3571 3 میری vie 3571 1828. . 61114 Hannoversches KirchenSchen Such 價值 nebst einem Anhange neuer Gesänge und einem Gebetbuche. Auf Sr. Königl. Groß- Britannischen Majestät Allergnädigsten Befehl Mit Königlichem allergnädigstem herausgegeben. PRIVILEGIO. EQUINS SALDEL Enos Die fünf und Funszigste Auflage mit stehenden Schriften. Das Exemplar[ Hannover, 1827.] 8 Gg₁. Cond. M. Im Verlage des Moringschen Waysenhauses. druckt und zu bekommen bey G. C. Schlüter, Landschaftl. Buchdr. Univ. Bibl. Giessen WINMAURIE p Inhalt. Die Zahlen bedeuten die Nummern der Gefänge. 1. Lob- und Wochengesänge. 1. Lobgefänge 2. Sonntagsgefänge 3. Bey dem Anfange der Woche 4. Bey dem Schlusse der Woche I- 35. 1020 1034. 36-51. 1035. 1036. 52. 53 II. Festgefänge. 1. Bey deas Anfange des Kirchenjahres 2. Adventsgesänge 3. Weihnachtsgefange 54. 55. 1037. 1038. 5664. 65-84 1039- 1043 4. Neujahrsgesänge 85-94. 1044. 1045. 95 98. 99. 100. 5. Auf das Fest der Erscheinung Christi 6. Auf das fest der Darstellung Chrifti im Tempel 7. Auf das Fest der Menschwerdung Christi 101 103. 8. Passionsgefänge 104 175. 1046- 1055. 176 193. 1056- 1061. 9. Oftergesänge 10. Auf das fest derSimmelfabrt Cbrifti 194, 200. 1062 1003. II. - - - 3 - Inhalt. 11. Pfingstgesänge 12. Von dem dreyeinigen Gotte e 10. 11. 31. 216-224. 1030. 1031. 14. Am Johannsfeste 15. An Heimsuchung Mariä 16. 2m Michaelisfeste 17. 2m Reformationsfeste 13. Von dessen Wesen und Eigenschaften 201 215. 1064- 1070. 225-238, 1025, 1027 IV. Von den Gnadenmitteln. III. Von Gottes Werken und Wohlthaten. I. Von der Liebe Gottes, als der Quelle derselben 246-253, 1028. 1029. 2. Von dem Werke der Schöpfung 254 264. 1026, 3. Von den Wohlthaten der Vorsehung Gottes 265- 280. 4. Von dem Werke der Erlöfung 281-311. 373 312 5. Von dem Werke der Heiligung 6. Von der Gnadenwahl 374 376. Confirmationslied b) vom heil. Abendmahle 4. Von der christlichen Kirche I. Dom Worte Gottes 2. Vom Gebete 3. Von den Sacramenten überhaupt a) von der Taufe - - 377 399 - 398, 417. 1029, 239. 240. 245. 241 467, 1075. a - V. Von den Pflichten des Menschen. I. Von der wahren Buße und Bekehrung 2. Vom Glauben m 19 1071- 1074. 1076- 1081. 418. 419. 420-429. 1082 a 11. b. 430- 462. 1083- 1090. 463-485. 486 553. 1091- 1095. 554- 573 1096- 1100. 3. Inhalt. 3. pom christlichen Wandel überhaupt 574- 607. ΥΙΟΙ 4. Von einzelnen christlichen Tugenden, und zway a) von folchen, die das unmittelbare Vers halten gegen Gott betreffen, als Ers kenntniß Gottes, Andacht, Furcht Gottes u. f. w. b) von solchen, die Hülfsmittel dazu sind, als Selbstverleugnung u. f. w. d) von denen, die unsre eigne Wohlfahrt befördern, als Reuschheit, mäßigs Feit u. f. w. 608-674. 1107- 1121. c) von denen, die man gegen den Nächsten auszuüben hat, als Fächstenliebe, Barmherzigkeit u. f. t. 705-718. 1122-1135. VI. Von dem menschlichen Elende. 1. Vom falle des Menschen 2. In gemeiner Noth 3 Troftlieder - 3. Vom jüngsten Gerichte 4. Von der Ewigkeit überhaupt 5. Von der ölle 6. Vom Simmel VII. Von den vier letzten Dingen. I. Dom Tode und Stehen 885-925. 2. Von der Aufersteh... y der Todten - I106. 719-735 1136- 1150. 675-704. 736 750. 751- 802. 803 884, 1151- 1158. 926929. 930-940. - 1159- 1165. 1166- 1168. 1169- 1171. 941- 943 944- 949. 950- 959. 1172- 1175. VIII. Inhalt. VIII. Morgen- Tisch, und Abendgesänge. I. Morgenlieder 2. Tischgefänge3. Abendlieder 960-975. 976-98 982-998 IX. Berufs Standes, und Reifelieder. I. für jeden Stand insgemein 2. Für die drey Hauptstände 1002 3. für einige einzelne Gewerbe, auch alte Leute 4. Reisegesänge 999- 100K. 1012. - 1013-1016 1017- 1019. 1. Lob. L Lob und Wochen- Gesange. I. 2ob, Gesånge und zwar Aufmunterungs- Lieder zum Lobe GOttes. Mel. Helft mir 6Otts güte ic. 3 obt GOTT mit vollem fchalle, Breift feine maiestat Ihr creatus ren alle! So weit die fonne geht: Verehrt sein heiligs thum, So weit der himmel reichet. Was erd und meer Durchstreichet, Erhebe seinen ruhm. 2. Jhr reine himmels geister! Erwecket euren fleiß; Gebt eurem HErrn und meister Dank, ehre, Tob und preis. Stimmt dreymahl: Beilig! att, Ihr schnelle seraphinen! Lobt ihn ihr cherubinen; Lobt ihn, was loben kann. 3. Was odem hat und lebet, Was sich bewegt und rest, Was in Den lüften schweber Und was der Bimmel trägt, Sey überall bes müht Den höchsten GOtt zu los ben, Der aus dent wolken oben Auf sein geschöpfe sieht. 4. Der HErr ist groß und machs tis, Boll heiligkeit und ruhm. Es fehet alles prachtig In seinem Heiligthum. Er läßt es töblich gehn, und führt das reich gewal. tis; Er läßt uns mannigfaltig Ju feiner auffist Rebn. s. Drum lobt, erlöfte feelen! Drum lobt den HErrn der welt. Helft dessen ruhm eriählen, Der euch erschuf, erhält, In Chriffe JEsu liebt, Euch durch sein blut erkaufet, Auf dessen tod getaufet, Und einst den himmel giebt. 6. Lobt euren Gott, berahter, und besten herzens- freund, Ders auch, als treuer vater, Im creuze redlich meint, Das er euch aufers legt: Laßt uns in solchen proben Ihn dennoch kindlich loben, Weil er aus liebe schlägt. 7. Er ist getreu den feinen, Bers nicht't der feinde sport. Wenn feine Finder weinen, So bleibt er doch ihr GOtt. Wenn der verfols ger schlågt, Wenn fatant tobt und wütet; So wird sein volk behütet Durch den, der alles trågt. 8. Lob, ehre, macht und stärke Sey dir, o GOtt! bereit. Denn deine weg' und werke Sind voll von herrlichkeit. Dein jion lobet dich, Mert auf sein schwaches lais len, und laß dirs wolgefallen: Erhir uns gnådiglich! 9. Dort foll es beffer flingen, Dort hört die schwachh eit auft Dort hålt erst unser fingen und loben fteten lauf. Dert, wo vor 21 beis Zob- Gesänge und zwar deinem thron Dich zungen, stims glaubens opfern wir Die farren men, weisen Der auserwählten preisen, Preist dich auch unser 2 unsrer lippen dir. 9. Hör an den schwachen preis und rühm Von deinem volk und eigenthum: Nimm unser lied in gnaden auf, O treuer vater! merke drauf. ton. 10. Wir bringen hier nun alle Dank, weisheit, stårke, kraft Und preis mit vollem schalle Dir SErr! der alles schafft. Es mache 10. Als HErr und schöpfer sey feld und wald, Luft, erde, meer gepreist, So lange man uns mens und himmel Ein freudiges getum- schen heißt: Du giebst das leben, mel, Das bis zu GOtt erschallt. nehrst uns wol, und machst uns deines segens voll. Mel. Nun jauchz' dem HErren 2c. II. HErr JEsu, heiland aller 2. Kommt menschen kinder, welt! For dir man billig nieders und Denn was an uns vater, sohn und heilgen geist, gethan, Jft mehr, als man verdans Die allerhöchste majestät, Vor des Fen kann. ren augen ihr ist steht. 2. Macht mit vereinter zung und mund Des theuren vaters grösse kund; Stimmt mit vers and und willen ein, und laßt das ber; voll andacht seyn. 3. Der HErr, den erd und him mel ehrt, Der ist es, ia, der ist es wehrt, Daß nicht ein tag vorüber geht, Daman nicht dankend vor thm steht. 12. O geist! du kehrest bey uns ein; Drum soll dein ruhm unends lich seyn, Drum ist dein lob, wie deine treu Und gnade, täglich bep uns neu. 13. Nimm an das lob in dieser zeit, D heiligste dreyeinigkeit! Verschmähe nicht das arme lied, und schent uns segen, heil und fried. 14.Wenn kömmt der tag? wenn kommt die zeit? Da man, von aller noht befreyt, Dir ewig halle, luja! bringt, und heilig, heilig, heilig! singt? 4.Dis ist der engel edles amt, Die GOttes feuer angeflammt. Wollt Ihr einst engeln ähnlich seyn, So fchicket euch schon jest darein. s. Die welt, die ganz im argen liegt, und uns durch tausend list GOttes Mel. Allein GOtt in der höh zc. deb nicht viel; Weil eigen lob ihr 3.3 tone che merren lob sitles ziel. Lob und Aus freudis gem gemühte: Ein jeder GOttes 6. Wir selbst, da wir im fleische] ruhm vermehr, und preise feine find, Wenn uns nicht GOttes güte. Er macht uns frey von alles geist entzündt, Vergessen GOttes noht; Drum lobet ihn, drum los ruým gar sehr, Der klage- lieder bet GOtt, und danket seinem bört man mehr. namen. 7. Denn unfer unvergnügtes 2. Lobt GOtt, und rühmet alles her: Macht ohne noht sich man- zeit Die groffe wunder- werke, Die chen schmeri, Und denkt indeß majestät und herrlichkeit, Die gar wenig dran weisheit, kraft und stärke, Die er HErr an uns gethan. beweist in aller welt, Dadurch er alle ding erhält: Drum danket seinem namen. Wie viel der 8. Doch jest, o HErr! macht berz und mund Dein lob, weil du and ribrest, fund. Im schmuck des 3. Lobt aufmunterungs- Lieder jum Lobe GOttes: 3 3. Lobt GOtt, der uns erschaf- 1 dacht, und uns zu seinem voll ges fen hat, Der feele, leib und leben Aus lauter väterlicher gnad Uns allen hat gegeben; Der uns durch feinen engel schüßt, Der täglich giebet was uns nügt: Drumdan Fet seinem namen. 4. Lobt GOtt! er schenkt uns seinen sohn, Der selbst für uns gestorben, Der uns die fel'ge les bens cron Durch seinen tod er worben; Der worden ist der höllen gift, Der frieden hat mitGOtt ge fift: Drum danket feinem namen. 6. Er ist voll gut und freunds r. Lobt GOtt! der in uns durchlichkeit, Voll lieb' und treu zu jes Den geift Den glauben angezün det, und alles gute noch verheißt, Uns stärket, kräftigt, gründet; Der uns erleuchtet durch sein wort, Regiert und treibt zum gu ten fort: Drum dauket seinem macht, 3u schaafen, die er ist bereit 3u führen stets auf gute weid. 4. Die ihr nun wollet bey ihm seyn, Kommt, geht zu seinen thos ren ein Mi: loben durch der psals men klang, Zu seinem vorhof mit gesang. s. Dankt unserm GOtt, lobs finget ihm, Rühmt feinen nam'n mit lauter stimm: Lobsingt und danket allesammt: Gott loben ist ia unser amt. der zeit; Sein' gnade währet dort und hier, und seine wahrheit für und für. * 7. GOtt vater in dem höchs ften thron, Und JEsus Christ sein einger sohn, Sammit GOtt dem wehrten heilgen geist, Sey nun und immerdar gepreift. namen. 6. Lobt GOtt! er hat dis gute werk Selbst in uns angefangen, Vollführt es auch, giebt kraft und fårk, Das kleinod zu erlangen, 5.A bet, Was in feld und häus Mel.GOtt des himmels und zc. und wes Das er uns allen dargestellt, Und blos den glaubgen vorbehält: Drum danket seinem namen. fern ist, Was nur stimm und zung erhebet, Jauchze GOtt zu jeder frist. Dienet ihm, wer dienen kann, Kommt mit luft zu ihm heran. 7. Lobt GOtt! ihr starke seraphim, Nebst fürstenthum und thronen! Es loben GOtt mit heller stimm, Die hier auf erden wohLobt GOtt, und preift ihn früh und spat; Ja alles, was nur odem hat, Das danke seinem nen. 2. Sprecht: der HErr ist unser meister, Er hat uns aus nichts ges macht, Er hat uns, so leib als geis ster, An das licht hervor gebracht. Wir sind seiner allmacht ruhm, Seine schaaf und eigenthum. namen. un dem HErren 3. Gehet ein zu seinen pforten, Geht durch gang. 4. N alle welt! Kommt her, Lobet ihn mit schönen worten, zu seinem dienst euch stellt! Komt mit frolocken, fäumet nicht, Kommt vor sein heilig angesicht. Saget ihm lob, preis und dank; Denn der HErr ist jederzeit Vols ler gnad und gütigkeit. 2. Erkennet, daß Gott unser HErr, Der uns erschaffen sich jur ehr, und nicht wir selbst: durch GOttes gnad Ein ieder mensch fein leben hat. 1. Er bat uus fermer wol bes * 4. GOtt des himmels und der erde, Bater, sohn und heilgen geist! Daß dein ruhm bey uns groß werde, Beystand selbst und bülf uns leift. Øib uns kräfte und bes gier Dich au preifen für nut für. 6. Lor 22 Lob Gesänge und ¡ war 6 Lobet ben HErren: Denn er ist sehr freundlich. Es ist sehr köftlich, unfern GOtt ju los ben:,: Seint lob ist schön und lieblich anzuhdren. Lobet den HEr rent:: 2. Singt geg'n einander:: Dem HErren mit danken. Lobt ihn mit harfen, unfern GOtt den wehrten:: Denn er ist mächtig und von grossen träften. Lobet den HErren:: 3. Er kann beit himmel:: Mit wolken bedeckent, Und giebt den regen, wenn er will auf erdent:,: Er läßt gras wachsen hoch auf dürren bergen. Lobet den HErren:,: 4. Der allem fleische:,: Giebet feine speise, Dem vieh sein futter båterlicher weise:,: Den jungen raben, wenn sie ihn anrufen. Lo bet den HErren:: 5. Er hat nicht lufte:,: Att der fark des rosses, Noch wolgefallen an iemandes beinen:: Allein ges fallen ihm, die auf ihn trauen. Lobet den HErrent:,: 6. Danket dem HErren:: Schöpfer aller dinge. Der brunn bes lebens thut aus ihm entspringen:,: Gar hoch vom himmel her aus seinem herzen. Lobet den HErren:,: 7. DJEfu Chrifte:,: Sohn des allerhöchften! Gib du die gnade allen frommen christen:: Daß sie dein'n namen ewig preifen, amen. Lobet den HErrent:,: au werden mich selig preifen alle kindes- kind. thaten GOttes. Lob. Gesang der Mariä. 7. Meine feele erhebt den HErren, Und mein geist 3. Denn er hat groffe dinge an mir gethan, Der da måchtig ist, und deß name heilig ist. 4. Und seine barmherzigkeit währet immer für und für Bep denen, die ihn fürchten. s. Er übet gewalt mit seinem arm, Und zerstreuet, die hoffärtig sind in ihres herzens sinn. 6. Er stoffet die gewaltigen vom ftuhle, und erhebet die niedrigen. 7. Die hungrigen füllet er mit gütern, und laffet die reichen leer. 8. Er denket der barmherzigs keit, und hilft seinem diener Jfrael auf. 9. Wie er geredt hat unsern vås tern, Abraham und seinem saas men ewiglich. * 1o. Lob und preis fey GOtt dem vater und dem sohne, und dem heiligen geiste. II. Wie es war im anfang jest und immerdar, Und von ewigkeit zu ewigkeit, amen. Mel. HErr unser Gott beherrsch. 8 Mein berz und feel den HErren hoch erhebet, Den grossen GOtt, der ewig herrscht und lebet. Mein geift in mir sich meines beilands freut z und feinen ruhm vermehrt er als lezeit. 2. Denn er hat mich elenden angesehen, und mein gebet erhös Für die mannigfaltige Wolret und mein flehen. Es hat der HErr mich armen nicht veracht't, Er hat mit gnad und rettung mich bedacht. 3. GOtt, deffen macht nicht fann ergrundet werden, und dess freuet sich GOttes, meines heisen nam' im himmet und auf landes. erden Hochheilig is, hat groffe 2. Denn er hat seine elende ding' gethan An mir, die ich nicht mage angeseben. Eiehe, von uun! alle jäblen fann. 4. In für die mannigfaltige Welthaten GOttes. S 4. In keiner noht hat er mich, Durch den mund feiner heiligen te verlaffen; Barmherzigkeit if bey ihm ohne maaffen, und wäh ret von geschlechte zu gefdrlecht, Wo man ihn fürcht't, und hoch balt seine recht. 5. Et übt gewalt mit seines ar mes stärke, Daß jedermann muß spühren seine werke. Die stolz und boch in ihrem herzen seynd, Zerfreuet er, und ist denselben feind. 6. Er stoffet, die gewaltig seyn vor allen, Von ihrem ftuhl, daß sie erschrecklich fallen. Die niedrigen erheber er davor, Und stellet sie ganz unverhofft empor. * 10. GOtt vater! Dir sey dank gesagt und ehre. HErr JEsu Chrift! den glauben in uns mehre. Dheilger geist erneu uns her; und mund, Daß wir dein lob aus breiten jede stund. propheten: 4. Daß er uns errettete von uns fern feinden, und von der hand aller, die uns haffen. 5. Und die barmherzigkeit ers ieigte unfern våtern, und ges dächte an seinen heiligen bund; Lob: Gesang 3achariä. 9.6 elobet sen der HErr, der GOtt Israel, Denn er bat befuchet und erlöset fein volk; 2. Und hat uns aufgerichtet eiu Born des heils, In dem Hause seiyes dieners Davids. 1. Als er vor ieiten geredt bat 6. Und an den eid, den er ges schworen hat unserm vater Abras ham, uns zu geben. 7. Die hungrigen, die ihn vor augen haben, Erfüllet er mit gütern und mit gaben. Die reichen läßt er leer berm überfluß, Daß noht und angst darauf erfolgen muß. 8. Er denket der barmherzig- gebung ihrer sünden: keit und güte, Daß er fortan uns 11. Durch die herzliche barms väterlich behüte, und seine kirch herzigkeit unsers GOttes, Durch im ganzen erden- kreisErhalt und schüß zu feines namens preis. 9. Die treu, die er im neuen bund und alten Geredet hat, wird er auch ewig halten. Der HErr verläßt uns, seine kinder, nicht, Denn zu ihm steht all unsre zuvers ficht. 7. Daß wir, erksfet aus der hand unserer feinde, Jhm dieneten ohne furcht unser lebelang; 8. In heiligkeit und gerechtige keit, Die ihm gefällig ist. 9. Und du kindlein wirft ein prophet des höchsten heissen; Du wirst vor dem HErrn hergehen, daß du seinen weg bereitest. 10. Und erkenntniß des heils ges best seinem volke, Die da ist in vers welche uns besuchet hat der aufs gang aus der höhe: 12. Auf daß er erscheine denen, die da sizen im finsterniß und schatten des todes, llud richte uns fere füffe auf den weg des friedens. * 13. Lob und preis sey GOtt dem vater und dem sohne, Und dem heiligen geiste. 14. Wie es war im anfang, iest und immerdar, Und von ewigkeit zu ewigkeit, amen. IO. Allein Gott in der höð sen ehr, und dank für seine gnade, Darum, weil nun und nimmermehr Uns rühren kann kein schade. Ein wolgefalln GOtt an uns hat; Nun ist groß fried ohn unterlaß, Der fireit hat nun ein ende. 2. Wir loben, preisn, andes ten dich, Für beine guad wir danken; Weil du, GOtt vater! 21 3 ewig 6 Lob- Gesänge und way ewiglich Regierest ohne wanken., Hier und im himmel oben: Gott Ganz ungemesPn ist deine macht; Fort g'schieht, was dein will hat bedacht. Wol uns des feinen HErren. sohn, HErr JEfu Chrift! Wir wollen dich stets loben: Gott heilger geist! dein ruhm Erschalle mehr und mehr. O HErr, dreys einger GOtt! Dir sey lob, preis und ehr. 3. O JEsu Chrift, sohn eins gebohrn Deines himmlischen vaters! Versöhner der'r, die war'n verlohrn, Du stiller unsers haders, Lamm GOttes, heilger HErr und GOtt! Nimm an die bitt von uns frer noht: Erbarm dich unser aller. 4. O heilger geist, du höchstes gut, Du allerheilsamster tröster! Fürs teufels g'walt fortan behüt, Die JEsus Christus erlöset Durch grosse mart'r und bittern tod: Ab wend all unsern jamm'r und noht, Darzu wir uns verlassen. Das Te Deum laudamus. Err GOtt, dich loben 12. wir, HErr GOtt, wir danken dir. Dich, GOtt vater in ewigkeit! Ehret die welt weit und breit. Alle engel und himmels- heer, Und was dienet deiner ehr, Auch cherubim und seraphim, Singen immer mit hoher stimm: Mel. O GOtt du frommer 2c. Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser GOtt! II.Ehrfey Gott in der höh, Heilig ist unser GOtt, der HErre Und dank für gnas be, Daß nun und nimmermehr Uns rühren kann kein schade: Mit wolgefallen sich der höchste zu uns wendt, Dhn unterlaß ist fried, Der streit hat nun ein end. 2. GOtt vater! deinem nam'n Mit lob und preis wir danken, Der du von ewigkeit Regierest ohne wanken: Ganz ungemessen ift, HErr! deine wunder- macht. So fort geschieht, was nur Dein wille hat bedacht. 3. O JEfu Chrifte, fohn Des vaters eingebohren! Versöhner derer, die Jn fünden war'n vers Lohrent, Lamm GOttes, einger HErr! O wahrer mensch und Bott! Erbarme dich, nimm ant Die bitt in unsrer noht. 4. O wehrter heilger geist! Du tröster frommer christen! Behüt uns kraftiglich Für satans tück und listen: Errette uns auch sonst Aus trübsal, noht und pein, Die wir durch Christi tod So theur ers 1dfet seyn. 5. Ott vater! bir feo preis Deine göttliche macht und herrs lichkeit Geht über himmel und erden weit. Der heiligen zwölf boten zahl, Und die lieben propheten all, Die theure mårtyrer allzumahl Loben dich, HErr! mit groffem schall. Die ganze wehrte christenheit Rühmt dich auf erden allezeit, Dich, GOtt vater im höchsten thron, Deinen rechten und ein'gen sohn, Den heilgen geift und trifter wehrt Mit gleichem dienft fie lobt und ehrt Du könig der ehren, JEfu Chrift! GOttes vaters ewger sohn du bist; Der Jungfrauen leib nicht haft verschmäht, Bu erlöfen das menschliche ges schlecht: Du für die mannigfaltige Welthaten GOttes. Du haft dem tod zerstöhrt seine macht, Und alle christen jum himmel gebracht. Du sigeft jur rechten GOttes gleich Mit aller ehr ins vaters reich. Ein richter du zukünftig bist Alles deß, was todt und lebend ift. Nun hilf uns, HErr! den dienern dein, Die mit deinem theuren blut erlöset seyn. Laß uns im himmel haben theil Mit den heil'gen im ewigen heil. Hilf deinem volt, HErr JEsu Chrift! Und segne, was dein erbtheil ift. Wart und pfleg sie zu aller zeit, Und heb sie hoch in ewigkeit. Eaglich, HErr GOtt! wir loben dich, Und ehren deinen namen stetig lich, Behüt uns heut, o treuer GOtt! Für aller sünd und missethar. Sey uns guadig o HErre GOtt! Sen uns gnadig in aller noht; Beig uns deine Barmherzigkeit, Wie unsre hoffnung zu dir steht. Auf dich hoffen wir, lieber HErr! In schanden laß uns nimmers mehr, amen. as lobes soll man dir, o vater! singen? Keins menschen zung kanns würdiglich vollbringen. 13.Was 2. Du haft aus nichts den himmel nebst der erden, und alles was barinn ist, lassen werden: 7 s. Von kindheit an haft du uns stets ernehret, Was wir bedurft, uns väterlich bescheret. 6. Du speisest alles fleisch mit wolgefallen, und schükest uns, fo lange wir hie wallen. 7. Wenn creu; und trübfal uns noch mit berühret; So wers den wir doch gnådig draus ges führet. * 8. Sehr groß ist deine weiss bar sind alle deine werke. heit, güt und stärke, und wunders 9. HErr! wir bekennen es mit dafür von herzens- grunde. unsern munde, Und danken die * 10. Lob sey dir, vater! der seist regierst in einem throne. du mit dem sohne Und heilgen 11. Dein grosser name sen alls seit gepreiset Für alles gute, das du uns erweiset. ben fest anhangen, Und denn die 12. Hilf, daß wir dir im glaus feligkeit darauf erlangen. dem HErren dank und sing', und 14.Das ift fürwahr ein köfts lich ding, man lobe frölich seinen nam'n, Der Herrlich ist und wundersanı: 2. Daß mant des morgens seine güt Erzähl mit dankbarem ges müht, Auch seine wahrheit bey der nacht Erkenn und preise, wenn man wacht: 3. Daß man des lobens mache viel, mit singen und mit säitens spiel: Damit ja unsers GOttes ehr Auf alle meise sich vermehr. 4. Darum ich auch auf dein ges 3. Die menschen drauf nach heiß, HErr! deine thaten frölich deinem bild formiret, und mit preis: Dein raht ist uns verbors verstand und gaben ausgezieret.gen gar, Die werke groß und of 4. Du läsfest uns in deinem fenbar. port auch lehren, Wie wir dir<. Ein narr glaubt folches alles bienen follen, und dich ehren. uicht, meint, daß es obugefebs 8 Zod Gesange und iwar geschicht: Bleich wie er selbst lebt immerhin Nach seines herzens eitlem sinn. 6. Die spdtter grünen wie das gras, Die übelthäter gleicher maaff': Bis daß ihr name hie auf erd und ewig dort vertilget werd. 7. Du aber bist, o HErr, mein hort! Der allerhöchst, und blei best fort. Umkomimen müssen beine feind, Und die dir, Gott! auwider seynd. und unserm land Auweg' bestäns dig sey. Hier und im himmel oben. Gott 4. GOtt vater! dir sey preis 8. Hergegen so empfange ich wollen dich fiets loben. Gott sohn, HErr JEsu Chrift! Wir Stets neue fraft, die stärket mich: heilger geist! dein ruhm Ers Durch deine gnad ist mir bereitschalle mehr und mehr. HErr! Sehr groffer troft und wahre dreyeinger GOtt! Dir sev lob, freud, preis und ehr. * 12. GOtt vater, sohn und beilger geist, Von dem uns alle gnade fleußt, Wir loben dich, wir danken dir Für deine wolthat für und für. Woll uns von allem böfen, und 3. Der groffe ftarke GOTS was uns schaden kann, Gewals tiglich erldsen: Er schüß und rette uns, Er helf uns allezeit, So lang er uns allhie Das leben noch verleiht. 9.Du machst mir deine recht' bes wußt, Drum seb ich an dir meine luft: Mit luft seh ich die guade an, 16.Nun laßt uns GOtt deng Die bisher an gethan. 1o. Der fromme baum gleich, An segen und an früchten reich; Er blühet ein und und ihn ehren Von wegen seiner saben, Die wir empfangen haben. 2. Den leib, die feel, das leben alle jahr, und wächset dabey im- Hat er allein segeben: Diesels merdar. ben zu bewahren Will er an uns nichts sparen. u. Er grünet, wenn er gleich wird alt, und bringer frucht gar mannigfalt: Er rühmt, daß du so autia bist, Und daß kein unrecht an dir ist. 3. Nahrung giebt er dem leibe: Die feele muß uns bleiben, Wies wol tödtliche wunden Sind koms men von der fünden. 15.N Jun danket alle GOtt Mit Herzen, mund und händen, Der groffe dinge thut Hier und an allen enden; Der lebend uns erhält Von mut: terleibe an, Und thut uns alles guts, Mehr als man zählen kann. 2. Es wolle unser GOtt Ein frölich herz uns geben; Er laffe nus, sein volk, Im friede immer leben Forthin zu unsrer zeit: Daß feine glad und treu Bey ans 4. Ein arzt ift uns gegeben, Der selber ist das leben: Christus für uns gestorben, Hat uns das heil erworben. 4. Sein wort, fein' tauf, fein nachtmahl Dient wider allen uns fall; Der heilge geist im glauben Lehrt uns darauf vertrauen. 6. Die sünd ist uns vergeben, Durch ihn geschenkt das leben: Im himmel folln wir haben, GOtt! wie groffe gaben! * 7. Wir bitten deine güte, Daß sie uns fort behüte, Dis groffen nebst den kleinen; Du kannsis nicht böfe meinen. 8. Erhalt uns in der wahrheit; Bib ewigliche frepbeit Zu preifen dei: für die mannigfaltige Woltheten GOttes: beinen namen, Durch JEsum Chriftum, amen. el. Nun laßt uns GOtt dem sc. un laßt uns GOttes 17. güte uns führen zu gemühte; Laßt uns des vaters fegen und liebe recht erwegen. 2. Eh wir ans licht geseket, Hat er uns hoch geschäket, und fchon, aus liebes- trieben, Jns les bens buch geschrieben. 3. Als wir noch ohn bewegen Und ohne kraft gelegen, Ohn menfchen- hulf und sorgen, Der muts ter selbst verborgen: er hat uns erquicket, Da wir die welt is. Wenn wir nur dieses haben, So werden uns die gaben, Der wir zu diesem leben Bedürfen, wol gegebent. 4. Hat er uns glieder, leben 16. Der himmel sammt der ers Und unterhalt gegeben, und wunden muß eh zunichte werden: Eh Derbarer weise Versorgt mit trant du GOtt! die kannst lassen, Die und speise. dich im glauben faffen. 5. Sein' hand, die uns bereitet, Hat uns ans licht geleitet: Und 6. Er hat uns aufgenommen Hier in die zahl der frommen, Gemacht zu seinen erben, Daß wir nicht ewig sterben. 7. Er giebt uns zu erkennen Sein wort, daß wir ihn nennen Den gütigen ernehrer, und freundlichen bescherer. 8. Er hat für unser Leben Sein sigen kind gegeben: Er ließ es gar, als bürgen, Für uns am creuz erwürgen. 9. Dis lasset uns bedenken, Wenn uns die sorgen Franken, Daß der aufs höchste liebet, Der feinen sohn hergiebet. 10. Er kann uns nichts abschlagen, Wenn wir ihm gläubig kla gen, Was wir vonnöhten haben An feel- und Leibes- gaben: 9 12. Sollt der, so diese beget Und ihrer fleissig pfleget, uns, feine himmels- erben, Verlassen und verderben? II. Wie vogel in den luften, Und thiere in den klüften, Ja blumen an den wegen Uns dis Beraugen legen. 13. O vater! diefe liebe Las uns, aus heilgem triebe, Doch allezeit betrachten, und nicht ges ringe achten. 14. Verleih uns und beschere uns, vater! dir zur ehre, Daß wir dir recht vertrauen, Und ganzlich auf dich bauen. Mel. Nun freut euch liebe zc. 18. slaubig herze! benes deinen HErren: Gedenk, daß er der vater sey, Den du allzeit sollt ehren; Dieweil du keine stund ohn ihn, Mit aller sorg in deinem sinn, Dein leben kannst ernehren. 2. Er ists, der dich von herzen liebt, Viel gutes dir mittheilet, Dir deine missethat vergiebt, Und deine wunden heiler: Dich waps net sum geistlichen krieg, Daß die dein feind nicht oben lieg, Noch deine Hoffnung raube. 3. Er ist barmherzig und sehr gut Den armen und elenden, Die sich von allem übermuht Zu seis ner wahrheit wenden: Er nimmt sie als ein vater auf, Und giebt, daß sie den rechten lauf Zur seligs teit vollenden. 4. Wie sich ein batersberg be, zeigt, und guts thut seinen tins dern; Also hat sich auch Gott geneigt Su uns blut- armen füns dern: Er schenkt und gnade, lieb 85 XO Lod Gefänge und zwar und huld, Vergiebt uns guadig, Der schwache mund! du lehrst alle schuld, und hilft uns über ihn deinen preis, Daß er den feind winden. iu widerlegen weiß. 3. Wenn ich bey mir den hims mels- bau betrachte, Dein meisters werk, das schöne licht ben nachte, Den mondenschein, die sternen auch dabey, Die deine hand ges seget nach der reih; 4. So fang ich an: wie daß du so bedenkest Den sterblichen! wer ist es, dem du schenkest So reiches gut? was sag ich doch das von, Daß deine treu besucht des menschen sohn? s. Er giebt uns seinen guten geist, Verneuert das gemühte, Daß wir vollbringen, was er heißt, Und trauen seiner güte. Er bilft uns hie mit guad und heil, Verheißt uns auch ein herrlich theil Von seinen ewgen schaßen. 6. Nach unfrer ungerechtigkeit Hat er uns nicht vergolten, Gon dern erzeigt barmherzigkeit, Da wir verderben sollten. Er ist mit guad und freundlichkeit Densel ben immerfort bereit, Die ihn von herzen lieben. * 7. Was GOtt nun angefangen hat, Das woll er auch vollen den. Wir geben uns ganz seiner gnad, Opfern uns feinen händen, Und thun darneben unsern fleiß, Hoffend, er werd zu seinem preis All unsern wandel wenden. * 8. O vater! steh uns gnädig ben, Weil wir sind im elende, Daß unser thun aufrichtig sen, und nehm ein selig ende. Leucht uns mit deinem hellen wort, Daß uns an diesem dunkeln ort Kein fals Scher schein verblende. 9. D GOtt! nimm air den preis und dank, Den wir voll andacht singen: Und Laß dein wort mit freyem llang Durch unsre herzen dringen. hilf! daß wir mit deis ner kraft Durch eine gute ritters fcbaft Die lebens- cron erringen. 5. Zwar hast du ihn ein wenig hier auf erden, Als ergel sind, geringer lassen werden: Jedens noch auch mit herrlichkeit bes dacht, mit majestät gecrönt und groß gemacht; 2. Der kinder mund, die an den brüften liegen, Redt schon von dir, obu reden, in den wiegen, 6. Weil alle ding ihm unters than seyn müssen: Du legest ihm dahin zu seinen füffen Was deine hand erschaffen und gethan, Was odem hat, und sich regt um und alt: 7. Der rinder schaar, der schaafe grosse heerden, und alles vieh, das nimmer zahm will werden, Der vögel heer, so in den lüften schwebt, Der fische zahl, die in dem waffer lebt. 8. HErr unser GOtt, beherrs fcher aller herren! Wie herrlich ist dein name weit und ferren! Bie wird sein glan; so prachtig vorgestellt, Und strecket sich durch diese ganze welt! Rel. Mein herz und feel den zc. Err unser GOtt, be mel. Von GOtt will ich nicht 26. 19.Sherrscher aller herren! Wie herrlich ist dein name weit 20.Ich will zu aller funde and ferren! Wie scheinet er der ganzen welt herfür! Wie strecket fich im himmel deine sier! Erheben GOttes preis Mit Herzen und mit munde, Auf sein wort und geheiß. Ich will des HErrent lob Ausbreiten und vers mehren, Daß es die armen hören, und sich erfreuen drob. 2. Laßt uns bepsammen fießen Jesund für die mannigfaltige Wolthaten GOttes. Jezund und nach der seit, Des 9. Für falschheit dich stets bute, HErren nam'n erhöhen In lieb Bewahre mund und zung. Bes und einigkeit. Als ich den HErrenschmiß nicht dein gemühte Mit bat, Antwortet er in gnaden, Und trug und lästerung. Von niemand wandte furcht und schaden; Er übels sag. Was bds ist, mußt du schickte hülf und raht. haffen, Was gut, zu thun nicht lass sen. Such fried, und jag ihm nach. 3. Die auf den HErren schauen Und seine wunder- hand, Dersel ben ihr vertrauen Wird nimmers mehr zu schand. Wenn der elende schreit, Will ihm GOtt sein bes gehren Ganz williglich gewähren; Er hilft zur rechten zeit. 10.Des HErren augen sehen Auf die gerechten sehr. Sein ohr erhört ihr flehen, Daß er sie hülf gewähr. Sein antlig steht dahin, Daß des rer name werde Vertilget von der erde, Die gottlos sind vom sinn. 4. GOtt hat befehl gegeben, Daß seiner engel macht, In diesem ganzen leben, Sich lagre tag und nacht Um solche leut allhier, Die im gesen sich üben, Ihn fürchten und ihn lieben Aufrichtig für und für. 5. Kommt her, kommt, seht und schmecket, Wie GOtt so freundlich fey. In noht der nicht lang stecket, Der glaubt und hofft dabey Auf diesen starken schuß. Wol dem, der darauf bauet, und seinem worte trauet, Der hat es grossen nug. 6. Ihr seine heilge! hdret Des allerhöchsten raht: Wo ihr ihn also ehret, Wie er befohlen hat; So habt ihr keine noht: Weil der nie mangel leidet, Der sünd und Schande meidet, Und allzeit fürchtet GOtt. 7. Die reiche darben müffen, Der geiz auch immer klagt, Darzu ein bos gewissen Inwendig frißt und nagt. Wer GOttes willen thut, Wird alle hülf empfinden, und keinen mangel finden An irgend einem gut. II. Wenn der gerechte schreiet s So hört es GOtt alsbald, und rettung ihm verleihet In noht, fo mannigfalt. Er ist denselben nah, Die sonsten ganz verzagen, Von herzen sind zerschlagen: Bald ist sein' hülfe da. 12. Viel muß der fromme leis den, Das ist des HErren will's Doch wirds verkehrt in freuden: Drum halte dich nur still, und traue GOtt allein, Der kann auch die gebeine Bewahren groß und Eleine; Keins muß zerbrochen seyn. 13. Den wird das unglück fäls len, Der den gerechten preßt, Das ist der weg zur höllen; Die sein'gen GOtt nicht läßt. Er nimmt in seine huld, Die halten feine rechte, und sind ihm treue knechte, S sind sie ohne schuld. * 14. HErr! gib, daß ich dein ehre Ja all mein lebelang Von herzens- grunde mehre, Dir fage Lob und dank. O vater, sohn und geist! Der du aus lauter gnaden Abwendest noht und schaden, Sep immerdar gepreist. 8. Ihr kinder! last euch lehren Die furcht des HErren rein. Mel. Erschienen ist der herrlich 28, Kommt her, ihr sollt sie hören; 21. meine feel! des Hers ren preis Vermehre Kommt alle insgemein. Wer gute stets mit allem fleiß. Durch psals tag begehrt, Der mag mich darummen und durch lob- gefang Erhebe fragen, Ich will ihm treulich fa- GOtt dein lebelang. Halleluja. gen, Was GOttes wort bewährt; 2. Ich will, so lang ich odem bab Lob Gefänge und zwar bab, Und bis ich scheid von hinnen| freudigem gemüht In meinem ab, Des HErren lob mit meinem mund Ausbreiten stets von her jens- grund. Halleluja. ganzen leben, GOtt! alle tage preifen dich, und deinen namen ewiglich Vor iedermann erhöhen. 2. Sehr groß und löblich HErr! du bist; Innöhten kannst du rahten. Dein grösse unauss sprechlich ist. Es werden deine thas ten Gepreiser noch von kindess Eind: Weil man sie allenthalben findtBoll stärke, gut und weisheit. 3. Ich will dein lob mit meinem mund, Nun und zu allen zeiten, Auch inniglich von herzens- grund vermehren und ausbreiten. Ich will von deiner ehr und pracht, Von deiner grossen wunders macht, Go lang ich lebe, reden. 4. Du bist voll gnade, lieb und treu, Der frommen zu verschonen: und gleichwol auch gerecht das bey, Die bösen abzulohnen. Der HErr ist voll barmherzigkeit, Ges duldig, gütig allezeit, Wenn man ihm recht vertrauet. 5. Er ist auch gnädig jedermann und hilfet gern den armen; Nimmt aller seiner werk sich an Durch våterlich erbarmen. Durch seine allmacht er erhält, Was hier in dieser ganzen welt Sich regt, bewegt und lebet. 6. HErr! deine werke und ges walt Soll hie bey uns auf erden Den menschen kindern mannigs falt Bekannt gemachet werden. Dein reich, Gottlist ein ewig reich, Und deiner herrschaft ist nichts gleich: Sie bleibet izt und ewig. 7. Der HErr verstößt die füns der nicht, Wenn sie den fall beklas gen, Es werden von ihm aufges richt't, Die nieder seyn geschlas gen. In keiner noht er die vers laßt, Die sich an ihn ergeben fest, Und hülfe ben ihm suchen. 3. Verlaßt euch doch auf fürsten nicht, Seht nicht auf sie eur zu versicht; Weil sie nichts mehr als menschen sind, Bey welchen man nicht hülfe findt. Hallel. 4. Der mensch ist ia nur erd und thou, Hie muß er auch gar bald davon: Da liegen denn zu einem mahl Im staube seine anschlåg all. Halleluia. <. Wol dem hingegen, der sich feft Auf seinen HErrn und GOtt verläßt; Deß hülfe der GOtt Ja cob ist, Deit er anruft zu aller frist. Halleluja. 6. Er hat ia himmel, erd und meer Gemacht mit allem ihrem beer. Wer nur auf ihn verläffet fich, Dem halt er glauben ewiglich. Halleluia. 7. Er hilfet denen, so gewalt Und unrecht leiden mannigfalt. Er speist die hungrigen mit brot, Und wendet der gefangnen noht. Halleluia. 8. Der HErr macht fehend blinde leut, Er liebt und schüßt gerechtigkeit. Was niedrig ist und bey der erd, Das richt't er auf, und macht es wehrt. Hallel. 9. Die fremdlinge durch seine gut, Die wäisen gleichfals er be hüt't, Die witwen er im trauer Band Errettet von gottloser hand. Halleluia. 10. Go führt der HErr sein reich allhier, und bleibet könig für und für: Drum jedermann fein lob erkling', Und frölich hal teluja fing'. Halleluia. Mel. Nun freut eurch liebe zc. 22.Mein Gott und könig! deine gut Will ich * 8. HErr! aller augen warten dein: Du giebest ihnen speise Zu mit lob erhebeu; Ich will ausrechter jeit, daß insgemein Man Dich, für die mannigfaltige Wolthaten GOttes. Dich, o vater! preise. Du thust auf deine milde hand, und fåt: tigst alles in dem land Mit luft und wolgefallen. 9. Groß ist der HERR, und ganz gerecht In allen seinen we gen; Drum segnet er auch das geschlecht, Das geht auf seinen stegen. Und wie er heilig ist und rein; So lieber er auch die allein, Die heilig vor ihm wandeln. 10. Der HErr ist allen denen nah, Die flehend vor ihn treten. Er ist bey allen denen da, Die ihn mit ernst anbeten. Der frommen fchreien GOtt erhört, Und ihrer bitte sie gewährt; Er läßt sie hülfe finden. 11. Der HErr in gnaden die bewahrt, Die ihn von herzen lie: ben; und tilget aus die böse art, Die fromme leut betrüben. Mein mund foll fiets, nach seinem wort, 6. Vom himmel er der mens Auch alles fleisch wird immerfortschen- kind Vornehmen schaut auf Des HErren namen loben. erden: Er kennt sie all, so viel ihr'* sind, und sieht, ob sie klug werden. Er merkt auf alle ihre werk, Und kann durch seine gnad und stårt Ihr'r aller herzent lenken. 7. Des idniges gewalt nichts schafft; Eie muß gar bald verges hen. Den riesen hilft nicht feine Fraft, Sie kan auch nicht bestehen. Bringt gleich der feind viel roff zu feld; So ist doch GOtt der rechs te held, Der für die seinen streitet. 8. Des HErren aug' nimmt die in acht, Die sich ihm fest ergeben, und freyes willens tag und nacht Ihn fürchten, weil sie leben: Er fpeifet sie in hungers- noht, Und rettet ihre feel vom tod, Dieweil sie ihm vertrauen. * 9. GOtt, unser schug! ju dir allein Steht unser ganz gemühte: Gedenk, daß wir dein erba seyn, und uns hinfort behüte, Durch deine grosse gütigkeit, Für pes, fries, theurung, noht unt * 12. GOtt vater, fohn und Beilger geist, Ohn anfang und ohn ende! Der du viel gutes mir erweift Durch allmacht deiner bånde! Sey von mir izt und alles seit, Von nun an bis in ewigkeit, Gelobet und gepreiset. 13 3. Des HErrn wort hat das firmament Des himmels selbft erbauet: Der geist seins mundes hat vollendt All heer, so man dran schauet. Er faßt das wasser in dem meer, Als obs im schlauch beys fammen war: Die tiefe liegt vers borgen. 4. In aller welt muß iedermann Vor unserm GOTT sich scheuen: Was auf der erde wohnen kann Erschrickt vor seinem drauen; Weil, was er redt, sofort ergeht, Was er gebeut, alsbald da steht Durch allmacht seiner hånde. <. Der heiden raht macht Gott zunicht, und wendet ihr' gedans ken: DeshErren raht wird ausges richt't, Und bleibet ohne wanken. Die sind wol selig, die GOtt liebt, und denen er die gnade giebt, Sein erb' und volk zu werden. Mel. Nun freut euch liebe chrift. Greut euch des HErren 23.8 allzumahl, Ihr from men! ihn zu preisen. Rühmt, ihr gerechten! ihn mit schall und aus erlefnen weisen. Laßt klingen pfalter, fåitent- spiel; Auf harfen macht der freuden viel, Dem groß fen GOtt zu ehren. 2. Wahrhaftig ist des HErren wort, Er hat es nie gebrochen; Es bleibet ist und immerfort, Was er einmahl versprochen. Gerichte und gerechtigkeit Beschügt und liebt er iederzeit, und alle, die Drob balten. Lob- Gesänge und zwas leid, Wis wir, HErr! auf dich ben nimmet an, hat klüglich und boffen. sehr wol gethan; Sein lob wird hoch geschätzet. Mel.Kommt her zu mir, spricht zc. mit fleiß Sag ich dem HErren Lob und preis Und dank, im raht der frommen: Ich preise feines namens ruhm Da, wo sein volk und eigenthum Erfreut zufammen kommen. 25. 2. Des HErren werke sind voll pracht, Ein ieder kann, der ihrer ist, den namen sein: Sein wolthat acht't, Die jeit mit lust vertrei- thut er mehren, Bergiß es nicht, ben. Denn was er ordnet, sagt und thut, Ist löblich, herrlich, recht und gut. Sein recht muß ewig bleiben. o herze mein! Hat dir dein' sünd vergeben, und heilt dein schwachs heit groß: Errett't dein armes les ben, Nimmt dich in seinen schooß: mit reichem troft beschüttet, Bers jüngt dem adler gleich, Der könig schafft recht, behütet Die leiden in seinem reich. 3. GOtt stiftet, der voll gnad und raht, Ein denkmahl seiner wunderthat, Die er an uns beweis fet. Sein bund steht fest und unversehrt, Es wird, wer feine macht verehrt, Mit himmels- brot gefpeifet. 2. Er hat uns wissen laffen Sein heilig recht und sein gericht, Darzu sein' güt ohn maassen; Es 4. Er läffet feiner finger werk, mangelt an sein'r erbarmung Und seiner thaten kraft und stårk nicht. Sein'n zorn läßt er bald Bey seinem volk erzählen; Daß erfahren, Straft nicht nach unfrer Der heiden erb und recht Auf seine schuld. Die guad thut er nicht spas treue diener bracht, Sich ihnen zuren, Den blöden ist er hold. Sein vermählen. güt ist hoch erhaben Bey den'n, die fürchten ihn: So fern der oft vom abend, st unsre sünd dahin. 3. Wie sich ein vater erbarmet Ueb'r seine liebe Finderlein: So thut der HErr uns armen, Wenn wir ihn kindlich fürchten rein. Er fennt das arm geschlechte, Er 6. Den volke, dae nach ihm weiß, wir sind nur staub, Gleich genannt, hat er erlösung zuge- wie das gras zu rechnen, Ein blum fandt, Sein bund wird nie gebro: und fallend laub; Der wind nur chen. Sein nam ist heilig, hoch drüber wehet, Go ist es nimmer und wehrt, und alles das wird uns da: Also der mensch vergehet, beschehrt, Was er uns hat ver- Sein ende ist ihm nah. sprochen. 4. Nur GOttes gnad alleine 7. Der hat, der GOtt recht Steht feft, und bleibt in ewigkeit fürcht't und liebt, und sich in seis Ben seiner lieb'n gemeine, Die nem willen übt, Der weisheit ftets in seiner furcht bereit, Die grund gescht, Wer sicb dersels feinen bund behalten. Er berrscht 1ER 5. Das alles, was der HErr verricht't, Ist recht und wahr und wanket nicht, und sein gebot bleibt stehen; Denn ers jest in| der ganzen welt, Hinfort auch ewiglich, erhält. Sein wille muß geschehen. 8. GOtt vater, sohn und geift! bey 1 mir sey; Daß ich all deine werke mit fleiß in gottesfurcht betracht, Dir stets vertrau und habe acht Auf deine gut und stärke. un den HErren, Was in mir für die mannigfaltige Wolthaten GOttes. 15 im Himmelreich. Ihr parken en-, wiffen laffen: Er ist voll güt, und gel wartet Seins lobs, und dient zugleich Dem grossen HErrn zu ehren, und treibt fein heilig wort; Mein' feel soll auch vermehren Sein lob an allem ort. will nicht immer haffen, Noch ewiglich mit grimm uns sehen an. herzig und fanftmühtig, Voll 5. Der HErr ist fromm, barms gnad und gunst, geduldig, treu * r. Sey lob und preis mit eh- und gütig; Er handelt nicht mit ren GOtt vater, sohn und heiluns nach unfrer schuld, Vergilt gent geist. Der woll in uns vers auch nicht nach unsern schweren mehren, Was er aus gnaden uns sünden. So weit die höh des hims verheißt: Daß wir ihm fest versmels ist zu finden Hier von der trauen, Uns ganz verlaffit auf erd; so weit reicht seine huld. ihn, Bon herzen auf ihn bauen, Daß unfr herz, muht und sinn Ihm allezeit anhangen; Drauf fingen wir zur stund: Amen, wir werdens erlangen, Gläubn wirs! von herzens- grund. 6. So weit der grund sich scheis det von der festen, So weit der oft ablieget von dem westen; So weit läßt er die sünden von uns seyn. Sein gnaden blick muß über die sters walten, Die ihn mit furcht für ihren helfer halten, Daß er sie 26. meine feel, bu sollt rett aus ihrer noht und pein. preisen: Was in mir ist, das muß ihm ehrerbarmen Mit kindern hat; so thut 7. Wie unter uns ein vater- hers Brweisen. Auf, auf, mein herz! und der HErr uns armen, Es stehet mache dich bereit. Bergiß ia nicht, GOit den frommen kräftig bey. bergiß nicht, mein gemühte! Was Er kennet ja uns dürftge erdens bir der HErr für wunderbare güte töpfe: Jhm ist bewußt, daß dieses Erwiesen hat die ganze lebens- fein geschöpfe Ein leichter staub, leit. ein schwaches werkzeug sey. 2. Denn er hat dich von sünden los gesprochen, Und denkt nicht mehr, was du bisher verbrochen. Ermachet dich voit schwachheit jeil und rein. Es hat der HErr ein leben vom verderben Erlöst, aß du nicht ewig müsfest sterben: Dein GOtt will dir forthin barm jertig feyn. 3. Er crönet dich mit gnad und hildem segen, Will deinen mund ait reicher fülle pflegen; Er ma het dich von seinen gütern fatt, Daß du mit lust darüber dich er euest, und deine kraft, gleich lern, gar verneuest; Weil er mit il dich überschüttet hat. 4. Der HErr läßt recht densel n wiederfahren, Die vor be: ångt und unterdrücket waren. hat fein thun dem Moses kund bau, Und seiue recht' Israel bens end erwarten: Er ist wie 8. Ein mensch muß stets des les gras, wie eine blum im garten, Die sich sehr schön und lieblich låsset an: Wenn aber nur der wind dars über fähret, Jf ihre zierd hinweg, und so verzehret, Daß man die fstått auch nicht mehr finden kann. überschwenglich, Währt für und 9. Des HErren gnad ist aber für, und bleibet unvergänglich. Auf kindes- kind wird seine gür ges bracht Bey denten, die in seinem bund sich üben: Die ihren Gott von ganzem Herzen lieben, und fein gebot zu halten sind bedacht. zubereitet, Sein herrschaft ist um 10. Es ist sein stuhl im himmel diese welt gebreitet: Sein reich und thron umschließt den erden. kreis. Jbr engel lobt, lobt ihn, ibr 16 Lob Gefänge und war thr starke helden, Die ihr sein, heilig! heilig! singen. Halleluja thun und willen müßt anmelden: soll erklingen Unserm GOtt und Lobt unsern GOtt, und sagt ihm ruhm und preis. auch dem lamm, Unserm holden brautigamm. Laffet seinen ruhm erschallen, und erzählt sein werk vor allen, Daß er ewig uns erwähs let, und zu feinem volk gezählet. 1.Lobt unsern Gott, ihr alle seine schaaren: Die ihr ihm dient, und bin und her müßt fahren Auf sein geheiß; lobt ihn an jedem ort, An dem er herrscht: lobt ihn, ihr seine werke! Rühmt seine kraft, rühmt feiner allmacht stärke. Lob ihn mein herz! o lob' ihn fort und fort. * 12. GOtt vater, sohn und geist! fen stets gepriesen Für alle buld, die du an mir erwiesen Bon Lindheit an bis jest auf diese zeit. HErr! fteh mir bey, laß deine gnad sich mehren, So will ich dir drum danken und dich ehren Auf erden hier, und dort in ewigkeit. Meloden 1. 27. preifen, Auf! vermehret seinen ruhm. Stimmet an die füffe weisen, Die ihr seyd sein eigenthum! Ewig währet sein erbarmen, Ewig will er uns umar men Mit der süssen liebes huld, Nicht gedenken unsrer schuld. Preiset ewig seinen namen, Die ihr seyd von Abrams saamen: Rühmet ewig seine werke, Gebet ihm lob, ehr und stärke. 2. Che noch ein mensch geboh ren, Hat er uns zuvor gekannt, Und in Chrifto auserkohren, Sei ne huld unts jugewandt.Selbst der Bimmel nebst der erden müssen uns zu diensie werden; Weil wir Durch fein liebstes kind Seine kin der worden sind. Ewig folche gnade währet, Die er uns in ihm befcheret: Ewig wollen wir uns Abett, lieber alles ihn zu lieben. 3. Ja wir wollen nun mit freus Den Zu dem lieben vater gebn, uns in seiner liebe weiden, Wie die bun, die vor ibm kebn, Heilig, 4. Lernet euren JEsum kennen, Der euch theur erkaufet hat. Lers net ihn recht gläubig nennen Eus ren bruder, freund und raht, Eus ren starken held im streiten, Eure lußt in frölichkeiten, Euren trof und euer heil, Euer allerbested theil. Ewig folche güte währet, Die euch durch ihn wiederfähret: Ewig soll das lob erklingen, Dat wir ihm zu ehren singen. *. Cretet nur getroft zum throne, Wo der gnaden- stuhl zv sehn; Es kann euch von GOttei sohne Nichts als lieb und huld ge: erwartet mit verlan. gen, Uns voll gnade zu umfangen, und das allerhöchste gut zu ers theilen durch sein blut. Groffe gnad ist da zu finden, Er will sich mit uns verbinden, und niemahle foll etwas können uns von seiner Liebe trennen. 6. Er hat nunmehr selbst die fülle Seiner gottheit aufgethan; und es ist sein ernster wille, Daß nun komme jedermann. Keines soll sich hieben schämen, Sondern gnad um gnade nehmen; Wer ein hungris herze hat, Wird aus fees ner fülle fatt. Emig folche fülle währet, Die uns so viel guts be schehret; Wolluft, die uns ewig tränket, Wird uns daraus einges schenket. 7. Nun, o liebster! unser lallen, Damit wir dir dankbar seyn, Laf dir getådig wolgefallen, Bis wil alle insgemein Ewig deine gütige keiten Mit gesammtem lob' aus breiten, Da wir werden glorie! Singen und balleluia! Dres, batt für die mannigfaltige Welthaten GOttes. bant, ehre, macht und stärke, Und was seine grosse werke Rühmet, werde GOtt gegeben. Laßt uns ihm zu ehren leben. Mel. Werde munter mein 2c. 28. gepriesen Für die grof fe gütigkeit, Welche du mir haft er wiesen Durch die ganze lebens seit: Höchster, ach! wie dank ich bir Recht und würdig gnug dafür? Mein verstand und alle sinnen Sollen, HErr! dein lob beginnen. 2. Du haft, was genennt mag werden, Anfangs blos aus nichts gemacht; Auch den menschen aus der erden Durch dein wort hervor gebracht. Diese deine wunderthat Muß ich preisen früh und spat: Denn wo wird die macht gefunben, Die sich deffen unterwunden? 3. Daß ich mit vernunft geboh ren, Daß ich leb in dieser welt, Bin sum chriften auserkohren, Weiß, was dir, mein GOtt! ges fällt, Oder mag zuwider seyn: Das hab ich von dir allein; Drum, GOtt sen hoch gepriesen, Daß du mir dis haft erwiesen. 4. Du hast alle straf und plas gen, Die mein fündlich thun verbient, Deinen sohn selbst laffen tragen und bist nun dadurch verfühnt, Weil er an dem creuzes famm Meine fünden auf sich nahm: Ach! sey auch dafür geprie fen, Was du disfalls mir erwiesen. 1. Dazu werden deine wege Mir noch täglich kund gethan: Denn jum rechten himmels- stege Führt dein guter geist mich an: Daß ich schon in meinem sinn Durch die hoffnung felig bin: Dafür muß tch dich hie preisen, und dort ewig bank erweisen. 1 den: Denn du schaffft mir hülf und ruh. Ja, es muß die creuses pein mir mehr nüt als schädlich seyn: Sollt ich dich dafür nicht preisen, Und dir ewig lob erweisen? 7. Gnaden- voll hast du geges brot, Frey ben mir mein Läsfest mich im friede leben, von pest und hungers- noht. Meis ne ehre, meinen stand Hab ich blos von deiner hand; Für so viele gus tigkeiten muß ich, HErr! dein lob ausbreiten. 8. Kuri: HErr! deine gut und treue Jft wahrhaftig ohne zahl, Sie ist alle morgen neue; Drum, ihr menschen allzumahl! Bringet doch mit höchstem fleiß Unserm schöpfer Lob und preis, Rühmet feine groffe güte, Lobt sein väters lich gemühte. 9.Auch ihr engel, und ihr feelen, Die ihr steht vor GOttes thron! Helft des HErren lob erzählen, Preift den groffen GOttes sohn, Rühmer seine herrlichkeit Jeit und künftig ohne zeit: Laffet euch zu seinen ehren Mit viel lob- ges sängen hören. 10. Ich will auch, zu feinen ets ten, Wenn ich werde ben euch fenn, Gott sein lob recht zu bereis ten, mit euch frdlich stimmen ein. Unterdessen soll von mir, So viel möglich ist, allhier GOtt zu ehren und gefallen Schon ein lobs ges sang erschallen. 11. Heilig! heilig! heilig werde, GOtt! dein name fiets genannt: Denn der himmel und die erde machen deinen ruhm bekannt. Deine gute, deine macht, Weiss beit majestät und pracht hat doch nirgend ihres gleichen: Gott! wer fann dein lob erreichen? 6. Bin ich schon mit creuz belas ben, Segt mir gleich der satan sus Mel. JEsu meines lebens zc. Muß mir ſolches doch nicht ſobe 29. Womit soll ich dich wal loben? 23 62u inge und in Lob Gesänge 18 pErr sebaoth! Sende mir darzu von oben Deines geistes kraft, mein GOtt! Denn ich kann mit nichts erreichen Deine huld und liebes zeichen. Tausends tausend mahl sey dir, Groffer könig! dant dafür. 2. HErr! entzünde mein ges mühte, Daß ich deine wunders macht, Deine gnade, tren und güte Stets erhebe tag und nacht: Weil von deinen gnaden- güfsen Leib und feele zeugen müssen. Laufend tausendmahl sey dir, Broffer könig! 2c. 10. Wie ein vater nimmt und 3. Vater! wenn mein her; be giebet, Nachdems kindern nüks denket, Wie dich meine sünden- lich ist; So hast du mich auch ges ( chuld Oft betrübet, ort gekrån licbet, So hast du zu jeder frift tet, Und wie deine lieb und huld Dich auch meiner angenommen, Mich aus langmuht doch getra- Wenns auch gleich aufs höchste gen; O! so muß ich freudig sagen: kommen.Tausend- tausendmahlze. Tausends tausendmahl zc. 4. Ach ja! wenn ich überlege, it was lieb und gütigkeit Du durch so viel wunderwege Mich geführt die lebenszeit: So weiß Ich kein ziel zu finden, Noch den grund hie zu ergründen. Tausend- send- taufendmahl zc. tausendmahl zc. 1. Du, HErr! bist mir nachge: laufen, Mich zu reissen aus der glut: Denn da mit der fünder baufen Ich nur suchte irdisch gut; Hiesfest du mich dis verachten, Und nur nach dem himmel trach, ten. Causend tausendmahl zc. und zwar 7. Ja, HErr! lauter gnad und wahr heit Sind vor deinem anges sicht: Du, du trittst hervor in klar: beit, In gerechtigkeit, gericht; Daß man soll aus deinen werken Deine gát und allmacht merken. Feusends tausendmabi 16., 8. HErr! du fegeft jedem dinge Zeit, ziel, maasse und gewichts Damit keinem zu geringe, Keinem auch zu viel geschicht: Und ich hab auf tausend weisen Deine weisheit auch zu preisen. Tausend: taus sendmahl ze 9. Bald kamst du mit frohen zeis ten, Bald mit kummer, angst und last, Nur mein herz dahin zu leis ten, Daß es dich allein umfaßt, Daß mein gänzliches verlangen Mögt an deinem willen bangen. Taufend- taufendmahl zc. II. Trugst du nicht auf adlerss flügeln Mich oft treu und våters lich? Hast du nicht in thal und hus geln Wunderbar errettet mich? Wollte alle hülf zerrinnen, Ward ich deinen beystand innen. Laus * 12. Bater! du haft mir erzeiget Lauter gnad und gütigkeit; und du haft zu mir geneiget, JEsu! deis ne freundlichkeit. Und durch dich, o geist der gnaden! Werd ich stets noch eingeladen. Tausend taus fendmahl zc. 13. Tausendmahl sen dir gefuns 6.D! wie hast du meine seele gen, HErr, mein GOtt! preis, lob Stets gesucht zu dir zu ziehn; Daß und dank, Daß es mir bisher ges ich aus der fünden- höle Mögtezulungen: Ach! laß ferner meinen den wunden fliehn, Die mich aus gang Sicher gehn durch Chrifti geföhnet haben, und mit kraft iciten, In die frohe ewigkeiten s jum leben laben. Tausends tau fendmahl ic. Da will ich, o vater! die Freudig danken für und für. Mel. Es ist das heil uns kommen. en lob und ehr dem 30. höchften gut, Dem vater aller güte, Dem Gott, der groffe wunder tbut, Dem Gott, der für die mannigfaltige Wolthaten GOttes. der mein gemühte Mit feinem reis then troft erfüllt, Dem GOtt, der allen jammer stillt: Gebt unserm GOtt die ehre! 2. Es danken dir die himmels beer, O herrscher aller thronen! Und die auf erden, luft und meer In deinem schatten wohnen, Die preifen deine schöpfers- macht, Die alles also wol bedacht: Gebt un ferm GOtt die ehre! 3. Was unser GOtt geschaffen bat, Das will er auch erhalten, Darüber will er früh und spat Mit seiner gnade walten. In seis nem ganzen königreich Ift alles Mel. JEsu meines lebens zc. weislich, recht und gleich: Gebt 31. Schwing dich auf, meins unserm GOtt die ehre! 4. Jch rief zum HErren meinem GOtt: Verninim, vernimm mein schreyen! Da ließ er mir in meiner noht Die hülfe angedeyen. Drum, vater, ach! drum dank ich dir. Ach danket, danket GOtt mit mir: Gebt unserm GOtt die shre! ganz gemühte! Und geh in den himmel ein: Denu es muß des höchsten güte Hier und dort gepriesen seyn. Mit viel taus send- tausend mahlen kann ich ihm das nicht bezahlen, Was er mir durch raht und that Lebenslang erwiesen hat. 2. HErr GOtt vater! lauter fegen Trieft von deiner milden 1. Der HErr ist noch und nim- hand, Den du mir auf meinen wes mer nicht Von seinem volk gegen Ueberall haft zugewandt; Aus fchieden; Er bleibet ihre zuver- wie viel bekümmernissen Haft du ficht, Giebt ihnen heil und frie- mich, mein GOtt! geriffen? Caus ben: Mit mutter- hånden leitet er fend: tausendmahl sey dir, Treuer Die feinen stetig hin und her: vater! dank dafür. Gebt unserm GOtt die ehre! 6. Wenn troft und hülfe mangeln will, Wenn niemand mehr lann rahten; So feget GOtt der noht ein ziel, Und hilft durch wort und thaten. Er nimmt sich dessen gnädig an, Der keine hülfe finden Fann: Gebt unserm Gott die ehre! 19 ehre! Jhr, die ihr GOttes macht erkennt, Gebt unserm GOtt die ehre! Die falsche gözen macht zu spott: Der HErr ist GOtt, ber HErr ift Gott! Gebt unserm GOtt die ehre! 9. So kommet vor sein anges sicht Mit jauchzen und mit singen Bezahlet die gelobte pflicht, Last lob und preis erklingen; GOtt hat es alles wol bedacht, und alles recht und gut gemacht: Gebt uns ferm GOtt die ehre! 7.Drum will ich dich mein leben lang, O GOtt! von nun an ehren; Man soll, HErr! deinen lobgefang An allen orten hören. Mein ganz ses herz ermuntre sich, mein geift und leib verehre dich: Gebt un ferm GOtt die ehre! 8.Jhr, die ihr Chrifti namen neant, Gebt unserm Gott bie 3.DHErr JEsu! heil und les ben Ift in deinem blute mein. Als le sünden sind vergeben, und ich bin gerecht und rein. Ja du willt in meiner feelen Dir so gar die wohnung wählen: Tausend- taus sendmahl sey dir, Liebster beis land! dank dafür. ben 4. Heilger geift! an deinen gas Spühr ich keinen mangel nicht: Und was wollt ich gröffers haben, Als dis gnaden volle licht, Daß ich weiß, an wen ich glaube, Und ein GOttes: Find verbleibe. Tausend tausendmahl sey dir, Wehrter trifter! dank dafür. & Ach! baß alle meine gfieber 32 lans Lob Gesänge und zwar 20 Lauter jungen mögten seyn! Daß| mels- herrlichkeit Hat mein Je ich mich durch lobe- lieder Könnte fus, meine sonne, Meiner feelen recht in GOtt erfreun! Und daß höchstes gut, Mir erworben durch Lauter preis und ehre Mein bessein blut. ständig opfer wäre, Das ihm wür- 7. Rein bin ich von meinen de tag und nacht Tausend tau- fünden, Los von feelen- angst und fendmahl gebracht. noht, Frey vom teufel, höll und tod. In der heilgen taufe finden Sich die schäße: Gott ist mein, Ich werd ewig ben ihm seyn. 8. In dem lebens- wort der gnas den Find ich meines herzens theil, Meiner seelen troft und heil. Nichts kann alle welt mir schas den, Weil mein GOtt mich selbst bewacht: Er stürzt aller feinbe macht. 6. Doch du wirst ein schwaches lallen, GOtt vater, sohn und geist! Dir auch laffen wolgefallen, Das dich hier auf erden preift; Bis ich dich im himmel oben Mit den engeln werde loben; Ja! da lob' und preif' ich dich Ohn auf bören ewiglich. Meloden 2. 32. Alles, was mir Gott ge geben, Was mir leib und feel erfreut Hier und dort in ewigkeit, All mein thun, mein gan ses leben Beigt mir meines GOttes treu Alle morgen wieder neu. Lob, Lied im gesegneten Wolftande. Mel. Nun danket alle GOtt ze: 2. Nichts von allem, was ich Babe, Nichts von ehre, gut und pracht hab ich auf die welt ges bracht. GOttes güte, GOttes gabe Schafft alleine hülf und raht, Schützt und ſegnet früh und spat. 3. Nun, mein Gott! ich will bich preisen, und in deinem heiligthum Offenbaren deinen ruhm. Ich will, vater! dir erweisen, Jego und ju aller jeit, Ebre, ruhm und Dankbarkeit. 33. Mein Gott! ich preiſe dich Für und segen, Den du bringst über mich auf allen meinen wegen. Du haft bishero mir Viel gnade zuges dacht, und deine segens- thur Für mich ganz aufgemacht. 2. Mein herz soll dir dafür Mit 4. Eh mich deine hand bereitet, dank verbunden bleiben, und als Hast du schon an mich gedacht. Ehles, was in mir, Soll dein lob mich deine gnaden macht Aus der mächtig treiben. Ich will mit lobs mutter schooß geleitet; hat mir gefang Dir stets entgegen gehn, beine liebes hand Alle wolthat Und all mein lebelang Bu deinem Jugewandt. dienste stehn. S 3. Auf demnach, her; und sinn! Auf feele, geift und glieder! Werft alles von euch hin, Spielt danks und lobes- lieder Dem GOtt, der seine treu So reich an mir beweist, Mich alle morgen neu Mit reicher gnade speift. 4. Denn alles, was ich bin, Bin ich 1. Meine seele, leib und leben, Augen, ohren, fleisch und blut, Was ich habe, ist dein gut: Alles bast du mir gegeben, Wit, vernunft, verstand und sinn; Dein Ist alles, was ich bin. 9. Alle diese lieb und güte, Die mein JEsus mir bereit, Preis' ich nun und allezeit. Hilf, Gott! daß sich mein gemühte Üeber sols che gütigkeit nun und ewiglich erfreut. 6. Alle meine freud und wonne, Ues glück in dieser seit, alle bim für die mannigfaltige Wolthaten Gottes: viel guts von dir geschehn. ich durch Gottes güte, Die segnet, ich noch die welt gesehn, Jft mir mit gewinn, Die tröstet mein ge mühte. Was andern dort und bier An ehr und glücke fehlt, Hat GOttes güte mir Gar reichlich zugezählt. <. Ach ja, du bist, mein GOtt! Der mich so hoch beglücket, Der mich befreyt von noht, und mich mit wolfeyn schmücket: schreib ich alles zu: Weil ich sonst nichts mehr kann, Als daß ich glück und ruh Mit danken nehme an. Dir 6. Ich will mich dir allein Zum eigenthum verschreiben; Du sollt mein vater seyn, Ich will dein kind verbleiben: Bleib du nur ferner mir Mit liebe zugethan, Auf daß ich für und für Mein glücke rühmen kann. 7. Laß deinen guten geist Mich lehren, leiten, führen, Daß ich, was dein wort preift, An mir auch mdge spühren. Entzünde mich durch dich, Daß ich in dir allein Vor allen kräftiglich Bergnüget möge seyn. 8. Hilf, daß ich nicht im glück Mich kühn und frech erhebe, und meinen liebes blick Nicht blos dem reichthum gebe. Ach! hilf mir, daß ich auch Die armen ne ben mir, Nach deinem vaters brauch, Durch deine liebe tier. 9. So wird sich all mein glück Durch deine gunst vermehren: So wird den gnaden- blick Mein herz und haus verehren. Denn wer in bemuht dir Hers, feel und sinnen ( henkt, Der wird auch für und für Mit deiner gunst getränkt. 2. Und da ich kaum die welt ees blicket, hat deine gute mich ums armit: Die taufe hat mich hoch beglücket, So haft du meiner dich erbarmt: Da nahmest du mich an als kind, Und wuschest mich von meiner fünd. 3. Mein name ward mir de gegeben, Den schriebst du auch im himmel ein: Da ich einmahl foll ewig leben Da ich bey dir soll frös lich seyn. Da ich im glanz, der sons nen gleich, Soll herrschen in des vaters reich. 4. Indessen hast du alle funden Mit deiner gute mich ergeht: Ich habe deinen schuß empfunden, Daß mich kein harter fall verlegt. Mein Gott! bis hieher haft du mir Geholfen immer für und für. 5. Zwar ohne creu; bin ich nicht blieben, Es kost mir manche thras nenfluht: Doch machet denen, die GOtt lieben, Der liebfie vater alles gut. Belegt er uns mit last, die drückt; So hilft er tragen, und erquickt. 6. Und also rühm ich deine gas ben, Mein Gott! es sey freub oder leid. Was du uns giebest, muß uns laben, Du meinst es gut zu aller zeit; Mir ist auch deine vater- treu Noch alle morgen frisch und neu. 7. Ja heut an diesem lieben tage Ich bin befreyt von harter plage: Erfreuct mich dein gnaden- licht. und fehlt mirs gleich am creuze nicht; Hab ich doch GOtt zum helfers mann, Der aller noht ab. helfen kann. Mel.Wer nur den lieben GOtt zc. ein treuerGOtt! was 34.Mei 8. Daher bin ich auch wol zus soll ich sagen? Daß frieden, Und danke GOtt herzins du mir so viel guts gethan In al- niglich Für das, was er mir hat len meinen lebens- tagen, Daß ichs beschieden: Ich nehm es an, und nicht guug erzählen kann. Ja, eb freue mich, und fege meine hoff. Bung 83 22 Sonntags- Gesänge und zwar aung feft Auf Gott, der mich nie| dank Für die bisherige trene, Die mahls verläßt. 9. Noch eins will ich von GOtt verlangen: Laß meinen namen allzeit stehn Im himmel, wo die fromme prangen, Wo sie in weif fer fleidern gehn: Und bringe du, o GOtt! mir lebenslang Bes wiesen täglich neue: In mein ges dächtniß schreib ich an: Der HErr hat groffe bing' gethan An mir, und mir geholfen. 3. Hilf fernerweit, mein treuer mich auch einst dahin, Wo ich ohn| hort! Hilf mir zu allen stunden. ende frölich bin. Hilf mir an all und jedem ort, Hilf mir im leben, tod und noht: Hilf mir durch JEsu wunden; Durch Chriſti ſchmerzen, blut und tod, Hilf mir, wie du geholfen. Lob Gesänge für besondere Wolthaten, als: für die Schöpfung, Erlösung, Heilis gung, 2c. suche unter diesen Tituln. Mel. Allein GOtt in der höh zc. is 35. Bo trcht Dich GOtt gebracht feine groffe gute: Bis hieher hat er tag und nacht Bewahrt herz und gemühte. Bis hieher hat er mich geleit't, Bis hieher hat er mich er freut, Bis hieher mir geholfen. 2. Hab lob und ehre, preis und II. Sonntags Gefänge. Dorbereitungs- Lieder Rel. HErr JEfu Chrift wahr zc. 36. Mein Gott! die ſonne geht herfür, Sen du bie foune selbst in mir: Du sonne der gerechtigkeit! Vertreib der fünden dunkelheit. 2. Mein erstes opfer ist dein ruhm, Mein Herz ist selbst dein eis Benthum. Ach kehre gnädig ben mir ein! Du mußt dir selbst den tempel weihn. 3. Gib, daß ich meinen fuß be wahr, Eh ich mit deiner Eirchenfchaar Hinaufum hause GOttes seh, Daß ich da heilig vor dir steh. 4. Bereite mir herz, mund und band, und gib mir weisheit und verstand, Daß ich dein wort mit andacht hör, Zu deines groffen namens ehr. 1. Schreib alles feft in meinen finn, Daß ich nicht nur ein hörer bin: Verleih mir deine kraft dabev, Daß ich zugleich ein thåter sey. 6. Hilf, daß ich diesen ganzen 1 zur Sonntags- Feier. tag Mit leib und feele feiren mas. Bewahr mich für der argen welt, Die deinen sabbath sündlich hält. 7. So geh ich denn mit freuden hin, Wo ich bey dir zu hause bin. Mein herz ist willig und bereit, D'heilige dreneinigkeit! Mel. Nun danket alle GOtt 2c. 37. Send fille, finn und GOtt ergeret: Heut ist der ruhes tag, Den er selbst eingesetet. Er will in stiller lieb und furcht geebs ret seyn, Wofern er soll bey uns In gnaden kehren ein. 2. Heut ist der tag des heils, Des HErren wort zu hören: Heut ist es rechte zeit, Ihn öffentlich zu ehren. Wer dieses unterläßt, Muhtwillig bleibt davon; Vers dient nicht, daß er sey Des groffen GOttes sohn. 3. Ich will in GOttes haus Mit seinen findern geben. Ich will im reinen Borbereitungs: Lieder jur Gonntags- Feter. reinen schmuck Vor seinem altar stehen: Mein herz soll höchst vergnügt In seinem willen ruhn, Der leib soll nichts als noht. Und liees werke thun. 4. Komm heute in mein herz, Du könig aller frommen! Laß mit bir fegen, heil und seelen- frieden Fommen. Die sonne deiner huld Rehr heute ben mir ein; So wird mir dieser tag Ein rechter sonntag feyn. Mel. Von GOtt will ich nicht zc. 38. Wmühte! Des Herren tag bricht an: Der zeugt von GOttes güte, Die er an uns ge than. Weg, weg was irdisch heißt! Weich, fleischliches beginnen! Bey der öffentlichen Sonn tags: feier selbst. Mel.Wer nur den lieben GOtt 26. Weich, welt- und fündlich sinnen 39.Mein Gott! du haft Es rührt uns GOttes geift. 2. Mein GOtt! hilf mir bedenten, Wie heilig dieser tag: Was fündlich, hilf versenken, Damit ich ruhen mag. Erivecke luft in mir, Ihn christlich zu begehen, Laß mich dein antlig sehen, und zeuch mein herz zu dir. 23 dichten Nach dir alleine richten, Daß ich recht heilig fen. 6. Gib, daß mein her; die liebe Dem nächsten willig zeigt, Sich so im wolthun übe, Daß es sein herze beugt. Gib, daß ich keinen nicht Ohn wolthun stehen laffe, und wol zu herzen faffe, Daß es dir selbst geschicht. ol auf, herz und gehimmel zu. 3. Mein GOtt! hilf mir anhe ben Der seelen ruhe- tag. Laß mich bir fenn ergeben, Wend ab all angst und plag. Erfrisch herz, sinn und muht Dir treulich anzuhangen, Ach! stille mein verlangen, Schenk mir der feelen gut. 4. Hilf, daß ich freudig hdre Der kirchen ton und klang, Mein berz ganz zu dir kehre: Führ du felbst meinen gang Zu deiner wohnung hin, Wo schön und lieblich wesen, Wo leib und feel genesen, Wo ich schon selig bin. 7. Hilf mir den tag vollbringen 3u deines namens ehr: Mein beten, lesen, singen Zur seligkeit erhör. Laß dieses tages ruh Mich führen zu den tagen, Die ohne weh und klagen Man bringt im 5. Hilf, Gott! daß ich die lehre Des geiftes freudig hör, Von her den mich bekehre, Und sich mein glaube mehr. Mach mich im hof fen treu, Laß fich mein thun und mich tomme vor dein angesicht: Ach! wohn in mir mit heil und gnaden, Und gib mir deines geistes licht. Beuch herz und mund allein zu dir, und sey der Lehrer selbst in mir. 2. Hier ist der ort, den du erwäh let, Hie trifft man dein gedächtnis an: Die wunder werden hier er. zählet, Die dein geheimniß aufges than. Hier ist dein feuer und dein heerd, und alles, was mein hers begehrt. 3. Ach! gib mir himmlische ges danken, Weil ich hier schon im himmel bin. Laß mich nicht in der andacht wanken, Und lege dich in meinen sinn. Nimm die vernunft gefangen hier, und öffne mir die glaubens- thür. 4. Mein JEsu! laß es wol gelin. gen, Du wort des vaters! laß dein wort In mir dei rechte früchte bringen, Und streu es auf den gus teu ort. Gib daß mein herz, durch dich bestellt, Den saamen faßt, der darauf fällt. 5. Gesegne pflanzen und bes 34 gieffen; Sonntags- Gefange and aware gieffen; Und gib ben lehrern deine traft, Daß fie das wort zu theilen Biffen, Wie es am besten nutzen schafft. Gib uns das rechte himmel- brot, Bum troft in leibs- und feelen noht. 6.Wolan, so rede, HErr! wir hd: ren, Und laß uns keine hinderniß In der gefaßten andacht sidhren; Denn dieses bleibt einmahl ge wiß: Wer dein wort bört und glaubt an dich, Der schmeckt den tod nicht ewiglich. Mel.Wer nur den lieben GOtt 2c. 40.Wie felig ist der ort zu nennen, Wo GOttes und recht ganz helle brennen, und sion niemahls wüste steht! Da man im schmuck der heiligkeit Dem HErren opfert allezeit. ich bin ist wort im schwange geht, Wo licht erschienen dem ors te deiner ehr, Deiner majestät zu dienen, und zu hören deine lehr: Doch, mein dienst ist viel zu wenig Für dich, groffer himmels- tonig! 2. Weh aber! wo die lebensworte Sorar und theuer worden find, Daß man an solchem wüften orte Von GOtt nur dunkle spubren findt; Wie billig wird der ort beweint, Wo GOttes wort ents fernet scheint. 6. Erhalt uns ben dem glat bens: grunde, Den du den eckstein haft genennt: Daß man dich nicht nur mit dem munde, Auch mit dem herzen selbst bekennt. Wenn uns die welt verfolgung draut, So gib, o HErr! beständigkeit. 7. Ja, bau du selbst in unsrer fecle Dir ein lebendig GOttess haus: So wird in dieser jammers höle Ein angenehmer sabbath draus; Bis wir in jenen tempel gehn, und vor des lammes stuble stehn. Molodey 3. men, 4.So treten wir im geift zusams So singen wir des HErren lied. So bringen wir die opfers flammen, Auf welche GOtt in gnaden sieht. So lesen wir, und dren an, Wo GOttes wort uns lebren kann. 2. Drum entjeuch mir deine gnade Bey der jengen andacht nicht; Daß mir satans lift nicht schade, Wenn mein geift das abba! spricht. Wirst du sinn und hers nicht lenken, So kann ich nichts gutes denken. 3. Wir dürfen Feinen weifel 3. Wirf hinweg nach deiner güs tragen, Als wär allhie nicht Gotte, Was dir, HErr! an mir miss tes haus? Wo wir nach GOttes fällt, und befrepe mein gemühte worte fragen, Da macht er eine Von den sorgen dieser welt. Laß tirche braus: Sie sey nun zahl, die schlüpfrige gedanken Nicht reich oder klein; So muß sie ihm von dir aufs eitle wanken. Doch beilig seyn. 4. Hilf, daß, da ich vor dich tres te, Ichs nicht thu aus heucheley, Daß ich nicht ohn andacht bete, Moch auch unbußfertig fey: Las mich ohne geist nicht singen, Ohne dank nicht gaben bringen. 5. Bater! schleuß die gnadens pforte nicht vor meinen feufjern 1. Ach HErr! gib selber das gesu: Was du mir in deinem worte beyen, Laß doch kein wort vorüber Bugesagt zur feelen- ruh, Was du gehn, Laß uns die seelen- speif ers mir auch schon verliehen, Wolls freuen, Laß unser bera erquicket du nicht zurücke siehen. tehn. Gib unsrer einfalt deutlich in Das, was uns fann erbaulich ftou. 6. Hilf mir auch mich felbes krafen, Laß mich nicht mit drgers nit bep der öffentlichen Sonntags- Feier felbft niß Blaubern, gaffen oder schlafen. Laß mir auch nicht über dis Wort, Bedanken und geberden Unvers merkt zur fünde werden. 7. Laß mich kein gespåtte mas chen, Wenn ich dein wort hören foll. Laß den geist die glaubenss fachen, Welche von geheimniß voll, Ohne zweifeln, ohne Flügeln, Mir im herzen fest versiegeln. 8. Hilf, daß wir uns warnen Laffen Ohne widerspenstigkeit; Daß wir die vermahnung faffen, Achten auf die gnaden- zeit, Daß uns auch des troftes gaben Stets in allen ndhten laben. 23 bild Mit weisheit und verstand erfüllt. Halleluia. 6. Erkennt mit dankbarem ges müht, Wie er allein durch seine gut uns täglich schüßer und ers nehrt, und manches unglück von uns kehrt. Halleluja. 9. Laß die lehrer nicht verdros sen, Noch die hörer eckel seyn. Führ auch noch zu chrift- genoffen Unfre widersprecher ein, Daß wir als le dich dort oben Ohne trennung ewig loben. 7. Dankt auch, daß heut gesches hen ist Die auferstehung JEfu Chrift: Dadurch ist wahre freus digkeit In aller noht für uns bes reit. Halleluja. 8.Der von den Juden ward vers acht, mit mördern schändlich ums gebracht, Daß seine lehr hätt kurs zen lauf, und mit ihm mögte hds ren auf; Halleluia. 9. Der ist erstanden offenbar, und hat erfreut sein' Eleine schaar, Die ihn bis in den tod geliebt, und feinethalben war betrübt. Hallel. 10.Leibhaftig er sich ihnen wies, Sich sehen, hören, fühlen ließs Damit versichert wär ihr sinn, Des todes macht sey nnn dahin. Halleluia. 42. Mel. Erschienen ist der berrl. 2c. eut ist der chriften ruhestag, Bergef II. Darum begehen wir mit set forge, müh und plag, Treibt fleiß Den tag nach rechter chris eure wochensarbeit nicht, Kommt sten weis: Wir dfnen freudig uns vor des höchsten angesicht. Halssern mund, Und danken GOTS leluja. 2. Kommt her, und fallt auf eure Inie Vor GOttes majestät allhie: Es ist sein heiligthum und haus, Wer funde liebt, gehört hinaus. Halleluja. 3. Ganz unerträglich ist sein grimm, Doch hört er gern der ars men stimm: Deßwegen lobt ihn allefammt, Das ist der chriften rechtes amt. Halleluia. 4. Rühmt unsers GOttes meifertbat, Da er aus nichts erschaf fen hat Den himmel und die ganze welt, und was dieselbe in sich Bält. Halleluja. von berzens- grund. Hallel. * 12. O GOtt! der du den ers den kreis Erschaffen haft zu dets nem preis, uns auch bewahrt fo manches jahr In vieler trübfal und gefahr: Halleluja. 13. Hilf, daß wir alle deine werk Voll höchfter weisheit, gut und stårt Erkennen, und ie mehr und mehr Ausbreiten deines namens ehr. Halleluja. 14. D liebster heiland JEsu Chrift! Der du vom tod erstanden bist, Richt unsre herzen auf zu die, Daß sich der fünden- schlaf verlies. Halleluja. s. Und als er sie genug geziert, I. Gib deiner auferstehung Dat er den menschen drauf fors traft, Daß dieser troft ia bey und mirt, Uud ibu nach seinem ebenhaft, und wir uns drauf verlaffen 25 20 Gonntags- Gefänge und zwar feft, Wenn uns nun alle welt ver-| Wend ab noht, angst und herz läßt. Halleluia. 16. heilger geift! laß uns dein wort So hören heut und immer fort, Daß sich in uns durch deine lehr Glaub', lieb und hoffnung reichlich mehr. Halleluia. 17. Erleuchte uns, du wahres licht! Entzeuch uns deine gnade nicht: All unser thun also regier, Daß wir Gott preifen für und für. Halleluia. * 18. GOTT vater, sohn und geift! verleih, Daß dieser tag dir heilig sey, Wir auch die sabbaths ruh und freud Erlangen drauf in ewigkeit. Halleluja. Mel. Wie schön leucht uns der zc. ch 43. zeit Erheben deine gütigkeit, Daß du von so viel jahren Mich haft behütet wunderbar, Wie ichs mein lebtag immerdar, Auch diese woch' erfahren.Singet, Bringet GOtt dem HErren Nah Je bermann sein lob vermehre. 2. Du führst durch deinen gnaden- schein Aus aller trúbsal, noht und pein Den, der nur zu dir Schreiet. Durch Chriftum giebst du beinen geift, Der uns den weg zur buffe weist, und innerlich erfreuet. Laß mich, Bitt ich, Deine gute Im gemühte Fort empfinden, Ohn anfechtung meiner fünden. 3. Sieh ia dasselbe nicht mehr an, Was ich, HErr! wider dich ge than In nächst verwichnen ta gen. Nimm zur verföhnung Chriki blut: Er hat gelitten uns zu gut, und völlig abgetragen, Was sich Eaglich noch für fünden In uns finden: Drum wir schwachen Uns jum gnaden- throne machen. 4. Mein leib und feel, und was nur mein, Laß dir, o HErr! befohfan fevn, Ich will dir alls ergeben. leid, Du vater der barmherzigkeit! In meinem ganzen leben, Daß ich Frölich Deinen willen Mög ers füllen, Dich stets lieben, Auch die lieb' am nächsten üben. 5. Gib, daß mir dieser ruhe- tag Mein innre ruh befördern mag, Durch deines wortes stärke: Daß mir es durch das herze dringt, Und hundertfältig früchte bringt, Als rechte glaubens- werke. Von dir Laß mir Brünnlein flieffen, Sich ergieffen, Daß ich bleibe Stets ein glied an deinem leibe. 6. Verleihe, daß in dieser welt Mein hoffnung sey auf dich ges stellt, und ich dir ganz vertraue; Daß ich die wahre ruh und freud Wenn ich Gott immer schaue. Durch dich Werd ich Grosfe gaben Ewig haben Bey diroben: Deis nen namen will ich loben. Mel. Von GOtt will ich nicht ze 44. preisen, Ihr christen insgemein! Wir wollen all erweis sen, Daß wir GOtt dankbar seyn, Vornemlich zu der zeit,(* Da sich die woch geendet, Der sonntag hergewendet: Des HErren tag ist heut.*) ( 2m Sonnabend.) Da sich die woche endet, Der soun, tag zu uns wendet: Des HErrn tag ist nicht weit. 2. Laßt uns mit ernft betrachten Des höchsten reiche gnad, Und ies derzeit hoch achten Sein unzähs lich wolthat: Stets führen zu ges müht,(* Wie er die woch geges ben*) Nohtdurft zu diesem leben, Und uns für leid behüt't; 3. Lehr- amt, schul, tirch erhals ten In gutem fried und ruh, Nahs rung den jung und alten Beschehs ret auch dariu: Und gar mit mils der Univ.- Bibl. Giessen vep der öffentlichen Gonntags- Feter selbst. 97 der hand Sein guter ausgespen- 1 schudde eitelkeit So viel unrub bet, Verwüstung abgewendet Von ftift in mir, Wenn ich feufien will unserm vaterland. zu dir; Wie sie mir die andacht ftdhre, Wenn ich, HErr! dein wort anhöre. 4. GOtt hat unser verschonet Aus väterlicher gnad: Wenn er sonst hätt belohnet All unsre mis fethat mit gleicher straf und pein: So wär'n wir längst gestorben, In mancher noht verdorben, Da wir voll fünden seyn. 2. Da ich irdischer gedanken Gänzlich sollte müssig gehn; Mcin gemüht ohn alles wanken Lassen bey mir stille stehn, Und betrachten sorgen frey, Was der seele nüks lich sey, Was uns muß zum hims mel bringen: Schlepp ich mich mit eitlen dingen. r. Nach vaters- art und treuen Er uns so gnädig ist: Wenn wir die fünd bereuen, Glauben an JEsum Chrift Herzlich ohn heuchelen; Will er die schuld vergeben, Lindert die straf darneben, Macht uns von plagen frey. 3. Da ich sollte ganz entzündet, Und im geiste brünstig seyn; Schlechte luft sich ben mir findet: Ach! wie schläfrig nehm ich ein, Was mich zu dem himmel führt, Und das höchste gut gebiert. Ach! wie lau sind meine thrånen, Ach! wie falt mein himmels- fehnen * 6. Drum deine gut wir prei fen, Vater im himmels thron! Die du uns thust beweisen Durch Chriftum deinen sohn. Wir bits ten ferner dich,(* Hilf all'n be: drängten leuten, Beschehr fried fame seiten, und nehr uns mil- mir: diglich.*) Um neueniahre, darauf dieser gefang erstlich gemacht worden, ändert man, was zwischen ween* ftehet, so, wie folget: Im L. Gesen, in den z legten Versen: 4. Nun, was soll ich armer mas chen? HErr! es fteht ja nicht bep Schaffe raht in diesen fas chen; Denn es steht allein bey dir. Du, du kannst den herzens stein Höchster! beben; du allein Kannf erwecken das verlangen, Dir mit eifer anzuhangen. s. Bunde deiner liebe flammen Selbst in meinem herzen an: Die gedanken halt zusammen, Daß sie nichts verwirren kann. Laß im beten mich allein, HErr! auf dich gerichtet seyn, Daß sich gluht und andacht mehre, Wenn ich deine lehren höre. 6. Vater! lenke mein gemühte, al- Daß ich seh dein licht und rechti Daß ich schmecke deine gute, Die dein wort mir schnödem knecht Dargebracht und öffne mis Selbst, mein GOtt! die herzenss thúr, mit recht sehnlichem verlana gen Solche gnade zu empfangen, Klage liber Mangel der Andacht bey dem Gottesdienste. Mel. JEfu deine heilge wunden. 45. Groffer Gott! ich muß 7. Weg ihr eitle welt- gedanken! dir flagen Meines Weg du schndde nichtigkeit! Bergens schweres leid; Und mit Weicht aus meines bergens thránen die vortragen, wie die fchranken: Daß ic GOCC jum Da sich das jahr geendet, Die sonne zu uns wendet: Das neue fahr ist heut. Im 2. Gefen, im 6. Vers. Wie er dis jahr gegeben. Im legten Gesetz, in den drey legten Versen: Gib uns friedsame jahre, Für lem leid bewahre, Und nebr uns mildiglich. 28 Sonntags- Gesänge und was bienft bereit, Und, von aller unruh| laß an diesem ort Mir daffelbe frey, Ihm allein ergeben sey, Dak wiederfahren: Laß dein wort im ich, in mir selbst verborgen, Kön- herzen bleiben, Mich zu allen ne für die seele sorgen. guten treiben. Vor der Predigt. 2. Drück es mir so fefte ein, Liebster Jesu! wir sind Daß kein teufel es kann rauben z hier, Dich und dein So werd ich schon selig seyn In wort anzuhören: Lenke sinnen der hoffnung und im glauben. und begier Auf die füffen himmels: Meine seele wird sich laben, und des himmels vorschmack haben. lehren, Daß die herzen von der ers Den Ganz zu dir gezogen werden. 3. Fluch und segen ist mir nun 2. Unser wissen und verstand Jft zu erwählen vorgegeben: Laß die mit finsterniß verhüllet; Wo nicht beste wahl mich thun, und nach beine gnaden hand uns mit heldeinem willen leben, Daß ich vor lem licht erfüllet: Gutes denken, der höllen fliebe, um den himmel thun und dichten Mußt du selbst mich bemühe. in uns verrichten. 4. Laß, HErr! Feinen irrthum mir Deine brünnlein trübe mas 3. D du glanz der herrlichkeit, Licht vom licht, aus GOtt geboh ren! Mach uns allesammt bereit, Deffne herzen, mund und ohren Unser bitten, flehn und singen Laß, HErr JEsu! wol gelingen. chen: Laß ben deinem donner hier Mein gewissen recht erwachen; und ein rechter brand entstehe. Daß dein wort durchs herze gehe, 5. Ift mein ganzes christens thum Voller jammer und bes schwerden: Laß dis evangelium Err JEfu Chrift! dich 47. beilgen geist du zu uns send: Mit bülf und gnad er uns regier, und uns den weg zur wahrheit führ. 2. Chu auf den mund zum lobe bein, Bereit das her; zur andacht fein; Den glauben mehr, särk ben verstand, Daß uns dein nam werd wol bekannt. 3. Bis wir singen mit Gottes beer: Heilig, beilig is GOtt der HErr! Und schauen dich von an: Besicht In ewger freud und sel'gem licht. 4. Ehr sey dem vater und dem sohn, Dem heilgen geist in einem thron, Der heiligen dreneinigkeit Sen Lob und preis in ewigkeit. Nach der Predigt. Rel. Liebster JEsu! wir sind hier. in meine wunden fliesse, und mir alles creuz verfüffe. 6. Nun ich gehe frölich heim: Denn ich trage, wie die bienen, Lauter füffen honigseim, Der mir muß zum labsal dienen, und ich schließ in JEfu namen; Sprich dazu, HErr, ia und amen! 49. Dant fagen wir alle HErrn Christo, Der uns mit ſeis nem worte hat erleuchtet, Und uns erlöset mit seinem blute Von des teufels gewalt. Den sollen wir alle Mit seinen engeln loben mit schalle, Gingen: preis fen GOtt in der höhe. Bey dem Schlusse des öffentli chen Gottesdienstes. 48. Stetes Mel. Liebster JEfu wir sind hier. wort und gleich bewahren. Mein Gott: 50. N vollbracht in if un GOtt es Singen, Beten, bep der öffentlichen Sonntags Feier felda. 29 beten, lesen, bören: GOTT hat 4. Vielleicht ist dieses nicht alles wol gemacht, Lasset uns fein lob vermehren. Unser GOtt sey hoch gepreiset, Daß er uns so wol gespeifet. geschehn, Denn ich bin fleisch und blut, und pfleg es öfters zu vers sehn, Wenn gleich der wille gut. 2. Nun, der gottesdienst ist aus, Uns ist mitgetheilt der segen: Drum gehn wir in fried nach haus, Bandeln frey auf GOttes wegen. GOttes geift uns ferner leite, Und uns alle wol bereite. 3. Unsern ausgang fegne, GOtt! Unsern eingang gleicher maassen: Segne unser täglich brot, Segne unser thun und lassen, Segne uns mit fel'gem sterben, und mach uns zu himmels- erben. 2.0 GOtt du groffer HErr der welt! Den niemand sehen kann: Du siehst auf mich vom himmels: zelt, Hör auch mein seufzen an. = Abend Lied am Sonntage. Melodey 4. 51. Nun bricht die finstre wächter sey. herein, tas ges glan; ift todt: Jedoch, mein bers! schlaf noch nicht ein, Komm, rede erst mit Gott. 3. Der tag, den ich nunmehr sollbracht, War insbesondre dein: Darum hat er bis in die nacht Wir sollen heilig seyn. 5. Nun such ich deinen gnadens thron: Sich meine schuld nicht an, und denke, daß dein lieber sohn Für mich genug gethan. 6. Schreib alles, was man heut gelehrt, In unsre herzen ein, Und lasse die, so es gehört, Dir auch ges horfam seyn. 7. Erhalt uns fernerhin dein wort, Und thu uns immer wols Damit man stets an diesem ort GOtt diene, wie man soll. 8. Indessen such ich meine ruh: O vater! fteh mir bey, Und gib mir deinen engel zu, Daß er mein 2. Wie viele wochen hab ich schon Jm leben angefangen? Und doch ist keine noch davon Erlebet, und begangen, In welcher nicht Ein gnaden licht on GOtt mich 9. Gib allen eine gute nacht, Die chriftlich heut gelebt, und beffre den, der unbedacht Der gnas de widerstrebt. 10. Wofern dir auch mein thun gefällt; So hilf mir morgen auf, Daß ich noch ferner in der welt Vollbringe meinen lauf. II. Und endlich führe, wenn es seit, Mich in den himmel ein: Da wird in deiner herrlichkeit ein fabbath ewig seyn. III. Bey dem Anfange der Woche. Mel. Was GOtt thut das ist 2c. angeblicket, Der mir viel guts ges schicket. ie neue woche geht 52.Die nun an, und ist schon eingetreten. Wach auf, mein herz! und denke dran, Daß du zu GOtt follt beten, und ihm dabey Für seine treu: Mit danken und mit sins gen Ein morgen- opfer bringen. 3. Das creuz und leiden dieser zeit, So mir auch mit begegnet, Hat er durch viel zufriedenheit Gemildert und gesegnet: So, daß er nie In angst und müh Mich troftlos lassen stehen, Noch drins nen untergehen. 4. Ach fallen mir die fünden ein, Was wird in so viel wochen Für schuld nicht aufgebäufet seyn? und doch was ich verbrochen, Hat #t 30 Bep bem Anfange und Schlusse der Woche. er daben Auf buß und reu In| Bring mir, was meinen geift er. Chrifto mir verziehen, und gnad quickt, In deinem wort entgegen: und huld verliehen. Denn dis allein Soll einzig seyn, Was ich mir zum ergegen Zeit les bens werde segen. s. Nun, treuer GOtt! ich danke bir, Jch danke dir von herzen, Bwat meine schwachheit machet mir Bekümmerniß und schmer sen, Daß meine pflicht Dich also nicht Kann loben, als ich sollte, Und dennoch gerne wollte. 8. Doch aber soll sich meine zeit Mit dieser woche schliessen? Ey nun, so wird die ewigkeit Mir auch den tod verfüffen. Denn dich und mich, Ja mich und dich, Kann weder freud noch leiden, Noch tod und leben scheiden. 6. Jedoch in Chrifto wirst du dir Es wol gefallen lassen. Jn ChriSo will ich ferner mir Die gute Hoffnung faffen, Daß du mich wirft, Mein lebens- fürft! Bey allen meinen werken In dieser wo: che stärken. 9. Wolan, so mags gleich wuns derlich In dieser woche gehen; Es kann doch anders nicht um mich, Als gut und heilsam, stehen. Denn was GOtt fügt, Wird mich vers 7. Nun aus- und eingang fen begnügt Bey allen meinen fachen, glückt An feel- und leibes segen. Und endlich selig machen. IV. Bey dem Schlusse der Woche. Mel. Wer nur den lieben GOtt zc. sethat Auf ewig schon gebüffet 53. So ist die woche nun ge bat. treuer Bott! dein herze nicht. Wie sich dein segens- quell ergoffen; So bin ich noch der zuversicht, Daß er sich weiterhin ergießt, und unerschöpflich auf mich fließt. 2. Jch preise dich mit hand und munde; Ich lobe dich, so hoch ich Fann; Jch rühme dich von herzens: grunde Für alles, was du mir ge than, Und weiß, daß dir durch JE fum Chrift Mein dank ein süffer weihrauch ist. s. Dein schwur ift ja noch nicht gebrochen, Du bricht ihn nicht in ewigkeit, Da du dem fünder fest versprochen, Daß er, wenn ihm die fünde leid, Nicht fierben, sons dern gnaden voll, Als ein gerech ter, leben soll. 4. Nur etwas bitt ich über alles, Ach! du verfagft mir solches nicht: Gedenke teines fünden falles, Weil mich mein JEsus auf gericht, Wein JEfus, der die miss 6. Mein glaube hält an diesem segen, Und will also den wochens schluß Vergnügt und froh zurücke legen, Damich der troft ergehen muß, Ich solle hier in Chrifto dein, und schon in hoffnung selig seyn. 3. Hat mich bey meinen wochen tagen Das liebe creuz auch mit 7. Doch, da mein leben zuges besucht; So gabst du auch die nommen, So bin ich auch der Fraft zu tragen: Zu dem, es ist voll ewigkeit um eine woche näher beil und frucht In deiner liebe gekommen, und warte nun der legs gen mir; Und darum dank ich auch dafür. tenzeit, Da du die stunde haft bes fimmt, Die mich zu dir in himmel nimmt. 8. Und wenn ich morgen früß aufs neue Den sonntag wieder fes ben kan; So blick die sonne deiner treue ich auch mit neuen guas den Ben dem Anfange des Kirchen- Jahres. 31 sen an. Ach ja, da theilt dein wort und haus Den erst- und besten segen aus. che giebst. Du wirft es in der that erweisen, Daß du mich ie und ims mer liebst, und leitest mich nach 9. So will ich das im voraus deinem raht, Bis leid und jeit ein preifen, Was du mir künftge wo- lende hat. II. Fest: Gesänge. I. Bey dem Anfange des Kirchen- Jahres. 4. Die da GOttes kinder wors das der un kommt das neue den Nirchenjahr, Des freut tauf, Die erhalt in diesem orden: Andre nimm in gnaden auf, Daß wir alle dir gefallen, und gewiß zum himmel wallen. Mel. Erschienen ist der herrlich. 54 sich alle christen- schaar. Dein kdnig kommt, drum freue dich, Du wahres zion! heiliglich.Halleluia. 2. Wir hören noch das gnadenwort Vom anfang wieder immerfort, Das uns den weg zum leben weift: GOtt sen für diese huld gepreist., Halleluia. 3. GOtt! was uns deine wahrheit lehrt, Die unsern glauben fets vermehrt, Das laß bekleiben, daß wir dir Voll freuden danken für und für. Halleluja. 4. Ehr sey dem vater und dem fohn, Dem heilgen geift in einem thron, Der heiligen dreyeinigkeit Sen ewig preis und lob bereit. Halleluia. Mel.3. Mein GOtt ich bin jest. 55. Groffer schöpfer! heute treten wir ein firch- jahr an: Drum wir dankbar dich anbeten, Daß du uns so wol gethan; Weil, was leib und feel beglückte, man von deiner hand erblickte. 2. Gib forthin solch wolerges ben, Laß dein theures wehrtes wort Ferner bey uns fefte stehen, Allertreuster seelen- hort! Denn an diesem himmels segen Ist vor ailem viel gelegen. 3. Sacramente, lehren, lehrer Gonn uns unverfälscht und rein. Mach die lehrer und die hörer Reich an segen und gedeyn. Laß in glück- und unglücks- zeiten uns dein baus in rub beschreiten. r. Wenn wir hie mit flehen bes ten, und in chriftlicher gemein Vor dein heilig antlig treten; Laß dein ohr jugegen seyn, Daß auch das geringste flehen Nicht verges bens mag geschehen. 6. Laß dein gnaden- antlik leuchs ten, Wenn wir hie voll leid und reu unsre missethaten beichten. Spricht uns hie dein diener frey, Und vergiebt in deinem namens HErr! so sprich auch du das amen. 7. Die den tisch des heils ges niessen, Denen laß zu jederzeit Diese seelen speif erspriessen Zu gewiffer feligkeit: Laß fie ihnen hier auf erden Jener freußen vors 8. Die, so creuz und leiden drük. ken, Laß dein evangelium Stars ten, trößten und erquicken, Mehre aller christenthum, Daß die hös rer hier auf erden Sämmtlich wahre thäter werden. 9. Die dis jahr bey uns ents schlafen, Laß einst frdlich aufers stehn, und mit deinen frommen schaafen Zu der himmels- freude gehn: Hiernach laß uns alle ringen, Durch die enge pforte dringen. 10. Nun, o groffer GOtt! ers halte Deine kirche weit und breit. Friede, schuß und fegen walte Üeber deine christenbeit. Laß, wo midge 32 Von der Zukunft Chrifti ins Fleis. möglich, all auf erden Einst bes| Höchfter! deinem groffen namen lehrt und selig werden. 1. So wird der gerechte faa men, is dein theures eigenthum, Dank und ehre, preis und ruhm Ewig hier und dorten bringen, Heilig, heilig, heilig! singen. II. Von der Zukunft Chrifti ins Fleisch. Zur Advents- Zeit. 56. Num un komm, der heiden uns versprochen, und nun kömmt heiland! Der jung in seinem namen Der versprochne frauen kind erkannt, Deß sich weibes- saamen. wundre alle welt, GOtt solch ges buhrt ihm bestellt. 2. Nicht von manns- blut noch vom fleisch, Allein von dem heil gen geißt Ift GOttes wort word'n sin mensch, und blüht ein' frucht weibes fleisch. 3. Der jungfraun leib schwanser ward, Doch blieb keuschheit rein bewahrt. Leucht't hervor manch tugend schön; GOtt da war in seinem thron. 4. Er gieng aus der Fammer fein, Dem königlichen faal so rein: Gott von art und mensch ein held, Gein'n weg er zu laufen eilt. 5. Sein lauf kam vom vater her, Und kehrt wieder zum vater, Fuhr hinunter zu der höll, und wieder zu GOttes ftuhl. 6. Der du bist dem vater gleich! Führ hinaus den sieg im fleisch, Daß dein ewge GOtt's gewalt In uns das frank fleisch erhalt. 7. Dein krippe glänzt hell und Flar, Die nacht giebt ein neu licht dar, Dunkel muß nicht kommen brein: Der glaub bleib' immer im schein. 8. Lob sey GOtt im höchsten thron: Lob sey GOtt sein'm eingen John: Lob sey GOtt dem heilgen seift, Immer und in ewigkeit. Mel. Liebster JEfu, wir sind. 57. Seinen bund mit Gott gebrochen: Gott, der ihn Doch nicht verstick, Hat erlösung 2. Komm, mein helfer in der noht! Komm, o heiland aller füns der! Du wirst mensch, und bist auch Gott, Für uns arme mens schenkinder; Denn wer könnte sonst erretten, Wenn wir keinen Chriftum hätten? 3. Aber, GOtt! was bin ich doch, Daß du deinen sohn mir giebest? Reicht die gnade schon so hoch, Wenn du deine feinde lies best; Was wird sie denn künftig geben Denen, die in Chrifto leben? 4.Daß du menschen haft gemacht, Hat dich ia vor dem gereuct. Wer Hat denn zuwege bracht, Daß sich nun dein herz erfreuet, Wenn man deinen sohn auf erden Siehet eis nen menschen werden? s. Auf, mein herz! hier ist dein GOtt, Heiß ihn tausendmahl wills kommen. Deine fünde, deinen tod Hat er schon auf sich genommen t Durch sein leiden, blut und sterben Sollt du einst den himmel erben. 6. Darum danke, wer nur kann, GOtt dem vater aller gnaden. Betet euren heiland an, Er heilt euren seelen- schaden. Ehre sey GOtt in der höhe, Und des sas tans reich vergehe! Mel. Von GOtt will ich nicht. 58. Nun jauchzet all, ihr frommen! kommen, Der HErr der herrlichs keit; Bwar ohne ftolz und pracht, Doch mächtig in verbeeren, Und sur Advents- Belt. 83 gänglich zu zerfidhren Des teufels jer haßt: Macht alle bahnen recht, teich und macht. Die thal laßt feyn erhöhet, Macht niedrig was hoch stehet, Was krumm ist, gleich und schlecht. 2. Er kommt zu uns geritten Auf einem cfelein, Und stellt sich in die mitten Für uns zum opfer ein. Er bringt kein zeitlich gut; Er will allein erwerben Durch feinen tod und sterben, Was ewig währen thut. 3. Ein herz, das demuht übet, Ben GOtt am höchsten sieht; Ein herz, das hochmuht liebet, it angst zu grunde geht. Ein hert, das richtig ist, und folget GOttes leiten, Das kann sich recht bereis ten, Zu den kommt JEsus Christ. 3. Kein scepter, Feine crone Sucht er auf dieser welt; Im hoben himmels- throne Ist ihm sein teich bestellt. Er will hie feine macht und majestät verhüllen, Bis er des vaters willen Gebor famlich vollbracht. * 4. Ach mache du mich arment Zu dieser heilgen zeit Aus güte und erbarmen, HErr JEsu! selbs bereit. Zeuch in mein herz hinein Vom stall und von der Frippens So werden herz und lippen Die ewig dankbar feyn. 4. Jhr mächtigen auf erden! Nehmt diesen könig an; Soll euch gerahten werdett, So geht die rechte bahn, Die nach dem him- Mel. Herzlich thut mich verlang. mel führt; Weil, wo ihr ihn ver60.Wie soll ich dich empfants achtet, und nur nach hoheit trach tet, Des höchsten jorn euch rührt. gen, und wie Begegn ich dir? O aller welt verlangen! s. Ihr armen und elenden In Dieser bösen zeit, Die ihr an allen enden Voll angst und jammer fend: Send dennoch wolgemuht, Laßt eure lieder klingen, Dem Fönig zu lobsingen, Der euer Höchftes gut. meiner feelen zier! O JÉRU! mich regiere, Und deinen geist vers leih; Damit, was dir gebühre, Mir kund und wissend fey. 2. Dein zion streut dir palmen und grüne zweige hin: Und ich will dir in psalmen Ermuntern geiß 6. Er wird nun bald erscheinen und sinn. Mein herze soll dir grüs In feiner herrlichkeit, und eurenen In stetem lob und preis, Und Flag und weinen Verwandeln deinem namen dienen, So gut es ganz in freud. Er ist, der helfen kann und weiß. Lann: Halt't eure lampen fertig, Und send sein fiets gewärtig, Er ist schon auf der bahn. 3. Was hast du unterlaffen 3n meinem troft und freud? Als leis und feele saßen In ihrem größten leid, Als mir das reich genomment, Wo fried und freude lacht: Bis du, mein heil! gekommen, Und haft mich froh gemacht. el. Von GOtt will ich nicht zc. it cruft, o menschen 59. M kinder! Das her; in euch bestellt, Damit das heil der fünder, Der groffe wunder- held, Den GOtt aus gnad allein Der welt zum licht und leben Gesents bet und gegebent, Bey euch auch Fehre ein. 4. Ich lag in schweren banden; Du kommst, und machst mich los. Ich stund in spott und schanden j Du kommst, und macht mich groß, Und hebst mich hoch zu ehren, Und fchenkst mir groffes gut, Das sich 2. Bereitet doch fein tüchtig nicht läßt verzehren, ie irgend Den weg dem groffen gaft: Machtlesichtbum thut. faine teise richtig, fast alles, was 4. bts 34 Bon der Zukunft Chriftt tns Fleisch s. Nichts, nichts hat dich ge-| ein! dir stehet hier Ganz aufges trieben Zu mir vom himmels schloffen thor und thür Bey deis selt, Als dein getreues lieben, Da- nen armen kindern. mit du alle welt In ihren groffen plagen Und centner- schweren laft, Die kein mund kann aussagen, So fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, Du hochbetrübtes heer! Bey welchem gram und schmerze Sich bäuft je mehr und mehr. Seyd unverzagt! ihr habet Die hülfe vor der thur; Der eureherzen la bet Und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht bemü hen, Noch sorgen tag und nacht, Wie ihr ihn wollet ziehen mit auferlicher macht. Er kömmt, er Fimmt mit willen, Er ist voll lieb und luft, All angst und noht zu stil len, Die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrekten Für eurer fünden schuld; ein JEsus will sie decken mit feiner lieb und huld. Er kömmt, er kömmt den fündern Zum troft und wahrem heil; Schafft, daß ben GOttes kindern Verbleib ihr erb und theil. 9. Was fragt ihr nach dem fchreien Der feind' und ihrer tück? Der HErr wird sie zerstreuen In einem augenblick. Er kömmt, er kommt ein könig, Dem warlich alle feind Auf erden viel zu wenig Bum widerstande seynd. xo.Er kommt zum welt- gerichte, Sum fluch dem, der ihm flucht; Mit grad und füffem lichte Dem, der iht liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o sonne: Und hohl uns allzumah. 3um ewgen licht und wonne In deinen freuden- faal. Mel. Kommt her zu mir spricht ze. 61. un hosianna, Davids sohn! Du kommest aus dem himmels- thron zu allen ormten fändern: Send ein!* t* 2. Mein Herz bereitet sich auch schon; Kehr ben mir ein, o GOts tes sohn, Du wahrer weibes- faas men, Du siloh*, heiland, hirt und heil, Mein bruder, gnaden- thron und theil! Komm in des HErren namen.* 1. B. Muf. 49. 10. Du friedens stifter. 3. Komm, könig, friede fürft und held, Erlöser, mittler, ldse geld, Raht, licht und troft der heiden, Schuß, seligmacher, todes tod Prophet, versöhner, hülf' in nohti Beuch in mein herz mit freuden. 3 4. Ach sen gelobt Immanuel! Du überwindest tod und höll, Du tilgest meine fünden. Komm, kehr in meinem herzen ein, Ob du es gleich wirft arm und klein Füz dich zur wohnung finden. 5. Denn du bist aller herren herr, Jch asch und staub: ja, was noch mehr, Da wir in fünden liegen, So sind wir deiner huld nicht wehrt. Ich armer mensch, ich arme erd! Wie will ich dich vergnügen? 6. Jch dürfte nicht mehr bitten dich, Wenn du nicht selbst verlangs test mich, Und sprachst: gib mit dein herze. Willt du es denn, so sey es dein, Dem herzen kann nicht bes fer seyn, Als ben dir, lebens- Ferie! 7. Du willt es aber ganz allein, Ach! war es doch ganz frey und rein Von aller fremben liebe! Du bringst mir mit gerechtigkeit, x heilgen geiste fried und freud, Dis sind die reinsten triebe. 8. Ach, nimm von meiner aks muht an Lieb', ehre, demuht, und was kann Mein armes berie has ben. Mein glaube hängt sich fest an dich, und nimt aus deinen schätzen sich Die GOtt gefall'ge gaben. 9. Mit diesen bin ich wol ges fhmückt sur Advents Beit. 35 ( chmückt: Seuch ein, so werd ich Mel. O GOtt du frommer ic. tochter zion! böchst beglückt, Mein herz ist dir 63. K komm, Den könig zu ergeben. Kom, wähl es doch zu deiner ruh, Ich rufe dir mit freuden ju: Willkommen, o mein leben! empfangen, Der unfer heiland ist, Und aller welt verlangen. Stimm diesem Davids- sohn Dein hosians na an; Bring, was zu seinem dienst Die liebe bringen kann. 2. An statt des grünen laubs Der reiser und der palmen, Streut unfre andacht die Anjezt dank und lob psalmen; Sie spricht: gepriesen sen Der heis land JEsus Chrift, Der aus bes vaters schooß Auf erden koma men ift. Melodey s. 62. offanna, Davids sohn! Der in feines vaters namen Sich erhebet auf den thron, Ueber Jacobs haus und saa men: Welchem Gott ein reich Bestimmt, Dem die reiche dieser er Den Endlich müssen dienstbar werden, und das selbst kein ende nimmt. 3. Wir danken bir dafür, Daß du haft angenommen, Wie Finder, fleisch und blut, und bist zu uns ges kommen Sanftmühtig, arm, ges ring, Ein könig ohne rracht, und doch ein GOtt und HErr Von höchster kraft und macht. 3. Deines königs maiestät Müs feledes volt verehren: Und so weit die sonne geht, müsse sich sein kuhm vermehren. Selbst der Fleis nen finder mund Mache, zum verBruß der feinde, Und jur freude feiner freunde, Geinen groffen namen Fund. 4. Soll nicht ein gläubig heri Getroft und freudig werden, Wenn deine ankunft ift Demüßs tig in geberden, wenn alles dieses blos Bu unserm troft geschicht, Was beine niedrigkeit Für unsre fünd ausricht't. 4. Schreibe mich, HErr! auch mit an unter deinen unterthanen: Ich will dir, so gut ich kann, In mein herz die wege bahnen. Ich gefelle mich im geift zu derselbeit groffen reihen, Die das hosianna fchreien, Woman dich willkom men heißt. 5. Bu dieser jukunft hat Dich ja sonst nichts getrieben, Als dein erbarmend herz und unverdientes lieben. O was für gnad und huld, Die sich hierin erweißt! Dein nas me sey darum Gerühmet und ges preift. 6. Laß uns hinführs auch Ber reit und fertig stehen, wenn wie bir follen einst Geschickt entgegen 5. Jauchit ihr träfte, freuet gehen. Halt uns in heilger furcht euch, Send ermuntert meine sin- Und deiner wahrheit licht, wenn nen! JEfus und sein gnaden- reich| du erscheinen wirft Zum groffen Wird bey euch nun raum gewin tent. Commt und schwört den buld'gungs- eid, Kommt und Füßt ben föhnt der liebe. Ach daß nie: mand auffen bliebe! Hier, ach bier In feligkeit! 2. Sen gesegnet, theures reich! Das ein solcher herr besiget, Dem Fein herr auf erden gleich, Der das recht mit nachdruck schützet. Schwinge dich in ftetem flor, und im unverrückten frieden, Unter heiden, unter jüden, Mit vers mehrtem glan; empor. weltgericht. 7. Das hosianna foll Alsbenn bon neuen Flingen, Wenn selb der engel chor Nebst uns wird frð: lich fingen Ihr beilges Lob und lieb Dem, der da war und ist: Ge lobet 36 Beihnachts- Gefänge. Lobet fen der HErr, Der heiland| Was vergnügt in diesem leben JEfus Chrift. Du bist mein, und ich bin dein, L lerliebstes JEfulein! 4. Will dich alle welt gleich meis Mel. Alle menschen müssen 2c. den: Dennoch find ich mich zu dir. 64. kommen Hier in dieser bösen welt, Da du kaum wirft auf genommen, Daman dich verächt lich hält. Ich, ich will dich nicht verscherzen, Wohne nur in mei nem herzen. Du bist mein, und ich bin dein, Allerliebstes JEsu Lein! 2. Zwar du kommest gar nicht prachtig, aber ich bin schon ver gnügt; Ich weiß, daß du reich und mächtig, Daß in dir verborgen liegt, Was mich fünder, was mich Schwachen kann gerecht und selig machen. Du bist mein, und ich bin dein, Allerliebstes JEfulein! den; Sondern ich will für und für unverrückt an dir bekleiben, Todt und lebend dein verbleiben. Du bist mein, und ich bin dein, Allers liebstes JEsulein! 5. Deine schmach und deine schande, So dir diese welt anthut, Dienet mir zum höchsten pfande, und versichert meinen muht, Daß du mir in jenem leben Wirst die ehren- crone geben. Du bist mein, und ich bin dein, Allerliebstes JEsulein! 6. Nun, mein herze fteht dir ofs fen, Beuch, mein heiland! bey mis ein; Laß mich nicht vergeblich hoffen, Laß mich nur dein eigen 3. Dein so armes kummer- lebeit Soll mein höchfter reichthum feyn. Eilge du all mein verbres seyn. Mein herz ist dir ganz ergeschen, So kann ich fiets frölich ben, und ich trau auf dich allein. sprechen: Du bist mein, und ich Du, du kannst mir alles geben, bin dein, Allerliebstes JEfulein! III. Weihnachts: Gesänge. Von der Menschwerdung und Gebuhrt Chrifti. Mel. Kommt her zu mir spricht ze. verlegt, Und uns in tiefe schuld 65.& sech ge- sefert; Er kömmt, daß er fie ſtille. wünschte zeit, Der an 4. Seht nicht die fang unfrer seligkeit und unsrer deln an, Und was vernunft hie tas bülf ist kommen. Des ewgen vadeln kann; Seht, wer darein gehüls ters einig kind Hat, daß es sich mit let: Der groffe GOtt, das heil der uns verbind', Fleisch und blut an welt, Der wunderbare starke held, genommen. Der erd und himmel füllet. 2. Zu Bethlehem in Davide 1. Der ew'ge GOtt, des vaters tadt, Wie Micha långst verkün- wort Wird unser bruder, hülfund digt hat*, Jft er ein mensch geboh- hort, Auf den wir sicher trauen. ren: O groffes heil! war dieses Komm, ganze welt! ach kommn nicht, Würd alles, was das son herbey, Hier kannst du, daß Gott nen- licht Gesehn und sieht, ver gnädig sey, Ohn dein verdienst, ans lohren.* Michas, 1. schauen. 3. Sein armer ftand, fein dürf 6. Willkommen, theurer wehrs the feyn Bringt uns den größten ter gaft, Willkommen, träger meis reichthum ein: Wir haben nun diener laß, ein licht, mein trof, fille. Hat Adam und gleich sehr msin von der Menschwerbung and Gebuhrt Chrißi. 37 mein fegen! Mein einzig gut! s. Du fürft und herrscher diesen was soll ich dir, Zum jeugniß meiswelt, Du friedens- wiederbringer, ner dank begier, Zu deinen füffen Du kluger raht und groffer held, Tegen? Du starker höllen- zwinger! Wie ist es möglich, daß du dich Ernies drigest so jammerlich, Daß du im ärmsten orden Der menschen, mensch geworden. 7. Mich felbft: nimm diese gabe an, Denk, daß ich sonst nichts lies fern kann Dir, der du alles hegest. Der du den welt- Freis sugericht, Beracht mein schlechtes opfer nicht, Der du den himmel trågest. 6. O groffes werk, o wunders macht, Desgleichen nie gefunden! 8. Zeuch, HErr! in dis mein Du hast den heiland hergebracht, her; hinein, Laß es dein sanftes Der alles überwunden; Du haft bette seyn: Verschmäh nicht meine gebracht den starken mann, Der feele, Laß sie mit dir seyn selbst ge- feur und wolken zwingen kann, ( chmückt, und alles eitle wegge Für dem die himmel zittern, Und rückt, weil ich dich einzig wähle. alle berg' erschüttern. Melodey 6. 7. O liebes kind! o wehrter fohn! Holdselig von geberden, Mein bruder und mein gnaden. thron, Mein höchster schat auf erden! Komm, schönster! in mein herz hinein, Komm eilend, laß die krippe seyn: Komm, komm, ich will bey seiten Dein lager dir bes reiten. 66. Ermuntre dich, mein schwacher geift! Und trage groß verlangen, Ein kleines Lind, das vater heißt, Mit freuden zu empfangen. Dis ist die zeit darin es kam, Und menschlich wesen an sich nahm, Mit uns und unsern feelen Sich ewig zu vermählen. 2. Willkommen, theurer brautigamm, Du könig aller ehren! Willkommen, JEsu GOttes 8. Sag aut, mein herzens- braus tigam, mein hoffnung, freud und leben, Mein edler zweig aus Das lamm! Ich will dein lob vermeh- vids stamm! Was soll ich dir doch ren. Ich will dir all mein lebegeben? Ach nimm von mir leib, Lang Von herzen sagen lob und feel und geist, find alles, was bank, Daß du, da wir verlohren, mensch ist und heißt: Ich will mich Für uns bist mensch gebohren. ganz verschreiben, Dir ewig treu zu bleiben. 3. O grosser GOtt! wie konnt es feynt, Dein himmelreich zu laffen, Bu kommen in die welt hinein, Wo nichts als neid und haffen. Wie konntest du die groffe macht, Dein königreich, die freuden pracht, Ja dein erwünschtes les Ben Für solche feind' hingeben? 9. Lob, preis und dank, HErr JEfu Chrift! Sen dir von mir ges sungen, Daß du mein bruder wors den bist, Und haft die welt bezwuns gen: Hilf, daß ich deine gütigkeit Stets preif in dieser guaden- zeit, Und dich hernach dort oben In ewigkeit mag loben. 4. Ist doch, HErr JEfu! deine braut Ganz arm, und voller schanden; Noch hast du sie dir selbst ver ont traut Am creus, in todes- banden: 67. Vom himmel hoch da Ift sie doch ganz und gar befleckt, Mit dem verderben angefteckt, Doch willt du ihrentwegen Die knechts gefalt anlegen. komm ich her, Ic bring euch gute neue mähr, Der guten mahr bring ich so viel, Das von ich sing'n und sagen will. 2. Euch ist ein kinblein heut ges Bobrn, 38 Weihnachts- Gesänge. bohrn, Von einer jungfrau auser, dir nichts gilt, nichts bilft noch Lohen: Ein kindelein so zart und fein Soll eure freud und wonne feyn. thut. * 13. Ach mein Herzliebes JEsulein! Mach dir ein rein sanft 3. Es ist der HErr Christ unser bettelein, Suruhn in meines hers Gott, Der will euch helf'n aus al- zens schrein: Daß ich nimmer Ter noht, Will euer heiland selber vergeffe dein. feyn, Von allen fünden machen rein. 14. Davon ich allzeit frölich sey, 3u springen, singen immer frey, Die rechte freuden- lieder schön, Mit Herzens- luft den füffen ton: 4. Er bringt euch alln die selig teit, Die GOtt der vater hat bereit, Daß ihr mit uns im himmelreich Sollt leben nun und ewiglich. s. So merket nun das zeichen recht, Die kripp und windelein so schlecht, Da findet ihr das kind gelegt, Das alle welt erhält und trägt. 6. Deß laßt uns alle frölich seyn, Und mit den hirten gehn hinein, Bu sehn, was GOtt uns hat be fchehrt, Mit seinem lieben sohn verehrt. * 7. Merk auf, mein herz! und sich dort hin, Was liegt dort in bem trippelein? Weß ist das schdne kindelein? Es ist das LiebeJE fulein. 8. Sen willkommen du edler saft, Den fünder nicht verschmå bet hast, Und kommst ins elend her zu mir, Wie soll ich immer banken dir? 9. Ach HErr! du schöpfer aller ding, Wie bist du worden so ge: ring? Daß du da liegst auf dürrem gras, Davon ein rind und esel aß. 10. Und war die welt vielmahl so weit, Von edelstein und gold bereit; So war sie dir doch viel zu Elein, Bu seyn ein enges wiegelein. 11. Der sammet und die seide bein Jft nur grob heu und windelein, Drauf du könig so groß und reich Herprangst, als wars dein bimmelreich. 15. Lob, ehr sen GOtt im höchs sten thron, Der uns schenkt seis nen eingen sohn: Deß freuet sich der engel schaar, Und singen uns solch neues jahr. 68.Pom himmel kam der engel schaar, Erschien den hirten offenbar, Sie fagten ihn'n: ein kindlein zart Das liegt dort in der krippen hart. 2. Zu Bethlehem in Davids stadt, Wie Micha das verkündigt hat*: Es ist der HErre JEsus Chrift, Der euer aller beiland ist. * Micha 5, 1. 3. Deß follt ihr billig frölich seyn, Daß GOtt mit euch ist worden eins: Er ist gebohrn eur fleisch und blut, Eur bruder ist das ewge gut. 4. Was kann euch thun die find und tod? Ihr habt mit euch den wahren GOtt. Laßt zürnen, teufel und die höll, Gotts sohn ift wors den eur gesell. 5. Er kann und will euch laffen nicht, Sest nur auf ihn eur zuvers sicht: Es mögen euch viel fechten an, Dem sey troß, ders nicht laffen kann. 6. Zulest müßt ihr doch haben recht, Thr send nun worden Gotts geschlecht: Deß danket Gott in ewigkeit, Geduldig, frdlich allezeit. Mel. Nun singet und send froh 2c. Die wahrheit anzuzeigen mir, Wie In seinem lob euch aller weit pracht, ehr und gut Vor übt: Sest hert und wund zusam men 39 von der Menschwerdung und Gebuhrt Chrifit. men, Stimmt freuden pfalmen| JEsu fest beschloffen hat, Das an: Schickt heilge andachts- flam- that er in der zeit. men Zum himmels- thron hinan: JEsus kommt zu uns:: 4. Denn als die zeit erfüllet war, Die er vorher benannt; Go ward der GOtt mensch offenbar, Den GOtt ins fleisch gesandt. 2. O theures gnadenpfand! Ein neues in dem land*: Das kind ist uns gebohren, Das held und vater ist, Zum gnaden ftuhl erfohren: Sen tausendmahl gegrüßt, Mein Immanuel:,: 5. Was GOtt vom weibes- faas men spricht, Das bringt durch GOttes kraft Maria an das tagess licht, In reiner jungfrauschaft. * Jerem. 31, 22. 3. Das heil der ganzen welt Ift nunmehr fest gestellt. Der könig ist erschienen, Der lauter segen weist, und alle, die ihm dienen, Mit himmels- gütern speift: GOtt if nun mit uns:: 6. So hat auch Gott zuvor den ort Und das geschlecht bes stimmt, Worin des groffen vaters wort Das leben an sich nimmt. 7. Es nahm demnach das hoch, fte gut, Der groffe wunder- mann, Wie andre kinder, fleisch und blut, Doch ohne fünde, an. 4. So febre ben mir ein, Hold felges JEfulein! Set deine gnaden werke In meiner feele fort: Dein leib und blut mich stärke, Es heile mich dein wort, DJmDen trägt der mutter schooß. manuel:,: 9. Der schöpfer wird die creas tur, Der ewige wird jung; Jedoch nach seiner menschheit nur In der erniedrigung. 8. Im fleische wird GOtt offens bar. Geheimniß, du bist groß! Der in des vaters schoosse war, 5. Immanuel mein licht! Ich laß, ich laß dich nicht, Bis mich bein fesen schmücket, Und deine gnade crint, mein geift dich an fich dricket, Ob mich die welt gleich höhnt. Mein Immanuel:,: 10. HErr JEsu! der du also bift, In dem mich Gott geliebts Du find! das uns gebohren ist, Du sohn! den GOtt uns giebt; II. Du, wunderbarer Gotts gen, daß kein leiden, kein kum- mensch! wirst Mein raht, und mer, keine noht mich soll von JE fu fcheiden; Jch fürchte nicht den tod, JEfus ift beymir:,: 6. Drum himmel, erd und meer, Du reines engel- heer! Send zeitkraft und held, Mein vater und mein friede- fürst, Und heiland als ler welt. 12. Ich war im fleisch ein füns den- knecht, Auch so zur welt ges bracht: Du aber bringst das kinds 70. ist hier, und nimmt gemacht. Emmanuel! der HErr schaftsrecht, und haft mich los Mel. 4. Nun sich der tag 2c. mein fleisch an sich. Immanuel! is GOtt mit mir, Wer ist denn wider mich? 13. Dein mangel ist mein reis ches theil, Die windeln sind mein Fleid. Die knechts- gestalt bringt mir mein heil, Dein leiden stillt mein leid. 2. Also hat GOtt die welt ge liebt, Daß er durch freven trieb Den eingebohrnen sohn uns giebt. Wie hot er uns so lieb? 14. So sey GOtt ehr und Tob gebracht, und friede dieser welt, 3. Und was sein wunderbarer Weil GOtt das fleisch gerecht ges rabt Schon in der ewigkeit Boul macht, Daß es ibm wolgefällt. 15.gm/ Weihnachts- Gesängs *. Immanuel! der HErr ift| te, Von einer jungfrau sauberlig da, So lob ihn, meine feel! Jm3u troft uns armen leuten. Waz manuel! Halleluia! GOtt Tob! uns dis kindlein nicht gebohrn, Immanuel! So wär'n wir allzumahl verlohrn: füsfer JEfu Chrift! Der du mensch Das heil ist unser aller. En du gebohren bist, Behüt uns für der Mel. Ein kindelein fo labelich zc. 71. Frheb, o wehrte christen mund mit freuden, und opfre 2. Die teit ist nun ganz freus bank in ewigkeit GOtt, für das denreich, 3u loben GOttes nas licht der heiden: Des weibes saam men: DaßChristus von dem hims ist nunmehr dar, Messias, der vermelreich Auf erden zu uns koms Beiffen war, Ift von dem himmel lommen. GOttes sohn, das höchfe gut, Hat der menschen fleisch und blut Allhier an sich genom men.Groß ist die demuht, huld und gnad, Die GOtt vom himmel bey uns that: Ein knecht ist er hie wors den, In allen, doch ohn sünd, uns gleich, Dadurch wir ewig werden reich: Trug unsre sünden- bürde. men. 2. Mit nichten man für klein dich hålt, Bethlehem! auf erden; Weil du des heilands aller welt Gebuhrt fladt müssen werden; Weil die holdselge mutter hat Den tilger unfrer misfethat In Diese welt gebohren, Deffen ausgang allbereit Vor der welt von ewigkeit Gewesen und erkohren. 3. Was trieb dich, JEfu, höch Bes gut! So tief herab zu steigen, Und dich zu unferm fleisch und blut Auf folche art zu neigen? Aus liebe thatst du das allein, Daß du mdgtft unfer mittler feyn, und wir, als deine bruder, Mit bem vater hier verföhnt, Dort mit ehr und schmuck gecrönt, Als deis nes reiches glieder. 4. Lob, ehr und preis fen GOtt gebracht zu seinem heilgen throne, Der mit uns frieden hat gemacht, In seinem lieben sohne. Meloden 7. Dadurch fließt uns fein fesen zu, 73. Wie fündlich groß find Und wächst in uns die wahre ruh, Mit vollem sirom der gnaden; Daß des fatans baß und grimm, Bar er noch so ungeftüm, uns nimmer könne schaden. werke, GOttes hand und wunder- macht An uns, uns fündern hat volls bracht? Wer gründet seiner alls macht stärke? Wer ift, der solch geheimniß findt, Wie GOtt selbs wird ein menschen- Find? Wer 72. Ein Bindelein fo libelich faßt, wie sich der gottheit fälle In 2. 0 3. Wol dem, der dieses glaus bens ist, mit ganzem herzen traus et; Dem wird die seligkeit gewiß. Wol dem, der darauf bauet, Daß Chriftus hat genug gethan Für uns, darum er ausgegang'n Von GOtt dem ewgen vater. O wela che groffe wunder- that! Chriftus trägt unsre missethat, Und stillet unsern hader. 4. Deß dank ihm alle chrifients heit Für solche groffe güte, Und bitte fein barmherzigkeit: Daß er uns fort behüte Für falscher lehr und bösem wahn, Der unsern sees len schaden kann: Er woll all schuld vergeben. GOtt vater, sohn und heilger geift! Wir bitten von dir als lermeift, Eaß uns in friede leben. von der Menschwerdang 2. O theures werk, von GOtt erlefen! Owunder, das kein gleiehes kennt! O liebe, die ohn ende brennt! GOtt kleidet sich in menschlich wesen: Der HErr, der dieses rund gebaut, Nimint an des menschen bein und haut, Läßt, uns von satans joch zu scheiden, Der gottheit glan; mit fleisch beEleiden. 3. Wir frevler waren abgewi chen: Das bild, das GOttin uns geprägt, Ward, als uns edens gar ten hegt, Mit satans bosheit über Frichen: Gott, der uns erst den vorzug gab, Wäscht unsern unflat wieder ab: Will, uns im HErren su erfreuen, Sein erstes bild in uns erneuen. 4. Er deckt durch seines reich thums gröffe, Durch seine füll und überfluß, In höchster armuht und verdruß, Der abgefallnen feelen blöffe; Dem schöpfer, der die gan ze welt In maaß, gewicht und schranken hält, Kann kaum in die fer weiten erden Ein raum zur ruh verstattet werden. 5. Der, den nicht welt, nicht himmel faffen, Schließt sich in Ball und krippen ein; Sein glan; und unerforschter schein Will sich im finstern bergen laffen. Der sonst voll glanz und gottheit pracht, Liegt bort im heu bloß und beracht! Er legt sich, uns zu Gott zu führen, Hin in die krippe, bey den thieren. und Gebuhrt Chrifft. 41 überfluß, Im größten mangel und verdruß, Mich reichthum und die fülle haben. Hilf, daß ich eitler dinge pracht Als schnöden koht, als wust veracht, und nur in dir und deinem willen Mög alle mein vers langen stillen. 8. Herodis pracht und eitles prangen Sey mir ein greuel, spott und scheu: Laß deine demüht, deis ne treu mich, dein erworbnes gut, umfangen. Ich bleibe, wehrtes kind! dein kind; Die wolluft, so die welt entzündt, Laß nie an meis nem geiste kleben, Dein arm- seyn kann mich hoch erheben. 9. Fall ich aus schwachheit, hilf mir wieder. Tilg alles, auserwähls tes kind! Was sich nur fündlichs in mir findt. Du theures haupt der frommen glieder! Prág deinen geist, das theure gut, Das du ers wirbst, in meinen muht, Daß fas tan, und die macht der Höllenmein erbtheil nun und nimmer fällen. 10. Indeß mein heil und mein vergnügen, Du GOttes- kind, du menschen- sohn, Mein schild, mein bort, mein gnadenthron! Hilf mir mein fündlich fleisch besiegen. Mein trost in noht, mein fleisch und blut, Mein eigenthum, mein höchstes gut! Durch dein blut, welches du vergossen, Mach mich zu deinem reichs- genoffen. Mel. 8. JEfus meine zuversicht. 6. Ach füffes kind, doch GOttes 74. GOttes und Marien erbe! Laß windeln, ftall und krippe fenn: Komm, kehr ben mir zur her berg ein! Ich bin zwar nur dein thon, ein scherbe, Ein wüstes nest; boch deine Fraft, Die alles trägt, erhält und schafft, Kann mich, der arm an allen fachen, Zur würdgen wohnung GOttes machen. fey willkomnien! Der du sen er in person Unsre menschheit angenoms men: Rette mich aus aller noht, Omein bruder, und mein GOtt! 2. Wir empfinden alle noch, Was durch Adams fall verlohren. und mich drückt das sünden joch, Unter welchem ich gebohren: Aber 7. Komm, heil'ge meines gei- nun hoff ich auf dich, Andres Res gaben, Laß du durch deinen dam! andre mich. 2. Du Beihnachts- Gesänge 42 3. Du bist worden, was ich bin: mich was du bist, wer ben. Nimm das elend von uns hin, Das die menschen plagt auf erden; Und gib mir von deinem heil, Mein erldser! auch ein theil. 4. Aus dem himmel kömmst du Her, Hilf mir armen aus der Hölle! Mur ein stall ist dir noch leer; Aber gib mir eine stelle Unter denen, die bey dir Wohnen werden für und für. 5. Steckt mein herzin böfer luft, Hilf HErr! daß es nicht so bleibe: Wohne selbst in deffen brust, Der ein glied von deinem leibe; Daß Ich, ganz von dir erfüllt, Trage GOttes ebenbild. 6. Jest bist du ein menschensohn: Mache mich zu GOttes kinbe, Daß ich stets vor seinem thron Einen vater an ihm sinde, Welcher mir nun nicht mehr feind, Weil ich nun dein wahrer freund. Mel. Alle welt was lebt und 2C. eg 75.2 ten! Dis geheimnis ist zu groß; Die vernunft hat ihre schranken. Nur der glaube fas fet blos, Was dem menschlichen verstand Dunkel, schwer und uns bekannt. 2. Der von ewigkeit gezeuget, Wird gebohren in der zeit: Vor dem sich der himmel beuget, Wird ein kind der niedrigkeit. Dem, den nichts umfassen kann, Legt man schlechte windeln an. 3. Selbst der reichthum scheint zu schmachten, GOtt der herrs fcher wird ein knecht. Der, vor dem die berge krachten, Liegt hie schwach, gering und schlecht: Des den ganzen welt- bau trågt, Wird im engen schooß gehegt. 4. Der, als brunnquell aller gus te, Was da lebt und webet, tränkt, Und sein väterlich gemühte, Als mit firdmen, auf uns lenkt; Muß die tropfen seiner lust Suchen ad der mutter- brust. 7. Deine windeln waren Elein, Und zu schlecht für solche glieder: Hülle meine fünden drein, Denn sie sind mir selbst zuwider; Und bein geift, der alles kann, Zich uns JEfum Christum an. 5. Groffes kind, das vater heiss fet, GOtt an wesen, ehr und pracht, Das der knechtschaft uns 8. Ach! dein elend ist sehr groß, entreisset, Und zu GOttes kindern Denn du liegeft in der krippe: Tramacht! Gey willkommen tausends ge du in GOttes schooß meinen mahl Jn dis elend- volle thal. geist, wenn mein gerippe Seinen farg und bahre füllt, Es geschehe, wenn du willt. 6. Unser fleisch ist nun dem thro ne Höchster gottheit zugefellt, Und, nebst unserm fünden- lohne, GOt tes jorn gan; abgestellt, Daß, weil Gött ein menschen- kind, Wir nun GOttes kinder sind. 9. Jft der teufel gleich erbost Auf den armen menschen- orden: Bleibt doch dis mein fester troft, Da GOtt selbst ein mensch geworden: Ich bin dein mit leib und feel, Hilf mir, mein Jmma nuel! 7. Süffes kind! wie hat die liebt Dich so tief herab gebracht? Ach! was zogen dich für triebe In die fchwarze fünden nacht? Ach! was lenkte deinen sinn Zu uns, deinen feinden, hin?* 10. Nun ich weiß, es wird ge schehn: Gib nur, daß wirs alle glauben, und hinfort durch kein verfehn Dieser wolthat uns be rauben: Hilf auch, daß ich lebens lang Deinem namen fage dant. 8. Nun, weil mein mund deine treue Nicht genug ausbreiten kann; So laß mich dich stets auft neue Mit bewundrung ſeben an, Und 43 mein gemühte, D kindlein zart und rein! Durch deine groffe güte, liebstes JEsulein, Beuch mich hin nach dir:: 3. Groß ist des vaters huld, Der sohn tilgt unsre schuld. Wir waren all verdorben Durch sünd und eitelkeit; So hat er uns ers worben Die ewge himmels- freud: Eva war'n wir da:,: Mel. In dich hab ich gehoffet 2c. m finstern stall, o wun76.SH der groß! Des vaters 4. Wo ist der freuden- ort? Nirs gend sonst als dort, Da die engel licht liegt nackt und bloß, Derlingen mit den heilgen all, und ewge fürst des lebens. O göttlich wort! himmels pfort! Das thust du nicht vergebens. 2. Weil du so dürftig kommst berein; Naumst du das himmel: 78.Gelobet ſenſt du, JEſu reich uns ein, Wo wir die fülle haben. Dein armuht macht, Daß uns wird bracht Der reichthum edler gaben. Christ! Daß gebohren bist Von einer jungfrau, das ist wahr, Deß freuet sich der engel schaar. Halleluia. 3. D menschen Finder! freuet euch, Dis arme kindlein macht euch reich: Es bringt euch von der erden zur himmels- freud, Die euch bereit, und ewiglich soll wer2. Des ewgen vaters einig kind Jest man in der krippe findt. In unser armes fleisch und blut Vers Fleidet sich das ewge gut. Hallel. 3. Den aller welt kreis nie bes schloß, Der liegt in marien schooßs Der ist ein kindlein worden klein, Der alle ding erhält allein. Hall. von der Menschwerdung und Gebubrt Chriftl. Und mit andacht vollem flehn Stets ben deiner Frippe ftehn. 9. Mache mich auch neugeboh ren, Nimm mein herz und meinen geist; Laß ihn dir seyn auserkohren, Daß er stets dein tempel heißt. Ich verspreche: dir allein Ewig, ewig treu zu feyn. den. 4. Drum laßt die herzen wacker fenn, und mit den lieben engelein Die stimm also erschallen: Gott! bir sen ehr, Bey uns sich mehr Dein fried und wolgefallen! 5. Du aber, jartes JEfulein! Kehr auch bey uns zur herberg ein! Erleucht uns das gemühte, Daß glaub' und lieb Sich täglich üb: HErr! gibs durch deine gute. die psalmen klingen Jm hohen himmels- faal: Eya war'n wir da! Eya war'n wir da! 77.Nun singet und fend froh, Jauchst all und faget fo: Unsers herzens wonne Liegt in der krippe bloß, Und leuchtet als die sonne In seiner mutter schooß. Du bist A und O, Du bist A und O: 2. Sohn GOttes in der höh! Nach dir ist mir so web, Erde mir 4. Das ewge licht geht da hers ein, Giebt der welt nun neuen schein, Es leuchtet mitten in dez nacht, und uns zu lichtes- kindern macht. Hallel. s. Der sohn des vaters, GOtt von art, Ein gast in der welt hie ward: Er führt uns aus dem iams merthal, Und macht uns erb'n in feinem faal. Hallel. 6. Er ist auf erden kommen arm, Daß er unser sich erbarm, und in dem himmel mache reiche Und seinen lieben engeln gleich, Hallel. 7. Das hat er alles uns gethan, Sein groß lieb' juzeigen an: Deß freu sich alle christenheit, Und bant ibm deß in ewigteit. Hallel, 4. 44 Weihnachts, Gesänge Mel. Wacht auf the christen 2c. sorgen dieser erden, Daß du in Chr christen auserkohs selbigem Magst aufgenommen 79. Sren! Hört gute neue| werden. Laß sehn, daß du in mie mahr: Der heiland ist gebohren, Er kommt auf erden her. Deß freuet sich dort oben Der heilgen engel schaar, Die GOtt den vaz ter loben Deswegen immerdar. Gestalt gewonnen habft, Wenn du mit deinem sinn Und geiste mich begabft. 2. So fingen sie mit schalle: The christen insgemein! Freut euch von herzen alle Ob diesem Findelein. Euch, euch ist es gege: ben, Euch ist das heil bereit, Daß ihr ben GOtt sollt leben In fieter feligkeit. 3. Weil mich der vater ihm Zum kinde auserkohren Schon vor der zeit der welt: So bist du mir ges bohren Zum heil, du gnaden- kind! Daß GOttes liebesschluß, Zu trop des teufels neid, Bestehu und bleiben muß. 3. Kein mensch sich ja betrübe, Denn dieses kindelein Bringt such nun fried und liebe, Was wollt ihr traurig seyn? Den him mel es dem schenket, Der an ihn glaubet fest. An diesen schat geDenket, Er ist der allerbest. 4. Doch blieb der weise raht Geheim und tief verstecket, Voz anbeginn der welt Mit schattens werk bedecket: Bis GOttes wahs rer sohn, Selbst GOtt von ewigs keit, m fleisch sich offenbart Bu der erfüllungszeit. 4. Nun send ihr wol gerochen An eurer feinde schaar; Denn Chriftus hat zerbrochen, Was euch tuwider war. Tod, teufel, sünd and hölle Jezt liegen ganz geschwächt: GOtt giebt die ehrenHelle Dem menschlichen geSchlecht. s. Drum wir auch nun dich lo Ben, JEfu, wenstammger held! Daß du vom himmel oben Bift Fommen in die welt: Komm auch in unsre herzen, und bleib drinn für und für, Daß weder freud noch schmerzen uns trennen mag von dir. r. O freuden- volle poft! Du machst dem feinde grauen! Den engeln lüftet selbst, Die wunder anzuschauen. Geheimniß voller raht! GOTT senkt von seinem thron Sich in der jungfrau leib; Bleibt GOtt, und wird ihr sohn. Mel. Nun banket alle GOttic. 6. Du groffes wunder kind, Der du dich uns gegeben! Ach laß mich doch vor dirIn solchem glaus ben leben, Der voller zuversicht, Voll milder thätigkeit, Stets deis ner liebe sich Bu rühmen ist bereit. ( 16 81 Als Christus gebohren war, Freute sich der ens gel schaar, Und sungen mit hans fen schön: Ehr sey GOtt im höch ften thron! GOttes fohn ist mensch gebohrn, Hat versöhnt des vas ein herzens freund, ters zorn: Freu sich, dem sein sünd 3 80. min ach komm! Und ma- ist leid. che dir von neuen In meiner 2. Die hirten erschracken gans feele plat; Daß ich in die mich freuen, und sehn und schmecken tann, Wie füß, o JEfu Chrift! Du stoffer GOttes fohn In deiner menschheit bift. Vor der engel heliem glanz, Hörs ten frölich neue mähr, Daß Chris ftus gebohren wär. GOttes sohu ist mensch gebohrn, 2c. Befreve Doch mein ber; Von 3. Sie suchten das kindelein, Eingebüllt in toindelein, Wieder engel von der Menschwerdung und Gebuhrt Chrifft. 45 engel hat vermeldt, Welches mit neuer lebens- traft erfällts trägt die ganze welt. GOttes fohn ist mensch gebohrt, 2c. Den tod besiegen können. s. Es lag die welt in finftret 4. Sie funden das kindlein zart nacht, In furcht und todes- schreks Liegen in der frippen hart Beyken: Ihr selber fehlte kraft und Dem vieh im finstern stall, Das die macht Das licht sich zu erwecken. ftern'erschaffen all. GOttes sohn Drum kömmt das unumschränkte ist mensch gebohrn, zc. licht, Und will mit hellem anges 5. Aus der mutter brust so reinsicht In aller herzen leuchten. Nehret sich das kindelein, Das durch sein göttliche fraft Allem vieb sein futter schafft. GOttes fohn ist zc. 6. Drum sey, o mensch! nicht ferner blind, Bleib nicht in füns ben liegen: Kommt, und umfaffe dieses kind; Sonst wirst du dich 6. Solch groffe barmherzigkeit betriegen. En folge deiner trägs Laßt uns preisen allezeit, Inheit nicht, Es will dir leben, kraft, gottsfurcht und glauben rein, und licht Aus seiner fülle schenken. Mit geduld gehorsam seyn. Got- 7. Hier ist mein herz, o JEfu tes sohn ist mensch gebohrn, Hat Chrift! Mein heiland, licht und versöhnt des vaters zorn: Freuleben! Ach! mach es, wie dein herze fich, dem sein fünd ist leid. ist, Dazu will ich dirs geben. Ach heil der alten schlangen biß, Treib Mel. Allein GOtt in der höh sey. aus des todes finsternis, So big 82.2uf! freuet euch von du mir mensch worden. die the war't verlohren: Nun wird das größte wunder kund, Denn Mel. 7. Wie kündlich groß sind ze. freund! Gott ist menſch gebohren. Er 83.S willkommen will bringt das heil von oben her; Und wenn er nicht erschienen wår, Müßt alles fleisch verderben. 2. Er ist das wort, das alles fchafft, Das alles hält und tråget; Der schöne glanz, die ewge kraft, Wodurch sich alles reget. Er Fimmt uns sterblichen zu gut, Und will, als unser fleisch und blut, Uns mun mit Gott versöhnen. kommen, gaft auf dieser welt! Deg du die erde dargestellt, Wirst als ihr bürger aufgenommen. Du kde nig in des vaters reich Wirst ane dern unterthanen gleich: Du schöpfer himmels und der erben, Willt der geschöpfe bruder wers den. 2. Du hülleft deiner gottheit gröffe, Der selbst des himmels 3. Er ist des ewgen vaters sohnraum zu klein, In fleisch von uns Von ewigkeit gezeuget; Doch sich, ferm fleische ein; Giebst kleider, wie er von seinem thron Zu uns und fühlst selber blöffe: Machf bernieder steiget, Mit unserm reich, und wirft ein armes kind, schwachen fleisch sich paart, Auf Das kaum im stall ein örtgen daß in uns die göttlich art Mög' findt, Wirft einer mutter sohn ges angerichtet werden. nennet, Die dich als GOtt und vater Fennet. 4. Der menschen fündlich herze war Bum guten ganz erstorben: Drum ftellet sich das leben dar, Daß die, so ganz verdorben, Im febduen rock des beils verbaut, 3. O wunder kind! durch was für triebe Wirst du in diesen stand gebracht? Wie kommst du, licht! in unsre nacht? Es sieht dich nichts, Gefänge 9. Du kommst und tritta in met nen orden, Ünd legst mir erd wurm deinen ben: Daß ich ein kind des höchsten sey, Bist du ein mens schen- kind geworden. Du äusers dich der herrlichkeit, Giebst mit dadurch das ehren- kleid. Und dein gebuhrts- tag hat das leben nicht wen'ger mir, als dir gegeben. 10. In deiner engen krippe lies get Ein schatz, für den mein hert zu klein: Ach kindlein! komm und nimm dis ein, Sen mit der dürfs tigkeit vergnüget. Hast du doch felbst dich klein gemacht, Entäus serst dich der hohen pracht, Daß dich mein enges herze faffe, Und sich von dir erfüllen lasse: 46 Weihnachts als holde liebe, Die macht dich, allmacht schwach und klein, Die flößt dir diese regung ein, Daß du von deinem throne steigeft, Und dich zu stall und krippen neigest. 4. Mein erster vater war gefal len, und hatte pflicht und bund versehrt: Darum ließ Gott, den er entehrt, Ein strenges todes ur theil schallen. Es ward des schöp fers jorn erregt, und dessen fluch thm aufgelegt; Er ward mit sei nen späten erben Verdammt, an feel und leib zu sterben. 5. O schwerer fluch für Adams finder, Der allen jammer in sich! Balt! Was wurde nun die ganze welt? Der höllen vor- platz für die fünder, Ein kerker ohne licht und tag, Der voll verdammter men fchen lag, Die, weil sie selbst nicht leben wollten, In ewgen flammen Gerben sollten. II. So komme denn, mein heri steht offen: Bezieh es, auserwähl ter sohn! Verläßt du deinen ehs ren- thron; So kann ich auch die gttade hoffen, Daß du den stall, D 6. Hier war nun raht und hülfe lebens- fürst! Mit meiner brüst vers theuer. Es ward für mich kein en tauschen wirst. Willt du dich nicht gel gut, und kein vergoffnes bruder windeln schämen: So komm, der- blut Besiegte das entbrannte mein herz auch einzunehmen. feuer. Du aber konntest meinen tod, und die damit verknüpfte toht, Darin ich sollte untergehen, Nicht ohne schmerz und jammer fehen. 12. Jch preise deine gütigkeitett, Jch bete deine liebe an, Die mit auf dieser rauhen bahn Den weg zum himmel will bereiten. Was geb ich dir für deine huld? Ich has be nichts als fünd und schuld; Doch du haft blut, sie zu verfühnen: Wir werden wol zusammen dienen. 7. Du lebteft in vergnügter won ne, Es schallte fiets um deinen thron Der seraphinen hoher ton. Du wareft deines himmels fonne, Der engel luft und freuden spiel, Und ihrer Doch Mel. Nun danket alle GOttic. Goff u wesentliches wort, fount bis alles bir nicht wehrett, 84. Doit anfang der ges Bey mir auf erden einzukehren. HErr JEfu Chrift! Willkommen, der du mir Zum heil gebohren bist, wesen, Du Gott von Gott ges 8. Du läsfest deinen himmelzeugt, Von ewigkeit erlesen Zum gehen, und sieheft ihm die krippe heil der ganzen welt, O mein vor. Du läßt die ruh, jeigst mir das thor Dadurch ich soll zur ruhe geben. Du nimmest einen cörper an, Damit man dich verwunden fann: Läßt blut in deine adern Bieffent, Für mich es wieder zu vers Bieffen. 2. Komm, o selbständig wort! und sprich in meiner feelen, Daß mirs in ewigkeit An troft nicht folle fehlen. Im glauben wohn in mit, tind weiche nimmer nicht, fal son der Menschwerdung und Gebuhrt Chrifti. 47 Laß mich auch nicht von dir Abweichen, schönftes licht! 3. Du wesentliches wort Warft ben GOtt, el geleget Der grund der groffen welt, Da sich dein her; beweget Zur liebe gegen mich; Ja, Du warst selber GOTT, Damit machst du im fleisch Sünd, höu und tod zu spott. 6. Gib, daß ich dir zum diens Mein ganzes Herz ergebe, Auch dir allein zum preis Auf dieser erden lebe. Ja, JEfu! laß mein herz Ganz neu geschaffen seyn, Laß mich bis in den tod Es dir alleine weihn. 7. Ach! laß nichts in mir seyn, Was du nicht selbst geschaffen. 4. Was hat, o JEfu, dich Von Reut alles unkraut aus, Zerbrich anfang doch bewogen? Was hat des feindes waffen. Was bds, in vom himmels- thron Dich in die nicht von dir, Dis hat der feind welt gezogen? Uch! deine groffel gethan; Du aber, führe du Mein lieb, Und meine grosfe noht Hat herz zum himimel an. deine glut entflammt, Die stärker, als der tod. 8. Das leben ist in dir, Und alles licht des lebens: Laß deinen 5. Du bist das wort, wodurch glanz in mir, Mein GOtt! nicht Die ganze welt formiret: Denn fenn vergebens. Weil du das alle dinge sind Durch dich ans licht der welt, So sen mein licht geführet. Ach! so bin ich, lebenslicht, O JEsu! bis mie mein heil! Auch dein geschöpf und dort Dein sonnen licht an gab', Der ich das, was ich bin, bricht. Von dir empfangen hab. IV. Auf das neue Jahr. Mel. HErr JEfu Chrift meins ze. 1 Durch dein verdienst, durch deis 85.Das alte jahr vergans nen tod Erlöse uns aus aller noht. gen Wir danken dir, HErr JEsu Chrift! Daß du Mel. 2. Alles was mir GOtt ze. uns in ſo groß'r gefahr Bewahret 86.6 Ott! der du mit deinek so viel zeit und jahr. 2. Wir bitten dich, den ergen sohn Des vaters in dem höchsten thron: Du wollst dein arme chrigenheit Bewahren ferner allezeit. treue Täglich, wenn die sonn erwacht und den frühen morgen macht, Dich erzeigest auf das neue: Höre deiner Finder flehn, Welche feufiend vor die stehn.. 3. Darneben gib uns fried und run Und was uns nöhtig ist darzu: Durch deine starke gnaden- hand Beschüße uns und unser land. 2. Du bist, der die zeit regieret, Und bleibt doch unwandelbart Unfre monden, tag und jahr Wers 4. All sünd und schwachheit uns Den blos durch dich geführet. Da verzeih, Ein gut gewiffen fiets vers bestimmest unsrer jeit Maaß und leih. Gib, daß wir deines namenstiel von ewigkeit. ehr Ausbreiten immer mehr und 3. Du beherrscheft wind und mehr. wetter; Deiner hände wunders <. Und wenn es dir, o HErr! gemacht Gest der wälder zier und fällt, uns abzufodern aus der pracht Jahr für jahr in blüt und welt: So gib ein sfelige ende hier, blätter, Giebst den trocknen weis Daß wir dort ewig seyn bey dir. gen kraft, Schenks ben aften neden faft. * 6. O JEfu Chrift! erbarme dic, Hör unsre bitte gnädiglich! 4. Dev Auf das neue Jahr. 48 4. Darum bitt ich dich, getreuen Schöpfer, troft und lebensbort: Laß sich auf dein gnaden wort Dieses jahr an mir erneuen Alles, was der seelen gut, Und bem leibenshtig thut. 5. Gib mir erst nach deinem wil len, Einen neuen sinn und geift, Der mich, was bein wort uns beißt, Unverrücket lehrt erfüllen; Daß mein geift sammt feel und leib Deines geiftes wohnung bleib. 6. Meines alten Adams sünden 3. HErr, wir legen an dein hers Lehre mich mit reinem sinn, Weile Unsern könig und sein haus, ich neu gebohren bin, Durch den fieg des glaubens binden; Daß der trieb zur misfethat nie die Berrschaft in mir hat. Lösche seine lebens- ferte Lange noch nicht bey uns aus. Mach sein haupt an palmen reich, und las ihn, den cedern gleich, Immes wachsen, blühen, grünen, Bis zu denen fternen- bühnen. 7. Gib mir neue kraft zu siegen, Daß mein herz durch deinen geist Sich dem irdischen entreißt. Laß mich niemahls unterliegen, Gib, daß ich in diesem ftreit Kämpfe ohne müdigkeit. 4. Hoher häupter wolergeben Halte stets im schönsten flor, Daß sie auf den frieden sehen, Wenn ein unfried bricht hervor.Gib dem 8. Wenn dereinst die Himmel edlen magiftrat Weisheit, Flugs Frachen und der erden bau zerheit, raht und that, Daß gerechtigs fällt, Nach dem ende dieser welt; feit im lande Blüh in all undies Wenn du alles neu wirst machen: dem stande. Ach! so theile nach der ruh Mir ein neues leben zu. s. Laß dein wort in zion schal len, Geh mit jedem aus und ein: und wenn wir mit haufen wallen, Wo die gottesdienste seyn, Ach so segne du uns, HErr! Gib auch treue prediger, Die dein wort mit nutzen lehren, und die welt zu die befehren. 9. Bringe mich zur neuen erben, Bur der neuen falems stadt, Welche keinen tempel hat; Wo GOtt felbft will tempel werden, Und mit seiner Elarheit schein Der gerechten sonne feyn. 10. Da will ich mit freuden sin gen Dir, o GOtt! das neue lied, Und für deine treu und gût Dir sin lobes- opfer bringen; Laß mich nur die schnelle seit Wechseln mit ber seligkeit. fchleuß den himmel auf, Unfre att dacht steigt hinauf: Ach! hör doch, in JEsu namen, und sprich selbs darzu dein amen. 2. Da das alte jahr verfloffen, Heißt das neu uns dankbar seynt Weil wir tausend guts genoffen Von dir, groffer GOtt! allein. Ach! wir preisen dich dafür, Laß den schwachen dank vor dir, Wie das opfer Nod, taugen, Sich uns an mit gnaden- augen. 6. Leben toir in folchen seiten, Wo man müh und sorge hat; Steh in arbeit uns sur seiten, und mach leib und feele satt. Gib der gans jen bürgerschaft und dem lands mann stårt und kraft, Daß sie bey dem saamen freuen sich auch guter ernte freuen. Mel. Est deine Beilge wunben. Dions freuden tag er 87.3 febeinet, pert, fomm rer! Crön das jahe mit deinem Nun, Ia bein heiligthum! Mund und gut. Ach! sey aller menschen füh Berg find schon vereinet Bu verrer, Und halt uns in deiner hut. rebren deinen rubm: Darum bar follte dieses jahr Jemand les Gea Auf das Neue Jahr. gen auf die bahr; So laß uns nur 1 gottesfurcht sich mehre. felig sterben, und des himmels freuden erben. Mel.HErrGott der du erforscheft. dan ken dir, Dein name fey gepriesen, Daß du uns so viel wolthat hier Das vorge jahr( Die vorge woch) erwiesen: Gegeben bast du uns dein wort, Die obrig keit hat unfern ort In friede noch regieret. Du haft gesegnet ieden stand, Uns bey den werken unfrer hand Versorgt und wol geführet. 2. Du haft viel noht und herzes leid Von uns ganz abgewendet:* 7. GOtt vater in dem höchsten In andern noch zu rechter zeit thron! Erhöre unser flehen: Vers Raht, hülf und troft gesendet: leih durch deinen eingen sohn, Daß Uns, da du, wie ein vater thut, alles mag geschehen. Den vater Bald weggeleget deine ruht, 3u bitt, o JEfu Chrift! Weil du dir mehr wollen ziehen; Daß wir für uns gestorben bist, Daß ers ihm dich liebten gleicher weis, Belaß gefallen. Durch deine kraft, mühten uns mit höchstem fleiß, o heilger geift! Uns bis ans ende Die fünde stets zu fliehen. Hilf uns, HErr benstand leist. hilf uns allen! 49 Dem landes- herrn( Der obrigkeit) gib fried und ruh, Gut regiment und kraft darzu, zu schützen reich und arme: Hilf deuen, die creu;, drangs oder der tod: Ihr'r aller dich erbarme. 6. Das jahr( Die woch) laß uns gesegnet seyn Vom anfang bis zum ende. Wo wir ausgehen oder ein, All übel von uns wende. Laß alles, was wir greifen an, In unserm amt seyn wel gethan, Wenn wir den fleiß nicht sparen. Gib ends lich, wenn es dir gefällt, Uns heim zu holen aus der welt, Daß wir in fried hinfahren. 3. Da ist nun leider! wenn wirs blos und frey bekennen wollen, In alle dem der mangel groß, Das wir dir leisten sollen. Wir haben, Mel. JEsu deine heilge wunden o du frommer GOtt! Dein recht 89. Ah wie laufen doch die jahre! Wie verschwins. verlaffen und gebot, Sind dir abfällig worden; Den nächsten haben wir betrübt, nicht also, wie uns selbst, geliebt Jn keinem stand und orden. 4. Berschohn uns, vater! gnå biglich, Straf nicht solch böfes Leben! Gedenk, daß dein sohn fels ber sich Für uns zur straf gegeben: Im deffen willen alls verzeih, Gib beines geiftes kraft dabey Uns täglich zu erneuen; Des nächsten nug und deine ehr zu suchen, und und dessen mehr, Als aller schäs, au freuen. *. In deiner Firche weit und breit Gib fort die reine lehre, Daß wabebeit, lieb' und einigkeit Auch det doch die zeit! Und ich bleibe von der bahre Noch bis diesen tag bes frent. Ich weiß wol, o lebens- licht! Daß ein tag zum andern spricht: Alles was von Adams erben, Groß und kleine müssen fers ben. 2. Doch du haft durch deine gute, Bie ein wächter, mich bewacht; Daß der tod die leibes- hütte Noch nicht in das grab gebracht. Ach! wie soll ich das verstehn? Da doch andre schlafen gehn, Und gar viele fchon begraben, Die noch nicht mein alter haben? 3. HErr! ich bin ja zu geringe Dieser groffen gütigkeit. Wenn ich mein verzeichnis bringe Der biss D ber SA Auf das Neue Jahr. ber genoßnen zeit: So entfällt| gemühte Thn nicht nach würden mir aller maht: Weil die rechnung preisen kann! Gott thut ja mehr gar nicht gut. Wie viel jabre find als ich begehrt, Ich bin nicht des verdorben, Da ich nicht der welt geringsten wehrt. gestorben! 4. Doch ich will auf mittel den ken, Und auf busse seyn bedacht: JEsus mag die schuld versenken, Die ich bis hicher gemacht. Lieber vater! steh mir bey, Daß nur keine Heuchelen Sich in meinem herzen finde, Wenn ich mich deß unters winde. 3. Wie kann ich solche wolthat zählen, Die schlechterdings un zählig ist? Ich sage dis von grund der seelen, Daß du mein GOtt und vater bist, Der hilft, und der geholfen hat, und helfen wird durch raht und that. 4. Ach! willt du auf die fünden sehen, Womit ich dis jahr hinges bracht; So kann mir anders nichts geschehen, Als was mir angst und schrecken macht. Doch du gedens Fest keiner schuld, Und schenkst in Christo guad und huld. F. Willt du mich noch ferner laffen Hier in dieser böfen welt; Ach: fo hilf mir alles haffen, Was bem geiste nicht gefällt. Stärke mich von deiner höh, So wird auch das größte weh, Das mir oft s. In Chrifto laß mich deinen zu schwer geschienen, Mir zu mei- fegen Auch in dem neuen jahre nem besten dienen. fehn, Und es gefund zurücke legen; 6. Steh mir allezeit zur rechJedoch dein wille mag geschehn: ten: Denn du bist ia sonn und Denn was derselbe schickt und swild. Hilf uns, deinen armen fügt, Damit bin ich auch wol vers knechten, Wie, und wo, und wenn gnügt. Du willt. Wenn die tage böse seyn, Ach! so rufins herz hinein Lernt euch in die zeiten schicken, So wird alles heilsam glücken. 6. Ich wünsche mir kein langes leben; Sonst wünscht ich mir nus lange noht. Doch willt du mie mehr jahre geben; So gib, daß ich dir bis in tod Durch glauben, lieb' und hoffnung treu, Und auch dem nächsten nüßlich fes. 7. Endlich wenn der lauf zum ende; So befehl ich meinen geißt Dir in deine treue hände, Der du GOtt und vater heißt. Ach! ich freu mich schon darauf, Daß ich noch vollbrachtem lauf Dort der froude foll geniessen, Wo wir keine seit mehr wiffen. 7. Bringt ia dis jahr mein lejs tes ende; So trete solches felig ein. Ich gebe mich in deine hände, So bleib ich tobt und lebend dein Und stelle mir zum wahlspruch für: HErr! wie du willt, so schicks mit Del.Wer nur den lieben GOtt zc. mir. 90. Gottlob! fo geht mit gutem glücke, Und beffer, als ich selbst gedacht, Der Mel. 3. Mein GOtt ich bin jest. I reft des alten jahrs jurücke. Der 91. HilfErr JEfu! laß ges lingen, Hilf! das neue HErr hat alles wol gemacht, und jahr geht an; Laß es neue Fräfte macht es wol noch fernerhin, bringen, Daß aufs neu ich wan, Daß ich bey ihm in gnaden bin. deln kann: Neues heil und neues 2. Jch trete nun durch seine güleben Wollst du mir aus gnaden te Ein nenes jahr mit freuden an: geben. Ad! daß mein mund und mein 1. Alles, was ich in beginnen Und Auf das neue Jabe. and in reden bin bedacht, All mein trachten und mein sinnen Werde nur durch dich vollbracht; Daß auch das, was ich erdenke, Dich ju preisen stets sich lenke. 6.Laß mich, HErr! wie alle from ment, Frölich nehmen speis und trant: Güter, die von dir herkommen, Fodern ja von mir den dank. Deine weisheit laß mich stärken In der lieb' und guten werken. St 11. Groffe fünder Fannst du beis 3. Meiner hände werk und thalen, Ach! ich bin in ihrer zahl: Du, ten, meiner junge red' und wort du kannst mir gnad ertheilen, Hilf Müsse nur durch dich gerahten, mir dveh aus dieser quahl; Denn Und ganz glücklich gehen fort. du kennest ja die schwacheit, Die Laß mich neue kraft erfüllen Zu du wieder stark willt machen. verrichten deinen willen. 12. Båble los mich hochbetrübs 4.Was ich dichte, was ich mache, ten, Der ich nicht bezahlen kann. Das gescheh' in dir allein. Wenn Liebe mich in dem geliebten, Dein Ich schlafe, wenn ich wache, Wolsohn JEsus nimmt mich an: JE left du, HErr! bey mir seyn. Geh fus läßt mich nicht verderben, ich aus; laß mich nicht gleiten, JEfus läßt mich nicht im sterben. Kom ich heim, fteh mir zur feiten. t. Laß mich beugen meine knie Nur zu deines namens ehr. Hilf! Daß ich mich stets bemühe, Dich zu preisen mehr und mehr. Laß mein bitten und mein flehen Zu dir burch die wolken gehen. iz. HErr! du wolleft gnade ge! ben, Daß dis jahr mir heilig sey, Und ich christlich könne leben, Ohne trug und heucheley: Daß ich noch allhier auf erden Fromm und seligmdge werden. Denn ich bin noch unverbunden, und verleget bis ins grab. Tilge meine missethaten, So wird meis ner noht gerahten. 10. Salb, o vater! meine wunbey, Wasche mich mit vfop ab: 14. Laß mich armen fünder gies hen Deinen weg der frömmigkeit. Laß mich stolz und hoffart fliehen, Laß mich beten iederzeit: Laß mich schand und unzucht meiden, Lat mich willig unglück leiden. 7. Mein gebet das müsse steis sen, HErr! zu deinem gnaden thron: Dann wirst du dich zu mir neigen Wie zu deinem lieben 15. JEsu! richte mein begitte nen, JEsu! bleibe stets bey mis. JEsu! zähme mir die sinnen, JEsu! sey nur mein begier. Je fu! fen mir in gedanken, JEsu! sohn. HErr! ich weiß, es wird vorlaffe mich nie wanken. allen Dis mein opfer dir gefallen. 16. JEfu! laß mich frölich ents 8. Laß bis feyn ein iahr der gnaden Dieses angefangne jahr: Trag ben, Laß mich büffen meine sünd: mich stets auf deinen händen, Hala Hilf, daß sie mir nimmer schaden, te ben mir in gefahr. Freudig wil Und ich bald verleihung find, ich dich umfaffen, Wenn ich foll HErr! ben dir; denn du, mein le die welt verlaffen. ben! Kannst die fünd allein vers geben. Mel. Wer nur den lieben GOtt ze. 9. Eröfte mich mit deiner liebe, Nimm, o Gott! mein flehert hiu; 92. So ist das jahe nun auch Weil ich mich so sehr betrübe, Und voll angst und zagen bin. Stärke mich in meinen nöhten, Daß mich fünd und tod nicht tödten. verfloffen In dieser füffen gnaden- zeit. Mein Gott! was hab ich nicht genoffen Für groffe lieb und gütigkeit! Wie hat mich nicht dein her; verpflegt it allem was es gutes begt. 2@* Auf das Neue Jabra 52 2. Gelobt fen beine wunder treue, Die meiner so gewartet hat, Ind über mir war täglich neue, Wie ichs erfahren früh und spat. Du nahm dich meiner herzlich an, Daß ich dich nicht gnug preis fen kann. 3. Ich war aus Adams bösem ftamme Ein unfruchtbarer feigen baum: Du führtest mich zu deinem lamme, Gabst mir in deinem weinberg raum; Dein gnaden wort, das voller kraft, Gab mir fiets neuen lebens- faft. 4. Du wolltest leinen fleiß er sparen, und mich als deinen taum erziehn. Du gab mir Eraft von jahr zu jahren, Als ein fruchtbarer zweig zu blühn. Dein lebens thau floß mildiglich, Dein gnadenschein erwärm te mich. 9. Laß mich nicht bloffe blätter tragen, Wenn dein sohn früchte an mir fucht, Daß ich nicht ewig dürfe klagen; Weil dein sohn ewig die verflucht. Laß früchte der ges rechtigkeit Sich an mir finden allezeit. 10. HErr JEsu! baue deinen garten, Laß mich ein baum darins nen seyn, Von dem du könneft frucht erwarten; Du kommst dars um ins fleisch herein Als andrer Adam, daß die erd Ein neuer gars ten GOttes werd. II. Jch will dir frucht und zweis ge bringen, Wenn du mich fruchts bar machen wirst. Ich will dir hals leluia singen Für diese kraft, da lebens fürft! Dort mit der frohen engel- schaar Im grossen hall- und iubel- jahr. Von der Beschneidung JESU. Mel. Von GOtt will ich nicht. ich, ich von böfer art, Erweiſe 93. Wer ſich im geift be noch 6. Du haft nun schon so viele Jahre Gewartet, ob ich früchte bracht: Sch läge längstens auf der bahre, Giengs nicht nach gnas de, sondern recht. Doch trägst du mich noch immerdar, Und schenkst mir immer noch ein jahr: schneidet, Und als ein wahrer christ Des fleisches töds tung leidet, Die so hochnähtig ist; Der wird dem heiland gleich, Der auch beschnitten worden: Er tritt in crenzes orden In seinem guas den- reich. 4. Mein GOtt! ich kann nicht giug erhöhen Den fleiß, den du an mich gewandt. Ich schlechter Baub hab gnug gesehen Die pflege beiner treuen hand; Doch, HErr! frucht zu ziehn, Sen fiets mein eil riges bemühn. 7. Ja wol ein jahe, mich zu be Lehren; Ach ja, HErr! schenk mir uoch dis jahr: Ich will dich mehr, ols ehmahls, ehren, Zähl mich nicht zur verstockten schaar. Hau mich nicht ab, hör deinen sohn, Der für mich bitt't, und meiner schohn. 8. Grab' um, was noch mein ber; umgeben, Der welt und aller funden wußt. Laß mich am lebensbaume Fieben: In dem in fenn, fey meine Luft, End aus demselben 2. Wer so dis jahr anhebet, Der folget Chrifti lehr: Weil er im geis sie lebet, und nicht im fleische mehr: Er ist ein GOttes- Find Von oben her gebohren, Das alles, was verlohren, Jn seinem JEsu findt. 3. Doch, wie muß dis beschneis den Im geist, o mensch! geschehn? Du mußt die fünde meiden, Wenn du willt JEfum sehn. Das mittel is die buß, wodurch ein fleinern herge, Jn wahrer ren und schmerze Berknirscher werden muß. 4 Ach gib in felchem werke, In Auf das Fest der Erscheinung Chrifil. 53 In diesem neuen fahr, HErr JE Mel. 3. Mein GOtt ich bin legt ze. fu! kraft und stärke; Damit sich 94.Müffen allbereits die offenbar Dein bild der heiligkeit An vielen tausend seelen, Die sich mit dir vermählen In herzens eis nigkeit. <. Ich feufie mit verlangen, und tausend noch mit mir, Dich herzlich zu umfangen, Mein' aller schönste zier! Denn hab ich dich allein, Was will ich mehr auf er: den? Es muß mir alles werden, Und alles nützlich seyn. 6. Ach ihr versockte fünder! Bedenket jahr und zeit: Jhr abges wichne kinder, Die ihr in eitelkeit Und wollust zugebracht! Ach! führt euch GOttes güte Doch ein mahl zu gemühte, Ünd nehmit die zeit in acht. 7. Beschneidet eure herzen Und fallet GOtt zu fuß In wahrer reu und schmerzen: So wird die her tens- buß, Die glaubensvoll ge schehn, Des vaters her; bewegen; Daß man wird lauter segen In diesem Jahre sehn. 8.Ja, mein Herr JEfus gebe, Daß feine christen- schaar Mit ihm im geiste lebe In diesem neuen jahr, Daß sie in keiner noht Sich möge von ihm scheiden: Er stärke sie im leiden Durch seinen bittern tod: 9. So wollen wir ihn preifen Die ganze lebenszeit, Und unsre pflicht erweisen In alle ewigkeit; Da er wird offenbar, Und wir mit allen frommen, Nach diesem les ben kommen Jus groffe neue jahr. wunden, Heilig- jars tes JEfulein! Mit dem herbsten schmerz empfunden, und dein blut vergoffen seyn? Tropfen sieht man iero fliessen, Die sich bald wie ströhm' ergieffen. 3 2.Ohne blut konnts nicht gesches hen, Daß die blut schuld abges than, Wir mit GOTT im friede stehen, und die welt sich freuen kann: Darum bist du, uns ju rets ten, Selber blutig aufgetreten. Esu, groffer wunder95.3 stern, Der aus Jacob ift erschienen! Meine feele will so gern Dir an deinem fefte dienen: Mimm doch, nimm doch gnädig an, Was ich armer schenken kann. 2. Nimm das gold des glaubens 3. Blutge wunden in dem les ben, Blutge wunden in dem tod Sollen mir versichrung geben, Daß nun aller angst und noht Mein so sehr verletzt gewiffen Durch des mittlers blut entrifs fent. 4. Laß dein blut mein her; bes streichen, JEsu! in dem neuen jahr: So muß iener würger weis chen, Sammt verdammender ges fahr. Färbt dis blut des herzens schwellen, So wird mich kein uns fall fallen. <. Laß mein blut für liebe wals len, Da dein blut für liebe fließt. Laß ein halleluia schallen, Weil ein odem in mir ist. Blutigs lanım, ach! laß mein leben Dir zu ehren seyn ergeben. Von den namen 3fu fus he naten auf der 175. feite. V.Auf das Fest der Erscheinung Chrifti. Mel. 8. JEsus meine zuversicht ze. I hin: Wie ichs von dir selber habe, und damit beschenket bin, So ift dirs die liebste gabe. Laß es auch bewährt und rein Indem creuzes. ofen seyn. 3. Nimm den weihrauch des gebets, Laß denselben vor dir tüs gen. Herz und lippen sollen fiets, Di Ihn Auf das Fest der Erscheinung Chrifft. $ 4 Ihn zu opfern, vor dir liegen; Benn ich bete, nimm es auf, und Sprich ia und amen drauf. 4. Nimm die myrrhen bittrer reu, Ach! mich schmerzet meine fünde; Aber du bist fromm und treu, Daß ich troft und gnade finde, Und nun frölich sprechen kann: JEfus nimmt mein opfer Mel. Liebster JEsu wir sind ze. 96.21uf! du fremdes volt, heran! Finstres erd reich werde lichte! Mache dich Doch auf die bahn, Dein licht Fimmt dir zu gesichte. Sieh, wie wol es Gott gemeinet: Seine berrlichkeit erscheinet. 3. Drum bewegt sich auch mein Berz, Weil du, JEsu! meinem or den Durch die neue himmels- fers Deffentlich bekannt geworden. Mich erfreuet deine flamme, Hel. ler ftern aus Jacobs stamme! uns aus so vielem leiden In das Land der ewgen freuden. 2. Wir müssen unsrer väter schaar Ja blinde beiden nennen; Weil kein licht im verstande war, Den wahren GOtt zu kennen: Sie giengen hin in finsterniß, und stürzten sich dadurch gewiß Ins ewige verderben. 2. Alles was sich auf dem rund 3. GOtt lob! uns scheint das Dieser welt bewegt und reget, lebens- licht, und machet uns zu Macht des heilands ankunft kund. christen. Ach! wenn wir diesen Erd und himmel wird beweget; fegen nicht zu unserm troste wüßs Ben den heiden wird vernom ten; Wars beffer für uns allzus men, Daß ihr licht und trosft gemahl, Daß wir nicht in der mens tommen. schen tabt, und nie gebohren wären. 4. Nun aber, da wir chriften sind, Steht uns der himmel offen. Ein ieder hat, als GOttes kind, Die seligkeit zu hoffen: Denn wer an JEfum Chriftum glaubt, und ihm getreu im glauben bleibt, Wird nimmermehr verlohren. 4. Laß uns doch nach deinem wort, Unserm leit- fern, richtig laufen, Das uns zeigt den rechten ort, Da dich die gesammte haufen, Cheurer heiland! heilig grüffen, Und mit glaubens- lippen füffen. 5. Doch deren ruhm ist gar nicht fein, Die sich der welt erges ben, Die bauch und mammonss diener seyn, Und also heidnisch les f. Ich bin auch dein unterthan, ben. Ach, wie gefährlich stehts um PErr! hie bring ich meine gaben; die! HErr JEfu Chrift! bekehrs Nimm sie doch in gnaden an, Bessie, Mach sie zu wahren christen. sers kann ich sonst nichts haben. Mein gebet und glaubig girren Ift mein weihrauch, gold und myrrhen. 6. Der christen- name hilft ia nichts, wenn man nicht chrifts lich handelt, Und heilig, wie ein Find des lichts, Auf Chrifti wegen wandelt. Man muß das wahre christenthum Zu Chrifti JEsu preis und rubm Im werke selbs erweisen. HErn 6. Sey auf unser heil bedacht, Und beschüße deine schaaren; Laß uns deinen raht und macht Wis ber unsern feind erfabren. Füdr Mel. Nun freut euch liebe chrift. 97.Wie schön leucht't uns der morgen ftern Mit seinen gnaden gaben, Den wir, als Christum unsern HErrn, Zur rechten GOttes haben! Am kirchen- himmel leuchtet er, Und wirft den schönen glan; daher Im wort und sacramenten. auf das Fest der Reinigung Maria. 55 in dieser fünden hölen Unsern tritt macht ungewiß: JEsu! deine lieb' und fegen Leuchten uns auf unsern wegen. 6. Nun, du wolleft hier verblets ben, Liebster JEfu! tag und nacht, Alles finstre zu vertreiben, Das uns so viel schrecken macht. Laß uns nicht im dunkeln irren, Noch ins höllen- nez verwirren. 7. Schenk uns, HErr! das licht falem, werde licht! Schaue, welch der gnaden, Das ein licht des ein glanz mit freuden Uleber dei lebens ist, Ohne welches leicht in nem haupt anbricht. Gott hat schaden Fallen kann ein frommer derer nicht vergessen, Die in fin- christ. Laß uns dieses licht ers ferniß gefeffen.. freuen, Wenn wir aus der tiefe schreyen. 2. Ach! wie waren wir verblen det, Ehe noch dis licht brach an! Ach! da hatte sich gewendet Von dem himmel iedermann. Unsre augen und geberden Klebten gånz lich an der erden. 7. HErr JEsu, ach: erleuchte mich mit deinem gnaden lichte, Damit ich wandle würdiglich Vor deinem angesichte: Bis ich vor dir nach dieser zeit Jm reiche beiner herrlichkeit, als wie die fonne, leuchte. Mel. 3. Mein GOtt ich bin jest zc. 98.Werde licht, du stadt beiden! 3. GOttes raht war uns verbor: gen, Seine guade schien uns nicht. Eitel war der menschen sorgen 3u entdecken ienes licht, Das zum rechten himmels- leben Uns konut licht und kräfte geben. 8. Gib, HErr JEsu! kraft und stärke, Daß wir dir zu jeder zeit Durch beliebte glaubenswerte Folgen in gerechtigkeit, und hers nach im freuden- leben Heller als die sonne schweben. 9. Dein' erscheinung müff' er, füllen Mein gemüht in aller noht. Dein' erscheinung müsse stillen Meine feel auch gar im tod.HErr! in freuden und im weinen Müsse mir dein licht erscheinen. 4. Aber da hervor gegangen Jft Der aufgang aus der höh; Haben wir das licht empfangen, Welches uns von angst und weh, Und von feelen- noht entbunden, Weil wir wahres leben funden. . JEsu, reines licht der feelen! Du vertreibst die finsterniß, Diel 10, JEsu! laß mich endlich ges hen Freudig aus der bösen welt, Dein so helles licht zu sehen, Das du mir dort schon bestellt, Wo wir follen unter cronen In der schöns ften klarheit wohnen, VI. Auf das Fest der Reinigung Maria. Mel. s. JEsus meine zuversicht.| die erinnerung, Dein gebot getren 99. ganze in welt! Du kommst gehn, Der uns heißt im tempel beut in deinen tempel; Daß du stehn. würdest vorgestellt uns zum löblithen exempel, Wie man sich von jugend an Deinem vater opfern tann. 3. O du brunn der reinigkeit! Nimm von mir die fünden- fleckent, und laß deiner unschuld kleid Meine blöffe ganz bedecken. Deis 2. Deiner mutter reinigung, mnes opfers wolgeruch Tilge des esfebe vorgeschrieden, Giebt uns asseges fluch. 4. Dal 50 Auf bas Fest der Reinigung Marid. 4. Hast du dieses schwere joch, Wo fleisch und blut regieret: Nein; Billig über dich genommen, da wo der geist nicht triumphirt, Und du ohne fünde doch Warest in die fleisch und blut gefangen führt; welt gekommen; Ach so stelle, JE- Wird JEsus nicht gespüret. fu! dich Zur erfüllung auch für mich. 4. Sein tempel ist ein reines herz, Berknirscht von wahrer reu und schmerz: Und wo sein blut die schwellen Gezeichnet, ach! da wohnt er gern, Und da kann man ihn GOtt dem HErrn In glaus bens- kraft darstellen. 1. Laß mein opfer tauben- art, Reine unschuld an sich haben, Glaub und liebe sey gepaart: Nimm aus huld die schlechte gaben Von der armen feele an, Die nichts beffers bringen kann. 6. Ich will dich, wie Simeon, An mein treues herze drücken; Du wirst, als mein gnaden- thron, Mich mit raht und troft erquik ten: Du bist der troft Ifrael, Süfsefter Immanuel! 7. Sey der müden augen licht, Wenn der tod sie will verschlies fen. O mein heiland! laß mich nicht, wenn ich werde sterben müssen. Du bist deines volkes preis, Und der weg ins paradeis. 8. Dieses sen mein schwanen lied: HERN! laß mich in friede fahren; Gib, daß dich mein auge sieht Bey den auserwählten schaaren, Wo man dort in iener welt Erst das rechte licht- fest hält. 5. Dann kann man vor des vas ters thron, Als GOttes und Mas rien sohn, Jhn als ein opfer brins gen, Das für die schuld der ganzen welt Sich willig selber darges stellt: Und GOttes berz bezwins gen. 3. Gedenke nicht, daß JEsus Chrißt Im berjen gegenwärtig ist, 6. Ach ftell, mein her; dich ganz und gar Dem groffen hims mels- HErren dar, und laß zurück die fünden: Verlaß die welt und all ihr thun, Und such in GOTS allein zu ruhn, So wirst du gnade finden. lieb Zum opfer, nach des geiftes 7. Bring tauben- einfalt, reine trieb: GOtt wird dich nicht vers schmähen. Bring lämmleins- art HErr zu jederzeit Mit gnad und und frömmigkeit, Das wird der huld ansehen. 8. Laß opfern die verkehrte welt Dem satan wollust, gold und geld, Und was das fleisch erdenket; Ei wird ihr dienst nach dieser zeit Bes lohnt mit quahl in ewigkeit, Die GOttes zorn einschenket. Mel. Kommt her ju mir spricht zc. ch! 100.2 daß ein jeder nahm in acht, Was Beut Maria wol bedacht; Die in ben tempel brachte, Da sie zur reis nigung erschien, Selbst JEsum, daß er sie verfühn Und GOtt gefällig machte. 9. Hergegen wer, mit Simeon, GOtt fürchtet, und des höchsten 2. Wenn man das herz gerei sohn Zum heil verlangt zu has nigt hat Nach GOttes willen in ben; Wer voll des heilgen geis ber that: Alsdenn will JEsus stes ist, und wartet auf den HErs Fommen, Und sich im tempel ftel- ren Chrift; Der opfert rechte len dar: Dieweil er nicht wird offenbar, Als bey den wahren frommen. gaben. 10. Wer seinen heiland hie ges fehn Im glauben; kann in fried hingehn zu schauen seine sonne. Er tann mit Simeon julest Hins fabren Auf das Fest der Verkündigung Maria. 57 fabren, wo er sich ergeßt In ewger| und rein, Laß mich im glauben les freud und wonne. II.HErr! laß mich stets voll geis Res seyn, Und mache mich gerecht ben: Bis du mich, wenn es die gefällt, Aus dieser welt zum hims mels- zelt In friede wirft erheben. VII. Auf das Fest der Verkündigung Marià. Mel.3. Mein Gott ich bin fest zc. eut ist uns der tag er 101.net, Auf den Adam schon so oft, Auf den Jacob, I und fammt ihnen alle våter långft Mel. Liebster JEsu wir sind se. gehofft: Dran sich Abraham erquits er im erblicket. 2. O! des tages voller wonne! Belchem sonst kein tag nicht gleicht Sint den zeiten, da die fonne Hat um diese welt geleucht: O der viel gewünschten stunden, Die sich nunmehr eingefunden! 3. O du anfang unsrer freuden!! O du auserwähltes licht! Das uns sonst verworfnen heiden, und Den juden, heil verspricht! Du vertreibst die finstre schatten, Die uns sonst umgeben hatten. 4. Jeho treufelt uns von oben Leben, heil, gerechtigkeit;* Und GOtt jeigt durch diese proben, Was uns dort für beit bereit. GOtt der HErr kömmt selbst auf erden uns zu gut ein mensch zu werden. ** Jef. 45, 8. ben Dich für dieses groffe gut. Laß die herzen voll verlangen Dich im glauben fest umfangen. 7. Vater, und doch sohn dar neben, Unser bruder fleisch und blut! Ach! wir preisen und erbes 102.mmst du, gloſſer kds Von dem himmel zu der erden, und vers läsfest deinen thron, Um ein armer knecht zu werden? Ach! wie soll man dich gnug preisen, Dir ges bührend dank erweisen? 2. Nazareth, die kleine fladt, Muß dir zur empfängniß dienen. Was die welt verachtet hat, kann in deinen augen grünen. Laß mich allen stol; verfluchen, So wirst du mich auch besuchen. 3. Gabriel wird ausgesandt, Ets ne reine braut zu grüffen. Engel werden hingewandt, Wo sie keus sche feelen wissen. Laß mich reine tugend üben, Daß mich reine geis fter lieben. f. GOtt wird mensch und trägt bie fünde; Allmacht kehrt bey schwachheit ein. Selbst der schöp 4. Nur ein leib der keusch und rein, Kann dich unterm herzen tragen. Laß auch mich dein wohns baus seyn, Und juvor der lust ents sagen, Die mit deiner liebe freis fer wird zum tinde, Sein geschöpftet, Und zur fünde mich verleitet. foll mutter seyn. Herrlichkeit 5. O! ein angenehmer gruß timmt zu uns armen, Aus der Den die fromme jungfrau höret! rache wird erbarmen. Der des segens überfluß Auf ihr glaubig herze kehret. Sollt du mich holdselig nennen, Muß ich dich im glauben kennen. 6. Gnaden volles wunder- zeiben! Das der HErr an uns ges than, Welches kein verstand erreichen, Keine klugheit fassen kann, Das in dies und jienem leben Wir bewundrungs- voll erheben. 6. Jhr erschrocknes herze mus Lauter gnade vor dir finden. Las auch, HErr! auf deinen gruß Alle furcht ben mir verschwinden. Bin ich nur bey dir in gnaden, Ach!( s tann mir gar nichts schaden. D5 36. 58 Auf bas Fest der Verkändigung Martă. 7. JEsus soll dein name seyn,| gnaden- thron, Jft selbst ins mittel JEsus heißt ein seligmacher: Dar kommen: Das höchste gut Hat um fürcht' ich keine pein Und auch fleisch und blut Von menschen an. Feinen widersacher. Lauter heil genommen. liegt in dem namen, Er wirkt lau ter ia und amen. 8. Dir, des allerhöchften sohn, Will Gott Davids stuhl bereiten. Deines Königreiches thron Ueber: freiget alle zeiten; Du sollt Jacobs daus regieren Und, die Jacobs glauben führen. 9. Wir sind die auch unterthatt, Weil wir deinen scepter küssen; Sieh uns fiets in gnaden an, Laß uns deine huld geniessen. Herrsch in uns mit lauter segen, So darf sich kein feind mehr regen. 10. Dorten muß der heilge geist Ueber die Mariam kommen: Wie viel heil und kraft beweist Der in gläubigen und frommen! Diesen Laß mich stets regieren, Diesen laß mich nie verlieren. 2. Nun ist des vaters wort ers füllt, Der gläubigen verlangen Ift nun nach herzens wunsch gestillt, Denn JEfus ist empfangen. Der uns erhält, hat sich gesellt Zu den verlohrnen fündern. War er schon reich, Wird er doch gleich Den armen menschen- kindern. 12. Unterdessen tröft' ich mich Daß du mein fleisch angenommen. Meine feele freuet sich, und spricht: Goel* sey willkommen! Komm und wohn in meiner feele, Die ich nun mit dir vermähle. * erldser. Hiob 19, 25. 3. O süffer troft! o groffes glück, Das aller welt entstehet! Gott giebt uns einen gnaden blick, und hat uns hoch erhöhet; Denn unser stand Ist nah verwandt Mit GOtt und seinem worte. Nun has ben wir Durch JEsum bier Zum himmel eine pforte. 4. GOTT hat sich unser fleisch vermählt, und unter uns auf ers den Sich seinen himmel ausers wählt, Auf daß wir himmlisch wers 1. Mir geschehe wie du willt, den: Zu seiner braut Hat er vers Ich bin dir als knecht( magd) vertraut Das menschliche geschlechte, Bunden: Du bleibst nun mein und uns bedacht, Aus liebess freuden schild, Wenn der engel macht, mit seinem kindes- rechte. gleich verschwunden: Denn du, HErr der engel schaaren, Bist zu wir herab gefahren. 5. Troß sey nun dir, du feelens feind! Tros allen deinen pfeilen; Denn unter uns wohnt unser freund, Der heiland kann uns heilen. Hier ist der mann, Der hels fen kann, und deinen kopf zertres ten: Hier ist ein kind, Das sich vers bindt Allzeit für uns zu beten. 6. O JEsu theurer Gottes fohn! Der du zwar mensch geboh, Mel. Durch Adams fall ift ze. ren, Und doch von deinem ehrens un ist der tag der fe- thron Und gottheit nichts verlohs 103. angebrochen. Nun ist des teufels tiglich In unsern herzen tragen; mord und neid Gedämpfet und ge- So kann uns Gott Einst nach dem rochen. Denn GOttes sohn, Der Ited Den himmel nicht versagen. VIII, Von dem Leiden und Sterben JEfu. el. Chriftus der uns selig ze. begleiten Gen Jerufalem hinauf, 104.Seele! mach dich heis Tritt ibm an die feiten: Folg ihm lig auf, Kets Von dem Feiden und Sterben JEfu. Sets in andacht nach Zu dem bit-, weinet eure fchuld. Brich, mein tern leiden, Bis du aus dem un- herz! von seufzen, sehnen; Weil ein gemach Wirft zu JEſu scheiden. lämmlein in geduld Nach Jerus 2.Seele siehe! Gottes lamm Ge- salem zum tod, Ach: zum tod für bet zu dem leiden, Deiner seelen deine noht Und der ganzen welt, brautigam, Als zu hochzeit freu- hinwandelt: Denk, ach wie haft Den: Geht ihr töchter von zion! Je fum zu empfangen; Gehet ihn in feiner cronunter dornen prangen. bu gehandelt! 3. Du siehst als ein könig ein, Birst auch so empfangen: Aber bande warten dein. Man ist voll verlangen, Dir statt ehre, hohn und spott, JEsu Chrift: zu geben; Bis du durch den creuzes tod Schlieffeft dieses leben. 珍 4. Pfahl und creus ist stuhl und thron, Drauf wird man dich sehen: an wird mit der dornen cron Dir das haupt verlegen. Ach! hein reich auf dieser welt Ist nur lauter leiden; Und so hast du dirs bestellt, Bis zum legten scheiden. 2. Es soll nun vollendet werden, Was davon geschrieben ist, und warum dis thalder erden hat bes treten Jesus Chrift. Schauet nun des höchsten sohn In dem leis den, schmach und hohn, In den wunden, in den schmerzen; Und nehmt alles wol zu herzen. 3. Es wird in der fünder hände Ueberliefert GOttes lamm, Daß sich dein verderben wende: Jud und heiden sind ihm gram, Und verwerfen diefen stein, Der ihr eckstein sollte feyn. Ach! dis leidet der gerechte Für die böse sündens Enechte. 1. Du wirst, HErr der herrlichleit! Endlich für mich sterben, und Dadurch die seligkeit Huldreich mir erwerben. Aber, ach! wie herrlich glänzt Deine cron der freuDen, Die dein siegreich haupt be Frångt Nach vollbrachtem leiden. 4. JEfus fteht in ftrick und bans den, Deffen hand die welt ges macht, In verachtung, spott und schanden, und wird hänisch ausges lacht. Backen streich und fauftens fchlag, Jud- und beiden grimm und rach Duldet er für deine fünden t Wer kann solche lieb' ergründen? 6. Darum tritt getroft hinzu, 5. Laß es dir zu herzen gehen, Es muß dir gelingen: Nach der guten frentags- ruh Wirst du freu- Beffre und bekebre dich. Wer kann be bringen. Tritt nur auf die to: diese that ansehen, Daß er nicht des- bahn, Die gestreute palmen bewege sich? JEsus sieht an unfree Bieten dir den sieg schon an Ausstatt: Was der mensch verdienet Den ofter- psalmen. hat, Büffet JEsus; er erduldet Was der fünder hat verschuldet. 6. Er hält seinen heilgen rücken Geiffeln, ruht und peitschen dar: Wer kann die ohn reu erblicken anlegt an GOttes bild, Das so Wenn die rohe juden- schaar Hans freundlich, fromm und mild, Und doch nackend wird gehauen: Wer Fann solchen greul anschauen! 7. Strenge sollt man die bes gegnen, Du verruchtes menschens nun is fequen 7. Laß mich diese leidenszeit Fruchtbarlich bedenken, Mich mit herzens reu und leid Meiner fünde kranken: Ach! dein leiden triste mich Bey so vielem iammer, Bis nach allem leiden ich Geh zur rube- kammer. el. JEfu deine beilge wunden. cließt ihr augen! fließt 105. Bon dem Leiden und Sterben JEfu: fegnen, Und zu tragen deinen fen, Wirft du mir von deinem schmerz JEsus; er stellt sich für thron Geist und andacht schenken. bich, und wird dort so iammerlich 2ch erschein in diesem bild, JE, Abgestraft, gepeitscht, zerschlagenfu! meinem herzen, Wie du GOts Daßtein maaß noch ziel der plastes zorn gestillt Durch die größten gent. schmerzen. 60 8. Endlich wird der schluß ge 2. Gib, daß ich recht sehen mag sprochen: JEfus muß um tode Deine angst und bande, Deine gehn, und es wird der stab gebro- speichel, schläg und schmach, Deis chen. Merke, was allhie geschehn: ne creuzes- schande, Deine geiffel, Barrabas wird los gezählt, JE- bornen- cron, Speer- und nagels fus wird zum crenz erwählt; Weg wunden, Dadurch du, o GOttes mit diesem, dem versluchten! Ruft der haufe der verruchten. sohu! Dir mich haft verbunden. 3. Laß mich aber nicht allein 9. Folge denn zur schädel- stätte Deine marter sehen; Laß die urs Deinem JEsu traurig nach: Aber sach deiner pein Mich zugleich vers auf dem wege bete, Bet im geiftstehen. Ach! die ursach war auch mit weh und ach: Daß der vaterich, Jch, und meine fünde; Diese. auf sein kind, als den bürgen für schlug und quälte dich, Daß ich bie fünd, Sehen woll' und sich er- gnade funde. barmen Ueber dich, den schwach und armen. 4. Hilf, daß ich in buß und ren Dieses recht bedenke, Und dich künftig nicht aufs neu Durch die sünde kränke. Dämpf in mir die fünden luft, Laß mich alles meis den, Was du jezzo büssen mußt mit so schwerem leiden. 10. Muß ich, JEsu! dich denn fehen Am verfluchten creuzes pfahl? Ach! so laß ich übergehen Meine thränen ohne zahl. Ach erbarm dich, GOttes lamm! Das ba hångt am creuzes stamm; Ach! erbarm dich, weil dein leiden Mir gedeyen foll zur freuden. 5. Drohet mir die höllen- pein um der fünde willen; Ach! so tritt ins mittel ein, Hilf die schrecken II. Ich will dir ein opfer geben, Seel und leib ist meine gab': JE fu! nimm dis arme leben, Weil ich la nichts beffers hab. Tödt' in mir, was dir misfällt, Leb in mir auf dieser welt, Laß mich mit dir Leben, sterben, und dein reich im Bimmel erben. illen. Laß mich deine paffion Denn im glauben faffen. Liebst du mich, o GOttes sohn! Kann mich Gott nicht haffen. 6. Gib auch, JEsu! daß ich gern Dir das creuz nach trage, Daß ich demuht von dir lern, Und geduld in plage; Daß ich dir geb lieb' um 12. Tausendmahl sey dir gesun- lieb. Laß indeß dis lallen, Bis es gen, Liebster JEfu! preis und kommt aus reinerm trieb, JEsu! kuhm, Daß du höll und tod be- dir gefallen. swungen. Nun bin ich dein eigenthum, Und du meine freud und o schönste I fonn! Bald in deiner crone ſeben: 107.We welt! mit bels Komm, dein leiden ist geschehen. Mel. Herzlich thut mich ze. eg nen Und was dir wolgefällt! Dein Jesus muß ist leiden, Der sich zum opfer ftellt. Entfernet euch, ihr lufte! Der HErr trägt quabl und pein; Wie 106.3 peralih su beden. el. Chriffus der uns felig ic. Esu! deine passion zu Bon dem Leiden und Sterben JEU. Wie kann sein knecht, ein christe, Dabey wol frölich seyn? 2. Ach! seht sein feelen schrek ten, Er wird in tod betrübt, und muß den zorn kelch schmecken, Den ihm sein vater giebt. Seht! wie er uns zu gute, Selbst mit dem tode ringt, und wie sein schweiß mit blute Durch haut und adern bringt. 3. Er wird verkauft, verrahten, Man legt ihm fessel an. Ach! unsre missethaten Die haben dis gethan, Die fälschlich ihn perklagen; Es wird verhshut, verspent, Berspot tet und geschlagen Der HErr der berrlichkeit. 1. Wer hätte bey den mördern Die unschuld doch gesucht? Den fegen zu befördern, Wirst du von GOtt verflucht. Die dich zu boden treten, Woher dir weh geschicht, Für diese willt du beten, Von rache weißt du nicht. Und erdulden hohn und tod? Muß er sich in blut einkleiden, Um zu tilgen meine noht? Konnt ich sonst in meinen sünden Weder troft noch rettung finden? 2.Bater! konnte dein erbarmen Und die theure menschen- huld Mich nicht ohne blut umarmen, Noch erlassen meine schuld? Must du denn das lämmlein schlagen, Welches keine schuld getragen? 4. Man setzt dir, GOttes sohne, Mit geiffeln grausam zu: Du 3. War kein guter engel tüchtig, trågst die dornen- ceone, Du bim- Daß er konnte mittler feyn? War mels- könig du! Du wirst ans creuz geheftet, Das du getragen haft; Doch was dich mehr entkräftet, If unsre sünden- laft. das werk für die zu wichtig, Die von sünden frey und rein? konnte mich von fatens Fetten Unter ihnen keiner retten? 6. Dein durst, o lebens- quelle! Geht auf mein seelen beil: Du fühleft tod und hölle, Das leben ist mein theil. Du wirst von Gott verlassen, Damit er bey mir sey: Und weil du mußt erblaffen, Bin ich vom tode frey. 61 Trieb dich in tod und grab Drum stirbt aus gleichem triebe Mein herz sich selber ab. 7. Die ausgestreckten hände Sind gegen mich gewandt. Du neigst das haupt am ende, Das ist ein liebes- pfand. Ich seh in dei nem ftreite Die ruhe für den schmerz, und durch die offne seite, HErr JEsu! in dein herz. 8. Die welt mag voller freuden Hin nach der hölle gehn; Ich will bey JEfu leiden und seinem creu10. Afbn. O JEsu! deine liebe Mel. 3. Mein GOtt ich bin jest. I08.2ch! muß Gottes sohn selbst leiden, 4. Oder war aus Adams kins dern Unter der so groffen zahl Keis ner tüchtig, dis zu lindern; Daß nicht träfe diese wahl Den, der als der eingebohrne Sommt zu suchen das verlohrne? 5. Nein, ach nein: es muß fa geben. Selbst der allerliebste soba Must an unsrer stelle stehen, Wenn du, HErr! vondeinem thron Gnädig sollteft auf uns schauen, Dich uns wiederum vertrauen. 6. Wie die worte feste stehen, Daß du gut und gnädig seyft; Also mag auch nicht vergehen, Was du allen fündern draust: Keiner kann in seinen fünden Unversöhnt ers barmung finden. 7. Keiner von den seraphinen, Von der cherubinen chor, Sonnte mir den schmuck verdienen, Wels chen Adams fall verlohr: GOtt, is GOtt muß mich verföhnen und mit heil und segen crònen. *. Alle menschen waren finder: Keti Bon dem Zeiben und Sterben JEM. Reiner auf der weiten welt Zablet, tet mit wehklagen. Die sufeber für die menschen- kinder Solch ein spotten sein, Auch die ben ihm theures löse- geld, Das zu tilgung hiengen, Daß die sonn auch ihren unsrer fünden Dich, o vater! kann schein Entzog solchen dingen. verbinden. 5. JEsus schrie zur neunten stund, Klaget sich verlassen: Bald ward gall in seinen mund Mit es sig gelassen. Da gab er auf seinen geist, und die erd erbebet. Des tempels vorhang zerreißt: Und manch fels zerklsbet. 6. Da man hat zur vesperszeit Die schächer zerbrochen; Ward JEfus in feine feit mit dem spees gestochen, Daraus blut und wass fer rann, Die schrift zu erfüllen, Wie Johannes zeiget an,* Nur um unsert willen.* Joh.19/ 34. 7. Da der tag fein ende nahm, und der abend kommen; Ward JEfus vom creuzes- stamm Durch Joseph genommen: Herrlich nach füdischer art In ein grab geleget, Allda mit hütern verwahrt, Wie Matthäus zeuget. Matth.27,66. * 8. O hilf, Chrifte GOttes sohn! Durch dein bitter leiden, Daß wir dir stets unterthan, Al untugend meiden: Deinen tod und sein ursach Fruchtbarlich bes denken; Dafür, wiewol arm und schwach, Dir dank- opfer schen ken. 62 9. Aber nun, da der gelitten, Und sein theures blut vergießt, Der dein wort nie überschritten, Der vollkommen heilig ist: So ist alles das ersetzet, Was dich, treuer GOtt! verleget. 10. Gib, daß ich dis wunder ehre: Mit gebet und dankbarkeit Meines geistes kräfte mehre, Daß ich die vollkommenheit Deiner liebe so beschaue, Daß ich freudig darauf baue. II. Laß mich nicht den fünden leben, Sondern dem, der mich bes frent, Und deswegen sich ergeben In des todes bitterkeit. Laß mich, wenn ich soll erblaffen, Seinen tod im glauben faffen. briftus, der uns selig 109.C macht, Kein bds Bat begangen, Der ward für uns in der nacht Als ein dieb gefangen, Geführt vor gottlose leut, Und fälschlich verklaget, Berlacht, verböhnt und verspept, Wie denn die fchrift faget. 1. In der ersten tages fund Bard er unbescheiden Als ein Du mörder dargestellt Pilato, dem 110. Chrifte JEfuGt beiden, fand, Ohn ursach des codes: Jhn beshalben von sich fand Zum könig Herodes. 3. Um drey ward der GOttes fohn Mit geiffeln geschmissen, ind sein haupt mit einer cron Von dornen jerriffen; Gekleidet ju hohn und spott; Ward auch sehr geschlagen, und das creuz zu sei dem fod Mußt er selber tragen. 4. Um sechs ward er nackt und Blog An das creuz geschlagen, bem er feir blut vergoß, Be bist vom hohen himmels- thron Zu uns herunter kommen: Daß GOtt zu sich hinauf uns nähm, und unser fleisch in himmel kam, Hast du fleisch angenommen. Daß uns dort evig reichthum werd, Bist du gewesen arm auf erd, So lang du drauf gewandelt. Du haft gedienet iedermann; Doch that man dir viel bdses att, Als hättest du mishandelt. 2. Du wurdeft in dem garten bald Für unsre fünde mannigfalt Bes Bon dem Leiden und Sterben JEfa. 63 Betrübt mit angst und zagen: ein wort Aus deinem mund, Daß wir nicht unsre übelthat Dort müßten ewig ohne gnad Betrauren und beklagen. o HErr! gehört, Bey allen folchen plagen: Damit wir dorten vor gericht, und ferner ewig, müßten nicht Verstummen noch verzagen. Zuerst war dir Pilatus hold, Bekannte, daß er keine schuld Vermögt an dir zu finden: Daß wir erkennen allesammt, Man habe dich für uns verdammt, Von wegen unsrer fünden. 7. Es war so groß der jüden haß, Daß auch der mörder Barrabas Dir gar ward vorgeseget: Damit wir, HErr! in deinem reich Den heilgen engeln GOttes gleich Dort könnten seyn geschätzet. Du haft daselbst, o höchstes gut! Aus groffer angst geschwißer blut, Und mit dem tod gerungen: Daß sich am lezten end allhier Bey uns die todes- angst verlier, Weil du den tod bezwungen. 3. Judas, dein freund und dein gefell, Ließ sich den geiz verführen schnell, Dich schändlich zu verrahten: Daß du uns machtest GOtt sum freund, An dem wir treulos worden seynd Durch viele misses thateit. Du wurdeft hernach ganz und gar Umringet von der feinde schaar, Gebunden und gefangen: Daß wir von satans strick befreyt, Die wahre fren und sicherheit Durch deine kraft erlangen. Sie geisfelten, HErr JEsu! dich, Da auch dein blut ist mils diglich Von deinem leib gefloffent Damit wir alle mögten seyn Von firiemen heil, von fünden reitt, Hast du dein blut vergoffen. 8. Pilatus gieng heraus mit die Und stellte dich dem volke für: Geht, welch ein mensch hie stehet! Sonst hätt der fürfte dieser welt Uns dort zum schauspiel vorges stellt, Da keine quahl vergehet. 4. Die jünger flohen von dir all, Auch Petrus leugnet dich drenmahl, Eh als der hahn noch krähet: Daß wir uns hüten desto mehr, Und fren bekennen deine lehr, Wo: ber der wind gleich wehet. Doch als du Petrum drauf all- Der feinde grimm gar nicht abs ba, und er mit thränen dich anfah; ließ; Und ob man dir gleich nichts Mahmst du ihn auf zu gnaden: erwies; Ward doch der stab gebros Daß keine fünde iemand soll, Siechen: Daß wir an jenem groffen sen so schwer fie immer woll, tag Von fünden und von satans klag Ganz würden los gesprochen. * * en buffe folget, schaden. t. Du mußtest, HErr! gar mit beschwer, Zu vielen richtern hin 9. Eh man zum tod dich führt und her Mit deinen feinden wan hinaus, Zog man dir deine kleider dern: Daß wir nicht durch des fa- aus, Du mußtest alles leiden: Daß tans macht Dort würden in der du uns mit dem rechten kleid Des bölle bracht Von einer pein zurheils und der gerechtigkeit Das andern. gegen mögteft fleiden. Du wurdeft, o du groffer Gott! Mit vielem schimpf, mit schmach und spott Berspeyet und verhöhnet: Daß unfre schande sich ver: Ishr, und wir bey GOtt erlangten she, Nun wir sind ausgeföhnet. 6. Und dennoch bat man kaum Du mußteft auch, o GOttes sohn! Von dornen tragen eine cron; Und dadurch uns erweisen, Wie du die crou der herrlichkeit Durch deinen tod uns habft bea reit, Dich ewig dort zu preisen. 10. Wiewol du wareft schwech und Von dem Leiden und Sterben JEr 04 und malt; Sollt'st du doch an die Schädelstatt Dein creuz noch selber tragen: Daß wir frey aus und le big gehn, Und nicht für unsre sünd ausstehn, Was wir verdient für plagen. Du mußt nach ihrem bösen sinn, Mit zweyen mördern mitten inn, Ans creuz dich lassen henken: Daß du uns in der heilgen zahl, Und mit den auserwählten all Die se ligkeit könntft schenken. 11. Den schächer an der rechten feit Versicherst du zur selben zeit, Er soll dein reich erlangen: Daß man im glauben zu dir tret, Und niemand denk, es sey zu spät, Die buffe anzufangen. Den andern schächer lieffest du, Daß er nicht kam zu deiner ruh, Er starb in seinen sünden: Daß man mit furcht zur buffe eil, Nicht denk, man hab noch gute weil Zur guad sich einzufinden. Mel. O wir arme fünder zc. 12. DHErr, du groffer lebensfürft! Man hat dir effig, als dich ben: Damit des lebens quell und Spring Uns ewige erquickung bring Bey dir in ienem leben. Du gabft julet, o wahrer GOtt! Hier zeitlich deine feel in tod: Uns ewig zu erwerben Das Leben in dem freuden- faal, Und daß wir in der höllen- quabl Nicht müßten ewig fierben. I12.Sieb an uns arme füns der, GOtt unsre jus versicht! Wir sind ia deine kinders Darum verstoß uns nicht, Ob wir gleich sind empfangen In schuld and missethat, Biel böses auch bes gangen, Das dich erjürnet hat. Kyrie eleison, Christe eleison, Kys rie eleison! 2. Gedenk, o HErr! in gnaden, 13. Du liefsest auch nicht ohnges Daß erst des teufels lift, Dann fehr Nach deinem tod mit einem Adams fall und schaden Des fpeer Eröffnen deine feiten: Du elends ursprung ift: Daß wir wolltest deine lieb' und treu, Deindrum alle müssen Erdulden hier gnadenreiches her: biebey Eröff: ben tod, Und sollten dort noch buss nen allen leuten. sen Die ewge höllen- noht. Kyr. 3. Kein raht war da vorhans den Für diese höllen- quahl; Weil wir vor GOtt mit schanden Bes ftunden allzumahl; Und hatten ets gne werke, Wie gut die immer feyn, Ganz keine kraft und stärke, gu retten uns von pein. Syr. 4. Du Es kam jum lesten noch darauf, Daß sich die gräber thaten auf; Man sah bie heilgen gehen: Daß unfre boffaung feste bleib, Und dis Die todes furcht vertreib, Daß wir auch auferstehen. 14. Wir wollen bir nnu dants bar seyn, Daß du für uns in solche pein Dich willig hingegeben: Wir wollen seyn der fünde feind, Nun wir mit GOtt versöhnet seynd, Nach seinen willen leben; Die lieb' erzeigen jedermann, Die du, o HErr! an uns gethan Mit deinem bittern leiden. O men. schenkind! betrachte recht, Wie GOttes zorn die sünde schlägt: Bemüh dich, sie zu meiden. Mel. O Christe JEsu GOttes. I II Laßt uns doch Chrifts dankbar seyn, Daß er für uns in grosse pein Sich willig hingegeben: Auch laßt uns seyn der fünde feind; Weil wir mit Gott versöhnet seynd, Nach seinem wils len leben; Die lieb' erzeigen jeders mann, Wie Christus selbst an uns gethan Mit seinem bittern leiden. O menschen kind! betracht es recht, Wie GOttes jorn die sünde schlägt: Bemüh dich sie zu meiden. S Bon dem Leiden und Sterben JEM. 65 Von unserm bösen leben Wird auch nichts mehr gedacht. Kyr. 4. Du, HErr! haft und gerahten Auf unerforschlich' art Durch sol the wunderthaten, Als nie erhöret ward: Es hat fleisch angenommen Der ewge GOttes- sohn, und ist berunter kommen Zu uns vom himmels- thron. Kyr. 5. Damit nicht würd verlohren Der mensch durch seine sünd: Ift GOttes sohn gebohren Ein schwaches menschen- kind: Ja er ift gar auf erden Gleich einem Enecht geacht, Daß wir hingegen werden Sein freyes volk gemacht. Kyr. 6. Weil wir GOtt widerstrebet Und dessen klarem wort; Hat er bafür gelebet Gehorsam immers fort. Weil wir all' ausgeschritten, kann; Hat er dafür gelitten, Und völlig gnus pr. 11. Dis sollen wir wol faffen 3um troft in aller noht, und uns nicht schrecken lassen Sünd, teus fel, höll und tod: Denn Chriftus ist gestorben Für aller menschen schuld, Dadurch er uns erworben Des vaters lieb und huld. Kyr. 12. Drum wollen wir dich los ben, GOtt vater, sohn und geift! Daß du vom himmel oben Uns solche gnad erweist: Gib, daß wir böfes meiden, Gern helfen jeders mann, Geduldig seyn im leiden, Wie Chriftus felbst gethan. Kys rie eleison, Cbrifte eleison, Kyrie eleison! wir fünder: II 3. gethan. unfre miſſerbat, 7. Sehr hart ist er geschlagen Darinn wir empfangen und ges Auf feinen heilgen leib; Auf daß bohren sind, Hat gebracht uns alle mit seinen plagen Der satan von In so grosse noht, Daß wir unters uns bleib. Es ist von ihm geflos- worfen Sind dem ewgen tod. fen Sein rosinfarben blut, Das er Kyrie eleison, Chrifte eleison, barum vergoffen, Daß es uns Kyrie eleison! komm zu gut. Kyr. 2. Aus dem tod wir konnten 8. Sein haupt hat auch erdul- Durch unsre eigne werk Nimmer det Die scharfe dornen- cron Für werd'n errettet; Die fünde war zu uns, die wir verschuldet Biel mar ter, schmach und hohn. Er hat gar nicht gescheuet Am creuz die to: bes- pein, Daß wir dadurch be- pein. Kyr. frenet Vom andern tode seyn. Kyr. fark. Daß wir würd'n erlöset, So konnts nicht anders seyn, GOttes sohn mußt leiden Des todes bittre 9. Durch solche wunder- güte Hat GOtt der ganzen welt Sein väterlich gemühte Beweglich vors gestellt: Wie er sonst nichts begehve, Als daß der fünder sich Durch JEfum Chrift bekehre, Und lebe ewiglich. Kyr. 10. Wenn wir vor GOtt nun treten, Und fallen ihm ju fuß, In Chrifti namen beten Mit wahrer reu und buß; So ist die fünd verges ben, Die Abam auf uns bracht: 3. So nicht wäre kommen Chris fus in die welt, und an sich ges nommen Unsre arm geftalt, und für unsre sünde Gestorben willigs lich; So hätt'n wir müssen wers den Verdammet ewiglich. Kyr. 4. Solche groffe gnade Und ves terliche gunft hat uns GOtt erjeis get Ganz und gar umsonst, zn Chrifto seinem sohne, Der sich ges geben hat In den tod des creuses, Zu unsrer seligkeit. Kyr. s. Deß sollen wir uns tröften Gegen sind und tob, Und ja nicht 3881 Univ.- Bibl. Giessen 66 Son dem Leiden und Sterben JEfu: verzagen Für der höllen- glut;, den, Speyen ihm ins angesicht Denn wir sind errettet Aus all'r Doppeln pein und leiden. gefährlichkeit Durch Christum unsern HErren, Gelobt in ewig teit. Kyr. 4. Zu spott und hohn Sie eine cron Aus scharfen doruen flechten, Sezen solche auf das haupt JEfu des gerechten. 6. Darum woll'n wir loben und danken allezeit Dem vater und dem sohne, Und dem heilgen geist; Und bitten, daß sie wollen Uns retten in gefahr, und laffen uns stets bleiben Ben seinem heil gen wort. Kyrie eleison, Christe eleifon, Kyrie eleison! 114. Christe, du lanım GOttes, Der du trägst die fünde der welt, Erbarm dich unser! 2. Christe, du lamm GOttes, c. Erbarm dich unser! 3. Christe, du lamm GOttes, 2c. Gib uns deinen frieden: Amen. lamm GOttes! un115. schuldig Am stamm des creuzes geschlachtet, Allzeit gefunden geduldig, Wiewol du wurdést verachtet: All sünd' hast du getragen, Souft müßten wir verjagen; Erbarm dich unser, o JEſu! Mel. O traurigkeit! zc. falfche treu! heuchelen! das nicht fünd und schande? JEfum will man dulden nicht In dem lebens- lande. 116. 5. Ja, was noch mehr, Sie geis feln sehr, Durchbohren und durch pfriemen Meincu JEfum, daß sein leib Boller wunden- striemen. 6. Es wird auch nicht Vor dem gericht Ihr haß und neid geschlichs tet, Bis sie durch des creuzes pein Efum hingerichtet. 7. Laß, JEsu! mich Zeitlebens dich mit meinem herzen fassen, und mich auf dein theures blut Feftiglich verlaffen. 2. Sünd, höll und tod, Ja sees len noht mit den erlöser tampfen, Wollen ihrer meinung nach, Beine gottheit dämpfen. 1. Die freche schaar Ganz of fembar Den jarten leib entfleis 8. Mein fünden- leid, Mein' üppigkeit hat dich so hart geplas get: JEsu! meine missethat Hat dich angeklaget. 2. O lamm GOttes! unschul dig 2c. Erbarm dich unser, o JE, fu! 3. lamm Gottes! unschul- 117.3 büffen Für die O big sc. Gib uns deinen frieden, o JEsu! Mel. JEsu meines Lebens leben. Esu! der du wollen füns den aller welt, Durch dein theures blut- vergieffen; Der du dich haft dargestellt Als ein opfer für die fünder, Die verdammten Adamss kinder: Ach! laß deine todes- pein an mir verlohren 9. Hilf, lamm! Mein bräutigam, Durch deine gnad und güte, Daß ich forthin beßre mich, Und für fünden hüte: 10. Und dem allein Auf deine pein, Auf dein so schweres leiden Mag gesegnen diese welt, Und von hinnen scheiden. 2. Rette mich durch deine plas gen, Wenn mich meine fünde plagt. Laß, ach! laß mich nicht verzagen, Weil du selbst für mich gezagt. Hilf, daß mich dein angsts schweiß kühle, Wenn ich drangs fals- hige fühle. Ach! laß deine tobes- pein nicht au mir verloh, ren feon. 3. Mache Bon dem Leiden und Sterben Jesu. 8. Mache mich durch deine| freyen, Durch dein lautes angst, bande Von des satans banden frey. Hilf, daß dein erlittne schande meine crost und ehre sey. Croft der feelen! heil der erden! Laß mich nicht zu schanden wer den. Ach! laß deine zc. geschren. Wenn viel tausend fün den schreien, Ach! so steh mir ar men bey. Wenn mir wort und sprach entfallen, Laß mich sanft von hinnen wallen. Laß mir beine todes pein Leben, beil und bim 4. Rede durch dein stilleschwei- mel seyn. gen, Liebster JEsu! mir das wort, mich fünden Und verklagen fort und fort: Wenn mein bös gewissen schreiet, Und mir mit verdammniß drauet. Ach! laß deine 2c. 5. Laß mich freuden- rosen bre chen, Liebster JEsu, meine zier! Von den dornen, die dich stechen. JEsu! nahe dich zu mir, Crdne mich mit huld und gnade, Daß Lein fünden- dorn mir schade. Ach! laß deine 2c. 6. Heile des gewiffens siriemen, Nimm von mir der schmerzen laft, Durch die geiffeln, durch die riement, Weiche du gefühlet haft; Daß ich böser knecht der fünde, Satans stricke nicht empfinde. Ach! laß deine 2c. 7. Ach! laß deine tiefe wunden Frische lebens brunnen feyn, Wenn mir alle kraft verschwunden, Wenn ich schmacht' in seelen pein. Sent in abgrund deiner gnaden Alle schuld, die mich belaben. Ach! laß deine sc. 8. Ach! zerbrich des eifers ruhte, Ach! erzeige gnad und huld. Tilge boch mit deinem blute Meine fehwere fünden schuld.kaß mich in der angst der fünden Rub in dei: ser feite finden. Ach! laß deine zc. 9. Hilf, daß mir dein dürften nüße, Das am creuze dich geplagt. Wenn ich lechze, wenn ich schwige, Wenn gewissens- angst mich nagt; Laß mich deines dursts geniessen, Laß mir lebens firdme flieffent. Ach! laß deine zc. to. Jesu! fomm, mich su be Mel. 8. JEfus meine zuversicht. 118.Jon! Der ben tod Esu, für uns erlitten, Und durch mak. ter, spott und hohn Mir die selig, Feit erftritten: Ach! laß deine angst und pein An mir nicht vey. lohren seyn. 2. Meine fünd und missethat J die ursach deiner plagen. Sie, ach fie ist, die dich hat So gegeiffelt und geschlagen: Sie ist, die dir, B mein Gott: Bugezogen alle noht. 3. Daß du heisses blut ge schwitzt, Daß du grausamlich ge. bunden, Daß die dornen dir geritt So viel striemen, so viel wunden, Daß dein spottet iebermann: Das hat meine schuld gethan. 4. Daß ein schudder knecht dich schlägt, Daß die geiffel dich ters schmeisset; Daß man dir ein creni aufiegt, Das dich fast zur erden reiffet, Sja, sulest am fchädel- ort Hand und füsse dir durchbohrt: s. Daß, els einen fluch der welt, man dich an das creuz aufhenket, Und, als dich der durft befällt, mit vergalltem effig tránket, Daß man hart verfährt mit dir Dieses als les kömmt von mir.: 6. Jch vin schuld, daß GOttes grimm Und gerichte dich umfas fen, Daß du schreift mit starker ftimm, Flageft dich von GOtt ver. lassen. HErr! bu leideft todes, pein, Daß ich möge selig feyn. 7.D der übergroffen tren! Dis tommt alles mir zu gute: Nun bin ich mit GOTT aufs uen Ausge robot 68 föhnt in Chrifti blute, Der mir, ftatt der höllen- quahl, Deffnet ist den himmels- faal. Von dem Lelden und Sterben Jesu. 8.Heiland! sieh, es kommet hier Eine sehr geplagte feele, Suchet ruh und trofi bey dir und in dei ner wunden- hdle; Wie ein vogel 6. Mein creuz und meine plas in der flucht, Der sich einen felgen, Sollts auch seyn schmach und fen sucht. 5. HErr! laß dein bitter leiden Mich reizen für und für, mit als lem ernst zu meiden Die fündliche begier: Daß mir nicht komme aus dem sinu, Wie viel es dich gekos stet, Daß ich erlöset bin. 9. Da will sie in deine seit, Als in einen fels, sich legen, Wo sie sicher und befreyt Von den harten bonner- schlägen, Von der feinde lift und macht, Die sie in die flucht gebracht. spott, Hilf mir geduldig tragen: Gib, o mein HErr und Gött! Daß ich verleugne diese welt, Und folge dem exempel, Das du mir vorgestellt. 10. HErr JEsu! nimm sie auf Mit getreuen vater- hånden. Und wenn sie den harten lauf Die ses lebens wird vollenden; So gib ibr, für alles leid, Die gewünschte feligkeit. 7. Laß mich an andern üben, Was du an mir gethan, Und meis nen nächsten lieben, Gern dienen iedermann Ohn eigennuß und heuchler- schein, und, wie du mis erwiesen, Aus reiner lieb' allein. 8. Laß endlich deine wunden Mich trösten kraftiglich In meis nen lezten stunden, und deß versis chern mich: Weil ich auf dein vers dienst nur trau, Du werdest mich annehmen, Daß ich dich ewig schau. enn meine fünd'n 119.Wenn mich kranken, mein HErr JEfu Chrift! So laß mich wol bedenken, Wie du gestor ben bift: Und alle meine schuldenTaft Am stamm des heilgen creuzes Auf dich genommen haft. Mel. Chriftus der uns felig ze. 2. O Wenn mans betrachtet recht. 120. Sticht, einer feelen bat sich martern lassen Der HErr für seine knecht: Es hat sich selbst ber wahre Gott Für mich verlohrnen menschen Gegeben in den tod. 3. Was kann mir denn nun schaden Der fünden groffe zahl? Ich bin bey GOTT in gnaden, Die schuld ist allzumahl Bezahlt durch Chrifti theures blut; Daß ich nicht mehr darf fürchten Der hdl. len quahl und glut. 2. Ich erweg es hin und her, Was dich doch bewogen, Daß du so viel herz beschwer Ueber dich gezogen: Da du angst, gewalt und noht, Schläg und hohn in banden, Lästerungen, creuz und tod Wil lig ausgestanden. 4. Drum sag ich dir von Herzen Jest und mein lebelang Für deine pein und schmerzen, DJEsu! lob 3. GOttes wolgewogenheit, und dank: Für deine noht und Vater- lieb' und gute, Deines hers angst- geschrey, Für dein unschul- gens freundlichkeit, und dein tren dig sterben, Für deine lieb' und gemühte, Hat dich darum dahin bracht, Daß kein meních verzagte, Wenn ner freuden, Meines Herzens zus versicht! Nimm doch für dein leis den Dieses schlechte dank- lied an, So viel meine feele Immermehr bir bringen kann, In der schwachs heits- hole. Von dem Leiden und Sterben JEfn. 6.9 Wenn der fünden meng und, Gich, dein bräutigam und hirt, macht Die gewiffen nagte. JEsus, ist erstanden. 4. O du wunderbarer raht, Den man nie ergründet! O der uners börten that, Die man nirgends 121.3leben, Jefu, meines Esu, lebens findet! Was der mensch, der erdenEnecht, Trogiglich verbrochen, Wird an GOtt, der doch gerecht, Graufamlich gerochen. todes tod! Der du dich für mich ges geben In die tiefste seelen- noht, In das äuserste verderben, Nur, daß ich nicht mögte sterben; Caus send tausendmahl sey dir, Liebster JEsu! dank dafür. 2. Du, ach! du haft ausgestans den Laster- reden, spott und hohn, Speichel, schläge, strick und bans den, Du gerechter GOttes- sohn! Mich elenden zu erretten Von des teufels fünden- tetten. Tausends tausend zc. 3. Du haft lassen wunden schlas gen, Dich erbärmlich richten zu, um zu heilen nreine plagen, Und zu feßen mich in ruh: Ach! du haft, 7. Laß doch diese freudigkeit ju meinem segen, Lassen dich mit Gleichfalls mein gewissen Gegenfluch belegen. Tausend- tausend zc. angst, und noht und streit Kräftig lich geniessen: JEfu, meiner feelen hort! Treib durch deine schmerzen Meine seelen- angst hinfort Fern aus meinem Herzen. 4. Man hat dich sehr hart vers höhnet, Dich mit groffem schimpf belegt, und mit dornen gar gecros net: Was hat dich darzu bewegt? Daß du mögtest mich ergesen, Mir die ehren cron auffegen. Tausend- tausend zc. <. Meine schnöde luft begier Hat dich so zuschlagen, Diese Frankheit hab ich dir, JEsu! aufgetragen. Meine schuld und misse that Hat dich so verbürget, Bis sie dich auch endlich hat Jammerlich erwürget. 6. Alle strafe, die mich hat Bis um tod gebunden, Liegt auf dir an meiner statt: Und durch deine wunden Wird uns fried und heil gebracht; Drum will mir gezie: men, Deine starke liebes macht Ewiglich zu rühmen. 2 8. Laß mich, wenn ich dich erblickt, So bald gnade finden, Als mein herze schnell erschrickt Ueber straf und sünden. JEfu! sich, ich s. Du hast wollen seyn geschias gen Zu befrenung meiner pein; falle dir mit wahrhafter buffe, Fälschlich lassen dich anklagen, Und mit besserungs- begier Glau- Daß ich könnte sicher seyn. bens voll zu fuffe. Das ich mögte troftreich prangen, Haft du ohne troft gehangen. Tausends tausend zc. 9. Nun ich weiß, worauf ich bau, Und bey wem ich bleibe, Wes fen fürsprach ich vertrau, Und an wen ich glaube. Esu! du bist es allein, Der mich hält und schüßet; Wenn gleich alle höllen- pein Auf mich schießt und blizet. 10.Ich will, weil ich mit dir frey Werd im himmel erben, HErr! in deinen armen treu Leben und auch sterben; Bis man frölich fagen wird nach den todes- bauden: .6. Du hast dich in noht gestecket, Haft gelitten mit geduld, Gar den herben tod geschmecket, Um zu büffen meine schuld. Daß ich wür. de los gezählet, Hast du wollen feyn gequäblet. Tausend- tausends mahl zc. 7. Deine demuht hat gebüffet Meinen stolz und übermuht. Dein tob meinen tob verfüffet: Es € 3 fömmt Don dem Leiden und Sterben Jeft. Eömmt alles mir zu gut. Dein vers fpotten, dein verspeyen Muß zu shren mir gedepen. Causendtansend zc. 8. Nun ich danke dir von herfen, JEfu! für gesammte noht, Für die wunden, für die schmerzen, Für den herben bittern tod, Für bein zittern, für dein zagen, Für bein tauſendfaches plagen: Für ich ewig dankbar seyn. 122. el. Aus tiefer noht schrey ich sc. Err JEsu! deine angst und pein Und dein be trübtes leiden Laß mir allzeit vor augen seyn, Die fünden zu verweiden. Laß mich an deine grosse noht, und deinen herben bittern tod, Dieweil ich lebe, denken. 2. Eaß deiner feelen höllen quaht, Dein' angst und blutig fchwigen, und übrig elend allzu mahl, Darin du mußteßt sitzen, Dir oftermahlen fallen ein; Und eine starke warnung feyn Für fünd and missethaten. 3. Die wunden alle, die du haft, Dab ich dir helfen schlagen, Auch meine groffe fünden- last Dir auf gelegt ju tragen. Ach liebster heis land! fchone mein, Laß diese schuld vergessen seyn, Laß guade für recht geben. 4. Du haft verlaffen deinen thron, Bift in das elend gangen; Ertrugest schläge, fpott und hohn, Mußt an dem creuze hangen; Auf daß du für uns schafftest raht, Und unfre schwere misfethat Bey Gott verföhnen mögtest. 5. Drum will ich fezt zur dank barkeit Bon herzen dir lobsingen: Und, wenn du mich zur seligkeit Dereinsten wirst hinbringen, Will ich daselbst dich noch vielmehr, Bufammt dem ganzen himmels: beer, Dort ewig dafür loben. 6. HErr JEfu! deine anaft und pein, und dein betrübtes leiden Laß meine leite juflucht seyn Wenn ich von hier soll scheidens und hilf, daß ich durch deinen tod, Fein fanft beschlieffe meine nobt, und selig sterbe, amen. Mel. HErr GOtt der du erforsch. 123. Ein lämmlein geht und welt und ihrer kinder: Es geht und büffet in geduld Die fünden aller fünder: Es geht dahin, wird matt und krank: Es giebt sich auf die würge bank, Entzieht sich aller freuden. Es nimmet an schmach, hohn und spott, Angst, wunden, firiemen, creuz und tod, Und spricht: ich wills gern leiden. 2. Das lämmlein ist der groffe freund, Der heiland unsrer fees len, Den GOtt, der uns als suns dern feind, Zum mittier wollen wählen: Mein kind! sprach er, geh, nimm dich an Der finder, die ich ausgethan Zur straf und jorness ruhten: Die straf ist schwer, der zorn ist groß; Du kannst und sollt sie machen los Durch sterben, pein und bluten. 3. Leg auf, sprachst du von hers zens- grund, Mein vater! ich wills tragen: Mein wollen hangt an deinem mund, Mein wirken is dein sagen. O wunderslieb, o lies bes- macht! Du kannst, was nie ein mensch gedacht, GOtt seinen sohn abzwingen. O liebe, liebe! du bist stark, Du streckest den in grab und farg, Vor dem die felfen springen. 4. Dumarterst ihn am creuzeds flamm Mituägeln und mit ſpiefs sen: Du schlachteßt ihn als wie ein lamm: Machst her; und adern fliessen, Das herze von der seufs jer kraft, Die adern von dem eda len saft Des purpur- rohten blus tes. O füffes lamm: was soll ich dir Bon dem Leiden und Sterben JEfa. 71 bir Dafür erweisen, daß du mir, meine ruh, Als auf dem bett ein Ereigest so viel gutes? Franker: Und wenn des creuzes ungestüm Mein Schifflein treibet üm und um; So bist du, HErr! mein anker. 5. Mein lebetage will ich dich Aus meinem sinn nicht lassen. Dich will ich stets, gleich wie du mich, Mit liebes- armen faffen.Du fout seyn meines herzens licht; Und wenn mein herz in stücken bricht, Sollt du mein herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchs fer ruhm! Hiemit zu deinem eigenthum Auf ewiglich verschreis ben. 10. Wenn endlich ich soll treten ein In deines reiches freuden: So laß dein blut mein purpur seyn, Ich will mich darein kleiden. Es foll seyn meines hauptes cron, In welcher ich will vor den thron Des höchsten vaters gehen, Unb dir, dem er mich anvertraut, Als eine wolgeschmückte braut, An deiner seite stehen. 6. Ich will von deiner lieblich leit Bey nacht und tage singen, Mich selbst auch dir zu aller zeit Bum freuden- opfer bringen; Mein Bach des lebens foll sich dir, und beinemt namen, für und für In bankbarkeit ergieffen: Und was du an mir haft gethan, Das will ich stets, fo tief ich kann, Jn mein gedächtniß schlieffen. 7. Erweitre dich mein herzensfchrein! Du sollt ein schak haus werden Der schätze, die viel grösser seyn Als himmel, meer und erden. Weg, ehr und stand der eitlen welt! Weg reichthum, gold und alles geld! Ich hab ein beffers fun- dern meine todes- quahl. den: Mein groffer schak, Herr EfuChrift! Ist dieses, was geflof sen ist Aus deines leibes wunden. 2 8. Das soll und will ich mir zu nuz zu allen zeiten machen: Im freite soll es feyn mein schuß, In traurigkeit mein lachen: In frdlichkeit mein faiten spiel. Und wenn mir nichts mehr schmecken will, Soll mich dis manna speisen. Gm durft ists meine waffer quell, En einsamkeit ists mein gesell, Und mein gefährt auf reifen. 9. Was schadet mir des todes gift? Dein blut ist ia mein les ben: Wenn mich des creuzes hise trifft, Kann mir es schatten geben. Sest mir der schmer; der schwermubt jus Ge find ich bep dir Mel. 8. JEfus meine zuversicht 2e, du I 24. bist mein, Ach! so schenke mir dein leiden. Ich muß mit gestorben seyn,* Und dein tod gehört uns beiden: Darum rechne mir es an, Was du selber haft ges * Rom. 6, 8. than. 2. Tod und hölle macht mich heiß: Hilf doch ihren rachen flops fen; Und von deinem todes schweiß Gib mir die blut- rohte tropfen, Daß sie künftig auch einmahl Lins 3. Nimm die fetten und das band, Wenn mich meine feinde binden: Und zerreiß mit starker hand Das gefängniß meiner fün.. den: Daß ich ewig los und frey Von der fünden knechtschaft sey. 4. Caiphas und dessen raht Sus chen lauter falsche klagen: Was mein her; verbrochen hat, Will ich ungezwungen sagen. Hilf mir nur zu deinem thron, du grosser GOttes fohn! 5. Petri mund verleugnet dich; Aber uns wirst du bekennen. Gib, daß ich mit wahrheit mich Mag nach deinem namen nennen: Und daß ich mag ganz allein Dein und feines andern feyn. 6. O du wunder ber geduld! Bende 12 Von dem Lelden und Sterben JEM Bende von mir GOttes rache. Mel. O GOtt du frommer e. Du, du leideft ohne ſchuld, Hilf I 26.Mein erst doch meiner vertritt mich im gericht, wenn mir GOtt das urtheil spricht. fluch, Bringt uns dadurch den segen, Trägt des gefezes straf' Und schuld um uns sert wegen. Er opfert sich Gott auf Zum lieblichen geruch, An dem verfluchten holz: Mein JE, sus wird ein fluch. 2. Sein fegen ist nun mein, Es bat ihn mir erworben, Da er am creuzes- stamm Für meine schuld gestorben. Es kann nun das geseg Mich nicht vermaledenn, Weil ich in Chrifto bin: Sein segen ist nun mein. 7. Züchtige mein fleisch und blut, Wie sie dich mit geiffeln ( chlagen. Crône mich mit deinem gut, Hilf mir auch mein creuze tragen, und so oft ich denk an dich, Laß mich weinen über mich. 8. Stille allen meinen schmers, Weil du ihn bereits empfunden. Labe mein verschmachtet her, Heile mich durch deine wunden. Wasche mich mit deinem blut: Treuzige den bösen muht. 9. Mein GOtt! mein GOtt! laß mich nicht, Jch befehl am lez ten ende, it gewisser zuversicht, einen geist in deine hände. Hilf mir sagen: gute nacht, Gott sey lob! es ist vollbracht. Mel. Nun ruhen alle wälder ic. u, brunnquell aller liebe! Gabft dich aus liebes- triebe Für uns in tiefe noht: Du wollteft blut und leben Für uns zum opfer geben, und zu erretten von dem tod. 2. Du liebteft die gemeine, Und machteft fie ganz reine Von sün den durch dein blut. Du heilig teft die feelen, Die dich zum schaz erwählen, Durch diese theure les dens- fluht. 3. Gerechtigkeit und heil, Sein geist und dessen gaben Sind seines Leidens frucht, Damit er uns will laben. Im glauben nehmen wir An diesem segen theil, In Chrifto finden wir Gerechtigkeit und heil. 4. HErr! mache mich gerecht. Crrette meine feele, Daß für den fegen ich ja nicht den flüch erwäh le. Weil du mich haft erlöst, Lag mich der fünden knecht Nicht blets ben; durch dein blut, HErr! mache mich gerecht. 5. Dein segen erdne mich, O JEfu, meine wonne! Dein geiß belebe mich, O meine lebenss sonne! Gesegneter des HErrn! Geuß auf mich mildiglich Dein blut und dessen kraft; Dein ſegen crône mich. Mel.Wer nur den lieben GOtt ze. 3. Ach! laß dein heilig leiden Auch unfre seelen kleiden Mit ſchmuck der heiligkeit. Laß deinen I27. Gib, JEſu! wenn geift und gaben Auch unsre her: sen laben, Jn wahrer glaubens: freudigkeit. mein her erweget, Was uns das zeugniß deiner schrift Von deiner pein vor augen leget, Daß es den zweck des leidens 4. Die alte luft der fünden Hilf trifft: Laß mich nur nicht die jus uns nun überwinden, Als dein'den schmähn, Noch blos auf ihren eridie schaar: Da deine gnad' er frevel fehnt. ( chienen; So ftell uns, die zu dies nen, Ball neue Fraft und leben Day 2.2aß mich vielmehr mit weß muht faffen, Was dich in ihre wubt gebracht. Eaß mich die schnds und war von deffen innerlichem Geelen, Leiden. 13 Ichnöde fünde haffen, Die dir ,, mannt gefunden, Wenn sich des HErr! alle noht gemacht, und fatans heer erregt: Dieweil ein deren schweren fluch und last Du solches herz verlacht, Woraus dis welt ihr alles macht. so voll angst getragen hast. 3. Fürwahr du trugeft alle schmerzen, und nahmest unsre krankheit weg: Doch gehts den meisten schlecht zu herzen, Sie bleiben auf dem fünden- steg, Und ereujigen dich immerhin Von neuen, mit verkehrtem sinn. 4. Laß mir dein bittres marter: leiden, HErr JEsu! recht zu her: jen gehn, und mir so tiese wunden fchneiden, Die intmer blutend of fen stehn; Bis von mir alle lift und macht Des satans gänzlich weggebracht. 11. Brich, JEsu! meinen bösen willen Durch das gedächtniß deis ner quabl: Laß sie stoli, geiz und wolluft ftillen. Dein blut- schweiß, angst und creuzes- pfahl Ertidt in mir, durch deinen geist, Was its disch, falsch und fündlich heißt. Don JEfu innerlichem r. Was würd es helfen, wenn Ich fünge Von deinem leiden noch so viel; Und mirs doch nicht zu herzen drünge? Rechtschaffne buß ist hier das ziel: Bekehre mich, Seelen- Leiden. Mel. HErr GOtt der du erforsch. I 28.So gehst du nun, karker held, Du heil und arzt der ganzen welt! JEsu! hin, Dein leiden zu vollbringen. Du willt, 6. Jch lege mich zu deinen füf erfchricket gleich dein sinn, Selb fen, Laß meiner augen thränen mit dem rode ringen. Du geheft bach Sich häufig und also ergief hin, der fünden- laft, So du auf fen, Daß ein herz triefend weh dich genommen haft, Uns mens und ach Um meine missethat entschen zu entladen. Der angst am springt, und mir durch mark und diberg gehst du zu, Denn dadurch, feele dringt. heiland! trachtest du zu heilen unsern schaden. 10. Ruhm, schönheit, wollus, ehr und güter, Auch alle schätze dieser zeit, Sind nur ein abgott der gemühter, Die Christi creus und niedrigkeit Verachten, und dem zugethan, Was ihrem fleische schmeicheln kann. 7. Laß mich mit allem ernfte meiden, Was dir, mein heiland! nicht gefällt. Ach! schaff durch deinen tod und leiden, Daß ich den fünden auf der welt Absterbe, und In fefter treu Einglied an deinem leibe sey. 8. Ach stärke stündlich meinen glauben! Ach stärke mich im kampf und streit! Laß mir die feinde dich nicht rauben, Noch meines glau bens heiligkeit. Ich weiß, ohn glauben kann man nicht Dich schauen, HErr! in deinem licht. 9. Wer deine striemen, schmach and wunden mit reifer andacht überlegt, Der wird nicht übers 2. Du geheft über Fidrons- bach mit schwermuhts vollen tritten, Den David auch mit weh und ach Bey schwerer zeit beschritten: Die iunger wandeln mit dir fort, Und gehn mit furcht an jenen ort, Wo du zu beten pflegest: Du willt das hin, doch nicht allein, Die jünger sollen zeugen seyn, Was du für angst hie trågest. 3. Im garten zu Gethsemane Wer die betrübte stelle, Da traf dich solches ach und weh, Als wärst du in der hölle. Du wurdest für entsegen kalt, Fielft auf die nie, und wolltes bald Für immer lebs 104 74 Bon dem Leiden und Sterben Jeſu los werden. Du sitterteft für, Ich sollt' in ewger quahl und pein groffer noht, Und warst betrübt bis Ohn alle hulf verlohren seyn s in den tod: Dein blut- schweiß floß Und siehe, dein erbarmen Zieht jur erden. dich, du groffer GOttes sohn! Herab vom hohen himmels- thron, Bu büffen für mich armen. 4. Du lagft auf deinem ange. sicht Boll angst, die dich betroffen, Und riefft: mein vater! kann ich 9.Wie kann dir nun mein schwas nicht noch ist erleichtrung hof- cher geist Die grosfe treu bezahlen, fen? Mein vater, ach! ich fleh zu bir, Kanns seyn, so nimm den kelch von mir: Und soll ich ihn ja trin ken, Wolan, so soll dein wink geschehn; Doch laß mich nicht für angst vergehn, Noch in der noht Berfinken. Die mir dein treues her; beweist? Wenn auch zu tausend mahlen Herz, zunge, mund und ton ers Elingt, Und dir ein ewig lob- lied singt, Sich dankbar zu erweisen: So läffet sich doch solche laft, Die du für mich getragen hast, Das durch nicht sattsam preifen. s. Du fuchteft hülf und troft für dich, Er war nicht abzusehen. 10. Doch, JEsu! weil ich sonst Die jünger war vermaffen sich nichts weiß; Tracht' ich nur auf Mit in den tod zu gehen: Du der erde, Daß deines namens mahnteft sie zum beten an; Doch ruhm und preis Recht ausgebreis Faum trat deine noht heran, So tet werde. Ich will dein theures liegen sie im schlafe. Die schaar lob erhöhn, Stets auf dein heilig der feinde nähert sich, Und alle vorbild fehn, Und dir gefällig les welt verläffet dich; Du trägst alben. Der welt und fünde sterb ich lein die strafe. ab; Ach! laß mich doch bis in mein grab Beständig darnach fireben. 6. Den hinumel jammert deine pein: In deinen größten nöhten Stellt sich ein engel bey dir ein, Muß dir zur feite treten. Den Mel. Chriftus der uns felig zc. groffen( chöpfer, der anizt Für fee I 29.Wer ist der, der seine len- angst bluts- tropfen schwitzt, Muß ein geschöpfe stärken. O GOtt! Hie sieht man hell und klar, Wie du so groß und wunderbar In allen deinen werken. noht Hier so sehns lich klaget? Für betrübniß bis zum tod Ganz erbärmlich saget? Ach! bist du es, JEsu! nicht? Meiner feelen wonne, Meines herzens jus versicht, meines Lebens sonne! 7. Und ach, mein heil! wie hat bir dis Doch wiederfahren können? Weiß auch der fürst der finSterniß Wol eine schuld zu nen nen, Die er dir vorzuwerfen hat? Du kannst ia keiner mifethat Von ihm beschuldigt werden; Dein rei nes herg ruft iedermann Zum jeus sen better unschuld an, Du hei ligster der erden! 2. Ja, ach freilich bist du der, Den ich sehe stehen, wo man geht von salen her An des dibergs höhen, Voller angst und bangigs feit, Voller quahl und schmerzen, Die mit höchstem weh und leid Sich gehäuft im herzen. 3. Aber warum krankst du dich, Odu trost der seelen? Was mag doch so jammerlich Deine seele 3. Jch, ich, HErr! bin der fünqualen? Aengstet dich des todes Den- Fnecht: Ich follte blut- schweiß pein? Scheu'st du dich zu sterben? febwisen, Ich sollte mit dem höch- Willt du nicht mehr mittler seyn, en recht In einem pfule figen. Uns beil zu erwerben? 4. 既 and was bon deffen innerlichem Geelen- Leiden. 75 4. Ach: die schwere tornes- last, Daß ich meines hersens fina So nicht zu ergründen, Die du auf Stets zum guten lenke. dem halse hast, Nebst der menschen fünden, Martern deinen treuen finn; Daß du voller jagen Traus rig gehest her und hin, und führft folche Flagen. s. So betrübt gehts auch da her, Wenn der tød berücket Den, dem sein gewissen schwer, Das ihn quält und drücket. Ach! die fünde, die man weiß, Daß sie GOtt will rächen, Macht so ang fis, bang und heiß, Wenn das ber; soll brechen. Meloden 9. Frwünschter brunns Wirst du mit traurigkeit erfüllt? Muß deine zarte menschheit leis den, Daß schrecken aus dem herzen quillt, Und wie ein sirom, der überflieffet, Sich durch die bange bruft ergieffet? 2. Du wußteft nichts von trus ben stunden In deines vaters fanfs tem schooß. Von schmerzen, die dich jest gebunden, War deine gottheit fren und los. Es war dein selig freuden leben Mit lauter licht und glanz umgeben. 3 3. Wie kömmt es denn, daß deine feele Jest lauter angst und traus ren spürt, Die doch mit troft- und freuden: dle So überschwenglich balsamirt? Wie darf das zittern und das zagen Sich an die freus den- quelle wagen?? 6. 3war leidt JEfus folche quahl Nicht für seine fünden: Denn er konnt' im himmels faal Ewge freud empfinden: Sondern durch sein heilig blut Will er nur verwehren, Daß des höchsten eis fer- glut uns nicht soll verzehren. 7. Hinfort nun, wenn uns der tod Drückt und nagt am herzen, Und in letter sterbens noht Häuft viel tausend schmerzea: So hat Christi traurigkeit Für uns überwunden, Und für solches schwere leid Reichen trost ge: funden. 8. Doch weil wegen fremder schuld JEfus voller jagen An dem Alberg hat erdulht Diese feelen plagen; Ev, so laßt uus in der zeit uns für fünden hüten, Daß fie nicht in ewigkeit Im gewissen wüten. 9. Kränkt die fünde den so sehr, Der sie nicht begangen? O wie wird sie mir vielmehr, Den sie bält gefangen, Fürchterlich und 6. Achia, der tod, der dich ums fchrecklich seyn, Feig und zaghaft siebet, Jft gar von einer andern machen! Wenn sie zur gewisfensart. Der grimm, den er an die pein Wird in mir erwachen. verübet, Jft mit des himmels torn gepaart: Dein her: muß fejs nen flachel schmecken, Daß er dis glaub'ge nicht kann schrecken. 10. Darum weich, o sünden nacht! Die ich gan; verlasse: Meines JEfu trauren macht, Daß ich dich nun hasse. JEfu! hilf, wenn id fortbin Deiner angst gedente, 4. So viele theure wahrheitss zeugen Sieht man mit uners schrocknem muht Auf ihre scheis ter- baufen steigen; Sie singen in ber heiffen gluht. Man sieht sie frölich, ohn entfärben, In uners hörter marter sterben. 5. Wie kommts, daß deine glies der sittern, Unüberwindlich- grofs ser held! Daß schmerzen deinen leib erschüttern, Daß dich ein grausen überfällt? Kann dir der tod ein grösser schrecken, Als ies nen mårtyrern, erwecken? 7. Du bißt das lanim, das schulb und frafe Auf den gebeugten fiouls Bon dem Zeiben und Sterben JEfu 76 mußt du freilich, beil der welt! Grosse pein empfinden. Schultern trägt: Der gute hirt, der für die schaafe Sein theures leben niederlegt. Du zahlst, als bürge, fremde schulden, und mußt, was wir verdient, erdulden. 8. Drum fällt die angst auf dich alleine, Die allen fündern zugetes lamm! Selbst ein theil mit dacht: Drum ist im mark und im gebeine Ein meer der traurigkeit erwacht, Das dich mit solchen wellen decket, Vor welchen leib und feel erschrecket. 4.Könnt ich, liebster JEsu! doch. Solches leiden mindern, und bey Diesem deinen joch Dein ermüden hindern! Könnt ich doch, o GDt. tragen, Und wie du, mein brautis gam! Auch zugleich mit zagen. <. Aber ach! ich armer wurm, Wollt ich mich erkühnen GOtt in seinem eifersturm Gelber zu 9. Dis ist die ursach deiner kla- verfühnen? Kann doch auch ein gen: Das herz fließt über durch bruder nicht Für den andern sterden mund, und macht sein schrek- ben, und in jenem zorn gericht ten volles zagen Durch schrecken. volle worte kund; Indem du von Dir selbst gezeuget: Mein geißt ist bis in tod gebeuget. Für ihn gnad erwerben. 10. Ich will für solche liebes proben Dergleichen man noch nie gefehn, Dich, mein erlöfer! ewis Loben, Werd ich vor deinem throne stehn. Indessen laß dein traurig ringen An mir erwünschte früchte bringen. Mel. Chriftus der uns selig 2c. immels Fönig, 131. Was wird mit dir werden, Daß du liegst voll angst und noht Bes bend auf der erden; Daß dein rofin- farben blur Durch dein antlik bringet, Und ein engel troft und muht Dir, dem tröfter, bringet. 2. Du siehst vor dir so viel vein, So viel bittres leiden, Welches dir wird mark und bein, Leib und feel durchschneiden: Siehst, daß aller menschen schuld, Auch was ich verbrochen, Ernstlich, ohne gnad und huld, An dir wird gerochen. s. O wie sollte nicht dein her: Zittern beben, jagen, Weil es schon des todes schmer; Fühlt, und alle plagen. Weil auf dich alleine fällt e laß der fündeni 6. Du, HErr! bist in den tod Meinetwegen kommen; Haft ans liebe meine noht Ganz auf dich genommen: Du ergiebst dich wil lig drein, Deines vaters willen In so unerhörter pein Gänzlich zu erfüllen. 7. En fo hilf denn, füffer freund! Meiner armen feelen, Wenn der tod, der lezte feind, Si mit furcht will quälen. Laß mir deinen theuren schweiß Wol zu ftatten kommen, wenn ich von Werde wegges nommen. Mel.. JEfu meines Lebens leben 132. fchwisset, Da des du blut höchsten eifer- glüht Dich in deis ner angst erhitzet: Bürge! du bezahlst mit blut; Es fällt von dir auf die erde, Daß ihr sluch getils set werde. Dieser wunderbars schweiß Bringt mir heil, dir ehr und preis. 2. Ach! was haben meine füns den Dir für arbeit, HErr! ges macht! Was für angst must du empfinden Jn der lezten trauers, nacht! Doch du wollteft aus den fetten Aller angst mich gan; errets ten and war von dessen äuserlichem Leiden. 77 ten: Dein blut war das löse- geld, Denn sonst müßten band und Für die fünden aller welt. 3. Gib, mein heiland! daß die mühe, Welche du an mir gethan, Und dein blutschweiß mich abziehe Von der breiten fünden bahn. Laß mich wider mich selbst kämpfen Bis aufs blut: und hilf mir dampfen Alle luft, die dich verhöhnt: Wer recht kämpfet, wird gecront. 4. Laß mich deinen schweiß bebenken, Den es dir gekostet hat, Mir die himmels- ruh zu schenken; Daß ich, auf dem tugend- pfad Stets zu wandeln, mich ergebe, Und dir, HErr! zu ehren lebe, Ja für deine liebes- treu Ewiglich dir dankbar fey. s. Fiel dein blut- schweiß auf die erde; So bin ich auch erd und thon. Gib, daß er ein thau mir werde In der hig, o gnaden- thron! Wenn mich fünden angst will drücken; So laß ihn mein herz erquicken, Auch in herber todes- pein Meinen lebens- balsam seyn. Don dem auferlichen Leiden JEfu. Mel. JEfu meines Lebens leben. Crommes lamm! durch schlingen, Wie des Simsons stricke, springen, Und dein heller GOttes strahl Stürzen deiner feinde zahl. 4. Frommes lamm! um meinet willen Streckst du deine hände dar: Um die schriften zu erfüllen, Làßt du von der frechen schaar Uls len frevel an dir üben: Und dein unvergleichlich lieben Nimmt die feffel willig an, Die es doch vers meiden kann. 133. beil wird fest gesetzt: Ach! wie hart wirst du gebunden und dein heil ger leib verlegt! Deiner henker firenge hände Wissen in der wuht Fein ende: Und du giebst mit stil lem sinn Dich in ihre fessel hin. 2. Mehr, als zehen legionen De ter, die um ienen thron Deines groffen vaters wohnen, Stehn bereit, o menschen- sohn! Deine ket ten zu zerschlagen, Deine feinde zu veriagen: Aber du verlangst es nicht, Daß mah deine bande bricht. f. Alles, was du ausgestanden, Ift zu meinem troft geschehnt und die schmach von deinen bans den Macht, daß ich kann ledig gehn. Da man dich gefangen füßs ret, Bleib ich frey und unberühs ret; Weil du deiner ketten las mir zu gut getragen hast. 6. Habe dank für diese gütet Gib nun deinen banden kraft, Und befreye mein gemühte Ganz von schudder fünden haft: Daß ich mich von ihren stricken Laffe nims mermehr berücken; Daß ich, von der fünde frey, Dir zum dienst vers bunden sey. 7. Laß in meinen lebens- tagen Den durch dich erlöften geift eine andre bande tragen, Als die tragen du deis ner furcht und liebe Legen meinem fleisches- triebe Deine liebes seile an, Daß ich dir nachwandeln kann. 8. Soll ich einst die ehr erlans gen, Daß ich, deines geistes voll, Auch in andern feffeln prangen, Und für dich hie leiden soll; Ach! so laß mich in den banden, In ges fängniß, femach und sehandert, Ja in aller todes- pein Ein dir glais ches lämmlein feyn. C Mel. Ich ruf zu dir HErr Efit. 3. Du bist selber reich an stårte, Straft und allmacht wohnt 134.Dis war die nacht der JE bey dir; Aber hier in diesem werke fum hart gedracket: Er mard, da Gebt geduld der allmacht für: er 18 Bon dem Leiden und Sterben Jen er sich küssen ließ, Verrahten und, Wenn mir die fünden schmels beftricket. Die falschheit grüßt cheln, Empfind ich falscher jungen den treußten freund. Mit schwers stich, und böser menschen heus tern und mit stangen, Voll verscheln: Se gönn' mir deinen langen Kam der ergrimmte feind, treuen raht, Wenn troft in leis Den HErren Christ zu fangen. dens frunden Ganz verschwuns den: Komm, hilf mir in der that, Dich hab ich treu erfunden. 8. Man sucht mit fackeln in der nacht Dich, helle lebens- sonne! Mein Herz, durch deinen glanz erwacht, Verlangt mit deiner wonne und freundlichkeit erfüllt zu seyn, Bis deine hand mit freus den Mich wird kleiden In ftetem glanz und schein, Den nichts von mir soll scheiden. 2. O sanftmuht! die den sünder trug, Und nicht mit donnerteilen Den falschen mund zu bo den schlug; Leit mich in deinen feilen. Du nimmst von Juda jenen fuß: Drum kannst du den nicht haffen, noch verlassen, Der dich in wahrer buß und glauben will umfaffen. 3. HErr! ich bekenn es, daß ich oft In thörichtem verlangen, Das auf genuß des eitlen hofft, Die welt mit lieb' umfangen. Doch gönnst du Juda dein gesicht, Der lift und trug verübet, Dich betrü Von dem Leiden sa vor dem geistlichen Gerichte. Mel. 8. JEfus meine zuversicht. as für schande, was bet; Ach! ſo verstoß den nicht, Der 135.20 für spott, Was für bich aufrichtig liebet. laftrung muß ertragen GOttes sohn, der wahre GOtt! Ach wie wird sein haupt zuschlagen! Der verbundnen augen licht Schont kein frevels- diener nicht. 4. Ich nahe mich, mein heil! zu dir, Du heissest mich ia kommen: Ach! nimm den treuen kuß von mir, Du troft und heil der from men, Mein Herz will dich, der fünder heil, limarmen, doch mit schämen, Buß und gråmen: So soll den besten theil, Dich, niemand von mir nehmen. 5. Ich halte dich: stårk meinen schluß, Dich nimmermehr zu laf fen, Bis mich einst wird dein gnas ben- Fuß In jenem reich umfassen: Wo sich stets treu und wahrheit Füßt, wo nie die reinste freuden Von mir scheiden: Wo mir dein troft versüßt, Was bitter war zu leiden. S 6. Mein freund! fragst du den falschen feind: warum bist du tommen? Du jeigst ihm, als ein feelen- freund, Wie leicht er aufge: nommen, In lieb' umarmet wer ben follt; Im fall er nur mit reue Dich aufs neue Im glauben küffen wollt: O welche huld und treue 7.Mun dieser treu erinnre mich, 2. Meine sinnen können nicht Allen schimpf und hohn bedenken, Welche dich, o lebens- licht! Sons ne der betrübten! kränken: Ach! in dieser trauer nacht Stürmt auf dich der höllen macht. 3. Dieses alles hast du zwar, Liebster heiland! ausgestanden Bon der krieges knechte schaar, Die dich hielt in harten banden; Aber bey der tyranney War ich armer mit dabey. 4. Strafe nicht in deinem grimm Meine schwere missethas ten, Höre meines weinens stimm. Ach! wo bin ich hingerahten? Was hab ich an dem verübt, Des mich doch so treu geliebt? t. Hab ich zu der bösen rott Und zu spättern mich gefellet: Ach fo sib nunmehr, o Gott! Daß dis gani and war von desſen äuserlichem Leiden. 79 gang fen abgestellet. Hinfort balt, frey Von dem spott- und hohns ich mich zu dir, Ereuer JEfu! bilf du mir. selächter Jener rohen knecht und wächter? 2. Zwar man legte ftrick und bande Dir mit größtem frevel an: Zwar man hat die schmach und Backen- freiche, spott und hohnt, sich hat auch dis gequälet, Daß JEsu! marterte dich schon; Doch dein jünger so gefehlet. Von den falschen Jeugen wis ber JEfum. Mel. JEsu deine heilge wunden. alsche zeugen, 136. Fungen falſche Klagen dich, mein JEsu! an, Die man nur dazu gedungen, die dem satan zuge: than. Satan selbst verleumdre dich, Bis er schimpflich von dir wich: Und so hilsst du noch in gnaden, Dem der satan sucht zu schaden. 2. Laß es mich, wie du, HErr! Leiden, Wenn die böse unge sticht. Laß mich alles das vermeiden, Was ein lügner von mir spricht. lohn gegeben. Laß mich ohne heucheley, Voll gesehen, Daß er seinen HErrn vers 4. Zwar hats Petrus grob vers rechtigkeit und treu, Wahrheit fiets im munde führen, und die unge wol regieren. 3.Laß mich alle falschheit haffen, Laß mich, allen lügen feind, Das verleumden unterlassen; Daß mein mund der wahrheit freund ft, und bleibt, und im gericht Nie ein falsches jeugniß spricht: weil die falschheit unterlieget, Und die wahrheit endlich sieget. neint, Nur dem schimpfe zu ents gehen: Doch er gehet und beweint Diese fünde bitterlich, und hält ich allein an dich, Als durch den die fünder leben; Drum wird tha die schuld vergeben. Gieng in seiner bosheit hin, Hat 5. Judas aber war vermessen, der wahren buß vergessen, und ges räht auf solchen sinn, Daß er, als verstockt, verrucht, Deine gnade zweiflung stirbet, Und an leib und nicht mehr sucht, Endlich in vers feel verdirbet. 4. JEsu! wenn ich auch hier leide Falscher Leute schand- ge: dicht; Sen dein leiden meine freude. Muß ich dort vor dein gericht, Dem man nicht entgehen kann; Ach! so sieh mich gnädig an, Was mich dort könnt überzeu gen, Laß durch dein verdienst, HErr! schweigen. leiden, Deine bande, hohn und 6. JEsu! hilf mir durch dein spott, Alle fünd und laster meiden Bon jest an, bis in den tod. Sollt ich aber mich versehn; Laß mit Vetro mich aufstehn, Chränen, fe wie er, vergiessen, Nicht mit Juda ewig búffen. Don Petri und Judä Sünden bey dem Leiden Jesu. Mel. Esu deine heilge wunden. Esu! wie war dir zu 137. finne, Da dein Vez trus, welcher dich Sehr geliebt vom anbeginne, vers fluchte ſich, Daß er nicht dein jün ger fep, Nur daß er sich machte 3. Doch dir giengen diese schmers den, Die dir Petri fall gebracht, nicht so sehr und tief zu herzen; Als die angst, so dir gemacht Jus das, das verlohrne kind, Dem die unerlaßne sünd Hier den tod, und nach dem leben Höllen- quahl zum Von Jefu Leiden vor 8cm weltlichen Gerichte. Mel. Wer nur den lieben Gott. ebundner JEft! je, ne fricke, Womit 138. mar 80 Von dem Leiden und Sterben JE man dir die hande band, Verspre- felave, Der HErr, den erd und then mir ein ewig glücke, und himmel ehrt: Hier duldet er dies sind mir ein versichrungs- pfand, felbe strafe, Die sonst den knechten Daß ich nun von der sclaverey jugehört: Hie läßt er mit dem Der höllen gan; erlöset sey. fluch der erden Sein segens- haupt gecronet werden. 2.Entblößter JEsu! deiner glie: der Beianmeruns wehrte pein und schmach Giebt mir die ehre reichlich wieder, Die mir von Adam her gebrach. Ich bin bloß von gerechtigkeit, Drum wird dein spott mein ehren- kleid. 3. Erzittre, secle! wenn du fies hest, Was an dem grünen holz ges schieht. Bedenke, wie du heimlich fliehest, Wenn dich der himmel zu sich zieht. Hie wird der rücke dem versehret, Der GOTT den rücken nie gekehret. 3. Gestäupter JEsu! jene schlå ge, Die dein gestäupter rücken 4. Dein eitles haupt trägt fühlt, Bezeugen, wenn ich sie er- manche crone, Die es doch billig wege, Was schon auf mich war demuht- voll Vor deines schöpfers abgezielt. Ich follt der schweren hohem throne Zu seinen füffen les bollen- pein Auf ewig unterworfengen soll. Hie läßt sich dessen haupt seyn. entehren, Dem alle cronen zuges hören. 4. Ach blutger JEsu! deine liebe Ist warlich groß, ia wunderBroß! Du machst mich frey aus reinem triebe, Du deckst mich liebreich, da ich bloß. Ja du vergieffest nur dein blut, Mein bei Land! mir, ia mir zu gut. s. Geduldger JEfu! wenn ich leide, So gib mir auch durch dei ne huld, Daß meinen geift dein beyspiel weide, und leit ihn liebreich zur geduld; Daß er dir auf der schmerzens bahu Mit stiller fanftmuht folgen kann. 5.Erschrick, o feele! vor der firens ge, Damit GOtt deine fünden rächt. Kommt GOttes sohn in solch gedränge; Was wartet auf den bösen kuecht? Muß selbst die unschuld streiche fühlen: Wie wird man mit dem fünder spielen? 6. Ach mittler! laß dein blut mich schützen, Wenn GOttes ftrenger jorn erwacht. Laß du miz deine schläge nüßen, Wenn ich, was schläge wehrt, vollbracht. Laß deine dornen mich umzäunen, Wenn tod und hölle mir ers scheinen. 6. Getreuer JEfu! wenn ich Berbe: So gib, daß ich den matten geist Mit deinem blute lab' und 7. Ich flieh allhier zu deinen farbe, Das dir die geiffel ieşt entwunden, Ich faffe deinen creuzess reißt. So geh ich ein zur ewigkeit, pfahl, An welchen man dich anges Wo mir kein leiden ferner draut. bunden; Wenn auf mich blitt des fluches firahl. Will Mofis ftab mich blutig schlagen; Wirft du für mich die streiche tragen. el. 9. Erwünschter brunnquell. Domm, feele! mit be139.trübten blicken, Und Achaue deinen brautgaman. Betrachte seinen blutgen rücken, Den man für blut nicht kennen kann. Romm her, die dornen zu erwegen, Die sich um seine schläfe legen. 2. Hier gebet, wis ein ermer 8. Geraht ich oft auf böse wege, Führt mich mein fleisch in fünden ein: So wird mir, wegen deiner schläge, Dein vater nun gelinder feyn. Denn da auf dich die geifs feln zielen, So werd ich nur die ' ruhte fühlen. 9. Id und zwar von dessen äuserlichem Leiden. 9. Ich danke die mit frobem herzen, Gerechtes lamm! für sol che pein: Ich danke dir für deine schmerzen, Die meiner schmerzen pflaster seyn. Ich danke, daß dich dornen stechen, Bon welchen ich kann rosen brechen. 10. Mach mich so treu durch deine striemen Wie deiner ersten boten schaar, Die selbst in tribsal, voller rühmen, In schlägen voller jauch.en war: Die frdlich und in vollem springen Gestäupet von dem rahte giengen. II. Erlöser! lege deinen dorsblick vom creuz In unsre feele nenDen segen- reichsten nachdruck gehu, Und dein vergoßnes blut ben. Gib ihnen kraft, mich anzus Für uns im mittel stehn. spornen zu einer unserfälschten treu. Bis ich vir kann dafelbsten dienen, Wo rosen ohne dornen grünen. 7. Geht, welch ein mensch ist das! So werden wir dich schauen, und unsern ganzen troft In deine wunden bauen. Wenn sich dein haupt nun neigt, Go sterben wir mit dir: Wenn unser auge bricht, Go leben wir dafür. 81 | vorüber hier, Wo schmerzen über schmerz: Scht durch die offne brust In eures JEsu herz. 5. Geht, welch ein mensch ist das! Ach ja, wir wollen sehen, Was dir, o menschen freund! Durch menschen ist geschehen. So laug ein auge blickt, So lange soll die pein, Die du für uns ertregst, Auch unvergessen seyn. 6. Geht, welch ein mensch ist das! Ach fieh uns auch in gnaden! Wenn wir uns voller buß In jams mer thranen baden; So laß den Mel. O GOtt du frommer zc. Mel. O GOtt du fremmer ic. welch ein 140. mensch ist das! Thr menschen kommt zusammen, Ihr hie verdanmen: Ihr fünder! merket auf, Hier bebt die heiligkeit. Ihr höllen- Finder! weint, Der sohn des höchsten leidt. 14 1. Sebt, welch ein mensch ist das! Ihr freche menschen- kinder! Ers schreckt ihr nicht davor, Ihrundanks volle fünder? Denn alles, was ihr seht, hat eure schuld ges than Die unschuld JEsu giebt! Euch selbst zu thàtern an. 2. Seht, welch ein mensch ist das! Oblicke voller thránen! D antlig voller schmach! O lippen voller sehnen! haupt voll todes: 2. Sebt, we'ch ein mensch is schweiß! O backen voller koht! Odas! Ach seht! der ist gebunden, herze voller blut! O leib voll noht und tod! An dem der richter selbst Noch keine schuld gefunden. Ach la, das ofter- lamm Muß ohne fehler seyn: Darum ist JEfus auch So unschulds- voll und rein. 3. Seht, welch ein mensch ist das! Ach seht in seine wunden! Habt ihr, ihr fünder! nicht Den heiligsten gebunden? Sind eure lüfte nicht Die bornen, die er trägt? Jsts eure bosheit nicht, Die ihn and creuze schlägt? 4. Geht, welch ein mensch ist das! Ach opfert thranen fluthen; Denn eure blut schuld macht Das berze JEsu bluten. Geht nicht 3. Eeht, welch ein mensch ist das: Seht, wie die sirème flieffen, Die sich, zu unserm heil, So purs pur- roth ergieffen! Mein Jesus ist ein baum, Bon dem ein balsam quillt, Der unsern schaden beilt und alle fshmerzen stillt. 4. Geht, welch ein mensch ist das! 82 Von dem Leiden und Sterben Jeſu bas! Den dornen- spigen crönen. Ifür die schaafe. Die schuld bezahlt Hört, wie die låstrer ihn Verspots der HErre, der gerechte, Für seine ten und verhöhnen! Mich iam mert seine schmach. Doch wol mir! denn ich weiß, Dis alles diene mir Bum ewgen ruhm und preis. Enechte. s. Der fromme ftirbt, der recht und richtig wandelt: Der böse lebt, der wider GOtt mishandelt, Der mensch verwirkt den tod, und ist entgangen: Du wirst gefangen. 6. Ich war von fuß auf voller schand und sünden: Bis zu der scheitel war nichts guts zu finden: Dafür hatt ich dort in der hölle müffen Ewiglich büffen. 1. Seht, welch ein mensch ist das! Den rohr- stab, den er tråget, Hat man ihm war zur schmach In seine hand geleget; Doch meines heilands noht Wird mir in als ler pein Die fitige meines heils Und meines troftes seyn. 6. Seht, welch ein mensch ist 7. O groffe lieb, o lieb ohn alle bas! Seht, wie man ihn bespyen! maafse! Die dich gebracht auf diese Mein JEsu! laß auch mir Hier- marter- straffe. Ich lebte mit der aus ein troft- wort blühen, Daß, da welt in lust und freuden, Und du des speichels wust Dich, reines lamm! besprüßt, Die schmach zur reinigung Der seeken flecken nugt. must leiden. 7. Ach JEsu! der du dich Der welt zur schau gestellet: Gib, daß mir nie dein bild Aus meiner bruft entfället. Verleih, mein treufter freund! Daß deine lei dens treu In mir, zu meinem troft, Stets unauslöschlich sey. Von der Verurtheilung JESU. erzliebster JEfu! 142. was hast du verbrochen, Daß man ein solch scharf urtheil hat gesprochen? Was ist die schuld? in was für misfethaten Bist du gerahten? 2. Du wirft gegeiffelt und mit Dorn gecrönet, Ins angesicht ges schlagen und verhöhnet: Du wirst mit effig und mit gall getränket; Ans creuz gehenket. 3. Was ist doch wol die ursach folcher plagen? Ach meine fünden haben dich geschlagen! Ich, ach HErr JEsu! ich hab es verschuldet, Was du erduldet 4. Wie wunderbarlich ist doch diese frafe? Der gute birte laidet * 8. Ach groffer könig! groß zu allen zeiten: Wie kann ich gnug, sam alle treu ausbreiten? Keins menschen heri vermag es ausius denken, Was dir zu schenken. 9. Ich kanns mit meinen sinnen nicht erreichen, Womit doch dein erbarmen zu vergleichen. Wie kann ich dir denn deine liebes- thas ten Im werk erstatten? 10. Doch ist noch etwas, das dir angenehme, Wenn ich des fleisches lüfte dampf und zähme, Daß sie aufs neu mein herze nicht entzun, den Mit alten fünden. 11. Weils aber nicht besteht in eignen kräften, Feft die begierden an das creuz zu heften; So gib mir deinen geift, der mich regiere, Bum guten führe. 12. Alsdenn so werd ich deine huld betrachten, Aus lieb zu dir die welt für nichtes achten: Bes mühen werd ich mich, HErr! deis nen willen Stets zu erfüllen. 13. Ich werde dir zu ehren alles wager:: Kein creuz nicht achten, keine schmach noch plagen: Nichts von verfolgung, nichts von todess schmerzen Nehmen zu herzen. 14. Dis alles, ob es zwar für ( chlecht and war von dessen äuserlichem Lelden. schlecht zu schätzen, Wirst du es doch nicht gar bey seite setzen: Bu gnaden wirst du dis von mir annehmen, Mich nicht beschämen. 15. Wenn, o HErr JEsu! dort vor deinem throne Auf meinem haupte steht die ehren: crone: Da will ich dir, wenn alles wird wol klingen, Lob und dank sin gett. Melodey 10. ohn des höchfien! 143. follt du sterben? Fürst, von dem das leben stammt! Wird der töpfer von den scherben, GOtt von menschen hie verdammt? Soll das lebens- licht er blaffen, Das uns licht und leben giebt? Kann man den so tödtlich baffen, Der auch seine feinde liebt? 2. Warest du doch kaum gebohren, Da Herodis grimm und wuht, Bartes lamm! dir schon ges schworen, Deine hand voll reines blut In der wiege zu vergieffen. In der ganzen lebenszeit Lag schon deinen heilgen füffen Ein verstecktes nes bereit. 3. Aber ehe deine stunde nach des vaters rahre kam, Stundest du auf festem grunde, Was der feind auch unternahm. Nun mehr, da die zeit gekommen, Die sein weifer schluß benannt, Wirft bu vor gericht genommen, Wird der tod dir zuerkannt. 89 plagt. Ach wie groß ist deine treue Und dein liebes schluß so fest! Daß du, was ich fürcht und scheue, Selbst an dir vollstrecken läßt. 6. Sep gepriesen, sen verehret, Daß du deiner richter schluß So gelaffen angehöret, Das ich mich verwundern muß. Weil du stehf an meiner stelle, Geht das urtheil mich vorbey. Weist mich das ges seg zur hölle? Dein verdammt seyn macht mich frey. 7. Laß den alten menschen fiers ben, Der zu herrschen ſich bemüht, Welcher mich in mein verderben, Dich in tod und leiden, sieht. Gib mir auf dem sterbe bette, Durch dein todesurtheil, troft. Hilf, mein heiland! und errette, Wenn der tod das her; jerstoßt. 4. Es beflecken jud und heiden Ihre hand mit deinem blut. Weil du willt für beite leiden, Fühleft du auch beider wuht. Daß dein tod an schönen früchten Defto rei cher werden kann; Hörest du vor wey gerichten Ein so hartes urs theil an. s. Mir war schon in edens gar ten, Du mußt sterben! angefast. Lamm! ich sollte das erwarten, Was dich martert, würgt und Von dem Singange Jesu nach Golgatha. Melodey 10. I44. rer liebe! Ich verehre deine huld, Und die ungemeinen triebe, Welche dich für meine schuld Zu der schlacht- bank hinges führet, Gib, daß ich in wahrer reu, Weil sich eine ader rühret, Deiner güte dankbar sey. 2. Lamm, das meine schulden büffet, Das den fluch der fünde trägt, Das sich zu der last ents schlieffet, Die mein fall dir aufers legt: Laß auch meinen rücken tras gen Die von dir versüßte laft, Die in deinen leidens- tagen Du zuers getragen haft. 3. Lamm, das seinen todess schmerzen Sanz getroft entgegen kam, und mit unverzagtem hers zen Alle marter auf sich nahm: Gib, daß ich auch meinem leiden Frisch und frey entgegen seh, Ja in fauchen und in freuden Unter deinem creuse fict. Fa 4. Tamm, 64 Von dem Leiden und Sterben JEfu 4. Lamm, das alle lästerungen Mel. Wer nur den lieben Gott ic. Höchft gelaffen angehört, Das den glaubens hohn der frechen sungen Durch 145 Auf, feele! nimm die Fein widrig wort gestöhrt: Laß mich auch in solchen fällen Mei nes jornes meister seyn. Will das herz sich übel stellen; Fldß ihm deine sanftmuht ein. 4. Lamm, das sich mit harten Fetten Ganz geduldig binden ließ, Mich von satans joch zu retten, Das mir nichts, als tod, verhieß: Reiß die allerdünnste schlingen, Das subtilste band inzwey, Daß ich, ohn: knechtisch zwingen, Dein befreiter diener sey. 6. Lamm, das seine zarte wans gen Jedem schlag' entgegen hielt, Das den biß erzürnter schlan gen Durch den ganzen leib ge fühlt, Das den blut beschwemm ten rücken An die faule hinges stellt; Laß mich diese flucht er quicken, Wenn ich scheide von der welt. 7. Lamm, das statt der ehren binde Eine dornen crone trågt: Das den fluch, den unsre sünde In dem paradieß erregt, An dem heilgen haupt empfunden, Und uns nun zu helfen weiß: Crône, wenn ich überwunden, Dort mein haupt mit ehr und prets. 8. Lamm, das selbst das holl ges tragen, Das zum opfer nöthig war, und nach überhäuften plas gen, Auf den traurigen altar Wil lig sich erhöhen lassen: Gib, daß in der lezten noht ich dich mag im glauben faffen, Meines todes gift und tod! 9. Lamm, erzeige mir die gute, Deinem sterben gleich zu seyn. Führe mein verführt gemüthe Doch in deine wunden ein, Da ich für des zornes bligen, Für dem fturm der beien mwelt Kann in ftil. lem friede sißen, Wenn auch selbst die welt zerfällt. flügel, und eile mit nach Golgatha: Dein JEsus geht zum schädel- hügel, Und pflanzet deine wohlfahrt da. Er tritt den weg zum sterben an. Nur daß ich ewig leben kann 2. Der éreuz- pfahl beuget ihm den rücken, Er schmachtet unter solcher laft: Doch mehr will ihn die sünde drücken, Die er voll huld auf sich gefaßt. Ach feele! schlag einmahl in dich, Denn JEsus leis det ja für mich. 3. Betrübte bahn, mit blut bes sprüget, Das aus den vielen wuns ben floß! Laft, unter welcher JE sus schwizet, Last, die da groß, und über- groß! O du geduldges láms melein! Ach könnt ich dir doch dankbar feyn! 4. Fürwahr du trågest unser wehe, Du ladeft unsern schmerz auf dich. Dein beugen bringt uns in die höhe, und unsre krankheit mindert sich. Du bist es, der uns raht ertheilt, und uns durch seine wunden heilt. 5. Laß deinen weg zur schädel, ståtte mir noch sodann recht tröstlich seyn, Wenn ich den todess weg betrete; Und flöffe mir dis wort noch ein: Daß ich durch deine sterbens- bahn Den weg zum leben finden kann. 6. So fahrt denn hin, ihr eitle gånge, Darauf die welt sich lustig macht. Ich folge JEsu durchs ges dränge Der crenjes- bahn und tos des macht; GOtt lob! daß mich die Hoffnung küßt, Daß sie ein weg zum leben ist. 146.9 Mel. Herzliebster JEfu was hast PammGOttes das jur schlacht bank ist ges führet! Welch eine schmach haft Idu dabey verspüret: Man führt dich und war von beffen dich hin zum ereuz voll schmach und spottes, O du lamm GOttes! 2. Verdienet mar der tod, vers scherzt das leben: Drum willt du dich für uns ans creuz hingeben. Denn daß wir nun jum leben sind verfühnet, Hast du verdienet. 3. Erschrecket doch, ihr fünder! da ihr sehet, Welch einen sauren weg das lamm ist gehet. Ach! sollt euch dieses nicht zur buß erwecken, Und höchst erschrecken! 4. Ihr frommen auf! ihr müßt mit JEsu eilen Aus sodomi, und in fünden nicht verweilen. Sucht von der laster- straffe weg zu kom men; Auf, auf! ihr frommen. s. Daß ich mit dir das leben mög ererben, Komm ich, mein leben! und will mit dir sterben, Mit dir mein fleisch zur creuzigung hinge ben: Sey nur mein leben. 6. Gib kräfte, wenn ich auch mein creu; foll tragen: Laß auf der leidens- bahn mich nicht verzagen. Durch deinen schweiß und blut, als lebens- fäfte, DHErr! gib kräfte. 7. Zum himmel wollst du mich auch endlich führen, Mich kraft Im tode selber lassen spüren.HErr, führ mich einft aus diesem weltgetümmel Hinauf zum himmel. duserlichem Leiden. schönes angesicht J durchaus übel zugericht. 3. Die hände, die vor wenig tas gen Sehr groffe wunder noch ges than; Sindizt mit någeln anges schlagen, Daß sich nun keine rühs ren kann: Die füffe leiden gleiche pein, Als die auch angeheftet seyn. 85 4. Und wer ist denn um dich zu finden? Mein heiland! ach! ein mörder paar, Das wegen misses that und fünden Durchs ganze land beschrieen war: Da stellet man dich mitten ein, um dadurch recht beschimpft zu seyn. 5. Nun habe dank für alle schmerzen, Die du ant creuz ers duldet haft. Dein tod ertheile meinem Herzen In allen nöhten ruh und raft. Und wenn ich sterbe, komme mir Zum troft dein blutig bildniß für. Mel. Kommt her zu mir spricht ze. ch HErr! wie schrecks 148.21 Jejt hör ich deine donner- flimm: All hülf will mir zerrinnen. Doch, Daß mein GOtt! vergönne mir, ich erst reden mag vor dir, Eb denn ich muß von hinnen. 2. Schau doch, o frommer vas ter! an Den, der für uns hat guug gethan, Und was er hat erduldet: Von der Creuzigung Jesu.Ifts nicht dein allerliebster sohn? Mel. Wer nur den lieben GOtt Der ausgestanden spott und hohn Für mich, der ichs verschuldet? 147.Wenn ich jest ohne 3. Er ist der sohn, ich bin der Fnecht: Dennoch auf daß ich leben mögt, Hast du ihn lassen tööten: thránen bliebe; So war ich hårter als ein fiein, Nun du, oJEfu, meine liebe! Ans ercuze mußt genagelt seyn, Und da die laft der ganzen welt Auf dich, und deine schultern fällt. e er denn auch gehorsamlich Sam crenztod eingestellet sich, Geholfen mir aus nõhten. 2. Dein haupt, an dem man soust gefunden Den angenehmsten fternen: glanz, If iegt gecronet und umwunden Mit einem( pit gen dorucusfranz. Dein wunder- des- vein gesenket. F3 4.Er ist, der mit dir alles schafft, den du gezeugt aus deiner kraft, Den hast du mir geschenket, Daß er sich macht' zu rechter zeit Theil> baftig meiner dürftigkeit, In to, 5. Drum BO Von dem Leiden und Sterben JEfu s. Drum schaue doch, o GOtt! kein ende. Gedenk an diese und merk Auf dieses groffe gna- schwere straf, So deinen sohn am den- werk, Dem keines zu verglei- creu; betraf; Von deinem grimm chen: Deins sohnes leib hangt dich wende. ausgespannt, Gleichwie ein rohtes blut- gewand: Dis laß dein her; erweichen. 6. Schau doch, wie bluten seine Bånd, Daß man für blut sie kaum mehr kennt: Vergib, was ich für fünden Mit meinen hånden hab gethan; Ob ich sie schon nicht zähJen kann, Dein' augen sie doch finden. 7. Schau an, mit was für graufamkeit Hat man fein allerheiligst feit mit einem speer durchdrun gen! Erneure mich aus groffer gnad Durch dieses edle wafferbad, Das hieraus ist entsprungen. 8. Schau, vater! schau wie dei nem kind Durchgraben seine füffe find! Laß meinen fuß nicht gleiten. Die weit sehr schlüpfrig macht die bahn, Ohn dich ich leichtlich straus cheln konn; Drum wollst du selbst mich leiten. 9. Schau doch, wie er fein haupt geneigt Am creuz, und jedermann gezeigt, Daß er den tod nicht Scheue. Von wegen seiner freundlichkeit Sey zur erbarmung mir bereit: Dein arm geschöpf erfreue. 10. Schau, HErr! wie ist sein ber; entblößt! Weil man ihm feine feit durchstößt: Wie blaß find seine wangen! Der leib ver schmacht't, der mund erbleicht, Den armen alle kraft entweicht, Die bein gestrecket hangen. * 13. Jch bitte dich, o treuer GOtt! Von wegen deines sohnes tod All schulden mir erlaffe: Weil er ia meine miffethat Am creuz für mich getilget hat, Der ichs mit glauben faffe. Mel. 8. JEsus meine zuversicht. 149.Seele! geh auf Golgatha, Sex div unter Chrifti creuze, Und bedenis, was dich da Für ein trieb zur buffe reize. Willt du unempfindlich seyn, O so bist du mehr als stein!" 2. Schaue doch das jammers bild Zwischen erd und himmel hangen, Wie das blut mit ftrömen quillt, Daß ihm alle kraft entgans gen. Ach, mein JEfus, welche noht! Hängt erblaffet, und ist todt. 3. O lamm Gottes ohne schuld! alles das hatt' ich verschuldet: Und du hast aus groffer buld Pein und schmerz für mich erduldet. Daß ich nicht verlohren bin, Giebst du dich ans creuze bin. 4. Unbeflecktes GOttes- lamm! Ich verehre deine liebe: Schaue von des creuses stamm, Wie ich mich um dich betrübe! Dein im blut erstarrtes herz Seget mich in tausend schmerz. 5. Nun was schenk ich dir das für? Ich will dir mein herze ges ben, Dieses soll beständig hier Unter deinem creuze leben. Wie du mein, so will ich dein Lebend, 11. Die augen brechen, die ge fehn, Was in der ganzen welt geleidend, sterbend seyn. schehn; Das blut die füffe ueget, Das blut, so aus den wunden fließt, und sich wie eine fluht er gießt, Das uns in gnade seget. 12. Die glieder sind ihm gar verwundt, An seinem leib' ist nichts gefund, Der schmer; bat ja 6, Laß dein herz mir offen stehn, Deffne deiner wunden thüre: Das hin will ich freudig gehn, Wenn ich noht und creuz verspüre, Wie ein hirsch nach wasser dürft't, Bis du mich erquicken wirst. 7. Creutige mein fleisch und blut, und zwar von deffen duserlichem Lerden. 87 und das leben; Wird fluch und ted an seinem creus besiegt: Weil c# für uns sich in den tod gegeben, Und unser fluch auf seinen schuls tern liegt; So wird sein segen uns geschenkt, und seine lebens- kraft in unsern tod gesenkt. 6. Beladuer geift! kannst du dis wunder glauben: So bist du ganz von fluch und fünde los. Kein Moses wird dir deinen frieden rauben, Dein mittler schließt dich fest in seinen schooß. Der himmel Melodey II. 150.Beladner seift, den blickt dich freundlich an, Weil jorn der für drücket, Den Mosis fluch in furcht und zittern seßt, Der keinen weg zu seinem heil erblicket, Der in der angst fich für verlohren schätzt: Laß Sinai and Horeb fehn, Komm mit auf Golgatha, ein wunder anzusehn. 2. Hier steht ein creuz, daran ein lämmlein hänget, Das ohne schuld, und doch die schulden trägt, Das in die schaar der fün der sich gemenget; und gleichwol nichts von eigner bosheit hegt. Ein lämmlein ohne trug und list, Das heilig, und doch auch der größte fünder ift. 3. Was Adam dort im paradies berbrochen, Was eine welt voll menschen böses thut; ft diefem lamm gerichtlich zugesprochen: Für ihre schuld sagt dieser bürge gut, als hätt' er solche selbst ges than, Nimmt willig die person der übelthäter an. 4. Da er demnach die fünd auf sich genommen, Die auf dem haupt der kinder Adams lag; Ift das gesen mit seinem fluche kommen: Dis rühret ihn mit seinem bonnerschlag. Tod, höll und ab grund stürmt auf ihn, Er fühlt des bimmels zorn in mark und adern glühn. . Doch weil er selbst der fegen blut, Lehre mich die welt vers schmähen. Laß mich dich, du höchftes gut! Immer vor den augen fehen. Führ mich, ob gleich wunderlich, Doch nur allzeit feliglich. 8. Endlich laß mich meine noht Auch geduldig überwinden: Mir gend wird mich sonst der tod, Als in deinen wunden, finden; Wer darinn sein bette macht, Spricht getroft: es ist vollbracht. dich gnug gethan. 7. So schaue denn auf die ers höhte schlange, Wenn dich der biß der alten schlange quält. Macht zorn und tod dir heimlich angst und bange; Gedenk an den, den zorn und tod entfeelt, Der dich vom fluche frey gemacht, und als len segens schaß dir heilsam zuges bracht. 8. Auf! greif nur zu mit offnen glaubens hånden, Nimm diesen schaß mit tiefster demuht hin: Laß sich von ihm dein auge nicht wegs wenden, Sprich: theures lam! hier ist mein herz und sinn; Dein sieg und segen bleibet mein, Mein herz foll nun dafür dir ewig eigen seyn. 151.3 Mel. Mein herz und feel ben ze. hr angen weint beym creuz, wo JEfus hänget, Wo unsre noht und schmach ihn quàlt und dranget! Erweiche dich, mein hers, durch reu und ach! Und werde du, mein haupt, ein thränen- bach. 2. Es haben dich die fünden, die mich nagen, O JEsu Ehrift! an dieses creus geschlagen. Ich habe mich den mördern gleich gemacht, Die dich, mein heil! aus feind, fchaft umgebracht. O gütigkeit! o liebe fonder ende! 4 88 Von dem Leiden und Sterben Jesu ende! Der dich verfolgt, dem, leb und fierb ich dir, mein brautis reich du deine hånde. Der dein gam! Ich bleibe dein, du mein, vergaß, an den gedenkst du noch, o GOttes lanım! Du trägst mein creuz, giebst mir bein sanftes joch! Meloden 12. 4 Wie? noch an der erde kleben? Mein Jefu! 152.230 ist der ort, da nein: dir will ich nunmehr lehen: Dein heilig blut soll meine labung sevn; Was mich erquickt, find tch in dir allein. det? Wo ist die au, darauf mein weis matter geist Das manna schmeckt, die lebens- quell geneußt? Mir ist dein herz, o Jesu! jubereitet, Da find ich schon, was meine feele fucht, Ein paradies voll füffer les bens- frucht. 5. Mein brautigam! schau von des creuses höhe, Wie ich betrübt zu deinen füffen stehe, Wie dich mein mund mit freuden- thränen küßt, und sehnlich fleht, daß du mir gnädig bist! 2. Dring dich hinein, mein herz, mit allen kräften: Geh nur, weil sich die thür geöffnet hat, Da sich 6.Du kannst es ja, mein heiland! dein freund so brünstig zu dir nimmer laffen, Ein gläubig kind nabt, und, dir zu gut, sich an das mit liebe zu umfaffen. Ein[ veer creus låst heften. Schau, wie sein hat dir die feite aufgethan, Dashers für treu zerschmolzen ist, sich mein Herz darein verbergen Gleich wie das wachs für heisser kann. gluht zerfließt. 7. Dein rohter fchweiß ist auch für mich gefloffen, Dein theures blut hast du für mich vergoffen: Ach! dieses wäscht mich von den fünden rein, Wie soll ich denn bey dir nicht selig seyn? 3. Ein jeder muß dein treues herz erkennen, Der dich erblickt, für uns erwürgtes lamm! Ein gläubig herz, das dich am creuzess stamm Betrachtet, muß in heiffer liebe brennen, und giebet sich mit leben, feel und sinn Dir ganz und gar voll dank zum opfer hin. 8. Nun süsser schat! ich will dein creuz umarmen: Erblicke mich, meinJEn mit erbarmen. Wenn 4. Und dieses ist, wornach mein satan spricht: du mußt zur höllengeist ist achet: Nachdem, o pein So sent ich mich in deine wunden ein. lanım! ihn deine lieb' erweckt: Go hat mein herz sich nach dir ausges freckt, Daß es nach dir, gleich einem hirsche, lechzet. Es suchet dich, mein freund! und wünschet nun Allein in dir und deiner huld jzu ruhn. 9. Du haft der höllen macht nunmehr besieget: Gib, daß mich holl und welt nicht mehr betrie get. Gib daß ich nun dein kind und erbe bin: Nimmh mich mir felbst, gib mich dir eigen bin. 5. Drum weg mit dem, was 10. Dein leiden laß mein leiden mich bisher gehalten! Weg fleis fiets verfüffen: Am tobe will ich sches sinn! mein herz faßt diesen beinen tod uur wiffen. Die feele schluß: hat sich mein freund die schleuß in deine armen ein, und feite, hand und fuß, Ja gar das laß den leib auch dein im grabeher; aus liebe laffen spalten; So feyn. Feit, Die liebfie lust ju creuzigen bin ich auch aus lieb und redlich, bereit. 11. Gedenké mein im paradies der frenden, und laß mich dae, was dich beträbet, meiden. E 6. Doch und zwar von deffen duserlichem Leiden. 6. Doch schenke mir auch deis nes geiftes kräfte: Ja flds in mich, was auf des speeres floß So mildiglich aus deiner seite floß. Wenn dieser strom der beiden le bens säfte, Des theuren bluts und waffers, in mich fließt; So ist mein geift zum größten kampf gerüft't. 7. Ich seh, o lamm! in dir, als einem spiegel, Wie GOttes grimm auf sünd und unrecht bligt: Da du dein blut um meine 89 ergeben. Er ist das ziel, wornach so tag als nacht Mein reinster trieb der zarten liebe tracht. 9. Doch wird mein herz auch füffiglich geneiget, Wenn es be: denkt, wie dieses theure lamm Aus höchstem trieb, in heiffer lies bes- flamm, Für mich hinauf an pfahl des creuzes steiget, Und durch den tod des todes macht bes wingt, Heil, leben, gnad und friede wiederbringt. 10. Wenn ich die Fraft des blutes glaubig merke; Wird des gewissens angst und noht gestillt, Das herz mit troft, daß Gott versöhnt, erfüllt Dis waffer dringt mit feiner lebens- stärke Jn mein verwundetes gewissen ein, Erquicket mich, und macht mich völlig rein. II. Nun fängt das hert erst wieder an zu leben. Nachdem es nun des lebens ursprung bat: Im manuel und dessen liebes that If meine lust; ihm bleib ich feft 12. O herzens schar, o leben meiner feelen! Nachdem ich dis, als wahrheit, wol erkannt; So sey mein her; allein zu dir ges wandt: Mir kann bei dir kein beil, kein gutes fehlen: Du bist ja selbst mein ervig haab und gut, So hat mein herz, worin es ewig ruht. Mel. Nun ruhen alle wälder ic. ſchuid verſprüht; Hab ich dadurch 153. welt, sich hier ein leben am flamm ein festes Drum werd ich theils mit schmerz und ach gebeugt, und theils zu dir mit größter kraft geneigt. 8. Gebeugt werd ich, wenn ich die schuld bedenke, Womit ich eine solche gluht erweckt, Die dich, o lamm! an leib und feel er: schreckt: Dis macht, daß ich mich bis zum tøde kranke: Dis quälet, bis termalmet meinen sinn; Weil ich die ursach deiner marter bin. des creuses schweben! Dein heil sinkt in den tod. Der grosse fürft der ehren Låßt willig sich beschwes ren Mit banden, schlägen, hohn und spott. 2. Tritt her und schau mit fleiffe: Sein leib ist gan; mit schweiffe Des blutes überfüllt: Da ans dent matten herzen, Für uners schöpften schmerzen, Ein feuffer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, Mein heil! und dich mit plagen So übel zugericht? Du bist ja nicht ein fünder, Wie wir und unsre kinder; Von misfethaten weißt du nicht. 4. Jch, ich und meine fünden, Der sich so viele finden, Als sandes an dem meer; Die haben dir erres get Das elend, daß dich schläget, Und das betrübte marter- beer. s. Ich bins, ich sollte büffen, An hånden und an füffen Gebunden in der höll: Die geiffeln uno die banden, Und was du ausgestans den, Das hat verdienet meine feel. 6. Du nimmst auf deinen rücken Die lasten, die mich drücken Viel schwerer als ein stein: Du bist ein fluch: dagegen Verehrst du mir den segen, Dein schmerz muß mir en labsal fenn. 7. Du setest dich zum bürgen, $* Bon dem Leben und Sterben JEsu Ja läffest dich gar würgen Für, deine augen haffen, Das will ich mich und meine schuld: Für mich fliehn und laffen, So viel mir im läßt du dich crönen Mit dornen, mer möglich ist. die dich höhnen, Und leideft alles mit geduld. 8. Du springft ins todes rachen, Mich frey und los zu machen Von folchem ungeheur. Du stirbst, daß ich nicht sterbe, Noch ewiglich vers derbe; unerhörtes liebes- feur! 9. Dir leb ich höchst verbunden, Mein heil! zu allen stunden; Ich bin dein eisenthum: Was leib und feel vermogen, Will ich mit fleiß anlegen Zu beiner ehr, zu dei nem ruhm. 10.Kann ich gleich nicht viel geben Ju diesem armen leben; Will ich doch dieses thun: Es soll dein tod und leiden, Bis leib und feele scheiden, Mir Sets in meinem derzen ruhn. 11. Ich will mirs täglich segen Bur freud und sum ergeßen, Ich sen auch, wo ich sey. Es soll mir fenn ein spiegel Der unschuld, und ein fiegel Der lieb' und unverfälschten tren. 12. Wie heftig unsre sünden Den frommen GOtt entzünden, Wie rach und eifer gehn, Wie grausam feine rubten, Wie zornig feine flubten; Will ich aus diesem leiden sehn. 13. Dein bild soll mich anführen, Wie ich mein herz soll zieren Mit fillem fanftem muht, und wie ich bie soll lieben, Die mich so fehr betrüben Mit werken, so die bosheit that. 14. Wer böse jungen fiechen, Mir glimpf und namen brechen, Go will ich zähmen mich: Das aprecht will ich dulden, Dem nächsten seine schulden Verzeihen sern und williglich. Ich will ans creute schlagen ein fleisch, und dem absagen, Was meinem finn gelüft't; Was 16. Dein seufzen und dein fidhs nen, und die viel tausend thränen, Die dir sind ausgedrückt, Die leiten mich am ende In deinen schooß und hände, Benn mich nunmehr der tod hinrückt. Mel. Herzlich thut mich verlang. 154. haupt voll blut schmerzen, schmach und hohn! O haupt zum spott gebunden Mit eis ner dornen- cron! O haupt, sonst schön gecrönet mit höchster ehr und zier, Jest aber höchst verhöh. net, Gegrüffet feyst du mir. 2. Du edles angesichte, Dafür sonst fchrickt und scheut Das groffe welt gewichte, Wie bist du so bes spent! Wie bist du so erbleichet! Wer hat dein augen- licht, Dem soufst kein licht nicht gleichet, So schändlich zugericht! 3.Die farbe deiner wangen, Der rohten lippen pracht If hin, und ganz vergangen: Des blaffen to des macht hat alles hingenoms men, hat alles hingerafft; Und daher ist du kommen Von deines Leibes kraft. 4. Nun, was du, HErr! erdul, det, Ist alles meine last: Ich hab es selbst verschuldet, Was du ges tragen hast. Schau her! hie steb ich armer, Der zorn verdienet hat! Gib mir, o mein erbarmer! Den anblick deiner gnad. s. Erkenne mich, mein hüter! Mein hirte nimm mich an! Von dir, quell aller guter! Ift mir viel guts gethan: Dein mund hat mich gelabet Mit trost an deiner bruff, Dein geift hat mich begabet Mit manches himmels- luft. 6. Ich will hie bey dir siehen, Verachte mich doch nicht! Bon bir und war von deffen duserttchem Lelden 91 bir will ich nicht gehen, Wenn dir| Daß er mich nie lassen könne, Mis das herz schon bricht. Wenn dein| troft, heil und leben gönne, Soll ber: wird erblassen Jm lezten to mir seiner wunden pein Ein bes des stoß, Alsdenn will ich dich faf ständig zeugniß seyn. fen In meinen arm und schooß. 7. Es dient zu meinen freuden, Bekommt der seele wol, Wenn ich in deinem leiden, Mein heil! dich finden soll. Ach! mögt ich, o mein leben! An deinem creuze hier Mein leben von mir geben, Wie wol geschahe mir! 3. Meine handschrift ist entrichs tet, Jch bin von der schuid befrent: meint nicht, dieses sey erdichtet; Meines liebsten JEfu feit Kann mir überschwenglich geben Dis versicherung zum Leben, Seiner wunden mahle sthein Muß mis deffen quittung seyn. 4. O ihr heil und lebens- bruns nen! Da des heilgen heilands blut Strömen gleich hervor gerona nen, Auch gewißlich mir zu gut. Lebens- quellen sich ergiessen, Da hie blut und waffer fliessen; Jhe, ihr sollt in aller pein einer sees len labsal fenn. 8. Ich danke dir von herzen, O JEsu, liebster freund! Für Deine todes schmerzen, Da du's so gut gemeint. Ach! gib, daß ich mich halte zu dir und deiner treu. Und wenn ich nun erkalte, In dir mein ende sey. 9. Wenn ich einmahl soll scheiden; So scheide nicht von mir. Wenn ich den tod soll leiden, So tritt du dann herfür. Wenn mir am allerbängsten Wird um das herze seyn; So reiß mich aus den angsten, Kraft deiner angst und pein. 10. Erscheine mir zum schilde, Bum troft in meinem tod, lind laß mich sehn dein bilde. In meiner lejten noht: Da will ich nach dir blicken, Da will ich glaubens- voll Dich fest an mein berz drücken: Ber so stirbt, der stirbt wol. 5. Macht der fatan mir viel grauen, Macht er meine fünde groß, Läßt sich Gott erzürnet schauen? Dieses schreckens werb ich los, Wenn ich deine hånd und füffe, JEfa! nur im glauben füffe: GOttes huld und gnaden schein Muß durch dich mein eigen seyn. 6. Will mein traurig herz vers sagen, Ringts mit mancher angl und noht: Ach! was hab ich doch zu klagen, Duldest du nicht pein und rod? Wirst zulezt ins grab gesenket, Daß mir GOtt erbar. mung schenket, Und daß du in aller pein Kannst mein treuer heis land seyn. Von den Wunden Jesu. Mel. JEsu meines Lebens leben. ich nicht in deinem 155.J wunden Deine en Meinen namen eingerigt? Ach! das ist, was meinen schmers en Als ein wahrer balsam wüßt. Darum liest du dich durchstechen, Daß dein her; dir könnte brechen, und du kduntst in unsrer pein Ein barmherzger heiland feyn. 1 streich und någel- mahl Sind in allen trauer- stunden Miz ein lab fal meiner quahl. Wenn ich nur an dich gedenke, und in selbe mich versenke; Ach! so kann in aller pein Jch recht gutes muhtes senn. 2. Diese sind die liebes zeichen, 8. Mein' verwundre matte Die mein heiland an sich trägt, seele Gehet durch die gnaden- this Daß er nie von mir will weichen, in die schußes- volle höle, Wenn Wenn sich creuz und trübsal regt; licb fataits pfeile fpür; Darum is bein Von dem Leiden und Sterben Jesu 92 dein herz gebrochen, Daß, wenn fünde mich durchstocheu. Mir dein blut in aller pein könnt ein hei lungs- balsam feyn. * 9. Laß, HErr JEsu! deine wuit den Einig bleiben mein gewinn. Laß mit dir mich stets verbunden Aufwärts schicken meinen sinn. Laß in dir, als Noà kaften, ich, dein armes taublein, raften, Und in aller meiner pein Eicher, still und ruhig seyn. 10. ommt es endlich auch zum sterbeu, Mehrt sich meiner feelen noht: Laß mich, heiland! nicht verderben, Zeig mir deines creuzes tod, Deine striemen, deine wuns den; Sag in meiner lezten fiunden: Flieh in meine feit hinein, Hie, hie solle du sicher seyn. 11. Ach ja, hicher will ich flie, hen, Als zu meiner mutter schooß; Will durch sie zum hemmel ziehen. Der sein blut für mich vergoß, JEsus, will mich wol bewahren, So kann ich in friede fahren, Und, nach aller angst und pein, ewig bey ihm selig seyn. Nimm die schmerzen, die mich qualen, und den ganzen schaden hin, Den mir Adams fall ges bracht, Den ich selber mir ges macht. Wird, o arzt! dein blut mich nezzen, Wird sich all mein iammer feßen. 4. Schreibe deine heilge wuns denmir, Herr! in das herz hinein, Daß sie mögen alle stunden Bey mir unvergessen feyn. Du bist doch mein liebstes gut, Wo mein ganzes herze ruht: Laß mich hier zu deinen füssen Deiner lies' und huld geniessen. s. Diese füffe will ich halten, So fest ich nur immer fann: Schaue meiner hände falten, und mich selbst, in gnaden an Von dem theureu freuzes baum, Und gib meiner bitte raum; Sprich: laß all dein trauren schwinden, Ich tilg' all deine fünden. 157. JEfu! deine heilge wunden, qutahl und bittern tod, Laß mir ge ben alle stunden Trost in leibss und seeien- noht. Wenn mir fällt was arges ein. Laß mich denken Mel. JEfu deine beilge wunden deiner pein, Dak ich deine angst 156.Se mir tausendmahl und schmerzen Wol erweg' in meis nem Der mich je und je geliebt, JEsu! der du felbft- gebüffet Das womit ich dich betrübt: Ach! wie ist mir doch so wol, Wenn im geist ich liegen foll Bey dem creuze, da du stirbest, Und um meine seele wirbest. 2. Glaubig ich umfaß und Zuffe Der gekränkten wunden zahl, und die purpur rothen flüge Deiner füff und någel- mahl. Wer kann boch, o lebens- fürft! Den so sehr nach uns gedürft't. Deinen durft und liebs- verlangen Böllig faffen und umfangen. 3. Heile mich, o heil der feelen! Wenn ich frank und traurig bin. 2. Will sich denn in wolluft weis den Mein verderbtes fleisch und blut; Laß mich denken, daß dein leiden Hat geldscht der höllen gluht, nicht, daß ich nach meinem sinn Soll in wolluft leben hin: Sondern leiden mit auf erden, Deinem bilde ähnlich werden. 3. Will die welt mich mit verfüh ren Auf die breite fünden, bahn; Wollst du mich also regieren, Daß ich alsdenn schaue arDeiner mars ter centnerslast, Die du ausgestanden haft: Daß ich ia in ans dacht bleibe, Rit der welt nicht bosheit treibe. 4. Will und zwar von deffen äuserlichem Leiden. 93 4. Will mir satan meine fünden I wende Jn wahrem glauben, ren Mit viel schrecken zeigen an: xaß, und leid, Von deiner richters, mich diesen troft empfinden, Daß ftrengigkeit, und faß die gnaden. du gnug dafür gethan. Dringt er hände Ja dein getreues vaters brüllend cin zu mir, Hilf, daßich herz, Das in den creuz- und todes ihm halte für Deiner wunden schmer; Für meine schwere missemahl und zeichen, Daß er von mir that Auch, seinen sohn gegeben müsse weichen. hat. HErr JEfu Chrift! Ich halte mich getrost an dich, und an dein lieben ewiglich. s. Gib für alles, was mich Från: ket, mir aus deinen wunden kraft: Wenn mein herz hinein sich fenket; So gib neuen lebens: faft: Daß mich stark in allem leid Deines troftes füffigkeit; Weil du mir dein heil erworben, Da du bift für mich gestorben. 6. Laß auf deinen tod mich trauen, mein GOtt und zuver ficht! Laß mich feste darauf bauen, Daß den tod ich schmecke nicht. Deine todes angst laß mich Stets erquicken kraftiglich: HErr! laß Deinen tod mir geben Auferste bung, heil und leben. 7. JEsu! deine heilge wunden, Deine quahl und bittern tod Laß mir geben alle stunden Trost in leibs- und feelen noht: Sonder: lich am leiten end Hilf, daß ich mich zu dir wend, Trost in deinen wunden finde, Und denn frölich überwinde. 3. Du bist das theure löse- geld, Der wehrte schatz der ganzen welt: In deinen tiefen wunden Hat mein zerknirschtes sünden- herz Von seiner angst und höllens schmer; Erwünschte ruh gefuns den. Sind meine fünden ohne zahl? Ist dein verdiens doch alle zumahl Auch unermäßlich: denn mein GOtt Giebt sich dafür selbst in den tod. HErr Jesu Chrift! Weil ich in dir, und du in mir, So bin ich selig für und für. 4. Du schenkest mir dein ehrens fleid Der himmlischen gerechtigkeit, Dem ganz hochheilig leiden: Drum tret ich nun voll zuversicht Vor deines vaters angesicht, Mit dir, du brunn der freuden! Des bruder rechts theilhaft zu seyn: Ich weiß, er räumt mirs gnadig ein, Nebst allen schätzen; weil er schon Dich mir geschenktals feis nen sohn. HErr JEfu Chrift! Dein leiden, pein, und creus ift mein, Drum kann mir nichts vers faget seyn. Bel. Herzlich lieb hab ich dich zc. 158. ele wunden! was soll ich, Du groffer richter! gegen dich Verdienen und erwarten? Dieweil du hier die fün den- last So eifrig abgeftrafet haft? Der blutge schweiß im garten, Der dornen geisfel Von dem Blute Jesn. Mel. O GOtt du frommer ze. allerliebster schak, feblas, Der rohten firiemen unge 159.2 Ach bräuter feat mach, Die creuzes- laft, der schnöde tod Erinnert mich, o starker GOtt! O starker GOtt! Was fünde sey, und dann dabey Der Krengen strafen mancherley. 1. Ach! liebster vater! geh doch nicht mit deinem knechte ins ge richt: Sich, wie ich mich jest ner feelen! Bist du es, JEfu! denn, Aus deffen wunden- hölen Das ros sinfarbue blut Mit volleu fluhten dringt, und gleichsam, als ein quell, Aus deiner seit entspringt! Herzliebster JEsu! ia, Ach freilich bist du's selber Von dem Das 94 Von dem Leiden und Sterben JEM das blut fo ftrömt: Es ist kein blut, mein ehren- kleid, Dein' unschuld ber kålber, Es ist dein eigen blut, und gerechtigkeit Macht, daß ich Das hohe löse- geld, Wodurch du kann vor GOtt bestehn, und zu Dir erkauft Die menschen in der der himmels- freude gehn. welt. 3. JEsu Christe, GOttes sohn! Mein troft, mein heil, mein gnaden thron! Dein theures blut, dein lebens- saft Schenk mir stets neue lebens- kraft. 3. Dein blut hat uns von fünd' Und höll und tod befreyet: Durch dein blut sind wir nun Ganz wie derum verneuet. Dein auch für mich, o HErr! So mild vergoßnes blut Sen meiner feelen schag, Und allerhöchftes gut. 4. Feind! packe dich nun fort, Du hast hier nichts zu schaffen; Mein JEfus läffet mich In seiner feit entfchlafen. Geh hin, vers dammter geift! Geh hin, in deine quahl, bin in Und in der frommen jabl. <. Ruhst du, o fünde! nicht? Willt du mich auch verdammen? Als hätt' ich längst verdient Der bollen feuer- flammen; So spricht doch Christi blut Von dir mich quit und los, Wär deine schuldens last Auch gleich noch eins so groß. 6. Jch bleib auf Chrifii blut, Im leben und im sterben, Recht glaubig fest gegründt: Denn das macht mich zum erben Der felig teit bin ich mit Chrifti blut ge siert, Hab ich die himmels- freud 3m glauben schon gespürt. 7. HErr JEsu! laß mich bald Bu deiner freud eingehen, und in, mit deinem blut Gewaschnen kleidern, stehen, Dir dort vor deinem thron Zu dienen tag und nacht; O selig tausendmahl, Wer es so weit gebracht. Mel. HErr JEfu Chrift mein leb. Err JEfu Chrift! 4. HErr JEsu! in der lezten noht, Wenn mich schreckt teufel, höll und tod, So laß ia dis mein labsal seyn: Dein blut macht mich von sünden rein. If meiner feelen höchftes gut, Das stärkt, das labt, das macht allein Mein herz von allen fünden 2. Dein blut, mein fomud, Mel. Chriftus der uns selig zc. 161.Was hat doch des viehes blut, Das so mild geflossen, und zum heilgen opfer- gut Täglich ward vergoffen, In der alten falems stadt, Zu der juden zeiten, Nach des groffen GOttes raht, Sollen vorbedeus ten? 3. Denn was man daselbst vers goß, Macht an sich von fünden uns nicht völlig quit und los, Daß kein' schuld zu finden. Ach! wie konnt an sich das blut Von den schaaf und rindern Sünden tilgen, und die gluht GOttes jors nes mindern? 4. Chriftus aber, da er lam, A das lamm gewesen, Das die fünde von uns nahm, und uns half genes 160. der fünden Allemens fen. Chrifti blut das machet rein fchen groß und klein, Die damit beladen. *. Ey so kommt zu dieser fluht, Kommt ihr menschen- kinder! Uns fers theuren JEfu blut Reiniget 2.Das bestimmte Gottes- lamm, Christus, ward gemeinet: Der vom himmel zu uns kam, Und vor GOtt erscheinet Auf dem hos heu creuz- altar, als ein' opfers sabe: Daß die ganze menschens schaar Ihr erlösung habe. und zwar von den sieben Worten JEfu am Creuze. die fünder. Drum, die ihr beflecket send, Laßt euch hier beneßen: Eu rer fünden heßlichkeit kann dis blut erfeßen. 6. Ja, mein JEsu! wasch auch mich Rein aus deinen wunden, Daß ich nun und ewiglich unbe: fleckt erfunden, und mit solcher beiligkeit Mag erfidet werden, Die mich sieht zu jederzeit von der sünd' beschwerden. Meloden 13. 162. Jelen! Du ließt dich Eu, trop der armen Williglich Meinetwegen quälen. Ach! wie kann ich nun verzagen, Da du haft Alle last Meiner schuld getragen. 2. Dein blut rann mit reichen flüffen, Als ein saft, Deffen kraft Wir zum troft geniessen. Laß mich Diese fluht erquicken Meinen geift, Der dich preist, zu dir bin zu rücken. 95 negen, und mein her; Soll im schmerz Sich zum creuze setzen. Hier will ich dich ganz umfaffen, GOttes lamm! Bräutigam! Du wirst mich nicht laffen. 8. Laß mich nicht am lesten ende, Da hilf mir, Wenn zu dir Ich mich glaubig wende; Da laß mich dein blut erquicken; So kann ich Seliglich mich zum sterben schicken. Mel. Chriftus der uns feligre. 163.Gottes fon! bein reines blut nigt mich von fünden, Löscht bes böchsten eifers gluht, Läßt uns gnade finden, Nimmt weg allen sünden koht, Reinigt das gewissen, Hilft der feel in aller noht, läßt ihr kraft zuflieffen. 2. Dein blut sey mein lebenss born, Der mich täglich labe; Weil ich sonst für GOttes jorn keinen labsal habe. Laß es mir ein bals sam seyn, Der die wunden heile, Und mir auch in todes pein Le bens- kraft ertheile. 2 3. Dieser strom führt in den himmel: Dort, ach dort Ist der ort, Wo kein welt getümmel. Dahin steht nun mein verlangen: 3. Lösche dadurch aus in mis Ehr und gut Soll den muht Nim- Böser lüste flammen, Und was mer wieder fangen. von der luft- begier Pfleget her zu stammen. Cheures blut! schrey du für mich, Wasche mich von sün. den, Laß des höchsten zorn durch dich, Wie ein rauch, verschwinden. 4. Dein blut soll mich fiets vergnügen, Ich will nun In dir ruhn, und ganz sicher liegen. Ich will zu den wunden eilen, Denn da kann Jedermann Seine kranks beit heilen. Don den sieben Worten 3fu am Creuze. 5. Krant bin ich von sündenwunden: Krank und Schrey ich nach Dir, bis ich dich 164.Da JEfus an bem funden. Ich will zu dir, JEsu! fliehen, Doch du mußt Aus dem wust mich selbst zu dir ziehen: creuzes stamm Der ganzen welt sünd auf sich nahm, Sprach er in seinen schmerzen Noch sieben wort: die laffet uns Erwegen wol im Herzen. 6. Wie du an dem creuze tha test, Als du dort, Liebster hort! Für die feinde batest. Ob mich spät die fünden reuen; Hoff ich doch, Mich wird noch Deine gnad erfreuen. Zum ersten: vater! ftrafe nicht An ihnen, was mir jest ge schicht; Weil sie es nicht verstehen. Vergib uns, GOtt! wenn wir auc noch Aus irrtbum fünd begehen. 3. Sum 7. Ich will mich mit thränen 96 Von dem Leiden und Sterben JED 3. Zum andern er des schächers| Durch seine wunden mich geheilt, dacht: Fürwahr, du wirst noch Da er fein leites wort gesprochen, vor der nacht In meinem reich Da JEsu ist das Herz gebrochen: heut leben. DHErr! nimm uns So wein ich, weil ich weinen kann, auch bald zu dir, Die wir im und stimme diese seufzer an: elend schweben. 4. Sum dritten: deinen sohn sich, weib! Johannes! ihr zu dien fie bleib, und sie als mutter licbe. Versorg, HErr! die wir laffen hier, Daß niemand sie betrübe. 5. Zum vierten sagte er: mich dürft! O JEsu, groffer lebensfürft! Du haft durst und verlangen Nach unfrer seligkeit: drum hilf, Daß wir sie auch empfangen. 6. Zum fünften: o mein GOtt, mein GOtt! Wie läßt du mich so in der noht! Hier wirst du, HErr! verlassen, Daß uns GOtt wieder dort aufnahm; Den troft laß uns wol faffen. 7. Zum sechsten: hiemit ist vollbracht, und alles nunmehr gut gemacht. Gib, daß wir auch durchdringen: Und was du HErr! uns auferlegst, Hilf selig, lich vollbringen. 8. Zum leiten: ich nun meine feel, O GOtt, mein vater! Dir befehl 3u deinen treuen handen. Dis wort sey unfer letter wunsch, Wenn wir das leben enden. * 9. Wer oft an diese worte denkt, Wenn seine missethat ihn Fränkt, Der wird es wol genies sen: Weil er durch GOttes gnad erlangt Ein ruhiges gewiffen. 10. Verleih uns dis, HErr JE fu Chrift! Der du für uns gestor. ben bist: Gib, daß wir deine wunDen, Dein leiden, marter, creu and tod Betrachten alle stunden. Meloden 14. 165.20 enn meine feel den tag bedenket, Da meine foun' zur nacht geeilt, Da mein geliebter arst gekränket, 2. Herr Chri! der du mit heiffen thränen Im tod noch bafft für deine feind: Laß deine thränen mich versöhnen, Duz baft ia auch für mich geweint. Laß mich die rach dir überlaffen, Gib, daß ich liebe, die mich haffen. Vergib den feinden ihre schuld, Gib ihnen reue, mir geduld. 3. Schaff, daß ich nicht die buß' aufschiebe, Bis daß schon kömt der todes schweiß: Gedenk an mich mit deiner liebe: Nimm mich vom creuz ins paradeie, Da mir der baum des wissens bienet, Da mir das holz des lebens grünet, Da der crystallen firom mich stillt, Der aus dem fiubl des lammes quillt. 4. Laß mich, wenn alles flüchtig gehet, Ben deinem fähnlein halten stand. Wer unter deinem creuz bie stehet, Steht dort zu deiner rechten hand. Laß mich die witts roen und die wäisen, Als dein' und meine brüder, fpeifen: Und wenn ich mir nicht helfen kann, So nimm dich meiner nohtdurft an. 5. Wie sollt ich nicht die sünde baffen, um welche dich GOtt selbst verläßt? Ich halte dich, du kannst nicht laffen Den, der dich hält, wie Jacob, fest. Wenn dich die jorn deck' mir verstecket, Wenn mich des todes schatten sehrecket; So höre was mein herze spricht: Mein GOtt! mein GOtt! verlaß mich nicht. 6. O quell! von der viel ströme fliessen Es dürftet dich nach mir, nach mir. Dein durst muß Adams bissen bussen, Mich dürftet auch noch dir, nach dir! Gib, taß auch mir die effig- güffe Dein scharfer effig- trank verfüsse, Bis du mich dort und zwar von den sieben Worten JEfu am Erenze. bort, o lebens- fürst! Mit wollust ewig tränken wirst. 7. Es ist vollbracht, ich hab ge tampfet: Rufft du; der vater ist vergnügt, Die schrift erfüllt, die fünd gedämpfet, Tod, teufel, bölle sind besiegt, Daß sie mir nicht mehr schaden werden. Gib, daß ich, wenn ich geb, der erden An mei nem freytag gute nacht, Auch frs- zu lich rühm': es ist vollbracht! 8. Alsdenn komm, deine braut zu holen, Nimm, himmels- Noah! beine taub. Mein geist sey deiner hand befohlen; Mein frisches 81 Blatt ist der glaub: Neig gegen mich dein haupt im leiden, Scheid nicht von mir, wenn ich soll scheis den. Führ aus der marter- wochen pein ich zu den himmels- oftern ein. Mel. Ich glaub an einen GOtt zc. 166 Bedenk, mensch! die angst und noht, Die GOtt der HErr bis in den tod Um creuse mußte leiden, Damit du kämst zu freuden. Sieh, wie sein ganzer leib verwundt, und den noch läßt der süsse mund Viel liebes- stromlein flieffen, Die reich lich sich ergieffent. 925 noch so schwer Die marter, mich nicht haffen. 3. Weil deine schwere hand mich drückt: Berdorrt mein faft, mein berz erstickt, Vor durft die feel vers fchmachtet, und muß noch seynt verachtet. Doch wird mun alles seyn vollbracht, Wodurch zuvor dein raht gedacht Dem menschen erwerben Das heil, bis auf mein sterben. Darauf mein haupt nun neiget sich, Ich weiß, mein geift wird ficherlich In deiner hand verwahs ret seyn, Der leib befrent von aller pein Im grabe nicht verderben. Nur ich allein muß in dem spott Berlaffen seyn von dir, mein GOtt! Mein GOtt! dein antlik in mir febr, Du kannst ja, war auch * 4. HErr Christe, heiland aller welt! Der du dich selbst haft eins gestellt, Für fünd und firaf zu büßt ſsen, Laß mich deß auch genieffen. Hilf, daß ich stets in frend und vein Hinfort mich die ergeb als lein; Geduldig alles leide, Die fünde herzlich meide. Den vater bitt für meine sünd Denk mein, versorg mich als dein lind: Berlaß mich nicht, gib kräfte mir: Hilfalls vollbringen: nimm zu dir Den geist, wenn ich abe scheide. Mel. Chriftus der uns selig 2c. nicht Die blinden feute im gericht 167 Las mir alle wochen Entgelten diese miffethat; Weil sie nicht wissen deinen raht, Wors nach ich muß so büffen. chen: Daß ich oft dere deines pein. Und was du gesprochen Att dem creuze: laß mich es Fruchtbarlich erwegen: Daß ich deffent nie vergeß, HErr! gib gnad und segen. 2. Auch dir, du schächer! Esmmt zu gut Des glaubens kraft, mein tod und blut: Heut will ich dein gedenken, Das paradies dir schen- 2. Dein anfänglich wort was len. Du weib! bist hier versorget schon; Sieh, den sollt du wie deinen fohn, Mit mutter- lieb' umfassen, Der sohn wird dich nicht laffen. das: Vater! vergib ihnen; Weil sie selbst nicht wissen, was Sie an mir verdienen. Spricht hier GOts tes sohn ju GOtt Für sein drgfte feinde; Was wird er nicht in dee noht Thun für seine freunde. 3. Drauf der schächer hört, der bir Seineu glauben wiefe: Bars lich 98 Bon dem Leiden und Sterben JEfu lich, du wirst heut mit mir Seyny Mel.Wer nur den lieben GOtt 26. 168.8 ist vollbracht: muß im paradieſe. Gib, wenn ich nun nicht mehr des schmerzen; Daß ich diese wort als dann hör in meinem Herzen. 4. Weib, fagst du jur mutter, fich Deinen sohn hie stehen: Zu Johanne: du kannst hie Deine mutter sehen. Auch dis dritte wort macht froh, Und läßt troft erschei nen, Wenn ich denk: du wirst auch so Sorgen für die meinen. <. Viertens mußt bey aller noht Auch der durft dich plagen, Da man dich, o mensch und GOtt! Hort, mich dürstet, Élagen. Laß mich, JEsu! doch in mir, Gleich der matten hinden, Lebens quelle! fiets nach dir Heilgen durst empfinden. 6. Fünftens riefft du: als die last Zunahm ohne maassen: Mein GOtt, mein GOtt! warum haft Du mich so verlasſen? Daß ich nie verlassen blieb, Wurdest du ver laffen: O der unerhörten lieb! Wer kann dieses faffen? 1 Durch meines JEsu blaffen mund. Ach! dringe doch du mattes lallen, In meiner feelen tiefsten grund, Ja kömmt die fins stre todes nacht, Sen dis mein licht: es ist vollbracht! 2. Was ist vollbracht? die ganze fülle Von JEsu welt- und höllen- noht. Was GOttes treuer gnaden- wille Von unserm heil durch Christi tod In seinem ewgen raht bedacht; Davon spricht er: es ist vollbracht! 3. Was uns des geistes lehren sagen, Durch heiliger propheten mund: Um unsre schuld ist er zers schlagen, Um unsre missethat vers wundt,* Er ist verfolgt, betrübt, veracht; Davon erschallt: es is vollbracht!* Efai. 13, 5. 4. Vollbracht des herben kelches trinken, Den bittre leiden angefüllt. Vollbracht der müden knie sinken, Wenn blut- schweiß aus dem corper quillt. Von aller fünd- und höllen nacht Spricht Esu mund: es ist vollbracht! 7. Sechstens, als du nun mit macht So weit durchgebrochen, Hast du auch, es ist vollbracht! aus zum troft gesprochen: Denn durch dich ist ganz und gar GOt tes zorn gestillet; Weil, was zu vollbringen war, Du für uns er füllet. 5. Geht nun das licht der heis den unter; So hemmt sein licht der sonnen lauf. Die todten selber werden munter, Es schliessen sich die gråber auf: Der fels erbebet, springt und kracht, Dis alles ruft: es ist vollbracht! 8. Endlich schrieft du laut am end: Vater! ich befehle Meinen geist in deine hånd: Damit schied 6. Es sprechen, JEsu! deine die seele. Wenn mir auch der tod wunden, Es spreche dein vergoßs jufent, und mein herz will brenes blut, Und alle pein, die du em. chen; So laß mich dis wort zu pfunden, Da deiner feinde wilde lést Denken oder sprechen. wuht Dich, GOttes lämmlein! abgeschlacht, Durch kraft an mir: es ist vollbracht! 9. JEfu, tilger aller noht! Bitt für mich den deinen: Gib des schğchers troft im tod: Sorg auch für die meinen: Laß mich nie aus dei ner acht, O durft meiner feele! Daß ich, wenn mein lauf voll bracht, Dir den geift befeble. 7. Jhr freudenthranen nest die wangen! Der glaube siehet ofs fenbar Die handschrift an dem creuze hangen, Die wider meine feele war. Wer ist, der nicht voll wonne and war von dem wonne lacht? Da so erschallt: es ist vollbracht! Code JEfu. 99 3. Mein JEfus ftirbt, die aus gen brechen. Ach! nimm den lezten blick von mir. Sein mund vers schmacht't, was soll ich sprechen? Mein leites wort ist, Jesus! hier. Ach JEsu, JEsu! laß mich nicht. Wenn mir der tod das herze bricht. 4. Mein JEfus ftirbt, und seine feele Befiehlt er in des vaters hand. Ach vater! ach, auch ich befehle Dir meinen geift an meis nem end. Wo deines sohnes seele ruht, Da ists auch meiner seele gut. 8. Es führe mich, von allen or ten, Wo dieser erden wollust blüht, Den mund von allen bösen worten, Von argem dichten das ge: müht, Das her: von aller eitlen pracht, Dis wort am creuz: es ist vollbracht! 9. Doch steigt die flamme dei ner liebe Zu gröffrer gluht in mei ner bruft: Wenu rege sehnsucht reiner triebe Des alten Adams fleisches- luft Zu creuzgen und zu tödten tracht, So heiß es auch: es ist vollbracht! s. Mein JEsus neigt jein haupt 10. Soll auch mein haupt in aur erden; Welt gute nacht! ich vielen schmerzen, Gleich deinem, scheide mit. Soll JEsus eine leiche unter dornen stehn; Soll ich mit werden, Was scheu denn ich den thránen vollem herzen Durchleiten tritt? Jch sterbe, JEsu! mit trubsal ins reich GOttes gehn; begier, Jch sterbe mir, und lebe dir. Kommits, daß mir feel und leib 6. Mein JEfus stirbt, er ist vers verschmacht; So sey mein troft: schieden. Wie sanfte neiget er sein es ist vollbracht! haupt? So schlaf ich ein im süß, II. Schmeck ich in dieser iam- sen frieden, Der stirbt nicht, der mer- höle Mit dir des todes bit- an JEfum glaubt. Drum seg ich terkeit: So sey die tröftung mei meinem tode ben, Daß JEsu ner feele Dein frohes leben nach tod mein leben sey. der jeit; Daß ich, wenn glaub und hoffnung wacht, mit freuden fprech: es ist vollbracht! 7. Mein JEfus ftirbt, sein eis gen leben Jft ihm auch nicht für mich zu theur. Nun hat er alles hingegeben: O unaussprechlich liebes- feur! Mein heil, was fos derst du von mir? Ich geb mein alles, alles dir. Von dem Tode JEfu. Mel.Wer nur den lieben GOtt 2c. ein JEfus ftirbt! 169.Mein was soll ich leben? Mein haupt bleibt traurigkeit, hers glied? Ach soll ich ihm den gein 170. telebistas mies nicht geben, Da jest sein geift von zu beklagen? GOttes vaters eis dannen zieht? Ach ja, ich sterbenig kind Wird ins grab getragen. nun mit dir; Mein JEsu! stirb du auch mit mir. 2. Me in JEfus ftirbt! drum soll ich leben; Sein tod befreyt mich von dem tod. Nun kann ich erst mein haupt aufheben; Die fünde Airbt, ich lebe GOtt. Ach ja, ich lebe nun in dir, Mein Jesu! leb auch du in mir. 2.O groffe noht! Des todes tod Ift felbft am creus gestorben: Doch hat er das himmelreich mir das durch erworben. 3. O menschen- kind! Nur deine fünd Hat dieses angerichtet, als bu durch die missethat Wares gan; vernichtet. 4. Dein brautigaff, Das GOt, € tod [ 00 Bon dem Leiden und Sterben JEfu tes- lamm Liegt hie mit blut beflosfent, Welches er gan; mildiglich Hat für dich vergoffen. s. O füffer mund! O glaubens grund, Wie bist du doch zerschlagen! Alles, was auf erden lebt, Muß dich ja beklagen. 5. Die fonne felbft versteckt die strahlen, Der himmel Freucht in einen fack. Das echo ruft zu taus sendmahlen: Dis ist ein rechter trauerstag! Der felfen- riß macht ein geschrey, Daß GOttes sohn gestorben sey. 6. O lieblich bild, Schön, tart 6. Ach! sterbet in mir alle and mild! Du föhnlein der jungskräfte! Weil JEfus ftirbt, ift frauen! Niemand kann dein heiß fes blut Ohne reu anschauen. 7. O felig ist Zu jeder frift, Der dieses recht bedenket, Wie der HErr der herrlichkeit Wird ins grab gesenket. 8. DJEsu, du ein hülf und ruh! Ich bitte dich mit thränen, Hilf, daß ich mich bis ins grab Nach dir möge sehnen. meine pflicht, Daß ich mich an sein creuze hefte, Wo mein her; an dem feinen bricht; Ach JEsu! nimm mein leben hin: Ich ruh nicht, bis ich bey dir bin. 7. Erblaffte lippen! last euch küssen, Ihr trieft von lauter les bens faft; Laß dich, geneigtes haupt! umschlieffen, Das meinem haupte ruh verschafft. Erlaube, tiefe feitenbôl! Daß in dir ruhe meine feel. 8. nun hin bes Mel.Wer nur den lieben GOtt ze. Dein freund ift 171.Mmir gestorben, Sollt graben, Daß ich kann immer bey man mich nicht voll trauren sehn? dir seyn? Du sollt zur gruft mein Der mir den himmel hat erworherie haben, Da leg ich dich, mein ben, Den seh ich in die erde gehn. freund! hinein. Dein creuse soll Der mir das leben hat gebracht, das grabmahl seyn, Die schrift Versinkt in schwarze todes nacht. darauf, dein blut allein. 2. Ifts möglich? seh ich JEsum 9. Und wenn ich meinen lauf Eterben? Ach ja, ich seh es allzu vollende; So geb ich meinen müs Flar, Wie sich die blaffe lippen den geist In deines treuen vaters färben: Sein antlig stellt hande, Wie mich dein abschied bes sonne dar, Wenn solche ganz verten heißt. Der trifft im tod das les Bustert ist, und allen ihren glanz ben an, Der mit und in dirflers verschließt. ben kann. die 3. Die augen sind nicht nur gebrochen, Das herz ist selber, was Ihm bricht. Kaum ist das lette Mel. Ich hab mein fach GOtt se. gemacht, Weil JE: wort gesprochen, Da man von sei 172.Nun ist es alles wol nem tode spricht: Das haupt, das so viel strahlen zeigt, hat sich zur erde hin geneigt. sus ruft: es ist vollbracht! Der neigt sein haupt, o mensch! und ftirbt, Der dir erwirbt Das leben, das niemahls verdirbt. 4. O schwert, das meine brust durchfähret! O tod, der mich zum todten macht! Mein herz ist mir ganz umgekehret, Indem es sei nen freund betracht't, Wie er den leiten abschieds- fuß Mit falten lippen geben muß. 2. Der HErr der herrlichkeit ers bleicht, Der lebens- fürft, dem nies mand gleicht: Was wunder, daß die erde kracht und es wird nacht; Weil GOttes fohn wird umges bract. 3. Die und zwar von dem Tode JEfa. IQI 3. Die fonn verlierct ihren| Nach deinem wort, Daß ich die schein, Des tempels vorhang reif fet ein, Der heilgen gråber öffnen ich Ganz wunderlich, Man sieht fie aufstehn sichtbarlich. 4. Weil denn die creatur sich regt, So werd, o meusch! hiedurch bewegt. Ein felszerreißt: und du wirst nicht Durch dis gericht Be wogen, daß dein herze bricht? Mel. Alle menschen müssen 2c. 5. Du biſt ja ſchuld, dis nimm 173.Reißt ihr felfen! erde in acht, Daß JEfus ist ans creuz gebracht, Ja gar zum tod und in bas grab, Da er schied ab, und mit geschrey den geift aufgab. bebe! gib nur dunkles licht! Alle welt in trauren schwebe, Weil mein fels des heils zerbricht. Auf so viele marter- flreiche Wird der schönste leib zur leiche Und erblaßt, vom blute roht: JEsus meine lieb' ift todt. 6. Drum folge Jeju nach ins grab, Und stirb dem fünden- greuel ab. Gehst du nicht mit ihm in den tod, Lebßt ihm zum spott; So mußt du fühlen höllen- noht. 7. Ach vater! ach dein einger sohn Ersleicht am creus mit schmach und hohn: Nun, dis gefchicht für meine schuld, Drum bab geduld, und zeig in JEfu gnad und huld. 8. Ich will mit ihm zu grabe gehn, und, wo die unschuld bleibet, fehn: Ich will mit ihm begraben feyn. Dein tod allein Macht, daß ich felig schlafe ein. 9. Todt, JEfu! selbst in meiner brust, Was sich noch findt von bi fer lust Und alten menschen; daß ich streb, Wie ich erheb Mein herz zu dir, und dir, HErr! leb. cron erlange dort. 12.So will ich dich, HErr JEsu Christ! Daß du für mich gestorben bist, Von Herzen preisen in der zeit, und, nach dem streit, Mit freud und wenn in ewigkeit. 11. Ich will nun abgestorben seyn Der find, und leben dir allein. Es hat dein tod das leben mir Gebracht herfür, Und aufges than die himmels- thur. 12. O JEfu Christe! stärke mich In meinem vorsag kräftiglich. Laß mich den kampf fo fübren fort, 2. Alte Schlange! nun du kühs left Durch den schudden fersens ftich Deinen muht; jedoch du fühs left Das zertreten, denn auf dich Fällt der frevel; und mir armen ömmt, durch göttliches erbars men, JEsu theur vergoßnes blut, Als ein Idsegeld, zu gut. 3. Aber ach! was soll ich sas gen, Meines freunds verschloßner mund, Und mein eigen her: muß klagen, Daß ich ihn so sehr vers wundt, und mein leben hab ers würget, Das sich bis ans creus verbürget. Sünde macht, daß GOttes sohn Für mich trägt dez fünde tohn. 4. Doch ihr schnelle glaubens, 10. Sollt ich den fünden un flügel! Eilt dem myrrhen- berge Eaht doch noch hegen? nein! diszu, Flicher auf den weihrauch- bus fchwere joch Sen abgelegt; es hat mir lang Gemachet bang: Nun weiß ich, daß ich gnad empfang. gel*, Wo die matte feele ruh', Wa sie stärke für mich schwachen, Für mein trauren freud und lachen, Für die galle, füffigkeit Findt im leiden dieser zeit. * Hohel. Sal. 4, 6. 1. Dort will ich mich niederlass fen, Dort ist mein erquickungss ort. Wenn ich muß den tod ums faffen, Soll sich meine seele dort Judie wunden- hölen schmiegen. Dert 2 Bon dem Leiden und Sterben JEfu 102 Dort will ich vor anker liegen, Wo mich nichts berühren kann; Stür men gleich die wetter an. 6. Gar nichts verdirbt: Der 6. JEsu! auch im fremden grabe leib nur stirbt: Doch wird er aufs Bist und bleibest du doch mein.erstehen, und in ganz verklärter Alles, was ich bin und habe, Solzier Aus dem grabe gehen. au deinen diensten seyn. Ich will bir hers, gut und leben Statt der fpecereyen geben, und mit dir zu grabe gehu, Einft durch dich auch auferstehn. 7. Indeß will ich, Mein JEsu! dich In meine seele senken, und an deinen bittern tod Lebenslang ges denken. 8. Fels und erde! still dein be: ben, Wecket meine liebe nicht. Gonn' erblaffe! bis mein leben Siegreich höll und grab durch bricht. Ich will auch die seufzer iwingen, Doch nach dreyen tagen fingen: Meine liebe lebet noch, Und zerbricht des todes joch. 7. Freudig fierb' ich; denn das leben Wird an mir auch offenbar, Mel. Mein herz und seel den 26. Das sich selbst für mich gegeben: 175. lamm! das meine Leid ich gleich, wimnit die gefahr Doch ein ende mit dem leiden: Uns wird auch der tod nicht scheiz ben. Unter Christi leichen- siein will ich mit begraben seyn. gen, und als ein fluch ist an das getras creuz geschlagen, Nun nimmt man noch vor abends dich herab, und trägt dich bin in Josephs neues grab. volles zeichen! Das aber nur der 2. O tröstlich bild! o gnadens glaube kann erreichen: Der fluch ist weg, die erde ist nun rein: Zum zeugniß deß mußt du begras ben seyn.* B. Mos. 21, 22. 23. Gal. 3, 13. * 3. Nun weiß, und glaub ich, daß du bist gestorben, Daß du den tod geschmeckt; und mir erwors ben Gerechtigkeit, daß ich bestehen 174. Sorubeft du, mei- kann vor GOtt, und daß die ne In deiner grabes- hdle, und erweckst durch deinen tod eine toote seele. abgethan. 4. Die schrift konnt nicht an die gebrochen werden; Drum muß 2. Man senkt dich ein, Nach vie dein leib auch ruhen in der erden.* ler.pein, Dich, meines lebens le:** Was Daniel und*** Jonas ben! Dich hat jest ein felfen- grab, vorgebild't, Seh ich nuntaebe, Fels des heils! umgeben. mein heil! an dir erfüllt. * Pf. 16, 10. Jes. 531 9. ** Dall. 6, 17. feq. Don dem Begräbniß JEsu, Mel. O traurigkeit zc. Weil ich nun, durch deinen tod, Tod und grab besiege. 3. Ach! bist du kalt, Mein aufenthalt? Das macht die heiffe liebe, Die dich in das kalte grab Durch ihr feuer triebe. 4.O lebens- fürst! Ich weiß, du wirst Mich wieder auferwecken: Sollte denn mein gläubig herz Für der gruft erschrecken? s. Sie wird mir seyn Ein käms merlein, Da ich auf rofen liege: *** Jon.2, 1. seq. Matth. 12, 40. s. Du bist das weizen: korn, so man verscharret; Doch wenn man nur drey tage lang geharret, Wird man dich aus dem grabe aufers stehn, und tausendfache früchte bringen sehn. Joh. 12, 24. 6. ndes in dein begräbniß felb@ and war von dem Begräbniß JEfu. felbft ein siegel Der unschuld, und| lager stått, Zum schlaf- gemach, der ganzen welt ein spiegel, Worjum stillen ruhe- bett. innen mit verwundrung jedermann Ein vorspiel der erhöhung ſpüren kann. 8. Mein heiland: ich bin mit dir schon begraben, Als feel und leib die tauf empfangen haben, Die taufe, die auf deinen tod ges schehu: Nun laß mich auch mit dir stets auferstehn. * * Rom. 6, 3/4. Col. 2, 12. 7. Ich darf nun nicht für mei nem grab' erschrecken, Da du, mein beil! dich in das grab läßt stecken; Dein grab macht meins zur süssen IX. Auf das Ofter: Fest Don der Auferstehung JEfu Chrifti. 176.Erschienen ist der herrs lich tag, Dran nie: mand sich gnug freuen mag: Chrift unser HErr heut triumphirt, Die feinde er gefangen führt. Hallel. 2. Die alte schlange, sünd und tod, Die höll, auch alle angst und noht hat überwunden JEsus Chrift, Der heut vom tod erstanden ist. Hallel. 3. Am sabbath früh mit fpeceren Kamen zum grab Marien drey, Zu salben da des menschen sohn, Der von dem tod erstanden schon. Hallel. 4. Wen sucht ihr da? der engel ( prach: Christ ist erstanden, der hie lag, Hie seht ihr die schweißtü chelein: Geht hin, fagts bald den Jüngern sein. Hallel. s. Der jünger furcht und herzeleid Wird heut verkehrt in lauter freud: So bald sie nur den HEr ren sehn, Muß alles trauren bald vergehn. Hallel. 103 6. Drauf hält der HErr ein schon gespräch mit zween jüngern auf dem weg: Für frend das her: im leib ihn'n brennt, Im brot brechen wird er erkennt. Hallel. 7. Der rechte Simfon unser held, Christus, den starken löwen fällt. Der höllen pforten er hinträgt, Dem teufel sein gewalt er legt. Hallel. 8. Jonas im wallfisch war drep tag: So lang im grab' auch Chris ftus lag; Der tod ihn länger keine stund In seinem rachen halten konnt. Hallel. 9. Der tod da seinen raub pers Lohr, Das leben siegt und kam em por: Zerstört ist nun des todes macht, Chrift hat das leben wies derbracht. Hallel. 10.heut gehn wir aus Egyptens land, Aus Pharaonis dienst und band: Wir essen heut, im brot und wein, Das rechte ofter- lämmelein. Hallel. 11. Auch effen wir die füffen brot, Die Moses GOttes voll gebot: Kein sauerteig soll bey uns seyn, Daß wir von sünden leben rein. Hallel. 12. Der würg- engel vorüber geht, Kein erstgebuhrt er bey uns schlägt: Des herzens thür hat Christi blut Bestrichen, das hält uns in hut. Hallel. 13. Die sonn, die erd, all creas tur, Und was betrübet war zuvor, Freut sich deß heut an diesem tag: Weil satanas darnieder lag. Hallel. 14. Drum wir auch billig frds lich seyn, Das halleluia singen fein, und loben dich, HErr JEsu Chrift! Zu troft du uns erständen bift. Hallel. Mel 104 Auf das Offer Fe el. Erschienen ist der herrlich zc., teit Anschauen ewig voller freud: Höllen- pein gestürzet seynd. Hall. werde wie alle 1. Der HErr den tod zu boden schlägt, Da er selbst todt, und sich nicht regt: Geht aus dem grab in eigner fraft, Tod, teufel, höl nichts an ihm schafft. Hallel. 12. O wunder groß! o starker held! Wo ist ein feind, den ec nicht fällt? Kein angst- stein liegt so schwer auf mir, Er wälzt ihn von des herzens thür. Hallel. 177.8 fonn aufgeht, Mein beiland Christus aufersteht. Ver trieben ist der fünden nacht, Licht, heil und leben wiederbracht. Hal leluia. 2. Wenn ich des nachts oft lieg in noht Verschloffen, gleich als war ich todt; Laß du mir früh die guaden- soun Aufgehn, nach traus ren, freud und wonn. Hallel. 3. Nicht mehr als nur drey tage lang, mein heiland bleibt im todes zwang: Am dritten tag Durchs grab er dringt, mit chren fein fiegs fähnlein schwingt. Hallel. 5 4. Jest ift der tag, da mich die 14, Und daß der HErr erfians welt Mit schmach am creus ge den sey, Das ist von allem zweifel fangen halt: Drauf folgt der fab fren; Der engel selbst bezeugt es bath in dem grab, Darin ich ruhlar, Das leere grab machts offens und friede hab. Hallel. bar. Hallel. 5. In kurzem wach ich frölich auf: Mein ofter- tag ist schon im lauf: Ich wach auf durch des HErren stimm, Veracht den ted mit seinem grimm. Hallel. 6.Am creu; läßt Christus öffent: lich, Vor allem volke tödten sich: Da er durchs todes kerker bricht, Laßt ers die menschen sehen nicht. Hallel. 7. Sein reich ist nicht von dies fer welt, ein groß geprang ihm hier gefälle: Was schlecht und nie brig geht herein, Soll ihm das al lerliebste seyn. Hallel. 8. Hier ist noch nicht ganz kund gemacht, Was er uns aus dem grab' gebracht, Den groffen schaß, Die reiche beut, Drauf sich ein chrift so herzlich freut. Hallel. 9. Der jüngste tag wird zeigen an, Was er für thaten hat gethan: Wie er den schlangenkopf zer Inickt, Die höll zerstöhrt, den tod erdrückt. Hallel. 10.Da werd ich Cbrifti berrlich 13. Kein creuz und keine noht sich findt, Die Chrifti fieg nicht überwindt: Er führt mich aus durch seine hand: Wer mich will halten, wird zu schand. Hallel. 1. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt: Wenn mir gleich alle welt stürb ab, Gnug, daß ich Chriftum bey mir hab. Hallel. 16. Er nehrt, er schützt, er träs ftet mich, Sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jest lebt, da muß ich hin, Weil ich ein glied seins leibes bin. Hallel. 17. Durch seiner auferfiehung kraft, Komm ich zur engel brüders schaft: Durch ihn bin ich mit Gott verföhnt, Die feindschaft ist ganz abgelehnt. Hallel. 18. Mein her: darf nicht entsets sen sich, GOtt und die engel lieben mich: Die freude, die mir ist bes reit, Vertreibet furcht und traus rigkeit. Hallel. 19. Für diesen troft, o groffer held, HErr JEsu! dankt dir alle welt. Dort wollen wir auf beffre weif Erheben deinen ruhm und preis. Halleluia. mil. von der Auferstehung JEfu Chrift. 105 Mel. Wenn mein fünblein 2c. gben. Der sieg ist unser, Jesus Dommt wieder aus lebt, Der uns jur herrlichkeit ers 178. der finstern gruft, hebt, GOtt sey dafür gelobet! Ihr GOtt: ergebne sinnen!! ist erstanden Schöoft neuen muht und frische 179. von der marter alle: Chrift luft, Blickt hin nach zions zinnen: Denn Jesus, der im grabe lag, Hat als ein held am dritten tag Des todes reich beſieget. Deß sollen wir alle froh seyn, Chris stus will unfer troft seyn, Hallel. 2. War er nicht erstanden, Co war die welt vergangen; Weil er nun erstanden ist, So loben wir den vater JEfu Chrift, Hallel. 3.Halleluja, Halleluja, Halleluja! Deß sollen wir alle froh sepn, Chris ftus will unfer troft seyn, Hallel. 2. Auf! danket ihm mit herz und mund Um tage feiner freuden; Er hat den eigen gnaden bund Gegründet durch sein leiden, Er hat dem tod entwandt die macht, Das leben aber wiederbracht und unvergänglich wefen. tritt, lich ist, zu glaubens- kraft zusammen: 180, Chrift lag in todess banden, Für unsre Weil Christus auferstanden sünd gegeben: Der ist wieder ers is, Wer will fein volk verdam- standen, und hat uns bracht das men? Hier ist der mann, der überleben; Deß wir sollen frölich seyn, wand, und nach zerriffnem tedes- Gott loben und ihm dankbar feyn, Band Zur rechten GOttes fizet. Und singen halleluia! Halleluia. 4. Du wolgeplagtes christen- 2. Den tod niemand bezwingen Beer! Vergiß was drückt und na- konut Bey allen menschen- Fins get. Häuft sich die noht gleich dern: Das machte alles unfre noch so sehr: Nur frisch mit dem fünd; Kein unschuld war zu fins gewaget, Der durch des grabes sie den. Davon kam der tod so bald, gel brach, und zu dem tode mach- und nahm über uns gewalt, hielt tig sprach: Wo ist nunmehr dein uns in seinem reich gefangen. flachel? Halleluia. 5. Nur Chrifti fieg ist gut dafür, Der hilft uns überwinden, Und öffnet ricgel, schloß und thür: Eros teufel, welt und fünden! Er ist der groffe fieges wann, mit ihm ist alles wol gethan: Wo Bleibt bein sics, o hölle? 6. 3um siegel dieser groffen beut, Giebt uns der HErr zu effen Die fpeife der unsterblichkeit, Sein nimmer zu vergessen. Des lebens faft uns heilfam tránkt, Den das erwürgte lamm uns schenkt. O ed ler ofter- segen! 7. GOtt, unserm GOtt sey lob und dank, Der uns den sieg gegeben; Der dem, so fferbend nieder fant, hat wieder bracht das les 3. JEsus Christ wahrer GOttes sohn An unsre statt ist kommen, und hat die fünde abgethan, Das mit dem tod genommen all sein recht und sein gewalt: Da bleibet nichts denn tods- gestalt, Den flas chel hat er verlohren. Halleluja. 4. Es war ein wunderlicher Erieg, Da tod und leben rungen: Das leben da behielt den fieg, Es hat den tod verschlungen. Die schrift hat verkündigt das, Wie ein tod den andern fraß; Ein spott aus dem tod ist worden. Halleluje. 1. Hie ist das rechte ofer- lamm, Davon GOtt hat geboten, Das ist hoch an dem creuzes- stamm In beiffer lieb gebraten; Deß blut 106 Auf das Ofter: Sen jeichnet unsre thür, Das hält der glaub dem tode für: Der würger kanu uns nicht rühren. Halleluja. 6. So feyren wir das hohe fest Mit herzens freud und wonne, Das uns der HErr erscheinen läßt; Er ist selber die sonne, Der durch seinen gnaden glan: Erleuchtet unsre herzen ganz. Der sünden nacht ist vergangen. Halleluja. 6. Des danken wir dir allzus gleich, Und sehnen uns ins hims melreich. Es geht zum end, GOtt helf uns alln; So singen wir mit grossem schall: Halleluia. 7. Wir essen hier und leben wol In rechten ofter fladen: Der alte fauerteig nicht soll Seyn bey dem wort der gnaden. Christus will die* 7. GOtt vater in dem höchs speise seyn, Und speisen unsre feel sten thron, Und Christo seinem eins allein: Der glaub will keins angen sohn, Dem heilgen geist in dern leben. Halleluja. gleicher weiß In ewigkeit sey lob und preis. Halleluia. den tod: Dort aber in des hims mels thron Folgt auf den kampf die ehrencron. Halleluja. 1. Nun kann uns kein feind schas den mehr, Ob er gleich tobet noch so sehr: Verworfen ist der arge feind, Da wir nun GOttes kinder seynd. Halleluia. 181.J Esus Christus unser heiland, Der den tod überwand, Ist auferstanden, Die fund hat er gefangen. Halleluia. Mel. Allein GOtt in der höh 20. 2.Der ohne fünde war gebohren, 183. tod! wo ist dein stas chel Wo ist Erug für uns GOttes jorn: Hat dein sieg, o hölle? Was kann uns uns versöhnet, Daß uns GOttiest der teufel thun? Wie grausam feine huld gönnet. Halleluja. 3. Tod, sünd, teufel, leben und gnad, Alles in handen er hat. Er Fann erretten Alle, die zu ihm treten. Halleluia. er sich stelle. Gott sey gedankt, der uns den sieg So herrlich hat nach diesem krieg Durch JEfum Chrift gegeben. 4. Hie ist doch nichts als angst und noht, Von findbeit au bis in 2. Wie streubte sich die alte schlang, Als Christus mit ihr kampfte? Mit list und macht sie dämpfte. Ob sie ihn in die fersen auf ihn drang, sticht; So sieget sie darum doch nicht, Der kopf ist ihr zertreten. Mel. Erschienen ist der herrlich zc. 182. Nfus Christ, Der von un bem tod erstand an ist Mit groffer macht und herrlichkeit: Deß dank'n wir ihm in ewigkeit. Halleluja. 2. Dem teufel hat er all sein macht Zerstshrt, und ihn zu boden bracht: Wie pflegt zu thun ein farker held, Der seinen feind se waltig fällt. Hallel. 3. O auferstandner JEfu Chrift! Der du der fünder heiland bist, 4. Des todes gift, der höllen Führ uns durch dein barmherzig- pest Ist unser heiland worden: feit zu dir in deine herrlichkeit. Wenn satan auch noch ungern Halleluja. läßt Von wüten und von morden, und, da er sonst nichts schaffen Fann 3.Lebendig Chriftus kommt hers für, Die feind nimmt er gefangen, Zerbricht der höllen schloß und thür, Trägt weg den raub mit prangen. Nichts ist, das in dem fieges- lauf, Den starken held kann halten auf, All's liegt da übers wunden. von der Auferstehung JEfu Chrifti. 10] lann, Nur tag und nacht uns kla- da du wirst Zur freude uns geges get an; So ist er doch verworfen. ben. Erst stürzt die noht Dich in 5. Des HErren rechte die bes hält Den sieg, und ist erhöhet. Des HErren rechte mächtig fällt, Was ihr entgegen stehet. Tod, teufel, boll und alle feind Durch Christi fieg gedämpfet seynd; Jhr zorn ist traftios worden. 2. Der fünder last und schwere schuld Hieß dich in feffel fallen: Du gabest dich aus groffer huld Ans creuz, an statt uns allen, Nun sind wir frey Von selaverey, Und von der höllen banden, Nachs dem du atferstanden. 6. Es ward getödtet JEfus Christ, Und sieh, er lebet wieder. Weil nun das haupt erstanden ist, Stehn wir auch auf, die glieder. So jemand Chrifti worten glaubt, Im tod und grabe der nicht bleibt; Er lebt, ob er gleich stirbet. 3. GOtt løb: du geheft wieder auf, Du rechte gnaden- sonne! Und giebst nach unterbrochnem lauf, Uns strahlen neuer wonne. Nun ist die seel Mit freuden- d1 Von die gefalbet worden, 3ur auserwähls ten orden. 7. Wer täglich hier durch wahre reu Mit Christo auferstehet; ft dort vom andern tude frey, Als 4. Die kraft von deiner majes der ihn nicht angehet. Genommen ståt Bricht selbst durch grab und ist dem tod die macht, Unschuld steine. Dein sieg ists, der uns mit und leben wiederbracht, und unerhöhtZum vollen gnaden- scheine. vergänglich wesen. Des todes wuht, Der höllen glut Hat alle macht verlohren, Und wir sind neu gebohren. 8. Das ist die rechte ofter- beut, Der wir theilhaftig werden, Fried, freude, heil, gerechtigkeit m himmel und auf erden. Hie sind wir still, und warten fort, Bis unfer leib wird ähnlich dort Christi verklärtem leibe. 5. O! daß wir diesen theuren sieg Lebendig mögten kennen, und unser her: ben diesem krieg Im glauben mögte brennen: Denn Christi licht Uns sonsten nicht zum himmels- lichte führet, Wo man nicht glauben spühret. 9. Der alte drach mit seiner rott Hingegen wird zu schanden: Erlegt ist er mit schimpf und spott, Da Christus auferstanden. Des hauptes sieg der glieder ist, Drum tann mit aller macht und lift Uns fatan nicht mehr schaden. 6. So brich denn selbst durch unser herz, Jesu, fürft der ehs ren! Und laß in uns, nach reu und schmers, Des glaubens kraft sich mehren, Daß wir in dir Die offne thür Zur ewgen ruhe finden, Ünd auferstehn von sünden. 7. Ach hilf! daß wir zur rechs ten zeit Zu dir, o JEsu! kommen, Mit speceren der reu und leid, Aus herzensgrund genommen: Daß wir in eil Zu deinem heil In wah, rem glauben laufen, und lebens, falbe kaufen. den tod: Jest bist du auferstanden, und frey von todes- banden. 10. O tod! wo ist dein stachel nun? Wo ist dein fieg, o hdle? Was kann uns jest der teufel thun? Wie grausam er sich stelle. GOtt sey gedankt der uns den sieg So herrlich hat nach diesem krieg Durch JEsum Chrift gegeben. Mel. Was GOtt thut das ist zc. 184. gefürst, du leben aller leben! Heut bringst du friede, 8. den der sicher, beit, Daß wir bey frühem morgen Bu suchen dich fiets sepn bereit, Wenn Auf das Offer Feft 108 Wenn du bich gleich verborgen. Mimmuns das grab Der fünden ab; Weil du hervor gebrochen, Und uns am feind gerochen. 9. Laß uns doch mit dir auferKehn; Wir liegen noch im grabe, und können noch das licht nicht fehn, Die kraft von deiner gabe, Uns wieders bracht. Führ uns zum nenen les ben, Daß wir fest an dir kleben. To: O wie viel hüter liegen hier, Die unser her: berennen, Daß wir aus dieser grabes thür Nicht zu bir kommen können! Der fünden nacht Hält selbst die wacht: Die welt mit ihren schäßen Sucht sol: ches zu befegen. überall! Rommet, laßt uns dank erweisen Unserm GOtt mit süß sem schall. Er ist frey von todess banden, Simson, der vom himmel Fam, Und der low aus Juda stamm, Christus Jesus ist erstans den. Nun ist hin der lange streits Freue dich, o christenheit! 2. Christus selbst hat überwuns den Des ergrimmten todes macht: Der in tüchern lag gebunden, Hat die schlange umgebracht, hat des fatans reich verheeret, hat es nach der kurzen ruh Ausgetilget, und dazu Seine wuht und macht zers stöhret. Nun sind wir in sichers heit. Freue dich, o christenheit! 11. Die wolluft, sorge, neid und geld Sucht solches zu verriegeln: 3. Ob mein heiland gleich ges storben, und ins grab geleget ift, Blich er gleichwol unverdorben: Der Pharifäer dieser welt GeDenn nach dreyer tage frist Bift Denkt es zu versiegeln. Wer öffnet hier Des grabes thür? Wer hebt ben stein der fünden, Den wir in uns befinden? du, held! zurück gekommen, Haft das leben und die macht Aus der schwarzen gruft gebracht, lind des todes raub genommen, Schenkfi uns nun die seligkeit. Freue dich, 12. Das thust du, JEsu! ganz allein: Die tücher alles bösen, Ino christenheit! welche wir verwickelt seyn. Kannst du allein auflösen. Zerbrich das loch, Und führ uns doch Zum reiche deiner guade, Daß uns kein feind nicht schade. 13. Versag uns deine gute nicht, Wenn wir in busse weinen: Und Taß uns deines friedens licht In trauer nachten scheinen; So können wir, O held! mit dir, Die; rechte ofern feyren, Und uns in bir erneuren. 4. Tod! wo sind nun deine wafs fen? Hölle! wo ist dein triumph? Gatan kann nun nichts mehz schaffen, Seine pfeile wurden stumpf. Christus ist fein gift gewes fen, Christus ist der höllen pest: Welt und fünde liegen fest, Und wir menschen sind genesen, Sins gen nun durch Christi streit: Freue dich, o christenheit! 5. JEfus heilet unfre plagen, Wenn wir nirgend hülfe fehn, Läfs 14. Laß uns dein wahres aufer: set uns nach dreyen tagen Freudig fehn Auch selbst in uns erfahren; mit ihm auferstchn. Die verwes and aus den fündengräbernsung dieser erden Sieht mein gehn. Laß uns den schak bewah- trener helfer nicht, Der durch * en, Des geistes pfand, Das deine band Zum siegel mus gegeben; So gehn wir ein zum leben. grab und kerker bricht: Darum will ich dankbar werden. Harfund psalter sen bereit! Freue dich, o christenheit! el. 1. Sollt ich meinem GOtt. 6. Er ist aus der angst geriffen, 185.preifen ibr cbeiten und mit ebren angetban: Wer ist, der HErren Dex von der Auferfiehung JEfu Chrifti. ber sein leben wissen, Deffen lång' Ausreden kann? Christus ist der eckstein worden: GOtt! das ist von dir geschehn, Wie wir höchst erfreuct sehn. Aus der fünder iam mer- orden Reißt uns GOtt durch diesen streit. Freue dich, o chris fenheir! 7. Zwar du tsunkst vom bach am wege Einen bittern leidens: trank: Littest tausend schmach und schläge, Warst von fündenfirafen krank. Doch nun ist dein haupt erhoben, Dein verklärtes angesicht Stirbet nun und nim mer nicht: Wofür wir dich ewig Loben. Dir sey preis in ewigkeit. Freue dich, o christenheit! 109 11. Meinen leib wird man bes graben, Aber gleichwol ewig nicht. Bald werd ich das leben haben, wenn das lezte welt- gericht Alle gräber wird aufdecken: Wenn der engel feld- geschrey Beiget, was vorhanden sey; Denn wird mich mein GOtt aufwecken, und bes schliessen all mein leid, Freue dich, o christenheit! 12. Denn so werden meine glies der, Die nur staub und asche seyn, Unverweslich leben wieder: Und erlangen solchen schein, Deffen gleichen auf der erden Nimmers mehr zu finden ist: Ja mein leib, HErr JEfu Chrift! Soll dem deinen ähnlich werden, Ganz vol pracht und herrlichkeit. Freus dich, o christenheit! 8. HErr! dis sind die edlen früchte, Die dein' auferstehung giebt: Daß wir gehn vor dein ges richte, um das urtheil unbetrübt: HErr! dis sind die schöne gaben, 186. dettag! O tag, da Mel. Chrift lag in todes- banden. freus Gnad und leben, freud' und sieg, Croft und friede nach dem Frieg: O die sollen kraftig laben Leib und feel in allem leid. Freue dich, o christenheit! meine sonne, Mein JEfus durch sein grab durchbrach, Zu meines herzens woune. Ach! laß deiner flarheit schein Doch auch auf mich gerichtet seyn, Damit ich frd. lich singe: Halleluja. 9. Ach! ich seufze, ach! ich dürfte Nach dem frieden tag und nacht, Den du, groffer lebens- fürste! Durch den kampf haft wieder bracht; Darum theil aus diese beute, Als der starke Gimson that, Da er überwunden hat: Gib sie uns, und zeig uns heute Dei nes sieges herrlichkeit. Freue dich, o christenheit! 10. Gib, HErr JEsu! deine gnade, Daß wir stets mit reue fehn, Was uns armen fündern schade, Daß wir mit dir auferstehn. Brich bervor in unsern herzen, Ueber: winde fünde, tod, Teufel, welt, und höllen- noht: Dampf in uns angst, pein und schmerzen, See: len- tummer, traurigkeit. Freue Dich, o chriftenbeit L 2. Nun weiß ich, meine feligkeit kann mir kein mensch absprechen. Ich kann mit meinem JEfu heut Durch tod und hölle brechen. Mit des Ifraelis heer Will ich auch durch das rohte meer Hin in mein erbtheil reisen. Halleluja. 3. Weg satan! weg o fleischess luft! Weg fündliches Egypten! Mein Canaan ist mir bewußt Bey JEfu, dem geliebten. Ach, mein schat! verleihe mir, Daß meine feel sters ruh' in dir, und von der erden fliche. Hallel. 4. Mein heiland! weil du les beft mir, So bilf, daß ich dir lebe. Gib, daß ich mich nun für und für Mit ganzem ernft bestrebe, Das ich aus dem fünden arab'Aufsch, auf das Ofter: Jeft 110 und alles lege ab, Was mich und dich kann trennen. Halleluia. <. Und weil du auferstanden bist: Laß mich auch einst aufstehen, und dorthin, wo mein erbtheil ist, Mit freuden- sprüngen ges ben. Indeß ist mein herz bey dir, Mein JEsu! hol mich bald von hier In deine himmels freude. Halleluja. Mel.Wer nur den lieben GOtt 2c. 4. Drum geb ich dir, Immas 187. Mein JEfus lebt: nuel! In deine hände leib und was soll ich ster: ben? Hier sieht mein haupt und triumphirt: So muß ich ja das leben erben, Weil noht und tod die macht verliert. Kein trauers bild erschreckt mich mehr, Mein JEsus lebt! das grab ist leer. feel, Du bist mein schuß auf ers den: Mein einger troft, Der mich erlöst: Nichts liebers mag mir werden. 2. Mein JEsus siegt, drum liegt zu füffen, Was mir das leben rauben kann. Der tod wird völlig weiz then müssen, Mir wird der satan unterthan. Der höllen abgrund selber bebt, Denn überall schallt: JEfus lebt. 3. Mein JEfus lebt; das grab ist offen, So geh ich freudig in die gruft. Hier kann ich auch im tode hoffen, Daß mich sein wort ins le ben ruft. Wie füffe schallt die simme hier: Ich leb, und ihr lebt auch in mir. 2. Es ist der siegs- fürst Jesus Chrift, Der heut vom tod erstans den ist, und hat dem feind genoms men All sein gewalt; Drauf ist er bald Mit freuden wieder kommen. 3. Auch hat der siegs- fürst hochs geacht Biel ausbeut aus dem grabe bracht, Die will er uns gern geben: Das edle kleid Ges rechtigkeit, Fried, freud und ewig leben. Mel. Nun freut euch liebe chrift. ach auf, mein her;! 189.2 die nacht ist hin, Die sonn ist aufgegangen. Ermuns tre dich, mein geist und sinn! Den heiland zu empfangen. Er bricht nun durch die todes thür, Und geht aus seinem grab' berfür, Der ganzen welt zur wonne. 2. Steh aus dem grab' der füns den auf, und such ein neues leben. Vollführe deinen glaubens- lauf, Laß sich dein her: erheben Zum himmel, wo dein JEfus ift: Such das, was droben, als ein chrif Der geiftlich auferstanden. 3. Vergiß nur, was dahinden ift, Und tracht nach dem, was dros ben: Damit dein herz zu ieder frift Zu JEfu sey erhoben. Tritt unter firebe nach dem himmels zelt, Wo Chriftus ist und lebet. tederzeit, Die fonne der gerechtigkeit Der menschen bers erfreuet: Sie geht herfür 4. Quält dich ein schwerer fors Aus grabes- thür, au creatur ergen- stein? Dein JEfus wird ihn beben. Es kann sin chrift bep creus neuet. tes 4. Mein Jesus bleibt also mein leben, Er lebt in meinem herzen hier: Und soll ich ihm mein leben geben, Kömmt mir der tod nicht schrecklich für; Weil er mich in den himmel hebt, So wahr als JEsus ist und lebt. Mel. In dich hab ich gehoffet zc. s. Laß mich mit dir zu grabe gehn, Mit dir auch wieder aufers stehu, Den listen fiets zu steuren: Daß nach der seit Jn höchster freud Jch dort mag ostern feyren. von der Auferstehung JEfu Chrifti. tes- pein In freud und wonne les ben. Wirf dein anliegen auf den HErrn, Und sorge nicht; er ist nicht fern, Nachdem er auferstanden. 5. ch mit Maria Magdalen Und Salome ¡ um grabe: Die liebe swingt sie früh zu gehn Mit ihrer salbungs- gabe. Da siehest du, daß JEsus Christ Von todten auferstanden ist, und nicht im grabe blieben. 2. Hebe weg die schweren steine, Die kein mensch nicht hes ben kann: Daß mir nicht unmögs lich scheine, Was du selbst für uns gethan; Daß ich alles recht und wol Glaube, was ich glauben soll. 3. Thomas will im zweifel fies hen; Cleophas will traurig seyn. Mir soll alle furcht vergehen, Reiß du selbst den zweifel ein, und in einer jeden noht Bleibe du mein HErr und GOtt. 7. Drum auf, mein herz! geh 4. Tod und teufel sind bezwuns an den streit, Weil JEsus übergen, Theile nun den sieg mit mir z wunden: Er wird auch überwin- Und wie du bist durchgedrungen, den weit In dir, weil er gebunden Also nimm mich auch zu dir, Daß Der feinde macht; daß du auf ich aus des satans macht Werde fiehst, und in ein neues Leben gehst, ganz zu Gott gebracht Und GOtt im glauben dienest. 6. Es hat der Isw aus Juda ftamm Nun siegreich überwunden, Und das erwürgte GOttes- lamm Das leben wieder funden. Es bringt heil und gerechtigkeit, Und hat, nach hartem kampf und streit, Die feinde schau getragen. III dammniß aufgemacht, und im grabe stein und siegel Haft so viel als nichts geacht: Mache doch mein herze frey, Daß dirs nicht verschlossen sey. 8. Scheu weder teufel, welt, und tod, noch gar der höllen rachen: Dein JEsus lebt, es hat nicht noht; Er ist noch bey den schwachen, und bey elenden auf der welt: Als ein gecronter sieges: beld; Drum wirst du überwinden. 2. Ach mein HErr JEsu! der du bist Bon todten auferstanden, Rett' uns von fatans macht und lift, Und von des todes banden. Führ uns zusammen insgemein Bu einem neuen leben ein, Das du uns hast erworben. 5. In mir selbst bin ich gestors ben; Wecke mich, mein heiland! auf: Und dein geist, den du erwors ben, Führe täglich meinen lauf, Daß ich auf der guten bahu Fang ein neues Leben an. 6. Künftig wird die zeit erscheis [ nen, Da wir selber auferstehn, Und zu dir mit fleisch und beinen Werden aus dem grabe gehn: Ach! verleih, daß dieser tag Ewig mich erfreuen mag 7. Bringe dann die arme glies der, Die jest krank und elend sind, Aus dent schooß der erden wieder: 10. Sen hochgelobt in dieser| und verkläre mich, dein kind; Daß zeit von allen GOttes kindern, Und ewig in der herrlichkeit, Von allen überwindern, Die überwunden durch dein blut: HErr JEsu! gib uns kraft und muht, Daß wir auch überwinden. ich in des vaters reich Werde deis nem leibe gleich. 8. Zeige mir dann hånd und füffe, Welche Thomas hat gefehn, Daß ich sie im schauen küffe, Wie's im glauben hier geschebuj Und hernach von fünden frey Mel. GOtt des himmels 2c. 190.Jund riegel Der verEfu! der du thür Ewig bein gefäbrte fep. el 112 Auf das Ofter Jep Mel. We GOtt der HErr nicht.| schuld erst benteset; und dem, da hr christen! seht, daß uns dein schmerz versöhnt, Ein sich in euch von fünden Und altem sauerteig noch regt: Nichts muß sich deß mehr finden; Daß ihr ein neuer teig mögt seyn, Der unge fauert sen und rein, Ein teig, der GOtt gefalle. 2. Habt doch darauf genaue acht, Daß ihr euch wol probiret, Wie ihrs vor GOTT in allem macht, und euren wandel führet. Ein wenig fauerteig gar leicht Den ganzen teig so fort durch Freucht, Daß er wird ganz durch fauert. 3. Also es mit der fünden ist: Wo sine herrschend bleibet, Da bleibt auch, was zu jeder frist Zum bösen ferner treibet. Das ofter- lanmm im neuen bund Erfordert, daß des berzens grund Ganz rein in allem werde. Sein heilig haupt verleget: Von dir Strahlt mir Eine sonne Süß ser woune, Nach dem Hohne, Aus des fieges ehren- erone. Del. Wie schön leucht uns der zc. 192.Vom tod erstandnes ofter- lamm! Deß blut bes boben creuses kamm Jr uns 2. Nahm der durch dich vers föhnte GOtt Dich selbst, dein sters ben, deinen spott, Zum opfer für die fünde; So zeigt mir dein les bendig seyn, Als auf den sturm ein gnaden schein, Daß ich das leben finde. Durch dich Schmeck ich In den tagen Bittrer plagen Süffe weide Angenehmer seelens freude. 3. Wie stärkt dein heilig fleisch so gut! Wie lieblich labt deitt göttlich blut! O low' aus Juda stamme! Und so macht mir zu gleicher zeit Dich deine holde freundlichkeit Zum füssen ofters lamme. Laß, HErr! Ferner Ohn verrücken Das erquicken Dieser gaben Meine seele.fräftig laben! 4. Wer oftern halten will, der muß Dabey nicht unterlaffen Die bittre falfen wahrer buß, Das böse muß er haffen; Daß Christus unser ofter lamm, Für uns ge fchlacht't am creuzes- stamm, Jhn durch sein blut rein mache. 3 4. Hilf, daß ich mich zu jeders zeit Zum füß- teig achter lauters feit Je mehr und mehr erneure: Daß, wenn du mich erwachen läßt, Ich auch ein ewig ofter- fest Mit allen engel feire. Muß hier Mit die Gleich mein herze, Voll vom schmerze, Noht und schrecken Ers als bittres salsen schmecken. 1. Drum laßt uns nicht im fauerteig Der bosheit oftern effen, Daß uns nicht schalkheit dahin neig, Der buffe zu vergessen. Vielmehr laßt uns die ofter jeit Im füffen teig der lauterkeit und wahrheit christlich halten. 5. Weil du vom tod erstanden bist; So werd ich auch nun als ein christ, Nicht in dem grabe bleiben. * 6.JEsu, du ofter lamm! verleih Sichts wird mich, o mein ofters Uns deine ostergaben, Daß wir| lamm, Und meiner feelen brautis fried, freude und dabey Ein reines gam! Auf erden von dir treiben. herze haben. Gib, daß in uns dein Lieblich Will ich mich im schauen beilges wort Der fünden fauerteig Auf den auen Deiner freuden binfortje mehr und mehr ausfege. Ewig mit und an dir weiden. Mel. Du friede- fürst, HErr te. 193.Wie lieblich find doch deine füß, Wie freundlich it dein mund! Wie trös fret von der Auferfiehung JEfu Chrifti. Ret mich bein wort so süß, O meis nes glaubens grund! Du guter bot, Du todes tod, Du friedens wiederbringer. 2. Nun ist des höchsten wort erfüllt, Nun freut sich her; und sinn. Nun ist des HErren zorn ge ftillt, Nun ist das sagen hin. Mein JEsus hat An meiner statt Die fünden- schuld gebüffet. 3. Der friede GOttes herrscht in mir, Der über die vernunft; Mir öffnet sich die himmels- thür, Drum fleuch du höllen- zunft! Du [ chreckt mich nicht, mein heiland [ pricht: Ich bringe dir den fries ben. 4. Wenn des gesetzes donner knallt, Wenn mir im herz und ohr Der fluch aus Mosis büchern schallt; So schüß ich JEfum vor: Dis schreckt mich nicht; Mein heiLand spricht: Ich bringe dir den frieden. r. Wenn mich die welt erbärm lich plagt, und segt mir heftig zu, Bon einem ort zum andern jagt, So schafft mir JEsus rub. Die welt schreckt nicht, mein heiland 113 spricht: Ich bringe dir ben frie, den. 6. Wenn mich die noht und trübsal drückt, Wenn mich ein freund verstoßt; Werd ich doch kräftiglich erquickt, Mir bleibt des HErren troft.Die noht schreckt nicht, mein heiland spricht: Ich bringe dir den frieden. 7. Wenn mich mein fleisch uns ruhig macht, und reizt zur fündens bahn; Wird doch sein wille nicht vollbracht, Ruf ich nur JEsum an. Das fleisch schreckt nicht; Mein heiland spricht: Ich bringe dir den frieden. mel: Was fandt er uns hernieder? Den tröster den Beilgen geist, Zu troft der armen christenheit. Halleluia. Halleluia, Halleluja, Halleluja! Deß solln wir alle froh seyn: Chriftus will unser troft seyn. Halleluia. 8. Und droht mir gleich zulest der tod Mit krankheit, angst und pein; So will auch in der todess noht Mein heiland bey mir seyn. Der tod schreckt nicht, ein heis land spricht: Ich bringe dir den frieden. 9. Dank sey dir, o bu friedes fürft! Für das erworbne gut, Das du mir wol erhalten wirst. Mein her, das in dir ruht, Erschricket nicht, Auch wenn es bricht: Ich fahre hin in friede. X. Von der Himmelfahrt Christi. Trium, phiret, Jubiliret; Tod und leben Ist, HErr Chrift! dir untergeben. 2. Dir dienen alle cherubim, Die dich, nebst allen seraphim, Als sieges- fürsten loben: Weil du den fegen wiederbracht, und dich mit majestät und macht Zur herrs lichkeit erhoben. Singet, Bringet Freuden lieber, Fallet nieder, Rühmt und ehret Den, der ist Mel. Wie schön leucht uns der zc. 195.Ad under aroffer sen himmel fähret. fieges held! Du 3. Du bist das haupt von uns, Den tilger aller welt! Heut hast du und wir Sind deine glieder: drum Dich geseget Zur rechten deines vas von dir Kömmt uns licht, trof ters fraft, Der feinde schaar nun und leben. Heil, friede, freude, gant fiegbaft Bis auf den tod verstärke, fraft, Erquicklung, labsal, Tebenar Von der Himmelfahrt Chrifti. Lebens- faft Wird uns von dir ges HErr! in diesem leben Nach wärs geben. Rühre, Führe, Höchste gute! Digkeit erheben? Mein gemühte, Dich zu preisen, Dir sich dankbar zu erweisen. 114 3. Du hast dich zu der rechten hand Des vaters hingefezet; Dez 4. Zeuch JEsu! uns, zeuch uns hat dir alles zuerkannt, Weil du nach dir. Hilf, daß wir künfrig den feind verleget, Ja ihn nun für und für Nach deinem reiche gänzlich umgebracht, Triumph trachten. Laß unfer thun ohn und sieg daraus gemacht, und ihn wanbet seyn: Leucht uns durch auf deinem wagen Sehr herrlich deinen gnaden schein, Das eitle schau getragen. ju verachten. Unart, Hoffart Laß uns meiden, Christlich leiden, Dich umfassen, Sünd' und bosbeit eifrig haffen. 4. Nun lieget alles unter die, Dich selber ausgenommen: Die engel müssen für und für Zu deis item dienste kommen, Die fürftens * s. Sey, JEsu! unser schaß und thümer stehn bereit Zu dent, was schuß, Der christen ruhm, der deine macht gebeut: Luft, waffer, feinde truß, Worauf wir uns verfeuer, erde Sucht, wie es folgsam Laffen. Lenk uns nach dem, was werde. droben ist: Auf erden wohnet trug*. Du, herrscher! Fäyrfti mit und lift, Es ist auf allen gaffen Lü- jauchzen auf, mit mehr denit taus gen, Trügen, Angst und plagen, send wagen Der starken engel, die Die uns nagen, Die die seelen Ar- juhauf Dir preis und ehre sagen. mer christen stündlich quälen. Du fahrest auf mit lob- gefatig, Es 6. HErr JEsu! komm, du gna- schallet der posaunen klang: Mein den- thron, Du sieges- fürst, held, GOtt! vor allen dingen Will ich Davids sohn! Komm stille das dir auch lobsingen. verlangen! Du, du bist allen uns zu 6. Du fähreft freudig in die gut, JEsu! durch dein theureshöh und führeft die gefangen, Die blut Ins heiligthum gegangen. sonst, zu unserm ach und weh, Ers Eile, Theile mit uns armen, Aus grimmt auf unts gegangen: Drum erbarmen, Deine gaben, is wir preisen wir mit juffem schall, O sie dort völlig haben. starker GOtt! dich überall, Wir, die wir so viel gaben hiedurch ems pfangen haben. das in der Mel 6. Ermuntre dich mein schw. lebens fürft, 196.Defu Chrift! Der mein, Und wir find deine glieder a du bist aufgenommen Gen him- Du wirst ein schus der glieder mel, da dein vater ist, und die ge- seyit, Wir fallen vor dir nieder, mein' der frommen: Wie soll ich und bitten: gib uns troft und deinen groffen sieg, Den du durch licht, Wenn uns für angft das hert deinen schweren krieg Erworben, serbricht; Denn du kannst kraft würdig preisen, Und dir gnug ehr und leben und fried' und freude erweisen? geben. 2. Du haft die höll und fünden- 8. Du falbest uns mit deinem noht Ganz ritterlich bezwungen, geift, Giebst lehrer, treue hirten, Es ist dem teufel, welt und tod Die uns mit dem, was seelen Speift, Nicht wider dich gelungen. Du Erquicken und bewirthen. Du, Kesest völlig nach dem streit. Wie hoherpriester! seigest an, Daß uns werd ich solche berrlichkeit, dein opfer retten kann, Ja gar von fatans Von der Himmelfahrt Chrifti. fatans rachen Frey, los und ledig machen. 9. Nun hat uns deine himmels fahrt Die straffe schon bereitet: Du haft den weg nun offenbart, Der uns zum vater leitet. Und weil du denn, HErr JEsu Christ! Nun stets in deiner wonne bist; So werden ia die frommen Der einst auch zu dir kommen. n. HErr JEsu! sich uns für and für, Lent unsere gemühter, Herz und gedanken stets zu dir, und deine himmelsgüter: Daß da schon unser wandel ist, Wo sich fried, freud und wahrheit küßt, Und wir nur solches wesen, Das himmlisch ist, erlesen. 10. If unser haupt im him 3. Wo mein schat, da ist mein melreich, Wie deine jünger schreibert: Suche, welt! in eiteln grüns ben; So sind auch wir einst engeln gleich, und können hier nicht blei ben: Die glieder müssen insge mein Dereinst ben ihrem haupte feyn. Wir hoffen mit vertrauen, Dein herrlich reich zu schauen, den'; Ich gedenke himmels werts, Wo ich meinen heiland finden, und den freund erblicken kann, Der für mich genug gethan. 12. Hilf, daß wir unsern schatz allein In jener welt erlesen, Wo GOttes finder ewig seyn, Nicht in dem eiteln wesen; und dorthin fehn, was künftig ist, Da du uns chatz und alles bift: Weil doch in diesen gründen Kein bleibend gut zu finden. 13. Zieh uns dir nach, so lau fen wir, Gib uns des glaubens flügel: Reiß uns durch deine kraft von hier Auf ions freuden- hugel: Mein GOtt! wenn fahr ich doch dahin, Woselbst ich ewig frölich bin? Wenn werd ich bor dir stehen, Dein angesicht zu sehen? IIS JEsu! muß dein lauf Schon von dir beschlossen werden: Ach! so bind mir flügel an, Daß ich die nachfahren kann. Rel. 8. JEfus meine zuversicht. eute fährt mein heis 197. land auf, und vers läßt den Ereis der erden. mein 2. Auf der welt ist ohne dich Leis der! doch kein rechtes leben; Und darum, wie sollt ich mich Ohne dich zufrieden geben? Ich begehre nur allein, Da, wo Jesusist, iu seyn. 4. Doch, mein geist! befinne dich, JEfus ist noch auf der erde: Scheidet er gleich jetzo sich Sichts barlich von seiner heerde; Bleibt er, der verheiffung nach, Dennoch bey dir alle tag. s. Liebster heiland! bleibe mir, Deinem diener, auch zur seiten. Stelle dich mir siegend für, Wenn ich werde müssen streiten. Bind mir glaubens- flügel an, Daß ich dir nachkommen kann. 6. Keine hergens härtigkeit Laß in meinem herzen bleiben: Deine huld, der ich geweiht, Laß die zweifel von mir treiben. Daß du auferstanden bist, Glaub' ich, liebster JEfu Chrift! 7. Läsfest du den theuren schak Deines wortes hier zurücke: So mach in dem herzen plaß, Daß es uns, als liebes- stricke, Durch dein eifriges bemühn Mag zu dir zum himmel ziehn. 8. Wenn die schlangen dieser welt Gift auf unsre seelen speyen: Ach so laß, v starker held! Ihren endzweck nicht gedeyen; Sondern treibe durch dein wort, Was und schädlich, von uns fort. 9. Hätten wir auch, leider! schon Etwas tödliches getrunken, Daß wir fast von deinem fhron H₂ Bis X16 Von der Himmelfahrt Chrifft. Bis in abgrund hin gesunken; ner füffe, Daß er ewig schweigen Ach! so rett uns, weil es zeit, Vor müsse. dem nu der ewigkeit. s. Meine wohnung mache fertig Droben in des vaters haus; Da ich werde gegenwärtig Bey dir ges hen ein und aus. Denn der weg dahin bist du; Darum bringe mich zur ruh, und nimm an dem lezten ende Meinen geist in deine hände. 6. Komme, wenn es zeit ist, wieder: Denn du haft es zugesagt# Und erlöse meine glieder, Die der tod im grabe nagt. Richte denn die böse welt, Die dein wort für lügen hält; und nach ausgestands nen leiden Führ uns ein zu deinen 10. Kommt es endlich auch da bin, Daß ich krank darnieder ge; O so wollst du dich bemühn, Daß ich wieder kräfte Eriege, Dein' und deiner diener hand Hat schon vieles abgewandt. II. Soll ich aber auch von hier, Und die böse welt verlassen; O! so bilf, mein heiland! mir Dich in wahrem glauben fassen! Denn so hålt auf solche art Meine seele himmelfahrt. Mel. JEfu deine heilge wunden. freuden. 198. ich leidet, und bin Mel. Wo GOtt der HErr nicht. voller angst und weh. Warum 199.2 fahrt allein Ich meis willt du von mir scheiden? War- ne uachfahrt gründe, und allen um fährst du in die höh? Nimm zweifel, angst und pein Hiemit mich armen auch mit dir: Oder bleibe doch in mir; Daß ich dich und deine gaben Möge täglich bey mir haben. stets überwinde: Denn weil das haupt im himmel ist, Wird seine glieder Jesus Christ Zur rechten jeit abholen. 2. Laß mir doch dein her: zurücke, Und nimm meines mit hinauf: Wenn ich seufzer zu dir schicke; Mache selbst den himmel auf. Und wenn ich nicht beten kann, Rede du den vater an; Denn du figst zu seiner rechten: Darum hilf uns, deinen knechten. 3. Beuch die sinnen von der erde Cleber alles eitle hin: Daß ich mit dir himmlisch werde, Ob ich gleich noch sterblich bin, Und im glauben meine seit Richte nach der ewigkeit; Bis wir auch zu dir gelangen, Wie du bist voran segangen. 4. Dir ist alles übergeben; Nimm dich auch der deinen an. Hilf mir, daß ich christlich leben, und die heilig dienen kann. Komit der fatan wider mich; Ach! so wirf ( bh unter dich gu dem fcbeniel dei 2. Weil er gezogen himmel an, Und grosse gab' empfangen; Mein her; auch nur im himmel kann, Sonst nirgends, ruh erlangen. Denn wo mein schatz gekommen hin, Da ist auch stets mein herz und sinn; Nach ihm mich fiets verlanget. 3. Ach HErr! laß diese gnade mich Von deiner auffahrt spüren; Daß mit dem wahren glauben ich Mag meine nachfahrt zieren, Und denn einmahl, wenn dirs gefällt, Mit freuden scheiden aus der welt: HErr! höre dis mein fleben. Don Christi Siken zu der reche ten and Gottes. Mel. Nun lob mein feel den ze. 200 mein heiland fizet droben Zu GOts tes vaters rechter band, Allwe ibn Auf das Pfingst Sen. thn herrlich loben Die seraphim;| macht Gen himmel aufgeschwuns in solchem stand Ist unser fleisch zu finden; O welch ein ruhm und ehr! Es müsse nun verschwinden, Was uns betrübet sehr: Denn unser beil regieret In groffer herrlich keit, Wohin er uns auch führet Nach unfrer wallfahrts- zeit. 2. Lob sen dir, HErr! gesungen, Daß du dich aus selbst eigner s. Des feindes lift treib von uns fern, Den frieden gib durch deine gnad; Daß, wie du führst, wir fol gen gern, und meiden, was der feelen schabt. 6. Den vater uns wol kennen lehr, Und JEfum Chriftum feis neu sohn, Daß wir auch geben gleiche ehr Dir, beider geist in einem thron! XI. Auf das Pfingst- Fest. 201. Von dem heiligen Geifte. Domm, o GOtt schip| bereit Mit GOtt dem wehrten fer, heilger geist! heilgen geift. Besuch das her; der menschen bein: Mit gnaden sie füll, wie du weißt, Daß dein geschöpf soll vor dir seyn. 2. Denn du der tröster bist ge: nannt, Des allerhöchsten gabe theur: Ein geistlich' salb an uns gewandt, Des lebens brunnen, lieb und feur. 3. Comm heiliger geift, 202. Herre Gott! Eri füll mit deiner gnade gut Deines glaub'gen herz, muht und sinn, Dein brünstge lieb' entzünd in ihn'n. D HErr! durch deines lichs tes glanz zu dem glauben vers sammlet hast Das volk aus aller 3. Du bist mit gaben mannig- welt jungen: Das sey dir, HErr! ju Du bist mit gaben mannig lob gesungen. Hallel. Halleluia. falt, Der finger GOttes rechter hand: Des vaters zusag' mit ge: walt Durch zungen geht in alle land. 4. Zünd uns ein licht an im verstand, Gib uns ins herz der lies be brunft: Des fleisches schwach: beit dir bekannt Stark allzeit durch dein' kraft und gunst. 2. Du heiliges licht, edler hort! Laß uns leuchten des lebens wort, und lehr uns Gott recht erkennen, Von herzen vater ihn nennen. O HErribehüt für fremder lehr, Daß wir nicht meister suchen mehr, Denn JEsum Christ mit wahrem glauben, und ihm aus ganzer macht vertrauen. Hallel. Hallel. 3. Du heilige brunft, suffer troft! Nun hilf uns frölich und getroft In deinem dienst beständig bleiben, Die trübsal uns nicht abs treiben. HErr! durch dein' kraft uns bereit, und stark des fleisches blödigkeit, Daß wir hie ritterlich ringen, Durch tod und leben zu dir dringen. Hallel. Halleluja. 7. GOtt, unser vater! sen allzeit Aus herzens- grund von uns 117 gen, und den triumph davon ges bracht; Daß du haft aufgeschlossen Des himmels freuden- thir, Und uns zu reichs- genossen Verordnet für und für. Ach! laß es uns gelins gen, Den lieben engeln gleich Ein lob- lied dir zu singen In deines vaters reich. H 3 Meloden 16. Comm heiliger geift! ner auf das Pfingst, Feft F18 ner gläubigen, Und entzünd in ih nen das feuer deiner göttlichen liebe; Der du durch mannigfai tigkeit der jungen Die volker der ganzen welt versammlet haft, In einigkeit des glaubens. Halleluja, Halleluja. Von der Gottheit des belli gen Geistes. Mel.HErr JEsu Christ dich zu sc. 204.0 heiliger und rei ner geist! Der sich als wahrer GOtt erweist: Dein edler nam' und eigenschaftBezeugen deiner gottheit kraft. 2. Jehovah nennt, Bom ſohn und vater nicht getrennt: Dein wesen ist mit bei den gleich, Du lebst und herrschft in gleichem reich. 3. Die allmacht und allwiffen: heit, Allgegenwart und ewigkeit, Und was der eigenschaften mehr, Erweisen deiner gottheit ehr. 4. Du wirkest stets durch deine traft, Die alles trågt, erhält und schafft. Dein erste schöpfung ist vorben, Die andre machet alles 9. Du stellt die feuer- taufe dar, Kömmst auf die jünger offens bar, und machest, daß durch deine kraft Jhr lehr amt reichen nutzen schafft. 10. Unsichtbar aber Eömmeft du, und sehest eine feel in ruh, Die dich durch wort und sacrament Annimmt und hält bis an das end. II. Nun sieh! ich öffne die mein herz, Ach! lindre meinen fünden schmerz. Ich bin dein tempel, wohn in mir: Denn auf dich hoff ich für und für, neu. s. Die taufe gründet sich auf dich, An deinen namen glaube ich. Ich will kein schudder låstrer seyn; Denn solche trifft die höllen- pein. 6. Ein unterschiedene person, Von GOtt dem vater und dem sohn, Bist du, die ewig ist und bleibt, Wie uns dein heilig wort beschreibt. Mel. O GOtt du frommer ze. Dommt, seelen! diefen 205. tag muß heilts seyn besungen: Sprecht GOttes thaten aus Mit neu erweckten zungen. Heut hat der wehrte geift Viel helden ausgerüst't; So betet, daß er auch Die herzen hier bes grüßt. 2. Ach ja! du ewger geift, Du tröfter aller frommen! Wir wars ten, daß du mögst Zu uns mit ses gen kommen. Dein sind wir durch die tauf, Durchs wort und predigs amt; Des geistes früchte schent Uns reichlich alle sammit. 8. Du geheft ewig von dem sohn Und vater aus: von Christi thron Wirft du als ein gewiffes pfand In aller glaub'gen beri ge fandt. 3. Du edler liebes geift, Laß deine liebes- flammen Durch aller herzen gehn, und füge sie zusams men. Bey Chrifti liebes: mah! Willt du geschäftig seyn, Ach! präge Christi sinn Uns allen Frafs tig ein. 4. Wir sind an Chrifti leib Zu Durch 7. Du kommst in wirklicher gegliedern außerkohren ftalt, Du hörest, redest, jeugest deine gnaden kraft, In Chrifto bald, Daß du in frommen seelen wohnst, Und, die dich lieben, reich lich lohnft. neu gebohren. Gib,( deine gaben sind Ja, HErr! so mancherley) Daß jeder seines orts Ein lebend gliedmaaß sey. s. Uns lehret Chrifti tisch Fried und gemeinschaft haben, und das zu dienen die Bon dir empfangne gaben: Wenn nun der alte feind Uns von dem heiligen Geift. ans liftig trennen will, So wehre( wind, Du brunn, wo lebens- wafs ihm, und mach uns friedsam, fromm und still. 6. Was unserm wissen fehlt, Das hie nur stückwerk bleibet: Was unsern willen lockt, und zum perderben treibet; Das lasse, grof fes licht! Durch deinen glanz vers gehn, Und uns in GOttes kraft Getrost und glaubig stehn. 7. Wen GOttes geist beseelt, Wen GOttes wort erreget, Und wer die erstlinge Von seiner gnade tråget, Der stimme mit uns ein, und preise Gottes treu; Sie ist an diesem fest, Und alle morgen neu. Mel. Wie schön leucht uns 2c. Domm, GOttes geist, 206. tom höchfter gast! HErr! den der himmel nicht um faßt, Noch dieser kreis der erde. Komm, offenbare dich auch mir, GOtt heilger geist! daß ich in dir, Ein geist mit Christo werde.* Leite Heute Geist und sinnen, Mein beginnen und mein leben, Deiner liebe nachzustreben. * 1 Cor. 6, 17. 119 3. Entzünd in mir die liebes gluht, und mache brünstig geist und muht, Du flamme reiner Liebe! Laß mich mit dir versiegelt seyn, Damit in noht und todes: pein Ich steten glauben übe. Rühre, Führe Mein gemühte, GOttes gute Zu erkennen, Chris Bum meinen HErrn zu nennen. 