propheten, tus sey ein Diener gewesen der der da spricht: Saget der Toch- Beschneidung, um der Wahrs heit und Evangelischen Terte. 3 heit willen Gottes, zu bestäti- Wenn aber dieses anfängt zu gen die Verheiffung, den Vätern geschehen, so sehet auf, und hes geschehen. Daß die Heiden aber bet eure Häupter auf, darum, Gott loben um der Barmhers daß sich eure Erldsung nahet. zigkeit willen, wie geschrieben Und er sagte ihnen ein Gleichstebet: Darum will ich dich niß: Sebet an den Feigenbaum, loben unter den Heiden, und und alle Bäume; wenn sie jetzt deinen Namen fingen. Und ausschlagen, so sehet ihr an abermal spricht er: Freuet euch, ihnen, und merket, daß jetzt ihr Heiden mit seinem Volk. der Sommer nahe ist: Also Und abermal: Lobet den auch ihr, wenn ihr dies alles Herrn, alle Heiden, und preisét sebet angehen, so wisset, daß ihn, alle Völker. Und aber das Reich Gottes nahe ist. mal spricht Efaias: Es wird Wahrlich, ich sage euch: Dies seyn die Wurzel Jeffe, und der Geschlecht wird nicht vergehen, auferstehen wird zu herrschen bis daß es alles geschehe. Hims über die Heiden, auf den wer: mel und Erde werden verges den die Heiden hoffen. Gott ben, aber meine Worte verges aber der Hoffnung erfülle euch hen nicht. Aber hütet euch, mit aller Freude und Frieden im daß eure Herzen nicht beschwez Glauben, daß ihr villige Hoff: ret werden mit Fressen und nung habt, durch die Kraft des Saufen, und mit Sorgen der bheiligen Geistes. Nahrung, und komme dieser Tag schnell über euch. Denn wie ein Fallstrick wird er koms men über alle, die auf Erden Evangelium. Suc. 21/ 25 36. Fs werden Zeichen geschehen an der Sonnen und Mond, wohnen. So send nun wacker und Sternen; und auf Erden allezeit und bethet, daß ihr würz wird den Leuten bange seyn, dig werden möget, zu entflies und werden zagen; und das he diesem allen, das gescheMeer und die Wasserwogen ben soll, und zu stehen vor des werden brausen. Und die Men Menschen Sohn. schen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden, denn auch der Himmel Kräfte sich beweren werden. Und alsdann werden 1 Cor. 41 1.5. affir halte uns jedermann, nemlich für Chrifti Dies e sehen des Menschen Sohn ner und Haushalter über Gotfommen in der Wolke, mitres Geheimnisse. Nun suchet großer Kraft und Herrlichkeit. man nicht mehr an den Haußs 2 2 halAm 3. Advents. Sonntage. Epistel, Die Epiftolischen 4 haltern, denn daß fie treu ers hen, daß der Wind hin und her funden werden. Mir aber ist es wehet? Oder was seyd ihr hin ein geringes, daß ich von euch aus gegangen zu sehen? Well. gerichtet werde, oder von einem tet ihr einen Menschen in wei menschlichen Tage; auch richte chen Kleidern sehen? Siehe, ich mich selbst nicht. Ich bin die da weiche Kleider tragen, mir wohl nichts bewust, aber sind in der Könige Häusern. Oder darin bin ich nicht gerechtfer: was send ihr hinaus gegangen tiget. Der Herr ist es aber, der zu sehen? Wolltet ihr einen mich richtet. Darum richtet Propheten sehen? Ja ich sage nicht vor der Beit, bis der Herr euch, der noch mehr ist, denn ein komme, welcher auch wird ans Prophet. Denn dieser ists, von Licht bringen, was im Finstern dem geschrieben stehet: Siehe, verbergen ist, und den Rath ich sende me nen Engel vor dir der Herzen offenbaren; alsdenn, her, der deinen Weg vor dir wird einem jeglichen von Gott bereiten soll. Lob wiederfahren. Evangelium. Am 4. Advents Sonntage. Epiffel. Matth. 11, 210, a aber Johannes im Ge Philipp. 414 7. fängniß die Werke Chrifti freuet each in dem Herrn alle hörte, fandte er feiner Jünger Bege, und abermal fage zween, und ließ ihm sagen; ich: Freuet euch! Eure Lindig: bist du der da kommen soll, feit laffet kund seyn allen Mens oder sollen wir eines andern fhen. Der Herr ist nahe. Sorget warten? Jesus antwortete und nichts, sondern in allen Dina fprach zu ihnen: Gehet hin, gen laffer eure Bitte im Gebet und faget Johanni wieder, was und Flehen mit Danksagung ihr fehet und höret, die Blins vor Gott kund werden. Und den sehen, die Lahmen gehen, der Friede Gottes, welcher hös die Auffäßigen werden rein, her ist denn alle Vernunft, bes und die Lauben hören, die wahre eure Herzen und Sinne Todten stehen auf, und den in Christe Jesu. Armen wird das Evangelium geprediget. Und selig ist, der Evangelinm. 30h. 1, 19:28 ich nicht an mir årgert. Da Dies ist das Zeugniß Johanz die hingiengen, fieng Jesus an nis, da die Juden fandten zu reden zu dem Volt von Jo: von Jerufalem Priester und e hanne: Was seyd ihr hinaus viten, da sie ihn fragten: Wer gegangen in die Wüste zu fes bist du? Und er bekannte, und hen? Wolltet ihr ein Rohr fe: leugnete nicht; und er bekannte: Ich und Evangelischen Terte. 5 Ich bin nicht Christus. Und dieser Welt, und warten auf die sie fragten ihn: Was denn? selige Heffnung und Erscheinung Bist du Elias? Er sprach: ich der Herrlichkeit des großen Gotbin es nicht. Bist du ein Pro: tes und unsers Heilandes Jefu phet? Lind er antwortete: Nein. Christi; der sich selbst für uns Da sprachen sie zu ihm: Was gegeben hat, auf daß er uns bist du denn? Das wir Unt: erlöfete von aller Ungerechtig: wert geben denen, die uns ge: feit, und reinigte ihm selbst ein fandt haben. Was sagest du von Volk zum Eigenthum, das flei: dir felbst? Er fprad: Ja bin fig wåre zu guten Werken. eine Stimme eines Predigers in der Wüste: richtet den Weg Evangelium. Luc. 2, 1-14. des Herrn; wie der Prophet( s begab uch aber zu der Zeit, Efaias gesagt hat. Und die daß ein Gebot von dem Am 1. Weihnachts Cage. Epitel gefandt waren, die waren von Kavser Augusto ausgieng, den. Pharifäern, und fragten alle Welt geschåget würde. ihn, und sprachen zu ihm: diese Schägung war die allerBarum taufest du denn, so du erste; und geschab zu der Zeit, nicht Christus bist, noch Elias, da Cyrenius Landpfleger in Synoch ein Prophet? Johannes rien war. Und jedermann antwortete ihnen, und sprach: gieng, daß er sich scházen ließe, ich taufe mit Waffer; aber er ist ein jeglicher in seine Stadt. mitten unter euch getreten, den Da machte sich auch auf Jo ihr nicht kennet. Der ists, der feph aus Galiláa, aus der nach mir kommen wird, welcher Stadt Nazareth, in das Judi= vor mir gewefen ist, deß ich sche Land, zur Stadt Davids, nicht weeth bin, daß ich seine die da heiffet Bethlehem, Schuhriemen auflöse. Dies ge: davum, daß er von dem Haufe shah zu Bethabara, jenfeit des und Geschlechte Davids war, Jordans, da Johannes taufte, Titus 2, 1114. auf daß er sich schäßen ließe mit Maria, feinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß fie gebahren follte, Es ist erschienen die heilsame und sie gebahr ihren ersten Sohn, Gnade Gottes allen Men und wickelte ihn in Windeln, schen; und züchtiget uns, daß und legte ihn in eine Krippe, wir follen verleugeren das un- denn sie hatten sonst keinen göttliche Wefen, und die welt: Raum in der Herberge. Und lichen Lüfte, und züchtig, ge- es waren Hirten in derselbigen recht, und gottselig leben in Gegend auf dem Felde bey den 21 3 Hür: daß Und 6 Die Epiftolischen du E Hürden, die hüteten des Nachts sprachen: Wir haben ihn gehd ihrer Heerde. Und siehe, des ret Låster Worte reden wider Herrn Engel trat zu ihnen, und Mose und wider Gott. Und die Klarheit des Herrn leuchtete bewegten das Volk, und die Nels um sie; und sie fürchteten fidy teften, und die Schriftgelehrten; sehr. Und der Engel sprach zu und traten herzu, und rissen ihn ihnen: Fürchtet euch nicht, fiehe, hin, und führeten ihn vor den ich verkündige euch große Freu- Rath, und stelleten falsche Zeus de, die allem Volke wiederfahren gen dar, die sprachen: Dieser wird; denn euch ist heute der Mensch höret nicht auf zu reden Heiland gebohren, welcher ist Läster Worte wider diese heilige Christus der Herr, in der Stadt Stätte und das Gesetz. Denn Davids. Und das habt zum wir haben ihn hören fagen: Zeichen: ihr werdet finden das Jesus von Nazareth wird diese Kind in Windeln gewickelt, und Stätte zerstören, und andern iu einer Krippe liegend. Und die Sitten, die uns Moses ges alsbald war da bey dem Engel geben hat. Und sie sahen auf die Menge der himmlischen ihn alle, die im Rath saßen, Heerschaaren, die lobeten Gott und sahen sein Angesicht, wie und sprachen: Ehre sey Gott eines Engels Angesicht,( Ste: in der Höhe, und Friede auf phanus hielt hierauf eine Res Erden, und den Menschen ein de, worinnen er auch sagte: 2Bohlgefallen. Ihr Halsstarrigen und Unbes schnittenen an Herzen und Oh ren; ibr widerstrebet allezeit dem beiligen Geiste, wie eure. Areftelgeschich. 6, 8.15. 7. 54-59 tephanus aber, voll Glanåter, also auch ihr zc.) Da sie solches höreten, giengs iha dens und Kräfte, that nen durchs Herze, und bissen Wunder und große Zeichen um die Zähne zusammen über ihn. ter dem Voll. Da stunden et Als er aber voll he ligen Geistes liche auf von der Schule, die war, fab er auf gen Himmel, da heiffet ber Libertiner und und fahe dieHerrlichkeit Gottes, der Eirener, und der Alexan- und Fesum stehen zur Rechten derer und derer, die aus Eilizia Gottes, und sprach: Siehe, ich und Asia waren, und befragten fehe den Himmel offen, und fich mit Stephano. Und sie des Menschen Sohn zur Rech vermochten nicht zu widersieben ten Gottes fteben. Sie schrien der Weisheit, und dem Geist aber laut, und bielten ihre h aus welchem er redete. Darich- ren zu, und stürmeten einmüz teten sie zu etliche Männer, die thiglich zu ihm ein, fließen ihn zur Am 2. Weihnachts Cage. Epiffel. und Epiftolifhen Terte. 7 zur Stabt hinaus, und steinig- ich) fage euch, ihr werdet mich ten ihn. Und die Zeugen leg: von 1 an nicht sehen, bis ihr ten ab thre Kleider zu den Füsiprecht: Gelobt sen, der da fen eines Jünglings, der hier tommt im Namen des Herrn. Saulus. Und steinigten Ste Ein ander Evangelium. phanum, der ausrief und sprach: 301) 14 Herr Jesu nimm meinen Gestem Anfang war das Wort, auf! Er kniete aber nieder und und das Wort war bey fchrie laut; Herr behalte ihnen Gott, und Gott war das Wort. diese Sünde mcht! Und afe Caffelbige war im Anfara ben er bas gesagt, entschlief er. Got. Alle Dinge sind durch) Evangelium. daffelbige gemacht, und ohne daffelbige ist nichts gem cht, was gemacht ist. In thm war das Leben, uno das Leben war Matth 23, 3439 Ciehe, ichifende zu euch Pro95 pheten, und Weise, und Schriftgelehrte, und derselbi das Licht der Menschen. Und gen werdet ihr etliche tödten das Licht scheint in der Fensters und freuzigen, und etliche wer: niß, und die Finsterniß haben es bet ihr geiffeln in euren Schu- nicht begriffen. Es war ein len, und werdet sie verfolgen Mensch von Gott gefandt, ber von einer Stadt zu der andern; hieß Johannes. Derselbige auf das über euch femme alle fam zum Zeugniß, daß er von das gerechte Blut, das vergos dem Licht zeugete, auf daß sie sen ist auf Erden, von dem alle durch ihn glaubten. Er Blut an des gerechten Abels, war nicht das Licht, sondern bis aufs Blut 3charias, daß er zeugete von dem Licht. Barachià Sohn, welchen thr Das war das wahrhaftige Licht, getobtet habt zwischen dem welches alle Menschen erleuchs Tempel und Altor. Wahrlichtet, die in diese Welt kommen. id fage euch, daß solches alles Es war in der Welt und die wird über dies Geschlecht kome Welt ist durch dasselbige ge= men. Jerusalem, erusalem, macht: und die Welt kannte es bie du iddtest die Propheten, nicht. Er fam in fein Eigens und steinigeft, die zu bir ge thum, und die Seinen nehmen fandt sind; wie oft habe ich ihn nicht auf. Wie siele ihn beine Kinder versammlen wol- aber aufnahmen, denen gab er len, wie eine Henne vers mmlet Macht Gottes Kinder zu were ihre Küchlein unter ihre Flügel? den, die an seinen Namen und ihr habt nicht gewollt. alauben. Welche nicht von Siehe ener Haus soll euch dem Geblüt, noch von dem. wüste gelassen werden. Denn Willen des Fleisches, noch von 21 4 dem Die Epiftolischen 8 dem Willen eines Mannes; von ihm geredet ward. Und fondern von Gott gebohren sind. Simeen segnete fie, und sprach Und das Wort ward Fleisch zu Maria seiner Mutter: Sie und wohnte unter uns; und he, dieser wird gefeßet zu einem wir fahen seine Herrlichkeit, eine Fall und Auferstehen Vieler in Herrlichkeit, als des eingebohr: Ifrael, und zu einem Zeichen, nen Sohnes vom Vater, voller dem widersprochen wird.( Und Gnade und Wahrheit. es wird ein Schwerd durch deine Seele dringen) auf daß vieler Herzen Gedanken, offens bat werden. Und es war sine. Prophetin, Hanna, eine Tochter Am Sonnt. nachWeihnachten Epistel Gal 41 17: lange Erbe ein Kind ist: so ist die war wohl betaget, und hatte unter ihm und einem Knecht kein gelebet sieben Jahr mit ihrem Unterschied, ob er wohl ein Herr Manne, nach ihrer Jungfrau ist aller Güter; fondern er ist schaft, und war eine Wittwe unter den Vormundern und bey vier und achtzig Jahren, Pflegern, bis auf die bestimmte die tam nimmer vom Tempel, Zeit vom Vater. Also auch dienete Gott mit Faften und nir, da wir Kinder waren, wa- Beten Tag und Nacht. Die ren wir gefangen unter den felbe trat auch hinzu zu dersel: dufferlichen Sagungen. Da bigen Stunde, und preifete den aber die Zeit erfüllet ward, Herrn, und redete von ihm zu fandte Gott seinen Sohn, ge allen, die auf die Erlösung zu bohren von einem Weibe, und Jerusalem warteten. Und da unter das Gefeß gethan, auf daß fie es alles vollendet hatten er die, so unter dem Gefeßz waren nach dem Gesez des Herrn; erlöfete, und wir die Kindschaft lehrten fie wieder in Galilaam, empfiengen. Weil ihrdenn Kin- zu ihrer Stadt Nazareth. Aber der seyd, hat Gott gefandt den das Kind wuchs, und ward Geist feines Sohns in eure Her stark im Geist, voller Weisheit; zen, der schreiet: Abba, lieber Ba- und Gottes Gnade war bey ihm. ter! Alfo ift nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sind es aber Kinder, so sind es auch Erben Gottes durch Christum. Am Neuen Jahrstage. Epiftel. Bal. 21 23 29. She denn aber der Glaube wurden wir unter Evangelium. fam, Luc. 2, 33-40. Und sein Vater und Mutter dem Gefeßze verwahret und verz wunderten sich deß, das schlossen auf den Glauben, der da und Evangelischen Terte: 9 da follte geoffenbaret werden.uns selig, durch das Bad der Also ist das Gefeß unfer Zucht- Wiedergeburt und Erneurung meister gewesen auf Christum, des heiligen Geistes, welchen daß wir durch den Glauben er ausgegoffen hat über uns gerecht wurden. Nun aber der reichlich durch Jefum Chriftum, Glaube gekommen ist, sind wir unfern Heiland; auf daß wir nicht mehr unter dem Zucht durch deffelbigen Gnade ge meister. Denn ihr fend alle recht und Erben seyn des ewi: Gottes Kinder, durch den Glau: gen Lebens nach der Hoffnung; ben an Christo Jefu. Denn daß ist je gewißlich wahr. wie viel eurer getauft sind, die haben Christum angezogen. Hier ist kein Jude noch Grieche, hier ist kein Knecht noch Freyer, hier ist kein Mann noch Beib; der Engel des Herrn dem Jo denn ihr feyd allzumal Einer feph im Traum, und sprach: in Christo Jesu. Seyd ihr Stehe auf, und nimm das Kindaber Chrifti: so seye ihr ja lein und seine Mutter zu dir, Abrahams Saamen und nach und fliche in Egyptenland, und der Verheiffung Erben. bleibe alda, bis ich dir fage; denn es ist vorhanden, daß Hea rodes das Kindlein suche, das felbe umzubringen. Und er Evangelium. Luc. 2, 21. Und da acht Tage um waren, ward. daß das Kind beschnitten stand auf, und nahm das Kind: würde; da ward fein Name ge- lein und seine Mutter zu sich, nannt Jefus, welcher genannt bey der diacht, und entwich mar von dem Engel, ehe denn in Egyptenland; und blieb all: er im Mutterleibe empfangen da bis nach dem Tode Herodis. Auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. Da Herodes nun sahe, daß er von ja aber erschien die Freund den Weisen betrogen war, ward lichkeit und Leutseligkeit er sehr zornig, und schickte aus, Gottes unsers Heilandes und ließ alle Kinder zu Bethle: Nicht um der Werke willen hem tödten, und an ihren ganz der Gerechtigkeit, die wir gegen Gränzen, die da zweyjähthan hatten sondern nach sei rig und darunter waren, nach ner Barmherzigkeit machte er der Beit, die er mit Fleiß von Am Sonntage nach dem Teuen Jabr, Epistel Titus 3, 4-8. den Evangelium. Matth. 2, 13-23a sie aber hinweggezogen waren, da IO Die Epiftolischen d den Weisen erlernet hatte. Da hannes wehrte ihm, und sprach: ist erfüllet, das gesagt istisch bedarf wohl, daß ich von von den Propheten Jeremia, die getauft werde; und du der da spricht: Auf dem Ges komst zu mir? Jefus aber ant: birge hat man ein Geschrey ge- wortete, und sproch zu ihm: höret, viel Klagens, Weinens, Laß jetzt also seyn; also ge und Heulens; Mabel beweinte bahrt es uns alte Gerechtig ihre Kinder und wollte sich nicht feit zu erfüllen. Da ließ er es trosten laffen, denn es war aus ihm zu. Und da Jesus ge mit ihnen. Da aber Herodes tauft war, stieg er bald herauf gestorben war, fiebe, da erschien aus dem Wasser, und siehe der Engel des Herrn dem Jo- da that sich der Himmel auf seph im Traum in Egypten über ihm. Und Johannes sahe land, und sprach: Stehe auf den Geist Gottes, gleich als und nim das Kindlein und seine eine Taube, herabfahren, und Mutter za dir, und ziehe hin in über ihn fommen. Und siehe, das Land Israel; sie sind ges eine Stimme vom Himmel herz storben, die dem Kinde nach ab sprach: Dies ist mein lieber dem Leben standen. Und er Sohn, an welchem ich Wohlges. stand auf, und nahm das Kind fallen habe. lein und seine Mutter zu sich), und kam in das Land Israel. Am Sefte der Erscheinung Chrini Da er aber bdrete, daß Arches laus im jüdischen Lande König Epistel. war, anstatt feines Baters Jefaia 60, 1.6, Herodis, fürchtete er sich dahin Mache dich auf, werde licht, zu kommen. Und im Traum denn dein Licht kommt, empfing er Befehl von Gott, und die Herrlichkeit des Herrn und zog in die Derter des Ga: gehet auf über dir: Denn sies lildischen Landes; und kam und he, Finsterniß bedeckte das Erba wobute in der Stadt, die da reich), und Dunkel die Völker; heißt Nazareth; auf daß erfül aber über dir gebet auf der let würde, daß da gesagt ift Herr, und seine Herrlichkeit durch den Propbeten: Er soll erscheinet über dir. Und die Nazarenus heißen. Ein ander Evangelium Heiden werden in deinem Licht wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgebet. u der Zeit kom Jefs aus Hebe deine Augen auf und Shallaa on deu Jordan fiebe umber; diese alle vers Mat h.31 1317. zu Johanne, daß er sich von fammlet fommen zu dir. Dene ihm taufen ließe. Aber Jo- Söhne werden von ferne kom men, und Evangelischen Texte. II Evangelium. Matth.2, 1.12. men, und deine Tochter zur sten Juda; denn aus dir foll Seiten erzogen werden. Denn mir kommen der Herzog, der wirst du deine Lust sehen und über mein Bolf Israel ein Herr ausbrechen, und dein Herz wird sen. Da berief Herodes die sich wundern und ausbreiten, Weisen heimlich, und erlernte wenn sich die Menge am Meer, mit Feiß von ihnen, wenn der zu dir belehret, und die Macht Stern erschienen wäre, und der Heiden zu dir kommt. wieß sie gen Bethlehem, und Denn die Menge der Cameelen sprach: Ziehet hin, und forschet wird dich bedecken, die Läufer fleißig nach dem Kindle n; und aus Midan und Epha, sie wenn ihr es findet, so sagt mirs werden aus Saba alle kommen, wieder, daß ich auch komme, Gold und Weihrauch bringen, und es anbete. Als sie nun und des Herrn Lob verkün den König gehdret hatten, zo digen. gen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland aefeben hatten, gieng vor Da Jesus gebohren war zu ihnen hin, bis daß er kam Bethlehem im Jüdischen und stand oben über, da das Lande, zu der Zeit des Königs Kindlein war. Da sie den Herodis, siehe, da kamen die Stern fahen, wurden sie Weisen vom Morgenland gen hoch erfreuet; und giengen in Jerufalem, und sprachen: Wo das Haus, und fanden das ist der neugebohrne König der Kindlein mit Maria, seiner Juden? Wir haben seinen Mutter, und fielen nieder, und Stern gesehen im Morgenland. betheten es an, und thaten ihre und sind gekommen ihn anzu Schätze auf, und schenkten hm beten. Da das der König He Gold, Weihrauch und Mirz rodes horre, erschrack er, und rhen. Und Gott befahl ihnen im mit ihm das ganze Jerusalem; Traum, daß sie sich nicht soll und ließ versammlen alle Hobe: ten wieder zu Herodes lenken. priester und Schriftgelehrten Und zogen durch einen andern unter dem Volf, und erforschte Weg wieder in ihr Land. von ihnen, wo Christus sollte gebohren werden. Und sie sagten ihm: zu Bethlehem im Jüdischen Lande. Denn also ftest geschrieben durch den ProAm 1. Sonntage nach Epiphanias. Epiftel. Rom. 12, 1-6. ermahne Jüdischen Lande, bist mit nich- Brüder, durch die Barme lieben ten die kleinste unter den Für- herzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber 12 Die Epiftolischen Leiber begebet zum Opfer, daß er wäre unter den Gefährten; da lebendig, heitig und Gott und kamen eine Tagereife, und wohlgefällig sey, welches sey suchten ihn unter den Gefreund: euer vernünftiger Gottesdienst. ten und Bekannten. Und da sie ihn Und stellet euch nicht dieser Welt nicht fanden, giengen sie wieder: gleich, sondern verändert euch um gen Jerusalem, und such durch Verneurung eures Gin- ten, ihn. Und es begab sich nes auf daß ihr prüfen möget, nach dreyen Tagen, fanden fie welches da fey der gute, der ihn im Tempel fißen mitten wohlgefällige und der vollkomm unter den Lehrern, daß er ih ne Gottes Wille. Denn ich sage nen zuhörte, und sie fragte. Durch die Gnade, die mir gege- und alle, die ihm zuhörten, verz ben ist, jébermann unter euch, wunderten sich seines Verstan daß niemand weiter von ihm bes und seiner Antwort. Und halte, denn sich es gebühret zu da fie ihn saßen, entfeßten fie halten; fondern daß er von ihm sich. Und seine Mutter sprach mäßiglich hafte ein jeglicher, zu ihm: Mein Sohn, warum nach dem Gott ausgetheilt bat hast du uns das gethan? Sies das Maaß des Glaubens. Denn be, dein Vater und ich haben. gleicher Weife, als wir in einem bich mit Schmerzen gesucht. Leibe viele Glieder haben, aber Und er sprach zu ihnen: Was alle Glieder nicht einerley Geists, daß ihr mich gesucht habt? schäfte haben; also sind wir Bist ihr nicht, daß ich seyn viel ein Leib in Christo, aber muß in dem, was meines Ba unter einander ist einer des anters ist? Und sie verstanden dern Glied, und haben man das Wort nicht, das er mit cherley Gaben, nach der Gnade ihnen redete. Und er gieng mit die uns gegeben ist. ihnen hinab, und fam gen Na zareth, und war ihnen unter: than. Und feine Mutter be: Evangelium. Suc. 2/ 41-52. Jefu Eltern giengen alle Jahre hielt alle diese Worte in ihrem gen das ju Osterfest. Und da er zwölf an Weisheit, Alter und Gnade Jahre alt war, giengen sie hin: bey Gott und den Menschen. auf gen Jerusalem, nach Ge wohnheit des Festes. Und da Am 2. Sonnt. nach Epiphan. die Tage vollendet waren ,, und giengen; sie wieder zu Hause blieb das Kind Jefu in Jerus falem und seine Eltern wußten es nicht. Sie meinten aber, uns gegeben ist. Hat jemand Weiffa Epistel. Rom. 11, 6, 16. ir baben mancherley Chie ben nach der und Evangelischen Terte. 13 Beiffagung, so sey fie dem an Bein gebrach, spricht, die Glauben ähnlich. Hat jemand Mutter Jefu zu ihm: Sie has ein Amt, fo warte er des Amts. ben nicht ein. Jesus spricht Lehrt jemand, so warte er der zu ihr: Weib, was habe ich Lehre. Ermahnt jemand, so mit dir zu schaffen? Meine warte er des Ermahnens. Giebt Stunde ist noch nicht gekoms jemand, fo gebe er einfältiglich, men. Seine Mutter spricht Regiert jemand, so fey er forg: zu den Dienern: was er euch fältig. Uebet jemand Barmfagt, das thut. Es waren aber herzigkeit, fo thue er es mit allda sechs steinerne WasserkrůLust. Die Liebe sey nicht falsch. ge gefeßt, nach der Weise der Haffet das Arge, hangt dem jüdischen Reinigung; und gienGuten an. Die brüderliche gen je in einen zwey oder drey Liebe unter einander fey herz, Maas. Jesus spricht zu ih lich. Einer komme dem andern nen: Füllet die Wasserkrüge mit Ehrerbietung zuvor. Seyd, mit Waffer. Und sie füllten nicht trage was ihr thun follt. fie bis Und Schöpfet er oben an. Send brunstig im Geist. spricht zu ihnen: Schicket euch in die Zeit. Gerd nun, und bringt, es dem Speis fröhlich in Hoffnung, geduldig femeister. Und sie brachten es. in Trübfal, haltet an am Ge: Als aber der Speisemeister ko= bet. Nehmet euch der heiligen stete den Wein, der Waffer ges Nothdurft an. Herberget ger wesen war, und wußte nicht, ne. Segnet die euch verfolgen; von wannen er kam( die Dies fegnet und fluchet nicht. Freuet ner aber wuften es, die das euch mit den Fröhlichen, und Wasser gescoopft hatten,) ruft weinet mit den Weinenden, der Speifemeister den Brautis Habt einerley Sinn unter ein: gam, und spricht zu ihm: Jes ander. Trachtet nicht nach ho: dermann giebt zum ersten guten hen Dingen, sondern haltet euch Wein, und wenn fie trunken herunter zu den Niedrigen. geworden sind, alsdann den geringern; du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jefus that, geschehen zu Cana in Und am dritten Tage war Galitáa, und offenbarte feine eine Hochzeit zu Cana in Herrlichkeit. Und seine JunGaliläa; und die Mutter Jefu ger glaubten an ihn. war da. Jefus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es Evangelium. Joly 2/ 1ti. d * 4-6mm i Vlad maldojed bojoid Am 14 Die Eviffolischen Am. 3. Sonntage nach Epiphanias. Epittel. Da aber Zeugniß über sie. Jesus eingieng zu Capernaum, trat ein autmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, Rem, 14, 17:11. Haltet euch nicht selbst für mein Knecht liegt zu Hauſe, und ist und hat Böses mit Bösem. Befleißigt große Quaal. Jesus sprach euch der Ehrbarkeit, gegen tezu ihm: ich will fommen, und dermann. Ift es möglich, so viel ibn gefund machen. Der Haupts an euch ist, so habt mit allen mann antwortete, und sprach: Menschen Frieden. Racher Herr, ich bin nicht werth, daß euch felbst nicht, meine Liebsten, du unter mein Dach gehest; fordern geber Raum dem Zorn, sondern sprich nur ein Wert, benn es stehet geschrieben: diel so wird mein Knecht gefund. Radhe ist mein. Ich will vergel- Denn ich bin ein Mensch, daze ten, spricht der Herr. So nun der Obrigkeit unterthan, und deinen Feind hungert, so speise habe unter mir Kriegsknechte ihn; dursiet ihn, so tranke ihn. noch wenn ich sage zu einem: Wenn du das thust, so wirst du Gehe hin, so geht er; und zum feurige Koblen auf sein Haupt andern: Komin ber, so kommt fammlen. Laß dich nicht das er; und zu meinem Knecht: Boje iderwinden, sondern über: Thue daß, so thut ers. Da das Jesus hörte, verwunderte er winde das Böse mit Gutem.. sich, und sprach zu denen die thwi nachfolgten: wahrlich, ich Evangelium. Matth. 8, 1-13. a Jesus som Berge herab sage euch, folchen Glauben haz gieng, folgte ihm viel be ich in Israel nicht gefunden. Volks nach. Und siehe, ein Aber ich sage euch: Viele were Ausfäßiger fam und bethete ihn den kommen vom Morgen und an, und sprach: Herr, so du vom Abend, und mit Abraham willst, fannst du mich wohl reis and Ifaac und Jacob im Hims nigen. Und Jesus streckte seine melreich sitzen. Aber die Kins Hand aus, rührte ihn an, und der des Reichs werden ausges sprach ich will es thun, sey stoßen in die äußerste Finsters Und gereiniget. Und alsobald ward niß hinaus, da wird seyn Heus er von seinem Aufsatz rein. Und len und Zähnklappen. Jesus sprach zuihm: Siehe zu, Jesus sprach zu dem Hauptfage es niemand; sondern gehe mann: Gehe hin, dir geschehe, hin, und zeige dich dem Prie- wie du geglaubet haft. Und ster, und opfre bie Gabe, die sein Knecht ward gesund zu der Moses befohlen hat, ju einem selbigen Stunde. Am und Evangelischen Terte. Am 4. Sonntage nach Epiphanias. Sens end Col. 3 12 17. ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Epittel. Rom. 13/ 8-10. niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander liebet; denn wer den andern liebt, der hat das Geset erfüllet. Denn das Heiligen und Geliebten, berzda gesagt ist: Du sollst nicht liches Erbarmen, Freundlichehebrechen; du sollst nicht töd- feit, Demuth, Sanftmuth, Geten; du sollst nicht stehlen; du duld; und vertrage einer den sollst nicht falsch Zeugniß geben; andern, und vergebet euch un= dich voll nichts gelüften; und ter einander; so jemand Klage so ein ander Gebot mehr ist, hat wider den andern; gleichdas wird in diesem Wort ver- wie Christus euc) vergeben hat, faffet: Du follit deinen Näch- also auch ihr. Ueber alles aber sten lieben, als dich selbst Die zieher an die Liebe, die da ist Liebe thut den nächsten nichts das Band der Vollkommenheit. Boses. So ist nun die Liebe und der Friede Gottes regiere des Gesetzes Erfüllung. in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen send in einem geibe; und send dankbar. Laßt das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller WeisSchiff, und seine Jünger folgren ihm. Und siehe, da erhob sich heit; lehret und ermahnet euch ein groß Ungestum im Meer, selbst mit Psalmen und Lobges also, daß auch das Schifflein sängen, und geistlichen lieblichen mit Wellen bedeckt ward; und Liedern, und singer dem Herrn er schlief. Und die Jünger in eurem Herzen. Und alles, traten zu ihm, und weckten ihn was ihr thut mit Worten oder auf, und sprachen: Herr, hilf mit Werken, das thut alles in uns, wir verderben. Da sag- dem Namen des Herrn Jesu, te er zu ihnen: hr Kleingläu und danket Gott und dem Vas bigen, warum seyd ihr so furcht ter durch ihn. sam? Und stand auf und be: drohete den Wind und das Meer: da ward es ganz stille. efus legte ihnen ein ander Die Menschen aber verwuns vor, und sprach: derten sich, und sprachen: was Das Himmelreich ist gleich ei14.30. nem Evangelium, Matth 8, 23-27. 15 ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist! Jefus esus trat in ein Am 5. Sonntage nach Epipbanias. Epiftel Evangelium. Matth. 13! 16 Die Epiftolischen nem Menschen, der guten Saas sehen. Da er empfieng von men duf seinen Acker fåete. Da Gott dem Vater Ehre und aber die Leute schliefen; kam. Preis, durch eine Stimme, die der Feind, und fåete Unkraut zu ihm geschahe von der großen zwischen den Weißen, und gieng Herrlichkeit dermaßen: Dies ist davon. Da nun das Kraut mein lieber Sohn, an dem ich wuchs und Frucht brachte; da Wohlgefallen habe. Und diese fand sich auch das Unkraut. Stimme haben wir gehört vom Da traten die Knechte zu dem Himmel gebracht, da wir mit Hausvater, und sprachen: ihm waren auf dem heiligen Wir haben ein vestes Herr hast du nicht guten Saa: Berge. men auf deinen der gefäet? prophetisches Wort, und ihe Woher hat er denn das Unthut wohl, daß ihr darauf acEraut? Er sprach zu ihnen: tet, als auf ein Licht, das da Das hat der Feind gethan. scheint in einem dunkeln Ort, Da sprachen die Knechte: bis der Tag anbreche und der Willst du denn, daß wir hinge Morgenstern aufgehe in euren hen, und es ausgåten? Er Herzen. Und das follt ihr für sprach: Nein! auf daß ihr das erste wissen, daß keine nicht zugleich den Weißen mit Weiffagung in der Schrift ge ausraufet, so ihr das Unkraut schiehet aus eigner Auslegung. ausgatet. Last beydes mit Denn es ist noch nie feine Beif einander wachsen, bis zu der fagung aus menschlichem Wil Erndte, und um die Erndtezeit len hervorgebracht, sondern will ich zu den Schnittern fa die heiligen Menschen Gottes gen: Sammlet zuvor das Un haben geredeti, Eraut, und bindet es in Búnd dem heiligen Geist. lein, daß man es verbrenne; aber den Beißen fammlet mir in meine Scheuren. getrieben von Evangeliam. Matth. 17, 1.9 Lind nach sechs Tagen nahm Am 6. Sonntage nach Epiphanias. Epiftel. Jesus zu sich Petrum, und Jacobum, und Johannem, feis nen Bruder, und führte e benfeits auf einen hohen Berg. Und ward verklärt vor ihnen, 2 Pet. 1, 16= 23. Wir ir haben nicht den klugen und sein Angesicht leuchtete wie Fabeln gefolget, da wir die Sonne, und seine Kleider euch kund gethan haben die wurden weiß, als ein Licht. Kraft und Zukunft unsers Herrn Und siehe, da erschienen ihnen Jesu Christi; sondern wir ha- Moses und Eljas, die redeten ben seine Herrlichkeit selbst ge mit ihm. Petrus aber ant wor: und Evangelischen wortete, und sprach zu Jesu: 1gen? Herr hier ist gut seyn; willst du, wenn so wollen wir hier drey Hütten Denn er ist wie das Feuer eines machen, die eine, Mofe eine, Goldschmidts, und wie die Seis und Elias eine. Da er noch fe der Wäscher. Er wird sigen also redete, siehe, da überschat: und schmelzen, und das Silber tere sie eine lichte Wolke. Und reinigen; er wird die Kinder fiche, eine Stimme aus der Levi reinigen und lautern, wie Wolke sprach: Dies ist mein Gold und Silber: dann wer: lieber Sohn an welchem ich den sie dem Herrn peisopfer Wohlgefallen habe, den sollt ihr bringen in Gerechtigkeit; und hören. Da das die Jünger wird dem Herrn wohl gefallen håreten, fielen sie auf ihr An- das Epeisopfer Juda und Je geficht, und erschraden sehr. rufalem, wie vorhin und vor Jefus aber trat zu ihnen, rühr: langen Jahren. Und ich will te sie an und sprach: Stehet zu euch kommen, und euch straauf, ounds fürchtet euch nicht. fen, und ich will ein schneder Da fie aber ihre Augen aufho: Zeuge seyn wider die Zauberer, ben, fahen fie niemand denn Je- Chebrecher und Meineidigen, fum allein. Und da sie vom und wider die, so Gewalt und Berge herab giengen gebet ib: Unrecht thun den Tagelöhnern, nen Jesus, und sprach: Ihr Wittwen und Waisen, und den follt dies Gesicht niemand sagen, Fremdling drücken und mich bis des Menschen Sohn von nicht fürchten, spricht der Herr den Todten auferstanden ist. Zebaoth. Terte. 17 Und wer wird bestehen, er wird erscheinen? Evangelium. Am Seffe der Darstellung Sec. 2, 22-32. Jefu im Tempel, oder der Und da die Tage ihrer Reis nigung nach Epistel. Mal 3/ 1.5. Mofe tamen, brachten sie ihn men Jerufalem, auf daß sie ihn Siehe, ich will meinen En- darstellten dem Herrn;( wie denn gel fenden der vor mir geschrieben steht in dem Gefeß her den Weg bereiten soll. Und des Herrn: Allerley Mannbald wird kommen zu seinem lein, das zum ersten die Muts Tempel der Herr, den ihr fu ter bricht, soll dem Herrn ges het, und der Engel des Bun heiliget heißen,) und daß sie gådes, des ihr begehret. Siehe, ben das Opfer, nachdem gesagt er kommt, spricht der Herr Ze ist im Geseß des Herrn, ein baoth. Ber wird aber den Paar Turteltauben, oder zwo Tag feiner Zukunft erleiden mö- junge Eauben. Und siehe, ein B Mensch 18 Die Epiftolischen u Mensch war zu Jerusalem, wisse; ich fechte also, nicht als mit Namen Simeon, und der der in die Luft streicht. Cons felbe Mensch war fromm und dern ich betäube meinen Leib, gottesfürchtig und wartete auf und zähme ihn, daß ich nicht den Trost Ffraels, und der hei den andern predige, und selbst lige Geist war in ihm; und ve werflich werde. Ich will ihm war eine Antwort gewor: euch aber, lieben Brüder, nicht den von dem heiligen Geist, er verhalten, daß unsere Bater follte den Tod nicht shen, er find alle unter der Wolke gewe hatte denn zuvor den Ebrilfen und sind alle durch das Meer des Herrn gesehen. Und kam gegangen; und find alle unter aus Anregen des Geistes in Mofe getauft, mit der Wolke den Tempel. Und da die Eltern und mit dem Meer; und has das Kind Jesum in den Zem- ben alle einerley geistliche Speis pel brachten, daß sie für ihn se gegeffen; und haben alle ei thåren, wie man pflegt nach nerley geistlichen Trank getrun dem Gesetz; da nahm er ihn ken; sie tranfen aber von dem auf seine Arme, und lobte( Sotr, geistlichen Fels, der mit folgte, und sprach: Herr, nun låsfest welcher war Chriftus. Aber an du deinen Diener in Frieden ihrer vielen hatte Gott feinen fahren, wie du gesagt haft; Wohlgefallen; denn sie find benn meine Augen haben bei niedergeſchlagen in der Wüste. nen Heiland gefeben, welchen du berettet haft vor allen Vols fern, ein Licht zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Bolks Ifrael. Evangelium. Matth. 201116. as Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausgieng, Arbeiter zu miethen in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen Wiffer ihr nicht, daß die, so zum Tagelohn, fandte er sie in Am Sonntage Septuagefima, epitel 1 Cor 9/ 24.27. 10/15011 in Schranken laufen, die feinen Weinberg. Und gieng laufen alle, aber einer erlangt aus um die dritte Stunde, und das Kleinod? Lauft nun also be andere an dem Markt daß ihr es ergreifet. Ein jegli- müffig stehen, und sprach zu cher aber, der da fåmpft, ent- ihnen: Gehet ihr auch hin hält sich alles Dinges; jene den Weinberg; ich will end also, daß fie eine vergängliche geben, was recht ist. Und sie Krone empfangen: wir aber giengen bin. Abermal gieng er eine unvergångliche. Ich laufe aus um die sechste und neunte aber also, nicht als aufs unge- Stunde, und that gleich also. Um und Evangelischen Ferte: 19 Um die eilfte Stunde aber gieng tig bin? also werden die letzer aus, und fand andere müssig ten die ersten, und die ersten steben, und sprach zu ihnen: die letzten seyn. Denn viele Was stehet thr hier den ganzen sind berufen, aber wenige sind Tag muffig? Sie sprachen zu auserwählet. Am Sonntage Sexagesima. Epistel. 2 Cor. 11/ 1933 131 1.9. hr vertraget gerne die Narz ren, dieweil ihr klug send. des Weinberges zu seinem Ihr vertraget, so euch jemand Schaffner: Rufe die Arbetter, zu Knechten macht, so euch jes und gieb ihnen den Lohn; und mand schindet, so euch jemand hebe an von den letzten, bis zu mmmt, so euch jemand trotzt, so den ersien. Da tamen, die um euch jemand in das Angesicht die eilfte Stunde gedungen was st eicht. Das sage ich nach ren, und empfieng ein jeglicher der Unehre, als wären wir seinen Groschen. Da aber die schwach geworden. Worauf ersten tamen, meinten sie, fie nun jemand fühn ist,( ich rede würden mehr empfangen; und in Thorheit) darauf bin ich sie empfiengen auch ein jeglicher auch fühn. Sie sind Ebrder, seinen Groschen. Und da sie ich auch. Sie sind Ifraeliten, den empfiengen, murreten sie w ich auch. Sie sind Abrahams der den Haußvater, und spra- Saamen, ich auc). Sie sind chen: diese letzten haben nur Diene: Christi;( id) rede thdra eine Stunde gearbeitet, und dul ch) ich bin wohl mehr. Ich haft fiet uns gleich gemacht, die habe mehr gearbeitet, ich habe wir des Tages Last und Hitze mehr Echläge erlitten, ich bin getragen haben. Er antwor- döfters gefangen, oft in Todesz tete aber, und sagte zu einem Ndthen gewesen. Von den Jus unter ihnen: Mein Freund, den habe ich fünfmal empfans ich thue dir nicht unrecht. Bist gen vierzig Streiche weniger du nicht mit mir eins gewor- eins. d) bin dreymal geftaus den um einen Groschen? Nim, pet, einmal gesteiniget, dreywas dein ist, und gebe hin. Ich mal habe ich Schiffbruch erlite will aber diesen letzten geben, ten, Tag und Nacht habe ich gleid) wie dir. Oder habe ich zugebracht in der Tiefe( des nicht macht zu thun, was ich Meers.) Ich bin oft gereis will, mit dem Meinen? Siehst fet; ich bin in Gefahr gewes du darum scheel, daß ich so gu- lsen zu Wasser, in Gefahr unter 32 den C ihm: Es hat uns niemand ge= dungen. Er sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weins berg; und was recht seyn wird, foll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr 20 Die Epiftolischen den Mördern, in Gefahr unter kenne denfelben Menschen, den Juden, in Gefahr unter( ob er in dem Leibe, oder auffer den Heiden, in Gefahr in den dem Leibe ist gewesen, weiß ich Städten, in Gefahr in der Wů nicht; Gott weiß es.) Er ward fte, in Gefahr auf dem Meer, entzückt in das Paradies, in Gefahr unter den falschen und hörte unaussprechliche Brüdern; in Mühe und Ar: Worte, welche fein Mensch fa beit, in viel Wachen, in Hun: gen kann. Davon will ich mich ger und Dürft, in viel Fasten, rühmen; von mir selbst aber in Frost und Blöße; ohne was will ich mich nichts rühmen, fich sonst zuträgt, nemlich, daß ohne meiner Schwachheit. Und ich täglich werde angelaufen so ich mich rühmen wollte, thate und trage Sorge für alle Ge- ich darum nicht thörlich; denn meinen. Wer ist schwach und ich wollte die Wahrheit fagen. ich werde nicht schwach? Wer Ich enthalte mich aber deß, wird geärgert, und ich brenne auf daß nicht jemand mich hö nicht? So ich mich je rühmen her achte, denn er an mir sie foll, will ich mich meiner het, oder von mir håret. Und Schwachheit rühmen. und der Vater unsers Sott auf das ich mich nicht der ho Herrn hen Offenbarung überhebe, ist Jefu Chrifti, welcher sey gelo mir gegeben ein Pfahl ins bet in Ewigkeit, weiß, daß ich Fleisch, nemlich des Satans nicht luge. Zu Damasco der Engel, der mich mit Fauften Landpfleger des Königs Areta fchlage, auf daß ich mich nicht verwahrte die Stadt der Da- überhebe.. Dafür ich dreymal mascer, und wollte mich grei dem Herrn geflehet habe, daß fen; und ich ward in einem er von mir wiche. Und er hat Kerbe zum Fenster aus durch zu mir gesagt: Laß dir an mei die Mauer niedergelassen, und ner Gnade genügen, denn meiz entrann aus feinen Händen. ne Kraft ist in den Schwachen Es ist mic ja das Rühmen mächtig. Darum will ich mich nichts nige, doch will ich kom: am allerliebsten rühmen meiner men auf die Gefichte und Of Schwachheit, auf daß die Kraft fenbarungen des Herrn. Ich Christi bey mit wohne. Fenne einen Menschen in Thri sto von vierzehn Jahren, ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ich es nicht; oder ist er auffer Evangelium. Suc. 8, 4-15. a nun viel Volks bey i ander war, und aus den dem Leibe gewesen, so weiß ich Städten zu ihm eilten, sprach es auch nicht: Gott weiß es, er durch ein Gleichniß: es derselbe ward entzückt bis in gieng ein Siemann aus zu fáen den dritten Himmel. Und ich feinen und Evangelischen Terte. 21 feinen Saamen; und indem er fo es hören, und gehen hin uns facte, fiel etliches an den Weg, ter den Sorgen, Reichthum und ward vertreten, und die und Wollust dieses Lebens, und Vögel unter dem Himmel ersticken, und bringen feine fraßen es auf. Und etliches Frucht. Das aber auf dem fiel auf den Fels; und da es guten Lande, sind die das Wort aufgieng, verdorrte es, darum, hören und behalten in einem daß es nicht Saft hatte. Und feinen guten Herzen, und brin: etliches fiel mitten unter die gen Frucht in Geduld. Dornen; und die Dornen gien: oder Eftomibi. und Epiftel. 1 Cor. 13/1= 13. gen mit auf, und erstickten es. Am Sonnt. Quinquagefima Und etliches fiel auf ein gutes Land; und es gieng auf, trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer enn ich mit Menschen Ohren hat zu hören, der höre! und mit Engelzungen Es fragten ihn aber feine redete, und hätte der Liebe Jünger, und sprachen: was die nicht; so wär ich wie ein töses Gleichniß ware? Er aber nendes Erz, oder eine flingen: sprach: Euch ist es gegeben, de Schelle. Und wenn ich weifzu wissen das Geheimniß des sagen könnte, und wüste alle GeReichs Gottes; den andern heimnisse, und alle Erkenntniß, aber in Gleichnissen, daß fie es und hatte allen Glauben, also, nicht sehen, ob sie es schon fe- das ich Berge verfeste: und hen, und nicht verstehen, ob sie hätte der Liebe nicht, so wäre es schon hören. Das ist aber ich nichts. Und wenn ich alle das Gleichniß: Der Saame ist meine Habe den Armen gåbe, das Wort Gottes. Die aber und ließe meinen Leib brennen; an dem Wege sind, das sind, und hatte der Liebe nicht; fo die es hören; darnach kommt der wäre mir es nichts någe. Die Teufel and nimmt das Wort von Liebe ist langmüthig und freund: ihrem Herzen, auf daß sie nicht lich, die Liebe eifert nicht, die glauben und selig werden. Liebe werden. Liebe treibt nicht Muthwillen, Die aber auf dem Fels, sind sie blåhet sich nicht, sie stellt sich die, wenn sie es hören, neh- nicht ungeberdig, fsie sucht nicht men sie das Wort mit Freuden das Ihre, fie läßt sich nicht er: an; und die haben nicht Wur: bittern, fie trachtet nicht nach gel, eine Beitlang glauben sie, Schaden, sie freuet sich nicht und zu der Zeit der Anfechtung der Ungerechtigkeit, fie freuet fallen sie ab. Das aber un sich aber der Wahrheit, sie ver: ter die Dornen fiel, sind die, trägt alles, sie glaubet alles, fie B3 Die Epiftolischen den 22 fie hoffet alles, fie buldet alles. er wieder auferstehen. Sie aber Die Liebe hört nimmer auf, so vernahmen der keines, und die doch die Weisfagungen aufhd: Rede war ihnen verborgen, ren werden, und die Spra- und wußten nicht, was das gechen aufbdren werden, und das sagt war. Es geschahe aber, Erkentniß aufhdren wird. Denn da er nahe zu Jericho kam, unser Wissen ist Stückwerk, saß ein Blinder am Wege, und und unser Weisfagen ist Stücks bettelte. Da er aber hörte das wert. Wenn aber kommen wird Volf, daß durchbin ging, forsche das Vollkommne, so wird das te er, was das wäre. Da vers Stückwerk aufhören. Da ich fündigten sie ihm, Jesus von ein Kind war, da redete ich wie Nazareth gienge vorüber. Und ein Rind, snd war flug wie ein er rief und sprach: Jesu, du Kind, und hatte kindische Un Sohn Davids, erbarme dich schläge; da ich aber ein Mann meiner. Die aber vorne an ward, that ich ab, was kindisch giengen, bedroheten ihn, er sollte war. Wir sehen jetzt durch ei- schweigen. Er aber schrie viele nen Spiegel in einem dunkeln mehr: Du Sohn Davids, er: Wort; dann aber von Unge barme dich meiner. Jefus aber ficht zu Angesicht. Jetzt er stand still, und bieß ihn zu sich tenne ich es stückweise; dann führen. Da sie ihn aber nahe aber werde ich es erkennen, bey ihn brachten, fragte er ihn, gleichwie ich erkanut bin. Nun und sprach: Was willst du, aber bleibt Gnade, Hoffnung, das ich dir thun soll? Er sprach: Liebe, diese bren; aber die lie: Herr, daß ich sehen midge. Und be ist die größeste unter ihnen. Jefus sprach zu ihm: Sen ses bend; dein Glaube hat dir ges holfen. Und alsobald ward er Evangelium. Sue. 18, 31-43. Jefus sus nahm zu sich die sehend, und er folgte ihm nach zwölfe, und sprach zu ih- und prieß Gott. Und alles nen: Seht, wir gehen hinauf Volk, das solches sahe, lobete gen Jerusalem, und es wird Gott. alles vollendet werden, das ges der Verkündigung Maria Epistel. schrieben ist durch die Prophe: Am Sefte ten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden; und er 10-15, wird verspottet, und geschmand der het, und verfpeyet werden; und Herr redete abermal nnd sprach: fie werden ibn geiffeln und tdd- Fordre dir ein Zeichen vom ten; und am dritten Tage wird Herrn, zu Abas, deinen Gott, es sen unten und Epistolischen Terte. 23 unten in der Hille, oder dro: des Namen sollst du Jesus heiss ben in der Höhe. Aber Ahas sen. Der wird groß und ein sprach: Sch will es nicht for: Sohn des Höchsien genannt dern, daß ich ben Herrn nicht werden, und Gott der Herr versuche. Da spracher: Wolan, wird ihm den Stuhl seines Va= so hôret ihr vom Hause Da ters Davids geben; und er vids: Ist es euch zu wenig, wird ein König seyn über das daß ihr die lente beleidiget, haus Jacob ewiglich, und seis ihr müßt auch meinen Gott be: nes Königreichs wird kein Ende leidigen? Darum so wird euch seyn. Da sprach Maria zu der Herr selbst ein Zeichen ge dem Engel: Wie soll das zus ben: Siehe, eine Jungfrau ist geben? Sintemal ich von feiz schwanger, und wird einen nem Manne weiß. Der Engel Sobn gebären, den wird sie antwortete und sprach zu ihr: heissen mmanuel. Butter und Der heilige Geift wird über Honig wird er essen, daß er bidy fommen, und die Kraft wiffe Böses zu verwerfen und des Höchsten wird dich übers Gutes zu erwählen. Evangelium. schatten; darum auch das He lige, das von dir gebohren wird, wird Gottes Sohn ges Luc. 1, 26-38. Und im sechsten Monat ward nannt werden. Und siehe, Eliz der Engel Gabriel gesandt fabeth, deine Gefreundte, ist von Gott in eine Stadt in Gas auch schwanger mit einem lilda die heißt Nazareth, zu eis Sobn, in ihrem Alter; und ner Jungfrau, die vertrauet gebt jest im sechsten Monat, war einem Mann, mit Namen die im Geschrey ist, daß sie uns Joseph, vom Hause Davids; fruchtbar sey. Denn bey Gott und die Jungfrau hieß Maria. ist kein Ding unmöglich. MaUnd der Engel kam zu ihr hine ria aber sprach: Stehe, ich ein, und sprach: Gegrüffer bin des Herrn Magd; mir ge=feyst du Holdselige, der Herr schehe, wie du gesagt haft. ist mit dir, du Gebenedente und der Engel schied von ihr. unter den Weibern. Da fie oder Invocavit. aber ihn sahe, er chrack sie über Am 1. Sonntage in der Saften feine Rede, und gedachte: Welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte bich nicht, Maria, du haft Gnas de ben Gott gefunden. Siehe, ir ermahnen auch, als Mithelfer, daß ihr du wirst schwanger werden im nicht vergeblich die Gnade Leibe, und einen Sohn gebären, Gottes empfanget. Denn er 34 spricht: Epiftel 2 Cor. 6, 1.10. 24 Die Epiftolischen au spricht: Ich habe dich in der versucht würde. Und da et angenehmen Zeit erhöret, und vierzig Tage und vierzig Nächte habe dir am Tage des Heils gefastet hatte, hungerte ihn. geholfen. Geht, jest ist die aus und der Versucher trat zu ihm, genehme Zeit, jest ist der Tag und sprach: Bist du Gottes des Heils. Last uns aber nic obn, so sprich, daß diese mand irgend ein Aergernis ge: Steine Brod werden. Und ben, auf daß unser Amt nicht er antwortete, und sprach: Es verlåstert werde. Tendern in steht geschrieben: Der Mensch allen Dingen laßt uns bewei- lebt nicht vom Brod allein; fen, als die Diener Gottes, in fondern von einem jeglichen großer Geduld, in Trübfalen, Wert, das durch den Mund in Nöthen, in Hengsten, in Gottes geht. Da führte ihn Schlagen, in Gefängnissen, in der Teufel mit sich in die heilige Aufruhren, in Arbeit, in Wa: Stadt, und stellte ihn auf die chen, in Fasten, in Keuschheit, 3inne des Tempels, und in Erkenntniß in Langmuth, sprach zu ihm: Bist du Gottes in Freundlichkeit, in dem hei: Sohn, so laß dich hinab; denn Ligen Geist, in ungefärbter Lie: es steht geschrieben: Er wird be, in dem Wert der Wahrheit, seinen Eng In über dir Befehl in der Kraft Gottes, durch thun, und sie werden dich auf Waffen der Gerechtigkeit, zur den Händen tragen, auf daß du Rechten und zur Linken; durch deinen Fuß nicht an einen Stein Ehre und Schande, durch böfe stokeft. Da sprach Jesus zu Gerüchte und gute Gerüchte; ihm: Biederum fteht auch ges als die Verführer, und doch schrieben: Du sollst Gott, deis wahrhaftig; als die Unbekann nen Herrn, nicht versuchen. ten, und doch bekannt; als die Wiederum führte ihn der Teu Sterbenden, und siehe, wir fel mit sich auf einen sehr hehen leben; als die Gezüchtigten; Berg, und zeigte ihm alle Reiz und doch nicht ertödtet; als che der Welt und ihre Herrlich die Traurigen, aber allezeit feit; und sprach zu ihm: Dies fröhlich; als die Armen, aber alles will ich dir aeben, ſo die doch viele reich machen; du niederfällst, und mich an als die nichts inne haben, berbest. Da sprach Jefus zu und doch alles haben. ihm: Hebe dich weg von mir, Tatan; denn es steht gefbries ben: Du fellft anbethen Gott, a ward Jesus vom Geist deinen Herrn, und ihm allein in die Wüste gefübret, dienen. Da verließ ihn der auf daß er von dem Teufel Teufel; und siche, da traten 4 Evangelium, Matth 4, III. die und Evangelischen Terte: 25 Die Engel ju ihm, und dien- lerbarme dich meiner; meine ten ihm. Tochter wird vom Teufel übel Am 1. Sonntage in der Falten ihr kein Wort. Da traten zu geplaget. Und er antwortete oder Reminiscere. Epistel. * Theffal. 41 1. 7. Nieben Brüder, wir bitten det. ihm feine Jünger, bathen ihn, und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreyet uns nach. Er antwortete aber, und fprach: euch, und ermahnen in dem Ich bin nicht gefandt, denn nur Heren Jefu, nachdem ihr von zu den verlohrnen Schafen von uns empfangen habt, wie ihr dem Hause Ifrael. Sie kam follt wandeln und Gott gefallen, aber, und fiel vor ihm nieder, daß ihr immer völliger wer: und sprach: Herr, hilf mir. Denn ihr wißt, welche Aber er antwortete, und sprach: Gebote wir each gegeben ha- Es ist nicht sein, daß man den ben, durch den Herrn Jesam. Kindern ihr Brod nehme, und Denn das ist der Wille Gottes, werfe es vor die Hunde. Sie eure Heiligung, daß ihr meidet sprach: Ja, Herr; aber doch die Hurerey; und ein jeglicher effen die Hündlein von den unter euch wiffe fein Faß zu Brofamlein, die von ihrer Her behalten in Heiligung und Eh ren Tische fallen. Da ants ren, nicht in der Luftfeuche, wie wortete Jesus, die Heiden, die von Gott nichts ihr: O Weib, dein Glaube ist wissen; und daß niemand zu groß! dir geschehe, wie du willst. weit greife, noch vervortheile Und ihre Tochter ward gefund seinen Bruder im Handel: zu derselbigen Stunde. und sprach zu denn der Herr ist der Rächer, über das alles, wie wir euch Am 3. Sonntage in der Fasten, oder Ocali. zuvor gesagt und bezeuget has ben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, fons dern zur Heiligung. Epiftel. Erhefer 5: 19. Evangelium. Matth. 15, 21= 28. o feye nun Gottes Nach folger, als die lieben Kin der, und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns hat geUnd Jefus gieng aus von dan nen, und entwich in die liebet, und sich selbst dargege= Gegend Tyrus und Sidon. Und ben für nns, jur Gabe und fiche, ein Canandisches Weib Opfer, Gott zu einem süßen gieng aus derfelbigen Gränze, Geruch. Hurerey aber und alle und schrie ihm nach, und sprach: Unreinigkeit, oder Geiz, last Ach Herr, du Sohn Davids, nicht von euch gesagt werden, 35 wie 26 Die Epiftolischen wie den Heiligen zusteht; auch, der Satanas auch mit ihm selbst. schandbare Worte und Narren- uneins, wie will sein Reich) bes theidinge, oder Scherz, welche stehen? Dieweil ihr saget, ich euch nicht ziemen, sondern viel: treibe die Teufel aus durch mehr Danksagung. Denn das Beelzebub. So aber ich die follt ihr wissen, daß kein Hu Teufel durch Beelzebub aus rer, oder Unreiner, oder Geizi treibe, durch wen treiben sie ger( welcher ist ein Gdhendie- eure Kinder aus? Carum wers ner) Erbe hat an dem Reich den sie eure Richter seyn. So Christi und Gottes. Laßt euch ich aber durch Gottes Finger niemand verführen mit vergeb: die Teufel austreibe, so kommt Itchen Worten; denn um dieser je das Reich Gottes zu euch. Willen kommt der Zorn Gottes Wenn ein starker gewapneter über die Kinder des Unglau- seinen Pallast bewahrt, so bleibt bens. Darum send ihr nicht das Seine mit Frieden. Wenn ihre Mitgenossen. Denn ihr was aber ein Stärferer über ihn ret weiland Finsterniß, nun aber fommt, und überwindet ihn, ſo fend ihr ein Licht in dem Herrn. nimmt er ihn seinen Harnish, Wandelt wie die Kinder des darauf er sich verließ, und theilt Lichte. Die Frucht des Gei den Raub aus. Wer nicht ftes ist allerley Gütiakeit, und mit mir ist, der ist wider mich; Gerechtigkeit, und Wahrheit. und wer nicht mit mir fammlet, Der zerstreuet. Wenn der une saubre Geist von dem Menschen Evangelium. Suc. 11/ 14-28. Jefus trieb einen Teufel aus, ausfährt, so durchwandelt et der war es geschahe da der Teufel ausfuhr, findet ihrer nicht; so spricht er: da redete der Stumme. Und ich will wieder umkehren in das Volk verwunderte sich. mein Haus, daraus ich gegana Etliche aber unter ihnen spra- gen bin. Und wenn er kommt, chen: Er treibt die Teufel aus so findet er es mit Besement burdy Beelzebub, den Obersten gefehrt und geschmücket. Dann der Teufel. Die andern aber geht er hin und nimmt sieben versuchten ihn, und begehrten Geister zu fich, die ärger sind ein Zeichen von ihm vom Him- denn er selbst: und wenn sie mel. Er aber vernahm ihre hinein kommen, wohnen ſie da; Gedanken, und sprach zu ih- und wird hernach mit demselbis nen: Ein jegliches Reich, so gen Menschen ärger, denn vors da er es mit ihm ſelbst uneins wird, hin. Und es begab sich, das wird wüste, und ein Haus iolches redete, erhob ein Weid fällt über das andere. Ist denn im Volk die Stimme, und sprach und Evangelischen Terte. 