4. Erquické mich, du fanfter ser rinnt, Du süffe freuden- quelle, Die allen durst der seelen stillt, und aus der gottheit tiefe quillt Ganz rein und ewig helle. Fliesse, Gieffe Deine gaben, Mich zu las ben, Wenn ich size In der angst und seelen- hige. s. Sen meiner ohnmacht kraft und macht, mein helles licht in dunkler nacht, Mein weg, wenn ich verführet; Mein lehrer in uns wissenheit, Mein starker beystand in dem streit, Bis mich die wonne sieret. Schüße, Stütze, HErr! mich schwachen, Stark zu machen Meinen glauben: Laß mir nichts die crone rauben. 6. Hilf mir in meiner lezten noht: Verfüffe mir den bittern tod. Wenn herz und augen bres chen: So sey du meines lebens licht. Laß, wenn die zunge nicht mehr spricht, Dein feufien für mich sprechen. Laß mich Endlich Selig scheiden zu den freuden Aller frommen. Ach! wenn werd ich dahin kommen. 2. Komm, theures gut, komm, höchster schaz! Komm in mein bers, und mache plaß, Dich glaubig Mel. Wie schön leucht uns zc. einzunehmen. Ich glaube feft, 207.beilger geift! kehr uns ein, Und mein heil und licht, Du theurer laß uns deine wohnung seyn, O tröster! wirst dich nicht Der ar komm, du herzens- soune! Du hims men hütte schämen. Eile, Heile mels- licht, laß deinen schein Bey Herz und seele mit dem dle Dei uns und in uns kräftig seyn, Zu ner gnaden: Mache gut den fünfteter freud und wonne; Daß wie den- schaden. In dir Recht zu leben Uns erges ben, und mit beten Oft deshalben vor dich treten. 2. Gib kraft und nachdruck deis nem wort, Laß es wie feuer ims merfort In unsern herten brens nen; Daß wir GOtt vater, seis nen sohn, Dich beider geift in einem thron Für wahren Gott bes kennen. Bleibe, Treibe, und hes hüte Das gemühte, Daß wir glaus 4 ben, Auf das Pfingst, Sep ben Und im glauben standhaft Mel. JEsu deine heilge wunden. bleiben. 208. Edler geist im hims nes wesens, einer kraft Mit Gott vater und dem sohne, Schwacher feelen lebens- saft! Ach ergieffe deine treu In mein herz, und mach es neu; Daß Gott selbs mit seiner gabe Luft in mir zu wohe nen habe. 2. Ach! ich bin mit schmach und schanden Gar erbärmlich zuges richt't. Satan hat mit seinen bans den Meine schönheit ganz zers nicht't. GOttes bild ist ganz vers derbt, Sünden sind mir angeerbt# und wie kann GOtt solche feelen Sich zur wohnung auserwählen? 3. Du bist GOttes starker fins bricht, Satans machtiger bezwins ger, Der der fünden macht zers ger, Meiner seelen helles licht: so wird mein herze rein, und auch Kehrest du nur ben mir ein, Ach! schon auf dieser erden Eine wohs nung GOttes werden. 3. Du quell, draus alle weisheit gießt, Die sich in fromme feelen pießt, Laß deinen trost uns hören, Daß wir in glaubens- einigkeit Auch andre in der christenheit Dein wahres zeugniß lehren. Höre, Lehre, Herz und sinnen zu gewinnen, Dich ju preifen, Guts bem nächsten zu erweisen. 4. Steh uns stets ben mit deinem raht, Und führ uns selbst den rechten pfad, Weil wir den weg nicht wissen. Gib uns beständigs teit, daß wir Getreu dir bleiben für und für, Wenn wir uns leiden müssen. Schaue, Baue Was terriffen, Und gefliffen, Dir zu trauen, Und auf dich allein zu bauen. 5. Laß uns dein edle balsams Fraft Empfinden, und zur ritters schaft Dadurch gestärket werden: Auf daß wir unter deinem schutz Begegnen aller feinde truk, So lang wir seyn auf erden. Laß dich Reichlich Auf uns nieder, Daß wir wieder Trost empfinden, Alles unglück überwinden. * 6. Du füsfer himmels- thau! laß dich In unsre herzen kraftiglich, Und schenk uns deine liebe; Daß unser sinn verbunden sey Dem nächsten stets mit liebes- treu, und sich darinnen übe: Kein neid, Kein streit Dich betrübe; Reine liebe Wollst du geben, Sanft- und demuht auch darneben. 7. Hilf, daß in wahrer heiligkeit Wir führen unfre lebens- zeit.Sen unsres geistes stårke, Daß uns forthin sen wol bewußt, wie eitel ift des fleisches lust, Und seine sünDen werke. Rühre, Führe Unsre finnen und beginnen Von der arden, Bis wir bimmels erben werden. leite Mich zur rechten weisheitss 4.Geist der weisheit! komm und quell. Geh' und stehe mir zur feite, Mach mein finstres herze hell Und durch deinen glanz erleucht'ts Daß es GOttes sinn erreicht, Bis ich nach den trauer- stunden Jene feligkeit gefunden. 1. Geift des troftes! in dem leis den Steh mir allzeit kräftig bey. Wenn die besten freunde scheiden, Bleib du mir beständig treu. Gib mir ein gelassen heri, Daß ich is dem größten schmer: Troft der feelen ben bir finde, lind mich stets mit dir verbinde. 6. Geist des rahts! wie oft vers schwindet Raht und that in ang und noht! Wenn mein her; nicht hülfe findet, Wenn ich leide, wenn der tod Herz und augen nieders drückt, Wenn ich traurig und ges bückt, Ulud für jammer muß vers geben s von dem heiligen Geiste. gehen; Ach! so bleib du bey mir ftehen. 7. Geist der freuden! mein ges mühte Suchet an dir seine luft. Schmeckt mein herz nur deine güte; So verlacher meine brust, Was die welt für luft erdenkt. Welt luft nur die seele krankt: Rechte freude muß den frommen Einig von GOtt selber kommen. 8. Geist des betens! lehr mich beten: Abba vater in der höh! Kreibe mich, vor GOtt zu treten, und gib, wenn ich vor ihm steh, Daß mein bitten kräftig sey, Steh mir stets mit seufzen bey: Sprich in mir in GOttes namen Nach dem flehn ein kräftig: amen! Mel. JEfu meines Lebens leben. unden geist, ach! Beuch in unsre herzen ein, Da du wol wirst aufgenommen, Weil wir troft bedürftig seyn: Trößte biese schwache glieder, Was ges bunden, ldse wieder. Lenk zurück, was irrig heißt, du sanfter gna den- geist! 2. 3war kein mensch lebt auf ber erden, Der des geiftes gaben wehrt; Weil sie dem versaget wer den, Der mit fünden sich be fchwert. Alles liegt an Christi gnaden: Denn der heile der seelen schaden, Der hat uns das theure pfand, GOttes geist, auch zuges wandt. M mühter Durch dein göttlich gnas den licht. Bessere verstand und willen; Hilf uns GOttes wink ers füllen, Gib uns beystand, heil und kraft, Die uns todten leben schafft. 5. Treuer beyftand unfrer fees len, Stifter wahrer einigkeit! Wenn uns unsre sünden quälen: So gib du zufriedenheit, Daß wir in dir ruhe finden: Steure du den unglücks- winden; Brich hervor, du gnaden- schein! Daß wir in die selig seyn. 6. Ach ich rufe! ach ich schreie, Wie ein hirsch nach wasser schreit! Lebensquelle! komm, erfreue Mich in meiner bangigkeit. Gnas den geist! ach laß dich finden, Komm, dich mit mir zu verbinden, Daß ich jezt und allezeit Deinen ruhm und lob Mel. Von GOtt will ich nicht se euch ein zu deinen 210.3 thoren, Sey meines herzens gaft, Der du, da ich ges bohren, Mich neu gebohren haft, O hochgeliebter geist Des vaters und des sohnes, Mit beiden gleis ches thrones, Mit beiden gleich gepreift! 1. Beuch ein, laß mich empfins den und schmecken deine kraft, Die kraft, die uns von fünden Hülf und errettung schafft: Entzünde meinen sinn, Daß ich mit reinem geiste Dir ehr und dienste leiste, Die ich dir schuldig bin. 3. Ach! wir waren wilde reben, Gänzlich aus der art gebracht. 3. Ich war ein wilder reben, Kod und fluch traf unser leben; Du hast mich gut gemacht. Der Nun ist alles gut gemacht. Was tod durchdrang mein leben, Du uns fünder, was uns schwachen Kann gerecht und selig machen, Giebt uns in der tauf der geist, Der ein geist der gnaden heißt. haft ihn umgebracht, und in den tauf erstickt, 218 wie in einer fluhte, Mit JEfu tod und blute, Das uns im tod erquickt. 4. Nun du brunnquell aller 4. Du bist das heilge dle, Das güter, Geist! der freud und trost durch gesalbet ist mein leib und verspricht, Ach! beftrable die gesi meine feele Dem HErren JEfu Ebri Auf das Pfingst, Tek Chrift Sum wahren eigenthum ,, wenn wirs sollen geben In deine Bum priester und propheten, 3um hände hin, und scheiden aus deg tonig, den in ndhten GOtt schüßt welt: So hilf uns frölich sterben, vom heiligthum. Und nach dem tod ererben Das schöne himmels zelt. s. Du bist ein geist, der lehret, Wie man recht beten soll: Dein bes ten wird erhöret, und macht uns - fegens voll; Es steiget himmel an, Es steigt und läßt nicht abe, Bis der geholfen habe, Der allen belfen kann. 6. Du bist ein geist der freuden, Der unser herz aufricht't, Erleuch test uns im leiden Mit deines troftes licht. Ach ja! wie manches mahl Hast du mein her; erquicket, Und mir trost zugeschicket In trübsal, noht und quahl! 7. Du bist ein geist der liebe, Ein freund der freundlichkeit: Willt nicht, daß uns betrübe Zorn, zank, haß, neid und streit. Der feindschaft bist du feind, Willt, daß durch liebes flammen Sich wieder thun zusammen, Die vol Ier zwietracht seynd. 211, Nun bitten wir den den rechten glauben allermeist: Daß er uns behüte an unferm ende, Wenn wir heimfahren aus diesem elende. Kyrieleis. 2. Du wehrtes licht! gib uns deinen schein, Lehr uns JEsum Christ erkennen allein: Daß wir an ihm bleiben, dem treuen heis land, Der uns bracht hat zu dem rechten vaterland. Kyrieleis. 3. Du füffe lieb'! schenk uns deine gunst, Laß uns empfinden der liebe brunst, Daß wir uns von herzen einander lieben, und in friede auf einem sinne bleiben. Kyrieleis. 4. Du böchster trifter in aller noht! Hilf, daß wir nicht fürchten schand noch tod: Daß in uns die finne nicht verzagen, Wenn der feind wird das leben verklagen. Kyrieleis. 8. Du, HErr! haft selbst in hånden Die ganze weite welt, kannst menschen- herzen wenden, Wo dir es wolgefällt: So gib doch deine gnad Zu fried und liebes- banden: Verknüpf in allen landen, Was sich getrennet hat. Mel. Helft mir GOtts gute ze. 2. Erfülle die gemühter Mit 212. Freut euch, ibr chriften reiner glaubensssier, Die häuser und die güter mit segen für und für: Vertreib den bösen geist, Der fich dir widersetet, und, was dein ber; ergezet, Aus unsern herzen reißt. 10. Gib freudigkeit und stärke, Bu stehen in dem ftreit, Den sa tans reich und werke uns täglich anerbeut. Hilf tämpfen ritter lich, Damit wir überwinden, und la zum dienst der fünden Kein chrift ergebe sich. 1. Nicht unser ganzes Leben eit nach deinem finn; Und alle! uns feinen sohn. Lobt ihn auch drum mit schalle, Daß er vom himmels thron Uns sendt den heilgen geist, Der uns durchs wort recht lehret, Des glaubens licht vermehret, Und uns auf Chriftum weist. 2. Es låffet offenbaren GOtt unser höchster hort Uns, die wir unweis waren, Sein himmlisch gnaden- wort. Wie groß ist seine gut! Nun können wir ihn kennen, Und unsern vater nennen, Der uns allzeit behüt. 8. Verleib, daß wir dich lieben, O Gott von dem heiligen Geifte. OGOtt von grosser huld! Aus borsag nicht betrüben Durch eigne fünden- schuld. Leit uns auf ebner bahn. Hilf, daß wir dein wort hören, Und thun nach deinen lehren; So ist es wol gethan. 4. Von oben her uns sende Den geist, den edlen gaft, Deß kraft sich zu uns wende, Wenn uns drückt creuzes laft. Tröst uns in todes: pein, Mach auf die himmelsthüre, uns mit einander führe Sur himmels- freude ein. Mel. Mein Herz und feel den zc. 213.Du geift des HErrn! der du von GOtt ausgehest, Und doch mit ihm in gleichem wesen steheft: Kraft aus der höh! steh mir in gnaden bey, Damit mein lob dir volgefällig fen. 123 Verkläre doch des vaters wort in mir, und führe mich durch deinen glanz zu dir. 7. Laß mich mein her; dir glaus big übergeben: Entsündge mich, schaff mir ein neues leben. Gib, daß mein geist in busse, leid und reu Durch deine Eraft serknirscht, derschlagen sey. 2. Erquick das Herz, entzünde mein gemühte; Erfüll es selbst mit neuer lieb und gute, Du heilge traft! ach komm, ich wart auf dich, Komm, sanfter wind, komm und belebe mich. 3. Du bist, der uns allein die weisheit sendet; Der menschen witz ist ohne dich verblendet. Gib mir verstand, erkenntniß, raht und that, Wie Salomo von dir erianget hat. 4. Aus dir allein, durch deine Fraft getrieben, Hat der prophet das wort des HErrn geschrieben, Indem sich GOtt uns menschen offenbart: Du weißt allein die rechte deutungs- art. 5. Drum lehre mich mein heil daraus erkennen, Lehr Christum mich recht einen Herren nennen: Ja, reiner geist! erleuchte meinen geist, Daß er verläßt, was falsch und irrig heißt. 6. Entdecke mir der wahrheit beitern morgen, und schleuß mir auf, was noch vor mir verborgen, 8. Ach! reinge mich von allen eitlen trieben, Laß mich nur dich, und nicht was sündlich, lieben. Ja mache mich von dem, was irs disch, frey, Daß deinem wink ich stets gehorsam sen. 9. Versiegle mich, und stärke mich im glauben, Laß mir den feind die sieges- cron nicht rauben. Du freuden- d1! verleih mir deine kraft, Die friede, trost und freude in mir schafft. 10. Laß, reiner geist! mich deine wirkung spüren, Laß sie mir leib und seele kräftig rühren. Du gåtts lich licht! entzünde mein gebet, Daß dessen gluht sich stets zu Gott erhöht. 11. Gib mir schon hier den vors schmack iener freuden, Daß ich das bey der erden schmach und leiden Vergessen kann; ja gib mir Chrifti sinn, und ziehe mich stets nach dem himmel hin. 12. Komm, heilge mich, la schmücke geist und sinnen Zum tempel aus, und wohne selbst dars innen. Erneure mich, so wird durch dich allein Mir ieder tag cin frohes pfingst- fest seyn. Mel. Liebster JEsu wir sind hier. du 214.Gott! bu haft in deis nem sohn Mich von ewigkeit erwählet: Sende nun von deinem thron, Was noch meis nem heile fehlet: Und gib mir des geistes gaben, Se dann werd ich alles haben. 2. Ach! ich bin lebendig tobt, Unb 124 Auf das Pfingst's Teft. and zum guten ganz verlohren. heucheley, Das deiner huld gefäls Heilger geist, mein HErr und lig sey, Der du die herzen prüfeft. GOtt! Mache du mich neu gebohren: Denn das fleisch ist mein verderben, und kann nicht den himmel erben. 3. Treibe weg die finfire nacht Meiner irrigen gedanken. Dåmpfe das, was GOtt veracht't, Halte die vernunft in schranken, Daß ich anders nicht als gerne Selbst von dir die weisheit lerne. 2. Wie hat doch meiner seelen noht Dich, höchster GOtt! erbars met: Mich hast du, da ich blind und todt, Mit lieb' und huld ums armet: Ich gieng in ganz verkehrs tem wahn; Du nahmst dich meis ner thorheit an, und wollteft selbst mich lehren. 4. Was mein herze dicht't und tracht't, Ift von jugend auf nur biso; Aber hilf, daß deine macht Mich auch von mir selbst erlöse: Undizu allen guten dingen Gib wir wollen und vollbringen. 5. Schaff in mir ein reines herz, Daß ich fiets an GOtt gedenke, and mich oft mit reu und schmerz, Deber meine fünden krånke: Doch nach den betrübten stunden, Führe mich in JEsu wunden. 6. Pflanze mich daselbst in ihn, Als ein glied an seinem leibe: Und wenn ich sein eigen bin, Hilf mir, daß ich es auch bleibe. Wie am weinstock seine reben, So laß mich au JEsu kleben. 7. Hierzu bitt' ich diese dren, Glauben, hoffnung nebst der liebe: Steh' auch sonst mir also bey, Daß lein teufel mich betrübe. Gib mir bemuht, fried und freude, und auch sanftmuht, wenn ich leide. 8. Hilf mir reden recht und wol, Auch zuweilen gar nichts sagen: Hilf mir beten, wie ich soll, Hilf mir auch mein creu; ertragen. Wenn es zeit ist, hilf mir sterben, Und dabey den himmel erben. 3. Ich habe GOtt nicht recht erkannt, Dem ich doch sollte les ben: Doch hast du dich zu mir ges wandt, Erkenntniß mir gegeben. Dein theures wort zu rechter jeit Hat meiner augen blödigkeit Zum himmels weg erleuchtet. 4. Ohschstes licht! durch dich hab ich Den vater lernen kennen; Auch kann ich JEfum sicherlich Nun meinen heiland nennen. Du leitest mich mit deiner hand, Daß ich mein rechtes vaterland Ges wißlich finden werde. s. Ich war im höchsten jammers stand, In ewigkeit verlohren; Wo du dich nicht zu mir gewandt, Und mich aufs neu gebohren. Du nahmest mich in meiner tauf. Als GOttes kind, mit gnaden auf: Ach! laß michs ewig bleiben. 6. Wie oft bin ich auf bösen raht Und falschen weg gekommen! Doch deine theure gnade hat Sich meiner angenommen. Du ftrafest mich, und zeigest frey, Was meis ner seelen schädlich sey: Das mag ia liebe heissen! a. Du hast mich armen oft aufs neu mit meinem GOtt verbuns den, Wenn ich durch wahre buß und reu Vergebung habe funden. Du hast mich aus der fündens nacht Hinwiederum zu Gott ges bracht, und völlig ausgeschnet. el. Es ist das heil uns kommen. eut will ich, füffer 215. tröster! dir Mit her. 8. Ich würd in dieser fündens jens- freude singen: Ach beilger welt Mein erbtheil bald verlieren: geist! verleihe mir, Daß ich jest Drum hast du dich zu mir gesellt, mige bringen Ein opfer frev voul ich feliglich zu führen. Du nimest von dem heiligen Geifte. Rimmst in meinem Herzen plak, I Damit ja meinen himmels- schaß Wir niemand rauben möge. 9. Dein ist und bleibt allein der ruhm, Wenn du mir kraft gegeben, Daß ich im wahren christens thum, Dir, meinem GOtt, kann leben. Ach! nimm doch ferner in mir raum, Auf daß ich als ein guz ter baum Zum paradies gedeye. 10. Hab ich in meiner creuzes Last Nach bülf und troft geschryen; So hast du, suffer feelen- gaft! Mir öfters auch verliehen, Daß ich in Hoffnung und geduld, Versichert deiner lieb' und huld, Mich GOtt ganz überlaffen. XII. Von dem Dreyeinigen GOtt und dessen Wesen und Eigenschaften. 125 II. Ach! könnt ich nun auch, wie ich wollt, Dich, liebster GOtt! recht preisen! Ach könnt ich, wie ich billig sollt, Mich gegen dich erweisen! Dheilger geift! laß meinen sinn, So lang ich noch auferden bin, Und ewig, dis bes trachten. 12. Kann ich in dieser sterbliche keit Den wunsch nicht gar erlans gen; So will ich doch, wenn nach dem streit Die ruh dort angegans gen, Dir, sammt dem vater und dem sohn, Mit herzenslust vor deinem thron Eins nach dem ans dern singen. Mel. Nun danket alle GOtt zc. 216. Gott du höchster geist! Ist nichts dir zu vergleichen; Wie will mein schwacher sinn Denn deine höh' erreichen? Ach vater! schaue doch Des kindes einfalt an, Das durch ein dunkles wort Jm spiegel schauen kann. 5. Du, einig höchster geist! Bift in dir selber selig, und deine Eräfte sind unendlich und unzähs lig. Hör Israel! der HErr, Dein HErr GOtt zebaoth Ist nur ein einiger und ewig wahrer GOtt. 6. Ja hor es Ifrael! Was hörst du dreymahl nennen? Dreys einig sollt du den, Der einig ist, 2. Ich kann schon von natur Inerkennen. GOtt, der im lichte meinem herjen merken, Daß wohnt Des wesentlichen scheins, GOtt sey: doch du stellst In deis Ift vater, sohn und geist; und nen schöpfungs werken Die un- diese drey sind eins. sichtbare kraft Als sichtbar deute lich dar. So macht schon die vers nunft Die gottheit offenbar. 7. Ach GOtt! wie hoch ist das? Was muß ich hie bemerken In deinen ewigen und innerlichett werken? Da sich ein unterscheid Persönlich wirklich findt, Weil der personen dren In einem wesen find. 8. Der vater zeugt allein Sen sohn vor allen zeiten, Der in ihm felber lebt In gleichen herrlichkeis ten. Der sohn wird nur gezeugt, Der geift geht nur allein Von als len beiden aus, Und hier ist nicht! gemein. 9. Doch wirken alle drep In auferlichen werken, Darin wie Gotted 3. Doch da die wissenschaft Sehr unvollkommen bleibet, Go such ich, was von dir Die offenbarung schreibet: Ja diese wahrheit macht mir dein geheimniß kund, Da die vernunft erstaunt: welch ein tiefer grund! 4. Du hast von ewigkeit, Und in dir selbst dein leben: Was lebet, muß von dir, In dir, lebendig wes ben. HErr! du bist, wie du bist, Du bleibest, wie du bist, Also, daß auffer die Rein Gott felbeändig is. + 126 Von dem Dreheinigen GOtt GOttes Fraft An den geschöpfen 3. O vater aller dinge quell merken: Die schrift zeigt aber und ursprung, sen gepriesen Für auch, Wie vater, sohn und geift alle wunder klar und hell, Durch In iedem sonderlich Sich vor den deine macht erwiesen. Du, vater, andern weist. haft vor aller zeit Den eingen sohn von ewigkeit, Dein ebenbild, ges 10. Der vater schuf die welt, Er hat sie auch geliebet, Daß erzeuget. den sohn für uns und seinen geist uns giebet. Und das erlösungswerk Hat GOtt der sohn voll bracht; Das werk des geistes ist, Daß er uns heilig macht. 11. Die andacht darf nicht mehr Bu grübeln sich getrauen, Da felbst die engel nur Gelüstet dich au schauen, Geheimnis voller GOtt! Der uns verborgen ist, Ach! wie gelüftet mich zu schauen, wie du bist. 12. Indessent, HErr, HErr, HErr Ach fegne und behüte, Erhebe dein gesicht Mit guade, fried und gute. Die ghad er leuchte mich, Die liebe stärke mich, Und der gemeinschaft band In mir vermehre sich. 13. Lob, ehr und preis sey GOtt Dem vater, sohn und geiste! Wie ihn der engel chor Schon bey der Schöpfung preiste. Nimm dieses tallen an, Das lob und ehre bringt, Bis mein verklärter mund Auch Breymahl heilig! singt. 4. Du haft gemacht den ers den kreis Nach deinem wolges fallen, Uns menschen drauf zu deinem preis, Daß wir dein lob erschallen. Auch wird durch deis nes mundes wort Dis alles ims mer fort und fort Erhalten und regieret. s. Drum fteh, o vater! ferner bey Uns, deinen armen kinderu, und alle unsre schuld verzeih Uns bußfertigen fündern: Aus unsern nöhten mannigfalt Errette uns und hilf uns bald, Wie du uns fest versprochen. 6. O JEfu Chrifte, GOttes sohn, yon ewigkeit gebohren! uns menschen auch im himmelss thron Zum mittler auserkohren; Durch dich geschicht, was nur ges schieht, wahrer GOtt! o wahres licht vom wahrem Gott und lichte! 7. Du bist des vaters ebenbild, und doch vom himmel kommen: Als eben war die zeit erfüllt, Haft du fleisch angenommen; Haft uns erworben GOttes huld, Bejahlet unsre fünden schuld Durch dein unschuldig leiden. 8. Nun sigest du jur rechten hand Des vaters hoch erhoben, Beherrscheft alle leut und land, Und dämpfft der feinde toben. Hilf uns, o wahrer mensch und GOtt! Wir wollen dir für deinen 2. Wir danken dir, daß deine gtad, Auch weil wir hie noch le- tod Und alle wolthat danken. ben, In deinem worte so viel hat 9. D heilger geift, du wehrte Dus offenbart gegeben: Daß du cron, Erleuchter unsrer sinnen! bist wahrer Gott, und heißt GOtt| Der du vom vater und dem sohn vater, fohn und heilger geist, Ausgeheft ohn beginnen: Du bist Drepfaltig und doch einig. allmächtig und ohn end, Der vas tex Mel. Nun freut euch liebe zc. heiligste dreyeinig217. feit, Voll majestät und ehren: Wie kann doch deine christenheit Dein lob genug vers mehren? Du bist sehr hoch und wundersam, Ganz unbegreiflich ift dein nam', Dein wesen uner: forschlich. and dessen Wesen und Eigenschaften. 127 ter und der sohn dich sendt, Imster und vom sohne, Mit beiden glauben uns zu leiten. gleicher herrlichkeit, Gleich ewig, gleicher crone, und ungetheilter stärke. * 10. HErr, du gebiereft durch die tauf uns wiederum aufs neue: Hernach auch nimmest du uns auf, Wenn du giebst wahre reue. Durch dich wird unsre Hoffnung fest: Und wenn uns alle welt ver läßt, Bleibst du bey uns im herzeit. II. Wir bitten dich demühtig lich, Daß es ja mag durchdringen, Was wir für seufzen oft vor dich In unsern nöhten bringen; und wenn die leite stund da ist, So hilf, daß wir auf Jesum Christ Getröst und selig sterben. 12. GOtt vater, sohn und heil: ger geift! Für alle gnad und güte Sey immerdar von uns gepreist Mit freudigem gemühte. Des himmels heer dein lob erklingt, Und heilig, heilig, heilig! singt: Das thun auch wir auf erden. Mel. Chrift unfer HErt zum ic. as alle weisheit in 218.Was der welt Bey und Faum weiß zu lallen; Das läßt GOtt aus dem himmelstelt In alle welt erschallen, Daß er alleine könig sey, Hoch über alle götter, Groß, mächtig, freundlich, fromm und treu, Der frommen schüß und retter, Ein wesen, drey perso: nen. 2. GOtt vater, föhnt und heil ger geist Heißt sein hochheilger name: So kennt, so nennt, so rühmt und preist Jhn der gerechte saame: GOtt Abraham, GOtt Ifaac, GOtt Jacob, den er liebet, HErr sebaoth, der nacht und tag uns alle gaben giebet, Und wunder thut alleine. 3. Vom vater ist von ewigkeit Der sohn gezeuget worden. Der fohn tam nach bestimmter zeit Jus Reisch in unsern orden. Der heilge geif geht aus ohn seit Vom vas 4. Sich hier, mein Herz! Das ist dein gut, Dein schatz, dem keiner gleichet: Das ist dein freund, der alles thut, Was dir zum heil ges reichet: Der dich gebaut nach seis nem bild, Für deine schuld gebüfs set: Der dich mit wah rem glauben füllt, und all dein cleus verfüffet Mit seinem heilgen norte. s. Drum auf, meint herz! erhebe dich, Und lerne GOtt recht kens nen: Denn die erkenntniß rühret mich, In liebe zu entbrennen, Die meiner seelen hoffuung nehrt; Gott werd in jenent leben Die freude, die kein ohr gehört, und folche wolluft geben, die hier kein aug' erblicket. 6. Web' aber den berföckten Beer, Das sich hier selbst verblens det, GOtt von sich stößt, und seine ehr Auf creaturen wendet! Ihm wird gewiß des himmels zelt Ders einst verschloffen bleiben. Wer GOtt verläßt auf dieser welt, Den wird er von sich treiben, und ewig dort verstöffent. 7.Ey nun, so gib, du groffer held, GOtt himmels und der erden! Daß alle menschen in der welt zu dir bekehret werden. Erleuchte, was verblendet geht, Bring wies der, was verirket: Reiß aus, was uns im wege steht, Was frevents lich verwirret Die schwachen in dem glauben. 8. Laß deine kraft uns allius gleich Zur himmels- pforte brins gen, Daß wir gesammt in deinem reich Ohn alles ende singen: Daß du alleine könig seyst, Hoch über alle götter, Gott vater, sohn und heilger geift, Der frommen schug und retter, Ein wesen, drey pers fonen. Mel. Bon dem Dreheinigen Gott 128 Mel. Chrift unser HErr zum zc. heiliger gerechter 219. D GOtt! Ich klage bir mit schmerzen Die angebohrne fünden noht Und finsterniß im berien: Denn ich kann dich nicht von natur Erkeniten, noch dich lieben; Ach! zeige mir daju die spur, Wie ich mag beides üben Nach beinem wolgefallen. 2. Gib, vater! daß ich beine macht, und liebes treu anbete, Auch deine weisheit wol betracht', Und kindlich vor dich trete. Gib Deine allmacht mir zum schuß, Sum labsal dein erbarmen: Dein recht und wahrheit sey mein trug: Dein licht erfreu mich armen, Bum lebe deiner gnade. 3. Laß mich auch deinen lieben fohn In deinem licht erkennen, Bie er fen unser gnaden thron, Und einig heil zu nennen: Ein wahrer mensch, und doch mit dir Auch GOtt von gleichem wefen: Das licht vom licht, durch welches Bier Nun alle wol genesen, Die durch die sünd erstorben. 4. Denin drum ist er, das gut, Vom tommen. Das ewge wort hat unfer blut Und fleisch an sich genommen, Daß es von unserem geschlecht Den zorn und fluch abfehrte, Den segen aber wieder bracht, Der uns sonst nicht gehörte, Durch, thun und auch durch leiden. s. Ja JEfu! du, du bist der Weg, Der uns jum himmel führet: Der von dir und dem sohn auss geht, und uns durchs wort will lehren: Ach! laß denselben sein mein licht, ich irrenden zu leis ten, Und wenn es mir an muht ges bricht, Mit tröstung stehn zur seis ten, und mich in schwachheit stärken. 7. Laß ihit, o HErr! mich alles seit Zu seinem tempel weihen, und mit rechtschaffner heiligkeit Mein berze beitedeyen: Laß ihn die fündliche natur Stets bessern; baß auf erden zu einer neuen creatur Ich mag bereitet werden, und so dein erb' erlangen. 8. So gib uns, der du heilig heißt, Dich, den wir vater nennent, Gammt deinem sohn und heilgem geist, Im glauben zu erkennen. weil dich erkennen, wie du bist, und deine liebe schmecken, Des eigen lebens vorschmack ist; Bis du uns wirst entdecken Das volle licht im schauen. mel. Komm heilger geift HErre. 220. Unendlicher Gott, gut! Das in sich selbst besteht und ruht, Das unbegreiflich ist zu nennen, Wer kann dich vollkommen kennen? Du bist ein unumschränktes licht, Von ziel und gränzen weißt du nicht. Dich kann kein sterblich auge ses hen. Es muß vor dir verhüllet stehen. Halleluja, Halleluja. 2. Erschaffener geift, bidder finn! Komm, sege dich voll demubt Laß mich dich eingen glaubenshin, Mit stummer einfalt anzus Reg So geht, wie fichs gebühret. Sen meine wahrheit, welcher ich Bon ganzem Herzen glaube: Sey mir das leben, auf daß mich nicht tod und holle raube; O meines Jebens leben! hdren Unbegreiflich hohe lehren. Gott ist ein unerschaffner geist, Der aller geister vater heißt, Der ursprung aller guten gaben, Die alle creaturen haben. Halleluja, Halleluia. 6. Laß mich, o höchste majestät! Den beltgen geiß auch ehren, 3. Dis ewige licht ift beftent on aller unvollkommenbeit and dessen Wesen und Eigenschaften. 129 Sein geistlich und nohtwendig, voll erden Deiner liebe fähig wers wesen Läßt nichts schwaches an den. Mein herz begehret nur als fich lesen. Sein unerforschlicher verstand Jit keittem, als ihm selbst, bekannt. Sein seeyer und gerechter wille Ist eine ewge liebes- fülle. Halleluia, Halleluia. lein Mit dir vertraut bekannt zu seyn: Laß mich vor deinem thron bald stehen, und unverrückt dein autlig sehen! Halleluia, Halle, luja! 4. Sein herrlicher glanz, der höchst rein, Hat mit dem schatten nichts gemein. Die höchste ein falt* ist zu spüren, Da sich aug' und jinn verlieren. Legt schon die schrift ihm glieder ben; So macht fie deren schilderen, In unsre schwachheit sich zu schicken, und es begreiflich auszudrücken. Halleluia, Halleluia. 5. Kein menschlicher leib schränkt ihn ein, Ein geist hat we der fleisch noch bein: Die hand be zeichnet feine stärke, und beschir mung seiner werke. Sein öffnes aug' und hörend ohr Stellt sein unendlich wissen vor, Das alles tennt, nichts ausgenommen. Kurs, alles ist bey ihm vollkommen. Halleluja, Halleluja. * Das ist: Gott ist ein einfaches wesen, das aus keinen theis ten zusammen gefeßet ift. 221.prie, GOtt vater in ewigkeit! Groß ist deine barmherzigkeit, Aller dinge schöpfer und regierer! Eleison 2. Christe aller welt treft! Uns fünder allein du hast erlöst: O JEsu GOttes sohn! Unser mitts ler bist du im höchsten thron: Zu dir schreien wir aus höchster be, gier. Eleison. 3. Kyrie GOtt heiliger geift! Tröst, stårk uns im glauben allers meist, Daß wir am lezten end Frölich abscheiden aus diesem elend. Eleison. 6. Vor schöpfungs- zeit war er allein, Es wird auch kein GOtt nach ihm seyn: Ob gleich der satan viele gößen Ihm will an die feite fegen; So ist doch ihre göttlichkeit Nur eine misgeburt der zeit. Der lette brand wird sie verzehren; Ihn aber wird man ewig ehren. Halleluia, Halleluja. 7. Der höchste GOtt ist nun zugleich In seinem ewgen wesen reich, In welchem ewig drey perfonen Wunderbar vereinigt woh nen: Der vater hat vor zeit und welt Den sohn gezeugt und dargestellt: Der heilge geist geht aus von beiden. O wunder- dren, voll glanz und freuden! Halleluja, Halleluia. 8. Jch bete dich an, groffes licht! Mit ehrfurcht voller liebes: pflicht: Ach! laß mich arme band beit wabre quelle, Dutiese bes 3 voll: 222. vater! allmächtis ger GOtt, Zu dir schreien wir in der noht: Durch deine groffe barmherzigkeit Ers barm dich über uns. 2. Christe, wollst uns erhören, Für uns bist du mensch gebohren Von Maria. Erbarm dich über uns. 3. Vergib uns all unsre fünde, Hilf uns in der lezten stunde; Für uns bist du gestorben. Ers barm dich über uns. 4. O heilger geist! wollst und geben, Dich allzeit herzlich zu lies ben, und nach deinem willen zu les ben. Erbarm dich über uns. Mel.Allein GOtt in der höh ze. 223.vater! GOtt von 130 Von dem Drepeinigen Gott vollkommenheit, Du licht, das ewig helle. Du HErr voll pracht und majestát! Dein unaussprechlich lob erhöht Der himmel fammt der erden. 2. Als vater hast du deinen sohn Von ewigkeit gezeuget, Daß fich vor seiner gottheit thron Das chor der engel beuget. Als vater hast du diese welt und alles an das licht gestellt, Auch väterlich erhalten. dich deiner christenheit Haft wol len offenbaren, Daß du mit dei nem namen heißt Gott vater, sohn und heilger geist; Wir dans Een dir mit freuten. 9. Denn wer dich, GOTT! recht weiß und kennt, Der hat das rechte leben. Und wer von deiner liebe brennt, Den kannst du bald erheben, Daß er nach dieser trus ben jeit Dich in der frohen ewige teit Von angesichte schauet. 3. Drum bleib uns ferner zuges than, Als vater deinen findern, Und nimm dich unsrer wolfahrt Mel. Es wolle GOtt uns gnädig. Gott! wir chren deine macht Und an: Hilf allen armen fündern: Daß wir von deiner mildigkeit 224. Zur guten und zur bösen ¡ eit Trost, schuß und nahrung haben. gnade zu uns arinen, Nach welcher du uns wehrt geacht, Dich unsee 4. GOtt sohn, des vaters eben- ¡ u erbarmen. Wir sind voll sünde, bild Von ewigkeit gebohren! Wir du voll gnad, Wir todt, du bist das fehn, da nun die zeit erfüllt, Daß leben, und haft nach deinem gnas du bist auserkohren Zum mitt den- raht Dich uns zu eigen geben. ler, GOtt und mensch zugleich. O abgrund aller liebe! Du haft der welt dein himmelreich Durch deinen tod erworben. 2. Wir beten dich als vater amr, Du liebest uns als kinder: So 5. Als GOtt mensch sizzst du hast du dich ja kund gethan, Zum auf dem thron Zu deines vaters troft der armen fünder. Dein zorn rechten, Uns wider allen neid und weicht deiner lieb und huld, Dein hohn Des teufels zu verfechten. väterlich gemühte Jft voll erbar Ach! hilf uns durch dein theures men, voll geduld, Voll langmuht, blut, Daß uns dein vater bleibetreu und güte. O liebreich vater gut und ewiglich gewogen. herze! 3. O JEsu, theurer GOttes sohn, Du licht vom wahren lichte! Vor dir, dem rechten gnaden- thron, Wird sünd und tod zu nichte. Du bist der grund der seligkeit, Worauf wir arme hoffen. Dein gnaden- brunn steht allezeit Für unsre seelen offen. Du ause fluß alles fegens! 6. GOtt heilger geist, du himmels gast, Der frommen schat und wonne, Der du den ausgang ewig haft Vom vater und dem fohne! Du füsfer tröster, freund und hort, Der du die deinen im merfort In alle wahrheit leitest! 7. Komm, wahrer GOtt! mit deiner kraftZu deinen auserwähl ten: Gib uns den rechten lebensfaft, Und trößte die gequälten. Bleib unser schuß und zuversicht, Der seelen schaß und freuden licht, und unsers geistes leben. 4. Du geist der gnaden, wahrer Gott! Komm, steure dem verders ben. Laß uns durch Chrifti creus zes- tod Der welt und uns absters ben: Ja schlag das ganze höllens 8. O heilige Dreyeinigkeit, Bereich In unsern seelen nieder, Das borrfcher aller fchaareu! Der du l mit wir JEfu Chrifio gleich, Und feines und dessen Wesen und Eigenschaften. 131 feines leibes glieder Durch deine[ ort, Und gar nicht zu ermessen: gnade bleiben. 5. So ehren wir in einem thron Dich, unsern GOtt und vater, Sammit Christo deinem lieben sohn, Als unsern heils- erstatter, Und GOtt den wehrten heilgen geist Von gleicher macht und we fen. Hilf, der du dreymahl heilig heißt, Daß wir in dir genesen, Und dich dort ewig loben. Ob einer hier ist oder dort, If er dir nicht entseffen. Laß mich nicht weifeln, wo ich sey, Du könnst. dich mein annehmen: Auch was ich thu, laß mich dabey Des bösen vor dir schämen, und überall dich fürchten. 6. Unendlich ist, HErr! deine macht, zu retten, die dich lieben, Und, wenn der gottlos dich vers acht, Die rache auch zu üben. Gib, daß sich deiner allmacht schuß Mel. Christ unser HErr zum*. 225.meine feel erhebe Fort über mich erstrecke, Mich dich, nicht grimm und truß, Nur deine straf erschrecke: Du tödtest leib und seele. zu betrachten, Wie GOtt hat of fenbaret sich, und wie man ihn soll achten: Daß er der allers höchste ist Im himmel und auf er den. Und soll gepreift zu jeder frist, Auch angerufen werden, Als ursprung aller dinge. 7. Voll höchster weisheit bist du, Gott! Niemand kann sie ers gründen; Wie wunder schwer auch ist die noht, Weißt du doch raht zu finden. Gib, daß ichs dir 2. GOtt! du bist einig für und stets traue zu, Auf dich werf meine für, Nichts sind der heiden göt sorgen: Auch übels weder denk ter: Kein heil noch troft ist aussernoch thu, Weil du fichst ins vers dir, Kein helfer noch erretter. Laß borgen, und prüfest her; und mich, 0 HErr! auf dich allein Von nieren. gangem herzen trauen, Dir lediglich ergeben seyn, Auf niemand anders bauen, Dir, GOtt! allein anhangen. * 3. D HErr, mein GOtt! du bist ein geist, und theilest bey uns allen An gaben aus, was geistlich heißt, Nach deinem wolgefallen: Laß mich stets geistlich seyn ge finnt, Daß, wenn ich vor dich trete, Jch deine kraft in mir empfind, Und dadurch dich anbete Im geist und in der wahrheit. 8. GOtt! du bist heilig und ge recht, Du kannst die fünd nicht leis den; Wer sagen will, er sey dein knecht, Der muß das böse meiden. Gib, daß ich mich zu jederzeit Der heiligkeit befleisse, Nachiage der gerechtigkeit: Auch dein gericht gut heisse, Ob ichs schon nicht bes greife. 9. Du bist sehr gnädig, fromm und gut, Wenn sich bekehrt der sünder; Erbarmst dich, wie ein va 4. Du bist, o Gott! von ewigter thut, Vou herzen deiner kins keit, Ohn anfang und ohn ende. der. HErr! laß von deiner lieb Gib, daß mein herz von aller freud Des zeitlichen sich wende; Auf daß ich möge immerdar Drum bitten und drauf denken, Weil al les hier nur wandelbar, Daß du mir dort wollst schenken Ein un vergänglich erbe. 5. O GOtt! Du bist an allem und gnad mich allweg troft be kommen; Von mir auch meine missethat So fern seyn hingenoms men, Als morgen ist vom abend. 10. GOtt! deine wahrheit stets besteht, und wol dem, der di glaubet: Der himmel und die erd 32 ver Von dem Dreyeinigen Gott 132 vergeht, Dein wort, Err! ewig bleibet. Gib, daß ich fürchte dein gericht, und alles, was du drauest: Auch hoffe, was dein wort vers spricht, Daß du mirs gern verlei hest; Hoffnung wird nicht zu schanden. suffer siue schweben, Eh dich der engel schaar geehrt. Es war dein höchst vergnügtes leben Von keis uer einsamkeit gestöhrt. 3. Dein selig seyn wuchs nicht Durch schöpfung dieser erden, Du konntst durch meinen fall Nicht unglückselig werden: Doch läßt dein sohn in solche mühe Sich für mich schnöden fünder ein; Daß er mich wieder zu dir ziehe, Als könntst du sonst nicht selig seyn. 4. Du kannst mit größtem recht Allein gewaltig heissen, Dein dons ner kann die welt Aus ihren achs sen reissen. Es ist kein ziel in deis 12. GOtt! wenn ich dich so kennner stärke, Dein wort trägt dieſe und ehr, Dein wort zum grunde schwere welt. Das ist das kleinste fege; Kann ich mich drob erfreuen deiner werke, Was jeder für uns mehr, Als über alle schaße: Bis möglich hält. ich dort, o mein heil und licht! Ohn lallen dich werd nennen, Von angesicht zu angesicht Anschauen und erkennen, und ohncronen leihet. Dich fürchten alle aufbdren loben. 7. Du bist der herren HErr, Den erd und himmel scheuet, Der allen kön'gen selbst Die theure * 13. GOtt vater, sohn und beilger geist! Der du auch willt auf erden von mir und allen seyn ge preist, Laß deinen ruhm groß wers den: Verleih mir gnade, kraft und stårk, Daß ich zu allen zeiten, HErr! deinen nam'n und deine werk Konn mehr und mehr aus Breiten, So lang ich hab das leben. 11. Auselig bist du, GOtt! und frey, Du thust, was dir belieber. Du bist ein milder HErr das bey, Der reichlich gutes giebet. Laß mich mit dem zufrieden seyn, Was ist dein heilger wille: Gib auch, daß ich von dir allein Und bemer güte fülle Erwarte alls in allent. Von der Majestät Gottes. Meloden 17. Anbetenswürdig wesen, unendlich gröffrer GOtt, Als wir geschrieben lesen: Ach flöffe meiner armen feele Ein ehr furcht volles schaudern ein: Laß, wenn ich deinen ruhm erzähle, Dich tief vor dir gebeuget seyn. 2. Du bist ein selig gut, Du meißt von keinem leide: Dein ties fer abgrund ist Ein meer voll. Tommner freude. Du kontft in majestäten, Dich betet iede herrs schaft an. Du kannst so leib als seele tödten, Das kein zerbrechlich scepter kann. 6. Du bist es, der allein Unsterbs lichkeit befizet, Und andre, wenn er will, Für tod und gruft beschůzs zet. Was die erschaffne geister has ben, Das tragen sie von dir zu lehn: Du kannst sie in ihr nichts begraben, Bleibst aber selber ewig stehn. 7. Ein unzugänglich licht Mus 1 glanz der noch zu klar Den lichten seraphinen: Ein blik, der selbst die engel blendet, Wenn er auf ihre stirnen fällt, Von welchem sich ihr antlik wendet, und sich vor schaam verhüllet hält. 8.Welch sterblich auge hat Dein wesen ie geschauet? Wer lebet, der es sich Im fleisch zu sehn getrauet? Du siehst zwar, als am hellen mors gen, Was nacht und abgrund in fic and deffen Wesen und Eigenschaften. 193 fich schleußt: Uns aber bleibst du j 4. Dis dein wort zeigt weiter wol verborgen, Du unsichtbarer an: Ewig sey auch deine treue; Ja grosser geist! wir denken wol daran, Sie wird alle morgen neue: Laß nur beinen seist uns treiben, Dir beständig tren zu bleiben, 9. Was wir von deiner macht Und derem wesen wissen, Das bast du selbst zuvor Uns offenbaren müffen. Der sohn, den deine feele liebet, und den dein vater: schooß umschließt, Der ists, der uns die nachricht giebet, Die un ferm glauben nohtig ist. 10. Doch hier erkennen wir Dich noch gar unvollkommen. Wird aber dermahleins Der vor bang weggenommen; So werden wir erst unsre blöse Mit vieler schaam und demuht sehn, und, fchönster geist vor deiner grösse In ewigkeit entzücket ftehn. s. Macht uns nicht dein licht bes kannt, Ewig fey auch, GOtt! dein wille? Du willt, daß ein jeder stand Solchen in der that erfülle: Ach könnt ich in meinem leben Doch demselben recht nachstreben! 6. Es ist kund und offenbar: Ewig sey dein hohes wissen. Du erkennest sonnen klap Aller mens fchen ihr gewissen; Ey so will ich mich bemühen Mich von sünden abzuziehen. 7. Du liebreicher frommer 11. Jndessen sen dein ruhm Gott! Ewig ist auch deine liebe. Mit schwachheits Eraft befungen, Trifft mich nun gleich schmach Nimm hin ein kindisch lob Bon und spott, Ja wenn ich wie staub einer blöden jungen. Wirst du zerstiebe; Werd ich doch zu dir ges dereinst den mund verklären, Solangen, und mit liebe dich ums wird er deiner majestät Ein lied im höhern chor gewähren, Das deines namens ruhm erhöht. Von der Ewigkeit Gottes. Mel. Liebster JEsu wir sind hier. 227.Groer Gott, HErr jebaoth! Dich foll man allein anbeten. Du hilft uns aus aller noht, Wenn wir gläubig vor dich treten: Darum laß, was wir jest singen, zu dir durch die wolken bringen. 2. Deine gottheit ist ein meer, Deffen tiefe den verschtinget, Der mit vorwiß gar zu sehr Grübelud in daffelbe dringet; Drum will ich in demuht hören, Was du selbst uns wollen lehren. 3. Unser herz und junge spricht: Ewig ist dein heilig wesen: Wie wir diesen unterricht Deutlich in der bibel lesen. O! so laß uns die fes merken, uns damit im glau ben stärken. fangen. 8. Frecher fünder! merke dis. Ewig ist auch GOttes ftrafe: Diese trifft einst ganz gewiß Die verlohrnen bösen schaafe: Drum laß ab von deinen, sünden, Hier kannst du noch guade finden. 9. Diese deine ewigkeit, Du HErr himmels und der erden! Laß mir doch zu jeder zeit Zief ins hert gepräget werden; So werd ich, mein GOtt! dort oben Dich auch ewig, ewig loben. Von der Allgegenwart und Allwissenheit Gottes. 228.Err GOtt! der du mich, Uud kennst mich aus und innen: Mein thun und lassen kommt vor dich, Gehn, stehen und beginnen. Was ich im bette denk und dicht, Siehst du von fern, und fehlest nicht; Du prüfest herz und nieren: Du kannst auch, wenn ich bin al, 33 fein 134 Von dem Dreyeinigen GOtt lein, Und gerne wollt verborgen deiner gnaden: Ich glaube fest, seyn, All meine weg' ausspüren. daß meine sünd Durch Christum mir vergeben sind, Daß sie mir nicht mehr schaden. 2. Es ist kein wort in meinem mund, Das ich dir könnt verheh len: Du, HErr! sichst recht des herzens grund, Was steckt in mei ner feelen: Du schaffest, was ich guts vollbring: Wie groß es ist, und wie gering, Ich kanns ohn dich nicht richten. Wenn aber du durch deine gnad Verstand mir giebst, auch hilf und raht; So kann ich alles schlichten. 3. Wie du die deinen wunder lich, O GOtt! hier pflegst zu führen, Versteh ich nicht; und lasse mich Blos deine gnad regieren. Wo soll ich bin vor deinem geist? Weil du auch die gedanken weißt: Es hilft vor dir lein fliehen. Führ ich gen himmel, bist du da, Auch in dem grab trittst du mir nah: Kann dir mich nicht entzichen. * 4.Nun, grosser GOtt! weil dei ne hand Mich überall kann finden, Und all mein thun dir ist bekannt; So hüt ich mich für fünden. Denn finster ist wie licht bey dir, Was heimlich war, kommt klar berfür, Ich kann dir nicht entgehen. Was ich gethan, geredt, gedacht, das wird vor deinen thron gebracht, Da muß ich vor dir stehen. 5. HErr! meine seel erkennt dis wol, Daß du mich hast bereitet, Und, wie ein mensch gestalt seyn foll, Aus mutterleib geleitet. Durch deine vorsorg, fleisch und bein lind alle glieder an mir seyn; Dein aug hat mich erwählet. Da ich noch ungebohren war, Hast du schon stunden, tag und jahr Im lebens- lauf gezáblet. 6. Ich danke dir und preise dich Für solche groffe thaten, und daß du mir so wunderlich An leib und feel gerahten. Sehr köstlich ist dein werk an mir; Wenn ich erwach, bin ich bey dir, Und warte * 7. Den vorsan gib mir, HErr! dabey, Daß ich, was bös ist, meide. Die gottlos rott fern von mir sey, Von frommen mich nicht scheide: Daß ich nur lich, was dir gefällt, und hasse, was ist von der welt, Auch ihren troß nicht achte, Halt dein gebot, bör gern dein wort: Im glauben und in hoffe nung fort Das ewige betrachte. 8.Erforsch mich, GOtt! ergründ mein herz, Durchsuch all mein gedanken, Und siehe, ob ich hinters warts und auf die feit wollt wan ken: Bin ich vielleicht auf bösem weg, So führ du mich den rechten steg, Der nach dem himmel weise; Daß ich vom sunden- dienste frey, Und dir, o HErr! gefällig sey, Bis lich von hinnen reiſe. Von der Allwissenheit GOttes. Mel. Es wolle GOtt uns gnädig. 229. Allwissender volls kommner geist, Deß auge alles sicher, Was nacht und abgrund in sich schleußt, und dem sich nichts entziehet! Es kann vor deinem hellen licht Sich kein geschöpf verstecken. Was in der finsterniß geschicht, Das weißt du aufzudecken, und an den tag zu bringen. 2. Selbst die gedanken sind dir kund, Die unsre seele heget, Eh sie noch der verschlossne mund Durch worte dargeleget. Die herzen sind dir offenbar, Du kannst ihr dichten spüren; Den raht derselben sichst du klar, Du prüfest her; und nie ren, und dir bleibt nichts verborgen. 3. Was deiner freunde her; be gehrt, und dessen Wesen und Eigenschaftent. 135 ftehet eilend da, Was man mit keinem auge sah. gehrt, Das weißt du, eh sie beten, allen hindernissen. Du winkst, so Ihr seufzen wird von dir erhört, Eh sie noch vor dich treten. Was deiner feinde her; beschließt, Das ist dir unverborgen, Dieweil du ihren auschlag siehst, Als wie den lichten morgen, Den keine schat ten decken. 3. Du hast dis grosse welt- ges bau Allmächtig aufgeführet, Es jeuget erd und himmel frey, Daß sie dein arm regieret. Dein wort, das sie geschaffen hat, Ift ihnen an der pfeiler statt. 4. Was nach verflieffung vieler seit noch künftig wird geschehen; Das sieht dein auge allbereit Als gegenwärtig stehen. Du machst es deinen knechten kund, Es weiter auszubreiten; Und läßt durch ihren schwachen mund Die größten heimlichkeiten Der ganzen welt entdecken. 5. Bleibt gleich vor menschen manches noch In dieser zeit verschwiegen; So wird dein auge künftig doch Die finsterniß befie gen. Dein unvarthenisches gericht Wird alles offenbaren: Was noch so heimlich iet geschicht, Wird man alsdenn erfahren, und df fentlich erzählen. 6. Laß mich, o höchste majestät! Dein helles auge scheuen, Das nie ein heuchler hintergeht mit fal fchen schmeichelenen. Durch bringe kraftig feel und geist Mit dessen heitern blicken. Laß, was geheime schande heißt, Sammt allen böfen tücken, Mich lebens lang vermeiden. 4. Wenn jemand so verständig ist, und sich zum guten neiget, Wenn er der eitlen welt vergißt, und unter dich sich beuget: So Idsest du des satans band, und machst ihn fren mit starker hand. 5. Die grösse deiner wunders macht, Die Christum auferwecket, Den man erblaßt ins grab ges bracht, Wird auch alsdenn ents decket, Wenn unsers glaubens blddes licht Durch alle nacht der fünden bricht. Von der Allmacht GOttes.' Meloden 18. Err! deine allmacht 6. Die menge vieler wunder zeugt, Daß, schöpfer! dein vers mögen Weit über die gesege steigt, So die natur bewegen. Du hast gemacht das ordnungs- band, und hebst es auf durch deine hand. 8. Dallmacht! mein erstaunter geist Wirft sich vor dir darnieder: Die ohnmacht, wie du selber weißt, umgicbet meine glieder. Mach mich zum zeugen deiner 230. tod felbst dein wefen reichet. Nichts ist, das deiner herrlichkeit und deinen thaten gleichet. Es ist kein ding so groß und schwer, Das dir zu thun unmöglich war. 7. Was für ein wunder deiner macht Wird unser aug einst sehen, Wenn nach der langen todes: nacht Die córper auferstehen 1 Wenn du der dürren Enochen reft mit fleisch und glan; bekleiden läßt. schafft. 9. Ach! und in mir den glauben an, Der deiner macht an hange. Daß mein herz muhtig werden kann, Indem ich dich unt fange, Und traue deiner Gottes kraft, Die alles kann, die alles Beyfchafft. 34 Box 2. Es fällt auf dein allmächtig wort Dir alles zu den füssen. Du führe beinen anschlag fort 136 Von der Weisheit Gottes. Mel.Wer nur den lieben GOtt zc. 23 I.Du weifer schöpfer al ler dinge, Der alles ganz genau versteht! Nichts ist so so groß, nichts ſo geringe, das nicht nach deiner geht. schreibest der geschöpfe chor Ziel, maaß, gewicht und regeln vor. Bon dem Dreyeinigen GOtt 2. Die wundervolle schöne werke, Die unsern augen fern und nah, Die stehn so wol durch deine starke, als auch durch deine weis beit da. Es zeigt das ganze weltgebau, Daß dein verstand unendlich sen. 3. Mit eben den geschickten bäuden, mit welchen du die welt gemacht, Regierst du auch an allen enden, Was dein verstand hervor gebracht. Du brauchst, o uner fchaffnes licht! Der menschen raht und beystand nicht. 4. Was du zu thun dir vorge nommen, Das geht ohnfehlbar in die that. Wenn tausend hinder nie kommen, So triumphirt dein hoher raht. Die mittel stehn in beiner hand, Die du zum endzweck gut erkannt. 5. Die menge so verschiedner willen, Die bald auf dis bald ienes fällt, Muß doch denselben schluß erfüllen, Den sich dein wille vor gestellt, Der aller feinde stolzen wahn Als unvernunft beschämen tann. mich durch welt und zeit, Bis an das ther der ewigkeit. ganzes Leben Nach deinem klugen Baht geführt. Mein geift muß dir das zeugniß geben, Daß du voll Fouwen wel regiert: Leit ferner Von der Heiligkeit Gottes. Mel. Kommt laßt euch den 2c. 232.Gechte zur ein reis Ott, vor ans ner wandel silt; Ewges licht, auß deffen lichte Nichts als reinste klarheit quillt! Laß uns doch zu ies der zeit Deinen strahl der heiligs keit So durch her; und seele drins gen, Daß wir stets nach solcher ringen. 2. Du bist rein in werk und wes sen: Und das unbefleckte kleid, Das du dir, o Gott! erlesen, Jf die reins ste heiligkeit. Du bist heilig: aber wir, Grosser schöpfer! sind vor die Als ein kleid, das sünden- flecken Ganz befudeln und bedecken, 3. Nichts wird sonst von dir ges liebet, Bater! als was sich allein Deiner heiligkeit ergiebet, Und, wie du, vollkommen rein. Darum nimm dich unser an, Deren herz nichts lieben kann, Als was dich zur strafe treibet, Und von dir vers worfen bleibet. 4. Was dein herz gedenkt und dichtet, Was dein heilger wille thut, Was dein starker arm vers richtet: Ist stets heilig, rein und gut, und so bleibst du ewiglich: Da wir schwache menschen dich Durch das böse, das wir üben, Thun und dichten, stets betrüben. 6. O weisheit! decke meiner feele Die angebohrne thorheit auf, Damit sie dich zum leitstern wähle In ihrem sonst verwirrten lauf. Ich weiß den weg des friedens nicht: Ach! gönne mir dein bohes licht. 7. Du hast mich durch meinschmer; erwecken. <. Wo unreinigkeit zu finden, Was nur flecken in sich faßt, Was unheilig was voll fünden, Ift und bleibet die verhaßt. Du bist nur der reinen freund, Und den übels thätern feind: Ach! dis muß uns fünder schrecken, Und so furcht als 6. Eindre solche furcht und schmerzen: Du bist rein, und mas chest rein: Darum schaff uns sols che berien, Die auch rein und heis lig und dessen Wesen und Eigenschaften. Its feyn.Wasche fie, o höchstes gut! in dir vollkommen rein, Dein Wasch uns rein mit Chrifti blut, unbefleckter gottheit schein Hat Laß in uns verstand und willen nichts, das sünd und nacht zu Deinen heilgen geift erfüllen. nenuen, Nichts, das die flügsten tadeln können. 7. Gib, o vater! unfern feelen, Glaubens voll auf dich zu sehn, Deine heiligkeit zu wählen, und darnach einher zu gehn; Bis wir dort mit iener schaar Der erlöf ten immerdar Heilig, heilig, heilig! singen, und die reinsten opfer bringen. s. Was deine hand pflegt an das licht zu stellen, Das glänzt von heiligkeit und zier. Es flieffet nichts aus deinen lautern quellen, Als ein crystallner bach herfür. Du hasfest, was nach bosheit schmeckt, und was mit fatans gift befleckt. Es können nichts als gute gaben Von dir den ersten urg Meloden 19. groffer geift, o ursprung haben. 233.prung aller dinge, O majestät voll pracht und licht! Wer ist, der dir ein würdig lob lied singe? Welch sterblich her; er tittert nicht? Stellt sich der sera phinen schaar Vor deinem thron verhüllet day:* Wie sollte nicht ich hand voll erden Vor dir voll furcht und schauder werden?* Esa.6, 2. 2. Ach! rühre mir die ganz be fleckte lippen Mit deines altars kohlen an;* Sonst fahr ich hin in ungeheure klippen, Wo feel und leib zerscheitern kann. Bring eine demuht volle scheu Den kraften meiner feele bey; Laß mich auf Enie und antlig fallen, Wenn hei lig! heilig! heilig! fchallen. 6. Es zeigt sich zwar in des ges wissens sprüchen Ein blick von deiner heiligkeit: Doch hast du sie mit noch weit klårern strichen In deinen theuren wort erneut. Als lein das allergrößte licht hat sie in dessen angesicht, Der, um die fünder auszufühnen, Auf erden ohne sünd erschienen. 7. Dis war der sohn, das bild von deinem wesen, Dem dein ges seg ins her; geprägt, An dessen stirn war in der that zu lesen, Was Aarons stirn im schatten trägt. Der hat auf seiner todesbahn Die schuld der fünden abgethan, Und, da er als ein fluch gestorben, Die kraft sur heiligung erworben. * Efa. 6, 6. 3. Dein wohnhaus ist ein licht, das keine schatten, Ein glans, der teinen wechsel weiß. Eh sonn und mond das amt zu leuchten hatten, War schon dein lichter freuden Freis, Wer weiß zu deinem glanz die four? Faßt dich wol eine creatur? Und kann der strahl erschaffner augen Dein wesen zu durchforschen taugen? 4. Die sonne selbst hat ihre dunkle flecken: Du aber bist ein reines licht; Es kann in dir nichts finstres sich verstecken, Dein heller glan; verdunkelt nicht: Du bist 8. Nun kann in uns dein bild von neuen grünen In unschuld und gerechtigkeit; Nun kann dein volk im beilgen schmuck dir dies nen, Da ihm dein sohn die kräfte beut: Es kann in dessen blute rein, Ja ohne fehl und tadel seyn, Der auf sich nahm der sünden kürden, Auf daß die fünder heilig würden. 9.So gib denn kraft/ daß wir dich heilig scheuen, mit deines Fins des blut besprengt: Gib fleiß und ernst, wenn sich der koht von neuen an die gewaschne glieder hängt. Schenk uns ein herz, das heilig ifts Weil du/ der vatez, beilig bist, Bis 35 DII Von dem Dreneinigen GOtt 138 du uns an den ort wirft bringen, Da wir ein ewig heilig! singen. Von der Gerechtigkeit GOttes. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 234. Geretter og alle welt sich stellen, und sich vor deinem angesicht Ihr urtheil laf fen fällen. Du schaust von deinem hohen thron, Ohn alles ansehn der person, Auf alle menschen kinder. 2. Du bist des satans werken feind, und haffest gottlos wesen. Der ist gewißlich nicht dein freund, Der sich zum zweck erlesen, Bas bein gerecht geser verbeut, Und der sich wahrer heiligkeit Von berzen nicht besleiffet. 3. Du liebest das, was recht und gut, und bist ein freund der from men: Wer glaubt und deinen willen thut, Wird von dir aufge: nommen. Sein werk und dienst gefällt dir wol, Ist er gleich nicht 7. Bleibt hier viel beses ungestraft, Viel gutes unbelohnet; So kommt ein tag der rechen. schaft, Der keines sünders scho net: Da wird sich die gerechtigteit, Die jedem die vergeltung 8. Gerechter GOtt! laß meinen sinn, Wie du, das gute lieben. Nimm alle luft zur fünde hin: Wirk inniges betrüben, Wenn sich dis übel in mir regt. Dein herz, das lauter gutes hegt, Sey meines herzens vorbild. 6. Der untergang der ersten welt, Die aus der art geschlagen, Das feuer, das auf sodom fällt, Egyptens lange plagen, und andre wunder deiner macht, Bejeu gen, wenn dein jorn erwacht, Wie du nach werken lohuest. 9. Und weil vor dir, gerechter Gott! Kein fünder kann bestes ben, Der nicht des mittlers blut und cod Zum schild sich ausersez heh: So gib mir die gerechtigs keit, Die mich von deinem zorn befreyt, Durch sein verdienst zu eigen. Von der Treu und Wahrheit GOttes. mel.GOtt des himmels und zc. fo, wie er ſoll, Nach dem gesen 235.Weicht, het orgelfall hügel! und felfen brechet ein: GOttes treu hat dieses siegel, Sie will unvera audertseyn.Laßt die welt zu trums mern gehn, GOttes gnade muß bestehn. 4. Du öffnest deine milde hand, Das gute zu belohnen, und giebest, als ein liebes- pfand, Den from men schöne cronen: So zeigest du vor aller welt, Daß es dir herzlich wol gefällt, Wenn man das gute liebet. 2. GOtt hat mir ein wort vers sprochen, GOtt hat einen bund 5. Hingegen bleibt die bosheit gemacht, Der wird nimmermche auch von dir nicht ungerochen. gebrochen, Bis er alles hat voll Ein abgrund voller quahl und bracht. Er, die wahrheit, trüget rauch Wird denen zugesprochen, nicht: Was er saget, das geschicht. Die sich mit fünden lust befleckt; 3. Seine gnade soll nicht weis Ja deine hand ist ausgestreckt, chen, Wenn gleich alles bricht und Sie hier bereits zu strafen. fällt; Sondern ihren zweck erreis chen, Bis sie mich zufrieden stellt. GOtt ist fromm, und gut und treu, Ob die welt voll heucheley. 4. Will die welt den frieden brechen, hat ie lauter krieg im sinn: GOtt hält immer sein ver sprechen, So fällt aller aweifel hin: und dessen Wesen und Eigenschaften. hin: Denn er bleibet immerdar Was er ist, und was er war. 5. Laßt fein antlig sich verstellen; Ift sein herz doch treu gefinnt, und bezeugt in allen fällen, Daß ich sein geliebtes kind, Dem er beide hände reicht, Wenn auch grund und boden weicht. 6.Er will friede mit mir halten, Wenn die welt gleich lermen macht: Ihre liebe mag erkalten, Ich bin ben ihm wehrt geacht. Und wenn höll und abgrund brüllt, Bleibt er mir doch sonn und schild. 5. Doch halt dich auch mit fes stem glauben An sein verheißnes gnaden- wort; Es stehet nicht auf fand und schrauben: Drum fahre nur im hoffen fort: So wirst du fehn, daß seine treu Ihr wort zu halten mächtig sey. 6. Wir haben ia zwen starke gründe, Auf welchen unser glaube 7. Er, der HErr, ist mein erbar mer: So hat er sich selbst ge nennt; Das ist trost! so werd ich armer Nimmermehr von ihm geruht; Weil er, damit er benfall trennt. Sein erbarmen läßt nicht finde, Zu seinen worten ende thut. zu, Daß er mir was leides thu. Owunder! wenn ein fünder hört, Daß selbst die ewge wahrheit schwört. 8. Nun es bleibt mein ganz vertrauen Auf ihn anker- fest gerichtt: Auf ihn will ich felfen bauen, Denn ich weiß, daß es geschicht. Erd und himmel kann vergehn, Sein bund bleibet feste stehn. 139. schluß zu strafen faßt, So fühlt man dessen centner- last. 4. Drum scheue dich mit from men herzen Vor dem, was er den sündern draut. Es ist, o feele! nicht zu scherzen Mit seiner straf gerechtigkeit. Fleuch, fleuch, was er zu strafen droht, Sonst sinkest du in noht und tod. 3. Doch wie er das ohnfehlbar giebet, Was feine lieb uns zuge: dacht; So wird auch, wenn er racheubet, Sein droh- wort ganz ge wiß vollbracht. Wenn er den 7. Ach feele! laß dich dis beschä men, Da es dein GOtt so treulich meint. Siehst du ihn sich nach die bequemen, So sey du auch den lüz gen feind: Beweise dich als Gots tes kind, Bey dem man treu und wahrheit findt. Mel. Wer nur den lieben GOtt. 236.D er HErr hat nie sein Von der Langmuht und Gea duld GOttes. wort gebrochen, Noch feinen gnaden bund verletzt. Was feine wahrheit hat versprochen, Das wird auch in die that gesetzt. Mel.HErr GOtt der du erforsch. Er ist entfernt von trug und lift, 237, Getreuer GOtt! wies Die eine brut des satans ist. viel geduld Bezeiz gest du uns armen! Wir häufen 2. Was er aus lieb und huld ver- täglich unsre schuld, Du häufest heissen, Das läßt er in erfüllung dein erbarmen. Des menschen gehir. Er pflegt den grund nicht ganzer lebens- Lauf Ist immerdar, umzureissen, Darauf des glau- von jugend auf, Verderbt und die bens pfeiler stehn. Scheint die entgegen: Und gleichwol, vater! erfüllung gleich noch weit, So suchst du ihn Durch gnad und kömmt sie doch zur rechten zeit. huld zurück zu ziehn, Durch langs muht zu bewegen. 2. Der menschen elend jam: mert dich: Wenn sie sich schon vers stocken, Willt du sie gleichwol våterlich Durch güte ju dir locken. Wie 440 Ben dem Dreneinigen GOtt Wie lange siehst und rufest du, Und trag uns mit erbarmen. Was Den juden in der wüste zu, Bie hulf es, daß dein herz bisher Voll hich ihr herz bekehret! Wie trågest gut und huld gewesen wär; Wenn but so lange zeit Die erste welt sie aufhören sollte, Wenn deine mit gütigkeit, Eh sie die fluht ver- hand, die straf und schwert Bisher beeret! in gnaden abgekehrt, uns nun verderben wollte? 3. So giebst du fündern zeit und raum, Der strafe zu entgehen. So 8. Drum, brunn der güte! duld läsfest du den argen baum Nicht uns noch um Chrifti tod und abne päegung stehen, Du wartest schmerzen: Erwecke bald und fein, du fuchest frucht: Und wenn rühre doch Die tråg' und sichre du gleich umsonst gesucht, Hörst herzen; Daß deine huld und vas du nicht auf zu bauen. Du scho- ter- treu uns ja kein fünden- deckel neft sein von jahr zy jahr, Deinsen: Daß wir das böse hassen, und bater her; hofft immerdar Noch uns noch in der gnaden- zeit Den frucht von ihm zu schauen. reichthum deiner gütigkeit zug buffe leiten laffen. 4. Getechter GOtt! so grosse huld Bezeigst du frechen fündern: und haft nicht weniger geduld Mit deinen schwachen Kindern. Meloden 20. blöden augen, Sie werden ja, wenn fleisch und 238.11umſchränkte liebe: welt und satan häufig nege stellt, Oft sicher, matt und tråge. Sie ftraucheln, sie vergeben sich, Sie fallen oft, verlassen dich und deine beilgen wege. Die sonst kaum auf erden taugeng Daß sie in die strahlen Deiner langmuht blicken, Die den, erds reis huldreich schmücken, und jugleich Freudenreich, Bösen und den deinen, Wie die sonne, scheinen. 5. Nun hättest du, o vater recht, Sie wieder zu verlassen, Und einen ungetreuen knecht In ewigkeit iu haffen. Doch nein: das kann dein herze nicht, Dein bers, das aus erbarmen bricht, Wenn deine kinder fehlen: Es hat geduld, so lang es kann, Es nimmt sich ihrer schwachheit an, und wacht für ihre seelen. 6. Drum rufft du ihnen in ge: fahr, So oft sie irre gehen; Reichst ihnen hand und stärke dar, Von fünden aufzustehen. Du lockest sie mit vater huld, Versprichst, Durch Chrißum ihre schuld und fehler zu vergeben, Giebst selber slauben, geift und kraft, Und, nach vollbrachter ritterschaft, Ein mig freuden lebeit. 3. Was wir davon denken, Was wir sagen können, Ist ein schatten nur zu nennen. Tag vor tag zu lets den, Tag vor tag zu dulden So viel millionen schulden, Und dazu Ohne ruh Lieben für das haffen? HErr! mer kann das faffen? 4. Du vergiebest fünde, Hörst der fünder flehen, Wenn sie weis nend vor dir stehen. Deine rechte drauet, Und erbarmt sich wieder, 7. O langmuht, der nichts glei- Legt die pfeile gerne nieder, Wels hen kann! Ach vater! sich uns arche doch immer noch Neue schuld en Auch künstig so geduldig an, erreget, Wenn sie kaum geleget. <. HERE! 2.Wasser, luft und erde, Ja dein gan; gebiete Ist ein schauplah deis ner gute. Deiner langmuht ehre Wird durch neue proben Immer herrlicher erhoben. O wie weit, O wie breit Streckt sie ihre flügel ueber berg und hügel! Am Tage Johannis des Käufers. 141 5. HErr! es hat noch keiner, I du so verschonest, Und uns nicht Der zu dir gegangen, Statt der nach werken lohnest. Deiner hand gnade, recht empfangen: Wer zu sey ehre, Die so wol regieret, Und deinen füssen Sich mit thränen mit ruhm den scepter führet. Fah senket, Dem wird straf und schuldre fort, Zions hort! Langmuht auss geschenket. Unser schmerz Rührt dein herz, Und du willt der armen Gnädig dich erbarmen. zuüben, und die welt zu lieben. Gesange von der Liebe Gots tes suche unten auf der 145. Seite. 6. König! sen gepriesen, Daß XIII. Am Tage Johannis des Täufers. 239.00 Mel. Was GOtt thüt das ist zc. 6. Gelobet sey GOtt Israel! Ott, dem kein ding Du hast dein volk erhöret. Das unmöglich ist Im horn des heils, Immanuel, Hat himmel und auf erden, Der bald Davids haus geehret. Wir sind der mutter leib verschließt, Bald erlöst, und auch getröst't. Was du fruchtbar läffet werden: Der alvorlängst versprochen, Das haft ler welt Vor augen stellt, Es sey du nicht gebrochen. in deinem namen Nur lauter ja und amen! 7. Der feinde macht ist dun gebeugt, Weil der erretter kom. men. Du hast barmherzigkeit erzeigt, und uns in schuß ges nommen. Dein bund und eid J nun verneut: Nicht Abraham alleine, Die heiden sind auch deine.. 8. Die finsterniß, die uns betrübt, Weicht nunmehr ganz zurücke. Der aufgang aus der höhe giebt uns lauter sonnens blicke. Der friedens: schluß Segt unsern fuß Aus allen tos des schatten, Die uns umgeben hatten. 2 4. Mein name, welchen man 9. Ist uns auch so viel herrlichs mir gab, Ist auf dein buch ge- keit Durch deinen sohr erschies fchrieben, Olaffe mich bis in mein grab Den christen- namen üben. Wer Chrifti glied, Der lebt be: müht Auch Christo nach; uahmen, Sonst hilft kein schöner namen. nen; So mach auch unser herz bes reit, Jhm lebenslang zu dienen. Kein ander heil Wird uns zu theil; Vergebung unsrer fünden Ist nur bey ihm zu finden. <. Ein Zacharias preiset dich; Ich folge dem exempel. Dein gu ter geist bereite mich Zu GOttes ehren- tempel. So stimm ich an, So gut ich kann: Dein lob auf meiner jungen Wird bier, wie bort, befungen. 2. Du haft einmahl ein wort geredt In Sacharia tagen; Darum muß auch Elisabeth Ein kind im alter traget. O laß mich nicht, Was dein mund spricht, Für zwei felhaftig schågen, Ja, felfen dat auf seßen. 3. Auch mich zög vormahls deine hand Aus meiner mutter leibe. Du hast mich, eh ich war, gekannt: Ach! diese wolthat schreibe In meine brust, Daß ich mit luft Allzeit daran gedenke, Und mich dir gånzlich schenke. 10. Johannes gieng vor JEsu her: Wir folgen deinen schritten, und obs auch durch die wüste wärz Laß uns doch, wie wir bitten, Dir bleiben treu Ohn heucheley; Bis wir aus ions auen Der sonnen aufgang schauen. XIV. Am Tage der Heimsuchung Maria. XIV. Am Tage der Heimsuchung Maria. Mel. S. JEsus meine zuversicht. 6. Vater der barmherzigkeit! ochgepricine leibes Dente ferner an die deinen, Ifrael 240. muß zeit dem JEsu! sey willkommen. Heute Egypten weinen: Hebt es an, so bin ich heimgesucht, Du hingegen merke drauf, Komm, und hilf ihm aufgenommen, Daß ich freudig wieder auf. fingen muß: HErr! du giebst mir gruß und kuß. 7. Halte, was du zugesagt Abraham und seinem saamen: 2. Du gebenedentes kind! Def Dir sey unsre noht geklagt, sen huld nicht zu beschreiben: Komm, und schüße deinen na Komm, bereite dir geschwind, Women: Denn durch nichts, als du immer mögest bleiben; Deine deine hand, Wird das übel abges luft ist die allein, Bey und unter wandt. uns zu seyn. 3. O wie felig sind doch die, Die des HErren worten glauben. Liebster hort! zu dem ich flieh, Laß mir diesen schat nicht rauben. Wort und glaube sieht den fuß Hin in edens überfluß. 8: Sucht die hoffartssvolle welt Uns den untergang zu drauen; Wollest du, o starker held! Sie durch deinen arm serstreuen: Stoffe sie von ihrem stuhl In den tiefen höllen- pfuhl. 9. Laß die reichen immer leer, 4. Meine feel! erhebe du, Lob' Die zwar geld, doch GOtt nicht und preise GOttes gute: Seine haben. Wer hingegen hungrig liebe schaffet ruh, und befriedigt war, Den erfülle du mit ga mein gemühte. Wol, ja wol ist ben; So erscheint mehr als zu dir geschehn, Du bist gnädig angesehr, Du seyst Gott und keiner fehn. mehr. 142 5. Groffe dinge sind an dir Durch die allmachts- hand erwie fen: Seine huld währt für und für, Darum sey er auch gepriesen, Ja gepriesen unser GOtt, Der da heißt HErr zebaoth. 10. Endlich kommt die zeit hers an, Da man denket heim zu kehe ren: Ach! so zeige mir die bahn, Die mie alles kann gewähren. Führe mich zum himmel an, Wo ich ewig bleiben kann. XV. Am Michaelis- Feste, von den heiligen Engeln. Mel. Herzlich thut mich verlang.| tes kind, mit allen seraphinen In Ott 24.1. meines Lebens ienem hellen licht Dir ewig werde Du dienen, der ganzen welt, Der so viel tausend geister um seinen thron bestellt! Wie herrlich mußt du wohneu, Wie schöne muß es seyn, Wo cherubim und thronen Bey dir gehn aus und ein! 2. Mir ist es noch verborgen, Was diese geister sind: Bis daß heut oder morgen Sch, dein geliebs 3. Sie sind ohn fleisch und beine, Nur lauter kraft und geist, Von dem ganz frey und reine, Was sünd und sterblich heißt. Ihr wis sen übersteiget Den menschlichen verstand: Weil ihnen schon gezeis ger, Was uns noch unbekannt. 4. Sie leben ohne sünde, Und werden niemahls alt, Sind mächs tig Am Michaelis- Feste, von den heiligen Engeln. 143 tig und geschwinde, Voll himmli-| groß- fürst Michael! Das sind die scher gestalt, Voll wunderbarer feuer- flammen, Die schlagen stets stärke, Bep der sie nimmer ruhn: jusaminen Um frommer christen Und das sind ihre werke, Den wil leib und feel. len GOttes thun. 5. Sie sind die hochvertrauten Des HErren zebaoth; Vortreff lich muß es lauten, Wenn sie vor diesem GOtt Das heilig, heilig, heilig! Mit engel- zungen schreyn, Und alle schnell und eilig In sei nen diensten seyn. 4. Ich preise deine gute Mit dankbarem gemühte Für diese wunder- schaar: Ich rühme deine rechte Für diese gnaden- knechte, Die mich behüten für gefahr. 5. Laß ferner mich behüten Für aller feinde wüten Durch diese himmel wach: Laß sie auf meinen wegen Die hand mir unterlegen; So bleib ich frey vom ungemach. 6. Ach wie viel schöne posten Hat uns ihr mund gebracht! Da GOtt mit grossen kosten Auf unfer heil gedacht; Sie waren Christi boten, Da er gebohren, ward, Und aufstund von den todten, und bey der himmelfahrt. 6. Den feind laß sie erschrecken, und mich beständig decken, Wie dort den gnaden- thron. Es sen mein ganzes leben Mit ihnen stets umgeben, Als wie das bette Sas lomon. 7. Doch sollen sie nicht weis chen; So laß mich ihnen gleichen In wahrer heiligkeit: Wie sie die kinder lieben, und sich in demuht üben, So mach auch mich dazu bereit. 7. Mein GOtt! sey hochgeprits fen, Daß du der armen welt Die wolthat hast erwiesen, und engel uns bestellt, Die jest auf meinen wegen, Wo sich ein anstoß findt, Die hand mir unterlegen, Und treue wächter sind. 8. Die zeit wird auch noch kom men, Da ich verklärt und rein, Und aller angst entnommen, Bey engeln werde seyn; Da will ich denn recht ehren Dich, vater, sohn und geist! Und deinen ruhm ver: mehren, So lang es ewig heißt. Mel. Nun ruhen alle wälder zc. u nen! Dem tausend engel dienen, und zu gebote stehn! Du übergroffer meister Der wun der schönen geister! Mein mund foll deinen ruhm erhöhn. 2. Die engelischen thronen, die in dem himmel wohnen, Gicbst du zu meiner wacht; Sie sehn dein angesichte In höchst vollkommnem lichte; Doch nehmen sie mich auch in acht. 8. Sie thun ja deinen willen, Den laß mich auch erfüllen. Sie leben keusch und rein: O laß mich nichts beflecken, und mich an allen ecken Vor diesen reinen geis stern scheun. 9. Herz, aug' und hand so zähe fündlich ärgerniß: Laß mich in me, Daß ich an nichtes nehme Ein stoß geben; Denn dis bringt höls leben ans len- quahl gewiß. 10. Und endlich, wenn ich scheide; So führe mich zur freude Auf ihren armen ein: Da werd ich dich erst loben, und in dem himmel droben Dir und den ens geln ähnlich seyn. Mel. Wo GOtt der HErr zc. Gott! der du aus 3. Das sind die starke helden, 243. Die deinen raht vermeiden, Du menschen kinder liebest, und uns Am Michaelis- Feste, von den heiligen Engeln. Fonta ju aller zeit und stund Biel gutes, Und plag uns nicht berühret; Cr reichlich giebeft: Wir danken dir, thue solches auch hinfort, Befiehi, Denn deine treu I alle morgen daß sie an jedem ort Sich stets um bey uns neu In unserm ganzen uns berlagern. leben. 9. Laß deine kirch und unser land Der engel schuß empfinden, Daß fried und heil in allem stand Sich bey uns möge finden. Laß sie des teufels mord und list, Und was sein reich und anhang ist, Durch deine Fraft zerstöhren. 10. Suleit laß sie an unserm end Den böswicht von uns iagen, Und unsre feel in deine hånd und Abrahams schoof tragen: Wo als les heer dein lob erklingt, und heis lig, heilig, heilig! singt Ohn einis ges aufhören. 2. Wir preisen dich insonder heit, Daß du die engel- schaaren Bu deinem lob' und preis bereit't, Auch uns mit zu bewahren; Daß unser fuß an keinen stein, Wenn wir auf unsern wegen seyn, Sich ftose noch verlege. 3. Was ist der mensch allhie auf eid, Den du so wol bedenkest, Und achtest ihn so hoch und wehrt, Daß du ihm darzu schenkest Nebst andern auch noch diese gnad, Daß er die himmels- geister hat Zu sei nem schuhe stehen. 4. HErr! diese sonderbare prob Der freundlichkeit und gute Er Mel. Herzlich thut mich verlang. heiſcht ein iminerwährend lob, 244, Gott! dir ſey dank Aus dankbarem gemühte. Dar um, o vater! rühmen wir Die grosse lieb', und danken dir Für folche hohe wolthat. gegeben, Daß deis ner engel schaar Mich schüßt in meinem leben Für anstoß und ges fahr; Daßiener alte drache, Der arge menschen feind, Mich nicht zu schanden mache, Wie er zu thun vermeint. 5. Es stund der starken helden kaft uns bis anber zur feiten: Durch sie hast du uns ruh ver fchafft zu diesen bsfen zeiten, Die kirche und die policey, und jeden auch für sich dabey In seinem stand erhalten. * 6. Verleih, o HErr! durch deis ne gnad, Daß wir fest an dir blei ben, und ia nicht selbst durch übelthat Die engel von uns treiben. Gib, daß wir rein und heilig seyn, Demühtig, ohne heuchler- schein, Dem nächsten gerne dienen. 7. Gib auch, daß wir der engel amt Verrichten dir zu ehren; Und deine wunder allesammt Ausbreiten und vermehren, Die du uns in der ganzen welt und beinem worte vorgestellt, Voll weisheit, macht und gute. 8. Und wie du durch die engel baft Uns oft aus noht geführet; Ja auch bewahrt, daß manche lef! 2. Ach du herzliebster bater! Wie siehst du auf dein kind. Du treuer menschen- rahter, Wie gut bist du gesinnt! Dein heer ist mir zur feiten, und wehret ritterlich, Wenn satans engel streiten, und kämpfen wider mich. 3. O GOtt! laß dich bewegen, Laß deiner geister schaar, Wie sie bishero pflegen, Mich schützen ims merdar; Daß ich auf löwen gehe, Und auf der ottern brut, Aufiuns gen löwen stehe, Ohn daß mirs schaden thut. 4. Du, HErr! wollst mich bes hüten Durch deinen starken arm, Für meiner feinde wüten, Für bds fer geister schwarm, Für ihrem mord und lügen, Für ihrem zorn und grim. Für lift und für betrůs gen Beschüß mich um und um. s. Die Am Michaelis- Fefte, von den heiligen Engeln. 14: s. Die starken himmels- hel- lich noch nicht gleich, Denn mein ben, Die allzeit vor dir stehn, und herz ist noch voll mängel. Ach! deinen ruhm vermelden, Laß im- wenn werd ich auch so rein, Als mer mit mir gehn. Laß sie mich die guten engel, feyn? wol begleiten, Wie Jacob, fort und fort; Laß sie auch für mich streiten, Wie für Elisa dort. 6. Laß sie bey mir in nohten, Als bey Elia, stehn, und als bey dem propheten Dem Daniel geschehn. Laß sie mich mächtig retten, Wie Loth, aus flamm und glut, Wie Petrum aus den ketten, Wie Paulum aus der fluht. 7. Als du den dreyen männern Gabst einen engel zu, Da wurde ben bekennern Das feuer kühle ruh: Wenn über mich zusammen Des creuzes feuer fährt; So halte mich in flammen Durch engel unversehrt. 8. Laß mich mein thun béreuen, Auf daß der engel heer Sich über mich kann freuen, Wenn ich von fünden leer. Laß mich mit lob- gedichten Dich preisen immerdar, Und so schon hier verrichten Das amt der engel- schaar. 9. Wenn ich nach meinen ta gen Werd aller bürden los; Laß mich die engel tragen Zur ruh in Abrams schooß. Wirst du zu richten kommen; So nim mich in dein reich Mit vielen tausend from men, Mach mich den engeln gleich. Mel.s. JEfus meine zuversicht ze. Err! du haft in dei 245. nem reich Groffe fchaaren vieler engel: Diesen bin 2. Mich beschweret fleisch und blut: Hilf du, daß ich geistlich werde. Gib mir einen engel- muht, Der sich trenne von der erde; Daß ich, als dein liebes kind, Allzeit hinimlisch sen gefinnt. 3. Mache mir dein werk be, kannt Durch des heilgen geistes gabe, Daß ich weisheit und vers stand, Wie ein engel GOttes, habe: Bis wir einst in jenem licht Völlig sehn dein angesicht. 4. Ach! dein wille soll geschehn In dem himmel und auf erden: Darum laß uns dahin ſehu, Daß wir dir gehorsam werden, So in deinem willen ruhn, Wie die reine geister thun. 5. Unsre welt ist voll gefahr, Alles scheint uns nachzustellen: Sende deiner engel schaar, Daß uns ia nichts möge fällen; Und da, wo wir schlafen ein, Laß sie unfre wachter seyn. 6. Mach es wie mit Lazaro, Wenn ich künftig werde sterben: und damit ich eben so Möge troft und fegen erben; Laß die engel mich zur ruh Tragen nach dem himmel zu. 7. Laß uns dann vor deinem hen; Wenn die böfen in den pful stuhl Bey den auserwählten stes Mit dem satan werden gehen. Und hernach in jenem reich Mache mich den engeln gleich. III. Von GOttes Werken und Wolthaten und zwar I. Von der Liebe Gottes als der Quell derfelben. Del. JEfu deine heilge wunden. dem die welt berfiammt, Gott! ( ch! was hat für wun- mit unerhörtem triebe Gegen menschen angeflammt? Bo ich $ fibe, 246.2% der liebe Dich, von Von GOttes Werken und Wolthaten und zwar 146 size, wo ich steh, Wo ich voll bes trachtung geh: Laßt der tritt von deinen füssen Lauter liebes- ströme Alieffen. 2. Liebe wars im schöpfungs werke, Die dem armen erden- klos Geist und leben, kraft und stärke In die todten glieder goß. Eben Diese liebes- frucht hat uns alles ausgesucht, Was wir unter dei nen gaben Hier und dorten nohtig baben. 3. Die gesammte creaturen, Deiner hände meister- stück, Beis gen uns in ihren spuren Eben die fen liebes blick: Denn aus bloffer liebe blüht Alles, alles was man sieht, Voller sachen, die uns nüßen, Und die nohtdurft unterstüßen. ben feind zurücke weist, Der uns in der argen welt Allenthalben nege stellt, Der, die seine list berüt: tet, Unvermerkt zur holle schicket. T. Liebe schließt die vorrahtstammer unerschöpfter nahrung auf, und verschafft in angst und lammer Unfrer Hoffnung freyen lauf: Denn wo noht und armuht fchreckt, Ist die tafel schon gedeckt, Die den armen, der sich krån Let, Beides reichlich speift und tränket. wie weihrauch, in die höhe Dis zum liebes- opfer gehe. 6. Doch wenn ich mich weiter übe, Beiget uns das beil der welt, Chriftus, noch viel gröffre liebe; Beil er sich zum Isse- geld Selber in das mittel schlägt, und die schuld für uns erlegt, Die des va ters zorn verdienet, Den er durch fein blut verfühnet. 7. Drum hilf, daß ich für die liebe, So mir deine gnad erzeigt, Meinen dank niemahls aufschie be: Und wenn gleich die junge schweigt, So entzünde deine hand ir im bergen einen brand, Der, 8. Laß mich dir alleine leben: Laß mich alles, was ich hab, Dir zum liebes- pfande geben: Laß mich, bis ins finstre grab, Immer der gedanken seyn, Daß kein creuz und keine pein, Damit man mir drauen wolle, Meine liebe stöhren folle. Melodey Is. 4. Liebe macht es, daß der orden Deiner fer schuß und wache worden: Der 247. Sott nicht GOtt sins gen? Sollt ich ihm nicht dankbar seyn? Denn ich seh in allen dingen, Wie so gut ers mit mir mein'; J doch nichts als lauter lieben, Das fein treues herze regt, Das ohn ende hebt und trägt Die in seinem dienst sich üben. Alles ding währt seine zeit, GOttes lieb'in ewigkeit. 2. Wie ein adler sein gefieder Ueber seine jungen streckt; Also hat auch hin und wieder Mich des höchsten arm bedeckt, Alfobald ins mutter- leibe, Da er mir mein wes sen gab, und das leben, das ich hab' und noch diese stunde treibe. Alles ding währt seine zeit, GOts tes lieb' in ewigkeit. 9. Nun ich liebe; gib gedeyen, Daß die flamme nicht erstickt, Sondern allemahl von neuen Lies bes- proben aufwärts schickt; Ja, daß auch mein lebens- ziel Nichts, als was dein wille will, und dein vater- her; ergeßet, Sich zu seis nem zwecke seket. 3. Sein sohn ist ihm nicht zu theuer, Nein, er giebt ihn für mich hin, Daß er mich vom ewgen feuer Durch sein theures blut gewinn*: Unbegreiflich ist die gute, Deren tiefe fa mein geist, Ob er sich gleich sehr befleißt, Nicht kann faffen im gemühte. Alles ding zc. 4. Seinen geist, den edlen fühs rer, Giebt er mir in seinem wort, Dat von der Liebe GOttes als der Quell derselben. 147 Daß er werde mein regierer/ 10. Ceine strafen, seine schläge, Durch die welt zur himmelspfort: Daß er mir mein her; er fülle Mit dem hellen glaubenslicht, Das des todes macht zer: bricht, und die hölle selbst macht Kille. Alles ding zc. Ob sie mir gleich bitter seynd; Dennoch, wenn ichs recht erwege, Sind es zeichen, daß mein freund, Der mich liebet, mein gedenke, und mich von der schnöden welt, Die uns hart gefangen hält, Durch das creuze zu ihm lenke Alles ding zc. 5. Meiner seelen wolergehen Hat er ia recht wol bedacht, Will dem leibe noht zustehen; Nimmt ers gleichfalls wol in acht. Wenn mein können, mein vermögen Nichts vermag, nichts helfen kann; Kommt mein GOtt, und bebet an, Seine kraft mir beyzus legen. Alles ding zc. 11. Das weiß ich fürwahr, und lasse Mirs nicht aus dem sinne gehn, Christen- creuz hat seine maaffe, und muß endlich stille stehn. Wenn der winter ausges schneyet, Tritt der schöne sommer ein; Also wird auch nach der pein, Wers erwarten kann, erfreuet. Alles ding zc. 6. Himmel, erd und ihre heere Hat er mir zum dienst bestellt, Wo ich nur mein aug' hinkehre, Find 12. Weil denn weder ziel noch ich, was mich nährt und hält: ende Eich in GOttes liebe findt; Chier, und kräuter, und getreide, Ey! so heb' ich meine hände Zu In den gründen, in der höh', Indir, vater! als dein kind, Bitte: den büschen, in der see, Ueberall wollst mir gnade geben, Dich aus ist meine weide. Alles ding zc. aller meiner macht zu erheben cag. und nacht, hier in meinem ganzen leben; Bis ich dich nach dieser zeit Lob und lieb' in ewigkeit 7. Wenn ich schlafe, wacht sein forgen, und ermuntert mein gemüht, Daß ich alle liebe morgen Schaue neue lieb' und gut; Wäre mein GOtt nicht gewesen, Hatte mich sein angesicht nicht geleitet; war ich nicht Aus so mancher angst genesen. Alles ding zc. 8. Wie so manche schwere plage Bird vom satan hergeführt? Die mich doch mein lebetage nie mahls noch bisher gerührt. Got tes engel, den er sendet, hat das böfe, das der feind Anzurichten war gemeint, In die ferne wegs gewendet. Alles ding 2. 9. Wie ein vater seinem kinde Sein herz niemahls ganz ent: jeucht, Thut es gleich bisweilen fünde; Obs gleich aus der bahne weicht: Also hält auch mein vers brechen mir mein frommer GOtt su gut: Will mein fehlen mit der suht, Und nicht mit dem schwerte, rachen. Alles ding is. Mel. Allein GOtt in der höh zc. 248. liebes glut, wie ich dich Mit preis und lobe zieren? In deinen tiefen muß ich mich, O volles meer! verlieren. GOtt selber, die vollkommenheit, Brennt ganz für lieb' und gütigkeit, und ich bin noch erkaltet? 2. Der in sich selbst vergnügte GOtt, Das allerreinste wesen, Hat sich die schnöde fünder- rott Zu lies ben auserlesen. Hier schweig, vers nunft! gib Gott die ehr: Gott wollt unendlich lieben mehr, Als du begreifen solltest. 3. O liebe! die GOtt seinen sohn Aus seinem schooß genoms men! Er ist von seines vaters thron Zu uns herab gekommen. Cein mangel, knechtschaft, creng 2 und 148 Von GOttes Werken und Wolthaten und zwar und grab, Die mahlen uns, als bil-| Die liebe JEsu kennen; Laß unfre der, ab, Wie stark GOtt liebenherzen stets In reiner liebe brens könne. 4. Jch grüble nicht und glaub allein: Kann ich dis meer nicht gründen; So werf ich mich getrost binein mit allen meinen fünden. nen; Und endlich führ uns dort Jn jenes leben ein, Wo unsre lies be wird In dir vollkommen ſeyn. GOtt gab mir was fein liebstes war, ihm mein berze dar, Als herz für herz zum opfer. 5. O liebster vater! nimm es bin; Gib kraft, dich recht zu lie: ben; Verstand und wille, herz und sinn Seyn dir hiemit verschrieben. Ach dämpf das feuer böser Lust, Laß ewig nichts in dieser brust, Als deine liebe, brennen. Mel. JEsu meine freude zc. Liebe! 250.2efentliche Bater! dessen triebe Gnad und liebe sind; Uns durch sünden armen Schenket dein erbarmen Dein gerechtes kind. Sollte nicht, Was uns ges bricht, uns dein herz in JEsu schenken, und an uns gedenken? 2. Der den sohn uns giebet, GOtt der vater, liebet Vor der welt, die welt. Und sein wolges fallen hat uns menschen allen Diesen raht gestellt, Als den grund und liebes- bund: Christum uns zu geben, daß wir alle leben. Mel. Nun danket alle GOtt ze. ist liebe 249. felbst, von dem die liebes- gaben, Als aus der schönsten quell, Den ersten ursprung haben. Der bleibet fest in GOtt, Wer in der liebe bleibt, und welchen keine macht Aus JEsu wunden treibt. 2. Der vater liebt die welt: Sein väterlich erbarmen Schickt ben geliebten sohn Zu uns verlaßneu armen: Und dieser liebet uns, Drum scheut er keine noht; Er tråget williglich So gar den creu ses- tod. 3. Wie reiche ströme sind Von dieser huld gefloffen! Die liebe GOttes ist In unser Herz gegos fen: Der wehrte heilge geist Nimmt selbst die seelen ein, So daß wir nun sein haus Und tempel worden seyn. 4. Nun wer den heiland liebt, Der hält sein wort in ehren; Und so verspricht der HErr Bey ihm felbst einzukehren, Was muß für freud und luft, Die göttlich ist, entstehn, Wenn vater, fohn und geift In eine seele gehn? 6. Ja, mein ganzes leben Soll sich dir ergeben, Der du liebreich bist. Mich soll auch kein leiden Von der liebe scheiden, Die in r. Gott beilger geißt: lebr unsJEfu ist. Keine jeit, Noch ewigkeit ***. 3. Dis hat er gepriesen, und die lieb' erwiesen Gegen alle welt: Da der HErr, zu sterben Und uns zu erwerben, Selbst sich dargestellt. JEsus kam, Der heiland nahm Von den feinden, von den schaas fen, Als ein hirt, die strafen. 4. O welch eine treue! Die sich täglich neue An den frommen preist, wenn sie das vertrauen Auf die liebe bauen, Die uns GOtt beweist. Väterlich Erzeis gen sich An den gläubigen die triebe Von des vaters liebe. 5. Liebe! laß dein lieben, Das dich mir verschrieben, und mich dir vertraut, Meinen geift bewes gen Meine lieb' erregen; Weil ich JEsu braut Heiß und bin, So soll mein sinn Alle kraft, gemüht und dichten Auch zu JEsu richten. von der Liebe GOttes als der Quel Derjelden. 149 Aendert deine gnaden- triebe, Wes| sendfach Dich zu lieben mich ver. fentliche liebe! Mel. 8. JEfus meine zuversicht. worte her, GOttes liebe recht zu preifen? Dieses un erschöpfte meer Will mir einen abgrund weisen, Den ich nicht ers forschen kann: Ich seh ihn erstau nend ant. 2. Also, also: spricht der mund, Dem die weisheit jeugniß giebet, Und macht durch dis macht wort kund, Daß Gott über alles lies bet; Und daß seine liebes- treu So groß, als er seiber, sey. 3. Also hat er nun geliebt, Eh der welt grund ist geleget; Und im lieben sich geübt, Eh sich unser ber: beweget. So liebt er noch in der zeit, So liebt er in ewigkeit. binde; Wirds doch viel zu wenig seyn, Gegen deinen gnaden scheint. 9. Ich bin auch in dieser welt, ist mir z Wenn ihn nur mein glaube hält, So ist er mein heil und leben; Ich bin sein und er ist mein, Wie kann ich verlohren seyn? 6. Und was hör ich? seinen sohn, Den geliebten eingebohr nen, Gendet er vom himmels thron, Zur erlösung den verlohr: nen, und macht diesen festen schluß, Daß er für sie sterben muß. 7. Ach! mein herze kann sich nicht In so grosse liebe finden; Wennt mein JEsus also spricht, Muß sich die vernunft hie binden. Paulus schreit mir gleichfalls für: O! was sind für tiefen hier! 8. Nun, mein GOtt! ich bin zu schwach, Daß ich deine huld ergründe, wenn ich auch gleich taus 10. Hat der glaube solche kraft, Ach! so gib mir wahren glauben, Der an deinem sohue haft, Und sich ihn nicht läffet rauben. Gläubt jemand anChristum nicht, Der ist warlich schon gericht't. II. Soll es wahrer glaube seyn, So muß er das licht nicht hassen: Drum laß tugend mich erfreun, Bosheit laß mich ganz verlaffent; Alles sey in GOtt gethan, Was ich thun und wirken kann. 12. Nun ich hab ein wort ges hört: Also hat mich GOtt gelies bet, und mir seinen sohn verehrt, Der mir heil und himmel giebet, und ich glaub an ihn allein: Also muß ich selig seyn. 4. Doch was wunder, wenn GOtt liebt? Er ist selber ia die liebe. Was ihm nun das wesen giebt, Reist ihn auch zu solchem triebe. Hier ist aller liebe quell, Die strömt ewig rein und hell. 5. Aber wunder gnug daben! Denn er hat die welt geliebet, Die Mel. Wer nur den lieben GOtt ze. tant leider! ohne ſcheu Tauſend 252.Halt aus, mein herz! fältig hat betrübet. Jf wol feine feindinn wehrt, Daß er ihre gunst begehrt? in und suche GOttes abendmahl. Was kanu dir tod und sünde raus ben? Gedenk, was GOttes gnas den- wahl Für reichen troft und freude giebt: Also hat GOtt die welt geliebt! 2. Dein schnöder fall ist zwar ges schehen; Doch will Gott dein verderben nicht. Er hat dein elend angesehen, das ihm sein vater: herze bricht. Drum fühlt er selbst was dich betrübt: Also hat Gott die welt geliebt! 3. Eh er dich will verderben laf fen, Eh giebet er auch seinen sohn: Der muß die noch zusammen faf fen, Der tråget deinen sündenlobn, und wird bis auf den tod be: 23 trübt 150 Von GOttes Werken und Wolthacen trübt: Also hat GOtt die welt gestreues herz bewogen, Dich in liebt! unser fleisch gezogen, Dich mit schwachheit überdecket, Dich vom creuz ins grab gestrecket. O dez ungemeinen triebe Deiner treuen menschen- liebe! 2. Ueber seine feinde weinen, Jedermann mit hülf erscheinen, Sich der blinden, lahmen, armen Mehr als väterlich erbarmen, Der betrübten klagen hören, Sich in andrer dienst verzehren, Sterben für die ärgsten fünder: Das ist lieb', o menschen- Finder! 3. du zuflucht der elenden! O Wer hat nicht von deinen Händen Segen, hülf und heil genommen, Der gebeuget zu dir kommen? O wie ist dein herz gebrochen, Wenn dich kranke angesprochen! O wie pflegtest du zu eilen, Das gebetite mitzutheilen! 4. Die betrübten zu erquicken, Zu den kleinen sich zu bücken, Die unwissende zu lehren, Die vers führte zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, Täglich liebs reich zu sich locken: War, mit schwächung deiner fråfte, Dein gewöhnliches geschäfte. 4.Hier ist doch keiner kunst vons nöhten, Daß man für sich viel lauft und rennt: Er sendet lehrer und propheren, er sezet wort und facrament. Je mehr uns fehlt, ie mehr er giebt: Also hat GOtt die telt geliebt! s. Er hat dir seinen geist gege: ben Der dich in hoher kraft re: giert: Ja, der im glauben und im leben Dich stets auf rechter straffe führt, weil er durch sich das zeugniß giebt: Also hat GOtt die welt geliebt! 6. Er hat den end ben sich ge: schworen, Er, als ein Gott, der glauben halt: Deshalben bist du nicht verlohren, Wenn teufel, fünde, tod und welt Dich gleich verfolget und betrübt: Also hat GOtt die welt geliebt! 7. Du stehst in seiner hand gefchrieben, Die schrift löscht auch tein teufel nicht. Nur in dem glauben fest geblieben; Go bleibet JEfus stets dein licht, wenn dich die lette noht betrübt: Also hat GOtt die welt geliebt! 8. Wie bald ist unsre zeit vers flossen! So wird der himmel aufgethan, Und Gott hat über uns beschloffen Mehr, als ein mensch begreifen kann, weil er sich selbst und alles giebt: Also hat GOtt die welt geliebt! 9. Das ist der grund, der hat das siegel, Daß GOTT fein volk in JEfu fennt. Wir eilen unter JEsu flügel, Wenn himmel, luft und erde brennt: und uns vergnügt, was JEfus giebt: Also bat GOtt die welt geliebt! Mel. 21. Schmücke dich o liebe ze. 5. O! wie hoch stieg dein erbars men, Da du für die schwach- und armen Dein unschäßbar theures leben In den årgsten tod gegeben: Da du in der fünder orden Aller schmerzen ziel geworden, und, den segen zu erwerben, Als ein fluch hast wollen sterben. 6.Deine lieb' hat dich getrieben, Sanftmuht und geduld zu üben. Ohne schelten, drohen, schlagen, Andrer schmach und last zu tras gen, Allen freundlich zu begegnen, Für die lästerung zu fegnen, Für der feinde schaar zu beten, und die mörder zu vertreten. men 7. war spott und hohne Deiner liebe schmuck und croue, Diese machte dich zm Enechte 253. then liebe war die quelle deiner triebe, Die dein und zwar von der Schöpfung. A5A enechte Einem fündlichen ges 1 Meiner fünden meng' und flecken. schlechte: Diese war, als wie die tauben, Ohne falsch, voll treu und glauben, Mit gerechtigkeit gepaaret, Durch vorsichtigkeit bewahret. Du haft das geseß erfüllet, und desselben fluch gestillet: Laß mich wider dessen stürmen Deiner liebe schild beschirmen. Heilge meines herzens triebe, Salbe sie mit deis ner liebe. 8. Komm! laß deine liebe decken II. Von der Schöpfung. Mel. Alle menschen müssen ze. 6. An dem dritten ward geschies 254. Schwinget euch, mein den Erd und wasſer durch das herz und sinnen, Von der erde himmel an! Singet von der welt beginnen, Was des schöpfers macht gethan. Lobet mit den seraphinen und mit allen cherubinen GOtt, der alles kråftig trägt, Der den grund der welt gelegt. wort. Meer und wellen wies hies nieden GOtt an ihren eignen ortz Unt befahl sofort der erden, Daß sie mußte fruchtbar werden. Baus me, laub, Fraut wuchs hervor, Manche blume stieg empor. 2. Ewig warst du, groffer schöpfer! In vollkommer majestät. Wir find thon, du bist der töpfer, In dem alles ist und steht. Eh der berge gründe lagen, Eh Orion mit dem wagen An dem firmamente war; Warst du ohne zeit und jahr. 7. An dem vierten tage blickte Sonn und mond am himmelss zelt: Und der sternen menge schickte Strahl und glanz auf unsre welt. Und der fünfte ließ in seen Tausend arten fische ges hen, Das geflügel füllt die luft, und die würme manche gruft. 8. Was sich auf vier füssen res get, Kommt den sechsten tag hers vor. Alles spielt und wird bewes get, Und vergnüget aug' und ohr. Endlich muß aus rohter erden Adam selbst gebildet werden. Gott blies ihm den odem ein, Deffen bild er sollte seyn. 3. Doch im anfang, da dein wille Stimmte mit der allmacht ein, Nach der ewig langen stille, Mußte nichts bald etwas seyn. GOttes wort ergieng: es werde! Da ward himmel und die erde. Dunendlich groffe kraft, Die so viel auf einmahl schafft! 9.So hat Gott erst alles schöne, Herrlich und sehr gut gemacht. Man sieht, wie den schöpfer crone Jedes werk in seiner pracht. Da man sieben tage zählte, Und GOtt selbst die ruh erwählte, Nief er gleichsam: GOTT allein Soll, mensch! deine ruhe senn. 10. Wir sind dein, HErr! laß s. Drauf ergieng das wort von uns immer Unter deinen flügeln oben, GOtt befahl: es werde licht! ruhn: Strahl mit deinem gna, Alle morgen sterne loben Hierauf den- schimmer Ueber uns und uns GOttes angesicht. Da der erste fer thun. Schaff in uns, was dir tag vergangen, und der zwente beliebet, Tilge, was dein werk bes angefangen; Machte GOtt das trübet, Mach, was alt ist von na firmament, Das man fernenstur, Bur erneuten creatur. 84 bimmel nenut. Del 4. 3war der schöpfer wollte lehren, wie er weiß und gütig sey, Daß wir ihn vollkommen ehren; Darum schuf er mancherley. Erst war dieses welt- gerüste Gänzlich öde, leer und wüste; Nur daß sich da GOttes geist Auf dem wasser schwebend weist. 152 Von GOttes Werken und Wolthaten Mel. Ich glaub an einen GOtt 2c, HErr: mache auch mein herz be. 255. Du haft, Gott! in der reit, Daß es sev fruchtbar ieders Der baum und verflucht, An dem du findest keine frucht; Dis laß mich wol bes denken. ganzen böchfie weisheit vorgestellt, Die wunder gut und stärke, Durch, schöpfung deiner werke. Uns ist bewußt die zahl der jahr, Da du gerufen, das nicht war, Daß alls hervor gekommen, und anfang hat genommen. Von ewigkeit bist du allein, Und mußt in ewigkeit fort seyit: Was anfang hat, nimmt auch ein end, Durch deine macht wird alls verbrennt, Wenn Du es heißt vergehen. 5. Die lichter, die am himmel stehn, Und täglich auf und unters gehn, Hast du gesetzt zu zeichen, Sie kommen oder weichen. Die sonne giebt dem tage schein, Der mond bey nacht: die sterne seyn Zu ihres schöpfers ehren und dienße ohn aufhören. Gib, daß ich auch in meinem lauf Der gottesfurcht 2. Den himmel hast du, GOtt! nie hore auf, Nicht stille steh, noch gemacht Zum sitz und pallast dei- müde werd; Daß vor den mens ner pracht, Der nirgend woranschen hie auferd Mein licht auch hänget, Die erd und alls umfån get. Du haft, HErr! unterlaffen nicht zu schaffen bald das edle licht: Das alles nun erquicket, Hat da hervor geblicket. Gib, daß, wenn ich gen himmel schau, Jeh deiner zusag' denk und trau, Für feft sie halte und gewiß: Auch has Die werk der finsterniß, In deinem licht stets wandle. 3. Die wasser in der weiten höh, Chau, regen, hagel, wind und schnee, Ließt du gesondert werden Von dem, was auf der erden: Doch müssen sie uns insgemein Hier unten noch in dienste seyn: Was lebt und sich muß nehren, Kann nicht der luft entbehren. Laß sie mir nußen immerdar, Nie seyn zu schaden und gefahr: Gib auch, daß ich mich, wenn du heißt, Daß sich Der regen- bogen weist, Des gna den- bundes freue. 4. Das meer ward von dem trocknen auch Gesondert als in einen schlauch, Daß seine stolze wellen Zufried sich mußten stellen. Drauf bracht die erde stracks her für Viel frücht zur nohtdurft und zur zier, Daß wir all folche gaben, Auch wohnung dabey baben. immer leuchte. 6. Die fisch im waffer schufest du, Die vögel in der luft darzu, Wo sie durch deinen segen Sich nehren und bewegen. Der storch, die schwalbe wissen wol, Wenn alles wieder kommen soll; Du giebest ihnen allen Die speis mit wolgefallen. GOtt! der du auch die raben nehrst, Und speise allem fleisch beschehrst, Gib, daß mit dankbarem gemüht Ich deine vors forg, lieb' und güt Erkennen mag und preisen. 7. Du haft erschaffen alle thier, Daß sie hernach dem menschen hier Zum unterhalt auf erden, und dienstbar müssen werden: Dem menschen hast du, Gott! allein Den odem selbst geblasen ein, Ihm einen leib, darneben Seel und vernunft, gegeben. Daß er auch nicht alleine wår, kam die gehülsinn von ihm her. Du gabeft ihnen drauf gewalt, Die thier und vögel mannigfalt, und alles zu bes herrschen. 8. Der mensch empfieng dein ebenbild, Du hast ihn mit vers stand erfüllt, Er kann dich schöpfer ueu. and war von der Schöpfung. *$ 3 steht. nennen, Durchs wort dich recht geht, Jn seinem lauf nicht stille erkennen. Du haft, o GOtt! sein angesicht Gen himmel von der erd 6. Du bist, der alle ding regiert, gericht, Daß er dich, HErr! be Den himmel und das erdreich gehre, Ans irdsche sich nicht kehre.siert So wunderlich, daß es kein Drum gib mir gnad, so lang ich mann Erreichen noch ergründen leb, Daß ich mein herz gen himmel kaitit. heb, Durch deine kraft dein bild erneu, Und nicht dem tummen vieh gleich sey, Das nur die erd anschauet. 7. Wie mdgt doch unsre blödigs keit Ergründen deine herrlichs keit? So wir doch können nicht verstehn Die ding', damit wir stets umgehn. 8. Wir sehrt, was du geschaffen hast, Und wie viel guts dis in sich faßt. O! wie viel lieblicher mußt du, Mein GOtt! nicht seyn in deiner ruh! 9. Du schleust dis groffe rund in dich, Regierest es ganz wunders lich, Du bist ein HErr in ewigkeit, Unendlich ist dein' herrlichkeit. 10. O vater, sohn und heilger geist! Dein name, der allmächtig heißt, Sen hochgelobt zu aller zeit, Bon ewigkeit zu ewigkeit. 9. Dis lehrt uns all's der sie bend' tag, Da ich von arbeit, müh und plag Soll ruhen, daß dein chre Sich unter uns vermehre: Du willt, daß ich ihn heilig acht, Die grosse wunderwerk betracht, Bis ich im himmel oben Dich werd vollkommen loben. GOtt vater, sohn und heilger geist! Nun und in ewigkeit gepreist, Hilf du mir, und regiere mich, Damit ich möge würdiglich Dir meinem schöpfer dienen. Mel. HErr JEfu Christ mein 2c. heilige dreyeiniggöttliche 256. feit! felbständigkeit! Du thuft für uns viel wunderwerk, Beweist damit dein' Fraft und stärk. 2. Denn himmel, erde, luft und meer Verkündgen deine kraft und ehr; Auch zeugen alle berg und thal, Daß du ein HErr seyst überall. 3. Die sonne geht uns täglich auf, Der mond hält gleichfalls feinen lauf; So ist auch jeder stern bereit Zu preifen deine herr lichkeit. 4. Die thier und vögel aller welt, und was sich in dem meer aufhält, Zeigt uns frey von sich selber an, Was deine kraft und weisheit kann. 5. Du hast den himmel ausgeftreckt, mit wasser oben zugedeckt, I find wir gemacht, Gemacht, daß er ums erdreich 4. HErr GOtt! nach deiner 總 館 men. Mel.Wer nur den lieben GOttic. hims 25 mets und der erben! Der du allgegenwärtig bist, und nimmer kannst begriffen werden, Vor dem kein ding verborgen ist: Ach! ziehe meinen sinn zu dir, und offenbare dich in mir. 2. Wohin ich herz und augen lenke, Da find ich deiner gottheit spur. Wenn ich voll andacht übers denke Die wunderschöne creas tur; So ruft mir gleichsam alles zu: Wie groß ist GOtt, wie klein bist du! 3. Es zeugen alle elemente, Wie weif und gut der schöpfer sey. O! wenn das stumme reden könnte, Wie groß wär immer dis ges schrey: Ihr menschen! ehrt des höchsten pracht, Denn euch zu gut Bon GOttes Werten unto SDITDA* menschen- liebe Halt mich in deis mein thun regieren. eh ich noch nem gnaden bund, und gib mir| licht und welt, und mutter- bruft reine geistes- triebe: Dein lob sey genoß, War ob mir armen schon ftets in meinem mund. Nimm, Dein lieben wundergroß. was ich kann und hab und bin, Zu deinem dienst auf ewig hin. 5. Hilf, daß die güter dieser er: den Mich Locken zu dem höchsten gut, Daß sie mir nicht zum fallFrick werden, Der statt des muz jend schaden thut. Laß allen miss brauch ferne seyn: Mein schak und ziel sey du allein. 6. Es ist mein leben eine reife, Kaum leb'ich recht, so bin ich todt. Drum mache du mich fromm und weise, Versorge mich mit himmel brot, Und wenn ich ende meinen lauf, So nimm mich in die ruhe auf. mein schöpfer: Ich nichts sollt et was seyn, Drum warst du selbst mein töpfer. Denn alles, was ich bin, Hat deine hand gebaut. Du Fleidetest mich selbst In dieses fleisch und haut. 2. Des leibes glieder sind Ja deine meisterstücke, Du brachteft nein gebein Und adern ins geschicke. Das leben gabst du mir, Mir haft du wol gethan, Und seine auflicht nimmt Sich meines 5. Es war dir mein gebein Auch damahls nicht verborgen, Als ich verborgen lag; Ich stund in deis nen sorgen, Als ich gebildet ward, Als mich die mutter trug, Und noch mein zartes herz An ihrem herzen schlug. odems an. 3. Gedenke, Herr! an mich, Das werk von deinen hånden. Was ist mein leib? ein haus Von mürben leimen wanden: Darin nen wohnt mein geist, Bis du, o lebens- fürft! Den leib, der erde war, Zur erde machen wirst. 4. Du hast mich in gewalt, Du iauterst meine nieren, Bewegft and prüfft mein bert, Uud kannst 6. Ich denke, wie ich will, So find ich keine schranken; Mein geist verlieret sich. Ich will die ewig danken, Weil ich mit feel und leib Von deinen gnaden bin: So nimm auch feel und leib Bu deis nen gnaden hin. Von der Schöpfung des Menschen. Mel. O GOtt du frommer 2c. sonder ende! Wie preiß ich dich doch nach gebühr? Ich bin die arbeit deiner hände, 258. Du bist, allmächtiger! Mein ganzes wefen kömmt von dir. wunderlich Mel. Wer nur den lieben GOtt. 259. Gott, deffen allmacht und mir viel gaben anvertraut. 2. Dir, wunder- GOtt! hab ichs zu danken, Daß du mich zubereis tet haft, als mich des mutter- leis bes schranken und dunkle schats ten noch umfaßt: Ich preise deine wunder- macht, Die mich ans tas ges- licht gebracht. 3. Du gabst mir die vernünftge feele, Das theure pfand, das ewig lebt, Das noch in meiner leis bes- hdle, So lang es dir gefällig, schwebt: Du haft mir sinnen und verstand und leib und leben zuges wandt. 4. Du liebster vater in der höhe! Mein geift wird in mir ganz entzückt, Wenn ich des leibes bau ansehe, Deu du mit deiner hand geschmückt. Mein geift bewundert jederzeit Des schönen bau's vors trefflichkeit. s.Du bast durch dein höchst guds Dig und zwar von der Schöpfung. ESS Daß du, o Gott! an ihn gedenkst, und aus dem überfluß der gnade Ihm täglich neue proben schenkft. Was ist der mensch? ein erdens klos Volljammer, wår er noch so groß. 2. Du sahest an den menschens kindern Den schweren fall vor langer zeit; Und dennoch haft du diefen fündern Aus göttlicher barmherzigkeit Unzählig viel zu gut gethan, Ja mehr, als iemand glauben kann. 7. Vor dir fall ich in demuht nieder: Vergib die schuld, die ich vollbracht. Ich habe leider! meine glieder zu sünden gliedern oft gemacht: Ich wich von dir mit schnellem lauf, und du nahm mich doch wieder auf. 3. Du haft den leib, ob schon aus erde, Doch wunderbar und schön gebaut; und, daß er recht vortrefflich werde, Jhm sprach und sinnen anvertraut. Du haft die herrschaft dieser welt Des menschen willen heimgestellt. 8. Ich habe ja mit bösem wesen 4. Du hast ihm noch vielmehr Mein herze, leider! sehr enterwiesen, Indem du ihm den bes weiht, mein herz, das du dir aussten theil, Der unverweslich wird erlesen 3um tempel deiner beilig gepriesen, Seel und vernunft Feit: Doch ftraftest du mich nicht und ewges heil Theils schon ges im grimm, Und heiligtest mich schenkt, theils jugesagt, Bevor wiederum. er noch nach dir gefragt. dig walten, O HErr der groß- und kleinen welt! Mich, dein gebäude, wol erhalten, So, daß der tod mich nicht gefällt: Ich stehe noch und preise dich, Denn deine rechte Schüßzet mich. 6. Ich bin nicht wehrt der grof fen gute, Die du, mein GOtt! an mir gethan. Dich preist mein herz und mein gemühte, Ach! nimm mein dankbar opfer an. Bewahre mich auch fernerhin, Mein schöpfer! dessen werk ich bin. 9. Hilf, groffer GOtt, durch Den ich lebe! Hilf, daß ich thu, was dich erfreut; und geist und leiß und glieder gebe zu waffen der gerechtigkeit, Daß ich dir bis in tod getreu, und stets ein find ber tugend sey. 10. Fällt dieses leibes hütte nieder, Wenn ich vollende meinen lauf: O GOtt! so richte sie hin wieder, Und führ sie schön verkläret auf. Laß mich ins haus des himmels gehn, Und fiets dein hei lig antlig sehn. Von den wesentlichen Theilen des Menschen, Leib und Seele. Mel. Wer nur den lieben GOtt. 260.Was ist der menſch, 5. Allein wie schlecht oft beide theile Des menschen dir zu dienste stehn, Als die vielmehr im satans seile, Als, HErr! nach deiner leis tung gehn; Wird alle stunden ofs fenbar, und leider! mehr als fonnen klar. 6. Drum laß mich dieses wol bes denken, Was du, o GOtt! an mir gethan, Dir leib und seele wieder schenken: Sieh beide doch in gnas den an, Damit sie beide nach der ieit Dich preisen in der ewigkeit. 7. Und nimm indeß sie alle beide In obacht und in deinen schut: So bieten wir in allem leide mit dir, auch welt und teufel trus, Als die wie löwen um uns gehn, Und uns nach leib und feels ftehn. 8. Dort aber, wenn in tions die arme made? auen, In der vollkommnen him. mhels. * 56 Von GOttes Werken und Wolthaten mels- stadt, Dich leib und seele p s. Der leib nahm theil an dies werden schauen, und was dis fer lust, Ihm war kein schmerz, schauen in sich hat; So sollen sie kein tod bewußt; Er konnt durch auch beide dich Mit jauchzen rüh- kein geschöpf auf erden Verleget men ewiglich. und zerstöhret werden. Sein ants lig war vollkommen schön, Als GOttes meisterstück, zu sehn, Sein auge war zu allen zeiten Ein sik der holdsten lieblichkeiten. Halles luja, Halleluia. 6. Sein war ein pas benbilde Gottes Stande der Uns schuld. Mel. Komm heiliger geift HErre. 261.0 totes htt! Das höchstes licht, vollsich so freundlich zu uns thut, und das sich denen, die es liebet, So willig zu geniessen giebet: Was bat die güte deiner hand An menschliche uatur gewandt! Wie herrlich haft du sie geschmücket, Wie reichlich hast du sie beglücket! Halleluja, Halleluja. radies, Der kein vergnügen mans geln ließ. Was seine seele nur bes gehret, Ward ihm im überfluß ges währet. Die erde war sein königs reich. Was er befahl, geschah sos gleich, Nichts widerstrebte feinem willen, Ein fedes thier mußt ihn erfüllen. Hallel. Hallel. 7. Er war des schöpfers lieber 2. Der leib, den du aus staub sohn, Ein erbe von dem ehrens erbaut, An dem man lauter wun- thron, Ein tempel von dem höchs der schaut, Der wird durch deinen sten wesen, Das seine brust zum sit mund beseelet, und mit der ewig- erlesen: Der gottheit schönsies Feit vermählet. Du bliefest einen ebenbild, Im schmuck der unschuld 8: ist ihm ein, Der sollte sein res eingehüllt, Ohn allen fehl, ohn alle gierer seyn, Den deine gottheit mangel, Die freud und lust der lieben wollte, und der dich wieder heilgen engel. Hallel. Hallel. lieben sollte. Hallel. Hallel. 8. O schöpfer! dirsey lob und 3. Sein fähiger verstand war preis Für den an uns gewandten gan: Mit deines reinen lichtes fleiß, Für die uns anerschaffne gas glanz, Und mit der weisheit angeben, Die wir långst, ach! verlohs füllet, Die selbst aus deinem her jen quillet. Er kannt' dich fast von angesicht, Er wußte seines standes oflicht, Er sah an allen creaturen Der höchsten macht und weisheit spuren. Hallel. Hallel. ren haben. HErr! öffi' aufs neue deine hand, Gib wieder, was der feind entwandt. Laß uns durch Griftum hier auf erden Nach deis nem bild erneuret werden. Hallel. Hallel. 4. Sein wille war dir gleich gesinnt, Er liebte dich als wie sin kind. Die heiligkeit war feine zierde; Ind eine jegliche be gierde ar deinem willen unter Von der Beschaffenheit des Seele vor und nach dem Falle. Mel. 9. Erwünschter brunnquell. than, und gieng allzeit auf rech- 262.Die fecle ist dazu ges 1 Daß fie ter bahn; Drum war sein herz auch voller freude, Und wußte nichts von furcht und leide. Hal tal. Hallel. Von dem und dem was göttliches erfreu: Sie war vom schöpfer auserkohren, Daß fie fein bild und gleichniß fey.er fann und zwar von der Schöpfung. 151 fann die ehre gnugsam preisen ,, ben in der zeit. Findt dich mein Die Gott der seele wollt erweisen. herz, o lebensquelle! So find ich meine rechte stelle. Von der Unsterblichkeit der menschlichen Seele. Mel. O GOtt du frommer 2c. 2. Kein adel glich der feelen adel, Kein pracht kam ihrer schöns heit bey; Man fand sie ohne fehl und tadel, Ihr schmuck war viel und mancherley. Es konnt ihr ewiglich nichts fehlen, Denn 263.D bild Von anfang gleich gewesen, Das bey der schöps fung ihm Der schöpfer auserlesen Zu seinem eigenthum, und herrs lich ausgeschmückt, Daß er an feel und leib Vollkommen war bes glückt. 2. Hat er nun diesen schmuck Gleich durch den fall verlohren, Und wird von mutterleib In süns den- wust gebohren: So stirbt doch nur der leib Allhier in dieser zeit: Allein die seele lebt und bleibt in ewigkeit. feeleit. 3. Sie schöpfte stets aus ihrer quelle, Aus welcher sie entsprun gen war. Die weisheit war ihr spiel- gefeile, Die trefflichkeit war wunderbar, Sie hatte ehr und reichthum funden, Weil GOtt sich selbst mit ihr verbunden. 4. Jhr leben war, GOtt stets au lieben, Ihr alles, daß sie sein follt seyn. War sie in feiner liebe blieben, So war sie fren von quahl und pein: Allein der feind hat sie verderbet, Die fünde ist uns angeerbet. 5. Sie ist nunmehr ganz irdisch worden, Sie liebt die eitelkeit der welt. Sie lebt nun in der fünder orden. Der arge hat sie ganz verstellt. Sie kann sich nicht mehr aufwärts schwingen, Sie suchet ruh in schnöden dingen. 6. Sie ist in thorheit ganz verfallen, Sie spielt mit eitlem sand und koht. Hört sie gleich GOttes donner knallen, So denkt sie doch an keine noht. Sie übt sich nur in schatten werken, Läßt groffe einfalt an sich merken. 2 7. O GOtt! der du ein heil gegeben, und hilfft der seele wieder auf: Erwecke sie zum neuen leben, Und fördre zu dir ihren lauf. Laß mich die weisheit wieder finden, Und mich mit neuer lieb' entzün Dent. 3. Denn wie der höchste selbs Den edlen geist gegeben, und ihn erschaffen hat Zu ienem freudens Leben; So bleibet er hierin Auch seinem schöpfer gleich, und fällt nicht mit dem leib' Ins blaffe tods ten reich. 4. Wird sie vom leibe nun Hier durch den tod getrennet; So if ihr allbereit Ein ort von GOtt ers nennet, Allwo sie ewig bleibt: Denn, wie der mensch hie fällt, So ist in ewigkeit Ihm dort zia plat bestellt. 5. Die fromme feelen last GOtt auf Elias wagen Durch seis ner engel schaar Hinauf gen hims mel tragen. Wer hier durch boss heit sich von seinem Gott ge, kehrt, Der wisse, daß sein geiß Hinab zur hölle fährt. 6. Jm himmel wird die feel In ewigkeit erfrenet, Weil ihre felig, 8. Sey du mein himmel, meine keit Bor GOtt sich stets verneuet. fonne, Mein reichthum, meine Allein im hölleit pful Ift uners berrlichkeit, Mein schaß und theil, hörte pein, Da werden ebenfalls nud meine wonne, Mein ewig les! Die feelen ewig seyn. 3 7. Drum 158 Bon GOttes Werken und Wolthaten und zwar 7. Drum forge doch ben zeit, beschieden, Wo sie ohn ende O mensch! für deine feele, Daß lebt, und, wo nicht dort im nicht der höllen pein Jn ewigkeit frieden, Gewiß im leiden fie quähle. Thu busse, wasche schwebt. bich In deines: JEsu blut, So fähret, wenn du stirbst, Gewiß die feele gut. 8. GOtt! laß durch deinen geist Mich dieses wol bedenken, Und stetig meinen sinnZur seelenforge lenken. Erwecke mich hiezu In dieser gnadenzeit, Daß ich dein lob erhöh' Iniener ewigkeit. Mel. Herzlich thut mich verlang. 264. trachte Jest dein' unsterblichkeit. Komm eilend und verachte, Was diese welt erfreut. Wenn alles sonst verdirbet; So weißt du, daß dein geist Sich, wenn der leib gleich stirbet, Der Berblichkeit entreißt. 2. Ein geist, ein einfach wesen Wie unsre seelen sind, Ist schon darzu erlesen, Daß er kein ende findt. Ein geist seyn, und verge: ben, kann nicht beysammen seyn: Bas einfach, muß bestehen: Zufammenhang fällt ein. 3. Verwesung wird genennet, Wenn die verbindung reißt, Und das sich wieder trennet, Was sich vereinigt weist: Wenn das, was vor beysammen, Nun aus einander flicht, Wie man in feuer- flam men an einem holze sieht. 4. Dergleichen trennung fins det Nur bey den cörpern statt, Wenn die verbindung schwindet, Die sie verknüpfet hat. Ein geist hat keine theile; Drum kann er nicht zergehn, Er muß nicht eine weile, nein, immerført bestehn. 1. So bald demnach die seele Aus unserm leibe dringt, und sich aus dieser hile Bu ihrem schop: lex schwingt; Wird ihr ein ort 6. Dis zeigt uns GOttes stärke, Deß strenges richter- amt Hier gut und böse werke Nicht stets belohnt, verdammt. Drum muß ein ander leben Der bösen feele, pein, Der frommen, freude geben, und sie muß ewig seyn. 7. Drum, wer in diesem leben Recht glaubt, und tugend ehrt; Dem wird das reich gegeben, Wo nimmt von seinen knechten Dis unschäßbare pfand; Die seelen der gerechten Sind stets in seiner hand. 8. Sie leben ohn aufhören In freud und herrlichkeit, kein jams mer kann da stöhren, Was ihre bruft erfreut. Das füffe hol; des lebens Wird ihnen dargebracht, Weil sie hier nicht vergebens Ihr ewig heil bedacht. 9. Doch wehe solchen kindern, Die diese welt geliebt, und mit verstockten fündern Nur böses ausgeübt! Sie leiden in der flamme Des feuers ewge pein, und werden von dem lamme Und GOtt verstoffen seyn. 10. Da wird ihr wurm nicht fterben, Ihr feuer löscht nicht aus, Ein ewiges verderben Bedeckt ihr jammer- haus. Da dauret schmerz und klagen, Da weiß man keine zeit: Da steigt der rauch von plas gen Durch lauter ewigkeit. 11. Auf! auf demnach, o feele! Denk an die ewigkeit. Verlaß die fünden- höle, Damit du nach der jeit zu jenem freuden leben In falems hütten dringst: Gott wird dir dieses geben, wenn du bier gläubig rings. III. von der Vorsorge, Erhaltung und Regierung GOttes. III. Von der Vorsorge, Erhaltung und Regierung GOttes. Mel. Alle menschen müssen zc. schstes wesen! ich 265. verehre Deinen glanz 7. O mein GOtt! wer kann es und majestat. Ach! erwecke und be faffen, Wer versteht dis regiment? lehre Den, der dich noch nicht ver- Würde deine hand ablassen, Wo steht; Damit deines namens ehre blieb wol ein element? Alles, was Sich auf erden stets vermehre. du aufgerichtet, Würde alsobald HErr! dein ruhm erfüll die weltzernichtet, und die welt fiel pldzs So, wie salems freuden- zelt. lich ein, wenn sie ohne dich sollt seyn. 8. Uleberall bist du zugegen, HErr! vor dem die welt erbebt: Du vermagft mit fluch und segen Den, der fromm und boshaft lebt, Nach gerechtigkeit zu lohnen Du beherrscheft alle thronen: Dir ift aller menschen luft, Werke, wort und that bewußt. 2. HErr! vor dem die cherubi nen, und die auserwählte schaar, Nebst den hohen seraphinen, Les gen ihre cronen dar: Laß dir jest das frohe lallen Meiner lippen wolgefallen, lind vernim in deiner boh, Was ich brünstig zu dir fleh. 3. Laß mich stets getroft bekens nen, Daß du, HErr, der wahre GOtt. Laß mich dich im glauben nennen Meinen schux in noht und tod. Thoren mögen es vergessen, Und die wahrheit nicht ermessen: Ich verbleibe stets dabey, Daß ein GOtt und schöpfer sey. Dieser Gott, den ich hoch preise, Ist mit allmacht ausgerüst. Davon stecken die beweise In dem, was erschaffen ist. Denn wer nur die welt betrachtet, und auf ihren bau recht achtet, Merket alsofort die macht, Die das kunst- gebau vollbracht. s.Welche kunst und weisheit zei get GOtt in jeder creatur! Wer Das her; auf solche neiget, Findet bald des höchsten spur, und wird willig zugestehen, Daß man deut lich könne sehen, wie die weisheit sie formirt, und recht künstlich ausgeziert. 159 6. Doch unmöglich könnt' und würde Eine welt so groß, so schön, Und von solcher laft und bürde, So viel jahr und zeit bestehn: Benn sie nicht die hande stüßten, Und an allen suben schüsten, Welche sie hervor gebracht, und zuerst aus nichts gemacht. 9. Daß der mensch doch dis bes dächte und verehrte deine macht! Daß er doch auf deine rechte Hätte beffre forg' und acht! Höch, ster! laß es mir gelingen, Nicht nur blos davon zu singen, Nein: regiere mein gemüht, Daß es sich für fünden hüt't. 10.Du bist unergründlich präch, tig, Lebst und bist von ewigkeit, und beweist dich herrlich, mächtig In der welt und gnadenzeit. Mögten wir von deinem wesen Mehres wissen, mehres lesen! Auf denn, feele! auf, durchsuch Das natur- und gnaden- buch. II. Aber merke auch vor allent, Daß GOtt der gerechtste sen, Das mit du ihm magst gefallen; Weil es ihm nicht einerley, Was man glaubt, und wie man lebet: Denn wo sich dein herz erhebet, und vers leget fein gebot, Straft er dic mit höll und tod. 12. Laß dich seinen geift ftets lel, ten, Suche von der rechten bahn, Die er zeigt, nie auszuschreiten: Fleb ibn sets um bepfland an. Lers Von GOttes Werken und Wolthaten und zwar 160 Lerne la fein wort bemerken, Er wird dich im guten stärken. So vermehrt dein christenthum GOt tes chre, preis und cuhm. Mel.Wer nur den lieben GOttic. 266, tiefe, wer kamu dich ergründen! O un erforschter GOttes raht! Der Meloden 25. kaum mit dem, was menschen fin: 267. Ach erkenne, liebste den, der gleich heit hat. Durch mittel fucht ein menfch fein ziel, Nur Gott thut oft das widerspiel. feelen! Unsers GOts tes gütigkeit. Helfet dessen ruhm erzählen, Die ihr sein geschöpfe send. Euch gebühret dank zu ges 2.O tiefe, wer kann dich ergrün- ben Dem, der euch viel guts ges den! Der sonnen, mond und ster- than, und der noch in eurem nen pracht, Die sich um diesen erd- leben Eurer sich nimmt treus ball winden: Und alles, ist aus lich an. nichts gemacht, Die erd in freye luft gestellt, Die nichts, als GOt tes finger hält. 2. Denket, da wir gar nichts waren, hat er uns zu was ges macht. Er hat uns von jahr zu jahs ren Wunderbarlich fort gebracht. Nichts ist, was wir an uns haben, Das nicht alles von ihm fließt. Es sind lauter GOttes: gaben, Die der arme mensch genießt. 3. O wer ist, der ihn verbunden Dich zu schaffen, menschen- kind! Wer? daß wir zu diesen stunden Frisch, gesund und frölich sind? Wer giebt uns die leibes- kräfte, Das vermögen, den verstand zu verrichten die geschäfte? Blos des höchsten gnaden- hand. 4. Ferner will er noch erhalten, Was er uns gegeben hat. Seine gnade läßt er walten Uleber alle früh und spat. Er will uns für als lem schrecken, Für des satans trug und lift unter seinem schuße dets ken, wo man völlig sicher ist. 5. Laffet darum, liebste seelen! Lasit uns alle, groß und klein, Ihm den besten dank erwählen, Wels cher heißt: gehorsam senn. Lobet sein allweises fügen, Rühmer als les, was er schickt. Wer sich daran läßt begnügen, Bleibet immens fort beglückt. Mel. 3. Befreyt das lamm die welt von fünden, So wird es mit dem fluch belegt. Erst muß sich Gottes jorn entzünden, Worauf sein fluch den segen trägt. Gott hebt bie last: das leben kam, Als man dem lamm das leben nahm. 4. O tiefen, wer kann euch ergründen! Ein fünder wird einGot: tes- kind: GOtt selbst erleucht die geistlich blinden, Die menschlich: Elugen werden blind. GOtt macht die groffen erstlich klein, Führt bollen wärts,* doch himmel ein. T. O tiefe, wer wird denn ergründen! Wie GOtt dis ganze reich regiert? daß wir seinen weg verstunden, Wodurch er alles Bält und führt! Der gar das meer vertrocknen hieß, und waffer aus dem felfen ließ. * GOtt führet durch die ers kenntniß der fünden und des göttlichen zorns in der buffe erstlich an die pforten der hollen, und darauf zur gnade und zum leben. 6. Mein GOtt! erleuchte doch die blinden, Die dir nicht trauen in der noht. Eh giebst du wasser aus den rinden, Eh schaffest du aus steinen brot, Eh du dein volk verderben läßt! Drum trau ich bir und glaube felt. von der Vorsorge, Erhaltung und Regierung Gottes. 16: Tel. Es ist gewißlich an der zeit. führst die deinen wunderbar, Daß 268. Hif it wie hat deine ehr sich immerdar Und übers all der teufel ist Die Leut in feinen firicken? Daß er in 8. Dieweil du die gedanken ihrem sinn und wir Sie also kann weißt; So gilt vor dir kein dich, berücken, Als wären wir ohn hutten: Wenn falschheit ist in ies und schirm, Wie fisch im wasser, mands geist, So kannst du ihn wol wie gewürm, Das ganz hat keinen richten. Du strafft und lohues berren. iedermann; Was er gelassen und gethan, Wird einst von dir ver golten. 2. Da doch die viel und groffe werk, Die du, o GOtt! vollführet, Durch deine weisheit, gut und Stark Auch werden fort regieret. Du sorgest noch für alle ding; Reins is so groß, feins so gering, Auf welches du nicht achtest. 9. Durch dein wort giebst du Fraft und guad, Daß man kann überwinden, Wenn böse luft zur miffethat uns reizet, und zu füns den. Ein frommes herz inwens dig merkt, Daß es von oben wird gestärkt, Wenn du dem bösen webs ref. 3. Sonß wärest du von schlechter kraft, iud dem nur gleich ges schäßzet, Der zum gebau zwar als les schafft, und es in ordnung 10. Durch sitten, durch gesen feget; Drauf aber von demselben und recht Lehrst du uns deinen geht, nicht mehr zusiehet, obs willen, Wie von geschlecht man noch steht, Und wie man es geu geschlecht Denselben muß er. brauchet. füllen. Du nöhtigest uns fort und fort Durch drauung und durch gute wort, Wir sollen zu dir kommen. 4. Viel anders biß du, GOtt! gesinnt Bey menschen und bey thieren: Wo eine creatur sich findt, Jß deine sorg zu spüren. Zu 11. Und wenns zulezt auch nôh, förders sind die fromme leut Vertig thut, Strafft du, wie du ges fichert, daß du allezeit In gnaden drauet: Doch wirfst du wieder an sie denkest. weg die ruht, Wenn man die sünd bereuet; Da giebst du denn durch deine güt Ein neu und williges gemüht, Den lauf hie zu vol lenden. r. Du haß uns bracht aus mut ter- leib, Den odem eingegoffen. Daß man bey stark und kräften bleib, Kommt von dir hergefloss fen.HErr! aller augen warten auf, Du läßt, ob schon sehr groß der 12. Nun GOtt, mein vater! hauf, Sie speise von dir sammlen. fteh mir bey, Daß ich dis alles 6. Den feld und waldes- vöge- glaube: An deiner vorsorg, lieb lein, Die keine faveuren haben, und treu Mit stillem herzen Schafft deine vorsorg alles ein: bleibe: Ob sichs oft wunderlich Du sättigst auch die raben. Kein anläßt; Daß ich dir doch vertraue Sperling auf die erde fällt; Was feft, und alles dir heimstelle. febt und schwebet in der welt, Von dir allein sich nähret. 13. Was du willt haben, das geschicht, Und niemand kann e6 wehren: Verstattest du es abee nicht; So muß sichs anders Feb. ren. Dein wille iffs, der alles fügt: Deum bilf, daß ich was 2 mix 7. Am meisten aber pflegst du dich Der menschen anzunehmen: Was du erschaffen hast, muß sich Bu ibrem trug bequemen. Du 162 Von GOttes Werken und Wolthaten, und zwar mir anliegt, Auf dich, o HErr! Mel. Nun ruhen alle wälder. kets werfe. 14 Gib, wenn du väterlich mich nährst Und neben mir die meinen, mir eine gute stund be schehrst, Mir deine guad läßt scheinen: Daß ichs in demuht wol crkenn, Recht brauche, und allein dich neun Den geber alles guten. 269.2fuf! auf mein sand preise GOttes güte, Die je und gemühte! Und ewig währt: Die alles hat zu ges ben, Was man im ganzen leben Zum segen wünschet und begehrt. und mich dadurch erhalten Von 2. GOtt hat sie laffen walten, mutter- leibe an: Ich spübre fie noch täglich, Daß also mir unsägs lich Viel gutes wird durch sie ges than. *. Hilf, daß ich mich alsdenn besleiß zu thun, was dir beliebet: Dein aus, das alles sieht und weiß, Sent rache an mir übet. Gib, daß ich solch gericht erweg', Mit andacht bey mir überleg', Und niemahls sicher werde. * 16. Wenn mir auch wider wärtigkeit Will sorg und schwer muht machen: So hilf, daß ich bir jederzeit Befehle alle sachen: Und gar nicht zweifle, daß mirs noch, Wie schwer auch ist des creuzes toch, Bum besten dienen müsse. Durch väterlich versorgen An 3. GOtt macht sie alle morgen leib und feele neu. Er läsfet fie mir weichen, Daß sie mir schild desgleichen Bey nacht nicht von und sonne sey. Daß ich mit freuden merke, Wie 4. Sie fördert meine werke, GOtt mir freundlich ist. Kein kummer darf mich stechen, Noch mein vergnügen brechen; Weil sis mich in die arme schließt. 17. Denn du willt mich auf folche maaß Nur stärker zu dir lichen, Daß ich forthin von fünben laß, Sie lern mit forgfalt Aiehen: Dir meine schwachheit alle tag Bekenne, und mit seuf jen klag, Und dich um beysand bicte. 18. Die rechte zeit weißt du auch wol, Wenn mir die hulf wird komnicn 1 Und wie mein creuz und unglück soll Mir werden abgenommen: Gewiß muß all's, nächst deiner ehr, Des glaubens end mir mehr und mehr, Die se ligkeit, befördern. 19. Zu schanden mach, o groß fer GOtt! Die deine ehr dir rauben. Hilf, JEfu! hilf in aller noht, und stärke meinen glauben! O heilger geift! erMel. Wer nur den lieben Gott. Leuchte mich, daß ich all ärger 270, tt forgt für mich, mag was will Er ist ja vater, ich sein kind. Er winden. forgt manch creuz und manche plage 5. Wenn durch betrübte tage Mir an die seele tritt; So ist sie auch zugegen, und bringet trof und segen Aus meines GOttes liebe mit. 6. Ja, wenn die noht am größ. Die gute GOttes spührt. Zulest ten; So folgt, daß man am besten muß doch erscheinen, Daß GOttes hand die seinen Zwar wunderlich, doch selig führt. Die wunderbare gute, Die die 7. Drum preise, mein gemühte! von GOtt geschicht. Im leben und im sterben Läßt sie dich nicht verderben, Denn GOtt verläßt die feinen nicht. von der Vorsorge, Erhaltung und Regierung GOttes. 163 forgt für heut, er sorgt für mors süsser schlaf. Er macht mich da gen; Weil allenthalben spuren jum himmelsserben, und stellet sind, Wie GOtt die seinen väter mich, als Chrifti schaaf, Das ihm lich Versorgt und schüßt. Gott) hier folgt, dort seliglich Zur rech, sorgt für mich. ten hand: GOtt sorgt für mich. 9. GOtt sorgt für mich im küb, len grabe, Dem leibe gount er da die ruh: Und wenn ich ausge. schlafen habe, So führt er mich dem himmel zu, Wo feel und leib auf ewig sich Vereinigen: Gott forgt für mich. 2. GOtt sorgt für mich, ich will ihm trauen: Ich weiß, was mir all hier gebricht, Kömmt leicht von feinen himmels- auen, Wenn er ein einzig wörtlein spricht. Drum bin ich jest und ewiglich Garwolver forgt. GOtt sorgt für mich. 3. GOtt sorgt für mich an leib und feele, Sein manna ist die see: len- speis, Den leib speift er mit Meloden 22. aller korn und öle, Doch nur bey sau 271.ab acht auf mich in rem arbeitsschweiß: Wol dem, der ihm nur festiglich Vertraut, und glaubt: GOtt sorgt für mich. 4.GOtt sorgt für mich bey theu GOtt, HErr aller herren! Wenn mir der höllen rotte droht, Wenn sie den rachen schon aufsperren, Wenn sie mich suchen zu verschlin, ren zeiten: Auch in der größten( gen, und in die höchfie noht zu hungers- noht Verschafft der HErr bringen; So bitt ich dich herzin. den frommen leuten, um untersniglich, mein vater, ach! bab acht halt ihr täglich brot. Ifts gleich auf mich. nicht viel, doch glaube ich, Er giebt genug, und sorgt für mich. f. GOtt sorgt für mich und für die meinen, Die mein an blut und glauben seyn. Er läßt uns seinen troft erscheinen, Und tränket uns mit freuden- wein. Geht es den meinen kümmerlich, 1nd mir auch felbft? GOtt sorgt für mich. 6. GOtt sorgt für mich in mei nem leiden: Das creuz, das er mir auferlegt, Verwechselt sich gar bald in freuden. Und wenn GOtt gleich die feinen schlägt; So schlägt er doch nur väterlich zu unserm wohl, und sorgt für mich. 7. GOtt sorgt für mich in mei nem alter: Da hebt und trägt mich, der mich liebt. Denn er verbleibet mein erhalter, Der mir all meine nohtdurft giebt Aus seinem vorraht mildiglich. Wol also mir: GOtt sorgt für mich. 8. GOtt sorgt für mich auch in dem sterben Der tod ist mir ein 2. Hab acht auf mich: wens mich die sünd Will von dem höch, sien gut abwenden, So halte mich, HErr! als dein kind Mit deinen treuen vater hånden. Bleib da mir stets in den gedanken, Laß mich von deinem wort nicht wan ken. Wenn sünden in mir regen sich, Mein vater! so hab acht auf mich. 3. Hab acht auf mich, wenns glücklich geht, Wenn mir die freus den sonne scheinet. Gib, wenn mein her; in wonne fteht, Daß es nicht bald drauf schmerzlich wei net. Laß mich dem glücke ja nicht trauen, Vielmehr auf deine gute schauen. Das glücks- rad dreht und wendet sich, Mein vater! drum hab acht auf mich. 4. Hab acht auf mich, und fleb mir bey, Wenn mir das unglück gürmt entgegen: Daß ich nicht in verzaget sey, Noch weiden mag vou deinen wegen, Die du zu man 12 dela 164 BonGOttes Werken und Wolthaten, und zwar Deln anbefohlen. Und brennen, Im mutter- leibe lag; Da wachte auch des creuzes kohlen, Sig' ich, schon dein sorgen Für mich: und und meine bitterlich, mein vater. wie vermag Mein menschlicher so hab acht auf mich. verstand Die weisheit auszubreis ten, mit der du zu bereiten Uns pflegst durch deine hand. 3. Du fångst uns an zu lieben, Noch eh wir etwas sind; Und haft schon aufgeschrieben, Was sich von plagen findt. Dein herz, das liebensvoll, Denkt schon, wie du willt lindern Die burde deinen kindern, Die sie erst treffen soll. <. Hab acht auf mich, wenn ich gesund, und wenn ich ohne leid und schmerzen, Wenn keine klag' in meinem mund, Kein trauren in dem bangen herzen: Damit ich bey gefundem leibe, Dir dankbar und gehorsam bleibe; Dein nicht vergesse freuentlich, mein vater! so hab acht auf mich. 6. Hab acht auf mich, auch wenn ich krank, Und meine kräfte mir verschwinden: Daß ich an nehm den bittern trank, Als eine arzency der fünden; Daß ich nicht ungeduldig werde, Und denke, daß ich staub und erde. Ja wenn die schmerzen mehren sich, Mein va ter! so hab acht auf mich. 4.Läßt du mich angst empfinden; Wolan so tröst ich mich, Daß du weißt raht zu finden: Und daß ich ja auf dich, Mein GOtt! gewors fen bin; Drum werf ich, was zu tragen Mir schwer deucht, ohne zagen Noch täglich auf dich hin. 5. Es hat in meinem Leben Mir diese zuversicht Stets neue kraft gegeben, und fehlt noch jezo nicht. Wenn ich bekümmert war; So feufit ich, und war stille, Bis mich dein guter wille Entriß aus der gefahr. 6. Dein name fen gepriesen, Der jederzeit an mir Sich herrlich hat erwiesen. Herz, zung und mund soll dir, Du retter aus ges fahr! Mein schuldig opfer brins gen, Von deiner güce singen Jes 7. Hab endlich, vater! acht auf mich, Wenn ich der welt muß abschied geben. Stårt meine zu versicht auf dich, und führe mich in ienes leben, Wo ich des glau bens end erlaftge, lind jene lebens. eron empfange; Da leb' ich dir, da lob' ich dich. Mein vater, ach bab acht auf mich. 8. Ach laß mich auch nicht aus der acht, Wenn uns dein jüngster tag erscheinet, Und im gericht| Bund und immerdar. wird vorgebracht, Was man ges that, geredt, gemeinet; Laß mich zu deiner rechten stehen, und zu des lammes hochzeit gehen: Mein JEsu! dann hab acht auf mich! So preiß ich dich dort ewiglich. 7. Du haft mir wol gerahten, und lanter guts gethan;: Daß deine liebes thaten Ich nicht guug rühmen kann. Hilf, daß ich ewig dort, Berklärt und ganz volls kommen, Dir danke mit den froms men An deinem freuden- ort. Mel. Herzlich thut mich verlang. Wel. Von GOtt will ich nicht zc. Ott! der an allen 272.ott! enden Viel wunder thut, In desſen treuen 273.Befehl du deine wege, hånden Mein ganzes leben ruht, Der meiner monden zahlund meine lebens tage Mit ihrem glück und plage Verordnet allzumahl: Giebt wege, lauf und bahn; Der 1. Da ich noch tief verborgen Und was dein her: nur kränkt, Der allertreußten pflege Deß, der den himmel lenkt: Der wolken, luft und winden wird von der Vorsorge, Erhaltung und Regierung Gottes. 103 wird auch wege finden, Da deing gebühret, Mit wunderbarem raht fuß gehen kann. Das werk hinaus geführet, Das dich bekümmert hat. 2.Dem HErren mußt du trauen, Soll dir es wol ergehn. Auf sein werk mußt du schauen, Wenn dein werk soll bestehn. Mit sorgen und mit gramen, und mit selbst- eigner pein Laßt Gott ihm gar nichts nehmen; Es will erbeten seyn. 3. Dein ewge treu und gnade, O vater! weiß und sieht, Was gut sey, oder schade Dem fierblichen geblüt. Und was du denn er lesen Vollführst du, parker held! Und bringst zum stand und wesen, Was deinem raht gefällt. 4. An mitteln und an wegen Fehlt dir es, höchster! nicht. Dein thun ist lauter segen, Dein gang is lauter licht. Dein werk kann niemand hindern, Dein' ar beit kann nicht ruhn, Wenn du, was deinen kindern Ersprießlich tft, willt thun. 5. Und ob gleich alle tenfel Hier wollten widerstehn; So wird boch ohne zweifel Gott nicht zu rücke gehn: Was er ihm vorge nommen, Und was er haben will, Das muß doch endlich kommen Bu seinem zweck und ziel. 6. Hoff, o du arme feele! Hoff und sey unverzagt: Gott wird dich aus der höle, Da dich der kummer plagt, mit groffen gnaden rücken; Erwarte nur derzeit; So wirst du schon erblicken Die sonur der schönsten freud. 9. Er wird zwar eine weile Mit seinem trost verziehn, Und thun an seinem theile, Als hätt' in seis nem sinn Er deiner sich begeben, Als sollte du für und für In angst und nöhren schweben, Als fragt* er nicht nach dir. 10. Wirds aber sich befinden, Daß du ihm trey verbleibk; So wird er dich entbinden, Da du's am mindsten glaubft: Er wird dein herze Idsen Von der so schwes ren last, Die du zu keinem bösen Bisher getragen hast. 11. Wol dir, du kind der treue! Du haft und trägst davon Mit ruhm und dankgeschreye Den sieg, die ehren cron: GOtt giebt dir selbst die palmen In deine rechte hand; Und du singst freus den- psalmen Dem, der dein leid gewandt. 8. Laß ihn nur thun und walten, Er ist ein weiser fürst, und wird sich so verhalten, Daß du dich wundern wirst; Wenn er, wie ihm 12. Mach end, o HErr! mach ende Von aller unfrer noht: Stårk unser her; und hände, und laß, bis in den tod, Uns allzeit deis ner pflege und treu empfohlen feyn; So gehen unsre wege Ges wiß zum himmel ein. Mel.Wer nur den lieben GOtt ze 274. du so verborgen! Wie ist dein raht so wunderbar! Was helfen alle meine sorgen? Du hast geforget, eh ich war. Mein GOtt und vater! führe mich nur 7. Auf, auf! gib deinem schmerze Und sorgen gute nacht. Laß fah. ren, was das herze Betrübt undselig, ob gleich wunderlich. traurig macht: Bist du doch nicht regente, Der alles führen soll; GOtt sitt im regimente, und führet alles wol. 2. Man kann dich nicht von vors ne sehen, Wir blicken dir nur hin: ten nach. Was du bestimmt, das muß geschehen Bey unserm glück und ungemach. Mein GOtt und vater! führe mich nur selig, zc. 3. HErr! wer kann deinen raih ergründen? Dir bleibt allein der weiss 166 Von GOttes Werken und Wolthaten, und zwar weisheit preis: Du kannst vielp ten. Ach! glaube doch, Gott tausend wege finden, wo die ver- führt dich noch In allen deinen nunft nicht einen weiß. Mein thaten. GOtt und vater! führe mich nur felig, ob gleich wunderlich. 4. Dein' allerheiligste gedanken Cind himmel weit von menschen wahn; Drum leite mich in deinen schranken, Und führe mich auf rechter bahn! Mein GOtt und Bater 2c.. 4. Die gaben seiner gütigkeit Vertheilt er nach gefallen, Und mit gewissem unterscheid: Er schenkt nicht alles allen, Dort giebt er viel: Hier segt er ziel und maaß in seinem geben. Drum glaube doch, GOtt schenket noch Die nohtdurft deinem Leben. *. Dir will ich mich ganz überlaffen, mit allem, was ich hab' und bin. Ich werfe, was ich nicht Lann fassen, Auf deine macht und weisheit hin. Mein GOtt und bater zc. 6. Hilf, daß ich nimmer von dir tehre In glück und unglück, freud und leid. Schick alles, HErr! zuten. deiner ehre und meiner feelen se ligkeit. Mein Gott und vater! führe mich Nur felis, ob gleich wunderlich. 275.Mein Mel. Hilf mir mein GOtt, hilf2c. ein liebes herz, was zagest du, Und Frankeft deine sinnen? Du wirst, forgat du gleich immer zu, Doch nichts dadurch gewinnen. Gehts nicht so her, Wie dein begehr; Was willt du dich drum gramen? GOtt lebet noch, Den bitte doch, Er wird es auf sich nehmen. 2. Dort oben herrscht der HErr der welt, Der alles wol regieret, Der alles schüget, trägt, erhält, Und wol und weislich führet. Er schüßt und wacht Mit vorbedacht Für aller menschen sachen. Gott Berrschet noch, Das glaube doch, Und laß ihn alles machen. 5. Dem hat er groffes gut bes schehrt; Der kann sich kaum ers nehren: Dem fehlt der wiß; der is gelehrt: Der niedrig, der in ehs ren. So ists bestellt, So wird die welt Durch ordnung fest erhalten. GOtt selbst hält haus; O! schließ daraus: Du mußt ihn laffen wals 3. Wie, wenn und wo, und was er heißt, So muß es auch gesche ben, Was er von dir bey sich beschleust, Das muß also ergehen. Umsonst ist gunft, Raht, witz und Pund, Last Gott es nicht gerab. 6. Doch dein GOtt will die ar beit auch nicht unterlassen har ben; Er fordert auch den rechten brauch Der anvertrauten gaben: Drum deine gab' Ja nicht vers grab': All deine kraft anwende, und gläube doch, GOtt nehrt dich noch Durch arbeit deiner hände. 7. Wornach ein ieder strebt und ringt, und dem er nachgegangen, Sieht man, daß es ihm oft gelingt Mit GOtt es zu erlangen: Auf sauren schweiß und steten fleiß Läßt GOTT gedeyen kommen. GOtt segnet doch, Das glaub ich noch, Er hilft ja allen frommen. 8. Es kommt allein von GOttes kraft, Was mich allhier erfreuet. Gott ist, der, was mir nugen schafft, Aus blosser huld verleihet. Weg blind geschick! Weg falsches glück! Ihr Edunet hier nichts machen. GOtt gönnt mirs doch, Das glaub ich noch, Stell' ihm heim meine fachen. 9. Auf deine vorsicht, GOtt! ich schau, und lasse dich nur rahs ten, auf deine gut ich feste trau In allen meinen tbaten. Ich hoff und von der Vorsorge, Erhaltung und Regierung GOttes. 107 und bet, Und frisch fort tret: In, bösen flunde. Wenn mich verfu. meines antes schranken; Gött forget doch, Das glaub ich noch, Und trau ihm ohne wanken. chung plagt, Und meine feel ant ficht: So weiche nicht von mir: Ach GOtt! verlaß mich nicht. 4. Ach GOtt! verlaß mich nicht; Ach! laß dich doch bewes sent. Ach vater! crône doch mit reichem himmels- segen Die werke meines ants, Die werke mei, ner pflicht, zu thun, was dir ge fällt: Ach Gott! verlaß mich nicht. 10. Ich sen in armuht oder reich, Steh unten oder oben: Min gilt es, vater! alles gleich, Ich will dich dennoch loben. Ich nehm es an, So gern ich kann, Was deine porsicht schicket: Sie schickt es doch, Das glaub ich noch, Wie mir es nützt und glücket. II. Gehts gleich den frommen oftmahls schlecht, und wol den schlimmsten leuten; Gilt uurecht schon oft mehr als recht: Laß mich es chriftlich deuten. Du ordnest schon Den gnadenlohu, Mich einst damit zu zieren. GOtt liebt mich doch, Das glaub ich noch, Und werd es künftig spühren. s. Ach GOtt! verlaß mich nicht; Jch bleibe dir ergeben. Hilf mir, o groffer GOtt! Necht glauben, chriftlich leben, und selig scheiden ab, Bu schu dein angesicht. Hilf mir in noht und tod: Ach GÖtt! verlaß mich nicht. Mel. JEfu deine heilge wunden. 12. Nun, ich befehl mein gan des thun Dir, HErr! und mich 277.2ater! weichem darneben: Ich lasse augst und for gen ruhn, Dir sen es heim gegeben. Ich bleibe pill, Nur wie es will Mag künftig alles gehen: Gott hilft mir doch, Das glaub ich noch, Sein wille muß geschehen. nichts verborgen, Was ich denke, red' und thu; Des sen liebe meine sorgen Mich, zu meiner feelen ruh, Auf dich selber werfen heißt, Wenn mein blind und schwacher geist keinen raht und schluß kann faffen, Was ju thun und was zu lassen. Mel. O GOtt du frommer zc. [ ch GOtt! verlaß 276.2 mich nicht; Gib mir die gnaden hände. Ach führe mich, dein kind, Daß ich den lauf vollende Zu meiner seligkeit: Sen du mein lebens- licht, Mein stab, mein hort, mein schuß. Ach Gött! berlaß mich nicht. 2. Ach Gott! verlaß mich nicht; Regiere du mein wollen. Ach! laß mich ninimermehr In sünd und schande fallen. Gib mir den guten geist, Gib glaubens zuversicht, Sey meitze stark und kraft: Ach GOtt! verlaß mich nicht. 3. Ach Gott! verlaß mich nicht; Ich ruf aus herzens- grunde: Acb böchster! stärke mich In ieder 2.Wie ich meinen gang foll rich. ten, Steht ja nicht in meiner macht: Auch in dem ist unser dich. ten, Was man reiflich wol be dacht, Dennoch eitel immierbar, Mißlich, fiuster, voll gefahr: Und wankt in den schweren fällen Hin und her, wie meeres- wellen. 3. Drum entdeck mir deinen willen hier in dieser finsterniß: HErr! ich will ihn gern erfüllen, Mache nur mein her; gewiß, Was dein eigner rahrschluß ist, Oder menschen will erkiest. Laß mich dich recht deutlich spühren, Du allein, HErr! follt mich führen. 4. Du, mein GOtt! in dem ich lebe, Prüfft mein herz, und weißt, daß ich nicht nach eitlen duggen fire. 24 $ 69 Don GOttes Werken und Wolthaten, und zwar frebe; HErr! mein auge sieht auf, nie nach strengem recht Mit mir dich. Beige mir, mein vater! nur pflegst umzugehen. Deines willens rechte spur: Laß 2. Du bist der meister meiner mich eignen wir nicht affen, Son- zeit: Du hattest ia von ewigkeit dern deinen finn nur treffen. Mein wesen schon beschlossen s Denn, was ich bin, das ist von dir und deiner huld entsproffen. 5. Forsch und lautre die gedanten, Die du auf so dunkler bahn Siehst voll ungewißheit wanken: Beige mir nur deutlich an Deines willens weisen raht, Der noch nichts verdorben hat. Wohin die fer mich will lenken, Irrt mich weiter kein bedenken. 3. Von dir empfieng ich den verstand, Als deiner liebe unters pfand, Das mich zum menschen machet. Dein ist der schuß, der mich erhält, und für mein wols fenn wachet. 6. Kann ich bey den schwachen merken und bey allem, was mich tränkt, Deinen hohen wink nur werken, und wohin dein raht sich lenkt; Folg ich willig und mit lust, Weil mir mehr als wol bewußt, Was man dich nur läßt regieren, Weißt du herrlich auszuführen. 7. Darum schließ nur, HErr! mich schwachen Ganz in dein regieren ein, und nimm selber meine fachen, Die für mich zu wichtig seyn Auszumachen, völlig pin; Denn mein zweifelhafter finn kann sich niemahls recht ents schlieffen: Dir, HErr! leg ich sie u füffen. 8.Jch will stille feyn und schweigen, Bis mir, höchfter! deine hand Wird die rechten wege zeigen; Auf dich seh ich unverwandt, und ers wart es unverzagt. Hast du mir doch zugesagt, Daß du mich zu allen zeiten Willt mit deinen augen leiten. lage wegen anerkannter Wolthat der göttlichen Vorsehung. 9. Wie fträflich ist der undant hier! Wie schwer verfündigt sich an dir, Der dieses nicht erkennet, Groß, herrlich, gnädig nennet. Der nicht in deinuht deinen rahs 278.Idaß deine huld Mir kind Den treuen vater lieb ges 10. Wie billig ist es, daß ein manchen fehler, manche schuld Bishero wachgefeben; thd daß du winnt, Der es beschüßt und pres get; und der mit feiner schwachs heit 4. Noch giebst du des verstandes licht, Das mir ein schnelles urs théil spricht, Ein beiffendes gewiss sen: Dis nagt mich gleich, so oft ein fall Von dir mit abgeriffen. 5. Und, daß ich ja recht glücklich war, So nahmst du mich von els tern her, Die selber christen was ren, Durch deren auferziehung ich, HErr! deine weg' erfahren. 6. Wer bat dich doch um diese huld? Ich war, so bald ich war, voll schuld, Verdiente straf und plage: Doch warst du gütig und getreu Von anfang meiner tage. 7. Gefeßt, ich wäre blind und taub, Ich war ein eingetheilter raub Von krankheit und gebres chen; So könnt ich diesem deinen schluß Dennoch nicht widerspres chen. 8. Jest fehlt mir nichts, was gutes heißt; und dennoch ist mein trager geift So langsam, dich zu leben: Wie selten hat mein freis nern herz Noch deine huld erhos ben. Bel. Da JEfus an des creuzes 2c. ch von der Vorsorge, Erhaltung und Regierung GOttes. beit felbst So viel erbarmung, dir nicht für: Was du mir geben träget. willt, gib mir. II. O vater! Ienke meinen sinn, Das lob, das ich dir schuldig bin, Mit freuben abzutragen. Ich weiß, du wirst mir deine kraft Hieu ja nicht versagen. 12. HErr! dort in der vollkommenheit Will ich, für solche gütig keit, Dir rechten dank entrichten. Da kann das fleisch den vorsat nicht, Wie jest allhier, vernichten. 13. Nimm mich nur selbst zum opfer an, Weil ich nichts bessers geben kann, Als was du mir gegeben. Ach lehre mich, ach hilf mir felbst, Dich sattsam zu erheben. Um göttlichen Beystand und Segen zu unsern Berufss Werken. 169, ww 7. Mit beten geh ich an mein werk, Gib du dem leibe kraft und stärk. Ich streck die hand mit freus den aus, Komm du mit segen in mein haus. 8. Verfüffe mir den sauren schweiß: und hilf, daß ich mit als lem fleiß Das thu, was meines amtes ist; Ich weiß, daß du mein helfer bist. 9. Ich trau auf dich von hers zens- grund, Du werdest mir zu deiner stund Auf meine arbeit und bemühn Den nahrungs fegen nicht entziehn. 10. Du machst die dürren berge naß, Du kleides lilien, laub und gras, Du speiseft alle vögelein: Sollt ich denn ohne segen seyn 11. Ach! daß wir unser lebelang Nur recht deinem dank Mit deinen gaben umzugehn; So würd es wol im hause stehn. Mel. Vor deinen thron tret ich zc. dessen hand 279.ie weit ernehrt, Und jedermann sein theil be: fchehrt: Regiere mich doch tag für tag, Daß ich mich täglich nehren mag. 12. Nun treuer GOtt! erhöre mich, Mein auge sieher nur auf dich, Hilf, daß ich sorge, wie ich solls Ja, sorge du, so geht mirs wol. 2. Du sorgt für mich, doch so, daß ich Auch sorgen soll, zu thun, was mich Dein offenbarter wille heißt; Darsu verleih mir deinett geift. Mel.Wo GOtt der HErr nicht ze namen 280. I fang ich an, Was 3. Hilf, daß ich in der bösen welt So lebe, wie es dir gefällt, Laß meine erste forge seyn, Wie ich geh' in den himmel ein. mir zu thun gebübret. Mit Gott wird alles wol gethan und glücks lich ausgeführet. Was man in GOttes namen thut, Mit glaus bens- vollem sinn und muht, Das muß uns wol gedeyen. 4. Ist meiner armen seele wol; So lehre mich auch, wie ich soll Dem leibe thun wie ihm gebührt, 2. GOtt ist, der das vermögen Damit er keinen mangel spührt. schafft, Was gutes zu vollbringen: s. Und weil du frömmigkeit so liebst, Daß du den frommen güter giebst: So gib, daß ich in beilger schen Recht fromm und recht gesegnet sen. 6. Dich ruf ich an, verlaß mich nicht; Du weißt ia wol, was mir debricht: Doch schreib ich, vatar! Er giebt uns segen, muht und kraft, und läßt das werk gelins gen. Ist er mit uns und sein ges deyn, So muß der zug gesegnet sepn Zum reichen überflusse. 3. Wer erst nach GOttes reichs tracht't, und bleibt auf seinen toe gen: Der wird von Gott auch 25 wol 470 Bon GOttes Werken und Wolthaten, und zwar wol bedacht Mit dieser erden seich in allem, was ich thu, Ererbe gen. Dem frommen giebt er früh deinen fegen. und spat, Daß er von seiner arbeit bat, Auch armen mitzutheilen. 4. GOtt ist der frommen schild und lohu, Er crdnet sie mit gnaden: Der bösen welt ihr neid und bohn Kann ihnen gar nicht schaden. GOtt decket sie mit seiner hand, Er fegnet ihnen stadt und land, Und füllet sie mit freuden. 6. Regiere mich durch deinen geist, Den müssiggang zu meiden z Daß das, was du mich schaffen heißt, Gescheh' mit lauter freus den: Hilf, daß ich dir mit aller treu Auf dein gebot gehorsam sey, und meinen nächsten liebe. 7. Nun JEsu! komm und bleib ben mir. Die werke meiner hände <. Drum komm, HErr JEsu! Befehl ich, liebster heiland! dir, Särke mich, Hilf mir in meinen Hilf, daß ich sie vollende Zu deis werken. Laß du mit deiner gnade nes namens herrlichkeit; Und gib, dich Ben meiner arbeit merken. daß ich zur abend- jeit Erwünsche Gib dein gedeyen selbst darzu, Daßl ten lohn empfange. IV. Von der Erldsung des menschlichen Geschlechts. urch Adams fall gehenkt, Getöbt, gen himm'l ger ist ganz verderbt fahren. Dadurch wir seyn Bon tod und pein Erlöst, so wir vertrauen In diesem hort Desvaters wort: Wem wollt für sterben grauen? 281.Durch Menschlich natur und wesen: Daffelb' gift ist auf uns geerbt, Daß wir nicht konnt'n genesen Ohn GOttes trost, Der uns erlöft Von dem so groffen schaden, Dar: ein die schlang' Evam bezwang, GOtt's jorn auf sich zu laden. 2. Weil denn die schlang Evam gebracht, Daß sie ist abgefallen Don GOttes wort, das sie veracht, Dattrch sie in uns allen Gebracht den tod; So war es noht, Daß uns GOtt auch sollt geben Gein'n lieben sohn, Den guaden thron, In dem wir mögten leben. 3. Wie uns nun hat ein fremde schuld In Adam all verhöhnet: Also hat uns ein' fremde huld In Chrißo all verföhnet. Und wie wir all Durch Adams fall Sind enigs tods gestorben; Also hat ott Durch Chrifti tod Erneu* et, was verdorben. * 7. Wer hofft in GOtt, und dem vertraut, Wird nimmermehr zu schanden. Denn wer auf diesen felfen baut, Ob ihm gleich stößt zu 4 Go er uns denn sein'n sohn handen Viel unfall hie; Hab ich geschenkt, Da wir sein' feind noch doch nie Den menschen sehen fal waren, Derfür uns ist and creus llen. Der sich verläßt Auf GOttes trof: s. Er ist der weg, das licht, die pfort, Die wahrheit und das le ben, Des vaters raht und ewigs wort, Das er uns hat gegeben Zu einem schuß, Daß wir mit truß An ihm fest sollen glauben. Darum uns bald Kein macht noch g'walt Aus seiner hand wird rauben. 6. Der mensch ist gottlos und verflucht, Sein heil ist auch noch ferren, Der solchen troft bey mens schen sucht, und nicht bey GOtt dem HErren. Denn wer ihm will Ein ander ziel Ohn diesen trößter stecken, Den mag gar bald Des teufels g'walt Mit seiner lifters schrecken. son der Erlösung des menschlichen Geschlechts. 171 troft: Er hilft sein'n glaubgeng daß er heilte meinen schmeri, Ließ allen. ers sein bestes kosten. * 8. Jch bitt, o HErr! aus her tens- grund, Du wolls nicht von mir nehmen Dein heilig wort aus meinem mund; So wird mich nicht beschämen Mein sünd und schuld: Denn in dein' huld Ses ich all mein vertrauen; Wer sich nun fest Darauf verläßt, Der wird den tod nicht schauen. 9. Mein'n füffen ist dein heilig wort Ein brennende lucerne, Ein licht, das uns den weg weift fort: So dieser morgen- sterne In uns aufgeht, So bald versteht Der mensch die hohe gaben, Die Got tes geift Den'n g'wiß verheißt, Die hoffnung darauf haben. 282. un freut euch liebe chrift'n gemein! Und laßt uns frölich springen Daß wir getroft und all' in ein Mit luft und liebe singen, Was GOtt an uns gewendet hat, Und feine groffe wunderthat; Gar theur hat ers erworben. 5. Er sprach zu seinem lieben sohn: Die zeit ist zu erbarmens Fahr hin mein's herzens reehrte cron, und sen das heil der armen, und hilf ihr'n aus der fünden. noht, Erwürg für sie den bittern tod, Und laß sie mit dir leben. 6. Der sohn dem vat'r gehorsam ward, Er kam zu mir auf erden Von einer jungfrau rein und zart Er wollt mein bruder werden, Gar heimlich führt er seir ger walt, Er gieng in einer arm'n ges ftalt, Des teufels reich zu stöhren. 7. Er sprach zu mir: halt dick an mich, Es soll dir jest gelingen. Ich geb mich selber ganz für dich, Da will ich für dich ringen. Denn ich bin dein, und du biſt mein, und wo ich bleib, da sollt du seyn; Uns soll der tod nicht scheiden. mein blut, Darzu mein leben raus 8. Vergiessen wird man mir ben, Das leid ich alles dir zu gut, Das halt mit festem glauben. Den tod verschlingt das leben mein, Mein unschuld trägt die fünde dein, Da bist du selig worden. 2. Dem teufel ich gefangen lag, Im tod war ich verlohren: Mein fund mich quälte nacht und tag, Darin ich war gebohren. Ich fiel auch immer tiefer drein, Es war nichts guts am leben mein, Die fund hatt' mich beseffen. mein Fahr ich aus diesem leben: 9. Gen himmel zu dem vates Den geift will ich dir geben, Der Da will ich seyn der meister dein, dich in trübsal trößten soll, und lehren, mich erkennen wol, Und in die wahrheit leiten. 10. Was ich gethan hab und ges lehrt, Das sollt du thun und lehe ren; Damit das reich Gott's werd 3. Mein gute werke golten nicht, Es war mit ihn'n verdor ben: Der frey- will haßte GOtts gericht, Er war zum gut'n erstor ben. Die angst mich zu verzwei feln trieb, Daß nichts denn ster: ben ben mir blieb; Zur hölle mußt ich sinken. gemehrt zu seinem lob und ehren. und hüt dich für der mensch'n ges 4. Da jammert GOtt in ewig- faß, Davon verdirbt der edle leit Mein elend über die maassen: schatz, Das laß ich dir zulezte. Er dacht an sein barmherzigkeit, Und wollt mir helfen lassen: Er Mel. Ein feste burg if unser zc wandt zu mir fein vater- beri: Und 283. Mein fester fets und Dars auf 172 Won GOttes Werken und Wolthaten, und zwar auf ich mich verlaffe, Ist dieses theuerwehrte mort, Das ich im glauben fasse: Jesus GOttes sohn Ift mein schild und lohn, Er hat mich erkauft, Ich bin auf ihn getauft, und er bleibt mein erlöfer. also mir In JEsu sieg gegeben. Als ein erlöster will ich dir, Mein HErr! zu ehren leben. Finftre tos des nacht! Teufel! deine macht, Hölle! dein gericht Erschreckent mich nun nicht. Ich bin von euch erlöset. 2. Ich war zuvor des todes 8. Ich weiß, daß mein erlöfer Inecht, Da mich der jorn gebun- lebt, Er lebet mir zum leben. Ihm den. Der teufel hatt' au mir ein will ich, wenn er mich erhebt, Lob, recht, Ich war voll fünden- wun- preis und ehre geben. Denn aus den. Des gesetzes buch, Des gerich- aller noht Wird er durch den tod, tes fluch und der höllen tod Ver- und aus dieser zeit, Zu seiner Dammten mich zur noht. Wo war, ewigkeit Mich ganz gewiß erlds der mich erlöste? sen. 3. Kein bruder, welcher selbst knecht, mir die gebent, tud bas gefets, durchs fleisch geschwächt,* Hilft mir auch nicht zum leben. GOtt mein HErr allein Kann mein Helfer fevn, Der die schuld vergiebt. Er hat die welf geliebt, Die sclaven zu erlösen. * Rom. 8/3, PO Err! ich bekenn hersens grunds 284Auch mit dem mand, Nichts soll mich davon wenden, Daß nies mand sonst mein heiland ist, Als JEsus Chrift, Der wahre GOtt öhn ende; Der mir zu gut Mein fleisch und blut Genommen an: 4. Das ist gewiß und thener- Drum er nicht kann mich armen wehrt: Mein Jesus ist gekom men, Die groffe laft, die mich beschwert, Hat er auf sich genom men. Der gerechte knecht Machet uns gerecht: Für die schuld der welt Gab er das löse- geld, Durch blut uns zu erlösen. fünder haffen. 2. Gebohrn ist er ein kleines kind, Für meine sünd In windeln eingehullet. Die jugend mit mühs seligkeit, Armuht und leid Ist worden ganz erfüllet. Er hat ges wacht, Sich matt gemacht, Er ward gestäupt, Sein heilig häupt Mit dornen scharf gecrönet. s. Denn weil er unser bürge war, So trug er unsre ketten. Er #ellte sich zur Enechtschaft dar, 3. Er ward ans creuzes holz Die Enechte zu erretten. 1nfer gehenkt, mit gall getränkt, und Goel* starb, GOtt der HErr er lag in todes- banden. Doch wies warb uns durch eignes blut: Das derum am dritten tag Nach seiner Särket meinen muht. Ein Gottplag, Ift er vom tvd erstaudens mensch hat erlsfet.* Erldfer. Mit herrlichkeit Zur himmelss freud Gegangen ein Frey aller pein, Gefeßt zu deiner rechten. 6. Daher ist für die ganze welt Die zahlung auch vollkommen. Der in dem siege starke held Ift ans der angst genommen: Und feint theures blut Wird mein theures gut, Dieses macht mich los; Der schatz ist aber groß, Das tu es mich erlöset. 4. Nun GOtt key dant! der 4. So schaue deinen sohn doch an, Was er gethan: Laß mich in ihm gnad finden. Du hast mich armen nicht veracht, Ganz frey gemacht Von meinen schweren sünden, Durchs sohues tod, Den uecht aus nobt Daß du erligti 20er von der Erlösung des menschlichen Geschlechts. 173 ebenbild des vaters, bist Sein glanz und ewge klarheit, Doch nicht geschaffen, nicht gemacht; Aus GOttes wefen vorgebracht, Von ewigkeit gezeuget. Wer sich des tröst't, Den kannst du nicht verdammen. 5. Der treue hirt ist kommt vor dich, und traget mich, Das [ chaaf, auf seinem rücken: Das schaaf, das ganz verirret war, Gieng mit gefahr, Es war in sa taus stricken: Das hat er bracht Aus eigner macht, Wie du be gehrt, Zu deiner heerd, Zur heerde Der gerechten. 2. Ich ehre, lieb' und lobe dich Aus dankbarem gemühte, Ich preise dich recht inuiglich Für alle deine gute, Ich rühme dich, ich danke dir Für alle gitade, die du mit Bis diesen tag erwiesen. 6. Mich, den die welt ganz li 3. Voraus ist diese gnade groß, figlich von dir zu sich mit ihrer Daß du zu uns gekommen zur luft gezogen, Bringt iezt dein sohn füll' der zeit vom vaters schooß, in deinen schooß Bon sünden los, und haft an dich genommen Die Aus lieb' hierzu bewogen. Ich wahre menschliche natur Von eis war sehr weit Durch eitelkeit Inner armen creatur, Von der junge vollem trab, Gewichen ab: Jest frau Maria. bin ich dir nachkommen. 4. Du hast mich armen erdens 7. Was satanas aus bösem sinn klos, Der ewig war verdorbent, Geraubet hin, Und von dir wegges Von rettung, troft und hülfe bloß, trieben; Das bringt dein sohn zu Gewonnen und erworben. Von deiner heerd Aufs neu bekehrt Zusünden- fluch, von straf und tod, denen, die dich lieben. Er stellet Ja von der schweren höllen- noht dir Jest wieder für Dein kind, das und teufels strick erlöset. sich Muhtwilliglich Von dir vers laufen hatte. 8. Also hab ich nun gnad, o GOtt! Durch Christi tod, Den er für mich erduldet. Und ob ich wol ben mir befind, Daß meine fund Die höllen- pein verschuldet; So hab ich doch Die Hoffnung noch: Durch deinen sohnDen gnaden- thron, Ich werd nicht seyn verlohren. 5. Und solches nicht mit geld und gut, und was sonst hoch zu schäßen; Vielmehr mit deinem theuren blut, Dem gar nichts gleich zu sehen. Du hast in dieser gnadenzeit: Ohn mein verdiens und würdigkeit, Mir ein' erlösung funden. 6. Wie herrlich, groß und herzs lich ist Doch solche guad' und lies be! Die dich, o mein HErr JEsu 9. Die thür zum schönen para- Christ! Zu solchem schlusse triebe, Dies hat er gewiß Durch sein blut Daß du, gerechterGOttes- knecht! aufgeschlossen, Das aus den wun- So gern für die, die ungerecht den mildiglich Am creuze sich Mit Und fünder sind, gestorben. Krömen hat ergoffen. Ich glaube fest, Daß du nicht läßt, Ofrom mer GOtt! In angst und noht, Der dis mit glauben fasſet. 3 7. Kann eine liebe grösser seyn, Als die so zärtlich liebet, Daß sie sich gar in todes pein Für ihre freunde giebet? Doch Chrifti liebe thut vielmehr, Sie liebt uns auch als feinde sehr, und läßt für uns Mel. Nun freut euch liebe chrift. 285.Dottes fohn HErr das leben. 8.Sie wollte für uns allzumahl, leben, licht und wahrbeit! Dul Die wir verlobren waren, Die Du größte Von der Erlösung des menschlichen Geschlechts grafite pein, die größte quahl Und, verzagen will; Kommt dein füffer feelen angst erfahren: Sie gieng trost von oben, Daß ich dich muß für uns in grab und tod, und hat höchstens loben. badurch mit unserm GOtt Uns völlig ausgeföhnet. 2. Siehe, HErr! ich bin belas den Mit der schweren fündens 9. Denn, weil du auferstanden last. Der schmerzhafte seelens bist Und nicht im grabe blieben, schaden Läßt mir weder ruh noch Hast du dadurch, o JEfu Chrift! raft: Durch das blut aus deinen Auch unfern tod vertrieben; Hinwunden Wird derselbe nur vers gegen die gerechtigkeit, Unschuld bunden. und wahre himmelsfreud Her vorbracht aus dem grabe. 474 ACACIO 10. O treuer beiland, JEsu Christ! Der du auch mir geboh ren Ja auch für mich gestorben bis: Laß doch nicht seyn verloh: ren An mir das groff erlösungs: werk; Bielmehr gib gnade, kraft und stärk, Inbrünßig dir zu dan fen. 3. Deine friemen, deine beus len, Die man dir geschlagen hat, Können arme sünder heilen, Und verschaffen mir auch raht. Deine scharfe dornen crone Machet mich zu GOttes fohne. 4. Wüte, teufel! wüte hölle! Stürme fünde, welt und tod! Wenn ich mir vor augen stelle Meines heilands groffe noht, Als er mußt am creuz erblaffen; Müßt ihr mich in ruhe laffent. s. Dein leib, den man dir zers riffen, JEsu! und das theure blut, Das du reichlich liesfest fliessert, Als du sturbest mir zu gut, Bringt, als eine seelen weide, Deinem berzen lauter freude. 12. Du stundest von den todten 6. Wie ein hirt eh läßt sein les auf, Brachst durch des grabes thůben, Eh er seine heerde läßt; So gen; Drum laß mich einen neuen hast du dich hingegeben, Als mich lauf Boll geist und tugend führen. fatan bielte fest. Daß er mich Laß mich von fünden auferstehn, nicht mögt ermorden, Bist du In deinen beilgen wegen gehu, selbst ein opfer worden. Und dir zu ehren leben. 13. Laß hier in deinem reiche mich Dir treu- beständig dienen, In guten werken fruchtbarlich Stets wachsen, blühn und grü nen; Bis du, nach meinem pil grims- lauf, Mich nimmst in deinen himmel auf, Wo du zur rechten sigest. 7. Nun ich will, mein heil! dich ehren, Bis mich schliesset farg und gruft. Ich will deine stimme hös ren, Die mich aus dem grabe ruft: Deiner lieb' ist nichts zu gleichen, Alle welt- gunft muß ihr weichen. 11. Gib guade, daß ich dich hin fort Als meinen heiland liebe, Dir lebe, und in deinem wort Mich treu und fleissig übe. Und wie du, HErr! gestorben bist, So hilf mir auch, zu ieder frist Den fünden abzugerben. 8. Führe mich auf grünen auen, Als ein frommes schäfelein: Laß mich deine gnade schauen, Und ftets bey dem haufen seyn, Der die Mel. 3. Mein GOtt ich bin iest. eitelkeit verachtet, Und nach deis 286. Lichter JEfu! deine ner freundschaft trachtet. güte Hat doch weder 9. Giebt mir denn nach vielem maaß noch ziel. Wenn für angsleiden Einst der tod den lezten oft mein gemübte Saus und gar sos: ach so laß mich frålich scheis den and wat von den Namen unsers Erlösers. den Aus der welt in deinen schooß, Da werd ich recht fanfte liegen, Und mich ewiglich vergnügen. Mel. Es ist das heil uns kommen 287. Haft alt im gedächtniß JEfum Chrift, Den heiland, der auf erden Vom thron des himmels kommen ist, Dein bruder da zu werden. Vergiß nicht, daß er dir zu gut Hat ange nommen fleisch und blut. Dank ihm für diese liebe. 175 6. Gib, JEsu! gib, daß ich dich Fann Mit wahrem glauben faffen, Und nie, was du an mir gethan, Mag aus dem herzen lassen. Daß ich mich dessen in der noht Getrs ften mag, und durch den tod Zu dir Ind leben dringen. Von den Namen unfers Erldfers. Mel. Es ist das heil uns kommen. 288.Wir menschen sind in Adam schon Ges fallen und verdorben, Dadurch wir den gerechten lohn Des todes uns erworben: Das macht, daß man uns fünder nennt, Die sich aus eigner schuld getrennt Bon GOtt, dem wahren leben. 2. Dis ist der name, der uns macht Vor GOtt zu spott und 2. Halt im gedächtniß JEsum schande, Der uns um unsern Chrift, Der für dich hat gelitten, schmuck gebracht, Gelegt in firic Ja gar am creuz gestorben ist, und bande, Mit fluch und finsters Und dadurch hat befritten Welt, niß bedeckt, und uns mit tod und funde, teufel, höll und tod, Undhölle schreckt: O jammer- voller dich erlößt aus aller noht. Dankiname! ihm für diese liebe. 3. Halt im gedächtniß JEsum Christ, Der auch am dritten tage Siegreich vom tod erstanden ist, Befrent von noht und plage; Den frieden zwischen GOtt gemacht, Unschuld und leben wiederbracht. Dank ihm für diese liebe. 3. Niemand war in der ganzen welt, Der uns durch seinen nas men Befreyen könnt, als nur der held, Der, als des weibes saamen, Sich bey uns in der füll der zeit Aus der verborgnen ewigkeit Im fleische eingestellet. 4. Sein name heisset Jesus 4. Halt im gedächtniß JEfum Chrift, Von GOtt selbst so genens Chrift, Der nach den leidensnet, Der mir und dir, und wer es teiten Gen himmel aufgefahren ist, Dis grosse heil gegönnet. Ach! ist, Die stätte zu bereiten, Da du nimm es ungefäumet au; Es freue follt bleiben allezeit, und sehen sich, wer immer kann, Des fries feine herrlichkeit. Dank ihm für den vollen namens. diefe liebe. 5. Halt im gedächtniß JEfum Chrift, Der einst wird wieder komt men: Und sich, was todt und le bend ist, Su richten vorgenom men: O denke, daß du da bestehk, Und mit ihm in sein reich eingehst, Ihm ewiglich zu danken. 5. Dis ist der name, der und bringt Vor GOtt aufs neu zu ehe ren: Der, wie das chor der engel fingt, uns freude kann beschehren: Der uns in fried und freyheit setzt, Mit gnad und gaben uns ergest, Und in den himmel hebet. 6. Denn JEfus ists, der unfre schuld Sammt aller ftrafund plas gen, Dunerhörte lieb' und huld! Hat willig wollen tragen. Er war gerecht, und ließ doch sich Zur fünde machen, daß du dich In ihm gerecht könntst nennen. 7 Co beißt er denn nicht JEfus 11:12# 170 Von der Erlösung des menschlichen Geschlechts tur; Er ist auch was er heisfet: vor aller zeit, Des wesens eben Judem er unsere natur Aus allem bild, Der glanz der herrlichkeit. fammer reisset. Die that stimmt mit dem namen ein: Er heißt und will auch heiland seyu, Er heißt, und ist auch JEsus. 3. Du heisfest auch und bist, Als mensch, des weibes saamen, Ein mensch, ein menschen sohn: Dis sind die bruder namen, Die du als Davids zweig Ganz willig an dich nahur, Als du dem fleische nach Aus deinen vätern kannst. 8. Er ist der rechte Josua, Der uns zur rube bringet. Er, als der priester, ist nun da, Dem es so wol gelinget, Daß er des HErren tem pel baut, Au welchem man ihn felber schaut Als grund, und ecks ein liegen. 4. Die namen, welche die Dein mittler- amt gegeben, Als: raht, fraft, friedes fürst, Held, wahrheit, weg und leben, Bezeus gen, daß, in dem Du, Goel!* mich befrey, Du wirklich zwischen GOtt Und menschen mittler seyft. 9. Drum ist in keinem andern beil, Ist auch kein nam' gegeben, Darin wir könnten nehmen theil An feligkeit und leben; Nur JE fus ist derselbe mann, Der uns das leben schenken kann. Gelobet sey sein name! * Erldser. Hiob 19, 25. r. Du, höchster könig! führt Den namen nicht vergebens, Du bift der friede- fürft. Du bist der fürst des Lebens. Du priester! GOttes- lamm, Das sich geopfert hat! Du bist mein gnaden- stuhl Und treuer advocat. 10. O name! werde doch in mir Durch Gottes geist verklaret; Weil, was verborgen liegt in Dir, Kein menschlich her; erfähret. Denn die vernunft begreift es 6. Du heisfest ein prophet, Der za nicht, Ohn GOttes glanz und uns kommen sollte: Ein hirt, der gnaden licht Bleibt es unaufgemeisterlich Mit lehren weiden Ichlossen. wollte. Erniedrigt wurdest du ,. Und als ein knecht erkannt; Erhds het wurdest du Der herren HErr genannt. 11. Laß mich empfinden deine kraft Und innre füffigkeiten, und was dein name gutes schafft, Laß sich in mir ausbreiten. So wird 7. Mein hort, mein A und O! der fünden noht gewehrt, Somein fels, mein ia und amen! wird die last in luft verkehrt, So Ach nenne du mich auch Nach bin ich felig, amen. deinem neuen namen. GOtt! wie dein name ist, So ist fürwahr dein ruhm: So nenn auch sich, und sep Mel. Nun danket alle GOtt zc. 289.Jich, mein Jefu! Nach dir mein christenthum. Bey deinem 8. Dein name bleibt mein fels, Du nennest deine lieben. So steht mein name schon In deiner hand geschrieben; Die schreibet in mein her: Auch deinen namen ein, Drauf soll mein leites wort Dein name: JEsus! seyn. namen nennen, und daraus raht und that, Und deinen ruhm erkennen. Mein JEfus heißfest du, Der selig uns gemacht, mein Christus, der gefalbt, Die salbung uns gebracht. 2. Du bist Immanuel, Als GOtt- mensch zu verehren: Dein name: HErr und GOtt, Kann Mel. OGOtt du frommer ze.. mich die gottheit lehren. Du 290.Uh Jeſu! deffen tren binwel fraft auf und zwar von den Namen unsers Erldsers. 177 auferden Durch keines menschen Die wahrheit und das leben: Er mund Kann gnug gepriesen wer- wolle mir zulezt Aus gnaden dieses den: Ich danke dir, daß du Ein geben, Daß ich alsdenn in ihm wahrer mensch gebohrn, Den fluch Dis leben schliesse wol, Wenn von mir gewandt, Daß ich nicht meine sterbenszeit Und stunde bin verlohrn. kommen soll. 2. Vornemlich wird in mir All berzens angst geftillet, Wenn mich dein füsser namr Mit seiner trof erfüllet. Kein troft so lieblich ist, Als den mir giebt dein nam'. Der füffe JEfus: nam, Du fürst aus Davids stamm! 3. O JEsu, höchfter schatz! Nur Du kannst freude bringen: Es kann nichts lieblicher, Als JEsu name, klingen. Ich kann nicht traurig seyn, Weil JEfus heißt so viel Als heiland oder held, Der selig mas chen will. 4. Will satan sich bey mir Mit anfechtungen regen: So ist mir JEsus nam'Zum trost, schuß, fried und segen, Zur weisheit und arz ney In aller angst und noht, Daß ich nicht fürchten darf Den teufel und den ted. 5. Daß ich ein zorn: kind bin, Das macht die schudde sünde: Dein JEfus- nam' macht mich 3u von mir hinweg Die schuld und missethat, Bringt mir die felig keit, und deines vaters gnad. 6. Ey nun so heile mich, Mich, der ich ganz beflecket, Der heilge JEfus nam, Der alle fünden dek Fet. Er kehre ab den fluch, Den fegen zu mir wend: Sey meine Kårk, dadurch Sich alle schwachbeit endt. 7. Er sen mein licht, das mich In finsterniß erleuchte: Er sey des Himmels thau, Der mich in big anfeuchte: Er fen mein schirm und schild, Mein schatten, schloß und hut, Mein reichthum, ehr und zuhm, Er sey mein höchstes gut. 3. Er sey mein binmels weg, 9. Immittelft helf er mir So lang ich hie noch wandle, Daß ich in meinem thun Treu und aufs richtig handle. Er steh mir allzeit bey Mit seines geiftes gab', Wenn ich in meinem amit Was zu vers richten hab. * 10. JEfu! in deinem nam Bin ich heut aufgestanden, In ihm vollbring ich heut, Was mir kömmt unterhanden. In deinem namen ist Der anfang schon ges macht, Das mittel und der schluß Werd auch durch ihn vollbracht! II. Dir leb ich, und in dir, In dir will ich auch sterben: HErr! sterben will ich dir, In dir will ich ererben Das ewge himmelreich, Das du erworben mir: Von die verklärt will ich Dir dienen für und für. Mel. 8. JEfus meine zuversicht ze. 291.Meinen Efum laß ich nicht, Denn er will mich nicht verlassen. Was sein name mir verspricht, Das will ich im glauben faffen. JEsu name ist sein ruhm, und zugleich mein eigenthum. 2. JEsus, GOttes wahrer sohn, Ward ein mensch, wie andre fins der. JEsus ist mein gnaden- thron, Denn er rufet alle fünder. JEfus heißt und ist mein heil, Meines herzens troft und theil. 3. JEsus, des verstandes licht, Morgen- fiern und helle sonne: Meines willens zuversicht, Meine freude, meine wonne. Denn deß tröstet sich mein geiß, Daß mein JEsus JEfus heißt. 4. Was von diesem A und O S 178 Von der Erlösung des menschlichen Geschlechts Gott verspricht in JEsu namen, Mel. O GOtt du frommerze. Das erfüllt er auch also: JEsus i das ja und amen. JEſus Naza 292.Wie ist, HErr JEfu! doch Dein nam renus ist Der von GOtt verheißne in meinem herzen So groß und Christ. wundersam! Trifft mich gleich angst und schmerzen; So such ich trost bey dir, und find' in deiner kraft, Daß du mein treuer freund, Der alle hülfe schafft. 1. Denn es ist kein andres heil Und kein name sonst gegeben, Darin fünder nehmen theil An der seligkeit zum leben. GOtt uns diesen heiland giebt: So hat er die welt geliebt. 6. JEfus fängt den glauben 2. Du bist mein HErr und GOtt, Versöhner und erretter, Der meine fünde tilgt; Des fas an, Jesus kann ihn auch voltans untertreter. Dein blut ists lenden. JEfus ist ein wunder löse- geld, Das mich versöhnet mann, Jesus kann mein elend hat. GOtt nimmt mich an in die, wenden. JEfus ist mein gna- Du stehst an meiner statt. den- bund. JEsus ist der hoffnung grund. 7. JEsus ist des vaters wort. JEfus ist mein weg und leben. JEfus ist mein fels und hort. JE fus ist der stock der reben. JEsus ist mein löfe- geld. JEfus ist der farke held. 8. JEsus ist das GOttes lamm. JEsus ist mein arzt und stärke. JEfus ist mein brautigam. JE fus heiligt meine werke. JEfus ist mein weiser raht. JEsus ist mein advocat. 9. JEfus ruft: kommt her zu mir! JEsus lehrt den weg des lebens. JEfus spricht: ich bin bey dir. JEsus tröstet nicht verge bens. JEfus hilft in aller noht. JEfus ist des todes tod. 10. JEsu blut geld ist mein theil, JEsu leiden meine freude. JEfu wunden sind mein heil. JEfu wort ist meine weide. So behält er nichts für sich, Alles, al les ist für mich. II. Nun, mein alles ist auch fein; JEfum hält mein fester glaube. JEsu folg' ich nur al lein, Trog dem, der mir JEfum raube. JEsus endet meinen lauf, Meinen geiß nimmt JE Tus auf. 3. Mein seelen- bräutigam Bift du nunmehr geworden, Giebst mir den glaubens- schmuck Als deiner iünger orden. Du bist mein fels, mein hort, Mein Gott, der hülfe schafft, Mein schuß, mein schirm und schild, und meines lebens Fraft. 4. Du bist die rof im thal, Ea quickest meine feele, Mein GOtt, mein treuer freund! Mit dem ich mich vermähle: Mein labsal, dess sen kraft Geist, herz und feele stärkt, Daß sie voll himmels- luft Auf deine worte merkt. s. Du bist mein rechter schak, Mein reichthum, meine freude. Du bist mein treuer hirt, Und auch zugleich die weide: Du bist der lebens- baum, An dir hang' ich fo fest Als eine reb' am stock; Weil du mich nicht verläßt. 6. Du bist mein festes schloß, Dahin ich allzeit fliehe: Mein fels, auf den ich bau. Ach mein HErr JEsu! ziehe Durch liebe mich zu dir. Du bist im creuz und leid Doch einig nur mein troft, und giebst mir freudigkeit. 7. Du mußt, wenn sich das herz Vor seinem GOtt ausschüttet, Mein hoherpriester seyn, Der im. mer für mich bittet. Weinkinia und und war von der Person unsers Erlöfers. and prophet, Der lehrt und hülfe schafft: Welt, satan, höll und tod Erschrickt für deiner kraft. 8. Ich kann gerechtigkeit Und heil in JEsu haben; Und dort in fener welt Hat er mir größre gaben Bestimt und beygelegt: Selbst feine herrlichkeit und freuden- crone steht Für mich, sein glied, bereit. 9. So oft ich JEsum nur In meinem munde habe, Erfreu ich mich in ihm: Denn selbst im finftern grabe Wird er mein helles licht, Auch dort mein alles seyn, Wenn ich durch seine Fraft Geh in den himmel ein. Mel. JEsu deine heilge 2c. meis 293.I ner freude! Jeſu, meines glaubens licht! JEsu, meiner seelen weide! JEsu, meine suversicht! O wie kommt dein name mir So gewünscht und lieb: lich für! Dein gedächtniß, JEsu! machet, Daß mein traurig berze lachet. 2. Ach! ich liebe dich von her zen, Meine liebe wird nicht satt: Und mein geist ist frey von schmer jen, Wenn er dich, mein Jesu! hat. Kehr in meinem herzen ein: Dir mag nichts verborgen seyn; Darum kennst du meine triebe, Daß ich dich für alles liebe. 179 himmel würden hölle, war nicht JEsus mein geselle. 5. JEsus kann im creuze laben, JEsus ist, der mich erhält. Kann ich seinen beystand haben, Trag ich allen spott der welt. Wenn der tod die augen bricht, Laß ich dens noch JEsum nicht. Muß ich meis nen geift aufgeben, Bleibt er mels nes lebens leben. 6. Will mir gut und blut vers schwinden, Geht auch leib und les ben hin, Und ich kann nur JEfum finden: Ist auch sterben mein ges winn. Nun ich halte, JEsu! dich, JEfu! komm und halte mich, Gep mein troft im tod und sterben, Und laß mich dein reich ererben. Don der Person des Erlöfers. Err 294. Chrift, der einge vat'rs in ewigkeit! Aus seinem herz'n entsprossen, Gleichwie ges schrieben steht: Er ist der more gensterne, Sein'n glan; streckt er so ferne Vor andern sternen klar: 2. Für uns ein mensch gebohren Im lezten theil der zeit, Der muts ter unverlohren Ihr jungfräulich keuschheit: Den tod für uns ters brochen, Den himmel aufgeschloss sen, Das leben wiederbracht: * 3. Laß uns in deiner liebe Und 3. JEsu meine lebens- sonne! erkenntniß nehmen zu, Daß wie JEsu meiner seelen lust! Auffer im glauben bleiben, Dir dienen dem mir keine wonne, Rein verim geist so, Daß wir hie mögen gnügen mehr bewußt. Ach mein schmecken Dein' füffigkeit im hers heil! ich bitte dich, Komm, um fang' und halte mich; So umfang' ich dich im glauben, Dich soll mir tein teufel rauben. zen, Und dürften stets nach dir. 4. Du schöpfer aller dinge, Da väterliche Fraft, Regierst von end zu ende Kräftig aus eigner macht, 4. JEsu, schuß herr der bes Das herz uns zu dir wende, Und drängten! JEsu, der verlaßnen Fehr ab unfre sinne, Daß sie nicht fchild! JEfu, helfer der gefränkirr'n von dir. ten! Du des vaters ebenbild! Ich laß erd und himmel seyn, Bleibet nur mein JEfus mein: Erd und 5. Ertödt uns durch dein gute, Erweck uns durch dein gnad: Den alten menschen Fränke, Daß der 2 new' Bon der Erlösung des menschlichen Geschlechts 180 neu' leben mag, Auhie auf dieser erden Den sinn und all begierden, Und gedanken hab'n zu dir. 5. GOtt vater, o mein starker held! Du hast mich ewig vor der welt In deinem sohn geliebet: Dein sohn hat mich ihm selbst vers traut, Er ist mein schaß, ich seine braut: Drum mich auch nichts betrübet. Eya, Eva, Himmlisch leben Wird er geben mir dort 295.Wie schön leucht'te Ewig soll mein hers ibn der morgen * 6. Dank, lob, preis, ruhm und ehre Sey GOtt in ewigkeit Für feine füffe lebre, Die er uns bat bereit Aus sein'm göttlichen muide: Der helf uns alle stunde; Er helf sur seligkeit. Bern Voll grad und wahrheit vont dem HErrit, Die füffe wurzel Jesse! Du shndavids aus Jacobs kamm, Mein König und mein bräutigam, Haft mir mein her: beseffen. Lieblich, Freundlich, Schön und herrlich, Groß und ehrlich, Reich von gaben, Hoch und sehr prächtig erhaben. 2. O meines herzens wehrte eron, Wahr GOttes und Marien john, Ein hochgebohrner könig! Mit freuden rühm ich deine ehr, Deins heilgen wortes füffe lehr Geht über milch und honig. Heri lich will ich Dich drum preifen, Und erweisen, Daß man merke In mir deines geiftes stärke. 3. Geuß sehr tief in mein herz Binein, mein HErr und er allein? Die flaume Deiner Hilf in gnaden, Auf dein wort komm ich geladen. liebe: Daß ich in die nun immer bleib, tind mich kein zufall von dir treib, Nichts kränke noch berrübe. In dir Laß mir Ohn aufhören Sich vermehren Lieb' und freude, Daß der tod uns selbst nicht scheide. 4. Von GOtt kömmt mir ein frauden licht, Wenn du mit dei nem angesicht Mich gnädig wirk & nblicken; O JEfu, du mein höchfes gut! Dein wort, dein geiß, bein leib und blut Mich innerlich erquicken. Eröft mich Freundlich: Dilf mir asmen Aus erbarmen, 6. Singt unserm GOtt, fingt oft und viel, Und laßt andächtig faiten spiel Gans freudenreich ers schallen, Dem allerliebsten JEfus lein, Dem wunderschönen brauts gam mein zu ehren und gefallen: Singet, Springet, Jubiliret, Triumphiret, Dankt dem HErs ren, Groß ist der könig der ehren. * 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, Daß mein schah ist das A und D, Der anfang und das ende. Er wird mich auch zu seinem preis Aufnehmen in das paradeis, Deß klopf ich in die hande. Amen, Amen, Komm, du schöne Freudens crone, Bleib nicht lange: Deines wart ich mit verlangen. Mel. Allein GOtt in der höh sey. Chr tochter jions! 296. Stomme here, s uns ein braut- lied hören; Vers nehmt, wer euer bräutgam sey, Von dessen ruhm und ehren Gar lieblich singt des himmels chort Drum hebt auch eure stimm ems por, Dis lob- lied zu vermehren. 2. Er ist des höchsten GOttes sohn, Vou ewigkeit gezeuget; Vor dessen scepter, reich und cron Sich erd und himmel beuget. Was ehre, lob und ruhm erweift Dem vater und dem heilgen geiß, Vox ihm sich gleichfalls neiget. 3. Er ist hernach auch in der zeit Ein menfcben- tind gebobren; Das weis, and and war von der Person unsere Erlöfers. Iweiglein Jeffe, das verneut, Was pormahls war verlohren. Er is der holde Von der Gottheit Chrifti, Mel. HErr GOtt der du erforsch JEsu! Gott zu, Davids reich und thron 297.Dant bereits Bes ir Schon längstens auserkohren. herrscher aller thronen! Du bist in der dreveinigkeit Die andre der personen: GOtt sohn, den Gott der vater heut, Das ist, von aller ewigkeit, Selbst aus sich selbst ges zeuget. O GOtt, von Gott! o licht, vom licht! Vor dessen glanz und angesicht Des himmels heer sich beuget. 2. Du wesentliches ebenbild Aus deines vaters wesen, Mit himmels herrlichkeit erfüllt, Zu GOttes glans erlesen! Du wahs rer GOtt, der ewig ist, Der du das ewge leben bist, Du anfang und das ende! Du A und O, tu bist es Bar; Es ist, was ist, und wird und war, Ein kunst- stück deiner hände. 3. Durch deinen schöpfers- wils len stehn Herrschaften und die thronen, Die werke, so die mens fchen sehn, Und die im dunkeln wohnen; Judem dein allmachrss voller ruf Ein etwas aus dem nichts erschuf; Dis alles trägt dein walten: Denn was gemacht ist, machtest du; Und dis muß deine macht darzu Im wesen noch erhalten. 4. Für uns hat sich dis GOttes lamm Selbst in den tod gegeben; Und schafft dadurch, als brautis sam, lins, feiner braut, das leben. Er führte seine lebenszeit In groffer schmach und niedrigkeit, Zu GOtt uns zu erheben. 5. Darum hat ihn auch GOtt erhöht, und aus der schmach erhoben: Er siget nun mit majestät Er Zur rechten GOttes droben. ist das haupt der christenheit; Er ist der HErr der herrlichkeit, Den alle engel loben. 6. Er ist vor GOtt mit seinem blut Ins heiligste gegangen, Und bat allda, der braut zu gut, Ein ewig heil empfangen. Die braut kann nun zu jeder frißt, weil er thr hoherpriester ist, Den gnaden blick erlangen. 181 7. Er ist der gröffefie prophet, Den alle welt soll hören; Der meister, dessen fimm ergeht mit himmels füffen lehren; Der sei ner kirche hirten giebt; Weil es fein reifer raht beliebt, Sein reich durch sie zu mehren. 4. Du Gott wurde auch ein menfch für mich, Als sich die zeit geendet, Die GOtt bestimmt: da hat er dich In diese welt gesendet, zu suchen was verlohren war, und uns zu retten aus gefahr; Wir sollten selig werden. Du wurde mein bruder, fleisch und blut, Du 9. Jhr töchter tions! freuet wurdst, mir armen wurm zu gut, euch, Laßt mit den himmels- chd- Ein wurm, ein fluch auf erden. ren Aus euren herzen auch zugleich Viel halleluia hören, Dem allerschönsten brautigam, Dem auserwählten GOttes lamm Bu ewgen lob' und ebreu. 8. Die braut verehrt ihn auch zugleich In seiner königs- crone. Sie spührt sein macht und gnaden- reich, Bückt sich vor seinem throue. Sie hoffet in gelaffen heit Das künftge reich der herr lichkeit, Nebß vielem gnaden Lohne. 5. Du willt, mein brautgam! ( sind das nicht Der zärtsten liebe proben?) Dich in gerechtigkeit, ges richt und glauben mir verloben Du bis Immanuel in noht, Mein (* bøber 182 Bon der Erldsung des menschlichen Geschlechts, und zwar Hoderpriester durch den tod, Meing Fönig in dem leben, Mein für fprach in dem himmels- zelt, Der mittler, für die ganze welt Zum opfer hingegeben. 1. Man findt an dem Immas nuel, Gleich andern menschen, leib und seel, Verstand uns wils len, fleisch und bein: Wie sollt er nicht mein bruder seyn! 6. Du bist in finsterniß mein 6. Ist gleich von sünden keine licht, Du bist mein stuhl der gna spur In seiner menschlichen nas Den, Mein advocat, der für mich tur: Kann diese doch wahrhaftig fpricht, mein arzt in feelen- schafseyn, Ob sie gleich ganz von flecken den. Ja, du bist GOtt und mensch jugleich, Doch nur ein Chriftus, Dessen reich In ewigkeit fort wah ret. Du lebst mit dem, der alles schafft, Du sigst zur rechten seiner traft, Und wirst, wie er, geehret. 7. Du hörest seufzen und ges bet, Dich jammert unsre klage; Und bist, bis zeit und welt vergeht, Bey uns noch alle tage. Dir sey Lob, ehre, dank und ruhm Für deijsterben auf. nen tod und marterthum, Für Deine heiffe triebe, Für das, daß du, mein JEfu Chrift! Erweckt und aufgefahren bist, Für alle Deine liebe. Von der Menschheit Christi. Mel. Vor deinen thron tret ich 2c. 298. Das GOttes fohn aß der wahre Christ Mein bruder und erldser ist, Das faffet die vernunft zwar nicht; Doch glaub ichs, weils die wahrs beit spricht. 2. Ein wahres, ein jungfräulich weib hat, da den unberührten 2. Die schrift legt unserm aug' und ohr Sein ganz geschlecht re gifter vor, Und lehrt uns, daß von Abraham Er den verheißnen urs Sprung nahm. rein. 7. Die schwachheit, die uns nun umgiebt, Hat dieser GOtt- mensch mit beliebt: Durst, hunger, traus ren, müdigkeit Ertrug er mit ges laffenheit. Don dem Stande der Ers niedrigung und Exhds bung Jfu. Mel. Chriftus der uns selig ze. Leib Die kraft des höchsten fruchts 299.Chriftus, der uns felig bar macht, Ihn an das licht der welt gebracht. 4.Er heißt ein mensch und men fchen kind, Wie andre menschen Finder sind, Des weibes saame, Davids sohn, Der erbe von desselben tbron. 8. Sein corper schwiste bluts gen schweiß, Er gab ihn allen mars tern preis, Und nach vollbrachtem lebens- lauf Gab er den geist im 9. Ich freue mich, o menschens sohn! Daß man nun auf dem höchfien thron Die menschheit, deine liebe braut, Im schmuck der gottheit prangen schaut. 10.Mein bruder! sich mich gnäs dig an, Mach mir zu deinem vater bahn. Du liebest ja dein fleisch und bein; Ach! laß mich ganz dein eigen seyn. macht, Enecht gebohren; Der hat wieder hergebracht, Was wir längst vers lohren. Gott erniedrigte sich tief, Menschen zu erheben. Da er Eli! Eli! rief, Starb für uns das leben. 2. In der leiblichen gestalt Wohnt in ihm die fülle Aller gött, lichen gewalt;* Doch sein freyer wille Neuserte sich wunderlich Des gebrauchs der rechte( a); Und es nahm der HErr an sich Die ges ftalt der fuechte.* Col. 2, 9. ૩. Als von dem Stande der Erniedrigung und Erhöhung JEsu. 183 3. Als die mutter ihn empfieng; I( a) das ist: Christus entäuferte Als er, wie die kinder, Mensch sich des gebrauchs der göttli, ward und auf erden gieng; Als er chen majestät, gewalt und herrs für uns fünder Litte, starb, und da lichkeit, die seiner menschlichen er todt In dem grabe ruh'te: Da natur, vermöge der persönlis erwarb uns GOtt aus noht Mit chen vereinigung, mitgetheilet dem eignen blute: worden, und deren er sich also beständig zu gebrauchen völli ges recht hatte. 4. Da enthielt er sich der macht, und der höchsten freuden, Der allgegenwart und pracht; Schmach und spott zu leiden. Er war GOtt, in ihm war auch Aller gottheit stärke; Aber nur nicht ihr gebrauch Ben jedwedem werke. bis s. Dis ist die entäuserung, Die nach der erniedrigung, Jhn sein GOtt vers klärte; Und zu brauchen alle macht Mit dem neuen leben, Sammt der gottheit höchsten pracht, Jhm er böht gegeben. 6. Und das that das höchste gut Nur um unsert willen; Durch fein leiden, tod und blut GOttes jorn zu stillen. Unferu raub, wie Gott zu seyn,* Muß der HErr bezahlen; Und nun foll in uns der fchein Seines bildes strahlen. * 1. B. Mos. 3, 5. 7. Ach mein JEsu! der du dich So entäusern wolltest. Als du, theurer heiland! mich Göttlich machen solltest: Ich bin hier, wie du, gefinnt, Ich will niedrig les ben. Nach der zeit wirst du dein lind Auch zu dir erheben. 8. Du wirst arm, ich werde reich, Du wirst gleich den kuechten: Knechte werden JEsu gleich, Sünder dem gerechten. So kann deine seelen noht Seelen- ruhe geben. HErr! dein leiden und dein tod Bringt mir freud und leben. 9. Auf, mein geist, erhöhe dich! JEfus ift erhaben. Der empfieng erhöht für mich Alle gute gaben. Da, wo er mich schon vertritt, Wird er mich erheben. Nun hie duld und fierb ich mit, Dort mit ihm zu leben. Von den Aemtern unfers Erldfers. Von dem Mittler: Amte Jso überhaupt. mel. 8. JEsus meine zuversicht. ungemeinen 300. dute, ie mein D heiland mir erzeiget! Meine groffe fünden- schuld Hat sein liebreich her: gebenget, Daß er, als ich ward verklagt, Für mich armen gut gesagt. 2. Mir ward solch ein schat vers traut, Dessen wehrt nicht auszus fagen. Nie hat eines königs braut Einen solchen schmuck getragen. GOttes bild und herrlichkeit War mein schönes ehren- kleid. 3. Licht erfüllte den verstand, Fried und freude das gewissen. Die luft war mir unbekannt, Die wir nunmehr tödten müssen: Und an kraft gebrach mirs nicht, Zu vollbringung meiner pflicht. 4. Dieser gaben meng' und zier Hab ich, leider! ganz verlohren. Alles gute mangelt mir, Und ich bin höchst- arm gebohren, Ohne licht und lebens kraft, Die der fall hinweg gerafft. s.Daher rührt die schulden- lak, Die mich in den abgrund drücket. Diese macht mich dem verhaßt, Der mich erst so schön geschmücket. Wehe mir! die ewge pein Wird mein finstrer schuld- thurm seyn. 6. Doch ein bürge giebt sich an, Der des urtheils schluß vernichtet, Der, was ich nicht jablen kann, COP 4 Bu 184 Bon der Erlösung des menschlichen Geschlechts ee Bu bezahlen sich verpflichtet: Meis nes schöpfers reicher sohn Kommt berab von seinem thron. 7. Er nimmt auf sich meine! schuld, Er bezahlt mit seinem le ben, Welches er aus grosser huld Für mich in den tod gegeben, Das mir den zum freunde macht, Def sen schåg' ich durchgebracht. 3. Als du auf erden dis volls bracht, Erschienest du mit groffer pracht Vor GOttes angesichtes Wo du durch dein verdienst vers tritt'st, Wo du für uns nachdrücks lich bitt'st, Daß uns der zorn nicht richte. Ob jemand hier gesündigt hat, So bist du doch der advocat, Dein geist versichert uns dabey, Daß dein gebet erhöret sey. HErr JEfu Chrift:,: Dein mittler amt Vertritt, daß Gott uns nicht vers dammt. 8. Das gesetz, das ich verletzt, Ehret fein gehorsam wieder. Was geraubt ist, wird ersetzt, Meine Krap trifft feine glieder. Meine schuld wird ausgefühnt, Mir wird gnad und heil verdient. 9. Dank sey dir, mein feelen freund, Bürge! dir sey lob gesun gen, Daß du es so treu gemeint, Und nun höll und tod verschlungen.Du haft gnug für mich gethan, Nimm mich als dein eigen an. 1. Von dem hohenpriesterlis chen Umte Christi. Mel. Herzlich lieb hab ich dich zc. 301. wahrer Gott, und HErr JEsu du mein gnaden thron! Den ich in demuht preife: opfer Dich, und wirft ein priester ewiglich Nach Melchifedechs weise. Was Aaron vorgebildet hat, Das lei Bet Jesus in der that; Weil dort nur blut der thiere floß, Und JE fus eignes blut vergoß. HErr JEfu Chrift:: Dein mittler- amt Er Isset was von Adam stammt. 2.Am holze wurdest du ein fluch, Und GOtt der füffefte geruch In Deines opfers gabe. Du warest un befleckt und rein, Für mich mußt du ein opfer jevn, Daß ich erls sung habe. Du haft dich für uns Dargestellt Als die versöhnung al ler welt und dein altar, du Got tes- lamm! War deines creuzes schwerer flamm.. HErr JEsu Cbrift: Dein mittler- amt Ber: ( öbut mit Gott uns allesammt. 4. Laß uns auch deine priester seyn: Laß uns des blutes salbung weihn, Und schmücke du uns alles Daß der in angst zerschlagne geift, Der dir ein liebes- opfer heißt, In dir GOtt wol gefalle. Ich opfre dir so herz als mund, und halte des gewissens bund. Mein ganzes leben opfert stets Den rauch des dankes und gebets. HErr JEfu Chrift:,: Dein mittler- amt Hat dieses feuer angeflammt. mel. 8. JEfus meine zuversicht 302. Menfch gebohrner GOttes Mittler für die höllen: Finder! Warum läßt du deinen thron Für das heil so armer fünder? Darum, füßter JEfu Chrift! Weil du uns fer mittler bift: 2. Darum, liebsier! ifts ges schehn, Uns dem vater zu versöh nen, Unser elend anzusehn, uns zu tröften in den thränen.Du, GOtt! wirft ein menschen- kind, Daß sich GOtt mit uns verbindt.. 3. Ewge liebe! nur durch dich Liebt die wesentliche liebe Uns verlohrne ewiglich Mit erbars mungs- reichem triebe. Gott hat Feine gnade mehr, Die durch dich nicht unser wär. 4. Ewger hoherpriester! du Bittest für die armen seelen s Spricht uns GOttes segen zu Läft, und war von den Aemtern unsers Erlöfers. 185 Läßt dich opfern, schlachten, qua- welt. Ich sagte: feele! du kannst len; Trägst, wie ein geduldig ruhn, Du kannst dir nun Aus lamm, Unfre last am creuzesJEfu reichthum gutes thun. ftamm. 6. Der reichthum bringt zufries 5. Schulden opfer! das ver- denheit, Der reichthum daurt in föhnt, Friedens opfer! das er freuet! Alle schuld ist abgelehnt, Ob gleich das gesetze drauet.Denn du zahleft sie für mich, Da du selbst geopfert dich. ewigkeit. Sein heilig leben und fein tod, Sein schmer; und spott Erwirbt mir alle huld bey Gött. 6. Wenn ich gleich die ganze welt Boller fünden an mir fünde: Ift doch dieses Isse- geld Gnug für eine welt voll funde. Gnug, ia ganz vollgültig ist Dein verdienst, HErr JEsu Christ! 7. Friede, trost und sicherheit Kommt aus diesem zarten triebe: Ruhe, lust und seligkeit Fließt aus meines JEsu liebe. Liebt mich nun mein HErr und GOtt, Acht ich weder höll noch tod. Von der Genugthuung Chrifti. Mel. Ich hab mein sach GOtt 2c. 303.Deligmacher JEfu 7. Du bist die himmels- thür allein, Durch dich geh ich zum var ter ein. Ach! gib durch deiner wunden saft Mir troft und kraft, Die mir ein neues leben schafft. 8. Go friegt mein glaube zuvers sicht, Er kämpft, er bålt, er läßt dich nicht. Es bringt dein sterben in der zeit Mir allbereit Die ewige gerechtigkeit. 9. Laß mich durch deine leidenss pein Ein mits erb deiner freuden seyn: So schau ich dich, wenn als les bricht, ut deinem licht Von angesicht zu angesicht. Von den Thränen Jesu. Mel. O traurigkeit zc. Chrift! Der du für 304. Dwunder: fluht! trugst uns gestorben bist: Du nach deiner groffen huld, Was ich verschuldt, Mit unaussprechlicher geduld. Das Beweint die årgsten fünder. GOtt tes liebstes kind beklagt Adams bdse kinder. 2. Was GOttes zorn versöhnen kann, Hast du gelitten und gethan: Die schulden- last, die alle welt und mich befällt, Zahlt dein unendlich löse- geld. 3. Der richter giebt sich nun sur ruh, Und spricht uns als ein bater zu. Er nimmt dich selbst zum jahler an, Da ichs nicht kann; Als batt ich selber gnug gethan. 4. Ja JEsu! du bist selber mein, Du willt mein eigen erb- gut seyn. 5. Jch sprach zu diesem Iofe seld: Du bist mein troft ftatt aller 2. Immanuel, Der freudens quell Wird hier ein quell der thras nen, Die sich nach barmherzigkeit Für die fünder sehnen. 3. Das zartste her; Zerbricht für schmerz, Und schmelzt in heiss fen flammen; Unsers herzens härs tigkeit Weinend zu verdammen. 4.GOtt selber weint! Der men schen- freund Beweint der mens fchen fünden: Weil sich keine wahre reu Läßt bey ihnen finden. <. Er stellt sich dar, Die frecha Dein blut macht unser arm geschaar Mit thränen zu versöhnen, schlecht Vor GOtt gerecht: Ich und des himmels schweren zorn bin nicht mehr ein höllen- knecht. Von ihr abzulehnen. 6. Komm harter sinn! Komm wirf dich hin Bu diefer liebe füffen, 002 5 Lag Von der Erldsung des menschlichen Geschlechts Ich weiß, sie sind gezählet, Und ob sie nicht zu zählen seyn, Dennoch 7. Ach! schmerzet dich Der dir keine fehlet. So oft vor die schlangen stich; So darfst du deisie regen sich, So oft bewegen sie nen schaden In dem blut- und auch dich, Daß du dich mein ers thränen strom Deines mittlers barmen mußt, Wie dir bewußt: baden. Weil du mir allzeit hülfe thuft. 5. Wer jego thränen sået aus, Hält in geduld GOtt stille; Wird frölich seyn in deinem Haus, Wo freude ist die fülle, Ja folche freus de, die kein mann mit seiner jung aussprechen kann, und die da bleibt in ewigkeit: Mein creus und leid Wird werden dort zu laus ter freud. 186 Laß die thränen, die sie weint, Reichlich auf dich fliessen. 8. Laß diesen thau Die dürre au' Des herzens wol durchdringen: So wirst du durch dessen kraft Gute früchte bringen. 9. Bist du erstarrt, Kalt, fühl los, hart, Kannst keine thrănen weinen: Stell GOtt diese thranen vor, Welche hier erscheinen. 10. O heilge fluht! Komm mir Bu gut Im leben und im sterben: Laß mich einst durch dein verdienst Ewge freud ererben. 6. Für diese thränen dank ich dir, Der du die freuden- crone, HErr JEfu Chrift! erworben mir, Bey dir im himmels- throne. Wenn du mich holen wirst hinauf Mel. Allein zu dir HErr JEsu zc. u weinest für Jerus 305.Dfalem, HErr JE- Dann will ich recht lobſingen dir, O höchste zier! Für deine thränen für und für. su! heisse zähren: Bezeugst, es sey bir angenehm, Wenn sünder sich bekehren. Wenn ich vor dir mit buß erschein, und über meine fünde wein; So wäschst du ab aus lauter gnad Die missethat, So 2. Wenn deines vaters zorn entbrennt Von wegen meiner fünde; Zu deinen thränen ich mich wend, Da ich erquickung finde. Vor GOtt sind sie gar hoch geschätzt, Wer damit seine sünde nett, Den blickt GOtt an mit gütigkeit zu jederzeit, und macht fein traurig her erfreut. 3. Hier muß ich auch im thra nenhaus Für groffer angst oft weinen, Der welt aushalten man chen straus; Sie martert stets die deinen. Auf allen seiten, wo sie Fann, Fängt sie mit mir zu hadern an. Dis tröstet mich zu aller frist, HErr JEfu Chrift! Ju noht du auch gewesen bist. 4. Du tableft alle tbränen mein, Von der fürbitte Jfu. Mel. Alle menschen müssen zc. 306.Groffer jur rechten Seines grossen vaters sigt, Und die schaar von seinen knechten In dem reich der gnaden schüßt: Dem auf dem erhabnen throne, In der königlis chen crone, Aller ewigkeiten heer Bringt in demuht preis und ehr: 2. Dein geschäft auf dieser ers den, Und dein opfer ist vollbracht. Was vollendet sollen werden, Ift nun gänzlich ausgemacht. Da du bist für uns gestorben, Ist uns gnad und heil erworben, und dein siegreich auferstehn Läßt uns in die freyheit gehn. 3. Nun ist dieses dein geschäfte, In dem obern heiligthum: Die erworbnen segens kräfte Durch dein evangelium Allen denen mits tutbeilen, Die sum tbron der gna: and war von den Aentern ansers Erlösers. 187 gnaden eilen. Nun wird uns, für uns in legter noht, Wenn den durch deine hand Heil und segen mund verschließt der tod. jugewandt. 4. Deines volkes wehrte namen Erågest du auf deiner brust: Und an den gerechten saamen Denkest du mit vieler luft. Du vertrittst, Mel. Es ist das heil uns kommen. die an dich glauben, Daß fie dir 307.Prophete JEfu! du vereinigt bleiben; und bitt'st in des vaters haus Ihnen eine wohnung aus. bist groß Von wors ten und von thaten. Dein siz ist deines vaters schooß: Jedoch, der welt zu rahten, Hast du dich selber dieser welt Als einen lehrer darges stellt In deinem mittler- amte. s. Doch vergißt du auch der ar men, Die der welt noch dienen, nicht; Weil dein herz dir aus ers barmen Ueber ihrem elend bricht, Daß dein vater ihrer schone, Daß er nicht nach werken lohne, Daß er andre ihren sinn; Ach! da zielt Dein bitten hin. 2. Wie die propheten allesammt Von Christo zeugniß gaben; So eiget dein propheten amt, Daß wir an dir nun haben, Was uns von dir versprochen wird. Du heißt ein lehrer, meister, hirt Und bischof unsrer seelen. 6. 3war in deines fleisches tas gen, Da die fünden aller welt Dir auf deinen schultern lagen, Hast du dich vor GOtt gestellt, Bald mit seufzen, bald mit weinen Für die fünder, zu erscheinen. O mit wie viel niedrigkeit Batest du zur felben zeit! 7. Aber jetzo wird dein flehen Von der allmacht unterstützt; Da in jenen himmels- höhen Die verElarte menschheit sigt. Nun kannst du des satans klagen Majestätisch nieder schlagen: Und nun macht dein redend blut unsre böse sache gut. 8. Die verdienste deiner Leiden Stellst du deinem vater dar, Und vertrittft nunmehr mit freuden Deine theur- erlöfte schaar: Bittest, daß er kraft und leben Woll dem volk auf erden geben, und die alle zu dir ziehn, Die noch deine freundschaft fliehn. 2. Von dem prophetischen Amte Jesu. 9. Groffer mittler! sey geprie sen, Daß du in dem heiligthum So viel treu an uns bewiesen: Dir sen ehre, dank und ruhm. Laß uns bein verdienst vertreten, Wenn wir zu dem vater beten. Sprich 3. Du wurdst es durch des vaters raht In diesen lezten tagen: Da dich dein Gott erwecket hat, Den irrenden zu sagen, Wie man zum himmel wandeln soll. Du waref fraft und geistes voll, Gesalbt mit freuden- ôle. 4. Bornemlich warst du hirt ges sandt Zu den verlohrnen schaafen Des hauses, Israel genannt, Zu lehren und zu strafen; Wo sich dein herz auch treu erwies, Nachs dem es bey der taufe hieß: Dis ift mein sohn, den höret! s. Wer elend und zerbrochen ist, Gebunden und gefangen, Ein trauriger betrübter chrift, Der soll in dir erlangen Erquickung, heis lung, linderung, Eröffnung und erledigung, Ein gnädigs jahr und freude. 6. In deinem evangelio, Das gnad und wahrheit brachte, machtst du die matte herzen froh, Die Moses traurig machte. Doch hast du auch zugleich erklärt, Was GOtt durch das gesen begehrt: Drum lebetst du buß und glaus ben. 7. Da 188 Bon der Erlösung des menschlichen Geschlechts 7. Da auch zu deines wortes bar, Und an das helle licht ges macht Der zeichen kräfte kamen; fellt, Was dunkelheit umschlossen So rühmte man, was du voll hält. bracht, An blinden, tauben, lah men, An menschen, die der aussaß fraß, Und die der teufel gar besaß, Ja selber an den todten. 8. Du festest dieses amt auch fort In dem erhöhungsstande Durch deiner boten reines wort, Die du in alle lande Nach deiner himmelfahrt gefandt: Da alle welt in dir erkannt Das licht und beil der heiden. 9. Du bist noch jetzo der prophet, Der uns propheten sendet. GOtt Lob! der feste grund besteht, Bis seit und welt sich endet. Der treuen lehrer reiner mund Macht uns dich groffen lehrer kund, Der GOttes weg recht lehret. 10. Mein JEsu! ia du bist al lein Das heil, das kommen sollte; Durch den GOtt seinen gnaden schein Uns offenbaren wollte. Der mittler und der feelen hirt, Von dem mein geist geweidet wird mit käben sanft und wehe. II. So leite denn, und führe mich auf einer grünen weide! Dein wort sey immer kräftiglich Des herzens troß und freude. Und wenn die welt einmahl vergeht; Ach! so erfülle, mein prophet! Was du hier prophezevet. 3. Du weiseft uns die wahre fpur Zu GOtt, dem schöpfer der natur. Du hast den weg uns recht gezeigt, Auf welchem man zum himmel steigt. Was du vom vater selbst gehört, Das hast du unvers fälscht gelehrt. 4. Du sahest in der gottheit licht mit aufgeklärtem angesicht, Was, nach des himmels weisen raht, Man künftig zu erwarten hat. Du machtest alles klarer kund, Als iemahls der propheten mund. s. Die lehre, welche du geführt, Hast du mit heiligkeit geziert, Und mit viel wundern oft bes stärkt, Daraus man deine alls macht merkt: Ja endlich, als es GOtt geschickt, Ein blutig siegel drauf gedrückt. 6. Nachdem du hingegangen bist, Wo aller weisheit ursprung ist: So setzest du an jedem ort Dein lehr- amt durch die knechte fort, Die dein beruf herben geführt, Und sie mit gaben ausgeziert. 7. Du aber sendest deinen geift, Den du den gläubigen verheißt, Der denen seelen, die er liebt, Ers fenntniß, licht und weisheit giebt, Und der, wo man ihn nicht vers treibt, Dein wort in herz und sins nen schreibt. 308. D Mel. Bater unser im himmelr. lehrer! dem kein 8. Ach laß, o himmlischer pros andrer gleich, An phet! Mich scheuen deine majestät. Hugheit, lieb' und eifer reich, Des Mach mich von eignem dunkel ewgen vaters höchster raht, Pro-| frey, Damit ich dir gehorsam sey. phet, berühmt durch wort und Du sollt mein höchster lehrer seyn, that, Den GOtt zu unserm heil Führ mich in deine schule ein. gesandt, Und ihn gesalbt mit eigner hand! 3. Von dem Föniglichen Amte Jesu. 2. Du kamst aus deines vaters schooß, und machtest alle siegel los, Womit sein raht versiegelt Mel. 21. Schmücke dich, o liebe 26. war. Durch dich ward alles offens 309. Konis, dem kein toe Dess und zwar von den Aemtern unsers Erlöfers. fen ruhm fein mund erreichet, Dem, als GOtt, das reich gebühret, Der, als mensch, den seepter führet, Dem das recht gehört zum throne, Als des vaters eingem sohne, Den so viel vollkommen heiten Erönen, sieren und beglei ten. 2. Himmel, waffer, luft und erde, Nebst der ungezählten heerde Der geschöpfe in den feldern, In den seen, in den wäldern Sind, HERR über tod und leben! Dir zum eigenthum gegeben. Thiere, menschen, geifter scheuen, Menschen sohn! Dein mächtig Drauen. 3. In des gnaden- reiches grenten Sieht man dich am schönsten glänzen, Wo viel tausend treue feelen Dich zu ihrem haupt erwählen: Die durchs scepter deines mundes, Nach dem recht des gnas den bundes, Sich von dir regieren lassen, und, wie du, das unrecht Baffen. 189 streiten, Dort mit herrschen, dis zur feiten. 3. Und da du, HErr! gekome men, Und unsre knechts gestalt Auf erden angenommen; So haft du die gewalt uns in dein reich zu segen, Sammt allen gottheitss schäßen, Der menschbeit mitges theilt. 4. Doch haft du für die knechts Dich, in der leidens- zeit, Entäus In dem reiche deiner ehren sert deiner rechte; Bis du in herrs Kann man dich stets loben hörenlichkeit Zur rechten GOttes fizest, Von dem himmlischen geschlechte, Und nun dein reich beschüßest In Von der menge deiner Enechte, völliger gewalt. Die dort, ohne furcht und grauen, Dein verklärtes antlig schauen: Die dich unermüdet preisen, und Dir ehr und dienst erweisen. s. Die hat dir GOtt gegeben Im reiche deiner macht. Du haft uns in das leben Auf diese welt gebracht. Wir preifen dein regies 5. HErr in allen diesen reiren An menschen und an thieren, chen! Dir ist niemand zu verglei- An aller creatur. chen An dem überfluß der schätze, 6. Du haft, als du gestorben, Dir An der ordnung der gesetze, An auch durch eignes blut Dein gnas vortrefflichkeit der gaben, Welche den- reich erworben, Da du, mein Deine bürger haben. Du be theil und gut! Uns vormahls abe schüßeßt deine freunde, Du bezwingetrennte Durchs wort und facras geft deine feinde. mente Zum erbtheil samlen willt, 7. Ja, könig! du regiereft Das reich der herrlichkeit; Woselbst dw triumphireft: Wo nach vollbrach tem ftreit Der engel stimmen kline gen, wo auserwählte singen. Lob, ehre, preis und macht! 8. Du tönig aller ebren! Co MAG 6. Herrsche auch in meinem berten Ueber jorn, furcht, luft und schmerzen. Laß mich deinen schuß geniessen, Laß mich dich im glauben küffen, Ehren, fürchten, loben, lieben, und mich im gehorsam übeu, Hier mit leiden, tämpfen, Mel. HErr Christ der einge zc. 31O. Enechte! Berehret 310. Lobt GOtt, ihr ſeine JEsu reich. Bewundert seine rechte: Denn JEsus ist zugleich In seiner ehren- crone, Auf seiner allmacht throne Auch unser gnas den- thron. 2. Du glanz der herrlichkeiten! Du wesentliches wort! Bestimms den lauf der zeiten, und seheft ihn noch fort. Dein reich ist ewig, machtig, und bleibet ewig präche tig Nach deiner gottheit kraft. Univ.- Bibl. Giessen 290 Von der Erldsung des menschlichen Geschlechts mach ich in der zeit, Dein gnaden reich zu mehren, Die thore hoch und weit. Dein reich laß zu mir kommen, Daß ich mit allen from men Dein reich ererben mag. 9. Gerechtigkeit und frieden Und freude giebt das reich, Das dir und mir beschieden. Besiz ich also gleich Von erden- gütern we nig; So macht mich doch mein könig In seinem reiche reich. 10. Da hab ich überwunden. Der fünden herrschafts- recht Hat JEsus selbst gebunden. Mein Berrscher wird ein knecht, und ich soll herrscher werden: Vor GOtt bin ich auf erden Zum Ed nige gemacht. II. HErr! lege mir die crone Des lebens ewig bey, Daß ich vor Deinem throne Ein knecht und kd 7. Dis gnaden bündniß muß nig sey. Hilf du mir mich regies bestehen, Wenn teufel, höll und ren; Hilf du mir triumphiren. fünde tobt. Wird welt und hims HErr, hilf! so kommt dein reich.mel gleich vergehen, Bleib ich 4. Zwar dein geser macht auch vorzeiten Den vätern deinen bund bekannt: Es zeigte JEsum zwar von weiten, Den du zum heil der welt ernannt, Doch konnte dieser gnaden schein noch nicht so bell und heiter seyn. s. Der heiland ward so gar den heiden Als licht und Leben darges stellt; Doch diese wählten eitle freuden; Darum verwarfst du dies se welt, Und schlosseft Ifrael allein In deinen bund der gnaden ein. 6. Nun zu dem neuen bund der gnaden, Woraus uns heil und se gen quillt, Hat JEsus jeden eins geladen, Nachdem er das gesetz erfüllt: So, daß, wer fest an Chris ftum glaubt, Gerecht und ewig selig bleibt. doch meinem GOtt verlobt: Denn Chrifti meines bürgen blut Macht alle meine schulden gut. 8. Der menschen bündnisse vers gehen: Sie sind voll troß und heu chelen; Doch GOttes bund bleibt ewig stehen, Weil GOtt von ewig fester treu. Er bleibt mein schild und grosser lohn, Dieweil mein bürge GOttes sohn. Don dem Gnaden- Bunde. Mel.Wer nur den lieben GOtt 2c. 311.Mein Gott! wie groß ist dein er barmen, Das mir dein gnaden bund beweist! Du nimmst mich auf mit gnaden- armen, Und giebst mir deines Sohnes geist, Daß ich von sünden rein und frey Dein neuer bunds- genoffe sey. 2. Ich war zuvor von dir gewithen, Da ich in meinem blute lag: Doch da dein sohn die schuld durchstrichent; Erschien mir ein erwünschter tag, Der that mir, HErr! durch deinen bund Heil, fegen und erldfung kund. 9. Eh' müßten berg und hügel weichen, Eh' müßt die ganze welt vergehn, Als daß dein bund, dein gnadenzeichen nicht sollte ewig fest beftehn. Dein friedens- bund, den du gemacht, Macht, daß mein berz der höllen lacht. 10. Wer kann mir nun den hims 3. Aufs neue hast du mich gemel rauben? Den GOtt mir durch bohren, und mich zu deinem kind den bund geschenkt, Der mich vers erkiest, Da du den heiland auser pflichtet, fest zu glauben; Der meis tohren, Der meine fünden- schuld nen geist schon dahin lenkt, Wo gebüßt. Die tauf hat mich dir ich in vollem gnaden- schein Soll sinverleibt, Daß deine buld mein obn aufhören selig seyn. sigen bleibt. II. Erbalte mir, HErr! mein gewiss und zwar von dem Gnaden Bunde. 191 sewiffen In deinem gnaden- bündende Getreu in deinem bunde niß rein; und laß durch deinen stehn, und leite mich durch deine geist mich wissen, wie ich dir kann hände, Daß meine tritte richtig gefällig feyn; So hab ich das er gehn; So komm ich als dein wünschte loos, Und ruhe sanft in bunds- genoß Zu dir, mein Gott! deinem schooß. ins himmels- schloß. 12. Laß mich bis an mein leztes V. Von dem Werke der Heiligung nach dem dritten Articul, und zwar Von der Seils- Ordnung überhaupt. Rel. JEsu deine heilge wunden. ten nur der glaube freudig an, und zugleich die ſeligkeiten, Die er darin finden kann. Doch durch dieses glaubens kraft, Die GOtt auch durch mittel schafft, Will die weisheit nur das leben In der gnaden- ordnung geben. 6. GOtt beruft durch seine lehe ren, Uns erleuchtet GOttes scheint. GOtt gebiehrt, uns zu bekehren: und denn will er gnädig seyn Wenn er uns gerecht erklärt, und im creuze wol bewährt. GOtt will kraft zur tugend geben, und dis ist der weg zum leben. 312.2nfans, rattler und vollender Alles heils und seligkeit! Ach! wir waren hol len- bränder: Doch du branntest vor derzeit In entflammter lie: bes- glut, uns zu dir, o höchstes gut! Durch der gnaden- mittel leh ren, In der ordnung zu bekehren. 2. Uns in fünden geistlich ar men, Die der fall getödtet hat, Beigt dein ewiges erbarmen Einen reichen Lebens- raht. So hat GOtt die welt geliebt, Daß er seinen sohn uns giebt; Dieser ursprung aller gnaden Heilet unsern seelenschaden. 7. Hochgelobet und gepriesen Sen der HErr GOtt Israel! Der uns seinen weg gewiesen, Dessen gnade wie ein quell Durch die wunden JEfu floß, Und den geißt auf uns ergoß, Der uns zu dem leben leitet, Das sein lieben uns bereitet. 3. Dis erbarmen, das die triebe Vor der zeit in GOtt bewegt, Hat auch in der zeit, der liebe Und des heiles grund gelegt, Da das heil, mein JEsus, kam, und die funden auf sich nahm. Sein verdienst, als er gestorben, hat uns alles heil erworben. 8. Diese liebe will ich preisen, Bis ich sie dort rühmen kann. 4. Da nun uns in fünden tod: Was mir GOttes mittel weisen, ten Dieses leben, leben schafft; So Nehnrich alles glaubig an. Dies wird dis uns angeboten Durch der sen folg ich ordentlich: GOttes gnaden mittel kraft. Treuer orditung führet mich Auf dem lehrer hand und mund Legt in unswege zu dem frieden, Den er ewig dazu den grund Durch das wort mir beschieden. und sacramente, Die ju mitteln GOtt ernennte. 9.Lob sey dir, du GOtt der gnas den! Der du mich berufen haft. Sefu, den die schuld beladen f s. Diese uimmt au unsrer fei Nimm 192 Von dem Werke der Heiligung, und zwar Nimm von mir der fünden laft.| Die alles rein und heilig schaffti Geift der gnaden! führe mich, Dem fünden- wuft entriffen: Jes Ich verirr mich ohne dich. Fang doch Laß noch Glaubens- ferien es at, mein GOtt! und stärke, Aus dem herzen Auch aufsteigen, Ja, vollende deine werke. Und mein licht den leuten zeigen. 6. Dring in mein herz, mein licht, mein heil! Ich find an die mein bestes theil, Drum will ich auf dich hoffen. Du hast dich fest mit mir vereint; Gib, daß mein herz es redlich meint, Da nun der bund getroffen. HErr! ich Faß dich, Bleib du meine, Ich bin deine, Und uns beide Scheidet weder leid noch freude. 7. Befestige mein wankend hert, Damit es sich durch keinen schmerz Bon dir abwenden lasse. In dir, mein vater! gründe mich; Gib, daß mein fester glaube dich Als feinen schuß umfasse. Halt mich, Daß ich Ja nicht weiche; Komm und reiche mir die hände, Daß kein fall mich von dir wende. 8. Den glaubens- fchmuck trag ich an mir; Vermehr nun auch 3. Erweiche meinen harten sinn, die tugend zier, Die man zum Gib, daß ich voller réue bin Umschmucke zählet. Du haft mich, meine schwere sünden. Zerschlag, HErr! zu deinem ruhm, Sum kos serknirsche geist und heri, Und laß nige, zum priesterthum, Ja gar mich wahren seelen schmerz Jm ur braut erwählet. Schmuck innersten empfinden. Hierzu Gib mich, Daß ich Diese ehre, Biere, du Glaubens- triebe, Reine liebe, mehre, Nie verliehre, Bis ich sis Und verlangen, Dich, mein heil, dort ewig führe. recht zu umfangen. 4. Denn du bist ja mein gna ben licht, Dem niemahls glanz und schein gebricht. Wenn ich zum vater gehen, und seinen strengen richter schluß Vor seinem richts ftuhl hören muß; Kann ich mit bir bestehen: Weil ich Durch dich, Gnaden sonne! Lauter wonne Dort erlange, Und als ein gerech ter prange. 10. Erfreue mich, mein seelens 5. Go Fleide meine seele gan: schar! Du hast in meinem herzen In deinen reinen schmuck und plak, Erfüll' es mit vergnügen. glans, Und reinge mein gewisfen. Gib ihm des himmels lebens- faft, ich bat gwar beines blutes kraft, Laß mich durch deine liebes- traft bin 313. Mel. Wie schön leucht uns der zc. rich, heller morgen feru! herein, und laß uns deinen freuden schein In bellen strahlen sehen. Ermuntre mich, du gnaden licht! Und laß die arme feele nicht In fatans Fricken gehen. Ruf mich, Daß ich In dem herzen Nechte schmerzen Um die fünde, Die sich an mir zeigt, empfinde. 2. Ach! giesse deinen edlen schein In mein versinstert her: hirein, Und gis mir reine triebe. Bertreid die schwarze sünden nacht, Die mir so angst und bange macht; Beig mir, wie du aus liebe, Was mich Ewig Sollte plagen, Schon getragen. Zeig die wege, Wie ich ju dir kommen möge. 9. Verklär dich täglich mehr in mir, Ein reich erkenntniß gib von dir; Laß mich gewisser werden, Daß ich in deiner gnade steh, Und auf den himmels wegen geh, So lang' ich wall' auf erden. Gånzs lich, Will ich mich verschreiben, Dein zu bleiben, Daß ich droben, Dich könn ewig fehn und loben. 193 von der Heils- Ordnung überhaupt. ter alles leid besiegen. Eil, mich| Durch deines wortes Flarheit, Brünstig Voll verlangen Zu um und mache mich recht feft In als fangen, Mich zu küssen, Alle noht lem kampf und streit." mir zu verfüffen. II. Erhalte mich in deinem licht, und laß mich, weil ich lebe, nicht von deiner gnade tren nen. Vollführ in mir dein gnaden- werk, Gib geistes- kraft und glaubens- stärk. Laß mich dich ewig kennen, und mich Stetig In dir leben, An dir kleben, Bis ich sters be, und mit dir das reich ererbe. 12. Umgib mich endlich überall, mit gnaden- proben ohne zahl: Dein auge mich behüte, Daß ich in deiner gnade steh, und stets darinnen weiter geh. Gib mir, o wunder- güte! Täglich, Stünd lich Neue gnade, Daß kein schade Mich abtreibe, Und ich fest in JEfu bleibe.. Meloden 23. 6. Mein lämmlein, still und fromm, Rein, heilig und unschuls dig! Ach wirke doch in mir Den sanften lämmleins- sinn; So werd ich auch, wie du, Jm leiden recht geduldig, und lasse mich zum creuz Gar willig führen hin. 7. Mein meister! lehre michDen vater recht erkennen, Weil ohne dich, o licht! Ich Gott, das licht nicht seh. Ach unterweise mich Ihn abba recht zu nennen, Daß mein gebet allzeit In rechter brunft gescheh. Mein vater! zeuge h 314. M mich, ein kind, nicht auf für mich zu beten, Ach! nach deinem bilde, und schaffe rufe doch mit mir Den vater tägs felbst in mirDie neue creatur. Laßlich an. Laß deinen heilgen geist mich auch gütig seyn, Auch heilig, mit seufzen mich vertreten. Wenn weiß und milde, Durch gnade zeig' ich im harten kampf Selbst nicht an mir Sich deines sinnes spur. mehr beten kann. 2. Mein licht! erleuchte mich, Laß deiner gnade strahlen Mir dringen in mein herz: Vertreib die finsterniß. Ich fall' und irre font Zu allzuvielen mahlen; Ja werd ich nicht erleucht, Verderb ich ganz gewiß. s.Mein leben! leb' in mir, Und laß mich in dir leben. Ich bin ja ohne dich Zum guten gänzlich todt. Du kannst, o lebens- brot! Mir einzig nahrung geben Für meinen matten geift In aller huns gers- noht. 4. O wahrheit! heilge mich In aller deiner wahrheit, und bringe meinen sinn Sur rechten lauter teit: Vertreib den lügen- geist 9. Mein könig! schütze mich, Wenn satan, welt und fünde, Di sich noch in mir regt, Auf meine feele stürmt. Hilf, daß in deinem schooß Ich allzeit ruhe finde; Weil der nur sicher ist, Den deine macht beschirmt. 3. Mein weg zum vater land! 10. Mein hirte! weide mich Auf Ach öffne mir die pforte, Die mich, einer grünen auen, Und lagre mich HErr! in dein reich Im glaubenim durft Ans frische waffer hin. überbringt. Du weißt ia, daß dein Halt mich vom irrweg ab: Wollt Enecht An einem wüsten orte Schon lange gnug gewohnt, Und nun nach freyheit ringt. ich aufs eitle schauen, So bringe bald zurecht Den ausgeschweiften sinn. II. Mein arzt bin ich verwundt, Sind ausgezehrt die krafte; So laß den liebes- fluß, Dein theure vergoßines blut mich beilen: lag 92 bes 494 Von dem Werke der Heiligung bes geifts Erneurungs- lebens- safe 4. Er rufet uns zu seinen huts te Mich laben und erfreun, Mir stärken herz und muht. 12. Mein freund! vertraue dich Noch näher meinem herzen, Uud laß mich deiner treu Noch mehr versichert seyn: Auf daß zu aller zeit Ich meiner feelen schmerzen Getroft versenken darf In deines berzens schrein. ten, Er rufet uns zu seinem mahl, Zur wahrheit und zu guten sitten, In seines sohnes hochzeit- saal. O gnad und huld! o wunderthat! GOtt rufet uns noch früh und spat. 13. Mein bräutgamm! liebe mich, und setze mir das siegel Der unverfälschten treu, Den geist, auf meine brust. Laß deinen gruß und Fuß mich schmecken; sey mein spiegel, Darin ich mich beschau Mitwahrer seelen- luft. 5. Wir konnten nichts, als uns verliehren, Wir waren ein vers dammter hauf: So aber macht uns GOtt die thüren Zu seiner gnade selber auf; Doch viele bleis ben taub und blind, Weil sie vers stockt und boshaft sind. 3. Er rufet uns durch seine Enechte: Er warnet uns für der gefahr. Durch sein wort lehrt er feine rechte. Er ruft uns schon so manches jahr; Er hört nicht auf, er rufet fort, Wir bören fets sein beilig wort. 6. Ach HErr! laß uns dein wort nicht rauben, Laß es erschals len fort und fort. Rufferner uns zur buß und glauben; Bis wir an ienem freuden ort Im himmel mit der engel schaar Dich preisen werden immerdar. 14. Mein ein und alles! laß Mit dir mich eins hie werden: So wird mir alles nichts, Du aber al les senn. Und nimmt denn deine Huld Mich endlich von der erden: So geh ich freuden- voll zu deinen freuden ein. Don dem Gnaden- Berufe GOttes. 315.Co Mel. Wer nur den lieben GOtt ze. s hat zwar GOttes grosse liebe, Die un aussprechlich heiß und zart, Sich durch gar viele starke triebe In manchem werke offenbahrt: Doch es gebührt auf viele weif Dem gnaden ruf besondrer preis. 2. HErr! wer bist du? groß und mächtig; Ich nur erde, staub und koht. Du bist ewig reich und 2. Man denke doch, was sind prächtig, Ich voll dürftigkeit und wir armen? Wir alle sind verlohrnoht: Du voll licht und herrliche ne schaaf: GOtt gieng uns nach keit, Jch voll nacht und dunkels mit viel erbarmen, Da uns des heit: Du bist heilig, ich verdors falles jammer traf. Da wir aus ben: Du das leben, ich erstorben. Bosheit uns verirrt, So rufet uns der treue hirt. Mel. JEsu deine heilge wanden. stuhl und crone 316. Gott! dein scepter, Herrschet über alle welt. Du haft deinem liebsten sohne Längst ein hochzeit- mahl bestellt. Dir sey dank ohn end und zahl, Daß zu in diesem liebes mahl Du mich auch, aus lauter gnaden, Von der strasse lassen laden. 3. Dennoch, o der grossen gnas den! Werd ich zu dem Hochzeits mahl Als ein gast von dir gelas den: Ich soll in des himmels saal Dort bey dir, o GOttes lamm! O mein HErr und brautis gamm! Mit der engel chor und reis hen Ewig mich, ach! ewig freuen. 4- en nun dürftet, kann sich las ben, and zwar von dem Gnaden- Berufe GOttes. 195 hören. den; Weil hier lebenswasser der ehren Hochzeit feyre ohn aufs quillt. Hier ist seelen- brot zu has ben, Welches allen hunger stillt. Suffes mahl, o freuden- ort! Hier läßt Last Gottes Herz und wort Für die sünd und Sich Mel. Nun danket alle GOtt. 317. füffes gnaden- wort, Das JEsu mund läßt fliessen! Das sich durch jeden ort Der erden soll ergieffen: Geht bin in alle welt, Und predigt Gott zum ruhm, Weils ihm also gefällt, Das evangelium. 2. Dis ist die friedens- stimm Und botschaft vieler freuden, Die ohn gesexes grimm An juden und an heiden Ergehet in der zeit, Und noch im herzen schallt: Ach wär es doch bereit Dem ruf zu folgen bald. 3. GOtt ist noch jest getreu, Er ruft und macht hienieden Das herz von fünden frey, Und schenkt ihm seinen frieden: Allein, der mensch verstoßt Den raht der ses ligkeit, Und fündiget getroft Auf gnad in sicherheit. 4. Mein herz! ach denke nach, Erweg' die grosse gnade, Step auf, dieweil es tag, Daß dir die nacht nicht schade, Die etwa bald einbricht. Es ist der bösen welt Ein schreckliches gericht Auf ihren tron bestellt. 5. GOtt läßt die gnaden stimm Von neuen heut erschallen: Dars 8. Deffne, vater! Herz und oh- um, mein herz! vernimm, Was ren, Daß dein wort zu herzen GOttes wolgefallen; Das evans bringt, und mich zu den freu- gelium Gebiehret dich ganz neuz den thoren Jener auserwählten Drum komme wiederum Zu bringt. Laß mich, dendu theur er- GOtt in wahrer reu. kauft, Der auf Christi tod getauft, Bey den träbern nicht verweilen, Su dem gnaden- mahle eilen. 3 6. Wer glaubet, wer getauft, Und fest im glauben bleibet, Dem hilfts, daß er erkauft. Doch, wer nur blendwerk treibet Mit seinem christenthum, Der kann nicht fes lig seyn: Er wird verdammt, komt um In ewger höllen- pein. 7. Ach! mdgt die bose welt Doch dieses einmahl faffen, Und das, was GOtt misfällt, Vou gans 222 zeme jur arzeney auftragen. 5. Odu grosser HErr und lönig! Du rufft selber: kommt berben! Ich, ich bin ja viel zu wenig Aller deiner lieb' und treu! Meine schwachheit danket dir Niemahls würdig gnug dafür; Rühr und lehr mich selbst, die proben Solcher guade recht zu Loben. 6. Nüfte mich mit deinen gaben: Rühre die durch deine macht, Die das eitle so lieb baben, Daß ihr herz dein mahl veracht't. Eaß die lebens- quelle mir Reichlich fliessen für und für, Daß mein geist sich in die labe, und die volle gnüge habe. 7. Zeuch du mich, dein mahl zu schmecken, Aus der schwar en fünden- gruft. Laß mich Deine stimme wecken, Welche mich so sehnlich ruft: Komm, o mensch! und eile schnell Komm zu dieser lebensquell! Komm, und iß dis brot der see: len, Dich mit JEsu zu ver mählen. 9. Gib, daß mich dis welt- getümmel, Das als rauch und schat ten flieht, nicht von tenem mahl im himmel, Von der lammes hochzeit, zieht. Bich mir an das hochzeit kleid, Chrifti heils- gerechtigkeit, Daß ich mit dem HErrn 196 Von dem Werke der Heiligung em herzen haffen, Als: wollust, 5. Ach hirte meiner feelen, Ac augen- lust, Und diesen falschen wahrer herzens- freund! Was soll wahn, Daß man bey sünden- wust ich es verhehlen? Du hast es wol Doch selig werden kann. gemeint. Ich war verirrt, vers flucht; Du hast mich in der wüste Der ungezäumten lüfte In gnas den heimgesucht. 8. Hinweg verdammter schein, Der du das herz verführest, Und nichts als weh und pein Und höllen- furcht gebiehrest: Bey dem, der sünde thut, Kann glaube nicht be stehn: Wo GOtt im herzen ruht, Muß fünd und nacht vergehn. 6. Dein wort schallt noch im herzen, Das mich zur busse rief, Als ich, zu deinen schmerzen, Den weg zur höllen lief. Wie gnädig jogst du mich Von diesem breiten stege Durch creuz und andre wege! Mein hirt! ich preise dich. 7. Ach daß ich deinem triebe Nur auch gehorsam war, und deis ne hirten liebe Nicht immerzu so leer( Wie ich bisher gethan) Und fruchtlos bleiben liesse, Daich ia Mel. Von GOtt will ich nicht zc. 318. Mein biete! wie so mehr geniesſe, Als ich verdanken treulich du dem fünder nach, Dem fünder, welcher freilich Gar bald und allgemach In sein verderben läuft; Wo deine hand den armen Nicht felber, aus erbarmen Und gnade, noch ergreift. 2. Wie tröstlich ist die stimme, Die alle fünder lockt! Ach sprá chest du im grimme: Weicht, die ihr euch verstockt! Weicht fün der, weicht von mir, Ich will euch nicht erkennen! Wer wollt es unrecht nennen? Wer bist du? wer sind wir? 9. O JEsu! leite mich In mei nem ganzen leben: Laß meine seele sich Zu dir allein erheben: Daß sie im geiste schon zu dir gen himmel fabrt: Bis sie vor deinem thron Dich ewig preift und ehrt. 3. Doch nein, du heißt uns kom men, und suchst uns selber auf; Du läßt indeß die frommen:* Dein berze sinnt darauf, Das recht für liebe brennt, Daß doch das schaaf sur beerde Zurück geführet werde, Davon es sich getrennt.* Luc. 15,4. 4. Nimmt nun der freche fünder Den gnaden- ruf nicht an; So sehst du viel gelinder, Als man gedenken kann. Du setzft ihm langes ziel, Er kann noch gnade hoffen, Der jugang steht ihm offen, Wenn er aus kommen will. 8. Nun JEsu! ich beklage Den groben unverstand, Und daß ich meine tage So übel angewandt. Verstoß den sünder nicht! Es reuet mich der schade, Verwandle deine gnade Nicht in ein zorn- ges richt. 9. Du kamest ja, zu suchen Was ganz verlohren war, Du liesfest dich verfluchen, und machtest ofs fenbar, Was uns dein name weist: Daß du an jedem orte, Ach theuer wehrte worte! Der fünder heiland seyft. 10. Das laß mich feste glauben; Doch gib mir selber kraft, Wie ich, auch treu zu bleiben, Den rechten lebens- saft Getroft und glaubenss voll Aus deinem überflusse Zum wirklichen genusse Noch ferner nehmen soll. 11. Doch sollt ich mich aufs neue Bald hie bald dort vergehn; So laß mir deine treue, Mein hirte! nicht entstehn. Ach weck und suche mich! Schreib mich in deine hans de; So bleib ich sonder ende, Wein birte! fiets um dich. el. and war von der Erleuchtung. Mel. Wenn wir in höchsten ze. ier bin ich, HErr! 319. du rufest mir: Du ziehest mich, ich folge dir. Du fo derst von mir herz und sinn, Mein schöpfer, nimm, ach! nimm es hin. 2. Ich hab oft deinen wink verschmäht, Es ist mir leid, ich kom me spåt. Doch ist mir lieb, daß deine gût Noch auf mich armen fünder sicht... 3. Ich wag' es aber länger nicht Bu unterlassen meine pflicht. Ich komme, HErr! voll reu und buß; Ach aber, ach! wie wankt mein fuß? 4. Es geht mir, wie es Petro gieng; Dort kommt ein sturni, ach HErr! ich sink. Ach reiche mir die starke hand, So wird das sinten abgewandt. s. Du rufest mich: nun ruf ich dir, Mein heiland! komm zu bülfe mir! Mein matter fuß kann nirgend fort; Ach trage mich an stell und ort. 6. Flößt du mir matten kräfte ein, So werd ich künftig stärker seyn; So folg' ich dir, mein HErr und Gott! Durch fluht und glut, durch noht und tod. Von der Erlenchtung. Del. Liebster JEsu wir sind 2c. wesentliches 320. licht, GOtt! der du im lichte lebeft, Aber auch dein an gesicht ueber uns im licht erhebest: Laß mirs durch dein licht gelingen, Die erleuchtung zu besingen. 2. Deines ebenbildes licht Ist in Adam bald verlohren: Deinen geist vernehm ich nicht, Ich bin fleisch vom fleisch gebohren. Ich weiß nichts von meinem heile, Oder habe vorurtheile. 197 ich von GOtt denn wissen? Def, sen weisheit ich nicht kenne, Und die thorheit weisheit nenne. 3. Der natur verderbtes licht Kennt in seinen finsternissen Sei ne thorbeit selber nicht: Was will 4. Hüter! ist die nacht schier hin? Ja, der tag soll sie vertreiben. Werde licht, mein finstrer sinn! Was willt du im dunkeln blei ben? GOttes gnad ist dir erschies nen, Die soll dir zum leit- stern dienen. s. Ja, der glanz der Herrlichkeit JEsus, die gerechte fonne, Muß in seiner leidenszeit uns zur ewig- hellen wonne Eine nacht des todes leiden, zu erleuchten alle heiden. 6. Was nun JEsus durch sein wort, Als des lichtes glanz, vers sprochen; Scheinet in dem dun keln ort, Und das licht ist anges brochen. Dis follt unserm fuß auf erden, Wie ein licht, zum him mel werden. 7. GOtt gab einen hellen schein Indie herzen seiner lehrer: Dies fer strahlet noch hinein Durch die schrift ins herz der hörer: Da kann man das licht erkennen, Und sich selbst erleuchtet nennen. 8. Ich erkenn in mir mein nichts, und zugleich inGOtt mein alles, Meinen mange! alles lichts, Meine finsterniß des falles, Und wie aus den finsternissen Jesus mich heraus gerissen. 9. Da heißt alles mir ein licht, GOttes gnade, JEsu liebe, Mei nes glaubens zuversicht, und des guten geistes triebe; Daß mir nun im finstern thale Stets ein licht des troftes strahle. 10. GOtt mein licht! erleuchte mich, Daß ich mich und dich ers kenne, Daß ich durch den geist nur dich JEfum meinen HErren nens ne. Tödte meiner thorheit dichten, Lehre du mich geistlich richten. II. Aber laß nicht den verstand Nur allein dein wort verstehen 23 Leite 198 Von dem Werke der Heiligung Leite mich mit deiner hand, Auch, traut, In unerkannten eignen im licht einher zu gehen. Denn tücken Auf meine macht zu viel sonst würd ich bey dem wissen Nur gebaut; Bis daß er meinen fuß mehr streiche leiden müssen. berückt, und in das sünden- garn 12. HErr! erhalt uns stets dein| verstrickt. wort, Das uns immer weiter lehret. Führ uns in dem lichte fort, Bis das stück werk aufgehöret, Und wir zu dem lichte nahen, Das wir hier im spiegel sahen. 6. Nun weiß ich, ich voll fins fterniffen, Nicht, was des geiftes GOttes ist: Mir sind die augen ausgerissen Durch fatans falsche schlangen- lift; So daß es elend um mich sieht, Wenn mir nicht bald dein licht aufgeht. 7. Ein wort aus deinem all, machts- munde Hat welt und alles zugericht: Drum sprich zu mir in dieser stunde: Es werde licht! so werd ich licht, und bald durch deis nen gnaden schein Ein licht in Mel.Wer nur den lieben GOtt 2c. 321. Ich fahren aus meinen GOtt dem HErren ſeyn. 8. Laß mich im: lichte vor dir lebens- quell und licht! zu dir: wandeln, und stets durch deines Mach mein vertrauen nicht zu lichtes kraft In meinem thun bes schanden, Ach neige doch dein herz hutsam handeln. Laß deiner firahs zu mir! Nimm dich des armen erd- len eigenschaft Boll kraft durch wurms au, Der sich nicht selber meine feele gehn, und mich aufs Belfen kann. neu zu dir erhöhn. 13. JEsu! sen demnach mein licht; Dein wort sey mein glanz auf erden. Deine huld verdunkle nicht. Laß mich auch zum lichte werden; Bis vor deinem angesich te Ich dort leucht in deinem lichte. 2. Ich klage dir mein tiefver berben, und meiner scelen iam mer- stand; Es drohet ihr ein ewig fterben, wenn sie nicht deine vater- hand Und deiner liebe sanfreißt. 3. Du hattest mir dein bild gegeben, Ich sollte fenn ein licht in dir. Jest kann ich nichts als wider fireben: Jest fehlt die anerschaffne sier. Ach weh! nun ist meinunschulds kleid Voll sünden koht und heßlichkeit. 4. Ich bin mit dicker nacht um hüllet; Licht, kraft und schönheit ist geraubt: Das herz, mit böser luft erfüllet, Hålt seine tücke für erlaubt, Und, da es licht und wahrheit scheut, Liebt es der fünden dunkelheit. s. Ich hab des fatans falschen stricken In ficherbeit zu viel geVon der Wiedergebuhrt. Mel. Ach GOtt vom himmel zc. En GOttes reich geht 322. denn neugebohren: Sonst ist ex bey dem besten schein Mit feel und leib verlohren. Was fleischliche gebuhrt verderbt, In der man nichts als sünden erbt, Das muß GOtt selbst verbessern. 2. Soll man mit diesem höchs ften gut In der gemeinschaft les. ben; Muß er ein ander herz und muht und neue kräfte geben. Denn nur sein göttlich ebenbild Jft, was alleine vor ihm gilt; Did muß er in uns schaffen. 3. Ach vater der barmherzigs keit! Was JEsus uns erworben, Da er zu unsrer feligkeit Am creus für uns gestorben, Und wieder auf, 199 und zwar von der Wiedergebuhrt. auferstanden ist: So, daß du nun prüfe, Ach! so ist die todes nacht versöhnet bist, Das laß auch uns! genieffen. Wieder ben mir aufgewacht. 4. Dein guter geist gebähr uns neu, Er andre die gemühter, Mach uns vom fundendienste frey, Schenk uns die himmels güter. Swar in der tauf ist es geschehn; Doch haben wirs nachher versehn, Und solchen bund gebrochen. 5. Drum wirst du durch dein Träftig wort Uns abermahl erneuren: Wir wollen dir, o treuter 3. Weil ich nun in diesem stans hort! Mit herz und mund betheu- de Nicht geschickt, dein reich zu ren, Von nun an nicht in sicher sehn; So zerreiß die todes bande, heit, Vielmehr mit fleiß, bestän- Laß mich in die frenheit gehn. Zeus bigkeit Und treu vor dir zu wange, vater! mich aufs neue Durch deln. dein wort, durch deinen geißt, Der des lebens ursprung heißt, Daß sich meine seele freue, Wenn sie, munter und geheilt, Aus dem tob ins leben eilt. 6. Nimm uns, o vater! wieder an: Ob wir, als schnöde fünder, Gleich nie, was du befiehlst, gethan: So werden wir doch kinder, Wenn uns dein geist von neuen zeugt, und unser herz zum guten neigt Im glauben und in liebe. 7. Wir wollen denn, was du uns giebst, Hinführo festerfaffen: Wir wollen dich, weil du uns liebst, nicht aus dem herzen laß fen, Daß deine göttliche natur In uns der neuen creatur, Beständig fey und bleibe. 2. Ach! durch die verfluchte fünde Riß ich mich von deiner hand: Nun ist, weh mir armen kinde! Dein jorn gegen mich ents brannt. Dich zu fürchten, dich zu lieben, zu vollbringen meine pflicht, Find ich keine Fräfte nicht: Aber bofes auszuüben, Dazu reißt den matten sinn Ein sehr starker trieb dahin. 8. Nun, HErr! laß deine vater huld uns jederzeit bedecken, Das mit uns weder fünden schuld, Noch zorn und strafen schrecken. Mach uns der kindschaft ganz ge: wiß, Und schenk uns einst das paradies, Das erbe deiner kinder. 4. Nimm mich arme hand voll erden, Lebens- geist! in deine cur, Und laß mich theilhaftig werden Deiner göttlichen natur.* Wirke unter reu und schmerzen Eine neue glaubens- kraft, Die allein dein odem schafft, In dem ganz ers storbnen herzen. Neige meinen geist und sun Zu dem lebens- heis land hin.* 2 Petr. 1, 4. s. Laß durch ihn mich kraft er. langen; Floß mir geist und leben ein, Ihn im glauben zu umfan gen: Laß den glauben thätig seyn, Laß mich todte werke meiden, Laß mich lieben meinen GOtt, Laß mich halten fein gebot, Heilig le, ben, muhtig leiden. Mache mich, als GOttes kind, Meinem vates gleich gesinnt. Mel. 15. Sollt ich meinem GOtt. Erridu haft im was 323. fer- babe mir viel 6. Laß den geist mir zeugniß ge gnade mitgetheilt: Meiner feelen ben, Daß mich GOtt als vater tiefer schade Ward durch Christi liebt. Gib mir kraft, dich zu erhes Blut geheilt, und dein geist, der ben, Wenn dein blick mir freude aufder tiefe, Als er alles schuf, gegiebt. Gib mir kraft, getroft zu schnebt, Hat mein todtes herz be- sterben, Weil ich nach versleßner lebt: Aber wenn ich mich recht' jeit, In der froben ewigkeit Soll 92 4 tip Von dem Werke der Heiligung 200 ein ewig leben erben, Da werd' ich den vater sehn: Guter geift, laß es geschehn! Mel. Mein herz und feel den zc. 324. Mein beiland, du mußt dich in uns verklären, Und uns durch geist und wasser neu gebähren: Wir müssen ia aus GOtt gebohren feyn, Sonst gehen wir nicht ins Beich GOttes ein. 2. Denn was allhier als fleisch vom fleisch gebohren, Ist sündlich fleisch und geht dereinst verlohren. Was aber geist vom geist gebohren heißt, Vergehet nicht, es ist und bleibet geist. 3. Serbrich in uns, o GOtt! bas sünden- wesen, Auf daß wir bald durch deine hand genesen. Vollführ in uns dein werk, du böchstes licht! Du mußt es thun, wir selber könnens nicht. 4. Ertidt in uns des fleisches bdse triebe, Entzünd in uns das feuer deiner liebe. Erwecke uns burch deinen gnaden- schein, So bringen wir vom tod zum leben ein. ein reines herz in mir, Ein hert, das von der argen welt Sich rein und unbefleckt behält. 2.Vor allen mache mein gemühs te Durch ungefärbte busſe rein, Und laß es, HErr! durch deine In Christi blut gewaschen seyn. Denn mache mich zur reinigs keit Des lebens fertig und bereit. gute 3. Regiere mich mit deinem geiste, Der mein getreuer benstand sen, Und mir erwünschte hülfe leis ste: GOtt! stehe mir aus gnaden bey, Und gib mir einen solchen geist, Der neu, gewiß und heilig heißt. 4.Doch weil ich meine schwachs heit merke, Mein vater! so vers wirfmich nicht, Und stoß mich we gen meiner werke Ja nicht von Deinem angesicht. Laß hier mich in der gnade stehn, und dort in deinen himmel gehn. s. Nimm deinen geift, den geift der liebe, Doch nun und nimmers mehr von mir. Ach! leite mich durch seine triebe und seinen bess stand für und für; Ja führe du mich durch die zeit Hinzu der reis nen ewigkeit. f. Bom himmel laß die lebenswaffer flieffen, Den strom des geistes sich in uns ergiessen; Donder Rechtfertigung. Mel. Alle menschen müssen 2c. Durch diesen wird der alte menfch 326.Shefier, Grofe der versenkt, Durch diesen wird neue mensch getränkt. 6. So wird der alte mensch zur gruft gebeuget, und durch das wort ein neuer mensch gezeuget, An welchem sich das bild des höchften weist: Und dis geschicht, o Bott! durch deinen geift. ser richter aller welt! Sich hie wird ein armer fünder Vor dein ftreng gericht gestellt, Der in füns den ist gebohren, Der dein ebens bild verlohren, Der mit laftern sich befleckt, Der in tiefen schul den steckt. Mel. Wer nur den lieben GOtt zc. groffer let, Deine straf gerechtigkeit, 2. Mein gewissen, das mich quds Dein 325. reines wejen! Der Nebst dem satan stehn bereit, Meis bu die reine herzen dir Zur steten wobnung außerlesen! Ach schaff ne seele zu verklagen, Ich weiß nichts darauf zu sagen: Denn ein * uge and zwar von der Rechtfertigung. 20 seuge* giebt sich an, Der gesehn, ket: Mich in JEfu wunden senket! was ich gethan. * a* mein eigen gewissen. GOtt der gnaden! dir sen ruhmr Und mein herz dein eigenthum. 3. Wehe mir, ich muß verder: ben! Ich seh nichts als höllenpein. Frecher fünder, du mußt fterben! Wird mein strenges ur theil feyn. Es erzittert meine feele Für des offnen abgrunds höle, Es erstarret geist und blut Für der ewgen schwefel- glut. 4. Doch GOtt lob! die furcht verschwindet, Weil ein bürg' ins cher findet, Der für den beklagten bitt't. O beglückte theure stunden, GOttes sohn hat seine wunden, Und sein blutig löse geld Mei nem richter dargestellt. <. Richter! siehe meinen bür gen, Siehe die bezahlung an: Dies fer ließ sich für mich würgen, Die fer hat genug gethan.Der hat dein gesetz erfüllet, Der hat deinen zorn gestillet. HErr! ich glaube, steh mir bey, Sprich von straf und schuld mich frey. 9. Laß mich nun die fünde hass fen, Die das Herz mit angst bes schwert. Laß mich alles unterlaffen, Was den theuren frieden stährt. Reinge täglich mein gewiffen, Laß mich eifrig seyn beflissen, mit vers leugnung dieser welt Das zu thun was dir gefällt. s ist das heil und 327, gut und lauter gnaden. Die werk vermögen nimmermehr zu heilen unsern schaden. Der glaub sieht JEsum Christum an, Der hat gnug für uns all gethan, Er ist der mittler worden. 8. Richter, der mich losgesprothen, Bater, der mich zärtlich liebt! Mittler, der, was ich verbrochen Und geraubt, GOtt wieder giebt! Geift, der mir den glauben schens 2. Da man, was GOtt geboten hat Jm g'ses, nicht konnte halten; Erhub sich zorn und groffe noht Vor GOtt so mannigfalten: Vom fleisch wollt nicht heraus der geift, Vom g'seg erfordert allermeist: Es war mit uns verlohren. 6. Ach! was hör ich? gnade! gua- 3. Es war ein falscher wahn das de! Gnade schallt in meinem ohr, bey: GOtt hått sein g'sex drum Ach! mich fünden- wurm, mich geben, Als ob wir mögten selber made, Hebt ein sanfter sug empor.frey Darnach vollkömmlich leben. GOtt spricht: fünder, du sollt le. So ist es nur ein spiegel zart, Der ben! Deine schuld ist dir vergeben, uns zeigt an die fündig art, In uns Sen getroft, mein lieber sohn! serm fleisch verborgen. Komm zu meinem gnaden thron. 7. Seht, wie sich der abgrund schliesset! Geht, wie sich der himmel freut, Da das blut des lammes fliesset, Da mich die gerechtigkeit Des vollkommnen mittlers decket. Wer ist, der mich ferner schrecket? Wer ist, der sich an mich wagt, und ein himmels kind verklagt? 4. Nicht möglich war, dieselb unart Aus eignen kräften lassen 1 Wiewol es oft versuchet ward, Doch mehrt sich sund ohn maase sen. Sie nahm ursache am gebot, Das draute mir den ewgen tod, Weil ich der fünde diente. s. Noch mußt das g'seg erfüllet seyn, Sonst wär'n wir all verdors ben: Drum schickt GOtt seinen sohn herein, Der selber mensch ist worden. Das ganz gesez hat er erfüllt, Damit des vaters zorn gestillt, Der über uns gieng alle. 25 6. Und Von dem Werke der Heiligung 6. Und wenn es nun erfüllet ist, werke thun, Dem guten fiets an Durch den, der es konnt halten: hangen. Denn wer gottloses wes So lerne jest ein frommer chrift fen treibt, Derselb im glauben gar Des glaubens recht'gestalte; Nicht nicht bleibt, Mit that er ihn vers mehr als: lieber HErre mein! läugnet. Dein tod wird mir das leben seyn, Du haft für mich bezahlet; 202 13. Wer gnad ben GOtterlans 7.Daran ich keinen weifel trag, get hat, muß ihn vor augen has Dein wort kann nicht betriegen: ben: Daß er bey ihm such hülfund Nun sagst du, daß kein menschräht, Dank ihm für alle gaben, berzag, Das wirst du nimmer lu- In feiner furcht freywillig leb, gen. Wer glaubt an mich, und Des fleisches lüften widerstreb wird getauft, Demselben ist der Das ist der weg zum leben. bimm'l erkauft, Daß er nicht werd verlohren. 8. Der ist gerecht vor GOtt al lein, Der diesen glauben faffet, Der glaub giebt aus von ihm den schein, So er die werk nicht läffet. Mit GOtt der glaub ist wol daran, Dem nächsten muß die lieb guts thun, Wenn du aus GOtt gebohren. 9. Es wird die sünd durchs g'set erkannt, und schlägt das g'wiffen nieder. Das evangelium kömmt zu hand, und stärkt den fünder wieder: Es spricht: nur Freuch jumt creuz herzu, Im g'setz ist we ber raft noch ruh Mit allen feinen werkent. 10. Die werk kommen gewißlich Ber Aus einem rechten glauben: Denn das nicht rechter glaube war, Den mander'r wollt berau ben: Doch macht allein der glaub gerecht, Die werke sind des näch ften kurecht, Daben wir'n glauben merken. 14. Wer aber sicher gehet hin, Thut, was ihm nur beliebet, Lebt fort nach seines herzens sinn, Der fleisches- lust raum giebet, Ruft GOtt nicht an, daß er ihn führ, Und ja mit seinem geift regier: Der läuft den weg zur höllen. 1. Dafür sich hütet, wer recht glaubt, Bewahrt, was ihm geges ben, Veracht't die welt, das fleisch betäubt, Gehnt sich nach jenem leben, Den glauben stets im werk erweist, Dem nächsten dient, GOtt ehrt und preist, Es geh ihm, wie es wolle. 16. Die hoffnung wart't der rech ten zeit, Was GOttes wort zufas get: Wenn das geschehen soll zur freud, Sett GOtt kein gewiffe tas ge. Er weiß wol, wenns am besten ist, und braucht an uns kein arge list: Des soll'n wir ihm vertrauen. 17. Ob sichs anließ, als wollt er nicht, Laß dich es nicht erschreckens Denn wo er ist am besten mit, Da will ers nicht entdecken. Sein wort laß dir gewisser seyn: Und ob dein herz spräch lauter nein, So laß dir doch nicht grauen. 1. Der glaub ergreifet JEsum Chrift, Sein creuz, verdienst und Berben, Dadurch die fünd gebuffet ift: Wir könnens nicht ers* 18. Sey lob und ehr mit hos werben. Die eigene gerechtigkeit hem preis, Um dieser gutthat wils Chut nichts dabey, ist wie ein len, GOtt vater, sohn und heils Fleid, So durch und durch beflecket. gem geist! Der woll mit gnad ers 12. Doch, wenn man durch den füllen Was er in uns ang'fangen glauben nun Gerechtigkeit em hat, zu ehren seiner majestät, Dos pfangen: Muß man auch rechtel beilig werd sein name. 19. Sein and zwar von der Rechtfertigung. 203 19. Sein reich ukomm sein will, 6. Wenn du beschauft das blut auf erd G'scheh wie im himmels so roht, Das von ihm ist gefloffens throne: Das täglich brot ja heut Wasch ab von mir den sündens uns werd: Wollst unsrer schuld koht, Weil ers für mich vergossen. verschonen, Als wir auch unsern Weil dich das fleisch erzuruet hat, fchuld'gern thun.Laß uns nicht in So laß des sohnes fleisch zur gnad versuchung stehn, Löf uns vom Dich wiederum bewegen. abel! amen. 7. Sehr groß ist, was ich oft und viel Mit sünden hab verschuls det: Jedoch ich nicht verzagen will: Weil Christus hat erduldet Ges horsamlich den bittern tod, Und mir dadurch, o treuer GOtt! Die feligkeit erwerben. Mel. Aus tiefer noht schrey ich zc. HErr mein GOtt! ich hab zwar dich Durch mich erzürnen können: Wie ich verföhne dich durch mich, Kann ich gar nicht aussinnen. Doch trofi't mich, daß dein liebstes kind, An dem man nichts sündhaftes Andt, Ist mein erlöser worden. 2. Vom himmel ist er williglich Auf erden zu mir kommen, Und hat mein fleisch und blut an sich Aus groffer lieb genommen; Daß er mich schwachen heilen mögt, Dir wiederum zum opfer brächt, Was dich zum zorn gereizet. 3. Dich hat ein mensch zum jorn bewegt; Dich mußt ein mensch verföhnen, Durchs creuz, das er so willig trägt, Dein'n grimm und zorn ablehnen. Zu dei ner rechten zeigt er dir Jest im merdar, wie er sich mir Mit freundschaft hat verbunden. 4. Sieh, dis ist meine zuver sicht, Dis ist mein ganz vertrauen; Billt du, gerechter GOtt! mich nicht Der fünden halb'r anschauen; So sieh mich doch in gnaden an: Weil gnug für mich dein sohn gethan, Und meine fünd gebüffet. <. Nimm wahr, o vater! dei nen sohn, Sey gnädig deinem Enechte: Kraft feiner menschwers dung verschon, Straf nicht nach ftrengem rechte. Wenn du siehst feine någelmahl; Laß meine fünben ohne jabl Darinu verborgen bleiben. 8. Groß ist mein ungerechtigs keit, Die deinen jorn erweckets Sein unschuld aber ist das kleid, Damit sie wird bedecket. Kein mensch so groffe fünde findt, Die nicht in Christi tod verschwindt, Der unser bruder worden. 1 9. Wer ist so sehr in aller welt Durch hoffart aufgeschwellet DenChristi niedrigung nicht fällt, Wenn er sie sich vorstellet? Des todes macht so groß ist nicht, Der bittre creuz- tod sie zerbricht, Den GOttes sohn erlitten. 10. Ja wenn man Chrifti gnad und huld und aller menschen füns den Auf gleiche wage legen sollt So würde sich befinden Ein sob cher groffer unterscheid, Als zwis fchen nacht und tages; eit, Al zwischen höll und himmel. * 11. Darum, o du liebreiches Gott! Deß gnad nicht auszus gründen, Durch deines sohnes blut und tod Verzeih mir meine fünden. Laß durch sein unschuld meine schuld, Durch sein geduld mein ungeduld Gänzlich getilget bleiben. 12. Gib seine demuht mir zum schutz, Die mich für stol; behüte, Gein fanftmuht steure meinem truh, Daß ich nicht feindlich wüte. Er sey mir all's, was ich bedarf, So wird fein urtbeil feyn fo ( chart. Von dem Werte der Heiligung 204 scharf, Das mich verdammen mdgte. Mel. Ach Gott vom himmel 2c. 329.Wenn dein herzlieb ster sohn, o GOtt! Nicht war auferden kommen.Und bätt, da ich in sünden todt, Mein fleisch nicht angenommen: SI müßt ich armes würmelein Zur bouen fahren in die pein, um mei ner unthat willen. 2. Jezt aber hab ich ruh und raft, Darf nimmermehr verzagen; Weil er die schwere sünden- last Für mich selbst hat getragen. Er bat mit dir versöhnet mich, Da er am creuz ließ tödten sich, Auf daß ich selig würde. 3. Drum ist getroft mein herz und muht, mit kindlichem ver trauen. Auf dis sein rosinfarbnes blut Will ich mein hoffnung bauen, Das er für mich vergossen bat, Gewaschen ab die missethat, Daß ich schnee- weiß bin worden. 4. In seinem blut erquick ich mich, Und komm zu dir mit freu den. Ich suche gnad demühtigkich; Von dir soll mich nichts scheiden. Was mir erworben hat dein sohn, Durch seine marter, spott und Bohn, Kann mir der feind nicht gauben. 1. Nichts hilft mir die gerechtigkeit, Dievom geseg herrühret, Wer sich in solchem werk erfreut, Wird jammerlich verführet. Des HErren JEsu werk allein Das macht, daß ich kann selig seyn; Weil ich fest an ihn gläube. * 6. GOtt vater! der du alle schuld Auf deinen sohn geleget; HErr JEsu! deffen lieb' und huld all meine sünden tråget: O heilger geist! deß gnad und kraft Alfein das gute in mir schafft; Laß mich ans end bebarren. Mel. O GOtt du frommer te. des herz! Dich 330. Was darfst du, bid, angsten und so zagen, Daß deine fünden dich Ohn unterlaß verklas gen, und gehn dir übers haupt, Gleich centuer- schwerer laft, So daß du keine ruh Für ihrer menge haft? 2. 3war billig mußt du dir Das mit GOtt verderbt: Vor dem ift fünden- urtheil sprechen: Du hasts dein verbrechen Und böser herzenss haft den tod verdient, Das ist ge grund Entdeckt und offenbar: Du wißlich wahr. So hat GOtt gleicher maassen 3.Verdammt dich nun dein herz Ein theuer wehrtes wort Dir ofs und wahr Als du ein fünder bist, fenbaren lassen, Daß, so gewiß Auch JEsus dir zu gut Auferden kommen ist. Denn darum hat GOtt eben Den 4. In dem steht unser heil: eingebohrnen sohn Der welt aus lieb gegeben, Der alle sünden trägt: Daß der, so an ihn glaubt, nun nicht gerichtet wird, Und ewig selig bleibt. s. Der bot sich selber dar, Volls kommen zu erfüllen, Was uns uns möglich war Bey dem verderbten willen, Der etwas guts zu thun Nicht lust noch kräfte hat. trug gesen und fluch An unfer aller statt. 6. Wir sind durch sein verdienst Nunmehr aus lauter gnaden Ohn unser werk gerecht: So daß nun Adams schaden, Der ganz vers zweifelt bds, uns nicht mehr tödts lich ist; Weil JEsus unsre schuld Durch seinen tod gebüßt. 7. Wolan, ich troge nun Der höll und ihren flammen. Will gleich mein herz sich selbst Voll zweifelmuht verdammen; So ift GOtt, dessen wort Wir solchen trog und zwar von der Rechtfertigung, troft verspricht, Viel grösser als mein herz: Er täuscht und läßt mich nicht. 8. Laß mich nur deinen geift, O mein erlöser! stärken, Daß ich dir dankbar sey, Daß von den tod: ten werken Du mein gewissen haft Gereinigt durch dein blut: Und mach noch immerfort Mein herze rein und gut. 9. Laß die erlösungs kraft Stets siegreich in mir kämpfen, Den fatan, welt und fleisch Und alles das zu dämpfen, Was meine feel anläuft, Daß nimmermehr forthin Die fünde herrsch in mir, Der ich gestorben bin. 205 wort mich trösten kann: JEsus nimmt die fünder an. 6.Ich bin ganz getrosten muhtss Ob die fünden blutroht wären, müssen sie, kraft deines bluts Dennoch sich in schneeweiß kehs ren, Daß ich glaubig sprechen kann: JEfus nimt mich fünder an. ant. s. Jeh betrübter tomme hier, Und bekenne meine fünden: Laß, mein heiland! mich bey dir Gnade jur vergebung finden, Daß die 7. Mein gewissen beißt mich nicht: Will mich das geset verklas gen? Der mich frey und ledig spricht, hat die schulden abgetras gen, Daß mich nichts verdammen kann: JEfus nimmt die fünder an. 8. JEfus nimmt die fünder an, Mich hat er auch angenommen, Und den himmel aufgethan, Daß ich selig zu ihm kommen, Und auf den troft sterben kann: JEsus Mel. 8. JEsus meine zuversicht. 331.Jefus nimmt die fün- nimmt die fünder an. der an. Sagt dieses trost- wort allen, Welche von der rechten bahn Auf verkehrten weg verfallen: Hier ist, was sie retten kann: JEsus nimmt die fünder an. 2. Keiner gnade sind wir wehrt; Dennoch hat in seinem worte Er sich gnadenreich erklärt, und die theure gnaden- pforte Durch sein blut felbst aufgethan: JEsus nimmt die fünder an. 3. Wenn ein schaaf verlohren ift, Suchet es ein treuer hirte. Jesus, der uns nie vergißt, Suchet treulich das verirrte, Zei get ihm die rechte bahn: JEfus nimmt die fünder an. 4. Kommet alle, kommet her, Kommet, ihr betrübte fünder! JEfus rufet euch, und er Macht aus fündern GOttes finder: Gläubet es, und denkt daran: JEsus nimmt die fünder aus Mel. JEsu deine heilge wunden. 332. Groffer GOtt! wirf mir weg die sünden- last. Sieh! ich hab in meinen armen Das lamin GOttes aufgefaßt, Welches meis ne fünde trägt, Und dir deinen zorn gelegt: Ach! um dessen wils len schone, Und mir nicht nach fünden lohne. 2. Dis lamm hat mit seinem blute Meine seele theur erkauft Jft erwürget mir zu gute: Auf sein blut bin ich getauft. Meine kleider sind nun hell, und mein nam' hat eine stell In dem lebens- buch: drum schone, Und mir nicht nach sünden lohne. 3. Dis blut kann dein Herz ers weichen, Hör nur, wie es für mich schreit! Sieh, ich trag die gnadens zeichen, Daß ich dir, mein GOtt! geweiht, Und frey von der fündens macht, Ob sie mich gleich noch vers Flagt; Ach! um deffen willen schone, Und mir nicht nach fünden lohne. 4. Weil das lam bat überwuns den s 206 Von dem Werke der Heiligung den; So hilf, daß auch ich, dein, den, Nichts verdammliches in tind, Durch des lammes blut finden. und wunden Sünd' und hölle s. Schon im heilgen waffer- bas überwind. Dis lamm laß ich nim- de Hat dich sein verdienst ges mermehr, Jhm gebühret preis schmückt, und das zeichen seiner und ehr: Ach! um dessen willen gnade, GOttes bild, dir einges schone, Und mir nicht nach sün- drückt. Nunmehr bist du GOttes den lohne. kind, Darum sey getrost gesinnt z Denn GOtt wird, hast du gleich fünden, Nichts verdammlichs an dir finden. f. Wenn das lamm mich dort wird weiden In der himmels- herr lichkeit, Leiten zu dem brunn der freuden; Will ich, in GOtt höchst erfreut, Danken dir zur selben frift, Daß alleine meiner ist Um bes lammes blut verschonet, Und mir nicht nach fünd' gelohnet. Mel. JEsu deine heilge wunden. ichts verdammlichs 333. N ist an denen, die in Christo JEfu sind: Darum still die fluht der thränen, Die aus dei nen augen rinnt. Weinest du gleich tausend jahr, Ey so würdest du fürwahr Für die kleinste dei ner fünden Dadurch doch kein mittel finden. 2. Schaue nur nach Chrifti blute: Dieses, dieses macht dich rein: Das soll bey zerknirschtem muhte Dein erquickend labfal seyn. Er ruft selber: komm herzu, Daß dein glaube sich zur ruh hier in meine wunden lege, Und dich nichts verdammen möge. 6. Sein verdienst wird dir ges schenket, Da sein wahrer leib dich speist, und sein wahres blut dich trånket. Was sich hier für liebe weist, Spricht so gar kein engel aus. Darum folgt gewiß daraus, Daß an dir, hast du gleich fünden, nichts verdammliches zu finden. 7. Nun getrost, auf solchen glauben Leb' und sterb ich als ein christ. Ihn soll mir kein teufel rauben, Ob er noch so grausam ist. Nichts verdammlichs ist an mirz Denn mein heiland, mein panier, Spricht mich frey von ienen flams men, Die des satans brut vers dammen. 8. O mein liebster JEfu! leifte, Leiste kraft nach deiner treu, Daß mein wandel nach dem geiste, Und nicht nach dem fleische sey. Also steh ich allemahl Sicher in der gnaden- wahl, und ich faß den troft zusammen: Nichts kann mich in dir verdammen. 3. Was soll dich verdammen können? GOtt ist hie, und macht gerecht. Ist wol eine schuld zu nennen, Welche der gerechte Mel.Wer nur den lieben GOtt 2c. Buecht, JEſus Chriftus, nicht ges 334. Also bat GOtt die büßt? Wie er aller heiland ist; Also bleibet er alleine Auch inson Derheit der deine. welt geliebet, Daß er fein eingebohrnes kind Für alle jur versöhnung giebet, Die der verdammniß schuldig sind. Wer glaubt, der soll von sünden rein, Und jenes lebens erbe seyn. 4. Sein verdienst ist dir gegeben In dem evangelio; Seine gnade, beil und leben Machen hier die feele froh: Hier schließt JEsu her; sich auf; Drum vertraue feft dar auf, Daß an dir, bast du gleich fünstrübet, Ad! so erfreut mich dieses 2. Also hat GOtt auch mich ges liebet, und liebt mich diese ftunde noch. Ob mein gewissen mich bes docb: 207 and war von der Rechtfertigung. doch: Ich habe Chrifti theures| Mel. Es ist gewißlich an der zeit. dem blut, Das macht mein bis gewiß 335.20 all seine fünd Allfen gut. hier in diesem leben, Gleich wie ein vater seinem kind, Aus gnad und huld vergeben, und ihm sie nicht mehr rechnet zu! Wol ihm, er wird gewisse ruh In seiner feels haben. 2. Der ist nun fren von misses that, und rein von allen schulden. Kein falschheit er im herzen hat, Steht fest in GOttes hulden. Ein heuchler aber geht zu grund, Weil er des HErren gnaden- bund In JEfu Christ verachtet. 3. Denn da ich meine fünde wollt Verschweigen und bedecken, Wußt ich nicht, wo ich bleiben sollt Für seelen- angst und schrecken. Ja mir verschmachtet mark und bein, Ich konnte nicht zufrieden seyn, Mein herze wollt mir brechen. 4. Denn dein gerechter ernster zorn, Weil ich mich nicht erkanns te, Stach mich gewaltig, wie ein dorn, Und wie ein feur mich brannte; Daß ich zuletzt bekennen mußt, Und sprach: ich habe keine luft 3um guten allenthalben. 3. Ich weiß, der fünden meiner jugend Gedenkt mein frommer GOtt nicht mehr. Ach! ich verließ den weg der tugend, und alle Lafter liebt' ich sehr; Doch ist mir alles herzlich leid, und such ich nur barmherzigkeit. 4. Zwar, will GOtt ins ge richte gehen; So bin ich ein verlohrner knecht. Wie könnt ich doch vor ihm bestehen? An mir ist alles ungerecht; Doch das ist meine zuversicht: Wer glaubet, der wird nicht gericht't. 5. GOtt jürnet wider alle sünden, Die man die lebensjeit gethan; Doch kann man auch vergebung finden, GOtt fiehet reu und glauben an. Stürmt fünde, tod und strafe sehr, Ift doch die gnade mäch tiger. 6. Wirft mein gewissen, hdu und teufel Mir immer meine greuel für: Mein herz ist frey von allem zweifel, Und spricht: GOtt handelt nicht mit mir Nach meiner fünd und misses that; Weil Christus sie gebüffet bat. 7. Auf diesen glauben will ich leben, So sterb ich auch, und anders nicht. Mein JE: fus wird mir alles geben, Was meiner schwachheit noch ge= bricht. Ich habe nichts: doch er allein Soll mir in allem al les fenn. 5. Und da ich solches frey bekannt, und dich anrief um gnaden: Hast du den schweren grimm gewandt, Mit dem du mich beladen. Du mein gewissen wieder labst, und mir all meine sünd vergabft, Um deines nas mens willen. 6.Hierum die heilgen allzumahl Im neuen bund und alten Dich werden bitten überall, Und darinn recht behalten, Im glauben durch 8. So ruhet mein erschreckt den heilgen geist. Denn ihr ges gewissen, So hat mein geift gerechtigkeit die heißt Vergebung trosten muht: So will ich Got: aller fünden. tes liebe kúffen, So wird mein end und alles gut: Das ist mein troft- und freuden licht: Ich lasse meinen JEsum nicht. 7. Darum so trau ich dir allein, Wenn tod und teufel wüten: Da wirft mich für der höllen- pein, Das glaub ich fest, bebüten. Denn dein fobn 208 Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten sohn Jesus Christus hat Für alle meine missethat Am holz genug bezahlet. 8. Mein her: wollst du, HErr! durch dein wort Zu deinem dienst bereiten, Und weil ich leb', mich immerfort mit deinen augen lei ten; Daß ich auf deinem wege bleib, und ob der wahrheit gut und leib, Wenns nõhtig ist, zusehe. 2. Er ruft mir zu: mun bin ich dein, Und du bist mein hinwieder z Dich mach ich frey von aller pein, Drum singe friedens- lieder: Ich fülle dich mit troft und freud, Und crone dich mit wonne, Dich schmückt mein schönes unschuldss kleid Viel schöner, als die sonne. 9. Send nicht, wie roß und mauler sind, Die ohn verstand binleben, und wenn man sie nicht äumt und biudt, Halsstarrig wis derstreben. Bielmehr gehorchet GOttes stimm, Auf daß euch nicht sein ernster grimm an leib und feel verderbe. 10. Der gottlos' hat viel angst and plag', Das macht sein falsch bertrauen: Denn er vermag an teinem tag Des HErrn gnad an zuschauen. Wer aber sich auf GOtt verläßt, Den wird die gut umfahen feft; Deß freut euch, ihr gerechten! Von denen aus der Rechtferti gung flieffenden Früchten, als I. von dem Frieden des Gewissens. Del. Durch Adams fall ist ze. ch bin getroft, und 3. Was will mich nun von Chris sti huld und seiner liebe scheiden? Verklagt mich meine fündens fchuld, So faß ich Chrifti leiden: Dis stellet mich in sicherheit, Und stillet mein gewissen; So krieg' ich fried und freudigkeit Zum schild und sanften küssen. * 11. GOtt vater, sohn und heilger geift! Dir sey lob, preis und thre Für alles, was du uns erMel.Wer nur den liebenGOtt ze. weift: Dein fegen sich vermehre, 337. Gott lob! ich habe Daß wir fort spühren deine güt, Und stets mit willigem gemüht Dir und dem nächsten dienen. frieden; Das taublein ist in seiner ruh. Jch liege nun in JEsu wunden, Mich deckt des vaters liebe zu. Sein geist bezeuget meinem sinn, Daß ich mit GOtt versöhnet bin. 2. Wie hart schlug des gesetzes hammer, Da er an mein gewissen schlug! Was fühlt' ich da für angst und jammer; Was merkt ich nicht für selbst betrug! Der fluch zers knirschte mir das herz, und warf 336. weil ich JEsum funden. Ich lieg und schlafe sicherlich In seinem schooß und wunden. Dis ist der ort, allwo mich nicht Sünd, tod und bölle schrecket: Weil mir in Chrifto nichts gebricht, Uud seine wacht mich decet. 4. Hab dank, o JEfu, GOttes. sohn! Der du den frieden bringest, Der du den höchsten allmachts thron Verläsfest, und bezwingeft Was uns den theuren frieden stöhrt. Laß mich zum tempel werden, Wo nichts als fried und freud einkehrt. Sey selbst mein fried auf erden. 3. So bald ich aber den umfans gen, Der auch mein friedens- stifs ter ift: Kann ich nun troft und gnad erlangen, Weil er den fluch für mich gebüßt, Und diesen krieg schon beygelegt, Den satan gegen mich erregt. 4. Mun als von dem Frieden des Gewissens. 209 ewiglich: Uns giebst du deinen fohu, Du giebst ihn, uns zu gut, In noht, tod, spott und hohu; 3. Auf daß ein jeder mensch, Der ihn mit glauben faffet, und als ein kind des lichts Die finstre werke haffet, Dein fel'ges hims melreich Besig in ewigkeit, und lebe stets bey dir In lauter fried und freud. 4. Hast du mir deinen sohn, O frommer GOtt! geschenket, Den man für mich aus creuz In höchs fter schmach gehenket, Der ausges standen hat Für mich so schwere pein: Wie solltest du mir gramm und feind noch können seyn? 4. Nun ist die Handschrift aus Beldschet, Die mir so hart entge gen stund. Da Christi blutmich reine waschet, Tret' ich mit Gott aufs neu in bund: Er liebet mich und zürnet nicht, Weil JEsus sel ber für mich spricht. 5. Wer will mich ist mit recht verdammen? Die schuld verlieret ihre kraft. Durch JEsu heisse liebes flammen Chu ich dem vas ter rechenschaft; So kann mein bers nach erster pein In ruh und fillem friede seyn. 6. So schenke mir nun diesen frieden, Den diese welt nicht geben kann. War ich zuvor von dir geschieden, So nimm mich nun von neuen an: Und wenn der feind aufs neue droht, So tilge du auch solche noht. 7. Dein friede müsse mich bes wahren, Damit mein geist stets ruhig sey. Steh mir in mancher- legest, mit geduld. len gefahren mit deiner kraft und gnade bey: Bis mich die him mels- ruh erquickt, Wo mich die fünde nicht mehr drückt. 4. Nachdem ich bin mit die Durch seinen tod vertragen, Bin ich gleich trübsal voll; Darf ich doch nicht verzagen. Ich denke bald bey mir An deine lieb und huld, Und trage, was du mir Aufs 6. Ich glaube fest, daß du Aus liebe, mir zu gute, Michzüchtigft väterlich mit deiner vater- ruhte, Und werdest endlich noch Abwens 8. Ach gib mir, deinem ars den alles leid; Ich weiß, du wirst men schaafe, Mein friedens- fürft! es thun, O Gott! zu rechter Dis wolergehn, Daß ich in friede; eit. sicher schlafe: Laß mich nach jenen stunden sehn, Worinnen aller frie: de liegt, Der fünde, höll und tod besiegt. 7. Wenn mich die fünde drückt, Und das gewissen naget: Wenn mich der satan schreckt; Bleib ich doch unverzaget. Denn deinheris liebster sohn Hat meine groffe schuld Der fünden, an dem creus Mel. Nun danket alle GOtt 338. Wie groß ist doch, Bezahlet mit geduld. GOtt! Wie groß 8. Er hat für alle welt Den bits ist deine liebe, Die du zum mentern tod gelitten, und aller mens fchen trägst! Wenn ich mich oft schen schaar Die feligkeit erfirits betrübe In meinem creuz, und ten. Hieraufverlaß ich mich, Und denk' An diese gütigkeit; So wird schlieffe, daß ich sey Ein kind der ses dadurch mein her: Von aller angstligkeit, und von der fünde frey. befrent. 9. Durch sein verdienst kann ich 2. Du giebst uns deinen sohn, Vor dir, mein GOtt! bestehen, Uns, die wir fünder waren, Die und aus der welt getroft In deis wir zur höllen- pein Mit schmer: nen himmel gehen. Erhalte nur in ten sollten fabren Und brennen mir Des wahren glaubens fraft, Die 210 Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten Die mich mit dir verbindt, Und| kein schade, Denn wir habenGOt. neues leben schafft. tes gnade; Ja wir überwinden weit, Denn GOtt liebt uns ieders zeit. 5. Ja ich weiß gewiß, und glaus be, Daß kein leben, daß kein tod Mir die liebe GOttes raube, Ob gleich welt und hölle droht: Wes der macht noch wunder werke, Fürstenthümer, engel, stärke, Noch was ist und künftig ist, Scheidet mich von JEfu Chrift. 6. Weder was man hoch und prächtig, Oder tief und niedrig itennt, Noch sonst ein geschöpf ift mächtig, Daß es mich von Jesu trennt, Daß es mich von GOttes liebe, und von seiner gnade triebe, Die allein in JEfuChriftMeinem HErrn und heiland ist. * 10. Wenn einst die ftunde timmt, Da ich die welt soll laffen; So wollst du meinen geist In deis ne arme fassen; Und führe ihn hinauf Zu fenem freuden licht, Wo lieblich wesen ist Vor deinem angesicht. 11. Da will ich, treuer GOtt! Hochpreisen deine thaten, Wo durch du mir so wol An feel und Leib gerahten: Wenn ich in stolzer zuh Leb ohne end und zeit, und weiß nicht mehr von furcht, Von fchrecken, krieg und streit. 339. Mel. JEsu meines Lebens leben. er will, was GOtt auserwählet, Was er selbst gerecht gemacht, und zu feinen kindern zählet, Zu verklagen seyn bedacht? Weil GOtt, die erft fünden knechte, Selbst erklägerechte. and heil ist hie, Weſſen macht ver: 2. Von der Gnaden- Rindschaft Gottes. Dammet sie? Mel. Allein GOtt in der höh. welch ein ungemeis 340. ner ſchon ge mein herze laben, Ich soll dereinst 2. Hier ist Christus, der gestors im himmel plag Bey meinem JE ben Ja auch auferwecket ist, Welfu haben. Ich soll in aller angst und cher durch sein blut erworben, Was geraubt des satans lift: Die fer sitet GOtt zur rechten, Seine schaafe zu. verfechten; Er vertritt ams fiets ben GOtt, Und erlift aus aller noht. pein Sein liebstes kind und erbe seyn, Bis ich zur ruhe komme. 3. So wird uns nunmehr nichts scheiden Von des höchsten liebestren, Keine freude, keine leiden; Seine huld bleibt ewig neu. Creuz, verfolgung, trübsal, schmerzen Erennen nicht mehr unsre her: jen: Wir besiegen creuz und noht, Hunger, schwert, gefahr and tod. 4. Werden wir auch, wie geschrieben, Durch den ganzen tag getränkt, zu der schlachtbank bingetrieben, und mit ach und weh getränkt: O dis ist uns ia 2. Was acht ich doch ein fürs ftenthum? Was eines königs cros ne? Dis ist mir viel ein größrer ruhm, Daß mich zu GOttes sohne mein theurer heiland selbst ges macht, Als er am creuze ward ges schlacht Um meiner fünde willen. 3. Was kann mir iezt der teufel thun? Was fünde, tod und hölle? Ich kann für ihnen sicher ruhn, Weil JEsus mein geselle Und liebster bruder worden ist, Der alle bitterkeit versüßt Im leben und im sterben. 4. Nun wol! so will ich auf der welt Mit GOtt nach sons nichts streben, Als, wie es feinem rabt gefällt, Beständig fromm in Teben 211 als von der Gnaden- Kindschaft Gottes. leben, Sonst kam ich um mein Ein- jeigt, Was diefer schudden welt Des- recht, und würde wieder fatans knecht, Wenn ich nicht JEsu folgte. gebricht, Die blind verbleibt bey seinem licht. Ich bin nun an der feele reich, Werd einst den engelu GOttes gleich. s. So lang ich aber dieses thu, Was er gethan will wissen; So kann die innre seelen- ruhmir alles leid verfüffen. Was acht ich hoheit, gut und geld? Was frag ich nach der ganzen welt, Wenn GOtt mein vater heiffet? Rel. Vater unser im himmelr. 341. in rub, Und tritt mit zuversicht herzu, Wir wollen hin zum vater gehn, Den wir so liebreich vor uns sehn; Zum vater, der uns nacht und tagMehr locket, als man glauben mag. 2.Dein vater ruft ja für und für: Komm, meine seele! komm zu mir, Daß ich dir geb, o liebstes kind! Was dir mein raht ersprießs lich findt; Ich mache ia von herjens- grund Aus gnaden mit dir eis nen bund. 7.Drum rufich: vater! du bist mein, Ich soll dein kind und erbe fenn: Dis lehret mich dein guter geift, Der mich im glauben beten heißt: Ja, der versichert her; und sinn, Daß ich von dir erhdret bin. 8. Dir, welt! dir hab ich abges plagt; Dieweil sie leib und feel bes fagt, Weil deine lust doch endlich und lohne giebt. Ich suche iene seligkeit, Die GOtt den seinen hat bereit. 9. Indessen hab ich meine luft Am HErrn, dem all mein thun bes wußt, Der mir in nshten helfen Fann: Drum rufich ihn, als vater, an, Und glaube, daß er mich ers quickt, wenn mich die last des creuzes drückt. 1. O herrlichkeit! o ehr und pracht! Die uns zu GOttes kin10. In schwachheit flag ich tag und nacht: Mein vater! nimm dein kind in acht. In armuht fleb ich voll begier: Mein vatc:! wens de dich zu mir. Ich ruf in höchster traurigkeit: Hilf, vater! es ist hos he zeit. 3. Du bist ja meiner hände werk: So bleib ich deiner schwachheit fårk, Und siehe ben dir in der noht: Ich lasse dich auch nicht im tod. Jeh helfe dir zu jederzeit, Wenn deine seele zu mir schreit. 4. Dein vater heiß ich ewiglich: Darum gedenk ich stets an dich, Und merk auf dein geschrey, so oft Dein glaub auf meine gute hofft; Dageb ich, was dir nohtig thut, Was dir an leib und feele 3. Von der Vereinigung mit gut. Gott und JEsu. 11. So graufam scheint mis keine noht, So bitter nicht der herbe tod: Ich fühle troft, ich fpühre raht, Wenn mich mein Gott erhöret hat. Drum, schudde welt! fahr immer hin, Weil ich ein kind des höchsten bin. Mel. Wie schön leucht uns der 16. etreuer birt und 342. Mein freund und schönster bräus tigam! Du firitteft, uns zum fries den: Du mußteft, da du dir zue 6. Wie tief hat sich mein GOtt braut Die seele wiederum veks geneigt! Weil er uns alles bis ere traut, Die sich von dir geschieden, Schatts te GOtt, Der herzog und HErr zes baoth, Der alle ding erhält allein, Will unser aller vater seyn. 812 Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten Schande, Bande, Strick und kets ten, Sie zu retten, Schwer empfint. den, Uns getrennte zu verbinden. 2. Dein gnaden- wort, dein sa crament Vereinigt das, was sich getrennt, Mit dir und GOtt aufs neue: Wenn mich dein geift zur buffe weckt, Wenn des gesezes fluch mich schreckt; So muß mein geist in reue Herzlich, Schmerz lich und zerschlagen Dis beklagen Voller sorgen, Daß dein licht vor mir verborgen. 7. Ich erd und asche! wer bin ich? Und wer bist du, HErr! daß du mich Zum tempel dir erbauet? Geheimniß! du bist warlich groß, Bom teufel macht mich JEfus los, Und hat sich mir vertrauet. Zagen, Plagen und die strafe Aller schaafe Drückt den hirten, Bur erlösung der verirrten. 3. Wenn aber dein getreuer geist Mich los von diesen banden reißt Im facrament und worte; Go hdr ich dich: kommt ber zu mir! Drum nah ich mich getroft su dir, Bu dir, der gnaden- pforte. Lehre, Mehre, Gnaden pforte!* 9. Mein brautigam! du lebst in In dem worte Meinen glauben, mir, Mein HErr und GOtt! ich Daß ihn niemand könne rauben. Leb in dir: Dis band laß ewig bleis 8. Ja weil er meine fünden trug, Dieweil das schwert den hirren schlug; So litt er meine ftrafe. Sein leben aber ist nun mein, Mein freund ist mein, und ich bin sein; Er ist es, der die schaas fe Kennet, Nennet. JEfus triegs te, JEfus siegte, JEsus kämpfte, Daß er meine feinde dämpfte. 4. Der glaube machet mich geben. Ach lebe du in mir, daß ich recht: Im glauben find ich böser Die todten sünden, welche dich Enecht Den himmel hier auf ers Aus meinem herzen treiben, Haffe, den. Im glauben werd ich JEsu Laffe, Und die brüder, Deine glies beauf, und GOTT zum tempel der, Herzlich liebe Nach des reis aufgebaut: Denn durch den glaunen geiftes triebe. ben werden Sünder Kinder; Un gerechte Todes knechte Sollen les ben: Dürre reiser werden reben. 10. Du wohnst bey mir in dieser zeit, Bey dir wohn ich in ewigkeit: Hier heißt es nur vertrauen: Doch *. Also hat sich das höchste gut hab ich gnug versicherung, Die Der menschen her, durch JEsu völlige vereinigung Und hochzeit blut, Zur wohnung auserlesen; dort zu schauen. Wende, Ende Al Dren, die ein einger GOtt nur| les leiden, Laß mich scheiden, Nach find, Verbinden ein gerechtes dem sterben Ungetrennt mit dir in Find mit ihrem höchsten wesen. erben. Leben Geben Ihrer liebe Reine triebe uns auf erden, Daß wir eins in ihnen werden. Meloden 24. 6.So kann die feele frölich seyn, 343. Beschränkt, ihr weis Bey ihr kehrt Gott und JEsus freundschaft immer auf die gleis ein, Sie bleiben unzertrennet! chen, und leugnet, daß sich Gott and meinen gliedern bleibt der gesellt Mit denen, die ihn nicht ers rubm, Daß GOtt sie selbst sein eis reichen. Ist Gott schon alles, und genthum tind Christi glieder nen- ich nichts, Ich schatten, er die net. GutesMuhtes Kann mein lesquell des lichts, Er noch so stark, ich ben Ott erheben,! nd mit singen noch so blöde. Er noch so rein, ich Iba zu loben, opfer bringen. noch so schudde, Er noch so groß, ich als von der Vereinigung mit Gott ano JEfe. arg ich noch so klein: Mein freund ist| len geist. Mein freund ist meines mein, und ich bin sein. lebens leben. Nach einem, des mich seine heißt, und sonst nach keinem soll ich streben; Dem ich mich, der sich mir ergiebt, Den ich, und der mich wieder liebt, Von dem ich nichts mehr kann bes gehren: Der mir nichts bessers kann gewähren. Dis licht verblens det allen schein: Mein freund ist mein, und ich bin sein. 7. Ohn ihn ist mir der himmel trüb', Die erd ein offner höllens rachen: Hingegen kann mir seine lieb' Die eindd selbst zu eden mas chen. Ohn ihn ist mir, trots aller meng! Die zeit zu lang, die welt zu eng. Ich bin, wenn feind und freunde flichen, Wenn sich die ens gel felbft entziehen, Zwar einsamt, aber nicht allein. Mein freund ist mein, und ich bin sein. 2. Mein Goel*, mein Immanuel, Mein mittler konnte mittel fin den, Sich meiner hochbedrängten feel, Die ihn herab zog, zu verbin den. Mein Salomon, mein Jo nathan, Mein brautigam, mein GOtt und mann kam von dem himmel auf die erden, Mein muht und blutes- freund zu werden, Ein leib und geist, mein fleisch und bein: Mein freund ist mein, und ich bin sein.* erlöser. Hiob 19, 25. 3. GOtt, welcher seinen sohn mirgab, Gewährt mir alles mit dem sohne; Nicht nur sein creuz, nicht nur fein grab, Auch seinen thron, auch seine crone: Ja, was er redet, hat und thut, Sein wort and geist, sein fleisch und blut, Was er gewonnen und erstritten, Was er geleiftet und gelitten, Das raumet er mir alles ein. Mein freund ist mein, und ich bin sein. 4. Ich finde nußen, luft und ehr Bey unserm bund im höchsten grade. Er heischet von mir sonst nichts mehr Als glauben; und ich nichts, als gnade. O wol der wahl, die uns gefügt! Weg reu und tausch! ich bin vergnügt In thm, und er mit mir zufrieden: Drum bleibt ben beiden ungeschies den Ein herz und mund, ein ja and nein. Mein freund ist mein, und ich bin sein. . Zwar kann er aller christen muhtmit seiner liebe fattsam weiden; Wir dürfen um dis höchste gut Nicht eifern, noch einander neiden. Durch unsern gröffesten genuß Erschöpft sich nicht sein überfluß; Drum will ich ihn zwar teinein leugnen, Doch mir vor al len fest zueignen: Welt! zank dich um das mein und dein: Mein freund ist mein, und ich bin sein. 6. Dein freund ist meiner fees 8. Man nehme alles, was ich hab, Man gebe mir nichts, was ich heische, Man schimpfe mich, man freif mich ab, Man zieh' mir kleid und haut vom fleische, Nehm speiß und trank, und was man will: Mein freund bleibt meine hüll und füll: Die welt mag mis nur alles rauben; Sie lasse mir nur meinen glauben, So bleibt das beste dennoch mein. Mein freund ist mein, und ich bin sein.. 9. Sein ist mein leib und meine feel, Die er erschuf und auch ers idste, Hier nährt und falbt mit freuden- dl, Bis er dort beide ewig tröfte. Sein ist mein muht, fein if mein sinn, Sein ist, mit kurzem, was ich bin; Ja, was ich um und an mir habe, Ift alles feine gna, den- gabe, Die macht mich auch vom undank rein: Mein freund ist mein, und ich bin sein. 10. Sein ist mein werk. sein ist mein ruhm. Er fuchte mich, eh ich ihn fande. Ich habe für mein eigenthum Sonst leiber! nichts, 03 als 214 Bon der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Frachien herze hin und lieb' auch mich, weil ich der deine bin. als sünd und schande; Doch hat mein freund auch diese laft, Zufammt dem creuz, auf sich gefaßt; Und, meine feindschaft abzuschaffen, Die scharf gebüßte schuld und strafen Verscharrt in feines grabes schrein. Mein freund ist mein, und ich bin sein. 4. Ja, nimm mich ganz nach dets nem beilgen willen, und eile, mein verlangen zu erfüllen. Ich bin schon selig hier in dieser zeit, Weil Jesus sich mir selbst zu eigen weiht. 11.Sein ist mein glück und meis ne zeit, Sein ist mein sterben, und mein leben zu seinem ehren- dienst geweiht, Von ihm bestimmt, und ihm ergeben. Es kommet, was ich laß und thu, Von ihm her, und ihm wieder zu. Sein sind auch alle 6.So komme denn zu mir, mein meine schmerzen, Die er ihm zärtlicht und leben! Und mache mich Lich zieht zu herzen. Er fühlt und ahndet meine pein: Mein freund ist mein, und ich bin sein. s. Was kannst du doch, o seele! mehr verlangen? Auf! schäme dich, dem eiteln anzuhangen. Ach nimm mich bald, mein JEsu! von der welt, Mein vaterland ist dort das himmels- zelt. 12. Es jürn' und stürme jeder feind, Er macht nicht, daß ich viel erstaune. Der richter ist mein bes Drum schreckt mich Mel. 3. Mein GOtt ich bin jezt ze. Eſu! nicht die welt- poſaune. Oberd und 345. Item vater, stomens Komm himmel bricht und kracht, Ob leib zu mir, ich liebe dich. Komm, o und feele mir verschmacht't, Ob treuer seelen- rahter Heilger geift! meine beine gleich verwesen; So erfülle mich. Laß mich, odrepeis wird mein wahl- spruch doch gelenig wesen! Dir zur wohnung seyn fen An meines finstern grabes erlesen. fein: Mein freund ist mein, und ich bin sein. 2. Laß mich, JEsu! deinem worte Vollen glauben stellen zu: Denn dis ist die rechte pforte Bu der füffen seelen- ruh. Niemand Mel. Mein herz und feel den 2c. 344. Sefu! komm zu kann den troft ergründen, Der in deinem mir, mein rechtes Leben, und mache mich an dir zum edlen reben. Ich kann und will nicht ferner meine seyn; Verleibe mich nur dir, mein heiland! ein. 2. Was bin und kann ich ohne dich doch machen? Ich steckte ia Der höllen in dem rachen, Und konnte nicht vor meinem GOtt beftehn; Hått ich nicht theil an dir, müßt ich vergehn. 3. Drum soll die glaubens- hand dich fest umfassen, Du wirst, mein beil! dis treue band nicht haffen. Ich liebe dich: drum nimm mein an dir zum edlen reben. Gib, daß mein Herz durch dich viel früchte bringt, Und hier und dort dir freus den lieder singt. 3. Sende nun, o vater! sende Deinen geist von deinem thron, Der mein herze richt und wende Zu dem, was dein liebster sohn, Deffen wort wir oft gehöret, Uns von deinem willen lehret. 4.Von mir selbst kann ich nichts fassen, mein herz ist verfinstert ganz. Ich geh auf den irrthumss straffen, Wo nicht deines geiftes glanz Den verblendten sinn res gieret, Und zur hellen wahrheit fübret. <. Bünde an die liebes- Ferzen, Mache als von der Vereinigung mit Gott und JEsu. 215 Mache brünstig geist und muht, sich will gern aufstehen, Und mit Wehrter geist! laß unsre herzen dir von hinnen gehen. Brennen in der reinen glut. Schaff, daß deine heilge flams men Schlagen über uns zusammen. 6. Führe mir stets zu gemühte, Was mir JEsus zugesagt; Daß ich traue feiner gute, Wenn vielleicht Der zweifel fragt: Ob auf meine bitt' und flehen Hülf und rettung werd' ergehen? 7. Es kann keine koht nicht has ben, Denn mein JEsus wohnt in mir.Ich geniesse feiner gaben, Die fein geist mir stellet für: Wenn ich ihn beständig liebe, Und in seinem wort mich übe. 8. Wer nach seinem wort nicht lebet, und ihn nicht von herzen liebt, Nur nach schnöder wolluft strebet, Der muß ewig seyn bes trübt. Gott wird nicht in ihm mehr wohnen, Sondern ihn mit jorn belohnen. 9. Mein herz! du darfst nicht erschrecken, JEsus ist dein auf enthalt: Denn sein friede wird dich decken Wider alle feinds gewalt. Alle wuht vergeblich ftürmet, JEfu friede dich beschirs met. 10. Fahre hin mit deinem fries de, Mehr als feind gesinnte welt! Deiner werd ich zeitig müde, Weil dein friede bald zers fällt. GOttes fried erfreut die Bergen, Welt! dein friede bringet schmerzen. deinem wort, o lebens- fürft! Und glaube, daß durch deine wunden, Du meine schwachheit heilen wirst. Du bist mein troft und glaubens licht: Ach! fegne mich, ich laß dich nicht. 3.Hältst du mich auch, wer kann mich reiffen Aus deiner treuen vater- hand? Wie du mir gnädig haft verheissen; Dein wort dient mir zum unterpfand: Wenn mich die ganze welt verläßt, Soll deine hand mich halten fest. 4. Wer aber JEfum will bes halten, Der muß auch eifrig seyn bemüht, Daß welt: luft mdg in ihm erkalten, und was vom bösen in ihm blüht. Werliebt die lüfte dieser welt, Thut nicht, was seis nem GOtt gefällt. 5. Wenn du auch deine gnadens blicke, Mein JEsu! mir entziehen willt, weil sich gedusert böse tücke, Die nur auf sünden abgezielt; So blicke mich bald wieder an, Daß mich gereut, was ich gethan. 6.Durch glauben kann man dich besiegen, und wahre busse fesselt dich: Drum will ich dir zu füssen liegen, Mein Gott! mein Gött erhöre mich! Mein hoffen steht zu die allein: Wie kann ich denn vers laffen seyn? 7. Ich laß dich nicht, mich mag Dir zu folgen willig bin. Willt du?' verlassen Was immer will in dieser 04 welt, Mel. Wer nur den lieben GOtt ze. 346, Gott lob ich habe dich 2. Ich halte dich: das welt- ges tümmel Mag toben, wie es immer will; Ich sehue mich nur nach dem himmel, Da find' ich das ges wünschte ziel, Sent fich gleich als les wider mich, Bleibt doch mein wort: ich halte dich. II. Nun soll weder angst noch leiden, JEfu! weder macht noch lift Mich von deiner liebe schei: den, Weil dein friede ben mir ist. Ja, es sollen meine sinnen Nichts als JEfum lieb gewinnen. 12. JEfu! der voraus gegangen Durch den tod zum vater hin: Hohl mich, der ich mit verlangen 216 Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten welt. Was odem hat, das mag glebens- licht, Nach ihm nur steht mich haffen: Nur dir, mein GOtt! mein sinn. fen's heimgestellt; Was mir bege gnen soll und kann, Nehm ich von dir mit freuden an. 6. Ich lasse JEfum nicht, Ich hang als eine klette An ihm, und er an mir: Dis ist die liebes Fettes mit der sind wir verknüpft, Daß uns nichts trennen kann: Mit dies fer zieht er mich Beständig hims mel an. 8. Will neid und spott mein kleid beflecken, Will mich umgeben angst und noht, Will mich gefahr und unglück schrecken, Will mich beschnellen sünd und tod; So stell ich meine zuversicht Auf dich, mein GOtt! verlaß mich nicht. Mel. Nun danket alle GOtt ze. chlaffe JE sum 347. Inicht! Mit Jeſu ift gut leben. Er ist, der anfangs mir selbst gegeben, Er ch will mich mit ist der mirs vermehrt, Et i 348. I bir verloben, Süßs der mirs erhält, Wenn gleich der erden- ball Bergehet, bricht und fällt. 7. Drum laß ich JEsum nicht, Ich mag vom schlaf erwachen, Ich mag zur ruhe gehn; So bleibt in allen sachen Doch JEfus meine dichten und mein thun: Ich laſſe luft. Auf ihn nur ift gericht Mein Jesum nicht. 2. Ich lasse JEfum nicht: Mit JEfu ift gut leiden. Er lindert mir mein creuz, Er führet mich Jun freuden Durch creuz und traurigkeit. Wenn JEsus bey mir it, Wird mir die bitterkeit Des creuzes ganz versüßt. 3. Ich laffe JEfum nicht: Mit JEsu ist gut streiten: Will teufel, welt und tod Sich rüsten und bereiten, 3u streiten wider mich; So sieht mir JEsus bey, Er Lämpfet selbst für mich, Macht mich von feinden frey. fer JEsu! du allein Wirft von mir aus lieb' erhoben: Nunmehr bin wird mich stets haffen, Denn sie ich gänzlich dein. Zwar die welt haffet dich zugleich. Kann ich aber dich umfassen, So bin ich vers gnügt und reich. Was zur eitelkeit gehört: Und in 2. Alles soll mir eckel machen, allen meinen fachen Werde JE fus nur geehrt. Sollt ich JEsum denn nicht lieben, Der mich voz der welt erwählt? Sollt ich JE sum noch betrüben, Der mich ju den seinen zählt? 3. Nein, die ganze welt soll wissen, Daß ihr thun mir nicht Ich lasse JEfum nicht: Mit gefällt. Ich will meinen JEfum JEsu ist gut sterben. Wenn er nur küssen, Welcher mich umarmet ben mir ist, So kann ich nicht verhält: Seine lieb' hat mich umfans derben. Er führt mich durch den gen, Diese bande laß ich nichts tod In ienes freuden- zelt. Drum Denn mein sehnliches verlangen halt ich JEsum feft, Der mir al Jft allein auf ihn gericht. lein gefällt. 4. O wie lang hab ich verzogen Und dich, seelen- freund, veracht! wie oft ward ich betrogen, Und von dir hinweg gebracht! Aber nun soll uns nichts scheiden, nicht das leben, nicht der tod, Nicht das s. Ich laffe JEfum nicht: Denn wenn ich ihn nur habe; So hab ich bier und dort Die allerbeste gabe. Ohn dieses höchste gut Ächt ich nichts für gewinn. Er ist mein Meloden 24. als von der Vereinigung mit Gott und JC: Das creus, nicht schmach und leis Den, Weder unglück, schmerz, noch noht. 5. Stärke du mir meiner willen Wider meiner feinde list; Denn du mußt in mir erfüllen, Was dem fleisch unmöglich ist; Laß mich nicht mehr von dir wanken; Ach! wo soll ich sonst auch hin? Weil ich nicht nur in gedanken, Sondern würklich bey dir bin. 6. Nun sen tausendmahl gegrüß fet, JEfu, meine süsse lust! Sey mir tauſendmahl geküffet, Sen du mir allein bewußt, Sey mein wunsch und mein bestreben, Sen mein brautigam und hort; Sey Du meiner feelen leben, Sey mein alles hier und dort. 217 fein licht, Welcher mich mit Gott versöhnet, Und befreyet vom ges richt: Meinen JEsum laß ich nicht. Mel. 8. JEsus meine zuversicht. 2. JEsum laß ich nimmer nicht, Weil ich soll auf erden leben. Ihm bab ich voll zuversicht, Was ich bin und hab, ergeben: Alles ist auf ihn gericht. Meinen JEfum lag ich nicht. 3. Laß vergehn geruch, gesicht, Horen, schmecken, fühlen, weichen; Laß das leste tages- licht mich auf Dieser welt erreichen: Wenn der lebens- faden bricht, Laß ich meis nen JEfum nicht. 4. Ich werd' ihn auch laffen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, Wo vor seinem angesicht Frommer christen glaube pranget. Mich erfreut sein angesicht, Meis nen JEsum laß ich nicht. s. Nicht nach welt, nach him mel nicht meine seele wünscht und febnet; JEsum wünscht sie, und 6. JEsum laß ich nicht von mir, Geh' ihm ewig an der seiten: Chris stus läßt mich für und für Zu den lebens bächlein leiten. Selig! wer mit mir so spricht: Meinen JEsum laß ich nicht. 2. Mein herzens- freund! dich laß ich nicht, Ich kann nichts bess einen laß dir freude, troft 349. Mich nicht weit und licht, Du kannſt vollkommen er sich für mich gegeben, So er fodert meine pflicht, Kletten- weiß an ihm zu kleben. Er ist meines lebens licht, meinen JEsum laß ich nicht. laben. Nichts ist, das mir vergnüs gung giebt, als wann mich JEsus herzlich liebt. 3. Du, du bist mein, und ich bin dein, Wir sind in eins verbunden: Dis gute thei! hab ich allein Durch deine heilge wunden. Du bist mein fels, der mich nicht läßt s Auf dir ruht meine feele feft. 4. HErr JEsu! ohne dich muß mir die welt zur hölle werden: Ich habe, häng ich nur an dir, Den himmel schon auferden. Es quillt mein lebens- trank von dir, Das lebens- manna giebst du mir. Mel. 18. HErr deine allmachtze. mir 350, Mein herz ach! rede Ich muß von hinnen eilen: Ich muß bald bey dem lämmilein seyn. Was soll ich hier verweilen, Wo eitelkeit, wo keine ruh? Mein geist eilt nach dem himmel zu. s. O sel'ge stunde! da man dich Kann recht ins herze schlieffen! Wie läßt du da so füffiglich Heil, gnad und friede flieffen! So oft das herze nach dir blickt, Wird es mit himmels- luft erquickt. 6. Das schwerffe creus wird leicht und klein, Denn du selbst hilfft es tragen: Du richtest es zum besten ein, Kannst nicht von bersen plagen. Dein rubtens 05 Breich 218 Bon der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten freich ist voller huld, Du foderst| Regte mir oft das gemüht, So ich. nur von uns geduld. etwa ausgetreten, Daß ich wieder käm mit beten. Liebster JEsu zc. F. Ach! wie oft hat meine jus gend Deine gnaden- hand gefaßt, Wenn die frömmigkeit und tus gend War in meinem sinn vers haßt! Ohu dich war ich längst vers dorben Und in sunden hin gestors ben. Liebster JEsu 2c. 7. Führst du mich nun gleich wunderlich, mein freund! durch leid und freude: Weiß ich den noch, daß alles mich Von deiner lieb' nicht scheide. Es führet mich Dein wunder- pfad Bu dir, in meines vaters stadt. 8. Ich übergeb mich deiner hand Und deiner treuen liebe: Du bift entfernt von unbestand In deinem liebes- triebe. Dein herz ist immer einerley, Gerecht und fromm und ewig treu. 9. Nun blinde' welt! such im merhin Nur koht und dunst der erden; Nur JEsus ist, in dem 7. Schmäht man mich, ist sie mein sinn Kann recht ergehet wer- mein' ehre; Trost man mich, ist sie ben. Drum rede mir nur niemand mein trug. Zweift' ich, ist sie meis brein, Ich will und muß bey JE- ne lehre; Jagt man mich, ist sie fr. feyn. mein schuß. Niemahls hab' ich was begehret, War es gut, ich bins gewähret. Liebster JEsu zc. 8. und Hast du in mein Herz geflüßit: Drum wird mein verzagt gemühs te Aufgerichtet und getrößt. Durch den vorschmack iener freuden Lins derst du mir creuz und leiden. Liebster JEfu zc. Del. JEfu meines Lebens Leben. le351. Iben, meines herzens böchie frend! Dir will ich mich ganz ergeben Jezzo und in ewig Leit: Meinen GOtt will ich dich nennen, und vor aller welt beken nen: Liebster JEsu! du bist mein, Und ich bin und bleibe dein. 2. Deine hand hat mich bereitet, Dein mund blies mir odem ein; Deine gnad ward ausgebreitet Als jur decke, ob dem schrein, Der mich hatte erst verschlossen; Dar am fag ich unverdrossen: LiebBer JEsu zc. 6. Jrr' ich, sucht mich deine lies be; Fall ich, hilfet sie mir auf. Kömmt es, daß ich mich betrübe, Stillet sie den thränen lauf. Bin ich arm, giebt sie mir guter; Haßt man mich, ist sie mein hûter. Liebr ster JEsu 2c. 3. Deine gut hat mich um fangen, Als mich erst die welt emofieng. Dir bin ich schon angehan sen, Als ich an den brüsten hieng. Dein schooß hat mich aufgenom men, Wenn mein herz nur zu dir kommen: Liebster JEsu zec. 9. Dein geift zeiget mir das ers be, Das du mir dort beygelegt. Ich weiß, wenn ich heute sterbe, Wo man meine seel hinträgt, zu dir, JEsu! in die freude: Troß! daß mich was von dir scheide. Liebster JEsu zc. 10. Dieses alles ist gegründet Nicht auf meiner werke grund. Dieses, was mein herz empfindet, Chu ich allen menschen kund, Daß es kommt aus deinem blute, Das ailein kömmt mir zu gute. Liebster JEsu zc. II. Drum ich sterbe oder lebe, 4. Auf der kindheit wilden we Bleib ich doch dein eigenthum: sen Folgte mir stets deine gut; An dich ich mich ganz ergebe, Du Deines geißes trieb und regen bist meiner seelen rubm, Meine jubez als von der Ruhe und Freude in GOtt. 219: juversicht und freude, Meine, Mel. Herzlich lieb hab ich dich 26. füffigkeit leide. Liebster JE Err JEfu Chrift, fu: du bist meint, und ich bin und 353. mein boch stes guts bleibe dein. 12. Hör noch, JEsu! dieses fle hen, und verwirf die bitte nicht: Wenn mein augen nicht mehr fehen, Wenn dem munde kraft gebricht Sonst noch etwas vorzu tragen: Laß mich noch im sterben fagen: Liebster JEsu! du bist mein, und ich bin und bleibe dein. 4. Von der Ruhe und Freude in Gött. Mel. 8. JEfus meine zuversicht. deine lust am 352. Hab HErrn, Denn er fchenket luft und leben; So wird dir fein gnaden- sternTausend holde strahlen geben: Denn er beut dir treulich an, Was dein herz nur wünschen kann. Mein seelen- schas, mein herz und muht, Und aller sinnen freude! Ich bleibe dennoch stets an dir, So ist auch nichts, das dich von mir Und unsrer liebe scheide. Du machst mir deinen weg bekannt, Hältst mich ben deiner rechten hand, Regierst und führst den les bens- lauf, und hilfest meiner schwachheit auf. HErr JEsu Chrift:,: du bist mein licht; Sch folge dir, so irr ich nicht. 2. Du leitest mich nach deinem raht, Der anders nichts beschloss sen hat, als was mir segen brins get. Gehts gleich zu zeiten wuns derlich; So weiß ich dennoch, daß durch dich Der ausgang wol gelins get. Nach hartem tritt auf rauher bahnNimmst du mich dort mit ehs ren an, Wo mich vor deinem thron crfreut Die crone der gerechs 2. Laß der welt die eitle luft, Dietigkeit. HErr JEfu Chrift:,: ach! in weinen sich verkehret: Wer nur feele, geist und brust GOtt zum ei genthum gewähret; Trifft in allen stücken an, Was das her; nur wünschen kann. 3. Luft an GOtt steigt über sich, Wenn man GOtt im worte ken net. Lust an GOtt ist innerlich, Wenn man in der liebe brennet. Solche luft zeigt alles an, Was das berz nur wünschen kann. 4.Wer die lust am HErren hat, Hat auch lust an seinem willen, Suchet ihn durch wort und that Unverdroffen zu erfüllen: Und so trifft er alles an, Was das Herz nur wünschen kann. 5. Ist die lust nicht ohne laft? Erag geduldig die beschwerden: Wenn du wol gelitten haft, Wirst du erst recht freudig werden, und trifft dort im himmel an, Was Dein bert nur wünschen kann. mit begier Wünsch ich zu seyn, mein GOtt! bey dir. 3. Mein alles ist auf dich ges richt, hab ich nur dich, so frag ich nicht Nach himmel und nachers den. Denn war der himmel ohne dich: So könnte keine luft für mich In tausend himmeln werden. Wärst du nicht schon auferden mein, Mögt' ich auch nicht auf erden seyn: Denn auch die ganze weite welt hat nichts, das mir, wie du, gefällt. HErr JEsu Chrift:: wo du nicht bist, I nichts, das mir erfreulich ist. 4. Und sollte mir durch creus und noht, Durch marter, durch gewalt und tod Auch feel und leib verschmachten: Dis alles wird, wenns auch noch mehr, Ja gar wie eine hölle wär, Mein glaube doch nicht achten. Du bist und bless best doch mein beil, und meines bers Bon der Heiligung, Rechtfertigung und thren Früchten... 220 bergens troft und theil; So wird and muß durch dich allein Auch Leib und feele felig seyn.HErr JE fu Chrift:: ich hoffe fest, Daß Deine kraft mich nicht verläßt. 5. Wer von dir weicht, und auf Der welt Dir nicht beständig glau ben hält: Muß freilich wol ver berben, und kann, weil er die lust und pracht Des fleisches hier zum himmel macht, Den himmel dort nicht erben.Wer teufeln folgt, und ärgerlich In sünden lebet wider dich, und denkt an keine busse nicht; Den bringst du um durch bein gericht, HErr JEfu Chrift:,: und bift dabey Dent, der dir treu ift, ewig treu. brannte? Bis mir von dir Licht und leben Ward gegeben, Dich zu kennen, Herzlich gegen dich in brennen. Mel.Wie schön leucht uns zc. Bein JEsu, süffe 354. feelen- luft! Mir ist nichts auffer dir bewußt, Wenn bu mein her erquickest; Weil mir dein kuß so lieblich ist, Daß man auch seiner selbst vergißt, Wenn du den geist entzückest; Daß ich Durch dich, Aus dem triebe Deiner liebe Von der erde, Ueber mich gezogen werde. 2. Was hatt' ich doch für troft und licht, Als ich dein holdes an Besicht, Mein JEsu! noch nicht fannte? Wie blind und thörigt gieng ich hin, Da mein verkehrter fieifches- finu Von weltsbegierden 3. Die arme welt hat zwar den schein, Als war ihr schlechtes frds lich seyn Ein herrliches vergnüs gen; Allein wie elend gehts vors bey! Da sieht man, daß es blends werk sen, Wodurch wir uns betrüs gen: Drum muß JEsus Mit den schäßen Mich ergeßen, Die bestes hen, Wenn die welt- luft muß vers gehen. 4. Wer JEsum feft im glauben hält, Der hat die kraft der andern welt hier allbereit zu schmecken. Pflegt JEsus gleich zu mancher zeit Bey groffer herzens- traurigs feit Sein antlig zu verstecken; Ift dochSein joch Sanft, beleget Den, ders tråget, Nicht mit burden, Welche ihn erdrücken würden. 6. Drum halt ich mich getrost su dir, Du aber häitst dich auch zu mir, Und das ist meine freude. Ich setze meine zuversicht Auf dich, mein fels! der nicht zerbricht, In freud' und auch im leide. Dein s. So weiß ich auch aus deinem thun foll alles und allein In mei wort, Daß du dich, liebster seelen. nem herz und munde seyn, Bishort! Nicht ewiglich versteckeft. Ich dich kann mit augen sehn. Ach! Du thuft vor mir die augen zu, mdgte folches bald geschehn! Auf daß du desto größre ruh Her. HErr JEfu Chrift:,: ich warte nach in mir erweckcst; Wenn ich drauf, Komm, komm mein schag! Treulich, Als ein rebe An dir Fles und nimm mich auf. be, Auch im leide, Nicht nur in der füffen freude. 6. Deshalben soll mich keine noht, Mein JEsu! war es auch der tod, Von deinem dienst abs schrecken. Ich weiß, daß mich dein herze liebt: Darum so geh ich uns betrübt Mit dir durch dorn und hecken. Plage, Schlage! Ich bin ftille: Ifts dein wille Mich zu kråns ken; Du wirst meiner doch ges denken. 7. Und sollt ich auch, mein fees len- licht! Dein füffes lebens- mans na nicht In dieser zeit empfindenz So will ich doch zufrieden jeyn In hoffnung, deinen gnaden schein In jener welt zu finden, Wo ich Ewig Mich zu laben Dich werd baben, als von der Ruhe und Freude in GOtt 227 haben, Dich erblicken, Mich in dei- Eros des todes rachen! Troß der ner huld erquicken. furcht dazu! Tobe welt und sprins ge! Ich bin hier und singe In gar sichrer ruh. GOttes macht Hält mich in acht, und wird für des fas tans wüten Mich, sein kind, bes hüten. 4. Weg mit allen schäßen, Du bist mein ergegen, JEsu meine luft! Weg ihr eiteln ehren, Ich mag euch nicht hören, Bleibt mir unbewußt. Elend, noht, Creus, schmach und tod, Soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von JEfu scheiden. 8. Deswegen, holder menschen sohn! Erkenn ich deine liebe schon, Wenn mich gleich dornen stechen. Dein herz, das mich in trauren fest, Und sich verschleußt, muß doch zulezt Von lauter liebe bres chen. Ja du Giebst ruh Nach den schmerzen, Füllst die herzen Ganz mit freuden, Die mich schon auf erden weiden. 9. Du falbeft mich mit freudendl, So daß sich öfters leib und feel Recht innerlich erfreuen. Ich weiß wol, daß du mich betrübst, Ich weiß auch, was du denen giebst, Die sich davor nicht fchenen. Drum gib Den trieb, Unabwendig und beständig Treu zu bleiben, und recht fest an dich ju glauben. 10. Der glaub' ist eine starke hand, Und hält dich, als ein festes band; Ach stärke meinen glau ben. Im glauben kann mich niemand dir, Jm glauben kann dich niemand mir, starker JEsu! rauben. Durch dich kann ich Welt und drachen Ganz verlachen, und die fünden Durch den glauben überwinden. Esu, meine freude, De, JEsu, mein begier! Ach wie lang, ach lange Ist dem herzen bange, Und verlangt nach dir! GOttes lamm, Mein brautigam! Auffer dir soll mir auf erden Sonst nichts liebers werden. 2. Unter deinem schirmen Bin ich für den stürmen Aller feinde fren. Laß die felfen zittern, Laß die welt erschüttern: Mir steht JEfus ben. Ob es ist Gleich kracht und blist, Ob gleich fünd und hölle schrecken: JEfus will mich decken. 1. Erog dem alten drachen! r.Gute nacht, o wesen! Das die welt erlesen; Mir gefällst du nicht. Gute nacht, ihr finden! Bleibet weit dahinden, kommt nicht mehr ans licht. Gute nacht, Du stolj und pracht! Dir sey ganz, du lasters leben! Gute nacht gegeben. 6. Weicht ihr trauergeifter! Denn mein HErr und meister JEsus, tritt herein. Denen, die GOtt lieben, Muß auch ihr betru, ben Lauter freude seyn. Duld ich schon Hie spott und hohn, Blewa du dennoch auch im leide, JEsu! meine freude. 356. Jeuh, und mein bester schaß dazu! Alles bist du mir allein, mir fort alles 2. Liebet iemand in der welt Edle schäße, gold und geld; JE, fus und sein theures blut Ift mir mehr, denn alles gut. 3. Stellen meine feinde sich Deffentlich gleich wider mich JEsus reißt aus aller noht, Tilget teufel, höll und tod. 4. Bin ich krank, und ist kein mann, Der die schwachheit lin dern kan: JEsus will mein arzt in pein, Und mein treuerhelfer seyn. * Bin ich nacket, arm und bloß 3# mein vorraht schon nicht groß 822 Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten groß: JEsus hilft zu aller zeit Mir, war es auch der tod, Mein J aus aller dürftigkeit. fus für mich ringet Und noht und tod bezwinget: Ja aus der höllen rachen kann er mich ledig machen. 6. Muß ich in das elend fort Hin an einen fremden ort; JEsus forget felbft für mich, Schüket mich da wunderlich. 7. Muß ich dulden hohn und fpott Wider GOtt und fein gebot; JEfus giebt mir kraft und macht, Daß ich allen spott nicht acht. 8. Hat der bienen honig- saft Und der zucker füffe kraft; Mein Herzliebster Jesus Christ Tau fendmahl viel füffer ift. 9. JEsus, was durch ohren bricht, Jesus, was das auge sicht, JEsus, was die junge schmeckt, Und wornach die hand sich Areckt. 10. JEfus fen mein speis und trant, Jesus sey mein lobgesang, mein JEsus sey mein ganzes all. 11. Endlich laß, o höchstes gut, JEsu! dein vergoßnes blut, Dei ne wunden, deine pein Meine raft in tode seyn. 357.Min el. Auf meinen lieben GOtt 2c. ein JEsus ist ge: treu, In noht feht er mir bey: Auf ihn ist gut vertrauen, Drum will ich auf ihn bauen. Jhm bleibt mein herz er geben Im tod und auch im leben. 2. Der welt ihr bester lohn Ist schaden, schimpf und hohn: Wer ben nicht will ererbent, Der muß Der welt abfterben, Muß ihrer nicht begehren, Und sich zu JEsu Fehren. 3. Wenn mich der feinde schaar Bill stürzen in gefahr, und mich mit hohn belegen; Ift JEfus mir jugegen. Sein schuß sich zu mir wendet, und alle feinde blenDet. In aller meiner nobt, und 5. Wenn sünden- schuld mich plagt, Und mein gewissen nagt: Mein treuer JEsus wachet, Mich tröstet und anlachet. Sein leiden und sein sterben Läßt keinen nicht verderben. 6. Sey fort, HErr! mein beys stand, mein auge, fuß und hand. Hilf mir auf allen seiten, O JE fu! muhtig streiten: So will ich deinen namen Bon herzen preis fen, amen. Mel. 8. JEsus meine zuversicht. ch will frölich seyn in GOtt, Ich bin auch im leiden frdlich; Denn ich weiß in aller noht, Daß ich schon in JE, fu felig; GOtt, die freuden- quell, if mein, Darum kan ich frölich seyn. 2. Aber ach! ich menschen- kind, Kann ich auch von freuden sagen? Da doch die unzählig sind, Die bald hier, bald dort mich plagen? Doch GOtt selbst mein schuß ift mein, Wol mir! ich kann frölich seyn. 3. Sünden, o was quält ihe mich! JEsus hat euch schon ges buffet: Creuz und trübsal häufen sich, Dis hat JEfus auch versüss set. Ist der fünden- tilger meint Wol! so kann ich frölich seyn. 4. Stürmetsatan auf mich los, Will mich höll und tod verschlins gen; So bin ich in Christi schoof, Daraus wird mich niemand drins gen. Jft der schlangen- treter meint, O so kann ich frölich seyn! s. Hab ich gleich sonst keinen freund; Ey was kann mir dieses schaden? Jft mir alle welt auch feind, Stebich dochin JEsu gnas 223 als von der Ruhe und Freude in GOtt. den. Dieser menschen- freund ist, Mel. Wer nur den lieben GOtt Pas Tein, Mit ihm will ich frölich 359. Wie leben Um diesem das, was nur ein raub der zeit? Verspricht mir doch mein Gott zu geben Den himmel und die ses ligkeit. Der ist zu geizig, der nicht satt An GOtt und seinem JEfu hat. 6. Bin ich gleich nicht groß und reich, Mangeln mir die beste gaben: Bin ich dem geringsten gleich, Hab ich nicht, was andre haben; ft dochGott, der reichste, mein, Und so kann ich frölich sevit. 7. Greift mich schmerz und Frankheit an, Daß es aus zu seyn fast scheinet; So kömmt Gott, der helfen kann, und zeigt, daß ers gut gemeinet. Er, der arzt, ist selber mein, Darum muß ich frös lich seyn. 8. Wenn mich gleich der feind beschwert, Und will mich zu spotte machen: Ist es doch nicht traurens wehrt, Mein herz kann der thors beit lachen. GOtt, mein höch fter ruhm, ift mein, Darum kann ich frölich seyn. 9. Droht der tod und reißt mich hin: O so stillet GOtt sein wü ten. Sterben ist ja mein gewinn; Darum wird mich GOtt behüten; Er, des todes gift, ist mein; In ihm kann ich frölich seyn. 2. Verfagt mir GOtt der ers den gaben, Glück, ehre, reichthum, gut und geld: Mit meinem JEsu kann ich haben Mehr, als den hims mel und die welt. Er ist allein mein höchstes gut, Worinn mein herz vergnüget ruht. 12. Gib, daß ich hier jeden tag Frölich lebe, frölich leide, Und dir frölich sterben mag. Gib mir dort die himmels- freude. Wenn du denn da ewig mein, Werd ich ewig trblich seyn. 3. Das wefen dieser welt vers gehet, Weil zeit und sterben alles frißt. Mein bestes theil bleibt und bestehet, So lang ein GOtt im himmel ist: Und wenn der himmel selber bricht; Vergehet doch mein himmel nicht. 4. Fahr hin, du stolzes nichts der erdent, Das fleisch und blut sein alles nennt! In Gott kann ich vergnüget werden, von dem mich auch der tod nicht trennt. Was macht mir doch mein herze schwer? Ich habe GOtt: was wünsch ich mehr! 10. Herz und geist erfreut sich nun, Es erfreut sich muht und sees le. JEsu! gib, daß alles thun Dich jum zweck und Laß Mel. Von GOtt will ich nicht ze. ( n mich, s mein ſonnenschein! Ohne 360. Gott will ich ges o dich nicht frölich seyn. denken, Denn er gedenkt an mich. Wenn mich die II. Gib, daß ich da traurig bin, sorgen kränken; So hebt mein Wo das trauren hingehöret; herze sich zu meinem Gott emport Sonst gib, daß mit frohem sinn Bald weichen alle schmerzen, Denn Mein herz nichts, als dich beer stellt meinem herzen Nichts, als gehret. Du bist meine freud' vergnügen vor. allein, Durch dich kann ich frölich feyn. 2. Denk ich anfeine liebe, Wi werd ich doch entzückt! Daß, wenn es noch so trübe, Mir doch die sonne blickt. Da kommt mir im mer ein: Er hat sich hoch vermess sen, Er will mein nie vergessen; Wie könnt ich traurig seyn? 8. Dent ich an seine gâte, Die Von der Heiligung, Rechtfertigung und ihren Früchten 224 alle morgen neu; So freut sich mein gemühte Ben solcher vater: treu. Die last werf ich auf ihn, So wird die arbeit füffe; Ob ich gleich schweiß vergiesse: Denn GOtt ist mein gewinn. 4. Denk ich an sein erbarmen, Er schenket mir sein kind; O guade für mich armen! Heißt das nicht treu gesinnt? Gott ist in Chrifto mein: GOtt müßte JE sum hassen: Wenn er mich wollte laffen; Das kann unmöglich seyn. 5. Drum will ich an GOtt den ten; Die welt mag immerhin Den finn aufs eitle lenken; Hier ist ein andrer sinn. Ich trage GOtt allein Im herzen und im munde, So kann mir keine stunde Alhier zu lange senn. 6. An GOtt will ich gedenken, So lang ich denken kann. Wird man ins grab mich senken, So geh' ich zwar die bahn, Da mein die welt pergißt; Doch glaub ich die fes feste, GOtt denket mein aufs beste, Wo sein gedächtniß ist. 4. Gib mir ein frölich her, Bey kümmerniß und sorgen. Du sorgest ja für mich; Und dir ist unverborgen, Was meiner seele gut, Was meinem leibe dient. Du weißt die mittel auch, wodurch mein glücke grünt. 5. Gib mir ein frölich herz, Wenn ich in unschuld leide. Kränkt mich die falsche welt Mit unverdientem neide; So bleib ich doch getrost. Du bist mein bester freund, Ders ewig treu und gut Mit meiner wolfahrt meint. 6. Gib mir ein frölich her; Bey nassen trauer- tagen, Und laß mich mit geduld Die laft derselben tras gen. Auf ungewitter folgt Doch wieder sonnenschein; So wird mir auch das creuz Voll frucht und segen seyn. 7. Gib mir ein frölich hert, Wenn ich auch endlich sterbe. Der tod ist mein gewinn, Weil ich das Leben erbe. Im himmel gehen erfi Die rechte freuden an; Ach daßich heute nicht Von hinnen scheiden kann! Mel. Nun danket alle GOtt 2c. 8. Gib mir ein frdlich herz, Das 361.Gib mir ein frölich wirst du mir auch geben. Ich will aller gaben! Und laß mich meine luft An deinem worte haben: So bin ich ganz vergnügt; So ist kein trauer- geist, Der dich, mein lieber GOtt! Aus meiner fecle reißt. 2. Gib mir ein frölich herz, Im an Wie klet, te kleben. So werf ich ganz ges troft Das trauren hinterwärts, Und fage noch einmahl: Gib mir ein frolich herz. Mel. Nun freut euch liebe zc. wünschen und verlangen Eaß mei- 362.ttfen gelobet, der allein Die wahre zuversicht dir beständig han gen, und blicke mich mit troft In meiner hoffnung an, Daß sie in deiner huld Vor anker liegen kann. 3. Gib mir ein frölich herz, So oft ich vor dich trete, und durch des geistes trieb Mein Vater Unfer bete. Doch deinem willen bleibt Mein wille heimgestellt. Bib nur, was dir beliebt, und was mir felig fällt. freude giebet: Der unser her: läßt frölich seyn, Der uns unendlich liebet, Der uns in dieser sterb lichkeit Durch manches glück und heil erfreut, Wenn er uns hat bes trübet. 2. Ja GOtt! von herzen dank ich dir, Daß du mir haft geschenket Ein solch gemüht, das meistens bier An Feinen tummer denfet. Du als von der Ruhe und Freude in Gott: Du bist, der mich so frdlich macht, Daß mund und geift voll freude Lacht, Wenn sich ein andrer krånFet. 225 men, Damit der hoffnung theures licht Mir niemahls werd entnom. men. Was hilft es, stets voll trans ren seyn? Da doch die selbst ge | machte pein Den menschen nich fann frommen. 3. Mein GOtt! wie sehr erfreu tch mich, Daß du aus reichen gna den Versorgest den so väterlich, Der doch so schwer beladen! Du sinnst mir deine lieb' und huld, Und läsfest mir die fünden- schuld, So groß sie ist, nicht schaden. 10. Erfülle mich mit freud und luft; Laß meine feel empfinden, Daß den, dem Christi tod bewußt, Nicht angst noch trübfal binden; Daß fatanas ihn selbst nicht fällt. Ein GOttes- freund, der glauben hält, kann alles überwinden. II. Was acht ich eitle luft der welt? Was hilft mir solch ein le ben, Wo geiz und lift nach gur und geld Und groffen schätzen fire. ben? Mein höchstes gut in dieser 4. Du wendest manche schwere noht, und fülleßt mich mit segen. Mit freuden eff ich hier mein brot, und kann mich ruhig legen. Du schenkest mir manch zeitlich gut, Du bist, der oft erfüllt und thut, Woran mir hie gelegen. 5. Mit freuden trink ich mei- zeit Ift, sich der tugend, frömmig nen trank: Drum soll mein glau- keit und ehrbarkeit ergeben. big fingen Dir, treuer vater! Lob 12. Doch laß mich auch mi und dank Für solche gnade brin- freudigkeit Auf dieser welt an gen. Ich greif die arbeit frdlich schauen, was du für schöne felten. an, Vollführe durch dich, was ich heit Am himmel, meer und auen, kann; Du läsfest es gelingen. Auf erden, an der sonnen pracht und überall, durch deine machi, So herrlich wollen bauen. 13. Hilf, daß ich freudig, wenn ich soll, Aus diesem leben scheide. Verleih mir, daß ich freuden- vor Besteh in allem leide. Mit freu den geh' ich aus der noht, Mi 7. Nimm deine freude nicht von freuden dring ich durch den tol mir, Laß meinen sinu nicht wan3u dir ins reich der freude. Len: an 6. Dis alles muß ich deine gab Und milde wolthat nennen: Dein ist und bleibet was ich hab, Ich kann es wol erkennen. Ach lieber pater! nehre mich Durch deinen fegen mildiglich; Sonst hilft kein schweiß noch rennen. bir, Gib fröliche gedanken. Be Von der Erneuerung unt hüte mich für üppigkeit, Halt meiErhaltung in der Gnade. ten lauf zu jeder zeit In wahrer tugend schranken. 8. für kümmer A% niß und ſchwermuhts- vollen pla: 363. Amich richt Mel. Kommt her zu mir spricht ze HErr! bekehrt zu dir, unt gen; Du kannst den trauer- geist geschaff ein reines herz in mir, 31 wiß Aus meinem herzen jagen. Er einem neuen leben. Denn du muß1 darf sich, wenn nur Jesus Christ zur erneuerung, Zur änderung Und deine gute ben mir ist, Ja nie und heiligung Den neuen geiß mahls an mich wagen. mir geben. 2. Ich war ein finftrer fünden. 9. Laß mich, HErr! vor dein Enecht: Du aber machteft mich ge angeficht Wit freuden allzeit koms! recht, Dein licht ist mir erschienen 93 Da Von dem Werke der Heiligung, und zwar 320 Da treibt mich nun des glaubens traft, Im lichte fromm und tu gendhaft Dir, als ein knecht, zu dienen. 3. HErr! stärke diese kraft in mir, Du wirkest selbst, und ich mit dir Durch deines geistes triebe. Erst wirkteft du, ich wirkte nicht: Jest wird des glaubens zuversicht Auch thatig durch die liebe. II.Gewiffer geift! laß mich dein wort Gewiß, und immer weires fort Auf ebnen wegen leiten: Laß 4. Denn JEsu sacrament und meinen geist unsträflich seyn, Ver. wort Erhält und stärket immers Flår in mir den hellen schein Zu fort Des glaubens kraft und les jenen herrlichkeiten. ben: Die mittel müssen zu der frucht, Die JEsus an den reben fucht, Auch saft und nahrung ges ben. Mel. Aus tiefer noht schrey zc. s. Da nimmt denn die erleuch: 364.Shaff in mir, Gott! tung zu, Den willen vollbereitest du, Mein GOtt! zu neuen trieben, Von ganzer feel und herzen dich, Und meinen nächsten, gleich als mich, Jn wahrer that zu lieben. ein reines heri, Mein Herz ist ganz verderbet: Es fühlt von sünden grossen schmerz, Die ihm sind angeerbet, und die es noch thut ohne scheu: Ach max che, daß es wieder sey, Wie du es erst erschaffent. 6. Mein glaubens- licht wird offenbar: Im glauben reich ich tugend dar. Ich will von JEsu lernen; Dem folg ich nach: ihm nah ich mich, und von der fündenbahn will ich mich immer mehr entfernen. 7. So wirkt, so kämpft, so ringt und strebt Der neue mensch, Der heilig lebt, Durch creuzigung des alten. Ich jage nach der heilt gung, Goit will zu meiner besserung Des glaubens kraft erhat ten. 8. Zwar fehlet die vollkommen. Beit: Ich finde felbst, daß allezeit Mein thun nur stückwerk bleibe: Doch darum bessert GOtt auch mich, Sein ebenbild erneuert sich Bey mir an feel und leibe. 9. GOtt bater! du willt deine treu An mir noch alle morgen neu Erhalten und vermehren: Du fchenkest mir das kindschaft recht, Ach so erneure deinen knecht, Dich findlich zu verehven. 10. HErr JEsu! groß von raht und that: Dein raht, der angefant. gen hat, Muß auch die that vollen, den: Ach hilf du mir, die neue kraft, Die mir dein blut and tod verschafft, Zum leben anzuwen, den. 2. Gib mir aufs neze deinen geist, Der immer bey mir bleibe, Der mir zum guten beystand leift Und dazu mich stets treibe; Der teure meinem fleisch und blut, Und gebe, daß ich sanften muht, Bucht, demuht, keuschheit liebe. 3. Verwirf von deinem anges sicht, Ob ich es gleich verdienet, mich, allerliebster vater! nicht, Weil JEfus dich verfühnet. Laß mich, dein kind, doch nimmermehs Hier fallen so gar tief und schwer, Daß du mich gar verwürfest. 4.Den heilgen geist nimm nicht von mir: Den bösen geift vertreis be, Daß er mich nicht entführt von dir, Und ich dein sey und bleibe. Beherrsche mein herz, sinn und muht Durch deinen geißt, so fahr ich gut Im leben und im sterben. F. Mit deiner hülfe tröfte mich, Hilf und vergib die fünden, und, fuchet meine seele dieb, So laf Did von der Erneuerung und Erhaltung in der Gnade. 227 dich gnädig finden. Durch dein verdienst, HErr JEfu Chrift! Darinnen troft und leben ist, Hilf wider tod und hölle. 2. Durch dich ist auch der mensch gemacht, Das meisters stück von deinen weisen hånden, Ein kurzer riß und auszug aller 6. Dein freuden geift enthalt pracht, Die du der welt beschloss mich dir Mit seinem freuden- dle, fen zuzuwenden, Der mittel, Daß mich wichts zur verzweiflung( punkt von dem, was deine kraft führ, und bring um meine seele. Gewirkt, geschafft. Du bist, HErr! meine freud allein; Laß mich auch deine freude seyn, Bring mich zur ewgen freude. 3. Du prägtest ihm dein bildniß ein, Du machtest ihn zum herren deiner werke. Die heiligkeit, der liebe reiner schein, Der weisheit glattz, des leibes muntre statke, Die stellten ihn dem, was geschafs Mel. Durch Adams fall ist ze. 365. I fen gerechtigkeit mit wahrem glauben finden, Die mich in ewigkeit befrent von allen meinen sünden. Dein theures blut, Mein höchstes gut, Das hei let allen schaden: Ja deine huld Tilgt meine schuld, Mit welcher Ich beladen. 4.Wo ist nunmehr dis alles hin 7 Wer kan die spur der ersten schön. heit zeigen? Ein finstrer dampf umgiebt den blinden sinn, Der freye geist muß sich in feffel ben gen. Dein edles bild, o schöpfer! ist zerstdhrt, Und umgekehrt. Ach HErr! den unser elend 2. Gib, daß ich mich, statt zornrührt, Dem unsre noht gar tief in and grimm, mit wahrer sanft muht schmücke, Durch demuht al- herzen gehet; Ach siehe doch, wie uns der feind verführt, Wie es so Len ungestüm In meiner bruft erschlecht um dein geschöpfe frehet. ficke. Laß deine macht Die fündents Auf! mache bald, daß alles wieder nacht Aus meinem herzen treiben, neu und heller sey. Und mich allzeit In fried und freud Dein liebes kind verbleiben. 6. Dein milder segen feb gelegt In des mit fluch beschwerten hers 3. HErr! schenk mit deine gut Jens erde, Die leider! nichts, als and treu, So lang ich leb auf erschnides unkraut trägt: Gib, das den, und laß sie alle morgen neu An meiner seele werden: So rühm Ich dich Beständiglich, So werd tch deinen namen Nach dieser zeit In ewigkeit von hersen preisen, amen. fie bald voll guter früchte werde. Ach mache doch, daß alles wiedes neu Und fruchtbar sey. 7. Ach mache alles wieders recht, Was Adams fall verrücket und verkehret. Bereite dir ein heis liges geschlecht, Das dich im geiß und in der wahrheit ehret. Ach schöpfer dieser schaffe doch, daß ich auch wieder Melodey 26. 366.D groffen welt, Den neu und herrlich sey. alles das als seinen ursprung eh ret, Was diefer bau in seinen grenzen hält, was erd und meer in seinem Mel. HErr JEfu Christ mein 28. Der alles ſelbst in schönster hier und 367.Etneure mich, v ewig precht Aus nichts gemacht: auf mich bein angesicht, Uud las mit dei 212 228 Bon den Werte der Heiligung, und zwar nem gnadenschein Mein ganzess deinen geist Mein glaub in reichen bers erfüllet seyn. früchten weist. 2. Ertödt in mir des fleisches lust, und reinge mich vom fünden wust: Zu streiten wider fleisch und blut Berleihe mir kraft, geist und muht. 3. Schaff in mir, HErr! den neuen geift, Der dir mit lust ge- el. Christ unser HErr zum zc, horsam leist: willig opfer forderst but Mein alter mense 368. Mein ich na mich und tret deinem gnaden- throne. Ich opfre seufzer und gebet Vor dir in deis item sohne. Du willt, ich soll der heiligung In deiner furcht nachias gen; Verheisfest auch vermögen gnung, Den sünden abzusagen; Ach gib mir kraft und gnade! taugt nicht dazu. 4. Mach in mir das gedächtniß neu, Daß es auf dich gerichtet sen, Und, was dahinten ist, vergißt, Bornemlich Christi tod ermißt. 12. Nimm, JEsu, mich in deine hut, So troß ich aller feinde wuht: So sieg ich stets, mein heil! durch dich, So preifß ich dich dort ewigs lich. s. Des fleisches willen tödt in mir, Lenk mich zum guten, daß ich dir Gehorsam sen, und dei ner bahn Ju lieb' und einfalt folgen kann. 2. Wo sich der glaube thätig kann Als GOttes werk beweisen: Da scheuet man sich nicht, berg- an 6. HErr! ohne deines geistes Mit GOttes volk zu reisen; Man licht Erkenn ich deinen willen geht getroft den engen weg, Mant nicht: Darum erleuchte den verdringet durch die pforte, Co stand, Mach ihm dich und dein schmal sie ist: und sucht den steg wort bekannt. Mit ernst nach GOttes worte, Der zu der crone führet. 7. Mach mein gewissen durch Dein blut Ganz rein, daß mit ges trostem muht Ich kann vor deinem richtstuhl stehn, Und auf den mitt ler, JEfum, sehir. 8. Laß Herz und sinn auf dich al lein Und auf dein wort gerichtet seyi: Daß ich es frendig hör und thu, Gib selber kraft und lust Dariu. 9. Gib, daß mein geift erfährt and schmeckt, Was uns dein wort für freud erweckt, Was es für le ben, stärke, kraft Und füffigkeit Der feelen schafft. 3. Ach treuer GOtt! begabe mich mit solchem ernsten finne, Daß ich nichts lau und schläferig Im christenthum beginne. Erwets Fe, höchste kraft! mein her:, Daß ich beständig kämpfe, Auch bis aufs blut mit ernst und schmerz Die bose liste dämpfe, Und wach dem kleined ringe. 4. Wen nun ein rechter ernst bewegt, Der reinigt sein gewissen 3 Erwacht, wenn sich dasſelbe regt, Geht mit geraden füffen: Es muß fein auge helle seyn, Und täglich 10. Treib mich durch deinen reiner werdent In Chrifti blate, guten geiß; Durch seine kraft mir der allein Bleibt unser licht auf Beystand leift, Daß er in mir die erden, und lehrt im lichte wans berrschaft führt, Heri, sinnen, mund und that regiert. deln. 5. Du kennst mein her;, HErr I. Weil dis nur aus dem glan JEfu Chrift! Und forschest mein ben feigt, Der fich durch werke gewissen: Ach gib, daß alle tück thätig zeigt: So gib, daß sich durch und list Daraus entweichen müss fen. von der Erneuerung and Erhaltung in der Gnade. fen. Verleihe, daß ich mehr und füffe lindrung unsrer bürd'! mehr Mein thun und lassen rich angenehmstes leben, Wo JEfus te: Was wider dein geheiß und hütten bauet! ehr, Das mache selbst zunichte, Und mach mich täglich treuer. 6. Ich bitte mehr: ein weiser fiun Muß wahre christen leiten: Sie gehn nicht in den tag dahin, Noch nach dem lauf der zeiten. Der zweck, den ihr beruf vorhält, Ift ihnen stets vor augen: Die mittel werden auch gewählt, Die nüglich sind und taugen; Sie kön nen klüglich handeln. II. HErr! laß mich die bestäus digkeitInJEsu bey dir finden.Du wirst mich stärken in dem streit, Selbst vollbereiten, gründen. Ich halte mich, HErr! an dein wort, Das ich gehört, gelesen: Ach gib mir kräfte, höchster hort! Und ein rechtschaffites wesen: So hab ich volle gnüge. 7. Drum gib mir, höchste weisMel.Wer nur den liebenGOttie beits- quell! Die klugheit der ges 369. weißt aufs allers Da rechten. Ach! sende selbst in meine feel Den glanz voit deiner rechten. Lehr mich, mein heil, und die gefahr Noch täglich besser kennen Den unterscheid, was falsch und wahr, Was gut und bis zu nennen: Ach! mach mich täglich kluger. beste, Was mir gut und erspriegs lich sey. Ach! sete du mein heil selbst feste; Weg mit dem eigenen gebau! Gib, daß mein her; auf dich nur baut, Und dir, mein GOtt! allein vertraut. 8. Und diese weisheit kann uns nicht Kalt und unfruchtbar laf fen: Ein wahrer glaub thut seine pflicht, und eilt auf GOttes straf fen: Er ist ein baum, der grünt und blüht, und reiche früchte trå get; Eiff feuer, das man immer sieht; Ein leben, das sich reget, und ein geschäftig wesen. 220 9. Mein lebensfürst! gib fris sche kraft Zum neuen geistes- le ben: Dein zweig zieht von dir sei nen saft, Und fruchtbarkeit dein reben. Ach! daß ich eine tugend mögt Darreichen aus der andern, Und reiche glaubensfrüchte bracht, Ja allzeit würdig wan dern! Du kannst und wirft es fchaffent. 2. Reiß alles weg aus meiner feele, Was dich nicht sucht und deine ehr. Siehst du, wie sich die sünd verheele; So prüfe selbst ie mehr und mehr Mein innere bes schaffenheit, Und gib mir herzenss redlichkeit. 3.Laß mich mit grund der wahre heit sprechen: Du bist mein abba, licht und heil; Du heileft alle mein gebrechen, und schenkest mir an Chrifto theil: Du bist mein allerbester freund, Ders treu und herzlich mit mir meint. 4. Darf ich dich meinen vater nennen? O abgrund der barmhers zigkeit! So muß mir alles nußen können, Was man sonst heisset creuz und leid. Denn wo du, GOtt! im herzen bist; Wird auch das bittre creu; verfüfft. 5. Drum gib, daß ich recht kind. lich glaube; Und mir getroft und unverzagt, Jedoch in demuht, das zuschreibe, Was uns dein theures 10. Wér reich an guten werken ist, Bey dem wird JEsus wohnen. Der fuß, womit sein mund ihn Fäßt, kann alles reichlich lohnen. Dgnaden lohn, der hie schon wird Im vorschmack uns gegeben! Olwort zusagt. Dein geifi erkläre Pa meis $ 30 Bon dem Werke der Helligung, and was meinem geist, Was deine vaters einfalt, lieb' und zucht: Was false treue heißt. 6. Du, unerschaffnes höchstes! wesen! Haft vor der welt an mich gedacht, und schon, da ich noch nicht gewesen, Den liebes- vollen schluß gemacht, Daß ich soll dein in Christo seyn, Und frey von aller fanden pein. 7. Dein kind, mein JEsus, hat vollendet, Was du beschlossen vor der zeit; Hat schuld und strafen Mel.Ich ruf zu dirHErr JEsu 2, abgewendet, Erworben mir die feligkeit: Dein geift, der mir dis 370. Mein treuer Gött! macht bekannt, Ift dessen sichres unterpfand. 8. Was soll ich von der gute sa gen, Die ich sonst bis hieher ge spührt? Mit der du mich in meiiten tagen So wunderbar, doch treu geführt, und welche mir in ewigkeit noch ein unsterblich gut bereit't? gutes Das in mir angefangen, muß ganz allein durch deine stark Zu seis nem ziel gelangen. Soll ich, bis in den tod getreu, In deinem dienste bleiben, und bekleiben; So stehe du mir bey, Im glauben frucht zu treiben. 2. Es fehlet mir an feinden nicht, Die wider mich stets rafen: Der satan sucht das kleine licht Des glaubens auszublasen. Die welt ist auch auf ihrer hut, Mich mit geheimen tücken Zu bestriks ken. Mein eigen fleisch und blug Sucht selbst mich zu berücken. 3. Doch, vater! deine tren und macht, Doch, mittler! dein * 9. Nutt, HErr! ich falle dir zu füffen, und bitte dich, o höchstes gut! Laß mich stets deine huld geniessen, und mehre meine liebes alut. Verleih, daß meine lieb' und treu Auch gegen dich recht herz lich sep. 10. Ich bin nun auf so viele weife, eigenthum: Drum halte mich auch, die zum preise, Zu deines groffen namens ruhm, In un schuld und gerechtigkeit, und führ mich zur vollkommenheit. und stolz ist, sen verflucht. 13. Nun, amen! es sey fest geschlossen, Bleib über mich, o geistes: kraft! Stets reich und täglich ausgegoffen, Die einzig alles gute schafft; So bleibts in ewigkeit dabey, Daß du mein, und ich deine sey. 11. Du mußt das gute selbst vollbringen: Drum lenke worte, that, verstand, Uno reiche mir in allen dingen Aus gnaden deine vater- hand: Weil hier nicht fleiß noch eigne Fraft, Nur dein erbar men, alles schafft. den! deine wacht, Dein trieb zum kampf und beten Wird alles, was mir schaden bringt, Ja selbst den weiten rachen Jenes drachen, Der sonst so viel verschlingt, Bey mis zu schanden machen. 4. Die in der liebe redlich sind, Läßt sich der HErr nicht nehmen, Mein vater wird sein armes kind Im hoffen nicht beschämen, Mein hirt läßt auch das kleinste lamm Nicht in der noht verschmachten: Drum wird achten Auf mich mein bräutigam, Und mir zu helfen trachten. 12. Legst du was auf; so hilfs auch tragen. Gib nur geduld in leidens- jeit, Und sey in gut und bösen tagen Mein troft, mein raht 5. Den glauben, den er mis and meine freud. Bib demubt! geschenkt, Den wird er máchrig ftare von der Erneuerung und Erhaltung in der Gnade. 23A #arken. Die kraft, die er in mich Oftmahls scheint mein geift ¡ war gesenkt, Wird keinen abgang mer- willig; Aber ach! mein fleisch ist ken. Er wird durch seines geistes schwach. Ach! ich bitte, rechne du trieb Mich schwachen vollberei mir nicht solche fünde zu, Weil ten, Gründen, leiten. Er hat mich wir arme deine gaben Nur in järtlich lieb; Drum wird mein mürben scherben haben. fuß nicht gleiten. 4. Ach! befestige mein herze; 6. Führt er mich selbst in kampf Nur die gnade macht es fest, Das and streit; So wird er mich auch mich unter allem schmerze Muht schügen: Wenn nur gebet und und hoffnung nicht verläßt. Dei, wachsamkeit Die kräfte unterstüz- ne ehre, furcht und ruhm Sep jen. Fall' ich, so wird er mich, fein| mein einig eigenthum. Lehr mich, kind, Nicht hülflos liegen laffen, aller gunst und schätzen Deine lies Noch mich haffen. Ach nein, er be vorzufegen. tommt geschwind, Mich bey der band zu faffen. 7. Er bleibet mir, ich ihm ge tren: Kein tod, kein schmerz, kein leiden; Nicht furcht, nicht lust, nicht schmeicheley Soll uns ver bundne scheiden. Was er zusammen hat gefügt, Wird kein ge schöpfe können Jemahls trennen. Wol mir, ich bin vergnügt! Ich darf mich selig nennen. Von der Gnaden. Versiegelung des heiligen Geistes. Mel. JEfu deine heilge wunden. Frommer vater, GOtt 371 der stärke! Dein licht it bom wechsel fren! Du bist in jedwedem werke Heilig, wahrhaft und getreu: Ach! ich klage dir mit leid Meine unbeständigkeit; Denn mein herz ist gleich den wo: gen, Leicht bewegt und bald be trogen: 2. Bald durch menschen- furcht and liebe, Bald durch ehre, ruhm und geld, Bald durch böse wolInst- triebe und durch ärgerniß der welt; Bald treibt die verfolgung mich, Bald die armuht hinter sich; Bald macht sonsten eine feuche, Daß ich von dem höchsten weiche. 5. Laß den allertheursten glau ben und die Hoffende geduld Mir nichts auf der erden rauben. Steh mir bey mit deiner huld, Daß ich, HErr! von deiner treu Ewig unzertrennlich sey. Gib mir aber alle stunden Neue kraft aus Chrifti wunden. 6. Laß den undank dieser erden, und den hohn der ganzen welt Mir nicht zur versuchung werden, Wenn das leiden mich befällt: Denn es ist der christen freud, Leis den um gerechtigkeit: Laß mich dein verheissen faffen, und mich fest darauf verlassen. 7. Gib ein herze, daß im glücke nicht verwegen, stolz und frey, und bey widrigem geschicke Nichs verzagt noch murrisch sen. Sieh mein herz mit großmuht an, Daß es etwas wagen kann, Und nicht vor dem kampf und siege Schon ermüdet unterliege. 3. Ich bekenne dir, wie billig, Je bekenn es, HErr, mit ach! 8. Webre allem trug vom ten. fel, Der die wahrheit will vers drehn. Laß mich wider allen wets fel Auf der wahrheit GOttes stehn; Daß ich alle fatans- wuht, und der pfeile schwefel- gluht Nur aus deines wortes gründen Kräf tig mdge überwinden. * 9. HErr! versiegle, weil ich lebe, Meinen geist mit deinem geist, Der ein sichres jeugniß gebe 94 Das, 233 Von dem Werke der Helligung, und was Daß du mich dort erben heißt. 6. Donnert das geser, und blist Beichne meine stirn und herz, Daß Schrecklich über alle bösen? Hie der feind weich hinterwärts, Und sieht Christus, der mich schüßt, mich niemand dir entreiffe, Weil Der mich kann vom fluch erlösen, ich dir versiegelt heiffe. Dessen thun vor GOtt so gilt, Al hätt ich es selbst erfüllt. 10. Mach mich auf den grund erbauet, Den man unbeweglich 7. Er der aller heiland heißt, nennt, Wo man dieses siegel schau- Hat luft in mein herz zu ziehen, et, Daß mein GOtt die seinen und mir seinen wehrten geift A13 tennt: Nimm durch deine GOt fein liebes- pfand verliehen: GOtt tes- macht Meine seligkeit in acht, kehrt selber bey mir ein, Nun mus Und bewahre mich im sterben Noch ich sein erbe seyn. als deinen himmels- erben. 8. Schweig, vernunft! und sage nicht, Jch sen elend und gebrechs lich: Denn mein glaub an Chris stum spricht: Meine ehr ist uns mich fortbin, Weil ich hier schon aussprechlich. Niemand schrecke felig bin.. Von dem Gnaden: Stande. Mel. 8. JEfus meine zuversicht. 372+ Isemüht Chriftlich in Esu! wenn ich mein mich selber leuke, und den reichthum deiner güt, Meine selig teit, bedenke; So dùnkt mir, als schwebt ich schon Dort um deinen gnaden thron. 2. An dem schudden fünden- wust Mag mein her: denn nicht mehr flebeit. Ich verspühre kraft und luft, Heilig und nach GOtt zu le ben: Ich bin reiner freuden voll. Mir ist überschwenglich wol. 3. Dir sey dank, preis, ehr und macht, JEsu, der du durch dein Berben Mir das heil haft wieder bracht! Du machst mich zum himmels- erben In der taufe, wo bein blut Alle meine schuld ab- Mel. Wie schon leucht und der ze. thut. 4. Dieſes macht mich rein und 373. Wie groß ist deine schön, Daß ichohne fehl und flek- chriften- mensch! hier in der jeit, herrlichkeit, D ten Kann gerecht vor GOtt be Behn: Dis kann alle schuld bedek ten. Deine unschuld, JEsu Christ! Macht mich, wie du selber bist. s. Holl und teufel find gefällt, Ihre macht hat weichen müssen. Die verfluchte bose welt Tret ich ritterlich mit füssen: Und die freu de Chrifti macht, Daß mein beri den tod verlacht. thum! Was den glauben sucht zu 9. Tilg, o GOtt, mein eigens stöhren, Laß dein evangelium, auf und abendmahl mich nehs meine seelen weide seyn. ren: Dis laß mir in freud und pein will ich mich so lang ergeßen, Bis 10. Und bey solcher wehrten koft du mich, mein füffer troft! Wirft zur himmels- tafel segen; Da ſeh ich vollkommen ein, was es sey: ganz selig seyn. von der Herrlichkeit der Gre rechten. und noch vielmehr dort oben? Wenn anders, was dein name heißt, Dein wesen und die that bes weist, und deine werk' dich loben. Christus Jesus Salbt mit ble Deine seele: Geistes gaben Sinds, die dich so hoch erhaben. 2. Du bist selbst göttliches ges schlechts*, Der kindschaft und des tinder rechts mit der natur theils baftig von der Erneuerung und Erhaltung in der Gnade. 233 baftig. Sieh! welche lieb' und ehr, im bund: Gein thron ist deines ist dis! Halts gleich die welt für herzens grunt, Darin er wohs ungewiß, So bleibt es doch wahr-| nung machet. Er hält dich selbst baftig. Laß sie Dich hie Nur ver- für seinen ruhm, Du bist sein bes achten, Laß sie trachten Dich zu stes eigenthum, Darüber er stets haffen: Sie muß dir den ruhm wachet. Mein christ! Gott ist, doch lassen.* Ap. Gesch. 17, 29. Der dich traget, Und verpfleget; Sein erbarmen Schließt dich ein mit vater- armen. 3. Du bist ein priester und prophet, Der vor des höchsten throne steht, Und wird von GOtt geleh- 6. Wer ist, der alles sattsamt ret. Du bist ein könig, dessen preist, Was dir der HErr für ehr macht Weit gröffer, als die welt erweist, und zwar schon hier auf gedacht; Das reich dir zugehöret. erden? Was künftig, ist nicht of Dein geift Erweist Sich geschaffenbar; Doch bleibt es fest und tig, Sieget kräftig Durch den glauben: Wer will dir die crone rauben? 4. Du bist auch deines JEsu braut, Er hat sich selbst mit dir ewig wahr, Du wirstGOtt ähnlich werden. Deine Reine Liebes- aus gen Sollen taugenGOtt zu sehens Wenn du wirst verklärt auffiehen. 7. O christen- mensch! in dies vertraut, und dich so schön gesen stand Setzt dich des höchsten schmücket: Er hat dir seines gei- gnaden- hand: Bedeuke diese würe Res pfand Von seinem allmachts de! Ja, tröste dich zu jeder zeit thron gesandt, Daß du ihm unver- Mit dieser groffen herrlichkeits rücket Ewig, Brünstig, So im lei: Leg ab die fünden- bürde. Lebe, den Als in freuden Fest anhangest, Strebe, Deinen adel Ohne tabel Und nach ihm allein verlangest. Zu erhalten: Glaube, bis du wirft erkalten. 5. Bedenk! du siehst mit Gott VI. Von der Gnaden- Wahl. Mel. JEfu deine heilge wunden.1 barmen, Soller huld und freunds lichkeit, Der so einer welt voll are men Gnade, troft und hülfe beurs! Liebe! die den sohn nicht schont, Der in seinem schoofse wohnt, Um die fünder zu erretten Aus den schweren fünden- letten. wge liebe! mein 374. gemühte Thut ist einen frohen blick In den abgrund deiner gute!. Send ihm einen Blick zurück, Einen blick voll heiterkeit, Der die finsterniß zerstreut, Die mein blödes auge Drücket, wenn es nach dem lichte blicket. 4. Doch du haft, o weise liebe! Eine ordnung auch bestimmt, Daß sich der darinnen übe, Dez am segen antheil nimmt. Wer nur an den mittler glaubt, und ihm treu ergeben bleibt; Der soll nicht verlohren gehen, Sondern beil und leben sehen. 2. Ich verchre dich, o liebe! Daß du dich entschlossen haft, und aus einem reinen triebe Den er wünschten schluß gefaßt: Der in fluch versenkten welt, Durch ein theures löse geld, Durch des eignen sohnes sterben Gnad und freyheit zu erwerben. 1. O ein rahtschluß voll ers i nen theuren guten geißt Denen, * Die s. Diesen glauben anzuzünden, Der ein werk des himmels heißt, Läsfest du dich willig finden, Dels Bon der Gnaden- Wahl. 234 oie gebenget ftehn, Die ihr unvers mögen fehn, und zum thron der anaden eilen, Gern und willig mitzutheilen. 6. Wo du nun vorher gesehen, Daß ein mensch auf dieser erd Deinem geist nicht widerstehen noch sein werk verhindern werd; Sondern ohne heuchel schein Werd im glauben feste seyn: Dies sen hast du auserwählet, Und den beinen zugezählet. 7. Du hast niemand zum verberben Ohne grund in bann gethan, Die in ihren fünden sterben, Die find selber schuld daran. Wer nicht glaubt an deinen sohn, Der hat fluch und tod zum lohn: Sein muhtwillig widerstreben Schließt ihn aus von heil und leben. 8. Liebe! dir sey lob gesungen Für den höchst gerechten schluß, Den die schaar verklärter zungen Rahmen und bewundern muß, Den der glaub in demuht ehrt, Die vernunft erstaunend hört, and umsonst sich unterwinde, Quie sie dessen tief ergründet. 9.Liebe! laß mich dahin streben, Meiner wahl gewiß zu seyn. Richte felbst mein ganzes leben So nach deinem willen ein, Daß des glaubens frucht und kraft, Den dein geift in mir geschafft, Mir jum jeugniß dienen möge: Ich sey auf dem himmels- wege. 10. Laß mich meinen namen schauen In dem buch des Lebens kebut. Denn so werd ich ohne grauen Selbst dem tod entgegen gehn. Keine creatur wird mich, Den du liebest ewiglich, Deiner band entreiffen können, Noch von beiner liebe trennen. ein kind der seligkeit. Die fünds kann mich nicht betrüben, Auch nicht das leiden dieferzeit. Sch weiß, daß ich von anbeginn Ju Christo auserwählet bin. 2. Das lamm hat mich mit seis nem blute Gezeichnet in das les bens- buch: Durch das erlang ich alles gute, Erlösung von dem tod und fluch. Was ist doch, das mein herse quält? Ich bin zum himmel auserwählt. 3. Was schreckt mich des gesezs zes wetter? Ich seh ins lebenss buch hinein: Da füllt die gnade alle blätter, Sie ist und bleibet alls gemein. Hier lef ich, was mir tröstung giebt: Dich hab ich je und ie geliebt. 4. Ob gleich im schwarzen buch der fünden Viel schulden aufges schrieben stehu; Läßt JEfus mich doch gnade finden, und mich ins buch des Lebens sehn: Da schau ich meine guaden- wahl, Und steh in seiner kinder zahl. *. Auf JEsum will ich frölich sterben, Ich will des glaubens hochzeit kleid Nur in des lammes blute fårben; So geh ich ein zue feligkeit, und zu dem groffen abendmahl: O freuden volle guas den- wahl! 6. Kein teufel soll den trost min rauben, Daß ich erwählt von ans beginn, Daß ich aus gnaden durch den glauben In Christi blut erlös set bin. So leb ich denn und sterbe brauf: Auf Chriftum schließ ich meinen lauf. 376. Mel. Wer nur den lieben GOtt ze. Err, von unendlis chem erbarmen! Du unergründlich liebes- meer! Ich danke dir mit allen armen, Und mit dem ganzen chriften- heer, deine in Chrift, 375 gefrieben, 3db bin Die vor der welt gewesen ist. el.er nur den liebenGOtt 2c im himmelan 2. Für Von der Gnaven, Wahl. 235 2. Für dein so allgemein erlds, mich rüste, Der fatans pfeile ide fen, Für die bezahlung aller schuld, schen kann. Doch, weil ich schwach, Für den beruf an alle böfen, und so laffe du Kein allzu stark verfus für das wort von deiner huld; Ja, chen zu. für die kraft in deinem wortDankt dir mein herze hier und dort. 3. Für deinen heilgen geist der liebe, Der glauben wirkt in unferm geist; Weil doch des glau bens kraft und triebe Ein werk der allmacht GOttes heißt; Für Die befestigung darinn, Dankt dir mein neugeschaffner finn. 8. Laß mir dein allgemein erbars men, Das allgemeine löse geld, Den allgemeinen ruf der armen, Den allgemeinen trost der welt, Die mittel, die auch allgemein, Ein fester grund des glaubens seyn. 4. Für dein so tröstliches versprechen, Daß deine guade ewig sey; Wenn berge berften, hügel brechen, Steht doch dein bund und deine treu; Wenn erd und himmel weicht und fällt, So lebt doch Gott, der glauben hält: 9. Du gabst auch mir den ruf der gnaden, Auch ich erhalte theil daran: Es lag mein herz in gleis chem schaden, Drum ist auch gnug für mich gethan. An deinen wors ten, troft und heil Hab ich auch ins besondre theil. s. Für deine theurfte sacra menten, Als siegel deiner wahren schrift; Wo GOtt, damit wir glauben könnten, Ein denkmahl feiner wunder fift: Für diese gnade in der zeit, Dankt dir mein ber; in ewigkeit, 6. Ja, mund und herze soll dir danken; Doch bittet auch mein herz und mund: Laß weder mund noch herze wanken, und gründe mich auf diesen grund. Erhalte nur durch deine treu Mich bis in meinen tod dabey. 10. An diesem kann ich nun ers kennen, Daß ich, dein kind, in gnas den bin. Du willt mir selbst die ehe re gönnen, Du gabst dein kind für mich dahin: Und der ward sündern zugezählt, In dem du sünder auss erwählt. II. Laß mich in liebe heilig leben, Unsträflich, dir zum lobe, seyn: Versichere mein herz darueben, Es reisse weder lust noch pein Mich von der liebe GOttes hin, Weil ich in JEfu Chrifto bin. 12. Tod, Teben, trübfal, angst und leiden, Was welt und hölle in sich schließt, Nichts soll mich von der liebe scheiden, Die da in Christo JEsu ist: Ja, amen, vater aller treu! Zähl mich den ausers 7. Und fechten satan, welt und lüfte Mich in dem bösen stündlein an; Gib daß ich mit dem schild wählten bey. IV. Von den Gnaden. Mitteln als 1. Von dem Worte GOttes. Mel. Es ist das heil uns kommen. ir menschen sind zu dem, o GOtt! Bas geistlich ist, untüchtig: Dein wesen, wille und gebot Ist viel zu boch und wichtig: Wir wissens! 377.23 und verstehens nicht, Wo uns dein göttlich wort und licht Den weg zu dir nicht weiset. 2. Drum sind vor zeiten aus gefandt Propheten, deine knechte, Daß durch dieselben würd bekann Den 236 Bon dem Worte GOttes. Dein hetiger will und rechte. Zum| weg' seyn Die leuchte unsern füf festen ist dein lieber sohn, vater! fen: Erhalt es bey uns klar und von dem himmels thron Selbst rein: Hilf, daß wir draus geniess kommen, uns zu lehren. fen Kraft, raht und troft in aller noht, Daß wir im leben und int tod Beständig darauf bauen. 3. Für folches heil sey, HErr! gepreist, Laß uns daben verblei ben; Und gib uns deinen heilgen seift, Daß wir dent worte glau ben: Dasselb annehmen jederzeit Mit fanftmuht, ehrfurcht, lieb' und freud, Als GOttes, nicht der menschen. 10. GOtt vater! laß zu deiner ehr Dein wort sich weit ausbreis ten. Hilf, JEsu! daß uns deine lehr Erleuchten mög' und leiten. Oheilger geist! dein göttlich wort Glaub, lieb, geduld und hoffnung. in uns wirken fort und fort 4. Hilf, daß der lofen spotter Bauf uns nicht vom wort abwende: Weil ihr gespött sammt ihnen drauf mit schrecken nimmt ein ende. Gib du selbst deinem donner. Mel. Hilf mir mein GOtt hilfie. traft, Daß deine lehre in uns haft, 378. Mein Gott! du Auch reichlich bey uns wohne. s. Deffir' uns die ohren und das bert, Daß wir dein wort recht fas fen; In lieb' und leid, in freud und schmerz Es aus der acht nicht lassen: Daß wir nicht hörer mur allein Des wortes, sondern thanen griffel schreibest. ter senn, Frucht hundertfältig 2. Ist dein geheimniß tief und bringen. zeigst dein anges sicht In deines wortes spiegel, Dasselb ist uns ein helles licht, Ein theures pfand und siegel: Oheils ger geist! Dein wort selbst weift, Daß du die lehrer treibest, Da du dis wort An allem ort Durch deis schwer; So giebt dein wort doch 6. Amt weg der saame wird so klarheit. Ist die vernunft gleich fort Vom teufel hingenommen: wüft und leer: Dein wort führt in In fels und steinen kann das wort die wahrheit, Lehrt, straft, vers Die wurzel nicht bekommen: Der beut, Vollführt den streit; Die saam, der in die dornen fällt, Bonströstung ist unzählig, Hat hims forg und wollust dieser welt Vermels- Fraft Und lebens- saft, Und dirbet und ersticket. macht uns endlich selig. * 7. Ach hilf, HErr! daß wir wer den gleich Dem guten fruchtbarn lande, Und seyn an guten werken veich In unserm amt und stande, Biel früchte bringen in geduld, Bewahren deine lehr und huld In feinem guten herzen. 3. O morgen- stern! o mannas thau! O angenehmer regen! O immer grüne seelen- au! In die ist heil und segen. Drum sen ges preift, Oheilger geift! Für diese theure gaben: Ich will hinfort An diesem wort Mein licht und labs sal haben. 8. Laß uns, so lang wir leben hier, Den weg der fünder meiden. Sib, daß wir halten fest an dir, In anfechtung und leiden. Rott aus die dornen allzumahl, Hilf ans die welt forg überall Nebst aöfen lüften dämpfen. 4. Ach HErr! bewahr für mens schen- tand, Für falscher lehr und rotten: Bring nicht den hunger in das land, Laß uns des morts nicht spotten; Daß man die lehr Nuv laulich hör', Und doch darnach * 9. Dcin wort, o HErr! laß alls nicht tbåte. Ja, stoß doch nicht Dis Bon dem Worte GOttes. 237 Dis helle licht Von seines leuch- iu seyn; Er lenkte hand und ters ståtte. mund, Daß alles, was sie dachten, Und in die schriften brachten, Von- und aus ihm, entstund. s. Hilf, daß ich nicht, wie Thomas*, mich Von der gemein entferne: Nicht, wie Eutychus**, 4. Ein heide schreibt und glaus schläferig Die predigt hör und bet, Daß GOtt und tugend sey: lerne. Den sorgen- dorn, Des flei- Doch was er sagt und schreibet, sches zorn, Der wollust feuer Kömmt GOttes schrift nicht bey: dampfe. Ach! steh bey mir, Wenn Ihr bleibt an alterthum, An richs ich allhier Mit sünd und zweifeltigkeit und wahrheit, An weis. kämpfe. heit, kraft und klarheit Allein dez preis und ruhm. * Joh. 20, 24. ** Ap. Gesch. 20,9. * 6. Erhalt uns, HErr! dein 5. Was man sonst nirgend fins theures wort Zu unsers herzens det, Und GOtt alleine weiß, Was freude, Daß es uns schein im dun- kein verstand ergründet; Das lehs Feln ort, Und unsre feelen weide.ret sie mit fleiß: Weil sie durch Hilf, daß mirs ist Sur lehre nütt, GOttes geist, GOtt, dessen wes Des glaubens werk zu stärken, Zur sen, werke, und willen, kraft und besserung, Zur züchtigung, Bu al stärke, Jaienes leben weist. len guten werken. 7. Hilf, daß ichs auch mit freudgem muht Vor aller welt beken 6. Sie trägt die höchste fachen In tiefster einfalt vor, und kann doch weise machen: Sie führt zu ne, Und stets in angst und trüb- GOtt empor: Sie schenket dem fals glut Es meinen labsal nen gemüht Ein solch verklärt gesichs ne. Die lezte noht Jft end und tod, te, Daß man im glaubens- lichts Laß mich der hoffnung trauen, GOtt recht ins herze sicht. Wer in der welt Dein wort nur bält, Der wird den tod nicht schauen... 7. Sie reißt durch eigne stärke Das reich der fündentum, Und bauet neue werke Durchs evanges tium. Sie stößt ein fündlich hers Erst in die hölle nieder; Und führt doch solches wieder Durch tröstung himmelwärte. Mel. Von GOtt will ich nicht zc. Grkenne mein gemüh379. te! Wie GOtt fo guddig ist; Aus desfen licht und güte Dir diese wolthat fließt, Daß er die heilge schrift Dir hat zum licht gegeben, und darin, dir zum leben, Den bund mit dir gestift. 