27 sprach zu ihm: Selig ist der Ifaacs, nach der Verheissung Leib, der dich getragen hat, und Kinder. Aber gleichwie zu der die Brune, die du gefogen haft. Zeit, der nach dem Fleisch ges Er aber sprach: Fa felig sind, bobren war, verfolgte den, der die Gottes Wort hören und nach dem Geist gebohren war; bewahren. also geht es jeßt aud). Aber was spricht die Schrift? Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohn; denn der Mogd Sohn foll nicht erben mit dem Sohn Am 4. Sonntage in der Fasten ober Litare. Epiftel. Gal. 41 21 31. û aget mir, die ihr unter derFreyen. So sind wir nun, lies dem Gesetz seyn wollt, ben Brüder, nicht der Mago habt ihr das Gesetz nicht nebd- Kinder, sondern der Freyen. ret? Denn es stehet geschrie= ben, daß Abraham zween SdhEine andre Epistel. Rom. 8, 28-39. ne hatte; einen von der Magdir wiffen aber, daß denen, den andern von der Freyen. die Gott lieben, alle DinAber der von der Magd war, ge zum Besten dienen, die nach ist nach dem Fleisch gebohren; dem Borsatz berufen sind. Dena der aber von der Freyen, ist welche er zuvor versehen hat, durch die Verheiffung geboren. die hat er auch verordnet, daß Die Worte bedeuten etwas. sie gleich seyn sollten dem EbenDenn das sind die zwey Tes bilde seines Sohnes, auf daß stamente, eins von dem Berge derselbe der Erstgebohrne sey Sina, das zur Knechtschaft unter vielen Brüdern. Welche gebieret, welches ist die Agar. er aber verordnet hat, die hat Denn Agar heißt in Arabia der er auch berufen: welche er aber Berg Sina, und langet bis gen berufen hat, die hat er auch Jerusalem, das zu dieser Zeit gerecht gemacht: welche er aber ist, und ist dienstbar mit seinen bat gerecht gemacht, die hat er Kindern. Aber das Terusas auch herrlich gemacht. Was lem das droben ist, das ist die wollen wir denn hierzu sagen? Freye; die ist unser aller Muts Sft Gott für uns, wer mag ter. Denn es stebet geschrie- wider uns seyn? welcher auch ben: Sey fröhlich du Unfrucht- seines eignes Sohns nicht hat bare, die du nicht gebierest, verschonet, sondern hat ihn für und brich hervor, und rufe, die uns alle dahin gegeben; wie du nicht schwanger bist; denn follte er uns mit ihm nicht alles die Einfame hat viel mehr Kin: schenken? Wer will die Ausere der, denn die den Mann hat. wählten Gottes beschuldigen? Wir aber, lieben Brüder, sind Gott ist hier, der da gerecht machi. 28 Die Epiftolischen dut macht. Wer will verdammen? zu Philippo: Wo kaufen wir Christus ist hier, der gestorben Brod, daß diese effen?( Das ist; ja vielmehr, der auch auf fagte er aber ihn zu versuchen; erwedet ist, welcher ist zur Rech- denn er wußte wohl, was er ten Gottes, und vertritt uns. thun wollte.) Wer will uns scheiden von der wortete ihm: Philippus ant 3weyhundert Liebe Gottes? Trúbfal oder Pfennig werth Brodts ist nicht Angst? oder Verfolgung? oder genug unter sie, daß ein jegli Hunger? oder Blöße? oder cher unter ihnen ein wenig nehs Fährlichkeit? oder Schwerdt? me. Spricht zu ihm einer fei: Wie geschrieben steht: Um ner Jünger, Andreas, der Brudeinetwillen werden wir ge- der Simonis Petri: Es ist ein tödtet den ganzen Tag; wir Knabe hier, der hat fünf Ger find geachtet wie Schlacht: stenbrodte, und zween Fische; schafe. Aber in dem allen über aber was ist das unter so viele? winden wir weit, um deswil- Jefus aber sprach: Schaffet, len, der uns geliebet hat. daß sich das Voll lagere. Es Denn ich bin gewiß, daß we war aber viel Gras an dem der Tod noch Leben, weder En Ort. Da lagerten sie sich bey gel nech Fürstenthum, noch Ge: 5000 Mann. Jesus aber walt, weder Gegenwärtiges noch nahm die Brodte, dankte, Bukünftiges, weder Hohes noch und gab sie den Jüngern, die Tiefes, noch keine andere Krea: Jünger aber denen, die sich ges tur, mag uns scheiden von der lagert hatten; desselbigen glei Liebe Gottes, die in Christo chen auch von den Fischen, wie Jefu ift, unserm Herrn. Evangelium. Joh. 6, 1-15. Darnach fuhr Jefus weg über viel er wollte. Da sie aber fatt waren, fprach er zu seinen Jün: gern: Sammlet die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. das Meer an der Stadt Da sammleten sie, und füllten Tiberias in Galilaa. Und es zwölf Körbe mit Brocken, von 3og ihm viel Bolks nach, darum den fünf Gerstenbrodten, bie daß sie die Zeichen sahen, die über blieben denen, die gespeis er an den Kranken that. Jesus set worden. Da nun die Mens aber gieng hinauf auf einen schen das Zeichen sahen, das Berg, und fegte sich daselbst Jefus that, sprachen fie: Das mit feinen Jungern. Es war ist wahrlich der Prophet, der aber nahe die Ostern, der Jus in die Welt kommen soll. Da den Fest. Da hob Jesus seine Jefus nun merkte, daß sie kom Augen auf, und siehet, daß viel men würden, und ihn hafchen, Volts zu ihm fommt, und spricht das sie ihn zum König mach und Evangelischen Terte. ( 29 ten; entwich er abermal auf Böcke oder Kälber Blut, sonden Berg, er selbst alleine. Ein ander Evangelium. dern er ist durch sein eignes Blut einmal in das Heilige. Matth. 11, 25-30. eingegangen, und hat eine ewige 3⁰ Qu derselbigen Beit antwor: Erlöfung erfunden. Denn so tete Jesus, und sprach: der Ochsen und der Böcke Blut, Ich preise dich, Vater und und die Asche von der Kuh ge= Herr Himmels und der Erde, fprenget, Heiliget die Unreinen. daß du solches den Weifen und zu der leiblichen Reinigkeit: Klugen verborgen hast, und haft wie vielmehr wird das Blut es den Unmündigen geoffenba: Christi, der sich selbst ohn allen ret. Ja Vater, denn es ist also Wandel durch den heiligen wohlgefällig gewesen vor dir. Geift Gott geopfert hat, unfer Alle Dinge sind mir übergeben Gewissen reinigen von den todvon meinem Bater. Und nie: ten Werken, zu dienen den les mand kennt den Sohn, denn bendigen Gott? Und darum nur der Vater, und niemand ist er auch ein Mittler des neuen fennet den Vater, denn nur Testaments, auf daß durch den der Sohn, und wem es der Tod, so geschehen ist zur Erld: Sohn will offenbarén. Kommt sung von den Uebertretungen, her zu mir alle, die ihr mühse: die unter dem ersten Testament lig und beladen seyd, ich will waren, die, so berufen sind, das euch erquicken. Nehmt auf verheißne ewige Erbe empfahen. euch mein Joch, und lernet von mir; denn icb bin fanftmuthig und von Herzen demüthig: fo werdet finden eure Seelen. Denn mein Joch ist fanft und meine Last ist leicht. Evangelium. Joh. 8, 46-59 refus sprach: welcher unter euch mich zeihen? So ich aber die Wahrs heit fage, warum glaubet ihe der hört Gottes Wort: darum mir nicht? Wer von Gott ist, höret ihr nicht, denn ihr feyd nicht von Gott. Da antwor teten die Juden, und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, sey ein Hoherpriester der daß du ein Samariter bist, und zufünftigen Güter, durch eine haft den Teufel? Jefus anta größere und vollkommnere Hütte, wortete: Ich habe keinen Teu die nicht mit der Hand gemacht fel, sondern ich ehre meinen ist, das ist, die nicht also ge: Bater, und ihr unehtet mich bauet ist, auch nicht durch der Ich suche nicht meine Ehres Epistel. Hebr. 9, 11. 15. Christus ift fommen, daß er es Am 5. Sonntage in der Saften poder Judica.a 30 Die Epiftolischen es ist aber einer, der sie sucht, Am 6. Sonntage in der Fasten und richtet. Wahrlich, wahr oder Palmarum. lich, ich sage euch: So jemand Epistel. mein Wort wird halten, der Shilpp. z, 5= II. wird den Tod nicht sehen ewig- Fin jeglicher sey geſinnet, wie Jesus Christus auch war. lich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, Welcher, ob er wohl in göttlicher daß du den Teufel haft. Abras Gestalt war, hielt er es nicht ham ist gestorben, und die Peo- für einen Raub, Gott gleich pheten, und du sprichst: So seyn; sondern aufferte fich jemand mein Wort hält, der selbst, und nahm Knechts: Ge wird den Tod nicht schmecken stalt an, ward gleich wie ein ewiglich. Bist du mehr, denn andrer Mensch und an Gebers unser Vater Abraham, welcher den als ein Mensch erfunden. gestorben ist? und die Prophe: Er erniedrigte sich selbst, und ten sind gestorben. Was machst ward geborsam bis zum Tode, du aus bir selbst? Jesus ant- ja zum Tode am Kreuz. Darum wortete: Co ich mich selber hat ihn auch Gott erhöhet, und ehre, so ist meine Ehre nichts. hat ibm einen Namen gegeben, Es ist aber mein Vater, der der über alle Namen ist: daß mich ebret, welchen ihr spre: in dem Namen Jesu fich beu chet, er sey euer Gott; und gen sollen alle derer Knie, die Fennet ihn nicht. Ich aber ken- im Himmel, und auf Erden, ne ihn, und so ich würde sagen, und unter der Erde sind; und ich kenne ihn nicht, so würde alle Zungen bekennen sollen, daß ich ein Lügner, gleichwie ihr Jesus Christus der Herr sey, send. Aber ich kenne ihn, und zur Ehre Gottes des Vaters. halte sein Wort. Abraham euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte; und er fabe ihn, und freuete fich). Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht funfzig Jahre alt, und haft Abraham geſe- ch habe es von dem Sed Evangelium. Siche am 1. Advents- Gonntage. Am grånen Donnerstage. 1 Cor. 11/ 23:32. zu ich Wahrlich, wahrlich, ich sage gegeben habe. Denn der Hera euch: Ehe denn Abraham war, Jesus in der Nacht, da er verbin ich. Da hoben sie Steine rathen ward, nahm er das Brod auf, daß sie auf ihu würfen: dankete, und brach es, un Aber Jesus perbarg sich, und sprach: Nehmet, effet, das i chen gieng zum Tempel hinaus. mein Leib, der für euch gebros und Evangelischen Terte. 3x chen wird, solches thut zu mei- ein wenig Sauerteig den gans nem Gedächtniß. Deffelbigen zen Teig versäuert? Darum gleichen auch den Kelch, nach feget den alten Sauerteig aus, dem Abendmahl, und sprach: auf daß ihr ein neuer Teig send, Dieser Kelch ist das neue Te gleichwie ihr ungesäuert send. stament in meinem Blut; fol- Denn wir haben auch ein Osterches thut, so oft ihr es trinfet, lamm, das ist Christus, für uns zu meinem Gedächtniß. Denn geopfert. Darum laßt uns so oft ihr von diesem Brod Ostern halten, nicht im alten effet, und von diesem Reich Sauerteig, auch nicht im Sautrinket, sollt ihr des Herrn erteig der Bosheit und Schalt= Tod verkündigen, bis daß er heit; sondern in dem Süßteig kommt. Welcher nun unwürder Lauterkeit und der Wahrs dig von diesem Bred ist, oder beit. von dem Kelch des Herrn trinkt, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herrn. Der Menich aber prüfe sich selbst, und also effe er von diesem Brod, a der Sabbath vergangen und trinke von diesem Kelch. war, tauften Maria MagDenn welcher unwürdig ißt dalena, und Maria Jacobi und und trinkt, der ist und trinkt Salome Speceren, auf daß sie ihm selber das Gericht, damit, fámen und falbten ihn. daß er nicht unterscheidet den sie kamen zum Grabe an eis Leib des Herrn. Darum sind nem Sabbather sehr früh, da auch so viele Schwache und die Sonne aufgieng. Und fie Kranke unter euch, und ein gu- sprachen unter einander: Wer tes Theil schlafen. Denn so wälzt uns den Stein von des wir uns selber richteten, so wür- Grabes Thür? Und sie sahen den wir nicht gerichtet. Wenn dahin, und wurden gewahr, wir aber gerichtet werden, so daß der Stein abgewälzet war; werden wir von dem Hern ge denn er war sehr groß. Und züchtiget, auf daß wir nicht sie giengen hinein in das Grab, fammt der Welt verdammt und sahen einen Jüngling zur werden." nis rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weiffes Kleid an; und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzet euch nicht. Ihr suchet Jesum von Fuer Ruhm ist nicht fein. Nazareth, den Gekreuzigten; Wissetoihr nicht, daß er ist auferstanden, und ist nicht hier Am ersten Offertage. Episteln 1 Cor. 568. Evangelium. Marc. 16, 1.8. 32 Die Epiftolischendu hier. Siehe da, die Stätte, Zeugen alles deß, das er gethan da sie ihn hinlegten. Gehet hat im Jüdischen Lande, und aber hin, und sagt es feinen zu Jerusalem. Den haben sie Jungern, und Petrs, daß er getödtet, und an ein Holz ge vor euch hingehen wird in Ga: hàngt. Deuse bigen hat Gett Tilda; da werdet ihr ihn fes auferwecket am dritten Tage, hen, wie er euch gesagt hat, und ihn laffen offenbar werden, Und sie giengen schnell heraus, nicht allem Bolk, sondern uns, und flohen von dem Grabe: Den auserwählten Zeugen von denn es war sieZittern und Ent: Gott, die wir mit ihm gegeffen feßen angekommen. Und sagten und getrunken haben, nachdem niemand nichts, denn sie furch er auferstanden ist von den Todten. ri ten fich). Am 2. Ostertage. 26 Evangelium. Luc. 24/ 13.35 Epiffel. Apostelgesd). 10, 34-41. Und fiche, zween aus ihnen giengen an demfelbigen Metrus aber that seinen Mund Tage in ein Flecken, der war auf, und sprach: Nun er von Jerufalem fechzig Foldwes fahre ich mit der Wahrheit, daß ges weit, des Stame hieß EmGott die Person n'cht ansieht, mahus. Und sie redeten mit sondern in allerley Bolk, wer einander von allen diesen Ges ihn fürchtet und recht thut, der schichten. Und es geschah, da ist ihm angenehm. 3hr wist sie so redeten, und befragten wohl von der Predigt, die Gott sich mit einander; nahte Jesus zu den Kindern Israel gefandt zu ihnen, und wandelte mit hat, und verkündigen laffen den ihnen. Aber ihre Augen wur Frieden durch Jefum Christum den gehalten, daß sie ihn nicht ( welcher ist ein Herr über alles), fannten. Er sprach aber zu ihs die durch das ganze Jüdische nen: Was sind das für Reden, Land geschehen ist, und ange die ihr zwischen euch handelt gangen in Galilaa; nach der unterwegs und send traurig? Taufe, die Johannes predigte: Da antwortete einer mit Nas Wie Gott denfelbigen Jefus men Cleophas, und sprach zu von Nazareth gefalbet hat mit ihm: Bist du allein unter den dem heiligen Geist, und Kraft; Fremdligen zu Jerusalem, der der umhergezogen ist, und hat nicht wiffe was in diesen Tas wohl gethan und gefund gegen darinnen geschehen ist? macht alle, die vom Teufel Und er sprach zu ihm: Wel überwältiget waren, denn Gott ches? Sie aber sprachen zu ihm: war mit ihm. Und wir sind Das von Jesudvon Nazareth, welz und Evangelischen Texte. 33 welcher war ein Prophet, mach nahm er das Brod, dankte, tig von Thaten und Borten, vor brach es, und gab es ihnen. Gott und allem Volk; wie ihn Da wurden ihre Augen geöff unsere Hohenpriester und Ober: net, und erkannten ihn. Und sten überantwortet haben zum er verschwand vor ihnen. Und Verdammniß des Todes, und sie sprachen unter einander: gekreuziget. Wir aber hoften, Brandte nicht unser Herz in er follte Israel erlöfen. Und uns, da er mit uns redete auf über das alles ist heute der dem Wege, als er uns die dritte Eag, daß solches gesche: Schrift öffnete? Und sie stun= hen ist. Auch haben uns er: den auf zu derselbigen Stunde, schreckt etliche Weiber der Un: Fehrten wieder gen Jerusalem, fern, die sind früh bey dem Gras und fanden die eilfe versammlet, be gewesen, haben seinen Leib und die bey ihnen waren, welz nicht gefunden, kommen und che sprachen: Der Herr ist sagen, sie haben ein Gesicht der wahrhaftig auferstanden, und Engel gesehen, welche fagen, er Simoni erschienen. Und sie lebe. Und etliche unter uns gien- erzählten ihnen, was auf dem gen hin zum Grabe, und fanden Wege geschehen war, und wie es also, wie die Weiber sagten, er von ihnen erkannt wäre, an aber ihn fanden sie nicht. Und dem, da er das Brod brach. er sprach zu ihnen: Oihe Tho: ten und trages Herzens, zu Am 1. Sonntage nach Ostern. glauben alle dem, das die ProEpiftel. pheten geredet haben; muf.te 1 Joh. 51 4= 10. nicht Christus solches und zu seiner Herlichkeit einges leiden, lles was von Gott gebohren ist, überwindet die Weit; hen? Und fieng an von Mose und unser Glaube ist der Sieg, und allen Propheten, und legte der die Welt überwunden hat. ihnen alle Schriften aus, die Wer ist aber, der die Welt von ihm gesagt waren. Und überwindet, ohne der da glaubt, fie famen nahe zum Flecken, daß Jesus, Gottes Sohn ist? da fie hingiengen; und er stellte Dieser ist es, der da kommt mit sich, als wollte er weiter gehen. Wasser und Blut, Jefus Chris Und sie nöthigten ihn, und stus; nicht mit Wasser allein, sprachen: Bleibe bey uns, sondern mit Wasser und Blut. denn es will Abend werden, und der Geist ist es, der da und der Tag hat sich geneiget. zeugt, daß Geist Wahrheit ist. Und er gieng hinein, bey ihnen Denn drey sind, die da zeugen zu bleiben. Und es geschahe, im Himmel: der Vater, das da er mit ihnen zu Tische saß; Wert, und der heilige Geift; und 34 Die Epiftolischen und diese dren sind eins. Und zu ihm: Wir haben den Herrn dren sind, die da zeugen auf gesehen. Er aber sprach zu Erden: Der Geist, und das ihnen: Es sey denn, daß ich in Wasser, und das Blut; und seinen Händen sehe die Nägeldie drey sind beysammen. So mahl, und lege meine Finger in wir der Menschen Zeugniß an die Nägelmahl, und lege meine nehmen, so ist Gottes Zeug Hand in seine Seite, will ich es niß größer; denn Gottes Zeug nicht glauben. Uud über acht niß ist das, daß er gezeuget Tage waren abermal seine Jüns hat von feinem Sohn. Wer ger darinnen, und Thomas mit da glauber an den Sohn Got- ihnen. Kommt Jefus, da die tes, der hat solches Zeugniß Thüren verschlossen waren, und bey ihm. trit mitten ein, und spricht: Friede sey mit euch. Darnach fpricht er zu Thoma: Reiche und siehe Evangelium. Joh. 20, 193¹ Am m Abend aber desselbigen deinen Finger her, Sabbaths, da die Jünger meine Hande; und reiche deine versamlet, und die Thüren ver- Hand her, und lege fie in meine schlossen waren, aus Furcht vor Seite; und sey nicht ungläubig, den Juden, kam Jesus, und sondern gläubig. Thomas ants trat mitten ein, und spricht zu wortete, und sprach zu ihm: ihnen: Friede sen mit euch. Mein Herr, und mein Gott! Und als er das sagte, zeigte er Spricht Jesus zu ihm: Dieweil ihnen die Hände, und seine du mich gesehen hast, Thoma, ſo Seite. Da wurden die Jün- glaubest du. Selig sind, die ger froh, daß sie den Herrn nicht sehen, und doch glauben. sahen. Da sprach Jesus arer: Auch viele andere Zeichen that mal zu ibnen: Friede sey mit Jesus vor seinen Jüngern, die euch. Gleichwie mich der Bas nicht geschrieben sind in dieſem ter gesandt hat, so sende ich Buch. Diese aber sind geschries euch. Und da er das sagte, ben, daß ihr glaubet, Jesus sey blies er sie an, und spricht zu Chrift, der Sohn Gottes; und ihnen: Nehmet hin den heilt- daß ihr durch den Glauben das gen Geift: welchen ihr die eben habt in feinem Namen. Sünde erlaffet, denen sind fie erlaffen; und welchen the sie am 2. Sonntage nach Ostern. behaltet, denen sind sie behalten. Thomas aber, der zwölfen eiEpistel. 1 Petr. 2, 11-25. ner, der da heißt Zwilling, war Dazu feyd ihr berufen. Sin nicht bey ihnen, da Jesus kam. temal auch ge Da sagten die andern Jünger litten hat für uns; und uns ein und Epiftolisten Terte. 35 ein Vorbild gelassen, daß ihr nicht aus diesem Stall. Und follt nachfolgen seinen Fuß- dieselbigen muß ich herführen, tapfen; welcher keine Sünde und sie werden meine Stimme gethan hat, ist auch kein Be- hören, und wird eine Heerde truy in seinem Munde erfen und ein Hirte werden. den; welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, Am 3, Sonntage nach Oftern. nicht drohete, da er litte, er Epiftel. stellte es aber dem heim, der da * Petr. 2/ 11= 20. recht richtet. Welcher unsere Nieben Brüder, ich ermahne Sünden selbst geopfert hat an euch, als die Fremdlinge seinem Leibe, auf dem Holz, und Pilgrimme: Enthaltet auf daß wir, der Sünde abge- euch von fleischlichen Lüften, storben, der Gerechtigkeit le- welche wider die Seele firetz ben; durch welches Wunden ten; und führet einen guten ihr seyd heil geworden. Denn 2andel unter den Heiden, auf ihr waret wie die irrende Scha- daß die, so von euch afterreden, fe; aber ihr send nun bekehret als von Uebelthätern, eure gute zu dem Hirten und Bischof eu- Werke sehen, und Gott preisen, rer Seelen. wenn es nun an den Tag koms men wird. Ceyd unterthan aller menschlichen Ordnung, Evangelium. Joh 10, 12= 16. ein guter des guter Hirt låßt sein Leben dem König, als dem Obersten, für die Schaafe. Ein Miethling oder den Hauptlenten, als den aber, der nicht Hirt ist, deß die Gesandten von ihm zur Roce Schaafe nicht eigen sind, sieht über die Uebelthäter, vao zu den Wolf kommen, und ver: Lob den Frommen. Denn das làßt die Schaafe, und fliehet; ist der Bille Gottes, daß ihr und der Wolf erhaschet und mit Wohlthun verstopfet die Unzerstreuet die Schaafe. Der wissenheit der therichten Men= Miethling aber flichet; denn er schen, als die Freyen, und nicht ist ein Miethling, und achtet der als hättet ihr die Freyheit zum Schaafe nicht. Ich bin ein gu- Deckel der Bosheit; sondern ter Hirt, und erkenne die Meis als die Knechte Gottes. Thut nen, und bin bekannt den Mei- Ehre jedermann. Habt die nen; wie mich mein Vater Brüder lieb. Fürchtet Gott. kennet, und ich kenne den Va- Ehret den König. Ihr Knechter. Und ich laffe mein Leben te, send unterthan mit aller für die Schaafe. Und ich habe Furcht den Herren, nicht allein noch andere Schaafe, die sind den gütigen und gelinden, son € 2 dern 36 Die Epiftolischen dern auch den wunderlichen. ret werden. Ein Beib, wenn Denn das ist Gnade, so je fie gebieret, so hat sie Traurigmand um des Gewissens wil teit, denn ihre Stunde ist ge len zu Gott das Uebel verträgt, kommen; wenn sie aber das und leidet Unrecht. Denn was Kind geboren hat, denkt sie nicht ist das für ein Kuhm, so ihr mehr an die Angst, um der um Missethat willen Streiche Freude willen, daß der Mensch leidet? Aber wenn ihr um Wohl zur Welt gebohren ist. Und ihr that willen leidet und erduldet habt auch nun Traurigkeit; das ist Gnade bey Gott. aber ich will euch wieder sehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude foll niemand Evangelium. Joh. 16, 16 23. Leber ein kleines, so werdet von euch nehmen. Und an deme ihr mich nicht fehen; und selbigen Tage werdet ihr mich aber über ein kleines, so wer: nichts fragen. det ihr mich sehen: denn ich gehe zum Vater. Da sprachen Am 4. Sonnt. nach Ostern. etliche unter feinen Jüngern piffel. unter einander: Was ist das, Jac. 1, 16. 21. das er sagt zu uns: Ueber ein Cerret nicht, lieben Brüder. kleines, fo werdet ihr mich Alle gute Gabe, und alle nicht sehen, und aber über ein vollkommne Gabe kommt von Eleines so werdet ihr mich se: oben herab, von dem Vater des hen, und daß ich zum Va: Lichts, bey welchem ist keine ter gehe? Da sprachen sie Veränderung noch Wechsel des was ist das, das er sagt, über Lichts und Finsterniß. Er hat ein Neines? Wir wissen nicht, uns gezeuget nach seinem Wils was er redet. Da merkte Je- len, durch das Wert der Wahrfus, daß se ihn fragen wollten, heit, auf daß wir waren Ersti und sprach z ihnen: Davon linge seiner Creaturen. Darum, fragt ihr untereinander, daß lieben Brüder, ein jeglicher ich gesagt habe: Ueber ein Mensch sey schnell zu hören; kleines, so werdet ihr mich langsam aber zu reden, und nicht sehen, und aber über ein langsam zum Zorn. Denn des fleines, fe werdet ihr mich se: Menschen Zorn thut nicht, was hen. Wahrlich, wahrlich, ich vor Gott recht ist. Darum ſo fage euch: Ihr werdet weinen leget ab alle Unsauberkeit und und heulen, aber die Welt wird alle Bosheit; und nehmet das fich freuen; ihr aber werdet Wort an mit Sanftmuth, das traurig seyn, doch eure Trau: in euch gepflanzet ist, welches rigkeit soll in Freude verkeh kann eure Seelen selig machen. Evan und Evangelischen Terte. 37 habe ich gesagt, er wird es von dem Meinen nehmen und euch Evangelium. Joh 16, 5= 15. nun un aber gehe ich hin zu verkündigen. dem, der mich gefandt und niemand unter euch Am 5. Sonntage nach Ostern.. hat; Epistel. Jac. 1/ 22 27. fragt mich: Wo gehest du hin? Sondern, dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Seyd aber Thater des Herz voll Traurens geworden. Worts, und nicht Hö Aber ich sage euch die Wahr: rer allein, damit ihr euch selbst heit: Es ist euch gut, daß ich betrüget. Denn so jemand hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Eröfter nicht zu euch. So ich aber hin gehe, will ich ihn zu euch sen: ist ein Hörer des Worts, und nicht ein Thäter; der ist gleich einem Manne, der sein leibli ches Angesicht im Spiegel bes den. Und wenn derselbige schauet. Denn nachdem er sich kommt, der wird die Welt sira. beschauet hat, geht er von fen, um die Sünde, und um Stund an davon, und vergißt ,. die Gerechtigkeit, und um das wie er gestaltet war. Wer Gericht. Um die Sünde, daß aber durchschauet in das vollfie nicht glauben an mich. Um kommne Gefeß der Freyheit, und die Gerechtigkeit aber, daß ich darin beharret; und ist nicht zum Vater gehe, und ihr mich ein vergeßlicher Hörer, sondern fort nicht fehet. Um das Ge- ein Thater: derselbige wird richt, daß der Fürst dieser Welt felig feyn in seiner That. So gerichtet ist. Ich habe euch aber sich jemand unter euch noch viel zu sagen, aber ihr låßt dunken, er diene Gott; könnt es jeßt nicht tragen. und hält feine Zunge nicht im Wenn aber jener, der Geist der Baum, sondern verführe sein Wahrheit, kommen wird, der Herz: deß Gottesdienst ist eitel. wird euch in alle Wahrheit Ein reiner und unbefleckter leiten. Denn er wird nicht Gottesdienst vor Gott dem Va= von ihm selber reden; fondern ter ist der: die Waisen und was er hören wird, das wird Witwen in ihrer Trübsal besuer reden, und was zukünftig chen, und sich von der Welt ift, wird er euch verkündigen. unbefleckt behalten. Derselbige wird mich verkla= ren; denn von dem Meinen Jol). 16, 23-30. wird er es nehmen, und euch ahrlich, wahrlich, ich sage verkündigen. Alles was der euch: so ihr den Vater Vater hat, das ist mein: darum etwas bitten werdet in mei€ 3 Evangelium. 