8. Sie dient sich zum beweise, Daß sie vom himmel sey. Des geist stimmt, ihr zum preise, Mit seinem zeugniß bey. Es haben hier und dort Blutzeugen sie gepries sen, und durch den tod bewiesen, Sie sey das lebens wort. 2. GOtt, der erbarmer, fahe Uns in der blindheit stehn; Es 9. Kein buchstab ift entfallen gieng ihm schmerzlich nahe, Solch Der nicht erfüllet sey: Der auss elend anzusehn. Sollt er nun gang tritt in allen Der prophes unterricht Nebst den erleuchzeihung bey. Und weiß nun Gott tungs- gaben Zurück gehalten ha- allein Weisfagung vorzutragen ben? Onein! das konnt er nicht. So wird ein ieder sagen: Die schrift muß göttlich seyn. 3. Vielmehr erwählt' er knechte, Sab ihnen alles ein, Was uns zum Ticht und rechte Donudbten schien 10. Wolan, geliebtes herle! Numm GOttes jeugniß an; Beit bicje 238 Von dem Worte Gottes. Diese himmels- terze Dich himm- 6. Dieses wort zeigt im gejege, lisch machen kann. So wenig Und im evangelio Unsern mangel, GOtt betreugt, So wenig kann GOttes schätze; Macht betrübt fie lugen, Noch auf dem wege trü- und wieder froh. Jenes zeiget gent, Den sie zum himmel zeigt. Adams schuld; Dieses, Chriftl lieb und huld: Jenes lehrt die guten werke, Dieses giebt hierzu die stärke. 7. Durch dis mittel aller gras den, Und der facramenten paar Stellen lehrer, die uns laden, GOttes gnaden ordnung dar. Lehre, strafe, besserung Und gereche te züchtigung stann den menschen GOttes stärken, Macht geschickt ju guten werken. Mel. Werde munter mein ic. Err! dein wort, 380. meint grund des horres, Machet meine seele froh. Wort des vaters! alles wortes Ja und amen, A und O! Geift des vaters und des sohus! Sie: sel unsers gnaden lohns! Du will: uns in deiner schriften Dei ner liebe denkmahl stiften. 2. Du verborgnes hohes wes 8. Denn dis wort beruft und fen! Haft dich uns geoffenbart, lehret: Es erleuchtet den verstand, Und wir können deutlich lesen, Es gebieret und bekehret, Macht Was das fleisch nach seiner artgerechtigkeit bekannt, und zum Nicht vernimmt, und thorheit guten uns bercit; Trößtet, stärkt nenut; Weil es deinen geist nicht zur seligkeit. Kurz, die schrift ift fennt; Was uns die vernunft uns gegeben, Daß wir durch den nicht lehret, Was die hohen gar glauben leben. ¡ erstöhret. 3. Schon im alten testamente Machte der propheten mund, Die Dein heilger ruf ernennte, GOt tes wort den menschen kund: Und im neuen ward die treu Unsers GOttes gleichfalls neu; Denn sie wußt evangelisten und apostel auszurüsten. 4. Was die menschen Gottes schrieben, Gab nicht eigner wille ein.GOttes geift hat sie getrieben, Weil das wort ein geist soll seyn*; Und daher kömmt auch die kraft, Die des geiftes früchte schafft, Buffe, glauben, neues leben und bie feligkeit zu gebent. Joh.6,63. s. Diese regel richt't den glau Ben Nach des höchsten willen ein: Kann ihm aber nicht erlauben, In den werken todt zu seyn: Weil Der geift des geiftes frucht von des geiftes saamen fucht. Denn sin forscher in der bibel Hört, bes edit es, that fein übel. erleuchten: Laß den hammer 9. Laß uns, HErr! dis licht mächtig seyn. Laß uns diesen res gen feuchten, lind den blöden geift erfreun. Gib, daß dis zweyschneis dig schwert uns durch geist und feele fährt. Laß den saamen nichts ersticken, Sondern unfer herz ers quicken. 10. Gib uns allzeit treue Lehrer, und die Lehre hell und rein. Lag uns aber nicht nur hörer, Nein, zugleich auch thäter seyn: Wie bey dir auch raht und that, Alles wort erfüllet hat. Laß, die hier dem worte trauen, Dort das work selbständig schauen. mel. GOtt des himmels und ze. Das 381 heures wort aus mir lauter honig trägt! Dich als lein hab ich zum grunde Meiner feligkeit gelegt. Sy die treff ich alles Von dem Worte GOttes. 23% alles an, Was ju GOtt mich füh- fest im glauben fieh, Bis ich bost ten kann. zum schauen geh. 2. Will ich einen vorschmack haben, Welcher nach dem himmel schmeckt: So kannst du herr Mel, JEfu deine heiige wundent. uter ann! lich laben: Weil ben dir ein tisch 382. gange Giebt und gedeckt, Der mir lauter manna schenkt, Mich mit lebenswasser tränkt. spührt man weit und breit; Denn du haft in groffer menge Deinen saamen ausgestreut: Ja an all und jedem ort Hast du dein theurs wehrtes wort Bor uns, und in uns ben ein. Laß mich täglich klügerserit tagen, Huld und liebreich werden, Daß dein heller gnaden fchein Mir bis in die seele dringt, Und die frucht des Lebens bringt. 3. Du mein paradies auf erz den! Schleuß mich stets im glau 4.Geist der gnaden, der im worte An des höchsten brust mich legt! Deffne mir die himmels- pforte, Daß mein geist hie recht erwegt, Was für schätze GOttes hand Durch sein wort mir zugewandt. r.Laß mich stets in diesen schran ten Frey von eitlen sorgen seyn: Schlieffe mich mit den gedanken In ein stilles wefen ein, Daß die welt mich gar nicht stöhrt, Wenn mein herz dich reden hört. 6. Gib dem saam- korn einen acker, Der die frucht nicht schuldig bleibt. Mache mir die augeit wacker; Und, was hier dein finger schreibt, Präge mir im Herzen ein; Laß den zweifel ferne feyn. 7. Was ich lese, laß mich mer fen, Was du sagest, laß mich thun. Wird dein wort den glauben står ten, Laß es nicht dabey beruhn; Sonderit gib, daß auch dabey Ihm mein leben ähnlich sey. 8. Hilf, daß alle meine wege Nur nach dieser richtschnur gehn. Was ich hier zuni grunde lege, Müsse wie ein felfen stehn: Daß mein geift auch raht und that In den größten ndhten hat. 9. Laß dein wort mir einen spie gel Ju der folgeJEsu seyn: Drücke brauf ein gnaden- siegel. Schleuß dan schat im bergen ein, Daß ich vorgetragen. 2. Aber, ach! wie wenig felder Nehmen diesen saamen an! Was sind wir für wüste wälder, Wo man gar nichts ernten kan: Dorn und hecken sind der ort, Wo das theure lebens- wort Muß verders ben und ersticken, Und sich laffen unterdrücken. 3. Manzertritt das an den wes gen, und die vögel fressens auf. Das, auf felfen harten stegen, Muß verdorren, gehet drauf; Doch es ist noch gutes land, So durch deine segens- hand, Wenn es recht und wol gelinget, Hundertfältig früchte bringet. 4. JEsu! der du unsre herzen Dir zum acker zugericht: Laß uns ja nicht was verscherzen: O de theures lebens- licht! Was zum wachsthum muß gedeyn, Une mit früchten kann erfreun. Laß, was ohren hat zu hören, Hören, thun nach deinen lehren. 5. Wehr und steure du dem teu. fel, Sey des hörens ziel und zweck; Sonst erwecket er uns zweifel, Nimmt das wort vom herzen weg. Wehr auch aller sicherheit, Daß wir uns zu aller jeit, HErr! an dich mit glauben halten, Und in Feiner noht erkalten. 6. Reiß auch weiter alle dörne: Unfrer geld- und welt- luft aus: Sonst ersticken alle körner, tim wird nie was gutes draus. Denn tos 240 Von dem Worte GOttes. wo solche felder sind, Muß der saas, geift, Der alles das versiegle, me gar geschwind Durch die hin- Worin dein wort mich unters dernisse fierben, und der acker weist; Daß ich mich drin bespiegle, selbst verderben. Und immerdar Dis, was ich war, und was ich bin, erkenne: Auch niemahls mehr Von deiner lehe In sünd und irrthum renne. 7. JEsu! hilf uns recht be mühen, Ein erwünschtes land zu seyn, Wo die früchte nicht nur bluhen, Wo nicht nur ein christenfchein; Sondern wo auch jederman Aus den früchten sehen kann, Wie dein wort im herzen blieben Und in kraft hervor getrieben. 4. Gib( meinem glauben stärk und kraft, Die alles kann vollbrins gen, Damit, durch dessen eigens schaft, Ich ritterlich kann ringen, Und creuz und noht, Ja gar dent tod Viel eher mag erleiden, Als daß ich hier om wort, und die, ich ließ aus Kleinmuht scheiden. 8. Laß ein jedes wort gelingen, Das in unsre herzen fällt; Laß es tausend früchte bringen. Wenn Dein auge in der welt Da und dort ein herze sicht, Das sich deinem wort entzicht: Das entreiß durch Mel. Wo GOtt der HErr nicht. beine stätte, Machs zu deinem 384. feele! welche ſe acker werke. hier auf erden von deinem schöps 9. Endlich wenn wir auf der fer zubereit! Da er dir kund läßt erden Durch den schnellen lauf werden Sein theures wort voll les der seit Selbst zu staub und saa bens- saft, Das eine wahre GOts men werden, Den man in die erstes- kraft und leben mit sich füb de ftreut: Ach! so laß uns sanfteret. ruhn, Bis wir unsern eintritt thun In die schönen himmels auen, und die freuden ernte Schauen. 2. Gleich wie auf grüner aus sich Ein hungrig schaflein füllet, und seinen durst gar emsiglich Am frischen waffer stillet; So kann dein wort zu aller seit mit heil, trost und zufriedenheit Mir meine Mel. Durch Adams fall ist zc. 383.Dein wort, Herr! ist feel erquicken. rechte lehr, Ein 3. Denn was ich suche, find' ich dort; Und was mir noht zu haben, Beigt mir dein seligmachend wort, Das kann mich kräftig laben.Dein edles wort begreift in sich, Was tröstet und erfreuet mich Im les ben und im sterben. 2. So führe denn auf rechtem pfad, Durch dis dein licht, mich blinden. Laß mich, durch deinen schuß und raht, Den satan über winden. Die füffigkeit Laß allezeit Bon deinent wort mich schmekten; Und deine gunst In mir die brunft Der gegen lieb' erwecken. 4. Aus deinem honig füffett wort Lern ich dich selbst erkennen, und JEsum meinen treuen hort, Mein licht und lebeit nennen: Ja dieses wort zeigt mir den geist, Das pfand des erb's, das du vers heißt uns sterblichen zu geben. *. Will mich gleich fünde, hön und tod, Und welt und teufel $. Wexleib auch Deinen guteni schrecken; So lanu dein wert in licht, das uns erleuchtet, Ein schild zu unsrer gegen wehr, Ein thau, der uns befeuchtet; Ein stär: tungstrank, Wenn wir uns Frank An seel und geift befinden; Ein festes band, Das unsre hand Mit deiner kann verbinden. Von dem Worte GOttes. 241 www folcher noht Gewiffen troft ermek nen recht versteh, Und aus der finten: Deus Chriftus ist, so zeigt die schrift, Der höllen pest, des to des gift, Der alles überwunden. derniß Zum licht des lebens geb. 6. Wenn mir die welt viel trübfal macht, Wenn mich gefahr um geben: Qualt mich verfolgung tag und nacht, Muß ich in kum mer leben, Kommit frankheit, schmerz und selbst der tod; So kann dein wort, o creuer GOtt! Mich immer kräftig trösten. 2. Ich bin blind ven natur Durch angeerbte fünden, Und fann nicht von mir selbst Den weg zum himmel finden; Jedoch dein wort ist mir Ein leitstern in der nacht, Daß ich durch dessen glanz Entgeh der todes- macht. 7. Dein wort ist meines lebens licht, Das lehrt ntich richtig ge ben, und bey der fünder rotte nicht in ihrem rahte stehen. Dein wort giebt meiner feele kraft, Es ist das hol;, deß lebens- faft Uns lieb' und glauben stärket. 3. Drum gib mir deinen geift, Der mich zum lichte fahre, und mein verfinstert her: Rit wahrer tugend ziere, Daß glauben, hoffe nung, lieb' In vollem wachse thum sey, Und meine gottesfurcht Bleib' ohne heuchelen. 8. Drum laß mir, HErr! dis edle wort nicht aus dem herzen reiffen. Ja laß es, JEsu! fort und fort Mein troft und labfal heiffen. Erhalte mir es klar und rein: Denn ohne dessen glanz undschein If all mein thun verlohren. 4. Verleihe, daß ich das, Was GOtt zuwider, haffe; Das gute aber auch zu thun nicht unters laffe. Denn wer ein hörer nur, Und nicht ein thäter, ist; Dem hilft das wissen nichts, Der ist kein wahrer christ. 9. Gib, daß ich auf dis wort stets acht mit denken und mit sinnen, Und davon rede tag und nacht. Laß mich nichts lieb gewinnen, Als dessen heil und füffigkeit; Laß es in schmerzen, angst und leid Mein troft und stärke bleiben. 5. So hilf nun, treuer GOtt! Daß ich dein wort recht höre. Beuch du mein herz nach dir, Daß nichts die andacht fitshre. Lent alle sinnen ist nur blos auf dich allein, Daß ich kann nach der zeit Ein himmelserbe seyn. Vor der Betrachtung des götts lichen Wortes. Mel. O GOtt du frommer 2c. Dein GOtt! ich will aniest Dein hei lig wort erwegen; Ach! gib doch gnädiglich mir hierzu deinen segen, Damit ich dein gebot Darin 385.Min ch der Betrachtung des göttlichen Wortes. 10. Ja, laß mich, kommt der tod( Mel. JEfu deine heilge wunden. Daß er mein' auferfiehung fep: 386, Liebfier JEfu, liebstes wort hören, sey: leben! Deine gute Dann las mich zu dir kehren, und sey gepreist, Daß du mir dein wort freudig sterben, weil er spricht:; gegeben, Das mich herrlich unters Die sterben nun and nimmer weiß, Das zur seligkeit mich nicht, Die fefte an mich glauben. Lehrt, Warnet, beffert, ftraft, bes kehrt, Auch, wenn ereu; und trübs fal dricket, mich mit füffem trof erquicket. 2. Gib, daß ich dein wort recht liebe Ohne schein und heucheley, Das ich mich darinnen übe, Und kein blosser hörer sey. Denn wer deinen willen weiß, Thut ihe gleichwol nicht mit fleiß; Der ist 2 ärger 242 Von dem Worte GOttes arger als die heiden, Und soll dop| heilgen geist Und auferstehn der pelt streiche leiden. todten. 3. Darum schreib, was ich ver 3. O vater hoch und wunders nommen, Jeit in meine seele ein. sam! Geheiligt werd von mir dein Laß mich zum erkenntniß kom- nam'. Laß mich deins geistes gas men, und des wortes thäter seyn. ben Im guaden- reich hier haben. Dein geist treibe mich stets an, Hilf, daß ich deinen willen thu, Daß ich dich, so gut ich kann, Gib gute obern, fried und ruh, Glaubig faffe, fürchte, liebe, Und Und daß ich hab darneben Was mit fünden nicht betrübe. ich bedarf im leben. Bergib mir alle meine schuld, Mit meiner schwachheit hab ges duld, In der versuchung stärke mich, Vom bösen rett mich gnäs diglich. Dein ist die macht und ehre. Dein wort sey auch meinen füffen Eine leucht' und helles licht, Daß ich möge trost genies fen, Wenn es mir an trost gebricht. Es versüsse alle quabl In dem finstern todes- thal, Führ mich endlich aus dem leide Zu der süffen himmels- freude. Von den fünf Bauptstbeten des Catechismi. Mel. Ich glaub an einen GOtt. 4. Ich dank dir, GOtt! von herzens- grund, Daß mich die tauf, der heilge bund, Hat wieder neu gebohren: Dir hab ich da geschwos ren; Entsagt hab ich dem böses wicht, Und angelobet, daß ich nicht 387 Lehr mich, o Herr du ht Mich woll' verführen laſſen, All ſeine werke treuer All deine rechte und gebot, Daß ich dir fest vertraue, Sonst auf kein hülfe baue; Daß ich nicht deinen nam'n misbrauch, Am sabbath bey dem danken auch Und beten dein wort böre, Die obern lieb' und ehre. O voter, sohn und geist! vers leih, Daß ich beständig bleib das ben: Gib, daß ich täglich sterbe ab Den bösen lüften, die ich hab, Im neuen leben wandle. Daß ich dem nächsten nüßlich fey; Meid zwietracht, unzucht, bieberey, Verleumdung, lügen, böse luft. HErr! mache mir ja wol bewußt, wie du belohnst und Krafest. 2. Ich glaub an einen Gott allein, Von dem all' ding erschaf fen seyn, Und noch erhalten werden, Im himmel und auf erden. Ich glaube auch an JEfumChrift, Der GOtt und menfch gebohren tft, Für mich am creuz gestorben, Das heil mir da erworben; s. Des HErren JEsu leib und blut Kömmt in dem nachtmahl mir zu gut: Mein glaube kriegt da stärke, Daß ichs inwendig merke. Dein grimm alsdenn, o vater! fällt, Wenn dir daselbst wird vorgestellt, Wie das, was ich verschuldet, Dein sohn am creuz Er giebet feinen leib für mich, Sein blut vergießt er mildiglich: Ovater! nimm dis opfer an, Vers zeih die fünd, die ich gethan, Hilf mir aus allen nõhten. Vom tod erstanden, und dar auf Zum himmels- thron gefahren auf, Bon da er uns sein warten Don den geben Geboten als dem Gesetze. beise. Sch glaub an GOtt den 388. Dis sind die beilge uns und zwar von dent Gelege. 243 uns gab unfer HErre GOtt Durch sind, Daß du dein fünd, o men, Mosen seinen diener treu, Hochschen kind! Erkennen sollt, und auf dem berge Sinai. Kyrieleis. lernen wol, Wie man vor GOtt 2. Ich bin allein dein GOtt und recht leben soll. Kyr. HErr. Kein' götter sollt du haben 12. Das hilf du uns, HErr JE mehr: Du sollt mir ganz verfu Chrift! Der du der mittler trauen dich, Von herzens- grunde worden bist: Sonst ists mit uns lieben mich. Kyr. ferm thun verlohru, Verdienen nichts denn eitel zorn. Kyr. * 3. Du sollt nicht führen zu un ehrn Den namen GOttes deines HErrn: Du sollt nichts preisen recht noch gut, Ohn was GOtt selber redt und thut. Kyr. 4.Du sollt heilgen den sieb'nden tag, Daß du und dein haus ruhen mag. Du sollt von dein'm thun Laffen ab, Damit Gott sein werk in dir hab. Kyr. s. Du sollt ehrn und gehorsam feyn Dem vater und der mutter bein, Und wo dein' hand ihn'n dienen kann; So wirst du langes Leben hab'n. Kyr. 6. Du sollt nicht tödten zornig lich, Nicht hassen, noch selbst rå chen dich, Geduld haben und sanf ten muht, Und auch dem feinde thun, was gut. Kør. Mel. Dis sind die heilge zehn ze. 1. Dein eh ſollt du bewahren 389. Mensch! willt du les feliglich, Ind rein, Daß auch dein herz kein anbey GOtt bleiben ewiglich: Go dern mein, Und halten keusch das sollt du halt'n die zehn gebot, Die Leben dein Mit zucht und auch uns gebeut unser GOtt. Kyr. mässigkeit fein. Kyr. 8. Du sollt nicht stehlen geld noch gut, Nicht wuchern jemands schweiß und blut. Du sollt auf thun dein' milde hand Den ar men, die in deinem land. Kyr. 13. Kein mensch wird durch vers dienst gerecht, Wir bleiben fiets unnuge knecht. HErr JEsu! dein verdienst allein Erwirbt uns, daß wir selig seyn. Kyr. 14. Jedoch steht GOttes will da klar, Und die gebot sind offers bar: Drum man nach aller mögs lichkeit Darnach muß leben alles eit. nr. IF. Weil aber in dem jammers thal Die fünd uns anklebt übers all; So gib, o HErr! uns deinen geift, Der uns kraft, stårk' und beps stand leist. Kyrieleis. 2. Dein GOtt und HErr ai. lein bin ich, Kem andrer GOtt foll irren dich: Vertraun soll mir das herze dein, Mein eigen reich sollt du seyn. Kyr. 3. Du sollt mein'n namen ehren 9. Du sollt kein falscher zeuge schon, Und in der noht mich rus fenn, Nicht lügen auf den nächfen an: Du sollt heilgen den sab. ften dein: Sein unschuld sollt bath tag, Daß ich in dir wirken auch retten du, Und seine schande mag. Kyr. Decken zu. Kyr. 4. Dem vater und der mutter F 10. Du sollt deins nächsten weib dein Sollt du, nach mir, gehorsam und haus Begehren nicht, noch seyn, Niemand tödten, noch tor etwas draus: Du sollt ihm wünnig seyn, Und deine ehe halten fchen alles gut, Wie dir dein herze rein. Kyr. felber thut. Kyr. *. Die g'bet all uns gegeben r. Du sollt einem andern fehlen nicht, Auf niemand falsches jeu. 23 Ben 944 Von dem Worte GOttes. gen nicht: Deins nächsten weibes mich ia ehren allezeit, Daß mirs nicht begehrn, Und all seins guts wol geh auf erden. Für ihre tren 1 und sorg laß mich, Auch wenn sie geru entbehrn. Kyr. 6. Die g'bot all uns gegeben werden wunderlich, Gehorsam find, Daß du dein fünd, o men- seyn und dankbar. fchen find! Erkennen sollt, und lernen wol, Wie man vor GOtt rach recht leben soll. Kyr. 6. Hilf, daß ich nimmer eigne Aus zoru und feindschaft übe; Dem, der mir authut creus 7. Das hilf du uns, HErr JE und schmach, Verzeihe, und ihn su Christ! Der du der mittler worliebe; Sein glück und wolfahrt den bist: Sonst ists mit unserm iedem ginn, Schau, ob ich jemand thun verlohrn, Verdienen nichts dienen loun, Und thu es denn mit freuden. denn eitel jorn. Kyr. 7. Unreine werk der finsterniß Mel. Es spricht der unweisen 2c. Laß mich mein lebtag meiden, Daß ich nicht für der luftfeuch Err! deine rechte müßDer höllen quähl dort leiden. 390. und in mir, ein nach wir follen leben, Wollst du mir, o du treuer GOtt! Jns herze felber geben; Daß ich zum guten willig sey. Mit sorgfalt und ohn Heucheley, Was du befiehlst, vollbringe. herz, Daß ich schandbare wort und scherz, Auch freff'n und saus fen haffe. 8. Verleih, daß ich mich redlich nehr, Der bösen räuk mich schäs me; Mein herz vom geiz und unrecht Fehr, Nichts durch gewalt hinnehme, Und von der arbeit 2. Gib, daß ich dir allein vers trau, Allein dich fürcht und liebe, Auf menschen troft und hülf meiner hand, Was übrig ist, auf nicht bau, Noch mich darum bearme wend, Und nicht auf pracht trübe: Daß groffer leute gnad und und hoffart. gunst, Gewalt, pracht, reichthum, wig und kunst mir nicht zum abgott werde. 3. Hilf, daß ich deinen nam'n und bund Aus deinem wort er Fenne; Auch niemahls dich mit meinem mund Ohn herzens anzeit An lästern und an lügen. 9. Hilf, daß ich meines nächsten glimpf 3a retten mich befleisse, Von ihm abwende schmach und schimpf, Doch böses nicht gut heiffe. Gib, daß ich lieb' aufrichs tigkeit, Hab einen abscheu jeder dacht nenne: Daß ich bedenke jeden tag, Wie stark mich meine tauf- zusag zu deinem dienst vers binde. 10. Laß mich des nächsten haus und gut Nicht wünschen noch bes gehren; Was aber mir vonnöhten thut, Deß wollst du mich gewäh 4. Am tage deiner heilgen ruhren: Doch daß es niemand schäde Laß mich früh vor dich treten, Die lich fey, Ich auch ein ruhig hert zeit auch heilig bringen zu Mit dabey, Und deine gnad behalte. danken und mit beten; Daß ich bab meine luft an dir, Dein wort gern höre, und dafür Herzinnig lich dich preife. 3. Die eltern, lehrer, obrigkeit, So vorgeseyt mir werden, Zag 11. Ach HErr! ich wollte deine recht und deinen heilgen willen, Wie mir gebührt als deinem knecht, Ohn mangel gern er füllen: So fühle ich was mir ge. 245 bricht, und wie ich das geringste nicht Verstag aus eignen fräften. 12. Drum gib du mir von dei deinen heilgen willen Geflissen fenn rechtschaffen zu erfüllen, Auf daß, au statt der fünden strafen, nem thron, GOtt vater! gmadiwir Für deine huld dir danken für und stärke. and war von dem Gefeße. Verleih, o JEfu und für. GOttes sohn! Daß ich thu rechte werke. Oheilger geist! hilf, daß ich dich Von ganzem Herzen, und als Mel. 3. Mein Gott ich bin jezt. lieberich Ohn falſch den nächßen 392. Herr, du ſtellst mir deinen willen In den zehn geboten für. Diesen Mel. Mein herz und feel den 2c. möglichst zu erfüllen, Wirt durch 391. Gerechter Gott! der deinen geift in mir, Daß ich das du von uns begeh- gebotne faffe, Und auch das vers reft zu leben, wie du im gesetz uns botne laffe. Lehrest: Geuß deinen geist in unfre berien ein, Daß wir hiezu geschickt und willig seyn. 2.Laß mich dich allein verchren, Du bist GOtt, und keiner mehr, Welchem lieb' und furcht gehde ren. Gib, daß ich auf nichts so sehr, Als auf deine huld vertraue, und mir keinen abgott baue. 3. Deinen namen las mich preis fen mit dem munde, mit der that; Durch gebet and bank bes So gib, o GOtt! daß für weisen, wie man ihn zu ehren abgötterepen und lästerung wir hat. Flucben, schweren, ¡ aubes uns von herzen scheuen. Du, dus regen Las mich stets mit ernse allein bist unser HErr und GOtt, scheuen. Sonst keiner nicht: dis lehret dein gebot. 2. Ohn deine kraft und heiliges anführen Läßt unsere vernunft nur irrthum ſpühren. Doch, lei test du uns selber bey der hand; So wird uns dein befehl und bort bekannt. 4. Gib uns die luft, den fabbath recht zu feiren: Dem frevelmuht der finder wollst du steuren, Daß fie in findlichem gehorsam stehn, und sich desfalls von dir gesegnet fehn. 4. Deinen tgg recht zu begehen, Heilige mir herz und sinn. Lap dein wort mich recht verstehen; Und wenn ich ein hörer bin, So hilf, daß ich mich besleiffe, Daß ich auch ein thater heiffe. 5. Gib, daß ich die eltern liebe, Auch die statt der eltern sind, Und mich im gehorsam übe, Daß ich auch den segen find, und densele ben nicht verscherze Durch ein wis derspenstig herze. <. Behüt uns auch für haß und Mord- gedanken. Halt unser her fest in der Fenschheit schranken. Gib, daß nicht unser sinn zur die berey, Noch zum betrug und geij geneiget fey. 6. Laß jedermann sich der ver: läumdung schämen, und seine fehndde luft begierden sábmen, Daß niemand durch betrüglich feit und list Das suchen mag, was feines nächsten ist. 7. Schenke mir ein Fensches Herze, Und bewahr durch deinen 7. Drum werden wir, Derr!! goist Meinen und für geilem 23 fchens 6. Bürnen, misguns, baffen, neiden, Eigenrache, jank und freis Laß mich, Here! beständig meis ben, Auch die unverföhnlichkeit z Daß mich keine laster stürzen, Die das leben hie verkürzen. 246 Von dem Worte GOttes Icherze. Weil mein leib dein tem-, In rechter einfalt gehn, Und das pel heißt, Laß mich ihn auch selber bey seite legen, Wornach die füns ehren, nicht durch fleisches lust der sehut. HErr! lag dein reich zerstöhren. allein In meiner seele wohnen So wirst du meiner schonen, Solls ich gleich strafbar seyn. 3. Laß mich das arge haffen, Dem guten hangen an: Ein neues leben faffen, und wolthun ieders mann. Gib, daß wir alle gleich, Von deiner furcht getrieben, Eins ander herzlich lieben, und suchen stets dein reich. 9. Laß mich alle falschheit meis den, und ein feind der lügen seyn: Meinen nächsten nicht bes 4. Hilf, daß ich nicht vermess neiden, Noch mich seines falles jsen Noch stolz leb' in der welt. freun. Gib, daß ich die wahr Laß alles mich vergoffen, Was heit liebe, Und in redlichkeit mich mich von dir abhält. Laß mich übe. mit freudigkeit Zu dir, o vater! beten, und kühnlich vor dich tres ten, Voraus in leidens- zeic. IO. Ist mein her: voll böfer tük te, Reizt mich angeerbte luft; Hilf, daß ich sie unterdrücke, Und des alten Adams wust, Den ich in dem fleische finde, Täglich 88dt und überwinde. 8. Willt du mir mein theil be: scheiden, Laß mich stets dabey be ruhn; Und viel lieber unrecht lei den, Als jemanden unrecht thun: Daß ich schlecht und recht hier wandle, Mit dem nächsten redlich banble. 5. Gib, daß ich dir vertraue, Zugleich dich auch verehr, Und stets im glauben schaue, Mein GOtt! nach deiner lehr. Hilf, daß den sabbaths- tag Mit lauter heilgen dingen Gottselig zuzus bringen Ich mich bemühen mag. 6. Laß mich die eltern ehren Mit worten, mit der that; Las mich den nicht versehren Der mich erzürnet hat. Tilg alle böse luft, D GOtt! aus meinem hers sen, Damit unnüzes scherzen Wir ganz sey unbewußt. 7. Für geizen, wuchern, schins den Behüte mich, mein Gott! Laß mich die junge binden, Daß nes nächsten gut Mich nimmers ich nicht fall' in spott. Laß meis mehr begehren: Du kannst mir 393. mir neh, GOtt! aus eigner kraft, Wenn nicht zu guten sachen Dein geist mir beystand schafft? Drum wei de selber mich, DHErr! mit dei nem ftabe: Denn wenn ich den nur habe, So wandt' ich wür Diglich. 3. Laß mich auf deinen wegen, die seligkeit. n. Die begierden zu bezahmen, Gib mir deines geiftes kraft. Laß mich wol zu herzen nehmen, Wie Hart dein gesege straft, Daß ich la nicht was begehre, Das dir, HErr! zuwider wäre. 12. Nun, du haft mir fluch und fegen, Tod und leben vorgestellt: Laß mich alles wol erwegen, Daß die wahl aufs beste fällt, und ich deinem torn entgebe, Stets in deiner gnade stehe. Mel. Von GOtt will ich nicht zc. as kann ich armer 1 tig thut. 8. Gib, daß ich durch die werke Den glauben zeige an, Damit man deutlich merke, Was er durch lies be kann. Ich ruf in diesem fireit: HErr! laß es wol gelingen, Und mich durch dich erringen Suleit Von und zwar von dem Geseke. 947 Des allerhöchften willen: Allein wie voll von sclaverey, Wie träg HEra bein sefek, und matt dein wille ſey, Das wirkt fühlen. Von der Strenge des Geferes. Mel. Es ist das heil uns zc. 394. H das du der welt Sur richtschnur haft gegeben, Das du zur regel vorgestellt, Wornach wir follen leben, Das deinen willen offenbart, Ist ganz von einer andern art, Als menschliche gefeße. 2. Mit duserlicher ehrbarkeit Laßt sich es nicht begnügen. Ob gleich die hand nicht schlägt toch draut, Die lippen nicht betrügen, Das auge nichts verbotnes sieht, Ja über dis ein jedes glied In sei ner ordnung bleibet. 3. Ist einer gleich kein flucher nicht, Kein dieb, kein sabbaths: schänder, Kein frevler, der die ehe bricht, Kein mörder, kein vers schwender, Kein freund von üp pigem geschwätz; So ist dein hei liges gesetz Doch damit nicht zu frieden. 4.Weiß einer gleich die böse luft Mit nachdruck zu bezwingen, Und die begierden seiner brust Jn stille ruh zu bringen, Daß sich ihr wü ten legen muß: So ist doch des ge feges schluß Auch damit nicht zus frieden. 6. Es foll beym wahren weisheits- licht Der liebe feuer brennen; Kein mangel soll an unfrer pflicht Bemerket werden können. Es soll gar keine böse lust, Kein ars ger trieb in unfrer brust Sich auch nur heimlich regen. 8. So lerne: weil der fall ges schehn, Kann niemand auf der erden Vor GOtt durch das gesets bestehn, Gerecht und selig wers den: Es ist zu hoch, du viel zu schwach; Es drauet denen fluch und rach, Die es nicht völlig hals tent. 9. Drum eile mit gebeugtem finn, Der sich in thränen hullet, zu deinem treuen mittler hin, Der das gesez erfüllet. Nimm das, was er für dich gethan, Nimm den gehorsam glaubig an, Zur tilgung deiner schulden. 7. Kannst du, o mensch! nach folcher art Wol das gesetz erfüllen? Du ficht darinnen offenbart 10. Laß aber auch in deinen geift Dir fein geseze schreiben: Thu alles willig, was es heißt. Wenn mängel übrig bleiben, So laß nur deinen glauben ruhn Jn Chrifti ganz vollkommnem thun, Der, was dir fehlt, ersetzet. was dir fehlt, ersehet. Mel. Nun freut euch liebe zc. 5. Es fodert, daß leib, feel und 395. Du hast, o allers muht Sich im gehorsam üben, Und daß wir dich, das höchste gut, Aus allen kräften lieben. Es will, daß, wie du heilig heißt, Auch unfer herz und ganzer geift Durchaus geheiligt werde. Von der Erfüllung des Ges setzes. HErr über tod und leben! Dein majestätisches gebot Uns nicht umsonst gegeben. Du willt, daß wir aus aller Fraft, Die deine wirkung in uns schafft, Daffelbe treulich halten. 2. Zwar, wer noch todt in füns den liegt, Der wird sich nicht- bequemen, Dein ioch, das ihn gar nicht verguigt, Mit lust auf sich zu nehmen. Sein sinn, der nichts als irren kann, Ist dem ges sen nicht unterthan, Er haffet dess sen bande. 3. Wo aber, HErr! dein guter geift Sich in der seele reget; Da tbut 243 Von dem Worte GOttes thut sie gern, was du ihr heißt, Don dem Unterfchiebe des Ge Was du ihr vorgeleget. Wer dich von reinem herzen liebt, und sich feges und evangelit. Mel. Nun freut euch liebe 20. und in deiner liebe fibt, Der wird dein 396.Gum ind beide wort auch halten. 4. Er wird an deinem theuren sohn In wahrem glauben ban gen, und ihin, als seinem schild and lohn, Stets treu zu seyn ver langen; Es wird sein neu gebohr ner sinn Zu Goit, und zu dem nächsten hin Sich voller liebe nei gen. GOttes gaben, Die wir in unserm christenthum Beständig udhtig haben: Doch bleibt ein groffer unterschied, Den solch ein auge deutlich sieht, Das GOttes geiß erleuchtet. 2. Was GOtt in dem gesez ges beut, Ist uns ins her; geschrieben: s. Die kraft, die er hier ndhtig wir sollen nemlich jederzeitGOtt bat, Kann er von Christo erben: und den nächsten lieben. Daß aber Der litt und flarb an unfrer statt, GOtt die welt geliebt und seinen Uns kråste ju erwerben. Was sobu für fünder giebt, Das mus die natur unmöglich neunt, Das er selbst entdecken. wird für süß und leicht erkennt, Wenn Christus in uns lebet. lium 3. In dem gesez wird unfre pflicht Uns ernstlich vorgetragen. 6. Fehlt unserm halten gleich Das evangelium kann nicht, Als noch viel, Nach bes geseges ftrennur von gnade, sagen: Seus zeigt ge, Erreicht man nicht das weitste dir, was du thun sollt, an; Dis fiel Nach seiner breit und läuge; lehrt, was Gott an dir gethan: So sieht doch GOtt den willen an Jens fodert, dieses schenket. Und das, was JEfus hat gethau, Die mangel ju erfegen. 4. Was das gefet dir guts vers spricht, Wird dir nicht zugewens 7. Nimmt unser glaube diesen bet, Es sey denn, daß du deine an, So wird ihm alles eigen, Waspflicht Vollkommen hast vollendet. er gelitten und gethan; Dann Was Chrifti gnade guts verheißt, muß der kläger schweigen. Wen Wird dem, der glaubig sich ers GOtt in seinem sohne findt, Den weist, Frey und umsonst gegeben. liebt er, als fein eigen kind, und ist mit ihm zufrieden. <. Wo das geseg den fünder Andt, Da schlägt es ihn darnieder. Das evangelium verbindt, Und heilt die wunden wieder. Gens predigt sünde, zorn und fluch; Dis öffnet dir das lebens- buch Indes erlösers wunden. 8. Die lust, die noch im fleische Reckt, Muß völlig unterliegen. Der geift, der Chrifti liebe schmeckt, kann ihren trieb beste gen. Man wandelt nicht mehr nach dem fleisch, Man lebet fromm, gerecht und keusch, Man thut des vaters willen. 9. Mein heiland! mache dein gebot mir angenehm und füffe. Dein wille sey, bis in den tod, Die leuchte meiner füffe. Schreib dein gefer in meinen sinn, Fall ich, so wirf mich ja nicht hin, Stärk mich durch deine gutade. 6. Jens decet dir dein elend auf; Dis faget von erbarmen. Jens schläget unbarmherzig Brauf; Dis hebt und trägt die aus men. Jens zeigt und dräuct dir den tod; Dis hilfet dir aus tod und noht, und bringt dir geißt und leben. 7. Was das gesetz zu sagen hat, Bebört für robe berjen, Für baud und war son dem Evangelio. 249 bendler, die schon reich und satt ,, fchuld. Jesus is gestorben, JG Die mit der fünde scherzen. Des fus hat erworben Aue guad und guaden- wortes balsam- d1 Genet) huld. Auch ist die Fürwahr gemiß: sich in eine kranke feel, Die elend JEsus lebt in preis und ehre; Ach und beladen. erwünschte lehre! 8. Wenn das gefeg den zweck erreicht, So hört es auf zu fluchen. Sein zwang, sein blis, fein drohen Beicht, Wenn man will gnade suen; Es treibt zum creuz des mittlers hin: Wenn ich an diesen glaubig bin, So hat der trost kein enbe. 9. Mein GOtt! laß diesen unterschied mich in der that erfahken. Nach fünden augi las trofi und fried Sich in der feele paa ren. Treib mich durch des gesetzes fluch, Daß ich die gnade glaubig fuch In des erldfers armen. 10. Gib aus dem evangelio Mir Fräfte, dich zu lieben, und als dein kind, mich frey und froh In dem gesen zu üben.Gib grade, daß ich meine pflicht mit heiligkeit und zuversicht, In lieb und glauben leiste. 4. Uus in fünden todten Mas chen JEsu boten Dieses leben kund. Lieblich sind die füffe, tind die lehren füffe, Theuer ist der bund. Aller welt Ift nun vers meldt Durch der guten botschaft lehre, Daß man sich bekehre. 5. Kommt, jerknirschte berjen! Die in bittern schmerzen Das ges feg zerschlug; Kommit zu deffen gnaden, Der für euch beladen Alle schmerzen trug. JEsu blut Stärkt euren muht; Gott ist bier, der euch geliebet, und die schuld vergiebet. 6. Dieser grund bestehet: Wenn die welt vergehet, Fällt er doch nicht ein. Darauf will ich bauen, So soll mein vertrauen Evanges lisch seyn. Auch will ich nun würs diglich zu der kraft, die mir geges ben, Evangelisch leben. Von dem Evangelio. el. JEfu meine freude ze. 397dort des höchsten Wort mundes! Eugel meines bundes, JEfu, unser ruhm! Bald da wir gefallen Lief feßt du erschallen Evangelium, Eine kraft, Die glauben schafft; Eine botschaft, die zum leben uns von dir gegeben. 2. Was dein wolgefallen Vor Der zeit nus allen Fest bestimmet hat; Was die opfer schatten Längst verkündigt hatten, Das vollführt dein raht. Was die fchrift Berspricht, das trifft Alles ein in JEsu namen, und ist ia und amen. 7. JEsu! deine stärke Schaf, fet diese werke: Stehe du mie bey! Nichts kann mich nun scheis den, Hilf dann, daß mein leis den Evangelisch sev. Laß auch mich Einmahl auf dich, Als ein Find mit dir zu erben, Evangelises sterben. Mel. 8. JEsus meine zuversicht. 398. Das wie lebens manna schmecket, Und mir Chrift priesterthum Durch viel klarheit aufgedecket, Du bist meines glaus bens ruhm, Guffes evangeliiing! 2. Du bist eine GOttes- kraft Seligmachend die da glauben. Es kann deine wissenschaftJEsum mir ins berze fchreiben. Jesus 3. Alles ist vollendet, JEsu lift allein dein fern, und der schrif guade wendet Allen jorn and ten glanz und fleen. 3.@b! 850 Von dem Gebeto. 3. Ev! so stell mir JEfum für, den ftavfen JEsu merken, Daß Wie er hat gelehrt, gewandelt, ich würdig wandle so Diesem Und mit seinen wundern hier, evangelio. Als Meffias, wol gehandelt, Bis fein sterben mich zulezt In den gnaden stand gefest. *. Nun ich leb und sterbe drauf, Diese lehre zu bekennen: Steine schande hält mich auf, Dies 4. Dieses alles laß in mir Mei- fes meinen ruhm zu nennen: JE nen schwachen glauben stärken, sus bleibt mein eigenthum, Und und mich ein exempel hier In fein evangelium. II. Von dem Gebete. Aufmunterung zum Gebete. Beten hilft in noht und tod: Denn GOtt hat sein angesicht Auch im ercuz auf dich gericht z Wie du, dein herz zu erquicken, Kannst aus seinem wort erblicken. 2. Keiner wird jemahl zu schans den, Der sich seinem GOtt vers traut. Kommt dir gleich viel noht zu handen, Hast du auf ihn wol ges baut. Obs gleich scheint, als hörs er nicht, Weiß er doch, was die gebricht.Deine noht mußt du ihm klagen, und in einer angst vers zagen. 3. Rufen, schreyen, zu Gott beten, Ist der chriften beste kunst. Allzeit freudig vor ihu treten, Fins det hülfe, gnad und gunst. Wer GOtt fest vertrauen kann, Gehet ficher seine bahn; Er wird allzeit rettung finden, Kein feind wird ihn überwinden. 399.Wº Mel. Nun danket alle GOtt zc. ol auf mein her:! du mußt Dem HErrn ein opfer bringen. Laß feufier und gebet Hin durch die wolken dringen; Weil GOtt dich beten heißt, und du durch seinen sohn Ganz freudig treten kannst Vor seinen gnaden- thron. 2. Dein vater ist, der dir Befohlen hat zu beten. Dein bruder ist, der dich Getroft vor ihn heißt treten. Der wehrte trößter giebt Die worte selber ein: Drum muß auch dein gebet Gewiß erhöret feyn. 3. Da siehst du GOttes herz, Das kan dir nichts versagen. Sein mund, fein theures wort Vertreibt ja alles zagen. Was dir un möglich dünkt, kann seine vater Band Noch geben, die von dir Schon so viel noht gewandt. 4. Lerne GOttes weife merken, 4. Komm nur, komm freudig her Die er bey den seinen hält: Er will In JEfu Christi namen, Sprich: ihren glauben stärken, Wenn sie fieber vater! hilf Ich bin dein kind, unglück überfällt. Gott dein vas sprich: amen! Ich weiß, es wird Beschehn, Dein herz verläßt mich nicht: Du weißt, du willt, du First: Thu, was dein wort verspricht. ter lebt ia noch, Schweigt er gleich, so hört er doch. Schrey getroft, da mußt nicht zagen: Dein Gott kann dir nichts versagen. s. Laß dich GOttes wort regies Rel. JEsu deine beilge wunden. ren, Merke, was die wahrheit enn dich unglück lehrt. Satan wird dich nicht vers 400. 2 hat betreten, führen, Der die ganze welt vers Steckest du in angst und noht, Fehrt. GOttes wahrheit is dein must du feilfig zu Gott beten; licht, Dein buy, troft und zuvers ficbt. Von dem Gebete. 231 ficht. Trau mur GOtt, der kann, Gern wollt ich eifrig beten, tind nicht lügen: Bete, du wirst end- sonderlich in meiner noht Voll lich siegen. glauben zu dir treten: Gern bracht 6. Lob sen GOtt für seine gna- ich, lieber vater! dir Im geift und de! Seine groffe gut und treu heiliger begier Die farren meiner Macht, daß mir kein feind nicht lippen. schade, Sie ist alle morgen neu; Drum will ich mein lebelang Immer sagen lob und dank Meinem GOtt in allen dingen, Frölich balleluia singen. 2. Allein mein herz, ach Gott mein HErr! Kann sich nicht recht erheben. Es ist zum guten kalt und schwer, Und bleibt am eiteln Eles ben. Ganz trag ist, leider! sinn und muht, Und ich muß auch mein fleisch und blut Mit macht zue andacht zwingen. 3. und die böse wels Macht mir an allen enden Biel hinderniß, die mir misfällt. Will ich mich zu dir wenden, Und fleht mein seufzend herz zu dir; So stöhrt sie mich, und bringet mis viel eitles ins gemühte. 4. Dis nun, o GOtt! dis kranks mich sehr, Und ich denk oft mit schmerzen, Als wär dein guter geift nicht mehr Bey mir in meinem herzen, Das dich so oft beleidigt hat; Weil luft und andacht keine statt In meiner seele findet. 5. Ach freilich, vater! hab ich dich und dein wort nicht gehöret, Wenn es mich rief, und wenn es mich Erweckt, gerührt, gelehret. Doch schone iezt, verzeihe mir, Und handle doch nicht nach gebühr, Wie ich verdienet habe. Erkannte Fehler bes Gebets. Mel. Auf meinen lieben GOtt zc. allerhöchster GOtt! 401D irrot noht. Ich fürchte, meine fünden Die sich ben mir befinden, HErr! mögten dir verwehren Mein beten zu erhdren. 2. Ach! warum bet ich nicht In fester zuversicht? Du willt ia nicht das flehen Der traurigen verschmähen; Du lockeft sie, mit beten Vor deinen thron zu treten. 3. Wer dir mit reu und schmerz Ausschüttet so sein herz, Daß er Dir glaubig trauet, Auf deine gute schauet; Der soll von deinen gas ben, So viel ihm nüget, haben. 4. Darunt, verzeihe mir, Daß tch, o höchster! dir Durch sündliche gedanken, Durch hin und wieder wanken Nicht jederzeit getrauet, Noch fest auf dich gebauet. 6.Ich will hinfort nachläffigkeit Und alle trägheit meiden. Mach du mein herz nur selbst bereit, Vom irdischen zu scheiden: Laß dich es hören, und allein Zum himmlischen gerichtet seyn. Gib du nur kraft und stärke. 7. Die hinderniffe reiß von mie, Die mich vom flehn abhalten. Laß andacht, feuer und begier Doch nie ben mir erkaiten. Gib mir stets inbrunst, geift und glut, Damit mein her;, ſammt ſinn und mußt Dir, mein Bu sen geben. 8. Laß 1. Gib du mir zuversicht, Daß, wenn mir was gebricht, Ich find lich zu dir trete, So zuversichtlich bete, Als kinder eltern bitten, Und ihre neht ausschütten. 6. Und plagt mich mancherley; So mach mich endlich frey. Führ einsten meine seele Aus ihrer lei bes hôle Nach überstandnen lei den Zu deinen himmels- freuden. Mel. O vater unser GOtt es ist zc. it 402, mis feufsen flag ich Von dem Gebere. 252 8. Eaß edel, Fleinmuht, beaches fey Aus meiner feel verschwinden.! Bib Fraft, dir, Gott! in buß und seu Ein opfer anzuzünden, Das auf des herzens bet- altar, Ova ter! jest und immerdar Dir wol gefältig brenne. 9. Ach! lehre mich, durch dei nen geißt mit wahrer inbrunsi bes ten, Daß er mich kräftig unter weift Getroft zu dir zu treten, und; mit entflammter andachts- glut, Mit einem starken glaubens muht Dich, vater! zu umfaſſen. 10. Mein GOtt! ich brenne für begier, Gespräch mit dir zu bals 4. Im geist und wahrheit laß ten: Drum der kindschaft zu dir Das Herz uns immer richs geist in mir mit reiner andacht ten, Mit andacht beten für und walten, Der mich im beten un für, Ohn fremdes denken und terricht't, Der in mir täglich, dichten. Gib uns des glaubens Bündlich spricht: Ach abba, liezuversicht, Das, was wir bitten, ber vater! ¡ weifeln nicht Durch Christum zu erhalten. <. Hilf, daß wir keine zeit und maaß Sm beten dir vorschreiben, Anhalten ohne unterlag, Bey dem allein auch bleiben Was dein will ist und deine ehr, und unfre wolfahrt uns noch mehe Beförs dert hier und ewig. II. Du wirst, weil du mein vas ter bist, Mich, dcin find, nicht ver schmähen, Das ohne falfehheit, trug und lift Mit seufzen und mit Sehen Jest tritt vor deinen gna ben- thron: Ach vater! schau doch an den sohn, Der mein fürspre: ber worden. 12. Gein leiden und verdienst is mein: Drum will er mich ver: treten. Laß feine fürbitt gültig fenn: Hör, denn er heißt mich beten. In Christi namen bitt ich dich, und glaube fest, du hörest mich. Ach! sprich selbst ia und antent. 2. Das er bep dir uns Traf tiglichonit seufzen mag vertretent, So oft wir kommen, HErr! vor dich, zu danken und zu beten. Laß nicht nur plappern unsern mund; Hilf, daß zu dir aus hers zend- grund, Ogroffer GOtt! wig rufen. 3. Zeuch unser herz zu dir hins auf Im beten und im singen: Und thu uns auch die lippen auf, Ein opfer dir zu bringen, Das dir ges falle, wenn allda Das herz ist mit den lippen nah, Und nicht von die entfernet. Um die Gabe des Gebets. 403. es ist Unmöglich * uszufinnen, Wie du recht anzu aufen bist, Man kanns nicht eins beginnen. Deshalben geuß, wie du verheißt, Selbst über uns aus Deinen geiß Dez guad und des ges 6. Laß uns im berien und ges müht Auf unser werk nicht bauent Auf dein' unaussprechliche gut Las einzig uns vertrauen. Obwie es gleich nicht würdig seyn; Sp wollest du aus gnad allein Uns doch der bitt gewähren. 7. Du, vater! weißt was uns gebricht, Weil wir noch sind im leben: Es ist dir auch verborgen nicht, In was gefahr wir schwes ben. wir an, Dein vater- herie uns nicht kann Verlassen, deine kinder. 8. Wir habenia die freudigkeit In JEfu Chrift empfangen: Dez gnadenstuhl ist da bereit, Die hälfe zu erlaugen. Drum laß hier and an allem end Uns fets aufber ben Von dem Gebete. 253 ben heilge händ, Bu bir gen him: heißt mich zu dir treten: Dein mel schreven. fehn verheißt mit einem eid, Ich soll erhörlich beten: Er schreibs mir selbst die bitten für: Dein gus ter geist wirkt auch in mir, Daß ich nicht müde werde. * 9. Dein nam', o GOtt! ge heiligt werd, Dein reich laß zu ans kommen, Dein will geschehe noch auferd, Gib fried, brot, muß und frommen; All unsre sünden 2. Laß mich gedenken an dein uns verzeih, Steh uns in der verwort, Du zuversicht der erden! fuchung bey, Eriss uns von dem Wer GOtt anruft als feinen übel. hort, Der folle selig werden: Ja, du antwortest, eh man ruft; und dringt mein ach! kaum durch die luft, Willt du es schon er bören. 10. Dis alles, vater! werde wahr, Du wolleft es erfüllen. Er hör und hilf uns immerdar Um JEfu Chrifti willen: Denn dein, 0 HErr! ift allezeit Von ewigkeit ju ewigkeit Das reich, die macht und ehre. Mel. Liebster JEfu wir ic. 404. ende, vater! bei bes brotes gebe. 4. Was hier bein mund so oft ich vor dein antlig trete, Daß, wie verspricht, Das sprich mir in das du mich selber heißt, Ich im geist herze. Ach zünde deiner gnaden und wahrheit bete. Lehre michlicht und wahrer andacht terze Dich recht erkennen, und dich abba In meinem kalten herzen an; Das bater! nennen mit ich brünstig beten kann Aus angeflammten glauben. s. Laß es zum füffesten geruch, Wie Nod opfer, taugen. Wenn ich dein angesichte fuch: Zeig dich den glaubens- augen, Wie du dem Abraham erschienst. HErr! gehe nicht vor meinem dienst Und dei nem Enecht vorüber. 2.Süffer JEsu! hilf du mir, Daß ich bet in deinem namen: Daß, was GOtt verheißt in dir, Mir auch werde ja und amen. Sprich für mich, und laß mich sehen Dich jur rechten GOttes stehen. 3. Heilger geift! erleuchte mich, Und entzünde mein verlangen, Daß ich GOttes huld durch dich Voller inbrunst mög empfangen. Brich die trägheit, jeuch die sinnen Aus der welt zu dir von hinnen. 3. Der HErr ist allen denen nah, Die glaubig ju ihm flehen. In JEsu heißt das amen, ja! Und wird gewiß geschehen. Kein vater wird so steinern seyn, Daß er bex findern einen stein An statt 6. Mein beten laß im heiligs thum, Wie Aarons cymbeln, klins gen. Gey du mein pfalm, mein heil, mein ruhm; Und laß ben meinem singen Mein herz wie Davids harfe seyn; So dringt der ton zum himmel ein, Semt himmel, in dein herze. 7. HErr! wenn ich vor dir bez ten will; Befestge die gedanken, Mach sie beständig, fanft und still, Daß sie nicht irrend wan Mel. Es ist das heil uns ic. 405. 2 bater der barme ken. Verschliesſe du mein ber Du jeus gedans 4. Heilige Dreyeinigkeit, Ursprung aller guten gaben! Laß mich wahre freudigkeit, und in berzen zeugniß haben, Daß du stets nach deinem willen Wolleft meine bitt erfüllen. 254 Von dem Gebete. gedanken aus, und werden ganz, zeiten In deinem namen nichts terfircuct. gesucht. Oft betet' ich nur vor s. Wenn irgend sich ein sturm, den leuten, und zwar zum scheinz erhebt, Führ mein her; in die hd oft auf der flucht; Doch hab ies he, Daß es in deiner ruhe schwebt, wol dabey gedacht, Daß ich es Das irdische nicht sehe. Die anrecht und wol gemacht. dacht werde mein magnet, Der 4. Mein JEsu! laß mich doch sich zum pol der hoffnung dreht; erwegen, Was recht mit andacht Denn JEfus ist mein hoffen. beten, sey: Und, ach! wie viel daran gelegen, Daß man in deis nem namen schrey. Des beten gilt bey Gott nicht viel, Der dies fes nicht bedenken will. 9. Führ mich in eine wüften ein, Worinn ich sonst nichts wisse, Als meinen brautigam allein, Daß ich ihn glaubig küffe: Da hår ich nur was Jesus spricht, Die welt and ihr getümmel nicht; Damit mich niemand höhne. s. Ich bete nun in deinem nas men, Du eingebohrner GOttes sohn! Sprich du, mein heil! das ja und amen, Vor deines liebea vaters thron; So wird mein abba, flehn und schreyn Ja, amen und erhdret seyn. 6. Ich will im beten nichts vers behlen, Denn also mahnt mic JEfus an. Gib, vater! was ju meinem feelen- Und leibes: wols feyn dienen kann; Nur dieses Mit meinem JEfu inniglich, Als nicht, was du ersichst, Das meis deinem sohn der liebe. So istner seele schädlich ist. II. Vereinige, mein vater! mich Durch deines geistes triebe 7. Ich steh vor dir in JEsu nas men, Der mir erhdrung zugesagt. Sein warlich, warlich, ist schon amen: Drum hab ichs auch auf ihn gewagt. In JEfu namen fang ich an, und rufe, was ich rufen kann. 10. Dein geißt der gnaden seuft' in mir Ein unaussprechlich beten. Er rute, schreye, danke dir In mir durch sein vertreten: Er bring mir überzeugend bey, Daß ich bey Gott in gnaden sey, Und seine Findschaft habe. dem glauben auch erlaubt, Durch thu, in ihm, mit ihm, dem haupt, In aller angst zu beten. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. etreuer heiland! 406. bilf mir betent: Ich zünde meinen weihrauch an, Wirst du mich nur bey GOtt ver: treten, So weiß ich, was ich hof fen kann. Mein beten wird ein amen seyn, Ich will in deinem namen schreyn. 8. Ich weiß, das herze muß die brechen, Wenn ich in JEsu nas men schrey, Du mußt ein ja und amen sprechen: Drum bleib ich nunmehr schon dabey, Und halt in JEfu namen an, Weil ich nichts gröffers nennen kann. 2. Ich gründe mich in meinem 9. In JEsu namen will ich weis bitten Auf deine fürsprach, bülf ter Im Beten bis zum ende gehnz and raht. Du stehst als mittler Sein name macht den himmel in der mitten, Weil mich deinheiter, Durch ihn eilt GOtt, mir blut versöhnet hat Mit GOtt; benzustehn. So bald der geift in Drum hört er nur allein Die, so herzen schreyt, Gedenkt GOtt der in deinem namen schreyn. barmherzigkeit. 2. A freplich, bab ich auch au 10. JU JEsu namen will ich febliefs Bon dem fchliessen; Denn dieses ist der beste schluß, Von welchem alle beter wiffen, Daß er bey Gott gelin gen muß: Ach ja! nach solcher feufier lauf Schließt GOtt mir her; und himmel auf. II. Nun also wird mein beten tügen, Als wenn es Abels opfer war. Das wort der wahrheit wird nicht lügen, Denn GOtt läßt keinen beter leer. Jedoch wer will erhöret seyn, Der muß in JEsu namen schreyn. Mel. Liebster JEsu wir zc. thu 407. mir auf, Ich stei hier an deiner thüre. Laß der au dacht ihren lauf, Daß sie mich gen himmel führe,' Und die seufzer hier auf erden Lauter himmels schlüssel werden. 2. Thu mir auf des vaters her:, Mach es weich in deinem blute! Treib den satan hinterwärts, Daß ich mit getrostem muhte Im gebete mit dir ringe, Und im glauben dich bezwinge. 3. Sen du selber der altar, Drauf mein herz, als opfer, bren net. Zeige deine wunden dar, Daß mich Gott, als sein, er kennet, und ich nicht in zittern stehe, Sondern kindlich zu ihm gehe. 4. Rede du, wenn ich nicht kann. Auf dein gültiges vertreten Kommt, mein JEsu! alles an, Wenn ich will erhörlich beten. Du wirst schreien, ich will lallen, Und so wird es GOtt gefallen. 5. Ach du wort des vaters! sprich nur ein wort zu nieinen worten. Nur ein wort erfreuet mich, Da ich wart an deiner pforten: Da ich bet'in deinem namen, Ach Lo sprich du selbg bas ameu. Gebetes 955 Mel. Wer nur den lieben GOtt 26. 408. Dir, dir Jehova! will Wo ist doch solch ein GOtt, wie du? Dir will ich meine lieder bringen; Gib mir des geiftes kraft darzu, Daß ich es thu durch JEfum Chrift, Wie dirs durch ihn gefällig ist. 2. Zeuch mich, o vater! zu dem sohne, So zieht dein sohn mich auch zu dir. Dein geist in meinem herzen wohne, Der mir verstand und herz regier, Daß es den fries den GOttes fühlt, tud dir deswes gen singt und spielt. 3. Verleih mir, höchster! fol che gute, So wird mein singen wol gethan; So fleht dich, JEsu! mein gemühte Im geist und in der wahrheit an; So hebt dein geist mein her; empor, Daß ich dir sing im höhern chor. 4. Der kann mit seufzen mich vertreten, Die unaussprechlich kräftig sind; Der lehret mich recht glaubig beten, Giebt zeugs niß hier, daß ich dein kind Und ein mit erbe Christi sen, Daher ich, abba, vater! schrey. *. Wenn dis aus meinem Bers zen schallet Durch deines geiftes kraft und trieb; So bricht dein vater- herz und wallet Ganz gegen mich aus heisser lieb', Daß mir es nichts versagen kann, wenn ich mein flehn zu dir gethan. 6. So ist, was dein geist bits ten lehret, Nach deinem willen eingericht't, Und wird von die gewiß erböret; Weil es in deinem fohn geschicht, Durch den ich kind und erbe bin, und nehme gnad um gnade hin. 7. Wol mir, daß ich dis zeng. niß habe! Ich bin voll troft und freudigkeit: Du giebest alle gute gabe, Die ich verlange, iederzeit t Du thuß noch überschwenglich miebe 256 mehr Als ich versch, bitt und begehr. 8. Wol mir! ich bitt in JEfein herz, Du schreist aus stärksters Von dem Gebere. fu namen, Der dir jur rechten mich vertritt: In ihm ist alles ja und amen, Was ich im geist und glauben bitt; Dich lob ich, HErr! in ewigkeit, Der sich mit so viel beil erfreut. 409.Du sebi in garten, um zu 7. Sehr kläglich trägst da det neniammerDem höchs ertürncen Die rechte het bes Gebetesparken hammer um rettung, an pater füz, Du flopfft mit einem von Jefu erlernet. die guadenthür, So llag ich Mel.Wer nur den lieben GOtt 2c- auch, was mich nur quàlt, und bitt um alles, was mir fehlt. 8.Geduldig lamm! wie hältst du stille, und in der bitte drenmahl an! Dabey is auch für mich dein wille, Daß ich soll thun, wie da gethan. hilft Gott nicht gleich das erste mahl, So ruf und schrey ich ohne zahl. Mein treuer JEfu! nimm mich mit. Laß mich au deine feite tre: ten, Ich weiche von dir keinen fchritt. Ich will an dir, mein leh rer! sehn, Wie utein gebet recht foll geschehn. 2. Du gehst mit jittern und mit sagen, und bis bis in den tod be trübt. Ach! Dis soll mir ans berze schlagen, Mir, der viel fünben ausgeübt. Drum willt du, daß ein her: voll reu Mein anfang zum gebete fen. 6. Du greifft voll zuversicht und liebe Dem treuen vater an hergens tricße: Abba mein vater! himmelwärts, Ach! glaub und liebe sind mir noht, Song ist mein beten falt und todt. *. Du beteft zu dem lieben va ter und rufest, abba! wie ein Find: Dein vater ist auch mein berahter, Sein vater- herz ist tren gesinnt. Drum halt ich mich getroft an dich, und ruf auch, abba! 9. Dein wille fenkt sich in den willen Des allerliebsten vaters ein, Darinn muß sich mein will auch stillen, Dafern ich will erhd. ret seyn. Drum bet ich in gelass senheit: Was mein GOtt will, ges scheh allzeit. 3. Du reisfest dich von allen 10. Obgleich die jünger dein leuten, Und fuch die stille einsam- vergessen, Gedenkst du doch getren Feit; Und so will ich auch mich be: an sie; Und da dich alle martes reiten, und fliehen, was mein her; pressen, Sorgft du für sie mit größ zerstreut. Beuch mich von allerter müh. Mein beten bleibet oh, welt allein, Daß nur wir zwey ne frucht, Wenn es des nächsten beysammen seyn. heil nicht sucht. 4. Du kniest und wirfest dich zur 11. Nun du erlangeft auf dein erden, Du fällést auf dein anger flehen Troft, kraft, fieg, leben, ficht: So muß die demuht sich ge- herrlichkeit; Damit haft du auf berden. Drum faum ich staub und mich gesehen, Daß ich jur anges asche nicht, und beuge mich in niedrigkeit, Wie du, voll trauren, angst und leid. nehmen zeit Auf ernftlich beten freuden voll Dergleichen segen ernten soll. 12. Drum hilf mir, Jesu! so zu beten, Wie mich dein heilig vorbild lehrt: So kann ich frey zum vater treten, So werd ich fets von ihm erhört: So geh ich betend himmel ein und will dir ewig dankbar sepu. Di 257 Die im Beten gefundene Erquicung. mein sinn, Als war ein fiein gehos ben. Drum werf ich dir die forge zu, Mein herz begiebt sich ganz Mel. HErr GOtt der du 2c. 410,2enn ich mein herzin ruh, und harret in der ftille, Bis vor dir, mein du dich freudig hören läßt. Dars port! In meiner noht ausschüt auf besteht mein glaube feft: te, und auf dein wahrheit volles HErr! es gescheh dein wille. wort Bey dir um hülfe bitte; Wenn meine seele ruft und schreit, und dir, o Gott! ihr schweres leid mit ach und seuf jen klaget; Wenn mein geist durch die wolken dringt, Und dir ein lippen opfer bringt; So bin ich unverzaget. 6. So merk ich ja und bin ges wiß, Daß du, mein GOtt! mich liebest; Weil du selbst in der fins sterniß Mir licht und freude gies best. Ich merke, daß mein angsts geschrey Durch Chriftum bey dir kräftig sey, Dein vater her; su brechen; Sonst würdest du mir, vater nicht so reichen trost und zuversicht In herz und seele spre chen. 2. Ich werde vielmehr freuden voll, Daß ich aus frohem muhte Kaum weiß, wie ich mich faffen foll; Weil du mit deinem gute Mich als mit einem thau er quickst, und dich mir so ins herze brückst, Daß ich die gute schmecke, Die gute, die du bey der last Des creuzes so verborgen hast, Als uns ter einer decke. 7. So fpühr ich, wie dein trd lich ja! Mein seufzen schon vers gnüget. Und ist die wirkung noch nicht da, Wenn so mein glaube sieget; So seh ich dich geduldig alt, und warte, wie ein ackermann Auf seine frucht der erden. Ich 3. Da wird mein her; ein GOt- harre, HErr! bis daß einmahl tes- haus, und deines geistes kam Mein troft nach überstandnes mer. Mein jammer bricht in thrà quahl Wird offenbaret werden. nen aus, und ist mir doch kein lammer. Die wehmuht stärket meinen geist, Daß ich nicht weiß, obs wehmuht heißt; Weil alle peint verschwindet, Und weil ich ben dem größten weh Als wie auf laus ter rosen geh, Wo sich nur anmuht findet. 4. Du läßt mir, vater! dein gesicht In solchem lichte blicken, Womit das groffe sonnenlicht bringen. Das land pflegt zu erquicken. Denn da benimmt dein liebes: Don dem Gebete dess£ rrr oder Vater Unser. ftrahl mir alle furcht fammt aller und zwar von dem Gebete des HErrn. 8. Hilf denn, mein Gott! nach deiner macht; Schaff rets tung, troft und friede. Gib aber, daß ich tag und nacht Im beten nicht ermüde. So will ich, bis die morgen- röht Mit freuden über mir aufgeht, Mit dir, o vater! ringen. Ich faffe dich bey deinem wort, und werde noch bey dir, mein hort! Den fegen davon quahl, Erleichtert meine feele; Daß ich in troftes überfluß, Auch 411.Vater unfer im hims wenn ich heftig lämpfen muß, Wiel freuden wechsel zähle. melreich! Der du uns alle heiffest gleich, Brüder seyn und dich rufen an, Und willt das beten von uns hab'n: Gib, daß nicht ber' allein der mund, Hilf, daß es geh aus bersens grund. EX *. Dann fällt die angst vom berzen hin, Mein glaube schwebet ben; Und so erbobit fich denn 238 Von dem Gebere, und zwar 2. Geheiligt werd der namej merdar, Aufdaß wir ja nicht zwels dein: Dein wort bey uns hilf feln dran, Was wir hiemit gebes halten rein, Daß wir auch leben ten hab'n. Auf dein wort, in dem heiliglich, Nach deinem namen namen dein, HErr! sprechen wir würdiglich. Behüt uns, HErr! das amen fein. für falscher lehr, Das arm' verführte volk bekehr. Mel. O vater unser GOtt es ist. 3. Es komm dein reich zu dieser leit, und dort hernach in ewigkeit. 412. Gott unfer vater! der Der heilge geist uns wohne bey Mit seinen gaben mancherley. Des satans zorn und groß gewalt Berbrich, für ihm dein kirch' erhalt. du bist Im himmel hoch erhoben, und schaueft, was auf erden ist, Von deinem throne oben; GOtt unser trost und zuvers sicht! Zu dir ist unser Herz ges richt't: Erhöruns deine kinder. 4. Dein will gescheh, HErr GOtt! zugleich Auf erden wie im 2. Hilf, daß wir deinem heilgen himmelreich. Gib uns geduld innam'n Die ehr in allen geben: leidenszeit, Gehorsam seyn in Wie groß du bist und wundersam, lieb' und leid; Wehr und steur Mit freudigkeit erheben; Dich, allem fleisch und blut, Das wider deine weisheit, macht und treu deinen willen thut. Erkennen, und ohn heucheley Dir, und dem nächsten, dienen. f. Gib uns heut unser täglich brot, Und was man darf zur leibes- noht. Behüt uns, HErr! für trieg und streit, Für seuchen und für theurer zeit: Daß wir im gu ten friede stehn, Der sorg und geizes müssig gehn. 3. Laß uns in deinem gnadens reich Des heilgen geistes gaben, Dein wort und dessen kraft, zus gleich Glaub, lieb' und hoffnung haben. Des sataus fünden reich zerstöhr, Schüß deine kirch und sie vermehr In einigkeit und wahrheit. 6. All unsre schuld vergib uns, HErr! Daß sie uns nicht betrübe mehr; Wie wir auch unsern schul- 4. Dein will geschehe für und digern Ihr' schuld und fehl verge für Im himmel und auf erden, ben gern. Zu dienen mach uns Daß unser will und bis begier all' bereit In rechter lieb' und ei- Dadurch gebrochen werden. Bers nigkeit. leihe uns in freud und leid Ein ruhig herz, daß jederzeit, Was du willt, uns gefalle. 7. Führ uns, HErr! in versus chung nicht; Wenn uns der böse geist ansicht, Zur linken und zur rechten hand, Hilf uns thun star ten widerstand, Im glauben fest und wol gerüst't, und durch des beilgen geistes troft. 5. Gib uns heut unser täglich brot Durch arbeit unsrer hans de: Pest, krankheit, feuer, wass sers- noht, Und was uns schad't, abwende; Gib gute obern, fried und heil, Auch jedem sein beschies den theil, Und laß uns dran bes gnügen. * 8. Von allem übel uns erlds: Es sind die tag und zeiten bös. Er Ids uns von dem ewgen tod, Und, tröst uns in der lezten noht. Be schehr uns, HErr! ein selig end, imm unsre feel in deine hand. 9. Amen, das ist, es werde wahr! Stärt unsern glauben im- an uns keine rach, Und laß uns 6. Vergib uns alle unsre schuld und fündhaft böses leben. Hilf, daß mit liebe und geduld Wir andern auch vergeben. Ach übe Von dem Gebete des HErrff. turecht, troß und schmach Dem nächsten auch verzeihen. 7. In der versuchung, HErr! uns stärk, und hilf uns über winden Das fleisch, die welt, des satans werk, Und was uns reizt ju sünden: Daß, wenn uns wol luft, ehr und gelo Wird süß und liftig vorgestellt, Wir doch darwis Der siegen. * 8. Bon allem übel, angst und noht In gnaden uns erldse, Daß uns im leben und im tod nicht schaden kann der böse. Gib, daß wir freudig und getroft, Wenn uns gleich manches creuz zustoßt, Des glaubens end erhalten. 9. Dis alles, vater! werde wahr, Du wollest es erfüllen: Er. hör und hilf uns immerdar Um JEfu Chrifti willen; Denn dein, o HErr! ist allezeit Von ewigkeit ju ewigkeit Das reich, die macht, und ehre. 2. Du bist im himmels- thron, An allen ort und enden. Wo wir dich rufen an, Willt du dich zu uns wenden: So hdre, HErr! ach Bdr Von deinem freuden saal, Warum wir bitten dich hier in dem thränenthal. $ 59 4. Laß uns nichts liebers seyn Als deinen namen preisen Für alle güt und gnad, Die du pflegst zu beweisen: Daß jedermann werd fund, Wie unaussprechlich sey, HErr! deine weisheit, macht, Barmherzigkeit und treu. 3. Ach vater, unser GOtt! Laß Deinen geift uns lehren, Wie deis ne maiestat In demuht sey zu ehren, Daß wir betrachten recht, Wie groß, o GOtt! du bist, und daß der arme mensch Nur saub and asche ist. 5. Ach vater, unser Gott! Du hast uns aufgenommen Hier in dein gnaden- reich, Da wir die tauf bekommen: Gib, daß fortan dein wort uns fall wie himmels. thau Aufs herz, und uns allzeit Bu deinem dienst erbau. Mel. O GOtt du frommer 2c. 413. A vater, unser und für. GOtt! Der du durch groffe güte Uns immerfort erweist Dein väterlich gemühte. Hilf, daß von uns auch werd Der finder amt verricht't In furcht, gehorsam, lieb' Und fester guversicht. 6. Erleuchte den verstand, Den glauben uns vermehre, Die lieb in uns entzünd, Des satans reich zerstshre. Verleihe, daß auch wir Oftmahls an unserm theil Ans wünschen deiner kirch Glück, aus nahm, fried und heil. 7. Ach vater, unser Gott! Hilf, daß erfüllet werde Dein heilger guter will Im himmel, auf der erde; Daß unser eigner will und fündliche begier, Durch deine kraft, in uns Absterbe für 8. Regiere unser her:, Daß wir in guten tagen nicht stolz und sis cher seyn, In bösen nicht verzas gen. Gib, daß nichts zeitliches uns machen kann betrübt, Daß uns auch nichts erfreu, Als nur, was dir beliebt. 9. Ach vater, unser Gott! Laß uns fort deine gaben, und unser täglich brot Zur nohts durft heut auch haben. Hilf, daß wir sparsam seyn, Und rahts lich halten haus, und auch mit wenigem Begnüglich kommen aus. 10. Gib einigkeit und fried, Treu, zucht und ehr darreben, Auch heilsam regiment Dem orte, wo wir leben. Wend feur. und wassers noht Durch deine farke band Bend pest und franta X 2 2.60 Von dem Gebete, und zwar krankheit ab Von uns und unserm, fort Je länger und je mehr In alle land. ewigkeit Das reich, die macht und ehr. 18. Hierauf fo sprechen wir In JEfu Chrifti namen, Auf sein untrüglich wort, Ein gläubig freudig amen. O JEfu Chrift! durch dich und dein verdienst als lein Wird alles ganz gewiß, Ja, ja und amen seyn. II. Ach) vater, unser GOtt! Aus lauter gut und gnaden Vergib uns unsre schuld, Damit wir find beladen: Es ist ja keine sünd, Dafür nicht habe schon mit seinem blut bezahlt Dein eingebohrs ner sohn. 12. Hilf, daß wir denen auch All ihre schuld erlassen, Die uns suwider find, Und sie darum nicht haffen: Daß wir von her: sensgrund Bergessen troß und schmach, Und dir in gütigkeit Und fanftmuht arten nach. 13. Ach vater, unser GOtt! Durch deine wunder stärke Hilf, wenn versuchung kömmt; und dampf des satans werke, Daß wir auch unserm fleisch Nicht folgen, Mel. GOtt des himmels und ze. noch der welt, Wenn uns zur fun- 415. Abba, lieber vater! de reist Ehr, wollust, gut und geld. höre, Wenn dein kind gen himmel schreit. Rette deines namens ehre, Denn du bist voll gütigkeit. Unfre herzen halten dirllnsersJEfu namen für. 14. Laß uns in lieb' und leid Gleichmühtig von gedanken, De mühtig ohne falsch, Sorgfältig ohue wanken, Aufrichtig, tapfer, treu, Keusch, ehrbar, züchtig, rein, und ohn leichtfertigkeit Getroft und frölich seyn. 2. HErr! wer kann dich gnug erheben? Wie dein name, so dein ruhm. Ach! erhalt in lehr und leben Deines namens heiligthum. Diesen namen laß allein Unsers herzens freude seyn. ***. Ach vater, unser GOtt! Du wollest uns vom bösen, und was uns schädlich ist, Genädiglich erlösen. Daß wir durch deine hülf Bald werden aus ge fahr, Aus trübsal, creuz und pein Errettet immerdar. 16. Verleih uns deine kraft, Durch alles durchzudringen, Daß unser glaube mag Die ehren- cron erringen, Wenn in dem lezten tampf, All elend, angst und noht Ein selig ende nimmt mit einem fanften tod. 17. Nun vater, unser GOtt! Sieh an die unser beten, Laß uns nicht unerhört Von deinem thro: ne treten: Denn dein, o HErr! ift uns Mel. Ovater unser GOtt es ist zc. 414. Dvater in dem hims dein lob erhöhen. Dein reich zus komme: und zugleich Laß, was du willt, geschehen: Gib täglich brot: die schuld verzeih: In der versuchung steh uns bey. Lds uns vom übel, amen. 3. Komm zu uns mit deinem reis che, König, dem kein könig gleich! Daß das reich des satans weiche, Bau in uns dein gnadenreich. Führ uns auch nach dieser zeit In das reich der herrlichkeit. 4.Laß auch deinen guten willen, Lieber GOtt! ben uns geschehni Daß wir ihn mit luft erfüllen, Und auf deine rechte sehn: So stimmt erd und himmel ein, Wenn wir deines willens seyn. 5. Geber aller guten gaben! Gib uns das beschiedne theil; Du weißt, was wir müssen haben, und bep dir sebt unser beil. Hat man Gott von dem Gebete des Herrn. 201 GOtt und täglich brot, O! so hat 4. Gib, vater! gib nach deinem es keine noht. willen Das, weß dein kind bedürs 6. Groffer HErr, von groffenftig ist: Du kannst all mein vers gnaden! Ach vergib die fündens langen stillen, Weil ou die segens, fchuld, Die wir täglich auf uns quelle bist. Doch gib, o geber! als laden; Habe doch mit uns gelermeist Was meiner seele selig duld. Laß uns andern auch vers heißt. jeihn, Sonst kannst du nicht gnădig seyn. 7. Sucht der satan uns zu sich ten, und versucht uns fleisch und welt; Hilf, daß wir den kampf verrichten, Bis der geift den sieg behält: Laß uns fest im glauben stehn, Und in keiner angst vergehn. 8. Alle noht und trübsal wende, Daß sie uns nicht schädlich fey; Und mach uns an unserm ende Auch von allem übel frey. Dein ist reich, und kraft und ehr: Amen, groffer GOtt, erhör! Allgemeines Gebet um geist liche und leibliche Wol thaten. 7. Vom creuze darf ich wol verschonen soll, Mein heiland hat nicht bitten, Daß mich es gar ia selbst gelitten; Sein creuz trag ich auch freuden- voll. Doch wird geduld gar nähtig seyn; Die wols lest du mir, HErr! verleihn. 8. Das andre wird sich alles pforte mit seufzen, flehn und fügen, Ich sey bey dir arm oder bitten an; Ich halte mich an deireich. An deiner huld laß ich mir ne worte: Klopft an, so wird gnügen, Die macht mir glück euch aufgethan: Ach! öffne mir und unglück gleich. Kommt mix Die gnaden thür, Mein JEsus das glück nicht häufig ein, Co klopfet selbst mit mir. laß mich doch vergnüget seyn. 2. Wer kann was von sich selber haben, Das nicht von dir den Ursprung hat? Du bist der geber aller gaben, Ben dir ist immer raht und that. Du bist der brunn, der immer quillt, Du bist das gut, das immer gilt. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 416, Mein Sein Gott! ich klopf an deine 5. Berleih beständigkeit im glauben. Laß meine liebe brüns stig seyn. Will saten mir dis kleis nod rauben; So halte der vers suchung ein, Damit mein armes fleisch und blut Dem feinde nichts zu willen thut. 3. Drum komm ich auch mit meinem beten, Das voller herz und glauben ist. Der mich heißt freudig vor dich treten, Ist mein erld fer Jesus Chrift; Und der in mir das abba! schreit Jft, HErr! dein seift der freudigkeit. 6. Erweck in mir ein gut ges wissen, Das weder welt noch teus fel scheut. Und wenn ja strafen folgen müssen, So schick sie in der gnadenzeit. Durchftreich die schuld mit JEfu blut, Und mach das böse wieder gut. 9. Wenn ich dich bitt' um lan. ges leben; Gib, daß ich christlich leben mag. Laß mir den todvor augen schweben, und mein en lesten sterbe- tag: Damit mein ausgang aus der welt Den eine gang in den himmel hält. 10. Wiewol was will ich mehr begehren? Du weißt schon, was ich haben muß. Du wirst mir, was mir nüßt, gewähren; Denn Esus macht den süffen schluß: Ich soll in seinem namen schreon, So werd' es ja und apten feru. Auge: 3 202 Von dem Gedeta Allgemeine Fürbitte für andere, Daß sie stets weiter vor sich geht, Menschen. Mel. Was mein Gott will ze. ein GOtt! ich 417.M komme wiederum Vor deinen thron getreten, und will, als für mein eigenthum, Für andrer wolfahrt beten. Für sich allein Beglückt zu seyn, Bringt chriften schlechte freuden. Drückt mich kein joch; So kränkt mich doch Des neben- chriften leiden. 2. Drum HErr! von dem der Connen licht Auf bdf und gute scheinet, und dessen her: für weh- 7. Gib, daß sich ehre, tren muht bricht, Wenn Ephraim be- und recht Im ganzen lande küffe, weinet, Womit er sich So fre: Mach jeden heilig, fromm und ventlich An deiner macht verschlecht; Und richte iedes füffe gangen; Laß aller schmerz Und Vom laster- weg Zum himmels sehnend her: Vor deinen thron steg; Daß deines namens ehre gelangen. HErr! durch dein wort Sich fort und fort Bey allen menschen mehre. 8. Gib armen leuten was in thun; Ernehre, die nichts haben, Erquicke, die gar selten ruhn, Du Eaunft die müden laben. Wer dich verehrt, Sich redlich nehrt, Dem schenke glück und segen; und bey gefahr Laß sich die schaar Der ens gel um ihn legen. 3. Du schufft ia, was von Adam flammt, Allein zu deinen ehren, Und wolltest uns gern allesammt Der seligkeit gewähren. Erleuchte doch Die jego noch Ben dicken finsternisfen Sich selbst allhier Den weg zu die Verriegeln und verschlieffen. 4. Erweiche der verstockten hers, Bekehre die verführten. Ach! daß sie doch der fünden schmerz Und deine gnade spührten, und Feiner nicht In dein gericht Und firenges urtheil fiele! Ach treibe fie Doch spat und früh Zum vorgesteckten siele. 5. Erhalte, die im glauben Sehu, und dich als kinder ehren, und deinen preis vermehren. Stårk ihren fuß, wenn sich verdruß und widerwärtigkeiten Nebst macht und lift, Die schäde lich ist, zu ihrem fall bereiten. 6. Hilf, daß die ganze christens heit Dich recht und heilig ehre, Daß weder hochmuht, haß noch neid Dein heilig wort verkehre. Laß dessen schall, HErr! überall In kirch' und häusern hören, Und, wenn die macht Der feinde wacht, Dein häuflein nirgends stöhren. 9. Wir alle schreynt, erbarme dich! Wir sind ja dein geschöpfe. Ein jeder liegt und schmieget sich; Zerschmeiß uns nicht als töpfe.Du bist ja der, Dem nichts zu schwer; Drum sprich durch JEsu namen Zu deren flehn, Die vor dirstebu, Dein viel- vermögend amen. III. Von den Sacramenten. el. 18. HErr deine allmacht ze.[ wahrheit trüget nicht, Die uns fein theures wort verspricht. ie groß ist Gottes 418.23 vater- huld? Er 2. Und daß ja niemand zweis liebet uns aus gnaden, und schen- feln kann An dem, was er verheiss Fet uns die fünden schuld, Mit sen; So hänget er ein siegel dran, welcher wir beladen; Denn seine lDas tann tein mensch zerreissen: Die Von den Sacramenten. 263 Die facramente sind das pfand dir, wie dieses Find, Aufs neue Von GOttes treuer vater- hand. völlig schenken. Die wolthat if 3. Dadurch versiegelt er uns fest Die feligkeit im glauben. Dem, der sich auf den troft verläßt, Kann nichts das kleinod raus ben, Das ihm dereinst der höchste giebt, wenn er ihn nur von her sen liebt. 4. Denn in der taufe werden wir Dem heiland einverleibet: Hier ist die offie gnaden thür, Der ort, wo man uns schreibet Ins lebens- buch mit JEsu blut, Das er vergoffen uns zu gut. 5. Im abendmahl hergegen wird Der guaden- bund gestärket; Hier labet uns der treue hirt mit fost, woraus man merket, Daß er uns recht inbrünstig liebt und sich uns ganz zu eigen giebt. 6. HErr! laß mich dir mit Herz und mund Für diese wolthat danken; Laß mich aus diesem snaden bund In ewigkeit nicht wanken. Dein gater geist enthalte mich In deiner gnade fes Aiglich. 2 Mel. O GOtt du frommer zc. bin und werde 419. 3 noch zur feligkeit gerufen; Mein GOtt! du leiteft mich zu deinen himmels- stuffen. Erhalte mir forthin Dis wort und facrament; Gib, daß sich mund und herz Boll treu darzu bekennt. 2. Laß mich die wichtigkeit Der facrament erwegen. Trägt man dir, HErr! ein kind Auf deinen ruf entgegen, Daß man es taufen will, und ich sollzeuge seyn; So nimm, o guter geist! Mein herz, mein alles ein. 3. Laß mich es freudig thun, An meinen tauf- bund denken, Mich sehr groß und reichet himmel- an, Drum gib mir trieb und kraft, Daß ich dir danken kann. 4. Wie viele nahen sich zu folchen heilgen werken, und lass sen nur verdruß, Ja stolz und hofs fart merken! Sie denken nicht, daß du, GOtt! selber zeuge bist, Daß deiner engel schaar Daselba zugegen ist. 5. Laß mir durch geist und bruft Ein'n heilgen schauder dringen, Und mich recht ehrfurchts- vol Dergleichen werk vollbringen. Auch wenn ich, JEsu! mich zu deis ner tafel nah; So gib, daß ich das selbst Mit andacht dich empfah. 6. Laß den gebrauch mich nicht Nach viertel- jahren messen, Noch bey dem kleider- puk Dos innere vergessen. Wer keinen glauven hat, Der ist ein heuchel- chrift, Der dich, mein heil! verräht, und doch wie Judas küsst. 7. Schmück mich mit glauben aus; Gib, daß er da recht steige 3 Daß meine demuht sich In allen stücken zeige. Wer bin ich? ach ein Der nichts, als kann. Die ſelbst erkenntniß führt Uns erst zur demuht an. 8. Laß mich da keinen rang Vor andern menschen suchen. Laß mich dis ärgerniß Vermeiden und verfluchen, Vor andern hinzus gehu; Dis wirkt der stolze geist, Der jeden gern voran Zur offnen hölle reißt. 9. Dis hohe sacrament Beruht auf lauter liebe. Enzünde doch, mein heil! Ben jedem solche tries be, Daß man dis liebes mahl Sur ewgen wolfahrt nüßt, Ind einst.im freudenreich an deiner tafel fist. R 4 A) Don 264 Bon dem Sacramente der Beiligen Taufe A) Von dem Sacramente der heiligen Taufe. 420. Christ unser HErr fengnad, Der bleibt in feinen fün den, und ist verdammt zum ewget tod Tief in der höllen grunde. Nichts hilft sein eigne heiligkeits All sein thun ist verlohren: Die erb fünd machts zur nichtigkeit, Darinn er ist gebohren; Vermag ihm selbst nicht helfen. zum Jordan kam; Nach seines vaters willen von Sanct Johann die taufe nahm, Sein werk und amt zu erfüllen: Da wollt er stiften uns ein bad, zu waschen uns von fünden, Ersäufen auch den bittern tod Durch fein selbst blut und wunden: Es galt ein neues leben. 7. Das aug allein das wasser sieht Wie andre waffer flieffen, Der glaub allein die kraft versteht Des blutes JEfu Chrifti; Und ist für ihn ein robte fluht, Vou Christi blut gefärbet, Die allen fchaden heilen thut Von Adam her geerbet, Und von uns selbs begangen. * 8. Drum danken wir dir ins niglich Für deine treu und güte, HErr JEfu Chrift! und bitten dich, Gib stets ein neu gemühte; Daß, wie du uns haft durch die tauf Ins gnaden reich genoms men, Wir hie so führen unsern lauf, Damit wir dorten kommen zu dir ins reich der ehren. 2. So hört und merket alle wol, Was GOtt selbst heißt die taufe, Und was ein christe glauben soll, Bu fliehn der kezzer haufe. GOtt spricht und will, daß waffer sey, Doch nicht allein schlecht waffer; Sein heilig wort ist auch dabey Dit rechtem geist ohn maassen; Der ist allhie der täufer. 3. Dis hat er uns bewiesen Flar Mit bildern und mit worten: Des vaters stimm man offenbar Daselbst am Jordan hörte. Er sprach: dis ist mein lieber sohn, An dem ich hab gefallen, Den will ich euch befohlen hab'n, Daß ihr ihn höret alle, und folget feiner lehre. Mel. Christ unser HErr zum 24, 4. Auch GOttes sohn hie selber steht In seiner zarten menschheit: Der beilge geift hernieder fährt 421.D welch ein unvers gleichlich gut Giebst du, HErr, deinen kindern! n tauben- bild verkleidet. Daß Das wasser und zugleich dein blut wir nicht sollen zweifeln dran, Schenkst du den armen fündern. Wenn wir getaufet werden, All Drey dinge sind, die allermeist Auf drey person'n getaufet hab'n, Daerden zeugniß geben: Das blute mit ben uns auf erden zu wohnen das waffer und der geist, Die kons sich begeben. nen uns erheben Zu deinem freus den leben. *. Sein'n jüngern heißt der HErre Chrift: Geht hin, all welt ju lehren, Daß, die verlohrn in funden ist, Sich soll zur busse kehren: Wer glaubet und sich taufen låst, Soll dadurch selig werden: Ein neugebohrner mensch er heißt, Der nicht mehr könne sterben, Das himmelreich soll' erben. 6. Wer nicht glaubt dieser grofs 2. Dis facrament ist selbst durch dich Geheiligt und beschlossen: Daß wie dich, JEsu! sichtbarlich Die wasserfluht begoffen, Als dich Johannes selbst getauft; So soll dein blut uns schwachen, Die du durch deinen tod erkauft, Frey von der höllen rachen, und die gans eigen machen. 3. Du Bon dem Sacramente der heiligen Taufe. 205 3. Du haft uns durch dis sacras1 Beständig recht ermeffen. Er muß ment Der kirchen einverleibet, uns hier in angst und pein Ja Daß man uns nach dir chriften gehn wir gar von hinnen, Der fees nennt, Jus buch des Lebens schrei len trost und freude seyn. Das bet. Dis waffer bad hat uns im heißt der welt entrinnen, Den wort Auch rein gemacht von fün himmel zu gewinnen. den: Laß deinen guten geist hinz fort as hers in lieb' entzünden, Und in dir, JEsu! gründen, 4. Wir find, Herr! in dein gnaden reich Durch bund gesetzet, Der uns an feel und leib jugleich Recht inniglich er gezet. Du hast uns durch dis reine bad Gewaschen und bekleidet, Daß uns der schlangen lift und raht, Noch was uns schreckt und neidet, Bon GOttes huld nicht scheidet. . Aus höllen- kindern sind wir schon Der gnaden kinder worden: Dis ist der christen schönste cron, Der schmuck in ihrem orden. Ja Christus und sein heilig blut, Sein tod und sieg darneben, Ist nunmehr unser eignes gut, Das er uns hat gegeben, um ihm das Durch zu leben. 6. Er hat uns auch das findes recht, Die feligkeit, geschenket, Dadurch der fünden macht ge: fchwächt, Sie gar ins meer vers senket. Was kann nun teufel, höll und tod, Die uns sonst widerstuns den? Weil JEsus Christus alle noht Sammt ihnen überwunden. Nun ist das heil gefunden. * 7. HErr! laß uns doch den res ben gleich, Auch gute früchte brins gen, und stetiglich nach deinem reich Im festen glauben ringen. Laß uns durch wahre reu und buß Nun täglich mit dir sterben: Denn unser alter Adam muß Durch GOttes kraft verderben, Soll man dein reich ererben. 8. Hilf, daß wir diesen gnaden bund Der taufe nie vergessen.Gib, das wir ihn von beriens grund Mel. Christ unser HErr zum ze. 422. Gott! Da ich gar keinen Für meine feel konnt finden; Hast du mich durch das waffer bad Gewas schen rein von sünden. Dabey du klärlich haft erweist, und durch ein sichtbar zeichen, bater, sobn und heilger geist! Es sey nichts zu vergleichen mit deiner gnad und liebe. 2. Denn willig und von hers zens grund, So bald ich zu die kommen, Hast du mich auf in deinen bund, Zum kind auch an, genommen. Du hattest ursachs mich vielmehr zu strafen und zu hassen, und haft, o grosser GOtt! so sehr Herunter dich gelassen, Den bund mit uns gestiftet. 3. Dadurch bin ich nun, als deint Eind, Versichert deiner gnadeu: Was sich für schmachheit an mis findt, Das läßt du mir nicht schas den. Den geift der kindschaft giebt du mir; Und wenn ich vor dich trete, Mein herz ausschütte, Gottl vor dir, Nach deinem willen bete, Werd ich allzeit erhöret. 4. Hingegen hab ich mich vers pflicht, Jch will ein gut gewiffent Fort ben des glaubens zuversicht 3Bu halten seyn geflissen, Dich vater, sohn und geist! allzeit Für meinen GOtt erkennen, und samt der wehrten christenheit Mit ehre erbietung nennen Den eingen HErrn und vater. 5. Ich hab dem bösen feind ente fagt, Auch allen feinen werken und dieser bund, der ibu veriage, X5 Koun Von dem Sacramente der heiligen Taufe. 266 Kann gegen ihn mich stärken. Ich bir, o GOtt! dein tempel nu, Und wieder neu gebohren, Auf daß ich rechte werke thu, Darju ich bin erkohren, und die du selbfi befohlen. 4. HErr JEsu Chrift! dein theures blut Wäscht mich von meinen fünden: Kraft deffen macht die waffer- fluht Denfelben fluch verschwinden, Den ich hab von natur verschuldt, und sett mich in des vaters huld, Die Adam hat verlohren. 6. Der alte mensch muß sterben ab, Der neue aber leben: Den bösen lüften, die ich hab, s.O heilger geift! ich danke Muß ich stets widerstreben. Ich dir Für diese edle gabe, Daß ich muß dem guten hangen an, Berz nun innerlich in mir Dein kräftig richten deinen willen: Mit fleißzeugniß habe: Dadurch ich meis und sorgfalt denken dran, Daß nen schöpfer kann Getroft und ich ihn mög erfüllen Durch deine freudig rufen an, und sagen: abba Traft und stärke. vater! * 7. GOtt vater, fohn und geist! verleih, Daß ich fest an 6. Weil in der tauf auch JEsus Christ Von mir ist angezogen; So dich glaube, Mich meines tauf- hilf, daß durch des satans lift Jeb bunds tröst und freu, Darinn beständig bleibe: Als dein kind teufels werke haß, Die böse lüfte dämpfe, Das gut zu thun nie werde laß, Bis an das end nimmer werd betrogen. Denn die nun GOttes tempel seynd, Die bleiben für dem bösen feind In deiner gnade sicher. 7. DHErr! an diese würdigs pier kämpfe, und dort dein reichkeit, Die du mir wollen schenken, ererbe. Laß mich jekund und allezeit In meiner noht gedenken, Daß ich Dadurch ein herze faß, und immer mich darauf verlaß, Daß du mir gnad' versprochen. Mel. Es ist das heil uns kommen. 423. Gott Ott vater, fohu und beilger geist, Du GOtt von groffer gute! Sey fest und immerdar gepreist Mit dankbarem gemühte, Daß du aus unverdienter gnad Mich durch das heilge waffer- bad Von sünden abgewaschen. 2.HErr! ich bekenne, daß ich bin Bezeugt aus sünden- faamen, Ein Find des zorns, das immerhin Entheiligt deinen namen. Ich weiß, daß von natur ich leb Ohn deine furcht, und widerstreb, GOtt! deinem wort und willen. 3. Du aber haft, o vater! mich, Da ich war ganz verlohren, zu bir gezogen gnädiglich, Und wie der neu gebohren Durchs wasserbad der heilgen tauf: Daß ich in Mel. Nun freut euch liebe zc. meinem lebens- lauf Mich deiner 424. JEfu Chrift! ich preise lichem gemübte; Dieweil du mich fo 8. Ich hab auch bey dem wassers bad Mich dir zum dienst verbuns den: Drum gib, daß keine miss sethat In mir werd herrse end funden. Gib, daß für deine güt und treu Ich den gehorsam stets erneu, Den ich da angeløbet. 9. HErr! so ich was aus schwachheit thu, Das wollf du mir verzeihen, und mir es ja nicht rechnen zu; Den beystand auch verleihen, Daß ich an dir beständig bleib, Vis du die seele von dem leib Zu dir hinauf wirk nehmen. Bon bem Sacramente der Deiligen Taufe. 267 so gnädiglich, Nach deiner grossen| mich geftorben. Sein ganz vers gute, Durch deine tanf errettet dienst ist mir geschenkt, mein fels haft Von aller meiner fünden- laft, fen- fester glaube fenkt Mich ganz Und mir dein heil geschenket. in seine gnade. 2. So bald der heilge waffer guß mein fündlich haupt begoffen; So bald ist auch dein liebes- fluß In meine brust geflossen. Dein geist verband mein herz mit dir, Ein göttlich leben gabst du mir, Ich ward aus GOtt gebohren. 3. Ich bin in Chrifti tod getauft, Dadurch mit ihm gestorben, und GOtt zum eigenthum erkauft; Weil Christus mir erworben Die göttliche gerechtigkeit: Dis ist mein schmuck und ehren- kleid, Darin ich ewig prange. 4. Kein cugel war so schön als ich, Da ich dich angezogen. Ich prangte vor dir würdiglich, Du wurdest selbst bewogen Mich nun zu nennen deine braut; Im glau ben ward ich dir vertraut, So hoch ward ich erhoben. 5. Ich war dein glied, und lebt in dir; Du selber warft mein le ben. Doch lag dein glanz verdeckt in mir, Den du mir zugegeben. Ich follt erft an das iciden gehn, und unter deinem creuze stehn, Bis du mich dort verklärtest. 6. So war ich dazumahl, als du Mich in den bund genommen; Allein gehdr ich dir noch zu? Ach ja, 9. Nun bleiß ich GOttes eigens thum, Das laßt sich GOtt nicht nehmen. Der sünden- gift soll dies sen ruhm nicht schmalern, nicht beschämen: GOtt läßt den nun und nimmer nicht, Der seine gans ze zuversicht Auf ihn von herjen feget. 7. GOtt hat mich selbst aus vater- huld In dir zum kind er wählet, und hat mich so von aller schuld In gnaden los gezählet. Sein bund ist mir ein enger bund, Dieweil ihn GOttes theurer mund Durch einen eid versiegelt. 8. Drum gehet mich dis alles an, Was Christi tod erworben; Er bat es mir zu gut getban, Er ist für 10. 3war bin ich dieser huld nicht wehrt: Es zeigt mein bös gewissen, Daß ich den tauf- bund oft verfehrt. Doch bin ich nun bes flissen, Daß durch die busse dieser bund Erneuert werde; weil der grund Bey dir noch feste fiehet. II. Ich streit' und kämpfe wider mich, um fleisch und blut zu zwints gen; Komm selbst und hilf mir rits terlich, Wenn lüfte auf mich drins gen. Läßt mir der satan keine ruh, Stürmt welt und alles auf mich zu: So hilf mir doch obsiegen. 12. Nun tauf mich noch mit deinem geist, Entzünde mein ges mühte, Daß sichs der heiligkeit bes fleißt, und stets für fünden hüte. Du liebst mich sehr, o höchstes gut! Gib, daß ein jeder tropfen blut Von gegen- liebe walle. Mel.Wer nur den lieben Gott ze mich noch dieſe seit durch einen 425.Der erforschlich geift der freudigkeit, Daß ich dir völlig eigen. Wie selig ist dein waffer- bad! Es heilet an mir allen schaden, Den Adams fall verursacht hat: Die fünd- fluht gehet überhin, Wenn ich in dieser arche bin. 2. Wie groß sind, JEsu, deine gaben! Du kömmst mit waffer und mit blut; Und wenn wir diese schäßze haben, So erben wir das höchste gut. Wenn wir damit ges zeichnet seyn, So läßt du uns zum bimmel ein. 3. 2006 268 Bon dem Sacramente der heiligen Canfe. 3. Was frag ich nach der eiteln be! Kehrt creuz und leiden bep ehre? Ich bin des allerhöchsten mir ein, und macht das leben kind, Weil ich in deren zahl gehd- trübe; So weiß ich, daß er zu mir re, Die gar aus GOtt gebohren spricht: Mein liebes kind, ich sind. Kein ehren- stand ist diesem will dich nicht Verlaffen noch vers gleich, Dis ist mein recht jum säumen. himmelreich. 4. Du schreibeft mich ins buch des Lebens, O meines Lebens leben! ein: Ach lasse mich doch nicht vergebens Auf deinen tod getaufet seyn! Ja schreibe mich so kräftig an, Daß mich kein fluch vertilgen kann. 4. GOtt sohn läßt mich sein theures blut Durch wahren glaus ben finden, Das machet alle schulden gut, Das wäscht mich rein von fünden. Nichts kann vers dammlichs an mir seyn, Denn sein verdienst ist ganzlich mein, Und ich bin sein dargegen. 5. So ist auch Gott der wehrte geist Mein siegel, pfand und gas be, Daß ich, was GOttes wort verheißt, Gewiß zu hoffen habe. s. Hab h dir herz und hand gegeben; So gib mir, JEsu! diese gnad, Auch dem versprechen nachzuleben, Das selbst dein geist versiegelt hat. Des satans werk, Er führet meinen lebenslauf, and wesen sey Kein hinderniß an| Er hilfet meiner schwachheit auf, meiner treu. Als meines herzens trifter. 6. Erhalte mich durch deine 6.Wie könnt ich denn nun traus taufe Im bundlein der lebendirig seyn In meinem ganzen les gen, und führe mich in mcinem ben? Wie könnte todes: furcht laufe. Bom irdischen zum himm- und pein mir vor den augen lischen; Daß ich durch diesen schweben? Ich bin der seligkeit Jordan geh, Und dort im lebens- gewiß, Und nichts gewissers ist, Lande steh. als dis: Jch bin ein himmels, erbe. Mel. Allein GOtt in der böh.Don der Erneuerung desTaufBundes, 426. ch bin ein mensch, das weiß ich wol; Bin aber auch ein christe. Ach! freilich wär ich traurens voll, Mel. O GOtt du frommer 2c. Wenn ich den trost nicht wüßte, 427. Ach, vater! zürne nicht, taufs Daß Gott nach seinem gnaden bund ist gebrochen. Ich schreve raht mich durch das wort und voller angst: Ach! Laß es ungeros wasser- bad Bon neuen hat geschen, und gehe diesen bund mit bohren. mir von neuen ein. Hier hast du mund und hand, Ich will getreucs feyn. 2. Die heilige breveinigkeit Sen ewiglich gepriesen, und dafür Herzlich benedent, Was sie an mir erwiesen: Mich armen fünder bält sie wehrt, und gibt mir, was mein herz begehrt, Zu vollem beil und segen. 3. GOtt vater will mein va tev fevu. O was ist das für lies 2. Dem teufel, welt und fleisch Will ich nun ganz entsagen, Wenn sie mich schon darum Als meine feinde plagen; In deines geistes kraft Greif ich sie alle anz hr zorn hat ja noch nie Den deis nen leid gethau. t. Gott Von dem Sacramente der hetligen Taufe. 209 3. GOtt vater, sohn und geist! Mel. HErr JEfu Chriß du 1e. Dir sey mein ganzes leben, Leib, feele, geift und finn Zum eigen 428.2ach auf, mein herz! thum ergeben: Befördre du mein wol, Laß auch die meinen nicht, Daß uns au wahrem heil Nichts bier, nichts dort gebricht. und denke Einmahl an deine taufe. Jest währet GOttes gnade noch, Du ftehst im chriften laufe: Drum denke, wie du deine pflicht Bis heute diefen tag verricht't, Ob du den bund gehalten? 2. Dein Gott ist vater, sohn und geist, Auf den bist du getaus fet, Sieh, was er doch an dir ers weist: Er schuf dich; und erkaufet Dich nun mit seines sohnes blut, Verändert herze, sinn und muht, Da er dich neu gebieret. 4. In deiner lieb' und treut, vater voll erbarmen: In JEsu blut und tod, In seinen liebes armen, und in des geistes troft, Regierung, licht und kraft Da such und find ich das, was ewig nußen schafft. s. Dis glaub ich steif und feft, Denn du, dreyeinigs wesen! Hast mich dir, und ich dich, Zum eigen- 3. So gnädig hat er dich bes thum erlesen: Du vater, ich deindacht, Als er dich angenommen. kind; Ich schäflein, du mein hirt; Du HErr, ich unterthan, Dem nichts verfaget wird. Er hat den bund mit dir gemacht, Zählt dich zur schaar der froms men; Doch glaubst du auch, und legest klar In worten und in wers ken dar, Was du so theur verspros chent? 6. Mein GOtt! was mag ich dir Doch zur vergeltung geben? Daß du mich sünden- kind, Mich wilden bösen reben So hoch ge würdigt haft, Daß ich, nach deis nem sinn, Durch geist und wasserbad Ein christe worden bin. 4. Ach freilich hab ich bis jegund Den tauf- bund oft gebros chen! Ich übertrete, was mein mund Dir, höchfter! fest verspros 7. Daben erhalte mich Bis an chen. Mich schrecket die gerech mein lestes ende, und hilf, daß tigkeit, Die jedem zorn und firafe ich dis bad Zu meinem trost andraut, Der sich von dir abwens wende; Wenn meiner feinde list, det. Cod, fünde, teufel, welt Mir 5. Ach Gott! es ist mir herzlich armen tag und nacht Viel tauleid, Mich beisfet mein gewiffen. fend neze fiellt. 8. Ich will den christen stand Weit über alles achten, Wenn andre mit der welt Nach ehr und hoheit trachten. Ich will mein lebelang Auf deinem wege gehn, Und dort an jenem tag Bey dir, als chrift, bestehn. Mein Herz ist ganz voll traurigkeit, Zerschlagen und zerriffen: Und ach! zerknirsche nun mein herz Mit wahrer reu und bitterm schmerz, und mach mich göttlich traurig.* * 2. Cor. 7/10 9. Dis wollest du, mein GOtt! Um meines JEfu willen, Durch Deines geistes kraft In meiner feel erfüllen, Die jest, an Fräften arm, Nach deiner hülfe schreit: Ich Lob und preise dich Hier und in ewigkeit. 6. Ich glaube deiner gut und treu, Die du mir zugesaget; Sie is dem alle morgen neu, Der ernsis lich nach dir fraget. Ach! gib mis wahre zuversicht, Die sich auf die verheiffung richt't, So bey der tau. fe fiehet. 7.Drum nimm aufs neu mich in ben bund, Vergib mir meine fin den, 270 Von dem Sacramente des heiligen Abendmahls den. Ach laß mich doch, mein deinem sterben, Mein treuer hets GOtt! jekund Bey dir errettung land! mir gewährt. Du willt in finden: Sprich mich von meinen faller noht und pein, O guter schulden frey, und steh mir künf geift! mein tröster seyn. tig treulich bey, Daß ich mich ernstlich beßre. 8. Ich will von heute meinen bund Nun täglich wiederholen, Und thun, was mir dein theurer mund In heilger schrift befohlen. Ich sage nun den fünden ab, Und will durch dich bis in mein grab Mit ernst darwider streiten. 3. Doch hab ich dir auch furcht und liebe, Creu und gehorsam zugesagt. Ich habe mich aus rets nem triebe, Dein eigenthum zu seyn, gewagt. Hingegen sagt' ich bis ins grab Des satans schudden werken ab. 4. Mein treuer GOtt! auf deis ner feite Bleibt dieser bund wol feste stehn; Wenn aber ich ihn überschreite, So laß mich nicht verlohren gehn. Nimm mich, dein kind, zu gnaden an, Wenn ich hab einen fall gethan. 9. Dir aber sag ich feste zu, Getroft an dich zu glauben. Ju dir al lein ist meine ruh, In dir will ich auch bleiben. Von dir soll mich nicht freude, noht, Angst, furcht, glück, wollust, leben, tod, Noch fonfien etwas scheiden. 10. Gib mir, mein GOtt! nur deinen geift, Der mich lehrt, står tet, leitet, Mir deine wege richtig weist, Mich gründet, vollbereitet; Damit mein herz vor dir besteht, Mit dir zu jenen freuden geht, Wo die erlöfte wohnen. <. Ich gebe dir, mein GOtt! aufs neue Leib, feel und herz zum opfer hin. Erwecke mich zu neuer treue, und nimm besiz von meis nem sinn. Es sey in mir kein trops fen blut, Der nicht, HErr! deis nen willen thut. Mel. Wer nur den lieben GOtt zc. ch bin getauft auf 6. Weich, weich du fürft der finsternisfen! Ich bleibe mit die unvermengt. Hier ist zwar ein befleckt gewissen, Jedoch mit JEs su blut besprengt. Weich, eitle welt! o fünde, weich! GOtt hårt es, iest entfag ich euch. 429. Tinen namen, GOtt vater, sohn und heilger geist! Ich bint gezählt zu deinem 7. Laß diesen vorsag nimmer faamen Zum volck, das dir gehei- wanken, GOtt vater, sohn und ligt heißt. Ich bin in Christi tod heilger geist! Halt mich in deis gesenkt, Jch bin mit seinem geift nes bundes schranken, Bis mich beschenkt. dein wille fierben heißt. So leb ich dir, so sterb ich dir, So lob ich dich dort für und für. 2. Du haft zu deinem kind und erben, mein lieber vater! mich erklärt. Du haft die frucht von B) Don dem Sacramente des heil. Abendmahls und zwar Von der Stiftung desselben. Mel.9. Erwünschter brunnquell zc. In deiner lezten trauer. nacht, 430. Mein JEfulder du uns alle früchte deiner Leiden vor dem scheiden, In einem tekament vermacht: Es preifen Von dem Sacramente des heiligen Abendmahls. 271 preifen gläubige gemühter Dich Ein wahrer vorschmack jener freu fifter dieser hohen güter. den. 2. So oft wir dieses mahl geniessen, Wird vein gedächtniß bey uns neu. Man kann aus frischen proben schliessen, Wie brünstig deine liebe sey. Dein blut, dein tod und deine schmerzen Verneuern sich in unsern herzen. 3. Es wird dem zitternden ges wiffen Ein neues siegel aufges drückt, Daß unser schuld- brief nun serriffen, Daß unsre handschrift nun zerstückt, daß wir vergebung unsrer fünden In deinen blutgen wunden finden. 4. Das band wird fester zugezogen, Daß dich und uns zusam men fügt; Die freundschaft, die wir sonst gepflogen, Fühlt, wie sie neue stüßen kriegt. Wir werden mehr in solchen stunden Mit dir zu einem geist verbunden. s. Dis brot kann wahre nahrung geben, Dis blut erquicket unsern geift. Es mehrt sich unser innres leben, Wenn unser glaube dich ge neußt. Wir fühlen neue kraft und fårke In unserm kampf und glau bens- werke. 9. Dir sey lob, ehrund preis ges sungen; Ein solcher hoher liebess schein verdient, daß aller engel jungen zu deffen ruhm geschäftig seyn. Wird unser geist zu dir ers hoben, So wird er dich vollkoms men loben. Mel. 8. JEsus meine zuversicht. 431. Allergrößter menschens freund! Du gehß ieho an dein leiden. Deine lieb' so treu es meint, Daß sie dich uns will bescheiden In dem theuren testament, Das nicht seines gleis chen kennt. 2. Laß mich dieses wundermahl Niemahls ohne dank betrachten, und in diesem jammerthal Für mein bestes labsal achten, Ja bes reite mich recht wol, Wenn ich solches nehmen soll. 3. In der allerlezten nacht, Da dich Juda kuß verrahten, Haft du dis denkmahl gemacht Deiner lieb' und wunderthaten; Daß ia keine trauer nacht Dämpfe deis 6. Wir treten in genaure banner liebe macht. de mit deines leibes gliedern ein, 4. Will ich hier zu tische gehn, Mit denen wir in solchem stande So vertreib die nacht der fünden. Ein herz und eine seele seyn. Die Laß ein licht in mir entstehn, Dich, liebe muß uns fefter schliessen, Daj o wahres licht! zu finden, Daß wir ein fleisch und blut genieß dein mahl die todes nacht Mir fen. zum hellen himmel macht. 7. Dein fleisch muß uns zum 5. Du giebst brot, und giebt pfande dienen, Daß unser fleisch, dabey Deinen leib uns zu geniefs Das schwachheit- voll, Einst herrlich fett. Du sprichst, daß dein blut aus dem staube grünen, und un- hier sey, Und ich seh den wein nus perweslich werden soll; Ja daß du flieffen. Das geheimniß ist sehr uns ein ewig leben, Nach diesem groß, Und der glaube faßt es Eurzen, werdest geben. blos. 8. Otheures lamm! so edle ga- 6. Laß mich die vernunft doch ben Hast du in dieses mahl gelegt. hier Durch dein wort gefangen Da wir dich selbst zur speise haben, nehmen, und mit sehnlicher bes Wie wol ist unser geift verpflegt! gier Nach der stiftung mich beques Dis mahl ist unter allem leiden' men. Dem, der mich mit zweifel plagt, 473 Von dem Sacramente des heiligen Abendmahls. plagt, Ruf ich: Chriftus hats ge- 1 2. JEsus aß das ofterlamm Bey fagt. den abend- stunden, Drauf er an 7. Wie uns sonst das brot ge descreuzes stamm uns der schuld Deyt, Also stärkt dein leib die seele. entbunden. Hilf, 0 GOttess Wie der wein das hers erfreut; lamm! daß ich Deiner nie vers So giebt deiner wunden höle Eigeffe, Und dein fleisch oft würs nen wein, der uns entzückt Und diglich, Mir zum leben, effe. im tode felbst erquickt. 8. O! erwünschtes mahl bey GOtt, Wo die liebe tafel decket, Wo man lauter himmeisbrot, Woman lebens- waffer schmecket, Wo der trank aus JEsu fleußt, Wenn sein leib uns selber speift. 3. JEsus, als er durch den tod Seinen lauf wollt enden, Nahm mit dank, und brach das brot In den allmachts- handen. Laß mich denken deiner treu, Die nicht auss zusprechen, und dem nächsten auch dabey Brot im hunger brechen. 9. Süffer JEsu! laß mich hier Deine fiffigkeit oft schmecken: Laß 4. Eßt, das ist mein leib, für euch In den tod gegeben, Sprach Die gnaden tafel mir Oft zu meier: ach vernunft entweich! Glaus ner labung decken. Nach der him metsspeiß und trauk Bin ich gan; für liebe frank. be wirkt das leben. Hilf, HErr JEsu! daß ich mich Auf dein wort nur gründe, Und den zweifel rits terlich Dadurch überwinde. 10. Laß mich aber würdiglich Dieses dank und denkmahl halten; Sonsten würde über mich GOttes zorn geri te walten; Wer zu diesem tisch will gehn, Muß in buß und glauben stehn. II. Schrecklich ist, was Pattz Lus spricht: Wer unwürdig ist und trinket, Jßt und trinkt ihm 6. Liebster, der mein her ers Das gericht*; Drum wenn mir gegzt, Der du dieses essen, Dies Dein finger winket, Laß mich ia ses trinken eingesetzt Dein nicht vorsichtig seyn, Daß ich wol geju vergessen! Hilf, daß ich mit prüft erschein.* 1. Cor. II, 29. Lob und dank An dein leiden dens 12. JEfu! wahres himmelske, und mich, wenn ich geistlich brot, Suffer trank von Edens krank, In dein blut versenke. #eben! Laß doch diesem gaftgebot Keinen irrthum widerstre. ben. Halt mit uns dein testa ment, Bis sich leib und feele| trennt. 7. JEsu! laß durch deine quahl, Durch dein blut- vergiessen, Dein hochtheures abendmahl Würdig mich geniessen; Laß mir dieses iederzeit, HErr! zum leben nüzs zen, und mich in der ewigkeit Bald zu tische sizen. Mel. Christus der uns selig zc. eele! denk an jene nacht, Drinnen der verrahten, Der die fünder selig 432. Sec *. JEfus gab die lebens- fluht Seinen tisch genoffen; Trinkt, sprach er, das ist mein blut, Das für euch vergossen. Gib den theus ren lebens- saft, JEsu! mir zu trins ken, Wenn mir leben, muht und kraft In der angst entsinken. le, was er uns zulezt noch zurück selaffen, Das die feelen höchst er: Best, Die ibu glaubig faffen. Mel. 21. Schmücke dich o liebe. Zehmücke dich, mit dem glaubens- ble Deine lams pen, dich ben zeiten Auf die hochs seit su bereiten. Denn dein braus tigam und zwar von der Stiftung deffelben. 273 tigam wird kommen, Der dein mächtniß: Solches thut, mie jum fleisch an sich genommen. Was er gedächtniß! Dis gedächtniß fest in ben tod gegeben, Giebt er let grunden, Denk ich, HErr! bend die zum lebett. an meine fünden: Diese, die von 2. Ach! wie hoch wirst du ges GOtt mich scheiden, Brachten fchätzet? JEsu Chrifti fiftung dich in alles leiden: Doch du fezzet Ein gedächtniß seiner thaten rufft uns abgetrennte Durch dein In der nacht, da er verrahten: wort und sacramente. Den du mußt, als mächtig, eh ken, Deffen weisheit dich muß leh rent, Deffer währheit du must ken hen, Ihn allgegenwärtig nen nen. 3. Geistlich: armer geifti be denke, Was dir JEfu fülle schenke, Als er in dem testamente 3u der erbschaft dich ernennte; Und nicht etwan einen schatten, Wie die alte hatten, Sondern Esus Chriftus ches wefen Bur versichrung auser 434. 3 heiland, perfe lefeit. 4. Denn vor seinem schweren leiden Hat der hirte, dich zu weis den, Bey dem mahle brot gebrochen, und geheimnißvoll gesprochen: Nehmet hin, was eich zum Lebert Ich zum tode hingegeben Dieses ist mein leib, dis effet, Daß ihr meiner nicht vergef fet. 8. Ja ich komm' in buß und reue; Hilf, daß ich in dir mich freue; Gib, daß sich mein glaube stärke; Schaff in mir die neuen werke. Du bist mein, uns trennt kein leiden. Ich bin dein: wer will mich scheiden? Laß, was du hier angefangen, Mich vollendet dort erlangen. 6. O geheimnis! welches künd lich Groß und herrlich, uner: gründlich. O gemeinschaft dies ses gutes, Brot und leibes, wein und blutes! Heiland! auf dein wort zu bauen, Stärke du doch mein vertrauen, Wider die ber nanft u kämpfeit, Ihren widers Spruch zu dämpfen. 7. Ich halt mich an dein sem uns den zorn GOttes wand; Durch das bittre leiden seit Half er uns aus der holen pein. 2. Daß wir nimmer deß verges fen, Gab er uns fein'n leib zu effent Verborgen, im brot so klein,( a) und zu trinken feinblut im wein. 3. Wer sich will zu dem tisch machen, Der hab wol acht auf fein' sachen; Wer unwürdig hinzu geht, Für das leben den tod t. Aber auch deffelbett gleichen Will der HErr sein blut uns ret- empfäht. chen; Da er das gewächs der res 4. Du sollt GOtt den väter preis ben Mit den worten hingegebent: sen, Daß er dich so wel thut spets Mehmet, trinkt! was ihr geniessen, und für deine miffethat In fet, Et mein blut, das sich er gieffet Bur vergebung eurer füns bent; Mein gedachtniß fest zu grün den. den kod sein'n sohn a'geben hat. s. Du sollt glauben und nicht wanken, Daß es ein' speis fey der Franken, Deren her: von fünden schwer, Und für angit ift betrübet sehr. 6. Solch groß' gnad und barme herzigkeit Sucht ein herz in grofe fer arbeit: Ift dir wol, so bleib davon, Daß du nicht kriegest bd. sen lohn. 7. Er spricht selber: kommt ihr armen; Laßt mich über euch erbars men kein arit int den starken hotb 274 Von dem Sacramente des Heiligen Abendmahls noht, Sein' kunft wird an ihn'nre: Weil du trågest meine schuldi gar ein spott. Seelenbirt! ben mir einkehre, Schlieffe mich in deine huld. Deis ner gute ich vertran, Führe mich auf grüner au, Und speis mich, mix stets zu gute, Heut mit deiner leib und blute. 8. Hättst du dir was kinn'n ers werben, Was dürft ich denn für dich sterben? Dieser tisch auch dir nicht gilt, So du dir selber helfen willt. 9. Glaubst du das von herzens: grunde, Und bekennst es mit dem munde: So bist du recht wol geschickt, und die speiß deine feel erquict. 10. Die frucht soll auch nicht ausbleiben; Deinen nächsten sollt du lieben, Daß er dein genieffen Lann, Wie dein GOtt an dir hat gethan. ( a) Das ist: Chriftus giebt uns mit und unter dem gesegneten wenigen oder kleinen brote, seinen wahren leib, auf eine verborgene und geBeimniß- volle weise zu essen. 4. Heilger geift! du kraft der schwachen, Bleibe heut und stets ben mir. Deine heiligung kann machen, Daß ich würdig, nach gebühr, Mir zum nuk und Gott zum preis Effe diese feelen- speis, Daß ich dadurch chriftlich lebe, Selig einft den geist aufgebe. Bey der Vorbereitung zum beiligen Abendmahle. *. Nun dir lieg ich, GOtt! zu füffent, Deine lieb umarme mich. JEsu! dein blut seh ich flieffen, Mache mich gerecht durch dich. Heilger geist! durch deine Fraft, Die ein neues herze schafft, Wols lest du mich recht verneuen, und mich hier und dort erfreuen. Mel. JEfu deine heilge wunden. Err! für alle 436. funder Einen reis canten. Morgen- Lied eines Communi- chen tisch gedeckt, Wo dein brot für deine Finder Nach des vaters ich dein gast, Wie du mir befohlen liebe schmeckt. Heute nun bin mein Wel. JEfu deine heilge wunden. 435. Aber ist kommen, Da ich nicht mit deiner wolthat scherze. JEfu werd vertraut, Da ich, after 2. Raume, bitt ich, meine feele schuld entnommen. Werd in GOt- Ganz von allem bösen aus. Komtes huld geschaut; Da mich GOtt me selbst darein, und wähle Sie mit glauben ziert, Zu des lammes als dein geweihtes haus; Denn hochzeit führt, und mir JEsum, ich hoffe nur auf dich, Liebster JE der mich liebet, Selbst zum le- fu! liebe mich, Und laß deinen bens- pfande giebet. tisch auf erden mir zum himmelss vorschmack werden. 2. GOtt! ben diefem frohen morgen Suchet dich dein liebes lind, Senkt in deine vater- forgen, Was sich in und an mir findt. Sorge, vater! ist für mich, Daß ich heute würdiglich Als dein gaft ben dir erscheine, Und mit JEfu mich vereine. 3. Chriße du lammeOtter: b:" bargegeben. 3. Hilf mir, daß ich recht bedens ke, Wie der HErr sein fleisch und blut Seinem armen Firechte schens ke, Und was deine liebe thut. Gib mir gnade, daß ich nicht Eß und trinke zum gericht, Was du, JC, fu! für mein leben Fur erlösung 4. Nimm und war bey der Vorbereitung zu dem heiligen Abendmahl. 275 4.Nimm iest die vernunft gefans Dein armes schäflein wollft da gen, Daß ich glaube schlecht und weiden Auf Israels bergen mit recht; Und erwecke mein verfreuden, und zum frischen waffer langen, Wenn das fleisch den eifer führu, Da das leben her thut schwächt. Gib empfindung meiner rührn. Kyriel. noht, und begierde nach dem brot, Welches allen hunger stillet, und mein her; mit Gott erfüllet. 2. All andre speiß und trank ist ganz vergebens: Du bist selbst das brot des lebens. Kein hunger plas get den, der von dir iffet, Alles iammers er vergiffet. Kyriel. 1. Denke doch, du fürst des le bens! Denke, daß du JEsus heißt; Denke, daß du nicht vergebens Für die welt gestorben seyft. Nimm doch meiner seufzer wahr, Reiche mir dich selber dar, und laß heut auf mein gewissen Blut aus dei Ren wunden flieffen. Du bist die lebendige quelle, Zu dir ich mein leer herze stelle: Laß mit troft es flieffen voll, So wird meiner seele wol. Kyriel. 6. Sind wir doch aus dir geboh ren; Nehr uns auch durch deine Fraft. Weil wir insgesammt ver lohren, Wo nicht JEsus hülfe schafft; Ach so laß dein brot und wein Meines herzens labsal seyn, Daß die wirkung dieser speise In der that sich kräftig weise. 7. Laß mich deine liebe schmekten, und vergälle mir die welt. Oder wenn mich furcht und schrek ken, Angst und schwachheit über fällt; So verschaffe mir dein blut Einen rechten freuden muht, Daß ich meinen troft im glauben Mir von niemand lasse rauben. 8. Laß mich dis ins herze fas sen; Rühre mich durch deinen tod. Laß mich keinen menschen haffen, Denn man ist von einem brot. Nimm mich ganz vollkommen ein, Bis ich werde bey dir seyn, Und die fülle deiner gaben, Meinen GOtt, und alles haben. 3. Laß mich recht trauren über meine sünde. Doch den glauben auch anzünde, Den wahren glaus ben, mit dem ich dich faffe, Mich auf dein verdienst verlasse. Kyriel. Gib mir ein recht gottfürchtig herze, Daß ich mit der fünde nicht scherze, Noch durch meine sichers heit Mich bring um die seligkeit: Kyriel. Mel. Gott sey gelobet und ze. 437.mein getreuer birs Err JEfu Christe, 4. Heftig beschweret find ich mein gewiffen, Ach! laß reichen troft drein fliessen Aus deinen wunden, welche du empfangen, Da du an dem creuz gehangen. Kyriel. Wenn mein herz dis in sich ems pfindet; Wirds von stund an still und entzündet, Wird an lieb und glauben schön, Kann vor Gott mit freuden fiehn. Styriel. s. Der darf des arztes, den die krankheit plaget, Mit begier en nach ihm fraget. O füffer JEsu! schau, wie tiefe wunden werden auch in mir gefunden. Kyriel. Du bist ja der arzt, den ich rufe, Auf den ich mit verlangen hoffes Hilf, o wahrer mensch und GOtt! Hilfst du nicht, so bin ich todt.Kyr. 6. Du rufest alle die zu dir in te! Komm, mit gnaden mich begnaden, Die mühselig und belas wirte: Bey dir alleine find ich beil den. All ihre fünde willt du ihn'n and leben. Was mir fehlt, kanns verzeihen, Ihrer bården sie bes Du mir geben. Spriel, frepen. Kyriel. 2 Nich! 278 Von dem Sacramente Ach! komm selbst, leg an deiné bände, und die schwere last von mir wende. Mache mich von füns den frey, Dir zu dienen kraft ver leih. Kyriel. 7. Mein geist und herze wollft Du zu dir neigen; Nimm mich mir, gib mich dir eigen. Du bist der weinstock, ich bin deine rebe, Nimm mich in dich, daß ich lebe. Kyriel. des heiligen Abendmahle den- trant Aus deinem becher schmecken. Bring mie mit, was meine feel erfreut, Deiner treu und liebe für figkeit, Deine sanftmuht und ge buld, Deine unerhörte huld. Khe. 9. Dis sind die mittel, die mich können heilen, und mir lebens Fraft ertheilen, Daß ich nun aus mir all untugend reiffe, Dir zu die nen mich beffeiffe, Storiel. 3. Du angenehmes himmels brot! Du wolleft mir verleihen, Daß ich in meiner seelen- noht 30 dir mag kindlich schreyen. Dein kleid des heils bedecke mich, Auf daß ich möge würdiglich An deiner tafel sitzen. 4. Eilg allen Haß und bitterkeit, Ach! in mir find ich lauter sün- O HErr! aus meinem herzen. Laß ben, In dir müssen sie bald ver schwinden. In mir find ich höllents pein; In dir muß ich selig seyn. Kyriel. mich die sünd zu dieser zeit Bes réuen ja mit schmerzen. Du heiß, gebratnes ofter- tamm, Du meines feelen brautigan! Laß mich dich recht geniessen. 8. Kommt, meine freude! komm, du schönste crone, JEsu! komm und in mir wohne. Ich will dir fallen, HErr! zu deinen füffen, Dich mit lieb' und glauben tüffent. Kor. 5. Zwar ich bin deiner güns nicht wehrt; Als der ich jest ets scheine mit fünden allzuviel bes schwert, Die ich voll schmer; bes weine. In solcher trübfal trifiet mich, HErr JEsu! daß du guds diglich der fünder dich erbarmest. 6. Ich bin ein mensch, krant von der sünd; Laß deine hand mich heilen! Erleuchte mich, denn ich bin blittd, Du kannst mir gitad ers theilen. Ich bin verdammt, erbars me dich! Ich bin verlohren, suche mich, und hilf aus lauter gnaden! In dir hab ich alles, was ich soll, Deiner gutade brunnen ist stets 7. Mein brautigam! komm hek voll. Laß mich ewig seyn in dir und zu mir, und wohn'in meiner fees bleib ewig auch in mir. Kyriel.lent: Laß mich dich küssen für und für, Und mich mit dir vermählett. Ach! laß doch deine füffigkeit Für meine feele seyn bereit, Und stille Mel. HErr JEfu Chrift du 2c. lebens brot, 438. DHErr JEfu Chrift! ihren jammer. 8. Du lebens- brot, HErr JE, fu fü Chrift! Komm, selbst dich mis zu schenken. O blut! das du vers goffen bist, Komm eiligt mich zu in mir, Drum wirst du, meiner tränken. Ich bleib in dir und du feelen zier! Auch mich dort aufer, weckent. Mag dich ein sänder haben, Der nach dem himmel hungrigift, und sich mit dir will laben; So bitt ich dich denrühtiglich, Komm fel ber und bereite mich, Daß ich recht würdig werde. 2. Auf grüner aue wolles du Mich diesen tag, HErr! leiten. Den frischen waffern führen zu, Den tisch für mich bereiten. Ich Mel. O GOtt du frommer ze. bin matt und ch will anizt, mein krank'; Doch laß mich deinen gna 439. Js I Bott! gum lies bess and rear bep der Vorbereitung in dem heiligen Abendmahl. 277 bes- mahl mich nahen, Und JEsu und meinem chmücke dich, o lies empfahen; Ach komm, und starte 440. Setela bie mich! Ach, weiche nicht von mir! dunkle fünden böle, Komm mit Ach, siehe doch mein herz In augläubigem perlangen An das hells dacht fest zu dir! licht gegangen: Denn der HErr 2. Vertreibe, HErr! von mir voll heil und gnaden Will dich Die sündliche gedanken. Laß dei- iejt zu gasie laden; Der, den welt nen geist doch nie von meinem geiste wanken. Ja, richte meinen geift Stets nach dem himmel hin, Daß er schon bey dir sev, Da ich auf erden bin. und himmel ehren, Kömmt jest, bey dir einzukehren. 2. Eile, wie verlobte pflegen, Deinem brautigam entgegen; Er Elopft an die herzens- thüre, Daß er dich in andacht rühre: Deffn ihm deiner seelen pforten, Red ihn an mit schönen worten: Komm mein freund! und laß dich küffen, Laß mich deiner nicht mehr miſſen. 3. Ach! wie hungert mein ges mühte, Menschen freund! nach deiner gute. Ach! ich muß mich oft mit thránea Nach dem lebenss manna sehne. Ach! ich spühr ein herzlich dürfien Nach dem trant des Lebens- firsten, Wünsche, daß er, als der meine, Mich durch sich mit Gott vereine. will mich in bewegung segen. 4. Beides zittern und ergehen die unerforschte weise Macht, Das geheiraniß dieser speise, Ind daß ich erkannend merke, HErr! die grösse deiner werke. If auch wol ein mensch zu finden, Der dein' allmacht könut' ergrüns den? 3. Laß ja nichts eitles mich In meiner andacht stöhren, Ja, laß mich freud und wonn In meiner feele hören. Ach bete du in mir, Mein GOtt! entzünde mich, Daß ich, mit dir vereint, Jn lieb' um feffe dich. 4, Ach! heilige mein herz und alle meine sinnen. Nimm herz und feele ein, und wohne selbst darinnen. Ja, mach durch deinen geiß mich heilig, schön und rein, Und laß mich immerdar Dein baus und wohnung seyn. s. Erwecke jest in mir Die wahre feelen stille, Daß andacht, feelen Fülle. luft und freude mich er Gib, daß ich schmecken mas HErr! deine süssigkeit und dei nes geistes troft, Der herz und feel erfreut. 6, Wenn ich nun deinen leib Wahrhaftig selbst genossen, Wenn auch dein theures blut, Das du für mich vergoffen, Mich kräfs tiglich erquickt; So bleib auch Bets in mir, Daß ich in ewigkeit Vereinigt sen mit dir. Melodey 21. 7. Ja laß die heiligung, Die In mir angefangen, Zum wachs thum mehr und mehr Durch deine Fraft gelangen. Laß mich in frömmigkeit und glauben fefte fehn, Bis ich vom glauben einst Bum schauen werde gebu. s.Nein, vernunft die muß hier weichen, kann dis wunder nicht erreichen, Daß uns Christus so bes denket, 1ns fein fleisch im brote fchenket; Macht, daß mit dem faft der reben uns wird Chrifti blut gegeben. D! der groffen heimlichkeiten Die nur GOttes geift kann deuten! 6. JEfu, meine lebensssonne, Efu, meine freud und wonne, JEsu, den ich mir erwähle Res 51 bens 278 Von dem Sacramente des Heiligen Abendmahls bens quell und licht der seele!, Dem hilft der glaube nichts, De Die fall ich zu deinen füffen, Laß dieses mahl veracht't. mich würdiglich genieffen Dieser Deiner himmels fpeife, Mir zum eil und dir zum preise. 7. HErr! es hat dein treues lieben Dich vom himmel abge trieben, Daß du willig haft dein Leben In den tod für uns gegeben, Und im leiden unverdrossen, Haft Dein blut für uns vergossen: Das Fann uns ist kräftig tränken, Deiner liebe zu gedenken. 8. JEfu, wahres brot des le: Bens! Hilf, daß ich doch nicht vergebents, Oder mir vielleicht sum schaden, Sey zu deinem tisch geladen. Laß mich durch dis see lens effen Deine liebe recht er messen, Daß ich auch, wie iegt auf erden, Mag ein gafst im himmel werden. Don der nichtigen Entschuldis gung derer die sich des heis ligen Abendmahls ents halten. Del. O GOtt du frommer 2c. ch bitt, entschuldge 441. eben die verachter, Und trieben mit dem mahl Des höchsten ein gelächter. Sie famen dennoch nicht, Ob es schon war bereit, Dergleichen menschen sind auch noch zu unsrer zeit. 2 Sie sagen: wir sind schon Bum abendmahl gegangen, Dies weil wir es im geist und glaubenstraft empfangen. O spotter! wenn Dich gleich Des glaubens kraft ergent, I denn das abendmahl Vergebens eingesetzt? 3.Dein JEsus, schnödes her;! Will sich dir doppelt geben, Theils in des glaubens kraft Bu einem neuen leben, Theils in den abend, mabl; Und dieses nimm in acht; 4. Man wendet ferner ein: Vergebung meiner fünden J ohs te abendmahl In GOttes wort zu finden. Ofpötter! läffet dir GOtt doppelt gnade sehn, Muß denn das abendmahl Darum vers achtet stehn? 5. Wir sorgen gar zu sehr, So hört man andre sagen, Daß wir unwürdig gehn; Wer wollte dieses wagen? Verachter! fehrt zurück, Sucht JEsum in der zeit; Weil, wenn euch busse fehlt, Ihr schon verdammet seyd. 6. Man ruft: das abendmahl Sey viel zu hoch zu schäßen. Doch eben diesen schak Laßt euren geiß ergeßen. Ach kommt! souft macht ihrs ia, Als wenn ein kranker fpricht: Die arzenen ik gut, Als lein ich mag sie nicht. 7. Wir fürchten, fagen sie, Wenn wir dis mahl schon schmet ken, Wir mögten uns darauf Mis neuer schuld beflecken. Verachs ter! fündigt nicht Aus bosheit, und ficherheit: Die schwachheit schenkt lichkeit. 8. Viel fagen freventlich: Wir haben kein verlangen: Kein huns ger und kein durst Treibt uns, es zu empfangen. Ach web! es mans gelt euch Erkenntniß, heil und licht; Ihr kennet Chrißi mahl und euer elend nicht. 9. Man ruft: ich will vorher Dem streit ein ende machen. D menschen! überlaßt Dem richter solche fachen; Lebt ohne zank und baß, Neid, bitterkeit und freit, So schadet der proceß Nichts an der würdigkeit. 10. Der spricht: ist kann ich nicht, weil mirs au kleidern fehs let. Verachter! bat benn Gott Den und war bey dem Genuffe des heiligen Abendmahls. 279 Den Kleiderschmuck erwählet? ich ein, Mach du es, JEsu! Er siehet auf das herz: Wenn durch dein blut Mit mir an leib JEsus das regiert; So bist du und feele gut. schön genug Zum liebes mahl gesiert. n. Ein andrer wendet ein: Ich Bey dem Genusse des heilis muß mit schmerzen sehen, Wie man die bösen läßt zum gnaden mahle gehen. Ach armer! sich auf dich: Und bist du ſelber rein: 443. Sele! laß die ſpeiſe wird der andern schuld niemahls schädlich feyn. 12. Mein heil! dein abendmahl Soll meine feel erquicken, Bis in ber herrlichkeit Ich dich dort werd erblicken. O theure himmels freif, D manna, feelen- gab! Ich fehne mich nach dir, Wel mir! wenn ich dich hab. ftehen, nur eckel dir erweckt. Eile zu dem mahl zu gehen, Welches nach dem himmel schmeckt, Das die teufel zwar entrüstet, Boch die engel felbst gelüftet. Vor der Communion eines Kranken. Del.Vater unser im himmelreich. Ou deinen füffen liege gen Abendmahls. mel.3. Mein Gott ich bin jest ze: 1 blicke doch auf mich. Du bist der arzt und wunder- mann, Der alle jeit erretten kann: Drum, bin ich gleich von hülfe bloß, So ist doch mein vertrauen groß. 2. Trachte die vernunft zu ftils len, Die dem glauben widers spricht. Reinige den argen willen Durch des glaubens guaden- licht, Eaß die fünden; deinen hirten JE sum würdig zu bewirten. 3. Willt du in mein herz einkehe ren? HErr! deß bin ich ja nicht wehrt; Deine glut wird mich vers 442. du es so bes gehrt, Glaub ich fest, du wirst mich schwachen Dieser ehre wurs dig machen. 4. Soll ich mit dem brot ems pfangen, Was zuvor am creuze 2. Mein trost und meines her: hieng? Soll ich aus dem kelch ers jens theil! Mach erstlich meine langen, Was aus deinen wunden feele heil; Besprenge sie mit dei gieng? Soll der himmel mit der nem blut, und mache mein vererden, GOtt und mensch, vereis brechen gut: Und denn gib, nachmigt werden? vergebner schuld, Bey meiner 5. Ey so faume nicht, mein les schwachheit auch geduld. ben! Neiche mir den heilgen leib, 3. Berühre mich mit deiner Welchen du für mich gegeben, band, Die so viel böses abge- Daß dein geist in meinem bleib, Dein leib mich speise, da und mich weder leid noch freude ich krank, Dein blut sey meiner von dem haupt und gliedern feelen trank. Ich will, wie Lazarus, allein, Auch wenn ich krank, der Deine feyn. wandt scheide. 6. Laß die strome deiner firies men Waschen ab den fünden koht. 4. Wenns meiner feele felig ist, Es sey ferne, von mir rühmen, So heile mich, HErr JEsu Als von deinem creuz und tod, Chrift! Soll sterben aber besser als allein von deiner liebe, Die ftpu, Wol mie! auf JEsum schlaf zu diesem bund dich triebe. 64 7. HErr 280 Von dem Sacramente des beiligen Abendmadls 7. HErr! ich fage für die than. Rühre nicht die bundels Schmerzen, Für die speise, für den lade mit verwegnen händen an, trank Dir mit meinem mund Soll nicht GOttes grimm erwag und herzen Unablässig lob und chen, und dich gar zu nichte mas dank: Um die sünd' in mir zu chen; Armer fünder! so tritt dy Franken Will ich deines tods ges Bitternd und mit furcht berzu. Denken. und mein ganzes herze rein. Laß s. JEsu! mache meine sinnen ist deine wunden rinnen, Sente mein herz tief hinein. Komm, du konig aller ehren! Eile ben miz einzukehren Unter meines bergens schwach. dach, Obs gleich niedris, arm und 6. JEsu! laß mich gnade fins den, und vertreib mir alles web. Laß die rosin farbne sünden Weisser seyn als woll und schnee. Komm; mein herz voll glauben, hoffen, Lieb und sehnsucht, steht bir offen: Laß dein herz, das ewis Mel. JEfu meines Lebens leben. 444. Meine feele! Las rein, und mein herz, ein herio dich finden Auf der wahren glaubens- bahn, Dich fennt. mit Chrifto zu verbinden; Chu Mel. Allein GOtt in der bdb fog. ihm auf, er klopfet an. Den die himmel nicht umfaffen, Will in die fich nieder laffen: JEsus will im brot und wein Wesentlich zuge gen seyn. 8. Mache mich im glauben kräftig: Laß mich im gewissen rein, In der lieb und treu geschäftig, In der andacht brünstig seyn. Gib mir neue Eraft zu kämpfen, und der feinde macht zu dämpfen. 9. Gonne, daß die himmels fpeife Meiner feelen arzenep, Und, ben letter todes reise Meine kraft und labung sey, Bis ich werde mit den frommen Zu des lammes Hochzeit kommen. 2. O geheimnis volle weise, Die kein menschen wiß ermißt! Hier giebt sich ein lamm zur speise, Das der er birt felber ist. Hier will, au der gåste leben, Sich der wirth zur fpeise geben: Und zum opfer stellt sich hier Selbst der hobepriester für. 3. O! wie hungert nach den feelen Selbst das wahre lebensbrot! Selig, die dis brot erwäh Len Für des geiftes hungers- noht! Seht an dieser heilgen stelle Eechiet felbst die Lebens: quelle Nach der armen fünder heil. JE fus ist das beste theil. 4 Sieb, o mensch! den schas der grade, Den dir JEfus aufges dieser I 445. Wie beilig ist doch ich aniezzo stehe! If dieses nicht die lebenspfort, Die ich hier offen sehe? O tisch des HErrn! o himmels thor! Ich trete iest erfreut davor, und kuie glaubig nieder. brot, Das hier mein geift erblike 2. Wie heilig ist dis lebenss ket, Das meine feel nach angst und noht Geheimniß- voll erquits Fet! O füffe fpeif! o himmelss drot! O lebensmanna! das mir GOtt An seinem altar reis chet. 3. Wie heilig ist doch dieser trank, Den ich allhier empfabe, Zu dem ich mich mit lob und dank Im glauben freudig nahe! Ofeelens trank! o heilig Blut! Du meiner feelen höchstes gut! Hie komm ich dich zu nehmen. and war bey dem Genusse des heiligen Abendmahls. 281 4. So nehm' ich, beilge speise! süte, Wir kommen mit zerschlag dich mit andachts- vollem herzen; genem gemühte, Und bitten dich, Oheilger trant! erquicke mich du wollft anfehn uns armen, Und Und stille meine schmerzen. Wie dich erbarmen. wird und ist mir doch so wol, Da ich in JEsu leben soll, und mich in ihm erfreuen. s. O welch ein ruhm und glück für mich! Ich bin mit Gott vers bunden. Er kommt zu mir; und so hab' ich mein ewig heil gefunden. Mein JEsus kehrt selbst ben mir ein, Will meiner feelen brautgam fenn, und sich mit mir vermählen, 2. Nimm von uns weg all unfre misfethaten und alle schuld, dars ein wir sind gerahten: Damit wir dir ein reines opfer bringen, und recht lobsingen. 7. Doch, fehlt mir die volkommenheit Die GOtt allein ergezet; So wird durch Christi beiligkeit Doch alles reich ersetzet. Drum, beiland komm und reinge mich, Damit ich durch dich würdiglich Dis sacrament empfange. 8. Komm, heilge mich, daß her: und geift Dein wohnhaus ewig bleiben. Was sich noch fünd lich an mir weist, kannst du alTein vertreiben. Bereite mich fo, wie du willt, und laß dein beilig ebenbild Beständig an mir leuchten. 3. Wahr ist es, HErr! wir has bens grob verdienet; Doch hat dein sohn uns völlig ausgefühe net, Nachdem er, uns zu gut, vom himmel kommen, Fleisch anges nommen. 6. Ach! mögt ich doch ganz 4. Weil wir dir oft balsstarrig Deilig seyn! War mein herz ohne widerstrebet, Hat er dafür gehors fünde! Damit, wenn JEsus gesam stets gelebet: Weil dein ges bet ein, Er reine wohnung fünde, bot von uns war überschritten, Ach! war mein herz der reinste ort, Hat er gelitten. In welchem JEfus fort und fort In gnaden bleiben mögte! 4. Daß wir nicht firaf und schande dürften tragen; Hat er für uns erduldet schmach und plagen, und endlich gar sich in den tod ges seben, Auf daß wir leben. 6. Wir können sonst für uns und unsre sünden stein life geld, ein andres opfer finden: Dein sohn, o GOtt! ifte, den wir brins gen müssen, Für uns zu büffen. 7. Schau feinen leib qus creus für uns gebenket, Sieb an sein blut, mit welchem er uns trans et Der leib, dis blut, so allen schaden beilet, wird ausges tbeilet. 2. Nun GOtt sey dant, des sütigkeit mich heute so gelabet, Gepriefen sen, der mich erfreut, Und selbst mit sich begabet. Nun böchster! laß mich allezeit Von wird begangen: Man ist den leiß, 9. Dis opfer zum gedächtnis nun an bis in ewigkeit Mit dir der andem creuz gehangen: Man vereinigt bleiben. 8. Der füß geruch zu die gen himmel steiget, Daß sich dein herz zu uns herunter neiget, Nun wir in buß und demuht vor di treten, und zu dir beten. trinkt das blut, das von ihm ist gefloffen, Für uns vergets el. Wend ab deinen torn 2c.fen. vater! groß von o dis 446. Donave, lieb und opfer nicht verachten. Das lig for 282 für uns so willig laffen schlachten: Auf dis lamm ist die fünd der welt geleget, Die es all' tråget. Von den Sacramente des Heiligen Abendmahls 19. O heilger geift! durch II. Drum, vater! laß um deine gnad und stärke Zersiche JEfu Chrifti willen Sich dei- der welt, des fleischs und satans nes grimms gerechten eifer stil werke; Wir wollen hier und Len: Dein sohn hat ja an unsrer denn im himmel oben, O GOtt! #att erduldet, Was wir verschuldich loben. bet. 12. Vergib die fünd, in welcher wir empfangen, und was wir felbft für bosheit oft begangen, Mel. HErr GOtt der du erforsch. Was o heit ist versehen, und nicht ges 447. Sein armer gaft, ein schehen. 13. Jns tiefe meer wollst du es alles fenken, nicht mehr daran um Chrifti willen denken, Dess halben auch, warum wir zu dir fchreven, uns fort verleihen. 14. Schüß deine kirch, hilf, Daß bey reiner lehre Sich gottes: furcht und heilges leben mehre: Die jugend sich, all' sünd und Schand zu fliehen, Wol laffe sie: 15. Gib friede, glück und heil u allen zeiten Dem landes- herrn und seinem(* Der obrigkeit und threm*) land und leuten: Das bofe laß fie ftrafen und abwenden An allen enden. und frölich darauf sterben, Dein reich ererben. 16. Die elenden, die ihre angst and plage Mit seufzen vor dich bringen alle tage, Die in gefahr sind und mit creuz beladen, Errett in gnaden. 17. GOtt vater! hilf du uns gib deinen fegen, um deines sohns und seins verdienstes wegen, Daß wir dadurch vollkommen gute gaben von oben haben. thon zu seinem töpfer. Es drücket ihn der fünden last; Es ist dein Find, mein schöpfer! Dafür dein fohn gestorben ist, Das du ges tauft, das JEsus Chrift zu seis nem tisch geladen. Hier komm ich, ach dein armes kind, Bin Frant, bin elend, voller fünd Und uns wehrt deiner guadent. 2. Allein ich bringe Jefum mit Nebst seinem tod and schmerzen, Der mich durch sein verdienst vers tritt; Nimm dessen pein zu herzen. Ach sich, was er für mich gethan! Sich mich dein kind, und JE, sunt an! Sey mir durch diesen gnädig. In ihm willt du mein vater seyn, und ich dein kind: durch ihn allein Sprich mich von fünben ledig. 3. Mein glaube siehet JEsum hier, Und ich lieg' ihm zu füffen. als heiland zeiget er sich mir, Läßt sein blut auf mich fliessen. Er hänget an des creuses joch, Da bluten alle wunden noch i Was reicht er mir für speisen? Sein leib im brote, und im wein Soll mir sein blut geschenket feyn. O! könnt ich ihn recht preifen. 18. HErr JEfu Chrift! dein leib, dein blut, dein leiden Er 4. Mich dünkt, ich hör ihn quicke uns, wenn wir von hin iso laut, Als meinen brautgam, uen scheiden, Daß wir getrof schreveu: Nimm diesen mahls fcbay und war bey dem Genusfe des Beiligen Abendmahls. fchak, meine braut! Es soll dich nicht gereuen: Jß meinen leib, und trink mein blut: Also hast du das größte gut, Mich ganz mit meinem leiden: Ja komme in mein Das und gets foll offen ſeyn, komm, ruh' in meiner feiten. 5. Nun seh ich, wie der engel but Mich mauren gleich umrin get, Daß weder satans lift noch wuht Durch deren wache bringet. Denn der mir schuß und beystand leift't, Ist Gott der wehrte heilge geist, Der will nun ob mir schwe ben. Dreyeinger GOtt! Lenk jederzeit Mein thun zu deiner herrlichkeit, und mir ¡ um ewgen leben. 283 mein; So muß ich fets dein eigen seyn, und einst dein reich ererben. 6. Dir dffi' ich jego herz und mund, Und was sich in mir reget, Ach! reinige des bergens grund, Worein sich JEsus leget. Vers leih, daß nun durch deine treu Leib, her; und geist gereinigt sen. Gib, was die seele fieret, Gib glau ben, lieb', und luft zu dir, und wirk dein heilig werk in mir, Bis bu es gar vollfübret. 7. Nun will ich, theurer JE su! dich Im brot und wein empfangen. Komm selber, speiß und tränke mich, Komm, stille mein verlangen! Komm iejt ju mir, wie ich zu dir. Ich schmecke dich, weil Du zu mir In gnad und liebe kommen. Nun weiche kummer, angst und schmer;; Da mein und dein ein einig bers: Weil du mich aufgenommen. Mel. HErr JEfu Chrift wahr ze. mein brautigamm, Dez 448. du aus lieb' am creuzes- fiammDen tod für mich gelitten haft, Getils get meiner fünden laft: 2. Ich komm zu deinem abends maht Verderbt durch manchen fünden fall: Ich bin frank, uns rein, nackt und bloß, Blind und arm; ach! mich nicht verstos. Ach! habe, frommer JEfu! Dank, Für deine liebes speise, Für deinen edlen blutes trank; Dein bin ich, dir um preise. Ach! zeig mir auch zur sterbens jeit, Gleich wie ich dich gesehen heut, Dein leiden und dein ster: ben! So glaub ich feste, das du 3. Du bist der arzt, du bist das licht, Du bist der HErr, dem nichts gebricht, Du bist derbrunn der heiligkeit, Du bist das rechte hochzeit kleid. 4. Drum, o Herr JEsu! bitt ich dich, Ju meiner schwachbeit heile mich: Was unrein ist, das mache rein Durch deinen bellen gnaden- schein. 5. Erleuchte mein verfingert ber;: Bünd an die schöne glaus bens- kerz: Mein armubt in reichs thum verkehr, und mir des geistes gaben mehr; 6. Daß ich das rechte himmels brot, Dich, JEfu, wahrer mensch und Gott! Mit höchster ehrens bietung es, und deiner liebe nis vergeß. 7.£ 8fcb alle laser aus in mir, Mein berz mit lieb' und glauben zier, und was sonst ist von tugend mehr, Das pflanz in mir zu deia ner ehr. 8. Gib, was mir niz an feel und Lleib; Was schädlich ist, fern von mir treib. Komm in mein herz, las mich mit die Vereinigt bleiben für und für. 9. Hilf, daß durch dieser mable eit kraft Das bds in mir werd abgeschafft, Erlassen alle findena fould, 284 Von dem Sacramente des Heiligen Abendmahls schuld, Erlangt des vaters lieb', trinkt, das ist mein blut, Daß euch und huld: vergossen wird zu gut. So hat dein mund gesprochen. 4. Wie damahls deine jünger nun Dein fleisch und blut empfans gen; So werden auch dasselbe thun, und eben das erlangen, Die, gleichwie deine jünger dort, Auf dein befehl, nach deinem wort Das heilige brot effen; Und die, wie du's gesehet ein, Auch trinken von dem heilgen wein, Dein nims mer zu vergessen. 10. Vertrieben werden meine feind, Die sichtbar und unsichtbar feynd: Den guten vorsatz, den ich führ, Durch deinen geist fest mach in mir. 11. Mein leben, sitten, sinn und pflicht Nach deinem heilgen willen richt: Ach! laß mich meine tag' in ruh Und friede chriftlich bringen zu. 12. Bis du mich, o du lebens fürst! Zu dir gen himmel neh men wirst, Daß ich ben dir dort ewiglich An deiner tafel freue mich. 5. Daß ich mit brot und wein iegund Dein fleisch eß, dein blut trinke, Glaub ich aus meines hers zens grund, Wie fremd michs auch bedünke. Denn wenn das: wie? uns war bekannt, und wir es könns ten durch verstand Mit der vers 449. Wer wel, nunft ergründen, So war es kein wenn die allmacht spricht, Am Edunen zweifel finden? Mel. HErr GOtt der du erforsch. er alle fünder zu 1 mich mit eingeladen: Drum stell ich mich an dieser stått mit ein gum tisch der gnaden. HErr, Heide mich! HErr, wasch mich rein! Denn wer bey diesem mahl will fenn, muß sich geprüft einstellen, Daß dis nicht auch sen sein bescheid: Woher, mein freund! ohn hochzeit- kleid? Hinaus mit fbm jur höllen, 2. Mein Fleid, s HErr! ift glaub and reu, Mit vorsag, fromm zu werden; O vater aller lieb' und treu! Bor dir knie ich zur erden, Sch bitt, ich fleh, ich schrey um nad: Bergib mir meine missethat Durch Christi blut und sterben; Alls was er hat verdient, ist mein, ch will hinführo frömmer seyn, und mich nicht mehr verderben. 3. Also geprüft tret ich hinzu; Bib, JEsu! mir die stärke, Daß ich in stiller glaubens- ruh Auf deine morte merke; Du selbst sie mir ins Berze schreib: Nehmt hin, und e, das ist mein leib, Der für euch wird gebrochen: Mehmt bin, und 6. Dis mahl halt ich auf dein gebot, Mit dank dein zu gebens ken, Wie du dich selbst zur pein, um spott, a gar ans creuz j henken, Für uns gegeben haft das hin; Hilf, daß in meiner feel und finn Dis wol erwogen werde. Du bist der HErr, ich bin der necht, Du ohne schuld, ich ungerecht, Du groffer GOtt, ich erde. 7. Was für ein abgrund zeigt sich hie Von allmacht und von liebe? Es ist kein christ gewesen nie, Der nicht entzückt hie bliebe, Hie spührt man lauter wunders that, Hie sieht man lauter lieb und gnad, Gleich starken firdhs men, fliessen: Hie fühlt man laus ter vater- treu und mutter heri, so immer neu Sich über uns ers giesſen. 8. Mein GOtt! was soll, was kann ich dirFür so viel guts erweis sen? Jeb will dich lieben mit bes gier, and wat bey dem Genuffe des heiligen Abendmahis. 383 gier, und über alles preifen: Ich will von herzent jederzeit Dir ju gehorchen seyn bereit, Mein creutz geduldig tragen; Den nächsten lieben mit der that, Wenn er mich gleich beleidigt hat, Dir dank in allem fagent. 9. Web mir! das wollen hab 8. Laß immerhin Vernunft und sinn, Was möglich scheint, vergleichen; Ich will nun und uimmermehr Von dem Buchstäb weichen. 9. Wer dis verspricht, Betrügt mich nicht, und kann mich nicht betrügen; Der vie wahrheit fels ich kaum, Wo werd ich kraft beber ist, Känn unmöglich fügen. kommen? Doch, nun du selbst dir einen rauni In meiner feel genom ment, Werd ich erlaitgent neute Fraft, Und eine gute titterfehaft Durch deinen arm vollbringen. Ein neuer mensch bin ich hinfört, Und geh einher nach deitten wort. HErr! hilf, HErr! laß gelingent. Mel. O traurigkeit ic. ch trete frisch zu 45 1.Kmer gast! Mund und Mel. 8. JEsus meine jubersicht. Domm, angenehs herze steht dir offen: Bringe, was du gutes baft, Und befriedige mein hoffen, Freund der seelen weiß und roht* Himmels- thau und les bens- brot!* Hohel. Sal. 1/ 10: 2as 2. Allerhochste majestät: dich in mein herz hernieder. Biche mich als ein magnet, Liebe mich, fo lieb' ich wieder. Lege mich an deine brust, Nehre mich mit hinte mets luft: 450.3% GOttes tisch: Hilf, Bater! hilf in gnaden, Daß mir teine misféthat Hierbey mdge scha Dett. 2. Jch leugne nicht Was mir gebricht; Jch beichte meine schulden. Neu für fünden pflegst du iä, Frommer GOtt! zu dulden. 3: Weils ndhtig fällt, Durch lös se geld Die handschrift zu vernichten; Wird der HErr der herr: lichkeit Das für mich entrichten. 4: Drauf stell ich die Mich, JEsu! für Jm kindlichen ver: trauen, JEsu! den die cherubim Lüftet anzuschauén. * Dein leib und blut, So mir zu gut Gebrochen und vergoffen, Wird, o tiefe wunderthat! Hier am tifch genoffett: 6. Ich soll jekund Mit feel und mund( Kein wie kann dis ermes fen) JEfu Chrifti wehrtes fleisch Unbegreiflich effent. 10. Verleih, o Gott! Durch Christi tod, Daß weder with noch teufel Mir beym heilgen abends mahl Mache furcht und zweifel. 7. O grüble nicht, wie das ges Schicht, noch ob es mag gefcher ben: Gott kann überschwenglich thun, Das wir nicht vergeben. 11. So will ich dir, HErr JE su! hier und dort im himmel obert Für dein their vergoßs nes blut Danken und dich lo. bert. 3. Führe mich, o treuce hirt! Auf die füffen lebens- auen, Daß mein herz gesättigt wird, wenn du läßt dein manna thauen. Siehe, wie dein schäflein lechit, Und für heiffem hunger achit. 4: 0 du wahres oftet- lamm! 2a mich jest dein fleisch genieffent, Welches dort am creuzes: stammu Meine schulden büffen müssen. Du bist mit, o lebens- brot! Ars jenen in noht und töd. f. Schente mir det telch von heil, Das aus deinem blute quil let. Wird mir dieser schaß zu theil, So if aller durg gegillet. Was 286 Voit dem Sacramente des heiligen Abendmahls uet, Lebens brot, ja GOttes her! Welches man mit sittern nennet, 6. Mache himmlisch meinen Stille doch den heiffen schmeri, Finn Benm genuß der himmels- Den ein beilger hunger heget, gaben, Daß ich recht begierig bin, Der die feele felbft beweget, Die ich an deiner brust zu laben. sonst keine luft begehrt, Als die Schränke die vernunft hier ein, dein genuß gewährt. Laß den glauben brünstig seyn. aus deinen wunden trieft, Jft des todes gegen- gift. 7. Nun wolan, so geh ich hin, Mir gescheh nach deinem willen. Db ich gleich nicht würdig bin, Wirst du doch dein wort erfüllen. Mache du mich selbst geschickt, Und zum hochzeit mahl ges schmückt. 8. Komm, gebenedentes fleisch! Komm, o blut des neuen bundes Machet meine feele Feusch, Send der zucker meines mundes, Send das labfal meiner brust, Meiner feelen troft und luft. 9. Sey willkommen lebensbrot! Sey willkommen wein der freuden! Hie vergeß ich alle noht, Alle mångel müssen scheir Den. Ach! hie werd ich höchst- beglückt, Hie wird meine feel er quict. 4. Süffes blut aus Jacobs- faas men, Daß der ewigkeit verwandt! Bleib mir mit dem holden namen So, wie im genuß, bekannt. Dann wird aller durft verschwinden, wenn ich diese quell kann finden, Die aus Jesu wunden springt Und mir heil und leben bringt. t. Heiland, bräutgaff, schan und liebe! Nimm mein danken gütig an Für die heisse gnadens triebe, Die dis mahl mir kund ges than. Weil ich noch in diesem leis be Der verwesung wohnend bleis be, Macht, Immanuel! mein mund Deines namens gröffe kund. 6. Wirke HErr! zu deinem preise Ju mir wahre frömmigkeit. Daß die wahre seelen- speise Sep mein troft in allem leid. Sie ers theilt mir schon den frieden Und das reich so mir beschieden; Bis in jener ewigkeit Mich des lammes Mel. JEsu meines Lebens 20. 452. Wer bin ich was ist mahl erfreut. mein Das mein JEfus hoch geacht't, Daß er sich für mich gegeben, und mich Mel. Nun danket alle GOtt ze.. affrey gemacht? Wie soll ich 453. JEfu! willet du mich zu ihm nohen? HErr! wie soll Ich dich empfahen? Komm, zeuch in mein her; binein, Da soll deine wohnung sewn. noch So gnädig an mich denken, Und meiner feele dich Im abendmahle schenken? Laß dein gedächtniß auch Ju mir lebendig seyn, Da ich dein fleisch und blut Empfang im brot und wein. 2. Pein und marter, feuerflammen, Schwefel- bäche, belial Schlugen über mich zusammen; Durst und hunger ist das mahl, Das ich hätte schmecken müssen. Mun mich JEsus von den flüssen Geines theuren blutes tránkt, Weder noht noch tod mich kränkt. 8. Manna, das den himmel ken2. Ich fünder war von Gott, Und GOtt von mir, geschieden. Es drückte mich der fluch, Drum hatt ich keinen frieden. Denn dein ges feße stieß Mich in die höllen- pein, Dahin sollt ich verbannt Mit leib und feels sepu. 3. Was und war bey dem Genusse des heiligen Abendmahls. 3. Was könnt ich armer wurm Dir zur versöhnung setzen? Kein engel und kein mensch, Kein gold mit allen schätzen Bezahlte meine schuld, und riß mich aus der noht. Mein lestes urtheil war Allein der ewge tod. 287 10. Laß mich noch ferner oft zu deinem tische kommen, Doch würdig jedes mahl; Bis du mit allen frommen Mich in den hims mel rufft. Ach ja, du führst mich ein; Solls heute noch geschehn, Je lieber wird mirs seyn. 4. Doch du, mein heiland! bift An meiner statt gekommen; Du der straf auf dich genommen, Du trugen 454. A est deiner liebe Ah mich Mel. O GOtt du frommer sc. In brennen, Da deine liebe mir Dein abendmahl will gönnen. Otheus res liebes- mahl! Du willt im brot und wein Der angenehmßte trant, GOttes jorn, Du littest höllen pein, Daß ich in dir gerecht und felig sollte seyn. 5. GOtt lob! es ist geschehn, Ich habe nun das leben: Denn du| Die füßste speise feyn. haft leib und blut Zum opfer hins 2. O mögte meine feel Recht gegeben, und GOtt ist ganz verdurft und hunger haben; So würs föhnt. Was, theurer JEsu! du In deiner kraft gethan, Das rechnet er mir zu. 6. Mein glaube hält dich fest; Und dein nicht zu vergessen, Giebst du mir unter brot Den wahren leib zu essen, Den leib, der für mich starb; Doch nicht den leib allein: Dein blut, dein wahres blut Trink ich auch unter wein. 7. Geschah dein opfer gleich Vor mehr als tausend jahren; So muß ich deffen kraft Doch jego noch erfahren: Denn dein ver: dienst ist mir So selig, frisch und neu, Als obs erft diesen tag Von Dir erworben sey. de mich dein mahl Vollkommen kräftig laben. Ach mögte mir dis mahl Von deiner angst und pein, Von deiner lieb und treu Ein ftes tes denkmahl seyn! 3. Die liebe war, was dich Sum leiden hat bewogen; Die liebe war das feil, Das dich ans creuz gezogen. Die liebe hat dich gaz Jus dunkle grab versenkt. Die liebe hat dich mir Im testament geschenkt. 4. Ach! mögt ich dich dafür Auch wieder herzlich lieben, und alle stunden mich In deiner liebe üben: O vater! du verdienst, Daß man dich brünstig liebt, Da deine liebe uns Den fohn zum heiland giebt. 8. Ach! nun ich danke dir, Ich Danke dir von herzen Für seine huld und tren, Für deine pein und s. Mögt ich mein leib und blut, schmerzen, Für deinen theuren Herz, glieder, seei und leben, und tod, Für deinen leib und blut, alles, was ich bin Zu deinem diens Und preise dich um dich, Mein al- fte geben! O liebe! nimm mich die lerhöchstes gut! 9. Laß deine liebe doch In mark und seele dringen. Hilf mir mein fündlich fleisch mit allen lu ften zwingen. Halt meine seele rein. Mein herze sey deiu haus, Und wirf, was weltlich ist, Durch Deinen geiß bisaus, Nun ganz zu eigen hin, Weil ich zu deinem dienst So theur erkaus fet birt. 6. Laß dieser liebe frucht Mic auch am nächsten üben: Und, weil du mich geliebt, Denfelben wieder lieben. Du haft uns inss sefammt3n einem leib getauft, n feinem Bon dem Sacramente des heiligen Abendmaßte 488 einem geist getränkt, zu einem finn erkauft. 7. Wir trinken einen Eelch, Dein Blut: ja, HEre! wir effen Auch nur ein brot, dein fleisch: Drum laß uns nicht vergessen, Daß wir in Chrifto nur Ein leib, und insgemein, Sowol hier uns ter uns, Als Chrifti, glieder fepit. 8. D! laß, als gliedek, uns An elitem leibe lebent, Und uns ein ander stets zu treuem dienst erges belt. Erfüll uns nunt hierzu Durch deiner liebe geift, Und gib, daß uns dein leib zu dieser pflicht gespeift. Aach dem Genuffe des bei ligen Abendmahls. Otet. Liebster JEsu wir sind ic. un GOtt lob! ich 455. 2 bin gespeift und u getränkt mit lauter leben. Sollte nicht meint froher geist Meines JEsu ruhm erheben, Daß er mich fo hoch geliebet, Und das höchste gut mir giebet. 2. HErr! ich bin ein fleisch mit Die, Du ein geist mit mir geworden. Ich bin, denn GOtt wohnt in mir, Höher als der eit gel orden. Du hast mich selbst angenommtett, Daß ich dein* gefeblecht bekommett. s. Dieses sey die frucht davonz Dich und auch den nächsten lies ben. Hast du in mir deinen throns Werd ich, durch den geift getries ben, Welt und fleisch auch täglich dampfeit, Unter deiner fahne kämpfen. 6. Laß mich immer himmlisch seyn: Denn die koft schmeckt nach dem himmel. Führ mein her; auch zu dir ein Uleber alles welt- getums mel. Dorten werd ich mehr ges nieffeit/ Wo mir milch und hor nig flieffent. 7. Nun ich geh, bu gehst mit mir, Frölich in mein haus zurücke, Bleib in mir, ich bleib' in dir, Då ich dich ins hérze brücke. Laß mich, Jesu! dieses effent, Diejes trins Fen nie vergessen. 456. Mel. Wie schön leucht uns it. Err JEfu! dir seb preis und dank Füz diese feelen- speis und trank, Das mit du uns begabet; Jim brot und wein dein leib und Blut Kömmt uns wahrhaftig wol zu gut, und unsre herzen labet: Daß wirin dik und nach allen Wölgefallen Heilig leben, Solches wolleft du uns geben. * 2. Pet. 14. 2. Du kehrest, o mmanuel! Ja selber ein in unsre feel, Dik wohnung da ju machen: Drum uns ein solches her; verleih, Das 3. Guter bitte! habe dank Für von der welt- lieb' ledig sey Und Die füffe himmels- weide. Segne allen eitlen sachen. Bleibe, Treis Beides speiß und trank, Und verbe Unfre sinnen Und beginnen, mehre meine freude, Daß ich an Daß wir trachten, Alles irdsche Der theuren gabe Einen schaß im zu verachten. Himmel habe. 4. Laß mich dieses wehrte gut, is mein bestes theil, bewahren, Und mit deinem leib und blut Künftighin also verfahren, Daß Ich stets an deinem leibe in les bendig gliedmagß bleibe, 3. Ach HErr! laß uns doch heb men nicht Dein wehrtes nachts mahl juin gericht: Ein ieder recht bedenke, Daß wir mit diesem lebens- brot Jm glauben stillen unsre noht: Der fels des beils uns tränke; Büchtig, Tüchtig Dich dek und zwar nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. 289 bort oben Stets zu loben, Bis, Dein' übergroffe güte, Dis theure wir werden zu dir kommen von pfand der guaden Tilgt allen mies der erden. nen schaden. 4. O! daß wir solcher seligkeit Erwarten mögten allezeit Jn hoffnung und vertrauen; Und fol. gends aus dem jammerthal Eingehen in den himmels- saal, Da wir GOtt werden schauen; Tröstlich, Köstlich Uns als gåste Auf das beste Bey ihm laben, und ganz volle gnüge haben. **. Das gib du uns von deinem thron, OJEfu Chrifte GOttes sohn! Gibs durch dein bitter leiden: Daffelbe, weil wir leben hier, Laß uns betrachten für und für, All böses darum meiden. Amen, Amen, Hilf uns kämpfen, Hilf uns dampfen Alle fünden; Hilf uns frölich überwinden. 4. Jch lobe dich von herzen Für alle deine schmerzen, Für deine schläg' und wunden, Die du für mich empfunden. 8. HErr! laß mich nie vergess fen, Vielmehr mit dank ermeffen, Was durch die himmels speise Mir deine huld erweise. 457.0 Mel. Nun laßt uns GOtt dem 2c. welt abtreten. JEsu! meine won: ne Du meiner feelen sonne, Du freundlichster auf erden, Laß mich dir dankbar werden. 2.Wie kann ich gnugsam schätzen Dis himmel süß ergeßen, Und diese theure gaben, Die uns ge fårket haben? <. Dir dank ich für dein leiden, Den ursprung meiner freuden. Dir dank ich für dein sehnen Und mild vergoßne thränen. 9. Du wollest ia die sünde, Die ich annoch empfinde, Aus meinem herzen treiben, und kräftig in mix bleiben. 6. Dir dank ich für dein lieben, Das standhaft ist geblieben. Dir dank ich für dein sterben, Das mich dein reich läßt erben. 7. Jest schmecket mein gemüthe 10. Nun bin ich los gezählet Von sünden, und vermählet Mit dir, mein liebstes leben! Was kannst du bessers geben? 11. Laß, schönster! meine feele Doch fiets in dieser höle Des leis bes mit verlangen Andeiner liebe hangen. 12. Laß mich die fünde meiden, Laß mich geduldig leiden, Laß mic mit andacht beten, Und von der 3. Wie soll ich dir nun danken, DHErr! daß du mich kranken Mel. Nun lob mein feel den ic. Geſpeiſet und getränket, Ja felbft 458.a.Wie wol haft du Dich mir geschenket. gelabet, ster JEsu! deinen gaft, Wie reichs lich mich begabet! Jest fühl ich freude, ruh und rast. D wunderbas re sveise, süffer lebens- trank, O liebesmahl! ich preise Dich durch den lobgefang; Es stärket und ers quicket Mein leben, herz und muht. GOtt lob! mein geift ers blicket Nunmehr das höchste gut. 13. Im handel, wandel, effen Laß mich ja nie vergessen, Wie trefflich ich beglücket, Wie himms lisch ich erquicket. 14. Nun kann ich nicht verders ben, Drauf will ich selig sterben, Und freudig auferstehen, OJEsu! dich zu sehen. 2. Du hast mich jest geführet, DHErr! in deinen gnaden- faal, Wo nun mein geift berühret Die gnadengûter allzumahl. Du haf mie bie, mein leben! Aus gnaden wils 290 Von dem Sacramente des heiligen Abendmahls mildiglich Das lebens: brot geges, gen, Ein herz, das ganz zerknik, ben, llnd das ergeßet mich. Du haft schet ist, Dem wirst du nicht vers mir zugelassen, Den rechten see sagen Dein gnaden- dl, o JEsu lenwein Jest glaubens voll zu Chrift! Du wirst es nicht verach fassen, und deine braut zu seyn. ten; Drum eifert stets mein sinn, Nach deiner huld zu trachten. Nimm doch das opfer hin Des herzens und der zungen; Denn billig wird von mir Dein theurer ruhm besungen mit wahrer danks begier. 3. Was gabst du mir zu essen? Die speise der unsterblichkeit, Was war mir zugemessen? Der kelch, ver meinen geist erfreut. O wie viel gnad und liebe Erzeigt mir deine gunst! Drum schenk ich dir die triebe Der reinsten liebesbrunst. Was ist, das mich nun schrecket? Da ich dis lebens- brot Dich, JEsum selbst, geschmecket, Beracht ich höll und tod. 8. Gib, daß die Lebens speise In buß und glauben mich erhält, Damit auf keine weise Das heri zur welt zurücke fällt. Gib, daß es keine wonne In diesem leben spührt, als die von meiner sonne, von meinem JEsu, rührt. Gib, daß ich nichts begehre, Als deine Lieb' allein; Denn wenn ich der entbehre, Kann ich nicht selig seyn. 4. So lang ich hie noch wohne Sey, JEsu! deine huld gepreist, weil du mich, meine crone! Durch dich so gnaden- reich gespeist. Du haft mich reich geträuket, Und durch dein theures blut Dich selbst iu mir gelenket, D unvergleich lich gut! Nun werd ich ja nicht terben, Weil mich dein trost und raht zu deines reiches erben Hiedurch erkläret hat. 5. Allein wie kann ich fassen, Daß du dich mit so viel begier So tief herab gelassen Von deinem himmels faal zu mir? Du schöpfer aller dinge, Befucheft deinen Enecht: Ach hilf! daß ich dir bringe Ein herz, das fromm und schlecht, Das glaubig dir vertraue, Damit nach dieſer zeit Ich einst dein aut 458.b. Gott sey gelobet und gebenedens 9. Wol mir! ich bin versehen mit wahrer himmels- speis und trank! Nun will ich frölich fes hen, zu singen dir lob, ehr und mel, Du bist ein eitler tand; Ich dank. Fahr hin, du welt- getums seufie nach dem himmel, Dem rechten vaterland, Da will ich freudig leben Ohn unglück und verdruß, Da wirst du, GOtt! mir geben Der wollust überfluß. 6. Du bist, der ewig bleibet; et, Der uns selber hat gespeiset Ich aber bin dem schatten gleich, Mit seinem fleische und mit seis Dent bald eir wind vertreibet. nem blute; Das gib uns, HErr HErr! ich bin arm, und du bist GOtt! zu gute. Kyrieleison. reich. Du bist sehr groß von gute, Rein unrecht gilt bey dir; Ich boshaft vom gemühte, Ich irre für und für: Noch kömmest du bernieder, Und nimmst dich meis nee an. Was geb' ich dir doch wie der, Das dir gefallen kann? HErr! durch deinen heilgen leichnam, Der von deiner mutter Maria kam, Durch das heilige blut, Hilf uns stets aus aller noht. Kyriel. 7. Ein bers, durch reu terseblas 2. Der heilge leib ist ja für uns gegeben Zum tod, daß wir dadurch leben: Nicht gröffre gåte konnte er and zwar nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. 291 er uns schenken, Daben wir sein sollen gedenken. Kyr. blut geschlicht't. Meinen JEfum laß ich nicht. HErr! dein lieb' so groß dich ges iwungen hat, Daß dein blut an uns groß wunder that, und bejahlte unsre schuld, Daß uns GOtt ist worden huld. Kyr. * 3. GOtt geb uns allen seinen gnaden- segen, Daß wir gehn auf seinen wegen In rechter lieb' und brüderlicher treue, Daß die speis uns nicht gereue. Kyr. HErr! den heilgen geist uns immer laß, Der uns geb zu hal ten rechte maaß: Daß dein arme christenheit Leb in fried und einig leit. Kyr. Mel. 8. JEfus meine zuversicht. einen JEfum laß 459. Mich nicht, Meine seel ist nun genesen, Daß ihr ferner nichts gebricht, Da ich JEsu gast gewesen. Darum ruft mein herz, und spricht: Meinen JEsum laß ich nicht. 2. Meinen JEfum laß ich nicht, Weil er mich so brünstig liebet, Daß er, als mein Lebens- licht, Sich mir gar zu eigen giebet, Mit mir ewig sich verspricht; Meinen JEsum laß ich nicht. 3. Dieser leib, dis theure blut, JEsu! das ich jest genoffent, Stärkt mich und macht alles gut. Wer will mich nunmehr verstof fen, HErr! von deinem angesicht? Meinen JEsum laß ich nicht. 6. Dich, lamm GOttes! la ich nicht, Denn du trägst auf deis nem rücken, Was mein fündlich herz verbricht, und mich ewig sollte drücken. Wenn mich meine sünd anficht, Laß ich dich, lamm GOt. tes! nicht. 7. Meinen JEsum laß ich nicht, Er ist ja mein bruder worden. Trok, daß welt und satan spricht, Ich sey noch in ihrem orden; Nein: mein JEsus ist mein licht Dich, mein bruder! laß ich nicht. 8. Mein gewissen! stille dich z Denn die handschrift ift zerrissen. JEsus, der so jammerlich Ward gemartert und zerschmissen, Der vertritt mich vor gericht. Meinen JEsum laß ich nicht. 9. Kommt der teufel, spricht mir hohn, Fraget, ob ich GOttes erbe? Freilich: JEsus, GOttes sohn Bleibt mein erbtheil, wenn ich sterbe. Troß, wer mir dis gut abspricht: Meinen JEfum laß ich nicht. 10. Tod! dein stachel ist ins zwey; Christus ist dein gift gewors den: Für dir bin ich ewig freys Nun kannst du mich nicht ermors den. Troß, daß mich dein stachel sticht! Denn ich lasse JEfum nicht. 11. Hölle, schweige! deine glut Ist nun völlig ausgeldschet. JEs sus ist es, dessen blut Mich von allen fünden wäschet, Und vom feuer ledig spricht. Meinen JE, sum laß ich nicht. * 12. JEsus ist und bleibet mein, Weil er sich mit mir verlobet. Er ift brautgam, ich bin sein. Ob der feind gleich schrecklich tobet; Weiß ich, daß mir nichts gebricht, Denn ich lasse JEsum nicht. 5. Mosis donner lege sich; Das gesetz ist schon erfüllet: JEsus hielt 13. Laß mich auch, mein JEsu! es selbst für mich, Der des vaters nicht, Kommt es einst mit mir zum tern gestillet, Der dis werk durchs'ende, Daß mir sinn und herze bricht; 4. Wol mir! daß mich nichts mehr drückt. Ach wie wol ist mir geschehen! Meine seel ist recht er: quickt, Weil ich, JEsu! dich geses hen, JEsu, meine zuversicht Dich, mein JEsu! laß ich nicht. 2 292 Von dem Sacramente des Heiligen Abendmahls bricht; Nimm den geist in deine; ben müssen; Dein tod soll meine hånde, Bleib auch dann mein les bens licht. Ach mein JEsu! laß mich nicht. seyn. 14. Und deß bin ich auch gewiß, Weil mein JEsus mir verheissen, Aus des todes finsterniß Mich mit Starker hand zu reissen. Nun mein herze glaubt und spricht: Amen! JEsum laß ich nicht. 6. Die welt war dir gehässig, Und suchte deinen tod; Man bot dir gall und essig Auch in der lezs ten noht zu deinem labsal dar: Und mir willt du das leben In deis nem blute geben, Das schon vers Lohren war? 7. Ich preife dich von herzen, Mein heiland und mein GOtt! Für alle deine schmerzen, Für Mel. Von GOtt will ich nicht zt. ben so bittern tod. Hab dank lamm! was ich verschuldet, So williglich ers duldet An deinem creuzes- stamm. 8. An dich will ich gedenken, So lang ich denken kann. Die welt mit ihren rånken Ist bey mir auss gethan. Mein aufenthalt bist duz Drum schick ich leib und feele Zu deiner wunden- höle, Daselbst ist meine ruh. 460. langen! Dein ei gen fleisch und blut Hab ich nun mehr empfangen; O welch ein theures gut! Deß freut sich leib und seel; Denn ich bin wieder deine, Du bist nun wieder meine, O mein Immanuel! 2. Das opfer für die fünden Wird mir ist speis und trank. Nun werd ich hülfe finden, Wenn mein gewissen Frank; Ich halt nach der Communion eines ihm JEsum für: Den kann mir niemand nehmen, Der teufel muß sich schämen, Der tod hat nichts an mir. 3. D was ist das für freude, Mit GOtt verbunden seyn! Ich weiß von keinem leide, Mich schrecket Teine pein. Ja nehmet alles hin, Den himmel fammt der erden; Doch muß ich selig werden, Weil ich in JEsu bin. Kranken. Mel. JEsu meine freude ze. 461, Nun bin ich geneſen, Weil das höchste wes sen Mich, als Christi gast, Da ich zu ihm kommen, Gnädig aufges nommen. Keine fünden- last und kein schmer; Betrübt mein her:# Christi blut hat mich verneuet, Und davon befrenet. 4. Hier ist von seiner liebe 2. Muß ich gleich noch leiden, Mein allerbestes pfand, Das er Ruf ich doch mit freuden: Nun aus eignem triebe mir armen zu- ist JEsus mein. Er hat diese stuns gewandt. Hier ist mein Isse- geld: den Sich mit mir verbunden Uns Hier ist mein brot des lebens, Das eß ich nicht vergebens; Den tisch Bat GOtt bestellt. ter brot und wein: Drum will ich Ihn ewiglich mit dem herzen fefte fassen, Ihn nicht von mir lassen. 2. Nun ich bin zufrieden, Und von dir geschieden, Sünden- volle welt! Weil mir dein gepränge, Deiner lufte menge Nun nicht wehr gefällt. Was du bas, Giebt nobt 5. Ach HErr! das sind ia din ge, Die ohne maaß und ziel. Bin ich nicht zu geringe? Jsts nicht für mich zu viel? Doch nein, HErr JEsu! nein: Denn ich soll das geniessen, Daß du bas ters und war nach dem Genusfe des heiligen Abendmahls. 293 noht und laft: Deine pracht und, froh zu bette legt, als ich? Gott deine schäße Sind nur seelen- lob! mir gab mein lebensfürst, weke. Wornach mein her; so sehr ges dürft. 4. Nun bin ich beschirmet: Ob gleich satan stürmet. Will sein ganzes heer Mich gleich angstlich schrecken, Wird mich JEsus dekken; Was verlang ich mehr? Teufel, weicht! Mein JEsus reicht Mir die hände, die euch jagen, Und ju boden schlagen. 2. Mein HErr ift ben mir eins gekehrt, und hat bey mir nun feux und herd. Er ist in mir, mein heil und licht; Ich halt ihn fest, und laß ihn nicht. 3. Nun bin ich freudig und ges trost, Ich habe ja die himmelss kost, Ich habe Chrifti fleisch und blut; Darüber jauchzt mein heri und muht. 4. Mein freund ist mein und ic bin sein, Die liebe foll ohn ende sepu. Dich preiß ich, JEsu! für und für, Mein her: erfreuet sich in dir. 5. Kann ich wol auferden Mehr geehret werden? Ich bin GOttes kind, Das nach diesem leiden Dort mit tausend freuden Jenes erbe findt, Wo mein geist Den heiland preist, Der mich durch fein blut getränket, Der sich mir geschenket. 6. Nun bin ich erquicket; Denn mein JEfus drücket Mich an seine brust. Ich kann nicht verderben, Muß ich auch gleich sterben, Sterb ich nun mit lust; Weil der tod Nur meinenoht Meine quahl und kummer endet, Mich zum himmel sendet. 7. Ich bin nun ergeßet, JEfus kömmt und setzet Mich ins freuden reich: Wie werd ich ihn loben! Denn ich bin dort oben Seinen engeln gleich; Und dann wird Mein treuer hirt Mir, nach diesem kranken leben, Lebens cronen geben. 8. Jch bin nun beglücket Und der welt entrücket: Himmlisch ist mein sinn. Nicht eh ruht mein wille, Nicht eh wird er stille, Bis ich bey dir bin: Drum, mein heil! Ach! komm in eil, JEsu! JEsu! komm behende! Gib ein feligs ende. 5. Ich habe deine lieb' erkannt, Da du dein blut an mich gewandt, Mich mit dir selbst gespeift, ses trånkt, Mir volle gnüge haft ge schenkt. 6. Ja deine lieb' ist mein panier, Bum schirm und schilde über mir, Darunter schlaf und wach ich gut, Weil mir kein feind hie schas den thut, 7. O freude, die du mir bereit! Nimm hin mein Herz voll dankbars keit, Nimm leib und seel, und was sonst mein, Es ist doch alles wirks lich dein. 8. Ich geh mit solcher luft zue ruh, Und schließ die augen frölich zu. Bleib auch die finstre nacht ben mir, So bin ich auch im traum ben dir. 9. In deinen armen schlaf ich ein, Dein blut laß meine decke seyn; Hilf, daß mich hier in meis nem zelt Nichts stöhrt und weckt, bis dirs gefälle. Abend. Lied eines Communi canten. Mel. Christ der du bist der helle 2c. 462. Wer ist doch auf der welt, der So 10. Ich schlafe, doch mein herte wacht, und bittet, daß es tag und nacht Feft in dein herz geschloffen bleibt; So daß mich nichts von £ 3 IV.Dom Bon der chriftlichen Kirche IV. Von der christlichen Kirche und zwar Von der Stiftung derfelben. Rel. Allein GOtt in der höh zc., unsre mutter, Chrifti weib, Ein Dein Gott! ob hochzeit- mahl, ein weinberg. 463. Mgleich dein weifer raht Nach Adams fall uns fündern Das paradies verschlossen bat; So gabst du deinen kindern Doch wiederum ein paradies Aus vater- huld, und solches hieß Der garten deiner kirche. 894 2. Derselben grund soll JEsus feyn, Der liebte die gemeine: Und, daß sie unbefleckt und rein Ihm dargestellt erscheine; Hat er, mein Gott, durch eignes blut Sich, als sein eigenthum und gut, Die kirche selbst erworben. 7. Ach GOtt! befestige den grund, Den deine gnade bauet. Ach JEsu! stärke du den bund, Der dich mit uns vertrauet. Ach guter geist! sey hoch gepreist; Wir sind durch dich ein leib und geiß In deiner Firche worden. 8. Gib lehrer, welche stets dein wort Der firche lauter lehren. Gib hörer, die auch immerfort Vollbringen, was sie hören. Ach wehre selbst der Fegeren! Ach fieure du der heucheley Und allen kirchen feinden. 9. Doch müssen hier noch rot ten seyn, Womit die kirche freis tet; So führ uns in den himmel ein, Den JEsus uns bereitet. Triumph! lob, ehre, preis und macht Gey dort dem lamm und GOtt gebracht; Triumph! da siegt die kirche. 3. Er sandt hiezu sein reines wort, und der apostel lehre An ledes volk, an jeden ort, Daß alle welt es höre. Wo nun die gnaden mittel sind, Wo man sie rein und lauter findt, Da ist die wahre kirche. 4. 3war stellt sich mancher Beuchler ein, Als unkraut bey dem faamen. Er ist ein chrift, doch nur zum schein, ohne Mel. Kommt her zu mir spricht 26. ven namen, Iſt nur der ſichtbarn 464. menschen' hort! aller Firche glied; Doch ist ein grof fer unterschied Der unsichtbaren Firche. Durch dessen theuer wehrtes wort Wir in dein reich gelangen; Wir rühmen deine gütigkeit, Die sich gleich, von der ersten zeit Der gnaden, angefangen. 5. Denn da muß man in werk und that Den christen namen weisen. Das wort, das uns berufen hat, muß man durch werke 2. Du selber hast vor unsrer zeit preisen. Wer GOttes wahrheit Im stande deiner niedrigkeit, lauter lehrt, Durch busse, glau- Dein lebens- wort gelehret. Du ben, leben, ehrt, Den liebt GOtt setztest drauf apostel ein, Die muß und die kirche. ten unsre lehrer seyn, Als duzu Gott gekehret. 6. Die Firche ist ein himmel reich, Ein tempel, ein gebäude, Dem garten und dem acker gleich, Biebt eine seelen weide. An Chrifti baupt ist sie der leib, Jet 3. Die haben, was du ausges streut, mit treu und eifer auss gebreit't, und keine schmach ges scheuet. Sie iceigten ihren hel. dene und zwar von der Stiftung derselben. 295 den- muht, Wenn gleich der feind| zeugen gleich, Durch dich stete mit marter- glut, Und vieler wuht überwinden. gedrauet. II. Ja gib uns einen heldens muht, Damit wir gleichfalls gui und blut Für deine lehre wagen, Daß unsre treu in noht und pein Auch viel erweckt, dir treu zu seyn, und wir die crone tragen. 12. Laß dir die christliche ge. mein, HErr! insgesammt befohlen feyn; Erhalte sie auf erden In krieg und sieg, in leid und freud, Bis ihr die himmels- herrlichkeit Wird offenbaret werden. Sie wurden oft mit schimpf gestäupt, Sie sind gesteiniget, enthaupt't, und litten es mit freuden: Und was ertrug die chri: stenheit nicht von den feinden nach der zeit Für jammer, schmach und leiden? 5. Und dennoch hat dein theu res wort, Durch solche marter fort und fort Mit freuden zuge: nommen: Es ist durch quahl, verfolgung, noht, und durch so mancher christen tod Nur weiter fort gekommen: Mel. Christ unser HErr zum 2c. 465. Gott! bir sey ewig preis und ruhm, der unsere vorfahren Gebracht aus jenem heidenthum, Darinn fie alle waren Verblendet an ver, stand und sinn, Sich selbst nicht konnten rahten, Den stummen gößen immerhin Göttliche ehr anthaten, Die doch kein leben hatten. 2. Vom baum und holze ward ein theil Vom zimmermann vers brennet; Das übrige ward mitt. lerweil Gefärbt, und gott genen, net. Der meister, der es erst ges macht, Mußt' alsdenn davor treten: Was seine hand hervor ge, bracht, Das mußt' er nun anbeten Sein eigen werk höchst ehren. 3. Des himmels heer von an, dern ward Sum gottesdienst ers wählet, Viel sterne ſind zu solcher art Der götter mit gezäh let. Auch sind gar viel verstorbne leut Hers nach zu göttern worden, Die doch verübt zu ihrer zeit Sünd, Ichande, rauben, morden: Die wurden ans gebetet. 6. So, daß die ganze welt er kennt, Es sey der kirchen regi ment In deinen allmachts- handen; Daß weder feuer. oder schwert Die schäflein deiner rei nen heerd Von dir, dem hirten, wenden. 7. Nun HErr! die ganze Christenheit Wird diese gnade jederzeit Erheben, rühmen, preiz sen, Daß du, trotz aller feinde macht! Dein theures wort empor gebracht, Um unsern geift zu 8. Wir seufzen, flehen, bitten dich, Du wolleft ferner gnädiglich Ob deiner heerde walten; Bey deinem wort, durch starken schuß, Auch gegen aller teufel trug, Die christenheit erhalten. 9. Das evangelium, das du Uns diese zeit in stiller ruh So reichlich läsfest hören, Laß stets erkenntniß, glauben, licht, Vertrauen, liebe, zuversicht, Jn unfern herzen mehren. 10. Und sollte sich bey unfrer jeit Verfolgung, marter, herze leid, Angst, noht und trübsal finden; So mach uns, HErr! am glauben reich, Damit wir, ienen 4. Drum sey, HErr! für dein wort gepreist, Und was wir darinn lesen, Daß du, o vater, ſohn und geift! Nur einig bist im wes fen. 296 Von der chriftlichen Kirche und zwas fen. Du bist der wahre GOtt al-, sich derselbent anvertraut, Der ift lein, Der einige erretter. Nichts zum heil erkohren. Wer drausſen gegen dich zu rechnen seyn Der bleibt und nicht recht glaubt, Hat beiden falsche gåtter: Die kön- heil und trost verlohren. wen niemand helfen. 2. Drum geht mein sorgen nur dahin, Ob ich ein glied der kirche bin, Wenn ich mich also nennez und ob ich mich nur auferlich Zur christenheit bekenne. s. Daß uns dein wille würd be tannt, D.vater! hier auf erden, So hast du deinen schn gesandt, Und ihn menfch lassen werden: Da GOttes heil und gütigkeit 3. Doch nein: ich bin ein wahres Uns allen ist erschienen; Daß wir glied; Weil man die zeichen bey ihm züchtig iederzeit, Gerecht und mir sieht, Die Christi glieder haz beilig dienen, Auf sein' erscheiben: Gott schmücket mich Ja nung warten. gnädiglich mit seines geistes gas ben. 4. GOtt schenket meinem glaus ben kraft, Es bleibt nicht bey der wissenschaft; Mein geist wird auch erquicket, Wenn mir das wort GOtt, meinen hort, Fest in das herze drücket. F. Sein wort ist hell und offens bar, Da werd ich JEsum bald ges wahr, Durch den ich troft empfins de; Weil ich mein theil, und ihn, mein heil, In allen sprüchen finde. 6. Er hat das pfand der gnadens wahl Ju taufe, glauben, abends mahl Ausdrücklich eingesetet s Drum laß ich auch Deu rechten brauch In allen unverleget. 7. So drückt mich keine fündens noht. Ich warte freudig auf den tod; Denn hier ist Gottes nas men, Der helfen kann: Den ruf ich an, und spreche frölich: amen! * 6. HErr JEsu! gib uns gnad und stärk, Daß wir der blinden beiden Ungöttlich wesen, thun und werk Verleugnen stets und meiden. Erleucht auch, die im irrweg seyn, Bring sie zu deinen heerden: Führ sie in deinen Schaaf stall ein, Daß aller jung auf erden Dich JEsum Chrift betenne. 7. Wie du vor diesem, HErr! bein wort Durch heilge fromme leute Haft ausgebreit't anman: chem ort, So thu es auch noch beute. Gib treue hirten, die zu dir Fortan auch andre bringen: Mit reiner lehre für und für Durch aller herjen dringen, Und alle dir juführen. 8. Hilf, daß fie fleissig allezeit Ermahnen, trösten, strafen; Jm glauben, lieb', gottseligkeit Vorsehen ihren schaafen. Laß uns la alle thater seyn Des wortes, nicht nur hörer! Daß überall und allgemein Wir, und all' unsre Lehrer Des glaubens end erhals ten. 8. Derhalben ist mir herzlich wol, Wenn ich an himmel denken soll, Wo mein fürsprecher wohnet, Der alles leid In ewigkeit Aus gnaden wol belohnet. 9. Thut mich der feind schon in den bann; Gnug, daß mich Gott heraus gethau. Verdammt man meine lehre; Gnug, daß der geist In mir beweiß, Daß ich Gott zus gehdre. 10. Nun GOtt! bewahre diefes wol gebaut; Wer gut, und schüße mich für übers muht Von der Glückseligkeit, deren man in der Gemeinschaft der Kirche genießt. Wel. In dich bab ich geboffet ze. 4.66. Gott hat die Firche von der Reformation muht, Daß ich gehorsam glaube, Ju liebe, zucht und glaubensfrucht Ein gliedmaaß Chrifti bleibe. II. GOtt gönnet uns noch iho frist; Drum weil die kirche sichtbar ist, So laff er nichts verder ben, Daß wir so fort An unserm ort Auf diesen glauben sterben. der Kirche. 297 5. Da wurde denn nach eignem finn Ein gottesdienst erdichtet, Den man, aus geiz, nur auf ges winn und gleißneren gerichtet. Des höchsten wort blieb unbes Ekannt, Man konnt es felten hörenz So mußte sich der menschen- tand Fast täglich häufig mehren. 6. Und wenn man gleich das schwere joch Durch lange zeit ges tragen; So zweifelten die herzen noch, und kannte niemand sagen, Ob er damit genug gethan, Den himmel zu erwerben; Und trat die lezte noht heran, Mußter im zweifel sterben. Von der Reformation der Birche durch Luz therum. Mel. Durch Adams fall ist ze. HErr! seligs 467.D machend wort If preis gebracht, Daß wir zur wahrs dir dank und heit kommen, Daß deines wortes licht, die nacht Der blindheit wegs genommen. Wir wisſen: wer auf Christum traut, Erlanget heil und leben; Indem er gläubig auf ihn schaut, wird ihm die schuld vergeben. lang verdunkelt blieben; Dieweil fie fast an jedem ort Nur men fchen fagung trieben. Der glau bens kraft ward nicht gedacht, Durch die man dir vertrauet, Und allen andern trost nicht acht't, Nur blos auf JEsum schauet. 2. Die heilgen wurden immerbar Zur fürbitt hergezählet, Vers ehrt, und endlich auch so gar zu belfern auserwählet: Da du doch, GOtt! der helfer bist Im himmel und auf erden, Der nur im na men JEfu Christ Will angerufen werden. 3. Die werke, die man da bes fahl, Hatt' eigen- wig erfunden, Der aberglaube ward zumahlRecht ernstlich eingebunden. Was aber du geboten haft, Das war nicht noht zu wissen; War man nur fonft, die menschen- laft zu tragen, recht befliffen. 4. Dis einzuführen, ist die lift, Vornemlich die gewesen: Dein wort, das unsre richtschnur ist, Hat man nicht dürfen lesen; Das blinde volk war zu der zeit Also leicht zu betrügen, Sie wußten nicht den unterscheid Der wahrs beit und der lügen. 8. Dann thut der mensch, auf GOttes raht, Durch dessen geiftes stärke, Was GOtt ihm anbefohlen hat, Als rechte gute werke, Daß er sich in bescheidenheit, Geduld, treu, demuht übet; Voll keuschs heit, friede, freudigkeit Gott und den nächsten liebet. 9. So viel fagt uns des HErren mund, Woben wir fefte bleiben: Wir lassen uns von diesem grund auch keinen engel treiben. Nun wird von uns die groffe güt, Die GOtt an uns erwiesen, Allzeit mit dankbarem gemüht Erkannt und hoch gepriesen. 10. HErr! eile und bekehre noch Die in der irre gehen. Wach auf, zerbrich und stürze doch, Die dir entgegen stehen; Laß nichts dein feligmachend wort Und seinenlauf verhindern, Erhalt und schenk es fort und fort, Nach uns, auch uns fern kindern. Um 2,0 Von der christlichen Kirche und zwar Um die Erhaltung der Birde bey reiner Lehre und heiligem Leben. Mel. HErr Gott der du erforsch. 468. Gott! der du licht dadurch erkenntniß bey, Darth der glaube thätig sey, Der innre mensch stark werde: Auf daß durch deines geistes kraft, Wir üben gute ritterschaft In allerlep gefährde. 6. Wie wir bisher mit frohem und quelle bist, muht Dein liebes wort vernoms Daraus wir alle gaben, Der'r un- jmen; So laß auch dieses theure fer heil bendhtigt ist, Getroft jugut Auf unsre nach welt kommen. schöpfen haben; Wir danken dir, daß du dein wort Uns bis anher an diesem ort So lauter läsfest hören. Der wahrheit pfeiler stehet noch: So drückt uns auch kein fremdes loch Unnüger menschen- lehren. 2. Wir danken dir, daß uns dein licht in alle wahrheit leitet. So lang uns dis dein angesicht Wie Jfrael begleitet; So haben wir dein kinder- recht, So heissen wir stets dein geschlecht, Das du dir auserlesen. Dein wort spricht uns von fünden frey, Es ist der feelen arjeney, Durch welche wir genesen. 3. Es fleuret allem herzeleid, WeilChriftus in uns wohnet; Und der, als unser troft und freud, Macht, daß Gott unser schonct. Es ist der rechte lebens- faft, Es läßt uns niemahls wonne, kraft, Croft, heil und stärke fehlen. So still auch GOttes brünnlein fließt; So reich und segens- voll ergießt Es sich in unsre seelen. 4. Durch dieses zeugniß wird die feel mit deiner kirch verbunden. Durch dieses wort hat Michael Den drachen überwunden. Es teigt, als eine richtschnur an, Wie man recht glauben, leben kann, Wenn man nur darauf achtet. Des himmels vorschmack findet sich, Wenn man dis wort recht ins niglich Erforschet und betrachtet. Die kirch und schulen fegne du, Erhalt uns selbst in guter ruh, Als deine hausgenossen. Den leuchter deiner reinen lehr Wollt du bey uns, HErr! nimmermehr Bin seiner ståtte stoffen. 7. Warum hast du der ersten welt Die fündfluht sugerichtet, Das haus zu Silo abgestellt, Je, rufalem zernichtet? Die urfach zeigst du selber an: Weil sie, nach ihres herzens wahn, Dein wort vorüber giengen. So geht es noch zu dieser frist: Was ein geruch des lebens ist, kann tod und ftrafe bringen. 8. Nun GOtt! dein wort bes kehre die, So deine wahrheit haf fen. Lehr, überzeug, und treibe sie, Den irrthum zu verlassen. Das mit, nach aller bitterkeit, Der blindheit schuppen mit der zeit Von ihren augen fallen, So wie du dort dem Saul gethan*; Daß sie mit uns auf rechter bahn Bum bimmel mögen wallen. * Ap. Gesch. 9, 18. 19. 9. Wenn aber dir es, HErr! gefällt, Dein häuflein zu bewäh ren, Ob es in noht auch glauben hält; So hdre sein begehren: Gib, daß dein volk beständig siegt, mit deiner gnad nie unterliegt, wenn gleich die feinde schrecken. Laß sie bekennen, trog dem spott: Zu sion ist der rechte GOtt, Der kann F. HErr! gib uns kraft, damit sein volk bedecken. dein wort Recht tiefe wurzel schla ge, Und dieſer ſaame fort und fort 469. Erhalt der Biel gute trage.Bring uns bep deinem mort, Und um Erhaltung derselben bey retner Leyre. and fleur des pabsts und türken mord, Die JEfum Chriftum deis nen sohn Stürzen wollen von sei nem thron. 2. Beweis dein' macht, HErr JEfu Chrift! Der du ein HErr all'r herren bist: Beschirm dein arme christenheit, Daß sie dich Lob' in ewigkeit. 3. GOtt heilger geist, du tröfter wehrt! Gib dein'm volk ein'rley sinn auf erd. Steh bey uns in der lezten noht, Leit uns ins Leben aus dem tod. 4. Ach HErr! laß dir befohlen seyn Die arm bedrängte christen bein, Bey festem glauben uns erhalt, und reiß uns aus der feind* gewalt. 299 2. Weil bey hütern und beg schaafen Oft ju grosse sicherheit Herrscht in dieser lezten zeit; Så't der feind, indem sie schlafen, Auf den acker, da dein wort Wachsen soll, lift, trug und mord. s. Ihr anschläg, HErr! zu nichte mach, Laß sie treffen die bose fach, Und stürz sie in die grub hinein, Die sie machen den christen dein. 6. So werden sie erkennen doch, Daß du uns'r HErr GOtt lebeft noch, und hilfft gewaltig deiner ſchaar, Die ſich auf dich verlär fet gar. * 7. Verleih uns friede gnå diglich, HErr GOtt! zu unsern teiten: Es ist doch ia kein andrer nicht, Der für uns könnte streiten, Denn du unser GOtt alleine. 8. Gib unserm könige und aller obrigkeit Fried und gut regiment, Daß wir unter ihnen Ein geruhiges und stilles leben führen mögen In aller gottseligkeit und ehrbara Feit. Amen. 3. Hilf, daß deine diener was chen, Daß nicht unkraut, sünd und schand Pldzlich nehmen übers band. Hilf du selbst in allen fachen, Gib den regen früh und spat; Gib trost, hülfe, raht und that. 4. Laß uns deines wortes saas men, Lehr und leben halten rein, und ein reiner weizen seyn, Daß wir deinen wehrten namen Rüh men hier in dieser zeit und in alle ewigkeit. Mel. 2. Alles was mir GOtt 2c. Ott! du weißt in 470.0 was für zeiten Deine liebe kirche schwebt, Die nach deinem willen lebt: Ach! an allen ort und seiten Ueberall in fedem stand Nimmt das unkraut überband. s. Wirst du endlich selber kom. men, Bricht die ernte einft bers ein; Sammle uns mit freuden ein, und laß uns, mit allen frommen, In des lebens bündelein Ewig eingebunden seyn. 471.2 Ott vom him mel! sieh darein, Und laß dich deß erbarmen! Wie wenig sind der heilgen dein! Vers lasſen sind wir armen. Dein wort läßt man nicht haben wahr, Der glaub ist auch verloschen gar Bep allen menschen- kindern. 2. Sie lehren eitel falfche lift, Die eigen wiß erfindet: hr heri nicht eines sinnes ist In GOttes wort gegründet. Der wählet dis, der andre das; Sie trennen uns. ohn alle maaß, und gleissen schön von aussen. 3. GOtt woll ausrotten ganz und gar, Die falschen schein uns Lehren: Und deren zung fiol: offens bar Spricht: trok, wer wills und wehren? Wir habens recht und macht allein; Was wir setzen, das gilt gemein: Wer ist, der uns soll meistern. 4. Darum fpricht Gott: ic muß 300 Son der christlichen muß auf seyn: Die armen sind zerstöhret, Ihr seufzen dringt zu mir herein, Ich hab' ihr klag er hdref: Mein heilfant wort soll auf dem plan Getrost und frisch sie greifen an, Und seyn die kraft der armen. 5. Das filber, durchs feur sieben mahl Bewährt, wird lanter fun den: An GOttes wort man war ten soll Desgleichen alle stunden. Es will durchs creu; bewähret feyn, Da wird erkannt sein' kraft und schein, Und leucht't stark in die lande. rauben: O JEfu Chrift! in aller noht Stårt unsern schwachen glauben: Oheilger geift! verleih uns gnad, Daß wir für sünd und missethat Mit allem ernst uns buten. 6. Das wollst du, GOtt! be wahren rein Für diesem arg'n s.. Darum ist ihr her: nimmer geschlechte: Und laß uns dir be fill, und steht allzeit in furchfohlen seyn, Daß sichs in uns ten. Gott bey den frommen nicht slechte. Der gottlos hauf bleiben will, Dem sie im glaub'n fich immer findt, Wo diese lose gehorchen. Ihr aber schmäht des Teute sind In deinem volk er- armen raht, und höhnet alles, was baben. * 7. D dampfe felbst, du ftar er sagt, Daß Gott sein troft ift worden. Per GOtt! Die dir die ehre 472. fent mund wol: Der spricht der unweirechten GOtt wir meinen. Doch It ihr her; unglaubens voll, Mit that sie ihn verneinen. Ihr we fen is verderbet zwar, Vor Gött ift es ein greuel gar, Ihr keiner thut was gutes. Kirche und zwae 3. Da war niemand auf rech, ter bahn, Sie war'n all ausges schritten: Ein jeder ging nach seinem wahn, Und hielt verlohrs ne sitten. Es that ihr keiner doch kein gut; Wiewol gar viel betrog der muht, Ihr thun sollt GOtt gefallen. 2. GOtt felbst vom himmel sah Berab Auf alle menschen kin der, zu schauen sie er sich besab, Ob er iemand mögt finben: Der sein'n verstand gerichtet bätt, mit ernst nach Gottes worten that, Und fragt nach seis new willen. 4. Wie lang wollen unwissend seyn, Die solche müh aufladen, und fressen dafür das volk mein, und nehren sich mit schaden? Gs steht nicht ihr vertraun auf GOtt, Sie rufn ihn nicht an in der noht: Sie woll'n sich selbst versorgen. 6. Wer soll Israel dem armen zu zion heil erlangen? Gott wird sich seins volks erbarmen, und lösen die gefangnen. Das wird er thun durch seinen sohn: Davon wird Jacob wonne hab'n, Und Israel sich freuen. Klagen Jions über den Verfall der Kirche. Mel.Wer nur den lieben GOttie. 473.D" heiligstes und höchstes Vollkommenste gerechtigkeit, GOtt! du haft uns dir auserlesen, Und von Egyptens joch befrents Daß uns dein evangelisch licht In JEfu alles heil verspricht. 2. Du schenkest uns das wort des lebens Nunmehro schon so manches jahr. Uns droht der feind noch jest vergebens Mit tos ben, morden und gefahr. Die feßte am Erhaltung derselben bey reiner Lehre. 301 fefte burg bleibt doch beschirmt ,, schuld, Behalt uns noch in def So sehr der satan auf sie stürmt. ner huld. 3. Wir wissen, daß wir sollen glauben, Daß unser heil uur JEsus sey; Doch muß des glau bens kraft uns treiben, 3u leben ohne heucheley; Herz, mund und that muß überein Vor dir gut evangelisch seyn. 10. Wir wollen stets in deinem lichte, Als kinder, in der wahrs heit stehn, Und durch rechtschaffs ne glaubensfrüchte zu deinem preise einher gehn; Entzeuch uns nur dein heitres licht, Dein wort und deine gnade nicht. lagen 3ions über die Sichers 4. Ach! aber, ach! wir müssen flagen, Daß wir gar sehr verfal len sind. Viel sind, bey hellen gitadent tagen, Unwissend, und mit vorfaz blind. Wie kalt und lau wirst du geehrt? Wie ungern wird dein wort gehört? heit und Bosheit der Welt. Mel. Wo GOtt der HErr nicht. Viel dichten sich zwar einen 474. Err! deine gür und glauben, Der doch nur ihr ge birn erfüllt; Dieweil sie frucht und leben rauben, Das aus dem wahren glauben quillt: Sie bil den sich recht fromm zu seyn, Unnöhtig und unmöglich ein. treu groß, Daß wir uns wundern müssen. Wir liegen vor dir arm und bloß, Voll schmerz zu deinen füssen: Die bosheit währet immerfort, Und du bleibst doch der treue hort, und willt uns nicht verderben. 6. Doch leider! auch der größte 2. Die fünden nehmen übers baufe Misbraucht die gnaden hand, Dis siehest du mit schmers mittel sehr; Man trozt auf nacht- zen: Die wunden sind dir wol bes mahl, beicht und taufe, Und Fannt Der sehr verkehrten herzen, läßt das Herz von JEsu leer: Bey Die schulden nehmen täglich zuz duserm dienst und sicherheit Hofft Es haben weder raft noch ruh man doch auf die feligkeit. Die dir den rücken kehren. 1 7. Man mögte blut für thranen weinen, Wenn man die brüche sions sieht! Ach GOtt! wie trennen sich die deinen! Es zankt und beißt sich glied mit glied, Das ärgerniß nimmt überhand, Und breitet sich durch stadt und land. 3. Dein auge stehet wider die, So deiner wege fehlen, und voller bosheit spat und früh Die lasters bahn erwählen, Die nur im schudden sünden- wust Des fleis sches höchst verderbte luft zu büss fen eifrig trachten. 8. Wenn du den leuchter von 4. Deswegen flehn und feufs uns ftiesfest, Wenn du das evanzen wir, Du wirst uns, HErr! gelium Bey uns ganz untergehen erhören, und die, so böses thun, lieffet, Ja schlügst du uns, dein zu dir Durch deinen geift bekehs eigenthum, mit allertieffter fin ren. Erleuchte doch die böse welt, sterniß; Ach! so verdienten wirs Die sich bey fünden selig hält, und gewiß. fo zur höllen eilet. 9. Jedoch wir fallen dir zu fusse, und suchen in der gnaden zeit, Mit wahrer reu und Herzensbusse, Bey dir, o Gott! barms bersigkeit; Bergib in Jefu alle 5. Erbarme dich, o treuer GOtt! Der welt, die du geliebet, Der welt, die ganz in fünden todt, In sünden dich betrübet. Gieb, daß dein wert durch seine fraft 402 Son der chriftlichen Kirche und was traft In solchen herzen früchte zu wenig, Wo du nicht, Imma, febafft, Die harten felfen glei- nnel! Zu der deinen rettung eben. wachst, und dich selbst zu felde machst, Für dein wahres wort zu kämpfen, und der feinde wuht ju dämpfen. 6. Wir bitten dich, entdecke Doch Der welt und ihren kindern, Wie sanft und angenehm dein joch Den bußfertigen fündern, Die sich von ihrer fünden- schuld zu Christi blut und deiner huld, In buß und glauben, wenden. 1 3. Es betrifft selbst deine ehre, Deiner wahrheit heiligthum, JE fu! deine glaubens lehre, Deis nes leidens kraft und ruhm, Und den dienst, den dir allein Wir zu leisten schuldig seyn. Darzu kannst du ia nicht schweigen; Du mußt deine macht- hand zeigen. 7. Die heerde, die du dir er wählt, HErr! sege selbst zum segen: Verleih ihr alles, was ihr fehlt, Führ sie auf deinen wegen. Mach Deine treu und vater- hand Den kindern allen wol bekannt Die Deiner gute trauen. 8. Ein hirt und vater meint es treu Und herzlich mit den feinen: Du bist noch mehr, deß ich mich freu, Wie kannst du's böse meinen? Drum trauen wir allein auf dich, Ach! leite du uns väterlich Nach Deinem raht und willen. 4. Du verlachst der feinde tücke, Treibst den bösen raht und schluß, Wuht und anschlag selbst zurücke, Daß er nicht gelingen muß. Die verfolgung hat ihr ziel, Du vers hängst ihr nicht zu viel, und pflegt derer nur zu spotten, Die, HErr! wider dich sich rotten. 5. Starke nur den schwachen glauben, Den, ben so betrübter 9. Hie sind wir deine erben zeit, Fleisch und satan uns zu raus schon, und freuen uns darneben, ben, und mit furcht und Bld. Daß du uns wirst zum gnaden- digkeit uns zu schrecken, sich lohn Die ehren crone geben: bemüht. Deine weisheit kennt Wir hoffen, bald dein angesicht und sieht Deiner Finder schwach Bu sehen dort in deinem licht, Wo vermögen, und wird nicht zu viel uns das lamm wird weiden. auflegen. Um Schutz und Erhaltung der Kirche wider die Macht der Feinde. 6. Hilf den deinen, und bes tehre Der verfolger blindes heer: Der verfolgung steur und wehre, Daß sie uns nicht sey zu schwer. Nimm dich der bedrängten an, Leit auch die auf rechter bahn, Die noch jest durch satans lüs gen Sich selbst um ihr heil bes trügen. Mel. JEfu deine heilge wunden. reuer hirte deiner 475. heerde, Deiner glie: der starker schut! Sieh doch, wie die asch und erde, Grosser GOtt! 7.Laßuns recht und redlich hans mit grimm und trußTobt und wü- deln, und gelassen, heilig, rein, tet wider dich; Sie vermißt sich In der tauben- einfalt wandelnz freventlich, Deine firche zu ver- Klug dabey in allen seyn, Uns zu föhren, und dein erbtheil zu verschicken in die zeit, und für fals beeren. scher heiligkeit Auch der feinde lift und wüten, uns mit schlangens flugheit hüten. 2. Du, HErr! bist ia unser tonig; Wir sind dein mit leib and feel. Menschen bülf is ja 2. Gib, daß wir mit beten, was ber um Erhaltung derselben gegen ihre Feinde. en Allzeit stehn auf unsrer hut; Dich, HErr! alles lassen machen; Denn du machest alles gut. JE sus schüget uns schon hier, und vertritt uns dort bey dir, Bis wir auf der neuen erden Bey ihm triumphiren werden. 2. Was menschen kraft und wig anfäht, Soll billig uns nicht schrecken: Er siger an der höchs sten stått, und wird ihr'n raht aufdecken. Wenn sie's aufs klügs 476. Ein fefte burg ist uns te greifen an, So geht doch Gott gu- Es in seis nen händen. 3. Sie wüten fast und fahren her Als wollten sie uns fressen. Zu würgen steht all ihr begehr, Gott ist bey ihn'n vergessen. Wie mees res wellen einher gehn, Nach leib und leben sie uns stehn: Deß wird sich Gott erbarmen. 2. Mit unsrer macht ist nichts gethan, Wir sind gar bald verloh: 4. Sie stellen uns wie kezern ren. Es streit't für uns der rechte nach, Nach unserm blut sie trachs mann, Den GOtt felbst auser ten; Noch rühmen sie sich chris kohren. Fragst du, wer er ist? sten auch, Die GOtt allein groß Er heißt Jesus Christ, Der HErachten. Ach GOtt! dein theurer re jebaoth, und ist kein andrer nam' allein Muß ihrer schalkheit GOtt; Das feld muß er behal- deckel feyn. Du wirst einmahl aufs wachen. tent. te wehr und waffen. Er hilft uns frey aus aller noht, Die uns aniezt betroffen. Der alte böse feind mit ernst ers jest meint; Groß macht und viel lift Sein' grausam rükung ist: Auf erd'n ist nicht seins gleichen. 303 Ifraels schuß nicht ist, und selber bricht der feinde list; So ifts mit uns verlohren. 3. Und wenn die welt voll teufel war, und wollt'n uns gar verschlingen; So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen. Der fürfte dieser welt, Wie sauer er sich stellt, Thut er uns doch nichts: Das macht, er ist gericht't; Ein wirts lein kann ihn fällen. 4. Das wort sie sollen lassen stehn, und kein'n dank darzu haben: Er ist bey uns wol auf dem plan Mit seinem geist und gaben. Nehmen sie uns den leib, Gut, ehr, kind und weib; Laß fahren da hin, Sie habens kein gewinn: Das reich muß uns doch bleiben. 5. Aufsperren sie den rachen weit, und wollen uns verschlins gen. Lob und dank sey GOtt als lezeit, Es wird ihn'n nicht gelins gen. Er wird ihr'it strick zerreiffen gar, Und stürzen ihre falsche lehr s Sie werdens GOtt nicht wehren. * 6. Ach HErr GOtt! wie reich tröstest du, Die gänzlich sind vers lassen; Die gnaden thür steht nimmer zu. Vernunft kann dis nicht fassen; Sie spricht: es ist nun alls verlohrn, Da doch das creuz hat neu gebohrn, Die deiner hülf erwarten 7. Die feind' sind all in deiner hand, Darzu all ihr gedanken, Ihr anschlag ist dir wol bekannt, Hilf nur, daß wir nicht wanken. D 477. Gott der HErr nicht uns balt, Wenn unsre feinde toben, ficht, Aufs künftge will sie traus Und unsrer fache nicht bepfällt Im en nicht, Da du wirft selber trd. simmel boch bort oben; Wo er. fien. 8. Der 304 Von der christlichen Kirche und zwar 8. Den himmel und auch die¡ lehnen auf, und den, den er sta erden Haft du, HErr GOtt! ge falbet. gründet. Dein licht laß uns helle werden, Das Herz werd uns ent: zündet In rechter lieb' des glau bens dein, Laß uns ans end be: fändig seyn: Die welt laß immer 2. Sie wollen Chrifti fanftes ioch und leichte laft nicht tragen, Verwerfent es und lästerns noch, Weil sie nach Gott nicht fragen. Der aber in dem himmel wohnt Lacht ihrer, wenn er ihnen lohnt, Und ihren hochmuht ftrafet. murren. Mel. Wenn wir in höchsten ic. ergallerliebster JE 478. an Her Die noht, in welcher ist Dein armes kirchen- schiffelein, Wach auf! sonst wirds geschehen seyn. 2. Die starke wellen braufen fehr: Drum fleure doch dem tollen meer. Wo du ihm selbst nicht wirß beystehn, So muß es ganz su grunde gehn. 3. Wach auf, wach auf, du starter bort! Und schüße deine kirch und wort. Nimm dich des kleinen baufleins an, Weil ihm sonst nie: mand helfen kann. 4. Die wellen, die um uns her find, Still', und bedraue selbst ben wind. Wend ab verfolgung, angst und noht, Und sonderlich Den seelen tod.. 5. Hab auf die deinen fleiffig acht, Damit man deine stärk und macht, Nicht halte gar für einen spott, Und spreche: wo ist nun ihr GOtt? 6. Nun allerliebster JEfu Chrift! Du weißt, wie uns u rahten ist: Hilf so, damit die Gristenheit Dich lobt und preift in ewigkeit. 3. Er wird im zorn sie sprechen ait, Im grimm wird er sie schrets ken: bifes ie gethan, Wird er gesammt entdecken: Wie fie des höchsten nicht geacht't, Mit ernst auch niemahls drauf gedacht, Daß ihm recht würd' gedienet. 4. GOtt hat gesetzt in seinem reich Zum kön'ge den zu hören, Ant herrlichkeit und ehren: Der Der an gewalt ihm völlig gleich, ist sein sohn, den hat er heut, Das heißt bey GOtt: von ewigkeit, Gezeugt aus seinem wesen. <. Der vater hat vom hims mels- thron Der heiden erb, dars neben Den ganzen welt: Freis, diesem sohn Zum eigenthum ges geben: Daß, die verachten, was er heißt, Mit seinem scepter er zers schmeißt, Wie eisen bricht die topfe. 6. Ihr Edn'ge last euch weifett nu, Des höchsten sohn zu küssen. Ihr richter eilt gesammt herzu, Kommt, fallt zu seinen füffen: Dient ihm mit furcht; und freuet euch, wenn ihr sorgfältig fend, fein reich und ehre zu befördern. 7. Wo ihr die zucht noch ferner haft, und Christum nicht lernt Fennen, Nicht das gottlose wes fen laßt: So wird sein zorn ans brennen, und ihr mit schanden Del. Es spricht der unteisen 2c. 479. aber wird vor ihm beftehn, Der ihm von herzen fast zugleich Und überall die heiden? Die kön'ge| trauet. wollen Christi reich In ihrem land nicht leiden. Die herren halten rapt su hauf, Sich wider Gott zu * 8. Hilf, JEsu! daß an jedem ort Die mächtigen auf erden Gern bören deine Simm und wort, um Ausbreitung der chriftlichen Lehre. wort, Und dadurch gläubig werden. Erleucht sie alle, daß sie dir Im land und herzen thor und thür Zu deinem dienst eröffnen. Um Ausbreitung derchrist lichen Lehre, und um Vers mehrung der Kirche. 480. gnädig seyn, und feinen segen geben. Sein antlig uns mit hellem schein Erleucht' jum ergen leben; Daß wir er kennen seine werk, Und was ihn liebt auf erden: und JEsu Chrifi heil und stårk Bekannt den beiden werde, und sie zu GOtt bekehre. 2. So danken GOtt und loben dich Die heiden über alle; Und alle welt die freue sich, Und sing' mit grossem schalle: Daß du auf erden richter bist, und läßt die fund nicht walten. Dein wort die hut und weide ist, Die alles volk erhalte, In rechter bahn zu wallen. 305 2. Erbarme dich der blindett leut, Die sich selbst so bethdren Durch ihrer sinnen eitelkeit, und wollen dich nicht hören, Daß du der wahre GOtt auch seyft, Mit vater und mit heilgem geiftGleich ewig und allmächtig. 3. HErr! mache ihnen doch bes kannt, Daß kein geschöpf zu fins den, Das durch erschaffenen vers kann den. Sein wesen ist verborgen gar, Doch ist durchs wort uns offenbar, Wie wir dich sollen ebs Mel. Es spricht der unweisen ze. 481.De treuer heiland JE su Christ, Der du am creuz gestorben, und von dem tod erstanden bist! Du hast uns ia erworben, Daß alle menschen ins gemein Durch dein blut können felig seyn, wenn sie nur an dich glauben. ren. tes sohn! Herab zu uns auf ers 4. Du kamst darum, o GOts den, Daß GOttes will vom himmels- thron uns völlig kund und bitten dich, Laß deine lehe mögt werden: Wir danken dir, gewaltiglich In aller welt ers schallen. 5. Die aber in der christenheit Gott wissen recht zu nennen, Daß er ist drey in einigkeit; Die ihn also bekennen, Verknüpfe durch der liebe band, Daß man in jedem reich und land Nue fried und wahrheit suche. 3. Es danke GOtt und lobe dich Das volk in guten thaten. 6. Für denen, die in glaubenss Das land bring' frucht und bessrefach Als kezzer uns verdammen, sich; Dein wort laß wol gerah- und noch darzu uns stellen nach ten. Uns segne vater und der Mit drangsal, schwert und flams sohn, Uns fegne GOtt der heilge| men, Nimm uns in deinen stars geist, Dem alle welt die ehre Fen schutz. Laß aller feinde lift thut. Für ihm euch fürchtet al Iermeist, Und sprecht von berzen: und trug Zunicht, zu schanden werden. amen. 7. Verleih, daß deine reine lehe Dampf allen aberglauben, Das mit man dir nicht deine ehr Aus falschem wahn mag rauben: Daß man auch in der lezten noht Nur dich allein, den wahren GOtt, Um hülf und rettung bitte. 8. Und weil so viel an mans chem ort Aus unverstande fehlen; So gib, daß die auch durch dein wort Die rechte bahn erwäblen. 11 bilf, Bon der chriftl: wen Kirche und zwar 306 Hilf, daß wir von dem irre- weg Sie bringen auf der wahrheit seg In freundlichkeit und fanfts muht. Vom heiligen Lehr, und Predig- Amte. Mel. Nun freut euch liebe ze. * 2. Dein wort erhalte hell und 483. Der HErr ist mein getreuer Der flar Bey kind und kindes- kindern, mich im worte weidet. Er ruft Daß man dabey bleib immerdar: So wird uns gar nicht hindern, Was die vernunft ie hat erdacht, Und menschen tand hervor ges bracht Zuwider deinem willen. 10. Gib auch uns allen deine gnad, Daß wir das böse lassen, Und vorfeßliche missethat All seit von herzen haffen: Auf daß wir nach dem jammerthal Des glaubens ende allzumahl, Die se Jigkeit, erlangen. das schaaf, das sich verirrt, Und von der heerde scheidet. Er führet mich mit seiner hand, Und heiligt selbst darzu den stand Der hirten und der lehrer. 2. Der HErr berief unmittels bar Im alten testamente Der heils gen männer grosse schaar, Die man propheten nennte. Durd dieser männer schrift und mund Entdeckte GOCC den gnadens bund, Und ließ von Chrifto zeus gen. Mel. Erhalt uns HErr bey zc. 3. Als JEsus nun sich einges er die zwölfe, 482.reslicht! Erleuch, und schickte sie in alle weit, Ats birten unter wölfe: Durch wels che GOtt, an Chrifti ftatt, Die menschen treu ermahnet hat: Laßt euch mit GOtt versöhnen. te, die dich kennen nicht, und brins ge sie zu deiner beerd, Daß ihre feel auch selig werd. 2. Erfüll mit deinem gnadens febein, Die in irrthum verführet feyn; Auch die, so beimlich sichter an In ihrem sinn ein falscher wahn. 4. GOtt ruft auch noch, doch mittelbar, Nach seinem herzen, birten, und sendet sie noch im. merdar Den fündern und verirrs 3. Und was sich sonst verlausten; Die lehren uns noch immers fen hat Von dir, das suche du fort Des allerhöchften theures mit gnad Und sein verwundt wort, Das in der schrift verfaffet. gewissen heil; Laß es am himmel haben theil. 4. Den tauben öffne das gehör: Die flummen richtig reden lehr; Die nicht bekennen wollen frey, Was ihres herzens glaube sey. <. Dis ist vornemlich ihre pflicht, Die tirche zu vermehren; Durch lehre, straf und unterricht, Durch zucht und troft zu Ichren; Wie auch die heilge sacrament', Die man als gnaden- mittel kennt, Den menschen mitzutheilen. r. Erleuchte, die da sind ver: blendt; Bring her, die sich von uns getrennt; Versammle, die jerstreuet gehn; Mach feste, die im zweifel stehn. 6. Ein lehrer ist ein ackermann, Und GOttes wort, sein saamen; Ein wächter, der nicht schlafen kann: Er führt den vater- namen. 6. So werden sie mit uns zu Er ist ein streiter und ein hirt: Ein Bleich Auf erden, wie im himmel- engel, der gesendet wird; Ja ein reich, Hier zeitlich und dort haushalter GOttes. swiglich Für solche anade preisen dich. * 7. Erhalt uns, HErr! dein theures wort In unverfälschter lebre um Ausbreitung der chriftlichen Kirce. lehre, Und rüste selbst noch immer fort, zu deines namens ehre, Getreue streiter Chrifti aus; Bes wahre dein geweihtes haus Und die daffelbe bauen. 8. Laß deine Enechte deinen ruhm In lehr und leben preisen, Daß sie das wahre christenthum Auch mit der that beweisen: Da mit des wortes theure kraft, Die nur allein das leben schafft, Ja nicht verlästert werde. 9. HErr! lad uns durch die boten ein, Und weck' uns aus dem ſchlafe. Laß alle hörer thäter seyn, Daß Chrifti fromme alle treue lehrer sich, und die sie bören, HErr! durch dich Dort ewig selig machen. 307 kraft, Die reu und bittre thränen schafft. *. Wird endlich denn, o HErt der schaaren! Das leste richters wort von dir Den raht der herzen offenbaren; So offenbare doch auch mir Dich, seligmacher! als mein heil, Den himmel, als mein ewig theil. Bey Linweihung einer neuen Kirche. Mel. Aus tiefer noht schrey ich 20. 485. repeinig heiligs groffer GOTT! sich von des himmels höhen Dein armes volk, HErrzebaoth! Dein häuflein vor dir stehen. Bernimm das seufzen und gebet ,. Das jest zu deinem throne gebt Von dieser heilgen stätte. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. getreuer GOTT! 484. 2. Wir weihen diejes GOttess dein gnaden- wal haus, O höchfier! beinem nas ten Versorgt und labt uns alles men. Schmück es mit deinem famt. Dein will ist, mit uns haus segen aus; Laß uns und unsern juhalten Durch deiner diener heis, saamen Dein zeugniß, recht und ligamt. O welcher gaben theu heilig wort An diesem dir geweihs res gut Legst du durch sie in herz ten ort, Zum heil der seelen, hdren. und muht! 3. Des glaubens grund ist JE, fus Chrift; Apostel und propheten Sind pfeiler, und die grund fest ig Ihr wort, woraufin nöhten, Wie weit der feinde wuht auch geht, Die GOttes- stadt doch luftig sebi Mit ihrem zions- brunnen. 2. Wenn deine lehren rein er schallen Durch deiner friedensboten mund: Laß ihre kraft auch auf mich fallen Bis in der seelen tiefften grund. Ja senke täglich mehr hinein, Und laß es geißt und leben seyn. 4. Nimim an die kinder, die wir 3. HErr! fegne deiner knechte' dir hier in der taufe schenken. Lag werke, Durch sie regiere ftete dein sich die reine lehren hier In ihre haus. Ach! rüfte sie mit muht, seele senken, und hilf sie selbs und stärke, Zum kampfe mit den jur glaubens frucht. In deiner feinden, aus. Hilf, daß ein jeder furcht und christen- zucht, Als hims vor dir treu In lebre, trost, und mels- pflanzen ziehen Krafe, sey. 5. Hier beichten wir mit leid 4. HErr! segne doch auch un- und reu, Gebeugtem herz und ferhdren, Erwecke den, der geift, knien: Drum schenk, wenn wir lich todt. Der gnaden botschaft mit glaubens treu zu Chrifti füffe lehren Seyu unser labsal in creuze fliehen, Vergebung, liebe, der nobt; Und dein acsege fev die gnad und buld. Lösch aus der fins 11 2 Den 308 Von der wahren Busse und Bekehrung. den groffe schuld Allhier mit Christi blute. 8. Nun segne, vater! dieses haus, Das wir nach dir, HErr! 6. Hier stell dich, heiland! sel nennen. Treib feindschaft, stolz ber dar, Hier schenk uns deine und zank hinaus, Lehr uns dich gaben, Wenn bey dem heiligen hie recht kennen. Stöhr alles, altar Sich unfre seelen laben. Gib was uns stöhren will; Laß uns in Deinen leib, gib uns dein blut, Sos dieser zions still Dich freudig du für uns, und uns zu gut, Gegeben und vergossen. 2 ehren, loben. 9. Lob, ehre, dank und herr7. Hier segne selbst den ehstand lichkeit Sey dir, o HErr! gesun ein. Die fürbitt für die krankey gen, Daß uns ben dieser schweren Erhdr, und laß erfüllet seyn Dein zeit Dis werk durch dich geluns haus mit lob und danken. Hör, gen. Gib daß, was wir jezt fanwenn wir den regenten stand, gen an, Nicht eher ende nehmen Kirch, schulen, hauser, stadt und kann, Bis erd und himmel bres land Dir, Gott! hier anbefehlen.chen. V. Von den Pflichten des Menschen. I. Von der wahren Busse und Bekehrung und zwar Erweckungen zur Busse. Mel.Vater unfer im himmelreich. herzigkeit; Doch wer auf gnade 486. in bösen sinn, Und seiner feele selbst nicht schohnt, Dem wird mit un gnad abgelohnt. spricht dein Gott, Mir ist nicht lieb des fünders tod; Vielmehr ist dis mein wunsch und will, Daß er in fünden halte still, Von seiner bosheit kehre sich, Und lebe mit mir ewiglich. 3 2. Dis wort bedenk, o men sehen kind! Verzweifle nicht in deiner fund: Hier findest du troft, heil und gnad, Die GOtt dir zue gefaget hat, und zwar mit einem theuren eid, O selig! dem die fünde leid. 3. Doch hûte dich für sicher heit; Denk nicht: zur buß ist noch wol zeit, Ich will erst frölich seyn auf erd: Wenn ich des lebens müde werd, Alsdenn will ich bekehren mich, GOtt wird wol mein erbarmen sich. 5.Gnad hat dir zugesaget GOtt, Von wegen Christi blut und tod; Zusagen hat er nicht gewollt, Ob du bis morgen leben sollt. Daß du mußt sterben, ist dir kund; Verborgen ist die todes- stund. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich: Eh morgen kömmt, kanns andern sich. Wer heute frisch, ges sund und roht, Ift morgen krank, ja gar wol todt. So du nun stir best ohne buß, Dein feel und leib dort brennen muß. * 7. Hilf, o HErr JEsu! hilf du mir, Daß ich noch heute komm zu dir, Und busfe thu den angenblick, Eh mich der schnelle tod hin 4. Wahr isis: Gott ist wol rück: Auf daß ich heut und jederzeit fiets bereit Dem fünder mit barm- 13u meiner beimfahrt fey bereit. Mel. und zwar Erweckungen zur Buffe. 309 Mel. Es ist das heil uns kommen.| treu Beschützt, versorgt und lie bet: Und ihr wollt GOtt und seis nen beider treu, mit spott und hohn Beschimpfen und verachten? ebt nicht so sicher in Lebt 487. geweihte christen! Als die von nichts, als gold und geld Und eitlen dingen, wüßten: Dis alles frißt und raubt die zeit. Sucht schage tener ewigkeit, Die euch kein zufall raubet. 2. Ihr wendet leider! fleiß und zeit Auf dinge, die nichts taugen; 8. Noch ist es zeit, noch kehrt zurück; Noch währt das reich der gnaden: Eh ihr durch satans lift und strick Den fluch auf euch ges laden, Den fluch, der alle fünder drückt, Der euch das lebens- ziel Und setzt, was eure seligkeit Beverrückt, Für dem die teufel zits fördert, aus den augen. leib versorgt ihr wunderschön, Die feele muß zu grunde gehn Und ewiglich verderben. Den 3. Versäumet doch das kleinod nicht, Darnach die seelen rungen, Die nun durch buß' im glaubenslicht Zum leben durchgedrungen. Ja denkt der lehre JEsu nach: Besinnt euch, was Johannes sprach. Als er im geist entbrannte: 4. Chut busse, weil ihr es noch kdunt, Und glaubt an JEfu wor te. Bedenkt, daß schon die hölle brennt; Verlaßt die weite pfor te. Betrachtet euren fünden stand, Die jammer- volle scheide wand, Die euch vom himmel ' trennet. tern. 9. Seht, wie der fromme vas ter steht! Er cilet voll verlangen, Um den, der glaubig zu ihm geht, mit inbrunst zu umfangen. Kommt, werft in buß euch vor ihm hin: Sein durch den sohn versöhnter sinn Will alle schuld erlassen. 10. Erwecket euch und lernt hieben, Ja nehmet recht zu hers zen, Wie nôhtig euch die busse sen, Denn hier ist nicht zu scherzen; Wer sicher schläft, in lusten traumt, Und so die gnadenzeit versäumt, Der hat sich selbst bes trogen. 5. Wie bald Edit euer sterbens- Mel. JEsu deine heilge wunden. tag mit vollem ftraf- gewichte! Ach! denkt ben jedem glocken: schlag An jenes zorn- gerichte, Das über jeden fünder geht, Der nicht in buß und glauben steht; Und rettet eure ſeelen. 488. Willt du noch in sünden bleiben? Seele! laß dich deine noht Doch einmahl zur busfe treiben: Auf! verlaß den sünden koht, und bes denke, was du thust, Wie du in der fünden luft Dich je mehr und mehr ertränkest, Und dich selbst zur Hölle senkest. 2. Siehst du nicht, in wessen stricken Du bisher geführet wirst? Der dich suchet zu berücken Ist der schnöde höllenfürst. Brüllend 6. Was für ein neues himmel reich Erwarten doch die fünder? Sie leben hier dem viehe gleich, Ja oftmahls noch viel blinder. Es geht kein thier zum himmel ein, Es müssen christen menschen seyn Voll buß und glaubensfrüchte. 2 3 7. Ein heidnisch her; spürt leid und reu, Das seinen herrn betrübet, Der ihn mit mehr als vater- zu fangen. 11 3 gehet er umher Wie ein Idw, und dürftet sehr Von begierde, von verlangen, Dich, verirrtes schaaf, 3. Den $ 10 Bon der wabren Buffe und Bekehrung 3. Denk, es wägen deine fän, Bist nicht mit angst umgeben? Ik den Schon viel tausend centner nichts mehr, das dir bange macht, schwer, Werwill dich der last ent- Daß du bisher so schlecht bedacht, binden? Und da Was du dir noch mehr und mehr Deine schuld und GDt. 2. Beschau dein leben, das dü tes rach? Gott wird dir mit weh und ach! Dieses warlich einst vergelten, Und dich unter augen schelten. führst: Betracht all deine wege. und sich, ob du dich so regierst, Daß du gehst GOttes flege? Haft fein gebot von dir begehrt? Haft du den höchsten so verehrt, Wie du ihn recht geliebet? 4. Es ist nur ein dünner faden, Welcher GOttes rach- schwert hält: Trübfal, angst, noht, fees len- schaden Führt es mit sich, gedacht; Du folgtest deinem wils 3. Ach! du haft schlecht an ihn wenn es fällt. Da muß schmerlen. Dein wunsch und ziel war jen, quahl und pein Sichrer fün- tag und nacht, Die fünde zu erfüls der strafe seyn. Nach dem kumlen! Du kehrteß zwar in creuj mer vollen fierben Folgt ein ewi und noht Mit thränen oft zu deis ges verderben. zurücke. nem GOtt; Doch wichst du bald 5. Kannst du nicht den farg schon fehen, Deines leibes lestes haus? Denke doch, wie viele gehen Un verhofft zur welt hinaus? Wer Lann bis zum morgen- licht, Bis zur stunde, die anbricht, Für dem tode frenheit geben? Denk! so flüchtig ist das leben. 6. Darum kehre, Fehre wieder Du verirrte sulamith! Fall vor deinem schöpfer nieder, Fleh um gnade, eil und bitt Mit zerknirsch ter feel und geißt: Komme, weil es heure heißt, Eh dich GOttes zorn betroffen; Noch fehn seine arme offen. GOtt; Weißt oft nicht, was sie 4. Mit kalten lippen dienst du tallen. Die andacht ist dir oft ein spott, Die fünde dein gefallen. Du bist auf luft der welt erpicht, und kannst darum die feele nicht Zu deinem schöpfer richten. <. Kömmt dir die reu bisweilen ein, So fehlt doch dein bestreben. Du wünschst von fünden los zu seyn, Willt doch nicht frömmer leben. Da ist kein fester vorsag nicht, weil ihy die lust oft unters bricht, Die dich zur fünde leitet. 6. Du läßt die andacht bald 7. Nun ich komm und Fehre wies vergehn, Sie währet niemahls der: HErr! vor deinem angesicht lange. Die wollust deucht dir gar Leg ich alle fünden nieder, Vater, iu schön, Bey fromm- seyn wird ach! verwirf mich nicht. Wirf dir bange. Du suchst die breite die schulden hinter dich. Zürne sünden- bahu; Es kömmt dir gar ferner nicht auf mich. Laß durch zu lieblich an, Nach deinem sinu Chriftum auf mein flehen Gnade zu leben. für das recht ergeben. 7. Erwache doch, o sichres ber:! Bereue deine sünden. Noch läßt sich Gott, auf reu und schmerz, Wie vormahls, gnädig finden. Er dir huld Mel. Aus tiefer noht schrey ich zc. ie, daß du doch, 489. W fündlich bers! erzeigt, wenn du dein her; zu ihm 0 So wolgemuht kannst leben! Em vändes du denn keinen schmerz? geneigt, Uud dir die schuld vers geben. and toas Erweckungen zus Buffe. 8. Ich weiß, er läßt sich auch jez jund Voll güt und liebe fanden, Entfage nur mit herz und mund Aufrichtig deinen sünden.Ja kom, beweine deine schuld, Faß gläubig ſeine vater- huld; So wirst du gnad erlangen. 9. Kehr dich zu Gott, GOtt wird auch sich mit gnaden zu dir Fehren. Doch faß den vorsak, niemahls dich Mit sünden zu bes fhweren. Verfluch und haß, was fündlich heißt; GOtt wird dir selbst den neuen geift, Der ihm recht dienet, geben. 10. Nun GOtt! nimm mich durch JEsum an, Und laß mich armen leben. Vergib, was ich bis hergethan. Laß mich fort eifrig treben Dir treu zu seyn, durch deine kraft Stets eine gute ritter schaft Bis in den tod zu üben. SEL 4. Wirst du den reichthum nun verachten, Den GOtt dir jetzt an gnade reicht; So wirst du leider! dann verschmachten, Wenn seine gnade von dir weicht, und wenn kein brunn des trofes quillt, Der deine matte feele fillt. 3. Bedenk, was kannst du noch begehren, Das GOtt nicht schon andir gethan? Er will, du sellt Jum himmel kehren, und zeigt durch einen endschwur an, Er sey dir gnädig, treu und hold, Er wolle, daß du leben sollt. s. Zwar steht die thür der gnas den offen, So lang es annoch heus te heißt. Der finder kann noch guade hoffen, Wenn er dem geiste folge leift't: Doch folgt er nicht; so wird die zeit Der gnaden dort zu spät bereut. 6. Drum trau doch auf die leste stunden und auf die späte busse nicht. Hat gleich ein schäs cher gnade funden, Eh ihm der tod das herze bricht; So kann man auch viel tausend sehn, Den'n folche gnade nicht geschehn. 7. Wir können uns nicht selbs bekehren, Wir sind dazu gar nicht geschickt: Gott selber muß die Fraft gewähren, Die uns aus dem verderben rückt. Drum suche GOtt, und faß ihn fest, Dieweil ex Erwedung zur Busse durch die gegenwärtige Gnadens Zeit. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 490. Mein bers, ach! sich noch finden läßt. denk an deine buffe, Da noch des hirten stimme lockt. Ach! falle GOtt noch heut su fuffe; Denn bleibst du fernerhin verstockt, So wird auch dir die Krafund pein Jerusalems bestimmet feyn. 2. GOtt läßt es nicht an rufen fehlen: Drum fünder, auf und beßre dich! Noch kannst du fluch und segen wählen. GOtt selbst bezeugt ja väterlich, Ihn iammre Deine groffe noht, Er wolle nicht des sünders tod. 8. Wenn wir die herzens- thür verstopfen, Wenn wir den gnadens ruf verschmähn; So müssen wir vergebens klopfen, GOtt läßt uns unerhdret ftehn. Weil wir den gnaden- ruf veracht't, So wird uns auch nicht aufgemacht. 9. O weh, wenn GOtt von uns gewichen! Wie schrecklich sieht es um uns cus? Da kömmt der feind mit allen flüchen, Bezieht des hers sens schnödes haus, Und macht der fünder ganz verstockt, Daß er nicht hört, wenn JEsus lockt. 10. Mein her! drum folge GOttes stimme; Erneure deinen gnaden- bund, Eh dich der HErr in seinem grimme, Weil du das theure gnaden- pfund So schudder weise durchgebracht, Bum jorn gefäß auf ewig macht. 11.4 Er. Von der wahren Buffe und Bekehrung Erweckung zur Busse durch die den- zeit; Denn die lange ewigkeit Gefahr der späten Busse. Kömmet, wie ein strom, geschoft fen, Will dich in den abgrund stofs fen. Auf! GOtt ruft dich noch zu fich; Eile, und errette dich! Meloden 27. Da du bis auher geträumt: Such 9. Eile, du hast viel versäumt, es wieder einzubringen, und mit ernst hindurch zu dringen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich; Eile, und errette dich! $ 1 312 491. ünder! willt du ruhig seyn, Und befrent von furcht und pein; Ach! so laß dir nicht belieben, Deine beffrung aufzuschieben. Auf GOtt rufet dich zu sich; Eile, und errette dich! ! 2. Eile! Sodom brennet schon, Und empfängt den schwefel- lohn. Der erzürnte himmel blißet, Such ein Zoar, das dich schützet. Auf! GOtt rufet dich zu sich; Eile, und errette dich! 3. Denke, daß es schaden thut, Wenn das tråge fleisch und blut Mag nach seinem willen leben, Weil ihm fiets wird frist gegeben. Auf! GOtt rufet dich zu sich; Eile, und errette dich! 5. Deines Herzens hårtigkeit Steigt und wächst von zeit zu zeit. Sünden, die dich ist noch schrekFen, Wirst du bald mit lust voll frecken. Auf! GOtt ruft dich noch zu sich; Eile, und errette dich! Gib doch, daß die gnaden- zeit 10. Vater der barmherzigkeit! nicht von mir versäumet werdez Führ mich selbst zu deiner heerde. Vater, ach! ich bitte dich, Eile, und errette mich! Mel. Herzlich thut mich zc. eine die verfidhrer deiner rub, 492. Acherr! wir arme Deine fünden, nehmen zu. Dein gewissen wird beschweret, Und des Jornes last vermehret. Auf! GOtt ruft dich noch zu sich; Eile, und errette dich! der! so verderbt, Daß wir, als fünder Adams kinder, Die schuld, die wir geerbt, Durch eigne schuld vers mehren; Daß mancher wol zulest, Sich gar nicht zu bekehren, Vers stockt sich widersetzt. 2. O du betrug der fünden! Der du durch satans list So schwerlich zu ergründen und tausendfältig bist; So scheinbar, unvermerket Dein gift anfänglich lockt; So bald wird es gestärket, Bis daß es gar verstockt. 6. Was du böses an dir haft, Wird sonst wie ein alter aft, Def fen Frimmen gleich zu ziehen Man fich wird umsonst bemühen. Auf! GOtt ruft dich noch zu sich; Eile, und errette dich! Erweckung zur Busse durch die zu befürchtende Verstok, Fung. 3. Erst willt du schwachheit heifs fen, und leicht entschuldigt seyit. Daß du nicht auszureiffen, Dringst du bald tiefer ein: Bis dich gewohnheit stärket, und du in herrschaft bist: Da denn, eh man es merket, Der mensch vers stocket ist. 7. Eile, denn es Edmmt der tod: Da entstehet angst und noht. Du mußt unbereitet gehen, und vor Deinem richter stehen. Auf! GOtt 4. Was die vernunft uns leb zuft dich noch zu sich; Eile, undret, Was GOttes wahrheit sagt, errette dich! Das wird so dann verkehret, Dars s. Brauch, ach brauch die gnas nach wird nichts gefragt. Kein rufen und zwar Erweckungen zur Buffe. rufen, bitten, flehen, Kein droh und eiferwort Bewegt ihn, still zu stehen: Er rennet blindlings fort. 1.Das kann GOtt nicht gefallen; Er selbst verstockt so nicht. Sein rufen zeiget allen Sein gnaden angesicht. Doch wer sich von ihm wendet, nicht höret, wenn er lockt; Der hat sich selbst verblen det Und ſelbst ſein Herz verstockt. 6. Da denn GOtt, zur strafe, Den hart verstockten sinn Zu seinem todes schlafe Dem eigen- dunkel hin. Dawill Gott feiner lachen;* Sein unglück wird einspott. Er fällt dem tod in rachen, Und so verstocket GOtt. * Ps. 2, 4. 7. Ach vater! dem aus liebe Das herz in jammer bricht: Der du erbarmungs- triebe, Dein gnaDen angesicht, Die uns geneigten ohren, Die ausgestreckte hand, Den mund, der uns geschworen, Uns gnädig zugewandt: 913 blendet finfire Leute! Verflodt die herzen nicht. Ach hört! wie GOttes lehre Den tag des heils euch weist. Wer ohren hat, der höre, So lang es heute heißt. 9. Nimm weg, nebst ärgernissen, Die stirn, die ehern heißt, Das brandmahl im gewissen; Gib mir den neuen geist. Bewege füß und hande, Erleuchte das gesicht, Daß ich mich zu dir wende: Verstocke mich ja nicht. Erweckung zur Busse durch das aufwachende Gewissen. MI. JEsu deine heilge wunden. 493.2ch wie will es ends lich werden? Ach wohin? o eitles herz! Ich kleb immer an der erden, Bin ohu ans dacht, reu und schmerz. Ich geb im verkehrten sinn Ohne wahre busse hin. JEsu! komm, mein herz zu rühren und zur buß und reuzu führen. 8. Ich sehe deine gute; Du wenspühren. deft dich zu mir. Beweg auch mein gemühte, und wende mich zu dir. Nimm weg aus meinem Herzen Den harten felfenstein; Zer Enirsch es doch mit schmerzen, Und laß es fleischern seyn. 2. Ach! ich fühle keine reue, Ach! mein herz ist kalt und todt, Ich erkenne sonder scheue Meine fehler, meine noht: Aber ohne traurigkeit Leb ich stets in sichers heit. JEsu! komm, mich recht zu rühren, Laß mich wahre busse 10. Laß mich, zu deinem saamten, Ein guter acker seyn, Und streu in JEsu namen Shu in mein Herz hinein. Durch JEfu blut befeuch tet Hat dieser seine kraft; Durch JEfu licht erleuchtet, wird auch die frucht geschafft. 11. GOtt lob! es scheint noch beute Das angenehme licht. Vers 3. Ach! ich kann an GOtt nicht denken Wie ich soll: mein schnds der geist Läßt sich willig dahin lenken, Was mich JEsus fließen heißt. Diesem häugt er feste an, Was zur hölle stürzen kann: JEsu! hilf mein Herz aus gnaden Dieser schweren last entladen. 4. Ach! indem mein geift ers storben, Hat mein fleisch die obers hand. Ich seh kaum, was ich ers worben, Da ich mich von GOtt gewandt. Mein verderben mert ich kaum, Denn dem fleische geb ich raum. Eſu! mir die gnade gönne, Daß ich die gefahr ers kenne. c. Nun, so wache doch von füns den Ernstlich auf, y sichrer geift! Suche GOtt, weil er zu finden, weil er noch dein vater heißt. Somme. JEfus öffnet dir Heute 11 5 noch 314 Von der wahren Baffe und Bekehrung noch die gnaden thür; JEsu! gib, wolthat ganz vergessen, und das mir andacht, stårke, Geist und kraft schuld maaß voll gemessen. zu diesem werke. 3. Bater! ja ich hab gesündigt In dem himmel und vor dir, Dir hab ich oft aufgekündigt meine schuldge kinds gebühr. Ach! ich will kein kindes- recht; Halt mich nur als deinen knecht. Ich miss falle mir und allen, Doch laß du mich dir gefallen. 6. Ach mein herz! bedenk die schulden, Die du aufgehäufet haft. Wie lang soll dich GOtt noch dulDen? Deffen huld dich noch um faßt. Er ruft dich zu seiner ruh, Und du eilft der holle zu? JEsu! Bilf mein herze lenken, Meine noht recht zu bedenken. 7. Noch ist zeit mich zu bekehren: Ich verlaß den sünden- stand. Ou, mein JEsu! wirst mich Hören, komm, und reich mir deine band. Hilf mir schwachen, hilf mir auf, Steure meinem sündenlauf. HErr! um deiner marter willen Wollst du meinen wunsch erfüllen. 8. Heiland, ach! wie triftlich finde Ich schon iego durch dein blut Die abwaschung meiner fünde! Dieses stärket meinen muht, Dis erfrischet meinen sinn, Ob ich gleich ein fünder bin: JEsu! mich forthin regiere, Und mich Rets jum guten führe. Erweckung zur Busse durch die zur Busse leitende Güte GOttes. 4. Lang und oft hat deine gute Zu der busse mich gelockt, Und noch harrt dein treu gemühte; Aber ich bin gar verstockt. Creas turen, creuz und wort Rufen mir noch immerfort: Aber weil mein ohr verstopfet, Hör ich nicht, wez ruft und klopfet. 5. Alle meine feelen Fräfte, Leibes glieder groß und klein, Sollten billig zum geschäfte Deis nes dienstes fertig seyn; Aber sie find allezeit mehr zur ungerech tigkeit Und zum schndden diens der fünden Willig und bereit zu finden. 2. Du hast mich mit dir verbunden Durch so manches liebes band, Als du alle tag und stunden Deine huld an mich gewandt. Aber mein verkehrter finn Hat dan shag und den gewinn Deiner 6. Dein ist odem, luft und leben, Sonne, mond, und deren licht, Und was du mir sonst gegeben; Aber ich gebrauch es nicht Dir zur ehre, mir zu gut, Wie es uns von nöhten thut: Ich misbrauche deis ner gnaden Dir zur unehr, mir zum schaden. Mel. JEfu deine heilge wunden. 7. Ben dem hellen licht der 494.offer Gott! ie mehr an gûte Du gnaden Sollt ich werk' des lichtes mir lebenslang erzeigt; Defto thun; Aber so will, mir zum schas mehr wird mein gemühte Jest zur den, nur mein herz im bösen kümmerniß gebeugt, Daß ich mei- ruhn. Was ich bisanher volls gen GOtt und HErrn Oft mit bracht Jft, was mich zu schanden sorsag, oft nicht gern Durch die macht, Sonderlich im glanz des misfethat betrübet, Da du mich lichtes Deines strengen jorn- ges doch stets geliebet. richtes. s. So viel jahre, tag und stuns den Du mir armen zugelegt; So sehr war ich auch verbunden, Weil sich blut und herze regt, Dir jum dienft bereit zu stehn: Doch ich bab es oft versebu Und von meis Hem and was Erweckungen aus Buffe. 315 dem ganzen leben, Dir das we| volles quälen. Es wird ihr gan nigste gegeben. jes sünden- heer Ins unergründ lich tiefe meer Durch seinen tod und blut versenket, Und ihnen GOttes geift geschenket, Der freus dig, abba! rufen kann. Mein heis land nimmt die fünder an. 9. Deiner gnade lockungs- gaben hab ich oft bey mirgefühlt; Herz, gedanken, sinnen haben JeDerzeit dahin gezielt Voller reu zu dirzu gehn, Dich um gnade anjuflehn: Doch ich habs nie recht betrachtet, und die lockung bald verachtet. 10. Jest, mein vater! nimm mein bitten Aus zerschlagnem berzen an: Denke, was dein sohn erlitten; Er ist, der mir helfen tann. Ist mein geift und fleisch befleckt, So hat es sein blut bedeckt; Durch ihn kann ich dich dort oben Mit den engeln ewig loben. Erweckung zur Busse durch die erbarmende Liebe JEsu. Mel. 24. Beschrenkt ihr weisen. Dein heiland nimmt 495.0 die fünder an, Die unter ihrer laft der fünden Kein mensch, kein engel trößten kann, Die nirgend rub und rettung finden: Den'n selbst die weite welt ju klein, Die sich und GOtt ein greuel seyn, Den'n Moses schon den stab gebrochen, und sie der holle zugesprochen, Wird diese freystadt aufgethan: Mein hei land nimmt die fünder an. 2. Sein mehr als mütterliches her; Trieb ihn von seinem thron auferden: Ihn drang der fünder weh und schmeri, An ihrer statt ein fluch zu werden. Er fenkte sich in ihre noht, Und schmeckte den verdienten tod. Nun da er dann sein eigen leben Zur theuren jahlung hingegeben, und seinem bater gnug gethan, So heists: er nimmt die fünder an. 3. Nun findet man in seinem schooß Ein sichres schloß geiagter feelen: Er spricht sie von dem urtheil los, Und tilet ibriammers 4. So bringt er sie dem vater bin, In seinen blut- befloßnen ars men; Das neigt sodann den vaters sinn zu lauter ewigem erbarmen. Er nimmt sie auf an Eindes statt: Ja alles, was er ist und hat, Wird ihnen eigen übergeben; Und selbs die thür zum ewgen leben Wird ihnen frölich aufgethan. Mein beiland nimmt die fünder an. s.O solltest du sein herze fehn, Wie sichs nach armen fündern sehs net, Gowol wenn sie noch irre gehn, Als wenn ihr auge vor ihm thrånet! Wie eilt er in Zachai haus, Streckt herz und hand nach dllnern aus! Wie ftillt er ienes Magdalenen Den milden guß ers preßter thrànen, Denkt deß nich1 mehr, was sie gethan! Mein heis land nimmt die fünder an. 6. Wie freundlich blickt er Pes trum an, Ob er gleich noch so tief gefallen! Dis hat er nicht allein gethan, Da er auf erden müssen wallen: Nein, er ist immer einers ley, Gerecht und fromm und ewig treu: Und wie er unter schmach und leiden, So ist er auf dem thron der freuden Den sündern liebreich zugethan. Mein beiland nimmt die fünder an. 7. So komme denn, wer fünden heißt, und wen sein fünden- greul betrübet, zu dem, der keinen von sich weißt, Der fich gebeugt zu ihm begiebet. Wie? willt du die im lichte stehn, und ohne noht verlohren gehn? Willt du der füns de länger dienen, Da, dich zu rets ten, er erschienen? Onein vers 316 Von der wahren Busse und Bekehrung laß die fünden- bahn: Mein hei- Erweckung zur Busse durch die land nimmt die fünder an. 8. Komm nur mühselig und ge bückt, Komm nur, so gut du weißt zu kommen. Wenn dich die laft gleich niederdrückt, Wirst du auch Friechend angenommen. gute Bewegungen des heis ligen Geistes. Mel. JEsu deine heilge wunden. Err! hie bin ich; Here! nimm mein herze, nimm es nur in deine zucht: Nim, nach langem sünden- schmerze, Was du längstens schon gesucht. Mit was sehnsucht, vollem ach! Gieng mir deine liebe nach, Mich aus schwarzen höllen- ketten Ends lich kräftig zu erretten. 496. Sieh, wie sein her; dir offen steht, Und wie er dir entgegen geht! Wie oft hat er nicht voll verlangen Gefucht, dich brünstig zu umfangen. So komm denn, armes herz! her an. Mein heiland nimmt die fünder an. 9. Sprich nicht: ich habs zu grob gemacht, und alle guter fei ner gnaden So lang und schandlich durchgebracht, Er hat mich oft umsonst geladen. Wenn du es jest nur redlich meinst, Und deinen fall mit ernst beweinst: So soll ihm nichts die bånde binden, Und du follt jezt noch gnade finden. Er hilft, wenn sonst nichts helfen! kann. Mein heiland nimmt die fünder an. 2. Vielmahls fand ich mich bes weget, und ich täuschte mich doch nur: Denn was sich in mir geres get, War die trügende natur. Bey dem allen dacht ich doch: Ich bin fromm, was fehlt mir noch? Denn was der und iener übet, Hat mein herz ia nie geliebet. 3. Sah die welt mit ihren bliks ken Mich liebkosend wieder an; konnte sie mich leicht berücken, Und ihr wille ward gethan. Was mir erst ein laster hieß, Schien mir nachher zuckersüß: Bis ich zu mir selbst gekommen, Und du mich der welt entnommen. 4. Da ward ich von dir gerühs ret; Aber ach! wie gar zu bald Wieder von mir selbst verführet. der sündlichen gewalt! Hätt ich von der argen welt, Wenn sie mir oft nachgestellt, mich so bald entreiffen können, war ich glück licher zu nennen. 10. Doch sprich auch nicht es ist noch zeit, Ich muß erst diese Iuft geniessen; Gott wird ja eben nicht gleich heut Die offne gnaden pforte schliessen. Nein; weil er ruft, so hdre du, Und greif mit glaubens hånden zu. Wer die feu tag fein heil verträumet, Hat eine gnaden- zeit verfäumet, Die ihm den himmel aufgethan. Heut komm! heut nimmt dich JEsus all. 11. Ja zeuch du selbst uns recht 5. Doch nun bin ich durchges zu dir, Holdselig suffer freund der drungen; Du hast meinen starren funder! Erfüll mit sehnender be- sinn Durch des geistes kraft bes gier Auch uns und alle Adams- zwungen; Ey so nimm mich völlig finder. Zeig uns bey unserm see- hin. Von mir selbst kann ich nichts lenschmerz Dein aufgespaltnes thun, Alles muß auf dir beruhn; liebes- hers! Und wenn wir unser Darum stärke mein verlangen, elend sehen, So laß uns ja nicht Crône, was du angefangen. stille stehen, Bis daß ein jeder fagen kann: GOtt lob! auch mich uimmt Jesus an. 6. Geist und brunnquell heilger triebe! Mehre meines glaubens kraft, und der himmlisch- reinen lies und zwar um göttliche Gnade zur Bekehrung. 317 S liebe Segens volle leidenschaft. I in uns schafft, Aus gnaden mir Laß mein dichten dahin gehn, Rein vor GOttes thron zu stehn. Laß mich stets an Jesum denken, Mich in seine wunden senken. 7. Locken mich die eitelkeiten, Ach so drück mein auge zu! Zeig mir die vollkommenheiten Jener ewig fel'gen ruh. Der verlacht die schudde lust, Den an des erlófers brust Gottes liebe so ent zündet, Daß er freud in ihm em pfindet. 8. Laß mich immer abba! rufen: Zwar du rufft es selbst in mir. Die sonst schwere himmels stuffen Gehen wir auch leicht mit dir. Mengt sich gleich das creu; mit ein, Ogar recht! so muß es seyn: Es vergållt die lust der erden, Läßt das herz nicht schläfrig werden. gewehren. 2. Natürlich kann ein mensch doch nicht Sein elend selbst ems pfinden: Er ist, ohn deines wortes licht, Blind, taub, ja todt in füns den. Verkehrt ist will', verstand und thun: Des grossen jammers wollst du nun, O vater! mich entbinden. 3. Klopf durch erkenntniß bey mir an, Und führ mir wol zu finnen, Was böses ich vor dir I gethan: Du kannst mein herz ges winnen, Daß ich aus kummer und beschwer Laß über meine wangen ber Viel heisse thränen rinnen. 10. Dauret fort, ihr heilgen triebe! Bis ich meinen lauf voll bracht: So erleuchtet Chrifti lie: be meine finstre todes nacht. Er ist mein und ich bin sein, Er führt mich zum leben ein. Bey so himmlischen gedanken Will ich nie vom guten wanken. 4. Wie hast du doch auf mich gewandt Den reichthum deiner gnaden: Mein leben dank ich deiner hand: Du hast mich übers laden Mit ehr, gesundheit, ruh und brot: Du machst, daß mir noch keine noht Bis hicher kön 9. Wer sich dir nur überlassen, Wer nur JEsu liebe fühlt, Kann die führung nimmer haffen, Die auf feelen wolfahrt zielt: Der spührt täglich trieb und kraft, Wonen schaden. durch man was gutes schafft: Wol zu thun und Gott zu loben, Sind stets neue christen- proben. 5. Du haft in Chrifto mich ers wählt Tief aus der Höllen- fluhten; Es hat mir sonst auch nicht gefehlt An irgend einem guten: Bisweilen bin ich auch dabey, Daß ich nicht sicher lebt' und frey, Gestaupt mit vater- ruhten. 6. Hab ich denn nun auch gegen dich Gehorsams mich beflissen? Ach nein! deshalben ångstet sich Mein herz und mein gewissen: Darinn ist, leider nichts gesund, An allen orten ist es wund, Vom sünden- wurm gebissen. Um göttliche Gnade zur Bekehrung. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 497. Ich will von meiner 7. Die thorheit meiner jungen Elagen mich zu offenbar. Was soll jahr Und alle schnöde sachen Vers ich armer machen? Sie ſtellen, misfethat Dein uns HErren mich bekehren. Du wollst erträglich zorn- gericht, Der hölmir selber hülf und raht, GOtt! len offnen rachen. hiezu beschehren, Und deines gu ten geistes kraft, Der neue bergen 8. Ach meine greuel allzumahl Scham ich mich zu bekennen, Als 318 Von der wahren Busse and Belehrung Als deren weder maaß noch zahl: auf dich genommen haft, Ins men Ich weiß sie kaum zu nennen. sie alle senke. Doch ihrer keiner ist so klein, Daß ich um solchen ganz allein nicht ewig müßte brennen. 9. Bisher hab ich in sicherheit Faft unbesorgt geschlafen, Ge dacht, es hat noch lange zeit, GOtt pflegt nicht gleich zu strafen; Er fahret nicht mit unsrer schuld So Brenge fort, er hat geduld, Als hirt mit seinen schaafen. 10. Jest aber alls zugleich ers will mir ſpringen. Ich ſehe deines donners macht, Dein feuer, auf mich Dringen: Du regest wider mich jugleich Des todes und der höl len reich, Die wollen mich verschlingen. II. Wo bleib ich denn in sol er noht? Nichts helfen thor und riegel. Wo flieh ich hin? omorgen- roht! Ertheil mirdeine flügel. Verbirg mich, o du fer nes meer! Bedecket mich, fallt auf mich her, Ihr klippen, berg und bügel! IS. Hierauf will ich zu jeder zeit Mit ernst und sorgfalt meis den All böse luft und eitelkeit; und lieber alles leiden, Als daß ich sünd aus vorsatz thu: Ach HErr! gib du fiets kraft dazu, Bis ich von bier muß scheiden. Mel. Was mein GOtt will ic. versicht, mein 498. JEſu, meine zus beiland und mein leben! Verstof mich armen sünder nicht für den du dich gegeben. Gedenke an dein blut und tod Und an dein fschmerzlich sterben. Ach! hill mir von der sünden: noht Und schrecklichem verderben. 2. Du weißt ja selbst, was für ein wust, und wie viel tausend fünden Von der verderbten Adams luft Sich in mir armen finden. Da regt sich wolluft, sis cherheit, Stol;, hoffart, eigen- lies be, Verkehrter will und eitelkeit, Und andre sünden- triebe. 12. Ach! alls umsonst, und könnt ich gleich Hinauf gen himmel steigen, Ja könnt ich in 3. Des satans reich tobt selbs das höllen- reich mich zu verkrie- in mir, Und schwächt der seelen Sen neigen: So bist du mir doch immer nah, Siehst meine schuld, und wirst sie da Der lichten sonne jeigen. kräfte. Das fleisch verhindert für und für Die göttlichen geschäfte. Mein ohr ist taub, die zung is ftumm, mein auge kann nicht ses hen; Verstand und urtheil sind zu dumm, Das gute zu verstehen. * 13. HErr JEsu! nimm mich ju dir ein, Ich flieh in deine wunden; Laß mich da eingeschlos sen seyn und bleiben alle funden. Dir ist ja, o du GOtteslamm! All meine schuld am creu jes- famm 3u tragen aufgebun den. 4. Ja, HErr! wie kann ich ars mer doch Den jammer meiner fees len, Das elend in dem fündens joch Und alle noht, erzehlen? Ich kenne mich ja selber nicht, und habe von dem allen Faft kein ers kenntniß und kein licht: Sotief bin ich gefallen. 14. Dis stell du deinem vater für, Daß er sein herze lenke, Daß er sich gnädig kehr zu mir, Nicht 5. O treuer GOtt! was fang meiner fünden denke, Und weich an, Bey so verderbtem wesen? sen diefer Kraf und last, Die du Je denn nichts, das mir helfen tann? und zwar um göttliche Gnade zur Bekehrung 319 fann? Wie soll ich doch genesen?, laß mich dich mit herzens- luft Gt, Chu busse, rufft de mir zwar zu, Und glaube meinem worte; Go öffnet sich zu deiner ruh Die rechte gnaden pforte! treu und ewig lieben. Laß mich in demuht, mässigkeit, Geduld und fanftmuht prangen, Und schmüc mein herz zu jederzeit mit beili gem verlangen. 12. O vater, hilf! denn rneine kraft kann dieses nicht erzwin gen; Du aber bist, der in uns schafft Das wollen und vollbrin gen. Ach stärke mich, o treuer GOtt! Durch deine macht in gnaden, Daß sünde, welt und höllen- rott Mir niemahls könnes schaden. 13. O JEfu, theurer GOttes sohn! Gedenk jest an mich armer. Du bist der ein'ge gnaden- thron z Ach gönn mir dein erbarmen: Und weil ich ganz erstorben bin, Das gute zu vollführen: So wollp du selbst mein herz und sinn Durd deinen geift regieren. 6. Allein wo ist in mir die kraft, Dis beides auszuführen? Wird nicht dein geift, der alles schafft, Mein fündlich herze rühren; So bleibt es todt, so kann es nicht Sur wahren reu gelangen, noch wen'ger kann es zuversicht Zu dei ner huld empfangen. 7. Drum stehe du mir selber bey, Du abgrund aller gnaden! Und mach mein armes herze frey Von diesem todes- schaden. Ach HErr! verleih, daß ich durch dich Mich selber recht verstehe, Und alles elend, welches mich Verder bet, recht einsehe. 8. 3erschmelze du mein hartes bers, Daß es wie wachs zerfliesse, Und in wahrhafter reu und schmer: Die thränen- fluht vergieffe. Ach mach es durch den glauben rein, Und gib gerechte werke; Ja kehre du selbst bey mir ein, meiner feelen stärke! 9. Zerstöhr in mir des satans reich, Zerbrich die macht der höllen, Sprich selber, daß er von mir weich, mit dir kann ich ihn fällen: Ertddt und zähm das bd se fleisch Sammt aller fünden- liebe; Mach aber mich recht rein Mel. JEsu deine heilge wunden, bens teuſch, und ganz voll glaus 499. A tönnt ich mich bens- triebe. doch bekehren! JA mein hert denn stein und stahl? Flieffet doch ihre heiffe zähren, Kommt ihr seufzer ohne zahl! Brich, du felsen- hert, ach brich! Weint, ihr augen! bitterlich, Meines GOttes herz zu brechen.. Eh' er eilet, sich zu rächen. 2. Schlage doch mit Mosis stabe, JEfu! diesen felfen- stein, Daß ich mich in thránen labe, Und die engel sich erfreun Uebes meiner buß: ¡ erbrid Und**. 10. Zerbrich die sehndde eigen beit und meinen bösen willent, Und laß mich, was dein wort gebeut, Durch deinen geift erfüllen. Eröffne ohren, herz und mund, Gib deines worts ver kändniß, Und thu mir deine wahrheit kund, Zzu deiner selbst erkenntniß. II. Gib deine furcht in meine bruß, Das gute auszudben; Und 14. O heil'ger geift, mein trof und hort! Du geist voll kraft und stärke! Führ mich in deiner wahrs heit fort, Schaff in mir deine werke. Laß deinen frieden in mir seyn, Und schreib den neuen nas men, Den der nur kennt, der feelen ein, Der ihn empfähet, amen. Offenb. Joh. 2, 17. 320 Von der wahren Busse und Bekehrung. Enirsch durch reue mich, JEsu!| rettet werden, Der allen men. rühre mein gewissen, So wird die schen helfen kann, Der allen schas fer fels zerriffen. den tilgt und heilet, Der zur bes 3. Ach! wie kann ich mich bekehrung kraft ertheilet. Fehren? Ach ich bin ia geistlich 3. Durch dich, HErr! kann der todt! Laß mich deine ftimme hd- blinde sehen, Der taube hört durch ren, Hilf aus dieser todes noht. deine kraft; Der lahme kann ges Ach! ich lieg im fünden- schlamm; rade gehen, Der aufsatz wird Komm, du reines GOttes- lamm! hinweg geschafft; Den todten Sprich mit kraft: du sollt aufste: hast du geift und leben, und als ben, und ins neue leben gehen. len armen trost gegeben. 4. Gib, daß mir von deiner gu te nur ein blick der gnade scheint: Daß mein ängstliches gemühte, Petrs gleich, die schuld beweint. a ich weine bitterlich, Daß ich oftverleugnet dich Als ein schus Der heuchel- chrifte Bey deni feuer böser lufte. 4. Wirke wahrer buffe triebe, Und erneure herz und muht, Rein'ge mich in deiner liebe Durch dein rein und theures blut, Liebster JEsu GOttes sohn! Mache mich verderbten thon Durch ein gläubiges bekehren Bum gefässe deiner ehren. 6. Schaff in mir ein neues le ben, Gib mir einen neuen geist, Deinem willen nachzustreben, Wie dein wort mich unterweist. Eilge meine missethat, Laß mir nach der thränen- faat Eine freu den ernte grünen; So will ich dir ewig dienen. 4. Hast du vor diesem solche thaten, O HErr! durch deine hand gestift; So wirst du jest dem fammer rahten, Der unsre schwas che feelen trifft. Ach! jeig auch iezzo deine stärke Durch unvers diente guaden- werke. 5. Du weißt ja, was wir mens fchen taugen: Wir sind verblendt und sehen nicht; Darum erleuchs te mir die augen, Damit sie durch dein gnaden- licht Erkens nen, was nur diese sehen Die, HErr! in deinem lichte stehen. 6. Eröffne die verstockten obs ren, Daß ich dir recht gehorsam sey. Laß mich, als völlig neu ges bohren, Mit herzens- luft und fes fter treu Auf dein wort merken, heilig handeln, Und stets nach deis nem willen wandeln. 7. Ich wanke mit gelähmten füffen, Ich strauchle leider! hier und dort: Laß kraft und segen auf mich flicssen, und führe mich ges rade fort, Daß meine tritte nims mer gleiten, Noch von der bahn der wahrheit schreiten. 8. Meinart! du wirst ja nicht verweilen, Der krankheit allers schlimmsten theil, Der feelen auss saßz, bald zu heilen; Ach! heile Laß deine wunden, o mein leben! Für meine wunden pflaster geben. 9. Ich bin ganz todt, und meine Fräfte, Will' und verstand, sind obue kraft, Bu thun recht göttliche Mel. 9. Erwünschter bruñquell 2c. Grquicke mich, du heil der fünder! Durch dich und deinen gnaden- schein; Und laß, o freund der menschen Finder! Dein herz auf mich gerich tet seyn. Komm, gönn dem heilmich, so werd ich heil. bedürft'gen armen, Sich zu bekeh ren, dein erbarmen. 2. Du bist und bleibst der troft der erden; Wir flehen dich als belfez an, Durch welchen wir ers and zwar von der Erkenntniß und Bekenntniß der Sünden. 321 geschäfte. Verleih mir neuen le- weil gar oft darwider Mein gein bens- faft, Um als ein baum frisch und meine glieder Gedacht, ges auszuschlagen, und tausendfache than, gesprochen, und deinen bund frucht zu tragen. gebrochen. 10. Jch bin mit elend ganz umgeben, Voll armuht, traurig, ohne ruh: Drum sende mir, mein heil und leben! Die füffe, friedensBotschaft zu: Laß mich dadurch fchon hier auf erden Vor GOtt gerecht und selig werden. DonderErkenntniß und Befenntniß der Sünden. Mel. Wo soll ich fliehen hin zc. dir ift bes 501. Aust Die inure böſe wußt lust, Die quelle meiner fünden, Die niemahls zu ergründen; Der faame, der stets bleibet und böse früchte treibet. 2. Des fleisches werk wird gar Auch öfters offenbar: Der sunt ber wird zu flammen, Die ewigs lich verdammen. Ich seh an mir und merke Des alten Adams werke. 3. Des bdsen herzens grund Regiert den leib, den mund, Die augen, füff und hände, Daß ich sein werk vollende. Das dichten und das trachten Der feel ift, GOtt verachten. 4. Mein schöpfer! wider dich, Den nächfien, und auch mich, Hab ich oft misgehandelt; Bin oft den weg gewandelt, Der mich von dir gewendet, Der in der quáhl sich endet. *. Doch wie will ich die zahl Der fünden allzumahl In meinem fleisch und blute, Und das ver fäumte gute Nach jeder art erzählen? Wer weiß, wie oft wir feh6. Ein jegliches gebot Ver: Flaget, aucht und droht; Die 7. Ach HErr! vergib du mir. Ich wende mich zu dir. Ich kann die schuld nicht zählen, Doch will ich nichts verhehlen; Denn du kannst auch erkennen, Was wir verborgen nennen. 8. Doch du, mein JEsu! ha Die mir zu schwere laft Der schuld mich gekommen. So komm ich auf dich genommen, Du bist für nun beladen Sur fülle deiner gnaden. 9. Jft denn der fünden joch Gleich machtig; so ist doch Die gnade, die mich liebet Und Chris das leben Durch Chrifti kraft zu fi fülle giebet, Weit mächtiger, geben. zuvor ihr werk vollbracht; Go 10.Wie nun des fleisches macht foll des geiftes stärke, In mir die guten werke Auch wirklich zu vollbringen, Des fleisches macht bezwingen. 1. HErr! gib mir deinen geiß, Der sich in früchten weift, Der niemahls müffig bleibet, Der mich zum guten treibet, Den JEsut mir gefendet, Der anfängt und bollendet. Mel. Es ist gewißlich an der jelf. 502. 28 oft und viel, Ale mir! daß ich se war ich gar verblendet, Gefündigt ohne maaß und ziel, Von GOtt mich abgewendet; Der mir doch nichts, als lauter gnad Und wol. that fiets erwiesen hat In meinem ganzen leben. 2. Weh mir! daß ich für met nem GOtt Mein ber; so fest ver schlossen: Deß schutz und tros in meiner noht Jcb deb alljeit ge * Hoffen Univ.- Bibl. Giessen Von der wahren Busse und Bekehrung d 322 noffen. Viel misfethat hab ich vollbracht: Des HErreu gutthat nicht bedacht, Muhtwillig sie vergessent. 3. Mich überzeuget her; und finn; Und muß ich fren bekennen, Daß ich ein groffer fünder bisty 10. Ich habe dir oft widerstrebt, Darf mich nicht anders nennen. Gefolget meinem willen; Den bes Doch schau ich dich, mein beis felt lüften uach gelebt, Daß ich e land! an; Mit nichten ich vermögt erfüllen. weifeln kann, Du kannst und willt mir helfen. Das höchste gut hab ich veracht, Auf das, was zeits lich ist, gedacht, Mein herz daran gehenget. 4. Groß ist zwar meine misse that, Sehr viel sind meiner fünden: Doch ist weit grösser deine gnad, Kein mensch kann sie ergrün den. So groß, o grosser GOtt! du bist, So groß ist auch zu aller frist Ben dir die grad und güte. s. Die hast du keinem je ver fagt, So lang die welt gestanden. Wer dir vertraut und nicht verlagt, Wird nimmermehr zu schan den. Ich bitt, ich fleh, ich ruf und schrev, Ich hoff auf deine gnad und treu, Ach laß mich grade finden! 6. Jest denk ich, welch ein theures wort Aus deinem mund gegangen, Das mich erquickt; denn du, mein hort! Sprichst sel ber voll verlangen: Du hast, mensch! zwar pflicht und tren 503.3 komm zu dir Mit Mel. Durch Adams fall ist ze. charmer fünder Hintan gesetzt, und ohne scheu wehmnht- vollem herzen, O GOtt, deß gnad bleibt für und für! Bes keine dir mit schmerzen Die füns den all, Ein'n jeden fall, wie ich ibu hab begangen Bon jugend auf Mit grossem hauf, Drinn ich jest bin gefangen. it andern zugehalten: 7. Doch komm, beren, was da gethan, Laß fremde bulen fahren; Sonehm ich dich dann wieder an Und will dein herz bewahren. Bep diesem worte faß ich dich, Ich Fomm und glaube festiglich, Du werdest mich annehmen. 8. Denn ich bin eben diese fecl, Die andern nachgesprungen, Und sich von dir, Immanuel! Ju allen schlamm gedrungen. Ich habe Fremde luft gesucht, Die nicht Brfreut, die du verflucht, Die wie sin rauch verschwindet. 9. Jeh bin das ungerabtne kind, das sich von dir gewendet, Und mit dem frechen welt- gesind Sein erbtheil hat verschwendet; Dich, als das lebens- brot dabey Hintan gesest, und wie die sau Nach tras beru sich geschnet. 11. Deßwegen müßt ich nadt und bloß In meinem elend ster ben: Ich könnte meines vaters schooß nicht durch mich selbst ers werben: Die feele müßte nach dem tod- In hollen- angst, in vein und noht, Die ewig quablet, bussen. 12. Allein ich bitte dich um gnads Du wollst nicht mehr ges denken, Was ich verübt für fres velthat: ns meer wollst du sie fenten. Ich bitte dich durch Chris fi huld, Schenk mir der fünden straf und schuld, Gib mir ein neues herze. 2. Die fünden sind, die ich ges than, Unmöglich zu erzählen: Doch ich sie auch nicht bergen kann, Weil sie mich immer quahs len: Dein liebster sohn Hat mich davon Durch seinen tod entbuns den: Dennoch hab ich Oft laffen mich Den satan neu verwunden. 3. So ist auch mein' undants barkeit und zwar von der Erkenntniß und Bekenntniß der Sünden. 323 barkeit Sehr groß bis diese stun- 9. Unwehrt bin ich, daß man de: Ich habe dir zu keiner zeit mich nennt Ein were von dir ges Gedankt von herzens- grunde Für schaffen: Wehrt bin ich, daß all deine treu, Die täglich neu, Für element zur firafe mich hinraffen. deine lieb und gute, Die ich in So weit hats bracht Der fünden mir Gar reichlich spühr Am leibjmacht, Ich muß es frey bekennen: und am gemühte. Siehst du, HErr! an, Was ich ges 4. Bornemlich haft du mit gethan, So muß ich ewig brennen. duld Viel jahr bisher verschohnet, * 10. O vater aller gütigkeit! Und mir nicht, wie ich oft ver: Ich falle dir zu fuffe: Werwirf den schuldt, Jm forn bald abgelohnet: niche, der zu dir schrept, Und thut Haft fort und fort, O höchster rechtschaffue buffe. Dein anges hort! Dich meiner angenommen: sicht mit gnaden richt Auf mich Haft nichts gespahrt Nach man betrübten fünder. Gib einen blick, cher art, Daß ich zu dir mögt Der mich erquick; So wird mein' kommen. angst bald minder.s f. Mit deinem wort hast du gar 1. Eröffire mir dein freundlich oft An mein Herz angeschlagen, herz, Die quell der gut und liebej Auf meine besserung gehofft, Dein Bergis die fünd, heil meinen beil mir angetragen. Haft früh schmerz. Hilf, daß ich mich stets und spat Durch manche gnad Zurübe In dem, was die Gefällt an buffe mich bewogen, Auch mit mir; Und alles böse meide, Bis ich trübsal, Angst, noht und quahl hinfahr Zur engel schaar, De Bu dir hinauf gezogen. nichts denn lauter freude. 6. Dennoch, das ich nicht Leugnen kann, wenn du gleich au geklopfet; Hab ich dir nie richt Mel. Mein herz und feel den ze. vor der St ter dir, als stand und asche, Sieh wie ich mich in beiffen thranen wasche. Ach! blicke mich mit gnaden- augen an, Und strafe nicht, was ich bisher gethan. ohren zugeffopfet: 504, Mit unbedacht Dis ganz veracht, Den rücken dir gekehret; Doch bast du mich So gnädiglich Ge duldet, nicht verzehret. 7. Du könntest mir mit gutem recht Das leben zwar verkürzen. Ich muß mich selbst vor dir, Und mich, als einen bösen knecht, mein GOtt! verklagen; O was Hinab zur hölle stürzen, Der ich ohn scheu, Ohn teid und reu In sünden mich verweilet: Den noch giebst du mir raum und ruh, Haft mich nicht übereilet. 8. Wenn dis mein herz ben sich bedenkt, Mögt es in stücken springen: Die angst, daß ich dich so gefränkt, will mark und bein Burchdringen. Kein höllen- pein Mag so groß seytt, Ich habe sie verschuldet; Ich bin nicht wehrt, Daß mich die erd Trägt, nebet, gud auf sich duldet. für schuld hab ich dir abzutragen Bie schrecklich ist die ein und höllen noht, Womit dein grimmi den schudden fündern droht! 3. Ich gieng bisher auf breiteni lafter wege, Es war mein heri zum guten faul und träge: Hinges gen blieb die schnode sünden luft Obn alle scheu die herrschaft mei. ner brust. 4. Was stand und pflicht mis täglich vorgeschrieben, Sft oft aus troß und trägheit unterblieben: Was aber mis dein mort verbon: bat, 324 Bon der wahren Buffe und Bekebrung de bat, War, was ich oft mit luft und, Mel. Ich glaub an einen GOtth freuden that. s. Dein heilig wort hab ich hint- 505. Wie groß ist meine missethat, Dit an geseget, Die maiestat verach dich, o GOtt! erzürnet hat, Dir tet und verleget; Mich nicht vor will ich gern bekennen Die füns dir, gerechter GOtt! gescheut, den, die mich brennen: Sie, deren Wenn mir dein zorn gleich fluch mehr, als sand am meer, Gehn und tod gedraut. über meine scheitel her, Daß sie mein herz beschweren, Ja mart und bein verzehren. 6. Ich habe mich den satan las fen blenden, und mich die welt jum bösen lassen wenden. Mein fleisch, das mir so listig nachgesert, Hat mich verführt, und meinen GOtt verlegt. 7. Dis ist, was mich am schmerz lichsten betrübet, Daß ich nicht GOtt, nur fünden luft, geliebet, 2. Wie könnt ich dir gefällig Daß ich nie recht an besserung ge- feyn? Du bist vollkommen, heis bacht, und so viel jahr in fünden! lig, rein; Und meine viele füns sugebracht. 8. Du seyft verflucht, du schnd de fünden freude! Du bringest mich zu solchem herzeleide. Du feyft verflucht, du so verdorbne jeit! Die ich verbracht mit so viel appigkeit. den Sind nimmer zu ergründen. Wer zählet meine missethat, Die feel und leib bedecket hat? Sie is mir angeerbet, Und hat mich ganz verderbet. Mein bdser will', o HErr! it dirGanz widerspenstig für und für. 9. Nun bring ich dir, GOtt! Ich bin ein ungerahtner knecht, sin zerknirschtes herze Voll angst Der dich nicht kennt, vielwen'ger und weh, voll thränen, reu und recht, Wie du befiehleft, liebet. fchmerze, Das glaubens voll auf 3. Ich traue deiner allmacht Chriftum JEsum sieht, und in der angst in seine wunden flieht. nicht, Jch unterlaffe meine pflicht. Sogleich von erster jugend Vers gaß ich aller tugend. Gleich wie ein brunn sein waffer quillt, Das endlich gründ' und seen füllt; So quillt mein herz die fünde, Die ich in mir empfinde: Als unzucht, lügen, ftolzen muht, Neid, rachgier, geiz nach fremden gut, Und andre laster, denen tod Und fluch, ia ewge hölz len noht Durch dein wort wird gedrauet. 10. Ach sprich mich los von allen meinen funden, und laß mich doch durch Chriftum gnade finden! Ach laß mich doch, auf dis mein glaubig flehn, Nicht ohne troft von deinem antlik gehn! n. Umfange mich mit deinen liebes- armen, Und laß dich mein, und meiner noht erbarmen, Nimm auf das schaaf, das sich von dir verirrt, Und sich so sehr in sitelkeit verwirrt. 12. Lag über mir im himmel freud entstehen, Die engel lust an meiner busse sehen. Erweck in mir, Bott! einen neuen geißt, Der dich mit dank für deine gute preis. Sie steigen, HErr! zu dir hins auf; Dein heilig auge merkt dars auf. Ach! mit dir rechten kann ich nicht; Drum schrey ich: geh nicht ins gericht, Sonst bin ich gar verlohren. 4. Verlohren ist dein ebenbild, Drum ist mein herz so roh und wild. Ich bin im fünder orden Ein bild des satans worden. Mein geist ist blind, krank, elend, bloß: Mein iammer ist erforect lich und zwar von der Neu und Leid über die Günde. 825 lich groß, Ich kann nicht alles Elas| Von der Reu und Leid über gen, Ich muß fast gar verzagen. Mein leben und gerechtigkeit If ein beflecktes lafter kleid, Die funde wird mich armes kind noch die Sünde. Traurigkeit über die Sünde. Mel. HErr JEsu Christ du ze endlich, wie die ſpreu der wind her;! r. Wie sündlich hab ich doch ge lebt! Wie freventlich dir widers Erebt! Ju wie viel böse thaten Bin ich bisher gerahten! Mir galt die Eurze luft der zeit Mehr, als die frohe ewigkeit: Dis bringet meinem Herzen Jest eitel quabl und schmerzen. 506, dh wie betrübt in fängt an sich zu grämen, Und is voll trauren, angst und schmerz! Es muß sich leider! schämen, Weil es so manche miffethat, heils insgeheim begangen hat, Theils öffentlich verübet. 2. Ach GOtt! ich scheu und fürchte dich, Ich fürchte deine Nun bin ich der verlohrne ruhten. Mein herze quählt und ſohn, Dein grimm ist mein verängstet sich, Für jammer mögt dienter lohn. Ich seh mich als den es bluten, So oft es denkt, was schuld knecht an, Der nimmer ich gethan. Ach! siehst du mich mehr bezahlen kann. Wo soll ich im eifer an, So muß ich ganz vers bülfe finden? derben. 6. Ben dir allein ist hülf und 3. Ich hab kein freudig herje raht, Wenn menschen hülf ein mehr, Kein kindliches vertrauen, ende hat: Mein GOtt! du kannst mein herz scheut dich, als richter, mich lehren, Du kannst mein herz sehr, Hat für sich selbst ein grauen. bekehren. Drum helfer! Fomm, verch tret in furcht und schaam vor wirf mich nicht von deinem gua den angesicht. Eil, mir ein neues lesen Durch deinen geift zu geben. dich, Ich seufze; denn die angs läßt mich Für zagen nicht recht beten. Ich bin dein schaaf, HErr! fuche mich, Laß mich doch ia nicht ewiglich Verirret seyn: komm, fich mir bey, Daß ich mit thraneu, buß und reu Dich wieder such und finde. 7. Ich habe deiner liebe macht Und meine kindschaft nicht bes 4. Viel gutes hast du mir ges than, Ich kann nicht drüber klas gen: Nun seh ich es mit trauren an; Mein herz scheint mir zu sagen, Du werdest mir, zu meiner quabl, Die liebes- proben allzumabl Entreiffen, oder mindern. 5. Ja, was nur huld und gnade dacht, Die ich nunmehr verloh- heißt, Und was du mir gegeben, ren: Jedoch haft du geschworen, t, was ist mein gewissen beißt; Du wollest nicht des fünders tod, Weil dich mein schnödes leben Drum glaub ich fest, in meiner Mit undank und mit haß bes noht Wirst du mich nicht verlaflohnt: Denn da du meiner fiets fen, Vielmehr mit bulb umfaffen. geschohnt, Ward ich nur inimer Laß mich dein kind nun wieder ärger. seyn, O treuer GOtt! erbarm dich mein um Chrifti willen, daß ich dich, Durch sein verdienst, dort ewiglich Für deine gnade preise. 6. Ach ja! ich bin ein schnöder chrift, Der GOttes wink verach. tet, Der keiner gnade würdig ist; Weil ich es nie betrachtet, Wenu mich gefahr und nobt erschreckt, 3 Weun 326 Von der wahren Buffe und Bekehrung un Wenn GOttes geist mich aufges, auf. Mein her; will mir im leibe weckt, um mich zurück zu ziehen. beben, Wenn ich betrachte meinen lauf. Ach! wie viel bdfes ist volls bracht! Mein GOtt! wo hab ich hin gedacht? 7. Ach hör mich ist, o treuer GOtt, mein eing'ger troft auf erden! Ach! laß mich nicht ein Auch und spott, Der sünden wegent, werden. Die huld, die du für fün der baft, Ift ja viel gröffer, als die last Bon meinen missethaten. 8. Wie? hat denn deine guade ich mir nunmehr ganz entzogen? Gehöret JEsus nicht für mich? Ift er mir nicht gewogen? Dia! mein theurer heiland bat Ja mein und aller misfethat Gebüffet und bezahlet. 4. Verfluchte lüfte meiner fees len! Nummehr gebährt ihr mir den tod. Nun fangt ihr an, mich recht zu quälen, Nun bringt ihr mich in angst und noht; Nun stürzt ihr mich, gedenkt mein her: An GOttes zorn, in höllens schmerz. s. Der torn schlägt mich zur bölle nieder, Ach! er ist über mich entbrannt. Verflucht sind meine fünden- glieder, Die mir des höchs sten huld entwandt. Ich soll, zu ewger straf und pein, Nunmehr ein kind des todes seyn. 9. Wenn meine fünden schon wie blut und rosin farbe wären, Kann sie doch Chrifti rohte fluht Wie woll' in schnee- weiß kehren; So lehrt die schrift*: drum wasche mich, HErr! durch dis blut, und bilf, daß sich Mein glaube in mir mehre. * Efa. 1, 18. 10. Nimm mich um Chrifti wil len an, Merk, vater in der höhe! Was er, und nicht was ich gethan; Damit ich gnade sehe. Gib mir auch deinen guten geift, Daß er mir kraft und beyßand leist, Dies lebens- bahn zu gehen. 3. Jch fibrte fonfi ein sichres reben: Nun wachet bas gemiffen 6. Gerechter GOtt! dis ist mein forgen, Dis liegt mir tag und nacht im sinn. Dis kränket mich am frühen morgen; Am abend, wenn der tag dahin, Geht diese forge mit ins bett, und macht mein bett zur thrånen stått. 7. Ach! wälze doch von meis nem herzen, Mein GOtt! den sein, der mich so drückt. Ach! nimm hinweg die seelen- schmers en: Und wie du Davids herz ers quickt, So schenke mir, nach deis ner huld, Auch alle meine sündens mel. Wer nur den lieben GOtt 2c ein GOtt! ich leb' 507. in schweren for- ſchuld. gen, Ich weiß fast weder aus noch ein. Mein kummer ist dir nicht verborgen; Du weißt, was für ein forgen stein Mir ist auf meinem berzen liegt, Der tausend centner über ni gt. 2. Jch forge, HErr! für meine fünde, Die ist mir eine schwere last. Weil ich dafür kein mittel finde; So hab ich weder ruh noch raft. Die fünde ruhet vor der thur; Ach, was für strafen zeigt sie mir! 8. Vergib sie mir um Chrift willen; In diesem sich mich gnås dig an: Der kann ja deinen eifer stillen, Der hat ia gnug für mich gethan. Auf ihn vertraut mein her; und spricht: Berstoß mich ars men finder nicht! 9. Ich weiß, ich finde bey dir gnade; Dein wort sagts meiner feele zu. Verzweifelt bsf ist zwar der schade; Doch JEsus schafft mir hülf und ruh. Ich glaub, und darum rufe ich: Erbarme dich, GOtt! über mich. Ange und zwar von der Neu und Leid über die Günde. Angst und Schrecken des Gewissens. Mel. Esu deine heilge wunden. 508.2ch was hab ich ausgerichtet! Ach was 327 flucht in ewigkeit. Ewig sey vers flucht die stunde, Da ich sünden Lust empfunde. 7.D! wie bist du fünde! fünde! Eine laft, die centner- schwer. Al les, was ich an mir finde, Aeugstet, drückt und krankt mich sehr.GOtt! dein zorn hat mich erschreckt, Ach! wer ist, der mich bedeckt? Steine creatur kann rahten Meinen hab ich doch gethan! Wer ist, der die fache schlichter? Mein gewiss fen klagt mich an. Ich bin felber wider mich, Weil ich mich so fresentlich Durch den fünden- wust beflecket, und des höchsten zorn schweren missethaten. erwecket. 3. Borhin hab ich mich gefreuet Meiner schweren fünden- last: Jego, da mich solche reuet, Hab ich weder ruh noch raft: Was mich ehedem ergeßt, Hat mich jezt in angst gefert: Was vorhin den leib erquicket, Ist, was iest die feele drucket. 8. HErr! es sieht in deinen håns 2. GOtt! ich muß mit zitternden; Du alleine hilfft aus noht." fagen: Jch, ich bin ein sünden knecht. Jego fühl ich deine plagen; Aber du, du bist gerecht. Mein verderbtes fleisch und blut Hat das rechte wahre gut, Durch des teufels trieb, verachtet, Und ben lüften nachgetrachtet. Du kannst meinen kummer wens den, und mich retten aus dem tod. HErr! es steht allein bey dir, Denn sonst niemand hilfet mir. Deine huld kann mich verneuen, Und in ewigkeit erfreuen. 9. Ich verdamme feel und glies der: Sprich du sie in gnaden los. Bittlich fall ich vor dir nieder: Nimm du mich in deinen schooß. Laß, HErr! gnade gehn für recht Ueber mich verworfnen knecht. willt du ins gerichte gehen, HErr! wer kann vor dir bestehen? 10. Deines Sohnes marters zeichen Stell ich zwischen mich und dieh: Hiedurch laß mich gnad erreichen, Denn er starb ia auch für mich. Schaue, GOtt! auf diesen tod, Dieser reißt mich aus dernoht: Jesus hat ja schon tie plagen, Der ich würdig war, ges tragen. 4. Ach! mit dem verruchten Haufen Bin ich nun den irreweg Leider! so viel jahr gelaufen.Aber Deinem guten steg, Der jur him mels pforte führt, Hab ich nie recht nachgespührt, ie bereut, was ich begangen: Wo werd ich nun troft erlangen? 5. GOtt! wie ist mir doch ge schehen, Da mein herz so von dir wich? Ach! ich soll gen himmel sehen, Aber ich seh unter mich. Ich bin wehrt, daß zorn und wuht Mich mit trübfal, flamm und glut Gar zerschmettre, gar zerschlage, Und zur pein der höllen jage. 6. Alle freude sen versluchet, 12. Darum bitt ich, ach! erhd, Die von fünden hergerührt. Alle re, Vater! den verlohrnen sohn, jeit, da ich gesuchet, Was mur Der ich wieder zu dir kehre; Blicke bollen augst gebiehrt, Was mir von des himmels thron. Ich GOttes wort verbeut, Gey verz I bring ein jerknirschtes bers, Ganz 4 vou n. Du verheisseft gnad und le. ben, Und uns aus barmherzigkeit Alle sünden zu vergeben: Dent an deinen theuren end, Der den fündern troft verspricht; Du wills ihren tod ja nicht, Sondern heil und leben schenken, Wenn sie sich nur zu dir lenken. 328 Don des wahren Baffe und Belehrung voll rene, leid und schmerz, Das, schade, Den niemand heilet, als nach deiner gnade trachtet, Sol nur du; Ach aber, vater! gnade, es hast du nie verachtet. gnade! Ich laß dir doch nicht eher 13. Laß die engel frölich wer- ruh. Erbarme dich, erbarme dich, Den, Daß ein fünder busfe thut. GOtt mein erbarmer! über mich. Weil ich lebe auf der erden, Will ich, was sonst fleisch und blut Bis anher so hoch geschätzt und mein her; so hart verlegt, Fliehen, meien, ernstlich haffen, und dich ganz allein umfassen. 6. Ach! nicht, wie ich verschuls det, lohne, Und handle nicht nach meiner fünd. O treuer vater! schohne, schohne! Erkenn mich wieder für dein kind. Erbarme dich, erbarme dich, GOtt mein erbarmer! über mich. 7. Sprich nur ein wort, sowerd ich leben, Nur dieses wort ift mein begehr: Geh hin, die fünd ist dir vergeben, Nur fündige forts bin nicht mehr. Erbarme dich, erbarme dich, GOtt mein erbars mer! über mich. 14. Wirst du mir zur feite stehen Durch des guten geistes kraft: Werd ich nie den weg mehr gehen, Der hinab zur hölle rafft. Gott! ich lehre mich zu dir Kehre du dich auch ju mir; Dafür will ich deinen namen Ewig loben, preifen, amen! Mel.Wer nur den liebenGOtt 2c. 509. charmer mensch, ich armer fünder Steh bier vor GOttes angesicht: Ach GOtt! ach Gott! verfahr gelin der, Und geh nicht mit mir ins ge richt. Erbarme dich, erbarme dich, GOtt mein erbarmer! über mich. 2. Wie ist mir doch so herzlich 8. Ich zweifle nicht, ich bin ers höret: Erhöret bin ich zweifels frey, Weil sich der troft im herzen mehret; Deßwegen end' ich mein geschren. Erbarme dich, erbarme dich, GOtt mein erbarmer! über mich. Mel. O traurigkeit 2c. that! Hilf, daß ich wieder gnad er 510. angst und leid! lange, Weil mich dein sohn vers föhnet hat. Erbarme dich, erbar me dich, GOtt mein erbarmer! über mich. ich aniest empfinde! Mein gewiss fen naget mich Wegen meiner fünde. 2. O furcht und noht! Denn 3. Hor, ach erhör mein seufzend höll und tod, Die mich mit wubt febreyen, Du allerliebstes vater: Jumringen, Deffnen ihren rachen bers! Eil, mir die fünden zu ver- schon, um mich zu verschlingen. leihen, und lindre meinen seelen fchmerz. Erbarme dich, erbarme dich, GOtt mein erbarmer! über mich. 3. O ungemach! O weh und ach! Wo soll ich mich verstecken? mögte mich die tieffte gruft Für dem zorne decken! 4. Ach! soll ich gar vergeblich Plagen? Hörst du denn nicht? ach börst du nicht? Wie kannst du das geschren vertragen? Hör, was der arme fünder spricht: Erbarme 5. Wie werd ich dort Ein strens dich, erbarme dich, GOtt mein erges wort Vor GOttes richtstuhl barmer! über mich hdren! Weil ich mich die fündens 4. Wabe ist es, übel gebt der fuß affen so betboren. 4. Der erden saum hat keinen raum, Drinn ich mag sicher bleis ben. Meine bosheit will mich ganz In den abgrund treiben. 6. D and war von der Ren und Leid über die Sünde. 329 6. D GOttes sohn, Du gnas, ser gnaden- jeit; Nimm den auf der den- thron! Ich flich in deine in buffeVoll glauben zu dir schreyt wunden, Wo die fünder jederzeit Raht und troft gefunden. Sieh mich mit einem blicke Der gnaden wieder an. Wirf hinter dich zurücke, Was ich nicht recht gethan. 6. Entbinde mich in gnaden Von meiner schweren laft. Vers binde meinen schaden, Wie du vers sprochen haft. HErr! heile mein gewissen, Und trofte meinen geift 3 Ich werde sterben müssen, Wo du nicht troft verleibst. 7. Komm, JEsu! mir zu gute, Vertritt mich kräftiglich. T.lg aus mit deinem blute Die hands schrift wider mich. Wasch ab all' meine fünden, Deck alle fehler zus Für angst laß mich empfinden Die wahre feelen- ruh. 8. Denn du bist ia gebohren, Die feelen insgemein zu suchen, die verlohren, und aller heil zu seyn: Drum suche doch mich ar men, und zeige mir dein heil; Ja gib mir aus erbarmen An deinem 7. Du haft dein blut Jamir zu gut Am creuzes- stamm vergossen; Und dadurch ift lauter heil Auf mein her; geflossen. 8. Darum mein heil! Laß mich it theil An deinem gnugthun haben: Meine fünde werd hinfort In dein grab begraben. 9. Zwar treuer hirt! Der fatan wird Mich ferner noch verklagen; Aber still ihn durch dein blut; Sonst muß ich verzagen. Mel. Herzlich thut mich verlang, weh mir böfem 5.11.24 finde! Ach weh der misfethat! Mich ångftet meine funde: Denn deinen guten raht Hab ich, mein GOtt! verachtet, Und dir mich widersetzt. Dem hab ich nach getrachtet, Was deine buld verletzt. 2. Ich habe deinem willen Un- himmel theil. willig nachgelebt, Das gute zu erfüllen, Muhtwillig widerstrebt. Dein wort hab ich vergessen, Bon dir mich abgelenkt; Auch vielmahl ganz vermessen Dein treues her; getränkt. 9. Führ mich aus meiner irre In deinen liebes- schooß. Wenn ich aus angsten girre; So reit mich gnädig los. Von sünden, tod und Hölle Sprich mich in gnaden fren: Zur rechten hand mich Belle, Daß ich dein eigen sey. 3. Ach weh nun meiner feelen! Sie muß des todes seyn. Will ich es gleich verhehlen; Kann ich mich folcher pein Doch hiedurch nicht entbrechen, be: Schaam vor Gott, kannt. Er will die ſünde rächen. 512. Mme mich 3 weil Mel. Wo soll ich fliehen hin ze. ich Sein zorn ist schon entbrannt. meine fünden dich Für die genoßne gaben So sehr beleidigt haben. Wie kann vor deinen angen Ein solches scheusal taugen? 4. Drum bitt ich deine treue, Mein GOtt! vergib mirs doch. Weil ich die schuld bereue; So nimm das schwere joch von mei nem armen herzen. Nimm weg die fünden noht; Nimm weg die fees len schmerzen und den verdien ten tod. 2. Du bist die heiligkeit: J voll vermessenheit und ganz vol fünden- flecken. Wo soll ich mich verstecken? Wie kann ich mit den *. Ich falle dir zu fusse In dies Ideinen Getrokk vor dir erscheinen? 25 3- Ich Von der wahren Busse und Bekehrung 485 330 3. Jch hielt ia gut und geld, Die feudd und ettle welt, Nebst deren luft- getümmel, Biel höher als den himmel; Und wollte diese gözen In Salems tempel sehen. 4. Ich habe vielmahls schon, Dir zum verdruß und hohn, Dein fanftes joch zerschmissen und mich der last entriffen, Die denen leicht zu tragen, So nach dem Himmel fragen. mege. 7. Mein gutes kömmt von dir; Doch hab ich öfters mir Sehr vieles beygemessen, und deiner faft vergeffen, Wenn mich die ruhm- begierde Auf hohe zinnen führte. 8. Du förderft meinen lauf; Und höreft niemahls auf, Zumei nem wolergehen Auf treuer hut zu stehen: Ach! aber mein ge ühte Denkt schlecht an deine güte. 5. Ein kind der seligkeit Wird bey bedrängter jeit, Auch wenn die fürme tobent, Den allerhöchwinden. ften loben; Da ich in unglücks teiten Pflag wider dich zu streiten. 9. Wie deutlich legst du mir Eroft und verheissung für, Du wolleft jeden morgen Als vater für mich sorgen; Doch wank ich in bem stehen, Wenn kleine winde weheit. buffe; Laß allen fluch verschwin den, Und nich versöhnung finden. 6. Dein wort befichlt zwar wol, Daß ich beständig foll Mit ringen und mit beten Vor dich, mein Saß gegen die Sünde. Mel. JEsu deine heilge wunden. vater! treten: Doch blieb ich kalt 513. Euch, ihr ſchndden eis und träge Auf meinem sünden telkeiten! Gag ich emig gute nacht. Ich bereue tag und zeiten, Die ich mit euch zuges bracht. Seh ich alle fünden an, Die ich bis anher gethan; Muß ich ängstlich und mit klagen Aus' und her; ¡ ur erde schlagen. 10. Mit Furzen: was ich bin, Mein herz, mein geift und sinn Hat Adams schuld geerbet, Und ift burchaus verderbet: Mich schäm ib, mich zu nennen, Du wirst mich nicht mehr kennen. 12. Mein vater! nimm mich ant Dein sohn hat gnug gethan Denn seine schmach und bande, Sein autlik voller schande, Die werden meine flecken Mit reiner unschuld decken. Ja, HErr! ich schäme mich: Erbarm, erbarme dich! Ich falle bir u fuffe, Gib mir doch wahre 13. Ich will mich fernerhin, So lang ich hier noch bin, Der füns den ernstlich schämen, Und meine neigung zähmen: Drum laß dich gnädig finden, und hilf mir übers 2. Was ich ernstlich sollen hafs fen Als ein gift, das mich erfickt, Was ich billig sollen lassen; Daran hab ich mich erquickt. Finsterniß war mir ein licht; Was ich sollte, that ich nicht. So befleckt' ich berz und sinnen Durch mein the rigtes beginnen. 3. Nur die welt hat mich ers geget; GOttes lehre, treu und jucht hab ich kindisch ausgefehet. O wie war mein herz verrucht! Nun erkenn ich mein versehn Wie werd ich der angst entgchn? Was ich nur bisher geliebet, Macht mich ängstlich und bes trübet. 4. Falsche welt! durch deine tücke Hast du mich ins net ges bracht: Nunmehr ziehst du dich zurücke, Da du mich so blind ges macht, Daß ich, als ein fündens knecht, Gott und tugend, licht UND and zwar von der Neu und Leid über die Sünde. und recht, Ja die seligkeit verachtet, und allein nach dir getrachtet. <. Ach dis krånket mein gemühte! Daß ich in der eitelkeit Meiner besten jahre bhihte GOtt geraubt, und dir geweiht. Du ver Elcinerteft die schuld, Und verfprachst mir glück und huld, Nanntest ſchand und laster, tugend: 8. Hoffart, wolluft, fleisches triebe, Augen luft und schndde pracht, Welt und lastervolle lies be, Euch, euch sag ich gute nacht! JEsu! komm, erbarme dich, Rühr mein her; und heile mich, Daß Dich nunmehr meine seele Als ihr böchftes gut erwähle. 9. Laß mich alle lüfte haffen, Die der Freis der erden hegt. Laß mich nur das creuz umfassen, Das dich, meinen JEfum, trägt, Wo Dein tod und theures blut Gnug für meine schulden thut. Laß mich dich beständig suchen, Und, was eitel ift, verfluchen. 331 einst den lebenslauf, Ach! so faffe, voll erbarmen, Meinen geiß mit liebes armen. 10. Dir will ich mein übrig les ben, Freund der feelen! ganz als lein Als dein eigenthum ergeben; Laß es auch dein eigen seyn. Nimm bis opfer gnädig auf. Schließ ich Verlangen nach der Gnade, nach Luc. ir.. 6. Nun empfind ich angst und gnaden! Sich doch auf das schwes schmerzen, Die mir deine wolluftre leid, Das mein her: beladen. macht. Hilf nun auch dem kran- Ich bin der verlohrue sohn, Und ten herten Du, die mich in noht das kind der fünden. Gib mir nicht gebracht. Doch dis alles hilft verdienten lobn, Eaß mich guade mir nicht, Denn ich selbst muß finden. vors gericht, Und für mein vers ruchtes leben GOtt genaue rechnung geben. 2. Ach! ich fühle quahl und schmerz Weil ich so betrüber Dein getreues vater herz, Das mich brünstig liebet. Ach! ich habe tag und nacht In dem Lafter leben Alle güter durchgebracht, Die du mir gegeben. 7. Was für noht ist hier zu finden! Denn vielleicht heißt GOtt mich nun, Wegen meiner vielen fünden, Bald und plözlich rechnung thun. Sey verflucht, ver Lohrne zeit, Die ich eitler luft geweiht! Send verfluchet, dunst und schatten, Die mein herz begehandelt. fchweret hatten. 3. Meine fund ist stets vor mir, Der ich nachgewandelt; In dem himmel und vor dir Hab ich miss Vater, der mein heil begehrt! Dir will ich bekennen: Vater, ach! ich bin nicht wehrt, Mich dein kind zu nennen. 4. Vater, der an gnade reich, Brünstig von erbarmen! Mache mich den Enechten gleich, Hilf, ach hilf mir armen! Siehe doch die hungers- noht, Die mich schmerze lich plaget. Reiche mir dein gnas den- brot, Eh mein herz verzaget. Mel. Christus der uns selig zc. 514. Bequel aller g tigkeit, 5. Sich' ich falle nackt und bloß, Bater! vor dir nieder. Deis ne treu ist ewig groß, Triste mich doch wieder; Weil ich sonst vers schmachten muß In der angst der sünden. Laß den füffen liebes- Fuß Meine feel empfindent. s. Biere meine glaubens- hand Mit des geiftes ringe; Gib, daß mir dis liebes- pfand Croft und freude bringe; Meinen fuß bereite du, Deine babn zu geben; Führ ihn uadh 332 Von der wahren Buffe und Bekehrung in nach dem himmel zu, Dis ist ,, bricht: Geht es gleich voll misfe HErr! mein fiehen. that Auf dem breiten höllen- pfad 1 Willt du ihm doch alles schenken, Und es selbst zur buffe lenken. 7. Schenke mir das schöne lleid, Das dein sohn erworben, Als er aus barmherzigkeit Für die welt gestorben.Laß dein theures gnaden mahl mich im glauben schmek fen, und mir wider alle quahl Freud und troft erwecken. s. Suche mich, dein schäflein, wieder; Such es, weil es, treuer hirt! Da es irret auf und nieder Wölfen sonst zum raube wird. Das verscheuchte täubelein Schleuß in Christi wunden einz Reiß es aus dem welt- gebüscher Daß es fatan nicht erwische. 8. HErr mein GOtt! verwirf mich nicht, Vater aller güte, Def sen herz aus liebe bricht! Tröste mein gemühte. Hilf mir aus der fünden noht Die mein herz um geben. Sprich: meint fohn! du warest todt, Und sollt wieder les ten. 6. HErr! ich habe zwar verzos gen, Bin, nach Noa raben arte Sicher hin und her geflogen, hab die buffe lang gespahrt. Jest thu ich zu dir den tritt, Bringe reu und glauben mit, HErr! ich koms me hoch beladen, Nimm dein ars mes kind zu gnaden. Mel. JEfu deine heilge wunden. ater, ach laß troft er scheinen! Sieheft du 515. dein kind denn nicht Bitterlich mit Vetro weinen? Wie es mit Mel. JEsu meines Lebens ac. Manaffe spricht? Wie es schlägt 516.ch! wo soll ich fünder an seine bruft? Wie es alle fünden lust Höchst bereuet, gar verfluchet? Wie es weinend gnade fuchet? finden und sicherheit? Weil die menge meiner fünden Wider mich gen himmel schreyt; Weil mich mein gewissen naget und mich tag und nacht verklaget. Ach! wo flich ich armer hin? Weil ich so ges ångstet bin 2. Bater! du haft mich gelie bet Je und ie von ewigkeit. Da mich nun die schuld betrübet, Erist ich mich der gnaden- zeit. JEfu creuz und dornen cron Bring ich, HErr! vor deinen thron; Der, so selbst für mich ge litten, Hört nicht auf für mich zu bitten. 2. Höchster! tröfte mein ges mübte, Das zu dir mit weinen fleht. HErr! ich weiß, daß deine gute Ueber alle himmel geht. Was ren aller menschen fünden An mit armen gleich zu finden; Würde deine gut allein Gröffer, als sie als le, fenn. 3 3. Du bist heilig, und ich schå me Mich der ungerechtigkeit. Wenn ich feigen blätter nåhme; Deckte doch dis heuchler kleid Meiner fünden blöffe nicht. Läs fest du nicht vor gericht Gnade, sondern recht, ergehen, Wer ist rein, wer wird bestehen? 4. Doch verheisseft du das le ben, Willt den tod des sünders nicht; Du willt alles das vergeben, was ein böfes beri vers 3. HErr! dein wort hat ja vers sprochen, Armen fündern hold zu seyn. Ach! mein her; ist ganz zers brochen und zerknirscht in reu und pein; Ja mein geift ist ganz zerschlagen. Laß dis opfer dir bes hagen, Nimm mein herz, das zu dir schrent, Vater aller gütigkeit! 4. Sich auf deines Sohnes büffen, Auf sein leiden obne jabl, and war von der im Glauben gesuchten Gnade. 333 senke. Auf fein theures blut- vergiessen, gedenke, Ins meer sie tief vers Und auf seine todes quahl. Er hat mich mit dir verglichen, Und 1. Du bist der, der mich trößt, die schuld mit blut durchstrichen, Weil du mich selbst erlöft: Was Als er auf dem creuz altar Für die welt ein opfer war. ht. Edfe mich, ich bin gebunden, Stärke mich, denn ich bin matt; Heile mich, ich bin voll wunden; Eröft mich, denn kein troft hat fatt. Hilf, weil du zur hulf erkoh ren; Suche mich, ich bin verloh pen; Nette mich, ich bin in noht; Gib mir leben, ich bin todt. ich gesündigt habe, Hast du vers scharrt im grabe; Da haft du es verschlossen, Da wirds auch bleis ben müssen. 6. Ist meine Bosheit groß, So werd ich ihr doch los, Wenn ich dein blut auffaffe, und mich dars auf verlasse. Wer sich zu dir nur findet, All angst ihm bald ver. schwindet. 6. Reiche mir die guaden- hån 7. Mir mangelt zwar sehr viel de. Hilf mir schwachen täglich auf; Daß ich selig einst vollende Dieses lebens kurzen lauf. Hilf, HErr JEsu! hilf mir ringen, Teufel, fleisch und welt bezwingen. Führe mich aus angst und Breit Im triumph zur ewigkeit. Doch was ich haben will, Ift alles mir zu gute Erlangt mit deinem blute, Womit ich überwinde Cod, teufel, höll und fünde. 8. Und wenn des satans heer mir ganz entgegen war, Darf ich doch nicht verzagen: Mit dir kann ich sie schlagen. Dein blut darf ich nur zeigen, So muß ihr trog bald schweigen. Don der im Glauben gefuchten Gnade und Vergebung. Mel. Auf meinen lieben GOtt. 9. Dein blut, der edle saft, Hat folche stårk und kraft, Dat es kann ganz alleine Die welt 517.Wo foll ich fliehen von fünden reine, Ja gar aus teus und ledig hin? rachen schweret bin mit viel und gros machen. fen fünden? Wo kann ich rettung 10. Darum allein auf dich, finden? Wenn alle welt herkäme, HErr Chrift! verlaß ich mich. Mein' augst sie nicht wegnehme. Jezt kann ich nicht verderben, 2. O JEsu, voller gnad! Auf Dein reich muß ich ererben: Denn dein gebot und raht Kömmt du haft mirs erworben, Da du für mein betrübt gemühte Zu deiner mich gestorben. groffen gute. Laß du auf mein 11. Ach führ mein her; und gewissen Ein gnaden tröpflein sinn Durch deinen geißt dahin, Bielſen. Daß ich mig alles meiden, Was 3. Jch, dein betrübtes Find, mich und dich kann scheiden: Daß Berf alle meine fünd, So viel ich an deinem leibe Eingliedmaak ihr in mir stecket, und mich so hef ewig bleibe. tig schrecket, In deine tiefe wuns den, Da ich stets heil gefunden. * 12. Amen zu aller stund Sprech ich aus herzens grund: 4. Durch dein unschuldig blut, Du wolleft mich ia leiten, HEre Die schöne rohte fubt, Wasch ab Chrift! zu allen seiten: Auf das all meine fünde: mit troft mein ich deinen namen Ewialic, preifs ber; verbinde, und ihr nicht mebe' amen. el. 334 Son der wahren Busse und Bekehrung Mel. JEfu deine heilge wunden. pleben Sey aus gnaden die vet ater! laß mich gnade geben. 518.Va finden, Trößte meinen blöden siin, Der ich wegen meiner fünden So betrübt und traurig bin. Sieh, mein vater! wie ich hier Jest vor deiner gna den thür Mit dem zöüner schaamroht stehe, und dich um bergebung flehe. 2. Du bist heilig, ich hingegen Bin mich blos aufs bitten legen; Blos auf deine gütigkeit Seß ich meine auversicht; Denit ach! würde Dein gericht Ohne gnad und huld ergehen; O wie würd ich doch bestehen! 3. Doch nach deiner gitaden lehre Willt du keines fünders tod; Sondern, daß er sich bekehre, Und entgeh der höllent itoht. Dieser troft erquicket mich, Als der ich auch angstiglich Ueber meine febwere fünde Reu und leid bey mir empfinde. 7. Wirst du nur mir armen füns der, O nein GOtt! barmherzig seyn; Nimmst du mich zur zahl der Finder Wiederum in gnaden ein; Ach! so rühm und preif' ich dich Zeit und einsten ewiglich. Hore mich in Christi namen, Und sprich felbst ein kräftig amen! 519. Wie groß und schwer Sind mein' begangne fünden! Da ist niemand Der helfen kann In dieser welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit Zu dieser jeit Bis an der welt ihr ende, Und wollt los seyn Der angst und pein; Würd ich es doch nicht wenden. 3. Budir flich ich, Verstoß mich nicht, wie ich es wol verdienet. Ach GOtt! zurn nicht, Geh nicht ins g'richt, Dein sohn hat mich verfühnet. 4. Es vergoß auf diefer erde Selbst dein sohn fein theures Blut, Daß ein jeder selig werde, De teug und dornen- cron Bring Der im glauben buffe thut. Des fen creuz Gib, Ich jeit vor deinen thron. Sei nen tod und blut- vergieffen Laß mich arinen auch geniessen. giß der schuld, Gib ein gehorsam herze, Daß ich nur nicht, Wies 3war ich sollte längst seyn oft geschicht, mein heil murrend Fommen; Aber deiner gütigkeit verscherie. Ist dadurch noch nichts benom- 6. Handle mit mir, Wies duns men: Denit noch ist die gnaden- Eet dir: Durch dein' grad will jeit. Keine buffe ist zu spät, ichs leiden: Nur dort laß mich Wenn sie nur von herzen geht; Nicht ewiglich von dir feyn abges Darum wird dir auch mein flehen scheiden. Jeso noch zu bergen gehen. 6. Groffer GOtt, voll lieb' und freue Laß durch Christi tod and pein Meine fpate buß und weite Jest noch vor dir gültig erschrecket: feyn. Denke doch nicht weiter 8. Also, Herr Chrift! Mein bean, Wie viel übels ich gethan.zuflucht ist Die höle deiner wuns Eppie! Dein Arges fondens ben: Weil find and tod Mich 4. Souls ia so seyn, Daß ftraf und pein Auf sünde folgen müss fen: So fahr hie fort, Nur schohs büssen. Err! geduld, Vers ne dort, und laß mich hie wol 7. Gleichwie sich fein Ein vde gelein In hole bagm' verstecket, Wenns trüb bergeht, Die luft unset, Wenn mensch und vieh and zwar von der im Glauben gesuchten Grade. bracht in noht, hab ich mich drein gefunden. 9. Darinn ich bleib, Obgleich der leib Und feel vonander schei den: So werd ich dort Bey dir, mein hort! Seyn in ewigen freuden. to mind un 10. Ehre sey nun GOtt vater, sohn, und heilgem geift zusammen. Ich weifle nicht, weil Christus spricht: Wer glaubt, wird selig, amen. dem neu 339 Der für die welt genug gethant Durch den wir GOttes kinder Im gläubigen vertrauen sind: Der ists, bey dem ich ruhe find: Er ist ja stets gutthätig. Drum faß ich ihn und laß ihn nicht, Bis GOttes herz mitleidig bricht: GOtt sen mir fünder gnädig! 3. Die schulden, der ich mir be wußt, Beangsten mein gewissen; Drum schlag ich reuend an die brust, Die schmiers und leid zers riffen. Ich, der ich mich von dir gekehrt, Ich bin des lebens gar nicht wehrt; Doch weil du winkst, fo bet ich Mit gants serknirschtem bangem geiß, Der gleichwol dich noch abba! heißt: Gott sey mir fúnder gnädig! 4. Mein vater! schaue JEfum an, Den gnadenstbron der fünder, 4. Regiere doch mein Herz und sinn Ju diesem ganzen leben; Du bist mein GOtt, und was ich bin, Bleibt ewig die ergeben. Ach! heilige mich ganz und gar, Mach wahre liebe thätig. Läßt sich dann meinen glauben immerdar Durch noch viel schwachheit sehn; So foll mein herz mit wehmuht flehnt GOtt sen mir fünder gnädig! Mel. HErr GOtt der du erforsch. ESnig! deffen ma 520.0 jestät Sich über alles hebet, Dem erd und meer ju dienste steht, Vor dem der erdtreis bebet. Der himmel ist dein helles kleid, Du bist voll macht und herrlichkeit, Sehr groß und wunderthätig. Ich armer wurm vermag nichts mehr, Als daß ich ruf in deiner ehr: GOtt sev mir finder gnädig! 2. Hier steh ich, wie der öllner that, Beschäntet und von ferne, Ich suche deinen trost und raht: Mein GOtt du hilfft ia gerne. Doch meiner fehler groffe sahl 521.Erbarm bich mein, o Und menge, macht mich überall Voll flecken und unflatig; Drum fchlag ich nieder mein gesicht Vor Dir, du reines himmels licht! BOtt fey mir fünder gnädigend 6. Mein lebeit und mein sters ben ruht Allein auf deiner gnades mir geh es übel oder gut, Gib, daß es mir nicht schade. Und Edumt das leste stündlein an; Sp sey mir auf der todes- bahn, Mein JEsu! selbst beyrähtig: Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, S nimm den lesten seufier an: Gott sey mir fünder gnädig! deiner groffit barmherzigkeit. Wasch ab, mach rein meir misfes that; Ich bekenn mein' sünd, und ist mir leid. Allein ich dir gefüns digt hab, Das ist wider mich fres tiglich: Das bös vor der mag nicht. bestehu. Du bleibst gerecht, ob dn urtheilst mich. 2. Sieh, HErr! in find bin ich gebohru, Jn sünd empfing mich mein' mutter. Die wahrheit liebst, thust offenbahrn Deiner weisheit heimlich guter. Bespreng mich, HErr! mit pfopo: Rein werd ich. so du wäschest mich, Weiffer denu schnee; mein gehör wird fred, An mein gebeit wird freuen sich. 3. HErr fich nicht an die fünde Bon der wahren Buffe und Bekehrung: d 336 mein, Thu ab all ungerechtigkeit: Und mach in mir das herze rein, Ein'n neuen geift in mir bereit, Verwirf mich nicht von dein'm angesicht, Dein'n heilgen geist wend' nicht von mir, Die freud Deins heils, HErr! zu mir richt, Der will'ge geift enthalt mich dir. 4. Die gottlofn will ich deine weg', Die fünder auch darzu, lehren, Daß sie vom bösen falschen steg Zu dir durch dich sich bekehren. Beschirm mich, HErr! meins heils ein GOtt! Für dem urtheil durchs blut bedeut: Mein jung verkündt deint recht gebot, Schaff, daß mein mund dein lob ausbreit. Kein leiblich opfer von mir beischft, Ich hätt dir das auch gegeben: So nimm nun den jerknirschten geift, Betrübt und traurig ber darneben. Verfehmåh nicht, Gott! das opfer mein, Chu wol in deiner gutigkeit Dem berg' sion, da chriRen seyn, Die opfern dir gerechtigkeit. * 6. GOtt vater in dent höchften thron! Steh mir in allen ndhten bey. O JEsu Christe, GOttes sohn! Dein blut von fünden mich befrey. Oheilger geift! führ mich allzeit, Damit ich geh auf rechter bahn. O heilige breyeinigkeit, Nimin meine bitte gutadig an! 522.A Mel. Ich glaub an einen GOtt ic. ch fen mir gnädig, HErr mein GOtt! Nach deiner gut in meiner noht; Eilg durch dein reich erbarmen All fünde in mir armen. Durch Deine vater- treu und huld Wasch mich recht wol von meiner schuld Und reinge mich von fünden, Die fich in mir befinden. Ach HErr! ach ich bekenn es dir; Denn meine sünd ist stets vor mir: Gefündigt hab ich dir allein, Und meine übelthaten seyn Mir immer vor den augen. 2. Du bist gerecht von ewigkeit, und dein gericht ist recht allzeit: Ich aber muß mich schämen, Im fack und afch mich grämen. Sieh HErr! ich bin in missethat Ger zeugt, und meine mutter hat Sa fünden mich empfangen, Die mit nun fort anhangen. Du willt, daß auch des herzens grund Aufrichtig fen zu jeder stund: Drum giebest du mir, daß ich dich und deine weisheit, inners lich Erkennen kann und wissen. 3. Spreng mich mit Chrifti blute an; So wird der aussag abs gethan, Die sünd, die ich geers bet, und die mich sonst verders bet. Err! wasche mich und mach mich rein; So werd ich unbeflecket seyn, Und weisser Edit nen werden Als nie kein schnes auf erden. Laß mich doch hören wonn und freud Nach dieser groffen traurigkeit, Daß die gebeine, die du haft Zermalmt durch deines grimmes laft, Gestärkt und frös lich werden. 4. Denk nicht, wie ich gefüns digt hab. Ach kehr dein antlik davon ab! Tilg alle missethaten, In welche ich gerahten. Schaff in mir, GOtt! aus lauter gut Ein reines herze und gemüht, Auf wahre buß und reue Juwens big mich erneute. Ach vater! ach verwirf mich nicht Im zorn von deinem anges sicht: Gib, daß ich wieder in mir merk Des guten geiftes kraft und stärk; Laß den nicht von mir weichen. s. Der troft deins geiftes mich erfreu, Daß icb zum guten willig feri and rear von der im Glauben gesuchten Gnade. 337 fey, Und darnach, weil ich lebe, Daß ich dem bösen widerfireb, Und Stets ungezwungen firebe. HErr! Deinen weg will ich hinfort Die sünder lehren durch dein wort, Daß sie zu dir sich kehren, Und buß fiets nach deinem willen leb Bis an mein lettes ende. zu thun begehren. Mel. JEsu deine beilge wunden O GOtt, der du mein heiland bift! Die blut- schuld, die mein 523. Straf mich nicht, mich groffen fün herze frißt, Nimm weg, rett davon der, Reiß mich nicht im zorne hin Deinen knecht, Daß meine junge) Da ich aus der zahl der kinder deine recht', Das gnaden- urtheil, Freventlich gewichen bin. Mache rühme. mich, gerechter GOtt! Nicht, wie 6. HErr! thu mir meine lip- ich verdient, zu spott. Schohne, pen auf, Zeuch mein gemüht zu strenger richter! schohne, Und mis dir hinauf, Dich, GOtt im himel nicht nach fünden lohne. oben! Mit Herz und mund zu foben: Weil dir dank opfer nicht gefällt, Wenn dir nicht erst wird vorgestellt Ein her; voll angst und klagen, Zerbrochen und zerschlagen. 2. Ach! verslucht seyn meine wers ke, Die dich gar zu sehr betrübt. Ach daß ich so spät vermerke, Was für lafter ich verübt! Aus gerechter feelen noht Wünsch ich mir wol gar den tod. Habe, Wer dir in wahrer ren und bußschöpfer! mit mir armen Und be, Mit heiffen thránen fällt zu fuß, trübten, doch erbarmen. hat ein gar nihtig opfer bracht, Das niemahls wird von dir vers acht't; Du uimißt es an zu gnaden. 7. Thu wol an deiner kirch auf erd, Und mach sie herrlich, hoch und wehrt, Daß auch fortan die heiden Sich nicht mehr von dir fcheiden. Verleih uns in der chris fenheit, Daß wir des glaubens einigkeit, Auch sonst ein gut ges 4. Was wird dirs für ehre brin, wissen zu halten seyn geflissen.gen, Wenn du mich ganz elend Dann wird dir bracht an jedem machst, Mir nun nichts mehs ort Ein reines opfer fort und fort, läßt gelingen, Und mirzum vers Wenn wir so unser lebelang Dir derben wacht? Mein Gött! dars Durch gebet und lob gesang Der unt bist du GOtt, Daß du derer, lippen farren opfernt. die in noht, Dich erbarmeßt und beweiseft, Daß du ein erbarmes beisfest. * 8. GOtt vater in dem höchfen thron! Gedenk an deinen eingen sohn; Und um desselben<. Drum, erbarmer! ach vers willen Laß deinen grim sich stillen. schohne, Ob ich deffen gleich nicht DJEfu Chrift! durch deinen tod wehrt. Schohne mein in deinem Errette mich aus aller noht, Jch sohne, Der den torn schon abge, weiß für meine fünden Sonst leikfehrt. Freplich übt ich freventlich nen treft zu finden. O beilger acist! regiere mich Durch deine Gnade träftiglich: Tausend lafler gegen dich: Doch er hat die firaf erbuldet, Die ich armer wurm verschuldet. 9 6. Onun 3. Ach! mein her; beklagt voll jammer, Daß es dich verlassen hat. Jest schlägt des gesetzes hammer; Ach! wo find ich troft und raht? Vater! schchne, denn ich bin Schon gestraft: mein trof ist hin; Und, was mich am meisten schmerzet, GOtt und heil hab ich verscherzet. Von der wahren Busse und Bekehrung 838 6. Nun schlag ich die augen nieder, Klage mich als fünder an: Nimm mich liebster vater! wieder Als dein kind in gnaden an. Gib mir nun des geistes kraft, Die ein neues herze schafft. Schohn um Chrifti willen, schohne, und mir nicht nach sünden lohne. nun: Der uns sein' gnade leifte, Damit wir gehn auf seinem pfad, Daß uns des teufels lift nicht schad; Wer das begehrt, sprech amen. 525.2us biefem tiefen grunde 524. Aus tiefer noht schren ruf ich hier mit herzen und mit munde, O HErr mein GOtt! zu zu dir, GOtt! erhdr mein rufen. Deindir. Ich ruf in buß und reue, Ach gnädig ohr neig her zu mir, und neige, HErr! dein ohr. Erhör, meiner bitt es öffne. Denn so du warum ich schreye, Laß meine seufs willt das sehen an, Was sünd und der vor. unrecht ist gethan; Wer kann, HErr! vor dir bleiben? 2. Bey dir gilt nichts denn gnad und gunst, Die fünde zu vergeben: Hieju ist unser thun umsonst, Auch in dem besten les ben. Vor dir niemand sich rühmen kann, Es muß dich fürchten jedermann, und deiner guade und was wir oft begehn: So iß 2. Wo du zurechneft sünden, kein mensch zu finden, Der vor die kann bestehn. Bey dir steht das vergeben, Daß man dich fürchten soll; Und daß man rühm darnes ben, Wie du bisi guaden- voll. 3. Ich wart auf GOttes güte, und hoffe auf sein wort, Es harret mein gemühte Des HErren fort und fort; Es harrt mit fleiß und sorgen, Ift, wie die wächter sind, Die warten, bis es morgen und tag zu seyn beginnt. leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, Auf mein verdienst nicht bauen: Auf ihn mein herz soll Laffen sich, und seiner gute trauen, Die mir zusagt sein wehrtes wort: Das ist mein rroft und treuer hort, Deß will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die nacht, und wieder bis zum mor gen; Soll doch mein her; an GOttes macht Verzweifeln nicht noch forgen. So thu' Ifrael rechter art, Das aus dem geift erzeuget ward, Und seines GOttes harre. 4. Ein christe muß mit wachen Und beten halten an: Weil Gott in allen sachen Viel rettung schafs fen kann. Gewiß wird er vom böfen und aller misfethat Aus gnaden den erlösen, Der ihm vertrauet hat. * 5. GOtt vater! hilf mir ars men Durch deines sohnes tod: Laß, JEsu! dich erbarmen Mein s. Ob bey uns ist der fünden elend, angst und noht: O heils viel; Ben GOtt ist vielmehr gnager geist! mich führe, Start, de. Sein hand zu helfen hat kein gründ und vollbereit; Daß ich ja siel, Wie groß auch sey der schade. nicht verliere Des glaubens freus Er ist allein der gute hirt, Der digkeit. Ifrael erlösen wird aus seinen fanden allen. * 6. vater und dem fohu, Und auch dem heilgen 526.Diet! Jeb falle Mel. Ach GOtt vom Himmel zc. vater der geiste, Als es im anfang war und dir und zwar von der im Glauben gesuchten Gnade. 339 so elend bin. Mein her: will mis verzagen, Mein' sünd liegt mie im sinn: Ich kann ihr nicht vers geffen, Sie ist zu groß und schwer, Sie hat mich gar beseffen, Sit kränkt und quählt mich sehr. 2. Ich bin in fünd' empfangen, In funden auch gebohrn, Viel fund hab ich begangen; Darum bin ich verlohrn. Ich kann nicht freudig werden, Den himmel ans zusehn: Und schäme mich, auf ers den Vordir, o GOtt! zu stehn. 3. Nun sollt ich ia vertrauen Den HErren Jesu Chrift, Auf sein verdienst fest bauen; Weil er mein fürsprach ist: So schreckt mich mein gewissen, Das zweifelt immerdar, Und spricht: dich werd verdriessen, Daß ich die sünd nicht spahr. 4. Ich wollt auch herzlich gerne Bessern das leben mein, Mü werk, wort und geberden Fromm und gottsfürchtig seyn: Ich kanns so nicht vollbringen, wie ich es oft bedacht; Ich laß mich davon dringen Durch satans liß und macht. 5. O heilger geift, du wahres licht, Regierer der gedanken!*. Was soll ich denn nun mos Wenn mich die fünden lust anchen? Wie kann ich doch bestehn? ficht, Laß mich nicht von dir wan ken: Verleih, daß nun und nim mermehr Begierd nach wolluft, geld und ehr In meinem herzen berrsche. Ich fall der höll in rachen, Wenn ich dir will entgehn. HErr! zu dir komm ich wieder, und such barmherzigkeit; Ich falle vor die nieder, Mein fünde ist mir leid. 6. Du haft bein'n sohn gegeben Für aller misfethat, Daß jeders mann soll leben, Der glauben an ihn hat. Will gleich mein herz nicht trauen, So glaub ich dens noch fest: Hilf du meinem unglaus ben, Dein' hülfe ist die best. -. Ich bin nicht wehrt der gute, Die du an mir gethan, Daß für mich mit sein'm blute Bezahlt Mel. Aus diesem tiefen grunde.dein lieber sobu: Doch was 527. A Dir Elagen, Daß ich glaub ich bis allein, Der bu vers ich muß mir Drum notwendig, spricha Dir ju fuffe. Verstoß den nicht, der zu dir schrent, und thut noch endlich buffe: Was ich begangen wider dich, Verzeih mir alles guås diglich Durch deine grosse güte. 2. Durch deiner allmacht wunderthat Nimm von mir, was mich quählet. Durch deine weis heit schaffe raht, Woran mir es fouft fehlet. Gib willen, mittel, kraft und stärk, Daß ich mit dir all meine werk Anfange und vollende. 3. DJEfu Chrifte! der du haft Am creuze für mich armen Getra gen aller fünden laft, Wollst mei ner dich erbarmen. O wahrer GOtt, o Davids sohn! Erbarm bich mein, und meiner schohn! Sieh an mein kläglich rufen. 4. Laß deiner wunden theures blut, Dein' todes pein und ster ben Mir kommen kräftiglich zu gut, Daß ich nicht muß verder ben. Bitt du den vater, daß er mir Im zorn nicht lohne nach gebühr, wie ich es wol verschuldet. 6. Und wenn mein fündlein kommen ist, So hilf mir treulich lämpfen; Daß ich des satans trug und lift Durch Chrifti fieg mag dampfen: Auf daß mir krankheit, angst und noht, und dann der leste feind, der tod, nur sey die thür zum leben. Von der wahren Buffe und Bekehrung 340 sprichst beständig: Wer glaubt, wird selig seyn. 8 Sowahr, als ich selbft lebe, Sorichst du, mein HErr und GOtt! Ungern ich übergebe Den fünder in den tod: Ich will, daß er umkehre, Und ewig leb' bey mir. Den rechten weg mich lehre, Sochen. komm ich, HErr! zu dir. 4. Du willt nicht, daß der füns 9. Mit deinem heilgen geifte der sterb, Und zur verdammniß Mein'n schwachen glauben mehr.| fahre: Vielmehr daß er das gnas Mir hulf und beystand leiste Zu deines namens ehr. Leit mich auf deinem stege, Für aller sünd und schand, Fürs teufels strick und wege Bewahr mich deine band. den- erb Erlange und bewahre: Sohilf uns nun, o HErre GOtt! Damit uns nicht der ewge tod In fünden wiederfahre. * 10. Gegne mein leib und les ben, Auch mein beruf und werk, Was du mir, HErr! gegeben, Behüt durch deine stärk: Erhör mein flehn und schreyen, Mein jammer volles wort, Daß ich mich dein kann freuen, Ber acht'n des satans mord. 11. Zuleit laß mich abscheiden Mit einem sel'gen end, Und nimm aus diesem leiden Mein' feel in deine hånd. Dafür will ich dich preisen Mit dank zu jederzeit: Du wirst mir gnad erweisen, Und belf'n in ewigkeit. 3. Zwar unsre schuld ist groß und schwer, Unzählig das verbres chen; Doch deiner gnade ist viel mehr, als die nicht auszuspres chen: Die suchen und begehren wir, und hoffen, HErr! du läßt an dir Es uns iezt nicht gebres 5. Vergib, vergib und hab ges duld Mit uns armen und schwas chen: Laß deinen sohn all unsre schuld Durch sein verdienst gut machen. Nimm unsrer feelen eben wahr, Daß ihr kein schade wiederfahr von ienem Höllens drachen. 6. Wenn du sonst vor gerichte gehu, Und mit uns wolltest rechs ten, Wie würden wir doch da beftehn, Und wer würd uns vers fechten? O HErr! sich uns barmherzig an, und hilf uns wies der auf die bahn, Zur pforte der gerechten. 7. Wir opfern dir uns arm und bloß Durch reue ganz zerschlagen: O nimm uns auf in deinen schooß, und laß uns nicht verzagen. O hilf, daß wir getroft und frey Ohn alle lift und heucheley Dein joch ans ende tragen. Mel. Es ist das heil uns zc. us tiefer noht laßt 528.218 uns zu GOtt Von ganzen herzen schreven, Und bit ten, daß er uns aus noht In gnaDen mag befreyen, Und alle sünd 8. Sprich uns durch deine bos and missethat, Die unser fleischten zu, Befriedge das gewissen: begangen hat, Uns väterlich vers Stell unser herz durch sie in ruh; seihen. Thu uns durch sie zu wissen, Wie Christus vor dein'm angesicht All unsre sachen hat geschlicht: Deß trofis laß uns geniessen. 2. Wir sprechen: vater! sieh uns an; Erbarm dich der elenden, Die so viel misfethat gethan Mit herzen, mund und händen. Verleih uns, daß wir buffe thun, Und fie durch JEsum Chrißum uur Bar feligkeit vollenden. 9. Erhalt in unsers herzens grund Dein wort den edlen faamen: Und hilf, daß wir den neuen bund u deines sobnes na: und zwar von der im Glauben gesuchten Gnade. 341 namen Vollenden, mit beständig- blut Vergoffen reichlich mir zu keit, Und so der crone der klarheit gut. Versichert werden: amen. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. ein troft kan 529. fevt im schmerz, Als daß man GOttes vater her: Durch seinen sohn darf sprechen an/ Der allen zorn abwenden kann. 2. Wie oftmahls kömmt man, durch den sohn Befördert, vor des königs thron! Wie mancher, der den tod verdient, Wird durch des richters kind verfühnt! 3. So wird auch manch leibcigner Enecht Ben seinem herrn gebracht zu recht, und wird gestellt auf freyen fuß: Da er sonst ewig dienen muß. 5. Aus lieb' zu ihm sey gnädig mir, Mich aus dem fünden ker ter führ: Des teufels bande reiß in zwey, Mach meine seel aum Leben frey. 6. Zwar mein verdienst und Draut mir den tod und alles leid: Doch bittet dein sohn selbst für mich, Drum laß durch ihn versöhnen dich. 7. Wen soll ich sonsten bringen dir, Der dein herz neigen könnt zu mir, Als den, der für die schuld der welt Ist worden selbst das lösegeld. 10.Sieh da, fein opfer ist so groß, Daß ich werd aller fünden los; Das opfer, das dir wolgefällt, Dadurch verföhut ist alle welt. 4. Dis tröstet mich, o frommer 14. Laß dis ja kommen mir zu GOtt! Der ich befleckt mit fün statt, Was er am crca; erworben den koht, Daß ich vor deine ma- hat: Ich fes all meine hoffnung jestät In deines sohues namen tret. drauf, Hilf meinem schwachen glauben auf. * 15. OGOtt mein vater, mich regier! HErr JEsu! hilf mir, und mich führ. Oheilger geist! mein her; aufmahn, Daß ich fiets geb auf rechter bahn. 8. Sieh doch, o GOtt! hier ist dein sohn, Mein einges heil und gnaden thron: Der sich für meine missethat Am creuz felbft aufgeopfert hat: 11. Das unbefleckte lamm ift hier, Das meine fünden nahm von mir: Das Lamm, das seinen mund nicht rührt, Da man es hin zur schlacht- bank führt. 12. Der gar nichts übels hat gethan, Den man mit recht nicht tadeln kann, Der hat die schwere fünden last Der ganzen welt auf sich gefaßt. 13. Durch seine wunden sind wir heil, und haben jest am hims mel theil: Darum, o GOtt! ers barm dich mein, Der ich vor dir mit ihm erschein. Dimm von uns, 530. he HErre GOtt! AD unsre sünd und missethat, Aufdaß wir mit rechtem glauben und reis nem herzen In deinem dienst ers funden werden. 2. Erbarm dich, erbarm dich, Erbarm dich deines rolks, o Chris fte! Das du erlßfet haft Mit deis nem theurbaren blute. 3. Erhör uns, erhör uns, Erhöre unsre bitt, GOtt vater, schöpfer aller dinge! Du vater der barms herzigkeit! Hilfuns, und sey uns gnädig. 9. Der nicht versöhnet werden darf, Ob das gefen ist noch so 4. Erhör uns, erhör uns, Erhöre ( charf: Er selber bat fein eigen unsre bitt, Chriße aller welt 3 bei: 842 Bon der wahren Buffe und Bekehrung beiland! Bitt für uns, und sey Mel. Herzlich lieb hab ich dich uns gnädig. 5. Erhör uns, erhör uns, Erhöre unsre bitt, GOtt heilger geist, du einger tröfter! Erleucht uns, und sen uns gnädig. 532, or gericht, Herr Zu dir beug ich meins herzens ich hie, knie, Kann mir selbst gar nicht rahten. Mein' groß und viele missethat Mich hier und dort vers dammet hat: Doch will ich nicht verzagen. HErr JEfu Chrif! Dein blut allein Macht mich von allen fünden rein, Weil ich in wahrer reu und bußAn dich glaub, und dir fall zu fuß. HErr JEsu Chrift:,: deß dank ich dir: Ich will mich bessern, hilf du mie.. 6. So wahrsich lebe! Spricht GOtt der HErre, Ich will nicht den tod des sünders, Sondern daß er sich bekehre und lebe: amen. Ulein u dir, HErr JEfu Chrift! Mein boffnung steht auf erden: Ich weiß, daß du mein trößter bift. Kein troft mag mir sonst werden. Von anbeginn ist nichts erkohrit, Auf erden war kein mensch ges bohrn, Der mir aus nöhten helfen kann: Dich ruf ich an, zu dem ich 533. HErr JEfu Chrift mein vertrauen hab. 2. Mein' sünd ist sehwer und fbergroß, Und renet mich von bergen: Derselben mach mich quit und los Durch deinen tod und schmerzen: Und zeige deinem bater an, Daß du hast gnug für mich gethan; So werd ich quit der fünden- laft. HErr! halt mir feft, Weß du dich mir versprochen baft. du höchstes brunnquell aller guaden! Sieb doch, wie ich in meinem muht Mit schmerzen bin beladen, Und in mir hab der pfeile viel, Die im gewiffen ohne siel Mich armen fünder drücken. 2. Erbarm dich mein in folcher last, Nimm sie aus meinem herzen, So wahr du sie gebüffet haft Am hol; mit todes schmerzen: Auf daß ich nicht mit grossem weh In meinen fünden untergeh, Noch ewiglich verjage, 3. Gib mir nach dein'r barm berzigkeit Den wahren chriften glauben, Auf daß ich deine füffigFeit Mög inniglich anschauen: Vor allen dingen lieben dich, und meinen nächsten gleich als mich. Am lezten end dein hülf mir fend, Damit behend Des teufels lißt sich von mir wend. * 4. Ehr sey GOtt in dem höch Sen thron, Dem aater aller güte: Und JEsu feinem eingen sohn, Der uns allzeit behüte: Und GOtt dem heiligen geifte, Der uns sein' bülf allzeit leifte: Damit wir ihm gefällig seyn In dieser jeit, Und folgends in der emigkeit. 3. Ach GOtt! wenn mir das Emmet ein, Was ich mein tag begangen; So fällt mir auf mein herz ein stein, Und bin mit furcht umfangen: Ja ich weiß weder aus noch ein, und müßte gar vers Lohren seyn, Wenn ich dein wort nicht hätte. 4. Dein heilsam wort mir aber fagt, Daß alles wird vergebeng Was hier mit thränen( busſe) wird beklagt, und nichts soll schad'n am leben; Dieweil es alls gnad verheißt Dem, der da mit jerknirschtem geiß Im glauben in dir Edmmet. 5 Und und zwar von der im Glauben gesuchten Gnade s. Und weil ich denn in meinem finn, Wie ich zuvor geklaget, Auch ein betrübter fünder bin, Den fein gewissen naget: Und wollte gern im blute dein Von fünden abgewaschen seyn, Wie David und Manasse: 6. So komme ich zu dir allhie In meiner noht geschritten, und will dich mit gebeugtem knie Von ganzem Herzen bitten: Vergib mir, HErr! doch gnädiglich, Was ich mein lebrag wider dich Auf dieser welt begangen. 7. Ach HErr mein GOtt! vergib mirs doch um deines na mens willen, Und thu in mir das fchwere toch Der übertretung stilläßt. Wenn erd und himmel len: Daß sich mein herz zufrieden geb', Und dir hinfort zu ehren leb' Im findlichen gehorsam. 343 zeigt er sein verlangen! 2016 schmerzt ihn mein verderbte# stand. Drum hilft er mir gefalls nem auf, Bewahrt und fördert meinen lauf. * 8. Stark mich mit deinem freuden- geist, Heil mich mit deinen wunden. Wasch mich mit Deinem todes- schweiß In meiner leiten stunden, und nimm mich denn, wenn dirs gefällt, Im wah ren glauben aus der welt Zu deis nen auserwählten. 4. Er überläßt sich mir zu ets gen, und sein verdienst ist mein panier*. Will mir der feind die rechnung zeigen; Und hält mix tausend fünden für; So hab ich JEsunt, dessen blut Den allerbes fien abtrag thut. * sieges jeichen. weicht und bricht, Was acht ichs? JEsum laß ich nicht. 6.Ich will ihn immer fefter hals ten, wenn er sich zu entfernen scheint. Ich weiß, wenn herz und blut erkalten; So bleibet er der beste freund. Ich kleb an seiner gnad allein, Wie könnt er mir ents gegen seyn? 7. Er hangt am creuze aus ers barmen, Und spricht: kommit, arme fünder! kommt; Kommt, ruhet Mel. Wer nur den lieben GOtt ze. fanft in meinen armen, Bedenkt, 534. Oft lob! ich darf was euren ſeelen frommt. Last herz mein eigen seyn: So Fehr ich wieder bey euch ein. noch gen, Obgleich des satans höllen brut Und mein gewissen mich ver Flagen; Hier hab ich meines JEfu blut: Trog allem, was mir schaden kann! Mein JEfus nimmt die fünder an. wehrt. Wer GOtt das bündniß aufgekündigt, und niemahls seis ner recht begehrt; Verdiente freilich grimm und fluch, Und des er Sürnten richters spruch. 3. Doch JEsus eilt, mich zu umfangen, Ergreift und nimmt mich bey der band. Wie sebulich s. Wie sollt ich mir nun grauen laffen? Ich hab und halte JEsum feft. Mein glaube soll ihn recht umfaffen, Bis er mir seinen segen 8. Mein JEsu! weil dirs so bes liebet, So ftell ich mich auch bey dir ein. Mein herz, das sich dir nun ergiebet, Goll deine ruh und wohs nung seyn. O wie gewünscht ers 2. Ich habe mich zwar sehr verscheinst du mir! Denn tod und fündigt, und bin nicht solcher güte fünde fleucht vor dir. 9. Ich bringe dir mit vielem tämpfen Mein herz; ach schmück es selber aus! Hilf sand und widersacher dämpfen, Bewahr dein dir vertrautes haus. Mein glaube hängt und klebt an dir, Bleib JEsu! bleib doch fiets an mir. 94 Dak 344 Von der wahren Busse und Bekehrung Mel. JEsu meines lebens leben. f weil du fo zerschlagen Haßt die Esu! der du meine fünd am creus getragen; Ey so 535. feele Haft durch dei prich mich endlich frey, Daß ic nen bittern tod Aus des teufels ganz dein eigen sey. finstern höle und der schweren fünden noht Kräftiglich heraus geriffen, und mich solches lassen wissen Durch dein gnadenreiches wort: Sen und bleib auch ist mein hort. schrecken Und des satans grimmies 7. Weil mich auch der höllen teit Vielmahls pflegen aufzuwels Een, Und zu führen in den fireit, Daß ich schier muß unterliegen: Ach so bilf, HErr JEsu: stegen. O du meine zuversicht! Laß mich ia verzagen nicht. 2. Treulich haft du ja gesuchet Die verlohrne schäfelein, Als sie liefen ganz verfluchet In den höls len- pfuhl hinein. Ja, du satans überwinder! Haft die hoch be trübte fünder So gerufen zu der buß, Daß ich billig kommen muß. Deine nägel, cron und grab, Und 8. Deine roht gefärbte wunden, der schmerz, den du empfunden, Wenden alle plagen ab. Deine pein, dein blutig schwitzen, Deine firiemen, schlag und rizen, HErr JEfu! trösten mich. Deine marter, angst und flich, O 3. Ach! ich bin ein kind der funden, Ach! ich irre weit und breit. Es ist nichts an mir zuten, Da man nicht entfliehen kann 9. Wenn ich vor gericht soll tres finden, Als nur ungerechtigkeit. Ach! so wollest du mich retten, All mein dichten, all mein trach. Ach! so nimm dich meiner an. Du ten Heißt mich meinen GOtt allein, HErr! kannst es wehren, verachten. Bislich leb ich san: Daß ich nicht den sluch darf hds und gar, Und sehr gottlos imren: Shr, zu meiner linken hand, Send von mir noch nie erkannt. merdar. 4. HEre! ich muß es ia bekennen: Gar nichts gutes wohnt in mir. Das war, was wir gutes nennen, Halt ich meinerseele für: Aber fleisch und blut zu zwingen, Und das gute zu vollbringen, Fol get gar nicht, wie es foll: Was ich nicht will, thu ich wol. F. Aber HErr! ich kann nicht wissen, wie viel meiner fehler fenn: Mein gemüht ist ganz serriffen Durch der fünden schmery und pein, Und mein herz ist matt von forgen. Ach: vergis mir, was verborgen. Nechne nicht die misfethat, Die dich, HErr! ergür net hat. zen, Du erkennest meine pein. Es 10.Du ergründest meine schmers ist nichts in meinem herzen Als dein herber tød allein. Dis mein herz mit leid vermenget, Das dein theures blut besprenget, So am creu; vergoffen ist, Geb ich dir, HErr JEfu Chrift! II. Nun ich weiß, du wirst miz stillen Mein gewissen, das mich nagt; Es wird deine treu erfülleng Was du felber zugesagt: Daß auf dieser weiten erden Keiner je vers lohren werden, Sondern ewig les ben soll, Wenn sein berz nur glaus bens voll. 0. 12. HErr! ich glaube, hilf mis JEfu! du haft weggenom: schwachen, Laß mich ja verzagen men Meine schulden durch dein nicht. Du, du kannst mich fiårs blut: Laß es, o erlöser! kommenter machen, Wenn mich fünd und Meiner feligkeit zu gut: Und die, tod anficbt. Deiner gute will ich traten and wae von der im Glauben gesuchten Gnade. 345 trauen, Bis ich frölich werde nicht, Die angst mir alle Fraft zers schauen Dich, HErr JEsu! nach bricht: Wollst mich mit troft ers bem fireit In der frohen ewigkeit. quicken. 8. Schau doch, o HErr! wie lang soll ich In meinem herzen angsten mich? Schau doch, wie ich mich quähle. Mit gnaden wende dich zu mir, Und mich aus meinen ångsten führ, Der ich mich dir befehle. 536. Mel. Kommt her zu mir spricht zc. Err JEfu Chrift: mein höchster trost! Der du für mich den tod gekost, Mein' sünd muß ich bekennen; Sie liegt mir auf dem herzen sehr, Daß ich kaum odem hole mehr, Will mich wie feuer brennen. 9. Erbarme dich, HErr JEsu Chrift: Der du allein barmherzig bist; Der schmerz hat mich durchs 2. Ich war empfangen und gefressen. Verfahre mit mir nicht bohrn In sünden; ich sollt seyn so scharf: Denk, daß ich deiner verlohrn: Du machtest mit dem gnad bedarf, Der wirst du nicht blute, Das die aus deiner feite vergessen. floß, Mich ganz von meinen sünden los, Und starbest mir zu gute. 10. Wer ist, der kann und will dem kind, Das er in nohten 3. Nun aber hab ich mich aufs stecken findt, Nicht lindern seine neu mit gröffern fünden ohne schmerzen? Und wenn ers gleich fchen An leib und feel befleckct.init ruhten schlägt, Er dennoch Gebohru lag ich im fünden koht: liebe zu ihm trägt In seinem vas Jezund lieg ich mit schand und ter herzen. fpott Mit eigner fünd bedecker. 11. Ich bin dein kind, das diri 4. Du gabeft mir, HErr JEsu! HErr Christ! So sauer worden, tin, Ich sollte dir gehorsam seyn, da du bist Für mich am creuz Auf rechtem wege wallen, Dich gehangen. Gebohren hast du mich lieben mehr, als alle schätz, Im mit schmerz: Drum wend zu mie ganzen leben trachten fiets, Wie| dein vater- hers, Darnach trag ich ich dir mögt gefallen. <. Und ich begieng, nach meinem raht, Nur eitel schand und misfethat Bey tag und nacht mit haufen. Wenn ich mein leben beffern sollt, So hab ich nicht daran gewollt; Bin fünden nach gelaufen. 6. Wie haft du, HErr! so gua diglich zu deinem bild erschaffen mich, und mich so hoch geeyret! Und doch begieng ich böses kind Gar oft viel laster, sehand und sünd: Dein bild hab ich zerAdhret. 7. Die fund ist eine centners last: Sie läßt mir weder ruh noch vast, Sie wird mich unterdrük fen. I fann fie langer tragen verlangen. 12. Ich habe zwar gesündigt sehr: Doch war der fünden noch vielmehr, Wirst du sie mir ers lassen. Und wenn du gleich auch süchtigst mich; So thuft du alles väterlich, Dein kind kannst du nicht haffen. 13. Wo ist ein weib in aller welt, Die ihres Kindes sich ents hålt? Sie schleußts in ihre ars men: Und wenn sie gleich vergess fen wollt Ihr eingepflanzte lieb und huld; Wirst du dich doch ers barmen. 14. Dis hast du jugefaget mer, Dein wort ist wahr, ich traue dirj Du wirst an mich gedenken: Und mich, wie du versprochen baß, Frey 25 Was 346 machen von der schulden last, Jus tiefe meer sie senken. * 1c. O JEfu Chrifte, GOttes fohn! Erhöre mich von deinem throu: Verzeih mir alle fünden; Damit dein leiden, tod und pein An mir nicht mag verlohren seyn. Ach laß mich gnade finden! Von der wahren Busse und Bekehrung respo Mel. Komm heiliger geist ze. Dein JEfu, liebster menschen- freund! Verstoß den nicht, der hier er scheint Mit fünd und missethat 537. Mein an einem öffentlichen Buß Tage. Mel. Wer nur den lieben Gottu, ir bie nimm den auf zu gnaden! Verwirf mich 538.2 einen füffent, ch nicht, mein troft und heil! Gib mich der hölle nicht zu theil. Schau, wie das her: nach trofte Lechiet, Und meine seele nach dir achiet. Halleluja, Halleluia. HErr von groffer gut und treu! Und fühlen, leider! im gewissen, Wie sehr dein zorn entbrennet sey. Das maaß der fünden ist ers füllt, Ach weh uns! wenn du ftrafen wilt. 2. Jch muß gesteht, daß ich ges fehlt, und der verdammiten weg erwählt; Nun komm ich auf dein rufen wieder, und werfe mich in demuht nieder; Mein JEsu! nimm den fünder att, Der zwar viel misfethat gethan, Jest aber alles hoch bereuet, und heiffe thrà nen vor dir streuet. Hall. Hall. s. Ach hirte! heb bein schaffein auf, Und trage mich in vollem lauf Zu deinerauserwählten heers de, Die ich im himmel finden werde. Bewahre mich in deinem schatz, Und gib mir bey den engeln plas, Die sich mit dir ist höchstens freuen, wenn mich die sünden herzlich reuen. Hallel. Hall. 3. Ich bin ja das verlohrne schaaf, Ich lag im tiefen fünden fchlaf: Ach! ich bin der verlohrne groschen, Auf welchen GOttes bild verloschen. Du aber bist der treue hirt, Das auge, das mich suchen wird: Ja, ia du hast mich fchon gefunden, und siehest meine feelen wunden. Hall. Hall. 2. Du bist gerecht, wir alle fünder; Wie wollen wir vor die bestehn? Wir sind die ungerahtne Finder, Die wege des verderbens gehn, Die würdig, daß uns pest und schwert Und hunger långstens aufgesehrt. 3. Doch vater! denk an deinen namen, Gedenk an deinen lieben sohn. Dein wort heißt immer ja und amen, Dein end schwurzeuget selbst davon: Du willt der fünder tod ja nicht; Drum geh mit uns nicht ins gericht. 4. Wir liegen vor die in dem staube, und unser ber; ist dang erknirscht. Uns tröstet ganz als 4. Ach heile den, der schmerzlein der glaube, Daß du dich noch lich Frank! Ach führe mich den erbarmen wirst. Ach du haft noch rechten gang, Damit ich, von dir ein vater- her;; So fich doch ist aufgenommen, zu deiner gnade auf unsern schmerz. möge kommen. Sprich meiner feele tröstlich zu, Und schenke dem gewissen ruh: Ich liege hie vor dir barnieder, Versöhn mich mit dem water wieder. Hall. Hall. *. Der mittler selbst tritt in die mitten, Ach! schaue seine wunden an, Die er für unfre schuld erlits ten, wodurch er dir schon guug gethau. Wirst du nicht guddig auf UNG und war von der im Glauben gesuchten Gnaden 347 and fehn, So muß sein blutvers, ner vater- huld Aufs neue mich lohren gehn. 6 Ach blut! ach blut von GOts tes sobire! Schrey für uns um barmherzigkeit. Schau, JEsu! von dem gnaden- throne, und denke doch der altenzeit, Da dich der fünder schmerz gebeugt, Dal du oft gnad und huld erzeigt. 7. Ach! laß die wolverdiente Frafe Nicht über unsre häupter gehn, Daß wir nicht als verlohrne fchaafe Von deiner hut verlaffen Behn. Samml' uns in deinen gnaden- schooß und mach uns aller plagen los. 8. Steck ein das schwert, das uns foll freffen; Den würger laß vorüber gehn. Laß uns das brot in frieden effen. Laß keine solche jeit entfehn, Die uns dein wort fo theuer macht, Daß unser her: baben verschmacht't. 9. Gib fried im land und im gewissen, Gefunde luft, wolfeile leit, und laß uns deinen schuß genieffen. Befördre die gerechtig: Feit. Crón unfer feld mit deinem gut, Nimm kirch und haus in deine hut. 10. So wollen wir dir opfer feyn mit leib und feel. Es foll dein fob ste mel dringen; Und dein erlöstes Ifrael Wird in der hütten Jacobs schreyn: Der HErr soll mein GOtt ewig seyn! Gesuchte Gnade wegen öfteren Rückfalles in vorige Güns deit. Mel. O GOtt du frommer ze. $ 39. Wie oft versprach ich den abzustehen, zu thun, was du befiehlst, Den tugend- weg zu geben: Doch hat mich satan stets it neuer lig befridt, tind beis entrückt. 2. Ich kannte dein gebot, Doch hab ichs unterlaffen. Mich trieb die fleisches- luft Zur breiten höls len straffen. Ich bin der böse knecht, Der vieler streiche wehrt, Der wol verdient, was dort Vers dammten wiederfährt. 3. Mein blöder sinn fühlt ieit, HErr! deines grimmes schrecken. Wo flich ich armer hin? Und was kann mich bedecken? Dieweil dein unglücks- pfeil und strenges richs ter- schwert Von mir schon rache sucht, und schrecklich auf mich fährt. 4. O JEsu GOttes fohit, D suflucht armer fünder! Du bis der gnaden thron, Der höllen überwinder: Komm jest, mein heit, mein schuh Und zuversicht zu feyn. Komm, still des vaters zorn, Und tritt jest mitten ein. s. Zwar meine schuld ist groß, Die mich vor Gott verklaget: Ich hab ihn oft getäuscht und beffrung zugefaget; Doch wich ich wieder ab. Jest fteh mir gnädig bey, Daß ich, durch deine kraft, Treu und beständig sey. Hilf meinen Frankenbergen Durch dein verdienst und tod: Befreye mich von schmerzen, Von angst und höllen- vein. Halt mich fort gnädiglich mit deiner treuen hand. Her bilf! HErr, böre mich! Buß- Gedanken über die Güns den der Jugend. Mel. Allein zu dir HErr JEſu ni 540. Ideinem throu, Denn schäme mich du prüfft aller herzen. Ach schohne mich, 0GOttes sohn! Mich der vo fünden- schmerzen Erbarme bich UND Bon der wahren Busse und Belehrung 348 und nimm mich an, Du bist allein, der helfen kann. Geh ja nicht mit mir ins gericht, Verstoß mich nicht, Jndem mein herz für angst serbricht. meine that, Die dich so oft belei digt hat. 6. Gedenke nicht der jugendSchuld, Des frechen übertreten. Erig ferner noch mit mir geduld, Er dr mein ängstlich beten. Lösch as, HErr JEsu! durch dein blut, und mach das schuld- register gut. Biel mächtiger ist deine gnad, Als 7. Hilf mir von fünden abzus stehn, und durch ein heilig leben Den wahren tugend- weg zu gehn Dir will ich mich ergeben. Ich will durch deines geistes kraft, Der wollen und vollbringen schafft, Voll reu und leid mich dir allein Bum dienste weihu, Ach! laß es ia und amen seyn. 2. Ach! wenn mein herz zurücke denkt, Mit wie viel missethaten Ich dich von jugend auf gekränkt; So kann es sich nicht rahten. Ich fündigte voll unverstand. Dein wille war mir unbekannt. Das böse wußt ich allzuwol. Wie blind und toll Macht ich das maaß der fünden voll. 3. Trieb mich die zucht zum gu ten an; Hab ichs doch wider wil Len Aus furcht der strafe nur ges than, Zum schein es zu erfüllen. So gieng ich hin, so wuchs ich auf; So nahm mein schnöder lebensLauf Am alter, nicht an gnade, zu. Die seelen ruh Verschwand; dis alles sahest du. 4. Mit trug und lügen deckte ich Des herzens böse tücke. Kein ernstlich drauen schreckte mich, Es sog mich nichts zurücke. Mein| mich schrecken kann. ganzes thun war wider dich; Mein 2. Weicht nun von mir, ihr füns eigen her; verführte mich: Ich den! Denn euer firick zerreißt.J brachte fünden greul zu hauf. will mich dem verbinden, Der mir Mein lebens- lauf War ganz verfein herze weist. Der mich mit Derbt von jugend auf. blut erworben, Der nach so mans cher pein So gar für mich gestors ben, Soll mein beherrscher seyn. s. Die schuld ward mit den jahven groß, Brach aus zu wilden wesen: Gleich wie ein roß, das 3. Nimm alles, was ich habe, sügel los, Lief ich zu allem bösen. Mein JEsu! von mir hin: Mein Ich wuchs an hoffart, üppigkeit, her; ist eine gabe, Die ich dir schuls An frechheit, wollust, trotz und dig bin. Ich will mit allen kräfe neid: Und meine schndde luft- beten In deinem dienste stehn, Mein sier Zog mich von dir. Ach JEsu! ach! vergib es mir. fleisch ans creuze heften, Auf dich, mein vorbild, sehn. 4. Ich will stets heilig leben 1 Las deine guaden hand Mix schwachen starke geben. Erleuchte den verstand, und beuge meinen willen, Daß er dein joch erwählt. Du wollst in mir erfüllen Das, was mir annoch fehlt. 1. Dein Don den Früchten der Buffe, als: dem guten Vors satze und der Besserung des Lebens. Mel. Herzlich thut mich verlang. Ott ich 541, lob! nun bab den abgesagt, Der fatan liegt dars nieder, Der mich bisher verklagt. Ich bin ein kind der gnaden; GÖtt nimmt mich wieder an, Daß mir kein fluch nicht schaden, Kein zorn und war von den Früchten der Buffe. t. Dein geist wird dis verleis ben, Der alles gute schafft; Jch will mich dessen freuen: Er giebet trost und kraft. Laß ihn mein her; verriegeln, So kömmt kein böses drein: Laß ihn es dir versie: geln, So werd ich selig seyn. Mel. O GOtt du frommer zc. 542. So komm ich denn, mein Ein frommer chrift zu werden, zu andern herz und sinn, Wort, sitten und geberden. Es soll der alte mensch Durch deine guaden- kraft, Und was noch fündlich ist, In mir seyn abgeschafft. 2. Ich will hinfort nicht mehr Nach meinem willen leben. Ich will mich ganz und gar Dir, mei nem GOtt, ergeben. Ach! mache du mich selbst Von welt und fünde rein. Laß unser beider ber; Ein herz, ein wille seyn. 3. Mein geißt soll nun nicht mehr An schnöder erde kleben, Er soll sich, GOtt! zu dir, zu Deinem himmel heben. Ich will dein tempel seyn, Ein reines GOttes- haus In welchem JEsus wohnt; Die fünde soll hinaus. Ich will mein leben nun Nicht mehr in fünden führen. Ich wills mit gottesfurcht und from men wandel zieren. Ach GOtt! regiere mich. Ach lebe du in mir! Und richte mund und herz Und that allein zu dir. 349 der brechen. Ich will gehorsamss voll, Durch dich, in wort und that Bezeugen, was dir her; Und mund versprochen hat. s. Laß mich nun fernerhin Mit mehrer andacht beten, Nicht mehr im eiteln sinn Vor dich, mein könig! treten. Ein laulich tes gebet Gefällt dem höchsten nicht, das nur der blosse mund, Und nicht das Herz, verricht. 6. Was ich im beichten dir Hinfabro werd versprechen, Will ich sicht, wie bisher, mit vorsay wies 7. Dein abendmahl soll mich Im wahren glauben stärken, Daß man die besserung Im leben könne merken. Ach! dieses himmelss brot Und trank verandre mich, So werd ich himmlisch seyn, So leb ich heiliglich. 8. Weil ich ein chrifte bin, Will ich auch christlich wandeln, Nicht wider meinen GOtt Und mein gewissen handeln. Mein thätig chriftenthum Zeigt sich nun ieders seit mt glauben, gottesfurchtund wahrer heiligkeit. 9. Ich will mich auch der welt Hinfort nicht mehr gleich stellett, noch in gesellschaft mich Den bösen zugesellen. Nur weg, o welt! nur weg! Ich andre meinen sinn, Ich will nun nicht mehr seyn, Der ich gewesen bin. 10. Die fünden will ich nun, Die ich sonst liebte, haffen. Gott, den ich sonst gehaft, Will ich in lieb' umfassen: Und will die welt zu luft, Pracht, üppigkeiten gehn z will ich mit feel und leib ZuCbris fti dienste stehn. 11. Ich will um gottesdienst nicht aus gewohnheit gehen: Es soll hinfort aus lieb Zu deinem wort geschehen. Nach dem, was ich gehört, Richt ich mein lel en ein: Denn hören und nicht thun Vere grössert straf und pein. 12. Ach JEsu! gib mir kraft, Damit ich treu verrichte, Wozu ich mich dir jezt Aus herzense grund verpflichte. Ach! ich lin ganz verderbt und sündlicher nas tur; Drum mache du mich selbst Sur neuen creatur. 13. So kann ich auch getroß In JEsu selig ferben, und als ein GOttesskind Dein freuden- reich cra 350 Von der wahren Buffe und Bekehrung ererben; Da werd ich ganz und in GOttes huld zu ruhn. Die gar Vollkommen und verneut, heißt bey Christo: buffe thun. on sünd und leiden los, In ewigkeit erfreut. 7. So andre, JEsu! mein ges mühte: So gib mir einen neuen sinn. So laß mich nun, o höchste gute! Auch buffe thun: und reiß dahin, Was noch von fünden an mir klebt, Was deinem willen widerstrebt. 8. Laß mich in meiner feele Franken, Daß ich das eitle so ges liebt; Und dir mein Herz zur wohs nung schenken, Dir, der mir so viel gnade giebt; Auf daß ich so in buß und reu Ein neuer mensch Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Mein schöpfer! lehre ein schöpfer! lehre mich wol 543. Was wahr und rechte busse sey. Hilf mir die fünden ernstlich haf fen, und laß mich ohne heucheley Mein leben bessern: dis allein Kann ein beweis der busse seyn. 2. Dein theurer sohn befiehlt: thu buffe! Das heißt: verandre deinen sinn, Fall Gott in reuzeit lebens fey. und leid zu fuffe, und bleibe nicht mehr, wie vorhin Als Mel. HErr GOtt der du erforsch. ein verlohrnes sünden kind, Angsttlich, boshaft, welt ge 544.Shaff in mir, GOtt! ein reines herz! Und heilge meine sinnen. Laß mich forthin in ernft und scheri Nichts fündliches beginnen. Gib, daß gedanken, werk und wort 3. Erag nicht, wie sonst, an dem belicben, Was fleischlich, irdisch, weltlich heißt. Nun folge GOt tes heilgen trieben, Daß sich dein Stets lauter seyn; gib, daß hinfort ber; der welt entreißt. Sey nun- Dein geist mein herze rühre, Daß mehr, als ein GOttes- kind, Nur ich erkenn', wie fünden- wust, geistlich, himmlisch, fromm ges 4. Dein fromm- seyn sey kein heuchelwesen, Dein beten nicht fcheinheiligkeit. Laß aus den an fern werken lefen, Daß du dein berje GOtt geweiht. Vollführe nun, was Gott gefällt, und haß das wefen dieser welt: *. Gib deinem nächsten alles wieder, Was ihm betrug und lift entwandt. Ja reinge die befleckte glieder Von sünden schuld; mit beiner hand Chu iedem, auch dem feinde wol: Sen stets von lieb' und fanftmuht voll: 6. Verwirf beschimpfung, haß and lügen: Begehr nicht, was des nächsten ist. Beig, durch den ab scheu für betrügen, Daß du ein freund der tugend bis. Such sets Pracht, hoffart, gei; und fleischess. luft Zulest zur höllen führe. 2. HErr! gib mir einen neuen geist/ Der dir gewiß vertraue; Auf alles, was dein wort verheißt, Ohn allem zweifel baue: Daß ich ges troft und ohne scheu Mich deines treuen beyslands freu, Wenn ich aufrichtig handle, Und in dem ftande, drein dein raht mich auf der welt gesetzet hat, Treu und unsträftlich wandle. 3. Hab ich gleich böses ausges richt, Wollst du den zorn nicht schärfen; Noch mich von deinem angesicht, Gerechter GOtt! vers werfen. Denn meiner fünden straf und schuld Tilgt deines sohnes lieb' und huld, Worauf ich mich verlaffe; So daß ich um vers gebung fieb, tnb, weil ich noch auf und war Beicht- Lieder vor der Belchte: auf erden geh, Die fünde flieh und haffe. 4. Den heilgen geift nimm nicht von mir, Und laß mich seine gaben, Glaub, hoffnung, liebe für und für In meinem herzen haben. Der geist der weisheit lehre mich Recht kennen, recht verehren dich; Auch laß in allen dingen, In mei nem amt, durch ihn allein Den an fang stets gesegnet seyn, Das ende wol gelingen. 5. Und wenn du mir zur beffe: rung Biel trübsal zugeschicket; So gib, daß solche züchtigung Mich nicht gar unterdrücket. Komm felbst, mein GOtt! und tröste mich mit deiner hülfe Eräftiglich; Und lehre mich bedenken, Wie al les leiden dieser zeit nicht wehrt fev iener herrlichkeit, Die du uns dort wirft schenken. 351 2. Bezeuge deine reue, Erkens ne deine schuld. Ruf, achze, seufs ze, schreye Um GOttes gnad und huld. Verwirf die sicherheit: Laß keine nacht der fünden In deinem herzen finden: Wach auf! noch ist es zeit. Beicht- Lieder. I. Vor der Beichte. Morgen- Lied am Tage da man beichten will. 3. Bisher läßt dich Gott leben Und trägt geduld mit dir. Er hat dir frist gegeben, Damit dein herz noch hier Auf wahre besfrung denkt. Drum auf! und thue busse, Fall ihm in reu zu fusſe, Weil er noch gnade schenkt. 4. Ach! sprich: ich bin in fünts den Empfangen und gebohrn: Mein kinds- recht will verschwins den, Das erbtheil ist verlohrn; Den tod hab ich verdient: Dis machen meine thaten. Doch GOtt! du wirst mir rahten, Weil mich dein sohn verfühnt. 6. Ermuntre mich, daß, HErr! durch dich Mein gram und leid verschwinde. Dein freudger geist enthalte mich, Daß ich erkenn und finde, Nichts auf der ganzen welt sen wehrt, Daß sich mein herz dar <. Er ist für mich gestorben: Was ich nicht zahlen kann, Hat mir sein blut erworben, Das gnug für mich gethan. Und dis bring ich dir dar; Drum rette mich von banden, Weil Christus ausgestans um verzehrt, und sich in schwerden, Was mir bestimmet war. muht feget, Die traurig macht, die glieder frißt, Dem nächsten nur beschwerlich ist, und dich, mein GOtt! verleget. 6. Mit diesem ftarken glauben Tret ich vor deinen thron; Nichts soll mir JEsum rauben. Und HErr! durch diesen sohn Muß ich dereinst so gar Das ewge leben erben, Weil er dir bis zum sterben Für mich gehorsam war. 7. Wolan, ich will bekennen Jm beicht ftuhl meine sünd, Und mich aufrichtig nennen ein tief verschuldet kind. Laß deinen guten geist Mein herz mit ans dacht zieren, Zerknirschen, schlas Mel. Aus meines herzens ze. 545. Auf! auf an diesem sen, rühren, Daß es in thränen Amorgen, Mein her;! schwing dich empor, Die ſeele zu versorgen; Tritt an das licht her bor, Und suche nun einmahl Das böfe zu verlassen, Die finsterniß zu daffen, Die dir dein leben kabl. 8. Du hast jafelbft versprochen, Dein geift verachte nicht Ein hers in ren zerbrochen, Ein flehend angesicht. Ich bitt um gnad und buld, ach laß mich die erlangen 1 Bon der wahren Buffe und Bekehrung 352 Vergib, was ich begangen, Und tilge meine schuld. 9. Ich tret in deinem namen Jeit meinen buß- tag an. Sprich auf mein beichten: amen! Daß ich mich trößten kann, Du seyft mein vater noch, Wenn ich dich kindlich flehe, In deinen wegen gehe. Erhör, erhör mich doch! Mel. JEfu deine heilge wunden. 546. du dpfer aller binge! Höre, höre mein Gott! erbarme. mein gebet, Das ich jezo vor dich bringe, Weil mein herz in augsten steht. Meine fünden drük Een mich, Drum komm ich und fuche dich, und bekenne meine fünden; Ach! laß mich doch guade Enden. 2. HErr! du heisfest alle kommen, Ladeft iedermann zu dir. Drum bin ich nicht ausgenommen, Noch von deiner gnaden thur Ausgeschlossen: sondern du Willt und wirst mich noch darzu Von den fünden, die mich druk: ten, Ganj entbinden und erquiks Een. 3. HErr! dein wort bleibt ungebrochen, Das du uns einmahl geredt. Da du gnaden- reich ges sprochen: Sucht mein antlig mit Bebet; Darunt komm ich auch vor dich, Such dein antlig, HErr! laß mich Die vergebung meiner fünden, Leben, trost und wort: Will die knie in demuht Biegen, Dir bekennen, treuce bort! Was sich böses ben mir findt. Ich bin das verlohrne kind, Das, durch satans lift verblendet, Deine guter hat verschwendet. 6. Nun was soll ich weiter fas gen? Ich will nun an meine bruft Mit dem armen zöllner schlagen; Weil dir alles wol bewußt, Was mein böses herg gethan. Sieh mich wieder gnädig an: Ich fall dir in deine arme, Meiner dich, Dern daß er sich bekehrt Vonden fänden, und begehrt Mir, als sei nem GOtt, ju leben; So will ich die schuld vergebent. *. Nun wolan, du kannst nicht lügen, HErr! ich balt mich an dein den, Ich verleugne nicht die 7. Ich verleugne nicht die füns schuld; Aber laß mich gnade fins den, Trage nur mit mir geduld. Alles, was ich schuldig bin, Zahlt mein JEsus, nimm es hin, Nimm fich ließ für mich erwürgen. die jahlung meines bürgen, Der Schaue dessen leiden an. Meine 8. Nun, o vater aller gnaden! schuld kann mir nicht schaden, Er hat für mich gnug gethan. Dies ses ist es, was mich tröst: Durch sein blut bin ich erlöst, und in seis nen tiefen wunden Hab ich fried und ruh gefunden. gnade finden. 4. Deine handschrift übergebe Ich dir selbst, o treuer Gott! Mel. Es wolle GOttuns gnädig. heißt: wahr ich lebe, Ich will nun in den will nicht des fünders tod, Gom? 547.J beicht fiuhl geht, Und meine fünden beichten. Gott wird in gnaden bey mir stehn, Und meine feel erleuchten, Daß sie der fünden schwere schuld Erkennet und bereuet, Sucht glaubig GOttes guod und buld, und sich iv Esu! deinen leib und blut; 9. Nun ich eile, ju genieffen, Mein so sehr bedrängt gewissen Tröstet dieses höchste gut. Laß mich würdig vor dir stehn, In die schmecken, und ist sehn, Wie du füß und freundlich denen, die sich herzlich nach dir sehnen. und zwar Beicht Lieder nach der Beichte. Im geift erneuet Zum wahren driften leben. 2. Hast du, mein GOtt! das wollen mir Aus gnad und huld ges geben, Daß mich verlangt, hins fort vor dir In frdmmigkeit zu les ben; So gib mir auch die kraft darzu, Daß ichs vollbringen möge, Mit freuden deinen willen thu, Und nie zum guten träge, Was du befiehlft, verrichte. 4. Laß mich tegund aufmerks sam seyn Auf alle meine worte: Gib mir die worte selber ein An deinem heilgen orte. Gib, daß ich auch mit allem fleiß Aus deines dieners munde Dein wort recht zu erwegen weiß. Hilf mir in die fer stunde Den gnaden: bund er3. Ach HErr! du selbst bekehre mich, So werd ich recht bekehret. Ich bitte dich herzinniglich, Laß mich nicht unerhöret. Ach! stehe mir doch gnädig bey, Verleih mir gnad und stärke. Mach mich von allem zweifel frey In diesem fees len werke: Dein geist mich un- nahm alle straf auf sich. terstüke. 353 2. Nach der Beichte. Mel. JEsu meines Lebens lebent 6. Den guten vorsatz stark in mir, Nichts laß mich davon treiben, Auf daß ich möge für und für In deiner gnade bleiben; Hilf, daß ich nunmehr wandle fiets Im glauben und in liebe, und durch Die Fräfte des gebets, Erfüllt mit beinem triebe, Biel gutes schaff auf erden. 548. Freu bich, ängstliches gewiffen! Sey vers gnügt und gutes muhts: Denn die handschrift ist zerriffen; Dein erloser thut dir guts. Laß dein trauren, laß dein weinen, Gott läßt gnade für dich scheinen. Du bist frey und sollt allein Deines JEsu eigen feyn. 2. Zwar dich drückten deine füns den, Ihr gift nagte dir das herz: Niemand konnte dich verbinden, Niemand linderte den schmerz. von den centner- schwerent ketten Konnte dich kein mensch erretten: Doch dein Jesus heilte dich, und 3. Dein verdammliches verbres chen Sollten teufel, höll und tod Unaufhörlich an dir rächen: JE fus aber nimmt die noht, Die dich ewig sollte drücken, Selbst auf feinen heilgen rücken, Leidet trübsal, tod und pein, um dich völlig zu befrenn. 4. GOttes eifer, grimm und toben, Die dein frevelmuht ers regt, Wird gestillet und gehoben, und auf GOttes sohn gelegt, Der dich aus geneigtem willen Läßt mit gnad und segen füllen: Der dir volle gnüge schenkt, Sich mit gall und myrrhen trănft. neuren. 5. Laß mich, HErr! nicht leichtsinnig seyn In bessrung meines lebens: Laß mich dis werk nicht blos zum schein Verrichten, noch vergebens, Daß ich da wie der fienge an, Wo ichs zuvor ge endet. Ach! wer sich von der<. GOttes kind auf seinen reis sünden- bahn nicht zu der tugendsen, Die es blos für dich gethan, wendet, Der beichtet ganz vers Muß sich so mit kummer speifen, gebens. Als man kaum erdenken kann; Nur damit an seinem tische Sich dein geift dereinst erfrische. Hier speift feine liebesglut Dich mit seinem fleisch und blut. 6. Ja, er stillt der Höllen flußs ten, Die des höchsten zorn ee. regt. Durch sein leiden durch sein bluten Wird des vaters sinn bewest, um des theuren sohnes 3 Wils 854 Von der wahren Busse und Bekehrung willen Seinen fluch nicht zu ers 2. Mein schöpfer! ich bekenn füllen, Den dein abfall doch verdir, In meinem fleische wohne dient: So wirst du mit GOtt verfühnt. 7. Treuster JEsu, troft und leben, Meiner feelen bestes theil! Du bist, der mir ruh gegeben, Der mein ganz verlohrnes heil Sammt dem segen wiederbrachte, Hilf, daß ich nichts höher achte Weder hier noch ewig dort, Als dich, meinen schuß und hort. Ein böser sünden- gift, wofür Dein zorn mit ftrafen lohnet. Je habe die gerechtigkeit, So dir ge= fällt, vor langer zeit In Adam ganz verlohren. Zum guten bin ich taub und blind, Dieweil ich armes sünden kind In sünden bin gebohren. 8. Nimm mein alles, was ich habe, Zur vergeltung deiner treu: Ifts doch dein geschenk und gabe; Billig, daß ich dankbar sey. Rich te finnen und gemühte Auf den reichthum deiner gute, Daß sonst nichts als deine treu Mir stets im gedächtniß sey. 9. Tilge meiner fünden mense, Hilf, daß mich kein schneller fall, Lift und anstoß von dir drånge; Sondern laß mich überall Stets in deinen wegen bleiben, Deinen geist mich dazu treiben, Was dir, beiland! wolgefällt, Mich in deis nem dienst erhält. 10. HErr! ich will für diese güte, Für so theure gnad und huld, Mit höchst dankbarem gemühte, Mein vermögen, meine schuld Dir, mein heiland! gern abtra gen, Dir stets lob und ehre sagen. Du sollt ewig und allein Meines bersens freude seyn. 3. Nun aber bringt dein liebe sohn Mich wiederum zu gnaden. Er kam von seiner gottheit thron, Erkauft' uns arme maden. Durch ihn allein erbarmst du dich, Mein treuer vater! über mich; Die schuld ist mir erlaffen, und ich kann deine guad hinfort Im facra ment, im geist und wort mit fe stem glauben faffen. 4. Dein theurer name sey ge preift, O JEsu meine freude! Was mir dein wort für troft ers weist Nach ausgestandnem leide, Das weiß mein hoch erfreutes herz, Als welches faft der herbt schmerz Zur höllen hingerücket. Die fünden last war schrecklich schwer, Sie quälte mein gewissen fehr, O weh dem, den sie drübe fet! 4. Nun aber ist die schwere laft, GOtt lob! hinweg genommen. Nun darf ich, als ein lieber gaflı Zu meinem schöpfer kommen. Nun hat er mir durch seinen Mel. HErr GOtt der du erforsch.ger- recht Aus gnaden angetragen, Enecht Im himmel schon das bürs sein dank ich bin ich abermahl dir, Denn alles dis erwarbst du mir Durch deinen tod und plagen. 549. Der fünden last befreyet: Nun bin ich in der christen zahl Aufs neue 6. Gib mir nur deinen guten GOtt geweihet. Mit was für geift, Der freudig in mir walte, worten preif ich dich, Da du mich und mich im glauben allermeiß wieder gnädiglich Als dein kind Bis an mein end erhalte; Damit angenommen? Auf, meine seele! mein herz in angst und leid Fest Tobe GOtt; Wir wollen nun auf auf dich hofft, und jederzeit Dich fein gebot Bu seinem altar foms fromm und kindlich ehret: Und, trifft mich auch ein creujes stand, men. und war Beicht Lieder nach der Beichte. Geduldig harrt, bis deine hand Mich deiner hülf gewehret. 7. Verleih auch, daß ich jeden tag Ein christlich leben führe: Daß ich das übel haffen mag, Daß ich mich prüf, und spühre, Wie mein verderbtes fleisch und blut Gar nicht, was recht und chriftlich, thut: HErr! hilf mir tapfer streben. Mein geist der wünschet nichts so sehr, Als daß er möge mehr und mehr Nach deinem wil len leben. 8. Jedoch mein fleisch ist tråg und schwach, und lüstert nach den fünden: Es folget oft dem bösen nach, Das ich sollt überwinden. Ich wünsche, dir recht treu zu seyn, Doch wirft das fleisch viel hindrung ein, und unterbricht den willen: Drum komm und hilf, o treuer hort! Den bdsen trieb durch geift und wort In meinen gliedern stillen. 355 Weil ich nach Gott voll sehnsucht bin: Die nacht, und schwarze weile Vergehe bald; Mein herze wallt Nach GOtt dem groffen gute. Mein wünschen steht, Mein hoffen geht Nach Chrifti leib und blute. 3. Geselle, JEsu! dich zu mir Und wecke mich bey zeiten. Kehr meinen geift allein zu dir, Und gib zu beiden seiten Dein englisch heer, Das mehr und mehr Sich zu den fündern neiget, Wenn Salos mon, Wenn GOttes sohn Sic bey denselben zeiget. = Abend Lied an dem Tage da man gebeichtet hat. Mel. Was mein Gott will ic. 4. So gar im traum erquicke mich, Laß mich zu Bethel liegen, Die himmels leiter zeige sich z So will ich mich vergnügen. Des hauptes stein Soll JEsus seyn, Der hirte bey den schaafen. Hab auf mich acht, Wenn niemand wacht; So will ich selig schlafen. * 1. B. Mof. 28, 12. U. 19. 9. Es sucht der alte mensch allein Mein ewiges verderben: Fldß mir kraft, geift und leben ein, Demselben abjusterben. Gib, daß ich als ein glaubens held Recht Danksagung für die Gnade der Bekehrung. Mel. O GOtt du frommer ze. tampfen mag, und mich der welt 551. Was kann ich doch für Durch deine kraft entreiffen; So kann ich nach der bösen zeit In der gewünschten ewigkeit Dich raht und helfer heiffen. dank, O HErr! die dafür sagen, Daß du mich mit geduld So lange zeit ertragen; Da ich in mancher sünd Und übers tretung lag, Und dich, o frommer GOtt! Eriürnte jeden tag. 2. Sehr groffe lieb' und gnad Erwiesest du mir armen: Ich fuhr in bosheit fort, Du aber in erbarmen. Ich widerstrebte dir, 550. ist wieder frey, Der fein ist abgehoben; Um mich ist alles wieder neu. Die engel schaar dort oben Ist hoch erfreut, Weill ich mich heut Zur busse eingefunden. Ich eile fort, O GOtt, mein bort! In meines JEsu wunden. 2. Ach, hüter! ist die nacht fchier bin: Du frober morgen eile, best auf die straf, Daß sie nicht folgte drauf. 3. Daß ich nun bin bekehrt, Hast du allein verrichtet: Du haft des satans reich Und werk in mir vernichtet. HErr! deine gut und treu, Die an die wolken reicht, hat auch mein feinern ber: Ge brochen und erweicht. 82 4. Selbs 356 Von der wahren Busse und Bekehrung 4. Selbst kommt ich allzuviel deinen edlen reben. Du haft mi Beleidgen dich mit fünden: Ich schon von ewigkeit Des vaters konnte aber nicht Selbst gnade freudenreich bereit, Da soll ich wieder finden. Selbst fallen konnt einst hinkommen. ich wol, und ins verderben gehn: Doch konnt ich selber nicht Von meinem fall aufstehn. 5. Du hast mich aufgericht, Und mir den weg gewiesen, Den ich nun wandeln soll, Dafür sey, HErr! gevriesent. GOtt fey ges lobt, daß ich Die alte sünd nun haß, und willig ohne furcht Die todten werke laß. 6. Damit ich aber nicht Aufs| neue wieder falle; So gib mir deinen geist So lang ich hier noch walle, Der meine schwachheit stark und darinn mächtig sey, Und mein gemühte fiets Zu dei nem dienst erneut. *. Ach leit und führe mich, So lang ich leb' auf erden. Laß mich nicht ohne dich Durch mich geführet werden. Führ ich mich ohne Dich, So werd ich bald verführt; Wenn du mich selber führst, Chu ich, was mir gebührt. 8. O GOtt, du groffer GOtt! O vater, hör mein flehen! JEsu, GOttes sohn! Laß deine Fraft mich sehen. O wehrter beilger geist! Stegier mich alles jeit, Daß ich dir diene bier Und dort in ewigkeit. 3. Wie sorgtest du für meine feel; Wie kraftig war dein ziehen, Daß ich zu dir, Immanuel! Vor GOttes jorn mögt fliehen. Wie groß war deine gütigkeit, Da da mich aus der sicherheit Zum hims mel rufeir lassen. 2. O gnade! denn ich bin er: wählt Indir zum freuden leben, O freude! denn ich bin getablt Bu 4. Du hast, mein treuer feelens hirt! Dich meiner stets erbarmet. Ich ging in eitelkeit verirrt: Doch haft du mich umarmet, Mich von den fünden abgeschreckt, Mein hers sur wahren buff erweckt, Daß ich dich wieder suchte. s. Wie groß ist, JEfu! die ges duld, So du mit mir getragen, Hättst du mich gleich, nach meiner schuld, Zur höllen: pein geschlas gen; So bliebest du dennoch ges recht, Jch aber ein verdammtes knecht, Den du mit recht verstossen. 6. Nun aber sieht es wol mit mir, Doch blos durch deine gnas de. Und bleib ich nur allzeit an dir, So ist nichts, das mir schade. Ich war der höllen freilich wehrt Weil mich der fünden last bes fchwert, und fast zu boden drückte. Mel. Nuit freut euch liebe zc. 7. Jedoch mein herz erholet sich Durch deinen theuren glaus ben, Den du geleget haft in mich: Nun soll mir niemand rauben Das kleinod, das du vorgesteckt; Weil mein herz sich nur darnach ein heiland! achfreckt, und erden lüfte haffet. wie liebst du mich! - Wie groß sind deine gaben, Die mich von kind auf kraftiglich zu bir gelocket haben; Wie thener, GOtt! ist deine treu, Die mich beständig täglich neu Bis diese jeit behütet. Stets meiner feelen leben. Sey 8. Ach holder JEsu! bleibe du du nur einzig meine ruh, Las mich an nichts sonst kleben. Hilf, daß ich dieser argen welt, Deric mich sonsten gleich gestellt, Von nun an gar abfterbe. und geld! Jhr seyd nur schudde 9. Weg fleisches- luft, weg ehr gaben. Die schige iener freudens felt and war von der täglichen Buffe der Frommen. welt Die sollen mich nur laben., bloffer schein. Mein christenthum O eitler tand der eitlen zeit Flich und glaube hat Nur oft den nas weg! die schöne ewigkeit Bringt men ohne that. mir die wahren güter. 8. Siehst du dis als ein richter an, Der herz und nieren prüfen kann; Willt mit mir ins gerichte gehn; So kann ich nicht vor dir beftehn. 10. Mein JEsu! dir sey ewig preis Für solche theure gaben. Ach! dis sen täglich meine speis: Wenn ich nur dich kann haben. Hilf, daß ich ringe immerfort, Bis du in deinem freuben- ort Mich ewig wirft ergeßen. Don der täglichen Buffe der Frommen. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 553. Mein Jefu, meines deine unschuld an. lebens licht! Du weißt gar wol, was mir gebricht, Es ist dir mein betrübter stand Weit besser, als mir selbst, bekannt. 2. Das fleisch ist schwach, ob gleich der geift Durch deine kraft fich willig weist. Die fünde klebt mir immer an, Und zieht mich von der rechten bahn. 357 9. Ach vater, habe doc) geduld! Vergib der schwachheit: sünden schuld. Sich, was ich selbst nicht merken kann*, Um Chrifti willen ja nicht an. Pf. 19, 13. ★ 10. Dein blut und tod, mein JEsu! schafft, Daß, was voit schuls den an mir haft, Vor GOtt mich nicht verdammen kann; Ich ziehe 4. Die bdse luft regt sich in mir, Und zieht mein her; gar oft von dir. Die liebe zu der eiteln welt Macht, daß mein thun dir oft misfällt. 11. Bespreng mich täglich durch dein blut, und mache meine fehler gut. Erneur in mir herz, muht und sinn, Damit ich täglich fröms mer bin. 12. Laß meinen vorsak feste stehn, und mich auf guten wegen gehn. Steh mir mit deinem geis ste ben, Daß ich ein kind des licbs tes sen. 3. So thu ich denn, was ich nicht will, Und sich im laufen oft 13. Dein geift eramuntre meis mahls fill. Es lenkt mich der vernen geist, Daß er der welt sich Derbte sinn Stets zum verbotnen ganz entreißt, Mit eifer nach baume hin. dem himmel strebt, und nur in die alleine lebt. 14. Führt fleisch und blut mich in deu streit; So rüfte mich mit tapferkeit, und treibe mich stets freudig an, Daß ich mich selbs verleugnen kann. . Ich nehme mir das gute vor, Doch steigt der böse trieb empor: 15. Den alten menschen dämpf Drum flieh ich, leider! deine zucht, in mir, Mit neuer Ergft den neuen Und höre dein wort ohne frucht.zier. Laß Adam täglich unters 6. Wie laulich ist nicht mein gehn, Und mich mit Chrifto aufs gebet! Wenn ich, HErr! vor dein erstehn. antlik tret, Mich mit dem munde zu dir nah; Ift oftermahl mein bers nicht da. 16. Und endlich führe mich das hin, wo ich erst recht vollkommen bin: Da will ich jauchzend vor dir stehn, Und ewig deinen ruhm erböhn. 33 II. Bon 7. Ich weiß, ich soll rechtsaf fen sevu: Dod zeigt sich oft nur' 958 Bon dem wahren Glauben and was II. Von dem wahren Glauben, und zwar Von den Lehren die wir glauben. 554. Wir glauben all' an einen GOTT, Schöpfer himmels und der er Den, Der sich zum vat'r gegeben bat, Daß wir seine Finder werden. Er will uns allzeit ernehren, Leib und feel auch wol bewahren. Allem unfall will er wehren, kein Leid soll uns wiederfahren. Er for get für uns, hüt't und wacht, Es Reht alles in seiner macht. 2. Wir glauben auch an JEfum Chrift, Seinen sohn und unsern HErren, Der ewig ben dem vater ift, GOtt von gleicher macht und ehren. Von Maria der junge frauen Ift er wahrer mensch gebohren, Durch den heilgen geift empfangen; Für uns, die wir war'n verlohren, Am creuz gestor: ben, und vom tod Wied'r aufer: ftanden ist durch Gott. 3. Wir glauben an den heilgen geift, GOtt mit vater und dem fohne, Der aller bidden tröster heißt; Uns mit gaben zieret schöne: Die ganze christenheit auf erden Hålt in einem sinn gar eben. Hier all' fünd vergeben werden. Das fleisch soll uns wieder leben, Nach biefem elend ist bereit Uns ein leben in ewigkeit: amen. Durch seine weisheit, macht und güt All sein geschöpfe er behüt't. Er ist mein vater und mein GOtt, Der mir zu hülfe Fimmt in noht, Mich schüret und ernähret. 2. Ich glaube auch an JEfum Chrift, Der GOtt vom vater ewig ist, und denn ein mensch ges bohren, Daß ich nicht würd vers lohren: Der mir des vaters huld erwarb, Am stamm des creuzes für mich starb, Fuhr zu der hölle nieder, Stund auf von todten wieder: Und, zu vollenden seinen lauf, Fuhr er zum himmels- thron hins auf: Von da er kommen wird eins mahl, Daß er die menschen richte all', Die lebenden und todten. 3. Ich glaub auch an den heils gen geist, Der gleich ist wahrer GOtt, und heißt Ein lehrer unsrer sinnen, Der ewig ohn beginnen Vom vater und vom sohn auss geht: Der den betrübten hier beys steht, Daß sie vergebung finden All ihrer schuld und fünden. Ich glaube, daß erhalten werd Ein allgemeine kirch auf erd, Bey der stets bleibt des geiftes gab. Ich glaub, daß dieses fleisch vom grab Werd auferstehn zum leben. 555.3 soft allein, Der an einen GOtt alle dinge groß und klein, Den himmel nebst der erden Aus nichts Mel. 8. JEfus meine juversicht. hat lassen werden: Der auch mich felbst aus lauter gnad zu feinem 556. Schöpfer dieſer gans bienft erschaffen hat, Mir leib und erd und alle werke, Die dein wort welt! feel gegeben, Sinn und vers schuf und erhält, Beigen gnugsam unuft darueben. beine särke. Alles dis bat deine macht von den Lehren die wir gläuben. 359 macht Blos aus nichts hervorge| schwach und kleine. Bet und seufs bracht. se selbst in mir, Sprich mir selbst das abba! für. 2. Alle creatur ist gut: Gib, daß ich den misbrauch meide, Und mein fündlich fleisch und blut Nicht in fünden an ihr weide. Das geschöpfe weise mich, Grosser schöpfer! nur auf dich. 3. Ich bin auch dein händes werk, Leib und feel ist dein ges schenke Gib, daß ich es fleissig merk, Und mit dank daran ge; denke; Daß ich deiner macht vertrau, Und noch ferner auf dich bau. 4. HErr! ich web' und leb' in dir, Laß mich dir zu ehren leben. Du wirst auch noch ferner mir Meines Lebens nohtdurft geben. Ich verlaffe mich auf dich, Sorge hier und dort für mich. 5. Mittler, heiland, gnaden: thron! Priester, könig und prophete! GOttes und Marien sohnt, Den man an das creuz erhöhte; Gib, daß dich mein glaube kennt, Und dich meinen JEsum nennt. Mir gebohren, mir gestorben. ir du, mein füller JEfu! bift Was in Adam ich vermißt, Haft du wiederum erworben. Gib mir kraft, daß ich forthin Stets dein glied, dein eigen bin. 10. Gib, daß ich ein wahres glied In der kirche Chrifti heiffe, Daß mich nichts von dir abzieht, Deinen tempel nichts serreiffe, Welchen du, o wehrter gast! Dir in mir erbauet haft. 11. Tröste mich in buß und reu mit vergebung meiner fünde. Stehe mir mit seufzen bey, Daß für recht ich gnade finde. Wenn mir aller trost zerrinnt, Beuge, daß ich GOttes kind. 12. Laß mich denn nach dieses seit Auf ein andres leben hoffen, vis des glaubens freudigkeit In dem schauen eingetroffen: Bis, was hier mein glaube weist, Mis dort lauter amen heißt. um ein freudiges Bekenntniß der erkannten Wahrheit. Mel. 8. JEsus meine zuversicht. aus dessen herz undmunde Lauter 557. Gott! der du wahrs snad und wahrheit fließt, Daß ich auch auf diesem grunde, Als auf felfen, bauen kann; Frische mich jur wahrheit an. 7. Alles heil kömmt nur von dir, 2. Dieses wort bleibt immer Heiland aller armen fünder! Dein wahr: Wer sich einen christen tod ist die lebens- thür, Du des nennet, Und dich doch nicht ofs todes überwinder;£ aß dein lei- fenbar vor den menschen hier den, tod und pein Mein verdienst bekennet; Den bekennet auch dein im glauben seyn. sohn, Vater! nicht vor deinem throu. - 8. Tod und Hölle sind durch dich, Groffer sieger! überwunden, Und 3. Unter seiner creuzes fab Durch diesen sieg hab ich Raht im tod und grabe funden. Durch dich werd ich auferstehn, und ge: troft zum richter gehn. Hab ich dir die treu geschworen s Hält mein glaube sich nicht dran, Ist die crone schon verlohren. Drum laß JEsum nur allein Meis nes mundes losung seyn. 9. Geist vom vater und dem sohn! Leuchte mir mit deinem 4. Ist mein fleisch und blut vers fcheine, Stärke mich von GOt¡agt, Will die welt die junge bins tes thron, Wenn mein glaube den, Werd ich bin und ber gejagt, 84 Bie 800 Von dem wahren Glauben und war Bie ein leichtes rohr von win-, gnaden- gabe, Die Christus in mir ben: Ist der feind auf mich erbost; schafft. Ach! so mache mich getroft. 5. Fordert man von mir den grund Dessen, was ich boff und glaube; Ach! so öffne meinen mund, Daß er bey der wahrheit bleibe, Und ein gut bekenntniß thut: Hierzu gib mir kraft und muht. 3. Ach was ist das für fünde, nicht fest im glauben ftehn! Wer, wie ein rohr vom winde, Sich hin und her läßt wehn, Wer weis che kleider sucht, und bey der welt mit heucheln Sich trachtet einzus schmeicheln; Der ist bey Gott verflucht. 6. David glaubt und redet auch, Beydes muß beysammen stehen; Das ist wahrer christen brauch, Die nicht heuchelen begehen. Und dafür behüte mich; Denn sie ladet jorn auf sich. 7. Ach! du wirft die kraft verlethn, Daß ich lebe, wie ich glau be: Dieses wird ein zeugniß seyn; Daß ich fiets in Chrifto bleibe, Der, als ein getreuer hirt, Mich fein schäflein kennen wird. 8. Laß mich bis an meinen tod Meinen JEfum recht bekennen, Und mich in der lezten noht Sei nes leibes gliedmaaß nennen. Leb' und sterb ich nur auf ihn, Weiß ich, daß ich selig bin. Von der Treu und Beständigs Feit in der erkannten Wahrheit. Del. Von GOtt will ich nicht zc. 558. Von Gott foll mich 4. O weh euch, eitle sinnen! Geseßt, ihr könntet gleich, Die ganze welt gewinnen und würdet überreich; Was hülf dis insges sammt? Jhr würdet doch nur schas den Auf eure seelen laden, Und ewiglich verdammt. 2. Tim. 4, 10. 2. Auf menschen kraft und muhte Wirds freilich nicht be fehn. Man kann bey fleisch und blute Leicht einen fall begehn. Doch, daß ich muht und kraft In meinem berjen babe, If eine 5. Treibt immer, was ihr treis bet, Und thut, was euch gefällt: Wenn mir der himmel bleibet, Was frag ich nach der welt! Sie drohet oder lacht, Das ist mir was geringes; Ich achte keines dinges, Das mich nicht selig macht. 6. Von herzen kann ich sagen: mich schrecket keine noht, Mich schrecken keine plagen, Mich schreckt so gar kein tod: Ich bin, mein JEsu! dein, Und will im creu; und leide, Als wär es glück und freude, Treu und beständig feyn. Mel. Kommt laßt euch den ze. nichts fer auch, was es sey. Sein wort 559. Gott läßt durch ſein wort uns will ich bekennen, Jch bleib ihm ewig treu. Mein glaube wanket nicht, So lang ich leb' auf erden Ich will kein Demas werden, Der Bund und glauben bricht.* Daß im lesten theil der zeit Sas tan menschen wird bethören, Von des glaubens richtigkeit Schnöder weise abzustehn, Und den lehren nachzugehn, Die der lügen- geift erdichtet, Und zum seelen- gift ges richtet. 2. Er zeigt ihnen herrlichkeiten, So die eitle welt besigt, Welche sie gar bald verleiten, Das, was ihren seelen nüßt, Christi evans gelium, und das achte christens thum, von der gläubigen Zuversicht mit welcher wir glauben. 301 thum, Ja GOtt selber zu ver, men Auch auf die verführte sehn: Lassen, und das eitle zu um Leit auch sie mit deinen armen, faffen. Daß sie zu der wahrheit gehn, Die du selbst zur seligkeit Allen seelen zubereit't. Ach! bekehr sie, daß sie glauben, und dir ewig treu verbleiben. 3. GOtt, ach! wie so unbesonnen Sind die leute dieser art; Die der holle zwar entronnen, Da dein sohn ihr heiland ward; Aber ihr verkehrter sinn Stürzt sie wieders um dahin, Daß sie hier auf dieser erden, Dir jur schmach, abtrünnig werden. Von der gläubigen Zuvers ficht, mit welcher wie glauben. 4. Mögten sie doch recht bes denken, Der nur hab' am himmel theil, der ſich läßt zu Jef560.kann Dir niemand Mel. O GOtt du frommer ze. Err! glauben welchem sonst tein heil, Fest umfaßt, sich ihm ergiebt, Ihn als weg und wahr heit liebt: Ach! so würden sie von allen, Was du lehrest, nicht abfallen. wolgefallen; Ach darum lege mix vor andern gaben allen Den wahs ren glauben bey: Denn der ift. wie du weißt, Nicht jedermannes ding, Und kommt von deinem geift. 1. JEsus ist der grund im glaus ben, Welchen keine macht zerAdhrt. Wenn gleich welt und teufel schnauben, Steht er den noch unversehrt, Hält uns alle feft, und macht, Daß man alle wuht verlacht. Darum müssen diese fehlen, Die sich andern grund erwählen. 2. Laß mich insonderheit, Daß du seyst, herzlich glauben, und bey dem, was dein wort Verheiffet, fefte bleiben: Daß du dem, der dich sucht, Stets ein vergelter seyst, Und daß ihn deine hand Aus allen nöhten reißt. 3. HErr! laß mich auf dein 6. Jch, mein GOtt! wills befwort Von ganzem Herzen trauen, fer machen; Ich will niemahls und stets auf deine treu und von dir gehn, Fleisfig beten, forg- wahrheit feste bauen. Gib, daß fam wachen, Welt und satan wi- ich dir in noht, In creuz und tod derstehn. Wenn ihr trok mich gleich anficht, Soll er deines wors tes licht, und den felfen- festen glauben Nie aus meinem Herzen rauben. getreu, und durch des glaubens kraft Allzeit gehorsam sey. 4. Mein JEsu! laß mich dich Im glauben recht erkennen, Dich meinen HErrn und GOtt, Troft, schuß und heiland nennen. Laß mich im glauben thun, Was mich dein wort gelehrt, Daß dich herz, mund und that Als den erlöser ehrt. 5. Mein könig und prophet! Komm, herrsch in meiner feelen. Regier und führe mich, Laß mich mit dir vermählen. Du sollt mein 7. Der mag die welt lieb gewing nen, Der, wie Demas*, fallen will; Mich bringt nichts zu solchen finnen: Nein, ich halte ben GOtt still: Wer in Christi lehre bleibt, If GOtt selber einverleibt, Ich will ihn all; eit bekennen, Nichts foll mich von ihm abtrennen. 2.Tim. 4, 10. & Aber HErr! laß dein erbarstonig seyn, Dem ich geborchen 85 will, 362 will, Mein lehrer und prophet, Deß willen ich erfüll. 6. Ich will auch, HErr! an dich, Als hohenpriester, glauben; Laß JEsu! dein verdienst Den grund des glaubens bleiben, Daß meine feele sich Hierauf getreu und fest, Als auf mein einzig heil Und wahrent trost, verläßt. 7. Ach JEsu! stärke mich In diesem meinen glauben: Laß mir ihn weder tod, Noch welt, noch teufel rauben. Bleib in demselben Sets Genau mit mir vereint, Daß ich dein und du mein, O theurer feelenfreund! Von dem wahren Glauben und war <. Der glaube wird durch creui gemehrt, Und durch die glut, wis gold, bewährt. Er ringet, wie dort Jacob that, Als er GOtt hielt und brünstig bat*; Erläßt nicht ab, bis GOttes geift Jhm beys stand, heil und troft erweist. 4. Er wird durch Gottes geift vermehrt, und bleibt in trübsal unversehrt: Er geht vielmehr durch spott und schmach Auf schmalem weg' dem heiland nach, Mit dem die seele siegbaft ringt, find sich, gleich adlern, aufwärts fowingt 1. B. Mos. 32, 26. 6.Beklemmt gleich erst die fraus rigkeit Das schwache herz in fol chem streit; Wird doch die freude hergestellt, So bald der glaube sieg erhält; Drum schmeckt die feel in Christo luft, Als kinder an der mutter brust. 3 7. Ein herz, das solchen glaus ben hat, Bezeuget ihn durch wort lieb und treu, Daß es voll heilger und that. Es weist durch hoffnung, triebe ſey; Es macht sich ſtündlich offenbar, Und reicht im glauben tugend dar. 8. Doch, was nicht aus dem glauben geht, Und nur aus heus cheley entsteht; Zerfället bald, hat nie bestand, und wird von froms men bald erkannt; Denn wolluft, eigen- nuß und ehr Verräht die Mel. Vater unfer im himmelr. iftGOttes 561.Der glauben ich nicht von mir selber hab. Ein wahn, den fleisch und blut erdicht, und was des fünders zunge ſpricht, Ist heuchelen und selbst betrug, und rührt nicht von des geistes zug. 2. Der wahre glaub' ift GOttes licht, Das, wie der tag, in uns angleisner gar zu sehr. bricht. Wenn uns das wort des böchsten lehrt, uns ruft, erleuch tet und bekehrt, und unser herz zur busse lenkt; Wird uns dis licht von GOtt geschenkt. 3. Zwar wenn die furcht und lust der welt Das herz bestürmet und befällt; Wird oft der glaube schwach und klein, Und scheint gar unterdrückt zu seyn. Er steigt, Mel. HErr JEfu Chrift du zc. wenn er sich wieder feft Auf Gott 562. Mein JEsu! du willt wort jedermann Durch busse zu dir wenden. Du fångst den glauben in uns an, Du willt ihn auch vollenden: Mein HErr und GOtt! drum bitt ich dich: Hilf du mir, und bekehre mich; ach hilf mir, HErr! ¡ um glaus ben. 9. Mein GOtt! verleih mit, daß ich treu Im glauben und in liebe sey. Blaß auf das tocht, das annoch glimmt, Bevor es gar ein ende nimmt; Im creuzes kampf und lezten streit Gib kraft, mubt und beständigkeit. 2. Es kann vernunft und eigne traft Dich, JEsu! nicht erkens nen: von der gläubigen Zuversicht mit welcher wir glauben. 363 nen; Dein geift nur giebt die wis| er in liebe thätig sey. Behüte senschaft, Dich meinen HErrn zu mich für heucheley. HErr! nehre nennen. Dein wort legt meines meinen glauben. glaubens grund, Dein sacrament 9.So kann kein leid noch trübsal bestärkt den bund. HErr! gründemir Den troft der Hoffnung raus meinen glauben. ben. Mich scheidet nichts, mein GOtt! von dir; Ich faß im wahs ren glauben, Daß GOttes sohn an meiner statt Vielmehr, als dis, erlitten hat. HErr! stärke dies sen glauben. 3. Wenn du die menschen neu gebiehrst In deinem wasser- bade, Und sie mit deinen gaben zierft Nach deiner grossen gnade: So sündest du den glauben an, Daß er dein licht erkennen kann. HErr! schaff in mir den glauben. 4. Da wird erst mein verstand verklärt, Dich aller heil zu nen nen. Das leben, welches ewig wahrt, Jft, GOtt und dich erken nen. Drum macheft du, gerechende meinen glauben. ter knecht! Durch dein erkenntniß uns gerecht. HErr! lehre mich den glauben. s. Der benfall hält auch alles dis, Was wir dennoch nicht sehen, Für unbetrüglich und gewiß: Es ist, und muß geschehen, Was GOttes wahrheit uns verspricht. Vernunft und sinnen! richtet nicht: HErr! richte du den glauben. 6. Dann bringt die fefte zuver: 563.Herren ficht Den glauben recht zum leben, Die im vertrauen fefte spricht: Die schuld ist mir verge: ben: Mein Gott und JEsus liebet mich, Für mich gab mein erlöser sich. HErr! segne diesen glauben. 10. Doch leb' ich darauf nicht allein, Ich will auch darauf fters ben: Ich soll ein kind im glauben seyn, um dort das reich zu erben. Auf dieses leben hoff ich nicht, Auf ienes geht die zuversicht. HErr! 7. Ach ja, mein GOtt! ich fünder bin Mühselig und beladen. Ich bin voll reu: wo flieh ich hin? Zur fülle deiner gnaden. Erquicke mich: die laft ist groß, Doch JEsus macht die Enechte los. HERR! halte mich im glauben. 11. Ich kann und will in dieser zeit Nicht sehn, und doch vers trauen. Dort werd ich meine fes ligkeit nicht glauben, sondern schauen. So kämpf und end' ich meinen lauf; Hört gleich einft glaub und hoffnung auf. HErr! hilf mir nur zum schauen. Mel. Ach GOtt vom himmel zc. GOttes sohn Daß man recht könne glauben, Nicht jedermannes ding hier ist, Noch standhaft drinn zu bleiben. Drum hilf du mir von oben her. Des wahren glaubens mich ges währ, und laß mich drinu bes harren. 2. Lehr du und unterweise mich, Daß ich den vater kenne: Daß ich, o JEfu Chrifte! dich, Den sohn des höchsten nenne: Daß ich auch ehr den heilgen geift, Bus gleich gelobet und gepreift, als brey in einem wesen. 3. Laß mich vom groffen gnas 8. Laß ihn, o HErr! lebendig den heil Das wahr erkenntnis feyn In JEfu meinem Leben. finden, Wie der nur an dir habe Entzünd ihn, seines lebens scheintheil, Dem du vergiebst die füns In kraft von fich zu geben; Daß den. Hilf, daß ichs such, wie mirs Bes Bon dem wahren Glauben und zwar 364 gebührt: Du bist der weg, der mich recht führt, Die wahrheit und das leben. 4. Gib, daß ich traue deinem wort, Es wol ins herze faffe: Daß sich mein glaube immerfort Auf dein verdienst verlasse: Daß sur gerechtigkeit mir werd, Wenn mich die fünden last beschwert, Dein creuz- tod zugerechnet. Mel. O GOtt du frommer 2c. 5. Laß meinen glauben trösten 564. Versuchet euch doch fich Des bluts, so du vergoffen: Auf daß in deinen wunden ich Bleib alljeit eingeschlossen; Und durch den glauben auch die welt, Und was dieselb' am höchsten bält, Für koht und unflaht achte. felbft, Ob ihr im glauben stehet? Ob Chriftus in euch ist? Und ob ihr ihm nachgehet In demüht und geduld? Ob ihr in freundlichkeit und liebe jeders mann Zu dienen willig seyd? 2. Der glaub' ist zwar ein licht In unsrer brust verborgen; Doch bricht sein glanz hervor, Gleich einem hellen morgen, Und zeiget kraft und glut, Macht Christo gleich gesinnt, Erneuret muht und herz, und macht zu GOttes find. 6. War auch mein glaube noch so klein, Und daß man ihn kaum merke: Wollst du doch in mir mächtig seyn, Daß deine gnad mich stärke, Die das zerstoßne rohr nicht bricht, Das glimmend tocht auch vollends nicht Auslöschet in denschwachen. 7. Hilf, daß ich stets sorgfältig fen, Den glauben zu behalten, Ein gut gewissen auch dabey: Und daß ich so mag walten, Daß ich fey lauter jederzeit Ohn anstoß, mit gerechtigkeit Erfüllt und ih en früchten. schwachen, Das sich vom glaus ben in mir findt; Du wollst es stärker machen. Was du gefangen an, vollführ Bis an das end, daß dort bey dir Auf glauben folgt das schauen. * 8. HErr, durch den glauben wohn in mir, Laß ihn sich immer stärken, Daß er sey fruchtbar für und für, Und reich an guten werken: Daß er sey thätig durch bie lieb', Mit freuden und geduld fich üb', Dem nächsten fort zu dienen. 9. Insonderheit gib mir die Fraft, Daß ich einst bey dem ende Web' eine gute ritterschaft: Zu dir allein mich wende, Und nach voll brachter todes noht Des glau bens end durch deinen tod, Die feligkeit, erlange. 3 10. HErr JEsu! der du angesandt Das funklein in mir 3. Aus Christo schöpft er heil, Gerechtigkeit und leben; Will, was ihm Christus gab, Dem nächsten wieder geben. Weil er in Christo reich An gnade worden ist; So preift er solches hoch, Bekennet JEfum Chrift. 4. Er hofft voll zuversicht Auf das, was GOtt zusaget: Drum muß der zweifel fort, Die schwers muht wird veriaget: So folgt dem glauben stets Die sichre hoffnung nach, Die hält im wetter aus, Besteht im ungemach. 5. Dann steigt die lieb' empor, Und die erträgt mit freuden, Was GOtt ihr auferlegt; Sie murret nicht im leiden, Und glaubt, daß GOtt es gut Und heilsam mit ihr meint: Drum liebt sie jedermann, Sowol, den freund als feind. 6. GOtt schenkt uns seinen sohn, Da wir noch feinde waren, Sest liebe gegen haß, und läßt uns gnad erfahren, Die wir doch längst von der gläubigen Zuversicht mit welcher wir gläuben. 365 längst verscherst. Wenn dis der, Mel. Vater unfer im himmelreich. glaub' erkannt, So wird die lieb' entzündt, Und zorn und haß vers bannt. 565. Du haft bey mir, der 7. Und wie uns GOtt geliebt, So lieben wir die brüder: Wir geben, flucht man uns, Den se gen dafür wieder, Das Leben für den tod: Bey schimpf, bey spott und hohn Getrösten wir uns stets Der ewgen ehreit- cron. ich dein kind, O GOtt! den glauben angezündt: Gib, daß sein unverfälschtes licht Bey mir in vollen glanz auss bricht; Erhalt und mehr es ieders zeit zu deines namens herrliche keit. 8. Läst GOtt uns schweres creuz Zur glaubens- probe tragen; Der glaube bringt geduld, Ers leichtert alle plagen. Statt mur ren und verdruß Wird das gebet erweckt; Der glaube weiß, daß GOtt Der noht ein ziel gesteckt. 3. Mein Herz hält dir dein wort izt vor, Daß du, HErr! das zerstoßne rohr Nicht brechen willt, 9. Man lernet auch dadurch Sein elend recht verstehen und daß du nicht Ein glimmend Merkt GOttes gut und treu; tocht, ein lodernd licht Verläs Hålt an mit bitten, flehen; Verschen läßt; weil deine kraft Es jaget an sich selbst, Erkennet sich stärkt, und neue nahrung für nichts, Sucht blos in Chri- schafft. Bo kraft, Im ursprung alles lichts: 10. Hält sich an sein verdienst, Erlanget geist und stärke In solder zuversicht, Zur übung guter werke; Steht ab vom eigensinn, Flieht die vermessenheit, Bleibt ben der gottesfurcht In glück und Leidenszeit. 2. Bisweilen ist mein glaube schwach, Es giebt der geist dem fleische nach. Oft wirft mich zweis fel hin und her, Da wankt mein herz und zaget sehr: Drum stårt es, daß es ja nicht fällt, Daß sichs an JEfum feste hält. II. So prüfe dich denn wol: Ob Christus in dir leber? Denn Christi leben ist Wornach der glaube strebet. Erst machet er gerecht, Dann heilig, treibt so dann ( Ach spührst du seinen trieb?) Zu guten werken an. 4. Es hat bey mir dein glaubenss schaß Im irdischen gefässe plaß: Sein licht scheint oftmahls gang versteckt, Weil es mein fündlich fleisch bedeckt. Wie leicht, wie listig und wie bald Verlöscht ihn nicht des feinds gewalt? 5. Mein Gott! was kann ic nun hieben, Als daß ich zu dir feufi und schrey? Mein glaubens- licht empfehl ich dir, und fleh', daß es dein geist in mir Durch seine gnaden kraft vermehrt, Damit es ja kein feind versehrt. 6. Mach du mich in der finsters niß Des lebens und der welt ges 12. HErr! laß sich doch in wiß; Daß ich in deinem licht als mir Den wahren glauben meh- lein Coll jest und künftig selig ren; So werde ich dich auch In seyn. Dein wort erleuchte mich, guten werken ehren. Wo licht HErr Chrift! Das mir troft, licht ist, bricht der schein In helle und leben ist. strahlen aus. Du bist mein licht, Darum Erleucht urein berjens baus. 7. Wenn mich der böse feind versucht, Wenn mich die böse welt verflucht, Verfolget, drücket/ UND Von dem wahren Glauben und was 866 und verlagt, Ja, wenn mich mein gewissen nagt; So gib, daß deines wortes kraft Mir freudigs Feit des glaubens schafft. 8. Schaff du durch deinen geist in mir, Daß meine feele voll bes gier Dem folge, was die schrift bemein GOtt! Selbst angefangen in der zeit, Damit ich in beståns digkeit Zum glaubens- ziel und ende geh, und dort des himmels erbe feb. Mel. O GOtt du frommer 2c. Err, allerhöchster nimmt, sich durch den glauben 566. Hott! Bon dem treu und fest Auf dich und auf dein wort verläßt. 9. Du giebst uns, was dein wort verspricht, Allein aus gnaden; aber nicht Nach werken, denn die gelten nichts: Und dies fer strahl des gnaden- lichts Giebt mir nun desto grössern muht, Weil mein glaub auf dir selber suht. 10. Ich weiß, mein JEsus tehrt allein Durch glauben in die berzen ein: Drum gib mir glau ben, daß dabey Mir JEsus stets in herzen sey, Darinnen lebt, es felbft regiert, und stets zur wahren tugend führt. 12. Gib mir im glauben muht und kraft, Daß er in seiner ritter schaft Auch wider teufel, höll und welt Obsieget, und das feld be: bålt, a allem bösen widersteht, Und siegreich zu dem leben geht. 13. Laß meines glaubens licht und schein Von tag ju tag ver mehret seyn; Damit es, weil Ich lebe, leucht't, Bis es das volle licht erreicht, und durch des todes dunkelheit Mich führet zu Der feligkeit. wir alle gaben, und was uns nüks lich ist, Durch flehn und bitten has ben: Ich fünder klage dir, Daß leider! ich nicht kann Dich, wie ich gerne will, Im glauben beten an. 2. Ich glaube freilich wol, Doch nur mit schwachem glaus ben; Und diesen will mir noch Dars zu der satan rauben. In solcher noht, mein GO't! Flich ich zu dir allein, Und traue fest, du wirst Mein treuer helfer seyn. 3. Ach, eil' und reiche mir, HErr! deine gnaden hände. Hilf meiner schwachheit auf, Mir Fraft von oben fende. Ist schon mein glaube schwach, und, als ein senf- korn, klein; So laß ihn 11. Es ist des wahren glaubens fraft Allein, was gute werke doch bey mir In ftetem wachss schafft, Der grund zur lebens- hei- thum seyn. ligkeit: Drum stårk ihn, JEfu! 4. Ich bin zwar schwach, doch jederzeit, Damit er gute werke sey Der glaub' in mir geschäftig, zeigt, und fiets in geistes- früchten steigt. und deine stårk und kraft Sey in mir schwachen kräftig. Ach zieh mich doch zu dir, HErr meine zus versicht! Und mehre selbst in mir Des wahren glaubens licht. 5. O GOtt! der du in mir is fünklein angezündet, Ach blaf es täglich auf, Daß, wenn sich leiden findet, Jch wol serüstet sey: Denn durch des glaubens kraft Uebt mein gestärkter geift Stets gute ritterschaft. 6. HErr JEfu! sich mich an, Wiedu anfahst in gnaden DasCas nanasche weib. Wenn ich mit 14. Vollführe bis an meinen creua beladen, wenn alles mich tad Das sute werk, bas bu, verklagt; Vertritt mich selbst bey Bott: von der gläubigen Buversicht mit welcher wir gläuben. 367 GOtt: So wird mein schwaches schwachen! Stärke mich, denn licht Des glaubens nicht zu ich bin schwach. Du, du kannst fpott. mich stärker machen, Höre doch mein feufiend ach! Hebe du das schwache rohr meines glaubens selbst empor, Daß es, bey dem sturm der winde, Schuß an deiner feite finde. 7. Wie du, barmherziger! Für Petrum haft gebeten, Daß er nicht ganz und gar Vom glauben mdgte treten; So bitt auch nun für mich, Der du mein mittler bift: Weil dis mein wille fucht, Und mir ersprießlich ist. 8. Erhöre mich, mein GOtt! Und merk ist auf mein flehen; Was meine seele wünscht, Laß, JEsu! bald geschehen. Daß sie die feligkeit, Des glaubens siel, er langt, Und dort sodann bey dir In vollem schauen prangt. s. Feuchte mit dem gnadens Ble Meines glaubens töchtlein an In der lampe meiner feele. Auf der dunkeln todes- bahn Stehe mir, o allmacht! bey, Daß ich stark in schwachheit sen, Daß ich dich, bis ich erkalte, Fest mis schwachen hånden halte. Mel. Nun lob meir feel tc. Mel. JEsu deine heilge wunden. 568. Mein JE Ja ch weiß, an wen ich 567 Liebe, die nicht auszusprechen! JEfus| fus ist des glaubens grund, Bey hebt, was schwach, empor. Sei- dessen wort ich bleibe, und das ne hand will nicht zerbrechen Das bekenner herz und mund. Vers terstoßne glaubens- rohr. Seine nunft darf hier nichts fagen, Sie huld verschmähet nicht meines sey auch noch so klug. Wer fleisch Blaubens schwaches licht, Das und blut will fragen, Der fällt in nur einem töchtlein gleichet, Das selbst betrug. Ich folg in glaus kaum glimmt, und fast erblei bens- lehren Der heilgen schrift chet. allein: Was diese mich läßt hörens Muß unbetrüglich seyn. 2. Ob ich gleich mit Petro finte*; Beut mein JEsus doch die 2. HErr! stärke mir den glans band, Giebt mir süffe liebes- win- ben: Denn satan trachtet nacht te, Stärket meinen schwächen und tag, Wie er dis kleinod raus stand. Wie ein vater- herz geben und um mein heil mich brins sinnt Gegen sein noch kleines Find: gen mag. Wenn deine huld mich So trågt GOtt auch mit erbar führet, So werd ich sicher gehn's men Schwache kinder auf den ar- Wenn mich dein geift regieret, men.* Matth. 14.30. Wirds selig um mich sehn. Ach fegne mein vertrauen und bleib mit mir vereint. So laß ich mir nicht grauen, Und fürchte keinen feind. 3. Laß mich im glauben lebent, Soll auch verfolgung, angst und pein Mich auf der welt umgeben t So laß mich treu im glauben seyn. Im glauben laß mich sterben: Wenn sich mein lenf beschließt, fas 3. Beut mein hirte nicht den rücken Seinem schwachen schaflein an? Kranke seelen zu erquik ten, Tritt er auf die todes- bahn. Selbst die höchste kraft ver: schmacht't, Da sie ruft: es ift vollbracht! Daß ich schwacher moge siegen In den lesten todes: fügen. 4. Jesu, kärt und kraft der 368 Von dem wahren Glauben und zwar Laß mich das leben erben, Das mir noch so weit: So bleibt mir dod verheiffen ist. Nimm mich in deis barmherzigkeit. ne hände Bey leb- und sterbens jeit; So ist des glaubens ende Der feelen seligkeit. 7. Beginnt das irdische za drücken, und häuft sich kummer und verdruß, Daß ich mich noch in vielen stücken Mit eitlen dins gen plagen muß: Ja werd ich ofts mahls sehr zerstreut: So boff ich auf barmherzigkeit. besten 569.grund gefunden, werken, In welchen ich beſchäft el.Wer nur den lieben GOtt 2c. ch habe nun den bemerken: So fällt zwar alles tigt bin, Viel unvollkommenheit rühmen hin, Doch ist auch dieser troft bereit: Mein glaube hoft barmherzigkeit. Der meinen anker ewig hält: Wo anders, als in JEfu wunden? Da lag er vor der zeit der welt( a): Ein grund, der unbeweglich steht, Wenn erd und geht. 2. Es ist das ewige erbarmen, Das alles denken übersteigt: Es find die offne liebes armen Deß, der sich zu den fündern neigt, Dem allemahl das herze bricht, Wir Eommen oder kommen nicht. lent, Bey dem so viel erbarmen ist. 9. Es gehe nur nach dessen wils Er wolle selbst mein herze stillen, Damit es ihn nur nicht vers gißt: So stehet es in lieb' und leid In, durch, und auf barmhers sigkeit. bleiben, So lange mich die erds 10. Bey diesem grunde will ich trägt. Dis will ich denken, thun und treiben, So lange sich ein glied bewegt: So sing ich einsten höchft erfreut: O abgrund der barmherzigkeit! ( a) Nach dem rahtschluffe Gots tes, der JEsum von ewigkeit jum grunde unsers glaubens bestimmet hat. der 3. Wir sollen nicht verlohren werden, Gott will, uns soll ge holfen seyn: Deswegen kam sohn auf erden, und nahm her nach den himmel ein. Deswegen Elopft er für und für So stark an unsre herjens- thur. 4. Dabgrund, welcher alle fün Den Durch Christi tod verschlungen hat! Das heißt die wunden recht verbindent, Da findet kein verdammen statt; Weil Christi blut beständig schreyt: Barmher: sigkeit! barmherzigkeit! Mel. Herzlich lieb hab ich dich ze 5 Darein will ich mich glaubig vertraun: Und wenn mich meine fünden kränken, Nur bald nach GOttes herzen schaun; Da findet sich zu aller jeit linendliche barm berjigkeit. ich, feuken, Dem will ich mich getroft 570,3u dir, HErr JEſu! so treu und liebreich mich zu dir haft heissen kommen. Mich drücket meiner sünden laft, Sie läßt mir weder ruh noch raft: Wird sie mir nicht benommen, So muß ich unter ihr vergehn. Ich kann ja nicht vor GOtt bestehn, Vor dem die himmel selbst nicht rein, J müßt ein kind des todes seyn. HErr JEfu Chrift: mein trof and 6. Wird alles andre weggerif fen, Was feel und leib erquicken tann; Darf ich von keinem trofte wissen, und schein ich völlig aus: estbau Scheint die errettung von der gläubigen Zuversicht mit welcher wir glduben. and licht! Erquicke mich und laß mich nicht. 2. Das sünden- joch ist mir zu schwer, Es drückt den matten geist zu sehr: HErr! eil, es ju jer brechen. Gedenke, daß du diese last Darum für mich getragen haft, Daß Gott nicht mögte rachen, Was meine misfethat ver: schuldt; Bielmehr, daß seine gnad und huld Mir würde wiederum zu theil. Mach mich durch dei ne wunden heil, HErr JEsu Chrift:,: und für mich bitt, Benn fatan wider mich aufs tritt. 369 sicher ruhn. Mich schrecket kein getümmel, ein fall, der sonst verlegt. Mein wandel ist im himmel, Mein glaub' ift feft ges fest. 2. Fragt iemand nach dem grunde; Dem bin ich allezeit Mit herzen und mit munde Zur res chenschaft bereit. Der grund, auf den ich baue, Ift Chriftus ganz allein: Und weil ich dem vertraue, So muß ich selig seyn. 3. Auf mein verdienst und werke Vertrau und bau ich nicht. Im HErren hab ich stärke und feste zuversicht. War ich sehr tief vers 3. Zu dir steht meine zuverschuldet, Ju groffe noht gebracht: sicht; Sonst weiß ich keinen hel- Er hat die straf erduldet, und mich fer nicht, Als dich, o arzt der gerecht gemacht. funder! All andre helfer sind zu schlecht; Du bist allein vor GOtt gerecht, Des todes überwinder, Die freystadt, und der sichre ort, Das feste schloß, der schild und hort, Der mittler und der gnaden- thron, Des vaters herz, und Liebster sohn, HErr JEfu Chrift:,: das glaube ich; In solchem glaus ben stärke mich. 4. Dis bleibet meine freude, Wenn ich in ångsten bin, Mein trost in allem leide. Reißt auch der tod mich hin; So laß ich mir nicht grauen, Dieweil mein glaube spricht: Geh, eile GOtt zu schauen; Dein hoffen trüget nicht. 5. Drum will ich nimmer wan, ken, Mein heiland, halte mich! Bleib du mir in gedanken, Wenn furcht und schrecken sich zu meis uem fall verbinden, Wenn die verfolgung blist, Gefahr und noht sich finden, und sich die hön erhigt. 4. Ach! komm und mache mich bereit; Go trag ich künftig jeder teit Dein ioch), die sanfte bürde: Darunter find ich fried und ruh, Da nehm ich sters im guten zu. Wenn ich da müde würde, Weil meine schwachheit dir bekannt, So hilf du mir mit deiner hand Doch immer wieder gnädig auf. Hilf, so vollend ich meinen lauf, HErr JEfu Chrift:: durch dich allein Kann ich hier und dort selig seyn. 6.Wenn ich sodann am schwach, sten, Wiewol nicht troftlos, binz So sey du mir am nächsten, und stärke meinen sinn, Daß ich dabey gelassen Voll geift und muhtes sey, Mich als ein chrift zu faffen; Hilf, HErr! und sich mir ben. 7. Ich will dich feste halten, Wenu trübsals hige sticht. Und Mel. Herzlich thut mich verlang. 571. Gott lob! ich bin in werd ich auch erkalten, So las glauben, Wer will ich dich doch nicht. Dein gein mir schaden thun? Wenn höll spricht meinem geifte Troft und and fatan schnauben, So kann ich! erquickung ein; HE! ftårte 2 a. mich Von dem wahren Glauben. 370 mich und leiste Mir kraft, dir treu zu seyn. 8. Nun, HErr! du giebst den willen, Verleihe mir zugleich Auch kräfte zum erfüllen; So bin ich ewig reich. Drum reiche mir die hande, So bleib ich unverlegt, und bis zum lebens- ende Durch Christum fest gesetzt. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. ch bin gewiß in mei 572.3 nem glauben, Als der mich Christo einverleibt. Wer kann mir dieses kleinod rauben, Das mir sein blut und tod verschreibt? Sein theures wort bes 2. liebe, Die nur an meinem JEsu Elebt: Daß, wenn ich mich im glauben übe, Mein Jesus in dem herzen lebt. Ihn lieben ist mein paradies, Er liebet mich, ich bin gewiß. 6. Ich bin gewiß in meinem sterben, Daß mich der tod nicht tödten kann. Nach ihm macht mich mein GOtt zum erben Bon dem beglückten Canaan. Ein ans der leben folgt auf dis: Mein JE, fus lebt, ich bin gewiß. träftigt dis, Drum sagt mein Mel. Wer nur den lieben GOtt z. glaub' es glaubens ziel Ich bin gewiß in meiner 573. Deine fa bene 7. Ich bin gewiß, so soll es heiss sen, Bis aus dem glauben schauen wird. Es soll mich nichts von JE, su reiffen, Ich bin sein schaaf, er ist mein hirt. In ewigkeit folgt hier kein riß, Die losung bleibt: ich bin gewiß. 4. Ich bin sewiß in meinem leiden: Kein engel und kein für kenthum Mag mich von meinem JEfu scheiden, Er ist mein heil, mein theil, mein ruhm: So schabet mir kein schlangen- biß, Gebuld sagt doch: ich bin gewiß. Ift stets mein eifriges bemühn. Doch, soll mein eifer, HErr! nicht weichen, mußt du mich selber nach dir ziehn; Denn fleisch und blut ist gar zu schwach: Wenns schwer hergeht, so giebt es nach. 3. Ich bin gewiß in meinem le 2. HErr! stärke selbst die mus ben, Daß JEsu gnade ben mir ist, den häude, Ermuntre du die mats Die hilft mir allen kummer heten knie: Sonst fehlet leicht am ben. Wenn sich mein herz an sei- lezten ende Die lange zeit gehabte nes schließt, So acht ich keiner müh. HErr, meine stärke! halte hinderniß. GOtt sorgt für mich, mich, Sonst sink und fall' ich ohne ich bin gewiß. dich. 3. Doch nein, ich weiß da läßt nicht fallen Den, der auf dich, mein vater! traut. Selbst satan muß zurücke prallen, Wenn er dich stärkern bey uns schaut. Ich weis che Feines fuffes breit, Ich weiß, der sieg folgt auf den streit. <. Ich bin sewiß in meinem 4. Mein auge blicket nach dem boffen. Was gegenwärtig ist, verziele, Mein fuß eilt schon dem geht; Mein künftig erbtheil steht zwecke zu. Und ob ich auch aus mir offent, Wohin sich auch mein schwachheit fiele, Getreuer helfer! geift erhöht. Die hoffnung macht so wirst du mir schwachen den bie wermuht füß, weil sie gets noch gnädig seyn, und mir des Engt: ich bin gewis. glaubens siel verleiba. I Von dem heiligen Leben und Wandel. III. Von dem heiligen Leben und Wandel und zwar Von dem wahren Christenthume. Rel. Ach GOtt vom Himmel 20: 1 7. Gib du mir deinen guten wie das geist, Daß ich mich übe, So 574.4 christenthum zu wie dein wort die wege weift, Im Dieser zeit verfallen! Der name war hat groffen ruhm, und findet sich bey allen: Doch was es selber mit der that Für einen schlechten Justand hat, Das weißt du GOtt; am besten, glauben und in liebe: So leb ich als ein wahrer christ, Der voll ges wiffer hoffnung ist, Daß er auch selig sterbe. Mel. Liebster JEsu wir sind hier 2. Das wahre chriftenthum be keht Aus glauben und aus liebe. 575.Unverfälschtes chri Wo beides in die übung geht Durch deines geiftes triebe; Da muß dirs wolgefällig seyu: Und folche herzen schreibst du ein Jus buch der auserwählten. 3. Viel pslichten einem glatts ben ben, Der aus verkehrtem we fen, Trug, irrfal, thorheit, heuche len Zusammen ist gelesen. halten sich für recht und schlecht, Und meinen, daß sie so gerecht und felig werden können. Sie 4. Ben andern wird ein heiffes lied Von liebe hergesungen, Die doch in blossen worten glüht; Sie sist nur auf derzungen. Das gegen her; und hand vergißt, Was lieb in that und wahrheit. ist. O was sind das für heuchler! r. Viel stellen solch ein leben an, Als blinde heiden führen. Vom wahren christenthume kann Man da kein fünklein spüren. Ihr GOtt und himmel ist die welt; Und was der fleisches- luft gefällt, Das ist und heißt ihr glaube. 6. Was für ein urtheil werden Die An jenem tage hören? Ach GOtt, ach mein Gott! rühre sie, Daß sie sich bald bekehren; Und bilf, daß sonst ein ieder chrift Auch das, was er mit namen ist, In that und wahrbeit werde 371 stenthum! Wie du so selten worden! Wo ist dein gepriesner ruhm Unter unserm chrißen orden? Christen können auf der erden 3war genug gezäbe let werden: 2. Aber ach! die christenhet Führet meistens nur den namen Die find sparsam ausgestreut, Die, als GOttes reiner saamen, Chriftum ehren, Chriftum lieben, Sich in seinem willen üben. 3. Liebster JEsu! der du mich Selber durch dein blut erkaufet, Und auf dessen namen ich Lång, stens als ein chrift getaufet: Laf mich deinen geift regieren, Sots chen namen recht zu führen. 4. Laß mich meiner taufe bund Inimerdar mit ernst betrachten. Laß mich doch von Herzens- grund Satan, welt und fleisch verachten, und mich immer treulich üben, Gott und menschen recht zu lies ben. 5. Laß mich, HErr! den schmalen weg Durch die enge pforte gehen Laß auf deines wortes fsteg Heri und augen ernstlich sehen. Gib geduld in creuz und leiden, Daß fie mich nie von dir scheiden. 6. JEsu! komm, vermähle dich Gnaden voll mit meiner feelen Laß durch wahren glauben mic Dich um brautigam erwäbler 202 Stets 872 Von dem heiligen Leben und Wandel Stets in deiner liebe brennen,| ligkeit, Von innen wölfen ähn Keine trübfal von dir trennen. 7. Gib mir kraft in dieser welt Als ein wahrer christ zu leben: Laß mich dann, wenn dirs gefällt, Chriftlich meinen geist aufgeben, Auch im himmel zu den frommen Und verklärten christen kommen. lich sehen, Die grausam und voll wuht und neid: Denn dieses ist nur Judas art, Der küffend ein verrähter ward. 6. Bekenn ich dich mit meinem munde; So laß es auch von hers zen gehn, und mich in deinem gnas 8. Freudig laß ich glück und den bunde Durch frommen wans ruhm, Chre, luft und pracht der del feste stehn; Daß keine falsch, erden; Kann ich nur dein eigenheit mich bethört, Noch in der eins thum Dort vor deinem throne falt Chrifti ftöhrt. werden, Wo die theure lebens- 7. Was hilft es, vor den mens eronen Wahrer chriften fleiß beschen prangen, Vor GOttes aus lohnen. gen häßlich seyn? Soll ich den wahren schmuck erlangen; Co. gefärbt und lauter ist: Die liebet kleide mich in tugend ein, Die uns Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. 576. Mein Gott! du nur ein wahrer chrift. prüfest herz nieren, Du siehest die gedanken ein, Du weißt, was wir im Sinne führen, und haffest allen falschen schein. Du bringest alles an den tag, Was noch so tief verborgen lag. 8. So giebt mir auch ein gut gewissen Im creuze lauter freus digkeit, und wenn sich schon die augen schliessen, Geschieht es ohne angst und leid. Mein tod beförs dert mich dahin, Wo ich vollkoms men selig bin. 2. Laß mich in meinem christenthume Die heuchelen von hersen fliehu. Es dienet mir zu keinem Mel. JEsu deine heilge wunden. kuhme, Wenn ich den gräbern 577.chaffet doch, ihr ähnlich bin, Die man von aussen schön geschmückt, Von innen doch voll afch' erblickt. kinder! Schaffet eure seligkeit. Bauet nicht, wie freche fünder, nur auf diese Eurze zeit; Sondern schauet über euch, Ringet nach dem hims melreich, und bemühet euch auf erden, Wie ihr möget felig wers 3. Die frömmigkeit liebt kein verstellen, Sie braucht der fal fchen schminke nicht. Die sich den heuchlern zugesellen Vermeiden. den gern der wahrheitlicht. Wer ein rechtschaffnes wefen hat, Be weist es auch in wort und that. 4. Ach laß mich deiner ja nicht sporten, Denn solches thut ein beuchel- chrift. Du drauest, alles auszurotten, Was ein geschminktes wesen ist. Wer böse ist, der bleibet nicht vor deinem hellen angesicht. <. Laß mich nicht in schaafs- klei barn geben, und auferlich voll bei 2. Daß nun dieses mag gesches bent, Müßt ihr nicht nach fleisch und blut und nach deffen neigung gehen: Nein, was Jesus will und thut, Das muß einzig und allein Eures lebens richtschnur feyn; Es mag fleisch und blut in allen Uebel oder wol gefallen. 3. Ihr habt ursach zu erkennen, Daß in euch noch fünde steckt; Daß ihr fleisch vom fleisch zu neus neu, Daß euch lauter elend deckt! Und und zwar von dem wahren Christenthume. 373 Und daß GOttes gnaden kraft armen ins gericht. Gib mir deis Nur allein das gute schafft; Ja nes geistes waffen, Meine seligkeit daß, ausser seiner guade, Nichts in zu schaffen. euch, als feelen- schade. 10. Amen! es geschehe, amen! GOtt versiegle dis in mir, Daß ich so in JEfu namen Meinen glaubens- kampf vollführ. JEsus gebe kraft und stärk, und regiere selbst das werk, Daß ich wache, bete, ringe, Und also zum himmel bringe. 4. Selig, wer im glauben kampfet, Selig, wer im kampf besteht, Und die fünde in sich dampfet; Gelig, wer die welt verschmäht. Unter Chrifti creuzes schmach Jaget man dem frieden nach. Wer den himmel will ererben, Muß zu vor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, Sondern trag und lässig feyn Böse neigung zu bezwingen: 578.G So fällt eure hoffnung ein. Ohne tapfern streit und krieg Folget nie mahls rechter sieg. Wahren siegern wird die crone Nur zum beyge: legten lohne. 6. Sich in fünden luftig machen, Hat bey christen keine statt. Fleischlich reden, thun und lachen Schwächt den geist und macht ihn matt. Unter Chrifti creuzes- fahn Geht es nun und nimmer an, mit verwegnem rohen herzen Sicher leben, sicher scherzeit. Mel. Liebster JEsu wir sind hier 578. Glaube, liebe, hoffs nung sind Der wahrhafte schmuck der christen: hiemit muß sich GOttes kind Höchst bestreben auszurüßen. Wo man GOtt will eifrig dienen, Da muß dieses kleeblat grünen. 2. Glaube legt den ersten stein Zu des heils bewährtem grunde, Sieht auf JEsum nur allein, Und bekennt mit herz und munde Sich zu seines geistes lehren, Läßt sich keine trübsal stöhren. 3. Liebe muß des glaubens frucht GOtt und auch dem nächs sten zeigen, Unterwirft sich Chris fii zucht, und giebt sich ihm ganz zu eigen, Läffet sich in allem leis den Nicht von ihrem JEsu scheis den. 7. lebt euch, furcht für GOtt iu tragen; Denn er kann mit leib und geift Euch zur hölle niederschlagen: Er ist, der auch gnad er weist, und dem, der sich zu ihm lenkt, Wollen und vollbringen schenkt. O! so laßt uns zu ihm ges ben, Ihnt um gnade anzuflehen: 4. Hoffnung macht der liebe muht, Alle noht zu überwinden. Sie kann in der trübfals- fluht Jh. ren anker feste gründen. Sie will fünftig dort verfüffen, Was wir hier erdulden müssen. 8. Und dann schlagt die finden glieder, Die des fleisches lust ers regt, In dem creuzes- code nieder, Bis ihm seine macht gelegt. Hauet hånd' und füffe ab: Was euch är gert, fenkt ins grab, und denkt oft an Christi worte: Dringet durch die enge pforte. <. JEsu, du mein HErr und GOtt! Ach! bewahr in mir den glauben; Mache du den feind zu spott, Der dis kleinod denkt zu 9. Ich will zittern für der fünrauben. Laß das schwache rohr be, Und dabey auf JEfum fehn, nicht brechen, und ein glimmend Bis ich seinen beystand finde, In tocht nicht schwächen. der guade ju bestehn. Ach, mein 6. Mache meine liebe rein, Daß beiland! geb doch nicht mit miel sie nicht im schein besebe. Id# 21.02 374 Von dem heiligeft Leben und Wandel mir kraft des geistes ein, Daß sie, wem du's giebst, der bats umsonst t mir von herzen gehe, und ich aus Es mag niemand ererben Noch ers rechtschaffnem triebe Dich und werben Durch werke, deine gunft, auch den nächsten liebe. Die uns errett vom sterben. 7. Gründe meine hoffnung fest, Stärke sie in allen ndhten, Daß sie dich nicht fahren läßt, Wenn du mich gleich wolltest tödten. Laß sie nach dem himmel schauen, und auf das, was künftig, bauen. 5. Ich lieg im fireit und widers streb: Hilf, o HErr Chrift! dem schwachen. An deiner gnad allein ich Fleb, Du kannst mich stärker machen. Kommt nun anfechtung her, so wehr, Daß sie mich nicht umstoffen; Du kannst maassen, Daß mirs nicht bringt gefahr: Ich weiß, du wirsts nicht laffen. 8. Glaub' und hoffnung böret auf, Wenn wir zu dem schauen tommen: Doch die liebe bringt binauf, Wo sie ursprung hat ges nommen; Ach! da werd ich erst recht lieben, Mich im lieben ewig aben. ech ruf zu dir, HErr 579. sitt, erhör mein klagen. Verleih mir gnad zu dieser frist, Laß mich doch nicht verzagen: Den rechten glauben, HErr! ich mein', Den wollest du mir geben, Dir zu les ben, Dem nächsten nütz zu seyn, Dein wort zu halten eben. 2. Jch bitt noch mehr, o HErre GOtt! Du kannst es mir wol geben, Daß ich werd nimmermehr zu spott: Die hoffnung gib darne ben; Voraus wenn ich muß hie davon, Daß ich dir mag vertrauen, Und nicht bauen Auf all mein nichtig thun, Sonst wird michs ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus herzens grund Den feinden mag verge ben. Verzeih mir auch zu dieser fund, Schaff mir ein neues leben. Dein wort mein' speif laß allweg seyn, Damit mein' feel zu nehren, Mich zu wehren, Wenn unglück geht herein, Das mich bald mögt abkehren. 4. Laß mich kein luft noch furcht von dir In dieser welt abwenden. Beständig seyn ans end' gib mir; Du bafts allein in bånden, und mel. Nun danket alle GOtt ze. schuld, 580.2 mein bers! Daß du glauben Elas zurücke bleibest, Stets schwach gen treibest? An JEfu febit es nicht, Er ist voll lieb und treu, und steht dem, der ihn sucht und wirken lasset, bey. 2. GOtt, der die menschen schuf. Und den ihm theuren seelen Die feligkeit versprach, Läßt seine kraft nie fehlen. Aus liebe gab er ja Den sohn in höllen- pein, um dich heraus zu ziehn, Kann etwas gröffer seyn? 3.Nichts gutes war in dir; Ach! eine welt voll fünden, Ein pful voll schand und wust War, was in dir zu finden. Du lagst in deinem blut, Trugst Adams sünden- bild, Du warst, o jammer- fand! Mit zorn und fluch erfüllt. 4. Da kam dein seelen- freund, Und heilte diesen schaden Durch fein vergoßnes blut, und setzte dich in gnaden. Da er dein fleisch annahm, Verband er dich mit Gott; Durch seinen tod entriß Er dich der höllen- noht. 5. Und was hat GOttes her: So gnadenreich bewogen, Daß er so vielmahl dich Durch seinen trieb gezogen? O flieb, ob Gott und zwar von der göttlichen Gnaden Reglerung. es nicht Recht treulich mit die meint? Bist du nicht selber schuld, Und deiner wolfahrt feind? 6. Ach ja, mein treuer GOtt! Du bleibest der gerechte, Wenn man dich richten will: Nur wir find böse knechte. Du hast mich jederzeit Gesucht zu dir zu ziehn: Ich aber suchte nur Dein gnaden werk zu fliehn. 7. Bollbringe doch dein werk, Das du selbst angefangen. Laß mich durch deinen geist Gewiß dazu gelangen, 200 mich dein wort hin weist, Zur wahren hei ligkeit, zu welcher du dein volk Dir hie schon jubereit't.* 373 4. Ach bringe mir die Klugheit bey, Daß dis mein wahres leben. sey, Wenn ich nur dich erkenne, Dich lebenslang mit wahrer treu Im herzen habe, und dabey In deiner liebe brenne. * Tit. 2, 14. 8. Go wird mein leib und geift Eich recht in dir erfreuen, Und täglich deinen ruhm Durch die fes lob verneuen: Was ist, das GOttes treu, Die mich umfasset, gleicht? Sein ruhm erstrecket sich So weit der himmel reicht. 5. Doch weil du meine schwachs beit weißt; So bitt ich, daß dein guter geift Mich unterweif und stärke: Daß man an mir, zu deis nem ruhm, Durch mein rechts schaffnes christenthum Den wahe ren glauben merke. 6. Laß mich, wie eine rebe pflegt, Die nur die kraft des weinstocks trägt, An dir, mein JEsu! hangen; Mein brautigam! laß deine braut, Mit der du ewig dich vertraut, Troft, heil und gnad erlangen. 7. Du bist mein HErr; was hilfts dem knecht, Der gottlos, sicher, ungerecht, wenn er nur HErr HErr! saget? Gib, wenn mein mund dich Herr HErr! nennt, Daß dich mein herz dafür erkennt, Dich ehrt und nach dir fraget. Don der göttlichen Guas den- Regierung. Mel. Kommt her ju mir spricht zc. GOtt der weis 8. Jch bin, mein GOtt! auf dich getauft, Und dir zum eigens mich die 581.Dheit! zeigest mir In auch leben, und wieder alles, was deinem worte, wie ich dir Soll wolgefällig dieiten, und wie ich, als ein guter baum, In deines gartens weitem raum Zu deinem preis muß grünen. du mir Aus vater- huld geschens Fet, dir Zum pfand und opfer ges ben. 2. Ach leit und lenke du mein berz, Damit es sich nicht hinter wärts Von deinem wege wende. Versiegl' in mir was wahrheit ist, Behüte mich für trug und lift Bis an mein lestes ende. 9. Gleich wie der Baum dem früchte trägt, Der ihn gepflanzet und verpflegt; So schaff durch deine pflege, Daß auch dein herz die glaubens frucht, Die es an deinen kindern sucht, An mir flets finden möge. 10. Es wird der eingepfropfte 3. Die bosheit steigt und wächweig Dem baum an saft und fet sehr, Sie jeigt sich leider! mehr wachsthum gleich, In welchem und mehr In arger lehr und leer bekleibet: Go laß mich, HErr! ben: Drum sey mein führer, trosft in dir allein Auch leben, wachsen, und licht, Und laß sich doch mein fruchtbar seyn, Weil ich dir eins berie nicht Dem falschen schein verleibet. ergeben. 11. Wenn Burra und wetter mit 21 a 4 370 Bon dem heiligen Leben und Wandel mir zusegt; So halte du mich unlaß mich deine gnad und fegen verlegt, Daß ich nicht von dir Stets empfinden; früh und spat weiche: In aller angst gib troft und kraft, Die auch im fierben freude schafft, Bis ich das ziel er reiche. Segne denken, wort und that. 12. Nun feelen freund! ich weiß gewiß, Du wirst mich einst ins paradies Der ewigkeit verse; jen: So komm und bring mich aus der zeit In deines reiches herrlich teit Zum ewigen ergeßen. Mel. 2. Alles was mir GOtt 2c. 7. Endlich laß mich, JEsu! kommen Aus der unvollkommens heit Zu des himmels herrlichkeit: Da ich denn mit allen frommen Deine huld nach dieser zeit Preise dort in ewigkeit. und Esu! du, mein licht <. Laß mich dir zu ehren leben, JEsu, meines Lebens licht, Mein troft, heil und zuversicht! Laß mich dir so feyu ergeben, Daß ich Berbe dieser welt, Daß ich thu, was bir gefällt. mel. Water unser im himmele. is ist doch ia die less 583.D te jeit, Davon der HErr hat prophezeiht: Wunder 582. feelen troft und zier, Rufest: kommt und lernt von mir. Ich, der ich dir ganz ergeben, Komme jest voll reu und leid; Lehre mich die frömmigkeit. fünd und schand bey groß und klein; Der glaub erlischt, die lieb erkalt't, Das spüret man bey jung und alt. 2. Hochmuht und pracht nimmt 2. Ach, wie ist mein her ver- überhand, Viel schwere plagen derbet! Feffelt nicht das sünden- fühlt das land: Darum erwach, band Glieder, sinnen und ver- herz! noch heut, Steb auf vom Sand? Was von Adam angeerbet, schlaf der sicherheit, Sen fiets Gündlich wesen, fleisch und blut, im glauben wol bereit: Des Bleibet fleisch und thut nicht gut. HErren zukunft ist nicht weit. 3. Reiß mich, HErr! aus dem 3. HErr JEfu Chrift! des blut verderben; Laß doch unkraut, haß mich tröst't, Du hast mich ja gar und neid, Hochmuht, ungerechtheur erlöft: Ach sieh, ich leb tigkeit, Und was sündlich, in mir hier in der welt, Mir sind viel fterben. Mach mein her; doch tausend neg' gestellt; Wie leichts täglich neu, Mach es aller bosheitlich könnt es gehen an, Daß ich fren. auch lief die breite bahn. 4. Pflanze du ir mein gemühte Wahre frömmigkeit, geduld, Sanftmuht, freundlichkeit und huld, Andacht, heiligkeit und güte, Liebe, treu, zufriedenheit, Wahrheit und gerechtigkeit. 4. Die welt kann gar zu liftig fenn, Ihr gottlos wesen schmüts ken fein; Der teufel reizt zu füns den an, Spricht: eine sünd ift leicht gethan; Mein schwaches fleisch ist bald gefällt, Es hat schon luft zum lauf der welt. 5. HErr JEfu Chrift! thu du das best, Halt mich allzeit im glaus ben fest; Jch bin ia, HErr! dein fleisch und bein, Ein gliedmaaß an dem leibe dein. Mein HErr und GOtt! laß nicht von mir, Auf das ich auch nicht laß von dir. 6. Der welt lauf gebet nach Der 6. Führe mich auf deinen we gen, Gib mir deinen guten geist, Der mir bálf und bevsand leift't. und war von der göttlichen Gnaden Regierung. der höll: Dafür bewahre meine feel. Durch deinen geift regier mich recht, Daß ich nicht sey der fünden knecht. Hilf, daß der feind ju keiner frist Mir schaden mag mit seiner lift. 7. Mein glaub ist wbl gering und klein; Doch trau ich, HErr! auf dich allein, Und will mich gan; ergebent dir: Ich weiß, es wird gelingen mir, Wenn sich mein herz in aller noht Auf dich verläßt bis in den tod. 8. Kommt nun creu;, trübfal, ber: eleid, Noht, krankheit, angst und bangigkeit, Und wårs auch noch ein hartrer stand; Bleib ich doch fest in deiner hand: Denn mir muß alles heilsam seyn, Weil ich vertraue dir allein. 9. JEfu! mit dir will ich beftehn, Sollt auch die welt zu grunde gehn. Es fürchte sich ein heuchelchrift, Und wer ohn glaub und hoffnung ist. Ich wart auf dich, HErr! komm nur heut, Daß ich eingeh zu deiner freud. 10. Indeß, mein GOtt! so bitt ich doch: Weil ich das elend baue noch, Erhalt dein wort, gib fried und ruh, Die schwere zeiten lins dre du. Gib nahrung und gut regiment, Glaub, lieb und hoff nung bis ans end. 377 Und gute werke übe; Daß ich, dein Enecht, Stets schlecht und recht Nach deinem worte wandle, Und jederzeit Boll freundlichkeit Mit freund und feinden handle. 3. Lösch aus in mir des fleisches luft, Und pflanze Chrifti liebe und heiligkeit in meine brust: Daß ich mich täglich übe, Auf ihn zu sehn, Ihm nachzugehn, Die tugend zu vollbringen, Mich von der welt, Die dir misfällt, Zu dir, mein GOtt! zu schwingen. 2. Erfüll mein her; mit wahrer reu, Mit glauben, hoffnung, liebe, Daß ich das böse baß' und scheu, 4. Treib aus von mir den stors en sinn, Laß mich in demuht les ben. Neid, rach und zoru nimm von mir hin; Und laß mich bald verges ben, Wenn gleich durch list Mein neben- christ Mich ängstet und bes trübet. Gib, daß mein herz Bey allent schmer; Die årgsten feinde liebet. s. Mein GOtt! ich bitte dich, verleih mir einen festen glauben, Der standhaft, treu und thätig sey, Den lift und macht nicht rauben: So üb' ich mich, So lieb' ich dich, und hoff auf deine güte, Die mich, o GOtt! Für schand und spott Auch bis ins grab behüte! 6. Nach vielem reichthum, gut und geld, HErr! laß mich ja nicht trachten. Laß mich die ehren dies fer welt Für eitle schatten achten, Und nie nach pracht, Mach gross ser macht und grossem namen fireben; Laß mich vielmehr Nach Mel. Hilf mir mein Gott zc. 584. Ach böcher Gott! beiner lehr, Als einer richtſchnure verleihe mir, Daß ich nur dich begehre; Und daß dein geist mich für und für Durch dein wort neu gebähre; Daß ich, dein lind, Dich such und find In allem creuz und leiden; Daß weder tod, Noch angst und noht Mich, vater! von dir scheiden. 7. Für schmeicheln, lift und Heuchelen Bewahre meine sinnen, und laß mich ia durch gleisnerey Den nächsten nicht gewinnen. Laß ja und nein mein' antwort seyn. Laß mich la niemand richten, Und zank und Freit Mit freundlich, keit, Mit lieb und fanftmube schlichten. 8. Entferne mich von eitelfeit, # 5 G 378 Von dem heiligen Leben und Wandel Rib mir ein rein gemühte, Auf dein heilig wort; Damit ich an daß ich mich zu jederzeit Für schud- dich glaube, Und in der wahrs den lüften hüte. Des herzens heit bleibe, Trok satans lift und grund Sen, wie der mund, Dem mord! nächsten nicht zu schaden: So werd ich mich nicht freventlich Mit schmach und schimpf beladen. 9. Gib, daß ich ia den müssig gang Sammt aller trägheit haffe: Dagegen, HErr! mein lebelang Mein werk also verfaffe, Daß ich sur noht Mein täglich brot Mit ehren mög erwerben, und, wenn Ich soll, Getroft und wol Jn dir, HErr JEsu! sterben. 10. Ach! gib mir deinen guten geist, Daß ich die lafter fliehe ,! ich nur um das, was chriftlich beißt, mit allem fleiß bemühe: So kann kein schmerz Noch leid mein Herz Aus deinen hånden treiben; Und so laß mich Denn ewiglich Bey dir, mein JEsu! bleiben. Mel. HErr Chrift der einge 2c. 3. Vertreib aus meiner feelen Des alten Adams sinn, Und laß mich dich erwählen; Auf daß ich mich forthin zu deinem dienst er sebe, und dir zu ehren lebe, Weil berlöfet bin. s. Leit mich in dieser wüste, Und unterdrück in mir Die berrschaft böser lüfte: Und laß mich für und für Der eitlen welt absterben, Dem fleische nach verderben, Mein Gott! fo leb' ich dir. 4. Befirdre dein erkenntniß In nir, mein ſeelen- hort! Und öffne nein verständniß, HErr! durch 6. Ja zünde deine liebe In meis ner feelen an, Daß ich aus innrem triebe Dich ewig lieben kann, Und, dir zum wolgefallen, Beständig möge wallen Auf rechter lebenss baby. 7. Nun HErr! verleih miz stärke, Verleih mir muht und kraft; Denn das sind gnadens werke, Die dein geist in uns schafft: Hingegen meine sinnen, Mein laffen und beginnen Ift bss und mangelhaft. sonne, Du wahres lebens licht! Laß leben, licht und wonne Mein blödes angesicht! Nach huld Und meinen geist erneuen; Mein 586. Hilmir, mein Gott GOtt! versag mirs nicht. 2. Vergib mir meine fünden, Und wirf sie hinter dich. Laß al len torn verschwinden, und hilf mir guddiglich. Laß deine frie daß nach dir Von herzen mich verlange: Daß ich dich suche mit begier, Wenn mir wird angst und bange. Vers leih, daß ich Mit freuden dich In meiner angst buld finde. Gib mir dens gaben Mein armes herze laden sinn, Daß ich forthin Meid ben; Ach HErr! erhdre mich. alle schand und fünde. 2. Hilf, daß ich stets mit reu und schmerz Mich deiner gnad ergebe, Hab immer ein zerknirschs tes her:, In wahrer buffe lebe: Vor dir erschein, Herzlich bewein All meine missethaten. Die hånd allzeit Laß seyn bereit, Den dürfs tigen zu rahten. z. Die lust des fleisches dämpf 3. ( 11 8. Darum du GOtt der gnadeni Du vater aller treu! Wend allen feelen schaden, und mach mich neu. eifer, deinen 3 willen Mit freuden zu erfüllen, und steh mir kräftig bep. and war von der göttlichen Gnaden- Regierung. 379 unverlegte feel und rein gewissen bleib. in mir, Daß sie nicht überwinde. mir, Und daß in solchem leib Ein' Rechtschaffne luft und lieb zu dir In meiner feel' anzünde; Daß ich in noht Bis in den tod Dich und dein wort bekenne, Und mich kein truß noch eigennug Von deiner wahrheit trenne. 2. Gib, daß ich thu mit fleiß, Was mir zu thun gebühret, Wos zu mich dein befehl In meinem ftande führet. Gib, daß ichs thue bald zu der zeit, da ich soll: Und wenn ichs thu, so gib, Daß es ges rahte wol. 4. Behüte mich für jorn und grimm, Mein herz mit sanftmuht jiere; Auch alle hoffart von mir nimm, Zur demuht mich an führe. Was sich noch findt Von alter fünd, Laß mich hinfort ab legen. Troft, fried und freud Laß jederzeit Sich in mir armen regelt. 1. Den glauben stårk, die lieb erhalt, Die hoffnung mache feste, Daß ich von dir nicht wanke bald: Beständig seyn ists beste. Den mund bewahr, Daß nicht gefahr Durch ihn mir werd erwecket. Speis ab den leib, Doch daß er bleib Von geilheit unbeflecket. 6. Gib, daß ich treu und fleissig fev In dem, was mir gebühret: Daß ich auch nicht durch heuche len und ehrgeiz werd verführet. Leichtfertigkeit, Haß, zank und neid Laß in mir nicht verbleiben. Verstockten sinn Und diebsge winn, Wolst du fern von mir treiben. 7. Hilf, daß ich folge treuem raht, Bon falscher meinung trete: Den armen helfe mit der that, Für freund und feind stets bete: Dien jedermann, So viel ich kann: Das böse haß und meide Nach deinem wort An jedem ort: Bis ich von binnen scheide. 587. Gott, du froms mer Du brunnquell guter gaben! Obn den nichts ist, was ift; Von dem wir ales baben: Gefunden leib gib 3. Hilf, daß ich rede fiets, Wos mit ich kann bestehen. Laß kein une nüßes wort Aus meinem munde gehen. Und wenn in meinem amt (* stand*) Ich reden soll und muß; So gib den worten kraft und nachdruck ohn verdruß. 4. Findt sich gefährlichkeit, Go laß mich nicht verzagen. Gib einen helden- muht, Das creuz bilf fels ber tragen. Gib, daß ich meinen feind Mit sanftmuht überwind; Und wenn ich raht bedarf, Auch guten raht erfind. 5. Laß mich mit jedermann In fried und freundschaft leben, So weit es chriftlich ist. Willt du mie etwas geben an reichthum, gut und geld; So gib auch dis dabey, Daß von unrechtem gut Nichts untermenget sey. 6. Soll ich auf dieser welt Mein leben höher bringen, Durch mans chen fauren tritt Hindurch ins als ter dringen; So gib geduld, und mich Für sünd und schand bewahr, Daß ich mit ehren trag Alsdenn ein graues haar. 7. Laß mich an meinem end Auf Chrifti tod abscheiden. Die feele nimm zu dir Hinauf zu deis nen freuden. Dem leib ein raunss lein gonn Ben frommer christen grab, Auf daß er seine ruh An ihrer feiten hab. 8. Wenn du an jenem tag Dir todten wirft erwecken; Wollst du auch deine hand Zu meinem grab ausstrecken. Laß bören deine Von dem heiligen Leben und Wandel 880 Simm, Und meinen leib weck auf, Und führ ihn schön verklärt Zum auserwählten hauf. 6. Hilf, was dahinten ist, Von herzen zu verachten; Und laß mich stets mit fleiß Nach jenem kleis nod trachten, Das du mir vorges fieckt. Laß JEfum mir allein Das wahr und höchste gut, Die welt ein eckel seyn. 7. Was du mir auferlegt, Laß mich geduldig leiden. Laß mich die misfethat mit größtem ernste Mel. O GOtt du frommer 2c. meiden, und denken, daß, o verborgen ist, Err! 588. Helebre du vet Und daß du überall Selbst gegens wärtig bist. thun Nach deinem wolgefallen. Laß mich im herzen schon Bey dir im himmel wallen. Dein heilger guter geist Führ mich auf ebuer bahn, Und gebe, daß ich dich Recht sehn und 8. Laß mich behutsam seyn, Daß ich dem zorn entgehe, und schutz und gnade sebe. Laß mich nichts als fegen, heil, Trost, mit freuden thun, Was mir dein durch In schmach und herzeleid. wort gebent; Gericht ich auch das als meinen felfen, baue. Dis 9. Hilf, daß ich stets auf dich, jederzeit allein In noht und tod vertraue. Du kennest, mehr als ich, Die sorge die mich plagt; Vers läßt, versäumst uns nicht, weil du es jugesagt. * 9. GOtt vater! dir sey preis Hier und im himmel oben, GOtt sohn, HErr JEfu Chrift! Dich will ich allzeit loben. Gottheil ger geift! dein ruhm Erschalle mehr und mehr. DHErr drey: singer GOtt! Dir sey lob, preis und ehr. ebren kann. 2. Gib, daß ich stets durch ihn Im glauben stärker werde, Und federzeit mich selbst, Die lust und pracht der erde Durch ihn verleugnen mas. Laß mich vom heu chel- schein, Verstellung, laulich Feit und lift entfernet seyn. 3. Laß mich, HErr! meinen gang, mein denken, thun und dichten, Her, angen, hand und mund Nach deinem worte rich ten. Gib, daß ich jederzeit voll reiner lieb und treu, mein va ter! gegen dich, Und meinen näch en fen. 4. Gib, daß ich überall Ben je ber that ocdenke, Ob ich mich auch von dir Und meinem tauf bund lenke; Ob deines namens ruhm Mein fteter end; week bleibt; Oh mein unachtsam herz Was fändlichs denkt und treibt: schafft, und denkt, wie leicht der tod uns von der erden rafft. <. Ob ich mich täglich mehr, HErr! von dir heilgen laffe; Ob auch mein her dich stets Jm glauben fester faffe; Ob es die feligkeit it furcht und sittern 10. Laß mich hier deinen geist Mit himmels gütern speisen, Bis ich dich einsien dort mit allen engeln preisen Und völlig rühmen mich vor deinem thron Dein ewig Faun Für deine gütigkeit, Wenn licht erfreut. Mel. Austiefer noht schrey ze. 589. Ott mein vas ter! mich regier, Halt mich in deiner gnade; Dein wort mich leite für und für Auf deinem himmels pfade. O GOtt mein vater! mich bewahr Für sols cher angst, noht und gefahr, Die meinen geißt besieget. 2. O JEfu Cbrißte! fich mir bep; und war von der göttlichen Gnaden Regierung: bey: Mach mich von schuld- beschwerden und fünden durch dein leiden frey; Laß mich nicht sicher werden. Erbarm dich mein, o GOttes sohn! Wenn wir der einst vor deinem thron Das urtheil hören sollett. 3. O heilger geisf! der weis beit brun, Sey meines glaubens nehrer. Gib glück und heil zu meinem thun, Sen stets mein troft und lehrer. Thu auf den mund ju GOttes che, Erhalt mein her; in deiner lehr, Und laß mich darnach streben. 4. O heilige dreneinigkeit! Mein schuß in noht und leiden, Ach! laß mich weder luft noch leid Bon deiner liebe scheiden. Bewahr in mir nach deiner huld Glaub, liebe, hoffnung und geduld, Und laß inich felig werden. Meloden 28. vater 590. licht, o leben, O treuer hirt, Immanuel! Dir bin ich einmahl übergebent, Dir, dir gehöret leib und feel. Ich will mich nicht mehr selber führen, Du, vater! sollt dein kind regieren; So geh nun mit mir aus und ein, und leite mich in allen tritten. Ich geh', erhör o HErr! mein bitten, Für mich nicht einen fchritt allein. 381 3. Du gångelst mich; wie kann ich gleiten? Dein wort muß ewig feste stehu: Das spricht: dein auge soll mich leiten, Dein anges sicht soll vor mir gehn, Ja deine güt und dein erbarmen Soll mich mit vater treu umarmen. Drum gib, daß ich recht kindlich fey, In allen gläubig zu dir flehe, und stets auf deinen willen sehe, So spür ich täglich neue treu. 4. Damit sich nun mein glaube stärke; So gib, daß ich auf deine treu Und weisheit auch im kleins sten merke, Dich liebe, lob' und ruhig sey, Und dich in allen wals ten laffe, Stets ordnung halte, dich umfaffe; Sonst fall ich, ia sonst lauf ich an. Laß mich in die gelaffen bleiben, und alles dir, mie nichts juschreiben. Was du nur thust, ist wol gethan. 5. Du weißt allein die beste weiden, Und was mir schädlich oder gut; Drum laß dein schaffein alles meiden, Was meiner feele fehaden thut. Ach laß mich nies mahls von dir irreu, Mich durch erstreuung nie verwirren; Es blende mich kein falscher schein. Hab acht auf mich an allen enden, und trage mich auf deinen häns den; So geh ich sicher aus und ein. 6. Laß deinen keist mich täglich treiben Zum wachen, ringen, feufien, schreyn. Laß mirdein work 2. Was kann dein schwaches kind im herzen bleiben, und in mis vollbringen? Ohn dich weiß ich geist und leben seyn. Laß mich la keinen raht. Drum sey in groß- nach deinem wolgefallen In heils und kleinen dingen Mir allzeit ger ehrfurcht vor dir wallen; felber raht und that. Du willt Zeuch mein herz völlig zu dir hin: dich meiner selbst nicht schämen; Gib geist und kraft, durch heilig Und wollt ich dich zu allem neh- leben Dir ehre, lieb und furcht men, So willt du mir auch alles zu geben, Hüt mich für kalt und fenn. Drum wol! du sollt in al- lavem sinn. len sachen Den anfang und das ende machen, So Rellt sich lauter fegen ein. 7. O! daß ich mich in nichts verweilte, Was mir hie zeit und Fraft verzebrt. O! daß ich fiera 382 Von dem heiligen Leben und Wandel sum himmel eilte: Mein held! gam, ju gefallen, Sie schmückt und umgürte du dein schwert, und hält sich dir bereit. Ach! heilge diz brich durch alle hindernisse; Ja, all meine sinnen, Und zeuch mich, laß nach deinent wort die füffe zeuch mich bald von hinnen Zu Hinfort gewisse tritte thun. Laß dir, o glanz der ewigkeit! mich in allen wort- und werken Auf deinen wink und willen merFen, Und nie in eignem willen ruhn. Meloden 29. 591. Mein schöpfer! ſteh mir bey, Sey meis nes lebens licht. Dein auge leite mich, Bis mir mein auge bricht. Hier leg ich herz und glieder Vor dir zum opfer nieder, Und widme meine Fräfte Für dich und dein geschäfte. Du willt ja, daß ich deine sey: Drum, schöpfer! steb mir bey. 8. Mach mein her; einmahl treu and stille, Daß ich dir immer fol gen kann. Nur dein, nur dein vollkommner wille Sen mir stets schranken, lauf und bahn. Laß mich nichts, ohne dich, vergnügen, Laß mir nichts mehr am herzen lies gen, Als deines grossen namens ruhm; Der sen allein mein ziel auf erden, Dis laß mir nie verrücket werden, So bleib ich, HErr! dein eigenthum. 2. Mein heiland! wasche mich Durch dein so theures blut, Das alle flecken tilgt, und lauter wuns der thut. Schließ die verirrte feele In deine wunden- hdle, Daß 9. Laß deinen geist mir klärlich sie von zorn und fünde Hier wah weisen, Daß mir dein sohn gere frenheit finde. Ich bin ein fchenket ist. Laß mich in ihm dich, scheusal ohne dich, ein heiland! vater! preisen, Wie du die liebe fel wasche mich. ber bist. Ach! offenbar mir deine Liebe, und wirke doch die heissen triebe Der reinen gegenlieb'in mir; Hiemit erfülle herz und sinnen, Daß ich hinfort mein ganz begin nen In deiner lieb' und lobe führ. 10. Dir, JEsu! sehn ich mich ju leben, Der du mein HErr und brautgaff bist, Ach laß mich dir nie widerstreben. Was dir in mir entgegen ist, Das stelle bald vor mein gewissen. Laß mich von kei ner bosheit wissen; Vertilge, was nicht lauter heißt. Laß dein gebot mein manna werden, Und füll aus, JEsu! deine heerden Mit einer lieb' und einem geist. 11. So lob' und lieb' ich in der fille, Und ruh als kind in deinem schooß. Das schaffein trinkt aus deiner fülle, Die braut steht aller forgen los. Sie forget nur al Mel. OGOtt du frömmer zc. Lain, in allen Din ihrem bränts 592. Hei allerliebster 3. Mein tröfter! gib mir kraft, Wenn sich versuchung zeigt. Res giere meinen geist, Wenn er zur welt sich neigt. Lehr mich den sohn erkennen, Ihn meinen HErren nennen, Sein gnadens wort verstehen, Auf seinen wegen gehen. Du bist, der alles gute schafft, Mein tröster! gib mir kraft. 4. GOtt vater, fohn und geißt! Dir bin ich, was ich bin. Ach! drücke selbst dein bild Recht tief in meinen sinn. Erwähle mein ges mühte Zum tempel deiner gute. Berkläre an mir armen Dein guas denreich erbarmen. Wol mir, wenn du der meine heißt, Gott vater, sohn und seift! and war von der göttlichen Gnaden Regierung. mir dieses leben, Leib, seele und vernunft Aus gnaden haft gege: ben: Regiere ferner mich Durch deinen guten geift, Daß er in al lem thun Mir kraft und beystand leift. 2. Hilf, daß ich stets ein feind Der fleisches- lüfte bleibe, Hinges sen emfiglich des geiftes werke treibe, Und gute übe; auch dabey In hoffnung im mer start Und fest gegründet sey. 3. Gib, daß ich, als ein christ, Wie Christus mich bezeige, Und ber; und ohren stets Zu seiner leh. re neige. Im glauben stärke mich, Daß ich der argen welt Nicht fol ge, wenn sie mich von deinem wort abhält. 4. Entzünde du mein herz Mit Deiner wahren liebe, und gib, daß ich zugleich Am nächsten liebe übe. Verleihe mir geduld, Wenn trübsal bricht herein: Und hilf, daß ich im glück Demühtig möge feyn. 5. Verleihe, daß ich stets Nach deinem reiche ringe, Auf daß dein fegen sich zu mir herunter dringe. Wer nach dem ewigen Vor allen dingen trachtt, Der wird auch wol mit dem, Was zeitlich ist, be: dacht. 283 denn einmahl Von dieser welt abscheiden; So stehe du mir bey Mit deiner gnaden hand, Und führe mich hinauf Ins rechte vaterland. 6. Haß, falschheit, übermuht, Und heucheley darneben, Laß ia nicht an mis feyn In meinem gan jen leben. Lift, unrecht, frevel, geiz, und unbarmherzigkeit Sey ferne weg von mir, O GOt! au aller jeit. Mel. Nun danket alle GOtt zc. 593. Gib mir ein frommes geber ab ler gaben! Das soll mein reichs thum seyn, Den ich begehr zu has ben, Das ist mein höchster ruhm, Mein schmuck und schduste prachtz Denn fromm seyn wird bey GOtt Und engeln hochgeacht't. 2. Gib mir ein frommes herz In allen meinem denken, Wenn sich mein eitler sinn Zum bösen wollte lenken. Ach schrecke mich doch ab Von der gottlosen weg, Und führe mich, o Gott! Den rechten himmels- steg. 3. Gib mir ein frommes hert, Das sich nicht läßt verführen: Laß deinen guten geift Daffelbe kräfs tig rühren. HErr! laß mich nims mermehr Auf bofes beyspiel fehn, Vielmehr mit aller treu In Chris sti stapfen gehn. 4. Gib mir ein frommes herb Wenn ich viel böses hore: Daß die gewohnheit mich nicht auch uleit bethöre: Schleuß mir die ohren zu, Gib deinem worte kraft, Das sagt: du forderfi auch von worten rechenschaft. 5. Gib mir ein frommes her, Wenn ich die welt betrachte, daß ich die fünden lust Und eitelkeit verachte. Es muß die schnöde welt mit ihrer luft vergehn; Den frommen aber bleibt Der himmel offen stehn. 6. Gib mir ein frommes heet, Daß ich fromm sen und bleibe, Und nur, was dir gefällt, In meiner Heut fromm seyn, Und so in wantel, mubf * 7. Mit deiner rechten hand, HErr! wollest du mich leiten, und schüren tag und nacht, Daß meis ne tritt nicht gleiten. Du wollest meine burg, Und schuß in nöhten seyn, Wenn ich in meinem amt Ausgehe oder ein. 8. Buleit erlife mich von alleben treibe. Tem creuz und leiden: Und soll ich morgen bis, Von dem heiligen Leben und Wandel 884 muht, Bald recht, bald unrecht thun, Stürzt in die höllen- glut. 7. Gib mir ein frommes herz, Daß ich nicht von dir weiche, und nicht der schnöden welt In ihren fünden gleiche. Ich treune mich von ihr Nunmehro völlig ab; In meiner gottesfürcht Beharr ich bis ins grab. 8. Gib mir ein frommes herz, So wird mirs wol ergehen; Du wirst mein benstand seyn, Wenn unglücks winde wehen. Den frommen ist ia gnad Und hülfe zu gesagt, Wenn dort die böse schaar Berdiente firafe plagt. 9. Gib mir ein frommes herz, HErr! Iss mich selig sterben Und, als ein GOttes- kind, Das him melreich ererben. Im himmel wird dereinst Die frömmigkeit gecrönt, Die diese böse welt Ver lachet und verhöhnt. 10. Gib mir ein frommes herz: Wirst du mir dieses geben, So will ich dankbar feyn In meinem ganzen leben; So leuk ich hers und sinu Durch dich stets him melwärts. Drum fag ich noch einmahl: Gib mir ein frommes Beri. 594. M G Mel. O GOtt du frommerze. ein GOtt! verlap mich nicht In Diefem welt- getünimel. Jch heb auf JEfu blut Herz, aug und hand zum himmel: Ju JEsu lies be mich, Bergib mir alle schuld, Umfaßt mich, als dein kind, mit swger vater- huld. 2. Dein name sey gelobt, und swiglich gepriesen Für alles, was du mir an leib und feel erwies fen. Ich will von nun an fiets Dafür dein eigen seyn; Ach! hierzu Hoffe mir Geift, kraft und leben AUNGROWT 3. Laß mich zu deinem preis, Zum dienst des nächsten leben, Mich nic vom schmalen sieg Zum breiten weg begeben. Wenn satan nege legt, So leite mich, mein birt! Damit dein schwaches schaaf Ja nicht gefangen wird. 4. Bieh mich, mein GOtt! zu dir Durch Christi tod und schmers zen, und bleib mir immerdar Vor augen und im herzen, Daß ich nicht sündige. HErr! decke meis nen stand, Leid, seele, ehr und gut, Mit deiner vater- hand. <. Sey mir, mein vater! troß, Schuß, heil und alls in allen, Mein leiter, wo ich geh, Mein stab, um nicht zu fallen, Mein raht in meinem thun, Mein helfer in der noht, Mein arst, so oft ich Frank, Mein leben in dem tod. 6. Sen mit und neben mir; Dein geist mich leit und führe, Daß ich kein unglück stift, und mich kein unfall rühre. Gib mir zu allen heil, Gib mir, o treuer GOtt! Im leben frömmigkeit, am ende sanften tod. 7. Ich will dir, vater! nun Als Eind, soll glauben trauen, Und fest auf deine treu, Macht, huld und wahrheit bauen. Ich will in deis ner lieb und Chrifti wunden ruhu. Vor, in und nach dem tod Wirst du mir gutes thun. Mel. Chrißt unser HErr zumJord. 595. Gott mein ſchöps fer, weiser fürft, Du vater meines lebens! Wodu mich nicht regieren wirft, Go leb' ich hie vergebens. Denn ach! ich bin auch lebend todt, Der füns de ganz ergeben. Wer sich bes fleckt mit fünden koht, Der hat das rechte leben Noch niemahls recht gesehen. 2 Drum wende deine gnad und und war von der göttlichen Gnaden Regierung. 385 und treu zu deinem armen kinde;) Und also bist du auch ben mir. JO Steh mir mit raht und stärke ben, bin und bleib in deinen händen, Damit ich schand und fünde Auch Mein ganzes weſsen hangt an folche worte meiden kann, Die dir, dir. Du kenneft meines herzens mein GOtt! zuwider. Treib mich grund, Dir ist all mein vermögen zu solchen reden an, Die meine Fund. schwache brüder Theils stärken, theils erbauen. 3. Bewahr, o vater! mein ge bor; Gib, daß es sonst nichts höret, Als was mir nuget, deine ehr und Christi reich vermehret. Regier mich, schnöden läster- gift Ja nie mahls anzurühren; Denn wen ein folcher unraht trifft, Den pflegt er zu verführen, Ünd gänzlich zu verderben. 4. Regiere meiner augen licht, Daß sie nichts arges treiben; Ein unverschämtes angesicht Laß ferne von mir bleiben: Was ehrbar ist, was zucht erhält, Wornach die engel trachten, Was dir beliebt und wolgefällt, Das laß auch mich hoch achten, All üppigkeit verLachen. 5. Behüte mich für schwelgeren, Für schlemmen und für praffen, Daß deine lust mein eigen sey, Ob andre sie gleich haffen. Die lust, so nur das fleisch ergeht, Verlei tet uns zur höllen; Und was die welt für freude schäßt, Pflegt feel und leib zu fällen, Ja ewiglich zu quälen. 2.D! laß mich doch wol überles gen, Daß ich mich nie von dir vergeh; Vielmehr voll ehrfürcht allerwegen, Als wie vor deinen augen steh. Ach treib mich alle stunden an, Daß ich an dich gedens ken kann. 3. Wenn satan, welt und fleisch verlangen, Daß ich was böses üben soll; So laß die reizung nicht verfangen. Mach meine feele glaubensvoll, Daß ich der lift und heucheley zu widerstehen mächtig fey. 4. Ach! gib mir, GOtt! in defe nem lichte Mein groffes elend eins zusehn. Laß mich vor deinem ans gesichte In wahrer herzens des muht gehn; Ich bin ja nichts, als staub und koht, Und du der HErr GOtt zebaoth. s. Drum laß mich immer vor dir wandeln, Ach gib mir kräfte, fromm zu seyn; So kann ich ims mer heilig handeln, So trifft die hoffnung richtig ein, Daß du mein Gott und vater bist, Und daß mein erb' im himmel ist. 6. Gib, daß mein herz sonst nichts begehrt, Nichts höret, sieht Mel.Wer nur den lieben GOtt 26. ten denket, Als was den rech- 597. Mein lieber Gott! ten glauben nährt, und kraft zum guten schenket, Was uns zu je nem leben bringt, wo man bey JEfu lebet, Und mit den engeln heilig! singt, In ewger wonne schwebet, und dich unendlich preiset. gedenke meiner Im besten jest und allezeit: Denn ausser dir, mein heil! ist keiner, Der mich mit raht und troft ers freut. Dein wort macht mich vol suversicht, und sagt mir: du vers gißt mein nicht. 2. Gedenke meiner, wenn ich höre Dein süsses evangelium; und mache mir die himmels- lehre Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. du 596, Mein Gott! bu bift zu faft und kraft im christens allen enden, thum, 33b ges lingt 389 Von dem heiligen Leben und Wandel da lingt, Und hundertfältig früchte| de, meine wonne! Ich komm vor bringt. 3. Gedenke meiner, wenn ich bete, und merke stets in gnaden drauf; Weil ich in Chrifto vor dich trete, So schließ mir herz und ohren auf; Doch gib mir, vater! dis allein, Was mir kann gut und felig seyn. dein angesicht; Ob ich schon ein fünder bin, Werf ich doch den muht nicht hin, Weil ich, auch als asch und erde, Nicht von dir verstoffen werde. 4. Gedenke meiner, wenn ich falle, Und wirf mich nicht im zorne hin. Weil ich, wie andre mens fchen alle, Im fleische schwach und bidde bin; So förbre meinen gang und stand Durch kraft und stärke deiner hand. f. Gedenke meiner, wenn ich leide; Wen hab ich sonst, als dich allein, Der, bey der menschen haß und neide, Mein freund und trd fter könnte seyn? Mit dir verlacht mein froher muht Der welt, und gar des tenfels wuht. 6. Gedenke meiner auch in al len, Woran ich nicht gedenken Pann, und blicke mich mit wolges fallen In meinem ganzen leben an. Denn giebst du mir, was dir gefällt, So ifts um mich recht gut bestellt. 7. Gedenke meiner, wenn ich Berbe, Und wenn mich alle welt vergißt: Verseße mich in jenes erbe, Wo du mein theil und leben bist. Denn bleibst du nicht im himmel mein, So mögt ich nie ge bohren seyn. s. Ich will mich über nichts be trüben; In deine hände haft du mich Zum heil und segen ange: fchrieben; Drum sieht mein hof fen blos auf dich, und denkt, im glauben ungekränkt, Daß mein GOtt mein im besten denkt. 2. 3war ich muß vor allen dins gen, Ob ich schon nicht völlig kann, Dir ein schwaches danklied brins gen, Daß du mir viel guts gethan. Wollt ich, HErr! von jugend auf Durch den ganzen Lebenslauf, Alle deine wolthat zählen, Würs den zeit und worte fehlen. 3. Alles was ich bin und habe, Leib und seele, gut und stand, Kömmt, als dein geschenk und gabe, Blos von deiner vater- hand. Habe dank für deine treu, Die mir alle morgen neu: Habe dank für deinen segen, Woran alles heil gelegen. 4. Stärke mich mit deiner gute, Vater! ferner tag und nacht. Führ mich selber, und behüte Mich durch deiner engel wacht; Laß dies selbe ben mir ftehn, Wenn ich aus und ein muß gehn, Wenn ich reife, wache, schlafe, Wenn ich etwas gutes schaffe. <. Segne alle meine thaten Durch den wehrten segens geisti Laß sie täglich so gerahten, Daß mein herz dich täglich preist: Es ist dein, und nicht mein werk, Drum verleih mir muht und stärk, Stets gerade durchzugehen, nicht. auf menschen- gunft zu sehen. 6. Treuer GOtt! du wirst mich lehren, Wie ich klüglich handeln soll, Daß mein thun zu deinen ehren und des vaterlandes wol Immer eingerichtet sey; Hire mich, und steh mir bey, Daß des fatans lift und tücke Nie mein gus tes ziel verrücke. Mel. JEfu deine heilge wunden. 7. Hilf mir meine noht und den sonne, Meines plagen, Meines amtes bürd und beviens zuversicht, Weine freutas, and fong alles freudig tras 598.Lieber JEfu! gua gen und zwar von der göttlichen Gnaden Regierung. 387 gent, Was du auferleget haft. Fins 2. Ich aber bin arm, blind und det sich gefährlichkeit, Hinderniß, verbruß und neid; Laß mein herz sich ja nicht quälen, Sondern al les dir befehlen. bloß, Mein mangel, meine noht ist groß; Drum bring ich mein gebet vor dich, Erhör, erhör es gnädiglich: Ach, schenke mir, o höchstes gut! Doch alles, was mie nohtig thut. 8. Dir befehl ich meine fachen, Dir sey alles heimgestellt; HErr! du wirft es damit machen, wie es Deinem raht gefällt. Bricht auch creuz und noht herein, Scheinet es gar aus zu seyn; Laß mich ruhn in deinem willen, und damit den tummer stillen. 3. Erleuchte mein verfinstert her:, Gib wahre busse, reu und schmerz, und habe, nach so mans cher schuld, Noch fernerhin mit mir geduld. Gib meinem glauben kraft und licht, Ersege selbst, was mir gebricht. 9. Muß ich auch verspottung hören, Werd ich hie und da ver 4. Nimm, vater! der es einzig lacht; Laß dis meine ruh nicht kann, Dich meiner feelen herzlich föhren. Bin ich, welt! von dir verant. Bewahre mich für heuchels acht? Wol! mach immer, was du willt, Gott ist mir doch sonn und schild, Wider den will ich nicht sprechen, Noch mich an den fein den rächen. schein, und mache mein gewissen rein; Ja stehe mir, o heiland! bey, Daß ich recht fromm und glaubig sey. *. Gib mir versland in allem thun, Und laß mich ganz in die beruhn. Wo mein gemüht im zweifel steht, und gleich den kins dern, wankend geht: Da leite mich nach deinem raht und fördere zus gleich die that. 6. Wenn meine hand das ihre schafft, So gib dem leibe stark und kraft. Erhalte mich gesund und frisch, und segne nahrung, haus und tisch. Beschehre mir mein täglich brot, Und sorge für mich in der noht. 7. Hilf, daß des lebens his und laft, Die du mir auferleget haft, Mir nicht zu schwer zu tragen sey. Bricht meines Leibes haus ins wen, So führ durch Christi blut und pein Den geift in falems tempel ein. 8. Nun HErr! ich bin in deiner hand: Mein leben, tod, beruf und ftand, Mein wissen, wollen, reden, thun, Mein gehen, stehen, wachen, ruhn Befehl ich deiner treuen hut, Mach anfang, end und mits tel gut. Øbi 9. Mein 10. Soll ich hier noch langer leben, Nehm ichs gern und willig an. Ich will Gott nicht wider freben, Wenn ich ihm nur dienen kann. Drum, HErr! mach mich dir getreu, Gib gefunden leib daben, und laß mich an deinem fügen Und an deiner huld begnügen. 11. Soll ich aber bald erblaf fen, Will ich auch zufrieden seyn; Kann ich sterbend dich umfassen, Ach! so schlaf ich frdlich ein. Nim die seel in deine hand, Laß den leib im kühlen sand Ruhen bis zum auferstehen: Amen, vater! hör mein flehen. Mel. Vater unser im himmelr. Err GOtt von 599. groffer majestät! Dem alle welt zu dienste steht, Du bist der HErr, der alles trägt, Was lebet, webt und sich bewegt; Dein ist ia reichthunt, ehr und pracht, In deiner band stebt kraft and macht. #t 388 Von dem heiligen Leben und Wandel 9. Mein GOtt! ich habe viel der rechten chriften zahl: Sie be. begehrt, und bin doch, leider! kei- kennen mit dem mund, Glauben nes wehrt; Allein mich treibt die feft von herzens- grund, Und bemüs noht zu dir, Denn dieses alles feh- hen sich darneben Guts zu thun, let mir: Drum tret ich hie vor so lang sie leben. deinen thron, Erhöre mich durch beinen sohn. 2.Selig sind, die demuht haben, Und sind allzeit arm im geist, Rühs 10. Der hat die handschrift ab- men sich ganz keiner gaben; Daß gethan, und macht, daß ich recht] GOtt werd allein gepreift, Dans beten kann. Sein geist hilft meiten ihm auch für und für: Denn ner schwachheit auf, Er rufet: das himmelreich ist ihr; Gott abba! merke drauf, Daß dis mein wird dort zu ehren setzen, die sich Alehen und geschren Vor dir ein selbst gering hie schågen. füffer weihrauch sey. 3. Selig sind, die leide tragen, Da sich göttlich trauren findt, Die andrer leute fünd; Auch deshal befeufzen und beklagen Jhr und Mel. Aus tiefer noht schrey ich zc. fo schicks mit mir Im leben und im sterben: Zu dir allein steht mein begier, Laß mich doch nicht verderben. Erhalte mich in deiner huld, Sonst wie du willt; gib nur geduld, Dein will ist doch der beste. 2. Berleihe mir zucht, treu und ehr, und luft zu deinem worte: Behüte mich für falscher lehr, Gib mir an jedem orte Was dient zu meiner feligkeit. Wend ab all ungerechtigkeit In meinem gan sen leben. 3. Soll ich einmahl, nach dei nem raht, von dieser welt ab. scheiden; So gib mir, HErr! nur beine gnad, Daß ich es thu mit freuden. Mein leib und feel befehl Ich dir, Ein felig end, o HErr! gib mir, Durch Jesum Chriftum, amen! mit thrånen stehn: Diese sollen noch auf erden, und dann dort ges tröstet werden. Gottseligkeit. Mel. JEfu deine heilge wunden. 601. Dommt, laßt each den HErren lehren! Kommt und Lernet allzumahl, Welche die seyn, die gehören Zu 4. Selig sind die fromme hers zen, Da man sanftmuht spüren kann, Welche hohn und troß vers schmerzen, Weichen gerne ieders mann, Die nicht suchen eigne rach, Und befehlenGOtt die fach: Diese will der HErr so schüßzen, Daß sie noch das land besigen. 5. Selig sind, die sehnlich fires ben Nach gerechtigkeit und tren, Daß an ihrem thun und leben Nicht gewalt noch unrecht seys Die da lieben gleich und recht, Sind aufrichtig, fromm und schlecht, Geis, betrug und unrecht hassen: Die wird GOtt satt wers den laffen. 6. Selig sind, die aus erbars men Sich annehmen fremder noht, Sind mitleidig mit den Don dem Gewinn der armen, Bitten treulich für sie GOtt: Die behülflich sind mit raht, Auch wo möglich mit der that, Werden wieder hülf ems pfangen, und barmherzigkeit ere langen. 7. Selig sind, die funden wer den Reines berzens jederzeit, Die in and war von dem Gewinn der Gottjeligkeit. 389 in werk, wort und geberden Lie- Croft, beil und zuversicht, Wird ben zucht und heiligkeit. welchen nicht gefällt Die unreine lust der welt, Sondern sie mit ernst vermeiden, Werden schauen GOtt mit freuden. Diese, er nur GOtt vertrauen, Auf feis nen schöpfer bauen; So können seine thaten Im segen wol ges rahten. 8. Selig sind, die friede machen: Und drauf fehn ohn unterlaß, Daß man mög in allen sachen Fliehen haber, streit und haß. Die da stiften fried und ruh, Rahten allerseits darju, Sich des friedens felbst befleiffen; Werden GOttes Finder heiffen. 3. Aus GOtt entspringt das heil, Er ist das beste theil, Das unsern geist beglücket, Die quelle, die erquicket, Ein hartes her; ers weichet, Dem dürren labsal reis chet. 9. Selig sind, die müssen dul den Schmach, verfolgung, angst und pein, Da sie es doch nicht verschulden, Und gerecht befun den seyn. Ob des creuzes noch so viel, Seget GOtt doch maaß und ziel, und hernach wird ers belohnen Ewig mit den ehreneronen. * 10. HErr! regier zu allen zeiten Meinen wandel hier auf erd, Daß ich folcher(* aller*) feligkeiten Auch aus gnaden fähig werd.Gib, daß ich mich acht gering, Meine Flag oft vor dich bring, Sanft muht auch an feinden übe, Die gerechtigkeit ftets liebe. II. Daß ich armen helf und diene, Immer bab ein reines her;: Die in unfried ftehn, verfühne, Dir anhang in freud und schmerz. Bater! hilf von deinem thron, Daß ich glaub an deinen sohn, Und durch deines geiftes stärke Mich beffeiffe guter werke. 4. An diesem bache steht, Als wie ein baum erhöht, Wer fest an JEsu hanget, Und weiter nichts verlanget, Als ihm, vor andern allen, Beständig zu gefallen. 4. Man sicht sein wolfeyn blühn, Es stehet frisch und grün. Wie kann sein saft veralten? GOtt selbst will ihn erhalten; Und dessen fülle schenket, Was ihn erquickt und tránket. 6. Fällt eine dürre ein, Die schädlich könnte seyn; So bleibt er unbetrübet, Weil GOtt auch gna, de giebet, Daß er in trauer- tagen Kann seine früchte tragen. 7. Ach Jesu, höchstes gut! Dis macht mir einen muht, Mit dir mich zu verbinden. Ach! tilge meine fünden, Vertreibe furcht und zweifel, Welt, schudde lug und teufel. 8. Ich schwöre dir die treu, Ind will hinfort aufs neu Dein eigens thum verbleiben, und dir mich ganz verschreiben; Halt mich in deinen armen Voll güte, voll er. barmen. 9. Ich weiß, es wird julest Die müh mit ruh erfekt, Wenn alles leid geendet, Wenn alle noht gewendet; Drum gib mir, nach dem leiden, Dort deine himmels freuden. Mel. Auf meinen lieben GOtt 2c. 602. esegnet ist der manu, An dem man sehen kann, Daß er sich Gott ergebe Und ihm zu ehren lebe, Das böse meid und hasse, Sich auf den HErrn verlasse. Mel. Wo GOtt der HErr nicht ze. on menschen 2. nur der HErr ſein licht, 603. Valgerade zu der 3318 gen Von dem heiligen Leben und Wandels 390 ben himmel oben, O HErr! gab ich mein herz und hand In meiner noht erhoben. Mein GOtt! ich hoff allein auf dich, Laß nicht zu schanden werden mich, Daß sich mein feind nicht freuet. 2. Denn keiner wird beschämet gehn Von denen, die dir trauen; In deiner hut die sicher stehn, Die fefte auf dich bauen: In schande werden die gebracht, Die deine langmuht, gut und macht Heillos fer weis verachten. 3. HErr! zeige mir doch deinen weg, und deine recht mich leh re. Leit mich auf deiner wahrheit steg; Du bist mein ruhm und ehre, Mein heil und trost, mein schuß und raht; Auf deine rettung, bülf und gnad, HErr! wart ich alle tage. 4. Gedenke ber barmherzigkeit, Die mir dein wort zusaget, Und wende alles creuz und leid, Das mich im herzen naget. Zeuch deis ne treu dir zu gemüht, und deine wunderbare gût, Die von der welt ber währet. 1. Gedenke doch hinfort nicht mehr an meiner jugend fünde, Noch daß ich dich erzürnt so sehr, es nun empfinde. Geden le aber groffen gütigkeit Und väterlichen liebe. 6. Der HErr ist gnädig, fromm und gut, Den fünder zu berich ten, Der elend ist, und busse thut Obn heuchel schein und dichten: Er lehrt ihn seinen willen rein, Schreibt ihm den gar ins heri binein, Den rechten weg zu wandeln. huld Vergib mir meine groffe schuld um deines namens willen. 7. Des HErren weg ist lauter treu, Und wahrheit jung und al ten; Wenn sie ihn lieben, und Dabey Sein zeugniß willig halten. ODErr! Durch deine gnad und 8.Wer in des HErren furcht sich hält, Der geht die beste straffen: Wer gerne thut, was GOtt gefällt, Den wird er nicht verlassen: Er fegnet ihn mit milder hand, Daß er kann wohnen in dem land, Und giebt es feinem saamen. 9. Wer GOtt stets fürchtet, liebt und ehrt, Wird sein ges heimniß wiffen: Er wird den guas den bund gelehrt, kann reichen trost geniessen. Mein auge sieht, HErr! stets zu dir, Denn du wirst meine füffe mir Bald aus dem nege ziehen. * 10. Ach GOtt! dein antlik ju mir kehr Durch gnädiges erbars men, und schick mir hülf und rets tung her, Mir einsamen und ars men. Mein herzens angst ist groß und viel, Mach deren nun ein end und ziel, Führ mich aus meinen nöhten. Wie ein allzeit Nach deiner wahre mich, Laß mich zu spott nicht werden: Laß schlecht und recht mich stetiglich Behüten hier auf erden. Ich harre dein und bitt, o Gott! Du wolleft mich aus aller noht, Als Ifrael, erlösen. 11. HErr! siehe meinen jammer an, Mein elend, sorg und plage: Vergib die fünd, die ich gethan, Und täglich noch beklage: Schau meiner feinde groffe zahl; Bekehre die doch allzumahl, Die mich aus frevel baffen. 12. Jch trau auf dich, bes Mel. Von GOtt will ich nicht" 604. W dem, der ohne wandel Auf Got tes wegen geht, In seinem thun und handel nicht bey den fündern steht; Tritt auch nicht auf den plan, Wo böse fötter richten, Und and war von dem Gewinn der Gottfeligkeit. 39 and freventlich vernichten, Was, fleißt, und liebet die gerechten: gut und recht gethan. 2. Wer GOtt von herzen liebet, Und nimmt sein wort in acht, Sich in demselben über Sowol bey tag als nacht; Ist wie ein baum am fluß, Der sich stets höher schwinget, und reife früchte bringet; Weil er fiets grünen muß. Nicht fremde güter ju fich reißt mit einem schein des rechten: Hat nie betrug in seinem mund, Die wahrheit fagt von herzens- grund, und hasset alle lügen. 3. Obfchon die winde toben, Wird er doch nicht gefällt: Weil ihn der HErr von oben Mit stars kem armi erhält, Daß ihn kein bd fes rührt; Weil Gott selbst, was er sinnetllnd durch die that begina net, Zum guten ende führt. 3. Wer seinen nächsten nicht veracht, noch aus verbittrung schåndet: Kein unglück mit der unge macht, All ding zum bes sten wendet; Und lobet nicht gotte lose leut, Hält aber hoch die frömmigkeit, und alle die GOtt fürchten. 4. Dagegen zu verachten Sind gottsvergesfne leut; Ihr dichten and ihr trachten Wird so von Gott zerstreut, Wie spren ein schneller wind Hoch in die lüfte treibet, mit aller macht jerstaus bet, Daß man sie nicht mehr findt. . Bulest bleibt der gerechte Vor GOttes richter- thron. Die frechen fünden knechte Bekom men ihren lohn: Ihr weg in eil vergeht. Wer GOttes gute trauet; Sein antlig ewig schauet Und wol vor ihm besteht. 6. HErr! gib durch deine gute, Daß ich zu jeder stund Ja hab ein folch gemühte, Daß ich von her sens- grund Mich deiner recht be fleiß: Daß ich dieselben liebe, Darinnen mich stets übe, Zu deinem lob und preis. 4. Wer seine wort und zusag hält, nicht hinterliftig schwöret, nicht wucher treibt mit korn und geld, Noch wittwen- brot verzeh ret; und nimmet kein geschenke an, zu hindern den gerechten mann In seinen guten sachen. s. Wer das thut, ist ein from mer christ, Das mag man siches gläuben: Es wird ihn keine macht noch lift Von seinem orte treiben s Er wird beschützt von GOttes hand, Behält sein glück und eb renstand Bis an sein selig ende. * 6.GOtt vater! hilf mir kräfs riglich Das böse überwinden Rel. Es ist gewißlich an der Leit. Err! wer wird in Die wohnung dort erlangen? Auch in der christlichen gemein Den ruhm noch hier empfangen, Daß er mit glauben sen geziert, Vom heilgen geifte werd regiert, Und sey ein kind der gnaden? 2. Wer sich der reinen lebe bes JEfu Chrift! befreye mich Von missethat und fünden. Oheilger geist! durch deine lehr Ermuntre mich je mehr und mehr, Dem gue ten nachiustreben. Mel. JEsu deine heilge wunden. fürcht 606,2l dem, der ſidd Vor dem HErren seinem Gott! freuet zu erfüllen sein gebot. Wer den höchsten liebt und ehrt; Wird ers fahren, wie sich mehrt Alles, was in seinem leben Ihm der HErr sein Gott gegeben. 2. Seine Finder werden stehen, wie die rofen in der blübt. Sein Ø63 ges # 42 Von dem helligen Leben und Wanda Beschlecht wird einhergehen Reich, Wird er untergehen sehn: Denn an GOttes gnad und güt; Und was diesen leib erhält, Wird der herrscher aller welt Reichlich und mit vollen hånden Ihnen in die bäufer senden. den feinden und dem neide Kann es nie nach wunsche gehn. Wenn es ihnen gleich verdrießt, Daß der fromme glück genießt; Bleibt bosheit muß vergehen. es ihm doch sicher stehen, Neid und leben, Daß ich deine rechte halt: * 9. HErr! regier mein ganzes Daß ich herzlich gern darneben Ars men belfe mannigfalt. Segue meinen tisch und haus, Daß ich wieder streue aus: Wende doch von mir aus gnaden Noht, verfolgung, fpott und schaden. 3. Das gerechte thunder from men Steht gewiß und wanket nicht: Sollt auch gleich ein wetter tommen, Bleibt doch GOtt der HErr ihr licht, Tröstet, stårket, schüßt und macht, Daß nach aus sestandner nacht, und nach dem betrübten weinen Freud und sou ne wieder scheinen. 4. GOttes gnädiges erbarmen Bleibt den frommen immer fest. Wol dem! der die noht der armen Mel. Kommt her zu mir spricht ze. 607.tehrte welt: Hind eis le, weil dirs so gefällt, Eriage schän und güter. Was wird dein vers theil endlich seyn? Ein klumpen gold, ein eitler schein, Ein kums mer der gemühter. Sich in herzen gehen läßt. Wer da nie mand unrecht Son bern alles lieb' und gut; Dem wird GOtt viel heil verleihen, Alles thun muß ihm gedeyen. 5. Wenn die wolken werden bligen, Wenn es donnert in der Luft; Wird er ohne sorge sizzen, Wie ein vöglein in der kluft: Er wird bleiben ewiglich, Auch wird. fein gedächtniß fich Hier und dort auf allen seiten, wie die grüne ameig' ausbreiten. 2. Ein GOtt- ergebuer chriftens muht Erwählet sich ein besser gut, Ein gut, das nicht vergehet: Das, wenn dein schlackens werk zerfällt Und weder feur noch probe hält, In ewigkeit bestehet. 6. Wenn das unglück will an 3. Entfernt euch, güter dieser kommen, Das die rohe sünderzeit! Die crone der gerechtigs plagt; Bleibt der muht ihm unbekeit Jft meines wunsches fülle, nommen, Und das her; stets un verzagt. Unverjagt ohn angst und pein Bleibt das herz, das sich allein Seinem Gott und HErrn ergiebet, Und die lieb' am nächsten übet. Der jag ich, weil ich lebe, nach Durch kampf und streit, durch noht und schmach; Und stehe nies mahls stille. 4. Mein leib und secle ruhen nicht, Weil her; und wunsch das hin gericht, Das kleinod zu ers greifen: Ich eil und lasse niemahls ab, Wenn mir auch schrecken, furcht und grab Die bindernisſe häufen. 7. Wer betrübte gern erfreuet, Wird vom höchsten wol ergeßt: Was die milde hand ausstrenet, Wird vom himmel reich erfest. er viel giebt, erlanget viel: Was fein herz nur wünscht und will, Das wird Gott nach seinem wil len Und zu rechter zeit erfüllen. e. Aber feines feindes freude 5. Bleibt, fünden- kinder! blets bet weg. Wer sich der tugend schmalen steg Zur lauf- bahn aus erseben; Wirft alles eitle willig bin, 393 Bon dem heiligen Leben und chriftlichen Tugenden. bin, Und weiß den irdischen ge-| blut gleich schmerzlich ein, Nach winn Mit großmuht zu verschmå ben. 6. Zwar hemmt der satan mei nen lauf, Mein fleisch ist tråg und halt mich auf, Die welt will mich berücken: Allein, HErr! der du machtig bist, Wirft ihre stärke, trug und lift Gewaltig unter drücken. 7. Drum gib, daß weder furcht ewigkeit Den gnaden: lohn ers noch luft, HErr! meine dir gelangen? Zerreißserbrich das mars weihte bruft Von deiner liebe ter- joch, Und laß mich, war's auch bringe: Hilf, daß ich auch durch heute noch, In meiner crone angst und vein, Gehts fleisch und prangen. iener crone ringe. 8. Erhalte mich durch deinen geift, Der mir den weg zum leben weist, In unverleztem glauben: So wird mir weder streit noch neid Die crone der gerechtigkeit; Die mir bestimmt ist, rauben. 9. Ach JEfu! wenn erscheint die zeit? Wenn soll ich in der IV.Von dem heil.Leben und christlichenTugenden und zwar Von der wahren Weisheit und Erkenntniß GOttes. 4. Ach! aber ach! wie schrecklich blind Sind menschen, die doch sehen. Ach! menschen, die vers nünftig sind, Verleugnen dich und Es kein kein GOtt. Verdammtes wort! verfluchter spott! Der aus der böl entspringet. Von der natürlichen Erkenntniß Gottes. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. von ewigkeit, und bleibest sonder ende; Die welt so groß, das meer so breit Sind werke deiner hånde. Des himmels bau, der erden last, Und was du, HErr! geschaffen hast, Lebrt uns dein wesen kennen. s. Verkehrte thoren dieser welt, Ihr GOtts vergeßne leute, Die fatans strick gefangen hålt, Ach, ändert euch noch heute! Erkennet GOtt, jest ist es zeit, Sonst müßt ihr ihn in ewigkeit Mit quahl und pein erkennen. 6. Es zeigt euch la der sinnen licht, Was doch der wahn befireis tet. Wer hat das erdreich zuges richt, Den himmel ausgebreis 3. Ich ehte dich in solcher tet? Wer hat der sternen grosses pracht Im herzen und mit worheer, Das tief und stark: ums ten; Mein geist erweget tag und dammte meer, So wunderbar ges nacht Dein heil an allen orten: schaffen? 2. Du bist voll glanz und maies Båt, Voll herrlichkeit und stärke. Wer deine grösse nicht versteht, Dem zeigen deine werke, Daß du ein HErr der herren bist, Daß dei ne macht unendlich ist jm himmel and auf erden. Mein mund bekennet jedem fren, 7. Es muß ein groffer meister seyn, Ein wesen, dem nichts glets ( cher sey, Als du, den wir verschet, Das diesen allen glanz und Daß sonst kein Gott und herr ebren. schein, Nebst der bewegung reis 835 det. Von dem heiligen Leben und chriftlichen Eugenden 394 ebet. Gewiß, wer dieses übers legt, Dem wird sein steinern ber; bewegt, Den wahren GOtt zu glauben. 8. Geht nur zurück in euer Berz, Und treibt mit dem gewiß fen Nicht etwa felbst verdammten scher; So müßt ihr gleichfalls schliessen, Was jedes volk auf erden glaubt: Es ist ein GOtt, der ewig bleibt, Ohn anfang lebt und berrschet. 3. Lehre mich dich recht erken nen, und den welt- dunst einzu sehn; So kann ich dich vater nens nen, und die eitelkeit verschmähnz So entsag' ich dieser welt, die mir feelen- neke ftellt; So kann ich mein heil der feelen, JEfum, fins den und erwählen. 4. Nun mein licht! ich seh vies mangel, und viel finsterniß bey mir; Sende deines bundes engel, Diefer leite mich zu dir: Dein geift stärke mein bemühn, Mich dem schatten zu entziehn, Hier das licht schon zu erblicken, Das mich ewig soll erquicken. 9. Ach GOtt! erwecke doch die welt, Die ganz im argen lieget, Dich und dein wort verächtlich hält, und deinen ruhm bekrieget. Du schlägest sie, sie fühleus nicht. Ach wenn sie doch dein zorns ges richt noch zur erkenntniß brachte. Mel.HErr Gott der du erforsch. 10. Ich glaube, HErr! du bist 610. Gott, mein vater GOtt, Das will ich jeden mein und mein HErr, lehren; Sollt auch der frechen Du brumuquell aller gaben! Du thoren spott Deswegen sich verbautest himmel, erd und meer, mehren. Ich weiß gewiß, ich Und was sie in sich haben. Zulejt traue dir, Du wirst noch ihnen, hat deine wunder: macht Den und auch mir, Daß du regiereft, menschen selbst hervor gebracht; eigen. Und deine weisheit wollte, Daß er auf erden weit und breit Mit heiliger gerechtigkeit und weis Von der übernatürlichen Er- heit herrschen sollte. Fenntniß GOttes. Mel. Werde munter mein 2c. in 2. HErr! diese weisheit mans gelt mir, Der fall hat sie entrif welche wir 609.peinem lichte Sch' Das wahre heil nicht wissen. Sie Ich erst das rechte licht; Wenn ich mich nach solchem richte, Fehlen meine tritte nicht. Nun, mein licht! erleuchte mich, Ich bin finster ohne dich. Laß dein licht, zu beinen ehren, Sich in mir bestäudig mehren. ists, durch welche wir allein Schon hier im glauben felig seyn, und dort im schauen werden. Was dir gefällt, was dein gebot Von uns erfordert, weifer GOtt! Weiß man durch sie auf erden. 3. Ach! diese weisheit sende 1. Gib mir weisheit, zu verstes i mir Von deinem heilgen throne, ben, Was mir gut und nüglich ist. Daß sie, o vater! für und für Gib verstand, dem nachzugehen, In meinem herzen wohne. Vers Was ich, als ein rechter chrift, wirf mich in dem jammerthal Durch den wandel zeigen soll, Doch nicht aus deiner kinder Daß ich, deines lichtes voll, Alles zahl: Ich bin dein knecht gebohs teit das beste wähle, Und des bim- ren. Ich bin ein schwaches mens mels nicht verfeble. fcben find, Des tage biß und we und zwar von der wahren Weisheit und Erkenntniß Gottes: 395 wenig sind, Deß weisheit långft lichte, Dahin zwar niemand kome berlohren. men kann; Doch zeigst du uns dein 4. Gib, daß sie mir- in dieser angesichte Im worte deiner wahrs welt Stets helfe thun und rahheit an. Durch dieses licht seh ich ten, mich lehre, was dir wolge dein licht, und finde troft und uns fällt, und mich in allen thaten terricht. So führe, daß ich jederzeit, Durch ehr und schmach, voll freudigkeit Auf deinem wege gehe. Dein geift der weisheit leite mich; So irr ich nicht, bis daß ich dich In jenem leben sebe. s. Kein sterblicher weiß deinen raht, Kein mensch weiß dein be ginnen; Und was dein sinn bes schlossen hat, Begreifen keine sin nen. Des menschen thun ist wan delbar, Sein raht und anschlag voll gefahr, Das her; beschwert mit fünden: Wir können, was auf erden geht, Und was uns unter handen steht, Kaum treffen und ergründen. 6. Wer will denn nun, was himmlisch ist, O HErr! erforschen Fönnen? Wer will, was, HErr! dein raht befchließt, Erfahren und benennen? Es sey denn, daß du weisheit giebst, und sendest denen, die du liebst, Den lehrer aus der höhe, zu lernen, was auf dieser welt Aufrichtig ist, und Dir gefällt, und so ins Leben gebe. 2. Befrey mich von den finsters niffen, Die im verstand und willen seyn, Daß aug und herz sich öffnen müffen Bey deinem hellen gnas den schein. Nimm alle blindheit von mir hin, Daß ich im geift ers leuchtet bin. 7. Drum wende dich, mein GOtt! zu mir, Erhöre dis mein flehen; Laß deine weisheit für und für In, um und bey mirstes ben. Gib, daß sie stets mein herz regiert, Damit mich nichts von dir verführt, Damit ich dich recht lenne, Dich liebe, und dich fort und fort, HErr! meinen vater, schuß und hort, Raht, troft und beiland nenne. 3. Ich kann dich von natur nicht kennen, Weil lauter thorheit in mir steckt; Drum laß dein licht im herzen brennen, Daß mir es deis nen glanz entdeckt, und, durch den strahl der herrlichkeit, Mein herz zu deinem tempel weiht. 4. Dein wort sey mir ein licht im glauben, Das mich zum wabs ren lichte führt. Laß mir doch keis nen irrthum rauben, Was mir ein ewig beit gebiert. Kein schwindels geift verführe mich, Kein zweifel fen mir hinderlich. 5. Gib, daß ich JEfum mit dem munde und mit der that bekennen mag; So legt der glaub' im hers zens- grunde Sich auch durch wers ke an den tag. Leg mir ein solch erkenntniß bey, Das immerfort lebendig sey. 6. Und, wenn ich dich als vater Fenne, Laß mich ein kind des lichs tes seyn. So oft ich meinen JE fum neune, Drück mir sein bild ins herz hinein. Ich glaub an deinen heilgen geist, Drum gib, daß er mein führer heißt. 7. Leg mir in deines wortes lichs te Erkenntniß deines willens bep Daß ich kein baum der ohne früche te, Kein schein, der ohne wesen, fey. So thu ich denn mit allem fleiß, was ich nach deinem willen Mel. Wer nur den liebenGOtt zc. 611. Mein Gott! bu weiß. in einem 8. Eaß dein erkenutniß mir im cir 396 Von dem heiligen Leben and christlichen Eugenden Leiden Ein brunnquell wahres tros, sur grube ziehen? Dis macht, bal Kes seyn. Und scheinst du gleich er in ängsten bleibt; Doch diese von mir zu scheiden, Verbirgt du todes: furcht vertreibt Die klugs deines lichtes schein; So hab ich heit der gerechten. dich doch schon erkannt, Du schlägst und heilft mit einer hand. 9. 3war mein erkenntniß ist auf erden Noch stets voll unvollkommenheit: Dort aber wird es herra lich werden, In der vollkommnen ewigkeit; Da leuchtet mir der Flarheit licht Von angesicht zu an gesicht. ro. Indessen laß mich dich er kennen, und künftig weder noht noch tod Von deiner hellen wahr beit trennen; Dieweil dein wort mit schrecken droht, Wer dich erkennt und nicht bekennt, Sey ewiglich von dir getrennt. Mel. Es ist das heil uns kommen. 612.0b menschen klug und *. Wie denkt die Klugheit dieser teit So schlecht an tod und sterben? Wie schlecht sucht sie die ewigkeit Der sel'gen zu ererben? Viel gröss fern trost, viel beffern raht, Und ein gewisses erbtheil hat Die klugs heit der gerechten. dadurch zu bringen; Ob ihr verstand schon ungemein In welt- ge sinnten dingen; So sagt doch ein erleuchter chrift: Die rechte wahse klugheit ist Die klugbeit der ge rechten. 2. Wer nur auf GOttes gnade fieht, Und sucht darin zu stehen; Wer sich im glauben stets bemüht, Den weg mit luft zu gehen, Den Chrifti wort und leben weist; Ein folcher lebenswandel beißt Die Flugheit der gerechten. 3. Laß alle klugheit dieser welt Sich insgesamt verbinden; Sie macht ein herz, das GOtt misfällt, Dennoch nicht rein von finden: Dis groffe werk dagegen thut, Durch Christi JEsu theures blut, Die Klugheit der gerech tent. 6. GOtt! mache mich gerecht und klug, Nach deiner groffen gus te, Damit ich mich für selbst bes trug Bey welt und fleische hûte, und setze, nach vollbrachtem lauf, mir dort in jenem leben auf die crone der gerechten. mel. JEfu deine heilge wunden. range, welt! mit deis 613. Praesen, das dy iezt so hoch gebracht; Ich kann deis Es Die mehr welt als himmel acht't. Meines JEsu creuz und pein Soll mein liebstes wissen feyn: Weiß ich das in wahs rem glauben, Wer will mir den himmel rauben? 2. Andre mdgen weisheit nens uen, Was hier in die augen fällt s Ob sie den schon nicht erkennen, Deffen weisheit alles hält: Mir sol Chrifti tod und pein Meine kunst und weisheit seyn; Das geheimniß seiner liebe Ist, wo ich mein wissen übe. 3. Schärft, ihr menschen! eure sinnen Nur in lift und eitelkeit; Sucht nur ehre zu gewinnen Bey den grossen dieser zeit: Ich nur denke jener schmach Meines JEfu ernstlich nach; Weil es chriften nicht gesiemet, Daß man sich des citlen rühmet. 4. Wer ist so klug, daß er vermag 4. Ich will andern gerne göns Dem tode zu entfliehen? Ja wer nen, Wenn sie hurtig und geschickt erfennet, welcher tas Ibn wird 1 Grosse schåge sammlen können, Und and war von der wahren Weisheit und Erkenntniß Gottes. 397 Und wenn ihnen alles glückt; zur eitelkeit der schnöden welt. Denn mein reichthum, glück und Darinnen mich zu üben. theil Jft der armen fünder heil; Dis kann ich in JEsu finden, und die welt so überwinden. 3. Ich bin zum guten trag und blind, Vergib mir, vater! solche sünd: Erleuchte mein gemühte, Daß es hinfort die weisheit liebt und sucht von deiner gute. 5. Ey so komm, mein wahres leben! Komm und unterweise mich: Dir will ich mich ganz er geben, Daß ich sonst nichts weiß als dich. Allerliebste wissenschaft! Ach beweise deine kraft, Daß ich einzig an dir hange Und nichts, als nur dich, verlange. 4. Denn ich erkenn und spüre nun, Daß mein und aller mens schen thun, All glück und aller ses gen Bey dir besteht: wer ihn da sucht, Der geht auf rechten wegen. 5. Es steht in keines menschen macht, Daß sein raht werd ins werk gebracht, Daß er sich des sen freue: Des höchsten raht macht ganz allein, Daß menschens raht gedeye. 6. Oft denkt der mensch in seis nem muht: Dis oder jenes sep ihm gut; Und ist doch nicht getrofs fen. Oft meinet er, daß schädlich sey, Worauf er sollte hoffen. 7. JEsu! pflanze dieses wiffen Täglich tiefer in mein herz, Sen mein licht in finsternissen, Sey 7. So fängt auch mancher weis mein troft in todes schmerz. Laß ser mann Ein werk oft stark und mir deinen tod und pein. Immer eifrig an, und bringts doch nicht im gemühte seyn, Daß es glau- zum stande: Er meint, daß er gar bens- voll bedenket, Wie du mir fest gebaut, und steht doch nur auf dich selbst geschenket. fande. 8. Endlich, wenn des todes 8. Obgleich ein mensch sonst grauen Alles wissen von mir weisheit hat; So weiß er doch treibt; So laß mich den trost noch nicht GOttes raht, Noch was des schauen, Der mir einsten ewig auserwehlet: Der irdsche leib bes bleibt; JEsu leiden, creuz und schwert den geißt, Daß er gav pein Soll mein leztes wissen seyn. leichtlich fehlet. JEsu! hilf mir das vollbringen, So will ich dir dort lobsingen. 9. Drum gib mir, GOtt! das edle licht, Das sich von deinem angesicht In fromme feelen strets ket: Auf daß in mir durch deine traft Die weisheit werd erweckets 6. Weiß ich keinen troft auf er den, Klagt mich mein gewissen an, Will mir angst und bange werden, Ist nichts, das mir helfen kann, Drückt mich des gesetzes ioch; So erinnre du mich doch, Daß, da du für mich gestorben, Du mir gnad und heil erworben. 614. Mel. In dich hab ich gehoffet zc. Ott, deffen güt sich weit ergießt, Du quell, draus alle weisheit fließt! Ich klage dir mit schmerzen, Daß Leine lieb zur weisheit ist Bey mir In meinem herzen. 2. Die weisheit ist die höchste Bler, Doch hab ich wenig luft zu tbr: Vielmehr bab ich belieben 10. Verleih, o HErr! daß ich in dir Mein herz mag richten für und für, So oft ich was anfange; Und daß ich denn aus gnaden auch Den raht von dir erlange. 11. Gib mir verständniß aus der höh, und daß ich nimmermehr besteb Auf eignem sinn und wils Lew: 399 Bon dem heiligen Leben und chriftlichen Tugenden lent: Laß mich ja nicht, was du[ dars hütten( a) wohne: Laß mich nicht willt, Begehren zu erfüllen. auf deinem rauch altar Rein 12. Hilf, daß mein herz zu jeder fremdes feuer bringen dar, Das seit Zuvor gern höret andre lett mich verzehren mögte. Und alls wol unterscheidet, Die geister prüft, ihr herz erkennt, Was mir kann schaden, meidet. 13. Ifts werk von dir, so gib mir glück; Ists wider dich, so treibs zu rück, und andre meine sinnen: Was dir misfällt, laß von sich selbst Ohn nachtheil nur zerrinnen. 3. Ein reines opfer laß mich die, 14. Was ich thun und verrich- So lang ich lebe, bringen, In uns ten soll, Laß andern mit gefallen schuld, treu und glaubens- zier wol; Ihr herz auch dazu wende, Viel andachts- lieder singen. Ets Daß ichs darauf mit ihrer hülf halt mein herz bey diesem sinn, Auch bald nach wunsch vollende. So lang ich hier noch wallend binz Dort wird es besser werden. 15. Den stolz und vorwig von mir treib, Daß ich in meinen schranken bleib; Und mich zu dem bequeme, Was mir obliegt in meinem amt, Daß ich mich deß annehme. ( a) d. t. unter den gottlosen Pf. 120, s. die von Ismaels geschlechte und bosheit sind. 1. B. Mos. 25, 13. 16. Gib, daß ich wag' all meine wort, Stets unterscheide zeit und 2. Laß immer eine reine glut In meinem herzen brennen; Im wahren glauben auf dein blut Dich meinen heiland nennen, Und weil der satan mächtig ist; So mach mich immerdar gerüßt, Ihm stark zu widerstehen. Mel.Wer nur den lieben GOttie. srt Bey allem thun und laſſen: 616.Wie lieblich ist es in Wenn sich gelegenheit, Daß ich sie recht mag faffen. 17. Das finstre laß mich nicht sum licht, Das licht zum finstern machen nicht: Hilf, daß, ich ehrlich handle, In allem thun bis an mein end Aufrichtig vor dir wandle. We GOtt allein zugegen ist, Wo uns fer her: in seiner fülle Der füffen einsamkeit genießt! Da schmeckt man in zufriedenheit Des höchsten güt und freundlichkeit. 2. Wol dem, der stets in GOts tes schranken Geift, herz und fins * 18. GOtt vater in dem höch- nen halten kann: Der schwinget sich mit den gedanken, In heilger luft, zum himmel an; Der schmets ket schon in dieser zeit Des hims mels reiche füffigkeit. Ken thron! Gib mir durch Chris ftum deinen sohn Des geiftes gute gaben: Daß ich dadurch in allem mag Die rechte weisheit haben. Don der Erhebung des Gerzens zu GOtt durch Andacht und gute Bes trachtungen. 3. Was hängt man doch an eits ler erden, und denkt bald da, bald dort hinaus? Jhr, die ihr wollet felig werden! Gedenket doch an ienes haus, Das GOttes huld für euch erbaut, Und das ihr jezt im glauben schaut. Rel. HErr JEfu Chrift du zc. 615. Mein JEfun! ach ich 4. Verschließt das her: den els nahe mich Mitteln sinnen, Laßt ihre wuht nicht furcht zu deinem throne, Jch, der meister seyn; Laßt euch die lüfte ich schwach und iämmerlichInkes nicht gewinnen, Und baltet bie Begies and war von der Erhebung des Herzens ju GOtt. 399 begierden ein. Schweift ihr vers| geket; So daß mein geist gans Lehrter trieb herum; So eilt zu ungestört Nur JEsum schmecket, GOttes heiligthum. sieht und hört, Der mich in wonne seget. 1. Ergezet euch an geiftes schå;jen, Die schdu und unvergänglich ind, Die euren geist in ruhe setzen, Als der da volle gnüge findt. Geht felbft in euer herz hinein, und fammlet lauter gutes ein. 4. Ja jeuch mich, JEsu! selbst von dem, was welt und fleische angenehm; und fülle mein ges mühte mit deines geiftes füffige keit, Mit dem, was mich in dir ers freut, Mit strömen deiner gute. 2 6. Mein GOtt! eröffne mir die pforten, Führ mich in deinen liebes saal: Ich habe luft zu deinen worten, Denn diese stillen alle quahl. Komm, nahe dich, tilg allen schmerz und öffne mir jest schrift und herz. 7. Mein glaube sieht den himmel offen, Der mich bereits zu dir erhöht, Wo ich kann gnad und leben hoffen, Ob sturm und wetter auf mich geht. Wer sich in dir vergnügen kann, Sieht welt und pracht verächtlich an. 8. Ich will mich von der welt entfernen; Weg schudder eitel Feiten wust! Hinauf, mein herz! hinauf zun fernen. Mein JEsu! du bist meine luft! Wie felig geht die zeit dahin, Wenn ich mit dir alleine bin. 5. Ich seh oft fehnlich in die bsh, Es geh auf erden, wie es geht Kann dich mein glaube sehen; So acht ich keine lust der welt, Weil sie mein herz für nichtig hält; Nach dir, HErr! geht mein flehen. 6. Denn wird von die mein matter geist Mit lebensmanna nur gespeift, Will ich an nichts souft denken; Ich will dir seele. muht und sinn, Sammt allem was ich hab und bin, Zum eigenthums schenken. ften freundlichkeit Mit herzens luft in dieser zeit Zu fehn, zu schmecken denken; So müssen wir her;, muht und sinn Ganz von der welt zum himmel bin, Zu GOtt und JEsu lenken. Mel. Werde munter mein 2c. Nel. Kommt her zu mir ſpricht. 618. Rede her feet, enn wir des dein knecht höret, Herz und shr ist aufgethan. Was mich deine stimme lehret, Nimmt mein geift begierig an. Gib mir deinen willen ein, Ich will gern dein schüler seyn. Rühre mich in deiner lehre, Daß ich wie ein jün, ger höre. 7. Ach, theurer JEsu! höre mich, Gib mir ein solches herse daß ich Doch sonst von nichts mag wissen, Als nur von dem, was die gefällt; Laß mich der eitelkeit der welt Nur völlig feyn ents riffen. 2. Glückselig ist, wer seinen geift Der eitelkeit mit macht entreißt; Er lebt in fried und freuden. Wer aber in der erde wühlt, und nur ben trieb zumt eitlen fühlt, Spürt nichts als sorg und leiden. 3. Drum richt ich auch verstand und her: Zu meinem JEfu him welwerts, Der is, was mich ers 2. Rede, HErr! durch deine schriften In des herzens grund hinein. Laß mich hier auf zions triften Unter deinen schaafen feyn: Diese weide macht mich fatt, Wenn die seele schwach und matt, Daß ich neue fräfte kriege, Undi als ables, aufwerto fliege.e 400 Von dem heiligen Leben und chriftlichen Tugenden 3. Rede, HErr! durch mein ges erbebet höll und welt; Und was wissen, Weck es doch mit schreckendein arm umschlossen hält, Muß auf: Reiß mich aus den finster- deinen scepter scheuen, und sich nissen, Hemme meinen fünden mit zittern freuen. Laufs Wenn sich das gewissen regt, Wird die bosheit abgelegt. Weck es auf, damit ich kämpfe Und der fünden anfall dämpfe. 2. Du hast durch deine kraft Den himmel ausgestreckt, Die erde fest gesegt, Der see ein ziel gesteckt. Dein wort bewegt der berge grund, und stürzt sie in des meeres schlund. Willt du zue strafe ziehen, So kann kein mensch entfliehen. 4. Rede, HErr! durch deine Enechte, Die im heiligthume ftehu; Denn da hört man deine rechte, Wornach wir zum himmel gehn. Doch, wenn man dieselben 3. Wir alle sind dein thon Und hört, Sen du selbst, der uns bewerke deiner hand; Leib, seele, Fehrt; Laß dein wort das her; durchdringen und gewünschte früchte bringen. gut und blut Hast du uns zuges wandt. Du schreibst dem mensche lichen geschlecht Geseße vor mit höchstem recht, und kannst sein thun und denken, Wie dirs beliebt, umschränken. s. Rede, HErr! und gib uns allen Deinen guten geist dabey, Der, wenn uns dein wort entfal Ten, Unfer treuer lehrer sey. Dies fer macht das her; gewiß, Und er Innert alles dis, Was dein theures wort zufaget, Wenn das herz im #weifel fraget. 4. Gib meiner seele doch, GOtt! dein göttlich licht, und unterweise mich, O HErr! von meiner pflicht: Bis du mich übers zeuget haft, Wie hoch ich, deiner erden gaft, Verbunden, deinen willen Gehorsam zu erfüllen. 6. Rede, HErr! und laß uns hören, Daß dein volk in friede fen: Wider alle, die ihn stöhren, Steh uns, vater! kraftig ben; Sprich uns muht und leben ein, Wenn wir in bedrengniß seyn. Laß uns freud und wonne hören, Wenn sich welt und höll emporen. s. Prag deine gegenwart, HErr! den gedanken ein, Laß mich im dunkeln auch Dein helles auge scheun. Erinnere mich deiner macht, Und jener pein der langen nacht, Wenn ich es wollte wagen, Gehorsam zu versagen. 7. Rede, HErr! ich habe ferner Mit der welt nichts mehr zu thun; Ihre reden sind wie dörner, Ach wer kann auf solchen ruhn? Dein wort ist, was trostreich klingt, Und voll kraft ins herze dringt. Weg, was unsre ruhe stöhret. Nede, HErr! denn dein knecht höret. 6. Doch gib, daß meine furcht Vor dir nicht knechtisch sey; Bes freye mein gemüht Von zwang und heucheley. Schenk einen Eindlich- freyen geist, Der willig thut, was du ihn heißt, Und der, ben reiner liebe, Sich im gehors sam übe. Don der furcht GOttes. Meloden 30. 7. Laß, schdpfer! diese furcht Vor deiner maiestat Den güldnen sügel feyn, Darin mein wille geht: 619. Erhabne majestät, An Halt ihn damit auf rechter bahn, macht und reich! Wer ist dir an gewalt In welt und bimmel gleich? Bor dir zu an; wird in dem gewiffen Gich frieb und freude tüffen. Met. und war von der Mel. Wer nur den lieben GOtt ic. 620. Mein Gott! weil ich in meinem ben Dich stets vor augen haben soll; Wirst du mir auch ein herze geben, Das deiner furcht und liebe voll: Denn soll mein christenthum bestehn, Muß lieb' und furcht beg fammen gehn. 2. Laß deine fürcht bes thun und denken Den anfang aller weisheit seyn, und mich auf solche wege lens ten, die sicher, heilig, gut und rein. Denn fürchtet man sich iit der that, So meidet man der thors beit pfad. 3. Der geist, den du mir, HErr! gegeben, Ist ja ein geift der furcht des HErrn; Laß mich nach seinem triebe lebeit, Daß ich dich herzlich fürchten lern: Doch laß die furcht auch kindlich seyn, Und ihn in mir Das abba! schreyit. Furcht Gottes. 401 du siehst ins berz hinein, nichts kanu vor bir verborgen seyn. 8. Doch laß mich keine trübfal scheuen: Durch creuz und wideb wärtigkeit Muß wahre gottess furcht gedeyen, Die erstiet uns ja seiner zeit. Drum gib mir einen tapfern sinn, Wenit ich in furcht und hoffnung bint. gen dich. 5. Laß mich vor deinem zörn er: beben, und wirke wahre buß in mir.Laß mich in furcht und sorgen leben, Daß ich die gnade nicht verlier, Die mich, der ich voll misfethat, Mit langmuht noch ertra gen hat. 9. Laß mich, mein Gött! mit furcht und zittern Stets schaffen meine feligkeit, Und deinen geist ia nie erbittern Durch eigensinn und sicherheit. Ach stelle mir die hölle für, Daß ich den himmel nicht verlier. 4. Gib, daß ich stets zu herzen nehme, Daß du allgegenwärtig bift: Und das zu thun mich hút und schäme, Was, HErr! vor dir el. Aus diesem tiefen grunde. io. In deiner fürcht laß mich auch sterben, So fürcht ich weder tod noch grab; Da werd ich die verheissung erben, Die mit dein wort aus gnaden gab: Die gottes. furcht bringt segen ein, Jbr lobn wird eine crone feyit. ein greuel ist; Ja deine furcht bes 621. gnädigster erbar. Für ges 7. Hilf, daß ich immer also wandle, Daß deine furcht mein leitstern sey; Damit ich allzeit redlich handle, Nichts thu jum Ichein aus beuchelev. Ich weiß, mer, treu! Ach hor, ist klag ich, armer Voll seufzen, schmer; und reu: So herzlich ich auch wollte, So wenig kann ich dich Doch fürchten, wie ich sollte: Erbarm dich über mich! 2.Die gröffe deiner stärke, Den jorn, der schrecklich draut, Die 6. Erhalt in mir ein gut gewisweisheit deiner werke, Die macht, fen, Das weder welt noch teufel allwissenheit, Und ungemeßnegus scheut. Wehr allen schudden hin te, HErr! fürchtet iedermain; Nus Dernissen, Nimm weg des fleisches mein verderbt gemüßte Denkt leis Blödigkeit; Daß keine menschen der! nicht daran. furcht mich schreckt, Noch ie, uns recht zu thun, erweckt. 3. Drum bitt ich dich von her. zett, Ach vater! laß mich nicht mit deinem worte scherzen. Gib, daß dein streng gericht Mir stets vor augen schwebe, Daß ich nicht sicher, frey, Noch gottsbergessen Lebe, Und nis vermessen sep. € ¢ Weil 402 Von dem heiligen Leben und chrifttchen Tugenden 4. Weil gottesfurcht und liebe, ewiglich Von deiner furcht nicht Der weisheit anfang heißt; So trennen; Denn sons verläßt da schenk mir deren triebe, und gib mich. mir deinen geist, Den geift der Fraft und stärke, Den geist der furcht des HErrn: So üb' ich gute werke Durch seine leitung gern: s. So merk ich deine worte, Die scharf und gnädig sind, und fürcht an jedem vrte Dich, als dein liebes kind; So sollen herz und sinnen, Wort, werke, luft und trieb Nichts denken und be ginnen, Als, höchster! was dir lieb. 6. Laß mich mit schmers empfinden, Was wahre buffe sey. Gib, daß ich alle finden, Als teufels werke, scheu, Und mich so wol be: trübe, Daß ich der höllen wehrt, Als, daß ich deine liebe Verscherit, in baß verkehrt. 11. Laß mir den troft der from men, Auch unter aller laft, Nicht aus dem sinne kommen; Da da versprochen hast, Du wollst erbars men, segen, Erost, rettung aus der pein, Und heil auf alle legen, Die gottesfürchtig feyn. 12. Gib fraft, ju allen zeiten In deiner furcht zu stehn; Laß fie mich führen, leiten, Mir stets zur rechten gehn. Denn fürcht ich deinen namen, So bleibest du mit nah, Und so wird auch mein amen In JEfu Chrifto: in! 10. Geld, hoheit und vergnügen, Des fleisches ungeduld, Des fatanas betrügen, Der menschen furcht und huld, Und was man fout Lann nemen, Las mich Err! Don der Liebe beldes ges gen GOrt und den Vächsten. Mel. Von GOtt will ich nicht z. 7. Wenn chen, und ereu; mir meine ruh, 622. Du ursprung guter triebe, Du brunn Geduld und glauben schwächen;| der freundlichkeit, Du wesents Se sprich mir tröstlich zu. Achliche liebe! Der du zu aller jeit gib mir armen sünder Kein knech Den menschen gnädig bist, Der tisch schrecken ein: Laß mich, wie gegen geistlich armen So mild, so wahre kinder, Voll furcht und lie voll erbarmen, Der auch mein vas be feyn. ter ift. 8. Verwahre meine sinnen, Und alles, was an mir, Von aussen und von innen, Durch wahre furcht vor dir; Daß ich mich zu dir lenke, Nichts denke, red und thu, Woben ich nicht gedenke: Mein vater fchauer zu. 9. Gib, daß sich mein begehren 3. Die flamme liegt erftorben, Nach deinem willen richt't; Laß Die du, mein licht! entzündt. Ich mich aufmerksam hören, Was dei- bin durchaus verdorben, Ein uns ne weisheit spricht. Laß nichts ohngerahtnes kind. Dich, JEfu! lieb überlegen, Oh demuht: volles ich nicht; Auf das, was ich soll hajs flehn, Ohn deine furcht und fegen fen, Und was ich müßte lassen, J In meinem thun geschehn. all mein sinn gericht. 2. Ach ich gesteh mit schmerzen, und klage dirmit reu, Daß deiner lieb im herzen Bey mir gar wenig sey. Zwar deine schöpfers- hand Schufund voll reiner liebe; Doch diese heilge triebe hat uns die sünd entwandt. 4. Das urtheil ist gesprochen: Tod ist der fünden fold. Du läßt nicht ungerochen, Wenn man der sünde hold; Ja, der if gar versucht, Der JEfum nicht will end war von der Liebe gegen GOtt und den nächsten. 403 2. Jch bitt noch mehr, o HErr mein GOtt! Gib, daß es mir ges linge, Daß dich mein geist, Here sebaoth! Mehr liebt, als alle dins ge. Gib, daß ichs auch von herzen gut Mit meinem nächsten meme: Du alleine Entzündst auch diese glut; Was gut an air, ist deine. 3. Verleih, daß ich aus herzens grund, Nicht blos mit worten, lies be, Daß sich die hand, so wie der mund, In liebes- werken übe; Da mit mein nächster auch durch mich In gegen- lieb' entbrenne, und er kenne, Daß in der wahrheit ich Mich JEsu jünger nenne. 4. Laß mich nicht luft noch furcht von dir, Mein Gott und schöpfer! Fehren. Laß deinen gas ten geist in mir Die liebes- flamme nehren, Die dir mein treues herze weiht; Laß ihre glut nichts hins dern Noch vermindern: Die uns vermögenheit Herrscht noch in deinen kindern. 5. Ich lieg im ftreit und widers ftreb'Der bosheit in dem herzen i Jch fürchte, wenn ich lieblos leb Dein lieben zu verscherzen. Drum, HErr! vereinge dich mit mir, Das mit ich fromme triebe Reiner lies be, Wie du willt, für und für An meinem nächsten übe. will lieben: Drum wollst du gna- 1 de üben An dem, der sie ist sucht. <. Will etwa mein verlangen An welt und creatur, Und an mir felber hangen; So dämpfe du es nur: Neiß aus, was fündlich heißt. Dein göttliches geschäfte Dämpf alle böse kräfte, Und was mich von dir reißt. 6. JEsu! deine flammen Sind feurig, zart und rein; Weil sie von liebe stammen, und reich an kräften seyn. Ach reinster! rein ge mich; Ach flamme! laß mich brennen; Ach liebe! laß dich kennen; Ach JEsu! zeige dich. 7. Gib, daß ich alles lasse, Was dir juwider ist; Gib, daß ich alles haffe, Dem du entgegen bist. Ach laß doch, schönstes licht! Mich deinen guten willen In lieb' und leid erfüllen, Bis einst mein herze bricht. 8. Gib mir, o lebensfürfte! Daß ich nach deiner treu Nur feufie, hungre, dürfte, Und auch ges fattigt fey. Laß nur von dir allein Und deinen liebes- proben Mein reden und mein loben, und all mein dichten seyn. 9. Laß mich, um deinetwegen, Auch gegen jedermannWahrhafte Liebe hegen: Und wird mir leid gethan, Das deck die liebe zu: Gib, daß ich ohn verschulden Mit Mel. Ach Gott vom himmel 28. fegnen, beren, dulden Auch feins 624. Mein Gott! du fel. heißt gutes Die wesentliche liebe: Gib, das ich als ein wahrer chrift, Rechts schaffne liebe übe. Gib nach dem Mel. Ich ruf zu dir HErr ic. ch 623. JEfu Chrift, Du quell! in mein gemüht Die reins brunnquell reiner triebe! Der duften liebes triebe. bie liebe felber bist: Verleih mir wahre liebe. Entzünde meine Falte brust, Und gib mir, wie ich flehe, Aus der hohe Zum lieben rechte Inf, Des dein gebot geschebe. 2. Ich habe dich von herzen lieb, HErr, meine. Eraft und stårte! Durch deine gutade, geiß und trieb Vollbring' ich liebes, werke: Wein fele und burg, mein € ¢ 2 born Von dem helltgen Leben und christlichen Tugenden 404 born und heil, Wohin ich allzeit Plieb und eil, Wenn ich ein unglück merke. sind deine triebe! Du gabst den sohn für alle hin; Gib, daß ich dies sem ähnlich bin, und lieb' an allen übe. 3. Was alle creaturen mir An trefflichkeiten zeigen, Das find ich, böchstes gut! in dir Viel besser und ganz eigen: Wie sollte sich nun Herz und sun Nicht, groffer schöpfer! zu dir hin In wahrer lie be neigen? 4. Je naber ich mich zu dir thu, Je mehr werd ich vergnüget. Dies weil mein theil, darinn ich ruh, In die verborgen lieget. Du bist fa aller dinge schön, Und was läßt Von der Liebe zu Gou und 3£ fu. Mel. Wer nur den lieben GOtt 24 aller liebe! Det du für weisheit ſehu, Die alles 625.De que e füget! 5. Verlangt mich nach gewalt and macht, So bist du, HErr! all mächtig; Begehr ich hoheit, ehr und pracht, So bist und machst du prächtig: Begehr ich reichthum, stark und kraft, Du bist, der dieses alles schafft, Und giebst es wolbe dächtig. du mich je und je geliebt: Erfülle mich mit solchem triebe, daß die mein herz sich ganz ergiebt, Und stets mit allen kraften strebt, Daß es in deiner liebe lebt. 6. Dieweil du mich von ewigkeit Geliebet und noch liebest, und dich in dieser gnadenzeit Mir ganz zu eigen giebest; So lieb' ich dich, und will allein Zeit lebens dir ergeben seyn, Auch wenn du mich betrübest. 7. Entzünde mich, und laß mich nur in deiner liebe brennen; HErr! laß mich keine creatur von Deiner liebe trennen. Du sollt mein höchstes gut allein, Und meiner feelen wonne seyn; So will Ich dich stets neunen. 8. Muß denn aus deiner liebe nun Des nächsten liebe fliessen: So laß mich gerne gutes thuu, Und nie mein herz verschliessen Für de ren noht, die deiner huld, Ob sie gleich fünder, die voll schuld, So gnadenreich genieffen. 9. Es sey mein nächßer, wer er ift, Er ist in deiner liebe: Jedoch i er ein wahrer ebrist, wie bei 10. Ich liebe, vater! den da liebst, An dem so viel gelegen, Daß du ihm deinen himmel giebst; Ich lieb ihn deinetwegen. Laß diesen liebes- trieb in mir So wol zum nächsten als zu dir Sich ohn aufs hören regen. 2. Dà du mich als ein vater lies best, Laß mich dich lieben als ein kind: Da du dein eigen kind mit giebest, So mach mich dir auch gleich gesinnt; Laß meiner liebe gegenschein Aufrichtig und voll inbrunft seyn. 3. Gib, daß dein geift, der geift der liebe, Mein ganzes herz recht brennend macht: Daß ich mich stets im lieben übe, Dieweil da mich so hoch geacht, und mir dis theure liebes- pfand 3um troft der seelen zugesandt. 4. Hilf, daß ich dir vor allen dins gen mit reiner lieb' ergeben seyi Ja, laß mich deine liebe dringen, Damit ich ohne heucheley Von ganzem Herzen, muht und sinn Durch lieb' und treu dein eigen bin. 5. Vertilg, o HErr! durch deine liebe In mir die liebe dieser welt, Daß ich dein herz ja nicht betrübe, Wenn mir die eitelkeit gefällt; Die liebe zu der creatur Erstickt bie liebe GOttes uur. 6.2ap and was von der Liebe gegen GOtt und den Nächsley: 405 6. Laß mich, um deiner liebenes falles: Denn liebst du mich, willen, Was du befiehlst, mit freu- was ficht mich an? Ich glaub und en thun: Kann ichs nicht insgeweiß, du bist mein theil, ein ber fammt erffillen; Wird deine huldens- trost, mein feelen- beit daben beruhn, Daß ich aus liebe Das gethan, Was meine schwach Mel. Wer nur den lieben GOtt ze. beit leisten kann. 7. Wer dich recht liebt, muß 627,28ie follt ich meinen alles hasfeit, wodurch man deine ben, Der mich doch ie und je ges huld verliert: Drum gib mir gua liebt, Der mir fein ganzes hers be, das zu laffen, Was mir nur verschrieben, und seinen sohn zu fluch und zorn gebiert. Laß mich eigen giebt. Durch diese gabe zeigt bie liebe zu dir ziehn, Und alle süner an, Wie berzlich er mir zuges den ernstlich fliehn. than, 2. Er hat von ewigkeit beschloss sen, Ich soll sein sind und erbe seyn. Bisher ist keine zeit verfloss sen, Da nicht ein neuer liebess schein Mich täglich fester übers zeugt, Ex sey mix väterlich ges neigt. 3. So liebreich ist er mir gewo 9. In dieser liebe laß mich ster ben, So ist auch sterben mein gegen, Go liebt er mich von anbes winn: Weil ich, mit allen him mels- erben, In deiner liebe felig bin. Da wird die lieb' in vollem fchein Nein stückwert, fets voll tommen seyn. ginn. Und weil er mich zu sich ges sogen, Daß ich nicht mehr mein eigen bin; So mach ich billig dies fen sluß, Daß ich ihn wieder lice ben muß. 8. Aus liebe laß mich endlich leis Den, Was mir dein weiser raht be fimmt; Nichts soll mich von der liebe scheiden, wenn mich auch gleich der tod hin nimmt. Liebt JEsus mich, so hats nicht noht, Die lieb' ift stärker als der tod. Del. Wer nur den lieben Gott ze 4. Wer wollte sich nicht sichen laffen, wenn man in liebes seis len gebt? Gewiß, der muß sich 626 MeinGOttach wenn selber haffen, den dieser kräftige nur habe, zu Frag ich nach erd. und himmel nicht; Dieweil ich mich an dir nur Labe, Der du mein GOtt, mein trost und licht. Mein herz, dem font tein troft bewußt, Sucht dich, and lacht der eitlett luft. 2. Sollt mir auch leib und feel gerschmachten, So hoff ich doch ge trost auf dich. Nichts will ich alle plagen achten, Denn blos an dir erquick ich mich. Erhebt sich alles wider mich, Ich bleib an dir und liebe dich. 3. Hab ich nur dich, so hab ich alles, was meine seele wünschen fann; Mit dir fürcht' ich mich keis sieht, Die je und ie im berien glüht. 5. Doch weil ich nicht von sols chen kraften Bey meines fleisches schwachheit bin, Mich an dein treues ber zu heften; So sich, mein Gott! den trägen sinn Durch deine kraft fo fest zu dir, Daß ich in dir sey, du in mir. 6. Gib, daß ich mich der welt entziehe, Die nur in fünden siriks Fen führt, und ihre güldne nege fiche, Darinnen mancher sichvers liert, wenn er, bey wollusi, gut und geld, In seelen- noht und tod verfällt. Ce 3 7. 400 Won dem heiligen Leben und chriftlichen Eugenden. 7. Fährst du mich gleich auf, Daß meine augen fehen dich rauben wegen, Ist doch dein creuz aller freud, o GOttes: sohn! ein liebes feil; Die deffen vortheil mein heiland und mein gnadens echt erwegen, Die finden, bier thron! HErr JEfu Chrift! crs das beste theil; Dieweil sie auch bdre mich, Ich will dich preisen die dornen- bahn Zu lauter rosen ewiglich. führen kann. 8. Und endlich reiche mir im Melodey 27. sorben Auch deine liebes- arme zu 629.23 unscheft du, mein Und mich aus dem Durch JEsu tod, ins land der ruh. Dort ist die beste einigkeit, Da Gjebt man in vollkommenheit. herz! zu ruhn Und die ewig wol zu thun, Denkest du von angst, beschwerden, Furcht und kummer frey zu werden; Liebe JEsum, und sonst nichts, Liebe feele! so geschichts. 628. erlich lieb hab ich dich, o HErr! Ich bitte, fen von mir nicht fern Mit deiner bülf und gnaden. Die ganze welt erfreut mich nicht, nach erd und bimmel frag ich nicht, wenn ich nur dich Lann haben. Und wenn mir gleich ein her; ¡ erbricht, Bist du boch Dreine juversicht, ein theil End meines bergens troft, Der mich durch sein blut hat erlöst. HErr JEsa Chrift, mein Gott und HErr! Ju schanden laß mich uimmermehr. 2. Es i la bein gefchent und gab mein leib, feel und alls was ich hab In diesem armen leben; Damit ichs brauch zum lobe dein, Zum nuß und dienfi des nächsten mein, Wollst du mir gnade geben. Behüte mich für falscher lehr, Des satans mord und lügen wehr; In allent creu; erhalte mich, Auf daß ichs trag geduldiglich. HErr JEfu Christ, mein HErr und Bott! Trößt meine seel in todes noht. 3. Ach HErr! laß deine enge lein Am lezten end die feele mein In Abrahams schooß tragen: Den leib in seinem kämmerlein Gar sanft ohne einge quahl und pein Ruhy bis zum jüngsten tage: aledenu vom fod erwecke mich, 2. Niemand hat sich ie betrübt, weil er JEfum treu geliebt: Nies mand hat ie weh empfunden, Weil er JEsu sich verbunden. Jesum lieben ist allein Schon so viel, als selig seyn. 3. JEfus ist das böchfte gut; Wer in seiner liebe ruht, Dem wird er vergnügtes leben, und ders einst die crone geben. Seine liebe macht die seit Gleich der füffen ewigkeit. 4. Traure doch, mein herz! daß du Diese wahre seelen- ruh Nicht erkannt, nicht ehr gefuchet, Und den trieb zur welt verfluchet; Tras ge leid und sey betrübt, Daß da GOtt nicht ehr geliebt. 1. Schäß der erden freud und luft Nur für fünden- koht und wust; Denn die kann von solchen dingen Keines wahre freude brins gen. Liebe JEfum, dis allein Wird die wahre freude seyn. 6. Nun mein JEsu! rühre mich, Gib mir kraft, so lieb' ich dich Einzig und von ganzem Herzen; Ich will alles gern verschmerzenz Dich zu lieben, soll allein Stets mein wunsch und wille seyn. 7. Geuß, mein heiland! deinen geift, Der ein geift der liebe heißt, Reichlich über mein gemühte, daß es deine lieb' und gute Billig khmedi, 407 3. Durch deine Fraft treff ich das siel, Daß ich, so viel ich foll und will, Dich allzeit lieben möge. Nichts auf der ganzen weis ten welt, Pracht, wolluft, freude, ehr und geld, Wenn ich es recht erwäge, Kann mich Ohn dich Gnigfam faben; Ich muß haben Reine liebe, Die trift't, wenn ich mich betrübe. und zwar von der Liebe gegen GOtt und den nächsten schmeckt, und meine tren Durch ihn fest und ewig sey. 8. Muß ein her nicht selig seyn, Deffen trieb zu JEsu rein, Das uichts wünschet, nichts verlanget, Als nur ihn, an dem es hauget? Denn in JEsu trifft es an, Was es fucht, und wünschen kann. 9. Lebeit, friede, ficherheit, Heil und troft und freudigkeit Schenkt mir, JEsu! deine liebe: Hilf, daß ich mich treulich übe, Ju der liebe| fest und rein, Und dir ewig treu zu feyn. 10. GOtt ist selbst die lieb, und treibt Den zur lieb, in dem er bleibt; Man kann aus den liebes werken, Ob GOtt in uns wohne, merken; Weil uns selber GOttes geift GOtt und JEsum lieben beißt. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, Schaffft seinem herzen fried und ruh, Erfreuest sein ges wissen. Es geh ihm, wie es will auf erd, Wenn ihn das creat gleich ganz verzehrt; Soll er doch dein geniessen. Ewig Wird sich Nach dem leide Groffe freude Für ihn finden: All sein trauren muß verschwinden. 5. Kein ohr hat jemahls dis ges II. Nun du reine liebes- glut! bdrt, Kein mensch gesehen noch ges Komm, entzünde geist und muht: lehrt, Es kann niemand beschreis Laß mich nach der Liebe ringen, ben, Was denen dort für herrlichs Creibe mich vor allen dingen Dichkeit Bey dir und von dir ist bereit, zu lieben: so allein Kann ich ewig Die in der liebe bleiben. Grunds felig seyn. lich Läßt sich nicht erreichen, Noch vergleichen Den welt schäzs zen, Was alsdenn uns werd ers Del. Wie schon leucht uns der zc. 630.Des! JEfu, bruder und mein guadenthron, Mein schat, trost, freud und won ne! Du weissest, daß ich rede wahr, Vor dir ist alles sonnen- Elar, Ja klärer als die sonne. Herzlich Lieb' ich mit gefallen Dich vor al len; Nichts auf erden kann und mag mir lieber werden. geken Mein Jesu! meine forge fern, Daß 6. ich billig dis alleing ich dich herzlich liebe, Daß ich in dem, was dir gefällt, lind mir dein klares wort vermeldt, Aus liebe mich stets übe; Bis ich Endlich werd abscheiden, und mit freuden zu dir kommen, Aller trübfal ganz entnommen. 7. Da werd ich deine süssigkeit, 2. Dis ist mein schmerz, dis krån- Dein himmlisch manna jederzeit let mich, Daß ich nicht gnug kann n reiner liebe schmecken, Und lieben dich, wie ich dich lieben feht dein liebreich angesicht, Mit wollte. Ich werd von tag zu tag unverwandtem augenlicht, Ohn entzündt, Je mehr ich lieb' je mehr alle furcht und schrecken. Reichs Ich find, Daß ich dich lieben sollte. lich Werd ich Senn erquicket Bon dir Laß mir Deine gute Ins Und geschmücket Vor deinem gentühte Lieblich fliessen; So ried throne, Mit der fübdnen lebens fich die Geb' ergieffen. done. Q2: 1. 408 Bon dem Beiligen Leben und chriftlichen Tagenden Mel. 3. Mein Gott ich bin jest ze., nicht; Denn dis ist, was meinen ♦ liebe! Der du mars ter, quahl und last Aus dem allers reinsten triebe Für mich ausges fanden haft: Deine liebe kann auf 9. Weicht, ihr funken schudder treen Nie genug bewundert wertriebe! Komm, mein JEfu meine den. Linderung und trot verspricht. Dir sich völlig übers geben, Heißt in lust und wonne Leben. luft! Stärke mich in deiner liebe, und ergege meine bruft; Laß mich fiets in deinen armen Ruhig lies gen, sanft erwarmen. 2. Was ist ihr wol zu vergleichen? Du bist Gottes liebster sohn, und verläßt, wer kanns er reichen? Deiner höchsten all macht thron, Kömmst in dieses Mel. Wer nur den lieben GOttid welt gekümmel und erwirbeft mir 632. Dich will it ich liebeng den himmel. meine stärke! Dich will ich lieben, meine zier! Dich lieb' ich, HErr! durch wort und werke, Gedanken, sinnen und bes gier, Dich lieb' ich, o vollkomms nes licht! Bis mir der tod das here bricht. 3. O mit was für wunder Fraften Reisfest du mich aus der noht! Läsfest dich ans creuze hef ten, Duldest någel, schmach und tod, Läßt dich schånden und vere peyen, Mich verdammten zu be frenen. 4. Aber ach! ich bin nicht tüch tig, Dieses völlig zu verstehn: Meine lieb' ist talt und flüchtig Und will nur aufs eitle sehn; Denn die flammen schndder lüfte Bachen deine wohnung wüfte. 5. Komm, erwarme mich doch wieder, Komm, o schönster, meine luft! Reiffe fatans tempel nieder, Und erfülle meine brust, Statt der ungezähmten triebe, Mit dem feuer deiner liebe. 6. Laß mich rein und himmlisch werden, und entrücke meinen geist Von den lüften dieser erden, Wo manbabels früchte speist. JEsu! berz und adern wallen, Dir alleine in gefallen. HErr! du haft mich aufge: nommen, Schlage nur! ich bleibe dein: Schläge, die von liebe kommen, müssen mir ein balsam feyn; Auch im leiden und betrůben Will ich dich, mein heiland! lieben. 8. Mein herz hangt an deinem hersen, Treuefter! verschmab es 2. Dich lieb' ich, o mein wahres leben! Dich lieb' ich, meinen bes ken freund! Dich will ich lieben und erheben, So lange mich dein glanz bescheint. Dich, dich umfas ich, GOttes lamm! Als meiner feelen bräutigamm. 3. Ach! daß ich dich so spåt ges Fennet, Und dich mein troft und höchftes gut! So spåt umfaßt und mein genennet, Da doch mein heil in die beruht. Ach! meine feele ift betrübt, Dieweil ich dich so spät geliebt. 4. Ich lief verirrt, und war verblendet; Ich suchte ruh und fand sie nicht, Blos, weil ich mich von dir gewendet, Der einzig ruh und troft verspricht. GOtt lob! nun zeigst und schenkest du Mir dich, und wahre seelen- ruh. s. Drum dank ich dir, du wahre fonne! Weil du mir glanz und licht gebracht; Ich danke dir, du hims mels- wonne! Daß du mich froh und fren gemacht: Dir dank ich, höchste gütigkeit! Die mir geiß, feel und leib erfreut. und war von der Hoffnang auf Gott 6. Erhalte mich auf deinen stegen und laß mich nicht mehr irre gehn; Laß meinen fuß in deinen wegen Nicht straucheln oder stille tehn. Du reines licht, du gna ben- glanz! Erleuchte meine seele ganz. 7. Gib meinen augen füffe thränen, Gib meinem herzen lieb' und treu. Laß meine seele sich ges wöhnen, Damit sie ewig deine sey, Damit verstand und sinn und geift Dich ewig liebt und ewig oreift. 8. freude! Dich lieb ich, meinen HErrn und Gott. Dich lieb' ich fets in und 1 ich auch in noht und tod, Dich lieb ich hier in dieser zeit, und Billig in der ewigkeit. 2. Schlägt trübsal, fammer, noht und pein Gleich über mich jusammen; So kann ich dennoch frölich seyn Bey Chrifti liebes flammen. Nur JEsu! du Bist meine ruh, Nur du bleibst mein ergeßen, Du schatz von allen schäßen! 409 Mit deinem theuren blute. Ents zünde mich, So lieb' ich dich; Ers fülle mein gemühte mit deiner lieb' und gute. 3. Lebst du in mir und ich in dir, Was kann mir alsdenn schaden? Regiere mich nun für und für Durch deinen zug der gnaden: Nichts, ohne dich, Vergnüget mich; Ein strahl von deiner sonne Bleibt meine luft und wonne. 4. Nun halt, o feelen- brauti gam! Mich nur bey festem muhte. Besprenge mich, o Gostesslamm! 5.Nimm mich als deinen tempel ein, und wohn in meinem herzen; So kann ich in dir frölich fenn, Auch in den größten schmerzen: So leb ich dir Hie für und für, So will ich dir auch sterben; So kanp ich nicht verderben. stützt und hält! Ich bekenne und bereue, Daß mich zweifelmuht bes fällt. Ach! wie hängt mein herz an dingen, Die mich nicht zur rube bringen. Ach! wie leicht verges Mel. Was GOtt thut das ist zc. 633. A eu, meines leich dein, Wenn mein troft ſoll ſichts bens licht! bin mein herz und sinnen; Nach erd und himmel frag ich nicht, Laß mich nur dich gewinnen. Reiß mich zu dir, O meine zier! Schleuß mich und meine seele In deine wunden- höhle. Von der Soffnung auf GOtt. Mel. JEfu meines lebens Leben, 634.Eee wahrheit, deren hoffnung 2. Ach vergib mir diese fünde, Nimm die strafe von mir hin. Schenke deinem armen kinde, Vater! einen andern sinn, Den nicht falsche hoffnung bindet, Die, wie dünner reif, verschwins det, Die, wie leichter rauch, vers fleucht, und das herz zur erden zeucht. 3. Laß mich eitle forge meiden, Weil du für mich forgst und wachst, Und im trauren, wie in freuden, Dich um mich zur mauer machst. Laß mich, HErr! auf dein wort hoffen, das noch allzeit eingetroffen. Hoffnung, die auf GOtt nicht baut, Wird zulett bes schämt geschaut. 4. Laß den anker meiner feelen, Unter aller stürme wuht, Nur dein herz zum grunde wählen, Wo er fest und sicher ruht; G wird sich kein zweifel wagen, mein fchifflein umzuschlagen, Jes Cer i 410 Von dem Beiligen Leben und chriftlichen Eugenden werd nnbeweglich stehn, Wenn, nung bis; Bicher ist alles einge auch berge untergehn. troffen, Was mir von dir verspros und ist tren, Dein herz ohn alle heuchelen. . Laß mein herz versichert wercben ist. Dein wort ist wahr, dein den, Daß dein wort wahrhaftig fey: O! so werd ich auf der erden Vieler sorg und unruh frey; So werd ich im glauben beten, und erhört zurücke treten; So wächst meine zuversicht, So wankt meine boffitung nicht. 2. Du bist ein fels; wer auf dich bauet, kann fest und unbeweglich stehn. Wer deiner allmacht fest vertrauet, Wird nie mit schanden untergehn: Sein anker findet gus 6. Vater! meine hoffnung grünten grund, Er hält sich stets an Det Sich auf deines sohnes tod; deinen bund. Uch! in seinem blute findet Gie gewissen trost in noht: Durch sein fiegreich auferstehen, Kann ich neu gebohren gehen zu den bürgern tener welt, Wenn der erden- bau serfällt. 3. Drum laß bey mir in meinem glauben Die hoffnung fest gegrüns det senn; Laß welt und satan miz nicht rauben, Was deines wors tes heller schein Mir für ein trofts licht aufgesteckt, Ist mir es gleich 7. Da mein haupt sich aufgenoch ist verdeckt. fchwungen und auf GOttes thron 4. Verhüte, daß in meinem les gesetzt; Bin ich auch mit durchgeben mich eitle hoffnung nicht vers drungen und den engeln gleich führt; Denn die is gleich den geschäßt. Ich besig ein ewig le: spinne weben, Wenn sie ein leichs ben, Das mir JEfus felbst gegeter wind berührt. Ein herz, das ben. Ich bin, in der hoffnung seitlichem vertraut, Hat wer auf Schon, Mit erbdht zu seinem leichten fand gebaut. thron. s. Laß mich allein auf JEfum bauen, Laß mich in allen meinen thun Voll hoffnung die, mein GOtt! vertrauen, und in der jus versicht beruhn, Du werdeßt auf Ich erwarte nur die stunden, Da mein bestes sehnt, und mir es lass sch, von der fünd entbunden, Meifen wol ergehn. nen heiland werde sehn, Und verElåret vor ihm stehn. 8. Hie muß ich als pilgrim wal len. Oben ist mein vaterland; Dort, wird einst die welt zerfal Lent, Find ich meinen ehrenstand. 9. Unterdessen laß mich hoffen, Sauch in trübfal, auf dein licht; Beige mir den himmel offen, So fchreckt tod und grab mich nicht. Zaß mich, HErr! voll troft und freuden, Aus dem thal der thránen heiden, und, was ich gehofft all hier, Mich dort schauen, HErr! bey dir. Rel. Wer nur den lieben GOtt 2c. ein GOtt! der du 635. Mi mich beisfest hofs fen, und auch ein Gott der Def 6. Laß mir die hoffnung leichte machen, Was fleisch und blut bes schwerlich fällt: Und wenn auch anglücks- stürme krachen, Erhebt sich satan und die welt; Go flösse mir die hoffnung ein, Du werdef doch mein helfer fenn. 7. Wenn ich von einer morgens wache Bis zu der andern warten muß; Gib, daß ich mir nicht kums mer mache. Schenk meiner hoffe nung den genuß, Daß deine hülfe schöner blüht, Je länger deine hand verzicht. 8. Und wolltest du mich, HErr! auch todzen, So fag ich doch: ich bof and far son dem Vertrauen auf Gott. 6. Jefu! deine liebed- feile Bins den meinen anfer an, Daß ich nicht mehr von dir eile, Daß ich dich nicht laffen kann. Nichts soll dieses band terbrechen, und mein mund wird täglich sprechen: Meis ne hoffnung fehlet nicht; Denn sie ist in GOtt gericht. und gedans Mel. Alle menschen müssen ze. ch ruhig und zu 636.3friebet, Alle trauren werden nimmermehr zu rigkeit vergeht, Alle sorgen find fpott, Meine hoffnung kann nicht geschieden: Weil mein schiff im wanken; Meine Hoffnung ruht in bafen steht, Wo der welt betrogne GOtt. Meine hoffnung hat die wellen Sich nicht mehr zu mir gestunden Ihrer freudigkeit gefuns fellen. Meine hoffnung fehlet den. Meine hoffnung fehlet nicht s nicht; Denn sie ist zu Gott se Denn sie ist zu Gott gericht. richt. Boff auf dich; Das sep wein troft in allen nöhten, Drauf leb' und sterb ich sicherlich, Daß ich ben fe fter glaubens treu Schon in der boffnung felig fey. 2. Was kann meine ruh nun # öhren? Lieg ich doch an JEsu bruft. Eitelkeit mag ich nicht hö ren. Welt: luft bleibt mir unbe Von dem Vertrauen auf GOtt. Mel. Kommt laßt euch den ze wast. Reichthum will ich andern 637. verbesſert, es lassen, Meine hoffnung fehlet nicht; Denn sie ist zu Gott gericht. 3. Meine Hoffnung grünt dort oben, Wo sie immer grünend bleibt; Sie hat mich zu Gott er boben, Der die angst und quahl vertreibt. Sie erweckt in mir ein granen, Dieses eitle anzuschauen. Meine Hoffnung fehlét nicht; Denn sie ist zu GOtt gericht. 4. Alles hoffen und verlangen, Das GOtt nicht zum ziel erwählt, If mit nichtigkeit umfangen, Die Der menschen herjen quält: Es sind träume in dem wachen, Die den geist verwirret machen. Meine boffnung fehlet nicht; Denn sie ist ju Gott gericht. 5. Drum hinweg, ihr eitelkei ten, Die die welt hofft und be gehrt! Weg, du wolluf dieser zei ten! Du bist nicht der mühe wehrt. Alle pracht der ganzen erden muß mir nun ein eckel werden. Meine boffnung fehlet nicht; Denn sie ist in Gott gericht, uns foll uns aus feiner hand Weder welt noch teufel reiffen. Seine wahrheit ist bekannt, Darum fürchten wir uns nicht, wenn gleich welt und himmel bricht. Seine treu kann nimmer brechen Jhr hochheiliges versprechen. 2.Mogen doch die berge weichen und die felfen untergebn: Infer troft wird nicht erbleichen, und der gnaden bund bleibt stehn. Fallt ihr hügel immerhin! Sann doch GOttes vater- sinn Weder schlag noch fall erschüttern, Wenn gleich erd und himmel zittern. 3. Er hat sich mit uns verbuns den Durch den bund, der ewig gilt. Diefer bund währt alle ftunden, Dieser bund ist unser schild Gegen des versuchers pfeil: GOtt bleibt unser erb' und theil, Das hat uns fein nund geschworen, Da sein bad uns neu gebohren. 4. Drum sey ruhig, meine fees le! Erau auf Gott, der für dich wacht/ Wenu in diefer jammes 412 Von dem helligen Leden and christlichen ugenden 58ble Dir ein zweifel tummer fal sehauen. Ach GOtt! ich komm macht. Wer sich nur auf GOtt zu dir, Ach! forge du für mich, Ach! verläßt, er steht unbewegt und nimm dich meiner an, und hilf fest. Dein erbarmer wird dich mir gnädiglich. Bügen, Seine treu wird dich Le schüßen. Mel. O GOtt du frommer 2c. ol 638. vertraut, Und stets in seinen fachen Dem alles über giebt, Der alles wol kann machen. Leg dein beschwertes haupt Mel. Wenn mein stündlein ze. Muy in des höchsten schooß, So wirst du ruhig seyn, Und aller 639. Komm feele! geh in forgen los. zur Ents Wal dem, der GOtt verfage deinem willen. Bernunft! traut; Denn ihm ist nichts un- schleuß hier die augen zu; Laß dich müglich. Sein starker allmachtsden glauben stillen: Ergreife bis arm Hilft treu und unverzüglich. zufriedenheit. Es stehet alle deing Und scheint uns was zu schwer, So seit In GOttes vater- hånden. ist es ihm gar leicht; Weil auf sein allmachts wort All unfer kummer weicht. 3.Wol dem, der GOtt vertrant; Kannst du kein mittel finden, Dein glend, deine noht Und pein zu über winden: Vertrau dem weisen Sott, Fleh ihn um beystand an; Bey ihm ist raht und that, Wenn giemand helfen kann. 7. Wol mir, ich trans GOtt: Es mag mir immer gehen, Wie GOtt mein vater will. Ich bleibe drauf bestehen, Daß GOtt den auf ihn baut, Daß dem geholfen wird, Des seinem GOtt vertraut. 4.Wol dem der GOtt vertraut, Denn seine liebes proben muß felber die natur mit frohem mun de loben; Der jeder creatur Kraft, fpeif' und nahrung giebt, Der for get auch für dich, Als den er her: lich liebt. 5. Wol dem, der GOtt vertraut und nicht den menschen Findern; Denn sie sind öfters falsch, Und suchen das zu hindern, Was uns doch nüßlich ist: Ob fte, was uns gebricht, Schon wif fen und verstehn, So belfen sie doch nicht. 6. Drum wol, es bleibt daben: Ich will nur GOtt vertrauen, Auf laine vater- band In meiner träb. 2. Wo JEfus geht, da folge nach Wie und wohin er führet: Weil dich gewiß fein ungemach, Wenn er nicht will, berühret. Ohn ihn geschiehet dir kein leid; Es stehet deine lebenszeit Allein in seinen händen. 3. Gesett, er ftellet dich einmahl Auf hohe creuzes- stuffen; Es trifft dich leiden ohne zabl, Du mußt vergebens rufen, Es scheint, die bülfe sey fehr weit; Nur unvers zagt: die rettungs- seitSteht auch in seinen hånden. 4. Du bleibeft doch sein liebes Find; Gesetzt, daß aug' und wans gen Auch selten ohne thränen sind, Weil alle luft vergangen, und dich gar selten was erfreut: So glaus be nur, die thronen- zeit Steht auch in seinen bänden. s. Die seiten werden oft gar schwer; Das fleisch fängt an zu fragen: Wonehm ich meine nohts durft her? Weil alle leute klagen. Ach! bleib bey der vergnüglichkeits Es sieht ja die versorgungszeit Auch blos in GOttes banden. 6 Du und fisar von dem Vertrauen auf GDtt 413 6. Du fiehest auf dein chriften 2. 3war ist mein fleisch und thum, und bist noch sehr zurücke; blutGar oftmahls voll mistrauen, Du liebest heimlich lust und Wenn es den segen nicht Gleich euhm, und merkst viel andre tük- kann in handen schauen; Deswes le; Dein herz ist noch gar schlecht erneut: Sen nur getreu, die wachsthums zeit Steht auch in GOttes håndent. gen ist es auch Oft voll kleins mühtigkeit, Sicht nicht aufe künftige, hängt nur an dieser zeit. 2 7. Du mußt gar oft mit fleisch and blut, mit welt und teufel kämpfen; Es fällt dir schwer, der Lüfte glut, Die sie erweckt, zu dampfen; Ach geh nur freudig an den streit, Du siegest: denn die fleges jeit Stebt nur in GOttes Bänden. 3. Was menschen- kinder thun Und rahten, das soll gelten; Wal GOttes wort verspricht, Gilt, leis der! nur gar selten: Was aber kann ein mensch? Was nüket deffen rabt? Es sind ja mebrentheils Nav worte ohne that. 4.Du aber, treuer GOtt! Kannst, 8. Sehnst du dich weg von dei was du sprichst, erfüllen. Bey dis ter hat, und wird dir öfters banist raht und that, Du kantist den de; Entfällt und sinket her; und kummer stillen. Wer dir nur feß muht, Währt dir der streit zu lanvertraut, Dem hilfft du aus der ge: Getroft, die crone liegt be noht, war sie auch noch so groß, Je teit, Es steht auch deine crs- war es gar der tod. nungszeit In GOttes vater banden. 5. Drum wend ich mich zu dir, In meines JEsu namen, Jirwel chem mein gebet Schon lauter ia und amen. Ach gib mir in mein her: Des geiftes freudigkeit, Daß er in höchster noht Ein kräftig abe 9. Verbleibet dir dein todes- tag Und sterbens: art verborgen, Du weißt nicht, wo er konimen mag: Nur weg mit allen sorgen. Gnug, daß dir GOtt die hande beut, undba! schreyt. daß auch so die sterbenszeit Darimmen sicher fiehet. 6. Ja, abba! höre mich, und hilf mir, deinem finde, Daß, wenn ich dir vertrau, Ich hülfe bey diz finde. Das recht der kindschaft läßt Mir solch vertrauen fehn, und darauf gründ ich mich In allem meinem flehn. 7. Ich traué, laß mich nat Nicht vom vertrauen fallen, Das ich auf dich gestellt; Du hilfft den Mel. O GOtt du frommer ze. glaubgen allen. Ich glaube, hilf 640. Du bist getreu, mein Gott! Wer sollte dir nicht trauen, und auch in aller noht Auf deine Hülfe bauen? du mir, So ist die hülfe gut; So dank ich dir dafür: Ach stärke hers und müht. 10. Nun du regierer meiner jeit! Gib mir geduld und stärke Bey meinter unvollkommenheit; Bis daß ich dort recht merke, Wenn mich dein angesicht erfreut, Wie sicher alle meine zeit In deiz ner hand gestanden. Ich trau auf dich, ach hilf, Mel. WoGOtt der HErr nicht se lieb' und buld, In deiner vater: 641. Gott ist mein lichts er Das ich erwäblet ist mein heil, babe: Er ist die traft Von dem heiligen Leben und christlichen Tagenden fraft in der ich eil, Und meine 8. Ich such es test, verwirf feele labe. Das gram' und fürcht mich nicht um meiner vielen fürne ich mich denn wun? Wer kann mir den: Ich such, o HErr! dein aus also schaden thun Auf dieser gansesicht, Laß mich es gnädig fins jent erbe? den. Verstoß mich ia nicht, deis 2. Wenn mich die böse rott annen kuecht; Denn du hilft mir fällt, und will mein fleisch ver allein zurecht, Bringst mich aus schlingen; So kann sie dieser starke allen nöhten. held Gar leicht zu boden bringen. Und wenn auch gleich ein ganzes beer Um mich und mir entgegen war; Mein Gott kann sie bald schlagen. 3. Eins bitt ich ihn, das hätt ich gern: O mögte GOtt mir geben, Daß ich bey ihm, als meinem HErrn, Stets wohnen mögt und 10. HErr! leite mich auf deiner Leben und alle meine tag und jahrbahn, Halt mich in deiner gnade, In seinem hause bey der schaar und nimm dich meiner herzlich an, Der heiligen jubringen! 9. Mein vater, mutter, und was hier Sonst für bekannte les ben, Sind viel zu schwach, und können mir nicht trosft und hülfe geben: Verlässet mich gleich alle welt, nimmt GOtt mich doch in sein gezelt; Da find ich schug and rettung. Daß mir kein feind nicht schade: Sie zeugen fälschlich wider mich, und thun mir unrecht troniglich, Dieweil sie niemand scheuen. 11. Noch dennoch hab ich gn, ten muht, und glaube feft, ich werde Im lebens- land das rechte gut Dort sehn: und auf der erbe Bin ich getroft und unverzagt, Denn wers mit Gott im glaus ben wagt, Der wird den sies en halten. * 12. GOtt vater, fohn und heils ger geift Ohn anfang und ohn enz de, Der mir viel gut und treu ers weist Durch allmacht deiner häns de: Sen von mir jeit und allezeit Von nun an bis in ewigkeit Gelos bet und gepriesen. 4. Da wollt ich meines herzens Freud An seinen diensten sehen, und rühmen, wie zur bösen zeit Mir so viel guts geschehen: Wie er mich väterlich gedeckt In seiner hätten, und versteckt In einem ftarken felfen. 5. Und also wird er ferner noch Mich wissen zu regieren; Er wird mich shügen, und sehr hoch An fichre drter führen: Mein haupt wird über meine feind', Ob sie gleich hoch erhaben seynd, Den noch erhöhet bleiben. 6.Dafür will ich denn wiederum GOtt freuden voll erhöhen: Sein ruhm soll in dem heiligthum Aus meinem munde gehen. Ich will ihm opfern dank und preis, Ich will sein lob, so gut ich weiß, Vor allem volke 7. Hör meine ftimme, wenn 642.thirm zu bleiben Mel. O GOtt du frommer zc. Ott! unter deinem Ich schren, Und feufs' in meinem finne: Gib, daß mein bitten kräf- mir verstatte, und mich mit deis tig sey, Und, HErr! dein herz ge- ner huld und allmacht überschat winne. Mein herz hålt dir, ofte, Der du der höchste bift: Vom treuer hort! Beständig vor dein himmels thron und siz, So lang eigen wort: Ibe follt mein autlig ich wallen mus Auf erden, mich fuchen. befebun und war von dem Vertrauen auf GORE 419 2. Jch spreche, HErr! ju dir: Wie du die bösen strafe, und schüp Mein Gott, mein heil, mein leeft, die du liebfi. ben, Fels, burg und zuversicht! Dir hab ich mich ergehen. All meine hoffnung ist Allein auf dich gestellt, Was auch für angst und nohtich in der welt befällt. 3. Wenn mir der jäger nun Mit seinem Strick und negen, Der ligge bdsewicht, Begehret zuzufeßen: So steh mir bey, daß er, Und was sein anhang ist, An mir zu schanden wird mit aller macht und list. 4. Für gift und pestilens Mich gnädiglich befreye; In allerhand gefahr Mir hulf und raht ver leihe; Mit deinen flügeln deck Und halt mich stets in hut, Wie eine henne sonst Bey ihren küchlein thut. s. Auf dich, GOtt! traue ich, Du haft mir schuß versprochen. Was du uns zugesagt, Hast du noch nie gebrochen: Du hast es immer bar Mit groffer treu erfüllt, Und Deine wahrheit ist, HErr! unser schirm und schild. 6. Rein grauen laß bey nacht Mich schrecken oder äffent; Laß mich auch keinen pfeil, Der fleucht ben tage, treffen. Behüte mich für pest, Die in dem finstern schleicht, Für Krankheit, die verderbt, Wenn heller mittag leucht't. 9. Dis, allerhöchfter Gott! Sind deine groffe werke: Drum bitt ich dich, o HErr! Mein zu flucht, schuß und stärke! Gib ja, daß sich fortan Kein übel, keine plag Zu mir und meinem haus Annahe nacht und tag. 10. Befiehl der engel- schaars Sich rings um mich zu legen, Bes hüte mich durch sie Auf allen mets went wegen: Durch sie und ihr ges leit Laß mich bewahret seyn, An welchem orte ich Ausgehe oder ein. 11. Verleih, daß sie mich stets Auf ihren handen tragen, Daß ich versichert sen Für anstoß, noht und plagen: Und daß der satanas, So oft er dringet an, Zurück ges trieben wird, Daß er nicht siegen Fann. 12. Die man so fürchten maß Als löwen oder drachen, Derselben macht und lift Wollst du, HErr! Frafilos machen, Daß sie nicht schaden thun, Sie seyn jung oder alt: Zu schanden mach die lift, Zn nichte die gewalt. * 13. O frommer treuer Gott! Dieweil ich dein begehre, So nim dich meiner an, Die hülfe mir ges wehre: Ich kenne deinen nam, Drum sen mein starker schuß: Wend ab von mir gefahr, Dampf aller feinde truk. 7. Hilf mir den teufel selbst, Sucht er mich zu verschlingen, 14. Ich ruf dich, höchfter! an Im glauben durch dein wort Ver- Mit Herzen und mit munde: Dars lagen und bezwingen; Mach um erhöre mich, und sen zu jeder alles sonst zunicht, Was men- stunde In aller noht bey mir: Reiß fchen wider mich, Der eine mich auch bald heraus, Und fegne heimlich thut, Der andre öf mich darauf In meinem stand und fentlich. haus. 8. Gib, daß es mich nicht trifft, 15. Was ich verrichten soll, Laß Ob tausend mir zur seite, Sur alles wol gelingen, Daß ichs zum rechten fielen gar Zehn tausend guten end Mit ehren möge brinböser lente. Hilf, daß ich stille gen. Bin ich hie lebens fort Ichau, Wie du vergeliang übft, id bab ich meinen tbeil; o Jeige Bon dem heiligen Leben und chriftlichen Tugenden 416 seige mir denn auch Dort ewiglich bein heil. 16. GOtt vater, sohn und geist! Behüte mich aus gnaden Für al lem, was mir tann an leib und see le schaden: Bewahr mir ehr und gut, Bewahre, was nur mein: Ich will dir lebenslang Für alles dank bar feyna 7. Sing, bet und geh auf Got tes wegen, Verricht das deine mur getreu, Und trau des Himmels reichem segen: So wird er bey dir werden neu. Denn wer nur seine 643.2 nur ben lieben verlicht. Auf GOtt fest, den ver GOtt läßt läßt ten, und hoffet auf ihn allezeit; Den wird er wunderlich erhal fent Int aller noht und traurig 644. In allen sachen, Und Mel. Wer nur den liebenGOttz. ch trau auf teit. Wer nur dem allerhöchsten traut, Der bat auf keinen fand gebaut. laß es gehen, wie es geht; Er kann es doch am besten machen, Ol gleich mein herz in trauren steht. Mir geh es, wie es GOtt gefällt Es sey ihm alles heimgestellt. 2. Was helfen uns die schwere forgen, Was hilft uns unser weh und ach! Was hilft es, daß wir alle morgen Beseufzen unser un gemach? Wir machen unser creu; und leid Nur gröffer durch die traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille, Und sey doch in sich selbst verguügt, Wie unsers GOttes heilger wille, Wie fein' allwissenheit es fügt: GOtt, der uns ihm hat aus erwählt, Der weiß auch sehr wol, was uns fehlt. alles gleich, Den reichen klein und arm zu machen, Den armen aber groß und reich: Gott ist der rechte wunder- mann, Dekbald erhßha, bald stürzen kann. 4. Er kennt die rechte jeit und Kunden, Er weiß wol, was uns müzlich sey. Wenn er uns nur ge: treu erfunden, und merket keine beuchelen; So kommt GOtt, eb wirs uns verfehn, Und läsfet uns viel guts geschehit. <. Denk nicht in deiner drang fals- hitze, Daß du von GOtt verlaffen feyst, Daß der nur GOtt im schooffe fige, Der sich mit sietem glücke speift; Die jeit/ so folgt/ ver: attdert viel, Und feget jeglichem fein siel. 6. Es sind la GOtt sehr schlech te fachen, und ist dem böchften 2. Ich trau auf GOtt im unge lücke, Wenn mir gleich sturm und wetter draut. Wenn ich mich nur in GOtt erquicke, und sich mein geist in ihm erfreut; Mag sturm und wetter auf mich gehn, Und über meinem haupte stehn. 3. Ich trau auf Gott, wenn meine feinde Mich schmähn; und drücken sie mich oft, So dent ich: hab ich Gott zum freunde So zeigt er mir wol unverhofft, Wie mich sein starker schuß erhält, Wenn lift und wuht gleich nege ftellt. 4. Ich trau auf Gött: bin ich verachtet, und lebe jammer voll allhier; Gnug, daß mein geift nuk dahin trachtet, Wo JEfus lebt, und wo er mir, Nach ausgestands ner traurigkeit, Ruhm, ehre, freud und luft bereit't. Ich trau auf Gott, wird mein vermögen Auch täglich schlecht, gering und klein. Ich will auf ihn die sorgen legen, Er ſegnet, giebt und bilft allein. Wenn ich and war von dem Vertrauen auf Gott. nur reich in JEfu bin; Hab' ich 1646. Wincheste as den gewinn. 6. Jch trau auf Gott so lang ich lebe; Gott ist mein heil und zuversicht, An dem ich kletten weife klebe, Ich laß ihn nun und nimmer nicht. Dis soll mein fester vorsatz seyn. Ich trau auf meinen GOtt allein. 7. Ich trau auf Gott. muß ich erkranken, Ja winket mir so gar der tod, Und will mein levensfchifflein wanken; Hilft JEsus doch aus aller noht, und giebet mir auf kurzes leid Des bimmels frobe seligkeit. Der so geduldig ist für mich am creu; gestorben, Der mir das heil erworben: Führ uns alle zugleiche Sum ewgen himmelreiche. **. Amen zu aller flund Sprech ich aus herzens grund: Du wolles uns ia leiten, HErr Chrift! zu allen seiten, Auf daß wir deinen namen Ewiglich preisen, amen. 417 will, alls eit; Sein will ist doch der beste. zu helfen ist er dem bereit, Der an ihn glaubet feste. Er hilft aus noht, Der fromme Gött, Er tröstet ohne maaffen: Wer GOtt vertraut, Feft auf ihn baut, Den will er nicht verlassen. 645.21uf meinen lieben GOtt Trau ich in angst und noht: Er kann mich allzeit retten Aus trübsal, angk und ndhten. Mein unglück kann er wenden. Es steht in seinen bänden. 2. Ob mich die sünd' ansicht, Verzag ich dennoch nicht, Auf Christum will ich bauen, Und ihm allein vertrauen; Jhm bleib ich fest ergeben Im tod und auch im Leben. 3. Ob mich der tod nimmt hin, If sterben mein gewinn: Denn Christus ist mein leben, Dem hab ich mich ergeben. Ich sterb heutich frölich: amen. oder morgen, Wird er mein seel versorgen. 2. GOtt ist mein troft und zus versicht, Mein hoffnung und mein leben: Was mein Gott will, daß mir geschicht, Will ich nicht wis derstreben: Sein wort ist wahr, Daß all mein haar Er selber bat gezählet. Er hüt't und wacht, Stets für uns tracht't, Auf daß uns ja nichts fehlet." 3. Muß gleich ich fünder von der welt Hinfahrn nach GOttes willen Zu meinem GOtt; wenns ihm gefällt, Will ich ihm halten stille. Mein arme feel Jch Gott befehl In meiner lezten stunden. frommer Gott! Sünd, hön und tod Hast du mir überwuns den. 4. Noch eins, HErr! will ich bitten dich, Du wirst mirs nicht versagen: Wenn mich der böse geist ansicht, Laß mich doch nicht Ach hilf und wehr, Gott mein HErr! Zu ehren deinem namen. Was du zusagft, Das hältst du fest, Drauf sprech verjagen. on 647. V nicht laffen; Denn er läßt nicht von mir, Führt mich auf rechter straffen, Da ich sons irrte sehr. Er reicht mir seine hand; Den abend als den morgen Will er mich wol versorgen, Sep wo es woll im land. 2. Wenn sich der menschen hulde Und wolthat ganz verkehrt; So Andt fich Gott gar balde. Sein macht Bon dem heiligen Leben und chriftlichen Eugenden 418 macht und gnad bewährt Hilft uns in aller noht, Errett't von sünd und schanden, Von ketten and von banden, und war es auch der tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen Insey lob, ehr und preis. meiner schweren zeit; Das kann mich nicht gereuen, Denn er wendt alles leid: Jhm sey es heim gestellt. Mein leib, mein Don der Demube. Mel. Alle menschen müssen sc. leben Sey GOtt dem HErru erge 648. du majeſtätiſch ben, Er Er machs, wies ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, Als was mir nüglich ist. meints gut mit uns allen, Schenkt uns den Herren Christ, Sein'n eingebohrnen sohn; Durch den er uns beschehret, Was leib und feel ernehret. Lobt ihn im himmels thron. wesen! Das ein unzugänglich licht Sich zum sin und thron erlesen: O wie schudde bin ich nicht, Wenn ich mich, mich Find der hölle, Neben deine klars heit stelle. Ach, wie finster, arm und klein Schein ich mir dann felbst zu fevn! 5. Lobt ihn mit Herz unt munde Für das, was er uns schenkt: Das ist ein' selge stunde, Darin man sein gedenkt: Sonst verdirbt alle zeit, Die man zubringt auf er den. Wir sollen selig werden, und leb'n in ewigkeit; 6. Auch wenn die welt vergehet Mit ihrem stolz und pracht, Wed'r ehr noch gut beftehet, Das vor ward groß geacht't. Wir werden nach dem tod Zwar in die erd be: graben; Wenn wir geschlafen haben, Erweckt uns unser GOtt. 7. Die feel bleibt unverlohren, Geführt in Abrams schooß: Der leib wird neu gebohren Von al len fünden los, Ganz heilig, rein und zart, Ein kind und erb des HErren: Daran muß uns nicht frren Des teufele liftig art. mich erschaffen hat; Sein sohn hat Juts die fülle Erworben, und viel nad: Auch Gott der heilge geiß Im glauben uns regieret, Zum reich des himmels führet; Jom 8. Darum, ob ich schon dulde Hie widerwärtigkeit, Wie ich auch wel verschulde: Kommt doch die ewigkeit, Ift aller freuden voll, Dieselb shn einig ende, Dieweil ich Christum kenne, Mir wieder fabren soll. 9. Das ist des vaters wille, Der 2. Dein giant bat nie angefans gen, Du bist GOtt von ewigkeit; Ich bin gestern aufgegangen, Und vergeh vielleicht noch heut. Deine macht hat keine schranken, Meis ne kraft will immer wanken. Du bist selbst die quell des lichts, Ich bin weniger denn nichts. 3. Nichts von wahrheit, nichts von güte Wohnet in mir von nas tur; Dem verdorbenen gemühte Fehlt der ersten schönheit spur. Ach! dein bild ist ganz erblichen, Alle kräfte sind entwichen; Und mein cörper fällt dahin, Wie die blumen, die verblühn. 4. Fluch und elend, zorn und fünde Ist was mich allhier ums giebt; Dis macht mich zum höls len- tinde, Das selbst sein verders ben liebt. Tausend fehler, taus send flecken Schänden mich an als len ecken: Und in der verderbs ten brußt Grünt die wurzel böser luft. 5. Was ich gutes an mir babej Jft ein denkmal deiner hand, Deine wirkung, deine gabe, Die du, HErr! mir zugewandt. Deine frene milde gnade Schmückt mich armen wurm und made. Rab me² und zwar von mest du zurück, was dein, Ach! was würde übrig seyn? 6.Doch die menge deiner gaben Klaget meinen undankan; Weil ich sie oft gar vergraben, Oft mit ihnen groß gethan, Oft zur fünde so misbrauchet, Daß dein zorn ist billig rauchet. Ach, wie häuft sich meine schuld Durch verachtung deiner huld! der Dentabt. 439 vergangen. Da fiel des menschen herrlichkeit, Da hat sich alles hers seleid Und elend angefangen. 3. Jch bitte dich, o höchstes gut! Laß mich nicht hoch herfah ren; Laß mich mein herz für stols zem muht Und pracht stets wol bewahren. Ach laß fich jederzeit mit mir Der christen schönste sittens zier, Die holde demuht, paaren. 7. HErr! die wunder deiner 4. Gib, daß ich mich in meinem liebe Machen mich beschämt vor sinn Durchaus nicht frömmer dir. Ach, wie zart sind deine triebe! schage, Als ich im grund der Was für huld erzeigst du mir, Das wahrheit bin, Noch mich an mir du, allerhöchstes wesen! Dir zur ergeße; Daß ich nicht auf mich luft mich wurm erlesen, Mich, der selber bau, Noch auf mein eigen elend, arm und bloß; Wie ist werk vertrau: Denn das sind fas Deine gnade groß! tans nete. 8. HErr! hie lles ich in dem s. Wenn ich mit meinem tus ftaube, Unter deinen fuß gegend- ruhm Mich über andre stelle, trümmt; Doch mein demuhts voller glaube, Der noch in der afche glimmt, Freut sich heimlich deiner gute, Und mein tiefges beugt gemühte Hebt sich aus des todes thor Voller zuversicht empor. Und auch von meinem chriftens thum Ein milder urtheil fälle, Als mein verhalten würdig ist: So fall ich, als ein heuchelschrift, Vom himmel in die hölle. 6. Was wollen wir uns viel ers höhn? Wir sind doch alle fünder. Wir wollen nur zu JEsu gehn, Der will der armen Finder, Die aus der tiefe zu ihm schreyn, troft und fündenstilger feyn; Weil er ihr heils- erfinder. 9. Meine Fräfte, meine glieder Stehn zu deinem dienst bereit. Sich! hier sink ich vor dir nieder, Voller chrerbietigkeit. Deinen willen thun, und leiden, Gey der gipfel meiner freuden. Du beherrscher aller welt! Chu mit mir, was dir gefällt. he 7. Ach JEsu! laß doch unser hers Dis laster recht erkennen. Gib, daß wir uns voll reu und schmerz Die größten fünder nennen! Auf daß man ohne heucheley Von gans er feele niedrig sev; Sonst muß man ewig brennen. Mel. Aus tiefer noht schren ich zc. pie fällt der schöne 649.23 morgenstern,( a) Wenn er sich selbst erhebet, Urd 8. O du verderbre fundens wider seinen GOtt und HErrn brust! An dich schlag' ich voll Verdammter weise firebet! Das schmerzen; Du brunnquell meines muß er von dem ehren- stuhl In bösen luft! Mit dir ist nicht zu seinen pech- und schwefelpfuhl, scherzen. Ach spring in wahrer Wo lauteriammer schwebet. [ buß und reu, Du felsen- herz, uuns mehr inzwey; Bewein die schuld von Herzen. 9. Ich will allhie von ferne fehn. O darf ichs denn auch Di 2 was 2. Das erste paar verstieg sich auch Durch lift der alten schlan: gen: Drum ist, gleich wie ein leichter rauch, Cein edles bild 420 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden wagen, Und dir, meinJEsu! näher 3. Da wird, statt schöner leibs, gehn, Und dir mein elend klagen? gestalt, Ein häßlich bild gefunden! Ach ia! ber liebste GOttes- sohnJft Da ist der vorzug an gewalt, la mein heil und gnaden thron, Dem darf ich alles sagen. Kunst, wiß und pracht, vers schwunden. Der sich vor andern groß gemacht, und alles neben sich veracht't, Wird dann als staub sertreten. 10. Wiewol ich es kaum wagen kann Den himmel anzuschauen; Doch, weil du, JEsu! gnug gethan, So will ich auf dich trauen. Be 4.Wie oftmahls wendet sich das fchamet mich gleich meine schuld, blatt, Daß gut und pracht verders So hast du doch mit mir geduld: ben, und die man hoch verehret Auf dich will ich fest bauen. 11. Ach JEsu, ach! ich suche gnad, Ach sich auf mich elenden, Sey gnädig meiner missethat: Es Beht in deinen händen. Sey gnäs dig, allertreuster GOtt! Du willt la nicht des fünders tod, Und Fannst mein elend wenden. hat, In schimpf und schande fters ben: Weil GOtt zu seiner zeit und stund Den stolzen zeigt, daß sie den grund Aufs schlüpfrige ses bauet. <. Dem, der sich rühmt, als ob er gar Vom höchsten nichts bes tommen, und nur sein eigner abs 12. Erkläre mich gerecht und gott war; Wird alles schnell ges rein, Laß dein verdienst mich heis nommen. Den, welcher glaubt, len; Du siehest meine seelen- pein, er stehe feft, Sich nur auf macht Du kannst mir troft ertheilen. Ich und pracht verläßt, Ist fall und bin ein armer sünden knecht, schlag am nächsten. Dein blut und leiden macht ges 6. Wer seine mangel nicht bes recht. Drum will ich zu dir eilen.tracht't, nicht siehet oder glaubet: ( a) Ist der satan, welchen der hoch- Den neben christen doch veracht't, und GOtt die ehre rauber; Auf deffen beystand gar nicht schaut, Vielmehr auf eigne Fräfte baut: Deß thun muß untergehen. muht aus der zahl der heiligen engel, die bey dem Hiob c. 38. 7. morgensterne genennetwerden, gestürzet hat. Siehe Jef.14/ 12, 7. Und weil aus hoffart, ant und neid und alles unglück rühretz So wird unsegen, fluch und streit, Und tausend noht gespüret. Gott widersteht dem übermuht, Denn er misbraucht gewalt und gut: Der demuht giebt er gnade. 8. Stoli, hohe augen, grosſe pracht, Nebst schwülftigen gebers den Und ruhsucht, ist vor GOtt veracht, und muß zu schanden wers den: Denn alles zeiget, daß dabey Ein herz voll eitler hoffart sey, Die doch vor GOtt ein greuel. 9.Wohl aber dem, der oft erwegt, Daß man hier GOttes gaben In irdischen gefäffen trägt, Die groffe fowachbeit baben; Denn er ift Mel. Es spricht der unweisen ze. as mag sich doch der 650.20 arme staub, Die erd und asch erheben? Furcht, elend, noht, des todes raub Ist des fen ganzes leben. Wie oft er nach den arite schickt, Wie lang auch dieser an ihm flickt; Muß er doch endlich sterben. 2. Er geht gar oft mit weh und ach! Volljammer von der erden, Fällt unverhofft, und muß dar nach Zu flaub und moder werden. Und ist sodann nicht arm und reich und groß und klein einander gleich? Wo bleibt daun sand and ebre? and war von der Demuht. 421 fets an demuht reich, Damit er. O höcht- verblendte sinnen, nicht, dem fatan gleich, Dutch stolz verdammet werde. Bedenkt des lebens schluß, Wenn euer geist von hinnen Vor ienen richter muß. Was kann euch dann erretten, Wenn alles flieht und fällt, Was euch mit thorheits Fetten Anist gefesſelt hält? 10. Er thut, was Christus ihn gelehrt, Indem er demuht liebet, Und GOtt, so oft man ihn verehrt, Die ehre wieder giebet; Erachtet sich gering und schlecht. Durch solchen fromm und niedern knecht Chut GOtt oft grosse dinge. 11. HErr! gib, daß ich voll demuht bin, Den nächsten nie vers nichte, In herzens einfalt im merhin Mein amt getreu verrich te: Nicht menschen- gunst noch ehre acht, Nur nach der ehren: crone tracht, Die nimmermehr verwelket. 7. Will mich die welt verachten, So geb ich mich darein: Wirst da nur meiner achten, kann ich vers gnüget feyn. Der eitle pracht ist schaden, Die ruhmsucht nur bes Mel. Herzlich thut mich verlang. trug. Bin ich bey dir in guaben, 651. Was frag ich nach den So hab ich ehre gnug. ehren, welt verspricht? Ich weiß aus Mel. Wer nur den lieben GOtt:: Daß schlechte zus einGOtt du wohs verſicht Auf ihren glanz zu ſehen: 652. Men der haber neft in höhe, Und siehst auf das, was niedrig ist. Weil ich nun auf der erde gehe, Und du einHErr des himmels bifts So gib, daß ich in meinem sinn Der demuht ftets ergeben bin. Einrauch vergeht geschwind, und so flicht ihr ergegen Auch schnel. ler, als der wind. 6. Eutreiffe mich den banden, HErr! reisse mich doch los; Mach allen stolz zu schanden, Mach meis ne demuht groß. Du bist hoch und erhaben, Jch arm, gering und klein; Drum laß auf meine gaben mich nicht vermessen seyn. 2. Versuchungs- nek und stricke, Verfolgung, haß und neid, Groll, bader, faure blicke, Erbitterung und streit Umgiebt die, so mit for gen Nach ruhm und ehre stehn: Sie müssen oft vor morgen Mit, schrecken untergehit. 3. Die weit führt groß gepräns ge Und unerlaubte pracht: Der rühmt der guter menge, Der ans dre feine macht, Der dritte schön beit, künste, Bergnügen, gunft und geld; Und alles sind nur dünste, Die man für köstlich hält. 2. Was bin ich denn? nur asch und erde, Ein armer wurm, ein maden- haus. Wenn ich nun ein. mahl sterben werde, So trägt man meinen staub hinaus. Das präge mir doch fleissig ein, So werd ich gerne niedrig seyn. 3. Der hochmuht ist ein schlüpf rig pflaster, Das vielen schon den fall gebracht. So weiß ich auch, daß dieses laster Aus engeln teus fel hat gemacht, Behüte mich für dieser bahn, Die leicht zur bölle führen kann. 4. Man sucht nur groß zu wer den, Man kennt sich selber nicht, Vergißt, daß man aus erden Und 4. Die hoffart hat dir nie gefal asche zugericht. Nur unsre werke len, Du bist und bleibst den stol. taugen; Was andere gethan, Giltzen feind. Du liebst die herzen uRnichts in unsern augen: Man ter allen, Aus welchen wahre de: fiebts verächtlich an. muht scheint: Der ist dein freund, DD S der Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden der in der welt Sich selber nicht, 13u fassen, und Gottes weifem nur dir gefällt. vater- wink Sich willig überlass sen, So wol bey trüber noht und vein, Als bey vergnügtem sonnens schein. Geduld erhält das leben. 5. Laß mich in Christi stapfen treten, Der hier die demuht fel ber war: Ich kann sonst nicht erhörlich beten; Ich stürz mich sonst in 2. Drum auf, mein herz! vers die gefahr, Daß mein gebet dirage nicht, wenn dich ein leiden zum verdruß, und mir zur fünde, werden muß. drücket; Flieb nur zu Gott, deß freuden licht Mit troft und kraft erquicket. Er crònt dich oft mit vater- huld, Drum Füß die ruhte mit geduld. Geduld kriegt muht und kräfte. 6. Nicht meiner, sondern deiner ebre Laß all mein thun gewidmet feyn. Und daß sich nur dein ruhm vermehre: So präge mir mit nachdruck ein, Ich sey nicht wehrt der gnaden kraft, Die alles gute in mir schafft. 7. Hått ich gleich alle tugendgaben, und hätte doch die demuht nicht; So würd ich nur ein blend werk haben, Nur dampf und schats ten, und kein licht. Drum lag der tugend größten schein Bey mir auch wahre demuht seyn. 8. Hilf, daß ich mich in demuht Fleide, Daß ich, von stolz und Boffart frey, Die eitle pracht von auffen meide, Und demußts- voll im herzen sey. GOtt sieht nicht auf das schlechte Fleid, Er liebt des Bergens niedrigkeit. 9. Gib, daß ich mich nicht über: Bebe, Dieweil wir alle brüder find; Daß ich dem kleinsten ehre gebe, Als der sowol, als ich, dein lind. Der tod macht endlich arm und reich, Auch schlecht und hoch, einander gleich. 10. Auch laß mich dir ben allem leiden In demuht unterworfen feyn. Dort wirst du mich mit eh ren kleiden, Nach ausgestandner schmach und pein. Denn wer sich felbft erniedrigt hier, Steht dort gewiß erhöht bey dir. Don der Geduld. Del. Es ist das heil uns kommen. ist gewiß ein köftlich ding, Sich in geduld 653. 3.Nur frisch im glauben fort ges tämpft, Bis sich der furmwind les get. Im creuze wird die luft ges dampft, Die sich im fleische reget; Der geist kriegt neue kraft und muht, Daß er in GOtt gelassen ruht. Geduld erlangt viel gnade. 4. Es wird auch keiner dort ges crdut, Als der hie recht gestritten. Ja der wird dermahleins vers Höhnt, Der nicht getroft gelitten. Doch dem, der Chrifti joch hie trägt, Wird Christi schmuck dort angelegt. Geduld erlangt die crone. 5. GOtt bilft dir auch bey aller noht, Dem kannst du sicher trauen. Er übergiebt dich nicht dem tod, Du sollt das leben schauen: Er steht dir bey, er trdftet dich, Bes weiset sich recht väterlich. Geduld ist stets voll segen. 6. Erwarte nur die rechte zeit, Du wirst den troft empfinden; Er wird in lieb' und freundlichkeit Sich fest mit dir verbinden. Er wird, nach ausgestandner pein, Dein labfal unaufhörlich seyn. Geduld wird nicht zu schanden. * 7. Nun GOtt des troftes, der geduld! Geduld ist deine gabe: Drum gib sie mir nach deiner huld, Weil ich sie nöhtig habe. Laß mich im leiden, creuz und pein Hier meinem JEsu ähnlich seyn, Bis ich ihn dort umfasse. Mel. and was von der Gebult. Del.Wer nur den lieben GOttic. ein GOtt! du bist 654.M von groffer güte, Und trägst uns selber mit gebuld: Regiere du auch mein geraühte, Damit es deine vater- huld, Wenn sie mir liebes schläge giebt, Ja nie durch ungeduld betrübt. 2. Ich habe ja wol mehr verdies net, Als du mir jemahls auferlegt: Da mir nun noch die hoffnung grünet, Daß deine hand aus liebe schlägt, und mich mit troste will erfreun; Wie sollt ich nicht ge buldig seyn? 43 8. Weitu du mich auch nicht bald erhöreft, So rüste mich duch mit geduld; Denn was du mich im creuze lehrest, Sind lauter proben deiner huld. Halt ich die trübsal redlich aus, So wird mir lauter labfal braus. ihrem schöpfer zu seinem willen beimgestellt. Drum gib geduld, wenn deine band Mir creuz und trübsal zugesandt. 4. Mir ist die züchtigung so nütze, Als meinem leibe täglich brot: Denn wenn ich stets in rofen sige, Stürzt sicherheit mich bald in noht. Drum hilf, daß ich auf jeden schlag Die vater- rubte Lüffen mag. <. Behüte mich, daß ich im creuze Mit murren oder ungeduld Dich nicht zum zorn und strafe rei je: Denn also bin ich selber schuld, Wenn mir des creuzes überdruß Bur scharfen ruhte werden muß. 9. Geduld hilft alles überwins den: So werd ich nach dem kampfe dort Die schönste freyes crone fins den; Geduld bringt endlich an den port: Da werden keine dornen seyn, Da erntet man nur rosen ein. 3. Ich bin der thon, du bist der thofer, und machst aus mir, was 655. armen, Der ſo viet Mel. 15. Sollt ich meinem Gott. der dir gefallt. geduld bezeigt, Dessen ewiges ers barmen Unfre fünden übersteigt! JEsu Christe, sohn der gnaden, Du geduldigs Gottes/ lamm! Der am schweren creuzes- stanim Uns der fünden last entladen; Und du guter friedens- geist! Der der beste tröster heißt: 2. Ich bekenne dir mit schmers en Meine angebohrne schuld. Es entspringt in meinem Herzen Leis der! oftmahls ungeduld. Ach! ich habe deinem willen nicht gehors fam nachgelebt, Jhm mit murren widerstrebt, nicht gesucht ihn zu erfüllen. Ach! ich bitte rechne du Mir die fünde doch nicht zu. 6. Laß mich auf meinen JEsum 3. Ach! befrey mich von dem sehen, Der in geduld den creuz- drauen, Da der mund der wahrs weg trat; Der alles leiden, fluch beit spricht: Die fein joch des und schmähen Ganz willig über creuzes scheuen, Finden feine ruhe nommen hat. Das unschulds- nicht*. Laß mich dieses elend flies bolle GOttes- lamm Gieng freu- hen, Gib mir gnade, deiner laft, big an den creujes stamm. Die du selbst getragen hast, Wils lig mich zu unterziehen, Daß mein herz von unmuht frey, Und im creus gelassen sey. 7. Er hat mir stapfen hinter laffen, In welchen ich ihm folgen foll. Ach! laß mich, HErr! ein berze faffen, Jhm nachzugehn durch weh und wol: Gib, daß ich in gelasnem sinn Dem bilde JEsu Abulich bin. Matth. 11, 29. 4. Laß dein schicksal mich ver, gnügen, Benns auch misvers guagen schickt. Denn obs unsers DD 4 Got: Von dem heiligen Leben und chriftlichen Tugenden GOttes fügen Wird uns nicht ein, nen händen, Machs nur mit mir, haar entrückt. Gib, daß dis mein wie dirs gefällt. Ich will mich bers erkennet, Gib ein dankbares nach den bergen wenden*; Es sey gemüht, Das auf deine schickung die alles heimgestellt. Die hulfe sieht, und dich findlich vater! Esmnt allein von dir, Mein bester nennet: Das, wie Isaac*, er helfer! bilf du mir. trägt, Was der vater auferlegt. * Pf. 121, 1. * 1. B. Mos. 22, 6. s. Betge, daß mir bösem tinde Nur was wenigs widerfährt; Weil auch meine kleinste sünde Schon der größten plagen wehrt. Laß mich keine pein ermüden; mache mich getroft und still, Daß ich noch mehr leiden will, Wenn dein raht es so beschieden: Wird dein name nur geehrt, Und mein wah ser nuk gemehrt. 6. Was du willt, das soll gesches ben, Was uns schädlich, willt du nicht: Nur vergib mir was verses hen, Wenn mein wille widers spricht; Nur vertreib aus meis nem herzen Sorgen, trauren, ungeduld, Furcht und angst um deine huld, und die allzugroffe schmerzen; Daß ich, unter deiner treu, Stark im überwinden sey. 7. Gib mir mitten im betrü ben Ein verträgliches gemüht, Das auch feinde weiß zu lieben, Und die eigne rache flieht. Wink und worte, sinn und werke Und begierden fasse du Selbst in eine Und bensstärke, Standhaft in des ereuses pein, Selig nach dem creus ¡ u sepit. 3. Wenn furcht und hoffnung glaube stille seyn: Ich sehe deine in mir streiten; heißt mich der hand von weiten, Die wird mir trost und kraft verleihn; Ich wers de, HErr! es wird geschehu, Noch lust an deiner gnade sehn. Ob sie gleich nicht geschlagen hat. Ich habe diesen troft zum grunde: Ben GOtt ist immer raht und that: Dein wort wird endlich doch erfüllt, Die stunde komme, wenn du willt. gegen, Mein glaube ringt und 4. Mit Jacob geh ich dir ents kämpft mit dir; Ich laß dich nicht, gib mir den segen, Dein segen rub ist, der mir die nacht Zur schönen und bleib auf mir; Dein segen morgenröhte macht. trauen, Die allen kummer ans <. Nur deiner allmacht will ich dern kann. Auf dein wort will ich felfen bauen, Du hast gesaget: ruf mich an; Ich hoffe nun, ich rufe nun, Du wirst nach deinem worte thun. schmerzen: War JEſus doch der 6. Beleg mich nur mit allen schmerzens- mann, und diesem greif ich nach dem herzen, Ich weiß, daß michs nicht lasſen kann z verspricht: Ich laß dich nicht. sein herz, sein mund ach! laß mich nicht. von der Gelassenheit und Zufriedenheit in GOtt. Mel.Christus der uns felig macht. Caffet dech den Mel.Wer nur den lieben GOtt ze. 656.Meinhart 657. Gott Nach belies ben machen. Uebeclaßt ihm eure noht Und verworrne fachen. Seis ne weisheit weiß ia wol, Wenn sie hülfe geben, Wo und wie sie rahten soll In dem ganzen leben. 2. Schreibt dem weisen GOtt 2. Ich bin, mein GOtt! in deis luicht für Stundezeit und maassez Fras and zwar von der Gelaffenheit und Zufriedenheit in Gott 425 Fraget nicht mit ungebühr, Was, hoffnung blickt. Ein herz, das er thu und lasse? Er fängt ja nicht ihm vertrauet, Und glaubig auf heute an, Erft für euch zu sorgen. ihn bauet, Wird doch zuleit ers Alles, was euch nügen kann, It quickt. ihm unverborgen. s. Ach! wenn wir nur bedächs ten, Wie treulich er es meint! Er sorgt für die gerechten, und ist ihr herzens- freund. Siehts gleich ges fährlich aus, Kann er sie doch nicht haffen, Noch in der unruh lassen, Er reißt sie endlich draus. 3. Was der weise GOtt nur thut, Was er schafft auf erden, Das muß uns gewißlich gut, Und ersprießlich werden: Giengen gleich die fachen nicht, wie wir gerne wollten, Und wie sie, nach unserm licht, Etwa gehen sollten. 4. Drum, o weiser GOtt! dir fen Alles heimgestellet; Leite mich 6. Go fall ich denn mit freuden JnGOttes arme hin. Nichts kann mich von ihm scheiden, Weil ich nach deiner treu, Wie es dir gefein eigen bin. Er bleibt auch ewig fallet. Geht es mir gleich wunder mein, Und wird mir alles geben, lich hier auf dieser erden; Laß Was meinem stand und leben mich nur, ich bitte dich, Endlich Wird gut und selig seyn. felig werden. Mel. Allein GOtt in der höh 26. Nel. Von GOtt will ich nicht zc. 658. Was hilfts, das ich 659. Wie Gott mich mich quähleDurch dis und jenes leid? Entreiß dich, meine feele! Doch aller traurig teit: GOtt machet alles wol, Er wirds auch ferner machen, Wie dirs und deinen sachen zum besten dienen soll. führt, so will ich gehn, Ohn alles eigne wählen. Geschicht, was er mir auserfehn, Wird mirs an keinem fehlen.Wie er mich führt, so geh ich mit, und folg' ihm willig schritt vor schritt, In kindlichem vertrauen. 2. Du wirst doch nichts gewin nen, Wirst du gleich nacht und tag Mit furcht und sorgen sinnen, Wie dirs noch gehen mag: Bey: GOtt bestehts allein, Laß seine hand dich führen, Die wird dich fo regieren, Wie dirs wird nüglich seyn. 3. Was dich will niederschlagen, Was dich zur erden biegt, Was dir mit angst und Elagen Auf deinem herzen liegt; Das wirf in seinen schooß, und mache dein gemaßste, Durch troft auf seine gute, Von allem Fummer los. 4. Er wird dich wol versorgen, Und beffer, als man denkt; Wer weiß, wie nab der morgen, Der dir den segen schenkt, Auf den die 2. Wie GOtt mich führt, so bin ich still, und folge seinem leis ten; Will gleich des fleisches eis genwill Jhm öfters widerstreiten: Wie GOtt mich führt, bin ich bes reit, In zeit und auch in ewigkeit Stets seinen schluß zu ehren. 3. Wie GOtt mich führt, bin ich vergnügt, Jeh ruh in seinen hånden. Wie er es schickt und mit mir fügt, Wie er es selbst will wens den; Sey ihm hiemit ganz heims gestellt: Er lenk es, wie es ihm ges fällt, Zum leben oder sterben. 4. Wie GOtt nich führt, so geb ich mich In seinen vater- willena Scheints der pernunft gleich wunderlich; Sein raht wird doch erfüllen Was er voll lieb' und tren bedacht, Eb er mich an das licht DD S 8 Cs Von dem heiligen Leben und christlichen Eugenden gebracht; Ich bin ja nicht mein| stille, Mach sie mit alle dem ver. eigen. gnügt, Was deiner weisheit gnas den wille Mit mir und meinem leben fügt. Nurnimm dich meiner feelen an, So hab ich, was ich wünschen kann. r. Wie GOtt mich führt, so bleib ich treu Im glauben, hoffen, leiden: Steht er mir nur in gna den bey, Was will mich von ihm fcheiden? Jeh faffe mich im glaus ben fest; Bas GOtt mir wieder fahren läßt, Muß mir zum besten dienen. 420 6. Wie GOtt mich führt, so will ich gehn, Es geh durch dorn und hecken. GOtt läßt sich nicht vom anfang sehn; Der ausgang wird entdecken, Wie er, nach seines vaters raht, Mich treu und wol geführet hat; Dis sey mein glaubens- anker. 6. Ich weiß, du thufts; sie ist ja deine, Sie kostet dich deintheures blut: Und dadurch mach sie schön und reine; Laß dis dein mir vers trautes gut Den endzweck meis ner forgen seyn; So trifft mein ganzes wünschen ein. 7. Judeß, mein heil! sey fiets gepriesen Für alle sorgfalt, die du mir, Eh ich gebohren war, erwies fen; Da du mich, füsser JEsu! dir Zu deinem eigenthum erwählt, Und deinen schaafen zugezählt. Mel. Wer nur den liebenGOtt 2c. 8. Dir sey auch preis und lob 660. Befehl dem HErren gegeben, Daß du mich armen ers deine wege, gans mach dich aller sorgen los; Verzen leben So gnadenreich versors trau dich deffen vater- pflege, Dem get haft. Denn was dein rahts nichts zu wichtig, schwer und groß, schluß mit mir thut, Ist alles liebs Das er, zu seines namens preis, reich, nüß und gut. Dricht herrlich auszuführen weiß. 9. Dort preiß ich deiner liebe 2. Wo du ihn nur haft rahten thaten Dereinst erst in vollkoms Laffen, hat er es immer wol gemenheit, Wenn mir der heisse macht: Denn was dein denken wunsch gerahten, Daß ich in tes nicht kann fassen, hat er schon ner ewigkeit Erkenne, wie dein längst vorher bedacht. Wie dieses weiser raht Es wol mit mir ges nun fein raht ersehn, So muß es, meinet hat. und nicht anders, wie wirst du deine lebens 661.W ift wol gethan, Es as GOtt thut, das tage Von mancher kummer- laft befrenn! Wie leicht wird dir die noht und plage In diesem jam merthale seyn: Wenn du nichts wünscheft auf der welt, Als was Gott will und ihm gefällt. bleibt gerecht sein wille: Wie er fångt meine fachen an, Halt ich ihm willig stille. Er ist mein GOtt, Der in der noht mich wol weiß zu erhalten; Drum laß ich ihn nu walten. 4. Dir wirds an keinem gute fehlen, Wenn du dein herz ge- 2. Was GOtt thut, das ist wol wöhnft und lehrft, Nur GOttes gethan, Er kann mich nicht betrüs willen zu erwählen, und deinem gen. Er führet mich auf rechter signen willen wehrst. Uns täuschtbahn, Drum laß ich mir begnügen nichts mehr auf dieser welt, Als An seiner huld, Und hab geduld: tigne wahl, die uns gefällt. Er wird mein unglück wenden, Es gebt in seinen bänden. . Mach JEsu! meine feele 3. Was und zwar von der Gelaffenheit und Zufriedendett in Goth 427 3. Was GOtt thut, das ist wol, 4. Ich traue seiner gnaden, Dis gethan, Er wird mich wol beden mich für allem schaden Und allent len. Er, als mein arzt und wunderübel schügt; Leb ich nach seinen mann, Wird mir nicht gift ein fäßen, So wird mich nichts vers schenken Für arzeney; Gott ist legen, Nichts fehlen, was mis getreu, Drum will ich auf ihn ewig nügt. bauen und seiner gnade trauen. 4. Was GOtt thut, das ist wol gethan, Er ist mein licht und le ben, Der mir nichts böses gönnen tann: Ihm will ich mich ergeben In freud und leid; Es kommt die jeit, Da öffentlich erscheinet, Wie treulich er es meinet. 5. Was GOtt thut, das ist wol gethan: Muß ich den kelch gleich schmecken, Der bitter ift nach meinem wahn; Laß ich mich doch nicht schrecken, Weil er julest Mich doch ergeßt mit süssem troft im herzen: Da weichen alle schmer6. Was GOtt thut, das ist wol gethan, Dabey will ich verbleiben; Es mag mich auf die rauhe bahn Noht, tod und elend treiben; So wird GOtt mich, Ganz väterlich In seinen armen halten: Drum laß ich ihn nur walten. Mel. Nun ruhen alle wälder ic. 662. s. Er wird mich meiner fünden In graden ganz entbinden, Durchstreichen meine schuld; E wird auf mein verbrechen Nicht tracks das urtheil sprechen; Ich weiß, er hat mit mir geduld. 6.Leg' ich mich spåte nieder, Er wach ich früße wieder, Lieg' oder sich ich fort, In schwachheit, noht und banden, Und was mir stößt zu banden; So tröstet mich sein kräfs tig wort. 7. Hat er es denn beschloffen, So will ich unverdrossen An mein verhängniß gehn; Kein unfall uns ter allen Wird mir so schrecklich fallen, Mit Gott werd ich itn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben zu sterben und zu leben, So bald er mir gebeut; Es sey heut oder morgen, Dafür laß ich ihn fors gen; Er weiß die rechte belfenss jeit. 9. So sey nun, feele! deine, Und ten Laß ich den höch- schaffen bat. Es gebe, wie es ges Ken rahten, Der alles tann und he; Dein vater in der höhe Weiß hat. Er muß zu allen dingen, schon zu allen sachen raht. Solls anders wol gelingen, Selbst geben segen, raht und that. Mel. Wer nur den liebenGOtt 26 ist mein sorgen als Vom abend bis zum morgen, Ber: 663. Ilen walten, Er mach ch gebens müh und kunst. Er mags mit meinen fachen Nach seinem willen machen, Ich stells in seine vater gunst. es, wie es ihm gefällt. Ich will ihm gerne stille halten, So lang ich leb in dieser welt. Wie er, mein lies ber GOtt, es fügt, So ist mein herz auch wol vergnügt. 3. Es kann mir nichts geschehen, Als was er selbst versehen, und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers giebet; Was ihm von mir beliebet, Das bab ich auch um aweck erties. 2. Gehts gleich nicht stets nach meinem willen, Stürmt gleich ein unfall auf mich zu; So kanu mich Gottes wille gillen, Denn Der 428 Von dem beiligen Leben und chriftlichen Engenden Der allein fest mich in ruh. Ich bin mit allem, was er fügt, Von ganzem Herzen wol vergnügt. 3. Ift mir nicht grosses gut be: schieden, Bin ich nicht reich, noch hoch geschätzt: Ich bin mit meinem theil zufrieden, Wenn andre grosses gut ergeht. Ich bin mit wenigem vergnügt, Weil GOtt nicht mehr für mich gefügt. 4. Wie mancher fällt in seelen schadenDurch viel erscharrtes geld und gut! Wie mancher fällt aus GOttes gnaden Durch reichthum in die hollen- glut! Deshalben leb ich wol vergnügt mit dem, was GOtt mir zugefügt. 5. Ich strebe nicht nach hohen stuffen, Viel sichrer ist der mittelstand: Wie mich der höchste GOtt berufen, So folg ich seiner gitaden hand. Wie seine macht es mit mir fügt, So bin ich auch sehr wol vergnügt. 6. Will mir die glückes, sonne Lachen, So acht ich ihre reizung nicht; Auch laß ich mich nicht #aghaft machen, Wenn alles uns glück auf mich bricht. Jeh bin getroft und höchst vergnügt, Wie mein getreuer GOtt es fügt. 1 7. Ich steh in GOttes hand geschrieben, Der selbst mein haar gezählet hat; Drum kann mich keine noht betrüben, Mich trifft nichts ohne GOttes raht. Ich leb in allem wol vergnügt, wie mein getreuer GOtt es fügt. 8. Mein wille soll sich fest ver pflichten, Sich so im leben als im tod Nach seinem vaters wink zu richten; So schreckt mich weder angst noch noht; Weil ich mit dem, wie GOtt es fügt, Im leben und im tod vergnügt. el. Wer nur den lieben GOtt 2c. ch weiß, es kann mir 664.3 nichts geschehen In meiner ganzen lebens- frift, Al was des höchsten raht versehen, Und was mir nüß und selig ist. HErr! mach es, wie du willt, mit mir, Jch bleibe dennoch fiets an dir. 2. Du leiteft mich bey meiner rechten, und führest mich durch wol und weh: Du bist mein licht in trübfals nächten, Mein leit stern auf der jammer see. HErr! mach es, wie du willt, mit mir, Jch bleibe dennoch stets an dir. 3. Du magst mich küssen oder schlagen, Ich weiß doch, daß du vater bist. Dein herz kann mirija nichts versagen Was meiner feele selig ist. HErr! mach es, wis du willt, mit mir, Ich bleibe dens noch stets an dir. 4. Drum soll mein herz doch ftandhaft stehen, Ob mancher wind des creuzes weht; Es kann mir niemahls übel gehen. Wenn es nach GOttes willen geht. HErr! mach es, wie du willt, mit mir, Ic bleibe dennoch stets an dir, r. Mein GOtt! dir bleib ich ganz ergeben: HErr! leite mich auf rechter bahn, Und nimm mich einst nach diesem leben Mit gnas den und mit ehren an. HErr! mach es, wie du willt, mit mir, J bleibe dennoch stets andir. mel. Von GOtt will ich nicht ze. 665. Soll ich nach deinem vater! seyn gekränkt? Soll ich den becher trinken, Den du mir einges schenkt? Soll ich des creuses weh So lang ich lebe, dulden; So ist es mein verschulden. O HErr! dein will gescheh. 2. Du kennest meine sorgen, Du weißt, sie drücken mich: Dir ist ia unverborgen, Was inns und auferlich Die matte feels quablt. and zwar von der Gelaffenheit und Zufriedenheit in GOtt. 429 quählt. Dir ist es unverholen:, sind, Die freund und feind verlass Drum sen dirs anbefohlen; Dusen, und als ein scheusal haffen weißt ia, was mir fehlt. Denk, was ihr her: empfindt. 3. Willt du es von mir nehmen, Wolan so dank ich dir: Soll es mein fleisch noch zähmen, So fahre fort mit mir, Und schlag, o rei ner geist! In meinem herzen nie- So manche noht und schmerzen i der, Was dir an mir zuwider, Was bös und sündlich heißt. 10. Ach ja! so denk ein ieder Und tröste sich dabey: Es treffe Christi glieder So viel und mans cherley, So manche leidens- art, 4. Und kann ich nicht verstehen, Warum bald dis, bald das Bis 11. Drum sprich: mein Gott! ich leide, Was meine schuld vers her an mir geschehen, Warum ohndient; Weil ich in luft und freu unterlaß Mich creuz und leid gebrückt: So wirst du's offenbaren, Und werd ich noch erfahren, Wars um du's zugeschickt. de Mich sonst zu viel erkühnt; Ich lebte nach der welt. Du bist ges recht, drum richte, Und mache ganz zunichte, Was mich von die abhält. 12. Jch Büffe deine ruhte, Und beuge mich vor dir, Bis in dem fleisch und blute Die fündliche bes gier, Die mich zum bösen treibt, Nebst allem zorn gedämpfet, Das mit, wenn der bekämpfet, Der lies be herrschaft bleibt. 13. So will ich dich erheben: In allem creuz und leid, und dir ges horsam leben In ¡ eit und ewigs keit. Wenn dis das creus gebiert, So hab ich gnug erhalten, Und laß dich ferner walten, Wie deine hand mich führt. 5. Drum bin ich nur gelassen In einfalt, als ein kind, und gehe meis ne straffen, Bis ich den ausgang find: Ich will in hoffnung still Auf meinen JEsum schauen, und ihm die noht vertrauen, Bis er mich retten will. 6. Ich weiß doch, daß mein leis den Mir müß und selig ist. Denu also lern ich meiden Der fünden schlangen- lift; Mein fünden- leib verdirbt, Des geistes neues leben Wird sich ie mehr erheben, Je mehr das alte stirbt. Die sich in frommen berzen Durch leiden offenbart. 7. Da lebt mein heil verborgen, Wo sich mein leiden zeigt. Wo creuz und laft der forgen Die feele niederbeugt; Da ist er ganz gewiß 666.hers ergeben In Mel. Wer nur den lieben GOtt ze und Mit seiner lieb' und segenIm bers jen selbst zugegen, und stehet vor den riß. meines GOttes herz und sinn. So kann ich ohne sorgen leben, 8. Drum feele fen zufrieden, Und Weil ich bey ihm im segen bin. dulde deine pein, Es weschelt stets, Dis glaubens wort zieht viel bienieden Bald sturm, bald son nach sich: Gott sorgt für mich nenschein. Schau an die grosse recht väterlich. jahl, Die mit dir auf dem wege: Und werde ja nicht trage, Jft gleich der weg sehr schmal. 9. Meinst du, daß deine plagen Bu überhäuft und groß; So denk, was andre tragen, Die elend, wackt und blos, Ja gar gefangen 2. Zwar mich bekümmern man. che sachen; Denn was ich suche find ich nicht. Viel nachte muß ich schlaflos wachen, Wo oft das heri in thrånen bricht. Doch meine fcele faffet fich: GOtt førgt für mich recht väterlich. 3.3mar 430 Von dem beiligen Leben und christlichen Tugenden 3. Swar lehret mir das glücksferner machen. Er wird schon, ben rücken, Und sein gesicht fiets wenn mirs nüß und gut, Dieweil andern zu; Wohin die trüben au- ich steh in seiner but, Für meine gen blicken, Da seh ich nichts zu wolfahrt wachen. meiner ruh. Doch dis allein ver gnüget mich: GOtt sorgt für mich recht väterlich. 4. Ach schon in meinen besten tagen Bin ich au creuz und leiden alt; Allein ich will's geduldig tragen: Wer weiß, es ändert sich wol bald. Denn dieses troft- wort Bärket mich: GOtt sorgt für mich recht väterlich. 2. Ob ich gleich denke dis und das Mit hochbetrübten sinnen, Ob ich gleich sorg ohn unterlaß, Was ich doch soll beginnen: So kann ich, durch mein herzeleid, Der größten widerwärtigkeit Doch nie was abgewinnen. 7. Und nun, weswegen sollt ich forgen: Da GOtt die sorgen auf sich nimmt? Kdmmts heute nicht, fo kommt es morgen, Was mir sein bater her bestimmt. An solche Boffnung halt ich mich: GOtt forgt für mich recht väterlich. 8. So bleibt mein herz in GOtt gelaffen, und ruhet in zufriedenheit. So kann mein ſinn fich freubig faffen Auch mitten in der trau eigkeit; Jch sprech ihm zu: geduls de dich! Gott sorgt für mich recht väterlich. 3. Drum laß es gehen, wie es geht, und meine thranen fliessen; GOtt wird sie, weil es bey ihm fieht, zu rechter zeit verfüssen: Sein liebreich herz wird schon einmahl Sich über mich, nach dies ser guabl, Mit lauter gnad ers giessen. 5. Wie könnt ers übers berze bringen, Daß er mich ließ ohn hulfe ftehn? Mein seufzen wird mir wol gelingen, und alles noch nach wunsche gehn. Sein theures wort versichert mich: GOtt sorgt für mich recht väterlich. 4. Indessen leid ich mit geduld, Bis GOtt sich wieder finde; Denn 6. Ich will nicht mit mir seldis und mehr hab ich verschuldt berzanken, Wie dis und das noch tommen wird; Weil man durch unruh der gedanken Sich in sich felber nur verirrt. Gnug dieser troft erquicket mich: GOtt sorgt für mich recht väterlich. mit meiner grossen fünde: Ich weiß, GOtt reißt mich wunderbar noch solchermaassen aus gefahr, Als ich jest nicht ergründe. s. Wirst du nur ferner, Gott mein hort! Des zweifels mich befreyen, und mir im glauben durch dein wort Beständigkeit verleihen; So weiß ich, daß mein groffes leid, Sammt aller widers wärtigkeit, Mir mußzum nuß ges deyen. Mel. O GOtt du frommer ic. 668. Millt du dir, meine danken machen, das nicht zu ans feel! dem ges fachen: Was ich nicht fallen kann, dern steht? Befiehl GOtt alle Da weiß der höchste wol, Wie er zu seinem preis Noch alles richs Mel. HErr JEfu Christ du zc. ten soll. 667. Wie mein getreuer 2. Elender erden- wurm! Willt vater will In al du gen himmel steigen? Du arme len schweren sachen; So halt ich creatur! Willt du dem schöpfer tóm gehorsam still, und laß ibu'icigen, was er anordnen soll? 30 mid zwar von der Gelaffenheit und Zufriedenheit in GOtt. 431 Bedarf der jego raht, Der so viel, sich mein geift Nur treu erweist, tausend jahr Die welt regieret bat? Wird er mich schon erhöhen. 3. Er hat mich selber sugericht, 3. Ach nein: dir, groffer GOtt! Mir leib und feel gegeben. Er ist, Sen alles heimgestellet: Mach du der unterhalt verspricht, Er frie es auch fortan Blos, wie es dir geftet mir das leben, Erbarmet sich, fället. Obs gleich oft seltsam Und zählet mich Aus gnaden z scheint; So ist doch endlich gut, den seinen. Wer so viel thut, Des Was deine wundermacht und herz und muht Kanns nimmer böchste weisheit thut. böse meinen. 4. Indessen wollest du, O vater! nur verleihen, Daß alles mir, und auch Zum besten muß gedeyen Deni örte, wo ich bin: Damit es insgenrein, und mir insonderheit Erträglich möge feyn. 4. Bey ihm ist weisheit und vers stand und macht in allen thaten; Zeit, ort und stund ist ihm bekannt, Zu helfen und zu rahten. Er weiß, wenn leid Und freudigkeit uns seis nen kindern diene; Und was er thut, Ift alles gut, Obs noch so traurig schiene. 4.3war ist mein glaube schwach: Doch, HErr! aus lanter gnaden s. Du denkest zwar, wenn du Gib, daß es heilsam sey, Und mir nicht haft, Was fleisch und blut nicht könne schaden, Wie wun- begehret: Als ob dich GOtt mit Derbar fichs kehrt; Denn alles steht ben dir; Ich will auch dir al lein Drum danken für und für. grosser last, Und gar aus haß bes schweret; Haft spät und früh Viel sorg und müh, An deinen wunsch zu kommen, und denkest nicht, Das, was geschicht, Gescheb a deinem frommen. * 6. GOtt vater! dir, nicht uns, Nicht uns, nur dir sey ehre: Dein lob, o JEfu Chrift! Dein lob sich immer mehre: Nur dir, GOtt beilger geift! Nur dir sey ewig preis Für alles, was du thuß Im ganzen erdenkreis. 6. Fürwahr, der dich geschaffen hat und sich zur ehr erbauet, Hat auf dein heil geschauet. Er siebt längst in seinem weisen raht Auch voll treu, Was dienlich sey Für dich und für die deinen: Drum laß ihn nun, Was er will, thun; Er kanns nicht böse meinen. Mel. Was mein Gott will zc. ech 669. Ivers und finn Mein herz 7. Gefällt es GOtt, so kanns Herz und sinn ergeben. Was böse nicht seyn, Es muß zulett ers scheint, ist mir gewinn, Der tod freuen: Und leiden, kummer, noht felbst ist mein leben. Ich bin deß und pein Muß dir zum heil gedeye tind/ Der tod und fünd Die wafen. Wart in geduld, Die vaters fen ausgezogen; Ob er gleich huld Wird sich doch endlich fin fchlägt, Und creuz auflegt, Bleibt den. Angst, noht und quahl Wird er mir doch gewogen. auf einmahl, Gleich wie ein dampf, verschwinden. 2. Ich glaube fest, es fehlt mir nicht, mein vater muß mich lies ben. Verbirgt er gleich sein an geficht; So will er mich nur üben, Mich durch geduld In seiner huld Cewdbuen fest zu keben: Wenn 8. Ey nun, mein GOtt! so fall ich dir Getroft in deine hände: Nimm mich und mach es nur mit mir Bis an mein leztes ende So, wie du weißt, was feel und geif Erbaut 432 Ben dem heiligen Leben und chriftlichen Eugenden Erbauet, trößet, lehret, Was dei- ich armer geben? Du forderst viel nen ruhm, Mein christenthum, von mir. Und meinen glauben mehret. 9. Giebst du mir ruh und son nenschein, So nehm ich es mit freuden. Solls aber creuz und unglück seyn, Will ichs geduldig leiden. Soll ich allhie Noch fort voll müh, Voll creuz und kum mer leben; Ich folge dir Doch für und für Gelassen und erge ben. <. Mein denken, reden, wiss fen, Mich selbst, mein ganzes thun, Werf ich zu deinen füssen: Hier will ich stille ruhn: Hier will ich ganz vertraut Mit dir mich dein erfreuen, und keine schmers ¡ en scheuen, Wofür mir sonst ges graut. 6. Mich soll kein schicksal trens nen; Kein leiden, keine pein, Vers folgung, lästern, brennen Soll mir entseglich seyn. Kömmt selbst Don der Uebergebung an der tod herben um mir das heri GOtt und beffen Willeniu brechen; So will ich freudig durch heiligen Gesprechen: GOtt lob! nun werd ich fren. horfam. 7. Da will ich nach dir blicken, Und den erlösten geiftDahin gelafs fen schicken, wo man dich heilig preist. HErr! reiche mir die hand, Entbinde mich der fünde, Und füh re mich geschwinde In dein gelob, tes land. 8. Nun laß es bald geschehen, So bleib' ich dir verpflicht; Du wirft mich nicht verschmähen, Ob mir gleich viel gebricht. Ich bin und bleibe dein; Ja soll ich noch auf erden Dein treuer zeuge wers den, So will ich standhaft seyn. 10. Soll ich denn auch des todes weg Und finstre straffe reisen: Wolan! ich gehe bahn und steg, Dent du mir, HErr! wirst weisen. Du bist mein Gott, Der noht und tod zu solchem zwecke kehret, Daß bich mein geist Dort ewig preist Und mit den engeln ehret. 670. Mel. Helft mir GOtts güte zc. Err, dem die engel dienen! Hier ist ein fünden knecht Vor deinem thron erschienen, Verwirf ihn nicht nach recht. Du bist ja treu und gut: Drum laß mich gnade finden, Und tilge meine fünden Durch meines JEsu blut. 2. Ach dis ift meine freude, Wenn ich in angsten bin; m al lergrößten leide Eilt mein gemüht dahin. Ich finde früh und spat Ben noht und jammer stunden In meines JEsu wunden Erwünschten troft und raht. 4. Nun, weil ich sonst nichts has be; Nimm geist, hers, sinn und muht Statt einer armen gabe, Ja leben, leib und blut, und alles von mir hin: Ich schenk es dir zu eigen, Um dir dadurch zu zeigen, Daß ich nur deine bin. 3. Drum will ich nicht berjas gen, und mich vor dein gesicht Getrost und freudig magen; Denn du verwirfft mich nicht. Was aber bring ich dir? Mein Gott, mein beil. mein leben Was kann Mel. Is. Sollt ich meinem Gott. dem 671. Iwillen Meines Got tes, der mich liebt; Der wird auch an mir erfüllen, Was mir ewig vortheil giebt. Schaue, groffer GOtt! hernieder, Sieh, bier leg ich mubt und siun, Heri und und zwar von der Lebergebung an GOtt durch Gehorsam. 433 and seele vor dir hin; Nimm doch Wenn er sich ganz an GOtters mich und meine glieder, Mach ausgiebt, und sich nur übt nach dem ihnen, was du willt, Was du willt, zu streben, Was Gott der höchste mein GOtt und schild! vater liebt; Der kann in aller augst und pein Mit seinem GOtt vergnüget seyn. 2. Ach ich kenne dich, mein les ben, GOtt! der du mein vater bist; Den, der sich für mich gege ben, Kenn ich, der ist Jesus Chrift; Ja ich kenne meinen führer, der mir deine wege weist, Das ist GOtt der heilge geist: Hab ich dich nun zum regierer, Dich, o du dreneinger GOtt! So er fchreckt mich keine noht.. 3. Und wie darf ich doch verzagen, Gieng es noch so wunderlich? Da ich bis hieher kann sagen: GOttes hände führen mich. Und erleb ich dann den morgen, Ey! fo lebt mein GOtt auch noch; Des sen treu verspricht mir doch, Daß er mich, sein kind, versorgen, Mich, sein schäßlein, führen wird, Als mein vater, GOtt und hirt. 2. Er weiß von Feinen welt- ges danken, Erweiß von keiner eitlen luft; Er bleibet stets in GOttes schranken, Ihm ist nichts, ausser GOtt, bewußt. Gottliebet ihn, an dessen raht, Er seine lust und freude hat. 3. Ach GOtt! du kennest meis nen willen, Du forschefst, prüfft, ers gründest mich; Was dir gefällt, will ich erfüllen. Mein geist ers hebt und lobet dich: Und was mich auf der welt vergnügt, Ift JEfus, der im herzen liegt. 4. An diesen hab ich mich ers geben Durch meine ganze lebenss zeit, Dem will ich blos zu ehren leben; Drum bin ich allemahl bes reit zu thun, was dieser heiland will: Was ihm beliebt, ist auch mein ziel. 4. Gieng mirs immer, wie ich wollte; So gieng mir es selten gut. Denn wenn das geschehen sollte, Was sich wünscht mein eitler<. Die welt mag ihre luft behals muht; Würd ich oft mein unglückten, Die nur voll furcht und hoffs wählen. Ich empfinde, leider! oft Böses, wenn ich glück gehoft: Drumhalt ich von grund der fee: len Meinem Gott im glauben fill; Mirgeschehe, was er will. nung ist; Ich lasse GOtt und JEsum walten, So weichet alle furcht und list. Was welt- gesinnte frölich macht, Das hat mein bera schon längst veracht. 1. Was du willt, gescheh mir immer; Was ich will und schädlich ist, Bater! das geschehe nimmer, Weil du groß und gütig bist, und weil die mein unvermögen Im gehorsam längst bekannt; Ey! so laß doch deine hand einer schwach Beit fraft beylegen, Vater! das durch folg ich dir. Was du willt, geschehe mir. 6. Denn ich erfreue mich im HErren, An diesem hab ich meine luft. Will alles wider mich sich sperren: So bleibt mir Gott, mein troft, bewußt, Der selbst in meinem herzen wohnt, Und mix mit lust und wonne lohnt. 7. Der hat mich ie und je gelies bet, In ihm kann ich vergnüget seyn; Wenn mich so manches leid betrübet, Fldßt er mir troft und les ben ein. Mein her; trifft alles ben Was es verlangt und Wel. Wer nur den lieben GOtt 2c. ihm an, 672.9ie felis Faun ein wünschen kann. chrif bier leben, 8. Darum befehl ich meine wege Dem 434 Bon dem heiligen Leben und christlichen Tugenden Dem HErrn, der mich so wol res 5. Gib, daß mein wille deinem giert; Jch überlaß ihm tritt und willen Sich kindlich unterwerfen fege, Bis mich der weg zum hims kann. Und kann ich alles nicht ers mel führt: Auf diesen soll in aller füllen, So nimm den guten willen pein Mein bester troft gerichtetan; und habe du aus grosser huld feyn. Mit meiner schwachheit noch ge duld. 9. GOtt lob! der wunsch ist ein getroffen; Gott ist und bleibt mein bestes ziel. Auf diesen will ich eifrig hoffen, So thu ich, was der höchste will; Der machet alles gut und wol, Daß sich mein herz erfreuen soll. 10. Wolan! ich bin in deinen hånden, GOtt! führe mich, wie virs gefällt. Du kannst die noht am besten wenden, Drum führe mich bald aus der welt. Dort geht das rechte leben an, Da ich mich ewig freuen kann.. 2. Du haft mir deinen guten willen In deinem worte gnug er Flärt: Ach kdunt ich den nur recht erfüllen, So war ich dir auch lieb and wehrt. Nun aber fehlt mir noch gar viel, Ich bin noch weit vom rechten ziel. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. ib mir das wollen 8. Mein JEfus ist mir vorges gangen, Der deinen willen gerne 673.ib und vollbringen, Othat. Will ich nun mit dem namen vater aller gütigkeit! Und mache mich vor allen dingen Durch deis nen guten geift bereit, Daß mei nem herzen nur gefällt, Was mir bein wille vorgestellt. prangen, Den er mir selbst gege ben hat; So muß ich auch darauf beruhn und deinen willen willig thun. 3. Mein eigenwille steht im wes falt; Indem ich das zu wollen ge, Daß ich nicht will, was dir ges pflege, Was welt und fleisch für rahtsam hält. Des menschen wils le bleibt verkehrt, Der oft, für fes gen, fluch begehrt. 6. Willt du, daß mir die sonne scheine, So laß mirs auch gefällig seyn. Willt du, daß mir der him. mel weine, So lenke mich gelassen drein. Soll ich zum creuz und gras be gehn, So laß es auch mit luß geschehn. 4. Dein wille, vater! aber lens let mich allezeit zum guten bin. Denn wo der mensch nicht hinges Denket, Da leitest du doch unsern finn, und läsfest uns am ende sehn, Es sev ju unferm beil gefbeba. 7. Ich folge demnach deinem willen, Der schatten folgt der sons ne nach. Willt du mich nur mit Fraft erfüllen; So folg ich dir, Gott! allgemach. Wer sich nach deinem willen richt't, Spürt im mer kraft und neues licht. A 4 9. Laß mich im leben und im sterben Nach deines willens lei tung gehn, und diesen troft im glauben erben, Dein wille werde feste stehn; Du willt ja meine ses ligkeit, So mache mich dazu be reit. 674. M mir zu befehlen, Mel. Wer nur den lieben GOtt*. haf ein Ich muß dir auch gehorsam seyn. laß mich das beste theil erwählen, Mein wille stimme deinem ein. Du bist der HErr und ich der knecht, was du gebeutft, ist gut und recht. 2. Gehorsam soll vor allen din, gen Dein angenehmstes opfer fevn: Pas mich nun auch die gabe brin und zwar von der Verleugnung fein selbst und der Welt. 435 bringen, und mich nur deiner rechte freun. Die christen müssen dein gebot Aus liebe thun, und nicht aus noht. ruhte küßt, Liegt endlich auch an deiner brust, Und alle last wird ihm zur luft. 3. Ich sehe, wie auf dein geheif se Dir wind und meer gehorsam find, Die creatur mit größtem fleisse Jhr anbefohlnes werk bes ginnt: Vielmehr kommt mir, als menſchen, zu, Daß ich nach deinem 4. Dein sohn that deinen wil len gerne, und stellte sich zum muster dar; Daß ich gehorsam von ihm lerne, Wie er dir selbst gehorsam war, Und solches freu: dig in der that, Bis in den tod, be jeiget hat. 5. Laß mich nicht erst in solchen dingen Mit fleisch und blut zu rahte gehn, Die mein gehorsam foll vollbringen; Sie werden mir nur widerstehn. In unsern glies dern findet sich nur ein geseg, das wider dich. 6. Ach schreibe selber dein gelege Mit groffer fraft in meinen sinn, Daß ich nicht deinen bund verlege, Noch sonsten ungehorsam bin. Laß mich dein joch mit freuden ziehn, Und alle widerstrebung fliehn. 7. So bald ich deine ftimme hsre; So mache herz und ohr bereit, Daß ich sie mit gehorsam ehre, Und thue, was sie mir gebeut. Ein börer soll ich nicht allein, Nein! auch zugleich ein thäter seyn. 8. Will mich die böse welt vers fuchen, Daß ich dir nicht gehor: sam sey; So laß du mich ihr werk verfluchen Nebst aller ihrer zauberen. Wer menschen folgt, ist thorheit voll; Weil er GOtt mehr gehorchen soll. 9. Und endlich gib mir auch im creuge Ein herz, das dir gehors sam ist, Daß ich dich nicht zum 1orne reite: Ein find, das deine Von der Verleugnung fein felbst, der Welt und aller Eitelkeit. Mel. Allein GOtt in der höh 20. 675.Will iemand Chrifti junger seyn, Der muß sich sein nicht schämen, Sich selbst verleugnen, Chrifti pein Und creuz gern auf sich nehmen. Drum JEsu! gib mir deine kraft, Die dieses einzig in mir schafft, Damit ich dir nachfolge. 2. Du weißt ja, daß es schwerer fällt, Den eigensinn zu lassen, Sich selbst verleugnen, als die welt und ihre luft zu hassen. Drum wirk in mir, was ich nicht kann: Führ mich, nur dich zu lieben, an, Und dämpf die eigenliebe. 3. Gib, daß ich aller bösen luft Absterbe, dir nur lebe. Kein uns bestand sen mir bewußt, Wenn ich mich dir ergebe. Gib, JEsu! daß ich niemahls mir noch meinem willen, sondern dir und deinem willen folge. 4. Wird fleisch und blut erst uns terdrückt, Wird schndder eigens wille In meiner eitlen bruft ers stickt, Sind die begierden stille: So fängt GOtt sein werk in mir an, Daß ich durch seine gnade kann Mir selber ganz absterben. <. Mein herz ist eitler lüfte voll, Blind, finster, ohne leben; Was GOtt in mir gefallen soll, Mus er mir selber geben. Erleuchtet mich sein gnaden- schein; So kann ich ihm gefällig seyn, Und ihm za ehren leben. 6. Gib, JEsu! mir den gnadens schein, Daß ich dich recht erkenne, Dich ehre, gegen dich allein In wahrer liebe brenne. Entrei Fe 2 mið 436 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden mich mir, und gib mich dir; Laßheit sahe; So hat man ihn si meine seele für und für Mit dir freuen sehn, Wenn GOttes wort verbunden bleiben. geschahe. 7. Ich seufze, HErr! nach deis ner kraft, Start mich mit deiner güte. Dein geist, der alles gute fchafft, Erfülle mein gemühte; Daß es nicht eigne ehre sucht, Dir ähnlich wird, und stets verflucht, Was dein reich in mir stöhret. 8. HErr! deine liebe giebt allein Heil, seligkeit und leben; Die eis genliebe kann nur pein, Unruh und unheil geben. Du giebst uns fegen, heil und ruh; Der eigne uhm schreibt sich es zu, Drum muß er dir misfallen. 9. Dein ist preis, ehr und ruhm, den dir Doch stolz und hochmuht fehlen; Darum zerstöhre doch in' mir Den hochmuht eitler seelen. Nimm eigne liebe völlig hin, Und gib mir Chrifti herz und sinn, Der bich nur liebt und ebret. Mel. Was mein Gott will zc. ommt, die ihr nicht 676. gewohnet fend, Euch selber abzusagen; Kommt, Die allein nach eitelkeit, Nach ehr und welt luft fragen; Seht JE fum, euer vorbild, an, Und lernt euch heilsam schämen; Laßt euren fuß nach seiner bahn Sich unges fäumt bequemen. 2. GOtt war sein alles, und allein Sein höchfies gut in allen; Er ließ sich nichts gefällig seyn, Als dessen wolgefallen. Den wils falt auszurichten, War stets die arbeit seiner hand, Der inhalt seis ner pflichten. 3. Sein geist war ganz der welt entführt, Der heiligkeit geschens Let: Er ward durch keine luft ges zührt, Durch keinen schmeri ge Franfet. Drum fand man ihr bes trabet Rebu enn er die boss 4. Ward menschen: ehr ihm angethan, So wollt er sie nicht has ben; Man bot sie ihm vergebens an, Er floh für solchen gaben. Die wollust, so die welt verspricht, Vers langt' er nicht zu schmecken. Er sprach zur lust: dich kenn ich nicht, und ließ sich nicht beflecken. 5. Es konnte nichts, was irdisch heißt, In seine seele dringen: Sein ganz mit Gott verbundner geift War frey von mammons schlins gen. Er sah sich dürftge eltern aust Der erbe aller fachen War selbs öhn eigenthum und haus, Ward arm, uns reich zu machen. 6. Sein wille blieb auf ebner bahn; Doch macht er seinen wils len Des vaters willen unterthan, Den kam er zu erfüllen. Er hatte teinen tropfen blut, Der sich für GOtt nicht regte, Und der sich nicht dem höchsten gut Mit luft o füffen legte. 7. Gib mir, mein heiland! Fraft und lust, Dirvöllig gleich zu wers den; Berbanne selbst aus meiner brust Die liebe dieser erden. Laß GOttes willen ganz allein Die richtschnur meiner schlüsse, Mein einzig ziel und speise seyn, Dit mich erquicken müsſe. 677. Wider den Eigensinn. Mel. HErr JEfu Chrift du 26. in mensch, der seinen eigensinn Als einen gott verehret, Hält das für klugs heit und gewinn, Was ihn die thorheit lehret. Ein fels ift hart, ein demant feft: Ein kopf, der sich nicht rabten läßt, Ift härter als sit beide. 2. Er meint, daß ihn die weiß heit fitb Bum meißerstück bercis and zwar von der Verleugnung sein selbst und der Welt. 437 geist den schluß: Dein wille HErr! geschehe. tet, Und wig und klugbeit mildig ich Ju feine brust geleitet: Al sein das höchst- verderbte kind, Die eigenliebe macht ihn blind, Daß er den fehl nicht siehet. von der guten und bösen et genliebe. Mel. JEfu deine heilge wunden. 678, 30tt! daß man sich felber dir nicht zuwider seyn: Denn du pflanzest diese triebe Von natur den menschen ein. Jeder lenket herz und sinn Auf fein eigen wols feyn hin. Niemand, den der erbs freis faffet, hat sein eigen fleisch Behaffet. 2. Wenn nur dis den vortheil brachte, Daß man recht sein wah res wol und die seligkeit bedachte, Die uns glücklich machen soll. 5. Wo bleibt des wahren glau- Wer sich seinem GOtt ergiebt, bens schein Bey solchem wüsten Nur die ewgen güter liebt, und leben? Wer fromm ist, muß auch der seelen hohen adel Kennet, licbs fittsam seyu, Nicht boshaft wider sich ohne tadel. fireben. Seht, christen! Chrifti lebenslauf, Der stellt sich euch zum beyspiel auf, Die fanftmuht auszuüben. 3. Aber leider! nach dem falle, Der von Adam auf uns erbt, Sind wir arme menschen alls Auch in diesem stück verderbt. Uns fer böses herz allein Will sein eigs uer abgott fenn, Sich nicht erst zum höchsten kehren, Sich nur über alles ehren. Soll nicht schel3. Was seinem eigensinn ge fällt, Das soll auf erden gelten. Was er für recht und billig hält, ten: Drum spricht er GOtt und menschen hohn: Gewissen und religion Sind ihm geringe sachen. 4. Ein treu und wolgemeinter raht Wird nie von ihm betrachtet; Und, was ein andrer gutes hat, Verhöhnet und verachtet. Schligt GOtt auch gleich mit strafen drein, und läßt den zorn empfindlich seyn; Wird eigensinn doch härter. 6. Vollbringt nicht, was euch fleisch und blut Und eigenliebe rahten; Erkennet felber, was euch gut, und prüfet eure thaten. Will eigner wille meister seyn; So raumt ihm keine herrschaft ein, Sonst rennt ihr ins verderben. 7. Getreuer JEsu! leite mich Nach deinem raht und willen; Mein sehnlich auge sieht auf dich, Du kannst die unruh stillen. Drum, wenn ich widerspenstig bin, So hilf mir meinen eigensinn Und bösen willen brechen. 8. Gib, daß ich nicht zu heftig fey, Wenn man mir widerstehet; Und mache mich von unmuht frey, Weuns nicht nach wunsche gebet. Ja, wenn ich manches 1 bulden muß, So feut in meinen 4. Mein GOtt diesen schnöden gdhen Will mein herz auch mit gewalt Ueber GOtt und menschen feßen; Dämpfe doch dis übel bald, ampfe mit mir wider mich. Ich verlasse mich auf dich, Wenn mich fatan mit den stricken Eiguer liebe will berücken. 5. Statt der schnöden ehrbes gierde Flöß mir wahre demuht ein; Sen du meine freude, zierde, Lust und ehre ganz allein. Ehrgeiz ist dir ja verhaft, und den mens schen eine laft; Drum gib, daß ich mich war ehre, Doch nur, weil ich dir gehöre. 6. Wer nur gelz und wollus Ec 3 Seyct, 433 Von dem heiligen Leben und chriftlichen Tugenden beget, Liebt sich selbst zu seiner nun erhöht Zur rechten sieht, und schmach. Wer nach GOtt verlans schüßt mich, jeine braut. gen tråget, Dem geht GOttes liebe nach. Welt und wollust macht nicht satt; Wer nicht GOt tes gnade hat, JEsum liebt von ganzem Herzen, Wird sein eigen beil verscherten. 7. Mache denn, mein GOtt! in gnaden Meine eigenliebe rein; Laß mich nicht, zu meinem schaden, In mich selbst verliebet fenn. Gen du einzig meine luft, Und gewöhn auch meine bruſt, Nach des näch: 680. Err! nimm es Mel. Durch Adams fall ist ganzi. ter ist mein heri, Een wohl zu trachten, und ihu, als mich selbst zu achten. 8. Nun es bleibet fest gestellet, Darauf foll mein herz beruhn; Erst, was dir, o GOtt! gefället, Eifrig und mit fleiß zu thun; Dann dem nächsten beyzustehn, Auf ihn, als auf mich, zu sehn: Diese liebe will ich üben, Dich, mich, und den bruder lieben. hin, Dir hab ich mich ergeben: Welt! immer fort aus meinem sinn Mit deinem lafter leben. Dein thun und tand Hat nicht bes stand, Das werd ich täglich innen z Drum schwingt und reißt Mein frever geist Sich ganz zu GOtt von binnen. 2. GOtt ist mein allerbeftes gut, Bey ihm sieht mein verlangen. Ach! könnt ich nur mit frohem Meloden 31. 679. Was mich auf dieſer muht Beständig an dir hangen! Das Ach! mir doch währet kurze zeit; Was aber meine joch Nun völlig abgenommen! feele liebt, Das bleibt in ewig- dunt ich einmahl In jene zabl teit. Drum fahr, o welt! Mit Der auserwählten kommen! ehr und geld und deiner wolluft bin: In creuz und spott Erquickt mein GOtt Mir feele, muht und finn. 2. Die thorheit volle luft der welt, So süß sie heute lacht, hat morgen ihr gesicht verstellt, und den in leid gebracht, Der auf sie baut: Allein vertraut Man GOtt und seiner treu; So sieht man schon Die himmels- cron, Und freut sich ohne reu. 4. Ach JEsu! tödt in mir die welt und meinen alten sinn, der sich dir stets entgegen stellt: HErr! nimm mich selber hin, Und binde mich Ganz festiglich An dich, o HErr, mein hort! So irr ich nicht In deinem licht, Bis an den freus den ort. 3 3. Mein JEsus ist, der mich erfreut; Was frag ich nach der welt. Sie ist voll furcht und traurigkeit, Die endlich selbst zerfällt: Ich bin ta schon mit GOttes sohn Im glauben bier vertraut, Der 3. Es ist in doch aus dieser welt und ihren eitlen sachen, und was sie schönes in sich hält, kein wabs res gut zu machen: Ihr gut vers schwindt Wie staub und wind, und ihre luft zerstäubet: Nur Gott, mein schak, Behält den play; Nichts ist, das ihn vers treibet. 4. Wie thdricht hab ich doch ges than! Den lüften dieser erden Hieng ich mit grossem eifer an, Die doch zunichte werden. Ich sehe nun, Daß all ihr thun, So schön es scheinet, Fränket, n seelens noht, und, nach dem tod, In böls len- pein versenket. s. Acb schmer;! die fünden- luf allein and war von der Beriengnung fein felbft und der Gell. 439 ten herrlichkeit, Ein tand, traum und verlust der zeit. atein hat mich so sehr bethdret: Die fünde nahin die sinnen ein, Und hat sie gan; verkehret; Drum ließ ich mich So williglich Von die, mein schöpfer! trennen. Jch bitte dich, Ach! laß es mich Mit wahrer ren erkennen. 4. Du reizes die bethörte sin nen, Indem das her; voll unruh steht. Ein ieder sieht, wie ihr bes ginnen Von einer lust jur andern geht, und wie zulett, Was sie ers gest, Und was ihr liftern herz ge. rührt, Sie lebend schon zur hölle führt. 5. Bey dir, o Gott! find ich den frieden, Den mir die welt nicht geben mag. Du kennesi, labft und stärkst die miden; Ich spüre ia, daß jeder tag In dieser zeit, Die dir geweiht Von sorgen, luft und fünden fren Viel beffer, alg sonst tausend sey. 6. So reiß mich doch, du theure liebe! Recht aus der thorheit eit. ler welt; Vermehr in mir die süss sen triebe, Daß mir von nun an nichts gefällt, Als solche lunt, Die meine brust Aus deinem wort und wunden saugt, und mehr als alle welt- luft taugt. 6. Gib, daß ich seele, geift und sinn Zu dir gen himmel schwinge, Im glauben dir vereinigt bin; Laß mich an keinem dinge, Als dir als lein, GOtt! mich erfreun. Denn du, mein heil und leben, kannst lederzeit, Was mich erfreut, Hier und dort ewig geben. 7. Nur weg, was schnöd und süchtig ist, Ich laß es alles fahren; Weil du mir, GOtt! im her en bist, Wirst du mein herz bes wahren, Daß es die pracht Der welt verlacht. Laß mich nur dich verlangen; Laß meinen muht, höchstes gut! Nur einzig an die hangen. Melodey 32. 681. Entreißt euch, meines 7. Verbittre mir die schudde feelen fråfte! Von freuden, Davon ich noch bethös allem, was noch weltlich heißt. ret bin. Zermalme mich durch Wirf bin die eitle welt geschäfte, crenz und leiden, Zerknirsch in Mein hierbey fast verschmachter mir den eitlen finn! Erbarme dich geift! Sprich: gute nacht! Welt, und ziehe mich, Aus dieser welt geld und pracht; Ich fang ein anbeschwerlichkeit, Zur freud und dres leben an, Das nicht mit euch wonne tener zeit. bestehen kann. 2. Wie preis ich, JEsu! dein Mel. GOtt des himmels und der. verlangen? Wie preis ich GOttes 682. M eines Lebens befte - liebreich nachgegangen? Sie trägt mich noch mit viel geduld. Ich sieng verirrt; Doch du, mein Hirt! Haft mich nach deiner gut und macht Aus dem verderben wiederbracht. freude ft der himmel, GOttes thron; Meiner feelen troft und weide Ist mein JEfus, GOttes sohn. Was mein Herz allein erfreut, Ift in jener ewigkeit. 2. Andre mögen sich erqicken An den gütern dieser welt; Ich will mich zum bimmel schicken, Weil mir JEsus nur gefällt; Denn der erden gut vergeht, JE, fus und sein reich befiebt.. € 44 3. Reis 3. Ich dacht erst in der welt zu finden, Was unsern geist vergnüs gen kann; Ich wälzte mich in koht und sünden: Izt flag ich meine thorheit an. Verblendte welt! Was dir gefällt, 3st bep der größs 440 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 3. Reicher kann ich nirgend wer, So manche traurigkeit versüßt. den, Als ich schon in JEsu bin; Dein geist ist ja ein freuden- geift, Alle schäße dieser erden Sind ein Der uns in dir erfreuen heißt. schudder welt- gewinn. Jesus ist Das rechte gut, Wo die feele freu: dig ruht. 2. Erweck in mir dergleichen freude, Die nur aus deinem hers zen quillt. Sen meiner feelen treft und weide, Dodurch sich aller kummer stillt: Und gib mir immer frischen muht, Wenn mir das creus gleich wehe thut. 3. Das welt- kind suchet sein ers gegen In lauter tand und eitels Eeit; Es freuet sich ben grossen schagen, Die nur ein spiel und raub der seit; Es findet seine luft daran, Wenn es viel ehre haben kann. 4. Glänzet gleich das welt gepränge, Ist es lieblich anzuschn; Währt es doch nicht in die lange, Und ist bald damit geschehir: Die fes lebens glanz und schein Pfleget plöglich aus zu seyn. 5. Aber dort des himmels gabent, Die mein JEfus innen hat, Können herz und feele laben, Machen ewig reich und satt; Jenes lebens herrlichkeit Bleibet nun und allezeit. 6. Rost und motten, raub und feuer Schaden auch der freude nicht, Die mir JEsus, mein getreuer, und sein vater, fest ver spricht. Dort ist alles abgethan, Was die seele kränken kann. 7. Einen tag ben JEsu sitzen, Ist viel besser, als die welt Tau fend jahr in freuden nützen; Doch, wen GOtt zur rechten stellt, Der erlangt von seiner hand Erst den rechten ehren- stand. s. Sollt ich mich über dich nicht freuen? Du bist mein schat und höchstes gut; Du giebst mir segen und gedeyen, Und deckest mich mit deiner hut: So hab ich ehre gnug bey dir, Ich bin dein kind, was fehlet mir? 6. Co sey denn dieses meine freude, Daß ich mich zu dir halten kann, Daß ich die schnöde luft vers meide, Der eitle seelen zugethan. Dein wort sey meines Herzens luft, Durch dis ergege meine bruft. 7. Laß mich an JEfum fiets ges denken, So werd ich allzeit fris lich seyn; Er kann mein herz mit wollust tranken, Und schenkt mir freudenbecher ein: Eo geh ich Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c- allzeit frölich bin. iwar als traurig hin, Doch daß ich 683. Mia nicht zuwider, haben Bou jener füffen himmelss ein GOtt! ist 8. So werd ich luft; Da wirst du mich ohn ende Laben, Wo mir kein berzeleid bes wußt. 8. Welt last, ehre, iauchzen, føringen Labet meine seele nicht; Aber nach dem himmel ringen Jft, was reine luft verspricht: Wer sich fest an JEsum hält, hat mehr Inst, als alle welt. 9. Ach! so gönne mir die freude, JEsu! die dein himmel hegt. Sey du selber meine weide, Die mich hier und dort verpflegt. Nimm mich in den himmel ein, Um in dir recht froh zu seyn. 4. Doch das giebt chriften fein vergnügen; Drum laß es ferme von mir seyn. Die eitle luft kann nur betrügen, Auf lachen stellt sich trauren ein. Wer aber sich in bir erfreut, Der schmecket lauter füffigkeit. Wenn unsre feele frölich ist, Wenn unfer mund durch freuden- lieder und zwar von der Nachfolge JEN. wußt. Führ mich in deinen him durch fein bemühen uns alle nach mel ein, Da wird der freuden füllef sich ziehen. feyit. 2. Mein JEsus rufet: folge mir! Ich folg ihm zwar im glaus ben; Allein die kraft kommt nur von dir: Soll die kein zweifel raus ben, So muß dein wort Mich ims merfort leitett, Sonst kann ich leichtlich gleiten. 3. Gib, daß ich folge seiner lehr, und allen irrthum meite; Daß noht und tod mich nimmermehr Von seiner wahrheit scheide. Ich weiß, es ist mein Jesus Chrift Weg, wahrheit und das leben, Ee kann mir alles geben. Von der Fachfolge JEfu. Mel. Kommt her zu mir spricht zc. aile 684. kommt zu mir, und fürchtet euch doch nicht, die ihr Mühselig und beladen! Kommt her, ich bin der gute hirt, Der euer her; erquicken wird: Kein übel soll euch schaden. 2. Nehmt in geduld auf euch mein idch, Seht nur auf mich, und lernet doch, Wie ihr euch follt erzeigen. Send stets sanft mühtig, wie ich bin; Liebt demult, laßt sich euren sinn Jn hoffart nie versteigen. 3. So werdet ihr zu jeder zeit Für eure feel in freud und leid Trost und erquickung finden. Mein toch ist sanft, leicht ist die last; Wer sie geduldig auf sich faßt, Dem helf ich überwinden. * 4.Ich komm zu dir, HErr JEfu Christ! Der du der nachfolg vorbild bist, Laß mich das stets be trachten; Daß ich mich selbst, und was die welt mir aus betrug für lust vorstellt, Kann gegen dich verachten. s. Gib, daß ich wahre demuht üb, Den nächsten stets mit sanft muht lieb', Dein joch trag bis ans ende, Für meine seele ruh erlang; Und dort die ehren- cron empfang, Wenn ichs durch dich vollende. 4. Mein JEfus rufet: folge mir! Ich folg ihm nach im leben: Du aber wollest der begier Den besten nachdruck geben. Beuch mich nur hin Nach Christi sinn, und laß mich ihm auf erden Im wandel ähnlich werden. fohn Ein vorbild hinterlassen, Mein ganzes Leben soll hievon Ein wahres muster faffen. Er geht boran Und zeigt die babu; Er will s. Hilf mir, so geh ich, weil ich kann, Auf seinen tugend wegen, und führe mich zur demuht ans Laß mich zum grunde legen, Was feine that Erwiesen hat, Diemir nur lauter lieben Im wandel vors geschrieben. 6. Mein JEsus rufet: folge mir! Ich folg ihm auch im leiden. zwar folg ich ihm mit viel begier, Doch muß ich mich bescheiden. Sein creuz telch war Sehr wuns derbar; Ich denk an das mit schreks ten, Was seine lippen schmecken. 7. Zeuch aber mich zum creuze nach, Das JEsus felbst getragen. kommt nun verfolgung, hohn und schmach, Und tausend andre plas gen; So gib mir muht Durch Christi blut, Bis ich in seinen wunden Den schönsten sies ges Mel. Was GOtt thut das zc. 685. Mat dein lieber funden. Mein Bein Gott! mir 8. Mein JEfus rufet: folge mir! Ich fols ihm auch im steis ben;" Sein creuz verbleibe mein panier,* und lasse mich dort erben 442 Bon dem heiligen Leben und christlichen Eugenben! In ewigkeit, Was mir bereit; So| schranken Deines mandels nie. folg ich, nach dem leiden, Jhm zumahls wanken. Laß mich allen. viel tausend freuden. * d. i. mein siegeszeichen. insgemein Liebreich, hold und freundlich seyn; Mich zurwolluft nie gewöhnen, Nie nach guten tagen sehnen, Sondern auch zum leiden gehn, We wir deine fühs rung sehn. 7. Du bist Josua und führeft, Die du leitest und regiereft, Auf der selbst betretnen bahn. In das rechte Canaan: Gib, daß wir den weg recht sehen, und ihn stets mit freuden gehen; Leit uns so mit deiner hand In dein hochgelobtes land. Mel. Ich will meine flimm erheb. 686. olget mir! ruft uns das leben, Was ihr bittet, will ich geben, Gehet nur den rechten steg, Folget, ich bin selbst der weg. Folget mir von ganzen herzen, Ich benehm euch alle schmerzen; Lernet von mir insgemein Sanft, und reich an demust seyn. 2. Ja, HErr JEsu! dein bes gehren Will ich dir mit lust gewah ren, Weil dein jünger deine last Gern auf seine schultern faßt. Doch, mein heil! zu diesem werke Fehlt mir deine kraft und stärke: Geh ich dir gleich sorgsam nach, Fall ich doch, weil ich zu schwach. 3. Zwar mein geist wird oft be wogen, Aber bald durchs fleisch betrogen: Denn die wollust tritt her für, Rufet freundlich: folge mir! Ehrund pracht, sammt andern faehen, Wollen mich zum sclaven machen: Geiz und ungerechtigkeit Mengen sich in diesen streit. 4. Aber ich will alles lassen, und bich ganz allein umfaffen; Hilf mir gnädig, stårke mich, HErr! so faß und halt ich dich. Nur mit dir will ich mich paaren; Welt und wollust laß ich fahren. Ihre wege find betrug: Wer dir folget, der In flug. 5. Du bist ohne stolz und pran gen Uns in demuht vorgegangen, Du haft iedem guts gethan; Führ mich diese tugend- bahn. Jadein überschwenglich lieben Hat dich an das creuz getrieben; Gib, daß meine lieb' und treu Deiner liebe ähnlich sey. 6, 2as mich aus den tugends 8. JEsu, du mein licht und les ben! Deine bahn ist rein und eben; Gib, daß mich darauf nichts schreckt, und kein sünden koht bes Heckt. Laß mich deine gnade fpühs ren, Meine tritte so zu führen, Daß mein fuß voll unschuld geht, Nicht bey spöttern stille steht. 9. Mach mich nicht allein in freuden, Gondern auch im creus und leiden, Durch so manchen kampf und streit, Dir zu folgen stets bereit. Laß mich nicht bev angst, beschwerden, Creuz und dors nen müde werden; Zeig mir, daß der erden- plan Nichts als kums mer geben kann. 10. Laß mir doch mein ziel auf erden Nimmermehr verrücket werden, und entreiffe mir das licht Deiner gnad und liebe nicht. Gib, daß ich mir, von der jugend Bis zum alter, deine tugend Recht von herzen, nicht zum schein, Angelegen laffe seyn. 11. Hilf mir, HErr! vor allen dingen, Meinen lauf also volls bringen, Daß mein geift dich brünstig liebt, Sich in wahrer des muht übt. Hilf, daß ich dir hie vers traue, Und dich dort rait freuden schaue: Jenes gib mir in der zeit, Dieses in der ewigkeit. wel. and war von der Nachfolge Jesu. Mel. Mein Herz und feel den sc. GOttes lamm! o 687. laß mich mit dir gehen Auf zions berg, da laß mich bey dir stehen; Nimm mich auch mit in der geliebte:: zahl, Und führe mich zu deinem hochzeit 443 fürft! Es alles mir zum beften fü. gen wirst. mahl. 2. Ach! bilde du mich ganz nach deinent sinne: Gib, daß ich dich recht herzlich lieb gewinne; Mel. Aus tiefer noht schrey zc. Und wo du gehst, da leite mich 688. Mach boch den en auch Damit ich ben dir bin. gen lebensweg, Den du, mein heil! betreten, und deinen schmalen creuzes- steg, Dein ringen, wachen, beten mir täglich mehr und mehr bekannt; So eil ich, HErr! in deiner hand Voll sehnsucht nach dem himmel. 2. Gib, daß ich, als ein kind des lichts, Die finsterniß besiege. Die arme welt hat warlich nichts, Woran ich mich vergnüge: Drum gib mir kraft, dir nachzugehn, Und nie von dir zurück zu sehn, Ich fols ge dir, dem lamme. 3. Willt du mich auch auf gol gatha mitnehmen, So laß mich ia nicht deines creuzes schämen. Soll ich denn auch mit dir verkläret seyn, So nehm ichs an, bleibst du nur ewig mein. 4. Laß du mich, HErr! die ehre nur erreichen: Schreib GOttes bild und nomen als ein zeichen Un meine stirn, daß ich der deine sey, Und mache mich von schudder welt- luft frey. s. Du hast mich schon von dieser! welt erkaufet Durchs blut; ich bin auf dich getaufer: Du jogst auch, als die welt mich von dir nahm, Mich wiederum zu dir, o GOttes lamm! 9. So soll allhier schon Mofis lied erklingen*; So werd ich dort das lied des lammes singen, Wenn ich den sieg durchs lammes blut erlangt, Und, nach dem streit, mein haupt mit cronen prangt. * 2.B.Mos.15. und s.B.Mos.zz. 3. Laß in mir Deines lichtes bundesstrahl Die dunkelheit vertreiben, Und mich bey der so kleinen zahl Wahrhafter jünger bleiben, Dir folgen bis zum creuzes- stamm, Wo du aus liebe, theures lamm! Mir alle schåg' erworben. 6. Laß mich nun stets verbleiben bey den deinen, und unbefleckt 4. Wie groß wird meine freude oor deinem thron erscheinen; Laß seyn, Wenn ich dir treu geblieben, bosheit, lift und allen heuchel- Wenn weder schmach noch creus schein Nur fernerhin von mir ent zes- pein Mich te zurück getrieben: fernet seyn. Wenn ich nur deinen ruf gehört, Dir treu gefolgt, und ungeführt In liebe nachgegangen. 7. Laß mich dereinst das neue lied verstehen*; Und dort mit dir jum nern tempel gehen, Wo GOttes stuhl ganz fren zu sehen ist, Und wo du selbst in allen alles bist. * Offenb.Job. 519. 8. Laß mich es stets mit dir, o JEsu! halten, und glaubens- voll mit deinem allmachts- walten Zu frieden sevn; weil du, o lebens, s. Wolan, so sey es denn ges wast, Ich wähle deine dornen. was mir dein treuer mund ges fagt, Dient mich nur anzuspors nen; Drum geh ich nun durch fpott und hohn Zur lebens- crone, welchen lohn Dein joch den frome men schenfet. Von dem heiligen Leben und chriftlichen Ergenden 689. Dommt her zu mir ,, ganz vergaß, Dieweil er lebt auf spricht GOttes sohn: All die ihr send beschwe ret nun, Mit fünden hart bes laden, Ihr jungen, alten, frau und mann! Ich will euch geben was ich kann, und heilen euren schaden. 444 2. Mein isch ist füß, mein' last gering; Wer mirs nachträgt in 9. Dem reichen hilft doch nicht dem geding, Der wird der höll sein gut, Dem jungen nicht sein entweichen: Ich will ihm treulich stolzer muht, Er muß aus diesen belfen trag'n, mit meiner hulf mayen; Wenn einer hätt die wird er eriag'n Das ewge himmel-/ ganze welt, Gold, silber, gut reiche. und alles geld, Noch muß er an den reihen. 3. Was ich gethan und g'litten hie In meinem Leben spat und früh, Das sollt ihr auch erfüllen: Was ihr gedenkt, ja redt und thut, Wird denn erst alles recht and gut, Wenns g'schieht nach GOttes willen. 4. Gern wollt die welt auch felig seyn, Wenn nur nicht wär die schwere pein, Die alle chriz Ben leiden: So mag es doch nicht anders seyn; Darum ergebe sich darein, Wer ewge pein will meiden. 5. All creatur bezeuget das, Was lebt in waffer, luft und gras, Sein leiden kanns nicht meiden: Wer nicht in GOttes namen will, Der muß zulest des teufels ziel Mit schwer'm gewissen leiden. erden. 8. Und wenn er nicht mehr les ben mag, So hebt er an ein groffe flag, Will sich erst GOtt erges ben: Ich fürcht fürwahr, die göttlich gnad, Die er allzeit vers spottet hat, Wird schwerlich ob ihm schweben. 6. Hent ist der mensch schön, lung und schlank, Und morgen ist er schwach und krank, Bald muß ar wol gar sterben. Gleich wie die Blumen auf dem feld; Also muß auch die schnöde welt In einem Jun verderben. 10. Dem g'lehrten hilft doch nicht sein' kunst, Die weltlich pracht ist gar umsonst, Wie müssen alle sterben. Wer sich in Chrifio nicht bereir't, Weil er lebt in der gnaden- zeit, muß ewiglich verderben. 11. Drum hört und merkt ih# ben sind; Laßt euch die müh nicht lieben kind, Die jego GOtt erges reuen; Halt't stets am heilgen GOttes wort, Das sey eur trof und höchster hort; GOtt wird euch schon erfreuen. gebt; Scht, daß ihr hie unschuls 12. Nicht übel ihr um übel dig lebt, Laßt euch die welt nur affen; Gebt GOtt die rach und alle ehr, Den engen steg geht ims mer her; GOtt wird die welt schon strafen. 13. Wenn es gieng nach des fleisches muht, In gunst, gesund, mit grossem gut, Würd't ihr gar bald erkalten: Darum schickt Gott die trubsal her, Daß euer fleisch gezüchtigt werd. Zur ewgen freud erhalten. 7. Die welt erzittert ob dem 14. Jst euch das creu; bitter tod; Liegt einer in der lezten und schwer; Gedenkt, wie heiß noht, So will er gleich fromm die hölle wår, Darein die welt werden. Der schaffet dis, der will rennen: An leib und feel audre das, Sein'r armen feel er muß leiden sevn Obu unterlas die und zwar von der Nachfolge JEfu. 445 bie ewge pein, Und mag doch nicht| verschmacht; So weißt du, HErr! verbrennen. daß ichs nicht acht. Wenn ic dich habe, hab ich wol, Was ewig mich erfreuen soll. Dein bin ich ja mit leib und feel, Was kann mir thun sünd, tod und böll? 6. Kein beffre treu auf erden ist, Als nur bey dir, HErr JEsu Chrift! Ich weiß, daß du mich nicht verläßt, Dein' wahrheit bleibt mir ewig fest. Du bist mein rechter treuer hirt, Der ewig mich behüten wird." * 7. JEsu, mein' chre, freud und ruhm, Mein herzens scha und mein reichthum! Ich kann doch ja nicht zeigen an, Wie hoch Mel. Vater unser im himmelr. dein nam' erfreuen tann; Wer 690.2 Gott! wie viel slaub und lieb im herzen hat, Des wirds in mühseligkeit ich in meiner wallfahrts- zeit! Der schmale weg ist arbeit voll, Den ich zum himmel wandeln soll. Wie schwerlich läsfet fleisch und blut Sich zwingen zu den eigen gut. 8. Drum hab ich oft und viel geredt: Wenn ich an dir nicht freude hátt, So wollt ich den tod wünschen her; Ja, daß ich nie ges bohren wär: Denn wer dich nicht im herzen hat, Der ist gewiß les bendig todt. 2. Wo soll ich mich denn wen den hin? Zu dir, HErr JEsu! steht mein sinn, Bey dem mein herz trost, hülf und raht Allzeit gewiß gefunden hat. Niemand jemahls verlassen ist, Der sich verließ auf JEfum Chrift. 9. JEfu, du edler bråutgamm wehrt, Mein einger troft auf dieser erd, An dem allein ich mich ergetz Weit über alle güldne schäß: Mein ganz gemüht erfreuet sich, So oft ich nur gedenk an dich. 3. Du bist der grosse wunder mann, Das zeigt dein amt und dein' person. Welch wunders ding hat man erfahrn, Daß du, mein GOtt! bist mensch gebohrn? Du führeft uns durch deinen tod Gaitz wunderbar aus aller noht. 15. Jhr aber werdt nach dieser jeit Mit Chrifto haben ewge freud: Dahin sollt ihr gedenken. Kein mensch lebt, der aussprechen lann Die wonne und den ewgen lohn, Den euch der HErr wird schenken. 16. Und was der ewig- gütge GOtt In seinem wort versprochen hat, Geschwohrn ben seinem nas men, Hält und giebt er gewiß für wahr: Der helf uns zu der engel schaar, Durch Jesum Christum, amen. 4. JEsu, mein HErr und GOtt allein, Wie füß ist mir der name dein! Es kann kein trauren! feyn so schwer, Dein süsser nam' erfreut vielmehr. Kein elend mag fo bitter seyn, Dein füffer troft der linderts fein. f. Ob mir gleich leib und feel 10. Wenn ich mein hoffnung stell zu dir, So fühl ich fried und trost in mir: Wenn ich in nöhten bet und sing', So wird mein hers recht guter ding'; Dein geift bes zeugt, daß solches frey Des ewgen lebens vorschmack sey. 11. Drum will ich, weil ich leben mag, Das creuz dir frölich tragen nach: Mein GOtt! mach mich darzu bereit, Es dient zum besten allezeit. Hilf mir mein wert recht greifen an, Daß ich den lauf vols lenden kann. 12. Hill Von dem heiligen Leben and christlichen Eugenden 446 kann sich selber heucheln, Und vol hochmüht schmeicheln. 12. Hilf mir auch zwingen fleisch und blut, Für sünd und schanden mich behút. Erhalt mein 7. Aber bete stets dabey Mits Herz im glauben rein, Go leb und ten in dem wachen: Rufzu GOtt; fierb ich dir allein. JEsu, meiner muß dich frey Von dem kums troft! hör mein begier, D mein mer machen, Der dich drückt beiland! war ich bey dir. Und bestrickt, Daß du schläfrig bleibeft, und sein werk nicht treis best. Don der geistlichen Wachsamkeit. Mel. 33. Straf mich nicht in 2c. ache dich, mein 691. Megeist bereit, 2a- Kräftig überwinden. che, fleh und bete! Daß dich nicht die böse zeit Unverhofft betrete: Denn es ist Satans lift Ueber viele frommen Zur versuchung kommen. 2. Doch wach erst von sünden auf Und vom fünden- schlafe. Dens te nach, was folgt darauf? Eine lange strafe; Und die noht, Ja der tod Mögte dich in fünden Unvers muhtet finden. 8. Ja, GOtt will gebeten seyn, Soll er etwas geben; Und auf uns fer flehn und schreyn Crônt er un fer leben. Ruf ihn an, Denn er kann, Welt, fleisch, fatan, sünden ben. 4. Wache! laß dich satans lift Ja nicht schlafend finden; Weil er sonst geschäftig ist, Dich ins net zu winden. Und GOtt giebt, Dicer liebt, Oft in seine ftrafen, Wenn fie sicher schlafen. .Wache! daß dich nicht die welt Durch gewalt bezwinge, Oder, wenn sie sich verstellt, Liftig an sich bringe: Wach und sich, Daß dich wie Falsche brüder fällen, Die dir nege stellen. 9. Ach so laßt uns immerdar Wachen, flehen, beten; Weil uns trübfal und gefahr Immer näher treten; Denn die feit Ist nicht weit, Da uns GOtt wird richten, und die welt vernichten. Von dem geistlichen Kampf und Streite. Mel. Ach GOtt vom himmel zc. 3. Wache auf! sonst wird das licht Dir noch ferne bleiben. 692. Schau, lieber Gott! Deine nacht tann JEfus nicht, Die er wünscht, vertreiben; Denn GOtt will, Für die füll Geiner gnaden- gaben, Offne augen ha wie feind, womit ich stets muß kämpfen, So listig, und so mächtig seynd, Daß sie mich leichtlich dämpfen. Wo mich dein gnaden- arm nicht halt, So kann mich teufel, fleife und welt Gar leicht in fünde stürzen; 2. Weil satanas mit seiner lif Im anfang gar süß locket, Und, wenn die sünd begangen ist, das herz darauf verstocket. Er treibt mit trug und mit gewalt Von einer sünd zur andern bald, Und endlich in die houe. 1 3. Der welt art ist dir auch bes wußt, wie die kann anlaß geben Zu augen luft, zu fleisches luft, und hoffärtigem leben. Wenn aber GOttes zorn angeht, Ein ieder da zurücke steht; Die freundschaft 6. Wach auch selber gegen dich Und dein böses herze, Daß es ja nicht liederlich GOttes huld vers Therie Denn es in Bollez liß, hat ein ende. and zwar von dem geistlichen Kampf und Streite. 447 4. Und dennoch will mein fleisch, Daß ich da immer einen sieg Er, and blut Von dem ungerne la halte nach dem andern. fen, Was ihm so grossen schaden will die welt nicht haf felt. Die kurze luft gefällt ihm 693.Du erkauft, Mi ein HErr! das wol: Drum wills nicht, daß ich meiden soll Des teufels neg und ftricke. s. Nun muß ich armer immer fort Mit diesen feinden streiten. Sie angsten mich an jedem ort, Und sind mir stets zur feiten. Der fatan feßt mir heftig zu, Die welt läßt mir gar keine rub, Mein fleisch reizt mich zur fünde. 6. Zu dir flieh ich, o treuer Bott! Ich weiß sie nicht zu stillen. Hilf, varer! hilf in dieser noht, Um JEfu Chrifti willen: Verleih mir deines geistes stärk, Daß meis ner feinde lift und werk Dadurch jerstöhret werde. 7. Laß diefen deinen guten geift Mich innerlich regieren, Daß ich gets thu, was du mich heißt, und mich nicht laß verführen: Daß ich dem argen widersteh, Und nie von deinem weg abgeh Zur rechten oder linken. * 8. Ob böse luft noch mannigfalt Mich anficht, weil ich lebe: So hilf, daß ich ihr alsobald Im anfang widerstrebe: Und daß ich la vergesse nicht Die todes- stunde, das gericht, Den himmel und die bölle. Melodey 34. dem du freundschaft aufgerichtet, Das, so bald es auf dich getauft, Sich zu des satans haß verpflichs tet, Sieht, wie es selbst sich nicht beschirmen kann, und rufet dich um sieg und beyfiand an. 2. Du haft der schlangen kopf zerknirscht, Jhr gift gedämpft, ihr reich bezwungen. Es hat dein tod, sieges fürst! Den tod im frohen fieg verschlungen, Die schuld ges tilgt, die freche welt besiegt, Daß nun der feind zu deinen füffen liegt. 3. Ward deine ferse gleich vers legt Und blutig von der schlangen biffen, Die sich dir äusersi widers fest; So hat sie dir doch weichen müssen. Ihr kopf ist hin, dein fers sen- stich ist heil, Ihr wird der fall, und dir der sieg, zu theil. 4. Lob, weisheit, ehre, ruhm und macht Sey dir, erwürgtes lamm! gesungen; Du hast in iener groß sen schlacht Durch blut und too den feind bezwungen. Der drache liegt nunmehr gefesselt da, Dir aber singt dein volk: halleluja! 10. GOtt vater! deine Fraft und treu Laß reichlich mich empfinden: D JEfu Christe! fteh mir bey, Daß ich kann überwinden: Bilf, beilger geiß! in diesem frica, 5. Doch hier ist unsre prüfungss zeit; Drum hast du ihm die macht gelassen, uns noch durch list, durch kampf und streit, Bey uns ferm fleisch und blut zu faffen. Es fimmt die welt, als die ihm folgt, mit ein, hier ist es noht auf seiner 9. Gib, daß ich denke jederzeit An die vier lezten dinge, Und dadurch alle fünden- freud Aus meis nem herzen bringe: Damit ich mag mein lebelang Dir dienen ob- hut zu seyn. ne furcht und zwang, Jm willigen gehorsam. 6. Mit so viel feinden finden wir, O HErr! uns überall umges ben. Der eine reizt und schmeis chelt hier, Dort droht ein andres unserm leben. Ach schmers! fie find gesamt darauf bedacht, Daß unser seißt werd am sein beil gebracht. Wer 448 Von dem heiligen Leben und chriftlichen Tugenden 7. Wer ist hie tüchtig zu bes, aller fünden frey, Und hilf uns stehn, Und über lust und furcht selig sterben. Für dem teufel uns ju siegen? Soll es durch unsre bewahr, Halt uns bey feftem glaus traft geschehn, So werden wir ben, und auf dich laß uns bauen, bald unterliegen. Die feinde sind aus herzensgrund vertrauen, zu listig, stark und groß, und wir Dir uns laffen ganz und gar: Mit von macht, von kraft und klugheit allen rechten christen Entfliehn bloß. des teufels lüften, Mit waffen GOtt's uns rüften. Amen, amen, das sey wahr, So singen wir halle, luja. 8. Doch was uns fehlt, das fin Den wir, Erwürgtes lamm! in deis nen schäßen; Dein beystand ist ia gut dafür, Daß uns kein satan kann verlegen; Du zieheft uns mit kraft und weisheit an, Daß unser geist weit überwinden kann. 9. Dein sies, o lamm! wird unser ieg, Bes, Wenn wir dein blut im glau ben faffen: Du uns den fchweren krieg, Wir können uns auf dich verlassen. Dugiebst uns felbft die maffen in die hand, und machst dich uns, als einen held, be tannt. 10. Gib nur, daß wir nicht träge seyn, Noch selbst die waffen nie. Derlegen. Flöß uns die kraft des glaubens ein, Damit wir muhrig freiten mögen. Bewahruns doch für weicher zärtlichkeit, Wenn fleisch und blut sich für dem creuze fcheut. 2. JEsu Christe! wohnzc. 3.Heilger geift, ach wohn uns 2. 11. Ach lege deinen edlen geift, Als zur besaßung, in den willen; Damit, wenn satan fündgen heißt, Wir sein begehren nicht erfüllen. Ach las uns stets erweckt und wachsam stehn, um durch gebet aus kraft in kraft zu gehn. Mel. GOtt des himmels und der sind doch meis 695. Die feite o gar ner So unbeschreiblich viel! Auch die als lerbesten freunde Selbst verrücken mir das ziel, Wenn ihr sinn, was GOtt verflucht, Ensis zu erlan gen sucht. 2. Ach wo sind so helle augen, Welche alle stricke sehn? Da wir von natur nicht taugen, Gern auf bösen wegen gehn. O wie willig folget man, Da man leicht verder, ben kann. 3. HErr! erleuchte mein gesich, te, Daß ich nicht so blindlings hin. Mich nach jeder reizung richte, Daß ich niemahls sicher bin. Lehre mich doch recht verstehn, Wie ge fährlich hier zu gehn. 4. Stärke mir die müden hän, de, Wenn es hart im ringen hält, Wenn der feind mir bis ans ende Viel besondre nese stellt. Sprich: verführer! weich von hier, Denn dis kind gehöret mir. 12. So wollen wir, wenn nach Dem streit Die frohe sieges- lieder Elingen, Im frieden jener ewigFeit, heiland! deinen ruhm bez s. Ich will, als ein guter fireiter, fingen, Wenn du den tod, den lez- An den kampf mit freuden, gehn. ten feind, besiegt, und alles nun zu Durch dich überwind ich weiter: deinen füffen liegt. Du wirst mir zur feite sehn. Ja dir, treuer Jonathan! Fols ich; 694.Gott der vater! wohn denn du gehst voran. uns bey, laß 6. In dem creuz werd ich doch und nicht verderben: Mach uns fiegen, Steich wie du gefiepet bast! and zwar von dem geistlichen Stampfund Streite. 449 Baft; So werd ich die crone fries Mel. Ein' feste burg ist unser Gott gen harter laft. Streit, o feele! wolge: 697. Mei muht, Du siegst durch des lam mes blut. 696. en dich hab ich gehof fet, HErr! Hilf, daß ich nicht zu schanden werd, Noch ewiglich zu spotte: Das bitt ich dich, Erhalte mich In deiner treu, HErr GOtte! 2. Dein gnädig dhr neig, zu thu dich herfür! Eil bald, mich zu erretten In angst und weh; Ich lieg oder sich, Hilf mir aus meinen nößten. 3. Mein GOtt und schirmer! Beh mir bey, Sen meine burg, barin ich frey Und ritterlich kann streiten Wider mein' feind, Der gar viel seynd An mir auf beyden feiten. 4. Du bist mein stärke, fels and hort, Mein schild und kraft, ( fagt mir dein wort) Mein hülfe, beil und leben, Mein starker GOtt In aller noht: Wer mag dir widerstreben? 5. Durch lügen und durch falsch gedicht Hat mir die welt trüglich gericht't viel net und beimlich firicke. HErrnimm mein wahr In der gefahr, B'hüt mich für falscher tücke. * 6. HErr! meinen geift befehl ich dir, Mein Gott, meinGOtt! weich nicht von mir, Nimm mich Aus aller noht Hilf mir am letzten ende. 7. Glori, lob, ehr und herrlich leit Sen dir, Gott vat'r und fohn! bereit, Dem heilgen geift mit namen: Die göttlich kraft Mach uns fieshaft Durch JEfum Chriftum, amen. Jein GOtt und vn, ter! fieh mir bey, Und hilf mir treulich kämpfen Du bist von groffer gut und treu, Kannst meine feinde dampfen. Du bist in aller noht Mein beystand und mein GOtt: Drum nimmi dich meiner an, Weil niemand helfen kann, Als du, mein treuer vater. 2. lend auf, Sey mit mir in dem wers HErr JEsu! mach dich ei lauf, Daß ich den beystand merke; ke; Regier und schüße meinen Du bist raht, kraft und held; Der feind ist schon gefällt. Regt er ſieb ja aufs neu; Stehst du dem glau, ben ben, Der kömmt durch dich sum siege. 3. O heilger geist, du GOttes traft! Du wirst mich nicht verlass sen; Durch dich wird raht und troft geschafft, Dis will ich glaubig faffen. Gib nur zur schweren zeit Muht, weisheit, frendigkeit; Nimm weg furcht, angst und noht, Hilf mir bis in dentod, Hilf mis ins leben dringen. erweist; Will ich dich ewig pret, 4. Und wenn du mir dein heil sen, und mich dir, varer, sohn und geist! Fromm, dankbar, treu erweis sen: Ich will dir immerfortAnhier und endlich dort, Hosanna, gloria Preis, ruhm, hallelura: Mit deinen Findern singen. in Mel.Durch Adams fall ist ganz zc. 698. Wir liegen täglich selbst zu überwinden: Die welt, das fleisch, die eitelkeit, Die böse lust der sünden, Und was dem reich Des satans gleich, PflegtGott zu widerstreben; Darwider ficht Des glaubens licht, Das uns GOtt felbst gegeben. 2. Viel stärker ift, der selber 94 450 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 1 fich, Als andre, überwindet, Daßgebrechen, und ohne heimlich wis er der alten schlangen stich Im dersprechen, In deinen wegen herzen nicht empfindet: Geiz wandeln will. Hilf mir, um deines fleisch und blut, Neid, stolzer namens willen, Des geistes trieb muht Herrscht nicht in seinen fins nach wunsch erfüllen; Ach führ ihn nen; Das fleisch erliegt, Wo liebe felbst zu seinem ziel. kriegt, Sie muß den streit gewin nen. 5. Ich klage felbft des fleisches triebe, Und was mich lau in deiner 3. Wer GOtt also ergeben ist, liebe Und faul zum kampfe ma Wird schnide lüfte haffen, Und chet, an. Ach lehre mich dawider wider alle hollen- lift Die glaustreiten, und jenes kleinod frisch bens- waffen faffen. Der schwere erbeuten; ilg selbst, was mich Breit Bringt nach der zeit Dielentkräften kann. ewge himmels- crone: Wer übers windt, Gewiß, der findt Sie dort jum gnaden lohne. 6. Es komme mir der sieg zu gus te, Dadurch das lamm mit ſeinem blute Die macht der finsterniß ers 4. Ach GOtt! der du das wollegt. Laß mich des mittlers alls len giebst, Verleih auch das voll- macht stärken, Wenn sie mit ihren bringen. Der geist ist willig, den schnöden werken Sich wieder in du liebst, Das fleisch ist schwer zu der feele regt. zwingen. Wer wird uns doch Von diesem joch Des leibes noch erlssen! HErr, reich an huld! Vergib die schuld, Errett uns von dem bösen. 7. Laß endlich fünd und kampf verschwinden, und mich den ort der ruhe finden, Wo weder schuld noch elend ist. Da will ich dich, s vater! droben mit allen überwins dern loben, Wo du das ziel des los Melodey 35. Du dir, o vater aller bes bift. 699.3 gute! Flieht mein geangstetes gemühte, Und zeiget Mel. In dich hab ich gehoffet Herr, sein verderben an. Ich bin zu al lem guten trage, da ich mich Da schnell zum bösen rege, Es auch aar bald sollbringen kann. 2. Dein geift hat stets in mir zu kämpfen, Und die erregte luft zu dampfen, Die sich so oft dem zaum entreißt. Laß deinen Beystand mir auf erden Doch nimmermehr entzogen werden: Står mich durch deinen guten geift. 3. Laß fleisch und blut doch niemahls siegen: Und wenn ich ia mit ihnen kriegen, und ihren anfall spüren muß: So hilf mir, vater! überwinden, Und ihre böse kräfte binden, So følg ich deines geifites folus. 4. Du weißt, wie gern ich, ohu ch 700, h komm, o treuer Ach habe doch geduld mit mir, Mit mir betrübtem fünder; Erbarme dich, Und zähle mich, HErr! unter deine kinder. 2. Zwar bin ich solcher buld nicht wehrt, weil mich die füns dent- last beschwert! Wer will von diesem bösen, Das täglich siegt, Und wachsthum kriegt, mich füns der doch erlösen! 3. Du mußt es thun durch deis nen geift, Der uns der fünden macht entreißt Und zu dem guten treibet; Der, wenn der feind Es ernstlich meint, Ein wahrer trde fter bleibet. 4. Ach laß doch dessen gnadens traft, 451 und zwar von dem geistlichen Kampf und Streie. leaft, Die, was dir wolgefällig, kraft Zum neuen leben ein, Und fchafft, In unsre feelen dringen: laß mein sehnen nicht so gar vers und gib uns muht, Der fünden geblich seyn. wuht Und herrschaft zu bezwingelt. s. Durch unsern ganzen lebenslauf Hört deren sturm nicht völlig auf; Deum hilf mir täglich kämpfen. Hilf ihre macht So tag als nacht Bezwingen, tödten, Dampfen. 4. Ja HErr! erbarme dich, Ich lieg zu deinen füffen; Laß deine gnade ftets In meine feele fliess fen: Ich schren, und laß dich nicht, Bis deines geiftes kraft Den tod in mir besiegt, und neues les ben schafft. s. Du haft ia zugesagt: Du wol left gern erquicken, Wenn nur ein armes herz, Befrent von heuchlers tücken, Sich dir ergeben will; Wer deines geistes trieb Nur in sich merken läßt, Der ist dir, JE, fu! lieb. 6. So nimm denn alles hin, Euß mich mir nicht mehr leben; Hins gegen, treuer hirt! An deiner fühs rung kleben. Ach faffe mich mus fest, Und jag den feind hinaus; Go wird mein innerstes Ein bir ges weihtes haus. 7. Beweise deine macht, Du starker schlangen- treter! Und zeig der finsterniß, Du seyft noch mein erretter; Vollführ in mir den fieg, Trotz aller feinde spott; Volls Mel. O GOtt du frommer 2c. führe deinen raht, Es kofte blut 701. Mein Jesu! sich und tod. darein, und hilf 8. Wie lange soll der feind Sich mir armen siegen. Mein Herz fühlt über mich erheben? Wie lange nichts als tod, Mein geist muß un- raubet er mir freude, troft und terliegen; Das wollen hab ich wol, leben? Befren die feele bald, Die Nur das vollbringen nicht, Wohin durch dein blut erkauft, Die sonst, der matte geift Die schwachen von ihm bestrickt, In ihr verders Träfte richt't. ben lauft. 9. Gib müht und glaubens. kraft, Wenn schäudliche gedans ten, List, wuht und trug entstehn; Und laß mich ia nicht wanken, Wenn deines geistes kraft Des fleisches kräfte bricht. Wenn deine doruen- cron Den alten menschen sticht. 10. Hilf allen widerspruch, O heiland! überwinden; Laß mich in deinem blut Dis fieges pal #fe men 6. Ja, mach du selbst mein herz bereit, Der sünden schänd- und fchädlichkeit und gröffe zu erken nen: Die kleinste kann uns von der bahn Zum leben, ewig trennen. 7. Drum, wenn die leicht gefinnte welt Die fünden nur für spielwerk hålt; So laß mich an ders denken, Und feel and herz, Voll reu und schmert, Ju demuht zu dir lenken. 8. Mein heil! der du der fünden macht und herrschaft unter dich gebracht, Hilf meiner schwachheit ringen, wenn sünd und noht, Wenn höll und tod Auf leib und feele dringen. 2. Mich hat der tod bestrickt, Die sind hält mich gefangen: Wo sich mein geist hinkehrt, Bleibt nichts als nur verlangen. Ich lauf, und fehle doch Den weg der wahren ruh: Denu des gesetzes fluch Führt mich der Hölle zu. 3. Du, JEsu! du allein Kannst meinen jammer wenden, Mein Pönnen fehet nur In deinen gua den bäuben. Floß mir doch neue 452 Von dem beiligen Leben und chriftlichen Tugenden men finden. Dein fanftmuht- vol- muht Nach wollust, ehre, geld und les her: Gey meines geistes schild; gut, Und solchen eitlen dingen. Bis du von feinden mich Dort gan; befreyen willt. 11. Wirst du dich nur in mir Go träftiglich verklären, Mich tödten, und aus dir Hinwieder neu gebären; So bleib ich dir ver eint, So geh ich unverrückt Zum vorgesteckten ziel. Das mich mit cronen schmückt. Del.Es ist gewißlich an der zeit 2c. 702. GOtt! allein, Das mir ist angeerbet, Und wie mir als le kräfte seyn Durch Adams fall verderbet. Weil mein verstand verfinstert ist; Kann ich dich gar nicht, wie du bist, Noch deinen raht erkennen. 2. Mein wille ist so sehr verkehrt In allem thun und lassen, Daß er am meisten das begehrt, Was du befiehlst zu haffen: Wogegen doch, HErr! was du willt, Bey mir gar oft sehr wenig gilt; Ich seß es aus den augen. 3.Es geht des alten Adams trieb Nur immerdar zur fünde, Daß recht vertrauen, rechte lieb' Ich nicht in mir befinde. Ich diene meinem nächsten nicht, Wenns nicht zu meinem nuß geschicht; Ich suche nur das meine. 4. Ja, wenn man alles recht bes tracht, So wird gar leicht auf erden Ein abgott aus mir selbst ges macht, Dem fort gedient foll werden: Weil eigne lieb und eigne ehr, Auch eigennuß, und was deß mehr, Mir leider! noch anhanget; Dis ift die wurzel und der grund, Draus alles unheil rüh ret: Daß ich zu mancher zeit und Kund Von dir werd abgeführet. Es Bebt mir fets mein ber und 6.Nun sollt ich mich der sündens luft nicht gleich gefangen geben, Und( so macht mir dein wort bes wußt) Jhr allzeit widerstreben; Doch denk ich nicht so fleissig dran, Ruf dich nicht fort um beystand an, Ich bin oft tråg und sicher. 7. Kommt mir was böses in den sinn, Dawider ich soll kam pfen; So tracht ich nicht alsbald dahin, Das feur mit macht zu dämpfen: Das nimmt denn in mir ich in sünd und schand Darüber fallen mögte. / 8. Oft will mich auch die arge welt, Die ich doch fiets soll fliehen, Wenn meinem fleisch ihr werk ges fällt, Mit zur gesellschaft ziehen: Sie will, daß ich auch übels thu, und andre reizen soll dazu, Daß sie es mit begehen. 9. Ach GOtt! ich hab nach fols cher art Gar lang mit groffem schas den, Eh ich zu dir befehret ward, Gelebet auffer gnaden: Ich bin auch noch nicht ohn gefahr, Dies weil mir ist und immerdar Die fünden- luft anklebet. 10. Darum, HErr! in dergleis chen noht Sieh mich an mit ers barmen; Komm mir zu hülfe, treuer GOtt! Und steh mir bey, mir armen; Erleucht durch deine gnad und güt Mein unverstäns diges gemüht, Daß ich dich recht erkenne. 11. Den willen leitnach deinem wort, Daß ich dich herzlich liebe: Dir fest vertrau, und fort und fort In gottesfurcht mich übe; Daß ich dir meine tauf- zusag Mit stars kemt vorsatz jeden tag Aufs neue wiederhole. 12.HErr! weil dir niemand obn gebet Beständig fann anbangen: und zwar von der Beständigkeit im Guten 453 So gib, daß ich oft vor dich tret, pwandle: Daß ich halt mein gewis Die guade zu erlangen, Und so sen rein In allem, was ich handle, mein ganzes christenthum Des Und achte keines menschen gunft, nächsten nuß und deinen ruhm Wenn mich die welt durch ihre Ohn heucheley befördre. kunst Von dir zu sich will ziehen. 13. Gib mir des geistes freudiga leit, Daß ich dadurch verachte Geld, ehr und wollust dieser zeit, Das ewge nur betrachte. Ach nimm mich mir, und gib mich dir, Daß ich dir leb, und sterbe mir Und meinen bösen lüsten. 14. Des fleisches und des geistes frieg Ist dis ben jung und alten: Laß mich da immerfort den sieg Durch deine kraft erhalten. HErr! stärke mich, und mach mich neu, Daß ich stets unverdrossen sey, An diesen streit zu treten. K. Für stolz und ehrsucht mich behüt, Daß sie nicht funden wer den In meinem Herzen und gez müht, In worten und geberden. Denn hoffart war des teufels fall; Drum hilf! HErr! daß ich überall Fest an der demuht 16. Die sorg der nahrung nimm von mir, Laß mich nicht mehr begehren, Als was ich nohtig habe, bier Mich ehrlich zu ernehren: Daß ich auch keinen zweifel hab, Du werdest mich bis in mein grab Mit unterhalt versorgen. * 17. HErr! gib mir gnade, daß ich dampf Des fleisches bösen wil len, und wider mich ia selber Lampf, Die luft nicht zu erfüllen, Benus gleich nur in gedanken war: Hilf auch, daß ich mich nicht beschwer Mit essen oder trinken. 18. Gib, daß ich oft der höllen quabl Hiewider mag bedenken, 20. Dem bösen feind gib nim. mer zu, Mich irgend zu verlegen, und meine feel aus ihrer ruh Aufs neu in noht zu setzen: Wenn sich versuchung zu mir wendt, Laß fie gewinnen so ein end, Daß ich es Edun ertragen. 19. Laß mich allzeit vorsichtig feon, Mit wem, und wie ich 21. Verleih o vater! gua, diglich, Daß es la mag geschehen, Was ich, dein kind, ist bitte dich Mit feufsen und mit flehen. Hilf, wenumir alle hulf zerrinut, Daß ich doch frölich überwind In JEfu Chrifti namen. von der Treu und Beståns digkeit im Guten. Mel. JEsu deine heilge wunden. bis an das 703.Senderit feine quahl und noht Dich von deinem JEfu wende, Sey ihm treu bis in den tod. Ach! daß leiden dies fer seit Jft nicht wehrt der herrs lichkeit, die dein JEfus dir will geben Dort in seinem freuden. leben. 2. Sey getreu in deinem glau. ben: Laß dir dessen festen grund Ja nicht aus dem herzen rauben; Halte treulich deinen bund, Den dein her; durchs wasser- bad Fest mit GOtt geschloffen hat. Denn wie oft geht der verlohren, Der ihm treulos hat geschworen. 3. Sen getren in deiner liebe Wie häufig man die werd' einmahl Gegen GOtt, der dich geltebt; Für bife luft einschenken: Pech, Auch die lieb' am nächsten übe, Schwefel, iammer ohne maaß Er- Wenn er dich gleich oft betrübt. folger dort ohn unterlaß Auf kur Denke, wie dein heiland that, 21 te luft und freude. er für die feinde bat. Du mußt, soll dir GOtt vergeben, Auch ver sein und liebreich leben. # f3 4. Et 454 Von dem heiligen Leben und chriftlichen Tugenden 4. Gey getren in deinem leiden, himmels herrlichkeit Die schöns Und laß dich kein ungemach, Keilebens- crone. ne noht von JEsu scheiden; Mur re nicht in weh und ach. Denn du machest deine schuld Grösfer durch die ungeduld. Selig ist, wer willig tråget, Was sein GOtt ibm auferleget. 2. Wie gern, ovater! will ich nun Nach deinem gnaden- willen thun, Und dir getreu verbleiben: Denn dazu suchest du mich ja Bes ständig anzutreiben. 3. Allein du siehst, wie fleisch und blut Mir widerstand in allen thut! Es reizet mich zur fünde, Daß ich zu allem guten mich Stets tråg und schläfrig finde. 5. Hat dich creuz und noht be troffen, und Gott hilft nicht alsofort; Bleibe treu in deinem hoffen, Traue fest auf Gottes wort. Hoff auf JEfum feftiglich, 4. Der satau sucht gelegenheit, Sein her: bricht ihm gegen dich, Braucht lift, gewalt und wachs Seine hülf ist schon vorhanden: samkeit, um mich ins neg zu brins Hoffnung machet nie zu schan- gen. Er sest mirju, er wünscht den. und hofft; Es werd ihm einst ges lingen. 5. Die eitle welt sucht übers disMir täglich durch viel ärgerniß Ein fallbrett zu bereiten; Sie will durch ehre, geiz und lust Mein ars mes her: verleiten. 6. Sen getren in allen sachen, In dem anfang, mittel, schluß, Fürchte GOtt, und laß ihn machen, Hüte dich für Joabs kuß; Such in allen GOttes rühm, Führ ein wahres christenthum. Sen zwar klug in deinem glau ben, und doch ohne falsch wie tauben. 6. Jch se mir oft was gutes vor, Doch steigt der fünden- trieb empor, um mich davon zu wens 7. Sey getreu in todes stunden. Ich kann, was bös ist zwar mit den, Halt dich glaubens- voll an luft, was gut, nicht so vollenden. 7. Ach vater! nimm dich meiner an, Daß ich das gute leisten kann. Gib mir ein ander berze, Das diz gefällt; damit ich ia Den himmel nicht verscherze. GOtt; Flieh getroft in Christi wunden, Sey getreu bis in den tod! Wer mitJEsu glaubig ringt, Jhn, wie Jacob, hält und zwingt, Dem will er in jenem leben Seine freuden crone geben. 8. Nun wolan! ich bleib im leiden, Glauben, lieb und hoffnung fest. Ich bin treu bis an das scheiden: Jesus, der mich nicht verläßt, Ift, den meine feele liebt, Dem sie sich im creuz ergiebt. Jhnt befehl ich meine fachen, Denn ich weiß, er wirds wol machen Mel.Da JEfus an dem creuzes zc. 704. Du tu mir zu, treuer 8. Dich lieben und dir treu ju seyn, Rührt, HErr! von deinent geist allein; Den wolleft du mir geben, Der leite mich auf rechter bahn In meinem ganzen leben. 9. Laß mich in deiner lehre rein, Im glauben treu und redlich seyn, Nach deinem worte leben, In reis ner lieb' und heiligkeit, Dir zu ges fallen, fireben. 10. Gib kraft, dir auch in leis denszeit Stets mit geduld und freudigkeit Getreulich auszuhals creuz und Sen mir getren bis in den tod, So fam ift, Laß ich dich, vater! aeb ich dir jum lobne Dort in des' walten. 11. Rad und war von der Liebe gegen den nächsten. II. Laß mich dereinst in letter nohtNicht fünde, teufel, höll und tod Von deiner liebe scheiden; Und führe mich durch Christi blut Ge troft zu deinen freuden. 12. Gib, daß ich dir im leben treu, Und auch getreu im sterben fey. So wirst du mich ergehent; Und mir dort, wie dein wort verspricht, Die lebens- cron aufs feßen. 13. Jch bitte nochmahls inniglich, Ach! laß bis an mein ende mich Dir HErr! getreu erweisen; Erhöre mich durch Christi blut, So will ich dich dort preisen. Don der Liebe und Barm berzigkeit gegen den Lächsten. Mel. Ach GOtt vom himmel ze. 705.Wenene, mens verstünd, Mit gelzungen redte, Wenn er zu gleich weisfagen könnt, Den wunberglauben hätte, Daß er versette berge hin; und hätte nicht der liebe sinn, Wår alles dis ver gebens. 455 lagt, Daß sie der nächste drückt und plagt; Sie kehret alls zum besten. 5. Die liebe sich da nimmer freut, Wo unrecht wird gerichtet s Der wahrheit und gerechtigkeit Von herzen sie beypflichtet: Des nächsten mangel fie ceträgt, Bes decket und zurücke legt und sie ihm nie aufrücket. 2. Wenn einer auch all seine haab Austheilete den armen; Und that er nicht diefelbe gab'Aus liebe und erbarmen; Wenn er sich brennen ließ dabey, Und hätte nicht bie lieb und treu; So war es ibm nichts nüße. 3. Die lieb ist lauter fanftmuht voll, Ist gütig und gelinde, Daß man, es komme wie es woll, Nichts bittres an ihr finde. Wenn einer etwas guts verricht, So eifert und misgönnt sie nicht: Sie thut nichts ungeschicktes. 4. Die lieb' nicht aufgeblafen It, Die lieb' beschimpfet keinen, Sie sucht nicht ihren nuß mit lift Sie rahtet dem gemeinen: Entrüßt sich nicht, ob man gleich 6. Die Heb' vom nächsten gern das best Ohn argwohn glaubt in allen: Sie hoffet feinel beßs rung fest, wenn er in fünd gefals len: Wo man ihr leid thut uns verschuldt, Verträgt sie alles mit geduld, Wird auch dabey nicht müde. 7. Und wenn julegt die wissens schaft, Und alles wird aufhören s Behält die lieb' doch ihre kraft s Wenn wir dort in der feligkeit Einander in der höchsten freud Vollkommlich lieben werden. * 8.Du selbst, HErr JEsu! ftelleft dich Zum vorbild wahrer liebe: Verleib, daß dem zu folge ich Die lieb' am nächsten übe. Daß ich in allem, wo ich kann, Treu, lieb' und bülfe jedermann, Wie ich mies wünsch, erweise. Mel. 8. JEfus meine zuversicht einen nächsten laß 706.M ich nicht, hn fo treu, als mich, zu lieben. Dis erfordert meine pflicht, Mich im lieben fiets zu üben. Liebe ist, was GOtt gebot, Liebe Bleibt bis in den tod. 2. Liebe bleibt auch nach dem tod: Dort geht sie recht an im himmel, Dorten stöhrt sie keine noht, Die sie in dem welt- getüms melOftmahls schwächt und oft betrübt, Daß man unvollkommen liebt. # f4 3. Gott 438 Von dem heiligen Leben und christlichen Tugenden 3. GOtt ist selbst, der liebe übt, Weil er mich zu sich gezogen, und mich ie und ie geliebt, Eh ich mutter- milch gesogen; Er nahm, da ich nackt und bloß, Mich voll lieb in seinen schooß. 4. JEfum trieb der liebe macht, Daß er von dem himmel kommen, Mir das leben wiederbracht, und sich meiner angenommen; Er, das reine GOttes lamm, Starb für mich am crenzes- stanim. 5. Hat die liebe GOttes geift Nicht voll huld zu mir geneiget? Daß er nun mein tröster heißt, Sich mir fünder gnädig zeiget, Und mich, durch der taufe bad, Feft mit GOtt verbunden hat. 6. Weil dena GOtt mich so ge liebt, Sollt ich nicht den nächsten lieben? Wer denselben oft be trübt, Wird von fatans lift getries ben. Mich soll GOttes lieb' und treu Treiben, daß ich liebreich jen. * 7. Gid, daß meine feele fich, Höchfter, ftets im lieben übe, Mei: nen nächsten stets als mich, Und dich über alles, liebe. Gib, daß meine lieb und treu Rein und oh ne falschheit sey. auch in mir, zu deinen ehren, Die liebe mehren. 3. Vor allen will ich meinen geiß bedenken; Du gabst ihn mir, dis will ich ihn auch schenken, und ihn, als einen schat, ben viel gefahren Dir treu bewahren. 4. Mein neben- chrift foll meiner auch geniessen, Es soll von mir stets wolthat auf ihn flieffen; Er soll von deinen mir geschenkten saben Sein antheil haben. 707.quell after wahren liebe! Gib, daß ich mich mit ernst im lieben übe, Laß mich die liebe, will sie souft erkalten, Stets feft behalten. 2.Ach ja, du willt dis feuer gern entzünden, Du suchst uns stets in liebe zu verbinden: Du wirs ja s. Ich will den brüdern keinen anstoß geben; Vielmehr also mit meinem nächsten leben, Daß alle, die mein thun und wefen schauen, Sich dran erbauen. 6. Weg alles, was die feele kann verleßen; Nichts, was es sey, will ich so herrlich schätzen, Daß ich es, weil es GOttes augen haffen, nicht sollte lassen. 7. Dschöpfer! fleure felbft dez alten schlangen, Die unter uns dis feelen sucht zu fangen; Hilf, HErr! und wehr, auf daß dein liebes erbe Ja nicht verderbe. 8. Und endlich, da wir ber viel årgernissen uns auf der welt noch immer leiden müssen; So laß mich doch im himmel mit den frommes Bur ruhe kommen. 8. Endlich bring in beinem reich Uns nach deiner huld zusammen, Daß wir dich, oGOtt! zugleich In Mel. Herzliebster JEsu was 26. den reinsten liebes- flammen Eh gent, lieben und erhöhn, Und vers 708. Hilfe nachften vor meinen liebe, Durch splitter- richten ihn Mel. Herzliebster Jeju was ze. läumde, noch durch falsche ranke la nicht betrübe, Ihn nicht vers GOtt, du brumus Muhtwillig kränke, 2. Gib, daß ich immer feine schwäch und flecke In wahres fanftmuht vor der welt bedecke, Aus treuem herzen seinen fall bes flage Und ihn ertrage. bessern trachte, und feine feele 3. Hilf, daß ich fleiffig ihn ju hoch und theuer achte: Du bast für and war von der Einträchtigkeit. 457 the folche, bis zun todes- banden, deß, was Jesus spricht, Bezeugt Biel ausgestanden. erst rechte liebe. 4. Laß mich das gute, das wir 5. HErr! laß mein her; barms an ihm haben, In liebe loben, es herzig seyn, Den armen auf ihr sind deine gaben: Verleihe, daß| flehen Aus wahrer liebe, nicht ich eher alles leide, Als ihn bessum schein, Mit hülfe beyzustes neide. ben; Damit sie in der hungerss ncht An meinem troft und stücks lein brot Sich laben und ers freuen. 6. O vater! deine lieb' und trea Ift gegen mich ohn ende; Drum gib, daß ich dir ähnlich sey. Ja gib, daß her; und hände Von dem mittheilt, was du beschehrt, Daß sich der arme auch ernehrt Von deinem milden fegen. <. Gib mir ein herz, das wahre demuht liebet, Und jedermann das feine gönnt und giebet, Nichts ar ges denket, gan; in liebe brennet, Sich selber Fennet. 6. Und also bleib ich fiets bey dir in gnaden, Feind, welt und teufel wird mir nimmer schaden; Du wirst mich schützen, und ich will dich loben Hier und dort oben. 7.Hat gleich die schudd und hars te welt Ihr böses her; verschloffens So mach in dem, was dir gefällt, Mein herz doch unverdroffen, das mit es dir in allem gleich, An mit, leid, lieb' und gute reich, Nie, wole zuthun, ermüde, 709.2 herzigkeit, Die Jesus uns aupreiset? Wer findet ich zu dieser zeit, Der ſich liebreich erweiset? Der, gleich wieGOtt der reinste geist, Barmherzig ist und gütig heißt, und zwar aus bergens grunde. 8. Gib mir ein herz, das jeden liebt, und das von deinen gaben, Die du mir giebst, auch andern giebt, Die dürftige zu laben 3 Daß ich nach deinem ebenbild 2. DaßGOtt barmherzig, spricht en liebreich, gütig, fanft und der mund; Wer ist, der das nicht glaubet? Allein macht Gott es darum kund, Daß er zu folgen treibet; Ach! soverschließt man her; und ohr, So wankt der glau: be wie ein rohr; Man hält es für unmöglich. mild; Das bitt ich berslicha amen. Mel. Ach GOtt vom himmel 2c. o bleibet die barm Von der Einträchtigkeit. Mel. O GOtt du frommer 26. 3. Bedenke, wie dir Gottes tren Barmherzigkeit erzeiget, Das 710. 2on dir, o treuer mit dein her auch gütig sey, Und wol zu thun geneiget; Damit du dem, der dürftig ist, und gar ein gliedmaaßJEfu Chrift, Nach JE fu willen gebeft. 4. Ein unbarmherziges gericht Wird über den ergehen, Der dis erkannt, und gleichwol nicht In werken läffet sehen. Das blosse wiffen macht es nicht; Die abung und eintracht kommen, Der du uns gnädiglich Zum frieden aufs genommen. Dir ist die eintracht lieb, Und du belohnßt sie wel, und lehrest, wie man bie Recht einig leben soll. 2. Drum flehen wir zu dir Im deines geistes gabe, Daß ieder uns ter uns Ein friedlich herze habe: Gib, daß wir allesammt Im guten Sf= einig 458 Von dem Belligen Leben und chriftlichen Tugenden einig seyn; So fammlen wir ge- band Ein geheiligt brüder- band. fammit Die frucht des friedens ein. Binde herz und herz so fest, Daß es sich nicht trennen läßt. 3. Laß eins dem andern stets Sum edlen balfant werden, Daß ein bedrängtes herz, In allerley beschwerden, Von seinem nächsten troft Uud hülfe kommen seh, Und daß ein bruder jaDenandern nicht verschmäh. 9. So, wie vater, sohn und geist Drey, und doch nur eines heißt*; So verbind in einigkeit Deine ganze christenheit. 4. Laß uns in einigkeit Stets ben einander wohnen, und duld aus allezeit mit guadigent verschonen: Laß unter deinem volk Die eintracht herrlich blühn, Bis wir aus frieg und streit Zum ew gen frieden ziehn. Mel. Nun komm der heiden 20. ich, wie lieblich und 71.1. wie fein Ifts, wenn brüder einig seyn, Wenn ihr wan del ohne lift, Ohne trug und falschheit ist. 2.Diese sinds, den'n Gottes geift Reiches beil und troft verheißt; Diese werden in der zeit und in erigkeit erfreut. 3. Aber wie verlifcht die treu! deberall ist heuchelen, und kein Ser: wird mehr gespürt, Das des bruders elend rührt. 4: Jeder lebt nach seinem sinn Auf der erden vor sich hin, Denfet an den andern nicht. Ach! wo bleibt die liebes- pflicht? 1. O HErr JEsu, GOttes: sohn! Schaue doch von dei nem thron Schaue die terBreuung an, Die sonst niemand beffern kann. I 6. Sammle, groffer menschenhirt! Alles das, was sich verirrt; Laß in deinem gnaden- schein Alles fest vereinigt seyn, 7.Gieß den balsam deiner kraft, Der den herzen leben schafft, Tief In unfer her: hinein, Gib uns dei uen freuden- schein. Kuüpfe felb# durch deine * Joh. 17. v. 11. 20.23. 10. Was für freude, was für lust Machest du uns dort bewußt! Was man wünschet und begehrt, Wird uns selbst von GOtt ges währt. II. Herzen, die anist zerfreut, Preisen dann in einigkeit Gottes treu und liebes- macht, Wenn er fie in eins gebracht. 12. Kraft, lob, ehr und herrs lichkeit Sey dem höchsten allezeit. Der, wie er ist drey in ein, Uns in ihm läßt eines seyn. Von der Sanftmuht, frieds fertigkeit und Versöhns lichkeit. Mel. HErr Chrift der einge se. 712, Dein herz, HErr JEſu! klaget Selbst über haß und neid, Du bist, der deutlich faget: Daß die die seligkeit Dort nicht erlangen mögen, Die haß und feindschaft begen, Und uns versöhnlich sind. 2. Regiere meine sinnen, Daß ¡ orn und rache nicht Ein böses werk beginnen, Wenn mir vers druß geschicht. Laß mich nur deis nen willen In ailen treu erfüllen, Gib sanftmüht und geduld. 3. Ach schmerz! die that bezens get, Daß ich zur rachgier, baß und bittern zorn geneiget; Weil ich ohn unterlaß Die rache willig übe, Den feind mit fleiß betrübe, So viel mir möglich ist. 4: Ach beiland! ach verzeihe Aus gnaben diese schuld; Jm gegentheil verleiße Mie fanftmußt und ges duld, a. 1. von der Ganftmuht, Friedfertigkeit, Versöhnlichkeit. 459 buld, Damit ich gern vergebe, Mit allen freundlich lebe, Die mir zuwider sind. nenschein; So laß auch ihre noht und flehn Ben mir stets troft und hülfe fehh, Und schreib mir tief in her; und sinn, Wie huldreich ich versöhnet bin. s. Laß mich nicht feindschaft tragen, Laß mich den haß und neid Der welt dir, JEsu! klagen; Laß mich zu jederzeit Den fegnen, der 6. Gib, daß sie meine freunds lichkeit Erquicket, tröstet und ers mir fluchet, Den lieben, der das freut; Gib langmuht, die ertras Suchet Mein unglück und ver- gen kann, was sie mir juna verdruß druß. gethau. Gib huld, die gegen- huld erweckt, und ihrer fehler menge deckt. 6. Wie du für die gebeten, Die dich in noht gebracht, und sie am creuz vertreten; So laß mich tag und nacht Die feinde herzlich lie: ben, und solche fanftmuht üben, Wie du erwiesen haft. 713. A Mel. Vater unser im himmelr. ch! freundlichter HErr JEfu Chrift! Der du die liebe selber bist, und nichts von haß und zorne weißt, Der du die fanftmuht selber heißt: Du rufest uns voll liebe zu, Wir follen heilig seyn, wie du. 7. Mein GOtt! mir trägt es ia nichts ein, wenn sie gestraft und elend seyn; Jhr seelen- schade freut mich nicht, Wenn ihnen Fraft und troft gebricht: Wielwenis ger ist meine lust, Wenn du sie einst verdammen must. 8. Dafür bewahre sie und michi Erbarmender! recht väterlich. vater! der du gnädig bist, Du sohn der liebe, JEfu Chrift! Du geift des friedens! hdre mich, Es preif ich dich dort ewiglich.. 2. Liebt, sprichst du, liebt, wie ich geliebt Die feinde, welche euch niemand bsMel. Kommt her zu mir spricht fes, fluchet nie, und wenn sie flu chen, fegnet sie. Thut denen, die euch haffen, gut, Ertraget sie mit fanftem muht. 714+ 2 feindschaft voll? Sie lebt in rachgier, ftreit und groll, Und will sich nicht verfühs nen: Man kommt zum altar obs 3. Ach! gib mir freundlichkeit, ne scheu, Jm heuchel- glauben und nimm Aus meinem herzen zorn ohne reu, und meint doch Gott und grimm, Als der die liebe unzu dienen. terdrückt, und alle glaubens frucht erstickt. Befrey mich doch, nach deiner huld, Von rachgier, eifer, ungeduld. 2. Doch opfert iemand fein ges schenk, und wird vorher nicht eins gedenk, Daß iemand etwas babe, Das wider ihn; der hat nicht theil An JEsu tod, ist GOtt ein greul Mit seiner opfer gabe, 4. Die rachgier ist ein fünden wust, Ach! tilge sie aus meiner brust; Ja, allerliebster GOtt! 3. Wer seinem bruder nicht vers verleih, Daß ich den feinden gern giebt, Noch ihn von reinem Hers verzeih, Daß mein mund ihnen zen liebt, Der kann GOtt nimmes nimmer flucht, Auch nirgends ih- lieben; Er ist aus Cains mords zen schaden sucht. geschlecht, und ein verdammter s. Du schenkst, ob sie schon fünden knecht, Gott muß da base sevu, Doch ibnen deinen fous rache üben. Von dem heiligen Leben und chriftlichenTugenden 400 4. O mensch! geh einmahl in dein hers, Und treibe ferner keinen fcher: Mit GOttes heilgen lehren. Der heiland spricht: wer feind schaft übt, und seinem bruder nicht vergiebt, muß zu der hölle Fehren. 6. Entferne meinen geift Vom r. Bewahre mich, HErr JEsu ungerechten wesen, Gewalt, uns Chrift! Daß meine seele nicht ver billigkeit; und laß mich fiets ers gist, Was du mir vorgeschrieben. lefen Was recht und billig ist, Laß mich, HErr! täglich siebzig- Was selbst der wahrheit nüßt, mahl, Ja gar vergeben ohne zahl, Und meinen bruder lieben. Und sie bis in den tod Befördert und beschüßt. Mit welchem ich gemessen; Laß meine fünde doch Auf ewig seyn vergessen. Gib mir den neuen geist, Der mich die rechte lehrt, Die du gegeben hast, und mich zu folchen kehrt. Von der Gerechtigkeit und Billigkeit gegen den Viachsten. 7. Laß mich nicht furcht noch gunst Vom rechten wege Fehren Laß mich der heuchler lift Und fchmeicheln nicht bethdren. Gib, daß aufrichtigkeit, Und treu mein herz regiert, und jeder redlichkeit In wort und werken spürt. Mel. O GOtt du frommer 2c. 715. Gerechter beilger GOtt! Ich klage, 8. Laß mich so viel ich kann, Die baß ich spüre, Wie eigennuk, be trösten, decken, schützen, die uns trus Und falschheit mich regiere. ter der gewalt Der ungerechten Ach! die gerechtigkeit Wird oft schwißen: Laß mich auch bey dem von mir verlegt, und eigennukschein Des rechten, selber nicht dem nug Des nächsten vorge Gewalt und unrecht thun, Wenn feßt. mir gewalt geschicht: 9. Daß treu auf erden wächst, Daß recht vom himmel schauet, und jeder land und feld In fried und fegen bauet, Daß GOtt uns gutes thut, Das land im segen steht, und daß gerechtigkeit Beo uns im schwange geht. 10. Gib mir den geift des rahts, Der weisheit und der stärkei Durch den regiere selbst Mein denken, meine werke, Und nicht durch menschen raht Noch eigne phantasev, Daß ich nicht, wider recht, Der welt gefällig sey. 11. HErr! hilf mir doch mein her: Zu deinen rechten neigen, und gegen jeden mich Gerecht und billig zeigen: Und gib mir dort den lohn Von der gerechtigkeit; Da ungerechten nichts als fluch und schmach bereit. 2. Ich weiß, daß ich mich mehr Als meinen nächsten liebe, Durch unrecht richten, thun, Und handeln ihn betrübe. Sein schade freut mich oft, Ich hindre solchen nicht; Da sich mein herz doch dis Bon andern selbst verspricht. 3. Ach du gerechter GOtt, Feind aller ungerechten! Du selber willt das recht Noht leidender verfech ten: Du richtest recht und gut; Ach! geh mit deinem knecht, Mein Bott! nicht ins gericht, Wer ist Bor dir gerecht? 4. Laß gnad ergeht für recht, Bergib mir alle fünde; Vergib, damit ich nicht Verdammten lohn empfinde. Denn ungerechtig teit Schlägt feel und leib zugleich, Und du verschliesseft dem, Der uns gerecht, dein reich. s. Wiß mir nicht mit dem maak, Don and zwar von der Wahrheit und Aufrichtigkeit. 461 Don der Wahrheit und Und aus lift und ehrbegier Mit worten Aufrichtigkeit. Mel. Alle menschen müssen 2c. 716.Ju Efu, wahrheit, licht geschmückten trügen 3 Treib, o JEsu! weit von mir. Laß mich dir an allen orten Achnlich seyn in that und worten, Daß bes trug und heucheleyNie in meinem munde sey. leben! Du bist allen lügen feind: Ach! du wirst mir gnade geben, Daß ich sey ein wahrheits- freund. Reizt mich sa 7. Drückt mich, ohne mein ver. schulden, Andrer falscher lügent tans lift zum lügen, Laß die wahr- mund; Hilf es mir getroft erdul, beit in mir siegen: Jrr ich, hilf mir bald zurecht, Denn wer lügt, ist fatans knecht. den, Gib nur, daß es ohne grund. Doch soll ich mein schweigen brechen, und den lügen wider: sprechen; Gib, daß ich, wie du ge than, Sie voll sanftmubt strafen tann. 2. Ach! dein geißt, der wahr: beit liebet, Kehr in meiner feelen ein: Weil ihn lügen höchst betrü bet, Ach so laß es ferne seyn. Falsche zunge sen verfluchet, Die nur schand und schaden suchet: Falsche reden ohne grund Treibe mir aus ber; und mund. 3. GOtt der wahrheit, ach regiere mich, daß ich dir ähnlich bin. Lenk mein denken, leit und führe Wort und that nach deinem finn; Daß ich ben der wahrheit bleibe, Alle falschheit von mir treibe. Mach aus mir wahrbeit find, Wo fich keine lügen 4. Soll ich schweigen, HErr! fo lege Selbst ein schloß an mei nen mund. Macht mein wort nicht deine wege, Deinen ruhm und ehre kund: So verhindr' es, HErr! und zeige, Daß ich klug sey, wenn ich schweige. Schweigen, und zu rechter zeit, Uebertrifft be: redsamkeit. s. Laß die falschheit, die dem herzen Eigen ist, nicht meifter seyn. Will ich mit der wahrheit Scherzen, Stimmet zung und herz schon ein; Ach so halte mich zu rücke, Und zerreiß des lügners ftricke: Lenk den mund, damit er nicht, was der argwohn denket, foricht. 6. Andern zu gefallen lügen, 8. So bleibst du mein licht und leben, Meine wahrheit und mein schild; Und ich bleibe dir ergeben, Führe mich nur, wie du willt. Falsche tücke, lügen, trügen Wirst du selbst in mir besiegen: So bin ich der wahrheit kind, Woran fa tan nichts gewinnt. 717. Mel. Wer nur den lieben GOtt ze Err! der sein wahs res wort gegebett, Der treu und glauben ewig halt: HErr JEsu! wahres licht und les ben Und weg und wahrheit in der welt: Du geist! der auf der ebuen bahn In alle wahrbeit leiten kann! 2. Dir klag ich, was der saten stiftet, Wie dieser mord- und lus gen- geist Mein armes herz so sehr vergiftet, Daß es der lügen sich bes fleißt. Die wahrheit hab ich oft betrübt, Den frieden niemahis recht geliebt. 3. Vergib doch deinem armen Einde, Verzeihe deinem eigens thum.Nimm weg die strafe meiner fünde, Die heißt: GOtt bringt die lügner um, GOtt stürzt die fals fchen in der eil, Blutgierige find ibm ein greul. 4.. Pflans 462 Von dem heiligen Leben und chriftlichen Eugenden 4. Pflanz in mich deine GOt tes- liebe, So hab ich auch die wahrheit gern; Damit ich mich und meine triebe Recht in dem grunde prüfen lern; Auf daß ich nicht aus schmeichelen Mein eige: ner betrüger sey. s. Laß mir kein solches falsches berge, Das ja! spricht, und doch nein! gedenkt, Kein herz, das mit Der wahrheit scherze, Und sie nach eignem vortheil lenkt. Nicht mir gedanken, wunsch und sinn Nur einzig nach der wahrheit hin. 7. Laß mich die wahrheit gern bekennen, Denn du hast zu der wahrheit luft. Laß mich dein wort mein kleinod nennen, Das liebste Kleinod meiner brußt: So geb ich willig in gefahr Um wahrheit, leib und leben dar. 6. Gib mir die wahrheit in dem glauben, Die herzlich glaubt und Frey bekennt; Denn wer will dem den himmel rauben, Den GOtt 4. Gib mir auch nach deinem gerecht und selig nennt? Mach willen, Einen freund von folcher mich zur rechenschaft bercit; treu, Der mir, meine qughl zu ftils Denn dein wort bleibt in ewig- len, Triftlich und beständig sey; feit. Dem ich ohne furcht und grauett Dürfe meine last vertrauen, Die mir auf dem herzen liegt, und oft centner überwiegt. 5. Davids troft und größtes glücke War sein treuer Jonathan, Der durch göttliches geschicke Jhn so herzlich lieb gewann, Daß cz seines vaters willen Nicht begehr zu erfüllen, und vielmehr mit hand und mund Wie ein fels bep David stund. 8. Gib mir die wahrheit in der tugend, Damit sie christlich heiß fen kann. Ach gångle mich, als wie die jugend, In redlichkeit auf eb. ner bahn, Und laß mich einst in sions höh'n Die ewge wahrheit ewig sebu, Um einen treuen Freund. el. Alle menschen müssen 20. Cech will meinen JEständig, Bleibt getreu bis in den tod; Menschen freundschaft wird leicht wendig, und verliert sich in der noht. Wenn uns glück und segen grünet, Finden wir uns wol bedienet: Wird das wetter unges ftum, Kehrt sich oft, die freunds schaft um. fum preifen, Der es treulich mit mir meint. Ich will zuhm und ehr erweifen Diefem meinen herzens freund, Der mich aus der welt erlohren, Eh ich noch Aur welt gebohren; Der mein nimmermehr vergißt, Der mein bru der worden ist. 2 Deffen freundschaft ist bes 3. Gib mir, Gott! ein tren gemühte Gegen meinen wahren freund, Das ihm hand und herz anbiete, Wenn die fonn ihm schon nicht scheint; Das bey gut und bösen tagen Ihm die bürde helfe tragen, Wenn du, wie ein water pflegt, Jhm ein creuz baß auferlegt. 6. HErr! ich bitte dich, erwähle mir aus aller menschen zahl Eine tugendhafte seele, Die in diesem tammerthal Mir, nach deinem finn und geiste, Freundschaft, troft und hülfe leiste, Troft, der in der noht besteht, Hülfe, die von hers zen geht. 7. Wo die bloffe junge liebet Da ist freundschaft schlecht bes stellt, Die nur füffe worte giebet, Und betrug im Herzen hålt: Alle freundschaft fen verfluchet, Die nur ihr vergnügen suchet; Eigell nuk und heuchel- schein Muß von freundschaft ferne feyn. 8. Hab und zwar von der Keuschheit und Reinigkeit des Hersens. 463 8. Hab ich schwachheit und gebrechen: HErr! so lenke meinen freund, mir mit fanftmuht zuzusprechen, Weil wir alle mens feden seynd. Wer mich freundlich weiß zu schlagen, Ift, als der bey freuden tagen Auf mein haupt den balsain gießt, Der von Arons Scheitel fließt. 9. Dwie reich ist deffent haabe, Dem der HErr nach seinem raht Eine solche himmels- gabe, Einen freund beschehret hat, Der mit unverfälschter treue hn in web und wol erfreue; Wer GOtt fürchtet, liebt und ehrt, Dem ist folch ein schaß beschehrt. 10. Wahre freunde sind wie 6. Der augenblick, der hier ers kåbe, Dran der menschen gang gest, Wird nur von thoren hoch sich hält, Dran der schwache fuß geschäßt. Auf einen tropfen fris sich hebe, Der sonst leicht zu bolichkeit Erfolgt ein meer voll bers den fällt. Weh dem, dem das glückzeleid. entgangen, Golche stäbe zu erlangen; Wenn er fällt in seinem Lauf Wenn er stürst, wer hilft ihm auf? 11. JEfu! laß mich dir gefallen, Bleib mein freund bis in mein grab. Bleib mein troft, bleib un ter allen Mein getreußter stärkster Bab. Wirst du mich dir so verbin den, So wird sich schon jemand Einden, Der, durch dich mir zuges führt, Mein wahrhafter freund seyn wird. element, Dein tempel, wo dein ope fer brennt. 3. Treib aus, was in mir wüst und wild: Erneu in mir dein götts lich bild. Laß mich, HErr! heilig, keusch und rein Durch deines geis ftes triebe seyn. 4. Ich habe nie mit ernst bes dacht, Was dich, mein hort! ans creus gebracht. Wie kann, bey deis ner quahl und pein, Mein hers noch voll von lüften seyn? s. Und warum sollt ich meine brust Besudeln mit verborner luft?. Judem ihr end ein elend heißt, Das uns zulegt zur bölle 2. Hergegen komm, o GOttes fohn! Mein her sey deiner liebe throu, Dein wohnbaus und dein 7. Schaff in mir, GOtt! eiu reis nes herz, Bewahre mich für tand und scherz; Erneure meinen geiß und sinn, Wenn ich voll schudder wollust bin. 8. Erweck und stärke mein ges müht, Daß es auf das, was dros ben, sieht. Nimm mich in deinen liebes- schooß, So werd ich alles eitlen los. 9. Ja führ mich endlich zu dez luft, Die eitlen herzen unbewuße, Die der nur siehet und erfährt, Der dir im leben angehört. Don der Reufcbbeit und Reinigkeit des Herzens. Mel. Bor deinen thron tret ich te. el. Nun freut euch liebe zc. 719.20 719. Wes, wolluft, die an 720, Ott fagt, daß die unlust reich! Du bist der årgsten feuche gleich: Dein gift erschleichet und entzündt, Was sich bey deinen flammen findt. nur selig seyn, Die fiets erfunden werden Im herzen heilig, fensch und rein In werk, wort und geberden: Dieselbe sind es, welche bort mit allen engeln fort und fort Ihn ewig schauen sollen. 2. Wch aber allen, welche sich Den feifches freud erges ben, Bon dem heiligen Leben und chriftlichen Tugenden 464 ben, und in der luft- feuch üppigs lich, Als schudde heiden, le ben: Die sehen GOttes antlig nicht, Sie bleiben ewig im gericht mit den unsaubern geis fern. 3. Denn weil ihr schnides herz so sehr mit böser luft besessen, Daß fie des höchsten wort und lehr Gar liederlich vergessen; So zeucht er ab die gnaden- hand, Daß sie aus einer sund und schand Bald in die andre fallen. 4. Die augen sind bey ihnen fren, Wild, frech und ungezähmet, Boll ehbruch, lift und hureren; Die stirn ist unverschämet, Das Ber; verachtet ehr und zucht; Unreine lust wird nur gesucht Von folchem leichten volke. t. Sie sind dem vieh an blind: heit gleich, Das an der erde hanget, Das GOtt nicht kennet, und reich langet. Sie folgen ihrem frechen finn, Und eilen ungesäumt dahin, o sie die lust hintreibet. 6. Doch kriegen sie zuletzt den lohn, Nach dem sie so gelaufen; Denn siechthum, armuht, schand und hohn Kommt über sie mit Baufen. GOtt haffet all unreinigfeit, Drum ftrafet er zu seiner zeit Die hurer und chbrecher. ernst dahin, Daß er ein gut gewiss sen, Ein keusch gemüht und reinen sinn zu haben ist geflissen: Der fein gefäß nach GOttes raht In heiligung und ehren hat, Machts nicht zu huren gliedern. 8. Wol aber dem! der immer dar Betrachtet hier auf erden, Daß alles dort muß offenbar, Und hart bestrafet werden; Und was im winkel hie geschicht, on JEfu an das helle licht Dort soll Bestellet werden. 9. Bol bem! Dder denkt mit 10. Deffelben leib und seele bleibt Des heilgen geiftes tempel, Der unzucht flieht und von sich treibt, Giebt niemand bös erems pel.DerChrifti marter oft erwegt, An dessen creuz die liste schlägt. Und sie dadurch stets dämpfet. Mel. Vater unser im himmelt. und höchstes gut! Du 721.2hHErr, meinGOtt forderst reinen sinn und muht, und willt, wir sollen dir allein In wahs rer tugend heilig seyn; und ernfts lich fliehn, was dich verlegt, und uns in seelen- schaden sent. 2. Du kennest unsere natur, Die ganz verderbet ift, und nur Zur sünd und bösen luft geneigt, Die nichts als schnide lüfte zeigt, 7. Die, deren gott der bauch all- Die uns in noht und jaminer hier, Die jucht und tugend flichen; stürst, und gar das lebensziel Die wird der höchste dort dafür Gewiß zur strafe ziehen. Ihriammer, herzeleid und pein Wird ewig, ewig, ewig seyn, Für kurze seit und wollust. verkürzt. * 11.HErr! schaff in mir ein rein gemüht, Gib daß ich måsig bleis be, und mich für böfr gesellschaft hüt, Auch meinen leib betäube: Daß er nicht etwa werde geil, Und leib und seele ihren theil Des bim, melreichs verlieren. 3. Drum bitt ich, gib mir deis nen geist, Der seine traft in mir beweist, Wenn bose luft sich in mix regt, und mich zu fündigen bes wegt; Durch dessen trieb lent her und sinn Zur reinigkeit und tus gend hin. 4. Gib, daß er sich geschäftig setgt, Es bald die wollust in mir steigt; Damit er ihrem wachsthum wehrt, Eh ihre fraft sich stärkt und mehrt: Damit er meine feel: rührt, und zwar von der Keuschheit und Reinigkeit des Herzens. 46, rührt, Daß mich die reizung nicht verführt. flammen böfer luft, So viel ihres meine bruft ueberschwemmen, s. Bewahre mich, wenn luft quählen, drücken; Laß sie ganz und der welt Mir stricke legt und negar ersticken. je ftellt. Sie nimmt das Herz zu 5. Meine feel ist deinem bil, schleunig ein; Drum laß mich de Gleich gemacht, und hoch ges flug und wachsam seyn. Wirf schätzt: Dein sohn hat sein blut felbst die schlangen brut hinaus, so milde Für sie fierbend zugesett. Denn sonst entheiligt sie dein Drum, mein vater! that ich ia haus. Dir undChrifto viel zu nah, Wena ich unkesch leben wollte, und dein bild so schånden sollte. 6. Erfüll hingegen meine bruft Mit feuscher zucht und reiner luft. Mein wunsch, verlangen und begier Sen, höchftes gut! allein nach dir; Daß ich, von schudden lüften frey, Dein beiligthum und tempel fev. Mel. JEfu deine heilge wunden. 722. Heilger vater! Du be7. Wer unrein, kann GOtt nich gehrest, Daß man sehen, Denn Gott ist das reinste leusch und züchtig sey; Du verbie: licht. Der kann nicht vor dir beste test und verwehrest Unzucht und hen, Dem die reinigkeit gebricht unflåteren. Ach ich fleh durch Soll mir nun der helle schein Dei. JEfum Chrift, Der mein seelen- nes anblicks selig fenn; HErr! so brautgam ist, Der mich ihm zur reinge geist und glieder, Mach min braut erwählet, Sich in treu mit böse luft zuwider. mir vermählet: 2. Gib, daß ich an feel und leibe, Jnuerlich und duferlich, Heilig, Leusch und rein verbleibe. Deine gnade stärke mich, Daß mir leib und feele rein, und befreyt von wolluft seyn: Ja laß, HErr! von bösen lüften Nichts in meiner see le niften. 3. Tilg in mir unkeusche triebe, Eodte das verderbte fleisch; Gib mir deine furcht und liebe, Da durch mach mich rein und keusch. Unterbrich der lufte lauf, Sieh mein herz zu dir hinauf, Daß es nicht am eiteln klebe, Sich der wollust nicht ergebe. 6. Christus wohnet durch den glauben Selbst in mir; fein heil. ger geist Laffet sich mein her; nicht rauben, weil es nun sein tempel heißt. Darum steht er mir auch ben, Daß sein tempel heilig sey, Daß ich ihm, an feel und geists Keusch und rein, gehorsam leiste. 4. GOtt der gnaden, ach! ers Bieffe Deinen gnadenstrom auf mich, Daß er in mein herte fliesse: Daburcb 18febe guadiglich are 8. GOttes geift wird schon be, trübet Durch ein einzig schandbar wort; Und wer sich in lüften übet, Treibt ihn völlig von sich fort. Geilheit machet sorg und gram, Ihr vollbringen schand und scham. Will es denn zum ende laufen: Folget erst die reu mit haufen. 9. Darum, HErr der reinen schaaren! Laß mir deines geiftes kraft, Und die- gnade wiederfah, ren, Die ein reines herze schafft. Mache mir, o herzens- gaft! Die unreinigkeit verhaßt. Hilf mix meine lufte zäumen, Und das berz von sünden räumen. 10. Laß mich hureren vermeis den, Alle sünden werke fliehn, Keine brunft im herzen leiden, Rich um reinigkeit bemühn. Denn 466 Von dem heiligen Leben und chrißlichen Tugenden Denn du wilt ja nicht allein, Daß sen, Del zur wolluft- glut gegoffen: nur leib und glieder rein; Son dern daß auch geist und seele Chrisi keusches vorbild wähle. Ja wer ist, der recht beschreibt Was man da für bosheit treibt? Laß mich, vater! völlig sehen, Was für lafter draus entstehen, Daß mir ja die volleren Lebenslang zus wider sey. 11. Creusge meines fleisches luste, Und was sonst mein herz be fleckt, Als wofür du, JEfu Chri#e! Tod und höllen quahl ge schmeckt. Treib die geilheit gar von mir, Daß ich geist und feele dir Als dein heiligthum bewahre, Bis ich einsten zu dir fahre. 6. Laß mich doch mit faften, bes ten, Flehn und danken vor dich treten, Daß mein herz, fammt feel und geist, Dein gefällig opfer heißt; Daß die leibs- und seelens gaben Täglich neuen wachsthum haben, Daß zu dir, o höchstes gut! Steige eine reine glut. Don der Maffigkeit. Mel. Ich will meine stimm 2c. 723. Gott! du bist alleine gütig, Darum bitt ich dich demühtig: Bater! dein verlohrner sohn Stellt sich ein vor Deinem thron: Laß mich nicht in Von der Begnügsamkeit. Mel. Herzlich thut mich verlang. miſſethaten Auch in schlemmen nicht gerahten. Ach behüte künf tig bin Mich für unverschämtem finn. 724. 2as hat der menſch auf erden, Der feinenGOtt nicht hat? GOtt muß uns alles werden, Bey ihm ist raht und that. Wenn alle mittel weis chen, So ist das Herz doch froh: Denn er macht einen reichen Aus einem Lazaro. 2. Gib mir, denn du kannst es geben, Luft in mässigkeit zu leben, Daß doch nicht durch völleren Mein gebet verhindert sey. Trunkenheit verderbt die gaben, Die wir nur zur nohtdurft haben, Die man nicht zum überfluß Lies derlich misbrauchen muß. 2. Wer JEsum nur befizet, Der hat das höchste gut; Dabey wird er geschüret, Daß ihm nichts abbruch thut. Er wird sich tågs lich nehren, Ob ihn gleich ars 3. Alle weisheit wird verschüt- muht drückt, Ob gleich mit korn tet, Sinn und nachsinn wird zer- und ähren Sein vorraht nicht ges rüttet, Gut und ehre wird verfchmückt. beert, Leib und feele wird zerstöhrt. 3. Will glut und fluht entfles Ja dein geißt, der fromme liebet, hen, Giebt sich ein räuber an; Es Wird vertrieben und betrübet, wird ihm nichts entgehen, Weil GOttes schwerer jorn erweckt, er sich trößten kann, GÖtt werd ihm Und die rach- glut angesteckt. immer bleiben; Drum hat kein 4. Luft zur arbeit wird gemin- mangel play. Wenn andre wucher dert, Alle munterfeit verhindert, treiben, Schäßt niemand seinen Alles nohtige versäumt, Schand schak. und lästrung ausgeschäumt. Ernst und vorsatz liegt erstorben, Aller weise raht verdorben; Selbst die feele scheint erfäuft, Weil sie nichts mehr recht begreift. 5. Dawird böfer rabt geschloss 4. Wie kann der selig werden, Der nur auf reichthum sinnt, Und wenn er auf der erden Die ganze welt gewinnt? Die feels geht verlohren: O schröcklicher verlus! Wenn in des todes thos ren and war von der Begnügsamkeit. 467 ren Ihm sons kein tros besFür dein geschöpfe sorgen: Und wußt. s.So bin ich denn zufrieden Mit dem beschieduen theil. Jft mir was du heut Aus gütigkeit Ge than, thust du auch morgen. nicht viel beschieden, Denkt GOtt doch auf mein heil; Er will mich nicht beladen, Weil ich zum him mel geh; Genug, daß ich in gnaden Bey meinem vater sich. 4. Mein wille sey, HErr! was du willt; Er sey dir heimgegeben Was die beliebet, werd erfüllt, Ich will nicht widerstreben. Von deiner hand Wird uns gesandt, Was wir hie nôhtig haben; Ja, HErr! du bist, Zu jeder fris Der geber aller gaben. 6. Mein Cad* wird immer has ben, Mein krug nicht ledig seyn, Daß ich den leib kann laben.GOtt giebt dem keinen fein, Der brot begehrt: indeffen hab ich an GOtt genug; Ergnet bey dem essen Auch meinen wasser- krug. * mein gefäß 1.B.Kon. 17, 16. 7. Giebt mirGOtt nicht die fülle, Mag es nach nohtdurft seyn: Genug, fein vater- wille Bringt, was mir nidhtig, ein. Wenn andre forgen treiben, So folg ich GOt: tes raht, und will ein menfch vers bleiben, Der nichts und alles hat. Mel. Durch Adams fall ist zc. dir, 725.h fomm, guter geber aller gaben. Ich wünsche freilich öfters hier Bald dis, bald das zu haben. Wie kümmerlich Bestreb ich mich und kanns doch nicht erwerben; Allein du bistAll weis, und sichst, Daß dis wolmein verderben. s. Nun vater! was und wie du willt, Geschehe mir auf erden. Mein wunsch und seufzen wird erfüllt kann mir nur dieses werden, Daß ich allzeit, In freud und leid, In deiner furcht verbleibe, Und dir, mein GOtt! Mich bis zum todmit fefter treu verschreibe. 6. Hab ich nur dich und deine huld, So bin ich wol begabet; So trag ich alles mit geduld, Wenn mich dein geift nur labet. Jawa, ge du Mir so viel zu, Als vater dei, nem kinde, Daß ich zur noht Ein frücklein brot und noch was übrigs finde. 7. Was soll mir groffes gut und geld, Glück, ehr und langes leben? Es bleibet alles in der welt. Dort willt du mich erheben. Du crins mich dort; Drum will ich fort: Was hält mich noch auf erden? Ach rufe mir, Nimm mich zu dir, So werd ich selig werden. 2. Ich weiß nicht, was ich wüns schen soll, Bin blind mein heil zu sehen; Doch ist mein herz verlaus Mel. JEsu deine heilge wundent. gens voll, Es heißt mich oftmahls 726.Schöpfer aller mens Auf einem deinem raht Und willen ganz entgegen; fer! ich verklage mich; Denn ich Daher mein fleiß, Wit, stärke, armer böser fünder Murre viels schweiß, und arbeit nichts ver: mahl wider dich. O wie oftmahls mögen. meifire ich Dich, HErr! dein ges schöpf, und mich! Gröffer will ich wol auf erden, Aber niemahls frommer werden. 2. Seh ich einen, der gelehrter, Der beglückter ist als ich, Der da 38 2 reicher 3. Duwillt uns, weil du gütig bis, Du kannst uns, alles geben; Du weißt, was noht und selig ist Bu unserm ganzen leben. Du wirkt( denn du, HErr! fagk es in) 408 Von dem heiligen Leben und chriftlichen Tugenden reicher und geehrter; O wiegen und abgötteren. Armuht, wo schuell entrust ich mich! Denke trotzig und voll neid: Was soll die fer unterscheid? Warum soll ich solche gaben nicht so wol als iener baben? zu viel gebricht, und auch reich. thum, gib mir nicht. Allzu arm, und allzu reich Ist nicht gut, und beides gleich Stürzt die feel ins sünden- reich. 3. Laß mich aber, o mein heil! Nehmen mein beschieden theil, und beschehre mir zur noht hie mein täglich bißlein brot. Ein klein wenig, da der muht Und ein gut gewissen ruht, Ist fürwahr ein grosses gut. 3. HErr! du hast mich, dein ges fchöpfe, So aus thon hervor ges bracht, Als ein töpfer feine töpfe; Und es steht in deiner macht, Was du machen willt mit mir: Und doch widerstreb ich dir, Jch, den du durch tausend plagen Leichtlich tannst zu boden schlagen. 4. Gnad ist alles, was wir haben, Weil du uns nichts schuldig bist; Du giebst alle gute gaben, Wie es dir gefällig ist. Dieses lehre mich doch recht, Laß mich, als ein from mer knecht, Stets mit dem vergnüget leben, Was du mir, mein GOtt! gegeben. 4. Sonst mdgt ich beym übers fluß Bald empfinden überdruß, Dich verleugnen, dir zum spott Fragen: wer ist HErr undGOtt? Wird das herz erst frechheit voll, Weiß es nicht, dieweil ihm wol, Wie es sich erheben soll. s. Steht es aber nackt und bloß, Und die armuht wird zu groß: Wird es untreu, stielt und stellt Nach des nächsten gut und geld: Chut gewalt, braucht rank und lift, Ift mit unrecht ausgerüft, Fras get nicht, was christlich ist. <. HErr! der nichts als gutes giebet, Sieh, bier bin ich, dein gefäß! Lege drein, was dir belie. bet, Und was deinem raht gemäß. Dich, der bessers geben kann Als Ich denke, rufich an: Mache mich auf dein begehren Zum gefässe dei ner ehren. 6. GOtt, mein schak und zus versicht! Armuht, reichthum dient mir nicht: Beides schmälert deine 6. Laß mich kein gefäß der fün- chr, Beides macht der fünden den, Noch des fatans werkzeug mehr. Vater! gib mir speis und feyn: Laß mein herz sich rein behüll, Und was sonst dein gnadens finden, Lege lauter gnade drein, will, Daß ich friedlich sey und still. Die es immer rein erhält, Daß es bir stets wolgefällt. Mein Gott! dein find alle gaben: Was ich soll, das werd Mel. Es ist gewißlich an der zeit. 728.2ch trener GOtt! ich ruf zu dir, Hilf, daß mich nicht bethdre Die böse luft, die steckt in mir, Nach reichthum, Mel. Gingen wir aus herzens zc. wolluft, ehre: Daß ich mich an 727.3weverley bitt ich von dein wort nur halt, Und dadurch, dir, was mich leihe mir, HErr! der alles reichlich überwinde. ciebt, Was uns dient, und dir bes liebt. Gib mirs, weil ich hier noch leb, Und in diesem elend schweb, et der tod von hier mich heb. 1.Gib, daß ferne von mir fev 2ů. 2. Sollt, der dem vieh fein futs ter schafft, und speiset auch die ras ben, nicht uns durch seine gnas den kraft Mit trank und speise las ben? Sollt, der das gras und blu MCH und zwar von guten Gedanken. men siert, An kleidung nicht, was uns gebührt Und nähtig ist, mits theilen? 400 ren, Das wollst du mir an haab und gut Bey meinem fleiß bescheh ren: Daß ich, und mein geschlecht nach mir, Nicht andre leute vor der thür Aus nobt drum bitten dürfe. 3. Von vielen gütern lebt man nicht: Der hat, daß er GOtt preis fe, Der bey dem werk, was er vers richt, hat kleidung, trank und speise: Ob uns ein mehres werden soll, Das weiß er, als der vater, wol, Obs seinen kindern nuke. 4. Wer wenig hat, und das mit recht, KannGOttes huldbehalten; Er bleibet redlich, fromm und schlecht, und läßtGOtt ferner walten. Sein wenigs auch vielmehr gedent, Als grosses gut viel böser leut, Das sie erschunden haben. s. Der troft, der in dem reich- ben; Darum denk ich auch nicht thum steht, Wird unverhofft zu darauf, Und will mein her ju schanden; Und wenn es an das GOtt hinauf und seiner fülle scheiden geht, So ist erst noht vors richten. handen. Denn geld und gut ers rettet nicht Von GOttes schwerem jorn- gericht; Dis brennt bis in die hölle. * 12. O höchstes gut! sey hier und dort Mein reichthum, luft und ehre. Gib, daß in mir sich fort und fort Das sehnen nach dir 6. Drum wol dem! der fein bers[ mehre: Daß ich dich fiets vor aus erhebt Gen himmel von der erde, gen hab, Mir selbst und allem Sucht, daß er reich, dieweil er lebt, fterbe ab, Was mich von dir will An guten werken werde; Wenn siehen. GOtt ihn segnet und sein haus, Cheilt er den armen wieder aus, Und giebt es gern und frölich. 7. Bey seinem gut erweist er noch, Daß ers darauf nicht sehe: Er freuet aus, und sammlet doch Im himmel wahre schäße: Die fliegen niemahlsauf im rauch, Und fenn darneben sicher auch Für die ben, roß und motten. 8. Es ist fürwahr ein groß ges winn, Wer keinen ie betrüget, Wer GOtt vertraut, und fürchtet ihn, und sich daben begnüget. Bloß kommen wir in diese welt, Bloß müssen wir, wenns GOtt gefällt, Hinaus und alles laffen. ** 10. Ach! meine feel kann ihre ruh Im zeitlichen nicht finden. Was ich da vornehm oder thu, Pflegt als ein rauch zu schwinden. ünsterblich ist die seel, und muß Unsterblich seyn, was ohn verdruß Dieselbe foll vergnügen. II. Nun ist auf erden nichts bewußt, Das solche rub tann ges ben, nicht augen- luft, nicht fleis sches- luft, Nicht hoffärtiges les 13. Hilf, daß ich meinen wans del führ Bey dir ini himmel oben, Wo ich werd ewig seyn ben dir, Dich schauen und dich loben. So kann mein herz zufrieden seyn, Und findet, GOtt! in dir allein Die wahre ruh und freude. 14. Hiezu gib mir von deinem thron, O vater! gnad und stärke. Zerstdhr, o JEfu, GOttes sohn! Des satans reich und werke. O heilger geift! fleh du mir bey, Daß mein begehren dis nur sep: GOtt über alles lieben. Von guten Gedanken. Mel. JEsu deine heilge wunden 9. HErr! was mir hie von ndhs was 1 ten thut. Mich ehrlich zu ernsb. 729. Gutes denken, gutes Gg3 GON Von dem heiligen Leben und chriftlichen Tugenden GOttes gnade schafft. Wir selbst, der rauch im ftarken winde, es tonnens nicht verrichten, Denn verfliegt es durch den finn. Die ans mangelt stårk und kraft. Wo gedanken gehn vorben, und kaum nicht GOttes gütigkeit Hiejuift die feele frey; So sucht sie im gnad und kraft verleiht; Werden welt getümmel Wieder freude, wir mit unsern sinnen Nie was ruh und himmel. beiliges beginnen. 2. Von natur sind die gedanken Gündlich und voll missethat, Weichen stündlich aus den schranten, Die GOtt vorgeschrieben bat. Unfre herzen sind ein quell, Der nicht lauter, rein und hell, Woraus arges venten fliesset, Und sich stromen gleich ergieffet. 3. Denn die angebohrne fünde Hat uns leider so verderbt, Daß to gar dem kleinsten kinde Diese Schwachheit angeerbt; Daß es von der jugend auf Durch den ganzen lebens- lauf Gündliche gedanken beget, und sich böses in ihm reget. 4. Aber GOttes vater liebe Macht, daß die gedanken rein, Und die vormahls böse triebe Gut, und ihm gefällig seyn. Er erneu ret unsern sinn, Nimmt die bos heit von uns hin, Heiliget durch feine gute Herz, gedanken und gemühte. <. Auch bey den verstockten hers jen Klopft der geift der gnadenan, Daß man andacht, reu und schmerzen, und viel gutes finden kann: Ja, wenn GOttes gnaden licht Durch die finftre feele bricht; 8. Doch nicht nur bey frechen fündern Wirkét dis des HErren hand; Sondern auch bey frommen tindern Zeiget sich dis gnadens pfand; Macht herz und gedanken rein, Daß sie GOtt geheiligt seyn, Daß die sinnen göttlich denken, Und sich von der erde lenken. 9. 3war ein chriß muß ofts mahls klagen: Was ich nicht wil, denk ich doch; Sündliche gedans ken plagen Ihn als ein beschwers lichjoch. Doch er weiß, GOtt steht ihm bey, Darum kämpfet ez getreu, Hofft und fleht, daß Gott ihn lente, Daß er GOtt gefällig Denke. 10. Nun meinGOtt und treuer vater! Heilge mir heri, muht und finn: Sey da helfer und berahter, Wo ich selbst nicht tüchtig bin. Mache die gedanken rein, Gib mir selbst solch denken ein, Daß ich immer christlich walle, Und dir allzeit wolgefalle. Don der Unstråflichkeit im Reden. mel. Es ist das heil uns kommen. Err! zung und den 730. Hund it, as bein Rein und heilige gedanken. raht Mir gnaden: voll gegeben; 6. Oftmahls denkt ein miffe: Gib, daß mein herz wol acht drauf thäter: Ach was hab ich doch gehat, Sie bringet tod und leben; than! Ach! mich frechen übertre: Denn, ach! sie flucht, sie lobet ter Klaget höll und himmel an. dich: Drum gib mir, vater! gnås Dieses wirket GOttes geist, Der diglich, Daß ich sie recht ges ihm sein verderben weist, Der ihn brauche. will durch solch bemühen Von den fünden zu sich ziehen. 2. Bewahre mir doch zungi und mund, Daß sie dich nicht betrüs 7. Aber ach! wie gar geschwinde ben, Nichts reden, als was mir Gebt dis denken überbin! Wiel bein bund zu reden vorgeschrie ben und war von guten Werken: Ben. Gib, daß mein mund die wahrheit spricht, Und also mein gewiffen nicht Gefahr und schiff bruch leide. 3. Laß es mit Flugheit ohn vers druß, Mit vorbedacht geschehen, Wenn ich ia reden soll und muß: Gib, daß nur beten, flehen, und was dem nächsten dient und nügt, Was deine ehre mehrt und schüßt, Aus meinem munde gehe. 4. Schandbare worte, narrentand Laß mir ja nicht belieben; Dis schåndet meinen christen Sand, Und muß dich, GOtt! be: trüben: Oheilger geift! drum leite mich, Daß kein unnüz geschwäße dich Aus meinem Herzen treibe. 5. Was züchtig, leusch und chr: bar ift, Sammt allem, was wol klinget, Das redet billig jeder christ, Dieweil es nußen bringet: Und damit kann man wol be stehn, Wenn lästerer mit schrecken fehn, Was böse worte schaden. 473 sind ein fluch, und immerdar Als fleisch von fleisch gebohren: Wir unterlassen unfre pflicht, und hals ten dein gefeße nicht; Weil uns die fräfte fehlen. 6. 3ahm meinen mund, daß er nicht flucht, Vielmehr nur deine ehre und andrer menschen beß 2. Du hast uns freilich dein ges bot Zur richtschnur vorgegeben: Jedoch, weil wir in fünden todt, kann niemand darnach leben. Es stellt mir als ein spiegeldar, Was ich nach GOttes bilde war, Und was ich nun geworden. 7. Laß lügen ferne von mir seyn, Der teufel ist ihr vater: Denn diefer blaft sie selber ein, und ist der lügner rahter. Die wahrheit bringet lob und ruhm, Und ziert das ganze christenthum; Und hier: nach laß mich fireben. 3. Nur den, der dis mit schmeri erkennt, Bekennet und bereuet, Der JEsum seinen heiland nennt. Sich seines blutes freuet, Und als ein neugebohrner chrift Durch ihn gerecht gemachet ist; Macha du zum guten tüchtig. 5. Er denket, spricht und thut so fort, Durch GOttes geist ges trieben, Mit herzens luft, was ihm dein wort zu leisten vorges rung fucht, Daß ich mich nicht beschrieben; Er zeigt des neuen les thore: Denn fluchen bringet fluch bens kraft, Woju ihn GOtt in und noht, und, wo nicht busse Chrifto schafft, Jn tugendhaften folgt, den tod: Dafür bewahr werken. mich gnädig. 6. Dis thut er, dich, o höchstes gut! Durch gutes thun zu preisen 1 und, weil er es mit freuden thut, Den glauben zu beweisen; So stopft er auch den läster- mund, und machet seinem nächsten kund, Daß er, wie sich, ihn liebe. 4.Der kann erst gute werke thun, Den dein geist dazu treibet: Sein glaube lebt, und kann nicht ruhne So lang er lebend bleibet: Er muß durch liebe thätig seyn, Und låffet feines lichtes schein Auch vor den leuten leuchten. 7. Durch solche werk verdient er nichts: Es sind in geistes- gas ben, Die nur, als strahlen deines lichts, Von dir den ursprung has ben. Auch fehlet die vollkommens beit, Der geift ift willig und bes schwach Von guten Werken. Mel. Nun freut euch liebe zc. 731. Ach Gott! wir men fchen sind gar Bon jugend auf verlohren. Wirl und träge. 6g4 472 Von dem heiligen Leben und chriftlichen Tugenden 8. Drum, vater! laß doch deis 4. Dir sey preis! du schenkeft mir ne traft, Die mir zu guten wer: Annoch zeit und raum zur buffe: Fen Luft, willen und vollbringen Nun ich komm, und falle dir Mit [ chafft, Auch meine schwachheit gebet und flehn zu fuffe; Richte farken. Laß mich in buffe zu dir diese gnadenszeit Mir zu meiner gehn, Jn wahrem glauben feste feligkeit. fehn, und ihn durch werke seis gent. s. Laß mich die vergangne zeit Niemahls aus den augen sezen.Lak mich mit bedachtsamkeit Die vors handne höher schätzen, Als bisher von mir geschehn: Und vergib mi mein versehn. 9. Ja, theurer heiland! wie du mir Dein vorbild selbst gege: ben; So start mich auch, und laß mich hier Beständig darnach le ben; Dein leiden hat mich GOtt verfühnt, Und was mir fehlet, schon verdient: Dis schenke mir in gnaden. 6.Lehr mich, daß die lebens- frißt, Die du mir noch jugemessen, Als ein schneller strom verfließt, Laß mich nimmermehr vergessen, Nach der zeit fey keine zeit, Sons deru lauter ewigkeit. 10. D guter geift! erneure mich, and wohn in meiner feele, Damit ich lebenslang durch dich Nur 7. Geht die welt den lafter- ftes, guts zu thun erwähle. Gib kraft, Weil sie nicht die stunden zählet; und lehre du mich nun Nach dei So gib, daß mein fuß den weg nem wolgefallen thun, Und gute Nach dem himmel nicht verfehlet i werte üben. Denn von dieser Eurzen zeit Hängt die lange ewigkeit. Von dem rechten Gebrauber eitlen welt im sinne, Daß ich 8. Bleibet mir die ewigkeit In de der Zeit. JEsum in der zeit Recht von Nel. 8. JEfus meine zuversicht. herzen lieb gewinne; So leg ich, so gut ich kann, Meine zeit nicht übel ant. 732. Groffer fchöpfer, HErr der zeit! Gib doch, daß ich bis ans ende Von der kurzen sterblichkeit keinen au genblick verschwende. Gib, daß feder glockenschlag Mich der zeit erinnern mag. 2. Ach wie flügelschnell ver freicht Jahr und tage, zeit und stunden! Als ein rauch, der bald entweicht, als ein blitz, der schnell verschwunden. Der ist klug und höchst beglückt, Der sich in die zei ten schickt. In die ewigkeit hingehen; Ach! so 9. Muß ich endlich aus der zeit mache mich bereit, Daß ich kann vor vir bestehen. Mach durch deis nes sohnes blut eine böse fache gut. 10. Ich will leinen augenblid So im unglück, als im glück Lehr Von der edlen zeit verschwenden: mich, sie so anzuwenden, Daß mich in der ewigkeit Niemahls meine jeit gereut. 3. HErr! vergib mir väterlich, Daß ich manche seit und stunde Uebel angelegt, und dich Oft mit Mel. Ach GOtt vom himmel 26. herzen, hand und munde Sehr 733. A daß der mense die Der Setrübt, und oft gethan, Was mich seit doch recht bedachte, Und sie och verdammen kann. nicht fo in ficherheit und lieders Ita und zwar von dem guten Gewiffen: 473 lich verbrachte: Ach! daß er doch, Und hilf durch deine gnad und zu herzen nahm Und ihm nie aus dem sinne kam, In welchem stand er lebet. huld, Daß ich den rest der tage Noch künftig wol anlegen mag. Und kommt dereinst mein letter tag, So schenk mir ewig freude. 2. Die ersten jahre bringt man ju Mit lauter tåndeleyen, Und wenn wir denn der kinders schuh Uns denken zu befreyen, und meis nen, daß wir flüger sind; So sind of mals noch so blind, Als wir juvor gewesen. 3. Da mancher sich bemühen follt Um wissenschaft und tugend; So ist er schudden lastern hold, Und bringet in der jugend Die fchönste zeit mit wollust zu; Ja su chet einzig feine ruh In schudden üppigkeiten. 4. So gehn die besten jahre hin, Und wenn sie nun verschwunden; So denkt er denn in seinem sinn: Ach, hätt ich meine stunden Doch nicht so übel zugebracht! Wår noch Die zeit in meiner macht, Die mir so schnell verfloffen! 5. Allein da hilft kein wünschen nicht, Kein seufzen und beklagen; Er muß das göttliche gericht nur mit geduld ertragen. Und sollts ihm noch so elend gehn, So muß er selber doch gestehn, Daß er es wol verschuldet. 6. Nun GOtt! ich mögte wol für leid Und für verbruß erkalten, Daß ich auch mit der edlen zeit So übel hausgehalten: 20ie manchen tag, wie manche nacht hab ich uns nüglich zugebracht, Und übel an gewendet! Don dem guten Gewiffen. Mel. HErr GOtt der du erforsch. ( ch 734. Adiestraft prüft, Der jedes herz ergründet; Da liegt kein böses so vertieft, Das nicht dein auge findet. Wie geht es da so seltsam ju? Wie wunders barlich ordnest du Die menschliche gewissen, Daß sie von furcht und freudigkeit, Von gut und bösem, luft und leid Mit wahrheit zeugen müssen. 2. HErr! kann der arme mensch sich nicht Vor seiner eignen fees len, Die selbst sein thun und las sen richt't, Berbergen und verhehs len; Straft das gewissen seinen geist, Das nur ein innrer ¡ euge heißt, Straft es sein thun und dichten; Wer will vor dir vers borgen senn? Du siehst der mens schen herzen ein, und wirft sie alle richten. 7. Indeffen timmt das alter nah, Wo alle kräfte fchwinden. Vielleicht ist auch mein grab schon da: Doch weiß ich nichts zu finden, Was mein gemüht zufrieden fellt, Wenn du, als richter aller welt, Einst rechnung von mir for: berft. 8. Drum bitt ich dich, vergib die schuld, Die ich mit eeu heflage; 3. Ach, wahrer GOtt! du biß allein Der wahre arzt der herzen 1 Du heileft die zerbrochen seyn Verbindest ihre schmerzen. HErr! heil mich, weil bu gütig bist, Und mein gebein erschrocken ist, Mein geist ist sehr erschrocken; Ich bin ja todt, belebe mich, und laß nicht mein gewissen sich Verhärten noch verstocken. 4. HErr JEsu! durch dein theures blut, Das mich versöhnen müssen, Mach meinen feelens fchaden gut, und reinge mein ges wissen Zu dienen dem lebendgen GÖtt; Denn sonst bin ich zum guten todt, Voll fluch und qual der fünden. Laß mein gewiffen mis Von dem heiligen Leben und chriftlichen Tugendent. wieder ruhn: Weil mir die wuns Mel. GOtt des himmels und 26. Crommer GOtt! ein den webe thuit, So eil, sie zu 735+ Berbinden. gut gewiſſen Jßt der christen schatz und ruhm; Wenn sie haab' und güter missen, Bleibt doch dis ihr eigenthum. Nimmt der feind, beraubt die glut; Giebt doch dieses trost und muht. 2. Es steht fester als die mauren, Wenn sich sturm und wetter regt: Damit die furcht für| Und weiß herzhaft auszudauren, Wenn schon alles auf uns schlägt; Ja man ruht bey lift und wuht Doch auf diesem küffen gut. 3. Aber ach! ein bis gewissen lagt den frechen fünder an. Wenn er sich von GOtt gerissen Und das böse frey gethan; Tritt es doch zulezt empor, Und hält ihm die bosheit vor. 5. Ach! gieß dein gnaden dl darein, Den balsam kranker seer len; Dein'n geist laß meinen trd. fter seyn, Wenn mich die fünden quälen. Noch dauret ja die gng ben- zeit, Drum hilf du mir mein feelen- leid Und meine angst vertürzen; Dem gericht mich überzeugten fünder nicht mag in verzweiflung fürzen. 6. Die handschrift ist zwar wis der mich; Doch mach mit Chrifti blute Dadurch auf ewig einen Krich, und tilg sie mir zu gute. Auf meines herzens tafel stund, HErr! des geseges strenger bund, Den hab ich zwar gebrochen: Nun Schreibe gnade dafür hin; Schreib, daß ich dein versöhnter bin, Weil JEsus es versprochen. 7. Ach! schenke doch an deinen Enecht Die handschrift: du sollt leben; Die handschrift: nun bist 4. Darum laß die freche rots ten, Die nur fleisches- luft ergest, Ueber das gewissen spotten, Es erwachet doch zulezt: Denk du nur bey seiten dran, Und erwähl die tugend- bahn. <. HErr! von dir kömmt alles bu gerecht, Die fünden sind vergute; Mache mein gewissen rein. geben. Gib, daß glaub, hoffnung, lieb' und treu mir in das Herz ges Schrieben fey, Dein geift sen selbst das siegel; Beig mir da die ges rechtigkeit, Die GOtt aus gnaden anerbeut, Als wie in einem Spiegel. Ich will dir mit frohem muhte Unterthan und eigen fenn. Beffre meinen geift und finn, Bis ich die gefällig bin. 8. Ach treuer JEsu! laffe du, Durch ruh in dem gewissen, Den vorschmack deiner himmelsruh Mich auf der welt geniessen; Laß felber mein gewissen rein, Als wie die reinen engel, seyn. Will mich die angst ermüden, So zeig mir, was du schenken wirst: Ja fchent mir, süffer friedens- fürst! bier den gewiffeus- frieden. 6. Halte mich dabey im glaus ben, Mach mich Christo gleichs gesinnt; Laß mir nichts den vors jug rauben, Daß ich, HErr: dein liebstes kind. Schmähet mich ein falscher mund, Du kennst meines herzens grund. 7.- Siehe mich von deren handel, Wo man falsche rånke schließt, Weil dergleichen lebens- wandel Wider das gewissen ist. Laß mich feft darauf beruhn, Nichts za fcheuen, recht zu thun. VI. Von Won dem menschlichen Elende.. VI. Bon dem menschlichen Elende und zwar I. Von dem Falle des Menschen. Wel. Ach GOtt vom himmel zc., gleich, An unumschränkter freys 736. unausſprechlicherheit reich, Groß, mächtig, weiſen erlitten haben! Als licht und recht aus unsrer brust, Sammit al len schönen gaben, Die unfers fchöpfers milde hand Den ersten eltern zugewandt, Aus feel und leib entwichen. 2. Der mensch war heilig, gut, und rein Von dir, o Herr! ge schaffen. Er wußte nichts von fchuld und pein, Bon sünd und fünden- firafen; Gein wille war voll zuversicht, und sein verstand voll glanz und licht, Boll friede fein gewissen. 3. Du forderteft jur dankbar, leit, Daß du ihn so erhoben, Pflicht, liebe, treu, ergebenheit, Nebst den gehorsams proben: Die frucht von einem eingen baum Sollt in des groffen gartens raum Unangetastet bleiben. 4. Hier nahm das haupt von lener schaar Der abgefallnen gei: Ker Der ihm erwünschten stunde wahr, Dir, seinem HErrn und meister, Den aufersten verdruß zuthun; Derfeind entschloß sich, nicht zu ruhn Bis er dein bild zer Röhret. 7. Sie glaubten dem verführez mehr Als deinen warnungs- stime men; Jhr herz ward von der uns schuld leer, Und voll von schlans gen- krümmen, Der ungehorsam ward gewagt: Sie affen, was du untersagt, Verachteten dein drohen. 8. Jm augenblick ward der vers stand Mit finsterniß umgeben. Der wille, der sich abgewandt, Verlohr das wahre leben. Zorn, funde, farmer, fluch und tod, Ja mehr als tausendfache noht umringte die rebellen. *. Er machte sich, durch neid er regt, An deine liebe kinder, und ward, eh sie es recht erwegt, mit lift ihr überwinder; Er bracht in die vergnügte bruft Den saamen der verbotnen luft Ein heimlich mißvergnügen. 9. Dis elend wird nun fort geerbt Auf alle menschen- kinder z So stamm als weige sind vers derbt; Der fluch trifft alle fünder. Die erste schönheit ist dahin, Der schlangen gift hat leib und sinn Durchkrochen und verwüstet. 10. O HErr! laß uns in deinem licht Den schweren fall erkennen. Verwirf uns, die gefallne, nicht, Die wir dich schöpfer nennen. Hilf uns durch Chriftum wieder auf, und mach uns tüchtig, une fern lauf Zur ewigkeit zu richten. von dem aus dem Falle ente standenen Verderben des Menschen. und zwar 1.Von dem geistlichen Plens de und Verderben. 6. Es ließ ihr herz, durch stolz bethårt, Sich von dem feinde neigen; Sie wollten, von dir abges lehrt, Aus hochmuht höher steis Mel. HerrJEfuChrißt du höchstes. sen. Und dir, dem höchten wefen, 737. AdGott! wie wird Der Derbi 476 Bon dem menschlichen Elende, und zwas berbt Empfangen und gebohren! Der mensch wird der geschöpfe Die fünde wird ihm angeerbt; knecht; Denn der gebraucht sie Dein bild ist gar verlohren. Der ungerecht, Der erst ihr herr gewes alte mensch, das fleisch und blut, fen. Das weder gutes denkt noch thut, Macht ihn dem satan ähnlich. 2. Du stellteft ihn aus erde dar, Nicht, daß er irdisch werde. Dies weil der mensch dir ähnlich war, Hieng er nicht an der erde: Denn fein verstand war weiß und klug, Im willen hatt' er kräfte gnug, Was himmlisch ist, zu suchen. 3. Wie du gerecht und heilig bift, So war des bildes zierde. Wie deine liebe göttlich ist, So war auch die begierde Des men schen in der liebe rein; Gein leib follt auch nicht sterblich seyu: Jhm bienten die geschöpfe. 4. Dis ebenbild ist ganz und gar Durch Adams fall verlohren. Von dem, der erst dein bildniß war, Ward bald sein bild gebohren, Ein Adams- bild, ein fünden- bild, Der ruhm, der vor dem höch Sen gilt, Ist weg; wir sind nun funder. s. Die erbschuld ist nun von natur Uns allen angeerbet, So daß der mensch durch lufte nur In irrthum sich verderbet. Die eigne luft, die uns regiert, Die leicht empfängt und bald ge: biert, Macht, daß wir fleisch vom Meische. 6. Den geift* vernimmt nicht der 8. Ach GOtt! so groß ist meine schuld, Ich kann es nicht verhehs len: Jedoch der reichthum deiner huld Ist auch nicht zu erzählen. Im alten menschen bin ich alt, Doch du erneureft die gestalt In JEsu, dir zum bilde. bild, Muß für die menschen siers 9. Der sohn, des vaters ebens ben, Den ruhm, der vor dem höchsten gilt, uns wieder zu ers werben. Er ward, doch ohne sünd' uns gleich, und stiftete fein gnaden- reich, Daß wir ihm ähn lich würden. 10. HErr! durch sein leiden, tod und grab Hilf mir mich selbs bekämpfen. Dem alten menschen fag ich ab, Sein herrschen will ich dampfen. todes pein, Gecreuzigt und ges Er soll, kraft deiner tödtet seyn, In JEsu tod bes graben. 11. So schaff in mir den neuen der Gottes werk und bildniß seiß, und seine glaubens- waffen, heißt, In Chrifto neu erschaffen; Damit ich, wenn die welt vergeht, Nach deinem bild erwache. Und wenn mein corper aufersteht, Mel. Auf meinen lieben GOtt 2c. allgemeine noht! dichten: Die weisheit ist ihm nicht Nach Adams fünden falle Sind bekannt, Was geistlich ist zu rich-[ feine kinder alle In Adams schuld ten. Im willen ist er ganz und gar gebohren, und von natur vers Nicht gut, und trachtet immerdarlohren. Nach dem verbotnen bösen. 2. In Adam fielen wir, und * den geist GOttes 1.Cor. 2, 14. feine schuld wird mir, Als hätt 7. Drum wird der fünden fold ich selbst gegessen, mit rechte zus der tod; Die erde wird zur erden. gemesseit. In ihm ward ich ein Daher kömt auch die feelen- noht, fünder, Wie alle seine kinder. Daß wir verdammlich werden. 2. Hier ist tein unterschied; GOtt, von dem geistlichen Verderben des Menschen. GOtt, der vom himmel sieht Auf aller menschen wandeln, Sieht, daß wir thdricht handeln. Das dichten ist verblendet, Das trach ten abgewendet. 4. So bin ich menschen- kind, Wie alle menschen sind, zu allem guten träge, und suche böse wege. Die wurzel aller fünden Ist auch in mir zu finden. 477 von natur verlohren! Der fünden gift hat die natur So gar ver, derbt, daß keine spur Des guten mehr zu finden. 7. So allgemein die schuld, So groß ist auch die huld. Mit allen Adams erben mußt ich des todes sterben. Der allen heil erworben, Ist auch für mich gestorben. 8. Nun so bekenn ich dir, Mein GOtt! vergib du mir. Du blei best der gerechte, Und wir sind böse Inechte. Wer mag vor dir beste: ben, Vor dein gerichte gehen? 9. HErr! habe nur geduld. Du rechnest Adams schuld Uns billig ju jum sterben; Doch willt du dei nen erben, Die glauben, heil und leben Durch Christum wieder geben. 2. Dein ebenbild, wozu du mic In Adam erst geschaffen, Ist ganz verlohren; nun trag' ichDer sünden schudde waffen. Es ist in mir nun keine kraft, Die etwas guts und heiligs schafft, Das dir, mein 5. Ich leugne solches nicht. Al- GOtt! gefalle. lein mein GOtt verspricht: Wie fein gesen uns alle Verdammet nach dem falle; So will er sich der armen, Die fünder sind, erbarmen. 6. Das ist gewißlich wahr: Ein fünder bin ich zwar; Doch JEsus mußt auf erden Ein heil für alle werden, Und uns aus satans rachen Erldsen, selig machen. 10. So wahr ich fündhaft bin, So fefte glaubt mein sinn: Der andre mensch in gnaden Macht von des ersten schaden Und schuld mich los und ledig. Gott! fev mir fünder gnädig! 3. Aus eigner kraft kann ich dich nicht Als meinen GOtt erkennen, Dich auch, nach wahrer kindess pflicht, Nicht meinen vater nens nen. Es fehlt mir wahre lieb' und treu, Es fehlt mir kindes- furcht und scheu, und herzliches vers trauen. 4. Mein will ist ganz und gar verderbt, kann nichts als widers streben, Kann, weil ihm fünden ans geerbt, Dir nie gehorsam leben z Er folgt allein der bösen luft, Unt thut, wie dir, mein GOtt! bewußt, Was dein wort untersaget. 5. Ich fühle ftets der fünden triebDurch alle meine glieder, Ich thu, was dir und mir nicht lieb, Was dir und mir zuwider. Ich ars mer! wer erlöst mich doch Von dies sem schweren fünden- joch, Vom leibe dieses todes? 6. 3war bin ich, HErr! als ich getauft, Durch deinen geift erneus et; Von sünden bin ich zwar ers kauft, Doch noch nicht ganz bes freyet. Die bittre wurzel bringt in mir noch immer böse frucht berfür, Die sich in werken zeiget. 7. Mein herz ist immer zweis felssvoll, und hat fast kein vers trauen Zu dir, dem es doch glaus ben foll; Ift fiets voll angst und grauen, Jft voll geiz, boffart, uns geduld; Und ach! wer zählt die fünden schuld, Die sich darinnen findet? 8. Was jeugt nicht meines hers zend Mel. Aus tiefer noht schrey ich zc. erechter GOtt! ich 739. bin in fünd Ems pfangen und gebohren. Ich ein Berberbtes meuschen Find Bin Von dem menschlichen Elende, und zwar 478 jens grund Für fündliche gedan Pen? Wie oftmahls tritt nicht hand und mund Aus den gehorsams schranken! Der giftge brunn wird nie gestillt, Der lauter böses wass fer quillt In lüften, worten, wers ten. bosheit angefüllet! Und die bes gierden sind geneigt, Die luft, die aus dem herzien steigt, Im werle zu vollbringen. 3. Mir fehlt die kraft, dich, höchs ftes gut! Zu kennen und zu lieben. Hingegen regt sich fleisch und blut Mit fünden- vollen trieben. Dich fürcht ich und vertrau dir nicht, Ich unterlaffe meine pflicht, und thu, was dir entgegen. 9. Doch liebster vater! handle nicht mit deinem armen knechte, Vor deinem schrecklichen gericht, Nach deinem strengen rechte; Hor den, der aus der dürftigkeit Zur 4. Wer sagt, wie groß der greuel fülle deiner gnaden schreyt, Undsey, Der leib und feel beflecket? fen mir fünder gutädig! Wer macht mich von dem ausfah 10. Dein sohn ist, bin ich gleich! frey, Der mein her; angeftecket? verderbt, Ju heiligkeit empfan- So groß die noht, so hart dis joch, gen, Hat weder fünden- schuld ges So wenig weiß ich armer doch erbt, Noch misfethat begangen; Mich davon los zu reiffen. Drum laß mich doch durch diesen rein, Durch sein empfängniß hei lig seyn, Und tilge meine fünden. 11. Um Chrifti willen schone mein, Laß die verborgne sünden Der erb schuld ganz vergeben feyn, Die missethat verschwinden; Ach felle sie ja nie ins licht Vor Dein gerechtes angesicht, Daß sie mich nicht beschämen. 12. Sieh auf den allerliebsten sohn, Den du mir selbst gegeben 8um mittler, heil und gnaden thron; Ach laß mich in ihm leben, Daß seine unschuld alles deckt, Was an mir fündlich und befleckt, Damit ich dir gefalle. Mel. HErr JEsu Christ du zc. ch Gott! wie sehr 740.21 bin ich verderbr s. Doch jest komm ich in wahrer reu, Und bitte dich von herzen, Mein JEsu! hilf mir, und befrep Die feele folcher schmerzen, Und dessen, was sie sonst beschwert, Was ihre lebens kraft verzehrt; Soust muß ich untersinken. 6. Wen rufich sonst um rettung an, als dich, mein heil und les ben! Du bist allein, der helfen kann, Du mußt mir rettung geben. Drum mach mich durch dein blut und tod Von fünden rein, daß ich vor GOtt Gerecht erfunden werde. 7. Du weißt, o JEsu! was mir fehlt, Du kannst nach deinem wils len Die noht vertreiben, die mich quählt, und meinen jammer fillen; Du willt es auch, drum trau ich fest, Daß du mich nicht in Durch böfen gift der fünden, Die angst verläßt: Du beißt und bis mir von Adam angeerbt! Wo follia JEfus! ich rettung finden? Es ist mein elend viel und groß; Es ist vor deinen augen bloß, Wie tief mein berz verdorben. Mel. HErr GOtt der du erforsch: ilf Gott! wie hat 741. die eitelkeit Uns 2. Wie schrecklich ist nicht mein menschen so vernichtet, Daß fast verstand Mit finsterniß umhüllet, kein alter, keine zeit Was gutes Der wille von dir al gewaubt, it' mebr verrichtet! Ob mans vom ans 479 von dem geistlichen Verderben des Menschen anfang bis zum end Auch über dem tod Und von dem himmel bds leget, kehrt und wendt; Muß man es doch bekennen: Worauf man sezzet herz und sinn Von kind beit bis ins alter hiit, If eitelkeit ren. zu nennen. 2. Die ersten jahre gehn vorbey Unwissend, wie bey thieren. Man schläft, man treibet kinderen, Nichts weises ist zu spüren.dmmt mit den kraften der verstand: So wächst die bosheit auch zur hand, Die steckt ins knaben herzen. Wenn nun die zucht und scharfe thut; Bringts ihm verdruß und zu schmerzen. 3. Die jugend, so nach frechheit firebt, Die suchet hin und wieder Wie man in freud und wollust lebt, Misbraucht gefunde glieder. Man fähret zu mit unbedacht, Das künftige wird nicht betracht, Bum guten ist man tråge: Auf zucht und tugend man nicht denkt, Nur herz und sinn man da bin lenkt, Bu gehn die krummen 6.Ach GOtt! ach sieh dis elend an, und hilf, daß wir ben jeiten Abtreten von der breiten bahn Der sünd und eitelkeiten: Gib kraft von oben her, daß wir Das flüchtig eitle wesen hier Für nichts, ja schädlich achten, Und nach dem wahren gut allein, Das uns dort soll beständig seyn, Zeit unsers lebens trachten. wege. 4. Das männlich alter folgt darauf, Und rühmt sich grosser thaten: Man will da immer hoch binauf Und über alle rahten; Der ehr- gei; macht zu zank und streit Ein solches herz gar leicht be reit, Das sich allein hoch schåget: Ob auch noch etwas guts gefchicht, Giebt man doch Gott die ehre nicht; Er wird hintan gefeget. 