38 Die Epiftolischen nem Namen, so wird er es, beyde zu thun und auch zu leh euch geben. Bisher habt ihr ren, bis an den Tag, da er aufs nichts gebeten in meinem Na- genommen ward, nachdem er men. Bittet, ſo werdet ihr den Aposteln( welche er hatte nehmen, daß eure Freude voll erwählet) durch den heiligen kommen sey. Colches habe Geist Befehl gethan hatte. ich zu euch durch Sprichwort Welchen er sich nach seinem cerebet. Es kommt aber die Leiden lebendig erzeiget hatte, Zeit, daß ich nicht mehr durch durch mancherley Erweisuns Sprichwort mit euch reden gen, und ließ sich sehen unter werde, sondern euch frey her- ihnen vierzig Tage lang, und aus verkündigen von meinem redete mit ihnen vom Reich Vater. An demselbigen Zage Gottes. Und als er sie vers werdet ihr bitten in meinem fammlet hatte, befahl er ihnen, Namen. Und ich sage euch daß sie nicht von Jerusalem nidst, daß ich den Vater für wichen, sondern warteten auf euch bitten will: Denn er selbst, die Verheissung des Vaters, der Vater, hat euch lieb, darum, welche ihr habt gehöret,( sprach daß ihr mich liebet, und glau: er) von mir. Denn Johannes bet, daß ich von Gott aus hat mit Wasser getauft: Ibr gegangen bin. Ich bin vom aber sollt mit dem heiligen Vater ausgegangen, und ge- Geist getauft werden, nicht kommen in die Welt; wiederum lange nach diesen Tagen. Die verlaffe ich die Welt, und gehe aber, so zusammen gekommen zum Bater. Sprechen zu ihm waren, fragten ihn, und spras feine Jünger: Siehe, nun re chen: Herr, wirst du auf diese dest du frey heraus, und sagst Zeit wieder aufrichten das kein Sprichwort. Nun wiffen Reich Israel? Er sprach aber wir, daß du alle Dinge weißt, zu ihnen: Es gebühret euch und bedarfst nicht, daß dich je: nicht zu wissen Zeit oder Stuns mand frage. Darum glauben de, welche der Bater seiner wir, daß du von Gott ausge- Macht vorbehalten hat; fons gangen bist. Am Tage der Zimmelfahrt dern ihr werdet die Kraft des heiligen Geifies empfangen, welcher auf euch kommen wird; und werdet meine Zengen seyn zu Jerusalem, und in ganz Jus daa und Samaria, und bis an ie erste Rede habe ich zwar das Ende der Erde. Und da gethan, lieber Theophile, er solches gesagt: ward er aufs von alle dem, das Jesus anfieng, gehoben zusehens, und eine Chrifti. Epistel. Apostelgesch). 1.11. Wolle und Evangelischen Terte. 39 Wolke nahm ihn auf vor ihren aufgehoben gen Himmel, und Augen weg, Und als sie ihm fitzt zur rechten Hand Gottes. nachsahen, gen Himmel fah= Sie aber giengen aus, und pre= rend, siehe da stunden bey ih- digten an allen Orten; und nen zween Månner in weissen der Herr wirkte mit ihnen, Kleidern, welche auch sagten: und bekräftigte das Wort durch Ihr Männer von Galilda, was mitfolgende Zeichen. stehet ihr, und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher Am 6. Sonntage nach Ostern. von euch ist aufgenommen gen Himmel wird kommen wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Epiffel. 1 Petr. 41 8.11. Vor o send nun måßig und nüchtern zum Gebeth. allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Zuletzt uletzt da die eilf zu Tische Liebe; denn die Liebe deckt auch foßen, offenbarte er sich, der Sünden Menge. Seyd und schalt ihren Unglauben, gastfren unter einander ohne und ihres Herzens Härtigkeit, murmeln. Und dienet einanz daß sie nicht geglaubet hatten der, ein jeglicher mit der Gabe, denen die ihn gesehen hatten die er empfangen hat, als die auferstanden und sprach zu ih- guten Haushalter der manchernen: Gehet bin in alle Welt, ley Gnade Gottes. So jes und prediget das Evangelium mand redet, daß er es rede als aller Creatur. Wer da glau- Gottes Wort. So jemand ein bet und getaufet wird, der wird Amt hat, daß er es thue als selig werden; wer aber nicht aus dem Vermögen, das Gott glaubt, der wird verdammet darreichet, auf daß in allen werden. Die Zeichen aber, die Dingen Gott gepriesen werde da folgen werden denen, die durch Jesum Christ, welchem da glauben, sind die: In mei- fey Ehre und Gewalt von Ewiga nem Namen werden sie Zenfel keit zu Ewigkeit. Amen. austreiben, mit neuen Zungen reben, Schlangen vertreiben; Joh. 15, 16. 16, 1.4. und so sie etwas tödliches trin- en enn aber der Tröster kom ken, wird es ihnen nicht scha= men wird, welchen ich den, auf die Kranken werden euch senden werde vom Vater, sie die Hände legen, so wird es der Geist der Wahrheit, der besser mit ihnen werden. Und vom Vater ausgeht; der wird der Herr, nachdem er mit ih- zeugen von mir. Und ihr nen geredet hatte; ward er werdet auch zeugen; denn ihr € 4 Evangelium. send Evangelium. Marc. 16, 14.10. 40 Die Epiftolischen feyd von Anfang ben mir ge= ter dem Himmel ist. Da nun wesen. Solches habe ich zu die Stimme geschahe, kam die euch geredet, daß ihr euch nicht Menge zusammen, und wurden árgert. Sie werden euch in verstürzt; denn es hörte ein den Bann thun. Es kommt aber jeglicher, daß sie mit seiner die Zeit, daß wer euch tödtet, Sprache redeten. Sie entfeß wird meinen, er thue Gott ei: ten sich aber alle, verwundernen Dienst daran. Und fol ten fich, und sprachen unter des werden sie euch darum einander: Siehe, sind nicht thun, daß sie weder meinen diese alle, die da reden, aus Bater noch mich erkennen. Galilaa? Wie hören wir denn Aber solches habe ich zu euch ein jeglicher seine Sprache, geredet, auf daß, wenn die Seit darinnen wir gebohren sind? tommen wird, daß ihr daran Parther, und Meder, und Elaz gedenket, daß ich es euch ge miter, und die wir wohnen in fagt habe. Solches aber ba- Mesopotamia, und in Judia, be ich euch von Anfang nicht und Cappadocia, Ponto und gefagt; denn ich war bey euch. Asia, Phrygia un Pamphilia, Am ersten Pfingfitage. Egypten, und an den Enden der Libyen bey Cyrenen, und AusEpistel lander von Kom, Juden und Uposielgesch. 2/ 1.13. Judengenoffen, Creter und Vis is der Tag der Pfingsten Araber: wir hören sie mit uns erfüllet war, waren sie alle fern Zungen die großen Thaten einmüthig bey einander. Und Gottes reden. Sie entfeßten es geschah fanell ein Braufen fich aber alle, und wurden irre, vom Himmel, als eines gewal- und sprachen einer zu dem an. tigen Windes, und, erfüllte das dern: Was will das werden? ganze Haus, da sie fasen. Und Die andern aber hatten es ih man fahe an ihnen die Zungen ren pott, und sprachen: Sie gertheilen, als wären fie feurig. find voll füßes Weins. ind er feste fich auf einen jeg: lichen unter ihnen. Und wur Evangelium. Joh. 141 23-3¹. mein Wort halten; den alle voll des heiligen Geier mich liebet, der wird stes, und fiengen an zu predi und gen mit andern Bungen, nach mein Vater wird ihn lieben, dem der Geist ihnen gab aus und wir werden zu ihm kom: aufprechen. Es waren aber men, und Wohnung bey ihm Juden zu Jerusalem wohnend, machen. Wer aber mich nicht die rearen gottesfürchtige Män. liebt, der hält meine Werte ner aus allerley Bolk, das un- nicht. Und das Wort, das ihr höret, und Evangelischen Terte. 41 höret, ist nicht mein; sondern und zu zeugen, daß er ist vera des Vaters, der mich gesandt ordnet von Gott ein Richter hat. Solches habe ich zu euch der Lebendigen und der Todten. geredet, weil ich bey euch ges Bon diesem zeugen alle Prowesen bin. Aber der Tröster, pheten, daß durch seinen Nader heilige Geist, welchen mein men alle, die an ihn glauben, Bater fenden wird in meinem Vergebung der Sünden emNamen, derselbe wird es euch pfangen sollen. Da Petrus alles lehren, und euch erinnern noch diese Worte redete, fiel alles deß, was ich euch gesagt der heilige Geift auf alle, die habe. Den Frieden lasse ich dem Wort zuhörten. Und die euch, meinen Frieden gebe ich Gläubigen aus der Beschnei euch. Nicht gebe ich euch, wie dung, die mit Petro gekomdie Welt giebt. Euer Herz er-( men waren, entsegten sich, daß schrecke nicht, und fürchte sich auch auf die Heiden die Gabe nicht. Ihr habt gehöret, daß des heiligen Geistes ausgegoss ich euch gesagt habe: Ich gehe fen ward. Denn sie hörten, hin, und Somme wieder zu euch. daß fie mit Sungen redeten, Hättet ihr mich lieb, so würdet und Gott hoch priesen. Da ihr euch freuen, daß ich gesagt antwortete Petrus: Mag auch habe, ich gehe zum Bater; jemand das Wasser wehren, denn der Vater ist größer, denn daß diese nicht getaufet wer: ich. Und nun habe ich es euch den, die den heiligen Geist ema gesagt, ehe denn es geschiehet, pfangen haben, gleichwie auch auf daß, wenn es nun gefches wir? und befahl sie zu taufen hen wird, daß ihr glaubet. Ich in dem Namen des Herrn. werde fort mehr nicht viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat lfo hat Gott die Welt ges, nichts an mir. Aber auf daß liebet, daß er feinen eina die Welt erkenne, daß ich den gebohrnen Sohn gab, auf das Vater liebe, und ich also thue, alle, die an ihn glauben, nicht wie mir der Vater geboten hat: verlohren werden, sondern das steht auf, und lagt uns von ewige Leben haben. Denn hinnen gehen. Evangelium. 300. 31 16-21 Gott hat feinen ohn nicht gefandt in die Welt, daß er die Welt richte; fondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird Der Herr hat uns geboten nicht gerichtet, wer aber nicht zu predigen dem Volk, glaubet, der ist schon gerichtet, € 5 Am 2. Pfingsttage. Epistel. Urostelgesch. 10, 42= 48. Denn 42 Die Epiftolischen denn er glaubet nicht an den sprach zu ihm: Meister, wir Namen des eingebohrnen Soh: wissen, daß du bist ein Lehrer nes Gottes. Das ist aber das von Gott gekommen; denn Gericht, daß das Licht in die niemand kann die Zeichen thun, Welt gekommen ist; und die die du thust, es sey denn Gott Menschen liebten die Finster mit ihm. Jesus antwortete, niß mehr, denn das Licht, denn und sprach zu ihm: Wahrlich, thre Werke waren böse. Wer wahrlich, ich sage dir: Es Arges thut, der haßt das Licht, sey denn, daß jemand von und kommt nicht an das Licht, neuem gebohren werde, fann auf daß seine Werke nicht ge er das Reich Gottes nicht ses straft werden. Wer aber die hen. Nicodemus spricht zu Wahrheit thut, der kommt an ihm: Wie kann ein Mensch das Licht, daß seine Werke of gebohren werden, wenn er alt fenbar werden; denn sie sind ift? fann er auch wiederum in Gott gethan. in seiner Mutter Leib gehen, und gebohren werden? Jesus antwortete: Warlich, warlich, id) fage dir: Es sey denn, daß iemand gebohren werde aus den Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes koms Am Sonntage Trinitatis. Epiftel. Rom. 11/ 33- 36. welch eine Tiefe des Reich thums, beyde der Weiß heit und Erkenntniß Gottes! mer. Was vom Fleisch geboha Wie gar unbegreiflich sind seine ren wird, das ist Fleisch: und Gerichte, und unerforschlich was vom Geist gebohren wird, seine Wege! Denn wer hat des das ist Geist. Laß es dich nicht Herra Siun erkannt? Oder, wundern, daß ich dir gesagt wer ist sein Rathgeber gewe: habe: hr müßt von neuem sen? Oder, wer hat ihm etwas gebohren werden. Der Wind zuvorgegeben, daß ihm werde bläset, wo er will, und du hörsk wieder vergolten? Dena von sein Saufen wohl; aber du ihm, und durch ihn, und in weißt nicht, von wannen er ( zu) ihm find alle Dinge. Ihm fommt, und wohin er fährt. fey Ehre in Ewigkeit. Amen. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist gebohren ist. Nicos demus antwortete, und sprach 8 war aber ein Mensch un- zu ihm: Wie mag solches zuz ter den Pharisäern, mit gehen? Jesus antwortete, und Namen Nicodemus, ein Ober- prach zu ihm: Bist du ein fier unter den Juden; der kam Meister in Israel, und weißt zu Jesu bey der Nacht, und das nicht? warlich, warlich, Evangelium. Joh 311-15. ich und Evangelischen Terte. 43 ich fage dir: wir reden, das haffet seinen Bruder; der ist. vir wissen; und zeugen, was ein Lügner. Denn wer seinen vir gesehen haben; und ihr Bruder nicht liebt, den er fienehmet unser Zeugniß nicht an. het; wie kann der Gott heben, Glaubet ihr nicht, wenn ich den er nicht siehet? Und dies auch von irdischen Dingen sa- Gebot haben wir von ihm, daß, ge; wie würdet ihr glauben, wer Gott liebet, daß der auch) wenn ich euch von himmlischen seinen Bruder liebe. Dingen sagen würde? Und nie: mand fährt gen Himmel, denn Evangelium. Suc. 101 19:31. er vom Himmel hernieder ge-( Fs war ein reicher Mann, Commen ist, nemlich des Mer der kleidete sich in Purs Am 1. Sonntage nach Trinit, Epistel. 130h. 4/ 16:21. Gott ist die Liebe und wer schen Sohn, der im Himmel ist. pur und köstlicher Leinwand Und wie Mose in der Wüste und lebte alle Tage herrlich tine Schlange erhöhet hat, und in Freuden. Es war aber also muß des Menschen Sohn ein Armer, mit Namen Lazaerhöhet werden, auf daß alle, rus, der lag vor seiner Thür die an ihn glauben, nicht ver- voller Schwären; und belohren werden, sondern das gehrte sich zu sättigen von den twige Leben haben. Brofaamen, die von des Reiz chen Tische fielen; doch kamen die Hunde, und leckten ihm feine Schwären. Es beaab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den in der Liebe bleibet, der Engeln in Abrahams Schooß. bleibt in Gott, und Gott in Der Reiche aber starb auch, ihm. Daran ist die Liebe vol- und ward begraven. Als er yk18 lig ben uns, auf daß wir eine nun in der Hölle und in der Freudigkeit haben am Tage Qual war, hob er seine Aus des Gerichts; denn gleichwie gen auf, und sahe Abraham r ist, so sind auch wir in die von ferne, und Lazarum in seiz er Welt. Furcht ist nicht in nen Schooß, rief und sprach: der Liebe, sondern die völlige Bater Abraham, erbarme dich liebe treibt dir Furcht aus; meiner, und sende Lazarum, denn die Furcht hat Pein. Wer daß er das äusserste seines ich aber fürchtet, der ist nicht Fingers ins Waffer tauche, obllig in der Liebe. Laßt uns und kühle meine Zunge; denn ihn lieben; denn er hat uns ich leide Pein in dieser Flame teft geliebet. Co jemand me. Abraham aber sprach: pricht: ich liebe Gott, und Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes 44 Die Epistolischen Gru Gutes empfangen haft sin dei Wer seinen Bruder haffet, der nem Leben, und Lazarus das ist ein Todtschläger; und ihr gegen hat Böses empfangen; wisset, daß ein Todischläger nun aber wird er getröstet, und nicht hat das ewige Leben bey Du wirst gepeiniget. Und über ihm bleibend, daran haben wir das alles ist, zwischen uns und erkannt die Liebe, daß er sein euch eine große Kluft bevesti: Leben für uns gelaffen hat; get, daß die da wollten von und wir sollen auch das Leben hinnen hinab fahren zu euch, für die Brüder lassen. Wenn können nicht, und auch nicht aber jemand dieser Welt Gü von dannen zu uns herüber ter hat, und siehet feinen Bru: fahren. Da sprach er: So der darben, und schließt fein bitte ich dich, Bater, daß du Herz vor ihm zu; wie bleibt die ihn sendest in meines Vaters Liebe Gottes bey ism? Meine Haus; denn ich habe noch fünf Kindlein, laßt uns nicht lieben Brüder, daß er ihnen bezeuge, mit Worten, noch mit der auf daß sie nicht auch kommen Bunge; sondern mit der That an diesen Ort der Qual. und mit der Wahrheit. Abraham sprach zu ihm: haben Mose und die Prophe: Sie Evangelium. Que.* 4/ 16.24. ten; laß sie dieselbigen hören, Es war ein Mensch, der mach Er aber sprach: Nein, Bater te ein großes Abendmahl, Abraham; sondern wenn einer und lud viele dazu. Und fandte von den Todten zu ihnen gien: feinen Knecht aus zur Stunde ge, so würden fie Buße thun, des Abendmahis, zu sagen den Er sprach zu ihm: Hören fie Geladnen: Kommt, denn es ist Mose und die Propheten nicht, alles bereit. Und fie fiengen so werden sie auch nicht glau an alle nach einander sich zu ben, ob jemand von den Tod: entschuldigen. Der erste sprach ten auferstunde. zu ihm: Ich habe einen Ader gekauft, und muß hinaus ges ben, und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe Serwundert euch nicht, meine fünf Joch Ochsen gekauft, und Brüder, ob euch die Welt ich gehe jest bin, sie zu befes Faffet. Wir wissen, daß wir hen; ich bitte dich, entschuldige aus dem Tode in das Leben ge- mich. Und der dritte sprach: kommen sind; denn wir lieben Ich habe ein Weib genommen, die Brüder. Wer den Bruder darum kann ich nicht kommen. nicht liebet, der bleibt im Tode. Und der Knecht kam, und sagte 2m 2. Sonnt. nach Trinit. Epistel. Joh. 37 13= 18, und Evangelischen Terte. 45 das feinem Herrn wieder. Da ist ihr. Selig seyd ihr, wenn ward der Haushere zornig, euch die Menschen um meinet und sprach zu seinem Knecht: willen schmähen und verfelgen, Gehe aus baid auf die Straßen und reden allerley Uebel wis und Gaffen der Stadt, und der euch, so sie daran lågen. führe die Armen und Krüppel, Seyd frölich und getrost, es Am 3. Sonnt. nach Trinit. und Lahmen, und Blinden wird euch im Himmel wohl be herein. Und der Knecht sprach: lohnet werden. Denn also haben herr, es ist geschehen, was du sie verfolget die Propheten, die befohlen haft: es ist aber noch vor euch gewesen sind. Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knecht: Gehe aus auf die Landstraßen, und an die Baune, und nöthige fie herein auf mein Haus voll werde. Ich fa: ge euch aber, daß der Männer teiner, die geladen sind, mein feiner Zeit. Abendmahl schmecken wird. Epiftel. 1 Petr. 51 6-= 11. Ein ander Evangelium. Matth. 513.12. Selig sind, o demüthiget euch nun unGottes, daß er euch erhöhe zu tee die gewaltige Hand Alle eure Sorge werfet auf ihn: denn er sorgt für euch. Seyd nüchtern und die da geistlich wachet: denn euer Widersacher, arm find; denn das Him: der Teufel, gehet umher wie melreich ist ihr. Selig find, ein brüllender Löwe, und sucht, die da Leid tragen; denn sie welchen er verschlinge. Dem. follen getröstet werden. Selig widerstehet vest im Glauben; ind die Sanftmüthigen; denn und wist, daß eben dieselbigen e werden das Erdreich befizen. Leiden über eure Brüder in der Selig sind, die da hungert und Welt gehen. Der Gott aber ürstet nach der Gerechtigkeit; aller Gnade, der uns berufen enn sie sollen fatt werden. hat zu seiner ewigen HerrlichSelig sind die Barmherzigen; teit in Christo Jesu, derselbige enn sie werden Barmherzig wird euch, die ihr eine kleine erlangen. Selig sind, die Zeit leidet, vollbereiten, stärken, eines Herzens sind; denn sie kräftigen, gründen. Demfelserden Gott schauen. Gelig bigen fey Ehre und Macht von nd die Friedfertigen; denn Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. e werden Gottes Kinder heis n. Selig sind, die um Geechtigkeit willen verfolget wer: en; denn das Himmelreich eit Evangelium. Suc. 15, 1-10. s naheten aber zu ihm allerley Zöllner und Sünder, day 46 Die Epiftolischen daß sie ihn höreten. Und die am 4. Sonntage nach Trinit. Pharisäer und Schriftgelehrten murreten, und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an, mit dies aber zu ihnen dies Gleichniß, ser Zeit Leiden der Herrs und sprach: Welcher Menschlichkeit nicht werth sey, die an ist unter euch, der hundert uns soll geoffenbaret werden. Schaafe hat, und so er eines Denn das ängstliche Hurren verlieret, der nicht lasse die der Creatur wartet auf die neun und neunzig in der Wüste, Offenbarung der Kinder Gets und hingehe nach dem verlohr- tes. Sintemal die Creatur nen, bis daß er es finde? Und unterworfen tit der Entelteit, wenn er es gefunden hat, so ohne ihren Willen, sondern um legt er es auf feine Achseln mit deßwillen, der sie unterworfen Freuden. Und wenn er heim hat, auf Hoffnung. Denn auch fommt, ruft er seinen Freunden die Creatur fren werden wird und Nachbarn, und spricht zu von dem Diense des vergångs ihnen: Freuet euch mit mir, lichen Weiens, zu der herrli denn ich habe mein Schaaf ge chen Freyheit der Kinder Gote funden, das verlohren war. Ich tes. Denn wir wissen, daß alle fage euch: Also wird auch Creatur fehnt sich mit uns, und Freude im Himmel seyn über ångstet sich noch immerbar. einen Sünder, der Buße thut, Nicht allein aber sie, sondern vor neun und neunzig Gerech auch wir selbst, die wir haben ten die der Buße nicht bedür: des Geistes Erstlinge, fehnert fen. Oder, welches Weib ift, uns auch bey uns selbst nach die zehen Groschen hat, so sie der Kindschaft, und warten auf ber einen verliere, die nicht ein unsers Leibes Erldsung. Evangelium. Suc. 61 36-42. Licht anzünde, und kehre das Haus, und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie arum seno barmherzig ihn ruft sie ihren wie auch euer Vater Freundinnen und Nachbarin barmherzig ist. Richtet nicht, nen, und spricht: Freuet euch so werdet ihr auch nicht gerids mit mir, denn ich habe meinen tet. Berdammet nicht, so wer Groschen gefunden, den ich det ihr auch nicht verdammet. verlohren batte. Also auch fa- Bergebet, so wird euch verge ge ich euch, wird Freude seyn ben. Gebet, so wird euch ge vor den Engeln Gottes übergeben. Ein voll, gedrückt, einen Sünder, der Buße thut, gerüttelt und überflüßig Maaß wird Epistel. Rom. 8, 18-23. und Evangelischen Terte. 47 wird man in euren Schooß ge- ge seine Zunge, daß sie nichts ben: Denn eben mit dem Böses rede, und seine Lippen, Maaß, da ihr mit messet, wird daß sie nicht trügen. Er wende man euch wieder messen. Und sich vom Bösen, und thue Guz er sagte ihnen ein Gleichniß: tes; er suche Frieden, und Mag auch ein Blinder einem jage ihm nach. Denn die Blinden den Weg weisen? Augen des Herrn sehen auf die Werden sie nicht alle bende in Gerechten, und seine Ohren auf die Grube fallen? Der Jün ihr Gebeth; das Angesicht aber ger ist nicht über seinen Mei- des Herrn siehet auf die, die da ster: wenn der Jünger ist wie Böses thun. Und wer ist, der sein Meister, so ist er vollkom- euch schaden könnte; so ihr dem men. Was siehest du aber ei- Guten nachkommt? Und ob nen Splitter in deines, Bruz ihr auch leidet um der Gerechders Auge, und des Balkens tigkeit willen, so send ihr doch in deinem Auge wirst du nicht selig. Fürchtet euch aber vor gewahr? Oder wie kannst du ihrem Trotzen nicht, und er: sagen zu deinem Bruder: Halt schrecket nicht. Heiliget aber still, Bruder, ich will den Split- Gott den Herrn in euren ter aus deinem Auge ziehen; Herzen. und du siebest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Evangelium. Suc. 5, 1 11. Heuchler, ziehe zuvor den Bal- Fs begab sich aber, daß sich ken aus deinem Auge; und be: das Volk zu ihm drang, siehe dann, daß du den Split- zu hören das Wort Gottes; ter aus deines Bruders Auge und er stand am See Genezaziehest. reth. Und sahe zwey Schiffe am See stehen; die Fischer Am 5. Sonntage nach Trinit, aber waren ausgetreten, und Epiftel wuschen ihre Netze: in der Schiffe eines, Trat er welches 1 Petr. 3/8 15. Send allesammt gleich gesin- Simonis war, und bat ihn, net, mitleidig, brüderlich, daß er es ein wenig vom Lande barmherzig, freundlich. Ber: führete. Und er setzte sich und geltet nicht Böses mit Bosem, lehrte das Volk aus dem Schiff. oder Scheltwort mit Schelt: Und als er hatte aufgehört zu wort; fondern dagegen segnet, reden, sprach er zu Simon: und wißt, daß ihr dazu beru- Fahre auf die Höhe, und werft fen send, daß ihr den Segen eure Netze aus, daß ihr einen beerbet. Denn wer leben will, Zug thut. Und Simon ant und gute Tage sehen, der schweiz wortete, und sprach zu ihm: Meis 48 Die Epiftolischen Meister, wir haben die ganze Missethat ist vergeben; denn Nacht gearbeitet, und nichts fie hat zweyfältiges empfan gefangen; aber auf dein Wort gen von der Hand des Herrn, will ich das Nez auswerfen. um alle ihre Günde. Es ist Und da sie das thaten, beschlos: eine Stimme eines Predigers fen sie eine große Menge Fische, in der Wüste; bereitet dem und ihr Nez gerris. Und sie Herrn den Weg, macht auf dem winkten ihren Gesellen, die im Gefilde eine ebene Bahn uns andern Schiff waren, daß fie ferm Gott. Alle Thaler sollen tamen, und hülfen ihnen ziehen. erhöhet werden, und alle Berge Und fie tamen, und füllten bey und Hügel follen geniedriget de Schiffe voll, also, daß sie werden, und was ungleich ist, funken. Da das Simon Pe: foll eben, und was höckricht trus fahe, fiel er Jesu zu den ist, soll schlecht werden; denn Knien, und sprach: Herr, gehe die Herrlichkeit des Herrn foll von mir hinaus, ich bin ein geoffenbaret werden; und alles fündiger Mensch. Denn es Fleisch mit einander wird ses war ihn ein Schrecken angehen, daß des Herrn Mund kommen, und alle, die mit ihm redet. waren, über diesen Fischzug, den sie mit einander gethan Evangelium. Suc. 1/ 57-80. hatten; deffelbigen gleichen und Elisabeth tam ihre Zeit auch Jacobum und Johannem daß sie gebahren sollte; und die Söhne Zebedai, Simonis sie gebar einen Sohn. Und Gefellen. Und Jesus sprach ihre Nachbarn und Gefreunda zu Simon: Fürchte dich nicht; ten hörten, daß der Herr große Denn von nun an wirst du Barmherzigkeit an ihr gethan Menschen fangen. Und sie hatte, und freueten sich mit ihr. führten die Schiffe zu Lande, Und es begab sich am achten und verließen alles, und folg: Tage kamen sie zu beschneiden ten ihm nach. das Kindlein; und hießen ihn, nach seinem Bater, Zacharias. Aber seine Mutter antwortete, und sprach: Mit nichten, son dern er soll Johannes heißen. Und sie sprachen zu ihr: ist doch niemand in deiner Freundschaft, Am Tage Jobannis des Caufers. Epiftel. Jefaia 40, 1-5+ Fröftet, tröstet mein Volk, mit Jerusalem freundlich, und ten feinem Bater, wie er ihn spricht euer Gott; redet der also heiße. Und fie wink prediget ihr, daß ihre Ritter: wollte heißen lassen. Und er schaft ein Ende hat, denn ihrel forderte ein Taflein, schrieb, und und Evangelischen Terte, 49 Er heißt Johan: wirft vor dem Herrn hergehen, sie verwunderten daß du seinen Weg bereitest; sich alle. Und alsobald ward und Erkenntniß des Heils ges sein Mund und seine Zunge best seinem Volk, die da ist in aufgethan, und redete, und Vergebung der Sünden; durch lobte Gott. Und es kam eine die herzliche Barmherzigkeit Furcht über alle Nachbarn: unsers Gottes, durch welz und diese Geschichte ward alles che uns besucht hat der Aufe ruchtbar auf dem ganzen judi gang aus der Höhe, auf das er schen Gebirge. Und alle, die erscheine denen, die da sißen es hörten, nahmen es zu Her im Finsterniß und Schatten zen und sprachen: was meinst des Todes, und richte unsere bu, will aus dem Kindlein wer: Füße auf den Weg des Friedens. den? Denn die Hand des Und das Kindlein wuchs, und Herrn war mit ihm. Und sein ward stark im Geist, und war in Vater Zacharias ward des hei: der Wüste, bis daß er follte hers ligen Geistes voll, weiffagete vortreten vor das Bolk Ifrael. und sprach: Gelobet sey der Herr, der Gott Ifrael, denn er hat besucht und erlöfet fein Bolf. Und hat uns aufgerich: tet ein Horn des Heils, in dem Haufe seines Dieners Davids. Es wird eine Ruthe aufgehen Als er vorzeiten geredet hat von dem Stamm Isai, durch den Mund seiner heilis und ein Zweig aus seiner Wurs gen Propheten: Daß er uns gel Frucht bringen; auf wel: errettete von unsern Feinden, chem wird ruhen der Geist des und von der Hand aller, die Herrn, der Geist der Weisheit uns haffen; und die Barmher; und des Verstandes, der Geist jigkeit erzeigte unsern Vätern, des Raths und der Stärke. und gedachte an seinen heiligen der Geist der Erkenntniß und Bund, und an den Eid, den er der Furcht des Herrn. geschworen hat unserm Vater fein Richten wird seyn in der Und Abraham uns zu geben; daß Furcht des Herrn. Er wird wir, erlöset aus der Hand uns nicht richten, nach dem seine frer Feinde, ihm dieneten ohne Augen sehen, noch strafen, nach Furcht unser Lebelang, in Heis dem seine Ohren hören: fon ligkeit und Gerechtigkeit, die dern wird mit Gerechtigkeit ihn gefällig ist. Und du richten die Armen; und mit Kindlein wirft ein Prophet Gericht strafen die Elenden im des Höchsten heißen: du Lande; und wird mit dem Stabe Epistel. Jeffaia 11 15. und sprach: nes. Und Am Tage der heimfachung Maria. 