5. Wenns alter tommt, so lås fet sich Der geiz rechtschaffen blit len: Da spielet man sehr mei Kerlich Mit bösen rank und tütlen. Man forget und hat wenig ruh; Denn man gedenket immer tu, Sein irdisch gut zu mehren; Der leib wird schwach und voller obti Doch mag man unsern von Mel. 3. Mein GOtt ich bin jest: was sind wir 742.2 ne Jesu? Dürfe tig, arm und jammerlich, Voll bes drängniß, noht und elend. JEsu! drum erbarme dich; Laß dich unfre noht bewegen, Die wir dir zu füſ feu legen. 2. Wir sind ohne dich, o JEsu! Nichts als lauter finsterniß. Ach wie heftig drückt und quählet Uns der giftge schlangen- biß: Dieses gift steigt zu dem herzen, Und ers weckt gehaufte schmerzen. 3. Ohne dich, getreuer JEsu! Schreckt uns teufel, höll und tod, Ja, mich setzet die verdammniß Sonst in zittern, angst und noht, Mein gewissen will erwachen, Und der abgrund scheint zu krachen. 4. Ohne dich, herzliebster JE fu! Kömmt man nicht durch diese welt; Weil sie faft auf allen wes gen Unsern füffen neße ftellt. Sie kann trogen, sie kann heucheln, Und betrügt uns durch ihr schmeis cheln. <. Ach wie kraftlos, theurer JEsu! Nichten sich die kranten auf. Unsre macht ist lauter ohne macht, Durch den ganzen lebenss lauf: Denn man sieht uns, da wir wallen, Defters ftraucheln, vielmahl fallen. 6. Darum fark uns, liebster JE, 480 Bon dem menschlichen Elende, und zwar JEfu! Gey in finsterniß das licht:, erd, und auch daraus erbauet; Deffne unfre hersens- angen, Zeig Der würmer fpeise, die nicht Dein freundlich angesicht; Strahl wehrt, Daß mich dein aug' ans auf uns mit lebens- blicken, Die schauet. HErr! alles dis ist dir uns herz und feel erquicken. bekannt; Entziehest du mir deine hand, So muß ich schnell verges hen. 7. Tritt den fatan, starker JE fu! Unter unsern schwachen fuß. Geh uns, deiner braut entgegen, Gib uns deinen segens Fuß; Laß uns himmelsfreuden spühren, Und kein leiden mehr berühren. 8. Leit uns selber, süffer JEsu! Führ uns durch den fchmalen steg. Laß uns unermüdet wallen, Führ uns stets den rechten weg. Laß uns strick und ne entgehen, und Aja nicht zurücke sehen. 9. Ach! dein geist der Fraft, HErr JEsu! Gebe unserm geifte fraft, Dir stets brünstig nachzu wandeln, Nach der liebe eigen [ haft; Mache du uns selber tüchtig, So ist unser wandel richtig. 2. Von dem leiblichen lende. Mel. HErr JEfu Chrift du zc. Ser 4. Ich bin ein mensch, und habe hie nur kurze zeit zu leben; Mein leben ist mit unruh, müh und hers seleid umgeben; Ich bin wie nichts, und muß davon. Mein leib serfällt als ftaub und thon, Wenn du mich hart angreifeft. 6. Was ist, das man vom leben 10. Dann erschallet dir, o JE findt, Als nur den blossen nas fu! Lob und dank aus herzens men; Der tod berückt uns so ges grund: Dann soll alles jubiliren; schwind, Als einen fisch der has Dann erhebt dich herz und mund, men: Je mehr es steigt, je mehr es Dann wird dort und hier auf erfällt: So schnell es eilet durch die Den JEfus hochgelobet werden. welt, So schnell läuft es zum ende. zebaoth! Daß ich mich unterfange Mit dir zu re den: ach die noht Macht mir jezt angst und bange! Ach wehe mir, erbarmst du dich, mein vater! nicht bald über mich, So bin ich ganz verlohren. 2. Ach GOtt! der ersten eltern fall Und was auf mich geerbet, hat mich elenden überall An leib und feel verderbet: Ich kann aus eig nen kraften nun Nichts gutes denken, reden, thun; Nur hab ich lust sum argen. 2. Ich bin nur afche, faub und 5. Wie blumen zwar voll ans muht stehn, Wenn sich der soms mer findet, Bald aber welken und vergehn: Wie schatten flieht und schwindet, Wie eine wafferblaf entsteht, In eil zerplaßt und schnell vergeht; So ist dis arme leben. 7.Dis wissen wir: doch kann nies mand Die rodes- ftunde wissen. Es ist und bleibet unbekannt, Wenn wir Wer noch munter, jung und stark, Muß oft vor abend in den farg, Und uns verhofft erblaffen. * 8. HErr! bilf mir, daß ich nicht vergeb; Laß mich in dir vers bleiben, und weder elend, schmers noch weh, Noch leiden von dir treis ben. Ich bin doch dein geschöpf und werk, Du bist mein heil und meine stårk, Drum laß mich nicht verderben. 9. Gedenke nicht der ersten fchuld, Darin ich bin empfangen. Vergib durch deine lieb' und huld, was ich bier felbfi begangen. Ich bens von dem leiblichen Elende des Menschen. benge, Gott! vor dir allhie In bemuht meines herzens knie, Du wollft dich mein erbarmen. 10. Komm mit zu hülfe, meine kraft! Durch dich werd ich erhalten. Du lebensbrunn! gib le bens saft, Laß mich nicht schnell erkalten. Du bist mein licht und herrlichkeit, Erscheine mir in angst und leid, So werd ich in die tebent. Mel. Herzlich thut mich verlang cb 48 straffe, Die mich zur heimat führt, Wo GOtt mich ohne maasse Mit freud und wonne ziert. 6. Mein wohnhaus is dort oben, Wo aller engel heer Den groffen herrscher loben; Der hims mel, luft und meer In seinen häns den tråget, Und für und für ers hält; Der alles hebt und leget, Nachdem es ihm gefällt. 7. Dahin steht mein verlans gen, Da wünsch ich sehnlich bin. Ich bin die welt durchs gangen, Daß ich fast müde bin. Je find ich lust, Die meinem geist gefalle; Weil alles tobt und wust. 744. erden, hier ist kein fester stand; Der himmel soll mir werden, Da ist mein vaterland. Hie reiß ich nur zum grabe, 3u 8. Die welt ift viel zu bdje, Den ber gewünschten ruh; und diese GOttes- gabeSchließt auch die ats Beit zu. 2. Was ist mein ganzes wefen Von meiner jugend an, Als müh und noht, gewesen? So lang ich denken kann, Hab ich so manchen morgen, So manche liebe nacht, Mit kummer und mit sorgen Des beriens sugebracht. trübfäl ist zu viel: Drum komm mein GOtt! erlöse Mich, wenn dein rahtschluß will. Komm, math ein selig ende In meiner wans derschaft; Und was mich kränkt, das wende Durch deine guadens kraft. 9. Wo ich bisher geseffen, JA nicht mein rechtes haus. Mein siel ist abgemeffen; ft dis nutt einsten dus, So scheid ich dann mit frieden, So leg ich alles ab t Und wenn ich abgeschieden, Bes decket mich das grab. io. Du aber meine freude, Du meines lebens licht! Du zieht mich, wenn ich scheide, Hin vok dein angesicht Ins haus dek ewgen wonne, Da ich stets freus den voll, Gleich als die helle fonne, Nebst andern leuchten foll; 3. Hat mich auf meinen wegen Nicht mancher sturm erschreckt? Hat donner, blik und regen Mir nicht viel angst erweckt? Verfol gung, haß und neiden muß ich oft ohne schuld Mit angst und schmers jen leiden; Doch trág ichs mit ge dulb. 4. Hier ist ein fammer- leben, Das voll mühseligkeit; Doch Bleib ich Gott ergeben, und tras ge sthiner; und leid. Es muß ia durchgedrungen, Es muß gelits 11. Da will ich ewig wohnen, ten seyn; Wer hier nicht wol ges rungen, Geht nicht zum himmel ein. Doch nicht mehr als ein gast, Bey denen, die mit cronen Du schön geschmücket haft; Da win ich herrlich singen von deinem groffen thunund, frey von schnd den dingen, In meinem erbtheil rubu. i. Gott will ich treu verbleiben, und nur in dieser welt Mein wert, als pilgrim, treiben; Sie ist ein fremdes ielt, Sie ist nur eine 482 Von dem menschlichen Elende, und zwaz 745.21% Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c.| kaum mehr schreyn; Die angs Ich wie so manches verzehrt und drückt mich sehr. ungelücke Betrifft Ach wenn ich doch im himmel den menschen weil er lebt! Daß war. er fast alle augenblicke Jn sorge, furcht und kummer schwebt; Das macht das leben hart uno schwer: Ach wer doch in dem himmel war. 2. Es mag uns noch so glücklich gehen; So wird die lust doch oft vergällt, und muß ein jeglicher ges stehen: Es sey der ganze kreis der welt Nichts, als ein groffes un glücks meer. Ach wer doch in dem himmel war. 3. Die findheit muß viel noht erfahren, Die sich schon in der wie gezeigt: Ind wenn das alter mit ben jahren Zur höchsten lebensfuffe fteigt; Ift man doch nie von forgen leer. Ach wer doch in dem bimmel war. Bald muß der leib viel Ichmerzen leiden, und bald ist das gemühte trank. Bald sieht man gute Freunde scheiden, Bald des bermögens untergang; 8. Die welt will mich zwar gern erquicken, Allein ihr labsal reicht nicht zu. Ich kann noch nirgend was erblicken Von einer rechten seelen- ruh; Nach jener ruh vers langt mich sehr. Ach wenn ich doch im himmel war. 9. So fahrt denn hin, ihreitels teiten! Du aber, JEsu! halt mich fest, Daß ich nicht etwa möge gleiten, Da nun mein sinn die welt verläßt, Da ich zu dir allein mich kehr. Ach wenn ich doch im himmel war. 10. Nun gute macht, du jeits lich leben! Sorg, elend, jammer, angst und noht, Womit der arme mensch umgeben, Go lange bis er starr und todt. Das ist mein herps liches begehr: Ach wenn ich bald im himmel wär. Bald Mel. Kommt her zu mir spricht 2, Schreckes uns ein trieges beer. Ach wer doch in dem himmer 746.D, Gott! biſt aufs fer aller zeit Von ewigkeit zu ewigkeit: Eh als dis war. f. Jest föhrt man uns in unwelt gestanden, Warst du schon ferm glauben, Daß man nicht ru was du ieko bist: Und bleibst, big beten kann; Jest will man uns wenn alles nicht mehr ist, Doch die freyheit rauben, und legt uns immerfort vorhanden. gleichfam feffet an; Jest kränkt uns etwas ohngefehr. Ach wer Doch in dem himmel war. 6. Spührt man nun so viel un gewiter, Go lange man die wett durchreist; Und ist das leben so gar bitter, Wenn es auch noch so köftlich heißt: So feufit mein herz um desto mehr: Ach wenn ich nur im himmel war. 2. Hingegen ach! wir menschen sind Vergänglich, flüchtig, rauch und wind. Auf dein wort sind wie kommen, Besehen kaum den ers den- treis; Und werden straks, auf dein geheiß, Auch wieder wegges nommen. 3. Wir fahren bin gleich wis ein traum, Bergeln wie sehatten, reif und schaum, Wie eine wass 7. Ich bin des lebens fatt und fer- blase: Der zeit gewalt eilt mit müde, Ach JEsu! ende meine uns fort, ie mit den wolken thut pein. Es weiß mein her; von teis der nord, ie berba- luft mit dem nem friebe Der matte mund lang grafe. 4. Wenn von dem leiblichen Elende des Menschen. 493 4. Wenn der und jener auch macht, HErr! dein gerechter jorn s vielleicht Ein gutes antheil jahr Weil wir in fünden sind gebohrn erreicht; Was wird es groß ver- Und dein gebot nicht halten. fangen Bey dir, dem sich nichts gleichen mag, Wo tausend jahr als wie ein tag, Der gestern kaum verden: Eh man es meint, reißt er uns gangen. 4. Darum wir auch von deinem grimm So schnell verzehret wers um, und legt uns in die erden. Wir bringen ohne raft und ruh, Wie ein geschwäß, dis leben zu, Und fliehen schnell von hinnen. 1. Wie lang dis leben währen lann, So ist es dennoch um und an Nur arbeit, angst und leiden: 5. Ach wie gar nichts ist unfre Angst ist, was uns zur welt ges biert, Angst, was uns hier begleizeit, HErr, gegen dich zu rechnen! tet, führt, und einsten heisset schei- Du bist ein GOtt von ewigkeit, Wer kann dir widersprechen? Du bleibest immer für und für, Ja tausend jahre sind vor dir Wie ein tag, der vergangen. den. 6. Der menschen leben aber ift Gar kurz und stets voll plagen: Noch stecken sie voll trug und lift Und laffen sich nicht sagen; Als wären sie ganz ohn gefahr, Da sie doch selten achzig fabr In ihrem lauf erreichen. 7. Lehr uns bedenken, daß wiz nun, HErr! alle sterben müssen s Daß wir flug werden, busse thun, Die zeit der gnade wiffen, Zum tos de stets bereitet stehn, Voll glaus ben aus dem leben gehn, Auf Chris stum fanft einschlafen. * 8. Kehr dich zu uns, du froms mer GOtt! In diesen bösen tagen: Errett uns nun aus unsrer noht Nach viel und langen plagen. Schaff uns doch endlich hülf und raht, Weil unsre hoffnung früh und spat Auf dich allein nur sehet. 2. Sich doch, HErr! wie uns Adams fall So schändlich hat vers Derbet! Der tod verfolgt uns über all, und ist uns angeerbet; Er steckt in unserm fleisch und bein, und Ragt die menschen groß und klein, Bis daß er sie verzehret. 9. Gib heilsam glücklich regis ment Die drangfal end' und wens de. Befördre stets zum guten end Die werke unfrer hånde; So wollen wir dich für und für, Auch unfre kinder, HErr! allhier Von herzens- grunde preifen. 1 6. Erbarmt dichs, vater! alles nicht? Stellst du doch vor dein angesicht Den greuel unsrer fünden? Ach zurne nicht mit dur rem heu, Mit rauch und staube, dampf und spreu! Ach laß uns gnade finden! 7. Des eitten lebens flucht und pein Prag unserm herzen ernstlich ein, Daß wir die bosheit fliehen, Raht suchen blos bey deinem sohn, und lebens fatt, wie Simeon, Su dir von hinnen ziehen. Del. Es ist gewißlich an der zeit zc. 747. Git! bu haft die menschen So deinen sohn bekennen, Chr als die berg' erschaffen sind, Gewußt schon her zu nennen: Du sahst sie schon im gnaden- bund, Eh noch ber weiten erden grund Durchs wort geleget worden. 3. Wir wachsen wie die blumen auf, und fallen wieder abe: Oft tråget man mit groffem hauf uns wenschen bin jum grabe. Das 10. GOtt vater, fohn und heils ger geift! Dir sey lob, preis und ehre Für alles, was du uns er. 50 2 weiß: 484 Bon dem menschlichen Elende, und zwar weift: Dein fegen sich vermehre. Imenschen leben! Wie ein nebel Erjeig uns deine gnad und gut, bald entstehet, Und auch wieder Laß uns mit willigem gemüht Dir bald vergehet; So ist unser leben, und dem nächsten dienen. fehet! 2. Ach! wie nichtig, ach! wie flüchtig Sind der menschen tage! Hålt mit laufen niemahls innen i So geht unsre zeit von hinnen. 3. Ach! wie nichtig, ach! wie flüchtig Ist der menschen freude! Wie sich wechseln stund und zeis ten, Licht und dunkel, fried und freiten; So sind unsre frdlich, keiten. Mel. JEfu meine freude zc. as 748. Und wornach wir freben? Eitel eitelkeit. Was ist unser dichten, Wollen und vers richten? Eitel müh und streit. Eis tel ist, Was man erkieft; Und die wünsche unfrer herzen Bringen angst und schmerzen. 2. Ach wie schnöd und nichtig, Ach wie schnell und flüchtig Ift die lebenszeit. Wenn wir hier auf erden Kaum gebohren werden; Droht uns neid und streit. ist leid Und traurigkeit, Da muß man mit böfen leuten Unaufhde lich ftreiten. Da 3. Dieses unser leben Pflegt sich anzuheben mit viel creaz und noht; Da ist eitel neiden, Gorgen, angst und leiden, Und julegt der tod; Wem gefällt Nun biese welt? Ich weiß dort ein bess fer leben, Darnach laßt uns fires ben. Melbden 36. 6. Ach! wie nichtig, ach! wie flüchtig Jft der menschen ehre! Ues ber jeren, dem man müssen Heuts füß und hände lüffen, Geht man morgen wol mit füssen. 4. Du bist was ich haffe, Welt! darum verlaffe Jch die eitelkeit. 7. Ach! wie nichtig, ach! wis Für dein schnddes wefen hab ich flüchtig Jft der menschen färte! mir erlesen Jene himmels- freud; Der sich wie ein löw' erwiesen, les Und dahin Steht mir der sinn. berworfen mit den riesen; Schlas Stetig hab ich die gedanken Den himmels- schranken. Ingen oft nur kleine drüsen. 1. Wenn ich nur die gabe Dei nes geistes habe, HErr! so bleibt Die welt Stets von mir verachtet. Wenn die seele schmachtet, und der leib serfällt: Bist du doch, O JEsu! noch, Meines herzens theil und freude, Wonne, troft und weide. 749. A 4. Ach! wie nichtig, ach! wis flüchtig ft der menschen schöns heit! Wie ein blümlein bald vers gehet, Wenn ein rauher Furms wind wehet; So ist unsre schdas heit, fehet! wie nichtig, ach! wie flüchtig Ist der s. Ach! wie nichtig, ach! wis flüchtig Ift der menschen glücke! Wie sich eine kugel drehet, Dis bald da, bald dorten stehet; So if unfer glücke, fehet! 8. Ach! wie nichtig, ach! wie flüchtig Ift der menschen wissen! Die, so wit und weisheit sieren, Wort und thaten klüglich führen i müssen oft den wit verlieren. 9. Ach! wie nichtig, ach! wie flüchtig Jkt der menschen dichten! Der die künfte lieb gewonnen, Manches schöne wert erfonnen; If dem tode nicht entronnen. 10. Ach! wie nichtig, ach! wie flüchtig Ist der menschen prangen! Der in purpur Boli, vermeffen, Und von dem leiblichen Elende des Menschen. Und als wie ein gott gesessen ,, Wird im tade bald vergessen. 11. Ach! wie nichtig, ach! wie füchtig Jft der menschen herrs fchen! Der durch macht empor gestiegen, Muß im grabe nieder liegen, und sich vor dem tode schmiegen. 12. Ach! wie nichtig, ach! wie flichtig Sind der menschen schå; je! Es fann glut und fluht entstes ben, Daß, eh wir es uns versehen, Geld und gut zu grunde gehen. <. Meinen sorgen Ift verbors 13. Ach! wie nichtig, ach! wie gen, Wo mein heil entspringet. Büchtig Sind der menschen fach fann fehlen, und erwählen, chen! Alles, alles, was wir sehen, Was mir schaden bringet.Oft hat, Muß zerfallen und vergehen: Wer wider alles hoffen, Weil mir beis Bott fürchtet, wird bestehen. ne guade offen, Mich ein reiches glück betroffen. Melodey 36.( a) 750.h! wie wichtig Und untüchtig Jft der menschen denken! Kein beginnen Kann die sinnen Zu dem guten lenten. Wir sind blind uns vor jusehen, Der verstand kann nicht verstehen, Welchen weg er müsse gehen. 2. 3war wir streben, Was im leben Nüket, auszuspühren: Unvermögen Steht entgegen Gol ches auszuführen; Was kann unfer denken machen? Fleiß und fchweiß, in sorg und wachen Trifft gar nicht das ziel der fachen. 498 barmen Kann mich armen Stets jum zwecke führen. Darum ftehe mir jur seiten; Laß mich deine band begleiten, und auf rechtem wege leiten. 4. Deine stärke Führ die werke Stets zum besten ende: Heb die plage, Die ich trage, Durch der allmacht hände. Hilf und rahte deinem tinde, Daß ich, was ich fchweres finde, Frölich mit die überwinde. 3. Schöpfer! höre, Ich verehre Dein allweis regieren; Dein er: Erßer chor. Die Litaney. 6. Dein geschicke Sucht mein glücke; Drum ich meine fachen Dir befehle, Mich nicht quable, Denn du wirsts wol machen. Deis ner weisheit will ich trauen, Und auf deine allmacht bauen: Also werd ich wunder schauen. II. In gemeiner Noht. 7. Gib, versage, Troste, plage, HErr! nach deinem willen; Dein gemühte, Das voll güte, Soil mein herze stillen. Du wirst alles dir zu ehren, Meine feligkeit zu mehren, Und zum nuß des nächsten kehren. ( a) Diese Meloden ist die vorhers gehende, nur daß die zwen ers ften zeilen derfelben ben dies fent gefange wiederhohlet werden müssen. HErr GOtt sohn, der welt beis land 3weyter chor, Eleison. Eleison. HErr GOtt heilger geift Erbarm dich über uns! Erbarm dich über uns. Syrie 751. Chrifte Kyrie Eleison. ChrifteErhöre uns, Herr GOtt vater im himmel Erbarm dich über uns! Sey uns gnädig: Berschohn uus, lieber Herre Gott! 5b 3 480 Sey uns gnädig! Hilf uns lieber HErre GOtt In gemeiner Noßt. Für allen finden Für allem irrfal Für allem übel Für des teufels trug und lift Für bösem schnellen tod Für pestilenz und theurer zeit Für frieg und blutvergieß& fent Für aufruhr und zwietracht Für hagel und ungewitter Für feuer- und waffers noht Für dem ewigen tod Durch deine beilige ge buhrt Durch deinen todes lampf und blutigen schweiß Durch dein creuz und tod Durch dein heiliges aufer: stehn und himmelfahrt In unsrer lezten noht Am jüngsten gerichte Bir arme fünder bitten Du wolleft uns erhören, lieber HErre GOtt! 78 7 S Und deine heilige chriftliche tirche regieren und führen, Alle bischoffe, pfarr herren und kirchen diener im heilsamen worte und heis ligem leben erhalten, Allen rotten und ärgernissen wehren, Alle irrige und verführte wiederbringen. Den satan unter unsere füffe treten, Ereue arbeiter in deine erns te senden, Deinen geift und kraft zum worte geben, Allen betrübten und bidden belfen und sie triften. Allen Fönigen und fürfien friede und eintracht geben, Bebüt uns lieber HErre GOtt.Hilf uns lieber HErre Erbör uns, lieber HErre GOtt. Unserm käyfer keten fieg wi der deine feinde gönnen, Unsern landes- herrn mit allen seinen gewaltigen leis ten und schützen. Unsern( unfern( Stan, Obern, schule und gemeine fegnen und bebus ten. Allen, so in noht und ge fahr sind, mit hülfe erschei nen, Allen schwangern und säu genden fröliche frucht und gedenen geben, Aller Einder und Franken pflegen und warten, Alle unschuldig gefangene los und ledig laffen, Alle wittwen und wäisen verAller menschen dich erbars theidigen und versorgen, ment, Unsern feinden, verfolgern und läfterern vergeben und sie bekehren. Die früchte auf dem lande geben und bewahren, Und uns gnädiglich erhö ren: DJEfu Chrifte Got tes fohn! O du GOttes- lamm, das der welt fünde trägt! O du GOttes- lamm, das der welt fünde erhör uns, lieber HErre Gott. Erbarm dich über uns. trägt! O du GOttes- lamm, das der well fünde trägt! Verleih uns Beten fried. Chrifie Kyrie Chrifte Beyde chöre jusammen, Korie Eleison. Amen. Erhöre uns Eleison. Eleison. 11. Jn gemeiner Noßt. 487 Wel.O GOtt du frommer GOtt., kraft Die wahre christenheit Fort Ott vater, sohn und 752.6 geift! Voll weisheit, gut und stärke, Erhöre unser flehn, Erhdre, HErr! und merke, Sieh an all unsre noht; Erbarm dich gnädiglich, Erbarme dich, o HErr! DHErr, erbarme dich! 2. Wir fallen dir zu fuß, Du wolleft unfer schohnen, uns nicht nach unserm thun, nicht nach ver dienste lohnen; Gib, daß durch dei ne hulf lins allen feel und leib, Auch ehre, haab und gut, Ohn als Ten schaden bleib. wachset und sich mehrt Durchs band der einigkeit. 8. Erhalt in reiner lehr Unb heilig frommen leben, Die sich in deinem dienst In tirch und fchulen geben; Daß sie in deiner ernt Seyn fleissig und getreu, Und führen mehr und mehr Des wors tes traft dabey. 9. Die sect- und rotten dampf, Den ärgernissen wehre; Und die den irrweg gehn, Durch deinen geift belehre. Laß uns nichts fus chen sonst In unserm chriftens thum, Als nur des nächsten nug und deines namens ruhni. 10. Laß die doch überall Mit schanden untergehen, Die deinem geist und wort Halsstarrig widers stehen. Schüß deine kleine heerd, Und gib ihr immerdar Troft, rets tung, hulf und rath In trübfal und gefahr. * 11. Laß alle könige, Regens ten, fürsten, herren, und alleobrigkeit, Sie sey nah oder fers ren, Erwegen oft ben sich, Von went da sey ihr amt, Daß fie es führen wol Und friedlich insges sammt. **. GOtt vater! hilf uns doch, Wir bitten dich von herzen 12. Gib unserm täyser glück Durch deines sohns gebuhrt, Blut schweiß, creuz, tod und Und fried zu allen zeiten; Schüg schmerzen, Auch durch sein aufer: unsern landes herrn Mit seinen Kehn Und seinen himmels: gang land und leuten. Gib heilsam res Hilf uns, HErr unser GOtt! Algiment, Gib nahrung, nug, und unser lebelang. 2 3. Behût uns, trener GOtt! Für satans trug und tücken, Daß er durch seine liftuns ja nicht kann berücken. Laß uns auch niemahls thun, Was hier der bösen welt Und unserm fünden- fleisch Belies bet und gefällt. 4. Für irrthum, sünd und schand In gnaden uns behüte: Bewahr uns immerdar Durch deine macht und gute Für theurung, frieg und pek, Für feur und wassers- noht, Für schnell und bösem end, und für dem ewgen tod. 6. Verleih uns auch, daß wir Auf fein unschuldig leiden Und heiliges verbienst Aus dieser welt abscheiden. Hilf uns, o HErr! hilf uns, HErr! verlaß uns nicht In unsrer lezten noht, Am Hünftigen gericht. * 7. HErr! gib, daß deine kirch Im ganzen Freis der erden Durch beinen heilgen geift Regieret ms 88 werden; Daß durch desselben frucht, Auch fleiffig treu gefind. und gute kindersucht. 13. HErr! allen, die in engk; n noht und creuz sich finden, Mit deiner hulf erschein, Daß sie es überwinden; Die schwangern wol entbind, Die saugenden ers halt, Der finder pfleg, wie auch Der kranten mannigfalt. 14. Erldse die, so nicht Von wegen übelthaten, Nur durch neid, unglück, baß Ju bande find Hb4 gts 488 In semeiner Noht. serahten. Die wittwen schüß und; 2. Wir fallen dir zu fuß, Da trift. In ihrem trauer- stand, Die wollest unser schohnen, uns nicht waifen auch versorg Durch all nach unserm thun, Nicht nach macht deiner hand. 15. Die traurigen erfreu; Rett durch deine hülf uns immer feel verdienste lohnen: Gib, daß alle, die dir klagen, Daß sie im und leib, Auch ehre, haab und gut elend seyn, Daß treiber sie noch| Ohn allen schaden bleib. plagen. HErr! aller menschen 3. O vater! hilf uns doch, dich Erbarme, sie bekehr, und deis wir bitten dich von Herzen aer gnad und hülf An leib und feel Durch deines sohns gebuhrt, gewähr. 16. Die uns zuwider seyn, schmerzen, Auch durch sein aufs Blut- schweiß, creuz, tod und Den molleft du vergeben; Verleih erstehn, und seinen himmel- gang 3 daß fie binfort Stets friedlich Hilf uns, HErr unser GOtt! All mit uns leben: Gib, daß wir wie unser lebelang. Derum Dem, der uns leid gethan, Vergeben, und in noht Uns feiner nehmen an. 4. Beschütze deine kirch, und weil sie stets muß kämpfen; So 17. Die früchte auf dem land bilf der feinde macht und liftgen Bollst du uns, HErr! bewahren anschlag dämpfen: Erhalte bis Für hagel, und wodurch kann scha aus end Auch, HErr! an unferm De wiederfahren: Thu auf die milDe band: Hilf, daß wir allzeit auch Dir dafür dankbar senn Bep måf figem gebrauch. ort Den reinen gottesdienst, Dein feligmachend wort. s. Gib allgemeinen fried, Daß deine kirch auf erden und unser * 18. O JEsu GOttes fohn! vaterland Erquicket möge wers In gnaden uns erhöre; O JEsu den; Behüt für theurung, pes, Chrißte! hilf Zu deines namens Für wasfers: noht und brand ebre: O JEsu GOttes lamm, Gib heilsam regiment, Gib glüd Du heil der christenheit! Erbarm zu allem stand. Dich über uns, Sib friede, troft und freud. 6. Errett uns all aus noht, 19. GOtt vater, sohn und wende gnådig ab Furcht, elend, Die wir darinnen stecken: Ach geist, Voll weisheit, gut und angst und schrecken. Sen unser Bärte! Erhöre unfer flehu, Erhs- schuß und raht, GOtt! brich das reErr und merke; Sieh an all unske noht; Erbarm dich gnås diglich, Erbarme dich, o HErr! O HErr! erbarme dich. och inzwey, und mach uns übers all Bon plag und drangfal frey. * 7. O JEsu GOttes fohn! In gnaden uns erhöre; O JEsu Mel. O GOtt du frommer 2c. Christe! hilf Zu deines namens Ott vater, fohn ehre. O JEfu, GOttes lamm, 753.0 und geist, Voll Du heil der christenheit! Erbarm weisheit, gut und stärke! Erhs- dich über uns, Gib friede, trof re unfer flehn, Erhöre, HErr! und und freud. merte, Sieh an all unsre noht; 8. GOtt vater, sohn und Erbarm dich gnädiglich, Erbarme geift, Voll weisheit, gut und Dich, HErr! OHErr! erbarme stärke, Erhdre unser flehn, Erhöre Dich. HErr! und merke; Sieb an all unf In gemeiner Noht 489 anfre noht: Erbarm dich gnäs fohn! O JEfu Chriß, du gnas diglich, Erbarme dich, o HErr! den- thron! O JEfu Chriß, du GOttes lamm! Das aller welt & Herr! erbarme dich. fünd auf sich nahm; Erbarmne dich, bör unfre bitt, Erbarme dich, gib Mel. Vater unfer im himmelr. 754. Err, der du guad beinen fried. und verheißt, GOtt vater, fohn und heilger geift, Du heiligste brepeinigteit, Erbarm dich deiner christenheit! Erbarm dich, HErr, du treuer Bott! Erbarm dich, HErr, in aller noht! 2. Verschohn uns, GOtt, ach GOtt! verschohn, Und uns nicht nach verdienste lohn: Gedent an eine groffe grab, Vergib uns un groſſe missethat: Gib, daß uns gut, seel und leib Durch deine bülf ohn schaden bleib. vater! 3. Wir bitten dich, noch um Chrifti willen, hilf uns Doch: Durch sein' gebuhrt, blutschweiß und noht, Durch seine wunden, creus und tod, Auch auferstehn und himmel- gang, Hilf uns, HErr! unser lebelang. 4. Verleihe, daß bey reiner Tehr Auch gottesfurcht sich ben uns mehr; Daß man die jugend wol erzicht, All ärgerniß und füns den flieht: Hilf, daß mit schanden untergehn, Die deinem worte widerstehn. 8. Err! der du gnad und pulf verheißt, GOtt vater, sohn und beilger geist, Du heiligste dreps einigkeit! Erbarm dich deiner christenheit, Erbarm dich, Here, du treuer GOtt! Erbarme dich in aller noht. Mel. O GOtt du frommer 2c. 755. ott vater, böre doch Nach deiner grossen güte, Was unser blöder mund und trauriges gemühte In unfrer angst und noht Nicht wol vorbringen kann. OHErr! bilf uns, o HErr! Sieh uns in gnaden an. 2. Du weißt all unser leid, Du Lennest unfre plagen: Ach trößt uns, lieber GOtt! Und laß uns nicht verzagen. Es ftehet ja bey dir und deiner starken hand: Wend ab die schwere straf, und rette unser land. 3. Gedent der fünden nicht, Die wir begangen haben So viel und manches jahr: Da wir oft deine gaben Verachtet und miss braucht, Die bosheit fortgefent, Und ohne furcht und seheu Dein rach- schwert mehr gewegt. 4.Ach schohne. HErrach schoha! Wir fall'n dir in die arme: Jest ist die gnadenzeit, In gnaden dich erbarme: Laß deine gut und treu, Die uns bisher gefrift't, Auch binfort grösser seyn, Als unfre fünde ift. 1. Wir lassen eh nicht ab, Big du dich zu uns neigest: Wir seus sen fort und fort, Bis du uns haff ericigeft. Err! Deine allmache 165 . Laß die regenten insgesammt Sorgfältig feyn in ihrem amt: Den landes herrn(* Die obrig: Leit) und unsern ort Beschüß und fegne immerfort: Gib heilsam friedlich regiment, Pest, theurung, unglück von uns wend. 6. All denen, die in nohten seyn, Mit rettung, hülf und troft er fchein: Zerbrich das joch, nimm weg die laft, Womit du sie beleget baft: Durch deine allmacht, gut und treu Mach sie von plag und Drangfal frey. 7. O JEfu Chriße, GOttes 490 In gemeiner Noht. Fann Mit einem wort allein Uns Für wassers- noht und brand; Gib retten kräftiglich Aus trübfal, heilsam regiment, Gib glück in angst und pein. allem stand. * 6. HErr! wir bekennen es, Wir 13. Errett uns all aus noht, Die babens wol verdienet: Doch hat wir darinnen stecken: Ach! wende bein lieber sohn Uns völlig aus: gnädig ab Furcht, elend, angst und Befühnet, Da er am creußes schrecken: Sen unser schuß und ftamm Für unfre misſethat Zum raht, Gott! brich das joch in lieblichen geruch Sich dir gezwey, Und mach uns überall Von opfert hat. ? 7. Wir können, auffer ihn, Für uns und unsre fünden Kein ander löse geld, Kein ander opfer fin ben: Der eingebohrne sohn Der ifts, den tragen wir Dir, vater! allemahl Zum füffen opfer für. 8. Ach! den hochheilgen leib Ans creuz für uns gehenket, Das rofinfarbne blut, mit welchem er uns trånket, Das bringen wir vor dich.In wahrer reu und leid, Im glauben und gebet, GOtt aller gütigkeit! 9. D vater! du wirst la Dis opfer nicht verachten, Das sich fo williglich Für uns hat laffen Schlachten. Es ist dasselbe lamm, Mel. Vater unser im himmele. Auf welches ist gelegt Die fünd 756.Err! der du unſer der ganzen welt, Die es alleine trägt. vater bist, O mehrs ter heiland JEsu Christ! O süsser trost, o heilger geist! Dreyeinger Gott! der hülfe leift; Erhalte deis ner tirchen wel, Mach alle lehrer 10. Darauf vertrauen wir, Drum laß uns nicht verderben: Nimm an deins lieben sohns Gegeistes voll. buhrt, creus, leiden, sterben, und heilig auferstehn, Für unsrer våter fchuld, Auch selbst begangne fünd, Und schenk uns deine huld. 11. Beschüß, HErr! deine kirch; Und weil sie stets muß kämpfen, So bilf der feinde macht und liftgen anschlag dämpfen: Erhalte bis ans end Auch HErr! an unserm ørt Den reinen gottesdienst, Dein feligmachend wort. plag und drangfal frey. 14. Für diese wolthat all, Die du uns wirft erweisen, O vater! wollen wir Hernach dich immer preisen, und deine gnad und gut Und deines namens ehr In steter dankbarkeit Ausbreiten mehr und mehr. 15. Hierauf so sprechen wir In JEfu Chrifti namen Auf trüglich wort Ein glaubig freus dig amen. OJEfu Chrift! durch dich und dein verdienst allein Wird alles ganz gewiß Ja, ia! und amen seyn. 12. Gib allgemeinen fried, Daß beine tirch auf erden und unser waterland Erquicket mdge werdea: Bebüt für theurung, peft, 2. Erhalt dein wort und facras ment, Wehr dem, der und von folchen trenut. Brich aller feinde joch inzwen, Und mache die bes drängte fren. Laß deine firch im wachsthum stehn, Und nichts als güldnen frieben sehr. 3. Regiere unsre obrigkeit, Daß sie dein lob und ehr ausbreit, Die unterthanen wol regiert, Und einen guten wandel führt. schmücke sie zu jederzeit So gnade als gerechtigkeit. 4.Sey unsers kaysers schuß und hort, Lent sein herz auf dein veines wort. Halt unsers tonigs baupt In gemeiner Noht. Baupt beglückt, mit alter, heil und ruhm geschmückt; Schutz den beschüßer deiner lehr, Und allen feinen feinden wehr. 5. Bau unsers Königs hohes baus, und breite deffen macht weit aus, Laß stamin und zweig' im flore ftehn; Laß uns stets einen erben fehn, Der thron und cron und chur besigt, und unser land im friede schüßt. 6. Gib seinen rähten weisen raht, Befördre selber raht und that Zu unser aller wolergehn, Laß selbst ihr wol im flore stehn; Nimm unsre stadt(* unsern ort*) und ganzes land In deine treue Bater- hand. 491 2. Erbarm dich deiner bösen Enecht, Wir bitten guad und nicht das recht. Denn so du, HErr! den rechten lohn Uns geben willt nach unserm thun; So muß die ganze welt vergehn, und kann kein mensch vor dir bestehn. 3. Ach HErr und GOtt! durch deine treu Steh uns mit troft und rettung ben: Beweis uns deine grosse gnad, Und straf uns nicht nach unsrer that. Wohn uns mit deiner gute bey, Dein zorn und grimm fern von uns sey. 4. Warum willt du so zornig feyn Auf uns, als arme würmes lein? Weißt du doch wol, du groffer GOtt! Daß wir nichts sind als erd und koht: Es ist ja unfre schwachheit nicht Verborg'n vor deinem angesicht. r. Die fünd hat uns verderbet sehr, Der teufel plagt uns noch vielmehr; Die welt, auch unser fleisch und blut Uns zu verführen niemahls ruht. Solch elend kenns du, HErr! wir flehn, Ach laß es dir zu herzen gehn! 6. Gedenk an Chrifti bittern tod, Sieh an sein' heilge wuns den roht, Die sind ja für die ganje weit Die zahlung und das 9. Ofrommer GOtt! was nüßlöfe geld; Deß trösten wir uns lich ist, Das schenk uns doch zu allezeit, und hoffen auf barmhers leder frist. Gib uns dich, als das sigkeit. böchste gut, Gib was der feele ndhtig thut, Auch was des Leibes nohtdurft heißt: Daß unser berz dich lobt und preis. 7. Lçit uns mit deiner rechten hand, und segn' uns ferner stadt und land! Gib uns allzeit dein heilig wort, Behüt fürs teufels lift und mord. Beschehr ein felig stündelein, Auf daß wir ewig ben dir senn. 7. Schüß uns für frieg, peft, theurer zeit, und gib uns fried und fruchtbarkeit; Gib berg- und falzwerk deitt gedeyn, Laß alle nahrung glücklich seyn; Gib al len, die in hungers noht und dürftig sind, ihr täglich brot. 8. Sey wittw- und wäisen zugethan, Nimm dich der alt- und fchwachen an: Bewahr, o HErr! die schwangre wol, Die jugend mache tugend- voll: Bewahr die eh für schmerz und weh, Die unter drückten, HErr! erhöh. Mel. Vater unser im himmelr. 757. Nimm von uns, HErr, du treuer GOtt! Die schwere straf und grosse noht, Die wir mit fünden ohne zahl, Verdienet haben allzumahl: Be büt für krieg und theurer jeit, Für feuchen, feur und grossem leid. 758. Wend ab beinen in gnaden, Und laß nicht wüten deine schwere ruhte: Nicht und nicht ftreng nach unfern misfethas ten, Soudern nach gute. 1. Denn 493 In gemeiner Noht. 2. Denn so du wollteft nach vers Mel. Aus tiefer noht schrey zc. Diense strafen, Wer könnte deinen in was grimm und zorn ertragen? Es müßt 760.sefahr und noht sergehen, was du, HErr! geschafs fen, Für deinen plagen. 3. Vergib uns gnädig unsre groffe schulden, Laß deine gnade aber das recht walten: Ach GOtt! ach schohn nach deiner groffen huis de Uns zu erhalten. Wir jest zusammen schweben! Ges sicherung gegeben: Ruf mich nug denke, daß du, treuer GOtt! Vers an zur zeit der noht, So rett ich dich, dein HErr und GOtt. Drum rufen wir: HErr! hilf uns. 2. HErr! dieser hülfe sind wir 4. Sind wir doch arme würmer, staub und erden, Mit erb- iwar nicht wehrt, als grosse füns fund, schwachheit, noht und tod der; Doch finden sich noch hier beladen: Ach! warum sollen wir und dar Viel deiner frommen tins au nichte werden In zorn ohnder: Um deren willen schicke du gutaben? Uns rettung, raht und hülfe ju, In diesen groffen nöhten. f. Sieh an deins sohnes creuz und bitter leiden, Der uns erlöset hat mit seinem blute, Und gar er Öffnen läßt sein herz und feite Der welt zu gute. 6. Darum, ach vater! laß uns nicht verderben, Durch Christum vollst du geist und gnade geben: Mach uns sammtihm deshimmel geiches erben, Mit dir zu leben. 4. Laß dir die viele kinder doch Zugleich zu herzen gehen, Als die, was link und recht ist, noch Aus Uch! schaue sie mitleidig an, Wie du in Ninive gethan* 1 Schohn uns um ihrent willen.* on. 4, 11. s. Weil sünder, welches mögs lich ist, Sich noch bekehren föns nen; So wirst du ihnen jezt noch 2. Die obern leit mit deiner frift und raum zur busse gönnen. hand, Beschüß und segne unser Du willt ja HErr! nicht ihren tods land, Gib allerends dein heilig Drum laß die allgemeine noht wort, Wend ab peft, theurung, Sie nicht sammt uns verderben. Frieg und mord: All denen, die 6. HErr! würde sich dein gross In udhten seyn, Mit rettung, hülffer ruhm nicht unter uns vers Und troft erschein. mindern, Wo du dein erb' und eis genthum, Mit allen deinen lins dern In solcher trübfal unters gehn, Und in gefahr ohn hülfe fehn, Und jezt verderben läsfest. Mel. Bater unser im himmelr. 759. an Chrifti tod, Sieh an deins sohnes wunden roht, Die sind ia für die ganze welt Die #ahlung und das Idse geld; Deß trößten wir uns allezeit, und hofs fent auf barmherzigkeit. 3. Der frommen anzahl is war klein, Die dieses land bes wohnen; Doch, würden auch nur zehne seyn, Wirst du des landes schonen: Damit dein strenges ftraf- gericht Die frommen, nebs den bösen, nicht Zugteich verders ben möge. 3. Amen, dis alles werde wahr: Erhör und hilf uns immers bar, O vater in dem höchsten hron! Durch Chriftum deinen Gingen sohn: Daß du, dein sohn, nd beider geift In allen von uns 7. Wiewol dis alles dienet nicht, Die hülfe zu erzwingen: Daber wir vor dein angesicht Ein andee In gemeiner Noht. 493 anber mittel bringen, Die bitte, 3. Hierauf so rufen wit ju bit Die dein theurer sohn Für uns abs legt; drum vater! schohn Um Dieses mittlers willent. 8. Laß seine wunden, creuz und tod Dein vater: herz erweichen. Laß darum diese grosse noht Ihr ende bald erreichen. Durch seine marter, quahl und pein Laß das verderben ferne seyn, und gnädig von uns eilen. In Chrifto deinem sohne; Wie flehn und seufzen mit begier, Se gnädig, HErr! und schohne. Wend ab die wolverdiente noht, Dein grimm uns heftig schreckt und droht, Uch HErr! uns nicht vers stoffe. 9. HErr unser GOtt! wir lies gen hier Vor dir auf unsern knien, Wir lassen auch nicht ab von dir, Bis du uns dis verliehen. Wir hoffen feftiglich darauf, und hdren nicht mit beten auf, Bis du uns, HErr! geholfen. 10. Nun, trener vater! laffe dir Die noht zu herzen gehen, und die gefahr, darinnen wir Im ganzen lande gehen. Errett uns balb durch deine hand, Daß wir und unser armes land Beschüßt erhals ten bleiben. 11. Wir wollen für die hülfe Dich Von ganzem Herzen preisen; Und was der schwachheit halber fich Auhier nicht läßt erweisen: Das wollen wir zu seiner zeit Bus fammen in der ewigteit Durch ewig lob ersekeit. Del. Aus tiefer noht schrey ich ze. Err! ftraf uns nicht 4. Lap es mit uns nicht gar feyn aus, Wie unsre feinde hoffen. Laß uns dein heiligthum und haus Noch ferner stehen offen. Den feind von unsern grenzen tag, Mach, daß ihm her und muht vers jag, Wehr allen, die gerit kriegen. in wir es wol verdienen. Wir sind sonst ganz und gar verlohrn. Ach laß dich doch verfühnen Durch deines Sohnes theures Blut, Das gnug für alle fünde thut, Die wir begangen haben. *. Hilf, HErr! daß wie die güldne zeit Der heimsuchung eks kennen: Behüt für theurung, krieg und streit, Für wasser, pest und brennen. Ach sey uns gnás dig, HErre GOtt! Ach sey und gnädig in der noht, Auf deine gut wir hoffen. 2. HErr! weil die überhäufte fund, Die nimmermehr zu zählen, ins leid von ganzem Herzen sind; Sen gnädig unsrer feelen. Dich fammert ia des fünders noht, Haft nicht gefall'n an seinem tod, und willt nur, daß ex løbs. 6. Erlenchte unsre herjen nutt Mit deines geistes gaben, Daß wiz rechtschaffne buffe than, Dich stets vor augen haben; Der wol vers dienten straf entgehn, und ewigs lich dein antlig fehn, Durch Jes fum Christum, amen. 762.Wenn wir in höchfien ndhten seyn, Unb wiffen nicht wo aus noch ein, Und finden weder hülf noch raht, Ob : 2. So ist dis unfer troft allein, Daß wir zusammen insgemein Dich sehrlich bitten, treuerGott! Um rettung aus der angst und noht: 3. Und heben unser aug' und hert zu dir in wahrer reu und schmerz, Flehn um der fünden vergebung, und aller grafen litte derung. 4. Die du verheisfest gnädiglic an denen, die drum bitten die In namen deins fobis fu Ebrik, In gemeiner Noßt. 494 Chrift, Der unfer heil und für Sprech'r ift. * 6. Sich nicht an unsre sünde groß, Sprich uns davon aus gnaden los. Stehuns in unserm elend bey, Mach uns von allen plagen frey. kleine beerde Allerents geängse werde. s. Drum kommen wir, o Her re GOtt! Und klagen dir all unsre noht: Weil wir jest stehn verlafthum fen gar In groffer trübsal und gefahr. 4. Reine Lehre vorzubringen Manches orts verboten ist: Irrs andern aufzudringen, Brauchet man gewalt und lift. Gottesfurcht wird nicht geacht, Sondern nur dahin getracht, Wie man seines herzens willen Auch mit fünden mög erfüllen. 8. GOtt vater, sohn und beilger geift, Von dem uns alle gnade fleußt! Hilf uns, die wir bein erbe seyn, Du bist ja unser GOtt allein. s. Ja kein mitleid, kein erbars men Ist da, wo man kriege führt; Man beraubt und quählt die ars men, Denen hulf und schuß ges 7. Auf daß von herzen können wir Nachmahls mit freuden dan Fen dir, Gehorsam seyn nach dei- bührt. Man sieht, wie man sie nem wort, Dich allzeit preisen hier und dort. auszehrt, Ohne ende ganz vers heert, Jnsgemein auch so bes schwere, Ob kein GOtt im himmel wäre. 6. Noch sind sonst viel fromme berzen, Die int creuz und elend fenn, Die in krankheit, angst und schmerzen, In anfechtung, noht und pein: Oder die zu ihrem lohn haben neid, haß, spott und hohn, Wenn sie nicht in bösen sachen Wollen in der welt mit machen. Mel. JEfu deine heilge wunden Dion spricht: ich bin 763.3 verlaffen GOtt vergißt mein ganz und gar; Er * 7. Ach HErr! siehe an unt will nicht zu herzen fassen Meine höre, Die da seufzen fort und fort. trübsal und gefahr. Aber findt Hilf, daß übung reiner lehre Sey sich wol ein weib, Das den sohn und bleib an allem ort; Daß man von ihrem leib nicht gern faßt in nicht einander haß, Deine wahrs thre arme, und sich über ihn erheit nicht verlaß, Auch nach sols barme? cher möge streben Heilig und ges recht zu leben. 2. Ob auch eine mutter follte Haben solch ein feinern herz, Daß 8. Die gewaltigen der erden fie ganz nicht achten wollte Ihres Laß doch stiften fried und ruh: Laß Findes noht und schmerz: So ver sie feind den kriegen werden, und geffe ich doch nicht Meine vater- barneben sehen zu, Daß krieg, treu und pflicht; Du bist mir im elend, noht und plag Ueberall aufs bergen blieben, und in meine hand hören mag: Daß die arme vor geschrieben. GOtt treten, Freudig für die obern 3. Dieses haft du, HErr! verbeten. sprochen; Es ist ia dein eignes 9. Denen, die in noht sich fins wort, Das du nimmermehr gebro, den, In betrübniß, sorg und leid, chen, Sondern hältst es immers Gib, daß sie es überwinden, Wars fort: Darum sich auch nun und ten deiner stund und zeit. Vater! bor, wie sich quahl und noht hilf doch gnädiglich, Daß dein vermehr; Schau, wie deine aion freue fich, wir auch denn im und war ut Abwendung der Krieges- Noht. 493 Im himmel oben Allesammt dich Daß gut und treu zu jeder jeit, ewig loben. Und friede und gerechtigkeit Sid tüffen und begegnen: 7. Daß treu auf erden wachsen kann, Recht auch vom himmel schaue: Auf daß hinführo jeders Mel.WoGOtt der HErr nicht bey. 764. mann Sein mit Err, der du vor Geholfen deinem lande, Jacobs gefangie auch der last Befreyet und der bande: Der vormahls auch aus lauter gnad Deins volkes sünd und misserhat Bedecket und vergeben: 2. Der vormahls auch die iam mer stimm Der armen stets erhs ret, und deines zorus gerechten grimm In gnad und huld verkeh ret; Trößt uns nun, unser heil und GOtt! Errett uns aus der groffen noht: Laß all' ungnade fallen. Daß uns der HErr so gutes thu, und doch gerechtigkeit dazu m schwange vor ihm bleibe. * 8. Dis alles, water! werde wahr, Du wollest es erfüllen: Erhör und hilfuns immerdar Um JEfu Chrifti willen; Denn dein, HErr! ist allezeit Von nun an bis in ewigkeit Das reich, die macht und ehre. r. Ach, daß man einmahl hdren sollt GOtt reden und zusagen, Wie er selbst rettung schaffen (* friede geben*) wollt, und tils gen alle plagen: Daß unser land nicht gar verderb, Und daß sein volt und heilig erb Auf thorheit nicht gerahte. Um Abwendung der Kries ges- Vioht, um beständis gen frieden. Mel. Du friedefürs HErr JE. Jahr Wie feuer brennen lagen 765.Wol dem! der rub 3. Ach zürnest du denn immerdar, Ohn ende, ziel und maaffen? Willt du grimm viele lassen? Geht shi' erbarmen dein gericht? Willt du uns, HErr! erquit len nicht, Daß wir uns deiner freuen? und friede hat, Dem weder furcht noch streit Das furze leben früh und spat In dieser bösen zeit, Bey müh und noht, Bey thránen- brot, Betrübt und fauez machet. 4. Ogroffer GOtt! erbarm dich doch, Es steht in deinen händen; 2. Wer mit dem HErrn in Du kannst allein das schwere joch freundschaft steht, Mit menschen Der drangsal von uns wenden. friedlich lebt, Dem zwiespalt aus Erzeig uns gnad, und hilf uns, dem wege geht, Und nur nach HErr! Um deines groffen namens eintracht strebt; Der schläft und ehr; Reiß uns aus unsern nöh- wacht, Wenns blitt und fracht ten. Mit ruhigem gewissen. 3. Doch dem wird nur dis glüc beschehrt, Der glaubig und getren Den höchsten liebet, fürchtet, ehre, und keine heuchelen Noch falschen raht, In wort und that, Beliebet und erwählet. 4. Drum, HErr! weil du den frieden giebst; Gib doch denselbeg auch Den deinen, die du herzlich liebst, Die du, nach vaters brauch, Als schuß und hort, noch immer land, Wenn man die tugend übet,' fort Wit preis und ebre crdnes. 6. Doch zeigt er die hulfreiche band, Wo man ihn fürcht't und liebet; Daß ehre wohnt in unserm 5. 88 496 In gemeiner Noht. d 5. Bewahre ferner dieses land, treiben! Wer sich von arbeit nähe Für mord und kriegs geschren, und mache hoch und niedern stand Von noht und kummer frey; Daß Dein geschlecht, Nebst heil und recht, Den friedens- Blzweig führe. ret, kannBey brot und ehren bleis ben. Der land- mann wartet vieh und feld, Und wenn er seine saat bestellt; So erntet er in frieden. 6. Hierbey laß uns mit jeder mann In lieb und freundschaft tehn; Laß jeden, wie er immer tann, Auf friedens- wegen gehn. end alles leid, Tritt zank und Freit, HErr zebaoth! ju boden. 4. In unserm lande raaft kein schwert, Unschuldige zu tödten; Es bleibt von feinden unverheert, und frey von allen nöhten. Man lachet böser leute truk, Die obrigs keit verschafft uns schuk, Wir köns nen sicher schlafen. 7. Weil JEsus uns mit dir vers s. Allein was hört man für bes föhnt So schenk uns deine huld; schwer von vielen andern lans Und gib, wenn man uns schmäht den! Wie kläglich geht es da nicht und höhnt, Nebst sanftmuht auch Ber, Wo krieges noht vorhanden! geduld; Und wenn der feind Es bs- Weil schwert und hunger mans fe meint, Ein ruhiges gewiffen. 2 chen frißt, Weil da die pest nicht ferne ist, Nebst raub, brand, noht und jammer. 8. Und kommt des lebens schluß Berbey, So hilf, daß geift und muht In die still und gelassen sey; Daß ich, durch Christi blut, Nach freit und leid, Aus dieser zeit mit fried und freuden fahre. 9. Dann will ich in der friedensfladt, Wo zwietracht, haß und streit und aller krieg ein ende hat, In ruh und sicherheit, Ohn ende Bört Bey dir, mein bort! Die fries, Dents- weige brechen. 6. GOtt lbb! es macht uns beis ne treu Von den gefährlichkeiten Bis diesen tag in gnaden frey. Gib ferner stille jeiten; Breit überall den frieden aus, Und treibe krieg und streit hinaus: Gib ruh in uns ferit grenzen. och raum und frist gegeben, Daß jeder von uns immer zu Sein att und werk in fried und ruh Berrichtet und vollendet. 7. Wenn auch der feind schon auf uns gieng; HErr! wolleft du ihm wehrent. Leg' in die naß ihm einen ring, Heiß ihn zurücke kehren. Beschüß die riegel unsrek thor, Hilf der gerechtigkeit ems por, Daß fried und recht sich túffen. 766. beine Del. Es ist gewißlich an der zeit. Err GOtt! wir los ben macht, Wit preifen deine gute, Die uns so väterlich bewacht, Mit freudis 8.Gib allen mächtigen den finn, gent gemühte; Dieweil du kriegs- Daß sie doch friede halten, Und gefahr und leid Von uns bis fezt durch gerechtigkeit forthin Jh* auf diese zeit, Aus gnaden abgesamt in ruh verwalten; So wollen wendet. wir denn für und für Die gnadens reiche gut' allhier Mit Herz und inunde rühmen. 2. Wir häufen täglich unfre schuld Durch unser böses leben; Allein du haft uns, voll geduld, 9. GOtt vater, sohn und heils ger geift! Für solche hohe gnaden Sey jest und immerdar gepreift: Bewahr uns fort für schaden, Und gib, daß künftig immerfort Glid, fried und ruh an unserm ort Bes Bev *. Wię ruhig kann der handelsmant Šein west und bandel: ständig grün und blübs. and zwar am Abwendung der Strieges- Roht. 497 Bey herannabender AriesuDu molleft uns boch seben. 7. DHErr! wir fallen bir gü ges- Gefahr. Daß wir gesammt durch wahrebuß Auch beffern unser leben; Daß wie nicht selbst, an unserm theil, Ver. Hindern dieses groffe heil, In frieb und ruh zu leben. Mel. Wo GOtt der HErr nicht. GOtt! wir treten 767.298 hie vor dich Mit traurigem gemühte: Wir bitten dich demühtiglich, Rett uns durch deine gute. Schau wie die groffe Friegs gefahr Sich zu uns naht, und ganz und gar uns zu verders ben drauet. 2. Gedenke, vater! ist nicht mehr, Daß wirs verdienet haben. Gedenke nicht, daß wir so sehr Geschändet deine gaben. Wir haz ben sie viel jahr und zeit Zum pracht, zur wollust, üppigkeit und schwelgeren misbrauchet. 8. Breit allerends um unser land Die flügel deiner gnaden. Beschütz und fegne jeden stand. Für drangfal, noht und schaden. Wir wollen solche gütigkeit und vater- treu zu jederzeit Mit dank, barkeit erheben. 6. Der kin'ge herzen, raht and fan Haft du ia, HErr! in handen: Du kannst sie auch allein dahin, Wo dirs beliebet, wenden. Ach neig sie kräftiglich dazu, Daß sie doch halten fried und rub, Und als lem jammer Beureu. Mel. O GOtt du frommer ze. treuer 768. Gott! Die noht, so uns betroffen; Das unrecht haben wir Wie waffer eingesof fen: Doch dis ist unser trost, Du bist voll gütigkeit, Du nimmst die strafe weg, Wenn uns die sünde 3. Wir haben unsern neben: thrift Gedrückt und oft betro: gen: Durch schein des rechts, gewalt und list, Das sein' ihm oft entzogen: Darum sich nun die strafe findt; Ach! unsre un- reut. erkannte fünd Wird öffentlich vers golten. 4. Verzeih uns solche missethat Um JEfu Chrifti willen, Der für uns deinen eifer hat Am creuze wollen stillen: Da ist die schuld auf ihn gelegt, Er ist das lamm, das für uns trägt Die sünd und fünden- strafe. s. Um dessen willen hilf uns nu, Und höre unsre klagen. Verleih uns wieder fried und ruh, Daß niemand uns darf plagen. Er barm, o HErr! erbarme dich, und rett uns alle gnädiglich Von krieg und kriegs- beschwerden. 2. Wir liegen hier vor dir, Bes reuen unsre fünden: Ach laß uns gnad und huld Vor deinen augen finden! Treib kriegs- gefahr zurück Durch deine starke hand, Verleid uns fried und ruh, Schüß unser vaterland. 3. Erhalte deine kirch In diesen lezten zeiten, Da teufel, höll und welt Sie überall bestreiten. Dein ist die sach, o GOtt! Drum wach, und mach dich auf; Schlag eine wagenburg Um deinen kleinen hauf. 4. Laß alle menschen fehn, Lag iedermann erfahren, Du eben seyf der GOtt, Der sein volk treu bewahren und hülfe senden kann, Wenn niemand hülfe weiß. Das für sagt alles volk Dir dank, lob, ehr und preis. s. Hierauf so sprechen wir n JEfu Chrifti namen Auf sein un gi träglich 498 In gemeiner Noht und zwar trüglich wort, Ein gläubig freus gnad, Daß wir nicht treiben da. big amen! JEfu Chriß durch mit schers, Der unsrer seelen dich und dein verdienst allein schadt. O JEfu Chrift! Allein du Wird alles ganz gewiß Ja, ia! und bist, Der solches kann ausrichten. amen! seyn. Mel. Singen wir aus herzensgr. reuer 770. rael! Deiner freut fich leib und seel, Du nur weissest 769. DherrJefuChrift, alles leid Deiner armen chriftens Du wahrer mensch und GOtt! Der unfee starke zuflucht ist Im leben und im tod: Drum wir al lein Im namen dein Zu deinem vater schreien. heit: Odu wächter! der du nicht Schläft noch schlummerst, zu uns richt Dein hulfreiches angesicht. 2. Recht grosse noht fällt uns test an Vou krieg und ungemach, Daraus uns niemand helfen kann Als du; drum führ die fach: Den vater bitt, und uits vertritt, Daß uns sein zorn nicht sirafe. 2. Schau, wie grosse noht und quahl Trifft dein volk jest überal! Täglich wird der trübfal mehr; Hilf, ach hilf! schüß beine ehr. Wir verderben, wir vergehn, Wie wir schon vor augen sehn, Wo du uns nicht wirst beystehn. Bey gegenwärtiger Krie ges- obt. 3. Gedenk, o HErr GOtt! an dein amt, Daß du ein fried fürst bift: Und hilf uns gnädig insge: fammt Jesund zu dieser frist. Laß uns hinfert Dein göttlich wort Ja friede långer hören. 4. Zwar wir verdienen straf und pein, und leidens mit gebuld: Doch deine gnad soll grösser seyn, Als unsre sünd und schuld; Darum vergib Nach deiner lieb', Die du fest zu uns trăgest. 5. Es ist groß elend und gefahr, o pestilen; regiert: Allein viel ardffer ist fürwahr, Wo krieg ge führet wird; Da wird veracht't, Und nicht betracht't, Was recht und Idblich wäre. 6. Da fragt man nicht nach chrbarkeit, Nach zucht und nach gericht: Dein wort liegt auch zu folcher zeit, Und geht im schwange nicht: Drum hilf uns, HErr! Ereib von uns fern Krieg und all schädlich wesen. 7. Erleucht doch unsern finn aud bers Durch deines geißes 3. Hoherpriester JEfu Chrift! Der du eingegangen bist In das heiligste zu Gott, Durch deitt creuz und bittern tod: Uns vers föhnt mit deinem blut, Ausges löscht der höllen glut, Wieder, bracht das höchste gut: 4. Sisest auch ins vaters reich, Ihm an macht und ehren gleich, unser einger gnaden- thron, GOt tes allerliebster sohn, Den er in dem herzen trägt, Deffen fürbitt ihn bewegt, Daß er kein gebet abschlägt. 5. Kläglich schreien wir zu dir, Klopfen an die gnaden thür, Wir dein volk und eigenthum, Theur erkauft zu deinem ruhm. Err! wir sind nach dir genennt, Deines vaters zorn abwend, Der aniel wie feuer brennt. 6. Zeig ihm deine wunden roht, Halt ihm vor dein creuz und todi Und was du sonst mehr gethan, Zeig ihm unfernt wegen au.Sage, daß du unsre schuld Schon bejats let in geduld, Uns erlanget grat und buld. 1.9e, 499 am Abwendung der Krieges oht. lick. 7. JEsu! der du JEfus heißt, freuen sich und dich preifen ewig Als ein JEsus hülfe leist. Hilf mit deiner starken hand, Mens fchen hulf hat sich gewandt: Eine mauer um uns bau, Daß dem feinde dafür grau, Und mit zittern fie anschau. Du beschüßer unsrer feel! Gott mit uns in aller noht, Gott um uns, und in unsGOtt, GOtt für uns zu aller zeit: Troß sey dem, der uns thut leid, GOttes straf ist ihm bereit. 9. Du des vaters starker arm! Komm und unser dich erbarm: Beig uns jego deine macht, Drauf wir hoffen tag und nacht. Unfrer feinde schaar zertrenn, Daß dich alle welt erkenn, Aller herren HErren nenn. 10. Andre traun auf ihre kraft, Auf ihr glück und ritterschaft: Deine chriften traun auf dich, Auf dich traun wir festiglich: Laß nicht werden uns zu schand; Schüße uns und unser land, Uns fre noht ist dir bekannt. 11. Gürte dein schwert an die feit, als ein held, und für uns streit: Und zerschmertre deine feind So vietihe auf erden seynd. Auf die hälfe tritt du ihn'n, Leg' sie dir zum schemel hin, und brich thren stolzen sinn. 12. Du bist ja der held und mann, der den kriegen steuren tann, Welcher spieß und schwert terbricht, Der die bogen macht Junicht, Der die wagen gar vers brennt, Und der menschen herzen wendt, Daß der Frieg gewinn ein 6 Dank- Lied nach wieder er. langtem frieben. Mel. Auf meinen lieben GOtt 771.Sagt GOTT dem hebt den lobgesang, Ihr alte nebst den jungen! Erhebet mund und zungen, Daß ihr den helfer preiset, Der uns den frieden weifet. 2. Dir, liebes vaterland! If leider! wol bekannt, Wie sehr der feind verheeret, und alles ausgezehret: Dis unglück wird geendet, Weil GOtt den frieden sendet. 3. Erhebt GOtt immerdar hr, welche die gefahr Des krieges hart geplaget, Von haus und hof geiaget: GOtt bricht nun schwert und waffen, Und will uns friede schaffen. 4. Sagt unser lebelang Jhm ehre, preis und dank; Er legt bas kriegen nieder, Und giebt den fries den wieder; So daß der fried erquicket, Was erst der krieg gedrücket. <. Was hat uns seine hand Für schätze zugewandt! Dieweil wir alle gaben In friede ruhig haben, Wodurch wir hier auf erden Be glückt und frölich werden. 6. Nun, GOtt! wir loben dich, und danken ewiglich, Daß du, was uns geplaget, Nun gnädig fortgeiaget, Und uns in diesem Leben Nun fried und ruh gege, ben. 13. JEsu, wahrer friede: 7. Hilf doch durch deine tren fürft! Der der schlangen kopf zer: Daß er beständig sey; Laß uns in knirscht, uns durch seinen creu unsern jahren Den frieg nicht jestod Wiederbracht den fried mehr erfahren; Laß uns im ben GOtt! Gib uns friede friede fierben Und deins rub cr. gnädiglich, Co wird dein solterben. gi a 8. Dein 500 In gemeiner Noht und zwar s. Dein geist, HErv! lehr uns haben dich Oft freventlich Mit auch Des friedens rechten brauch, übelthun betrübet. Daß uns die friedens- zeiten Zur buß und beßrung leiten; und wir Durch neue fünden nicht neuen krieg entzünden. 6. Doch handle nicht, liebreicher GOtt! Ach handle nicht, HErr zebaoth! Mit uns nach unser fünden: Nein, vater! nein, Laß uns allein Für recht izt gnade fins den. 7. Ach schenk uns doch aus gü tigkeit Die schuld, die uns von herzen leid, und laß uns nicht verderben; Ach sprich uns frey, Und sich uns bey, Daß wir nicht plöglich sterben. 9. Dis alles wollst du nun, HErr GOtt! aus gnaden thun, Sprich selbst das ja und amen Uns, die wir deinen namen Hier und im himmel oben Ohn alles ende loben. Um Abwendung der Pest and anderer anstecken= den Seuchen. Wenn die Pest sich zu unsern Grenzen nahet. Mel. In dich hab ich gehoffet ze. 772.2 Gott, du unfer lebens- licht, HErr 10. So wollen wir, voll dank, anfre burg und zuversicht, Du trost und heil der armen! Wir barkeit, Dich, höchster vater! jederzeit Von Herzen ehren, bitten dich Demühtiglich, Erzeis preisen, und denn auch dort, 9. Beschüß uns, HErr! mit deiner hand, Beschüße dieses gans ze land, Sammt allem was wir has ben: Verlaß uns nie, Erfüll uns früh mit deiner gnade gaben. uns doch erbarmen. O wehrter hort! Dir ewig lob erweisen. 2. Wir bören(* sehen*) HErr! daß ist die pest Sich hin und wies Der(* unter uns stark*) merken läßt, Sie fånget an zu wüten; Drum flehen wir, Du wollst dafür Uns gnaden- voll behüten. 8. Nimm unsers armen lebens wahr, und schüß uns gnädig für gefahr Des leibes und der seelen: Laß, ewges licht! Kein übel nicht uns tödten oder qualen. 3. Ach straf uns nicht, o höch: ftes gut! In deines strengen zors nes wuht, Mit dieser bösen feuche; Hilf uns, o GOtt! Daß nicht die uoht In unsre häufer schleiche. 4. Zwar könntest du, o treuer bort! Auch unser land und diesen ort Durch feuch' und pest ver: heeren, und ganz und gar Uns fünd'se schaar Aufreiben und vers jehren. s. Wir haben dir oft widers #rebt. Und öfters arg vor dir ges lebt, Biel misſethat verübet; in Mel. Aus tiefer noht schrey ich. erechter Gott! 773. uns liegt im sinn Die schwere straf und plage, Ta in der näh viel werden hin Gerils fen alle tage: Denn ach! die pek, dein scharfer pfeil, Fliegt da hers um in schneller eil Von einem ort zum andern. 2. Wir alle müssen nun vor dir, O groffer GOtt! bekennen, Dein grimm hab' ursach, auch allhier, Und wider uns, ju brennen: Weil wir ja leider! insgemein Nicht im geringsten frömmer seyn, Als die du jezt heimfucheft. 3. Deshalben treten wir vor dich am Abwendung der Pest und ansteckenden Geuchen. dich In herzens reu und buffe, Wir fallen die demühtiglich, Gött, un fer fchur! zu fuffe: Die pest und feuchen von uns kehr, Durch deiengel, und allmacht wehr Dem verderber. 4. Ach HErr! ach zeig uns iezt dein heil, Laß uns doch vor dir le ben, und auch an dir fort haben theil; Gesundheit gib darneben. Gleichwie man dem augapfel thut, So halt du uns in deiner but, Daß wir bewahret bleiben. s. Befehl den engeln auch hinfort, Auf hånden uns zu fragen; Und mach uns frey an jedem ort Auf unserm weg von plagen: Wend ab die noht und die gefahr, Und für der pestilen; bewahr Uns, Die wir auf dich trauen. 6. Nun, vater! thu, was dir beliebt, Wir wollen dirs empfehlen. Wer sich in deinen willen giebt, Darf sich nicht angstlich quälen. Ein sperling ist sehr we. nig wehrt, und doch fällt keiner auf die erd, Wenn du es nicht verstattest. 501 Bey gegenwärtiger Peste Seuche. Mel. Vater unser im himmele. 774,2mächtiger Herr zebaoth, Du ewiger gerechter GOtt! Es drohet uns in deiner schrift Dein zorn, der alle fünder trifft; Wer dein allmäch tig wort veracht't, Reizt deines eifers ftrenge macht. 2. Wer GOtt nicht höret, wenn er ruft, Den schlägt er mit vers gifter luft. Wer GOtt nicht sucht, wer ihn verläßt, Den ftrafet er mit gift und vest. Wer übels thut und stets gethan, Dem hängt er sterbe- drüsen an. 3. HErr! wir bekennen dir mit reu, Daß unsre wunde stinkend sen: Der fünden giftiger gestan! macht uns an dieser feuche trants Es ist nur unsre missethat, Die uns die noht erwecket hat, 4.Wo laster eingeschlichen fenn, Da schleichen auch die feuchen ein; Und wo der teufel sonst res giert, Wird ein regierend gift ges ſpürt. Der todten werke ihr ges ruch Bringt uns den wolverdiens ten fluch. 7. Wir wissen, daß du alle haar Auf unserm haupt gezählet: Es dient zum besten immerdar, Was du uns auserwählet. Du wirst s. Ach vater! der gebrochne bund Reut uns von ganzem Hers uns allen groß und klein, Waszens- grund; Das groffe übel uns wird gut und selig seyu, Bis schmerzet uns, Wir schämen an das ende geben. uns uns est unfers thuns. Wir klagen selbst vor dir an, Daß wir so gar nicht recht gethan. 8. Steh denen anderswo auch bey, Die schon das unglück troffen: Gib, daß ihr glaub beständig fen, Laß in geduld sie hoffen, Daß du aus gnaden ihnen doch Mit bülfe wirft erscheinen noch, Es tomm auch wie es wolle. * 9. GOtt vater, fohn und beilaer geift! Der du zu allen zei ten Die größte gut und macht be weift In viel gefährlichkeiten: Behüt auch uns nun gnädiglich, Mel. Wer nur den liebenGOtt 2 Daß wir für alle wolthat dich 775. graf- gerichte Ber un wachen GOttes Noch bier auf erden giz 6. Verschohn uns doch nimm weg den fluch. Ach! riech den süsſesten geruch Des opfers, das der heis land that: Wir wissen font la keinen raht; Erhsr im himmel unsre biet, Wo unser JEfus uns vertritt. In gemeiner Noht und zwar 302 berhäuften fünden auf: Nun werden plszlich viel zu nichte, Und schlieffen ihren lebenslauf. Ach järne nicht, HErr JEfu Chrißt Der du im zorn auch guadig bist. 2. Du sprichst ja selbst, du feyst geduldig, Und zürneft niemahls für und für*: Giebt man sich nur der fünden schuldig, und tritt in wahrer reu zu dir. Denk an dein wort, HErr JEfu Chrift! Der du der mund der wahrheit bift. * Jeremt. 3, 12. 3. Wir folgen, wie du uns ges rahten, und sagen ohne heuchel fchein, Daß unsre fchwere miffes thaten, Wie fand am meer, unzahl JEfu Chrift! Dictweil du der der barmer bist. 4. Es will das her; für weh. muht brechen, Die augen weinen sitterlich: Der mund kann nicht viel worte sprechen, Der schwache geift betrübet sich: Ach! tröst uns doch, HErr JEfu Chrift! Der du der rechte trößter bist. gereuen, Das uns schon hart ge troffen hat. Hör unser winseln, klagen, schreien; Sey gnädig uns ferm land und stadt, und thu uns wol, HErr JEfu Chrift! Weil du die segens- quelle bist. 9. Laß unsre feelen vor dir les ben, Laß sie dir lieb und theuer seyn: So wollen wir dein lob ers heben, So preifen wir dich insges mein. Erhör uns doch, Herz JEfu Chrift! Dieweil du unser bruder bist. s. Laß uns durch deinta angst schweiß finden In aller noht den freuden muht, und mach uns rein von unsern fünden Durch dein für uns vergoßnes blut. Ver gib die schuld, HErr JEfu Chrift! Der du der fünden- tilger bist. Danksagung nach überstandes ner Pest- Seuche. Mel. HErr GOtt der du erforsch. 7. Wir bitten dich um deine wunden, um deine marter, noht und pein: Ach! laß doch unsre lebens- stunden Nicht plötlich ab gekürzet seyn: Gib raum zur buffe, JEfu Chrift! Der du von grosser langmuht bist. 8. Laß dich des übels doch un wollen 776. Niob und preis GOtt unfer belfer! bringen! Wir wollen dir, nach höchstem fleiß, mit herz und mund lobsins gen; Dieweil du uns in sterbenss noht Go treu beschüßet, daß der tod uns nicht dahin geriffent Wofür wir alle lebenslang Dir, o GOtt vater! preis und dank Von herzen sagen müssen. 2. Wir waren noch vor kurzer zeit Ein scheusal allen leuten: Sie alle wichen weit und breit Von uns auf allen seiten. Wir wurden deiner ftrafe ziel, Weil uns die peftilen; befiel, Der lohn für unsre sünden; Hier war kein mensch der sicher war, Kein ort befreyet von gefahr, Kein plaß, wo 6. Erlaß die wolverdiente strafen, Raff uns im zorn nicht aus der welt; Damit wir nicht im tud entschlafen, Wenn schleunig un- ruh zu finden. fer leib zerfällt. Erhalt uns doch, HErr JEfu Chrift! Der du der fürst des lebens bift. 3. Wir waren, höchfter! allzus mahl mit herzens- angst umgeben. In lauter trübfal, furcht und quahl Bestund das arme leben. Der tod riß täglich viel ins grab, Die noht nahm zu, die menschen ab, Die arzuen war vergebens. ichts trieb des würgers macht zurück, Es schien uns jeder augens blick Der leite unsers lebens. 4. Jedoch ein jeder von uns hat am Abwendung der Thenrung und Hungers- Noht. 503 it ernft zu dir geschrien: Drum, Als seiner hante werken: Wir hast du uns die misserhat Aus va ter treu verziehen. Du hast durch deine guaden- hand Das übel von uns abgewandt, Uns guas diglich behütet. GOtt lob und dank! wir leben noch, Da die gemeine seuche doch Betrübt um uns gewütet. fehn es mit erstaunen an, Wir könnens täglich merken; Doch will er, daß insonderheit Wir chris sten feine gütigkeit Gebührend darum bitten. 2. Deshalben rufen wir zu dir, Um deine milde gaben, Die wit, o höchster GOtt! allhier Am meis ten nähtig haben: Wir bitten nicht um überfluß, Nur was die nohtdurft haben muß An essen und an trinken. 5. GOtt lob! nun kann man ohne scheu Vergnügt beysammen les ben; Ein jeder ist der forge frey, Darin er mußte schweben. So gnädig hast du's, Gott! gemacht, Drum sind wir sämmtlich drauf bedacht, Daß wir dich würdig preis fen; Und dir für solche gütigkeit Durch unfre ganze lebenszeit Von herzen dank erweisen. 6. Lob sey dir, GOtt im höchften thron! Für deine vater- güte: Lob sagt die, JEsu GOttes fohn! Herz, lippen und gemühte: Lob fey dir, o GOtt heilger geist! Sey fest und immerdar gepreist, Daß du uns nun erhdret. Wir sind erlöset von der peft, und sehn, wer sich auf Gott verläßt, Der bleis bet unversehret. 3. Laß uns in gutem fried und rub, Was du uns giebst, genieffen: Gib dein gedeyen immerzu Zum pflanzen und begiessen. Ernehr uns, fegne dieses land, Die obrigs keit und jeden stand; Laß heil und wolfahrt blühen. 4. Gib kleider, nahrung, brot und was Zum unterhalt gehöret 1 Daß ehr und zucht shn unterlaß Sich unter uns vermehret. Gib fromme kinder und gemahl, Und laß uns sämmtlich überall Getreue nachbarn finden. 7. Die fünden- straf ist nun das <. Behût uns chriften insges mein Für geiz und nahrungs for hin, Drum stehn wir ab von fün- gen; Laß unser herz zufrieden seyn, den: In unserm GOtt- ergebnen finn Soll sich nichts böses finden. Der vorsag bleibt: der fünden lauf Hört mit der pest nun völlig auf: Nichts soll GOtt mehr erre: gen, Uns fort mit zorn und pest zu draun. Du wirst uns, HErr! bes bülflich seyn, Daß wirs erfüllen mogen. nicht angsten um den morgen. Ein jeder tag hat seine laft; Drum nehm ich an, was du mir haft für dieses mahl gegeben. Bey gegenwärtiger Sun gersoht. mel. Auf meinen lieben GOtt ze, GOtt! Kommit uns. Us Abwendung der Theu 778. Von dir, liebreicher fer täglich brot, Was hat dich doch bewogen, Daß du es uns entzos gen? Nur unfre schwere sünden. Die sich an uns befinden. rung und Sungersa Mobt.. Um die tägliche ohtdurft. Mel. Nun fret euch liebe zc. 2. Dein eiser höre auf, Brich nun der theurung lauf; Laß dich Laß uns nicht gar 777.Got giebt die nah so vieler armen, milder GOtt rung erbarmien. Ji 4 In gemeiner Noht and was verderben, und nicht durch hun, Weil du gebet erhörft; Go kommt ser sterben. zu dir im beten Auch alles fleis getreten, Weil du es alles nehrst. 3. Wir hättens zwar verdient: Jedoch wir sind verfühnt Durch Christi tod und leiden; Drum laß den hunger scheiden, Der uns antego plaget, und groß und kleis ne naget. 2. HErr! unsre groffe fünden Verdienen diese noht, Daß wir mit recht empfinden, Was uns dein wort gedroht: Ein fruchts bar erdreich soll, um seiner bürs 4. Vergiß der alten schuld, Erger willen, Nichts tragen, sie jeig uns deine huld In diesen theuren seiten, und schenk uns armen leuten Zur nohtdurft deine gaben, Den matten leib zu laben. nicht füllen. Ach! unser maaß ist voll. 304 s. Du nehrst der vågel schaar; Darum vergiß nicht gar Der halb verschmachten deinen: Hör unser flåglich weinen, Sey gnädig deis nen kindern, Laß dich den jern nicht hindern. 6. Die vater treu steht fest, Die uns nicht darben läßt; Willt du an die gedenken, So mußt du nah rung schenken, Den jungen nebst den alten Das leben zu erhalten. 3. Ach! unser beshaft leben Drückt uns nun allzuhart. Du wolleft uns vergeben Nach treuer vater- art. Die fünde trägt zwar frucht; Doch diese frucht bringt schaden: Ach HErr! vergib aus gnaden Dem, der dein antlig sucht. 9. Wir habens wol verschuldt; Drum gib uns nur geduld, So lang dis elend währet: Wird uns denn troft beschehret, So wollen wir dich oben Bey dir, und hie schon loben. 4. Ertrag uns mit erbarmen, Wir tragen herzlich reu. Erhöre doch uns armen Nach deiner wunder- treu. Du bist die zuvers sicht, Zu der wir alle flehen, Nach der wir alle sehen; Darum vers laß uns nicht. 7. HErr, unsre guversicht! Laß anfern glauben nicht In theurung untergehen, Du wirst ja bey uns stehen; Du kannst, was unfer leben Erfordert, reichlich geben. 8. Jedoch, gefällt es dir, Nimmst du durch hunger mir Dis jam mer- volle leben; Wirst du ein besvater! nahrung fatt. fers geben. Dir sey es heimgeftels let, Machs, HErr! wie dirs gefället. 5. GOtt, unser heil, ach! wende Der zeiten schweren lauf: Thu deine milde hände, Den schatz der allmacht, auf. Was nur ein leben hat, Nehrst du mit wolgefallen: Drum auf, und gib uns allen, O 6. Du rufft den nichts, o vater! Damit es etwas sey: Sey jeht auch Gott und rahter, Und hör das angst- geschren, Da uns der hunger frißt: Ja hilf uns, und erhöre Zu deiner gnaden ehre, Die immer triftlich ist. 7. HErr! deine brünnlein fliefs fen Mit waffer angefüllt; Laß und es auch genieffen, Daß uns dein heim, Bereichre sie durch wais fegen quillt. Such unsre felder Qel. Von GOtt will ich nicht zc. u reicher GOtt fern, Damit durch dein verbessern der armen, Du Einst alles wieder keim. ( chöpfer aller welt, Du vater voll 8. Laß alle frucht gerahten, Und erbarmen, Der ewis glauben bält! fbaue du das land; Erquicke seine 779.D Caaten in Feuers- und Waffers- Moht. 505 faaten mit deiner gnaden- hand; mand von uns löschen kann. O va Ja segne, was man pflügt, und ter! fen uns gnädig. mach es weich mit regen, Daß sein gewächs und segen uns wiederum vergnügt, <. HErr! stille deines zornes lauf, Gib, daß wir uns bekehs ren; Denn hört dein zorn nur erftlich auf, Wird auch der brand aufhören. Bewahr uns, HErr! wir bitten dich, und die da 18. schen, gnädiglich. O vater! fey uns gnädig. 6. Dahin, wo noch kein feuer ist, Laß doch die gluht nicht gehen Und wo der brand noch weiter frißt, Da heiß ihn stille stehen, und sprich: bis hieher komm alleini Hier sollt du ruhn und stille seyn. O vater! fen uns gnädig. In feners- und Waffers obr. In Feuers: Gefahr. 7. Wir, Sodoms art, verdies Nel. Ach GOtt vom himmel 2c. nen zwar Den schweren schwefels regen: Kaum zehn sind fromm in 780. Es hat dein zorn, der unfrer schaar; Doch laß dich, stark entbrannt, Ein feuer angestecket, Das ohne zwei fel deine hand, höchster Gott! So strafft du unsre misfechat, Die mehr, als dis, vers dienet hat. O vater! sey uns gnädig. erwecket. 2. Du lieffest auf die bösen pech, Gluht, feuer, schwefel reg ne:; Und willt dem noch, der wild und frech, Mit flamm und gluht begegnen: Soll diefes auch an uns geschehn, Wie elend wird es uns ergehn? O vater! sey uns gnädig. 9. Dein gutes überschütte Und erdu uns jahr und zeit; Es triefen Deine tritte Von fetter fruchtbar leit. Laß alles, was nur webt, Am morgen wol gedeyen, Am abend sich erfreuen: Mach frdlich, was da lebt. fehr, Wirft funken, glubt und br, heftig feuer brennet flammen: Allein dein eifer brennt vielmehr, und schlägt mit macht jusammen: Und, geht er erst voll: kommen an, Wer ist denn, der ihn löschen kann? O vater! sey ans gnädig. 4. Vergib die schuld, heil unsre feel, So wird die gluht sich stillen: Die fünden sind ihr nahrungs- dl: Und blos um deren willen, HErr! taudeß du dis feuer an, Das nies arte kinder an, Ob dis dein herz noch rühren kann. O vater! sey uns gnädig. Durch deinen reichen segen, Was 8. Hilf gnädig, und ersetze auch; wind und feuer, dampf und rauch Behüt n staub und asche legen. uns, schohne diesen ort Für gluht und brand, und sey hinfort Unsi treuer vater! gnädig. Mel. Wenn wir in höchsten ze. ein feuer aus: Beschüße menschen, vieb 781. Mein Gott! es und haus, Nicht es zu deines nes mens ruhm, Bedeck uns, HErr! dein eigenthum. 2.Jch ruf dich an in dieser noht, Beweife deine macht, o Gott! Und rett uns doch durch JEsum Christ, Wenn deine stunde koms men ist. 3. HErr! hilf und lösche guds diglich, Jest bitt ich, und dann preif ich dichi Gott, rett und Jis Duch. 506 In gemeiner Noht und zwas doch, durch Christi tod, Von dieser| So ist doch deine gnade Noch and von aller noht. gröffer, als die schuld: Du kannst uns nicht verderben, Denn Chris fti blut und sterben Erwirbt uns deine guad und huld. für Abgebrannte. Mel. Nun ruhen alle wälder. 9. Wir flehn durch seine wuns 782.Dimmervolle tage den, Wo wir ſtets beil gefunden, gib uns sich um deren wegen, Zorn grimm und eifer legen, und bleib du uns fer befter theil. 10. Es soll dir leib und leben Zu deinem dienft ergeben, und aufgeopfert fenn. Dein geißt, HErr! soll und führen, Und feders zeit regieren; Dein wort allein soll uns erfreun. Da lauter und plage Uns hart betroffen hat Ein grosses maaß voll thränen I anter ach und sehnen Jest unsre speise früh und spat. 2. GOtt hat mit schweren fira fen Den hirten mit den schaafen Im eifer angesehn; Es war das unglücksfeuer So schnell und ungeheuer, Daß niemand konnte widerstehn. 3. Wo sind doch unsre häufer! Sie wurden als die reiser Verzehret durch die glut. Wir suchen allerwegen, Wo wir doch bleiben mdgen, Gleichwie ein armer fremdling thut. 4. Man höret auf den gaffen Von denen, die verlassen, Ein Etäglich angst- geschrey: Ach weh! wer will der armen Sich fernerhin erbarmen, Wer sieht uns in dem jammer bey? <. HErr! dessen strenge rechte Uns arme sündenknechte, Wie billig, nicht verschont: Wir häuf ten nur auf gnaden Zoru, strafe, grimm und schaden, Drum hast du nach verdienst gelohnt. II. Indessen gdun uns armen, O vater! dein erbarmen, und sich uns mächtig bey, Daß fernerhin dein segen Auf allen unsern wegen Erfreulich um und bey uns sey. 7. Gedenk an deine treue, Die alle morgen neue, Gleich wie die foun, aufgeht: Du bist ja unser pater, Erhalter und berahter, Wenn gleich ein unglücks- sturm entsteht. 12. Gib wieder, was zusammen Wir in den heissen flammen Se schleunig eingebüßt. Erfülle dis begehren, Wenn solches deinen ehren und unsrer wolfahrt diens lich ist. 13. Erbaue, was zerfidhret, Und was die glut verhehret; Erseke diesen brand: So wollen wir von neuen uns deiner güte freuen! So freuet sich das ganze land. 6. Doch fallen wir in buffe Dir, höchster GOtt! zu fuffe, Er In Wassers- obt. Mel. Hilf mir mein GOtt ze. kennen unsre ſchuld: Ach! schlage 783.Wir fichn in noht, doch gelinder Auf uns erschrockne finder, und zeig uns wieder gnad and huld. Laß uns, o Die fluht nicht überschwemmen: Nimm uns in acht, Wehr ihrer macht, Du kannst sie leichtlich hemmen; Verbirg ist nicht Dein angesicht, Gedent an uns in guaden. Die tiefe draut Uns alls bereit Mit einbruch, noht und schaden. 2. Zwar haben wirwiel unrecht s. 38 groß der fünden schade; bier, wie waffer, eingefoffent Drum ben groffem Sturm und Ungewitter. 507 6. Ach GOtt! sich an die noht, Drum rauscht dein grimm Mit ungestüm, Und angst hat uns be- Das elend und den tod, Den wir troffen; Der fünden hauf Erhebt vor augen sehen, Laß dirs zu hers den lauf Des stroms, der schnellenzen gehen; Ach Gott! wir müss wogen: Allein verzeih Aus vas sent sterben, Ach hilf, eh wir vers ter- treu, Die sich uns nie ent- derben. jogen. 7. Du liesseft, GOttes lamm! An deinem creußes stamm Das blut mit strömen flieffen, Ach! laß uns deß geniessen, Ach JEsu! wir verderben, Ach! laß uns felig sterben. 8. Ach! guter geist, wir flehn, Laß uns bald rettung fehn, Und sende sie behende; Sonst gib ein selig ende, Daß, wo wir ja vers derben, Wir dennoch selig sters bent. Bey groffem Sturm und Ungewitter. Bey heftigen Donner- Ges wittern. Mel. Auf meinen lieben GOtt ze. 2. Ach GOtt! das wilde meer $ Rauſcht schrecken- voll daber, Will 785. Es feigt ein wetter alles überschwemmen; Wer will die fluhten hemmen, Wer will das für bestehen? Ach! alles muß vergehen. auf: zu GOtt hinauf, Fall ihm, durch wahre buffe Und reu, in eil zu fuffe, Daß iego meine fünden Durch Christi tod verschwinden. 2. HErr! der du gnädig bist, Ich habe JEfum Chrift In meis nen glaubens- armen, Und flebe um erbarmen; Ach! schohn um dessen willen, Er kann den eifer stillen. 3. Sey unser hort Nach deinem wort Um JEfu Chrifti willen; Wenn der uns ist nicht selbst beschützt, Wird nichts die wel len stillen. Du mußt allein Die schußwehr seyn Um unser gut und leben; Wir wollen dir, O HErr! dafür Dank, preis und thre geben. Mel. Auf meinen lieben GOtt. 784, D groß: Ach Gott! ie waffers noht if wir fliehen blos zu dir und deiner gute, Daß sie uns jezt behüte; Weil alles sich ergieffet und schrecklich auf und fliesset. 3. Es raubt die wilde fluht Uns güter, muht und blut; Dein grimm laßt ströme fliessen, die sich wie berg' ergieffen, Daß länder, städt und flecken Voll angst dafür er schrecken. 4. Vergib uns unsre schuld, Und hab, o HErr! geduld, Laß Chrifti blut verfühnen, was wir mit recht verdienen; Befreye deine schaafe Von der verdienten trafe. . HErr! deines jorns gewalt Berdirbt uns alljubald: Ach! laß, um JEfu willen, Sich sturm und wellen stillen; Man hört die Juhten schallen: Ach! laß das wass fer faller. 3. Gib mir, durch Chrifti blut, HErr! einen frohen muht, Der sich nicht knechtisch scheue, Dich liebe, deiner treue In allem kinds lich traue, Auf deine hülfe baue. 4. Ich will mit dem, was mein, In dir gelaffen seyn; Dein flügel wird uns decken, Verjage nur das schrecken; Umfaß uns, HErr! in. gnaden, Laß uns den blig nicht schaden. s. Wolan, verlaß und nicht, Skl 508 In gemeiner Noht und zwar Bleib unfre zuversicht, Daß deine, unser schohn. Ovater der barms bater- liebe Sich jetzt auch an uns herzigkeit! Straf uns ja nicht, wie übe. Wir wollen, weil wir leben, wir verschuldt: Uns ist die sunde Dir preis und ehre geben. herzlich leid, Kehr dich zu uns mit gnad und huld. Mel. Erbarm dich mein o HErre. ch 786.2 lich ist dein grimm, Wenn du stark auf den wolken gehst, und deine schwere donner fimmmit starkem krachen von dir stößt. Wir arme bldde menschen Lind Erkennen deine grosse macht: Drum wir in furcht und schrecken sind, Weils von dem himmel bligt und kracht. 7. Bedecke du mit deiner hand Leib, leben, haus, vieh, gut und 2. Die erde, die sich sonst nicht haab. Bewahr die früchte auf dem regt, Erschüttert sich jest fürchterland, Und was uns sonst dein ses lich: Wenn du nur schnaubeft, gen gab: Für schlooffen, hagel, wird bewegt Der berge grund, waffer fluht, Für feur und ans und fürchtet dich.. derm wetter- schad Halt uns, 0 Dein arm GOtt! in deiner huts So rühs men wir denn deine guad. 2 8. Du bist allein der HErr und GOtt, Dem donner, bliz, luft, feuer, wind, Dem alles stehet ist stark, dein hand ist schwer, Wenn du im zorn sie hebest auf, And wirfft die strahlen hin und her; Mit zittern treten wir zu bauf. 6. Entzünde nicht durch deinen Was du an bes fchehrt: Für donnerfchlägen uns beschüß: Halt unsern leib doch unversehrt. Sen du bey uns in dieser noht, All hoffnung ist zu die gericht. Behüt für bösem schnels len tod. Versag uns deine hülfe nicht. 3. Wir hatten wol verdient, ou gebot, Und seinen willen thut GOtt! Weil unsre sünden schwer geschwind. Ach HErr! wo ist die und viel, Daß du uns schlügst lemand gleich Jm himmel und in mit grimm zu todt, Weil niemand aller welt? Wer hat ein folch ges faft gehorchen will; Doch weil wir waltig reich, Dem alles ftracks zu deine kinder seynd, Dein volk und fuffe fällt? schaafe deiner weid, Das bolk, das seine schuld beweint; So hoffen wir barmherzigkeit. Wie wissen nichts, und nir: gend hin, Durchlaufen wir gleich alle welt, Wohin wir sicher mögten fliehn: All dein geschöpf zur rach sich stellt. Wir wissen nichts als deine gnad, Die alle morgen neu aufgeht, Die groß ist und kein ende hat, Die iedermann stets of fen steht. s. Wir schreien aus dem iam merthal, Durch Christum deinen liebsten sohn, Hinauf zu dir im bimmels faal; Im feinet willen 9. Sprich nur ein wort, fo weis chet bald Des schweren wetters grausamkeit: Dein wort durch: dringet mit gewalt, Drum uns zu retten sey bereit. Ach komm, ach komm jest, und beweis, Daß du der rechte helfer fenst. So sins gen wir dir lob und preis, Gammt Christo und dem heilgen geist. Mel. Wer nur den lieben GOtt it. 787.ott, herrſcher über alle dinge, Du fürft und Herr der ganzen welt! Hilf, daß ich jest mit andacht singe, Gib, daß mein feufien dir gefällt s Ja, dey grossem Sturm und ungewitter. 509 Ja, laß den sehr betrübten ton 2. Grausam ift des windes wu, Vor deinen hohen gnaden thron.[ ten, Der so schrecklich tobt und 2. Die wolken ziehen sich zu reißt; Du allein kannst ihm verbies sammen, Der himmel sieht erzüreten. Wie du deine macht erweist. net aus; Er spenet bliß und feuer: Als der bangen jünger schaar Mi: flammen Auf unsern ort, auf dir in dem schiffe war; So laß unser haus. Der donner knallet auch anjezt den deinen Deine in der höh, Die menschen sind voll gnaden macht erscheinen ach und weh! 3. Zwar du haft den wind ers 3. Ihr fünden! dieses zorn- schaffen, Uebst durch ihn dein gerichte, Dis wetter habet ihr erschrecken aus, Läßt ihn böse kinder rest: Wenn GOtt die ganze welt strafen, Stürzest durch ihn hpf zunichte Durch seine donnerkeile und haus. Und wie groß vergrei schlägt, wenn uns sein strahl zur fen wir ins, liebreicher GOtt! an afche macht; Wird alle schuld auf dir; HErr! du könntest folch vers euch gebracht. brechen Wol mit schrecken an uns rächen. 4. Doch, vater! höre ben den bligen Doch deiner finder kläglich schrevu: Du wollest stadt und land beschüßen, Und uns im zorne gnädig seyn. Streck aus den arm, der uns bedeckt, Zertreib das wet ter, das uns schreckt. s. Allein der donner deines wortes Zerknirsch uns den befleck ten geist, Damit ein jeder seines ortes Dich, GOtt! durch from: mes leben preist. Rühr unsre her jen allemahl Durch einen buß- und glaubens- ftrahl. 6. Erscheinst du aber in dem wet: ter, OJEsu, richter aller welt! So sey mein bruder und erretter, Damit das urtheil gnädig fällt, Das uns den Himmel zuerkennt Und keine glut, die ewig brennt. 4. Doch du pflegft an uns zu denken, und das herz, in zorn und wüht, Doch voll huld auf uns zu lenken. Ach wir flehn durch Christi blut: HErr! ach reiß uns dieses mahl Aus der angst und bangen quahl: Laß uns eilend hülfe finden, Schenk uns gnädig ftraf und fünden. 5. Drau dem wind, daß er sich lege, Gib uns wieder stille rub; Hilf, daß sich kein sturm mehr rege, Denn wir sagen beßrung zu. HErr! wir wollen jederzeit Deines namens herrlichkeit Jego hier, und einst dort oben, Unaufbörlich dafür loben. Dank- Lied nach überstande. nem Ungewitter. Bey heftigen Sturms Winden. Mel. JEsu meines Lebens ic. vor desfen Mel. Kommt laßt euch den 2c.789. macht und starte 788. wir verderben und stärke bergehen in der noht. Ach wir müssen kläglich sterben, Wenn du nicht aus noht und tod Unser armes leben führst, und des winDes furm regierst. HErr! wir fliehn zu deinen armen, Here! wir suchen dein erbarmen. Erd und himmel sich bewegt! Wenn mein herz die grossen werke Deiner allmacht überlegt; So bekenn ich dir, mein könig! Mein verstand ist viel zu wenig, Deine wege bleiben mir unbegreiflic für und für. 2. Geb ich auf des bimmmels frd; In gemeiner Noht und zwar 310 träfte Und auf erd und wasser acht, Wie ein edes sein geschäfte, Und, wozu du es gemacht, Gleich auf dein geheiß vollbringe; Find ich ja in jedem dinge Wunder, der ren hohen preis Ich nicht auszu fprechen weiß. 3. Du, HErr! bringst des windes brausen Aus verborgnen orten her: Und sein ungestümes fausen Hdren wir nicht ohnges fehr. Wenn die wolken sich ergieffen, und die strahlen heftig schiessen, Wenn der donner blitt und kracht: Zeigst du deines eifers macht. Nicht gnug rühmet, lobt uni preift. 7. Wer ist, der die liebes tha ten Deiner hand nicht rühmen muß? Wenn du allem wol gerah ten, und von deinem überfluß uns die fülle läsfest nehmen, muß ich mich ia billig schämen, Daß dic, Gott! mein träger geiß, 8. Ach daß ich doch, wie ich sollte, Lebte dir, mein Gott! allein, Nichts als deinen willen wollte, Dir gehorsam mögte seyn; Und von elementen, sternen, Mond und sonne mögte lernen! Denn diesind zu jederzeit Dir zu dienen höchst bereit. für die Früchte des Feldes. Um fruchtbares Gewitter. Mel. Wenn wir in höchfien u. 4. Doch vergißt du deine liebe Gegen deine kinder nicht. Sind 790.vater! deine ſons die wolken schwarz und trübe; Ihnen scheint dein guaden- licht. Mitten in dem sturm und wetter Bist du selbst ihr schuß und retter; Schoneft ihrer blödig keit, Wenn ihr herz in ångsten Schrelt. f. Wenn du sprichst, so muß fich ftillen Regen, donner, sturm und wind, Als die alle deinen willen Auszurichten fertig sind. Sommer, winter, frost und hike Ordueßt du so, wie es nüße Zu Der erden fruchtbarkeit, Alles zu beftimter jeit. 6. Denn dich jammert deiner Finder: Ob es dir schon wol be: Fannt, Daß sie böse sind und fün der; Höret deine milde hand Doch nicht auf, das land zu segnen, Denn du läßt nicht immer reguen; Es muß auch der sonnenschein, Nach dem regen, fruchtbar feyn. bdp und fromme, freund und feind: Es wird die ganze welt ers leucht't, Mit thau und regen auch befencht't. 2. Du machest berg und auen naß, und läßt drauf wachsen laub und gras; Daß sich die thiere mannigfalt Im felde nähren und im wald. 3. Uns menschen giebst du brot und wein, Daß unser her: kann frölich seyn: Du machst, daß es die erde bringt, Und uns die arbeit wol gelingt. 4. Wir bitten deine gnad und güt, Daß deine wolthat uns behüt. Die frucht der erden uns bewahr, Und gib uns ein gesegnet jahr. 5. Ein fruchtbar wetter uns be schehr, Frost, hagel, miswachs von uns kehr. Wind, regen, thau und sonnenschein Muß deinem wort gehorsam feynt. 6. Die maus und schnecken, deine ruht, Und was den früchten schaden thut, Solch ungeziefer von uns treib, Daß dein geschent uns völlig bleib. 7. Und wenn sich fünde bey und findt; Deut, daß wir deine Finder fint: filr die Früchte des Feldes. SII sind: Thu auf, HErr! deine mil- nimm, HErr! unfer ängstliches ge. de hand, Dein füßstapf fegne unfchren. Wir flehen: lege deinen fer land. grimm, Und mach uns von den pla, gen frey; Ach HErr! wir kehren * Um Sonnenschein. 8. Den himmel mach von wol uns zu dir, Wir ehren dich als uns Een rein, Auf daß die fonn bestån- fern GOtt, und flehn voll herz, dig schein, und bald erwärme und licher begier: HErr! hör und hilf aufricht, Was sonst verdirbt, und uns aus der noht. wird zunicht.* * ilm Regen. 8. O GOtt! erhäre unsre bitt, Und theil uns milden regen mit, Daß wir geniessen deine gab', Und auch das vieh sein futter hab.* 9. Wenn deine gnad das jahr denn erdut, Sind wir mit deinem gut belehnt: Thu aber dieses noch dazu, und gib gesundheit, fried und ruh. alles, allein, Wir wollen treu und dant: Mel. O GOtt du frommer ic. Err, Dem hims 792. Gott er bar seyn, Und deines groffen namel, meer und erden, Dem wol, mens chr Dafür ausbreiten mehr und mehr. ken, luft und wind Allzeit gehors sam werden, Wenn dein allmäch, tig wort Sie heißt zu dienste stehn Laß unser seufzen doch it in eks füllung gehn. 2. Ach überschütt uns doch, O HErr! mit deinem segen; Ers einem milden regen: Damit das arme land, Das dürr und elend liegt, Gich wiederum erquickt, Uut lebens- fäfte kriegt. 3. Ach schau erbarmend an. Wie vich und menschen schmach, ten, und nach dem himniels- than Mit offnem munde trachten. Soll denn dein segen stets Bey uns vorüber ziehn? Dein gnaden. schaß von uns, Als von verfluch. ten, fliehn? Um Regen bey groffer Dürre. Mel. Erbarm dich mein o HErre. 4. Ach hilf uns bald von deis nem thron, Gedenke nicht der sün, den schuld; Verschohn uns, HErr! durch deinen sohn, Und zeig und wieder gnad und huld. Leit da uns selbst auf rechter bahn Durch deines geistes kraft und licht; Sieh auch das land in gnaden an, Versag uns doch den regen nicht. HErr! den himmel auf, Den deine hand bisher verschließt; Eröffne doch der wolkent lauf, Damit ein milder regen fließt. 3war wir verschliessen oft. vor dir und unserm nächsten im merhin, O treuce GOtt! die bergens- thür, Ja bey stand, hülfe, muht und sinn. 2. Doch haft du dem ein offnes bers Und offnen himmel zugesagt, Der mit viel reu und feelenschmer; Dir seine noht und fün den klagt, Der auch die ursach aller noht, Die fünde selbst, mit eifer flieht, Die ihm zorn, unglück, strafe, tod, und deinen fluch zu fammen zieht. 1. Wir schreien in der noht: ves 4. Ach freilich, ach! wir sind Ja als verfluchte fünder, Als ein abtrünnig volk, Als ungerabre Pinder, Nicht solcher wolthat wehrt; Und unser undank macht. Daß billig felb und wald und mensch und vieb verschmacht. 5. Wit $ 12 In gemeiner Noht und zwar <. Wir brauchen, leider! ¡ war, fråften, Entzeuch den sinn von Den überfluß, die fülle, So du bisher geschenkt, Nicht so, wie es bein wille, Zu unserm unterhalt: Drum trifft uns ist mit recht, Was wir, o GOtt! verdient: Wir sind ein bis geschlecht. irdischen geschäften; Damit mein lied, das dir die andacht bringt, Dir wol gefällt, und durch die wolken dringt. 2. Erhebe selbst die flügel meis ner sinnen; So preis ich dich, der von des Himmels zinnen Nun unser flehn und seufzen angehört: Dein name sey, o vater! höchst 6. Wir haben oftermahls, Was bauns gabst, verschwendet, Auf wollust, üppigkeit Dein reiches gut verwendet: Drum stellet sich| geehrt. mit recht Der mangel bey uns ein, 3. Du höreft stets des armen Und dieser soll nunmehr Des mis- volkes flehen, Willt sein geschrey brauchs strafe seyit. und seufzen nicht verschmähen, Wir haben kaum vor deinem gnas den- thron Die noht geklagt, so 7. Doch, HErr! du haft uns schon Durch Christi blut und schmerzen So manche schuld gehilfest du uns schon. schenkt: Drum flehen wir von bergen: Vergib auch diese schuld, And Sffne deine hand, und mach uns deine treu lind gütigkeit bez fannt. 8. Befeuchte doch das land, and trank die matten felder. Gieß deinen segens thau Auf wiesen, garcen, wälder; Daß, was bisher gedirst, nun wiederum aufs neu Aus deinem himmels schap Be megt, getränket fey. 4. Du siehest auf das lächende gefilde, und wasserft es reich, gnädiglich und milde: Du giebfi befehl, daß sich die wolken- fluht Ergiessen muß, so wie sie jego thut. s. Ein regen strom, getrieben von dem winde, Ergieffet sich und nest die dürren gründe. Und unser feld, das zu verschmachten schien, Steht jest, Gott lob! ganz fruchts bar, frisch und grün. 6. Wo ist doch wol ein GOtt dir zu vergleichen? Wer giebet uns so gnaden volle zeichen, wie du, 0 GOtt! dir muß der sonnens schein, Wind, regen, blik stets 9. Ja ,, vater! nimm uns doch Nun wiederum zu gnaden; Laß unsre sünden uns Hinkünftig nicht mehr schaden: Wir sind auf Deinen dienst und deinen ruhm bedacht; Erfreue, was bisher Deiniu gebote seyn. Born betrübt gemacht. 7. Nun, grosser HErr! wie 10. Ergieß zugleich dein wort, danken deinem namen; Wir Als deinen gnaden- regen, In undanken ihm, daß er gras, frucht fer mattes her; Mit tausendfas und saamen Zur rechten seit bem fegen. Gib dein gedenen, durch regen, thau erquickt, und HErr! Zum pflanzen und beguß, wieder drauf ein warmes wetter Damit die glaubens frucht Im schickt. fegen wachsen muß. 3 8. Auch bitten wir: laß deinen gnaden fegen Sich ferner noch um unsre felder legen, Daß mant mit dank in ruh, und ungekränkt Geniessen tann, was uns dein segen Dank- Lied für den Regen. Mel. Mein herg und feelic. 793.Bereit, o Gott! mein fevents. bers allen: ttm für die Früchte des Feldes. 513 Um Sonnenschein bey anhal- 13. Das machet unsre miffethat Und höchst verkehrtes leben, Das deinen jorn entzündet hat, Daß tendem Regen. wir in nshten schweben. Wir füns erkennen nun: Weil wir nicht wollen busfe thun, Muß iezt der himmel weinen. Mel. 3. Mein GOtt ich bin lest. schönen 794. Himmels- lichter! Klare deinen himmel auf; Sen nicht ein zu scharfer richter Ueber unsern fünden lauf: Laß die wol len einst vergehen, und die sonne wieder sehen. 2. Zwar das licht müßt uns nicht scheinen, Weil wir finsterniß geliebt; Sollte nicht der himmel weinen Ueber die, die GOtt be: 5. Gib uns, o HErr GOtt trübt? Sollt er die mit licht ersebaoth! Das licht der heitern freuen, Die den HErrn des lich- sonne, Und überschütt uns nach tes scheuen? 3. Doch er läßt die jonn aufges hen Beides über bss und gut; Gennen klar daraus zu sehen, Wie er als ein sater thut, Der oft mit dem bösen finde Langmuht trägt bey dessen fünde. 4: Frommer vater! laß uns blicken Deine vater lieb und treu; Laß das land die sonn' erquicken, Deine guade werd uns neu; Ja! zu unsrer seelen won ne Leucht uns selbst, o gnaden foune! Wel. Wo GOtt der HErr nicht. GOtt, du kannst den himmel ganz Mit schwarzen wolken decken; Du launft den heitern sonnen- glanz Auch wieder bald erwecken; Halt doch mit vielem regen ein, und gib uns wieder fonnenschein, Daß unser land sich freue. 4. Doch denk an deine gnad und treu, Und laß uns hülfe ses hen. Mach deine gnade bey uns neu, Um die wir findlich flehen. Wie hält sich deine freundlichkeit So hart ben dieser schweren zeit? Du bist ia unser vater. der noht Mit freude, luft und wonne; Entdeck uns iezt, nach deiner treu, Daß auffer dir kein fegen sey Jm bimmel und auf erden. Danksagung nach wieder ers langtem Sonnenschein. Mel. Nun danket alle GOttic. ein GOtt du 796. Me bift gerecht, Und bleibst doch lauter liebe: Stehts mit uns armen gleich Oft küms merlich und trübe; Scheints gleich, als dachtest du, Bey übers häufter schuld, Nicht mehr an deine treu Und väterliche huld. 2. Wir alle reizen dich Mit überhäuften fünden; Und gleichs wol läsfest du uns huld und gnade finden: Wenn du den arm auch schon Zu strafen ausgestreckt, Und der gedrohte schlag Das fündene her; erschreckt. 2. Die felder trauren weit und 3. HErr! dein erbarmen kann Breit, Die früchte leiden schaden; Kein menschen sinn erreichen, Beil sie von vieler feuchtigkeit Weil's unermeßlich ist: Wenn Und nässe ganz beladen. Dein se- berg und hügel weichen, Wenn gen, den du uns gezeigt, Der sicherde, soun und mond Aus ihrem betrübt zur erde neigt, Bill leider! laufe gehn; Bleibt deine wahrheit ganz verderben. doch Stets unbeweglich Bebn. 4. Mir 514 In gemeiner Noht und zwar 4. Wir haben, dir zum preis, auf der erden: Drum kann das feld Nun dis von jahe zu jahren, Mein Mit nuk bestellt und angebauet GOtt! ohn unterlaß, und jego werden. noch erfahren, Da du die eifers Huht, Nach fündlichem verdienst, In sterem regen- guß Auf uns zu Tchütten schienst. 2. Der ersten eltern fünden- fall Hat auf die welt zwar überall Ein schweres joch geleget; Es kostet fchweiß, Weil ohne fleiß Der acker dornen tråget. s. Die sonne mußt ihr licht Viel tage lang verstecken: Wind, ungewitter, sturm Erfüllten uns mit schrecken; Weil man nur duntelheit und finstre nebel fab: Und unfres landes saat War dem verderben nah. 6. Es schien, als hättest du Den bund zurück gezogen, Den du mit Noah machtst; Als du den gnaden bogen, Nach der verders bungs- fluht, In diese luft gestellt, and schwurst: kein regen guß Verderbe mehr die welt. 7. Doch aber, was dein mund Uns fündern treu versprochen, Das bleibt an deinem theil Wol fest und ungebrochen. Dein name heiffet treu, Wahrhaft, unwandelbar, Und so ist auch dein ruhm; Dein wort bleibt ewig wahr. 8. Nun, HErr! auf deinen wint Verrichten alle träfte, Auch regen, sonne, wind und him mel, ihr geschäfte. Wir preifen deine huld, Die sich jest unser Hehn Bey unfrer kümmerniß Zu bergen ldffet gehn. 9. Ja, HErr! wir preifen dich, Wir loben deine gute. Versorg uns fernerhin Mit gnädigstem gemühte; Gib uns zu rechter zeit Chau, regen, sonnenschein: Wir wollen dir dafür Von Herzen dankbar feyn. Zur Saat: Zeit. Mel. In dich hab ich gehoffet ze. 797. Liebreichertt! dein fegens- wort Ach noch fort und fort Geschäftig 3. Jedoch hat deine gnadens hand Den fluch gemildert und gewandt: Du läßt uns gnädig miss seit, Daß reiche frucht, So matt gesucht, Die arbeit soll verfüssen. Drum streut die hoffnung saamen aus; Doch, segneft du nicht feld und haus, So ist die müh vergebens: Nur deine kraft Und güte schafft Uns unterhalt des lebens. s. Laß unsre saat nun glücklich fennt: Gib regen, wind und sons nenschein, Daß wachsthum und gedeyen Uns spat und früh, Nach forg und müh, Einst wiederum erfreuen. 6. Bewahre sie das ganze jahr So wol für feindlicher gefahr, Ais schädlichem gewitter; Sonst fehlt das brot, und macht die noht Uns alle freude bitter. 7. Nun bey der faat seh ich all hier Zugleich ein triftlich bild vor mir; Denn unter sturm und wins den Erhebt sie sich: So muß auch ich Durch creu: den himmel finden. 8. Gleichwie das körnlein erf perdirbt, und in der erde gleich fant stirbt, um neue frucht zu bringen: So werd, o Gott! Ich durch den tod Ins beffre leben dringen. 9. Auf diesen feligen gewinn Freut sich bereits mein herz und sinn; Wenn ich ben trüben fåls Len Die thränen saat, Nach deis nem raht, Hier öfters muß bes ro. Berleib mir, vater! auch hier: für die Früchte des Feldes. hlerben, Daß ich vor dir kein unkraut sey; Bielmehr zu deiner ehre Stets grün' und blüh', Auch ie und ie Bur reinen saat gebore. und frommen leben an. 2. Allein wer folget deinem triebe? Wo ist die wahre dank barkeit? Man steckt in welt und fleisches liebe, In sünde, schand und sicherheit; So, daß dein ses gens überfluß uns blos zur wolTuft dienen muß. 3. Ach wunder! daß du nicht durch strafe uns auch, wie andre volfer, schreckft, uns aus dem tiefen fünden schlafe Durch huttger, frieg und pest erweckst; Das machet deine gütigkeit, Die schos net uns bis diese zeit. 4. O GOtt! bekehr uns grosse fünder, Vergib uns unsre schwere schuld; Erbarme dich der armen kinder, und habe doch mit uns geduld. Wirk in uns kräftig durch bein wort, Und treib die luft jur fünde fort: <. Ach! fegne ferner deine gaben, Die jegund in dem felde stehu; Laß uns gut eritte wetter baben, und alle noht vorüber gehn. Gib, lieber GOtt! daß je dermann Die früchte völlig erntent lann. 513 that jederzeit Den misbrauch dels ner gütigkeit. Vor der Ernte. el. Wer nur den lieben GOtt ic. 798.tt! es steht dein milder segen In unsern feldern ieko schön; Wir follten billig allerwegen Die wol that dankbarlich erhöhn: Dü Bey der Ernte Mel. Nun danket alle Gött. rolocket jung und lockest dadurch jedermann zur buß 799. Salt, Shr reiche mit 6. Hilf, daß wir sie in ruh ver jehren, und auch den armen in der noht, Voll lieb und treu, da von ernehren; Verhüte doch, o treur GOtt! Bey deiner wols 7. Und also laß uns künftig les ben, Wie uns dein will im worte lehrt, Daß wir dir dank und ehre geben, und sich dein segen täglich mehrt: Fühe uns auch endlich insgemein In deine himmels. scheuren eins den armen! Da GOtt den unters halt von neuen aus erbarmen Für euch itun auf ein jahr So mildiglich beschehrt. Was euer wünschen war, Ist väterlich ers hört. 2. Es hat, GOtt Lob und dank! Hier fried und ruh gewohnet. Für krieg und untergang Hat uns der HErr verschonet. Kein feuer, teine gluht, ein schwerer hagel stein, Kein hunger, keine fluht Noch feuche brach herein. 3. Die ernte hat der HErr Uns treu und wol bewahret: Wer hätt, wenn Gott nicht wår, Uns sonst die frucht geſparet? Wer gåb uns sonnenschein? Wer regen oder thau? Was würds ohnt ihn wol seyn Mit unserm ackerbau? 4. Umsonst war unsre müh, Ume fonst war saat und pflügen. Wie würden sonsten nie Ein körnlein wieder kriegen. Wir mögten früh aufstehn, und bis zur mitternacht nicht wieder schlafeit gebn; es war umsonst gewacht. 5. So aber hüt't und wacht Der herrscher in der höhe; Sein vater: fegen macht, Daß unser werk bestehe. Der hat auch dieses mahl Des såmanns wünsch ges stillt, und reichlich überall Der schnitter hand gefüllt. £ 12 6. Du In gemeiner Noßt und zwar 516 6. Des fegens überfluß Wird nunmehr eingeführet; Daß man gestehen muß, Daß GOtt der ruhm gebühret, Der uns mit rei cher hand Erfreuet und erquickt, Und unserm vaterland Ein gutes jahr geschickt. 7. Wir bringen garben ein; Drum soll uns korn und weizen Und garben groß und klein Zum lob'und danke reizen. Wir preifen unsern GOtt, Det seine kin ber liebt, und alle jahr ihr brot Bur zeit der ernte giebt. 8. Gut ist, o HErr! das land, Darein du uns gesetzet; Groß deine starke hand, Die uns so oft ergetet: Unendlich deine macht, Und ohne ziel dein ruhm: Drum lobt dich tag und nacht Dein volk im heiligthum. 9. Verleih, o frommer GOtt! Uns ferner deine gnade, Daß ja Die feuters- noht Nicht unfern hüt ten schade: Daß uns nicht angst und leid, nicht sterben, waffer fluht, Noch andre fährlichkeit und tammer schaden thut. 10. Gesegne, treuer GOtt! Das was wir täglich essen. Gib auch den armen brot, Du kannst sie nicht vergessen; HErr! deine mit dehand Erfreue jedermann, Daß bey uns stadt und land Den segen ſpühren kann. 11. Laß unser forn zur faat, Ja bis zur ernte, reichen. Gib fel: ber raht und that, Und thu an und ein zeichen; Daß jeder sehen Pann, Du feyst, HErr jebaoth! Bey uns ein wundermann, Der rechte treue GOtt. 12. Lob, preis und ehre sen Jest und zu allen zeiten Dir, der du eins und drey, Ein GOtt der ewigkeiten! Dir vater, dir GOtt fohn, Und dir GOtt heilger geist! Den man im himmels- tbron, Und bier auferden, preis. Tach der Ernte. Mel. Von GOtt will ich nicht z. 800. Die ernte ist zu ende, bracht, Woraus GOtt alle stände Gatt, reich und frölich macht. Der alte GOtt lebt noch, Man kann es deutlich merken An so viel liebes werken; Drum preisen wir ihn hoch. 2. Wir rühmen fein erbarmen, Das uns das feld bestellt, Und uns verdient uns armen Gethan, was uns gefällt; Das immer noch ges schohnt, Ob wir gleich gottlos les ben; Das fried und ruh gegeben, Daß ieder sicher wohnt. 3. Zwar manchen schönen segen Hat böses thun verderbt, Den wir auf guten wegen Sonst noch von ihm ererbt; Doch hat Gott mehr gethan Aus unverdienter güte, Als mund, herz und gemühte Nach würden rühmen kann. 4. Er hat seir her: geneiget, Uns fünder zu erfreun; Und sich uns gnug bezeuget Durch thau und sonnenschein, Wenn wir es nicht geacht't, So hat er sich vers borgen, und uns durch noht und forgen Zu dem gebet gebracht. r. O allerliebster vater! Da hast viel dank verdient: Du, mils Defter berahter! Machst, daß dein fegen grünt; Wolan! dich loben wir Für abgewandten schaden, Für taufend andre gnaden. Here GOtt! wir danken dir. 6. Zum danken kommt das fles hen: Laß uns, o frommer GOtt! Für feuer sicher siehen, und auch für andrer noht. Gib friedenss volle zeit, Erhalte deine gaben, Daß wir uns damit laben. Regier die obrigkeit. 7. Berleih zu deinem worte Bes sonders dein gedeyn, Daß wir an #uferm orte Uns des beständig freun; für die Früchte des Feldes. 517 freun; Halt diefen faamen rein, s. Als das feld nun reif jur Laß ihn viel früchte bringen, Daß wir in allen dingen Recht fromm und chriftlich seyn. ernte; Schlugen wir die sichel an Da man erst recht kennen lern. te, Was dein groffer arm gethan Werden bey des segens menge Doch die scheuren fast zu enge. 6. Ach! wer ift, der solche güte Dir genug verdanken kann? Nimm ein dankbares gemühte Für die grosse wolthat an. Alle felder fol len schallenGOtt macht fatt mit wolgefallen. 9. Kommt unser lebens- ende: So nimm du unsern geift In deine 7. Gib nun kraft, den milden vater häude, Wo er der rub gefegen, Den uns deine hand bes neußt, Wo ihm kein leid bewußt: schehrt, Auch so löblich anzulegen, So ernten wir mit freuden, Nach Daß der fluch ihn nicht verzehrt. ausgestandnem leiden, Die gar: Bleiben wir in alten fünden, Kanu ben voller luft. das gute leicht verschwinden. 8. Laß dis uns zu dir lenken, Was du zum unterhalt Des lei bes wollen schenken: Daß wir dich mannigfalt In deinen gaben sehn, Mit herzen, mund und leben Dir dank und ehre geben. O! laß es doch geschehn. 8. Schenk uns auch vergnügte herzen; Stolz und geiz laß ferne feyn. Laß den undank nichts vers feherzen, Streu den faamen wieder ein, Daß wir iezt und künftig has ben, Auch die dürftigen zu laben. 9. Laß dein wort auch früchte bringen, Daß man täglich ernten kann; So wird man hier jährlich singen, Wie du uns so wol gez than. Gib auch, nach den thras 2. Ach! wir habens nicht ver- nen- faamen, Freuden ernt im Dienet, Daß du uns so heimge sucht. himmel, amen. Ob gleich unser feld gegrü net, Brachten wir doch keine Wolltest du nach trauben frucht. Bey sparsamer Ernte. Mel. Was GOtt thut das ist ze. as GOtt das fragen, Hat man heerlinge getra: 802.23 ist wol gethan; gent. Go denken GOttes kinder. Sieht GOtt uns gleich nur kärglich an, Liebt er uns doch nicht minder. Er zieht das herz Doch himmels warts, Ob wir gleich oft auf erden Ein ziel des jammers werden. 801. Bey reicher Ernte. Mel. 3. Mein GOtt ich bin jest zc. Err im himmel, GOtt auf erden, Herrscher dieser ganzen welt! Laß den mund voll lobes werden; Da man dir zu fusse fällt, Für den rei then ernte- segen Dank und opfer Darzulegen. 3. Vater! der du aus erbar men Böse kinder doch gespeist, Der du beiden, reich und armen, Dei nes segens Fraft beweist; Sen geLobet, fen gepriesen, Daß du so viel guts erwiesen. 4. Du haft früh und späten res gen uns zu rechter zeit geschickt, Und so. hat man allerwegen Auen boller forn erblickt; Berg und thaler, tief- und höben Geben wir Im fegen geben. 2. Was GOtt thut, das ist wol gethan: Im geben und im nehs men Sind wir bey ihm fiets wol daran, Wenn wir uns mur beques men. Die linke schmerzt, Die rechte berit. Und beide hände 219 müffen 518 müssen wir doch in demuht küss fen. 3. Was GOtt thut, das ist wol gethan. Er weist uns oft den se gen, und eh er noch gedeyen kann, Muß sich die hoffnung legen; Weil er allein Der schaß will seyn, So macht er andre güter Durch den verlust nur bitter. Erenz und Croft- Lieder 5. Was GOtt thut, das in wol gethan, Das feld mag traurig stehen; Wir gehn getroft in seiner bahn, Und wollen ihn erhöhen. Sein wort ist brot, So hats nicht noht; Die welt müßt eh verders ben, Als wir durch hunger sters ben. 6. Was GOtt thut, das ist wol 4. Was GOtt thut, das ist wol gethan; So wollen wir sets gethan; Man laß ihm feinen wit schlieffen. Ist gleich bey uns kein len. Es läßt sich oft zum hunger Canaan, Wo milch und honig an, Den er doch weiß zu stillen, Obfliessen; Doch ists genung Zur sats gleich das feld Nicht ernte hält; tigung, Wenn GOtt nur spars Man kann auch ben den brocken sam fegnet, Obs gleich nicht mans Vergnügt seyn, und frolocken. na regnet, III. Creuz- und Trost- Lieder, I. In allerley Trübfalen überhaupt. Otel. Wer nur den lieben GOtt zc. feelen- luft was köftlichs hieß? 803. Verderbte welt! wie Denn wenn der leib aus angst ers stickt, Wird doch der geist in GOtt erquickt. bittre gaben Schenkst du nicht unserm becher ein? Bald scheint ein kleines wol s. 3ur trübsal führt der ruf der ju laben, Bald quàlet groffe höl- gnaden, Der uns zu Chrifti glies len- pein. Wie mancher dorn verdern macht: Wie schwer war der legt und sticht, Wenn man nur ei ne rose bricht! nicht selbst beladen, Wie hart vers folgt, wie sehr veracht? Trägt 2. Bald streiten geist und fleisch nun dein haupt so williglich, So zusammen, Bald fliegt ein pfeil nimm auch Chrifti creuz auf dich. des bösewichts: Bald stehet haus 6. Er ward beleidigt ohn vers und stadt in flammen, Bald trå- gelten, Gegeisfelt ohne widers get feld und acker nichts: Bald stand, Gescholten ohne widers mangelt kleid, bald speis und schelten, Ohn widerspruch ans trank, Bald seufzt ein Lazarus, creuz verbannt; So trage doch, was Der Frank. du verschuldt, Die last der trübfal mit geduld. 3. Doch frommen sind es vaters Ichläge, Womit sie GOttes liebe 7. Der hirt und bischof unsrer rührt. Wer weiß, wie manchen seelen, Der mehr erlitt als ich GOttes wege Durch trübsal in sund du, Führt uns aus dieser fein reich geführt? Denn auf der Eummer- höhlen Bald jener hims breiten wolluft bahn Geht keine mels- weide zu; Da soll das labsal feele himmel- an. ohne pein, Das lachen ohne weis nen seyn. Wenn uns die welt nicht bit ter schmeckte, Würd uns der him8. Dis muß dein leiden übers mel nimmer füß: Wer ist, wenn wiegen: GOtt giebt nach kurzer leibes mobt nicht schreckte, Der'iammerzeit Das allerfeligste vers gnügen in allerlev Trübfalen überhaupt. 519 gnügen Der freuden- vollen ewig- 1 Wenn dich in trübsal niemand leit. Verschmachte leib! stirb, tennt; GOtt dich bey deinem nas fint ins grab! Gott wischt dort men nennt, Den er selbst anges alle thränen ab. schrieben. 7. Es ist noch mancher from mer mann, Dem GOtt sein hert Mel. Wo GOtt der HErr nicht ic. er 804. der lag Veracht und voll geschwüre, Bat um die brosamen mit flag Bors reichen mannes thüre: Und niemand kam und gab sie ihm, Man fuhr ihn an voll ungeftum Mit hart- und rauhen worten. 8. So kann doch GOtt, der alles kann, Auch wol die hund' erwecken, 2. So gehts der rechten kirch und zur erbarmung führen au, auf erd Mit ihren lieben kin- Daß sie die schwären lecken. Die dern: Sie ist verachtet, arm, beraben kann er gleicher weif Ers Ichwert, Ihr creu; will niemand muntern, dir zu bringen speis, lindern. Sie lieget vor dem rei- Wenn du das elend bauest. chen mann, Sie klagt, sie schrept, so sehr sie kann; Und niemand will sie hören. 3. Sie fleht nur um die brofam lein, Drauf man oft tritt mit süß sen: Damit will sie vergnüget seyn, Und wills zu rühmen wissen. Sie wünscht nur einen kleinen ort, Daß sie mag hdren Chrifti wort: Daran sollt ihr begnügen. 4. Bolan! du armer christen bauf, Laß dein herz nicht gleich wanken: Schren nur mit Lazaro hinauf zu Gott; bleib in den schranken, Darein er dich gefeßet bat; Dien in geduld ihm früh und spat, Laß dir an wenig gnu viel er kann: Du kannst es oft wol spüren. Ja könnt ein mensch auch wie ein stein So hart, und wol noch härter seyn, Daß ihn nichts jammern wollte: 9. Und schärft ein feind auch mit gewaltDiezähn in seinem rachen: SokannsieGOttes macht garbald Stumpf und zunichte machen; Daß er von seinem grimm absteht, mit sanftmuht dir entgegen geht, Dich liebet und befördert. gent. 1. Du brachteft nichts auf diese welt, Nichts wirst du mit dir nehmen; Drum darfst du dich um schuddes geld Auhier auch nicht viel gramen. Wer GOtt hat, der bat was er soll: Und wår er sonst gleich armuht voll, kann ihm doch tein gut mangeln. 10. Er sendet stets die engel aus, Das unglück abzutreiben: Und räumt die seele einst ihr haus, kann sie nicht länger bleiben; So tragen sie aus aller noht Die ens gel also fort zu Gott, Der sie mit troft erquicket. 11. Groß ist das elend, das uns kränkt In diesem ganzen leben: Wer aber an die freude denkt, Die GOtt uns dort wird geben; Erägt alles creuz ganz ohn verdruß, Wenn er auch gleich viel leiden muß um Chrifti namens willen. 12. Da wird dich Gott in sei. nem schooß In ruh und freude sehen, Macht dich von allem uns glück los; Nichts kann dich da vers lezen. Da ist und bleibet GOtt 6. GOtt denkt an dich in aldein freund, Dadrückt und quà, lem schmerz, Wer will den trost let dich kein seitd, Der dich anjest ermessen? Er faßt dich in sein va verfolget. ter- berz, Kan deiner nie vergesſen. * 13. O JEsa Chrifte! bilf da £ t 4 mir $ 20 Erenz und Croft- Lieder mir Mein elend überwinden: innen raht zu finden: Der trof Erinace mich selbst für und für, des höchsten ist der best', Und bleis Was ich dort werde finden: Und bee fest. Was zeitlich, muß vers daß auf erden alles leid Nicht schwinden. Das erge gut Macht wehrt sey deiner herrlichkeit, Die rechten muht, Dabey ich bleib, du mir dort wirst geben. Wag' gut und leib: GOtt helf miz überwinden. Mel. JEfu deine heilge wunden. 3. Allein zu dir mein hoffnung 805.2h wie ist mein her; if, HErr JEfu Chrift! Ach stehe zuschlagen! Stürmt Doch alles auf mich zu. Tausend forgen, tausend plagen Lassen tag und nacht nicht ruh; Gott, ach! wohin wend ich mich? Noht ist inn und auferlich; Welt und fünde, böll und teufel Stürzen mich in angst und zweifel mir zur feiten! Sieh auf mein unglück, noht und pein, als wär es dein, Wenns wider mich will ftreiten. Ich bitte dich, Erldfe mich, HErr! wie du willt; Du bist mein schild, Und wirst mich wol begleiten. 3 2.Will ich mich gen himmel kehren, Schrey ich, liebster GOtt! iu dir; Ach! so scheinst du nicht zu bören, und so wars ja aus mit mir. Aber nein! ich fasse mich: Führt mich Gott gleich wunderlich; Endlich widerfährt mir armen Dennoch raht, troft und erbar men. 3. Ja, mein GOtt! dich laß ich walten, War des elends noch fo viel. Du wirst mich, dein kind, erhalten, Du setzft aller noht ein stel. Wenn du mich gleich hart betrübst; Glaub ich doch, daß du mich liebst. Bleib ich nur bey GOtt in gnaden, kann mir noht und tod nicht schaden. Mel. JEfu deine heilge wunden. 807. Mein Gott! haft fen? Denkest du nicht mehr an mein vergess mich? Soll mein herz der jammer fressen? Ach wie lang verbirgst du dich! Ich vergeh aus angsten fast, Weil du mich verlaffen hafti wird mich zufrieden stellen? Ich bin nahe bey der höllen, Wer laffen! Rufest du mir selber zui 2. Nicht vergessen! nicht vers Ich soll nur ein herze fassen, So findt meine seele ruh. Du haß dich nur so gestellt, Willt uns, weil dirs so gefällt, Oft nur auf die probe jetzen, und dann wiederum ergeßen. Mel. HErr ich bekenn vom 2c. 3. Du willt ia in deinem lieben Barter als die mütter seyn: Ich 806. Mas ich denn nicht foll mich nur nicht betrüben, Dn pon angst und pein Befrenet seyn, Muß ich im un glück schweben: Weiß ich doch, daß mir meine schuld Durch GOttes Buld In Christo ganz vergeben. GOtt ist nicht weit; nur kurze seit Tritt er was fern, Und rettet gern, Die feinem wort nachleben. 2. Der menschen hülf in mei schließt mich ins herz hinein, Wels ches voll barmherzigkeit, Das zur hülf und troft bereit: Von erbars mung hingeriffen, Wird es ends lich brechen müssen. 4. Ja, wenn alle mutter- treue In der welt verloschen wär; Lies best du doch ohne reue, Unters läsfest nimmermehr, uns von hers ner fach Ift viel zu schwach, Darsten wol zu thun. Wollten wir in dir in auerten Trabjalen aberhaupt. 521 vir beruhn, Würdest du bey allens ren, Als einer, der aus diesem licht plagen Uns in deinem schooße tra- Zur finsterniß muß fahren. Ich steh mit einem fuß im grab, Da ich uden sonst niemand hab, Der mich elenden tröstet. s. Du willt mit den vater- handen, Drein du mich gezeichnet hast, Meinen kummer treulich wenden; Diese mindern meine laft: Darinn bleibt mein name fehn, Wenn gleich welt und zeit vergehn; Und du wirst nach diesen zeiten Mich dadurch zum himmel leiten. 4. Die freunde stehen fern von mir, Und scheuen meine plage. Ein jeder denkt: wer fragt nach dir? Mir hilft nichts, daß ich klas ge. Die trübfal häuft sich mehr und mehr; Des creuzes last drückt mich so sehr, Daß ich fast muß vers 6. Nun ich traue deinen worgehen. ten, Du bist vater! ich dein kind.<. Ach HErr, ach HErr! ers Wenn mir auch der höllen pforten barm dich mein, Vergib mir meis Noch so sehr zuwider sind; One fünden. Eil, mich von angst, so glaub ich dennoch fest, Daß von furcht und pein Aus gnaden mich deine hand nicht läßt, weil zu entbinden. Nach deiner weiss du dich so hoch vermessen, Meiner heit hülf mir schick, Jm zorn mich nimmer zu vergeffen. nicht von hinnen rück, Du allers liebster vater! 7. Du wirst schon dein wort er füllen, Daß kein punct verlohren geht: Und den durft der feele stil len, Die um trost zum himmel fleht. Deine wahrheit stellet mir Lauteria und amen für; So darf ich mich nicht mehr kränken, Du wirst schon an mich gedenken. Mel. Es ist gewißlich an der zc. 808. Mein Gott, ich schreye für und für, Du woulst dich mein erbar: men! All meine hoffnung steht zu dir, Ach rette bald mich armen, Der ich mit angst umgeben bin; Ich weiß tegund sonst nirgends hin, Als nur zu dir alleine. 2. Mein' arme feel voll iam mers ist, Der geift in mir verschmachtet: Mein her; im leib ich nagt und frißt, Viel sinnet und betrachtet: Und findt doch weder raft noch ruh, O lieber GOtt! spring du mir zu: Sonst muß ich gar versinken. * 6. Wend dich zu mir, o treuer GOtt! Laß dich mein flehn erweis chen: Errette mich aus dieser noht, Und thu an mir ein zeichen, Daß jederman dadurch versteh, Daß kein gerechter untergeh, Der deinem worte trauet. 7. Doch bitt ich nicht aus fres chem muht, Ich stells in deinen willen: Was mir an leib und feele gut, Wollst du an mir erfüllen Thu an mir, vater! wie du weißt Daß mir es dient, und allermeis zu deines namens ehre. 8. Ich will, HErr! dir und deis ner macht mich ganz und gar er. geben: Aufrettung hoffen tag und nacht, Zum sterben oder leben: Es geh mir, vater! wie du willt, Der tod mir wie das leben gilt; Gib uur, was mir das beste. 9. Weil ich durch deines gei, ftes gab, wie ich es kann em pfinden, Den heiland in dem herzen hab, Muß aller zweife! 3. Ich bin geachtet, wo duschwinden: Ich glaube feste, daf nicht Wich gnädig wirst bewabs mein GOtt Mich wird durch 21. 522 Creats und Croft Lieder leben oder tod Gewaltiglich er- Wie schwerlich läßt sich lieb und Idsen. leid Bey uns zusammen reimen. 10. Nun was mir GOtt der böchste hat Hierinnen ausersehen, Das wird nach seinem weisen raht Bald folgen auf mein flehen. HErr mein Gott! ich laß dich 6. Was mir noch fehlt, gib felbft o GOtt! Erhalte meinen glaus ben, Daß mir ihn weder creugess noht Noch trübfals- winde raus ben. Erhalte mich, mein fels nicht, Bis mir die gnaden hülf und hort! Befestge mich in deis geschicht, Drauf ich so sehnlich warte. nem wort, Behüte mich für 809. A Mel. Aus tiefer noht schrey ich zc, treuer GOtt, 24barmherzig beri Deß güte sich nicht endet: Ich weiß, daß du mir diesen schmerz Und kummer zugesendet: Ich weiß, daß du mir diese last Aus lie: be zugetheilet haft, und nicht aus baß und grimme. 2. Denn das ist allzeit dein ge: brauch: Wer kind ist, muß auch leiden: Wen du HErr! liebst, den stäupst du auch, Giebst schmer zen, statt der freuden; Führst uns sur höllen, thust uns weh, Und führst uns wieder in die höh, Und wechselst luft und thränen. 3. HErr! dis erfuhr dein lieber sohn Ja selber auf der erden: Denn eh er kam zum ehren- thron, Mußt er gecreuzigt werden. Er gieng durch trubsal, angst und noht: Ja durch den herben bit. tern tod Drang er zur himmelsfreude. 4. Hat sich dein sohn, der so gerecht, So willig drein gegeben; Was will ich armer fünden knecht Dir noch viel widerstreben? Er ist ein spiegel der geduld: Und sehnt man sich nach seiner huld; Muß man ihm ähnlich werden. murren. 7. Bin ich ja schwach; laß deine treu Mir an die feite treten, Hilf, Zum rus fen, seufzen, beten. So lang ein herz noch hofft und glaubt, Und im gebet beständig bleibt, Go lang ists unbezwungen. 8. Daß, JEsu! du mein heiland bift, Zeugst du mit deinem blute, Du weißt, was creuz und trübfal ift; Du weißt, wie dem zu muhte, Den leiden, noht und unglück plagt, Und wirst, was angst und wehmuht klagt, Auch leicht zu herzen fasſen. 9. Ich weiß, du wirft in deinem sinn Jezt mitleid mit mir habenz und mich, wie ichs bedürfig bin, Mit gnad und hülfe laben: Ach! eil, mir schwachen benzustehn, Laß mich durch dich gewisser gehu, Laß meinen fuß nicht straucheln. 10. Sprich meiner feele kräftig zu, Und tröste mich aufs beste; Denn du bist in der müden ruhe Der schwachen thurm und feste. Greif mich auch nicht zu beftig an, Daß ich geduldig tragen kann, Was mir dein raht beschieden. 11. Und findet mirs dein rahts schluß gut, Ein wenig hier zu leis den; So laß mich nur in deiner hut, Als wie ein schäftein, weiden, Daß ich im glauben die geduld, und durch geduld, Gott! deine huld, Nach schwerer pein, ers halte. <. Ach vater! ach! wie schwer lich pflegt Es die vernunft zu glauben, Daß die, so deine rechte Tehlägt, In deiner gnade bleiben. 12. O heilger geift, tu freu. Das creus sest uns in bangigkeit; den- dl, Das GOtt vom himmel fchicket! in aderley Crübjalen überhaupt. 523 schidet! Erfreue mich, gib mei- Sind voll weisheit, gut und her feel, Was marck und bein er quicket. Laß mich schon hier die freude sehn, Die alle, so durch trübsal gehn, Volu berrlichkeit er: langen. 13. Da wirst du denn in ewger lust Höchst- gnädig mit mir handeln; Mein creuz, das dir und mir bewußt, In freud und ehre wandeln. Da wird mein weinen guter wein, Mein ächzen lauter jauchzen seyn, Das glaub ich: bilf mir! amen, stårt. 5. Lehr mich deine wege gehen, und in deiner wahrheit stehen: Halt mein her; ben dem allein, Daß ich dich, GOtt! fürchte rein: Dank will ich dir, höchster! sagen, Wenn du mich befreyst von plas gen: Deines namens herrlichkeit Will ich preifen iederzeit. 6. Groß ist deine gut und gabe: Du haft aus dem tiefen grabe Meine seele vorgebracht. nicht stoljer leute macht, dich nicht vor augen haben, Sich an meinem jammer laben; Die Laß Die Mel. Ich will meine stimm 2c. D 810a, Err! Dein ohr gottlofen stehen mir Nach der fees sich neigen, für 7. Du hingegen haft erbarmen. HErr mein helfer! mit den ars men: Du bist gnädig für die schuld, Trågest lange zeit geduld: Deine gut ist nicht zu zählen, Deis ne wahrheit kann nicht fehlen, Siehe mich nun wieder an, Daß ich gnade spüren kann. 2. Gnade! wenn ich mit ge bete Alle tage vor dich trete: 8. Laß doch deinen knecht sich Meine fünden mir verzeih, Und stärken, Deiner magd sohn rets mich, deinen knecht, erfreu. Denntung merfen: Laß ein gnaden, iu dir steht mein gemühte, Du bist seichen fehn, und es mir zu gut gut und selbst die gute: Du verseschehn; Daß sich meine feinde Aöffest teinen nicht, Welcher dich gråmen, und darüber múffen scha um schuß anspricht. 3. HErr! ich bitte, laß mein schreyen Vor dein treues ohr gez beyen: Höre mir geneiget zu, Wie ich meine bitte thu. Will mich trübsal ganz umringen, und mit angsten auf mich dringen; So geht mein geschren vor dich, Denn ich weiß, du höreft mich." wort zu herzen steigen: Stoß mich la nicht von dir hin, Weil ich arm und elend bin.Hüter über seel und leben, welches ich dir ganz ergeben, Bringe deinen knecht aus noht, Der auf dich nur hofft, 0 GOtt! 4. Niemand kann sich dir ver gleichen, Jede that muß deiner weichen; Aller heiden grosse jahl, Deine werke allzumahl, Wer men, Daß du mich in schuß gefaßt, Und so reich getröstet haft. * 9. Hilf, GOtt! daß fich deine ehre Allenthalben herrlich mehre. JEfu Chrift! durch deis nen tod Rette mich aus aller noht. Heilger geift! mich fort regiere, Und auf rechtem wege führe, Daß ich jest und allezeit Dir zu dienen sey bereits Mel. Ach GOtt vom himmel ze. uhastgefast, o treuer Deinem namen ehr erzeigen: muß ertragen Creuz, trübsal, Du bist groß, und deine werk unglück, angk und nobt: Der sols Creus und Croft: Lieder te nicht vertagen: Du wolleft ihn diese plagen, Die mich alle tage auf seine bitt, Wenn er im glau- nagen. ben vor dich tritt, Durch starke band erlösen. 2. Nun bleibt dis wort auch heute wahr Bey deneit, die drauf bauen; Und du errettest immer dar, Die dir von Herzen trauen. Drum ruf ich dich auch jego an, Da mir sonst niemand helfen kann, Als du, GOtt, meine hülfe! 3. HErr! der du vormahls gnadig haft Aus unglück mich geführet: Dazu verhüt't, daß manche last Und noht mich nicht berühret: Der vormahls mir aus lauter anad All meine fund und missethat Bedecket und vergeben: 4. HErr! der du meine jammerstimni Auch vormahls oft erhöret, Und deines jorns gerechten grimm In guad und huld verkehret: Erhöre mich auch dieses mahl, Und schick vom hohen himmels saal Kroft, hülfe und errettung. 5. O groffer GOtt, erbarm dich doch! Es steht in deinen hånden, Du kannst allein das schwere joch Der trübsal von mir wenden: Ich feze nicht zeit, maaß noch ziel, Bey bir sind ja der mittel viel; Ach hilfinir, HErr! in gnaden. 6. Erhdr, o vater! mein ge fchrey, Laß deinen grimm sich stil len; Und, was ich bitte, das ver leib Um JEfu Chrifti willen: Daß ich, weil ich noch lebe hier, HErr! deine gute für und für Mit berz und mund erhebe. 2. Ach! ich hab es wol verschuls det: Was ich jezt für straf empfind, Und ich noch bisher erduldet, If dagegen noch gelind: Dein ges richt, HErr! ist gerecht Ueber mich, den bösen knecht, Der ich mich von dir verlaufen, Günden ausgeübt mit haufen. 3. Was ich hatte sollen haffen, Hab ich leider oft gethan. Gutes hab ich unterlassen Mehr als ich nur wissen kann; Durch gedanken, werk und wort Dich erzurnt an manchem ort, Auch den nächsten nicht geliebet, Sondern ofters mahls betrübet. 4. Wenn ich nun daran gedens te; Steigt mire dergestalt zu sinn, Daß ich mich von Herzen Franke, und in höchsten ängsten bin. Meis ner schulden groffe zahl Drückt und kränkt mich überall: Ach! ich fürcht, ich muß vergehen, Weil ich nirgends kann bestehen. .Dir, HErr! fall ich ist zu fuffe, Und begehre gnad und gut: Nimm für meine schuld die busse Aus zers schlagenem gemüht. Vater! schenk mir gnädiglich, Daß ich oft erzurs net dich; Laß um JEfu Chrifti willen Sich den grinum nun völlig stillen. * 6. GOtt, ach GOtt! durch dein erbarmen, Güte, weisheit, lieb und macht, Hilf mir einfas men und armen: Auf dich wart ich tag und nacht. Ach! erlöse mich doch bald Aus der noht, die mannigfalt. HErr! ich bitte, du eilen, nicht länger mehr verweilen. el. JEfu deine heilge wunden, Ott mein bater! zähl 812. in gnaden Meine 7 Solltest du mich fort fo lass feufier, die ich thu. Wende von fen, und mir künftig nicht bens mir sport und schaden, Schick mir stehn: Würden die, so dein wort raht und hülfe zu: Denke nicht hassen, Ihren spott nur an mir der missethat, Die mein fleisch fehn, und mir hönisch rücken für, begangen bat; Goudern sieb auf Daß ich war stets schrey zu dir! Weil in allerley Crübfalen überhaupt. 529 Weil ich aber so gefehlet, Bleib ich tag und nacht gequället. 3. Denk, o HErr! daß deine gute Vor der welt her ewig ist: 8. Ich bekenn in reu und Zeuch dir, vater! u gemühte, schmerzen, Dieses war mein Daß du voll erbarmen bist; Meis rechter lohn: Hätt ich dich gener jugend missethat Wollst du fürcht von herzen, War ich frey jest nicht mehr gedenken; Sons von solchem hohn. Doch deindern mir aus lauter gnad Aller raht ind weisheit ist So groß, fünden ftrafe schenken. als du selber bist: Laß mir noch dadurch auf erden Alles nüß und heilsam werden: 9. Daß ich deines namens ehre, Deine wunder- gut und treu Immerfort allhier vermehre, Und dem nächsten nüßlich sey: Daß auch kund wird jedermann, Wie viel besser der gethan, Der auf Deine allmacht bauet, Als der seinem wiß vertrauct. * 10. Run, GOtt! du kannst ret tung senden Zu der angenehmen jeit; All mein elend kannst du wenden, Rebst betrübniß, sorg und leid. Komm, HErr! komm, und eile doch, Nimm mir ab das schwes re joch: GOtt! ich weiß, du hörst mein fleben: Amen, laß es bald geschehen. 4. Fromm ist GOtt, und weiset allen, Die voll wahrer reu und buß, Wie man ihm soll wolgefals len, Wie man vor ihm wandeln muß. Die zerbrochnes herzens sind, Tröstet er zu allen zeiten: Wo er geifilich arme findt, Will er feinen weg sie leiten. 5. GOttes wege sind zu nennen Treu und gut an jedent ort, Des nen, die ihn recht erkennen, Thun nach seinem bund und wort. HErr! vergib durch deine huld. Und um deines namens wegen, Meiner sünden grosse schuld, Die sich häufig ben mir regen. 6. Wer GOtt herzlich fürcht't und liebet, Wandelt auf der rechs ten bahn; Wer auf feinen bund acht sicbet, Jft am allerbestei dran: Denn in gutem friedens stand Wird der HErr ihn allzeit ach dir, wird 813. № mein verlangen, land Erblich haben und besigen. Auf dich hoff ich, HErr mein Gott! Laß mich keinen schimpf empfangen, Noch den feinden seyn ein spott; Weil du den in schand und hohn, Der dein harrt, nicht laffest feßen: Schand und schmach ist deren lohn, Die dein wort vers achtlich schätzen. 7. Wer GOtt fürchtet, wird geniessen Reichen troft und wahre ruh; Das geheimniß wird er wiss fen, Im erkenntniß nehmen zu. meine augen sind zu dir, Here! gericht't in allen fachen; Weil du meine füffe mir Aus dem nege frep wirst machen. 2. HErr! du wollest mich fiets führen, und mir jeigen deine bahn: Mich durch deinen geist regieren, Daß ich richtig gehen kann. Schreib mir selbst ins herz binein, Was dein wort befehl und sage: Du bift, der mir hilft allein. Gott! dein wart ich alle tage. 8. Wend dich ju mir mit erbars men, Daß mir guad und hülf ers schein: Ach errette bald mich ars men, Der ich muß so einfam seyn. Grosfe angst und bangigkeit Hab ich jest in meinem herzen. Führe mich aus nohtund leid, Mach mic fren von sorg und schmerzen. 9. Schau, was ich für plag ems pände, 526 Crenz und Croft- Liedes pfinde, Siehe meinen jammer an; so bleiben, Mich im jorne von sich Und vergib mir alle fünde, Die ich treiben? Hat fein gnaden- bund lebenslang gethan. Aendr auch ein end, Daß sich GOtt so von meiner feinde sinn, Die sich auf mir wendt? gewalt verlassen, Denen ich im s. Will er nicht mehr gut erweis wege bin, und die mich aus frevelfen, Daß man ihn drum könne baffent. preifen? Seine zusag und fein * 10. HErr GOtt! groß von wort Währen die nicht immers wunderthaten, Sey mein schuß, fort? Ist der HErr zu weit ents und mich bewahr. Laß mich nicht in spott gerahten, Dir vertrau ich ganz und gar, Schlecht und recht behûte mich, Denn dir hab ich atich ergeben. Gott: wir hoffen stets auf dich: Hilf uns, hilf, so lang wir leben. seffen? Hat er lieb' und huld vers geffen? Will er nicht barmherzig seyn Nach so vieler straf und pein? 6. Leitlich sprach ich in dem denken: Soll ich mich zu tode kranken? Kann doch GOttes rechte hand Leichtlich ändern sols chen stand. Starker GOtt! du kannst noch rahten Durch dergleis, der und heit wunderthaten, Als du schon el. Laß oHErr dein ohr zc. ch will meine stimm 814. vorgestellt. GOttes rettung fireben: Meine fimme steigt empor, Und er neigt 7. Uleberleg ich im gemühte ju mit fein ohr. Dich, HErr! Bey mir deine lieb' und gute, Deis such ich an dem tage Meiner große weisheit, deine macht; Hoff fen noht und plage: Und ben ich darauf tag und nacht. HErr! itacht breit ich ju dir Meine hände ich bitte, hilf mir armen Durch für und für. dein väterlich erbarmen; Sende mir bald rettung zu, und an leib und feele ruh: 8. Daß ich mich zufrieden gebé, Und dir immer heilig lebe, Deis nes namens herrlichkeit Auszus breiten sen bereit. Ich will betent, ich will wachen, Dich, was übrig, laffett machen. Gott! ich weiß, du höreft mich, Denn dir trau ic feftiglich. 2. Meine feel ist als verlaffent, and will keinen troft mehrfaffen: Nicht ohn seufzen in der noht Eret ich vor dich, treuer Gott! Mein gebet muß zu dir dringen, Und mein elend vor dich bringen. Meines jammers ist so viel, Daß mein geist verschmachten will. 3. Du bist, der mein auge rühret, Daß es keinen schlaf mehr ſpühret. Mich kömmt angst und ohnmacht an, Daß ich auch nicht reden kann. Ich gedenk der alten 815.3 rubte tüffen, Die Mel. Wer nur den lieben GOtt zes will die hand und seiten, die mich ehedem erfreuten: Mein gemühte untersucht Ihre all; uschnelle flucht. 4. Ach mein faitenspiel und fingen Will vor trauren jest nicht Hlingen Meine feele forscht ben nacht, und hat oftmahls dis ge bacht: Wird der HErr denn gets mich zu meinem bestent schlägt. GOtt låst mich seine liebe wissen, Die er, als vater, zu mir trägt. Er eiget, daß mir seine treu In ewigs teit gewogen sey. 2. Ich weiß nicht viel von gus ten tagen, Doch also bin ich Chris fito in allerley Crübfalen überhaupt. 527 to gleich: Drum will ich alles, Mel. Wer nur den lieben GOtt ze. freudig tragen, Er macht mich boch an trosie reich: So, daß mir 816, Betrübtes hers, ach leiden und verdruß zu meinem besten dienen muß. still dein weinen: Mußt du schon jezt auf dornen stehn; Pflegt doch der himmel mit 3. Die sonne kann nicht immer den feinen Hier in der welt so ums scheinen, Der himmel ist nicht allzugehn. Ist gleich dein jammer jeit klar: GOtt hålts nicht an noch so schwer, Ach! seiner gnaden ders mit den feinen, Er führt die ist vielmehr. Heilgen wunderbar. Doch wies GOtt meint, und was et thut, Das meint und macht er alles gut. 4. Muß ich nun gleich fit meinen jahren, Und auf dem wege Dieser zeit, Die grösse vieler angst erfahren; So bleib ich doch in GOtt erfreut. Ja war ich auch dem tode nah, Ist dennoch kraft und leben da. aus der tief herauf, Und führt mich in den himmel ein; Da werd ich ewig ben ihm seytt. 7. Ich wünsche mich von dieser erden Je eher noch, ie lieber los. Im himmel muß mir alles wer: dent, Da macht mein GOtt mich berrlich groß: Da, da bin ich an troste reich, und GOtt und seinen engeln gleich. 2. Er schlägt, doch heilt er auch die wunden: Er liebt, wenn er uns gleich betrübt. Ja, wenn wir kaum den schmerz empfunden Sucht er schon, was uns labsal giebt. Aus seiner hand kommt lieb und leid, Bey ihm quillt luft und traurigkeit. 5. Und kömmit es endlich gar um sterbent, So fällt mir doch der muht nicht hin; Im tode kann ich nicht verderben, Weil ich sein kind und erbe bin. Ich weiß, daß GOtt mich ewig liebt, und mir die lebens- crotte giebt. 4. Hie führt uns GOtt durch rauhe wege Auf einer bahnt, die trübsal heißt: Erträgt man aber 6. Liegt schon der leib im finstern seine schläge Geduldig und mit grabe, So steht er doch verklå stillem geist: Wird dich zulezt, ret auf. Denn wenn ich ausgewas uns beschwert, In lauter bos schlafen habe, Hohlt GOtt mich nigseim verkehrt. 8. Ey nun, mein GOtt! so magst du walten; Ich dulde mich im creuz und schmerz, Und will dir willig fille halten. Gib du mir nur ein frölich herz; Daß du, mein liebster GOtt! allein Magst meine luft und hoffnung feux. 3. Drum sey getroft, gefrants tes herze! Das creus trennt dich und JEsum nicht. Verkehrt sich deine freuden- terze Anizt schon in ein todten- licht; O lertte dies ses wol verstehu: Den frommen pflegt es so zu gehn. 5. Trink nur getrøft das maas voll thrànen, GÖtt zählt sie dir ja felber zu. Ich weiß, es trifft dein ängstlich sehnen Noch endlich die gewünschte ruh. Geht gleich das creuz sehr bitter ein, Muß dir doch alles heilsam seyn. 6. Ben dieser welt muß luft und freuden Oft reu und schmerzen nach sich ziehn; Hingegen aus der frommen leiden kann nichts, als tugend- rosen blühn; Gott prüs fet nur erft unfern muht, Eh er uns wieder gütlich thut. 7. Fromm und geduldig seyn in plagen, Bricht Gott sein treues vater- herz. Er kann uns nicht be standig fchlagen, Ibn jammer! ends 528 Crents and Croft: Lieder endlich unser schmeri. Ja, wenn, vergehen, Gein jorn riß mia er uns am weitsten scheint, Eritt er dahin. su uns, eh man es meint.. s. Mein JEsus tilgt und löschet 8. Verlieren wir die besten Fluch, hollen- pein und tod.. Er freunde, O ihn verliert man nimist, der mich rein wäschet, Macht mermehr. Was thun uns denn schneeweiß, was tur roht. In die größten feinde? GOtt geht im ihm kann ich mich freuen, Hab freite vor uns her. Ach! wer nur einen helden muht; Darf kein fest auf ihn vertraut, Hat auf den gericht mcht scheuen, Wie sonst stärkstent fels gebaut. ein fünder thut. 9. Nuht demnach, ihr betrübte 6. Nichts, nichts kann mich vers sunen! Ach! lebt nur GOtt, so dammen, Nichts nimmt mir meis hats nicht noht. Die hoffnung| nen muht. Die höll und ihre flams muß zulezt gewinnen; Er giebt| men Löscht Chrifti theures blut. nicht immer thränen- brot. Creuz, Kein urtheil kann mich schrecken, elend, schmach und alle pein Kann Mich tröst't, was mich betrübt; Beinem christen schädlich seyn. Denn mich will Christus decken, Der mich als bruder liebt. 7. Sein geist wohnt mir im herzen, Regiert mir meinen sind, Vertreibt mir sorg und schmess zen, Ninimt allen kummer hit, Giebt segen und gedeyen Dem, was er in mir schafft; Hilft mir das abba! schreyen Aus aller meis ner traft. 8. Und läßt sich schwachheit. fehen; Bertritt mich dieser geift Mit seußen, bitten, flehen, das unaussprechlich heißt. Gott, dem der grund der herzen, Und meine noht bewußt, Erhört es, hebt die schmerzen, Giebt geist- und feelens luft. Mel. Herzlich thut mich verlang. 817. 3th ft GOtt für mich, so trete Gleich alles wider mich: So oft ich ruf und bete, Weicht alles hinter sich. Hab ich das haupt zum freunde, und liebet mich mein GOtt; Was schadet mir der feinde Und neider schmach und spott. 2. Nun weiß und glaub ich feste, und rühmt es ohne scheu, Das GOtt der höchst und beste, Mein freund und vater sey: Daß er in allen fällen Zu meiner rechten steh. Er dämpfet sturm und wellen, Er stillt mein ach und weh. 3. Der grund, drauf ich mich gründe, Ist Christus und sein blut: Durch dieses seh und finde Ich dort das wahre gut. An mir und meinem leben Ist nichts der liebe mehrt: nur was mir GOtt gegeben, If was man würdig ehrt. 4. Wenn JEfus, meine ehre, Mein glan; und schönstes licht, mir nicht im herzen wäre; Go dürft und könnt ich nicht Vor GOttes augen fehen, Weil ich ein fünder bint Ich müste fracs mein leib. 9. Sein geift spricht meinem geiste Manch füffes troft- wortu; Wie GOtt dem hülfe leiste, Der ihn mit stiller ruh Gesucht, und ihm vertrauet; Er zeigt ihm GOttes stadt, Wo herz und ange schauet, Was es geglaubet hat. 10. Da ist mein theil und erbe Mir prachtig ugericht. Wenn ich gleich fall' und sterbe, Fallt doch mein himmel nicht. Mein JEfus hilft mir ringen; Muß ich gleich meine zeit Oft thranens voll zubringen, Durchfüßt er doch II. in allerley Crübfalen überhaupt; 529 11. Wer sich mit dem verbin- 1 HErr! meines JEsu blut Mochet bet, Den satan flieht und haßt; alle schulden gut. Der wird verfolgt, und findet) 3. Flieh zu des erlösers wunden, Nur hart und schwere last Zu Wodurch er sich ewiglich Gang leiden und zu tragen, Geräht in genau mit dir verbunden: Hier hohn und spott: Das creuz und ist ruh und schuß für dich. Wer alle plagen Sind ihm ein täglich in JEfu wunden lieget Hat schon brot. manche noht besieget: Und fein blut, der lebens trant, Heilet die, so schwach und krank. 12. Das ist mir nicht verbor: gen, Doch bin ich unverzagt; Gott will ich lassen sorgen, Dem ich mich zugesagt. Es kofte leib und Leben, Mich selber, gut und ehr; Jhm bleib ich fest ergeben, Ihn Taß ich nimmermehr. 13. Kein engel, teine freuden, Rein thron und herrlichkeit, Rein lieben und tein leiden, Rein' angst, gefahr und streit, Was man nur kann erdenken, Es sey Llein oder groß; Soll mich von JEsu lenken, Reißt mich aus feinem schooß. 14. Mein Herz ist wol zufrieden, Und kann nicht traurig seyn, Von angst und furcht geschieden, Sieht lauter sonnenschein. Die sonn', bie mich anlachet, Ist mein HErr JEsus Christ; Das, was mich fingend machet, Ift, was im him mel ift. 4. Immer an das creuz gedens ken, Macht die laft noch eins so groß; Durch ein ungeduldig kränken Wirst du doch der laft nicht los. Dein troft sey, geduld und glaube; Mach es nur wie Noa taube, Die auf trübem wass fer fliegt, Bis daß sie ein dl- blat triegt. <. Nimm die hoffnung wahrer christen, Die auch noch im tode hofft. Troft, nach welchem wie gelüften, Kömmt bey JEfu unvers hofft. Creuz und palmen, schmerz und lachen Sind zwar unters schiebne sachen; Doch ein froher augenblick Läßt uns oft ein web zurück. 6. Achte das für Fein verders ben, Wenn dich schwere tranfe heit drückt, Wenn der HErr ein täglich sterben Dir in deine glies der schickt. Das sind keine bdfe Mel. Alle menschen müssen 2c. schläge, Sondern lauter liebess wege, Wo das siel der freuden steckt, Ob dirs JEsus gleich vers deckt. 7. Crinke nur den creuges bes cher, Den dir JEfus eingeschenkt. Wird der leib, die schale, schwäs cher, Und mit angst und noht gekränkt; Kriegt dein geift doed neue träfte, JEsus mischt die bittern fäfte. Durch sein stars tungs- volles blut, Das die größe te wirkung thut. 818.Reiß dich los von allen schmerzen, Meine feele! reiß dich los. Wirf die unruh aus dem herzen, Fall in Bottes gnaden schoos: Trockne Deine heisse thränen, Stille dein gehäuftes sehnen; Denn dein va ter in der böh Siehet auf dein ach und weh. 2. Eile doch zum gnaden- ftuhle, Wenn sich sünd und unglück regt; Wenn dich in der elends schule GOtt mit harten ruhten schlägt, Eil zu GOttes vater- armen, Flehe febulich um erbarmen, Sprich: 8. Alles, was dich jeto quälet, Dient zu deiner feelen heil; Ja dein schmer; i schon gesäblet z Uns $ 30 Creups und Troft- Lieden Und dein JEsus trägt ein theil.| gebricht; Himmel und erd in Greif nur zu mit glaubens- han- sein: Er ist mein vater, HErr und den: Deine schmach wird sich| GOtt, Der mir beyßteht in aller bald enden, Wenn GOtt nach der jammer nacht Dir den tag det freuden macht. 9. Mache dir nun keine sorgen, Denn der höchste sorgt für dich: Und vielleicht siehst du schon morgen, Wie dein lieber vater sich Innigst um dein wol bemühet, und auf dein vergnügen siehet; Wie er dich, nach kurzer pein, Auch recht lange kann erfreun... 10. Mußt du gleich noch immer weinen; En, dein GOtt bleibt deine lust. Will das licht nicht immer scheinen, JEsus schmückt Doch deine brust Endlich, nach den trüben Stunden, Mit dem purpur feiner wunden, Und du bist, als seine braut, Ewiglich mit ihm vertraut. noht. 3. Weil du mein Gott und vater bist, Wirs du dein kind verlassen nicht, Du väterliches herz! Ich bin ein armer erdens klos, Auf erden weiß ich keinen troft. 4. Der reich verläßt sich auf sein gut, Doch ich vertraue meis nem Gott: Und werd ich gleich veracht't, So weiß und glaub ich feftiglic, Wer dir vertraut, dem mangelt nicht. 5. Elia! wer ernehret dich, Da es so lange regnet nicht, In so schwer: theurer zeit? Ein' wittwe im Zidonier- land, Zu der du von GOtt wars gesandt. 6. Da unter dem wacholders baum Der engel GOtts vom hims 11. Ist es aber GOttes wille, mel kam, Bracht er ihm speis und Dich von dieser welt zu ziehn; Otrank. Er gieng gar einen weis so halt gelaffen stille: Denn so ten gang Bis zu dem berg, Horeb wirst du selig fliehn Von dem jammer zu der freude, Von der schmach zum ehrens kleide; Nach ber überkandnen quahl, Zu des Lammes hochzeit- mahl. 12. Nun so komm, mein JEfu, eile! Eile! mich verlangt nach dir; Weil ich aber hie verweile, O mein freund! so gonne mir Blauben, liebe, hoffnung, freude, Und, nach hingelegtem leide, Je nes schöne Canaan, Wo ich ewig faucien fann. genannt. 7. Des Daniels GOtt nicht vergaß, Als er unter den löwen saß; Sein' engel fandt er hin, Lieg ihnen nehmen grimm und wußt Durch seine wunder macht und hut. 8. Joseph in Egypten verkauft ward, Vom Pharao gefangen hart, um seiner frömmigkeit. GOtt macht ihn zu ein'm groffen herrn, Daß er konnt var'r und brüder nehrn. 9. Es ließ auch nicht der treue 819. Warum betrübst du Gott Die drev mann'e im feurs Dich, mein herz! ofen roht. Sein engel fandt ez Bekümmersi dich und trägefst hin, Bewahrt sie für des feuers Schmerz nur um das zeitlich gut? glut, Half ihnen aus der ang Bertrau doch deinem HErrn und und noht. GOtt, Der alle ding erschaffen bat. * 10. A GOtt! du bis no heut so reich, Als du gewesen 2. Er kann und will dich laffen ewiglich: Mein vertraun sieht widt, Erweis auch wol, was diy gani iu biz. Mach mich an meis ner in allerley Crübfalen überhaupt. 53 leben als im tod Wird dich Gott nicht sinken laffen, Sondern vi terlich umfaffen. II. Der zeitlich'n ehr will ich gern entbehrn; Du wollft mir nur 4. Múffen deine thránen- quels das ewge gewahrn, Das du erwors len Dir an statt der perlen seyni ben haft Durch deinen herben bit- Muß sich angst und noht gesellen, tern tod: Das bitt ich dich, mein Drückt dich kummer, schmerz und HErr und GOtt! pein: Ist dein purpur, schmach und blut, Dürftigkeit dein haab und gut; Bion! laß dir doch nicht grauen, Du kannst deinem Gott vertrauen. 12. Das alles, was auf dieser welt, Es sey gold, silber oder geld, Reichthum und zeitlich gut, Währt hier nur eine kleine zeit, Und hilft doch nicht zur seligkeit. 13. Ich dank dir, Christe, GOttes sohn! Daß du mir soldes kund gethan Durch dein götts liches wort: Verleih mir auch beständigkeit zu meiner feelen feligkeit. 14. Lob, ehr und preis sey dir gesagt Für alle dein erzeigte wol: that. Ich bitt demühtiglich, Laß mich nicht von dein'm angesicht Verkoffen werden ewiglich. ner feele reig, So hab ich gnug bie und ewiglich. 5. Draut man dir mit schmach und banden, Schreckt dich tod und herzeleid? Ey! du wirk doch nicht zu schanden, Denk nur an die ewigkeit. Gey nur froh und wolgemuht, Da der HErr die folches thut. Zion! GOtt wird dich schon stärken, Dieses must du glaubig merken. 6. Freue dich! es kommt das ende und der abend schon herbey. Gib dich nur in GOttes hände, Dieser machet dich bald frey: Und für trübfal, sport und hohn Giebt er dir die freuden- cron. Bion! so fehn deine fachen: Darum lag die welt nur machen. 7. Halleluja! Deine wonne Wird nun herrlich, schön und groß. JEsus, deine gnaden- fonne, Nimmt vich gar in seinen schook, Tröftet, liebt und füffet dich, Deckt und schüßt dich gnädiglich. Zion! wo ist nun dein klagen? Kannst du nicht vonfreuden sagen? 2. Treiben dich die meeres wellen In der wilden tiefen fee; Wollen sie dich gar zerschellen, Ruff du änglich ach! und weh! Schweigt auch JEsus fill dazu, Gleich als in der fanften ruh: Bion! laß dich nicht bewegen, Diese fluht wird sich bald legen. 8. Freuen sich die himmelss erben, Bion! nicht schon über dir? Denn du lebest nach dem sterben Dort bey ihnen für und für, Wo dein JEsus dich erfrischt, Dir die thránen selbst abwischt. Werwi dich nun von den freuden, Bev 3. Berg und felfen mögen weis des lammes hochzeit, scheiden? chen, Ob sie noch so feste stehn. Mond und sonne mag erbleichen, Mel. Von GOtt will ich nicht 26. Ja die welt mag untergehn: Hat es doch mit dir nicht nobt; eo im 821.Was willt du dich be trüben, meine lichs ºve Mel. JEfu deine heilge wunden. Dion! gib dich nur zu 820.3 frieden, Gott ist Noch bey dir darinn; Du bist nicht von ihm geschieden, Er hat einen vater sinn. Wenn er ftraft, so liebt er auch, Dis ist sein belieb. ter brauch: Bion! lerne dis bes benken, Warum willt du dich so tränken? 532 Creuz und Croft Lieder liebe feel! Sieh, daß du den magst, Abwendest noht und schaden, Gep lieben, Der heißt Immanuel. immerdar gepreist. Bertrau dich ihm allein: Er wird es alls gut machen, und fördern Mel. Aus meines herzens grunde. deine fachen, Wie dirs wird felis 822. Meinfrieden, Stell feyn. 2. Denn GOtt verläsfet keinen, doch dein trauren ein. Du mußt Dersich auf ihn verläßt. Er bleibt nicht stracks ermüden, Noch so getreu den feinen, Die ihm ver- verzaget seyn, Wenn dich ein uns trauen fest. Läßt sichs an wunder- glück drückt. Laß dir es doch in als lich; So laß dir doch nicht grauen, lenMit freuden wol gefallen, Wie Mit freuden wirst du schauen, GOtt es mit dir schickt. GOtt schüß und rette dich. 2. GOtt sucht durch creuz und 3. Auf ihn magst du es wagen, plagen Dein bestes allezeit. Du Mit unerschrocknem muht: Du weißt, ben guten tagen Findt sie wirst mit ihm eriagen, Was dir oft sicherheit, Bist dann voll füns hie nuß und gut. Was GOtt beden- luft, Hängst an den eitelkeis schlossen hat, Das kann niemand ten, Die dich also verleiten, Daß verhindern Aus allen menschen du zur Hölle mußt. Findern: Es geht nach seinem raht. 4. Wenn auch gleich aus der bollen Der satan selber sich Dir wollt entgegen stellen, und unter treten dich; So muß er doch mit spott Von seinen ränken lassen, Womit er dich will faffen: Denn Dein werk fördert Gott. 3. Kommt aber je zuweilen Ein creuz und drücket dich; Pflegst du zu Gott zu eilen, Dein geist ers muntert sich, Dein beten hat mehr kraft. Du lernest Gott vertrauen, Geduldig auf ihn baus en, Bis er dir hülfe schafft. 1. Er richts zu seinen ehren und deiner seligkeit, Solls seyn, Tein mensch kanns wehren, und wars ihm noch so leid. Will es Gott aber nicht, So kanns nie mand forttreiben, Es muß zu rücke bleiben: Was GOtt will, das geschicht. 4. Drum sey doch gutes muhe tes, Mein herz! in deiner noht. Bedenke, wie viel gutes Erweiset dir dein GOtt; Dem klage deine vein. Ermuntre dein gemühte und hoff auf seine güte, So wirs du glücklich seyn. 5. Laß nur den höchsten mas chen, Sey still und murre nichts Befiehl ihm deine fachen, Er 6. Drum ich mich ihm ergebe, weiß, was dir gebricht, und wird, Aus sey ihm heimgestellt. Nach nach seiner treu, Durch seiner alls nichts ich sonst mehr strebe, Als macht thaten, Dir wol und weiss nur, was ihm gefällt: Drauf lich rahten; Getrost! GOtt sieht wart ich, und bin still; Sein will dir bey. Ift doch der beste, Das glaub ich Reif und feste, GOtt mach es, wie er will. 6. Und ob er lang ausbliebe; So warte mit geduld; Es wartet feine liebe Auch dein mit groffer * 7. HErr! gib, daß ich dein' huld. Je länger creus und leid, ebre Ja all mein lebelang Bon Je beffer es sich endet: Und wenn berzens- grunde mehre, Dir fage GOtt hülfe sendet, Je mehr fie Tob und dank. Ovater, sohn und dich erfreut. seiß! Der du aus lauter guadey 7. Darum sollt du nicht sorgen In in allerley Crübfalen überhaupt. In langer creuzes pein. VielMeloden 13. leicht kann dir schon morgen Nach 823.Warum sollten geholfen GOtt denn grämen? hab ich doch Chriftum noch, Wer will mir den nehmen? Wer will mir den himmel rauben, Den mix schon GOttes sohn Beygelegt im glauben. ist niemahls so nah, Als wenn die noht sich mehret; Wenn menfchen raht aufhöret, Ift seine bülfe da. 533 8.WerGOtt in allen dingen, Getroft vertrauen kann: Dem wird es nie mislingen; GOtt nimmt sich feiner an. Denn wo er ihn vers 2. Nackend lag ich auf dem bos den, Da ich kam, Da ich nahm Meinen ersten odem. Nackend ließ, Müßt auch sein wort betrüwerd ich auch hinziehen, Wenn gen; Allein Gott kann nicht lů- ich werd aus der erd Als ein gen, Drum hilft er auch gewiß. schatten flichent. 9. Es ist niemahls geschehen, Daß ein geplagter christ, Wenn er auf GOtt gesehen, zu schanden worden ist. Gewiß ist, daß sich GOtt Nicht unsern vater nennte, Wenn er nicht helfen könnte Noch wollte in der noht. 10. Mein herz! von diesem al len Nimm troft in deiner noht. Hat Dich ein creuz befallen, Es bringt nicht gleich den tod; Dein vater kann und will Dich heben, retten, tragen: Auf ihn wirf deine plagen, und halt ihm willig still. * 11. Nun GOtt! was dir ge fallet, So mir begegnen soll; Das werd ins werk gestellet. Ich bin ber hoffnung voll, Du wirst nach deinem raht Geduld und trost verleihen, Zulest mich auch er freuen Durch hülfe in der that. 12. Du wollest mich nur stärken In meiner blddigkeit. Ja, laß mich chriftlich merken Des crenjes nugbarkeit; Und daß desselben pein, Wie sehr sie auch betrübet, Doch jedem, der dich liebet, muß nig und heilsam seyn. 3. Gut und blut, leib, feel unb leben Ist nicht mein, GOtt allein Jft, der mirs gegeben. Will ers wies der zu sich kehren, Nehm ers hint Ich will ihnDennoch frölich ehren. 4. Schickt er mir ein creuz zu tragen, Dringt herein Angst und pein: Sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wens den; Er weiß wol, Wie er soll AU mein unglück enden. 5. GOtt hat mich ben guten tagen Oft ergest; Sollt ich jest Auch nicht etwas tragen? Fromm ift: GOtt und ftraft mit maaffen: Er, mein licht, Kann mich nicht Gan; und gar verlassen. 6. Satan, welt und ihre rotten können nun nichts mehr thun, als nur meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen: Gott mein heil Kann in eil Sie zu schans den machen. 7. Unverzagt und ohne grauen Soll ein christ, Wo er ift, Stets sich lassen schauen. Wollt ihn auch der tod aufreiben; Soll der muht Dennoch gut Und fein stille bleis ben. 13. Weil ich dich auch soll preis fen Für creuz und ungemach; Dis 8. Kann uns doch kein tod nicht aber zu erweisen, Ich leider! viel tödten, Sondern reißt Unsern zu schwach: So gib, HErr! daß geist Aus viel tausend nshten, ich dort In jenen himmels- freu- Schließt das thor den bittern den, Für alles creuz und leben, leiden, und macht bahn, Da man Dich preise fort und fort. tann Gehn jun bimmels- freuden. 213 9. Da $ 34 Creus und Croft, Lieder 9. Da soll ich bey Chrifti schät- Wenn dich creuz und noht betrof en Geist und herz, Auf den fen, Trag es willig; mit der zeit fchmer, Emiglich ergeßen. Hier Erntest du auch frölichkeit. ift tein recht gut zu finden; Was Sie welt In sich hålt, Muß wie rauch verschwinden. 5. Harre nur mit Ifrael; Heffe nung machet nicht zu schanden. Es ist ja noch freuden: dl Für die 10. Was sind diese lebens- gů traurigkeit vorhanden. GOttes ter? Eine hand Voller sand, Kum- wort, dein Gilead, Jft, was immer mer der gemühter. Dort, dort find die edle gaben; Christus wird, Als mein birt, Mich dort ewig laben. II. HErr, mein hirt, brunn aller freuden! Du bist mein, Ich bin dein, Niemand kann uns scheis den: Ich bin dein, weil du dein Leben und dein blut, Mir zu gut, In den tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich faffe, tind dich nicht, O mein licht Aus dem herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich, Ewig werd ums fangen. balfam hat. 6. Will ich Chrifti iunger seyn, Muß ich ihm das creuz nachtras gen; Und wer wollte sich nur freun In den angenehmen tagen? Auch ein böser tag stellt mir meines GOttes güte für. 7. O! wie macht das creus fo fromm! Treibt es doch zu GOts tes armen. Ist es gleich ein bits trer firom; GOtt versüßt ihn durch erbarmen, Perlen liegen auf dem grund: Kelch ein segenss reicher fund! 8. Liebes her! ach finde dich In des lieben GOttes weise; Er führt uns nur wunderlich, Daß man seinen namen preife, Wenn Rel. 8. JEsus meine juversicht.er, nach der finstern nacht, Einen 824.Traure nicht, betrüb. tag der woune macht. tes dir Mel. Alle menschen müssen ze boch der himmel offen; Da kannst du im größten schmerz Croft und freudenblicke hoffen. feufzern ihren lauf, Nimm den weg su GOtt hinauf. Laß ben 825. Werde munter, mein um krankest du dich so? Denk an deines GOttes gute, Diese machet dich noch froh: Denn der, so dich jest betrübet, Hat dich je und ben GOtt ist raht und that, Dieie geliebet, Und sein güldner gnas erfahrung wird dichs lehren. Klopfe nur an seine thur, Stell ihm deine nohtdurft für. 2. Der das ohr gepflanzet hat, Sollte der nicht selber bören? Nur den- schein Wird auch künftig um dich seyn. 2. Seine hand hält diese sitten, Daß sie schläget, eh sie heilt. Wer mit viel geduld gelitten, Was ihm JEsus zugetheilt; Den bringt hernach zu ehren: Wie uns alle frorime lehren, Die GOtt durc die bose welt Eingeführt ins bim mels- ielt. 3. Bricht dein herz? ihm bricht es auch, und er muß sich dein er barmen. Es ist seiner liebe brauch, Nach den schlägen zu umarmen; Weil dem sohn, den er geftaupt, Doch fein herz gewogen bleibt. 4. Ueberwind ihn durch geduld, Du mußt stille seyn und hoffen; Das fegt dich in seine buld. 3. JEfus fiehet hinterm gitter Und siebt deinem tampfe ju, Daß K in allerley Crübfalen überhaupt. 535 nach dem ungewitter, Dich vers| nen kelch geschmecket; Reichet er fege zu der rub. JEfus, der des Zucker her, und giebt nach dem creujes plagen Selbst persönlich leiden Wieder troft und freuden. bat getragen, Weiß am besten Bund und zeit, Wenn sich enden foll dein leid. 4. Weine nicht, Gött höret dich, Wenn dein herz nur girret. Hast du dich gleich wunderlich In der noht verwirret; Ruf ihn an, Denn er kann Deinen unglücks wellen Ziel und grenzen stellen. 4. Traue seinem wahren munde: Deffen wort ist lauter that, Der auch deine trauer stunde Nichtig abgetheilet hat. Freud und leid hat er ermessen, und er follte dein vergessen? Nein er ist bir viel zu hold, Daß er dich vers laffen sollt. 3 <. Mußt du ieko galle trinken: Und ist wermuht deine kost? Laß dich dis nicht fremde dünken, Hierauf folgt der freuden most. JEsus, der an dich gedenket, Hat ben wein schon eingeschenker; Der wird dir, auf creuzes- pein, Ein ers wünschtes labsal seyn. 6. JEsu! ich will gerne leiden, Gib mir nur geduld und kraft, Bis ich komme zu den freuden, Welche mir dein creuz geschafft; Da in ungekränktem leben Ich werd unaufhörlich schweben; Darnach trachtet muht und sinn, Ach! wenn komm ich doch dahin. Mel. 33. Straf mich nicht in 2c. 826.Win lebet noch, Du betrübte feele! Drückt dich gleich sin hartes joch In der trauer hole; Nur geduld, GOttes huld Last oft nach dem weinen Auch die sonne scheinen. 2 Mel. Allein GOtt in der höh ze. eine nicht, Gott 827.Wer in dem schuß des ist, sich an GOtt ergeben, Spricht: HErr, du meine juflucht! bist Mein' hoffnung, heil und lebens Ich weiß ja, du errettest mich Von feufels ftricken gnädiglich, und von der peftilenze. 2. Mit seinen flügeln deckt er dich, Drum sollt du ihm vertraueni Ja feine wahrheit schüßet mich, Duß mich bey nacht kein grauen noch sonsten was erschrecken mag, Auch tein pfeil, fliegt er gleich bey tag: Weil uns sein wort felbft leuchtet. 3. Rein' peftilens bin schaden tann, 21 4 2. Weine nicht, GOtt denkt andich, Ob du's gleich nicht den left. Oftermahls verbirgt er sich, Wenn du dich sehr kränkest: Da bie welt Eh zerfällt, Eh er dich wird haffen, Oder gar verlaffen. 5. Weine nicht, GOtt liebet dich, Wenn die welt betrübet, und so manchen schlangens stich Deinem herzen giebet. Nichts bes trübt Den GOtt liebt. Will gleich alles krachen; GOtt kann frölich machen. 3. Weine nicht, GOtt sieher bich, Scheint er gleich verstecket. Wenn du nur geduldiglich Seis 6. Weine nicht, Gott sorgt für dich; En, was kann dir fehlent Was willt du dich stetiglich Mit den sorgen quälen? Wirf auf ihr Alles hin, Er wird deine fachen Gut und besser machen. 7. Weine nicht, GOtt träftet dich Nach den thränen güffen. Endlich wird der Fummer sich Ganz verlieren müssen. Durch den tod Stirbt die noht: Und wenn der erscheinet, Hast du auss geweinet. 536 Fann, Die in dem finstern schleis chet; Dich rührt kein' seuch noch Mel. Nun freut euch liebe:: trankheit an, die im mittag um streichet. Ob tausend fielen dir ju feit, und zehentausend anberweit; Soll dich es doch nicht treffen. 828.Derherr ist mein gez mich in seiner hute: Darum mir gend einem gute. Wie soll und gar nichts mangeln wird An irs 4. Ja du wirst luft und freutes sohn will bey mir stehn, Mich kann mirs übel gehn? Denn Gots bigkeit mit deinen augen sehen, Wenn GOtt dir, nach dem herze schüßen und regieren. leid, Auch hülfe läßt geschehen: 2. Er weidet mich mit seinem Denn er ist deine zuversicht, Der wort auf einer grünen auen, Und Dir gewissen schuß verspricht, Dies| beyden seiten schauen: Er ist, der mir und fort Auf weil du ihm vertraueft. mich mit troft berührt, und mich um frischen wasser führt, Sum brunn der reichsten gnaden. Creaz und Eroft- Zleber 5. Rein übels wird begegnen bir, Dein haus bleibt fren von plagen: Weil dich die engel für und für Auf ihren handen tragen, Den' n er befiehlt, dich überall zu Schußen, daß dir weder fall Noch Bein den fuß verlege. quickt Mit seiner wahrheit muns 3. Er ist, der mich in noht ers de: Mir hulf und troft von oben schickt Zur rechten zeit und finns 6. Auf low' und ottern wirst du Behn, Und treten auf die drachen: Auf jungen Idwen wirst du stehn, de: Er führt mich auch ohn unters laß An seiner hand auf rechter straß, um seines namens willen. hr gift und zähn verlachen: Weil Dir der keines schaden kann: Gott ( rufst du ihn nur brünstig an) Be butet dich in gnaden. 4. Er leitet mich bey tag und ( nacht Mit seinem hirten- stabe: Mir leib und feel mit fleiß bea wacht, Treibt alles unglück abe. Ich fürchte nichts im finstern thal; Denn Gott ist ben mir überall Auf allen meinen wegen. 7. Er suchet mich aus herzensgrund, und hofft auf meine gute: ( Spricht GOtt) drum helf ich ihm jur stund, Er ist, den ich behüte: Ich will fein helfer seyn, denn er Kennt meinen namen; und daher Soll er sich deß auch trösten. 5. Er fegnet täglich meinen tisch, Obs gleich den feind vers die frisch, Daß es herunter fliess driesset: Begießt mein haupt mit 8. Er ruft mich an als seinen fet; Und schenkt mir den trofis Gott, Drum will ich ihn erhören.becher voll, Auf daß ich ja nicht Ich steh ihm bey in aller noht, Ich zweifeln soll an seinem wort der will ihm schuß gewähren: Zu ehren gnaden. ich ihn bringen will, Und ihm der tage geben viel, Mein beil will ich ihm zeigen. 6. Viel gutes und barmherzigs teit Wird über mir stets schwes ben, und groffe gnade jederzeit Nachfolgen in dem leben: Ich werde so ganz offenbar Im hause GOttes immerdar Hier und dort ewig bleiben. * 9. Ehr sey dem vater und dem fohn, Und auch dem heilgen gei Re: Der mir vom hohen himmelsthron Stets hülf und gnade leiste, Daß ich nach seinem willen. leb', Mit ernst dem bösen widerstreb, Bis ich von binnen scheide. 7. Das hilf mir, o HErr JEfu Chrift! Durch deine groffe gute, Bud mich für satans macht und lig in allerlen Trabfalen überhaupt. 531 lift mit starkent arm behüte: Auffnen maaß. GOtt führt; ich darf daß ich, als dein liebes schaaf, Jm nicht klagen. Gott giebt und rechten glauben fanft einschlaf, liebt; nur unbetrübt: Er wird und mit dir ewig lebe. mir endlich geben, Auch dort mit ihm zu leben. Mel. Was GOtt thut das ist zc. mel. Es ist das heil uns komment. was kann Ott und ich traurig seyn, 829.9 Als war kein GOtt zu finden? Er weiß ia wol von meiner pein, Die ich muß hier empfinden. Er kennt mein herz, und meinen schmerz: So darf ich nicht verzagen, und ihm nur alles klagen. 830. hält bey uns haus! Was sagst du, mensch! dawider Was schlägst du seinen willen aus? Leg dich zum staube nieder. Schweig still, laß ihn nur meister fenn; Er ist das haupt, wir insges mein Sind seine schwache glieder. 2. GOtt hört, wenn niemand bören will: Was will derfeind denn sprechen, Als schwieg GOtt zu ben seufern still, Die durch die wolken brechen. Schrey ich em por, So hört sein ohr, So steigt bie hülfe nieder, und schallt das amen! wieder. 3. GOtt sieht: wie klaget denn mein herz, Als seh er nicht mein weinen? Vor ihm muß auch der tiefste schmerz Ganz offenbar er scheinen. Kein thränlein fällt, Das er nicht zählt, Ja wehrt und theuer schåret; Worauf er mich ergeket. 4. GOtt führt; fo geh ich immer fort Auf allen meinen wegen. Und will die welt durch lift und mord Mir tausend firicke legen; Jft ers, der mich Zwar wunderlich, Jedoch auch selig führet, Daß mich fein unfall rühret. 2. Belegt er dich mit creuz und noht, Und greift dir nach dem hers zen; So denke nur: das kömmt von GOtt. Drum laß es dich zwar schmerzen; Doch hüte dich für uns geduld, Du mögtest sonst durch groffe schuld Dein bestes theil vers scherzen. 3. Dis ift sein brauch von alters her: Jest hält er sich verborgen, Als wüßt er nichts um dein bes schwer, und läßt dich immer fors gen, hat gegen dich sich hart ges macht; Dis währt vom abend in die nacht, und wieder an den morgen. 4. Doch bald erscheint sein freuden- blick, Der endet alles leis den Nimmt deinen sack von dir zus rück, umgürtet dich mit freuden. Er züchtigt dich zwar väterlich: Jedoch soll seine gnade sich Dars um nicht von dir scheiden. 5. GOtt giebt: und fehlt mirs r. Wie wol ist doch der mensch Aberall, Soll ich doch nicht ver- daran, Der sich in GOttes wege derben. Was hilft mich gråmen, In tiefster demüht schicken kann, angst und quahl, als müßt ich hun- hm aushält alle schläge! Dis gers sterben? Er hat ja brot; Und nimmt der höchsten kunst denpreis. wenn die noht Uns nach der wü- HErr! gib uns, daß sich aller fleis Reweiset, Wird man auch da se auf dis zu lernen lege. peiset. Meloden 37. 6. GOtt lebt; wolan ich merke das: GOtt hört; ich wills ihm sa doch mein ao. Gott ſiebt; er fest den tbras 831. Gott! du bleiben 2TS Gott, $ 38 Crens und Crofts Lieber GOtt, mein fels, mein schuß und troft, mein leben, Mein schuß, der retter! GOtt in freude, noht und allzeit helfen will. Weil ich mich tod! Stürmen auf mich alle wet ihm ergeben, Stürzt mich nuns ter; Will ich doch fest bey dir stes mehr kein unfall nicht, Wie groß Ben, und auf deine bülfe sehen, er mir auch zugericht Von denen, Denn sie läßt nicht untergehen. die mich haffen. 2. GOtt! du bleibest doch mein GOtt, Wie ich oft und viel erfahren; Rettest mich von deren spott, Welche mir gehässig waren, Daß fie selbst beschämet sagen: Sein GOtt hilft ihm, feine plagen Freudig und getroft ertragen. 2. Wie lange stellt die bosheit doch nur einem nach vor allen? Und weiß nicht, daß sie selber noch Muß in die grube fallen: Nicht anders als ein alte wand, Die plözlich ohne menschen- hand Zu nichte wird und fället. 3. Der welt sinn ist dahin ges richt, Daß sie die tugend dampfes Mit lügenstand und mit gedicht Stets wider fromme kämpfe: Sie giebt zwar oftmahls gute wort, Und fluchet doch im herzen fort: So falsch ist ihr geschlechte. 3. GOtt! du bleibeft doch mein Gott: Will mich welt und teufel baffen, Drückt und quählt mich manche noht; Werd ich dich doch nicht verlassen. Hölle, welt und fatan, wüte! Dennoch freut sich mein gemühte: Denn mich schuzset GOttes güte. 4. Jch aber wart auf Gott 4. GOtt! du bleibest doch mein allein, zu dem steht mein vers Bott: Ob ich gleich mit fünden trauen: Er wird mein troft und Zriege. Macht mich mein gehelfer seyn, Drum will ich auf ihn wissen roht; Macht mein JEfus, bauen. Ich weiß, ich sink und falle daß ich siege. Seine plagen, seine nie, Er ist mein heil und schus wunden, Und was er für mich allhie, Mein fels, mein ehr und empfunden, haben mich der firaf starte. ontbunden. . Ihr lieben leute, hofft auf GOtt, Entdeckt ihm eur gemühs te: Er läßt den nimmermehr ju spott, Der traut auf seine gute. GOtt ist nicht wie die menschen sind; Wo sich oft wenig hülfe findt, Ob man gleich darauf harret. . GOtt! du bleibest doch mein Bott. Hätt ich keinen freund auf erden, Tritt mich bosheit in den koht, Will die list mein meister werden; Wirst du dich doch zu mir neigen, und mir deine freund. schaft zeigen, So wird list und bosheit schweigen. 6. Wenn GOtt was redet, so geschichts: Er hält fiets sein vers 6. GOtt! du bleibeft doch ntein sprechen. Die menschen aber sind GOtt. Kann ich dich, o HErr! nur ja nichts, Sie haben viel gebres Daben; So veracht ich noht und chen. Es fehlen auch die groffe tod, Himmel, erd und ihre galeut, Und wiegen so nicht allezeit, ben. Sollte auch mein leib zer: Wie sie wol billig sollten. käuben, Goll mich doch nichts von dir treiben: Gott wird doch mein GOtt verbleiben. 7. Auf unrecht, frevel und ges walt Soll keiner sich verlaffen s Pracht, eitle luft soll man alsbald Von erster jugend haffen. Fällt etwa einem reichthum zu; So balt er doch sein her: in rub, Daß 1. Id tel. Wo GOtt der HErr nicht zc. en GOtt ist meine fees 832.3 le fill. Er is mein er es nicht bran bange. m allerley Crübfalen überhaupt. 539 8. Jch bab ein wort gehört von, dein glaubens- gold In trübfalse Gott, Daß niemand sonst zu fin- glut bewähren. Nimm nur von den, Der uns so mächtig reißt aus GOttes hand Den creuz telch noht, So gnädig hilft von fünden. ohne scheu, Der lebensbecher HErr! du vergilteft iedermann, folgt. GOtt ist und bleibt getreu. Was er verdient, was er gethan Durch werke seiner hände. 6. GOtt ist und bleibt getreu Laß alle wetter krachen: Gott * 9. GOtt vater! hilf mir kräf wird der trübsal doch Ein solches tiglich Das böse überwinden. Dende machen, Daß alles creus JEfu Chrift! befreye mich Von und noht Dir ewig nüglich seri misfethat und fünden. Oheilger So liebt der höchste dich. Gott geift! durch deine lehr Ermuntreift und bleibt getreu. mich ie mehr und mehr, Dem guten nach: ustreben. Mel. Wer nur den liebenGOtt. 834.Wer will mich von den liebe scheiden, Die nur allein in JEsu ist? Und sollt Mel. Nun danket alle GOtt. 833. Gott ist und bleibt ich allen jammer leiden, Der hies die herzen nagt So bleib ich immer unbetrübt, Mein trost ist, daß mich JEfus liebt. 2. Mein JEfus hat mir heil verschrieben, Die handschrift if mit blut gemacht. Die liebe selbs hat ihn getrieben, Daß er fein les ben nicht geacht: So leb ich ims mer unbetrübt, Mein heil ist, das mich JEsus liebt. bricht ihm von lieben. Pflegt er gleich oftermahls Die seinen zu be trüben; So prüft er durch das creuz, Wie rein der glaube sey, Bie standhaft die geduld: GOtt ist und bleibt getreu. 2. GOtt ist und bleibt getreu: Er hilft ia felber tragen, Was er uns auferlegt, Die last der schwes ren plagen; Er braucht die ruh ten oft, und bleibet doch dabey Ein vater, der uns liebt; GOtt is und bleibt getreu. 3. GOtt ist und bleibt getreu: Er weiß, was wir vermögen. Sollt er den schwachen wol Zu schwere laft auflegen? Er macht sein Israel Von laft und banden frey, Wenn groffe noht entsteht. Gott ist und bleibt getreu. 4. GOtt ist und bleibt getreu: Er triftet nach dem weinen, Er läßt in trüber nacht Die freu: ben- fierne scheinen. Der sturm, der creuzes- sturm Geht, eh mans glaubt, vorben. Sey seele! nur getroft, GOtt ist und bleibt ges treu. 5. GOtt ist und bleibt getreu Und Billet dein begebren; Er will 3. Will mir die welt hie nege ftellen? Mein JEfus hat ein lies bes- band. Will mich der feind zw boden fällen? Mein JEsus hält mich bey der hand; So leid ich ime mer unbetrübt, Mein schuß ist, daß mich JEfus liebt. 4. Ein andrer mag sich schäße graben; In JEsu liebe bin ich reich. Wer wollt ein solches gut nicht haben, Dem nichts auf dies fer erden gleich? So geh ich ims mer unbetrübt, Mein schat is, daß mich JEsus liebt. <. O du vergnügte JEsus- lies be! Mein heil und theil, mein schaß und schuß; Erhalt mich nur in solchem triebe; So biet ich als len feinden truk; So sterb ich ends lich unbetrübt. Mein troft is, daß mich JEfus liebt. md. 540 el. Wer nur den liebenGOtt zc. 835. Ich bin getroft in meis deſſen schuß vergnügt. nem leiden: ist mein heil, Gott ist mein licht. Er überschüttet mich mit freuden, Und ist der feelen zuversicht. Er heiffet meine lebenskraft, Ein GOtt, der schuß und ruh verschafft. Ereuz- und Croft: Lieder 2. Bey ihm kann ich geruhig leben, Er nimmt mich gnädig auf und an. Wenn alle feinde mich umgeben, Daß ich nicht widerste ben kann; So stärket er die müde hand, Chut ihnen selber wider #and. 3. Für wem darf ich alsdenn erschrecken? Wer stürzet den, den GOtt bewahrt? Ich weiß die flü gel, die mich decken, Ich kenne feine vater art; Die ist, daß er mich brünstig liebt, und sich mir felbst zu eigen giebt. 4.Auf diesen grund kann ich nun bauen, Wenn unglück auf mich stürmen will. Es ist gut, auf den böchsten trauen, Hier liegt die müde seele still. Wenn alles wis ber mich sich regt, Bleibt dieser grund doch unbewegt. GOtt gefügt, Der wird durc 8. Will blik und hagel auf mich regnen, Will alles mit mir unters gehn; Weiß mich dennoch mein GOtt zu fegnen, Ich werde seine treue sehn. Es gehe noch so wuns derlich, Es bleibt dabey: Gott fchüset mich. 9. Will sich der ncider an mich machen, Gebraucht er ränte, kunst und list; Muß ich doch seis ner thorheit lachen, Die ihm am meisten schädlich ist. Er glaube, daß sein grimm und gift Mich nicht nach seinem wunsche trifft. 10. Behalt ich meinen GOtt zum freunde, und wird mein glaus be offenbar; So fallen alle meine feinde, So zittert, was sonst muh tig war. Denn so erkennt man in der that, Was GOttes freunds schaft auf sich hat. 11. Der lezte feind kann mich nicht zwingen, Denn GOtt sieht mir im sterben bey: Muß ich auch sterbend schmerzlich ringen, hilft doch mein GOtt und macht mich fren: Ben so gewünschter sichers heit Betrübet mich kein berzes leid. 5. Bey dieser zuflucht bin ich frölich, Hier hab ich alles, was mir 12. So kann der wahre glaube bient. Ben dem bin ich gewiß sprechen, So eignet er sich alles fchon felig, hier ist der baum, der zu; Nichts soll die freude unters ewig grünt; hier ist mein anterbrechen, nichts stöhret meiner und mein stab, Hier ist mein helfer feelen ruh. Mein herz und mund bis ins grab. licht und erbtheil sey. spricht einerlen: Daß Gott mein 6. Croß tann ich jest dem satan bieten: Er rase mit gewohnter wuht: Mein wächter wird mich er mir keinen Mel. Durch Adams fall ist ganz 26. armher: ger vater, ſchaden thut: Drum lach ich gar 836.Böhter Gottes der höllen macht: Ich bin in ficherheit gebracht. denk an deine worte; Du sprichst: ruf mich an in der noht, und klopf 7. Geraht ich auch in finsternif an meine pforte; Go will ich dir fen: So leuchtet mir sein gnaden Errettung hier Nach deinent fchein, Erwird mich zu erhalten wunsch erweisen, Daß mich dein wissen, Wenn sonst gleich keine mund Und herzensgrund Voll mittel feyn. Rol dem, der sich zu freudigkeit soll preisen. * Ad in besondern geistlichen Nöhten und Anfechtungen. 541 fen aufzulegen: Leg auf, doch daß Auch nicht das maaß Gey über mein vermögen. 2. Ach füffer hort! wie tröftlich llingt Was du versprichst: den frommen Will ich, wenn trübsal einher dringt, Nach wunsch zu hülfe kommen; Er liebet mich, Darum will ich Ihn lieben und be: fchigen: Er soll bey mir Im schoof se hier Fren aller sorgen sigen. 3. Uch lieber GOtt, ach vater herz! Mein trost von so viel jah: ren! Wie läßt du mich so manchen schmerz Und so viel angst erfah ren? Mein her; verschmacht't, Mein auge wacht, und weint sich Frank und trübe: Mein angesicht Verliert sein licht Vom seufzen, das ich übe. 4. Ach HErr! wie lange willt du mein So ganz und gar verges fen? Wie lange soll ich traurig seyn, und mein leid in mich fres fen? Wie lang ergrimmt Dein hers, und nimmt Dein heil von meiner feelen? Wie lange soll Sich sorgen voll Mein Herz im leibe quählen? 5. Willt du verstoffen ewiglich, Und nicht mehr guts erzeigen? Soll dein wort und verheissung 8. Du bist ja ungebundner kraft; Ein held, der alles stürzet: Und deine hand, die alles schafft, Ist auch noch unverkürzet. Herz jebaoth Wirst du, mein GOtt! Genennt zu deinen ehren: Bift groß von raht, und deiner that Kann keine stärke wehren. 9. Du bist Israels trost und licht, Deß ist mein her; gegrüns det: Bey dir, o meine zuversicht! Sich immer hülfe findet. Drum schaffest du auch denen ruh, Die du nach dir läßt heiffen; und bift bereit, 3u rechter zeit Sie aus der noht zu reiffen. * 6. Nach dir, o HErr! verlans get mich Im jammer dieser erden: Mein GOtt! ich harr und hoff auf bich; Laß nicht zu schanden wer: den, HErr! deinen freund, Daß nicht mein feind Sich meines un glücks freue. Gib mir vielmehr, Daß, dir zur ehr, IJcb sieg und traft verneue. sich nun ganz zum ende neigen? 2. In befondern geistlichen Vidhten und Anfecha Bürnst du so sehr, Daß du nicht mehr Dein heil magst zu mir sen den? Doch, HErr! ich will Dir halten still; Dein arm kann alles wenden. 10. Ach Gott! ich klopf ist imiglich Voll flehn an deine pforte: Ach höre doch und rette mich, Ich traue deinem worte. Hilf, HErr! hilf mir; So will ich dir Hie freuden opfer brins gen, Auch nachmahls dort Dir fort und fort. Dank, lob und ehre singen. 7. Ach HErr! du bist und bleibst auch wol Getreu in deinem sinne: Darum, wenn ich ja lämpfen soll, So gib daß ich gewinne. Leg auf Die last, Die du mir bag Beschloss stungen. mel. JEfu deine heilge wunden. 837.Geht ihr traurige ges schwert ihr mir das her:? Flieht aus meiner sinnen schranken, Schwermuht, traurigkeit und schmerz! Ich will frey und freudig seyn; Denn mein JEfus wird die pein, Die mich drückt, nach feis nem willen Völlig heben, tilgen, fillen. 2. Was sollt ich mich selber tranken, Damich doch mein JE sus liebt? Hieran will ich stets ges denken. Satanas, sey du bes trübt: Du biß nicht, wie ich, ge, taust, 342 Crents und Troks Lieder tauft, Du bist nicht, wie ich, ers| schirmet Seine gläubigen gewis! tauft: Dir ist Chriftus nicht ge: storben, Nicht, wie mir, das beil erworben. Fürchte nichts, bedrängter sinn! Lege furcht und sorgen hin; JE sus wird dich wol erhalten, Laß ihn nur geduldig walten. 3. Wenn ich freuden, ehren, schäße Gegen dieses löse geld, Ges 9. JEfu, meiner feelen freude! gen diese würde sezze; So verlach Gib mir deinen freuden geißt, ich alle welt. Wüßt ich gleich die Der mein her; mit trofte weide, größte luft, Die der ganzen welt Wie dein heilsam wort verheißt. bewußt, Aber JEsum nicht zu ha- Ach mein hort! benimm mir doch ben; Würde sie mich doch nicht Dieses schwere trauer- joch! Werd laben. ich nie von dir geschieden, Ac so bin ich wol zufrieden. 4. Nun er ist mir ia gegeben, Daß ich mich sein freuen kann.Leis ben, tod, verdienst und leben, Was mein JEfus mir gethan, Er, und was er hat, ist mein, und ich bin auch wieder fein: Teufel, böle, tod und fünden kann ich burch ihn überwinden. 5. Es ist wahr, ich bin ein fünDer: Aber meines JEsu blut Sest mich unter GOttes finder, Und macht alle schulden gut: Das gerechte GOttes- lam Mußte mich am creuzes- stammDurch sein beiliges verdienen Mitdem höchKen GOtt verfühnen. 6. Es ist wahr, ich muß zwar Sterben, Durch das thaldes todes gehn; Doch ich kann ja nicht verberben, Ich muß wieder auferktebit. Jesus tilgt des todes traft Durch sein sterben, und verfchafft, Daß er mir zum engel or ben nur ein schritt und durch gang worden. 7. Freilich fatan tobt und Schrecket., und is tag und nacht bemüht, Wie er angst und furcht erwecket, Noht und pein zusammen zieht. Doch ich weiß, daß JEfus Chrik Auch der starke helfer ist, Der des teufels macht geschlagen, und die hölle schau getragen. 8. JEsus hat den vfuhl bestürmet, Nebst der macht der fingers niß nun beschüst er und bes 10. Laß mich ungeduld vermeis den, Die sich oftmahl bey mir regt. Laß mich dir zu ehren leiden, Was du, HErr! mir auferlegt. Zwinge felb mein fleisch und blut, Und erhebe meinen muht, Daß ich deine sey und bleibe, Und mich nie was von dir treibe. 11. JEsu! laß mich ja nicht fale len: Deine rechte halte mich, Daß ich unverwandt in allen, Treuer JEsu! seh auf dich, Laß mich alle pein und noht. Ange und furcht, ia selbst den tod Durch dich frölich überwinden, Und des glaubens ende finden. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2. 838. tamm ich sagen? Et kann scheint, ich soll verlohren seyn: Da mich so viele fünden nagen, Empfind ich lauter höllen- pein. und bey den martern meiner noht Fehlt nichts, als gar der ewge tod. 2. Ich weiß, daß mich dein geift im herzen Auch allzuoft erinnert hat; Doch wollt ich mit der gnade scherzen, Damit verwarf ich allen raht; So, daß ich schändlich von mir fließ, Was beilig, gut und chriftlich hieß. 3.2Bie kann ich alle schulden zähe leu, Die deinen jorn auf mich ger bauft? 543 in besondern geistlichen Nöhten und Anfechtungen. täuft? Da nun nach meiner ars rechterbahn, Nach deinem weisen men feelen Der fatan durch vers rahte, führen; So nimmst du mic aweiflung greift; So weiß ich wes mit ehren an, Und crdnest mich, der aus noch ein, und soll ein nach dieser zeit, Im reiche deines brand der höllen seyn. herrlichkeit. 4. Wo lauf ich hin in solchen [ Omerzen? Wo eil ich in den angsten hin? Ach HErr! es reuet Mel. Wo GOtt der HErr te. mich von herzen, Daß ich ſo abges 839.Jefu Chrifte, Gots bin. du die gnaden thür; So ist es gänzlich tes sohn, schöpfer aller dinge! Schau doch herab von deinem thron: Hör, was ich vor dich bringe. Du bist, HErr! das höchste gut; Ich bin ein menstb, der arges thut, Ein hand voll erd und asche. 2. Du bist sehr herrlich, schde geziert, Voll majestät und ehren Ich bin in jammer tief geführt, Der niemahls will aufhören: Du bift das licht, ich aber blind: Du bist gerecht, und ich voll fünd, Als die mich ganz beseffen. 3. Du bist die wahrheit, light und freud, Der arzt, das heil und leben: Jch eitel, frank, voll traus rigkeit, Muß schnell den geift aufgeben. Der leib muß die vers wesung sehn, Es kann in kurzer zeit geschehn, Und nichts kann mich erhalten. aus mit mir. 5. Laß dich mein elend doch ers barmen, Barmheriger GOtt! durch JEfum Chrift: Durch JE fum Chrift, der für mich armen Geplaget und gestorben ist. Er bat für mich genug gethan, Nimm fein verdienst zur zahlung an. 6. Jhn halt ich fest mit glau bens handen; In ihm verstäsfest du mich nicht. Der fünder wird die gnade schånden, Die allen sündern troft verspricht, Der durch Berzweiflung untergeht, und nicht ben JEsu fefte steht. 7. Ja, GOtt! du hast mich loss gesprochen von dem, was mein ge wissen schreckt: Und was ich gegen dich verbrochen, Ist ganz bezahlet und bedeckt. Trok, satan! troß, und halte mir Nun meine fünden weiter für. 8. Von nun an, GOtt! sey meinem leben Dein wort zur richt fonur vorgestellt. Du wirst mir traft und fegen geben: Und wenn das fleisch aus schwachheit fällt; So richte mich von neuen auf, Und fördre meinen tugend- lauf. 9. 3war, treuer GOtt! wenn bu die fünden Hier zeitlich noch bestrafen willt; So laß mich auch den troft empfinden, Der aus der bater- liebe quillt: Du bleibe im treuze doch mein freund, Ders aiemahle böse mit mir meint. 10. GOtt lob! so kann ich ruh verspühren, So wirs du mich auf 4. Wahr ist es, du hast selber mich mit deiner hand bereitet, Aus mutterleibe wunderlich Ans tagelicht geleitet: Was hilfts mich aber, daß ich bin, HErr! dein geschöpf? jest fahr ich bin, Und muß zunichte werden. 5. Doch weil du selbst mein schöpfer bist; Wollst du dein werk nicht haffen, und mich in meiner angst, HErr Chrißt! Mit half und troft nicht laffen. Du haffeß nicht, was du gemacht; Vor dir ist alles hoch geacht und wehrt in deinen augen. 6. Ach sau doch deine hans de an: Durch die bin ich formis ret. Dein ber; mich nicht vers Roßen Creuz und Troft Lieder 3 544 ftoffen kann, Weil dich erbarmung ich das licht der ewigkeit In del Führet. Dis sind die hande, die nem licht anschaue. für mich Mit någeln haben lassen sich Aus bolz des creuzes schla- Mel. JEfu deine heilge wunden. gen. 7. Darinnen steht mit deinem 840. Laß es, Jefui dich blut Lies doch die schrift, die mir zu gut In deinen hånden blieben: So wird und muß dein liebreich ber: Sich mein erbarmen, allen fchmerz, Den schmerz des geistes, Billen erbarmen, Ereuer mittler! schläfest du? Denkst du nicht mehr an mich armen? Sprichst du mir nicht weiter zu? GOtt, mein Gott! ach wie so lang! Meiner feel ist angst und bang; Schaust du noch, mein freund! durchs gitter In dem schweren ungewitter? 2. Hölle, fatan, welt und füns den Stürmen schrecklich auf mich zu. Wenn werd ich die stätte fins den, Wo für mich schirm, schuß und ruh? Hilf mir, HErr, mein fels, mein hort! Mein her; hält dir vor dein wort, Da du schwerst: dein herze wolle, Daß der fünder leben folle. 8. Ich schrey, dein arme creatur: Mit gnaden auf mich blicke. Du bist mein arzt, in deiner cur Mit labsal mich erquicke. O GOtt mein heiland! hilf du mir, und bring mich wiederum zu dir, Eh ich gar muß verderben. 9. Was sind doch alle meine tag'? Als nichts sind sie zu rechnen. Ich armer mensch, wie daß ichs wag', So fren dich anzuspres chen? Ach, groffer GOtt! ach jürne nicht, Daß ich vor deinem angesicht zu reden mich erwin10. Die noht, o HErr! hat tein gesek, Die mich jest hart umringet. Drum dis für feine Frechheit schåß: Die angst mich ju dir winget, Der kranke nach bem arzte schreyt, Der blinde sich Des lichtes freut, Der todte sucht das leben. 3. Sünde, wie magst du nun drücken, und mich plagen ohne raft? Hier auf meines JEfu rüts ken, Liegt die mir zu schwere last. Alle meine schwere schuld Erägt und zahlt er mit geduld. Gott bestraft an seinem Finde Seiner Enechte schmach und fünde. 4. Kommet, kommet her, ihr armen! Höret, wie GOtt selber schreyt; Eurer will ich mich erbars men, Die ihr hoch beladen send. un ich komme mit begier, Als ein matter hirsch zu dir; Laß es, JEfu! mir gelingen, Laß dein lebens- waffer springen. 5. Theurer JEsu! hdr mein fehnen, und mein wiederhohltes lehn; Zähle meine heisse thränen, Laß mich troft und hülfe sehn. 12. Eil nicht so fort du wahres Stärke die erschrockne seel Mit licht, Hier ist, der auf dich hoffet: dem füffen freuden- dl, und ers Steh ftill, dein auge zu mir richt: leichtre mein gewissen, Nach so Hör den, der dir nachrufet. Mit viel bekümmerniffen. deiner band mich zu dir leit, Desi 6, Sent, o JEfu! meine fün Den 11. Eil, JEfu, groffer lebensfürft! Dich meiner zu erbarmen, Den stets nach deiner hülfe dürft't; Hilfwir, HErr, hilf mir armen! D GOttes und auch Davids fohn! Erbarm dich mein, und meiner schohn, Hör den, der nach dir chrevet! in besondern geistlichen Nöhten und Anfe& tungen. 545 ben In des tiefen meeres grund.| angst und noht Nun ganz und gar Laß den harten zorn verschwins befrenet; So bitt ich, höre doch den, Thu mir deine gnade kund. Dein kind, das ängstlich schreyet, Deiner fürbitt ängstlich schreyn Und lindre dessen joch. Laß ben GOtt ftets fräftig seyn. Beig mich ihm in deinen wunden: Denn dadurch bin ich entbunden. 7. Alsdenn will ich täglich singen, HErr! von deiner liebes treu. Ich will dank und opfer bringen, Rühmen, daß Gott gnädig fen: Ja in deinem heiligthum, HErr! erheb ich deinen ruhm, Wo mein her; ihn täglich ehret: Amen, ja! ich bin erhdret. 6. Laß sich den feind nicht freuen, Daß er mich schreckt und plagt: Laß mich nicht langer schreven. Du hast ja zugesagt, Daß uns, was wir begehren, Gewißlich werden soll, wenn unfre heisse zähren und flebn nue glaubens- voll. Mel. Herzlich thut mich verlang. 841. Lab, JEfu! dir mein ftehen ohnezahl Anjezt zu berzen gehen. Bemerke meine quahl, Mein weinen und mein klagen. Erhör, und rette mich: So will ich dir lob fagen Hier und dort ewiglich. D 7. Beweise deine stärke An miz, groffer GOtt! Zerstöhr des fas tans werke, Hilf mir aus dieser noht. Ich bin ein kind des Hers rent, Der über alles ist. Du kannst dem satan feiner in wehren, Drum fieure lift. 8. Zwar läffet meine fünde E# leider! schwerlich zu, Daß ich die Hülf empfinde; Sie stöhret meine ruh. Doch will ich nicht verzagens Ich weiß, daß du, HErr Chriß! Die strafe schon getragen, lind mein erlöser bist. 2. Du schloffeßt mit mir armen Den bund der lieb' und treu, Daß 9. Kanns seyn, ach so befreye ich durch dein erbarmen Der höll mich doch von dieser pein: Ach sutrissen sey. Du hast mich in höre, wie ich schreye, Laß es nicht dem bade Des lebens rein gefruchtlos seyn. Ach zähle meine macht; Ich bin durch deine gnade zähren: Wie lange willt du doch Dem himmel zugebracht. Dein antlig von mir kehren? Nimm weg das schwere ioch. 2 3. Du, fatans überwinder! Kami selber in die welt, zu retten alle fürder. Du hast, o starker beld! Der bosheits- vollen schlangen Den alten kopf zerknickt, Den feelen feind gefangen, Für dem mein herz erschrickt. S 10. Doch will ich dich nicht Iche ren: Mach du, was dir gefällt. Willt du dem creuze wehren, So sey dirs heimgestellt. Soll mich es länger plagen; Deinwille mag geschehn: Du wirft mirs helfen tragen, und mir zur feite ftehn. 4. Du hast dein blut vergoffen, DJEsu GOttes lamm! Du giens II. Des seelen- feindes tücke sest unverdroffen Für uns ans Sind zwar sehr groß und viel: Er creuses stamm, Schmerz, jammer stellt mir neg und stricke; Dod su empfinden, Ja gar den tod zu haft du, HErr! ein ziel Für seine sebu; Damit wir, rein von sün- wuht gestecket, Da muß sie ftille den, Des satans macht entgehn. fehn: Die sich nur so weit firets s. Dieweil du meine feele fet, Als du sie läsfest gehn. Durch deinen herben tod, Aus fatans pfubl und bdle, Aus aller 12. Laß mich durch deine wafs fen, Die du mir vorgestellt, Viel 07 m NUS Cren und Croft- Lieder 546 Bug und vortheil schaffen. Wenn mich der Herr der welt Mit sei nen feuer- pfeilen, Mit seiner lift und wuht Gedenkt zu übereilen; Halt mich in deiner hut. Klage über die Unempfindlich teit bey den göttlichen Trösungen. 13. Umgürte meine lenden, Gib mir den glaubens- schild, Die pfeile abzuwenden, Womit er auf mich sielt. Sein drauen zu zernich ten, Mel. HErr GOtt der du erforsch. 843. Die ir So kann ichs wol ausrichten, Wenn alles auf mich fährt. geist! geklagt, Daß ich auf keine maasse Mich, bey der 14. So kann ich widerstreben, unruh, die mich plagt, Jemahls Wenn GOttes harnisch mich So recht trösten lasse. Ja, ob du gleich fest und treu umgeben; So, teuin meirer last mir tröftung anges fel! spott ich dich: Denn du bist boten haft; Faß ichs doch nicht zu schon gebunden, Du fällst, du lie- herzen. Drum ist mir auch um gest schon; Denn der dich übers trost sehr bang, Denn du verbirg wunden, Ist selber GOttes sohn. dich gar zu lang, und läsfest mich in schmerzen. 842.26 Mel. Es ist das heil uns kommen. GOtt! der satan giebt mir ein, Du wollst, der fünden wegen, Fort bin mir nicht mehr gnädig seyn; Du feyst mir ganz entgegen, Rufft alle creatur herben, Daß fie sur rache fertig sey, Mich ewig zu verderben. 2. Du wirst mich ja nicht, lieb fer GOtt! Von deiner guade fcheiden: Denn deines sohnes bittrer tod und ausgestandnes leiden Vertilget meine fünden schuld, Und hat mir wieder deine buld, Durch sein verdienst, er worben. 3. Drum gib mir einen gnaden blick! Wo werd ich sonsten blei ben? Ach treib des satans lift zurück; Und lehre mich fest glauben, Daß du mein freund und vater feyst, Der mir nun alle gnad ers weist tm JEfu Chrifti willen. Ach eil und sich mich gnädig an, Daß ich mich wieder freuen kanns So will ich dir, HErr! danken. 4. Ach stell dich nicht so lange leit, als wollst du mich nicht se ben: Ich mögt in meiner bangig teit Sone ehits troft vergeben. 2. Gib doch, daß deine füffigs teit Mein hartes her; erweiche: Damit ich einst, auf langes leid, Auch deinen trost erreiche. Denn was mir Adam angeerbt; Hat leis der! mich so sehr verderbt, daß ich, mir selbst gelaffen, Herr! deis nen trost und dessen kraft, Die als les gute in mir schafft, Nicht kann zu berzen fassen. 3. Ich müßte ja, HErr! ohne dich Ohn allen troft verderben: Drum eile und erquicke mich, Laß mich nicht trostlos sterben. Schau mich, mein GOtt! in gnaden an, Daß ich mit David sagen kann: Ich ward in angst geseret; Doch deines wortes gnaden kraft Hat meiner feele ruh geschafft, Und sie mit troft ergezet. 4. Ach laß mich doch nicht länger schmer; Und so viel kums mer haben. Ach fany doch an, mein mattes her: Durch deinen troft zu laben. Verwandle meine angst in ruh, Und sprich mir wies der gnädig zu. Führ mich, nach dies fem leben, Su deinen bimmels. from in besondern geistlichen Nöhten und Anfechtungen. freuden ein, Wo ruh, trosft und erquickung seyn: So will ich dich erheben. 547 Womit ich den feind kann feblas sen, Alle pfeile von mir jagen. 6. Heilger geift ins himmels throne, GOtt, von gleicher ewigs Feit mit dem vater und dem soh ne, Der betrübten troft und frend! Der du in mir angezündt, So viel glauben ich noch find; Ueber mir mit gnaden walte, Ser. ner deine gab' erhalte. 7. Deine hülfe zu mir sende, O Meines herzens jammer- stand: du edler herzens- gaft! Und das Ob dir gleich all meine plagen Besser, als mir selbst, bekannt. Grosse schwachheit ich bey mir In anfechtung oftmahls spühr; Wenn der satan allen glauben Will aus meinem herzen rauben. gute werk vollende, Das du anges fangen hast. Blas das Fleine funklein auf, Bis ich, nach volls brachtem lauf, Allen auserwähls ten gleiche, Dort des glaubens tiel erreiche. Klage über die Schwachheit des Glaubens. Rel. JEsu deine heilge wunden. Freuer GOtt! ich 844. Tmuß die Flagen 2. Du, GOtt! welchem nichts verborgen, Weißt, daß ich nichts von mir hab, Sichts von allen meinen sorgen: Alles, HErr! ift Deine gab'. Was ich gutes find an mir, Das hab ich allein von dir: Auch giebst du, nach wolges fallen, Selbst den glauben mir und allen. 3. O mein GOtt! vor den ich trete, Hör in meiner groffen noht, Wie ich iezt fo fehnlich bete: Laß nicht werden mich zu spott, Mach Junicht des teufels werk, Mei nen schwachen glauben stärk, Daß ich nimmermehr verjage, Chriftum ftets im herzen trage. 4. JEsu du brunn aller gnaden! Der du keinen von dir stößt, Der mit schwachheit ist beladen, Gonz dern deine jünger trdf't: Sollt the glaube gleich so klein Als ein Fleines fenf- torn seyn, Wollst du fie doch würdig schätzen, Groffe berge ju versegen: 5. Laß mich gnade vor dir fin: Den, Der ich ganz voll traurigkeit; Hilf du mir selbst überwinden; Hilf, so oft ich muß in ftreit, Daß mein glaub sich täglich mehrt. Gib mir deines seistes schwert, 8. GOtt, groß über alle götter, Heilige dreneinigkeit! Auffer dir ist kein erretter: Tritt mir selbs zur rechten seit, Wenn der feind die pfeil abdruckt, Meine schwachs heit mir aufrückt, Will mir allen troft verschlingen, und mich in verzweiflung bringen. 9. Seuch du mich aus feinen stricken, Die er mir geleget hat: Stürz ihn selbst nebst seinen tüts ken, Drauf er sinnet früh und svat. Gib kraft, daß ich allen firaus Nitterlich mag fiehen aus; lind so oft ich noch muß kämpfen, Hilf du mir die feinde dämpfen. 10. Reiche deinem schwachen Finde, Das auf matten füffen steht, Deine gnaden- hand ges schwinde, Bis die angst vorüber geht. Wie die jugend gängle mich, Daß der feind nicht rühme sich, Solch ein her; hab er gefäls let, Das auf dich sein' hoffnung ftellet. II. Du bist meine hülf, mein leben, Mein fels, meine juvers sicht, Dem ich leib und feel erges ben: Gott, mein GOtt! verzeuch doch nicht! Eile doch, und sieh mir bey, Brich des feindes pfeil 27 2 548 Creuz und Croft: Lieder inzwey: Laß ihn selbst zurückej entzünd' Und meinen glauben prallen, und mit schimpf zur bölle stärke. fallen. 12. Ich will alle meine tage Rühmen deine starke hand; Daß du meine noht und plage, HErr! fognädig abgewandt. Nicht nur in der sterblichkeit Soll dein ruhm fenn ausgebreit't: Ich wills auch hernach erweisen, und dich dort einst ewig preisen. 6. Den glauben, welcher jest so klein Als wie ein fenf- korn scheis net, Laß doch nicht ganz verwerfs lich seyn: Dein kind, das jego weinet, Erfüll, o HErr! mit zus versicht, und mehr mein schwas ches glaubens licht, Damit es belle leuchte. 7. Vollführ das gute werk in mir, Daß du selbst angefangen, Gib meinem glauben kraft, um dir Be Mel. Aus tiefer noht schrey zc. gnådger und 845. barmheriger Gott: balte mein gewiſsen rein, Laf mich im kampf beständig seyn, Bis ich in JEsu siege.. auf, und stärk mir herz und häns 8. Hilf meinem unvermögen de. Wohn selbst in mir, daß ich den lauf Durch deine kraft voliens de; Und gib mir einen freyen sinn, Ergreifmich, der ich kraft los bin, Und selbst mir nicht kann belfen. Du willt uns selig haben, Du machst den bösen feind zu spott, Und giebst des glaubens gaben Ach fhau, ich seufze zwar nach dir Allein der glaube fehler mir, Ich finke fast zur höllen. 2. Wie gerne wollte sich mein geift In deiner lieb' erquicken, Nach welcher deine treu verbeißt, Uns trostreich anzublicken! Wie gerne wollt ich Christi tod, In meiner schweren feelen- noht, mit festem glauben faffen. 3. Ich kann mein blödes herz doch nicht, wie ich wol wünsch, erheben. Mir mangelts an der juversicht, Ach! alle glieder beben. Mich dùnkt, daß meine fündenschuld Mir deine väterliche huld Bereits entriffen habe. 4. Ich zweifle faft an deiner treu, Db sie den fündern leben, treu, Ob sie den fündern leben, Und, nach bezeugter buß und reu, Auch guade werde geben. mir aber heftig leid: Ich grame tag des HErren. mich, mein herze schrept und seufjet sehr darüber. s. O frommer Gott! ich fühl 9. Die waffer- wogen heben sic, Es fängt an hart zu wittern: Die winde stürmen sehr auf mich, Mein schiff will faft zersplittern; Drum, HErr! den glauben mir bewahr, Daß ich nicht in den abs grund fahr, Wo ferner kein ers retter. 10. GOtt! der du nach dem glauben sichst, Ach stärke doch mich schwachen! Wenn du, o böchster! von mir flieht, Wer wird mein heil bewachen? Komm, treuer Gott! und steh mir bey, Aufdak Es ist ich unbezwungen sey, Bis an den glauben: Das rühret doch allein von dir, Das will der feind mir rauben. Gib, daß des geiftes sanfs ter wind Das fait verloschue tocht Mel. Alle menschen müssen ze. 846.2% meinen glauben, Ach HErr! hilf, er wird sehr schwach, Satan will mir ihn fas rauben, Da sich bäuft mein un ge 549 in besondern geistlichen Nößten und Anfechtungen. gemach. Ach! mein glaubens-| sorgen gråmen, Und mit verzage licht verschwinder; Weil sich kei ne hülfe findet. Wo ist doch mein HErr und GOtt? Ruf ich jest in meiner noht. tem sinn Vor deinen augen schäs men; Wenn wieder neue noht mich in die schule führt, zu prüs fen, ob mein herz Dir traut, wie fichs gebührt. 2. Wo sind seiner allmacht pros ben? Wo ist seine vater hand Die viel andre freudig loben? Bin ich ihm denn unbekannt? Weiß er nicht, wie mir es gehet? Weiß er nicht, wie's um mich stehet? Ift mein leid zu groß für ihn, Daß ich ohne hülfe bin? 3. HErr! ich glaube, hilf mir ( wachen! Ja ich glaube feftiglich: Du weißt alles wol zu mas chen, Darum kommundstärke mich. Glaub ich doch, daß du noch lebeft, Und fiets ob und bey mir schwebest, Daß dein auge auf mich sieht, Ob die hülfe gleich verzieht. 4. HErr! ich glaube, daß mich armen JEsus auch erldset hat, Der sich aller will erbarmen, Der der fünder troft und raht: Daß er in dem größten leide Gleichwol sich von mir nicht scheide: Nur mein her empfindt es nicht, Weil mir stark und trost gebricht. S. Hilf, daß ich bald stärke finde: Stärke mich doch fort und fort. Schenke deinem schwachen kinde Einen troft aus deinem wort, Der mich lehre dir vertrauen, und auf die verheiffung fehauen, Die du mir im worte giebe; Ob du schon Die hulf aufschiebst. 2. Ich hätt aus dem, was du Mich oft erfahren laffen, Die weisheit deines thuns Schon längstens sollen faffen, Daß du mich nicht versäumst; Mich zu verlaffen scheinst, Doch bilfes menn es jeit, lind alles treulich meinst. 6. Laß mich deinen geißt noch trößten, Nimm ihn nimmermehr von mir. Wenn die noht am allengrößten, Ueberzeug er mich von dir, Daß du noch an mich geden left, und mir deine hülfe schenkest, Kömmet nur erst stund und zeit, Welche du zur hulf bereit. 3. Ich aber will den troft Go gleich mit hånden greifen, Eb deine prüfung noch zu solcher frucht kann reifen, Wozu du sie geschickt; Bin angst und zagenss voll, Wenn ich nach deinem raht Auf hülfe warten soll. 4. Ach! mehr und stärke du Mein kindliches vertrauen, Wenn mein verderbter sinn Sich oft will laffen grauen; Wenn lauter fine feruiß Der trubjal auf mich fällt z Wenn sich auf mein geschrey Dein herz verborgen hält. s. Je mehr die noht sich häuft, Je fester laß mich fassen Dis wort: du wollst mich nicht Versäumen noch verlassen: Dein treues vas ter herz Vergeffe meiner nicht, Wie mein verzagtes herz Oft un recht denkt und spricht. 6. Dein geist ist mächtig gnug, Die hoffnung aufzurichten, Wenn satan, welt, vernunft Sie denken zu vernichten. Wenn eine noht erscheint, Der aller raht entsteht, Die über menschen macht und ihre weisheit geht: 7. Da zeiget deine kraft Ihr übergroß vermögen, Daß sich uns möglichkeit und alle zweifet les gen: Auf diese foll, meinGOtt! Mein glaub' und hoffnung ruhn. Mel. O GOtt du frommer 2c. ch 847. muf mich, o mein Was du schon oft gethan, Wirg noch thun. Mm3 Ber 5:50 Creuz und Eroß- Lieder Bey sweifelhaften Gedanken rein. Denn was gänzlich abge wegen der Erwählung. funden, Muß auch ganz vergefs sen seyn. Mich erquickt der fries Mel. Kommt last euch den ze. 848. Laß mich nicht in irrdensbund, und was mir bein wort und mund Zugesagt, das kann nicht trügen: Welt und teus fel mögen lügen. thum fallen, Daß mein herz sich zweifel macht: Ob du, GOtt! uns menschen allen Deinen himmel zugedacht; Oder ob du eine zohl Auserlesen, deren quahl Christi blut nicht tilgen wollen, weil sie ewig leiden sollen. Gott! dein sohn aus lieb' und 7. Ift für alle welt gestorben, buld: Ey, so ist auch mir erwors ben Die vergebung meiner schuld. Sollte denn des Adams noht Adams fall hat all' ersticket, Chris Stärker seyn, als Chrifti tod? i tod hat all' erquicket. 2. Du schleußt ja mit deinen ar men Aller himmel himmel ein: Sollt an uns denn dein erbarmen, HErr! so sehr verkürzet seyn? wissen, Er giebt meiner feclen 8. Dein geift tröftet mein ges Wer hat deine gnaden- hand Sol- ruh, Zeugt: ich sen der straf ents chermaaffen eingespannt? Sollte riffen, Rufet mir die busse ju. dir, dem nichts zu gleichen, Nicht Christi seuge schweiger nicht, Er der fünden menge weichen? an kann mein geist sich laben, Daß ruft aus der nacht zum licht; Hiers mich Gott will selig haben. 3. Was verlohren, willt du su ehen; En so wirst du mich auch nicht, allerliebster GOtt! ver: fluchen. Wende, HErr! dein an locket, Deffnet er den himmel 9. Dem, den GOtt zur buffe gesicht, und verwirf mich nicht auch: Weil er keines her; verstoks von dir; Deinen heilgen geist ket, Falschheit ist nicht sein ges gib mir, Laß ihn immer in mir brauch. Der da sitzt im höchsten bleiben, und fein heilges wesen thron, Hält kein ansehn der pers treiben. Christum in den tod gegeben. fon; Weil er selbst für aller leben 4. Dein sohn ist darum geboh ren, Daß, wer sich nur zu ihm hält, Selig sey und nicht verlohren; Sein blut gilt für alle welt. den, Ob sie noch so groß und 10. Chrifti blut tilgt alle fans schwer: Sein verdienst will übers noch so sehr, Hier ist Chriftus, winden, Schreckt gleich satan unser held, Der versöhner aller 5. Will nun Christus selig maWeg, was meine seele eben, Was verderbt am fleisch qualet! Chriftus macht mich aus und sinn; Wol! so hilft er auch erwäblet. Deine wort stehet unverlegt Busse haft du, HErr! gesetzt nicht gerechten, sondern fündern, Und gefallnen menfchen- kindern. welt. mir schwachen, Weil ich auch ein fünder bin. Will er nicht des fün- Mel. JEsu deine heilge wunden. bers mich in nobt Die mich angstet, auch 849.Wes, mein herz! mit nicht lassen, Sondern sie zu hersen faffen. ob du verstossen wärst. Bleib in GOttes wort und schranken, Wo 6. Hat dein sohn durch seine du anders reden hörft. Bist du wunden Ganz bezablt; so bin ich bis und ungerecht? Ev, so if Gott 551 in besondern geistlichen Nöhten und Anfechtungen. 60tt fromm und schlecht. Haft, Stellt man sich nun glaubig ein, duzorn und tod verdienet? Sinke Sucht von sünden los zu seyn. nicht, GOtt ist verfühnet. Fliehet fatans reich und rachen, Chut man GOtt- gefäuge fachen. 2. Du bist, wie die menschen alle, Durch den fünden- gift be: fleckt, Welchen Adam mit dem falle Durch der schlangen lift er weckt: Aber kehrst du nur zu GOtt, Besserst dich; so hats nicht noht. Sen getroft, GOtt wird dein flehen und dein bitten nicht verschmähen. 8. GOtt und alles heer dort oben, Das ihnjest und ewig ehrt, Jauchzet auch, wenn sie ihn los ben, Daß der fünder sich beket rt. GOtt bedecket und vergißt Alles, was verbrochen ist; Alles, alles wird vergraben, Wie wir ihn bes leidigt haben. 3. Er hat stets ein her; voll lies be, Das uns nie zu schaden denkt: Daß sich, durch die reinsten triebe Des erbarmens, zu uns lenkt. GOtt hat einen vater- sinn, Unser fammer jammert ihn, Unser un glück macht ihm schmerzen, Unser tod kränkt ihn von herzen. 4. Ruft er nicht? so wahr ich lebe, Ich will nicht des fünders tod, Sondern daß er sich bestrebe Bu bekehren: ia, mein Gott Freut sich herzlich, wenn er hört, Daß ein fünder wieder kehrt; Will nicht, daß aus seiner heerde Nur ein schaaf verlohren werde. 5. Kein hirt kann so fleissig gehen, Wenn sich dessen schaaf ver läuft: Solltest du sein herz nur feben, Wie sich lieb' und sorgfalt häuft, Wie es für verlangen brennt, Wenn ein kind sich von ihm trennt Und von den geliebten feinen; Würdest du für freuden weinen. 9. Himmel, erde, meer und seen Mögen noch so grundlos seyn: Dis und alles, was wir sehen, Ik und bleibt unendlich klein Gegen GOttes lieb' und huld, Die beg unsrer fünden- schuld Uns erträs get, duldet, liebet, Und uns raum ¡ ur buffe giebet. * 10. Nun so ruh und sey zufries den, Seele, die du traurig bifit! Was willt du dich viel ermüden, Da es doch nicht nähtig ist? Sint gleich deiner fünden viel: GOts tes huld ist ohne ziel, und kann alle deine flecken, Als die welt ein stäubchen, decken. 11. Könntst du tausend welten finden, Die der höchste GOtt ges macht, Und du hättest alle fünden, Die in selbigen vollbracht: Wär es viel; doch seine treu, Welche täglich groß und neu, Würde sols che last besiegen, und unendlich überwiegen. 6. GOtt liebt nicht allein die 12. Mein GOtt! Öffnte mir die frommen; Sondern die der fee- pforten Solcher gnad und gütig, len- feind Ihm durch lift und wüht Feit. Zeige mir an allen orten entnommen, Weil ers treu mit Deiner huld vollkommenheit: allen meint. Und sein väterlich! Liebe mich, und treib mich an, Daß bemühn Suchet sie zurück zu ziehu:] ich dich, so gut ich kann, Wiederum Ja fein locken, sorgen, wachen Will umfang und liebe, und dich ja die fünder selig machen. nicht mehr betrübe. 7. Darum bleiben auch die flammen Geiner liebe immer groß: Denn er ruft uns allzusammen Mel. 2. Alles was mir GOtt se. In den weiten bimmels- fösoß. 850.Dahl und angst mut ich h 3 4 532 Creus und Croft Lieder is GOttes kind noch sey? Denn] 9. Du sollt doch mein vater der kindschaft pflicht und treu bleiben, wenn gleich deine ruhte Brach ich oft durch schwere fünschreckt und mir schmer; und den, Die ich ohne scheu verübt, angst erweckt. Dir will ich mich Und wodurch ich GOtt betrübt. gan; verschreiben, HErr! dir leift 2. Ach! der bund ist übertreten, ich treu und pflicht, Bis mein herz Den GOtt durch das wasser- bad im sterben bricht. Mit mir aufgerichtet hat. Will ich nun zum höchsten beten, Fällt Mel. Christus der uns selig macht. min oft der zweifel ben: Ob id 851.Seinem Gott, du GOttes kind noch sey? Du 3. Gott erhört nur seine Ein- betrübte feele! Was liegst du, der, Welche seinen willen thun; GOtt faft zum spott, In der Kann mein Herz nun also ruhn, schwermuhts- höle? Merkst du Da ich ein verhaßter fünder? Ja nicht des satans lift? Er will durch mich drückt der sorgen- stein: Wie sein kämpfen Deinen trost, den kann GOtt dein vater feyn? JEsus Christ Dir erworben, dampfen. 4. Stürmen auf mich trùbfals winde, Ach! so wird mein glaube Flein, Und der fatan giebt mir ein: GOtt verfährt mit seinem kinde Nicht so scharf; wärst du sein kind, Wär er nicht so hart gesinnt. 2. Schüttle deinen kopf und sprich: Fleuch du alte fehlange! Was erneurst du deinen stich, Machi mir angst und bange? J dir doch der kopf zerknickt, und ich 5. Darum fleh' ich: hilf mir bin durchs leiden Meines JE armen, Vater der barmherzigkeit! fu dir entrückt In den faal der Eilge dieses herzeleid Durch dein väterlich erbarmen; Und verwirf mich armen nicht Ganz von dei nem angesicht. freuden. 3. Wirfst du mir die fünde für? Wo hat GOtt befohlen, Daß mein urtheil ich ben dir Ueber mich soll holen? Wer hat dir die macht ges schenkt, Andre zu verdammen? Liegest du doch selbst versenkt In den hellen- flammen. 6. Vater! laß mich gnade fin den; Sprich mich, den verlohr nen sohn, Wieder fren vor deinem thron: Christi blut soll mich entbinden, Darum schenke mir die schuld, Und ertrag mich mit geduld. 7. Dein find fernerhin zu heif fen, Bin ich freilich nicht mehr wehrt: Doch da mich dein geiß bekehrt, kannst du auch den bund nicht reiffen. Schau, ich kehr ju meiner pflicht, HErr! darum verFoß mich nicht. * das ldfe- geld. 5. Chrifti unschuld ist mein ruhm, Sein recht meine crone, 8. HErr! ich sage dir aufs neue Sein verdienst mein eigenthum, ieder pflicht und liebe zu, Die Wo ich sicher wohne Als in eis du forderst: blicke du Nun, nach nem festen schloß, Das kein feind Deiner vater- treue, Den mit gna- kann fällen; War sein ganzes heer densaugen an, Für den JEsuslauch los, Nebß der macht der snug gethan. bollen. 6. Stars 4. Hab ich was nicht recht ges than, Reut es mich von herzen blut und schmerzen: Denn dis is Dahingegen nehm ich an Chrifti die ranzion* Meiner misſethateni Bring ich die vor GOttes throu, It mir wol gerahten. in besondern geistlichen Ndhten und Anfestungen.$ 53 6. Stürme teufel, höll und tod! Da wird all ihr gram und leid Bas könnt ihr mir schaden? Deckt Lauter freud und lachen. mich doch in meiner noht GOtt 13. Ey so faß, o chriften- herz! mit vielen gnaden, Der GOtt, Alle deine schmerzen; Wirf sie frds der mir seinen sohn Selbst gelich hinterwärts, Laß des troftes schenkt aus liebe, Daß der ewgelkerzen Dich entzünden mehr und ( pott und hohn Mich dort nicht mehr: Gib dem grossen namen befrübé. Deines GOttes preis und ehr, Er 7. Schreye, tolle welt! es feyj mird helfen, amen. GOtt mir nicht gewogen: Es ist lauter tauscheren Und im grund Klage über GOttes- lästerliche erlogen: Wäre GOtt mir gram und feind; Würd er mir die gaben, Die mein eigen worden seynd, Nicht verliehen haben. s. Denn was ist im himmels jelt? Was im tiefen meere? Was is gutes in der welt, Das mir nicht gut wäre? Und wem brennt das sternen- licht? Wozu ist gege: ben Luft und waffer? dient es nicht Mir und meinem leben? 9. Ich bin GOttes, Gott is mein: Wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe creuz herein Sammt den bittern leide? Laß es bringen: kömmt es doch Von geliebten händen. Wie bald weicht das creuzes- toch, Wenn es GOtt will wenden? 10. Kinder, die der vater foll Biehn in allem guten, Die gerah: ten felten wol Ohne jucht und ruhten. Bin ich denn nun GOt tes kind; Barum will ich fliehen, Wenn er mich von meiner fünd Auf was guts will ziehen? 11. Es ist her; lich gut gemeint Mit der chriften plagen; Wer hie leitlich wol geweint, Darf nicht ewig klagen, Sondern hat voll tommne luft Dort inChrifti garten ( Dem allein er recht benußt) Endlich zu gewarten. Gedanken. mel. Kommt her zu mir spricht ze. charmer mensch! wo laß ich jego herz und sinn, Zwar wider meinen willen, Doch gegen dich, HErr JEfu Chrift! Durch fatans tücke, trug und lift Mit lästerung erfüllen? 2. Du hast mir ja von kindheit an An leib und feel viel guts ges than, Und alle gnad erwiesen: If denn nun dis der dank dafür? Wirst du, mein GOtt! also von mir Für deine huld gepriesen? 3. Uch HErr! ich hätte wol vers dient, Daß du mich, als ein böses kind, Alsbald zur hdue stieffeft, und mich daselbst, bey höchster quahl, Die lásterungen allzumahl Im feuer büffen lieffeft. 4. Drum lehre mich doch recht verstehn, Daß solches läfterliche schmähn Vom bösen geift herrühs re, Daß er durch solche lästerung Mich armen in verzweifelung und andre lafter führe. <. HErr! rette deinen ruhm und mich, Daß nun in meinem herzen dich Der satau nicht mehr schmähe; Gib, daß ich diesem lafter geift, Der mich nur dich betrüben heißt, Nun kräftig wis derstehe. 6. Verleih mir kraft, zu solcher jeit, Wenn sich der böse geift nicht scheut Durch lästerung zu toben, 0 m 5 Dich, 12. GOttes Finder såen war Traurig und mit thränen; über endlich bringt das jahr Wornach fie sich sehnen: Denn es kommt die ernte jeit, Da sie garben machen. 554 Creuz und Croft Liebee Dich, HErr! in meines herzens, diese grosse quabl Frißt mir das grund, Und auch zugleich mit herz noch ab. wort und mund, Bu preisen und ju loben. <. Ach! schaue meine noht, Bald will mich, der verdammen, 7. Ach HErr! ich schreye noch Der selbst verdammet liegt Mit ju dir, Laß deinen guten geist in ketten in den flammen: Bald mir Mit seiner guade bleiben; Ich kommt ein feuer- pfeil, Gott raum ihm berz und alles ein, Ich wüßte nicht von mir, Dustiesseft, will fein heilger tempel seyn, Seino mein GOtt! Mich ganz und werk darin zu treiben. gar von dir. 8. Ach beilger geift! komm, Beilge mich, Daß satans bosheit, welche dich Bisher gelästert, weiche. Ach! wirk in mir kraft, fried und ruh, Daß alles, was ich red und thu, Nur dir sum preis gereiche. 6. Ach ja! die lästerung Mischt sich in alle dinge, In alles, was ich nur Thu, lefe, bete, singe. Was ich zu deiner ehr und ruhm voll, bringen soll, Das mach ich, wie mich deucht, Von sünd und schans de voll. 7. Der läster worte kann Ich Mel. O GOtt du frommer sc. mich nicht gleich entschlagen: 853.ch klage dir, o GOtt! Auch wider willen muß Ich fie oft Mit hochbetrübter tragen. feele, wie grosse feelen angst nicht zu, Was ich so leiden mußz Mich täglich nag und quäle: Ich widersprech ihm oft, und leid Ach! bdse lästerung, Gedanken wider dich, Die oft bey mir eurRehn, Mein GOtt! betrüben es mit verdruß. 2. Ach weh! wo soll ich bin? Wem soll ich davon sagen? Den menschen trau ich nicht: Ach GOtt! dir will ichs klagen; Du kennst des herzens, grund, Lennest meinen sinn, Wie ich darüber stets Von berzen trau rig bin. Du 8. Mein Gott!: dir ist bekannt, Wie heftig ich mich wehre, Wie ich mich bald zu dir und bald zum beten kehre. Ich schreye tausends maht: Ich mein und will das nicht, Was bdse lästerung In meis nem herzen spricht. 9. Drum gib doch, daß dein geift Die lästrung von mir treis bet, Mich gutes denken lehrt, In meinem Herzen bleibet, Es durch dein lob erfüllt, Mich heilig macht, regiert, Gedanken, zung und mund, Dich stets zu preiſen, rührt. 3. Wie herzlich gern wär ich Der låsirung überhoben? Sch qual' und martre mich, wenn sie fast in mir toben. Ach! wenn mein her; auch nur An dich, mein GOtt! gedenkt; So wird es 3. In besondern leiblichen gleichsam ganz In lästerung ver öhten und Leiden fenkt. 4. Dein wort, woran ich denk, als in Verfolgungen. HErr! wird in mir verkehret, Und Mel.Wer nur den lieben Gott u Die andacht GOtt uns; was wird gestöhret. Ich höre andrej854. Skann uns schaden, Ob wort. Als ich im Herzen bab: Und sich uns alles widerfest? Denn Find 555 dem lager keine ruh In meinem herzen haben? 3. Wie lange soll sich doch mein feind. Noch über mich erheben, Ders mit mir auf das àrgste in besondern leiblichen Möhten und Leiden. find wir nur ben GOtt in gnaden, So bleiben wir fets unverlegt. Wer GOtt nur hat, hat immer fchat, Er bietet welt und teufel trük. 2. Jft GOtt mit uns wird meint, Und gönnt mir kaum das aus dem feinde Gar oft der allerleben? Er trott und pochet auf befte freund. Und haben wir nur gewalt, Und sehet mir gar mans GOtt zum freunde, Was schadet nigfalt Sehr ju an leib und uns der ärgste feind? GOtt hin feele. tertreibet allen raht, Der trug und falschheit in sich hat. 3. If GOtt bey uns; so stehn wir feste, Wenn sturm und wetter blitt und kracht. GOtt decket uns aufs allerbeste Und machet tag aus finstrer nacht. Wer un ter feinem schatten sist, Der wird für aller noht beschüßt. 4. Sieh an, o Herr! und höre doch mein fleben und webs Elagen. Erlöse mich vom harten ioch Der viel und schweren plas gen: Die augen, GOtt! erleuchs te mir, Daß ich nicht plößlich muß von hier, Und in dem tod ents schlafen: 5. Daß sich mein feind nicht 4: Is GOtt in uns; so steigt rühm dabey, Er habe rache Im herzen Durch seine kraft ein funden, Noch sich in seinem hers helden muht; So spührt man zen freu, Als wär ich überwyns luß in noht und schmerzen, Golden; Nicht über meinen unfall heißt uns alles böse gut. Gott lach: Da du doch weißt, daß meis und ein gut gewiffen macht, Daß ne fach Kein unrecht mit sich führet. man der feinde zorn verlacht. <. Wer wollte nun an Gott vertagen? Er will für, mit, bey, In uns seyn. Drum weg mit euch, ihr bange klagen! Ich traue meinem GOtt allein. Tritt, welt und teufel! nur herfür, Ich sage: tros! GOtt ist allhier. 6. Jch aber hoffe, daß du mich Bald rettest, und in gnaden Von mir abwendest kräftiglich Angst, elend, sport und schaden. Ich weiß, du bist voll gut und treu, Und stehst mir armen kräftig bev, Der täglich darauf wartet. Mel. HErr JEfu Chrift du höchst. ist 7. Drum sey nur frölich, batt, ger geist! Laß alle schwermubt fahren: Und glaub, GOtt, der 855. A Gott, wie schwer dein vater heißt, Wird dich getreu mir mein lis Wie angst ist mir zu muhte. Mein und tück, In kurzem auch dein geift empfindet groffen schmerz, ungelück In ruh und freude keba Und wird niemahls zu gute. Mirren. ist an allen orten bang: Ach frommer vater! ach wie lang Willt du mein so vergessen! * 8. O vater, sohn und heilger geift, Voll weisheit, gut und stärke! Sey feets aus herzenss 2. Wie lange willt du, treuer grund gepreift Für alle grosse wers GOtt! Dein antlig fo verdecken, fe. HErr! führ und schüß mich Und meine feel in solcher noht immerfort Durch deine gnad an Und trübfal laffen stecken? Soll allem ort Bu deines namens Ich denn sorgen immerzu, Und auf! ebre. Bey $ 50 Crengs und Troft Lieder Bey Veid und Verfolgung. 1 7. So glücket manchem war die Mel. Aus tiefer noht schrey ich. Funft, Durch heucheln, trug und 856. 2 und fals geht mirs doch, Daschen dunst Die menschen zu bes meine feinde toben? Wie hart und trügen: Weil sein verstand durch schwer ist dieses toch! Ach schaue falsche lift, Durch haß und neid boch von oben! Die trübsal verfinstert ist; Doch kann er GOtt macht mich múd und matt, Ach! nicht tauschen. Fomme bald, ach! schaffe raht, Und fille mein verlangen. 2. Ach! schaue, was für gram und pein Mir die verfolgung brin: get; Dieweil sie mir durch mark und bein Bis in die seele dringet. Ach schmer:! der bis zum herzen frißt, Wenn der, fo selbst voll laz fer ist, Uns läßtert, schimpft und schmähet. 8. Wer jedem zu gefallen denkt, Muß ohn gewissen leben, und dem, der zucht und tugend kränkt, In allem beyfall geben; Er achte weder amt noch pflicht: Denn fonst gefällt er diesem nicht, Den baß und neid beseffen. 9. Ach HErr! erbarm die über die, So sich den neid ergeben. Erwecke, rühr und lenke sie Von solchem bösen leben, und führ sie Christi schaafen zu, Damit sie jes dermann in ruh Und stillem friede laffen. 3. Wie quählet den nicht baß und neid, Der stets nach freund schaft strebet, Der gern in fried und einigkeit mit seinem bruder lebet! Der neid ist blos des satans ruhm; Der haß der hunde eigenthum; Die wuht ein werk Der tieger. 10. Erbarm dich meiner! denn ich bin mit solcher zunft umges ben. Verleih mir einen sanften sinn, Und laß mich freundlich les ben. Ach! gib mir sanftmuht und geduld, Damit ich ihnen ihre schuld Bergeb und auf dich hoffe. 4. Zu fried und rub beruft uns Gott, Wir müssen fanftmüht Aben: Es ist ja dieses fein gebot, Daß wir uns herzlich lieben. Ein 11. Mein helfer, ach! verlaß bloffer nam' und eitler ruhm Ist mich nicht, Ach! eil, mir beyzustes nur ein solches christenthum, Wohen, und zeige mir dein anges fried und liebe fehlen. ficht; HErr! laß mich freudig ses 5. Und dennoch sieht man weit hen, Wie machtig deine gnade and breit, Wo christen leute le fey, Durch diese mach mich völlig ben, Nichts als verleumdung, frey! Dir will ich fest vertrauen. swift und freit; Man ist dem haß ergeben: Doch soll dis lafter tu gend seyn, Deswegen sucht man Mel. Wo GOtt der HErr nicht ze. falſchen schein, Um es damit zu 857. HErr, bilf mir! denn meinem feind gedränget, Der wis 6. Der hat bald dis, bald das der meinen glimpf und ehr Viel gethan, Den wir nicht leiden kön- böses ausgesprenget: Er suchet neu, Den nennt man einen bdsen mich um haab und gut, Ja gar mann, Dem wir die luft nicht um leben, leib und blut, Durch gönnen: Wir plagen, drücken, seinen mund zu bringen. fuchen ihn Auf alle weise durch 2. Du, HErr! der du allwis, juziehn, Und dis beißt wel gefend bißt, Erkenneft seine lügen: bandelt. Er sucht in dem, was unwahr ist, Sein in besondern leiblichen nohten und Leiden, 557 nichts, und bleibet Ein flaub, der leicht zerstäubet. Sein schändliches vergnügen. Du weißt, daß mir zu viel geschicht: Denn ich verschulde das ja nicht, Was er mir aufgebürdet. 3. Drum nimm di meiner gnädig an, Und rette meine ehre; Daß jedermann erkennen kannund überzeugend höre, Daß alles falsch und ohne grund, Was meines 6. Sie suchen gut und geld, feindes läfter- mund Mir schänd- Gehn her in dieser welt Als wie lich nachgesprochen. ein schatt und schemen; Und können nichts mitnehmen, Wenn sie dereinst voll leiden Aus diesem leben scheiden. 7. Sie schlafen ohne rub, Arbeis ten immerzu, Sind tag und nacht geflissen; Und können doch nicht wissen, Wer, wenn sie niederlies gen, Jhr erbtheil werde kriegen. 4. Verleih mir einen solchen muht, Der sich darob nicht krån let, Was mein feind redet oder thut; Und der vielmehr bedenket: Der lügen werde leichtlich raht, Wenn man sich für der bösen that Nur hütet, und fromm lebet. <. Auch bitt ich dich, liebreiCher GOtt! Du wolleft die bekehren, So mich mit lügen, hohn und sport Bisher so sehr beschwe: ren. Führ sie zur busse, reu und leid, Damit sie ja die seligkeit Deswegen nicht verlieren. s. Ach HErr! wie gar nichts feyn Die menschen insgemein, Die doch so sicher leben, und gaz nicht acht drauf geben, Daß all ihr thun und glücke Verschwind im augenblicke. 8. Nun, HErr! weß soll ich mich Doch trösten sicherlich? Auf dich will ich nur bauen, und deis ner güte trauen. Rett mich von aller fünde, Die ich noch in mir finde. Mel. Auf meinen lieben GOtt. 9. Laß mich doch, treuer GOtt! Nicht seyn der thoren spott. Mein mund soll stille schweigen, Das ein GOtt! ich ha- herz zur ruh sich neigen; Du ftifs be mir Fest vorge ter aller fachen! Kannst, willt und fest: allhier Will ich mich fleiffig wirsts wol machen büten, Ob gleich die feinde wüten, Daß ich, wenn ich was spreche, Ja dein gebot nicht breche. 858. Mein G 2. Wenn mein gemüht ent brennt, Daß man sich von dir wendt; So will ich vor dich treten, In meinem herzen beten: Daß du gebst deinem knechte zu thun nach beinem rechte.. 10. Wend deine plag von mit, Schlag mich nicht für und für s Denn ich bin arm, verachtet; Bey nabe ganz verschmachtet; Weil du die hand ausstreckest, und mich im zorne schreckeft. 3. HErr! lehre mich doch wol Bedenken, daß ich soll Von dieser schudden erden Hinweg geraffet werden: Und daß mir deine hånde Gesetzet ziel und ende. 11. Strafft du die misfethat, Die man verübet hat; So fällt die kraft der glieder und alle schönheit nieder. So gar nichts sind die fünder und alle menschens tinder. 12. Zu dir, o HErr, mein hort! Ruf ich noch immerfort: Sich an 4. Die tage meiner zeit Sind mein herzlich sehnen, Mein' ange einer hand nur breit; Und wenn und heisse thränen. Erhöre meis man dis mein bleiben Soll recht ne bitte, Wenn ich mein bers and wol beschreiben; So ist es ausschütte. 1. Dein Creuzs und Troft- Lieder 558 13. Dein pilgrif bin ich hier, Dein bürger für und für, Wie meine väter waren, Und alle die vorfahren, Die, von dir aufges nommen, Zur rechten heimat kommen. 14. Laß meiner quahl und pein Nunmehr ein ende seyn. Benimm mir creuz und leiden, Eh ich von hier muß scheiden: Daß ich dich ewig droben, und auch noch hier, mag loben. * 15. GOtt vater, fohn und geist Sey immerdar gepreift. Du wollst in meinem leben Mir troft und stärke geben, Daß ich drauf felig sterbe, Dein reich aus gnaden erbe. Bey Sorgen und Bekümmers nissen um das Zeitliche. Melodey 38. 859. Nicht so traurig, nicht so sehr, Meine feele! sey betrübt, Daß dir GOtt an gut und ehr nicht so viel als andern giebt. Nimm für lieb mit Deinem GOtt, Hast du GOtt, so bats nicht noht. 2. Was hast du, o menschen Find! Für ein recht zu gut und geld? Sind nicht, die geschaffen sind, Gåste dieser fremden welt? Gott ist HErr, dis ist sein haus; Wie er will, so theilt er aus. eins mitgehen kann? Bleibt nicht alles in der welt, Wenn dein fuß, nach GOttes schluß, Diese welt verlaffen muß? 1. Schau nur alle güter att, Die Dsin berz für güter bålts Sag, ob 6. Aber was die seele nehrt, GOttes huld und Christi blut, Wird von keiner zeit verzehrt, If und bleibt ein ewig gut. Erdens gut zerfällt und bricht, Seelens gut verschwindet nicht. 7. Darum denke nicht so sehr Auf ein gut das eitel ist. Gott giebt dir zudem noch mehr, Als du brauchst und würdig bist: Sag, ob dich sein weiser raht Nicht biss ber versorget hat? 8. Wüßte der im himmel lebt, Daß, wornach dein fleisch und blut Mit so groffer sehnsucht firebt, Deiner feele nüß und gut z O so reicht' er dir fürwahr Dis und mehres reichlich dar. 9. GOtt ist lieb und gnadens voll, GOtt ist dir von herzen treu. Wenn du wünscheft, prüft er wol Wie dein wunsch beschaffen sey Ift dirs gut, so geht ers ein, If dirs schädlich, spricht er: nein. 10. Unterdessen trägt sein geiß ir in deines herzens haus Mans na, das die engel speift, Ziert und schmückt es herrlich aus; Ja er wählet, dir zum heil, Dich zu seis nem gut und theil. II. Ey, so richte dich empor, Du betrübtes angesicht! Laß das seufzen, nimm davor Deines glaus bens freuden licht; Das behalt, wenn dich die nacht Deines kums 3. Bist du doch darum nicht bier, Daß du erde haben sollt. Schau den himmel über dir, Da, da ist dein edles gold, Da ist ehre, da ist freud, Freud' obn end', ehrmers traurig macht. ohne neid. 12. Setze, als ein himmels. 4. Chiricht ist, der sich hie sohn, Deinem willen maaß und Fränkt um ein' hand voll eitelkeit; ziel. Rühre stets vor GOttes Da ihm JEsus schäße schenkt, thron Deines dankens faitens Welche keine zeit zerfireut. Bleibt spiel; Weil dir mehr gegeben ist, der himmel dein gewinn, Gib den Als du, fünder! würdig bift. Raub nur immer hin. 13. Führe deinen lebenslauf Allzeit GOttes eingedenk. Wie es kommit, nimm alles auf, als ein wols in besondern leiblichen Nöhten und Leiden: 559 fegne mich, Laß uns die nohtdurft haben, Beraht uns väterlich. 7. Laß alles wol gelingen, Der fluch geh hinter sich. Naht mir in allen dingen, und benedene Mel. Herzlich thut mich verlang. mich. Rett mich, bewahr für dem elend ab 1 arum du preisen bis ins grab. 860. W verlaffent, Mein Ich will in solchem stande Dick Gott! dein seufzend kind, Das sich nicht weiß zu fassen, Da sich viel forge findt? Ach sorge doch, mein vater, Mein GOtt von alters her! Sen ferner mein berahter, Sonst wird die last zu schwer. 2. Schwer wird mirs zwar vor andern: Sie gehen frölich her, Nur ich muß traurig wandern; Mein leben wird mir schwer. Ich scheu michs zu entdecken, Drum feufe ich inniglich; O GOtt! laß dich erwecken, Mein vater! rette mich. Mel. JEsu deine beilge wunden. 861, Water du weißt ineis 3. Das matte herz voll grämen ne sorgen, Die mit Spricht: lieber ehrlich todt, Als mir zu bette gebu, Und auch an daß mich soll beschamen Bald die, dem frühen morgen Wieder mit bald iene noht. Mein sorgen wird mir auferstehn; Die mich armen gemehret, Wenn auch der kums immervar Nagen, und mir man. mer gar Des betens andacht stöh- ches jahr Centner- schwer am hers ret, Das sonst das beste war. zen liegen, Hilf! ach hilf sie mir besiegen. 4. Hort GOtt vielleicht mein Elagen und ängstlich seufzen 2. Siehst du nicht, wie vielen nicht? So denk ich in dem zagen, jammer Mir die groffe noht ers Wenn mir das Herz fast bricht: weckt? Weil der schwere sorgens Bligt etwant, du gerechter! Dein hammer Mich erbärmlich schlägt fluch und zorn auf mich? Wie? lund schreckt. Hörst du nicht das Krafft du den verächter, OHErr! und rächst du dich? wolbedacht geschenk: Geht dirs widrig, laß es gehn, GOtt und himmel bleibt dir stehn. 8. Ich leb in deinem willen, Als eingehorsam kind. Willt du die noht nicht stillen, die sich bey mir befindt; So füll das Herz mit freuden, Und mach es sorgen frey. und schaff, daß ich im leiden Vo ruh, geduldig sey. 5. Ich hatt es wol verdienet, Daß GOtt ein rächer wär: Und war ich nicht verfühnet, Gieng ich in zittern her. Doch laßt den teufel sittern, Der ohne hoffnung ist: Bey allen ungewittern Be deckt mich JEsus Chrift. 6. Drum will ich jest noch hof fen, Mein Gott verwirft mich nicht. Sein ohr steht ja noch offen, Ich weiß, fein herze bricht. Gib, seber! gute gaben; ein vater! In Dürftigkeit und Armuht. angst geschrev, Das wir in so vies lerley Noht, gefahr und höllen> stricken, Sie zu wenden, zu dir schicken. 3. Hebe doch die noht und plas ge, So die arme feele drückt, Daß ich endlich frölich sage: Gott hat es doch wol geschickt. Sorge für uns allzumahl, Sorge für die harte quahl, Die, so sehr wir uns bestreben, Ohne dich doch nicht zu heben. 4. Du regierst ia alle dinge, Dn versorgeß mensch und vieb: Je, kein 560 Creuzs und Tros- Lieder Lein wurm ist so geringe, Ohn dein, 4. Jch sprach in folcher zeit, De wiffen stirbt er nie. Du verpfle- mich dein raht vergnügte, Und geft groß und klein; Wie du willt, so muß es seyn: Was du heiffest, muß geschehen; Laß uns raht und beystand sehen. mir es alles wol Nach wunsch und willen fügte: Nun hat es keine noht, Ich falle nimmermehr; Trotz aller unglücks- nacht! Tros aller feinde heer! 7. Laß, um JEfu Chrifti willen, Reinen von uns untergehn, Noch, um unsre noht zu stillen, uns nach bdsen mitteln sehnt. Gib, daß ieder zu dir flieht, und sein leiden so ansieht, Daß du uns von höllen Auffen Dadurch willt zum bimmel rufen. 6. Und gesegne denn von oben, Was hier ohne segen ist: Daß wir dich mit freuden loben, Der du raht und helfer bist; Der das leid, so uns beschwert, Nun in frölich teit verkehrt, Der uns nun, für bas verderben, Heil und himmel läffet erben. <. Ach! aber das entziehn Von GOttes angesichte Reißt allen muht dahin, Macht allen ruhm zunichte; Wo ist nun deine luft, Vergnügung, freud und scherz? O sehr verzagtes ding! O trozig menschen herz! Wenn jemand durch Unglück das seine verlohren. Mel. O GOtt du frommer 2c. 7. Drum auf, bedrängtes her;! Wenn dich die noht bes schweret; So ibrey nur angligs lich, Gott ist es, der dich hös ret. GOtt läuft als mutter zu, Er ergent, Bis 862. leich, zu meinem er dich wiederum In sanfte rub 2. Wie ruhig war ich sonst! Wie war ich fromm und stille! Der tammer fehlte nichts An vor raht, schaß und fülle. Ich nahm, in dir vergnügt, Bald dis, bald bas heraus; Hier, glaubte ieder mann: Sey Obed- Edoms haus.* * 2.Sam. 6, 11. 6. Doch, HErr! du lebrest mich Durch der propheten schriften: Wer kann wol in der Stadt Ein einzig unglück stiften, Wobey nicht GOtt der HErr Die hand im spiele hat? Er ist der schlägt und heilt, Von ihm kömmt raht und that. gesetzt. aschen- haufen, Danoht und her jeleid Bey mir zusammen laufen. 8. Hat dir dein vorig glück Den Ich seh, wohitt ich will, So seh ich rücken zugekehret, hat dich ges lauter noht; Ach Gott! wie beuhäufte noht Fast ganz und gar gest du Mein her; bis in den tod. 3. Der feelen fehlt es nicht An reichem troft von oben, Ich mußt' im leiblichen Auch deine gü te loben. Mein gut vermehrte sich Fast ieden angenblick: Du gabst mir überall Gedeven, beil und glück. verzehret? Hier ist ein reicher Gott, Der wieder füllen kann: Der bau- herr dieser welt Nimmt sich des schadens an. 9. Drum, feele! Fehr jurid und suche deine fille. Ach sorge nicht, mein leib! Für nohtdurft, hüll und fülle; Gott bleibt ein treuer GOtt, Der feel und leib erquickt, Der ehre, gut und heil Zu deiner wolfahrt schickt. 10. Des creuses augenblick, So plöglich er entstanden, So plöglich geht er bin und ist nicht mehr vorhanden. So bald der subten- Breich Des Findes beßrung schafft, in besondern leiblichen Nöhten und Leidens 501 6. Wenn man sonst nur ein eins tig wort Aus deinem munde hörs te; So mußte schmerz und franks heit fort, Die ruh und wolseyn söhrte. Sprich auch zu mir: Ich helfe dir; So wird mein ganzes wesen Sich stärken und genesen. 7. Du kann es auch aniego thun, Da du im himmel wohneft: Es schreyt mein herz, und wird nicht ruhn, Bis du, HErr! meiner schohneft. Ich weiß, du wirst, In Krankheiten. Mel. Was GOtt thut das ist zc. Mein lebens- fürd! In gnaden an mich denken und die gesundheit schenken. 863. Mein liebster Gott! dir bekanntDie Frankheit die mich drücket. Ich mann, um deines namens willen. 8. Sey du der arzt und helfers. weiß, sie kommt von deiner handWenn niemand sonst mehr helfen Du haft sie zugeschicket, Das glau kann, Kannst du die krankheit fils be ich: Du prüfest mich, Und kannsis len. Ich liege hier, und sehren zu nicht böse meinen In züchtigung dir: HErr! hilfmir armen der deinen. trans 2. Wo wend ich mich nun aber ken, Ich will dir ewig danken. hin? Wem soll ich mich vertrauen? Bu JEfu Christo steht mein sinn, Auf diesen will ich schauen. Er Mel. Aus tiefer noht schren ich ze. is der welt Ja vorgestellt zum 864. Die krankheit, du ges rechter Die art an leib und feele: Der ist es, den ich wähle. schafft, Erlangt es wieder huld, Und die giebt neue kraft. 11. Gefeßt, daß dich die noht Bis zu dem grabe drücket: Wenn der erlöfte geift Sodann nur GOtterblicket, Wo gar kein uns glück ist; So nehm ich alles an, Wenn ich sodann nur GOtt Voll freude schauen kann. 3. Mein JEsu! heile doch dein Find Zuförderst an der seele. Die besten arzeneyen sind In deiner wunden höhle. Ich rufe nur um Diese cur: Laß mich doch meiner fünden Vergebung bey dir finden. 4. Befriedige du mir das hert, Und träfte das gewissen: So wird des Franken leibes fehmer; Zur bälfte weichen müssen. Dein gnaDen- bund Macht schon gesund, Und giebt den Franken stärke, Mehr als des artes werke. ich jest an mir spühre, Bezeugt mir, daß ich meinen tod Stets in und bey mir führe; Denn jede stund und jede zeit Erinnert mich der sterblichkeit, Und spricht: denk an dein ende. 2. Du haft die schmerzen auf erlegt, Die ieit die glieder tras gen; Und da mich deine ruthe schlägt, So willt du damit sagen: Des todes ursach ist in dir, Dein leben aber kömmt von mir Und steht in meinen händen. 3. So ist es: deine vater- hand Will mich durch leiden rühren, <. Zwar brauch ich auch des und mich so in den gnaden- stand arites raht: Doch soll er mir ge- und von der welt abführen. Wenn deyen: So muß, HErr! deine ich gleich sehr entkräftet bin, wunderthat Die beste kraft ver: Wird doch dein treuer vater finn leihen. Drum hilf mir auch Bey Mir aus der krankheit helfen. Dem gebrauch Erwählter arienepen, und laß sie wol gedepen. 4. Du giebst den blinden ihr ges ficht, Die labmen beißt du geben; n 562 Creus und Croft- Lieder es müssen, wenn dein wort nur So oft und gnädiglich: Achhde spricht, Auch todte auferstehen: mein flehn und sehnen, Zähl ist Und also kannst du auch allein Der auch meine thränen, und kehre arit in meiner schwachheit fenn, dis mein leiden In troft und füffe Wenn du ein wort wirst sprechen. freuden. f. Die menschen schreiben mit s. Dis bitt ich, dis geschicht! tel für, Daß sich die schmerzennd kommt die rettung nicht In legen; Allein die hülfe kömmt diesem welt- getümmel, So gib von dir: Und ohne deinen segen mir nur den himmel, Wo lauter Macht uns kein kraut noch pfla- licht und sonne, Wo fiete freud fter frey. Dein wort, HErr! ist und wonne. bie arteney, Die unsre schmerzent beilet. 6. Beschließfest du in deinem raht: Ich solle länger leben; So kannst du leicht auch in der that Den mitteln fråfte geben. aber die dein weiser schluß, Daß ich aniego sterben muß; So bin ichl auch zufrieden. Ist 7. Dis eine bitt ich: heile nur Die wunden meiner feelen; Wenn gleich im leiblichen die cur und alle mittel fehlen. Denn lebt der geist in dir, mein GOtt! So foll der mund, bis in den tod, Auch diese gute preisen. el. Auf meinen lieben GOtt. Cac trau auf meinen und noht: Hat mich viel creu; be troffen, Will ich doch auf ihn hofs fen. Er wird mir hülfe senden Und alles elend wenden. 2. Ist gleich mein leib voll schmerz, und ängstet sich mein bers, Will es für leid und plagen Faft gar in mir verzagen; Wird Gott, nach seinem willen, Doch alle wieder ftillen. 3. Hält schon die schwachheit an, Daß ich daher nicht kann Das Baus des HErren schauen, Und mich daselbst erbauen: Soll mir mein lager dienen, Mit GOtt mich zu versöhnen. Mein Gott! du börteß mich 6. Nun mach es auf der welt, Mein GOtt! wie dirs gefällt; Hilf mir aus allen nöhten, Und wirst du mich auch tödten; Will ich im tod und leben Mich dir doch ganz ergeben. Mel. GOtt des himmels und se 866. Schaue vou des himmels bühnen, Groffer herrscher dieser welt! Wie mein kindliches erkühnen Deine band umschlossen hält; Wie sich meine demuht übt, Deine ruhte küßt und liebt. 2. Laß die bache meiner thränen Länger nicht vergeblich seyn. Laß mich nicht beständig sehnen Nach verlangtem sonnenschein. Brich faft entseelt gemacht, 3. Zu den füffen deines thrones Leg ich meine werke nicht: Nur die wunden deines fohnes Stell ich vor dein angesicht. Dieses opfer hält den lauf Des entbranns ten eifers auf. 4. Gnuge dich an meiner plage, Gönne meiner seelen ruh; In der helfte meiner tage Geh ich sons dem grabe zu. HErr! in tiefer höllen- nacht Wird ja deiner nicht gedacht. 5. Blos zu deines namens ehe ren Wünsch ich meines Lebens frift: Doch verwerf ich mein bes gebren, wenn es dir juwider is. Di, in besondern leiblichen Nöhten und Leiden. 563 nen rücken Unter feine ruhte buks Fen; Macht er nur das herz recht rein, Wird der schmerz erträglich seyn. 5. Es sind dis die leidens- fluns Mich verden, Es ist dis die prüfungs- zeit: gnügt allein der schluß, Der zum HErr! ich fühle tiefe wunden, besten dienen muß. 7. Hilf indeffen tapfer kämpfen, Hilf, mein GOtt! in diesem fireit, Bas dir widerstrebet, dampfen; Hilf ur frohen ewigkeit. Datum himmel ein. wird, ohne fireit und pein, Geiß und fleisch in frieden seyn. Stärke mich in diesem fireit, Daß ich alles auf dich wage, Und mein leiden willig trage. Leiden bringt dem fleische pein, Führt doch auch Deinem willen geb ich sinn, Seel und leib zu eigen hin. 6. Willt du mir das Leben geben, Nehm ich es mit freudigkeit. Soll ich auch nicht langer leben; HErr! so bin ich auch bereit. 6. Ach! ich kann mich nicht bes schweren, Daß du mir zu viel ges than: Willt du meine schmerzen mehren, Nehm ich sie geduldig an. Mir gebührt nicht, vorzus Mel. JEfu meines Lebens 2c. 867.3 zu vers bleiben; Mach mich nur zu deis dienst gerecht. nem knecht, und durch dein vers wunden, Höchst unschuldigs GOttes- lamm! Die bein tarter leib empfunden, als du an des creuzes stamm, Blos um meiner bösen thaten, In die größte noht gerahten: Daich jest um eigne füsid Deine zuchtigung empfind. 2. Wirke doch in meinem ber den Wahre buß und rechte ren. Mach auch mich, durch deine schmerzen, Jeit von meinen schmerzen frey. Oder ist es dein belieben, Mich noch mehr im creuz zu üben; So gib auch geduld und muht, Kraft und stärke durch Dein blut. 3. Sollt ich dem wol widersireben, Der es doch so herzlich meint? Nein, ich will mich ihm ergeben, Wenn es noch so trübe fcheint. Ich will harren, ich will Mel. Was GOtt thut das ist wol, weiß, daß mein hoffen, es hat allzeit einges 868. J erlöfer lebt; Dey troffen: Kinder, die der vater liebt, Werden durch die aucht selber ist mein leben. Ob gleich betrübt. mein Herz im kummer schwebt, Mit schmerz und tod umgeben; Jf seine kraft, Die hülfe febafft, Doch mächtig in mir schwachen, Drum laß ich ihn nur machen. 2. Er lebt, mein arst: ibm fehlt N12 4. Ich muß zwar in hike brens ten, Es wird meine kraft ver jehrt: Doch muß ich dabey er. lennen, Daß Gott nur dem bd ( en webrt: Darum will ich meis fehen, Der in feten freuden 7. Ich will den nicht scheel ans lacht: Meine seele foll nur flehen, Daß mir deine gnaden macht meine schmerzen so zu tragens Kräfte schenket, meine plagen, Daß ich hier nur fromm und treu, Und dort ewig selig sey. ergeßen, Meine luft und frölichs 8. Du bleibst dennoch mein Feit: Muß ich gleich die wangen negen, und in manchem herzeleid meine lebenszeit zubringen s Schau ich doch durch diese zeit In Auch mit vielen feinden ringen, die frohe ewigkeit. # 4 564 Creuz und Eros, Lieder es nicht an weisheit und vermds frieden, Bist von mir ungeschie gen. Er ist es, der mir troft zu spricht: Wenn kleinmuht sich will regen; So läßt er doch Der krank heit foch, nicht ohne sein erquittent, Die schwachen glieder druks fen. 3. Ihm leb ich, was ich leb allhier; Mein Leben ist verborgen In ihm*, und er lebt selbst in mir: Wie sollt er denn nicht sorgen für meine noht? Croß, daß der tod Mir darf das leben rauben; Denn bier leb ich im glauben.* Col. 3,3. 4. Du lebst, daß ich auch leben foll Du leben meines Lebens!! Dis, macht mein her; vertrauens voll; Weil du das nicht vergebens Feft jugesagt. Drum unverzagt! Dein wort muß wahrheit bleiben, Und auch an mir bekleiben. den. 9. Laß diesen frieden herz und finn Ohn unterlaß bewahren; und laß mich, daß ich in dirbin Und lebe, stets erfahren: Ja stelle mir Dein creuz- bild für, So wird in deinem willen Sich meine seele stillen. 10. Ich bin von aller fündens laf Durch dein verdienst entbuns den; und die erlösung, die du has Durch deinen tod erfunden, Gilt für und für, Mein GOtt! vor dir Dein mir erworbnes erbe Bleibt mein, auch wenn ich fierbe. 11. Sind gleich der leiden viel und schwer, Die meinen leib betrüben; So laß mein her sich desto mehr In dir, an deinem lies ben, Das mich als braut Mit die vertraut Und dir will ähnlich has ben, In größter schwachheit las ben. 5. Wenn du mich gleich zu tödten scheint, Bleib ich doch an dir Eleben. Ich weiß, mein heil! wie gut du's meinst, Du denkst auf 12. Du, mein erldfer! bist ja lauter leben. Laß nur den schmers, treu; Wie bleibst du denn so Der mir mein her: Fast stündlich lange? Ach eil mit deiner hülf broht zu brechen, Mir diesen trost herbey, Das warten macht mir nicht schwächen. 3 bange. Denn meine Fraft, Mein lebens faft Vertrocknet als die scherben: Ach hilf! ich muß vers berben. 6. Auf menschen- hülfe wart ich nicht, Denn die ist hier nicht nüße: Mein aug ist blos auf dich gericht, O meines Lebens stüße! In mei ner noht; Droht gleich der tod Mit aufgesperrtem rachen, Es mit mir auszumachen. 7. Es foll mein glaube niemahls ruhu, Dir mein her; auszuschutten: Du kannst ia überschwenglich thun, Mehr als wir menschen bits ten. Ich weiß, du wirst, Mein lebens fürft! Dem creuze grenzen legen, und mich sodann ergehen. 8. Macht gleich der feind mich oft verzagt, Sucht boshaft mich su sichten: Ja, wenn mich gar mein ber; vertlagt, Die boffitung Mjernichten; So rufe du Mir Ir. Mach mich nach deiner lies anabis ju: Du bleibs in meinem be free an dieses tobes leibe; Go bleibt 13. Nein, aber nein, du lannk mich nicht ersäumen noch vers laffen; Das achzen meiner juvers sicht Wirst du zu herzen faffen. Du eilst herzu, mir hülf und ruh und neue kraft und leben Zu deis nem preis zu geben. 14. Mich soll und kann nicht schmerz und noht, Nicht trübsal, angst und leiden, Noch auch der leste feind, der tod, Von dir, mein JEsu! scheiden. Dir leb ich hier, Auch sterb ich dir; In die tann, auch im sterben, Mein leben nicht verderbent. in besondern leiblichen Röhten und Leibett bleibt es, lebens- fürft! dabey, Daß ich doch lebend bleibe; Denn so bin ich, mein heil! durch dich, Der du den tod verschlungen, Bum leben durchgedrungen. 16. Nur wollest du mich, JE fu! dir Recht wolgefällig machen: Reut alles aus, und tilg in mir, Was noch von eiteln fachen Den sinn zerstreut; An eitelkeit, An forge, noht und kränken Laß mich nicht mehr gedenken. 563 Den, der dich suchet und begehrt, aus seiner noht zu reiffen; Drum komm ich auch vor deine thur: Ach, frommer vater! hilf du mir, Und wende meine plage. 4. Denn du bist doch ein stars ter held, Der tod und leben wins get, Ein treuer arzt für alle welt, Dem alles wol gelinget: Drum eil und stärkemeinen geist, Nimm weg, was noht und krankheit heißt, und tilge meine schmerzen. 17. Laß deinen geift, des erbes 5. Beschenke mich mit deiner pfand, Mit troft nicht in mir huld, Erhalte mich in gnaden, fchweigen, Mir ferbend das ver- Verleihe christliche geduld. Was heissungsland Auch schon von aber mir kann schaden, Laß, liebs ferne zeigen; Weil nur ein blick ster GOtt! entfernet seyn: Und In solches glück Mein herf so gib mir troft und leben ein, Durch muhtig machet, Daß es des todes deines geiftes gaben. lacet. 6. DJEsu, treuer feelen- hort I Sprich, wegen deiner wunden, Aniest ein einzig liebes- wort, So bin ich schon verbunden. 18. Dort fänget erf mein le ben an, Wo mich das lamm wird weiden; Wenn schmerz und lei den abgethan, Und ich mit tau- wenn du, liebster meister! willt, So fend freuden Umgeben bin, Wo wird mein leiden bald gestillt Und nichts forthin Mir wird mein le meine pein gedämpfet. ben rauben, Wo schauen folgt auf glauben. 7. Nun, treuer GOtt! ich traue dir: Weil du mich selbst geschlas gen, So werde deine liebe miz Die schwachheit helfen tragen z Daß mich die schwere schmerzens 869. mir baß, Bey anhaltender Krankheit. Mel. HErr JEfu Christ du sc. Sch dir sey geklagt, Was mich in meinem herzen Für angst und elend drückt und plagt: Mein leib ist ganz voll schmerzen, Ich bin mit krankheit hart beschwert, Und meine Fraft ift faft verzehrt Von deinem zorn und drauen. 2. Ich werde für die misfethat Mit recht also gequälet, Daß mir bein troft, dein treuer raht und bater- hülfe fehlet. Ich liese ba 870. da ganz ohne ruh, Die schwachheit nimmt beständig zu, Daß ich den tod beforge. nicht gänzlich unterdrücke. 8. Soll aber ich in dieser noht und krankheit unterliegen; So laß mich über meinen tod Im wahren glauben siegen, Daß ich durch lammer, creuz und leid, Zu deiner himmels herrlichkeit Ges troft und frölich dringe. 3. Doch hast du dich voll buld erflärt und väterlich verbeiffen, Mel. Werde munter mein ze: sieches leben In Krankheit und ein ein täglich neuer tod; Und der hat auch mich umgeben, Datch kums mer, schmer; und noht, Jammer, quahl und berieleid Schon so eine lange 13 566 Creus und Croft- Lieder Lange jeit Unter winseln, ach und, pein Geht ein chrift jum himmel Flage An dem schwachen leibel ein; Und wer dort will freude trage. fchmecken, Den muß hier kein creus Felch schrecken. 2. Glücklich war ich, als vor dies fen Herz und glieder noch gesund, 8. Daß ich recht geduldig wers Eaglich neue kräfte wiesen, und der leib sich wol befund. Ach! gefundheit, welch ein schatz! Der ben allerbesten plag Unter dieses lebens gaben Muß vor allen gütern haben. de: Laß mich sehn wies andern gieng, Was Hiskias für beschwers de Trug, bevor er trost empfieng: Was für centner- schwere la Hiob deinen knecht umfaßt, Und wie Lazarus voll schweren alles labfals mußt entbehren. 3. Ach! um den bin ich gekom men; Von der scheitel bis zum 9. Nun mein GOtt! so schwer fuß Ift mir alle kraft benommen, und lange Trag ich weder schmert Daß ich nunmehr fiechen muß. noch noht. Kranter leib! was ist GOtt, der jederzeit gerecht, Läßt dir bange? Trau auf deinen stars mich armen fünden- knecht, Weken GOtt: Hat er noch zu rechs gen meiner missethaten, In des ter zeit Jene mit der bülf erfreut: arites hand gerahten. O so wird er dich vom bösen Auch zu rechter zeit erlösen. 4. Ach! ich habe viel erlitten: Ach! ich bitte schmerzensvoll, 10. Jfts nicht eher, doch im sters Daß er mich aus Kedars hütten ben: Da verschwindet alle peint Bald in zion führen soll; Wo mir] Da sind die des himmels erben, teine schwere nacht Schmerzen, Die allhie beständig seyn. En fo angst und bange macht, Wo man machs, Gott! wie du weißt, Daß JEsu nur lobsinget, und ein ewig es gut und selig heißt: Wenn du bank- lied bringet. doch in allen nöhten. mich auch wollteft tödten, Hoff ich <. Doch bisher hat ihm gefallen, Daß ich buß- und hoffnungs voll, Gleich den glaubgen kindern Bey zunehmender Krankheit allen, Warten, und erkennen soll: und herannahender Tos Schmerzen, kummer, angst und des- Gefahr. noht, Krankheit und zulezt der tod Rühren blos von unsern Mel. JEfu deine beilge wunden. funden, die sich häufis bey uns 871.2 folies ievie empfinde, Was 6. Ach vergib, vergib, o vater! fünde angericht. Sünde! ach vers Dent an Christi blut und pein, dammte fünde! Wie verderbest du Und sey jest auch mein berahter, uns nicht? Du, o seel- und leibess Denn kein mensch kann helfer seyn. gift! Plagest uns; durch dich bes Nimm und tilge meine schuld, Gib trifft Meinen leib, nebst meinem mirkräfte zur geduld. Laß mich, herzen, Krankheit, jammer, pein vater! voll vertrauen, Blos auf und schmerzen. beine hülfe schauen. 2. Ach mein GOtt! schau wil 7. Laß mich Christi wort erken- ich liege Schmerzen voll, matt, hen, und mit diesem träfte mich: müd und schwach. Schau, wie ich Die sich meine fünger nennen, Nehmen auch mein creuz auf sich. Durch viel trübfal, schmerz und mich vor dir schmiege, Ganz voll thranen, weh und ach! Was an mir ist, leidet nobt: Ach, wie nah in besondern leiblichen Nöhten und Leiben: 567 tritt mir der tod! Zung und mund| wittwen schuß und schild, Bleib sind matt zu sprechen, Herz und den waisen gut und mild; Gib augen wollen brechen. doch gnade recht zu glauben, und dabey recht fromm zu bleiben. 3. GOtt! zu dir nur will ich flie: ben: Dich, dich ruf ich sehnlich 9. Nun, ich will mich zu die an, Du wirst dich mir nicht ent- wenden, Liebster GOtt! ich faffe jiehen; Denn du bist der helfen dich mit des wahren glaubens Lann. Herz und knie beugeich vorhanden, Halte mich auch gnädigs dir, Mund und seele schrept: bilf lich: Heilige dreneinigkeit! Nimm mir! Hilf, ach hilf! in meinen mich zu dir, wann es zeit; Dir nohten: Laß mich doch die angst leb ich, dir will ich fierben, Mach nicht tädten. mich nur zum himmels- erben. Mel. Liebster JEsu wir sind hier. 4. In der helfte meiner tage Reiß mich, schöpfer! nicht dahin. meine Der ich kaum noch lebend bin. Lindre 872. geschehn, Daß ich Frifte mein so schmerzlich leid, meine lebenszeit. fannst es geben, Daß wir sterben, daß wir leben. Du alleine heut an diesem tage Dir das leste mahl mein flehn, Trübfal, noth und creuz vortrage; Ach! so richs te meine sinnen Nach den hohen himmels- innen. 5. Willt du mir das leben schenten; So soll feele, herz und muht Deiner gnade fiets gedenken, Und 2. Tausend und viel tausend erheben, was sie thut. Herzlich mahl Sey, o vater! hochgepriesen, will ich zu dir flehn, um mir gna- Daß in deiner kinder zahl Du mir dig benzustehn, Daß ich deines einen platz gewiesen, Wo mein namens ehre Durch ein heilig leher; dich lernen kennen, und in ben mehre. 6. Doch, mein GOtt! was dir beliebet, Soll auch mir gefällig feyn; Hilfdem, der sich dir ergie: bet; Ich bin dein, und du bist mein. Leb ich, HErr! so leb ich dir. Sterb ich, wol! bleib nur ben mir: Bater! was dein weiser wille Mir ersprieslich sieht, er fülle. Christo vater nennen. 3. Heilig, heilig, heilig fep Deines grossen namens ehre, Deis ne güte mancherley, Deine kraft und wahre lehre! Ich will dich dort ewig loben, Wenn du mich zu dir erhoben. 4. Dein reich hast du auch zu mir hier in gnaden laffen koms men: Mich berufen, auch zu die Aus des satans macht genommen JEsus hat mir heil und frieden Durch sein blut und tod beschies den. 7. Leib und feel, mein ganzes leben hab ich nur allein von dir. Alles hast du mir gegeben, Nichts, la nichts gehöret mir. Drum so nimm, was deine heißt, Vater, lohn und heilger geist, Nimm es hin zu deinen hånden, Hilf mein leben felig enden. s. Darum wart ich mit begier Ganz getroft aufs reich der ehrens nichts durchaus kann mich allhier Mehr von jener freude lehret, 8. Dir will ich auch die verschrei- Komm, o könig! was die deinen ben, Die in dieser sterblichkeit mit mir hoffen, laß erscheinen. Eins nach mir zurücke bleiben; Dilf auch ituen jederzeit. Gey der 6. Deinem willen will ich mich Ganz zu einem opfer geben: Hab 2014 icb 568 ch hier nicht völliglich Nach dem felben können leben; So werd ich dort deinen willen Mit den engeln recht erfüllen. Creups und Troft, Lieder 7. Täglich brot und mancherMel. Vater unser im himmelr, ter, Was zu meinem stand gehö- 873. Staude ret, Hat mir deine vaters treu Sie sehnt sich nach der ewigkeit. seele schrent, Durch die lebenszeit beschehret: Ach sieb, wie angstet sich der geißt, Nun du himmels- brot willt ge: ben, Laß ich gern dis arme le Bis er sich aus dem leibe reißt! Schau wie er durst und hiße fühlt, Bis ihn die lebens- quelle fühlt. ben. 8. 3war die meinen bleiben hier, Die mich gern noch länger fähen: Doch ich weiß, mein GOtt! bey dir Steht ihr weh und woler Behen. Drückt noch etwas mein gemüßte, So befehl ichs deiner gate. 9. Nur, o vater! sprich zu mir: Dirist alle schuld vergeben; Ach! so geh ich rein zu dir Aus dem fünden- vollen leben. JEfus hat mir gnad erworben, Mit ihm ist die schuld gestorben. 10. So vergeb ich auch gar leicht, wie du, höchfter GOtt! geheiffen: Rache, zorn und fira fe weicht, Ich will nichts als lieb' erweisen; Weil du, GOtt! so viel erlaffen, Will ich armer menfch nicht haffen. II. Rückt der lette kampf her ju, Tobt und wütet sünd und bolle, Daß sie mir die himmelsruh Raub, und meinen glauben fälle; Ach! so fteh auf meiner feiten, Die versuchung zu bestreitent. 12. Mach mich alles übels los, Gib der fünden noht ein ende, HErr! ich flieh in deinen schooß, und in deine vater hände; Laß mich die von allen böfen, Wie du willt und kannst, erlösen. Deine kraft wird ewig fehen, Deine herrschaft nie vergehen. 13. Nun du hörß, ich weise nicht, Denn du bist der himmels Fönig: Bu dir steht die zuversicht, welt und bol is die zu wenig: gejagt! Wie hat mich fünd und 2. Ach GOtt, wie früh bin ich welt geplagt! Wie manche feels und leibes- noht Betrübet mich bis in den tod! Du kenneft mich, dein armes kind, Wie viele sorgen in mir sind. Drum eilt sie dieser quelle zu: Wie 3. Du aber biß der feelen ruh: lieblich ist dein angesicht! Wie hell dein allerklärktes licht! Wie stark ist deine vater- hand! Wie schön ist dort mein vaterland! dein, So führ mich auch zum les 4. Du lebest, HErr! und ich bin ben ein! Was ich hier lebe, ist ein tod: Selbst meine freud ist ang und noht. Bey dir ist leben ohne fireit, Bey dir vergnügung ohne leid. *. Ich soll vor deinem antlik stehn, Ich soll mit vollen freuden fehn Den vater, der mich hoch ges liebt, Den sohn, der sich selbst für mich giebt, Den geift, der troft und weisheit schenkt. O selig! welcher dis bedenkt. 6. Go oft mein her; im geiß beschaut Den tempel, den du aufs gebaut, Die tafel, die du jubes reit, und alle deine herrlichkeit: So wallet her; und geift in mir, Und sehnt sich, groffer Gott! nach dir. 7. Nun HErr! du kennest meis nen sinn, Wie elend, arm und schwach ich bin: Du baft die tage langs In befondern leiblichen Nöhten und Leiden. 569 langst gezählt, wie lange mich, den. GLtt, der mich so getreu bie trübfal quählt: Olebens- hu- bewacht, Wird, nebst der engel ter! ist die nacht Der trübsal bald orden, Such heute mit und bey hindurch gebracht? mir seyn, und hülfe, raht und trost verleihn: Er weiß wol was mich drücket. 8. Die leidens: tage sind vor bey, Es endet sich das angst ge schrey. Mein Jesus kommt, und boblet mich, Er kommt und hohlet mich zu sich. Die quell ist fri fchen waffers voll, Wo ich mich ewig laben soll. Morgen- Lied eines Kranken. Mel. Allein GOtt in der höh zc. 874. die nacht ist hin, Es kommt der liebe morgen: Auf, schwacher geißt und matter sinn! Dir ist ja unverborgen, Wie du die finstre schmerzensnacht Ju GOttes schuße zugebracht, und glücklich überstanden. 2. Als ich mich zu der ruh gelegt, War ich mit schmerz umge ben. Ich sprach, durch schmerz 6. Ihm will ich meinen schwas chen geist und Franken leib befehs len. Was JEfus, der mein hels fer heißt, Erwählt, will ich auch wählen; So geht es mir im leben wol, Und wenn ich heute sterben foll; Kann mir der tod nicht scha, Delt. 7. Ich bin ja, HErr! dein lies morgen leben? Die fast verdorrte Junge frug, So oft die viertel Bundeschlug: Wenn wird der tag erscheinen? 3. GOtt hat mir mein gebet gewährt, Ich kann das licht noch fehen: Drum will ich ihn, der mich erhört, Mit dank und preis er höhen, und flehn, daß er es dies sen tag mit mir und meinem creuze mag, Nach seinem willen, machen. ben: Kein schmerzens- sturm, tein werd ewig creuzes- wind Soll mich von JEsu treiben: Ach! bleib ben mir bis an mein end, und nimm die feel in deine hånd, So bin ich wol vers forget. 4. Leb ich nicht frölich, frisch, gefund; Bin ich dennoch zufrieden, hat schon der schmerz mein ber: verwundt, Will ich doch nicht ermüden. Ich trage dieses harte loch Auch diesen tag, und wei ter noch, So lang es GOtt be liebet. Abend: Lieder eines Kranken. Mel. JEsu deine heilge wunden: 875. der seelen, JEsu! hdr mein dank lied an: Ich will deine huld erzählen, Die du heut an mir gethan: Durch sie, die mich hebt und trägt, Ist der tag zurück gelegt. Deine fraft hat mich erquicket, Daß der schmers mich nicht ersticket. 2. Unter schmerzen und vers langen, Sind die stunden fortges rückt. Ach! ich war den tag vers gangen, Wo ich, HErr! dich nicht erblickt. Ach! ich leide groffe noht; Doch haft du, getreuer Gott! Sie auf mein gebet ges mindert, und mir schmerz und angst gelindert. 3. Dein erbarmendes gemühte hat mich Franken wol bedacht; JEsu! deine lieb und güte Schüss ze mich auch diese nacht. Leg mie nicht mehr schmerzen iu, Gib den Nn f fabras <. Mein elend ist um tag und macht Nun gleichwol karier wors 570 Crents und Croft Lieder Schwachen gliedern ruh. Bleib, liegt mir im sinn. Doch wenn ich HErr! es will abend werden, Bey JEsum bey mir habe, Wenn ich mir; lindre die beschwerden. mit ihm vereinigt bin; So schlaf 4. Laß dir mich zusammt den mei ich aller sorgen los, und rube fanft nen, Treulich anbefohlen seyn in seinem schoof. Weck uns wieder, als die deinen, 3. Deck ich mich zu, denk icht Wenn der helle sonnenschein die erde Bedecket auch dereinsten Aus des schlafes finfiren gruft mich, wenn ich darein geleget Uns, dir dank zu opfern, ruft. Laß werde: Doch, theurer JEsu! hab mich bis auf morgen leben, So ich dich, So ruh ich wol auf meis will ich dein lob erheben. nem bett, und wol in meiner grabes- stått. 5. Doch soll mich des todes fchrecken, HErr! nach deinem weisen raht, Diese sch narze nacht bedecken; 2. so denke was ich bat: Tod und erben scheu ich nicht, Wenn es felig nur geschicht. Dir hab ich nicht vorzuschrei Ben, Du wirst mein, ich dein verBleiben. 4. Man eilt, das licht schont auszuthuen, Denn was hat man des nachts zu sehn? So wird, sell ich im grabe ruhen, Mein les bens- licht geschwind ausgehn, Doch JEsus, meiner feelen licht, Verlischt in meinem herzen nicht. 6.Laß mich nicht in fünden fiers Ben, Nimm die feel in deine hand. Mache mich zum Himmels- erben, Führe mich ins vaterland. JEsu! laß mich auf mein flehn Einst ein felig ende sehn. Bringe mich, nach creuz und leiden, In das reich vollkommner freuden. s. Ich denke, da ich mich ents Eleide: So kleidet man mich eins sten aus, Wenn ich von dieser welt abscheide, und geh in meines gras bes haus. Fahrt hin, ihr kleider! fahrt nur hin, Weil ich in GO## gekleidet bin. 6. Man will die kammer nun verschliessen, Ja man verriegell haus und thür, Der sitzern ruhe iu geniessen; Drum siell ich mir im geiste für: So schließt mein GOtt, zu meiner ruh, Mein grab mit liebes händen zu. 7. Wie wir denn aus dem bett aufstehen, Wenn uns die morgens roht anbricht; So werd ich aus dem grabe gehen, Wenn JEsus, Mel. Wer nur den lieben GOtt zc. meiner feelen licht, Mich aus dem 876. I will mich nach der heder, der mich deckt, Zurewgen herrlichkeit erweckt. umsehen, mich die krankheit matt gemacht. Schwill mit JEsu schlafen gehen, Der selber bey den kranten wacht. Een: Und damit schlaf ich fedlich 8. Dis sind die feligen gedans ein. Mein herz soll nicht von JE Ich denke jest an meinen Gott, su wanken, Ich will im schlaf auch Doch auch dabey an meinen tod. bey ihm seyn. O süffer schlaf! 2. Das bett ist gleich dem ftil- helle nacht! Da Jesus in dem fen grabe, ein bett und grab berien wacht. 7. Ach! wenn werd ich dich er reichen, Du von GOtt gesetztes siel! Schrecke, tod! ich will nicht weichen: Und ob mir der muht entfiel; Stärkt mich, HErr! dein theures wort, Und zeigt mir den rechten port, Der mich aus dem welts getümmel Führt in deinen freuden- himmel. Dank in bejonbern leiblichen Nähten und Leiden. 57 Dank, Lied nach überstander1 7. Mein GOtt! für solche gute ner Krankheit. Sag ich mit höchstem fleiß, Aus Mel. Aus meines herzens grunde. dankbarem gemühte, Dir ehre, 877.3 presenten lob und preis; Bis ich, nach dies wunderraht, Der mir so grosse dinge Bisher erwiesen hat: Denn das ist meine pflicht, In meinem ganzen leben Dir lob und dank zugeben; Mehr hab und kann ich nicht. 2. HErr meinGOtt! wenn ich armer Vom bette zu dir fchrev; So wirk du mein erbarmer, Und stehst mir gnädig ben. Viel andre fahren hin zur finstern todes höhle: Doch hältst du meine seele, Daß ich noch lebend bin. danket unfrem HErrn, Der 3. Ihr heiligen! lobfinget und wenn die noht eindringet, Bald hört, und herzlich gern Uns gnad und hülfe giebt: Rühmt den, deß band uns traget, und, wenn er uns ja schläget, Nicht allzusehr betrübt. 4. GOtt hat ja vater- hånde, Er strafet mit geduld. Sein zorn nimmt bald ein ende, Sein herz ist voller huld, Und gönnt uns lau ter guts: Des abends währt das weinen, Des morgens macht das scheinen Der sonn uns gutes muhts. ge mit mehrem lob befinge, In alle ewigkeit. Bey dem Verzuge göttlicher Sülfe. Mel. Liebster JEsu wir sind hier: 878.Err! wie lange foll von ich dir vergessen bleiben? Und wie lange willt du noch mich von deis nen augen treiben? Soll ich denn von einem morgen Immer zu dem andern sorgen? 2. Soll denn diese quahl und pein Meine seel ohn ende plagen? Soll mein her; denn nur alleing HErr! von keiner hülfe sagen? Soll mein feind inzwischen Lebens Und sich über mich erheben? 3. Schaue doch und höre mich, HErr mein GOtt! nach deines frafe. Halt mein auge träfe tiglich, Daß ich nicht im tod ents schlafe, Oder meine feinde fas gen: Dieser ists, den wir geschlas gen. 4.Was ich leide, kommt von dir; Dir gebührt der ruhm der sieged r. Als GOtt sein angesichte Warum soll man über mir Jauch Unlängst von mir gewandt; Giengen, daß ich niederliege? Halt war mein troft zunichte, Ich fiel mich deine hand an ketten, S60 in armen sand: Ich war in angst kann fie mich auch erretten. und noht, Jch führte schwere klas gen, Ich rief in meinen plagen: Ach! wie so lang, o Gott! 6. Nun wol! ich bin erhdret, Mein feufien ist erfüllt. Mein ereus ift abgefehret, mein her geleid gestillt. Mein grämen endet sich, Es gehn der krankheit Schmerzen Aus meinem bangen 5. Nun, o HErr! ich hoff auf dich; Denn ich kenne dein ges mühte, Und mein her; erfreuet sich Ueber deine groffe güte. Ich will dir mit lob und singen Auch noch dank und opfer bringen. Mel. Ein feke burg ist unserGON: verzenz Und dis geschiebt durch 879. Wie lang, o Here! foll Dein bers doch mein vergesſen? ie 572 Creus und Croft Lieder Wie lange soll ich jammers- voll Dank- Lieder nach erlangtes Mein brot mit thränen effen? Wie lange reichst du nicht Dein meinem kroßte dar? Willt du denn ganz 880. und gar Dich nun vor mir vers Bergen? 2. Wie lange soll mein banges hert Im trauersterker sigen? Wie lange soll ich doch voll Schmer: Im fummer- bade schwiz den? Soll ich denn jederzeit Nur angst und herzeleid, Die welt im gegentheil Nur immer lust und beil, nach ihrem wunsche, haben? 3. Ach! schaue doch vom himmels- faal, Und siehe, wie ich leide! Mein herzens weh und groffe quahl It meiner feinde freude. HErr, mein getreuer hort! Erhör mein ängstlich wort, Das sich, Durch leid gepreßt, Voll wehmuht bören läßt: Laß dein gemüht er weichen. 4. Erleuchte meiner augen licht mit deinem gnaden- winke, Damit ich in den tode nicht Ent schlafe noch versinke. Gib, daß Die böse schaar Sich doch nicht immerdar an meinem fall' er freut, als war ich jederzeit Von dir, mein GOtt! verlassen. Mel. Allein GOtt in der höh ze. Sülfe. 5. Ich glaub und hoffe steif and fest, Daß du, mein GOtt! die deinen Nicht endlich untergehen läßt: Du kannss nicht böse mei nen. Obs gleich bisweilen scheint, als wäreft du uns feind, Und ganzlich wider mich; Doch endlich finDet sich Dein vater- her; ia wieder. wenn ich betracht Dein ewiges regieren, Und wie durch deine wunder- macht Du mich oft pflegst zu führen; Vers wundert sich mein Herz, und spricht: HErr! deiner weisheit recht gericht If sonnen klar ju spühren. 2. Du läsfest mich zwar sehr viel noht Nebst groffer angst erfahren z Doch giebst du mich nicht in den tod: Du kannst mich wol bewahs ren, und wiederum, zur rechten seit, Des lebens neue freudigkeit Mir gnädig offenbaren. 3. Verstoffeßt du mich gleich von dir Oft hin zur tiefen erde; So bist du wieder bald bey mir, und reißt mich aus gefährde. Du trößeß mich mit deinem wort, Und holes mich vom finstern ort, Daß ich ers quicket werde. 4. Wie sollte dir mein harfens lang Nicht ruhm und ehre ses ben? Mein pfalter- spiel und lobs sesang Soll dich, mein GOtt! ers heben: Dich, heiliger in Ifrael! Preist meine seel, die von der hö Du selbst erlöft zum leben. *. Auch dichtet meine jung alls seit allein zu deinen ehren, Daß dein lob der gerechtigkeit Sich immer möge mehren. Mach die zu schanden, welche dich nicht ehren wollen, bis sie sich Voll reu zu die bekehren. 6. Es lacht mein herz für freus bigkeit, Wenn ich ben mir bes* 6. O vater, sohn und heilger denke, Wie herzlich gern in böfer geift Voll weisheit, gut und jeit Dein herz sich zu uns lenke. stärke! Sey stets aus herzenss Der HErr ist frommes muhts, grund gepreift Für alle groffe wers Erweist uns lauter guts: Das ist ke: Regiere mich doch immerfort, mein lob- gesang, Den ich ihm le Daß ich, o HErr! an jedem ort benslang So bier als dort will Den gnaden- beyßand merke. Fringen, L. in besondern leiblichen Nöhten und Leiden: 573 Mel. In dich bab ich gehoffet ic. ben: Laß spät und früh, Mein 881, elbet fent du, GOtt! mich nie Ermüden, dich GOtt, mein Der du noch täglich fort und fort Dein wahres wort erfülleft, Der trübsal wehrst, Gebet erhörst, Und allen kummer stilleft. 2. Schlägst du die deinen våter lich: So rufen sie ganz ängstiglich, Und halten dein versprechen Dir gläubig für; Wie sollte dir Dein vater- herz nicht brechen? 3. Ihr beten steigt mit macht empor, Und dringt zu deinem bater ohr, Das dem geschrey des armen Stets offen fieht, und, wenn er fleht, Geneigt ist junt erbarmen. 4. Eh sie dich rufen, bist du da, Und sprichst, noch weil sie bitten, ja: So bald sie vor dich treten, HErr! hilfft du oft Gan; unverhofft, Eh sie recht können beten. 4. So liebreich ist deia hert ge finnt: Dis hab ich selbst, dein bsfes kind, Von meiner Eindheit fahren unzählig mahl und überall Bis diese stund erfahren. 10. Du haft durch deine gnadens hand Mein creu; nun abermahl gewandt; Drum will ich, und die meinen Zugleich mit mir, Ein dank- lied dir Jest bringen nich dem weinen. 11. Dein groffer name sey go preist, Der uns so vieles heil ers weist, Der herrlich ausgeführet zu seiner ehr, Was uns zu schwer z Daher ihm dank gebühret. 12. Sey ferner unser troß und schild: Und wenn du noch uns schwache willt mit einer last bes legen; So schaue doch, Auch unterm toch, Auf unser unvermös gen. 13. Denn unsre schwachheit tenneft du; Drum sprich dem blös den herzen zu, Den glauben stärk und mehre, Daß unser her: Bey allem schmerz Dich mit gehorsam ehre. 14. Und wenn die noht ihr ziel erreicht, Das dir zu feßen gut gedeucht: So laß das schwache Lallen, Das dir mein mund Aus herzens- grund Entrichtet, dirges fallen. 15. Ja nimm mein dankslied gnädig an, So schlecht und schwach ich dir es kann In diesem 7. Wår dein erbarmen nicht so leben bringen; Ich werde die groß: Ich kam so gnädig niemahls Dort für und für Ein balleluja! los, Wenn du mir billig lohnteft singen. Nach meiner schuld, Und mit geduld Mein nicht vielmehr vermel. Wer nur den lieben GOtt 24 fhohnteft. 6. Wenn angst und kummer mich umsieng, Die fluht mir an Die feele giens, Und über mich sich häufte; Hieltst du den lauf Der frafen auf, Daß er mich nicht er faufte. 882. Mein beri! ermun tre dich wies der, Und singe mit erquicktem muht Jezt neue dank- und freus den- lieder Dem HErrn, der grofe fe dinge thut: Denn er beschämt ju rechter zeit Run wieder deina Herrs & Du miffet aber allestit Mir HErr! nach deiner Und nicht nach meiner fünde, Mein ereu- theil zu; Drum staupest du, Mein vater! so gelinde. 9. Drum mein erbarmer! sey lesund und immerdar von her wens grund Gerübmet und erbos furchtsamkeit. 574 Creus und Croft- Lieder 2. HErr! deine hand ist immer 9. Doch will ich dir mein opfer offen, zu geben, was mein hert bringen, Das opfer meiner danks begehrt; Hingegen ist mein zag barkeit, und, dir zum lobe, lies baft hoffen Oft leider keiner hülfe der singen, So viel dein geift wehrt; Und doch verträgst du mir kraft verleiht: Im namen mit geduld Des wankenden ver- JEsu sing ich dir, In diesem trauens schuld. nimm es an von mir. 3. Wenn oft der troft, womit Dein sorgen mich armen zu erquit ten meint, Vor meinen augen Mel. Alle menschen müssen 2c. du komment tief verborgen Und noch sehr weit meine noht bedacht, und dich zu Belfen aufgemacht. 883.Wenn die noht aufs Pfleget GOtt nicht weit zu seyn. Wenn uns aller raht benommen, 4. Dein unermeßliches erbar Findet er sich bey uns ein: Er men Ift immer wolzuthun geverfüffet unsre schmerzen, Unders wohnt; Drum wird mir sündlich- quickt die matte herzen. Denn schwachen armen Nicht, wie ichs der höchste vater thut Nichts, als würdig bin, gelohnt. Dich iam was uns nüß und gut. mert der gebrechlichkeit, Du hilfft sur recht gewünschten zeit. 2. Dieses hab ich auch empfuns den, Wie du, HErr! am besten s. Ist deine zeit doch stets die weißt. Aller troft war fast vers Beste; Indeffen wenn die noht sich schwunden meinem hochbetrübs häuft, So bist du meine starke ten geist. Sorgen, schwermuht, fefte. Wenn fluht und fammer augst und Elage Häuften sich mit auf mich läuft; So siehst du mit iedem tage; Ja die herz- und sees erbarmen drauf, und endeß len- noht Machte mich lebendig schleunig ihren lauf. todt. 6. Herz, feel und geift, muht 3. Meine Fraft lag gan; darnies und gemühte Sind deines ruhms, der Unter solcher schweren last. mein helfer! voll: Die wunder Meine Franken augen- lieder Hats aber deiner güte Mit dank zu prei- ten wederruh noch raft. Was mie fen, wie ich soll, Reicht mein verlieb und wehrt vor allen, konnte mögen nimmer zu; Es ist voll mir nicht mehr gefallen; Kein vers Schwachheit, was ich thu. gnügen kannt' ich nicht, Ja ich scheute gar das licht. 7. Doch läßt du auch mein schwaches lallen, Der du des herjens redlichkeit zu prüfen weißt, bir wolgefallen, Siehst auf die un: vollkommenheit: Als wie ein hol Derivater pflegt, Der schwachheit mit geduld erträgt. 8. Nichts hat mein armes un vermögen, Wie dir, mein GOtt! fchon offenbar, Dir zur vergel tung darzulegen: Bst ich mich felbft zum opfer dar; So is ja alles chon vorhin Dein eigen, was ich Bad und bin. 4. Was mich noch am meisten quählte, War, o allerhöchftes gut! Daß mir deine hülfe fehlte: Denn mein sehr verzagter muht Wollte keinen troft annehmen, Sich zum beten nicht bequemen; Scheiden wollte zwar mein sinn, Doch bes dacht ich nicht, wohin? 5. Ach! wie war es mir ergans gen? Wo mich nicht, HErr! deine macht mit dem gnaden- arm ums fangen und aus meiner noht ges bracht. Daß ich deiner so vergess fen, in besondern leiblichen Nöhten und Leiden. 573 fen, Haft du mir nicht beygemes1gutes hat er mir gethan, Weit sen, Dein gesicht davon gewandt, Und mit rettung zugesandt. mehr, als ich erzählen kann. 6. HErr! du haft mir nun das leben, Nach der bangen creuzes laft, Ja dich selbst, mein GOtt! gegeben, Da du mich entledigt haft. Denn ein lebent, das voll quählen, Ohne troft und ruh der feelen, Ja, was mehr ist, ohne Gott, Jt viel ärger als der tod. 7. Nun sollt ich ein opfer brin gent, Daß du mir so wol gethan: Welch ein dant- lied kann ich singen, Das vor dir bestehen kann? Doch erfordert deine gute Nur ein dankbares gemühte; Und das foll auch dir alleinEwiglich gewidmet seyn. 8. Wenn ein creuz mich treffen follte, Stößt mir künftig leiden ju, Daß mein herz verzagen wollte: Ach so setze mich in ruh, Daß mein glaube nie erkalte, Sich an Dein wort fefte halte. Ich werf alle forg' auf dich, Denn ich weiß: du forgt für mich. 2. Er hat geholfen überall: Und sonderlich zu diesem mahl hat er allein durch seine hand Mein uns glück völlig abgewandt. 3. Sonst niemand mir zu hülfe kam, Noch meines elends sich ans nahm; Ja menschen- hülfe war zu schwach, Darum befahl ich Gott die fach. 4. Zu ihm rief ich bey tag und nacht: Daß seine weisheit, güt und macht mich reiffen mögt aus der gefahr, mit der ich ganz ums ringet war. 5. Der bitte hat er mich ges währt, Und solche rettung mis beschehrt, Daß ich erkenne, feins treu Sey alle morgen an uns new. 6. Durch seinen engel hat ex mich Aus meiner noht gewals tiglich Errettet, und zu rechter seit von trübfal, sorg und furcht befreyt. 7. Sehr groß, 0 HErr! ist deine güt, Die mich beschüßet und bes 9. Laß mich traurige gedanken büt't: Ich will sie rühmen hier Nicht mehr angsten, o HErr auf erd, Solang ich odem holen Chrift! Denn dis macht den glau- werd. ben wanken, Dieses kömmt von fatans lift. Gib, daß ich in diesem leben Mich an dem, was du gegeben, Stets erfreu, und daß dabey Deine luft nicht fündlich sey. 10. Allen zweifel von mir wen de, Der doch nie was gutes fchafft; Deinen heilgen geift mir fende, Daß ich durch desselben traft Ein getroftes herz gewinne, Und mit muntrem muht und sinne Dir, o GOtt der freudigkeit! Stets zu dienen sen bereit. 8. Ich fage dir lob, ehr und preis, Daß du auf wunderbare weis mir meine schwere creusess last So gnädig abgenommen hat. 9. Wiewol ich alles höchst vers schuldt; So hat doch deine lieb und huld Mit viel erbarmen meint verschohnt, mir nicht, wie ich verdient, gelohnt. 10. Nun seh ich, HErr! dein vater herz Schickt mir deswegen pein und schmerz, Daß du mich jiehen willt zu dir, Weil ich auch guad im strafen spühr: Mel. Das ist fürwahr ein köstlich. 884.3% will to lang ich erwegt, Wie GOtt die ruht bald II. Weil da mein her: erfreut niederlegt, Wie liebreich er bie leb, allhier einen böchsen preisen für und für. Visl augenblick. 12, lind 576 12. Und ob es schon was länger scheint; Ifts doch zum besten stets gemeint: Er weiß wol mittel, seit und raht, Ich habe erfahren in der that. Dom Code und Sterben und wa 13. Verleih, o HErr! daß mirs Jugleich Hinsort jur lehr und trost gereich, Wenn mich vielleicht noch in der welt Neu unglück wieder überfällt. 14. Gib, daß ich denke, zu was* 17. Gelobet sen des HErren end Die probe mir wird zuge- nam, Der mächtig ist und wuns fandt: Daß ich dem golde gleich dersam: Erschallen müsse feine mag seyn, Und durch dis feuer ehr In allen landen mehr und werde rein. mehr. I. Daß ich auch alsbald vot dich tret Mit glauben, hoffnung und gebet; Damit anhalt, und laß nicht ab, Bis ich die hülfers langet hab: 16. Und wenn die rettung koms men ist, Weil du, GOtt! allzeit gnädig bist, Daß ich dir danke nacht und tag, Mit ber; und munde also sag: VII. Von den vier lezten Dingen des Menschen. I. Vom Tode und Sterben und zwar Dorbereitungs- Lieder zum Tode, Mel. Kommt laßt euch den zc. 4. Und wer weiß, in welcher 885. fiimme wedt! Denn GOtt hat mit seinem muns de Keinem nog sein ziel entdeckt. Wer sein haus nug wol bestellt, Geht mit freuden aus der welt und die sicherheit dagegen Kann den ewgen tod erregen. bedenken, Daß ich einmahl sterben muß. Lehre mich die sinnen lenken Auf den lesten lebens- schluß. Stelle mir mein ende für, und erwecke die begier, Mich noch bey gefunden seiten Auf das grab wol zu bereiten. 2. Endlich muß ein licht ver Brennen; Endlichläuft die stunde aus. Also kann ich leicht erkennen, Daß ich dieses leimen haus End lich auch gesegnen muß, Denn es ist der alte schluß: Menschen, als Des todes erben, Müssen endlich alle fierben. 3. Wenn wir laum gebohren werden, Ift vom ersten lebens tritt Bis ins kühle grab der erden Nur ein kurz gemeßner schritt. Ach! ein leder augenblick Weift uns auf das grab jurück, und wir find in jedem labre Reif genug sur tedten- babre. 5. Predigen doch meine glieder Eaglich von der sterblichkeit; Leg ich mich zur ruhe nieder, Beigt sich mir das leichen- kleid. Wenn der schlaf die augen füllt, Zeigt er mir des todes bild; Ja das bette will mir sagen: So wird man ins grab getragen. 6. Drum, HErr! lehre mich bedenken, Daß ich nimmer sicher bin. Will die welt mich anders lenken; ach so schreib in meinen finn: Du mußt fierben, menschens kind! Daß sich ia mein berz ges schwind Von der citelkeit erhebe, Und sich dir voll reu ergebe. 7. Las mich nicht die buffe spas Vorbereitungslieder zum Code. 577 t, Bis die krankheit mich ergeben, Das ist und bleibt mir uns greift, Sondern bey gefunden bekannt. Hilf, daß ich ieden glots fahren, Eh sich fünd und strafe Fen schlag auf meinen abfebied hauft, Laß mich täglich busse thun; denken mag. Daß das allerleite nun mich schon frey von aller fünde, und mit dir versöhnet finde. 6. Ein einiger schlag kann alles enden, wenn fall und tod beys sammen seyn: Drum schlage nue mit vater: hånden, Schließ mich in Chrifti wunden ein; Daß, wenn der leib zu bodeft fällt, Die feele sich an JEsum hält. 8. Nun, mein GOtt! du wirst es machen, Daß ich frölich sterben tann. Dir befehl ich meine sachen, Nimm dich meiner feelen an. Dei tes sohnes theures blut Kömme mir alsdenn zu gut; Daß mein legtes wort auf erden JEsus! JEsus! mdge werden. 7. Vielleicht kann ich kein wort mehr sagen, Wenn sich mund, ohe und auge schleußt; Drum bet ich ben gefunden tagen: HErr! die befehl ich meinen geift. Verschliess fen meine lippen sich: So schreve Del.Wer nur den lieben GOtt 2c. 886. Ich erbe täglich, und Chriſti blut für mich. leben Geht immer nach dem grabe hin. Wer kann mir einen bürgen geben, Ob ich noch morgen lebend bin? Die seit geht hin, der tod kommt Ber: Ach, daß ich täglich fertig war! 2. Ein mensch, der sich mit fün 9. Dringt mit der leite floß in den traget, Ist immer reif zu sarg herzen, So schließ mir, HErr! den und grab. Ein apfel, der den himmel auf: Verkürze mir des wurm schon heget, Fällt endlich todes schmerzen, und höhle mich unversehens ab. Der alte bund zu dir hinauf; So wird mein schließt keinen aus; Mein leib ist abschied keine pein, 3war trauris, auch ein tobten- haus. dennoch felig fenn. 8. Laß ich den meinen feinen segen, So segne du sie selbst für mich: Ja, tlagt und weint man meinetwegen, Ovater! so erbars me dich, Laß der verlaßnen schmers und vein Bey meinem tod ers träglich seyn. 3. Es kann vor abend anders werden, Als es am morgen mit Mel. Wer nur den lieben Gottie, auf war. Den einen fuß hab ich 887.3d weiß es wird mein erden, der ende kommen; Doch todten- bahr. Mich trägt ein ein- weiß ich nicht wo, wenn und ger schritt dahin, Wo ich der würs wie? Vielleicht werd ich der welt mer speise bin. entnommen Heut abend oder morgen früh. Vielleicht ist auch mein ziel bestimmt, Eh diese stund' ein ende nimmt. 2. Dis alles kann mich nicht bes trüben; Ich weiß gewiß, daß meis ne zeit In GOttes händen anges fchrieben. Der tod hilft mir zur seligkeit: Wenn ich, was sterbs lich, abgethan; Zieb ich, was uns verweslich, an. 20 1. Ich 4. Es schickt der tod nicht im mer boten; Er kommet oft un angemeldt, und fordert uns ins reich der todten. Wol dem, der berz und haus bestellt: Denn ewig wol, und ewig leid Hangt nur an einem punct der zeit. HErr aller herren! tod und leben Steht nur allein in deiner band: wie lange du mir frist wirk 578 Dom Code und Sterben und war 3. Ich weiß aus GOttes theus deinen schluß, Daß ich einmahl von rem worte, Der tod sey gläubigen hinnen muß. kein tod; Er ist nur eine himmels pforte, Ein ¡ iel und ende meiner noht; Ein fanfter abend, der mich fühlt, Wenn ich des tages last gefühlt. 4. Drum wart ich sehnlich voll verlangen, Bis mich der tod der welt entrückt: Mit freuden will ich thn empfangen; Weil JEsus dies sen boten schickt, Der mir den weg jum himmel weist, Wo JEsus mich mit wonne speift. 5. Laß nur, HErr JEsu! meine feele Im wahren glauben fertig kehn. Soll sie aus dieser iam mer- höhle und von der schnöden erde gehn; So mache stets mein bers bereit Zur reise nach der feligkeit. 6. Gib, daß ich stets in busse Tebe, Verleih mir ein zerknirsch tes herz. Und wenn ich einst den geift aufgebe, Gescheh' es blos auf Christi schmerz: Dann laß mir feine todes pein Mein labsal, troft und leben seyn. 7. HErr JEsu! laß mich täglich Berben; Steh mir im lezten tampfe bey, Damit der tod mir tein verderben, Vielmehr des lebens anfang fey; So scheid ich frdlich von der welt, Wie, wo und wenn es dir gefällt. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. Err GOtt! 888. neft meine tages Du siehst, daß ich, dein schwaches Find, Den schaß in solchen schalen trage, Die irdisch und zerbrechlich find; Drum mache du mich allezeit Bum fierben fertig und bereit. 2. Laß mich nach dem erkenntniß Hreben, Daß du mir selbst ein ziel Bestimmt; Und daß mein unge: wiffes leben Vielleicht gar bald ein ende nimmt. Ja lebre du mich 3. Hier hab ich lebenslang ju lernen, Mich von den fünden abs zuziehn, Mich von der erde zu ents fernen und um den himmel zu bemühn; Dieweil der tod allein beweist, Was christenthum und glaube heißt. 4. Ich musia nach der wohnung trachten, Worinn ich ewig bleiben kann; Drum lehr mich auf den himmel achten, Den seh ich als mein eigen an; So wird mein haus, hier auf der welt und auch im himmel, wol bestellt. 5. Mein herz ist nun im himmel droben; Denn da ist auch mein schaß und theil, Den hat mir Jes fus aufgehoben, Da ist das mir versprochne heil. Die welt- luft ist mir viel zu schlecht, Jm himmel ist mein bürger recht. 6. Wolan, so will ich täglich sterben, Ich lebe so, als lebt ich nicht: Und also kann ich nicht vers derben, Wenn mir der tod die aus gen bricht. Mein ende kommt mit füsse für, Denn du, mein JEsu! lebst in mir. 7. Dein bote kann mich nicht erschrecken, Die welt nur schredt des todes bild: Mir soll es lauter lust erwecken, Weil du mich durch ihn holen willt. Wo man mit ihm bekanntschaft hat, Da hat das fchrecken keine statt. kommt, ihr angenehme funden! Komm; eile, mein erlös fungs- tag! Da ich, von aller noht entbunden, Zum leben fierbend dringen mag: Da find ich in des höchsten hand Mein Eden und ges lobtes land. 9. Doch, HErr! dir will ich mich ergeben, Dir, dessen eigenthum ich bin. Du, liebster JEsu! biß mein leben, und Berben bleibet mein gewinn. Ich lebe dir, ich ferbe Borbereitungs- Lieder tum Code: 579 ferbe dir, Sep du nur mein, so; grenze, In wassers- noht, bis gnüget mir. oder kält, Krieg oder pestilenze, Nach deinem rahte nehmen hinz So richte mich nach meinem sinn, Den ich im leben führe. 10. Willt du mich länger leben lassen, So geb ich mich geduldig drein: Und soll ich heute noch er: blassen, So wird dein schluß mein wille seyn. Wer deinen raht ers lennt und ehrt, Der ist zum himmelreich gelehrt. 6. Wenn ich auch, weil die schwachheit groß, Mich ungebührs lies hätte, Gieng etwa oder låge bloß, Und unbescheiden redte: So laß mich dis entgelten nicht, weils wider mein bewußt geschicht, und mich nicht kann befinnen. 11. Laß mich dich, mich, die welt erkennen; Dich, daß du mir mein alles bist; Mich, daß ich staub und nichts zu nennen; Die welt, daß sie mein ferker ist. Wer dich, sich und die welt erkennt, Der macht ein richtig testament. * 7. Ach HErr! gib mir in tos des- pein Ein' säuberlich geberde, und hilf, daß mir das Herz dann fein Und sanft gebrochen werde, Und wie ein licht, ohn übrig weh, Auf dein unschuldig blut Mel. Wenn mein stündlein 2c. 889. Chris Lich ausgeh, das du für mich vers gossen. weiß gar wol, Daß ich einmahl muß sterben: Wenn aber das geschehen soll, Und wie ich werd verderben Dem leibe nach, das weiß ich nicht; Es steht allein in dein'm gericht. Du sieht mein leites ende. 8. Jedoch ich dich nicht lehren will, Noch dir mein end vorschreis ben; Vielmehr dir allweg halten still, Bey deinem worte bleiben, und glauben, daß du, als ein fürft Des lebens mich erhalten wirft, Jch sterbe, wie ich wolle. 2. Und weil ich denn, wie dir bewußt, Durch deines geiftes gabe An dir allein die höchste lust In meinem herzen habe, und glaube fest, daß du allein Von fünden mich gewaschen rein, und mir das reich erworben: 3. So bitt ich dich, HErr JEsu Chrift! Halt mich bey den gedan: ten, und laß mich ia zu keiner frist Von diesem glauben wanken: Daß Mel. Wer nur den lieben GOtt ze. ich dabey beständig bleib, Bis daß 890. N ichts ist gemeiner, in aus ihrem den himmel fahren. als das sterben 3 Vielleicht muß ich auch bald dars an: Drum will ich mich nur bald bewerben, Daß ich recht selig flers ben kann. Ich will erf sterben, eb mein licht Erlischt; so sterb ich sterbend nicht. 2. Jedoch es ist dis eine fache, Die nicht in unsern kräften fiehl. Damit ich es nun klüglich mache, Daß dis mein wert von Patten 002 9001: 4.Kanns seyn, so gib durch deine hand Mir ein vernünftig ende, Daß ich die feele mit verstand Befehl in deine hände; Und so im glauben, sanft und froh, Auf meis nem bettlein oder stroh Von hins nen fahren mdge. 9. Darum will ich in meinem sinn Mich, HErr! dir ganz erges ben: Denn sich, der tod ist mein gewinn, Du aber bist mein les ben: Und wirft den leib ohn alle Elag, Das glaub ich fea, am jüngsten tag 3um leben aufers wecken. 5. Willt du mich aber auf dem feld, Durch raub, auf fremder 580 Tom Code und Sterben und zwar geht; So lauf ich meinen JEsum| Mel. Wer nur den lieben GOtt 2. an, Der, wol zu sterben, helfen kann. 3. Er ist mein JEſus, der sein leben Für meines aufgeopfert hat, Und der mir sein verdienst gegez en: Er litte ja an meiner statt. Sein blut und seine todes noht Erwirbt mir einen selgen tod. 891.Mein Gott! ich weil wol, daß Ich bin ein mensch, der bald vers geht: Und finde hier kein solches erbe, Das ewig dauret und bes steht: Drum zeige mir in gnaden an, Wie ich recht selig sterben kann. 4. Ach liebster schag! ach denke meiner; Steh mir in nöhten treulich bey. Es macht mich sonst auf erden keiner Bon todes- furcht und funden frey: Drum laß ich dich, mein JEsu! nicht, Ob mir der tod bas her; gleich bricht. 5. Gib, daß ich erst der welt und fünde Absterben kaitn durch buß und reu; Im glauben mich mit dir verbinde, Erkenne, daß ich sterblich fey; Und mach mich so zu jederzeit Bum selgen ende wol bereit. 2. Mein GOtt! ich weiß nicht wenn ich sterbe, Kein augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine scherbe? Die blume kann ia leicht verblühn. Drum mache mich nur stets bereit hier in der seit zur ewigkeit. 3. Mein GOtt! ich weiß nicht wie ich sterbe, Dieweil der tod viel wege hält: Dem einen wird das scheiden herbe, Wenn jenek fanft und ruhig fällt. Doch wie du willt; gib, daß dabey Mein ende nur vernünftig sey. 6.Nimm, JEsu! nimi zu treuen banden Den, der auf deinen tod getauft. Laß meinen geist nichts von dir wenden, Den du durch dein verdiens erkauft: Er stehet nicht in meiner macht, Drum nimm ihn selber wol in acht. 4. Mein GOtt! ich weiß nicht wo ich sterbe, und welcher sand mein grab bedeckt. Doch wenn ich nur dis heil ererbe, Daß mich dein wort zum leben weckt; So nehm ich leicht ein plaggen ein, Die erd ist allenthalben dein. 7. Bereite mich von aus und innen, Wie du mich selber haben willt. Ver mehr den glauben, särk. Nun, liebster GOtt! wenn die sinnen, und sen mir immer fonn' und schild. Vergib die schuld, wehr fata ns macht, und schüß mich Durch der engel wacht. 8. Zur ruh wähl ich mir deines wunden, Dein wort und blut zur arzenen; Zur stårkung in den to des- ftunden Des vaters huld, des trößters treu. Mein grab sey dei Mel. Wer nur den lieben Gott ne offre feit, und dein verdienst 892. Wer weiß, wie nahe mein 9. Auf diese weise mag ich ster ben In Eurjer oder später zeit: Mir ist, als einem himmelserben, Das her; öhn alle bangigs Feit: Denn GOttes lieb' und JEs fu blut Machts schon mit meinem ende gut. ich ià sterbe: So nimm du meinen geift zu dir, Deit ich mit Chrifti blute färbe. Und hab ich JEfum nur bey mir; So gilt mirs gleich und geht mir wol, Wenn, wie und wo ich sterben soll. Die feit geht hin, herkömmt der tod. Ach wie geschwind, ach wie behende Kann kommen meine tos des nöht! Mein GOtt! ich bitt durch Chrifti blut, Machs nur mit meinem ende gut. 2. Es kann vor nacht leicht aus bers werden, als es am frühen Vorbereitungs Lieder zum Eode. 58x morgen war; Denn weil ich leb'| tauf: Du bleibst mir auch daher auf dieser erden, Leb' ich in fteter tods- gefahr. Mein GOtt! ich bitt durch Christi blut, Machs nur mit meinem ende gut. gewogen, nimmst mich zum kind und erben auf. Mein GOtt! ich bitt durch Christi blut, Machs nur mit meinem ende gut. 3. HErr! lehr mich stets ans ende denken, Und laß mich, wenn ich sterben muß, Die feel in JEsu munden senken, Und ja nicht ( pahren meine buß. Mein GOtt! ich bitt durch Chrifti blut, Machs qur mit meinem ende gut. 4. Laß mich bey seit mein haus bestellen, Daß ich bereit sen für und für, Und sage frisch in allen fällen: HErr! wie du willt, so chicks mit mir. Mein GOtt! ich bitt durch Chrißi biut, Machs nur mit meinem ende gut. 5. Mach mir stets zucker füß den himmel, Und gallen bitter diese welt. Gib, daß mir in dem welt getümmel Die ewigkeit sen vorgestellt. Mein GOtt! ich bitt durch Chrifti blut, Machs nur mit meinem ende gut. 6. Ach vater! deck all meine sünde mit dem verdienste Christi lu, Darein ich mich fest- gläubig winde, Das giebt mir recht ers wünschte ruh. Mein GOtt! ich bitt durch Chrifti blut, Machs nur mit meinem ende gut. 7. Ich weiß, in JEsu blut und wunden Treff ich die schönste ruh att an; Da find ich trost in todes Kunden, und alles was er quicken kann. MeinGOtt! ich bitt durch Christi blut, Machs nur mit meinem ende gut. 10. Ich habe Chrifti leib gegess sen, Sein blut hab ich getrunken hier: Nun kann er meiner nicht vergessen, Ich bleib in ihm und er in mir. Mein GOtt! ich bitt durch Christi blut, Machs nur mit meinem ende gut. 11.So komm mein end heut oder morgen, Ich weiß, daß mirs mit JEsu glückt. Ich bin und bleib in deinen sorgen, Mit JEsu blut schon ausgeschmückt. MeinGOtt! ich bitt durch Christi blut, Machs nur mit meinem ende gut. 12. Ich leb' indes in dir vers gnüget, und sterb ohn alle küms merniß Mir gnüget wie mein Gott es füget, Ich glaub und bin es ganz gewiß: Durch deine gnad und Christi blut Machk du's mit meinem ende gut. 8. Nichts ist, das mich von JE fu scheide, nichts, es sen leben oder tod: Ich leg die hand in seine feite, und sage: mein HErr und mein GOtt! Mein GOtt! ich bitt durch Chrifti blut, Machs nur mit meinem ende gut. 9. Ich habe JEfum angezogen Schon langs in meiner beilgen Mel. HErr JEfu Chrift du höchstGOtt! wenn ich ben mir betracht, Daß alles fleisch verdirbet: Und nehm ich dis daben in acht, Wie schleus nig mancher stirbet: So ruf ich dich, o vater! an; Denn deine gut und allmacht kann mir auch hiers innen helfen. 2. Ich weiß wol, daß ich sterben muß, Doch nicht, in welcher stuns den: Drum gib, daß ich, in steter buß und gottesfurcht werd funs den; Auf daß ich jezt und allezeit zu meiner heimfahrt sen bereit, So bald du mich abfordert. 3. HErr! rechne mir es ja nicht zu, Daß ich michs unterfange, Und an dich diese bitte thu, Warum mir oft wird bange: Aus lauter unverdienter gût Für vicien schmer. 00.3 603 $ 82 schmerzen mich behüt Und langwierigem lager. 4. Doch aber auch bewahre mich Für schnellem bösen ende. Wahn wiß und jammer gnädiglich, treuer GOtt! abwende. Ein sol ches stündlein mir verleih, Daß ich noch meine fünd dabey Im glauben mag bereuen. 1. Laß mich den wehrten heilgen geift Bis an mein end regie ren: Gib, daß ich alsdenn allermeist kann seinen beystand spüren: Daß mir ja kräftig komm su gut Des HErren JEsu theures blut, Das er für mich vergoffen. Bom Tode und Sterben und waE 4. Ich traue deiner treu Durd JEsu blutvergiessen, Und will auch weder zeit noch ort zum tod auss schliessen. Komm, wenn, wie, wo du willt, 2ds mich nur selig auf, Und führ mich durch sein blut Und tod, zu dir hinauf. 5. So lang ich lebend bin, Und werd ich einst entschlafen, Gott vater! geb ich dir Das, was du selbst erschaffen; GOtt sohn! was du erlöst, Das übergeb ich dir: Was du, GOtt heilger geift! Ges heilget, nimm von mir. 6. Mein JEsu! zeige dich Mir stets in deinem leiden, und sprich mir freudig ju: Nichts soll dich von mir scheiden. Halt mich mit deiner hand, Worein mich deine Dir will ich meine feel, opein Gezeichnet, sprich: du sollt 6. Hilf, HErr! hilf in der tobes- noht, Laß mich nicht lange qualen. GOtt! In deine hand befehlen: Verkür; mir alle angst und pein, Daß, wenn mein ende da soll seyn, Ich bald in fried abscheide. Mel. O GOtt du frommer 2c. 894. Dreninger rod nicht bitter ſeyn. mir auserlesen! Gedenk an deine treu, Die vor der welt gewesen: Ach! sich mich fünder doch So bold und gnädig an, Daß ich dir chriftlich leb, Und selig sterben Fann. Nicht, nicht verlohren seyn. 7. Tritt, JEsu! vor den tod, Voz laß mich dann dein blut Für ihrer sünd und satans schrecken, Und wüht bedecken. Fldß mir im sters ben schon Des lebens vorschmad ein; So kann bey deffen luft Mein 3. Weil JEsus mir zu gut Ge Forben, wie gebohren; So glaub ich ganz gewiß, Auch ich sey nicht verlohren. Weck mich nur stetig auf, Daß, wenn mein ziel erfüllt, Ich stets bereitet sev, Wie du mich Baben wilt. 8. Was ich verlaffen muß, Vers sorge, schüßze, liebe, Daß mich im sterben nichts Verhindre noch bes trübe. Erhalt mich bey versand, Gib einen frohen muht, Daß mitten im gebet Ich serb auf JEsu blut. 2. Hier will ich leib und feel In 9. Nun geb ich meinen geißt Chrifti wunden senken; Ah! lehre nochmahls in GOttes hände, und du mich stets An meinen tod gewarte bis er kommt mit einem benken, und sterben, eh ich sterb, felgen ende; Drück du mir nach Und mach mir stündlich kund: dem tod Die augen selber zu. Bis Auch du mußt sterben, mensch: Es auf den jüngsten tag Gib eine ist der alte bund.. fanfte ruh. 10. Ich weiß, durchs lammes blut Berd ich schon überwinden, und einen gnådgen GOtt Jm tod und leben finden. Ich halte mich an GOtt Und meines JEsu blutz Ich weiß, Gott macht es schon Mit meinem ende gut. ti. Mun Borbereitungs- Lieder II. Nun sag ich amen drauf In meines JEsu namen: Sprich du auch selber, HErr, Mein GOtt und vater! amen. Sprich: ja! breneinger GOtt! Mein vater komme du, Und sage: sey getrost, Mein kind! ich komme nu. Mel. HErr JEfu Christ wahr 2c. 895. pater, sohn und heilger geist! Er bör mich hierinn allermeist, Daß durch ein fanft vernünftig end All meine noht sich selig endt. 2. O JEsu, wahrer mensch und GOtt! Der du den tod durch deinen tod Und auferstehn zunicht gemacht, Auch beil und leben wie Derbracht: 3. Laß mich so enden meinen lauf, Damit ich komm zu dir hinauf: Laß mich gehn aus dem iam merthal, Und eingehn in den freuden- faal. 4. Ich weiß, mein leben hat ein liel: Es sey nun wenig oder viel, So muß ich seyn zu jederzeit Zum tod und zum gericht bereit. 5. Gestorben bist du, HErr! für mich, Für mich hat man gerich tet dich; Drum mir, jedoch aus lauter gnad, Der tod und das gericht nicht schadt. zum Tode. 583 9. Wenn sich die junge nicht mehr regt, und sich die sprache gänzlich legt; So hör die seufzer, die ich thu, Und bring mich bald tu deiner ruh. 7. Wenn mir wird dunkel das Besicht, Ja fehen meine augen nicht: So und des glaubens licht recht an, Daß ich dich, GOtt! ertennen kann. 8. Schracht mich die krankheit denn so sehr, Daß mir vergehet mein gehör; So laß mich inners lich das wort Des lebens bdren fort und fort. 10. Bricht drauf in meiner ang au mir Der todes soweiß bereits herfür: So laß mir kommen da ju gut, HErr! deinen tods- kampf, soweiß und blut. 11. Wenn ich zuleit verlaffen werd von allen menschen hier auf erd: So nimm, HErr! meiner sels ber wahr, Mit troft bleib bey mir immerdar. 12. Verleih, daß ich dir still das bey Aushalte und geduldig senz Bis daß die feel zu rechter jeit Aus dem gefängniß wird bes frent: 13. Gib ja nicht zu, daß mittlers weil Der satan mich da übereil: Hilf, daß durch deiner wunden fraft Sein feurig pfeil nicht an mir haft. 14. Laß dieses senn mein leit sebet, Was du julegt am creus geredt: Daß ich mit seufzen meis ne feel In deine treue hand bes fehl. 6. Wenn dieser hütten irdisch baus Zerbrochen wird, und ich muß draus: So führ die feel aus dieſem neft Jus haus, das ewis 896. Jd bin ia, Herr! in deiner macht, bleibet 15. Wenn ich so selig scheid von hier; Ift mir der tod die lebenss thur, So werd ich frölich aufers stehn, und mit dir in dein reich eingehn. haft mich an das licht gebracht, Du unterhältst mir auch das les ben: Du kennest meiner mondent zahl, auch, wenn ich diesem jams merthal Die leite gute nacht muß geben: Wo, wie und wenn ich sterben soll, Das weißt du, fronts mer vater! mol. 2. Wen hab ich doch, als dich allein, Der mir in meiner leiten pein Mit troß und raht weiß beys 004 tu, 584 Bom Tode und Sterben und war suspringen? Wer nimmt sich meis lebte, war ich dein, Eodt kann i ner seelen an, Wenn nun mein les feines andern seyn. ben nichts mehr tann, Und ich muß mit dem tode ringen, Wenn aller finnen kraft zerbricht? Chußt du es, GOtt, mein heiland! nicht? Mel. Wer nur den lieben GOtte: 3. Mich dünft, da lieg ich 897. Mein Gott! ich hab meinem leben schon, und seh Den kranken leib Schon manchen tag zurück gelegt. mit ach und weh, Das herz mit Jedoch soll ich den ausschlag ges todes: angst befallen; Gehör und ben, Wer wol den preis vor allen Sprache nehmen ab, Die augen trägt; So geh ich billig ben mir neigen sich zum grab: Doch kränkt an, Wen ich den besten nennen die fünde mich vor allen; Auch setzt kann. mir fatan ohere ruh Mit anklag und versuchung zu. 2. Der tag, der mich der welt geschenket, Zeugt wol von deiner gütigkeit: Doch wenn mein herz dabey gedenket, Daß er mit thrås nen eingeweiht, Und ein prophete vieler pein; So kann er nicht der beste senn. 4. Mich dünket, der posaunenton Verkündge den gerichts- tag schon, Das leste urtheil mir zu fallen: Hier weifet mein gewissens- buch und dorten des gesetzes Auch mich fünden- kind hinab zur bollen. Wer hilft mir nun in folcher noht, Als du, mein GOtt, Des todes tod! 3. Der tag, der mich zur taufe brachte, War noch ein größrer gnaden- tag, Der mich zu deinem finde machte, Das dir an deinem 4. Der feind hat keine macht herzen lag: Doch stund ich nur im an mir: Ich hab allein gefündigt glauben hier, Das schauen aber dir, Dir, der du missethat verfehlte mir. giebest. Was maaßt sich denn der meiner an, Der kein gefes mir ge ben kann, Und nichts an dem hat, den du liebest? Er nehme das, was fein ist, hin; Ich weiß, daß ich des HErren bin. 4. Ein tag in deinem heiligtbus me Gab mir wol manche füffigs keit; Doch fehlte mir bey solchem ruhme Das unbefleckte fevers Fleid: Der vorhof ist doch nicht so schön, Als wenn wir gar zum tempel gehn. 6. Ich bin besprengt mit Chrifti blut, 3um jenaniß, ich sey Christi s. So hast du mir auch manche gut Das niemand sonsten an- tage Durch deine gute gut ges gehöre: Was darf mich denn der macht; Doch jeder hatte seine bösewicht viel schrecken mit dem plage, Und mancher seine trauers Jorn- gericht? HErr! rette deines nacht: Ich hoffe noch ein schöner namens ehre, Laß reissen nicht aus licht, Das alles leiden unters deiner hand, An welchen du so viel bricht. gewandt. 6. Es kommt ein tag, der als 7. Nein, nein, du hältst michilen tagen Dereinst ein selig ende feft, mein heil! Laßt mich, dein macht: Dann werd ich auch mit glied, deins leibes theil, In dei- wahrheit sagen, Daß er das schöns nen wunden sicher sizen, Da spott ich aller macht und noht: Es mag geset, höll oder tod Auf mich her Donnern oder bligen. Dieweil ich se licht gebracht, und bild ich mir gewißlich ein, Der lette wird der befte feyn. 7. Mein Gott! gib, daß ich alle Borbereitungs- Lieder um Eode. 585 alle tage an diesen tag gedenken, fen wol, Daß wir bie sterblic mag, Und daß ich fleißig forge tra- allzumahl: Auch wir allhie kein ge, Daß er ein buß- und glaubens bleiben hab'n, Müss'n all davon tag; So führt er mich zum him- Gelehrt, reich, jung, alt oder mel ein, Wo tausend jahr ein tag schön. nur seyn, ch hab mein fach 898.3 GOtt heimgestellt, Er machs mit mir, wies ihm gefällt. Ich will, soll ich hie länger leb'n, nicht widerstreb'n: Sein'm willen hab ich mich ergeb'n. 2. Mein zeit und stund ist, wenn GOtt will, Ich set ihm weder maaß noch ziel: Es sind gezählt all hårlein mein, So groß als llein Fällt keines ohu dem willen fein. 9. Das macht die fünd, o treuer GOtt! Denn dadurch kam der bittre tod: Der nimmt und frißt all menschen kind, Wie er sie findt: Fragt nicht, weß kands und ehr'n sie sind. 10. Ich hab hie wenig gute tag', Mein täglich brot ist müb und klag: Wenn mein GOtt will, so will ich mit Hinfahr in fried Sterb'n ist mein gewinn und schadt mir nicht. 3. Es ist allhier ein jammerthal, Angst, noht und trübsal überall: Des bleibens ist nur kurze zeit, Voll mühseligkeit, und wers bes denkt, ist stets im ftreit. II. Und ob mich schon mein sünd ansicht, Will ich dennoch verjagen nicht; Ich weiß, daß mein getreuer GOtt Für mich in tod Sein'n eingen sohn gegeben bat. 12. Derselbe mein HErr JEfus Christ Für all mein sünd gestors 4. Was ist der mensch? ein erben ist, und auferstanden mir zu den- klos, Von mutt'r- leib Edmmt gut, Der höllen glut Geldscht er nackt und bloß, Bringt nichts mit sich auf diese welt, ein gut noch geld; Nimmt nichts mit sich, wenn er hinfällt. mit seinem theuren blut. 13. Dem leb und sterb ich alles seit, Von ihm der tod selbst mich nicht scheidt: Ich leb od'r sterb so bin ich sein: Er ist allein der einge trost und helfer mein. 1. Es hilft kein reichthum, geld noch gut, nicht kunst noch guns, noch stolzer muht: Fürn tod kein traut gewachsen ist, Mein from mer chrift! Alles was lebet, fterblich ist. 6. Heut sind wir frisch, gesund und stark, Und liegen morgen todt im farg: Heut blühn wir wie die rosen roht, Bald krank und todt: Und überall ist müh und noht. 14. Dis ist mein troft zu aller zeit In allem creuz und traurige keit: Ich weiß, daß ich am jüngs ften tag Ohn alle klag Werd aufs erstehn aus meinem grab. 15. Mein frommer GOtt, mein treuer hirt All mein gebein bes wahren wird; Da wird nicht eins vom leibe mein, Sey groß oder klein, Umkommen noch verlohe ren seyn. 7. Man trägt eins nach dem andern hin, Wol aus den augen aus dem sinn: Die welt vergif 16. Mein'n lieben GOtt von fet unser bald, Seyn jung od'r angesicht Werd ich anschaun, dran alt, Auch unsrer ehren mannig- zweift ich nicht, In ewger freub falt. und seligkeit, Die mir bereit: Jbm * s. Ac HErr! Iebr uns bedens lfey lob, preis in ewigkeit. Dor $ 17.0 586 Com Code und Sterben und groaz * 17. O JEfu Chrifte, GOttes| noch ruhm, Noch felbft der höllen fohn! Der du für uns haft gnug rachen, nicht engel- oder fürstens gethan, Schleuß mich in deine thum Noch schmerz abwendig mas wunden ein, Du mußt allein Mein cen: Da wird mich weder noht einger troft und helfer seyn. noch tod, Nach ausgestandnem leiden, Ja keine creatur von Gott Und seiner liebe scheiden. 18. Amen, mein lieber from mer GOtt! Gib uns all'n einen felgen tod. Hilf, daß wir mdgen allzugleich In deinem reich Bald mit dir leben ewiglich. 6. Inzwischen muß der leib jes doch Den tod zuvor empfinden, Und dulden dieses schwere joch Von wegen seiner fünden: Er muß auf eine kleine frist, Dieweil er war von erden, So bald die seel Mel.Was meinGOtt will gescheh. 899. von diesem leibim himmel ist, Zur erde wieder Des todes mich erldsen? So lang ich noch im fleische bleib, Empfind ich luft zum bösen. Das gute wol len hab ich wol, Nicht aber das vollbringen: Drum laß mich, wenn ich sterben soll, Vom tod ins leben dringen. 2. Zwar heßlich scheint es an Jusehn, Den leib mit koht zu dekten, Woraus denn endlich wür me gehn: Doch laß dich dis nicht schrecken; Der beste theil, bie feel ist dann Bereits an ort und enden, Wo keine quahl sie rühren kann, Sie ruht in GOttes Bänden. 3. Der alls aus nichts hervor gebracht, Wird leichtlich meine Blieder, Ob sie gleich saub, durch jeine macht In ordnung bringen wieder: Das weizen- körnlein, muß voran, Solls fruchtbar fenn, verwesen: So fault der leib auch, #ber kann Dort ewiglich genesen. 4. Ich weiß, weil mein erlöser lobt, Werd ich auch mit ihm leben; Der wird mich, wenn der ord Freis bebt, Mit dieser haut umgeben; Da werd ich, und kein fremder nicht, Mein glaub hat dis sertrauen, Des allerhöchsen ansesicht In meinem fleisch an schauen. .Hievon lany mich nicht pracht 7. Geh hitt, mein volk! spricht unser held*, Geh hin in deine Fams mer, Verbirg dich in dein schlafs gezelt, und schleuß vor diesem fammer Die thür ein wenig nach dir zu, Bis daß mein zorn vers schwinde; Und ich nicht mehr so schrecklich thu Von wegen deiner sünde.* Esa. 26, 20. 8. Es hat ja GOtt durch seine macht Der höllen reich zerfidhret, und unsre lezte todes nacht Ju einen schlaf verkehret: Ins grab gehn, heißt: sein kammerlein Vers fchlieffen ohne sorgen, und halten sich für größrer pein Ein augens blick verborgen. 9. Was zagst du denn, o meine feel! Den leichnam zu verlassen? Dort wird dich dein Immanuel Recht brüderlich umfassen, und deinen leib, der nichtig war, Voll unflaht und voll schwären, Un ies nem tage ganz und gar, Wie seinen leib verklären. 10. Wacht auf, und rühmt des höchsten raht, Die ihr in gråbern lieget, Nachdem der fürst des les bens hat Dem sterben obgesieget. Wie herrlich wird zu aller zeit, In solchem freuden leben, Die cronte der gerechtigkeit Auf euren bäuptern schweben. 1. Wer nur ein' auferstehung glaubt, Borbereitungs- Lieder zum Tode glaubt, Vergebung auch der fün ben, und daß ein ewig leben bleibt; Der wird sich leichtlich finden, Ob krankheit, angst ge fahr und noht Ihn pld; lich überleben schenk. fallen; Der wird mit freuden durch den tod In Abrahams schooß Ph wallen. 12. Wie selig sind die todten nun, Die in dem HErren sterben! Sie ruhn von allen ihrem thun, Und werden nicht verderben von nun an, sagt der heilge geist: GOtt! mehr uns dis vertrauen, Daß wir im sterben allermeist Aufs andre leben schauen. 900. Err JEfu Chrift, wahr mensch und GOtt! Der du littst marter, angst und spott, Für mich am creuz auch endlich starbst, und mir des baters huld erwarbst: 2. Ich bitt durchs bittre leiden dein, Du wollst mir fünder gnå dig seyn, Wenn ich nun komm in fterbens- noht, Und ringen werde mit dem tod. 3. Wenn mir vergehet mein Besicht, und meine ohren hören nicht: Wenn meine junge nicht mehr spricht, und mir für angst mein herz zerbricht: 581 7. Ein frölich aufstehn mir vers leih, Am jüngst'n gericht mein fürs sprach sey: Und meiner fünd nicht mehr gedenk, Aus gnaden mir das 4.Wenn meinverstand ſich nicht besinnt, all half zerrinnt; So komm, o HErr Chrift! mir behend zu hülf an meinem lezten end, 5. Und führ mich aus dem jam merthal, Verkürz mir auch des todes quahl; Den bösen geißt fern von mir treib, mit deinem geift ktets ben mir bleib; 8. Wie du, HErr! jugefaget mir In deinem wort, das trau ich dir: Fürwahr, fürwahr! euch fage ich, Wer mein wort hält und glaubt an mich, 9. Der wird nicht komment ins gericht, und den tod ewig schmets ken nicht; Und ob er gleich hir seitlich stirbt, mit nichten er drum gar verdirbt: 6. Bis sich die feel vom Leibe trennt, So nimm sie, HErr! in deine hånd: Der leib hab in der erd fein' ruh, Bis sich der jüngs tag nabt berju. 10. Sondern ich will mit ftars ker hand Ihn reiffen aus des tos des band, und zu mir nehmen in mein reich, Da soll er denn mit mir zugleich 11. In freuden leben ewiglich, Dazu hilf miria gnädiglich. Ach HErr! vergib all unsre schuld, Hilf, daß wir warten mit geduld, 12. Bis unser stündlein kömmt herben, Daß unser glaub fiets wacker sey, Dein'm wort zu trauen feftiglich, Bis wir einschlafen feliglich. Bezeugtes Verlangen nach ei nem seligen Code. Mel. Alle menschen müssen ze. 901. Eitle welt ich bin dein sehnet sich Nach des himmels rub und friede: Ach, mein Gott! wenn rufft du mich? Rufe mich s mit allen freuden Will ich aus der trübsal scheiden: Denn ich weiß, durch Christi blut Macheft du mein ende gut. 2. Mir macht gar der tob nicht bange, Denn ich bin des les bens satt. Wer das jammerthal ſo lange, Als wie ich, gemessen hat: Wird wol alle stunden zählen, Bis Die frevbeit seiner feelen, und des ab, 588 Dom Code und Sterben und war abschied aus der welt Sich erwün- 1 sinn, Daß ich nicht ruhen kann, fchet eingestellt. Bis ich darinnen bin. 3. Zwar ich bin nicht ungedul 3. Ach daß die feele nicht kann big, Daß mich creuz und elend wie ein adler fliehen! Sie sollte drückt: Ich bin mehr zu leiden heute noch Aus ihrem kerker zie fuldig, Als mir JEsus zugehen, und unermüdet seyn; Bis schickt. Weiß ich doch, daß mich daß sie GOttes stadt, Das haus tein leiden kann von seiner liebe der herrlichkeit, Für sich gefun scheiden; Sondern daß das creus den hat. ein Fuß Seiner gnade heissen muß. 4. Bloß deswegen will ich sterben, Daß ich JEsum möge fehn, Und sein ewig heil ererben; Mögt es heute noch geschehn! Doch wer weiß, wie nah die stunden, Da ich, aller angst entbunden, Auf der müden lebens- bahn Meinen lauf vollenden kann. 5. So ist mir der tod ein segen, Und das sterben ein gewinn. Kommt ihr engel! kommt entge: gen, Traget meine seele hin. Ach! mir wird von jenem leben Jezt der vorschmack schon gegeben; Darum wünsch ich nur allein, Auch im schauen da zu senn. Mel. O GOtt du frommeric. meiner 903. JEſu, meine lus, feele! Wenn rufft du mich zu dir Aus dieser jammer- höhle? Wenn werd ich einst befrent Dich, liebs ster JEfu! sehn, Und zu dir in dein reich Erlöft und selig gehn? 2. O du mein aufenthalt, Mein leben, meine wonne, Mein einzis ger gewinn, Und rechte freudens sonne! Mein berz und ganzer geiß Schrent stets, o GOtt! ju dir; Wenn, ach! wenn schau ich dich, OJEsu! meine zier? 3. Wenn schickst du doch die zeit, Da ich in deinen freuden Mich ewig freuen soll? Wenn endest du Mel. Nun danket alle GOtt. 902. Wes, eitelkeit der das leiden? Wenn soll ich doch welt! Ich fühle zu dir und deiner wonne gehn? Gimmelsfreuden: Ich will mit Wenn kann ich dich, mein heil! größter luft In meinem JEsu In deinem lichte fehn? fcheiden, Ich will zu GOtt hinauf: Hinweg aus dieser welt, In der mich nichts vergnügt, In der mir nichts gefällt. 4. Da wirst du mich erfreut Zu deiner rechten stellen, und mir, den du erlöst, Ein gnädig urs theil fällen; Dann führst du mich ins reich, Wo deine herrlichkeit, Die ich denn schauen kann, Mich ewiglich erfreut. 2. Ich fürchte nicht den tod, Ich liebe nicht das leben: Wer wollte doch die welt nicht für den himmel geben? Die himmelss s. Ach! könnt ich heute noc freude liegt Wir so in berz und Von diesem jammer scheiden! Ac! 4. Drum will ich aus der welt und nach dem himmel scheiden, Weg, eitelkeiten, weg! Weg welt, mit deinen freuden! Hins auf nach GOttes ftuhl, Hinweg aus dieser welt, In der mich nichts vergnügt, In der mir nichts gefällt. 6. Alle, die mich hier geliebet, Alle, denen ich bekannt, Die mein abschied jest betrübet, Uebergeb ich GOttes hand: GOtt versor get, GOtt beschüket, GOtt be schehret, was euch nützet. Also ist mein haus bestellt; Gute nacht, du eitle welt! Borbereitungs- Lieder zum Tode. Ach! tam ich heute noch zu fenen himmelsfreuden! Ach! daß ich heute noch Die welt verlassen müßt! Ach! kam ich an den ort, Wo nichts als jauchzen ist! 6. Wenn wirst du mich, mein heil! Bu folchen freuden führen, und in der herrlichkeit mit jener crone jieren, Die du mir beygelegt? Wenn küß ich deine brust In jenem freuden- saal! OJEsu, meine luft! 589 Vom tod' ins Leben gangen; Und ich werd auch zu Jesu Chriß Durch diesen weg gelangen: Der schritt zu ihm aus dieser zeit Ges schieht durch selig sterben. A dort mein haupt in herrlichkeit, Wie soll sein glied verderben? 6. Drum zage nicht, o schwas cher sinn! Verlaß den leib der ers den: Wirf alles eitle willig hin, Der leib muß erde werden, Die feele bleibt in GOttes hand Bey folchem wolergehen, Daß dort der geift, hie Fein verstand, Erkennt. und kann berstehen. 904. S Mel. Was mein Gott will ic. o komm, du ausgang meiner pein, Erwünschte todes stunde! Und führ mich bald zum himmel ein Aus diesem sünden- grunde. Ach, liebster tod! komm bald heran, Ich warte mit verlangen, mit weissen kleidern angethan Vor GOttes thron zu prangen. 2.Jbr schwache glieder! scheuet war So früh entseelt zu werden: Die feele selber kann nicht gar Ohn alle pein, der erden, Auf welcher fie bisher gelebt, Den lezten ab schied sagen; Bald ist sie freuden voll, bald schwebt Sie wiederum in jagen. 3. Doch, JEsu! deine liebe macht, Daß furcht und ängst verschwinden: Ich werd in dieser todes nacht Dich lebens fürsten finden. Ich finde, ja ich halte dich, Mein leben, mein verlangen! Mein leben, du wirst selber mich Mit deinem licht umfangen. 7. Es wird am ende dieser zeit Die freuden- zeit entdecken, Daß GOtt der seelen jezig kleid Auch aus dem staub erwecken, und ewig herrlich machen kann; D was in das für wonne! Wenn wir, mit klarheit angethan, Dokt leuchten wie die sonne. 8. An uns stirbt nichts als sterbs lichkeit, Wir selbst sind unverlohs ren: Der leib wird nur der laft befrent, Und himmlisch neu ges bohren. Er wird in schwachheit ausgesät, und fällt verweslich nieder: Und kömmt, so bald er aufersteht, Voll pracht und klars heit wieder. 4. Drum fterb ich nicht in dies sem tod; Er ist ja nur mein leben. Nach kurzem tampf, und kurzer noht Soll ich ben JEsu schweben Voll freude, ruh und herrlichkeit, Voll friede, troft und wonne, Voll feligkeit, wo jederzeit GOtt selber licht und sonne. r. Der berjog meines Lebens in 9. Drum, schwache glieder! leget ihr Euch willig in die erde: Wißt, daß von eurer zahl und zier Gar nichts verlohreit werde. Die haut, die euch anizt bedeckt, Wird euch dort wieder kleiden, wenn ihr, in eurem fleisch erweckt, GOtt seht in seinen freuden. 10. Den ich im glauben hier gesehn, Der wird mich dorthin bringen, Wo tausend- tausend vor ihm stehn, und ewig heilig! singen; Da werd ich seine herrlich keit mit meinen augen sehen, Unb was mir hier in dieser zeit Für bell von ihm geschehen. n. Gott wird in seinem anges ficht Bom Code und Sterben 590 ficht mich ewiglich erquicken; Dort werd ich ihn in seinem licht, Mir selbst um heil, erblicken. O herrlichkeit! wie freu ich mich, Wenn engel reine seelen Mit fon nen- klaren leibern sich Vor GOt tes stuhl vermählen. In Todes- Lidhten. Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. Ott lob! es geht nunmehr zum en 905.0 be, Das größte schrecken ist voll2. D¡weifelt nicht an meinem glauben! Ich glaube, daß mich JEsus liebt: Kein tod soll mir die freude rauben, Weil JEfus trofi und leben giebt. Ich fahre wol, und weiß den ort: Denn JEfus ist mein leztes wort. bracht: Mein reicht mir ſchon die hande, Mein JEfus, der 906. Wenn mein kunds mich selig macht. Drum laßt mich gehu, ich reife fort, Denn JEsus ist mein lestes wort. 3. Die hoffnung hat mich nie betrogen, Ich bin auf sein gebot getauft; Da hab ich JEsum an gejogen, Da hat er mich vom tod Brkauft: Drum bleibt er auch mein heil und hort, Sein name sen mein Leites wort. 4. Wiewol die fünde will mich Franken: Wer ist, der ohne tadel lebt? Allein ich darf an JEsum benken, Der mich in seinen tod begråbt; So komm ich an den lebensport, Und JEsus bleibt mein leites wort. <. Mein JEsus hat den tod be #wungen, Als er am creuze felbst verschied, Da ward mein tod zu gleich verschlungen: Er ist mein haupt, ich bin sein glied. Was JEfus hat, das hab ich dort; Drum jep er auch mein leites wort. welt: Befehlt es ihm, er wird wel machen, Daß licht und recht den plak behält. Gott wende jammer list und mord Durch JEsum, all mein lestes mort. 6. Gedenkt mir nicht an eitle fachens Der böchse forget für die 7. Nun freuet euch, es geht zum ende, Mein JEfus heißt mein les ter ruhm. Wie frölich klopf ich in die hande! Wo bleibst du doch, mein eigenthum! Ach JEſu, JE fu! sey mein wort: Jeb schweig und eil zum himmel fort. ist, und ich soll fahr'n mein' frasse: So leit du mich, HErr JEfu Chrift! Mit hulf mich nicht vers iaffe. Mein feel au meinem lezten end Befehl ich, HErr! in deine hand, Du wirst sie wol bewahren. 2. Mein' sünde wird mich krans ken sehr, und mein gewissen nas gen; Denn ihr ist mehr als fand am meer: Doch will ich nicht verzagen, Und denken nur an deinen tod, HErr JEsu! deine wunden roht Die werden mich ers halten. 3. Ich bin ein glied an deinem leib, Deß tróft ich mich von hers jen: Von dir ich ungeschieden bleib In todes- noht und schmers zen. Wenn ich gleich sterbe, sterb ich dir, Ein ewig leben hast du mir Durch deinen tod erworben. * 4. Weil du vom tod erstanden bift, Werd ich im grab nicht bleis ben: Mein höchser troß dein aufs fahrt ist, Sie kann tods- furcht vers treiben: Denn wo du bist, da komm ich hin, Daß ich fiets bey dir leb und bin; Drum fahr ich hin mit freuden. 5. So fahr ich hin zu JEsu Chrift, Mein' arm thu ich auss grecken: Jerube fein und schlafe fes, und war in Codes- Nihten 591 ein. fest, Rein mensch kann mich aufs seyn, So leb' und schlaf ich felig wecken, Als JEsus Chriftus GOts tes sohn, Der wird die himmelsthür aufthun, Mich führ'n zum ergen leben. Mel. HErr ich bekenn von herzen: lauf, Gott 908. M lob! ist bald volls Nel. Wer nur den lieben GOtt ze. meinen bracht; Welt! gute nacht, Wir werden uns nun scheiden. In 907.24 A will ich sterben Ge- JEsu namen fanft und still Sch trost, voll fried und freudigkeit. In seinem blute will ich färben Mein allerschönstes hochzeit Fleid, Mein JEfus ist mein troft allein, Auf JEsum leb' und schlafe ich ein. wandern will Zur seligkeit mit freuden. In dieser welt Ist mix bestellt nur angst und noht, Zus lest der tod: Dort endet sich mein 2. Auf meinen JEfum will ich Berben, In seinen wunden stirbt fichs gut. Er läst mich nimmermehr verderben, Ich wasche mich in Chrifti blut. Mein Jesus ist mein troft allein, AufJEsum leb und schlaf ich ein. 3. Auf meinen JEsum will ich Berben, In feine feite schließ ich mich, Das paradies heut zu erer: ben. Brich immerhin, mein herz! ach brich: Mein herz und ſchatz fou Jesus seyn, Auf JEsum leb und schlaf ich ein. leiden. 2. In JEsu namen schlaf ic ein, Er führt allein Mich aus dem tod ins leben: Denn jem am creuz vergoßnes blut Kömmt mit iu gut, Macht frölich mich dars neben: Der edle saft Bringt rech te kraft, Stärkt mir mein hers In todes- schmeri, Kann freud und meine geben. 3. In JEfu namen fahr ich hin s Denn mein gewinn Ist Chriftus, wenn ich kerbe: Ich weiß, daß er mich nicht verläßt, und glaube feft, Im tod ich nicht verderte. In ewigkeit J mir bereit Ven GOttes sohn Die ehren- cron, Des rechte himmels- erbe. 4. Auf meinen JEsum will ich Kerben; Er bleibt, wenn alles mich verläßt. Weil er mit blut mich wolen werben, Steh ich ben 909. Herlich thut mich verlangen Nach feiner fahne Sein creuz mein panier allein, Auf JEsum leb und schlaf ich ein. 5. Auf meinen JEsum will ich Berben; Vergeht mir gleich der Augen licht, Wenn mund und lippen sich verfärben, und wenn mein ber; im leibe bricht: Soll JEfus heil und leben seyn. Auf JEsum leb' und schlaf ich ein. einem selgen end; Denn hie big ich umfangen Mit trübsal und elend. Ich hab luft abzuscheiden Von dieser bösen welt, Sehn' mie nach ewgen freuden: O JEsu! komm nur bald. 6. Auf meinen JEfum will ich Ferben; Ach JEsu! hilf in lezter noht, Laß mich das beste theil ersrben, Verfüffe mir den bittern tod. Dein blut soll mir das leben' kind. 2. Du hast mich ia erlöset Von sünd, tod, teuf'l und höll: Es hat dein blut gekostet, Drauf ich mein hoffnung stell. Warum sollt mir denn grauen Für'm tod und houschem g'sind: Weil ich auf dich thu bauen, Bin ich ein felig 3. Ob 592 Bom Code und Sterben 3. Ob gleich füß ist das leben, jer jeit Einander wieder schauch Der tod sehr bitter mir; Will ich Dort in der ewigkeit.** mich doch ergeben Zu sterben wil lig dir: Ich weiß ein besser leben, Da fährt die feele hin, Deß freu ich mich gar eben: Weil sterben mein gewinn. 4. Der leib wird in der erden Von würmen zwar verzehrt: Doch unsre haut wird werden Durch Chriftum neu verklärt, Ganz leuchten als die sonne, Und leben ohne noht In himmels freud und wonne. Was schadt mir denn der tod? 5. Ob mich die welt gleich reizet Långer zu bleiben hier, und mir auch immer zeiget Ehr, geld, gut, all ihriier; Doch ich das gar nicht achte, Es währt nur kurze zeit: Das himmlisch ich betrachte, Das bleibt in ewigkeit. 6. Muß ich auch gleich nan scheiden Von meinen freunden gut, Das mir und ihn'n bringt leiden; Doch tröstet mich mein muht, Daß wir in grossen freuden Zusammen werden komm'n, und bleiben ungescheiden Vordem himmlischen thron. ** 7. Ob ich gleich hinterlaffe Betrübte finderlein, Der'n nohti mich über die maasse Jammert im Herzen mein; Will ich doch gerne Kerben, und trauen meinem GOtt: Er wird sie wol versorgen, Retten aus aller nöht. 8. Was thut ihr so verzagen, The arme waiselein! Sollt euch GOtt hülf versagen, Der speift die taben flein? Frommer wittwen und wäisen Ist er der vater treu, Der kann und will sie speisen: Das glaubt shn allen scheu.** 9. Gesegn' euch Gott der HEr#e, Jhr vielgeliebten mein! Ach! trauret nicht zu sehre Ueber den abschied mein, Beständig bleibt im glauben: Wir werd'n in Furs 10. Nun will ich mich ganz wens den Zu dir, HErr Chrift! allein! Gib mir ein selig ende, Send mit dein' engelein; Führ mich ins ewge leben, Das dit erworben haft Durch dein leiden und sters ben, und blutiges verdienst. ii. Hilf, daß ich ja nicht weicht Von dir, HErr JEsu Chrift! Den schwachen glauben starke In mit zu jeder frist. Hilf mir ritterlich ringen, Halt mich durch deine fingen: GOtt lob! es ist volls macht, Daß ich mag frölich bracht. ** V.7.8. und 9. könnten nach Beschaffenheit der Umstände ausgelassen werden. Mel. Von GOtt will ich nicht ie. le! Dein Jesus 910. Erfreu dich, liebe ſees tömmet schön, Führt aus der leis bes- hdle Dich hin vor seinen thron; So sey nun wolgemühts Denn der für dich geftorben, Dik alles heil erworben, Schenkt dir das höchste gut. 2.Nimm abschied von der erdent, Die hier den leib behält: Dir foll ein beffers werden, Du fährst ins fternenzelt, An jenen freudens brt, Wo GOtt die seraphinen Und alle heilge dienen: Da lebst dü fort und fort. 3. Und feßen mir die fünden Gleich noch so heftig zu; So kann ich mich doch finden: Ich stelle mich in ruh, und weiß, daß JE sus Chrift, Mein heil, der starte beter, Mein Fräftiger vertreter, Bu GOttes rechten ift. 4. Muß gleich der leib erblass sen, Hüllt ihn das grab schon ein, und muß ich die verlassen, Die meine freunde sept: Dis alles foba, und war in Codes- Nähten. 593 fadet nicht; Ich sehe sie ia wie- 1te frisch Der fünden firiemen mis der. Wenn meine leibes- glieder abwisch, Dein hohn, dein spott Erstehen zum gericht. und dornen- cron, Laß seyn mein ehre, freud und wonn. s. Und da ich auch hinfahren Und die verlaffen muß, Die mir 6. Dein durst und gallen- trant tuwider waren; Vergeß ich den mich lab', Wenn ich nun keine verdruß: Ja ich verheisse noch, kraft mehr hab: Dein angsts Ich will zum vater treten, mit geschren komm mir zu gut, Behüt meinem JEsu beten: Vergib, mich für der höllen- glut. bekehr sie doch! 6. Indeß sen hoch gepriesen GOtt vater, sohn und geist! Der sich mir treu erwiesen, Mich lebenslang gespeift Mit huld und gütigkeit: In jentem freuden les ben wirst du weit mehres geben, Das du für mich bereit. 7. Hilf, daß mein feel den hints mel findt, Wenn meine augen werden blind: Dein lestes wort laß senn mein licht, Wenn mir der tod das herze bricht. 8. Durch deine aufgespaltne feit Mein arme feele heim begleit. HErr! auf dein auferstehn ich trau, Auf deine zukunft hoff und 7. So sey denn, feele! deine Und in dich selbst vergnügt; Sey bau. deine und auch seine, Deß, der die 9. Thu mir die thür des hims welt besiegt. Er führt dich himmels auf, Wenn ich beschließ den mel- ein; Wo ich mit meinem lebens- lauf: Mit dem gericht leibe, Verspricht er, ewig bleibe, nicht lang ausbleib, Mach mich Soll auch mein diener seyu. gleich dein'm verklärten leib: 10. Daß ich mit allen engelein Dann singen mag und frölic zc. seyn: und mit der auserwählten 911. Henslicht schaar Dein antlig ewig schausts tlar. Nel. HErr JEfu Christ wahr zc. Mel. HErr JEfu Chrift wahr Mein heil, mein troft und zu versicht! Auf erden bin ich nur ein gaft, und drückt mich sehr der mel. JEsu deine heilge wunden, fünden last. 2. Ich hab vor mir ein schwere 12.reuer GOtt! in deine reis Zu dir ins himmels- paradeis; Da ist mein rechtes vater land, Woran du dein blut haft gewandt. håndeSollmein geiß befohlen seyn: Denn der trof am lesten ende Stellt sich nun gedoppelt ein, Daß du mich von herzen liebst, und dich mir zum pfande giebst: Weil ich nun dis wol bewahre: Weiß ich schon, wohin ich fahre. Meine kräfte sind verschwuns den, Doch dein heil ist mir bes 4. Stark mich, HErr! durch kannt. Noht und tod hat mich ges das leiden dein In meiner lezten bunden: Doch du reicht mir deis todes pein; Dein blut- schweiß ne hand, als in welcher ich forthin mich tröst und erquick, Eh mich Gnädig eingezeichnet bin, und der fünden last erdrück. worin ich mein geschenke Ewig 4. Dein backen- freich und ruhsin behalten deure. 3. Zu reisen ist mein her: sehr matt, Der leib gar wenig kraft mehr hat. Die feele ruft und schrent in mir: HErr! hol mich beim, nimm mich zu dir. 594 Vom Tode und Sterben 3. JEsus läßt den nicht verledig machen? Das thußt da, derben, Den sein blut erlöfet hat: HErr! alleine; Es jammert dein' Also bin ich in dem sterben Nur barmherzigkeit Unsre sünd und am leibe schwach und matt: Ingrosses leid. Heiliger HErre dem herzen zeugt der geist, Daß GOtt, Heiliger starker Gott! GOtt selbst mein vater heißt; und Heiliger barmherziger heiland, durch dessen gnaden- gaben Werd Du ewiger GOtt! Laß uns nicht ich die erldsung haben. verzagen Für der tiefen hollens glut. Kyrie eleison. 3. Mitten in der höllen- angs Unsre sünd uns treiben. Wo sollen wir denn fliehen hin, Da wir mis gen bleiben? Zu dir, HErr Chrift! alleine: Vergoffen ist dein theures blut, Das gnug für die sünde thut. Heiliger HErre GOtt, Heiliger starker GOtt, Heiliger barmherziger heiland, Du ewis ger GOtt! Laß uns nicht entfallen Von des rechten glaubens trof. Kyrie eleison. 4. Chrifti des erlöfers wegen Bleibst du mir, mein GOtt! ges treu; Und sein hochverdienter segen Wohnet mir wahrhaftig bey: So gewiß der bund besteht, Der in meiner tauf angeht, Und so wahr ich für die fünde Durch sein blut vergebung finde. s. Hilf nur, daß ich JEsum faffe, Bis er mir den segen spricht: Und wenn ich die welt verlasse, So verlaß die meinen nicht: Nimm sie wol und gnädig an, Führe fic auf rechter bahn, Bis sie fer: ner nach den thränen Sich nach deiner wonne sehnen. 6. Nun, GØtt lob! hier ist das ende, Herz und geist hat wol gesielt, Welcher sich in deine hände Bu der schönsten ruh befiehlt. Nun ich werde nicht zu spott; Denn du bift mein treuer GOtt, Und auf Diefen theuren namen Spricht, mein JEsus selber: amen. itten wir im lebent 913. umfangen: Wen suchen wir, der bülfe thut, Daß wir guad erlangen? Das bist du, HErr! alleine. Uns reuet unsre missethat, Die bich, HErr! erzúrnet hat. Heiliger HErre GOtt, Heiliger starter GOtt, Heiliger barmherziger bei land, Du ewiger GOtt! Laß uns nicht versinken In der bittern todes noht! Kyrie eleison. 24 Mitten in dem ted ansicht Uns der höllen rachen: Wer will uns aus folcher nobt Frep und Mel. JEsu deine heilge wunden. 914. Freu dich nun, o meis angst, noht und quahl: Denn aus dieser jammer- höhle Ruft dich GOtt zum freuden- saal. Aus bes kümmernis und leid Führterdich zur feligkeit, Die kein ohr iemahls gehöret, Die bey JEsu ewig währet. 2. Bisher riefich nacht und tage Zu dem HErren meinem Gott! Reiß mich aus der creuzes- plage, Ach! ich wünscht und seufzte oft, Wie ein wandrer wünscht und hofft Seinen weg bald zu vols lenden, Auch mein leben bald zu enden. 3. Denn wie rosen auf der erde Unter scharfen dornen stehn: So muß Chrifti fromme heerde Unter angst und trübsal gehn. Wie die meere nie von wind, Sturm und wellen sicher sind: So ist auch auf dieser erden unser lauf stets vol beschwerden. 4. Belt und zwar in Codes- Ndhten. 4. Welt, tod, teufel, feelen schmerzen, Unser eigen fleisch und blut Plagen unsre arme herzen, Nehmen uns fast allen muht. Täglich drückt uns angst und noht, Creuz und leid ist unser brot: Wenn wir nur gebohren werden Findt sich iammer gnug auf erden. <. Von dem allerersten mors gen, Wenn wir aus dem bette Zeigen bange forgen, welche stündlich um uns stehn. Thränen müssen un fer wein, Sorgen unsre speise seyn: Wenn der tag auch schon vergangen, Sind wir doch mit noht umfangen. 6. Drum, HErr JEfu, gna den sonne, Der du ewiglich aufs gehst! Zeig miriego deine wonne, Mir, den dein verdienst erlöst: Hilf daß ich noch diesen tag Se ligzu dir fahren mag. Hilf mir, o mein licht und leben! Meinen seift bald aufzugeben. 7. Laß mich ist in todes- stuns den In dein' offne feite flichn; Laß mich, HErr! durch deine wunden Zu dem paradiese ziehu, Wo der schächer hingereift, Wo mich brot des lebens speist, Wo du mich mit klarheit schmückeft, Und in ewigkeit erquickest. 599 der. erde, Und mit ihr vereinigt werde. 10. Freu dich sehr, o meine seele! Und vergiß jezt noht und quahl. Chriftus ruft dich aus der höhle Dieser welt, zum freudens faal; Da sollt du in ewigkeitSchön verklåret, hoch erfreut Mit den engeln iubiliren, Und vor JEsu triumphiren. der mein 915. leben, Und sterben mein gerinn: Ihm hab ich mich ergeben, Mit freud fahr ich dahin. 8. Kann der mund schon nicht mehr sprechen, Ob gleich mein gehor verschwindt, Ob mir schon die augen brechen, Mein verstand sich nicht besinnt: Bist du doch mein licht, mein heil, Leben, wahr heit, schaß und theil, Der mich leitet und regieret, Und die bahn jum himmel führet. 9. Führ mich auf Elid wagen Durch die engel himmel an, Laß sie meine feele tragen, Wie sie Lazaro gethan; Laß sie dir im 2. Mit freud fahr ich von dans nen Zu Chrift, dem bruder mein, Daß ich mag zu ihm kommen, und ewig bey ihm seyn. 3. Nun hab ich überwunden Creuz, leiden, angst und noht, Durch seine heilge wunden Biu ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Fräfte brechen, Mein odem geht schwer aus, Wenn ich nicht mehr kann spres chen; HErr! nimm mein feufien auf. 5. Mein hert, sinn und gedans ken Zergehn schon, als ein licht, Das hin und her thut wanken; Weil mir die kraft gebricht. 6. Drum laß mich an dir kleben Wie eine klett am kleid, Und ewig ben dir leben, In deiner feligkeit. 7. Fein felig, fanft und stille, Gleich als vom süffen ton, Schlaf ich, weils GOttes willes mein troft ist GOttes sohn. 8. Jch sing im himmels- throne Ihm nun lob, ehr und preis, Wo ich nun ewig wohne, In ienem paradeis. Mel. Herzliebster JEfu was ze. [ chooſſe ruhn, Tröſt, erfreu und lab² 916. Mein fusk leib aus ØD: Kerben ist Dora Vom Code und Sterben 596 vorhanden; Ich werde fren von dieses Leibes banden: Wie soll ich aber wol und selig sterben Dein reich ererben? 2.Wie du, mein troft! am creuze bift gestorben; Und mir dadurch die feligkeit erworben: So laß auch mich auf deinen tod ab scheiden Zu deinen freuden. 3. Und was du noch züm lezten ausgesprochen, und deines vaters ber: damit gebrochen; Das will ich dir, in dem die augen brechen, Getrost nachsprechen. 4. Vergib, o vater! denen, die mich hassen, Die wider mich viel bosheit ausgelaffen: Vergib, die: weil die feinde nicht verstehen Was sie begehen. 5. Bergib auch mir, o vater! alle fünde, Und was ich jest noch bdses an mir finde. Vergib, wenn Reisch und blut mich wider wissen Von dir geriffen. 6. Ich hab, o JEsu! seele, leib und leben In meinem testament dir übergeben: Ich weiß, du wirst Die meinen heut und morgen Auch wol versorgen. 7. Ich übergebe sie zu deinen hånden, Du wolles sünd und fchmach von ihnen wenden! Du wirst, o vater! diesen meinen wil Ien Liebreich erfüllen. II. Jch aber will die feufier ties fer fassen: Mein GOtt! mein GOtt! du kannst mich nicht vers laffen: Dieweil du selbst von GOtt verlassen hingeft, und mich ums fingest. 12. Jch dürfie, GOtt! nach dir, ich schren und achie; Ich feufie nach dem himmel, ach! ich lächje Nach dir: nach dir, mein JEsu! dürst ich armer, O mein erbarmer! 13. Ach! laß mich nicht in meis ner noht versinken;- Laß mich die kraft aus deinen wunden trinken. Ich dürfte wie ein hirsch, laß dich erblicken mich zu erquicken. 14. Izt kömmt der troft, ist wird mein her; gelabet; it wird es schon mit Christi blut begabet. Jch bin nunmehr, was ich noch nie gewesen, Ich bin geneſen. 15. Es ist vollbracht: nun endet sich mein jammer; Nun, schwas cher leib! schlaf' sanft in deiner kammer, Bis JEsus kdmmt, der giebt mir diese glieder Einst schöner wieder. 10. Zwar fünd und hölle fangen an zu quälen, und angsten mich an meiner armen feelen; Weil ich dein wort in dieser fünden- bütten Oft überschritten. 16. Nimm meinen geift an meis nem letten ende, Otreuer GOtt! in deine vater hände. Ich bleibe dein, ich sterb in deinem namen. Sprich, JEsu! amen. Mel. Wer nur den lieben GOtt ze. 8. Drauf wendet sich mein herz von dieser erden: Dein paradies, 917. Mit dir, HErr JE, HErr! laß mein eigen werden, In beinem paradiese fiell mich heute Dir, HErr! zur Seite. fu! will ich scheis den; So leb' ich ewig dort bey dir. Dein lejtes wort im tod und leis den, Sey auch mein le: tes wort 9. Ach JEsu! zeige mir ist dei- allhier: Nimm, JEsu! mich, mit ne güte, Gib mir ein glaubig himmlisches gemühte, und richt es ganz nach deinem guaden- loh: ne, Der lebens- crone. deinem sinn Vereinigt, aus dem leben hin. 2. Von herzen fey es euch vers geben, Den vater ruf ich für euch an, Die ihr in meinem ganzen leben mir irgend was zu leid ges than: Mein JEfus hat auch euch geliebt, nicht ihr, die fünd' bat mich betrübt. und war in Codes: Nihten. 597 3. Der mutter bruft des aller- reich mir deine hände zu, lub höchsten, Des sohnes ewigfester führe mich zu deiner ruh. treu Befehl ich euch, ihr meine nächsten! So mach ich mich der forge frey, GOtt forge lebenslang 918. Alle menſchen müſſen für euch, und mache leib und seele reich. 4. Noch heut( hör ich dich, JE fu! sagen) Bist du bey mir im pa radies: Auf dis versprechen will ichs wagen, Uch mach es, JEsu! doch gewiß; Laß nunmehr alle meine pein Bey dir mit troft vers füffet ſeyn. s. Mein JEsu! hdre du mich armen In meiner größten bangig leit; Hör meine feele mit erbar men, Die jego laut und sehnlich fchrent: Ach tränke mich, du lebensfürst und freuden- quell, nach der mich dürft! vergeht wie heu: Was nur lebet, muß verderben, Soll es wieder werden neu. Dieser leib muß erf verwesen; Soll er anders einst ges nesen, und erstehn zur herrlichs keit, Die den frommen dort bereit. 2. Darum will ich dieses leben, Weil es meinem GOtt beliebt, Auch ganz willig von mir geben, Bin darüber nicht betrübt: Denn in meines JEfu wunden hab ich schon erlösung funden, und meintrost in todes noht If des HErter JEſu tod. 3. JEsus ist für mich gestors ben, und sein tod ist mein gewinn. Er hat mir das heil erworben, Drum fahr ich mit freuden bin Aus dem fünden welt- getümmel, Aus der trübsal in den himmel, Da ich werde jederzeit Schauen die dreyeinigkeit. 1 4. Da in jenem freuden leben Coviel tausend feelen schon Mit 7. Es ist vollbracht, dudes himmels glans umgeben, haft erhöret Mein HErr Dienen GOtt vor seinem thron: und Gott! ich sterbe wol. Da die seraphinen prangen, und Mein JEsu! du haft mir se dis hohe lied anfangen: Heilig, währet, Daß ich mit dir ver- heilig, heilig heißt GOtt der scheiden soll. GOtt lob! der vater, sohn und geist! alles wol gemacht, Gott ewig preis, es ist vollbracht. 8. Nimm, vater! nimm in deine hände Den geist, den nun mein feelen- hirt, Mein JEfus, an dem lebens ende Von diesem leibe scheiden wird. Er geht zu ihm in himmel ein, Da kann er ewig felig seyn. 5. Dadie patriarchen wohnen, Die propheten allzumahl, Wo auf zwölf erhabnen thronen Sizet der apostel zahl: Wo in so viel taus send fahren Alle fromme hinges fahren, Deren ieder GOtt ju ehr'n Läßt sein halleluja hör'n. 6. O Jerusalem, du schöne, wie helle glänzeft du! Wie ein 9. Dis soll mein wort und sinn lieblich lob getdne Hör ich leit verbleiben, Wenn mir auch wort in stiller ruh! O der groffen freud und sinn vergehn. Du wirst mirs und wonne! Jeho gehet auf die in die seele schreiben, O JEful sonne, Jezzo geht mir au der top, Chriß! und bey mir stebn; No Der kein ende nehmen mag. Op z Nun6. Mein JEsu! hast du mich verlassen? Nein: GOtt verließ bich ia für mich. MeinGOtt! hie ben will ich dich faffen, Giebt gleich ber tod den leiten stich; Mein GOtt! wenn mir das Herz ia bricht, Mein GOtt, mein Gott! berlaß mich nicht. 598 7. Nunmehr hab ich schon er blicket Jenen glanz der herrlich. Leit; Jezzo werd ich schon ges schmücket mit dem weiffer Himmels- kleid. Mit der güldnen ehren- crone Steh ich schon vor GOttes throne, Schaue solche freuden an, Die kein mensch beSchreiben kann. 8. Nun hier will ich ewig wohnen: Hinterbliebne, gute nacht! GOtt woll' euch die treu belohgen, Die ihr habt an mir vollbracht; Allen meinen anverwanten, Freunden, lieben und be: Fannten Wünsch ich nochmahls gute nacht! Gott sey lob! es ist vollbracht. Bom Code und Sterben 2. Das machet Chriftus, GOt tes sohn, Der treue heiland, Den du mich, HErr! haft laffen sehn: Und machst bekannt, Daß er mein beil und leben sey In noht und auch im sterben. 3. Den hast du allen vorgestellt, Mit grossen gnaden: Zu seinem reich die ganze welt Heissen laden, Durch sein heilsam theures wort, Das überall erschollen. 4. Er ist das heil und selge licht, Für die heiden, Zu erleuchten, die dich kennen nicht, und sie zu weiben: Er ist deins volkes Israel Preis, ehre, freud und wonne. 2. Nun wird das net zerrissen, Das sünd und welt gelegt. Balb lieget mir zu füffen Was noht und fchmer; erregt. Mel. Chriftus der ist mein leben. 920, Balb hab ich über wunden: gus 3. Die wahlstatt ist gefärbet Mit meines JEsu blut, Derais les selbst ererbet, Was meiner feele gut. 919. Mit fried und freud feinde neid: fahr ich Weils GOttes wille: Getrost ist mir mein herz und sinn, Sanft und stille, Wie GOtt mir verheif sen hat. Der tod wird mein schlaf werden. 4. Erreicht mir schon die crone Die meine scheitel deckt, Als die er mir zum lobne Des glaubens vorgesteckt. s. Den rock von weisser seide Legt mir nun JEsus an, Woich auf sions weide Dann rosen bres chen kann. 6. Er hat mich eingeschrieben Ins buch der feligkeit: Da bin ich auch geblieben, Trok aller 7. Da löscht mich weder füns de, Noch tod, noch teufel aus! Dort wo ich JEfum finde, If meines vaters haus. 8. Dort ernt' ich lauter freus den Nach milder thrånen saat, Die Christi blut und leiden Mir längst erworben hat. 9. Nun HErr! nun muß ich scheiden, Ach hilf, ach! laß mich nicht: Hilf, daß mein herz voll freuden Sanft, still und selig bricht. 10. Ach reiffe nur die stride Des lebens bald inzwey, Daß ich dich bald erblicke, und ewig bey dir sey. II. Zu guter nacht, o erde! Du himmel! sey gegrüßt, Wo ich getrösstet werde Mit dem, was ewig ist. 12. Mein glaube geht zum schauen: Ich zieh als pilger ein, und werd in GOttes auen Ein froher bürger seyn. Chrißi wunden In ienes ßiernen- 92LG sit beran, Das id te nacht, o welt! Ich zieh durch Mel. Wie schön leucht und der 2. Ott lob es kommt die telt. Die and wae tu Codes- Nöhten 599 die hoffnung haben kann, Bald von diesem bösen leben. Jekund trägt der weit zu scheiden. Wie wünscht man mich in das grab; Darauf ich mich so manches mahlAus die wird sich anheben Die neue freud fem thranen vollen thal Zu meil und seligkeit Bey Christo, mei nes JEfu frenden! Sehnlich Hab nem HErren, Die allen frommen ich Dieses leben Aufzugeben Oft dort bereit, Das ist die cron der begehret, Bis mich Gott nun ehren. mehr erhöret. 2. Derteufel und die bdse welt Hat mir hie täglich nachgestellt, Um mich in noht zu bringen. Die fünde, die mir angeklebt, Mein fleisch und blut, das widerstrebt In allen guten dingen, hat mir Nie hier Zugegeben, So zu leben Wie ich sollte, Und von berzen gerite wollte. 2. Der leib verivest ¡ war gar: und gar, Und muß zu staube wers den: Doch hieraus wird ein corper klar, Der nicht mehr hier auf erden, Nein, sondern dort bey JEfu Chrift Ohn jammer und elende Verbleiben wird zu aller frist, Der sich von GOtt nicht wende. 3. Es kam zu alle diesem noch Der trübfal hart und schweres loch, Das mußt ich öfters tragen. Bald kam verfolgung, haß und neid, Bald krankheit, schmeri und andres leid, und sonst viel tausend plagen. Drum ich Sehnlich GOtt deswegen Angelegen, Meinem Leben Bald ein selig end zu geben. 4. Nun die erlösung nahet sich: Gott lob! deswegen mach ich mich Gefaßt zur himmels reise. Da werd ich nun in kurzer zeit Ben Gott, mit Gott, in GOtt er frent, Den ich dann ewig preise. Ewig Werd ich um ihn schweben, Ben ihm leben: Welche freude Find ich nach dem kurzen leide! 5. Nun so beschließ ich meinen lauf: HErr JEsu! nimm den geißt nur auf In deine treue hände. Ich sterbe, komm und laß mich nicht: Gib, daß mein herz bald selig bricht, Gib mir ein sanftes ende; Daß ich Ewig GOtt dort oben Mdge loben, Dir lobsingen, Und ein ewig dant- lied bringen. 3. Solch ewig leben hat er mir und jedermann erworben. Der tod harrt' auch vor meiner thür, Bis ich nunmehr gestorben: Und dieses ist der fünden schuld, Wir müffen alle sterben; Jedoch läßt Gott nach seiner huld Die glaubs gen nicht verderben. 4. Nein: wie ein weijen- Förnes lein Gefået wird mit fleiffe, Vers fault und grünt hernach sehr fein: So müssen gleicher weife Die frommen christen in der erd Ein' weil verscharret bleiben; Hernach erstehn sie unversehrt, Mit schön verklärten leibern. 5. Ich hab auf meinen JEsum Christ Mein hoffnung, thun und lassen Gestellt, der auch zu jeder frist Mein heiland ist gewesen. Der wird die lieben freunde hier, Die ich muß hinterlaffen, Beschirs men und mit grosser zier Auch endlich zu sich faffen. 6. Drum lasset alle traurigkeit, Hört auf, mich zu bersei, nen; In mir ist nichts als lau ter freud, Weils GOtt fo gut will meinen: Ja meine seele preiß den HErrn Für solches freuden, leben, Was könnt ich herrlichers begehru? GOtt wolls euch allen Auf, 922. M vollendet bab In geben. Mel. Was mein Gott will zc. ein wallfahrt ich Vp 4 .600 Bom Code und Sterben Aufmunterung an einen Sterbenden. Mel. JEsu deine heilge wunden. 923. Werde unter, liebe ist es bald geschehn, Daß du aus der leibes- höhle Wirft zu Chrifti freuden gehn. Alles leiden, creuz und noht Endet sich nun durch den tod. Nunmehr wirst du über winden, und ein besser leben finDen. 2. Schaue nur, die engel schwes ben um dein bette, welche dir Das geleite wollen geben, Bis zur febduen himmels- thür. Schaue nur: GOtt sendet schon Von der allmacht gnaden thron Den tri umph- und ehren- wagen, Der soll dich zum himmel tragen. 3. JEſus heißt dich zu sich kommen: GOtt dein vater wartet dein, und räumt dir bey jenen frommen Die bestimmte wohnung ein. Er hält dir das weisſe kleid Und die crone schon bereit, Dieſe follt du frey von plagen, Ewig und mit freuden tragen. 4. Drum, oseele! sey doch fer. tis, Eile dahin, wo die zahl der erlösten dein gewärtig: Diese reis eben allzumahl Dir bereits die hat de dar; Ja, die ganze frohe schaar Rommt mit heiligem verlangen, Dichvoll freuden zu empfangen. s. Und daben sind viel der deie nen, Deren herzens wunsch schon ik, Daß du mögtest bald erscheis nen, Weil du sehr willkommen bist. Denke, wie wird dir geschehn, Wenn du die wirst wieder fehn, Welche dir vor vielen jahren Durch den tod genommen waren thron, Wo sie mit erhöhtem ton JEsu lob und dank erweisen, Und Gott ewig also preisen: 7. Lob und preis mit ehren Sey dir, HErr! daß unfre tahl Sich noch täglich muß vers mehren: Sonderlich daß dieses mahl Auch dis dir geliebte kind Sich in unsern chdren findt: Laß doch bald die andre frommen Aus der welt auch zu uns kommen. 8. Dann wird dich Gott selbs umfangen, und mit lieb und freundlichkeit Dir abwischen von leid Dir hie ausgepresset hat. Et den wangen Alle thrănen, so das wird au derselben statt Dir sein himmlisch freuden- leben Ewig ju besigen geben. 9. Da weißt du sodann von füns nicht. Lauter wonne wirst du fins den, Elend, creuz und jammer den, und vor GOttes angesicht Lebst du dann in ewigkeit Herrs lich, in vollkommenheit, Die dir Christi blut erworben, Als er selbs für dich gestorben. 10. Nun, geliebte feele! reife Hinzu deinem lieben GOtt. Wol dir! denn auf solche weise Endet sich auch deine noht. Eile nur aus dieser zeit, Freue dich der feligleit: Da wird, mehr als wir verstehen, Dir es ewig wol ergehen. II. Weh uns aber! denn wir müssen Noch im jammerthale sehn; Da wir leider! noch nicht wissen, wenn wir dich dort wies kann, Sich auch uns in gnaden all, der sehn. GOtt! der alles wenden Laß uns bald von allem bösen, Durch den sanften tod erlöſen. 6. Diese auserwählte from: Bey Begräbniffen. men, Nebst den engeln, heiffen Mel. Nun laßt uns den leib 26. dich Tausend tausendmahl wills Emmen, Führen dich dann praes: 1924. Nun laffet uns den leib begraben; Dies tiglich hin vor deines GOttes weil wir keinen weifel baben, Er werde und zwar bey Begräbniffen. 601 werde wieder auferstehn, und führ uns ein, Wo wir auch ewig fhön verklärt jum himmel bey dir seyn. gehn. 2. Er ist nur erd' und von der erden: Drum muß er wieder erde 925. Nun laßt uns den leib werden. Jedoch nach dieser zeiten lauf Steht er von dieser erden Weil wir keinen zweifel haben, Er werd am jüngsten tag aufstehn, und uns verweslich hervor gehn. auf. 3. Sein geift, befrent von 2. Er ist erd, und von der erden, schmerz und leiden, Lebt unter Wird auch zur erd wieder werden, deß ben GOtt in freuden: Denn Und von der erd wieder aufs feines JEsu blut und tod Entstehn, Wenn GOttes posaun wird reisfet ihn der hollen- noht. 4. Sein leiden, trübsal, noht und plagen Sind nun durch seinen todzerschlagen. Nur hier er trug er Christi last, Dort ist es lust, was ihn umfaßt. 5. Jft nun auch gleich der leib gestorben; So bleibt der geist doch Unverdorben: Denn dieser ist in GOttes hand, Und jener schläft im Fühlen fand: 6. Bis daß ihn GOtt am jungken tage, Vollkommen frey von aller plage, Erweckt und jauch jend dahin führt, Wo er dann swig triumphirt. 7. Hier ist er nur in angst ge wesen; Dort aber wird er einst ge nesen, Wo er so gar der sonne gleicht und in vollkommner wonne leucht't. 8. Nun schlafet sanft, erblaßte glieder! Wir unterdessen fallen nieder, und bitten dich, getreuer GOtt! Verleih uns einen sanften tod. angehn. 3. Sein' feele lebt ewig inGOtt, Der sie allhier aus lauter gnad Von aller sünd und missethat Durch seinen sohn erlöset hat. 4. Sein jammer, trübfal und elend Ist kommen zu ein'm sels gen end: Er hat getragen Chrifti joch, I gestorben, und lebet noch. 5. Die feele lebt ohnt alle Flag, Der leib schläft bis am jüngken tag; An welchem GOtt ihn vers klaren, und ewger freud wird ges währen. 6. Hier ist er in angst gewesen. Dort aber wird er genesen, In ewiger freud und wonne Leuchten wie die helle sonne. 9. O JEsu! deffen blut und Kerben uns von welt, fatan und verderben Ganz frey gemacht, ach! 7. Nun lassen wir ihn hie schlafen, und gehn all' heim unfre straffen: Schicken uns auch mit allem fleiß, Denn der tod kömmt uns gleicher weis. s. Das helfuns Chriftus unser trog, Der uns durch sein blut hat erlöst Von teufels g'walt und ewger pein: Ihm sey lob, preis und ehr allein. II. Von der Auferstehung der Todten. Del. JEsu meines Lebens leben. lange satt gepreßt. Doch ihr dürs fet nicht erschrecken, Daß euch 926. Bebt zu grabe, müde Denn ihr schließt des lebens rest, Legt die steigt, wenn JEsus ruft, Wieders bange forgen nieder, Die euch lum aus eurer gruft. 901 30* 002 Von der Auferschung der Zodten. 2. Ihr jerfallet zwar als schers| folgt der zeit Ganz gewiß di: ben, Als ein haus, das nicht mehr ewigkeit. hält: Doch die feele kann nicht Herben, Ob ihr wohnhaus gleich serfällt. Ob den leib gleich moder drücket, Wird sie doch bey Gott erquicket, Und geniesfet nach der zeit Der gewünschten ewigkeit. 3. Müffet ihr gleich zur verwez fung In des todes kammer gehn; gweifelt nicht an der genesung, Ihr sout herrlich auferstehn. Was euch jest für schwachheit drücket, Wird denn völlig weggerücket; Wenn den höchsten leib und geift Wiederum vereinigt preist. 4. D! wie freudig kann der ster ben, Der in solchem glauben ftirbt! Weil er weiß, daß im verberben Seine seele nicht verdirbt; Denn bleibet unverlohren. Mel. Nun freut euch liebe ze. weiß, daß mein ers Wer demnach aus Gott geboh: 927. It ferlebt, dastan ren; Legt den zweifel völlig ab, Und geht hoffnungs- voll ins grab. <. Aber, ach! wie viele leben In die welt so frech hinein, Daß fie sich ihr ganz ergeben, Gleich als folgte keine pein Auf den frevel threr thaten. Ach! wie wollen sie sich rahten, Wenn das groffe weltgericht Einsten durch die wolken bricht? 6. Dieses wird nicht auffen bleiben, Lacht ihr spätter immerhin! Gott wird schon die rechnung schreiben, und euch vor gerichte liehn, Daß die bösen nebst den frommen Den verdienten lohn be tommen; Euch erwartet schmach and hohn, Dieser lämpfen folgt Der lohn. 8. Darum ziehe meine sinnen Von der eitelkeiten wust, Zu des himmels hohen sinnen, zu der ewig füssen luft. Muß ich hier mit Iswen kämpfen, So hilf ihren hochmuht dämpfen: Sprich mich ihres grimmes frey, Und brich ihs ren zahn inzwey. 9.kommt es endlich zu dem ende; Ey! so nimm, HErr! meinen geißt In die treue vater- hände, Des nen ihn kein feind entreißt. Laß mich dort auf falems höhen Bey den auserwählten stehen, und vou deinem glanz und schein Ewig un getrennet scon. 7. GOtt, der du vor allen zei ten Ewig und unendlich bist! Hilf mir diesen wahn bestreiten, Der in vieler herzen ist. Gib, daß ich für meine feele Jederzeit das bege wäble. Denn ich weiß, es mich nicht betrügen: So lang mein glaube an ihm klebt, Werd ich nicht unterliegen. Nimmt gleich der tod mein leben hin; Ges nug, daß ich versichert bin, Mein JEsus wird mich wecken. 2. Er wird mich denn mit dies fer haut Und diesem fleisch umges ben: Denn was er ihm zur ehr erbaut, Muß ewig mit ihm les ben. Mit diesem meinen augens licht Werd ich ihn selbst, kein fremder nicht, Den lebens- fürsten schauen. 3.So komm, o tod! wenns GOtt gefällt, Nimm an die müden glies der. Verlaß ich gleich den bau der welt, Dort find ichs beffer wieder: mir sichet in der ewigkeit Die schönste wohnung schon bereit, Die nimmermehr zerfället. 4. Wird auch mein leib zu as und staub, Ein scheusal dieser ers den, Der maden und der würme raub; Wird er doch herrlich wers deu: Weil der auch meinen flaub ber 603 bewacht, Der diese welt aus mchts gemacht, und die gebeine zählet. GOtt wird dann von mir geschaut Selbst in diesem meinem leibes und in diesem fleisch seh ich Meis nen JEsum ewiglich. 5. Ist JEfus wieder aufgewacht; So giebt er mir die glie6. Dieser meiner augen licht der, Wenn einst der lette donner tracht, Voll kraft und leben wie Wird ihn, meinen heiland, tens der. Er läßt aus seiner sieges- nen. Selber ich, kein fremder hand, Womit er tod und hölle nicht, Werd in seiner liebe brens band, Die seinen sich nicht neh nen: Nur die schwachheit um und an Wird von mir ganz abges men. Bon der Auferstehung der Eodten. 6. Nimm dann, o schöpfer! meisthan. nen geist In deine vater: hände. Wenn meines Lebens band zerreißt, und ich die wallfahrt ende; So zeige mir in deinem licht von angesicht zu angesicht, Daß mein erlöser lebet. Meloden 8. Efus, 928.3 licht und mein heis land, ist im leben, Dieses weiß ich: follt ich nicht mich darum zu frieden geben? Was die lange to des nacht mir auch für gedanken macht. 2. JEsus, der mein heiland, lebt; Ich werd auch das leben schauen, Seyn, wo mein erlöser schwebt: Warum sollte mir dein grauen? Läffet auch ein haupt feinglied, Welches es nicht nach sich zieht? 7. Was hie kraftlos seufzt und fleht, Wird dort frisch und herrs lich gehen: Irdisch werd ich aus. gesa't, Himmlisch werd ich auf. erstehen: Hier geh ich natürlich ein, Nachmahls werd ich geifts lich seyn. 8. Seyd getroft und hoch- ers freut, JEsus trägt euch, meine und rigkeit! Sterbt ihr? Chriftus ruft euch wieder, Wenn einst die pos faune klingt*, Die auch durch die gråber dringt.* 1Cor. 15, 52. 4. Ich bin fleisch, und muß daher Auch einmahl zu asche werden; Dieses weiß ich: doch wird er Mich erwecken aus der erden, Daß ich in der herrlichkeit um ihn seyn mag allezeit. 9. Lacht der finstern erdetts kluft! Lacht des todes und der höllen! Denn ihr sollt euch durch die luft Eurem heiland zugesels len: Der legt schwachheit und verdruß Böllig unter fuß. curen 10. Nur daß ihr den geift ers hebt Von den lüften dieser erden, 3. Ich bin durch der hoffnung und euch dem schon jest ergebt, band Ganz genau mit ihm ver Dem ihr beygefügt sollt werden. bunden: Meine starke glaubens- Schickt das herz jest dahinein. hand Wird in ihn gelegt befun- Wo ihr ewig wünscht zu seyn. den, Daß mich auch kein todes: bann Ewig von ihm trennen Mel. Was GOtt thut das ift 26. fann. 929. Ich freu mich auf die ich soll auferstehen, und GOtt in schönster herrlichkeit, und meinen heiland sehen: Da werd ich seyn In der gemein Der auserwählten frommen, und zu den vătern tommen. 2. Ad! 1. Dann wird eben diese haut ich umgeben, wie ich glaube: 604 Bont dem füngsten Gerichte. 2. Ach! kam die stunde bald nicht Ein tag voll angst und Beran: Die ftunde der erlösung: fchmerzen, Wie den verruchten Die funde, wo ich hoffen kann herzen. Croft, freyheit und genesung: Wo engeln gleich, Jm himmelreich Mich wonne, pracht und leben In ewigkeit umgeben. 4. Ich hoffe dann den gnadens lohn Durch Chriftum zu erlans gen, und vor des allerhöchsten theon Im schönsten schmuck zu 3. Ich weiß, daß ich durch JE prangen: Komm JEsu! doch, fum Chrift, An den ich herzlich Komm heute noch, Mich bey dir glaube, Der meine auferstehung zu erquicken, und ewig zu beglüts is, Auch nicht im tode bleibe; fen. Und fein gericht Ift mir dann III. Von dem jüngsten Gerichte. el. Kommt her zu mir spricht 2c. siehst, o mensch! 930.D" wie fort und fort Der eine hier, der andre dort, Uns gute nacht muß geben: Der tod bält keinen andern lauf, Er sagt sulezt die wohnung auf uns allen, die wir leben. 2. Bedenk es weislich in der seit, und fleuch den schiaf der sicherheit, Sen augenblicklich wacker: Denn sieh, es bleibet nicht dabey, Daß hier dein leib begraben fen Auf einem gottes: was sich stürzen kann, Fallt ber mich zu bedecken. <. Ach Gott! kömmt mir dis artheil vor, So steigen mir die baar empor, Mein herz fühlt angt und sehrecken. Ihr hügel, Bebt ein böfer au, Jbr berg', und 6. Du aber, meine zuversicht, HErr JEsu! laß dein zorn- ges richt, Ac laß es mir nicht swas den! Zeig deinem vater den vers trag, Damit ich dort einst hören den. mag Den füffen spruch der guas und weil ich noch bey kraften bin, 7. Bereite mich bey gutem sinn, Durch deinen geißt zum sterben. und laß mich dann nach dieser jeit, Der feelen heil und seligkeit Durch dein verdienst ererben. acker. 3. Wir werden aus den gräbern gehn, und alle vor gerichte stehn, Das Christus selbst wird hegen: Denn auf der engel feld geschrey Mel. Wacht auf ihr chriften ze. Die glut bis groffe welts gebau 931.Das blinde volk der Wird in die asche legen. 4. Alsdenn wird erstlich aller welt Straf' und belohnung vor. gestellt: Die fünder sollen büffen, und sich dann ohne trug und fchein Selbft flager, richter, benker seyn, Verdammt durch ihr sewiffen. Das keine hoffnung hat, Empfindet grosses leiden, und ist ohn allen raht, Wenn ihm was liebes ftirbet: Uns lehrt des glaubens kraft, Daß keis nerie verdirbet, Den hier der tod wegrafft. Weil Chriftus auferfianden, So wird er dich und mich Auch aus den todes banden Erretten kraftiglich; Zum allerersten wers den Die tobten auferstehn, Eh als les volk der erden Wird vor ges richte gebu. Bon dem Jüngsten Gerichte. 60% 3. Er felbst der HErr der her: Wie ist es dann um dich bes ren Wird durch ein feld- geschren Bezeugen weit und ferren, Daß er Jugegen fen: Des engels wort wird schallen, Wird sagen: kommt herfür! Zu denen menschen allen So je geweseir hier. 4. Er wird uns, die wir leben, Vom erden- freis zu sich Hin in die wolken heben; Da wir denn ewig lich Beym HErren wohnen wer den. Glaubt sicherlich und frey, Daß unser tod auf erden Des le bens anfang sey. *. HErr JEsu! komm und eile Bu halten dein gericht: Gib, daß wir mittlerweile, Im glauben wanken nicht, Uns dazu fertig machen, und immer feyn bereit Mit beten und mit wachen, Bis timmt die rechte zeit. stellt? 4. Es ist darum mit dir nicht aus; Muß ienes groß erschaffne haus Gleich in sein nichts verfals len. Ob erd und himmel gleich verbrennt, und jedes element sich trennt, So bleibst du doch vor allen: Denn deine seele ist ein geist, Der ewig und unsterblich heißt. <. Der todte leib wird aufers fehn, und aus des grabes höhle gehn, Der feele sich verbinden s und gleich von solcher stunde an, Nachdem, was er allhie ges than, Gnad oder strafe finden. Die himmels luft, die höllens pein Wird beiderseits auch ewig seyn. 6. Ach was für angenehme luft Wird dort der auserwählten bruft In ewigkeit geniessen! Hingegen die verdammte schaar Wird mit den teufeln immerdar Zu neuer Der Die ohne maaß und ende wäbrt, Und die verfluch ten nie verzehrt. Mel. 39. O ewigkeit du donner zc. 932. Auf, auf mein seift, tag des HErren nahet sich, Ein tag, der ganz voll schrecken, Voll tummer, angst und jammer ist, Wofern du nicht bereitet bist: Drum laß dich doch erwecken, Daß dich derselbe groffe tag nicht unbereitet finden mag. 2. Du weißt, daß GOttes mun der- macht Die ganze welt hervor: gebracht: Doch dieses prachts gebäude Wird endlich auch sein ende sehn; Und das wird ganz gewiß geschehn.GOtt schwört mit einem eide, Daß einsten erd und himmel bricht, Sein wort allein vergehet nicht. 3. Du thörichter verblendter finn, Wonimmst du deine zuflucht hin? Zur welt? die doch verge: bet, Und zwar in einem kurzen. nu: Die selbst, und ihre pracht dazu, Schon nah am ende stehet; Wenn sie nun in einander fällt, 7. Willt du derselben noht ents flichn; So mußt du dich mit ernß bemühn Die fünden zu verlafs fen: Du must wahrhafte buffe thun, In JEsu wunden gläubig ruhu, Und sein verdienst umfass fen. Wer dieses sich zu eigen macht, Dem ist der himmel jus gedacht. 8. Um GOttes willen säume nicht! Es kann das grosse welt- ges richt Eh'r, als du meinst, erscheis nen. Drum wache stets, und sey bereit, So darfst du deine sichere heit nicht ewiglich beweinen: und du erlangst das schöne ziel, Das ende komme, wenn es will. 9. HErr JEsu! gib, daß solcher tag Mich wol bereitet finden mag, Laß mich zur rechten fiehen; Ruf mir mit freud und liebe ju: Ges treuer 606 Von dem füngsten Gerichte. treuer Frecht, du sollt zur ruh, fie hier betrübet, Verdammt eing Der auserwählten gehen. Dann GOttes sohn. schenke mir in tenerzeit Die crone der gerechtigkeit. Mel. O GOtt du frommer 20. wird der 933.28 aut 934.€ tas, Eit frendent sten alle! Wacht auf und seyd bereit In diesem iam merthale: Wacht auf, es ist schon feit. Der HErr wird nun bald kommen, und zum gerichte gehu, Die sünd'r wird er verdammen: Wer wird vor ihm beßtehn? tag der frommen, Der bösen quahl und pein, Nun bald und plözlich kommen: Wol dem, der sich mit ernst Auf diesen tag bes reit't: Weh dem, der dis vers säumt, Weh dem in ewigkeit! 2. Geld, gut kann da nicht rahten, Es hilft nicht hoher muht: Du mußt es kur; verlassen, Wenn Edmmt der bittre tod. Bist du gleich schon von farben, Bist du gleich jung und reich: GOtt kann dich bald verderben Im augenblick der zeit. 3. Darum ihr chriften alle, Die hie beysammen seyd, Laßt euren bochmuht fallen, und wartet auf die zeit. Wollt ihr bey JEfu leben, So fucht das ewge gut: Er wirds euch reichlich geben, And helfen aus der noht. 4. GOtt's wort ist uns gegeben Aus groff'r barmherzigkeit, Daß wir darnach soll'n leben, und ma chen uns bereit: So laßt uns das nun fassen, und kleben fest daran; Woll'n wir das nun verlassen, So ists mit uns gethan. 2. Hilf GOtt! daß ich mit fleiß So früh als spät bedenke, Was dort geschehen wird: Ach! rüht mein herz und lenke Mich von der eitelkeit; Laß mir vor augen stehn, Wie alle menschen einst Nur an wey orte gehn. 3. Hilf mir in dieser welt In diesen lezten zeiten, mich jeden augenblick Recht würdig zu bes reiten Zum leiten augenblick: Ja mach mich selbst bereit Zum tod, zum jüngsten tag, Zu ies ner herrlichkeit. 4. Laß mich den lebens- lauf Allein zu Jesu wenden. Hilf, was ich nicht vermag, Durch deine traft vollenden; So ist dein wort: kommt her! Ein lebens- wort für mich; So preis ich deine treu Dort, höchster! ewiglich. s. Ach! war der nie gebohren, Der GOttes wort veracht! Es ift Mel. JEsu deine beilge wunden. mit ihm verlohren, Er wandert 935. Es sind schon die lezte in der nacht, Voll laster und voll schande, Er spott't mit GOttes wort: O weh! die höllen- bande Erwarten ihn schon dort. teiten; Drum, herz! bereite dich. Das gerichte kömmt von meiten, Seine zeichen teigen sich: Himmel, erde, luft und meer Machen sich, als GOts tes heer, Auf, zur rache sonder schohnen, Ueber die im finstern wohnen. 6. Der armen nobt und grå men Laßt euch zu herzen gehn, Daß fie euch nicht beschämen, Wenn ihr vor g'richt sollt stehn: 2. Es ist alles faft verdorben Ju Denn wer den armen giebet, Er der ganzen christenheit: Glaub langt den gnaden.lobu; Den, der und liebe find erstorben, Alles lebt Von dem füngsten Gerichte. 607 lebt in eitelkeit. Alles ist in sichers, ten, und mach selber bahn und heit, als wie dort zu Noah zeit: Denn ach! fast die meiste christen Folgen ihren bösen lüften. play, Daß dein zion werd erbaut, und laß diese deine braut Von den banden dieser erden Bald, ach! bald erlöset werden. 3. Heucheley und fünden leben Herrschet und nimmt überhand. Gott und menschen widerstreben 936.€ Iſt durch alle welt bekannt: Got 936.Es ist gewißlich an der Daß tesfurcht ist sehr veracht't, Und die fohn wird kommen In seiner grofs bosheit wächst mit macht. Wie sen herrlichkeit, zu richten höf ist denn der welt zu rahten Bey sound fromme: Dann wird vielen frevelthaten? das lachen werden theur, Wenn alles wird vergehn im feur, Wie Vet rus davon schreibet. 2. Pet. 3,12. 4. JEsus wird bald selbst ein brechen: Er hat sich schon aufgemacht, Sein erwähltes volk zu rachen; Denn dis seufzet tag und nacht. Darum hebt das haupt empor Zu des himmels thür und thor, Daß ihr euer heil um fahet, Weil sich die erlösung nahet. 2. Posaunen wird man hören gehn Bis an der welt ihr en dez Darauf bald werden auferstehn All todten gar behende: Die aber noch das leben hab'n, Wird GOtt der HErr von stunden an Vers wandeln und verneuen. s. Wenn der baum jezt knospen tråget, Sagt uns dieses hoffe nungs- kleid, Daß sich frost und tälte leget, Daß der sommer nicht mehr weit: Ach! jest läßt der frommen flehn, Angst und schmerz, die knospen sehn; Und die noht der schweren zeiten Lehrt uns dies les gleichniß deuten. 6. Wächst das reich der finster niffent, So wächst auch des lichtes reich: Jenes wird bald weichen müssen; Aber der gerechten zweig Wird in steter blüte stehn, Wird die welt gleich untergehn. Darum freuet euch, ihr frommen! Euer JEsus wird bald kommen. 7. Hütet euch, daß ihr indessen Eure herzen wol beschickt, und fie nicht mit faufen, fressen, Noch mit nahrungs- forgen drückt; Daß nicht dieser schwere tag Wie ein blik und donnerschlag Ueber die auf erden wohnen Schrecklich tömmt, ohn einig schonen. 3. Darnach wird man ablesen bald Ein buch, darin beschrieben, Was alle menschen jung und alt Auf dieser welt getrieben: De dann gewißlich jedermann Wird hdren, was er hier gethan In ſei nem ganzen leben. 4. O weh demselben! welches hat Des HErren wort verachtet, und nur auf erden früh und spat Nach lust, geld, ehr getrachtet: Er wird fürwahr gar schlecht besteht, Ind mit dem satan müssen gehn Von Christo in die hölle. s. OJEsu! hilfur selben zeit, Hilf wegen deiner wunden, Daß ich im buch der seligkeit Werd eingezeichnet funden: Woran ich denn auch zweifle nicht, Denn du hast ja den feind gericht't, Und meine schuld bezahler. 6. Deshalben mein erbarmer fey, Wenn du nun wirft erscheis nen: Und lies mich aus dem buche frey, Darinnen fehn die deinen 8. Nun, wir folgen deinen wors Auf daß ich sammt den brüdern ten, JEfu, theurer seelen- schat! mein Mit dir geh in den himmel Stobr der bollen tros und pfors sin, Deu du uns selbst erworben. 7.0 608 Von dem jüngsten Gerichte: 7. DJEfu Chrift! du machst es| Durch feuer soll verzehret werd'n lang Mit deinem jüngsten tage: Den menschen wird auf erden bang Von wegen vieler plage. Komm doch, komm doch, du rich ter groß! Und mach uns bald in gnaden los Von allem übel, amen. Kyrieleis. 2. Da wird erschrecken alle welt Wenn sie der fallstrick überfällt Ganz unversehns mit eil und macht: Wie ein dieb einbricht ben der nacht. Kyr. 3. Der starke sieges held alss bald Wird sehen laffen sein ges walt, Die menschen durch pos faunen- schall Dann vor sich fors er groffe tag des dern allzumahl. Kyr. 937. D'Erren, Der tag jur rach bestellt, Kann jest nicht mehr seyn ferren, Nah ist das end der welt: Drum mensch, bey zeit Dein her bereit; Steh auf vom schlaf der sünden, Damit dich nist GOtt im gericht Untüchtig möge finden. 2. Er selber wird aufschlagen Die bücher, und daraus Genau zu jedem sagen, Wie er gehalten haus: Drauf wird mit spott Der fünder rott Bald zu der hölle müssen, Da allzumahl Amort der quahl Sie ewig werden büffen. 4. Sehr wunderbarlich wird es feyn, Wenn alle todte groß und klein Stracks aus den gräbern auferstehn, und vor ten strengen richter gehn. Kyr. *. Niemand sich da verbergen kann, Er muß hervor und auf den plan. Der muß da selber vors gericht, Der alles hier hält für gedicht. Kyr. 6. Da hilft nicht pracht noch stolzer muht, Zurück ist blieben geld und gut: Gewalt, trog, fres vel hat ein end, und alles hat sich umgewendt. Kyr. 3. Born, furcht, ungnad und fchrecken Jt ihnen da bereit: Reinberg wird sie bedecken Noch füßen für dem leid. Ihr wurm sie nagt, Ihr feur sie plagt, und mögen doch nicht sterben. O groffe noht! Weil auch der tod nicht endet das verderben. 7. Da gilt die gleisneren niet mehr, Schmückt man sie hier gleich noch so sehr: Der heuchles sich hie bergen mag, Dort kömmt der falsche schein an tag. Kyr. 8. Da ist ganz hell und offenbar, was allen hier verborgen wart Was hier bedeckt die finsterniß, 4. So strafft du, HErr! die fünft da ganz licht, klar und gewiß. Den Dein urtheil ist gerecht: Ach! Kyr. laß mich gnade finden, Sprich mich, den bösen knecht, Durch deine huld Frey aller schuld: Daß ich der straf entgehe, und recht bereit, mit freudigkeit Vor deinem richtftuhl stehe. 9. Der richter kennt des bergens grund: Er achtet nicht des mens seen mund, Ob er ia faget oder nein; Er sieht nur, ob das hers auch rein. Kyr. 10. Dis liegt mir tag und nacht im sinn, Weil ich ein grosser fün der bin: Ich weiß nicht, was ich Mel. Dis sind die heilge 2c. 938. Es find nunmehr die machen soll, Mein herz is furcht zeichen da, und gun der jüngste tag schon nah: An bem der bimmel nebs der erd'n voll. Kyr. 11. Zu dir flieh ich, Hert Jesu Chris! Der du der richter folr Von dem jüngsten Gerichte. 60% felber bift: Jch fuche rettung, búlf, gut, Die hier verflocken ihr ges und raht Für alle meine misse: müht, Fort müssen nach der bölthat. Kyrieleis. len zu, Und ewig, ewig seyn ohn ruh: Kyr. 12. Ich falle dir, mein Gott! zu fuß, Laß mich thun rechte frucht der buß, Daß sich mein herz in keter reu Zum guten ieden tag ers neu. Kyr. 13. Ach HErr! der bitte mich gewähr, Daß ich mich nicht von dir abkehr, Daß mich der tod nicht mittlerweil In einger fünde Abereil. Kyr. 16. Jch acht auch keine fünd gering, Ich lieb dich über alle ding; So daß ich alles böse haß, und dein gebot zu herzen faß. Kyr. 14. 3war meiner schulden sind sehr viel, Doch deine gnade hat Mel. Herzlich thut mich verlang then ziel; Dein leiden, creuz und 939. I den an dein ges theures blut macht alles für mich armen gut. Kyr. 15. Auf dis allein verlaß ich mich: Ich weiß und glaube sicher lich, Daß du auch meine schulden last Am creuses stamm ertragen baft. Kyr. richte, Du richter aller welt! Das nur für ein ges dichte Mauch rohes welt- kind hålt: Dein wort und mein gewiss sen Zeigt mir ia deutlich an, Du werdest richten müssen, Was ieder mensch gethan. 2. Jch höre bie posaunen In meinen ohren schon, Und sehe mit erstaunen Den grossen richters throu; Auf diesem wirst du siten In deiner herrlichkeit, Wenn feld- geschren und bligen Der welt das ende draut. 3. Mein geißt erblickt die schaas ren Vor deinen kuhl gestellt, So viel als menschen waren Von ans beginn der welt. Hier muß sich ieder stellen, und seinen urtheils spruch Sich von dir laffen fällen 3um segen, oder fluch. 4. Da geht es an ein scheiden: Du läßt zur rechten hand Die lies ben låmmer weiden, Die dir allein bekannt; Die böcke gehn zur linken Von deinem angesicht, und müs fen da versinken, Wo weder tros noch licht. <. Ach! ihr zur rechten selten, Wie liebreich ruft man euch: kommt, ihr gebenedeiten! Erbi meines vaters reich, Denn ih* bakt mich gespeilet, mit tranf 20 17. Ob gleich das fleisch stets widerprebt, Und gern nach seinen lüßen lebt; So dampf ichs doch durch deine kraft, Und übe gute ritterschaft. Kyr. 22. So werd ich dort zur rechten seit Die freude deiner seligkeit Ers erben in des vaters reich, und les ben da den engeln gleich. Kyr. 18. Jit mach ich meinen tauf bund neu: Ich will dir bleiben ewig treu, mit wissen keine fund begehn, Im guten vorsan feste Kehn. Syr. 23. Dahin denk ich nun immers fort, Daß ich bald sey an jenem ort. Machs, JEsu! nicht mehr lang allhier, Bereit mich, und nimm mich zu dir. Kyr. 19. Komm ich nun also vorge richt, So weiß ich, du verdamms mich nicht: Du wirst vielmehr, wenn ich erschein, Mein heiland und erbarmer seyn. Kyr. 20. Darauf ich denn mit freuden kann Das gnaden- urtheil hdren an; Das wird seyn, wie ichs wünsch und such, Der ewge segen, nicht der fluch. Kyr. 21. Wenn die verachter deiner 610 Bon dem jüngsten Gerichte. und kleid verfehn: Wer armen| Mel. JEfu deine heilge wunden. guts erweiset, Laßt mir es felbft geschn. 6. Doch was für donner schief fen Auf die jur linken hand! Sie, als verfluchte, müssen, Als wie ein bouten- brand, Ins ewge feuer rennen: Denn JEsus kann sie nicht Aus ihrem glauben fen nen, Dem lieb und kraft ge bricht. 2 7. So gehen die gerechten Ins freuden leben ein: Und jenen fatans knechten wird lauter schmach und pein. Die feligen er langen Der engel bruderschaft: Die böse nur empfangen Des ewgen feuers kraft. 8. Laß, JEfu! dis gerichte Mir stets vor augen seyn. Daß mich dein angesichte Dereinsien mag erfreun; So laß mein ganzes le ben Aus wahrem glauben gehn, Und mir selbst zeugniß geben, Ich werde wol bestehn. 9. Gib, daß ich mich anschicke, Und auf den letzten tag augenblicke Recht wol bereiten mag. Treib mich, voll furcht und schrecken, Zur ewgen seligkeit: Weil seichen gnug entdecken, Das ende sen nicht weit. mis 940, wird es gehen Bes der allerletzten jett: Ruft man nicht in jions höhen: Der ges richtetag sen nicht weit? Treffen schon die zeichen ein? Ach! wie bange wird uns seyn, Wenn die seit sich selber zeiget, Da es sich um ende neiget. 2. Ich erstaune für dem tage, Den der HErr hierzu bestimmt; Weil erst da die noth und plage Ihren rechten anfang nimmt.Ach! wer bildet sich nicht ein, Daß ihm bange werde seyn; wenn die wass fer- wogen brausen, Und die wets ter schrecklich faufen. 3. Doch! was können diese sas hen, Die nur todt und leblos sind, mir viel angst und bange machen? Bin ich doch ein GOttes find. Ich erschrecke gar nicht fehr, Sons dern freue mich vielmehr! Weil der heiland selbst bejahet, Daß sich die erlösung nahet. 4.Nun so bald dies wird gesche: hen; Werd ich JEsum über mir In den wolten kommen sehen, wie werd' ich mich erfreun, wenn Den umfang' ich voll begier. Ach! der HErr wird ben mir seyn! O wie will ich da mit beten Unter die erlöften treten! 10. Und wenn dein tag vorhan: ben, Da alles soll vergehn; So r. Baume werden uns zu zeis laß mich nicht mit schanden Vor chen, wenn sie ausgeschlagen deinem throue stehn. Laß mich sind; Daß die winter- tage weis bein blut von frafen Der ewgen chen, Daß sich nun der sommer quahl befrenn, Stell mich zu dei- findt. Auch die zeichen in der höh nen schaafen, Die dir zur rechten| Sagen, daß die welt vergeh, Und feyn. erweisen allen landen, GOttes II. Ach! komm doch, mein erld- reich sey nun vorhanden. fer! Mit deiner herrlichkeit; Die* 6. Jesu! laß mich stets bedens welt wird immer böser, Drum Ben, Daß die welt vergånglich Fomm in kurzer zeit, und laß die sey. Hilf den geist zum himmel stimme hören: Kommt ihr ge lenken, und erhalte mich daben: fegneten! Go wollen wir dich ehren, Denn so glaub ich jederzeit, Der Mit allen beiligen. gerichtsstag fey nicht weit; Ja, so TAST Von der Ewigkeit. jähl ich alle stunden, Bis du dich felbst eingefunden. 7. Deine zukunft soll auf erden, Nicht wie sonst ein andrer tag, Gondern wie ein fall ftrick wer den, Den man kaum vermerken 9. Nun ich werde täglich tres mag. Ja der schluß ist schon gesten Vordes großen vaters thronz macht: Wie ein dieb in dunkler nacht, Also wirst du auch erscheis nen, Ch die welt es wird vermeis nen. 8. JEsu, ach! drum hilf mir wachen: Hilf, es ist nun hobe jeit, Daß ich alle meine fachen Richte 611 nach der ewigkeit. Ewig, ist ein schweres wort, Ewigkeit ein sols cher ort, Wo man keine zeit wird wissen, Sondern ewig bleiben müssen. hrmenschen, wie send 941.3 ihr bethdret! Weil ihr die schnöde luft der welt Und ihren schaum weit höher ehret/ Als was der himmel in sich hålt. Was ist denn, das euch so erfreut? Ach denkt doch an die ewigkeit! 2. Gefeßt, ihr lebtet hundert jahre, Das doch nur selten mdg lich ist; Doch müßt ihr endlich auf die bahre, Da euch denn wurm und moder frißt. Erwegt, wie kurz ist diese zeit! Drum denkt doch an die ewigkeit. IV. Von der Ewigkeit. Mel. Wer nur den liebenGOtt 2c. g fehn lebt? Laßt euch den hochmuht nicht bethören, Was habt ihr, wenn man euch begräbt? Nichts, als ein schlechtes sterbe- kleid; Ach denkt doch an die ewigkeit! 4. Vergnügt ihr euch an So doms freuden, An lüften, geil beit, volleren? So denket, daß ein ewig leiden und ewig weh er schrecklich sen. Wenn ihr von wol luft trunken send; So denkt doch an die ewigkeit. Hilf mir wachen, hilf mir beten, Du gerechter GOttes sohn! Daß ich dem gericht entgeh, und in allem wol besteh; So wird mich kein böses zeichen Weder hier noch dort erreichen. 1. Erhebt ihr euch, die ihr in ebren, und vor der welt in aus 7. Jhr werdet euch einft selbs verfluchen, Wenn ihr in der vers dammniß steht; Und ganz umsonst 3. Erfreut ihr euch, ihr mam. erldsung suchen, wenn alle mars mons- brüder! Mit eurem reichter auf euch geht: Gott hat euch thum, geld und gut? O schlaget längst damit gedräut. Ach denkt doch die augen nieder, Seht, wie doch an die ewigkeit! berreicheklaglich thut, Der um ein tropflein waffer schreyt* Ach denkt doch an die ewigkeit!* Luc. 16, 24. 8. Jhr aber, ihr verfolgte froms men! Könnt ihr in dieser jammere welt zu feiner ruh und friede kommen, Wenn unglück häufig auf euch fällt; Ja wenn euch alles elend drdut; So denkt nur an die ewigkeit. 6. Ja auch ihr andre freche fünder: Die ihr euch an der welt ergeßt, Und also GOttes liebe Finder Für thoren und für narren schäst, Die ihr auch keine bosheit scheut; Ach denkt doch an die ewigkeit! 9. Die lust der welt muß bald vergehen, Sie habe noch so schde nen schein; hingegen eure wird bestehen, und dauern, weil ein Gott wird sept. Dort is der 292 fito, 612 Von der Ewigkeit. fieg, hier tampf und streit, Hier| trägt, und alles auf die wage schmerz, dort freud in ewigkeit. legt, Und denn zur andern seis ten Des ewgen lebens herrlichs keit; So überwiegt dis iemes weit. 10. So gebt euch denn allhier sufrieden, und haltet es für einen ruhm, Daß euch hier angst und noht beschieden: Und wenn man s. Sieht man denn die vers euer christenthum Verlacht, verdammten an, wie lang die mars höhut, ja gar verspeit; So tröstet euch der ewigkeit. ter währen kann, Die sie so graus sam plaget; Nur immer Kerben ohne tod, Und leben in der höchs sten noht, Von glut und wurm bentaget: O welch ein glück is dis allein, Vou folcher quahl befrent zu seyn. II. Mußt du, mein kummervolles herze! Gleich oft in creuz und trübfal stehn: Auf! fasse dich im größten schmerze, Laß dir ihn nicht zu nahe gehn. Gedenk in deinem creuz und leid An GOtt, und an die ewigkeit. Wel. 39. Dewigkeit du donner zc. 942.Dewigkeit, bu freu: den- wort! Ach! du erquickst mich fort und fort, O anfang sonder ende! O ewig Feit, freud ohne leid! Ich weiß für Herzens- frölichkeit Faft nichts mehr vom elende, Das uns in diesem Leben quählt: Da ich die ewigkeit erwählt. 2. Keir herrlichkeit ist in der welt, Die nicht in Eurjer jeit verfällt, und ganzlich muß vergehen: Allein die lange ewigkeit Bleibt ohne ahre, ziel und zeit Stets unverändert stehen: Ja, wie der heilige Petrus spricht*, Verwefet bun verwelft sie nicht. 6. Jm himmel lebt der chris sten schaar Bey GOtt viel taus send tausend jahr, Und werden deß nicht müde: Sie haben mehr als sounen- licht, Sie sehen GOts tes angesicht, und haben güldnen friede; Wo Chrißus giebt, wie er verheift, Das manna, so die engel speift. 7. Mit wie viel sehnlicher bes gier Verlängt mein mattes hert nach dir, Du höchfterwünschtes leben! Ach wenn gelang ich doch dahin, Wornach jest seele, muht und sinn Mit auen Fräften stres ben? Der schudden welt verges ich ganz, So reizet mich des him. mels glans. 8. Fahr hin, du schnöde lußt und pracht, Die nur bey Gott verächtlich macht! Fahr hin, du fündlich wesen, Du stolzer geist, du schudde brunft, Gold, gut und 3. Dewigkeit, du währeft lang! reichthum, eitler dunst, Und was Wird mir gleich oft auf erden die welt erlesen, Gleich als the bang, Weiß ich, daß dis aufhd- einig höchstes gut: Das ewge ret: Erweg' ich aber jene zeit Der macht viel bessern muht. * 1. Petr. 1, 4. ewig langen seligkeit, Die unvers andert währet; So acht ich alles leiden kaum Als einen ängstlich bisen traum. 9. O ewigkeit, du freudens wort! Du trösteft mich hier fort und fort; O anfang sonder ende! O ewigkeit, freud ohne leid! Ich 4. Was ist doch aller chriften weiß von keiner traurigkeit, quahl, Die pein der mårtrer all- Wenn ich mich zu dir wende. HErr jumahl, Der jammer aller zeiten? Esu! gib mir solchen sinn, Bis Denn man es gleich zusammen ich dort ewig bev dir biu. Mel. 613 Melodey 39. ¡ lange frißt Voll grausamkeit ges 943. ner wort! O vorhanden. Die zeit, so niemand fchwert, das durch die seele bohrt! såhlen kann, Die fånget stets von O anfang sonder ende! O ewig- neuen an. teit, seit ohne zeit! Ich weiß für 7. Liegt einer Frank, und ruhet groffer traurigkeit nicht, wo ich gleich In betten die an purpur mich hinwende. Mein ganz erreich, und herrlich ausgezieret: fchrocknes her, erbebt, Daß mir die So haffet er doch solche pracht, Jung am gaumen flebt. Auch so, daß er die ganze nacht Ein Fläglich leben führet: Er zählet jeden glocken- schlag, Und hofft mit seufzen auf den tag. 2. Kein unglück ist in aller welt, Das mit der zeit nicht endlich fällt, und gänzlich wird gehoben; Nur die unselge ewigkeit Ift ohne maasse, ziel und zeit, Läßt nimmer ab zu toben: Ja, wie mein heiland felber spricht, Stirbt da ihr wurm und feuer nicht. Marc. 9, 44. 8. Und was ist dis? der höllen peint Wird nicht wie leibes franks heit seyn, noch mit der zeit vers gehen; Es wird denn die vers dammte schaar In glut und feuer immerdar Mit wuht ges martert stehen: Und dis ihr uns begreiflich leid Soll währen bis in ewigkeit. Bon der Ewigkeit. 3. O emigkeit! du machst mir bang. O ewig, ewig ist zu lang! Hier ist gewiß kein scherzen. Drum wenn mein geißt die lange Bacht Zusamt der groffen pein bes tracht't, Erschreck ich recht von bergen: Denn ach! nichts ist ja weit und breit So schrecklich, als Die ewigkeit. 4. Was acht ich waffer, feuer, schwert? Dis alles ist kaum nennens wehrt, Es kann nicht lange dauren. Was war es, ließ mich ein tyrann, Der wenig jahre le ben kann, mit tausend schmach Bermauren? Gefängniß, marter, angst und pein Die können ja nicht ewig seyn. 9. Ach Gott! wie bist du so ges recht! Wie strafest du den bösen knecht Jm heissen pful der schmers ¡ en! Auf kurze fünden dieser welt Hast du so lange pein bes fellt! Ach nimm es wol zu herzen, und merk auf dis, o menschens find! Die seit ist kurz, der tod ges schwind. 6. Nun aber, wenn du die gefahr Viel hundert tausend tau fend jahr voll schmerzen ausges standen, und den von ihr durch 10. Ach, fliehe doch des teufels trick! Die luft kann einen augens blick, und langer nicht, ergeßen: Und dafür willt du armer dich nienem feuer ewiglich In größte trübsal seßen? Verworfner taufeb, der etwas wagt, Das er in ewger pein beklagt. s. Und sollte der verdammten quahl So manches jahr, als an der zahl Sich mensch und vich er nehren, als manchen stern der himmel hegt, Als manchen staub 11. So lang ein GOtt im him, das erdreich trägt, und noch viel mel lebt, und über alle wolken länger währen; So war doch sol schwebt, Wird solche marter wäh her pein zuleit Ein ende, maaßren: Es plagt sie trübfal, angst und ziel gesetzt. und wuht, Zorn, schrecken, weh und feuer- glut, und wird sie nicht verzehren; So denn nur endet sich die pein, Wenn GOtt nicht mehr wird ewig seyn. 298 614 12. Die marter bleibet immer bar, Als anfangs sie beschaffen war, Sie kann sich nie vermindern: Da ist nur arbeit fonder ruh, Sie nimmt an klag und seufzen zu Bey fenen höllen- kindern. O sünder! deine misfethat Empfindet weder troft noch raht. Von der Ewigkeit. sicherheit, Die falsche welt und böse jeit, Zusamt des teufels wi ten: Vor allen Dingen nimm in acht Dievorerwähnte lange nacht. 15. du verführtes menschens lind, Von sinnen toll, von hers zen blind! Laß ab die welt ju lieben. Ach! soll dich denn die höllen- pein, Wo mehr denn taus send plagen seyn, Dort ewiglich betrüben? Wo lebt ein so bereda ter mann, Der dieses recht aus sprechen kann. 16. O ewigkeit, du donners mort! O schwert, das durch die seele bohrt! O anfang sonder ende! O ewigkeit, zeit ohne zeit! J 14. Laß dir die wolluft dieser weiß für groffer traurigkeit nicht, welt, Pracht, hoffart, reichthum, wo ich mich hinwende! Nimm ehr und geld nicht länger mehr JEsu! wenn es dir gefällt, Mich gebieten: Schau an die groffel bald zu dir ins freuden- zelt. * 13. Wach auf, o mensch! vom sünden schlaf, Ermuntre dich, ver lohrnes schaaf! Und beßre bald dein leben: Wach auf, noch ist es hohe zeit, Es kommet schon die ewigkeit, Dir deinen lohn zu ge ben. Vielleicht ist jest der lezte tag; Wer weiß, wie man noch Gerben mag. A) Von der Hölle. el. JEfu deine beilge wunden. fenspein, Welche sie nach ihren fünden In dem höllen- pfuhl em. 944. Günder, hört doch Chrifti klage*: Ach daß ihr so sicher seyd! Wißt ihr nichts vom jüngsten tage? Ach! vielleicht ist er nicht weit. hätt' es auch noch keine noht, So kann euch der schnelle tod Durch ein unvers hofftes schrecken Einen jüngften tag erwecken. * Luc. 19/ 42. 2. Ach! da wird auf alle fünder Ein betrübtes urtheil gehn: Weil fie, als verdammte kinder, Dov pelt in der rechnung ftehn: Erstlich feßt die sünden schuld Sie aus GOttes gnad und huld; Doch das wird sie mehr befchwe ren, Daß sie JEfum nicht begehrent. 4. Macht uns hier das feuer bange? Jene gluht verlischt gar nicht. Fürchtet man hier eine schlange? Jener wurm nagt fiets und sticht. Zittert unser ganzer geist, Wenn sich hier was schrecks lichs weist? Ach! was wird alss den geschehen, Wenn wir taus send teufel sehen? <. Und bey solchen kummers ndhten Giebt sich kein erlöser an: Weil die flamme weder tödten Noch den leib verzehren kann. Ewig, ewig bleibt es wahr, Keine teit, kein tag und jahr Wird die bollen- quahl vertreiben, Sie wird ewig neu verbleiben. 3. Was ein mensch für marter siehet, Was ihn selbst am leibe 6. Drum ihr seelen! laßt euch Frankt, was für angst und noht lenken, Nehmt doch euer heil in geschiehet, Was man noch dazu acht! Wollt ihr reden, thun und erdenkt: Das wird kaum ein denken, was euch dort verdamms Chatten feyn Gegen die gewisslich macht? Ach! die füffe gnas dens Bon der Hölle. 615 ben jeit, Die euch Gott noch hier ungemeines leiden! Mein JEsu! verleiht, I vielleicht in wenig ach bewahre mich Für diesen funden mit der lebeits seit verschmerzen gnädiglich, Schenk mir schwunden. des himmels freuden; Entreiß mich durch dein theures blut, Das mich erlöst, der höllen- gluht. 7. JEfus heißt der überwinder, Der sich in das mittel schiung, Und, an statt der armen fünder, GOttes jorn am creuze trug: Wer sich nun an diesen hält, Der bekömmt Mel. Sch GOtt som himmel sieh bas löfe- geld, und darf endlich 946.11ns menschen fichn nach dem Berben In der hölle nicht verderben. orte vor, Eh wir von hinnen scheiden: Der tod eröffnet uns das thor Zu einem dieser beiden. So wie man seine Mel. 39. O ewigkeit du donner zc.zeit beschließt, Und selber einen unerhörte höllens auserlieft; So wird man ibners. 945.quabl! O marter halten. 2. Der ein' if iener freudens phie jahr und zahl! O ungemeines leiden! Mein geift erzittert insort Biglich, Mein ganzes beri entfeßet fich, Bergiffet aller freuden; Ja die betrübte höllen- pein Nimmt mein gemüht vollkommen ein. net; o GOtt und Christus woh, Der andre führt zur hölle fort, Wo er den fündern lshnet. Dort geht es wol, hier übel juz Hier ist viel pein, dort hat man weinen. 2. Bie schrecklich ik der marruh: Dort lacht man, hier ist terrort! Sie liegen als die schaafe dort, wo sie der tod stets naget. 3. O bille! welch ein wort ist Nichts ist auf erden weit und das? Nichts wird dadurch bedeus breit, Stein jamn, angst und hersitet, is jammer ohne ziel und seleid, Das sie nicht grausam vlas maaß, Als quahl, für die bereitet, get. Der schmer; it unermeßlich groß, Von allem troft und hoff nung bloß. 3. Man bringe fede marter- art, Die noch so grausam, streng und bart, Aus aller welt zusammen; Man zähle tausendmahl so viel, So bleibt es doch ein kinder- spiel Dort gegen jene flammen: Denn was nur angstlich quählen kann, Erifft man daselbst beysammen an. Die GOttes schudde feinde fenn, Für alle teufel insgemein, Für füns der die verworfen. 4. Ist etwan eine noht bewußt, Und schrecklich anzuhören; Kann etwas unfre freud und lust In traurigkeit verkehren: Macht ets was schmerzen, noht und pein, lind ein verlangen nie zu seyn; Ist es die quahl der höllen. 5. Da trågt der mensch, fdumt er hinein, Ein unaussprechlich quählen: Er leidet unerhörte vein 4. Da wird die ordnung umge lehrt: Biel, die man hier als götter ehrt, Trifft dort die größte m leib und an der seelen. Den fchande. Die, so in ungezähmter luft Geweidet ihre geile bruß, Em pfinden solche bande, Die mit der übergroffen pein Ganz unerträg lich schmerzlich seyn. jammer- wurm, der nimmer stirbt, Das feuer, welches nie verdirbt, Muß er beständig fühlen. 6. Die angst, die sein gewissen hat, die furcht in seinem herzen, s. O unerhörte hollen quahl! Die vein für manche frevelthat O marter ohne jeit und jahl! Dacht ibmgviel staufend schuners 610 Bon der Hölle. Ben. Was er gethan, gedacht, ge: jahr Sind wie der tag der gestern sagt, Das kommt ihm vor, das nagt und plagt Die fünden- volle seele. war, Und ach! es rird der harten pein In ewigkeit kein ende seyn. 7. Die augen, die nach pracht s. Darum, o sichres menschens geschaut, Die wollust- vollen ohren, Eind! Schlag diese warnung nicht Die junge, die auf lügen baut, in wind: Laß ab von deiner misses Und oftmahls falsch geschworen, that, Noch ist es zeit, noch ist es Der mund, der oft gelastert hat, raht. Versäumst du dis in dieser Die hand voll mord und missethat, jeit, So búsfest du in ewigkeit. Die lasterhafte füffe; 8. Ja alle glieder insgemein, fünftig die verfluchte pein zu In ewigkeit betrüben. Sie werden ihre frolichkeit Mit desto gröf ferm herjeleid Dort ewig büssen müssen. 9. O mensch! das überlege wol, Dis wird sich dort begeben: Denk, was man thun und lassen soll, Und führ ein christlich leben. O va ter! lehr uns jederzeit hier recht zu thun ,, und jenes leid Der hölle ju entfliehen. 2. Ach! ach! welch angst und weh wird seyn, Wie schwer und traurig wird es stehn! Wenn die verdammten in die pein Mit frecken, furcht und zittern gehn: Wenn sie von Ottes Del. Water unfer im himmelr. fichrer 947. bekehre dich; Du Verstoffen feyn und gehn dahin, lebeft hier nicht ewiglich, Du mußt Wo schmerz und angst sie ewig su deiner zeit davon, Und dann sticht, Wo höllisch feuer ihr ges empfängst du deinen lohn; So wie winn. du hier auf dieser welt Dein thun und leben angestellt. 3. Sie leben war, doch fort und fort In ach und weh, in angst und quahl, Sie knirschen, heulen, schreven dort, Entfernt von GOts tes freuden- faal. Sie schmachten da für herzeleid Und jammer, der unendlich ist, Der ihnen denn voll traurigkeit Die glieder drückt, das her; abfrißt. r 3. Man nenne so viel plagen ber Als körner fand am weiten 4. Sie leben in dem finfiern meer, Als fternen- lichter groß und thal, In wuht und glut, und llein Um jenen freis der erden schreyen sehr Nach labsal in der fepn; War iener schmerzen nur so heiffen quahl, und doch wird viel, So hätten sie doch maaß und ihnen nimmermehr Ein einzig stel. tropflein dargereicht Zur lindes rung in ihrem leid: Weil alle hülf und rettung weicht, Die marter bleibt in ewigkeit. r. Die 2. Bedenke doch die ewigkeit, O was für eine lange seit, Die fonder ende bleibt und ist. Nach dieser kurzen lebens- frist Muß da der fünder in der pein Gemartert und gequälet feyn. Mel. Erbarm dich mein o Herre. 948. Erwach, o mensch! erwach einmahl Bom tiefen schlaf der sicherheit: Verlaß der frechen fünder jahl, Der GOtt die strafe soon bereit. Jest lebt sie war in lust und scheri, Hat weder noht noch angst um sich: Dort quält sie feuer, pein und schmer: Für ihre bosheit ewiglich. 4. Doch in der bölle geht so Dann Die marter stets von neuen Gn: Viel bundert tausend- tausend Bon der Hile. s. Die pein, die ohne grenzen If, Hebt sich dort stets von neuen an, Daß sie, wenn sie gleich nagt und frißt, Doch nie su tode qualen kann. Das feuer brennet immerdar Und jederzeit mit neuer wuht, und doch verzehrt es keinen gar, Gigt er gleich mitten in der glut. 6. Der strenge GOtt vergilt so dann, Nachdem ihn dort nichts mehr verfühit, Was jeder fündli des gethan, Was jede misfethat verdient. Lebt jemand hier den fündern gleich, Voll frevelthat, in sünd und schand; So muß er in das höllen- reich, In jencu groffen lammer- stand. 7. Da hört das ohr zu jederzeit Bahn- knirschen, winseln, angit- ge schrey; Die augen fehn nur grau samkeit, Wuht, rauch, glut, fener, und dabey Viel tausend, die in sol cher quahl, Verdammniß, noht und flammen stehn, Worin sie ohne Jahr und jahl, Dieweil sie GOtt berachtet, geht. 8. Jhr wurm, der ihr gewissen nagt, Sest allzeit seinen Bachel an. Die glut, bie unaussprechlich plagt Und nie gedämpfet werden kann, Beißt, quehlt und brennt sie Ketiglich, Verfolgt und drückt sie für und für. Und bey der quaht verschlieffer sich Die belfers- hand und gnaden- thür. 617 GOtt bekehrt, Erlanget bort ein ewig gut, Schläft sanft in JEſu ein, und fährt Ins paradies durch Christi blut. * Ir. Wolan, o mensch! du haß die wahl, Gott hat dir jego vorgestellt Entweder freuden oder quahl: Aus zweyen nimm, was die gefällt. Kann dich die ewge seligs feit nicht locken, daß du buffe thust; So laß, durch ewges hers seleid Gerührt, von deiner füns den lust. 9. Gestank und dampf wird ewig seyn; Davon zwar feel und leib verdirbt: Doch so, daß er in Keter pein Zu sterben wünscht; doch nimmer stirbt. Sie sterben fets, und leben auch Im sterben fets in pein und noht, Sie leben da im dampf und rauch, Ihr leben ist ein ewger tod. * 12. O JEfu Chrift, mein heil du hast mich durch dein leiden, tod und blut Von meiner schulden schweren laft, Und von der tiefen bollen glut Erlöst, und waruft, und suches mich Von jener pein zurück zu zichn: Bekehre mich auch gnädiglich, und lehre mich die sünden fliehn. 10. So sehr wird dort die attgft gehäuft Dem fünder, der verstockt und blind Anjezt in fatans strik ten läuft, Und gnad und warnung schlägt in wind. Wer aber sich zu 13. Regiere mich durch deinen geist, Ohn den ich nichts vermag noch kann, Daß er mir deine wege weist, und mich von breiter höl len- bahn AufChrißi reine stapfen führt, und mich dereinst zum hims mel bringt, Wo mich kein leid noch jammer rührt, Wo alles beis lig, heilig! singt. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. glut gedenkt, 949. Wer an die höllens Die er durch viele fünden Vers dient, wodurch er GOtt gekränkt, Muß angst und schmerz empfins den: Denn weil ihn das gewissent plagt, Verklagt, verdammet, quält und nagt; Fühlt er schon höllens schmerzen. 2. Es kommt zulett der schnelle tod, Seht fünder in viel schmerzen, Zeigt ihnen noch in lester molt, Mit jammer- vollem herjen, Wie schrecklich GOttes grafs geridt, Shek 618 Das sie von seinem angesicht In ewigkeit veröffet. bin ihr wandel zielte. Da hat sich denn das blatt gewatidt: Die fromme sind in GOttes hand, Die bösen in der flamme. 3. Ein baum, so wie er nieder fällt, Bleibt er beständig liegen. Wie sich ein mensch im tode hält, 6. Bedenk, o feele! diefe noht Wird er den lohn dort kriegen: Und andre doch dein leben: Ers Und dann hilft keine thränenrette dich! noch hat dir GOtt Zur Suht; Weil dieverdammten in der busse frist gegeben. Versäumest glut Sonst ewig weinen würden. du die gnaden- zeit, So ist dir dort in ewigkeit Die bollen- quahl bes reitet. 4. Wer kann in einer flamme feyu, Die sich doch nimmer leget? Wer winselt nicht in einer pein, Die pech und schwefel heget, o man nach tausendfacher nohtDoch obne troft ist? weil kein tod Das lammer leben endet. 7. Hilf, hdchfier! daß doch ies dermann Sein leben so anstelle, Daß er nach seinem tode kann Befreyt seyn von der holle. Hilf uns durch Christum deinen sohn, Daß wir der frommen enaben lohn Jm himmel all ev Von dem Himmel. 5. Sodann ist alle reu zu spat: Die man für thoren hielte, Sind gegentheils in GOttes stadt, Wo- l langen. B) Don dem himmel. el. Von Gott will ich nicht ze. Muß ich aufs andre denken, und 950. Wie lieblich sind damit oftmahls kränken Leib, jccle, dort oben ne wohnung, GOtt! Da wir fets 1. Dort werd ich von nichts wiss werden loben Dich, o HErr ze sen, Das mir zuwider sen! Und im baoth! Mein Herz und feel bemer rub geniessen, Von müh und gehrt, Daß ich bald hingelange, plagen frey. Gora. schwachheit, Und ruh von den empfange, Washiß und fält man da nicht mehr mich allhie beschwert. erfahret; Was uns allbie beschwes 2. Hier muß ich immer freiret, If nicht in jener welt. ten, Weil bey mir bise lust Ein- 6.Hie muß ich manchmahlleben fableicht von allen seiten, Oft ohnen noht und dürftigkeit: Was mein bewußt: Die fegt mir denn mir das glück gegeben, Jft in ges so zu, Daß ich mich unterweilen fahr allzeit: Bon allem, was ic von ihr laß übereilen, Und man- hab, Kann ich im tod nichts faffen, che fünde thu. 3. Dort wird nicht mehr empfunden Des fleisch und geiftes Frieg; dann hab ich überwunden Durch Christi tod und sieg: Ich kann da meinenGOttVon ganzem herzen lieben, Erfüllen und stets üben Dies allergrößt gebot 4. Hier hab ich manche plage, Müh, arbeit, sorg und last: Hier bab ich nacht und tage Oft wenig rub und raft. Jß ein anliegen bin; 1 Ich muß es alles laffen, Bis auf ein tuch ins grab. 7. Dort hab ich zu empfangen Reichthum und überfluß: Ich werd es alls erlangen Ohn miss guns und verdruß, Auch ist es ohn gefahr Vom rofte und von schaben, Kein dieb kann darnach graben; Es bleibt mir imerdar. 8. Hier bin ich oft von leuten Ganz einsam und allein: Ich muß auch wol zu teites Bey bösen Bon dem Himmet. menschen seyn. I noch ein from mes herz, Das ich nicht gern will missen: Wirds doch von mir gerissen nicht ohne leid und schmerz. 9. Dort aber find ich wieder Die frommen allzumahl; Dort lieben mich die brüder und heilgen ohne jahl: Die engel werden sich Mein felber da nicht schämen, Mich willig zu sich nehmen, um mich seyn ewiglich. 619 15. Gib auch, daß mich nichts siehe Auf breite fünden- dahn, Daß ich mit sorgfalt fliehe, was dich ers zuruen kann; Und niemahls laffe ab, Die böse luft zu dämpfen, Das wider Bets zu kämpfen, Weil ich das leben hab. get; Was ewig bleibt, vergnüget Vollkömmlich herz und muht. 10. Hie muß ich oft erdulden Berachtung, schmach und hohn: Oft krieg ich ohn verschulden Für wolthun schlechten lohn: Der menschen gunst und ehr Sich ins gemein bald endet; Eh man die hand umwendet, Hat man davon nichts mehr: II. Da dort im himmels- thro- herzens freud und fried. ne, Aus unverdienter gnad, Mir 18. Drum will ich hier auch lo. GOtt die ehren- crone Schon bey- ben Dich, vater, sohn und geist! geleget hat: Kein auge hat ge- Daß du im himmel oben mir so fehn, Kein ohr hat je vernommen, Es ist in kein herz kommen, Was uns da wird geschehn. viel freud verheißt In alle ewigs feit. Du wolist mich nur vom bd. sen Auferden bald eriösen. HErr! komm jur rechten zeit. 12. Wenn ich dis recht betrach te, Vergeß ich alles leid: Für nichts ich denn mehr achte Die welt mit ihrer freud: Ehr, wolluft, 16. Hilf, daß mit reinem hers zen Ich all mein thun verricht; Daß ich auf müh und schmerzen Dich schau von angesicht, wo du, GOtt! alles bist, und lohneft deis nen knechten, Dort, wo zu deiner rechten Stets lieblich wefen ist. 17. Der engel chor wird bringen Uns da der wolluß viel: Weit bess fer wird erklingen, Als alles fäitens spiel, Das dank und sieges- lied, Dadurch man, HErr! dich ehret, Und deinen ruhm vermehret In 13. Die hier mit thrånen fåen, Mit freuden ernten dort: Die Seufzen hier und flehen, Dort fauchzen fort und fort. Jft hier der trübsal viel, Die ich ein zeit: lang leide; Weit mehr ist dort der freude, Die ohne end und ziel. 14. Gib, HErr! daß ich aufers den mich sehne stets darnach, und nie mag müde werden Bey allem ungemach. Hab ich mehr arbeit bier, Wird auch ins himmels wohBung Vor andern mehr belohnung Dort wiederfahren mie Mel. Es is gewißlich an der zeit. GOtt! wer dieses tet, der wird finden, Daß solches allenthalben voll Augst, elend, noht und fünden; Voll müh, bes schwerniß, forg und leid, Vol schwachheit und voll eitelkeit, Auch wo es noch am besten. 2. Nun hab ich leider! so viel jahr Dis niemahls recht erwogen t Es hat die welt mich immerdag Mit falfchem schein betrogen. Vergib mir, HErr! durch deine gnad Auch diese meine missethat, und andre schwere fünden. 3. Allein ich denke jest bieran, und an das künftge leben: rufe dich demühtig an; Du wols les mir bod geben, Worju du mich 620 Bon dem Himmel. mich erschaffen haft, Erlöset von, mel kommen, Und wiederum zu der fünden last, Aus lauter guad febens bißt Jn himmel aufgenoms berufen. men: Hol mich bald nach, und 4. Was mich allhie für sorg anzeige mir Die macht und herrlichs ficht, Die mich noch mögte quah- keit, die dir Der vater hat ges len; Will ich, GOtt meine ¡ u- l geben. versicht! Dir einzig anbefehlen:; Wenn mir denn leib und feel verschmacht't, So hilffit du, HErr! baß ichs nicht acht, Weil ich dich bab im Herzen. 11. O heilger geißt! regiere mich, Bis ich von hinnen scheide, Daß ich empfinde kräftiglich, Den vorschmack jener freude, Die kein mense ie erfahren hat, Und doch an uns, nach GOttes raht, Soll offenbaret werden. 5. Es ist das leiden dieser zeit, Wie schwer es auch auf erden, Nicht wehrt der groffen herrlich keit, Die uns darauf soll werden; Wer die erlangt von GOttes sohn, Empfängt ganz überreichen lohn Auf sehr geringe arbeit. 6.Die thrånen werden allzumahl Bon augen abgewischet; Weil ftolze ruh im freuden faal Die her jen stets erfrischet; ein schmers, tein trübfal, keine pein Wird allda * 12. Nun hilf denn, daß ich meinen lauf, HErr JEsu! bald vollende. Ich sehne mich zu die hinauf, Mach hier ein feligs ende. Komm bald, HErr! und erlöse mich, Denn meine hoffnung steht auf dich: Komm, JEfu! komm in gnaden. Mel. Nun freut euch liebe zc. mehr zu finden ſeyn, Nur lauter 952. Wie froh wird we freud und wonne. feele seyn, Wenn JEfus einst wird sagen: Kommt ihr gesegneten herein, Befrent von allen plagen, Kommt, erdet meines vaters reich, Das er bes reitet hat für euch, Eber die welt 7. Der leib wird leuchten hell and klar, Wie Chrifti leib verklå ret: Und ob er schon von würmen war Gefressen und verzehrer; So wird er doch im himmelreich, Den beilgen engeln GOttes gleich, erschaffen. Mehr als die sonne glänzen. 2. 20ie froh werd ich zu JEsu s. Alsdenn wird unser augen- gehn, zum freunde meiner feelen: licht GOtt, wie er is, ansehen je werd ihm dann zur rechten Bon angesicht zu angesicht: Ach! wenn wird das geschehen, Daß Dieser hüttet irdisch haus Serbrothen wird, und ich daraus Geh in des HErren freude? tehn, Mich wird kein feind mehr quählen; Das auserwählte GOts tes lamm, Mein schönster und mein brautigam Wird mich zur hochzeit führen. * 9. O GOtt mein vater! höre 3. Der vorschmack muß mich boch Mein fehnliches begehren, schon allhier Im gnaden- reiche las Und laß mich hier das fünden toch ben; Im himmel soll ich für und Micht langer mehr befchweren: für Das brot des lebens haben. Bring mich bald an denselben; Die lebensbrünnlein sollen dort ort, An welchem ich werd immer Auf leib und feele fort und fort fort Ohu sünd und schwachheit Aus feiner fülle flieffen. leben. ro. O GOttes sohn, HErr @fu Chriß! Der du vom him. 4. Gesegnet bin ich durch sein blut, Das er für mich vergoffenz Dis blut macht allen schaden gut An Von dem Himmel. An feinen reichs- genossen; Es til- 1 wir mit lauter sorgen: Und d ger alle meine schuld, Drum läßt überhäufte noht Heißt hier unse mir GOtt auch seine hulb So täglich brot. reichlich wiederfahren. 5. GOtt ist mein vater, ich sein Eind, Drum kann ich nicht verderben: Die güter, die erworben sind, Soll ich im himmel erben. Ich trage Chriffi ehren- kleid, Jerbe jene seligkeit, Die hier kein auge fiehet. 3. Ach! wer wollte sich nicht sehe nen, Dort in zion bald zu stehn, und aus diesem thal der thranen In den freuden- ort zu gehn, Wo sich unser creuz in palmen, Unser flage- lied in psalmen, Unfre last in lust verkehrt, Wo das jauchzen ewig währt. 6. Mir ist von anbeginn der welt Dis erbtheil schon bereitet; Ihm gleichet weder gold noch geld, Das oft zur höllen leitet. Dis erbtheil bleibet ewig mein: So lange GOtt wird ewig seyn, So lange soll ichs haben. 7. Drum, o mein her:! verzage nicht In deinem creuz und leiden: Dein JEsus ist dein trost und licht, Nichts kann dich von ihm scheiden. Das kurie leid, das bich beschwert, Ift iener herrlich leit nicht wehrt, zu der wir kommen sollen. 4. Da wird unser aug' erblicken, Was ganz unvergleichlich ist: Da wird unsern mund erquicken, Was aus GOttes herzen fließt. Da wird unser ohr nur hören, Was die freude kann vermehren: Da empfindet unser herz Lauter freus den ohne schmerz. 5. O wie werden wir so schöne Bey der klarheit GOttes seyn! Wie wird uns das lob getdne Geiner engel- schaar erfreun! Bie wird unsre crone glänzen Bey so vielen sieges kränzen! Wie wird unser kleid so rein, Heller als die 8. Da wirst du GOtt von an- sonne seyn! gesicht zu angesichte sehen: Wie wol wird dir bey diesem licht In ewigkeit geschehen! Du wirst bes freyt von aller pein, Gesegnet in dem HErren seyn, Und dich dann ewig freuen. Mel. Alle menschen müssen 2c. wie frölich, o wie 953. felig werden wir im himmel seyn! Droben ernten wir unzählig Unfre freuden gar ben ein. Gehen wir hie hin und weinen; So wird dort die sonne scheinen. Dort ist tag und keine nacht, wo man nach den thränen lacht. 6. Manna wird uns dorten thauen, Wo GOtt selbst den tisch gedeckt auf den schönheits- vollen auen, Wo man reinse wollus schmeckt. Wollust wird wie stri me fliessen, und uns alle noht vers füffen; Was für anmuht wird man sehn Dort in edens- garten siehu! 7. Ach! wenn werd ich dahin kommen, Daß ich GOttes antlig schau! Werd ich nicht bald aufges nommen In den schönsten hims mels- bau, Dessen grund den pers len gleichet, Dessen glanz die sonne weichet, Deffen wunders volle pracht Alles gold beschämet macht? 2. Es ist doch um dieses leben Nur ein jammerliches thun, Und die noht, die uns umgeben, Läffet uns gar selten ruhn. Von dem 8. Nun ich sterbe voll verlan. gen, du groffer lebens- fürst! Las mich dich dort bald umfangen. abend bis zum morgen Kämpfen Wo du mich recht trößen wird. Unters Von dem Himmel. Unterbeffen laß auf erden hier ist noch eine ruh erfunden, Wo mein herzschonhimmlisch werden, man in Christi armen liegt. Bis mein looß in jener welt Auf das allerschönste fällt. 5. Da wird man freuden- gars Ben bringen, Denn unfre thränens faat ist aus. O welch ein jubel wird erklingen, Welch dank- lied 622 Mel. 28. O vater herz o licht sc. 3 954. vorhanden, Auf, müdes herz, und werde licht! Du feuftest hier in deinen banden, Und deine sonne scheinet nicht. Sieh auf das lamm, das dich mit freuden Dort wird vor seinem stuhle weiden, Wirf hin die last und eil herzu. Bald ist der schöne kampf geendet, Bald ist der saure lauf vollendet, So gehst du ein zu deiner ruh. des vaters feufzen, leid, tod und dergleichen Muß flichn und ewig von uns weis chen. Es wird das lämmlein, das wir sehn, Uns aus dem lebenss brunn erfrischen, Die thränen von den augen wischen: Wer weiß, was sonst noch soll geschehn! 6. Kein durst und hunger wird uns schwächen, Denn die erquike fungs zeit ist da. Die fonne wird. uns nicht mehr stechen. Das lamm ist seinem volke nah: Es will selbst unter ihnen wohnen, und ihre treue wol belohnen Mit licht und trost, mit ehr und preis. Es wers den die gebeine grünen, Der groffe fabbath ist erschienen, Da man von keiner arbeit weiß. 2. Gott hat dir diese rub er Fohren, Die ruh so nie ein ende nimmt; Eh noch ein menschen Find gebohren, Hat siedie lieb' uns schon bestimmt, Das läramlein wollte darum sterben, uns diese ruhe zu erwerben; Es ruft, es Locket weit und breit: Ihr müde feelen und ihr frommen! Ver säumtnicht, heute noch zukommen, Bu meiner ruhe lieblichkeit. 3. So kommet denn, ihr matte feelen, Die manche last und bürde drückt! Eilt, eilt aus euren fum mer- Höhlen, Geht nicht mehr Frumm und sehr gebückt. Ihr habt des tages laft getragen, Dafür läßt euch das lämmlein sagen: Ich will felbst eure ruhe feyn. Ihr seyd fein volk, gezeugt von oben, Ob fünde, welt und teufel toben; Send nur getrost und gehet ein. Mel. O GOtt du frommer ic. be as mag wol einen Franken 955.Was frag ich nach der laben, Was starckt den müden wanders mann? Wo iener nur ein bettlein haben und sanft auf folchem ruhen kann: Wenn dieser fich darf niederfeßen, An einem frischen brunn ergeßen; So sind fie bepde höchst- vergnügt. Doch bis find turse ruberfunden. Es 7. Da ruhen wir und sind in frieden, und leben ewig sorgens los. Ach fasset dieses wort, ihr müden! Legt euch dem lamm in feinen schooß. Ach flügel her! wir müssen eilen, und uns nicht lang ger hie verweilen, Dort wartet schon die frohe schaar. Fahr hin, mein geist! zumjubiliren, Umgürte dich zum triumphiren! Auf! auf! es kommt das ruhe- jahr. mel steht mir offen; Und was mich JEsus da Für wonne låffet hofs fen, hat mir sein wort bereits Im spiegel vorgestellt. Drum sprech ich glaubens- voll: Was frag ich nach der welt? 3. Mein geift ift auffer sich, Wenn er darau gedentet, Mit was Von dem Himmel. 623 was für wolluft ihn Dort JEsusten? Du sollt ein erbe GOttes labt und tránket: Den vorschmack feyn and feiner herrlichkeiten. hab ich schon; Und weil mir der gefällt, Bin ich im himmel mehr Als unten auf der welt. Du sollt nicht nur von ferne stes hen, und sie, wie Moses Canan*) sehen, Ach nein! du wohnst da für und für: Was JEsus hat, das giebt er dir.*. B. Mos. 32, 49. 3. Uch mögte heute noch Mein heiffer wunsch geschehen, Dich al Terlicbfter fehag! Bon angeneht 4. Unge, klagen, jammer, web zu sehen; Ift meine zeit bald hin? und leid Wird wie ein rauch vers Wenn wird die uhr gestellt Dalfliegen. Du wirst im schooß der meine flunden aus? Wenn geh ich ewigkeit Vergnügt und ruhig lies von der welt? gen. Die thränen, die sich hier ergieffen, Die werden dort nicht weiter fliessen. Der schweiß, der sich damit vermischt, Wird dort vom vater abgewischt. 4. Hinweg, du eitelkeit! Hin weg, du lust der erden! Mein geist kann nimmermehrDurch dich vergnüget werden. Mir gilt kein irdisch gut, Das mich zurücke bålt: Was iener freude gleicht, Ift gar nicht auf der welt. s. Was frag ich nach der welt? Jest dffnen sich die thuren, Wo durch die engel mich zu meinem JEfu führen. Die stätte seh ich schon, Die er für mich bestellt; Drum fag ich noch einmahl: Was frag ich nach der welt? Meloder 40. 956, 6. Da wirst du deinen vater fehn, Und deinen bruder finden: Sein glanz wird dir durchs herze Frmuntre dich, begehn, und deine gluht entzünden, Elemmter geift! Und Du wirst in fieter liebe brennen, laß dein banges klagen, Das dir Wenn du die schönheit wirft ers nur muht und kraft entreißt: Du kennen, Dafür der erden pracht follt dich einmahl wagen, Dich und schein Nur koht und todte wie ein adler, aufuschwingen, Folen seyn. Und in des himmels glanz zu drin, gen Weit über sterne, sonn und mond, Wo JEfus, dein versih. ner, wohnt. 2. Willt du dein traurig ange ficht nur auf bein elend heften? Was wunder, daß dirs denn gebricht An freudigkeit und kräften? Weg mit den augen von dere sathen, Die deinen kampf nur schwes ver machen: Nur da voll glauben hingeschaut, o dir dein heiland hütten baut. r. Da wirst du an das meer ges führt, Das keine grenzen kennet, Wo man im überfluß verspürt, Was man nur anmuht nennet, Jit mußt du dich mit tropfen las Ben: Dann wirst du recht und freyheit haben, Dich gar ju baden in der fluht, Die dir so sanft und lieblich thut. 3. Ift dir das kleinod noch zu Flein, Aufs blut daran zu freis 7. Die engel GOttes werden dich, als ihren bruder, grüßen, Und dich, mein geist! gar füffiglich In ihre mitte schlieffen. Es wers den selbst die cherubinen Der grofs fen braut des lammes dienen. Dies weil der könig, der sie liebt, She gleichen glanz und ehre giebt. 8. Da siehest du die groffe schaar, Die deinen mittler ehret, Aus deren mund man immerdar Das heilig! heilig! hôret. Du wirst mit in den reihen treten, Das höchste wesen anzubeten, Da rühmt dein ewig muntrer fleiß 624 Des vaters ruhm, des lammes preis. 9. Was wird da für ein strom der luft Durch alle glieder dringen! Wie wird in der jest bangen brust Das her; für frenden springen! Wind, was die sinnen übergehet, Und jenes lebens wehrt erhöhet, I, daß desselben füffer schein Wird emig, ewig, ewig seyn. 10. Auf, auf, mein geift! ent fchließe dich, Bis in den tod ju kämpfen: Erlege was dir hinderlich und deinen muht will dampfen: Willt du den kran; der ehren tragen, So mußt du was für JEfum wagen. Es wird die croue, Die so schön, nur auf der sieger haupte stehn. Von dem Himmel. will mich zu Gott erheben, Und mich sehnsuchts- voll bestreben, JEsu! nur bey dir allein Nun und ewiglich zu seyn. 4. Tausendmahl pfleg ich zu fas gen, Und noch tausendmahl daju: Würd ich bald ins grab getragen Ach! so kam ich bald zur ruh, Und mein bestes theil das würde, Frey von dieser leibes- burde, Nun und emig um dich seyn, Allerschönstes JEfulein. 6.Komm, o tod! du schlafes brus der, Komm! und führe mich nur fort; Löse- meines schiffleins rus der, Bringe mich in sichern port: Es mag werda will, dich scheuen, Du kannst mich vielmehr erfreuen: Denn durch dich komm ich dahin, Wo ich stets bey JEfu bin. el. Alle menschen müssen 2c. 7. Laß doch, HErr! die lebenss u, o schönes welt- bande Heute noch zerrissen seyn: 957. gebäude! Mags Führe mich zum frohen lande Deis gefallent, wem du willt: Dein: ner auserwählten ein. Laß mich scheinbarliche freude Ist mit lauda mit engel weisen Chrifti lieb ter angst umhüllt. Denen, die den und gottheit preisen, und bey diz himmel haffen, Will ich ihre welt- und ihm allein Nun und einken luft lassen; Mein verlangen und ewig seyn. begier, JEsu! geht allein nach dir. 2. Mude, die der arbeit menge Und der fonnten glut beschwert, Wünschen, daß des tages lange Mit der nacht zum ende kehrt; Daß sie nach so vielen laften, Wie ber sanft und füffe raften: Ich nur fehne mich allein, JEsu! bald bey bir zu seyn. 4. Andre mögen durch die wel len, Und durch wind und klippen Behn, Groffen schätzen nachiustelleu, Cut und ebre in erbobn: Jcb 8. Doch soll ich ist falems auen und den güldten freuden faal noch nicht, wie ich wünsche, schauen? Soll ich hier im thränens thal Noch voll angst und kummer leben? Soll sich doch mein hers erheben, und indeß bey dir allein, JEfu! schon im himmet seyn. 3. Fånd ich bald in deinen ar el. Wer nur den lieben GOttit. men, wo man ewig sicher ruht, Theurer feelen- schat! erbarmen; 958. Ach wie betrübt find 2ich so wollt ich alles gut, Das wir auf der erde zählen, Nicht für folchen schat erwählen: Könnt ich bald ben dir allein, Schönster JE fu! ewig seyn. hier auf dieser jammer welt! Wer kann ihr leiden alles zählen, Das sie aft stets gefangen hält? Das schmerzet nun und kranket sehr: Ach wer doch nur im himmel war! 2. Jeh mag mich, wo ich will, hinwenden, So seh ich nichts als taufend noht. Ein jeder hat sein creus in banden und fein beschier den Bon dem Hinintel. 023 trink oder effe; Jedennoch ich bey keiner sach Mein lestes end ver geffe. Ich denke fiets, was ich auch hier zu schaffen immer habe, an dieses wort: nun kommt herfür Ihr todten! aus dem grabe; Stebt auf, kommt vor gerichte. den thränen- brot; Und deß wird immer mehr und mehr; Ach wer doch nur im himmel war! 3. Jm himmel wird das creuz der erden und was uns hie für tummer drückt, zu lauter lebenscronen werden: Ach war ich nur schon hingerückt! Die liebe noht ist ziemlich schwer: Ach wenn ich nur im himmel wär! 4. Hier kann das glück oft vieles machen; Doch kommt es nicht in ledes haus, und bringt zwar die sem luft und lachen; Doch preßt es lenem thränen aus. Mich quält es nur, mich läßt es leer; Ach wenn ich nur im himmel wär! 3. DJEfu Chrift! ich ruf dich s. Im himmel sind viel größre an, Du wollest von mir nehmen gaben: Im himmel sind wir alle Was ich für missethat gethan, Lag reich, Im Himmel kann man alles sie mich nicht beschämen. Durc baben, Im himmel sind wir endeinen tod die schuld schon ist Bes geln gleich, Im himmel ist keinzahlet für mich armen; Drum, unglück mehr: Ach wenn ich nur weil du selbst der richter bist, wird im himmel war! du dich mein erbarmen, Mich in dein reich einführen. 6. Hier ist der mensch in ftetem lammer, Mit jammer kommt die abend- ruh, Mit jammer geht er aus der kammer, Mit jammer gar dem grabe zu; Das macht das le: ben ziemlich schwer: Ach wenn ich nur im himmel wär! 7. Im himmel wird sich nie: mand kranken, Im himmel wird nur freude seyn. Mein JEsus wird uns alle tränken Mit engel luft und freuden- wein. Im him mel ist kein jammer mehr: Ach wenn ich nur im himmel wår! 8. Ey nun, mein liebster JEsu! führe, Ach führ mich bald ins himmels zeit! Daß mich die lebens crone siere, Worauf mein wunsch und ziel gestellt. Ich achte aun die welt nicht mehr: Ach wenn ich nur im himmel wår! 959. D Rel.Chriß unser HErr zum Jord. ich einschlafe oder wach, Ob ich 2. Ich weiß, daß man an jenem ort von allem thun und leben, Auch jeglichem unnügen wort Dann rechenschaft muß geben. was hie für übelthat geschicht, und oft nicht wird erfahren; Wird dort das schreckliche gericht Ganz klärlich offenbaren Vor als len heilgen GOttes. 4. So wird die feele deß ge Der leib wird herrlich und vers währt, Warum sie hier gebeten: klärt Hervor da können treten. Er wird mehr leuchten als die tonn. wird da in der freud und wonn Und an ihm alle glieder: Keins Dem andern seyn zuwider: Da ist nur fried und freude. 5. Wie hart geht hier es manche mahl her, um wohnung zu erlans gen! Dort werd ich sie ohn all bes schwer mit größter rub empfans sen. Hier muß man endlich doch heraus, Man kann nicht immes bleiben: Dort aber in des vaters haus Wird niemand mich vertrets ben, Die ståtte bleibt mir ewig6. Dort werd ich in der herrs lichkeit von schwachheit und von sünden, Von trübfal, noht, gefahs und leid Durchaus nichts mehr empfinden. Was ich für kuma mer, angst und pein. Hier oftmable Rr mügen 626 Morgen- Lieder. müssen leiden; Wird alles dort reih Erz- väter und propheten: Die vergessen seyn, Ich werd in höch-| treue martyrer dabey, Die sich hier ften freuden GOtt, wie er ist, an lassen tödten; Auch die an GOtt schauen. gehalten fest In trübfal, noht und plagen, und stets beständig seyn gewest, Die werden frölich sagen: Das lamm hat überwunden. 11. Dein lob, o HErr! kann hier mein mund Bisweilen nur was lallen: Dort laß ich es von herzenss grund Und allezeit erschallen. Ich werde ganz mit neuer kraft Seyn angethan dort oben, und in der engel brüderschaft Ohn uns terlaß dich loben; Das stückwer! hat ein ende. 7. Daß GÖtt dreyfaltig, und sugleich nur einig ist im wesent, Wird aus dem wort im gnaden reich Gelehret und gelesen: Von herzen glaub ich es auch zwar; Doch wie es mag zugehen, Ist mir allhie nicht offenbar: Dort werd ich erst verstehen Dis allerhöcht' geheimniß. 8. Wie JEfus Christus GOt tes sohn Ein mensch hat können werden, Und wie GOtt selbst vom himmels- thron Ein knecht gewest auf erden: Hat nie ein menschlicher verstand Ergründet und ge funden: Dort wird mirs klar und recht bekannt, und wie in ihm verbunden Die gottheit und die menschheit. 9. Niemand kann hier der engel zahl, Herrschaft und thronen nennen; Dort werde ich sie allzumahl Stets sehen und erkennen. Ich werde dort erst würdig seyn, HErr! deinen ruhm zu mehren, Bo diese heilige gemein Dir, groß fer GOtt! zu ehren Singt: beilig, beilig, heilig! 10. Es werden seyn in solcher 12. Wenn ich bey mir in meis nem sinn Dis alles recht betrachs te; So sehn' ich mich alsbald das hin, Daß ich die welt verachte, Ehr, reichthum, wollust dieser welt Für koht und thorheit schäße, mir eitelkeit nicht mehr gefällt, Mich hier an nichts ergege, Und luft hab abzuscheiden. * 13. So komm, o JEfu! wie ich nu Mit seufzen dein begehre: und mich der wahren freud und ruh In deinem reich gewähre. HErr JEsu! dir befehl ich mich In deine treue hånde: Hilf, daß ich alles seliglich Durch dich all hier vollende: Komm, JEfu, mein erbarmer! VIII. Morgen: Tisch- und Abend- Gesänge. I. Morgen Lieder. Mel. Was GOtt thut das ist wol. ie nacht ist hin, 960. D wach auf mein herz! Du sollt ein opfer bringen. Laß die gedanken himmels werts Sich nach den wolken schwingen. Denn GOttes treu Jft wieder neu, Als die dir licht und leben Von neuen hat gegeben. geruch, Zu meines schöpfers thros ne: Kommt, bittet segen für den fluch, In Chrifto feinem sohne: Der öffnet hier Die gnaden thüri Drum laffet euer beten Zu Got tes herzen treten. 3. Du sonne der gerechtigkeit! Vertreib die nacht der fündent Laß mich bey dieser morgen- jeit 2, Bringt feufiger! lieblichen! Den thau der guade finden. He du Morgen Lieder 627 da die nacht mich wol bewacht; 3. Schenke mir, HErr! und So sey auch nun am tage Ein ( chuß für alle plage. gewähre, Was die arme feele stillt. Ach! erneure und verklåre Stets in mir dein ebenbild. Sende mis den geift der kraft, Der ein neues leben schafft, Daß ich himmlisch auf der erde, Und ein geist mit Christo werde. 4. Segne meiner hände werke, Und befördre meine pflicht. Bleis be meiner schwachheit stärke, Meis nes lebens kraft und licht. Laß mein lebens- ziel allein Deines namens ehre seyn. Hilf, daß ich ftets wahre liebe Gegen meinen nächsten übe. s. Führ mich bald zu jenem lichte Deiner höchsten majestät, Wo vor deinem angesichte Die verklärte seele steht Heller, als der sonnenschein, Schön, unsterblich, engel- rein: Laß sie seyn mit die vereinet, Wenn mein letter tag erscheinet. 4. Das gute wende du zu mir, Das böse laß mich fliehen. Laß deine hand mich für und für Nur nach dem himmel ziehen. Gib raht und that So früh als spat Zu allen meinen werken; Laß deinen geist mich stärken. 5. Ich werfe meine laft auf dich, Ach hilf sie treulich tragen; Machs wie du willt, nur seliglich, Mit dir will ich es wagen. Kein creuz ist mir zu schwer bey dir. Ich küsse deine ruhten; Sie leiten Rets zum gutent. 6. Du bist mein Gott, das weiß Ich wol, Laß mich nur dein verblei ben, und was ich heute wirken soll, Bu deinen ehren treiben: Dein fegen blüh Durch meine müh, Daß, wenn ich schweiß vergieffe, Er nicht vergeblich flieffe. 7. Laß auch die meinen diesen tag Dein gnaden auge leiten. Mel. HErr Christ der einge 2c. Bu weil ich gar nicht wiffen mag 962. Hett, nun fes gepriesen! Du haß Das ende meiner gib, daß ich mich stetiglich Im glau ben, buß und reue Des Testen tages freue. in dieser nacht Durch deinen schuß erwiesen, Wie treulich du gewacht: Du wolleft heur auch geben, Was meinem leib und les ben Zum segen dienen kann. 2. Gib mir ein gur gewissen, Das von der bösen welt und ihs ren ärgernissen Sich unbefleckt behält; Daß ich des fleisches lufte, Als ein gerechter christe, Stets überwinden mag. Mel. Werde munter mein zc. 961. Ott, du licht, das ewig bleibet, Das ohn allen wechsel ist, Das die fin ferniß vertreibet, Der du bleibeft, wie du bift! Ich verlaffe meine rub; Rufe: werde licht! mir zu, Daß ich, der ich nacht und erde, Durch bein licht verkläret werde. 2. Wecke, da der leib geschla fen, Auch die seele geistlich auf! Gib ihr deines lichtes waffen, Richt und leite ihren lauf. Laß mich seyn des lichtes kind, Hilf mir, der ich geiftlich blind, JEsu! daß ich wieder sebe, und in deinem lichte gebe. 3. Gib mir ein frölich herze, Damit ich alles leid In dir getrof verschmerze, Daß keine traurigs Feit Den muht mit sorgen schwäs che, Noch meine hoffnung breche, Die sich auf dich verläßt. 4. Gib mir ein treu gemühte Das redlich lebt und liebt, Dae auch mit aller gute Den armen bilft und giebt; Das ehr und tus Xr 2 gend 028 orgen Lieder. send suchet, und alles das verslu- nicht verjagen, Wenn mich ein tet, was dir ein greuel ift. creuz und unglück rührt: Ded mich durch deine gnaden- hand, So wird es glücklich abgewandt. 1. Gib mir auch gute freunde, Sie sind ein groffer trost; Und waren etwa feinde Durch neid auf 6. Nun feel und leib sey dir ers mich erbost; So wollst du sie begeben, Bey dem sie wol verwahs tehren, und mir ein herz bescheh ret stehn. Und soll der rest von meis rea, Das wahre freundschaft hält. nem leben Noch diesen tag ju ende gehn; So mache du durch Christi blut Auch meinen leiten abschied gut. 6. Gib mir, was du willt geben, Ich will zufrieden seyn, und die nicht widerstreben; Gib mir nur dich allein. Denn kann ich dich nur haben, Veracht ich alle gaben, Weil du mir alles bift. 7. Wolan, deß tröst ich mich im glauben: Im glück und unglück bin ich dein, Aus deiner hand tann mich nichts rauben; Drum Mel. Wer nur den lieben GOtt 2c. foll mein ftetes denkmahl seyn, 963. Ermuntert euch, er: Das mir im finn und herzen liegt: macht quickte glieder! Die dunkle schatten sind vorbey; vergnügt. Der liebe morgen zeigt sich wie: der, und machet GOttes güte Mel. 33. Straf mich nicht in nen, die mich in dieſer nacht be 964. Ah ermuntre dich, Deckt, arbeit aufges meckt. 2. GOtt lob! der mich für al lem schaden Bey meiner stillen ruh bewacht, Daß mich der reichthum seiner gnaden Zu seinem preise tüchtig macht. Ich bin vergnügt, ich bin erquickt, und warte, was GOtt heute schickt. geiß! Bey den frühen Kunden, Da sich licht und sonne weist, Da die nacht vers schwunden. Weißt du nicht Deis ne pflicht? Willt du nicht mit sins gen GOtt ein opfer bringen? 3. Sein guter geift wird mich regieren; Er leite mich auf ebner bahn, und helfe mir mein wert vollführen, In seinem namen fang ichs an. Sein segen wird mein fonnenschein, und seine huld mein schatten seyn. 4. Mein GOtt! so laß dich gnäs big finden, Dir hab ich alles heimBestellt: Ach! nur behüte mich für fünden: Doch wenn das fleisch aus schwachheit fällt, So richte mich durch JEfum auf, Und sey bu felbft mein lebens- lauf. 2. GOtt! mein herz lobsinget dir, Sey du hoch gepriesen Für die wolthat, die du mir Diese nacht erwiesen: Deine kraft Hat vers schafft, Daß ich ohne weinen Sch die sonne scheinen. 3. Finsterniß und schwarze nacht Hatten mich umgeben; Doch du haft für mich gewacht, Daß ich noch kann leben. Deine treu Stund mir bey, Welt und satans tücke Hieltest du zurücke. 4. Doch laß mich auch diesen tag Deine gute spüren. Gib, daß ich mein leben mag Dir zu ehren fühs ren. Lehre mich, Daß ich dich Ueber alle schäße Dieser erden fere. +. Weil jeglicher von unsern 5. Lehre mich den falschen tagen Auch seine plage mit sich schein Dieser welt verachten, Lebe fabet: Mein Gottfo laß mich're mich nur blos allein Mach dem bims Morgen Lieder. himmel trachten. Wenn die welt Mege ftellt, HErr! so bilf mir lämpfen, und das böse dämpfen. 6. Hilf, daß ich die alte schuld Nicht noch mehr erhöhe: Doch hab auch mit mir geduld, Wo ich mich vergehe. Fällt mein fuß; Laß ben guß, Laß den thrănen regen Dich, o GOtt! bewegen. 7. Gib, daß ich den sünden- gift Stets mit forgfalt meide, Und, wenn mich ein unfall trifft, Stets geduldig leide: Doch, o Gott! 6. Du willt ein opfer haben: Hie bring ich meine gaben, Mein weihrauch, farr und widder Sind mein gebet und lieder: 7. Die wirst du nicht verschmds Laß in noht mich nicht unterliehen, Du kannst ins herze sehen, gen, Hilf mir wieder siegen. Und weißt wol, daß zur gabe Ich ja nichts beffers habe. 8. So wollst du nun vollenden Dein werk an mir, und senden, Der mich an diesem tage Auf seis nen händen trage. 9. Sprich ia! zu meinen thaten, Hilf selbst das beste rahten, Deu anfang, mittel, ende, Ach HErr! zum besten wende. 10. Mit segen mich beschütte, mein herz sen deine hütte, Dein wort sey meine speise, Bis ich sum himmel reise. 8. Laß mich mein beschieden theil Bis ans ende finden; Sey, 029 4. Du sprachft: mein kind, nun liege, Trog dem, der dich betriege! Schlaf wol, laß dir nicht grauen, Du sollt die sonne schauen. GOtt! mein schuß und heil Ben den unglücks- winden. Steh mir bey, HErr! verleih, Daß ich bis zum grabe Dich vor augen babe. 9. Gegne, was ich red' und thu, Laß es wol gelingen, und mich in gewissens- ruh meinen lauf vollbringen; Bis ich dort Dir, mein bort! Ben den seraphinen Ewig werde dienen. s. Dein wort ist nun geschehen, Ich kann das licht noch sehen, Für noht bin ich befreyet, Dein schus hat mich verneuet. 10. Soll auch meines Lebens band Diesen tag zerspringen; So wird JEsu hand Mir auch Mel. Alle welt was lebt sc. belfen ringen. JEiu vein Soll 966. Gott des bimmeis und allein Auf dem fierbeküssen Meister, sohn und heilger geift! Der nen ted versüssen. uns tag und nacht läßt werden, Gonn und mond uns scheinen beißt, Deffen starke hand die welt Und was drinnen ist, erhält: Mel. Nun laßt uns GOtt zc. ach auf mein her:! 965.Wach und singe Dem 2. GOtt! ich danke dir von hers schöpfer aller dinge, Dem gebergen, Daß du mich in dieser nacht aller güter, Dem frommen men Für gefahr, angst, noht und fchen- hüter. fchmerzen Treu behütet und bes wacht, Daß des bdsen feindes lis Mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die nacht auch meiner fünden Jest mit dieser nacht vers gehn: O HErr JEfu! Inß mich finden Deine wunden offen sicht, Wo alleine hülf uud raht Jk für meine misfethat. Xt3 4. Hilf, 2. Heint als die dunkle schatten Mich ganz umgeben hatten, Hat fatan mein begehret, GOtt aber bats gewehret. 3. Ja, vater! als er suchte, Daß er mich freffen mögte, War ich in deinem schooffe, Dein Bügel mich umschloffe. Sich 030 Morgen- Lieder. 4. Hilf, daß ich mit diesem mor 4. Du haft mich all; eit väterlic gen Geistlich auferstehen mag, Und für meine seele sorgen; Daß, wenn nun dein grosser tag Uns er scheint und dein gericht, Ich dafür erschrecke nicht. 5. Führe mich, o HErr! und leite Meinen gang nach deinem wort: Sey und bleibe du auch heute Mein beschüßer und mein bort: Nirgend, als ben dir allein, Kann ich recht bewahret feyn. 6. Meinen leib und meine seele, Samt den sinnen und verstand, Groffer GOtt! ich dir befehle Un ter deine starke hand. HErr, mein schild mein ehr und ruhm! Nimm mich auf, dein eigenthum. 7. Deinen engel zu mir sende, Der des bösen feindes macht, Lift und anschlag von mir wende, Und mich halt in guter acht, Der auch endlich mich zur ruh Bringe nach dem himmel zu. * 8. Hore GOtt, was ich begehre, Bater, sohn und heilger geist! einer bitte mich gewähre, Der du selbst mich bitten heißt; So will ich dich hier und dort Herzlich preisen fort und fort. Mel. Wend ab deinen zorn zc. 967. I ftund will ich dich diefer morgen lobent, O GOtt mein vater in dem himmel oben! Was du für gnade mir pflegst zu beweisen, Will ich nun preisen. 2. Du hast mich an das tags licht laffen kommen, Auch durch die tauf in dein reich aufgenom men, und läsfest mich in deinem sohn entbinden Von schuld und fünden. 3. Du giebest mir den heilgen geift darneben, Daß er mich lehrt und führt in meinem leben: Da mit ich lern auf dich alleine schauen, Und dir vertrauen. ernehret, Was ich bedurft, mir immerzu beschehret; Und, wenn mich noht und unglück hat berühs ret, Bald draus geführet. 5. Jest hast du auch durch deis ner engel scharen Mich laffen heint in dieser nacht bewahren, Daß mich darinn kein unfall hat ers schrecket, noch aufgetbecket. 6.OHErr! mit meinem munde und gemühte Erzähl und rühm ich solche grosse güte, Die ich ems pfangen hab an allen enden Aus deinen händen. 7. Jch bitt, du wolleft über mit fort walten, und mich auch heute Diefen tag erhalten, Daß fatan nicht durch seine lift und pfeile Mich übereile. 8. Erhalte mich, wie zuseht frommen christen, Rein von der welt und ihren fünden- lüften: Daß ich auch meinen eignen bösen willen nicht mög erfüllen. 9. HErr! laß in deinen schu feyn eingeschlossen Leib, feele, freund, verwandte,( Leib, feele, ebgatt, kinder,) hausgenossen, Und was ich sonst durch deine milde gabe Auf erden habe. 10. Die obrigkeit erhalt in gus beil im ganzen lande: Behüt uns tem Gib friede, glück und allerseits, o HErr! aus gnaden, Für sünd und schaden. 11. Du wollst mich auch an dies fem tage stärken Durch deine kraft in des berufes werken, Auf daß ich mdge in denselben allen Dir wols gefallen. 12. Bulegt verleih, wenn ich aus diesem leiden, Es sey heut oder morgen, werd abscheiden, Daß ich auf Chrifti tod mag frölich sters ben, Den himmel erben. 13. So bin ich denn an leib und feel genesen, und wol auf dieſer welt allbie gewesen: Dort hab ich denn 631 9. Dein ist, daß ich Gott recht erkenn, Ihn meinen HErrn und vater nenn, Sein wahres wort und facrament Behalt und lieb* / bis an mein end: 10. Daß ich fest in anfechturg steh, und nicht in trübsal unters geh; Daß ich im herzen troft ems pfind, Bulegt mit freuden übers Morgen- Lieder. Denn das rechte kleinod funden, Hier überwunden. 14. Das hilf mir, vater! der du mit dem sohne, Und beilgem geift regierst in einem throne: Gib, daß ich dessen, was ich jest begehret, Ja werd gewähret. Mel. Das ist fürwahr ein köstlich. 968. Vor deinen thron wind. hiemit, GOtt! und dich demühtig bitt: Wend doch dein gnädig angesicht Von mir blut- armen fünder nicht. II. Drum dank ich dir mit herz und mund, O GOtt! in flund, Für morgen diesermittags= dieser abends alle gute, treu und gnad, Die meis ne feel empfangen hat. 12. Und bitt, daß deine gnas den- hand Bleib über mir heut ( heint) ausgespannt: Mein amt, gut, ehr, freund, leib und feel Ich dir in deinen schuß befehl. * 13. Hilf, daß ich sey von hers den fromm, Damit mein ganzes christenthum Aufrichtig und rechtschaffen sey, Nicht bloffer schein noch heucheley. 14. Erlaß mir meine fündens schuld, Und hab mit deinem kind geduld: Sund in mir glauben an und lieb, zu jenem leben hoff, nung gib. IS. Ein selig ende mir beschehr, Am jüngsten tag erweck mich, HErr! Daß ich dich schaue ewigs lich, Amen, amen, erhdre mich! 2. Es hat, o vater! deine macht Mich an das tages licht gebracht, In dir web', schweb' und lebe ich, Vergehen müßt ich ohne dich, 3. Errettet hast du mich gar oft Ganz wunderbar und unverhofft, Da nur ein schritt ja nur ein haar Mir zwischen tod und leben war. 4. Verstand und ehr hab ich von bir, Des lebens nohtdurft giebt bu mir, Darzu auch einen treuen freund, der mich in glück und unglück meint. 5. GOtt sohn! du hast mich durch dein blut Erldset von der höllen- glut, Das schwer gesen für mich erfüllt, Damit des vaters jorn gestillt. 6. Wenn sünd und fatan mich anklagt, Und mir das Herz für augst verzagt; Alsdenn brauchs du beit mittleramt, daß mich dein Der vater nicht 7. Du bist mein fürsprach alle jeit, mein heil, mein troft und meine frend: Ich kann durch dein verdienst allein Hier ruhig und dort selig seyn. 8. GOtt heilger geift, du hoch ke kraft! Deß gnade in mir alles schafft: Ift etwas guts am le ben mein, So ist es warlich alles dein. [ us meines 969. Arunde Gag ich die lob und dank, In dieser morgens stunde, Darzu mein lebelang, O GOtt in deinem thron! Dir zu lob, preis und ehren, Durch Chris ftum unfern HErren, Dein'n eins gebohrnen sohn: 2. Weil du mich, HErr: aus gnaden In der vergangnen nacht Für g'fahr und allem schaden Behütet und bewacht: Ich bitt denüb, Xr 4 106 632 Rorgen Lieder. Demühtiglich, Wollst mir mein derfahr, Daß mich der satan nicht fund vergeben, Womit in diesem verlegt, Noch mich in schand und leben Ich oft erzürnet dich. schaden setzt. 3. Du wollst auch mich behü ten Aus gnaden diesen tag Fürs teufels lift und wüten, Für fünden, schmach und plag, Für feur und wassers noht, Für armuht und für schanden, Für ketten und für banden, Für bösem schnellen tod. anblick, Des sohnes gute mich ers 3. Des vaters huld mich heut quick, Des heilgen geiftes glans und schein Erleucht meins finstern herzens schrein. tig bey, D mein erldser! bey mir 4. Mein schöpfer! fteh mir kräfs mir, Mein herz mit deinen gaben sey, D tröster! weiche nicht von sier. 4. Mein leib, mein feel und leben, Mein ehr und gut bewahr: Dir will ich übergeben Jezund und immerdar, Als dein geschenk mich, Erleuchte mich, HErr! guds *. HErr! segne und behüte und gab, Mein eltern( obern) und diglich: HErr! heb auf mich dein verwandten, Gefreunde und bes angesicht, und deinen frieden auf kannten, und alles was ich hab. mich richt. 2. Mein feel, leib, ehr und gut bewahr, Daß mir nichts bdses wies 5. Dein' engel laß ftets bleiben Und weichen nicht von mir, Den fatan ju daß der Mel. Aus diesem tiefen grunde. böf feind hier In dieſem jammers 971. JH Erre! Daß du mich ch dank dir, lieber thal Sein tück an mir nicht übe, Leib und feel nicht betrübe, und mich nicht bring' ju fall. 6. GOtt will ich lassen rahten. Der alle ding vermag: Er segne meine thaten, Mein vornehmen und fach: Weil ich ihm heimge Kellt Mein leib, mein feel, mein leben, und was er sonst gegeben; Er machs, wies ihm gefällt. treu bewahrt In dieser nacht für g'fährde, Darinn ich war so hart Mit finsterniß umfangen, Dazu nicht auffer noht: Draus bin ich nun entgangen, Drum preiß ich dich, mein GOtt! 7. Darauf so sprech ich amen, Und zweifle nicht daran: Gott bort in Chrifti namen Mein feuf en gnädig an: Nun streck ich aus bie hand, Greif an mein werk mit freuden, Wozu mich Gott bescheiden In mein'm beruf und Band. 2. Mit dank will ich dich loben, du mein GOtt und HErr Jm himmel hoch dort oben! Den tag mir auch gewähr, Warum ich dich will bitten, Das auch dein will may seyn: Leit mich in deinen sits ten, und brich den willen mein. 3. Gib, daß ich nicht abweis che Von deiner rechten bahn, Der feind mich nicht erschleiche, Damit ich irr mögt gehn. Halt mich durch deine gute, Das bitt ich fleissig dich, Fürs teufels lig Mel. HErr JEfu Chrift meins 2c. 970. Du beilige dren- und wüten, Womit er fest an faltigkeit! Du hochgelobte einigkeit: GOtt va ter, fohn und heilger geist! Heut diesen tag mir beystand leift. 4. Den glauben mir verleihe An dein'n sohn Jesum Chrifti Mein' sünd mir auch verzeihe Alls hie zu dieser frist: Du wirst mirs nicht versagen, Weil du verbeiffen bag Rorgen Lieder. 633 baft, Daß er mein' sund soll tragen, doch mein herz dargegen dar, Als Rich lösen von der last. lob und dank auf deinem brands s. Die hoffnung mir auch giebe,| altar? Die nicht verderben läßt: Darju chriftliche liebe Zu dem, der mich verlegt: Daß ich ihm guts erzei ge, Darin nicht such das mein, Ihn liebe als mich eigen, Nach all dem willen dein. 6. Dein wort laß mich bekennen Vor dieser argen welt, Mich deinen diener nennen, Nicht fürchten g'walt noch geld, Das mich bald mögt ableiten Von deiver wahrheit klar: Wollst mich auch nicht abscheiden Von der chriftlichen schaar. 3. Nimm gnädig an das opfer meiner lippen, Das ich dir bring in dieser jammer- klippen: Ents zünd in mir das her; mit deiner brunst, Auf daß ich stets empfinde deine gunst. 4. So lang ich noch hier auf des welt muß wallen, Laß mich, mein GOtt! in keine fünde fallen: Gib, daß ich stets denk an das lebenss end, und meinen sinn nach deinem willen wend. <. Befiehl, daß deiner engel schaar mich leite, Und wider meis ne feinde kräftig streite: Denn nimmst du dich nicht meiner treus lich an; So weiß ich wol, wie leicht ich fallen kann. 7. Laß mich den tag vollenden Bu lob dem namen dein: Laß mich nichts von dir wenden, Ans end beständig seyn. Behüt mir leib und leben, Dazu die frücht im 6. Ach! sind vor dir die spers land; Was du mir, HErr! gegeling hoch geachtet, Hast du die ben, Steht all's in deiner hand. * 8. HErr Chrift! dir lob ich sage Für deine wolthat all, Die du mir all mein tage Erzeiget überall: Dein'n namen will ich preifen, Der du allein bist gut; Mit deinem leib mich speise, Trank mich mit deinem blut. 9. Dein ist allein die ehre, Dein ist allein der ruhm, Dein güt sich ben uns mehre, Dein segen zu uns tomm: Daß wir in fried einuns eil: Sib uns des glaubens waffen Fürs teufels lift und pfeil. zahl der kleinsten haar betrachtet So wird von dir auch nicht vers gefsen seyn, Den du in deine hand geschrieben ein. 7. Laß deine gut ob allen froms men walten, Du kannst sie wol in noht und tod erhalten. Regier uns, HErr! wir warten deiner gnad, und treten frisch auf unsere dienstes pfad. Mel. Wer nur den lieben GOtt 26. ein 973. C es wieder morgen, Die nacht vollendet ihren laufe Nun wachen alle meine forgen Auf einmahl wieder mit mir auf. Rel.HErr unser Gott beherrscher. 972. Das walte Gott, der Die rub ist aus, der ſchlaf dahin, mich aus lauter gnaden Erhalten hat für leibs: und feelen- schaden: Jeh lobe dich, denn deine gut und treu Ift mit der morgen- fonne wieder neu. ich seh wo 2. Ich bin noch immer auf des erde, Wo jeder tag fein elend hat, Wo ich nur immer älter werde, Und häufe sünd und missethati Jch leb' und web in GOtt allein, Ach most ich ihm auch nüße feyn. 3. Du giebs mir kraft jeit aufe X* 5 Juster 2. Ich bin, o HErr! zu solcher gnaden- gabe, Viel zu gering, die to empfangen habe: Was legt dir Morgen Lieder. 634 Bustehen: Regier mich auch in dies fer welt: Du weißt, was heute wird geschehen; Mach alles so, wie birs gefällt. Schleuß mich in deiz ne vorsicht ein, Dein will ich todt und lebend seyn. 4. Vergib mir, váter! alle fün ben, Die mit mir aus dem bette gehn, und laß mich gnade vor dir finden, Erhöre mein gebet und Behn: Denn sich ich nur bey JE fu wol, So gel es, wie es gehen foll. 4. Leib und feele, geift und sin: nen, Muht, gedanken, werk und wort, Thun und lassen und bes ginnen Sen allein dir, treuer hort! Zu regieren heimgestellt: machs mit mir, wie dirs gefällt: Dir nur will ich mich ergeben, J mag sterben oder leben. s. Tilge meine schwere fünden, Esu! durch dein theures bluti Kaß mich deine gnad empfinden, wenn in angst sie nohtig thut! Gey mein reichthum, schuß und licht, Wenn mir alles sonst ges 6. Behüte mir leib, feel und bricht: Gönne meiner matten leben, Verwandte, freunde, haab seele Ruh in deiner wundens und gut: Laß deine hand den sehöhle. gen geben, Wenn meine hand das ihre thut. Hilf, daß ich alles wol verricht, Du wirst es thun, ich #weifle nicht. <. Hilf du in allen sachen rahten, Sch bin mir selbst nicht klug genug. Behüte mich für misse. thaten, Für böser menschen lift und trug. Hilf gutes schaffen, wo ich kann, So leg ich diesen tag wol an. Mel. JEfu deine heilge wunden. 974. ner gnaden, HErr! ich preise deine macht, Die mich Diese nacht für schaden Voller lieb und treu, bewacht; Daß mein feelen feind durch lift Mein nicht machtig worden ist, Daß ich freu: dig auferstehe, und mit luft die fonne sebe. Unter deinem gnaden- flügel, Ald wohin mein herz gericht't, Diese kurze tages zeit Ohne noht, ges fahr und leid, Ganz beglückt zu ende bringen; Laß mir auch mein thun gelingen! 2. War ich ohne dein erbar men Eingeschlafen; was für pein Würde mir verlaßnem armen Diese nacht begegnet seyn! Satan und die böse welt Hätten mich mit lift gefällt: Aber weil du mich bedecket, Haben sie mich nicht erschrecket. 3. Laß mich nun, mein fels und bagel, JEsu, meine suversicht 6. Laß auch diese bülf empfins den, Die in angst und nöhten seyn; Will ihr troft und raht vers schwinden; Geuß dich selbst ins her; hinein. Segne, vater! jeden stand, Segne dieses ganze land, Uns für allem leid bewahren. 7. Ach HErr JEsu! ach regiere Mich durch deinen heilgen geift, Daß ich so mein leben führe, Wie dein wort mich unterweist. Richte meinen lebenslauf, Heiland! stets zu dir hinauf: Kommt es aber zu dem sterben, Laß mich dann den himmel erben. Mel. 39. O ewigkeit du donner c aus der ruh, Und 975. Nun tret ich wieder geh dem sauren tage zu, Wie GOtt mir auferleget; 3war weiß ich nicht, was mir den tag Für plag und noht begegnen mag: Allein ich weiß, mich tråget Mein froms Mier Cisch Gefänge. 635 mer GOtt in seiner but, Daß mir, Muß ich von allen fünden frey, die last nicht schaden thut. Auf GOttes wegen gehen; Mein Gott geht nimmer meinen steg, Ich wandle denn erst seinen weg. 6. Drum führ mich, GOtt! auf deiner bahn, Daß ich in busse fols gen kann, und lautre mich von fünden; So ftreit ich als ein kühs ner held, Mit satan, fünden, fleisch und welt; Denn du hilfft übers winden. So tret ich muhtig an den tag, Und seheue nicht, was 2. Zwar meine bürd' ist täglich Beu; Doch ist mein GOtt auch. täglich treu, Er tråget meine fors gen. Wer ist, der vor der nacht ver: nimmt, Was ihm den tag hindurch bestimmt? Es bahnt ein jeder mors gen Mir einen frischen weg zur pein, Der kann mit Gott ersties gen seyn. 3. Ach war doch, hab ich oft ges dacht, Auch dieser tag bereits vollkommen mag. bracht mit seiner last und plagen! Des abends hab ich denn gespürt, Daß mich dein gnaden arm ges führt, und alles helfen tragen, Daß mir auf meinem creuzes- pfad Dein gnaden- licht geleuchtet hat. 4. Weil ich denn deß versichert bin, So traure nicht, verzagter finn! Die bürd auf dich zu legen: Erag, was du kannst; GOtt trå get mit, Er folget dir auf jeden schritt Mit gnade, kraft und segen; Mit diesem geh ich frisch daran, Und scheue keine leidens- bahn. 8. Ich schließ in Chrifti wuns den ein. Die meine bluts vers wandte seyn, Da sind sie wol bes schloffen; Ich lege meinen geiß dazu, Hier schließ ihn ein, hier gib ihm ruh: Und wenn mein ziel verflossen, So nimm ihn auf, und ften hut Kann eingeschlossen sehen: sey mein GOtt Jm leben, leiden, Doch, daß ich deß versichert sey, I noht und tod. f. So freuet sich mein frischer muht, Wenn ich mich in des höch7. Ich leg auf dich, mein Gott und HErr! Die laft, die mir allhie zu schwer, Die laft, die mich gebos gen; Ich lege bürde, pflicht und Band In deine grosse allmachtss hand, Die du mir nie entzogen: Die führte ia von jugend auf Schon meinen ganzen lebenss lauf. II. Tisch- Gesänge. Mel. Herzliebster JEsu was ic. 976, Lobt und erhöht des groffen GOttes te, Denn sie bezeugt sein väter lich gemühte: Sie ist es, die den tisch so reich beseget, und uns er eget. 2. Er fuchet uns so väterlich zu Behren: Wie sollte das nicht unsre hoffnung mehren, Daß wir nach wunsch auch seines geiftes gaben Jest von ihm haben: 3. Die werden uns im glauben feßie gründen, Das her; mit liebe gegen ibn entzünden, Die feel in andacht durch gebet und fingen Stets aufwerts schwingen. 4. Sie füllen uns mit vielen geisteswerken, Sie werden uns den trieb zum guten stärken; Daß wir uns auch der kranken und der armen Allzeit erbarmen: <. Daß wir in unschuld unsern wandel führen, Mit treu und des muht alle thaten zieren, Der welts luft und dem fleisch, als GOttes erben, Getroft abfterben: 6. Und so im vorschmack seine rub geniessen, Bis wir in Chrifto unser Leben schliessen, Nud denn, von 15. 836 CHO Gefängs. von ihm ans graden aufgenommer wird uns mehr beschehrt, Ald men, Zur freude kommen, wir zusammen alle wehrt. 7. Die er bereitet denen, die Ihn lieben, Die er uns selbst durch Chrifti blut verschrieben, Dar aufwir einzig und alleine uen Und feft vertrauen. 8. Nun ihm, samt vater und dem heilgen geifte, Dem alle welt dank, pflicht, gehorsam IciKe, Sey hier und dort mit herzen, mund und jungen Stets lob ge fungen. Mel. Wer nur den lieben GOtt zc, GOtt, von dem 977.D wir alles haben! Die welt ist ein sehr groffes haus; Du aber theilest deine gaben, Recht wie ein vater, drinnen aus. Dein fegen macht uns alle reich: Ach lieber GOtt! wer ist dir gleich? 2. Wer kann die menschen alle sählen, Die jest bey dir zu tische gehn? Doch muß die nohtdurft Feinem fehlen, Denn du weißt als lem vorzustehn. Es giebet deine sater hand Die nahrung für ein Iedes land. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung fået, Und endlich auch Derfrucht genießt. Der wind, der durch die felder wehet, Die wolke, fod as land begießt, Des jimmels thau, der sonnen- strahl Sind deinediener allzumahl. 5. Wir wollen dieses nie vers gessen, und dir ein täglich dank lied weihn; Ein jeder bissen, den wir essen, Soll deines segens dents mahl seyn: Und her; und mund singt lebenslang Für unsre nab rung preis und dank. Mel. HErr Chrift der eingesc. nun sev 978. sepreifet, ir fas gen dir jest dank; Du haft uns wol gespeiset, Du gabst uns guten trank, Dein mildigkeit zu mers Fen, und unsern glaub'n ju färs ten, Daß du feyst unser Gött. 2. Und haben wirs genommen Mit luft und übermaaß: Dadurch wir mögten kommen Vielleicht in deinen haß; So laß es uns aus gnaden, DHErr! doch in nicht schaden, Durch Chriftum deinen fohn. 3. Du wolleft allzeit nehren, HErr! unsre feel und geist, Ju Christo sie bekehren; Und helfen allermeist, Daß wir den hunger meiden, Stark seyn in allem leis den, Und leben ewiglich. * 4. vater aller frommen, werd nam, Zaß dein reich zu uns koms men, Dein wille mach uns jahm: Gib brot, vergib die fünde, kein args das heri entzünde, 28f uns aus aller noht. 4. Und also wächst des menfchen speise, Der acker felbft reicht ihm das brot: Es mehret sich viels fältger weife, Was anfangs febien, als war es todt; Bis in der sente lung und alt Erlanget feis 979. Singen wir aus hers GOtt mit unserm mund, Der s. Nun HErr! was foll man uns so viel gut erweist, Und uns erß bedenken? Der wunder sind reichlich hat gespeift: Gott, der bier gar zu viel. So viel, als du, thier und vögel nehrt, hat auch Fann niemand schenken, und dein gnädiglich beschehrt, was wir exbarmen bat kein siel; Deau imsiest allbie vertebEL. 8. 201 Lisch Gefänge. 2. 2obet ihn als feine Enecht', Wie wir schuldig sind mit recht: Und erkennt, wie er uns liebt, lind dem menschen gnade giebt, Den er von bein, fleisch und haut Artig hat zusamm'n gebaut, Daß er die fes licht anschaut. 637 verleihe, Daß es uns auch wol gedeie. 2. Hilf doch, daß wir nicht vers messen, HErr! dein wort und dein gebot Bey dem überfluß vergess fen: Halt uns doch, o treuer Gott! Ben der gaben rechtem brauch: Gib uns gnade, daß wir auch, Was du täglich wirst beschehren, Stets in deiner furcht verzehren. 3. Lehr uns deine gab' erkens nen, Daß wir, groffer schöpfer! dich Kindlich unsern vater nens nen, Welcher uns so gnädiglich Schüßet, netret und erhält, Der uns, was uns nöhtig fällt, Hier in diesem armen leben Pflegt mit reicher hand zu geben. 4. Nun, wolan! auf deine gute Nehmen wir, was du beschehrt z Gib, daß sich leib und gemühte Wol erfrischt und nicht beschwert, Daß sich beides, wol erquickt, Wieder zu der arbeit schickt. Lag die mahlzeit so geschehen, Wie du es wirft gerne sehen. 3. So bald er sein leben hat, Seine küche vor ihm steht. In dem leib der mutter sein Ist er zu gerichtet fein: Ift er gleich ein kleines Find, Doch er nirgend mangel findt, Bis er an die welt Denn kommt. 4. GOtt hat die erde jugericht, Läßts an nahrung mangeln nicht: Berg und thåler macht er naß, Daß dem vieh auch wächst sein gras. Aus der erde wein und brot Schaffet GOtt, und giebts uns fatt, Daß der mensch sein le ben hat. 5. Das waffer muß uns geben Asch, Die Gött tragen läßt zu tisch: Eyr von vågeln eingelegt, Werden junge draus geheckt, Müffen unsre speise seyn: Hirs sche, schaafe, rinder und schwein Nach dem Essen. Schaffet Gott und giebts al mel. Allein GOtt in der hdb 2: lein. ihn um des heilgen geiftes sinn: 6. Wir danken ſehr, und bitten Daß wir solches recht verstehn, Stets in fein'n geboten gehn, Geinen namen machen groß In Chrifto ohn unterlaß; So singen wir recht das gratias. wir haben schon gegessen: Mein 981.Die mahlieit ist nuns vollbracht, Gott! du hast es wol gemacht, und jedem zugemessen, Was ihm von dir beschieden war; Du reis chest uns voll güte dar, Was unfre leiber speiset. 2. Wie groß ist deine freunds lichkeit! Wie herrlich deine gute! Denn sie versorgt zu jederzeit Den leib und das gemühte. Du les Vor dem Essen. Rel. JEfu deine heilge wunden. 980. wir arme sünder Seuf jen, flehn und bitten dich, Speise doch uns arme kinder Jit aus gnas 3. Des himmels fenster öffnest Den mildiglich. Gib uns, ohne du, Und schenkest milden regen s ( chmach und noht, Immer unser Du schleußt die erde auf und zu, tiglich brot; Segus felches und Und siebs uns deinen fesen. Die tog 2 1 Du haft uns allen raht gewußt, und uns sehr wol gelaber. 638 Abend: Lieder. toft ift da auf dein geheiß, Wen| schmäh es nicht, Laß dir es wol follte das zu deinem preis, O va ter! nicht bewegen? gefallen. 6. Vergib uns unsre missethat, 4. Du selber speiseft alles vieh, und gib, was wir begehren. Und auch die junge raben; Du Schaff uns, o vater! ferner raht, machest, daß sie täglich bie Brot, Daß wir uns ehrlich nehren. Speiß und nahrung haben: HErr! Verleihe künftig gute zeit, Glück, du thuft auf die milde hand Und| nahrung, fried und einigkeit, Ges fåttigest das ganze land Mit grof fem wolgefallen. sundheit, heil und segen. <. Mildreicher GOtt! nun wollen wir Für deinen trank und Speisen, Als liebe kinder, für und für Dich loben, rühmen, preifen; Wir danken dir nach unsrer pflicht, Getreuer GOtt! ver III. Abend: Lieder. Mel. O traurigkeit, o herzeleid., die unruh dieser zeit, JEfu! sid 982. Der tag ist hins Mein bald legen. und Sehnt sich nach jenem tage, Der uns ganz entreissen wird Aller noht und plage. 2. Die nacht ist da; Sey du mir wah, Mein heil! mit deinen ker sen; Treib der fünden dunkelheit Weg aus meinem Herzen. 3. Der sonnen glanz Entwei het ganz; O unerschaffne sonne! Brich mit deinem licht hervor, Mir jur freud und wonne. 4. Des monden schein Fällt nun herein, Die finsterniß zu mindern; Laß doch nichts vers anderlichs Meinen lauf verhinderit. 5. Es kommt nunmehr Das Kernen heer, Und glänzet schon von fernen; Wol dem, der im bimmel einst Leuchtet gleich den gernen. 7. Laß uns dereinst in ewigkeit Am tisch des lammes essen, Da wird, was leib und feel erfreut, Uns reichlich zugemessen: Da schmeckt man deine freundlichkeit, Da wollen wir in jener zeit Dic unaufhörlich preisen. 6. Was sich geregt, Und erfi bewegt, Ruht jest von seinen wer! Fen; Laß dein werk in meiner ruh Sich, HErr! in mir merken. 7. Ein jeder will, Weil alles SIL, Der füllen rube pflegen. Laß 8. Ich felbft will auch, Nach meinem brauch, Nun in mein bette steigen; Laß mein her; sich auch zu dir, Als zum bette, nel gen. 9. Halt du die wach, Damit kein ach Und schmerz den geift berühre: Sende deiner engel sehaar, Die mein bette ziere. 10. Wenn soll denn nun Der wechsel ruhn, Und tag und nächs te weichen? Wenn erscheint denn ienter tag, Welchem nichts zu gleichen? II. Führ uns von hier, O GOtt! zu dir, uns, die wir hie noch weis nen, Dahin, wo dein sonnen glans Uns wird ewig scheinen. 12. Da sollen wir Der sonnen sier Und freude nie verlieren; Denn das lamm ist selbst das licht, Das die Stadt wird zieren. 13. Halleluja! Ach war ich da, Wo alles lieblich klinget, Wo man ohn abwechselung Heilig! beilig! finget. 14. O JEsu du! Mein troft und rub! Laß uns dabin gelans GEN, Lieder. 639 2. Freilich wirst du manches finden, Das dir nicht gefallen hat: Denn ich bin annoch voll sünden und vom morgen bis ießund Pfles In gedanken, wort und that; 983. zu get feele, hand und mund So ges Abend gen, Wo wir denn in deinem glanz Ewig vor dir prangen. Wel. 8. JEfus meine zuversicht. reuer JEsu! wache 1 es leider nicht zu zählen. ich, einzuschlafen: Gib mir und den meinen ruh, Bleib, o hirt! 3. Aber, o du GOtt der gnas ben deinen schaafen: Schließ die den! Habe noch einmahl geduld. thüren selber zu, Treuer JEsu! ch bin freilich schwer beladen; wache du. 2. Treuer JEsu! weiche nicht, Gonst wird grauen, furcht und schrecken, Das oft mit der nacht einbricht, uns mit ach und weh erwecken: Bleib bey uns, o gna den licht, Treuer JEsu! weiche nicht. 3. Treuer JEsu! fteh uns bey, Daß in uns der geift und glaube, Wenn wir schlafen, wacker sey, Und kein feind uns solchen rau be: Deine hülfe mach uns frey. Treuer JEsu! fteh uns bey. Doch vergib mir alle schuld. Deis ne grosse vater- treu Werde diesen abend neu; So will ich nach deinem willen Künftig mehr, als heut, erfüllen. 4. Heilige mir das gemühte, Daß der schlaf nicht fündlich sey: Decke mich mit deiner güte, HErr! dein engel steh mir ber. Schüß und decke stadt und haus, essche glut und flammen aus, Laß mich morgen mit den meinen Nicht in noht und kummer weis nen. 5. Steure felbft den böfen leus ten, Die im finstern arges thun. Wollen sie sich gleich bereiten uns zu schaden, wenn wir ruhni So zerstöhre du den raht, Und verhindre selbst die that: Wend auch alles andre schrecken, Das der satan kann erwecken. s. Treuer JEsu! nimm zu dir Endlich mich, und auch die mei- 6. HErr! dein auge geht nicht nen: Bricht dereinst der tag herunter, Wenn es ben uns abend für, Da du selber wirft erscheis nen: Ach so führ uns insgemein, Creuer JEsu! zu dir ein. wird; Denn du bleibest ewig muns ter, und bist selbst der gute hirt, Der auch in der finstern nacht Ueber seiner heerde wacht: Darum hilf uns deinen schaafen, Daß wir alle sicher schlafen. 7. 4. Treuer JEsu! kommt es nu Einft einmahl mit mir zum sters ben; So bring mich zu deiner ruh, Mache mich zum himmels erben; Schließ mir selbst die augen zu, Treuer JEsu, meine Mel. JEsu deine heilge wunden. 984. nem leben wiederwachen, wenn es rechte jeit wird Err! es ist von mich erum ein tag dahin: Lehre mich nun seyn, Richte selber meine fachen achtung geben, ob ich frömmer Blos zu deinen ehren ein. Doch worden bin? Zeige mir auch sel bestimmst du, lieber GOtt! Mie ber an, So ich was nicht recht ge noch heute meinen tod; So befehl than; Und hilf mir in meinen fa- ich dir am ende Leib und feel in den Ein gesegnet ende machen. deine bånde. Mel. Abend: Lieder. 640 985.Got Mel. Wer nur den lieben GOtt zc. Ott lob! der tag ist nun beschlossen, Die ruhe stunde stellt sich ein. Viel gutes hab ich heut genoffen, GOtt muß dafür gepriesen feyn. An GOtt und an sein lob gedacht, Bringt eine rechte gute nacht. 2. Des leibes arbeit geht zu ent be: Die feele nimmt das ihre vor. Mein GOtt! ich hebe herz und bånde In JEsu nun zu dir empor: Weil ich dich vater nennen kann, So nimm mein kindlich opfer an. Mel. Wer nur den lieben GOttu. 986, ott lob! es il von meinem leben Nun abermahl ein tag vorbey. Die stille nacht hat mich umges 3. Der tag verstreichet ohne pla- ben, und macht mein Herz von gen, Der abend bricht vergnügt sorgen frey. Dis ist mein troft, der berein. Muß mancher über un- 1 mich erfreut: Stets näher zu der glück tlagen; So kann ich gutes ewigkeit. muhtes seyn. Dein auffehn schüßt mich väterlich, und deine liebe erdnet mich. 4. Nun GOtt! vom grunde meiner feelen Stimm ich ein lob und dank- lied an. Gern wollt ich alles das erzählen, Was deine band an mir gethan; Doch, lieber Bott! unzählig ist, was feel und leib von dir genießt. 5. Ach nur vergib mir alle fünde: Mein JEfus nimmt die schuld 3. Ob sich gleich leib und feele scheiden, und meines leibes fleid jerreißt; Wird JEsus doch die seele kleiden Mit dein, was uns verweslich heißt. Dis ist mein auf sich; Darum in diesem dei- tiel ben freud und leid: Stets nem kinde, Getreuer GOtt! ernäher zu der ewigkeit. 4. Ich finde nur im kühlen gras be Das beste bette meiner rub. Und wenn ich ausgeschlafen habe, Führt JEsus mich dem himmel zu. So bringt mich jeder blick der zeit Stets näher zu der ewigkeit. 5. So lieg und schlaf ich ganz mit frieden, Dieweil mein hirt selbst bey mir wacht. Von JEsu bleib ich ungeschieden Auch in der Er lentet lesten todes nacht. meiner tage seit Stets näher in der ewigkeit. 3 barme dich! Ich weiß, du geheft mit mir nicht um Chrifti willen Ins gericht. 6. Drauf schlaf ich unter deiner liebe, und was mir lieb, befehl ich Dir. Siehts um mein lager schwarz und trübe; So leuchte nur dein licht in mir, Das nacht und dunkel lichte macht, und mich mit vater- treu bewacht. 8. So geb ich mich in deine hände, Ich leb' und sterbe, wie du willt. Ich weiß, daß aus dem les bens- ende Des rechten lebens ans fang quillt. So schlaf ich nun auf JEsum ein; So muß mein schlaf gesegnet seyn. 2. Ein ieder abend kann mir jeis gen, Es werde sich mein lebenss licht Zum stillen todes- abend neis gen. Dis ist mein troft und schreckt mich nicht: Ich komm aus dieser kurjen jeit Stets näher zu der ewigkeit. 7. Wolan ich will der ruh geniessen; Soll diese nacht die leste seyn, Da ich mein leben muß befchliessen; So geb ich mich von 6. So kommt ihr sanften abends bergen drein. Das leben ist mir stunden! Ihr müden augen Fein gewinn, Als bis ich wol geschließt euch zu! Die feele rubt Borben bin in Chrißi wunden, So bat ber leib Abend- Liebee. leib auch seine ruh. Mein wunsch und ziel ist jederzeit: Stets näher tu der ewigkeit. Wel. GOtt des himmels und 2c. a ich mich zur ruh 987. Dwill legen, Gott! mich. so denk ich erst daran, Wie mir bein gewünschter segen Heute so viel guts gethan. Nun in Chrifto mel. HErr unser GOtt beherrsch opfern dir Geist und lippen dank 988. Die foun hat ſich mit Dafit. 2. Gegne mich mit neuen gnas den, Segne mich mit neuer huld: Laß mir keine sünde schaden, Und erlaß mir alle schuld: JEsum nimam jum bürgen an, Der bezah- ruh. len will und kann. 3. Gegne mich in meinem schlas fe: Gib, daß unter deiner hut, Creuer hirte deiner schaafe! Leib und feele sicher. ruht. D! wie fchläft sichs so vergnügt, wenn man dir in armen liegt! 048 8. Worum ich dich fest gebes ten, Laß, mein Gott! erhöret feyu. Morgen will ich vor die freun. Nun, mein leib, so lege treten, und mich dankbar drüber dich, Schlafe wol! GOtt fegnet 4. Segue mich mit schuß und schirmen Durch die engel deiner wacht; Daß des teufels wuht und fürmen mir nicht furcht und fchrecken macht. Ich bin dein, so bat bey dir Satan auch kein theil an mir. 2. Jch preise dich, du HErr der nacht und tage! Daß du mie heut für aller noht und plag. urch deine hand und gnaden reiche macht So unverlegt unt sicher durchgebracht. 3. Vergib, wo ich bey tage fi gelebet, Daß ich nach dem, was finster ist, gestrebet. Laß alle schull durch deinen gnaden schein Je ewigkeit bey dir erlaffen seyn. 4. Schaff, daß mein geift dich ungehindert schaue, Indem ich mich der trüben nacht vertraue Und daß der leib auf diesen schwes ren tag Sich seiner kraft fein fauft erholen mag. 5. Vergönne, daß der lieben ens gel scharen Mich für der nacht der finfierniß bewahren; Damit ich für der lift und tyranney Der feinde nun im schlafe sicher sey. 6. HErr! wird mich einst die lange nacht bedecken, und in die rub des tiefen grabes ftrecken; So blicke mich mit gnaden- augen an, oraus ich licht im tobe nehmen fanu. 7. Gegne mich mit langem les ben, So mirs anders selig fällt. Alles fen dir übergeben, und ges 7. Laß mich hernach, jugleich Laffen beimgestellt. Wie du willt, mit allen frommen, 3u ienem ( o schicks mit mir: Dena ich lebglanz des andern lebens kome Bcb Berbe Dir. meu, Allwo du uns ben groffen tag C# bes 5. Gegne mich an meiner haabe: Weil du deine freunde liebst, Und so manche gute gabe Ihnen auch im schlafe giebst: Also wirf mir in der ruh, Was mir gut und Büklich, zu. 6. Gegne mich mit Fraft und Bårke, Segne mich auf Fünftgen tag, Daß ich meines standes werke Frisch und froh verrichten mag; Daß denn alles wol gelingt, was Die arbeit mit sich bringt. wendet, und ihren lauf auf dieser tag vollendet: Die dunkle nacht dringt allenthalben zu, Bringt menschen, vieb und alle welt aut 642 Abend Lieber. acte deco bestimmt, Dem feine nacht licht,| HErr Chrift! Daß uns nicht schab glanz und klarheit nimmt. des feindes lift, Das fleisch in züchs ten reine sey: So sind wir mans cher forgen frey. 4. Wenn unsre augen schlafen ein, Laß unser Herz doch munter seyn. Beschirm uns, GOttes rechte hand! Und löp uns vonder fünden band. 989. Chrift, der du bist der helle tag, Vor bie nacht nicht bleiben mag! Du Leuchtest uns vom vater her, Und bist des lichtes prediger. 2. Ach lieber HErr! behût uns Beint In dieser nacht für'm bösen feind, und laß uns in dir ruhen fein, Und für dem satan sicher feyn. 3. Ob schon die augen schlafen ein, So laß das her; doch wacker seyn: Halt über uns dein rechte band, Daß wir nicht falln in fünd und schand. 4. Wir bitten dich, HErr J fu Chrift, Behüt uns für des teufelsliß! Der stets nach unsern feelen tracht't, Daß er an uns nicht habe macht. 5. Sind wir doch dein ererbtes gut, Erworben durch dein theures blut: Das war des ewgen 5. Beschirmer deiner chriftens heit, Dein hülf sey uns allzeit bereit: Hilf uns, HErr Gott! aus aller noht, Durch deine wuns den, pein und tod. vaters raht, als er uns dir se- 991. Nun ruhen alle mens der, Vieh, 7. So schlafen wir im namen Dein, Weil deine engel bey uns seyn: Du heilige dreneinigkeit, Wir loben dich in ewigkeit. 6. Gedenk der schweren jeit, HErr Chrift! Darinu der leib ges fangen ist, Die feele, die du haft erldst, Der gib, oJEfu! deinen troft. * 7. GOtt sater, dir sey lob und preis, Und deinem ſohne gleicher weis, Des heilgen geifies gütigkeit Sep bey uns bis in ewigkeit. * 6. Befiehldem engel, daß er schen, städt und felder, es schläs komm und uns bewach dein eigen fet diese welt: Ihr aber meine thum: Gib uns die lieben wächsinnen Auf, auf! ihr sollt begins ter zu, Daß wir für'm satan baben nen, Was eurem schöpfer wol gefällt. 2. Wir bitten dein' göttliche macht, Behût uns beint in die fer nacht: Bewahr uns doch für allem leid, GOtt vater der barmborgigkeit! 3. Vertreib den schweren schlaf, 2. Wo bist du sonne blieben? Die nacht hat dich vertrieben, Die nacht, des tages feind: Fahr hin! ein andre sonne, Mein Jesus, meine wonne, If der in meinem 990. Christe, der du bist tas herzen ſcheint. und Vor dir is, HErr! verborgen nichts: Du väterlichen lichtes glans! Lehr uns den weg der wahrheit ganz. 3. Der tag ist nun vergangen, Die güldne ßerne prangen Am blauen himmels: faal: Also werd ich auch gehen, Wenn GOtt mich heiffet gehen Zum himmel aus dem jammerthal. 4. Der leib eilt nun tur ruhe, Legt Fleider ab und schuhe: Das bild der fterblichkeit Zieh ich nun aus: Dagegen Bird Chriftus mir antes Abend Lieder ehr und Anlegen Den rock der berrlichkeit. 5. Das haupt, die füß und hänbe Sind froh, daß nun zum ende Die arbeit kommen sey: Herz, freu dich! du sollt werden Bom elend dieser erden, und von der fündenarbeit frey. 6. Nun geht, ihr matte glie der! Geht hin, und legt euch nies Der, Der betten ihr begehrt. Es kommen stund und zeiten, Da man euch wird bereiten Zur ruh ein bettlein in der erd. 7. Mein' augen stehn verdros fen, Wie bald sind sie geschloffen! Be bleibt denn leib und feel? Nimm sie zu deinen gnaden, Gey gut für allen schaden, Du aug' und wächter Israel! 8. Breit aus die flügel beide, D JEfu, meine freude! Und nimm bein küchlein ein. Will satan mich verschlingen; So laß die engel singen: Dis kind soll undeclerct seyn. 043 3. Doch bin ich gar nicht engels rein, Ich find, o JEsu! stets das mein: Den alten Adam t noch spür, Der mich anreizet für und für, Daß ich mein bers, ber gierd und sinn Zur eitelkeit sol ueigen hint. 4. Ich klag an mein unachtsams feit Vor dir, o GOtt! mitreu und leid; Wie du auch alles selbst ges fehn, Was oft aus schwachheit ist geschehn. Den innern menschen hab ich nicht Mit fleiß verwahrt nach meiner pflicht. 9. Auch euch, ihr meine lieben! Soll heint fein leid betrüben, Kein unfall, noch gefahr. GOtt laß euch selig schlafen, Stell euch die güldne waffen Ums bett und feiner engel schaar. s. Den sinnen hab ich oft zu weit Den jaum gegönnt zur eitels. keit. Ich habe viel geredt, ges dacht, Gehört, gesehen und voll. bracht, Das mirnicht wol gestans den an, und ich nicht alles wisseu kann. 6. Aus gnaden alles mir vers gib, Verbrenns im feuer deiner lieb. Du bist voll heiligkeit und gnad, Was mir noch fehlt, für mich erstatt. Dein blut mich was sche, daß ich werd So rein, wie mich dein herz begehrt. * 7. Ich dank auch, liebster JEsu! dir Für alle guade, die da mir Erzeiget haft von kindheit auf, Bis diese stund in groffen hauf. Du haft mir so viel guts gethan, Daß ich nicht alles zählen Mel. Vater unser im himmelr. 992.h danke dir, lieb- kann. reicher Daß 8. Jch bitte, halt auch gnädigs du mich heut für schand und spott lich Dein auge offen über mich, Und schweren fällen haft behütt: Daß mich der feind mit lift und Es kommt von deiner gnad und macht nicht überfall in dieser gut. Mein gang verderben ist aus nacht. Für unglück schütze feel mir, Mein heil Edmmt, HErr! und leib, Gefahr und noht weit allein von dir. son mir treib. 2. Wenn du nicht hättest mir! 9. Gib, daß ich nach gepflognes gereicht, HErr! deine hand, wär ruh Erwach, aufsteh und freudig ich gar leicht Gefallen auch so tief in sünd, Als sonsten manches men fchen- kind. Ohn' deine hülf und gnaden- hand Fällt auch der komma in fund und schand. thu, Was du, HErr! anbefohlen mir, Und einen guten wandel führ. Steh mir mit deinem geiste bey, Daß nichts betdaumlichs an ir fes. 64 2 ra. Sh 644 Abend Lieder, - 10. Für einem bösen schnellen Einen solchen tempel werden, Da tod, Ď du liebreicher frommer nur dir, und nicht der welt, Emig GOtt! Mich heut und jederzeit licht und fewer hält. bewahr, Laß ben mir seyn der en gel schaar, Daß satanas und sein gesind An mir ja keine macht nich And. 6. Geht ihr meine müde gifts der! Geht und senkt euch in die ruh: Reget ihr euch morgen wies der; Schreibt es eurem schöpfer ¡ u, Der so treue wacht gehalten; Müßt ihr aber heint erkalten, des bittern todes pein Dech Mel. JEsu meines Lebens zc. u läßt 993. Dnacht erreichen, der seelen vortheil feyn. GOtt, der mein erretter ist! Das ist mir ein neues zeichen, Daß du treu und gnådig biſt, Laß anizt mein schwaches singen Durch die trübe wolken dringen. Und sey gegen diese nacht Ferner auf mein beil bedacht. 994. Werde munter mein Daß ich tret zu Gott herfür, Und noch preise feine gute, Die er heut ges than an mir: Da er mich den gans zen tag Für so mancher noht und plag, Für betrübniß, schand und schaden Treu bebûtet bat in gnas den. 2. Neige dich zu meinem flehen, Und verstoß mein opfernicht: Hab ich gleich sehr viel versehen, und viel bofes ausgericht't: So verAuch ich meine fünden, Und will mich mit dir verbinden. Reiß du nur aus meiner brukt Alle wurzel böser lust. 2. Lob und dank sey dir gefuns gen, Vater der barmherzigkeit! Daß mein werk durch dich geluns gen, Daß du mich für allem leid, Und für fünden mancher art So 3. HErr! es sey mein leib und gar väterlich bewahrt, Auch den leben, und was du mir sonst gefeind hinweg getrieben, Daß ich fchenkt, Deiner allmacht über geben, Die den himmel selbst umschränkt. Laß um mich und um bie meinen Einen strahl der gnabe scheinen, Der, was deinen na men trägt, Als dein gut zu schüßen #flegt. 4. Laf Dein heil mich jest bethauen, Gib mir deffen überfluß. Schüße mich für angst und graus en, Wende schaden und verdruß, Brand und sonst betrübte fälle: Beichne meines Hauses schwelle, Daß hier keinen iener schlag Des verderbers treffen mag. unbeschädigt blieben. 3. Keine junge kann aussprechen Deine gut und wunderthat: Kein mensch kann jemahls ausrechnen, Was dein' hand erwiesen hat. Deiner wolthat ist zu viel, Ibr ist weder maaß noch ziel; HErr! du hast mich so geführet, Daß kein unfall mich berühret. 4. Dieser tag ist nun vergans gen, und die dunkle nacht bricht ein: Nach dir, GOtt! ist mein verlangen, Dein licht kann nur mich erfreun. Stehe mir, o vas ter! ben, Daß dein glanz fiets vor mir sey, Und mir auch im fins ftern scheine; Denn ich hoff' auf dich alleine. 2. B. Mos. 12, 29. 5. Wirke selbst in meinen finnen, Steh mir auch im dunkeln ben, Daß mein schlafen und bes ginnen Dir auch nicht zuwider 5. HErr! verzeihe mir aus gnaden Alle fünd und missethat, Tep. Los mich isto schon auferden Bomit fich mein berg beladen, abend Lieder 645 und dich hoch erzärnet hat. Treib Laß mich krankheit nicht aufwels des satans lift und tück, GOtt! durch deine Fraft zurück: Laß es ihm ja nicht gelingen, Mich in angst und noht zu bringen. 6. Bin ich gleich von dir gewtchen; Stell ich mich doch wieder ein: Hat uns doch dein sohn verglichen Durch sein angst und to bes- pein; Ich verleugne nicht die fchuld, Aber deine gnad und huld I viel grösser als die fünden, Welche sich in mir befinden. 7. D du licht der frommen fee: len! Odu glanz der ewigkeit! Dir will ich mich gan; befehlen Diese nacht und allezeit: Bleibe noch, mein GOtt! dem fins Mel. Aus tiefer noht schrey ich ze. ch gern that aubier: æröße mich mit 995. I ben bu haft Die beiner liebe, Daß kein unfall mich betrübe. denn du nacht seit bey dem tage Erschafs fen frey von sorg und laft, Von arbeit, noht und plage; Daß man sie bring in stille zu, Und vieb und menschen ihreruh Zur leibess nohtdurft haben. 9. Wenn die tageswerte na Sen, Daß die augen schlafen ein; Laß ich doch mein her; stets wa chen, und zu dir gerichtet seyn: Geist, gedanken, feel und sinn Ge ben immerfort dahin, Daß mich nichts von dir abtreibe, und ich dein im schlaf auch bleibe. 8. Für des teufels ftrick und Begen, GOtt mein vater! mich bewahr, Daß er mir nicht kann jus legen Mit augs, unglück und ge fahr. Laß mich dich, o wahres licht! 2. HErr! deine weisheit, güt Nimmermehr verlieren nicht: und macht Ist nimmer zu ergrüne Denn wer dich nur hat im herden: Du hast es alles wol bedacht, den, Füblet keine feelen- sebmersie wir es oft empfinden. Gib, jen. daß ich dich ie mehr und mehr Ers Fenne, und dein lob und ehr Bey tag und nacht ausbreite. * 10. Laß mich diese nacht em pfinden Eine sanft und füsse ruh: Alles übel laß verschwinden, Deck mich selbst aus gnaden zu. Leib und feele, sinn und muht, Auch mein zeitlich baab und gut, Freund, verwandte(* Ehgatt, Linder,*) hausgenoffen, Seyn in deinen schuß geschloffen. ken. Treibe weg des krieges schalt Wend ab feur und wassers- noht, Pest und bösen schnellen tod: Laß mich nicht in fünden sterben, Noch an leib und feel verderben. 11. Ach bewahre mich für schret ter, Schüge mich für überfall. * 12. O du groffer GOtt! erhd. re, Was dein kind gebeten hat. JEfu! den ich allzeit ehre, Bleibe doch mein schuß und raht: O du wehrter heilger geist! Stärke du mich allermeist. HErr! erhöre dis mein flehen! Amen, ia, es soll geschehen. 3. Jest preiß ich dich insonders heit, Daß du aus lauter gnaden Mich und die meinigen auch heut Bewahrt für allem schaden; Daß deine treu verhütet hat, Daß ich in schand und missethat Nicht gröblich bin gerahten. 4. Woben ich doch nicht leng. nen kann, Daß ich viel guts gelaj sen; Hingegen aber das gethan, Was du befiehlt zu haffen: Ich babe nicht so immerfort, Wie mit gebeut dein beilig wort, Untades lich gewandelt. s. Was aber noch versehen ist, 1nd wo ich außgeschritten; Das bat verföhuet Jesus Cbris, als 4.45 EIDEND, Steben er am creus gelitten; Um deffen, werd ich Flug, Und scheue mich a willen, HErr! verzeih mir alle funden, und verleih, Daß ich mich täglich befre. fehlen. Es ist nun abermahl Ein ück des lebens bin, Daß ich dem richters ftuhl Schon etwas näher bin: 6. Nun fehet toch, o Herr! zu dir Mein Herzl des verlangen, Du wollet nun auch seyn 2. Vor diesem soll ich nun, Was ich im ganzen leben Geredt, ges ben mir Jest, da der tag vergandacht, gethan, Genaue rechnung gen, und mir leib, feele, sinn und muht, Mein ehre und mein Baab und gut In dieser nacht be büten. geben: Hilf, daß ich dir anjest Zu meiner feelen- ruh, Noch ers mit buß und reu Durch Chrißum rechnung thu. 7. Du wolles für dem argen 3. Komm, meine feele! komm, feind In deinen schuß mich faffen; Wir wollen uns felbft richten, Daß er, und die sein anhang Und auf mein heutig thun Mit feynd, Mich stets zufrieden laffen: wahrer forgfalt dichten. Schohn Mich auch für schnellem bösen tod, deiner selber nicht, Durchsuch es Für feuer und für waffers nohtia mit fleiß, Und denke, daß es Und allem leid beschirmen. 3 GOtt Und dein gewissen weiß. 8. Erhalt durch deine gnadenband, zu deines namens ehren, Die mir mit freundschaft sind verwandt, Und sonst mir angehören; Gib, daß die nacht und im merdar Dein heilger engel uns bewahr Für unfall, noht und ( chaden. * 9. HErr! laß mich ruhig fehlafen ein, Hilf, daß mich nichts erschrecke: Und wenn die rechte seit wird seyn, Alsdenn mich wie der wecke; Daß ich an meine arbeit tret, Wenn ich zuvor durch mein gebet Dir meine werk beärgerlich? fohlen.. 10. Verschmäh, o GOtt mein vater! nicht mein feufien, bits ten, flehen: Laß JEfu, mich dich, wahres licht! Auch in dem fin: fern sehen: Oheilger geißt! am leiten end mit deinem troft dich ju mir wend, Daß ich drauf fanst einschlafe. 4. Fang von dem morgen an, Betrachte zeit und ftunden, Die dir den tag hindurch, Bis diese jeit verschwunden. Fings du mit beten an? Und lobtest du den tag Den HErren deinen GOtt Bey iedem glocken- schlag? 5. Steht auch dein tauf- bund fest? Und dachtest du mit freuden An GOttes gnaden- geißt? Mit dank an Chrißi leiden? Hast du GOtt treu geliebt? Den nächs sten, gleich als dich? Warst du auch fromm, gerecht, und keinem el. O GOtt du frommer zc. 996. ithre mich Stets Err mein Gott! meine tage sablen: Denn also 6. Hast du kein faul geschwäß, Kein fluchen angefangen? Erwes se wo du warst, Mit wem du ums gegangen? Ob du auch Gottes wort Geliebet, gern gehört; Dich darnach eingericht't, und Gott darnach geehrt? 7. Haft du im glauben so, Als vor dem HErrn, gewandelt? Mit will und wissen auch nicht wider ihn gehandelt? Wie? oder liebs test du Den alten fünden- wußt? der fleisches- luft? Bergnügte sich dein herz Au sends &. Daft bu mol odne dank Del 6€* Eden- Lieder Derren gab empfangen? Dem geiz und eitler ehr Unbillig ange bangen? Die GOtt dir vorgeseht Geliebet und geehrt? Des nach en febler nie zum schimpf und [ pott gekehrt? 9. Hast du den nächsten wolf Beschimpfet und betrübet? Jhn um sein gut gebracht? Dis mehr, als ihn, geliebet? Hast du ihm fets genügt? Ihn nicht aus haß gericht't? Thatst du den ar men guts? Verließt den bruder nicht? 10. Hast du auch Feusch gelebt?! Liest du in wort und werken, In lleidung, speiß und trank Dich immer maffig merken? Haft Got tes ruhm gesucht, Gerechtigkeit geliebt? Die demuht und geduld Im leiden treu geübt? II. Erweg, ob sich dein herz An GOtt begnüget habe? Mis brauchtst du seine huld, Zeit, guter/ glück und gabe? Kuri, hast du fromm gelebt, und immerdar ges wollt, Daß dich der HErr so fand, Wenu er jest kommen sollt? 947 Ir. Doch ich geträfte mich Blos deines gnaden- thrones, Und wasche mich jezund Im blute deines fohnes: Dis hat die schuld getilgt, Die dich beleidigt hat; Hiermit bezahl ich dir All meine missethat. Und leider! so befunden, Daß 12. Die prüfung ist geschehn, GOtt beleidigt sey Und zwar zu allen funden; Daß ich die zeit misbraucht, An GOttes güte, macht, Gericht, wort, ewigkeit, Und ende schlecht gedacht. 16. Mein JEsu! laß mich nicht, Ju Hüll mich in dein leiden; Die funde, die uns schied, Goll uns nicht wieder scheiden. Durch deis nes geistes kraft Sag ich nun bis ins grab Dir, GOtt! gehorsam zu, Und allen sünden.ab. * 17. HErr! lehre mich fiets thun Nach deinem wolgefallen i laß mich nie wiffentlich In ein'ge fünde fallen: Regier und führe mich, Daß ich in glück und noht Dich besser fürchten mag, Und hals ten dein gebot. 18. Nun Chrißi theures blut Hat meine schuld durchsirichen, und mich mit meinem GOtt Aufewiglich verglichen. Die rechnung ist gethan, und alles wieder gut: wie ruhig schlaf ich nun Auf meis nes JEsu blut! 19. Mein hert ist mir nun leicht: Ich lebe oder sterbe; Ich weiß, daß ich gewiß Das himmel. reich ererbe. Ich fürchte nun nichts mehr: Werd ich gleich ofs fenbar Bor Christi richter- Bubt; Geh ich zur engel- schaar. 13. Ach! meine fünden sind Nicht alle zu erzählen: Denn ach! Wer merker doch, Wie oft und viel Wir fehlen? sittre, weil mein Mel. Werde munter mein gem. von mir. ber: Und leib voll fünde ſteckt, Die 997.3 seriefen sür die Augen, ohren, mund, Und hand und fuß befleckt. gnade, die du heut Båterlich au mir erwiesen Ohne meine würs 14. Das böse nicht mehr thun, digkeit. Schenke mir noch dies Jß eine frucht der buffe; Drum fes gut, Laß mich durch dein theus fall ich weinend dem, Den ich beres blut Die vergebung meiner trübt, in fuffe: Ich schlag an mei fünden Jest in gnaden bey dir ne brug, Ich fileh, so sehr ich kann: finden. Gott! sich mich fünder doch Ini Cbrifio guadig att 2. HErr! nun will ich schlafen geben Gib mir deinen engel ju 649 Laß ihn um mein bette stehen, und ( o schüße meine ruh. Laß mich unter deinem schuß Wider sataus lift und trug durch den glauben tapfer fiegen, und die nacht sein ficher liegen. 23 TD/ Ciebez 3. Wend, o treuer menschen. püter! Schaden, noht, gefähr: lichkeit. Halte haabe, haus und suter Diese nacht in sicherheit. Nimm dich meiner gnädig an, Daß mir ja nichts schaden kann. Zaß die treuen engel scharen Dich, und was nur mein, bewah ECIT. 4. Sollt auch dein gerichte kom men, Sollt es diese nacht geschehn: HErr! so laß mich mit den from men Diese nacht jum himmel gehn. Laß mich dir zur rechten fepn, Sprich dis urtheil: komm herein, Du getreuer knecht! zum leben, Wo die frommen ewig ichweben. . Oder reißfest du den faden Meines lebens diese nacht; HErr! fo habe doch aus gnaden Auf mich armen trenhich acht. Nimm mich nur im glanben bin, wenn du willt: dennach! ich bin Willis, ju ben himmels- freuden Jn dir, bei land! abzuscheiden. 6. If es aber auch dein wille, Das ich beint noch leben foll; Ach fo fchlaf ich sanft und stille, Denn in JEfu ruh ich wol. Laß mich morgen frisch aufstehn, Und au meine arbeit gehu, Die du mir in Diefen tagen Zu verrichten aufges tragen. 7. Hierauf geh ich nun zu bette, Schlafe, JEsu! auf dein wort, Kleb an dir als eine klette Schlas fend, wachend, fort und fort: Weil mein her beständig glaubt, Daß es feft dabey verbleibt, Daß du uns willt felig machen, Ob wir filafon oder wachen. Abend- Lied am Sonnabend, Mel. Herzlich thut mich verlang. 998. Die woche geht zum aber GOttes treu: Denn wo ich mich hinwende, Da ist sie immer neu. Die zeit kann wol verschwinden, Nur GOttes güte nicht; Sie läst sich täglich finden, und giebt mir troft und licht. 2. O gnädigster erhalter Von allem was ich bin! Hör meines mundes psalter, Und nimm mein opfer hin Für alle gnaden- gaben, Die nicht ju jählen feyu; Denn was wir menschen haben, I. böchster! alles dein. 3. Die ganze woche jeuget Vog deiner gütigkeit, Die du zu mir geneiget. Ja meine lebenszeit Vom ersten waffer- bade Bis diesen augenblick Rühmt deine wunders suade Int glück und ungelück. 4. Allein mein herze bebet, ich gelebet Und dich, mein Gott! Benn es zurücke denkt, Wie übel sekränkt? Je mehr du mich gelies bet, Und meiner haft verschontz Je mehr ich dich betrübet und mus mit haß belohnt. me, HErr! meine missethat. Weil s. Straf nicht in deinem grims deine vater- stimme Mich selbst ges rufen hat; So schrey ich um ers barmen: Erbarm dich über mich! Ich fall dir in die armen, Ach fhos ne gnädiglich! 6. Mein glaube heißt mich hofs fen, Es sey durch Christi blut Ein neuer bund getroffeit, und alles wieder gut. Drum will ich dir ges loben Von nun an treu zu sevni Dein guter geist von oben Wird hierzu traft verleiht. 7. Ich bin dein find aufs neue 1 Drum gib, daß diefe nacht Mich auch dein schuß erfreue, Der alles sicher macht: Ich werde gleichsam Berben, Der schlaf ist wie ein tod Dod Berufs- und Standes: Pleber. 649 Doch kann ich nicht verderben; Dus werden wir uns morgen In deiner lebst in mir, mein Gott! Fraft erfreun; Wir werdent opfer bringen, und deiner gnaden macht Mit Herz und mund lobsingen, Die uns so treu bewacht. 10. Soll dis in diesem leben Die leite woche seyn; Will ich nicht widerstreben, und mich im geifte freun Auf ienen feyerabend. Den Chrifti tod gemacht: Und 9. Du wirst auch die versor: diese hoffnung habend Sag ich gen, Die mein und deine seyn: Gol nun: gute nacht! 8. Jadu, mein GOtt! wirft was chen, Ich werde ruhig seyn; So mag der höllen- rachen Sein gift nur auf mich speyn: Dein kind wird sicher liegen, als wenns im himmel war. Will mich der feind bekriegen; Deckt mich der engel beer. IX. Berufs: Standes- und Reise- Lieder. I. Für jeden Stand insgemein. Rel. O GOtt du frommer sc. Ott! ber und 999. nach dem fall Die arbeit zugemessen, Der uns das brot im schweiß Des angesichts heißt effen: Dir ist der müssiggang, Der böses lehrt, verhaft, Dem fatan cine lust, Dem nächsten eine last. 2. Gib, das ich willig mich In beine ordnung schicke, und unter meiner mich auf deinen raht: schluß blicke. Wird gleich mein angesicht mit saurem next; Genug, daß du mich selbst In den beruf gefest. Von uns menschen insgemein Ohne dich verrichtet werden, Oder wol- gedeplich seyn. Steht uns deine gnad und treu Nicht in allen werken bey; Ach! so wirds in allen dingen Anders nicht als misgelingen. 2. All' mein thun und meine sachen, HErr! empfehl ich deines treu. Du weißt alles wol tu ma. chen, Drum fteh mir in allem bey. Laß mich deinen fegen fehn, Laß mein werk von statten gehn, und, wozu es angefangen, Sein ers wünschtes ziel erlangen. 3. Laß mich treulich alle pflicha ten, Die mich mein beruf gelehrts Immer unversäumt verrichten: | Hilf mir thun, was mir gehört. Richte meinen ganzen sinn, Eifer, herz und fleiß dahin, Dir zu dies nen, als dem höchsten, Doch zus gleich auch meinem nächsten. 4. Hilf, daß ich durch müssige gehen Keine zeit verderben mag. Las mich stets beschäftigt ftehet; Hilf mir ferner ieden tag, Als ein GOttsergebuer christ, as in mei, 3. Bewahre nur mein herz Für bau und nahrungs- jorgen. Gib mir mein täglich bro., Und sorge felbst für morgen; Laß mich an meinem theil Das meine fleissig thun, Doch mein vertrauen stets In deiner liebe ruhn. Mel. Werde munter mein ze. 1000. auf dieser erben nichts kann 4. Ach fördre, segens- GOtt! Die werke meiner hånde; Sen du mein A und O, Mein anfang und mein ende. Laß mich bey mei her last Auf jenen fabbath fehn, Wo wir nach müh und kampf zu deiner rube gebu. Berufs- und Standes Lieber 650 meinen träften ift, Deiner ords nung nachzuleben, Alles mit dir anzuheben. <. Laß dem satan nicht gelin gen Sein ihm vorgefertes ziel, Der mich um den himmel bringen Und zur hölle stürzen will. Stehe mir, o vater! bey, Daß sein werk vergebens sey; Wehre seinem mord beginnen, Laß ihn nichts an mir gewinnen. s. Bewahre mich für Kinders nissen, Die welt und teufel öfters macht: Und gib mir fets ein gut gewissen, Das auch bey saurer 6. Gib mir fleissig zu bedenken, arbeit lacht. Bezame du mein Bozu ich gefeßet bin. Laß mich fleisch und blut, Wenn ihm die deinen geist stets lenken, Und rearbeit bange thut. giere meinen sinn, Daß ich, als bein treuer knecht, Dein wort Liebe, folches recht, und so viel ich Fann, erfülle; Denn dis ist dein guaden- wille. 6. Gib mir auch ein vergnügtes herze, Daß ich mit dir zufrieden bin, und deinen segen nicht vers scherze Durch ungeduld und eigens sinn. Der ift gesegnet in der that, Der fein beschieden theil nur hat. 7. HErr! so wird es auch geIchehen, Daß mir deine mildig Feit Alles reichlich wird ersehen, Was mir nügt in dieser zeit. Gib mir nur mein täglich brot, Und was mir zum himmel noht. Was mir müglich auf der erden und bort felig, laß mir werden. 7. Vermehren sich gleich die bes fehwerden, Stellt sich dein segen nicht bald ein; So laß mich doch nicht müde werden: Die funde will erwartet seyn, In welcher du nach hig und last Den groschen mir bestimmet haft. 4. Laß mich in allen meinen werken Auf deines namens ehre sehn, Und das vor allen dingen merken: Nichts könne sonder dich geschehn; und so verdienst auch du den preis, Nicht aber unser schweiß und fleiß. 8. Und wenn du mir nun das gegeben, Was mir hie nuß und felig ist; So laß mich deine gut erheben: Beil du die segenss quelle bist, Die man gar leicht vers Stopfen kann, Nimmt man nicht alles dankbar an. Mel. Wer nur den lieben GOttic. GOtt! es ist IOOL Mein dein guter wille, Daß ich mas gutes schaffen soll. Du giebeft uns zwar hüll und fülle, und machest alles segens- voll; Doch sollt du kraft daju verleihn, So willt du angerufen seyn. 2. Gebet und arbeit bringt den Tegen, und müssen stets beysammen Behn; So laß mich nun auf allen wegen In meines JEsu namen gehn: Mein auge heb' ich auf zu bir, Wirf einen Blick herab zu mir. 3. Gib mir gemühts- und lei- 10. So werf ich nun in deinem best- Fräfte: Und stärke mich auf namen Mein netz, wie du befohs diefen tag, Damit ich die berufs: lent, aus*: Sprich du zu allem geschäfte mit freudigkeit verrichthun dein amen! Und mache ten mag. Was mir zu schwer und lauter segen draus. Thu ich nicht mühsam deucht, Mach mir durch einen reichen zug, Hab ich mit dir Suc. 5, S. Doch fiets genug. beinen bevand leicht. II. Får 9. Die arbeit kann nicht ewig währen, Es kommt einmahl der ruhe/ tag: Der wird die loft in luft verkehren, Die uns hier auf dem rücken lag; Da leget uns der tod ins grab, Und wischet schweiß und thränen ab. Für die brey Haupt: Stande. II. Für die drey Haupt. Stände. el. Nun ruhen alle wälder. waisen Wollst du mit trofte spele Err! höre, HErr! fen, Wenn sie zu dir um hülse erhöre, Breitschrevn. deines namens ehre An allen or ten aus. Behûte die drey stände Durch deiner allmacht hände, Schüß Eirche, obrigkeit und baus.: 2. Ach! laß dein wort uns al- freun. len Noch ferner rein erschallen, Zu unsrer seelen nuz. Bewahr uns für den rotten, Die deiner wahrheit spotten, Biet allen dei nen feinden trug. 3. Gib, HErr! getreue[ chs rer, Und unverdroßne hörer, Die beyde thäter seyn; Auf pflanzen und begieffen Laß dein gedeyen flieffen, und ernte reiche früchte 4. Gib unserm könig glücke; Laß deine gnaden- blicke auf den gefalbten gehn; Schüß ihn auf feinem throne, Laß scepter, reich und crone In segens- vollem glanze stehn. 651 9. Sey vater aller Finder, Der schwangern ihr entbinder, Gib säugenden gedeyn; Zieh unfre arte iugend Zur frömmigkeit und tugend, Daß sich die eltern ibrer 10. Hilf, als ein arzt, den kranken: Und die im glauben wanken, Laß nicht zu grunde gehul Die alten heb und trage, Auf daß sie ihre plage Und noht geduldig überstehn. 11. Bleib der verfolgten stüße; Die reisenden beschüße; Die sters benden begleit mit deinen engels schaaren, Laß fie in friede fahren Zu jions freud und herrlichkeit. 8. Die hungrigen erquicke; Und bringe die zurücke, Die sonst ver irret feom. Die witmen nebst ban 12. Nun HErr! du wirst ers füllen, Was wir nach deinem wils len In demuhtiest begehrt: Wir sprechen nun das amen In unsers JEfu namen, So ist gewiß der wunsch gewährt. s. Laß alle, die regieren, Shr amt getreulich führen, und schafs fe iedem recht, Daß fried und treu sich füffen, wir nichts als guade wissen; Segir uns als bein er wählt geschlecht. 6. Ach! wend in allen gnaden 1003.24feyzet, Ais seine Krieg, feuer, waffer schaden, ordnung, ein: Wer sie nicht dafür Sturm, pest und hagel ab; Beschäßet, Wird nicht ohn strafe wahr des landes früchte, und seyn. Die GOttes stell verwais mache nicht zunichte, Was uns ten, Soll man in ehren halten, Dein milder segen gab. Der sie drum götter neunt. 7. Verleih uns ruh und friede, 2. Was sie amts halber heiffent, Mach alle feinde müde, Gib uns Muß man nicht weigern sich, Ges gefunde luft; Laß noht und theu- horsams sich besleissen; Sind fie te jeiten Sich nie ben uns ausgleich wunderlich. Gott kann breiten, Wo man nach brot aus ihr herz bald lenken, Daß sie doch bunger ruft. einst bedenken, Sie stehen unter Gott; 3. Daß fie don fhrem lebert, tas bier burch sie geschicht, Eing Lowere für die Obrigkeit. Mel. HErr Christ der einge 26. llobrigkeit Berufs- und Standes: Lieber [ chwere vechnung geben Dortmufe, Durch lift und rechtes schein: 30 fen vor gericht: Auf daß son ih en werde Die anvertraute heerde Geliebet und gepflegt. haß den übertreter, Und laß den übeltbåter nicht bleiben hie bep 4. Durch sie uns GOtt verleihet Ruh, sicherheit und schuß: Wir find durch sie befreyet Von böser leute truß: Es müssen, die uns haffen, uns doch zufrieden lassen; Das schafft die obrigkeit. 5. Darum ihr auch gebühret Schoß, schakung, dienst und s. Mein aug' im lande schauet pflicht: Denn was ihr amt mit Nach denen, welche treu: Mein führet, Wird dadurch ausgeher; dem diener trauet, Der richt't: Und soll mans auf begeh- GOtt fürcht't ohne scheu. Die fals ten Ohn murren und beschwerenschen leut ich meide, Den lügner Entrichten williglich. 6. Wenn man zu dienst nur ftes bet Vor augen und zum schein, Daß man der straf entgehet; Da ist das her; nicht rein. Der hat ein gut gewissen, Deß herz also be diffen, Daß es die obern liebt. 4. Ein gottlos her; muß weis chen, Den bösen leid ich nicht, och den, der pflegt zu schleichen, Daß er die leut vernicht. Beymir kann nicht alt werden, Der stolz is von geberden, und hoch von muht und sinn. * 7. Ach HErr! verleih uns al len, Daß wir nach deinem wort Den obern zu gefallen Bereit fepu immerfort: Daß wir als treue glieder Dent haupt nie seyu zu wider, Das für uns sorgt und wacht. ich nicht leide In meinem haus ben mir. 6. Die bosheit thun und schans de, Vertilg ich allesamt: Ichieg sie aus dem lande, Und brauche bald mein amt: Die müssen von mir ferren Senn aus der stadt des HErren, Die gerne übels thun. * 7. GOtt! der du uns gegeben Christliche obrigkeit: Erhalt fie lang im leben und deiner furcht allgeit. Gib ihnen kraft und gnas de, Daß fünde, schand und schade. Durch sie werd abgewandt. Mel. HErr Chrift der einge zc. hier auf Mel. Allein Gott in der höhz. vollmacht 1004. Serbe, es höch- 1005. und founderthat! Ben amtleut! bört, Wie euch, recht von dem der stand und orden Flug zu werden, Ein groffer könig Der obrigkeit, durch weisen raht, lehrt*, Deß regiment vor allen Selbst eingesetzet worden: Du Dem HErren wol gefallen, Er fa haft, nachdem du ihn gestift, Ihn set dieses wort:* David, Pf. 101. auch in deiner heilgen schrift Aus gnaden fest geseket. 2. Von gnad und recht ju fingen Bin ich, o HErr! bereit: Mein thun laß so gelingen, Daß ich dein lob ausbreit, Und siets vorsichtig wandle, Auch redlich mit dem bandle, Der mir hie zugehört. 2. Erhalte doch die obrigkeit, Durch die wir sicher bleiben, In fegen und zufriedenheit; Laß beis nen geist sie treiben, und fülle sie mit glaubens- kraft, Damit sie dir 3. Ich nehm nicht vor die sasviel nutzen schafft, Uund niemals chen, Die bsf und unrecht seyn, von dir weiche. Daß ich sie gut wollt machen i 2. Gib ibr gefundbeit, Bart für die drey Haupt: Stände. 653 and muht; Und laß sie reichlich| len kundbar werden; Du pflanze fpüren, as leib und feele nohtig dein so theures wort Durchs pres thut, Laß fie gerecht regieren. Ja, dig- amt beständig fort, Das uns crône sie mit glück und heil, Sey zur buffe locket. selbst ihr vater, schuß und theil, Halt sie in deiner gnade. 4. Laß unter ihrer hut und macht uns nichts als friede spü ren: Daß wir, durch ihren schuß bewacht, Ein ftilles leben führen, Geruhig in gottseligkeit Die tugend üben jederzeit Zu deines na mens ehre. 2. Nun HErr! du wollst uns gnädig seyn, Und immer lehres geben, Die heilig, unverfälscht und rein Jm lehren und im leben. Verleih uns deinen geist, daß wiz Sie freudig hören, und allhier Auch heilig darnach leben. 8. Bekehre die verirret fenn: Und hilf vor allen dingen, Daß haupt und glieder insgemein Dir Lob und ehre bringen. Führ uns Dereinst nach dieser seit Gesamt ju iener berrlichkeit, Wo wir dich ewig preifen. 3. Laß uns den lehrern, die die treu, Gehorsam seyn, sie lieben, Uns, ihnen ohne heuchelen Zu fol gen, treulich üben; Sie wachen auf des HErrn befehl, und müssen wegen unsrer feel Einst schwers rechnung geben. 5. Belchirme sie durch deinen schuß, Daß, die ihrübels gönnen, it aller macht, gewalt und trug Ihr niemahls schaden können. Was ihrem amt entgegen is, Der feinde trug, der bosheit lift, Laß, HErr! zu schanden werden. 6. Gib denen eifer, fleiß und tren, Die unter ihnen leben; Daß jedermann gehorsam sey, Ihr schoß und pflicht zu geben. Laß uns das haupt, den höchsten stand, Und alle, die von ihm gesandt, Ju allen ehren halten. Bebüt uns aber, höchfies 7. sut! Für dem, der leicht entbrens 1007. den voller raht net, Durch übereilung schaden thut, Durch jorn in unglück ren. uet. Gib obern fanftmuht und geduld, Daß sie durch macht, doch mehr durch huld, Flor, heil und ruh befördern. Den ebstand eingesetet hat, Der du ihn fegnest, schüßejt, liebst, und ihm glück, heil und gnade giebß: 2. Wend ab des satans macht und liß, 213 der ein feind der eben isi, Damit sein bosheit- vollergift Nicht zwietracht, haß und schas den fift: 3. Gib fegen, wenn ihr trener feiß In thres angesichtes schweiß Die nahrung fucht: gib, daß das ben Auch stets ein rein gewissen 4. Regier uns auch, daß wir sie nun Versorgen, lieben, ehrens Daß sie ihr amt mit freuden thun, Und nicht mit feuften lehren i Denn solches ist uns ja nicht gut, Wenn jemand ihnen übels thut: Dafür behüt uns gnädig. Dom Eheftande. Mel. HErr JEfu Christ meins 2e. Der Zuhörer für die Lehrer. Nel. HErr JEfu Chrifi du höchfi. 1006.ie liebt bu doch, o treuer GOtt! Die menschen auf der erden? Du läffes ibzen bein gebot Nub wils" 4. Gib, daß sie mit gebet und flehn, Mit lieb und eintracht in bir gehn: Und wenn ihr beri voll andacht schreyt, Gib, daß ihr west auch wol gedent. r. Ja, wenn Ke creus und 650 Berufs- und Standes: Lieder kummer drückt; So zeige, daß dus regnet Täglich Neichlich Auf die es geschickt. Hilf bald, und gib, feelez, Die GOtt wählen, Die daß sie zulest Dein gnadenreicher sich lieben, Und zugleich die tus troft ergent. gend üben. 6. Laß eltern schand und sünde fliehn, Und fromme kinder auf ertiehn, Daß einigkeit, zucht, schaam und tren Zu aller zeit im wachsthum sey. 7. Laß, die im ehestande stehn, Stets tausendfachen segen fehn. Gib, daß sie deinen willen thun, Und stets in deinen armen ruhn. 8. O treuer GOtt! wir bitten bich, Regiere sie stets gnädiglich, Und halte sie die lebenszeit In Deiner furcht und heiligkeit. 9. So sagen sie dir lebens- lang, Dreyeinger GOtt! von herzen dank; Bis dich, GOtt vater, sohn und geift! Dort unser mund unendlich preift. el. Wie schön leucht und der zc. 1008. 23 leucht't der gnaden fern Voll gut und liebe von dem HErrn/ Jm stande heilger che! Fångt iemand ihn mit JEsu an; Dem ist GOtt gnädig zuge: than, Dem hilft er aus der hohe; Denn er Selber Schafft die triebe Reiner liebe In den herzen, Und verfüßt des creuses schmerzen. 4. GOtt schmückt ihr ihm ges liebtes haus Mit wolgerahtnen zweigen aus, Woran sie freude sehen: Und bricht gleich oft ein creuz herein; Will er selbst troß und helfer sevu, Und stets jur feite fiehen. Endlich Soll sich Nach dem leide Ewge freude Für fie finden: Gott will ihnen kränze winden. 3. Go lebt ein Abraham beglückt, wenn ihm GOtt eine Sara schickt. Ein Jacob wird ges fegnet, Wenn ihn die Lea zärtlich liebt, enn ihm der HErr die Rabel siebt. Und so viel wolfepu **. Nun GOtt! du haft es wol bedacht, Die heilge ordnung selbe gemacht, und willt sie noch bedecken. Dein geift regiere mann und weib, Daß sie ein herh ein fleisch und leib, Dein bündniß nie beflecken. Rühre, Führe Ihre feelen, Dich zu wählen, Dich zu ehren; Laß sie keine noht bes schweren. 6. Führ ihre ganze lebens jeit Zur gottesfurcht und heiligkeit, Durch deines geiftes stärke. Res gier und lenke doch ihr herz Vog fleisches: luft, vom eitlen scher Allein auf gute werke. Laß die, So hie Ehen schlieffen, Heil ges nieffen, Gegen sehen, und zur lammes hochzeit gehen. 2. GOtt ist es, dessen weiser raht Den ehestand gestiftet hat: Er ist, der Evam machte, und dies 1009. Site intere se tugend- volle er aus Adams ribb' erbaut, Zum ersten menschen brachte. Ehen Sehen Derowegen GOttes segen; GOtt beglücket, Was er stiftet, fügt und fchicket. Der Eltern für ihre Kinder. Mel. JEsu deine heilge wunden. Zorge doch für meine Kinder, Vater! nimm dich ihrer an: Sind sie gleich vor dir nur fünderz Sind sie dir doch zugethan, Und durch deines sohnes blut Gleichs wol dein erworbnes gut; Darum fey ihr lieber vater, Heiland, schuts ser und berahter. 2. Sie sind dir von Kindes- beis nen Schon durch Chrißum deis nen sohn, Bugeworfen als die beis Nen; Bell bein gnaden bund sie ( chon für die brey Haupt- Stände. 653 fshon Durch das heilge waffer- bad1 GOtt! Daß sie nie ein unfall Liebreich aufgenommen hat; Und du machst sie, wenn sie fierben, Gar zu deines reiches erben. schreckt, Ihnen nie ein leid er. weckt. Laß den feind nicht ihres lachen, Noch ihr unglück gröffer machen. 3. Du haft sie bisher ernehret, Und so manchem unglücksfall Mehr als väterlich gewehret, Der fie sonsten überall Leicht und pldzlich umgestürzt, und ihr leben abgekürzt; Aber deine vater treue Bleibt bey ihnen täglich ueue. 4. Sollt ich dir für solche güte, HErr nicht fets verpflichtet seyn, Und mit dankbarem gemühte Mich bey solchem glücke freun? Beigt ich, HErr! nicht jedermann Diese guaden wolthat an; Ach! so müßt ich, als vermessen, Got tes, meines heils, vergessen. 5. HErr! du bist was mich ergeget, meiner feelen troft und beil, Das mein herz am höchsten ſchaget: HErr! Du bist mein gut und theil. Bleib auch meiner tinder GOtt, Laß sie doch in keiner noht, und in keinem creuz verderben, Bis sie endlich selig sterben. 9. Endlich wenn die zeit vers floffen, Daß sie diese lebens- jeit Tugendhaft und fromm genoffen, und sie nun zur ewigkeit Ihren eintritt müssen thun; So laß alle schmerzen ruhn, und sie dann, nach sanftem sterben, Glaubenss voll den himmel erben. 8. Mach sie bein und ihren feinden, treuer vater! nie zum spott; Mache sie zugleich den freunden Sie sur Saft: verleib, o 10. Gdune mir die groffe freus den, Daß ich an dem jùngfien tag, Nach so vielem creuz und leiden, Einst mit jauchzen fagen mag: Liebster vater! ich bin hier Nebe den kindern, die du mir Dort tu iener welt gegeben: Ewig will ich dich erheben. Mel. Das ist fürwahr ein köslich. IOIO. Gott nicht felber baut haus, Da richtet keine müh was aus: Wo GOtt die fladt nicht selbst bewacht, Da schützt sie keine stark und macht. 6. Schüße sie für bösen leuten, j Und für der verführten schaar; Laß doch ihren fuß nicht gleiten, Führe sie doch immerdár Auf der wahren tugendbahn, Lenk ihr ber; stets himmel an, Bis sie einst 3. Wer bey der arbeit Gott su deinen freuden Aus dein jam- ruft an, Befindet, daß er wol ges mer- leben scheiden. than; Weil Gott es denen, die er liebt, Im schlaf und ohne fors gen giebt. 2. Es ist umsonst, daß ihr aufs steht Früh morgene, und spät schlafen geht: Daß ihr das brot est ohne rub, Und bringt die zeit mit sorgen zu. 7. Können sie auf dieser erden Hier, und wo es dir gefällt, Dir und menschen nüglich werden: Go laß ihnen in der welt, wo sie wandeln, stehn und gehn, Deine furcht vor augen stehn, Daß sie dich im thun und laffen Stets in ihre herzen faffen. 4. Sieh, Finder sind des höchs sten gab, Und edler als all andre haab: GOtt ift, der leibes- frucht beschehrt, wenn er der eltern bitt' erhört. 5. Wie pfeile in des starken hand, So ists mit knaben auch bewandt: Viel gutes da gewiß geschieht, o man die jugenb wol ersicht. 6. Wol 656 Berufs- und Standes: Lieben 6. Wol dem, dem GOttes gita- Der Kinder für ihre Eltern. den raht Viel fromme föhn ge- Mel. In dich hab ich gehoffet zel geben hat, Der wird zu schanden IOII. ich danke dir, Daß du so liebe eltern mir Aus gnad und huld gegeben, und noch zur zeit Sie, mir zur freud, Erhalten bey dem leben. und feinden ehr. * 7. Hilf GOtt! daß ja die kinDersucht Geschehe stets mit nur und frucht, Daß aus der kinder mund dir werd Ein lob bereitet! auf der erd. 2. Verzeihe mir die misſethat, Die dich und sie beleidigt hatz 8. Laß sie den eltern insgemein, Laß mich es nicht entgelten, Daß Den obern auch gehorsam seyn, ich, mein GOtt! Auf dein gebot Und meiden all ihr lebenlang Den Geachtet so gar selten. eigensinn und müssiggang. 3. Gib mir ein herz voll danks 9. Gib ja, daß ihnen mangle barkeit, Das meiner eltern eifer nicht Heilsame lehr und unterscheut, Nicht thut, was ihn erres richt; Damit aus deinem wort get, Sich ihrer lehr Auch nimmers und mund Ihr glaube habe festen grund. mehr Aus bosheit widerleget. 10. Darinnen laß fie feyn ge wiß, Auch flichen schand und ärgerniß: Daß man sie ja daselbst nicht findt, wo sich versammlet leicht gesind. 4. Ach! prag mir ein, wie saur und schwer Ich bis anizt vom urs sprung her Den trenen eltern wors den: Belohne sie Für solche múð Dort in der engel orden. s. Gib meinen eltern fried und 11. Durch deine weisheit, macht ruh, Es decke sie dein segen zu, und güt Für allem unfall sie behilf ihr creuz ihnen tragen; Bes but: Führ du sie selbst auf rechter bûte sie Doch spät und früh Für bahn, Weil dann ihr fuß nicht trübfal, angst und plagen. gleiten kann. 12. Hilf, daß sie dich, GOtt! Aberall Vor augen haben allzu mahl, und sich beffeiffen ieders seit Der tugend, zucht und erbar teit. 6. Und wenn dahin ist ihre zeit, So führ sie aus der fierblichkeit Hinauf ins reich der ehren: So pre ich dich, HErr! ewiglich, Wein du mich wirst erhören. 13. 30 sie ausgehen oder Eines Waisen. ein, Da laß du sie gesegnet seyn: Mel. Warum betrübst du dich zei Daß fie die lebenszeit und Jahr Zubringen chriftlich immer IOI 2, welch ein leiben, dar. das Das du mir, veter! zugeschickt; 14. Und endet sich dereinst ihr weil leider! mir der tod Die els lauf, So nimm sie, HErr! zu dir tern war auf deinen raht, Doch binauf: Auf daß samit ihnen wir viel zu früh, entriffen hat. jugleich Dich preisen dort in deis nem reich. 2. Ich weiß in angsten nicht wos hin: Ach! weil ich arm und elend * 15. GOtt vater, sohn und heil- bin, So siehe du mir bey: Zu die ger geist! Von dem uns alle gnad steht meinte juversicht, Gey selbs berfleußt, Wir loben dich, wir mein vater, troft und licht. danken bir Zusammt den Kindern fer mnd für. 3. Ach! floß mir wahre tugend ein, o werd ich immer glücklich fepn Berufs- und Standes Lieder: seyn, HErr! leit und führe mich; Laß mich bey dir in gnaden stehn, So wird mirs immer wol ergehn. 4. Von dir kömmt alles, was mir gut: Drum gib mir weisheit, kraft und muht Durch deinen guten geist; Damit mein her: ja niemahls fehlt, Und stets das beste theil erwählt. 5. Beschüß mich auch, o treuer GOtt! Im creuz, verfolgung, angst und noht, In seel- und leibs gefahr; Bedeck mich durch der engel wacht, Als GOtt und helfer, tag und nacht. 6. Obrunnquell aller gütigkeit! Beschehre mir doch jederzeit Mein stucklein täglich brot: Du weißt ja leicht für jeden raht, Den deine band erschaffen hat. 7. Du hörest, wenn die raben schreyn; Drum laß dein kind erhdret seyn, Und nimm mein seufen auf: Gib kleider, unterhalt, und brot, So viel zu diesem leben noht. 8. Ich werf all meine sorg auf dich, Mein Gott und HErr! ver forge mich, und mach es immer wol; So lob ich dich, so dank ich dir Für solche gnade für und für. 9. Bricht denn mein lebensdiel herein, Laß mich ein kind des bimmels fenn. Erlang ich dieses nur, So acht ich weder noht noch quahl In diesem jammer vollen tbal. 657 2. Mir ist ein pfund vertrauet Von deiner gnaden, hand; Dein heilig antlik schauet, Wie es wird angewandt: Drum gib mir deis nen segen, Regiere meinen sinn, Daß ich auf allen wegen Geschickt und weise bin. 3. Laß, was ich vorgenommen Und thu auf dein geheiß, Zum gus ten ende kommen; Und lenke meis nen fleiß Zu deinem preis und ehs ren. HErr! hilf mir gnädiglich, Du kannst die nahrung mehren; Drum komm und segne mich. 4. Laß mich zum ersten trachs ten, OGOtt! nach deinem reich; Ich weiß, die dich verachten, Die müssen einst zugleich Au leib und Wer dich nur feel verderben. liebt und ehrt, Der kann sein brot erwerben; Weil ihn dein segen nehrt. 5. Gib mir zu meinen sachen Verstand und guten raht Und kraft, es so zu machen, wie man es gerne hat. Regier auch die gedanken, und laß doch meinen sinn, Nie von der tugend wanken, Wenn ich im handel bin. de Die engel vor mir her, Durch 6. Nun HErr, mein vater! sens Diese wächter wende, Was mir al lein zu schwer. Doch wo du mich mit plagen Und creuz belegen willt; Laß michs geduldig tragen, Bis daß dein will erfüllt. 7. Dis alles wirst du geben, Du, deffen weiser raht Mir feele, leib und leben und gut verliehen hat. HErr! behüte ich selbst und was nur mein, Nimm mich aus lauter gute Zus Eines Sandwerksz Mannes. Wel. HErr JEfu Chrift dich zu ze. Eines Kaufmannes. Wel. Herzlich thut mich verlang. 1013. Mein vater! du regiereft Den leit in ein. ganzen Freis der welt, Du leiteft, lenkest, führeft Uns, wie es dir gefällt. Du haft es selbst gegeben, Daß ich, als handelsmann, Jn ehr and treu mein leben Durch dich 1014 Dater, and ou as walt subalten tonn.. sobu, 658 Berufs- und Standes Lieder. sohn, und heilger geist im höch- treu mit dir und meinem nächsten sten thron! Mit dir fang ich die meine. Erhalte mich gesund, Bes arbeit an, Hilf, daß ich sie vollen wahre mir mein land: Bewahre den kann. haus und hof Für dieben, mord und brand. 2. Herr! segne mich: dein geist verleih, Daß, was ich treibe, glücklich sey; Leit meinen anschlag, that und raht, Daß er erwünschten fortgang hat. 3. Ach lenke meinen sauren schweiß zu deines groffen namens preis, Und denn zu meinem nug daben; Gib, daß es niemand schädlich sey. 4. Bey meinen werken groß und klein Laß deinen milden segen seyn; Weil ich nicht grosses gut vermag, So gib mir nöthigen berlag. Alter Leute. s. Nimm dich auch meines haufes an, Das ohne dich nichts schaf fen kann: Steh ihnen bey, gib ih- Mel. OGOtt du frommer GOtt. nen ein, Daß fie fromm, treu und 1016, Dier GOtt, Mein ich Heissig seyn. ster 6. Nun, HErr! durch deine schuß und mein erhalter! Weil milde hand, Gesegne mich und du mich gnädig führst Und leiteft meinen stand: Bring uns auch bis ins alter. Vergib mir alles, endlich all; ugleich Mit freuden in was Ich wider dich gethan, Und Dein himmelreich. sich durch Chrißi blut ich mit erbarmen an. 4. Gesegne mich, mein Gott! Gesegne was ich habe; Denn als les dieses ist nur deine gnadens gabe. Gesegne feld und frucht, Gesegne thier und vieh, Gesegne haus und hof, Gesegn' es spåt und früh. s. Laß mich zufrieden seyn Mit dem, was du mir giebest, Du kannst leicht mehr verleihn, Wenn du es nur beliebest. Gib mir mein lebes lang Mein bisgen ehrlich brot, und bleib im sterben auch Wein und der meinen GOtt. Eines Ackermannes. Mel. O GOtt du frommer GOtt. ein GOtt! du selber haft Ja meilich verpflegen. Mein hoffen is 2. Ich nehm an Fräften ab, Und zu an unvermögen; Drum wirst du mich hinfort Auch vaters 1015. Me nen stand gefiiftet: So bald der und bleibt Auf dich, mein Gott! Schlangen list Des menschen herz vergiftet, Hast du dem Adam schon Den feldbau auferlegt; Du bist, der noch den stand Voll treu erhält und trägt. gestellt, Bring mich mit ehree durch, Und selig von der welt. 2. Gib, daß ich fleisſig sey In meines standes werken. Laß dei ne kraft mich stets Bey meiner ar beit stärken. Gib, daß mein herz an dich Bey größter arbeit denkt, Und sich von eitelkeit und geiz zum himmel lenkt. 3. Heb, trag und führe mich, Mein GOtt! wie du verheissen; Laß mich für deine huld Dich lies ben, loben, preisen. HErr JEsu! schliesse mich In deine wunden ein; Laß mich durch sanften tod Bald ewig bey dir seyn. Reise- Gefänge. Mel. Nun freut euch lieben chrif. en deinem namen, dein wort Und facramente reine. Gib, daß ich 1017. J Herr Chrift! o Will Berufs- und Standes Lieder. Will ich zur reife gehen; Du, der mein hirt und hüter ist, Wirst mir für seice stehen. Mein leib und feel befehl ich dir, Nebst ehr und gut, und was du mir Auf dieser welt beschehret. 2. Ich weiß, ich bin in dieser jeit mit viel gefahr umfangen: Ich werd in dieser sterblichkeit Auch niemahls ruh erlangen. Ich bin ein pilgrim, der so fuß Als #tab stets weiter setzen muß, und bier kein bleiben findet. 3. Doch hilfft du, daß ich ims merzu Die noht auch überwinde, Bis daß ich dort die wahre ruh Und rechte heimat finde: Da ist denn müh und sorgen aus, da bin ich eigentlich zu haus; Die unruh bat ein ende. 4. An diese rubftatt denk ich nun Aniest bey meinem wallen: HErr! hilf und lehre mich hier thun Nach deinem wolgefallen. Leit mich allzeit auf rechter bahn; Und fang ich etwas gutes an, So führ es wol zu ende. s. Dit ift, o Gott! mein amt bekannt, und was dis mit sich führet. Du weißt, daß mir in meinem fand Den weg zu thun gebühret. Bring mich gesund, wohin ich soll, Lenk meine werke segens voll, Führ mich gesund zurücke. 659 her, Den weg mir zu bereiten Befiehl, daß er dem satan webt, Und allen böfen leuren: Nimm mich, o HErr! in deinen schuß, Daß ihre list, gewalt und truß Mir nimmer schaden könne 6. Wend unterdessen noht und pein Von meinen anverwandten, Von allen die zu hause seyn, Von freunden und bekannten; Laß sie bir, GOtt! befohlen seyn, Hilf, daß ich sie, und was nur mein, Im guten stande finde. 7. Jch bitte dich, mein GOtt! verleih, Daß ich behutsam wandle, Und immerdar voll vorsicht sey In allem was ich handle. Durch deines geistes gütigkeit Gib raht, verstand und rechte zeit zu mei nem thun und lassen. 8. Echick deinen engel vor mir 9. Nun, vater! dir ergeb ich mich, Du kannst mir hülfe feu, den: Bewahr und führ mich gnäs diglich Hier und an allen enden; Und laß mich bald, wo dirs ge. fällt, Nach aller unruh dieser welt, Bep dir dort ruh erlangen. el. Wer nur den lieben GOtt 2. 1018. Wer nur mit seinem GOtt verreiset, Dem wird von GOtt auch bahn gemacht; Weil er ihm lauter wes ge weiset, Worauf fein gnadens auge wacht. Hier gilt die losung früh und spat: Wol dem, der Gott zum führer hat. 2. Wenn Jacob durch die wüste gehet, Trifft er ein liebes Beths el an. Wenn Israel am Jordan stehet, Zeigt ihm der HErr ein Canaan. Geht David in das thal hinab, So lehnt er sich auf GÖt. tes stab. 3. GOtt hat sich gar zu sehr vers bunden: Er wolle bey den seinen seyn. Kein ort wird in der welt gefunden; GOtt zieht mit ihnen aus und ein, Durch feuer und durch wassers noht, Auch selber mitten durch den tod. 4. Er gångelt mich mit vater. händen, Sein gnädig auge leitet mich. Er will mir luft und wetter senden, Das meiner reise förders lich. Ja feine liebe foll allein Mein bester schirm im Sturme seyn. 5. Er ist mir wolk- und feuerfäule So wol bey tag als bey der nacht. Er ist, der mir die langste meile zu einem kurzen schritte Sta macht. Berufs- und Standes Lieder. 600 macht. Kein stein wird in den weg gelegt, Den er nicht auf die feite trägt. 6. Er selbst ist wahrheit, weg und leben, und wer ihm folgt der ir ret nicht. Er hat uns selbst sein wort gegeben, Daß uns bey ihm kein leid geschicht: Und wenn der weg voll drachen wär; Geht doch sein schug stets vor uns her. 13. Wir wollen einen altaz 7. Die wagenburg ist stets ge bauen, Der Eben- Ezer heissen schlagen, Die er um Dothans foll*; Daran soll man die worte berg gesegt*. Er läsfet uns auf schauen: GOtt führet seine tins bänden tragen, Daß uns kein der wol. So findet diese losung foß den fuß verlegt. Die engel statt: Wol dem, der GOtt zum müssen, wo wir gehn, Zur rech- führer hat!* 1. Sam. 7, 12. ten und zur linken stehn. * 2. B. Kol. 6, 17. o. Indessen lassen wir uns führea, Wie GOttes hand uns guàdig lenkt; Weil wir aus seiner leitung spüren, Daß er auf unfer bestes denkt. So wunderlich es oftmahls scheint, So selig ist es Doch gemeint. Nach geendigter Reise. 8. Co wallen wir allhier auf Mel. Werde munter mein gemüh. erden, Wo wir nur arme pilger feyn; Bis wir dort himmels 1019.Nun die reiſe iſt bürger werden, Da gehen wir zu JEsu e in. Ein sanfter tod zeigt uns die bahn, Wie man zur bei mat kommen kann. 10. Ich reise, HErr! in deinem namen: Sey du gefährte, weg und stab. Die helden die zu Jacob lamen*, Send auch zu meinem Schuß herab. Mach aus- und ein-gang so beglückt, Daß mir kein fall das siel verrückt. * 1. B. Mos. 32, I. So trößt uns auf die ruhe start, Die man in Christi schoosse hat. II. Bleib bey uns, wenns will abend werden, Gib licht durch beine gegenwart. Sen hier mein leitfern auf der erden: Und ist Der creus/ Reg fchwer und hart: 12. Wirst du bey mir auf dies sem wege Mit deinem schuß und leitung seyn, Und auch indessen deine pflege Den meinen insges sammt verleihn; So soll dis unser opfer seyn: Gelobet sey der HErr allein. die zu vollenden war: Dir, durch den ich sie geendet, Bring ich nun mein dank- lied dar: Weil mich deine gnaden hand Wol und sicher durch das land Wieder bis hieher geführet, Daß mich keine noht berühret. 2. Du. mein Gott! haft mid bewachet, Deiner engel schirm und hut Schüßte mich, und bat gemachet, Daß ich frisch und wolgemuht Hier nun angelans get bin. Nimm mich selbst zum opfer hin Für die gnade die mich deckte, Daß mich kein betrüben schreckte. 3. Nun ich bitte, vater! weis che nicht von mir mit raht und that, Bis ich jenes ziel erreiche, Das mein geist noch vor sich hatz Führ mich aus der jammerzeit Dort zur frohen ewigkeit. Jeh verlange von der erden; Laß mich ewig selig werden. Regis duni Register des Gesang- Buchs. 6x ( Ach könnt ich mich doch befebr. 319 Ach muß Gottes fohn selbst Ach fen mir gnädig Herr Ach so lieg ich und empfinde Ach treuer Gott barmherzig Ach treuer Gott ich ruf tu Ach treuer Gott wie geht Uch vater der barmherzigkeit Ach vater unser Gott der Ach vater zürne nicht der 46 ch was hab ich ausgerichtet 327 Ach was hat für wunder liebe 145 Ach was sind wir ohne Jesum 479 Ach weh mir bösem kinde ach 329 $ 65 268 473 149 Abba lieber vater höre Ach allerliebster schat ach Ach daß der mensch die flücht. Ach daß ein ieder nahm in acht 46 Ach erkennet liebste seelen Ach ermuntre dich mein geist Ach freundlichster Herr Jesu Ach frommer Gott dir sey Ach Gott der satan giebt mir Ach Gott deß geift die geisler Ach Gott du unser lebens Ach Gott ich muß dir klagen Ach Gott verlaß mich nicht Ach Gott und Herr wie groß Ach Gott vom himmel sich Uch Gott wie ist das christent. Ach Gott wie schrecklich ist Ach Gott wie schwer ist mir Ach Gott wie sehr bin ich Ach Gott wie viel mühselig. Ach Gott wie wird der mensch 475 Ach Gott wir menschen sind Ach Gott wir treten hier vor Ach Herr bekehre mich zu Ach Herr dir ist bewußt die Uch Herr lehre mich bed. Ach Herr stärke meinen glaub. Ach Herr mein Gott und Uch Herr wie schrecklich ist Ach Herr wir arme fünder Ach höchster Gott verleihe Ach Jefu deffen treu im Ach Jesu laß mich jest in 508 *** 478 445 471 497 113 $ 76 < 548 464 597 225 Ach wunder- groffer sieges 321 Adam hat im paradies feinen 32 Allein Gott in der hd sey ehr Allein zu dir Herr Jefu Chrift 342 Alle menschen müssen sterben Allergrößter menschen freund 312 Alles was mir Gott gegeben 377 Alle welt was lebt und webet 176 Allmächtiger Herr zebaoth 287 All obrigkeit Gott feget 85 271 20 3 for 681 & Jesu meines Lebens licht 409 Auwissender voukommmer geift 34 21 3 2014 260 93 472 160 628 459 roo 339 167 334 299 371 336 $ 66 522 468 556 253 259 374 325 Ach wer giebt mir worte her Ach wer ist schuld mein herz Ach wie betrübt ist mir mein Ach wie betrübt sind fromme 624 Ach wie ist mein herz zuschlag.$ 20 Ach wie laufen doch die jahre 49 Ach wie nichtig ach wie flücht. 484 Ach wie nichtig und untüchtig 485 Ach wie so manches ungelücke 482 Ach wie will es endlich werden 313 Ach wo soll ich fünder finden 332 Register des Gelang- Buchs. Als Christus gebohren war Also hat Gott die welt Anfang, mittler und vollender 191 An Gott will ich gedenken Arzt des leibes trofi der Auf auf an diesem morgen Auf auf mein ganz gemühte Auf auf mein geift ermuntre Auf Christi himmelfahrt Auf die ihr Jesum liebt Auf du fremdes volk heran Auf freuet euch von herzen Auf meinen Jesum will ich Auf meinen lieben Gott 38 $ 4 45 191 417 Dein erbe Herr das du Auf feele nimm die glaubens 84 Dein herz Herr Jefu klaget Aus diesem tiefen grunde Dein wort Herr ist die Aus meines herzens grunde Aus tiefer nolyt laßt uns zu Der alle fünder zu sich lädt Der arme Lazarus der lag 340 Aus tiefer noht schrey ich zu 338 Der glaub is Gottes werk 44 206 D. 351 162 28 47 60s 604 223 Da ich mich jur ruh will legen 641 $ 69 Da Jesus an dem creuzes stamm gr Dank sagen wir alle Gott Das alte jahr vergangen ist Das blinde volk der heiden Das elend weißt du Gott Das ist fürwahr ein köstlich Daß Gottes sohn der wahre Das walte Gott der mich Das walt Gott vater und 116 412 7 182 633 657 338 631 B. 198 9.7 Bald hab ich überwunden Barmheriger vater höchfier$ 40 Bedenk& mensch die angst Befehl dem Herren deine wege426 Befiehl du deine wege und 164 Beladner geist den zorn und Bereit o Gott mein herz Beschränkt ihr weisen dieser Betrübtes her; ach still dein Bis hieher hat mich Gott Brich heller morgenstern Bringt her dem Herren Brunnquell aller gütigkeit 447 418 240 284 $ 19 Der grosse tag des Herren Der Herr hat nie sein wort Der Herr ist mein getreuer hirt der mich 306 139 Der Herr ist mein getreuer birt balt mich $ 36 Der mensch ist Gottes bild 157 Der tag ist hin mein geist und 638 87 Des glaubens ziel einst zu 412 Dich preif ich höchster Gott 68 312 Dich will ich lieben meine Die ernte ist zu ende der 370 408 127 $ 16 22 156 507 648 Die Frankheit du gerechter 192 Die mahlzeit ist nunmehr 2 Die nacht ist hin wach auf 331 Die neue woche geht nun an 29 Die seele ist dazu gebohren Die sonn hat sich mit ihrem 641 642 Die waffers noht ist groß 642 Die woche geht zum ende 66 Dir dir Jehova will ich fingen 251 113 Dir sey es heilger ge ift IOS Dir sey o Jefu dank bereit Dis ist doch ja die lezte zeit 376 Dis sind die heilge zehn Dis war die nacht der finsternis 77 Dreyeinig heilig groffer 307 Du bist allmächtiger im Du bist getreu mein Gott Du branquell aller liebe $ 46 181 242 IS4 Chrift der du bist der helle Chriße der du bist tag und Christe du lamm Gottes der Chrip fuhr gen himmel Christ ist erstanden von der Chrift lag in todes banden 105 Chrißt unser Herr zum jordan 264 Christus der ist mein leben$ 95 ebripus der uns selig machtk ein bis hat 62 Christus der uns selig macht ward ein Enecht 182 362 608 561 637 626 413 72 Du des Gesang- Buchs. 4041 Erschienen ist der herrlich tag 10 498 Erwach o niensch erwach 616 256 Register 98 Du brunnquell aller reinen Du friede- fürst Herr Jesu Du gehst in garten um zu Du geift des Herrn der du Du Gott bist aufer aller zeit Du Gott der weisheit zeigest Du hast ben mir der ich dein Du hast gesagt o treuer Du hast Gott in der ganzen Du hast o allerhöchster Gott Du heiligste dreyfaltigkeit Du heiligstes und höchstes Du Herr der seraphinen Du läßt mich die nacht err. Du lebens- brot Herr Jesu Du lebens für Herr Jesu Du o schönes welt- gebäude Durch Adams fall ist ganz Du reicher Gott der armen Du rufft mirju o treuer Gott 454 608 606 Es spricht der unweisen mund 300 Es steigt ein wetter auf mein s07 Es wird der jüngste tag ein 606 Es wolle Gott uns gnädig Euch ihr schnöden eitelkeiten 170 Ewge liebe mein gemühte 04 Du schöpfer dieser grossen Du siehst o mensch wie fort Du unerforschlich meer Du ursprung guter triebe Du weinest für Jerusalem Du weiser schöpfer aller dinge Du wesentliches wort vom 123 482 365 Erwünschter brunnqnell aller Es hat dein jorn der stark Es hat zwar Gottes groffe 375 Es ist das heil uns kommen Es ist gewiß ein Esslich ding Es ist gewißlich an derzeit Es ist noch eine ruh vorhan. 247 Es ist vollbracht muß noch 632 Es sind nunmehr die zeichen Es sind schon die lezte zeiten $ 23 152 300 143 644 276 114 624 75 Edler geist im himmels Ehr sey Gott in der höh und Ein feste burg ist unser Gott Ein kindelein so lobelich ist Ein lämmlein geht und trägt Ein mensch der seinen eigen. Eitle welt ich bin dein müde Entreißt euch meiner seelen Erbarm dich mein o Herre Erfreu dich liebe seele dein $ 92 Gebundner Jefu iene firicke Erhabne majestät an macht 400 Geht ihr traurige gedanken Erhalt uns Herr bey deinem 298 Geht zu grabe müde glieder Erheb o wehrte christenheit 40 Gelobet sen der Herr der 439 335 ( Of 194 201 422 607 622 233 Ewge wahrheit deren treue 409 Ewig wesentliches licht 197 Erkenne mein gemüche wie Ermuntert euch erquickte Ermuntre dich beklemmter Ermuntre dich mein schwacher 371 Gerechter Gott ich bin iu Erneure mich o ewig licht Erquicke mich du beil der 237 Gelobet feyst du Gott mein 628 Gelobet fent du Jesu Chrift 623 Gerechter Gott der du von 227 Gerechter Gott und liegt im 320 Gerechter Gott vor dein Et 4 305 330 227 604 F. 267 79 402 Falsche zeugen falsche jungen 186 Fließt ihr augen fließt von $ 9 46 33 120 136 Folget mir ruft uns das leben 442 Freu dich ängstliches gewissen Freu dich nun o meine ſeele Freut euch des Herren Freut euch ihr christen alle 6 Frolocket jung und alt ihr 303 Frommer Gott ein gut 40 Frommer vater Gott der 70 Frommes lamm durch desſen 77 436 Früh morgens da die sonn $ 87 231 104 $ 94 13 122 $ 18 474 79 541 601 573 43 241 477 roo 138 Gerech, 40.7 Regiker bes Gefang: Buchs. Gerechter Gott was kann ich Gerechter heilger Gott ich Gesegnet ist der mann an Gefes und evangelium sind Getreuer Gott dein gnaden Getreuer Gott wie viel Getreuer heiland hilf mir Getreuer hirt und Gottes Gib Jefu wenn mein herz Gib mir das wollen und Gib mir ein frölich herz du Gib mir ein frommes her: Glaube liebe hoffnung sind 373 Gnaden- geift ach sey willkom. 121 Gott daß man sich selber 437 194 164 298 ott dein scepter ftuhl Gott dem kein ding unmdgl. 141 Gott der an allen enden Gott der du licht und quelle Gott der du mit deiner treue 47 Bott der du wahrhaftig bist Gott der vater wohn uns bey Gott der uns nach dem fall Gott des himmels und der Gott dessen allmacht sonder Gott dessen güt sich weit Gott dessen hand die welt Gott dir sey dank gegeben Gott dir sey ewig preis und Gott du bist alleine gütig Gott du bleibest doch mein Gott du haft in deinem sohn Gott du licht das ewig Gott du weißt in was für Gottes mund hat uns verh. Gottes sohn dein reines blut Gottes und marien sohn Gott giebt die nahrung Bott hat die kirche wol Gott herrscher über alle Sott herrschet und hält bey Sott ist die liebe selbst von Sott ist mein licht er ist Sott ist und bleibt getreu Gott läßt durch sein wort Mott lebt wie kann ich 460 542| Gott lob es geht nunmehr Gott lob es ist von meinem Gott lob es kommt die zeit Gott lob ich bin im glauben Gott lob ich darf noch nicht $ 98 369 343 139 Gott lob ich habe dich gefund. 214 254 Gott lob ich habe frieden 211 Gott lob mein her; ist 208 389 248 307 359 448 649 $ 90 640 ( 0 142 $ 24 63 IIO 224 274 162 72 Gottlob nun hab ich wieder 434 Gott lob so geht mit gutem 224 Gott lob und dank die nacht 469 383| Gott meines lebens meister Gott mein vater sey gepriesen 17 Gott mein vater jähl in Gott sagt daß die nur selig Gott sey gedankt zu jeder Gott sey gelobet der allein Gott sey gelobet und gebened. 290 Gott sey lob der tag ift. Gott sorgt für mich was Gott vater denk an Chrifti Gott vater höre doch nach Gott vater sohn und geist 629 Eben dis kürzer. 154 Gott vater sohn und heilger 397 Gott unfer vater der du bist 169 Gott unter deinem schirm 144 Gott vor dessen angesichte 295 Gott vor dessen macht und 466 Groffer Gott Herr jebaoth $ 37 Groffer Gott ich muß dir Groffer Gott ie mehr an Grosser Gott wir arme Grosfer Gott wirf aus 411 Grosser mittler der zur 95 Grosser schöpfer Herr der 41 Groffer schöpfer heute treten 31 ro3 Groß ist o treuer Gott die 296 Guter samann deine gånge ros Gutes denken gures dichten 537 H. 123 627 299 472 497 163 219 148 Hab acht auf mich in aller 413 Habe deine luft am Herrn $ 39 Halt aus mein herz in deinem 149 360 Halt im gedechtniß Jefum 175 137 ott lob der tag ist nun Sott lob die bochü- gewünsch. 36 640 355 348 492 489 487 488 266 218 414 136 $ 09 133 27 637 201 186 239 469 ISO Heiland deine menschen Heilger vater du begehrest Helft mir Gotts gute preifen 26 Herr 468 Regifter des Gesang- Buchs. II 366 116 F09 Herr Jesu dir sep preis und Herr Jesu guaden- forme Herr im himmel Gott auf Herr lehre du mich thun Herr mein Gott lehre mich 301 Herr nichts kann auf dieser Herr ohne glauben kann dir 244 Herr schau in was gefahr 247 Herr straf uns nicht in 238 Herr unser Gott beherrscher Herr unser Gott wenn ich Herr non unendlichem 432 489 234 490 $ 13 461 470 382 Perr ach hilf uns wir Herr allerhöchfter Gott dem Herr allerhöchster Gott von Herr auf erden muß ich Herr Chrift der einge Gottes Herr deine allmacht reicht Herr deine gut und treu Herr deine rechte und Herr dein geseß das du der Herr dein wort mein grund Herr dem die engel dienen Herr der du gnad und hülf Herr der du unser vater bift Herr der du vormahls gnädig 495 Herr der schönen himmels Herr der sein wahres wort Herr du haft für alle fünder Herr du haft im wasser- bade Herr du haft in deinem reich 145 Herr du stellft mir deinen Herr es ist von meinem leben 639 Herr Gott der du erforscheft Herr Gott dich loben wir Herr GOtt du bist von Herr Gott du kenneft Herr Gott nun sey gepreiset Herr Gott nun sey gepriesen Herr Gott von groffer Herr Gott wir loben deine Herr bie bin ich nimm mein Herr hilf mir denn ich Herr höre Herr erhöre Herr ich bekenn von herzett Herr ich danke deiner Herr Jefu aller menschen 406 Herr wer wird in der hütten 39x Herr wie du willt so schicks Herr wie so lange soll ich doch Herr zung und mund ist 274 Herzallerliebster Gott der 199 Herzallerliebster Jefu Chrift 304 Herzlich lieb hab ich dich Herzlich thut mich verlangen Herzliebster Jefu was haft Heute fährt mein heiland auf IIs Heut ist der christen ruhetag Heut ist uns der tag erschienen 17 Heut will ich füffer tröfter dir Hie bin ich Herr du rufest 245 133 6 25 124 197 Hier ist mein herz Herr nimm 438 Hier lieg ich Gott vor dir 323 496 Hier siz ich Hiob gleich $ 60 316 Hilf Gott wie hat der teufel 161 50 456 556 Hilf Gott wie hat die eitelkeit 478 651 Hilf Herr Jefu laß gelingen 172 Hilf Jesu daß ich meinen 634 Hilf mir mein Gott hilf daß 294 Himmels- könig böchster Gott 76 Herr Jesu Christ dein theures 94 Hochgepriesne leibes- frucht 378 142 28 Hd fter Gott in deinem 394 159 Herr Jesu Christ dich zu uns Herr Jesu Christ du höchstes Herr Jesu Christ mein Herr Jesu Christ ich weiß Herr Jesu Christ mein höchster troft der 342 Höchstes wesen ich verchre 275 Hosianna Davids sobu der 35 $ 79 179 135 393 178 636 627 387 345 Herr Jesu Christ mein höchstes gut mein 288 378 219 Herr Jefu Chrift mein lebens 593 Herr Jesu Christ wahr Har Jeju deine angs und $ 17 380 646 649 361 492 493 10 388 $ 71 $ 91 82 553 Jch armer mensch ich armer, 328 ch armer mensch wo dent Ich armer fünder komm zu dir z2z Jch bin ein gast auf erden 70 Ich bin ein mení des weiß 268 587 481 Register Des Gelang Buchs. 463 270 Ich will meinen Jesum 140 Jch will meine frimm erheben 126 208 Ich will mich mit dir verloben 216 370 Ich will mich nach der rub $ 70 26 Ich bin getauft auf deinen Ich bin getroft in meinem Ich bin getrost und freue Ich bin gewiß in meinem Ich bin ja Herr in deiner Ich bin im himmel Ich bin ruhig und zufrieden Ich bin und werde noch zur Ich bitt entschuldge mich Ich dank dir lieber Herre Ich dank dir vater denn du Ich danke dir liebreicher Ich denk an dein gerichte Ich ergebe mich dem willen Ich freu mich auf die frobe Ich gedenk an deine wunden Ich glaub an einen Gott Ich habe nun den grund Ich hobe finn und herz Ich hab in Gottes her; und Ich hab mein sach Gott Ich kann mein Jeja dich bey Ich klage dir o Gott mit Ich komm o guter Gott zu dir 467 Ich komm o treuer Gott zu Ich lasse Gott in allen Ich lasse Jesum nicht mit Ich muß mich o mein Gott Ich preise und befinge Herr Ich ruf dich an Herr Jesu Ich ruf zu dir Herr Jeſu Ich schäme mich vor deinem Ich schrei aus meinen funden Ich sterbe täglich und mein Ich trau auf Gott in allen Ich trau auf meinen Gott Ich trete frisch zu Gottes Ich weiß an wen ich glaube Ich weiß daß mein erlöser lebt, Das kann 483 Ich will nun in den beichtfuhl 352 234 Ich will o vater allezeit 411 Ich will so lang ich leb' allhier( 75 263 Ich will von meiner missethat 317 278 Ich will zu aller stund erheben 10 632 Jefu deine heilge wunden 645 Jesu deine pasſion herzlich 643 Jesu der du meine feele 609 Jesu der du thür und riegel 432 Jesu der du wollen bussen 603 Jesu du haft blut geschwißet 63 Jesu du mein licht und leben 358 Jefu groffer wunderstern 368 Jesu Jeju deine wunden 429 Jesu komm mit deinem vater 431 Jesu meine freude meines 585 Jefu meiner feelen leben 176 Jefu meiner seelen licht Jefu meiner seelen ruh Jesu meines Lebens leben 69 Jesus Christus unser heiland der den tod 216 Jesus Christus unser beiland der 554 221 450 427 106 $ 49 von uns 171 Jefu sey von mir gepriesen 403 Jesus meine zuversicht und 374 347 95 198 177 461 67 Jesus nimmt die fünder an Jesu trost der armen seelen Jefu ursprung meiner freude 179 Jefu wahrheit licht und 416 Jefu mahrer Gottes- sohn 162 Jefu wenn ich mein gemüht 28 Jesu wie war dir zu finne Jeit kommt o Herr ein armer 282 hr augen weint beym creuz hr chriften auserkohren hört 44 lebt, Ihr christen seht daß ihr $ 63 Ihr menschen wie send ihr 428 hr richter hier auf erden 577 Ihr töchter zions kommt 168 367 87 602 112 Ich weiß daß mein eridser der felber 611 612 ISO Ich weiß es kann mir nichts Ich weiß es wird mein ende Ich weiß mein Gott daß Ich will anist mein Gott Ich will die hand und ruhte Ich will frölich fepu in Gott 43 276 m finstern stall o wunder mmanuel der Herr ist hier $ 26mmanuel mein freund zzz In allen meinen tbaten las 39 45 92 60 344 III 66 76 376 13 214 221 218 68 273 647 603 201 232 79 427 94 630 Regiften des Gesang Buchs. In deinem ramen o Herr 658 In dich hab ich gehoffet Herr 449 In dieser morgen stund will In Gottes namen fang ich In Gottes reich geht In Gott ist meine feele still Ift Gott für mich so trete$ 28 If Gott für uns was kann 154 K. Lauf immerhin verkehrte Lebt nicht so sicher in der Lehr mich o Herr du treuer Liebe die nicht auszusprechen 198 Lieber vater Gott der 169 423 138 610 71 174 386 Kein größrer troft kann seyn in 341 Komm du angenehmer gast Komm Gottes geist komm 408 285 119 241 255 117 Liebster Jesu wir sind bier Litaney 28 48$ Liebreicher Gott dein segens( 14 Liebster Gott wie wird es Liebster heiland du bist mein Liebster Jefu deine gute Liebster Jefu höchste liebe Liebster Jefu gnaden sonne Liebster JEfu liebstes leben Komm heilger geift erfüll die 117 Siebster Jesu thu mir auf Liebster Jefu fen willkommen 36 Komm heiliger geist Herre Komm o Gott schöpfer heilger 117 Komm tochter zion komm den Komm seele geh in Gott zur Komm seele komm betrachte Komm seele mit betrübten Kommst du groffer königs- sohn 17 Kommt alle zu mir kommt zu 441 Kommt die ihr nicht gewohnet 436 Kommt her zu mir spricht Kommt laßt euch den Herren 388 Kommt menschen- Finder rühmt 2. Kommt seelen dieser tag muß 11s Kommt wieder aus der finstern 10 König dem kein könig Krankheit und ein sieches Kyrie eleison Chrifte eleison Kyrie Gott vater in ewigkeit Lobet den Herrn denn er Lobt Gott ihr seine knechte Lobt Gott mit vollem schalle Lobt und erhöht des grossen 97, 444 188 565 48s 129 L. 35 412 Laß Jesu dir mein flehen Laß mich Herr die gerechtig. Laß mich nicht in irrthum Laß mir alle wochen seyn Laß o Herr dein ohr sich Laßt und doch Christo dankbar 158. 80 83 Lamm du muster wahrer liebe Lamm Gottes das jur schlacht 84 Laß es Jesu dich erbarmen 144 Lasset doch den weisen Gott 424 Laffet uns den Herren preisen auf vermehret 16 Lasſet uns den Herren preifen o ihr christen 108 394 309 241 367 189 635 443 446 Mach doch den engen lebens Mache dich mein geist bereit mein bester freund ist mir Mag ich denn nicht von angst 520 Meinen Jefum laß ich nicht denn er will mich 100 177 Meinen Jesum laß ich nicht meine feel ift 291 217 4 Meinen Jefum laß ich nicht weil meinen nächsten laß ich nicht 45* er sich für Meine feel erhebt den Herren Meine seele laß dich finden meines Lebens beste freude Mein fester fels und starker Mein Gott ach wenn ich Mein Gott der du mich Mein Gott die sonne geht Mein Gott dir ist ja nicht Mein Gott du bist an allen Mein Gott du bist gerecht 227 Mein Gott du bist von sro Mein Gott du hast mich 97 Mein Gott du haft mir zu Mein Gott du prüfest herz $ 45 $ 23 64 Wein Gott du selber bag 280 439 171 40f 410 22 440 385 513 423 23 434 372 658 mein Register des Gefang, Buchs. Mein Gott du selber heißt ein Gott du weißt aufs Mein Gott du wohneft in Mein Gott du wohnft in Mein Gott du jeigft dein Mein Gott es ist dein guter Mein Gott es kommt ein Mein Gott hast du mein Mein Gott ich bin ist Mein Gott ich habe mir Mein Gott ich hab in Mein Gott ich klopf att Mein Gott ich komme Mein Gott ich leb in Mein Gott ich nahe mich Rein Gott ich preise dich Mein Gott ich schäme mich Mein Gott ich schreye für Mein Gott ich wart auf Mein Gott ich weiß wol Mein Gott ich wil aniezt Mein Gott mir hat dein. Mein Gott nun bin ich Mein Gott nun ist es wieder Rein Gott ob gleich dein Mein Gott verlaß mich nicht Mein Gott und könig deine Mein Gott und vater steh Mein Gott weil ich in Mein Gott wie bist du so ein Gott wie groß ist dein Mein heiland ach wie liebst Mein heiland du mußt dich Mein heiland nimmt die fünder Mein heiland sizet droben Mein herz ach denk an Mein herz ach rede mir nicht Mein herzens- freund ach Mein her; ermuntre dich Mein herz sey wol zufrieden Mein Herz und feel den Herren Mein hirte wie so treulich Mein Jesu ach ich nahe mich 398 Mein Jesu der du vor dem 270 Mein Jesu du millt jedermann 362 Mein Jefu liebster menschen 346 Mein Jesu meines Lebens Mein Jefu sieb darein und 196 395 236 650 403 Mein Jesus ift getreu 229 Mein Jesus kommt meint 421 Mein Jesus lebt was foll Mein Jesus stirbt was foll Mein Jefu füffe feclen luft Mein Jesus wird ein fluch Mein lauf Gott lob ist bald Mein lieber Gott gedenke 24 Mein liebes herz was zages $ 57 Mein liebster Gott dir ift 484 Mein schöpfer lehre mich 261 Mein schöpfer steh mir bey 262 Mein treuer Gott dein 326 Mein treuer Gott was foll 228 Mein vater du regiereft den 20 Mein vater zeuge mich dein 193 329 Mein wallfahrt ich vollendet 199 521 Mensch- gebohrner Gottes 424 Mensch willt du leben $ 80 Mit dir Herr Jesu will ich 241 Mit ernst o menschen- kinder 441 Mit fried und freud fahrich Mit feufien klag ich dir Mitten wir im leben sind 230 21 657 184 354 633 Müssen allereits die wunden sos $ 20 31s 116 311 217 44 473 132 $ 95 IIO Nun bricht die finstre nacht Nun danket alle Gott mit Nun die reise ist vollendet 99 294 384 12 N. Nach dir Herr sieht mein 401 Nichts ist gemeiner als das 449 165 Nicht so traurig nicht so sehr 190 346 Nichts verdammlichs ist an Nimm von uns Herr du 491 200 Nimm von uns Herre Gott 341 Nun bin ich genesen weil 292 Nun bitten wir den heilgen 220 72 $ 91 385 166 $ 61 3.50 382 243 196 33 498 251 $ 94 ( 25 $ 79 s58 206 122 29 8 660 Nun freut euch liebe christen 171 Nun Gott lob es ist vollbracht 28 Nun Gott lob ich bin 288 34 3 Nun hosianna Davids sohn Nun jauch dem Herren alle Nun jauchzet all ihr frommez 32 Nun ist der tag der seligkeit 18 Nun ist es alles wol gemacht 100 357 Nun komm der heiden heilard 32 451 Muu kommt das neue Firchen 31 Rus Register des Gefang: Buchs. un laffet uns den leib Nun laßt uns den leib Nun laßt uns Gott dem Nun laßt uns Gottes güte Nun lob mein feel den Herren Nun ruhen alle wälder vich Nun singet und send froh Nun tret ich wieder aus der Nun triumphiret Jesus Nun wachen Gottes straf Nun wollen wir dir lob und D. 600 O Gott mein vater mich 601 O Gott mein vater und mein O Goct voll macht und 8 9 14 642 43 634 106 for $ 02 251 109 396 62 heiliger gerechter Gott O heiliger und reiner geift O heiligste dreneinigkeit Herr dein feligmachend Herr mein Gott ich hab Dhöchstes licht vollkommnes O jammer- volle tage da O Jefu Chrifte Gottes sohn 0 Jesu Christe wahres licht Jesu Christ ich preise 352 93 O Jesu du mein brautigam 613 O Jesu Jesu Gottes sohn 612 O Jesu komm zu mir mein 66 Jesu meine luft o leben Jesu meine wonne du Jesu meine zuversicht 0 Jesu mein verlangen 656 Jesu willt du noch so O könig dessen.maiestat 183 $ 82 418 476 625 O allerhöchster Gott dir Dallerschönster freuden- tag O allgemeine noht Dangst und leid o traurigkeit 328 D auferstandner sieges- fürst 107 Ob ich einschlafe oder wach Ob menschen klug und weise O Christe Jesu Gottes fohn O der ungemeinen huld die Odu dreyeinger Gott den O du majestätisch wesen das D du schöpfer aller dinge O edle wunden was soll ich Dewigkeit du donner- wort Dewigkeit du freuden- wort O falsche treu o heucheley Ofrommer Gott ich danke O glaubig herze benedey Ognådger und barmheriger O gnädigster erbarmer O Gott da ich gar keinen O Gott der du aus herzen Gott des gnaden- voller, O Gott des himmels und D Gott du brunnquell aller D Gott du frommer Gott O Gott du haft die menschen O Gott du höchster geist 188 456 O liebes- glut wie soll ich dich 147 379 O meine feel des Herren II 483 125 O Gott du kannst den himmel r13 O Gottes lamm o laß mich 443 O Gottes sohn Herr Jesu Chrift daß man 363 D Gottes sohn Herr Jesu Chrift du leben O Gott es steht dein milder O Gott mein feböpfer weifer O Gott von dem wir alles O Gott wenn ich ben mir O Gott wer dieses leben O Gott wer wird von diesem O Gott wir ehren deine O grosser geist o ursprung grosser Gott du reines O grosser Gott wir danken O haupt voll blut und wunden heilger geist kehr bey uns D heilige dreyeinigkeit 9 548 401 265 143 380 394 65% 636 O lamm das meine schulden 653 O lamm Gottes unschuldig 153 O lehrer dem kein andrer 581 619 * 86 130 137 200 49 90 119 153 128 118 126 297 203 156 $ 06 $ 43 306 266 283 407 214 588 289 318 292 286 33 102 66 O meine feel du sollt den 15 55 240 18 ¢ O meine seel erhebe dich mit 131 Opfer für die ganze welt du O feele welche seligkeit ift O seligmacher Jesu Chrift Ofichrer mensch bekehre dich O süsses gnaden- wort das 173 O tiefe wer kann dich FIFO tod wo ist dein flachel 384' D traurigkeit o bergeleid 616 194 160 106 99 O trener Register des Gesang Buchs. 200 129 groffer richter $ 10 Schopfer aller menschen kinder Otreuer heiland Jesu Christ 305 Schöpfer aller menschen, finte Dvater allmächtiger Gott Ovater deine sonne scheint O vater der barmherzigkeit Ovater Gott von ewigkeit O vater groß von gnade O vater- her; o licht o leben Ovater in dem himmelreich O vater sohn und Heilger O vater unser Gott es ist Dunaussprechlicher verlust Dunerhörte höllen- quabl O wahrer Gott und menschen O welch ein leiden das mich O welch ein ungemeiner Dwelch ein unvergleichlich O welt sich hier dein leben O wie frölich o wie felig O wie sind doch meiner feinde O wir arme fünder unfre Dwunderflüht das höchste V. 407 552 260 338 höchster 129 Schöpfer dieser ganzen welt 38 281 Schwing dich auf mein ganz 19 381 Schwing dich aufzu deinem Schwinget euch mein herz $ 83 Seele denk an jene nacht Seele geh auf Golgatha Seele laß die speise fiehen Seele mach dich heilig auf I( I Seht welch ein mensch ist das ihr Brange welt mit deinem Brophete Jesu du bist groß 2. Quahl und angst muß ich N. Rede Herr denn dein knecht Reiß dich los von allen Reißt ihr felsen erde bebe 6. 252 47s 615 ** 184 SI 656 freche 210 Seht welch ein mensch ist das il 264 menschen 81 28 213 448 22 6 413 89 Selig find die Gottes mort 621 Sende vater deinen geist Send stille sinn und geist Sey getreu bis an das ende Sey lob und ehr dem höchsten 18 Sey mir tausendmahl gegrüffet 92 Sieh an uns arme sünder 64 396 Sieh wie lieblich und wie feitt 458 187 Gingen wir aus herzen 185 636 So gehst du nun o Jesu hin Sohn des höchsten sollt du So ist das jahr nun auch So ist die woche nun 30 So komm ich denn mein Gott 349 So komm du ausgang meiner( 89 Soll es liebster Gott 567 102 Soll ich nach deinem winken 428 Sollt ich meinem Gott nicht 146 Sagt Gott dem höchsten 499 Sorge doch für meine kinder 654 Schaffet doch ihr menschen 372 Go ruhest du o meine ruh Schaff in mir Gott ein reines her: So wahr ich lebe spricht dein 308 226 Stell liebe feele dich in ruh Schaff in mir Gott ein reines her: Straf mich nicht mich groffen 337 und heilge 350 Sünder hört doch Christi 562 Sünder willt du ruhig seyn 312 $ 68 Süsses evangelium das wie 249 446 mein 211 614 Schaue von des himmels Schau Herr die matte feele Schau lieder Gott wie Schließ auf schließ Herr 399 $ 29 IOI 272 $ 6 SII Schmücke dicho liebe feele fülle 272 Cheures wort aus Gottes Shmücke dieb o liebe feele laß Traure nicht betrübtes herz die dunkle 277 Treuer Gott ich muß dir 2: 9 13 83 SI 238 $ 34 $ 47 Treuer Register des Gefang- Buchs. Ereuer Gott in deine hände Treuer hirte deiner heerde Creuer Jefu wache du Ereuer wächter Israel U1. Vater ach laß troft erscheinen Vater du weißt meine sorgen Vater laß mich guade finden / Vater unser im himmelreich Vater welchem nichts Verderbte welt wie bittre Berklärte majestät anberens Versuchet euch doch selbst Unendlicher Gott höchses Uns menschen stehn zwey orte Unverfälschtes christenthum Unumschränkte liebe gonne Vom himmel hoch da komm Bom hinimel kam der engel Vom tod erstandnes ofter. Bon allen menschen abgew. Von dir liebreicher Gott Von dir o treuer Gott Bon ganzem Herzen und mit Bon Gott soll mich nichts von Gott will ich nicht laffent por deinent thron fret ich Nor gericht Herr Jefu steb $ 03. 94 42$ 498 193 Was hat doch des viehes 302 Was hilfts daß ich mich 639 Was ist der mensch die arme Iss Was ist unser leben und Was kann ich armer machen 332 Was kann ich doch für dank Was lobes soll man dir 59Was mag sich doch der arnte 334 Was mein Gott will gescheb Was mich auf dieser welt Was sorg ich doch in diesem Was willt du dich betrüben 132 Weg eitelkeit der welt ich Weg ihr irdische gedanken Weg mein herz mit 257 167 518 364 128 550 61 371 463 321 Weg welt mit deinen freuben 60 Weg wollust die an unluft 140 Weh mir daß ich so oft und 37 Weicht ihr berge fallt ihr 38 Weine nicht Gott lebet 112 Wend ab deinen zorn lieber 389 Wenn dein herzliebster sohn 204 Wenn dich unglück hat 138 $ 31 491 250 Wenn die noht aufs höchfte $ 74 Wenn einer alle ding verstünd 455 $ 03 457 14 110 Wach auf mein her; die Wach auf mein herz und denk 269 Wach auf mein herz und singe 629 Wacht auf ihr christen alle 606 Warum betrübst du dich Warum sollt ich mich denn Warum willt du verlassen Was alle weisheit in der Was darfst du blödes herz Was frag ich nach den ehren Was frag ich nach der welt Was für schande was für Was Gott thut das ist wol gethan es bleibt Wenn ich iezt ohne thränen Wenn ich mein her; vor die 484 246 355 7 360 417 631 Wenn meine seel den tag 342 Wenu meine sündn mich Wenn mein stündlein Wenn wir des höchsten Wenn wir in höchsten nöhten Wer an die höllen- glut Wer bin ich o Herr jebaoth Wer bin ich was ist mein $ 30 Werde licht du stadt der $ 33 Werde munter liebe seele 559 Werde munter mein gemühte das ich tret 600 644 426 Was Gott thut das ist wol gethan so denken Was bat der mensch auf 420 417 438 223 $ 31 588 42 8$ 247 96 68 $ 90 399 493 617 480 286 127 204 Werde munter mein gemühte 421 622 78 warum $ 34 Wer in dem schuß des höchsten 131 74 293 416 659 Wer ist der der seine noht Wer ist doch auf der welt Wer nur den lieben Gott Wer nur mit seinem Gott Wer sich im geift beschneidet 52 517 466 Wer weiß wie nabe mir mein 80 Wer Register des Gelang Buchs. 139| Willt du dir meine feel 210 Willt du noch in fünden 148 Wir glauben all an einen 304 Wir liegen hier zu deinen 310 Wir liegen täglich in dem 419 Wir menschen sind in Adam 620 Wir menschen sind zu dem Wir stehn in noht laßt uns Wo bleibet die barmherzig. Wo Gott der Herr nicht bey Wo Gott nicht selber baut Wo ist der ort da meine seele 88 Wol auf herz und gemühte 207 412 23 Wol auf mein herz du mußt 250 Woldem dem Gott all seine Woldem der Gott vertraut 40 Wol dem der ohne wandel 390 * 71 Wol dem der ruh und frieden 498 398 Wol dem der sich fürcht und 391 112 Womit soll ich dich wol loben 17 618 Wort des höchsten mundes 249 Wo soll ich fliehen hin weil Wünscheft du mein her: ¡ n er will mich von der liebe Wer will was Gott Wesentliche liebe vater Weshalben toben faft Wie daß du doch o sündlich Wie fällt der schöne Wie froh wird meine seele Wie Gott mich führt so will 425 Wie groß ist deine herrlichkeit 232 Wie groß ist doch o Gott 209 Wie groß ist Gottes vater Wie groß ist meine missethat Wie heilig ist doch dieser ort Wie herrlich leucht der Wie ist die welt so feindschaft Wie ist Herr Jesu doch dein Wie fündlich groß sind doch Wie lang o Herr wie lange Wie lieblich ist es in der Wie lieblich sind doch deine Wie lieblich sind dort obent Wie liebst du doch o treuer 653 Wie mein getreuer vater will 430 Wie oft versprach ich Herr 347 Wie schön leucht uns der morgenfern mit seinen $ 4 Wie schön leucht uns der morgens fern voll gnad 180 Wie selig ist der ort ju nennen 24 Wie felig kann ein chrift hier 433 Wie soll ich dich empfangen Wie sollt ich meinen Gott Wie wol hast du gelabet Bil iemand Cbrißi jünger 262 324 280 654 459 178 430 309 358 346 449 175 235 506 457 303 658 333 406 3. 111 531 Beuch ein zu deinen thoren 3ion gib dich nur zufrieden 3ions freuden- tag erscheinet 48 3ion spricht ich bin verlassen 494 33 Bu deinen füffen liege ich 405 Bu dir Herr Jesu komme ich 368 289 Bu dir o vater aller gute 435 Zweverley bitt ich von dir 468 279 450 Xn Anhang. 2. Was bin ich, milder Gott, Daß du so viel mir schenkest? Was ist der erdensohn, Herr, daß du sein gedenkest? und doch gedachtest du Schon vor der welt an mich; Denkst meiner auch noch stets. Nur ich vergeß' oft dich. 3. Und dennoch nimmst du mich, Wenn ich die schuld bereue, Voll gnade wieder an, und fegneft mich aufs neue. Bis an des grabes nacht Sen dir mein dank ge weiht, und einst vor deinem thron, Gott der barmherzigkeit. Lobs und Danklieder. Mel. Nun danket alle gott zc. 1020. o lang ich ath me, Gott, Will ich dein lob er heben. Du riefft mich aus dem nichts. Du gabst mir dieses les 4. Wenn ich erwache, dent ich ben. Du schenktest mir vernunft, dein, und wenn ich schlafen ges Die dich erkennen kann, und bohe; Denn du, mein Vater, kannst teft ewig heil Durch deinen sohn verleihn, Um was ich findlich mir an. flehe. Drum seufs' ich immerfort u dir: Herr, was mir nüßet, schenke mir Um deiner gute willen! Mel. Vom himmel kam der zc. 1022. ter aller welt, Breift mein gefang, und die miss fällt Der menschen stammelnd loblied nicht, Mein Gott und meine Zuversicht! 2. Von mutterleib' an warst du es. Wie freut sich meine feele deß, Daß du auch mir ein vater bist, Der seines kindes nie vergißt. 3. Früh ward ich in der taufe schon Geweihet dir und deinem fohn; Früh lehrte mich dein uns terricht Mein heil und meine ganze pflicht. 4. Du sorgtest täglich für mein Owohl; Trugst meine fehler lang muthsvoll; und, stürmte trübfal auf mich zu: Wer half sie übers ftehn, als du? 5. Herr, dessen augen stets mich sahn, Du ließft auf meiner pilgerbahn Für mich so viele freuden blühn, Durch wohlthun mich zu dir zu ziehn. 6. Du bist und wareft immer dar Mein schuß, mein retter * A in Mel. Allein gott in der höh zc. 1021. Wie viele freuden dank ich dir, Die du mir, Herr, verliehen! Und wie viel fünden hast du mir Aus gnaden nicht verziehen! Gott voll langmuth und geduld! Noch täglich häuf ich meine schuld; und deine liebe währet. AYAYAY 3. Dein auge schaut auf ihn herab; So geht er nicht verloren. Nicht für die welt, nicht für das grab ft er allein geboren. Die welt vergeht mit ihrer luft. Der du den willen gottes thust, Dein glück soll ewig dauern. 2. Bedenk ich, Schöpfer, deine macht; Blick ich in jene ferne, Und überseh des himmels pracht, Und sonne, mond und sterne; So bet' ich dich voll ehrfurcht an.Was ist der mensch, ruf' ich alsdann; Daß du dich sein erbarmes? 2 Anhang. in gefahr, Der stifter meines| schon erfreut. O gieb mir auch, wohlergehns, Und der erhörer meines flehns. nach deiner gute, Noch ein ge schenk; die dankbarkeit. Lehr als les, Gott, was in mir ist, Froh rühmen, daß du gnädig bist. 7. Vergaß schon deiner oft dein kind, Doch bliebst du väterlich gesinnt, und nahmst, bereut' ich meine schuld, Mich wieder auf in deine huld. 5. Wer schuf die feel und ihre Fräfte, Gedächtniß, willen und ver stand? Wer segnet mein berufsgeschaffte? Wer stärkt die arbeits same hand? Wer schenket mir den edlen freund, Der treu mit mit im kummer weint? 6. Wer wog so weislich meine 9. Nimm, da ichs nicht verleiden Mir nach dem magß des gelten kann, Das opfer meines glaubens zu? Wer wechselte sie daukes an. Mein leben müsse zeuge seyn; Ich sey erkenntlich, ich sey dein. bald mit freuden? Wer gab in ihnen trost und ruh? Wer schüt te mich vor der gefahr, Die un gesehn mir nahe war? 8. Unzählbar sind und täglich nen Die proben deiner vatertreu. Dir rinnt, o Gott, der gern erfreut, Die zähre meiner dankbarkeit.. Mel. O Gott des himels und zc.*) 1023. Dir Gott, bir will ich fröhlich sins gen, Dir, dessen freude wohlthun ist. Dir will ich dank und ehre bringen, Dir, der du gut und freundlich bist. Ja, Gott, du bist ganz lieb und treu. Gieb, daß mein Berz ganz freude sey. 2. Dich preisen aller engel bee re; Dir singt der ganze himmel dank. Dir, Herrscher, brausen wind und meere; Ihr brausen ist dein lobgefang. Die ganze schds pfung ruft dir zu: Wo ist ein sol ther gott, wie du? 7. Wer fristet meine lebensta ge? Wer schmückt und krönet sie mit heil? Thuts nicht mein gott drum seele, sage: Gott, ewig bleibest du mein theil! Bongan zem herzen liebst du mich. Von ganzem herzen preiß ich dich. * 8. Wie kann ich deine tren vergelten? Ich bin zu schwach zu dieser pflicht. Das lob aus mil lionen welten Erreicht, Gott, ih re größe nicht. Mein wärmster dank ist viel zu klein, Ein würs dig opfer dir zu seyn. 9. Dir will ich ferner auch vers ( trauen; Denn stets hast du mir wohlgethan. Ich will auf dich mit glauben schauen; Schau mich mit vaterblicken an. So geh ich ruhig durch die zeit, und fröhlich in die ewigkeit. 3. Du, unser Gott, bist hoch zu loben; Denn nichts gleicht deis ner mildigkeit. Du, hoher Schdpfer, blickft von oben Auf der ge fchöpfe dürftigkeit. Kein wurm friecht unbemerkt dahin. Du siehst, du nährst, du schüßeft ihn. 4. Du haft, o Vater, mein ge måthe Durch manche wohlthat Herr, der du mich so väterlich Bis diesen Mel. In dich habich gehoffet, Herr. 1024. Ron ganzer feele *) Von den beiden Melodien des Gesanges: Wer nur den lieben gott läßt walten ze. ist die neue bey den Gesängen zu gebrau chen, bey denen als Melodie darüber gesetzt ist: O Gott des himmels und der erden; die alte aber, wo darüber als Melodie gesetzt ist: Wer nur den lieben gott läßt walten. Anhang. diesen tag erhalten. Noch für und für Laß über mir Dein segnend auge walten. 2. Wer schenkt uns leben, glück und ruh? Wer giebt uns kraft zur pflicht? nur du Schaffft wollen und vollbringen. Wird dein ge deihn uns nicht erfreun, So kann uns nichts gelingen. 3. Du schufft, und du regierst die welt Nach deinem rath, wie dirs gefällt. Du lenkst der men schen Herzen. Sen auch mein licht, und laß mich nicht, Gott, deine huld verscherzen! 4.Dein wort lehrt, wie ich wan deln soll. Ich folg' ihm auch; doch fühl ich wohl Die schwachheit meiner feele. Ach! Gott der huld! Pergieb die schuld, Wenn ich aus schwachheit fehle. 3 kein endlicher verstand. Wer darf sich ihm vergleichen? Wer hat ihn ganz erkannt? Macht euch von ihm kein bild! Wer kann den höchsten sehen; Ob er gleich alle höhen und jede tiek erfüllt? 3.Die sonn' in hoher ferne Mag stralenreicher glühn! Glänzt hels ler noch, ihr sterne! Was seyd ihr gegen ihn? Mit aller eurer pracht Send ihr im schönsten lichte Vor seinem angesichte Doch dunkler, als die nacht. 4. Du bist des weltbaus meis ster, Der deinen ruhm erhöht; Der vater aller geister, Voll macht und majeftat. Du schufest Gott, auch mich, um felig einft zu leben. Mein herz sey dir ers geben! Mein leben preife dich! 5. Verstand und her; ift fehler: haft. Bald fehlt mir licht; bald fehlt mir kraft, Mich weislich zu regieren. Drum bitt ich dich; Laß, Höchster, mich Stets deine weis heit führen. 6. Herr, dessen huld uns ewig liebt! Laß mich beim segen, den sie giebt, Auf dich, den geber schauen. Selbst, wenn du schlägst, Mel. Es ist das heil uns komen 2c. Und kreuz auflegst, Laß dir mich 1026.Wenn ich, o S ch is feft vertrauen. pfer, deine macht, Die weisheit deiner wege, 7. Gieb, daß ich meine lebens- Die liebe, die für alles wacht, seit, Nur dir mit ganzem Anbetend überlege: So weiß ich, ernst geweiht, In deiner furcht von bewundrung voll, Nicht, vollbringe, Bis ich einst dir Dort wie ich dich erheben soll; Mein für und für Lob, preis und ehre Gott! mein Herr! mein Vater! finge. 5. Im geifte bet' ihn, seele, und in der wahrheit an. Lieb ich des herrn befehle, Wie felig bin ich dann! Er hat unsterblichs keit, und seligkeit und leben: Das alles wird er geben Dem, der sich ganz ihm weiht. Mel. Aus meines herzens 2c. 1025. gedanken, Euch von der erde los! Gott, frey von allen schranken, Ist unaussprech, lich groß. Kommt, menschen, und lobsingt Vor seinem angesichte! Gott wohnt in einem lichte, Su dem kein auge dringt. 2.Kein finu fanu ihn erreichen 2. Mein auge sieht, wohin es blickt, Die wunder deiner werke. Der himmel, prachtig ausge der stärke! Wer hat die sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit majestät? Wer ruft dem heer der sterne? 3. Wer mißt dem winde feinen lauf? Wer heißt die himmel regnen? Wer schließt den schoof der erden auf, mit voerath uns * 22 4 Anhang. au fegnen? Gott der macht| keit mein herz an dich ergebe, und herrlichkeit Gott! deine Und, über deine huld erfreut, gûte reicht so weit, So weit die Lobsingend dich erhebe: So siehst wolken reichen. du es, und stehst mir bey, Daß ich dir immer treuer sey. 4. Dich predigt sonnenschein und sturm; Dich preist der sand am meere. Bringt, ruft auch der geringste wurm; Bringt mei nem schöpfer ehre. Mich, ruft der baum in seiner pracht; Mich, ruft die saat, hat gott gemacht! Bringt unserm schöpfer ehre! 5. Der mensch, ein leib, den deine hand So wunderbar berei tet; Der mensch, ein geist, den fein verstand, Dich zu erkennen, leitet; Der mensch, der schöpfung ruhm und preis, Ist sich ein tåg licher beweis Von deiner gut' und größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein geift! Erhebe seinen namen! Gott, unser vater, sey gepreist! Und alle welt fag': amen! Und alle welt fürcht' ihren herrn, Und hoff' auf ihn und dien' ihm gern! Wer wollte gott nicht dienen? Mel.Herr deine allmacht reicht z. ie bistdu, Höchster, 1027. wirkst an allen enden. Wo ich nur bin, Herr aller herrn, Bin ich in deinen hånden. Durch dich nur leb' und athme ich; Denn deine rechte schüßet mich. 5. Du hdrest meinen feufjern zu, Daß hülfe mir erscheine. Voll mitleid, Vater, zähleft du Die thránen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen schmerz, Und stärkst mit deinem troft mein herz. 3. Du merkst es, wenn des herzens rath Verkehrte wege wah: let, und, bleibt auch eine böse that Vor aller welt verhehlet; So weißt du sie, und strafest mich zu meiner beßrung vàterlich. 4. Wenn ich in stiller einsam 6. Odrück, Allgegenwärtiger, Dieß tief in meine feele, Daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, Mein herz zur zuflucht wähle; Daß ich dein heilig auge scheu, Und from zu leben eifrig sey. 7. Laß überall gewissenhaft Nach deinem wort mich handeln; und stärke mich dann auch mit kraft, Vor dir getroft zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seyst; Dieß tröft und befre meis nen geist. In eigner Melodie. 1028.Wie groß ist des alle Ist der ein mensch, den sie nicht Der mit ges müthe Den dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, feine liebe zu ers messen, Sen ewig meine größte pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen. Vergiß mein herz auch seiner nicht! 2. Was ich gedenke, Gott, weißt du. Du prüfest meine feele. Du 2. Wer hat mich wunderbar fiehst es, wenn ich gutes thu; Du bereitet? Der gott, der meiner fiehst es, wenn ich fehle. Nichts, nicht bedarf. Wer hat mit langs nichts kann deinem aug' entfliehn, muth mich geleitet? Er, dessen Und nichts mich deiner hand entrath ich oft verwarf. Werstärkt den siehn. frieden im gewissen? Wer giebt dem geiste neue kraft? Wer läßt mich so viel glück genießen? Jfts nicht sein arm, der alles schafft! 3. Blick, o mein geist, in jenes leben, zu welchem du erschaffen bift, Wo du, mit herrlichkeit ums geben, Gott ewig sehn wirst, wie er Unhang. 5 er ift. Du haft ein recht zu diesen| Vor ihren beitern stralen, Wenn freuden. Durch gottes güte sind sie dein. Sieh! darum mußte christus leiden, Damit du könn test selig seyn. uns ihr licht erfreut, Fliehn felbft die bängsten qualen; Gleich ne beln leicht zerstreut. Wer zählt die millionen, Die sie erwärmt 4. Und diesen gott sollt ich nicht und nährt? So weit nur wesen ehren? Und seine gute nicht verwohnen, hat sich auch sie verklärt. stehn? Er sollte rufen? ich nicht hören? Den weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein will' ist mir ins herz geschrieben. Sein wort bes starkt ihn ewiglich. Gott soll ich über alles lieben, und meinen nächsten gleich als mich. 5. Dieß ist mein dank; dieß ist fein wille: Ich soll voll liebe seyn, wie er. So lang ich dieß gebot er fülle, Stell' ich sein bildniß in mir her. Lebt seine lieb' in meiner fee: le: So treibt sie mich zu jeder pflicht; Und, ob ich schon aus schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die fünde nicht! 6. O Gott, leß deine gut' und liebe Mir inumerdar vor augen feyn. Sie stark in mir die guten triebe, Mein ganzes leben dir zu weihn. Sie träfte mich zur zeit der schmerzen; Sie leite mich zur seit des glücks; und sie besieg' in meinem Herzen Die furcht des legten augenblicks. Mel. Nun lob, mein' seel' ic. 1029. Mit fröhlichem ges müthe Dankt, die ihr christo angehört! Dankt gott, daß seine gute, Gleich als fein leben ewig währt. Nach so viel tausend fahren, Die durch fie alle reich An frohem segen was ren, Bleibt sie sich immer gleich. Nie hört sie auf zu sorgen, und forget immer treu, und wird mit jedem morgen An den geschöpfen neu. 3. 3war lieblich ist die sonne Dem auge, das ihr stral entzückt; Doch lieblicher die wonne, Womit uns gottes gut' erquickt. Erfreue lich ist das leben, und schauervoll der tod; Doch besser noch, als les ben, Ift deine gute, Gott! Wie ist sie uns so theuer! Gie, fie vers läßt uns nie. Was ist wohl mit der, treuer, Und tröstender, als sie? 2. Stürzt, felfen! berge, weis chet! Doch wankt nicht gottes vaterfinn; Und seine gute reichet Durch aller himmel himmel hin. 4. Wer wollte sie nicht loben, Sie, die doch allen alles gab, Vom hohen seraph droben Bis zu des staubs gewürm herab? Denn wie sie von entzücken Stets für den himmel quoll, Ist auch, wos hin wir blicken, Bon ihr der erde Freis voll. Uns zeigen ihre spuren Luft, berg und thal und meer. Von so viel creaturen Läßt sie nicht eine leer. * 5. Zu gottes lob erwecke Vor allen du dein herz, o chrift! Kom her, und sieh, und schmecke, Wie freundlich gott, dein vater, ist. Auf! seinen ruhm erzähle Dein frommer lobgesang! Und deine ganze feele Sen lieb und heißer Wie dank! Von seiner gute sage, treu sie für uns wacht, Ein tag dem andern tage, Die nacht der nächsten nacht. 6. Wir sind viel zu geringe Der treu, die du an uns gethan, Wir schaun die großen dinge, Erbars mer, mit bewundrung an. Du schenkst den sohn uns fündern; Ers lösest uns durch ihn; Erwählest uns zu kindern; Willst selbst uns zu dir ziehn. Auf! da iniesu na men Ihm unfer lob gefällt, Lobs singt ihm! amen! amen! Sein lob füll' alle welt! TOP ON Met. 6 Unhang. tod; Mel. Komm, beiliger Geift, c. freudig sterben, und weiheft uns 1030.ob, preis und ehre zu himmelserben Durch chrifti bringen wir, Herr, Durch christi tod. unser Gott und Vater, dir! Dein 6. Lob, preis und ehre bringen ruhm soll unter uns erschallen. wir, Gott Vater, Sohn und Geißt, Laß unser lob dir wohlgefallen! nur dir. Es müsse jedes land auf Laßt, menschen, seiner lieb' unserden Voll deines hohen ruhmes freun, und ewig, ewig dankbar werden. Wie felig, wie begnadigs feyn. Lobsingt ihm, christen, unsre ist Ein volk, deß zuversicht du brider! Fallt vor dem gott der bist! Allmächt'ger, deinem groß liebe nieder! Und betet an! Und sen namen Sey ewig ruhm und betet an. chre: amen.Sey hochgelobt! Sep hochgelobt! 2. Er hieß uns leben; wir sind fein. Du bist die lieb'; und wir find dein. Wie groß und schön| Mel. Wie schön leucht uns der 20. 1031.Dein leben, Gott, if feligkeit; Dein denken ist allwissenheit, und all macht ist dein wollen.Unendlicher, wie groß bist du! Stets ruft uns alles, alles zu, Daß wir dich preiz fen sollen. Heilig, Heilig, Heilig singen, Dir zu bringen Preis und ehre, Deiner engel hohe chore. 2.0Vater, deine gut und macht Läßt uns, die sie hervorgebracht, Auch nun kein gutes fehlen. Du haft uns, da wir dich verkannt, Aus liebe deinen sohn gefandt Zur rettung unsrer feelen. Vater! Vas ter! Dein erbarmen Bleib'uns armen Unvergeßlich! Deine lieb' ist unermeßlich. find deine werke, Du Gott der weisheit, gut und stärke! Dein ist der erdkreis, und in dir, O Höchster, sind und leben wir. Du, Herr, erschufft der engel heere.Uus auch erschufst du, dir jur ehre; Uns sterbliche, uns sterbliche! 3. Herr, du gedenkst nicht unsrer fchuld; Uns fünder trägst du mit geduld; Umfasseft uns mit vater: grmen; Neigst, wenn wir flehn, ich zum erbarmen; Hilfft uns durch unsre prüfungszeit; Führt uns durch sie zur seligkeit; Schickst vur zu unserm heil uns leiden; Undsegnest lieber uns mitfreuden; Du Gnädiger! Du Gnädiger! 4. Lob, ehr' und preis, Sohn Gottes, dir! Verlorne fünder waren wir. Du aber bist für uns gestorben, und hast uns ewig heil erworben. Wer dir nachfolgt, und an dich glaubt, und in versuchung treu dir bleibt; Der soll, befreyt vom fluch der fünden, Erbarmung, ruh und leben finden, In ewig keit; In ewigkeit. 5. Lob, ehr' und preis dir, Geist des Herrn! Wir waren einst von chrifto fern; Fern von der feele wahrem leben, Mit irrthum, wahn und nacht umgeben. Du haft durch deines wortes macht Auch uns zum wahren licht ges bracht; Du lehrft frommi leben, 3. O Sohn, der aus des vaters schooß Hernieder kam; die gnad ist groß, Die uns dein tod erwors ben. Wer danket jemals gnugsam dir? Als mensch geboren, gleich als wir, Bist du für uns gestors ben. Mittler! Mittler! Dieß heil bleibet Dem, der glaubet, Unvers gånglich. Deine gnad' ist übers schwenglicb. 4. heilger Geist, der du uns lehrst, Das her; erforscheft, uns bekehrst, uns hin zu chrißo führest; Die wunden des gewiss sens heilft, Der kindschaft zeugs niß uns ertheilst, uns leiteft, uns regiereft. Eröfter! Tröster! Wis ers Unhang. erquickend, Wie beglückend, Him| Du, Gottes Sohn von ewigkeit! melsgaben Durch gemeinschaft mit dir haben! On, Abglanz seiner herlichkeit! Ließst dich herab, ein mensch za seyn, Uns menschen wieder gott zu weihn, und herrscheft nun in deinem reich Mit gnad' und macht, dem vas ter gleich, 5. Gott, Vater, Sohn und heilger Geist, Dich, Geber hoher segen, preist Dein volk mit einem munde. Bon dir erschaffen; dir erkauft; Geheiligt dir; auf dich getauft, Stehn wir mit dir im bunde. Heilig, Heilig, Heilig singen, Dir zu bringen Preis und ehre, Wir auch in der engel chore. An hohen Festen. Mel. Herr Gott, dich loben 2c. err Gott, dich lo 1032. ben wir! Herr Gott, wir danken dir! Dir, Vater, Sohn, und heil'gem Geift! Dir, den die ganze schöpfung preift! Vom aufgang bis zum niedergang Erschallet dir ihr lobgesang. Der engel lobgesang bist du. Ein seraph ruft dem andern zu Heilig ist unser gott! Heilig ist unser gott! Heilig ist unser gott! der allges waltge gott! Weit, über alle himmel weit, Reicht deine macht und herrs lichkeit. Was je den erdkreis aufgeklärt, Was je die welt dein beil ges lehrt, 7 Prophet, apostel, mártyrer, Preift dort im höhern chor dich, Herr. Hier preift dich, noch vom leib Bis du in herrlichkeit dereinst Als richter aller welt, erscheinst. Hilf! hilf uns, Herr! wir sind ja dein, Freun uns, durch dich erkößt zu seyn. Zu deines hohen namens ruhm, Hilf deinem volk und eigenthum! Leit uns durch unsre prüfungszeit Den weg zu deiner herrlichkeit! Wir wollen ihn, dir folgsam, gehn; Und dankbarfroh dein lob ers höhn. Die erd' erfülle, Herr, dein ruhm, 2Bie deines himmels heiligthum. In unsers lebens pilgerschaft Ift, Herr, dein wort uns licht und kraft! Sey gnädig uns, o treuer Gott! Du starkerSchutz in jeder noth! Du hilft, wo hulf und rath gebricht; Dein volk nur schwach, doch gern gehört. Dich, Vater, auf der himmel thron, Dich, Jesu Christ, des Vaters Sohn, Und dich, o Geist, deß gnad und kraft In fündern neues leben schafft. Im tod' auch läffeßt du uns nicht. Dann wird im himmel unser theil Dein großer lohn, dein ewigs beil. Amen. Bey feyerlichen Vorfällen. Mel. Herr Gott, dich loben 2c. err Gott, dich los 1033. ben wir. Herr Gott, wir danken dir. Dein segen strömt ohn' unterlaß Auf uns herab im reichsten maaß. Von uns steig' denn zu deinem ohr Ohn'unterlaß auchdank empor. 8 Anhang. Unendlicher! wer ist, wie du? Uns rufen's alle himmel zu: Der uns erschuf, ist groß! An macht und weisheit groß! An gut und segen groß! ist un ermeßlich groß! Der du das nichts ins daseyn rufft, Groß zeigtest du dich, als du schufft. Dein wort gebot, und es geschah. Gleich stundenzahllos welten da; Und jede trat alsbald die bahn, Die ihr dein wink wies, freudig an. Groß bleibst du, da du aller denkst, Du aller welten schicksal lenkft. Von deines hohen namens ruhm Erschallet heut dein heiligthum. Nim an die opfer unsers danks; Die jubel unsers lobgefangs. Herr, dir gefällts ja wohl, wenn dein Vor dir sich deine menschen freun. Du treibst vom staate seuch' und frieg; Verleihst am tag des ftreites fieg; Gewährst zu fröhlichem genuß Durch frieden neuen überfluß. In unserm staub, Herr, flehen wir, Gott, unsre zuflucht für und für! Chu deinem knecht, dem Ednig, wohl. Sie zu beglücken, schufft du sie; Und deine gut' erschöpft sich nie. Wenn wir dich lieben, und dir traun, Wirst du auf uns mit gnade schaun. Amen. Erntelied, Die erd' auch ist dir nicht zu klein. Mel. Lobet den herren:,: denn Du willst ihr milder herrſcher 1034 auchjet: Die fenn. gefilde lachen. Herr deine luft ifts, alles froh zu machen. Durch dich, Gott, keimt und reifet das getreide, Zu unsrer freude.:,: Wer Deine wege forscht, erkennts, Und freut sich deines regiments. Groß, weise, gut und herrlich ist, Auberrscher, was dein rath be fchließt. Die kronen sind in deiner hand. Den weisen schenkft nur du verne giebst du milde regen.:,: Gleich Grand; Giebst belden ihren heldenmuth; Und krönft das jahr mit déi nem gut. ftehn erfrischt die hingefunknen saaten, Und sie gerathen.:: 3. Stets unerschspflich:,: Bleibt, Gott, deine gnade; Und, wo du wandelst, zeichnen deine pfade:: Gedeihn und wachsthum, also daß von ihnen Selbst wüten grünen.:,: 2. Mit jedem jahre:,: Füllt das land dein segen. Auf glut der sons 4. Du welternährer,:,: Läsfest keinen darben. Den arm der schnits ter füllen volle garben.:,: Die sats ten heerden auf der fetten weide Befeelet freude.:: 5. Und dank und jubel:,: Jauch zet denn aus allen, Und wald, und hügel und gefild' erschallen:: Vom lauten dir frohlockenden ges Das land mach deines segenstümmel Bis zu dem himmel.:,: voll. 6. Dankt, chriften, danket!:,: Schüß' es and sichre seinen flor, Danket dem erhalter! Dem schuß Und hebe ftets ihn mehr empor; Vor allem hilf, daß frömmigkeit In unsern land stets mehr ge deiht. der kindheit! thm, der stüz' im alter!:: Dem frohen geber, def fen treu nicht wanket. Dankt, chriften, danket!:,: Bonn: Anhang. Sonntagslieder. Mel. Unumschränkte liebe ic. 1035. Gott ist gegenwärtig. Laßt uns vor ihn treten, Ihn in ehrfurcht an jubeten! Gott ist gegenwärtig. Jedes herz erfülle Demuth, an dacht, fromme stille! Wer ihn kennt; Wer ihn nennt, Falle vor ihm nieder; Singe fromme lieder! 2 Höchfter, wir entfagen Allen eitelkeiten, von seele leiten. Unsers geiftes kräfte, Sin: ne, leib, und leben Wollen wir dir übergeben. Du allein Sollft es feyn, Deffen wir uns freuen, Dem wir ganz uns weihen. 3. Möchten wir doch würdig Deinen namen preifen! Stets dir dankbar uns erweisen! Möchten wir, gleich engeln, Einst dein lob erhöhen, und, wie sie, dein antlig fehen! Hilf, daß wir hier schon dir, Einzig dir vor allen, Stre: ben zu gefallen. 3. Hilf, daß alle fünder sich Durch dein wort zu dir bekehren; Auch wir alle, Gott, durch dich Gern vollbringen, was wir hdren, Alle fromm durch dich auf erden, All' im himmel selig werden. Advents- u. Weihnachtslieder. Mel. Aus meines herzens ic. Er 1037. Erheber Gott, the hält, was er verspricht. Der heiland ist gekommen; Der vil fer troft und licht. Gott, der uns nicht verstößt, Hat, uns zum heil und leben, Selbst seinen sohn gegeben; Und der hat uns cridst. 2. Erlöst! o welche gnade! Ach! gang unheilbar schien Der feelen tiefer schade. Nun heilt Gott dens noch ihn. Sein rath ist wunders bar. Von sünd' und vom vers derben Uns rettung zu erwerben, Stellt gottes sohn sich dar. 3. Er stellt sich dar auferden 4. Gieb, daß unsre kenntniß Sich von dir vermehre; Uns zum In niedrer knechtsgestalt. Voll heil, und dir zur ehre. Unsre ganze müh und voll beschwerden Was feele Müffe schon auf erden, Grof hier sein aufenthalt. Er flob ges fer Gott, dein tempel werden. Worausch und pracht, Entsagt auch wir stehn, Wo wir gehn, Hilf uns, gern den freuden, Bis er durch bir nur leben, und dich stets er- todesleiden Sein hohes werk voll heben. bracht. Mel. Liebster Jefu, wir sind hier ic. 1036. Gott vor dir erschei: nen wir, in eintracht zu verehren, und mit frommer lehrbegier Auf dein göttlich wort zu hören, Daß es unsre kenntniß mehre, Und uns wohl sie nüßen lehre. 2. Gieb durch deinen geift, o Gott, Daß wir an dein heil fest glauben! Nimmer laß der låstrer fpott Diesen besten troft uns raus ben! Gieb auch licht und muth und stärke uns zu jedem guten werke. 4. Er hats vollbracht! o dane Fet! Rühmt laut: er hats volls bracht. Der, dessen rath nicht wanket, hat seines bunds ges dacht. Der und kann; Der mittler ist geboren. Ihr send nun nicht verloren. Nur nehmt ihn gläubig an. 5. Dich glaubig anzunehmen, Herr, kommen wir zu dir. Uns deiner nie zu schämen; Das, das geloben wir. Nichts, Heiland aller welt; Nichts soll uns ie den glauben Von unsern herzen raus ben, Der fest an dich sich bålt. 6. Die fest an dich sich halten; Die läffeßt du auch nie. Dein Gatis Unhang gnadenreiches walten Schüst,| det gottes Finder! Werdet seiner ftärket, leitet sie. Nach wohl vollbrachtem lauf Nimmst du sie, wenn sie scheiden, Hinauf in deine freuden. Nimm einst auch uns hinauf! werth! Eilt, des berru verche rer! Folgt dem großen lehrer! Bleibet seiner werth! Preiset ihn, Daß er erschien, Durch das freus digste bestreben, Ihm, nur ihm zu leben. 10 Mel. Jesu meine freude ze. ottes sohn ist kom Mel.O vaterherz, o licht, o tebe ze. 1038. men. Dankt ihm, feine frommen! Dankt ihm, daß| 1039. Gelobt fey gott! er ift erschienen, er kam; Daß er bier auf erden, Der uns von gott verheißen war. Unser heil zu werden, Seine woh- Der selbst, dem alle himmel dies nung nahm. Mensch, wie wir, nen, Stellt sich zu unserm retter Erschien er bier, Der zum erd- dar. Das ew'ge wort wird mensch Freis sprach: entstehe! Und einst geboren. Heil uns! wir sind nun spricht: vergehe! nicht verloren. Des fluch wird von uns abgewandt.Welch pfand, daß gott uns nicht verstoße! Er selbst, er bat aus seinem schooße Uns feinen eignen sohn gesandt. 2. Uns will er nicht nur nicht verstoßen; Die gnade soll noch höher gehn. Zu unsers elends mitgenossen Macht er den sohn, uns zu erhöhn; Und wie so hoch! wer kanns erreichen? Die sichs erfrecht, von ihm zu weichen, Lådt er zu seinem himmel ein. Sie follen, kehren sie nur wieder, Aufs neu, als seines sohnes brûs der, Nun seine werthen kinder seyn. 2. Laßt uns niederfallen; Dan Fen, daß er allen Freund und retter ift. Gott auf seinem tbrone Liebt uns in dem sobne, Hilft durch jesum christ. Welch ein heil, Am sohne theil, Theil, durch ihn und seine gaben, Auch am vater haben! S. Steine macht der leiden kann von ihm uns scheiden. Er bleibt ewig tren. Dort wird er vom böfen Gänzlich uns erlösen. Hier keht er uns bey. Sigt er schon Auf gottes thron; Seine brüder sind ihm theuer. O wer liebt uns treuer! 4. Von der wallfahrt müde, Sinken wir in friede In des grabes nacht. Unsre todten glieder Giebt die erd' cinst wieder Dem, der sie bewacht. Jesus ruft Uns aus der gruft, Er, der selbst den tod einst schmeckte; Den die gruft auch deckte. 2. Wer kann der liebe größ' er messen, Womit uns gott in chrifto liebt? Wer dürfte dessen je vergessen, Der uns den sohn zum heiland giebt? Freut euch vor ihm, erlöfte fünder! Freut euch, daß ihr nun wieder kinder, Und erben seines himmels seyd! Fühlt, 5. Auf dem richterthrene Wer fühlt der freude fromme triebe! den wir im sobne Unsern heiland Die allmacht ist zugleich die liebe. schaun. Er wird ewigs leben Für zorn wirdeuchbarmherzigkeit. Dann dort allen geben, Die ihm 4. O wie so reich ist an erbars hier vertraun. Er ward hier Vermen Der selber niemands je bes fucht, wie wir. Ieberschwenglich darf! Der höll' entreißt mit vas wird er lohnen, Ilnd der schwachterarmen Gott ein geschlecht, das heit schonen. ihn verwarf. Uns zu befreyn von 6. Eilet, eilt, ihr finder! Wer félavenketten; Uns vom verder: bent Anhang. ben zu erretten, Schont er des| ter spricht: Ich komm', ich kome eignen sohnes nicht. Schaut, wie me; zage nicht. Des vaters willen er unser elend kehret In herr thu ich gern. Gelobt sey, der uns lichkeit, die ewig währet, und kömmt vom herrn. unsre finsterniß in licht. 6. Herr, der du mensch geboren * 5. Stimmt in der engel laute wirst! Immanuel und Friedefürß! chdre Durch eure frohe jubel ein. Auf den die vater hoffend fahn! Ihr, ihr sollt eures gottes ehre, Dich, Gott, Messias! bet' ich an. Ihr seiner größe denkmaal seyn. 7. Du, unser Heil und höchstes Bewundernd schaun einst alle we- Gut, Vereinest dich mit fleisch sen Auf uns, die feine gnad' er- und blut, Wirst unser freund lefen, zu zeigen, wie er lieben und bruder hier, Und gottes kann. Dankt ihm; und euer dank kinder werden wir. fey liebe! Gedenkt; er selber ist die liebe, und nimmt zum dank nur herzen an. 8. Gedanke voller majestät! Da bift es, der das herz erhöht! Ge danke voller seligkeit! Du bist es der das herz erfreut. * 9. Durch eines sünde fiel die welt. Ein mittler ifts, der sie erhält. Was zagt der mensch, wenn der ihn schüßt, Der in des vaters schooße sist? 10. Jauchzt, himmel, die the ihn erfuhrt, Den tag der heilige sten geburt! Und, erde, die ihn heute sieht, Sing' ihm, dem Herrn, ein neues lied. Mel. Vom himmel kam der zc. 11. Dieß ist der tag, den gott gemacht. Sein werd' in aller welt 1040.Dies ist der tag, gedacht! Ihn preise, was durch jes auf erden ist! 6. Wie blind sind seines heils verachter! Wie fühllos! und wie undankbar! Wohlan! ihr gottes föhn und töchter! Ihm, ihm bringt eure herzen dar! Laßt seine weg' euch wohlgefallen! Nie werdet müde, sie zu wallen, Bis ihr binauf zu ihm gelangt! Wie wird er euer glück vollenden, Wenn ihr dann dort aus seinen händen Derkinder erbtheilnun empfangt. macht. Sein werd' in aller welt gedacht! Ihn preise, was durch iesum chrift Im himmel und auf erden ist! 2. Die väter haben dein geharrt, Bis daß die zeit erfüllet ward. Da fandte gott von seinem thron Das heil der welt, dich, seinen sohn. 3. Wenn ich dieß wunder faß fen will, So sieht mein geift an betend still, Fühlt hier, was kein verstand ermißt, Daß gottes lieb unendlich ist. 4. Damit der fünder gnad' er hält, Erniedrigst du dich, Herr der welt; Nimmist selbst an unfrer menschheit theil, Wohnst unter uns, und schaffft uns heil. 5. Welt, freue dich! dein ret Mel. Gelobet seyft du, Jesu ze. 1041. Gelober seyft du, Der du auf der allmacht thron Jeßt herrscheft, und einst warst, wie wir. Preis sey, o weltvers föhner, dir! Dir ewig preis! 2. Dich, davids sohn und das vids herrn, Sahn die väter schon von fern. Wie sehnlich seufzten sie nach dir! O wie viel feliger sind wir! Wir freun uns dein. 3. Die nacht entflicht; der tag bricht an Ueber die, die nie ihn sahn. Auf die, die finsterniß ums gab, Stralt Gottes wahrheit nun herab! Gott fev gelobt! 12 Anhang. 4. Durch den die welt einst wor| freuen; mußt du die menschliche den ist, Der einst richtet, iesus chrift Wird uns, als seinen brú dern, gleich, Wird selber arm, und macht uns reich. Wie liebt er uns! natur Durch fünden nie entweis hen. Sie, die dein gott so hoch geehrt; Sie sey dir heilig! sey dir werth! Daß nun auch du sie ehrest. 5. Jauchzt, himmel! erde freue dich! Gott versöhnt die welt mit sich. Uns, adams sündiges ge: schlecht, Entsündigt er, macht uns gerecht. Dankt, menschen, dankt! * 6. Auf! deine würd' ist groß; du bist Dem ew'gen sohn verbrüs dert. O schande, wenn nun noch der christ Zur fünde sich erniedert! Drum, wenn sie locket, widersteh! Blick auf und sich, auf welcher hdh Durch ihn die menschheit stralcet! 6. Gelobet feyst du, Jesu Chrift, Daß du mensch geboren bist. Dir ist der erdkreis unterthan; Dich 7. Denn, ob er wohl zu leiden beten alle himmel an. Sey hochkam, Wollt' er doch nach dem leis aclobt! den Der menschheit, die er an sich nahm, Nicht wieder sich ents Fleiden. Er nahm, nach ganz volls brachtem lauf, Sie im triumph mit sich hinauf; Und stets bleibt So hoch wird er erhshet. Welcher dein bruder. 1042, S Mel. Nun freut euch lieb'n 2c. o tief der mensch gefunken war wunder stellt der welt sich dar! 8. So fühle sich denn auch dein Kommt, menschen, her, und fehet! geist Mit ihm zur höh erhoben! Des ewgen vaters ebenbild Erie dorthin dichdeinglaube weißt, scheint, in unfer fleisch gehüllt; Sen auch dein wandel droben! Wie wir, zur welt geboren. Chrift! göttlichen geschlechts bis du! Des sohnes menschheit ruft dir zu: Denk edel! denke göttlich! 2. Jm elend schauten wir um ber Nach rettern; da war keiner. Doch unfrer noth erbarmt sich er; Wird als der unsern einer. Er, der der welt ihr dafeyn gab, Läßt Mel. Nun lob mein' feel' den 2c. bis zu uns ſich tief berab, Zu fich 1043. Vom grab, an dem uns zu Soll, JesuChrift, dein lobgefang Empor zum himmel schallen. Dir opfre jede seele dank! Und jeder der ges bornen Freu sich, ein mensch su seyn! Und jeder der verlornen Freu sich, erlöst zu seyn! Uns ift das kind gegeben; Geboren uns der sohn. Mit ihm erscheint das leben; Mit ihm des himmels lohn. 2. Kommt! laßt uns niederfale len Vor unserm heiland, jesu chrift, und danken, daß er allen Erretter, freund und bruder ist. Er, gleich der morgensonne Mit ihrem ersten stral, Verbreitet licht und wonne Und leben überall. 5. Des glücks, das hier dir wie Durch ihn kömmt heil und gnade derfuhr, Cbrißt, würdig dich zul Auf unsre welt berab. Er fegnet 4. Mit uns freun über unser glück Sich selbst der engel chôre. Der friede kehrt zu uns zurück. Gott in der höh sen chre, Der von der höhe feines throns, Auf uns, die brüder feines fohns, mit wohl gefallen fchanet! umfre 3. Wenn nun schon tod und elend drohn; Was wollten wir noch sagen? Uns wird der mensch gewordne sohn Nie unser flehn verfagen. Er hilft; er ist uns nah verwandt. Mit uns, geschöpfen seiner hand, Staft er aus einem blute. Anhang. 13 unfre pfade Durchs leben bis| Sey dir für das verfloßne jahr ins grab. Ein heilig lied gesungen; Für ies den segen deiner gnad; Für das gedeihen jeder that, Die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dieß jahr gesegnet seyn, Das du uns neu gegeben. Verleih uns kraft,( die kraft ist dein) In deiner furcht zu leben. Du schüßest uns, und du vermehrst Der menschen glück, wenn sie zus erst nach deinem reiche trachten. 4. Gieb uns, wofern es dir ges fällt, Des lebens ruh und freuden. Doch schadet uns das glück der welt, So üb'uns auch durch leis den. Nur stärke zur geduld das herz, Und laß uns nicht in noth und schmerz Die glücklichern bes neiden. 3. Getroft, ihr mitgenossen Des elends und der sterblichkeit! Klagt nicht; euch sen verschlossen Der eingang zu der herrlichkeit. Zu unsrer erd hernieder Kam got tes eigner sohn. Nun hebt er sei ne brüder Empor zu Gottes thron. Er ward das heil der fünder. Sie, gläubig durch sein wort, Sind hier nun gottes Finder, Und got tes erben dort. 4. Du, dem in jubelliedern Sein lob durch alle himmel schallt! Neig' auch den ohr zu liedern, Die dein noch sterblichs volk dir lallt. Auch du warst einst auf erden, Was deine brüder sind, Ein dulder von beschwerden, Der duldend überwindt. Was du denn nun bist, werden Einst deine brü der seyn, Wenn sie, entrückt der er den, Sich deines anschauns freun. 5. Bald sind auch wir zum lohne Der himmelsbürger dort erhöht. Nah sind wir dann dem throne, Und schauen deine majestät. Nicht mehr aus dunkler ferne Dringt dann der dank zu dir. Hoch über fonn' und sterne Erhaben, jauch zen wir; und in der engel chore: Schallt unfer lobgefang. Erbar mer, dir sey ehre! Dir, Weltvers föhner, dank! Bog selbst das maaß der zeiten. Er schuf die sonn', und rief dem mond, die erde zu begleiten. Der lauf der sonne mißt das jahr. Der lauf des mondes theilt das jahr. Rühmt, rühmt den herrn der zeiten! 5. Laß auf uns deine gnade ruhn, Daß auch in diesem jahre Sich, Herr, in allem unserm thun Dein fegen offenbare. Regier'uns, Vater, väterlich, Daß an sich jes der, daß auch ich, Wie gut du seyft, erfahre. 2. Herr, der da ist, und der da war! Von dankerfüllten zungen 6. Daß unsers landes flor ges deih; Bey uns furcht gottes woh ne; Dem könig seine vatertrett Der völker liebe lohne; Wir alle deiner huld uns freun; Dieß, Vas ter, wolleft du verleihn Jn chrifto, deinem sohne. Neujahrslieder. Mel. Es ist das heil uns kommen 2c. er droben in der 1044. De bewohnt, ewigkeit. Mel. Nun komm der heiden ic. 1045. Chriften! unser les ben eilt. Ohne raft und unverweilt Eilt sie hin, die kurze zeit; Hin ins meer der 2. Wellenreich und ohne ruh Stürzt ein strom dem meere zu. Schaut, wie keine welle bleibt; Eine stets die andre treibt. 3. So vertreibt auch immerdar Dieß jahr schnell ein folgend jahr Und das legte rauscht herbey, Eh man merkt, wie nah es sey. 4. Eaßt uns forgen, daß uns nie Anhang. 14 nie Ungenügt die zeit entflich. Weil der tag des heils noch währt, Bleib' uns jede stunde werth. 6. DHerr, mein Heil, an des sen blut ich glaube. Ich liege hien vor dir gebückt im staube, Vers liere michmit dankendem gemüthe In deiner gute. 5. Laßt uns hik und last nicht scheun; Stets zum guten wirksam feyn; Denn die nacht rückt schnell 7. Sie übersteigt die menschlis heran, Wo man nichts mehr wirchen gedanken. Doch sollt ich drum Fen kann. 6. Jede stunde, wo der geift Sich der erde mehr entreißt, Bleibt uns, flieht sie schon da bin, Doch ein ewiger gewinn. 7. Jede stunde, wo man nugt, Andre tröstet, bessert, schüßt, Bern erfreut, die dauert dort Stets in ihrem lohne fort. 8. Nimm, Herr, unsrer gnädig wahr! Allen werde dieses jahr, Das uns deine huld verleiht, Fruchtbar für die ewigkeit. im glauben zweifelnd wanken? Ich bin ein mensch; darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Das größt' in gott ist, gnad' und lieb' erweisen. Uns kömmt es zu, sie demuthsvoll zu preisen; Zu sehn, wie hoch, wenn gott uns gnad' erzeiget, Die gnade steiget. 9. Laß deinen geist mich stets, mein heiland, lehren, Dein götte lich freuz im glauben zu verehren, Daß ich getreu in dem beruf der liebe Mich chriftlich übe. 10. Das gute thun, das böse fliehn und meiden, Herr, diese pflicht lehrt mich dein beilig leis den. Kann ich zugleich das böse mir erlauben, und an dich glauben? 11. Da du dich selbst für mich dahin gegeben; Wie könnt' ich nur dir leb ich, dir, dem ich ans noch nach meinem willen leben? gehöre, zu deiner ehre. Passionsgesänge. Mel.Herzliebster Jefu, was haft se. 1046. err, stärke mich, dein leiden 311 bedenken, Mich in das meer der liebe zu versenken, Die dich be wog, von aller schuld des bösen Uns zu erlösen. 2. Vereint mit gott, ein mensch gleich uns auf erden, und bis zum tod am kreuz gehorsam werden! An unsrer statt gemartert Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. und zerſchlagen, Die ſünde tragen! 1047. Meine feel! ers 3. Welch wundervoll hochheiliges geschaffte! Sinn' ich ihm nach: so zagen meine kräfte. Mein herz erbebt; ich feh und ich empfinde Den fluch der fünde. muntre dich, Desffen liebe, dessen segen, Der für dich am kreuz erblich, Fromm und dankbar zu erwägen, Daß dein herz der großen treue Deis nes jefu sich erfreue. 4. Gott ist gerecht; ein racher 2. Sieh! dein jesus, gottes alles bösen. Gott ist die lieb'; und sohn, Ist für dich ans kreuz ges läßt die welt erlösen. Dieß kannsheftet; Ueberhäuft mit spott und mein geift, mit schrecken und ent- hohn; Blutig, schmerzenvoll, ent sücken, Am Freuz erblicken. kraftet; Ach! für dich mit fluch beschweret! Wo ist größre lieb' er: höret? 5. Es schlägt den stolz und mein verdienst darnieder. Es stürzt mich tief; und es erhebt mich wieder; Lehrt mich mein glück; macht mich aus gottes feinde Zu gottes freunde. 3. O wie mag mein volles herz Dem sich dankbar gnug erweisen, Der sogar durch blut und schmerz Seine lieb' an mir will preisen? Anhang. Er, er selbst, trägt meine sünden, Daß ich könnte gnade finden? 4. Fern denn, sünden, fern von mir! Euch kann ich an mir nicht dulden. Welch ein schndder greul send ihr! Mir ganz untilgbare schulden! find was brachtet ihr dem herzen Meines iesu nicht für schmerzen? 5. Dir, mein Jesu, dir, mein Heil, Will ich ganz mich überge ben, Alls dein eigenthum und theil, Was ich lebe, die zu leben, Daß ich dir einst sterben könne, und Fein tod von dir mich trenne. 6. Herr, wie viel schenkst du schon hier! Welchen hohen seelen frieden! Freudigkeit zu gott in dir! Neue kraft, wenn wir ermus den! Schenkst du schon so viel auf erden: Wie weit mehr wird dort uns werden! 7. Was für wonne nach dem leid! Nach der schmach o was für chre! Was für ruhe nach dem freit! Was für frohe jubelchdre! Ewig werd' ich gott dort loben, Wenn er mich zu sich erhoben. 8.Oft und herzlich freu ich mich Auf dies freudenvolle leben. Heiland, dir sey dank! durch dich Wird es mir dereinst gegeben. Du, Herr, hilfft,( das hofft mein glaube,) Daß mir nichts die krone raube. Mel.Herzliebster Jefu, was haft sc. 1048.Wie reich, mein heiland, an den besten segen Ist mir dein leiden! laß michs recht erwägen! Stets müsse mir sein bild vor augen schweben! Stets in mir leben! 15 Ich werde dort, von herrlichkeit umgeben, Einst ewig leben. 4. Wenn ich nur stets der tu gend pfad betrete, Im glauben kämpf, im glauben wach und bete: So ist mein heil schon so gewiß erstrebet, Als jesus lebet. 5. Lockt bdse luft mein herz mit ihrem reize: So schrecke mich dein wort, das wort vom kreuze! Und werd ich matt im laufe guter wers ke: So sey nirs stärke. 3. So bin ich denn schon selig hier im glauben; und mir wird nichts, nichts meinejkrone rauben. 6. Ein reines herz, gleich det nem edeln herzen; Dieß ist der dank für deines kreuzes schmerzenz Und gott giebt uns diekraft in deis nem namen, Dich nachzuahmen. 7. Wie sollt ich nicht, wenn leis den dieser erden, Wenn kreuz mich trifft, gelaßnen herzens werden; Da du so viel für uns, die wirs verschuldet, Liebreich erduldet? 8. Für welche du dein leben selbst gelaffen; Wie könnt' ich sie, sie meine brüder, haffen? Und nicht wie du, wenn sie mich uns tertreten, Für sie noch beten? * 10. Seh ich dein Freuz den klugen dieser erden Ein ärgerniß und eine thorheit werden: So seys doch mir, trotz alles frechen spottes, Die weisheit gottes. 11. Dein strafgericht verzich, sie zu zerschmettern! Erbarm dich, Gott, wenn einer von den spit. tern Sich spät bekehrt, und dich, den er geschmäbet, Um gnade flehet. 2. Unendlich glück! du littest mir zu gute. Ich bin versöhnt mit deinem theuren blute. Du haft 12. Wenn endlich, Herr, mich am kreuz, da du für mich geftor ben, Mir heil erworben. meine fünden kränken: Solaß dein kreuz mir wieder ruhe schenken. Dein kreuz; dieß sey, wenn ich den tod einst leide, Mir fried' und freude. Mel. 9. Ich will nicht haß mit gleis chem haß vergelten. Wenn man mich schilt, will ich nicht wiedee schelten. Du, Heiliger, du, Herr und Haupt der glieder, Schalts auch nicht wieder. 16 Unhang. Mel. Herzliebster Jefu, was haft ic.| Mel. Herzlich thut mich verlange. uns bich den gege 1049. in bet to 1050. Du, der aus edlem du für ben, Wie kann ich gnugsam deine treu erheben! Wie herrlich zeigst du im erlösungswerke Der liebe tärke! 2. Was ist der mensch, daß du fein fo gedenkest? Für ihn dich felbst so tief ins elend senkest? Du willst die strafen, die wir felbft verschulden, Für uns er bulden? 3. Des ew'gen sohn tritt, gleich als menschenkinder, In unsre welt; der heil'ge büßt für fünder; Des lebens fürst will selbst,( wer kann das faffen?) Am kreuz erblaffen. 3. Auf dich, der menschen bes fter, Drang angst auf angst hers 4. Kannst du, o mensch, so hohe zu, und doch hing niemand fe gnadenzeichen, So große wunder ster An seinem gott, als du. feiner lieb' erreichen? Thut er, Sollt ich den kelch nicht trinken, nicht mehr, vom staub uns zu er ,, Den mir mein vater beut?" höhen, Als wir verstehen? 5. Allweiser rath! auf dir steht mein vertrauen! Gelüftet engel felbft, dich zu durch schauen; Sollt' ich nicht dich, von danke hingerif fen, Anbeten müssen? 6. Herr, lehr' mich selbst des beiles größ' erkennen; Dich mei dern heil errang! Du, den sein herz voll liebe Für uns zu bluten drang. O mit wie schweren plas gen Schloß deine l.fbahn sich! Welch zittern und welch sagen Befiel am ölberg dich! * 7. Jch, Heiland, flich zu deinen offnen armen; Gewiß, du werdeft meiner dich erbarmen. Nein! du verstößeft nicht, die fün den hassen, und dich umfassen. 8. Ja! hulf und troft find' ich den deinem kreuze. Gieb nun auch, daß dieß kreuz mich dring' und reize, Dich, den erwerber aller guten gaben, Recht lieb zu haben. 9. Dir, Jesu, leb ich; dir will ich auch sterben. Ich weiß, du läßt die deinen nicht verderben; Hilfft, daß ich nicht im les ten kampf erliege, Und sterbend fiege. 2. Schon lag vor deinen blik ken Dein ganzes leiden da; Von des verräthers tücken Zum freuj auf golgatha. Du sahst die gra. beshöhle, Und fühlteft todess noth. Betrübt war deine seele; Betrübt bis in den tod. Dieß ließ dein herz nicht sinken; Wars gleich voll bangigkeit. 4. Nach seinem rath zu leiden, Bleibt dein entschluß doch fest, Der dich so hohe freuden Von fern erblicken läßt. Um millionen seelen Vom tode zu befreyn, Willst du den tod selbst wählen; Nicht nen herrn in that'gem glaubenschmach noch marter scheun. nennen, Den ganzen troft von tilgung meiner fünden Gerührt empfinden. 5. 3war aus der bosheit fülle Strömt auf dich wilde wut. Doch welche geiftesstille! Welch uners schrockner muth! Du scheucft keis ne schmerzen, Womit ihr grimm dir droht. Zu schwer wird deinem herzen Selbst nicht der kreuzestod. 6. Der menschen heil zu fördern, Gabft du mit sanftem sinn Dich willig deinen mördern und ihren martern hin. Um dich war alles trübe; Doch du bliebst ruhevoll. So stark war deine liebe Zu uns und unserm wohl! * 7. O freund der menschenkinder, Den ehr' und preis nun schmückt! Wie hoch haft du uns fünder, Durch deinen tod bes glückt! Er beilet das gewiffen; Stärkt 17 3.Entblößt vonallem reize, Der menschen wohlgefällt, Hingst du an deinem Freuze; Ein fluch vor aller welt. Dichflohen deinefreunde! Du warst des volkes spott; Dich höhnten deine feinde: Wo ist denn nun sein gott? 4.Wer kann dir nachempfinden Den schmerz, die todesangst, Mit welcher du, von fünden Uns zu erretten, rangst. Es stürzte plag' auf plage Mit felfenlaft auf dich; Drang lauten Mel. Olam Gottes unschuldig ze. im 1051. taube mit blut Gott, wie verläßt du mich! und thrånen bedecket! Auf dich 5. Und diese last von plagen, hin blicke mein glaube, Wenn tod Herr, es war meine laft. Ich und fünde mich schrecket. Dein hätte sollen tragen, Was du getrauern, seufzen, klagen, Dein| tragen hast. Sich gnädig auf mich ringen, zittern, zagen Sey meine armen, Der Zorn verdienet hat, ruhe, Herr Jesu! Und hilf mir aus erbarmen Von meiner miſfethat. 2.D Sohn Gottes! unschuldig Trugst du die herbe verhöhnung, Und trugst, als held, sie geduldig, Zu meiner fünden versöhnung. Dein bild muß uns beleben, zu dulden, zu vergeben, Wie du zu lieben, Herr Jeſu! 3. Sohn Gottes! freywillig Für uns am kreuze gestorben, Dir, dir nur, leben nun billig, Die du so theuer erworben. Auch ich will dir nur leben, Dir ganz mich übergebenZur treusten liebe, Herr Jesu! Unhang. Stärkt uns zu jeder pflicht; Giebt trost in kümmernissen, Im tode zuversicht. 8. Wie viel sind wir dir schuldig, Daß du die schwere last Des kreuzes so geduldig Für uns getragen hast! Dich wollen wir er heben, So viel die schwachheit kann, Und dir zu ehren leben. Nimm unser opfer an. am kreuze starbft, Und unsern legten stunden Den höchsten troft er warbst! Der du dein theures le ben, Noch eh ich war, auch mir Zur rettung, hingegeben! Mein Heil, wie dank ich dir! 6. Du hast uns durch dein leis den Vergebung, beßrungskraft, Hier trost und muth, dort freus den, Die ewig sind, verschafft. O gieb an dieser gnade Auch meinem glauben theil, Und auf des lebens pfade mir muth, kraft, troftu.heil. Mel. Herzlich thut mich zc. voll blut und 8. Und 1052.Dwunden, für uns den, Ach! Herr, verlaß mich nicht. In meinen todesleiden Sey du mein troft und licht; Und wenn am allerbängsten Mir um mein hert wird seyn, Dann reiß mich aus den ångsten Kraft deiner angst und pein. 2. Wie viel hast du erduldet, Erhabner Menschensohn, Als du, der nichts verschuldet, Empfingst der fünder lohn! Da folgte schmer; auf schmerze; Da trafdich schmach auf schmach; Da lag auf deinem berzen Augst, die das her; dirbrach. * 7. Aus tiefgerührtem herzen Sag ich nun lebenslang Für deis ne todesschmerzen, Mein treuster Freund, dir dank. Ach hilf, daß ich mich halte zu dir mit gleicher treu, Und, bis ich einst erkalte, Gauz, ganz der deine sey. 9. Dann, Jesu, laß mein hof: fen In schauen übergehn. Im geifte laß mich offen, Herr, deinen himmel sehn; Im geiste mit entzücken und heil ger sehnsucht voll, Nach die, Bollender, blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. * B Mel. 18 Unhang. Mel.O ewigkeit, du donnerwortzc.| heilst du mich. Wie tief erniedrigs test du dich! Tief bis zum tod schwere am der sclaven schmach empfingst, Du als ein fluch am holze hingst. meiner statt getragen haft; Für mich den tod erlitten! Wie soll ich dir gnug dankbar seyn, Daß du durch leiden, tod und pein Das leben mir erstritten? Herr, dessen eigenthum ich bin, Nimm ganz zu deinem dienst mich hin. * 7. Bloß auf das meine dürft ich sehn, Und, statt dem nächsten beyzustehn, Jhm meinen dienst versagen; Da du, Herr, selbst zu dienen kamst, Die schwersten 2. Troft hab ich ja allein durch burden auf dich nahmst, um sie dich. So stärket auch dein leiden für uns zu tragen? Wie du, dien' mich zu meinen schwersten pflich- ich, von trägheit fern, In müh ten. Ich schaue, Herr, auf mei und schweiß dem nachsten gern. ner bahn Stets glaubensvoll dein vorbild an, Den gang darnach zu richten. Mich schreckt kein noch so steiler pfad, Da ihn dein fuß vor mir betrat. 1053.Derb der frafen 8. Du, Jesu, selbst bifts, der mich stärkt, Daß nicht mein herz sich unvermerkt Von deinem pfad entferne. Da ich dir ganz mich schuldig bin, Hilf, daß von dir ich edeln sinn und selbstverleng nung lerne; Denn für das heil, das du gewährst, Ist dieß der dank, den du begehrst. 3. Nichts ist, was mich gefes felt hält. Du haft den himmel, Herr der welt, Für mich hintan gesezet. Was auch mein herz liebt, opferts doch Dir gern auf, weil es nichts so hoch, Als deine liebe, schäget. Dwie so viel hab' Mel. Herzlich lieb hab ich dich, ic. ich in ihr! Du dankst mir nichts, 1054.11m gnade für die alles dir. jesus blutig und entstellt, Da 4. Wer nur nach sinnenluft besünder ihn verspotten. Durch alle gehrt, Der ist, o Jefu, dein nicht glieder tobet schmerz; Doch rührt werth, Ist fleischlich, ist verblen- fein liebevolles herz Das heil so det. Leg leiden auf; ich bin bewilder rotten. Von ihnen, die reit. Du, Stifter unsrer feligkeit, voll grimms ihn schmähn, Kehrt Bist auch durch sie vollendet. Dir, fich sein fanfter blick auf den, Den der mir diese bahn erst brach, ihre wuth in ihm entehrt, Und, Trag' ich das kreuz nun willig daß es erd' und himmel hört, nach. Ruft er: vergieb! Führ, Vater, nicht Sie ins gericht! Was sie igt thun, verstehn sie nicht. 5.mich schreckt nicht roher spot ter hohn. Du auch ließst in der dornenkron' Gelaffen dich verspotten. Sollt' alle welt auch wider dich und wider deine lehre sich Ein weltsinn schet des frevlers spott! Er ehrt mich; er ist ruhm bey gott. 2. Erstaunt bewundr' ich solche huld, Die mit so göttlicher ges duld Go bittrem haß begegnet; Aus haß zusammenrotten;| Ach! nicht nur mit geduld ihn. trägt; Sum wärmsten mitleid auch bewegt; Die mörder gar noch segnet. Herr, dieß dein segnendes gebet hat uns auch ewigs heil erfleht. Auch uns sagt es, zu unsrer ruh, Erbarmen und vergebung ju. Herr, sey ges lobt! 6. Auch hab ich auf mein herz stets acht, Daß es nicht stolz nach eitler pracht, Nach rühm und boheit, geize. Von allem ftolze Unhang. lobt! Durch deinen tod, Den theuern tod, Ist uns versöhnt gott, unser gott. 3. Daß die, die schuld auf schuld gehäuft, nicht gottes straf alsbald ergreift, Wie sie's ver dienet hätten; Daß gott deß, der doch sein vergißt, So gnädig denket, und ihm frist Gewährt, sich noch zu retten; Daß ich auch freudig fagen kann: Auch mich, mich fünder, nimmt gott an; Wer hat, mein Heiland, dieß geschafft, Als du durch deiner fürsprach' kraft, O Jesu Christ! Mein Herr undGott! Mein Herr und Gott! Vertritt du mich bis an den tod. 19 skus sprach, Als er am kreuze sich nun nah Dem ausgang seiner leiden fah. Es ist vollbracht. 2. Es ist vollbracht; ganz ist erfüllt Die schrift, und alles nun enthüllt: Vollführet des allweis sen rath; Geschehn die große got: testhat. Es ist vollbracht. 3. Es ist vollbracht; vollkoms men ist Das opfer, dessen blut hier fließt. Das, was sein sohn that, sieht gott an, Als hätt' es ich, ich selbst, gethan. Es ist vollbracht. 4. Es ist vollbracht; ich bin ers löst, Weiß nun, daß gott mich nicht verstößt. Der christi tod mit ehre krönt, Bezeugt, ich sen durch ihn versöhnt. Es ist volle bracht. 5. Es ist vollbracht; der zugang steht Zu gott mir offen im gebet. Ich darf mit kindlichem vertraun In noth auf seine hülfe baun. Es ist vollbracht. * 4. Hilf, Herr, daß ich dir ähnlich sey, Gleich dir, beleidi gern verzeih Mit sanfter froher feele. Hilf, daß ich, ohne rach begier, Gott meine fache, gott, gleich dir, Der feinde heil befeble; Und wenn mein herz, vom jorn emport, Durch stolz und ei: gennuß bethört, Der rachsucht 6. Es ist vollbracht; in heitrer glut nicht dampfen kann; Dann, ruh Wall' ich nun meinem grabe dann erinnre du mich dran, Ozu. Er, der dem tod die macht Jefu Chrift! Wie du gefleht, Und hier nimmt, Hat dort sein les dein gebet Selbst deinen mör- ben mir bestimmt. Es ist volls dern gnad' erfleht. bracht. 5. Wenn du selbst feinde so ver trittst; So bin ich deß gewiß, du bittft Stets kräftig für die dei nen. Sink ich, so nimm dich meiner an; und, sollt' ich fallen, laß mich dann um troft nicht fruchtlos weinen; Und schreckt des todes grauen mich; Sey du Ostergesänge. nur mir nicht fürchterlich! Du, Mel. Nun jauchz' dem herren ze. meine Zuversicht in noth! Dann hab ich troft und much im tod. 1056, Erinure dich, mein geift, erfreut Herr Jesu Chrift! Wie selig ist; Wie feliz ist, Der mensch, daß du sein heiland bist! 7. Es ist vollbracht! ach nie vers giß, Mein geift, dieß wort! es ist gewiß. Und folg im glauben christo nach: So sprichst du einst, wie christus sprach: Es ist volls bracht. hohen tags der herrlichkeit! Halt' im gedächtniß jesum chrift, Der von dem tod' erstanden ist. Mel. Erschienen ist der herrlich ze. 2. Fühl' alle dankbarkeit für ihn, Als ob er heute dir erschien: 1055.Es ist vollbracht! oft Als ſpräch' er: Friede ſen mit denk ihm dir! So freue geift! Mein geißt! dem wort, das chriin mir. * 32 20 Anhang. 3. Schau über dich, und bet'] ist es werth. So lange deine ihn an. Er mißt den sternen wallfahrt währt, Halt im ges ihre bahn. Er lebt und herrscht, dächtniß iesum chrift, Der von mit gott vereint; und er, dein dem tod erstanden ist. herrscher, ist dein freund. 4. Macht, ruhm und hoheit immerdar Dem, der da ist, und ber da war! Sein name fen ge benedeyt Von nun an bis in ewigkeit! 5. O glaube, der das herg er höht! Was ist der erde majestät, Wenn sie mein geist mit der vergleicht, Die ich durch gottes sohn erreicht? 6. Vor seinem thron, in seinem reich, Unsterblich, heilig, engeln Bleich, und ewig, ewig selig seyn: Herr, welche herrlichkeit ist mein! 7. Mein herz erliegt froh un ter ihr; Lieb und verwundrung kampft in mir. Dich, Gott, bet' ich voll ehrfurcht an, Der mehr fchenkt, als ich faffen kann. 8. Du, der du in den himmeln thronft, Ich soll da wohnen, wo du wohnst; Und du erfüllst einst mein vertraun, Dort deine herr. lichkeit zu schaun. 4. Sein werk wars, uns die 9. Ich soll, wenn du, des lebens neue bahn Zum himmel zu be fürst, In herrlichkeit erscheinen reiten. Sein opfer gilt; dankt! wirft, Erweckt aus meinem grabe betet an! Es gilt auf alle zei gehn; Verklärt zu deiner rechten. Denn gott hat ihn, da er, ten stehn. mit sieg Gekrönt, aus seinem gra bestieg, Als seinen sohn verkläret. 5. Mein herz frohlockt, Erstandner, dir, Der du nun ewig les beft. Ich weiß, du lebst, daß du auch mir Das ew'ge leben gebeft; Weiß, daß du mein versöhner sepst; Weiß, daß du kräfte mir verleibst, Mit freuden gott zu dienen. 10. Mit engeln sing ich dann dein lob, Das ich hier stammelnd nur erhob. mit allen frommen aller zeit Freu ich mich dein in ewigkeit. * 11. Zu welchem glück, zu wel: chem rühm, Erhebet uns das chrifienthum! Mit dir gekreu sigt Gottes Sohn, Sind wir auch auferstanden schon. Mel. Allein Gott in der höh sey ic. 1057. ruhm dem beis ringt und land dar! Auf! singt ihm jubel, lieder! Er, der für uns getödtet war, Heil uns! er lebet wieder. Inden er starb, hat er gesiegt. Er stand vom tod auf, und nun liegt Der tod zu seinen füßen. 2. Wo ist, da ihn sein gott er höht, Der unsern troft uns raube? Nein! ewig unerschüttert steht Durch ihn des christen glaube. Troß dem, was sich dagegen legt! Die hohe gotteslehre trägt Der wahrheit festes siegel. 3. Wo wollt ich, fünder, wär' er nicht Erstanden, ruhe finden? Ich hätte weder troft noch licht, und blieb' in meinen fünden. Doch seines opfers hoher werth ft feyerlich von gott bewährt. Er hat ihn auferwecket. 12 Nie komm es mir aus mei nem sinn, Was ich, mein Heil, dir schuldig bin; Damit ich, stets in liebe tren, zu deinem bilde mich erneu. 13. Auf denn, mein geift! er 6. Mein Herr und Gott! hilf mir dazu! Hilf, daß ich, fren von fünde, Im frieden gottes feste rub Für meine feele finde. Herr, pflanze deinen sinn in mich, und lebe selbst in mir, daß ich Stets deiner würdig wandle. 7. Anhang. 21 4. Herr, deine boten siegen, Von dir und deinem geist gelehrt. Die gößentempel liegen. Der erdkreis wird zu gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube; Bin freudens voll ein christ. Ich bet' ihn an im staube; Jhn, der mein retter ist. Ich werd' ihn ewig schauen, Wenn er auch mich erhebt. Der herr ist mein vertrauen. Er starb für mich, und lebt. 7. So darf ich nicht vor tod and grab, Wenn gott mich ruft, erschrecken. Denn herrlich kömmt du einst herab, Die todten zu erwecken. Froh werd' auch ich dann auferstehn; Froh dich, des todes fieger, sehn; Nicht deinen richt fitul fürchten. * 8. Wo du, Herr, bist, soll auch dein freund, mit herrlich keit umgeben, Auf ewig nun mit dir vereint, In deiner wonne les ben. Solch hohes erbtheil werd' ewig werd' ich Mel. Jesus meine zuversicht zc. lebt; mit ihm des mich freun, Daß du vom 1059.J auch ich. Cod tød erstanden. wo sind nun deine schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich Bon Mel. Nun lob, mein feel, den ic. den todten auferwecken. Er vers 1058 Lobfinge meine feele! Elärt mich in ſein licht. Dieß ist Bet' meine standnen, an. Lobsing' ihm und er zähle, Was dir zum heil der herr gethan. Er hat für dich gerungen. Er hat durch seine macht Des to des macht bezwungen, Erhellt des grabes nacht. Singt! singt ihm jubellieder! Sein sieg hat uns be freyt. Uns krdnet gott nun wie der Mit gnad' und seligkeit. 2. Froh führte seine sonne Den festlich hohen tag herauf. Dastand er, meine wonne, Der held, der weltversöhner, auf. Gedanke, der zu freuden Des himmels mich erhebt! Gedanke, der in leiden Mit reichem troft belebt! Des höhern lebens quelle! Mein schild in je der noth! Wo ist dein sieg, o hölle? Wo ist dein stachel, tod? 3. Der felfen grund erbebet. Die Wächter fliehn; das grab ist leer. Der todt war, sich! er lebet, Er lebt, und stirbt hinfort nicht mehr. Die schwachen jünger wan ken, Er stärkt die wankenden. Sie fehn ihn, freun fich, danken Den auferstandenen. Sie sehn empor ihn steigen, Und gehn, wie er ge bot, Mit freuden hin, und zeugen Von ihm bis in den tod. 2. Jesus lebt; ihm ist das reich Ueber alle welt gegeben. Mit ihm werd' auch ich zugleich Ewig herrs schen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht. Dieß ist meine zuversicht. 3. Jesus lebt; wer nun verzagt, Schmälert unsers gottes ehre. Gnade hat er zugesagt, Daß der fünder sich bekehre. Gott verstößt in chrifto nicht. Dies ist meine zuversicht. 4. Jesus lebt; fein heil ist mein. Sein sey auch mein ganzes leben. Reines herzens will ich seyn, Und den lüsten widerstreben. Er vers läßt mich schwachen nicht. Dieß ist meine zuversicht. 5. Jesus lebt; ich bin gewiß: Er, mein heiland, hats verheißen. eine macht der finsterniß Wird mich seiner hand entreißen. Seis ne treue wanket nicht. Dieß ist meine zuversicht. 6. Jesus Icht; nun ist der tod mir ein eingang in das leben. Welchen troft in todesnoth Wird es meiner feele geben, Wenn sie glaubig zu ihm spricht: Herr, Herr! meine Zuversicht! * 33 Mel. 22 Unhang. Mel. Hosianna, Davids sohn ze.| Wie ich auf dein wort fest glaube. 1060. froh bewundernd an. er für mich ge Dich, Erwecker aus dem staube, 7. Ewig werd' ich dann dich schaun, Den ich längst zu schaum begehret, Sicher vor des fodes graun; Aehnlich dir; wie du, verklaret; Ewig dankbar, ewig dein, Der du für mich fündenvollen Dulden, bluten, fierben wollen, Mich vom tode zu befreyn. 8. Seele, folche seligkeit Gieb nicht hin für tand der erde! Flieh den schlaf der sicherheit, Daß nicht pein, statt glücks, dir werde! Auf! wofern du weise bist, Reiß dich los von allen banden, und, mit christo auferstanden, Suche fiets, was droben ist. Mein erldser, lebt nun wieder; cebt auch mir; lebt immerdar; Nun schlägt mich kein kummer nieder. Mich schreckt nicht des todes nacht; Nicht das grauen der verwesung. Ganz vollbracht ist die erlösung. Christus ist vom tod' erwacht. 2. Er, er lebt, der sich für mich In den tod dahin gegeben! War lich! leben werd' auch ich; Ben ihm leben; ewig leben. Warlich! warlich! er, das haupt, Läßt nicht feines leibes glieder; Liebt die gläubigen, als brüder. Selig ist, wer an ihn glaubt! 3. Stets ist er mit hülf' uns nah. Wenn wir diesen trost nicht hätten; Ach! was gàb' uns ſchwa 1061. sterbe chen da Trost auf unsern betten. Nun erquickt uns christi heil. Wenn auch seel' und leib verschmachten; Christus hilft, daß| wirs nicht achten; Bleibt im tod' auch unser theil. 4. Drum getrost! dort lebet ihr, Brüder, wenn ihr hier schon sterbet; febet dort noch mehr als hier, Dort, wo ihr mit christo erbet. Selbst, was an euch stirbt, felbft dieß Stirbt nicht ewig; lebt einst wieder. Solche hoffnung,( freut euch brüder!) Bleibt in christo euch gewiß. 5. Geht nicht auf des tods ge: stalt, Die so leicht das auge schrekket. Ihm fehlt stachel und gewalt, Seit gott christum auferwecket. Stralen deiner herrlichkeit Ha: ben, großer Hirt der schafe, Uns nunmehr, zum sanften schlafe, Unfre gråber eingeweiht. * 6. Deine stimme, Herr, schallt einst In die gråber aller todten, Wenn du zum gericht erscheinst Mit den engeln, deinen boten. Mich, auch mich, erweckst du dann, Mel. Erschienen ist der herrlich sc. chriftus lebt! O troft, der unser herz erhebt! Gestärkt durch ihn, sehn wir aufs grab mit unerschrocknem aug' hinab. O süßer trost! 2. Welch neue welt voll selig: feit Erwartet uns nach dieser zeit. Da findet der verklärte christ Das heil, das unaussprechlich ist. D feligkeit! 3.Der du für unsre feelen wacht, Sie zu dir ziehst, und selig machst! Laß uns mit freudigem vertraun Jm tod' auf dich, Vollender, schaun. Das hilfft du, Herr! Auf die Zimmelfahrt Christi. mel. Komm, o Gott Schöpfer,*. 1062.Schau, großer Herr Herab vom thron der majestät, um den, auf deinen wink bereit, Die schaar der starkenhelden steht. 2. Denn als du gan; dein werk vollbracht: So schloffest du den edlen lauf, und fuhrst in göttliche hoher prachtzu deinem vater wies der auf. Anhang. 3.Schau, Herr, aus deiner heilgen höh Auf uns, die deinen, die du kennst, Daß alle welt erkenir und seh, Daß du uns deine brüder nennst. 4. Du bist in deine herrlichkeit Schon eingegangen; aber wir, Wir sind noch immerdar im streit, Und seufzen noch im elend hier. 5. Doch darum fürchten wir uns nicht, Da deine hand uns hält und schüßt. Du, unfre kraft und unser licht Bist mitte unter unsauchigt. 6. Go fegen wir denn unverzagt Und freudig unsre wallfahrt fort. Ein hoher lohn( du hasts gesagt,) Erwartet deine kämpfer dort. 23 * 6. Herr, unsre herzen traun auf dich. Dein freuct unfre seele fich. Du! Held von unserm fleisch und blut! Du, du bist unser höchstes gut. 7. Ja, aufgefahrner Jesu chr, Aufdich nurschaun undhoffen wir, Drum suchen wir, was droben ist. 10.Dair rühmen wir dichhochers Und unser herz ist schon bei dir. 8. Vollenden wir einst unfern freut. Dan zeigt derdeine feligkeit, lauf: So eil', uns machtig beizu- Daß du, erständner Jesu Christ, stehn! Nim unsre feelen zu dir auf! Erhöht zur rechten gottes bist. Laß deine herrlichkeit uns sehn! Mel. Vom himmel kam der zc. 1063.roß, Herr, ist dei 7. Was uns gebricht, ist die bekannt. Der segen ist in deiner hand. Von keinem deiner freuns de fern, Siehst du auf ihn, und hilft ihm gern. 8. Mit huld sich, bis an unser grab, Bon deinem thron auf uns berab; und zu der tugend schwes rem lauf Hilf du, Herr, unsrer schwachheit auf. 9. Gen himmel fuhrst du, als ein held. Als herr und richter aller welt Wird dich dereinst der erdkreis sehn. Da wirst du uns zu dir erhöhu. Pfingstlieder. Mel. Komm heiliger Geift, c. ne herrlichkeit! 1064ag, der erleuchtung Hoch freut sich deine christenheit, Daß du, erstandner Jesu Chrift, Erhöht zur rechten göttes bist. 2. Du fizest auch als menschen sohn, Sohn Gottes, auf der him mel thron.Und doch schämsidudich unsrer nicht; Bleibst ewig unsre zuversicht. den uns unser gott gemacht! Mit inbrunst sey von allen zungen Zu gottes ew'gem preis befungen. Die erde lag von nacht umhullt, Mit wahn und gößendienst erfüllt. Da hat den dicken finsternissen Der geift des herrn die erd' entriffen. Gott sey gelobt! Sen hochgelobt. 3. Dein ist die macht; dein ist das reich. Wer ist an majestät dir gleich? Mensch, engel, iede creatur Ist dein, Beherrscher der natur. 2. Heil uns! der uns erlöset hat, ft nach vollbrachter großer that Zum vater siegreich hinges gangen, Für uns viel gaben zu 4. Umsonst, umsonst empöret empfangen. Untrüglich ist, was er sich Das reich der holle wider dich.verheißt. Von ihm gefandt, Edit Du hafts besieget, Gottes Sohn, gottes geift Auf seine jünger, die Und unerschüttertsteht dein thron. als brüder, Ein fromm gebet vers 5. Du, unser triumphirend eint, hernieder. Gott sey gelobt! Haupt! Wie felig ist, wer an dich Sen hochgelobt! glaubt! Du bist fein licht, fein troft, sein theil, Sein farker schuß, und ewges heil. 3. Ein sturmwind brauft; das haus erbebt; Und seht! in feuerflammen schwebt Der geist des Herrn 24 Unhang. herrn herab auf jeden; Lehrt sie in fremden sprachen reden; Giebt schüchternen freymüthigkeit; Un mündigen beredsamkeit. Erstaunend sieht der Freis der erden Nun fischer seine lehrer werden. ott sey gelobt! Sen hochgelobt! 4. Jhr glaubenshelden, gott mit euch! Ihr baut dem herrn fein weites reich, und wirkt, trok alles grimms und spottes, Vor feinden große thaten gottes. Das wort vom kreuzesieget schnell, Wo nacht kraft; Noch ist der menschen leh 4. Noch ist bist du der geist der sonst herrschte, wird es hell. Errer; Jhr schuß auf ihrer pilgers kenntniß jesu dringt zu heiden, schaft; Des hollenreichs zerstörer. Und völker dienen ihm mit freude. Jn fündern wirkst du ernste reu; Gott sey gelobt! Sen hochgelobt! In glaub'gen kindessinn und treu; In frommen tugendeifer. Leidens den gewährest duTrost, geduld und feelenruh; Machst sie zum hims 5. Entfeffelt von abgötterey, Lernt nun die weifre welt aufs neu Den längst vergeßnen schö pfer kennen, Ja, ihn in christo va- mel reifer. ter nennen; und solcher segen dauert fort. Gelobt sey gott! er gab fein wort mit schaaren von evangelisten. Auf! rühme! danke! volk der christen! Lobsinge gott! Lobsinge gott! stürmt, mit schwert und martern 3. Umsonst, daß wilder eifer drauet! Das christenthum, von gott beschirmt, Wankt nicht; wächst an; gedeihet. Die jünger schreckt nicht pein noch müh. Du, Geist der stärke, stärkest sie In martern und im tode. Sie beken nen jesum frey Bleiben ihrem herrn getreu, und preisen ihn im tode. Geist DuGeist und Quell der liebe, 5. Des Vaters und des Sohnes Den jesus betenden verheißt! Ach heilge meine triebe. Gieb mir ein herz, das gläubig, treu, Und stets in liebe thätig fey: So kann ich nicht verderben. Trdst' in bangen stunden mich. Hilf im letzten kampf, daß ich mag freh und selig sterben. Mel. Ein kindelein so lsbelich zc. 1065. Croh dank ich, vater, dir, daß du uns deinen sohn gegeben; Denn der bracht' unsern seelen ruh; Erwarb uns ewigs leben. Froh dank ich mel. Jesu, deine heil'gen 2c. dir, daß du den geist, Der uns 1066. Der du unsrer hulds den weg zu jesu weist, Wie ers Treuer Gott, und deinen geift Des reich denkest, verhieß, gesendet. Er, der geist, nen die dich bitten, schenkest, Ja der wundersam Auf die boten je um ihn uns bitten heißst! Des fu kam, Hat ganz dein werk vollmuthsvoll fleh ich zu dir: Vater, endet. 2. Erfüllt mit seiner wundernen geist erneue, Und ihn dir zum send' ihn auch zu mir, Daß er meis kraft, Gehn sie, die welt zu leh: tempel weihe. ren. Der geist, der neue herzen schafft, Hilft ihnen, sie bekehren. Der gnadenlehre freudenschall, Erfüllt den erdkreis überall. Vernunft und wahrheit siegen, Blind heit, wahn und laster flicht. Wo man gottes finger sicht, Muß fa tan unterliegen. 2. Ohn' ihn fehlet meinem wis sen Licht und kraft und fruchtbare keit, Trost dem zagenden gewissen, und dem herzen frömmigkeit. Ja von gottes heile fern, Fern von jesu, meinem herrn, Blieb' ich todt in meinen sünden; Ließ nicht er mich hülfe finden. 3. Unhang. 25 3. Komm denn! komm, mich zu| Mel. Nun sich der tag geendet zc. Gottes, 1067.ich icht um ein flüch tig gut der feit, Ich fleh um deinen geist, Den mir zu meiner seligkeit, D Gott, dein wort verheißt. allein Durch die fünd' entstellte feelen Zu der gottheit bild erneun. Komm! mein herz begehrt nach dir. Schaffe du dein werk in mir! Mache mich zudeinempreifeGlaubig, frommt, zum himmel weise. 4. Lenke meines herzens triebe Von der liebe dieser welt Hin auf meines gottes liebe, Hin auf das, was ihm gefällt; Daß, da er so hoch mich liebt, Mir solch heil in chrifto giebt, Ich mein ganzes her; ihm gebe, und nur ſeinem ruhme lebe. 5. Geift des friedens und der liebe! Bilde mich nach jesu sinn, Daß ich doch noch fanftmuth übe, Wenn ich oft gereizet bin. Laß mich denken; deine frucht Sen nicht haß, nicht eifersucht, Sen nur lieb' und herzensgüte. Die, die pflanz in mein gemüthe! 2. Die weisheit, die vom hims mel stammt, O Vater, lehr' er mich; Die weisheit, die das herz entflammt Zur liebe gegen dich. 3. Dich lieben, Gott ist feligs feit; Gern thun, was dir gefällt, Wirkt edlere zufriedenheit, Als alles glück der welt. 4. Dann, dann hab ich vertraun zu dir; Dann schenket selbst dein geist Das freudige bewußtsenn mir, Daß du mir gnädig seyst. 5. Er leite mich zur wahrheit hin; Zur Tugend stärk' er mich; Beweise, wenn ich traurig bin, Auch mir als tröster sich. 6. Er schaff' in mir ein reines herz, Versiegle deine huld, Und waffne mich in jedem schmerz Mit muth und mit geduld. 6. Lehre mich, mich felbft er: kennen, Auchverborgne fehlersehnt, Sie in demüth gott bekennen, und ihn um vergebung flehnt. Doch auch mich For Mel.Warum sollt ich mich dennze. dert dieß schon ernst und müh; 1068. Werther tröfter, komm hernies Dennoch wirds durch dich mir der! Geist des Herrn, Sey nicht glücken, Stets sie mehr zu un- fern! Stärke chrifti glieder. Der terdrücken. sein wort noch nie gebrochen, Chris stus hat Trost und rath Uns in dir versprochen. 2. Schöpfer unsers neuen les bens! Fern von dir, Suchen wir Unser heil vergebens. Giebst uns du nicht licht und stärke: So gebricht Kraft und licht uns zum schwersten werke. * 7. Wenn, der vor'gen fünden wegen, Angst aufs neu mich nie derbeugt; Wenn in mir sich zwei fel regen, Wie sie wahn und stolz erzeugt; Wenn mein aug' in angsten weint, Daß Gott nicht zu hören scheint; Sey, Geist Got tes, meine stüße! Sen der schild, der mich beschüße! 8. Was ich gutes an mir habe, Hab ich nur durch dich erlangt; Und selbst das ist deine gabe, Daß mein herz nach dir verlangt. Geist des Herrn, fes durch dein wort Dein geschafft in mir stets fort, Bis es, wenn mein lauf sich endet, Mich zur feligkeit vollendet. 3. Herr, wir fallen dir zu fuße! Eins ist noth! Eins ist noth! Buße, wahre buße. Zeig uns du den gråul der fünde, Daß das herz Angst und schmerz, Neu und scham empfinde. 4.Zeig uns des versöhners wun. den. Ruf uns zu: Jhr habt ruh, Ihr habt beil gefunden. Gott hat uns 2nhang. 26 uns den sohn gegeben. Wer so liebt, So viel giebt, Giebt auch ew'ges leben. 5.Sichreweck'qus ihremschlafe. Rette doch Heute noch Die verlornen schafe! Rette du sie vom verderben, daß sie nicht Im gericht Der verstockung sterben. 6. Geist der weisheit! gieb uns allen Durch dein licht Unterricht, Wie wir gott gefallen. Lehr uns, froh zum vater treten. Sen uns nah, Und sprich ja, Wenn wir kindlich beten. * 7. Geist der kraft! hilf du uns kampfen. Gieb uns muth, Jede glut Böser luft zu dàmpfen. Laß uns auch gefahr und leiden, Angst und noth, Schmerz und tod nie von jesu scheiden. 8. Hilf uns nach dem besten ftreben! Gieb uns kraft, Tugendhaft, Jesu gleich, zu leben. Gieb, daß wir nie stille stehen. Treib uns an, Seine bahn Froh, wie er, zu gehen. 9. Sen in schwachheit unsre stüße! Steh uns bey! Mach uns tren In der drangfalshine! Und ruft gott uns nach dem leiden Nun zur ruh; Führe du uns zu seinen freuden! so stärke selbst mein herz, Daß ich, unter ren und schmerz, Mich vor gott demüthig beuge, Meinen sinn zur beßrung neige. 5. Fehlt mir kraft zu guten werken; Treibe zum gebet mich an, Das zur tugend schwache står ken, Träge neu beseelen kann. Laß mich aber mein vertraun nie auf meine tugend baun; Nie der tha ten lohn verlangen; Was gott giebt, als gnad' empfangen. 6. Steh in allen meinen leiden Mir mit deinem trofte bey, Daß ich auch alsdann mit freuden Dei ner führung folgsam sey. Still' im sterben angst und schmer Daß noch da mein brechend herz Deines trofies Fraft empfinde, Männlich kämpf und überwinde. Mel. Jesu, deine heil'gen sc. eift Vater Mel. Alle Menschen müssen ze. der 1069.Gund vom Sohne, 1070. Fraft und liebe, Der du unser tröster bist, Und von Der du fromme herzen lenkst, Und unsers gottes thronehülfreich auf die wohlthat guter triebe Gotts uns schwache siehst! Stehe du mir geweihten feelen schenkst; Seelen mächtig ben, Daß ich gott ergeschenkst, die arges haffen, Gern von ben sey, Daß mein ganzes herz dir sich leiten lassen. Wohne, heil auf erden Mög ein tempel gottesger Geist, in mir! Sich! mein werden. her; ergeb' ich dir. 3. Hilf, daß ich, von dir getries ben, Meinem gott und vater treu, Ihn mög' über alles lieben, und mir nichts so wichtig fen, Als mich seiner huld zu freun, Und drum sünden stets zu scheun, Seis nen namen zu erhöhen, Seine wege gern zu gehen. 2. Laß auf jedem meiner wege Deine weisheit mit mir seyn, Und, daß ich nicht irren möge, Deine wahrheit micherfreun.Su chen laß mich in der welt Nichts, als was dir wohlgefällt. Lehrst du mich, was recht ist, wählen: Werd' ich nie mein heil verfehlen. 4. Stärke mich, wenn zu der fünde Mein gemüth versuchet wird, Daß sie mich nicht überwinde. Hab' ich irgend mich verirrt: 2. Mich auch laß dein licht er: füllen, zu erkennen meine pflicht. Herr, beherrsche meinen willen, und verlaß mich schwachen nicht. Gieb mir wollen und vollbringen. Laß mir auch den kampf gelingen, Wenn mein herz sich träge zeigt; Sich schon hice sur fünde neigt. 3. Anhang. 27 3. Zeige mir des mittlers wun| Wie preis ich würdig dich dafür! den, Wenn mein herz sich selbst verklagt. In der prüfung heißen stunden Stärk' es, daß es nicht verzagt. Wachen lehre mich und stehen, und hinauf zum kleinod sehen, Das gott dem zum lohne giebt, Der ihn bis ans ende liebt. nie kann mein dank dich gnug ers heben. Durch christum schenkst du weisheit mir. Kennt' ich die lehre iesu nicht: Wie wenig hätt' ich troft und licht! 2. Auf ungewiffem finfirem pfas de Würd' ich ein raub des irrs thums seyn; Ach! unbekannt mit deiner gnade, In dir den strengen Mel. O Gott des himmels und ic. richter scheun. Ich fande keinen Vom Worte Gottes. 1071.Dein wort, o Höch- trest in noth; Und schrecklich wäre ist vollkom mir der tod! men. Es lehrt uns unsre ganze pflicht; Es giebt dem fünder und dem frommen Zum leben sichern unterricht. O selig, wer es acht sam hört, Bewahrt und mit gehorsam ehrt! 2. Es leuchtet uns auf unsern wegen; Zerstreut des irrthums finsterniß; Verkündigt gnade, heil und segen, und macht uns deiner huld gewiß; Lehrt, daß du unser vater bist, Und jesus unser hei land ist. 3. Dein wort erweckt uns, dich zu lieben, Weil du so väterlich uns liebst; Erweckt uns, dein ge bot zu üben, Weil du uns so viel gutes giebst; Erweckt uns, sünden stets zu scheun, um heilig, gleich als du, zu seyn. 3. Doch diesen trüben finsters nissen Des irrthums, und der sünde macht hat jesu lehre mich entriffen. Ihr licht zerstreut des zweifels nacht, Lehrt mich, wie viel gott für mich that, und ebs net selbst den rauhften pfad. 4. Ich weiß, wozu mich gott geschaffen; Ich kenne meine ganze pflicht; Weiß, muß ich gleich im tod entschlafen: So stirbt mein ew'ger geist doch nicht. Der tha: ten lohn folgt dort ihm nach, und gott erfüllt, was er versprach. 5. Gott, laß mich dieser guten lehre Gehorchen mit stets größ rer luft, und keines zweiflers spott zerstöre Jhr troftgefühl in meiner bruft. Mein ganzes leben preife dich! Dein heil im tod' erfreue mich! 4. Gott, deine tröstungen er gözzen; Veredeln auch geist, herz und sinn. Weit höher ist ihr werth zu schäßen, Als einer ganzen welt Mel. Liebster Jesu, wir sind ze. gewinn. Wenn andrer troft uns I073.Koftlich, wie ſo köfts ganz verläßt, Steht dieser trost noch felfenfest. Mel. O Gott des himmels und zc. er du dein wort 1072 Dmir haft gegeben, deine gnadenlehre. Ach! so oft mein geist ermißt, Was ich, kennt' ich sie nicht, wäre: So entflams met der gedanke Mich zum freudenvollsten danke. 5. Laß mich dein Wort mit ehr furcht hören; Drin forschen mit bescheidenheit; Ju demuth glauben seinen lehren; Mit freuden 2. Keines menschen weisheit thun, was es gebeut: So führtslehrt, Wie wir Gott uns nahen mich deinlem himmel zu, Und hier sollen, Wenn wir, feiner strafen schon schenkts mir heitre rub. werth, Gnad' und troft erlangen wollen. Nun hat, was kein ohr gehöret, Uns dein wort vom freuz gelehret. 3. 28 Anhang. 3. Dieses theure wort zeigt mir,| uns gönnet, Uns hier den weg Wo ich heil und ruhe finde; Zeigt, zur wahrheit zeigt, Selbst unser o Jesu, mir indir Den versöhner herz zum guten neigt. Gebt un meiner fünde, Der, mir gnade zu ferm Gott die ehre! erwerben, Sich entschloß, für mich zu sterben. 2. Gott, durch dieß wort erken: nen wir: Im himmel und auf ers den Kömmt alles, alles nur von dir. Du hießeft welten werden. Der du des segens quelle bist; Deß furcht der weisheit anfang ist; Dir, dir gebühret ehre! 5. Herr, dein evangelium.Hats nicht millionen zeugen, Die, zu deines namens ruhm, Dankbar ihre knie dir beugen, Daß du dieß dein wort erfülleft; Gern die angst der herzen stillest? 3. Dieß wort entdecket uns das heil, Das du der welt gegeben. Dir, Jesu, durch den unfer theil Hier ruh ist und dort leben; De du für uns am kreuze starbst, Uno uns ein ewig heil erwarbst; Dir dir gebühret ehre! 4. Dieß wort verspricht uns * 6. Theures gnadenreiches deinen geist, Der uns zum glau wort! Wenn nun das geses mir ben leitet, Zur gottesfurcht uns drauet, Als ein schwerdt mein herz unterweist, Zum himmel uns bes durchbohrt: Wie werd' ich durch reitet. Es giebt uns freudigkeit dich erfreuet! Denn in Gott seh ins hers, Verfüßt uns einst des nun ich armer, Statt des rachers, todes schmerz, und hilft uns den erbarmer. überwinden. 4. Huldreich rufft du allen zu: Kommt! beladne múde seelen! Kommt zu mir! hier findt ihr ruh, Wenn euch angst und unruh qualen. Zaget nicht! gott will verge ben. Wer an mich glaubt, der wird leben. 7.O in welchem mildrem licht Lern ich dadurch gott erkennen; Ihn mit voller zuversicht Kindlich meinen vater nennen! Denn er hebt er nicht uns fünder Bis zur würde seiner kinder? 8. Und nun schiene mir noch laft Sein mir vorgeschriebner wille? So viel huld läßt mir* 6. Den weg der wahrbeit nicht rast, Bis ich freudig ihn erwählen wir; Wir wissen deinen fülle, Stets ihn fertiger voll willen. Gieb uns die kraft,( fie bringe, Stets nach höhrer tu- kommt von dir,) Ihn treulich zu gend ringe. erfüllen. Erhalt in deiner furcht 9. O wie köstlich ist sie mir, das hers, Daß es in freuden und Deine holde gnadenlehre! Dank in schmerz An dich sich kindlich sey, Heiland, dir dafür! Hilf, balte. daß sie mein wandel ehre, Bis dein himmel gang mich lehret, Welch ein heil sie uns gewähret. 7. Herr, wir sind dein; verlaß uns nicht! Stäărk' uns in unserm glauben! Bermehr des glaubens zuversicht! Nichts, nichts laß uns sie rauben! Getreu bist du; auch uns mach' treu, Daß uns dein wort stets wichtig sey. Gott, dir sey dank und ehre! Auf Mel. Es ist das heil uns ze. 1074.Gerührt erhebe got tes ruhm, Wer ihn, als chrift, erkennet, Daß er fein evangelium Vou jugend auf 5. Sey innigst, Gott, dafür ges preist! Du, den wir vater nennen; Von dem, was uns dein wort ver: heißt, Soll ewig uns nichts tren nen. Nicht lob der menschen, nicht ihr spott, Kein leiden, wär es auch der tod; Nichts soll von dir uns scheiden. Unhang. 29 Auf das Reformationsfest. mit ihr. Der hilft ihr; und sein Mel. Nun jauch; dem herren 2c. wort besicht, Bis einst der erds 1075. Lobingt! das licht Freis untergeht. stralt wieder hell, Das einst, in seinen siegen schnell, Vom Gebete. Durch wahrheit, die gott felbst Mel. O Gott des himmels und zc. o gelehrt, Den finstern erdkreis auf: 1076.Dein heil e chrift nicht zu verscher 2. Ach! Faum war jene nachten, Sey wach und nüchtern zum zerstreut, Alls selbst im schooß der gebet. Ein flehn aus reinem gutent christenheit Schon viele herzen herzen Hat gott, dein vater, nie menschenwahn Der wahrheit got: verschmäht. Er ist die liebe selbst; tes abgewann. er hört, Was seiner kinder herz begehrt. 3. Verdunkelt ward ihr helles licht. Viel christenlehrer sahens nicht. Aus unterricht ward glau benszwang, Der kämpfend nach der herrschaft rang. 2. Erschein vor seinem angesich te Mit dank, mit demuth, oft und gern, und prüfe dich in seinem lichte, und klage deine noth demherrn. So wird die hülfe dich erfreun, Und deine tugend recht gedeihn. 4. Und bald hatt' er sich sie erkämpft. Bald war der edle muth gedämpft, Der für der wahrheit rechte sprach, Da der verfolgung grimm ihn brach. 3. Welch glück, so hochgeehrt zu werden, und im gebet vor gott zu stehn! Der herr des himmels und 5. Lobsingt! besiegt durch got: der erden; Bedarf der eines men: tes macht Ward schnell des aber schen flehn? Ifts nicht blos deine glaubens nacht, Die auf der kir- seligkeit, Wenn er zu beten dir che jesu lag. In ihr wards pldt- gebeut? lich wieder tag. 4. Sagt gott nicht: bittet, daß 6. Du, Gott, stundst deinen ihr nehmet? Ist des gebetes frucht knechten bey. Nur du haft von nicht dein? Wer sich der pflicht zu der tyranney, Die die gewissen beten schümet, Der schämt sich, unterjocht, So herrlich zu begottes freund zu seyn, und stößt freyn vermocht. das angebotne glück undankbar selbst von sich zurück. 7. Ob auch noch ist die wahr heit nicht Die übel überall durch: bricht; Jhr licht nicht alle lander sehn; Gott hat sich seine zeit ersehnt. 5. Sein heil von dir, o Gott, begehren, Wie leicht ist sie, wie süß die pflicht! Des herzens wünsche dir erklären, Wie stårketdasdiefees le nicht! Gebet giebt muth, gebet giebt kraft Zur dämpfung jeder leidenschaft. 8. Seht gottes fonn' an! fie erhellt Nicht auf einmal die ganze welt. Wohl dem, der rein res licht genießt, Wenn ein kind des lichtes ist! 9. Bleibt, wenn sich mancher irrthum regt, An gottes wahrheit unbewegt! Doch bleibt daben auch stets bereit zu frommer sanfter duldsamkeit! 10. Die tugend sey der wahr. heit sier. So sieget fie; gott ist 6. Was kann zum fleiß in guten werken Mir kråstiger den muth erhöhn? Was mehr in leidensstunden stärken, Als, Gott, zu dir mit inbrunst flehn? Ja, Bater, mei ner feele ruh Nimmt, wenn ich bete, fühlbar zu. 7. Drum laß mich nicht mein beil verscherzen! Gieb luft und Fraft 30 Unhang. Wenn deine rechte mich bedeckt? kraft mir zum gebet! Und, wenn| wohl ein übel, das mich schreckt, aus reinem frommem Herzen Mein mund zu dir um hülfe fleht: So höre mich von deinem thronDurch jefum christum, deinen sohn. 4. Ich bin ja, Herr, in deiner hand. Von dir empfing ich den verstand. Erhalt' ihn mir, Herr, fort und fort, und stärk' ihn durch dein göttlich wort. Mel. Allein Gott in der höh senze. 1077.Gott, deine gute reicht so weit, So weit die wolken gehen. Du kronst uns mit barmherzigkeit, und eilst, uns beyzustehen. Odu, zu dem der engel fleht! Vernimm, o Gott, auch mein gebet! Vernimms, und fey mir gnädig! 2. Ich bitte nicht um überfluß, Und schätze dieser erden. Laß mir, so viel ich haben muß, Nach deiner gnade werden. Gieb mir nur weisheit und verstand, Dich, gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um ehr' und ruhm Sofehr siemenschen rühren. Des guten namens eigenthum Laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer ruhm sey meinepflicht, Der ruhm vor deinem angesicht, und frommer freunde liebe. 4. So bitt' ich dich, mein Herr und Gott, Auch nicht um langes leben. Nur wolleft du mir muth in noth, Im glücke demuth geben. In deiner hand steht meine zeit. Laß du mich nur barmherzigkeit Vor dir im tode finden. 5. Laß, deines namens mich zu freun, Ihn stets vor meinen augen seyn. Laß meines glaubens mich zu freun, Ihn stets durch liebe thätig seyn. 6. Das ist mein glück, was du mich lehrst. Das sey mein glück, daß ich zuerst Nach deinem reiche tracht, und treu In allen meis nen pflichten sey. 2. Schaff du ein reines herz in mir; Ein herz, voll lieb' und furcht vor dir; Ein herz, voll demuth, preis und dank; Ein ruhig her; inein lebenlang. 3.Sey mein beschützer in gefahr. Ich barre deiner immerdar. st 7. Ich bin zu schwach aus eigner kraft Zum siege meiner leidenschaft. Du aber ziehst mit kraft mich an, Daß ich den sieg erlans gen kann. * 8. Gieb von den gütern dieser welt Mir, Herr, so viel, als dir gefällt. Gieb deinem knecht ein mäßig theil; Zu seinem fleiße glück und heil. 9. Schenkt deine hand mir über fluß: So laß mich mäßig im genuß, und, dürft'ge brüder zu erfreun, Mich einen frohen geber seyn. 10. Gieb mir gesundheit, und verleih, Daß ich sienuß' und dankbar sey, Und nie aus liebe gegen sie mich zaghaft einer pflicht entzieh. II. Erwecke mir stets einen freund, Ders treu mit meiner wohlfahrt mennt, Mit mir in dei komme vor deinner furcht sich übt, Mir rath und Mel. Herr Jesu Christ, dich zu zc. 1078.J angesicht, Ver- trost und beyspiel giebt. wirf, o Gott, mein filehen nicht. 12. Bestimmst du mir ein långVergieb mir alle meine schuld, Dures ziel, und werden meiner tage Gott der gnaden und geduld. viel: So laß du, meine Zuver sicht! Gott, laß mich auch im alter nicht. 13. Und wird sich einst mein ende nahn: So nimm dich meiner herzlich an, und sey durch ehrts ftum, deinen sohn, Mein schirm, mein schild und großer lohn. Mel. Anhang. 31 Mel.Dieß sind die heil'gen zehn ze.| de krint! Gott, Mittler! Sohn, 1079. der himmel freun, Auch unsre feele freut sich dein, Daß du, deß macht unendlich ist, Daß du, Gott, unser vater bist. Sen hochgelobt! Geist der gnaden! Erbarm dich unsrer! denn vor dir, Du Heis ligster, erscheinen wir, Mit sün. denschuld beladen. Groß aber, groß ist deine huld. Uns fünder 2. Weit über unser stammeln, trägst du mit geduld. Ach merk' weit Geht deintes namens herrlich auf unser heißes flehn! Laß gna: keit. Jhn ehre stets, von lieb' ent de noch für recht ergehn! Herr, brennt, Wer deinen großen na- unser Gott! Verbirg uns nicht men nennt; Unendlicher! Dein angesicht, und geh mit uns nicht ins gericht! 3. Verbreite deiner gnade ruhm Durch jesu evangelium! Mach unser herz ihm unterthan; So beten wir dich kindlich an, Allgütiger! 4. Der du ein milder herrscher bist; Nichts willst, als was uns heilsam ist; Dein wille, Weisefter! gescheh Auf erden, so wie in der höh. Das hilf uns, Herr! 5. Gieb du, Ernährer aller welt! Uns täglich, was den leib erhält. Doch gieb uns auch ein herz da bey, Das dankbar und genügsam sey, Und dir vertrau. 6. Erlaß, erlaß uns unsre schuld. Trag un freschwachheitmitgeduld. Wir wollen auch, von rachgier rein, Des bruders fehler gern verzeihn. Wir wollens, Herr! 7. 3u heiß sen die versuchung nicht. Uns leucht', Erbarmender! dein licht. Steh uns zum siege machtig ben. Mach uns im guten fest und treu.Gott! mach uns treu! 8. Ertsferlöf uns, unserGott, Nach deinem rath aus jeder noth. Auch wenn das Herz uns sterbend bricht, Ach! Vater, dann verlaß uns nicht. Verlaß uns nicht! 9. In deines himmels heiligthum; Auf deiner erd'erschallt dein ruhm. Gott, groß an macht und herrlichkeit! Sen hochgelobt in ewigkeit! In ewigkeit! Mel. Herzlich lieb hab ich dich ze. Gott, ott, Vater! der mit guas 1080. 2. Durch böse luft, durch wort und that Sind wir oft aus dem ebnen pfad Der tugend ausges schritten. Doch fündern willst du ia verzeihn, Die ernstlich ihre schuld bereun, Und um erbars men bitten. Der du herab vom himmel kamst, Und unsre mensch heit an dich nahmst, Sohn Got tes! der du für uns littst, Gott hört uns, wenn uns du vertrittst. Herr Jefu Chrift! Vertritt uns du! Sprich troft uns zu! So finden unfre feelen ruh. 3. Schüß uns vor irrthum und bewahr uns, chrifti gliederit, immerdar Der glaubenseintracht segen. Den wort zeig' an uns seine kraft; Bleib' uns in unsrer pilgerschaft Ein licht auf unsern wegen! Behat uns, Herr, daß feuersglut, Der theurung druck, der fluten wut, Der seuchen gift, des krieges schwert Nie unfre wohnungen verheert. Herr, un ser Gott! Hör unser flehn! Und los uns sehn, Daß wir in deiner obhut stehn! * 4. Den könig schütze deine macht! Er, der für unsre wohlfahrt wacht, Jst uns von dir ge geben. Du, der in ihm so viel uns giebt, Schenk' ihm, der väs terlich uns liebt, Das frohfie Längste leben. Gott! schutt auf ihn und auf sein haus Die besten deiner segen aus. Laß seiner råthe thur: Anhang. 32 thun gedeihn, Recht, ordnung, treu das land erfreun. Herr, unser Gott! In deiner hand f unser land. Beglück es! segne jeden stand! 5. Vernimm der leidenden ge bet! Dem, der zu dir im elend fleht, Hilf, daß er nicht erliege! Gieß troft in jedes wünde herz! Die kranken lab' in ihremschmerz! Hilf sterbenden zum siege! Doch du thust mehr, als wir verstehn; Kannst mehr gewähren, als wir flehn; Weißst besser, was uns nügt, als wir. Wir überlassen ganz uns dir! Herr, unser Gott! Durch alles leidDer prüfungszeit Führ uns zu deiner herrlichkeit. *) Abiger Gesang kann in den beiden legtern, mit einem Asteriskus bezeichneten, Versen nach der Predigt statt des sonst gewöhnlichen: Gott, va ter denk an christi tod 2. mit gebraucht werden; ganz aber an den öffentlichen Buß und Bettagen. herz und hand belebe; Des fleiß ses schußwehr friede sey. 3. Schenk ihm der jahre langste reihe, und noch im Alter munterkeit, Daß sein sich auch der enkel freue, Wie unser herz sich seiner freut. Daß er sich stets er muntert fühle; So schütt' auf ihn der segen viele, Auf ihn die besten segen aus; Und gegen je: des unglücks stürme Bedeck mit deiner allmacht schirme Sein gan zes königliches Haus. Confirmationslied, wie es die Gemeine singt. Mel. Kom heiliger Geist, Herreic. 1082.ª.Erhör, o Gott, das heiße flehn Der Finder, die hier vor dir steha! Erbarmend blick auf sie hernies der! Denn dein sind sie; sind christi glieder. Gieb ihnen, Vaz ter, Sohn, und Geist, Den fe gen, den dein wort verheißt. Ers fülle sie mit deinen gaben! Laß sie mit dir gemeinschaft haben! Erbarme dich! Erbarme dich! 1081.off Mel. Ovaterherz, o licht und ic. 2. Sie wollen, deiner sich zu ott, Herrscherüber freun Sich ist, Gott, deinem dienalle lande! Nach ste weihn, Den taufbund feyerdeiner weisheit rath sind wirVerlich erneuern, und dir mit herz knüpft im staat durch feste bande; Und obrigkeiten sind von dir. Für sie dich bitten, ist dein wille. Hör denn! aus unsers herzens fülle Flehn wir mit kindlichem vertraun. Stark' unserm könig feine kräfte zu dem schwerlasten den geschaffte, So vieler völker wohl zu baun. und mund betheuern, In ihrem glauben fest zu stehn, In ihrem thun auf dich zu sehn, Im wans del rein, und rein im herzen, Dein heil nie sorglos zu verschers zen. Gieb kraft dazu! Gieb kraft dazu! 3. Schenk ihnen muth und freu digkeit! Laß ihrer zusag' heiligs 2. Gott, laß an ihm mit jedem keit So stark, so tief ihr herz morgen Sich deine gnad' und durchdringen, Daß sie ihr wol treu erneun. Für seine väterli len treu vollbringen. Auch uns chen sorgen Sey aller herzen liebe laß ist mit herz und mund Mit sein. Laß für die wohlfahrt seis dir erneuern unsern bund, Und ner staatenStets seine ratheweis- einst,( hör unser brünstig flehen!) lich rathen, und hilf, daß jeder mit ihnen ein zum himmel ge rath gedeih; Sich stets des lan hen. Erhör uns, Gott! Erhör des flor mehr hebe; Fleiß aller uns, Gott! Wie Unhang. Wie es die Confirmanden zu singen haben. 1082.b. Erhör, Gott, und blute! das heiße flehn Von uns, die wir hier vor dir stehn! Erbarmend blick auf uns hernieder! Denn dein sind wir, find christi glieder. Gieb uns, Gott, Vater, Sohn und Geist, Den segen, den dein wort ver heißt. Erfüll' uns du mit dei nen gaben! Laß uns mit dir ges meinschaft haben. Erbarme dich! Erbarme dich! Abendmahlliedet. Mel. Ich glaub an einen Gott ze. 1083.Der für die fünder arb, fayern ein dazu htnißmahl Der wunder seineine ebe, Das auf die nachwelt blih zu Bis einst der erdkreis unt 33 fungsstand; Und doch schon hier, welch segenspfand In seinem leib pracht und is meht, und er in aller fromm cleftat, Zum jubel Wird sichtbar wieder kom Dann jenet. erwarb, ftarb. Ny 2. O herrlichs mahl, an wonne reich: Was ist der liebe Jesu gleich? Daß er uns ihm bereine, Macht er ini brod' und weine Uns theilhaft feines leißs und bluts. Wie wird die seele da voll muths! Im glauben fest gegründet; Zu heißrer lieb' entzündet. 2. Wir wollen, deiner uns zu freun, Uns ist, Gott, deinem dienste weihn, Den taufbund feyerlich erneuern, und dir mit| Mel. Herr Gott der du erforscheft herz betheuern, In unſerm glauben feſt zu ſtehn, I084. Jun Herr unserm thun auf dich zu sehn, Im wandel rein, und rein im herzen, Dein heil nie sorglos zu verscher zen. Gieb kraft dazu! Gieb kraft dazu! suche dich Mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würbge mich Des wunders deiner gnaden. Ich liege hier vor deinem thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, Mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner fünden müh. Sch suche ruh, und finde sie Im glaus ben der erlösten. 3. Schenk, Herr, uns muth und freudigkeit! Laß unsrer zu fag' heiligkeit So stark, so tief das herz durchdringen, Daß wir Das wollen treu vollbringen. Ach! 2. Dich bet' ich zuversichtlich laß ist aller herz und mund, an; Du bist das heil der fünder. Gleich uns, erneuern ihren bund. Du hast die schulden abgethan; Sie alle laß, hör unser flehen! Und wir sind gottes kinder. Ich Mit uns einst ein in himmel ge- denk an deines leidens nacht, hen. Erhör uns, Gott! Erhör| Und an dein wort: es ist voll uns, Gott! bracht. Du haft mein heil vers dienet. Du haft für mich dich dargestellt. Gott war in dir, und hat die welt In dir mit sich vers fühnet. 3. So freue dich, mein herz, in mir! Er tilget deine fünden, und läßt an seiner tafel hier Dich gnad' um gnade finden. Ich ruf, und er erhört mich schon; Spricht liebreich: fey getroft, mein sohn. Die schuld ist dir vergeben. Du bist auf meinen tod getauft, und du wirst dem, der dich erkauft, Von ganzem berzen leben. * C sichs ganz, was er er für uns aus liebe währt ist uitser prús Wir fühlen uns mit neuer kraft Gestärkt zu unsrer pilgerschaft. Wie sollten wir uns deß nicht freun! Der Herr ist unser; wir sind sein. O felige gemeinschaft! 4. 34 Anhang. 4. Dein ist das glück der selig| miterlöfte brüder! Alle feinem keit. Bewahr' es hier im glau- dienst geweiht! Alle seines leibes ben, und laß durch keine sicher glieder! Kommt versöhnte! komt! heit Dir deine Frone rauben. erneut Euren bund der seligkeit! Sieh, ich vereine mich mit dir, 2. Nehmet hin, und eßt sein Ich bin der weinstock; bleib' an brod! Jesus christus ward gege mir, So wirst du früchte brin- ben Für die fünder in den tod! gen. Ich helfe dir; ich stärke dich; Und durch die liebe gegen mich Wird dir der sieg gelingen. Nehnt und trinkt! ihr trinkt das leben! Seht, wie er die fünder liebt, Da er selbst für sie sich giebt! 5. Ja Herr, mein glück ist dein gebot. Ich will es treu erfüllen, Und bitte dich durch deinen tod Um kraft zu meinem willen. Laß mich von nun an würdig seyn, Mein ganzes herz dir, Herr, zu weihn, und deinen tod zu preiz fen. Laß mich den ernft der hei ligung Durch eine wahre besserung Mir und der welt beweisen. 3. Die mit voller zuversicht, Jesu, deines heils sich freuen. Die laß stets in diesem licht Wan deln, und sich ganz dir weihen. Laß ihr herz von stolze rein, Voll von deiner demuth seyn. 4. Die, die noch voll kümmers niß Zagen, aber stehn und wachen; Mach' in deinem heil gewiß. Herr, sie glauben; hilf den schwachen unerhört lässt du nicht flehn, Die Mel. Jesus, meine zuversicht 2c. 1085.Sohn des höchfien sebeugt von ferne stehn. wir sind hier Deis nen mittlertod zu feyern. Und mit ganzem Herzen dir Das gelübde zu erneuern, Wie du uns erkauft baft, dein, Dein bis in den tod au seyn. Freudig nahn wir uns her: zu. Wir empfahn hier heil und leben. Hier, hier stärkt dein leib, den du Selbst für uns dahin ge geben, Dein für uns vergoßnes blut Uns das Herz mit trost und muth. 5. Gott ist gnädig, und wir traun Seiner gnade nicht verges bens, Theures pfand vom künftgen schaun! Hoher vorschmack ew'gen lebens! Jniger fühlt heut der geißt, Daß gott hält, was er verheißt. 6. Jesu christi mittlertod Werd' in aller welt verkündigt; Er, der segensreiche tod, Der uns rettet, uns entfündigt; Reuige mit gott versöhnt; Gläubige mit gnade Front. 7. In das chor des himmels fchwinat, Herr, sich unser schwas Wenn, vun engeln ches lalin. einst umr ngt, wir auch vor dir Singt ein höhrer niederfallen, lobgesang Dir enn einen würd', gern dank. Free fo ties 4. Unser Herr, und unser Gott! Mel. Es ist das Waß as komen 26, 1087. des todes finsternig Mach' er noch an ihren früchtgewünsticil; Was ihn nie vom herzen raube! 3 Für deine todes mæn by Shab' ich Nur an dir hängt unser glaube. Hilf, daß weltluft oder spott Uns Cebegen. reife erand dich, o mein beil, das her; gewiß! Mel.Jefus, meine zuversicht zc. ie ihr chrifti jan 1086. Die ger jend! Theure 3. Auf! bringt chrifto preis und chr'! Betet an! er ist zuge gen: Mitten unter uns ist er; Ifts mit allen seinen fegen. Und o wie gesegnet ist, Weffen freund du, Jesu, bist! fehlt dann meinemat binden? Du Ogieb, daß meine wardst ein opfer gott für mich. ewig freuen möge! Rich Def Anhang. 35 und Leben schenkst du mir. Gott, wie dank ich würdig dir. 2. Den hohen werth von dei! Und erquickest mich im leide. Heil nem tod Laß mich ist ganz empfinden! Er tilgt den fluch, der mir gedroht. Er reinigt mich von funden. Gewissensruh und beßrungskraft, Und trost in meiner pilgerschaft; O was für theure gaben! 3. Dein mahl ist mir ein un terpfand Von deiner großen güte. Wie viel hast du an mich gewandt! Dieß stärke mein gemüthe Im gläubigen vertrautt auf dich, Daß ich, so lang ich lebe, mich An deine gnade halte. 2. Unachtsam auf feinen ruf, Hab ich oftmals gott betrübet; Shn, der mich zum glück erschuf, und mich stets so treu geliebet. Jch, mit scham geftely ichs eint, Bin nicht werth, sein kind zu seyn. 3. Und doch nimmt er huldreich mich Wieder an zu seinem kinde, Und vergißt nun väterlich Oder güt'ge! meiner fünde, Ja er thutss es bürget mir Jesu leib und blut dafür. 4. Herr, da ich ist voll reu und 4. Tag der wonne! heiligs schmerz Der fünden burde fühle: mahl! Ewig will ich dein geden: So gieb, daß mein gebeugtes herzken. Meines Jesu todesqual Soll Ist deinen troft auch fühle; Den mir trost im leiden schenken; und trost; wenn wir die schuld bereun, mein leben soll allein Seinemi Mach' uns dein blut von fünden ruhm gewidmet seyn. rein, und stärk' uns, Gott zu dienen. 5. Troft, der ju bimmelswonn entzückt! Dir wallt mein herz entgegen! Wie fühl ich mich durch segen! Wenn ich ermüde, stüße mich! Und, zag' ich, so ergieße dich In mich mit neuer stärke! * 6. Die liebe jeſu, meines herrn; wer kann sie ermessen? Stets sey von mir der undank fern, Se ihrer ju vergessen! Herr, mache du mich selbst ihr treu, Daß dir geweiht mein leben sey, und noch mein tod dich preise. 7. Ach! mir errang in schwerer qual Dein tod ein ewig leben. Mich wecke denn dein abendmahl, Mit ernst darnach zu streben; Es rüfte mich dazu mit kraft; Und, end' ich meine pilgerschaft, So stårk' es mich zum siege. Mel. Jesus meine zubersicht zc. Hert 1088. Tag, den mir der Sen gesegnet, tag der freude! Du erbelle des fummers nacht, Auch besonders bey Confirmas tionen zu gebrauchen. Mel.Schmücke dich o liebe seele ze: 1089.D dit nieders inge dir, Herr, freudenlieder. Wer, o Tilger meiner fünden, Wer kann deine lieb' ergründen? Mit wie liebevollem herzen Wolltest du die tiefsten schmerzen, Schmach und spott für meine schulden, Ja, des kreuzes tod, erdulden? 2. Meine fünden willst du deks ken, Mich zur tugend neu er wecken, Auch mir dort ein ewigs leben, Wenn ich an dich glaube, geben. Nun! so sey der bund ers neuet! Ganz sey dir mein herz geweihet! Täglich will ich mich besireben, So, wie du gelebt, zu leben. 3. Dir gelob' ich, deine glieder, Jefu Chrift, als deine brüder, Stets mit reinen frommen tries ben, Stets in ihnen dich, zu lies Meiner brüder noth und schmers sen Gern und brüderlich zu line dern, * 2 Unhang. 36 dern, Elend, wo ich kannt, zu mindern. 4. Ich gelob es dir, auch freu den Leicht zu miffen; still zu lei den; Ungeduldig nie zu klagen; Und an Gott nie zu verzagen. Herr, was du liebst, will ich lie ben; Nie mit vorfaß dich betrü bent; Was du haffeft, fliehn und haffen; Ganz von dir mich lei ten lassen. 5. Bwar ich kenne meine schwä che, Jesu, da ich dirs verspreche. Drum hilf du mir selbst, und stärke Mich zu jedem guten werke. Laß den ersten reiz zu fündent Un gefäumt mich überwinden; Mich der fünden folgen schrecken; Mich Der unschuld freuden schmecken. 6. Schaff dir noch der jünger viele, Die bis zu des laufes ziele Dir, Herr, leben, leiden, ster ben, Deine herrlichkeit zu erben. Großes abendmahl der frommen! Freudentag! wann wirst du kommen, Wo wir mit der engel chös ren Dich, Herr, fehn, und ewig ehren! sich auch mich, gebeugten fün der, Mit schonung und erbarmen an. Ich fühle reuvoll meine schuld; Den misbrauch deiner vaterhuld. 3. Wie beugt das mich! wie ist mir bange Um trost in dieser meis ner noth! Wer rettet mich vom untergange, Deit dein gesez den fündern droht? Mein ganz vers traun sez' ich auf dich. Du Freund des lebens, rette mich! 4. Es floß ja auch für meine fünden Des welterlöfers theures blut. O laß durch ihn mich gnade finden, und mache mich gerecht und gut. Sprich, mein Erbarmer, sprich zu mir: Die ganze schuld erlaß ich dir. 5. Dir, Gott, gelob' ich es aufs neue: Mein Herz soll dir gewid met seyn. Dir will ich nun mit ernst und treue Hinfort mein ganz ses leben weihn. Der sünde will ich widerstehn, Und standhaft deis ne wege gehn. ich Nach der Communion. Mel. Wie schon leuchtet der ze. 1090. Da birs wird mich ſtärken! Wer belfer Jank, Jeſu, bin werth, Daß so viel heil uns wie derfährt? Du unsrer so gedenkest? Erst bis zum tod am freuz uns liebst? Nun folch ein pfand der lieb' uns giebst? Ach! dich so ganz uns schenkeft? Heil uns! Heil uns! Wir empfinden, Rein von funden, Gottes frieden. Mehr noch ist uns dort beschieden. in versuchung fennt? Wer mir zum fleiß in guten werken Kraft und beständigkeit verleihn? Du fannst es, meine Zuversicht! O stärke mich; so wank' ich nicht. Von der Buße. Mel. Wer nur den lieben gott zc. 1091. Erbarmer deiner menschenkinder! Du, der allein begnob'gen kann 2. Wie oft hab' ich dir nicht versprochen, zu fliehn der übers tretung schmach! Und doch hab' ich so oft gebrochen, Was ich dir fenerlich versprach. Anstatt der sünde reiz zu fliehn, Ließ in ihr net ich doch mich ziehn. Mel. Herzliebster Jefu, was haft zc. 1092 Herr, bore! mit bes Flommnem schwes rem herzen Ruf' ich zu dir in mei nen sündenschmerzen. O mache, Gott, mich meines kummers les dig, Und sey mir gnädig! 2. Beschämt erkenn' und fühl' ich meine fünden. Laß, Vater, mich erbarmung bey die finden. Willst Anhang. 37 Willst du auf schuld und übertre-| fünde noch beharrt, Für die der tung schen; Wer wird bestehen? herr ein opfer ward? 3. Ben dir allein steht's, sünden 5. In demuth fall ich dir zu zu vergeben. Du willst nicht tödfüßen. Vergieb, mein Gott, mir ten; nein, wir follen leben. Uns meine schuld, Und heile mein verz soll die größe deiner liebe lehren, wundt gewissen Durch, trost aus Dich findlich ehren. deiner vaterhuld. Ich will,( Herr, dir gelob' ichs an,) Die fünden fliehn, so viel ich kann. 4. Verzeih denn mir auch alle meine fehle. Gott, deiner harret meine müde seele. Laß troft und ruh, um des versöhners willen, Mein herz erfüllen. 5. Vom abend an bis zu dem frühen morgen Hoff' ich auf dich; o! stille meine sorgen! Du schen test ja beladenen und müden Gern Deinen frieden. 6. In fteter übung guter werke Will ichs zu zeigen mich bemühn; In christo sey mit gnad'auch starke Zu jeder tugend mir verliehn; In allem thun befecte mich Dankbare liebe gegen dich. 7. Du wirst mich ungestärkt nicht laffen, Der du so gnddig mir vergiebst! Was du, Herr, haffeft, will ich hassen, und alles lieben, was du liebst. Laß, Vater, mein gewissen rein, Und heilig meinen wandel seyn. 6. Ja hoffe, feele! hoff auf gottes gnade! Noch mächt'ger ist sie, als dein tiefer schade, und cinst wird er dich ganz von allem bösen Im tod ertösen. Mel. Wer nur den lieben gott ic. 1093. Wie theuer, Gott, ift deine gute, Die alle missethat vergiebt, So bald ein reuiges gemüthe Die fün den, die es sonst geliebt, Erkennt, verdammt und ernstlich haßt, und zuversicht zum mittler faßt. mel. Jesu meines Lebens leben ze. deine O 1094. Theuer, Gott, ist wie theuer ist fle mir! Sieh, mein harrendes gemüthe Dürstet sehna fuchtsvoll nach dir. Gort, Urhes ber unsers lebens! Steiner harrt auf dich vergebens. Nur verachter deiner huld Stürzt ins elend eige 2. Doch laß mich ja nicht sicher werden, Weil du so reich an gna- ne schuld. de bist. Wie kurz ist meine zeit auf erden; Die mir von dir verlichne frift; Hilf, daß sie stets mir wichtig sen; Ich meiner beß rung ganz sie weil)! 3. Zwar, deine gnade zu verdies nen, Vermögen reu und beßrung nicht. Doch darf mein herz sich wohlerkühnen, Daß es sich deine huld verspricht, wenn es doch fünden nicht bereut, nicht ganz sich reiner tugend weiht? 4. Wie kannst du dem die schuld erlassen, Der wissentlich in fünden lebt? Darf der ein herz zu Jefu fassen, Der sein verdienst war hoch erhebt, Doch in der 2. Lehre mich, Herr, deine wege, Daß ich deinen willen thu. Ach, ich selbst bin blind und träge. Leite du mich ihnen zu. Täglich, täglich harr' ich deiner. Du, ich weiß, erbarmst dich meiner. Dei ne vatertreu, Gott, ist Ewig, wie du selber bist. 3. Ach! denk aller meiner fün den, Auch der jugendfünden nicht! Laß vor dir mich gnade finden! Geh mit mir nicht ins gericht, Sünden willst du ja verzeihen! Wenn sie ernstlich uns gereuen. Bater, sich denn auch auf mich und verzeih mir väterlich! 4. Ja, du willst des fünders le C 3 bens 38 Anhang. ben. Dir ist seine seele werth. I finden, Was deiner vorschrift wis Gnädig willst du ihm vergeben, Wenn er sich zu dir bekehrt. Mit ten auf dem fündenwege Machst du sein gewissen rege. Kehrt er um zu seiner pflicht; Wohl ihm! du verwirft ihn nicht. 5. Alle, die zu dir sich wenden, Nimmst du, Bater, gnädig an; Leitest sie mit vaterhånden Auf der tugend ebne bahn. O! wie freut sich deiner gute Ein geångfetes gemüthe, Das du seiner fündenlast Siebevoll entledigt haft! 6. Und zu was für feligkeiten Willst du in die beßre welt Je den treu hinüberleiten, Der nur dir auch treue hält. Welch ein heil! wohl allen seelen, Die zu ihrem theil dich wählen! Deinem himmel führest du, Die in chri sto dein sind, zu. 7. Nun, so darf denn ich auch Hoffen; Darf in chrifto dir mich nahn. Durch ihn steht der zu gang offen, Daß auch fünder gnad empfahn. Würd'ge mich, Die großen segen Geines tods auf mich zu legen, Daß mein herz, von angst befrent, Deines frie Dens sich erfreut. * 8. Dir will ich dieß herz ergeben. Gott! mein Gott! verlaß mich nicht. Hilf, daß ich mag beilig leben; Creu sey meiner ganzen pflicht. Keine schndde luft der fünden Soll hinfort mich über winden. Ach bestärk', ich bitte dich, In dem fromen vorsatz mich. derspricht! Oft werd ich übereilt von sünden, und billige sie selbst doch nicht. Oft weich' ich auch aus deiner bahn, Und mein', ich habe recht gethan. 3. Wer kann, wie oft er fehlet, merken? Ganz siehst nur du mich, wie ich bin. Nur du kannst mich zum guten stärken. Drum werf ich, Gott, vor dir mich hin, Und flehe; hilf mir, daß ich frey Auch von verborgnen fehlern sey. 4. Vom selbstbetrug der eigents liebe Befreye mich durch deine kraft. Erweck' und mehr' in mir die triebe Zu dem, was wahre beßrung schafft. Laß meinen fleiß gesegnet seyn, und reichlich seine frucht gedeihn. 5. Du wirst das demuthsvolle flehen Des fünders, der dich scheut und ehrt, O Gott, mein Vater, nicht verschmähen. Du bist es, der geber erhört. Mein Fels, mein Heil, ich traue dir, Was ich dich bitte, giebst du mir. Vom christlichen Glauben. mel. Allein Gott in der höh sey ic. 1096, Wir- glauben all gott, Den geber aller gaben, Von dem wir hülfe hier in noth, Dort ew'ges leben haben. Kein gott ist außer ihm; er heißt, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geift: Der ewige, der eine. 2. An Gott, den Water, glaus ben wir. Wie sein allmächt'ger wille Die welt erschuf: so giebt Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 1095. Wie felig, Gott, ift er ihr Noch fiets des guten fülle, Auch hat er, da wir ihn verkannt, uns seinen eignen sohn gesandt, mit ihm uns zu versöhnen. der gerechte! Ihn drückt nicht mehr der sünde joch. O daß ich ganz gerecht seyn möchte! Doch ach! wie wenig bin ichs noch! Wie bin ich leider! noch so weit Vom ziele der voll Fommenheit! 3. Wir glauben auch an Gottes Sohn, Der mensch ward, uns zu retten. Er starb am kreuz in schmach und hohn, Damit wir 2. Wie viel ist noch an mir zufrieden hätten; Bezwang der hölle macht; Anhang. 39 macht; erstand; Fuhr auf zu got:| gottes gnad' und christi blut; Ich tes rechter hand, und kömmt der hoff ein ewigs leben. Gott ist ein vater, der verzeiht, Hat mir einft zu richten. das recht zur seligkeit In seinem 4. Wir glauben auch an Got tes Geist, Der heilig uns versohn gegeben. bindet, und durch sein wort uns unterweist, Wie man vergebung findet. Er flößt, wenn tod und grab uns draun, Uns trost der auferstehung ein, und trost des ewgen lebens. Mel. Jefu meines Lebens leben ze. ins ist noth! ach 1097. G Herr, dies eine Prage tief dem herzen ein, Daß ich nicht zu spät beweine, Elend durch mich selbst zu seyn. Denn unsterblich ist die feele. Wenn ich hier nicht weislich wähle, Ach! verloren ist sie dann, Daß ich sie nicht retten kann. 2. Herr! welch ein unaussprechlich heil. An dir, an deiner gnade theil, Cheil an dem himmel haben; Im herzen durch den glauben rein, Dich lieben; und verfichert sepit Von deines geiftes gaben! 3. Dein wort, das wort der seligkeit, Wirkt göttliche zufrie denheit, Wenn wir es treu bewahren. Er spricht uns trost im elend, zu, Berfüsset dieses lebens tuh, und stärkt uns in gefahren. 4. Erhalte mir, Herr, fort und fort Den glauben an dein götts lich wort Um deines namens wil len. Laß ihn mein licht auf er: den seyn; Jhn täglich mehr mein berz erneun; Und mich mit troft erfüllen. 2. Wahre hoffnung ew'gen le bens; Diese, diese sey das ziel Meines eifrigstenbestrebens; Denn sie schenkt der freuden viel. Und wo kann ich die wohl finden? Wor lich nicht im dienst der fünden! Nein! mit ihr erfüllet mich, Jeſu, nur glaub' an 3. Und die segen sind unzählig, Die uns dieser glaube schafft. Er, er macht gerecht; er selig; Er auch weiß und tugendhaft. Er erleichtert jede burde. Er giebt thätigkeit, giebt würde; Giebt geduld und troft im schmerz; Giebt im tode muth ins herz. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, zc. 1099 Gelebt fest du, barms her'ger Gott! Ge lobt für unsers mittlers tod, Der uns das heil erworben. Wie haft du, Gott, auch mich geliebt! Er, der mir ew'ges leben giebt, f auch für mich gestorben. Mein ganzes herz frohlockt in mir. O, Bater ich lobsinge dir. Hilf, daß ich jeden tag aufs neu ich dei4. Solcher glaub' erfüllet keiner vaterhuld erfreu. Gott meinen, Der noch seinen fündennes heils! Sey ewig mein,:,: fröhnt. Drum hilf, Herr, daß und laß mich dir recht dankbar nach dem einen Ernstlich stets seyn. mein herz sich sehnt. Lehr mich nach dem ew'gen leben Stets be gehren, trachten, streben, Bis es einst mein geist im tvd Froh ergreift; denn eins ist noth. Mel.Kommit her zu mir, spricht ze. 2. Voll froher ehrfurcht beug' ich mich Vor dir, Sohn Gottes, der du dich Für mich dahingege ben. Nie komm es mir aus meinem sinn, Wie viel ich dir, Herr, schuldig bin. Dein tod bringt mir das leben. Durch deines du mir, festem muth Aufl welch ein heil! geschafft; Ein heil 40 Anhang. beil, das mich der straf entrückt;| Doch schau ich einft, was ich g Ein heil, das ewig mich beglückt. Herr Jesu Chrift! Wie liebst du mich!:: Hilf, daß ich ewig liebe Dich. glaubt. Wer ist, der mir mein erbtheil raubt? Es ruht in jesu handen. 3. Mit inbrunft flch ich, Herr, zu dir, Befördre du doch selbst in mir Ein glaubiges gemüthe. Wie sehnet meine seele sich! O wie, Erldser, dürftet mich Nach Deiner großen gute! Mit schmerz fühl ich, was mir gebricht. O farke meine zuversicht, Daß du auch mein erlöser feyst, Auch mich vom ew'gen tod befreyst. Herr, Dieser troft Sen fest in mir!:: So dien' ich voller freuden dir. 4. Zur weisheit und gerechtig Feit, Zur heiligung und seligkeit Bist du mir ausersehen. Auch mir zum berrlichsten gewinn Gabft du dein leben willig hin. Hör denn auch nun mein flehen. Mein Heiland, zich mich ganz zu dir. Ja durch den glauben wohn' in mir: So nimmt in mir die see: lenruh und meines herzens beß rung zu. Mein Herr und Gott! Verlaß mich nicht!:: So komm' ich einst nicht ins gericht. 5. Du öffneft deinen himmel mir. Der freuden fülle ist bey dir. Auch ich soll sie genießen. Belebe mich mit muth und kraft, So meine ganze pilgerschaft zu führen und zu schließen, Daß ich Dein fanftes toch nie scheu; Stets bis zum tode dir getreu, Mit freuden thu, was dir gefällt; Und dich auch ehre vor der welt. D Herr, mein Heil! Sen stets mit mir!;: So komm' ich einf gewiß zu dir. 2. Mein leben ist ein kurzer streit, und herrlich ist die frone. Die krone der gerechtigkeit Wird mir zum ew'gen lohne. Und wer entreißt mir die? mich schüßt, Der nun zur rechten gottes sigt; Mein heiland, mein vollender. Mel. Es ist das heil uns komen ze. 1100. Smein herz sich hält. Den troft soll nichts mir rauben. Als bürger einer beffern welt, Reb' ich war noch im glauben, Mein schuß und troft auf erden, 3. Du, Jesu, du bist mir allein und dort soll ich dir ähnlich seyn. Was kann mir größers werden? Voll muthes eil' ich unverweilt Dem ziele zu, bis ichs ereilt, und nun die kron' empfange. 4. Herr, lenke selber meinen blick vom eiteln weltgetümmel Auf dich, auf meiner feele glück, Auf ewigkeit und himmel. Die welt mit ihrer herrlichkeit Vers geht, und währt nur kurze zeit. m himmel sey mein wandel! schwert, Jft mir noch nicht ers 5. Jest, da mich dieser leib bes schienen, Was denen iene welt gewährt, Die hier gott treulich dienen. Wenn mein erldsungss tag erscheint, und nun mein auge nicht mehr weint; Dann werd ichs ganz empfinden. 6. Hier zwar ist schwachheit noch mein theil, Die hellern blicken wehret. Nur dunkel seh ich hier dies heil. Dort wird mirs ganz verklåret. Dort wird mein werth mir ganz enthüllt, Wenn ich, erwacht nach deinem bild, Dein antlig ewig schaue. 7. Zu diesem glück bin ich er kauft, Herr, durch deine leis den. Auf deinen tod bin ich ges tauft. Wer will von dir mich als dein, erkannt; Gezeichnet, weiß, an wen scheiden? Nein! ich, von dir, Herr, in deine hand; Bin schon in hoffnung selig. 8. Wie groß ist deine berre liche nhang. 41 lichkeit. Frohlocke, meine feele!| thu an mir barmherzigkeit! Sen Vom tand der weltluft unent- gnädig meiner feele! Hilf selbft weiht, Sey gottes ganz, o feele! alsbald mir wieder auf! Dein Der weltluft glänzend nichts ver wort laß hell mir scheinen, Bis geht. Nur des gerechten glück ich, nach wohlvollbrachtem lauf, besteht Durch alle ewigkeiten. Dort ewig mit den deinen Dir ohne fehltritt diene. Vom christlichen Wandel überhaupt. Mel. Es ist das heil uns komen 2c. Mel. Es woll uns Gott gnädig ze. I IO2.ein bin ich, Herr, IIOI mich, Gott, daß nie der wahn Mein schwaches herz bethöre, Als war es schon genug gethan, Wenn bir nur außre ehre Der mensch, dein unterthan, erweist. Erinnre das gewissen, Daß in der wahr beit und im geift Die dich verehren müssen, Die dir gefallen wollen. will mich Zum opfer übergeben; Rechtschaf fen, heilig, rein will ich Vor deis nen augen leben! Wie könnt' ich eines andern seyn? Bin ich nicht durch die schöpfung dein? Nicht dein durch die erlösung? 2. Jch fiel, und wandte mich von dir, Zur finsterniß vom lichte. Doch wandtest du dich, Gott, zu mir mit deinem angesichte. Ers barmen war dein angesicht, Mich von der finsterniß ins licht Zu dir zurückzubringen. 2. Die kommen nicht ins him melreich, Die Herr! zu jesu fa gen, Doch nicht mit ganzem ernft jugleich Der heiligung nachjagen. Nur die, die deinen willen thun, 3. Dein, dein ist die barmhers Läßßt du, als deine kinder, Ben zigkeit. Dich jammert selbst der dir in engem frieden ruhn, Benn fünder. Send, rufft du, wieder heuchlerische fünder Von dir vermir geweiht! Send wieder meine stoßen werden. finder! Laßt euch erneuern! wers det gut! Dort fließet der versöhnung blut, Von sünd' euch rein zu machen. 4. Dein sohn, o Gott, wird mensch, und stirbt, und leidet unfre firafen; Büßt selbst für lafter, und erwirbt Befreyung ihren sklaven. Wie dürft' ich eines andern seyn? Bin ich nicht durch die schöpfung dein? Nicht dein durch die ers lösung? 3. Drum laß mich doch vom glauben nie Ein heilig leben tren nen, Mich nicht für jesu jünger bie Bloß äußerlich bekennen. Laß meinen glauben thätig seyn, und reiche früchte bringen, Laß mich, im herzen vor dir rein, Mit eifer darnach ringen, Im guten zuzunehmen. * 4. Du kennst, o Gott, der menschen heri, und liebst, die redlich handeln. O laß in freude, wie in schmerz, Vor die mich richtig wandeln. Dein wille sey mein augenmerk. Hilf felbst mir ihn vollbringen. Durch dich muß jedes gute werk, Sollt' es auch nicht gelingen, zum segen mir gereichen. 5. Durch ihn verföhnt, und, die zum ruhm Erkauft durch seine leis den, Will niemals ich, dein eigen: thum, Bon dir mich wieder scheis den. Gekreutzigt werde mir die welt! Ertödtet, was dir nicht ges fällt! Damit ich dir nur lebe. 6. Dieß wirke deine kraft in 5. Doch wenn ich aus unwissen mir! Mir selbst fehlts am vermöbeit und übereilung fehle: Golgen, mich umzubilden, und was dir, 42 Anhang. dir, Gott, misfällt, abzulegen. Zu denken und zu handeln. Wahr Hier ist mein herz! nimm ganz es hin! Bild' es du selbst nach deinem sinn, Damit es dir gefalle! 7. So werd ich, der ich finster war, Ein licht in deinem lichte; Besteh mit deiner frommen schaar Vor dir einst im gerichte; Froh Locke dann, und preise dich, Daß deine guad' und treue mich Dem himmel zugeführet. Mel. Es ist gewißlich an der zeit se. II03. 2 lands rühmen will, Der muß auch ihm nur le ben. Ihm wohlgefallen, sey mein ziel! Ihm folgen, mein bestreben! Rein ist er selbst; so muß auch rein, Wer ihm will angehören, seyn, Und dienst der fünde flichen. 2. Denn nicht vergoß der herr fein blut, Der fünde reich zu schützen. Mir folls, wie zu getro stem muth, Zur heiligung auch nüßen. Am kreuz dein banges klaggeschrey, Versöhner, zeugt, wie schwer es sey, Der sünde schuld zu tilgen. 3. Wie darf nun, wer sich selbst nicht haßt, ihr noch zu dienen wagen? Nein! mein entschluß ist fest gefaßt; Ich will der sünd' entfagen. Und kann ichs, wenn ich nicht mit macht, Sobold die böse luft erwacht, Ihr männlich widerstehe? ists, die tugend kostet mich; Denn sie bekämpft die lufte. Doch richte selbst! was wäre sie, Wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die die sich ihrer lafter freun; Trifft die kein schmerz hienieden? Sie sind die sklaven eigner pein, und haben keinen frieden. Der fromme, der die liste dämpft, Hat oft auch seine leiden. Allein der schmerz, mit dem er kämpft, Verwandelt sich in freuden. 3. Des lasters bahn ist anfangs zwar Ein breiter weg durch auen. Allein fein fortgang wird gefahr; Sein end' ist nacht und grauen. Der tugend pfad ist aufangs steil, Laßt nichts, als müh, erblicken. Doch weiter fort führt er zum heil, Und endlich zum entzücken. 4. Nimman; gott hätt' es uns vergönnt, Nach unsrer lüfte wil len, Wenn wollust, neid, und zorn entbrennt, Sie ungestraft zu stils len; Nimm an; gott ließ den uns dank zu, Den frevel, dich zu kranken, Den menschenhaß; was wür dest du Von diesem gotte denken? 5. Gott will, wir follen glücklich seyn; Drum gab er uns geseze. Sie sind es, die das herz erfreun; Sie sind des lebens schäße. Er spricht in uns durch den verstand, und spricht durch das gewissen, Was wir, geschöpfe seiner hand, Fliehn oder wählen müssen. 4. Ich will im kampfe wider 6. Ihn fürchten, das ist weissie Durch nachsicht nichts verheit nur; und frenheit ists, sie schulden; Verwerfliche begierden nie In meiner seele dulden. Bey jesu freuz gelob' ichs an. Ich will, so viel ich immer kann, Sie Freuzigen und tödten. wählen. Ein thier folgt fesseln der natur; Der mensch dem licht der feelen. Was ist des geiftes eigents thum? Was sein beruf auferden? Die tugend ists; und was ihr ruhm? Gott ewig ähnlich werden. 7. Lern nur geschmack am wort guade Mel. Durch adams fall ist ganz ze. 1104. wie schwer es sen, Den weg des herrn zu wandeln, Und täglich seinem worte treu, Wer kräfte hat, wird durch ge den, und übe dich getreu und gern, Dein herz zu überwinden. brauch Anhang. 43 2. Olaß in seiner neigung doch Den geist nicht länger wanken. Erheb' ihn aus der sinne joch Zu himmlischen gedanken. Wenn von dem dienst der eitelkeit Mich deines geistes kraft befrent, Go wird es mir gelingen. Ich will mich bessern; Herr! ich will Dies, dies ist meiner wünsche ziel. Gieb du, Herr, das vollbringen. 3. Umsonst such ich der tugend bahn, Wenn du nicht mich bes gleitest: Nicht du von täuscheren und wahn Zur wahrheit selbst mich leitest. Doch hilf auch, daß ich, ihr getreu, Stets sie zu übent eifrig sen! Hilf es um jefu wils len! Hilf mir durch deines geiftes kraft, Die stürme wilder leidenschaft Bekämpfen, und sie stillen! 4. Mein Gott! mein Gott! ges denke nicht Der fünden meiner jugend. Wie hart schien mir oft meine pflicht! Wie rauh die bahn der tugend! Und doch trugst du mich mit geduld. Laß, Vater, laß mich diese huld zu meinem heile nüßen. Dein weg, Herr, ist mein wahres heil. Ich will ihn gehn; ist er schon steil. Du wirst mich unterstügen. 5. Ich bin ein mensch, und irre leicht, und schwach sind meine kräfte, und schwer ist, wie dem herzen deucht, Der heiligung ges schaffte. Du aber wirst mein herz erneun; Du aus der höh mir Mel. Erforsch mich, Gott erfahr zc.kraft verleihn, Vor dir gerecht dein eis 1105, genthum, Will dort einst deines namens ruhnin civigkeit erheben. brauch Von Gott noch mehr bea kommen. Wer aber nicht hat, dem wird auch Das, was er hat ge nommen. 8. Du streitest nicht durch eigne fraft. Drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, Das wollen und vollbringen. Wen gab ein vater einen stein Dem sohn, der brod begehrte? Vet' oft; gott müßte gott nicht seyn, Wenn er dich nicht erhörte. 9. Dich stärket auf der tugend pfad Das bepspiel fel'ger geifter. Jhn zeigte dir, und ihn betrat Dein gott und herr und meister. Dich müsse nie des frechen spott Auf diesem pfade hindern. Der wahre ruhm ist ruhm bey gott, Und nicht bey menschenkindern. * 10. Sep stark! tritt oft mit heiterkeit Im geift an deine bahre! Vergleiche mit der ewigkeit Den kampf so kurzer jahre.Das kleinod, bag dein glaube hält, Wird neuen muth dir geben; und kräfte der jukünft'gen welt, Die werden ihn beleben. 11. Und dann auch, chrift, bleib' unverzagt, Wenn dies nicht immer glücket; Wenn dich, so viel Dein herz auch wagt, Stets neue schwachheit drücket. Gott sieht nicht auf die that allein. Ersicht auf deinen willen. Ein göttliches verdienst ist dein. Dieß muß dein berze stillen. mein schwaches hers, Geneigt zu eitelkeiten, Läßt bald durch freude, bald durch schmerz, Sich auf den irrweg leiten. So schwankt ein rohr, vom wind bewegt; So schwankt wenn leidenschaft fich regt, Oft unstet meine seele. Jetzt fühl ich, daß entschlossenheit, Jest wieder, daß die festigkeit In dem ent schluß mir feble. Mel. Alle menschen müssen ze. 1106. Ach! wann werd ich von der fünde, Gett, mein Vater, völlig frey, Daß ich ganz sie überwinde, Ganz dir wohlgefällig sey? Dir gesteh' ichs mit beschamung; Des verderbten hange 44 Anhang. bangs bezähmung, Die die krafte] bestreben, Stets der tugend mehr ganz ihm bricht, Glücket mir noch immer nicht. zu leben; Ganz vom fündendien fte fren; Rein von aller gleißnerey. 2. In der andacht sel'gen stun 8. Lehr' auf meinen weg mich den, Wo der geift auf wahrheit merken; und, wenn sich versu hört, Hab' auch ich das glück chung naht: Ach! dann eile, mich empfunden, Das die frömmigkeit zu stärken, Eh sie mich gefället gewährt. Dann wünscht' ich auch hat. Sey mein schus! sey mein mir hienieden nichts so sehr, als begleiter! Täglich führe, Gott, innern frieden; Als ein herz, dir| mich weiter, Bis ich in der ewigganz geweiht; Als der tügend se- keit Dringe zur vollkommenheit. ligkeit. 3. Gleich war mein entschluß Vom pflichtmäßigen Verhalten gefaffet, Dir mein Leben ganz zu gegen Gott. weihn. Alles, was dein auge haf fet, Sollte mir ein abscheu seyn. Gott, du fahest mein bestreben, Mel. O Gott des himmels und ze. furcht Gottes. Diesem vorfar nachzuleben; Sun den stets zu widerstehn; Standhaft deinen weg zu gehn. 1107.Willst du der weiss nen? Es ist die furcht vor gott, 4. Aber ach! wie oft empören und weise nenuen, Thu alle deine dem herrn. Soll man dich klug Leidenschaften sich in mir; Ueberpflichten gern; Nicht, weil dein raschen mich und stören Meine her; die strafe scheut; Nein, weil freudigkeit zu dir. Des verderbdein gott sie dir gebeut. ten herzens triebe, Sinnlichkeit, ftol, eigenliebe, haben mich schon oft berückt, Mich, eh ichs gemerkt, verstrickt. pfinden, und fühle gang, wie nichts 2. Lern gottes größe recht em du bist; So wirst du nie dich un terwinden, Zu tadeln, was sein rath beschließt. Was dein verstand nicht fassen kann, Das betest du in ehrfurcht an. 5. Ach, ich schwacher! dem zur treue Feste seelenstärke fehlt, Den so oft aufricht'ge reue, Und so oft boch fruchtlos qualt! Ach! wer wird mich doch vom bösen, Das mich stets bekämpft, erlöfen? Ich elender! wer befrent Mich vom joch der sinnlichkeit? 6. Doch du trägst ja die gebre: chen Unfrer fündigen natur. Schwachheit willst du, Gott, nicht rächen; Bösen vorsatz strafft du nur. War ben meiner fehler bür de Dieß mein troft nicht; ach! ich würde Ganz erliegen, und mich Dein, Höchfies Gut, nie können freun. lich scheuest: So wird dir keine 3. Wenn du den höchsten kind. pflicht zur last. Du übft sie freu dig, und bereuest, Daß du ſie je gern zum zeugen hat, Der freut versäumet haft; Denn wer Gott sich jeder guten that. 4. Wenn fünder sich in nacht verhüllen, So scheuest du doch nicht das licht; Erfüllest freudig seinen willen; und bebst vor dei nem richter nicht; Denn schwache trägt er, und verzeiht Der tugend unvollkommenheit. 7. Stellt mir, Gott, schon hier auf erden Lebenslang die fünde reu, Vor menschen, und in ein5. Den höchsten überall verch pach; Kann ich nicht vollkommen samkeit; Auf des gewissens stime werden; Bin und bleib' ich hier hören, Selbst, wenn sie, was dich noch schwach: Du, du fanck mein Freist, verbeut; Auch das lehrt Dich Anhang. dich die furcht des herrn; Auch bas thut, wer ihn ehret, gern. 6. Die eitle welt mag dich vers achten, Daß nicht auch du ihr gleich dich stellst! Furcht gottes lehrt dich das nicht achten, Wenn du nur deinem gott gefällst. Was kümmert den, der ihm gefällt, Spott und verachtungdieser welt. 7. Sich stets vor dem allmächt: gen scheuen, Giebt heldenmüth'ge tapferkeit, Wenn macht'ger menschen stolzes drauen Dir fünden wider gott gebeut. Jft gott mein schuß, mein heil und licht; So bebt meinherz vor menschen nicht. 8. Laß, Gott, mich deine furcht regieren, In allem nur auf dich zu sehn. Sie, fie laß mich zur weisheit führen: So werd' ich nie: mals irre gehn. Wohl dem, der dich stets kindlich scheut! Dich kindlich scheun, ist seligkeit. 2. Denk ich dein; o wie erhebet Meine seele ſich in mir! Wie getröstet, wie belebet Fühl ich mich, mein Gott, vor dir! Jeder blick auf deine werke, Deine weisheit, gut und stärke; Wie entlaftet der mein her; Von bekümmerniß und schmerz! 45 4. Du erloftest vom verderben Mich durch deinen sohn, o Gott; Ließest mir zum heil ihn sterben. mir zum leben ward sein tod. nur durch ihn ward mir gegeben, Ewig dort bey dir zu leben, und in deinem anschaun dein Ewig mich, mein Gott, zu freun. Licbe gegen Gott. 7. Noch lieb ich dich unvollkome Mel. Jesu meines Lebens leben 2c.| men; Das fühlt meine fecle wohl. 1108.11rquell der vollkom- Ach! wann werd ich zu dir kome menheiten! Gott, men? Ganz dich lieben, wie ich wie liebenswerth bist du! Undo! soll? Ganz werd ich dann deinen welchen seligkeiten Führt uns dei- willen Kennen, schäßen und ers ne liebe zu! Wer dich liebt, der füllen; Stets zu neuer freud' ents wirds nicht achten, Wollt ihm zückt, Fühlen, wie mich gott auch fein her; verschmachten, Jhm beglückt. wird deine lieb' allein mehr, als erd' und himmel feyn. 3. Floffen nicht aus deiner fülle Segen mir auf segen zu? Daß ich ward, war, Gott, dein wille; Daß ich noch bin, schaffest du. Daß ich denke, daß ich wähle: Das auch dankt dir mcine seele; Dankt dir, daß fie dich erkeint, Uud dich Findlich vater mennt. 5. Sollt ich dich nicht wieder lieben, Der du mich zuerst geliebt? Ja weit mehr, als våter lieben; Unermeßlich mich geliebt? Und wo fand ich doch hienieden, Liebt ich dich nicht, wahren frieden? Wo im himmel fähigkeit zum genuß der feligkeit? 6. Heil mir dann, wenn ichs empfinde, Wie so liebenswerth dit bift: Wenn mein her; vom haß der fünde Inniglich durchdrune gen ist; Wenn ich allen deinen willen Freudig eile zu erfüllen. Heil mir! dann verwirfst du nicht Mich von deinem angesicht. Mel.Es ist gewißlich an der zeit ze. 11 schwing dich auf, 1 109+ 3 ott, o feete, und freue dich der wonne! Er, der da lenkt der sterne lauf, Den lauf der milden sonne; Er, der die ganzeschöpfunglenkt; Uns täys lich, stündlich freude schenkt; Et ist allgegenwärtig. 2. Wenn sich in stiller einsame keit Der geift zu ihm erhebet; Ganz voll von lieb' und dankbars keit, In hoher wonne schwebet; Da freut gott, o wie väterlich! Sich meines glückes, denn um mich I er stets gegenwärtig. 46 Anhang. 3. Auch, wenn sich unser schicker thoricht hinter sich. Du sollst sal trübt, Und thránen uns ents ihn nicht mehr regieren. Klüglis fließen; Wenn stets uns dickrecher nach seinem wahnt Wählt er nacht unigiebt, uns leiden ganz eine beßre bahn. Diese soll zum umschließen: Ist er bey uns mit glück ihn führen; und die bahn feiner kraft, Die tröstet, stärket, ist sündenvoll, Die zum glück ihn hülfe schafft, Jm leiden gegen führen soll. wärtig! 4. Laß doch; Gott, uns früh 4. Wenn nun mein sterbend empfinden, daß uns unser bers auge bricht; Wenn alle sinne verführt; Daß die eitle lust der schwinden, Das starre herz hier fünden uns zuletzt den tod gebiert. ferner nicht Der freundschaft Mach'uns deinen willen wichtig. troft empfinden, Nicht liebevoll Führ auf deine bahn uns hin! mehr schlagen kann, Wohl mir!| Lehr' uns jeden irrweg fliehn; du, Bater, du bist danni Bey mir Denn dein weg allein ist richtig. noch gegenwärtig.. Mach' uns unserit pflichten treu, Daß der wandel heilig sey. 5. Su gott, o feele, schwing dich auf, und freue dich der wonne! Er; der da lenkt der sterne lauf, Den lauf der milden sonne; Er, der die ganze schöpfung lenkt, Jm tod' und leben freude schenkt; Er ift allgegenwärtig: 5. So wird auch bey uns auf erden, Wie im himmel, dein ge bot Freudig ausgerichtet werden, Heiliger und großer Gott! Würde doch einst noch voit allen, Herr, dein wille gern gethan! Auf die erde schautst du dann, Omit wel: chem wohlgefallen! Denn sie wat an tugend reich; Wäre deinent himmel gleich. Gehorsam gegen Gott. Mel. Sollt ich meinen gott 2c. ut und heilig ist IIIO. Gut dein wille, Wie Du selbst es bift, o Gott; Und in ebrerbiet ger stille Hört bie schö gebot. Die im him mel die lobsingen, Stehit um deinen thron bereit; Freuen sich der seligkeit, Deinen willen zu bollbringen. Nur der mensch erFennts oft nicht Für sein glück und seine pflicht. 2. Dir gehorcht mit fanfter wonne Aller welten jahllos heer; Deine feste; deine sohne; Sturm und donner; erd' und meer. Alles dienet deinent willent; Alles, Schd; pfer, was du schufft, Eilt und drängt sich, wenn du rufft; Dein gebot schnell zu erfüllen. Nur der mensch erkennts oft nicht Für sein glück und seine pflicht. 3. Stolj empört des frevlers feele, Großer Schd pfer, wider dich. Deive göttlichen befehle Wirft Mel.Kom, o Gott schöpfer, heil zc. IIII.Gott, dein iſt mas macht und alles ist dir unterthan. Dir werde preis und ruhm gebracht! Fallt nieder, menschen! betet an! 2: Du schufft das menschliche geschlecht; Durch dich, Gott, sind wir, was wir sind. Du bist mein herr, und ich dein knecht. Du bist mein vater; ich dein kind. 3. Wie darf, wer, Vater, dich nicht ehrt, Des glücks, dein kind zu seyn, sich freuit? Nur die sind dieser ehre werth, Die ganz sich deinem dienste weihn. 4. Wie billig, wie gerecht, wie gut Ift alles, was uns gott ges beut! Wohl dem, der seinen wil len thut: Thn thui, ift freud' und feligkeit. 5. Nur das, was bsf und schäde Tich Anhang. 47 recht nenn' ich das frömmigkeit? lich ist, und uns entehrt, verbeut| laftern nicht ergebe, mit welchem uns gott. Weh dem, der seiner pflicht vergißt! Er stürzt sich selbst in schand' und noth. 6. Leicht ist die last, und sanft sein joch. Wers willig trägt, fest feinen lauf Stets freudig fort; und fällt er noch: So hilft gott selbst ihm wieder auf. 4. Wenn ich den geiz aus furcht der schande fliehe, Aus weichlich feit mich wohlzuthun bemühe, und maßig bin, bloß um gesund zu feyn; Wenn ich die rach' aus eigennuse háffe, Der ehrsucht pfad aus trägheit nur verlasse: Isis tus gend wohl? nicht bloß der tugend schein? 7. Bald heißt uns feine lieb' und huld Gehorsam seyn aus dankbarkeit; Bald warnt er uns vor neuer schuld, und über uns durch schmerz und leid. 5. Und, Gott, wie oft sind uns fre besten triebe Nicht frömmigfeit, nicht früchte deiner licbe! 8. Sein wort ermahnet, droht, Sind wirkungen bloß von natur verheißt, und hält uns tod und und zeit. Wann fühlen wir der leben vor. Üns rühret und ertugend ganze würde? Dünkt dein weckt sein geist. Und ich verschlöße gefes uns niemals schwere burde? herz und ohr? Gehorcht das herz thm stets mit freudigkeit? 9. Nein! Gott, dir sey mein herz geweiht! Gehorsam sey mein größter ruhm! Verleih mir auch beständigkeit; So bleib ich stets dein eigenthum. Demuth gegen Gott. M. Omeine feel', du sollst den 2c. 1112. tu err, lehre mich, 6. Doch, Herr, mein Gott, wenn auch zu deiner ehre Mein herz nun rein, rein meine tugend ware; Rührt das von mir? ifts nicht dein eigenthum? Wer lieg michfrüh zur tugend unterrichten? Mein wahres glück mich sehn in mich meinen? meinen pflichten? In folgsamkeit gend diene, Daß nicht mein herz des stolzes sich erkühne, Und nie vor die auf sie vermessen sey; Hert, lehre mich, wie oft ich fehle, merken. Was ist der mensch bey feinen guten werken? Wann sind fie ie ganz von gebrechen frey? 7. Wer gab mir muth, Herr, dein gebot zu lieben? Wer gab mir kraft, es freudig auszuüben? Und wer im kampf entschloffenheit und sieg? Weß ist der quell, der mich mit weisheit trånkte? Und weß der freund, der mich zum gus 2. Wie oft fehlt mir junr guten lenkte, und, fehlt' ich, mir ten selbst der wille: Wie oft, wen den fehler nicht verschwieg? ich auch dein gebot erfülle, Erfüll' ichs doch weit minder, als ich soll! Sind lieb' und furcht stets die be: wegungsgründe: Der guten that, der unterlaßnen fünde? Und ist mein herz des tugendeifers voll? 8. Du triebst mich an, daß ich das gute wählte, und riefest oft, wenn ich des wegs verfehlte, Mich wieder auf den pfad der heiligung, Bogst mich durch kreuz, durch wohl that auch, von fünden; Ließst, went 3. Gedenke nicht der fünden mei ich rief, mich wieder gnade fins ner ingend! Gedenke nicht der unden, und gabst gedeihn zu meis vollkommnen tugend Im weisern ner besserung. lauf der reifern lebenszeit! Wenn 9: Was ist der mensch, daß ich noch oft aus stolz nach tugend du, Gott, sein gedenkest, Gerech strebe, Aus menschenfurcht michtigkeit in deinem sohn ihm schens test. * 48 Unhang. feft, Der kindschaft recht, der se.| gern. Stillt, dulder, euer weinen! ligkeit gewinn? Und wenn ich nun, Gott hilft gewiß den seinen. durch deines geistes gabe, Des glaubens kraft, und alle werke, habe: Thu ich wohl mehr, als was ich schuldig bin? Mel. Mas Gott thut, das ist. 1114.Der alleweltenübers Vertrauen auf Gott. Mel. Was Gott thut, das ist zc. schaut, Denktnicht nach menschenweise. Er ist es, dem mein herz vertraut; Denn er ift der allweise. Er setzt seilt ziel Sich, III 3.2[ uf sett, und nicht wie er will, Und hat der wege viele meinen Will ich mein glück stets bauen, Und dem, der mich erschaffen hat, Mit ganzer feele trauen. Er, der die welt Allmächtig hält, Wird mich in meinen tagen Als gott und vater tragen. 2. Er sah von aller ewigkeit, Wie viel mir nützen würde, Beftimmte meine lebenszeit, Mein glück und meine burde. Was zagt mein herz? Ist auch ein schmerz, Der, ju des glaubens ehre, Nicht zu besiegen ware? 3. Gott kennet, was mein her; begehrt, und hätte, was ich bitte, Mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, Wenns seine weisheit hitte. Er forgt für mich Stets väterlich. Nicht was ich mir ersehe; Sein wille, der geschehe. 2. Ein blick deß, der uns fiets bes wacht, Herab zu uns auf erden J schon entschluß, reif überdacht, Der gleich eilt, that zu werden; und immer muß Chat, wie entschluß, Ihm wohl, ihm ganz gelingen; Auf einmal viel vollbringen. 3. Nie hat er lust an unserm schmerz Bey seinen züchtigungen. Nein; die auch hat sein vaterherz, Hat lieb' ihm abgedrungen. Er prüft und übt Die, die er liebt; Und wohlgenüßte leideit Vers wechselt er mit freuden. 4. Auch bleibt er, deß bin ich ges wiß, Getreu infeinem bunde. Mein schicksal decke finsterniß! Still wart' ich seiner stunde. Verzieht lie noch; Einst kömmt sie doch. Da werd ich den allweisenFür dent verzug auch preisen. 4. Ift nicht ein ungestörtes glück Weit schwerer oft zu tragen, Als felbst das widrige geschick, Bey des fen last wir klagen? Die größte Mel. Nun ruhen alle wälder 20. noth Hebt doch der tod; Und ch III5.2uf deine weisheit re, glück und haabe Verläßt mich doch im grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, käßt Gott es keinem fehlen. Gesundheit, ehre, glück und pracht Sind nicht das glück der feelen. Wer gottes rath Vor augen hat, Dem wird ein gut ge wissen Die trubsal auch verfüssen. 6. Was ist des Lebens herrlich keit? Wie bald ist sie verschwun den! Was ist das leiden dieser seit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den berrit! Er bilft uns gute trauen, Das, Gott, giebt troft und muth. Du führest selbst durch leiden zu wahren sichern freuden; Denn alles, was du thuft, ist gut. 2. Vor dir ist nichts verborgen. Was wollt ich ängstlich sorgen, Da du mein vater bist? Du gabst mir, Gott, das leben, und wirft mir al les geben, Was mir zur wohlfahrt néthig ist. 3. Wir streben oft nach dingett, Die, wenn wir sie erringen, Uns doch bloß bürde sind. Ein schein, der uns bethöret, und unsern koli NUK Anhang. 49 nur nähret, Macht uns für beßre| hand. güter blind. Hat er schmerz dir zuers kannt: Schicke dann dich, wohl 4. Dein wille fen der meine. su leiden. Gut ist alles, was Gott Auch wenn ich hilflos scheine, will. Dulde willig, und sey still! Soll dieß mir muth verleihn. Es 5. Will dein anschlag nichtgedeis müsse, Herr, mir armen Dein bey- hen; Mislingt alles dein bemühus stand, dein erbarmen Stets mehr, O! was glück dem menschenschien, als aller reichthum, seyn. Mußt' er oft hernach bereuen. 5. Nie laß mich zweifelnd wan- Wohlthat wars für dich vielleicht, fen, Wenn traurige gedanken Daß du nicht dein ziel erreicht. Mir deinen troft entziehn. Ich werde nie vergebens, Zu dir, Herr meines lebens, mit kindlichem vertrauen fliehn. 6. Wenn Gott nicht so reiche ses gen, Als dem nächsten, dir perlichs Müffe doch ihr Anblick nie neid in deiner brust erregen.Lernefrems den glücks dich freun! Fremdes glück wird dadurch dein. 6.Erleich tre meine leiden Durch deines geistes freuden! Durch muth und hoffnung, mir. Beugt mich die laft von schmerzen: So sprich zu meinem Herzen: Ich, bein erretter, helfe dir. 7. Wenn dir frevler angst ers wecken; Dich ihr haß verfolgt und kränkt: Gottes macht hält ihn umschränkt. Droht der tod mit seinen schrecken: Der vom tod ers retten kann, Jft dein gott; nimmt dein sich an. 7. Was sollt ich mich betrüben? Gott, denen, die dich lieben, muß alles segen seyn. Ich bin ia dein erlöfter. Sonst weiß ich keinen 8. Gey denn unbesorgt und hefs trifter; Sonst keinen schuß, alster! Im vertrauen auf sein wort dich allein. Sezze deine wallfahrt fort. Der bisher half, hilft dir weiter. Gott halt fest, was er verspricht. Ery dein gott, verläßt dich nicht. ErgebunginGottesfügungen. Mel. Alles, was mir Gott zc. III6.ohl dem, der mit stillem herzen Gott, der ihn als vater liebt, Ganz sein bestes übergiebt; Und, wenn auch die leiden schmerzen, Seinem schmerze weislich wehrt; Nicht durch gram ihn noch vermehrt. Mel. Mein herz und seel' den ze. durch den ich bin Herr, mein III7. und lebe! Gieb, daß ich mich in deinen rath ergebe. Laß stets mein her; des murreus frebel scheun. Dein wille muß auch stets der meine seyn. 2. Mensch! kein schicksal deines lebens, Sorgst du schon von jugend auf, Nimmt drum einen andern lauf. Sorge quält; sie quält ver gebens; Deine kräfte zehrt sie ab; Stürzt dich zeitiger ins grab. 2. Du, du regierft, bift weisheit, lieb und stärke, Du, Herr, erbarm dich aller deiner werke. Was zag ich denn noch einen augenblick? 3. Langst, eh du die welt betra- Du bist mein gott, und wills teft, Wog, der dir dein leben gab, nichts, als mein glück. Was dir mun begegnet, ab; Gab dir glück, eh du noch batest. Eh noch deine thrane rann, Sah er fie schon gnädig an. 3. Von ewigkeit hast du mein loos entschieden. Was du bes stimmst das dient zu meinem fries dent. Du mogst mein glück, Du wogst zugleich mein leid, und, was du schickt, ist für mich) feligkeit. * D 4. Dankbar nimm des Lebens freuden Aus des höchsten milder 50 Anhang. 4. Gefällt es dir: so müsse keine| fich nun in finftrer schwermuth plage Sich zu mir nahn; gieb mir zufriedne tage! Doch hindern sie der feelen ewigs heil: So bleibe nur dein troft, o Gott, mein theil. 5.Du giebst aus huld uns dieser erde freuden. Aus gleicher huld verbängst du unsre leiden. Lud ich sie nicht auf mich durch eigne schuld: So jag ich nicht; ich weiß, du giebst geduld. 6. Soll ich ein glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe wege führen: So wirst du doch,( denn du er hörst mein flehu,) 3u rechter zeit mir eine hülf' ersehn. * 7. Vielleicht muß ich nach we nig tagen sterben. Herr, wie du willst! soll ich den himme! erben; Und ist nur der gewiß im glauben mein: Wie sollte dann der tod mir schrecklich seyn! Geduld im Leiden. Mel. Herzliebfier Jefu, was haft ze. III8. Ein herz, 0 Gott, im leiden stets geduldig, Das bin ich dir und meinem heile schuldig. Laß diese pflicht, der wir so oft vergessen, Mich wohl er meffen! 2. Bin ich nicht staub, wie alle meine väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein übertreter? Leift ich zu viel, wenn ich die schweren tage Mit muth ertrage? 3. Wie mancher, der ein leiden mußerdulden, érduldet dann nur feiner thorheit schulden, Undnennt doch lohn, den er verdient bekommen, Ein kreu; der frommen. 4. Ist dürftigkeit, mit der die tragen ringen, Sind haß und pein, die stolz und wollust bringen, Des schwelgers schmers, des neids vermißtefreuden, Einchriftlichleiden? qualen, Prüfung der feelen? 6. Doch selbst, o Herr, in strafen unsrer fünden, Läßßt du den wegzu unferm heil uns finden, Wenn wir dadurch uns, sie forthin zu haffen, Erwecken laffen. 7. Du züchtigst uns, daß wir zu dir uns nahen, Die heiligung des geiftes zu empfahen, und mit dem trost der hulfe, die wir merken, Auch andre stärkent. 8. Jag' ich nur nach dem frieden im gewissen, Wird alles mir zum besten dienen müssen. Du, Herr, regierst; dein väterlicher wille Wirkt guts die fülle. 9. Die tribsal bringt geduld; geduld erfahrung; Erfahrung giebt dem glauben muth und nahrung.Ein solches herz sieht auch in nöthen feste; Hofft stets das beste. Mel.Her; liebster Jefu, was haft ze. bin III9. Ein pilger nur, ein den. Nicht hier, erst dort, soll ich ganz glücklich werden. Dort war ten mein, muß ich schon hier oft leiden, Des himmels freuden. 2. Wenn ich nur nicht mein elend selbst verschulde; Wenn ich als chrift, was Gott verhängt, er: dulde: So darf auch ich der hülfe der erlösten Mich sicher trösten. 3.Ich bin ein mensch, und leiden müssen kränken. Doch in der noth an seinen schöpfer denken, und ihm vertraun: stärkt in den herbsten schmerzen Der chriften herzen. 4.Schau über dich! wer trägt der himmel heere? Merk auf! wer spricht, bis hieher! zu dem mees re? Ist nicht auch er dein helfer, dein berather, Dein befter vater? 