50 Die Epiftolifchen. Stabe seines mundes die Erde der da mächtig ist, und deß schlagen, und mit dem Othem Name heilig ist. Und seine feiner Lippen den Gottlosen Barmherzigkeit währet immer tidten. Gerechtigkeit wird die für und für, bey denen, die ihn Gurt seiner Lenden seyn, und fürchten. Er übet Gewalt mit der Glaube die Gurt feiner seinem Arm, und zenstreuet die Nieren. Evangelium. Suc. 1/ 39-50. hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Er flößt die Gewaltis gen vom Stühl, und erhebet ma aria aver stand auf in den die Niedrigen. Die Hungris Lagen, und gieng auf den fållet er mit Gütern, und das Gebirge Endelich, zu der fäßt die Reichen leer. Er den Stadt Judda. Und kam in das fet der Barmherzigkeit, und Haus Zacharias, und grüßte hilft seinem Diener Ifrael auf; Elisabeth. Und es begab sich, wie er geredet hat unsern Bas als Elisabeth den Gruß Ma- tern, Abraham und ſeinem ria hörte, hüptte das Kind in Saamen ewiglich. Und Maria ihrem Leibe. Und. Elisabeth blieb bey ihr bey drey Monate: ward des heiligen Geistes voll, darnach fehrte sie wiederum und rief laut, und sprach: Ge- heim. benedeyet bist du unter den Epiftel Rom. 67 3 11. iffet ihr nicht, daß alle, Weibern, und gebenedeyet ist Am 6. Sonntage nach Trinit. die Frucht deines Leibes. Und woher fommt mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir foit? Siehe, da ich die Stim- die wir in Jefum Christ me deines Grußes hörte, hüpfte getaufet sind, die find in fei mit Freuden das Kind in met- nen Tod getauft? So sind wir nem Leibe. Und o selig bist du, je mit ihm begraben durch die die du geglaubet haft; denn es Taufe in den Tod, auf daß wird vollendet werden, was dir gleichwie Christus ist aufer: gesagt ist von dem Herrn. Und wecket von den Todten, burdh Maria sprach: Meine Seele die Herrlichkeit des Baters, erhebt den Herrn, und mein also sollen auch wir in einein Geist freuct sich Gottes, mei neuen Leben wandeln. So wir nes Heilandes. Denn er hat aber fammt ihn gepflanzer wers die Niedrigkeit seiner Magd den zu gleichem Tode, so wers angesehen. Siehe, von nun an den wir auch der Auferstehung werden mich selig preifen alle gleich seyn: dieweil wir wissen, Kindeskinder. Denn er hat daß unfer alter Mensch sammt große Dinge an mir gethan, ihm gekreuziget ist, auf daß der funds und Evangelischen Terte. 51 fundliche Leib aufhöre, daß wider dich habe; so laß allda wir hinfort der Sünde nicht vor dem Altar deine Gabe, dienen. Denn wer gestorben und gehe zuvor hin, und vers ist, der ist gerechtfertiget von föhne dich mit deinem Bruder; der Sünde. Sind wir aber und alsdann komin und opfre mit Christo gestorben; so glau: deine Gabe. Sey willfertig ben wir, daß wir auch mit ihm deinem Widerfacher bald, dies leben werden; und wissen, daß weil du noch bey ihm auf dem Christus, von den Todten er Wege bist, auf daß dich der weckt, binfort nicht stirbt; der Widersacher nicht dermaleins Tod wird hinfort über ihn nicht überantworte dem Richter, und herrschen. Denn daß er gestor der Richter überantworte bich ben ist, das ist er der Sünte dem Diener, und werdest in gestorben, zu einem Mal; daß den Kerker geworfen. Ich er aber lebet, das lebt er Gott, sage dir: Wahrlich, du wirst Also auch thr, haltet euch das nicht von dannen herauskome für, daß ihr der Sünde gestore men, bis du auch den letzten ben seyd, und lebet Gott in Heller bezablest. Christo Jesu, vnserm Herrn. Am 7. Sonntage nach Trinit. Evangelium. pistel. Matth 5, 20-26. Fs sey dann Rom. 6 19-23tigkeit beſſer, denn der Tech tigfteit beffer, denn der Cech muß menschlich davon Schriftgelehrten und Pharisreden, um der Schwachs faer, so werdet ihr nicht in heit willen eures Fleisches. das Himmelreich kommen. Gleichwie ihr eure Glieder bez Ihr habt gehört, daß zu den geben habt zum Dienst der Uns Alten gesagt ist: Du sollst reinigkeit, und von einer Uns nicht teden; wer aber tödtet, gerechtigkeit zu der andern: also der soll des Gerichts schuldig begebet nun auch eure Glieder seyn. ch aber fage euch: zum Dienst der Gerechtigkeit, Wer mit seinem Bruder zür daß sie heilig werden. Denn net, der ist des Gerichts schul- da ihr der Sünden Knechte was dig; wer aber zu seinem Brus ret, da waret ihr frey von der der sagt: Radha, der ist des Gerechtigkeit. Was hattet ihr Raths schuldig; wer aber sagt: nun zu der Zeit für Frucht? Du Narr, der ist des höllischen welcher ihr euch jetzt schåmet; Feuers schuldig. Darum wenn denn das Ende derselbigen ist. du deine Gabe auf dem Altar der Tod. Nun ihr aber fend opferst, und wirst allda einden von der Sünde frey, und Gots ken, daß bein Bruder etwas, tes Knechte geworden, habz ibr D 2 eure eure Gerech 52 Die Epiftolischen eure Frucht, daß ihr heilig gegeffen hatten: und er ließ werdet, das Ende aber das sie von sich. ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Gold; aber Am 8. Sonnt. nach Trinit. die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Christo Jesu, unserm Herrn. Epistel. Rom S, 12-17. Evangelium. Marc. 8, 19. find wir nun, lieben Brüder, Schuldner nicht. dem Fleisch, daß wir nach dem 3" Du der Zeit, da viel Volks Fleisch leben. Denn wo ihr da war, und hatten nichts nach dem Fleisch lebet, so wers zu effen; rief Jesus seine Jún- det ihr sterben müssen; wo ihr ger zu fich, und sprach zu ih aber durch den Geist des Fleis nen: Mich jammert des Volks, sches Geschäfte tödtet, fo wer: denn sie haben nun drey Tage det ihr leben. Denn welche der bey mir verharret, und haben Geist Gottes treibt, die find Denn ihr nichts zu essen; und wenn ich Gottes Kinder. fie ungegeffen von mir heim habt nicht einen Enechtischen ließe gehen, würden sie auf dem Geist empfangen, daß ihr euch Wege verschmachten. Denn abermal fürchten müstet: fon etliche waren von ferne gekom: dern ihr habt einen findlichen men. Seine Junger antwor: Geist empfangen, durch wel teten ihm: Woher nehmen wir chen wir rufen: Abba, lieber Brodt hier in der Wüste, daß Bater. Derselbige Geist giebt wir fie fattigen? Und er fragte Beugniß unserm Geist, daß wir fie: Wie viel habt ihr Brodte? Gottes Kinder sind. Sind Sie sprachen: Tieben. Und wir denn Kinder, so find wit er gebor dem Volk, daß sie sich auch Erben, nemlich Gottes auf die Erde lagerten. Und Erben, und Miterben Christi; er nahm die sieben Brodte, so wir anders mit leiden, auf und dankte, und brach sie, und daß wir auch mit zur Herrs gab fie feinen Jüngern, daß lichkeit erhoben werden. fie dieselbigen vorlegten; und fie legten dem Volk vor. Und hatten ein wenig Fischlein: und er dankte, und hieß diesel: Evangelium. Matth 71 15 23. Lehet euch yor falschen Propheten, die bigen auch vortragen. Sie in Schafskleidern zu euch kom aßen aber und wurden fatt; men; inwendig aber sind fie und hoben die übrigen Brocken reiffende Wölfe. vor den An ihren auf, fieben Körbe. Und ihrer Früchten sollt ihr sie erkennen. waren bey vier tausend, die da Kann man auch Trauben lefen von und Evangelischen Terte. 53 von den Dornen, oder Feigen Das Volk segte sich nieder zu von den Difteln? also ein jeg: effen und zu trinken, und stand licher guter Baum bringt gute auf zu spielen. Auch laßt uns Früchte; aber ein fauler Baum nicht hurerey treiben, wie et: bringt arge Früchte. Ein gu: liche unter jenen Hurerey trieter Baum kann nicht arge ben, und fielen auf einen Tag Früchte bringen, und ein fauler drey und zwanzig taufend. Baum tann nicht gute Früchte Laßt uns aber auch Christum bringen. Ein jeglicher Baum, nicht versuchen, wie etliche ven der nicht gute Früchte bringt, jenen ihn versuchten, und wur: wird abgehauen und ins Feuer den von den Schlangen unt: geworfen. Darum an ihren gebracht. Murret auch nicht, Früchten sollt ihr sie erkennen. gleichwie jener etliche murre. Es werden nicht alle, die zu ten, und wurden umgebracht mir sagen: Herr, Herr! in durch den Verderber. Col: das Himmelreich kommen; ches alles wiederfuhr ihnen zum sondern die den Willen thun Vorbild; es ist aber geschrie: meines Vaters im Himmel. ben uns zur Warnung, auf Es werden viele zu mir sagen welche das Ende der Welt ge an jenem Tage: Herr, Herr, kommen ist. Darum, wer sich haben wir nicht in deinem låst důnken, er stehe, mag Namen geweisfaget? Haben wohl zusehen, daß er nicht wir nicht in deinem Namen falle. Es hat euch noch keine Teufel ausgetrieben? Haben denn menschliche Versuchung wir nicht in deinem Namen betreten; aber Gott ist getreu, viele Thaten gethan? Dann der euch nicht last versuchen werde ich ihnen bekennen: Ich über euer Vermögen; sondern Habe euch noch nie erkannt, macht, daß die Versuchung so weichet alle von mir ihr ein Ende gewinne, daß ihr es Uebelthäter. fönnet ertragen. Am 9. Sonntage nach Trinit. Evangelium. Epiftel. Suc. 16, 19. Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter; Das ist aber uns zum Vor, der ward ver ihm berüchtiget, 1 Cor. 10, 6-13. bild geschehen, daß wir als hätte er ihm feine Güter uns nicht gelüften laffen des umgebracht. Und er forderte Bösen, gleichwie jene gelüftet ihn, und sprach zu ihm: Bie hat. Werder auch nicht Ab- höre ich das von dir? Thue gottische, gleichwie jener etliche Rechnung von deinem Haus: wurden; als geschrieben steht: halten; denn du kannst hinfort D3 nicht 54 Die Epiftolischen nicht mehr Haushalter seyn. wißt, daß ihr Heiden seyd gewez Der Haushalter sprach bey sich sen, und bingegangen zu den felbft: Was soll ich thun? stummen Götzen, wie ihr gefühMein Herr nimt das Amt von ret wurdet. Darum thue ich euch mir; graben mag ich nicht, so fund, daß niemand Jesum verfeháme ich mich zu betteln. Ich fluchet, der durch den Geist weiß wohl, was ich thun will Gettes redet; und niemand wenn ich nun von dem Amt tann Jesum einen Herrn heiss gesetzt werde, daß sie mich in sen, ohne durch den heiligen ihre Häuser nehmen. Und e Geist. Es sind mancherley rief zu sich alle Schuldner sei: Gaben, aber es ist ein Geist. nes Herrn, und sprach zu den Und es sind mancherley Nemersten: Wie viel bist du meister, aber es ist ein Herr. Und nem Herrn schuldig? Er sprach): es find mancherley Kräfte, aber Hundert Tonnen Dels. Und er es ist ein Gott, der da wirket sprach zu ihm: Nimm deinen alles in allem. Ju einem jeg= Brief, fete dich, und schreibe lichen erzeigen sich die Gaben flugs funfzig. Darnach sprach des Geistes zum gemeinen er zu dem andern: Du aber Nutzen. Einem wird gegeben wie viel bist du schuldig? Er durch den Geist zu reden von sprach: Hundert Malter Wei der Weisheit; dem andern wird zen. Und er sprach zu ihm: gegeben zu reden von der ErNimm deinen Brief und schreis fenntniß, nach demselbigen be achig. Und der Herr lobte Geift; einem andern der Glaus den ungerechten Haushalter, be in demselbigen Geist; einem daß er flüglich gethan hätte. andern die Gabe gesund u Denn die Kinder dieser Welt machen, in demselbigen Geist; find flüger, denn die Kinder einem andern Wunder zu thun; des fichis in ihrem Geschlecht. einem andern Weisfagung; eis Und ich sage euch auch: Macht nem andern Geister zu untere euch Freunde mit dem unge: scheiden; einem andern mana rechten Mammon, auf daß cherley Sprachen; einem ans wenn ihr nun darbet, fie euch dern die Sprachen auszulegen. aufnehmen in die ewige Hütten. Dies aber alles wirkt derſels bige einige Geift; und theilt einem jeglichen seines zu, nachdem er will. Am 10 Sonntage nach Trinit. Epiftel. Von 1 Cor. 121. 11. on den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr Evangelium. Suc. 191 41-48. nd als er nabe hinzu kam fahe er die Stadt an, und weinte und Evangelischen Terte. 55 weinte über sie, und sprach: babe, welches ihr auch angeWenn du es wüßtest, so wür: nommen habt, in welchem ihr dest du auch bedenken zu dieser auch stehet. Durch welches ihr deiner Zeit, was zu deinem auch selig werdet, weicher GeFrieden dienet. Aber nun ist ftalt ich es euch verfündiget es vor deinem Augen verborgen. habe, so ihr es behalten habt, Denn es wird die Zeit über dich es wäre denn, daß ihr umsonst kommen, daß deine Feinde wer- geglaubet hättet. Denn ich den um dich und deine Kinder habe euch zuvörderst gegeben, mit dir eine Wagenburg schla- welches ich auch empfangen gen, dich belagern, und an habe, daß Christus gestor: allen Orten ångsten; und wer- ben sen für unsere Sünden, den dich schleifen, und kei- nach der Schrift; und daß er nen Stein auf den andern begraben sey, und daß er aufes laffen: darum, daß du nicht erstanden sen am dritten Tage, erkannt haft die Zeit, darinnen nach der Schrift; und daß er du heimgesucht bist. Und er gesehen worden ist von Kephas, gieng in den Tempel, und fieng darnach von den Zwölfen. Daran auszutreiben, die darinnen nach ist er gefeben worden von verkauften und kauften, und mehr denn fünf hundert Brüsprach zu ihnen: Es stehet ge- dern auf einmal, deren noch schrieben: Mein Haus ist ein viele leben, etliche aber sind ent: Bethaus; ihr aber habt es geschlafen. Darnach ist er gese: macht zur Mördergrube. Und hen worden von Jacobo, dar er lehrte täglich im Tempel. nach von allen Apesieln. Am Aber die Hohenpriester und letzten nach allen ist er auch von Schriftgelehrten, und vor mir, als einer unzeitigen Genehmsten im Volk, trachteten burt, gesehen worden. Denn ihm nech, daß fie ihn umbrach ich bin der Geringste unter den ten: und fanden nicht wie sie aposteln, als der ich nicht werth ihm than sollten; denn alles bin, daß ich ein Apostel heiffe, Volk hieng ihm an, und hörte darum, daß ich die Gemeine ihn. Gottes verfolgt habe. Aber Am 11. Sonntage nach Trinit von Gottes Gnade bin ich, daß ich bin, und seine Gnade an me ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gear: beitet, denn sie alle; nicht aber ch erinnere euch aber, lie- ich, sondern Gottes Gnade, Epiftel. 1 Cor. 15/1= 10. Ich ben Brüder, des Evange- die mit mir ist. lii, das ich euch verkündiget] D4 Evans Die Epiftolischen Evangelium. Suc. 18, 914. tig sind, ist von Gott. Wel cher auch uns tüchtig gemacht efus fagte aber ju etlichen, hat, das Amt zu führen des die sich selbst vermassen, neuen Testaments; nicht des daß sie fromm wären, und ver: Buchstabens, sondern des Geis achteten die andern, ein solches, stes. Denn der Buchstabe Gleichniß: Es giengen zween tödtet, aber der Geist macht Menschen hinauf in den Tem lebendig. So aber das Amt, pel zu bethen, einer ein Phari: das durch die Buchstaben töd: fåer, der andre ein Zöllner. Der tet, und in die Steine ist ges Pharifder stand, und bethete bey bildet, Klarheit hatte; also daß Ach felbst also: Ich danke dir, die Kinder Israel nicht konns Gott, daß ich nicht bin wie ten ansehen das Angesicht Mo andere Leute, Rauber, Unge- fe um der Klarheit willen feis rechte, Ehebrecher, oder auch nes Angesichts, die doch aufs wie diefer 38llner; ich faste hört: Wie sollte nicht vielmehr abier in der Woche, und gebe das Amt, das den Geist giebt, den Zehnten von allem, das Klarheit haben? Denn so das ich habe. Und der Zöllner Amt, daß die Verdammnis pres stand von ferne, wollte auch digt, Klarheit hat, vielmehr feine Augen nicht aufheben gen hat das Amt, das die Gerechs Himmel; fondern schlug an tigkeit predigt, überschwenglis feine Brust und sprach: Gott che Klarheit. Denn auch jenes fey mir Günder gnädig. Jch Theil, das verklärt war, ist fage euch: Diefer gieng hinab nicht für Klarheit zu achten gerechtfertigt in in sein Haus gegen dieser überschwenglichen vor jenem. Denn wer sich selbst Klarheit. Denn so das Klar: erhöhet, der wird erniedriget heit hatte, das da aufhört; werden, und wer sich selbst vielmehr wird das Klarheit has erniedriget, der wird erhöhet ben das da bleibt. werden. Eine andere Epiftel. 1 Petr. 1139Am 12. Sonntage nach Trinit. Selobet fey Gott und fu Epistel. 2 Cor. 3/ 4- IE. unsers Jesu Christi, der uns nach seiner Sin folch Vertrauen aber großen Barmherzigkeit wieders haben wir durch Christum gebohren hat zu einer lebendiz zu Gott. Nicht, daß wir gen Hoffnung, durch die Aufs tüchtig sind von uns selber, et- erstehung Jesu Christi von den was zu denken, als von uns Tobten, zu einem unvergångs felber; sondern daß wir tüchlichen und unbefleckten und une Der 56 und Evangelischen Terte. 57 verwelklichen Erbe; das behals rührte seine Zunge. Und fahe ten wird im Himmel, euch, auf gen Himmel, seufzete und die ihr aus Gottes Macht durch sprach zu ihm: Hephata, das den Glauben bewahret werdet ist, thue dich auf. Und also: zur Seligkeit, welche zubereis bald thaten sich seine Ohren ret ist, daß sie offenbar werde auf, und das Band feiner Zunge zu der letzten Zeit; in welcher ward los, und redete recht. ihr euch freuen werdet, die ihr Und er verbot ihnen, sie sollten jeßt eine kleine Zeit( wo es es niemand sagen. Je mehr feyn soll) traurig seyd in mans er aber verbot, je mehr sie es cherley Anfechtungen, auf daß ausbreiteten, und verwundereuer Glaube rechtschaffen und ten sich über die Maaße, und viel föstlicher erfunden werde, sprachen: Er hat alles wohl denn das vergängliche Gold, gemacht; die Tauben macht das durchs Feuer bewähret er hörend, und die Sprachlo wird, zu Lob, Preis und Ehren, fen redend. wenn Epittel. nun geoffenbaret wird Jesus Christus, welchen nicht gesehen und doch lieb habt und nun an ihn glaubet, wiewohl ihr ihn nicht sehet, so werdet ihr euch freuen mit Gal. 31 15 22. will nach menschlicher Beise veden: verachtet reden: unaussprechlicher und herrli: man doch eines Menschen Tes cher Freude, und das eures Glaubens davon gen, nemlich ber Seelen ligkeit. Ende stament nicht, wenn es bestå= brin. tiget ist; und thut auch nichts Se: dazu. Nun ist je die Berheis fung Abrahá und seinem Saa men zugefagt. Er spricht nicht, durch die Saamen, als durch Evangelium. Marc. 71 31-37 Und nd ba er wieder ausgieng viele; sondern als durch einen, von den Gränzen Tyri durch deinen Saamen, welcher und Sidon; fam er an das ist Christus. Ich fage aber Galiläische Meer, mitten unter davon: das Testament, das die Gränze der zehen Städte. von Gott zuvor beståttiget Und fie brachten zu ihm einen ist auf Christum, wird nicht Tauben, der stumm war, und aufgehoben, daß die Ver: fie baten ihn, daß er die Hand heigung sollte durch das Gec auf ihn legte. Und er nahm seß aufhören, welches gegeben ihn von dem Volk besonders, ist über vier hundert und und legte ihm die Finger in dreyßig Jahre hernach. Denn die Ohren, und spüßte und so das Erbe durch das Gefeß erwors ihr Am 13. Sonntage nach Trinit, 58 Die Epiftolischen erworben würde, so würde es dem Wohlgefallen seines Wilnicht durch Verheiffung gegelens, zu Lobe feiner berrlichen. ben. Gott aber hat es Abra: Gnade, durch welche er uns ham durch Verheiffung frey hat angenehm gemacht in dem geschenkt. Was soll denn das Geliebten, Gefeß? Es ist dazu gekommen um der Süude willen, bis der Evangelium. Suc, 10, 23 37 Saame Fame, dem die Verheisefus wandte sich zu seinenfang geschehen ist; und ist ge Jüngern, und sprach in siellet von den Engeln durch sonderheit: Selig sind die Aus die Hand des Mittlers. Ein gen die da sehen, das thr Mittler aber ist nicht eines eis sebhet. Denn ich sage euch: nigen Mittler; Gott aber ist Biele Propheten und Könige eing. Wie? I denn das wollten fehen, das ihr sehet, Gesetz wider Gottes Verheis- und haben es nicht gesehen; fungen? Das sen ferne! Wenn und hören, das ihr höret, und aber ein Gefes gegeben wäre, haben es nicht gehöret. Und das da könnte lebendig ma- siehe, da stand ein Schriftgez chen; so káme die Gerechtig lehrter auf, versuchte ihn, und feit wahrhaftig aus dem Geseß. sprach: Meister, was muß ich Aber die Schrift hat es alles thun, daß ich das ewige Leben beschloffen unter die Sünde, ererbe? Er aber sprach zu ihm: auf daß die Verheiffung kame Wie stebet im Gesetz geschrie durch den Glauben an Jefum ben? Wie leseft du? Er ant Chriftum, gegeben denen, die wortete, und sprach: Du sollst da glauben. Eine andere Epistel. Gott deinen Herrn lieben, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften, und Ephefer 1, 3.6. Helobet fen Gott und der von ganzem Gemüth; und deis Vater unsers Herrn Jesu nen nächsten als dich selbst. Christi, der uns gesegnet hat Er aber sprach zu ihm: Du mit allerlen geistlichen Eegen haft recht geantwortet; thue in himmlischen Gütern, durch das, so wirst du leben. Er Christum. Wie er uns denn aber wollte sich selbst rechtfers erwählet hat durch denselbigen, tigen, und sprach zu Jeju; ehe der Welt Grund geleget Wer ist denn mein Nächster? war, daß wir sollten seyn hei- Da antwortete Jesus, und lig und unstråflich vor ihm in forach: Es war ein Mensch der Liebe; und hat uns verorde der gieng von Jerufalem binab net zur Kindschaft gegen ihn gen Fericho, und fiel unter die felbst, durch Jefum Christ, nach drder, die zogen ihn aus, und und Evangelischen Terte. 59 davon und schlugen ihn, und giengen der den Geist, und den Geist und ließen ihn halb wider das Fleisch. Dieselbige todt liegen. Es begab sich sind wider einander, daß ihr aber ohngefähr, daß ein Prie- nicht thut, was ihr wollt. Refter dieselbige Straße hinab giert euch aber der Geist, so seyd zog; und da er ihn sabe, gieng ihr nicht unter dem Gesetz. er vorüber. Desfelbigen glei- Offenbar sind aber die Werke chen auch ein Levit, da er kam des Fleisches, als da sind: Ehe= bey die Stätte, und sabe ihn, bruch, Hurerey, Unreinigkeit, gieng er vorüber. Ein Sama: Unzucht, Abgötterey, Zaubes riter aber reifete, und kam rey, Feindschaft, Hader, Neid, dahin; und da er ihn sahe, 3ern, Zanf, Zwietracht, Rots jammerte ihm seiner, gieng zu ten, Haß, Morb, Saufen, ihm, verband ihm seine Wun: Fressen, und dergleichen; von den, und goß darin Del und welchem ich euch habe zuvor Wein; und hob ihn auf sein gefagt, und fage noch zuvor, Thier, und führte ihn in die daß, die solches thun, werden Herberge, und pflegte seiner. das Reich) Gottes nicht ererDes andern Tages reifete er, ben. Die Frucht aber des und zog heraus zween Groschen, Geistes ist Liebe, Freude, Fries und gab sie dem Wirth, und de, Geduld, Freundlichkeit, sprach zu ihm: pflege seiner; Gutigkeit, Glaube, Sanfte und so du was mehr wirst muth, Keuschheit. Wider soldarthun, will ich dir es bezah che ist das Gesetz nicht. Wel= len, wenn ich wiederkomme. che aber Christum angeboten, Welcher dünkt dich, der unter die kreuzigen ihr Fleisch fommt diesen dreyen der Nächste sey den Lüften und Begierden. gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? ſprach: Der die Barmherzia: Er teit an Evangelium. Que 17/ 11 19. Jesus zu ihm: So gehe hin, und thue desgleichen. Am 14. Sonntage nach Trinit. Epistel. Es begab sich, da Jeſus reifete gen Jerusalem, zog er mitten durch Samariam und Galiläam. Und als er in eis nem Markt fam, begegneten ihm zebn ausfäßige Männer, die standen von ferne, und er: hoben ihre Stimme, und sprachen: Jefu, lieber Meiſter, ers ihr des barme dich er Fleisches nicht vollbringen. sie sahe, sprach er zu ihnen: Denn das Fleisch gelüftet wi- Gehet hin und zeiget euch den Gal. 5/ 16.24. Wandelt im Geist, so wer: Pries 60 Die Epistolischen an Priestern. Und es geschahe Ein jeglicher aber prüfe fein da sie hingiengen, wurden sie selbst Wert, und alsdann wird rein. Einer aber unter ihnen, er an ihm selber Ruhm haben, da er fahe, daß er gesund ge- und nicht an einem andern. worden war; kehrte er um, Denn ein jeglicher wird seine und pries Gott mit lauter Laft tragen. Der aber unter: Stimme. Und fiel auf fein richtet wird mit dem Wort, Angesicht zu seinen Füßen und der theile mit akerley Gutes dankte ihm. Und das war ein dem, der ihn unterrichtet. Jr: Samariter. Jefus aber ant: ret euch nicht, Gott läßt sich wertete, und sprach: Sind ih nicht spetten. Denn was der rer nicht gehen rein geworden? Mensch fået, das wird er ernd: Wo sind aber die neun? Hat ten. Ber auf sein Fleisch fået, fich fonst keiner gefunden, der wird von dem Fleisch das der wieder umkehrte, und gåbe Verderben erndten. Wer aber Gott die Ehre, denn dieser auf den Geist sået, der wird Fremdling? Und er sprach zu von dem Geist das ewige Le ihm: Stehe auf, gehe hin, ben erndten. Laßt uns aber dein Glaube hat dir geholfen. 2m 15. Sonnt. nach Trinit. Epiffel. Gutes thun, und nicht müde werden; denn zu feiner Zeit wers den wir auch erndten ohne Auf hören. Als wir denn nun Zeit haben, so laßt uns Gutes thun o wir im Geist leben, so an jedermann, allermeist aber laßt uns auch im Geist an den Glaubens: Genossen. nicht eit: unter ein: Gal. 51 15 26. 6, 1.10. C mandeln. Laßt uns ler Ehre geizig seyn, Evangelium. Matth. 6, 24* 34* ander zu entrüsten und zu haf Niemand kann zween Herren fen. Lieben Brüder, so ein dienen. er Mensch etwa von einem Feh- einen haffen, und den andern ler übereilet würde; so helft lieben; oder wird einem an ihm wieder zurecht mit fanfte hangen, und den andern verz müthigem Geist, die ihr geift: achten. Ihr könnt nicht Gott lich seyd. Und siehe auf dich dienen und dem Mammon. selbst, daß du nicht auch ver: Darum fage ich euch: Sorget fuchet werdest. Einer trage nicht für euer Leben, was ihr des andern Last, so werdet ihr effen und trinken werdet; auch das Gefeß Christi erfüllen. nicht für euren Leib, was ihr Ist nicht So aber sich jemand låst důn- anziehen werdet. ken, er sey etwas, so er doch das Leben mehr denn die Speis nichts ist, der beträgt sich selbst. se, und der Leib mehr, denn die und Evangelischen Texte: 6t Vö die Kleidung? Sehet die Vo: Am 16. Sonnt. nach Trinit. gel unter dem Himmel an: Epiſtel. Ephef: 3/ 13-21. fie faen nicht, sie erndten nicht, fie fammlen nicht in die Scheu= nen; und euer himmlischer Vater nähret sie doch: Seyd arum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet, um willen, die welche euch ihr denn nicht viel mehr, denn meiner Trübfalen fie? Wer ist unter euch, der ich für euch leide, feiner Länge eine Elle zusehen eine Ehre sind; derhalben beumöge, ob er gleich darum for: ge ich meine Knie gegen den get? Und warum forget ihr Vater unsers Herrn Jefu Chrifür die Kleidung? Schauet die sti, der der rechte Vater ist über Lilien auf dem Felde, wie alles, was da Kinder heißt im sie wachsen: fie arbeiten nicht, Himmel und auf Erden; daß auch spinnen sie nicht. Ich er euch Kraft gebe nach dem fage euch, daß auch Salomo Reichthum seiner Herrlichkeit, in aller seiner Herrlichkeit nicht start zu werden durch seinen bekleidet gewesen ist, als der: Geist an dem inwendigen Menfelben eins. So denn Gott schen, und Christum zu wohdas Gras auf dem Felde also nen durch den Glauben in eua Eleidet, das doch heute steht, ren Herzen, und durch die Liebe und morgen in den Ofen ges eingewurzelt und gegründet worfen wird: sollte er das nicht werden; auf daß ihr begreifen vielmehr euch thun? O ihr möget mit allen Heiligen, wel Kleingläubigen! Darum sollt ches da sey die Breite, und die ihr nicht sorgen und sagen: Långe, und die Tiefe, und die was werden wir essen? Was Höhe; auch erkennen, daß Chris werden wir trinken? Womit stum lieb haben, viel besser ist, werden wir uns kleiden? Nach denn alles wissen, auf daß ihr folchem allen trachten die Hei erfüllet werdet mit allerley den. Denn euer himmlischer Gottes Fülle( oder: die Liebe Vater weiß, daß ihr des alles Christi, die doch alle Erkennta bedürfet. Trachtet am ersten niß übertrift.) Dem aber, der nach dem Reich Gottes, und überschwenglich thun kann über nach seiner Gerechtigkeit; so alles, was wir bitten oder vers wird euch solches alles zufallen. stehen, nach der Kraft, die da Darum forget nicht für den in uns wirkt, dem sey Ehre andern Morgen, denn der mor- in der Gemeinde, die in Christo gende Tag wird für das Seine Jesu ist, zu aller Zeit, von forgen. Es ist genug, daß ein Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. jeglicher Tag seine eigene Plage habe. Evan 62 Die Epiftolifchen Evangelium. mit Geduld, und vertraget eis ner den andern in der Liebe, und Suc. 7, 11-17. Und es begab sich darnach, send fleißig zu halten die Einige daß er in eine Stadt mit feit im Geist, durch das Band Namen Nain gieng; und seis des Friedens. Ein Leib und ein ner Jünger giengen viele mit Geist, wie ihr auch berufen send ihm, und viel Volks. Als er auf einerley Hoffnung eures aber nahe an das Stadtthor Berufs. Ein Herr, ein Glaus tam, siehe, da trug man einen be, eine Taufe. Ein Gott und Zooten heraus, der ein einziger Vater unfer aller, der da ist Sohn war seiner Mutter; und über euch alle, und durch euch) fie war eine Wittwe, und viel alle, und in euch allen. Volks aus der Stadt gieng mit ihr. Und da sie der Herr fa: Evangelium. Euc. 14, 1.11. he, jammerte ihn derselbigen, und sprach zu ihr: Weine nicht. Und es begab sich, daß er fam in das Haus eines Und trat binzu, und rührte den Obersten der Pharifäer, auf Sarg an; und die Träger einen Sabbath, das Brodt zu standen. Und er sprach: Jünge effen; und sie hielten auf ihn. ling, ich sage dir, stehe auf. Und siehe, da war ein Mensch Und der Todte richtete sich auf, vor ihm, der war wasserfüchs und fieng an zu reden. Und er tig. Und Jesus antwortete, gab ihn seiner Mutter. Und es und sagte zu den Schriftge kam sie alle eine Furcht an, lehrten und Pharisäern, und und priesen Gott, und spra- sprach: Ist es auch recht auf chen: Es ist ein großer Prophet den Sabbath heilen? Sie aber unter uns aufgestanden, und schwiegen still. Und er griff Gott hat sein Volk heimgesucht ihn an, und heilte ihn, und Und die Rede von ihm erschallte ließ ihn gehen. Und antwors in das ganze jüdische Land, und tete, und sprach zu ihnen: in alle amliegende Länder. Welcher ist unter euch, dem sein Ochs oder Esel in den Am 17. Sonntage nach Trinit. Brunnen fållt, und er nicht Epifiet Ephef 4, 16.00 alsobald ihn herausziehet am Sabbathtage? Und sie konnten o ermahne nun euch ich ihm darauf nicht wieder Anta Gefangener in dem wort geben. Er fagte aber ein Herrn, daß ihr wandelt, wie Gleichniß zu den Gästen, da fichs gebührt eurem Beruf, er merkte, wie sie erwählten darinnen ihr berufen seyd, mit oben an zu sitzen, und sprach aller Demuth und Sanftmuth, zu ihnen: Wenn du von jes mand und Evangelischen Texte. 