5. Willst du so viel, als der alls weise, wissen? Jetzt weißst du nicht, warum du leiden müssen. Allein, du wirst, was seine wege waren, Nach: 5.Jft derer qual, die deinen rath verachtet, Nach deinerfurcht, nach glauben nie getrachtet, wenn siel Hernach erfahren. Unhang. 51 ich dein achter jünger sey, Mich fremder wohlfahrt herzlich freu; Stets menschenfreundlichhandle. gabst du mir, Nachahmung Jesu. Mel. Herr, deine allmacht reichtze. 1120.Welch hohesbeyspiel 2. Dein leben in der niedrigs Mein heiland, durch dein leben! keit War für uns heil und segen. Sollt' ich nicht gern und mit be- Dir folgten lieb und freundliche gier Dich nachzuahmen streben? keit Auf allen deinen wegen. Der Nicht gehn den weg, den du beskranken troft, der schwachen stab; tratst? Nicht freudig thun, was Ließst du, voll demüth, dich here du, Herr, thatst? 2. Dein herz, von fünden nie entweiht, Bar rein, wie deine leh re; Dein ganzer wandel heiligkeit; Dein streben Gottes chre. Du gabst mit achtem kindessinn Dich ganz in seinen willen hin. ab zu niedrigen und armen. Elenden halfft du; und sogar Dein tod für uns am Freuze war Großmüthiges erbarmen. 3. Der kummervollen troft zu seyn, zu wehren jedemleide, Stets wohlzuthun und zu erfreun, War deine sorg' und freude; Und jedes menschen nothund schmerzDurchdrang und jammerte dein herz. 3. Auch jetzt noch auf der hims mel thron Erbarmst du dich der fünder. Auch da bleibst du, 0 GottesSohn, Ein freund der mens schenkinder. Den deinen schafft du troft und ruh, Und die verirrs ten suchest du Auf rechten weg zu leiten. Du hörst der seufzens den gebet, und braucheft deine majestät Nur, segen auszubreiten, 4.Du trugst mit sanftmuth und mit huld Die schwachheit deiner freunde. Auch fünder trugst du mit geduld, Batst selbstfürdeinefeinde, Und uns zum dienst entfagreft du Gern deiner hoheit, freud' u. ruh. 4.0 laß in meiner pilgerschaft Mich auf dein vorbild sehen! Ers fulle mich luft und kraft, Dem nächsten beyzustehen, Verlaßner füß und trost zu seyn; Mich mit den fröhlichen zu freun; Mit weinenden zu klagen. Niemüß' ich dem, der meinen rath, Der meine hülfe nöthig hat, Was er bedarf, versagen. 5. Mit nachsicht laß mich bri derlich Des nächsten fehler deks ken. Den tragen laß mit sanfts muth mich Aus seinem schlums mer weckent. Herr gieb mir deie nen edeln sinn, So oft ich auch beleidigt bin, Großmüthig zu vers zeihen: So wird in deiner herrs lichkeit Mich dort dereinst in ewigkeit Der liebe lohn erfreuen. 5. Solch hohes beyspiel hast du mir Zum vorbild hinterlassen, Wie du zu leben; ähnlich dir, In mei nem thun und lassen. Owohl mir, wenn ich deinem sinn In jeder tugend ähnlich bin! 6. Herr, stårke mich! gieb kraft und licht, Daß ich mein heil erken ne, Dein wahrer jünger sey, und nicht mich nur den deinen nenne, Damit ich deinem bilde treu, Nun andern auch ein beyspiel sey. Mel.Herr Gott, der du erforsch.sc. 1121.Dich ich, Freund der menschen, Jefu Chrift, Erhebet mein gemüthe, Dom pflichtmäßigen Verhals ten gegen den nächsten. Der du das höchste muster bist Von wohlthunt, lieb' und gute! Dneige selbst mein her; dazu, Doß ich gesinnet sen, wie du; Nächstenliebe. Mel.Herr, deine allmacht reichtze. ich liebe Gott, Wie du gewandelt, wandles Daß II 22.So iemand ſpricht * 22 Und 52 Unhang. Und haßt doch seine brüder; Der| fen; Auch macht chrifti lsfegeld treibt mit gottes wahrheit spott; uns zu eines heils genoffen; und Tritt fein gesen darnieder. Gott uns alle drücket hie Liner wall ist die lieb', und will, daß ich fahrt last und müh. Dennächsten liebe, gleich als mich. 3. Eine sterbliche natur Kürzt uns allen unser Leben. Uns hat eine hoffnung nur Gott in seinem sohn gegeben; eines himmels seligkeit Steht uns allen dort bereit. 2. Uns alle schuf ein gott und herr zu bürgern einer erde, Daß auf ihr jeder glücklicher Durch andrer liebe werde; Und ich, um dieser mich zu freun, Muß auch sur liebe thätig seyn. 3. Ein heil giebt allen troft und muth, und die, die sollt' ich haf fent, Die gott durch seines soh nes blut, Gleich mir, erkaufen Laffen? Daß gott mich fünder ihm verfühnt, Hab ich dieß mehr, als sie, verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel schuld, Du, Herr von mei nen tagen! Und ich, ich sollte nicht geduld mit meinen brüdern tragen? Dem nicht verzeihn, dem du vergiebst? Nicht lieben, den du, Vater, liebfi?" 5. Was ich den menschen hier gethan, Dem kleinsten auch von diesen, Das siehst du, mein Erldfer, an, Als hätt' ichs dir erwie fen. Und ich, ich sollt ein mensch noch seyn, und dich im bruder nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges gericht Wird über den ergehen, Der nicht barmherzig ist, der nicht Die rettet, die ihn flehen. Drum gieb mir, Gott, durch deinen geift Ein herz, das dich durch Liebe preift. Mel. Jefus, meine zuversicht zc. I 123.2llen menschen, und auch mir hat der schöpfer vorgeschrieben: Euern nächsten sollet ihr, Als euch selbst, von Herzen lieben. Bey ihm gilt, fo fagt sein wort, Menschenhaß, als brudermord. 2. Wir, die burger einer welt, Sind aus einem blut entspróf 4. Und wir sollten uns ent: zweyn? Lieblos uns einander haffen? Uns zu unsrer- eignen pein Stolz und neid beherrschen laffen? Wer der menschheit pflicht vergißt, Rühme nicht ,. er sey ein chrift. 5. Laßt uns auch aus gottes hand Manchen äußern vorzug has ben; Ehre, reichthum, bohenstand, Leibeskräfte, geistesgaben; Alles dieß befrent uns nicht Von der menschenliebe pflicht. 6. Mein; dergaben unterschied Knüpft das große band auferden, Wo, um eignes wohl bemüht, Allen alle nüglich werden. Den, der höhern dienen muß, Nährt der höhern überfluß. 7. Nach dem dir vertrauten pfand Messen sich auch deine pflich ten. Gab gott viel in deine hand; viel hast du dann zu entrichten. Mit dem herrn hat dort derknecht Sur belohnung gleiches recht. 8. Dein erlöser sagt es dir: Wer hier der geringsten einen Mild erquickt; der thut es mir; Labt mich selber in den meinen. Mancher, den die welt verschmäht, Jst in gottes aug' erhöht. * 9. Gieb, mein heiland, mir ein herz Das von menschenliebe bren net; Theil nimmt an des bruders schmerz; Selbst den ärmsten nicht verkennet; Nie voll stolzen wahns vergißt, Daß auch er mein nachster ist. 10. Laß, du großer menschen: freund, Mich, so lang' ich leb' auf erden, Andang. erden, Allem menschenhaffe feind, Aehnlich dir an liebe werden, um der hoffnung mich zu freun, Stets von dir geliebt zu seyn. Met. O Gott, du frommerGott ze. ieb mir, o Gott, 1124. cin herz, Das alle menschen liebet; Sich ihrer wohlfahrt freut; Bey ihrer noth betrübet; Ein herz, das eigen nuß und neid und härte flicht; Sich, wie um eignes glück, um andrer glück bemüht. 2. Erblick ich dürftige: So laß mich gütig cilen, Von dem, was 9. Ach heilige du selbst Mein herz und seine triebe Durch deine du mir gabst, Gern ihnen mitzulieb' und furcht zu wahrer mens theilen; Nicht aus dem eiteln scheuliebe. Wer nicht den nächs trieb, Groß vor der welt zu seyn, sten liebt, Geht nicht zum himUnd mich verehrt zu sehn; Nein! mel ein. Laß diese wahrheit, Gott, menschen zu erfrenn. Mir stets vor augen seyn. 3. Dieß sey mein gottesdienst, Auch unbemerkt von ihnen, Müß' ich durch hülf und rath Mit freuden andern dienen. Mich treibe erst Zu wohl mildthätigkeit und Barms herzigkeit. Mel.Herr, deine allmacht reichtze. erde that att. Nein, was ich brüdern 1125.2güter hat, und thu, Das werde dir gethan. 4. Ein trunk, mit dem mein dienst Dem durstigen begegnet; Ein blick voll trost, womit mein ber: bedrängte segnet; Ein rath, durch den mein mund Im kum mer andre stärkt; Nichts bleibt, so klein es ist, Von dir, Gott, unbemerkt. 53 7. Noch höher laß bey mir Die nächstenliebe streben. Ihr ziel sep nicht allein Sein glück in diesem leben. Noch stärker müsse mich Sein ewig glück erfreun; Noch mehr fein feelenheil Mir werth, mir wichtig seyn. 8. Hilf, daß ich, wenn er wankt, Ihn mdg' im glauben stärken, Und, wenn er fallen will, Ihn marn', auf sich zu merken, Und wenn er auf den pfad Des lasters sich verliert, Nicht raste, bis ich ihn Der tugend zugeführt. 5. Freut sich ein boshaft ber; Unfrieden anzurichten; So fren das meine sich, Der brüder zwist schlichten. Aus schmähsucht Franke nie Mein mund des näch fren ruh. Verdienste rühm' er gern; Gernt, deck er fehler zu. * 6. Die rach' ist dein, o Gott! Du sprichst: ich will vergelten. Lehr mich gelassen seyn, Wenn menschen schmähn und schelten. Gieb, daß ich dem verzeih, Der mir zu schaden sucht; Den liebe, der mich haft; Den fegne, der mir aucht. dürftige sieht leiden, und macht doch hungrige nicht satt, Nicht nackende läßt kleiden; Verlegt des chriften erste pflicht, und kens net gottes liebe nicht. 2. Wer zwar dem armen gas. ben beut, Jhn hülfreich unters stüßet, Doch nur aus ehrsucht, weichlichkeit, und eigenmuß ihm nüset; Nicht aus gehorsam, nicht aus pflicht; Der liebet seinen nächsten nicht. 3. Wer harret, bis, ihn anzuz flehn, Ein dürft'ger erst erscheis net; Nicht eilt, dem frommen beyzustehn, Der im verborgnen weinet; Nicht gütig forscht, obs ihm gebricht; Der liebt auch seis nen nächsten nicht. 4. Wer für der armen heil und zucht, mit rath und that nicht wachet, Dem übel nicht zu wehren sucht, Das oft sie dürftig D8 Anhang. 54 machet; Nur forglos ihnen gas Dienstfertigkeit. ben giebt, Der bat sie wenig Mel. OGott, du frommerGott. noch geliebt. 5. 3war, allezeit vermagst du I 127.Dienstfertig foll ich nicht, So durch die that zu lie ben. Doch bist du nur geneigt, Die pflicht Getreulich auszuüben, Und wünscheft dir die kraft dazu, Und strebst nach ihr: so liebest du. mir! wenn ichs erkenne, Und nun, was ich erkannt, zu thun, vor eifer brenne; Verpflichtet mich auch schon nicht amt und eid dazu, Ohn amt und eid es doch Aus menschenliebe thu. 6. Ermattet dieser trieb in dir: So fuch', ihn zu beleben. Sprich oft: gott ist die lieb, und mir Hat er sein bild gegeben, Denk oft: Gott, was ich hab', ist dein. Sollt' ich, gleich dir, nicht milde seyn? 2. Die welt hat ja ein recht Auf meine dienst und kräfte. Ihr nüßen, fey für mich Ein seliges geschaffte. Nichts ist, was uns ferm gott An menschen mehr ges fällt; Und darum schuf er uns Bu bürgern einer welt. Mel. Mein Gott, ich bin ist zc. 3. So denkt der menschenfreund. chriften höret! Hört das heilige gebot, Das euch Der erloser lehret. Seyd barm hersig! send's, wie gott! Gebt, so wird auch euch gegeben; Se gen hier, dort ew'ges leben. Er fucht, so lang' er lebt Für andrer wohl zu leben. Er, feines hohen rufs Zum wohlthun sich bewußt, Verbreitet überall Zufriedenheit und luft. 4. Dich, Höchfter, ahmt er 2. So viel menschen; so viel| nach, um deinem bild zu gleis brüder. Ein gott ist's, der alle chen. Dem sucht er sich zu nahn; schuf. Alle sind wir chrifti glie: Kann ers schon nicht erreichen. der. Allgemein ist Gottes ruf. Er fördert andrer wohl, Und So den bösen, wie den seinen, nüßt, so viel er kann, und sicht Läßt gott feine fonne scheinen. nicht bloß für sich Die welt ges schaffen an. 3. Gleicht dem vater an er barmen! Seyd barmherzig! seyd's wie er! Gebt mit milder hand den armen! Was ihr gebt, em pfängt der herr! Helft! und eilt, auch ungesehen, Euern brüdern beyzustehen. 4. Hülfreich zu bedrängten ei len; Der verlaßnen stüße seyn; Kummer lindern; wunden bei len; Wohlthun, trösten, und er freun; und das thun aus edlem triebe; Das ist ächte nenschen Liebe. 5. Gott, wir geben's von dem deinen. Unsre hand verweigre nie Hülfe da, wo brüder weinen. Unser mitleid tröfte sie, Daß, wenn wir zu dir uns nahen, Wir auch bülf und troft empfahen. 5. Nichts, was er hat, wird er Für sich allein besitzen, Macht, reichthum, scharffian, freund Gern auch für andre núßen. Er trägt die burde mit, Die feine brüder drückt; Voll freude, wenn es ihm, Sie zu erleichtern, glückt. 6. Was ihr bedürfniß heischt. Reizt ieden seiner triebe, Auch ohne ruhm und lohn, zu werken achter liebe. Nicht stolz, nicht eigennus Wirkt seine gütigkeit. Er übt sie, und mit lust, Weil sie sein Gott gebeut. 7. Durch christum laß mich, Gott, Solch eines finnes werden, Denn das war chrifti finn; Das war sein thun auf erden. Was that Anhang. that er nicht für uns! Ihm will ich ähnlich seyn, Um sein und feines beils Einft ewig mich zu freun. 2. Nicht jeder hat, was andre haben; Und das ist güte, denn du giebst Dem diese, jenem andre gaben, Weil du uns, Bater, alle licbft; Denn alle follen glücklich feyn, und einer sich des andern freun. 55 7. Der niedrige soll ehrerbietig, Leutselig soll der hohe seyn; Der reiche niemals übermüthig; Der dürftige nie kriechendklein; Denn edel denkt, wer demuth liebt, Schlecht denkt, wer sich dem stolz ergiebt. Demuch gegen den ächsten. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. on dir * 8. Wer eitler ehre gern ent 1128. welt gerufen, behret, Und tugend auch an nies Stebn, Schöpfer, alle menschen bier Auf vielerlen verschiednen stufen Der kräfte, die du gabst, vor dir; Nie gleich einander an gefialt, An ständen, gütern und gewalt. dern gern Erkennt und schäßt und ehrt, der chret Der niedrigkeit und hoheit herrn. Wohl! wohl ihm! denn bescheidenheit Ift als ler stände herrlichkeit. 9. Sie schmückt das alter, giebt der jugend Reiz, liebenswürdigs keit und werth, Und glanz, und hoheit jeder tugend, Die eiteln schimmer gern entbehrt: Denn demuth und bescheidenheit Ift unsre wahre herrlichkeit. 10. Gieb, Herr, zu allen dei3. Beglücken und beglücket wer nen gaben Auch die, daß wir, den, Ist aller ruf, ist aller loos. von stolze rein, So alles brau Nur darum, Gott, ist der auf chen, was wir haben, Daß wir erden Gering' und arm; der reich| einander gern erfreun. Wir werund groß. Der hat mehr kraft; den alle dann zugleich An fros der mehr verstand; Denn jener hem muth einander gleich. müßt, was der erfand. 4. Wer hat mich andern vor gezogen? Wer wieder andre men fchen mir? Du, Herr, durch freye huld bewogen, Denn alles Mel.Herzliebster Jesu, was hastze. gute kommt von dir. Ich gab 1129.Herr, mein Berföhr du dir nichts zuvor, und ich Bin mich littest, Und ist zur rechten alles, was ich bin, durch dich.gottes für mich bitteft! Ach lehre mich, gleich dir, gern fanftmuth üben; Selbst feinde lieben! 5. Und ich, ich sollte nicht be scheiden; Ich sollte stolz und eitel seyn? Ich den verachten, den be neiden? Mich, weil er mehr em pfing, nicht freun, Als wär ich, bätt' ich mehr, als er, Auch besser dann; auch seliger? 6. Laß drum in meinem ganzen leben Mich meines glücks und vorzugs nicht zu andrer krån kung überheben; Verkennen nie der demuth pflicht; Nie bloß auf meinen vorzug sehn; Nie andrer gaben fol; verschmähn. Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 2. Wann hast wohl du ie haß mit baß vergolten? Wann schaltest du, so frech man dich gescholten? Du segnetest mit wohithun nicht bloß freunde; Nein, auch felbst feinde, 3. Und ich, ich dürfte mich den deinen nennen? Und doch von rachgier gegen feinde brennen? Je ihren haß mit gleichem haß vergelten? Je wieder schelten? 4. Wie kann ich, Vater, zu dem 56 Anhang. dem böchsten sagen, und groll Nie uns rächen, wenn wir leie im herzen gegen bruder tragen? Wie zu ihm flehn, mir fünden zu verzeihen, und rache schreyen? den; Nie zu dir um rache schreyn; ein, versöhnlich vor dich tre ten, Und für unsfee feinde beten. 5. Herr, dein verdienst bedeckt 4. Bater, stårk uns, deine tur deffen schulden, Der auch frommen, Eren zu bleiben die erläßt dem nächsten seine schul- fer pflicht. Wenn wir in versus den. Hilf, daß mich deines heils| chung kommen; So besiege sie nie durst nach rache Verlustig mache! uns nicht. Laß sie uns gewaffnet finden! Laß uns schnell sie übers winden! 5. Mach in unserm ganzen le ben Deinem sohn uns gleichges sinnt, Lehr uns dann noch gern vergeben, Wenn wir oft beleis digt find; Daß wir, so wie wir vergaben, Auch in ihm vergebung haben. 6. Heil uns! Gott verzeiht uns fündern; Geht nicht mit uns ins gericht; Nimmt uns auf zu seis nen kindern; Zürnet mit uns ewig nicht. Laßt uns beten! laßt uns kämpfen! Rachgier ganz in uns zu dämpfen. 6. Laß mich mit sanftmuth mei nem feind begegnen, Und, so wie du, den, der mir fluchet, seguen; Herr, mache gegen alle, die mich haffen, Mein herz ge laffent. 7. Erneu dann selbst alsbald in meinem herzen, Herr, das ge dächtniß der weit herbern schmers zen, Die du in deinen bangen leidensstunden Für mich em pfunden. 8. Retzt mich der wahn; ich muß auf rache dichten; Sonst wurd' ich selbst mein ganzes glück vernichten: Alsbald muß ich auf dich, mein vorbild, schauen; Dir, Herr, vertrauen. 9. Du selber stiegst aus marter, schand' und hohne, Nun hoch. erhöht, hinauf zu gottes throne. Du, Herr, regierst, und schüßest, die auf erden Dir ähnlich werden. Mel.Herr, deine allmacht reichte. I 131. Der du, dem fode Die dich erwürgten, batest, Zur rettung ihrer seelen sie Beym vater treu vertratesi! Wann werd ich doch dir ähnlich seyn, und meinem feinde gern verzeihn? I 2. Ich wollte hoffen, troft int tod, Gnad' im gericht zu finden? einst Mel. Mein Gott, ich bin ist zc. 1130.en, welche nicht du, Vater, nicht verzeihu, Troft los werden sie im leben; Trostlos einst im tode feyn. Sündern, welche brüder haffen, Kannst du keine schuld erlassen. Mich nicht nach meinen fünden? und hörte nicht die stimm' in mir: Wie du vergiebfi, vergiebt gott dir? 2. Wie dein Herz mit jedem fünder Väterliches mitleid hat; Wie der todesüberwinder Selbst 3. Du, stimme gottes! schalle mir Durch meine ganze ſeele: Wie du vergiebst, vergiebt gott dir. Erwäg es, und dann wähle! für seine mörder bat: So soll Der wählt den segen, wer vers auch der christ verzeihen, und sich nicht der rache freuen. giebt; und der den fluch, wer rache liebt. 3. Wir gelobens die mit freuden: Willig wollen wir verzeihn; 4. Auch mein beleidiger hat theil Am beiland aller fünder. Mit Anhang. 57 Mit blut erwarb auch ihm sein| er gebeut; und, wenn er strafet, heil Der todesüberwinder. An mildert güte Selbst der verweise mich und ihn ergeht der ruf Des bitterkeit; ind tröstet er, wenn gottes, der uns beide schuf. kummer brückt, Wie fühlt sich jedes her; erquickt! 5. O könnt ihn meine fanft muth noch Zur seligkeit bekehren! Jhn, der mich haßt, das sanfte joch Der liebe tragen lehren! Wie göttlich würd' es mich erfreun, Der retter meines feinds zu seyn! 6. Wie würd' er mir am weltgericht mit heißen thrånen Danken! Als freund und bruder, ewig nicht von meiner feite wanken! Mit mir gott preisen, dessen hand uns für die ewigkeit verband. 7. D feele! welche feligkeit, Sich selber überwinden! Guld und vergieb; denn gott verzeiht, und straft nicht deine sünden: Nicht rache, segen rufe du, Beguadigte! bem feinde zu. 5. Nicht rauh, noch hart, noch menschenfeindlich; Nein! eifrig, jeden zu erfreun, Und sanft und anmuthsvoll und freundlich Soll jeder jünger jefu seyn. Ach was ren wir's! ach glichen wir, Du Vorbild wahrer liebe, dir. 6. In allen worten und gebers den, In allen thaten laß, o Herr, uns aller menschen freude wers den; Die, Heiland, immer ähns licher: So werden wir uns ewig freun, Und gottes wahre kinder seyn. Wahrhaftigkeit und Reds lichkeit. Freundlichkeit. Mel. O Gott des himmels und ic. icht mürrisch, fin fier, ungesellig, Jf, wer ein christ zu seyn, sich freut; Ist ohne schmeicheley ge fällig; Vereinigt ernst mit freund lichkeit; Und was er sagt, und was er thut, Ift anmuthsvoll, ist wahr und gut. Mel. Ich dank dir, lieber herre sc. 1133.2tig wandelt, Der als ein wahrheitsfreund Jn wort und werken handelt; Ganz das ist, was er scheint; Nie lügen redt; nie schmeichelt; Nie dops peljüngig spricht; Nie redlichkeit bloß heuchelt; Nie treu und glau ben bricht. 2. Sein antlig, heiter, wie der morgen, Umwölkt sich; seine freud' entflieht, Wenn er beküm merniß und sorgen In seines bruders auge sieht, und siralt in neuer heiterkeit, Wenn ein getröfteter sich freut. 2. Wohl ihm, da deine gute Jhn leitet, ihn umgiebt! Ein redliches gemüthe Hast du, Herr, stets geliebt. An lignern, an verräthern, An falsch en haft bit graul; Und bey den übelthätern Ist dort dereinst ihr theil. 3. Laß falschheit denn, und lü gen, Gott ferne von mir senn. 3. Sein liebliches gespräch er- Nie laß die lippen trügen; Nie heitert Des blöden schüchtern an: sen die tugend schein. Erinnre gesicht, und jedes herz fühlt sich mein gewissen, Du hasseft heus erweitert, und cheley, Damit ich stets beslissen wenn er spricht; Der treu und wahrheit sey. lächelnder gestalt ihm im hinterhalt. freudenvoller, Denn haß in Liegt nie bey 4. Laß niemals mich verspres chen, Was ich nicht wohl bes dacht; Auch dann mein wort nie brechen, Beil mics beschwerde 4. Verlangt sein stand, daß er gebiete, nie wricht er fola, we 58 Unhang. macht. Nie reize meine seele Wit Idrer unschuld schützet; Wer aus oder leichtsinn an, Daß ich als gefälligkeit Selbst ein verleum. wahr erzähle, Was lästersucht der ist, und nichts zum besten erfann. Fehrt; Sprich! ist der wohl ein christ? 5. Gieb muth, daß ich, nicht blöde, Wenn pflicht dazu mich Dringt, Die wahrheit dennoch rede, So viel gefahr sie bringt. Gieb klugheit, daß ich wisse, Wo ich ohn' alle scheu Freymüthig reden müsse, 200 schweigen beffer sey. 4.O mensch! bedenk es wohl! Gott, der an jedem orte Bey dir zugegen ist, Hört jedes deiner worte. Er, er, der alles sieht, Wie sollt er dich nicht sehn, Wenn sich dein mund erkühnt, Die uns schuld frech zu schmähn? 5.Wenn du des frommen lachst; Die reinste tugend schändest; Dem würdigen das lob, Das ihm gebührt, entwendest: Verleum der! siehts nicht gott, Wie zügels los dann du Jhn in den feinen schmähst? Hört nicht der rächer 6. Kämpft mich zu unterdrüks ken, Durch arglift fürchterlich, Ein feind mit argen tücken und lügen wider mich: Müß' ich doch deß mich schamen, zu lügen gleich, als er, Die zuflucht ie zu nehmen, Und nicht zu dir, o Herr. 7. Ein herz voll treu und glauzu? ben, Das, Gott, dein auge 6. Er hört dir zu, und zählt scheut; Dieß soll mir niemand Die thrauen, die die seinen, Die rauben; Dieß giebt mir freudig du entehret haft, Vor ihm im keit. Fren darf ich aufwärts blik- stillen weinen. Es kommt ein tags ken, Wenn lugner alles schreckt; er kömmt, Wo gott einst vor ge: Und mich wird ruhm dort schmük- richt, Jm angesicht der welt, Auch ken, Wenn jene schande deckt. dir dein urtheil spricht. 7. Statt deines nächsten ehr' Glimpf im Urtheilen. Aus schmähsucht zu verlegen, Mel. O Gott, du frommerGott zc. Such sie, wenn du sie schon Ges Sein 1134. I sten ehr' und achter name sey Dir, als ein heiligs tung suchst zu schmälern, Selbst thum; So deinem herzen werth, von nichts lieber sprichst, Als Als selbst dein eigner ruhm. von des bruders fehlern; Aus ehrsucht oder stolz Verkleinerst feinen ruhm, und seine schuld erhöhft, Wo bleibt dein christenthum? 3. Wer, wenn er låstrer hört, Und unter spöttern sizet, Aus scheuer menschenfurcht nicht an * 8. Ach, Gott! bewahr uns doch Vor misbrauch unsrer zun gen! Flöß selbst uns abschen ein Vor allen lästerungen! Das prag uns tief ins herz: Nur der sey deiner werth, Der seine brüder liebt, und durch die that sie ehrt. 2. Wenn du aus argwohn bloß Vom nächsten böses denkest, Du durch ein falsch gerücht Ihm scha deft, und ihn kränkest; Dein leicht sinn, neid und haß Ihn vor der welt entehrt: Bist du alsdann wohl noch Des christennamens 1135.aß der Mehr Sorge für des Lächsten Seelenheil. Mel. Jesu meines lebens leben 2c. es, Jesu, mich empfinden: als einer welt gewinn, Sen es, wenn ich selbst von fünden Durch dein heil gerettet bin. Denn, von Deinem Anhang. 59 2. Erst, wenn man nicht mehr fünd'gen kann, Bon sünden lassen wollen; Im sterben anfahn erft, was man Vorlängst vollenden sol len: Dieß ist der weg zum leben nicht. So lehret nicht der unterricht, Den gottes geift ertheilet. deinem geift getrieben, Nun von berzen gott zu lieben, Nun zu fliehn, was er verbeut; Was gleicht dieser feligkeit? 2. Ach! wie könnt' ich dieß em pfinden, und doch fühllos andre fehn, In der slaverey der fün den Wege des verderbens gehn? Sehn, wie sie zum abgrund ei len? Und doch tråg und kalt verden. weilen, Sie zu retten, wenn ichs kann, Eh sie sich dem abgrund nahn? 3. Auch für meiner brüder fee len, Nichtfür meinheil nur allein, Soll ich sorgen, wenn sie fehlen: Soll dann gern ihr führer fenn, Vor der laster schlauen garnen, Soll ich, wo ich kann, sie war nen; und, eh die sie noch um zichn, Ihnen rathen, daßsie fliehn. 4. Nicht erbittern, nur erweia chen Soll ich, und wenn bitten nicht Bis zu ihren herzen reichen: Dann leucht ihnen doch mein licht; Daß sie an mir sehen md gen, Wie auf unsers gottes we gen, wenn das hers jie lieb ges winnt, Fried' und heil zu finden find. 3. Gott ruft uns hier zur heis ligung, Zum himmel reif zu wers So sey denn meine beffes rung Mein hauptgeschäfft auf ers den! Gieb, Gott, dazu verstand und trieb! Nichts, was es sey, sen mir zu lieb, Dirs willig aufs juopfern. 5. Wenn sie fehn, mit was für freuden mich die frömmigkeit be glückt, und wie selbst im Herbsten leiden Mich der reichste troft er quickt: Müß ihr taumel sich zer ftreuen, Sich ihr herz der tügend weihen, Selig, so wie ich, zu seyn, Dein, Herr, ewig sich zu freun. 4. Gewinn' ich auch die ganze welt mit allen ihren freuden: Doch wollt' ich nicht, was dir ges fällt, um ihrentwillen meiden. kann wohl die welt mit ihrer luft, Die schnell vergeht, mir den vers luft Von deiner gnad erseßen? 5. Was führet zur zufriedens heit? Versüßt schon dieses leben? Was kann mir troft und freudigs keit Selbst noch im tode geben? nicht menschengunft, nicht ira disch glück; Nein! christi heil nur; und ein blick Auf ienes lebens freuden. 6. Nach diesem kleinod lehre mich Aus allen kraften trachten; Und, ist die welt mir hinderlich, Sie und ihr glück verachten. Daß ich, Gott, deine wege geh, im gericht dereinst besteh; fen mein täglich streben. Und Dieß 7. Doch was vermag ich, wenn mich nicht Du selbst vor trägheit schützest; Du selbst zur treu in diefer pflicht Mich kräftig unter stüßeft? Oftärke mich, meinGott, dazu: So find ich hier schon wahre ruh, und dort einst ewges leben. Vom pflichtmäßigen Verhalten gegen uns selbst. Sorge für die Seele. Mel. Es ist gewißlich an der zeitze, ach meiner feele 1136. N feligkeit will ich voll eifers ringen; Mich hüten, Mel.Kommt ber zu mir, spricht se. ott, meiner zeit Im schlummer 1137.großen werth, en hinsubringen, stiff für mich der tag des heils. It sen die wahl des bessern tbeils Die ersie meiner forgen. mir dein theures wort erklärt, Leor mich mit ernft bedenken, und ouf 60, Unhang. auf die forge für ihr wohl Soab, Auf deiner wallfahrt bis ans unermüdet, als ich soll, Den größ- grab Dem kleinod nachzutrache ten cifer lenken. ten. Auf! firebe!! ringe sonder 2. Wie hoch ist sie vor dir gerast! Welch glück, wenn du's ers acht't! Welch glück hast du ihr rungen haft, Ist deinem gleich zugedacht! Welch glück schon zuzu achten! gewendet! Du schufest sie, dein bild zu seytt, und haft, es in ihr zu erneun, Selbst deinen sohn gesendet. 3. Bu groß für diese kurse seit; Bestimmt zum glück der ewigkeit; Lebt fie im fleisch auf erden, Durch glauben und gottseligkeit zu himmlischer vollkommenheit Hienieden reif zu werden. sie 4. Mit vatertreue willst du fic Durch dieses lebens kurze müb Bu deinem himmel führen. O laß sie nicht durch eigne schuld Die feligkeit, die deine buld be su gedacht, verlieren. 5.Wenn sie in fünden blieb'und nicht Dem uns erwartenden gericht und seinem fluch entronne: In welch ein elend stürzt ich mich! Danu ach! was hülf es mir, wenn ich Die ganze welt gewonne. 6. Stets sey, mit dir vereint zu seyn, Gott, deiner ewig mich zu freun, Der heiße wunsch der feele! Du, ihr Erbarmer, hilf, daß sie Aus leichtsinn oder trägbeit nie Jhr großes ziel verfehle. * 7. Wer böf ist, Gott, bleibt nicht vor dir. Drum schaff durch Deinen geift in mir Ein herz, das funden haffet; Voll ren sich selbst das urtheil spricht, Doch auch Durch christum zuversicht Zu dei ner gnade faffet. 8. mringt mich schott ist schwachheit noch: Du hilfft, daß ich im glauben doch Der tugend Finne leben; Im glauben, daß dein sohn auch mich So hochge: licbet, daß er sich Für mich da hingegeben. 9. Aufdenn, o feele! laß nicht 10. Ach wer ist seliger, als du! Schon bier verbreitet heitre ruh Sich auf dein ganzes leben; Und schließt sich deine prüfungszeit Dann wird zu seiner herrlichkeit Dich dort dein gott erheben. Selbsterkenntniß. Mel. Wer nur den lieben gott 20. I 138.2er bin ich? wel che wicht'ge fra ge! Herr, lehre sie mich recht verstehn. Gieb, daß ich mir die wahrheit fage, Und laß mich achtsam auf mich sehn. Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, Bleibt von der weisheit weit entfernt. 2. Ich kam, o Gott, aus deis nen handen. Du schufest mich zu deinem preis. Dazu mein leben anzuwenden, Ist mein beruf, und dein geheiß. Doch leb' ich, als dein eigenthum? Und, wie ich soll, zu deinem ruhm? 3. Ich zähle mich zu deinen christen. Beweist es aber auch die that, Daß dein bekenner als len lüßen Der fünde ganz entfas get hat? Und folg' ich, wie ich dirs versprach, mit fester treue christo nach? 4. Du kennest meines herzens tiefen. Oft täuscht mich eigne heucheley. Drum laß mich oft und ernstlich prüfen, Ob ich dir gleichgesinnet sey. Verwahre mich vor menschenwahn, Der auch den Flügsten täuschen kann. 5. Wer viel zwar weiß, doch, sich verborgen, Stets unbekannt sich selber bleibt; Wie kann der für fein bestes forgen? Was ist, bas ihn zur beßrung treibt? Sich felb Anhang. 61 felbft recht kennen, ist verstand. 1 böfen schein. Die Unschuld wird Drum mache mich mit mir be kannt. gott retten. 4. Sein geist sieht mit zufrie * 6. Was mir zu meinem heil derheit Der künft'gen welt ent noch fehlet, Lehr, Gott, mich gegen. Die giebt ihm muth und immer mehr verstehn; Und, hab' freudigkeit Selbst auf den rauhich deinen weg gewählet, Michfien wegen: Denn dort, o Herr, deinen weg auch standhaft gehn. macht einst dein mund Den wah Stets leite mich dein helles licht: ren werth von jedem kund. Dort So tauscht mein eignes herz mich wird der fromme siegen. nicht. 5. Berleihe denn, mein Vater, 7.Bin ich noch fern vom schma- mir Ein unverletzt gewiffen; Und len stege, Der uns zum ew'gen meine seele werde dir Durch fün leben führt; Leit mich auf ihn den nie entrissen. Gott, deines vom breiten wege, Der ins ver- benfalls mich zu freun, Dein hei Derben sich verliert. Gieb mir jur lig recht nicht zu entweihn, Sey beßrung luft und kraft. Du bists, täglich meine forge. der beides in uns schafft. 6. Wer des gewissens richter: spruch, Als stimme gottes ehret, hört nie dann des geferes fluch, Den einst der frevlerhöret. Hilf, daß ich seinen wink versteh, Nie feine warnungen verschmäh, Gern seinem ausspruch folge. 8. Ich muß dereinst es doch er fahren, Was ich hier war; was ich hier that. Laß mich die prü fung nicht versparen, Bis sich die leste stunde naht. Was nüßt mir felbsterkenntniß dann, Wann ich mich nicht mehr beffern kann? 7. Mich müsse, täuscht mich ficherheit, Schnell mein gewissen Gutes Gewissen. wecken. Ben fehlern sieh's sogleich Mel. Es ist das heil uns komen zc. bereit, Sie frey mir aufzudecken, 1139. Welch eles un Und dringe mich, daß unverweile reu glaubens eilt, Vergebung zu ersehen. schäßbares gut Ist nicht ein rein gewissen! Wer das besigt, hat da noch muth,* 8. Gott, deine gnade stärke Wo frevler zagen müssen. Sein mich, Daß ich stets wach' und ruhig herz erzittert nicht; Ihn bete, Und nie voll leichtsinns wif schreckt nicht tod, nicht weltgesentlich Aus deinem pfade trete. richt; Denn er hat gott zum Wohl dem, der reines herzens ift! freunde. Hier dir versöhnt durch jesum christ, Wird er einst dort dich schauen. 2. Gott, deines benfalls sich be wußt, Vertraut er deiner gnade. Dein friede wohnt in seiner brust; Und wer ist, der ihm schade? Er sieht guf dich in jeder noth, mit wachsamkeit über das Herz. Mel. Wer nur den lieben gott ze. der die zukunft ihn bedroht. In 1140. Nicht an de tröstet deine vorsicht. schon ergriffen hättest! Das kleinod wird uns erst am ziel; Chrift! daß du deine seele rettest, Auf! eil ihm zu, und thum; Wird nicht durch sie versteh nie still! Ach! tugend ohne drungen. Er weiß ja sein gemis wachsamkeit Verliert sich leicht fent rein. Auch flicht er sorgsam in ficherheit. 3. Befleckt auch seines namens ruhm Das gift von lästerzungen: Gemüthsruh bleibt sein eigen 2. 62 Anhang. 2. So lange du im leibe wal* 9. Du opferst deine schwä left, Bleibst du ein kind, das strauchern triebe, Gott, wenn ers fors chelnd geht. Sich sorgsam zu, daß dert, willig auf. Doch opferst du, du nicht fallest! Wie bald kann wills feine liebe, Jhm auch die fallen, wer noch steht! Auch die liebste neigung auf? Dieß ist das bekämpfte böse luft Stirbt nie auge, dieß der fuß, Die sich der mals ganz in unfrer brust. chrift entreißen muß. 3. Nicht jede besserung ist tugend. Oft ist sie nur ein werk der zeit. Die wilde hizze roher ingend Wird mit den jahren sittsamkeit; Und was natur und zeit gethan, Sieht unser stolz für tugend an. 4. Oft ist die åndrung deiner feele Ein tausch der triebe der natur. Du fühlst, daß stolz und ruhmsucht quale; Du dampfft sie; doch du wechselst nur. Dein herz fühlt einen andern reiz. Dein stolz wird wollust, oder geiz. 5. Oft ist, wenn du dich auch bezwungen, Weltklugheit, was dir tugend scheint. Durch bitterkeit und lästerungen Erweck test du dir manchen feind. Du wirft behutsam, schränkst dich ein, Fliehst nicht die schmähsucht, nur den schein. 6. Du denkst: weil reize dich nicht rühren, Wodurch der andern tugend fällt: So werde nichts dein herz verführen. Doch jedes herz hat seine welt. Den, welchen ſtolz und gold nicht rührt, 1141.Des leibes warten hat oft ein blick, ein wort vers und ihn Nein, Schöpfer! das verbeutst du nicht. Muthwillig seinen bau ver sehren; Das streitet gegen meine Steh du mir selbst mit weisheit bey, Daß diese pflicht mir heilig sey. 10. Du fliehst, geneigt zu ruh und stille, Die welt, und liebst die einsamkeit. Doch bist du, for: derts gottes wille, Auch dieser zu entfliehn bereit? Dein herz haßt habsucht, neid und zank. Doch flicht es auch den müssiggang? II. Sen åmsig! bist du drum bescheiden? Sen mäßig! übst du auch geduld? Du leidest mit, wenn freunde leiden. Vergiebst du feinden auch die schuld? Von allen lastern sollst du rein, zu aller tugend willig seyn. 12. Sey nicht vermessen! wach und streite! Denn wachen muß, wer fallen kann! Dein her; hat feine schwache feite, Die greift der feind der tugend an. Diesicher heit droht dir den fall. Drum wache stets! wach überall! Sorge für den Leib. Mel. Wer nur den lieben gott ze. 7. Oft schläft die fünd' in deis nem herzen. Du scheinst von rach- pflicht. sucht dir befreyt. Jest sollst du eine schmach verschmerzen, und sich! dein herz wallt auf, und braut, Und schilt so lieblos und so hart, Als es zuerst gescholten ward. 2. Sollt' ich, mein Gott, ges ringe schäßen, Was deine hand mir anvertraut! Den wunder: vollen bau verlegen, Den du, sein schöpfer, selbst erbaut? Weß ist mein leib? er ist ja dein. Wie dürft ich sein zerstörer seyn? 8. Oft denkt, wenn wir der stille pflegen, Das herz im stillen tugendhaft. Kaum Lachet uns die melt entgegen, So regt sich unfre 3. Ihn zu erhalten, zu beschü Leidenschaft. Wir werden im ge- Ben, Giebst du mit milder vater tausche schwach, Und geben end- hand Die mittel, die dazu uns lich strafbar nach. nügent, Anhang. núßen, Und zum gebrauch giebst du verstand. Dir ist die sorge nicht zu klein. Wie sollte sie denn mir es seyn? 63 2. Du fegnest auen und gefilde Mit unerschöpfter fruchtbarkeit, Die jährlich, Vater, deine milde, Daß keiner darben mög', erneut; Denn jeder soll sich deiner freun, Und in genuß dir dankbar seyn. 3. Du giebst, daß ich nicht mangel leide, Brod, das die krafte mir erfest; Giebst zum bedürfniß auch noch freude, Womit der wohlschmack mich ergeßt. Wie ist zum wechsel im genuß So reich, so groß dein überfluß! 4. Doch laß die kraft, uns zu vergnügen, Die dem, was nährt, verliehen ist, Nie, Schöpfer, so mein herz besiegen, Daß es nun deiner huld vergißt; Der huld, die keine Lust uns wehrt, Als die, die schadet und zerstört. 5. Mit speis und trank seint her; beschweren; Geziemet dieß uns, christen, wohl? Wird nicht dadurch, was uns ernähren, Und auch zugleich erquicken soll, Ein gift, das in die adern schleicht, und zum verderben uns gereicht? 4. Gesunde glieder, muntre kräfte, Wie viel sind die, o Gott, nicht werth! Wer taugt für des berufs geschaffte, Wenn krankheit feinen leib beschwert? Ist nicht der erde größtes gut Gesundheit und ein heitrer muth? 5. So lehr mich denn mit sorg falt meiden, Was meines Körpers wohlfeyn stört, Daß nicht, wenn ſeine kräfte leiden, Mein geist den innern vorwurf hört: Du selbst bist stdrer deiner ruh; Du zogst dir selbst dein übel zu. 6. Für jeden sinn, für alle glie der Müß ich vernünftig forgsam seyn. Wirft eine krankheit mich darnieder: So fidße selbst geduld mir ein. Gieb frohen muth, und dann verleih, Daß auch des arztes rath gedeih. 7. Doch gieb, daß ich nicht übertreibe, Was auf des leibes pflege zielt; Nein, stets in jenen schranken bleibe, Die dein gesetz mir anbefiehlt. Des leibes wohl laß nie allein Das ziel von meinen sorgen seyn. * 8. Mein bester fleiß auf die ser erde Sey stets auf meinen geist gericht't, Daß ich jum him 7. Wer hier bloß sinnenluft ges mel weise werde, Eh dieses leinoffen, In dem genusse nimmer bes hütte bricht: So wird sich satt, Dem bleibt der himmel dort In jener bef verschlossen, Der auch für ihn nicht wonne hat. Weh ihm! denn hier ist schande schon, Und dort verdamminiß einst fein lohn. leib und seele dein fern welt erfreun. Mäßigkeit. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 6. Unmäßigkeit entnervt die kräfte; Bringt mißmuth; reizt zu streit und zank; Berekelt die berufsgeschäffte; Erzeugetschmerz; macht sech und krank; Erniedrigt unters thier hinab; und stürzet vor der feit ins grab. 1142.Wie mannigfaltig die gaben, Wodurch, Gott, deine hand uns nährt, Die alles gute, das wir haben, Aus freyer huld uns gern gewährt. Auch das, was unser mund genießt, Beigt, welch ein milder gott du bist. * 8. Gott, ich will mäßig im genuffe Der gaben deiner gute seyn; von deinem überflusse Je durch unmäßigkeit entweihn Denn mäßigkeit und nüchternheit, Die sind die beste dankbarkeit. 9. So oft ich speiß und trank genieße, So laß es mit vernunft ges Unhang. 64 geschehn, und, daß ich beides mir versüße, Mit dank auf dich, den geber sehn, Auf dich, der du uns zärtlich liebst, Uus nahrung und erquickung giebst. Reuschheit. Mel. Wer nur den lieben gottic. 1143 D widerstreben, er wolluft reiz zu Laß, Höchster, meine weisheit feyn. Sie ist ein gift für unser leben, Und ihre freuden werden pein. Drum fleh ich denmuthsvoll zudir: O, schaff' ein reines herz in mir! 2. Die wollust kürzet unsre tage; Verzehret früh des körpers kraft; Bringt armuth, feuchen, schmerz und plage. O schudde früchte, die sie schafft! Wie haßt sich selber, wer sie liebt, Sich hin in ihre feffeln giebt! 7. Gieb, daß ich ihren schudden lüften Bald anfangs ernstlich wis dersteh, Auch stets zum siege mich zu rüsten, Auf dich, Allgegenwärt ger feh. Wer dich, Gott, stets vor augen hat, Flicht auch ver: borgite missethat. Mel. Zu dir, o vater aller. I 144.Chrift, fiets fen Feuschheit deine zierde! Trau nicht der schme chelnden begierde, Als sey, der wollust fröhnen, füß. Die wollust rächt einst an den frechen Durch schmerz und elend die verbrechen, Die sie erst selbst verüben hieß. 2. Laß, ihr die nahrung zu ver wehren, Nie speis und trank dein hers beschweren, Und sey ein freund der nüchternheit. Versag dir, um dich zu besiegen, Auch öfters ein erlaubt vergnügen, und steure deiner sinnlichkeit. 3. Sie raubt der feele muth und stärke; Schwächt den verstand, der feele licht; Erstickt den cifer edler werke, Hemmt ernst und Iuft zu jeder pflicht; und das in wollust trunkne her: Berfoltern bald drauf reu und schmerz. 4. Der mensch sinkt unter ihrer burde Zur niedrigkeit des thiers berab. Wie schändet er die hohe 4. Unthätig und zur arbeit würde, Die ihm sein milder schd- träge, Verläßt der mensch leicht pfer gab! Gott haucht ihm kraft gottes wege; und den, der müßig zu denken ein, und er wünscht nichts, als sinn, zu seyn. ist, schützt nichts. Der unschuld schußwehr sind geschaffte. Ent zich der wollust ihre kräfte Im schweiße deines angesichts. 5. So schimpflich sind der wol luft bande. Oft sind sie schon der welt ein spott. Straft ihre fila ven hier nichtschande: Dortferaft mit höllenpein sie gott; Gott, der vor sein gericht einst zieht, Was außer ihm kein zeuge sicht. 5. Erwacht ihr trieb, dich zu bekämpfen: So wach' auch du, ihn früh zu dämpfen, Eh er die frenheit dir verwehrt. Leicht ists, ihn im entstehn ersticken; Schwer aber ists, ihn unterdrücken, Wenn ihn dein Herz zuvor genährt. 6. Den wirst auch du, o Gott, verderben, Derdeinen tempelfrech verderbt. Er wird des ew'gen tos des sterben, Wenn keuschheit ew': ges leben erbt. Fliehn, fliehn will ich der wolluft greul, Daß dein gericht mich nicht ereil. 6. Oft kleiden sich der wollust triebe In die gestalt erlaubter liebe; und du erblickft nicht die gefahr. Ein langer umgang macht dich freyer; und oft wird ein ver: 3. Laß nicht dein auge dir ges bieten; Und sey, die wollust zu verhüten, Stets schamhaft gegen deinen leib. Fließ vor des leicht: finns rohen scherzen, und such im umgang edler beczen Erheitrung, benspiel, zeitvertreib. Anhang. 65 verbotnes feuer Aus dem, was| geheiligt bleibe; Daß rein und anfangs freundschaft war. Feusch mein auge sen, Daß ich, durch nichts beschämt, es frep Zu dir erheben könne. 7. Dein fühlend herz wird sichs verzeihen. Es wird des lasters Ausbruch scheuen, ndem es feis nen trieb ernährt. Du wirst dich stark und sicher glauben, Und kleine febler dir erlauben, Bis deine tugend sich entehrt. 8. Doch nein! du sollst sie nicht entehren. Du sollst dir stets die that verwehren.IJft drum dein herz schon tugendhaft? Ifts sünde nur, die that volibringen? Sollst du nicht auch den trieb bezwingen? Nicht auch den wunsch der lei denschaft? 米 ** 9. Begierden sind es, die uns schånden; und, ohne daß wir sie vollenden, Verlegen wir schon unsre pflicht. Wenn du vor diesen nicht errotheft; Nicht durch den geift die lufte tödtest: So rühme dich der keuschheit nicht. 10. Erfülle dich, scheinst du zu wanken, Oft mit dem måchtigen gedanken: Die unschuld ist der feele glück. Einmal verscherit und aufgegeben, Verläßt sie mich im ganzen leben, und keine reu bringt sie zurück. * 11. Chrift, fliche vor der wolluft pfade, und wach' und flehe gottes gnade Um weisheit in veruchung an. Erzittre vor dem er ten schritte! Mit ihm sind schon die andern tritte zu einem neuen fall gethan. Mel. Es ist gewißlich an der zeit zc. einleib soll, Gott, II45. Mit allen seinen gliedern. Ich soll ihn dir zum dienste weihns Bum Dienst auch meinen brüdern. Gieb, daß ich dieß dein heiligthum Für fie, und, Herr, für deinen ruhm Stets unbefleckt bewahre. 2. Gieb eine keusche seele mir In einem Feufchen leibe, Daß er, Ben du erbaut, auch biz, Gott, fiets 3. Auch meine zunge schände nie, Was schändlich ist zu hören. nie laß der unschuld rechte sie Durch frechen spott entehren. Be stimmt zum opfer des gebets und deines lobes, rede stets Mein mund, was nûst und bessert. 4. Mein ohr laß dir nur offen senn; Nie der verführung bitten; Mein herz und meine sitten rein, Wie josephs herz und sitten; Das mit der wolluft schmeicheley Miz nicht durch ihre auberep Der uns schuld würde raube. 5. Denn, wo sie wandelt, haucht sie gift. Welch elend, das die fflaven Unheiliger begierden trifft In tausendfachen strafen! Ba welcher schande tiefe finkt, Wer ihren zauberbecher trinkt; Vers strickt in ihren negen! 6. Ach! wo die unschuld weicht, da flieht Der tugend ruh und stils le. Da, wo der wolluft flamme glüht, Fehlt felbft der gute wille. Sie wüthet, tödtet und verheert Weit mehr, als je das schwert zers stort, Als pest und glut zerstören. * 7. In seinem taumel, Gott, vergißt Der trunkene verbrecher, Daß du allgegenwärtig bist; Des frevels ernster råcher. Der tugend lacht fein frecher spott, Lacht deis nes heil'gen worts, o Gott, Lacht ruchlos des erlösers. 8. Und dieser leib, den er ents weiht; Der wird einst auferstehen. wird er in der deckt mit schande sehen; Wird selbst sich fluchen; auch wird er Der wolluft opfer um ihn her Ihm ewig fluchen hören. 9. Heil dem, der deiner nie vers gift! Nie, Gott, dein werk zers # öret! Der immer reines herzens it! Der deinen tempel ehret. E Heil Anhang. 66 Heil ihm! froh wird er auferstehn. Dein antlig wird er ewig sehn, Verklärt, wie jesus christus. 10. Mein leib foll, Gott, dein tempel seyn mit allen feinen glies dern. Jhn soll ich dir zum dienste weihn; Zum dienst auch meinen brüdern. Gieb, daß ich dieß dein heiligthum Für sie, und, Herr, für deinen ruhm, Stets unbe fleckt bewahre. Verhalten gegen irdische Güter. 3. Doch nach den gütern dieser zeit Mit ganzer seele schmachten; Nicht erst nach heil und seligkeit Und wahrer tugend trachten. Ift das für menschen wohl beruf, Die gott zur ewigkeit erschuf? Mel.Herr, deine allmacht reichtic. 1147.Wohl dem, derbegre fchage dieser erden! Wohl dem, der sich mit eifer übt, An tugend reich zu werden; und in dem glauben, deß er lebt, Sich über Diese welt erhebt. 4. Der geiz crniedrigt unser herz, Erstickt die edlern triebe. Die liebe für ein schimmernd erz Verdrängt der tugend liebe, Und macht dir, der vernunft zum spott, Ein todtes gold zu deinem gott. 5.Der geiz, so viel er an sichreißt, Laßt dich kein gut genießen. Er quält durch habſucht deinen geift, Und dein gewissen, Und reißt durch schmeichelnden gewinn Dich blind zu jedem frevel hin. nie Den Mel. O Gott, du frommer Gottze. 1146. Mein Gott, laßmich schätzen dieser erden So meine nei gung weihn, Daß sie mein abgott werden. Beym überfluß fehlt doch Oft die zufriedenheit; Und was ist ohne sie Des Lebens herrlichkeit. 2. Ein weises frommes hers Das sey mein schat auf erden! Sonst alles, nur nicht dieß kann 7. Dein durch den geiz verhärmir entriffen werden. Das bleibt tet her: Schmeckt nie des wohl. im tod' auch mein, und folgt mir aus der zeit, zum seligsten gefranken schmerz, und keinesarmen thuns freuden. Dich rühret keines winn, Hin in die ewigkeit. 3. Wann dieses fehlt, dann ist leiden. Wo ist wohl eines standes Das reizendste vergnügen Nur pflicht, Die nicht der geiz entehrt, und bricht? füffen träumen gleich, Die unsern geist betrügen. Drum lenke, Gott, den wunsch Vom irdischen gewinn Durch deines geiftes kraft zu ew gen gütern hin. 6. Um wenig vortheil wirst du schon Des meineids dich erfrechen; nicht anstehn, der arbeiter lohn Unmenschlich abzubrechen. Du wirft aus geiz der wittwen fleyn, Der waisen thrånen widerstehn. 8. Gewinnsucht raubt dir muth und geist, Die wahrheit fren zu sagen, Du schweigst, wo sie dich reden heißt; Darfst kühnlich lüs gen wagen, Und wirst um ein vers ächtlich gold, Der tugend feind, dem lafter hold, liebt, * 9. Erhalte mich, o Gott, das ben, Daß ich mir gnügen lasse, Geiz ewig, als abgötteren, Von mir entfern, und haffe. Ein weis ses herz und froher muth Sep meines lebens größtes gut. 2. Wahr ist es, gott verwehrt uns nicht, Hier guter zu besigen. Arbeitsamkeit. ur arbeit, nicht zum Er gab sie uns; doch auch die Mel. O vater, unser Gott, es zc. pflicht, mit weisheit sie zu nutzen. Sie dürfen unser ber; erfreun, ind unfers fleißes antrieb seyn. 1148.3ur wir bestimmt auferden. Drum laß mich Unhang. mich hier mein lebenlang Durch arbeit müßlich werden. Gieb mir verstand, und luft, und kraft, Geschickt, treu und gewissenhaft Mein werk hier ju verrichten. 2. Hilf, daß vor tråger weich lichkeit Ich standhaft mich be wahre, und, wenn die pflicht mir müh gebeut, Nie meine kräfte spare. Wenn sie erschöpft sind, dann will ich Durch reine stille freuden mich zu neuer arbeit stärken. 67 Gebrauch der Lebenszeit. Mel. Nun ruhen alle wälder sc. Gott! mein irs II49. disch leben, Das du mir selbst gegeben; Welch uns schäßbares gut! Du gabst es mir, auf erden Zum himmel reif zu werden, Wie viel ists, das auf ihm beruht! 2. Hier wird die faat gestreuet. und dort, wenn sie gedeihet, Wird reich die ernte seyn. Je from mer ich hier Icbe, Hier gut zu 3. Gieb weisheit, mir zum vorhandeln strebe; Je größer wird wurf nicht Die zeit mit neben mein glück dort seyn. dingen, und mit versäumniß mei- 3. Sollt' ich dieß glück mir raus ner pflicht, Verschwendrisch hin- ben? Herr, hilf, daß mir im zubringen. Mein eifrig streben glauben Der künft'gen erntezeit müsse seyn, Mich den geschafften Mein leben auf der erde So ganz zu weihn, Die du mir aufwerth, so wichtig werde, Als erleget. mir dein wort des heils gebeut. 4. Wer unnüß es verschwendet, Eh gott ruft, selbst es endet, Vergißt der treue pflicht. Ein redliches gemüthe Lohnt nie mit undank güte, Entweicht von seis nem posten nicht.. 4. Ein heil'ger trieb beseele mich, Treu meines standes pflich. ten, In deiner furcht, gestärkt durch dich, mit freuden auszurichten. Ein herz, das sich des guten freut, Giebt zu der arbeit munterkeit, Läßt ihre last nicht fühlen. 5. Was leicht in krankheit stürs jet, Mein leben leicht verkürzet, Lehr mich mit forgfalt fliehn; Doch auch es ohne zagen, Wenns mein beruf ist, wagen, Nie meis nen pflichten mich entziehn. * 5. Lehr mich, mein Schöpfer, wo ich bin, Vor deinen augen wandeln. Und mich erkaufe kein gewinn, Gewissenlos zu handeln! Mich sporn' ein frommer eifer an, So viel zu nüßen, als ich kann. Das sey mir ehr' und reichthum! 6. In deine vaterhände Befehl ich, Gott, mein ende, Und meis ner tage lauf. Ich will, mich 6. Mir sey bey allem, was ich dein zu freuen, Ganz deinem thu, Mein ziel dein wohlgefaldienst sie weihen. Hilf du nur len: So werd ich zur gewissens- meiner schwachheit auf. ruh Auf ebnem wege wallen. Dem, der dir, Heiligster, mis fällt; Was nüßet ihm die ganze welt mit allen ihren freuden? 7. Was nützt ein langes leben, Wenn man nicht, gott ergeben, Nach wahrer tugend strebt? Wer gott und menschen Liebet, Und sich im guten übet, Nur der hat lang' und wohl gelebt. 7. Statt meinen irdischen be ruf Je trag' bintanzusehen, Lehr mich du, der zu ihm mich schuf, Für gottesdienst ihn schäßen! So werd ich durch geschafftigkeit In Mel. Aus meines herzens zc. I treuer núßung meiner zeit 3u1150. Wir wallen hier, würden steigen. jener ew'gen stadt, Die uns der fündens Anhang. 68 fundentilger Aufs neu eröffnet hat. Als sünder, sanken wir Tief in den staub hernieder. Doch er erwarb uns wieder Das bürger recht in ihr. 2. Drum laßt uns unser leben Der großen hoffnung weihn. Hier foll es thatigs streben, Ganz wonne dort erst seyn. Glück, wie das herz begehrt; Glück, das nie furcht erschüttert, Nie müh und leid verbittert, Wird uns erst dort gewährt. 3. Hier hofft ihr das vergebens. Hier herrschen furcht und müh. Gebraucht denn dieses lebens, Wozu es gott verlich. Der hos heit euch bewußt, Zu der euch gott erhöhet; Flieht weltlust; es vergehet Die welt mit ihrer luft. 4. Euch, staub, hat gott er wählet, Daß ihr mit engeln dort Sein hohes lob erzählet. Sest froh die wallfahrt fort. Auf! bis Euch gottes ruh In ihren schooß empfange; Wallt unter lobgesange Der engel chören zu. Trostgesänge. Mel. In dich hab ich gehoffet, 2e. n trübsal, chrift, glut; Bricht die gewalt der sinne; Erweicht dein herz, Daß frems der schmerz Dein mitleid leicht gewinne. 5. Auch übt dich leiden zur ges duld; Erhöht den werth von gots tes huld; Stärkt mächtig dein vertrauen; Lehrt im verlust Dich nun mit lust Aufs unsichtbare schauen. 6. Der drangfal hig' entflammt dich stets zu größrer inbrunft des gebets, Und läutert deinen glauben. Weit minder kann Vers suchung dann Dir deine krone rauben. Wenn schwermuth an dein her; fich wagt, Erheitre dein gemü the! In ieder noth Blick auf zu gott, Und trau auf seine gute. 2. Kein leiden kommt von ohngefähr. Dein gott schickt dir es zu, und er Bleibt fiets in seinen wegen So groß von rath, Als groß von that, und reich an gnad' und segen. 3. Der dich in christo herzlich liebt, Sucht, wenn er dich durch leiden übt, Die wohlfahrt deiner seele, Weckt dich, daß nicht Bu deiner pflicht Die lust und cifer fehle. 4. Solch leiden beugt den über muth; Erstickt der wollust wilde 7. Swar stört die drangfal deine ruh; Denn unter thrånen säest du, Und unter viel beschwerden. Christ, hoffe doch! Sie wird dir noch Zur reichen ernte werden. 9. Auch bleibt, so weisst du, gott getreu. Mit vaterhuld steht der dir bey; Sorgt, daß er dich 1151. nicht ganz erquicke; und schafft auch raft, 8. Verschmerzt ist leicht ein irs disch leid. Kurs ist der augens blick der zeit. Dann folgt, was ewig währet; Folgt ein genuß Ohn' überdruß, Wie ihn der geist begehret. niederdrücke. * 10. Verbirgt dein gott sein angesicht; Dieß raube deinen muth bir nicht. Er kann sein kind nicht haffen. Gen, als sein Eind, Wie er gefinnt! Er wird dich nicht verlassen. II. Viel fromme sind zu aller eit Durch leiden in die herrlich keit, Gleich jesu, eingegangen. Begehrst denn du In träger rub Die krone zu erlangen? 12. Demüthige dich, gleich als sie! Fleb brünstig, und ermüde nie! Dein gott erhört dein fles hen. Bald weicht dein leid. Zu seiner zeit Wird dich dein gott erhöhen, Mel. Anhang. 69 Wel. Jesu, meine freude zc. Mel. Nun ruhen alle wälder ic. aus deinem 1152. Cherien Bañe gram I 153.Was ists, daß ich und schmerzen. Schöpfe neuen muth! Wenn ein leid dich druk Fet; Gott ists, der es schicket. Was gott schickt, ist gut. Wenn dich noth Ringsum bedroht, Sor gen stets mit dir erwachen: Wohl wirds gott doch machen. 2. Stürmen auf dich feinde; Wankt die treu der freunde; Drückt die last zu schwer; Stürzt mit jedem tage Eine neue plage Uleber dich daher; Weicht das glück Stets mehr zurück; Scheints dich nicht mehr anzulachen: Wohl wirds gott doch machen. 3. Bürden abzunehmen, Hilft nicht angst, noch gråmen; Schafft auch keine raft. Ungeduld macht 4. Ich lebe nicht auf erden, burden, Die sonst leicht seyn Um glücklich hier zu werden; Die würden, Dir zur felfenlast. Zasluft der welt vergeht. Ich lebe gend her;! Still deinen schmerz! hier, in segen Den grund zum Beugt die burde tief dich schwa- glück zu legen, Das ewig, wie chen: Wohl wirds gott doch mein geist, besteht. machen. mich seiner, meine seele! Harr, und sep unverzagt! Du weißst nicht, was dir nüßet; Gott weiß es, und er schüßet; Er schüget den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine tage, Mein glück und meine plage, Eh ich die welt noch sah. Eh ich mich selbst noch kannte, Eh ich ihn vater nannte, War er mir schon mit hülfe nah. 3. Die kleinste meiner sorgen Jft dem gott nicht vorborgen, Der alles sicht und hält; Und was er mir beschieden, Das dient zu meinem frieden; Wärs auch die größte last der welt. 5. 2as dieses glück vermehret, 4. Du führst christi namen. Sey mir von dir gewähret! Gott, Christum nachzuahmen, Das ist du gewährst es gern. Was dies deine pflicht. O wie schwere plases glück verleget, Wenns alle gen Mußte der ertragen! Und welt auch schäßet, Sen, Herr, er wankte nicht. Halt auch du mein Gott, mir ewig fern! Dein berz in ruh. Wenn rings 6. Sind auch der krankheit plas um dich wetter krachen: Wohlgen und mangel schwer zu tras wirds gott doch machen. gen; Noch schwerer haß und spott: So harr' ich, und bin kille Zu gott; denn nicht mein wille, Dein wille nur geseheh, o Gott! 5. Herrlich ist die krone, Die der chrift zum lohne Seiner treu empfängt. Selbst nur nichts ver schuldet! Und dann still erduldet, 7. Gott ist der müden stärke, Was dein gott verhängt! Sieg und aller seiner werke Erbarmt als held! Mag schon die welt fer ewig sich. Was kann mir wie Deiner hoffnung spöttisch lachen: derfahren, Wenn gott mich will Wohl wirds gott doch machen. bewahren? Und er, mein gott, bewahret mich. 6. Nun! so soll es bleiben. Ich will nie mich sträuben; Stets gott folgsam seyn. Stets, in tod' und leben, Bleib ich ihm erges Mel. Wer nur den lieben gott zc. ben. Ich bin fein; er mein. Was 1154. Schweigt, zweifel, er will, Sey stets mein ziel! Wunderbar mag gott es machen: Wohl wird ers doch machen. messen Bey langem leid in mir emport, Als habe meiner gott € 3 70 Anhang. vergessen, Weil er mich nicht| läsfest du mich bülfe sehn. Herr! alsbald erhört. Mag seine hülfe amen! ia! es wird geschehn. schon verziehn; Doch werf ich meine sorg' auf ihn. Mel. Jesu meine freude ze. 2. Gott sorgt für mich; wenn find nicht vater Für ihrer kinder 1155. Hier wird ſelbſt dem wohl besorgt? Und du, Gott, Bester aller väter, Wärst für mein beil ganz unbesorgt? Du sorgft für mich; ich bin dein kind; Und du bist väterlich gesinnt. Oft sein muth benommen; Seine last zu schwer. Wenn sich wetter thurs men, Unabläffig stürmen, Ach! dann klagt auch er; Und sein herz, Boll angst und schmerz, Klagt in seines unglücks größe, Daß gott fein vergesse. 3. Stets stellt sich deinem helLen blicke Die ganze zukunft of fen dar. Du überfahst mein ganz 2. Deine kümmerniffe, Still, geschicke, Eh mich die mutter noch ochrift, und wisse: Gott vergist gebar. Du warst es selber, des dein nicht. Selbst aus herben sen rath Mein ganz geschick geleiden Schafft er neue freuden; ordnet hat. Kehrt die nacht in licht. Unvers 4. Und du? du solltest das nicht hofft Führt er uns oft Auf den wissen, wenn furcht mich àng rauhsten dornenwegen Größerm ftet, noth mich qualt? Du hart glück entgegen. dein herz vor mir verschließen? Du, der der seinen thránen zählt? Nein! über deiner kinder schmerz Bricht dir dein väterliches her;. 3. Drum lobsing' und preise! Dich liebt der allweise Als sein eigenthum. Stets für uns zu wachen; Alles wohl zu machen; 5. Wie? derer solltest du nicht achten, Für die du deinen sohn doch gabft? Sie ließest du vor dir verschmachten? Du, der du gern mit trofte labst? Du, Vater, der du, die du liebst, Gern bittrer leiden überhübst? ft und bleibt sein ruhm. Eh du's mennst, Der du ist weinst, Wird er dir auch deine zähren Schnell in wonné kehren. 6. Wenn du luft zum verder ben hätteft, Hättst du uns da den sohn gesandt? Hier fühlts mein herz, wie gern du rettest. Von deiner gut o welch ein pfand! Du rettest feinde deines throns Selbst mit dem blute deines sohns! 4. Dieß, o chrift, erwäge, Wenn in gottes wege Sich dein blick vers tieft. Lerne das wohl fassen; Du bist nicht verlassen; Du wirst bloß geprüft. Folge gern Der hand des herrn, Die dereinst, was dich ißt kränket, Dir zum besten lenket. 7. Verhüllen dich schon finstre 1156. Aufm wetter, Doch bist du, Gott, mit hülf uns nah. Ja, helfen willst du, starker Retter, Nur deine stund' ist noch nicht da. Die stunde kömmt; die trübfal weicht, So bald sie ihre frucht erreicht. 8. Du wirst denn auch an mir erfüllen, Was mir dein theures wort verspricht. Du wirst auch meinen kummer stillen. Dir trau ich fest, und zweifle nicht. Bald Mel. Auf meinen lieben Gott zc. 1156. Auf meinen gott ver Mein big herz sich fest. So oft ich im gebete Hin vor sein antlig trete, Wird auf mein kindlich flehn Gott gnädig auf mich sehbit. 2. Sein geist, den er verheißt, Giebt jeugniß meinem geist; Ich sey, obgleich voll sünde, Erwählt zu seinem finde, Und soll durch ihn auf erden Rein, fromm, und heilig werden. 9. Anhang. 71 3. Jft alles dunkel um mich her, Die seele müd' und freudenleer! Bist du doch meine zuversicht; In finstrer nacht, o Gott, mein licht. 4. Er giebt entschloffenheit. Ich stehe fest im streit. Erneut zu got: tes bilde; Bedeckt mit seinem schilde; Werd' ich nicht unterlie gen. Er selber hilft mir siegen. 4. Vertage herz, verjage nie! Die last sey schwer; gott kennet fie. Er weiß den kummer, der dich quält, und geben kann er, was dir fehlt. 5. Und wohl! o wohl mir dann! Hangt mir schon schwachheit an; Durch christum gott versöhnet, Bleib' ich mit heil gekrdnet, Und werd' einst, wenn ich sterbe, Dort feines himmels erbe. 5. Wie oft, Gott, weint' ich, und wie oft Half deine hand mir uns verhofft. Den abend weint'ich, und bald drauf Ging mir ein froher morgen auf. 6. Sagts alle, die gott je gez prüft, Die ihr ju ihm um hülfe rieft! Sagts, fromme: hat er das gebet Des frommen dulders je verschmäht? 6. Gedank, ich fühle dich! Du, du beruhigst mich! Auch in den rauhsten tagen Läßßt du mich nicht verzagen. Nichts müsse diesen glaubenMirie vomherzen rauben. 7. Welch leiden dieser zeit If werth der herrlichkeit, Der, jenseits dieser crde, Jch mich er- 8. Ich ernte meiner leiden lohn freuen werde? Und dem ist sie| Vielleicht in diesem leben schon. bereitet, Den gottes geist hier Vielleicht, daß, eh ich ausgeweint, leitet. Mir gott mit seiner búlf erscheint. 7. Ich weiß, es kommt die stunde noch. Früh oder spät; so kommt sie doch, Wo leiden, das nur stuns den währt, In freudenjahre sich verkehrt. * 3. Nur soll nic frevelhaft Mein bers der gnade kraft Selbst schwa chen; soll nur streben, Wie er mich führt, zu leben. Verführuns gen zu sünden Kann ich dann überwinden. 8. O leite lebenslang, Geist Gottes, meinen gang. Hilf im merdar mir weiter, und bleibe mein begleiter, Der nimmer von mir weichet, Bis ich das ziel ers reicher. 9. Versiegelt bin auch ich, Du Geift des Herrn, durch dich Auf ienen tag der freuden, Wo, fern von schmerz und leiden, Der un schuld, die hier weinet, Ihr rettungstag erscheinet. 9. Wenn mich kein freund ers quicken kann, Darf ich mich meis nem heiland nahn. Ihm schütt' ich frey in seinen schooß Mein hers aus; seine huld ist groß. 10. Einst hat auch er, der menschenfreund, Biel thránen, sie für mich.geweint. Er weiß, wie schwes res leid betrübt, und welche schwachheit mich umgiebt. 11. Er hilft gewiß; ich zweifle nicht. Er hält getreu, was er vers spricht. Der mit uns mitleid haben kann, Nimmt sich barmherzig meiner an. Mel. Herr Jesu Christ, wahr'r 2c. 1157.Glück oder unglück, was es Nehm ich von deiner vatertren, Gott, der Mel. Herzlich lieb hab ich dich zc. mich nie verlassen kann, Vertrau ensvoll und dankbar an. 1158.Dir trau ich, Gott, 2. Nur du, der du allweise bist, Nur du weißst, was mir heilsam ist, Nur du, Gott, siehfst, wie jedes leid Bu ewgen segen mir gedeiht. und wanke nicht, Will gleich von meiner hoffnung licht Der letzte funke schwinden. Mein helfer, Herr, mein Gott bist 79 & nbang. Bist du. Ich weiß, durch dich werd'| vor augen sepn; Des irdschen les ich noch ruh Und freude wieder bens liebe mindern; Doch dich in finden. Von jeher haft du mich deiner pflicht nicht hindern; Viel geführt, und meines schicksals mehr die kraft dazu verleihn. lauf regiert; mit segenvoller va- 3. Ermattest du in deinen pflichs terhand So manche noth hinweg- ten: So laß den tod dich unters gewandt. Unendlicher! Ich trau richten, Wie wenig deiner tage auf dich. Du leiteft mich. Ich sind. Sprich: sollt' ich gutes wohl Lampf und siege, Gott, durch dich. verschieben? Nein, meine zeit, es auszuüben, Jst kurz, und sie vers fliegt geschwind. 2. Schwer ist der kampf der Leiden, schwer! Kaum fühl ich muth und stärke mehr, Die prů fung auszudulden. Doch ewig, Bater, jürnst du nicht. Du gehst nicht mit uns ins gericht; Strafft nicht nach unsern schulden, Bald ist der thránen maaß gefüllt; Bald meiner feele schmerz gestillt. Bald bat gott all' mein flehn erhört, Mich gnug geprüfet, mich be währt. Du, Gott, voll huld! Er hört von dir, Lobsingt in mir Dann meine ganze seele die. * 3. Gott, alle leiden dieser zeit Sind doch nicht werth der herrlichkeit, Die du wirst offenbaren. Bald wird auch mir der dulder lohn. Bald sich auch ich vor dei nem thron Mit treuer kämpfer schaaren, Und danke dir, mein Gott, verklärt, Der ißt mich prüft, dann mich bewährt, Daß ich, von allen leiden frey, Ein feliger des bimmels fey. Barmherziger! Feft, ohne graun, Will ich dir traun; Denn einft werd ich dein antlig schaun, Vom Tode. Mel. Zu dir, o vater aller gute zc. 1159.2 as forgst du angst Plichfür deinleben? Es gott gelassen übergeben, Jft wahre ruh, und deine pflicht. Du follft es lieben, weislich nußen, Es dankbar als ein gut befißen, Berlieren, als verlörst du's nicht. 2. Der tod soll nicht dein her; erschrecken; Doch, bich zur weiss beit su erwerten, Coll er dir siete 4. Denk an den tod, wenn bife triebe, Wenn luft der welt und ih re liebe Dich reizen; und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heute sterben? Und, Fönnt' ich auch die welt erwerben, Beging ich doch solch übel nie. 5. Denk an den tod, wenn deis nem leben Das fehlt, wornach die reichen streben. Sprich: bin ich hier, um reich zu seyn? Heil mir, wenn ich in christo sterbe! Dann ist ein unbeflecktes erbe, Dann ist des himmels reichthum mein. 6. Denk an den tod, in hohen ed ren, und wenn sich deine schätze mehren, Daß du sie nicht zu heftig liebst, und, wenn die güter dieser erden, Dir, eh du's denkst, entriss fen werden, Dich nicht zu sehr darum betrübft. tagen. Kann deine luft sein bild * 7. Denk an den tod in frohen vertragen: So ist sie rein und uns schuldsvoll. Sprich: dein vergni gen zu versüßen; Welch glück werd' ich einst dort genießen, Wo ich unendlich leben soll! 8. Denk an den tod, wenn let den schmerzen. Sprich: alle trübs fal frommer herzen Jft zeitlich, und im glauben leicht. Ich leide; doch von allem bösen Wird mich der tod bald, bald erlösen. E ifts, der mir die krone reicht. 9. Denk an den tod, wenn fre che rotten Des glaubens und der tugend spotten, und lafter ftols the haupt erhöhn. Sprich ben biz felbft: Anhang. 73 selbst: gott trägt die frechen. 7. Tritt im geift zum grab oft Einstwird erfeine wahrheiträchen; hin! Sieh da dein gebein versen und ewig wird sein wort bestehn. Een! Sprich: Herr, daß ich erde 10. So suche dir in allen fällen bin, Lehre du mich oft bedenken! Den tod oft lebhaft vorzustellen: Lehre das mich jeden tag, Daß Dann wirst du ihn nicht zitternd ich weiser werden mag. scheun; Dann wird er dir ein troft in klagen, Ein weiser freund in guten tagen, Ein schild in der versuchung seyn. deiner hand sieht meine zeit. Eh Mel. Jesus meine zuversicht ze.zeiten waren, ward schon mie 1160.Meine lebenszeit ver. Mein leben hier, und auch sein 1 streicht. Stündlich von dir. 2. Rückt meine stunde nun hers eil ich zu dem grabe. Wenig tage finds vielleicht, Die ich noch zu an; Dann schau mich mit erbar leben habe. Denke, mensch! an men an! Hilf mir in meines deinen tod. Saume nicht; denn todesnoth! Mein Herr! mein Gott! Ein fanfter schlaf sey mir eins ist noth. mein tod. 3. Durchstürmt den leib des frankheit schmerz: So stärke das beklommne hers. Selbst in des schmerzen größter wuth Gieb mir den muth, Zu denken: gott machts dennoch gut. 4. Verleih gelaffenheit und ruh! In meinem herzen wohne du Geift Gottes! daß ich ohne graun, und voll vertraun, Kann in die nacht des todes schaun. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, Wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir menschen gaben; Nichts wird dich im tod erfreun. Diese güter sind nicht dein. 3. Nur ein herz, das Jefum liebt; Nur ein ruhiges gewissen, Das por gott dir zeugniß giebt, wird dir deinen tod versüßen; Giebt im leben heiterkeit, Gicht im fterben freudigkeit. Mel. Ich hab' mein fach gott ze. 1161.Dein bin ich, Gott, von 4. Wenn in deiner letzten noth Freunde hülflos um dich beben; Dann wird über welt und tod Dich dieß reine herz erheben. Dann erschreckt dich kein gericht. Gott ist deine zuversicht. 5. Daß du dir dieß her; erwerbst, Fürchte gott, und bet' und wache! Sorge nicht, wie früh du sterbft! Deine zeit ist gottes sache. Lern nicht nur den tod nicht scheun! Lern auch seiner dich erfreun! 6. Schreckt auch dich des grabes graun; Sprich: ich weiß, an wen ich glaube. Ja, ich weiß, ich werd ihn schaun; Schaun in diesem meinem leibe. Auch dem grabe 5. Sen von mir schwachen dann nicht fern! Zeig mir den himmel, Geist des Herrn! Daß ich, wenn ich um gnade fleh, Getröstet seh, Wie der mich liebt, zu dem ich geh. 6. Bist du nur mir nicht fürche terlich, Vater! und erbarmest dich; Bergiebst mir du, und führst mich nicht In dein gericht: So schrecket selbst der tod mich nicht. 7. So, so vollende meinen lauf! So nimm in deine ruh mich auf! Werd ich vor deinem throne stehn, Dein antlik sehn, Wie froh will ich dich dann erhöhn! nahm die macht Des bors ricf: 1162. I will dich noch el. Gott des himmels und ze. ch im tod' erheben; Selbft 74 Anhang. Gelbft nah am grabe preif ich| Dann wird der eitelkeiten tand dish. 3um segen gabst du mir mein leben; Du nimmst es mir, und seg nest mich. Mein Gott, im les ben war ich dein; Dein will ich auch im tode seyn. Von mir in seiner bldß' erkannt! Beym anblick jenes ew'gen lichts Verliert sich ird'sche pracht in nichts. Herr Jefu Chrift! Mein Herr und Gott:: Dieß heil vers dank ich deinem tod. 2. Gott, welche feierliche stunden, Wenn du mich nun der erd' entziehst, Auf mich, den du getreu befanden, Voll schonender erbar mung siehst! Allmächtiger, in dein gericht Gehst du mit mir, erlöften, nicht. 2. Wenn einst auf deinen wink mein geift Des Förpers banden sich entreißt: Dann stark ihn aus der höhe, Daß, ungeschreckt von tod und grab, Ich in des todes thal hinab Getroft und heiter gehe. Die Elarheit jener bessern welt Schaff, wenn mich dunkelheit bes fällt, In meinem finstern herzen i.cht, und heiterkeit im angesicht. Dann Jefu Chrift, Mein Herr und Gott:: Dann wird ein schlummer mir der tod. 4. Wie sollt ich vor dem tode beben, Da du, Erlöser, für mich farbst? Er ist durch dich der weg jum leben, Das du am kreuze mir erwarbst. Wie du ihn gingst, will ich ihn gehn. Wie du, werd' ich jes werde gott Der sünden nicht auch auferstehn. 3. Doch wenn mein geift mit bangigkeit Sich dennoch vor dem tode scheut, Weil ihn die sünden kränken: Dann mach', o Herr, dein mittlertod Mein herz gewiß; gedenken. Der trost, den du auch mir erwarbst, Als du zum heil der fünder starbst, Stark mich, wenn andrer trost entweicht, und mach' den schweren kampf mir leicht. O Jesu Christ! Mein Herr und Gott!:,: Verlaß mich nicht in meinem tod! Wann dieses Leibes irdne bütte, Die ist mein geist bewohnt, jerfällt; Dann geh ich mit gelaß nen schritte Den weg zu gott aus dieser welt. Ich bin getrost und sage nicht; Denn gott ist selbst mein heil und licht. 5. Ob leiden schon mich dann amringen: Mir dann die bångsten schrecken draun. Du, Herr, halfft mir die welt bezwingen. Mit dir darf ich den tod nicht scheun. So nah dem lohn, den gott verspricht: So nah am ziele sink' ich nicht. 6. Ich will dich noch im tod' ers heben; Selbst nah am grabe preis ich dich. Denn ewig werd ich bey dir leben. Wie segnest du, mein Bater, mich! Für mich ist selbst der tod gewinn. Wohl mir, daß ich erlöset bin! 4. Auf kurze zeit schließt sich zur ruh Mein thránenvolles auge zu, Und schlummert in dem staube. Doch meine hülle bleibt nur hier. Mein geist schwingt sich gleich auf zu dir. Ich weiß, an wen ich glaube; Und du, der mich zum grabe ruft, Rufft mich einst wieder aus der gruft! Dann o Mel. Herzlich lieb hab' ich dich, ze. 1163.Mein heiland, wenn wie schön verklärt erscheint Mein er: freut Im glauben auf die herr lichkeit Des ew'gen lebens blicket, Das du für mich bereitet haft: Wie leicht dunkt mir dann jede loft, Die mich bienieden drücket. leib, mit mir aufs neu Herr Jesu Chrift! Mein Herr und Gott!:,: Zum leben führß du durch den tod. 5. Du bleibst mein troft; mich schreckt einft nicht Der erde brand, Unhang. 75 den, Laß mich meinen lauf gut enden. brand, das weltgericht, Der don- befehle Meine feele Deinen häns ner der posaunen. Vor deinem thron werd' ich dann stehn, Dich, 5. Vielleicht sind meiner tage Richter aller völker, sehn, Dich fehn und froh erstaunen. Auch viel. Ich bin vielleicht noch weit mir schenkst du dann jenes heil, vom ziel, An dem die krone schim Der auserwählten seligs theil. mert. Doch seys, daß erst in spås Ich soll, dein mund sagt mir es ter zeit Die hütte meiner sterbliche zu: Ich soll lebendig seyn, wie keit Der tod zu staub zertrümmert. du. Herr Jesu Christ! Mein Herr Durch dich Hoff ich Reiche faaten und Gott!:,: Stärk diesen glau- Guter thaten Auszustreuen, Die ben einst im tod. jur ernte dort gedeihen. Mel. Wie schön leucht't uns der zc. ie wird mir dann, 1164.Wien o dann mir seyn, Wenn ich, mich ganz des herrn zu freun, In ihm entschlafen werde; Von keiner fünde mehr entweiht; Entladen von der sterblichkeit; Nicht mehr der mensch von erde. Seele! Seele! Stärke, tröfte Dich, erldste, mit dem leben, Das dir dann dein gott wird geben. 6. O wie wird, Jesu! dann mir seyn, Wenn ich, mich deiner ganz zu freun, Dich dort anbeten wers de; Von keiner fünde mehr ents weiht; Ein mitgenoß der herrlichs keit; Nicht mehr der mensch von erde. Preis dir! Daß mir Durch dein Leiden Jene freuden Offen stehen. Ewig will ich dich erhöhen. Mel. Werde munter mein gem. ze. eute, sprach mein 1165. heiland, heute; An sein blutigs kreuz erhöht, Als ein fünder ihm zur seite Sterbend noch um gnade fleht; Heute, so bes theur ich dir! Heute noch sollst du mit mir In das paradies erhas ben, Theil an meiner wone haben. 2. Theures wort aus jefu muns de! Fest versiegelt durch sein blut! In der finstern todesstunde Giebst 3.Verachtedann destodes graun, du freudigkeit und muth. Wenn Mein geist! er ist der weg zum der christ nun scheiden soll, Bleibt schaun; Der weg im finstern tha- er fester hoffnung voll; Sieht die le. Er sen dir nicht mehr fürchternacht in licht verwandelt; Weiß lich! Zum allerheiligsten führt dich gewiß, wohin er wandelt. Der weg im finstern thale. Reich- 3. Ohne zagen kann er sterben; lich, Herrlich, Unvergänglich, Seine seele stirbt ja nie. Jhr drobt Ueberschwenglich, Wird dich trd nicht nur kein verderben; Auch sten Dort das erbtheil der erlösten. kein schlaf betäubet sie, Wo sie erst 4. Herr! Herr! ich weiß die stun- aus langer nacht Nach jahrhuns de nicht, Die mich, wenn nun derten erwacht. Nein! sie soll zu mein ange bricht, zu deinen tod neuem leben, Scheidend, schon ems ten sammelt. Vielleicht umgiebt por sich heben. mich ihre macht, Eh ich dieß flehen 4. Theures wort des ew'gen noch vollbracht, mein lob dir auslebens! Trößte du mein brechend gestammels. Vater! Bater! Ich hers; Und dann ängstet nur vers ges 2. Ich freue mich, und bebel doch; So drückt mich meines elends joch, Der sünde fluch darnieder. Der herr erleichtert mir mein joch. Es stärkt durch ihn mein herz sich doch, Glaubt, und erhebt sich wieder. Jesu! Jesu! Laß mich streben, Dir au leben, Dir zu sterben, Deines vaters reich zu erben. 76 Anhang. gebens Meinen geift der trentem lauf Den geift in seine hände. nung schmerz. Er sinkt nicht in finsterniß; Denn wahrhaftig und gewiß ft das wort des treuen jeugen. Hier muß jeder weifel schweigen. Auch weckt er meinen leib eins auf, Daß er mich ganz vollende. Ich bin getroft und unverzagt. Er hats den seinen zugesagt: Ich leb', und ihr sollt leben. 3. Wird gleich mein leib des todes raub: Er wird doch wieder leben; Wird einst aus der verwes sung staub Sich neugebildt erhes ben, Wenn du, o großer Lebenss fürst, Nun deinen todten rufen wirst: Erwacht nach meinem bilde! 4. Wie froh und herrlich werd' ich dann Vor dir, mein Heiland, stehen! Dann nimmst du mich mit chren an; Läßft in dein reich mich gehen. Forthin von keiner last beschwert, An leib und feele gang verklärt, Leb' ich bep dir dann ewig. 5. Nun, wenn ich von hier soll scheiden, Bagt mein herz nicht mehr in mir. Dort sind unbefleckte freuden; Aber müh und fünden bier. Stein auch noch so frühes grab Kürzet je mein leben ab. Es soll nur, los von beschwerden, Beitiger veredelt werden. 6. Selig, frey von sünd' und mangeln, Ja! von nun an selig ist, Brüderlich begrüßt von engeln Der im herrn entschlafne christ. Ras sein glaube je gethan, Jedes gute werk folgt dann Geiner feele von der ecden Hin vor gott, sein lohn zu werden. 7. Nun denn! wohl mir! ich ist mir In iener welt bereitet. * 5. O welch ein seligs theil defehle, Einst, wenn ich kaum Der freuden füll' ist, Herr, bey lallen kann, Die durch dich er- dir, zu der dein geist mich leitet. Isse feele, Heiland, deinen hän- Ich werde dort in deinem reich, den an. Du, Herr, hörst und stär- unfterblich, deinen engeln gleich, Fest mich! Rufest mir auch zu, daß Vollkommer luft genießen. ich noch am tage, da ich sterbe, Deine herrlichkeit ererbe. 3. Sa noch an demselben tage Geh ich in den himmel ein, Los von aller furcht und plage, Herr, ben dir daheim zu seyn. Dort ge nieß ich deines lichts, Bis der tag des weltgerichts Auch dem grab die macht entwendet; Ganz die seligkeit vollendet. 6. Denn da, wo du bist, sollen die, Die hier dir treu sind, leben, und ewig frey von schmerz und můh Jhr siegreich haupt erheben. was sind leiden dieser zeit, Herr gegen jene herrlichkeit, und unbegränzte freuden! 7. Dieß wort voll wonne müffe mich Im stillen oft entzücken! Und unauslöschlich muß es sich In meine seele drücken, Daß oft mein auge dorthin blickt, Wo keis ne schwachheit mehr mich drückt, Nie sinnenluft mich blendet. S. Mich stärke dieser blick zum fleiß Der heil'gung nachzujagen, und, als dein junger, dir junt preis, Dein fanftes joch zu tras gen. Fühl ich auch hier noch noth und schmerz: So triste dieß das Und ihm will ich auch sterben. bange hers; Es kommt ein bes 2. Jhm geb' ich nach vollbrach- res leben. Mel. Von der Auferstehung. Mel. Allein gott in der höh 2c. 1 166.Mein heiland lebt! er macht Des todes gan; bezwungen, und fiegreich aus des grabes nacht zu gott sich aufgeschwungen. Er ist mein haupt; fein sieg ist mein. Sein soll mein ganzes leben seyn; Anhang. 77 Uuch als Morgenlied zu brauchen. zuversicht. Du Wel. Werde munter mein ze. Mel. Herr, deine allmacht reicht zc. 1167. Herr, du bist meine lebst, und ich foll leben. Du wirst I168. Wenn ich einft von mir, wort schlum Der freuden fülle geben. Deinmer, Welcher tod heißt, aufers junger kommt nicht ins gericht; steh; Frey von dieses lebens kums Denn du bist seine zuversicht. mer, Nun den schönern morgen seh; dann wach ich anders auf! Schon am ziel ist dann mein lauf. Träume sind des pilgers sorgen, Großer tag! an deinem morgen. 2. Hilf, daß keiner meiner tas ge, Geber der unsterblichkeit, Im 3. Hier trag' ich deine fanfte gericht mich einst verklage: Es last, Und fühle meine würde, sey ganz von mir entweiht. Auch Die eitle welt, die sich nicht faßt, noch heute wach ich auf! Dank Höhnt sie für schmach und bür sey dir! zu dir hinauf Führ mich de. Sie höhne nur! das irrt ieder meiner tage, Jede freude, mich nicht; Denn fest steht mei- iede plage. ne zuversicht. 3. Gern muss ich sie vor mis sehen, wenn ihr letzter nuit ers scheint; Ich ins todesthal soll gehen, und mein freund schon um mich weint. Lindre dann des todes pein; Laß mein end' ihm lehrreich seyn, Daß ich ihn zum himmel weise, Und dich, Hers des todes, preise. 2. Hier geh ich oftmals weis nend hin, Den saamen auszu streuen. Dort wird der herrlich fie gewinn Der ernte mich er freuen. Auch tief in noth, verzag' ich nicht! Denn du bist meine suversicht. 4. So darf ich auch den tod nicht scheun. Mein geist kann ia nicht sterben. Er eilt, ben dir da heim zu seyn; Eilt, dort mit dir zu erben. Dieß, wenn das matte herz nun bricht, Ißt meine frobe zuversicht. 5. Berfällt schon dieser leib in ftaub; Du kommst, ihn herzustel len; und ihn, nur hier des todes raub, Wird dort kein tod mehr Vom Weltgerichte. fallen. Dieß ist im finstern thal Mel. O ewigkeit, du donnerw. zc. mein licht; Dieß stärket meine juversicht. 1169. Der einst zum wohlte dich erkief, Dein retter, dein versöhner, ist Dein richter auch, o erde. Ver. deckt ist seiner zukunft zeit; Ge wiß, daß er in herrlichkeit Einst plönlich kommen werde. Vers nimms, o erd, und beßre dich. Der tag des schreckens nahet sich. 7. In diesem glauben stärke 2. Warum verzieht, so fragt mich. Laß mich den troft empfinder spott, Mit seinem weltgericht den; Den großen trost, daß ich noch gott? Hört, fünder, hörts durch dich Den tod soll überwin- mit beben! Euch, die ihr frech den. Tod und verwesung schreckt mich nicht; Denn du bleibst meis ne juversicht. ihm widerstrebt, und in der boss beit sicher lebt, Sur beßrung frift zu geben. Doch bald ist ever 6. Wenn erd' und himmel einst vergehn; Auch dann darf ich nicht beben. Nie, Herr, kann dieß dein wort vergehn: Ich leb' und ihr follt leben. Nicht tod, nicht grab, nicht weltgericht Entreißt mir diese zuversicht. Unhang. 78 euer maaß erfüllt. Zagt! der zu richten kommt, vergilt. seit dem ersten tag der zeit Auf diesem erdkreis wohnen; Nur dem allwissenden bekannt, Un zählbar, wie am meer der sand; Hier stehn sie vor dem richter. 3. Dann öffnet sich, euch fluch zu draun, Der abgrund jener ew' gen pein mit allen seinen schrek ken. Dann wird, wenn dieser fluch euch droht, nicht berg noch meer, nicht grab und tod, Euch vor dem richter decken. Denn nun nicht mehr erbarmt er sich, und sein gericht ist fürchterlich. 3. Hier muß der falsche wahn der welt Der wahrheit unterlies gen; hier, wo das recht die wage hält, Wird keine bosheit siegen; Hier ist zur buße nicht mehr frift; Hier gilt nicht mehr betrug und lift; Hier gilt kein falscher zeuge. 4. Wann gott zur erde süricht: vergeh! Und donner aus der tief 4. Der richter spricht; der hims and hob Ihr innerstes erschüttern; mel schweigt; Und allevölker hös Ihr bau kracht von der flammen ren Erwartungsvoll und tiefges wuth, Und felsen, mürbe von der beugt. Kommt! erbt das reich der glut, Im sturz, wie glas, ser, ehren; So spricht er zu der from splittern; Wann, vor den richter men schaar; Zu der, die wider hingerückt, Der spötter glaubet, spenstig war: Weicht, weicht ihr und erschrickt: übelthäter! 5. Dann ist nicht mehr zur buße 5. O Herr, mit welcher majes seit. Wo wollt ihr dann barmher- stät Wirst du dein urtheil fällen! sigkeit, Wo hulf und rettung fin: Die fünder, die dich hier vers den? Die ihr der sünden maaß schmäht; Sie stürzen hin zurhölnoch häuft, Fühlt, eh euch dieser len. Da trifft sie unerforschte tag ergreift, Die lasten eurer sün- pein. Wer wird da noch ihr den, Daß nicht ihr selbst euch einst retter seyu? Jhr warten ist vers verflucht, und in verzweiflung loren. lindrung sucht. 6. Doch deiner frommen leid und müh Verwandelt sich in wons ne, Und herrlichkeit umstralet sie, Gleich als der glanz der sonne. Nun schn sie mit erstauntem blick, zu welchem unnennbaren glück uns glaub' und lieb' erhöhen. 7: Sie gehn in jenes sel'ge reich, Das ihnen gott beschieden. Undschmecken, seinen engeln gleich, Des himmels hohen frieden. Das Mel.Es ist gewißlich an der zeit zc. ftückwerk wird vollkommenheit. 1170. Schon ist der tag Rein kummer, keine traurigkeit 6. Tag gottes! tag der ewigFeit! Du predigst uns den werth der feit Laut mit des donners stimme. Mensch! nüße sie zu dei nem heil, Damit gott nicht zum Lohn und theil Dir ew'ge pein bestimme. Denn ewig wird der fünder pein, So wie der from men wonne, seyn. * 8. Mein heiland! laß mich dein gericht Oft und mit ernst bedenken. Es stärke meine zus versicht, Wenn hier mich leiden Franken. Es reize mich gewiss senhaft, Und, eingedenk der res chenschaft, Nach deinem wort mel Wo, wer hier ie gewohnet, Sein loos aus gottes handen nimmt, Das ihm nach werken lohnet. Er Fömmt, er kommt, des menschen fohn; Erkömmt; und wolken sind fein thron, Und engel sein gefolge. 2. Hier an dem rand der ewigFeit, Hier stebn die millionen, Die zu wandeln. Unbang. Mel. Mache dich mein geist bereit. Vom ewigen Leben. err, ich bin dein ei: Dein Mel. O Gott des himmels und za 1171.5 ist auch mein leben. Mir zum 1172. Nach einer prüfung beil, und dir zum ruhm, Hast du mirs gegeben. Väterlich Führst du mich Auf der prüfung wegen Meinem ziel entgegen. 2. Einst kömmst du mit großer kraft Zum gericht auf erden, Dann soll ich zur rechenschaft Dargestellet werden. Dein gericht Schont dann nicht, Richter aller welten; Denn du willst vergelten. 3. Weh dann mir in ewigkeit, Wenn ich deine gabe, Meine fråfte, meine zeit, Hier gemiß braucht habe! Weh dann mir! Hab ich hier Dein geschenk verschwendet, Thdricht angewendet! 79 wartet uns die ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die klage In göttliche zufriedenheit. Hier übt die tugend ihren fleiß, und jene welt reicht ihr den preis. 2. Wahr ist's; der fromme schmeckt auf erden Schon man chen fel'gen augenblick; Doch alle freuden, die ihm werden, Sind ihm ein unvollkommnes glück. Er bleibt ein mensch, und feine ruh Nimmt in dem herzen ab und zu. 4. Möchte täglich dein gericht Mir vor augen schweben! Mocht ich immer, meiner pflicht Treu zu bleiben, streben, Daß ich nie Thdricht sie Aus den Augen sette, Noch mit fleiß verlegte. 3. Bald stdren ihn des Förpers schmerzen, Bald das geräusche dieser welt, Bald kämpft in feis: nem eignen herzen Ein feind, der öfter siegt, als fällt; Bald sinkt er durch des nächsten schuld n kummer und in ungeduld. 4. Hier, wo die tugend öfters leidet, Das lafter öfters glücklich 5. Lehr mich, Gott, gewissen ist; Woman den glücklichen bes haft Meine tage zählen; Eingesneidet, und des bekümmerten vers denk der rechenschaft, Nur, was gist; Wer kann je sicher hier von gut ist, wählen. Gieb, daß ich Ernstlich mich Täglich und auch hente, Zum gericht bereite. pein, Wer frei von eigner schwache heit feyn? 6. Beigt die ewigkeit schon sich Furchtbar in der nähe: Ist wohl das die zeit, daß ich Erst um gnade fiche? Wenn der tod Mir schen droht: Kann ich deinen willen Dann wohl noch erfüllen? 5. Hier such ichs nur, dort werd' ichs finden; Dort werd' ich heilig und verklärt Der tugend ganzen werth empfinden; Den uns aussprechlich großen werth. Jhn, der die lieb' ist, werd' ich sehn, Jhn lieben, ewig ihn erhöhn. 7. Mein gewissen straf alsbald 6. Da wird der vorsicht beil's Mich um jede sunde: Daß ich, ger wille Mein will' und meine Herr, durch dich alsbald Gnade wohlfahrt seyn; und lieblich wes such und finde. Rufe du Dann sen, heil die fülle Am throne got.. mir zu: Alles ist vergeben. Süntes mich erfreun. Dann läßt ges der, du sollst leben. winn stets auf gewinn Mich fühei len, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im licht ers kennen, Was ich auf erden dun kel sah; Das wunderbar und hei lig nennen, Was unerforschlich hier geschab; Da denkt mein geist mit 8. Dann, am tage des gerichts Werd ich mit den frommen zu dem anschaun deines lichts Gnå dig angenommen. Wonnevoll, Jefu, soll Dich im höhern leben Dann mein dank erheben. go Unhang. mit preis und dank Die schickung| grab, Das ziel von meinen thras im zusammenhang. 8. Da werd' ich zu dem throue bringen, Wo gott, mein heil, fich offenbart, Ein heilig, heilig, beilig! singen Dem, der für mich gekreuzigt ward; Dem aller him mel lob ertönt, Daß er die sün derwelt versöhnt. nen! Was wäre meines lebens glück Mehr, als ein flücht'ger augenblick; Mehr, als ein bans ges sehnen? Was sind die freu den diefer welt, Wenn ew'ge nacht uns einst befällt? 9. Da werd' ich in der engel schaaren Mich ihnen gleich und beilig fehn, Das nie gestörte glück erfahren, Mit frommen stets from umzugehn. Da wird mit jedem augenblick Ihr heil mein beil, mein glück ihr glück. 3. Der leiden welche große zahl If oft in diesem dunkeln thal Das loos des pilgerlebens! Hies ist das lafter oft beglückt; und feufst nicht, tief in ftaub gebückt, Die tugend oft vergebens? Wie manchen geift beugt flaveren! und wer bleibt hier von irrthums frey? 10. Da werd' ich dem den dank bezahlen, Der gottes weg mich gehen hieß, und ihn zu millionen malen Noch segnen, daß er mir ihn wies. Da find ich in des böchsten hand Den freund, den ich auf erden fand. II. Da ruft( o möchte gott es geben!) Vielleicht auch mir ein fel'ger zu: Heil dir! denn du, du baft das leben, Die seele mir ge rettet! du! Gott! wie muß bas glück erfreun, Der retter einer feele seyn! 12. Was fend ihr, leiden die fer erden Doch gegen jene herrlichkeit, Die offenbart an uns foll werden Von ewigkeit zu ewigs keit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie, It doch ein augenblick voll müh! Mel. O ewigkeit, du donnerw. zc. edanke voller feligtroft der sterblichkeit! Glaub' an ein ew'ges leben! Was war mein Daseyn ohne dich? Mit welchem schauder würde mich Die zukunft oft durchbeben? Umsonst erhübe sich mein herz Zum himmel bey so manchem schmerz. 2. Ich irrt' ein dunkles thal binab Bis an mein schreckenvolles 4. Heil mir, daß mich mein schöpfer schuf! Die ewigkeit if mein beruf, und stufe nur dieß leben. Zwar diese hulle fällt einst ab, und asch und moder füllt mein grab; Doch wird mein geist sich heben; Sich heben über erd und staub; Dann keinem tode mehr ein raub. 5. Heil mir! mein frohes ang erblickt Die lieben, die, nun schon beglückt, Vor mir den sieg erstritten; und andre lieben fol gen mir. Gott, alle sammelst du zu dir In iene friedenshütten; und meinem blick enthüllt sich dann, Mein Gott, dein großer weiser plan, Wel. O vaterhert, o licht, o zc. auchst! es ist eine II74 Wo tapfre streiter gottes nun, wanden, Bon aller threr arbeit ruhn. Dort fließen ferner keine zähren. Kein mund läßt dort noch seufzer hören. Dort ängsten schmerz und plagen nie. Dort sind wir selbst der furcht entrüks ket. Ruh, die den müden geißt erquicket, Folgt auf des Lebens lag und müb. Anhang. 81 2. Chrift, froh entschlaf auf Völlig, Völlig Giebt sich ihnen, Jesu namen; Denn der ist, wenn Die ihm dienen, Der ju kennen, du stirbst, die nah. Voll freu- Den sie hier schon vater nennen. digkeit sprich: amen! amen! Die feyerliche stund' ist da. Ich bin am ziel! genug gelitten! Genug gerungen, und gestritten! Er ist vollbracht; der schwere lauf! Nun folgt die ruh; aus allen leiden Schwing' ich mich nun in ew'ge freuden Zu dem verklärten mitt ler auf. 5. Vor seinem antlik wandeln sie, Auf ewigfrey von aller müh, Und schmecken seine gute. Dieß glück, das sie mit wonne nährt, Den frieden ihrer herzen stört Kein feindliches gemüthe! Kein neid, stein streit Hemmt die tries be Reiner liebe Unter feelen, Die, ganz heilig, nicht mehr fehlen. Mel. Wie schön leucht't uns 2c. ein ganzer geist, 1175.Mit Gott, wird ent * 6. Gott, welche schaar ist dort vereint! Die frommen, die ich hier beweint, Die find ich droben wieder. Die deine liebe hier verband, Sie knüpfet deine vaückt, Wenn er nach jenem erbe terhand Nun all' in eins, als blickt, Das du uns dort bereibrüder. Ewig Werd ich Fren test, Wo du, von uns schon hier von mängeln Selbst mit engeln erkannt, Durch neue wunder dei Freundschaft pflegen. O ein ums ner hand Zum vollen schaun uns gang voller segen! leiteft. Secle! Seele! Deinen brüdern Preis in liedern Gottes treue, Daß mit dir sich jeder freue. 7. Wo ist mein freund, des höchsten sohn? Wo find ich ihn? wo glänzt sein thron? O himms 2. Was sind die freuden dieser| lisches entzücken! Jhn, der mich zeit, Gott, gegen jene herrlich keit, Die wir bey dir dort finden. Du stellst uns hier auf erden zwar Viel wunder deiner gute dar, Daß wir sie froh empfinden. Doch hier Sind wir Bey den freuden Noch mit leiden Stets umgeben. Dort nur ist vollkommnes leben. liebte bis zum tod; Jhn meinen herru, und meinen gott, Jhn, ihn soll ich erblicken. Jeſu! Jesu! Wie wird ewig, Ja, Herr, ewig, Dir zu füssen Sich mein Herz int dank ergießen! 3. Dort ist kein tod mehr, und kein grab. Dort trocknest du die thrånen ab Von deiner kinder wangen. Dort ist kein leid mehr, kein geschrey. Geworden ist nun alles neu; Das alte ganz ver gangen. Rühmet! Rühmet! Denn, ihr frommen! Sollt, entnommen Allen plagen, Dort vor keiner 8. Wie herrlich ist die neue welt, Die gott den frommen vorbehält! Wer konnte sie erwerben? Du, Jesu, der du sie erwarbst; Als du für deine menschen starbst! Ach, hilf mir sie ererben! Ein stral, Ein stral Jener sonne, Jes ner wonne Stärk' mich schwachen, Einst den tod mirleicht zu machen. jukunft zagen. 4. In gottes höherm heilig: Erschallet seines namens ruhm Von millionen zungen. Hier stammelten sie nur sein lob. Was hier ihr lied nur schwach erhob, Wird würd'ger dort besungen. Mel. Jesu, meines Lebens leben 2c. 1176. Wprechlich I so unauss selig werden wir im himmel seyn! Denn die freuden sind unzählig, Die dann ewig und erfreun. Seis ne forgen, Feine zähren werden * 3 Dent Unhang. 82 den genuß dort stören. Gott! zu welcher seligkeit Führst du ans durch diese zeit! 2. Hier zwar ist, was du den frommen Dort für glück bereitet haft, Noch in keines herz gekom men; Kein verstand hats noch ges faßt. Nach der erdé kurzen lei den Warten dort der ew'gen freu den Mehr, als ie ihr herz begehrt, Aller, die dich treu verehrt. 3. Neue wunder deiner gute Stellen ihrem Blick sich dar. Mit erstaunendem gemüthe Nehmen fie stets heller wahr; Deine huld fen überschwenglich, Groß das heil und unvergänglich, Das dein rath bort jedem giebt, Der hier red lich dich geliebt. 4. Dann wirst du dich unsern feelen Offenbaren, wie du bist. Keine wonne wird uns fehlen, Da wo alles wonne ist. Zu so hohen feligkeiten Wird uns da der mittler leiten, Die er, als er für uns starb, Uns in müh und pein erwarb. 5. Da wird deiner Finder men ge Ein herz, eine seele seyn; Liebe, dank, und lobgesänge Dir, Gott, ihrem vater, weihn; Dir und dem, der selbst sein leben Willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm treusten freund, Sind wir ewig dann vereint. 6. D wer sollte sich nicht seh nen Aufgelöst und da zu seyn, Wo nach ausgeweinten thränen Engelfreuden uns erfreun. Kims pfer tragen siegespalmen. Dul der fingen freudenpfalmen. Auf die angit folgt heitre ruh. Gott, wie hoch befeligst du! 7. Was ist unser loos auf erden, Obs auch noch so köstlich sey? Ganz ists niemals von beschwers den, Ganz von kummer niemals frey. Bittre thränen weint oft heute, Wer noch gestern hoch sich freute. Dort, wo uns kein wechs sel beugt, Sinkt die wonne nie; fie steigt. 8. Auf! bestimmt zu folchem glücke Sey, o feele hoch ers freut! Täglich richte deine blicke Auf des himmels herrlichkeit. Streb' auch du mit allen from men, Strebe, dorthin einst zu kom men! Trachte, weil du hier noch bist, Nur nach dem, was droben ist! 9. Ohne heiligung wird keiner, Herr, in deinen himmel gehn. Mache drum mein herz stets reis ner, Daß auch ich dich möge sehn! Hilf du selber meiner feele, Daß sie nicht den weg verfehle, Der mich sicher dahin bringt, Wo man ewigs lob dir singt! Regis Register des Anhangs. A. 49 48 70 43 Ach wann werd ich von der 43 Ein herz, o Gott, in leiden fiets 50 Auf deine weisheit bauen Ein pilger nur, ein gast bin 50 Auf gott und nicht auf Eins ist noth! ach, Herr, dieß 39 Auf meinen gott verläßt Erbarm dich, Gott! mein Allen menschen und auch mir 52 Erbarmer deiner menschenkind.36 Allen, welche nicht vergeben 56 Erhebet gott, ihr frommen Erhör, o Gott, das heiße flehn 32 B. Erinure dich, mein geift, erfreut 19 Er ist erstanden; christus lebt 22 Es ist vollbracht! oft denk ihm 19 F. 9 Bewahr mich, Gott, daß nie 41 Bringt preis und ruhm dem 20 C. Chrift aus deinem Herzen Christen, unser leben eilt. Christ, stets sey keuschheit D. Dankbar fall ich vor dir nieder 35 Dank, iesu, dir! ach sind wirs 36 Dein bin ich, Gott von ewigkeit 73 Dein bin ich, Herr, dir will ich 41 Dein heil, o chrift, nicht zu 29 Dein leben, Gott, ist seligkeit Dein wort, o Höchster, ist vollk. 27 Der alle welten überschaut 48 Der droben in der höhe wohnt 13 Der du dein wort mir hast 27 Der du, dem tode nah, für die 56 Der du der strafen schwere last 18 Der du für uns dich in den 16 Der du unfrer huldreich denkest 24 Der du voll blut und wunden 17 Der einst zum wohnplaß dich 77 Der für die fünder starb, Der für mich gekreuzigt war 22 Der wollust reiz zu widerstreben 64 Des leibes warten und ihn 62 Dich, Freund der menschen, 51 Dich Herr und Vater aller welt 1 Die ihr christi jünger send Diensifertig soll ich seyn Dieß ist der tag, den gott Dir, Gott, dir will ich fröhlich 2 Dir trau ich, Gott, und wanke 71 Du, der aus edlem triebe Du, deß sich alle himmel freun 31 33 34 16 69 13 64 54 II 80 26 II 10 Froh dank ich, Bater, dir, daß 24 G. Gedanke voller feligkeit Geist der weisheit, kraft und 26 Geist vom vater und vom elobet seyst du Gottes Sohn Gelobt fey gott! er ist ersch. Gelobt seyst du barmherziger Gerührt erhebe gottes ruhm Gieb mir, o Gott, ein herz Glück oder unglück, was es Gott, deine gute reicht so Gott, dein ist majestät und Gott, Herrscher über alle lande 32 Gottes sohn ist kommen Gott ist gegenwärtig Gott, meiner seele großen Gott Bater, der mit gnade Gott, vor dir erscheinen wir Groß, Herr, ist deine herrlichk. 23 Gut und heilig ist dein wille 46 30 46 10 9 39 28 53 71 9 59 31 H. Herr, du bist meine zuversicht 77 Herr Gott dich loben wir, Herr gott wir danke dir, Dein segen 7 Herr Gott dich loben wir, Herr gott wir danken dir.Dir Vater 7 Herr, höre! mit beklommnem 36 Herr, ich bin dein eigenthum 79 Herr lehre mich, wenn ich der 47 Herr, mein Versöhuer, der du 55 Herr, stärke mich, dein leiden 14 Ha Register des Anhangs. Heute, sprach meint heiland, 75 Send barmherzig; chriften, 54 Hier wird selbst den frommen 70 Sohn des höchsten, wir sind 34 So hoff' ich dann mit festem 39 J. So iemand spricht, ich liebe 51 So lang ich athme, Gott So tief der mensch gesunken 12 T. I Tag, der erleuchtung uns geb. 23 Tag, den mir der herr gemacht 35 Cheuer, Gott, ist deine gute 37 11. um gnade für die fünderwelt 18 Urquell der vollkommenheiten 45 V. 77 3 Von dir auf diese welt gerufen 55 Vom grab, an dem wir wallen 12 Von ganzer seele preis ich dich 2 23. Was ists, daß ich mich quale 69 Was sorgst du ängstlich für 72 Welch edles unschäßbares gut 61 Welch hohes benspiel gabst du 51 Wenn du des nächsten ehr' 58 Wenn ich einst von jenem Schöpfer deine Wenn ich, Wer bin ich? welche wichtge 60 53 Wer dieser erde güter hat Wer sich des heilands rühmen 42 Werther Trofter, fom hernied. 25 Wie groß ist des allmächtgen 4 Wie mannigfaltig sind die 63 Wie reich, mein Heiland, an 15 Wie felig, Gott, ist der ger. 38 Wie so unaussprechlich felig. SI Wie theuer, Gott, ist deine 37 Wie viele freuden dank ich dir i Wie wird mir dann, o dann 75 Willst du der weisheit quelle 44 38 Wir glauben all' an einen Wir wallen hier als pilger 67 Wohl dem, der begre schaße 66 Wohl dem, der mit stillem 49 Wohl dem, der richtig wandelt 57 3. 8 Jauchst, chriften, jauchzet Jauchzt, es ist eine ruh vorh. So Ich komme, Herr, und suche 33 Ich komme vor dein angesicht 30 Jeh preise dich, o Herr, mein 34 40 73 21 Ich weiß, an wen mein herz Ich will dich noch im tod Jefus lebt, mit ihm auch ich In trübsal, christ, sey unverz. 68 Köftlich, wie so köstlich ist 27 £. Laß es, Jefu, mich empfinden 58 Lob, preis und ehre bringen 6 Lobsinge meine feele Lobsingt! das licht stralt wieder 27 21 Meine lebenszeit verstreicht 73 Meine feel'! ermuntre dich, 14 Mein ganzer geist, Gott, wird Si Mein Gott, laß mich doch nie 66 Mein heiland lebt, er hat die 76 Mein Heiland, wenn mein geift 74 Mein leib foll, Gott, dein temp. 65 Mit fröhlichem gemüthe 5 N. 59 Nach einer prüfung kurzer tage 79 Nach meiner feele feligkeit Nicht, daß du's schon ergriffen 61 Nicht mürrisch, finster, unges. Nicht um ein flüchtig gut der Nie bist du, Höchster, von uns 57 25 4 D. Oft klagt der chrift, wie schwer 42 67 D Gott, mein irdisch leben DHerr, mein Gott, durch den 49 O Sohn Gottes im staube 17 Schau, großer Herr der herrl. 22 Schon ist der tag von gott Schweigt, zweifel, die ihr euch Schwingt beilige gedanken 78 69 3ur arbeit, nicht zum müssigg. 66 31 Bu gott, o feele, schwing dich auf 45 Biblische Vorlesungen an den Sonntagen. Vormittags. Evangelium Marci. und 2 Epistel an die Corinther Tvangelium Johannis. Episteln Petri, Johannis, Jacobi Evangelium Matthäi. und Judå. Evangelium Luca. Anmerk. 1. Wenn solchergestalt das Neue Testament geendet ift, so kommen nachher diejenigen Bücher auf den Vormittag, die vorhin Nachmittags verlesen worden, und die auf den Nachs mittag, die vorhin am Vormittage gebrauchet sind. Numerk. 2. Wenn ein Buch von obigen eher zu Ende kommt, als das mit ihm zugleich vorgeschriebene, so werden auserlesene Stücke aus dem Alten Teftamente, sonderlich aus den Pfals men und Sprüchwörtern, so lange verlesen, bis das andere Buch geendigt ist. Dormittags. Psalm 40, fonderlich v. 618. oder was in der Ordnung folget. Vachmittags. Epistel an die Römer. Apostel- Geschichte. Epistel an die Galater bis an den Philemon. Biblische Vorlesungen an Festen und ähnlichen Tagen. Nachmittags. Epiftel an die Hebråer und aus der Offenbahrung Johannis C. 1 5. C. 15. C. 20, 11-15. C. 21. C. 22. 1 Johan. C. 4, v. I 16. Pfalm 90. Djalm 33. Am I. Advents, Sonntage. Rim, C. 8, v. 28:39. Am I. Weihnachts, Tage. Hebr. C.2. Am II. Weihnachts- Tage. Am Santage Am Neuen 1 Tim. C. 3, v. 15. Ein Pfeilers. €. 4, v. 16. nach Weihnachten. Pfalm. 139. Jahrs, Tage. Pfalm 67. Dormittags. Ephef. C. 2,$.422. achmittage. Am Feste der Erscheinung Christi. I Joban. C. 1. Die Passions: Geschichte. Rom. C. S. Am Lage Marià Reinigung. Coloffer C. 2. Fasten Zeit. Am Sonnt. Quinquag. Matth. C. 16, 13. oder 21-28. Invocatit. 1 Cor. C. 1, v.18-31. Reminise. 2 Cor. C. 5, v. 14-21. Oculi. Hebr. C. 12, V. 1:15. Låtare. Joh. C. 17. Palmarum. Jes. C. 52, v. 13 C. 53, V. 12, Am Lage der Verkündigung Maria. Johan. C. 6, s. 47-58. oder Psalm 111. Batth. C. 28. Jefatà C. 42,$. I: 12, Um grünen Donnerstage. 1 Corinth. C. 15,$. Í 22. Die Passions Geschichte. Am L. Offer: Tage. Hebraer E. 4, v. 14-€.5, v.9. Ephef. C. 1, v. 2/23. 1 Corinth.€. 2. 3o5. C. 14, s. 1:17. fuck€. 3, 8.222. Am II. Ofter Tage. 1 Petr. C. 1, sonderlich v.3.21. Auf Christi Himmelfahrt. 1 Corinth. C. 15, V.35 58. Hebraer C.9, v. 24/ C. 10,$. 14 Am I. Pfingst Cage. Römer C. 8, v. I- II, Um II. Pfingst Tage. Am Feste der Dreyeinigkeit. Apoft. Gesch. C. 2) v. 32-47. 5 B. Mos. C. 6, v. 1-15. oder Jef. C. 48, v. 10/22. Am Johannis, Tage. Die in der Ordnung folgende oder Jesaia 40. ganz. Am Tage Maria Heimsuchung. Pfalm 145. 1 Chron. C. 30,$. 10:18. Am Engel Feste. f: 103. Pf. 104, t. Is 15. 24 35. Am Reformations Feste. Qattb. E. II,$. 20-30. 1 Corinth. C. 3. Ber Vermehrtes Gebet- Buch Aus Arnds, Gerhards, Lassenii und anderer evangelischen Lehrer geistreichen Büchern zusams men getragen, Rebst den Kirchen- Collecten und Antiphonen. Hannover, 1827. 2476 1. Wochen: Morgen- und AbendGebete. Gebet um die Gnade des berlicher aufmerkung unfers ge. heiligen Geistes, daß man recht und GOtt wolgefällig beten könne. mühtes, ohne heuchelen und ehrs geiz; und daß wir nichts von dir begehren, als nur allein was dein göttlicher wille, dein leb und ehre, darzu unserer seelen feligkeit ist. Verleihe auch, daß wir alles das: ienige, was wir von dir bitten, mit starkem glauben und gewisser sus versicht von deiner milden güte zu wissen noch begreifen erlangen, ungejweifelt hoffen; Fönnen, was und wie wir beten auch dir hierinnen nicht seit, tiel follen; du aber überschwenglich zu oder maaß der hülfe setzen; sondern thun vermagst, über alles was wir uns deinem gnädigen willen, der bitten und verstehen mögen: so allewege der beste ist, in allen dinschreven wir, geuß über uns aus, gen mit starker hoffnung und ges nach deiner verheiffung. den geißt duld, in demuht unserer herzen, der gnaden und des gebets, der gänzlich unterwerfen. Darzu gib uns ben dir vertrete mit unaus| gnade, daß wir nicht vor dir liegent fprechlichen feufzen; auf daß wir dich mit mund und herzen andäch tig, in rechtem ernst anrufen, und dir ein angenehmes lob- opfer brins sen mögen. HErr! thue unsere lip pen auf, daß unser mund deinen ruhm verkündige. Erwecke unsere feele und gemühte, daß wir uns nicht nur mit unserem munde zu Dir nahen, und dich alleine mit den lippen ehren, aber das herz ferne von dir sey; sondern verleihe uns gnade, daß wir dich, als die rechts fobaffene anbeter, im geifte und in der wahrheit, ohne andere und fremde gedanken, aurufen mit mit unserm gebet auf unsere ges rechtigkeit, sondern auf deine groß fe barmherzigkeit, und in dem nas men deines lieben sohnes JEſu Christi, in welchem wir freudigkeit haben, vor deinen gnaden fluhl iu treten, und dich mit kindlicher zuversicht unsern lieben vater zu nennen. Stärke uns auch, daß wir vom beten nicht abgefchrecket mers den um unserer unwürdigkeit wils len. O du gütiger GOtt! so hilf nun, daß wir( jego allhier im hause GOttes und sonst) an allent orten aufheben heilige hånde, ohne zorn, swietracht und zweifel, und emfigs lich Ewiger, barmherziger GOtt, du vater un fers HErrn JEsu Chrifti! weil wir nicht 4 Morgen Gebet am Sonntage: lich anhalten mit fleben, damit mir, was mir zu meiner zeitlichen wir nach deiner gnädigen verheif und ewigen wolfahrt ndhtig und fung, was uns an leib und seele nüglich ist. Auf die dein wort sus ushtig ist, von deiner milden gütel che ich, o HErr! laß mich dein vas empfangen,( und insonderheit in terherz finden. Auf dein wort gegenwärtiger allgemeinen gefahr Elopfe ich an: thue mir, o Herr! und noht hülfe und rettung er die thür deiner gnaden hier in dies langen) durch deinen lieben ein- fer welt auf, und öffne mir endlich gebohrnen sohn JEfum Chrißum die thür deines ewigen himmels unsern HErrn, amen. reichs, um JEfu Chrifti deines lieben sohntes willen, amen. Gebet um die Gnade recht zu beten, und um gnd dige Erhörung des Gebets. Morgen- Gebet am Sonntage. In deinem namen steh ich auf, Err! segne meinen lebens. lauf: 2. Herr, mein hort und mein erldser! laß dir wolgefallen das opfer meines mundes und das gespräch meines Bedecke mich aus huld und bergens vor dir. Laß mein gebet bordir tügen, wie ein rauch- opfer, und das aufheben meiner hände, wie ein abend- opfer. Höre mein gnaden Für fünden, unglück, noht and schaden. wort, merke auf meine rede, vers 3. Lob und dank, preis und ehre sey dir, barmherziger nimm mein schreyen, mein könig GOtt und vater, du getreuer hus und mein Gott, denn ich will vor ter Ifrael, der du nicht schläfest bir beten. HErr! frühe wollest du noch schlummerst, daß du dieſe meine ftimme hören, frühe will ich vergangene nacht an mir deine mich zu dir schicken und darauf barmherzigkeit erzeiget, meinen merken. Höre die stimme meines feind vertrieben, und mich frisch, fehens, wenn ich zu dir schreye, gesund und ohne gefahr schlafen fey mir gnädig, und verbirge dich lassen; daß du mich behütet wie nicht vor meinem flehen. Merke einen aug- apfel im auge, und mich auf mich und erhöre mich, denn ich beschirmet unter dem schatten rufe täglich ju dir; erfreue die fee deiner flügel, auch mir vergöns le deines knechtes,( deiner magd) net, das licht dieses tages wieder denn nach dir, HErr! verlanget frölich anzuschauen. O vater! mich. Meine seele wartet auf dich so groß ist deine liebe: wer kany von einer morgen mache bis zur sie aussprechen? Ich preise dich andern. Mein herz hält dir vor um alle deine wunder, und danke bein wort: Ihr sollt mein antlig dir für alle gnade, die du mir von fuchen: Bittet, so wird euch ge mutterleibe an, bis auf diese fluns geben: suchet, so werdet ihr fin de erwiesen haft. Ich erkenne gar ben: klopfet an, so wird euch auf zu wol, daß ich meiner fünde und gethan. Auf solch dein wort su undankbarkeit wegen so groffer che ich auch HErr! dein antlig; ich gute nicht wehrt bin. Aber, ach thue meinen mund getroft auf ,! grundgütiger GOtt! gedenke an und bitte dich berlich, ohere! gib beine barmherzigkeit die von der welt Abend Gebet am Sonntage: dich über mich( und alle die meis nigen) und sey mir gnädig, iest, in der stunde meines todes, und am tage deines leiten und stren. gen gerichtes, um deines beiligen namens willen, amen. Abend- Gebet am welt her gewesent ift. Erbarme dich aufgenommen werde. erbarme über mich armen elenden men fchen, vergib mir alle meine sunde, und jeuch deine hand nicht von mir ab. Ja vater! gedenke an das theure blut, das dein kind JEsus für mich vergoffen hat, um dessen willen sen mir gnädig, und verwirf mich nicht von deinem heiligen angesichte. Nimm mich aber auch heute diefen tag in deinen väters lichen schuß und schirm. Bewahre meine seele, daß sie nicht aus den schranken deiner gebote trete. Wehre dem fatan, daß er mich nicht zu falle bringe.Bandige mein tigen fleisch und blut, daß es mich nicht verführe. Gib mir himmli-! sche gedanken, und zeuch mich von So schreckt mich nacht und höl, Sonntage. Der tag ist bin: es kömmt die nacht/ Err! schüge mich durch deine macht, Und bleib im finsterniß mein licht; le nicht. der lust dieser welt ab. Ach vater! mich völlig von dem Err GOtt vater ( chlafe per findet auftehen: tag 4. mel, und Herr meines sich meine seele durch die predigt lebens! dein thun ist ja lauter beines heiligen wortes weiden, bis güte und treue; Du hast mich dies sie endlich zu ihrem eigenen hirsen tag lebendig erhalten, und mir ten JEfu in den himmel wird auf alles gute erzeiget, auch mich nach genommen werden. Behüte mir deiner grossen und untergründlis auch diesen tag nach deinem vå- chen barmherzigkeit für allem übel terlichen willen leib und leben; behütet, mein leben erhalten, und beschůze mich durch deine heilige mich mit wolthaten überschüttet: engel, und laß sich kein böses zu ia dein aufsehen hat meinen odem Darum preiset dich meiner hütten nahen. Denn in bewahret. deine väterliche hånde befehle ich meine feele, und mein mund ist voll alles, was mein ist. Du bist mein deines ruhmes. Billig aber muß pater, ich dein kind; ach! laß mich ich mich schämen, daß ich mich in deine heilige hande, tum zeit- auch heute an dir versündiget, und lichen und ewigen segen fiets ein- nicht rechtschaffen in deinem wege gezeichnet bleiben. Du licht der gewandelt habe. Aber, ach HErr! menschen, las leuchten dein ant mer fanu merken, wie oft er fehle lis über mich, daß ich im lichte Vergib mir doch auch die verbors wandele, und heute deinen fab- gene fehler; hilf mir um deines bath also heilige, daß ich der schul- namens willen, du troft Ifraels! Digen ehre, die dir gebühret, und vertilge meine misſethat wie eine der werke der Liebe, damit ich mei wolke, und meine fünde wie den nem nächsten verpflichtet bin, nicht nebel; reinige mein gewissen von Bergeffe; bis ich endlich, kraft allen tobten merken durch das blut der frölichen auferstehung deines JEfu Chrifti; siehe deine hand fobnes JEsu, auch zu dir, zu dem nicht von mir ab, und verlaß mich Schaue, liebßter vater! igen ruhetage des bimmels nicht. jest 03 6 Rorgen Gebet am Montage. feit bricht die nacht herein, und, willen nicht betrüben oder beschä es ist ganz finster um mich. Ach Du mein licht! verlaß mich nicht. Meine sonne! gehe ja nicht unter digen können. Damit nun ferner mein mund deines ruhmes und deines preises täglich voll sey; so in meinem herzen. Lege die wachevergib mir alle meine fünde, und Deiner heiligen engel um mich, thue mir wol. Gedenke nicht der baß sie mich( mein haus und hof, fünden meiner jugend, noch meis mein weib und kind, und alle das ner übertretung; gedenke aber meinige) für allem schaden und meiner nach deiner barmherzigkeit gefahr gnädiglich bewahren. Ge- um deiner güte willen, und regiere fegne meinen schlaf, und treibe mich heute, diese angehende woche, das schrecken des fatans ferne von und die ganze zeit meines lebens, min, daß dieser mein feind keine daß ich in allem meinen vornehs macht an mir finde. Laß mich in men deinem worte folge. Behüte dir ruhe haben, o grundgütiger mich, liebster vater! für der vers vater! Dein beiliges wort, das ich suchung des satans, und meines beute gelehret bin, sey mein leit eigenen fleisches und blutes, daß stern und mein licht. Dir befehle ich nichts übels thue, noch wider ich mich, meine hoffnung stehet dich fündige. Laß mich deine heis zu dir. In dir schlafe ich ein. Laß lige engel auf allen meinen wes mich unter dem schatten deiner gen behüten, daß ich für allem allmächtigen flügel wol bewahret schaden väterlich behütet werde. seon Nimm dich meiner feelen Denn dir, o GOtt! übergebe ich ferner an, und laß mich nach dei meinen leib und feele,( mein haus nem willen morgendes tages dir und hof, mein weib und kind, und au lob und ehre frölich wieder er alle die meinen.) Behüte, schüße wachen, um der fürbitte deines und erhalte mich, daß sich kein geliebtesten fobnes JEfu willen, übel zu mir nahe. Sey du mein febild und schirm, fegne meinen eingang und ausgang, und verlaß nicht, die deinen namen kennen. Eröfte alle betrübte und Franke. Hilf allen nohtleidenden und vers trübe unglücks wolle nach deis lassenen. Und wenn auch eine nem willen über mich kommen follte, so gib mir geduld und raht. Gesegne auch, liebster vater! heute und die ganze woche über meine arbeit und wahrung, und die werke meines berufs, daß meine mühe und arbeit nicht verlohren sey. Laß mich stets an dich gedenken, dich in meinem herzen behalten, und deine furcht vor augen haben, daß ich chriftlich lebe und selig sterbe: das verleihe mir um Jefu Christi deines lieben fobnes wib len, amen. amen. Abend Morgen- Gebet am Montage. meinen anfang und mein ende Geb ich, Err! in deine hände: Vater! sich mir gnädig bey, Daß der tag gesegnet sey. 5. armherziger, mildreiche ster GOtt und vater! in dieser morgen- stunde erscheine ich vor dem throne deiner göttli chen gute mit herzlichem danke, daß du nach zurück gelegter finste rer nacht mich abermahl gefund und frisch aufsehen lassen. Ova ter! deine hand hat mich geschüßet, baß mich der fatan nach seinem Abend Gebet am Montage. 7 10 GOtt! und unter dem schatten deiner gnaden flügel traue ich. Wehre dem satan, und der bösen welt, daß sie mir weder am leibe noch an der feele schaden zufügen können. Laß meine glieder fanft ruhen und schlafen, das her; aber stets zu dir machen, daß ich auch im traume dein gedenke. Ach! gnádiger GOtt, trdsie auch in dieſer nacht alle bekümmerte und verlass fene menschen; laß deine gute als fuch dieser tag ist bin, allen angefochtenen und betrübten lergütigster, liebreichester au katten kommen. Gen gnädig Gott und vater! und ich bin an der ganzen christenheit beinem demselben durch deine stets was auserwählten häuflein; und gib, chende gnädigste vorsehung vater daß wir allesamt den weg beiner lich bewahret worden. Deinter gebote willig laufen. HErr GOtt barmherzigkeit danke ich dafür allmächtiger vater! in beinem nas von ganzem Herzen, und flehe dich men schlafe ich ein, laß die heilis in dem namen deines geliebtesten gen engel meine wachter um mich sohnes JEfu Chrifli demühtigk seyn, und mich zu rechter zeit dir au, vergib, o vater! mir deinem iu lob und ehre wieder erwachen. Finde, womit ich dich diesen tag Dir sey lob und ehre in ewig, in gedanken, worten und werken, Feit, amen. beleidiget habe. Ach GOtt voll guade und güte! gedenke an das theure und blutige löfe- geld mei- Morgen- Gebet am Dienstage.. nes erlosers JEfu, um dessen wil len sen mir gnädig, und rechne mir weder meine wiffentliche noch JEfu, meines lebens leben! verborgene fehler zu. Erbarme Dir sey alles, was nur mein, bich meiner, o liebreichester GOtt! Dir sey leib und feel ergeben, Ich liege hier vor deinem heiligen Laß es dir befohlen seyn. Angesichte mit bußfertigem und lerfreundlichster, liebret. chester HErr JEsu, ges gläubigem 7. ach GOtt! sey mir armen fünder liebtefter beiland! beinem heili. gnädig. Wende die augen deigen namen und deiner theuren ner väterlichen barmherzigkeit zu liebe hab ich es zu danken, daß die mir, und laß deinen heiligen se finstere schatten dieser nacht mich gen, schuß und schirm auch diese nicht in die finstere nacht des todes infiehende nacht über mich kom- versehen können. Ja du sonne der men. Bewahre mir leib und gerechtigkeit! bu haft mich an leib feele, alle das meinige, und die und seele gnädiglich behütet, und meinen, für aller gefahr und noht, mich nach deiner allmacht auch dies daß uns kein schrecken und be sen tag erleben lassen. Du sorgest trübniß beunruhige. Sey du unslia, mildreicher heiland! täglich fer wächter, unser heil und bort. für mich, und überschütteft mich Auf dich allein verlasse ich mich, mit deiner gnade viel tausendmahl mefr 04 Abend Gebet am Montage. Der tag entweicht: ich fleh zu dir, Mein licht, mein Jesu! bleib bey mir, Schüg mich durch deine gua den hände Von nun an bis zum lezten ende. 8 mehr, als ich die verdanken kann) und würdig bin. Denn ich erkenne, Daß ich bisher nicht rechtschaffen an dir und mein Abend: Gebet am Dienstage. Ien! te mehr auf das zeitliche als auf Jesu, licht der frommen ste dich gerichtet habe. Ich erkenne, Laß in deinen wunden- höblen daß mein und meine werke vor deinen allerheilig Sen augen nichts sind, als fünde und ungerechtigkeit, wodurch Diese nacht mein bette seyn, Ach! so schlaf ich ruhig ein. 8. Wie kann ich deinen na ich) den torn deines himmliſchen vaters men gnugsam erheben, und den ewigen tod vielfältig ver- und deine liebe fattsam preisen, Dienet babe; aber ich bitte dich, o allerliebster HErr JEsu Christe! boldseligster HErr JEsu! der du Deinem gnaden- flügel habe ich es aller menschen fünde getragen und zu danken, daß ich mit allem, was gebüffet bas, auch allen bußfer- ich um und um bin, diesen tag tigen fündern deine gnade ver gnädiglich behütet, und für allem [ prich; ach! sey auch mir armen leide bewahret worden, auch daß fünder gnädig und barmherzig; mein werk wol gelungen ist. Ach vertritt mich mit unaussprechli JEsu! gedenke auch meiner ferner chem seufzen vor deinem himmli- im besten, und laß mir bey dieser fchen vater, und laß mich gnade einbrechenden finstern nacht, deine vor ihm und vor dir finden. Ach barmherzigkeit nicht untergehen. HErr JEsu! laß dein heiliges blut Sey du, o mildester heiland! bis an mir armen fünder nicht verandas ende meines Lebens, mein Lobren seyn. Regiere mich auch licht und mein hort. Gedenke heute diesen tag durch deinen hei nicht meiner übertretung, damit tigen geift, daß ich das bdse meide, ich diesen tag wider dich mishans und in deinem dienste getreu sey. delt habe. Bergib mir alle meine Laß alle meine glieder zu deinen wissendliche und unwissendliche ehren wirken, alle meine gedan fünde; wirf sie in die tiefe des Fen, worte und werke auf dich meeres, und gib mir hinfübro gerichtet, und in dir gethan seyn; deine gnade und deinen heiligen bewahre mich, du allmächtiger beyßand, daß ich um deiner liebe fchlangen- treter, für der höllischen willen mich aller luft zu fündigen Schlangen bis und verführung. entschlage, mein heri bir allein Beschüße mich für der welt betrug zinraume, und in deiner erkennts und lift, und laß mich unter dei niß und furcht fiets beharre. O nem anddigken schuße fenn und liebreicher Jesu! tritt doch diese unbeschädigt verbleiben. HErr nacht in meinem berien mitten JEsu! dir befehl ich heute und al- ein, und sprich: Friede sen mit Tereit meinen leib und feele,( meindir. Durch deine kraft wehre dent weib, kind, haus, hof, und alle das fürften der finsterniß, daß er min meinige,) ach! laß deinen fegen nicht schade. Treibe alle betrübs Bets über mir bleiben. Gesegne die niß leibes und der feelen von mir werte meines berufes, und gib mir ab. Sey diese nacht mein schuß meinen beschiedenen theil. Gorge und schirm, daß mir nichts bes du für mich, oJEsu! und verbleibe ses begegne. Herr! ich bin Rets mein heil, so werde ich bier bein und du bis mein, du mein und dort genug haben, amen. haupt, Abend Gebet am Diensege. Borgen Gebet am Mittwochen. Jaupt, verlaffe nicht das glied an beinem leibe. Zu deinen heiligen wunden habe ich alle meine suvers sicht, ach laß mich darinnen ruhen. Gesegne meinen schlaf, und las Die füffigkeit des heiligen namens JEfu meine feele erfreuen. Er balte mir mein leben nach deinem willen. Lege die feurige und hei lige wache deiner engel um mich, und um alle das meine, daß ich an dem morgenden tage unbeschädigt wieder aufwache, und dich, HErr! mit freudigem munde preise. Er höre mich, o JEfu mein licht! um bein selbst willen, ameu. machen, und laß mein her deinen tempel und wohnung fenn. Ach HErr allmächtiger GOtt! du bis mein vater, ich dein kind; verlaß mich nicht, denn auf dich bin ich geworfen aus mutter leibe, mein glück und unglück steht allein bep dir: Coll ich nach deinem willen diesen tag glück haben, so verleihe mir deinen beystand, daß ich mich deffen wol bediene. Goll aber auc ein unglück über mich kommen, so gib mir geduld es zu ertragen. In deinem namen, o vater! fans se ich alles an, gib daß ich mein werk in deffen fraft vollbringe, für deinen väterlichen beykand dir stets herzlich danke; mit dem, was mir deine gute verliehen hat, mich findlich begnügen laffe, und nicht nach mehren oder verbotes Jesu! komm, verweile nicht.nem trachte. Beuch mich von Nimm mich auf zu deinen gnaden, Morgen- Gebet am Sittewochen. Meiner seelen troft und licht, 9.D der welt und ihrer lust ab; ich bes gehre ihrer nicht. Gey du mir nur, Und bewahre mich für schaden. mein GOtt! nicht schrecklich, in HErr GOtt vater und der noht! denn wenn ich nur dich HErr meines lebens! habe, so frage ich nichts nach him. Ich danke dir von grunde meiner mel und erden. Du bist mir feelen, daß du auch in dieser verwehrter, als alle schage der welt. gangenen nacht die hand deiner Ach! gib, daß ich dich, du süsse väterlichen barmherzigkeit über liebe, nimmermehr verlasse: Bleis mich gehalten, mich durch den be diesen tag und allezeit bey mit. schuß deiner heiligen engel behi- Ich befehle dir alle das meinige, tet haß, und mich zu deinem lobe auch alle meine freunde und feine wieder aufstehen laffen. Ich bitte de; jene erfreue, diese befchre. dich, durch Christum deinen sohn, Nimm dich auch, nach deiner grofs meinen heiland, ach grundgütiger sen liebe, aller armen und nohtlei. bater! laß mich dir diesen tag zu benden, aller bekümmerten und gleicher gnade, liebe und vorsorge troflofen, und infonderheit aller befohlen seyn. Regiere mein hert, verlobrnen und irrenden schaafe sinn und gedanken, worte und Ifraelis ans sey das ewige heil dei merke, durch deinen wehrten heiliner kirchen, und laß auch mich in gen geiß, daß ich nichts übels thue, derfelben ein wahres und lebentis noch dich beleidige. Leite mich auf ges glied seyn, daß, wenn ich aus ebener bahn. Gib mir die erkennt diefem leben scheiden soll, ich zu die niß, deine liebe je mehr und mehr in den himmel aufgehoben werde. zu erkennen. Gib mir das verch vater! erhöre mich und gewels langen und die kraft mich derfels re mich meines gebets, in dem nas ben is mehr und mehr würdig iu' men deines fohues Jefu, amer. Abends 10 beno Gebet am Mittewogen. Abend Gebet am Mittewochen. Wirst du mich, Jesu! selbst be wachen, Bo darf ich mir nicht sorge machen. Drum bleibe boch, ich schrey gu dir, Die nacht und lebenslang bey für meinem verführerischen fleisch und blute, daß es mich nicht vers führe noch zu falle bringe. Sen du in dieser finstern nacht das licht meiner feele; und wenn ia unglück, gefahr und noht über mich koms men sollte, so halte mich, HErr! unter dem schirm deiner hände, daß es mich nicht treffe. Bewahre mich für bösen schändlichen traus men, daß ich auch im schlafe nicht Erbarme in dieser nacht aller menschen, die ju dir rufen. Sen der kranken troßt, der armen schuß, der wäisen und witwen juflucht, aller mensehen vater und versorger. In deinem namen schlafe ich geruhig ein. HErr! bleibe ben mir sey mein wächter und schuß. Ich befehle IO. guddiger himmlischer vater! der du den tag zur arbeit und die nacht zur ruhe geschaffen, ich will mich auch itzo zurruhe be geben; aber meine angst mehret sich um ein groffes: denn mein herz und gewissen zeiget mir, wie man nigfaltig ich durch übereilung, nachläsſigkeit, versäumniß meiner mich dir, und bitte, laß mich an besserung und auf andere weise dem morgenden tage frdlich aufs dich, o du getreues vater her: wachen. Hast du aber beschloffen, Diefen tag erjürnet, und wie ich daß ich in dieser nacht von hinnen dannenher in dieser hereinbre- scheiben soll: ach HErr! so gib, daß chenden finsterniß mehr deinen ge- ich recht bereit sey. Mache es mit rechten zorn, als deinen schuß und mir, wie du willt, dein wille ges gnade verdienet habe. Ich kommelfchebe. Sen mir gnädig, und laß aber dennoch, als iener verlohrne beine gute über mich kommen, sohn wieder, und bitte um gnade Denn ich hoffe auf dich, amen. und vergebung. Ach vater! verstoß dein gefallenes und schwaches Morgen: Gebet am Donnerstage. Unter deinem schug, o Gott! fürcht ich weder noht noch tob. Sey mit mic, gib raht und that, Bis mein thun ein ende hat. tind nicht im zorne. Gedenk an dein eigenes wort, ja an deinen schwur, daß du nicht begehreft den tod des fünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. Es ist mir alles leid, was ich misgehandelt habe. Bekehre du mich, HErr! so werde ich bekehret. Nimm deinen heiligen gewaltiger Gott, lieber geist nicht von mir, sondern leite II.allmächtiger, starker und mich durch denselben, dir fets himmlischer vater! der du mich nach deinem willen zu dienen und von mutterleibe an bis auf diese immer heiliger zu werden. Ach ftunde lebendig erhalten basis vater! nimm auch diese nacht mich, ich komme vor dein majestätisches bein küchlein, unter deine flügel. angesicht an diesem morgen, und Bewahre mir leib und feele, alle preise dich um alle deine barms bas meine, und alle chrißen, für herzigkeit, die du auch in dieser des teufels und der welt bosheit, nacht väterlich an mir erwiesen ha ர். CHRIST Abend Gebet am Donnerstage: Baft. Deiner allmacht habe ich es schändlichen reden, fluchen, schwd. ju danken, o vater! daß ich gesund ren und narrentheidung, daß nicht wieder aufgekanden. Ach HErr! dein fluch über mich komme. Ber bu erzeigest mir ja tausendfältig wahre mein herz für bösen gedans viel gutes. Ich aber muß mit Fen, und meine glieder für verbos herzlicher reu und leid bekennen, tenen werken. Laß mich aber den daß ich nicht vor dir wandele, noch ganzen tag in deiner furcht dir zur fromm bin, wie sich es gebühret. ehre und mir zur feligkeit jubrins Aber, ach GOtt! gedenke an die gen; um JEfu Chrifti deines ges fürbitte deines fohnes, meines geliebtesten sohnes, meines heilans creuzigten heilandes. Vergib ih des willen, amen. Abend- Gebet am nen, vater! sprach er: sie wissen nicht, was sie thun. Ach! ich fün dige oft unwissend, und werde übereilet von meinen eigenen fleisch und blute; es ist mir aber leid, o Gott! ia es ist mir leid, daß ich dich so oft versuche. Ach vater! vergib mir es doch um deines na: mens willen. Ergeige deinem und vers hoß dein schwaches kind nicht im 12. nade und güte, der du Err vater! voll jorne. Du bist ja mein vater, von ewigkeit her ist das dein name. barmherzigkeit erweisest bis in das Laß mich wieder gnade bey dirtausende glied; wie soll ich deinem finden, und erbarme, dich auch namen gnugfam ehre und ruhm heute diefen tag über mich. Dein geben, daß du mich so herzlich ges beiliger geift regiere mich zu allear liebet, und diefen tag ohne allenguten und stärke mich, daß ich tåg- schaden und gefahr hinbringen lass lich, ia fündlich gottseliger und sen. Ach vater! nimm an meiner Dir gefälliger werde; deine heiligestatt das vollkommene opfer deis engel beschügen mich für allem bdnes liebsten sohnes JEfu Chrift ( en. Denn siehe, o HErr! meinen an, und sey mir um seinet willen leib und feele, und alles, was mir auch ferner gnädig und barmhers deine gnaden- hand gegeben hat, sig; denn ohne dich, mein Gott! befehle ich dir zu deinen treuen var bin ich in der finsternis dieser terhånden. Sey du mein, und nacht verlohren. Du aber bist mein aller menschen, die dich erkennen licht und starker hort, nimm mich und fürchten, licht und heil. Sey in deine gutaden- arme, o Gott! mit mir in allem meinen thun, der du verheiffen, meiner nimmers daß ich in deinem namen, und auf mehr zu bergessen. Mein herz ist Deinen befehl in dem amte und betrüber meiner fünde wegen, das Bande, darein du mich gesehet hast, mit ich dich auch heute vielfältig wache. Laß es alles wol gerahten, beleidiget habe; ach GOtt! vergib das ich mein fücklein brot für sie mir, und schaffe in mir einen mich und die meinien, nach dei freudigen geift, daß ich in wahrem ner zusage von deiner hand mit vertrauen stets zu dir rufen mås danksagung empfange. Regiere ge: Abba, lieber vater! Segne teine junge, und behüte mich für diese nacht meinen schlaf, daß es Donnerstage. Esu! dessen starke macht ich den ganzen tag bewacht, Sey auch diese nacht mein licht; Schüge mich, und laß mich nicht. Morgen Gebet am Freptage. nicht ein fünden schlaf sey. Laß men und elenden menschen so gnd meine seele stets ihre ruhe in dir dig bewiesen; und bitte dich fle baben. Und wenn meine augen! hendlich, ach HErr JEfu! zeige mir und glieder ruhen, so halte du, auch heute diesen tag deine gestalt, o mildreicher GOtt! deine augen denn sie ist lieblich. Erfreute die gets wachend über mir, daß mich seele deines Kindes mit deiner heis fein unfall berühre und sich kein ligen gegenwart. Stärke mich mit bsses zu meiner hütten nahe. Ich dem beystande deines wehrten heis übergebe auch diese nacht deiner ligen geiftes. Vergib mir alle meis väterlichen vorsorge meinen leib, ne sünde und missethat, mit wels seele und alle das meine, HErr! cher ich bisher wider dich und deis forge für mich. Wenn ich schlafe, ne heilige liebe misgehandelt has HErr! so wache für mich, daß ich be; und regiere heute und alles für allem leid behütet, in deiner seit mein ganzes leben, und in gnade wieder erwache, und dich demselben meine werke, daß ich preise. Träfte auch in dieser nacht nichts böses thue, nichts gutes uns alle bekümmerte und betrübte, terlaffe. HErr JEsu! stärke meis und laß allen, die den namen deinen glauben, mehre meine liebe nes sohnes JEfu in wahrem glau- zu dir, und gib mir ein feßes vers ben anrufen, hülfe wiederfahren. trauen zu deinem heiligen versöhs Und weil der schlaf ein vorbote des nungs- blute. Zeuch mich nach dir, todes ist; so verleihe mir, o güti- so werde ich den weg deiner gebos ser vater! deine gnade, und den te nimmermehr vergessen. Herr beysand deines geiftes, daß ich Esu! der du an dem heutigen mich also zubereite, daß ich am tage deinen heiligen Leib in das ende meiner tage jur ewigen ruhe grab legen lassen; ach! gib mir des himmels aufgenommen werdeine gnade, daß ich meine sünde de. Erhöre mich, und erbarmetief vergrabe, und sie nimmers dich mein, o Gott! um der kraf mehr über mich herrschen laffe. Ja, tigen fürbitte deines sobnes JE HErr JEsu! wirfdu sie alle binter fu willen, amen. dich zurück. O freundlichfier beis land! decke meine übertretungen ¡ u, und zeuch mir deine heilige gerechtigkeit an. Laß mich heute in deinem lichte wandeln, und unter dem schuße deiner heiligen engel sicher seyn. Gesegne mich an leib und feele, bewahre mich ais einen aug- apfel. Nimm dich meis Morgen- Gebet am Freytage. Laß mich, Err! mein thun und dichten Ganz zu beinen ehren richten. Laß mich heute dir allein Seilig, fromm, ergeben seyn. 3 13. herzlichgeliebtester Eindes. Und wenn der satan und Jefu! wie sanft und wol habe ich andere meine sichtbare und uns biefe nacht geruhet und geschlafen!| sichtbare feinde an mich wollent wie vergnüget bin ich nun wieso laß das zeichen deines beiligen ber aufgestanden! Ach getreuester blutes ihnen ein schrecken, und beiland! deine liebe ist in der vermir ein sterker schuß seyn. Sey gangenen nacht mein schild und du, o JEfu! mit mir in allen meis schirm gewesen. Ich danke dir für nen verrichtungen; laß sie wol alle deine gute, die du an mir ars Igerabten, wenn sie in dir gethan ✔ Abend- Gebet am Freytage. Beschüge mich in dieser nacht Mein Jesu! durch der engel wacht, Süll mich in So kann ich bend Gebet am Freytage. find. Erbarme dich auch aller, die mit meinen fünden mannigfaltig dir anhangen, und gib einem ie- betrübet habe, und nicht gedacht den sein täglich brot, und verlaffe an die codes angst, die du meines dein firchen- hauflein nicht, dessen übertretungen wegen im di- garten er hirte du bist. Gib uns fer ausgestanden haß. Ach Herr ner die füffigkeit deiner heiligen JEsu! vergib mir es doch um dets liebe zu geniesſen: und wenn wir ner heiligen wunden und um deis endlich am ende unsers Lebens nes blutes willen. Ach! zeige mit, den weg des todes gehen sollen, wie deinen jüngern ju Jerusalem, ach HErr JEsu! so laß deinen deine heilige feite, darinnen teh tod unser leben, und dein heiliges ruhen und sicher seyn möge. HErr grab unsere ruhe seyn, daß wir JEsu! vergib mir meine bekannte durch den tod zum leben eingehen. und unbekannte sünden, und ents Erhöre uns, o JEfu! um deines sündige mich durch dein heiliges namens und um deiner liebe wil blut und leiden. Laß mich diese len, amen. nacht, mich dein armes kind, deis ner gnade und aufsicht empfohlen fenn. Laß deinen heiligen frieben über mich kommen an leib und feele, und mich in den fels- löchern deiner heiligen wunden wol vers wahret bleiben, daß ich das mors gende tageslicht frölich wieder anschaue. Sen allen gnädig, die dich in wahrem vertrauen antus fen, und erbarme dich der ganzen chriftenheit. Fördere die gerechs lob! der tag hat ten, und bekehre die gottlosen, daß sich abermahl genei- dein heiliges blut ta an niemans get, und die nacht ist herbey kom den verlohren sey. O HErr JEsu! men; ich tomme auch immer eis laß mir in dieser nacht das licht nen tag nach dem andern näher deines göttlichen troftes und deis zu dem grabe und zu dem tode. Ach ner gnade sters helle scheinen, daß allergütigster und liebreicheffer meine feele allezeit ju dir wache, JEsu! deine gnade und grund- und ich allhier im glauben meine lose güte hat auch diesen tag freude an dir habe, bis ich dich an barmherzigkeit an mir erwiesen, ienem tage von angesicht zu anges und mich unbeschädigt bewah- sicht schauen werde; das bitte ich ret. Getreuester Immanuel! wie dich, o mein heiland! um deiner forgest du so väterlich für deine theuren liebe und verheiffung wils tinder! wie beschüßest du sie so len, amen. Fräftiglich für allem unheil! Ach! Ott 14. Gott daß ich dir so vollkommen dienen Morgen- Gebet am als beine liebe mittheileft; aber ach Sonnabend. leider! ich muß mit wehmühtigem Steh beute, trener Gött! bey berzen klagen, daß meine seele bes mit, trübt ist bis in den tod, daß ich Denn meine boffnung steht zu dich, du beilige liebe, diesen tag 13 deine wunden ein, hier schon selig seyn. orgen Gebet am Gonnabend. tren, Ach! gib durch seine vaters, fänden meiner jugend, noch mel ner übertretung, gedenke aber Daß mir ber tag gesegnet fey. meiner nach deiner barmherzigkeit allmächtiger, barm- um deiner gute willen. Verwirf IS. voll gnade und liebe! ich armer sich auf das theure verdienst deis elender und fündiger mensch ernes einigen sohnes JEsu verläßt. tenne in dieser morgen stunde Und weil der fatan mich stets Deine väterliche gnade und huld, von dir abzuführen fuchet, alls dadurch du mir von meiner fündmächtiger GOtt! so fiche du mir lichen gebuhrt an, bis auf diese ben, daß deffen tücke und lif an funde, alles gute an leib und mir vergeblich seyn mögen. Leite feele reichlich bewiesen haft. Ich du mich in deiner liebe, und siche preise Dich, gnädiger vater! feft bey mir. ich lieber himmlis für alle folche unzählige woltha- scher vater! ich laffe dich nicht, ten; Absonderlich aber, daß du du seguest mich denn; so müsse mich in deinem sohne JEfu, ehe denn auch heute diesen tag alle noch der welt grund geleget wor mein thun gesegnet seyn. In Dent, so herzlich geliebet; auch ihn deinem namen fange ich es ant, seyum meinetwillen am flamme des mit mir, und laß es zu deiner ehre creutes haft sterben lassen, damit und meiner feligkeit wol gerahs ich dem ewigen fode entgienge. ten. Auf dich, HErr! verlasse #ch vater! ich danke dir, daß du ich mich. Laß mich in meinem amte mich in der wahren chriftlichen kir- und berufe treulich wandeln, und then haft laffen gebohren werden, dich über alles suchen: mehre und mich zu einem mitgliede der deine erkenntniß in mir, und ers felben gemachet, auch mich mit halte mich bey dem einigen, daß Deinem heiligen worte lehrest, trd ich dich fürchte. Gesegne aucb Reft und unterrichteft. Ach aller nach deiner zusage meinen vors gütigster GOtt! ich bitte dich hert raht, daß ich für mich und die lich, gib daß ich solcher deiner meinigen, meine tägliche nohts groffen gnade nimmermehr ver- durft haben möge, und laß meis geffe, sondern dich mit ftetem nen saamen nicht nach brote geben. danke dafür ehre. Jch bitte dich Soll ich auch nach deinem willen auch demühtigst, verleihe mir dei diesen tag über oder sonst mit creus ne gnade und den beystand deines and drangsal, verfolgung und wehrten heiligen geiftes, daß ich anderer noht beleget werden; mich aller solchen himmlischen so reiche mir elenden in den wellen güter durch mein fündliches leben der trübfal nur deine hand, daß ja nicht verlustig mache. Laß mich ich nicht versinke; stärke mich, ftets vor dir, o GOtt! wandeln daß ich nicht falle; lehre mich, und fromm feyn. Vergib mir, daß ich geduld habe, und auf dich ach ich bitte dich demühtig! alle hoffe. Erbarmie dich nach deiner meine fünbe und mishandlun- unendlichen güte aller menschen, gen, so ich die ganze zeit mei die dich suchen und lieben. Schüße nes lebens, die abgewichene modeine bedrängte tirche, und ers che, und allezeit, mit gedanken, halte dir in dieser lesten und bdsen worten und werken wider dich beszeit ein häuflein gläubiger christen, sangen babe. Bedenke nicht der die dich aubeten und ehren. Laß als les Abend- Gebet am Gonttabend. 15 lernohtleidenden und verlaffenen sobhut bin ich, liebreicher vater gebet bey dir erhörlich fevn; schaf diefen tag und die ganze woche fe ihnen raht und troft. Gib dem über so gnädiglich für aller gefähr lande, darinnen ich wohne, friede, behütet worden. Aber ach! wie welchen die welt nicht geben kann; oft hat die meine seele betrübet, und laß uns die gaben deiner gute und wie sehr zeugen meine fünden darinnen mit danksagung empfans wider mich! Ich bekenne, o varer! gen, und mässig gebrauchen. Ab daß ich ein verlohrner sohn bin, sonderlich gib mir deinem Einde der deine groffe güter und gaben ein hert, das dich ehret, liebet vielfältig übel angewendet hat. und dir vertrauet. Verlaß mich Ja mein GOtt! ich muß gestehen, nicht, mein Gott! denn ich hoffe daß ich ein schwaches kind, ia nue auf dich. Meinen leib und feele, ein verlohrnes fchaaf bin, das leis ( mein haus und hof, mein weib der! oft auf böse irrwege der fürs und kind, meine ehre, stand und den gerahten ist. Doch ich weiß, gut) und alle das meine befehle ich HErr! daß du gnädig und barms fest und allezeit, in deine bände. berzig bist, und um das heil der Ach HErr! sey mein schuß und fünder auch deinen einigen sohn in beil, mein belfer und erretter. Le das fleisch gesandt hast, daß er die ge deiner heiligen engel wache um verlohrue gerechtigkeit wieders mich und um alle das meine, daß brachte. So bitte ich dich denn mit ich für aller gefahr gesichert in deiserschlagenem und zerknirschten ner gnade bis an mein lettes ende berzen: ach vater! sey mir armen verbleibe. Laß mir diesen tag, wie fünder gnädig: sey gnädig meiner die ganze vergangene woche glück missethat, die da groß ist. Erbars lich seyn, daß ich mich deiner gna- me dich meiner nach deiner unends be und deines göttlichen beystan- lichen güte. Tilge alle meine mifs des fiets zu erfreuen und zu getro- sethat, und gib mir hinführo ein fen habe. Erhöre mich, o Gott gehorsames herz. Bereite mi, vater! um Jefu Chrifti deines mein GOtt! selbst hier in der zeit, geliebten fobnes willen, amen. wie du mich dort in der ewigkeit haben willt. Entzeuch mir deis ne gnade und beystand nicht in der noht. Mein GOtt! verlaffe dein kind nicht, um welches wils len dein fohn sein heiliges blut vergoffen hat. Ach HErr JEsu! tomme mir mit deiner Fräftigen fürbitte zu hülfe, und laß mein geangstetes herz und betrübtes ges wissen die triftliche worte hören: Friede sen mit dir! HErr GOtt heiliger geift! fey du mein lehrer, Abend Gebet am Gonnaberd. Ich bin ein glied an deinem C 03fu! meiner feelen schutz! Bib, daß dein geist stets bey mir bleibe, So biet ich allen feinden teuts. 16. eine guade und barn GOtt und lieber himmlischer va heit; nimm weg aus meinem hers ter! ist so groß, als du selber bist: sen das befleckte gewissen, und gib das erkenner meine feele mit hert lidem danke in dieser abend: frunde. Durch deine band und mir, daß ich wie am tage in deis nem lichte wandele. O du hoch. gelobte drepeinigkeit! laß mich fees Gebet nach ben zorgen und Abend- Gebeten: $ 16 ferner unter den flügeln deiner frölich und gefund anschauet göttlichen gnade, deines schußes ¡ u deines nattens preis und und schirmes, als dein kind, wolehre, amen, in JEsu namen, verwahret bleiben; und in dieser amen. anbrechenden finfiern nacht dar unter für aller gefahr leibes und ver feele gesichert seyn. Meine fee: Ein Gebet nach dem le, meinen leib und alles was mir täglichen Morgen- und AbendDeine gnaden hand gegeben bat, befeble ich deiner göttlichen lies be. Wache, o HErr! über mir, Gebete. ich lebe daß mich kein unglück betrübe. 17. h lieber Gott und Laß auch meine feele zu dir was weiß nicht wie lange, ich muß sterr cheit, und ihre luft an dir haben.ben, und weiß nicht wenn; du, Dámpfe den fatan, steure der bd mein himmlischer vater! weißt es. fen welt, und hintertreibe alles, olan! soll diefer tag( oder diefe was mir schädlich seyn könnte, nacht und funde) die leite meis daß ich in deiner gnaden- hand annes lebens feyn; HErr, so geschehe gezeichnet bleiben, in deiner Fraft bein wille, der ja allezeit und alles morgen wieder auffiehen, und wege der beste is. Nach demsels Dich preifen möge. Und weil du ben deinem heiligen willen lag meinem Leben ein ziel gefehet hast, mich allezeit bereit seytt, in wabs bas ich nicht überschreiten kann, rem glauben an meinen erlöser ich aber nicht weiß, wenn es hersJEfum Chriftum zu leben und zu bey nahen dürftet: so laß ia meisterben. Allein mein frommer nen schlaf diese nacht nicht einen GOtt! gewähre mich dieser bitte, fünden oder todes schiaf senn. daß ich nicht plößlich in meinen Bewahre mich für einem bösen fünden sterben und verderben mds fchnellen tode; gib mir aber deine ge. Stelle sie mir erst in diesem snade, daß ich mich zum tode gets leben zu meiner bekehrung unter bereit halte, und am ende meines augen, damit sie mir nicht am lebens meine seele mit vernunft iüngsten tage, in meiner vers in deine hände befehlen kann. dammniß, vorgestellet und suges So schlafe ich denn sicher ein, o rechnet werden mögen. Verleibe Bott! denn du bist bey mir. mir, daß ich noch in der gnadens Bedecke mich, HErr JEsu! mit seit meine mannigfaltige schwere Deinem purpur/ mantel, und laß fünden erkenne, bekenne, sie von mich mit dem zeichen deines heili- herzen bereue, einen festen vorfan gen blutes besprenget seyn, daß faffe mein Leben zu bessern, und sich kein unfall zu mir nahen kön ne. Sey du in meinem herzen, o HErr GOtt heiliger geiß! daß ich auch im schlafe meines GOttes nicht vergesse, oder wider ihn fündige. Du Beilige DreyeinigFeit! dir befehle ich mich jest und Gott und vater! der du bey deis allejeit, fen mit mir im leben nem leben geschworen hast, du und tode. Laß mich nach der fin- I wolleft nicht den tod des gottles Berniß wiederum des tages licht fen, sondern das er sich von seinem böfen auch vergebung derfelben von dis erlange. Alsbenn, mein GOtt! geschehe dein heiliger wille, las mich sterben, wenn es dir gefället, nur gib mir ein sanftes und vers Barmherziger nünftiges ende. Gebet in den MontagsBet Stunden. 17 Corandret böfen wefen bekehre, und lebe: wider dich, HERR unser GOtt! GOtt sohn, der welt heiland! vielfältig gefündiget haben; fo der du alle, die an dich glauben, ist uns solches herzlich leid, und ben deiner wahrheit versichert bitten wir alle um gnade und vers baft, was sie den vater in dei gebung. Laß uns der heiligen nem namen bitten werden, das leidens- und marter- woche deines wolle er ihnen geben: GOtt heili- lieben sohnes, und dessen, was er ger Geist! der du unserer schwach uns durch sein leiden, creuz und beit aufhilfest, und wenn wir nicht tod in derselben erworben hat, wissen, was und wie wir erhörlich heilsamlich geniessen. Gib, daß wir beten sollen, uns mit unaus aus der alten woche keine alte füns fprechlichen seufzen vertrittst; er de mit in die neue nehmen, sons barme dich über mich armen fün- dern den alten sündlichen mens der, und laß diese meine bitte, ja, schen ausziehen; hingegen den amen, und erhöret seyn. In dei ne hande befehle ich meinen geist, du hast mich erlöset, du getreuer GOtt! amen. neuen menschen, der nuch dir in rechtschaffener gerechtigkeit und heiligkeit geschaffen ist, anziehen. Gib uns mit dieser neuen woche neue herzen und einen neuen ges wissen geist, und kräfte, ein neues dir wolgefälliges leben zu führen. Wochen- Gebet in den Infonderheit laß deine gnade als le morgen über uns neu aufges hen, und erhalte uns bey deinem reinen worte und bey dem rechten gebrauche der heiligen sacramens öffentlichen Montags Bet Stunden. 18 Barmherziger Gott und te. Stärke auch mit kraft aus vater! nachdem wir abermahl eine woche zurück gele get, und in eine nene eingetreten sind; so danken wir dir für alle erwiesene wolthaten. Du haft dein wort und sacramente unter uns rein und lauter erhalten, uns ruhe und friede, auch tägliche nahrung bescheiret: und ob wir dich schon mit fünden oft erzürnet, dennoch unser in gnaden geschonet; uns zwar gezüchtiget, aber im zorne nicht aufgerieben, noch dem tode übergeben. Du haft uns der vorigen woche tage und plage gnädig überwinden helfen, und läsfest uns diese woche mit gesundheit und freuden antre ten. Für solche und alle andere gutthaten sagen wir dir von Bergen lob und dank. Weil wir aber in der vergangenen woche der höhe unsere gnädigste landess herrschaft und alle christliche obrigkeiten und fromme regens ten, sonderlich an diesem orte. Fördere guten raht und nükliche that, und wende krieg, pest, theurung, feuersbrunst, wass sérsnoht, und sonst alles herzes leid in gnaden von uns ab. Gib uns friede und gesundheit, auch glück und heil zu unserer aller bes ruf und stande. Und weil wir nun mit der neuen woche unsere amtss und berufs- arbeit wieder antres ten; so fange, o GOtt! vom neuen an uns zu segnen: laß uns das werk, daju du uns beschieden haft, mit freuden angreifen; und führe durch deinen segen alles, was wir in deinem namen anfans gen, zu deiner ehre, zu unserer und unseres nächsten wohlfart, b glück 18 Morgen: Gebet glücklich hinaus. Und wenn es 1 ter der barmherzigkeit! ich danke uns bey unserem stande und nah dir von grunde der feelen, daß rung sauer und schwer fället; so du mich diesen tag erleben läsfest, laß uns an die hoffnung unsers woran ich mich mit ernst und eifer berufs im himmel gedenken, wozur busse anschicken will, und mich alle unsere arbeit von dir aus guas so wol mit dir, als mit deiner den desto völliger soll belohnet gemeine, recht herzlich versihs werden. Befiehl deinen heiligen nen kann. Groß ist deine treu, engeln diese woche über uns, daß welche mich in der verwichenen sie uns und die lieben unsrigen auf nacht umgeben: denn sie hat allen unsern wegen behüten, ia mich für allem übel bewahret, an gar auf den hånden tragen, das leib und feel erhalten, wider alle mit der böse feind und sein an- anfälle des teufels beschütet, in bang keine macht an uns finde. fanfter ruhe gestärket, und jest I es ferner dein wille, und von neuen mit leben und ges uns nüßlich und selig; so laß uns sundheit mildiglich begabet. Ich nicht diese woche allein, sondern bin dir dafür, o mein GOtt! ju auch viele folgende in guter ge ewigem lobe und dienfte unendlich sundheit und erwünschtem wol verpflichtet; und wünsche nichts stande leben und ableben. Ge mehr, als daß ich mich, heute fället es dir aber, lieber vater! und allezeit, recht erkenntlich uns in der angehenden woche mit und ehrerbietig gegen dich bes creuz und trübsal heimsusuchen; zeigen möge, in wahrer verändes so gib geduld, vergiß der schuld, rung und heiligung des hers verleih ein gehorsames herz, und zens, mit ernstlicher vermeidung mache uns das creuz nicht schwes aller sünden, und mit freudis rer, als wir es ertragen können. ger vollbringung deines heilis Hast du endlich über einen oder gen willens. Am allermeisten, den andern von uns beschlossen, o grosser menschen freund! bes ihn in dieser woche durch den zeit wundere und preise ich den herrs lichen tod aus dieser welt abzuforslichen reichthum deiner güte, ges bern; so gib demselben hier ein duld und langmuht, womit da fetiges ende, daß er dort ewig auch bey dem jest angebrochenen bey dir sey, und wir zulegt instageslichte gesammt, nach aller mühe und ar Beit auf erden, ben dir im himmel einen sabbath nach dem andern in ewiger freude und herrlichkeit feyren mögen; das verleihe uns, GOtt! in des heiligen Geistes Fraft durch JEsum Chriftum, amen. meine gnadenzeit verlängerft, und mir die trofilis che versicherung giebest, daß du buffe für die sünde annehmen wolleft. Heiliger GOtt! lehre mich bedenken, daß mich deine güte zur buffe leite, und daß ich, weil es noch heute heiffet, mein her ja nicht langer verstocken dürfe. Wie viele jahre und tage habe ich tego schon erlebet? Wie Morgen Gebet wenn lange haft du bereits auf meis ne bekehrung gewartet? Ich schäme mich deswegen mit bes trübniß vor dir, und bekenne, bas du nichts gesparet babes, meis man beichten will. fllmächtiger, und gnd diger GOtt, du bas wenn man beichten wil. 19 meines Herzens bärtigkeit mit reichen kann. Verwirf deine arme unaufhörlicher güte und wolthat geschöpfe nicht von deinem anges zu erweichen und zu überwinden. sichte, und nimm deinen heiligen Darum soll auch gleich mit dem Geist nicht von uns. Behüte anfange dieses meines sonderba auch mich und alle menschen für ren buß- tages, aller vorsatz und allem unglücke leibes und der alle neigungen zur fünde bey seelen. Willt du aber mit deis mir aufhören, und alle begierde nem creuze bey mir einkehren: so und bemühung zur heiligkeit in gib, daß solches eine befördes meinem Herzen merklich erwecket rung meiner buffe, und ein ofs werden. Versage mir, o getreuer fenbahres zeugniß deiner liebe und gütiger GOtt! deinen heilis sey. Gegne meinen ausgang unt gen geift zu einem so heiligen eingang von nun an bis in ewigs vorhaben nicht. Du weißt am keit. Chue deinen engeln befehl beften, daß ich ohne dich in meis über mir, daß sie mich mit ihrer ner bekehrung nichts vermag.| heiligen wache umgeben, und für Siehe mich mit dem feile deiner allem anstoß bewahren. Erhals liebe völlig zu dir. Laß nicht te und heilige mich, und die nach, bis ich aller fünde und eis ganze christenheit, im wahren telkeit auf ewig abschied gebe. glauben an Jesum Chriftum Wecke mich recht auf von dem deinen sohn, und laß mich schlafe der sicherheit, wie du mich sammt ihr diesem meinem heis Gib lego aus dem leiblichen schlafe lande leben und sterben. erwecket haft. Mache ein kind mir endlich gegen meinen nächs des lichtes aus mir, und laß die sten ein versöhnliches, wolthätis sonne nicht wieder über meiner ges, friedliches und liebreiches fünde untergehen. Gib mir kraft hers; la verschaffe, daß dieser und vermögen, in meinem stan- ganze tag ein rechter versöh de und berufe viel gutes auszunungstag sey, woran ich mit richten. Laß deine ehre das ziel dir, meinem vater, und mit als aller meiner gedanken, wortelen deinen kindern friede mache, und werke seyn; zu meines und den ewigen segen in frieden nächsten dienste mache mich freu empfahe, um JEfu Chrifti willen, dig, tüchtig und munter. Leh amen. re mich auch bedenken, daß ich sterben müsse, auf daß ich klug werde; und erinnere mich ieders jeit, daß nur eines nobt ſen, und ich das beste theil erwählen müs se. Ich befehle dir mich und die Abend Gebet nach der Beichte. meinigen, mit ſeele und leib, 20.Mein verſöhnter, liebs ganzen nimm sie alle in deine heilige vater! ich, dein von dir bes regierung, väterliche beschirs gnadigtes Find, opfere dir in mung, mildthätige vorsorge und dieser abendstunde dank, und ewige gnade. Versorge sie und bete dich demühtig an, weil du mich, mit alle dem, was dir den verwichenen tag über nicht gefällig ist, und uns zu zeitlis nur mein natürliches leben ers bem und ewigem wobisepu ges balten, und mich mit unzählt. b2 gen 20 Abend Gebet nach der Beichte. sen wolthaten überschüttet, son-| hinzu, daß du mich in dieser dern auch mein geistliches und nacht, auf die morgende vereis ewiges leben durch die gnade nigung mit deinem sohne, noch der buffe befördert, und mich recht schaffen reinigest und vorbes beffen versichert haft. O du reitest. Bewahre mich, und als treuer GOtt! heute ist meiner les, was du mir gegeben haft, für feelen groffes heil wiederfahren; des teufels bosheit, lift und Heute habe ich recht gesehen, daß du nicht luft habest an der armen fünder tode, sondern wollest, daß sie sich bekehren und leben follen. Ich kann nun gerechtfertis get in mein bette gehen; o der groffen gnade! Mein gewissen ist in deinem frieden beruhiget, o ber unaussprechlichen feligkeit, welche du mir geschenket haft! Alles, was ich zu deinem lobe bievon sagen kann, ist noch viel zu wenig und zu geringe gegen beine unermäßliche erbarmung. Doch soll mein mund deinen ruhm niemahls verschweigen; und als Tes, was in mir ist, soll deinen beiligen namen loben. Sind noch viele unvollkommenheiten bey mir übrig geblieben; finden sich noch unzählige fehler und gebres chen zu heilen und abzuthun: ach! so habe ich das herzliche vertrauen zu dir, daß du, o mein arzt und helfer! um der felben willen mich nicht verstof fen, sondern das gute werk, wel ches du in mir angefangen haft, bis auf den tag JEfu Chrifti bollführen werdeft. Diesemnach ist nur noch übrig, daß ich auch in der gegenwärtigen nacht mich deiner göttlichen liebe und barm berzigkeit, und alle die meinigen beinen treuen handen anbefehle. Morgen- Gebet eines Nimm mich auf, HErr! und sey in der finsterniß mein licht; wenn ich Communicanten. ſchlafe, ſey mein wächter, wenn ich 21.0 himmliſcher vater! ist denn leben beil. Thue zu deinen wolthaten, die ich heute von dir en pfangen babe, auch diese noch und das erfreuliche licht anges bros macht. Hilf auch deiner ganzen christenheit wider das reich der finsterniß machtig streiten, und laß sie alle höllen- pforten siegreich überwinden. Wenn sich meine augen schlieffen, so öffne mein herz, deine gnade zu empfangen. Wenn mein leib auf seinem las ger ruhet, so laß die seele in und bey dir ihre ruhe finden. Bes bute mich für sündlichen und ers schrecklichen träumen, für unrus higem wachen, für unnüßen fors gen, und für aller schädlichen quahl. Soll etwan diese nacht eine nacht des leidens fenn, so laß mir in derselben das licht deis ner göttlichen hülfe hell aufgehen, und gib guade zum wachen und beten, damit ich in der anfechs tung nicht versinke. Stehe auch allen andern nohtleidenden bey. Laß niemanden zu schanden wers den, der auf dich hoffet. Wenn ich niederliege, so bilf mir wieder auf; gefället es dir aber, mich in dieser nacht von der welt abs zufordern, so laß mich selig fiers ben, und aus aller finsterniß in das ewige licht eingehen, durch JEfum Chriftum, meinen beis land, amen. durch deine barmherzigkeit nun wieder eine nacht vergangen 21 Rorgens Gebet eines Communicanten. brochen. Ich erlebe abermahl den zu einem eigenthum und gefäß tag, woran ich meinen seelen deiner gnade und heiligkeit. Willt brautigamm, Chriftum Jesum, du mir heute sonst nichts geben, fo freudig umfangen, und ihm als schenke mir nur meinen JEfum: eine wolgeschmückte braut zuge denn dieser wird mir schon ges führet werden soll. Wecke mich nug, ja alles seyn. Soll ich mein auf, daß ich vor allen deinen Ein- lcben an dem heutigen tage bes dern deine barmherzigkeit mit frd schliessen; so laß mich in JEsu, lichem munde preifen möge; diese dem lebens: fürsten, durch den ist es, welche mich diese nacht tod in das leben dringen. Soll ich beschüßet, beruhiget und gesegnet aber noch länger auf der welt hat. Jest aber ist solche deine wallen; so vereinige mich heute erbarmung nen über mir, und ich und allezeit so genau mit meinem werde durch sie wieder erwecket, erlöser, daß er meines Lebens aufgerichtet, und mit neuer les ursprung und fortgang fey. bens und geistes kraft begna Willt du mir diesen tag über eis diger. Ermuntere mich hiedurch, nige freude, ruhe, vergnügung o vater des lichtes! meinem hei- und glückseligkeit mittheilen, ach! lande mit heiligem verlangen so laß den grund davon deine entgegen zu eilen, und ihn mit vereinigung seyn, daß ich mich reinem herzen zu empfangen. Du nemlich an dich, und meinen haft mir das natürliche licht wie- heiland halte. Gib darneben auch der geschenket; ach! laß mir auch eine kindliche dankbarkeit für das geistliche und ewige licht auf deine wolthaten in mein herz, gehen. Deine gnade werde mir und laß mich alles, was du mir im glauben zu einem leitstern in gutes giebeft, zu deinen ehren das ewige leben. Die erhaltung anwenden. Soll aber dieser tag meines leibes sen eine stuffe jur ein tag der trübfal oder des leis wolfahrt und errettung meiner dens werden; soll ich heute im feele. Gib, daß ich diesen gan elende, jammer und traurigkeit zen tag zu deinen ehren gebrauchen leben; so verfüffe mir alles das mdge, und alle meine jest erneu durch, daß ich meinen gecreuzigs rete kräfte zum preis deiner liebe ten JEsum in meiner brust tras gewidmet seyn lasse. Alle nei gen könne, und von ihm zur ges gungen meines herzens laß zur duld und gelassenheit gestärket ergreifung meines heilandes an- werde. Mein GOtt! ich ergebe gewandt werden. Ich empfehle mich selbst, die meinigen und alle dir meinen dürftigen leib, daß meine mitchristen ganz und gar du ihn ferner heiligen, erhalten, in deine hände. Thue wol an beschüßen, versorgen, ernehren, mir und an allen deinen kins und zu deinem dienste stärken dern, nach deiner groffen güte. wolleft. Noch vielmehr aber em- Sey mein schirm und schild, pfehle ich dir auch meine arme mein leben und heil. Laß mich feele. HErr! mache sie in Chrifto bey dem heiligen abend mahl JE JEsu reich; erfreue sie mit der verfu Chrifti dermaassen in deiner einigung dieses meines himmlis liebe vergnügt werden, daß mir fchen feelen- schakes; segne, sättige dieser tag in ewigkeit zum segen und erquicke sie ferner, wie sie es sey, um deines beiligen namens nohtig bat, und bereite sie endlich willen amen! 6 8 Abend, Abend Gebet eines Communicanten. Gebet eines onaden angenommen, mich von allen meinen fünden gereiniget Communicanten. und losgezählet, auch zu wahrer 22. Preise Jerusalem den versicherung deiner gnade, und HErrn, lobe Zion beinen GOtt! Lobe den HErrn meine seele, und was in mir ist feinen heiligen namen. Lobe den HErrn meine feele, und vergiß nicht, was er dir gutes gethan bat; der dir alle deine sünde vers giebt, und heilet alle deine ges brechen; der dein leben vom verberben erlöfet, der dich erdnet mit gnade und barmherzigkeit, der deinen mund frölich machet. Ich danke dir von ganzem Herzen, und will dir lobsingen, so lange ich lebe; denn du haft deinen na men über alles herrlich gemacht durch dein wort. Du hast mich mit vielem segen geschmücket, und mein her; mit überschwenglicher ehre, troft und freude erfüllet. Barmherzig und gnädig ist der HErr, geduldig und von groffer güte und treue. Er handelt nicht mit uns nach unfern fünden, und vergilt uns nicht nach unserer misfethat. Denn so hoch der bimmel über der erden ist, läffet er seine gnade walten über die, so ihn fürchten. So ferne der morgen ist vom abend, låsset er unsere übertretung von uns seyn. Wie sich ein vater über finder erbarmet, so erbarmet sich der HErr über die, so ihn fürchten. Die gnade des HErrn währet von ewigkeit zu ewigkeit über die, fo ihn fürchten, und seine gerechtigkeit auf Eindes- kind, bey denen, die seinen bund halten, und gedenken an seine gebote, daß fie darnach thun. Gelobet seyft du derowegen, mein GOtt und Beiland! daß du so wol an mir gethan, mich armen, elenden und fandigen menschen abermaßt au der erlangten vergebung der füns den, mich in deinem hochheiligen abendmahl mit deinem wahren leibe und blute unter dem brot und weine heilsamlich gespeiset und getränket hast. O wie treus lich haft du, mein treuer hirt und bischof meiner seelen! an dem heutigen tage mich, dein armes schäflein, gepfleget und gehütet! Du hast mir nicht allein leib und feele, und alles was ich habe, für aller gefahr und unfall gnäs diglich bewahret; sondern auch dermaassen geweidet, gelabet und erquicket, daß ich dir solche liebe und wolthat in alle ewigkeit nicht genug verdanken kann. Gott sey gelobet und gepreiset, der und felber hat gespeiset mit seinem Leibe und mit seinem blute, das gib uns, HErr GOtt! zu gute. nicht grössere güte konntest du uns schenken, daben wir deiner sollten gedenken. Ach! daß ich nun dich, mein HErr und erlöser! von ganzem Herzen, von ganzer seele, von allen kräften, und von gans zem gemühte so hoch zu loben vermögte, als deine wolthaten von mir erfordern! HErr, du haft mich dir unendlich und uns abträglich verbunden. Nun so thue auch diese wolthat hinzu, und verleihe mir deine gnade, daß ich durch deines guten heilis gen geistes wirkung solche güte und barmherzigkeit in ftetem ans denken behalte und erkenne, dich in meinem ganzen leben dafür lobe und preise, nichts gedenke, rede, oder thue, das deinem heis ligen willen oder meiner zusage zuwider sey, sondern in allen dingen deinen beiligen geboten freu 28 Abend- Gebet Gorgen: Gebet eines Kranken. 83 freudig nachwandele; auch, so ich| Morgen Gebet eines wieder in fünde fallen sollte, alsos Kranken. F bald durch wahre busse wieder zu dir kehre, und meinen glauben burch liebe gegen meinen nächsten 23. Gerechter GOtt, barm thätig erweise. Trdste mich sodann berzlich, und versichere mich der erlangten gnade und vergebung der fünden, der versiegelung der gerechtigkeit, der allergenauesten vereinigung mit dir, deiner hülfe und deines beystandes in allem creuz und leiden, auch der gnädigen erhaltung und erfolgenden auferweckung zum ewigen leben. Ach treuer GOtt und HErr! zie be die hand nimmermehr von mir ab. GOtt mein heil! laß auch diese nacht, da der leib sich zur ruhe leget, meine seele und geist stets zu dir wachen. Walte über mir und den meinigen mit deiner gnade; beschirme mir feel und leib, haabe und gut, und was du mir gegönnet hast, durch deiner heiligen engel gewaltigen schuß; daß der böse feind mit allen seinen werkzeugen und gefehrten mir keinen schaden zufügen möge. Laß mich nach deinem gnädigen willen morgenden tages gesund wieder erwachen, und mit dem frohen tages lichte deine gute und treue, die alle morgen neu ist, von neuen sehen, spühren und geniessen, auch loben und preisen; ia jest und allezeit freubig sagen: GOtt vater, was du erschaffen haft, GOtt sohn, was du erlöset hast, GOtt heiliger geist, was du geheiliget hast, das befehle ich dir in deine hände; das erhalte, stärke, regiere und führe in diesem, und nach dies fem, zum ewigen leben. Deinem namen sen lob, ehre, preis und herrlichkeit, uns aber friede, freu: be, trost und seligkeit iest und in ewigteit, ameu. herziger vater, du liebhaber des lebens! hier liegs ich in einer krankheit, mit wels cher du mich heimgesuchet haft. Mein her; bebet, meine kraft vers laffet mich, meine geftalt vers fället; die angst meines berjens ist groß, meine gebeine sind er. schrocken. Hier liege ich unter deiner ruhte, und ist nichts ges Ich fundes an meinem leibe. weiß wol, gerechter GOtt! daß du mich billig um meiner fünde und unbußfertigkeit willen, stras feft: ich wende mich aber jego mit bußfertigem herzen zu dir: Ach Gott sey mir armen füns der gnädig! Wende dein erhars mendes herz wieder zu mir, denn siehe! um troft ist mir sehr bange. Wende dich, HErr! und errets te meine seele; siehe an meinen jammer und elend; nimm dich meiner herzlich an, und errette mein leben vom verderben. Ges denke, HErr! an deine treu, und lege mir ja nicht mehr auf, als ich ertragen kann. Ist es dein gnädiger wille, somache meines heulens und seufzens ein ende, und nimm diese beschwerliche Frankheit in gnaden von mir, und bringe mich zu meiner voris gen gesundheit; gib auch der ar zeney kraft und stärke, mein er schwachheit abzuhelfen. Wo du aber, gnädiger vater! ein ans ders und bessers über mich zu meiner seelen wolfahrt beschloss sen hast, so geschehe dein wille: nur gib mir geduld zu ertragen, was deine vorsehung über mich bes schloffen hat. JEfu, bu sonne des gerechtigkeit! erleuchte diesen tag mein betrübtes bers, und muß auch B 4 die Abend Gebetletnes Franken. 24 vie serschlagenen gebeine, wo nicht völlig genesen, doch durch dein beiliges zusprechen ein tröpflein trostes und deiner ruhe finden. Vor allen dingen halte deine hand über mich dein kind, daß ich mit ten in den grösfesten schmerzen deiner füffen liebe eingedenk sen, und mich deines gewiß ankommen den troftes und hülfe stets er freue. Erhöre mich, o JEfu, mein arzt und meister zu helfen! und sey mir gnädig um deines na mens willen, amen. noch pflaster, sondern dein wort, HErr! welches alles heilet. Soll es aber zum tode gehen, so laß mich, mein GOtt! getroft seyn und gedenken, daß der tag des todes beffer fen, als der tag der gebuhrt. HErr JEsu! du bist mein leben, und sterben ist mein gewinn. Schicke es mit mir nach deinem väterlichen willen, und hilf, daß ich meine seele mit geduld faffe, tederzeit frölich in hoffnung, muhtig in trübsal, willig zum leiden, bereit zum sters ben, beständig im glauben bis ans ende verbleibe. Meine seele wars tet auf dich von einer morgens wache bis zur andern, und vom mittage bis zur mitternacht schreye ich nach deiner hülfe; fo komme nun, HErr, mein arzt! und heile mich; komm mein vater! und hilf mir; komm mein HErr und Gott! und führe mich aus aller noht, amen. Abend: Gebet eines Kranken. [ Umächtiger, gnädiger GOTT! angst und Fuminer hat mich umfangen, denn du, HErr! haft miriammer Jugefüget. Die angst meines hers jens ist groß, ich winfele wie ein Franich und schwalbe, ich girre wie eine taube; ach HErr! siehe an meine schmerzen, die ich in dieser krankheit empfinde, und die sich ben dieser anbrechenden finstern nacht vermehren. Ach HErr JEſu! du licht der mens 25. Allmächtiger GOLE, Er fchen! laß Leuchten dein antlis über mich, so genese ich. barme dich meiner, mein hei land! und weiche nicht von mir in dieser nacht, da mich sonst alle weit verläßt: denn alle meine boffnung steht zu dir. Ich bin von aller welt verlaffen; doch du bist mein vater und ich dein kind, darum führe meine seele aus die: fer tiefen hole; erquicke mich auf meinem fiech bette; bilf mir von aller meiner krankheit, und trößte mein wegen der fünde be trübtes her:. Ach HErr! sprich nur ein wort, so werde ich gesund; es beilet uns doch weder fraut auf deine grosse gute will ich in vater! dein haus gehen, und anbeten in deinem heiligen tempel in deis ner furcht. HErr! leite mic) in deiner gerechtigkeit, richte deinen weg vor mir her; führe mich auf dem steige deiner gebote, denn du bist mein GOtt und HErr meines heils. Luft habe ich zu deiner wohs nung, und bin gerne in der ges meine der heiligen, die dich loben und bekennen. Wie lieblich sind deine wohnungen HErr sebaoth! meine feele verlanget und sehnet sich nach deinen vorhöfen. Koms met lasset uns anbeten, Enten und niederfallen vor dem HErrn, der Gebet wenn man zur Kirche gehen will. Gebete in der Kirche. 23 ber uns gemacht hat; denn er ist dieser streitenden firche zu der unser GOtt, und wir das volk triumphirenden gemeine deiner seiner weide und schaafe seiner auserwählten im himmel gelans heerde. Erhebet den HErrn unge. Amen mein JEfu! verweigere fern GOtt, betet an zu seinem mir nicht, was mein mund zu deis fuß- schemel, denn er ist heilig. ner ehre und meiner feligkeit bits Jch bete zu dir zur angenehmen tet, um deines heiligen verdiens jeit, HErr! durch deine groffe güs ftes willen, ament. te erhöre mich mit deiner treuen hülfe, amen. Gebet wenn man aus der Kirche nach Hause gehen will. Gebet in der Kirche. 26. Mein Jefu, du treuer auf 27. Barmherziger vater! dieweil du meine bein wort und befehl komme ich lest in dein haus, dich zu ehren seele durch die himmlische gnas und deinen namen zu preisen. Ich den- speise deines göttlichen wors erscheine an der heiligen stätte, tes abermahls gesättiget haft; fo da deine ehre wohnet, dein selig sage ich dir deswegen herzlich lob machendes wort anzuhören, und und dank. Und bitte dich von füffen troft für meine seele zu ho- grunde meines herzens, du wolleft len. Du weißt aber, o HErr! hicrauf mich in meinem stande wie tråge mein gemühte, wie uns und berufe deiner verheissung nach beilig mein herz, wie blind mein gnädiglich ansehen und segnen, verstand, wie schwach mein ge mich allezeit in wahrer andacht ers dächtniß, wie geringe mein verhalten, damit ich dich dermahls mögen ist, daß ich von mir selber einst in der seligkeit mit allen als von mir selber, solches gute himmlischen heerschaaren unaufs vorhaben nicht vollbringen kann. hörlich preisen möge. Dir sey Darum bitte ich dich, liebster sammt deinem geliebten sohne beiland! ermuntere doch mein Jesu Christo und dem heiligen gemühte; heilige das herz, ersgeiste für diese und alle andere leuchte den verstand, stärke das wolthaten auch hier zeitlich lob, gedächtniß, mehre das vermd ehre und dank gesagt, amen. gen, und hilf, daß ich dein theu res wort mit freudigem verlans gen hören und in gläubiger ans dacht faffen und behalten, dadurch auch in deiner seligen erkenntniß und in dem verständniß der göttlis then wahrheit merklich zunehs 28. Dank fex dir, gütiger nach deinem willen gottselig eins richten möge. Erquicke meine arme feele mit deinem trosie wis der fünde, tod, teufel und häule, und alle seitliche trübsal; und verleibe, daß ich dermableinst aus Sebet wenn man aus der Kirche nach Hause kömmt. dieses gute werk haft vollenden laffen. Preis sey dir für alles, was du igo an meiner feele gethan haft. Deine gnade ist mein leite stern, deine liebe mein gefehrte, deine wahrbeit mein schirm und fchild, 26 schild, dein wort meine speise und mein trank gewesen. Nun bin ich abermahl an meiner feelen erquicket worden. Laß mich nun nicht vergessen, wie du mich sowol bedacht haft. Gib, daß ich in einem reinen herzen behalte was mir durch die predigt deines wortes darein geleget worden. Deine lehren laß mich klug, dei ne vermahnungen fromm, deine tröftungen stark machen, und so Danksagung für die Schöpfuns. wird meine seele indesſen nahrung genug haben, bis ich wiederum in deinen tempel vor dein heiliges angesicht komme. Soll aber dies fes das letzte mahl fenn, daß ich in deinem hause gewesen bin; so bringe mich in das haus, welches nicht mit menschen- händen ges macht ist, da will ich deine rechte preisen, und deinen ruhm vers Fündigen immer und ewiglich, amen. II. Danksagungen für die für die Wolthaten GOttes. Danksagung für die und alle finne gegeben haft, und Schöpfung. noch bewahrest. Groß und wuns berbar ist deine gute an mir, des 29. in himmlischer vater! terleibe verschlossen war, erhals der du nicht geschaffen, nicht gesten und ernehret; auch von dans bohren, sondern vor allem anfans nen heraus gezogen, und mich ge von ewigkeit bist! ich bete dich nicht blind, taub, stumm, lahm, an, ich ehre, lobe, preife dich, oder gebrechlich haft lassen ges und sage dir vom grunde meines bohren werden; mich auch nicht berzens dank für alle deine wol zu einem viehe, welches ohne thaten; und sonderlich daß du verstand und vernunft ist, ges himmel und erde, sonne, mond schaffen haft. Viel und mans und alle creaturen, dazu alles nigfaltig ist deine barmherzigkeit was da lebet und ist, durch deis an mir, wer kann die groffe thaten ne allmacht und göttliches wort des HErrn ausreden, und alle seis geschaffen haft, und durch deine ne löbliche werke genugsam preis weisheit regiereft, und erhältest. sen? Wer kann alle sein lob erzähs Auch danke ich dir, daß du den len? Niemand ist, der alle seine ganzen erdboden, sammt allen wolthaten auszusprechen vermag. creaturen, durch deine gute und Ob nun wol ich armer fünder barmherzigkeit, dem menschlichen dich nicht loben kann, so viel und geschlechte dienstbar untergeben, hoch als du würdig bift, und ich und ihm zu gut ausgetheilet schuldig bin: so will ich doch bast. Insonderheit aber lobe darum nicht schweigen, sondern ich dich meinen schöpfer und deinen heiligen namen ohne uns Herrn, daß du mich, deine terlaß rühmen, so viel ich kann, creatur, zu einem vernünftigen und so viel du guade geben wirst. #zenschen nach deinem bilde se Ich will deine gerechtigkeit, gnas machet; mir leib und seele und de und groffe barmherzigkeit alle glieber, vernunft, verstand preifen, so lange ich lebe; und Danksagung für die Erlösung. 27 well ein lebendiger odem in mir, werke, verdienft und würdige ift, will ich nicht vergessen, was feit. lieber HErr GOTT! du mir gutes erzeiget hast. Mei- wie groß ist deine liebe gegen das ne junge, die du mir gegeben, menschliche geschlechte! sintemahl soll deiner ehre voll werden, du gerechter für die ungerechte und immer sagen: Hochgelobet und gottlofe gestorben bist. Wie bist du in allen deinen werken, kann doch immer gröffere liebe bochgelobet ist deine göttliche seyn, als wenn einer sein leben majestät. Ich danke dem HErrn für feine freunde läffet? Nun in feinem heiligthum; ich lobe aber beweiseft du deine allerhöchs ihn in der feste seiner macht; fte und überschwengliche liebe an ich preife ihn in seinen thaten; uns, daß du für uns gestorben ich rühme ihn in seiner groffen bist, da wir noch fünder und deis herrlichkeit. Alles, was odem ne feinde waren; und haft uns hat, danke dem HErrn, halles durch deinen tod mit dem vater versöhnet, seinen gerechten jorn luia. gestillet; und die handschrift auss getilget, so wider uns war, wels che durch fazungen entstund, und uns entgegen war, und haft sie aus dem mittel gethan, und an das Danksagung für die Erldsung. 30. des lebendigen GOt tes sohn! der du bist das ebenbild und der glan; deines vaters, nicht gemacht noch erschaffen, sondern von ewigkeit gebohren, in einem gen die fürstenthümer, und die gewaltigen der finsterniß, und sie schau getragen öffentlich, und einen triumph aus ihnen gemacht durch dich selbst. Dazu haft du ttlichen unzertrennlichen we mit deiner heilwärtigen aufers jen, gleicher majestät und herr- stehung von den todten, unschuld lichkeit! ich bete dich an, ich ehre, und ewiges leben, wahre ges lobe, preise dich, und sage dir rechtigkeit und seligkeit mir und dank für alle deine wolthaten; allen wieder gebracht, die solches O du sonderlich aber, daß du zur be von herzen gläuben. fimmten zeit, nach deinem gått treuer heiland! laß dein heiliges lichen willen und wolgefallen, leiden an mir armen fünder nicht von Maria der reinen und Feu übel angewendet seyn. Hilf, daß schen jungfrau, wahre menschli- ich hinfort nicht mir selbst lebe, the natur an dich genommen haft; sondern dir, der du für mich ges mich armen verlohrnen und verstorben, und wieder auferstanden dammten menschen erlöset, er bist! daß ich auch von sünden worben und gewonnen, von allen aufstehe, und in dir lebendig sünden, vom tode und von der gewerde, dein eigen fer, und in deis walt des teufels, nicht mit gold nem reiche unter dir lebe und die oder silber, sondern mit deinem diene. Der du bist aufgefahren heiligen theuren blute, und mit gen himmel, fizest jur rechten deis deinem unschuldigen leiden und nes vaters immer und ewiglich, sterben: und solches alles aus laus ter grundloser liebe, gnade und barmbertigkeit, obne alle meine amen. Danf. 28 Danksagung für die Beilige Taufe. Danksagung für die dir vermählet, und in ewigkeht heilige Taufe. verlobet haft. Und weil ich durch die taufe dich angezogen: so bin 31. du bist der anfang, das mittel und ende unserer feligkeit: du haft das sacrament der heilis gen taufe gestiftet, und dasselbe in dem werke der erlösung bezeu get, da aus deiner eröffneten feite blut und wasser gefloffen ist: daher Johannes faget: Dren sind, die da zeugen auf erden, der geift, das wasser, und das blut, und die drey sind beysammen. Du hast auch dieses sacrament durch deine eigene taufe in dem Jordan, als durch dein eiges nes exempel, bestätiget und geheiz liget. Ich danke dir herzlich, daß du mich durch dieses sacrament, deiner heiligen christlichen fir chen einverleibet, und mich da durch in die gemeinschaft aller deiner himmlischen und ewigen güter gefeßet, die du durch dein bitteres leiden und sterben erwor ben hast. Du hast mich dadurch von dem greulichen gift und aus fat der erbsünde gereiniget und abgewaschen, mir alle meine fün de, schuld und missethat aus gnaden vergeben, und mich ge reiniget durch das wasserbad im worte, und alle meine übertre: tungen getilget, daß nicht eine überblieben, die mich verdammen Christus ist mein mit allem was könnte: weil nun nichts verdammer ist und hat. Was kann mirnun liches mehr an denen ist, die in die sünde thun? Ist doch Chris Christo JESU sind. Du haft ftus meine gerechtigkeit. Was mich auch, weil die fünde verge kann mir der tod thun? Ift doch ben, von dem ewigen tode, und Christus mein leben. Was kann von der angst, furcht und schrek mir der teufel thun? Chriftus ift Fen des zeitlichen todes, auch meine stärke und sieg. Was kann von der gewalt des teufels erid mir die welt thun? Christus hat fet; weil du mich dir einverleibet, sie überwunden. Ja mein HErr au einem gliede deines geistlichen Christus hat mich schon felis ges leibes gemachet, mich in dein macht, und mir alle seligkeit in guadenreich verseget, mich mit der beiligen taufe geschenket: Dars gehorsam, verdienst, gerechtigs keit, heiligkeit und unschuld, als mit dem rocke der gerechtigs Feit bekleidet. Du haft mich durch das bad der wiedergebuhrt und erneuerung des heiligen geis stes neu gebohren, aus einem süns der einen gerechten gemachet: ins dem ich in deinen tod getaufet, der frucht deines todes theils haftig worden, deinem gehors fam und verdienste einverleis bet, und demnach aus einem kins de des zorns ein kind der gnade worden bin. Du hast mich aus eis nem armen, elenden, verlohrnen menschen kinde zu GOttes kinde gemacht, mir den beiligen geift der Eindschaft gegeben, durch welchen wir rufen: Abba liebez vater! hast mich dadurch in deinen ewigen gnaden- bund aufs genomanen, und dich mit mir verbunden durch deine verheiss sung, mein vater zu seyn in ewigkeit: haft mir auch das kins des recht, nemlich das ewige himmlische erbe und die seligkeit gegeben. Summa, mir ist in der heiligen taufe das höchste gut, GOttes lieber sohn mit als len seinen wolthaten geschenket. Danksagung für die Offenbahrung des göttlichen Wortes. 29 darum warte ich der künftigen Danksagung für die Of fenbahrung des göttlichen Wortes. berrlichkeit in geduld: Was kann mir armuht, elend, creuz, vers folgung und verachtung schaden, bin ich doch schon selig; die güter der gnaden habe ich alle in und mit Christo empfangen, nun war 32. Ich preife dich, vater und himmels und der erden! daß du dein heilis te ich nur auf die gûter der herrges wort, das liebe cuangelium, lichkeit. Weil ich aber, o mein und in demselben deinen einges HERR JEsu Christe! durch die bohrnen sohn, JEfum Christum, taufe mit dir gestorben und be in welchem alle schäße der weiss graben bin; so hilf mir, weil ich heit und der erkenntniß verborgen noch im fleische lebe, daß ich nicht liegen, uns unmündigen und nach dem fleische lebe, sondern verachteten offenbahret haft, wels daß meine taufe täglich in mir ches doch den weisen und klugen fruchtbar sen, und die tödtung des dieser welt unbekannt ist. Ja vas fleisches wirke; daß ich durch herz- ter! es ist also wolgefällig gewes liche reu und leid täglich mit dir sen vor dir. Um solche deine Berbe: denn wer täglich in ihm wolthat will ich dich allezeit los felbft ftirbet, der har allezeit einen ben, und mein lebelang dir dans neuen anfang feines Lebens in dir. Fen, daß du mich von christlichen Und weil ich dir, mein HErr und eltern haft laffen gebohren wers GOtt! als ein pfropfreis dem bau- den, durch welche ich mit deines me des lebens einverleibet bin; so hülfe zu dem rechten feligmachens laß mich in dir, als einen reben am den glauben und zu der neuen ges lebendigen weinstocke, frucht brin- buhrt aus dem wasser und geiste gen, nicht früchte des alten, son kommen bin. Ich preife dich, dern des neuen menschen, der daß du die finsterniß meines hers neuen creatur; früchte des geistes, sens mit dem glanze deines götts daß ich täglich bedenke, daß ich zu lichen lichtes erleuchtet, und mich einem neuen leben getaufet fey: von aller falschen lehre und abs la daß ich dich angezogen habe als götteren errettet haft; auf daß ich ein geschenk der ewigen gerechtig ein miterbe und mitgenoß deis leit und seligkeit, und als ein ner verheissung in Christo durch neues leben dadurch du in mir das evangelium sey, welches uns und ich in dir ewiglich leben und den unerforschlichen reichthum bleiben möge. Ja laß mich den deiner gnade verkündiget, und bund, den du mit mir gemacht iedermann erleuchtet, daß wir ers baft, nimmermehr vergessen, den kennen, welches da fen die gemeins felben nicht brechen noch verläugschaft des geheimnisses, das vor nen, weder mit dem Herzen und der zeit her verborgen gewesen ist. munde, noch mit einem gottlosen Du hast uns gesegnet mit allerlep leben; sondern laß mich dessen geistlichem fegen in himmlischen lederzeit freuen und trösten, und gütern durch Chriftum; wie du darauf wider alle anfechtung mich uns denn erwählet haft durch dens ficherlich verlaffen, daß ich in dieselben, ehe der welt grund geles fem bunde, welcher ewig fest und gewiß ist, auch ewig bleiben und felig werden möge, amen. get war; und hast uns wissen lass sen das geheimniß deines willens nach deinem wolgefallen und dass fel, 30 Danksagung für die göttliche Vorsorge. felbige durch ihn hervorgebracht, schlecht auf dem ganzen erdboden daß es geprediget würde, test da die zeit erfüllet ift; durch welchen wir hören das wort der wahrheit, nemlich das evangelium von uns ferer feligkeit; durch welchen wir auch haben freudigkeit und zugang wohnen, und ihnen ein ziel ges feget, wie lang und breit sie woh nen sollen, damit sie dich den HErrn suchen. Ich danke dir, daß auch ich so wunderbarlich ges macht bin; denn deine hände has ERSUND in aller zuversicht, durch den glan- ben mich gearbeitet, und gemacht ben an dich. Denn auser dem alles, was ich um und um bin. felben ist sonst in keinem andern Du hast mich aus leimen gemacht, heil, ist auch kein anderer name und wirst mich wieder zur erde den menschen gegeben, darinnen machen. O wie wunderbarlich fie sollen felig werden, denn al- sind, HErr! deine werke, und das lein in dem namen JEfu, welcher erkennet meine feele wol. Ich ers ist der weg, die wahrheit und das kenne, HErr! daß du GOtt bist, Teben, die thür und pforte zum du hast uns gemacht, und nicht himmelreich, der mit dem voll wir selbfi. Ich danke dir auch, tommenen opfer feines unbefleck daß du mich von mutterleibe an ten leibes uns eine ewige erls- lebendig erhalten, und mir alles fung, ohne alle unsere werke und gutes gethan haft. Hilf, daß ich verdienst, erworben hat. Den dich mein lebelang vor augen felben hast du von den todten auf und im herzen habe; mein anlies erwecket, und gefeßzet zu deiner gen auf dich werfe, und fest hoffe, rechten im himmel, über alle für du werdest mich und uns alle vers ftenthümer, gewalt, macht, herr sorgen, denn du bist unser vater; schaft, und alles was genennet wir sind thon, du bist unser werden mag, nicht allein in diefer töpfer: wir sind alle deiner hände welt, sondern auch in der zukünf werk. Gedenke denn, daß wir tigen. Ich bitte dich, du wollefit ftaub feyn. Thue deine hand nicht uns bey solchem heilwärtigen von mir, und verlaß mich nicht. glauben und erkenntniß fest erhal. In deiner hand ist ja alles, die ten. Denn dich erkennen, und feele alles deffen, das da lebet, und beine macht wiffen, ist eine wur der geist alles fleisches eines jeglis jel des lebens! auf daß unser glauchen. Du haft auch alles geords be, den wir mit einander haben, net mit maaß, jahl und gewichte. in uns kräftig werde, durch er- Deine vorsicht, vater! regieret tenntniß alle des guten, das wir es, und du erbarmest dich über haben in Chrifto JEfu, unserm alle deine werke, forgest auch für alle gleich. HErr! meine wege BErrn, amen. sind in deiner Hand. Du bist meine uversicht, HErr, HErr! meine hoffnung von meiner jugend an: du willt auch, daß allen menschen Danksagung für die göttliche Vorsorge. ch 33. I namen, und danke dir heiland aller menschen. So fep du der mit her; und munde, der du al lenthalben iedermann odem gies best; und gemachet haft, daß von einem. blute aller menschen ges nun, mein GOtt! auch mit mirt gib mir ferner, was mir zum un terhalt dieses zeitlichen lebens udbtig ist. Scb werfe alle meine forge Danksagung für GOttes Barmherzigkeit. 31 forge auf dich, denn du forgeft für, keit, unterschiedlich in dreven pers mich. Beweise auch an mir deine sonen, und doch einig im wesen, wunderliche gute; du heiland de ein HErr und ein GOtt in gleis rer, die dir vertrauen. Laß mich cher majestät und herrlichkeit! nicht versuchet werden über mein Wir beten dich an, wir ehren, los vermögen, nimm mich auch nicht ben, preisen dich, wir danken die weg in der helfte meiner tage. vom grunde unserer herzen für als Die haare auf meinem haupte sind le deine wolthaten, die du uns erz gezählet, darum fürchte ich mich zeiget haft. Denn es ist ia billig nicht: auf dich habe ich mich ver- und recht, und ist heilsam, daß lassen von meiner mutter leibe wir dir, o heiliger vater! an als an. Du hast mich wunderbarlich len orten und zu jeder zeit dank geführet, aber alles wol gemacht; sagen, durch JEsum Christum uns ich hoffe noch darauf, ia mein fern HErrn, welchen da loben die bers freuet sich, daß du so gnädig engel, und welchen alle chore des bist, und immer hilfest. Verlaß himmlischen heerschaaren, die ges mich nicht in meinem alter, und waltigen und fürsten im himmel wenn ich grau werde; thue deine und alle kräfte der erden anbeten, hand nimmer von mir ab. Be welchen auch absonderlich deine wahre mich für allem übel, und heilige christliche Eirche in dem errette mich von allem bösen. Ach ganzen umkreis der welt mit hos HErr! habe deine wohnung unter hem gezeugniß ohne unterlaß los uns, daß uns deine seele nicht ver- bet und preiset. Mit denselben werfe. Wandele ferner unter uns, wollest du auch unsere stimme zus sey unser GOtt, und laß uns dein lassen, und dieses unser gebet, lob volk seyn. Laß den bund deines und danksagung annehmen, die friedens nicht hinfallen, und wenn wir jego für deine groffe barmhers es abend mit uns werden will, so zigkeit thun, welche, so hoch des bleibe, HErr! bey mir. Denn himmel über der erden ist, über wenn ich nur dich habe, fo frage uns alle morgen neu aufgehet. ich nichts nach himmel und erde, Denn da wir todt waren in füns denn du allein bist meines herzens den, hast du uns in Chrifto lebens trost und mein theil. Hilf aber, dig gemacht, und den überschwengs daß ich auch deinen bund halte, an lichen reichthum deiner gnaden deine gebote gedenke, und mein durch deine güte über uns erzeiget. lebelang darutach thue, dich fürchO wie ist die barmherzigkeit des te und ehre, in einem vernünfti- HErrn so groß, und läßt sich gnäs gen gottesdienste, daß ich den tod dig finden denen, so sich zu ihm nicht sehe ewiglich, und mich nie bekehren! Wer kann seine barms mand aus deiner hand reiffe; fo herzigkeit erzählen? Sie ist ja so will ich den HErrn loben, weil ich groß, als er selber ift. Er strafet lebe, und die meinem GOtt lob- und züchtiget, er lehret und pfles fingen, weil ich hie bin, amen. get uns, wie ein hirt feine heerde. Er erbarmet sich aller, die sich Danksagung für GOt- ziehen laffen und GOttes wort tes Barmherzigkeit. fleissig hören. Wie sich ein vater über Einder erbarmet, so erbarmet über ſo fürchten. Wo ist solch ein Gott, 34. tigteit! wahre einig, 32 Danksagung, baß uns GOtt in noht erhalten. wie du bist? der die fünde vergies, ner feele trachten. Darum wil bet, und erlässet die missethat den ich schauen dein antlik in gerechs übrigen feines erbtheils: der seis tigkeit, ich will satt werden, wenn nen zorn nicht ewiglich hält, son ich erwache nach deinem bilde. bern sich unserer wieder erbarmet, Du, HERN! erleuchtest mich; unsere miffethat dampfet, und der HErr, mein GOTT, mas alle unsere sünde in die tiefe des chet meine finsterniß lichte. Uch, mecres wirft. Solche deine gute mein GOTT! du haft mich in und über alle maaß reiche barm- meiner noht oft erhöret, dein nas herzigkeit wollen wir rühmen und me hat mich oft geschüßzet; du verfündigen, von geschlecht zu haft mir oft hülfe gesandt von deis geschlecht, und dich preisen, daß nem heiligthum, und mich aus bu gnädig und barmherzig, gesion gestärket. Darum rühme duldig und von groffer gute und ich, daß du mir hilfeft, und in deis treue bist. Wir bitten dich, las uns arme fünder ben dir auch Farmherzigkeit erlangen, durch JEfum Chriftum, unsern HErrn, nem namen werfe ich das panier auf. Du haft mich mit deinem segen überschüttet, und erfreuet mit freuden beines antliges! Du haft das elend der armen nicht verschmähet, und dein antlik vor mir nicht verborgen, und da ich amen. 35. Lobe zu dir schrie, haft du mir auss seholfen. Du getreuer birt haft mir, deinem armen schäflein, nie etwas mangeln laffen, haft mich als lezeit auf grüner aue deines götts obe den HErrn, meine lichen worts geweidet, und zum feele, und was in mir ist frischen troft brünulein Israels feinen heiligen namen! Lobe den geführet. Du hast allezeit meine HErrn, meine feele, und vergiß feele erquicket, und mich aufrechs nicht, was er dir gutes gethan hat! ter strasse geführet um deines nas Der dir alle deine fünde vergiebet, mens willen. Und ob ich gleich oft und heilet alle deine gebrechen: im finstern thale des creuzes und Der dein leben vom verderben in mancherley gefahr gewandelt erlöset, der dich crônet mit gna habe: so habe ich doch kein unglück de und barmherzigkeit. Mein gefürchtet, denn du bist allezeit gott! ich danke dir, daß du mei- ben mir gewesen; dein stecken und nen gang erhalten haft auf deinen stab hat mich allezeit getröstet; du fußfieigen, daß meine tritte nicht hast vor mir einen tisch bereitet gegleitet haben. Du haft deine gegen meine feinde. Du haft wunderbare güte an mir bewiesen mein haupt mit dem himmlischen wider die, so sich gegen deine rech- freuben- ite deines heiligen geistes te hand gefeßet haben, du heiland gesalbet, und mir deinen götts berer, die dir vertrauen. Du hastlichen troft und raht voll einges mich behütet, wie einen augapfel schenket. Du haft mir gutes und im auge, bu haft mich beschirmet barmherzigkeit mein lebelang fols unter dem schatten deiner flügel gen lassen, daß ich hoffe zu bleis für den gottlosen, für meinen ben in deinem hause immer und feinden, bie um und um nach meis ewiglich. A Herr! Du bas meis Danksagung, daß uns GOtt in mancherley Noht und Gefahr erhalten und behütet hat. Danksagung für die gnädige Erhörung des Gebets. 33 meine feele aus der hölle geführet; da haft mich lebendig erhalten, da andere in die hölle fuhren. Du haft mich unterwiesen und mir den weg gezeiget, den ich habe wandeln sollen; du hast mich mit beinen augen geleitet. Ach GOtt! wie theuer ist deine gute, daß menschen- kinder unter dem schats ten deiner flügel trauen und zu flucht finden. Sie werden truns ten von den reichen gütern deis nes hauses, und du tränkest sie mit wollust als mit einem strohütte zur böfen zeit, und mich heimlich verborgen in deinem ges zelte für jedermannes trok! Wie oft hast du mich für zorn, rachs gier und andern fleischlichen lus sten bewahret, daß ich nicht schrecklich gefallen bin! Ja, wie oft bin ich gefallen, und du haft mich nicht weggeworfen, sondern mich bey meiner hand gehalten, und mich wieder aufgerichtet. Ach GOtt! wie kann ich dir gnugsam für deine gnädige hülfe, errets tung, stärke und trost danken? Denn bey dir ist die les Wie oft hast du deinen engeln bendige quelle, und in deinem über mir befehl gethan, daß sie lichte sehen wir das licht. Mein mich behütet haben auf allen GOtt! du hast mich viel und großmeinen wegen, daß sie mich auf se angst erfahren lassen; du hast den händen tragen müssen, und mich wieder lebendig gemacht und ich meinen fuß nicht an einen stein aus der erden heraus geholet. gestoffen habe. Gelobet seyft du, Darum sey nun zufrieden, meine o mein HErr und Gott! der du feele! der HErr thut dir gutes: allein wunder thuft; gelobet sey denn er hat meine feele aus dein heiliger name ewiglich, und dem tode gerissen, meine augen alle lande müssen deiner ehre voll von den thränen, meine füsse werden, amen. vom gleiten. Ich will wandeln me. vor dem HErrn im lande der les Danksagung für die gnås bendigen. Wie soll ich dem HErrn vergelten alle seine molthat, er mir Ich will dige Erhörung des Gebets. den heilsamen kelch nehmen, und 36. test ja noch an miche Ach, und verläsfest nicht, die dich ans rufen, und dich lieben; denn da erhöreft gebet, darum kommet alles fleisch zu dir. Du haft auch mich zur angenehmen zeit erhds ret, und mir am tage des heils geholfen. Ich sprach in meinem des HErrn namen predigen. mein GOtt! wie oft hast du mich für dem brüllenden löwen, dem teufel, bewahret, daß er meine feele nicht verschlungen! wie oft bat der satan mein begehret, daß er mich sichten mögte, wie den weizen! Du aber, mein HErr JEfu Chrifte, mein fürsprecher! agen: ich bin von deinen augen baft für mich gebeten, daß mein verstoffen; dennoch hörest da meis glaube nicht aufgehöret hat. Wie nes flebens stimme, da ich zu die oft haft du mich von den lügen- schrie. Ich danke dir, daß du mäulern und zänkischen leuten) meine stimme und mein flehen ers errettet, die ihre junge schärfen, höreft, und dein ohr zu mir neis wie eine otter! Wie oft haft du gest! darum will ich dich mein les mich aus noht und gefahr geris- belang anrufen. Dern wenn ich sen und mich bedecket in deiner rufe, werde ich inne, daß du mein Gebet um rechtschaffene Buffe 34 Ott bift. Mein herz ist frdlich in dem HErrn, der mich erhöret hat zurzeit meiner trübsal. HErr! Ich lobe deinen namen ohne un terlaß; ich preife dich und danke dir, denn mein gebet ist erhdret. Vater! ich danke bir, daß du mich erhdret hast, ich weiß, daß du mich allezeit erhörest. Gelos bet sey GOtt, der mein gebet nicht verwirft, noch seine gute von uns wendet, amen. III. Gebete vor und nach der Beichte. Um rechtschaffene Busse. HErr! so werde ich beil. Hilf da mir, so ist mir geholfen. Siehe 37. wie ein verirretes und verlohrnes schaaf; fuche deinen Enecht,( deine magd) auf daß ich deine gebote nicht vergesse. Bes schneide du die vorhaut meines herzens. Entfündige mich, daß ich rein werde, wasche mich, daß ich schneeweiß werde. Schaffe in mir GOtt ein reines herz, und gib mir einen neuen gewissen geist. Verwirf mich nicht von deinem angesichte, und nimm deinen heis ligen geist nicht von mir. Olies berGott! siehe mich so gnädig an, wie du angesehen haft die bußs fertige fünderinn, als sie zu deinen füssen lag, und herzlich über ihre missethat weinete: und als den zdülner im tempel, als er an seine bruft schlug, und um gnade bat. Verleihe mir ernstliche reue und leid über meine fünde, auch einen wahren glauben, mit rechter zus versicht auf deine gnade; dazu würdige früchte der busse. Laß mich die zeit meiner heimsuchung erkennen, and den reichthum deiner gute nicht verachten, auf daß ich die angenehme zeit und den tag des heils nicht versäume, und nicht verziehe, mich zu dir, meinem GOtt und Herrn, zu bes Fehren: daß ich meine busse nicht von einem tage auf den andern, noch auf das leste stündlein ſpares sondern daß ich jego diesen tag mich bekebre, und beffere, amen. Ger siger GOtt! du bist ge duldig, von groffer gute und treue: du berufest uns täglich durch die gnaden predigt deines wortes zur christlichen bekehrung; du läsfest in deinem namen allen menschen buffe und vergebung der fünden verkündigen. Dazu hast du auch, nach deiner langmuht und uns aussprechlichen barmherzigkeit, geduld mit uns, indem du die fünder nicht auffrischer that in ihren mishandlungen pldzlich überfäl left, dieselben mit deinem gerechten zorn und gerichte zu strafen; sondern du giebest raum und frift jur bekehrung, also, daß niemand über dich zu klagen hat, und dich beschuldigen kann. Denn es ist ja nicht dein wille, daß iemand verlohren werde, sondern daß sich jedermann zur buffe bekehre, und das ewige leben habe. Olies ber GOtt du weißfest unsers Beisches trägheit, und des herzens härtigkeit, daß wir durch die erbSchuld dermaaffen verderbet und fo tief in die fünde gefallen seyn, baß wir von uns selber nicht auf fehen oder wiederkehren können. Darum bitte ich dich, durch die wunden JEfu Chrifti unsers Herrn, Befehre mich, so werde Ich bekehret! denn du bist mein Bott: und so ich bekehret werde, thus to buse. Heile du mich, Gebet. um wahre Erkenntniß der Günden. 35 Gebet um wahre Er- 1 licht! erleuchte mein finsteres herz, daß ich in deinem lichte die kenntniß der Sünden. finsterniß meiner sünden erkennen 38. heiliger und geeer und herzlich berenen möge, amen. GOtt, barmhers tiger vater! ich bekenne und klas ge dir meine angebohrne blind Gebet um Vergebung der Sünden. beit, daß ich meine sünde nicht so vollkommen erkenne, noch so herzlich bereue, als es wol seyn sollte. 39. barmherziger GOtt ewiger vater! groß Ach HErr! du ſtelleſt unsere un erkannte fünde ins licht vor deis sind meine fünden, viel und machs nem angesichte. Gib mir die gröffetig sind meine misfethaten, unzähs und mannigfaltiskeit meiner fün den zu erkennen, stelle sie mir in diesem leben unter die augen, damit sie mir nicht am jüngsten tage unter die angen gestellet, und ich dadurch vor engeln und men schen zu schanden werden möge. Ach Herr! du siehest und weißt meines herzens härtigkeit, die mir angebohren ist; nimm diesel be von mir hinweg, und erweiche mein herz durch dein heiliges wort, daß ich meine sünde in niglich bereuen msge. O HErr JEsu! der du dein heiliges blut am stamme des creuses vergosfen haft, auf daß du mein herz dadurch erweichen mögtest; laß du, HErr! willt sünde zurechnen, dieses dein heiliges blut und HErr! wer wird bestehen? Denn theures leiden an mir nicht ver: fiche, auf tausend kann dir der lohren seyn. Du treuer lehrer haft mensch nicht eines antworten; fins in den tagen deines fleisches ges temah! alle unsere gerechtigkeit rufen: Chut buffe; du wollest jegovor dir ist wie ein beflecktes kleid. auch kräftiglich in mein herz rus fen: Thue busfe, und bereue deine sünde! Du stehest vor der thür meines herzens, und klopfest an lig sind meine übertretungen: denn alle mein dichten und trachs ten von iugend auf ist nur ¡ um bssen geneiget. Ach HErr! wer kann merken, wie oft er fehle! Siehe, ich erkenne meine miſſes that, und meine fünde ist immes vor mir. Allein an dir habe ich gefündiget, und übel vor dir ges than, auf daß du recht behalteft in deinen worten, und rein bleis best, wenn du gerichter wirft. Ich bitte aber deine unaussprechliche barmherzigkeit, gehe nicht ins ges richt mit deinem knechte,( mit deiner magd) denn vor dir ist kein lebendiger gerecht. Wenn Derohalben erbarme dich meiner nach deiner gute, und tilge meis ne sünde nach deiner groffen barms. herzigkeit. Wasche mich wol von h! gib guade, daß ich deine stimmeiner misfethat, und reinige me höre, daß ich nicht mein herz mich von aller meiner fünde um verschliesfe, sondern die thür auf- deines namens willen. Herr! thue. D heiliger geist! der du jen mir gnädig, heile meine feele, in tauben- gestalt über Christum denn ich babe leider! an dir ges berab gefahren bist: gib mir auch, fündiget. Gedenke, HErr! an daß ich in wahrer reu und leid über deinebarmhersigkeit, und an deis meine fünde girren mdge wie eine ne gut, die von der welt her ge taube. Odu ewiges bimmlisches wefen tst. Gedenke nicht der füns ( 2 Gebet um Bergebung der Günden. gnädig, barmherzig, geduldig und von grosser güte, und reuet ihn bald der strafe. Wer weiß, es mag ihn wiederum gereuen und einen segen hinter sich laffen. fünben meiner jugend, noch mei- 1 HErrn euren Gott, denn er ik ner übertretung: gedenke aber meiner nach deiner groffen barms herzigkeit, um deiner gute willen. Gedenke auch, daß wir fleisch sind, ein wind, der dahin fähret und nicht wieder kommet; und Laß ab von deinem forn und grimm über uns. gütiger GOtt! ich bekenne ta, daß nicht meine werke noch mein verdienst meine sünden austilgen mögen; sondern allein das heilige leiden und sterben JE fu Christi, des unbefleckten lam mes, ist eine reiche bezahlung für unsere mishandlungen; und sein blut- vergiessen zur vergebung unferer fünden, ist eine abwaschung and reinigung unserer seelen. Auf folches vertrauen und auf folche Hoffnung rufe ich zu dir, du wol left mir meine übertretungen aus gnaden vergeben, die sünde bebecken, und meine missethat mir nicht zurechnen. Verzeihe mir auch die verborgene fehler, auf daß meine betrübte feele, und die gebeine, welche sehr erschrocken find, wiederum erfreuet und getröftet werden. Denn dein ist die barmherzigkeit und vergebung: ben dir ist gnade und viel ers lösung. DHErr! erhöre die stimme meines flehens, und verachte nicht das heulen meines herzens um JEfu Chrifti deines lieben fobnes willen, amen. 36 Err! du haft gefaget: Wer in mir den werde ich nicht hinaus stoffen; auf solche deine verheiffung komme ich ju dir, und glaube feftiglich, ich wers de nicht hinaus gestoffen werden. Jch komme aber, weil ich mühs felig und beladen bin. Es drücket und beschweret mich der sünden laft, welche ich in demühtiger beichte vor deinem angesicht nies derlege. Ach vater! ich habe ges fündiget in dem himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wehrt, daß ich dein kind heisse. Ach! wie oft habe ich dich beleis diget und zum zorne gereizet. Ich mag nicht alle meine fünde ers zählen; es gereuet mich, daß ich sie begangen habe ich schäme mich, viel worte davon zu machen. Dis einige sage ich, und bekenne es gerne, daß ich viel und grosse ftrafen verdienet habe, welche ich mit meinen kräften nicht abwens den kann. Du aber bist gnås dig und barmherzig, und von groffer güte. Darum trete ich mit freuden zu deinem gnadens stuhle, und begehre demühtiglich gnade. Erlaß mir, o GOtt! was umahlen aus unvermögen; du aber ich dir schuldig bin: ich kann nicht fannst es mir erlaffen aus gnade. Gehe nicht, ach gehe nicht mit deinem knechte( mit deiner magd) ins gerichte! Rechne mir die füns Noch ein Gebet Vergebung der Sünden. Joel. II, 12-13-14o spricht der HErr: 40. mir von ganzem Herzen, mit favorsatz, oder aus irrthum und uns #en, mit weinen, mit flagen. Zers wissenheit begangen habe. Siehe reiffet eure herzen, und nicht eure an das blut deines fohnes: dass Eleider, und belebret euch zu dem selbe ist vergoffen für die fünde der Gebet wenn man zum Beicht- Stuhle treten will. 37 der welt. Ich bin auch in der, wegen, du wolleft in mir eine welt, und bin ein fünder; darum ist es auch für mich vergossen. Ach HErr! du hast mich geschlagen, verbinde mich: du hast mich zers riffen, heile mich. Gib mir glau ben mit beständigkeit, daß ich an deinem tische ein würdiger gast fen, und in der gottseligkeit u nehme. Führe und regiere mich binfort, daß ich das gute, so ich mir vorgenommen, ins werk rich ten möge. Beuge das Herz zur gottesfurcht, die ohren zur fleif: aufmerkung deines wortes, die junge zum lobe deines na mens. Segne meine arbeit, vers leihe frieden im hause und öffentlich, wende ab die ärgernisse, bes hüte die meinen, und regiere al les unser thun, daß es dir ange nehm, und den gläubigen heilsam fenn möge. Häre mein feufien, omein GOtt! ja erhöre es, daß ich in dir, und du in mir seyn und bleiben mögeft! amen. rechte andacht, begierde und vers langen nach deiner gnade anzuns den, und mir einen festen glaus ben an deine verheiffung geben; daß, ob ich wol schwach und vers zagt bin, ich mich dennoch solches nicht irren lasse, sondern die vers gebung der fünden mit starkem glauben ergreife, und dadurch zum rechten vaterlande komme, amen. D HErr JEfu Chrifte, mein erldser! du ben kirche hier auf erden, und ihs ren getreuen dienern, das heilige amit der schlüssel hinterlassen, mit angehefteter verheiffung: was sie in kraft derselben lösen oder bins den werden, das solle auch im hims mel gelöser oder gebunden seyn. Für dieses gnadenreiche mittel sage ich dir ewiges lob, ehre und preis, und bitte von grunde meis nes herzens; weil ich als ein are mer gebundener fünder dieses Ide Gebet wenn man zum se schlüffels bedürfig bin, damit Beicht- Stuhle treten will. 41 ich von allen sünden und von den banden der höllen befreyet wers mächtiger, ewiger de; du wolleft deffelben kraft GOtt, vater unsers durch meinen beichtvater trifie HErrn JEfu Chrifti! der du lich an mir kund machen, und dem donner deines heiligen wors mich von allen meinen fünden tes kraft giebest: du haft mir um deines blutes und todes wile mein herz mit deinem gesetze gelen gnädig entbinden: darneben rühret, daß ich nun meine fün den erkenne, bereue, und nach der guadigen vergebung derselben ein berzliches verlangen habe. Dar um hast du auch nebst dem gepredigten worte geordnet, daß ich armer, verderbter, sündhafter mensch zum reichthum deiner himmlischen gnade vergebung suchen ſoll. So gehe ich mir deinen heiligen geift verleis hen, daß ich die heilige absolution in rechtem glauben, in ungezweis felter zuversicht, gutem vorsat brüderlicher liebe und dankbars keit faffe, und endlich ewis felig werde, amen. kommen und D Gott heiliger geist, barme herziger GOtt! dieweil ich nun hin, meine fünde dir zu be auf erkenntniß meiner fünden zu lennen, dargegen troft und abso- stärkung meines glaubens, jeit lution zu empfangen. Bitte deros gleich zur beichte gebe, allda die 43 Bont der Buffe und Bekenntniß der Sünden: Bergebung meiner fünden zu em-, und mistrauen, mit ungehorsam pfangen; so bitte ich dich von sund halsstarrigkeit. Wir haben berzen, erwecke in mir ein herz- uns oftmahls zu viel auf mens liches verlangen nach diesem schen, oder auf andere vergångliche beilfamen und tröftlichen gnaden dinge verlassen. Wir haben dich werke. Gib mir auch dessen nicht allezeit über alles geliebet Fraft und nugen wol zu erkennen, wie wir sollten, noch deinen heis daß alles dasjenige 1 was derligen namen gnugsan geehretj Diener deines wortes in der ob- den schuldigen gottesdienst, und folution auf deinen befehl mit was demselben angehörig, has mir redet und handelt, so gewiß ben wir mannigmahl versäumet, und wahr sey, als wenn es von oder nicht, wie uns wol gebühs dir selbst vom himmel geschähe, ret hatte, in acht genommen. und du mich selbst von meinen Verfündiget haben wir uns auch fünden los zähletest. Laß mich oft an unserm nächsten, und dens beffen in aller widerwärtigleit, selben nicht geliebet wie uns anfechtung und noht träften und selbst; feinen nugen nicht allezeit mich fest darauf verlaffen.O GOtt befördert, wie wir billig gefollts beiliger gerft! absolvire, wasche, feinen schaden nicht allezeit abs reinige, stärke und erhalte mich gewendet, wo wir wol gekonnt hats auch jezo durch deine grundlose Und, o lieber GOtt! wie gute und kraft, auf daß ich die wie unbesonnen, haben wir groffe gnade mit freuden und wider unsern nachsten gefündiget banksagung erkenne, und gewiß mit besen, hoffartigen, neidischen, glaube, weil ich von allen fünden zornigen, argwöhnischen, schmähs entbunden bin, daß ich nicht übel ligen gedanken, worten, gebers fahren noch verlohren werden kons den und werken. ne; dazu verhelfe mir das theure haben wir uns zum öftern an uns verdienst JEſu Chrifti, unsers felbst, mit bösen begierden, lüften ten. oft, amen. und 38 vornehmen. Summa, wir haben fehr misgehandelt, und unseres fünden sind mehr, denn daß e gezählet werden mögen. Diesels be sind uns aber, o HErr und Eine gemeine offentliche Gott! von herzen leid, und uns Beichte. dürftet nach Beichten und Bekennt niffe der Sünden. Feit und vergebung. Darum 42. grof wir nun die knie unſerer fer und erschreckli- herzen vor dir, und bitten dich, cher GOtt! der du deinen bund HErr! um gnade. Ach HErr! und gnade hålteft denen, die dich wir haben gefündiget, und ers lieben und deine gebote halten: kennen unsere misferhaten. Wit wir haben gesündiget und unbitten und flehen, vergib uns, recht gethan: wir sind gottlos HErr! vergib uns! Laß uns nicht gewesen, und von deinen gebor in unsern sünden verderben, sons ten und rechten gewichen. Verdern erbarme dich unser; habe fündiget haben wir uns an dir geduld mit uns, und hilf uns nuferm. Gott mit unglaubent elenden und unwürdigen, nad Deina Cine Privat Beichte: 39 beiner groffen barmherzigkeit! so fers mittlers und erlöfers willen wollen wir unser lebelang dichamen. loben. Entsündige uns, unser GOtt! mit dem theuren blute JEſu Chriſti, daß wir rein wers Eine Privat Beichte. ch armer fündiger den; wasche uns, daß wir schnees weiß werden. uns hören freus be und wonne, daß die gebeine fe- 43.I mensch bekenne und lich werden, die du zerschlagen klage meinem lieben GOtt, daß ich baft. Verbirge dein antlig vor in fünden empfangen und ges unsern fünden, und tilge alle un bohren bin, also daß in mir von nas fere missethaten. Schaffe in uns, tur nichts gutes, sondern lauter GOtt, ein reines herz, und gib sünde wohnet; und daß dieselbe uns einen neuen gewissen geist. angebohrne sünde mich leider! oft Verwirf uns nicht von deinem zu falle gebracht in wirkliche füns angesichte, und nimm deinen heide, mit gedanken, worten und ligen geist nicht von uns. Trößte werken, wider die erste und andes uns wieder mit deiner hülfe, undre tafel des gesetzes GOttes. Ich der freudige geist enthalte uns. erkenne und bekenne auch, daß ich Bekehre du uns, HErr! so wer den reizungen des satans, der welk ben wir bekehret. Gib ie länger ie und meines eigenen fleisches nicht mehr deinen geist in unsere berjen, allezeit mit gehörigem fleiffe wie und mache solche menschen aus derstrebet; sondern leider! oft die uns, die in deinen geboten wan- fünde in mir herrschen lassen, und deln, und deine rechte halten. Du dadurch den heiligen geißt betrüs baft geboten fleissig zu halten deis bet habe. Ja wenn ich gleich ne befehle: o daß unser Leben deis einen guten vorsatz habe, so hans ne rechte mit ganzem ernst hielte! get mir doch das böse allezeit an, Nun, HErr unser schöpfer! du daß ich zum guten unwillig, kalt, weißt, was für ein geschöpf wir faul und überdrüffig, zum bösen feyn: du weißt, daß wir ohne dich aber leider! sehr geneigt und wils nichts thun können. Du bist es lig bin. Der glaube ist schwach, Ich erkenne allein, der in uns wirket beide die liebe ist kalt. das wollen und das vollbringen, nach deinem wolgefallen. Wollen haben wir wol, aber das gute ies besmahl zu vollbringen, finden wir nicht. So gib du uns denn, lies ber vater! daß wir es vollbringen können, und nach deinem willen leben. Neige doch unsér berz nicht auf etwas böses, ein gottloses leben zu führen mit den übelthätern; neige es aber zu deinen zeugnissen, damit wir dir dienen in heiligkeit und gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Er bore uns, lieber himmlischer vas ter! um deines lieben sobues uns und weiß auch, daß solcher meis ner fünden sold GOttes sorn und der ewige tod sey. Derohalben gereuen mich meine fünden, und sind mir leid; allein das beklage ich, daß ich dieselben, wenn ich sie gleich erkenne, mir nicht so leid feyn laffe, wie ich billig sollte, und wie mein lieber GOtt von mir haben will. Weil aber JE sus Christus in die welt kommen ist, die fünder selig zu machen, und mein frommer treuer GOtt spricht: So wahr ich lebe, ich will nicht den tod des sünders, sondern daß er sich bekebre und lebe: fo wende C4 40 Danksagung nach der Absolutton wende ich mich in wahrem glaus, crönet mit gnade und barmher ben zu meinem lieben mittler und trldser JEfu Chrifto; und bitte GOtt den himmlischen vater, daß er meinen schwachen glauben stärke, mir um deffelben seines lieben sohnes willen, aus gnaden alle meine fünden vergebe, mir durch seinen heiligen geist, wahre busse und beständige befferung des lebens verleihe, und mich in meinem guten vorsage durch seine Fraft stårken, und bis an mein ende erhalten wolle, amen. sigkeit. Er handelt nicht mit uns nach unfern fünden, und vergilt uns nicht nach unserer misfethat: sondern so ferne der morgen ist vom abend, läffet er unsere übers tretung von uns seyn. Wie sich ein vater über seine kinder erbars met; fo erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. Dars um freue ich mich, und bin frölich in dir, und lobe deinen namen, du allerhöchfter! Laß mich noch ferner vor deinen augen gnade fins den. Weise mir, HErr! deinen weg, daß ich wandele in deiner wahrheit. Erhalte mein her: bep Danksagung nach der dem einigen, daß ich deinen nas men fürchte. Lehre mich thun nach deinem wolgefallen: denn Absolution. ch 44. I ben allezeit, sein lob Joll immerdar in meinem munde fenn. Meine seele soll sich rühmen des HErrn, daß die elenden hdren, und sich freuen. O daß ich dir von ganzem Herzen danken, und dich mit vollem munde lo ben könnte! Nun merke ich, daß der HErr nahe ist bey denen, die zerbrochenes herzens sind, und denen hilft, die ein erschlagenes gemüht haben. Dwie ist die barmherzigkeit des HErrn so groß, und läsfet sich gnädig finden de nen, die sich zu ihm bekehren! Denn da ich den HErrn fuchte, Danksagung für die antwortete er mir, und errettete mich aus aller meiner furcht. Er Busse und Bekehrung. bat meine ſeele beym leben erhal 45. Gott! daß du mein ch danke dir mein ten. Er hat meine traurigkeit in freuden verwandelt. Er hat mei ne finsterniß licht gemachet. Dar um lobe den HErrn meine seele, and vergiß nicht, was er dir gutes gethan hat: der dir alle deine fünde vergiebet, und heilet alle beine gebrechen; der dein leben vom verderben erldset, der dich hartes und unbußfertiges herz zu dir bekehret, das steinerne heri aus meinem fleische weggenoms men, und mir ein fleischern hert und einen neuen gewissen geist ges geben haft. Von mir selber habe ich zwar in fünden und schuld fallen tdunen, aber von mir selbst konnte geist führe mich auf ebener bahn. Erhalte meinen gang auf deinen fußsteigen, daß meine tritte nicht gleiten. Rüste mich aus mit kraft aus der höhe, und mache meine wege ohne wandel, damit ich glaus ben und gut gewissen behalte, und in deiner gnade bleiben möge: das bitte ich um JEfu Chrifti deines lieben fohnes meines einis gen erlösers und heilandes willen, amen. ✔ Danksagung für die Buffe und Bekehrung. tonnte ich zur buffe nicht wieder mehr zu dir aufgerichtet. Häte auferstehen. Irren und des rech- test du mich nicht erleuchtet, ich ten weges fehlen konnte ich wol hätte dich nie erkannt. Meine durch mich selbst; aber durch funden waren mir süsser denn hos niemanden, als durch dich, konnnig und honigseim; daß sie mir te ich wieder auf den rechten weg aber nunmehr herbe und bitter kommen. Gleichwie derjenige, sind, das habe ich dir zu dans so von mutterleibe au Frumm ken, der du mir des geistes vors und lahm gebohren wird, durch schmack verliehen haft, daß ich natürliche Fräfte und mittel nicht nun alles nach dem geiste richs jurechte gebracht werden mag; ten kann. Die guten werke was fadern deine göttliche allmacht ren mir bitterer als galle und muß ihn aufrichten und rich wermuht: daß sie mir aber nuns tig wandeln machen; also war mehr lieb und angenehm seyn, such meine seele gleichsam habe ich auch dir allein zu danken, frumm, zu allem bösen, und al- der du den fleischlichen sinn von lein zur liebe zeitlicher dinge ge mir genommen, und mir deinen neigt; sie konnte sich derowegen guten und gewissen geist mitges durch keine menschliche kraft theilet hast. Ich gieng in der irre noch vermögen; sondern allein wie ein schaaf, und folgete meis durch deine guade wieder zu deinem wege in der ungerechtigkeitt ner liebe und zum verlangen der du aber, als der gute und getreue ewigen himmlischen güter aufrich- hirte, hast mich gefuchet und zu ten und erheben. Ich konnte mich der heerde der heiligen zurücke wol mit mancherlev fünden sehr gebracht. Ach ich habe dich späte schändlich zurichten und verder kennen lernen, du wahrhaftiges ben; du aber allein konntest mich ewiges licht! Denn es schwebete wieder verändern und erneuern. eine dicke finstre wolke der welts So wenig ein mohr seine haut, lichen eitelkeit vor meinen augen, oder ein parder seine flecken wan die mich verhinderte, daß ich deln kann; so wenig konute ich auch dich, o feliges licht! nicht sehen gutes thun, weil ich des bösen konnte. Ja spät habe ich dich kens. gewohnet und der fünde ergebennen lernen: denn ich war blind, war. Du aber, o mein GOtt! und liebete die blindheit, wans hast mich bekehret, und siehe, delte auch in den werken der ich bin bekehret worden. Nach finsterniß nach der höllischen fins dem ich durch dich bekehret ward, sterniß hinzu. Du aber mein that ich buffe: und nachdem ich erleuchter und seligmacher bas gewisige, bin, schlage ich mich mich gesuchet, da ich dich nicht auf die hüfte. Ich war in fün- anrief: da ich von dir abgewens den todt, und du hast mich lebendet war, hast du dich zu mir ges dig gemacht: so viel ein todter wandt und mich bekehret. Wie thun kann zu seiner auferweckung, so viel habe ich thun können zu meiner bekehrung. Hättest du mich nicht zu dir gezogen; ich wäre nimmermehr zu dir kom men. Hättest du mich nicht ers wecket, so bätte ich mich nimmers du in der schöpfung das licht aus der finsterniß hieffeft hervos leuchten; also hast du die kraftis gen worte zu mir geredet: Es wers de licht, und ein heller schein ins wendig in diesem beraen! Und fiebe, es ward bell und licht dars innen 42 Danksagung daß GOtt so lange auf die Buffe gewartet: Innen, und ich sahe dein licht, und| erbarmen. Ich hielt mit meiner erkannte meine blindheit. Für fol- bekehrung zurücke, und du hiels che unaussprechliche wolthat will test zurücke mit deiner ganz gesIch deinen namen preisen immer rechten strafe. Ich gieng in der und ewiglich, amen. irre, und du riefest mir. Ich wegerte mich zu kommen, und du auf Diese 46.3₁ ger GOtt und va armherziger, gnädi beine groffe güte, o geduldiger lieber vater! kann ich nimmers mehr gnugsam rühmen und preis fen. Diese deine langmuht, o gus tiger GOtt! kann ich durch keiners ley verdienst iemahls vergelten. Du hast mich behütet für unzähe ligen fünden, darein ich mich wes gen meines verderbten fleisches, durch reizung der bösen welt ter, dir bin ich schuldig immer und ewiglich lob und dank zu sagen, daß du mit so groffer gute und langmuht auf meine bekeh rung warten wollen, und mich und verführung des leidigen fas von dem wege der sünden zur getans, so wol als andere, hätte meinschaft deines ewigen reiches gebracht hast. O wie groß ist deine geduld und langmüht, daß du mich, unangesehen ich es wol tausendmahl verdienet, den noch nicht gar von deinem ans gesichte haft verstossen und zur bölle stürzen wollen! Dargegen, wie so unzählig viel leute bat doch der tod dahin gerissen, ehe sie wahre busse gethan haben! Wie viel fünder hat der teufel ver stürzen können. Ja, du haft mich nicht allein für vielen füns den behütet, daß ich nicht darein gefallen bin; sondern haft auch bey denenselben, darein ich leis der! gefallen bin, meine busse und bekehrung geduldig erwars tet. Deine gute und gnade ist weit grösser denn meine fünde und bosheit. Ich fündigte, und du thateft, als sähest du es nicht. Ich enthielt mich nicht von als ferlen gottlosigkeit: du aber ents stocket, und ihnen die herzen verhieltest dich von den verdienten bartet, daß sie keine vergebung der fünden vor ihrem ende erlanget baben! Von solchen leuten hat mich nicht meine eigene bessere natur, oder die werke meiner gerechtigkeit, sondern allein deine Langmühtige gnade und güte un terschieden, und meiner mehr denn jener verschonet. Meine schuld ist nicht geringer, sondern deine gnade ist grösser und überschweng licher über mir gewesen. Dein mitleiden und erbarmen ftritte gleichsam mit meinem jammer und elende. Ich fuhr fort mit fündigen, und du fubrest fort mit fehlägen und plagen. Ich blieb lange in meiner ungerechtigkeit, und du bliebest viel länger in deis ner erbarmung. Was hatte ich damahls gutes gethan? Ganz nichts, sondern noch darzu sehr viel böses. Es war meine fünde und übertretung nicht allein viel und mannigfaltig, sondern auch über macht groß und schwer, ja fast über alle maaffen abscheulich und erschrecklich. Darum habe ich es allein deiner gnade und güs te zu danken, daß du mit solcher langmuht und geduld auf meine bekehrung bast warten, und meine arme Danksagung daß GOtt auf die Busse und Bekehrang so lange gewartet hat. Gebet um Befferung des 2ebens. 43 arme feele aus so viel sünden- strik| sens mit deinem heiligen blute, ten befreyen und los machen wollen. Dir, HErr! sey lob, ehre und herrlichkeit, von nun an bis in ewigkeit, amen. daß es gebeffert werde. Rühre ca mit der kraft des heiligen Geistes, daß es hinführo luft gewinne, dir zu dienen, und dich nach deis Hilf nen geboten zu ehren. Gebet um Besserung auch, HErr JEfu! daß ich alles o des Lebens zu der heiligen Dreneinigkeit. 47.0 fo viel immer mdglich, verrichte. was du mir befohlen haft; und dich und deinen heiligen willen mehr liebe, als die ganze welt z und daß ich endlich zu der. ges wünschten ewigkeit gelange, wo ich in wahrer gerechtigkeit und heiligkeit dir ohne unterlaß diene, und endlich aus gnaden selig wers de, amen. GOtt! ich habe dir zugefaget frommer zu werden, hilf du mir es vollen den, gib mir das wollen und das vollbringen. Gib mir deinen heiligen Geist, der mich meiner jufage täglich erinnere, und zum gottfeligen leben antreibe. Eaß alle sünden- luft, alle üppige lies be verkehrte alles was sündlich ist, in mir ster ben; und hilf, daß ich mich mein lebelang an deiner huld und gnade ergege, mich an deiner liebe fattige, mich an deiner treue halte, mich nach deinem worte richte, durch deine gnade chriftlich lebe, geduldig leide, und auf des HErrn JEsu theures verdienst selig ster be, und freudig in. den himmel eingehe, amen. HErr Gott heiliger Geift! leite, regiere mich auf ebener bahn; bewahre mich für allen fünden und lastern, damit ich nicht auf das neu in GOttes ungnade und zorn falle, und mir also nicht zeitlis ches und ewiges unheil auf leib und seele muhtwillig zuziehe, und mich an dem leibe und blute meines HErrn JEfu Chrifti nicht felber schuldig mache. Ach du heiliger guter Geist! erhalte meis nen gang auf deinen fußßteigen, [ HErr JEsu! andere und daß meine fritte nicht gleitens reinige hinführo die hartsin: hilf mir aber sur ewigen felige nige art meines verderbten her: l keit, amen. IV. Gebete vor und nach dem Heiligen Abendmahl. Gebet um die Gaben, welche zur würdigen Ges niesfung des heiligen Abendmaßls nöhtig sind. iehe, hier komme ich, augen, du liebhaber des lebens! 48. auf du mie beine holdselige einladung. Laß so freundlich rufeft? Wäre ich mich guade fuden vor beinen l'gleich beiliger als die engel, fo ware 44 Gebet um wahre Vorbereitung zum heiligen Abendmahl. wäre ich doch darum dieser mahls, ner feelen leben, beil und fegen, seit nicht würdig; wie sollte ich amen. denn würdig seyn, nachdem ich unreiner lippen, ein greuel und schndde bin: es sey denn, daß du bereitung zum würdigen Ge nuß des heiligen Abends mahls. mich würdig machest. Derowes Gebet um wahre Vors gen komme mir zuvor mit deiner gnade, und bereite mich. Du haft la gefaget: wer zu dir konime, den wolleft du nicht hinaus stofs sen; so nimm dich doch nun meia uer seelen an, nach deiner gros fen barmherzigkeit. Gedenke, mein JEsu! daß ich von mir felbst war viel böses, aber nichts gutes habe und hilf mir um beiner gute willen. Siehe doch, wie arm und elend ich bin. Denke an deine treue, du heiz land der welt, und erfülle mein Berz mit gnade. Wie gerne wollte ich mit brünstiger andacht 49. HErr Gott zebaoth, 1 und gebührender ehrerbierigkeit im völligen glauben erscheinen; aber wo ist das vollbringen, wenn Ich es nicht von dir erlange? du anfänger und vollender meines slaubens! Darum gib mir, was bir wolgefällig ist. Nimm gnå biglich von mir, was dir misfäl let; oder bedecke es zum wenigs sten, ich bitte dich demühtiglich, mit dem rocke deiner barmher sigkeit. Wol der feelen, die dir angenehm ist! Eröffne mir die augen, daß ich sehe die wunder an deiner einfegung. Erwecke mein herz, und entledige mich von allen fremden gedanken. Stärke meinen glauben, mehre meine Boffnung entzünde meine begierde, mache meine andacht brünkis, reinige mich von aller un reinigkeit, und heilige mich durch und durch, auf daß ich in freuDiger zuversicht hinzutrete, mit veinem munde und heiligem hersen nehme, und mit herzlicher begierde effe und trinke iu meis du beiliger in ich weiß fast wol, und muß bekene nen, daß ich nicht wehrt bin meinen mund aufzuthun und das hochwürdige facrament des Leibes und blates deines lieben sohnes JEfu Chrifti zu empfans gen; denn ich bin ein fündiger mensch, ein armer wurm und eine elende made, ein fliegendes blatt und dürrer halm, erde und asche, die wie ein wind dahin fähret und nicht wieder kommt; ja ich bin unreiner lippen, in sünden empfangen und gebohren, und frenlich nicht wehrt des irdischen brotes; geschweige, daß ich sollte geschickt seyn, diese himmlische mahlzeit würdiglich zu geniessen. Ich glaube aber von Herzen, und hoffe festiglich, du werdeft, als mein barmherziger vater, mich unwürdigen mit deiner gnas de würdig machen; denn du bist der GOtt, der allein vermag rein und heilig zu machen das, was von unreinem saamen kommet. Aus fündern kannst du gerechte und bete I. an die Cor. XI, 28.29. Der menfch prüfe sich selbst, und also esse er von diesem brote, und trinke von dieſem kelche. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der iffet und trins ket ihm selber das gericht, das mit, daß er nicht unterscheidet den leib des HErrn. Gebet vor dem heiligen Abendmahl. beilige menschen machen; darum Gebet vor dem heiligen bitte ich dich, erbarme dich meis ner nach deiner groffen barmhers tigkeit! vergib mir meine misses Abendmahl. Err JEfu Chrifte! that, und reinige mich von allen 50. En ewiger sohn Got. meinen sünden. O HErr JEsu tes! du haft in wahrer mensch Christe! der du am stamme des heit für uns den tod erlitten, und ereuses für meine und der ganz uns von fünden und der ewigen ten welt sünde deinen allerhei- verdammniß erlöset: und das ligften leib gegeben, und dein mit wir solcher deiner treu nims theures rosinfarbenes blut vergos mermehr vergessen mögen, haft sen haft; ich komme zu dir auf du in dem lezten abendmahl deine würdigkeit, auf deine groffe uns ein ewiges gedächtniß des liebe gegen alle bußfertige sünder, aufgerichteten neuen bundes ges auf deine allerholdseligste verheif stiftet, darinnen der fünde des fung, durch welche du alle zu dir gläubigen nun und in ewigkeit rufest, und sprichst: Kommet her nicht mehr soll gedacht werden: ju mir alle, die ihr mühselig und indem du uns verordnet und vers beladen seyd, ich will euch erschaffer haft deinen wahrhaftigen quicken. Ich habe es nicht vers leib mit dem gesegneten brote zu dienet, bin auch nicht würdig, effen, und dein heiliges blut mit daß du unter das dach meines dem gesegneten weine zu trinken s berzens eingeheft. Darum kom fammt angehefteter verheiffung me ich in keiner andern zuversicht, der vergebung unserer fünden, wels als weil ich deine süsse worte ge- che du uns hiemit versiegelst; und höret habe, womit du mich zu deren du unsere herzen hiedurch diesem tische einladest. O GOtt vergewisserst. Wir arme elende beiliger geist! du mächtiger und menschen kommen zu dir, dem reicher geber alles guten, komme brunnen aller gnaden und barms mir armen dürftigen zu hülfe, herzigkeit, und bitten dich, du und entzünde mein herz mit eis wollest alle unsere sünden und nem herzlichen verlangen, hun flecken abwischen, und unsere feele ger und durft nach der ewigen reinigen und erquicken, auf daß speise meiner feelen. Erleuchte wir mit wahrer reu und leid, in mein schwaches fleisch und blut, rechtem festen glauben, mit schuls daß ich mich bey dieser heiligen diger ehrerbietung und gebührlis bandlung der unnügen gedanken cher hochachtung, geschickt und und sorgen entschlage, damit ich würdig deinen allerheiligsten leib meinem HErrn Christo JEfu eine und blut zu unserer feligkeit em heilige wohnung bereite, und diese pfangen. Hilf, daß durch dieses Loftbare speise, nicht anders als geheimniß des neuen testamentes Ich schuldig bin, mit gebührlicher der glaube in uns gemehret, die ehrerbietung und herzlicher an hoffnung gestärket, die liebe ents dacht zu stärkung meines glaus zündet, das schwache gewissen ges bens, und zum trofte meiner ar tröstet, alle anfechtungen übers men feele empfangen möge, um wunden, und wir in unserm hers des bittern leibens und sterbens sen deiner göttlichen huld, und JEfu Chrifti meines heilandes der ewigwährenden erlösung uns and erlöfers willen, amen. ferer feelen allenthalben versichert und 49 46 Gebet im binzugehen zu dem. Abendmahl: und versiegelt werden, damit wir abendmahl einen dir angenehmen also die überschwengliche guade, gast seyn. Gib mir was du vers welche in diesem facramente ver- heiffen haft, und laß mich nehmen borgen ist, empfinden. O güti was mir von dir beschieden ist, ger HErr! gib uns erleuchtete auienes nach deiner wahrheit, und gen unsers verstandes, daß wir dieses zu meiner gerechtigkeit. erkennen mögen, welches da sey O GOtt heiliger geist, erbars der reichthum deines herrlichen me dich über mich! und verleihe abendmahls, in welchem du uns mir deine guade, daß ich dieses nebst deinem leibe und blute ver heilige facrament würdig empfans gebung der fünden, wahre gerech- ge, damit meinen schwachen glaus tigkeit, und alle himmlische güter ben stärke, mein kaltes her; mit liebe entzünde, mein blödes ges wissen tröfte, meine hoffnung erfris sche, mein sündhaftes leben bess fere, und darauf felig werde! D HErr hilf, o HErr laß wol ges Lingen! amen. ertheilest; auf daß wir oft mit berzlicher begierde und verlangen bis heilige sacrament würdig empfahen, deine füffigkeit schmecken, Deine liebe empfinden, und durch dieselbe wiederum gegen dich entsundet werden. Nimm von uns weg, alles was dir misfället, und uns hindert oder von dir wendet, und gib uns, was uns zu dir kehret und fördert, damit wir der früchte des heilwärtigen tisches theilhaftig, und unsere hungerige und durstige seelen allhier auf erden mit deinem allerheiligsten leis be und blute, zu ihrem sonderbas sen troste und groffer freudigkeit gespeiset und getränket werden, und wir auch in jenem leben das himmel- brot mit dir ewiglich ef fen mögen, amen. Gebet im hinzugehen sum heiligen Abendmahl. im 51. mel, erbarme bich über mich! und sey mir gnadig, deinem Finde, welches anicho mit kindlis ever furcht zu deinem heiligen al tar Fönmmet. Laß bimmlischen mahlzeit genieffen, wie du sie mir bereitet hast, nem lich zu meiner feelen feligkeit. O GOtt sohn der welt heis fand, erbarme dich über mich! und DHErr JEsu Chrifie! dieweil du dein fleisch und blut für meine fünde an das creuz gegeben: so bitte ich dich von herzen, verleis he mir deine gnade und kraft, daß ich das facrament deines leibes und blutes, als meinen himms lischen zehr- pfennig, mit rechts schaffenem und starken glauben zu meiner feelen heil und seligkeit würdiglich geniessen möge, amen. Ach GOtt! sey mir armen suns der gnädig. HErr JEsu! du sohn des hochgelobten GOttes, erbarme dich meiner. das da traget die fünde der welt, HErr JEsu! du lamm GOttes, erbarme dich meiner. mich dein abendmahl würdig und fruchtbars lich genieffent, amen. Seufzer bey dem Ge brauche des heiligen Abendmahlé, und zwar bey Reis chung des gesegneten Brotes. en mir willkommen, 52. du Ebri Gebet ben währender Communion: 47 Chrifte! mit der edlen speise deines werden. Errette mich vom bösen allerheiligsten leibes, den du mir feinde, érhalte mich in wahren lest im facramente des altars glauben, aufdaß ich dich mit allen mit dem gesegneten brote, auf un- auserwählten ewiglich lobe und begreifliche art, jedoch wahrhaftig preife, amen. in effen giebest, wie du ihn für mich in den bittern tod des creuzes ge geben haft zur vergebung meiner Bey währenderCommus fünde; das laß mir zum ewigen leben gedeyen. nion, auch für diejenigen, sa nicht zum heiligen Abends mahl gehen. HErr JEfu Chrifte! dein heilis ger leib stärke und bewahre mich ist im rechten glauben zum ewigen 55. Es id in, lieber himmilta leben, amen. deines sohnes nicht weniger kräfs tig, sondern eben so gültig und Bey Reichung des gese: so theuer vor deinen augen geachs gneten Kelches. tet, als es an dem tage war, da der heilige leib gegeiffelt und gecreus 53.Sdu du süsser HErr JEsu Christe! mit dem edlen tranke deis nes allerheiligsten blutes, das du mir jezo im facramente des altars mit dem gesegneten weine, auf unbegreifliche art, jedoch wahr baftig zu trinken giebest, wie du es für mich am creuze vergoffen haft, zur vergebung meiner fün den; das laß mir zum ewigen les ben gedenen. blut aus seiner seite floß. So if ja auch allhier in diesem sacras mente derselbige leib und dasſels bige blut gegenwärtig, welches damahls das opfer für meine fünde worden ist. Darum bitte ich dich nun durch den tod deines sohnes, durch seinen heiligen leib und blut, sey mir und allen armen füns dern gnädig und barmherzig. Wir haben zwar, lieber HErr und GOtt! die wir hie bey sammen sind, insgesammt schwerlich und vielfäls tig an dir gesündiget, und fehlen noch alle tage mannigfaltig. Aber dein lieber sohn ist in die volls Wenn man nach em- kommene versöhnung worden für pfangenem Leibe und Blute Christi wieder in seinen Stand getreten. unsere und für der ganzen welt fünde. Er hat sich selbst dargeges ben für uns jur gabe und opfer, dir, o GOtt! zu einem füffen ges ein 54. im mel und auf erden kein ander löses geld noch opfer zu finden, als diesen deinen eingebohrnen sohn, welchen wir dir jezo in wahrem glauben und findlicher zuversicht vortragen. So wiffen wir auch teinen andern mittler und fürspres chez HErr JEfu Christe! dein heilis ges blut stärke und bewahre mich im rechten glauben zum ewigen leben, amen. Christe! speise mich. Dein rosinfarbenes blut tranke Dein bitteres leiden und sterben stärke mich. HErr JEfu Christe! erhöre mich. Verbirge mich in deine heilige wunden, laß mio vou dir nimmer geschieden 48 Canksagung nach dem heiligen Abendmahl. her, wischen dich und uns zu siels creuzigung des heiligen leibesi Len, als diesen einigen. HErr! deis der hier im facramente genoffen nes sohnes heiliger leib, der an das und durch die vergiessung des bolz des creuzes für uns gehenket theuren und allerheiligsten blus ist, wie auch das rosinfarbene tes, so hier jekund ausgetheilet blut, das aus seinen händen und und getrunken wird. Du weißt, füffen und aus seiner eröffneten HErr! all unser anliegen, und feite geflossen ist, bringen wir in was für noht und gefahr wir in herzlicher reu und ungefärb- stecken; was uns mangelt und tem glauben vor dich. Das volls noht thut, ist dir unverborgen. Lommene verföhnsopfer, das uns So erhöre uns doch in dieser fluns schuldige unbefleckte lamm, das de, und verweigere uns nicht, was jich so willig für uns schlachten, wir so flehendlich durch den tod und der ganzen welt sünde auf sich deines sohnes und durch seinen werfen lassen, und getragen hat, gecreuzigten leib und vergossenes wirst du, o HErr! nicht verach blut von dir bitten. Hilf auch, ten, sondern sein creuz, fein lei o HErr! durch denselben tod, und den und sterben für unserer våter durch diesen leib und blut, allen missethat, und für die von uns elenden, armen, betrübten, traus felbst begangene fünden zur gnugrigen, verlaffenen und trostlosen, famt völligen bezahlung gnädiglich auch den irrenden und verführten annehmen. Das trauen wir von ganzem Herzen, und sprechen in folchem glauben: HErr, laß uns nicht verderben! laß an uns are men verlohrnen und verirreten Schaafen seine theure wunden, seine bittere schmerzen, feine schreckliche angst, marter und pein, und das so mildiglich vergossene unschulbige heilige blut, den todesskampf Danksagung nach Ge und blutigen schweiß, die thra: nen, und das angst geschren, den fchmähligen und schmerzlichen tod, nicht umsonst noch verlohren fenn. Ach das blut deines lieben fohues, unsers heilandes JEsu Chrifti, wasche und mache uns sein von allen unsern fünden! Sein heiliger letb sey unsere står: kung und kraft, und das theure and heilige blut sey ein troft und Labfal unserer feelen in unserer legten todes stunde. Ja alles, was wir an leib und feele bedür fen, das bitten und begehren wir von dir durch den tod deines Fobnes, welchen wir hie verkün bisens und durch die marter und christen, und allen denen, für die wir bey dir bitten müssen. Laß ihs nen deines sohnes tod und leiden in allen ihren nöhten zu statten kommen, und hilfendlich uns als len zu deinem ewigen und unvers gänglichen reiche, amen. niessung des heiligen Abendmahls. Pfalm CXI, 1. 2. 3. 4. 5. Ich danke dem HErrn von gan zem herzen, im raht der from men und in der gemeine. Groß sind die werke des HErrn, wer ihr achtet, der hat eitel luft daran. Was er ordnet, das ist löblich und herrlich, und seine gerechtigkeit bleibet ewiglich. Er hat ein gedächtniß gestiftet seiner wunder, der gnädige und barmherzige HErr. Er giebt speise denen, so ihn fürchten; er gedenket ewiglich an seinen bund. Barm Danksagung nach dem beiligen Abendmahl. 49 armherziger, ewiger GOtt! lob, ehre und preis sen deiner göttlichen maje56. ehrens crone: Denn ich habe den HERRN gesehen, fein heiliges abendmahl empfangen, und mess tät, für die überschwengliche We feele ist genesen, amen. 34 GOtt dem vater. gnade und güte, daß du mich abers mit und blute deines geliebten fohnesscher vater! ich sage dir herzs JEfu Chrifti gespeiset und geslich lob und dank, daß du mie trånket haft; wodurch ich mit dir armen fünder nicht allein aus nun ganz und gar wieder versöh- gnaden, um deines geliebten sols net und zu frieden gestellet bin. nes JEsu Christi willen, alle meis Ich bitte dich von grunde meines ne sünde verziehen, sondern min Herzens, verleihe mir deinen hei auch darauf seinen leib und blut ligen und guten geist, der mich im heiligen abendmahl zum pfans erleuchte und regiere, daß ich dies de gegeben haft. Wie hättest da fer groffen wolthat nimmermehr mich besser trösten können? Wie vergesse; sondern daß, so oft ich hättest du mich mehr deiner gnade von diesem brot effe, und von dies versichern, und der verheissung fem kelche trinke, ich an den tod des ewigen lebens vergewifferu beines fohnes gedenke, denselben können? Ach! verleihe mir beine verkündige, und erzähle, was du gnade, daß ich dieses nimmermehs mir dadurch erworben und zuwe aus meinem herzen laffe, sondern ge gebracht hast, nemlich verge alle augenblicke bedenke, daß ich bung der sünden, ewiges leben in Chrifto guade, vergebung der und seligkeit. Laß mir, o treuer fünden, leben und seligkeit habe. GOtt! dieses hochwürdige sacra Gib, daß es meinen schwachen ment eine starke anreizung seyn glauben stärke, mein biddes ges ju der liebe gegen meinen näch wissen trößte, mein gemüht ers ften, daß ich denselben als mich quicke, und zu allen guten in mis felbft liebe, ihm feine gebrechen kraft schaffe. Du wolleft dir auch und fehler von herzen vergebe; meinen leib und feele allezeit bes damit ich in der übung der gottse: fohlen seyn lassen; und so es za ligkeit von tage zu tage wachse deinem lobe und meiner feelen und zunehme, und nach vollens heil gereichet, mich auch an dem dung meines Lebens das liebliche leibe wie an der feele gefund erhals wesen zu deiner rechten immer ten; wo aber nicht, mir doch bes und ewiglich geniessen udge, ständigen glauben, christliche ges duld und hoffnung, bis ans ende geben, auf daß ich nach deiner vers heiffung durch JEfum Chriftum, amen. Noch eine Danksagung bessen leib und blut ich darauf em nach dem heiligen Abendpfangen habe, die freude des ewis gen lebens einnehmen und besigen måge, amen. mahle. Zu JEfu Chrifto. HERR JEfu Chrife, da treuer Immanuel! dir sep lob und ehre, daß du mich würdig bilft mir ber heilige Geiß zu der gefbåget bag, in deinem bedligen abend: 57. Nun wird mein GOtt fchonen. und vater mein vers Nun wird JEsus Chris kus in und bey mir wohnen. Nun Danksagung nach dem heiligen Abendmahl. abendmahl zu kommen, und mir ist mir armen menschen anicho barinnen nicht nur brot und wein, wiederfahren! wie wol haft du sondern auch deinen wahren leib mich geweidet; wie reichlich haft und dein wahres blut zum unter du mich gespeiset, und wie gnes pfande des ewigen lebens gege: diglich haft du mich getränket! ben hast. Ich bitte dich von grun- Wie hätte ich doch immermeht de meines herzens, laß an mir dazu kommen können, wenn du armen fünder auch in gnaden er mich nicht dahin berufen hättest? füllet werden, was du gesaget Wie hätte ich daran glauben köns haft: Wer mein fleisch isfet, und nen, wenn du mir nicht davon ges trinket mein blut, der bleiber in prediget hättest? Wie hätte ich mir, und ich in ihm. Ach HErr! JEsum Christum einen HErrn in dir bin ich gerecht, heilig, nennen können, wenn du mich fromm, ein kind und erbe des nicht erleuchtet hättest? Und wie ewigen lebens; aber aufer dir ist hätte ich sein heiliges abendmahl Feine verheissung, keine guade, würdiglich empfangen können, Feine vergebung der fünden, keine wenn du mich nicht darzu bereitet gerechtigkeit, fein leben, keine fes hättest? Ach du edler tröster! ich ligkeit. Darum halte ich mich danke dir von grunde meines hers an dich, ich senke mich ganz inzens, daß du nach dem willen des dich, ich lege mich in deine eröff vaters, und nach der verheissung nete feite, und lasse dich nicht, du meines heilandes Chrifti mich fegneft mich denn ewiglich. Ich lehrest, trösteft, bereiteft, und in bin war für mich selbst nacket alle wahrheit führeft. Ich bitte und bloß, mangele des ruhms, auch ferner demühtiglich: komm den ich vor GOTT haben sollte; heiliger Geift, HErre GOTT! aber mit wahrem glauben kleide komm iezt und allezeit zu mir, und ich mich in deine kleider des heils, erfülle mit deiner gnade mein und siehe an den rock der gerech- herz, mein gemühte, meine sinnen, tigkeit, und komme damit zu dei- und alle meine gedanken. Erhals nem vater, nicht zweifelud, er te das licht des glaubens in meis werde mich auch für sein kind und nem verstande, entzünde brünftis erbe aus gnaden auf und anneh- ge liebe in meinem herzen, erwets men und wie sollte mir es feh ke friede und versöhnlichkeit in len? denn du, HErr Chrift! woh meinen ohren, zucht in meinen neft in mir und ich in dir: der vaaugen, psalmen und lob- gesänge ter hat dich lieb, und hat dir alles auf meiner junge, das gebet in in deine hande gegeben; und wer an dich glaubet, der hat das ewige leben. Verleihe mir nun auch bei ne gnadenreiche einwohnung, in bem glauben beständigkeit, und in der boffnung freudigkeit, so werde ich gewiß auch die ewige seligkeit in und bey dir finden, amen! HErr JEfu, amen. meinem munde, heiligen beruf unter meinen händen, und den weg des HErrn unter meinen füfs sen. Verlaß mich auch in der ges genwärtigen noht und trübfeligen zeit nicht mit deinem trofte: denn ich bin deffen hoch bendhtiget. Hilf durch deine Fraft meiner schwachheit auf, denn ich bin des ren sehr bedürftig; und stehe mir mit deiner gnade bis an das ende Su GOtt dem heiligen Geifte. beiliger Geift, HErr GOtt! eine und 50 Gebet um Erhaltung der erlangten Guate $ 8 and gröffefte noht ist. Darum augen- luft, fleisches- luft und hof bilf, daß ich schande und tod nicht färtiges wesen, großmühtig uns fürchte, sondern allezeit bestänstertrete. Laß meine seele an allen big bleibe, und die trübfal mich geistlichen und übernatürlichen nicht abtreiben laffe. DHErr! träften junehmen. Laß mich bereite mich durch deine kraft, und wachsen an den früchten des geis stärke des fleisches blödigkeit, daß stes, laß mich wachsen an der ich hie ritterlich ringe, durch tod gnade und erkenntniß, laß mich und leben zu dir dringe, amen. wachsen in dem glauben und in der liebe, laß mich wachsen in einem unbefleckten leibe, laß mich wachsen in allen stücken an dies meinem haupte, bis ich endlich ges Gebet um Erhaltung und Vermehrung der durch den Gebrauch des beiligen Abend mahls erlangten Gnade. volls kommenen alters. Laß mich fruchtbar seyn in allen guten wers ken, und gib gnade, daß ich im glauben bringe tugend, und in des un, 58. bes deiner kraft will ich scheidenheit mässigkeit, in der mass hingehen, und was noch übrig figkeit geduld, in der geduld gotte i im fleische zu leben, nach dei feligkeit, in der gottseligkeit brus nem willen jubringen. Weil berliche liebe, und in der brüders es aber nicht in eines menschen lichen liebe gemeine liebe. In traft ftehet, wie er wandele und summa, vollführe das gute wert, feinen gang richte; so gib.du mir welches du in mir angefangen das vollbringen. Regiere mich haft; bleibe in mir, und laß mich durch deinen heiligen Geist, laß in dir bleiben, mein heil! denn beine gute und treue mich allwege wenn ich nur dich habe, so frage behüten. Laß mich empfinden, ich nichts nach himmel und erden, daß du durch den glauben in mir wenn mir gleich leib und feele wohneft, durch die liebe in mir verschmachtet, so bist du doch, a lebest, und durch die hoffnung GOtt! meines herzens troft und mich täglich stärkest. Gib, daß mein theil. Laß mich in deines ich ohne heucheley in sanftmuht liebe und erkenntniß zunehmen, und demuht beständig einher ges daß ich im glauben bleibe, und die be, damit dein leben je länger je im geiste so diene, daß ich hie rits mehr an mir offenbahr werde. Gib terlich ringe, und durch den tob mir alle tage neue kraft, daß ich zu dir in das Leben dringe, wo mich verleugne, die welt vers freude die fülle, und liebliches wes schmähe, bein creuz auf mich fen zu deiner rechten ewiglich ist. nehme, und die beständig nach Da ich denn mit allen auserwähls folge. Gib mir muht und stärke, ten vor deinem throue stehen und daß ich meinen feinden getroft wissingen werde: Lob, preis und berstrebe, die werke des teufels in bank, und weisheit, und kraft, mir beständig tödte, auch die und stärcke sev unserm GOtt sex welt, und was in der welt ist, als ewigkeit in ewigkeit, amem DS V. Go Gebet um den Belligen Geist und feire Gaben. V. Gebete um Zuwendung alles guten und um Abwendung alles bösen. Gebet um den heiligen söttlichen stärke, den teufel, die Geist und seine Gaben. welt, und alle menschen- furcht u überwinden. Gib mir den geißt 59. der den scher lieber vater! ich geift des troftes, der mich erquiks Flage und bekenne dir, daß ich ke; den geist der freudigkeit, der von natur ungeistlich, unheilig, mich erfreue; den geist der wies ungdttlich bin, und mich mehr dergebuhrt, der mich erneure; das mein fleisch und blut und des siegel GOttes, durch welches ich bösen geistes trieb, als deinen bekräftiget werde im glaubens heiligen geist habe führen laffen. das pfand des ewigen erbes, Ach vergib mir die sünde, und welches meine Hoffnung stärke. erbarme dich meiner! Wende von Schreibe durch deinen göttlichen mir die schwere ftrafe, die du allen finger dein geseg in die tafel meis denen drauest, so deinem heiligennes herzens, deinen willen in liebe geifte widerstreben: denn die den und leid zu vollbringen. Gib mir geist Christi nicht haben, die sind den geift der Findschaft GOttes, nicht sein; und nur diese sind Got der in meinem herzen zeuge, daß tes kinder, die der geift GOttes ich GOttes kind sey. Geuß aus treibet. Darum gib mir deinen deine liebe in mein Herz durch deis heiligen geist, nach der verheif nen heiligen geist; zünde durch fung deines lieben sohnes, da er denselben in mir an eine heilige spricht: Weil ihr, die ihr böse begierde und verlangen nach fend, euren Kindern gute gaben himmlischen dingen und nach dem geben könnet, wie vielmehr wird ewigen leben. D GOtt heiliger der himmlische vater den heiligeift! der du die ruchlofen fleuchst gen geift geben allen, die ihn für und für, aber dich in die darum bitten. Laß denselben heilige feelen giebest, und mas deinen werthen heiligen geist chest propheten und Gottes freuns meinen leib, geift und seele heilide; mache mein her; zu einem les gen zum gebete, und den tempel bendigen opfer, das im feuer deis meines herzens reinigen von al ner liebe brenne, und dadurch Ier unsauberkeit, und darinnen ganz erfüllet werde, so daß alle anzünden das feuer der göttlichen meine fleischliche begierden durch liebe und brünstigen andacht; das dis heilige feuer völlig getilget licht deines göttlichen erkenntnis werden. Somm in mein heri du fes, das böse zu meiden; die gna göttliches licht, du göttliches de des verstandes, meines berufes feuer, du göttliche liebe, bu treulich zu warten; die himmli, himmlischer trost, du füsser gast fche göttliche weisheit, das hdeh- meiner feelen, du göttliche jierde, ste gut zu lieben; die heiligkeit du göttliche kraft! Treibe von mir der furcht GOttes, dir wol zu alles was fleischlich ist, und gib gefallen die herzhaftigkeit der mir dagegen was göttlich ist. Mas fraft GOttes, mein creu; gedul- che mich zur wohnung und zum dig zu tragen; die tapferkeit der heiligthum GOttes. Du þimms lifches Gebet um den rechten feligmachenden Glauben. 53 lisches täublein, der du fiber mei- 1 macht, in aller geduld und lange nem HErrn Christo in seiner taufe geruhet haft: gib mir heilige kind liche einfalt des herzens, daß mich, was schlecht und recht ist, behüte. Du göttliche salbung und freus benöl, lehre und tröste mich. O eine felige feele, die dich zum einwohner hat! denn du erleuchtest der feelen finsterniß, du heilest die verwundete feele, du tröftest die traurige feele, du stärkest die schwache feele, du erhältest die strauch lende feele, du lebrest die demühti ge seele, du erquickest die müde feele, du giebst kraft den sterben ben, wenn leib und seele sich scheiben; du bleibeft ewiglich bey der gläubigen feele: zeige dieses alles such an mir, und bleibe auch ben mir nun und ewiglich, amen. mühtigkeit mit freuden. Gib mir kraft, nach dem reichthum deines herrlichkeit, stark zu werden an Den inwendigen menschen, daß Christus durch den glauben in meinem herzen wohne. Olieber GOtt! dieweil niemand deinen sohn kennet, denn nur der vater, und niemand kennet dich vater, denn nur derselbige dein sohn, und wem es der sohn offenbahs ren will; so bitte ich dich, siche du mich zu ihm, und er führe mich zu dir. Gib mir erkenntniß deis nes heils, die da ist in vergebung der fünden. Komme meinem schwachen glauben ju hülfe, auf daß er zunehme, und ich in die eingewurzelt und erbauet, darzu fest und unbeweglich sey. O froms mer GOtt! der du das fünklein Um den rechten seligma- des glaubens in mir angezündet, chenden Glauben und Ers kenntniß Chrifti. 60. HER ERR, allmächtiger GOtt, ein vater des lichts, bey welchem keine veranderung noch wechsel des lichtes und der finsterniß ist, von dem alle gute und vollkommene gaben zu uns herab kommen: ich bitte dich, weil der glaube nicht jedermannes ding ist, du wollest durch deinen heiligen geift rechtschaffene er kenntniß deines Sohnes JESU Chrifti in mein herz pflanzen und darinnen erhalten, auch von tage ju tage mehren; daß ich erfüllet werde mit erkenntniß deines willens, in aller geistlichen weisheit, und verstand; auf daß ich dir, mei nem HErrn, würdiglich wandele ju allem gefallen, und fruchtbar fen in allen guten werken, und wachse in derselben erkenntniß, und gestärket werde mit aller Braft nach deiner berriicbou und das gute werk in mir anges fangen haft; ich schreye ju dir, du wollest es auch vollführen bis an das ende, daß ich ie mehr und mehr reich werde in allerley era fenntniß und erfahrung; auf daß ich lauter und unanstöffig sey, bis auf den tag Chrifti, erfüllet mit früchten der gerechtigkeit, die zu deiner ehre geschehen. Erhalte was du in mir gewirket haft, auf daß mein glaube im creuz und anfechtung nicht abnehme. Mas che mich beständig in wahrer chriftlicher bekenntniß des glaus bens, damit ich das vorgesetzte ziel der seligkeit erreiche. Behüte mich, mein GOtt! daß ich unter fo viel irrthümern und spaltungen dieser welt nicht verführet werde. Bewahre mich für aberglauben, und allem falschen gottesdienste, daß ich in keinem articul des heiligen glaubens irre oder zweis fele. Darzu gib auch gugde, daß berselbe mein glaube nicht tobt, Gebet um die Wiedergeburts werklos odes unkräftig, sondern thätig und geschäftig sey, der Durch die liebe ausbreche, auf daß ich das ende des glaubens, nemlich der seelen feligkeit, davon brins ge, anten. begierde des guten alle böse nel gungen in dem willen überwinde, und den alten Adam in uns tilge! so laß uns in täglicher erneuerung einhergehen und zunehmen, bis alles an uns neu werde, und wis durch iene wiedergebuhrt in die heilige stadt des neuen Jerusas lems, wohin nichts des alten eins 61.2 liebster vater, hei, gelassen wird, eingehen, und die liger GOtt! dir sey und dem lamme das neue lieb bemühtigft dank gesagt, daß bu singen, das ewig nie veraltet, nicht nur so willig bist, uns vonamen. gatur verdammten zorn kindern bie macht zu geben, in kraft bes Gebet um die Rechts verdienstes deines sohnes deine finder zu werden; sondern uns fertigung. alle bereits in der heiligen taufe 62. Heiseberate! GOtt, Gebet un: die Wieder gebuhrt. wir aber solches eble gut noch alle bey und an uns hätten, und wir nicht besorgen müßten, daß derer viele waren, die aus dem guadenstande der wieder gebuhrt gefallen sind, und dir nicht mehr in dem neuen wesen Des geiftes dienen. Gelobet aber fey deine grosse barmherzigkeit, baß du allen solche gnade wieder anbietest. Ach! so rufe denn diejenigen zur buffe, welche deine gnabe bisher von sich gestoffen haben, und laffe sie aufs neue wiederge: bohren werden, bis daß Christus eine gestalt in ihnen gewinne. wie können wir deine gute und barmherzigkeit gnugsam preisen, daß, da wir die wahre anerschaf fene gerechtigkeit, in der wir sons vor dir hätten bestehen sollen, selbst verlohren haben; du dich unserer doch erbarmet, und von deinem rechte gegen uns gleich sam nachgelaffen; hingegen diese gnadensordnung gemachet hast, daß du uns aus lauter güte, ohne unsere werke und verdienst, durch den glauben rechtfertigen, uns die sünde vergeben, und die gerechtigkeit deines lieben foh nes vor deinem gerichte zurecht Bo du aber noch den unvergångs nen und schenken wolleft. Ad lichen saamen deines geiftes in groffe weisheit, daß du uns eis uns baft, so erhalte ihn ferner. ne folche gerechtigkeit schenken, Nimm völlig von uns hinweg, was die keine menschliche vernunft noch von dem steinernen herzen| hätte erfinden können! Ach un ben uns übrig ist, daß unsere her sen ganz fleischern, und geneigt zu deinen geboten werden. Schreis be dein gesen mit lebendigen buchs Baben deines geiftes in unsere feelen, und mache uns demselben gleich gefinnet. Damit auch dein Simmlisches licht alle finsterniß aus unserm oftande vertreibe, die ermäßliche güte, daß du uns eis ne solche theure gabe der gerechs tigkeit felbft anbieteft, deinen sohn dazu gemacht, und uns dens selben geschenket baft, auch noch ferner in uns, was darzu nöbtig ist, wirken willt! O welch ein gewiß fer troft, indem wir unseres beill verfichert sind! Dergib uns gud biglid Gebet um den geiftlichen Frieden: 59 biglich, daß wir bisher so undanks geschehen, in deiner ehre und los bar gegen diese deine gnade gewes be, bis wir in kraft der gerechtigs sen sind da wir uns theils nicht bes feit deines sohnes in jene ewigkeit mühet haben, dieses geheimniß, eingehen, und daselbst in vollkoms daran uns doch alles lieget, recht- menster gerechtigkeit, nach ables [ chaffen zu lernen; theils wol gar gung aller flecken, bey dir prans folche gnadenlehre zum muhtgen, und in deiner anschauung willen und zur sicherheit misbrauchet, um wenigsten deiner gnas de uns nicht so sorgfältig bedie: net haben als wir follten. Erhal te doch diese deine reine evangelis sche troft- lehre, und gib, daß die troftlose lehre der rechtfertigung dir, gerechter GOtt! ähnlich werden. Ach lieber vater! erfüls le alles dieses in uns allen um der erworbenen gerechtigkeit JEfu Chrifti willen, amen. aus den werken, uns biefelbe um Gebet um den geistli unsers undanks willen nicht ents reiffe, als womit die feinde der chen Frieden. gnade umgehen. Ja laß vielmehr 63. Gerechter barmherziger licht deines evangelii auch denjenigen belle aufgehen, die noch jest in irr thum und finsterniß des zweifels stecken. Gib deinen predigern weisheit, folche lehre der rechts fertigung deinen gemeinden alle jeit also vorzutragen, daß weder der muhtwilligen fünder sicher beit gestärket, noch auch der froms men seelen troft geschwächet wers de. du GOtt des friedens! wir sagen dir herzlich bank, daß, da wir von dir leis der! durch die fünde abgewichen und deine feinde worden sind, das her du auch wol ursach gehabt bättest, uns ewig als deine feinde zu strafen und von dir zu flossen, du dich dennoch unser erbars met, und durch deinen sehn uns, deine feinde, dir haft verföhs Schreib du aber selbst die nen lassen; auch uns stets auf das wahrheit deines wortes mit le: freundlichste durch das amt der bendigen buchstaben in unser aller versöhnung gu deiner völligen bergen, daß wir wahrhaftig, und freundschaft und zu deren genuß vornemlich aus eigener erfah- einladest, und bereit bift deinen rung, erkennen, was die wahre frieden in unsere herzen zu geben. rechtfertigung fey. Wirke und Vergib uns gnädiglich unsern starke in uns allen wahre busse und schändlichen undank, da wir uns glauben, und vergib uns also so oft aufs neue wiederum gegen alle unsere fünde vor deinem ges bich feindselig bezeiget, deinen jorn richte. Wirke aber auch ferner mit muhtwilligen fünden gereijet, in unsern seelen durch deinen und also den frieden gebrochen has heiligen geist die gerechtigkeit ben. Aber gelobet sey deine barms der heiligung, ohne welche dich herzigkeit, daß du dennoch auf niemand sehen wird: daß man deiner feite den frieden und dess auch an unserem Leben erkenne, sen bund nicht ganzlich aufgehos wie wir durch deine gnade geben haft, sondern uns noch immer recht worden seyn: la erfülle uns wieder darzu gelangen läsfest. Ach! mit früchten der gerechtigkeit, die laß denn die kraft beiner flimme, durch Jefum Chriftum in uns die uns rufet uns mit dir verföfts di 50 Am die Gnade GOttes ein helliges Leben zu führen: Len zu laffen, also in unsere feelen, ser deiner theuren gabe von und eindringen, daß wir den heiligen ab: stille sonderlich in dem leiden entschluß faffen, nimmermehr die angehende unruhe bald, und etwas feindliches wider dich zu schaffe vielmehr dadurch eine begehen. Wirke also deinen friedsame frucht der gerechtigkeit, frieden in unsern seelen, daß wenn du uns nach deinem willen wir darinnen mit freudigen ver- wirst geübet haben. Lehre uns alle trauen, deiner gegen uns tragen sorgen wegen des künftigen, und den liebe und treae versichert, und was dieses leben angehet, schlechs dadurch unser gewissen zu einer terdinges auf dich und deine vas beiligen ruhe gebracht werde, sich terliche vorsorge werfen; damit allezeit gegen dich des besten zu fie uns den frieden unsers herzens versehen. Befriedige aber auch nicht nehmen. Ja drücke du selbst unsere seelen in dir, daß wir, we die edle gabe deines friedens in sen der versicherung deiner gnade, unfere feelen, die uns keine creas mit allem zufrieden seyn, und in tur geben kann. Nun dein friede, dir, es mag auch auferlich um uns welcher höher ist denn alle vers fiehen, wie es will, ruhen lernen. nunft, bewahre unsere berjen Lehre uns auf unser berz achtung und sinne in Chrifto JEfu im geben uns für allem zu hüten, was glauben und liebe, bis du uns einiger maaßen unsern frieden endlich mit freuden zu dem ewis Böhren wollte; sonderlich daß wir gen frieden und der unzerstöhrlis alle fünden meiden, die das gewis chen ruhe, zu deinem ewigen preis sen verlegen, und deinen frieden fe, fahren läsfest. Ach, erhörs aufbeben: hingegen lehre uns un uns, lieber vater! um deines soba fern frieden mit einem heiligen nes unsers friedens- fürßtens JE wandet befestigen. Stelle uns su willen! amen. stets vor augen, wie gütig du gegen uns gesinnet seyft, und wie wir in dir alles, und daher über flüssig genug haben: auch wie dein wille zu allen seiten der beste und als Um die Gnade GOttes ein heiliges Leben zu führen. wir dieſen recht verleugnen ler: 64. Heiliger vater, barme nen, der uns soust in unruhe segen würde. Laß uns die geistliche guter über alles halten, und nimmermehr die herzen au einige ir dische dinge bängen, wodurch wir uns in unruhe segen. Laß uns für aller vermeffenheit und vorwin, auch für unndhtigen geschäfteit und gesellschaften, uns sorgfältig hüten, auf daß wir uns nicht selber Deines friedens verlustig machen. Hingegen laß uns streben nach der fanftmuht, demußt und geduld, zu bewahrung deines friedens. Wende ferner alle hindernisse dies GOtt! du bist heilig und gerecht, ✓ gerechter ich aber bin von unreinen lippen, und muß mich schämen. Die bes kenne ich meine unart und vielfäls tige schwere gebrechen und fün den, und bitte dich um gnädigs vergebung derselben im namen JESU Chrifti deines fohnes. und dieweil du mich erschaffen haft zu guten werken in Chrifto JEsu, auch durch desselben theus res blut mich erlöset zu deinem bunde, und mich zur Hoffnung des ewigen lebens berufen, und uns alleu befoblen baft, wir sollen beis lig Gebet um wahre Beisheit: 57 lig fenn, dieweil du heilig bist; alle unsere gedanken erforscheft, so bin ich freilich schuldig, dir, o und an den tag bringest auch was mein GOtt! zu dienen in heilig- im finstern verborgen ist; heilige, Feit und gerechtigkeit, die dir wol erleuchte und reinige mein herz gefällig ist; auf daß ich also mich durch deinen heiligen geift, das dankbar erzeige gegen deine groffe mit ich allezeit redlich, aufrichtig güte, daß ich meines berufes und und ohne falsch, als vor deinem meiner erwählung desto gewisser angesichte wandele, nicht auf mens werde, und damit ich meinen schen, sondern auf dich, den richs nächsten dir gewinnen, und ich ter aller gedanken, sehe, und die endlich selber zu dir in dein heili wolgefallen mdge. Weil ich auch ges, herrliches und ewiges reich als ein schwacher mensch vielfältig kommen möge. Ach mein GOtt! strauchele und fündige, so wirf wollen habe ich wol, aber das mich doch nicht weg, lieber vater! gute vollbringen finde ich nicht! fondern erhalte mich mit deines Du aber, o HErr! der du das starken hand. Richte mich auf wollen gegeben hast, gib auch das und verleihe mir eine herzliches vollbringen nach deinem wol- beständige besserung, ungefärbten gefallen durch deinen heiligen glauben, und fröliche hoffnung. geist um Chrifti willen. GOtt, Bekehre auch sonst andere, die zu der du verheissen haft: Ich will ih- bekehren sind, damit dein heiliger nen meine furcht in das herz ges name in allen landen geehret wers ben, daß sie nicht von mir weis| de, und deine augen an den mens chen: ich will ihnen einerley her; fchen kindern ihre luft sehen. und wefen geben, daß sie mich Heiliger vater, du GOTL des fürchten sollen ihr lebelang, auf friedens! heilige uns durch und daß es ihnen und ihren kindern durch, daß unser ganzer geiffe nach ihnen wolgehe; gib auch mir fammt feel und leib, unfträflich deine furcht in mein herz, daß ich behalten werden, bis auf die zus dich kindlich fürchte, und dir heikunft unseres HErrn Jesu Chris liglich diene mein lebelang; damit sti. Du bist getreu, der du uns es mir und den meinigen wol gehe. Stärke mich, lieber vater! das mit ich alle hindernisse und böse anreizungen des fatans, der welt und meines eigenen fleisches übers winden möge. Laß mich nicht mir felbst, damit ich nicht mich selbst verderbe. Ich ergebe mich dir, denn du mich Ich rufeft; fo thue es nun, HErr, um dein selbst, und um des theuren verdiensties Ebristi JEsu willen, amen. Gebet um wahre Weisheit. bin dein, denn du haft mich erlos 65.2h du ewiser, unvers set. Ach so gib mir doch die gnade, daß ich auch dir heiliglich diene, und allerdings nach dei nem wolgefallen lebe! Behüte mich, mein GOtt! für heuchelen und gleißners- werken. GOtt, der du in das verborgene siehest, und berien und nieren prüfeßt, ber du barer und allein weifer GOTE! ach HErr JEfu Christe, du ewige weisheit und himmlischer raht GOttes! o GOtt heiliger geiß, du brunn der göttlichen weisheit! ich bekenne und klage bir meines herzens angebohrne blindheit und tborbeit, daß ich von natur nicht DS 58 Gebet um wahre Weisheit. tüchtig bin, etwas gutes zu ges, unsterblichen namen, and eit denken oder raht zu finden von ewiges gedächtniß bey den nach mir selbst, daß ich auch ganz feine kommen. O GOtt mein vater lust noch liebe zu deiner göttlichen und HErr aller gute! der du alle weisheit; sondern mehr gefallen dinge durch dein wort gemachet, an der fleischlichen thorheit und und den menschen durch deine eitelkeit dieser welt habe, wel weisheit bereitet hast, daß er che die welt- kinder loben. Ach herrschen soll über die creaturen, vergib mir diese grosse sünde, und daß er die welt regiere mit gerec wende die strafe von mir, die du tigkeit, und richte mit rechtem Denen draueft, die wie rosse und herzen: gib mir die weisheit, die mauler sind, welchen man zaum stets um deinen thron ift; denn und gebiß in das maul legen muß, ich bin ein schwacher mensch, und wenn sie nicht zu dir wollen; kurzes Lebens, und zu geringe in imgleichen da du bezeugest, du erkenntniß deffen, was recht ist: babest an niemanden gefallen, er und wenn einer gleich unter den bleibe denn in der weisheit. Ach menschen kindern vollkommen HErr! führe du mich auf dem wäre, so gilt er doch nichts, wo wege der weisheit, der du die er ohne die weisheit ist, die von weisen regierest; denn in deiner dir kömmet. Sende sie herab aus Band sind beide wir selbst und deinem heiligen himmel, aus unsere reden, darzu alle klugheit dem throne deiner herrlichkeit; und kunst in allerlen geschäften. fende sie, daß sie bey mir sey, Lehre mich deine weisheit, die und mit mir arbeite, daß ich ers aller Fünfte weisheit ist; gib mir kenne, was dir wolgefalle, denn Den geist der weisheit, der vers sie weiß und verfiehet alles: laß Bändig, heilig, einig, mannig sie mich leiten in meinen wers faltig, scharf, behende, beredt, Fen, und mich behalten durch rein, flar, sanft, freundlich, ihre heiligkeit, so werden dir ernstlich, frey, wolthätig, leut meine werke angenehm und deis felig, feft, gewiß und sicher ist, nes rahts würdig seyn; denn welcher sich in die heilige feelen welcher mensch weiß GOCEes giebt, propheten und freunde raht, und wer kann denken, was GOttes machet, und alles wol Gott will? denn der. sterblichen regieret. Laß diefe deine weis menschen gedanken sind mißlich, beit meine braut seyn, und laß und ihre anschläge sind gefährs mich ihre schönheit lieb gewin- lich; denn der sterbliche Leib bes nen; denn sie ist herrliches adels, schweret die feele, und die irdis the wesen ist bey GOtt, und der sche hütte drücket den zerstreues HErr aller binge hat sie lieb. Sie ten sinn. Wir treffen das faum, ist der himmlische raht im er was auf erden ist, und erfinden Fenntniß Gottes, und ein angeber schwerlich, was unter händen ist; feiner werke, ihre arbeit ist eitel wer will denn erforschen, was im tugend; fie lehret zucht, gerechtig himmel ist, wer will GOTTes teit und stärke: sie ist ein tröster raht erfahren? Es sey denn, daß In sorgen und traurigkeit. Ein du weisheit gebeft, und deinen Jüngling bat durch dieselbe herr heiligen geift aus der böhe sens lichkeit bey dem volke, und ehre deft, daß also das thun auf erden Sep ben altan: Re macbet einen richtig werde, und die menschen ters am Berlengaung feln felbft aub alles Welt wesens. 59 lernen, was dir gefället, und sie bekenne von ganzem Herzen, daß durch die weisheit selig werden. Die blinde liebe meiner selbst und Darum gib mir, lieber vater! Dieses irdischen wesens und les daß ich meines hertens gedanken bens mir leider! noch allzusehr au dir richte, eh ich etwas anfan- anklebet. Ach! wie schwer köns ge, und um deinetwillen in dir, met es unserm fleische an, das ir zu dir, durch dich, alles thue, was disch gesinnet ist, sich des irdis dir wolgefället: daß ich in allen schen, davon es genommen ist, iu Dingen deinen willen durch das ge entschlagen und zu enthalten! Ja bet erforsche, und mit dir raht mein lieber GOtt! das fleisch, die schlage und raht nehme: daß ich fündliche natur, sehnet sich immer barnach erwähle, was recht ist, nach der erden; und wenn die und dir wolgefället: daß ich noht Edmmet, so bemühbet es sich, auch anderer leute raht höre und die liebe deines namens, deiner ihn nicht verachte, daß ich auch in wahrheit, deiner ehre also zu meinem berufe bleibe, und nicht drehen, zu mittlen und zu theis auser demselben noch über mein len, daß ich gleichwol auch bey vermögen etwas vornehme: auch dem irdischen ruhig bleiben mdge. jeit und ort, künftiges und gegen Ach wie gar eitel, schädlich und wärtiges unterscheiden lerne. Lehs thöricht find alle folche gedanken re mich auch alle seister prüfen und anschläge! Mache mich, mein und unterscheiden, und die raht- heiland! durch die kraft deines schläge beurtheilen; daß ich den heiligen geistes davon frey. Stårs Fricken des teufels und seiner te und wapne mein beri mit eis werk- zeuge, und den negen ihres nem solchen sinne, daß ich, dir zu irrthums entfliehen möge: daß ich gefallen und um deinetwillen, auf das künftige gedenken, flüglich mich selbst verleugnen, alle welts forgen und verstehen möge, was liche ehre verachten, meinem eiges gegenwärtig und fünftig werden nen willen absagen, aller welt Lann: daß ich in allen dingen dich freundschaft bintan segen, den fürchte, denn das ist die wurzel raub nieiner guter mit freuden ers und der anfang der weisheit, daß dulden, die weltliche gesellschaft ich mich die ehre und eitelkeit die und luft meiden, auch mein les fer welt nicht betriegen laffe, und ben, wenn es bein wille ift, getrof in allen dingen erkennen mdge, laffen möge. Ach verzeihe mix was recht und gut ist; daß ich es, mein GOtt! daß ich bisher nicht aus der finsterniß licht, und das vergängliche wefen so sehr ges aus licht finsterniß mache: daß liebet babe. Ich weiß, HErr! daß ich ewig in deiner liebe bleiben ich dein jünger nicht feyn tann, ich möge, denn du liebeft niemanden, verleugne mich denn selbst, und ohne der in der weisheit bleibet, alles was in der welt ist. Gib, daß ich hinführo mich defto eis. riger dir als dem höchsten gute, amen. Um Verleugnung sein und meinem einigen trofie, erges selbst und alles Weltbe. Seuch mich nach dir, daß ich aller ehre, freude, luft, freunds schaft und allen gütern dieser welt Wefens. 66.2 HErr Jesu, mein abfage, und meine sedanken, einiger vids 66 richte, bir zu dienen, und deinen namen ohne unterlaß hier zeitlich und dort ewig zu preisen, amen. um Eödtung des alten Menschen. ist, gelüftet wider den geist: und den geist wider das fleisch. Der geist zwar ist willig, aber das fleisch ist schwach; verleihe Dannenber meinem geiste deine kraft und Um Tödtung des alten Menschen und der Geschäffte des sündlichen Fleisches. stärke, damit er die bösen bes sierden des sündlichen fleisches überwältigen könne. Du, HErr, 67. Heiliger und barmher: allein mußt mich durch deinen dem stärken, damit ich nicht kraftles werde und unterliege. O wie ist es so ein harter und beschwerlis ist wider sich selbst, zu streiten! O cher kampf, wider sein fleisch, das wie schwer und mühselig fället es, diesen einheimischen feind ju überwinden! Warlich, wo du, HERR! in dem kampfe mit der kraft aus der höhe mich nicht auss rüstest, so muß ich nohtwendig der grausamen gewalt und lift dies fes täglichen einheimischen feins des gewonnen geben. Ach Hert, unterdrücke, creuzige und tödte diesen alten verderblichen mens fchen und seine irrigen lufte in mir, auf daß ich seiner liebkosenden betrüglichkeit und verführung entfliehen möge! Laß mich täglich in mir selbst sterben, damit ich durch das fündliche fleisch an den wahrhaftigen leben, das in Chris sto deinem sohne ist, nicht gehins dert oder davon getrennet wers de. Ach zünde in meinem herzen das heilige feuer deines guten geiftes an, auf daß dadurch alle unziemliche begierden und mein eigener böser wille unterdrücket und gänzlich getilget, hingegen nur heilige triebe und neigungen darinnen angezündet werden. Denu, HErr! die nach dem fleische leben, mögen dir nicht gefallen, noch das reich der herrlichkeit ers ben. Laß derowegen mein sündlis ches fleisch sterben, damit ich von deinem reiche nicht ausgeschlossen unsers HErrn JEfu Chrifti! ich rufe dich an, und bitte dich im namen desselben deines einigen und geliebten fohues, durch den heiligen geift, daß du die creu zigung und tödtung des alten menschen, welcher ich täglich be barf, kräftiglich in mir wirken wollest, damit ich nach dem in wendigen menschen in mir stark und machtig werde. Es wohnet leider! o mein HErr und GOtt! in meinem fleische nichts gutes, sondern die leidige sünde. So verleihe mir doch wider dieselbe deines geistes kraft, damit ich fie nicht stark werden, noch über mich herrschen laffe. Du, HErr! stel left ia sonst unfere unerkannte fünde ins licht vor deinem ange fichte; ach so stelle sie doch auch meinem herzen ins licht, damit ich sie sehen, bereuen, und die vergebung in herzlicher demuht ben dir suchen möge. Ich bin noch nicht fren von der fünde, die in mir wohnet; gib aber, o HErr! baß ich fren fen von ihrer herrfchaft, schuld und verdammniß. Das gesetz der fünden in meinen gliedern streitet wider das gefer in meinem wiedergebohrnen und er: neuertem gemühte. Verleihe mir aber dagegen deines geiftes gnade, dadurch ich solches gesetz über winden und gefangen nehmen möge, damit es mich nicht gefangen webme. Das fleisch, so in mir wexs Gebet wider die täglichen Sünden- Fälle. 61 werde. Die nach dem fleische le-| flåtiges Fleid; was will denn ers ben, die müssen sterben; die aber durch den geift des fleisches ge: schaffte tädten, die werden leben; barum auch diejenigen, so Christo angehdren, ihr fleisch creuzigen sammt den lüften und begierden. So laß mich nun, o du gecreuzigter HErr JEsu! mein fleisch rechts schaffen betäuben, creuzigen und tödten, auf daß ich hinführo nicht den lüften der menschen, sondern dem willen GOttes deines vaters lebe, und dermahleins mit dir die ewige ruhe, das himmlische leben und die ewige seligkeit besigen möge! amen. meine ungerechtigkeit seyn? Dars um darf ich mich freilich nimmers mehr unterstehen, mit meiner eis genen gerechtigkeit vor dir aufzus treten; sondern ich demührige mich vor deinem richter- stable, und rufe aus der tiefe zu dir: HErr! so du willt sünde zurechs nen, wer wird bestehen? Wenn du mit mir in das gerichte gehen wolltest, wo würde ich bleiben? Wo du mich nach der schärfe deis ner gerechtigkeit auf die probe setzen wollteft, wie könnte ich vor dir beharren? Hättest du luft mit mir zu hadern, und wolltest genaue rechnung meines Lebens, thuns und lassens von mir fodern; so Gebet gegen die tägli- könnte ich dir auftaufend nicht eis chen Sünden- Fälle. Gött, nes antworten. Deswegen will entschuldigung, 68. Heiliger tt, gerech- den mund nicht aufthun, ſondern ter richter! vor dir Ist niemand unschuldig, niemand ist von der befleckung der fünden befreyet; darum mangele ich auch des ruhmes, den ich billig mit vor dein gerichte bringen follte; es fehlet mir das kleid der unschuld, mit welchem ich ange zogen, vor deinem autlig erschei: nen sollte. O wie oft fündige ich! ber geist ist zwar bisweilen willig was gutes zu thun, aber das fleisch ist schwach; gestärket wird wol zu zeiten in mir der inwendige mensch, Frank aber lieget dar nieder der äuserliche; denn das gute, das ich will, das thue ich nicht allemahl; sondern das böse, das ich nicht will, das thue ich leider! vielfältig. Ach wie oft steis gen ben mir eitele, böse und gott lose gedanken auf! wie oft ent mir vielmehr erkennen, daß ich auch dieser meiner täglichen fündens fälle halber den ewigen tod vers bienet hätte. Damit aber dersels be an mir keine macht haben mö ge, so stelle ich dir, heiliger va den fälle das theure blut deines ter! für diese meine tägliche füns sohnes dar, das er auf dem altare des creuzes vergossen hat, das reiniget mich von allen und also Laß mir dieses vollkommene löfes meinen fünden. geld deines sohnes zur vergebung aller meiner fünden gedeyen! Lanmett. che worte! wie oft verunreinigen mich wol gar verkehrte werke! alle meine gerechtigkeit ist wie ein nn. Gebet um ein gutes Gewiffen. GOtt aller berzens 69. At kündiger! wie haft du das gewissen des menschen so wunderbarlich gemacht, und zum sengen des guten und böfen vers Gebet um ein gutes Gewissem ordnet, und mit furcht und freus digkeit, mit frende und leid wan berbarlich begabet; daß es alle menschen der gerechtigkeit erinne re, und einen jeden überzeuge, daß du ein gerechter GOtt senst, vor welchen sich jedermann fürch ten müsse: daß du auch überall gegenwärtig feyst, vor welchem gewissens, die ich zerbrochen hab deine gnade, vergebung der fün den, gerechtigkeit, den glauben, die liebe, die lebendige hoffnung, seduld und gebet; daß in meinem gewissen, ale in einem spiegel, deine gerechtigkeit leuchte, die mir aus gnaden durch den glaus ben geschenket ist. Deine edle ich niemand verbergen könne.bluts- tropflein zieren meine feele Denn so man sich für seinem eiges als der schönste schmuck; die kraft nen gewissen nicht verbergen deines heiligen opfers, leidens kann, welches nur ein richter und und todes erquicke mein gewissen. innerlicher unbetrieglicher zeuge Ach, du edler weinstock! blühe in eines einigen menschlichen herzens meinem berzen und gewissen, ift; wie follte man sich vor dem und vertreibe durch deinen les allwissenden GOtt verbergen, der bensgeruch allen höllischen schlans sin richter ist aller menschlichen gen- gift; tödte den nagenden hers berzen? Ach! wie oft habe ich meistens wurm, und stille die anklage nem eigenen gewissen widerstre: der fünden und des geseges in mir. bet, und bin demselben nicht gefol- Laß mein gewiffen den rechten get, ob mich es gleich erinnert und freuden wein des heiligen geiftes gestrafet hat! Ich habe einen grof schmecken, daß ich mich in die fen, schweren und unruhigen jeus allein erquicke und erfreue. O gen wider mich selbst erwecket. meines hertens einige freude und Ach, mein GOtt! du wahrer und ruhe! in mir selbst muß ich ers einiger feelen- arit, der du heileft schrecken und verzagen: in dir Die zerbrochenes herzens find, und aber erfreuet und erquicket sich verbindest ihre schmerzen, heile mein betrübtes gewissen. Ach! mich, HErs! denn meine gebeine laß mich empfinden, was David und erschrocken, und meine seele faget: darum freuet sich mein ist sehr erschrocken. Ach! reinige her; und meine ehre ist frölich. mein gewiffen, HErr JEsu! mit Ach! laß dein licht, das in mir it, deinem blute von den tobten werden glauben, die liebe, die boffs Een meiner fünde, zu dienen dem Lebendigen GOtt. Heile die wuns den meines gewissens, die mir Ichmerzlich wehe thun; geuß dein gnaden dhl hinein, als den rechten feelenbalsam, nemlich deinen beiligen geift, der mich trößte, und mir die seelen- schmerzen lin nung und deine erkenntniß in mir nicht finster werden und erlöschenz sondern laß es in dir, und durch dich leuchten und helle werden, daß es mir leib und feele erleuchte wie ein blig; daß ich mit freudis gem geiste vor dir erscheinen, und vor deinem angesichte bestehen bere, daß ich nicht allzusehr ermöge. Ach! wie ist ein gut ges Schrecke, daß nicht die furcht vor wissen eine groffe freudigkeit vor beinem geftrengen gerichte mich Gott und menschen. wie freudig in verzweifelung fürje. Eilge bie find bie heiligen mårtyrer, so um banbfchrift, die wiber mich ist, der gerechtigkeit und wahrheit mit deinem blute aus: schreibe willen gelitten haben, sum tobe In die tafel meines bersens und gegangen! Mer Laun mich vers Gebet um die Nachfolge Chrifit. 63 flagen, wenn mich mein gewissen, freude in die, o mein HErr und losspricht? Wer kann mich betrü ben, wenn mich mein gewissen er freuet? Dargegen aber, wer kann mich erfreuen, wenn mich mein gewiffen betrüber, ohne du allein, o meines herzens freude! wer kann mich rechtfertigen, wenn mich mein gewissen verdammer? als du allein, o mein Erlöser JEsu Christe! in dessen verdienst meine gerechtigkeit stehet und gegründet ift. Ach mein HErr und mein GOtt! laß mich diesen schat wol mein GOtt! schmecken; so wird mich keine schmach der welt bes trüben, kein verlust des zeitlichen traurig machen, kein verläumber beleidigen, feine furcht erschreks ken, keine gewalt verlegen, keine fünde verdammen, kein teufel mit seinen feurigen pfeilen übers winden, amen. Um die Nachfolge Chrifti. bewahren: und wenn durch dein 70. Ach du holdfeliger, blut mein so laß mich durch deine gnade das und reicher HErr JEsu Chriße! du felbe rein behalten, daß ich in sanftmühtiges und geduldiges dieses geheiligte und reine gefäßherz! wie ein schönes tugendreis nichts unreines lege, damit es ches exempel eines heiligen lebens nicht wieder beflecket und verun- hast du uns gelassen, daß wir nachs reiniger werde, sonst ist leib und folgen sollen deinen fußstapfen. feele beflecket. Eaß mich aber eis Du bist ein unbefleckter spiegel nen guten schak hinein fammlen, aller tugenden, ein vollkommenes welchen ich an jenem tage hervor vorbild der heiligkeit, eine untas bringen möge, als aus einem gu- delhafte regel der frömmigkeit, ten schate meines herzens. Ach eine gewisse richtschnur der ges du gerechter GOtt! der du her rechtigkeit. Ach! wie ist doch mein jen und nieren prüfest, wie haft sündliches leben deinem heiligen Du in dem gewissen des menschen, leben so ungleich! Ich sollte in dir beides himmel und hölle und die als eine neue creatur leben; so unsterblichkeit der feelen zu erlebe ich mehr in der alten creatur, lennen gegeben! denn ein gut nemlich in Adam, als in dir, meis gewissen ist der himmel, und ein nem lieben HErrn JEfu Chrifto, bofes gewiffen ist die hölle: so IJch sollte nach dem geifte leben, so wunderbarlich haft du das gewis lebe ich leider! nach dem fleische, fen gemacht, daß ein jeder mensch und weiß doch, was die schrift fas entweder seinen himmel oder sei- get: Wo ihr nach dem fleische le. ne holle in ihm selbst haben und bet, so werdet ihr sterben müssen. tragen muß. Und weil wir in Ach, du freundlichster heiland! diesem leben mit fleisch und blut, vergib mir meine sünde, decke zu auch wider die arge welt, kämpfen meine gebrechen, übersiehe meine müssen: so bilf mir, lieber GOtt! miffethat, verbirge deine heilige einen guten kampf kämpfen, daß augen vor meiner unreinigkeit, ich diese beide eblen schäge, den verwirf mich nicht von deinem glauben und das gute gewissen angesicht, verstoß mich nicht behalten möge. Laß mich durch aus deinem bause, als einen uns Die rube meines gewiffens die rus reinen und anssäßigen. Eilge be des ewigen lebens, friede und aus in meinem bersen alle beffort, als Gebet um die Etebe GOttes: Gebet um die Liebe 71. als des tenfels ankrant; and, bilde, bis ich vollkommen werde pflanze in mich deine bemuht, als Laß mich der welt absterben, auf bie wurzel und den grund der daß ich in dir lebe; laß mich mit tugend. Neute in mir alle rach dir auferstehen, auf daß ich mit di gier völlig aus, und gib mir veis gen himmel fahre; laß mich mit ne edle fanftmuht. Ach du heis dir gecreuziget werden, auf daß ich ligftes vorbild aller tugcuden! zu dir in deine herrlichkeit einges schmücke mein herz mit reinen hen möge, amen. glauben, mit feuriger liebe, mit lebendiger hoffnung, mit heiliger andacht, mit kindlicher furcht. D Du meine ewige zuversicht! meine GOttes. Liebe, meine hoffnung, meine ehre, meine zierde; dein leben ist ja du liebreicher Gott, freundlicher und gnas nichts anders gewesen, als liebe, diger vater! du ursprung und fanftmuht und demuht: darum brunnquell aller liebe, aller laß dieses dein edles leben auch freundlichkeit, güte, gnade und in mir seyn, daß ich dein tugend barmherzigkeit! Ich Elage und bes baftes leben auch in meinen leben Fenne dir schmerzlich, daß in meis geige. Laß mich einen geist, einen nem herzen die göttliche liebe, mit leib und eine seele mit dir seyn, welcher ich dich über alle dinge auf daß ich in dir und du in mir lieben sollte, durch die erb- sünde lebest. Lebe du in mir und nicht so gar erloschen und erstorben ist, ich selbst, laß mich dir leben, und daß ich von natur mehr geneigt nicht mir selbst. Gib, daß ich dich bin zu mir selbst, zu meiner eiges also erkenne und lieb habe, daß nen liebe und zu der liebe der ich auch also wandele, gleichwie creaturen, als zu dir, meinem lies du gewandelt hast. Bist du mein ben GOtt und vater; und daß licht, so leuchte in mir: bist du ich demnach dich, meinen lieben meine sierde, so schmücke mich Gott und vater, meinen erlösez schön: bist du meine freude, so er: JEsum Christum und den heilis freue mich in dir: bin ich deine gen geist, meinen wahren tröstez wohnung, so besige mich allein; nicht rechtschaffen und über alle laß mich allein dein werkzeug dinge geliebet habe; da du doch das fenn, daß mein leib, meine secte, höchste und ewige gut selber bift, und mein geist heilig sey. Du welches über alle dinge geliebet einiger weg, leite mich; du ewige werden sollte. Ach! vergib mir wahrheit, lehre mich; du ewiges solche schwere fünde und grosſe Leben, erquicke mich. Laß mich thorheit; und wende die schwere la nicht des bösen geistes werk- ftrafe von mir ab, da geschrieben jeug seyn, daß er nicht seine bos- ftehet: Wer JEfum Chriftum beit, lügen, hoffart, geis, zorn, nicht lieb hat, der sey verfluchet. unsauberkeit durch mich und in Tilge aber in mir aus alle unors mir ausübe und vollbringe; denn dentliche liebe, die welt- und creas das ist des satans bild, davon du| turen- liebe, die eigene ehre, die aus mich, o du schönes vollkommenes ebenbild GOttes! erlösen wol left. Erneure aber meinen leib, geig und feele täglich nach deinem gen- lust, die fleisches- luft, das hoft färtige leben, welches die herzen der menschen von dir abreiffet. Bünde aber bagegen in mir an bit reini 03 alle menschen in dir und um des net willen als mich selbst liebes daß ich aus erbarmender liebe meinen feinden vergebe, dieselben liebe, für sie bitte, ihnen wol thue, und sie also mit güte übers winde; und das alles um der groffen liebe willen meines lieben vaters im himmel, meines ers barmers; um der vollkommenen liebe willen GOttes des sohnes, meines erlösers; und um der ins brünftigen feurigen liebe willen GOttes des heiligen geiftes, meis nes einigen und wahren trifiers, amen. Gebet um die Findliche Furcht Ootten seine und unbefleckte flamme der liebe, daß ich dich um dein selbst willen, als das höchste gut, als die ewige liebe, als die höchste freundlichkeit, als die holdselige lieblichkeit, als die überschwenglis the gütigkeit, als die wesentliche beiligkeit, als die lauterste weiss beit, gerechtigkeit und wahrheit, und überhaupt als alles gute, und als einen ewigen ursprung als Les guten, von herzen lieb habe; nicht sowol in ansehung der belohs nung, des nußens, und der vers geltung, welche du mir aus gnas den deswegen verheissen haft; als vielmehr um dein selbst als des höchsten gutes willen: daß ich bir mein her;, willen und vers Gebet um die kindliche Furcht GOttes. stand unterwerfe, mit freuden deine gebote halte und deinen willen gerne thue: denn darins 72.Err, du greffer und erschrecklicher nen wahre liebe gegen bich. HErr JEsu! die reine liebe deines herzens entzünde mein kaltes her;; die zarte liebe deiner unbefleckten feele erleuchte meine feele. Die liebe deines edlen gemühtes erfülle mir sinn und gemühte. Die liebe deiner göttlichen kraft stärke meine seele und leibes Fräfte in deiner liebe; daß ich auch, um deiner liebe wil len, alles unterlaffe was dir misfället, und alles thue und leide was dir gefället, und darinnen beharre bis ans ende; denn dich also lieben ist die allerschönste weisheit, und wer sie sichet, der liebet fie; denn er siehet, wie groffe wunder sie thut. Gib daß mich auch deine liebe zu dir ziehe, mit dir vereinige, und mit dir, meinem HErrn, einen geifst mache, daß tch allezeit an dich gedenke, von dir rede, nach dir hungere and dürfte, und in deiner liebe gesättis get werde, in dir bleibe und du in mir, daß ich durch solche liebe der du himmel, erde, meer, und alles was darinnen ist, gemacht haft! dich soll billig fürchten alles was da lebet: denn groß ist deine gute, die du verheiffen haft denen, die nicht auf menschen, sonderu auf dich trauen. Groß und wuns dersam sind deine werke, Herz allmächtiger GOtt! gerecht und wahrhaftig sind deine wege, dn Ednig der heiligen! Wer sollte dic nicht fürchten, HErr, und deinen namen nicht preisen? denn du bist allein heilig. Aber ach HErr wie gar verderbt sind wir von natur, daß wir so leicht und gerne ohne gottesfurcht in eitelem wefen das hin wandeln, dein wort und gesek, deine liebe und wolthaten, ja deine gerichte und strafen aus den augen fehen, und den lüften des fleisches, wie auch den verführungen des welt, leider! allzuviel folgen. Ich bekenne auch in diesem stücke meis ne übertretungen vor dir, und bite te dich in dem namen Chrifti JEsu 06 Gebet um beständige Hoffnung. Deines Sohnes um vergebung. glauben bewahret werden zur Und dieweil ich mir selbst in diesem ligkeit. Denn nun wissen wir ars elende nicht helfen kann, so wol me menschen, worauf wir unsere Left du, o HErr! durch deinen heis hoffnung setzen sollen; nemlich ligen geist die fleischliche sicherheit nicht auf irdische dinge, sondern von mir austilgen, und mein herz allein auf deine grundlose barms aur wahren gottesfurcht lenken, herzigkeit in Chrifto JEfit unserm daß ich dich allezeit vor augen ha heilande. Darum, HErr mein be, für fünden mich hüte, und GOtt! schütte ich jegund mein dich nicht als meinen feind, fonz herz vor dir aus, und bezeuge, dern als meinen vater fürchte daß ich, mit hintansetzung aller irs und ehre. Weise mir, HErr! dischen zuflucht, meine hoffnung deinen weg, daß ich wandele in ganz und gar auf deine gute und beiner wahrheit. Erhalte mein allmacht sexe Du bist der alls her; ben dem einigen, daß ich deis mächtige und allein weise Gott, nen namen fürchte, und in fol darum weiß ich, du kannst wol hels cher kindlichen furcht, und festem fen: du bist mein gnädiger vater sertrauen auf deine gute, bis an um Christi willen, darum hoffe das ende beständig bleibe, amen. ich auf deine väterliche gute, du wirst mich nicht verlaffen. Es ift ja keiner iemahls zu schanden wors Gebet um beständige den, der auf dich gehoffet bat; und Hoffnung. armherziger gnädiger Dein wort versichert uns, die hoff nung der elenden werde nicht vers lohren seyn ewiglich. So laß denn auch mich wers bir, wie es die wahrheit erfordert, den über meiner hoffnung, son daß alles in dieser welt ganz eitel dern erweise dit mir deine groffe und vergänglich ist, und daß dem gute. Ja, HErr! erhälte und uach alle diejenige unweislich hans stärke in mir eben diese hoffnung, neln, und sich selbst mit thörichter die ich auf dich gesetzet habe: denn boffnung betriegen, welche sich auf ich fühle und bekenne, daß mein menschen, auf geld und gut, oder fündhaftes fleisch und Blut allzus fonst auf irgend etwas irdisches sehr auf irdischen und vergänglis berlaffen. Denn es ist freilich chen troft sichet, und sich deswegen nicht anders, als ob man auf trau- eine Hoffnung machet, die doch me halten, nach dem schatten nichtig und umsonst ift. Vergib greifen, oder den wind haschen mir, mein GOtt! solche meine wollte. Gelobet aber feyst du, vas fünde. Tilge aus meinem herzen ter unsers HErrn JEfu Chrifti! alle falsche betrügliche hoffttung, daß du uns nach deiner groffen die wie ein traum vergehet, wie barmherzigkeit wiedergebohren ein schatten verschwindet, und baft zu einer lebendigen hoffnung, wie der wind dahin fähret. Nimm, durch die auferstehung JEfu Chris auch von mir alle vergebliche, un Ai von den todten, zu einem ungläubige und herzfreffende forge, bergänglichen, unbefleckten und und gib die gnade und kraft deines unverweltlichen erbe, das behal- heiligen geifies, daß ich im festen ten wird im himmel, uns, die wir alauben beständig auf dich hoffe, and Ottes macht durch den deinse grundlosen barmherzig Gebet tim bfe Nuße des Herzens tn GOtt. 67 keit, unaussprechlichen güte, und angerichtet worden ist. Ich bitte unfehlbaren verheiffung gänzlich dich, barmherziger lieber vater! vertraue, und deine gnaden- hul- vergib mir meine fünde, und tilge fe ungezweifelt erwarte. Stärke meine misfethaten, um deines und wapne mein herz, o GOtt! lieben sohnes JEfu Christiwillen. daß ich den listigen anläufen des Erwecke auch in mir friede und fatans in steter hoffnung auf dich, freude in dem heiligen geiste, daß getroft begegne, die feurige pfeile ich aus erkenntniß und empfins feiner anfechtungen ritterlich aussdung deiner gnaden, in allen zus schlage, und also, nach deth erem pel meines heilandes Jesu Chris fti, einen guten kampf kämpfen, und seliglich überwinden möge. Lindere und verkürze mir auch die trübsal, damit ich sie ertragen kön fällen dieses elenden lebens, allein deiner barmherzigkeit mich trifte und erfreue; ia daß ich in meinem ganzem leben mich deiner väterlis chen und allein weisen vorsehung gänzlich ergebe; in meinem berufe, was mir gebühret, nach meinem besten vermögen fleiffig verrichte, und im übrigen dir alles befehle, und deine hülfe und göttlichen legen in kindlicher zuversicht ers warte, auch darüber geduldig sey und mit freuden aus deiner hand Gebet um die Ruhe des annehme, was du mir nach deis ne. Ja du GOtt der hoffnung! erfülle mich mit aller freude und friede im glauben, daß ich völlige boffnung habe, durch die kraft deines heiligen geistes, um JEfu Chrifti willen, amen. Herzens in GOtt. immlischer Bater, hei 74.5 ligerGOtt! es ist in diese welt voll unruhe und trübseliger verwir tung: denn die gottlosen sind wie ein ungestümes meer, das nicht fille seyn kann, und dessen wellen koht und unflaht auswerfen. So ist auch in unserm eigenen fleisch und blute lauter unruhe, welche uns bald zur sicherheit, bald zur kleinmühtigkeit oder ver weifelung, bald zur vergeblichen Hoffnung, bald zur ängstlichen forge antreibet. Ach der groffen eitelkeit und des elendes, daß der mensch sein lebetage so vielschmers len hat mit gråmen und leid, daß auch sein her; des nachts nicht rus bet! das machet alles unsere fünde und verderbniß, dadurch der frie: de gestöhret, die gewissens- tube aufgehoben, und hingegen unrus bs, grämen und berieleid in uns zuschickest. Ach wie wol ist dem menschen, der solchergestalt ruhe friede in Hilf mir, lieber GOtt! daß ich solche ruhe in allem elcnde em pfinden möge. Triste mich mit deiner hülfe, und dein freudiger geift enthalte mich. DHErr, mein GOtt! auf dich bin ich ja gewors fen von mutterleibe. Meines hers zens luft stehet zu deinem namen: erhalte mich in fietem kindlichen vertrauen auf deine gute, damit ich alle feurige pfeile des fatans, alle anfechtung des gewissens, ja auch alle versuchungen der welt und meines eigenen fleisches rits terlich und mit freuden überwins den, und die verheissene crone dev ehren erlangen möge, amen. Gebet um die Erhaltung der christlichen Kirche. vater aller barmhers tigkeit der du dir deis HC 75. 68 Gebet um die Erhaltung der chriftlichen Kirche ne heilige gemeine und kirche auf te, und deinem heiligen namen erden, durch dein wort und den heiligen geift sammleft und er bältest: ich bitte dich, du wolleft deine kleine heerde, das arme häufs lein, so dein wort durch deine gnade angenommen hat, ehret und befördert, ben der rechten, erkannten, reinen und allein feligmachenden blere, auch bey dem rechten ges rhauche der heiligen sacramenten, wider alle pforten der höllen, wis der alles wüten und toben des leis digen teufels, wider alle bosheit and tyranney der argen welt, bes ständig und fest erhalten. Erhalte dein fchifflein samt deinen christen mitten auf dem ungestümen mees re, unter allen wellen und wassers wogen, daß es nicht sinke noch untergehe. Laß deine liebe kirche fest und unbeweglich auf dem grundfels stehen, darauf sie gebauet ift. O GOtt sebaoth! wende dich doch, schaue vom himmel, und siehe an mit reinem herzen diene. A HErr! schone deines volkes, und laß uns nicht entgelten unsere fünden, der du die miſsethat vors mahls vergeben haft deinem volle, und alle ihre sünde bedecket; der du vormahls haft allen deinen zorn aufgehaben, und dich gewens det von dem grimme deines jorns! tröste uns, GOtt unser heiland! und laß ab von deiner ungnade über uns. Beschütze deine chris stenheit, welche sich auf dich als lein verläffet, daß die pforten der höllen sie nicht überwältigen. Sen und bleibe du mitten unter uns, und weiche nicht von deiner gemeine: thue solches um deines namens willen, daß derselbe nicht entheiliget werde; ia thue es um JEfu Chrifti deines lieben sohnes willen, amen. and suche heim deinen weinstock, Gebet um rechtschaffene und halte ihn im bau, den deine rechte gepflanzet hat, und den du dir feſtiglich erwähler haft, auf 76. sein ausgebreitet, Liebe. HErr JEfu Chrifle deslebendigen feine zweige groß werden. Nimmtes fohn! du spiegel der göttlis ans, deine schaafe, in deinen chen majestät und ewigen klars schuß, daß uns niemand aus deisheit, der du uns geliebet haft bis er hand reiffe. Behüte uns für in den tod, und aus brünstiger lies allen denienigen, welche die verbe am crenze für uns arme sünder tilgung der rechten lehre, und gestorben bist, uns damit von dem bie aufrichtung und bestätigung ewigen tode erlöset, und ein vors der schändlichen abgötteren fu- bild der rechten inbrünstigen liebe then. Eaß dein liebes wort, das gelassen haft, wie wir uns unter belle und unwandelbare licht, so einander erzeigen sollen: ich bitte uns jest scheinet, nicht untergedich durch deine groffe treue, du Drücket oder ausgelöschet werden; wollest unsere kalte herzen mit sondern thue hülfe durch deinen dem feuer deiner göttlichen liebe Broffen und ausgestreckten arm, erwärmen, daß wir dich wahren and erhalte deine tirche und ges GOtt, mit dem vater und dem meine unter fo viel anstöffen in der heiligen Geiste in einem ewigen welt, euf daß du unter uns hie und unzertrennlichen wesen, über auf erden auch ein volk habeft, alle dinge, und von ganzem hers bas bich erkenne, chre und anbe en lieb baben; und aus folchey liebe 69 tiges, weder hohes noch tiefes noch keine andere creatur von dei ner ewig währenden liebe schei den könne, der du lebest und regies reft mit dem vater und heiligen geifte in ewigkeit, amen. um Geduld in Leidens: Beit. Gebet Hebe bein wort und gebot hals ten: daß wir uns auch nach deinem Reuen gebote und erempel unter einander herzlich lieben, und das mit, als deinerechtfchaffene iúns ger und wahre christen, beweis fen, daß wir wiedergebohren sind, nicht aus vergänglichem, sondern aus dem unvergånglichen faamen, nemlich aus dem lebendigen wors te, das da ewiglich bleibet. Vers leihe, daß sich ein jeder chrift des 77.2mächtiger sütiser andern, als glieder eines leibes, mit brüderlicher liebe und herz licher treue annehme; und daß folche liebe nicht falsch oder er bichtet, sondern rechtschaffen und ungefärbet sey, daß wir uns unter einander nicht nur mit wors ten und mit der junge, sondern auch mit der that und mit der wahrheit lieben. Entzünde durch beinen heiligen geist unsere her ten, daß wir nach deinem vorbilde auch unsere feinde lieben, und gutes thun denen, die uns baffen und verfolgen, und dir die rache in allen dingen mit geduld übergeben. O du sohn GOttes! nimm von uns weg allen haß, neid, feindschaft, und laß alle bitter keit, fammt aller bosheit, ferne von uns seyn, auf daß wir nicht das band der vollkommenheit trennen und auflösen. Hilf, daß wir einander von herzeit verzeihen, gleich wie du uns vergeben haft; und daß wir die sonne über unses vem zorne nicht untergehen lassen, auch nicht raum geben dem lästes ker und leidigem bösewicht. gnade, daß wir dirdienen in rechts de und in meinem herzen nicht ete fchaffenem glauben, der durch die wa wider dich murre, oder sonst liebe kräftig und thatig ist, auf ungeduldig werde; sondern las daß wir in dir ewiglich bleiben mich erkennen, daß, welchen tu, und du in uns, also, daß uns we: HErr! lieb haft, denselben du auch ber tod noch leben, weder engelzüchtigest in seiner befferung, noch fürstenthum, toch gewalt, denn die trubsal bringet geduld, weber gegenwärtiges noch zukünf geduld aber bringet erfahrung, ter fabrung Gebet um Geduld in Leidens- Zeit. du ne fårke der schwachen, ein heil des Franken, eine Eraft der mühfelis gen, ein trøst der betrübten, eine freude der traurigen, eine zuflucht der verlaffenen, eine hülfe der ans gefochtenen, ein leben der sters benden, ein GOtt der geduld und alles trostes: du siehest und weiss fest, daß wir von natur schwach, bidde und verzagt seyn, und im creuze ohne deine göttliche hülfe und beystand nicht bestehen können. Derowegen rufe ich zu dir, wenn du mir krankheit oder sonst widerwärtigkeit, nach deis nem göttlichen willen und wolges fallen, suschickeft; du wolleßt mich darunter fest im glauben, und bes ständig in der geduld erhalten. Verleih mir gnade, daß ich deine väterliche hand und züchtigung mit sanftem geiste und fillem hers zen ertragen mdge. Gib mir ge duld in leidens- zeit, welche miz hoch von nähten ist, und lehre mich, daß ich dir, meinem Gott, stille halte, wenn es mir übel ges het, damit ich die trübfal nicht Gibachte für ein zeichen deiner ungnas 70 Gebet um wahre Gottseligkeit. fabrang bringet hoffnung, hoff deine gnade, daß ich es recht wife nung aber läffet nicht zu schanden und verstehe, auch durch deine werden, und selig ist der mann, den kraft könne und vermöge: gib, bu, GOtt! ftrafest oder züchti- daß ich es also ins werk richten geft. Darum soll sich niemand mdge, wie sich es geziemet, und wegern der züchtigung des all wie es meiner seele zu ihrer seligs mächtigen: denn du verletzest feit nüglich und heilsam ift. Vers und verbindest: du zerschmeisfest, leihe mir deine gnade, daß der und deine hand heilet. Aus sechs weg, den ich zu dir wandele, sicher, trubsalen wirst du mich erretten, richtig und vollkommen sey; ich und in der siebenden wird mich auch davon im glück und unglück fein übel rühren. So hilf nun, nicht abweiche; daß ich bey guten ewiger barmherziger GOtt! daß tagen mich nicht erhebe, und in ich meine feele mit geduld faffe, bösen tagen nicht verzage: daß ich und in gewisser hoffnung unabge- dir dank fage, wenn es mir wol ges wender stets an dir bleibe: auf daß het, und geduldig sen, wenn mir es ich mit kindlicher zuversicht dein übel gehet; daß mich nichts ers väterliches hers, welches unter freue, als das allein, so mich zu dir dem creuse verborgen ist, erkennen leitet: und mich nichts betrübe, mdge: mit allerley kraft machtig ohne allein das, so mich von dir abs gestärket werde, nach der groß führet. Laß mich alles thun aus fen macht deiner herrlichkeit, und liebe zu dir: und was zu deinem mit aller geduld und langmuht, in dienste und ehren nicht gereichet, aller aufechtung und widerwär: laß mich als ein lauter toødres wert tigkeit, gewarnet ftehe, und frölich achten. Laß mich nicht nur aus mit dankbarem gemühte in aller gewohnheit gutes thun, sondern noht, fammt allen deinen gläubi alles zu dir richten mit herzlicher gen, dich vreifen möge; auf daß, wie andacht. Laß alles, was vergångs ich mitChriftoJEfu deinem lieben lich ist, vor meinen augen gerins fobne, allbie leide, also auch mit se scheinen; und alles, was dein ihm jur ewigen herrlichkeit erhasist, mir lieber seyn, als das ans ben werde, amen. dere alles. Laß mich einen eckel haben für allem, was ohne dich Gebet um wahre Gott ist; und laß mich nichts begehren, was nicht zu deiner ehre oder zu des nächsten nug gereiche. Laß mich mein ganzes Herz zu dir richs ten, und meine mängel und ges brechen mit einem guten vorsage der besserung bereuen. Hilf mein GOtt! daß ich sey demühtig ohne heuchelen, frölich ohne leichtsins nigkeit, traurig ohne zagen, wahrs baftig ohne betrug. Laß mich dich fürchten ohne zweifel, auf dich hoffen ohne vermessenheit, züch tig seyn ohne unreinigkeit, den nächsten strafen ohne rachgier, ihn lisben obne falschbeit, ihm er baulich feligkeit. erleih mir, allmäch 78.Ver tiger und barmherzi serGOtt! daß ich nach demieni gen, was dir wolgefällig ist, fleis fig und inbrünstig verlangen tras ge, weislich und verständlich dars nach forsche, es wahrhaftig und eigentlich erkenne, es rechtschaf: fen und vollkomm lich ins werk stel le. Richte und lenke meinen stand zu deines namens lob und ebre; und was du von mir fors der das ich tóun soll, darzu gib Gebet um den heiligen Gehorsam. 71 baulich seyn mit worten und wersj gehorsames hers geben. Solches len ohne hochmuht, gehorsam mein demühtiges gebet wolleft feyn ohne widerspenstigkeit, geduls du gnädig erhören, und dir es so, dig ohne murren. Gib mir, o du wie des Salomonis gebet, gefals gnädigster vater! ein munteres len lassen. OHErr JEfu Chrifie! und wachendes herz, welches keine der du uns einen Flaren spiegel unnüße forgen und gedanken von und ein heiliges exempel eines dir gbführen; ein unbewegliches vollkommenen gehorsams vorges herz, das keine böse neigungen und stellet, indem du deinem himmlis begierden zu sich ziehen; ein una schen väter gehorsam worden bis überwindliches herz, das keine zum tode, ja zum tode am creas widerwärtigkeit müde oder matt ze; du wollest auch in meinem mache; ein freves und lebendiges herzen solchen gehorsam wirken, her, welches Feine böse lußt bin daß ich in die heilige fußstapfen den und zwingen könne; ein rich deines gehorsams treten mdge.Du tiges herz, das kein böser vorsatz haft allen denen, die dir gehorsam Frummen und beugen möge. Gib find, ewige seligkeit versprochenz mir verstand, dich zu erkennen; ach! verleihe mir deine gnade, Reiß, dich zu suchen; weisheit daß ich diesen schat der ewigen fes dich zu finden; einen wandel, so ligkeit ja nicht durch ungehorsamt bir gefalle; einen glauben, so dir verscherie. O heiliger geist! der gertraue; eine beständigkeit, so du vonGOtt gegeben wirft denen, ficherlich deiner warte; laß mich die ihm gehorchen; tilge aus meis beine ftrafen reizen zur buffe, deinem herzen allen ungehorsam, ne molthaten treiben zur dank barkeit, bis ich deiner freude ges nieffe in der herrlichen ewigkeit, und pflanze in mich die himmlis fche frucht des gehorsams, auf daß ich auch deiner gnade und gus ter mdge theilhaftig werden. bist ein geift des glaubens; ament. Du da Gebet um heiligen Ge wolleft auch in mir den gehorsam des glaubens wirken. Du bist ein geist der heiligung: du wolleft in mir den gehorsam eines heiligen lebens wirken, zur ehre GOttes und erlangung meiner ewigen ſes ligkeit, amen. Gebet um Demuht. allmächtiger Ott! 80. ges her; ein greuel ist, und nicht ungestraft bleiben mag: denn wer zu grunde gehen soll, der wird zus vor stolz, und stolzer muht kommit vor dem falle: ja du, HErr ies baoth! haft allezeit den hochmuht geschändet und endlich gestürzet: du zerstreuest die boffartig sind in ibres borsam. beiliger gerechter 79.D allmächtiger GOtt, himmlischer vater! ich bekenne und klage dir von grunde meines herzens, daß ich dir nicht allezeit gehorsam gewesen, als ich billig fenn sollen; sondern daß manches mahl ungehorsam und widerspen get. Ach lieber bater! verzeihe mir diese fehwere sündedes unge horsams, und gib gnade, daß ich forthin im kindlichen gehorsam gegen dich wandele. Ich rufe zu bir, himmlischer vater! mit dem tonige Salomon; du wollest dei nem tuechte,( deiner magd) ein 18 Sebet um Chriftliche Sanftmußt. Föres bersens finn, aber den des, bühret zu halten: sondern daß wi pabtigen giebst du gnade, und er von uns mässiglich halten, unse bebeft die niedrigen aus dem staus re fünde erkennen, und ein zers be so bitte ich dich, verleihe mir Enirschtes und zerbrochenes her rechtschaffene chriftliche demuht, haben, welches du nicht verachs daß ich lerne von herzen demühten wirst. Behüte mich auch für tig seyn, nach dem exempel meis den ruhmrähtigen, daß ich nicht nes HErrn JEfu Chrifti, welcher, der stolzen spott, und der hofs ob er wol in göttlicher gestalt war, färtigen verachtung werde: laß es nicht für einen raub hielt, mich von ihnen nicht untertreten GOtt gleich seyn; sondern er au werden. Gib, daß wir uns alles ferte sich selbst, und nahm knechts fammt bemühtigen unter deine gestalt an: er erniedrigte sich gewaltige hand, auf daß du uns ers felbst, auf daß wir durch ihn zum höheft zu deiner zeit, amen. ewigen Leben erhöhet würden, auch solche demuht von ihm ler- s nen mogten. Behüte mich für Gebet um christliche aller geistlichen und fleischlichen in meinem berzen noch in meinen worten 81. herrschen: sintemahl sie ein anfang Eft alles verderbens; denn hoch muht thut nimmer gut, und kann nichts denn arges daraus erwach fen und wer darinnen stecket, ber richtet viel greuel an. Verleihe mir gnade zu bedenken, daß ich nichts als ein schändlicher koht fey. Was will sich denn die arme erde und afche erheben? darzu was hilft einem der reichthum sammt dem hochmuht? es fähret ja al les dahin wie ein schatte. O lieber BOtt! bewahre mich für al ler hoffart und vermessenheit, welche nichts gutes, sondern ei nen jammer nach dem andern anrichtet. Laß mich nicht aufgebla sen und übermühtig werden in gaben, die du mir mittheileßt, auf baß ich dieselbigen nicht misbranSanftmußt. Gott: der du uns ſe gütiger und se leutselig zur busse einladeft, und so langmühtig auf unsere betebs rung wartest: gönne und gib mir den reichthum deiner langmuht und fanftmuht. Ach HErr! wenn mir das allergeringste von meis nem nächsten zuwider geschiebeti so gehet leider! oft das feuer des zorns und der rachgier in meinem herzen an. Darum bitte ich des mühtiglich, du wollest diese schude de begierde meines sündlichen fleisches durch deinen geist tödten. wie viel harte worte, und wie viel hårtere fchläge, ja die allers härteste pein und schmerzen hat dein lieber sohn, mein heiland, meinetwegen erlitten! und hat, da ihm gefluchet ward, nicht wies der gefluchet; sondern alles dem e, noch temanden vor mir ver- heimgestellet, der da recht richtet. achte: denn wir haben ja nichts von Was ist es denn für ein hochmuht uns felber, sondern alles, was wir und widerspenstigkeit von mir, baben, das kommet von dir; wie daß ich elender sterblicher mensch, kann sich denn jemand rühmen, ich arme erde und asche, nicht eins als ob er es nicht empfangen hat mahl ein hartes wörtlein vertras te? Darum hilf, daß niemand weis gen, und die von dem nächsten min ter von sich balte, denn sich es gesl jugefügte beleidigung und schaden widt Gebet um Billigkeit und Barmbersigkeit. 13 nicht mit fanftmühtigem herzen| ich ia wider meinen feind zürnen erdulden und überwinden kann? und rache üben will; so gib, daß Ach du liebster HErr JEsu! du ich wider meinen eigenen zorn; schreiest ja überlaut: lernet, lers und also wider mich selbst zürne net von mir, denn ich bin sanft und ergrimme: denn der zorn ift mühtig, und von herzen demühia einer von meinen größten und tig! So rufe ich dich nun an mit gefährlichsten feinden; weil er flehendlichem seufzen; nimm mich meine seele tödten, und mich dem auf in die schule des heiligen geis ewigen tode und verdamminiß stes, da man ein thater deines übergeben will. Gib auch, daß ich wortes wird; daß ich darinnen meinen mund bewahre, und meis von dir rechte wahrhaftige sanft nen gang in allen meinen wegen muht wol fassen und lernen mdge. Flüglich führe und richte, auf daß Ach mit wie so mannigfaltigen ich meinen nächsten weder mit und schweren fünden erzürne ich worten noch mit werken beleidige. dich, o gütiger vater, deren vers HErr JEsu Christe! du leutfes gebung ich täglich bedarf! Wie liger, sanftmühtiger und freunds bürfte ich denn, der ich ein menschlicher lieber heiland! gib, daß bin, gegen einen menschen jorn halten, und hingegen von dir, dem HErrn des himmels und der ers Den, vergebung bitten? Das wollte ja ein ungeschickter handel seyn: gegen meines gleichen begehre ich keine erbarmung zu üben; aber von dir, o HErr, dürfte ich verjeis bung bitten! nein, wo ich dem näch ich vor allen dingen den fußstapfert deiner sonderbaren sanftmuht und geduld richtig nachfolge, und mit aufrichtigem treuen hersen meinen nächsten liebe, und uns sträflich sey vor GOtt und unserm vater auf deine zukunft sammt als len deinen heiligen, amen. sten ſeine fehler nicht vergebe, so Gebet um Billigkeit und kann ich auch von dir meiner fün Den vergebung nicht hoffen. Dars um, vater! der du bist Barmherzigkeit gegen den Nächsten. von groffer langmuht und erbars 82.Bangmühtiger, lieba mung, gib mir den geist der ges buld und sanftmuht, damit ich wider meinen nächsten, wenn er mir etwas zuwider thut, keinen torn faffe: sondern mich für eifer und rachgier, als für meiner fee: len feinden hüte: oder da ich ja aus unvorsichtigkeit einen zorn und unmuht gefaffet, daß ich den felben geschwind ablege. Laß die fonne niemahls über meinem gors ne untergehen, damit sie nicht zum gengniß meines grimmes wegscheis be. Laß mich auch nicht im zorne einschiafen, damit solcher schlaf mich zornigen menschen nicht dem tobe überautmorte. Und wenn' reicher vater! wir arme sündliche menschen bekennen dir unseres herzens angebohrne unart und härtigkeit, daß wir leider! zur unbarmherzigkeit, haß, feinds schaft, ungerechtigkeit, unbillige feit und eigennug von natur ges neigt sind; und damit an uns serem nächsten uns mannigfaltig verfündiget haben, mit ihmderges ftalt nicht niitleiden gehabt, noch ihm so willig vergeben noch benges sprungen, wie wir sollten. Wis haven leichtlich gerichtet und vers bammet, ungern bergeben, spars fam und nachläffig gegeben. A DEM 74 Gebet um die Bersöhnlichkeit. HErr barmherziger vater! vers, geift fäen, auf daß wir nicht von gib uns diese schwere fünden, um dem fleische das verderben, sons deines lieben sohnes JEfu Chri- dern von dem geiste das ewige les ben ernten mögen. So wirst du uns, HErr! erretten zur bösen zeit, und nicht geben in unserer feinde willen. Insonderheit wirft du uns barmherzigkeit ben dir finden lassen an jenem tage und in unserer letzten neht; und wirft nach deiner groffen barmherzigkeit uns aushelfen zu deinem himmlis schen reiche. Dir sen ehre von ewigkeit zu ewigkeit, amen. i willen; und laß ja nicht hins wieder nach deinem gerechten gerichte unbarmherzigkeit oder Arenges recht wider uns ergeben. Gib uns allesammt mitleidige er barmende herzen, welche da des nächsten elend jammere; damit wir ja feine betrübniß nicht gröffer machen, sondern so viel möglich fie lindern helfen, daß wir uns der fremdlinge, der witwen und waisen erbarmen, und allerwes gen nach vermögen gerne helfen. Ach lieber GOtt! du haft gefal len an barmherzigkeit, und nicht am opfer: so laß uns doch allesammt anziehen herzliches erbarmen, 83. Gnädiger GOTT und vater! ich beklage meine unart vor dir, wie ich so tråge bin denen zu vergeben, dig mich beleidiget haben. Du hättes ursach mich deswegen von deis nem angesichte zu verwerfen, und mir auch nicht zu vergeben: aber du bist Gott und nicht ein mensch; bey diy ist gnade und viel vergebung, weil deine wege nicht wie unsere wege sind. Darum vers gib und tilge in mir, mein Gott solche unversöhnlichkeit. Lehre mich bedenken, wie ich dich so oft, täglich und stündlich beleidis ge, und doch vergebung von die hoffe; daß ich also nach deinem exempel meinem bruder, der an mir fündiget, voll liebe und fanfts muht, nicht nur siebenmahl, fons dern siebenigmahl siebenmahl vergebe. Gib mir gnade, die strafe recht zu betrachten, die du den uns versöhnlichen dråuest, welchen du auch nicht vergeben, sondern sie in den kerker werfen willt, bis sie den legten heller bezahlen. Laß mich auch das erempel Chrifti, meines HErrn, der für feine feins De und creusiger bat, sur wahren und freundlichkeit, demuht, sanft muht, geduld, daß wir ia gerne vergeben, gleichwie uns ChriAus vergeben hat. Gib, daß wir allenthalben in worten und wer Fen gegen unsern nächsten also bandeln, wie wir wollen, daß man mit uns handeln soll; und unsere fachen also einrichten, daß wir nie manden unrecht thun. Regiere uns durch deinen heiligen geist, baß wir vorsichtiglich wandeln, nicht zu weit greifen, noch jemand übervortheilen im handel. Neige unsere herzen zu deinen zeugnis fen, und ja nicht zum geis, welcher eine wurzel ist alles übels. Gib uns erbarmende und mitleidende berzen, daß wir dem dürftigen gern mittheilen, und wol zu thun nimmermehr vergessen. Laß ia, HErr! unsere herzen durch die fchändliche liebe des zeitlichen nimmermehr bethdret werden; fondern gib, daß wir alles für Foht achten, gegen der über fewenglichen erkenntniß JEfu Chrifti; und unser zeitliches nicht guf das Beisch, sondern auf den Gebet um die Verföhnlichkeit. Gebet um Sieg über den Satan. 75 and herzlichen versöhnung bewe- waltigen und listigen feind wir gen, daß ich meinem bruder seine haben; da wir nicht mit fleische fehler von herzen vergeben möge. und blute, sondern mit dem fas Endlich laß mich auch der vergestan, der ein fürst dieser welt ift, bung meiner fünden theilhaftig zu kämpfen haben. Erbarme dich und gewiß werden: laß mich in unser, du getreuer GOtt! mache deiner gnade leben, und in dersel- uns wacker und stark in der macht ben selig sterben, durch JEsum deiner stärke. Thue uns an mit Christum unsern HErrn, amen. deiner rüstung, daß wir bestehen können gegen die listige anläufe Gebet um Sieg über des teufels; siehe uns an deinen den Satan. ftarker, gütiger 84.D GOtt, himmlischer harnisch, umgürte unsere lenden mit wahrheit, lege uns an den Frebs der gerechtigkeit, und hilf, daß wir gestiefelt senn mit dem evangelio des friedens. Vor als vater! wir hören aus deinem göttlichen worte, daß der teufel, len dingen aber gib in unsere hers der alte drache, die liftige schlanzen den schild des glaubens, mit se, unfer widerfacher, um uns her gehe, wie ein brüllender löwe, und fuche, welchen er verschlinge; und als ein tausend künstler nach uns ferer feele stelle, wie er uns in schande und laster, oder gar zur verzweifelung bringen möge.Denn siehe, er hat uns nachgestellet, uns mit überfluß, mit armuht, mit wollüften, mit bekümmterniß, mit begierde nach seitlicher ehre und hoheit, mit verlangen nach zeit lichem reichthum und gewalt, mit bauch und nahrungs sorgen, mit aller ungerechtigkeit und fünden tu fangen: er hat uns fallstricke geleget in worten und werken, tag und nacht. Wo wir uns hin welchem wir auslöschen können alle feurige pfeile des bösewichts. Sege uns auf den belm des heils und reiche uns das geistliche schwert, welches ist dein seligmas chendes wort; damit wollen wir thaten thun, und mit dir wollen wir unsern widerfacher, den teus fel, ritterlich überwinden, und in deinem namen zurück schlagen. So du uns beysteheft, fürchten wir uns nicht, wenn gleich die welt unterginge, und die berge mitten ins meer fünken: denn du bist unser helfer, der du lebest und regierest in ewigkeit, amen. wenden, schleicht er uns mit seinen Gebet um Regierung versuchungen nach; wir wachen oder schlafen, so gehet er uns nach der Zunge, daß man mit der Nebe nicht fündigen als ein brüllender löwe und su möge. chet uns zu verschlingen. O HErr! wer kann entfliehen? Denn siche, 85.2h et du beiliger, er wachet unterlaß, und wahrhaftiger und ruhet nicht; wir aber, aus trägheit treuer GOtt, lieber himmlisches unsers fleisches, wachen nicht em vater! ich bekenne und klage dis fig genug, daß wir ihm durch deis von grunde meines herzens, das ne hülfe widerstand thun mdgten. ich armer elender mensch neben So eröffne nun unfere augen, daß andern vielen fünden auch damit wir erkennen, was für einen ges beine gebote febr übertreten babe, bas 76 Gebet um Regierung der Zunge: baß ich meine junge und mund, mich ein schloß an meinen mund nicht recht und vorsichtig regies| Legen, und ein feft fiegel auf mein ret, auch in meinen worten und maul drücken, daß ich dadurch geberden die wahrheit, aufrich nicht zu falle komme, und meine tigkeit, glimpf und verschwiegens unge mich nicht verderbe. Dein beit, wie auch den rechten ehrer wort faget ja ausdrücklich: die bietigen gebrauch deines hohen narren haben ihr herz im maule, und heiligen namens nicht ge aber die weisen haben ihren mund bührlich in acht genommen habe. im herzen: wo viel worte sind, Ach! wie oft habe ich, mein GOtt! da gehet es ohne sünde nicht abz mit meiner junge die unwahrheit wer aber seine lippen hålt, der ist geredet, oder meinen nächsten vers Elug: und wer seinen mund bes unglimpfet, unbesonnener weise wahret, der bewahret fein leben, verachtet, oder ungütlich von wer aber mit seinem munde hers ihm geurtheilet! Wie oft habe aus fähret, der kommt in schrels Ich deinen namen misbraucht, ken. So lehre mich nun auch und vergeblich geführet, auch wol die edle tugend der verschwiegens gar im jorn, oder sonst geschwo: heit, und daß ich Fein unnuges zen, gefluchet, und dem nächsten faules geschwäß aus meinem bises gewünschet! Das ist mir al munde gehen lasse, sondern was. Les von grunde meines herzens gut und nützlich zur besserung ist, leid. Ja HErr! du kennest mei da es noht thut, daß es holdselig nes herzens grund, du weißt, daß fen zu hören. Thue meinen mund mir es herslich leid ist: ach! so auf, daß meine lippen deinen vergib mir doch alle solche meine ruhm verkündigen. Laß mich als fünde um JEfu Chrifti willen. lenthalben deines namens ehre Erleuchte meinen verstand, daß suchen, dich recht erkennen, loben Ich erkenne, wie hoch und heilig und preisen, darneben meinem beine majestät sey. Rühre mein nächsten aus christlicher liebe als und unser aller herzen, daß wir les gute von Herzen gönnen und aus findlicher furcht uns für al wünschen, ja auch diejenige fes Tem misbrauch deines heiligen gnen, die mir fluchen, und für die namens, und für allem leichtfers bitten, so mich beleidigen. Gib, daß tigen schwören, fluchen und bösen ich die wahrheit von ganzem ges wünschen von herzen hüten und mühte liebe, und kein falsch hert vorsehen. Regiere mich auch habe, sondern treu und wahrhafs Durch deinen heiligen und guten tig sen in allen meinen zusagen. geist, welcher ein geift der wahr Stärke mich durch die kraft deis Beit ist, daß ich die zeit meines nes heiligen geistes, daß ich den lebens mich alles ligeus, verach listigen und geschwinden verfühs tens, verrahtens, afterredens, verrungen des bösen feindes, welcher Leumbens und aller falschheit ein vater der lügen ist, kräftiglich enthalte und schame; der wahrheit aber und des glimpfes mit allem ernste mich befleisse und alles zum besten wenden helfe; und gegen meinen nächsten mich auch im veden also verbalte, wie ich wollte, baß man mix thun mdate. Lehre widerstehe. Pflanze hergegen in mein herz treue und aufrichtigs Feit, damit ich ein gutes frcudis ges gewissen vor dir habe, und jedermann redlich unter die augen gehe. Gib, lieber himmlischer vater! daß wir allesammt, aus ber trachs Gebet gegen bes Fleisches Anfechtung. 71 trachtung deiner hochheiligen mas beiliger geift regiere, und ich dems jestät, uns für aller gottesläs felben in wahrer gerechtigkeit fols ferung, für allem misbrauch dei ge; weil ich und alle, die Chrifto nes heiligen namens und selig- deinem sohne angehören, nicht machenden wortes, für schandba- fleischlich, sondern geistlich seyn ten worten, narrentheidungen sollen, und schuldner sind, nicht und unsiemlichen scher;, auch dem fleische, sondern nach dem für falschen worten und geberden, geifte zu leben; auf daß wir nicht büten; von deinem namen, woran der seele sterben müssen. te und werken nicht anders als Nachdem aber das fleisch allwege ehrerbietig und mit andacht ges wider den geist, und den geist wis Denken und reden; und unsere der das fleisch gelüftet, und dies freude nicht im faulen geschwäs felbigen stets wider einander seyn, oder afterreden über unsern nach und im kampfe liegen; fo hilf ken, sondern im frölichen lobe dei o getreuer GOtt! daß der heills nes heiligen namens suchen; da se geift, welchen du mir in meis mit wir dermahleins mit hersen ner heiligen taufe und durch dein und munde in deinem reiche dich liebes wort geschenket haft, in ewiglich ehren, und mit freuden mir über das fleisch herrsche zu deinem Lobe und preise singen und die oberhand gewinne, und mdgen: Heilig, heilig, heilig ist ich demselben allezeit unters GOtt, der HErr zebaoth! amen. worfen sey; auch durch seine kraft des fleisches geschaffte mit allen begierden und wollüsten tödten Gebet gegen des Fleis möge, daß ich binfort nicht nach meinem eigenen willen in eitels Feit meines sinnes wandele. Laß mich nicht von fünden und werken des fleisches gefangen noch übers wunden werden. Und wenn ich sches Anfechtung. 86. Barmherziger, fanft mühtiger GOtt, ewis ger vater! du weißt, daß in meis Hem fleische nichts gutes wohnet: ja bisweilen vom fleisch und blute sintemahl ich ganz in fünden em übereilet werden, oder aus pfangen und aus fündlichem saa- schwachheit in fünden fallen und men gezeuget bin; darzu meinstraucheln sollte; so gib gnade, daß fleisch und blut also verderbet ist, ich durch deine göttliche hilfe baß ich aus eigener vernunft nicht vernehmen noch verstehen kann, was des geiftes GOttes ist: ich rufe zu dir, du wolleft mir das rechte erkenntniß deines lieben fohues offenbahren, auf daß ich bein heiliges wort und die geistlithe dinge nicht nach meinem fleischlichen verstande richte oder beurs theile, auch nicht fleischlich gesins net sey. Gib, daß ich meinen leib betäube, das böse Reisch zwinge, und es fammt den lüften und begiers Den creuzige; alfo, baß mich dein und durch die kraft des heiligen geistes, mich endlich wieder aufs richten mdge. Verleihe, daß mein leib nicht geil, frech und unges zahmet werde; fondern daß ich ihn betäube durch ein nüchternes und mässiges leben, und ihn unter das joch deiner gebote bezwinge, auf daß ich mich durch deine gnade reinige von aller befleckung des fleisches und gemühtes, und forts fahre mit der heiligung in deiner furcht; damit mein geißt fammt der salen und dem leite ungráfic bebas Gebet gegen des Fleisches Anfechung 78 behalten werde auf die zukunft unseres HErrn JEfu Chrifti, zur ewigen herrlichkeit, amen. Noch gegen des Fleisches Anfechtung, böse GedanFeit und Lüfte. eiliger und gerechter welche des fleisches luft angereizel und entzündet wird, und daß ich mich hingegen zu deinen zeugniss sen halte, und alle meine lust an deinen geboten habe: sonderlich aber daß ich allezeit bedenke, wit so eine groffe unaussprechliche und ewige pein auf die kurze und elende luft diesee lebens erfolgen werde; damit ich desto lieber aller lieber varer! dir bekenne und klas allein trachte nach dem, das dros se ich die grosse unart meines ver ben ist, da mein heiland JEfus Fehrten fleisches, und die unreis Christus ist; damit ich dermahleins nigkeit meines herzens, aus wel allezeit bey ihm seyn mdge, da ich ebem, als aus einer giftigen mit rechter himmlischer wolluft, quelle, allerlen böse lüfte entsprin- als mit einem strome, werde ges gen, die wider die feele streiten, tränket werden; da ewige freude Ach HErr! wie oft, wie geschwind über meinem haupte seyn, frende übereilet und bethöret mich ein und wonne mich ergreifen und als Böser gedanke, eine verkehrte luft, ler schmerz und herzeleid weg müßt und unterstehet sich mein herz ein- fen wird. Dahin hilf, o vatel! zunehmen, und zur fünde zu vermir und allen frommen herzen, Leiten! Herzlich leid ist mir sölum Jesu Christi willen, amen. ches, und ich habe keinen gefallen an den bösen gedanken und luften des fleisches. So vers wirf mich doch nicht von deinem Gebet um sein selbst angesichte, o mein GOtt! und nimm deinen heiligen geist nicht Erkenntniß. von mir. Schaffe aber in mir ein 88.2ch mein lieber himme und mir neuen gewiffen geist, damit ich die welchen alle weisheit und alle ers vergängliche lust der welt fliehe, kenntniß kommet: gib mir weiss und nicht nach meinen lüften wan- heit, daß ich mich selbst rechters bele; fondern meinen willen bre: kenne, wer ich von natur sey, wos che, und deinem allein guten wile her ich sen, und was ich seyn wers len von herzen gehorche. Verde. Von natur bin ich leider! gib mir auch, o HErr! meine ein armer fünder, voll unreinige verborgene fehler um Chrifti wil keit; ich bin aus sündlichem saas len, und wapne mich durch deinen men gezeuger, und meine mutter geift, daß ich ja die fünde in mei hat mich in sünden empfangen: nem fterblichen Leibe nimmer über dis bin ich annoch im elende, mehr herrschen laffe, ihr gehors auser dem rechten vaterlande, im fam zu leisten in ihren lüften; son hause der fünder, und werde dem bern daß ich dir lebe im glauben tode und den würmern zu theil und rechtschaffener heiligkeit. Res werden. Aus gnaden aber bin von oben giere mich allezeit, daß ich von ich dein liebes Find Bokien alle dinge fliebe, durch berab sebobren aus dem waffer and Gebet um trene Berrichtung seines Berufes. 19 end heiligen geiste: bin bie im verunreinige; sondern daß ich thue reiche der gnaden, und glaube, daß ich in das reich der herrlichkeit tommen werde. Ach mein GOtt! ich danke dir, daß du mich zu einem vernünftigen menschen, und nach deinen ebenbilde ge fchaffen. Gib, daß ich freundlich, fanftmühtig, liebreich, gütig, barmherzig, demühtig und mit de sen gegen jedermann. Du haft was dir wolgefällt, und ich dein werkzeug sey, dadurch du deinen heiligen willen vollbringen mös gest. Gib, daß in mir nichts sey, als was dein ist, und was du in mir wirkest. Omein GOtt! bes halte und bewahre deinen fußl, deinen sig und wohnung in meis nem Herzen, auf daß ich in dir, und du in mir ewig bleibeft, auf mir, lieber vater! eine unsterb: daß nicht ich, sondern mein Herz liche feele gegeben: gib mir nun Christus in mir lebe; und daß, auch die grade, daß ich nicht was ich hie im fleische lebe, ich terbliche dinge suche, und meine im glauben des sohnes GOttes unsterbliche seele nicht mit sterb- leben möge, der mich geliebet, lichen dingen beschwere: denn und sich selbst für mich dargeges wer feine feele mit eitel sterb: ben hat. Darum gib, daß ich lichen dingen beschweret, der als ein rebe in dir, dem lebendis macht sie zum guten immer unge gen weinstocke bleiben, und guts ( chickter, und versenket sie endlich früchte bringen möge, daß ich in in den ewigen tod. Ach wie viel dir grüne wie ein palm: baum, feinde hat unsere arme feele! und und wachse im glauben, wie eine wenn wir dieselbe dem HErrn ceder auf dem geistlichen Libano Wieder geben, der sie uns gegeben und daß ich gepflanzet bleibe im Bat, so haben wir hie wol gestrit- hause des HErrn, und in den vors ton. Ach mein HErr JEfu Chri- Höfen meines GOttes grünen ke! du hast mich durch dein wort möge, damit ich verkündige, wie und facramente und durch deis nen heiligen geist zu einer neuen creatur wiedergebohren. Gib mir die gnade, daß ich in der neuen gebuhrt lebe in rechtschaffener Gib mir gnadę, daß ich bedenke, daß ich zum ewigen leben geschaffen und erlds du, o mein HErr und Gott! so fromm bist und ist kein unrecht an dir, amen. gerechtigkeit. fet fer, auf daß ich die zeitliche 89.2mächtiger, wolluft verschmähen lerne. Gib, das ich stets bedenke, daß ich zu göttlichen himmlischen dingen ers leuchtet und geheiliget bin, da mit ich nicht irdisch gefinnet sey; fondern nein fleisch zwingen ler: ne, auf daß es die göttlichen wer le in mir nicht verhindere. Gib, daß ich fiets bedenke, daß du mich In deinem tempel und wohnung geheiliget haft, auf daß ich mich burch dis deischlichen lüße nicht Gebet um treue Ver richtung seines Berufes. enigeb GOtt, himmlischer vater! ich bekenthe und klage dir von grunde meines herzens, daß ich in meinem stande und bes rufe nicht so treulich und fleiffig gearbeitet, als ich billig thun sols len; daß ich manchesmahl tråge gewesen zu dem, was ich hätte thun sollen. Ach lieber vater! verzeihe mir diese fünde, und gib guade, daß ich forthin die werks meines berufs mit treuem fleiffe verrichtes sende die weisheit berat Boğ 80 Gebet um des Leibes Nahrutig und Unterhalt. von deinem heiligen himmel und| nähret haft, und mir alle tage aus dem throne deiner herrlich speise, trank und kleider verschaft keit; sende sie, daß sie bey mir sey, fest; mich mit aller nohtdurft und mit mir arbeite, daß ich er- und nahrung des Leibes und les kenne, was dir wolgefalle. Obens reichlich und täglich versors HErr JEfu Christe! der du uns geft. Denn siehe, nacket und fo treulich und fleissig vermahnet bloß, dürftig und elend bin ich Baft, wir sollen in den weinberg auf diese welt kommen: du aber GOttes gehen und darinnen ar beschereft mir, was zu meiner beiten; wir follen handeln, bis unterhaltung ndhtig ist. Aller bu wiederkommen wirkt: bist uns solcher deiner wolthaten bekens auch selber mit deinem exempel ne ich mich ganz unwürdig und vorgegangen, indem du das werk, habe deren keine verdienet. HErr darzu dich dein himmlischer vater mein GOtt! groß sind deine wuns auf erden gesandt hatte, mit groß der der gnade, die du an uns bes fem fleiffe verrichtet haft; gib gua- weiseft, dir ist nichts gleich: ich de und segen, daß ich deiner ge will sie verkündigen, und davon treuen vermahnung, und deinem sagen. Und wiewol sie nicht zu beiligen exempel folge, in meinem zählen sind, so will ich doch dein kande und berufe fleiffig arbeite, lob nicht verschweigen; sondern und des göttlichen segens und ges deine gute verkündigen den kins Deyens daben erwarte. O heiliger des- kindern, und von deiner treu geist! dämpfe und bezwinge in mir sagen den nachkommen, weil ich mein fündliches fleisch, welches hie bin. Ich bitte dich, du Immerbar zum müssiggange, zur wolleft mich hinfort auch nicht trägheit und faulheit geneigt ist. verlassen, sondern mir speise und Hilf, daß ich brunkig im geifte trant, nahrung und kleider bes fey, und den weg meines berufs scheren: denn du weisfest, daß und der göttlichen gebote mit wir solcher deiner gaben, zu dies freudigkeit laufen möge. Segne fem zeitlichen leben, nicht entbehs meine arbeit, und regiere mein ren können, auch solche uns sels ber; also, daß ich alle mein thun ber, ohne dich, nicht zu erwerben und arbeit zu Gottes ehren und vermögen; sondern wenn du gies des nächsten nun richten, und end best, so sammlen wir, und wenn du lich in die ewige ruhe und freude, deine hand aufthuft, so wird alles, nach der mühseligen arbeit dieses was da lebet, mit wolgefallen ges Lebens, eingehen möge, durch JE sättiget. Desgleichen verleiß fum Christum meinen treuen bei auch, daß wir deine milde gaben land, amen. nicht misbrauchen zur fünde, uns nicht damit überschütten, noch unsere herzen beschweren mit frefs sen und saufen, und mit sorgen der nahrung: damit wir nicht dem mammon dienen, und in versus 90. des und viel thörichter und schädlicher lüs fie fallen, welche die menschen ind verderben und in die verdammniß versenken. Bebüte uns für dem lefe digen Gebet um des Leibes Nahrung und Unterhalt. ch danke dir, du könig Himmels und der erden! daß du mich die ganze jeit meines lebens, son jugend an bis auf diese ges genwärtige funds is väterlich ers Gebet um ein feliges Ende: 81 bigen geize, welcher eine wurself gedenke, auf daß ich in dieser welt alles übels ist, daß wir uns durch nicht mir selbst, sondern dir lebe denfelben nicht verführen lassen, und sterbe; damit ich im wahren damit wir nicht vom glauben irre glauben den tag meiner heim. gehen, und uns viel schmerzen fahrt, und der erscheinung deines schaffen. Dargegen aber, o gütiger sohnes JEsu Chrifti wacker und GOTT! gib gnade, daß wir alle frölich erwarte, und derselben mit unsere forge und anliegen auf heiligen wandel und gottfeligem dich unsern lieben vater im him wesen freudig und geschickt entges mel jederzeit werfen, und uns an gen eile. Begnade mich mit eis dem täglichen brote, und an deinem seligen abschiede, wenn mein ner milden gabe begnügen lassen, stündlein herzu nahet; daß ich selig fintemahl es ein grosser gewinn sterbe, und ein vernünftiges ende ist, wer gottselig ist, und ihm be- nehme, daß mir verstand und gnügen låffet in Christo JEsu un sinne nicht verrücket werden, und ferm HErrn, amen. ich nicht aberwitig rede, oder lås ster- worte wider dich, meinen HErrn, und wider meine feligkeit Gebet um ein seliges führe. Behüte mich auch für eis Ende. nem böfen schnellen tode, und für 91. dem menschen ein iel geferzet zu leben, welches er nicht überschreiten kann: denn er hat seine bestimmte zeit, die zahl feiner monden stehet bey dir. Alle unsere tage hast du gezähler, wel che doch schnell dahin fahren, wie tin strohm, nicht anders als fldgen sie dahin: alle unsere jahre sind wie ein rauch und schatten, der plöslich vergeher. Der mensch ift wie gras, welches bald verdor ret, und wie eine blume auf dem felde, die bald verwelket. So lehre mich doch nun erkennen, daß es ein ende mit mir haben muß, daß mein leben ein ziel hat, und ich davon muß. Siehe, meine tage sind einer hand breit bey dir, und mein leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle menschen, Die doch so sicher leben! Ja HErr! Jehre mich bedenken, daß ich sters ben muß, und allhier in dieser pilgrimschaft keine bleibende ståts te habe. Thue mir fund mein und Err Der daß ich oft und viel an mein ende 92. bu durch einen beb nicht plözlich und unversehens von meinem letten stündlein überfallen werden, sondern daß ich mich zuvor mit wahrer buffe und rechtem glauben bereite; und wenn dasselbige kommet, so mache mich freudig und unverzagt zu dem zeitlichen tode, der mir nur Die thür aufthut zum ewigen les ben; und laß mich deinen dienes alsdenn in friede fahren, denn meine angen haben deinen heis land gesehen, welchen du bereitet hast, vor allen volkern, ein licht zu erleuchten die heiden, und zum preis deines volkes Israel. Gib, daß mein lestes wort sen, welches dein lieber sohn am creuze gespros chen: Bater, in deine hände bes fehle ich meinen geist. Und wenn ich nicht mehr reden kann, so era höre doch mein lestes feufien, durch JEfum Chrifium, amen. Noch um ein seliges Ende. 82 Gebet um ein feliges Ende. Den tod überwunden, und durch deiner heiligen engel, mit würdis Dein leiden ihm den stachel ge- ger geniessung deines allerheiligs nommen hast, also, daß der tod sten abendmahls, mit starkem uns nur eine thür zu dem himmel, glauben, mit fester hoffnung, mit und ein eingang zu der ewigen se geduld und mit brünstiger liebe ligkeit worden ist: erbarme dich gegen dich, meinen GOtt, und ges meiner, und insonderheit in mei- gen alle menschen. Dir befehle ich ner lezten todes stunde; so dann meine feele, o HErr! als eine nimm dich ja, lieber HErr! meitheure kostbare beplage, nimm sie ner armen seele herzlich aut. Laß auf in deine arme, und laß sie da mich doch deine gnade alle tage warten auf den tag deines grossen meines Lebens regieren und lei- gerichtes, und laß sie alsdenn mit ten, damit ich in starkem glau dem leibe der vollkommenen klars ben und heiligem wandel auf heit und herrlichkeit, deines ewis Deine zukunft warte, und fertiggen und himmlischen reiches theils und bereit fey zu dir einzugehen, haftig werden, laß mir dieses zu welcher zeit du auch kommest alles aus gnaden wiederfahren, und mich abforderst. Ach HErr! HErr JEsu, amen. laß mich doch nicht unversehens noch allzu schleunig sterben, son dern nach gemeiner weise der men fchen, aber mit rechtschaffenem men Christen, alle Wochen oder glauben und wahrer gottseligkeit; auf daß alle, die mich sterben fes ben, deine sonderbare guade an Testament eines froms alle Monate zu sprechen oder zu betrachten. mir erkennen, und dieselbe meir 93.Barmherziger GOTT, himmlischer vater! netwegen preisen. Ach HErr! laß dieweil ich weiß, daß ich einmahl mich doch bis an meinen lezten sterben werde, weiß aber nicht, feufier bey vollem verstande; und wenn es geschehen soll, sondern verleihe ia, daß ich sterbe des to muß alle augenblicke gewärtig des der gerechten! Gib, daß ich seyn, daß ich durch den zeitlichen vorher alles zum ende gebracht tod von dir abgefordert werden habe, was ich dir angelober und könne: so treibet mich die höchste versprochen; und daß ja niemand noht daß ich mich, weil ich noch nach mir zurück bleibe, den ich ge- odem in mir habe, zum sterben bes brücket oder dem ich unrecht ge- reite, und mein testament aufrichs than hätte. Walte mit deiner te, solches wirst du, o GOtt! nicht gnade über diejenigen, so ich hin- verachten. Derowegen danke ich terlaffe; und gib, daß wir an dem dir vor allen dingen, allmächtiger ørte der ruhe und erquickung wic- GOtt! für alle deine gaben, die du Derumt zusammen kommen. Er mir die ganze zeit meines Lebens halte mich, o HErr! in friede und bis hieher geschenket haft; daß du in der emigkeit deiner kirchen und mir einen menschlichen leib, und gemeine, und segne mein todten- eine vernünftige feele gegeben, bette mit einen treuer, weisen auch mich mit innerlichen und und trostreichen seel- forger, oder äuferlichen gütern der feelen, des mit einem andern treuen und verleibes und des Lebens gezieret ständigen christen, wie denn auch haft. Insonderheit fage ich dir in mit dem bepftaube und geleite ewigkeit von grunde meines hers sens Cestament eines frommen Christens 83 Jens lob, preis und dank für die wolle. Lebe in mir, wenn ich feligmachende erkenntniß deines sterbe; und wenn nun meine seele lieben sohnes Jesu Christi. In aus diesem meinem leibe, als berfelbeit bekenne ich hiemit vor aus ihrer herberge, reisen wird: dir, daß ich ein armer fünder bin, so nimm meinen geist in deine wegen der verderbten natur, auch hände zu den himmlischen freus wegen täglicher wirklicher fünden; den leib aber laß in die erde ben, die ich wissend und unwissend verscharret werden, und verleihe begangen habe, über welche alle ihm am jüngsten tage eine fröliche ich schmerzlich leid trage; jedoch auferstehung zum ewigen leben. aber traue und baue ich, mit kind Und damit mir zu meiner reise licher zuversicht, auf deine grund aus diesem leben nichts hinderlis lose gute und väterliche gnade, in ches vorfalle; so habe ich schon Christo JEfu, der für meine fünde wegen des irdischen richtigkeit mit seinem verdienste vollkom gemachet. Jch sage derohalben men genug gethan, und die strafe in meinem Herzen ab den zeitlis Der ewigen verdammniß aufgehorchent gütern, allen weltlichen ans Ben hat. In solchem wahren glau ben bin ich gewiß, daß du mich Durch dein heiliges wort und durch die heiligen facramente, als ein kind des ewigen lebens, anneh mest und liebest: darauf ich auch, in kraft deines heiligen geistes, dir in heiligkeit und gerechtigkeit, in findlichem gehorsam und schuldi ger dankbarkeit hie zeitlich dienen will, so viel ich wegen meiner schwachheit kann, bis ich dich dort int ewigkeit vollkommen preise: Dazu hilf mir, mein getreuer Bott! in Christo JEsu, durch den Deiligen geist, amen. gelegenheiten, und kürzlich allem, was meinen seligen abschied nicht befördert, und nur in diese welt gehöret. Nacket und ohne sorge bin ich aus meiner mutter leibe komment; nacket und ohne sorge des zeitlichen will ich meinen abs schied wieder nehmen. Alle meine freunde und verwandten gesegne ich und befehle sie, o mein GOtt! in deinen schuk und schirm, bu wirft sie wol verfors gen. Allen meinen feinden vers gebe und verzeihe ich alles, was sie mir übels gethan haben, sie ers Fennen gleich ihre fünde, ober Dis, lieber GOtt! ist meines nicht; und habe ich wider keinen glaubens bekenntniß, in welchem einzigen menschen auf der ganzen ich leben will, so lange du willt; erde haß, neid, oder einigen auch bereit bin ju sterben, wenn widerwillen; sondern gönne von es deinem väterlichen willen ge herzen iedermann alles gute, und fällig seyn wird. Darauf sey dir bitte meinen GOtt, er wolle als in deine gnade und allmacht bes lenthalben ben allen menschen fohlen meine feele, vernunft, mit seiner väterlichen gitade wobs finnen und gedanken, mein leib, nen. Hingegen bitte ich jedens und alle desfeit glieder, mein le mann, den ich iemahls mit wors ben, und alles was ich bin. Re: ten oder mit werken mögte beleis siere mich, weil ich lebe, und diget, geärgert, oder wol gar iwinge meinen willen, damit er verführet Babett, er wolle mir sich dir nie widersege, toch ets aus brüderlicher liebe, um uns was begehe, was beinen heiligen fers allgemeinen brubers Chrift Gaboten juwider if, es sey was cal Jefu willen, meine sebrechen fo 10 84 Testament intes frommen Chriften. ¡ u gute halten und verzethen, stiget, dieses testament mündlich gleich wie uns GOtt der himmli und in eigener person nicht gnugs sche vater unsere schuld und mis sam aussprechen und wiederholen fethat guadig vergiebet. Darauf könnte, oder ich mich der schmerzett nehme ich nun einen christlichen halber ungeduldig erzeigen, oder abschied von meinen freunden aus heftigkeit der hike irre reden und von allen menschen; begebe sollte, oder wie sich die fälle sonst mich auch alles zeitlichen, was ereignen mögten; welches doch mir unser HErr GOtt in dieser GOtt nach dem reichthum seiner welt anvertrauet hat, und versunaussprechlichen barmherzigkeit laffe willig und bereit alles, was abwenden, und mich mit einem zu diesem leben gehöret. Schließs wolversehenen, friedlichen, frölis lich chen, gerrosten und sanften chrifts lichen ende in allen gnaden segnen wolle: so bezeuge ich doch vor dem angesichte meines schöpfers, erlös fers und heiligmachers, iest als sodann und sodann als jest, auf als le begebniffe, wie sie namen habert mögen, daß dasselbe gegen und wis der meinen willen geschehe, und daß diese jest abgelegte bitte und anbefehlung meiner feelen meine endliche schluß bitte in meinem herzen seyn und bleiben solle; ja, daß ich auf diese maaffe, und durchs aus nicht anders, mit dem beystans de Gottes des heiligen geistes, jest, oder wenn und wie es dem alls mächtigen gefället, leben und sters ben, meinen HErrn und seligmas cher JEsum Christum allzeit in meinen gedanken feft haben und behalten, auch in seine blut tries fende wunden beständig einges schlossen seyn und bleiben wolle. Das geschehe und werde wahr! Amen, erhöre mich GOtt vater, fohn und heiliger geißt, amen. lieber GOTT! ist hier meine seele, und wartet, wenn sie nach deinem willen in Abra bams schooß, ja in die arme mei nes lieben heilandes JEsu Chris sti soll getragen werden. Hier ist der leib, welcher sanft zur ruhe in mein kämmerlein soll beygesezzet werden. Mache mich bereit und komme alsdenn, lieber vater! so soll mir keine zeit zu früh seyn, aus der zeit in die ewigkeit zu gehen. Dis, lieber GOtt! ist mein te ftament und legter wille, welchen ich mit wolbedachtem rahte mei nes herzens gestellet, dir demühtig zu deinen füffen lege, darauf ich auch das heilige sacrament des altars, welches von meinem HErrn Christo zu stärkung meines glaubens und zur versiche rung des ewigen lebens eingefeget ist, verschiedentlich empfangen habe, auch noch ferner, nach dei nem willen, empfangen will: mit gewissem vorsaße, fest und seif, beständig und unverbrüchlich da ben zu verharren. Dieses testas ment will ich die zeit meines les bens, so lange ein lebendiger geist in mir ist, stets in meinem Herzen wiederholen, auf daß es nimmermehr aus meinem ges dächtniß falle. Wenn es aber ge: schehen sollte, daß ich durch geschwinde zufälle übereilet, oder durch gröffe der Fraufbeit geängs Gebet vom jüngsten Gerichte. 