63 mand geladen wirst zur Hoch auf den Tag unsers Herrn Jes zeit, so setze dich nicht oben an, su Christi. Denn Gott ist treu, daß nicht etwa ein Ehrlicher, durch welchen ihr berufen fend denn dn, von ihm geladen sey; zur Gemeinschaft seines Sohns und sodann kommt, der did) Jesu Christi, unsers Herrn. und ihn geladen, spreche zu vir: Weiche diesem; und du Evangelium. Matths 22 34-46. Am 18. Sonntage nach Trinit. Epistel. müsseft dann mit Schaam una aber die Pharisder hdrten an sitzen. Sondern wenn ten, daß er den Saddus du geladen wirft, so gehe bin, chern das Maul gestopfet hat: und sebe dich unten an, auf te versammleten sie sich. Und daß, wenn da kommt der dich einer unter ihnen, ein Schrift= geladen hat; spreche zu dir: gelehrter, versuchte ihn, und Freund, rücke hinauf. Dann sprach: Meister, welches ut wirst du Ehre haben vor denen, das vornehmste Gebot im Ge= die mit dir zu Tische sitzen. setz? Jesus aber sprach zu ihm: Denn wer sich selbst erhöhet, Du sollst heben Gott, deinen der soll erniedriget werden; Herrn, von ganzem Herzen, und wer sich selbst erniedriget, von ganzer Serle, und von der soll erhöhet werden. ganzem Gemüth. Das ist das vornehmste und größefte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lie: ben, als dich selbst. In dies sen zweyen Geboten hängt das ganze Gesetz und die Prophes zeit eurenthalben, für die ten. Da nun die Pharisder Gnade Gottes, die euch gege- ben einander waren, fragte sie ben ist, in Christo Jesu, daß Jesus, und sprach: Wie dunke ihr send durch ihn an allen euch um Chrifto? Weß Sohn Stücken reich gemacht, an allerlift er? Sie sprachen: Davids. Lehre, und in aller Erkenntniß. Er sprach zu ihnen: Wie nennt Wie denn die Predigt von ihn denn David im Geist einen Chrifto in euch kräftig gewor- Herrn, da er sagt: Der Herr den ist, also, daß ihr keinen hat gesagt zu meinem Herrn: Mangel habt an irgend einer Setze dich zu meiner Rechten, Gabe, und wartet nur auf die bis daß ich lege deine Feinde Offenbarung unsers Herrn Je zum Schemel deiner Füße. fu Cbrifti; welcher auch wird So nun David ibn einen euch vest behalten bis ans En: Herrn nennt, wie ist er denn de, daß ihr unstråflich seyd, sein Sohn? Und niemand 1 Cor. 149. Jich danke meinem Gott allekonnte 64 Die Epiftolischen fonnte ihm ein Wort antworten, sprachen: Wer ist doch der und durfte auch niemand von Größeste im Himmelreich? dem Tage an hinfort ihn fragen. Jefus rief ein Kind zu sich, und stellte es mitten unter fie, und sprach: Wahrlich, ich sage euch, es sey denn, daß ihr euch umkehret, und werdet wie die Am Michaelis Tage. Epistel. Offenb. Joh 12, 7- 12. kommen. Es erhub sich ein Streit im Kinder, so werdet ihr nicht in Himmel: Michael und das Himmelreich feine Engel stritten mit dem Wer sich nun selber erniedriget, Drachen, und der Drache stritt wie dies Kind, der ist der Grös und seine Engel; und siegeten feste im Himmelreich. Und nicht, auch ward ihre Starte wer ein solches Kind aufnimmt nicht mehr gefunden im Him in meinem Namen, der nimmt mel. Und es ward ausgewors mich auf, wer aber årgert dies fen der große Drache die alte fer geringsten einen, die an Schlange, die da heißt, der mich glauben, dem wäre beffer, Teufel und Satanas, der die daß ein Mühlstein an seinem ganze Welt verführet; und Hals gehänget würde, und er ward geworfen auf die Erde, erfäufet würde im Meer, da es und seine Engel wurden auch am tiefsten ist. Wehe der Welt dahin geworfen. Und ich hörte der Aergernis halber! Es muß eine große Simme, die sprach ja Aergernis fommen; doch im Himmel: Nun ist das Heil, wehe dem Menschen, durch und die Kraft, und das Reich, welchen Nergernis fommt! So und die Macht unsers Gottes aber deine Hand oder dein Fuß feines Chriftus geworden; weil dich ärgert, so haue ihn der Berkläger unserer Brüder ab, und wirf ihn von dir. Es verworfen ist, der sie verklagt ist dir besser, daß du zum Les Tag und Nacht vor Gott. Und ben lahm, oder ein Krüppel fie haben ihn überwunden durch eingehest; denn daß du zwe des Lammes Blut, und durch Hände oder zween Füße habest, das Wort ihres Zeugnisses und werdest in das ewige Feuer und haben ihr Leben nicht ge geworfen. Und so dich dein liebet bis an den Tod. Darum Auge årgert, reiß es aus, freuet euch ihr Himmel, und wirf es von dir. Es ist beffer, die darinnen wohnen. und daß du einäugig zum Leben eingeheft; denn daß du zwey Augen habest, und werdest in u derselben Stunde traten das höllische Feuer geworfen. 3 die Jünger zu Jesu, und Sehet zu, daß ihr nicht jemand VOIE 1 Evangelium. Matth. 18, III. und Evangelischen Terte. 65 von diesen Kleinen verachtet. Jauf einem Bette. Da nun Jes Denn ich sage euch: Ihre En: fus ihren Glauben fahe, sprach gel im Himmel fehen allezeit er dem Gichtbrüchigen: Am 19. Sonnt. nach Trinit. piftel. Ephcf 4, 32.28. o leget nun von euch ab, das Angesiche meines Vaters Gey getrost, mein Sohn, deine im Himmet. Denn des Mens Sånden sind die vergeben. schen Sohn ist gekommen, selig Und siehe, etliche unter den zu machen, das verlohren ist, Schriftgelehrten sprachen bey Da aber Jesus ihre Gedanken fich felbft: Dieser låstert Gott. sahe, sprach er: Warum den: fet ihr so arges in euren Hers zen? Welches ist leichter, zu nach dem vorigen Wan- fagen: Dir sind deine Güns del, den alten Menschen, der den vergeben; oder zu sagen: durch Süste in Irrthum sich Stehe auf und wandle? Auf verderbet. Erneuert euch aber daß ihr aber wisset, daß des im Geist eures Gemüths; und Menschen Sohn Macht habe. ziehet den neuen Menschen an, auf Erden die Sünden zu ver: der nach Gott geschaffen ist in geben, sprach er zu dem Sicht: rechtschaffner Gerechtigkeit und brüchigen: Stehe auf, hebe dein Heiligkeit. Darum leget die Bette auf, und gehe heim. Lügen ab, und redet die Bahr: Und er stand auf, und gieng heit, ein jeglicher mit seinem heim. Da das Volk das sahe, Nächsten, sinternal wir unter vewunderte es sich, und preis einander Glieder find. Zürnetifete Gott, der solche Macht und fündiget nicht; last die den Menschen gegeben hat. Sonne nicht über eurem Born Ephef. 51 15-21. untergehen. Gebt auch nicht Am 20. Sonnt. nach Trinit. Raum dem Lästerer. Wer ge stehlen hat, der stehle nicht Epistel. mehr; ſondern arbeite, und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben den Dürftigen. o fehet nun zu, wie ihr vors fichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen, Und schicket euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verståne und fuhr wieder herüber, dig, was da sey des Herrn und kam in seine Stadt. Und Wille. Und faufet euch nicht fiehe, da brachten sie zu ihm voll Weins, daraus ein unors einen Gichtbrüchigen, der lag dentliches Wesen folget; fons ( D a trat Jesus in das Schiff, Dern Evangelium. Matth. 9, 18. 66 Die Epiftolischen dern werdet voll Ge stes, undres Darum gehet bin auf die det untereinander von Psalmen Straßen, und ladet zur Hochund Lobgesängen und ge stlichen zeit, wen ihr findet. Und die Liedern, singet und spielet dem Knechte giengen aus auf die Herrn in eurem Herzen; und Straßen und brachten zusams faget Dank allezeit für alles, men, wen sie fanden, Böse und Gott und dem Vater, im Nas Gute. Und die Tische wurden men unsers Herrn Jesu Christi; alle voll. Da gieng der König und send untereinander unter hinein die Gäste zu befeben; than in der Furcht Gottes. und sah allea einen Menschen, Evangeltum. der hatte kein hochzeitlich Kleid an, und sprach zu ihm: Freund, Matth. 22/114. abermal Und Jesus antwortete, und wie bist du hereingekommen, redete durch und hast doch kein hochzeitlis Gleichnisse zu ihnen, und ches Kleid an? Er aber vers sprach: Das Himmelreich) ist stummte. Da sprach der König gleich einem König, der seinem zu seinen Dienern: Bindet ihm Sohn Hochzeit machte, und Hände und Füße, und werft fandte feine Knechte aus, daß sie ihn in das àufferste Finsterniß die Gäste zur Hochzeit riefen; hinaus, da wird seyn Heulen und sie wollten nicht kommen. und Zähnklappen; denn viele Abermal fandte er andere find berufen, aber wenige sind Knechte aus und sprach: Sagt auserwählet. den Gästen: Stehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, mei- Am 21. Sonntage nach Trinit. ne Ochsen und mein Mastvieh Epiftel. ist geschlachtet, und alles be: Epheser 6, 10 17. reit kommt zur Hochzeit. Aber Zuletzt, meine Bruder, seyd sie verachteten das, und gien- stark in dem Herrn, und gen bin, einer auf seinen Acker, in der Macht seiner Stärke. der andere zu seiner Handthie: Ziehet an den Harnisch Gotz ruug. Erliche aber griffen ſeine tes, daß ihr bestehen könnet Knechte, höhnten und toeteten gegen die liftigen Anläufe des sie. Da das der König hörte, Teufels. Denn wir haben ward er zornig, und schickte nicht mit Fleisch und Blut zu feine Speere aus, und brachte kämpfen, sondern mit Fürsten diese Mörder um, und zündete und Gewaltigen, nemlich mit ihre Siadt an. Da sprach er den Herren der Welt, die in zu seinen Knechten: Die Hoch- der Finsterniß dieser Welt herrs zeit ist zwar bereitet, aber die fchen, mit den bösen Geistern Gäste waren es nicht werth. unter dem Himmel, um des willen und Evangelischen Terte. 67 willen, so ergreifet den har 1gieng hin. Und indem er hinab nisch Gottes, auf daß ihr an gieng, begegneten ihm seine dem bösen Tage Widerstand Knechte, verkündigten ihm, thun, und alles wohl ausrich- und sprachen: Dein Kind lebt. ten, und das Feld behalten Da forschte er von ihnen die moget. So stehet nun, um: Stunde, in welcher es beffer gürtet eure Lenden mit Wahr mit ihm geworden war. Und heit, und angezogen mit dem sie sprachen zu ihm: Gestern Krebs der Gerechtigkeit, und um die siebente Stunde verz an Beinen gestiefelt, als fer- ließ ihn das Fieber. Da merktig zu treiben das Evanges te der Vater, daß es um die lium des Friedens, damit Stunde wäre, in welcher Jes ihr bereitet fend. Vor allen sus zu ihm gesagt hatte: Dein Dingen aber ergreifet den Sohn lebt. Und er glaubte Schild des Glaubens, mit mit seinem ganzen Haufe. welchem ihr außldfchen könnt Das ist nun das andere Zeis alle feurige Pfeile des Bdse- chen, das Jefus that, da er wichts. Und nehmet den aus Judaa tu Galildam fam. Helm des Heils, und das Schwerd des Geistes, ches ist das Wort Gottes. wel Am zz. Sonntage nach Trinit. Epiftel. Philipp./ 31. Evangelium. 30h 4, 47-54 11nd es war ein Königischer, dante meinem Gott, so oft ich eurer gebeuke, deß Sohn lag Frank zu( welches ich allezeit thue in Capernaum. Dieser börete, allem meinem Gebet für euch daß Jefus kam aus Judåa in alle, und thue das Gebet mit Galilham, und gieng hin zu Freuden,) über eurer Gemeins ihm, und bat ihm, daß er schaft am Evangelio, vom ers hinab kåme, und hülfe seinem sten Tage an bisher. Und bin Sohn, denn er war todtfrank. deffelbigen in guter Zuversicht, Und Jesus sprach zu ihm: daß, der in euch angefangen Wenn ihr nicht Zeichen und hat das gute Werk, der wird Wunder fehet, so glaubet ihr es auch vollführen, bis an den nicht. Der Königische sprach Tag Jesu Chrifti. Wie es denn zu ihm: Herr, fomm hinab, mir billig ist, daß ich dermaßen ehe denn mein Kind stirbt. von euch allen halte; darum, Jesus spricht zu ihm: Gehe daß ich euch in meinem Herzen hin, dein Sohn lebet. Der babe, in die em meinem GeMensch glaubte dem Wort, fängniß, darinnen ich das das Jesus zu ihm sagte, und Evangelium verantworte und 2 beträfs 68 Die Epiftolischen bekräftige, als die ihr alle mit dert Groschen schuldig: und mir der Gnade theilhaftig seyd. er griff ihn an, und würgte Denn Gott ist mein Beuge, wie hn, und sprach: Bezahle mir, mich nach euch allen verlanget was du mir schuldig bist. Da von Herzens Grund in Jesu fiel fein Mittnecht nieder, und Christo. Und daselbst um bete bat ihm, und sprach: Habe ich, daß eure Liebe je mehr und Geduld mit mir, ich will dir mehr reich werde in allerley alles bezahlen. Er wollte aber Erkenntniß und Erfahrung, nicht; sondern gieng hin, und daß ihr prüfen möget, was warf ihn ins Gefängniß, bis das Beste sey; auf daß ihr daß er bezahlte, was er schuls feyd lauter und unanstößig, dig war. Da aber seine bis auf den Tag Christi, erfül: Mitknechte solches sahen, wur let mit Früchten der Gerech- den sie sehr betrübt, und tigkeit, die durch Jesum Chri- kamen, und brachten vor ihren stum geschehen( in euch) zur Herrn alles, was sich Ehre und Lob Gottes. bege ben hatte. Da forderte ihn fein Herr vor fich, und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, arum ist das Himmelreich alle diese Schuld habe ich dir gleich einem König, der erlassen, dieweil du mich baz mit seinen Kuechten rechnen test; solltest du denn dich wollte. Und als er anfieng zu nicht auch erbarmen über dei rechnen, kam ihm einer vor, nen Mitknecht, wie ich mich der war ihm zehn taufend über. dich erbarmet habe? Pfund schuldig. Da er es und sein Herr ward zornig, nun nicht hatte zu bezahlen, und überantwortete ihn den hieß der Herr verkaufen ihn, Peinigern, bis daß er bezahs und sein Weib, und seine Kin: lete alles, was er ihm schuls der, und alles, was er hatte, dig war. Also wird euch mein und bezahlen. Da fiel der himmlischer Vater auch thun, Knecht nieder, und betete ihn so ihr nicht vergebet von eus an, und sprach: Herr, habe rem Herzen, ein jeglicher seis Geduld mit mir, ich will dir nem Bruder seine Fehler. alles bezahlen. Da jammerte dem Herrn deffelbigen Knechts Am 23. Sonntage nach Trinit. und ließ ihn loß, und die Schuld erließ er ihm auch. Da gieng derfelbige Knecht olget mir, lieben Brüder hinaus, und fand einen seiner und sehet auf die, die also Mitknechte, der war ihm hun wandeln, wie ihr uns habt Epittel. Phil. 31 17 21. zum Evangelium. Matth. 18, 23-35 und Evangelischen Terte. 69 zum Vorbild. Denn viele münze. Und sie reichten ihm wandeln, von welchen ich euch einen Groschen dar. Und er oft gesagt habe, nun aber fa: sprach zu ihnen: Wes ist das ge ich euch mit einen die Bild und die Ueberschrift? Feinde des Kreuzes Christi; Sie fprachen zu ihm: Des welcher Ende ist das Verdamm: Kaysers. Da sprach er zu niß, welchen der Bauch ihr ihnen: So gebt dem Kayser, Gott ist, und ihre Ehre zu was des Kaysers ist, und Schanden wird, derer, die Gott, was Gottes ist. Da irdisch gefinnet sind. Unser fie das hörten, verwunderten Wandel aber ist im Himmel, sie sich, und ließen ihn, und von dannen wir auch warten giengen des Heilandes Jesu Epristi davon. unsern Am 24. Sonntage nach Trinit. Epistel. Colloss. 1/9 14: des Herrn, Herrn, welcher nichtigen Leib verklaren wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. it s erhalben auch wir, von dem Tage an, da wir es gehöret haben, hören wir nicht auf für euch zu beten und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß feines Willens, Evangelium. Matth. 22, 15428 und a giengen die Pharisder in allerley geistlicher Weisheit hin, und hielten einen und Verstand; daß iht wan: Rath, wie sie ihn fiengen in delt würdiglich dem Herrn zu feiner Rede fandten zu allen Gefallen, und frucht: ihm ihre Jünger, fammt He: bar send in allen guten Werredis Dienern, und sprachen: ken, und wachset in der Erz Meister, wir wissen, daß du kenntniß Gottes, und gestår: wahrhaftig bist, und lehrest fet werdet mit aller Kraft, den Weg Gottes recht, und nach seiner herrlichen Macht, du frageft nach niemand; denn in aller Geduld und Langmů= du achteft nicht das Ansehen thigkeit mit Freuden; der Menschen. Darum fage dankfaget dem Vater, uns, was dunkt dich? ist es uns tüchtig gemacht hat zu recht, daß man dem Kapfer dem Erbtheil der Heiligen im Bins gebe, oder nicht? Da Licht; welcher uns errettet hat nun Jefus merkte ihre Schalk: von der Obrigkeit der Finsterheit, sprach er: Ihr Heuch niß, und hat uns verseßet in ler, warum versuchet ihr das Reich seines lieben Sohmich? Weifet mir die Sins- nes; an welchem wir haben € 3 und der Die 70 Die Epiftolischen die Erldsung durch sein Blut; Am 25 Sonntage nach Trinit. nemlich die Vergebung der Günden. Epiftel. * Theffal. 41-13 18. Evangelium. Matth 9, 18-26. a Jefus fola s mit ihnen Wir wollen euch aber, lies ben Brüder, nicht vers redete, siehe, da kam halten von denen die da schlas der Obersten emner, und fiel fen, auf daß ihr nicht traus vor ihm nieder, und sprach: rig seyd, wie die andern, die Herr, meine Tochter ist jegt feine Hoffnnng haben. Denn gestorben; aber komm, und so wir glauben, daß Jesus ges lege deine Hand auf sie, so storben und auferstanden ist; wird sie lebendig. Und Jesus also wird Gott auch, die da stand auf, und folgte ihm entschlafen sind, durch Jesum, nach, und seine Jünger. Und mit ihm führen: denn das safiebe, ein Weib, das zwölf gen wir euch, als ein Wort des Jahr den Blatgang gehabt, Herrn, daß wir, die wir leben trat von hinten zu ihm, und und überbleiben in der Zukunft rührte seines Kleides Saum des Herrn, werden denen nicht an. Denn sie sprach bey ihr vorkommen, die da schlafen. felbft: Möchte ich nur sein Denn er selbst der Herr, wird Kleid aneshren, so würde ich mit einem Feldgeschrey und gefund. Da wandte sich Je Stimme des Erzengels, und fus um, und sabe sie, und mit der Posaune Gottes her: sprach: Sey getroft, meine nieder kommen vom Himmel, Tochter, dein Glaube hot dir und die Todten in Christo wers geholfen. Und das Beib ward den auferstehen zuerst Dar gefund zu derselbigen Grunde. nach wir, die wir leben und Und als er in des Obersten überbleiben, werden zugleich Haus kam, und fabe die Pfei- mit denselben hingerückt wer fer und das Gerümmel des den in den Wolken, dem Herrn Volks, sprachy er zu ihnen: entgegen in der Luft, und wer: Weichet, denn das Magd- den also bey dem Herrn feyn lein ist nicht tobt; sondern es allezeit. So trdstet euch nun mit fchlaft. Und sie verlachten ihn. diesen Worten unter einander. 2118 aber das Volk ausgetries ben war, gieng er hinein, und ergriff fie bey der Hand Evangelium. Matth 24, 15 28. enn ihr nun sehen werdet Und dies Gerücht erschallte in stung, davon gesagt ist durch daffelbige ganze Land. den Propheten Daniel, daß er stehe und Evangelischen Terte. 71 stehe an der heiligen Ståtte; vom Anfang, und scheinet bis ( wer das lieft, der merke dars zum Niedergang; also wird auf!) Alsdann fliehe auf die auch seyn die Zukunft des Berge, wer im jüdischen Lande Menschen Sohnes. Wo aber ist. Und wer auf dem Dach ist, ein Aas ist, da sammlen sich der fieige nicht hernieder, et: die Adler. was aus seinem Hause zu ho Ien. Und wer auf dem Felde Am 26. Sonntage nach Trinit. ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Webe aber Epiftel 2 Petr. 31 3 14. den Schwangern und Säugerr Ind wisset das aufs erste, zu ber Zeit. Bittet aber, daf daß in den letzten Tagen eure Flucht nicht geschebe im fommen werden Spotter, die Winter, oder am Sabbath. nach ihren eignen Lüften wan= Denn es wird alsdann eine deln, und sagen: wo ist die große Trübsal fenn, als nich: Verheissung seiner Zukunft? gewesen ist, vom Anfang der Denn nachdem die Väter entWelt bisher, und als auch schlafen sind, bleibt es alles, nicht werden wird. Und wo wie es von Anfang der Creatur diese Tage nicht würden ver: gewesen ist. Aber muthwillens kürzet, so würde kein Mensch wollen sie nicht wissen, daß felig; aber um der Auserwähl der Himmel vor Zeiten auch ten willen werden die Tage ver: war, dazu die Erde aus Wass kürzet. So alsdann jemand zu ser, und im Wasser bestanden euch wird sagen: Siehe, hier durch Gottes Wort. Dennoch ist Christus, oder da: so sollt ward zu der Zeit die Welt durch ihr es nicht glauben. Denn dieselbigen mit der Sündfluth es werden falsche Chrifti und verderbet. Wie auch der Him: falsche Propheten auffieben, mel jetzund und die Erde werund große Zeichen und Wun den durch sein Wort gesparet, der thun, daß verführet wer: daß sie zum Feuer behalten den in den Frthum( wo es werden am Tage des Gerichts miglich wäre) auch die Auser- und Verdammniß der gottlo= wählten. Siehe ich habe es sen Menschen. Eins aber sey euch zuvor gesagt. Darum, euch unverhalten, ihr Lieben, wenn sie zu euch figen wer: daß ein Tag vor dem Herrn den: Siehe, er ist in der ist wie tausend Jahre, und Wite; fo gehet nicht hinaus: tausend Jahre wie ein Tag. Siebe, er ist in der Kammer; Der Herr verziehet nicht die so glaubet es nicht. Denn Verheiffung; wie es etliche für gleichwie der Blitz ausgeht einen Verzug achten; sondern € 4 er 72 Die Epiftolischen du er hat Geduld mit uns, und Geduld und Glauben in allen will nicht, das jemand verlo: euren Verfolgungen und Trüb: ren werde, sondern daß fich falen, die ihr duldet, welches jedermann zur Buße Lehre anzeiget, daß Gott recht richten. Es wird aber des Herrn Tag wird, und ihr würdig werdet kommen als ein Dieb in der zum Reich Gottes, über wel: Nacht: in welchen die Himmel chem ihr auch leidet; nachdem zergehen werden mit großem es recht ist bey Gott, zu vers Krachen, die Elemente aber gelten Trübfal denen, die euch werden vor Hiße zerschmelzen; Trubsal anlegen; euch aber, die und die Erde und die Werke, ihr Trübfal leidet, ruhe mit. die darinnen sind, werden ver: uns, wenn nun der Herr Jesus brennen. So nun das alles foll wird geoffenbaret werden vom aergeben, wie follt ihr denn ge Himmel, sammt den Engeln feiner fbidt seyn mit heiligem Wan- Kraft, und mit Feuerflammen, del und gottfeligem Wefen, das Rache zu geben über die, so ihr wartet und eilet zu der Zu: Gott nicht erkennen, und über funft des Tages des Herrn, an die, so nicht gehorsam sind dem welchem die Himmel vom Feuer Evangelio unfers Herrn Jesu zergehen und die Elemente vor Chrifli; welche werden Pein leis Shige jerfamelzen werden. Wir den, das ewige Verderben von warten aber eines neuen Him: dem Angesicht des Herrn, und mels, und einer neuen Erde, von seiner herrlichen Macht; nach seiner Verheiffung, in wel, wenn er kommen wird, daß er chem Gerechtigkeit wohnet. herrlich erscheine mit seinen Heiz Darum, meine Lieben, dieweil ligen, und wunderbar mit allen ihr darauf warten follet: so thut Gläubigen. Denn unser Zeug Fleiß, daß ihr vor ihm unbe: niß an euch von demselbigen fleckt und unsträflich in Frie: Tage habt ihr geglaubet. den erfunden werdet. Evangelium. Matth. 25, 31-46 enn lejeit um euch, lieben seiner aber des Menschen Cohn kommen wird in Herrlichkeit, und alle Brüder, wie es billig ist. heilige Engel mit ihm, bank Denn euer Glaube wächset wird er sigen auf dem Stuhl fehr, und die Liebe eines jegli: feiner Herrlichkeit; und wer chen unter euch allen nimmt zu den vor ihm alle Völker ver gegen einander; also, daß wir fammlet werden. Und er wird uns eurer rühmen unter den sie von einander scheiden, gleich Gemeinen Gettes, ven eurer als ein Hirte die Schaafe von den Eine andere piftel. 2 Zheffal*/ 3= 10 ir follen Gott danken al: und Evangelischen Terte. 73 den Böcken scheidet; und wird Verfluchten, in das ewige die Schaafe zu seiner Rechten Feuer, das bereitet ist dem stellen, und die Böcke zur Lin: Teufel und seinen Engeln. Ich ken. Da wird dann der Kö- bin hungrig gewesen, und ihr nig sagen zu denen zu seiner habt mich nicht gespeiset. Ich Rechten: Kommt her, ihr bin durstig gewesen, und Gesegneten meines Vaters, habt mich nicht getránket. ererbet das Reich, das euch bin ein Gast gewesen, bereitet ist vom Anbeginn der ihr habt mich nicht beherbers Welt. Denn, ich bin hungrig get. Ich bin nackend gewesen, gewesen, und ihr habt mich und ihr habt mich nicht bekleigespeiset. Ich bin durstig ge det. Ich bin krank und gefanwesen, und ihr habt mich gegen gewesen, und ihr habt tránket. Jch bin ein Geft mich nicht besucht. Da wers gewesen, und ihr habt mich den sie ihm auch antworten beherberget. Ich bin nackend und sagen: Herr, wenn haben gewesen, und ihr habt mich wir dich gesehen hungrig, oder bekleidet. Ich bin frank ge durstig, oder ein Gast, oder wesen, und ihr habt mich be: nackend, oder Frank, oder gefuchet. Ich bin gefangen ge: fangen, und haben dir nicht wesen, und ihr seyd zu mir gedienet? Dann wird er ihnen gekommen. Dann werden ihm antworten und sagen: Wahr: die Gerechten antworten, und lich, ich sage euch: Was ihr sagen: Herr, wenn haben wir nicht gethan habt einem unter dich hungrig gesehen, und ha. diefen Geringsten, das habt ben dich gespeiset? Oder dur: ihr mir auch nicht gethan. stig, und haben dich getrånker? Und sie werden in die ewige Wenn haben wir dich einen Pein gehen; aber die GerechGaft gesehen, und beherberget? ten in das ewige Leben. Oder nackend, und haben dich bekleidet? Wenn haben wir dich am 27. Sonnt. nach Trinit. frank oder gefangen gesehen, Epistel. und sind zu dir gekommen? 1 Theffal 51 1* 11. Und der König wird antworten Von den Seiten aber und und fagen zu ihnen: Wahrlich Crunden, lieben Bråder, ich sage ench: Was ihr gethan ist nicht noth euch zu schreiben. habt einem unter diesen meinen Denn ihr selbst wißt gewiß, geringsten Brüdern, das habt daß der Tag des Herrn wird ihr mir gethan. Dann wird er kommen, wie ein Dieb in der auch sagen zu denen zur Lin Nacht. Denn wenn sie wer: ken: Gehet hin von mir, ihr den fagen, es ist Friede, es hat ihr Sch ஒ ch und 744 Die Epiftolischen und Evangel. Terte. bat feine Gefahr: so wird sie nahmen, und giengen aus dem Aber das Verderben schnell über Bräutigam entgegen. fallen, gleichwie der Schnerz fünf unter ihnen waren thoa ein schrangeres Weib, und richt, und fünf waren flug. werden nicht entfliehen. Ihr Die thôrichten nahmen ihre aber, lieben Brüder, seyd lampen, aber sie nahmen nicht Die klugen nicht in der Finsterniß, daß Del mit sich. euch der Tag wie ein Dieb er: aber nahmen Del in ihren greife. The fend allzumal Kin Gefäßen, samt ihren Lampen. der des Lichts, und Kinder Da nun der Bräutigam verdes Tages: wir sind nicht von zog, wurden sie alle schläfrig, der Nacht, und von der Fin- und entschliefen. Zur Mitter: sterniß. So laßt uns nun nacht aber ward ein Geschrey: nicht schlafen, wie die andern; Siebe, der Bräutigam fommt; fondern laßt uns wachen und achet aus ihm entgegen. Da nüchtern feyn. Denn die da standen die Jungfrauen alle schlafen, die schlafen des auf, und schmückten ihre Lams Machts, und die da trunken pen. Die thörichten aber spras find, die sind des Nachts trunschen zu den klugen; Gebt uns ken. Wir aber, die wir des von eurem Del, denn unsere Tages find, sollen nüchtern Yampen verlöschen. Da ant feyn: angethan mit dem Krebs worteten die fingen und spra: des Glabbens und der Liebe, dhen: Nicht also; auf daß nicht und mit dem Helm der Hoff uns samt euch gebreche. Gebet nung zur Seligkeit. Denn aber hin zu den Kramern, und Gott hat uns nicht gefetzt zum fauft für euch felbst. Und da Zorn, sondern die Seligkeit zu fie bingiengen zu kaufen, fam besitzen, durch unsern Herrn der Bräutigam; und welche Jefum Chriftum, der für uns bereit waren, giengen mit ihm gestorben ist, auf daß, wir hinein zur Hochzeit; und die wachen oder schlafen, wir zu- Thür ward serschlossen. Zuletzt gleich mit ihm leben sollen. Famen auch die andern Jung: Darum ermahnet euch unter frauen, und sprachen: Herr, einander, und bauet einer den Herr, thue uns auf. Er ante andern, wie ihr denn thut. wortete aber, und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich tenne euch nicht. Darum was chet, denn ihr wist weder Tag reich gleich feyn zeben noch Stunde, in welcher des Jungfrauen, die ihre Lampen Menschen Sohn kommen wird. Evangelium. Die Matth. 15/113. ann wird das Himmel: Sera Die Geschichte des Leidens, des Todes und der Begräbniß Jesu Christi, aus den vier Evangeliften zusammen gezogen. Erste Abtheilung. 1) Hingang Jefu zum Delberge. Ş a Jesus und seine Jun- Jauferstehe, will ich vor euch ger,( nach dem Ge- hingehen in Galiläam. Penuß des Osterlammes trus aber antwortete, und und der Einsetzung des heiligen sprach zu ihm: Wenn sie auch Abendmahls) den Lobgesang alle sich an dir árgerten, fo gesprochen hatten, gieng er will ich mich doch nimmermehr hinaus, nach seiner Gewohn- årgern. Jesus sprach zu ihm: heit, über den Bach Kidron, Wahrlich, ich sage dir, heute an den Delberg. Es folgeten in dieser Nacht, ehe dann der ihm aber seine Jünger nach. Hahn zweymal fråhet, wirft Da sprach Jesus zu ihnen: In du mich dreymal verleugnen. dieser Nacht werdet ihr euch Er aber redete noch weiter: alle årgern an mir, denn es Ja, wenn ich auch mit die stehet geschrieben: Ich werde erben müßte, so will ich dich den Hirten schlagen, und die nicht verleugnen; deffelbigen Schafe der Heerde werden sich gleichen sagten auch alle zerstreuen. Wenn ich aber Jünger. 75 2) Jesu Gelenleiden. Da kam Jesus mit ihnen| Da sprach Jesus zu ihnen zu einem Hofe, der hieß Geth. Sehet euch hin, bis bis ich semane, da war ein Garten, dort hingehe und bete. Und darin gieng Jesus und seine er nahm zu sich Petrum und Jünger. Judas aber, der ihn Jacobum und Johannem, die verrieth, wußte den Ort auch: zween Söhne Bebeddi, und denn Tefus versammlete fich oft fieng an zu trauren, zu zittern daselbst mit seinen Jüngern. und zu zugen, und sprach zu ihnen: 76 Geschichte des Leidens ihnen: Meine Seele ist betrübt fand sie abermal schlafend, bis in den Tod, bleibet hie, denn ihre Augen waren voll wachet mit mir und betet, Schlafs, und wusten nicht, auf daß ihr nicht in Anfech was sie ihm antworteten. tung fallet. Und er ris fich Und er ließ fie und gieng von ihnen bey einen Stein abermal hin, und betete zum wurf, und Eniete nieder, fiel drittenmal, und redete die auf sein Angesicht auf die Ers felbigen Worte. de, und betete, daß, so es Es erschien ihm aber ein möglich wäre, die Stunde vor Engel vom Himmel, und Und es fam, über gienge, und sprach: Abba stárkete ihn. mein Vater, es ist dir alles daß er mit dem Tode rang, möglich, überhebe mich diefes und betete heftiger. Es war Kelchs, doch nicht was ich aber fein Schweiß wie Bluts, will, fondern was du willt. tropfen, die fielen auf die Und er kam zu seinen Jan Erde. gern, und fand fie schlafend, Und er stund auf vom Ge and sprach zu Petro: Simon! bet, und famr zu einen Sün schlafest du? Vermöchtest du gern, und fand sie schlafend nicht eine Stunde mit mir zu für Traurigkeit, und sprach wachen? Wachet und betet, zu ihnen: Ach! wollet ihr nun daß ihr nicht in Anfechtung schlafen und ruhen! es ist ge fallet. Der Geist ist willig, nug: Gehet die tunde ist aber das Fleisch ist schwach. Eommen, und des Menschen Bum andernmal gieng er hin, Sohn wird überantwortet in betete und fprach: Mein Ba- der Sünder Hände, stehet ter! ist es nicht möglich, daß auf, und laffet uns gehen, Dieser Kelch von mir gehe? ich siehe, der mich verråth, ist trinke ihn denn; so geschehe nahe; betet aber, auf daß ihr dein Bille. Und er fam und nicht in Anfechtung fallet. 3) Gefangennehmung Jefu. Und alsbald, da er nochsten und mit Etangen. Der redete, kam Judas, der Zwöl- Berråther aber hatte ihnen ein feh einer, da er hatte zu sich Zeichen gegeben, und gefaget: genommen die Schaar und Welchen ich tüffen werde, der Diener der Hohenpriester und ist es, den greifet und führet Pharifaer, der Weltesten und ihn gewiß. Als nun Jefus Echriftgelehrten, gieng vor ih wußte, alles was ihm begeg nen her, und kam dahin mit nen sollte, gieng er hinaus und Sadeln, Lampen, mit Schwerd: sprach zu ihnen: Ben suchet ihr? 77 Sant Jefu Chrifti. ihr? Sie antworteten ihm: sprach: Lasset sie doch so ferne Jesum von Nazareth. Jesus machen. Und zu Petro: Stede sprach zu ihnen: Ich bins. dein Schwerdt in die Scheide; Judas aber, der ihn verrieth, denn wer das Schwerdt nimmt, stund auch bey ihnen. Als der soll durch das Schwerdt. nun Jesus zu ihnen sprach: umkommen. Oder meinest du, Ich bins, wichen sie zurücke daß ich nicht könnte meinen und fielen zu Boden, Da Bater bitten, daß er mir zus fragte er sie abermal: Wen schickte mehr denn gvdlf Legios zwölf fuchet ihr? Sie aber sprachen: nen Engel? Soll ich den Kelch Jesum von Nazareth. Jesus nicht trinken, den mir mein antwortete: Ich habe euch ge- Vater gegeben hat? Wie wür= fagt, daß ichs sey; fuchet ihr de aber die Schrift erfüllet? denn mich, so laffet diese ge- Es muß also geschahen. Und hen. Auf daß das Wort er er rührete sein Ohr an, und füllet würde, welches er fagte: heilete ihn. Ich habe der feinen verlohren, Zu der Stunde sprach Je= die du mir gegeben hast. Und sus zu den Hohenpriestern und Judas nahete sich zu Jefu, ihn Hauptleuten des Tempels, und zu küssen, und sprach: Ge den 2eltesten, die über ihn grüßet feyst du, Rabbi! und kommen waren: Jhr feyd als Euffete ihn. Jesus aber sprach zu einem Mörder mit Schwerd= zu ihm: Mein Freund, warum ten und mit Stangen ausge= bist du kommen? Juda! vere gangen mich zu fahen; bin ich råthest du des Menschen Sohn doch täglich gesessen bey euch mit einem Kuß? Da traten sie und habe gelehret im Tempel, hinzu, und legten die Hände und ihr habet keine Hand an an Jefum und griffen ihn. mich geleget. Aber dies ist Da aber sahen, die um ihn eure Stunde, und die Macht waren, was da werden wollte, der Finsternis, auf daß die sprachen sie zu ihm: Herr! Schrift erfüllet werde. Da follen wir mit dem Schwerdt verliegen ihn alle Jünger und drein schlagen? Da hatte Si flohen. Und es war ein Jungs mon Petrus ein Schwerdt, ling, der folgte ihm nach, der und zog es aus, und schlug war mit Leinwand bekleidet, auf nach des Hohenpriesters Knecht der bloßen Haut, und die Jungs und hieb ihn sein recht Ohr ab. linge griffen ihn, er aber ließ Und der Knecht hies Malchus. den Leinwand fahren, und Jefus aber antwortete, und flohe blos von ihnen. den $ 991d Zwote 78 Geschichte des Leidens 3wote Abtheilung. 4) Verhör und Verurtheilung Jefu vom Jüdischen hohen Rath. Die Schaar aber und der und wärmeten sich. Petrus Oberhauptmann und die Die aber stund bey ihnen, und ser der Juden nahmen Jesum wärmete fich, auf daß er sähe und bunden thn, führten ihn wo es hinaus wollte. aufs erfte zu Hannaß, der war Aber der Hohepriester fras. Caiphas Schwäher, welcher gete Jefum um seine Jünger des Jahrs Hoherpriester war. und um seine Lehre. Jesus Es war aber Caiphas, der antwortete: Ich habe fren ofs den Juden rieth, es wäre fentlich geredet vor der Welt, gut, daß ein Mensch würde ich habe allezeit gelehret in umgebracht für das Volk. der Schule und in dem Tems Und sie führeten ihn zu dempel, da alle Juden zusammen Hohenpriester Caiphas, dahin kommen, und habe nichts im alle Hohenpriester und Schrift- Verborgenen geredet. Was gelehrte und Aeltefte sich ver- fragest du mich darum? frage fammlet hatten. die darum, die gehöret haben, Simon Petrus aber folgete was ich zu ihnen geredet habe; Jefu von ferne, und ein an- siehe, dieselbigen wissen was derer Jünger, bis an den ich gesagt habe. Als er aber Pallast des Hohenpriesters. solches redete, gab der Diener Derselbige Jünger war dem einer die dabey ftunden, Jesu Hohenpriester bekannt, und einen Backenstreich und sprach: gieng mit Jefu hinein in den Sollt du dem Hohenpriester Pallaft. Petrus aber stund also antworten? Jesus ant= draussen vor der Thür. Da wortete: Habe ich übel geres gieng der andere Jünger, der det, so beweise es, daß es Ben Hohenpriester bekannt unrecht sey, habe ich aber recht war, hinaus, und redete mit geredet, was schlågest du mich? der Thürhüterin, urd führete und Hannas hatte ihn gebuns Petrum hinein. Es stunden den gesandt zu dem Hohenpries aber die Knechte und Diener, sier Caiphas. und hatten ein Koblfeuer ge: Die Hohenpriester aber und macht, danieden mitten im die Weltesten, und der ganze Pallast, denn es war kalt, Rath suchten falsch Zeugniß wider Jefu Chrifti. 79 abermahl, wider Jesum, auf daß sie der Hohepriester ihn zum Tode bråchten, und und sprach zu ihm: Ich bes funden feines, wiewohl viele schwdre dich bey dem lebendis falsche Zeugen herzu traten; gen Gott, daß du uns sagest, benn ihre Zeugnisse stimmeten ob du seyst Christus der Sohn nicht überein. Zulest traten des hochgelobten Gottes? Je= berzu zween falsche Zeugen, sus sprach: Du sagest es, ich und prachen: 2Bir haben ge- bin es: doch sage ich euch: boret, daß er sagte: Ich kann Von nun an werdet ihr sehen und will den Tempel Gottes, des Menschen Sohn sißen zur der mt hånden gemacht ist, rechten Hand der Kraft, und abbrechen, und in dreyen Za: fommen in den Wolken des gen einen andern bauen, der Himmels. Da zerriß der Hos nicht mit Hinden gemacht ist. epriester seine Kleider, und Ihr Zeugniß aber stimmte roch sprach: Er hat Gott gelåstert, nicht überein: Und der Hohe: was dürfen wir weiter Zeugpriester stund aur unter fie und niß? Siehe, jetzt habt ihr seis fragte Jefum und sprach: ant: ne Gotteslästerung gehöret, wortest du nichts zu dem, das was dinket euc)? Sie aber vers diese wider dich zeugen? Jesus dammten ihn alle und spras aber schwieg stille, und ante chen: Er ist des Todes wortete nichts. Da fragte ihn schuldig. 5) Mishandlung Jesu von der Wache. Die Männer aber die Je- ins Angesicht,( besonders die fum hielten verspotteten ihn, Knechte,) und sprachen: und speieten aus in sein Ange: Weisfage uns, Christe, wer ficht, und schlugen ihn mit sts: der dich schlug? Und Fäusten; etliche aber verdeck viel andere Lästerung sagten ten ihn, und schlugen ihn sie wider ihn. 6) Verleugnung Petri. Simon Petrus aber war verleugnete vor ihnen allen und ( wie oben erwähnet worden) sprach: Weib! ich bins nicht, draussen im Pallast; da kam ich kenne ihn nicht, ich weiß des Hohenpriesters Mägde eine, auch nicht, was du sageft. Die Thürhüterin; und da sie Und er gieng hinaus in den Petrum unter den Knechten Borbof, und der Hahn kråhe: bey dem Feuer sabe; schauete te. Und als er zur Thür hinz fie ihn an, und sprach zu ihm: aus gieng, fabe ihn nebst der Und du warest auch mit dem Vorigen, eine andere Magd, Jesu aus Galilda. Er aber die sprachen zu denen, die das bey 80 Geschichte des Leidens ben stunden: Dieser war auch Knechte einer, ein Gefreundtee mit dem Jefu von Nazareth. des, dem Pétrus das Ohr abz Da sprachen sie zu ihm: Bist gehauen hatte: Sahe ich dich du nicht seiner Jünger einer? nicht im Garten bey ihm? Da und ein anderer sprach: Du fieng er an sich zu verfluchen und bist auch der einer. Und er zu schwören: Ich kenne des leugnete abermal, und sprach: Menschen nicht, von dem ihr Mensch, ich bins nicht, und faget. Und alsbald, da er. schwur dazu: ich des noch redete, krähete der Hahn Menschen nicht. über zum andernmal. Und der Herr eine kleine Weile bey einer wandte sich um, und sahe Stunde bekräftigte es ein an: Petrum an. Da gedachte Pez derer, mit denen die stunden, und sprachen: War: er zu ihm gesagt hatte: Ehe lich, du bist auch der einer; der Hahn zweymal krähet, denn du bist ein Galilåer, und wirst du mich drepmal vera deine Sprache verräth dich; leugnen; und er gieng hinaus, spricht des Hohenpriesters und weinete bitterlich. dabey trus an das Wort Jesus, das kenne Und 7) Bestätigung des Todesurtheils úver Jefum. Des Morgens aber ver- ich aber, so antwortet ihr nicht fammleten sich alle Hohenprie: und laffet mich dennoch nicht ster, Schriftgelehrten und die los. Drum von nun an wird Aeltesten des Volks, darzu der des Menschen Sohn- fißen zur ganze Rath, und hielten ei rechten Hand der Kraft Gota nen Rath über Jesum, daß sie tes; da sprachen sie alle: ihn tödteten. Und führeten Bist du denn Gottes Sohn? ihn hinauf vor ihren Rath, Er aber sprach zu ihnen: he und sprachen: Bist du Chri: sagts; denn ich bins. Sie aber stus? fage es uns. Er aber sprachen: Was dürfen wir weis sprach zu ihnen: Sage ich es ter Zeugniß? Wir habens felber euch, so glaubet ihrs nicht; frage gehöret aus feinem Munde. Dritte Abtheilung. 8) Auslieferung Jefu an das römische Gericht. Und der ganze Haufe stund Richthaus, und überantwortes auf, und bunden Jesum, füh- ten ihn dem Landpfleger Pontio reten ihn von Caipha vor das Pilato, und es war noch frühe. 9) Ju Jefu Chrifti. 8.1 9) Judà Verzweifelung und Zeugniß von der Unschuld Jefu. Sie hielten und kaufs Da das sahe Judas der ihnjes ist Blutgeld. verrathen hatte, daß er verdam- aber einen Rath, met war zum Tode; gereuete ten eines Töpfers Acker darum, es ihn, und brachte herwieder zum Begräbniß der Pilger, Und die dreiffig Silberlinge den Hoses ist fund worden allen, die henpriestern und den Aeltesten, zu Jerusalem wohnen, also, daß und sprach: Ich habe übel ge- derselbige Acker genennet wird than, daß ich unschuldig Blut auf ihre Sprache: Akeldama, verrathen habe. Sie sprachen: das ist ein Blutacker, bis auf was gehet uns das an! da siehe den heutigen Tag. Da ist erfüls du zu. Und er warf die Gillet, das gesagt ist durch den Pro. berlinge in den Tempel, hub pheten Jeremiam, da er spricht: sich davon, und ging hin, und Sie haben genommen dreifig erhängte sich selbst, und ist mit Silberlinge ,. damit bezahlet ten entzwey geborsten, und fein ward der Verkaufte, welchen sie Eingeweide ausgeschüttet. Aber kauften von den Kindern Israel, die Hohenpriester nahmen die und haben sie gegeben um eis Silberlinge, und sprachen: Es nes. Töpfersacker, als mir der taugt nicht, daß wir sie in Herr befohlen hat. den Gotteskasten legen, dennl 10) Anklage und Verhör Jesu vor Pilato. Die Juden aber giengen nicht da er deutete, welches Todes in das Richthaus, auf daß sie er sterben würde. nicht unrein würden, sondern Da fingen an die Hohenpries die Ostern effen möchten. Daster und die Weltesten ihn hart zu. ging Pilatus zu ihnen heraus, verklagen, und sprachen: Dies und sprach: Was bringet ihr sen finden wir, daß er das für eine Klage wider diesen Men Bolk abwendet, und verbeut schen? Sie antworteten und den Schos den Kayser zu geben, sprachen zu ihm: Wäre dieser und spricht: Er sey Christus, nicht ein Uebelthäter, wir hat ein König. Da ging Pilatus ten dir ihn nicht überantwortet. wieder hinein in das Richthaus, Da sprach Pilatus zu ihnen und rief Jesum, und fragte So nehmet ihr ihn hin, und ihn und sprach: Bist du der richtet ihn nach eurem Gefeß: Juden König? Jesus stund vor Da sprachen die Juden zu ihm: ihm und antwortete: Redeft Wir dürfen niemand tödten, du das von dir selbst, oder haben Auf daß erfüllet würde das es die andere von mir gesagt? Wort Jesu, welches er fagete, Pilatus antwortete: Bin ich ein $ Jude? it [ I € Je c Ter el d ft he 08 9 ec fi 82 Geschichte des Leidens Und da Jude? Dein Volk und die Ho- jer das gesaget, ging er wizz henpriester haben dich mir über der hinaus zu den Juden, und antwortet, was hast du gethan? spricht zu ihnen: Ich finde keiz Jefus antwortete: Mein Reich ne Schuld an ihm. ist nicht von dieser Welt, wäre er verklaget ward von den Hos mein Reich von dieser Welt, meis benpriestern und Meitesten, antne Diener würden darob kåm- wottete er nichts. Pilatus pfen, daß ich den Juden nicht aber fragete ihn abermal und überantwortet würde. Aber nun fprach: Antwortest du nichts? ist mein Reich nicht von dannen. hdrest du nicht wie hart sie dich Da sprach) Pilatus zu ihm: So verklagen? und, er antwortete bist du dennoch ein König? Je- ihm nicht auf ein Wort mehr, fus antwortete: Du sagest es, also daß sich auch der Landpfle= ich bin ein König; ich bin darsger sehr verwunderte. Się aber zu geboren und auf die Welt hielten an und sprachen: Er kommen, daß ich die Wahrheit hat das Volk erreget, damit, zeugen soll, wer aus der Wahr- daß er gelehret hat hin und her heit ist, der höret meine Stim- sim ganzen jüdischen Lande, und me. Spricht Pilatus zu ihm: hat in Galiläa angefangen bis Was ist Wahrheit? und da hieher. Versuche zur Befreyung Jefu. e11) Pilati Da aber Pilatus Galilåam, Kleid an, und sandte ihn wiehårete, fragte er: Ob er aus der zu Pilato. Auf den Tag Galilha wäre, und da er ver-[ wurden Pilatus und Herodes nahm daß er unter Herodis Freunde mit einander: denn zuObrigkeit war, übersandte er vor waren sie einander feind. ihn zu Herodes, welcher in den Pilatuß aber rief die Hohenz selbigen Tagen auch zu Jerusa- priester und die Obersten, und len war. Da aber Herodes das Volk zusammen, und sprach sum sahe, ward er sehr froh: zu ihnen: Ihr habt diesen Mendenn er hätte ihn längst gerne schen zu mir bracht, als der gesehen: denn er hatte viel von das Volk abwendet, und sehet ihm gehöret, und hoffete, er ich habe ihn vor euch verhöret, würde ein Zeichen von ihm se- und finde an dem Menschen der hen. Und er fragte ihn man- Sache keine die ihr ihn beschulcherley; er antwortete ihm diget, Herodes auch nicht: aber nichts. Die Hohenpriester Denn ich habe euch zu ihm ges aber und Schriftgelehrten stun- fandt, und fehet man hat nichts den, und verklageten ihn hart. auf ihn bracht, das des Tos Aber Herodes mit seinem Hof des werth sen, darum will ich gesinde verachtete und verspot: ihn züchtigen und losgeben. fete ihn, und legte ihm ein weiß Auf Jefu Chrifti. 8 Auf das Fest aber muste der habe heut viel erlitten im Trau Landpfleger nach Gewohnheit von feinetwegen. dem Volke einen Gefangenen Aber die Hohenpriester un losgeben, welchen sie begehrten. Aeltesten überredeten und rei Er hatte aber zu der Zeit einen ten das Volk, daß sie um Ba Gefangenen, einen sonderlichen rabas bitten sollten, und vor andern, der hieß Barras fum umbrachten. Da antworte bas, welcher war um eines Auf- nun der Landpfleger, und spra ruhrs, der in der Stadt ge- zu ihnen: Welchen wollet it schahe, und um eines Mords unter diesen zween, den ich eu willen in das Gefängnis gewor- soll losgeben? da schrie der gar fen, und das Volk ging hinauf, je Haufe und sprach: Hinwe und bath, daß er thäte wie er mit diesem, und gieb uns Ba pflegete. Und da sie versamm- rabam los. Da rief Pilati let' waren, antwortete ihnen abermal zu ihnen und woll Pilatus: Ihr habet eine Ge- Jefum laffen, und spracy wohnheit, daß ich euch einen Was soll ich denn machen m losgebe auf Offern; welchen Jesum, den man Christu wollet ihr, daß ich euch losge- nennt? fie schrien abermahl be, Barrabam oder Jesum, Kreuzige, kreuzige ihn. G den König der Juden, von dem aber sprach zum drittenmahla gefaget wird; Er sey Chriftus? ihnen: Was bat er denn Uebe denn er wuste wol, daß ihn die gethan? ich finde feine Ursach Hohenpriester aus Neid über- des Todes an ihm, darum wi antwortet haten. ich ihn züchtigen und los laffer Und da er auf dem Richt= Aber sie lageu ihm an m stuhl saß, schickte sein Weib großem Geschrey, und forder zu ihm, und ließ ihm sagen: ten, daß er gefreuziget wird Habe du nichts zu schaffen mit und ihr und der Hohenprieste diesem Gerechten: denn ich Gefchrey nahm überhand. 12) Geisselung und Verspottung Jefu. Da aber Pilatus sahe, daßsSein Blut komme über uns er nichts schaffete, sondern daß und über unsere Kinder. viel ein größer Getümmel ward, gab er ihnen Barrabam los gedachte er dem Volke genug zulder um Aufruhrs und Mord thun, und urtheilte daß ihre willen war ins Gefängniß g Bitte geschehe; nahm Wasser, worfen, um welchen sie bather und wusch die Hände vor deinjaber Jesum ließ er geiffeln Bolke, und sprach: ich bin un- und überantwortete ihn daß schuldig an dem Blut dieses Ge- gekreuziget würde. rechten, fehet ihr zu. Da ant: Da nahmen die Kriegskned wortete das Volk und sprach: te des landpflegers Jésum 82 fi 84 Geschichte des Leidens sich in das Richthaus, und Hand, und beugten die Knie riefen zusammen die ganze vor ihm, spotteten ihn und Schaar, und zogen ihn aus, sprachen: Gegrüßet seyst du, und legten ihn einen Purpur- der Juden König! und gaben mantel an, und flochten eine ihm Backenstreiche, Speieten Krone von Dornen, und fekten ihn an, und nahmen das fie auf sein Haupt, und gaben Rohr, und schlagen damit sein ihm ein Rohr in seine rechte' Haupt. 13) Letztes Verhör und Verurtheilung Jesu. Da gieng Pilatus wieder her- skeine Macht über mich, wenn aus und sprach zu ihnen: Ge- sie dir nicht wäre von oben her. het ich führe ihn heraus Jusab gegeben; darum, der mich euch, daß ihr erkennet, daß ich dir überantwortet hat, der hats Feine Schuld an ihm finde. Also größere Sünde. Von dem an jieng Jesus heraus, und trug trachtete Pilatus, wie er ihn eine Dornenkrone und Purpur: los ließe. Die Juden aber Fleid. Und er spricht zu ihnen: schrien, und sprachen: Läsfest Behet welch ein Mensch! Da du diesen los, so bist du des ihn die Hohenpriester und die Kaysers Freund nicht; denn Diener sahen, schrien sie und wer sich selbst zum Könige prachen: Kreuzige, kreuzige macht, ist wider den Kayser. hn. Pilatus spricht zu ihnen: Da Pilatus das Wort hö Mehmet ihr ihn hin und freu- rete, führte er Jesum heraus, iget ihn; denn ich finde keine und setzte sich auf dem NichtSchuld an ihm. Die Judenstuhl, an der Stätte die da heif antworteten ihm: Wir haben set Hochpflaster, auf hebräisch in Gefeß, und nach dem Gefeß aber Gabbatha. Es war aber foll er sterben, denn er hat sich der Rüsttag in Ostern, um die felbst zu Gottes Sohne gemacht. sechste Stunde. Und er spricht Da Pilatus das Wort hörete, zu den Juden: Sehet das ist fürchtete er sich noch mehr, euer König. Sie schrien aber: and gieng wieder hinein in das Weg, weg mit dem, kreuzige Richthaus, und spricht zu Jesu: ihn. Spricht Pilatus zu ihBon wannen bist du? Aber nen: Soll ich euern König Jesus gab ihm keine Antwort. freuzigen? Die Hohenpries weisfest du nicht, daß ich Macht| Kayser. habe dich zu freuzigen, und er ihn, Macht habe dich los zu geben? würde. Jesus antwortete: Du hattest Da sprach Pilatus zu ihm: ster antworteten: Wir haben Redest du nicht, mit mir? feinen König, denn den Da überantwortete daß er gekreuziget Viers 1 Jefu Chrifti. Vierte Abtheilung. 14) Ausführung Jefu nach Golgatha. Da nahmen die Kriegsknechten ihn. Jefus aber wandt te Jesum,( den sie verspottet sich um zu ihnen, und sprach hatten) zogen ihm den Man- Ihr Töchter von Jerusalem tel aus, und zogen ihm seine weinet nicht über mich, sondern Kleider an, und führeten ihm über euch selbst, und über eur hin, daß sie ihn kreuzigten; und Kinder, denn siehe es wird di er trug sein Kreuz. Und in Zeit kommen, in welcher mar dem sie hinaus gingen, funden fagen wird: Gelig sind die Un fie einen Menschen, der fürüber fruchtbaren und die Leiber, di ging, von Cirene, mit Namen nicht geboren haben, und di Simon, der vom Felde kam, Brüste die nicht gesäuget haber der ein Vater Alexandri und Denn werden sie anfahen zu s Ruffi war, den zwungen fie, gen zu den Bergen: Fallet übe und legten das Kreuz auf ihn, uns, und zu den Hügeln: decke daß ers Jesu nachtruge. uns; denn so man das thut an Es folgte ihm aber nach ein grünen Holz, was will am dur großer Haufe Volks und Wei- ren werden. ber, die klagten und beweine: 85 15) Kreuzigung Jefu. Es wurden aber auch hinge-, sprach: Vater vergieb ihnen führet zween andere Uebelthå denn sie wissen nicht, was si ter, daß sie mit ihm abgethan thun. würden. Und sie brachten ihn Pilatus aber schrieb eine Ule an die Stätte, die da heiffet berschrift, und feßte sie au auf Hebräisch Golgatha, das das Kreuz, oben zu feinen ist verdeutschet, Schedelstått, Haupt, als die Ursache feine und sie gaben ihm Myrrhen in Todes. Es war aber geschrie 2Bein zu trinken; und da ers ben: Jefus von Nazareth, de schmeckte, wollte ers nicht Juden König. trinken. Diese Ueber schrift lafen viele Juden; den Und sie kreuzigten ihn da die Stätte war nahe bey de selbst, und die zween Uebelthå: Stadt da Jesus gekreuziget ist ter mit ihm, einen zur Rechten, und es war geschrieben au und einen zur Linken, Jefum, ebraische griechische und latei aber mitten inne. Da ward nische Sprache. Da sprache die Schrift erfüllet, die da fa- die Hohenpriester der Juden z get: Er ist unter die Uebelthå- Pilato: Schreib nicht der Ju ter gerechnet. Jefus aber den König, sondern, daß er ge F3 16 Geschichte des Leidens agt habe: Ich bin der Juden Laßt uns den nicht zertheilen, Ronig, Pilatus antwortete: sondern darum loosen, weß er Bas ich geschrieben habe, das seyn soll. Auf daß erfüllet würabe ich geschrieben. de die Schrift, die da saget: Und die Kriegsknechte, da Sie haben meine Kleider unter ie Jesum gekreuziget hatten, sich getheilet, und haben über ahmen seine Kleider, und meinen Rock das Loos gewor= nachten vier Theile, einem jeg- fen; solches thaten die Kriegs: ichen Kriegsknecht ein Theil fnechte. Und sie faffen allda, arzu auch den Rock. Der Rock und büteten sein. Es war aber ber war ungenehet, von oben um die dritte Stunde, da sie in gewirket, durch und durch. ihn freuzigten. Und das Volk Da sprachen sie untereinander: stund und sahe zu. 16) Verspottung Jefu am Kreuz. Die aber vorüber giengen, nicht helfen. Ist er Chriftus àsterten ihn, und schüttelten der König von Israel, der Ausbre Köpfe, und sprachen: erwählte Gottes, so helfe er ihm Pfui dich, wie fein zerbrichst selber, und steige nun vom u den Tempel und bauest ihn Kreuze, auf daß wirs sehen, und n dreyen Tagen, hilf dir selber. glauben ihm. Er hat Gott vers Bist du Gottes Sohn, so steige trauet, der erlöse ihn nun, luz erab vom Kreuz. Desglei- ftet es ihm; denn er hat gesagt: hen auch die Hohenpriester ver- Ich bin Gottes Sohn. E3 potteten ihn untereinander, mit verspotteten ihn auch die Kriegsen Schriftgelehrten und Ael- knechte, traten zu ihm und esten, samt dem Volke, und brachten ihm Effig, und spraz prachen: Er hat andern ge- chen: Bist du der Juden Kös olfen, und kann ihm selber nig, so hilf dir selber. 17) Beanadigung des bekehrten Schächers. Aber der Uebelthåter einer, diejnen, denn wir empfahen, was a gehenket waren, låsterte ihn, unsre Thaten werth sind, dieser and sprach: Bist du Christus, aber hat nichts Ungeschicktes o hilf dir und uns. Da antwor- gehandelt; und sprach zu Jesuz ete der andere, ftrafete ibn und Herr gedenke an mich, wenn du prach: Und du fürchtest dich in dein Reich kommst. Und Jes uch nicht vor Gott, der du body fus fprach zu ihm: Warlich ich n gleicher Verdammniß bist? fage dir, heute wirst du mit mir nd zwar wir sind billig drin- lim Paradiese seyn. 18) Jefu Furforae für feine Mutter. Es ftund aber bey dem Kreu- feiner Mutter Schwester Mas e Jesu, seine Mutter, und fria, Cleophas Weib, und Maz ria 87 Jefu Chrifti. ria Magdalena. Da nun Je- sist dein Sohn. Darnach spricht sus seine Mutter sahe, und den er zu dem Jünger: Siehe das Und von Jünger dabey stehen, den er lift deine Mutter. lieb hatte, spricht. er zu seiner Stund an nahm sie der Jünger Mutter: Weib! Siehe, das zu sich. 19) Der Tod Jefu. Und von der sechsten Stunde bald lief einer unter ihnen hin, an war eine Finsterniß über das nahm einen Schwamm und fülganze Land, bis an die neunte ihn mit Effig, und stecte te Stunde, und die Sonne ihn auf ein Rohr von Isop und verlor ihren Schein. Und um hielts ihm dar zum Munde, die nèunte Stunde rief Jesus und tránkte ihn und sprach mit laut und sprach: Eli, Eli, Lama den andern: Halt, laßt sehen, Asabthani! das ist: Mein ob Elias komme, und ihn herab Gott, mein Gott, warum haft nehme. Da nun Jesus den du mich verlassen? Etliche aber Effig genommen hatte, sprach die da stunden, da sie das höjer es ist vollbracht. reten, sprachen sie; siehe er abermahl rief er laut, rufet den Elias. Und sprach: Bater, ich befehle mei= nen Geist in deine Hände. Und als er das gefaget, neigete er das Haupt, und gab seinen Darnach als Jesus wuste, daß schon alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, spricht er: Mich dürftet. Da Geist auf. stund ein Gefäß voll Essig, und! 20) Die Begebenheit bey und nach dem Tode Jesu. Und siehe da, der Vorhang im was da geschah, erschracken sie Tempel zerriß in zwey Stücke, sehr, und preifeten Gott und von oben an bis unten aus, und sprachen: Warlich, dieser ist ein die Erde erbebete, und die Felsen frommer Mensch, und Gottes zerrissen, und die Gråber thaten Sohn gewesen. Und alles Volk, sich auf und stunden auf viel Lei: daß dabey war, und zusahe, da ber der Heiligen, die da schlie- sie faben, was da geschah, schlufen, und giengen aus den Grå- gen sie an ihre Brust, und wandbern nach seiner Auferstehung, ten wieder unit. Es stunden und kamen in die heilige Stadt, aber alle seine Verwandte von und erschienen vielen. ferne und viele Weiber, die ihm Aber der Hauptmann, der aus Galida waren nachgefolget, dabey ftund gegen ihm über, und unter welchen war Maria Magdie bey ihm waren, und bewahr- Idalena, und Maria des klei= ten Jesum, da sie sahen, daß er nen Jacobs und Josephs Mutter mit solchen Geschrey verschied, und Salome die Mutter der Kinund sahen das Erdbeben, und der Zebedåi, und viele andere, die $ 4 88 Geschichte die mit hinauf gen Jerusalem ben war, brachen sie ihm die Beia gegangen waren und hatten ihm ne nicht; sondern der Kriegsgedienet, und sahen das alles. Enechte einer öfnete feine Seite Die Juden aber, dieweil es der mit einem Speer, und alsbald Rüfttag war, daß nicht die Leich- ging Blut und Wasser heraus. name am Kreuze blieben den Und der das gesehen hat, der hat Sabbath über,( denn deffelbies bezeuget, und fein Beugnis gen Sabbathstag war groß,) ist wahr, und derselbe weiß, das baten sie Pilatum, daß ihre Beier die Wahrheit faget, auf daß ne gebrochen und fie abgenom. auch ihr glaubet; denn solches men würden. Da kamen die ist geschehen, daß die Schrift er: Kriegsknechte und brachen dem füllet würde: 3Jhr sollt ihm kein Ersten die Beine, und dem An- Bein zerbrechen. Und abermaßl dern, der mit ihm gefreuziget spricht eine andere Schrift: war. Als sie aber zu Jesu kamen Sie werden sehen, in welchen da sie sahen, daß er schon gestor: sie gestochen haben. Fünfte Abtheilung. Das Begräbniß Jesu. Darnadh am Abend weil mann: befahl er, man follte es der Rüfttag war, welcher Joseph den Leichnam Jefu ges ist der Vorfabbath, kam ein reis ben. ther Mann von Arimathia, der Und Joseph kaufte ein LeinStadt der Juden, mit Namen wand. Es kam aber Nicode: Joseph, der war ein Rathsherr, mus, der vormals bey der Nacht ein guter frommer Mann, wel zu Jesu kommen war, und brach ther auch auf das Reich Gottes te Myrrhen und Aloen unter wartete; der hatte nicht gewil- einander bey hundert Pfunden. liget in ihren Rath und Han: Da nahmen sie den Leichnam del; denn er war ein Jünger Jefu und wickelten ihn in ein Jesu, doch heimlich aus Furcht rein Leinwand, und bunden ihn vor den Juden. Der wagte es in leinene Tücher mit Speci und ging zu Pilato und bath, regen, wie die Juden pflegten daß er möchte abnehmen den zu begraben. Es war aber an Leichnam Jefu. Pilatus aber, der Stätte, da er gekreuziget verwunderte sich, daß er schon ward ein Garten, und in dem todt war und rief den Haupts Garten ein neu Grab, das war mann, und fragte ihn: Ob er Jofephs, welches er hatte laffen långst gestorben ware? und als in einem Felfen hauen, in wel: er es erfundet von dem Haupt- lehes niemand je geleget war. Da und Begräbniß Jefu. 89 Daselbst hin legten sie Jesum kamen die Hohenpriester und um des Rüsttages willen der Pharifåer sämmtlich zu Pilato, Juden, dieweil der Sabbath und sprachen: Herr wir haben anbrach, und das Grab nahe gedacht, daß dieser Verführer war, und wälzten einen gro- sprach, da er noch lebte: Ich Ben Stein vor die Thür des will nach dreyen Tagen aufers Grabes, und gingen davon. stehen. Darum befiehl, daß 1 und werde der Betrug árger denn der Es waren aber allda Maria man das Grab verwahre bis Magdalena, und Maria Joan den dritten Tag, auf daß sephs, und die Weiber, die mit nicht seine Jünger kommen und Jesu kommen waren aus Gastehlen ihn und sagen zu dem liláa, die folgeten nach, saß- Volke: Er ist auferstanden von ten sich gegen das Grab und den Todten, beschaueten, wehin und wie legte sein Leib geleget ward. Sie erste. Pilatus sprach zu ih= kehreten aber um, und bereite- nen: Da habt ihr die Hüter, ten Specerey und Salben, und gehet hin, und verwahret es wie den Sabbath über waren sie ihr wisset. Sie gingen hin stille nach dem Gefeß. und verwahrten das Grab mit Des andern Tages, der das Hütern, und versiegelten den. folgete nach dem Rüsttage, Stein. Zuverlässige Nachricht von der Zerstörung der Stadt Jerusalem. und in Als das vormals von Gott Erlöser selbst mit Thránen zuso aufferordentlich begna- vor verkündiget war, digte Volk der Juden das der gånzlichen Zerstörung Je= Maas feiner gehäuften Gün- rufalems und des ganzen Juden durch die Verwerfung und dischen Reichs, der Welt ein Kreuzigung des unter ihnen er belehrendes Denkmal vor Aus schienenen Heilandes der Welt gen legte: wie schwer der Zorn erfüllet hatte; so näherte sich Gottes gegen beharrliche Vers daffelbe bemjenigen erschreckli- achter seiner Gnade, und wie gen Strafgerichte immer merk- groß insonderheit die Verschula licher, welches durch die Pro- dung sey, die dieses unglück. pheten und den mitleidigenliche Volk durch die Vergief fung $ 5 90 Nachricht von der Zerstörung fung des unschuldigen und hei- flissen, das Volk zur Empörung ligen Blutes Jesu Christi auf gegen die Römer zureizen. Daz fich geladen. her entstand in mehrern GegenJofephus erzählet verschiede- den des Landes ein häufiges und Florus dene vor dem Ausbruche dieser Blutvergießen Gerichte Gottes hergegangene ließ selbst bey einem solchen AufZeichen; allein die sicherste und stande in Jerusalem über 3000 nahefte Anzeige davon war wol, Juden erschlagen, und viele der das sich in dem Füdischen Rei: angesehensten geiffeln und freudhe immer weiter ausbreitende zigen. Die Juden suchten zwar ganzliche Berderben. Man in diesen Bedrängniffen bey dem verließ nun völlig die heiligen Syrischen Stabthalter Cestius Gesetze Gottes, setzte die ganze Gallus Hülfe; allein Florus Religion nur in eine aberglaus wuste nicht nur solches zu vereis bische Beobachtung aufferlichersteln, sondern auch die Unrus Gebräuche, und überließ sich hen also zu vermehren, daß endmit einem frechen Leichtsinnlich Cestius genöthiget war, allen Lastern. Daher nahmen mit einem Heere anzurücken, mit Unordnungen und Spaltungen welchem er nach Verwüstung in allen Ständen immer mehr vieler Städte, in Jerusalem überhand; Jerusalem und die drang, die Juden in den Temganze Land war mit Räubern pel einschloß, und den Kriege und Mördern angefüllet, und würde ein Ende gemacht haben, die ganze Nation beforderte ih wenn nicht die Juden schwe ren Untergang durch ihre eigene rern Gerichten waren aufbehal. Zerrüttung mehr, als die Ge- ten gewesen; so aber verleitete walt der Romer. Florus den Cestins durch List Diese beherrscheten seit den und Verrätherey zur Verzöge Beiten Jesu Christi das jüdische rung, die Juden gewannen. Land durch) Landpfleger, wel- Zeit zur Gegenwehr, und ndche durch Geiz und Härte das lhigten sogar den Syrischen römische Joch den Juden noch Stadthalter mit einem sehr bes unerträglicher machten. Gef- trächtlichen Berlust zum Abzuz fius Florus, der zuletzt diese ge. Dieser anscheinende VorEtelle verwaltete, übertraf theil vermehrte ihnen zu ihrem hierin alle feine Vorgänger. Unglück den Muth. Die da Er beförderte alle Unordnun- Imals fast allgemeine Erwarz gen, auch selbst die öffentli- tung eines irdischen Erretters chen Räuberéven, wenn er nur und mächtigen Beherrschers feine unerfåttliche Gewinnsucht stärkte ihre citle Hofnung, und daben befriedigen konnte: ver: der Krieg wider die Romer grif sich sogar an dem Schak ward mit großer Heftigkeit bedes Tempels, und war recht geschlossen. Man machte dazu über der Stadt Terufalem. 91 überall die stärksten Zurüstun: schaft der Römer, erhielt aber gen, wählte in Jerusalem den durch die Fürsprache des Titus, Joseph einen Sohn Gorions, und weil er dem Vespasian die nebst dem Hehenpriester Ana: künftige Gelangung zur Raynus, in Idumae den Elnazar, ferlichen Würde vorher sagte, und in Galilåa Josephum ei- fein Leben und nach der Ers nen sehr verständigen und ta fillung dieser seiner Vermu pfern Mann, der die Geschich- thung, auch die Freyheit. Bete hinterlaffen hat; zu Anfüh- fpafian bemächtigte sich darauf rern, und fieng die Feindselig- des ganzen Galilda, wobey feiten in verschiedenen Gegen viele Tausende erschlagen oder den, doch mehrentheils mit sehr als Leibeigene verkauft, oder großem Verlust an; wie denn sonst in eine elende Sclaverey allein vor der Stadt Afcalon geführet wurden. ber 18000 Juden ihr Leben In Jerusalem und den übris einbüßten. gen Gegenden des jüdischen Die Christen hergegen waren Landes häufte sich inzwischen der Warnung ihres Heilandes das größte Elend. Die Pars eingedenk, und feizten sich durch then derer, die auf den Krieg ibre Flucht in die benachbarte drungen, verübte gegen diejeStadt Pella in Sicherheit. nigen, die zum Frieden riethen, Als der römische Kanser Nero die dufferster Gewaltthätigkeis den allgemeinen Aufstand der ten. Mit ihnen verband sich) jüdischen Nation erfuhr, trug unter der Anführung des Elnaer dem Vespasianus, einem sehr zar eine andere Art von Räuerfahrnen Feldherrn, den Krieg bern, die Zeloten oder Eiferer. wider die uden auf; der nebst benannt wurden, weil sie unter seinem Sohn, dem Titus, mit dem Börgeben, eines besondern einem zahlreichen Heere den Eifers für Religion und Freys Anfang desselben in Galilåafheit, die größten Grausamkeiten machte. Josephus hatte das begiengen; und Plünderung und felbst zwar 100000 Mann ver- Mord breiteten sich allentha's sammlet; allein das Schreben aus. Der Hohepriester cfen zerstreute folche sogleich bey Ananus suchte zwar in Jerus der Ankunft der Römer, und salem dieser bösen Rotte Eins Jofephus ward gendthiget, mit halt zu- thun; als aber Johans dem Rest seiner Truppen fich nes von Giseala, ein sehr bez in die Festung Fotapata zu wer- rüchtigter Bösewicht, nach Jea fen; welche nach einer tapfern rufalem kam, und die Zeloten Bertheidigung erobert, und daselbst auf seine Seite brachte 40000 Juden dabey er auch 20000 dumåer in die schlagen wurden. Josephus Stadt zeg; so ward die Wars gerieth selbst in die Gefangens they des Ananus überwältigt, und 92 Nachricht von der Zerstörung und dieser Hohepriestev, denjte nur ihr Elend. Denn diefer Josephus als einen der besten Simon, der bereits in Jous Männer der damaligen Beit bes måa die früchterlichsten Ver über: schreibet, nebst 12000 der vor: wüstungen angerichtet, nehmsten Einwohner getödtet. traf annoch den Johannes an Vespasianus eroberte in dem Grausamkeit und Blutbegier folgenden Jahre unter vielen de; wang denselben, sich in Blutvergießen die um Jerusa- den Tempel zurückzuziehen, und lem liegenden festen Derter und da auch deffen Parthey sich tren: näherte sich darauf dieser nete, und ein Theil derselben Hauptstadt des jüdischen Lan: unter dem Eleazar den innnern des. Sein Heer verlangte Tempel behauptete, so befrieg: zwar, daß er solche, bey dersten diese drey räuberischen Hau darinn herrschenden Uneinig- fen sich untereinander auf das feit, unverzüglich angreifen heftigste, opferte eine große mögte, allein der römische Feld: Menge der Einwohner ihrer herr hielt rathsamer einem Vol- Wuch auf, verdarben durch ke, das sich selbst aufrieb, und Raub und Brand den in der welches Gott, wie er fagte, in Stadt befindlichen Vorrath der die Hände der Römer geben Lebensmittel, und legten da: würde, zur eigenen Beförde durch den Grund zu der bald rung seines Unterganges noch darauf erfolgenden erschrecklis ferner Raum zu lassen. Der chen Hungersnoth. Tod des Nero, und die darauf Titus näherte sich darauf im erfolgte öftere Veränderungen siebenzigsten Jahre nach Chri: mit dem römischen Kayserthum, fsti Geburt im Anfange des verzögerten die Belagerung Aprils mit feinem wohlgerüste: noch weiter; und als Vespasian ten Heere, und in Begleitung felbst zum Kayser erwählet des Josephs, der Stadt Jeru: ward, begab er sich nach Rom, falem. Gelbige war mit einer. und überließ die Fortsegung dreyfachen sehr starken Mauer des Krieges dem Titus. und vielen Thürmen umgeben, Die durch die unerhörten und faßte außer dem sehr bes Grausamkeiten des Johannis feftigen Tempel, die Burg An und der Beloten aufferst beang: tonia und andere fefte Schlöf ftigte Einwohner in Jerusalem fer in sich. Die Freyer des Ofters hatten inzwischen ein neues festes hatte auch damals eine Heer von Räubern unter einem ungewöhnliche Menge Juden in Anführer Namens Simon, in derselben verfammlet, wodurch die Stadt gelassen um durch sie sowohl die Hungersnoth desto von jenen Ungeheuern befreyer geschwinder vermehret, als auch zu werden; allein diese aber der auf der ganzen Nation rumalige Verblendung vergrößer- lhende Fluch um so deutlicher effen: der Stadt Jerufalem. 93 ffenbar wurde. Bey dem An- Rede und mit Thränen sie zu Fange der Belagerung vereinig bewegen suchte, so wurden doch Vorstellungen nur mit en sich die drey aufrührischen alle Rotten jum tapfern Widerstan: Schimpfworten und sogar mit Viele EinDe gegen die Romer, fügten Pfeilen erwiedert. ihnen durch heftige Ausfälle wohner suchten indes durch die vielen Schaden zu, und setzten Flucht ihre Errettung und er: bey einem derselben selbst den hielten auch solche, wenn sie an: Titus in die äußerste Gefahr.ders der Wachsamkeit und den Allein jene Vereinigung dauerte Schwerdtern der Besaßung zu nicht lange. Johannes über entgehen vermochten, durch die wältigte durch List und Gewalt Gelindigkeit des Titus. die Parthey des Eleazar, und aber als Gefangene in die Hån= bemächtigte sich unter vielem de der Römer fielen, wurden Blutvergießen des ganzen Temin so großer Menge in dem pels. Die Vertheidigung der Angesicht der Stadt gekreuziStadt war also zwischen ihm get, daß nach Josephi Ausdruck und dem Simon getheilet; die es zulegt an Raum und Holz indes nicht aufhörten, sich un- zu Kreuzen mangelte. Ein ge tereinander zu bekriegen, bald nur die Römer ihnen ei nige Ruhe ließen. Die so wiß sehr merkwürdiger Anblick vor einer Stadt, deren Eins wohner die Kreuzigung Christi Nachdem Titus den Juden dem Pilatus mit der größten vergeblich den Frieden anbieten Wuth abgedrungen hatten! laffen, ward die Belagerung Titus ließ inzwischen diese mit großem Eifer fortgefeßt, Grausamkeit zu, um zu versuund gegen das Ende des Aprils chen ob vielleicht die Furcht vor die erste Mauer, und fünf Taseiner gleichen Bestrafung die ge nachher die andere eingenom: Hartnäckigkeit der Belagerten men, und obwohl die Juden sich überwinden mögte. Aber so we: der lestern wieder bemachtig: nig dieses, als die bereits sehr ten, folche doch nach einer drey- zunehmende Hungersnoth, noch tägigen Bestürmung mit einer auch die wiederhohlten Warnungroßen Niederlage der Juddn gen des römischen Feldherrn, völlig behauptet. Wenige Tage die Stadt, den Tempel, und nachher ward der Angrif auf die ihr eignes Leben zu retten, vers Burg Antoniam gerichtet. Timogten etwas bey diesen gånz: tus ließ zwar nach seiner guti- lich Verstockten auszurichten; gen und mitleidigen Gesinnung fie sagten vielmehr dem Tito die Belagerten abermals durch selbst mit untermengter Ver: den Josephum zur Uebergabe schmåhung, daß sie lieber ster: ermahnen; allein ob dieser gleich ben, als sich ergeben wollten, durch eine sehr nachdrückliche und beriefen sich dabey frech auf 94 Nachricht von der Zerstörungauf den Schutz Gottes, dessen Straßen waren mit Leichen bes Verachter sie doch waren. decket, und das Sterben war Die Fortsetzung ihrer vers so häufig, daß vom 14. April bis zweiflungsvollen Gegenwehr zum ersten Julius 115880 leinöthigte endlich den. Titus die chen zu einem Thore hinaus ge Stadt mit einer Mauer völlig bracht, und 600000 über die einzuschließen. Hierdurch war Mauer geworfen wurden. Titus dasjenige aufs genaueste erfül- ward durch diese erschrecklichen let, was Christus vorher ge- Umstände äusserst gerühret, und weisfaget hatte, und die er bezeugte mit gen Himmel ge fchrecklichste Hungersnoth, nebst hobenen Händen, daß er an allem damit verbundenen Elend diesen unnatürlichen Grausams vahm nun völlig überhand. Aus- keiten unschuldig fey, und fol gezehrte Menschen suchten bey, che unerhörte Gräuel unter den Laufenden in den letzten Zügen Trümmern der Stadt begra vergeblich ihre Erhaltung. Die ben werden misten. bewafneten Räuber fielen in Nachdem endlich die Burg die Häuser, bemächtigten sich Antonia unter vielen Blutver: aller Nahrungsmittel, und qual: gießen erobert und völlig nie: ten mit den entsetzlichsten Mar: dergeriffen war, muste nun auch tern alle und jede, auf welche der sowohl durch seine Lage, nur der Verdacht einiger Ver als die stärksten Mauren auss bergung fiel. Die Eltern ris nehmend feste Tempel angegrif sen ihren Kindern und diese ih- fen werden, zu welcher Zeit ren Eltern und Geschwistern denn auch das tägliche Opfer den letzten Biffen aus dem Mun- in demselbigen aufhörete. Titus de. Viele, die diesem Jam- der für dieses herrliche Gebäu mer, durch die Flucht zu den de und für den Gottedienst der Romern, zu entrinnen fuchten, uden eine bewundernswürdis wurden von den Soldaten in ge Ehrerbietung dufferte, ließ der Vermuthung, daß sie Gold sich zwar dessen Erhaltung mit verschlungen, lebendig aufge- der auffersten Sorgfalt angeles schnitten. Man fuchte durch gen seyn, und ermüdete nicht, die unnatürlichsten Mittel die sowohl in eigener Person, als Stillung des Hungers, und durch den Josephus, den Jo eine bemittelte Mutter die durch bannes mit feinen gottloſen diese Plage zur äusserste Ver- Haufen durch wiederholte rühzweifelung gebracht war, rende Vorstellungen zu bewes schlachtete und kochete ihr eigen, daß sie durch ihren forts genes Kind, und bot, da sie ei- aeseisten Frevel das Heiligthum nen Theil desselben verzehret, Gottes nicht entweihen den grausamen Kriegsknechten durch eine endliche Uebergabe die andere Hälfte dar. Alle es dem nahen Untergange ente reiffen der Stadt Jerusalem. 95 reissen möchten; wobey er ih- alles mit Blut und Leichen. nen die ungestörte- Fortsetzung Titus begab sich mit einigen seis ihres Gottesdienstes versprach. ner Heerführer selbst in denAllein diese Bösewichter ver- Tempel, besahe deffen Heiligschmäheten dieses alles, beseize thum und die darin befindlichen ten die Thore des Tempels mit Geräthe, und fand, daß die Kriegsmaschinen, und machten Pracht alle Nachrichten davon denfelben durch Raub und weit übertråfe. Er erneuerte Blutvergießen, nach Christi die eifrigsten Bemühungen, Worten, nun völlig zur Mör- dieses innere des Tempels zu dergrube. Daher sahe sich Ti retten; aber vergeblich; der tus endlich genöthiget, die aus ganze Tempel ward, wie Joferste Gewalt zu gebrauchen sephus bemerkt, an eben dem und nach verschiedenen abge= Tage, da der Erste von den Baz schlagenen Stürmen an die bilomern verbrannt worden, Thore desselben Feuer legen zu durch die Flammen völlig ver= laffen, welches denn alle bedeckte zehret. Ein allgemeiner Raub Gänge um den Tempel ergrif. und die blutigste Niederlage Er gab zwar sogleich den Be- verbreitete sich ohne einiges Verz fehl, das Feuer zu löschen, um schonen in dem ganzen Raunt das noch unversehrte Hauptge des Tempels. Die römischen bäude des Tempels zu erhal- Soldaten pflanzten an das dstten, aber keine menschliche liche Thor desselben ihre Kriegss Vorsicht vermogte den Rath- zeichen brachten daselbst ihre schluß Gottes zu verhindern. heidnische Opfer und riefen den Ein heftiger Ausfall der Juden Titus als Sieger aus. Eine zog das Gefechte in die Nähe Anzahl Priester, so auf einer des Tempels, und ein romi- Mauer des Tempels ihre Sischer Soldat warf aus eigenem cherheit gesucht, flehete verAntriebe, oder vielmehr von eiblich um ihr Leben; Titus ner höhern Hand geleitet, ei- antwortete, daß die Zeit der nen feurigen Brand in ein Fen- Begnadigung geendet, und sie ster der an den Tempel gebaue- mit ihrem Tempel umkommen ten Zimmer. Sogleich breitete müften. sich das Feuer in diese Neben Die Anführer hatten sich ins gebäude aus. Titus eilte zwar zwischen mit gewafneter Hand alsobald den Brand zu löschen; den Weg aus dem Tempel ge= aber seine Befehle wurden nicht öfnet, und verlangten eine Ülna vernommen. Die römischen Le- terredung mit dem Titus, Dies gionen drangen wüthend auffer erbot fich zwar ihnen das den Tempel zu, unterhielten Leben zu schenken, wenn sie so die immer weiter um sich grei- gleich die Waffen niederlegen fenden Flammen, und erfüllten und sich ergeben würden; s 13 fie 96 Nachricht von d. Zerstörung d. Stadt Jerufalem. fie fich aber deffen, unter der Vor- Schauspielen oder zu schweren Ars schüßung eines Eides, weigerten, beiten bestimmt. Die so unter 17 und einen freyen Abzug verlang- Jahren, wurden verkauft. Die Zahl ten, versagte er ihnen alle Gnade; aller in dem ganzen Kriege Ges übergab die untere Stadt der fangenen rechnet Jofephus auf Plünderung und dem Feuer, und 97000, und der in der Belagerung grif den noch übrigen obern Theil Umgekommenen auf 1,100,000, derselben an, in welchen sich nun ausser der großen Menge, die sonst die sämmtlichen Aufrührer unter in diesem Kriege ihr Leben verloh: dem Simon und Johannes gezo- ren; und macht jenes aus der unter gen hatten. Sobald die römischen dem Cestius berechneten Zahl der Maschinen auch hie die Mauer Osterlåmmer begreiflich. Simon durchbrachen, überfiel diese Hart- und Johannes geriethen aus ihren nåckige die muthloseste Verwir: Hölen, endlich auch in die Hände rung. Voll Furcht und Schrecken der Römer. Sie wurden gleichfalls verließen sie die von ihnen befeßten zum Triumph des Titus aufbehalsehr festen Thürme, versuchten ten, und nach selbigem der Erste vergeblich durch die römischen Vers zum Tode, der Andre aber zeitles fchanzungen zu entkommen, und bens zum Gefängniß verurtheilet. verbargen sich endlich in unterirdi- Die sämtlichen Ueberbleibfel der sche Hölen. Die Römer bemach: Stadt, auffer dreyen Thürmen, tigten sich also auch der ganzen und einem Theil der Mauer, wurs obern Stadt, plunderten selbige, den auf Titi Befehl dem Erdboden und zündeten sie nach der entseg- gleich gemacht; und Jerusalem lichsten Niederlage unter den Ein- ward also nach Christi Weissagung wohnern mit Feuer an. völlig geschleifet. geschahe am 8. September des Wie nun diese merkwürdige Ges Jahrs 70 nach Chrifti Geburt. schichte, nebst der ganzen sonders Als Titus in die nun völlig er baren Erhaltung der jüdischen Nas oberte Stadt ging, und die unge- tion bey ihrer großen Zerstreuung, meine Festigkeit ihrer Mauren und die Göttlichkeit der Lehre Jesu Thurme bewunderte; brach er in ausnehmend bestätiget; so muß ei dieses ihm rühmliche Geständnis nem jeden der solches erkennet, bey aus: Wir haben mit Gottes Bey- einer mitleidigen Erwägung diefer stand Krieg geführet; es ist Gott, Gerichte Gottes, jene Warnung der die Juden aus diesen Festun des Apostels stets wichtig bleiben: gen herausgetrieben hat; denn was Sey nicht stolz, sondern fürchte würden menschliche Hände und dich. Hat Gott der natürlichen Maschinen gegen solche Thürme Zweige nicht verschonet, daßer viel vermögen? Dieses leicht auch dein nicht verfchone. Gleich nach der Eroberung wur: Darum schaue die Güte und den den die noch übrigen Aufrührer Ernst Gottes: den Ernst an denen fämmtlich getödtet. Die ansehn: die gefallen find; die Güte aber an lichsten Jünglinge wurden zum dir, fo ferne du an der Gåte bleis Triumph des Titus, die übrigen best; sonst wirst du auch abgehaus Gefangenen aber zu den römischen en werden. کر Inches Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 15 4+ 4, 6 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 10 Red 1 | 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black