94.2 und barmherziger GOtt, lieber himmlischer vater! wir sagen dir lob und dank, daß du uns nicht allein das leibliche und seitliche leben gegeben und biss 85 Gebet vom füngsten Gerichte. bishero erhalten; sondern uns| beständig bleiben; auf daß wir der auch das himmlische und ewige mahleins das erfreuliche antlig felige leben in deinem worte geof- unsers liebsten brautigams JEfu fenbaret; und darinnen gnädiglich Christi mit freuden sehen, ihm versprochen hast, daß dein lieber als die klugen jungfrauen, wenn sohn Jesus Christus, dem du er nun zur himmlischen hochzeit das gericht übergeben, wieder aufbricht, mit den brennenden kommen, und nachdem er dasselbe lampen des glaubens und der gehalten, uns in das reich der ewi liebevoll freuden entgegen gehen, gen herrlichkeit zu sich nehmen und aus der sterblichkeit in die uns folle. Wir erkennen, lieber va: sterblichkeit, aus der schwachheit ter! daß wir gegen solche gna- it die kraft, aus dem leid in die denreiche offenbahrung nie recht freude, aus den irdischen in das Dankbar gewesen, noch uns zu himmlische, mit ihm eingehen und dem bevorsteheiden lezten gerich versezet werden mögen. Ach laß te so zubereitet haben, wie sich es uns doch, du frommer GOtt und gebühret. Wir bitten dich aber, vater! nimmermehr sicher wers o barmherziger GOtt und HErr! den, noch der zukunft deines sohs du wollest uns um desselben deines nes und dieses grossen gerichtes lieben sohnes JEsu Christi wil vergessen: denn er wird ja plözlich len solchen undank und unacht kommen wie ein bliß, und unvers famkeit gnädiglich verzeihen; und fehens, wie ein dieb in der nacht, uns durch deinen geist also re- und mit groffem schrecken wider gieren, daß wir ja in jeiten be die gottlosen; weil himmel und denken, was zu unserer ewigen erde in einander fallen, und das wolfahrt und seligkeit dienet; da feuer die ganze welt verbrennen mit wir von tage ju tage in wah soll. Go behüte uns nun, du from rer erkenntniß deines sohnes, in mer GOtt! daß wir unsere herzen glauben, gottesfurcht, hoffnung ia nicht beschweren mit fressen und geduld zunehmen, alles un- und faufen, mit unreinigkeit und göttliche wesen und die weltliche fleisches lust, oder mit sorgen lüfte verleugnen; und also mit der nahrung, damit dieser tag des aufgerichteten häuptern und groß grossen gerichtes nicht schnell und fer freudigkeit, die erscheinung wie ein fall- strick über uns komme; des grossen GOttes und unseres sondern laß uns allezeit wacker Heilandes JEsu Christi erwarten. feyn und beten, auf daß wir würs Ach HErr! verleihe uns doch, dig werden mögen zu entfliehen nach deiner grossen erbarmung, die solchen erschrecklichen dingen, und gnade, daß wir diese böse gefähr zu stehen vor des menschen sohn. liche arge welt, und das elende Hilf uns, HErr! durch deines geis kümmerliche leben von herzen ge- stes kraft, daß wir allemahl mit ringe schäßen und verachten, und, heiligem wandel und gottseligem wenn du es forderst, gern und wesen geschickt und bereit seyn, willig verlassen; daß wir doch, die und also auf diese zukunft des tas geringe zeit dieses kurzen lebens ges des HErrn warten und ihe hindurch, unserer seligkeit halber, freudig entgegen eilen. nd weil gerne mühe und fleiß anwenden, wir nach deiner verheiffung eines auch, wo es seyn soll, willig leiden, neuert himmels und einer neuen und also an das ende treu underde, darinnen gerechtigkeit woh, met, f3 80 Gebet vom ewigen Lebem net, warten fallen; so gib ja vor und seele. Wenn ich muy di allen dingen, daß wir fleiß anwen, habe, so frage ich nichts nach hims ben, damit wir vor deinem sohne mel und erden; wenn mir gleich unserm beilande unbeflecket und leib und seele verschmachtet, so biß uafträflich in frieden erfunden du doch, o GOtt! meines hers werden, und mit allen deinen aus sens troft und mein theil. Was erwählten den erfreulichen aus ist dieser zeit leiden? es ist doch spruch anhören mögen: Kommet nicht wehrt der herrlichkeit, die an ber, ihr gesegneten meines va uns soll offenbahret werden. Ach ters! ererbet das reich, welches wenn werde ich dahin kommen, euch von anbeginn der welt bereis daß ich dein angesicht sehe, mein tet gewesen. Gib, daß wir darauf Gott! da ich von deiner gerechs fammt allen gerechten in das ewitigkeit werde satt werden: da ich ge leben eingehen. Das verleihe uns, lieber himmlischer vater! um deines allerliebsten sohnes JEsu Christi, unsers HErrn und hei landes willen, amen. in sichern wohnungen und in stols aer ruhe seyn werde: da alle thras nen von meinen augen werden abs gewischet werden: da aller schmerz und herzeleid wird weg müssen, und freude und wonne wird über meinem baupte seyn: da mein leib verklåret und ähnlich seyn wird bem herrlichen leibe Jesu Chris Gebet vom ewigen Leben. Err mein ich den 95. erkenne die eitelkeit, and das nichtige wesen der welt, und dieses zeitlichen lebens. Es ist ia lauter elend, fünde, schwach heit, gefahr, widerwärtigkeit, forge, furcht, hoffnung, und zulest ber tod, ia mühe und arbeit, wo es am besten ist. Ach wie wol ist dem, der überwunden hat und felig abgeschieden ist. Ich habe es bisher nicht erkannt, wie sich es gebühret; ich habe nach dem Bimmlifchen gute nicht also getrachtet, wie ich sollte. Vergib mir es, mein GOtt! und habe ge: duld mit mir. Die ergebe ich mich nun, o HErr von ganzem Herzen. Du hast mich geheiliget, und zur feligen hoffnung und gemein fchaft des ewigen lebens gebracht. Ich hatte zwar viel sorgen, die euch mich zu dir, auf daß ich sey mich sehr plagen mögten, aber ich wo du bist, und deine herrlichkeit lade sie ab in deinen schooß. Ich sehe, die dir der vater gegeben fchütte mein herz vor dir aus, denn hat. Ach HErr GOtt heiliger bu bist meine zuversicht. Dir begeist! laß mich unterdeß bis an feble ich mein leben, meinen leib mein feliges ende alleieit einen und leuchten werde wie die ſonne in deinem reiche: da ich dich, o mein GOtt und mein erlöser! von angesicht zu angesichte sehen, und mich mit unaussprechlicher ewiger freude freuen werde: da ich bey dir meinem GOtt, bey den lies ben engeln, bey der gemeine der erstgebohrnen, die im himmel ans geschrieben sind, bey den geistern der vollkommen- gerechten alles zeit seyn und bleiben werde. Ach wie gut wohnen wird da seyn in deinem, als meines vaters, hause! welches ein haus voll heiligkeit und gerechtigkeit, ein haus voll freude und wonne, ja ein haus voll leben und ewiger feligkeit ift. Ach vater! nimm mich zu dir; ach HErr JEsu! komme bald, und DOE Gebet nach der Ordnung des Vater Unsers. 67 vorschmack dieser ewigen freude und unglück, leben und sterben, und herrlichkeit empfinden! Ich dich heiligen, ehren, loben und weiß zwar, daß ich von der obrig preisen. Regiere und führe uns feit der finsterniß erlöset, und durch deinen guten und heiligen sammt Christo in das himmlische geist: bleibe bey uns mit dem reis wesen versehet bin: ich weiß, daß che deiner gnaden, und breite es ich ein kind GOttes bin, aber es ist unter uns aus; bis du auch endlich noch nicht offenbahr, was ich seyn am jüngsten tage mit dem reiche werde; es wird aber offenbahr wer deiner unendlichen herrlichkeit zu den, wenn mein HErr JEsus kom uns kömmest, und uns in die ewige men und mich in sein reich zu sich freude und herrlichkeit einführeft. nehmen wird. Ach komme doch Erhalte unterdeß ben uns das bald, HErr JEsu! der tag deiner heilige predig- amt, und den reis jukunft wird mir ein tag des tronen gottesdienst: verleihe uns ftes, ein tag der erquickung, ein tag deine gitade, daß wir alle, undein der freude und des wollebens ieder insonderheit, beides in uns fenn; wie kann ich seliger seyn, als ferm ganzen christenthume und wenn ich GOtt sehen, GOtt hd gemeinem leben, wie auch in uns ren, GÖtt loben, GOtt in mir serem sonderbaren amte und bes und um mich haben, ja mit GOtt rufe, als fromme christen, treu ewiglich seyn werde? da wird und fleissig seyn, und in demselben GOtt mein licht, mein heil, mein deinen willen allhie auf erden also leben seyn. Hilf mir, mein verrichten, wie die heilige engel GOtt! daß ich im glauben und im himmel thun. Versorge uns in der gottseligkeit beständig sey, auch, o lieber vater! mit alles und getreu bleibe bis in den tod, leiblichen nohtdurft, und gib uns damit ich bey dir seyn, mit dir den lieben frieden. Wende ab leben, und dich in himmlischer die wolverdienten strafen deskries freude ewiglich loben möge, ges, der theurung, der feuerss ament, HErr JEsu! amen. und wassers- noht, und manchers ley Frankheiten, und segne uns nach deinem gnädigen willen; das Gebet nach der Orde mit wir dir in unſerm göttlichen 96.D lischer vater, ewiger nung des Vater Unsers. barmherziger himm berufe desto ungehinderter und beffer dienen können. Erhalte und regiere auch alle christliche und allmächtiger GOtt! der du obrigkeit. Erbarme dich, o HErr! uns bishero so gutadiglich erhaldes ganzen landes, und sonderlich ten hast, und auch gls ein getreuer deiner lieben gläubigen, und bes vater und allmächtiger GOtt uns schüße dieselben in aller noht noch ferner alles gute geben willt und gefahr. Vergib uns alle uns and kannst: wir arme fünder bit sere sünde um Christi willen, wie ten dich, in dem namen Esu Chri- wir denn auch durch deine gnade fti deines føhnes, du wollest uns das zeugniß in unfern herzen has erleuchten durch dein wort und ben, daß wir unserm nächsten wahrheit, daß wir dich recht er verzeihen, und in christlicher liebe kennen, und mit herz und munde, und einigkeit zu leben begehren. mit worten und werken, im thun Du wolleft uns, 0 HErr! nicht und laffen, in liebe und leid, glück' mehr versuchung auflegen, als f4 wir 83 Gebet für die drey Haupt- Stände. wir ertragen können, damit wir, friedens geben, und das Idbliche nicht versinken; sondern stärke du haus Braunschweig und Lünes unsere herzen, und hilf uns über- burg dabey in gnaden erhalten winden. Erlöse uns auch endlich und beschirmen; insonderheit von aller gewalt und von allen an aber unserm geliebtesten Könis laufen des bösewichts und aller ge, Churfürsten und Landess feiner werkzeuge; und hilf uns Herrn, Dero Königlichen Ges aus zu deinem himmlischen reiche. mahlin, dem Prinzen von Wals Denn du, HErr! bist unser és lis, wie auch dem gesammten nig, deffen kraft unendlich, und Königlichen, Chur- und Fürstlis deffen herrlichkeit ewig ist. Darschen hause, alles wahre wolers um vertrauen wir dir, daß du als gehen, langes leben, beständige ein allmächtiger GOtt köunest, gesundheit, glückliche regierung, und als unser lieber vater auch und deinen zeitlichen und ewigen wollest uns erhören, gewähren fegen verleihen: auch deroselben und helfen, um deines eingebohrgeheimten und andern rähten, nen allerliebsten sohnes JEsu geistlichen und weltlichen, sammt Christi willen, amen. allen Königlichen Churfürstlichen beamten und bedienten in lande, ( wie auch bürgermeistern und raht dieser stadt) wollest du mit dem geiste der weisheit und des rahtes bestehen, gnade, einigkeit und gewefenhaften fleiß geben, die unsthanen nach deinem Gebet für die drey Haupt Stände und gemeine Wolfahrt. [ llmächtiger GOtt und JEfu Chrifti, ein HErr himmels u regieren, auf daß die gerechs und der erden! wir danken dir tigkeit befördert, die bosseit ges von Herzen für deine guade, liebehindert und gestrafet werde, das und treue, die du uns bisher mit wir in stiller ruhe und gus erwiesen; insonderheit, daß du tem friede, als christen gebühret, dein heiliges wort und den rei- unser leben führen und vollenden nen gottesdienst unter uns erhal- mögen. Laß dir auch in gnaden ten bast: und bitten dich her; lich, du wollest deine heilige christliche Kirche, mit ihren die nern, wächtern und hirten, durch Deinen heiligen geist regieren, daß sie bey der rechtschaffenen weide deines feligmachenden war tes erhalten werden möge, da durch der wahre glaube, und die liebe gegen dich und alle menschen in uns erwachse und zunehme. Du wollest auch der weltlichen obrigkeit, dem römischen kaiser, allen chriftlichen Einigen, chur fürsten und berren, gedanken des befohlen seyn die löbliche Georgs Augustus Universität zu Gittins gen, wie auch die schulen insges fammt, damit solche dem ganzen lande und deiner kirche zum bes sten bey gutem wolftande erhalten werden, und viele tüchtige und ges schickte manner zu deinem dienste und zu des vaterlandes wolfahrt auferziehen und darstellen mögen. Wir bitten dich ferner, lieber himmlischer vater! für den hauss stand und alle die darzu gehöreni Gib gottesfürchtige ehe: leute, eltern und berren, gehorsame Gebet frommes Unterthanen für ihre Obrigkeit. 89 finder, eine wolgezogene jugend, mehr deiner grundlofeit gnade, ehrliche und gewissenhafte zünfte, güte und barmherzigkeit einges kauf leute und handwerker, denk seyn, deine strafe und zorns frommes und getreues gesinde, ruhte von uns abwenden, und redliche arbeiter und tagelöhner, uns für grossem unglück und hers und segne alle ehrliche handthie- zeleid, wie auch für alle dem, so rung, nahrung und gewerbe. Gib, uns sammt und sonders an leib daß alle unsere feinde und wider und seele schädlich seyn mag, vas facher ablassen, und sich begeben terlich behüten. Auch bitten wie mit uns friedlich zu leben: steure| dich um alles, darum du, ewiger und wehre, o du starker GOtt! GOtt! gebetent seyn willt, daß du allen friedhässigen leuten: schaffe uns solches gnädiglich verleihen unsern gränzen beständigen frie wollest, durch das bittere leiden den; und mache des raubens, und sterben deines lieben sohnes plünderns, blutvergiessens und JEsu Chrifti, welcher mit dir alles frevels und feindseligkeit und dem heiligen geiste lebet und an allen orten durch deine all regieret in gleicher macht und eh mächtige hand ein gnädiges ren, wahrer GOtt und mensch, ende. Du wolleft auch, guadis unfer mittler, hochgelobet in ger lieber vater! alle witwen und ewigkeit, amen. wäisen, und alle diejenigen, so in trübfal, armuht, krankheit, Eins bes- banden, hungers- noht, fries Gebet frommer Unterges- gefahr und andern anfechthanen für ihre Obrigkeit. allmächtiger GOtt, himmlischer vater, du HErr aller herren, und könig aller könige! wir danken dir von grunde unserer seelen, daß du uns christliche und gottselige obrigkeit gegeben, und unter derselben schuß und schirm uns bisher guàs. dig erhalten haft: und bitten dich herzlich, du wollest dieselbe bey beständiger leibes- gesundheit und langem leben erhalten, sie durch die wache deiner heiligen. engel ferner bewahren; und sie vornems lich mit deinem guten geiste also leiten und führen, damit sie erkens ne, daß sie allein von dir ihr amt habe, und demnach gehalten sey, die person des gerechten vorzus ziehen, und den armen und dürfs tigen zu ihrem rechte zu verhels fent. O HErr JEfu Christe! du bift die weisheit GOttes, durch fs tungen auch um 1 deines heiligen namens und der 98. wahrheit willen angefschten und gefangen sind, oder sonst verfol gung leiden, mit deinem heiligen geiste trösten, daß sie solches alles als deinen väterlichen willen auf nehmen und erkennen. Du wol left uns auch alle früchte der er den, die zur leiblichen nohtdurft gehören, mit fruchtbarer erwachfung und gutem bequemen gewit ter gerahten und gedeyen lassen, auch unsere berg und falz- werke, sammt dem löblichen brauwesen jedes ortes, segnen und erhalten. Und ob wir zwar mit unsern über häuften fünden deinen gerechten forn und allerhand strafen wol verdienet haben; so bitten wir doch, o treuer barmherziger vater! du wollest unserer sünden nicht gedenken, noch uns unsere übers tretung zurechnen; souderu viels 90 Gebet in Krieges, Noht. welche die Fönige regieren, und haben wir zuflucht, bis daß das die rahts- herren das recht fest fes unglück vorüber gehe. HErr! sen: verleihe deine guade, daß wir kehre dich doch wieder zu uns, allesammt diefe deine heilige und und sey deinen knechten gnädis. müßliche ordnung erkennen, und Fülle uns früh mit deiner gnade, unserer lieben obrigkeit schuldi- so wollen wir rühmen und frds gen gehorsam leisten. Du himmlich seyn unser lebelang. Erfreue lischer friede- fürst! gib gnade, daß uns wieder, nachdem du uns so wie unter ihren schuß ein geru lange plagest, nachdem wir so higes, stilles und fried fames leben lange unglück leiden; und der führen mögen, in aller gottselig HErr unser GOtt sey uns freunds keit und ehrbarkeit. O heiliger lich, und fördere das werk uns geist! der du bist ein geist der serer hände. Ach HErr! unsere tärke und der kraft, rüste unsere missethaten haben es ia verdies liebe obrigkeit aus mit weisheit net, aber hilf doch um deines und stärke, daß sie ihr hohes amt namens willen; so wollen wir die auch in der kirche GOttes recht ein freuden- opfer thun, und deis führe, daß sie die thore weit und nem namen danken, daß er so die thüre in der welt hoch mache, tröstlich ist, amen. Damit der könig der ehren Chri ftus JEfus in ihrem lande mit Noch ein Gebet in Krieges- Noht. Err du 100. Gott! wir bekens feinem gnaden reiche einziehe.Du freudiger geist! erhalte alle chriftliche fürsten und regenten, daß sie christliche gedanken haben, und Darüber halten; zur ehre deincs nen vor deinem heiligen anges göttlichen namens und zu der unsichte, daß wir die schwere strafe terthanen zeitlichen und ewigen wolfahrt, amen. des langwierigen krieges und der verwüstung, mit unsern viels fältigen groben sünden wol vers schuldet und verdienet haben. Denn ach! wir haben ja deiner Gebet in Krieges Nobt.. immlischer vater! un 99. fer hers hält dir vor ten undankbarlich vergessen, deine bein wort: Ihr sollt mein antlit gnädige heimsuchung schändlich fuchen: darum fsuchen wir nun, verachtet, des lieben güldenen HErr! dein antlig. Berbirge dein friedens, und deines so reichen antlig nicht vor uns, verstoffe dei- jährlichen segens zur wolluft, ne finder nicht in deinem zorne. hoffart, üppigkeit, oder zum Wir wissen nicht was wir thun geiz und anderer ungerechtigkeit follen, sondern unsere augen sehen böslich misbrauchet, das gebet nach dir: dein name heisset HErr versäumet, dein wort hindan ges jebaoth, groß von raht und machsetzet, mit haß und neid, hader tig von that; bey dir allein, HErr! und zwietracht, hochmuht und findet man hülfe, und segen über verachtung, mit unrecht und Dein polk. So sey uns nun gnå frevel uns unter einander beleis Dia, HErr! sey uns gnädig: denn diger und aufgefreffen; haben auf dich trauet unsere feele, und uns auch an die strafen, mit unter dem schatten deiner Bügel welchen du uns lange vorher ges drauet, Gebet in Krieges, Noht. 98 Drauet, wenig gefehret. Darum, ia und fragest nach dem vergoffes bast du nun auch deinen frieden nen blute, und vergissest nicht von uns hinweg genommen und des schreyens der armen: ach! uns dahin gegeben, daß wir so höre doch von deiner heiligen jedermannes raub seyn müssen. höhe, und siehe an unsern iams Ach lieber HERR und GÖtt! mer und elend. Erhöre doch das das land siehet allenthalben iäm ängstliche feufien, die heiffe thras merlich und elend aus, der fluch nen, das erbarmliche winseln friffet es, und seine einwohner und wehklagen so vieler verläsfes werden geangstiget, beraubet, vernen und bekümmerten herzen laget und getödtet. Ein solches und laß sie erfahren, daß du noch verderben läsfest du, gerechter richter auf erden und ein schild GOtt! in deinen zorne über uns seyft denen, die dir vertrauch, gegeben, daß die menschen sich un- um deines namens willen ers ter einander selbst auffressen und leuchte die herzen der hohen verzehren. Willt du uns denn häupter der christenheit, daß aber, o HErr! ewig verstossen, und sie doch den grossen jammer und leine gnade mehr erzeigen? ist es das berzeleid so vieler hundert denn ganz und gar aus mit dei tausend christen zu herzen nehs ner güte über uns? hast du denn men, und die feindschaft fahren vergessen gnädig zu seyn, und laffen, die ein solches verderben deine barmherzigkeit aus zorn und solche verödung stiftet, und verschloffen? ach nein: du bist ganze länder und reiche mit la gnädig, barmherzig, geduldig mord, brand, frevel, tyranney, und von grosser güte und treue. und allen schanden und lasters Du hast nicht lust an der fünder anfüllet. Ach Gott! laß doch verderben, sondern willt, daß sie nicht zu, daß Eirchen und schus sich bekehren und leben: so be len bey uns untergehen; sons kehre uns nun, o HErr! und dern laß einen segen übrig, daß gib uns busse zum leben. Sen wir dir noch in ruhe und frieds gnädig unserer missethat, die da dienen, und ein jedweder seines groß ist; und neige unsere herzen berufs mit stillem wesen warten, in deinen zeugnissen, daß wir in und das seinige schaffen könne, allen deinen wegen wandeln, Behüte uns für der giftigen und alle deine gebote und rechte feuche der pestilen;, für miss balten. Du bist ja der HErr, und wachs, theurer zeit, und für als niemand mehr, der den frieden len andern verderblichen lands machet: du nimmst den fürsten plagen. Befiehl deinen engels, den muht, und bist erschrecklich den heiligen wächtern und himms unter den königen auf erden: du lischen heerschaaren, daß sie sich zerstreuest die volker, die da rings um uns her lagern, und un gerne friegen: ach! so habe doch aushelfen. Erbarme dich fou nun endlich gedanken des friedens auch aller andern bekümmertes über uns, und nicht gedanken des herzen in andern reichen und tans leidens. Hilf, daß wir auf deine den, die in gleicher noht und ges gebote merken, so wirst du den fahr stecken. Trößte und stärke alle frieden über uns ausbreiten wie arme, gefangene, kranke, anges einen strom und wie einen ergoffes fochtene und nohtleidende chris wen bach. Du, HErr! gedentest ten. Hilf allen verlaffenen wits 92 Gebet in Pest- Zeiten und Sterbens- Lauften. wen, wäisen, unmündigen und wasche uns, daß wir schneeweiß fäuglingen, welche in diesen sei werden. Heilige und regiere uns ten grosse unbarmherzigkeit, fre auch durch deinen geist, daß wir vel, und tyranney erfahren müß von herzen busse thun, und dir in fen: zeige ihnen und uns allen deine arme fallen. Du bist meine dein heil, wie du weißt, daß es uns zuversicht, meine burg, mein nüglich und selig ist, um deines GOtt, auf den ich hoffe. Ers allerliebsten sohnes JEsu Christi, rette mich von dem stricke desiàs unsers einigen mittlers und erld- gers, und von der schädlichen pes jers willen, amen. stilen, decke mich mit deinen sits tigen, daß ich nicht erschrecken müsse für dem grauen des nachts, für den pfeilen die des tages flies gen, für der pestilen; die im fins stern schleichet, für der feuche die IOL, allmächtiger Gott! ich danke dir herz lich, daß du mich von jugend auf bis hieher gnädiglich und và terlich erhalten, und so mächtig beschüßet; ia mich auch durch dein seligmachendes wort zur Hoffnung des ewigen lebens berufen hast. Ach mein GOtt! ich be: tenne von herzen, daß ich nicht weniger als andere dich mit sün den erzürnet, und die jego grassi rende plage der giftigen seuchen und krankheiten wol verdienet babe. Du bist wahrhaftig in dei nen drauungen, und gerecht in allen deinen gerichten; wir aber müssen uns schämen: denn wir Baben deine gebote übertreten, und vielfältig gesündiget. Da her trifft uns nun auch der fluch, den du uns gedrauet haft. Wir haben mit unsern stinkenden fünden die luft vergiftet; daher treffen uns nunmehr billig die pfeile der krankheiten. Aber, ach HErr! du bist ia barmherzig, gna dig geduldig und von grosser güte! Handele doch nicht mit uns nach unsern fünden, und vergilt uns nicht nach unsern missethaten, fondern sen uns gnädig um JEfu Chrifti willen. Entfündige uns im mitrage verderbet. Behüte mich, daß mir kein übels begegne, und keine plage zu meiner hütten sich nahe. Befiehl deinen engeln über mir, daß sie mich behüten auf allen meinen wegen, daß sie mich auf den händen tragen, und ich meinen fuß nicht an einen stein stoffe. Ich begehre dein, ſo hilf mir doch: ich kenne deinen namen, so beschüße mich: ich rufe dich an, HErr! so erhöre mich. Sey bey mir in der noht, reiß mich heraus, und zeige mir dein heil. Ist es aber dein wille, mich heimzusuchen, oder gar auß diesem leben abzufordern; so verleihe mir beständigkeit im glauben, kräftigen trost, und eine fröliche Hoffnung und ges duld, durch die kraft deines heis ligen geistes. Lindere mir die schmerzen, verkürze die todess quahl, wende ab des satans ges walt, und nimm du meine feele auf in deine hånde, um Jesu Christi meines eridfers und seligs machers willen, amen. Gebet in Theurung und Hungers- Noht. mit dem theuren blute Cbrißi, I02.2d HErr, du groffer und gewaltiger Gott, Gebet in Pest: Zeiten oder andern Sterbenss Lauften. 93 Gebet in Theurung und Hangers- Noßt. Gott, reich über alle, die dich gute, und laß deine fußstapfen tries anrufen! wir bekennen dir von fen von fett. Gott, der du rufen grunde unserer herzen, daß wir kannst dem, das nicht ist, daß es die eingeriffene theurung und fey: der du dem vieh sein futter hungers- noht mit unsern vielfäl- giebest, den jungen raben, die tigen sunden, und sonderlich mit dich anrufen; laß doch uns mens dem schändlichen misbrauche dei schen, die wir nach deinem ebens ner herrlichen gaben, sehr wol bilde geschaffen, auf deinen nas verdienet haben. Denn du, men getauft, ia mit dem theuren HErr! hast dich zwar nicht unbe blute JEfu Chrifti deines sohnes jenget gelassen; sondern uns viel erkauft sind, nicht verschmachs gutes gethan, und bisher fruchtten. Deine augen sehen ja auf bare zeiten genug gegeben, und die, so dich fürchten, und auf unsere berzen erfüllet mit speise deine gute hoffen, daß du ihre feele und freuden. Wir aber haben errettest vom tode, und ernehreft nicht allein für solche deine wol sie in der theurung; ach, so siehe thaten dir nicht, wie wir schuldig doch bey dieser schweren tbeuren waren, gedanket; sondern noch zeit in gnaden auf uns. Siehe, darzu theils deine gaben unnüß- lieber GOtt! wie unsere anges lich verschwendet, und mit völ- sichter verfallen, unsere leibez lerey und unordentlichem leben verschmachten, und unsere hers entheiliget: theils haben wir zen abgemattet sind. Erquicke gegeitet, den nächsten übervor uns doch wieder, denn unser aller theilet, den armen verlassen, augen sehen auf dich. Thus und nur das zeitliche gut gesu- doch die fenster des himmels auf, chet und geliebet. Darum, o und überschütte uns wieder mit gerechter GOtt! hast du uns bildeinem segen. HErr JEsu! dich lig folchen segen entzogen, den hat ia des volks herzlich geiams himmel wie eisen, und die erdemert, das nur etliche tage bey die wie er gemachet, unsere mühe verharret, und hunger gelitten und arbeit verlohren seyn lassen, hatte; so laß dich doch auch unser daß unser land sein gewächs nicht elend jammern, die wir ieko giebt, und haft den vorraht des theurung und kummer leiden. brotes verderbet. Ach HErr! Hebe doch wieder an zu segnen die sey uns gnädig, und vergib uns hände deiner knechte: denn was unsere fünden, um Jesu Christi du, HERR! segueft, das ist ges willen. Erhöre doch den himmel, fegnet ewiglich. Verleihe auch daß derselbige die erde erhöre, uns allen wahre herzliche buffe, und die erde korn, most und ant- und regiere uns durch deinen Dere früchte erhöre. Thue deine geift, daß wir deine väterliche milde hand auf, und fättige uns güte hinführo beffer erkennen, wieder nach deinem wolgefallen. und deine gaben und wolthaten Suche das land heim, und was mit gröfferer dankbarkeit gebraus fere es, und mache es fruchtbar: chen, zu deiner ehre, zu unserm deine brünnlein, HErr! haben ia unterhalt, und zu des armen wassers die fülle. Ach! laß das dürftigen nächsten erquickung. gerraide wol gerahten, baue das Vor allen dingen aber speise uns land, und segne sein gewachs, mit dem geistlichen brote deines und erdne das jabe mit deinem beiligen worts ju unserer felige feit: 194 Gebet eines Reifenben. Feit; und gib, daß wir der zeitli mögen. Sonderlich bitte ich dich then wahrung also gebrauchen, mein Gott! bewahre mich für Daß wir derselben ja nicht mis aller lift und bosheit des höllischen brauchen: sondern allezeit vorfeindes und seiner werkzeuge. Ers nemlich trachten nach dem, das droben ist, da JEfus Christus ist, damit wir dermahleins mit ihm seiner himmlischen güter geniessen mögen in alle ewigkeit, halte und stärke in mir den wahs ren seligmachenden glauben, die liebe, geduld und hoffnung: und gib, daß ich die wallfahrt diefes les bens getrost und mit unverleztem gewissen verrichten, feliglich ens den, und frölich in das himmlische amen. Gebet eines Reisenden. vaterland eingehen möge. Die, o HErr! befehle ich meinen auss an bis in ewigkeit, durch JEsum Chris treuer Gott! ich danke dir herzstum, amen. barmherziger ge lich, daß du mich bisher so gutădiglich behütet, und mir so viel gu Gebet in Noht und tes an leib und seele erzeiget hast. Ich bitte dich, o HErr! sey mir armen fünder gnädig, und verleihe mir alle meine miffethaten um JEfu Chrifti willen. Heilige der barmherzigkeit und GOtt als und erneure mich ie langer les trøstes! ich klage und bes je mehr durch die kraft deines Eenne dir mit reuendem und zers heiligen geistes, damit ich mein brochenem herzen voll demuht, daß leben täglich bessere, in deinen ich nicht allein die trubsal, so du wegen wandle, und die diene in mir aufgeleget hast, sondern noch heiligkeit und gerechtigkeit, die viel grössere strafen mit meinen dir gefällig ist. Heiliger vater! fünden wol verdienet habe; dars leite und führe mich ferner auf um will ich deinen zorn tragen, dieser reise durch den schuß deiner denn ich habe wider dich gesündis lieben engel, daß ich für mördern get. Ich erkenne und weiß auch, und räubert, für giftiger luft daß du es bist, der mir dieses leis und bösen seuchen, für streit und den zugeschicket, und daß es vont unfall sicher sey. Gib mir, o deiner hand herkomme. Ach HErr! HErr! nahrung und kleidung, laß deine hand nicht zu schwer führe mich den rechten weg, den auf mir seyn, daß ich nicht vers Ich wandeln soll, und gib deinen gehe. Ich will delt kelch gern fegen zu meinem vorhaben, damit trinken, den du mir, lieber vater! alles zu deiner ehre, und zum ge- eingeschenket haft: laß ihn nur meinen besten, wie auch zu met nicht einen kelch deines zorns, ner und der meinigen zeitlichen sondern deiner gnade seyn. Sey, und ewigen wolfahrt gereichen lieber vater! meiner schwachheit möge. Erhalte und bewahre uns eingedenk, und ftrafe mich nicht terdessen auch alle die meinigen, in deinem zorn, und züchtige mich und was du mir beschehret haft; nicht in deinem grimme: sey mix und gib, daß wir einander gefund gnädig, denn ich bin schwach: übe und mit freuben wieder feben nicht beine gewalt wider mich, Dez Trübfal. I04. Ach du grundgütiger Gebet in Noßt und Trübfal. 95 der ich ein schwacher halm bin; ich nicht erbarme über den sohn ihs tann deine gewalt und zorn nicht res leibes? und ob sie gleich dess ertragen, ich fürchte mich für dei selben vergesse, will ich doch dein ner hohen maiestat; ich beuge die nimmermehr vergessen; siehe! in Enie meines herzens vor dir, und die hande hab ich dich gezeichnet. bitte um gnade, laß mich in die Dieses deines wortes wollest du, sem unglücke nicht verderben. HErr! eingedenk seyn, und meiner Ach vater! so es ia dein wille ist, nie vergessen. Ach! stärke meine daß ich dieses leiden tragen soll; so hoffnung, lieber vater! Denn du vollbringe deinen heiligen willen haft gesagt: es sollen nicht zu an mir, nicht zu meinem verder schanden werden alle die auf dich ben, sondern mir zum besten und hoffen. HErr! auf dich traue ich, zu meiner seligkeit. Du hast ja laß mich nimmermehr zu schans nicht lust an der fünder tode, und den werden. Errette mich durch haft deinen lieben sohn nicht ge deine gerechtigkeit, neige deine fandt die menschen zu verderben, ohren zu mir, eilend hilf mir. Gey sondern zu erhalten. Ach lieber mir ein starker fels und eine vater! erhalte mich unter dieser burg, daß du mir helfest, denn last des leidens. Du hast mich du bist mein fels und meine burg. verwundet, heile mich wieder: du Um deines namens willen wolleft hast mich getödtet, mache mich du mich leiten und führen, du wieder lebendig: du hast mich in wollest mich aus dem nege ziehen, die hölle geführet, führe mich wie denn du bist meine stärke. Ich der heraus+ laß mir das licht dei begehre dein, HErr! darum vols ner gnade in der finsterniß wieder lest du mir aushelfen; ich kenne aufgehen, daß ich meine lust an deinen namen, darum wollest du deiner gnade sehe. Du hast meine mich schüßen: ich rufe dich an, du wunden mit scharfem weine gewollest mich erhören. Sen du bey waschen, lindre nun dieselbe mit mir in meiner noht, reiß mich dem dle deiner gnade. Laß mei heraus, und mache mich zu ehrenz nen schwachen glaubert, das glim fattige mich mit langem leben, mende töchtlein, nicht auslö- und zeige mir dein heil, amen. fchen, zerbrich das zerbrochene rohr vollends. Gib daß ich Gebet eines Kranken. HErr, bich im creuse ſo herzlich liebe, 105. vater! du bist ja ein als in guten tagen; und das vers nies trauen zu dir habe, du werdest getreuer GOtt, und läsfest mitten im creuze ein vater herz mand über sein vermögen vers gegen mich dein armes kind besucht werden; sondern schaffest halten. Stärke meine hoffnung, daß die versuchung so ein ende ges daß sie nicht zweifele, meine gewinne, daß wir sie ertragen mös duld, daß sie nicht wenke noch gen. Ich bitte dich in meinen gross jage. Mache mir diesen bittern fen nöhten und schmerzen, laß mie telch heilsam und füffe, daß ich das creug nicht zu fchwer werden. denfelben getroft von deiner hand Stärke mich, daß ich es mit ges annehme, und deinen namen an duld ertragen möge, und an deince rufe. Ach, lieber vater! du hast barmherzigkeit nimmermehr vers la gefaget: kann auch eine mutter sage. Christe! des lebendigen ibres findes vergesſen, daß sie sich Gottes sobu, der du des creus 96 Gebet eines Krankett ses pein für mich gelitten hast, und in christlicher geduld beftanti und endlich für meine fünde ge dig bleibe. Laß mich nicht vers storben bist, zu dir rufe ich aus sucht werden über mein vermös meines herzens grunde! erbarmegen, sondern mache den schmerzen dich über mich fündigen menschen; und der anfechtung so ein ende, vergib mir alle meine mishande daß ich es ertragen könne. Ist die lungen, die ich wider dich in mei krankheit nicht zum tode, so segno nem ganzen leben gethan habe. die ordentliche mittel und arzes Erhalte mich im wahren glauben ney, die du beschehrest; und hilf bis an mein ende. O GOtt hei mir gnädiglich, daß ich hinfort liger geist! du wahrer tröster in mein leben bessern, deiner wols ailer noht; erhalte mich in der thaten nimmermehr vergessen, geduld und herzlichen anrufung sondern deinen namen mit freus GOttes; heilige mich mit wahrer den preisen möge, so lange ich lebe. zuversicht, und weiche nicht von Ist es aber dein wille, daß ich von mir in meiner lezten noht.- Leite dieser Krankheit nicht aufstehen, mich aus diesem jammerthale in sondern diese welt gesegnen soll, das rechte vaterland, amen. so geschehe dein wille. Ich weiß doch, daß mein erlöser lebet, und er wird mich hernach aus der ers den auferwecken, und ich werde darnach mit dieser meiner haut umgeben werden, und werde in 106. B fehen, und Noch ein Gebet eines Kranken. armherziger ewiger vater! ich bekenne dir von hers sen, daß ich diese leibes- schwach beit mit meinen fünden, leider! mehr als zu viel verdienet, und meiner gefunden tage sehr misbrauchet habe. Ich habe dir freilich nicht gedienet, wie ich schuldig war; sondern mehr der welt, dem fleische und mir selbst gelebet als dir: das ist mir, HErr! von Herzen leid. Ich bitte dich aber in dem namen JEfu Chrifti, vergib mir doch alle meine sünden um seines theuren leidens und meine augen werden ihn schauen, und kein fremder. Ich habe luft abzuscheiden, und bey Christo meis nem HErrn zu seyn, welches mir auch viel besser wäre. Darum hie bin ich, HErr! mache es mit mir, wie dir es gefället. Vers laß mich nur nicht, damit ich dich nicht verlasse; und erlöse mich endlich von allem übel, und hilf mir aus zu deinem ewigen himms lifchen reiche, um JEfu Chrifti willen, amen. fterbens willen, und strafe mich Gebet eines Kranken nicht in deinem zorne; sondern Laß mir diese leibes- schwachheit nur eine väterliche züchtigung der sich des Todes vera fiehet. Lindere aber doch auch Err GOtt, lieber meine schmerzen: hilf bie last tras 107. ter. th mette, gen, die du mir auferleget hast, und laß deine kraft in mir schwas chen mächtig seyn.Tröste und står te mich auch durch deinen geist, Damit ich im wahren alauben, daß meine zeit fast dahin ist, und mein leben bald wird abgerissen werden: nun dein wille geschehe. Aber weil mein herz noht leidet, und meine schwachbeit und quabl Grog Gebet eines Kranken. groß ist, daraus du allein helfen launst; ach HErr! so lindre und verkürze mir die todes- schmerzen! Laß ab von mir, daß ich erquicket werde, ehe denn ich hinfahre, und nicht mehr hie sey. Mir ist um Gebet der Umistehenden trost sehr bange, ach HErr! nimm dich meiner feelen herzlich an: für den Sterbenden. vergib mir meine fünde um Jefu Chrifti willens stärke meinen glau ben, verleihe mir troft, geduld und Sandhaftigkeit, durch die kraft des heiligen geistes, und hilf mir felig überwinden, amen. nen geift in deine hände. Da treuer GOtt! du hast mich erlös fet, der du lebeßt und regierest in ewigkeit, amen. vater, 109. Barmherziger, lieber der du tad und leben in deinen hånden haft! weil du dieses dein find so schwerlich heimgesuchet; fo bitten wir dich in dem namen JE fu Chrifti, im wahren glauben auf feine theure verheiffung, sey uns Noch ein Gebet eines und diesem armen kranken men, Kranken, der sich zum Sterfchen um Christi willen guädig. ben anschicket. Verzeihe ihm und uns allen unse. 108. vater aller gnade! re fünden; heilige und stärke uns, erbarme dich über und sonderlich diese Franke person, meine arme seele. Vergib mir alle mit der kraft deines heiligen geis meine fünde, die ich leider! wis stes. Ach gnädiger Gott, du vas der dich gethan habe. Verachte ter der barmherzigkeit! siehe bas nicht dein armes geschöpf, vers geangstigte herz, die matte feele, die schmähe mich nicht, der ich deiner zerschlagene glieder in gnad en an, hånde werk bin. Laß den nicht um- und komme bald mit deiner hülfe. kommen, welchen du gemacht und Sey du durch deine kraft in sei. geschaffen haft; denn auf dich hofner schwachheit machtig. Lindere fe ich, du bist meine hülfe und und verkürze ihm die groffe augst mein GOtt. O Christe, wahrer beiland! der du bist das lam GOttes, welches da trägt die fünde der welt; der du mich mit deinem blute gewaschen und gereiniget haft: Ich bitte dich durch dein bitteres leiden, sonderlich aber durch die schmerzen, die du zu der stunde em pfunden hast, da deine alleredelste feele von deinem heiligsten leibe ausgieng, erbarme dich über mei ne arme seele bey ihrem ausgange, und schmerzen; triste ihn, du ger waltiger tröster, bilf bu starker nohthelfer, und zeige uns und ihm dein heil. Erhalte in ihm den wahren glauben, beständige hoff, nung und geduld: und so es je dein wille ist, ihn sterben zu lass sen; so hilf ihm selig überwinden, durch die kraft des heiligen geiftes zum ewigen leben, um Jesu Chris sti willen, amen. und führe sie zum ewigen leben. O GOtt heiliger geist, du füffer troft erhalte mein herz wider alle le meinen glauben, daß ich eine vergebung der sünden und ein ewis ges leben gläube. So befehle ich gun, o beilige drepeinigkeit! meis Danksagung eines, der von seiner Krankheit wieder aufkömmt. IIO. HErr, mein Gott, erretter, mein einiger nohthelfer! dir danke ich von grunde meines beriens, für beius unaussprechit che Gebet bey Donner und Ungewitter. 98 che vielfältige wolthaten, die du mir armen fünder erzeiget haft: sonderlich aber, daß du in meiner groffen noht, krankheit und elen de mich in gnaden angesehen, mein herz gestärket, mein ge bet erhöret, und mir so väter lich wiederum aufgeholfen haft. Ich danke dir, HERR! daß du fornig über mich gewesen bist, und dein zorn sich so gewendet hat, daß du mich nun wiederum tröstest. Ach wie gut ist mir es, daß du mich Gebet bey grossem Don gedemühtiget haft! Du haft, o lieber vater! mich gezüchtiget, damit ich nicht mit der gottlosen welt verdammet werde. Um troft war mir sehr bange, aber, HErr! du hast dich meiner feelen herzlich angenommen: wie soll ich dir vergelten alle das gute, das du an mir gethan haft? Ich will dir dan Een mein lebelang, und deinen kuhm verkündigen für und für. Da ich dich, HErr! suchte, ant wortetest du mir, und errettetest mich aus meiner noht. Du verTaffest die nicht, die dich suchen. Du erhöreft gebet, darum kömmet alles fleisch zu dir. Du bist nahe denen, die zerbrochenes her sens sind, und hilfest denen, die zerschlagene gemühter haben. Ach, mein GOTT! verleihe mir eine berzliche beständige buffe, durch die kraft des heiligen geistes, um JEfu Chrifti willen: Damit Ich hinfort nicht mehr fündige, auf daß mir nicht etwas ärgers wiederfahre; sondern daß ich mich mein lebelang für solcher betrübniß meiner feelen hüte. Beschüße mich auch hinfort durch Deine heilige engel, daß sie mich bewahren auf allen meinen wegen. Und dieweil ich doch endlich dieses leben werde gefegnen und sterben müffen; so erhalte und vermehre in mir beu wabren feligmachens den glauben, gottesfurcht, geduld und trost; damit ich ritterlich kämpfen, selig überwinden und frölich in dein himmlisches reich eingehen möge, dich, o bater aller barmherzigkeit! sammt deinem sohne und heiligem geiste, den einis gen wahren GOTT, ewiglich zu preifen. Dir, o allerhöchster Gott! sey lob, ehre und dank gesagt in alle ewigkeit, amen. ner und Ungewitter. III, du groffer und ers schrecklicher Gott! dem feuer, hagel, schnee, dampf und sturm- winde dienen müsſen; der du auf den wolken fährest, wie auf einem wagen, und deinen donner mit hagel und blizen auss läsfest. Wir arme menschen müßs ten ja in einem augenblicke vers derben, wenn du deine donners strahlen auf uns gehen lieffeft. Denn die erde bebet, und wird beweget, die grund- feste der berge regen sich, und beben, wenn du zornig bist. HErr! wir sehen, und hören deine grosse macht, und entfeßen uns vor dem erschrecklis chen praffeln deines donners. Ach! gedenke nicht unserer fünden und missethaten; sondern sey uns guds dig, um deines fohnes JEsu Chris fti willen. Verfolge uns doch nicht mit deinem wetter, und zerschmets tere uns nicht mit deinen donners schlägen; bewahre uns leib und feele, haus, hof, viehe, und die lieben früchte auf dem felde. Bes hüte uns für grausamen schrecken und einem bösen schnellen tode. Nimm von uns alle kleinmühtigs Feit und ungläubige furcht. Er halte und stärke in uns den wahren glauben, herzliche bußfertigkeit, fröliche hoffnung und geduld, das mit wir bereit fevn, wenn es dein wille Danksagung nach dem Ungewitter. 99 wille ift, aus diesem leben selig wenn der HErr JEfus mit feuers abzuscheiden. Nimm uns, o HErr! unter den schatten deiner flügel, bis das ungewitter vorüber gebe; und behüte uns, daß wir die don ner stimme deines grimmigen jorns, womit du die gottlosen der mahleins in das höllische feuer weisen wirst, in ewigkeit nimmermehr hören müssen, sondern nim uns auf in dein reich, daß wir dich, water, sammt deinem sohne JEfu Christo, und dem heiligen geiste, den einigen wahren GOtt, in ewigkeit preifen mögen, amen. flammen, mit einem feld- geschrey und mit der stimme des erz- engels kommen wird? Wenn die himmel vom feuer zergehen, und die eles mente für hiße zerschmelzen wers den? Hilf, lieber GOtt! daß wir geschickt seyn mit heiligem wans del und gottfeligem wesen; das mit wir unbefleckt und unsträfs lich erfunden werden, und mit freuden in das reich der ewigen herrlichkeit zu dir eingehen md. gen, amen. Danksagung nach dem Ungewitter. II2.Barmherziger, ge I13.Allmächtiger Gott, Herr himmels und treuer GOtt! ich der erden! der du uns reichlich danke dir von ganzem Herzen, allerley zu geniessen darreichest! daß du das ungewitter so gnädig wir deine geschöpfe bekennen vor abgewendet, und uns so väterlich dir in tieffier ehrfurcht: daß wir verschonet haft. Du haft uns ohne deine gabe und fegen gar deine grosse macht gezeiget, und nichts haben, noch das geringste deinen donner mit hagel und blit bervor bringen können; aber jen ausgelassen. O wie bald wäre wenn du deine milde hand aufs es um uns arme menschen gesche thuft, so sammlen wir, wenn du ben, wenn du deine strahlen auf segen herab schüttest, so werden uns schiessen und uns zerstreuen menschen und vieh auf erdenmit wolltest! Wie sollte doch ein wolgefallen gesättiget. Deiner mensch noch an deiner göttlichen überschwenglichen gute haben wir macht und machtigen vorsehung es zu danken, daß du unser land weifeln? Ach HErr! regiere doch auch in diesem jahre so heimgesus unser aller herzen, daß wir dich je chet haft, daß es sein gewächs geges långer ie mehr recht erkennen, ben. Du haft abermals deine gnås fürchten und ehren, in deinen dige verheiffung erfüllet, daß, so wegen wandeln, unter dem schat: lange die erde stehe, nicht aufhös ten deiner flügel zuflucht suchen, ren solle saamen und ernte, froßt und alle sicherheit und gottloses und hike, sommer und winter, tag wesen von herzen meiden; damit und nacht. Du haft, o brunnqueu du nicht über uns dermahleins alles guten! die arbeit derer ges bliz, feuer und schwefel regnen fegnet, welche das feld bauen. Laffest. Schrecklich ist es, wenn Durch deine segens- kraft mußder du uns deinen donner hören, dei acker das brot, so des menschen ne waffer guffe und hagel sehen, her; stärket, hervorbringen und und dein erdbeben fühlen läsfest. geben. Wenn du von oben herab Wie viel schrecklicher wird fenn, die berge befeuchtest, und das land der tag des jüngsten gerichts denn' voll früchte macheft, die du schafs 02 fest: Danksagung nach erhaltener guten Ernte. 100 Danksagung nach erhaltener guten Ernte fest: wenn du gras wachsen läsfestsünde gerathen, und von dir webs für das vieh, und faat zu nuß den chen; sondern daß wir mässig ess menschen; wenn du vom himmel sen, trinken und uns kleiden, und herab regen und fruchtbare zeiten iparsam haushalten, den armen giebest: wenn du deine sonne über und dürftigen die schuldige liebess böse und gute aufgehen, und über werke gern erscigen, nicht wenis gerechte und ungerechte regnen gee auch von dem bescherten segen, Läsfest; so wird alles, o gnädiger was zur erhaltung der kirchen und vater im himmel! durch deine schulen erfordert wird, willig dars gnaden strahlen erquicket und erlegen, und also von unserm gute, freuet. Ach du einiger höchster be und einkommen dich ehren. Vers herrscher des ganzen erdbodens! hüte, daß niemand, dessen feld wol wir bekennen, daß wir nicht alle getragen, deine gaben zum geize mahl so leben, als es unser beruf und vertrauen auf das irdische erfordert, noch deine gaben so misbrauche, noch zum sehåndlis anwenden, als wir billig sollten. chen wucher und beschwerung der Aber, o HErr, HErr! du bist den- armen. Der überfluß müsse uns noch barmherzig und gnädig, ges nicht zum stol; und hochmuth, nech duldig und von groffer gute und der mangel zum bittern neid und treue. Wolltest du uns nicht eher misgunst gegen die begüterten gutes thun, bis wir aufhörten verleiten. Gib, daß wir uns an au fündigen, so müßten wir ver- dem begnügen lassen, das da ist, schmachten und verderben. So und allezeit an den groffen gewinn aber lockest du uns mit deinen desienigen gedenken, der gottfelis vielfältigen welthaten zum auf iß und ihm begnügen läffet. Wenn richtigen gehorsam: darum ist es wir denn also den misbrauch meis ein werk deiner göttlichen gnade, den, uns dankbar gegen dich, uns daß du nicht abläsfest noch aufhs: fern milden wolthäter und liebs reft uns zu fegnen. Am gegenwärreich gegen unsern nächsten erweis tigen tage erkennen, ehren und fen, und unsre arbeit mit fleiß und preifen wir insgesammt, o gnädi gebete chrißilich verrichten fo ger vater! folche deine erhaltende zweifeln wir nicht, du werdest das, und verschonende güte, nach wel was uns deine milde hand so guds cher du auch dieses jahr mit dei- dig geschenker hat, väterlich bes nem gute gecrdnet hast. Wir bit wahren, auch krieg, Frankheiten ten dich, lieber himmlischer vater! und seuchen unter menschen und du wolleft durch deinen heiligen vieh, feuers und waffers noht, geist uns allezeit regieren, und und andere plagen in gnaden von gnade geben, daß wir dir nicht uns abwenden; deinen uns vers nur mit dem munde danken; son liehenen segen uns in friede, ruhe bern auch mit unserm ganzen wan- und gesundheit genieffen lassen, del und christlichen leben dich im und, was uns sonst nöhtig und findlichen gehorsam ehren, loben nüglich feyn mögte, uns gnädigs und preifen. Behüte uns, daß wir lich verleihen; bis wir endlich, biefe deine geschenke und gaben nachdem alle beschwerliche arbeit nicht misbrauchen zur üppigkeit vollbracht ist, ur ewigen rube und wolluft, sum freffen und sau- kommen: dazu wollest du uns vers fen, und dergleichen unordentli- helfen durch unsern HErrn und chent wesen, wodurch wir unsere beiland JEsum Chrifium, amen. Derion befchieren, in mancherlep VI. YOX Gebet auf Advent: VI. Dank, Gebete auf die vornehmsten Feste im Jahre. Gebet auf Advent von gehorsam unterwerfen, und un fere verderbte vernunft unter deis nem gehorsam gefangen nehmen. Hilf, daß wir dir den weg zu uns dem Einzuge Christi in un fere Herzen. 114.0 ste: du könig der, weit und die thuren in der welt ehren, ein sohn des lebendigen hoch machen, daß wir mit danken GOttes und Davids! du bist im vor dein angesicht kommen, und namen deines vaters in die welt immerdar sagen: Hochgelobet fen kommen; du hast dich als ein kd Gott! Hilf, daß wir dich öffeuts nig von Israel, als ein gerechter lich und ungescheuet mit jenem und helfer, ben deinem volke zu volke vor der welt bekennen, und Jerusalem eingestellet, daß du dass allezeit in chriftlicher bereitschaft felbige jur gerechtigkeit bråchtest, erfunden werden, die in heiligkeit deine elenden rettetest, und sie von und gerechtigkeit unser lebelang funden felig machtest: weil sie zu dienen. Laß uns dir handreis dich aber nicht auf undangenom chung von unserem vermögen men haben; so hast du dich zu thun, und deiner geistlichen eins uns armen heiden gewendet, daß zug, so viel uns möglich, beförs wir dein volk seyn sollten. Du dern; auch im falle der noht deis ziehest noch täglich in deinem nethalben gerne alles verlaffen, worte und facramenten bey deiner der du um unsert willen so arm kirchen ein, dafür wir dir von her worden, daß du eine efelinn ents jen danken. Wir bitten dich, daß lehnen müssen, und am stamme du uns solche deine gnade recht des creuzes in deinem höchsten ju erkennen gebest. Ach HErr! durste nicht einen trunk waffers ziehe auch bey uns ein, und ma- bekommen können. Gib, daß wir che dir eine wohnung in unsern also in deiner lezten zukunft das berzen. Du bist ja unser heiland ende des glaubens, nemlich dez und helfer, nicht allein in leibli feelen seligkeit davon bringen, die chen ndhten, sondern zuförderst du uns durch dein eigen blut so gegen tod und teufel: darum theuer erworben hast. Indessen fragen wir nichts nach himmel bleibe, o HErr! mit deinem wors und erde, wenn wir nur dich bey te und mit der reinen wahrheit uns haben: und wenn uns gleich auch in diesem nunmehr anges leib und feele verschmachtet, so tretenen kirchenjahre bey uns, bist du doch, GOtt! allezeit unsers wie du das verwichene bey uns berzens trost und unser theil. geblieben bist. Breite deine wahrs Gott ist ja unser vater, darum heit ie länger ie weiter aus, und wirst du als ein vater die tochter fegne die arbeit getreuer lehrer Sion, deine Firche, nicht lassen und prediger. Beschüße, regiere und du, o JEsu! kannst und mußt und segue unsere und alle andere fie schügen als ihr mächtiger E8- chriftliche obrigkeit, fammt bero nig. So hilf nun, daß wir auch,[ räthen und getreuen dienert. wie die apostel, uus dir im vollen Hilf, HErr JEsu, du starter hels fer, 8 3 102 Gebet von der Gebuhrt des Sohnes Gottes: fer: daß sie alle mit einander, und, uns, sondern dir leben, dir vers wir fammt ihnen, dir von herzen trauen, dich lieben und loben uns Dienen, das reich deiner wahrheit fer lebelang. Gib auch, daß wir befördern, und alles, was wir ver in allem creuze und trübsal unsers mögen, dir zu ehren unterlegen einigen heilandes, feligmachers und ausbreiten: daß unser chri- und getreuen hirten JEfu Chrifti stenthum allewege grüne, als ein uns trösten, und daß wir alles, chöner palm- zweig, und wir durch was in der welt ist, getroft hindan beine kraft alle schmach, verfol setzen, und es, gegen der übers gungund trubsal dieser welt über schwenglichen erkenntniß deines winden; bis wir einmahl mit dir, lieben sohnes, für koht achten mis unserm könige, den seligen und gen. Erhalte auch bey uns und frölichen eintritt in das himmli unsern nachkommen dein heiliges fche ich der ewigen herrlichkeit feligmachendes wort, sende treue thun. Amen, HERN Christe diener in deine ernte. Wir bitten JEfu! amen. auch für alle menschen, infonders obrigkeit. Regiere sie durch deis heit aber für unsere christliche nen geist, daß sie zuförderst and vor allen dingen bey ihrer regies II5.allmächtiger GOtt, rung, so viel an ihnen ist, das reich himmlischer vater! unsers einigen ewigen königes wir danken dir von grunde un Jesu Christi befördern und auss serer herzen, daß du aus lauter breiten, und ia ihren stand und wolgefallen und unaussprechli- wandel auf dieser welt also fühs cher liebe deinen eingebohrnen ren, damit sie dermahleins mit fohn JEfum Chriftum, den glan; ihm im himmelreiche in alle ewigs Deiner herrlichkeit und das eben keit herrschen möge. Siehe auch bild deines wesens, in diese welt deine arme bedrängte kirche und gefandt haft, welcher unser armes Eleine heerde in gnaden an; komme fleisch und blut an sich genom- ihr zu hülfe, und errette sie ends men, und uns in allem gleich worslich aus den grossen nôhten, die sie den ist, ausgenommen die fünde; betroffen haben. Trößte sie, HErr! auf daß er uns von sünden, tod, durch deinen geist, nachdem du teufel und hölle erls fete, und mit weißt, daß es ihre nohtdurfters fich in das reich der ewigen selig fordert, auf daß sie sich deiner keit versezete. Dis alles, o hoch- süte erfreuen, und deinen namen ter GOtt! hat deine herzliche eroig preifen möge. Laß heute in barmherzigkeit gethan, durch wel den herzen aller angefochtenen, che uns besuchet hat der aufgang kranken, verfolgten, witwen, aus der höhe, auf daß er erscheine wäisen, und aller andern, so in benen, die da sizen in finsterniß noht und trubsal stecken, eine und schatten des todes, und richte tröstliche Christ- freude aufgehen: unsere füffe auf den weg des frie. Auch die, welche deinen sohn JE, dens! So erfülle nun, o HErr! sum Christum noch nicht erkennen unser aller herzen mit deiner noch ehren, bringe an das licht guade; und gib, daß wir solche deiner wahrheit, damit sie fammt Deine groffe liebe und barmherzig- uns und allen auserwählten ens feit daufbarlich erkennen, nicht geln und menschen dich loben, und dir Gebet von der Gebuhrt des Sohnes GOttes am Chrift: Tage. Gebet am Neuen Jahrs- Tage. 103 bir ju Tobe im wahren glauben, bisher begangene fünden uns aus gnaden um JEfu Chrifti willen schenken, und sie mit dem alten jahre zurück, ia in die tiefe des meeres werfen, und derselben Gib uns nimmermehr gedenken. auch mit dem neuen jahre neue kraft, dir in heiligkeit und gerechs tigkeit zu dienen. Erleuchte aufs neue unfern verstand, deinen wils der erden, du großen und geheimniß zu erkennen s ser und starker GOtt! wir sagen und mit herzlicher freudigkeit sin gen mögen: Chre sey GOtt in der böhe, friede auf erden, und den menschen ein wolgefallen, amen. Gebet am Neuen Fahrs- Tage. 116. Err himmels und dir von Herzen Lob und dank, lenke und erneure unsern willen daß du uns nicht allein erschaffen, bisher erhalten, und sonder lich auch das vergangene fahr so gnädig und väterlich beschüket, und uns so viel unzählbare wol thaten erzeiget haft; sondern auch und vornemlich, daß du uns aus lauter gnaden deinen sohn, JEfum Chriftum, zum erlöser und heilande geschenket, und da Die seit erfüllet war, ihn in die welt gesandt haft, welcher sich sei ner göttlichen gestalt geäufert, Enechts- gestalt an sich genommen, sich dem gefeße unterworfen, und dir gehorsam worden ist, bis zum tode, ia juu tode am creuze, da mit er also für uns das geset er füllete, und uns von dem fluche, den wir perdienet hatten, erls fete. Wir erkennen und bekennen von ganzem Herzen, daß wir nicht allein das abgewichene jahr, son dern auch die ganze zeit unsers lebens von ingend auf für solche deine wolthaten sehr undankbar gewesen, und dich vielfältig ers jürnet haben; daß du ia wol ur fach bättest, deine guade von uns abzuwenden, und uns nach deiner ftrengen gerechtigkeit zu bestrafen. Wir bitten dich aber, himmlischer varer! in dem namen deines sohnes JEfu Chrifti, unsers einigen heilandes, du wolleft uns mit dem neuen tahre neue gnade wiederfabren lassen, unsere alte zu einem neuen und heiligen ges horsam, auf daß wir es genug seyn lassen, daß wir die vergans gene zeit in fünden und eitelem wandel zugebracht haben; und was noch hinterstelliger zeit im fleische ist, nicht uns, nicht der welt, nicht den fleisches- luften, sondern dir leben, und auf deinen wegen gehen. Beschneide du, HErr! durch deinen geist unser aller herzen, und reinige sie von aller ungerechtigkeit und bösen lüften. Gib uns, nach deiner vers heissung, einerley her; und wesen, daß wir dich fürchten unser lebes lang, auf daß es uns und unsern kindern nach uns wol gehe. Erhals te ins künftige ben uns und unfern nachkommen dein heiliges wort: Gib auch in diesem und in den fols genden jahren deinen segen zu den früchten der erde; wende alle wols verdiente land- plagen gnädig ab, und sey uns noch ferner guadig. Laß dir auch unsere christliche herrschaften und obrigkeiten in deinen väterlichen schuß befoh len seyn, regiere und segne ihre anschläge, ihr thun und lassen, daß es jur ausbreitung deiner ehs re, ju fortpflanzung der göttlichen wahrheit, und zu des vaterlans des wolfahrt gereiche. Dafern auch in dem neuen jahre neues creuz und trübsal erfolgen sollte z so wollest du, o GOtt! uns mit $ 4 neuent 104 Am Tage der Offenbarung Chrifil. neuem trofte, stärke und geduld 1 daß wir von den vorigen irrwegen wapnen, und durch deine kraft in unserer schwachheit mächtig [ eya: damit wir überwinden, al les wol ausrichten, und wider alle anfechtungen das feld behalten mögen. Laß doch dieses künftige neue jahr deiner armen bes brängten kirchen, und allen betrübten, angefochtenen, verfolgten, oder sonst nohtleidenden herjen, ein trost- und freuden- reiches fröliches erlösungs- jahr seyn. Und wenn wir die zeit unsers elenden lebens in dieser welt nach deiner bestimmung erfüller haben; so bilf uns getroft hindurch in das rechte neue himmlische ewige iubel- jahr, um deines allerliebsten sohnes unsers ewigen heilandes JEfu Christi willen, amen. unserer sünden abweichen, und durch einen andern weg in unser ewiges himmlisches vater land eingehen. Warne und bewahre uns, o du treuer menschen- hüter! für allen unsern verfolgern und widersachern, und verhüte alles unheil. Laß dir sonderlich unsere liebe obrigkeit, als deinen augs apfel in deinen väterlichen schug befohlen seyn: erhalte sie gnäs dig, und schüße sie an leib und seele. Gib, daß durch sie die gerechs tigkeit und wahrheit befördert, die bosheit aber gehindert und bes strafet werde. Segue diese ganze christliche gemeine schütte sie mit väterlicher bestans 1 und übers diger guade.Segne die früchte des landes; triste alle arme, Frante, Erbarme dich unser, o HERR! verfolgte und betrübte herzen. verzeihe uns um Chrifti willen alle unsere sünde, und wende die wols verdiente strafe des Frieges und blutvergiessens gnädiglich ab. Decke uns mit deinen fittigen, und bewahre uns durch deine heis lige engel. Wende allen iammer und verwüstung ab, gib, daß wir in steter bereitschaft, buffe, glaus ben und geduld erfunden werden, und würdig seyn mögen endlich zu mit ihm in die ewige seligkeit eins stehen vor des menschen sohn, und sugehen, amen; HErr JEſu, amen, Am Tage der Offenba rung Chrifti. 117.2 ERR, allmächtiger GOtt, himmlischer vater! wir danken dir herzlich, daß bu auch uns, die wir aus dem hei: denthum herkommen, das licht und den hellen stern deiner wahr beit, zur feligmachenden erkennt niß JEfu Chrifti deines fohnes, baft leuchten lassen. Wir bitten Dich, barmherziger Gott! erhalte baffelbige licht ben uns, und gib, daß wir ihm folgen, dich, und den du gefandt haft, JEfum Chriftum, je langer ie mehr erkennen, und im wahren glauben und rechter Gebet am Tage der Rei gottfeligkeit dir dienen; daß wir dir auch das bewährte Eöftliche nigung Maria. Ben des beständigen glaubens, 118.Err JEfu Chrifte, du den weihrauch des inbrünstigen tendes licht der heiden, der du gewünschtes helleuch gebets, und die myrrhen der ges duld in allem creuze, mit aufrichti: heute dem HErrn im tempel dars gen und freudigen herzen opfern. Verzeihe uns auch, 0 HErr! unsere bisher begangene sünden, und leis gestellet bist! wir danken dir, daß du unserntwegen dich unter das geseh gethan; und bitten dich, ers te und burd beinen beiligen geißt, leuchte uns, daß wir uns dir erges ben 10S vater. Schüße und erhalte und wider welt, sünde, teufel, tod und holle, und laß uns in deinem reis che mit dir leben, und dir dienen in ewiger gerechtigkeit, unschuld und seligkeit. O GOtt heiliger geift! [ der du durch deine kraft die ems pfänguiß des sohnes gewirket haft, hilf, daß wir uns deiner unends lichen Fraft und macht jederzeit trösten, die mit wahrem glauben, willigem gehorsam und herzlicher demuht jederzeit anhangen, und also die frucht der seligmachender menschwerdung Christi, nemlich die ewige freude im himmel, das von bringen und erhalten mögente amen. Gebet am Tage der Verkündigung Marid. ben zu einem opfer, das lebendig, heilig und dir wolgefällig sen, auch deinen tempel oft mit andacht besuchen. Reinige unsere sündliche natur und unser verkehrtes berz durch deinen heiligen geist und durch dein unschuldiges blut. Sünde in uns an das licht der er kenntniß deines göttlichen willens und eines thàtigen glaubens, dich in unsere glaubens- arme fest zu faffen. Erleuchte unsere augen, daß wir nicht im tode entschlafen, sondern vielmehr mit Simeon ei ne stille und fröliche hinfahrt aus der welt in den himmel erlangen. Umen, o HErr JEsu! amen. himmlis Gebet am Tage der Berkündigung Marid. 119. her vater! wir dans ten dir, daß du deine tröstliche verheiffung erfüllet, uns deinen allerliebsten einigen sohn zum heilande gesendet, und denselben in dem leibe der jungfrau Maria haft menschliche natur annehmen laffen. Hilf, daß wir uns solcher deiner liebe, die du hierinnen ges Ben uns arme sünder erwiesen baft, federzeit von herzen trösten und erfreuen. Laß deines sohnes beilige empfängniß unsere unrei nigkeit, sinde und misfethat tilgen, daß wir deiner gnade wieder theilhaftig fenn mögen. O HErr JEfu Christe, GOttes und Marià John! wir danken dir, daß du unsere menschliche natur an dich genommen, und unser heiland und seligmacher worden bist. Wir freuen uns dessen von Herzen, und sind nun versichert, daß du uns, als bein eigen fleisch und blut, nierung, somel was die wahre lehte verlaffen werdest. Du bisti ja darum mensch worden, daß du uns helfen mögtest: daher vers tritt uns bey deinem bimmlischen mahlen zu solchem deinen graden. I 20.2ch liebster JEsu i treuer hirte: deg du deine schaafe mit deinem fleis sche speisest und mit deinem blute traukest; dir sey für deine uns aussprechliche liebe ewig dank gefaget, daß du dich für unsere sünde und um unserer feligkeit willen in den tod, und zu dessen versicherung uns deinen leib und blut zu essen und zu trinken gegeben, und, uns damit deiner göttlichen natur theilhaftig zu machen, verordnet haft. Ach! freis lich eine grosſe liebe, daß du nicht nur in uns wohnen, sondern dich, als unsere himmlische speise und trank, innigft mit uns vereinigen willt. Dir sey dank, daß du auch bisher solches dein heiliges facras ment in deiner kirche wider des fatans gewalt, lift und verfüße davon, als was den rechten ges brauch desselben anlanget, erhals ten, auch uns bereits zu vielen BR #IRGO Gebet am grünen Donnerstage. тоб Danksagung für das Leiden JEfu am stillen Freytage: tische gelassen haft. Vergib aber kräftig in uns, daß wir dabey gnädiglich, daß solche deine hei deinen tod würdiglich verkündis lige ordnung so oft verkehret, gen, die wolthaten, die aus deis und nicht allezeit von allen denen, nem leiden auf uns fliessen, in dem die sich bey deinem mahle einge- heiligen facramente dankbarlich funden haben, gehöriger fleiß, erkennen, deinem exempel, im würdig dabey zu erscheinen, anges liebreichen gehorsam gegen dich wendet; ta so gar auch nach und deinen pater, in aufrichtiger mahls dein theurer leib und blut liebe gegen unsern nächsten, und oft verunehret, und misbrau in williger geduld in allem leiden, chet, dadurch aber dein gerichte freudig nachfolgen. Laß also uns gereizet worden ist, daß du uns sern innern menschen durch diese folches theure gut mit recht ent seelen- speise stets wachsen und zus siehen könntest. Laß aber auch hier nehmen an dir, unserm hochgelobs guade für recht ergehen, und er ten haupte: und führe uns ends balte uns dein heiliges facrament lich, erfüllet mit früchten der ges und dessen reinen gebrauch so lan- rechtigkeit, so du in uns wirkest, ge, bis du selber kommeft. Steure zu deinem himmels faale, wo du, bem fatan, daß derselbe die würdi- nachdem du uns durch den vors ge genieffung auf keine weise hin- schmack jener freuden hier schon bere, und also verursache, daß das erquicket hast, uns mit dir selbst in jenige, was von dir zu unserem heil ewigkeit fattigen wirst. Ach! has verordnet worden, zu der seelen ben wir dich, und giebst du dich uns verderben gereiche. Richte darge- ganz, so haben wir genug, amen. gen deine kirche also cin, daß die Dir sey für deine liebe und güte fes heilige sacrament von allem ewig preis, sammt dem vater und misbrauche der unwürdigen ge heiligen geiste, amen. rettet, hingegen die wahre würz digkeit ben allen befördert werde. Danksagung für die Er auch, treuer jeit durch deinen heiligen geift zur bes gnade in uns, so oft wir uns zu deildsung oder für das Leiden neni tische nahen, daß du uns alle Christi am stillen Freys tage. ch danke HERA reitest, uns ſelbst nach dem gejere 121.Jefu Cbrifte, wahrer und evangelio aufrichtig zu prü GOtt und mensch! daß du mich fen, ia uns selbst zu richten und zu armen fünder und verdammten verdammen, damit wir nicht von menschen, ohne alle meine werke, bir gerichtet, sondern durch deine verdienst und würdigkeit, durch gnade losgesprochen werden. Gib dein heiliges leiden, sterben und uns auch die gnade, nicht nur dei blutvergiessen erlöset haft. nen leib und blut zu essen und HErr JEsu Christe, wie groß ist in trinken, sondern auch deinen dein leiden! wie schwer ist deine leib im wahren glauben und herz: pein! wie viel ist deiner marter! licher ehrerbietung zu unterschei wie tief sind deine wunden! wie ben, ia bein gedächtniß in dem, bitter und schmer; lich ist dein tod! glauben zu begehen. So oft wie unaussprechlich ist deine lies wir aber dieses pfandes unsers be, wodurch du mich mit deinem teils gewürdiget werden; so sep lieben vater verföhnet haft! da du am Danksagung am heiligen Ofter- Tage. 107. am Siberge blutigen schweiß für, durch in mir ausgeldschet und ges groffer angst geschwißet, daß die blutstropfen auf die erde gefallen, und du darauf von allen deinen jüngern verlassen worden, und dich in die hande der schudben jüden und gottlosen schaar willig für mich gegeben hast, wel che dich hart gebunden, und von einem ungerechten richter zu dem andern unbarmherzig geführet hat! Daselbst bist du fälschlich verklaget, verurtheilet, verspevet, verhöhnet, und mit dämpfet, dargegen alle tugenden eingepflanzet und gemehret wers den; auf daß ich der fünden abs gestorben der gerechtigkeit lebe, und deinem mir gelassenen vors bilde nachfolge, in deine fußstapfen trete, das übel mit geduld ertras ge, und das unrecht mit gutem gewissen leide. Das gib und vers leihe mir nun, o HErr JEsu! um deines heiligen theuren verdiens ftes willen, amen. fäuſten in das angeſicht geschla- Danksagung für die gen worden. Du bist um unserer 122. bu überwinder des du missethat willen verwundet, und sieghafte Auferstehung JEsu Chrifti, am heiligen um unserer fünde willen zuOfter- Tage. fchlagen, gegeiffelt, mit dornen Err seerdnet, und jammerlich zuge: richtet worden, wie ein armer wurm, der keinem menschen ähn- todes und zerstöhrer der höllen! lich ist. Denn du warest der aller wir sagen dir herzlich dank für verachteste und unwehrteste, voll deine sieghafte fröliche auferstes schmerzen und krankheit, also, hung, dadurch du dem tode die daß es auch ein heidnisch her; macht genommen, und ein ewis erbarmet hat, daß es gesaget: ges und unvergängliches wesen Siehe, welch ein mensch ist das! wieder an das licht gebracht Du bist wegen meiner mishande haft. Du hast dich als einen lungen unter die übelthäter, ge allmächtigen HErrn bewiesen, rechnet, und als ein fluch mitten der die schlüssel der höllen und wischen sie aufgehenket, an hän- des todes hat, der da aufschleußt den und füffen mit nageln durch- und niemand zuschleußt. Du was graben, darzu in deinem höchsten rest todt, und siche, mun lebeft durfte mit essig und galle getran- du von ewigkeit zu ewigkeit. ket worden: und mit grossen Du hast dein volk vom tode ers schmerzen hast du deinen geist rettet und aus der höllen erlöset, aufgegeben, auf daß du meine daß wir nun mit freudigkeit fagen schuld bezahletest, und ich durch können: Tod, wo ist dein stachel? deine wunden geheilet würde. Hölle, wo ist dein sieg? Dir sey Für alle diese deine marter und dank, daß du uns den sieg gegeben pein sage ich dir lob und dank, haft: denn du bist dem tode ein und bitte dich, laß dein heiliges gift, und der höllen eine pestilen; bitteres leiden an mir nicht vergewesen, du hast den tod verschluns Lohren seyn; sondern gib, daß ich gen ewiglich; darum freuet sich mich deffen von herzen trößte und unser herz, und unsere ehre ist rühmte, auch desselben gedächtniß frölich. Denn Gott hat deine also begehe, und es folcher maassen feele nicht in der hölle gelaffen, Setrachte, daß alle bsse lüfte da- und nicht zugegeben, daß sein heis ligga Danksagung für die Himmelfahrt Chrifti. 108 Der liger die verwesung sebe. Du bist eine kleine zeit von GOtt verlas fen gewesen, aber nun mit ehren und schmuck gecrdnet worden: Du bist aus der angst und gerichte hinwes gerissen, wer will deines lebens långe ausreden? stein, den die bauleute verwors fen hatten, ist zum eckstein wor: den: das ist von dem HErrn ge schehen, und ist ein wunder vor unsern augen. Man singet mit freuden in den hütten der gerechten, die rechte des HErrn be hält den sieg die rechte des HErrn ist erhöher, die rechte des HErrn behält den sieg. Ach HErr JEsu! bu bist hervor gebrochen, wie die schöne morgenröhte, maiestatis cher weise bist du auferstanden in einem erdbeben. Deine heilige engel eröffnen und zeigen uns das grab, und sagen: Was sucht ihr den lebendigen bey den todten? tommet her, sehet die stätte, da der HErr gelegen. O du freund licher leutseliger HErr! du er scheinest der Maria Magdalena und Petro, und sprichst: Gehe hin, and fage meinen brüdern: ich tabre auf zu meinem vater, und zu surem vater, zu meinem GOtt, und zu eurem GOtt. Du wirft ein Danksagung für die pilgrim nach Emmaus, und legest beinen betrübten Himmelfahrt Chrifti. jüngern alle 123. HErr JEfu Chriſt schrift aus, du kömmeft zu den apo du allmächtiger teln in dem verschlossenen hause, ges- fürst: der du dich durch deine jeigest ihnen hände und füffe, deine sieghafte und fröliche himmels offene feite und wunden-maale, fahrt zur rechten der majestät und heileft damit die wunden ih- und kraft GOttes geferzet, und res unglaubens, iffest mit ihnen alle deine feinde, sünde, tod, teus aus liebe und zum zeugniß, daß fel, hälle und welt zum schemel bu wahrhaftig lebest, auf daß du sie deiner füffe geleget haft: wie sollen fpeiseft mit den früchten deiner wir diesen triumph, diesen fies, auferstehung; denn du theilesi diese herrlichkeit, diesen deinen diefelben früchte aus durch deinen hohen namen gnugsam und würs eblen frieden, welcher alle himm: diglich rühmen und preisen? fische güter in fich begreift. Wir Denn nachdem du die reinigung bitten bich, lieber HErr gib unserer fünde durch dich selbst ges Mach f uns die gnade des heiligen geiftesi daß wir die kraft deiner auferstes hung, und den beständigen troft in unfern hergen empfinden, daß nunmehr weder fünde noch vers dammniß, weder fluch noch tod, weder satan noch hölle, einige macht und anspruch an uns habe. Laß uns auch, o HErr! mit die durch wahre busse auferstehen; laß uns theil haben an der ersten aufs erstehung, auf daß der andere tod an uns nicht macht habe. Erwecke auch am jüngsten tage, durch die kraft deiner auferstehung, unsere Leiber zum ewigen leben; damit unser nichtiger, verweslicher, sterblicher leib unverweslichkeit, unsterblichkeit, kraft und ehre ans siehe, und wir ähnlich seyn deis nem verklärten leibe; denn unser leben ist jego ben dir verborgen; wenn du aber, unser leben, offens bar werden wirst, so werden wir auch mit dir offenbar werden in der herrlichkeit. Das verleihe uns, o HErr JEfu Christe! durch deine siegreiche auferstehung, und um deines namens chre willen, amen. Danksagung für die Himmelfahrt Chrifti: rog machet hast, hast du dich in den dem geiste der weisheit und des himmel geseßet, zur rechten der verstandes! Du hast ein ewiges hos majestät GOttes, und bist so viel hes priesterthum, darum kannst du besser worden als die engel, so viel allezeit selig machen, und deren gar einen höhern namen du vor gebet erhören, die zu dir kommen, ihnen ererbet hast. Denn zu wel und dich anrufen. Du hast uns chem engel hat GOtt jemahls ge- durch deine himmelfahrt den richs fagt: fezze dich zu meiner rechten? tigen weg zum himmel gezeiget, Dein himmlischer vater hat dir das paradies eröffnet, und die alles unter deine füffe gethan, ståtte im hinsmel bereitet. Weil nichts ausgenommen, als nur sich du nun als unser haupt im hims felbst: du hast dir die engel, die mel bist; so werden auch wir, deis gewaltigen, die fürstenthümer ne glieder, gewiß nicht draussen und alle kräfte unterthan ge bleiben; du wirst uns alle nachhos macht, auch haft du in diesem len, auf daß wir seyn wo du bist, herrlichen siege die höllische für- daß wir deine herrlichkeit sehen. stenthümer und gewaltige aus Durch deine himmelfahrt ist uns gezogen, sie öffentlich schau ge- fere selige hoffnung bestätiget, tragen, und einen triumph aus daß wir gewiß zu dir kommen wers ihnen gemachet durch dich selbst. den; es ist auch unsere gerechtigs Du starker GOtt fährest auf mit feit dadurch bekräftiget; denn du lauchzen, und du HErr mit hel- erscheinest nun vor deinem himms ler posaunen. Lobsinget unfermlischen vater, zum zeugniß, daß GOtt, lobsinget ihm klüglich! du durch dein blut in das allerhies derer wagen GOttes ist viel tau ligste eingegangen bist, und eine fendmahl tausend. Du bist aufger ewige erlösung erfunden, und die fahren in die höhe, und hast das ewige gerechtigkeit wieder ges gefängniß gefangen geführet. Du bracht hast. Seuch uns nach dir, baft gaben empfangen für die daß wir mit unsern gemühtern menschen, du bist erhöhet über bey dir im himmlischen wesen alle engel und fürstenthümer, und leben wandeln und wohnen über alle gewalt und macht, und mögen; daß wir allda unser herz über alles was in dieser und jener haben, wo unser schag ist, und welt genennet werden mag. GOtt suchen, was droben, und nicht bat dich zum haupte deiner ge- was auf erden ist, und uns nach meine geseget, die da ist dein leib, dem strecken, was zukünftig ist und die fülle deß, der alles in allem zeuch uns nach dir, so laufen wir. erfüllet. Du bist unser ewiges Gib uns flügel der bimmlischen einiges haupt, das seinen leib morgenröhte, und des heiligen und seine glieder mit leben, licht, verlangens nach dir, daß wir zu traft, trost, stärke, fieg, friede dir fliehen. O wenn werden wir und freude erfüllet. Du bist un dahin kommen, daß wir dein ans fer ewiger hoherpriester, salbest gesicht sehen, und mit dir aufs uns mit deinein heiligen geiste, fahren zu deinem vater, und zu giebst evangelisten, apostel, pro- unserm vater, zu deinem Gott pheten, hirten und lehrer, auf und zu unserm GOtt! Komm, baß dein geistlicher leib erbauet HErr JEsu! und nimm une in werde. Ach sende treue und fleis dir, amen, amen.. se bauleute, und erfülle sie mit Dant Danksagung am Pfingst- Feste. Danksagung für die te andacht zu unserm seufzen und Wolthaten des heiligen Geistes am Pfingst- Feste. 124. geist! der du von versicht und kindlichem vertrauen gebet, daß wir mit wahrer zus schreyen und sprechen: Abba, lies des herzens, ohne alle galle und vater! bem vater und dem sohne aus bitterkeit, der du in gestalt einer gehest, mit ihnen in einem gott tauben über unserem HErrn JE, lichen und unzertheilten wesen su Christo am Jordan in seiner gleich ewig bist! wir beten dich an, heiligen taufe erschienen bist. Ents wir ehren, loben und preisen dich, zünde in uns das feuer der herzlis und danken dir von grunde unse- chen inbrünstigen liebe, der du rer herzen für alle deine woltha dich in feurigen zungen über den ten; sonderlich daß du uns durch heiligen aposteln haft sehen lassen, deine gnade zum heiligen chriftli damit wir die salbung empfangen. lichen glauben berufen und ge Erneure uns an dem inwendigen bracht; dich selbst unseren seelen menschen, daß wir durch dich, der in der taufe eingegossen hast, du durch das wort und die sacras und noch ohne aufhören deine mente kräftig bist, ie mehr und werke in uns wirkest. Wir bit mehr wiedergebohren, und nach ten dich, weil wir nicht aus eige dem innerlichen menschen von tas ner vernunft noch kraft an JEge zu tage erneuert werden. Bes fum Christum unsern HERRN Hüte uns für abgötteren und las glauben, oder zu ihm kommen können; du wolleft uns lehren, in alle wahrheit leiten und führen, gen, für irrthum und unglauben, und für aller bosheit und gottlos sem wesen, nimm hinweg die uns den wahren glauben in uns erhalreinigkeit unsers gemühtes. Laß ten und vermehren, mit rechtem verstande deines wortes begaben, uns in wahrer anrufung und rechtem vertrauen heiligen, uns in nerlichen frieden des gewissens mit ewig währeudem troste, nebst aller freudigkeit und beständigkeit geben und schenken. Schreibe du JEfum Chriftum in unsere her Ben, der du der lebendige finger GOttes bist: vergewissere uns mit deinem zeugniß, triste uns wider alle furcht und blödigkeit des fleis die fündlichen Lüfte in unserm sterblichen leibe nicht kräftig wers den; sondern mache du deine wohs nung in uns, und herrsche in allen unfern gliedern; begleite uns auch endlich in das rechte ewige vaters land, auf daß wir daselbst in volls kommner heiligkeit dich, fammt dem vater und sohne, von angesicht zu angesicht anschauen, und ewigs lich loben und preisen mögen, amen. sches; sey du unser treuer bey Danksagung für die Of fenbarung der heiligen Dreyeinigkeit. du stand wider des bösen feindes an Plagung; stärke uns wider die verzagung, auf daß wir also im glauben durch deine gnade der verheissung vergewissert und ver siegelt werden; denn du bist das pfand unseres erbes in unserer erlösung. Verleibe uns auch rechs 110 125. hochgelobte, unzers theilte drepeinigkeit, du ewiges, unendliches, unbegreifliches, geifts liches und einiges wesen, drepfals Danksagung für die Offenbarung der heiligen Dreyeinigkeit. 111 tig in personen! wir sagen dir lob ,, und feligmacher, GOTT und thre und dank für die göttliche mensch in einer person; du fizest offenbarung deiner heiligen er auf dem stuhle der herrlichkeit zur tenntniß, in welcher das ewige rechten der majestät Gottes, hös leben stehet, nemlich, daß wir rest unser gebet und seufzen, und dich, GOtt den vater, und wel bist bey uns alle tage bis an das chen du gesandt hast, JEfum ende der welt: dir sagen wir auch Chriflum deinen lieben sohn, in für deine groffe liebe, leiden und kraft des heiligen geistes, erken tod, auferstehung und himmels nen. O GOtt vater! der du die fahrt, lob, ehre und dank.O GOtt erste person der heiligen dreyei, heiliger geist, ewiger und allmächs nigkeit bist, dich erkennen, lieben, tiger GOtt! gleich ewig und alls ehren, preifen und beten wir an, mächtig mit dem vater und dem als unfern allerliebsten vater, der sohne, der du ausgehest, und von der rechte vater ist über alles, was dem vater und dem sohne, als tinder heiffet im himmel und auf ein geist des vaters und des sohs erden. Dein lieber sohn hat befoh- nes, gesandt wirst, und uns zu tems len, dich als unsern lieben vater peln und wohnungen der heiligen anzurufen, und gesaget: Was ihr dreyeinigkeit macheft, der du uns ihn in meinem namen bitten wer neu gebiereft, erleuchteft, heiligef bet, das wird er euch geben; Ich und tröstest, du bist unser einiger, fahre auf zu meinem vater, und allerliebster und allerhöchster trd. ju eurem vater, zu meinem fter, der ewiglich bey uns bleibet, GOtt, und zu eurent GOtt. wenn uns die ganze welt und alle O GOtt sohn! der du bist die creaturen verlassen: dir sagen wir andere person der heiligen drey lob und dank für die wiederges einigkeit, aus dem göttlichen we buhrt, erleuchtung und heiligung. fen des vaters von ewigkeit her O du heilige dreneinigkeit, uns gezeuget. GOtt von GOtt, wahr terschiedlich nach den personen, baftiger GOtt vom wahrhaftigen unzertrennlich nach dem wesen, GOtt, licht vom lichte, du we GOtt vater, sohn und heiliger fentliches ebenbild deines himm- geift eines göttlichen wesens, lischen vaters, du glanz seiner einer ewigen gottheit! wir bes herrlichkeit du wahrhaftiger kennen drey unterschiedene pers GOtt und ewiges leben, du an- fonen, gleich ewig, gleich allmächs fang und ende aller dinge, durchtig, gleich heilig, gleich herrlich, welchen alles geschaffen, beide das gleich unermäßlich: darum fins sichtbare und unsichtbare, beide die thronen und herrschaften, durch welchen alle dinge gemacht sind und in welchem alles bestehet. Du bist in der fülle der zeit mensch worden, und von deinem himmli scheut vater gefandt zu suchen und selig zu machen, was verlohren war; du bist unser fleisch und blut worden, bist unser erlöser, fürspres ther, gnaden- stuhl, hoherpriester, mittler, einiges versöhn opfer, gen wir mit den Seraphim: heis lig, beilig, heilig ift GOtt der HErr zebaoth! heilig ist GOtt der vater, heilig ist Gott der sohn, heilig ist GOtt der heilige geißt, und sagen mit Paulo: von ihm, in ihm, und durch ihn sind alle dinge: ihm sen ehre und preis in ewigkeit, ameit. O du heilige dreneinigkeit! tomme zu uns, und mache woh nung bep uns. Du bist ja über uns alle 112 Gebet am Tage Johannis des Täufers: alle, durch uns alle, und in uns freuen, und dir allezeit dafür dans allen. Ach GOtt vater, du ewige ken. Und gleich wie du Zachariam liebe und barmherzigkeit, du uner und Johannent den täufer mit schdpflicher brunn aller gütigkeit! dem heiligen geiste erleuchtet, und Ach GOtt sohn, unsere ewige ge beständig im glauben erhalten rechtigkeit, weisheit, heiligkeit haft; also erfülle uns, alle chrifts und erlösung, unser licht, unser liche haus- väter und haus- mütr beil unser leben und seligkeit! Achter, jammt ihren Kindern und ges GOtt heiliger geist, unser einiger finde, mit deiner gnade. Erhalte und ewiger troft, friede, freude, uns bey der rechten seligmachens # ärke und kraft! vereinige uns den lehre Johannis, daß wir deis mit dir, besige und bewohne unser nen sohn Jesum Chriftum, der bers, bewahre uns wie einen aug- da ist das lamm GOttes, welches apfel im auge, beschirme uns unter der welt sünde tråget, allezeit mit dem schatten deiner flügel, segue wahrem glauben anschauen. A uns, erleuchte uns, trößte uns in HErr jebaoth, bewahre uns für unserer lesten noht, nimm unsere unglauben! Du aufgerichtetes feelen zu dir, erwecke unsern teib horn des heils, beschüße uns! Ets am jüngsten rage zur ewigen rette uns von unsern feinden; gib, freude, und laß uns deine herr- daß wir dir dienen in heiligkeit lichkeit ewiglich sehen, amen. und gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Zacharias und Elisabeth leben segund in den himmlischen freus deit; ach! gib und verleihe, o allerliebster vater! daß wir nach diesem zeitlichen leben die ewige hinimels- und engel- freude erlans gen mögen. Wenn unser todess stündlein kommen wird, so laß GOtt den heiligen geift uns mund und herzen regieren, uns des HErrn Chrifti und feines theuren verdienstes trösten, und dermahleins auch mit Zacharia, Elisabeth, Johanne dem täufer und allen glaubigen im ewigen le ben mit engelzungen singen: Hochgelobet und gepreiſet fen GOtt sammt seinem eingebohrs nen sohne und dem heiligen geiße immer und ewiglich, amen. Gebet am Tage Johannis des Taufers. 126, elobet fey der HErr, der GOtt Ifrael! Denn er hat besuchet und erloset fein voll. Wir danken dir, o aller: liebster vater! daß du uns mit der fendung deines lieben fohnes in gnaden heimgesuchet haft. Odu ewiger GOtt! der du die engel im bimmel und deine auserwählte auf erden mit heiligkeit begnadet und erfüllet haft; wir danken dir demühtiglich, daß du uns zu der gemeinschaft der heiligen berufen haft. Hilf, daß wir täglich in der gottesfürcht wachsen und zunehmen, und in der gemeinschaft der beiligen ewiglich bleiben mögen. Im haufe Zacharia und Elisabeth war greffe freude über der gebuhrt Johannis des taufers; ach du ewis per GOtt! gib uns die rechte geifts liche feelen- freude in unsere hers I 27. Allmächtiger gütiger sen, daß wir uns über deiner gross fen uns reichlich erzeigten barmBersigkeit im leben und Berben und vater! wir danken dir von herzen, daß du nach deiner zusage, welche dem Abrabam und seinem faamen ges feheben Gebet am Tage der Heimsuchung Maria. Gebet am Tage Michaelis. 113 schehen ist, uns barmherzigkeit dinge an ihr gethan: deine gute bewiesen, und dem ganzen mensch lichen geschlechte durch deinen sohn aufgeholfen hast, welchen bu in diese welt gefandt, daß wir durch ihn leben sollen. Wir bit ten dich, erfülle uns mit dem lichte deines heiligen geistes, daß wir deine groffe liebe und unermäß liche barmherzigkeit erkennen, und deinen namen mit unserem ganzen leben heiligen, loben und preisen. Gib auch, gütiger GOtt! daß wir dem exempel der bochgelobten jungfrau Maria nachfolgen, die deinem worte geund barmherzigkeit währet noch immerdar bey denen, die dich Eindlich fürchten. Du erhöhe die niedrigen, und erfülleft die hungrigen mit gütern; hilf uns, schaffe und mache, daß wir auch unter den gottesfürchtigen, unter den niedrigen und hungrigen seyn, die du zu seiner zeit erhöhen, und mit den reichen gütern deines hauses sättigen wolleft, damit unsere seele dich erhebe und alles, was in uns ist, deinen heiligen namen lobe, amen. glaubet hat, weswegen sie von Elisabeth felig gepriesen worden, und in betrachtung der gnade, die ihr wiederfahren, eines des mühtigen geistes geweſen ist, ihre 128. Ach du gerechter du beschirs müssen, die freundinn ihr gedienet hat, und allen christen zum vor mer und erhalter des menschlichen bilde des glaubens an dein wort, geschlechts, du HErr der heers jum vorbilde der liebe, der de schaaren, durch welchen alles ges muht und aller christlichen tugen- schaffen ist beide das sichtbare und den worden ist. Gib uns, lieber unsichtbare, die throuen und die HErr GOtt! auch einen rechten herrschaften! wie hast du die mens glauben, wahre liebe und demuht, schen so lieb, daß du ihnen von daß wir deinem worte, welches Eindheit auf deine heilige engel uns deine diener verkündigen, die starke helden und heilige glauben. Behüte und bewahre wächter zugeordnet haft, welche uns für hoffart, daß die weisen sich als das heer GOttes um dies dieser welt deinem worte in ihrer ienigen berlagern weisheit nicht widerstreben, und deinen namen fürchten; durch nicht zerstrenet werden: daß die welche du auch die drey haupts gewaltigen sich nicht wider deine stände auf erden, so du selbst ges band, deine macht, deinen raht, ordnet haft, beschüßest. Ach lies und deine kirche setzen, und ber getreuer GOtt! was ist der nicht von ihrem throne gestossen mensch, daß du ihn so achtest? und erniedriget werden; daß sie Dir sagen wir einmühtig lob und sich nicht auf den vergänglichen dank, daß du diese dienfibare geis reichthum verlassen und ledig ge- fter, die vor deinem throne stes laffen werden. Du haft die arme hen, und dir tag und nacht dienen, und niedrige jungfrau Maria noch immerfort zum dienst um gnädig angesehen; und da sie vor derer willen aussendest, so die fes der welt verachtet, und von keiligkeit ererben sollen; und bitten nem ansehen war, sie zu hohen dich herzlich, du wolleßt diesen sbren gebracht; du bast groffe deinen creaturen, deinen beili, gen Am Michaelis- Tage, Danksagung für den Schug der heiligen Engel. 114 Gebet am Reformations Feste. Sen engeln, auch über uns beslichen gesellschaft ewig ben dis fehl thun, daß sie uns behüten seyn und wohnen mögen, durch auf allen unsern wegen: daß sie deinen lieben sohn Jesum Chris uns auf den Händen tragen, damit stum, der uns solches alles theuer wir unsern fuß nicht an einen versprochen und erworben bat, stein stoffen, daß wir auf löwen amen. und ottern gehen, und auf die jungen löwen und drachen treten. Ach HErr! treibe alle böse unsaus bere von uns welche lügner und mörder vom anfange Gebet am Reformas tions Feste. 129.vater des lichts! der find. uns du grimm und wüten, für ihren luz du willst, daß allen menschen gehols gen und lästerungen, für ihrer fen werde, und sie zur erkenntniß argen lift und berrug. Wehre dem der wahrheit kommen; wir preisen lügen- geiste in aller falschen pro- an dem heutigen tage deine gnade pheten und lehrer munde, dem undwahrheit, daß du dein allein ses mord geiste in allen tyrannen, ligmachendes evangelisches wort dem hoffarts- und unflahts- geiste in seiner reinigkeit und lauters im haus- stande. Laß uns hinge keit, bey der gesegneten reformas gen deine heilige engel leiten, tion, wieder and licht gebracht; daß fie uns, die unserigen, und auch unser land bald dadurch ers alles was wir haben, allezeit beleuchtet und uns solches bisher wahren, daß der böse feind an uns mächtig und gnädig erhalten haft. und den unsrigen keine macht fin- AchHErr, du gnädiger und barms Den möge. Laß uns allesammt in herziger GOtt! die reine lehre Deiner furcht leben, dein wort und nach deinem worte, der rechte ges evangelium lieb haben, welches brauch der heiligen facramente auch die engel zu schauen gelüftet. nach deiner einsegung, nebst der Gib in aller sünder und unbuß- freyen ungehinderten bekenntniß fertiger leute herzen wahre ernst der wahrheit, sind ja die größten liche buffe, auf daß die engel wolthaten, die du deinem volke GOttes im himmel sich ihrer erzeigeft. Diese theure gaben haft freuen mögen. Laß uns allezeit du uns und unseren vorfahren, inbrünstig beten und ohne un- durch den dienst Lutheri und seiner terlaß deinen namen yon gan treuen gehülfen, wiederum ges sem herzen loben; wie deine engel schenket; da vorhin dein wort im himmel dich allezeit preisen, lange zeit sehr theuer, unbekannt und gegen einander das heilig, und verdeckt worden war, daher heilig, heilig ist GOtt der HErr unwissenheit, aberglaube und irrs der heerschaaren! immerfort thum allenthalben in deiner chris singen. Und wenn wir von die stenheit herrschten. Dagegen kens fer welt scheiden müssen, so laß nen wir durch deine gnade den doch deine liebe engel unsere seelen richtigen weg zum leben, wie auffaffen, und sie in Abrahams wahrhaftig bußfertige durch den schooß tragen, bis wir edlich glauben an unsern einigen mitts in der auferstehung an jenem ler, ohne eigene genugthuung, vers tage ihnen, den heiligen engeln, gebung der fünden und freudigen eleich werden, in ibrer erfreus jugang zu dir erlangen. Wir ha be 2 Fefte. 115 Gebet am Reformations ben eine lehre, dabey wir in der unter uns und unfern nachkom rede Chrifti bleiben, und erbauet men. Thue wolan deinem evanges sind auf den grund der apostel und lifchen zion; gib demselben friede, propheten, auch die gelegenheit daß sich deine gemeine baue und und freyheit, dein festes prophe in deiner furcht nach dem lichte tisches und apostolisches wort in wandele. Gib, daß dein name unserer sprache zu lesen. Unsre sehr erhöhet sey bey den mächtis gewissen sind frey von dem zwange gen der erden: Erhalte in deiner menschlicher gebote und allem ver- wahrheit alle diejenigen, welche geblichen gottesdienste. An uns dieselbe noch erkennen. Bewahre serer feligkeit dürfen wir nicht uns vor allen falschen lehren, daß jweifeln, wenn wir in der erkann sie uns von der lauterkeit und dem ten ordnung des heils zu beharren rechtschaffenen wesen in Chrifto uns aufrichtig bemühen. Ja wir JEfu nicht abziehen. Steure und haben auch die freudigkeit und wehre auch den feinden und abers hoffnung im tode, daß deine glau- glaubischen verfolgern der evans bigen alsobald zurruhe Fommen. gelischen wahrheit, daß sie weder In diesen und andern schätzen der durch list noch gewalt uns schas erkenntniß hast du unsre kinder den. Verhüte aber auch in gnas reicher gemacht, als unsre erwach- den, daß die schädliche gleichgüls sene vorfahren in ienen finstern tigkeit in der religion nicht statt jeiten waren. Für diese unaus- des grausamen verfolgungsgeis sprechlich groffe wolthaten und stes, noch der unglaube statt des deren bisherige erhaltung sind blinden aberglaubens einreiffen, wir um so viel mehr schuldig, dir, sondern laß deine christenheit beys D GOtt! zu danken, ie mehr wir des die wahrheit und den frieden bekennen müssen, daß diese groffen in liebe fuchen. Weil es aber dein vorzüge nicht von allen unter uns heiliger wille ist, daß die, so dein gebührend geachtet worden, son- wort haben, auch im gehorsam des dern vielmehr manche durch kalt glaubens darnach leben sollen, so finnigkeit, unglauben, unbußfers mache uns von herzen gehorsam tigkeit und gottloses leben sie ge dem vorbilde der lehre, welchem mißbrauchet und verachtet haben. wir ergeben sind. Komm auch Dadurch hätten wir ja wol ver mit deinem kräftigen trofte und schuldet, daß du diese theure heils: beyftande allen zu hülfe, die um und gnaden- güter auch von uns deines namens und wortes willen wieder wegnahmeft, wie nach deis verfolgung leiden. Gib ihnen ges nem gerechten gerichte verschiede duld und standhaftigkeit, und nen ländern und städten schon schaffe nach deiner weisheit ihnen wiederfahren ist. Wir erkennen schuß und errettung. Erleuchte aber, o heiliger GOtt! dieses ein übrigens und bekehre alle, die noch gerissene verderben mit schaam, im irrthum stecken, auf daß sie mit wehmuht und reue, und bitten de- uns dir, o GOtt! in reinem glaus mühtig, vergib es, und habe geben und mit gutem gewissen dies duld mit uns, um unsers heilannen, und dich ewig loben und preis des JEfu Chrifti willen. Erzeige fen mögen. Das thue alles in uns, o getreuer vater! auch fer gnaden um unsers einigen Haups ner deine güte, sonderlich durch tes JEfu Chrifti willen, amen. fernere erbaltung der reinen lebre Busi b 2 2 116 Buß Tages Gebet. Buß, Tages- Gebet. armherziger, gná130, Bar diger GOtt und demühtig um gnade. Wir bitten und fiehen, vergib uns, ach HErr! vergib uns, und sey gnädig un Wende dich nicht wieder von uns serer missethat die da groß ist. vater! wir arme fündige menschen kommen mit demühtigem herzen zu dir; dir, o HErr! unsere anwürdigkeit und fünde zu betennen, deine gnade zu suchen, und uns in deinen schuß und schirm zu ergeben. Ach lieber wegen unserer sünde, sondern vers gib uns dieselbe um deines lieben sohnes JEfu Chrifti, unsers einis gen mittlers und heilandes willen. Gib ja, guadiger vater! um uns GOtt und vater! wir müssen ja fers groffen undankes willen nicht bekennen, daß wir deine vielfälzu, daß grausame völker und solche tige gutthaten, die du uns an leib feinde und tyrannen über deine arme christenheit macht bekoms und feele erwiesen haft, und noch täglich erweisest, leider! wenig kennen, oder sonst die wahrheit men, die deinen namen nicht wahrgenommen, und dir dafür des heiligen evangelii anfeinden nicht von herzen und in der that und verfolgen, daß sie sich nicht gedanket haben. Wol die meis kten unter uns haben deine gute rühmen und sagen: wo ist nun ihr und gnade schändlich misbrau: GOtt? Hilf, daß wir dich defos chet; dein wort, welches du uns mehr fürchten, und uns befleissis reichlich vortragen laffen, entwegen, nach unserem berufe und dem der geringe geschåret, oder gar damit wir deine kinder, welche evangelio würdiglich zu wandeln: verachtet, und nicht hören wol dein sohn Christus Jesus zum len; oder da sie es gehöret, es nicht frieden berufen, und dazu ſo mit sanftmuht angenommen, noch nach demselben in deiner furcht theuer erkaufet hat, allhier im zu leben und rechtschaffene früchte friede leben, und dir unserm Gott zu bringen sich beslissen; also unfer lebelang in heiligkeit und gerechtigkeit dienen, die dir gefäls daß auch der ungehorsam gegent dich und dein wort nur immer lig ist. Erhalte uns zu dem ende immerdar bey deinem heiligen grösser worden, und allerhand ungerechtigkeit und fünden auchworte, denn das ist unsers hers ben uns überhand genommen haens freude und troft. Laß und ben: wie solches offenbar und am tage ist, und wir vor dir, du all wissender und allgegenwärtiger GOtt nicht leugnen können. Deswegen müssen wir in gestehen, daß du, HErr! als ein gerechter richter, dem gottloses wesen nicht Befället, ursache genug hättest, und uns nicht unrecht thateft, wenn du die verdiente strafen über uns kommen liesseft, uns gar zu vertilgen. Aber wir kehren uns dadurch mit erkenntniß deines willens in allerley geistlicher weiss heit und verstand erfüllet werden, Dir würdiglich zu wandeln zu als lem gefallen und fruchtbar zu seyn in uns für falscher lehre und aller fromme und treue diener in deine verführung: sende tüchtige, reichen segen und gedeyen zu aller lirchen und schulernte, und gib ihrer arbeit. Laß dir sonderlich befohlen ju dir, o getreuer barmherziger unfere liebe obrigkeit GOtt! wir beugen die knie unses feyn; gib derselben den geift der ver bergen vor dir, und bitten dich weisheit, des verstandes und deis Hey Collecten oder kurze Stirchen Gebete. II7 werde. ner furcht; und verleihe gnade ,, auch derer, so anderswo betrübet daß durch sie allenthalben deines gedrenget und geplaget werden. namens ehre und die gemeine Zeige ihnen und uns allen dein wolfahrt gesuchet und befördert heil, wie du, frommer GOtt! weif Beschirme uns und das fest, daß es uns sammt und son, ganze land wider alles unheil und ders nüglich und selig seyn mag. übel. Mache, o GOtt! die riegel Weil du aber deine hülfe und unserer thore feste, und segne deine guade denen verheissest, die sich in finder darinnen. Laß in unserem rechter bußfertigkeit und wahrem lande ehre wohnen, daß gute und glauben zu dir menden; so bitten treue einander begegne, und ge- wir dich vor herzen, erneure rechtigkeit und friede sich küssen. und bekehre du uns je mehr und Behûte uns auch, licber vater! für mehr durch die kraft deines heilis neuen strafen und plagen, für ingen geiftes. Erhalte und vers nerlichem aufruhr und zwietracht, mehre in uns den wahren glaus für schädlichem miswachs und ben, herzliche buffe, beständige theurer zeit, für feuer- und was hoffnung und geduld in allem fers noht, insonderheit für giftis leiden. Lehre uns thun nach deis gen ansteckenden feuchen und nem wolgefallen, denn du bist trankheiten. Erbarme dich auch unser GOtt, dein guter geist führe aller irrigen und verführten, und uns auf ebener bahn. Dieses alles aller so im unglauben und unbuß- und was wir sonst an leib und feele fertigkeit stecken; erleuchte und bedürfen, wollest du uns, o himm befehre dieselbe durch deinen lischer vater geben und verlei, heiligen geist, und bringe sie hen, um JEfu Chrifti deines lie wieder zurechte. Laß dir auch zu ben sohnes willen, in kraft und herzen gehen die angst und gefahr gemeinschaft des heiligen geiftes, aller betrübten und traurigen, als du wahrer GOtt, hochgelobet in ler elenden und nohtleidenden, ewigkeit! amen. VII. Collecten oder kurze Kirchen- Gebete auf die vornehmsten Feste im Jahre. Auf Advent, Danksa- sieren und führen, daß wir diesen gung für die Ankunft Chrifti. gerechten könig und heiland wahrs haftig erkennen, uns an ihn allein Err GOtt himmlis halten, uns an seiner geringen ge 131. scher vater! wir stalt, an seinem verachteten worte danken dir von ganzem Herzen, daß und reiche nicht ärgern; sondern in du uns armen fündern zum trofte einem rechten vertrauen auf ihn, deinen sohn Christum zu einem ewig selig werden mögen: durch gefalbten verordnet und gefandt denfelben deinen sohn JEsum hast, daß er ein gerechter könig und Christum unsern HErrn, amen. heiland fenn, fein volk von fün- Am Chrift- Tage, von den erlösen und aus des teufels tys runnen, von dem ewigen tode er retten sollte. Wir bitten dich von berzen, du wolleft uns durch deinen der Gebuhrt des Sohnes GOttes. GOtt! daß wir det beiligen geißt alſo erleuchten, res 132. Hi, lieber HERR h 3 beiligen 118 Collecten oder kurse Kirchen Gebete. beiligen gebuhrt deines lieben soh, ske in seiner herrlichkeit ewiglich nes theilhaftig werden, und von anschauen mögen, amen. unserer sündlichen gebuhrt erlediget, die in der neuen gebuhrt die nen: durch denselben deinen lies ben sohn JEfum Chriftum unsern HErrn, amen. Am neuen Jahrs- Tage. ( cuch sonst für alle Stände.) 135.2 lieber himmlischer ch vater! sind zu Danksagung für die Ge- geringe aller barmherzigkeit und buhrt Christi. aller treue, die du( in dem vergans genen jahre, und die ganze zeit 133. feher vater! wir dans Enechten und mägden gethan haft. Err himmli an deinen unnüßen len dir für deine grosse gnade und Vergib uns unsere viele sünden barmherzigkeit, daß du deinen und missethaten, und erhalte uns eingebohrnen sohn in unser fleisch fern gang auf deinen fußsteigen, tommen, und uns durch ihn von daß unsere tritte( in diesem neuen funden und dem ewigen tode gnä- jahre) nicht gleiten. Bewahre und diglich haft erlösen lassen. Wir segne unsere liebe obrigkeit und bitten dich, erleuchte unsere her herrschaft, und alle die ihre stelle zen durch deinen heiligen geist, vertreten. Gib gnädiges gedenen daß wir dir für solche deine gnade zu dem dienste deines wortes. Laß dankbar seyn, uns derselben in die kinder zucht und nahrung, aller noht und anfechtung trösten, und was wir sonst gutes schaffen, und dermahleins dadurch ewig wol gerahten. Laß uns allesammt felig werden mögen: durch den ein stilles und ruhiges leben fühs felben deinen sohn unsern HErrn ren, und dir unserem HErrn und JEsum Chriftum, amen. GOtt dabey mit luft und freuden unsers herzens dienen; durch Jefum Chriftum deinen ſohn, unsern HErrn, amen. Noch für die Gebuhrt Chrifti. 134.Dett, and diger vater! der du In der fülle der zeit deinen sohn Noch am neuen Jahre von der Beschneidung daß er unfer fleisch und blut an ſich ges 136. lifcher vater! wis Christi. HErr nommen, und unser bruder wor den ist: wir danken deiner wahr heit und väterlichen gute, daß du uns diesen heiland geschenket, und uns durch seine gebuhrt von fünden, tod, teufel und hölle errettet haft; und bitten dich von herten, du wolleft uns in der rechten er Fenntniß dieses unsers erlöfers bis an unser ende erhalten, auf daß wir uns über seine gebuhrt mit allen heiligen engeln freuen, und blu mit dir und dem beiligen geis danken dir für deine väterliche gnade, daß du dich der armen fünder angenommen, und deinen sohn Christum, ihnen zu gut, unter das gesetz gethan haft, daß er mit seinem vollkommenen ges horsam deinen gerechten zorn fils len, und unsern ungehorsam heis len mögte. Wir bitten dich, du wolleft durch deinen heiligen geift unsere berzen also erleuchten, daß wir uns solches geborsams wider unfere 119 auf die vornehmsten Feste. infere fünde und das böse gewiß Auf das Fest der Verkün sen trösten können, und durch die hülfe des heiligen geistes auch an fangen, gehorsame kinder zu werdigung Maria. beit, und endlich die ewige ſelig I 39. HE GOtt himmlis teit erlangen mögen; durch den felben deinen sohn Christum JEsum unsern HErrn, amen. scher vater! wir danken dir für deine unaussprechs liche gnade, daß du uns arme füns der so gnädig bedacht, und deinen Auf das Fest der Erschei: fobu in unfer fleisch geschicket, und ihn nung oder Offenbarung Christi. um unsernt willen mensch haft werden lassen. Wir bitten dich von ganzem Herzen, du wol, Err GOtt himmlis| left uns durch deinen heiligen geiß 137. deinen eingebohrnen sohn JEfum Christum den heiden offenbaret, und uns auch in diesen lezten zei ten durch das selige licht deines göttlichen wortes, zu der erkennt niß deines lieben sohnes haft kommen lassen; wir bitten von gan jem herzen, du wolleft uns durch beinen heiligen geist also begna den und begaben, daß wir nach deiner wahrheit immerdar wandeln, uns mit ganzer zuversicht unsers heilandes alle jeit erfreuen, und also zur ewigen seligkeit erhalten werden; durch denfelben deinen sohn, unsern HErrn, amen. ner menschwerdung, seines leis dens und sterbens trösten, ihn für unsern HErrn und ewigen könig erkennen und annehmen, und durch ihn, mit dir und dem heilis gen geiste, ewig leben und selig werden mögen, amen. Am grünen Donners. tage. 140. du liebhaber des les bens, der du denen, die dich sus en, das brot des lebeus bist! wir bitten dich, sen auch im heiligen abendmahl die rechte speise und der rechte trant unserer seelen, Auf das Fest der Steini- daß wir dadurch erwecket, zu allem gung Maria. guten und zu einem dir wolgefäl ligen leben gestärket werden, und Err GOtt himmli- in dir allhie leben und volle gnüge 138. auch vor deis deinen sohn uns zum heilande nem throne im himmel ewiglich um deiner bereitet haft, daß er der beiden erfreuet werden; licht und der juden preis fenn grundlosen güte und barmherzigs follte: wir bitten dich, erleuchte keit willen, amen. unsere herzen, daß wir deine gnade und väterlichen willen in ihm erkennen, auch hülfe und schutz wider die fünde, verdammniß und den leidigen satan an ihm haben, und endlich ewig selig werden md gen; durch denselben deinen sohn unsern HErrn, amis. Bon dem Leiden Christi. 141.Barmherziger, ewiger der du deines einigen sohnes nicht verschonet, sondern ihn für uns alle dahin gegeben hast, daß er un, fere fünde am creute tragen ſollte: ( 4 verleibe 120 Codecten oder Furje Airchens Gebete verleihe uns, daß unsere herzen in deinen sohn für uns des creuses folchem glauben nimmermehr er- pein haft leiden lassen, auf daß da forecken noch verzagen; sondern uns von des seindes gewalt errets fest darauf vertrauen, daß er alle ten mögtest; verleib uns, daß wir unsere fünde hinweg, und die das gedächtniß seines leidens also trafe auf sich genommen, auf daß dankbarlich begehen, daß wir das wir friede hätten. Laß uns auch, durch die vergebung der fünden Lieber vater! dieser grossen erlö- und erlösung vom ewigen tode ers fung nimmermehr undankbarlich langen, und dermahleins durch vergessen; sondern den fünden, die den zeitlichen tod zu dir in das Dein sohn so theuer für uns ge- ewige leben dringen mögen; durch buffet hat, abfterben, und der ge- denselben deinen sohn JEſum rechtigkeit leben; durch denselben Chriftum unsern HErrn, amen. deinen lieben sohn Jesum Chrifum unsern HErrn, amen. Am stillen Freytage, von der Crónung Chrifti. Chris 142. 144. e. wir danken dir barmherziger, gnås von herzen für deine ſchmähliche diger GOtt und crdnung und unschuldiges leiden z vater! wir danken dir von herzen, und bitten dich demühtiglich, du Daß du deinen lieben sohn Jejum wolles uns deine unschuld in Chriftum für uns den schmähli- gute kommen lassen, unsere bluts chen tod des creuzes hast leiden, rohte sünden mit deinem purpurs und ihn unsere sünde an seinem mantel bedecken, und uns mit leibe auf dem holze tragen laffen, gnade und barmherzigkeit crónen, auf daß wir durch seine wunden auch unsere füsse auf den weg des beil werden mögten; und bitten friedens und des ewigen heils rich dich demühtiglich, gib, daß wir ten; daß wir endlich durch dich in uns solches feines leidens und der crone der ehren im lande dez fterbens wider alle anfechtung des lebendigen gelangen, und vor dei teufels, der welt, und unsers flei- nem throue, mit einem weissen fhes träftiglich trösten, nach seikleide angethan, dich ewiglich nem exempel, in allerley creuz und preifen mögen; um deines heilis leiden, geduld, und gegen unsern gen und unschuldigen leidens wil nächsten herzliche liebe und treue len, amen. beweisen; und, nachdem wir so theuer eridset worden, nimmer Am heiligen Ostertage, wer mehr sicher oder vermessen den; sondern, als deine kinder, alIezeit in deiner furcht und liebe von der Auferstehung Christi. wandeln mögen, bis wir endlich 145. HErr GOtt himmlis von allem übel erlöfet, ewig felig werden; durch denselben deinen lieben sohn unfern HErrn, amen. Noch vom Leiden Christi. Ulmächtiger GOtt, ewiger vater! der du fcher vater! der du deinen eingebohrnen sohn um uns ferer fünde willen dahin gegeben, und um unserer gerechtigkeit wil daß wir als glieder ſeines leibes an len wieder auferwecket haft: hilf, ihm, unserm haupte und lebenss fürken, fest bangen, und der mağleins 143.2 Noch von dem Leiden Chrifti. auf die vornehmsten Feße. 121 mahleins in der herrlichen aufer- lest uns bey deinem vater ohne uns stehung der gerechten an jenem ta- terlaß vertreten, uns deinen heilis ge, mit freudigkeit vor ihm erscheigen geist senden, fromme und ges nen, und mit ihm in fein ewiges treue lehrer und vorsieher deince reich eingehen mögen, da er als ein gemeine geben, dem satan und als siegbafter überwinder aller feiner leu feinden deiner Firche wehren, und unserer feinde, mit dir und und dein reich gewaltiglich bes dem heiligen geifte in ewigkeit schützen und erhalten, bis daß alle Feine feinde zu deinen füffen lies lebet und herrschet, amen. gen, und wir auch fünde, tod und Noch von der Auferstes teufel durch dich und deines geis ftes kraft überwinden, amen. hung Christi. Umächtiger GOtt 146.2 und barmherziger himmlischer vater! der du durch tod die sünde und den tod sunichte gemachet, und durch seine auferstehung, un fuld, gerechtigkeit und ewiges leben wiedergebracht hast, daß wir von der gewalt des teufels erlöset, in deinem reiche leben und dir dienen sollen; verleih uns, daß wir folches von ganzem Herzen glauben, und in solchem glaubent der fünde und dem alten menschen absterben, und zu einem neuen leben auferstehen; auf daß wir hinfelben, der für uns gestorben und auferstanden ist, leben, und an lenem herrlichen tage zur ewigen freude und herrlichkeit auferfieben mögen; durch denselben deinen sohn JEfum Chriftum unfern HErrn, amen. Am Pfingst Tage, von der Heiligung. : Err GOtt, lieber 148. vater, der du an diesem tage) deiner gläubigen herzen durch den heiligen geißt ( erleuchtet und gelehret haft;) erleuchtest und lehret; gib uns, daß wir auch durch denselben geift rechten verstand haben, und uns seines trostes und seiner Fraft zu aller seit freuen, um JEfu Chrifti unsers HErrn willen, amen. Noch von der Heiligung. HErr JEfu Chris 149. de, bu sobu des allmächtigen GOttes! wir bitten dich, du wolleßt deinen heiligen geist durch dein wort in unſere herzen geben, daß derselbe uns allezeit nach deinem heiligen wils len regiere und führe, in allerley Am Himmelfahrts- unglück und anfechtung trofie, und in deiner wahrheit wider als len irrthum leite und erhalte, Lage. 147. im feft bes ste, du sohn des allmächtigen GOttes! der du nun forthin nicht mehr auf erden arm und elend bist, sondern zur rechten deines vaters, als ein gewaltiger HErr, über alles was im himmel und auf erden ist, herrscheft und regiereft; wir bitten dic, du wol, stehen, in deiner liebe und guten werken junchmen, und durch eine gewisse hoffnung auf deine erworbene und geschenkte gnade ewig selig werden mögen; der du mit dem vater und heiligem geifie regiereft von ewigkeit zu ewigkeit, amen. Am Collecten oder kurze Kirchen: Gebete. Am Tage der heiligen fechten mag, beschützen, damit wir Dreieinigkeit. die drey personen der gottheit in der einigkeit des göttlichen wes allmächti150.Diger, at, ſens hier, und dort in der ewigkeit, einiger GOtt, du heilige dreneinigkeit! der du allenthalben gegenwärtig bift, al recht anbeten, rühmen und preisen mögen, amen. Les fraftiglich erhälteft, erfülles Am Feste Johannis des und regiereft: du haft uns, da wir nichts waren, erschaffen, und da 122 Täufers. Err GOtt himmlis wir verlohren gros fer güte erlöſet, uns auch zu fol. 152. fcher bater! der bu durch den heiligen täufer Johans nem, uns allen zum trofte, haft bes zeugen lassen, daß JEsus Christus das wahre unschuldige lanım sev, welches der ganzen welt sünde tragen sollte, in welchem auch alle gläubigen das ewige leben erlans gen werden; wir bitten dich von herzen, du wollest uns durch deinen heiligen geift erleuchten, daß wir uns solches zeugnisses von unserm heilande JEfu Chrifto allezeit tris sten und erfreuen, im rechten glaus ben darinnen beständig beharren, und endlich mit Johanne dem taus fer und allen gläubigen die ewige feligkeit erlangen mögen; durch denselben deinen sohn JEfum Christum unsern HErrn, amen. chem deinem erkenntniß erleuch tet. Wir danken deiner göttlichen majestät und herrlichkeit für alle Deine hohe werke und groffe wol thaten; auch insonderheit daß du uns gelehret hast, im rechten glauben zu wissen und zu bekennen, daß du in dreyen personen von glei cher macht und ehren, ein einiger, ewiger GOtt, und dafür anzube: ten bist: und bitten dich herzlich, du wolleft solches erkenntniß dei nes heiligen namens in unsern berzen erhalten und vermehren, und deine gnade und treu noch ferner an uns groß machen, auf daß wir mit allen engeln und auser wählten dich, GOtt vater, sohn und heiligen geist, den einigen wahren GOtt, immerfort ehren und preifen mögen; der du lebeft Am Feste der Heimsu und regiereft von ewigkeit zu ewigteit, amen. chung Maria. Noch am Tage der heili- danken dir für alle geiſtliche und 153. HErr GOtt himmlis scher vater! wir gen Dreyeinigkeit. leibliche wolthaten, die du uns so 151. Gott! du uns für Allmächtiger, ewiger reichlich haft wiederfahren laſſens arme menschen gelehret haft, im hoffart und sicherheit, daß wir rechten glauben zu wissen und zu nicht in undankbarkeit und füns bekennen, daß du in dreven perso den gerahten, und deine huld vers nen, von gleicher macht und ehren, lieren; weil weder weisheit und ein einiger, ewiger GOtt, und gewalt noch reichthum denen hels dafür anzubeten bist: wir bitten fen soll, die dich nicht fürchten. dich, du wolleft uns bey solchem Gib uns aber ein solches heri, glauben allezeit feft erhalten, wi- das in deiner furcht bleibe, und der alles, was uns dargesen au- l an deinem wort bange; auf daß wie auf die vornehmsten Feste. 123 wir deinen segen erhalten, und, bleiben mögen, auf daß wir all. endlich selig werden mögen: durch hier an leib und seele, samt allem deinen sohn JEfum Christum un- was wir haben, wel bewehret, dir allezeit ungehindert dienen, fern HErrn, amen. und dermahleins zu ihnen in dein reich versammlet werden: um deis nes lieben fohnes JEfu Chrifti unfers HErrn willen, amen. Noch vom Schuße der Am Feste Johannis, und der Heimsuchung Maria. 154. HErr JEfu Christe, du sohn des ewis gen GOttes! wir danken dir von berzen, daß du durch deine menschheiligen Engel. werdung, leiden, creuz und tod. 156. Err GOtt himmlis scher vater! wir uns eine ewige erlösung erworben, und uns von sünde, tod, teufel danken dir für deine väterliche und hölle errettet haft; und bitten barmherzigkeit und treue, daß du dich, regiere uns durch deinen hei deine liebe engel darzu verordnet ligen geist, daß wir solches bis an haft, daß sie auf uns sehen, und uns unser ende feftiglich glauben; auch gegen des leidigen satans vornehs dir im reinen gewiffen hier zeitlich men und lift schüßen sollen; und also dienen, daß wir an jenem tage bitten dich, erleuchte unsere herzen das verheiffene ewige erbe em- und sinne durch deinen heiligen pfangen; der du mit dem vater geist dermaassen, daß wir beständig und heiligem geiste lebeßt und rein deiner furcht und kindlicher des giereft, ein ewiger, allmächtiger, muht bleiben, und wider deinen und einiger GOtt, in ewigkeit, willen nichts vornehmen; auf daß wir in allerley zufällen und nöhten die zuversicht behalten mögen, daß deine liebe engel um uns, und um alles, was wir haben, eine starke und feste mauer machen werden; damit uns weder der fas tan welt amen. Am Michaelis Tage, vom Schutze der heiligen Engel. 155. A Gott vater! wir könne, und wir durch das geleite danken dir von ganzem herzen, daß du deine heilige engel zu dienstbaren geistern erschaffen und verordnet hast, daß sie sich rings um die gottesfürchtigen her lagern und sie auf allen ihren wegen behüten müffen, damit sie vom teufel und der gottlosen welt nicht beleidiget werden. Wir bitten dich von herzen, du wolleßt uns durch deinen heiligen geißt im rechten der heiligen engel sicher und uns gehindert zum ewigen leben ges langen, und unsere feelen in der ftunde des todes in den schooß Abrahams getragen werden; um deines lieben sohnes JEfu Chrifti unsers HErrn willen, amen. Am Reformationss Feste. barmherziger vas furcht erhalten, damit wir in 157. Allmächtiger Gott, dem geleite und schuße dieser himlischen heerschaaren und hei: ligen wächter allescit sevn und ter! der du das licht aus der fins sterniß hervor gehen lassen; wie danken dir berslich, daß du dich unserer 124 Collecten oder kurje Kirchen: Gebete. unfrer und unsrer vorfahren, die len; erhalte uns deine lehre in in finsterniß und schatten des to- der wiederhergestellten lauterkeit; des fassen, erbarmet, und uns bewahre uns vor undank, schände durch den treuen dienst Lutheri lichem rückfall, und vor der lift und seiner gehülfen, zum lichte und gewalt aller feinde, daß wir des evangelii gebracht haft; wir ruhig leben und auch würdig dem bitten dich, vertreibe durch deines evangelio wandeln mögen: um beiligen Geistes erleuchtung alle JEfu Chrifti unsers seligmachers finsternisse aus aller menschen fee willen, amen. VIII. Andere Collecten oder kurze Kirchen- Gebete. Nach der Communion.telches theilhaftig worden sind, also mit dem bande der liebe Dir mächtiger HErr Gott! daß du uns durch diese beilfame gabe erquicket hast; und bitten deine barmherzigkeit, daß du uns solches gedeyen lassest, zu starkem glauben gegen dich, und zu brünßiger liebe unter uns allen, um JEfu Chrifti unsers HErrn willen, amen. Noch nach der Communion. damit wir in einem sinn und einerley meinung fest aneinander halten, und mit der that und wahrheit uns untereinander bis an das ende lieben; durch JEsum Christum deinen lieben sohn uns fern HErrn, amen. Um Erhörung des Gebetes. 160,2llmachtiger, ewiger GOtt! der du uns vergebung uns GOtt! wir fagen serer fünden, gerechtigkeit und Deiner göttlichen mildigkeit lob ewiges Leben verheissen haft; wir und dank, daß du uns iezo mit dem bitten dich, du wolleft unsere hers beilfamen fleische und blute dei zen durch deinen heiligen geift als nes sohnes JEfu Christi gespeiset so führen und erwecken, daß wir und getränket haft; und bitten folche hülfe durch tägliches gebet, demühtiglich, du wollest dadurch und sonderlich in aller anfechs gnädiglich in uns wirken, daß wir tung, bey ihm suchen, und durch deiner göttlicben gnade, der ver festen glauben auf seine zusagung gebung aller fünden, der vereini- und auf sein wort gewiß finden gung mit Christo und des ewigen und erlangen: durch denselben lebens, welches alles du uns in deinen sohn unsern HErrn JEsum biefem heiligen facramente kräf Chrifium, der mit dir und dem tiglich versiegelst, im festen glau- heiligen geiste lebet und regiere ben und ungezweifelter hoffnung in ewigkeit, amen. versichert seyn und bleiben. Wol UmErhörung in Gefahr left uns auch damit wider die liftigen anläufe des teufels Bart machen; und Noht. und unüberwindlich and wie wir alle eines brotes un 161, mächtiger Gott und vater! der du der elens den Al 125 Collecten oder furie Kirchen: Gebete. den seufzen nicht verschmähest, Noch um Vergebung und der betrübten herzen verlan gen nicht verachtest; siehe doch an der Sünden. unfer gebet, welches wir in unses 164. Herr, du groffer knie vor bringen, ers höre uns gnädiglich, daß alles, was uns so wol vom tenfel als von menschen widerstrebet, zunichte, und durch den raht deiner gütig keit zerstöret werde; auf daß wir, von aller anfechtung unversehret, dir in deiner gemeine danken und dich alle; eit loben; durch JEfum Christum deinen sohn unsern HErrn, amen. GOtt! re last uns zu schwer worden: dar, den sind groß, und wie eine schwes um beugen wir vor dir die unserer herzen, und bitten um uns nun, o HErr! und laß uns gnade und vergebung. So vergib nicht in unsern fünden verderben z sondern hilf uns elenden und barmherzigkeit. Ach GOtt! laß unwürdigen nach deiner groffen doch das theure verdienst deines lieben sohnes JEsu Christi an uns armen elenden fündern nicht vers lohren seyn; gib deinen geist je lans yer je mehr in unsere hersen, und Um den Frieden. 162.hr vater! der du beiten gebsten wandeln, und heiligen muht, guten raht, und rechte werke schaffest; gib deinen dienern friede, welchen die welt nicht geben kann, auf daß unsere deine rechte halten; um desselben deines lieben sohnes unsers HErrn und heilandes willen, amen. herzen an deinen geboten hangen, Noch um Vergebung und wir unsere jeit, durch dei nen schut, still und sicher für feins der Sünden. den leben; durch JEfum Chris 165.3mherziger Gr himmlischer kum deinen sohn unsern HErrnvater! der du nahe bist denen, die amen. zerbrochenes herzens sind: du sies heft, wie leid uns unsere fünden Um Vergebung der fevn, und wie wir uns von herzen Sünden. ju beffern begehren. So vergib uns doch unsere missethaten, und laß uns durch die kraft des heiligen geistes freude und wonne empfins den, daß die gebeine frölich werden, die du zerschlagen hast. Wir hof fen ia darauf, daß du so gnädig bist, und unser ber; frenet sich, daß du so gerne hilfest; darum sey doch uns armen fündern gnädig und barmherzig. Ertreue uns wieder mit deiner gnade, so wollen wie rühmen und frölich seon unser lebelang. Neige unsere herzen nicht auf etwas bofes, ein gottlos fee 163. Err GOtt hit himmli scher vater! der du nicht lust haft an der armen fünder tode, läsfest sie auch nicht gerne verderben; sondern willt, daß sie bekehret werden und leben; wir bitten dich herzlich, du wollest die wolverdiente strafen unserer fünden gnädiglich abwenden, und uns binfort deine barmherzigkeit zu unserer besserung mildiglich vers leihen, um JEfu Chrißi unsers bëren willen, amen. 126 Collecten oder kurze Kirchen- Gebete. ſes weſen zu führen mit den übel- Um Linderung der Stras thätern; neige sie aber zu deinen teugnissen, auf daß wir deine ge bewahren, und thun, was fen, und um Stärke in Anfechtungen. Err bir gefällig ist; durch Jeſum Chri- 168. her vater! du weiſs stum deinen lieben sohn, unsern HErrn, amen. fest, daß wir aus menschlicher schwachheit in so mancher und groffer gefahr, die uns auf erden befället, ohne deinen beystand nicht bleiben noch bestehen mögen. Vers leih uns beides an leib und seele kräfte, daß wir alles, ſo uns um uns 166. HErr JEfu Christe, du sohn quählet und ans tes des allerhöchsten! wir bitten ficht, durch deine hülfe überwins Dich von herzen, du wollest uns den, und durch deine starke hand arme sünder gnädig ansehen mit davon gewaltig errettet werden; Den augen deiner gute und barm- um JEsu Christi unsers HErrn herzigkeit, mit welchen du ange willen, amen. fehen haft Petrum, der dich verleugnete, die grosſe fünderinn im Um die Wiedergebuhrt hause des pharisäers, und den Noch um Vergebung der Sünden. und Kindschaft Gottes. creuze. uns auch, lieber HErr und erlöfer! 169.immlischer vater! Gott, daß wir unsere funden mit Petro wir sind von natur fleisch, vom fleis bitterlich beweinen, mit der groß sche gebohren, und nicht geistlich sen fünderinn dich herzlich lieben, gesinnet; es sey denn, daß du uns und dich einst mit dem schächer deinen geist gebeft, der unseren in deinem paradiese immer und feelen das geistliche leben mits ewiglich loben und preisen; um theile. Ach! so gib uns doch deis deines heiligen namens und theunen guten geist, daß er unsere hers ren leidens willen, amen. zent, unsern verstand, willen und begierden andere, uns neue geifts liche lebens- Fräfte mittheile, und uns zu kindern GOttes wieders gebähre, die dir, als ihrem liebs reichen vater, in kindlicher 167. furcht, und verschone unserer horsam heilig und williglich dies fünde: und wiewol den fündern nen; um deines heiligen lindes swige ftrafe gebühret; so bitten JEfu Christi willen, amen. wir doch von ganzem herzen, laß uns alles zu einer zeitlichen gnädi Um die Rechtfertigung. gen ftrafe und erträglichen zuch T70. Gerechter und gnas Daß uns GOtt mit der ewigen Strafe verschonen wolle. ewigen verderben gar wol verdie: welchem unsere eigene gerechtigs net haben; durch JEsum Chri- keit und verdienst nicht bestehen um deinen sohn unsern HErrn, mag, sondern aus dessen gnade wir obne unser verdiens durch Christi erld, amen. Collecten oder kurze Kirchen- Gebete. 127 Aawing erlösung gerecht werden sollen; recht erkennen, uns von der fins wir danken dir für diese deine un ermäßliche barmherzigkeit; und bitten dich von ganzem Herzen, sprich uns bußfertige fünder vor deinem gerichte von unserer fünden schuld und strafe los und les dig; rechne uns unsere missethaten nicht zu unserer verdamniß zu; sonsterniß zu dem lichte, und von der gewalt des satans zu dir bekehren, auch als kinder des lichtes wans deln und dir gefällig leben mögen; um deines eingebohrnen sohnes unsers HErrn willen, amen. Um den wahren beständi dern rechne uns vielmehr an deren gegen Glauben. rechtigkeit deines lieben ſohnes JEfu Chrifti, und laß uns um des fen willen gnade, vergebung der sünden, leben und seligkeit erlangen, um seines vollgültigen und hohen verdienstes willen, amen. Err himmlis 173. fcher vater! der du aus väterlicher liebe uns armen fündern deinen sohn geschenket haft, daß wir an ihn glauben, und durch solchen glauben selig wers den sollen: wir bitten dich, gib Um den heiligen Geist deinen heiligen geiſt in unsere hers und dessen Gaben. zen, der unsern schwachen glauben allezeit stärke; damit wir in ans fechtung an deinen verheissungen Err GOtt himmli z dein lieber sohn versprochen hat, sondern uns im leben und sterben daß du deinen heiligen geist devon ganzem Herzen darauf verlass nen geben wolleft, die dich darum sen, und durch solchen glauben bitten; so bitten wir dich herzlich alles überwinden mögen; um dess in dem namen JEsu Christi deines selben deines lieben sohnes JE geliebten sohnes, du wolleft uns fu Chrifti unsers HErrn willer. deinen heiligen geist geben, daß amen. er uns in alle wahrheit leite, uns zu allem guten antreibe, regiere Um die Vereinigung mit und führe. Heilige uns durch und durch, GOtt. eiliger GOtt und erfülle uns mit ſeinen heiligungs- 174. heiland Jefu Chris JEsu gaben, damit wir als deine kinder wandeln, Christo angehören, und Deine rechte halten mögen; um der theuren verheiffung und für bitte deines geliebten sohnes JEsu Chrifti willen, amen. ste! der du als die himmlische weisheit nicht in eine boshaftige feele kommest, auch nicht in einem leibe wohneft, welcher der fünde unterworfen ift: reinige und heis lige unsere herzen durch dein wort und deinen geist, daß wir dich über alles lieben und dein wort halten. Ach! mache uns dadurch zu deis nen heiligen tempeln, und zu deis ner beständigen wohnung, und las uns mit dir im glauben und in den liebe vereinigt seyn und bleiben, um deiner ewigen liebe willen, um Um die Erleuchtung. eiliger und gnädiger 172.liger GOtt und vater! du, HErr! bist Gott, der uns er leuchtet: gib uns den geift der weisheit und der offenbarung und erleuchtete augen unsers verstans des, daß wir dich in deinem lichte amen. 128 Collecten oder kurie Kirchen Gebete. Um die Erneuerung. Noch um die Gnade GOttes ein heiliges Leben zu führen. und vater! du das alte fündliche wegnimmst, 175.2mächtiger, heiliger und das neue in uns ſchaffeft; wir bitten dich, gib uns die kraft dei nes heiligen geistes, daß wir den al ten menschen, der sich durch böse Laße in irrthum verderbet, täglich ablegen; hingegen unsere herzen in heiligkeit und gerechtigkeit im mer mehr und mehr erneuren, in der wahren lehre fester werden, und im gottseligen leben von tage zu tage zunehmen, durch unsern lehrer und heiland JEsum Chriftum, amen. gerechter 177.Er du heiliger und du gefaget hast, du wollefst dein ges ser in unser her: geben, und in uns fern sinn schreiben; gib, daß wir dich herzlich fürchten, und in al leu deinen geboten untadelich einher gehen. Behüte uns, o GOtt! für heuchelen und gleißs ners- werken. HErr! der du ins verborgene siehest, und herzen und nieren prüfest, erleuchte uns durch deinen heiligen geist, daß wir allezeit redlich, aufrichtig und ohne falsch vor deinem angesichts wandeln, und in allem unsern thun und lassen nicht auf mens schen, sondern auf dich, den richs ter aller gedanken, fehen; auf daß und an jenem herrlichen tage freudigkeit haben, und nicht zu schanden werden mds gen; um deines lieben sohnes Efu Christi unsers HErrn wils lent, amen. Um einen christlichen Wandel. Err GOtt himmlis alleſamt in fünden empfangen und 178.heter der du gebohren. Wollen haben wir wol, aber das gute ju vollbringen, fin den wir nicht. So gehe nun, HErr! nicht ins gericht mit dei nen knechten und mägden, denn vor dir ist kein lebendiger gerecht. Reinige und heilige uns aber in deiner wahrheit, damit unser geist, famt feele und leib auf die zukunft unsers HErru JEsu Christi un Aträflich behalten werde; um beffelben deines lieben sohnes, unsers HErrn und beilandes wil [ en, aimen. Um die Gnade GOttes ein heiliges Leben zu führen. eiliger vater, barms ter GOtt du hast uns befohlen, wir follen heilig seyn, weil du heilig bist; hast uns auch deswegen durch Deinen eingebohrnen sohn aus der band unserer feinde erlöset, daß wir dir unser lebelang ohne furcht dienen sollen in heiligkeit und ge rechtigkeit, die dir gefällig ist. Ach HErr, unser GOtt! wir sind aus uns clende menschen durch das ses lige licht deines wortes zu der er. kenntniß deines lieben sohnes JE fu Christi haft kommen lassen; wir bitten dich von ganzem Herzen, du wollest uns durch deinen heiligen geist also regieren, daß wir nach solchem lichte immerdar wan, delu, uns mit ganzer zuversicht unsers heilandes allezeit erfreuen, und also zur ewigen seligkeit ers halten werden mögen; durch dens felben deinen lieben sohn unsern HErrn, amen. Collecten oder turje Rirchen Gebete. Um göttliche Regierung. Um die Liebe gegen den Nächsen. Umächtiger HErr 179. gott der du bist ein beschüßer aller, die auf dich hof 182. Ewiger Gott und vo fen; ohne welches gnade niemand etwas vermag, noch vor dir gilt. ter! wir danken die von herzen, daß du uns durch dein wort gelehret haft, wie wir mit Laß uns deine barmherzigkeit einander allhie wandeln, und uns reichlich wiederfahren, auf daß wir serem nächsten dienen sollen; wir burch dein heiliges eingeben dens bitten dich, gib deinen heiligen len was recht ist, und daffelbige seist in unsere herzen, daß er die auch durch deine Fraft vollbrins rechte herliche liebe in uns ans gen, um JEfu Chrifti unsers sünde, und uns für alle dem, das der liebe entgegen ist, behüte und HErrn willen, amen. bewahre; auf daß wir nach deinem willen leben, und unserm nächsten Um göttliche Regierung alle liebessdienste und hülfe gern und den lieben Frieden. und willig beweisen; allen torn, ungeduld und rachgier fallen und weit Err GOtt himmlis 180. bitten dich, du wolleft deinen heis verachtung geduldig leiden; uns ligen geist in unsere bergen geben, fern feinden von herzen vergeben, uns in deiner gnade und wahrheit und also in rechter liebe und uns ewiglich erhalten, in aller anfech gefärbtem glauben von tage in tung behüten und trösten, für uns tage zunehmen, und bis ans ende fern feinden und verfolgeru bes beständig darinnen verharrers wahren, und deiner armen chris( durch JEfum Chriftum deinen kenheit beilfamen frieden verleis fohn unfern HErrn, amen. het, durch JEsum Christum uns fern HErrn, amen. Um die Liebe zu GOtt. Um die Hoffnung des ewigen Lebens. 183. biger Gott und vas nädiger GOtt, liebs ter! wir loben, ehren und preisen 181. du von uns in Chrißo JEfu vor der welt, daß du uns nach deiner groffen geliebet hat, und uns mit allerley[ barmherzigkeit zu der lebendigen gütern an feel und leib täglich boffnung eines unvergånglichen, und reichlich überschütteft: verleis unbefleckten und unverwelklichen De uns, daß dein geift in unsern erbes durch die auferstehung JE. bergen rechtschaffene liebe anzunfu Chrifti wiedergebohren und ans de, daß wir dich, deine gute und genommen haft; und bitten dich wolthaten erkennen, dich von demühtiglich, trößte, stärke und gangen herten über alles lieben, regiere uns durch deinen heiligen und alles, was in der welt ist gegen geift, daß wir uns keine trúbjal dich für nichts achten, und also noch anfechtung von dir abwens deiner ewigen liebe fähig werden, big machen lassen; sondern dure um deines lieben sobnes JEfu die hoffnung des ewigen lebens Cbrißi willen, amen. alles mit geduld überwinden, und 130 Collecten oder kurze Kirchen Gebete. sulezt auch das ende unsers glau gen namens ehre und um Chrift bens, die ewige seligkeit, davon willen, amen. mögen; durch denselben Umrechte Heiligung des bringen deinen sohn JEfum Chriftum un fern HErrn, amen. Um wahre Gottesfurcht. 184. Gerechter, starker und Sabbaths. himmlis 186.ferater wirbits ten dich, du wolleft uns durch deis heiligen und führen, daß wir als die wahrs haftige anbeter dich im geiste und in der wahrheit heute und allezeit anbeten, dein wort mit ganzem herzen hören und annehmen, und den sabbath recht heiligen; damit wir durch dein wort und durch die anrufung deines namens auch ges heiliget werden, auf JEfum Chris ftum deinen sohn alles unser vers trauen und hoffnung im tode und leben seßen, uns für allem ärgers niß huten, uns von aller beflets kung des fleisches und geistes reis nigen, und mit unserer heiligung in deiner furcht immer fortfahs ren, bis wir endlich aus gnaden ewig selig werden; durch densels ben deinen lieben sohn JEsum Chriftum unfern HErrn, amen. GOtt, lie- nen ber himmlischer vater! erhalte unser herz bey dem einigen, daß wir deinen namen fürchten, und ernstlich zu aller zeit und an allen orten forgfalt tragen, dich im geringsten auch nicht mit einer fünde zu beleidigen. Laß uns alle unfere worte und werke zuvor wol be benken, deine allgegenwart, allwis fenheit, zorn und firaf- gerechtig teit uns stets vor augen stellen, und uns hüten, daß wir nicht in eine fünde willigen, und wider eines deiner gebote handeln; fondern dich vielmehr in deiner furcht, als Deine kinder, allezeit ehren, die dienen und gehorchen mögen; der du unser HErr und GOtt bist, hochgelobet in ewigkeit, amen. Um Vertrauen auf Gott. 185. Allmächtiger, gütiger Um kräftige Wirkung und wahrhaftiger des gepredigten und angehörten Wortes GOttes. GOtt! wol dem menschen, der sich dich bist ei ewiger, barmherzis ne zuflucht aller derer, die dir fer 187. ger Gott und vas figlich vertrauen. Tilge in uns al ter! wir danken dir herzlich, daß len unglauben, mistrauen, zwei du uns dein heiliges evangelium fel und kleinmühtigkeit, wie auch geoffenbaret, und uns bisher treue alle sicherheit und vermessenheit. Diener desselben gegeben haft; und Laß uns unser vertrauen nicht auf bitten demühtiglich, stärke und res andere menschen, noch auf ehre, ge: giere uns durch deinen heiligen walt, ansehen, gut und reichthum, geift, damit dein liebes wort viel feßen; sondern dir als dem leben: frucht in uns schaffe, und wir in bigen, unsterblichen, allmächtigen, weisen, gütigen und wahrhaftigen GOtt fest vertrauen, und von dir allerley geistliche und leibliche gaben, bülfe, errettung, beystand und segen erlangen, um deines beilis! erkenntniß deines willens, im glauben, in der liebe, geduld, sanfte muht und demuht täglich zunehs men, und bis an das ende bestans dig dabep verbarren, auch die seit uufes Collecten oder kurze Kirchen: Gebete. 131 unserer wallfahrt zu deinem gefals| mels und der erden! durch wels len allhie würdiglich wandeln; daß ches geist alles regieret, durch wel wir endlich mit allen heiligen die ches vorsehung alle dinge geordnet felige hoffnung, die uns bepgelewerden; der du bist ein GOtt des get ift, erlangen, und in das reich friedens, von welchem alle einigs deines sohnes versetzet werden keit zu uns kommet: wir bitten mögen, durch denselben deinen dich, du wolleft uns alle unsere füns fohn, unsern HErrn, amen. de vergeben, und uns mit deinem göttlichen frieden und einigkeit Für die gemeine Chri- begnaden, damit wir dir in rechter fenheit. Umächtiger, eriger GOtt! der du die furcht dienen, zu lob und preise deines namens; durch JEfum Chriftum unsern HErrn, amen. gange christenheit durch deinen beiligen geift heiligest und reinis seft; erhöre unser gebet, und gib gnädiglich, daß ſie mit allen ihren gliedern dir in reinem glauben, in heiligkeit und gerechtigkeit, so dir gefällig ist, durch deine gnade dies ue; um JEfu Chrifti deines fohnes unsers HErrn und beilandes willen, amen.. Für die weltliche Obrigkeit. 189. Barmherziger himmlischer vater, in wel des hand aller menschen gewalt und obrigkeit stehet! wir bitten, sev grådig allen chriftlichen regens tent, inſonderheit unſerm könige und Für Bekümmerte und Traurige. 191. der traurigen und eine stärke der schwachen! laß vor dein angesicht gnädiglich kommen die bitte aller derer, so in bekümmerniß und ans fechtung zu dir seufzen und schreis en; auf daß iedermann in der noth deine göttliche Hülfe empfinde und dich dafür ewiglich lobe und preise, unsern HErrn, amen. unite durch Jeſum Chriftum allmächtiger/ ewis trof Um Friede und Einigkeit. Gwiger, allmächtiger 190. Gott, ein her hims Um Trost und Errettung im Creuz und Unglück. 192. Allmächtiger, ewiger GOtt, himms die gewalt von ihm haben; erleuch lischer vater! der du uns deine te und regiere sie durch deinen hei- kinder aus väterlicher wolmeis ligen geist, gib ihnen weisheit, ver- nung allhie auf erden unter das Rand, eine glückliche und friedlithe regierung, auf daß sie alle ihre unterthanen in gottesfurcht, in friede und ruhe schüßen und regie: ren. Verlängere ihnen ihre tage, auf daß wir unter ihrer herrschaft fammt ihnen deinen göttlichen na: men heiligen und preifen mögen; burch deinen lieben sohn JEfum Chriftum unsern HErrn, amen. creuz stellest, und allerley leiden über uns ergehen läsfest, der füns de damit zu wehren und uns zve buffe, glauben, hoffnung und ems sigem gebete zu reizen: wir bitten dich, du wolleft uns durch deinen heiligen geist in aller anfechtung und noht stärken und trösten, uns fer gebet erhören, und gnädige bülfe verschaffen; auf daß wir nicht von dir weichen noch verzagen, sowe dern deine väterliche gnade und bepfland reichlich empfinden, und bid Collecten oder furge Rirchen- Gebets. dich mit allen heiligen hier und um die Zidtung del Dørt ewiglich loben und preisen mögen; durch JEsum Christum, Deinen sohn unsern HErrn, amen. Fleisches und Erneuerung des Geifics. 195.Barmherziger, ewis ter! wir sagen dir lob, ehre und ger GOtt und vas Um Dankbarkeit für die preis, daß du uns arme verlohrs Wolthaten GOttes. 193.Allmächtiger HErr ser durch das blut deines johnes gereiniget, und zu neuen GOtt, himmlischer menschen und erben des ewigen Bater! von dem wir ohne unter lebens gemacht haft: und bitten las allerien gutes ganz überflüssig dich, regiere uns durch deinen empfangen, und noch täglich für heiligen geist, daß wir die werte allem übel gnädiglich behütet des alten verderbren menschen, werden; wir bieten dich, laß uns als da sind allerley sünden und folches alles durch deinen geist mit unreinigkeit, ablegen, und dars ganzem Herzen in rechtem glauben erkennen, auf daß wir deiner mil gegen den neuen menschen, der nach deinem bilde geschaffen ist, Den gute und barmherzigkeit hier mit seinen guten werken anzies und bort eriglich danken und dich hen, und also im beiligen unfirafs loben, durch deinen lieben jöhnlichen leben, mit gurem frölichen Ejum Christum unsern HErrn gewissen hie seitlich vor dir wans deln, und endlich dort ewig selig amen. Gegen des Teufels Anwerden; durch Jesum Chriftum deinen lieben sohn, unsern HErrn, amen. fechtung. HErr himms 194. lischer vater! du Um einen heiligen Wan del nach dem Tauf: Bunde. weisfeft, in was für groffer gefahr wir alle augenblicke wegen des leis I digen fatans schweben, und daß 196.2llmächtiger, barms hülfe, GOtt und ohne schuß und schirm gegen die liftige vater! wir danken dir von hers antaufe des grausamen feindesen, daß du uns in der heiligen nicht bestehen tonuen: darum caufe, um deines lieben sohnes JE bitten wir dich von grunde unses su Chrifti willen, alle fünde vers ver herzen, du wollest uns mit geben, uns gerechtigkeit, den heis beinem worte und beiligen geiste ligen geist, und ein ewiges leben wider den bösen feind ausrüsten, geschenket haft: und bitten dich, auf daß wir in dir start seyn, und du wollest uns durch denselben In der macht deiner starte alle feu Deinen heiligen geißt bis an unser rige pfeile des bösewichts ausis ende also regieren, daß wir solche fchen; auch wenn das böse slund deine väterliche gnade an uns lein kommt, uns mit dem schwer nicht verlohren seyn lassen; fons te des geistes wehren, alles wol dern wie wir in der taufe zugefaget ausrichten und das feld behal- haben, also auch dem teufel und ten mögen; durch deinen sohn der fünde mit allen ihren lüften Jefum Chrifum unsern HErrn, von tageju tage te langer je meha absagen und abgerben; bingegen emed aber 133 Collecten oder kurje Kirchen- Gebete: aber dir und deiner gerechtigkeit, ende verharren, und dir ohne leben, bis wir endlich durch den knechtische furcht unser lebelang tad von aller sünde gänzlich bedienen in heiligkeit und gerechtige frevet, ewig felig werden; durch feit die dir gefällig ist, um deffels Jesum Chriftum deinen sohn uns ben deines lieben sohues JEsu fern HErrn, amen. Chrifti willen, amen. mod Um die Vermehrung der Gaben GOttes. Um Keuschheit und Reinigkeit des Herzens. du befoh 197. ten und gesagt haft: 199. cher vater! wir dans Ihr follet heilig seyn, denn ich bin heilig; der du das anschauen kendir von herzen, daß du uns zu GOttes und die seligkeit nur des mancherley amtern berufen, und nen verheiffen, die reines herzens dazu nohtdürftige gaben durch find: laß uns alle unreine lüße deinen heiligen geist mitgetheilet und begierden ernstlich fliehen, haft: und bitten demühtiglich, du und reinige unsere herzen von als wollest solche gaben um unsers uns ler befleckung des fleisches und des dankes und misbrauches willen geißes. Gib, daß wir auch unse- nicht von uns nehmen, sondern ſie re leiber dir begeben zum opfer, in uns vermehren; und uns durch das da lebendig, heilig und dir deinen heiligen geist lehren, leiten wolgefällig sen, damit wir in das und führen, daß wir uns in unfes bimmlische Jerusalem, wo tein rem berufe allezeit treu und fleissig unreines eingehen wird, gelangen, erweisen, alles in deiner furcht ans and dir hier und dort mit reinem fangen und vollenden, und alle geißte dienen mögen; der du bist deine gnade und gaben zu deinen ein reiner und heiliger GOtt, ehren, zu des nächsten dienste hochgelobet in ewigkeit, amen. und unserer eigenen wolfahrt recht gebrauchen, und als deine Wider die Knechtschaft treue haushalter und diener hie jeitlich erfunden, und hernach und Dienstbarkeit der Günde. bort ewig felig werden mögens armherziger GOtt durch deinen sohn JEfum Chris wir amen. 198. gen dir lob und dank für deine uns aussprechliche güte und gnade, daß bu uns durch deinen fohn unfern um den rechten Ges 200. 2llmächtiger, ewiger du deiland Jefum Christum von der dienstbarkeit der fünde und vom Aluche des geseges frey gemachet, und zu erben des ewigen lebens angenommen haft: und bitten dich von herjen, regiere uns durch dei nen heiligen geift, daß wir nicht wieder unter das ioch der fünde und des todes gefangen werden, fondern in der christlichen frenheit und in deiner gnade bis an unser daß wir unsere ebreu, junge, u schöpfer aller dinge! wir danken dir, daß du uns einen gesunden leib gegeben, und unsere angen, ohren und andere gliedmaassen für dem bösen feinde behütet haft: und bitten dich, gib uns deine gnade brauch der Gliedmaasfen unsers Leibes. $ 34 Collecten oder kurze Kirden: Gebets. S alle glieder unsers leibes, nach ihm zum ewigen himmlischen Deinem heiligen willen recht gefreuden leben eingehen mögen. brauchen; mit unsern ohren dein Das gib uns, o lieber himmlischer wort fleissig hören und wol merken: vater! durch denselben deinen und mit unserm munde und zun- sohn Jesum Christum unsern gen deine gnade preisen und rüh- HErrn, amen. men, auch niemand damit ärgern, fondern jedermann dadurch bessern und erbauen mögen. Laß uns, lieUm ein seliges Ende. ber HErr und GOtt! unsere Leiber 203. allmächtiger Gott, and glieder allesamt begeben zum opfer, das da lebendig, heilig, und Dir wolgefällig sey; auf daß wir dich, sowol an unserm leibe, als an unserm geifte immerfort ehren und preifen; um deines lieben fob nes JEfu Chrifti willen, amen. Um Bereitschaft zum jüngsten Gerichte. 201, ieber HErr GOtt! wecke uns auf, daß wir bereit fenn, wenn dein lieber fohn kommt, ihn mit freuden zu empfangen, und die mit reinem berjenju dienen, durch denselben deinen fohn JEfum Chrifum unsern HErrn, amen. vater! der du durch den tod deines lieben sohnes die fünde und den tod zunichte gemachet, uns durch fein heiliges blut von fünden ges reiniget, und durch seine siegreiche auferstehung, unschuld und ewiges leben wiedergebracht hast; daß wir in deinem reiche vor dir ewiglich leben sollen: gib, daß wir solches von ganzem Herzen glauben, uns in solchem slauben mit heiligem leben und wandel zu einem seligen ende bereiten, und bis an unser ende also glauben und leben, damit wir der frölichen auferstehung uns ferer leiber ain jüngsten tage mit freuden erwarten mögen: durch denfelben deinen sohn JEsunt Chriftum unsern HErrn, amen. Noch um Bereitschaft noch um ein seliges Ende. ewiger und barms 204. Allurächtiger HErr, herziger GOtt! der du durch den tod uns aus dieser fündigen welt zu dir forderst und hinweg nimmst; daß wir durch stetiges fündigen nicht verderben; sondern in deis nem reiche die vollkommene heis ligkeit und gerechtigkeit deiner auserwählten erlangen und bes figen mögen: wir bitten dich, du wollest uns solches recht erkennen und gläuben lassen; auf daß wir uns unsers abschiedes herzlich freuen, und dem berufe zu deinem ewigen reiche gern und willig fols gen: durch JEsum Chriftum deis neu sobu unsern HErrn, amen. Noch tum jüngsten Gerichte. 202.DerrGott himm lischer vater! wir bitten dich, gib uns deinen heiligen geist, daß wir nach deinem hei ligen willen unsere lenden recht amgürten; unser fleisch und blut zähmen und betäuben; in dem lichte deines wortes ohne anstoß wandeln, auch das licht eines rechten glaubens und heiligen lebens vor den menschen scheinen und leuchten lassen, und als treue dies ner auf die zukunft deines lieben fohnes alle stunden und augenblicke warten; damit wir an je nem groffen tage mit freuden von 15m empfangen werden, und mit Gedet am Hagel- Feier. 135 Roch um ein seliges Ende. fegnen, daß es feine früchte und 205. Allmächtiger ewiger verndgen gebes fintemahl wir vonz Deinen sohn vergebung der fünden and rettung von dem ewigen tode jugefaget haft: wir bitten dich, står te uns durch deinen heiligen geist, daß wir in solchem vertrauen auf dich durch Christum täglich zunehs ment, und die Hoffnung fest und gewiß behalten, daß wir nicht ster: ben, sondern entschlafen, und am lüngsten tage zum ewigen leben er wecket werden sollen; durch denselben deinen sohn JEsum Christum unsern HErrn, amen. der erde hervor bringen oder dems selben helfen können, wo du nicht das gedeyen giebest. Darum vers leihe den lieben früchten ein gnäs diges gewitter, daß sie wachsen und wol gerahten. Behüte sie für hagel und ungewitter, für verhees rung, für allem ungeziefer und schaden. Laß das land nicht feiren in deinem zorne, laß es nicht wüste liegen, und unfruchtbar bleiben. Schließ den himmel in deinem grimme un unserer fünde willen nicht zu, daß er nicht wie eisen, und die erde so hart wie erz werde; sons Um das ewige Leben. 206. Barmherziger, ewidern gib uns früh- und ſpat- regen, und vater! der du uns in Christo JEfu land heint, und wässere es, und in einer lebendigen hoffnung des mache es sehr reich. Gottes brünns ewigen lebens berufen haft: verlein hat ja waffer die fülle; o HErr! leihe yns, daß wir durch deinen so laß doch unser getreide wol ges geift die welt und alle lüfte dieses lebens bestreiten; unser fleisch creuzigen und tödten; und nach dem, was dreben ist, am ersten trachten; bis wir im glauben, hoffnung und geduld alles über winden, und vor deinem angesich te gecronet und ewiglich erfreuet werden, um Jesu Christi unsers feligmachers willen, amen. rahten, denn also bauest du das land. Tränke unsere furchen, und befeuchte sein gepflügtes mit res gen; mache es weich, und segne sein gewächs. Crine das jahr mit deinem gute, daß deine fußstapfen von fette triefen; so werden unses re wohnungen auch fett werden, daß sie triefen, und die hügel ums her werden luftig seyn, die anger werden voll schaafe seyn, und die Gebet um die Früchte auen werden dicke mit forn fies und get. So laß dir, lieber GOtt! den lieben saamen, und alle früchs te des ganzen erdreichs in deinen feyns 207. himmels und der erden! der du erhalte sie in frost, Fälte, eis, burch deine überschwengliche güte schnee und wind, hige und dürre, den ganzen erdboden mit allers in regen und allem vorfallenden len früchten ziereft und erfülleft, wetter, daß sie nicht beschädiget von welchen menschen und vieh werden. Behüte uns für miss thre nahrung haben: wir bitten wachs, theurung, hunger und Dich um deiner barmherzigkeit Fummer. Siehe, wir bekennen uns willen, du wollest unser land fere fünde mit reuenden berien unb des Landes, an dem so genann ten Hagel- Feier. Err allmächtiger 153 Um ein gutes Gewittes. und schreien zu dir unserm Gott ,, cheft, und unserm lande flaud Du wolleft hören im himmel, in und asche für regen giebest.) Aber bem sike, da du wohnest, und gnä- hilf doch um deines namens wils big fenn der fünde deines volkes, len, und laß die liebe sonne wies und uns nicht mit leiblicher nah derum scheinen und leuchtenz rung verlassen; sondern unser( und laß doch das land durch eis leben erhalten, und uns mit aller nen fruchtbaren regen wiederum nohtdurft versorgen, auf daß wir befeuchtet werden;) damit sich die in allen dingen deine göttliche nohtleidende früchte erholen, und kraft und milde hand mit danksa- wir solchen deinen segen zu unses gung erkennen, und dich preisen: rer nohtdurft wol einbringen und der du uns an leib und seele hier mit danksagung in friede geniesſen seitlich und dort ewiglich reichlich mögen, durch deinen lieben sohn ernehrest, amen. JEfum Chriftum, amen. Um eine glückliche Um ein gnädiges Ges witter. Ernte. Err 208. Her allmächtiger 210. HErr allmächtis ger GOtt und was les, was da is, regiereft and er ter unsers HErrn JEfu Chrifti! Behreft, ohne welches gnade nichts du machest frölich, was da lebet geschehen kann: gib uns deinen kin beide des morgens und abends; bern, lieber vater! ein gnädiges du baueft das land, fegneft sein ges sewitter und warmen sonnen wächs, läsfest das getreide wol ges fchein,( und fruchtbaren regen) rahten, und crôneß das jahr mit auf daß unfer land durch deinen deinem gute: und haft auch dieses fegen mit früchten erfüllet werde, jahr unser land heimgesuchet, reich und die früchte, so du uns aus gnas gemacht, und das getreide wol ges den befehehreft, nicht verderben, rahten lassen. Wir sind auch jeho fondern fein trocken eingesammlet an der arbeit, diesen deinen segen werden, und wir unser tägliches einzusamlen, und in unsern nußen brot und nohtdurft davon haben zu verwenden: darum bitten wir mdgen: so wollen wir dich gnädi- dich herzlich, weil dir wind und gen GOtt und sater dafür loben meer gehorsam ist, die wolken sich und preisen, durch deinen sohn, kehren wohin du willt, und thun, Jefum Chrißum unsern HErrn, was du ihnen gebeuteft; du wolleft ju dieser ernte arbeit bequemes wetter und beständigen sonnens amen. Bey anhaltenden Regen schein geben, und das angesicht der erden frölich seyn, auch nach dem oder Dürre. 209. Allmächtiger, barm- regen- wetter die sonne wieder damit allerhand bimmlischer vater! wir haben es feld- und gartenfrüchte für allem mit unsern fünden wol verschul- schaden behütet, ihre vollige reife bet, daß du uns jego mit vielem erlangen, von uns mit grossem Aberflüssigen regen und betrübter nußen in gutem frieden und sis naffen wetter ftrafest und heimsucherheit trocken eingesamlet, auch heft,( daß du den himmel wie von uns und den unsrigen aus effen, und die erde wie ers mas deiner milden band genommen, Gebete bor und nach der Ernte. 137 fur nohtdurft unseres leibes mit, sie ju deinen ehren, ju des nächsten Danksagung gebrauchet, und in besten und unserer nohtourft also guter gesundheit genossen werden. anwenden, damit wir auch hins Du weißt, lieber vater! daß wir des fort deinen segen und gnädige bes täglichen brotes und deines erde nedeyung in allem, was wir bedürs fegens hoch bedürfen; weil du es fen, alle; eit verspüren, dasienige, also geordnet hast, daß der mensch was du beschehrest, in friede und vom brote lebe, und sein herz da ruhe geniessen, und zugleich mit mit stärke, daß auch das viel aus allerley geistlichem segen in himme dem erdboden seine nahrung halischen gütern geseguet werden; be: darum gönne uns auch für durch JEsum Christum deinen dieses jahr deinen gezeigten segen, sohn unsern HErrn, amen. und wie du angefangen hast uns zu fegnen, fo segue uns ferner. Gib uns unsere speise zu seiner jeit, thue deine milde hand auf, und Das Vater Unser. nach Matth. 6,9. 2C. fattige uns mit deinem gute. 212.Vater unfer,( unfer HErr! Du erhdrest das gebet, dar um kommit alles fleisch zu dir: höre auch jest unser gebet, und vernimm unser schreien, daß wir hieben dein väterliches her; erkennen, und ur fach haben, dich für deine wolthat ju loben und zu preifen, so lange wir leben: darzu hilf uns, lieb reicher GOtt! und gib uns was wir von uns selber nicht vermd gen; denn dein ist das reich, und die traft, und die berrlichkeit in ewigkeit, amen. himmel! geheiliget werde dein nas me: dein reich komme: dein wille geschehe, wie im himmel, also auch auf erden: unser täglich brot gib uns heute: und vergib uns unsers schuld, als wir vergeben unsern schuldigern: und führe uns nicht in versuchung: sondern erlöse uns von dem bösen. Denn dein ist das reich, und die kraft, und die herra lichkeit, in ewigkeit, amen. Der Segen des HErrn, welchen der DienerGOttes über die christliche Gemeine spricht. Danksagung nach der Ernte. 211.Barmherziger gnädiger Gott und vater! 213. Der HErr fegne die und behüte dich! wir danken dir her; lich für deinen reichen segen, den du uns bisher der HErr laffe fein angesicht leuchs s ten über dir, und ſen dir gnädig auf dem felde und sonst täglich aus väterlicher güte mitgetheilet der HErr hebe sein angesicht übez dich und dir friede. haft; und bitten dich, verzeihe uns um deines lieben sohnes JEfu Chrifti willen, daß wir ſo undant: Seufzer von der christlis bar gewesen, und dir und unserem nächsten nicht treulicher damit gedienet, sondern denselben zum chen Gemeine bierauf zu sprechen. ofteru zur fünde misbrauchet bar 214. Der friede Gottes) welcher höher in ben. Hilf durch deinen heiligen denn alle vernunft, bewahre uns geift, daß wir hinfort alle deine fere herzen und sinne in Cbrißa gaben mit Dant annehmen, und JEfu, amen. IX. X 138 Antiphonen vor den Kirchen Collecten: IX. Antiphonen, oder gebräuchliche Verse vor den Kirchen: Collecten. Zu aller Zeit. Auf Weihnachten. 1.) Bittet, so werdet ihr neh 12.) Ench ist beute der heiland gebohren, men, Halleluja! Daß eure freude vollkommen sey. Halleluja! 2.) Rufe mich an in der seit der noht, So will ich dich erretten, und Du sollt mich preisen. 2.) Bittet, so wird euch gegeben, fuchet, fo werdet ihr finden, Halleluja! Klopfet an, so wird euch aufges than. Halleluja! 4.) Der HErr denke an uns und fegue uns, Halleluja! Er segne die den HErrn fürchten beide kleine und grosse. Hall. 3) Bey dem HErrn findet man bülfe, Halleluja. Und deinen fegen über dein volt. Halleluja! Auf Sonn- und Fest- Tage. 6.) Der HErr sen mit euch, Und mit deinem geiste. Nach der Communion. 7.) Dantet dem HErrn, denn er ist freundlich, Und seine gute währet ewiglich. 8.) Lobe den HErrn meine seele, Halleluja! Und was in mir ift feinen heilis gen namien. Halleluja! 9.) Schmecket und sehet wie freundlich der HErrift, Hall. Wol dem, der auf ihn trauet. Halleluja! Auf Advent. 4o.) Bereitet dem HErrn den weg, Halleluja! Machet feine feige richtig.Hall. .) Machet die thore weit und die thüren in der welt hoch, Hall. daß der könig der ehren eins atebe. Halleluja! Welcher ist Christus der HErt in der stadt David. Halleluja! 13.) Ein kind ist uns gebohren, Halleluja! Ein sohn ist uns gegeben. Hall: 14.) Das wort ward fleisch, Hall. Und wohnet unter uns. Hallel. 15.) Kündlich groß ist das gotts felige geheimniß, Halleluja! GOtt ist offenbaret in fleische. Halleluja! 16.) Christus kommt her aus den vatern nach dem fleische, Hall. Welcher ist GOtt über alles ges Lobet in ewigkeit. Halleluja! Am Veuen Jahrs- Tage. 17.) HErr, crône das jahr mit deinem gute, Halleluja! Und laß deine fußstapfen triefen von fett. Halleluja! 18.) Die gute des HErrn ist, daß wir nicht gar aus sind, Hall. Und seine barmherzigkeit hat noch kein ende. Halleluja! Am Feste der Erscheinung Christi. 19.) Es wird ein stern aus Jacob aufgehen, Halleluja! Und ein scepter aus Ifrael aufe Fommen. Hallelula. 20.) Das volk so im finstern wans delt, siehet ein groffes licht, Halleluja! Und über die, so da wohnen in finsterniß, scheinet es helle. Hall. 21.) Lobet den HErrn alle heis den, Halleluja! Und preiset ihn alle volker.Hall. Auf Maria Reinigung. 22.) Bald wird kommen zu seinem tempel der HErr, den ihr fuchet, Halleluja. Und Antiphonen vor den Kirchen Collecten. Und der engel des bundes, deß Und um unserer gerechtigkeit ihr begehret. Halleluja. willen auferwecket. Hallel. .) Die ftrafe liegt auf ihm, auf daß wir friede hätten, Und durch seine wunden sind wir geheilet. 26.) Mir hast du arbeit gemacht in deinen fünden, Und haft mir mühe gemacht in deinen misfethaten. 27.) GOtt hat seines eigenen soh 23.) HErr, nun läsfest du deinen 33.) Christus von den todten ers diener in friede fahren, Hall. Denn meine augen haben deis nen heiland gesehen. Hallel. Zur Fasten- Zeit. 34.) Christus ift um unserer miss wecket, stirbet Hinfort nims mer, Halleluja! Der tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Halleluja! 34.) Christus hat dem tode die fethat willen verwunder, Und um unserer fünde willen zuschlagen. macht genommen, Halleluia! Und das leben und ein unvers gängliches wesen an das licht gebracht, Halleluja! nes nicht verschonet; Sondern hat ihn für uns alle dahin gegeben. 18.) Chriftus hat unsere fünde felbe geopfert an seinem leibe auf dem Holze, Auf daß wir, der sünden abgeftor ben der gerechtigkeit leben. Auf Mariä Verkündigung. 29.) Siehe, eine jungfrau wird schwangerseyn, Halleluja! Und einen fohu gebahren, den wird sie heissen Immanuel. Halleluia. Um grünen Donnerstage. Bo.) So oft ihr von diesem brote effet, und von diesem kelche trinket, Sollt ihr des HErren tod vers kündigen. 35.) 5 139 2m stillen Freytage. 11) Siehe, das is GOttes lamm, Halleluja! Welches der welt fünde trägt. Halleluja! Auf Öftern. 12.) Christus ist um unserer fünde willen dahin gegeben, Hall. Und er wird mich hernach aus der erden auferwecken. Hall. Am Sagelfeier, auch sonst um gutes Gewitter. 36.) HErr, erzeige uns deine gnas de und güte, Halleluja! Daß unser land sein gewächs gebe. Halleluja! 37.) Aller augen warten auf dich, HErr, Halleluja! 39.) Ich weiß, daß mein erlöfes Tebet, Halleluja! Und du giebest ihnen ihre speise zu seiner zeit. Halleluja! 38.) HErr, du feuchteft die berge von oben her, Halleluja! Du macheft das land voll früchs te, die du schaffeft. Halleluia: Auf Simmelfahrt. GOtt fähret auf mit fauche ¡ en, Halleluja! Und der HErr mit heller posaus nen. Halleluia. 40.) Ich fahre auf zu meinem vas ter und zu eurem vater, Hall. Su meinem GOtt, und zu eus rem GOtt. Halleluia. Auf Pfingsten. 41.) Ich will meinen geift ausa siefen über alles fleisch, Hall. Den geift der gnade und des gebets. Halleluja! 42.) Schaffe in uns, Gott, ein reines herz, Halleluja! Und gib uns einen neuen ges wiffen seift. Halleluja! 43.)# $ 40 Entipbonen vor den Kirchens Colleeten 43.) Also hat GOtt die welt ges An Buß- Tagen, und zu liebet, Halleluja! Daß er seinen eingebohrnen fohn gab. Halleluja! 44.) HErr, lehre uns thun nach Deinem welgefallen, denn du bist unser GOtt, Dein guter geist führe uns auf ebener bahu. Auf Trinitatis, fest. 4.) Wir loben GOtt den vater, sohn und heiligen geißt, Hall. und preisen ihn von nun an bis in ewigkeit. Halleluja! 46.) Heilig, heilig, heilig ist der HErrjebaoth, Halleluia! Alle lande sind seiner ehre voll. Halleluja. andern Zeiten. Um Vergebung der Sünden, 14.) HErr, handle nicht mit uns nach unfern fünden, Und vergilt uns nicht nach uns ferer miffethat. ss.) Wir haben gefündiget mit unfern vätern, Wir haben misgehandelt und sind gottlos gewesen. 6.) Hilf uns, HErr unser helfer! unt deines namens chre wil len. Errette uns, und vergib uns unsere fünde um deines nas mens willen. HErr, gehe nicht ins gerichte mit deinen tuechten und mägden, Auf Johannis Tag. 47.) Siche ich sende meinen engel vor dir her, Halleluja! Der deinen weg vor dir bereis ten soll. Halleluja! 48.) Gelobet sen der HErr, der GOtt Israel, Halleluja! Denn er hat befuchet und erlds fet fein volk. Halleluja! Biche auch Num. 10. Auf Maria Seimsuchung. Denn vor dir ist kein lebendiges gerecht. 8.) GOtt! sey uns guddig nach deiner gute, Und tilge unsere fünde nach dels ner groffen barmherzigkeit. In gemeiner lobt. 49.) eine feele erbebet den$ 9.) GOtt, gib friede in deinem lande, HErrn, Halleluja! Und mein geist freuet fich Got tes meines heilandes. Hall. go.) GOtt sidffet die gewaltigen $ 7.) Glück und heil zu allem stande. 60.) HErr, hilf uns deinem volle und segne dein erbe, Hallel. Und weide sie und erhöhe fie ewiglich. Halleluja. um göttliche Regierung und den heiligen Geist. Siehe Num. 42. und 44. vom#uble, Halleluja! Und erhebet die niedrigen. Hall. 1.) Es wird eine ruhte aufgehen von dem stamme Ifai, Hallel. Und ein zweig aus seiner wurzel wird frucht bringen. Hallel. Auf Michaelis: Tag. 12.) Der HErr hat seinen engeln befohlen über dir, Halleluja! 61.) Daß sie dich behüten auf allen deinen wegen. Halleluja. 8.) Der engel des HErru lagert sich um die her, so ihn fürchs ten, Halleluja! Ulm Erhaltung des göttlichen and bilfet ibnen aus. Halleluja! Wortes. Heiliger vater! beilige uns in deiner wahrheit, Denn dein wort ist die wahrbeit. 62.) HErr, erhalte uns dein wort, Halleluja! Dein wort ist unsers herzens freude und troß. Halleluja! 63-) Dein Antiphonen vor den Kirchen- Collecten. 141 6.) Dein wort ist meines fuffes| 69.) Preiset mit mir den HErrn Halleluja! leuchte, Halleluja! Und ein licht auf meinen wes gen. Halleluja! Alage der Kirche über wenig Heilige. 64.) Hilf, HErr! die heiligen has ben abgenommen, Und der glaubigen ist wenig uns ter den menschen- tindern. Dank der Kirche für ihre Erhaltung. 6.) GOtt gedenket der barmhers jigkeit, Halleluja! Und hilft seinem diener Ifrael auf. Halleluja. 11m Glauben und Liebe. 66.) HErr, laß Christum durch den glauben in unsern her jen wohnen, Und durch die liebe fest gemours jelt und gegründet werden. 67.) Siehe, wie fein und lieblich ist es, wenn brüder einträchs tig bey einander wohnen. Denn daselbst verheisset der HErr segen und leben immer und ewiglich. Allgemeine Danksagungen für göttliche Wolthaten. 68.) Ich will den HErrn loben so lange ich lebe, Halleluja! Und meinem GÖtt lobsingen weil ich die bin. Halleluja! Und lasser uns mit einander seis nen namen erhöhen. Hallel. 70.) Freuet euch des HErrn, ihs gerechten, Halleluja! Die frommen sollen ihn schon preifen. Halleluja! 71.) Dername des HErrn fey ges lobet und gebenedenet, Hall. Von nun an bis in ewigkeit. Halle Siehe auch num. 7. und 8. Vom Tode und Sterben. 72.) In deine hände befehle ic meinen geift, Halleluja! Du hast mich erldset, HErr, du getreuer GOtt. Halleluja! 73.) Selig sind die todten, die in dem HErra sterben von nun an, Ja der geist spricht, daß sie rus ben von aller ihrer arbeit. 74.) HErr, lebre uns bedenken, daß wir sterben müssen, Auf daß wir klug und selig wers den. Abend Gebete. ebet um die gnade, GOtt wolgefällig zu beten 3 * Um gnädige erhörung des ges bets Am fonntage morgen- gebet $ sabend gebet * Am montage morgen- gebet S• abend- gebet 7 Km Dienstage morgensgebet 8. abends gebet Siehe auch Num. 23. und 35. Vom jüngsten Gerichte. 75.) Siehe der HErr kömmt mit viel tausend heiligen, Hall. Gericht zu halten über alle. Halle Vom ewigen Leben. 76.) Vor dir ist freude die fülle, Halleluja! Und lieblich wesen zu deines rechten ewiglich. Halleluja! Register des Gebet- Buches. 1. Wochen- Morgen- und 9 Am mittwochen morgen ge bet IO$- abends gebet am Donnerstage morgens ges bet IO 12 S• abend: gebet II 4 14 13 412 Am frentage morgen- gebet 12 S. abend geber Is Am fonnabend morgen- gebet 4 6 16 s S abend gebet 13 7 17 Gebet nach dem mergens und abends gebete. Regißer des Gebet: Buchs. 40 46 18 beichte 19 21 Morgen gebet eines com 45 Danksagung für die busse und bekehrung daß GOtt auf die bekeh rung so lange gewartet 41 20 Abend gebet nach der 47 Um besserung des Lebens 43 IV. Gebete vor und nach dem heil. Abendmahl. 48 Um würdige geniessung des abendmahls 43 49 Um wahre vorbereitung zum würdigen genuß to Vor dem heiligen abends mahl 4f municanten 44 142 18 Wochen gebet in den montags betstunden 17 19 Morgen gebet, wenn man beichten will 22 Abendgebet deffelben 23 Morgen- gebet eines FranFen 24 Abend gebet deffelben 25 Gebet, wenn man zur kirche 20 22 2 gehen will 24 26 Gebet in der Kirche 25 27 Gebet, wenn man aus der firche gehen will 25 28 Gebet, wenn man aus der kir ** Jm hingehen zum heiligen abendmahl 46 52 Seufter bey reichung des brotes 46 * 3== ben reichung des felches 47 che nach hause kommet 244 Wenn man nach empfanges Wolthaten GOttes. nem abendmahl in feis nen stand getreten 47 29 Danksagung für die schöpsss Währender communion, auch fung 26 für die, so nicht zum as bendmahl gehen 27 47 für die heilige taufe 28 567 Danksagungen nach dem ges muß des abendmahls 48. 49 s für die offenbahrung$ 7. des göttlichen wortes 29 s8 Um erhaltung und vermehs rung der durch das abends # für die göttliche vors forge 30 s für GOttes barmhers sigkeit 31 s daß uns GOtt in noht und gefahr erhalten s für die erhörung des gebets 30## für die erlösung 31 32 33 23 24 II. Danksagungen für die # 35# mahl erlangten gnade I V. Gebete um zuwendung alles guten und abwen dung alles böfen. Um den heiligen geift und feine gaben 60 Um den glauben und erkennt 19 niß Chrifti $ 3 61 Um die wiedergebuhrt 62 Um die rechtfertigung 63 Um den geistlichen frieden st 35 64 Um die gnade ein heiliges les $ 6. $ 6# 33 III. Gebete vor und nach der Beichte. 34 37 Um rechtschaffene buffe 38 Um wahre erkenntniß fünden 39] Um vergebung der fünden 41 Wenn man jum beichtftuhle 40 treten will 42 Eine gemeine Sffentliche der ben zu führen 6r Um die wahre weisheit $ 7 37 66 Umverleugnung fein selbe 19 67 Um tödtung des alten mens feben 38 68 Gegen die tägliche fündens 39 fälle 60 35 36 beichte 43 Eine privat beichte 44 Danksagung nach der abso: 169 um ein gutes gewiffen 61 lution 40170 Um die nachfolge Cbrift 61 60 Register des Gebet Buchs. 143 641107] Eines kranken der sich des todes versiehet 96.97 65 109 Der umstehenden für den 66 fierbenden 97 67 110 Danksagung für die genes fung 97 76 Um rechtschaffene liebe 68 67 III Bey groffem donner und uns gewitter 98 77 Umgeduld in leidens szeit 69 112 Danksagung nach dem unges witter 78 Um wahre gottseligkeit 70 79 Um heiligen gehorsam 80 Um demuht $ 1 Um christliche fanftmuht 72 82 Um barmherzigkeit gegen den nächsten 71 71 Ilm die liebe GOttes 72 Um die kindliche furchtGOts108] tes 73 Um beständige hoffnung 74 Um die ruhe des Herzens 75 Um erhaltung der christlichen kirche 83 Um versöhnlichkeit 84 Um sieg über den satan 71 113 85 Um regierung der zunge 86 Gegen des fleisches anfechtung 77 87 Gegen böse gedanken und lufte 78 88 Um fein selbst erkenntniß 78 89 Um treue verrichtung seines berufs 73 34 115 Am chrift tage 75 75 79 80 81 90 Um des leibes unterhalt 91 Um ein seliges ende 92 93 Testament eines frommen christen 94 Vom jüngsten gerichte 95 Vom ewigen leben 96 Nach der ordnung des Vater Unsers 103 Eines reifenden 104 In noht und trübfal Ior] Eines tranfen 106 87 97 Auf die drey haupt- stände und gemeine noht nach erhaltener guten ernte 99 VI. Gebete auf die vor nebmsten Seste im Jahre 114 Auf advent 98 Für die obrigkeit 99 In krieges noht 100 Jn krieges noßt ausführ: licher ΙΟΙ 102 116 Am neuen jahrsstage 103 101 In pest- zeiten und sterbens läuften 102 In theurung und hungers: noht 117 Am tage der offenbahrung Chrifti 118 An Marià reinigung 119 AnMaria verkündigung 82 84 128 Am Michaelis- feste 86 120 Am grünen donnerstage 121 Am stillen freytags 122 Am ofter- feste 107 123 Am himmelfahrtsstage 108 IIO 124 Am pfingstfeste 125 Am feste der heiligen drepets nigkeit 88 89 90 131 Auf advent 126 Am Johannisstage IIZ 127 An Marid heimsuchung 112 104 104 104. IOF 106 1327 90 133 129 Am Reformations- fefte 130 Bußstages gebet VII. Collecten oder Furge Kirchen- Gebete auf die vornehmsten feste. 134 92 135 110 Am chrift- fefte 113 114 116 XI7 117 Am neuen jahrs- tage 113 136] 92 137 Auf das feft der erscheinung Chrifti 94138 Auf Marià reinigung 94 139 Auf Marià verfündigung 91.96 119 119 119 1140 am guduen donnerstage 119 344 1412 142 Register des Bebet- Buchs. 183 Um die hoffnung 184 Um wahre gottesfurcht 130 185 Um das vertrauen auf GOtt 130 186 Um beiligung des fabbaths 130 Bom leiden Christi 119 143 144 Von der crónung Chrifti 120 145 120 Am ofter feste 146 147 Auf himmelfahrt X48 120 121 187 Um wirkung des gepredigten wortes 130 188 Für die gemeine christens heit 131 189 Für die obrigkeit 131 255 190 Um friede und einigkeit 131 191 Für bekümmerte und traus rige 131 192 Um troft und rettung in creuz und unglück 131 123 193 Um dankbarkeit für GOttes woltharen 132 17 Am Reformationssfefte 123 VIII. Andere Collecten oder 194 Gegen des teufels anfech tung 131 194 Um tödtung des fleisches 132 196 Um ein heiliges Leben nach dem tauf- bunde Auf Michaelis XC6J Furze Kirchen- Gebete. Nach der communion X49 10 Am pfingstfeste 121 Am feste der heiligen dreyeinigkeit 122 122 ISI 12 Auf Johannis: tag 23 Auf Marià heimsuchung 122 154 Auf Johannis und Maria beimsuchung 123 158 149 160 Um erhörung des gebets 161 Um erhorung in gefahr 162 Um den frieden 124 131 124 197 Um teuschheit 133 124 198 Wider die Enechtschaft der fünde 125 138 199 Um die vermehrung der gas 126 ben GOttes 138 125 200 Um rechten gebrauch der 133 gliedmaaffen 2017 Um bereitschaft zum jüngs 134 en gerichte 126 202 126 2037 126 204 Um ein feliges ende 126 201 J 127 206 Um das ewige leben 127 207 Gebet am hagel- feyer 127 1631 264 Umvergebung der funden 165 166J 367 Um verschonung von ewiger strafe 168 Um linderung der firafe 159 Um die wiedergebuhrt 170 Um die rechtfertigung 171 Um den heiligen geist 172 Um die erleuchtung 173 Um den wahren glauben 174 Um vereinigung mit Gott 134 134 135 135 208 m gnädiges gemitter 136 209] 136 127 210 Um glückliche ernte 128 211 Danksagung nach der ernte 128 175 Um die erneuerung 176 177 Um ein beiliges leben 278 Um chriftlichen wandel 179 Um göttliche regierung 180 11m den frieden 181 Um die liebe zu GOtt 18x Um die liebe gegen den näch Ren 129 EN DA. 137 137 212 Das Bater Unser 128 213 Der segen des HErrn 137 129 214 Geufier nach dem segen 137 129 IX. Die Antipbonen vor den 129 Kirchen- Collecten. 139 Eviseln und Evangelia auf alle Sonn- und Fest- Tage, nebst den Festlichen Vorlesungen; Mit beygefügter Harmonischen Geschichte des Leidens, Todes und der Auferstehung JEfu Chrifti, wie auch der Beschreibung von der Zerstöhrung der Stadt Jerusalem. Hannover, 1827. Gedruckt und zu bekommen bey G. E. Schliter, Buchdr. 90 Am ersten Advents- Sonnt. Epistel, Rom.Cap.13, v.11. bis 14. eil wir solches wissen, nemlich die jeit, daß die stunde da ist aufzustehen Der HErr bedarf ihr; so bald wird er sie euch laffen.Das geschahe aber alles, auf daß erfüllet würde, das gefaget ist durch den propheten, der da spricht: Saget der tochter Zion, siehe, dein könig kömmt zu die fauftmühtig, und reitet auf einem bom schlafe; sintemahl unfer heil efet, und auf einem füllen der lafts lest näher ist, denn da wir es glau- baren eselinn. Die junger giengen beten; die nacht ist vergangen, der bin, und thaten, wie ihnen JEsus tag aber herben kommen: so laffet befohlen hatte und brachten die uns ablegen die werke der finster- eselinn und das füllen, und legten niß, und anlegen die waffen des ihre kleider drauf, und sagten ihn lichts. Laffet uns ehrbarlich wan- brauf. Aber viel volk breitete die beln, als am tage, nicht in fressen und faufen, nicht in kammern und unzucht, nicht in hader und neid: sondern siehet an den HErrn JE fum Chriftum, und wartet des leis bes, doch also, daß er nicht geil werde. W Evangelium, Matth. Cap. 21, v. 1. bis 9. a fie nahe ben Jerusalem ka Bethphage an den Delberg: fandte JEfus feiner jün: ger zween, und sprach zu ihnen: Gebet hin in den flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine efelinn finden angebunden und ein füllen bey ihr; löset sie auf, und führet sie zu mir; und so euch ies mand etwas wird fagen, fo fprecht: Eleider auf den weg; die andern bieben zweige von den bäumen, und streueten sie auf den weg. Das volk aber, das vorgieng und nachs folgete, schrie und sprach: Hosians na, dem sohne David! gelobet sey der da kömmt in dem nament des HErrn, Hosianna in der höhe! Vorlesung, Vormitt. Pf. 40, v. 6. bis 18. Er mein Gott, groß sind det. ne wunder, und deine geban. ken, die du an uns beweiseft; dir ist nichts gleich: ich will sie verkündis gen, und davon sagen, wiewol sie nicht zu zählen sind. Opfer und fpeis opfer gefallen die nicht, abes die ohren hast du mir aufgethan: bu millt weder brands opfer nor 22 fünd, Episteln und Evangelia, fand- opfer. Da sprach ich: siehe, Jaber ein jeglicher unter uns also, ich komme, im buch ist von mir geschrieben; Deinen willen, mein GOtt, thue ich gerne, und dein ges feß habe ich in meinem herzen. Ich will predigen die gerechtigkeit in der groffen gemeine: siehe, ich will mir meinen mund nicht stopfen Laffen, HErr, das weisfest du. Deine gerechtigkeit verberge ich nicht in meinem herzen, von deiner wahr heit und von deinem heil rede ich, ich verhele deine gute und treue nicht vor der grossen gemeine. Du aber, HErr, wolltest deine barmbersigkeit von mir nicht wenden: laß deine gute und treue allewege mich behüten. Denn es hat mich umgeben leiden ohne zahl; es has ben mich meine fünden ergriffen, daß ich nicht sehen kann: ihrer ist mehr denn haar auf meinem haupt, und mein herz hat mich vers laffen. Laß dirs gefallen, HErr, wahrheit willen GOttes, zu bestås daß du mich erretteft: eile, HErr, tigen die verheissung, den våtern mir zu helfen. Schämen müssen geschehen: daß die heiden aber sich, und zu schanden werden, die mir nach meiner feele stehen, daß sie die umbringen: zurück müssen fie fallen, und in schanden werden, bie mir übels gönnen. Sie müssen in ihrer schande erschrecken, die über mich schreien: da, da. Es müssen sich freuen und fröhlich feyn alle, die nach dir fragen; und bie dein heil lieben, müssen sagen allewege: der HErr sen hoch gelos bet. Denn ich bin arm und elend, Der HErr aber forget für mich: du bist mein helfer und erretter; mein GOtt, verjeuch nicht. daß er seinem nächsten gefalle zum guten, zur besserung: denn auch Christus nicht an ihm selber gefals len hatte; sondern wie geschrieben stehet: die schmach derer, die dich schmähen, sind über mich gefalz len. Was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur lehre geschries ben, auf daß wir durch geduld und troft der schrift hoffnung haben. GOtt aber der geduld und des tros stes gebe euch, daß ihr einerley ges finnet send unter einander, nach JEfu Chrifto: auf daß ihr eins mühtiglich mit einem munde lobet GOtt und den vater unsers HErrit JEfu Chrifti. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu GOttes lobe. Ich sage aber, daß JEsus Christus sey ein diener gewesen der beschneidung, um der GOtt loben, um der barmherzigs Feit willen, wie geschrieben stehett Darum will ich dich loben unter den heiden, und deinem namen singen. Und abermahl sprichter: Freuet euch, ihr heiden, mit seinem volke! Und abermahl: Lobet den HErrn, alle heiden, und preiset ihn alle völker. Und abermahl spricht Jefaias: Es wird seyn die wurzel Jesse, und der auferstehen wird zu herrschen über die heiden, auf den werden die heiden hoffen. Gott aber der hoffnung erfülle euch mit aller freude und friede im glauben, daß ihr völlige hoffs nung habet, durch die kraft des beiligen geiftes. Am andern Advents- Sont. Epistel, 28 Rom. Cap. 15, v. 1. bis 13. ir, die wir stark sind, fol len der schwachen gebrech lichkeit tragen, und nicht gefallen an uns 4 Evangelium, Luc. Cap. 21, v. 25. bis 36. Efus fprach in ſeinen jüngern werden ben neb den Festlichen Vorlesungen. den an der sonne und mond und Am dritten Advents- Sone. Kernen, und auf erden wird den leuten bange seyn, und werden jagen, und das meer und die wass die menschen werden verschmachten für furcht und für warten der dinge, die kommen sollen auf er den: denn auch der himmel kräfte sich bewegen werden. Und als denn werden sie sehen des men schen sohn kommen in den wolken mit groffer kraft und herrlichkeit. Wenn aber dieses anfähet zu ge schehen, so sehet auf, und hebet eure häupter auf, darum daß sich eure erlösung nahet. Und er fagete ihnen ein gleichniß: Schet an den feigenbaum, und alle baume; wenn sie jest ausschlagen, so sehet ihr es an ihnen, und merket, daß fest ber sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dis alles fehet anges hen, so wiffet, daß das reich Got tes nahe ist. Warlich, ich sage Buch: dis geschlecht wird nicht vers geben, bis daß es alles geschehe. Himmel und erde werden verges hen, aber meine worte vergeben nicht. Aber hütet euch, daß eure herzen nicht beschweret werden mit fressen und faufen, und mit forgen der nahrung, und komme dieser tag schnell über euch: Denn wie ein fallstrick wird er kommen, über alle, die auf erdent wohnen. Go fend nun wacker allezeit, und betet, daß ihr würdig werden mi get, zu entfliehen diesem allen, das geschehen soll, und zu geben vor des menschen sohnt. Epistel, 1 Cor. Cap. 4, v. 1. bis 7. afür halte uns jedermann, nemlich für Chrifti diener und haushalter über GOttes geheims nisse. Nun suchet man nicht mehr an den haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ist es ein geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem menschlichen tage: auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wol nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget; der HErr ist es aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der zeit, bis der HErr komme, welcher auch wird an das licht bringen, was im finstern verborgen ist, und den raht der herzen offenbaren: alsdem wird einem jeglichen von Gott lob wiederfahren. Solches aber, lieben brüder! habe ich auf mich und Apollo gedeutet, um euret wils leu, daß ihr an uns lernet, daß nies mand höher von sich halte, denn ieit geschrieben ist, auf daß sich nicht einer wider den andern um iemandes willen aufblase: denn wer hat dich vorgezogen? Was haft du aber, das du nicht empfans gen haft? So du es aber empfan gen haft, was rühmest du dich denn, als der es nicht empfangen bätte? * Katt dessen: Das Evangelium vom 26. Sonnt. nach Trinitat. Matth. Cap. 25, v.31. bis 46. wenn folches in demselben Jab ve ausgefallen. Evangelium, Matth. Cap. 11, p. 2. bis 10. werke Chrifti hörete, fandte im er seiner jünger zween, und ließ ihm sagen: Bist du, der da kome men soll, oder sollen wir eines ans dern warten? JEsus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin, und faget Johanni wieder, was ihr sehet und höret: Die blinden feben, die labuen geben, die ausfä, 3 gigen 6 Evangelium, Bigen werden rein, und die tauben, bören, die todten stehen auf, und Den armen wird das evangelium geprediget: und ſelig ist, der ſich Joh. Cap. 1, v. 19. bis 34. Dis ist das zeugniß Johannie, nicht an mir ärgert. Da die hin giengen, fieng JEfus an zu reden da die Jüden fandten von Jes rufalem priester und Leviten, daß Am vierten 2dvents- Gont. Epistel, Ju dem volke von Johanne: Was sie ihn fragten: Wer bist du? feyd ihr hinaus gegangen in die Und er bekannte und leugnete wüste, zu sehen? wolltet ihr ein nicht, und er bekannte: Ich bin rohr sehen, das der wind hin und nicht Christus. Und sie fragten her wehet? oder was send ihr ihn: Was denn? bist du Elias? hinaus gegangen zu sehen? woll- Er sprach: Ich bin es nicht. tet ihr einen menschen in weichen Bist du ein prophet? Und er ants fleidern sehen? Siehe, die da wortete: Nein. Da sprachen sie weiche kleider tragen, sind in der zu ihm: Was bist du denn? daß tonige häuser. Oder was send ihr wir antwort geben denen, bie binaus gegangen zu sehen? woll- uns gesandt haben; was faget du tet ihr einen propheten sehen? ja, von dir selbst? Er sprach: Ich ich sage euch, der auch mehr ist in der wüften, richter den weg des bin eine stimme eines predigers denn ein prophet; denn dieser ist es, von dem geschrieben stehet: HErrn, wie der prophet Efaias Siehe, ich fende meinen engel vor gesagt hat. Und die gesandt was Dir her, der deinen weg vor dir ren, die waren von den Pharis bereiten soll. fåern, und fragten ihn, und spras chen zu ihm: Warum taufest dy denn, so du nicht Chriftus bißt, noch Elias, noch ein prophet Johannes antwortete ihnen, und forach: Ich taufe mit waffers aber er ist mitten unter euch ges wege, und abermahl sage ich: treten, den ihr nicht kennet, Freuet euch. Eure lindigkeit laf Der ist es, der nach mir koms fet fund feyn allen menschen. Der men wird, welcher vor mir ges HErr ist nahe, forget nichts; fons wesen ist, deß ich nicht wehrt bin, dern in allen dingen laffet eure daß ich seine schuhriemen außisse. bitte im gebet und flehen mit Dis geschahe zu Bethabara, jens danksagung vor GOtt kund wer feit des Jordans, da Johannes den. Und der fricde GOttes, weltaufete. Des andern tages fiehet cher höher ist, denn alle vernunft, JohannesJEfum zu ihm kommen, bewahret eure herzen und sinne in und spricht: Siehe, das ist GOttes Chrifto JEfu. Weiter lieben brü laf, welches der welt fünde trägt. der! was wahrhaftig ist, was ehr- Dieser ist es, von dem ich gesagt has bar, was gerecht, was Feusch, was be: Nach mir kommt ein Mann, wels lieblich, was wel lautet, ist etwa cher vor mir gewesen ist: denn er eine tugend, ist etwa ein lob, dem war ehe, denn ich. Und ich kannte Denket nach. Welches ihr auch ge ihn nicht; sondern auf daß er offens Ternet, und empfangen, und gehd bar würde in Ifrael, darum bin ich ret, und gesehen habet an mir, das kommen, zu taufen mit wasser. Und thut, so wird der HErr des friedens Jobannes zeugete, und sprach: Ich fabe mit euch fev. Philipp. Cap. 4, v. 4. bis 9. Zreuet euch in dem HErrn alle 1 4 Episteln und Congella, us den Fegligen Borle nurg- n. war: auf baß er sich fäßen lieffe mit Maria, feinem vertrauten weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die jeit, daß sie gebåhren sollte; und sie ges bahr ihren ersten sohn, und wickelte ihn in windeln, und legte ihn in eine krippe: denn sie hatten sons keinen raum in der herberge. Und es waren hirten in derfelbigen ges gend auf dem felde bey den hür den, die hüteten des nachts ihrer heerde. Und siehe, bes HErrn engel trat zu ihnen, und die klarheit des HErrn leuchtete um sie; und sie furchten sich sehr. Und der engel euch jabe, daß der geift herab fuhr, wie sine taube vom himmel, und blieb auf ihm. Und ich kannte ihn nicht; aber der mich fandte zu taufen mit wasser, derfelbige sprach iu mir: Neber welchen du sehen wirst den geist herab fahren, und auf ihm bleiben, derselbige ist es, der mit dem heiligen geifte taufet. Und ich fabe es, und zeugete, daß dieser ist GOttes sohn. Am ersten Chrift- Tage. Epistel, Eit. Cap. 2, v. II. bis 14. ist gnade GOttes allen menschen, nicht! siehe ich verkündige euch und züchtiget uns, daß wir sollen groffe freude, die allem volke wies verleugnen das ungöttliche wefen, und die weltlichen lüfte, und derfahren wird: denn euch is üchtig, gerecht und gettselig le- heute der heiland gebohren, wei cher ist Chriftus der HErr, in der ben in dieser welt: und warten auf die felige hoffnung und erscheistadt David: und das haber zum rung der herrlichkeit des groffen Gottes zeichen: ihr werdet finden das find in windeln gewickelt, und in einer JEfu Chrifti, der sich felbft für trippe liegen. Und alsbald war die menge der uns gegeben hat, auf daß er uns himmlischen heerschaaren, die lohes erlöfete von aller ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein vollten GOtt und sprachen: Ehre sey sum eigenthum, das fleissig wäre GOtt in der höhe, und friebe auf ju guten werken. erden, und den menschen ein wole gefallen. Und da die engel von ib. nen gen himmel fuhren, sprachen die hirten unter einander: Laffert uns gehen gen Bethlehem, und die Evangelium, Luc. Cap. 2, v. 1. bis 20. Es begab sich in der zeit, daß Augusto ausgieng, daß alle welt ist, die uns der HErr fund gethan seschäget würde. Und diese scha- hat. Und sie kamen eilend, und fun. kung war die allererste, und ge- den beide Mariam und Joseph, schahe ju der jeit, da Cyrenius dazu das kind in der Frippen lies landpfleger in Syrien war: und gend. Da sie es aber gesehen hats jedermann gieng, daß er sichten, breiteten sie das wort aus, wel fchaßen lieffe, ein jeglicher in seine ches zu ihnen von diesem Finde ges Stadt. Da machte sich auch auf fagt war. Und alle, vor die es Fam, Joseph aus Galilaa, aus der stadt wunderten sich der rede, die ihnen Nazareth, in das jüdische land, die hirten gefagt hatten. Maria jur stadt David, die da heiffet aber behielt alle diese worte, und Bethlehem; darum, daß er von bewegte sie in ihrem herjen. Und dem hause und geschlechte Davide die birten Febretes mucher um, 8 Eptfein und Evangelta) war. preifeten und lobeten GOtt, um, len wir uns auch unter einander alles, das sie gehöret und gesehen lieben. Niemand hatGOtt jemals batten, wie denn zu ihnen gesagt gesehen. So wir uns unter einans der lieben, so bleibetGOtt in uns, und seine liebe ist völlig in uns. Daran erkennen wir, daß wir in uns von seinem geiste gegeben hat. ihm bleiben, und er in uns, daß er und wir haben gesehen, und zeus gen, daß der vater den sohn gesandt hat zum heiland der welt. Welcher nun bekennet, daß JEfus Gottes sohn ist, in dem bleiber GOtt, und er in GOtt. Und wir haben ers kannt und geglaubet die liebe, die Gott zu uns hat. Vorlesungen, Vorm. 1 Joh. Cap. 4, v. 1 bis 16. hr lieben! glaubet nicht einem ieglichen geiste; sondern prufet die geifter, ob sie vonGOtt sind: denn es sind viele falsche propheten ausgegangen in die welt. Daran follt ihr den geistGOttes erkennen: Ein jeglicher geist, der da bekennet, daßJEfusChristus ist in das fleisch kommen, der ist vonGOtt. Und ein leglicher geist, der da nicht beken net, daß JEsus Christus ist in das fleisch kommen, der ist nicht von Nachm. Hebr. Cap. 2, v. 1. bis 18. GOtt. Und das ist der geift des wis Wir sollen deſto mehr wahrnehs derchrists, von welchem ihr habet gehöret, daß er kommen werde und ft iegt schon in der welt. Kindlein! ihr send von GOtt, und habtiene überwunden: denn der in euch ist, ist gröffer, denn der in der welt ist. Sie sind von der welt, darunt re: den sie von der welt, und die welt böret sie. Wir sind von GOtt, und werGOtt erkennet, der höret uns, welcher nicht von GOtt ist, der hd ret uns nicht. Daran erkennen wir den geift der wahrheit, und den geift des irrthums. Jhr lieben! las fet uns unter einander lieb haben: benn die liebe ist von GOtt, und wer lieb hat, der ist von GOtt ge bohren, und kennet GOtt. Ber nicht lieb hat, der kenner GOtt nicht: dennGOtt ist die liebe. Dar an ist erschienen die liebe Gottes gegen uns, daß Gott seinen einges bohrnen sohn gesandt hat in die welt, daß wir durch ihn leben sols len. Darifien stehet die liebe, nicht, daß wir GOtt geliebet haben; son dern, daß er uns geliebet hat, und gefandt seinen föhn zur verföhnung für unsere fünde. Ihr lieben! hat uns GOtt also geliebet, fo fols men des wortes, das wir hös ren, daß wir nicht dahin fahren: Denn so das wort fest worden ist, das durch die engel geredet ist, und eine jegliche übertretung und uns gehorsam hat empfangen feinen rechten lohn: Wie wollen wir entfliehen, so wir eine solche seligs keit nicht achten? Welche, nachdem sie erstlich geprediget ist durch den HErrn, ist sie auf uns kommen durch die, so es gehöret haben. Und GOtt hat ihr zeugniß gegeben mit seichen, wundern und mancherley kraften, und mit austheilung des heiligen geistes nach seinem wils len: Denn er hat nicht den engeln unterthan die zukünftige welt, das von wir reden. Es bezeuget aber einer an einem orte, und spricht: Was ist der mensch, daß du sein ges denkest, und des menschen fohn, daß du ihn heimsucheft? Du haft ihn eine kleine zeit der engel mangeln laffen, mit preis und ehre haft du ihn gecrönet, und haft ihn gefeget über die werke deiner hånde. Alles hast du unterthan zu feinen füffen. Indem, daß er ihm alles hat unters than, bat er nichts gelassen daß ihm # nebst den Festlichen Vorlesungen. 9 ihm nicht unterthan sey; jest se gereder hat zu den vätern durch aber sehen wir noch nicht, daß ihm die propheten; hat er am lezten in alles unterthan sen. Den aber, der diesen tagen zu uns geredet durch eine kleine zeit der engel gemangelt den sohn, welchen er gesezet hat bat, sehen wir, daß es JEfus ist, zum erben über alles, durch wels durch leiden des todes gecrdnet chen er auch die welt gemacht hat. mit preis und ehren, auf daß er von Welcher, sintemahl er ist der glans GOttes gnaden für alle den tod seiner herrlichkeit, und das ebens schmeckete: Denn es ziemete dem, bild seines wesens, und tråget alle um deß willen alle dinge sind, und dinge mit seinem kräftigen worte, durch den alle dinge sind, der da und hat gemacht die reinigung viele finder hat jur herrlichkeit unsicr fünden durch sich selbst, hat geführet, daß er den herzogen ihrer er sich gefehet zu der rechten der feligkeit durch leiden vollkommen maiestat in der höhe. So viel bess machte; Sintemahl sie alle von ei fer worden, denn die engel, so gar nem kommen beide der da heiliget, viel einen höhern namen er vor ihs und die da geheiliget werden. Darsnen ererbet hat. Denn zu wels um schämet er sich auch nicht, sie chem engel hat er iemahls gefas brüder zu heissen, und spricht: Ich get: Du bist mein sohn, heute will verkündigen deinen namen habe ich dich gezeuget? Und abers meinen brüdern, und mitten in mahl: ich werde sein vater seyn, der gemeine dir lob singen. Und und er wird mein sehn seyn. Und abermahl: Ich will mein vertrau abermahl, da er einführet den erste en auf ihn segen. Und abermahl: gebohrnen in die welt, spricht er: Siehe da, ich und die kinder, wel. Und es sollen ihn alle engel Gots che mir GOtt gegeben hat. Nach- tes anbeten. Von den engeln dem nun die kinder fleisch und blut spricht er zwar: Er machet feine baben, ist ers gleichermaaffen theil engel geifter, und seine diener haftig worden, auf daß er durch feuer flammen; aber von dem sob den tod die macht nähme dem, der ne: GOtt dein ftuhl währet bon des todes gewalt hatte, das ist dem ewigkeit zu ewigkeit; das scepter teufel; und erlöfete die, so durch deines reichs ist ein richtiges furcht des todes im gauzen leben scepter. Du hast geliebet die ges Enechte seyn mußten. Denn er rechtigkeit, und gehaffet die unges nimmt nirgend die engel an sich; rechtigkeit: darum hat dich, o sondern den saamen Abrahá nimt GOtt! gefalbet dein GOtt, mit er an sich. Daher mußte er aller dem dle der freuden, über deine dinge seinen brüdern gleich wer genoffen. Und: Du, HErr! hak den, auf daß er barmherzig würde, von anfang die erde gegründet, und ein treuer hoherpriester vor und die himmel sind deiner hände Gott, zu versöhnen die fünde des werke: dieselbige werden verges volks. Denn darinnen er gelitten hen, du aber wirst bleiben; und sie hat, und versucht ist, kann er hel werden alle veralten wie ein kleid, fen denen, die versucht werden. und wie ein gewand wirkt du sie wandeln. Du aber bist derselbige, wandeln, und sie werden sich vers und deine jahre werden nicht aufs boren. Zu welchem engel aber hat Am zweyten Chrift- Tage. Epistel, Hebr. Cap. 1, v. 1. bis 14. Nachdem vorzeiten GOtt mans er jemals gefaget: Sexs dich su nigmabl und mancherlev weis men Epifteln und Csangelia, meiner rechten, bis ich lege deins feinde zum schemel deiner füffe? Sind sie nicht allzumahl dienst Bare geißer, ausgesandt zum dienst, um derer willen, die ererben sollen die seligkeit? Evangelium, Joh. Cap. 1, v. 1. bis 18. S em anfang war das wort, und das wort war bey GOtt, und GOtt war das wort: daffelbige ist: denn er war ehe, denn ich. Und von seiner fülle haben wir alle ges genommen gnade um gnade: Dent das gesez ist durch Mosen gegeben, die gnade und wahrheit ist durch JEfum Chriftum worden. Nies mand hat GOtt ie gesehen, den eingebohrne sohn, der in des vas ters schooß ist, der bat es uns vere Fundiget. Vorlesungen, war im anfang bey GOtt. Alle Vormitt. Rom. C. 8, v. 28. bis 39. dinge sind durch daffelbige seir wissen, daß denen, die Gott macht, alle zum besten nichts gemacht, was gemacht ist. dienen, die nach dem vorsage berus In ihm war das leben, und das fen sind: Denn welche er zuvor vers leben war das licht der menschen. fehen hat, die hat er auch verords Und das licht scheinet in der finnet, daß fie gleich seyn sollten dem fterniß, und die finsterniß habens ebenbilde feines sohnes, auf daß nicht begriffen. Es war ein mensch derselbige der erstgebohrne sey uns von GOtt gefandt, der hieß Jo ter viclen brüdern. Welche er aber Bannes; derselbige kam zum zeug verordnet hat, die hat er auch bes aiß, daß er von dem lichte zeugete, rufen; welche er aber berufen hat, auf daß sie alle durch ihn glau- die hat er auch gerecht gemachti beten. Er war nicht das licht, welche er aber hat gerecht gemacht, fondern daß er zeugete von dem die hat er auch herrlich gemacht. lichte. Das war das wahrhaftige Was wollen wir denn weiter sas licht, welches alle menschen er gen? Ist GOtt für uns, wer mag feuchter, die in diese welt kommen. wider uns senn? Weicher auch seis Es war in der welt, und die welt nes eigenen sohnes nicht hat vers ist durch daffelbige gemacht; und schonet; sondern hat ihn für uns die welt kannte es nicht. Er kam alle dahin gegeben, wie sollte er in fein eigenthum, und die seinen uns mit ihm nicht alles schenken? nahmen ihn nicht auf. Wie viel Wer will die auserwählten GOts ihn aber aufnahmen, denen gab er tes beschuldigen? Gott ist hie macht, GOttes kinder zu werden, der da gerecht machet. Wer will die an seinen namen glauben; wel verdammen? Christus ist hie, der he nicht von dem geblüte, noch gestorben ist, ja vielmehr, der auch son dem willen eines mannes, son auferwecket ist, welcher ist zur rechs dern von GOtt gebohren sind. ten GOttes, und vertritt uns. Und das wort ward fleisch, und Wer will uns scheiden von der liebe wohnete unter uns, und wir sahen GOttes? trübsahl? oder angst? feine herrlichkeit, eine herrlichkeit oder verfolgung? oder hunger? als des eingebohrnen sohues vom oder blöffe? oder fährlichkeit? oder water, voller gnade und wahrheit. schwert? Wie geschrieben fiehet: Robannes senget von ihm, rufet um deinet willen werden wir ges and spricht: Dieser war es, von tödtet den ganzen tag, wir sind ges bem ich gesagt habe: Nach mir achtet für schlacht- schaafe. Aber in dem wird kommen, der vor mir gewesen nebst den Festlichen Vorlesungen. dem allen überwinden wir weit, um deß willen, der uns gelieber hat: Denn ich bin gewiß, daß we: der tod noch leben, weder engel noch fürstenthum, noch gewalt, we der gegenwärtiges noch zukünftiges, weder hohes noch tiefes, noch keine andere creatur, mag uns scheiden von der liebe GOttes, die in Chrifto JEfu ist, unserm HErru. nüße, und hat die verheiffung dieses und des zukünftigen lebens. Das ist je gewißlich wahr, und ein theuer wehrtes wort. Denn dahin arbeiten wir auch, und werden ges schmähet, daß wir auf den lebendis gen GOtt gehoffet haben, welcher ist der heiland aller menschen, sons derlich aber der gläubigen. Solches gebeut und lehre. Niemand vers achte deine jugend; sondern sey eitt vorbild den gläubigen, im worte, im wandel, in der liebe, im geiste, im glauben, in der keuschheit. Halte an mit lefen, mit ermahnen, mit lehren, bis ich komme. Laß nicht aus der acht die gabe, die dir geges ben ist durch die weiffagung, mit handauflegung der ältesten. Gols ches warte damit gehe um, auf daß dein zunehmen in allen dingen ofs fenbahr sey. Habe acht auf dich selbst, und auf die lehre; beharre in diesen stücken: denn wo du sols ches thust, wirst du dich selbst felis machen, und die dich hören. An Sonntage nach dens Christ Tage. Nachmitt. 1 Tim. Cap. 3, v. 15. bis Cap. 4, v. 16. in pfeiler und grunds feste der wahrheit, und kündlich groß ist das gottfelige geheimniß: GOtt ist offenbabret im fleisch, gerechtferti get im geifte, erschienen den engeln, geprediget den heiden, gegläubet von der welt, aufgenommen in die herrlichkeit. Der geist aber faget deutlich, daß in den lezten zeiten werden etliche von dem glauben abtreten, und anhaugen den ver führischen geistern, und lehren der teufel, durch die, so in gleißneren lügen- redner sind, und brandmah le in ihrem gewissen haben, und serbieten chelich zu werden, und zu meiden die speise, die GOtt ges schaffen hat, zu nehmen mit dank fagung, den gläubigen und denen, bie die wahrheit erkennen: Denn alle creatur GOttes ist gut, und tephanus voll glaubens und nichts verwerflich, das mit danksa- kräfte, that wunder und gung empfangen wird: denn es grosse zeichen unter dem volke. Da wird geheiliget durch das wort stunden etliche auf von der schule, GOttes und gebet. Wenn du den die da heisset der Libertiner, und brüdern solches vorhältest, so wirft der Eyrener, und der Alexanderer, du ein guter diener JEfu Chrifti und derer, die aus Cilicia und feyn, auferzogen in den worten Asia waren, und befragten sich mit des glaubens und der guten lehre, Stephano; und sie vermochten ben welcher du immerdar gewes nicht wider zu stehen der weisheit fen bist. Der ungeistlichen aber und dem geiste, aus welchem er und altvettelischen fabeln entredete. Da richteten sie zu ets fchlage dich. Ucbe dich selbst aber liche manner, die sprachen: Wis an der gottseligkeit: Denn die leibhaben ihn gehöret läfter worte liche übung ist wenig nüge; aber reden wider Mofen und wider bie gottseligkeit if zu allen dingen| Gott. Und bewegten das voll Epistel, vom Tage Stephani. Ap. Gese: Cap. 6, v. 8. bis 15. und Cap. 70 V. 54. bis 19. Episteln und Evangelta, zu der andern, auf daß über euch komme alle das gerechte blut, das vergoffen ist auf erden, von dem blute an des gerechten Abels, bis auf das blut Zacharia, Barachid and die älteffen und schriftgelehrs, Det sie verfolgen von einer Kadt ten, und traten herju, und riffen ihn hin, und führeten ihn vor den raht, und stelleten falsche zeugen dar, die sprachen: Dieser mensch böret nicht auf zu reden läster worte wider diese- beilige ståttesohu, welchen ihr getödtet habet und das gesetz; denn wir haben wischen dem tempsl und altar. ihn hören sagen: JEsus von Na sareth wird diese Stätte zerstören, und andern die sitten, die uns Mos ses gegeben hat. Und sie sahen auf ihn alle die im rahte faffen, und sa hen fein angesicht, wie eines engels angesicht. Da sic folches höreten, gieng es ihnen durch das herz, und biffen die zähne zusammen über ihn. Als er aber voll heiligen gei ftes war, sahe er auf gen himmel, und sahe die herrlichkeit GOttes, und JEsum stehen zur rechten GOttes, und sprach: Siehe, ich fehe den himmel offen, und des menschen sohn zur rechten GOttes Sehen. Sie schrien aber laut, und hielten ihre ohren zu, und stürmeten einmühtiglich zu ihm ein, Warlich ich sage euch, daß solches alles wird über dis geschlechte kommen. Jerufalem! Jerusalem! die du tödteft die propheten, und steinigeft die zu dir gefandt sind, wie oft habe ich deine kinder vers fammlen wollen, wie eine henne versammlet ihre küchlein unter ihre flügel? und ihr habet nicht ges wollt. Siehe, euer haus soll euch wüste gelassen werden; denn ich fas ge euch: Ihr werdet mich von seit an nicht sehen, bis ihr sprechet: Gelobet sey der da kömmt im na men des HErrn. Vorlesungen, Vormittags. Ps. 90. unsere jüs Err ucht für und für. Ebe denn und Kieffen ihn zur stadt hinaus, Reinigten ihn. Und die zeugen die berge worden, und die erde, und legten ab ihre kleider zu den füssen die welt geschaffen worden: bis eines jünglinges, der hieß Saudu, GOtt, von ewigkeit zu ewigs Ius. Und steinigten Stephanum, keit. Der du die menschen lasse der anrief und sprach: HErr JEsu, nimm meinen geift auf! Er Entiete aber nieder und schrie laut: HErr! behalte ihnen diese sünde nicht. Und als er das gefaget, sutschlief er. sterben, und sprichst: Kommet wies der, menschen- kinder. Den taufend jahr sind vor dir wie der tag, der gestern vergangen ist, und wie eine nacht- mache. Du läsfest fie dahin fahren wie einen strohm, und sind wie ein schlaf: gleich wie ein gras, das doch bald welk wird; das da frühe blühet, und bald welk wird, und des abends abgehauen wird, und verdorret. Das machet dein zorn, daß wir so vergehen: und dein grimm, daß wir so plößlich dahin müssen. Denn unsere misses that stellest du vor dich, unsere uns erkannte fünde ins licht vor dels nem angesicht. Darum fahren alle uns Evangelium, Batth. Cap. 23, v. 34. bis 39. Efus fprach zu den Pharisäern und schriftgelehrten, und oberen der Jüden: Siehe, ich sende ju euch propheten und weise, und fchriftgelehrten, und derselben werdet ihr etliche tödten und ereuzigen, und etliche werdet ihr seiffeln in euren schulen, und wer nebst den Festlichen Borlesungen. 13 anfere tage dahin, durch deinen würde mich doch deine hand das forn: wir bringen unsere jahre zu, selbst führen und deine rechte mich wie ein geschwan.Unser leben wäh halten. Epräche ich, finsterniß md. ret siebenzig jahr; und wenns hoch gen mich decken: so muß die nacht kommt, so sinds achtzig jahr; und auch licht um mich seyn. Denn wenns köstlich gewesen ist, so ists auch finsterniß nicht finster ist bep mühe und arbeit gewesen: denn es dir, und die nacht leuchtet wie der fahret schnell dahin, als flögen wir tag: finsterniß ist wie das licht. davon. Wer glaubets aber, daß du Denn du hast meine nteren in deis so sehr zürnest? und wer fürchtet ner gewalt, du wareft über mir in sich vor folchem deinem grimm? mutterleibe. Ich danke dir darüs Lehre uns bedenken, daß wir sterber, daß ich wunderbarlich gemacht ben müssen, auf daß wir klug wer- bin: wunderbarlich sind deine wers den. HErr, kehre dich doch wieder ke, und das erkennet meine feele zu uns, und sey deinen knechten wohl. Es war dir mein gebeine gnädig. Fülle uns frühe mit deiner nicht verholen: da ich im verborges gnade, so wollen wir rühmen und nen gemacht ward, da ich gebildet fröhlich seyn unser lebenlang. Erward unten in der erde. Deine aus freue uns nun wieder, nachdem du gen sahen mich, da ich noch unbes uns so lange plageft: nachdem wir reitet war: und waren alle tage so lange unglück leiden. Zeige dei auf dein buch geschrieben, dienoch nen knechten deine werke, und dei werden folten, und derselben Feis ne ehre ihren kindern. Und der ner da war. Aber wie köftlich sind HErr, unserGOtt, sey uns freund vor mir, GOtt, deine gedanken? lich: und fördere das werk unserer Wie ist ihr so eine grosse fumma? bände ben uns, ia das werk unse: Solt ich sie zählen, so würde ihrer ver bånde wolle er fördern. mehr seyn, denn des sandes. Wenn ich aufwache, bin ich noch bey dir. Ach GOtt, daß du tödtest die gotts losen; und die blutgierigen von mir weichen müssen. Den sie reden von dir lästerlich, und deine feinde erheben sich ohn ursach. Ich haffe ja, HErr, die dich haffen: und vers dreußt mich auffie, daß sie sich wies der dich sehen. Ich haffe sie in rechs tem ernst: darum sind sie mir feind. Erforsche mich, GOtt, und erfahre mein herz: prüfe mich, und erfahre, wie ichs meine. Und siehe, ob ich auf bösem wege bin: und leite Nachmittags. Pf. 139. Err, du erforscheft mich, und tennest mich. Ich sige oder stehe auf, so weisfest du es: du verstehest meine gedanken von ferne. Ich gehe oder liege: so bist du um mich, und fieheft alle meine wege. Denn siche, es ist kein wort auf meiner tunge, das du, HErr, nicht alles wisfest. Du schaffest es, was ich vor oder bernach thue: und hältest deine hand über mir. Solches erkentniß ist mir zu wunderlich und zu hoch, Ich kanns nicht begreifen. Wo soll mich auf ewigen wege. Ich bingehen vor deinem geist? und wo soll ich hinfliehen vor deinem Am euen- Jahrs- Tage. angesicht? Führe ich gen himmel, so bist du da. Bettete ich mir in die Epistel, bolle: fiebe, so bist du auch da.Näh- Galat. Cap. 3, v. 23. bis C. 4, v. 7. me ich flügel der morgen- rithe, Ehe denn der glaube kam, Bers epiffeln und Evangelia, Vorlesungen, Dormittags. Pf. 33. ges rechten: die frommen ſollen ihn berwahret und beschlossen auf den dem engel, ehe denn er im mutiées glauben, der da sollte offenbaret leibe empfangen ward. werden. Also ist das gesen unser auchtmeister gewesen auf Chri ftum, daß wir durch den glauben gerecht würden. Nun aber der glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem zuchtmeister. schön preifen. Danket dem HErrn Denn ihr seyd alle GOttes finder mit harfen, und lobsinget ihm auf durch den glauben an Christo JE dem pfalter von zehen saiten. Sins fu: denn wie viel eurer getauft get ihm ein neues lied, machets gut find, die haben Christum angezo: auf faitenspielen mit schalle. Denn gen. Hie ist kein Jude noch Grieche, des HErrn wort ist wahrhaftig: hie ist kein knecht noch freyer, hie und was er zufaget, das halt ee ist kein mann noch weib: denn ihr gewiß. Er liebet gerechtigkeit und fend allzumahl einer in Chrifto gericht, die erde ist voll der gûte des JEsu. Seyd ihr aber Chrifti, HErrn. Der himmel ist durchs so send ihr ja Abrahams saamen, wort des HErrn gemacht, und und nach der verheiffung erben. alle sein heer durch den geift feines Ich fage aber, so lauge der erbe mundes. Er hält das wasser im ein kind ist, so ist unter ihm meer zusammen, wie in einem und einem Enechte kein unterschlauch: und leget die tiefe ins scheid, ob er wol ein herr ist aller verborgene. Alle welt fürchte den güter: sondern er ist unter den HErrn: und vor ihm scheue sich vormündern und pflegern, bis auf alles, was auf dem erdboden wohs bie bestimmte zeit vom vater. Al- net. Denn so er spricht, so ges so auch wir, da wir kinder wa- schichts: so er gebeut, so stehets ren, waren wir gefangen unter da. Der HErr macht zu nicht der Den äusserlichen fazungen. Das heiden raht, und wendet die ges aber die zeit erfüllet ward, fandte danken der völker. Aber der raht GOtt seinen sohn, gebohren von des HErrn bleibet ewiglich, feines einem weibe, und unter das gesez herzens gedanken für und für. Wol gethan, auf daß er die, so unter dem volk, des der HErr ein GOtt dem gefege waren, erlösete, daß ift: das volk, das er zum erbe ers wir die kindschaft empfingen. wählet hat. Der HErr schauet vom Weil ihr denn kinder seyd, hat himmel, und siehet aller menschen GOtt gefandt den geift seines soh Finder: Von seinem feften thron fies nes in eure herzen, der schreiet: het er auf alle, die auf erden wohs Abba lieber Vater! Also ist nun nen. Er lenket ihnen allen das bie kein knecht mehr, sondern eitel hert, er merket auf alle ihre werke. tinder: Sind es aber kinder, so Einem könige hilft nicht seine gross find es auch erben GOttes burch se macht, ein riese wird nicht errets tet durch seine groffe kraft. Roffe Chrifum. helfen auch nicht, und ihre groffe stärke errettet nicht. Siehe, des HErrn auge siehet auf die, so ihn tage auf das kind beschnitten würde, Daß er ihre seele errette vom todo, ba ward fein name genennet JE und ernebre fie in der theurung. fus, welcher acrennet war ven Evangelium, Luc. Cap. 2, v. 21. IS neb den Festlichen Vorlesungen. Unfere feele barret auf den HErrn, die, so an GOtt gläubig find wors er ist unsere bülfe und schild. Denn den, in einem stande guter werke anfer herz freuet sich sein, und wir funden werden. Solches ist gus trauen auf feinen heiligen namen. und nüg den menschen. Deine gute, HErr, sep über uns, wie wir auf dich boffen. * oder: Die Ep. vom 1. Sonnt. nach dem Feste der Erscheinung Chrifti, wenn es auf diesen Conntag fällt Evangelium, Nachmittags. f. 67. Ott sev uns gnädig, und segne uns; er lasse uns fein antlig leuchten, Sela: Daß wir auf er Den erkennen feinen weg, unter als len heiden sein heil. Es danken dir, D JEsus gebohren war in Matth. Cap. 2, v. 1. bis 12. Auf das Seft der Erschein. Christi, so am Sonnt. nach dem Veuen Jahre gefeyert wird. Epistel, Bethlehem im jüdischen lans Ott, die volker: es danken diri de, jur zeit des Königes Herodis, alle volker. Die volker freuen sich siehe! da kamen die weisen vom und jauchzen, daß du die leute morgenlande gen Jerusalem und recht richteft, und regiereft die leute sprachen: Wo ist der neugebohrne auf erden, Sela. Es danken dir, könig der iuden? wir haben seinen Gott, die volker, es danken dir stern gesehen im morgenlande, und alle völker. Das land gibt sein sind kommen ihn anzubeten. Da gewächs: es segne uns GOtt, un das der könig Herodes hörete, ers fer GOtt. Es segne uns GOtt, schrack er, und mit ihm das ganze und alle welt fürchte ihn. Jerusalem, und ließ versammlen alle hohepriester und schriftgelehrs ten unter dem volke, und erforschs te von ihnen, wo Chrißus sollte ges bohren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen lande; denn also Behet geschries Tit. Cap. 3, 9.3. bis 8. Wir ir waren auch weyland/ un ben durch den propheten: Und du weise, ungehorsame, irrige, Bethlehem im jüdischen lande, dienende den lüften und mancher bist mit nichten die kleineßte unter len wollisten, und wandelten in den fürsten Juda; denn aus die bosheit und neid, und haffeten uns soll mir kommen der herzog, der enter einander. Da aber erschien über mein volk Israel ein HErr die freundlichkeit und leutseligkeit sev. Da berief Herodes die weis GOttes unsers heilandes, nicht sen heimlich, und erlernte mit fleiß an der werke willen der gerechtig- von ihnen, wenn der stern erschies feit, die wir gethan hatten: sonnen wäre, und weifete sie sen bern nach seiner barmherzigkeit, Bethlehem, und sprach: Siehet machte er uns selig durch das bad hin, und forschet fleiffig nach dem ber wiedergebuhrt und erneuerung| Findlein; und wenn ihr es findet, des heiligen Geistes, welchen er so faget mir es wieder, daß ich ausgegoffen hat über uns reichlich auch komme, und es anbete. Als burchJesum Chrißum unfern hei fie nun ben könig gehöret hatten, land, auf daß wir durch desselben zogen sie hin. Und siehe, der fern, anade gerecht, und erben fenn des den sie im morgenlande gesehen ewigen lebens nach der hoffnung; hatten, gieng vor ihnen hin, bis bau in aemislich wahr. Colches daß er kam und stund oben über will ich, daß du faft lebres, auf daß DA IO Episteln und Evangelia, da das Finblein war. Da sie den nung hattet, und waret ohneGOtt fern sahen, wurden sie hoch er in der welt. Nun aber, da ihr in freuet, und giengen in das haus, Christo JEfu send, und weyland und funden das kindlein mit Maferne gewesen, seyd nun nahe wors ria seiner mutter, und fielen nieder und beteten es an, und tharen ihre schäße auf und schenketen ihm gold, weyhrauch und merrhen. Und GOtt befahl ihnen im traus me, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken; und zogen burch einen andern weg wieder in the land. Vorlesungen, den durch das blut Chrifti: Denn er ist unser friede, der aus beiden eines hat gemacht, and hat abges brochen den zaun, der dazwischen war, in dem, daß er durch sein fleisch wegnahm die feindschaft, nemlich das gesetz, fo in geboten gestellet war, auf daß er aus zween einen neuen menschen in ihm sels ber schaffete, und friede machte. Und daß er beide versöhnete mit Vormitt. Eph. Cap.2, v. 4. bis 22. Gott in einem leibe, durch das Ott, der da reich ist von barmkreuz, und hat die feindschaft ges bersigkeit, durch seine grosse tödtet durch sich selbst, und ist koms liebe, damit er uns geliebet hat, da men, hat verkündiget im evangelis wir todt waren in den fünden, hat den frieden, euch, die ihr ferne was er uns samt Christo lebendig geret, und denen, die nahe waren: macht: denn aus gnaden seyd ihr selig worden; Und hat uns samt ihm auferwecket, und samt ihm in das himmlische wesen geseget, in Chrifto JEfu, auf daß er erzeigete in den zukünftigen zeiten den über schwänglichen reichthum feiner gnade, durch seine gute über uns inChriftoJEfu: Denn aus gnaden feyd ihr selig worden, durch den glauben, und dasselbige nicht aus such, GOttes gabe ist es nicht aus den werken, auf daß sich nicht ie mand rühme: Denn wir sind sein werk, geschaffen inChrifto JEfu zu guten werken, zu welchen GOtt uns zuvor bereitet hat, daß wir iehe, das ist mein knecht, ich ers darinnen wandeln sollen. Darum halte ihn: und mein ausers gedenket daran, daß ihr, die ihr wählter, an welchem meine feels weyland nach dem fleische heiden wolgefallen hat. Ich habe ihm meis gewesen send, und die vorhaut ge- nen geist gegeben, er wird das recht nennet wurdet, von denen, die ges unter die heiden bringen. Er wird nennet sind die beschneidung nach nicht schreien noch rufen, und ſeine dem fleische, die mit der hand geftimme wird man nicht hören auf fchiehet, daß ihr zu derfelbigen seit den gaffen. Das zerstoffene robr waret ohne Chrifto, fremde und ausser der bürgerschaft Ifrael, und fremde von den testamenten der berbeißung, daber ibr Feine boffs Denn durch ihn haben wir den zus gang alle beide in einem geiste zum water. So send ihr nun nicht mehr gaste und fremdlinge, sondern bürger mit den heiligen, und GOttes hausgenossen, erbauct auf den grund der apostel und pros pheten, da Jesus Christus der eckstein ift: auf welchem der ganze bau in einander gefüget, wächset zu einem heiligen tempel in dem HErrn, auf welchem auch ihr mit erbauet werdet, zu einer bebaus fung GOttes im geisie. Nachmitt. Jef. 42, v. 1. bis 12. wird er nicht zerbrechen, und das glimmendetocht wird er nicht auss fefden: er wird das recht wahrhaf tiglich nebst den Festlichen Vorlesungen. n tiglich halten lehren. Er wird nicht, welches sey euer vernünftiger gote mürrisch noch greulich seyn, auf tesdienst. Und stellet euch nicht daß er auf erden das recht anrichte: dieser welt gleich; sondern verans und die inseln werden auf sein ge dert euch durch verneuerung eures seg warten. So spricht GOtt, der finnes, auf daß ihr prüfen möget, HErr; der die himmel schaffet und welches da sen der gute, der wols ausbreitet, der die erde machet und gefällige, und der vollkommene the gewächse; der dem volk, so dar GOttes wille. Denn ich sage auf ist, den odem gibt; und den durch die gnade, die mir gegeben geist denen, die darauf gehen: Ich ist, jedermann unter euch, daß nies der HErr, habe dir gerufen mit ge mand weiter von ihm halte, denn rechtigkeit, und habe dich bey dei sich es gebühret zu halten; sondern yer hand gefasset; und habe dich daß er von ihm mäsfiglich halte, behütet, und habe dich zum bund ein jeglicher, nach dem GOtt auss unter das voll gegeben, zum licht getheilet hat das maaß des glaus der heiven; daß du sollt öffnen die bens. Denn gleicher weise, als Augen der blinden, und die gefan- wir in einem leibe viele glieder genen aus dem gefängniß führen, haben, aber alle glieder nicht und die da sizen im finsterniß, aus einerlen geschäfte haben: also Dem kerker. Ich der HErr, das ist sind wir viele ein leib in Chrifto, mein name: und will meine ehre aber unter einander ist einer des Feinem andern geben, noch meinen andern glied; und haben manchers ruhm den gößen. Siche, was kom len gaben, nach der guade, die uns men soll, verkündige ich zuvor, und gegeben ist. verkündige neues: che denn es aufBehet, lasse ichs euch hören: Sins set ein neues Evangelium, suhm ist an der welt ende: die im Igen Jerusalem auf das ofters Luc. Cap. 2, v. 41. bis 12. Efu alle meer fahren, und was darinnen ist; die inseln, und die darinnen woh nen. Rufet lavz, ihr wüsten und die städte darinnen: sammt den dörfern, da Kedar wohnet. Es tauchten, die im felfen wohnen: und rufen von den höhen der ber: Be. Laffet sie dem HErrn die ehre geben, und seinen ruhm in den inseln verkündigen. fest. Und da er zwölf jahr alt war, giengen sie hinauf gen Jerus falem, nach gewohnheit des festes. Und da die tage vollendet waren, und sie wieder zu hause giengens blieb das kind JEsus zu Jerusas lem, und seine eltern wußten es nicht. Sie meineten aber, er wäre unter den gefährten, und kamen eine tagereife, und suchten ihn uns ter den gefreundten und bekanns tert. Und da sie ihn nicht funden, giengen sie wiederum gen Jerufas lem, und suchten ihn. Und es bes gab sich nach dreyen tagen, funden ch ermahne euch lieben brüsie ihn im tempel sitzen mitten uns Am 1. Gonntage nach dem fefte der Erscheinung Christi. Epistel, Rom. Cap. 12, v. 1. bis 6. teg den er GOttes, daß ihr eure leiber be sebet sum opfer, das da lebendig, beilis und Gott wolgefällis fev, rete, und sie fragete. Und alle die ihm zuhöreten, verwunderten sich feines verkandes und seiner ants B 18 Episteln und Evangelia, Evangelium, Joh. Cap. 2, v. 1. bis 11. sward eine hochzeit zu Cana in Galiläa, und die mutter Jesu wort. Und da sie ihn fahen, ent fagten sie sich und seine mutter sprach zu ihm: Mein sohn, warum bast du uns das gethan? siehe, dein vater und ich haben dich mit schmerzen gesuchet. Und er sprach zu ihnen: Was ist es, daß ihr mich gesuchet habet? wisset ihr nicht, daß ich seyn muß in dem, das meis nes vaters ist? Und sie verstanden das wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er gieng mit ihnen binab, und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine mutter behielt alle diese war da; JEfus aber und seine juns worte in ihrem herzen. Und JEser wurden auch auf die tochzeit sus nahm zu an weisheit, after, geladen. Und da es an wein ges und gnade bey Gott und den brach, spricht die mutter JEfu zu ihm: Sie haben nicht wein. Jesus menschen. spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? meine funde ist noch nicht kommen. Seine muts ter spricht zu den dienern: Was et euch saget, das thut. Es waren Nim. Cap. 12, v. 6. bis 16. aber allda sechs steinerne wassers ir haben mancherley gaben, Früge geseget, nach der weise der 283 ir nach der gnade, die uns ge jüdischen reinigung, und giengen geben ist. Hat iemand weissagung, ie in einen zwey oder drey maaß. jo fen sie dem glauben ähnlich. JEfus spricht zu ihnen: Füllet die Hat jemand ein amt, so warte er wasserkrüge mit wasſer; und sie Des amtes. Lehret iemand, so fülleten sie bis oben an. Und er warte er der lehre. Ermahnet iespricht zu ihnen: Schöpfet nun mand, so warte er des ermahnens. und bringet es dem speisemeister s Biebt jemand, so gebe er einfäl- und sie brachten es. Als aber der tiglich. Regieret jemand, so sen fpeisemeister kostete den wein, der er forgfältig. Uebet iemand barm waffer gewesen war, und wußte berzigkeit, so thue er es mit luft. nicht von wannen er kam,( die dies Die liebe fen nicht falsch. Haffet ner aber wußten es, die das wass das arge, hanget dem guten an. fer geschöpfet hatten) rufet der Die brüderliche liebe unter einan- speisemeister dem bräutigam, und der sen herzlich. Einer komme spricht zu ihm: Jedermann giebt dem andern mit ehrerbietung zuunt erften guten wein, und went vor. Send nicht tråge, was ihr sie trunken worden sind, alsdenn thun follet. Send brünstig im geis den geringern: du haft den guten se. Schicket euch in die jeit. Send wein bisher behalten. Das ist das frölich in hoffnung, gebuldig in ersteseichen, das JEsus that, ges trabfal. Haltet an am gebet. fchehen zu Cana inGalilda, und of Rehmet euch der heiligen noht- fenbarete feine herrlichkeit. Und durft an. Herberget gerne. feine langer glaubeten an ibn. 21m Am 2. Sonntage nach dem Sefte der Erscheinung Christi. Epistel, Gegnet die euch verfolgen: segnet, und fluchet nicht. Freuet euch mit den frölichen, und weinet mit den weinenden. Habt einers ley sinn unter einander. Trachs tet nicht nach hohen dingen, sons dern haltet euch herunter zu den niedrigen. Eswar webst den Festlichen Vorlesungen. 20 Rom. Cap. 12, v. 17. bis 21. altet euch nicht selbst für Flug. Bergeltet niemand bdses mit böfent. Fleiffiget euch der ehrbar leit gegen jedermann. Am 3. Sonntage nach dem| sprach: HErr! ich bin nicht wehrt Feste der Erscheinung Christi. daß du unter mein dach geheft; er Epistel, sondern sprich nur ein wort, so wird mein knecht gesund: denn ich bin ein mensch, darit der obrigkeit unterthan, und habe unter mir kriegs- Enechte. Noch wenn ich fage zu einem: Gehe bin, so gehet If es er: und zum andern: Komm her, möglich, so viel an euch ist, so habet so kommet er: und zu meinem mit allen menschen friede. Nächetknechte: Thue das, so thut er es. euch selber nicht, meine liebsten! Da das JEfus hörete, verwuns sondern gebet raum dem jorne dette er sich, und sprach zu denen, ( GOttes;) denn es ftehet geschries die ihm nachfolgeten: Warlich ben: Die rache ist mein, ich will ich sage euch, solchen glauben habe bergelten, spricht der HErr. So ich in Israel nicht funden. Abek kun deinen feind hungert, so speise ich fage euch: viele werden koms ihn; dürftet ihn, so tranke ihn: men vom morgen und vom abend, wenn du das thuft, so wirst du feu und mit Abraham und Ifaac und rige kohlen auf fein haupt famm Jacob im himmelreiche sitzen; len. Laß dich nicht das böse überaber die kinder des reichs werden winden, sondern überwinde das ausgestoffen in die auferste finsters böfe mit gutem. niß hinaus, da wird seyn heulen und zähnklappett. Und JEsus sprach zu dem hauptmann: Gehl. hin, dir geschehe wie du geglaubet su derselbigen funde. ward gefund Evangelium, Matth. Cap. 8, v. 1. bis 13. Jede gieug, folgete ihm viel volks nach. Und siehe, ein ausfähiger lam, und betete ihn an, und sprach: HErr, so du willt, kannst du mich wel reinigen. Und JEsus streckte seine hand aus, rührete ihn an, und sprach: Ich will es thun, sey gereiniget: und alsbald ward er! von seinem aussage rein. Und JEsus sprach zu ihm: Siehe zu, fage es niemand, sondern gehe hin und zeige dich dem priester, und opfere die gabe, die Moses befohlen hat, zu einem zeugniß über sie. Da aber JEsus eingieng zu Capers taum, trat ein hauptmann zu ihm, ber bat ihn, und sprach: HErr! mein knecht liegt zu hause, und ist sichtbrüchig, und hat groffe quahl. JEfus sprach zu ihm: Ich will Fommen und ihn gesund machen. Rim. Cap. 13, v. i. bis 10, Federmann sey unterthan der obrigkeit, die gewalt über ihn hat: denn es ist keine obrigkeit, obs ne von GOtt; wo aber eine obrigs keit ist, die ist von GOtt verordnet. Wer sich nun wider die obrigkeit feget, der widerstrebet GOttes ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein urtheil ems pfahen: Denn die gewaltigen sind nicht den guten werken; sondern den bösen zu fürchten. Willt da dich aber nicht fürchten vor der obrigkeit, so thue gutes, so wird da Der hauptmann antwortete und lob von derfelbigen baben: denk 2 Re Am 4. Sonntage nach dem Feste der Erscheinung Chrifti, Epistel, 20 Epifteln und Evangelia, fie ift GOttes dienerinn, dir zu| ftille. Die menschen aber verwuns gut. Chust du aber böses, so fürchte derten sich, und sprachen: Was is dich: denn sie tråget das schwert das für ein mann, daß ihm wind nicht umsonst, sie ist GOttes die- und meer gehorsam ist. gerinn, eine rächerinn zur strafe über den, der böses thut. So sevd nun aus noht unterthan, nicht als lein um der strafe willen; sondern auch um des gewissens willen. Des rohalben müsfet ihr auch schoß ge- Col. Cap. 3, v. 12. bis Cap. 4, v. 1 Am 5. Sonntage nach dem Feste der Erscheinung Cheisti. Epistel, Die solchen schug sollen handhawählte GOttes, heilige und ben. So gebet nun jedermann, geliebte, herzliches erbarmen, was ihr schuldig seyd, schoß, dem! freundlichkeit, demuht, sanfts Der schoß gebühret, zoll, dem der zoll muht, geduld; Und vertrage einer gebühret, furcht, dem die furcht den andern, und vergebet euch sebühret, ehre, dem die ehre gebüh unter einander, so jemand Elage ret. Seyd niemand nichts schul- bat wider den andern: gleichwie Dig, denn daß ihr euch unter ein- Christus euch vergeben hat, also ander liebet, denn wer den andern auch ihr. Ueber alles aber siehet liebet, der hat das gefer erfüllet. an die liebe, die da ist das band der Denn das da gefaget ift: Du sollt vollkommenheit: und der friede nicht ehebrechen; Du sollt nicht GOttes regiere in euren herzen, tidten; Du sollt nicht stehlen; zu welchem ihr auch berufen send Du sollt nicht falsch zeugniß ge in einem Leibe, und send dankbar. ben Dich soll nichts gelüsten: Lasset das wort Chrifti unter euch und so ein ander gebot mehr ist, reichlich wohnen in aller weisheits das wird in diesem worte vers lehret und vermahnet euch felbe faffet: Du sollt deinen nächsien mit pfalmen und lobgesängen, und lieben als dich selbst. Die liebe geiftlichen lieblichen liedern, und thut dem nächsten nichts böses. singet dem HErrn in eurem hers So ist nun die liebe des gefegessen. Und alles was ihr thut, mit erfüllung. worten oder mit werken, das thut alles in dem namen des HErrn JEfu, und danket GOtt und dem vater durch ihn. Ihr weiber, send Evangelium, Matth. Cap. 8, v. 23. bis 27. Efus ne jünger folgeten ihm. Und HErrn, wie sich es gebühret. Ihr fiche, da erhub sich ein groß unge månner, lieber eure weiber, und ftüm im meere, also, daß auch send nicht bitter gegen sie. Ihr das schifflein mit wellen bedecket finder, send gehorsam den eftern ward, und er schlief. Und die in allen dingen: denn das ist dem Jünger traten zu ihm, und weckten HErrn gefällig. Ihr våter, erbits ihn auf, und sprachen: HErr, tert eure finder nicht, auf daß sie hilf uns, wir verderben. Da sagte nicht scheu werden. Ihr knechte, er ju ihnen: Ihr kleingläubige, send gehorsam in allen dingen eus warum send ihr so furchtsam? undren leiblichen herren, nicht mit und auf, und bedräuete den wind dienste vor augen, als den mens wud das meer; Da ward es gaus schen zu gefa lou; fondern mit eins fåls nebst den Festlichen Vorlesungen. faltigkeit des hersens, und mit got| gleichniß vom unkraut auf dem als tesfurcht. Alles, was ihr thut, das fer. Er antwortete und sprach zu thut von Herzen, als dem HErrn, ihnen: Des menschen sohn ist es, und nicht dem menschen, und wisder da guten faamen fået. Der ats set, daß ihr von dem HErrn em pfahen werdet die vergeltung des erbes; denn ihr dienet dem HErrn Christo. Wer aber unrecht thut, der wird empfahen, was er unrecht Bethan hat, und gilt kein ansehen der person. Ihr herren, was recht und gleich ist, das beweiser den Enechten, und wisset, daß ihr auch einen HErrn im himmel habt. Evangelium, fer ist die welt. Der gute saame sind die kinder des reichs. Das une kraut sind die kinder der bosheit. Der feind, der sie fået, ist der teus fel. Die ernte ist das ende der welt. Die schnitter sind die engel. Gleichwie man nun das unkraut ausgåtet, und mit feuer verbrens net; so wird es auch am ende dieser welt gehen. Des menschen sohn wird seine engel senden, und sie werden sammlen aus seinem reis che alle ärgernisse, und die da uns recht thun; und werden sie in den feuer- ofen werfen, da wird senn heulen und zähnklappen: Denn werden die gerechten leuchten, wie die sonne, in ihres vaters reich: er ohren hat zu hören, der bdre! Matth. Cap. 13, v. 24. bis 30. und v. 36. bis 43. gen Efus sprach: Das himmel reich ist gleich einem men fchen, der guten saamen auf seis en acker fåete. Da aber die leu: te schliefen, kam sein feind und fåete unkraut zwischen den weizen, und gieng davon. Da nun das Praut wuchs und frucht brachte; da fand sich auch das unkraut. Da traten die Enechte zu dem haus vater, und sprachen: HErr, haft du nicht guten saamen auf deinen acker gefäet? woher hat er denn das unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der feind gethan. Da fprachen die knechte: Willt du denn, daß wir hingehen und es ausgäten? Er sprach: Nein; auf daß ihr nicht zugleich den weizen mit ausraufet, so ihr das unkraut ausgåtet: Laffet beydes mit einander wachsen bis zu der ernte, und um die erntezeit will ich zu den schnittern sagen: Sammlet zu vor das unkraut, und bindet es in bündlein, daß man es verbrenne, aber den weizen fammlet mir in meine scheuren. Da ließ JEsus das volt von sich, und kam heim. Und seine junger traten zu ihm, und sprachen: Deute uns biefe Am 6. Sonntage nach den Feste der Erscheinung Christ. Epistel, 2 Petr. Cap. 1, v. 16. bis 21. Wir haben nicht den klugen fas beln gefolget, da wir euch kund gethan haben die kraft und zukunft unsers HErrn JEsu Chris fti; sondern wir haben seine herrs lichkeit selber gesehen, da er ems pfieng von GOtt dem vater ehre und preis, durch eine stimme, dis zu ihm geschahe von der groffen herrlichkeit, dermaafsen: Dis is mein lieber sohn, an dem ich wols gefallen habe. Und diese stimme haben wir gehöret, vom himmel bracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen berge. Wir haben ein festes prophetischwort, und ihe thut wol, daß ihr darauf achtet, als auf ein licht, das da scheinet in einem dunkeln orte, bis der tag anbreche, und der morgenfiern 33 aufs Evifteln und Evangelia, aufgehe in euren herzen. Und das fen alle; aber einer erlanget das follt ihr für das erste wissen, daß kleinod? Laufet nun also, daß ihr teine weisfagung in der schrift es ergreifet. Ein jeglicher aber, geschiehet aus eigener auslegung. der da kämpfet, enthält sich alles Denn es ist noch nie keine weisfa- dinges, jene also, daß sie eine vers gung aus menschlichen willen her gängliche crone empfangen, wir vorgebracht; sondern die heilige aber eine unvergängliche. Ich menfchen GOttes haben gerebet, laufe aber also, nicht als auf das setrieben von dem heiligen geift. ungemiffe: ich fechte also, nicht als Evangelium, der in die luft streichet; sondern ich betäube meinen leib, und zähme ihn, daß ich nicht den andern pres Matth. Cap. 17, v. 1. bis 9. Csus nahm zu sich Petrum und ten bruder, und führte sie benfeits Evangelium, auf einen hohen berg. Und ward Matth. C.19, v. 27. bis C.20, v.16. verklaret vor ihnen, und fein ange ſicht leuchtete feine Eleider wurden weiß als ein licht. Und siehe, da erschien ihnen Mofes und Elias, die redeten mit thm. Petrus aber antwortete und sprach zu JEsu: HErr, hier ist gut seyn; willt du, so wollen wir bie drey bütten machen, die eine, Rosi eine, und Elias eine. Da er noch also redete, siehe, da über fchattete sie eine lichte wolke. Und fiche eine ftimme aus der wolken sprach: Dis ist mein lieber sohn, an welchem ich wolgefallen habe, den sollt ihr hören. Da das die Jünger höreten, fielen sie auf ihr angesicht, und erschracken febr. JEfus aber trat zu ihnen, rührete sie an, und sprach: Stehet auf, und fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre augen aufhuben, fahen sie nie mand, denn JEfum alleine. Und da sie vom berge herab giengen, gebot ihnen JEsus, und sprach: Ihr sollet dis gesicht niemand fas gen, bis des menschen sohn von den todten auferstanden ist. Am Sonnt.Septuagefimä. Epistel, 1 Cor. Cap. 9, v. 24. bis 27. Miffet ihr nicht, daß die, so in den stranken laufen, die laus Petrus sprach zu Jefu: Siehe, wir haben alles verlassen, und sind dir nachgefolget, was wird uns dafür? JEsus aber sprach zu ihnen: Warlich ich sage euch, daß ihr, die ihr mir send nachgefolget, in der wiedergebuhrt, da des menschen sohn wird sizen auf dem fuble seiner herrlichkeit, werdet ihr auch sitzen auf zwölf Bühlen, und richten die zwölf geschlechte frael. Und wer verläffet haus fer, oder brüder, oder schwestern, oder vater, oder mutter, oder weib, oder kinder, oder äcker um meines namens willen, der wird es huns dertfältig nehmen, und das ewige leben ererben. Aber viele, die da sind die ersten, werden die leiten, und die lezten werden die ersten feyn. Das himmelreich ist gleich einem haus- vater, der am morgen ausgieng arbeiter zu miethen in feinen weinberg. Und da er mit den arbeitern eins ward um einen groschen jum tagelohn, fandte er fie in seinen weinberg. Und gieng aus um die dritte ftunde, und sahe andere an dem markte müssig ftes hen, und sprach zu ihnen: Gebet ihr auch hin in den weinberg, ich will euch geben, was recht ist; und fie giengen bin. Abermahl gieng 23 nebs den Festlichen Vorlesungen. er aus um die sechste und neunte auf die gesichte und offenbarungen kunde, und that gleich also. Um des HErrn: Ich kenne einen mens bie eilfte ftunde aber gieng er aus, schen in Chrifto, vor vierzehen und fand andere müssig stehen, iahren,( ift er in dem leibe gewes und sprach zu ihnen: Was stehet fen, so weiß ich es nicht; oder ist ihr hie den ganzen tag müssig? er auffer dem leibe gewesen, so Sie sprachen zu ihm: Es hat uns weiß ich es auch nicht: Gottweiß niemand gedinget. Er sprach zu es,) derselbige ward entzücket bis ihnen: Gehet ihr auch hin in den in den dritten himmel. Und in weinberg, und was recht seyn kenne denselbigen menschen,( ob Da es er in den leibe oder ausser dem wird, soll euch werden. nun abend ward, sprach der HErr leibe gewesen ist, weiß ich nichts Des weinberges zu seinem schaff- GOtt weiß es.) Er ward entzüks ner: Rufe den arbeitern, und gib ket in das paradies, und hörete ihnen den lohn, und hebe an von unaussprechliche worte, welche dem lesten, bis zu dem ersten. Da kein mensch sagen kann: davon kamen die, so um die eilfte ftunde will ich mich rühmen; von mir gedinget waren, und empfieng ein felbst aber will ich mich nichts rühs leglicher seinen groschen. Da aber men, ohne meiner schwachheit: die ersten kamen, meineten sie, fie und so ich mich rühmen wollte, würden mehr empfangen und that ich darum nicht thörlicht fie empfiengen auch ein jeglicher denn ich wollte die wahrheit fagen. feinen groschen. Und da sie den Ich enthalte mich aber deß, auf empfiengen, murreten sie wider daß nicht jemand mich höher ache den haus vater, und sprachen: te, denn er an mir siehet, oder Diese lesten haben nur eine stunde von mir höret. Und auf daß ich gearbeitet, und du hast sie uns mich nicht der hohen offenbarun gleich gemacht, die wir des tages gen überhebe, ist mir gegeben ein laft und hige getragen haben. pfahl in das fleisch, nemlich des Er antwortete aber, und fagte zu fatans engel, der mich mit fauften einem unter ihnen: Mein freund, schlage, auf daß ich mich nicht ich thue dir nicht unrecht: bist du überhebe: dafür ich dreymahl dem nicht mit mir eins worden um HErrn geflehet habe, daß er von einen groschen? Nimm, was dein mir wiche. Und er hat zu mir ges ist, und gehe hin. Ich will aber faget: Laß dir an meiner gnade diesen leiten geben, gleich wie dir; genügen; denn meine kraft ist in oder hab ich nicht macht zu thun, den schwachen mächtig. Darum was ich will, mit dem meinen? will ich mich am allerliebsten ruhs Siehest du darum scheel, daß ich men meiner schwachheit, auf das so gütig bin? Also werden die die kraft Chrifi bey mir wohne. lesten die ersten, und die ersten Darum bin ich gutes muhts in die leiten fenn. Denn viel sind schwachbeiten, in schmachen, in berufen, aber wenig sind auserndhten, in verfolgungen, in ängs fen, um Chriftus willen: denn wählet, wenn ich schwach bin, so bin ich start. Evangelium, Am SonntageSeragesimä. Epistel, 2 Cor. Cap. 12, v. 1. bis 10. Es ist mir das rühmen nichts nüge; doch will ich kommen Luc. Cap. 8, v. 4. bis Is. Da viel volks bey einander war, und aus den Rädten in 834 tbm 24 Epißeln und Evangelia, ihm eileten, sprach JEfus durch Am Sonntage Quinquas ein gleichniß: Es gieng ein fães mann aus, zu fäen seinen fdamen; und indem er fåete, riel etliches an den weg, und ward vertreten und gesimä, oder sto mihi, Epistel, 1 Cor. Cap. 13, 0. 1. bis 13. ich mit S fen es auf. Und etliches fiel auf den fels; und da es aufgieng, vers Dorrete es, darum, daß es nicht faft hatte. Und etliches fiel mit ten unter die dornen, und die dors W mit engel- sungen redete, und hätte der liebe nicht; so wäre ic ein thönend erz, oder eine klingens de schelle. Und wenn ich weissas Da nen giengen mit auf, und erstickten es. Und etliches fiel auf ein gut land; und es gieng auf, und trug hundertfältige frucht. er das sagte, rief er: Wer ohren bat zu hören, der hdre. Es fragten ihn aber feine jünger, und spra chen, was diese gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ist gegeben zu wissen das geheimniß des reiches GOttes; den andern aber in gleichnissen, daß fie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber die gleichniß: Der faame ist das wort GOttes. Die aber an dem wege sind, das sind Die es hdren; darnach kommt der teufel, und nimmt das wort von Ihrem herzen, auf daß sie nicht Die liebe hdret nimmer auf, glauben und selig werden. Die so doch die weissagungen aufhören aber auf dem fels, sind die, wenn werden, und die sprachen aufhören fie es hören, nehmen sie das wort werden, und das erkenntniß aufs mit freuden an; und die haben hören wird. Denn unser wissen is nicht wurzel, eine zeitlang glauben fückwerk, und unser weisfagen ist fie, und zu der zeit der anfechtung fückwerk. Wenn aber kommen fallen sie ab. Das aber unter die wird das vollkommene, so wird das bornen fiel, sind die, so es hören, stückwerk aufhören. Da ich ein und gehen hin unter den sorgen, Find war, da redete ich wie ein reichthum und wollust dieses le Find: und war flug wie ein kind, bens, und ersticken, und bringen und hatte kindische anschläge: da Feine frucht. Das aber auf dem ich aber ein mann ward, that ich guten lande, sind die das wort ab, was kindisch war. Wir sehen bören und behalten in einem fei- iest durch einen spiegel in einem nen guten herten, und bringen dunkeln worte, dann aber von aus frucht in geduld. gesicht zu angesicht. Jest erkenne ich es fückweife, dann aber werde ich gen könnte und wüßte alle geheims bätte allen glauben, also, daß ich niffe, und alle erkenntniß, und berge versekete, und hätte der liebe nicht; so wäre ich nichts. und wenn ich alle meine haabe den armen gåbe, und lieffe meinen leib brennen, und hätte der liebe nichts so wäre mir es nichts nüße. Die liebe ist langmühtig und freunds lich, die liebe eifert nicht, die liebe treibet nicht muhtwillen, sie blås het sich nicht, sie stellet sich nicht ungebärdig, sie suchet nicht das ihre, sie lässet sich nicht erbittern, fie trachtet nicht nach schaden, sis freuet sich nicht der ungerechtigs keit, sie freuet sich aber der wahrs heit, fie vertråget alles, fie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet als les. neda den geflichen Borlesungen.. Ich es erkennen, gleich wie ich er Fennet bin. Nun aber bleibet glaube, hoffnung, liebe, diese Dren; aber die liebe ist die gröffeste unter ihnen. Vorlesungen, Vormitt. An diesem und den folgenden Sonntagen in der Fas ften: ein Stück der Leidens- Ges schichte JEfu Chrifti; Ausfer am Feste der Empfängniß Chris fti, auf Judica, da solches Nachs mittags vorgelesen werden kan. Nachm. Matth. Cap. 16, v. 13. 21. bis Evangelium, Luc. Cap. 18, v. 31. bis 43. Efus nahm zu ſich die zwölfe, Sehet, wir gehen hinauf gen Jeruſalem, Efus fam in die gegend der wer I fadt Caſarea Philippi, und und es wird alles vollendet den, das geschrieben is durch die fragte seine jünger, und spracht propheten von des menschen sohn. Wer sagen die leute, daß des Denn er wird überantwortet wer menschen sohn sey? Sie spras den den heiden, und er wird ver- chen: Etliche sagen: du seyst Jos spottet und geschmähet und ver- hannes der täufer; die andern, fpeyet werden, und sie werden ihn du senst Elias; etliche, du sevg geiffeln und tädten; und am drit- Jeremias, oder der propheten ten tage wird er wieder auferste einer. Er sprach zu ihnen: Wer ben. Sie aber vernahmen der kei- faget denn ihr, daß ich sey? Da nes, und die rede war ihnen verantwortete Simon Petrus, und borgen, und wußten nicht was das sprach: Du bist Christus, des gefaget war. Es geschahe aber, lebendigen GOttes sohn. Und da er nahe zu Jericho kam, saß ein JEsus antwortete und sprach zu blinder am wege, und bettelte. Da ihm: Selig bist du Simon, Jona er aber hörete das volk, das durch sohn! denn fleisch und blut hat bin gieng, forschete er, was das dir das nicht offenbaret, sondern ware? Da verkundigten sie ihm: mein vater im himmel. Und ich JEsus von Nazareth gienge vorů- fage dir auch: Du bist Petrus, ber. Und er rief und sprach: JEfu, und auf diesen felfen will ich bauen du sohn David, erbarme dich meine gemeine, und die pforten mein! Die aber vorne an giengen, der höllen sollen sie nicht überwäls bedräueten ihn, er sollte schweigen; tigen: und will dir des himmels er aber schrie vielmehr: Du sohn reichs schlüffel geben; alles, was David, erbarme dich mein! JEsus du auf erden binden wirst, soll auch aber ftund stille, und hieß ihn zu im himmel gebunden seyn: und sich führen. Da sie ihn aber nahe alles was du auf erden lösen wirft, ben ihn brachten, fragte er ihn, soll auch im himmel los seyn. Da und sprach: Was willt du, daß ich verbot er seinen jüngern, daß fig birthun foll? Er sprach: HEre! niemand sagen sollten, daß er IG daß ich sehen möge. Und JEsus fus der Christ wäre. Sprach zu ihm: Sen sehend, dein Glaube hat dir geholfen. Und als Pound zeigete fſeinen jüngern, der an an, bald ward er sehend, und folgete ihm nach, und preifete GOtt. Und alles voll, das foldes fabe, Tobete GOtt. wie er müßte hin gen Jerufalem gehen, und viel leiden von den ältesten, und bobenpriestern und * Epiffeln und Evangelta, ( chriftgelehrten, und getödtet wersgeben, auf das unser amt nicht vers den, und am dritten tage auferfieläftert werde: fondern in allen dins pen. Und Petrus nahm ihn zu sich, sen laffet uns beweisen, als die dies fuhr ihn an, und sprach: HErr, ner GOttes in groffer geduld, in schone dein selbst, das wiederfahre trübsalen, in nöhten, in ångsten, dir nur nicht. Aber er wandte sich in schlägen, in gefängnisfen, in aufs um, und sprach zu Petro: Hebe ruhren, in arbeit, in wachen, in dich, Satan, von mir, du bist mir faften, in keuschheit, in erkenntniß, ärgerlich: denn du meinest nicht, in langmuht, in freundlichkeit in was göttlich, sondern was mensch- dem heiligen geißte, in ungefärbs lich ist. Da sprach JEfus zu seinen ter liebe, in dem worte der wahrs Jüngern: Will mir jemand nachheit, in der kraft GOttes, durch folgen, der verleugne sich selbst, und nehme sein crenz auf sich, und folge mir: Denu wer fein leben er balten will, der wird es verliehrens wer aber fein leben verleuret um meinet willen, der wird es finden. as hülfe es dem menschen, so er die ganze welt gewonne, und nah me doch schaden an seiner feele? Oder was kann der mensch geben, damit er seine feele wieder löse? Denn es wird je geschehen, daß des menschen fohn komme in der herrs lichkeit seines vaters, mit seinen engeln, und alsdenn wird er vers nach werkent. Wahrlich, ich fage euch: Es stehen etliche hie, die nicht [ ehmecken werden den tod, bis daß fie des menschen sohn kommen seben in seinem reiche. Am 1. Sonntage in der Fafen, genannt Invocavit. Epistel, 2 Cor. Cap. 6, v. 1. bis 10. 23 ir ermahnen euch als mithel fer, daß ihr nicht vergeblich die gnade GOttes empfahet. Denn er spricht: Ich habe dich in der an genehmen seit erhöret, und habe bir am tage des heils geholfen. Gebet, jest ist die angenehme zeit, leit ist der tag des heils. Laffet uns aber niemand irgend ein ärgerniß waffen der gerechtigkeit zur rechs ten und zur linken, durch ehre und schande, durch böse gerüchte, und gute gerüchte, als die verführer, und doch wahrhaftig; als die uns bekannten, und doch bekannt; als die sterbenden und siche, wir leben; als die gezüchtigten, und doch nicht ertödtet; als die traurigen, aber allezeit frölich; als die armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts inne haben, und doch alles haben. Evangelium, Matth. Cap. 4, v. 1. bis 11. Esus vom in die wüste geführet, auf daß er von dem teufel versuchet würde. und da er vierzig tage und vierzig nächte gefaftet hatte, hungerte ihn. Und der versucher trat zu ihm, und sprach: Bist du GOttes sohn, so forich, daß diese steine brot werden. Und er antwortete und sprach: Es Behet geschrieben: der mensch les bet nicht vom brote allein, sondern von einem jeglichen worte, das durch den mund GOttes gehet. Da führete ihn der teufel mit sich in die heilige stadt, und stellete ihn auf die zinne des tempels, und sprach zu ihm: Bist du GOttes sohn, so laß dich hinab, denn es fites het geschrieben: Er wird seinen engeln über dir befehl thun, und sie werden dich auf den bäuden tras gen. nebst den Festlichen Vorlesungen. gen, auf daß du deinen fuß nicht an einen stein stoffest. Da sprach JEsus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollt GOtt Deinen HErrn nicht versuchen. iederum führete ihn der teufel mit sich auf einen sehr hohen berg, und zeigete ihm alle reiche der welt und ihre herrlichkeit, und sprach zu ihm: Dis alles will ich dir geben, so du niederfällest, und mich anbeteft. Da sprach JEsus zu ihm: Hebe dich weg von mir, fatan! denn es stehet geschrieben: Du sollt anbeten GOtt, deinen HErrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der teufel: und fiehe da traten die engel zu ihm, und dieneten ihm. ist weiser, denn die menschen sind; und die göttliche schwachheit is stärker, denn die menschen sind. Sehet an, lieben brüder! euren bes ruf, nicht viel weise nach dem fleis fche, nicht viel gewaltige, nicht viel edle sind berufen; sondern was thöricht ist vor derwelt, das hat GOtt erwählet, daß er die weis fen zu schanden mache; und was schwach ist vor der welt, das hat Gott erwählet, daß er zu schanden mache, was stark ist: und das unedle vor der welt, und das verachtete hat GOtt ers wählet, und das da nichts ist, daß er zunichte mache, was etwas ist; auf daß sich vor ihm kein fleisch rühme. Von welchem auch ihr hers kommt in Christo JEfu, welcher uns gemacht ist von GOtt zur weisheit, und zur gerechtigkeit, und zur heiligung, und zur erlösung, auf daß,( wie geschrieben stehet,) wer sich rühmet, der rühme sich des HErrn. Nachm. Vorlesung, I Cor. Cap. 1, v. 18. bis 31. Epistel, 1 Theff. Cap. 4, v. 1. bis 12. ieben brüder, wir bitten euch, as wort vom creuze ist eine thorheit denen, die verlohren werden; uns aber, die wir selig werden, ist es eine Gottes- kraft: Denn es siehet geschrieben: Ich will zunichte machen die weisheit der weisen, und den verstand der verständigen will ich verwerfen. Wo sind die klugen? Wo sind Die schriftgelehrten? Wo sind die weltweisen? Hat nicht GOtt die weisheit dieser welt jur thorheit gemacht? Denn dieweil die welt und ermahnen in dem HErrn durch ihre weisheit GOtt in seiner JEsu, nachdem ihr von uns ems weisheit nicht erkannte, gefiel es pfangen habet, wie ihr sollet wans GOtte wohl, durch thörichte predeln und GOtt gefallen, daß ihr digt selig zu machen die, so daran immer völliger werdet. Denn ihr glauben. Sintental die jüden zei wiffet, welche gebote wir euch chen fordern, und die griechen nach gegeben habeir, durch den HErrn weisheit fragen. Wir aber predi- JEsum. Denn das ist der wille gen den gecrenzigtenChristum, den GOttes, eure heiligung, daß ihz füden ein ärgerniß, und den griesmeidet die hureren, und ein jeg, chen eine thorheit: Denen aber, licher unter euch wiſſe fein fgg Die berufen sind, beyde jüden und zu behalten in heiligung und ehe griechen, predigert wir Chriftum ren, nicht in der luftfeuche, wis göttliche kraft, und göttliche weis: die heiden, die von GOtt nichts beit: Denn die göttliche thorbeit wien: und das niemand zu weit greife Am andern Sonntage in der fasten, oder Reminiscere. 28 Epifteln und Esangella, u ihr: O weib! dein glaube ist groß, dir geschehe wie du willt. und ihre tochter ward gesund zu derselbigen funde. greife, noch vervortheile seinen den Kindern ihr brot nehme, und bruder im handel: denn der HErr werfe es vor die hunde. Sie ist rächer über das alles, wie wir sprach: Ja HErr! aber doch essen euch zuvor gesaget und bezeuget die handlein von den brosamen, haben. Denn Gott hat uns nicht die von ihrer herren tische fallen. berufen zur unreinigkeit, sondern Da antwortete JEsus, und sprach jur heiligung. Wer nun verachtet, der verachtet nicht menschen, son dern GOtt, der seinen heiligen geist gegeben hat in euch. Von der brüderlichen liebe aber ist nicht noth euch zu schreiben: denn ihr send selbst vonGOtt gelehret, euch unter einander zu lieben. Und das thut ihr auch an allen brüdern, die in ganz Macedonia sind. Wir er mahnen euch aber, lieben brüder! daß ihr noch völliger werdet, und vinget darnach, daß ihr stille seyd, und das eure schaffet, und arbeitet mit euren eignen hånden, wie wir euch geboten haben, auf daß ihr ehrbarlich wandelt gegen die, die draussen sind, und ihrer keines be Dürfet. Nachm. Vorlesung. 2 Cor. Cap. 5, v. 14. bis 21. ie liebe Chrifti dringet uns als fo, sintemahl wir halten, daß, fo einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben. Und er ist darum für sie alle gestorben, auf daß die, so da leben, hinfort nicht ihnen selbst leben; sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist. Darum von nun an kennen wis niemand nach dem fleische. Und ob wir auch Chriftum gekannt has ben nach dem fleische, so kennen wir ihn doch jest nicht mehr. Darum is jemand in Chrifto, so ift er eine neue creatur; as alte ist vergans gen, siehe! es ist alles nen wordens Aber das alles von GOtt, der uns mit ihm selber versöhnet hat durch Evangelium, Matth. Cap. 15, v. 21. bis 28. Efus gieng aus von dannen, und entwich in die gegend Cyri und Sidon: und siehe, ein Canandisch weib gieng aus der Efum Christum, und das amt ges felbigen grenze, und schrie ihm geben, das die versöhnung predis wach und sprach: Ach HErr, du get: Denn GOtt war in Chrifto, sohn David! erbarme dich mein, und verföhuete die welt mit ihm meine tochter wird vom teufel selber, und rechnete ihnen ihre füns übel geplaget! und er antwortete de nicht zu, und hat unter uns auf ihr kein wort. Da traten zu ihm gerichtet das wort von der versöhe feine jünger, baten ihn und spra- nung. So sind wir nun botschafter then: Laß sie doch von dir, denn au Christus satt: denn Gott vers fie schrenet uns nach. Er antwormahnet durch uns. So bitten wie tete aber, und sprach: Ich bin nicht gefandt, denn nur zu den verlohrnen schaafen von dem haufe Ifrael. Sie fam aber und fiel bor ihm nieder und sprach: HErr, hilf mir! aber er antwortete und forac: Es ißnicht sein, daß man nun an Christus statt: Laffet euch versöhnen mit GOtt. Denn er hat den, der von keiner fünde wußte, für uns zur fünde gemacht, auf daß wir würden in ihm die ges rechtigkeit, die vor GOtt gilt. Sim nebst den Festlichen Vorlesungen. 29 Am 3. Sonntage in der aber vernahm ihre gebanken, und Saften, oder Oculi, end GOttes nachfolger, als sprach zu ihnen: Ein jeglich reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein haus fället über das andere. Ist denn der satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein reich bestes die lieben kinder, und wan hen? dieweil ihr saget: Ich treibe delt in der liebe, gleich wie Chri- die teufel aus durch beelzebub. So stus uns geliebet hat, und sich selbst aber ich die teufel durch beelzebub bargegeben für uns, tur gabe und austreibe, durch wen treiben sie opfer, GOtt zu einem füffen ge- eure kinder aus? darum werden ruch. Hureren aber und alle un sie eure richter seyit. So ich aber reinigkeit, oder geiz, laffet nicht durch GOttes finger die teufel von euch gefaget werden, wie den austreibe, so könmt ie das reich heiligen juftehet, auch schandbare GOttes zu euch. Wenn ein stars toorte und narrentheidung, oder fer gewapneter feinen pallast bes fchert, welche euch nicht ziemen, wahret; so bleibet das seine mit sondern vielmehr danksagung. frieden. Wenn aber ein stärkerer Denn das sollt ihr wissen, daß über ihn kömmt, und überwindet kein hurer, oder unreiner, oder ihn; so nimmt er ihm seinen hars geiziger( welcher ist ein gözen- dienisch, darauf er sich verließ, und ner) erbe bat an dem reicheChrifti theilet den raub aus. Wer nicht und GOttes. Laffet euch niemand mit mir ist, der ist wider mich z verführen mit vergeblichen wor und wer nicht mit mir sammlet, ten; denn um dieser willen kommt der zerstreuet. Wenn der unsaus der jorn GOttes über die kinder bere geift von dem menschen auss Des unglaubens. Darum seyd fähret; so durchwandelt er dürre nicht ihre mitgenoffen: denn ihr state, suchet ruhe, und findet ihrer waret weiland finsterniß, nun aber nicht; so spricht er: Ich will wies send ihr ein licht in dem HErrn. der umkehren in mein haus, dars Wandelt wie die kinder des lichts. aus ich gegangen bin. Und wenn Die frucht des geiftes ist allerleyser kömmt, so findet er es mit bes gütigkeit und gerechtigkeit, und femen gerehret und geschmückets wahrheit. Evangelium, Dann gehet er hin, und nimmt sieben geifter zu sich, die arger sind denn er selbst; und wenn sie hins Luc. Cap. II, v. 14. bis 28. ein kominent, wohnen sie da, und wird hernach mit demselbigen efus trieb einen teufel aus, der menschen ärger denn vorhin. Und war stumm, und es geschabe, es begab sich, da er solches redete, da der teufel ausfuhr, da redete erhub ein weib im volk die flims der stumme, und das volk verwun- me, und sprach zu ihm: Selig berte jich. Etliche aber unter ist der leib, der dich getragen hat, ihnen sprachen: Er treibet die teu- und die brüste, die du gesogen fel aus durch beelzebub, den obers baft. Er aber sprach: Ja, selig Ben der teufel. Die andern aber find, die GOttes wort bören und versuchten ihn und begehrten ein bewahren, leichen vou ibm vom biminel. Erl Nachm. Epistel, Ephef. Cap., v. 1. bis 9. 30 Episteln und Evangelia, Nachm. Vorlesung. Hebr. Cap. 12, v. 1. bis 15. tigkeit denen, die dadurch geäbet sind. Darum richtet wieder auf die làßigen hånde, und die müden knies füssen, daß nicht jemand strauchele wie ein lahmer; sondern vielmehr gesund werde. Jaget nach dem friede gegen jederman, und der heiligung, ohne welche wird nies mand denHErrn sehen. Und sehet darauf, daß nicht jemand GOttes gnade versäume, daß nicht etwa eis ne bittere wurzel aufwachse, und unfriede anrichte und viele durch dieselbige verunreiniget werden. Am 4. Sonntage in der Fasten, oder Lätare. Epistel, Hebr. Cap. 9, v. 11. bis it. Cbriftus ift kommen, daß es uns immer anklebet, und träge machet, und laffet uns laufen durch geduld in dem kampfe, der uns vers ordnet ist; und aufsehen auf JE sum, den anfänger und vollender des glaubens, welcher, da er wol hatte indgen freude haben, er buldete er das creuz, und achtete der schande nicht, und ist gesessen sur rechten auf dem stuhleGOttes. Gedenker an den, der ein solches widersprechen von den fündern wi der sich erduldet hat, daß ihr nicht in eurein muthe matt werdet, und ablaffet: denn ihr habt noch nicht bis aufs blut widerstanden, über Dem kantpfen wider die fünde; und Habt bereits vergessen bes troftes, der ju euch redet, als zu den kin fey ein hoherpriester der zus dern: Mein sohn, achte nicht ge- künftigen güter, durch eine gröss ringe die züchtigung des HErrn, sere und vollkommenere hütte, die und verzage nicht, wenn du von nicht mit der hand gemacht ist, ihm geftrafet wirft: denn welchen das ist, die nicht also gebauet ist; der HErr lieb hat, den züchtiget auch nicht durch der böcke odet et; er staupet aber einett jeglichen Fälber blut, sondern er ist durch fohn, den er aufnimmt. So ihr die fein eigen blut einmahl in das heis süchtigung erduldet, so erbeut sich lige eingegangen, und hat eine euch Gott als kindern: denn wo ewige erlösung erfunden. Denn so ist ein sohn, den der vater nicht der ochsen und der böcke blut, und süchtiget? send ihr aber ohne züch- die afche von der kube gesprenget, tigung, welcher sie alle find theil heiliget die unreinen zu der leibs Baftig worden, so feyd ihr bastarte, lichen teinigkeit: wie vielmehr und nicht finder. Auch so wir ha- wird das blut Chrifti, der sich selbs Ben unsere leibliche väter zu züch- ohn allen wandel durch den heilis tigern gehabt, und sie gescheuet, gen geift GOtt geopfert hat, unfek follten wir dehn nicht vielmehr unterthan seyn dem geistlichen vater, daß wir leben? und jene zwar Baben uns gezüchtiget wenige tage nach ihrem dünken; dieser aber zu muß, auf daß wir seine heiligung erlangen. Alle süchtigung aber, wenn sie da ist.dintet sie uns nicht freude, sonderit traurigkeit zu feyn; aber darnach wird sie geben eine friedsame frucht ber gerech gewissen reinigen von den todten werken, ju dienen dem lebendis gen GOtt? Und darum ist er auch ein mittler des neuen teftaments, auf daß durch den tod/ so geschehen ist zur erlösung von den übertres tungen,( die unter dem ersten teftas mente wares) die, so berufen sind, das verbeiffene ewige erbe ems pfaben. Evan 31 Warlich, warlich ich fage euch z ehe denn Abraham war, bin ich, Da huben sie steine auf, daß sie Aber auf ihn I Belcher unter euch kann mich verbarg fich, und gieng sum tents Nachm. Vorlesung. Jen einer fünde zeihen? So ich euch pel hinaus. aber die wahrheit fage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von GOtt ist, der hdret GOttes wort: Joh. Cap. 17. darum höret ihr nicht; denn ihr Efus hub feine augen auf gen send nicht von GOtt. Da antwors himmel, und sprach: Vater, teten die Juden und sprachen zu die stunde ist hie, daß du deinen ihm: Sagen wir nicht recht, daß sohnt verklärest, auf daß dich dein du ein Samariter bist, und haft sohn auch verkläre. Gleichwie die den teufel? JEsus antwortete: ihin macht haft gegeben über alles Ich habe keinen ceufel, sondern ich fleisch, auf daß er das ewige leben ehre meinen vater, und ihr verungebe allen, die du ihm gegeben haft. ehret mich; ich suche nicht meine Das ist aber das ewige leben, daß ehre, es ist aber einer, der sie suchet fie dich, daß du allein wahrerGott und richtet. Warlich, warlich ich bist, und den du gesandt haft JE fage euch: So jemand mein wort fum Chriftum, erkennen. Ich habe wird halten, der wird den tod dich verkläret auferden, und vols nicht sehen ewiglich. Da spra- lendet das werk, das du mir gegés chen die Juden zu ihm: Nun er ben hast, das ich thun sollte. Und Fennen wir, daß du den teufel haft; nun verklare mich, du vater, lep Abraham ist gestorben und die pro- dir selbst, mit der klarheit, die ich pheten, und du sprich: So bey dir hatte, ehe die welt war. femand mein wort hält, der wird Ich habe deinen namen offenbaret den tod nicht schmecken ewiglich. den menschen, die du mir von dee Bist du mehr denn unser vater welt gegeben haft. Sie waren dein, Abraham, welcher gestorben ist? und du haft sie mir gegeben, und und die propheten sind gestorbent: sie haben dein wort behalten. Nun was machst du aus dir selbst? JE wissen sie, daß alles, was dumir ges fus antwortete: So ich mich sel geben haft, sey von dir: Denn die ber ehre, so ist meine ehre nichts. worte, die du mir gegeben haft, has Es ist aber mein vater, der mich be ich ihnen gegeben, und sie haben ehret, welchen ihr sprechet: er sen es angenommen, und erkant wahes euer GOtt, und kennet ihn nicht, haftig, daß ich von dir ausgegans ich aber kenne ihn. Und so ich gen bin, und glauben, daß du mich würde sagen, ich kenne sein nicht, gesandt hast. Ich bitte für sie, und so würde ich ein lügner, gleich wie bitte nicht für die welt; sondern ihr send; aber ich kenne ihn und für die, die du mir gegeben haft: balte sein wort. Abraham euer denn sie sind dein. Und alles, was bater ward froh, daß er meinen mein ist, das ist dein, und was dein tag fehen sollte, und er sahe ihn, ist, das ist mein, und ich bin in ih und freuete sich. Da sprachen die nen verkläret. Und ich bin nicht Juden zu ihm: Du bist noch nicht mehr in der welt; sie aber find in funfzig jahr alt und haft Abraham der welt, und ich komme zu die. sefeben? Jefus( pra ju ibuen: Heiliger vater! erbalte fie in deis nem nebst den Festlichen Vorlesungen. Evangelium, Joh. Cap. 8, v. 46. bis 59. Episteln und Evangelis, dich nicht, ich aber kenne dich, und diese erkennen, daß du mich ges sandt haft. Und ich habe ihnen deinen namen kund gethan, und will ihnen kund thun, auf daß die liebe, damit du mich liebest, sey in ihnen, und ich in ihnen. nem namen, die du mir gegeben haft, daß sie eines seyn, gleich wie wir. Dieweil ich bey ihnen war in der welt, erhielt ich sie in deinem namen. Die du mir gegeben haft, Die habe ich bewahret, und ist keiner von ihnen verlohren, ohne das verlohrne kind, daß die schrift ers füllet würde. Nun aber komme ich zu dir, und rede solches in der welt, auf daß sie in ihnen haben meine freude vollkommen. Ich habe ihten gegeben dein wort, und die welt haffet sie: denn sie sind nicht von der welt, wie denn auch ich nicht von der welt bin. Ich bitte! Jef. Cap. 7, v. 10. bis 15. nicht, daß du ſie von der welt neh: Der HErr redete abermahl zn Ahas und sprach: Fordere diz mest; sondern daß du sie bewahrest ein zeichen von dem HErrn deinem vor dem übel. Sie sind nicht von GOtt, es sey unten in der hölle, der welt, gleich wie auch ich nicht oder droben in der höhe. Aber Abas von der welt bin. Heilige sie in dei- sprach: Ich will es nicht fordern, ner wahrheit, dein wort ist die daß ich den HEren nicht versuche. wahrheit. Gleich wie du mich ge: Da sprach er: Wolan, so höret fandt haft in die welt, so fende ich ihr von dem hause David: Ist es fie auch in die welt. Ich heilige euch zu wenig, daß ihr die leute bes mich selbst für sie, auf daß auch sie leidiget, ihr müsset auch meinen geheiliget fenn in der wahrheit. Gott beleidigen? Darum so wird Jch bitte aber nicht allein für sie; euch der HErr selbst ein zeichen ges fondern auch für die, so durch ihr ben: Siehe, eine jungfrau ist wort an mich glauben werden, auf schwanger, und wird einen sohn daß sie alle eines fenn, gleich wie gebähren, den wird sie heiffen Ims du, vater! in mir, und ich in dir, manuel. Butter und honig wird daß auch sie in uns eines seyn, auf er effen, daß er wisse böses zu vers daß die welt glaube, bu habeft mich werfen, und gutes zu erwählen. gesandt. Und ich habe ihnen gege ben die herrlichkeit, die du mir ges geben haft, daß sie eines seyn, gleich wie wir eines sind, ich in ihnen, und Evangelium, Luc. Cap. 1, v. 26. bis 38. fenn in eines, und die welt erkenne, daß du mich gesandt haft, und lie best fie, gleich wie du mich liebest. Bater! ich will, daß, wo ich bin, auch die bey mir seyn, die du mir gegeben haft, daß sie meine herr lichkeit sehen, die du mir gegeben Baft: denn du haft mich geliebet, ehe denn die welt gegründet ward. Cerechter vater! die welt tenuet Aufdas Fest der Empfäng niß Christi, oder der Verküns digung Maria, so am fünften Sonntage in der Fasten, oder Judica, gefeyert wird. Epistel, lilda, die heiffet Nazareth, zu einer jungfrau, die vertrauet war einem manne, mit namen Joseph, vom hause David; und die jungfrau hieß Maria. Und der engel kam zu ihr hinein, und sprach: Ges grüffet senst du, holdfelige, der HErr ist mit dir, du gebenebenete unter den weibern. Da sie aber ibu sabe, erschrack sie über seiner redes nebst den Festlichen Vorlesungen. Da rede, und dachte: welch ein gruß, lichkeit, die GOtt geben soll. Nicht is das: Und der engel sprach zu allein aber das, sondern wir rühs ihr: Fürchte dich nicht, Maria, men uns auch der trübfalen, dies du haft gnade bey GOtt funden. weil wir wissen, daß trübfal ges Siehe, du wirst schwanger werden duld bringet; geduld aber bringet im leibe, und einen sohn gebähren, erfahrung, erfahrung aber bringet des namen sollt du JEfus heissen: hoffnung; hoffnung aber läffet der wird groß, und ein sohn des nicht zu schanden werden: denn böchsten genennet werden: und die liebe GOttes ist ausgegossen in GOtt der HErr wird ihm denstuhl unser Herz durch den heiligen geist, feines vaters David geben; und er welcher uns gegeben ist: Denn wird ein könig seyn über das haus auch Christus, da wir noch schwach Jacob ewiglich, und seines könig waren, nach der zeit, ist für uns reichs wird kein ende seyn. gottlose gestorben. Nun stirbt sprach Maria zu dem engel: Wie kaum jemand um des rechtes wils soll das zugehen? sintemahl ich von len: um etwas gutes willen dürfte Feinem manne weiß. Der engel vielleicht jemand sterben. Darum antwortete, und sprach zu ihr: Der preiset GOtt seine liebe gegen uns, beilige Geist wird über dich kom- daß Chriftus für uns gestorben ist. men, und die kraft des höchsten da wir noch fünder waren. Ge wird dich überschatten; darum auch werden wir ie vielmehr durch ihn das heilige, das von dir gebohren behalten werden vor dem zorn, wird, wird GOttes sohn genennet nachdem wir durch sein blut ges werden. Und siehe, Elisabeth deine recht worden sind: Denn so wie sefreundin ist auch schwanger mit Gott versöhnet sind, durch den einem sohne in ihrem alter und gestod feines sohnes, da wir noch het jest im sechsten monat, die im feinde waren, vielmehr werden Beschren ist, daß sie unfruchtbar fen: wir selig werden durch sein les beni ben GOtt ist kein ding un- ben, so wir nun verföhnet sind. möglich. Maria aber sprach: Sie nicht allein aber das; sondern wie be, ich bin des HErrn magd, mir rühmen uns auch GOttes, durch geschehe, wie du gefaget haft: und unsernHErrnJEfumChrift, durch ber engel schied von ihr. welchen wir nun die versöhnung empfangen haben. Vorlesungen, Vorm. Rim. Cap. 5, v. 1. bis 21. Wenn Nachmittags ein Stück die vor * gelesen wird; Sonst bis v. 11. und Nachmittags die andre Hälfte. erohalben, wie durch einen menschen komen in die welt, und der tod durch die sünde, und ist also der tod zu allen menschen durchgedrungen, dieweil Nu un wir sind gerecht worden sie alle gefündiget haben: Denn die durch den glauben, so haben fünde war wol in der welt, bis auf wir friede mit Gott, durch unsern das gesen; aber wo kein geses ist, HErrn JEfum Chrift. Durch wel da achtet man der fünde nicht; eben wir auch einen zugang haben Sondern der tod herrschete von im glauben zu dieser gnade, darin Adam an bis aufMosen, auch über nen wir stehen, und rühmen uns die, die nicht gefündiget haben, mit Der boffnung der zukünftigen berrjaleicher übertretuus, wie Adam, welcher * epiffeln und Evangelia, 84 welcher ist ein bild deß, der zukünf tig war; Aber nicht hält sichs mit der gabe, wie mit der fünde: denn so an eines fünde viele gestorben sind, so ist vielmehr GOttes gnade und gabe vielen reichlich wieder fahren, durch die gnade des eini gen menschen Jesu Christi. Und nicht ist die gabe allein über eine fünde, wie durch des einigen fünbers einige sünde alles verderben: denn das urtheil ist kommen aus einer fünde zur verdamitniß; die gabe aber hilft auch aus vielen fünden gur gerechtigkeit. Denn so um des einigen fünde willen der tod geherrschet hat durch den ei nen; vielmehr werden die, so da empfahen die fülle der gnade der gabe zur gerechtigkeit, herrschen im leben, durch einen, JEfum Christ. Wie nun durch eines sünde Die verdammniß über alle menfchen kommen ist: also ist auch durch eines gerechtigkeit die rechtferti gung des lebens über alle men schen kommen: Denn gleich wie durch eines menschen ungehorsam biele fünder worden sind: also auch durch eines gehorsam werden vies le gerechte. Das gesetz aber ist nes ben einkommen, auf daß die fünde mächtiger würde. Wo aber die fünthun; und wird erhöhet, und ſehe de machtig worden ist, da ist doch die gnade viel mächtiger worden; auf daß, gleich wie die fünde geberrfchet hat zu den tode: also auch berrfche die gnade durch die ge rechtigkeit zum ewigen leben, DurchJEfum Chrif, unfernHErrn hach erhaben seyn: Daß sich viet über dir ärgern werden; weil seis te gestatt häßlicher ist, denn ande rer leute; und fein ansehen, denn der menschen kinder. Aber also wird er viel heiden besprengen, da auch lônige werden ihren mund gegen ihm zuhalten. Denn wels chen nichts davon verkündiget is, diefelben werdens mit luft sehen: und die nichts davon gehöret has Am Palm- Sonntage. Epistel, Philip. Cap. 2, v. c. bis 13. Fin jeglicher sey gefinnet, wie ben, die werdens merken. Aber wer JEsus Chriftus auch war. Welcher, ob er wol in göttlicher gestalt war, hielt er es nicht für einen raub, Ott gleich seyn. predigt? und wem wird der arm des HErrn of, fenbahret? Denn er scheußt auf vor ihm wie ein reis, und wie eine wurs Sondern aufferte sich selbst, und nahm knechts geftalt an, ward gleich wie ein ander mensch und an geberden als ein mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum tode, ia zum tode am creuze. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen namen gegeben, der über alle namen ist: daß in dem namen JEfu sich beugen sollen alle derer Enie, die im himmel und auf erden, und unter der erden sind; und alle zungen bekennen follen, daß JEfus Chriftus des HErr sey, tur ehre GOttes des vaters. Also, meine liebsten, wie ihr allezeit feyd gehorsam gewesen, nicht allein in meiner gegenwärs tigkeit; sondern auch nun vielmehe in meinem abwesen, schaffet, daß ihr selig werdet mit furcht und zits tern: Denn Gott ist es, der in euch wirket, beide das wollen und das vollbringen, nach seinem wols gefallen. Statt des Evangelii, Jef. Cap. 53, welches auch Stach. mittags vorgelesen wird. o spricht der HErr! Siche, mein Enecht wird weislich mebst den Fefflichen Torlesungen. 35 wurjel aus dürrem erdretch. Er durch sein erkenntniß wird er, batte keine gestalt noch schöne: wir mein Enecht, der gerechte, viel ges fahen ihn, aber da war keine gerecht machen; denn er tråget ihre stalt, die uns gefallen hätte. Er fünden. Darum will ich ihm groffe war der allerverachteste und unmenge zur beute geben, und er sell wehrteste, voller schmerzen und die starken zum raube haben: dars Frankheit: er war so verachtet, daß um, daß er sein leben in den tod man das angesicht vor ihm vergegeben hat, und den übelthätern barg; darum haben wir ihn nichts gleich gerechnet ist, und er vieler geachtet. Fürwahr er trug unsere fünde getragen hat, und für die Frankheit, und lud auf sich unsere übelthäter gebeten. schmerzen. Wir aber hielten ihu für den, der geplaget und vonGOtt geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer missethat willen verwundet, und um unserer fünde willen zerschlagen. Die firafe liegt aufihm, auf daß wir friede und wunden find wir geheilet. Wir giengen alle in der irre wie schafe, ein jeglicher fabe auf seinen weg: aber der HErr warf unser aller fünde auf ihn. Da er gestraft und gemartert ward, that er seinen mund nicht auf wie ein lamm, das zur schlacht bank geführet wird; und wie ein fchaf, das verstummet vor seinem scherer, und seinen mund nicht aufthut. Er ist aber aus der angst und gericht genommen, wer will feines Lebens lange ausreden? Denn er ist aus dem lande der le bendigen weggeriffen, da er um die misfethat meines volks geplaget war. Und er ist begraben wie ein gottloser, und gestorben wie ein reicher: wiewol er niemand un recht gethan hat, noch betrug in feinem munde gewest ist. Aber der HErr wollte ihn also zerschlagen mit frankheit. Wenn er sein le: ben jum schuld- opfer gegeben hat: so wird er samen haben, und in die lange leben, und des HErrn vornehmen wird durch seine hand fortgehen. Darum, daß seine feele gearbeitet hat, wird er seine luft feben und die fülle baben: und * Wortachmittags über die Pas sion geprediget wird, ist Vor mittags die Epistel zu erklären. Am grünen Donnerstage. Epistel, 1 Cor. Cap. II, v. 23. bis 32. empfangen, das ich euch ges habe es von dem geben habe: denn der HErr JE, sus, in der nacht da er verrafhen ward, nahm er das brot, dankete und brach es, und sprach: Ney, met, effet, das ist mein leib, der für euch gebrochen wird, solches that in meinem gedächtniß. Deffelbis gen gleichen auch den kelch, nach dem abendmahl, und sprach: Dies fer Eeleb ist das neue testament in meinem blute; folches thut, so oft ihr es trinket, zu meinem ge dächtniß. Denn so oft ihr von diefem brote effet und von diesem Felche triufet, folle ihr des HErrn tod verkündigen, bis daß er kömmt. Welcher nun unwür die von diesem brote iffet, oder von dem kelche des HErrn trinket, der ist schuldig an dem leibe und blute des HErrn. Der mensch püfe aber sich selbst, und also effe er von diesem brote, und trinke von diesem kelche. Denn weicher un würdig isfet und trinket, der iffet und trinket ibm selber das gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den leib des HErrn. Darum sind € 2 auch 36 Episteln und Evangelis, auch so viel schwache und kranke dern er ist ganz rein; und ihr seyd Denn er unter euch, und ein gut theil schla- rein, aber nicht alle. fen. Denn so wir uns selber rich teten, so würden wir nicht gerich tet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem HErrn gezüchtiget, auf daß wir nicht samt der welt verdammet werden. wußte seinen verråther wol, darums sprach er: Ihr send nicht alle rein. Da er nun ihre füffe gewaschenz hatte, nahm er seine kleider und fegte sich wieder nieder, und sprach abermahl zu ihnen: Wiffet ihr, was ich euch gethan habe? Ib# heiffet mich meister und herr, und faget recht daran, denn ich bin es auch. So nun ich, euer herz Evangelium, Joh. Cap. 13, v. 1. bis 14. Vorlesungen, Joh. Cap. 6, v. 47. bis 18. Esus sprach: Wahrlich, wahrs Wer an ewige JEsus erkannte, daß seine seit kommen war, daß er aus die fer welt gienge zum vater; wie er batte geliebet die feinen, die in der welt waren, so liebete er sie bis an das ende. Und nach den abendeffen, da schon der teufel hatte dem Juda Simonis Jfcharioth in das hers gegeben, daß er ihn verriethe, wußte Jesus, daß ihm der vater hatte alles in seine hände gegeben, mich glaubet, der hat das und daß er von GOtt kommen leben. Ich bin das brot des lebens. war, und zu GOtt gieng: fund Eure väter haben manna gessen er von dem abendmahl auf, legete in der wüfte, und sind gestorben. jeine kleider ab, und nahm einen Dis ist das brot, das vom himmel schur; und umgürtete sich. Dar kommt, auf daß, wer davon iſſet, nach goß er wasser in ein becken, nicht sterbe. Ich bin das lebendige bub an, den jüngern die füsse zu brot, vom himmel kommen; wer waschen, und trucknete sie mit dem von diesem brot effen wird, der schurz, damit er umgürtet war. wird leben in ewigkeit. Und das Da lam er zu Simon Petro, und brot, das ich geben werde, ist mein berfelbe sprach zu ihm: HErr, soll fleisch, welches ich geben werde für test du mir meine füsse waschen? das leben der welt. Da zankten Jesus antwortete und sprach zu die juden unter einander, und ihm: Was ich thue, das weisfest! sprachen: Wie kan dieser uns sein du jest nicht, du wirst es aber herfleisch zu effen geben? JEsus sprach nach erfahren. Da sprach Petrus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich zu ihm: Nimmermehr sollt du fage euch: Werdet ihr nicht effen mir die füffe waschen. JEfus ant das fleisch des menschen fohns, und wortete ihm: Werde ich dich nicht trinken sein blut, so habt ihr kein waschen, so hast du kein theil leben in euch. Wer mein fleisch mit mir. Spricht zu ihm Simon iffet, und trinket mein blut, der hat Perrus: HErr, nicht die füffe das ewige leben, und ich werde ihn allein, sondern auch die hande und am jüngsten tage auferweckent das haupt. Spricht JEsus zu Denn mein fleisch ist die rechte ihm: Wer gewaschen ist, der darf speise, und mein blut ist der rechte nicht, denn die füffe waschen, fon trant, schen habe, so sollet ihr auch euch unter einander die füffe waschen. Ein beyspiel habe ich euch geges ben, daß ihr thut, wie ich euch ges than habe. nebst den geglichen Vorlesungen: 37 trant. Wer mein fleisch iffet, und aus, auf daß ihr ein neuer teig trinket mein blut, der bleibet in fend, gleich wie ihr ungesäuert mir, und ich in ihm. Wie mich geseyd. Denn wir haben auch ein fandt hat der lebendige vater, und ofterlamm, das ist Christus, füz ich lebe um des vaters willen: also, uns geopfert. Darum lasset uns wer mich iffet, derselbige wird oftern halten, nicht im alten sauers auch leben um meinet willen. Dis teige, auch nicht im fauerteige ist das brot, das vom himmel kom- der bosheit und schalkheit, sondern men ist: nicht, wie eure våter ha in dem süßteige der lauterkeit und ben manna gessen, und sind gestor wahrheit. ben. Wer dis brot iffet, der wird leben in ewigkeit. * oder: Ps.III. danke dem HErrn von ganz Evangelium, Marc. Cap. 16, v. 1. bis 8. der sabbath vergangen war, kauften Maria Magdalena, und Maria Jacobi und Salome grabe an einem sabbather sehr frühe, da die sonne aufgieng. herrlich und seine gerechtigkeit er wäljet uns den stein von des Und sie sprachen unter einander: bleibet ewiglich. men und in der gemeine. Groß speceren, aufdaß sie kamen und fals sind die werke des HErrn; wer ih- beten JEsum. Und sie kamen zum ter achtet, der hat eitel luft daran. Was er ordnet, das ist löblich und Er hat ein ge dächtniß gestiftet seiner wunder, grabes thür? Und sie sahen das Der gnädige und barmherzige hin und wurden gewahr, daß der HErr. Er giebt speise denen, so ihn frein abgewälzet war; denn er fürchten: er gedenket ewiglich anwar sehr groß. Und sie giengen seinen bund. Er läsfet verkündi binein in das grab und fahen eis gen feine gewaltige thaten seinem nen jüngling zur rechten hand solk, daß er ihnen gebe das erbe der sigen, der hatte ein lang weiß kleid beiden. Die werke feiner hände an; und sie entsazten sich. E find wahrheit und recht, alle feine aber sprach zu ihnen: Entsetzet gebote sind rechtschaffen. Sie wer- euch nicht: ihr suchet JEfum von Den erhalten immer und ewiglich, Nazareth, den gecreuzigten; er ist und geschehen treulich und redlich. auferstanden, und ist nicht hie, siehe er sendet eine erlösung seinem da die stätte, da sie ihn hinlegten. volk: er verheiffet, daß sein bund Gehet aber hin und saget es seinen ewiglich bleiben soll. Heilig und jüngern und Petro, daß er vor heer ist sein name. Die furcht des euch hingehen wird in Galilda, HErrn ist der weisheit anfang; da werdet ihr ihn sehen, wie ez Das ist eine feine flugheit, wer dar euch gefaget hat. Und sie giengen nach thut; des lob bleibet ewiglich. schnell heraus, und flohen von dem grabe; denn es war sie zittern und entsetzen ankommen, und fagten niemand nichts; denn sie furchten sich. Aus ersten Ofter- Tage. Epistel, Vorlesungen, 1 Cor. Cap. 5, v. 6. bis 8. uer ruhm ist nicht fein. Wiffet ihr nicht, daß ein wenig fauers Dormitt. Matth. Cap. 28. teig den ganzen teig versäuert?[ m abend des fabbaths, welcher Darum am morgen € 3 faveus 39 Episteln und Evangelia fenertags der fabbathen, kam Ma- würde auskommen bey dem lands ria Magdalena, und die andere pfleger, wollen wir ihn stillen, und Maria, das grab zu besehen. Und schaffen, daß ihr sicher send. Und fiche, es geschah ein groß erdbeben: sie nahmen das geld, und thaten, denn der engel des HErrn kam vom wie sie gelehret waren. Solches ist himme' herab, trathinzu, und wål- eine gemeine rede worden bey den zetedenfein von der thür, und saß iuden, bis auf den heutigen tag. te sich darauf. Und seine gestalt Aber die eilf iunger giengen in Gas mar wie der blitz, und sein kleid liläam auf einen berg, dahin JE, weiß als der schnee. Die hûter er sus sie beschieden hatte. Und da sie febracken vor furcht, und wurden ihn fahen, fielen sie vor ihm niederz als wären sie todt. Aber der engel etliche aber zweifelten. Und JE antwortete, und sprach zu den wei- fus trat zu ihnen, redete mit ihnen, bern: Fürchtet euch nicht, ich weiß, und sprach: Mir ist gegeben alle daß ihr JEsum den gekreuzigten gewalt im himmel und auf erden. fuchet. Er ist nicht hie, er ist aufer: Darum gehet hin, und lehret alie tanden, wie er gesagt hat. Kom- völker, und taufet sie im namen des met her, und sehet die stätte, da der vaters, und des fohns, und des heis HErr gelegen hat. Und gehet ei:[ ligen geistes. Und lehret sie halten lend hin, und saget es seinen junalles, was ich euch befohlen habe. gern, daß er auferstanden sey von und siche, ich bin bey euch alle den todten. Und siehe, er wird vor tage, bis an der welt ende. euch hingehen in Galildam, da werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gefaget. Und siegien gen eilend zum grabe hittaus, mit furcht und groffer freude, und lies fen, daß sie es seinen jüngern verFündigten. Und da sie giengen, feis nen jüngern zu verkündigen, siehe, da bejegnete ihnen JEsus, und prach: Send gegrüffet. Und sie traten zu ihm, und griffen an seine füffe, undfielen vor ihm nieder. Da sprach JEfus zu ihnen: Fürchtet euch nicht, gehet hin und verkündiget es meinen brüdern, daß fie ge: ben in Galildam, daselbst werden fie mich sehen. Da fie aber hingien gen, siehe, dakamen etliche von den batern in die stadt, und verkündig ten den hohenpriestern alles, was geschehen war. Und sie kamen zuz sammen mit den ältesten und hiel ten einen rat, und gaben den triegs- tuechten geldes genug, und Sprachen: Saget: Seine jünger Lamen des nachts, and stablen ihn, Dieweil wir schliefen. Und wo es tachm. 1 Petr. Cap. 1, v. 3. bis 21à Gelobet sey GOtt und der vas ter unsers HErrn Jesu Chris fi, der uns nach seiner grossen hat zu einer lebendigen hoffnung, barmherzigkeit wiedergebohren durch die auferstehung JEfu Chris si von den todten, zu einem und unverwelklichen erbe, das bes unvergänglichen und unbefleckten halten wird im himmel, euch, die ihr aus GOttes macht durch den keit, welche zubereitet ist, daß fie glauben bewahret werdet zur feligs offenbar werde zu der lezten zeit, in welcher ihr euch freuen werdet, die ihr jest eine kleine seit( wo es seyn soll) traurig send in mans cherley anfechtungen, auf daß euer glaube rechtschaffen, und viel köfte licher erfunden werde, denn das vergängliche gold, das durch das feuer bewähret wird, zu lobe, preis und ehre, wenn nun offens baret wird Jesus Cbrißus, wel chea nebst den Gefiligen Vorlesungen. digen und unbefleckten lammes. Der zwar zuvor versehen ist, ehe der welt grund geleget ward, aber offenbaret zu den lezten zeiten um eurer willen: die ihr durch ihn glaubet an GOtt, der ihn aufers wecket hat von den todten, auf daß ihr glauben und hoffnung juGott haben mögtet. en ihr nicht gesehen, und doch lieb habet, und nun an ihn gläubet, wiewolihr ihn nicht fehet; so werdet ihr euch freuen mit un aussprechlicher und herrlicher freude, und das ende eures glau bens davon bringen, nemlich der feelen feligkeit. Nach welcher ses ligkeit haben gesuchet und gefor fchet die propheten, die von der zu Fünftigen gnade auf euch geweis faget haben: Und haben geforschet, auf welche und welcherley jeit deutete der geift Christi, der in ihnen war, und leiden, die in Chrifto ſind, und die herrlichkeit darnach. Welchen es offenbaret ist. Denn sie habens nicht ihnen selbst sondern uns dar gethan: welches euch nun verkünfürchtet und recht thut, der ist ihn diget ist durch die, so euch das evan- angenehm. The wisset wol von gelium verkündiget haben, durch der predigt, die GOtt zu den Fins den heiligen geift vom himmel gedern Israel gesandt hat, und vers fandt, welches auch die engel gelü kündigen laffen den frieden durch Bet zu schauen. Darum so begürtet JEfum Christum( welcher ist ein bie lenden eures gemühts, fend HErr über alles) die durch das nüchtern, und feget eure boffnung ganze jüdische land geschehen ist, ganz auf die gnade, die euch ange und angegangen in Galiläa nach boten wird durch die offenbarung der taufe, die Johannes predigte s JEfu Chrifti: Als gehorsame kin wie GOtt denselben JEsum von der, und fiellet euch nicht gleich wie Nazareth gefalbet hat mit dem vorhin, da ihr in unwissenheit nach heiligen geißte und kraft; der ums ben luften lebetet; fondern nach her gezogen ist, und hat wol ges dem, der euch berufen hat, und hei- than, und gesund gemacht alle, die lig ist, send auch ihr heilig, in allem vom teufel überwältiget waren, eurem wandel. Denn es siehet ge- denn GOtt war mit ihm. Und fchrieben: Ihr follt heilig seyn, wir sind zeugen alles deß, daß er benn ich bin heilig. Und sintemahl gethan hat im jüdischen lande und ihr den zum vater anrufet, der ob zu Jerusalem: den haben sie ges ne ansehen der person richtet, nach tödtet und an ein holz gehangen. eines jeglichen werk; so führet eu Denselbigen hat GOtt aufermeks ren wandel, so lange ihr hie wallet, fet am dritten tage, und ihn laffen mit furchten: Und wiffet, daß ihr offenbar werden, nicht allem volke, nicht mit vergänglichem silber sondern uns, den vorerwählten oder golde erlöfet feyd von eurem eugen von Gott, die wir mit eiteln wandel, nach väterlicher ihm gegessen und getrunken has weife; fondern mit dem theuren ben, nachdem er auferstanden is blute Chrifti, als eines unschul- von den todten. d Am andern Ofter- Tage. Epistel, Ap. Gesch. Cap. 10, v. 34. bis 41; Petrus that ſeinen mund auf, und sprach: Nun erfahre ich mit der wahrheit, daß Gott die person nicht ansiehet; fons dern in allerley volk, wer ihn vani 40 Episteln und Evangella, Evangelium, Luc. Cap. 24, v. 13. bis 35. ween aus den jüngern JEsu giengen an dem tage feiner auf erstehung in einen flecken, der war von Jerusalem sechzig feldweges weit, deß namen heiffet Emmaus. Und sie redeten mit einander von allen diesen geschichten. Und es geschahe, da sie so redeten, und bes fragten sich mit einander, nahete JEsus ju ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre augen wur: Den gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für reden, die ihr zwischen euch handelt unterwe ges, und send traurig? Da ant wortete einer mit namen Cleo phas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen tagen darinnen geschehen ift? Und er sprach zu ihnen: Wel bes? Sie aber sprachen zu ihm: Das von JEsu von Nazareth, welcher war ein prophet, mächtig von thaten und worten, vor GOtt und allem volke, wie ihn unsere bohepriester und obersten überant: wortet haben zum verdammniß des todes, und gecreuziget; wir aber hoffeten, er follte Ifrael er lösen: und über das alles ist beute der dritte tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns er fchrecket etliche weiber der unsern, Dorm. I Cor. Cap. 15, v. 1. bis 22) die ſind frühe bey dem grabe ge: des evangelii, das ich euch vers erinnere lieben brüder! Vorlesungen, wesen, haben feinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie Baben ein gesicht der engel gefehen, welche fagen, er lebe. Und er liche unter uns giengen hin zum grabe, und funden es also, wie die weiber fagten, aber ihn funden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: Dihr thoren und tráges herzens, ju glauben alle dent, bas die prokündiget habe, welches ihr auch ans genommen habt, in welchem ihr auch stehet. Durch welches ihr auch selig werdet, welcher gestalt ich es euch verkündiget habe, so ihr es bes halten habt, es wäre denn, daß ihr es umsonst gegläubet hättet. Denn ich habe euch auförderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, Dag pheten geredet haben. Muste nicht Chriftus solches leiden, und zu seiner herrlichkeit eingehen? und fieng an von Mose und allen propheten, und legte ihnen alle schrift aus, die von ihm gefaget waren. Und sie kamen nahe zu dem flecken, da sie hingiengen: und er stellete sich, als wollte er vorder gehen; und sie nôhtigten ihn, und sprachen: Bleibe bey uns, denn es will abend werden, und der tag hat sich geneiget. Und er gieng hinein, bey ihnen zu bleiben. und es geschahe, da er mit ihnen zu tische saß, nahm er das brot, dankete, brach es, und gab es ihnen. Da wurden ihre augen geöffnet, und erkenneten ihn, und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser herz in uns, da er mit uns redete auf dem wege, als es uns die schrift dffnete? Und sie stunden auf zu derselbigen Bunde, Fehreten wieder gen Jerusalem, und funden die eilfe versammlet, und die bey ihnen waren, welche sprachen: Der HErr ist wahrhafs tig auferstandent, und Simont erschienen. Und sie erzähleten ihnen, was auf dem wege gesches hen war, und wie er von ihnen erkannt wåre an dem, da er das brot brach. nebst den Festlichen Vorlesungen: Baß Christus gestorben sen für un- in euren fünden. So sind auch die, fere fünden nach der schrift; Und so in Chrifto entfschlafen sind, vers daß er begraben sey, und daß erlohren. Hoffen wir allein in dies auferstanden sey am dritten tage fem Leben auf Chriftum, so sind nach der schrift; Und daß er ge- wir die elendesten unter allen mens sehen worden ist von Kephas, dar schen. Nun aber ist Christus aufs nach von den zwölfen. Darnach ist erstanden von den todten, und der er gesehen worden von mehr denn erstling worden unter denen, die fünfhundert brüdern auf einmahl, da schlafen. Sintemahl durch eis derer noch viele leben; etliche aber nen menschen der tod, und durch find entschlafen. Darnach ist er einen menschen die auferstehung gesehen worden von Jacobo, dar der todten. kommt: Denn gleichs nach von allen aposteln. Am lez- wie sie in Adam alle sterben: also ten nach allen ist er auch von mir, werden sie in Chrifto alle lebendig als einer unseitigen gebuhrt, gefes gemacht werden. hen worden. Denn ich bin der ges ringste unter den aposteln, als der ich nicht wehrt bin, daß ich ein apostel heiffe, darum, daß ich die gemeine GOttes verfolget habe. Aber von GOttes gnade bin ich, das ich bin und seine gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen; sondern ich habe vielmehr gearbeitet, denn sie alle; nicht aber ich, son dernGOttes gnade, die mit mir ift. Es sey nun ich oder jene, also prebigen wir, und also habt ihr gegläubet. So aber Christus gepres Diget wird, daß er sen von den todten auferstanden, wie sagen denn etliche unter euch: Die auferste: bung der todten sey nichts? Ist aber die auferstehung der todten nichts; so ist auch Chriftus nicht auferstanden. Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsere predigt vergeblich; so ist auch euer glaube vergeblich. Wir würden aber auch erfunden falsche zeugen Gottes, daßwir widerGOtt gezeuget hätten, er hätte Chriftum auf erwecket, den er nicht auferwecket hätte, sintemahl die todten nicht auferstehen: Denn so die tobten nicht auferstehen, so ist Chriftus auch nicht auferstanden. Jft Chris Aus aber nicht auferstanden, so ist Buer glaube citel, so sepd ihr nocbl Nachm. 1 Cor. C. 15, v. 31. bis 18. Mden die todten auferstehen? und mit welcherlen leibe werden sie kommen? Du narr, das du säest, wird nicht lebendig, es sterbe dentt. Und das du säest, ist ja nicht der leib, der werden soll: sondern ein blog korn, nemlich weizen, oder der andern eins. Gott aber giebt ihm einen leib, wie er will: und einem ieglichen von den samen seinen eigenen leib. Nicht ist alles fleisch einerley fleisch: sondern ein ander fleisch ist der menschen, ein anders des viehes, ein anders der fische, ein anders der vögel. Und es sind himmlische körper, und ies dische körper. Aber eine andere herrlichkeit haben die himlischen, und eine andere die irdischen. Eine andere klarheit hat die sonne, eina andere klarheit hat der mond, eine andere klarheit haben die sterne: den ein steru übertrifft den andern nach der Flarheit. Also auch die auferstehung der todten. Es wird gefäct verweslich, und wird aufers stehen unverweslich. Es wird ges fået in unehre, und wird auferstes hen in herrlichkeit. Es wird gefäst in schwachheit, und wird aufersee ben in kraft. Es wird gefäct.efs Episteln und Evangelia, 43 natürlicher leib, und wird aufer Rehen ein geistlicher leib. Hat man ein en natürlichen leib, so hat man auch einen geistlichen leib. Wie es gefchrieben siehet: Der erste mensch Adam ist gemacht ins natürliche Leben, und der letzte 2dam ins geistliche leben; Aber der geistliz che leib ist nicht der erste; sondern der: natürliche, darnach der geistli the. Der erste mensch ist von der ers de, und irdisch; der andere mensch cherley der irdische ist, folcherley sind auch die irdischen, und wel cherley der himmlische ist, solcher ley sind auch die himmlischen. Und wie wir getragen haben das bild des irdischen: also werden wir auch tragen das bild des himmlifchen. Davon sage ich aber, lieben brüder! daß fleisch und blut nicht können das reich GOttes ererben, auch wird das verwesliche nicht er ben das unverwesliche. Siehe, ich fage euch ein geheimniß: Wir werden nicht alle entfchlafen, wir wers den aber alle verwandelt werden. Und dasselbige plötzlich in einem augenblick, zur zeit der legten pofaune: denn es wird die posaune fchallen, und die todten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden: Denn dis verwesliche muß anziehen das unverwesliche, und die sterbliche muß anziehen die unsterblichkeit. Wenn aber die verwesliche wird anziehen das unverwesliche, und Dis sterbliche wird anziehen die unKerblichkeit: denn wird erfüllet werden das mort, das geschrieben fehet: Dertod ift verschlungen in Den fieg. Tod, wo ist dein stachel? holle, wo ist dein steg? Aber der flachel des todes ist die fünde; die Fraft aber der fünde ist das gesez. Gott aber sey dank, der uns den fieg gegeben bat, burch unfern HErrn JEfum Chriftum. Darum, meine lieben brüder! fend feste, uns beweglich, und nehmet immer zu in dem werke des HErrn, sintemahl ihr wiffet, daß cure arbeit nicht vergeblich ist in dem HErrn. Am ersten Sonntage nach Ostern, Quasimodogeniti genannt. Epistel, 1 Joh. Cap. 5, v. 1. bis 13. Act der Chrift, der ift von GOtt gebohren. Und wer da liebet den, der ihn gebohren hat: der liebet auch den, der von ihm gebohren ist. Daran erkennen wir, daß wir GOttes Finder lieben: wenn wir GOtt lieben, und seine gebote halten. Denn das ist die liebe zu Gott, daß wir feine gebote halten: und seine gebote sind nicht schwer. Denit alles, was von GOtt gebohs ren ist, überwindet die welt; und unser glaube ist der sieg, der die weit überwunden hat. Wer ist aber, der die welt überwindet, ohne der da gläubet, daß JEsus GOttes fohn ist? Dieser ist es, der da kommt mit wasser und blut, Jesus Christus; nicht mit wasſer allein, sondern mit wasser und blute. Und der Geist ist es, der da teuget, daß geift wahrheit ift. Denn drey sind, die da jengen im himmel; der vater, das wort und der heilige geist, und diese drey sind eins. Und drey sind die da jeugen auf erden: der geift, und das wasser, und das blut, und die drey sind beysammen. Go wiz der menschen zeugniß annehmens so ist Gottes zeugniß gröffer: denn GOttes zeugniß ist das, das er gegenget bat von seinem sohne. Wer da glaubet an den sohn GOttes, der hat folches zeugniß bey ihm. Wer Gott nicht glaubet, DEE nebst den Festlichen Vorlesungen. der machet ihn zum tügner: deni mahl feine jünger drinnen, und er gläubet nicht dem zeugniß, das Thomas mit ihnen: kömmt Jes GOttzeuget von seinem sohn.Und sus, da die thuren verschlossen was das ist das zeugniß, daß uns GOtt ren, und tritt mitten ein, und das ewige leben hat gegeben: und spricht: Friede sen mit euch. Dars folches leben ist in seinem fohn. nach spricht er zu Thoma: Reiche Wer den sohn GOttes hat, der hat deine finger her, und siehe meine das leben: wer den fohn GOttes hande; und reiche deine hand her, nicht hat, der hat das leben nicht. und lege sie in meine feite, und sey Solches habe ich euch geschrieben, nicht ungläubig, sondern gläubig. die ihr gläuber an den namen des Thomas antwortete und sprach fohnes GOttes: auf daß ihr wifzu ihm: Mein HErr und mein fet, daß ihr das ewige leben habet, Gott! Spricht JEfus zu ihm: und daß ihr gläubet an den namen Dieweil du mich gesehen haß, Des sohnes GOttes. Thoma, fo glaubeft du: felig find die nicht sehen, und doch glauben. Auch viel andere zeichen that Jes fus vor seinen jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem buchtz daß Evangelium, Joh. Cap. 20, v. 19. bis 31. in abend desselbigen fabbaths, A und die thüren verschlossen wa ren, aus furcht vor den juden; kam JEsus und trat mitten ein, und spricht zu ihnen: Friede sey mit euch! Und als er das sagete, teigete er ihnen die hande und feine feite; da wurden die junger froh, daß sie den HErrn sahen. Da sprach JEfus abermahl zu ih nen: Friede sey mit euch! Gleich wie mich der vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das an, glaubet, JEsus sey Christus, der fohn GOttes, und daß ihr durch den glauben das leben habt in feinem namen. Am andern Sonntage nach Ostern, Misericordias Dor mini genannt. Epistel, 1 Petr. Cap. 2, v. 19. bis 25. Das ist gnade, ſo leurand um ju ihnen: Nehmet hin den hei das übel verträgt, und leidet das ligen geist: welchen ihr die fünde unrecht. Denn was ist das für ein erlaffet, denen sind sie erlaffen: ruhm, so ihr um missethat willen und welchen ihr sie behaltet, denen streiche leidet? Aber wenn ihr um sind sie behalten. Thomas aber, wolthat willen leidet und erduldet, der zwölfen einer, der da heisset das ist gitade ben GOtt. Denn das swilling, war nicht bey ihnen, dazu send ihr berufen, sintemahl auch JEsus kam. Da fagten die an Christus gelitten hat für uns, und dern jünger zu ihm: Wir haben uns ein vorbild gelassen, daß the Den HEren gesehen. Er aber sprach follet nachfolgen feinen fußstapfen: zu ihnen: Es sey denn, daß ich in Welcher keine fünde gethan hat, feinen händen sehe die nägelmahl, ist auch kein betrug in ſeinem und lege meine stiger in die nagel munde erfunden; welcher nicht mahl, und lege meine hand in wieder schalt, da er gescholten feine feite, will ichs nicht glauben. ward, nicht drauete, da er tittes Uud über acht tage waren abersler Bellete es aber dem beint, der Epifcln and Evangelia, Da recht richtet. Welcher unserey grimm: enthaltet euch von fleises fünden selbst geopfert hat an sei- lichen lüften, welche wider die seele nem leibe auf dem holze, auf daß fireiten; und führet einen guten wir der fünde abgestorben, der gewandel unter den heiden, auf daß rechtigkeit leben: durch welches die, so von euch afterreden als von wurden ihr seyd heil worden. übelthätern, eure gute werke sehen Denn ihr waret wie die irrende und GOtt preifen, wenn es nun schafe, aber ihr fend nun bekeh an den tag kommen wird. Send ret zu dem hirten und bischof eu- unterthan aller menschlichen ords per seelen. nung, um des HErrn willen, es fey dem könige, als dem oberstent oder den hauptleuten, als den ges fandten von ihm, zur rache über die übelthäter, und zu lobe den frommen. Denn das ist der wille GOttes, daß ihr mit wolthun vers stopfet die unwissenheit der this richten menschen, als die freyen, und nicht als hättet ihr die freys heit zum deckel der bosheit, sons dern als die knechte Gottes. Chut ehre jedermann. Habet die brüder lieb. Fürchtet GOtt: ehret den kdnig. Ihr knechte, send unterthan mit aller furcht den herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Evangelium, 391 Joh. Cap. 10, v. 12. bis 18. Esus sprach: Ich bin ein guter hirte, ein guter hirte läffet sein Teben für die schafe: ein mietling aber, der nicht hirte ist deß die scha fe nicht eigen sind, siehet den wolf kommen, und verlässet die schafe, und fleucht; und der wolf erha: schet und zerstreuet die schafe. Der mietling aber fleucht, denn er ist sin mietling, und achtet der schafe nicht. Ich bin ein guter hirte, und erkenne die meinen, und bin beFannt den meinen; wie mich mein vater kennet, und ich kenne den va ter, und ich laffe mein leben für die schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Salle, und dieselbige muß ich her: führen, und sie werden meine Kimme hören, und wird eine de und ein hirte werden. Darum Liebet mich mein vater, daß ich mein Leben lasse, auf daß ichs wie der nehme. Niemand nimmt es son mir, sondern ich lasse es von mir selber. Ich habe es macht zu Taffen, und habe es macht wieder zu nehmen. Solches gebot habe Ich empfangen von meinem vater. Am dritten Sonntage nach Evangelium, Joh. Cap. 16, v. 16. bis 23. Esus sprach zu seinen jüngernt lieber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum vater. Da sprachen etliche unter seinen jüngern unter einander: Was ist das? das er saget zu uns: Ueber ein kleines, so werdet ihe mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich fehen, und daß ich zum vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, das er saget: über ein kleis nes? wir wissen nicht was er res det. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und ſprach zu Oftern, Jubilate genannt. Epistel, 1 Petr. Cap. 2, v. 11. bis 18. Lieben brüder, ich ermahne euch, als unter sine nebst den Festlichen Vorlesungen. sinander, daß ich gesagt habe: welchem ift keine veränderung über ein kleines, so werdet ihr noch wechsel des lichtes und fins mich nicht sehen, und aber über ein fterniß. Er hat uns gezeuget nach Pleines, so werdet ihr mich sehen. seinem willen, durch das wort Wahrlich, wahrlich ich sage euch: der wahrheit, auf daß wir wären Ihr werdet weinen und heulen, erstlinge seiner creaturen. Dars. aber die welt wird sich freuen, ihr um, lieben brüder! ein jeglicher aber werdet traurig seyn: doch mensch sen schnell zu hören, langs cure traurigkeit soll in freude verfam aber zu reden, und langsam Fehret werden. Ein weib, wenn zum jorn: denn des menschen jorn fie gebieret, so hat sie traurigkeit, thut nicht, was vor GOtt recht denn ihre fiunde ist kommeit: wenn ist. Darum so leget ab alle uns fie aber das kind gebohren hat, fauberkeit, und alle bosheit, und denket sie nicht mehr an die angst, nehmet das wort an mit fanfts um der freude willen, daß der muht, das in euch gepflaniet mensch zur welt gebohren ift. ist, welches fann eure feelen felis Und ihr habt auch nun traurig machen. Feit, aber ich will euch wieder fes hen, und euer herz soll sich freuen, und eure freude soll niemand von 45 Evangelium, Joh. Cap. 16, v. s. bis Is. Efus euch nehmen; und an demſelbi: Jefers forach zu feinen läns nichts gen tage fragen. Um vierten Sonntage nach Ofern, Cantate genannt. Epistel, Jac. Eap. 1, v. 12. bis 21. Selig ist der mann, der die an gern: Nun gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und niemand unter euch fraget mich t wo gehest du hin? sondern dieweil ich solches zu euch geredet habe, is euer her: voll traurens worden. Aber ich sage euch die wahrheits es ist euch gut, daß ich hingehe; denn so ich nicht hingehe, so komme fechtung erduldet: denn nach der trößter nicht zu euch: so ich Dem er bewahret ist, wird er die aber hingehe, will ich ihn zu euch Frone des Lebens empfahen; welche senden. Und wenn derselbige GOtt verheiffen hat denen die ihn kömmt, der wird die welt firafen lieb haben. Niemand sage, wenn um die fünde, und um die gerechs er versucht wird, daß er von GOtt tigkeit, und um das gericht: um versucht werde. Denn Gott ist die fünde, daß sie nicht glauben au nicht ein versucher zum bösen, er mich; um die gerechtigkeit aber, versuchet niemand: sondern ein daß ich zum vater gehe, und ihe jeglicher wird versucht, wenn er mich fort nicht sehet; um das ges von seiner eigenen luft gereizet richt, daß der fürft dieser welt ges und gelocket wird. Darnach wenn richtet ist. Ich habe euch noch die lust empfangen hat, gebiehret viel zu sagen, aber ihr könnet es sie die fünde: die fünde aber, wenniest nicht tragen: wenn aber ies fie vollendet ist, gebiehret sie den ner, der geift der wahrheit konts tod. Jrret nicht, lieben brüder! men wird, der wird euch in alle alle gute gabe, und alle vollkom wahrheit leiten. Denn er wirk mene gabe kommt von oben berab, nicht von ihm selber reden, sons von dem vater des liebtes, beoldaru was er bösen wird, das wird 46 Episteln und Evangelia, er reden, und was jukünftig ist, nem namen: bittet, so werdet ihe wird er euch verkündigen. Der nehmen, daß eure freude vollkoms felbige wird mich verklaren, denn men sey. Solches habe ich zu euch von dem meinen wird er es neh durch sprichwort geredet; es men, und euch verkündigen. Alles kommt aber die jeit, daß ich nicht was ber vater hat, das ist mein, mehr durch sprichwort mit euch Darum habe ich gefagt: er wird reden werde, sondern euch frey es von dem meinen nehmen, und heraus verkündigen von meinem euch verkündigen. vater. An demselbigen tage wers und ich sage euch nicht, daß ich det ihr bitten in meinem namen: den vater für euch bitten will: denn er selbst, der vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet Am fünften Sonntage nach Ostern, Rogate genannt. Epistel, Jac. Cav. 1, v. 22. bis 27. und ausgegangen bin. Ich bin vom vater ausgegangen, und kommen in die welt, wiederum verlasse ich die welt, und gehe zum vater. Sprechen zu ihm feine jünger: Siehe, nun redest du frey heraus, und fagest kein sprichwort: nun nicht hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so je mand ist ein hörer des wortes, und nicht ein thater; der ist gleich einem manne, der sein leiblich angesicht im spiegel beschauet: benn nachdem er sich beschauet hat, gehet er von stund an da- wissen wir, daß du alle dinge von, und vergiffet, wie er gestaltet weisfest, und bedarfst nicht, daß war. Wer aber durchschauet in dich jemand frage; darum glaus Das vollkommene gesetz der freyben wir, daß du von GOtt auss heit, und darinnen beharret, und gegangen bist. Jesus antwortete ist nicht ein vergeslicher hörer, fondern ein thater; derfelbige wird felig seyn in seiner that. So aber sich jemand unter euch läffet Dünfen, er biene GOtt, und hält feine unge nicht im aum, son bern verführet fein hers, deß got tesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter gottesdienst vor GOtt bem vater ist der: die wälfen und witwen in ihrer trübfal befuchen, und sich von der welt unbefleckt behalten. ihnen: Jest glaubet ihr. Siehe, es kommt die stunde; und ist schon kommen daß ihr zerstreuet werdet, ein jeglicher in das seine, und mich alleine laffet: aber ich bin nicht alleine, denn der vater ist bey mir. Solches habe ich mit euch geredet, daß ihr in mir friede habet. n der welt habt ihr angst: aber seyd getrost, ich habe die welt übers wunden. Am Tage der Simmelfabre Evangelium, Joh. Cap. 16, v. 23. bis 33. Epistel, Esus sprach zu feinen jängern: Apoft. Geseb. Cap. 1, v. 1. bis 1. Wahrlich, sage auch: so ihr den vater etwas bit: Die erste rede habe ich zwar ges than, lieber Theophile, von ten werdet in meinem namen, so alle dem, das JEfus anfieng, beide wird er es euch geben. Bisher zu thun und zu lehren, bis an den babt ibe its ssbeten in meis tag, ba cr aufgenommen word, nebst den Festlichen Vorlesungen. nachdem er det aposteln, welche er schalt ihren unglauben, und ibs batte erwählet, durch den heiligen res herzens härtigkeit, daß sie geist befehlgethan hatte: welchen nicht geglaubet hatten denen, die er sich nach seinem leiden lebendig ihn gesehen hatten auferstanden; erzeiget hatte durch mancherley und er sprach zu ihnen: Gehet hin erweisungen, und ließ sich sehen in alle welt, und prediget das anter ihnen vierzig tage laug, und evangelium aller creatur. Wer rebete mit ihnen von dem reiche da glaubet und getauft wird, der GOttes. Und als er sie versamm- wird selig werden, wer aber nicht let hatte, befahl er ihnen, daß sie glaubet, der wird verdammet nicht von Jerusalem wichen, son werden. Die zeichen aber, die da been warteten auf die verheissung folgen werden, denen die da glaus Des vaters: welche ihr habt gehd ben, sind die: In meinem namen ret( fprach' er) von mir. Denn werden sie teufel austreiben, mit Johannes hat mit wasser getaus neuten jungen reden, schlangen vers fet; ihr aber sollet mit dem heilis treiben: und so sie etwas tödtliches gen geifte getaufet werden, nicht trinken, wirds ihnen nicht sehas lange nach diesen tagen. Die aber, den: auf die Franken, werden sie ſo zusammen kommen waren, die hande legen, so wird es beffen fragten ihn, und sprachen: HErr! mit ihnen werden. Und der HErk, wirst du auf diese zeit wieder auf nachdem er mit ihnen geredet hats vichten das reich Israel? Er sprachte, ward er aufgehaben gen hims aber zu ihnen: Es gebühret euch mel, und fizet zur rechten hand nicht zu wissen seit oder stunde, GOttes. Sie aber giengen hin, welche der vater seiner macht vor und predigten an allen orten, und behalten hat; Sondern ihr werder HErr wirkete mit ihnen, und Det die kraft des heiligen geißtes bekräftigte das wort durch mite empfahen, welcher auf euch kom men wird, und werdet meine zen gen feyn zu Jerusalem, und in ganz Judaa und Samaria, und bis an das ende der erden. Und da er folches gefaget, ward er aufge folgende zeichen. haben zuseheus, und eine wolke nahm ihn auf vor ihren augen weg. Und als sie ihm nachfahen gen himmel fahren, siehe da fiunden bey ihnen zween manner in weiffen fleidern, welche auch sage ten: Ihr männer von Galiläa, was frehet ihr und sehet gen him mel? Dieser Jesus, welcher von euc) ist aufgenommen gen himmel, wird kommen, wie ihr ihn gefeben babt gen himmel fahren. Vorlesungen, Vormitt. Hebr. Cap. 4, v. 14: bis Cap. 1, v. 9. Dieweil wir einen groffen bos henpriester habent, JEfumt, den sohn GOttes, der gen himmel gefahren ist, so laffet uns halten an dem bekenntnisse: Denn wir has ben nicht einen hohenpriester, der nicht könnte mitleiden haben mit unserer schwachheit; fondern der versucht ist allenthalben, gleich wie wie, doch ohne fünde. Darum lass fet uns bingutreten mit freudige keit zu dem gmadenstuhle, auf daß wir barmherzigkeit empfahen, und gnade findet auf die zeit, wenn uns hülfe noth seyn wird: Denn ein jeglicher hoherpriester, der aus den Evangelium, are. Cap. 16, V. 14. bis 20. Da die eilfe in tiche fe, land menſchen genommen wird, wen 48 Epifeln und Evangelia, wird gefetzt für die menschen gegen, schienen, durch fein eigen opter; GOtt, auf daß er opfere gaben und opfer für die fünde, der da Edunte mit leiden über die da unwissend sind, und irren, nachdem er auch felbft umgeben ist mit schwachheit. Darum muß er auch, gleichwie für das volk, also auch für sich selbst, opfern für die sünde, und nientand nimmt ihm selbst die ehre; fondern ber and berufen sey von GOtt, gleich wie der Aaron: Also auch Christus hat sich nicht selbst in die shre gefest, daß er hoherpriester würde, sondern der ju ihmr gesagt hat: Du bist mein sohn, heute habe ich dich gezeuget: Wie er auch am andern orte spricht: Du bist ein priester in ewigkeit, nach der ord Bung Melchifedeck. Und er hat am tage feines fleisches gebet und fles ben mit starken geschrey und thra- den alle jahr: Denn es ist unmögs nen geopfert, zu dem, der ihm von dem todeksunte aushelfen, und ist auch erhöret, darum, daß er GOtt in ehren hatte. Und wiewol er GOttes fohn war, hat er doch an Dent, das er litte, gehorsam gelers net. Und da er ist vollendet, ist er worden allen, die ihm gehorsam find, eine ursache zur ewigen foligkeit. die fünde aufzuheben. Und wie den menschen ist gefeht, einmahl zu sterben, darnach aber das gericht: Also ist Christus einmahl geopfert, wegzunehmen vieler funde. Zum andernmahl aber wird er ohne fünde erscheinen denen, die auf ihn warten, jur seligkeit. Denn das gefer hatte den schatten von den zukünftigen gütern, nicht das wes sen der guter selbst. Alle jahr muß man opfern immer einerley opfer, und kann nicht, die ba opfern, volls kommen machen. Sonst hätte das opfern aufgehöret, wo die, so am Gottesdienste sind, kein gewissen mehr hätten von den fünden, wenn sie einmahl gereiniget wären. Sondern es geschiehet nur durch dieselbigen eingedächtniß der füns * Nachm. Hebr. Cap. 9, v. 24. bis Cap. 10, v. 14. Chriftus ist nicht eingegangen in das heilige, lich, durch ochsen- und bocks- blut fünden wegnehmen. Darum, da er in die welt kommt, spricht er: Os pfer und gaben hast du nicht ges wollt, den leib aber hast du mir zus bereitet. Brand- opfer und fünda opfer gefallen dir nicht. Da sprach ich: Siehe, ich komme, im buche fiehet vornehmlich von mir ges schrieben, daß ich thun foll, GOtt, deinen willen. Droben, als er ges fagt hatte: Opfer und gaben, brand- opfer und fünd- opfer hast du nicht gewollt, sie gefallen dir auc nicht,( welche nach dem geſetze ges macht ist,( welches ist ein gegens he, ich komme zu thun, Gott, deis bild der rechtschaffenen,) fondern nen willen. Da hebet er das erste In den himmel selbst, nun zu ers auf, daß er das andere einsetze. In feinen vor dem angesichte GOt: welchem willen wir sind geheiliget, tes für uns. Auch nicht, daß er sich einmahl geschehen durch das opfer oftmahls opfere, gleich wie der hos des leibes JEfu Chrifti. Und ein hepriester gehet alle jahr in das heisleglicher priester ift eingefest, daß fige mit fremden blute; Gonft er alle tage Gottesdienst pflege, bätte er oft müffen leiden vom an faitg der welt her. Nun aber am suds der welt is er einmabl ers und oftmahls einerley opfer thue, welche nimmermehr können die fünde abnehmen; Dieser aber, da er nebs den Festlichen Borlesungen: er hat ein opfer für die fünde ges opfert, das ewiglich gilt, siget er nun zur rechten GOttes, und wartet hinfort, bis daß seine feinde zum schemel seiner füffe ge leget werden: Denn mit einem opfer hat er in ewigkeit vollendet, Die geheiliget werden. Um sechsten Sonntage nach Ostern, Eraudi genannt. Epistel, 1 Petr. Cap. 4, v. 8. bis 11. end mässig und nüchtern zum gebet: vor allen dingen aber habet unter einander eine brünstige liebe; denn die liebe becket auch der fünden menge. Seyd gastfren unter einander ob ne murmelu, und dienet einander, ein jeglicher mit der gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherley gnade GOttes: so iemand redet, daß er es rede als GOttes wort: so jemand ein amt hat, daß er es thue, als aus dem vermögen, das GOtt darreichet, auf daß in allen bingen GOtt gepreiset werde durch JEfum Chriftum, welchem sen ehre und gewalt, von ewigkeit ju ewigkeit, amen. Evangelium, Je Joh. Cap. 15, v. 26. bis C. 16, 5.4. Esus sprach zu seinen iún gern: wenn der tröster kom men wird, welchen ich euch senden werde vom vater, der geißt der wahrheit, der vom vater ausgehet, der wird zeugen von mir: und ihr werdet auch zeugen; denn ihr send von anfang bey mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den bann thun: es tommt aber die jeit, daß, wer euch töbtet, wird meinen, erthus GOtt 49 einen dienst daran. Und folches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen vater noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die jeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ich es euch gefaget habe. Solches aber habe ich euch von anfang nicht gefaget, denn ich war bey euch. Am ersten Pfingst- Tage Epistel, Ap.Gesch. Cap. 2, v. 1. bis 18. als der tag der pfingsten erfülles war, HErrn alle einmühtig bey einans der. Und es geschahe schnell ein brausen vom himmel, als eines ges waltigen windes, und erfüllete das ganze haus, da sie fassen. Und man sabe an ihnen diezungen zertheilet, als wären sie feurig, und er sagte sich auf einen jeglichen unter the nen, und wurden alle voll des heis ligen geistes: und fingen an zu pres digen mit andern zungen, nachs dem der geist ihnen gab auszuspres chen. Es waren aber Juden in Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige männer, aus als lerley volk, das unter dem hims mel ist. Da nun diese stimme geschahe, kam die menge zusams men, und wurden bestürzt: denn es hörete ein jeglicher, daß sie mit feiner sprache redeten. Sie ents sagten sich aber alle, verwunders ten sich, und sprachen unter eins ander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galilda? wie hören wir denn ein jeglicher seine sprache, darinnen wir geboh. ren sind?( Parcher, und wieder, uns Elamiter, und die wir wohnen in Weses potamia, und in Judda, und Ceppadnela onto und Affa, Phrygia und Pamphys [ ta, Egypten, und an den enden der is boen bee Carenen, und ausländer von 50 Epifeln und Evangelta, Bom, Juden und Jugengenoffen, Ereter| hen: denn ich lebe, und ihr sollt und Araber:) wir hören sie mit uns auch leben. An demselbigen tage fern jungen die grossen thaten werdet ihr erkennen, daß ich in GOttes reden. Sie entfaßten meinem vater bin, und ihr in mir, sich aber alle, und wurden irre, und ich in euch. Wer meine gebos und sprachen einer zu dem andern: te hat, und hält sie, der ist es, der Was will das werden? Die an mich liebet. Wer mich aber liebet, dern aber hatten es ihren spott, der wird von meinem vater gelies und sprachen: Sie sind voll füffes bet werden, und ich werde ihn lies. weins. Datrat Petrus auf mit den ben, und mich ihm offenbaren. eilfen, hub auf feine stimme, und Spricht zu ihm Judas, nicht der redete zu ihnen: IhrJüden, lieben scharioth: HErr! was ist es, daß manner, und alle, die ihr zu Jeru- du uns dich willt offenbaren, und falem wohnet, das sey euch kund nicht der welt? JEsus antwortes gethan, und lasset meine worte zu te, und sprach zu ihm: Wer mich euren ohren eingehen: Denn diese liebet, der wird mein wort hals find nicht trunken, wie ihr wähnet, ten; und mein vater wird ihn fintemal es ist die dritte frunde am lieben, und wir werden zu ihm tage; Sondern das ist es, das durch kommen, und wohnung bey ihm Den propheten Joel zuvor gesagt machen. Wer aber mich nicht ift: Und es soll geschehen in den leh liebet, der hält meine worte ten tagen, spricht GOtt: Ich will nicht: und das wort, das ibe ausgiessen von meinem geiste auf höret, ist nicht mein, sondern alles fleisch, und eure föhne und des vaters, der mich gesandt enre töchter sollen weisfagen, und hat. Solches habe ich zu euch eure jünglinge sollen gesichte se- geredet, weil ich bey euch gewes ben, und eure ältesten sollen trau- sen bin. Aber der tröster, der me haben. Und auf meine Enechte, heilige geift, welchen mein vater und auf meine mägde will ich in senden wird in meinem namen, benfelbigen tagen von meinem geis derselbige wird es euch alles leh Re ausgiessen, und sie sollen weisfaren, und euch erinnern alles deß, das ich euch gefaget habe. Den frieden lasse ich euch, meinen fries den gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die weit giebt. Euer SCH. Evangelium, Joh. Cap. 14, v. 15. bis 31. Efus fprach zu seinen juugern: ne gebote. Und ich will den vater sich nicht. Ihr habt gehöret, daß bitten, und er soll euch einen ansich euch gefaget habe: Ich gehe bern tröster geben, daß er ben euch bit, und komme wieder zu eued. bleibe ewiglich, den geist der wahr: Hättet ihr mich lieb, so würdet beit, welchen die welt nicht kann ihr euch freuen, daß ich gefaget empfahen: Denn sie siehet ihn habe: ich gehe zum vater; denn nicht, und kennet ihn nicht, ihr der vater ist gröffer denn ich. Und nun habe ich es euch gefaget, the aber Fennet ihn: denn er bleibet der es geschiehet, auf daß, wenn bey euch, und wird in euch feyn. Ich es nun geschehen wird, daß ihr will euch nicht waysen laffen, ich glaubet. Ich werde hinfort nicht tomme ju euch. Es ist noch um ein mehr viel mit euch reden: denn es kleines, so wird mich die welt nicht kommt der fürßt dieser welt, und mebr feben, ibr aber follt mich for dat nobft den Festlichen Vorlesungen G bat nichts an mir; aber auf daß die welt erkenne, daß ich den vater liebe und ich also thue, wie mir der vater geboten hat. Stehet auf und laffet uns von hinnen gehen. Vorlesungen, Vorm. Eph. Cap. 1, v.2 bis 23. nade sen mit euch, und friede von GOtt, unserm vater, und dem HErrn JEfu Chrifto. Gelo bet sey GOtt und der vater unsers HErrn JEfu Chrifti, der uns ges fegnet hat mit allerley geistlichem fegen in himmlischen gütern, durch Chriftum.Wie er uns denn erroah let hat durch denselbigen, ehe der welt grund geleget war, daß wir follten feyn heilig und unsträflich vor ihm in der liebe; und hat uns verordnet jur kindschaft gegen ihm selbst, durch JEfum Chrift, nach dem wolgefallen seines wil lens; au lobe feiner herrlichen gnade, durch welche er uns hat angenehm gemacht in dem geliebten, an welchem wir haben die erts fung durch sein blut, nemlich die vergebung der fünde, nach dem reichthum seiner gnade: Welche uns reichlich wiederfahren ist, durch allerley weisheit und klug beit. Und hat uns wiffen lassen das geheimniß seines willens, nach seis nem wolgefallen, und hat daffelbige hervorgebracht durch ihn das es geprediget würde, da die zeit erfüller war, auf daß alle dinge zusammen unter ein haupt verfaffet wurden in Chrifto, bey de das im himmel und auch auf orden ist, durch ihn selbst; durch welchen wir auch zum erbtheil kommen sind, die wir zuver vers ordnet sind nach dem vorsage deß, der alle dinge würket nach dem Bathe feines willens, auf daß wir etwas feyn zu lobe seiner herrlich feit, die wir zuver auf Chriftum 51 hoffen. Durch welchen auch ihr gehöret habet das wort der wahrs heit, nemlich das evangelium von eurer seligkeit, durch welchen ihr auch, da ihr gläubetet, versiegel worden send mit dem heiligen geis pfand unsers ervens zu unserer ers fie der verheiffung; welcher ist das lösung, daß wir sein eigenthum würden, zu lobe seiner herrlichkeit. Darum auch ich, nachdem ich ges böret habe von dem glauben bey euch an den HErrn JEfum, und von eurer liebe zu allen heiligen, höre ich nicht auf zu danken für euch, und gedenke eurer in meinem gebete: Daß der GOtt unsers HErrn JEfu Chrifti, der vater der herrlichkeit, gebe euch den geift der weisheit und der offenbarung, zu seiner selbst erkenntniß, und ers leuchtete augen eures verständniss ses, daß ihr erkennen möget, welche da sen die hoffnung eures berufes, und welcher da sey der reichthum feines herrlichen erbes an seinen heiligen, und welche da sey die dis berschwängliche gröffe seiner kraft an uns, die wir glauben, nach der würkung feiner mächtigen stärke, welche er gewürket hat in Chrifto, da er ihn von den tødten aufers wecket hat, und geseger zu seiner rechten im himmel, über alle fürs stenthum, gewalt, macht, herrs schaft und alles, was genannt mag werden, nicht allein in dieser welt, sondern auch in der zukünftigen. und hat alle dinge unter seine füffe gethan, und hat ihn gefeget zum haupte der gemeine über alles; welche da ist sein leib, nemlich die fülle deß, der alles in allen erfüllet. Nachm. Rom. Cap. 8, v.1 bis 11. s ist nichts verdammliches an denen, die in ChriftoJEfu sind, die nicht nach dem fleische wans dein; sondern nach dem geifte. Denn Epifteln und Evangelta Denn das gesez des geiftes, der da ordnet sonGOtt ein richter der les lebendig macht in Chrifto JEsu, bendigen und der todten. Von dies hat mich frey gemacht von dem ges sem zeugen alle propheten, das feße der fünden und des todes. durch seinen namen alle, die an ihn Denn das dem gesetze unmöglich glauben, vergebung der sünden war,( sintemahl es durch das empfahen sollen. Da Petrus noch Heisch geschwächet ward,) das that diese worte redete, fiel der heiligs GOtt, und fandte seinen sohn in geift auf alle, die dem worte zus der gestalt des fündlichen fleisches, höreten. Und die gläubigen aus und verdammte die fünde im fleider beschneidung, die mit Petro sche durch sände; auf daß die ges kommen waren, entfagten sich, rechtigkeit, vom geseße erfordert, daß auch auf die beiden die gabe in uns erfüllet würde, die wir nun des heiligen geiftes ausgegossen nicht nach dem fleische wandeln, ward. Denn sie höreten, daß sie fondern nach dem geiste: Denn die mit zungen redeten, und GOtt da fleischlich sind, die sind fleisch hoch preiseten. Da antwortete lich gesinnet, die aber geistlich Petrus: Mag auch jemand das find, die sind geistlich gesinnet. waffer wehren, daß diese nicht ges Aber fleischlich gesinnet seyn, ist taufet werden, die den heiligen ber tod, und geistlich gesinnet seyn, geift empfangen haben, gleichs It leben und friede: Denn fleisch- wie auch wir? Und befahl, sie lich gefinnet seyn, ist eine feinds zu taufen in dem namen des schaft wider GOtt, utemahl es HErrn. bem gesetze GOttes nicht unters than ift: denn es vermag es auch nicht. Die aber fleischlich sind, mds sen GOtte nicht gefallen. Ihr aber feyd nicht fleischlich; sondern geistlich, so anders GOttes geift In euch wohnet. Wer aber Chris ftus geift nicht hat, der ist nicht fein. So aber Christus in euch ist, o ift der leib zwar todt um der fünbe willen; der geißt aber ist das les ben um der gerechtigkeit willen. So nun der geiß deß, der JEfum von den todten auferwecket hat, in euch wohnet, so wird auch derselbige, der Chriftum von den todten auferwecket hat, eure flerbliche leis ber lebendig machen, um beß wil len, daß sein geift in euch wohnet. Am andern Pfingst Tage. Epistel, p. Gesch. Cap. 10, s. 42. bis 48. Petry sostenu predigen bat etrus sprach: Der HErr etrus sprach: Der HErr soffe, und in jeugen, daß er in ver Evangelium, Joh. Cap. 3, v. 16. bis 21. Esus sprach zu Nicodems: Al fo die welt gelies bet, daß er seinen eingebohrnen sohn gab; auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verlohren werden, sondern das ewige leben haben. Denn Gott hat seinen sohn nicht gesandt in die welt, daß er die welt richte, sondern daß die welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichs tet; wer aber nicht glaubet, dez ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht an den namen des einges bohrnen sohnes GOttes. Das ist aber das gericht, daß das licht in die welt kommen ist, und die mens fchen liebeten die finsterniß mehr, denn das licht, denn ihre werke waren böse. Wer arges thut, der yatan das licht, auf daß seine werke pat baffet das licht, und kommt nicht nicht gestrafet werden. Wer aber Die nebst den Seßlichen Vorlesungen. 93 Vorlesungen, Vormittags. 1 Cor. Cap. 2. ieben brüder! da ich zu euch kam, bie wahrheit thut, der kömmt in GOtt is, ohne der geiß GOD an das licht, daß seine werke offentes. Wir aber haben nicht empfars bar werden, denn sie sind in GOtt gen den geift der welt; sondern den gethan. geist aus GOtt, daß wir wissen kon nen, was uns von GOtt gegeben ist. Welches wir auch reden, nicht mit worten, welche menschliche weisheit lehren kan; sondern mit kam ich nicht mit hohen wor- worten, die der heilige geift lehret, ten, oder hoher weisheit, euch zu und richten geistliche sachen geiss berkündigen die göttliche predigt: Denn ich hielte mich nicht dafür, daß ich etwas wüßte unter euch, ohne allein JEfum Chriftum, den secreuzigten. Und ich war bey euch mit schwachheit und mit furcht, und mit groffem zittern. Und mein wort und meine predigt war nicht in vernünftigen reden menschlis cher weisheit; sondern in beweis fung des geißtes und der kraft: auf baß euer glaube bestehe nicht auf menschen weisheit, sondern auf GOttes kraft. Da wir aber von lich. Der natürliche mensch aber vernimmt nichts vom geiße GOts tes, es ist ihm eine thorheit, und kann es nicht erkennen: denn es muß geistlich gerichtet seyn. Des geistliche aber richtet alles, und wird von niemand gerichtet: Denn wer hat des HErrn sinn erkannt? oder wer will ihn unterweisen? Wir aber haben Chrifti sinn. Tachmitt. Apost. Gesch. Eap. z, v. 32. bis 47. reden, das ist dennoch weisheit Petrus sprach: Gott hat JE, bey den vollkommenen; nicht eine weisheit dieser welt, auch nicht der obersten diefer welt, welche vers gehen; sondern wir reden von der heimlichen verborgenen weisheit GOttes, welche GOtt verordnet hat vor der welt, zu unserer herr Hichkeit. Welche keiner von den obersten diefer welt erkannt hat: denn wo sie die erkannt hätten, hätten sie den HErrn der herrlich feit nicht gecreuziget; sondern wie Beschrieben fiehet: Das kein auge gesehen hat, und kein obr gehöret hat, und in keines menschen her; kommen ist, dasGOtt bereitet bat denen, die ihn lieben. Uns aber hat es GOtt offenbaret durch seinen geift: denn der geiß erfors schet alle dinge, auch die tiefe der gottheit. Denn welcher mensch weiß, was in menschen ist, ohne der geift des menschen, der in ihm * 2o auch weiß niemand, was fum auferwecket, des sind wir alle zeugen. Nun er durch die rechte GOttes erhöhet ist, und empfaus gen hat die verheiffung des heilis gen geiftes vom vater: hat er auss gegossen dies, das ihr sehet und höret. Denn David ist nicht gen himmel gefahren. Er spricht aber: Der HErr hat gesagt zu meinem HErrn: Seze dich zu meiner rechs ten, bis daß ich deine feinde lege zum schemel deiner füffe. So wisse nun das ganze haus Israel gewiß, daß GOtt diesen JEfum, den ihe gecreuziger habt, zu einem HErrn und Christ gemacht hat. Da sie aber das höreten, gieng es ihnen durchs herz, und sprachen zuPetro, und zu den andern aposteln Ihr: manner, lieben brüder, was sollen wir thun? Petrus forach zu ihnen: Thut buffe, und lasse sich ein jeglis cher taufen auf den namen Jesu Chrifti, jur vergebung der fünde; fo werdet its empfaßen die gabe 08 Episteln und Evangelia, 54 des heiligen geiftes.Denn euer und eurer finder ist diese verheissung: und aller, die ferne sind, welche GOtt, unser HErr, herzu rufen wird. mit viel andern Evangelium, Joh. Cap. 3, v. 1. bis 15. Es war ein menſch unter den pharisäern, mit namen Nis bezeugete er, und ermahnete, und codemus, ein oberster unter den sprach: Laffet euch helfen von diesen Juden, der kam zu JEsu bey der unartigen leuten. Die nun sein nacht, und sprach zu ihm: Meis wort gerne annahmen, liessen sich ster, wir wissen, daß du bist ein taufen: und wurden hinzu gethan lehrer von GOtt kommen, denn an dem tage bey drey tausend fees niemand kann die zeichen thun, die len. Sie blieben aber beständig in du thußt, es sey denn GOtt mit Der apostel lehre, und in der ge- ihm. JEsus antwortete und meinschaft, und im brot brechen, sprach zu ihm: Wahrlich, wahrs und im gebet. Es kam auch alle lich ich sage dir; Es sey denn, daß feelen furcht an: und geschahen viel iemand von neuen gebohren wers wunder und zeichen durch die apo- de, kann er das reich GOttes fel. Alle aber, die glaubig waren nicht sehen. Nicodemus spricht worden, waren bey einander, und zu ihm: Wie kann ein mensch ges bielten alle dinge gemein. Ihre bohren werden, wenn er alt ift? güter und habe verkauften sie: und Kann er auch wiederum in seiner theileten sie aus unter alle, nach- mutter leib gehen und gebohren dem iedermann noth war. Und sie werden? JEsus antwortete: waren täglich und stets bey einan- Wahrlich, wahrlich ich fage dirs Der einmühtig im tempel, und bra- es sey denn, daß jemand gebohren hen das brot hin und her in hau- werde aus dem waffer und geifte, fern: nahmen die speise, und lobe: so kann er nicht in das reich Gots ten GOtt mit freuden und einfältigem herzen, und hatten gnade bey dem ganzen volk. Der HErr aber that hingu täglich, die da selig wurden, zu der gemeine. tes kommen. Was vom fleische gebohren wird, das ist fleisch, und was vom geiste gebohren wird, das ist geist. Laß dich es nicht wundern, daß ich dir gefaget habet Ihr müsset von neuen gebohren werden. Der wind blafet wo er will, und du höreft sein faufen wol, aber du weißt nicht von wannen er kommt, und wohin er fährets welch eine tiefe des reich also ist ein jeglicher, der aus dem thums, beide der weisheit geifte gebohren ist. Nicodemus und erkenntniß GOttes! wie gar antwortete, und sprach zu ihm: unbegreiflich sind seine gerichte, wie mag solches zugehen? JEfus und unerforschlich seine wege! antwortete, und sprach zu ihm: Denn wer hat des HErrn sinn er- Bist du ein meister in Ifrael, und Fannt? oder wer ist sein rahtgeber weißfest das nicht? Wahrlich, wahrs gewesen? oder wer hat ihm etwas lich ich sage dir: wir reden, was juvor gegeben, das ihm werde wir wissen, und zeugen, was wir wieder vergolten? Denn von ihm, gesehen haben, und ihr nehmet und durch thn, und in ihm sind unfer zeugniß nicht an. Glaubet alle dinge. Ihm sev ebre in ewigs libr nicht, wenn ich euch von irs Peit, amen. dischen Am fefte der Dreyeinigkeit. Epistel, Rom. Cap. 11, v. 33. bis 36. web den Feftligen Vorlesungen Difchen dingen fage: wie würdet vater? Gläubeft du nicht, daß ich the glauben, wenn ich euch von im vater, und der vater in mir is? himmlischen dingen sagen würde? Die worte, die ich zu euch rede, die Und niemand fähret gen him rede ich nicht von mir selbst. Der mel, denn der vom himmel hers vater aber, der in mir wohnet, nieder kommen ist, nemlich des derfelbige thut die werke. Glaubet menschen sohn, der im himmel mir, daß ich im vater, und der var ist. Und wie Moses in der wüter in mir ist? Wo nicht, so glaus den eine schlange erhöhet hat: bet mir doch un der werke willen. also muß des menschen sohn er höhet werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verlohren werden, sondern das ewige leben baben. Jefer Wahrlich! wahrlich! ich sage euch: Wer an mich glaubet, der wirk die werke auch thun, die ich thue, und wird gröffere, denn diese thun: denn ich gehe jum vater. Und was ihr bitten werdet in meinem nas men, das will ich thun, aufdaß der vater geehret werde in dem sohre. Esus sprach zu seinen ün- Was ihr bitten werdet in meinem gern: Euer her erschrecke namen, das will ich thun. Liebet nicht. Glaubet ihr an GOtt, so ihr mich, so haltet meine gebote. glaubet ihr auch an mich. In meis und ich will den vater bitten, und ves vaters hause sind viele woher soll euch einen andern trößter nungen. Wenn es nicht so wäre, geben, daß er ben euch bleibe ewigs so wollte ich zu euch sagen: Ich lich, den geift der wahrheit, wels sehe hin, euch die stätte zu bereichen die weit nicht kann empfahen: ten. Und ob ich hingienge, euch denn sie sicher ihn nicht, und kents bie ståtte zu bereiten, will ich net ihn nicht, ihr aber kennet ihn s boch wieder kommen, und euch zu denn er bleibet bey euch, und wird mir nehmen, auf daß ihr seyd, in euch seyn. wo ich bin. Und wo ich hingehe, das wisset ihr, und den weg wiffet ihr auch. Spricht zu ihm Cho mas: HErr! wir wissen nicht, wo du hingehest, und wie können wir den weg wissen? JEsus spricht zu euer GOtt, geboten hat: daß ihr thm: Ich bin der weg, und die sie lernen und thun sollt im lande, wahrheit, und das leben; nie dahin ihr ziehet, dasselbe einzus mand kommt zum vater, denn nehmen: Daß du den HErrn, deis durch mich. Wenn ihr mich kennen GOtt, fürchtest, und halteft netet, so kennetet ihr auch meinen alle seine rechte und gebote, die ich bater. Und von nun an keunet ihr dir gebiete, du und deine kind er, ihn, und habt ihn gesehen. Spricht und deine kindes- kinder, alle eure ju ihm Philippus: HErr! zeige lebtage, auf daß ihr lange lebet, uns den vater, so genüget uns. Ifrael, du sollt hören und behal: JEsus spricht zu ihm: So langejten, daß du es thuft: daß dirs. bin ich ben euch, und du kenneßt wol gehe, und sehr vermehret wers mich nicht? Philippe, wer mich deft; wie der HErr, deiner våter fiehet, der siehet den vater; wie GOtt, dir geredt hat, ein land, ferichs du denn: Beige uns denda milch und bönig innen fleufft. 04 Doret * 郵 Nachm. B.Mof. C. 6, v. 1.bis 15. und rechte, die der HErr, is sind die gesetze, und gebote Vorlesungen, Dorm. Joh. Cap. 14, v. 1. bis 17. Sp Olfeln und Evangelia, Höre, Israel, der HErr, unfer| des elendes. Um meinet willen, GOtt, ist ein einiger HErr. Und du sollt den HErrn, deinen GOtt, lieb haben von ganzem berzen, von ganzer feele, von allem vermögen. Und diese worte, die ich dir heute gebiete, sollt du zu herzen nehmen, und sollt sie deinen kindern schårs fen: und davon reden, wenn du in deinem haufe sizeft, oder auf Dem wege gehest, wenn du dich nie Derlegeft, oder aufsteheft. Und sollt fie binden zum zeichen auf deine hand, und sollen dir ein denkmahl vor deinen augen seyn. Und sollt sie über deines hauses pfosten schreiben, und an die thore. Wenn dich nun der HErr, dein GOtt, in das land bringen wird, das er deinen vätern, Abraham, Isaac und Jacob, geschworen hat, dir zu geben, groffe und feine städte, die du nicht gebauet haft; und häuser alles guts voll, die du nicht gefül let haft, und ausgehauene brun- redt wird, bin ich da: und nun nen, die du nicht ausgehauen haft, fsendet mich der HErr HErr, und und weinberge und dhlberge, die du nicht gepflanzet haft, daß du es fest und satt wirst: so hüte dich, daß du nicht des HErrn vergesfeft, der dich aus Egyptenland, aus dem diensthause, geführet hat; fondern sollt den HErrn, deinen GOtt, fürchten, und ihm dienen, und bey seinen namen schweren. Und sollt nicht andern göttern nachfolgen, der völker, die um euch her sind. Denn der HErr, dein GOtt, ist ein eifriger GOtt unter dir: daß nicht der zorn des HErrn, deines GOttes, über dich ergrimme, und vertilge dich von Der erde. ia um meinet willen, will ichs thun, daß ich nicht gelästert werde: denn ich will meine ehre keinem andern lassen. Hdre mir zu, Jas cob; und du Israel, mein berufes ner: Ich bins, ich bin der erste, dazu auch der lezte. Meine hand hat den erdboden gegründet, und meine rechte hand hat den himmel umspannet: was ich rufe, das ftehet alles da. Sammilet euch alle, und höret: Wer ist unter diesen, der solches verkündigen kann? Der HErr lieber ihn: darum wird er seinen willen an Babel, und seinen arm an den Chaldaern beweisen. Jch, ia ich habe es ges sagt, ich habe ihm gerufen: ich will ihn auch kommen lassen, und sein weg soll ihn gelingen. Tretet her zu mir, und höret dis: ich habs nicht im verborgenen zuvoz geredt. Von der zeit an, da es ges fein geift. So spricht der HErr, dein erlöser, der heilige in Ifrael: Ich bin der HErr, dein Gott, der dich lehret, was müzlich ist; und leitet dich auf dem wege, den du geheßt. O daß du auf meine ges bote merkteft: fo würde dein fries de seyn wie ein wasser- firom, und deine gerechtigkeit wie meeress wellen; und dein saame würde seyn wie sand, und das gewächse Deines leibes wie deffelbigen kies; des name nicht würde ausgerottet noch vertilget vor mir. Gehet aus von Babel, fliehet von den Chala däern mit frölichem schall: vers Fündiget und laffet solches hören, bringets aus bis an der welt ende: sprechet, der HErr hat seinen o spricht der Herr: Siehe, nect Jacob erlöset. Sie hatten ich will dich lautern, aber keinen durft, da er sie leitete in des nicht wie silber: sondern ich will wüsten: er ließ ihnen waffer aus dich auserwäbit machen im ofendem felfen flieffen: er ris den fels, Daf ober: Jef. Cap. 48, 9, 10, bis 22. trebat den Festlichen Vorlesungen. bas waffer heraus rann. Aber die gottlosen, spricht der HErr, ha ben keinen friede. Am 1.Sonntage nach dem fefte der Dreyeinigkeit, oder Trinitatis. $ 7 ben: als er nun in der hölle und in der quahl war, hub er seine aus gen auf, und fahe Abraham von ferne, und Lazarum in feinem schoosse, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein, und fende Lazarum, daß er das auferste feines fingers in das waffer tauche, und fühle meine junge, denn ich leide pein in dieser flanime. Abras ham aber sprach: Gedenke, sohn, daß du dein gutes empfangen hast in deinem leben, und Lazarus dars gegen hat böses empfangen: nun aber wird er getröstet, und du Und über dis wirst gepeiniget. alles ist zwischen uns und euch eine groffe kluft befestiget, daß, die da wollten von hinnen hinab fahren u euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich, sater, daß du ihn fendest in meines vaters haus: denn ich habe noch fünf brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen ort der quahl. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die pros pheten; laß sie dieselbigen hören. Er aber sprach: Nein, vater Abras ham, sondern wenn einer von den tobten zu ihnen gienge, so würden sie busfe thun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die prophes ten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob jemand von den todten auferstunde. Epistel, 1 Joh. Cap. 4, v. 16. bis 21. Ott ist die liebe, und wer in der liebe bleibet, der bleiber in GOtt, und Gott in ihm. Daran ist die liebe völlig bey uns, auf daß wir eine freudigkeit haben am tage des gerichtes. Denn gleich wie er ist, so sind auch wir in dieser welt. Furcht ist nicht in ber liebe, sondern die vollige lies be treibet die furcht aus: denn die furcht hat pein: wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der liebe.£ affet uns ihn lieben, denn er hat uns erst geliebet. So je mand spricht: Ich liebe GOtt, und haffet seinen bruder, der in ein lugner; denn wer seinen brus Der nicht liebet, den er siehet, wie kann er GOtt lieben, den er nicht fiehet? Und dis gebot haben wir von ihm, daß, wer GOtt liebet, daß der auch seinen bruder liebe. Evangelium, Jen Luc. Cap. 16, v. 19. bis 31. Efus fprach: Es war ein reicher mann, der kleidete sich mit purpur und kdßlichem leinwand, und lebete alle tage herrlich und in freuden. Es war aber ein armer, mit namen Lazarus, der lag vor seiner thür voller schwären; und begehrte sich zu sättigen von den brosamen, die von des reichen ti sche fielen: Doch kamen die hunde, Epistel, und leckten ihm ſeine ſchwärent. Es V bråder, ob euch die welt hafs 1 Job. Cap. 2, v. 13. bis 24. erwundert euch nicht, meine begab sich aber, daß der arme starb, und ward getragen von den engeln fet. Wir wissen, daß wir aus dem in Abrahams schooß. Der reiche tede in das leben kommen sind, aber farb auch, und ward begras I denn wir lieben bie brüder, istex den Am 2. Sonntage nach dem Feste der Dreyeinigkeit. 58 Epiteln und evangelia, ben bruder nicht liebet, der bleibet, den gasten: siehe, meine maple Im tode. Wer seinen bruder has seit habe ich bereitet, meine ochfen fet, der ist ein todtschläger, und und mein mast- vich ist geschlachs ihr wisset, daß ein todtschläger tet, und alles bereit, kommet sur nicht hat das ewige leben bey ihm hochzeit. Aber sie verachteren bleibend. Daran haben wir er das, und giengen hin, einer auf Fannt die liebe, daß er sein leben feinen acker, der andere zu seiner für uns gelassen hat, und wir sol handthierung. Etliche aber grifs len auch das leben für die brüder fen seine knechte, höhneten und Laffen. Wenn aber jemand dieser tödteten sie. Da das der könig hös welt güter hat, und siehet feinen rete, ward er zornig, und schickts bruder darben, und schleußt fein feine heere aus, und brachte diese herz vor ihm zu, wie bleibet die mörder um, und zündete ihre liebe GOttes bey ihm? Meine stadt an. Da sprach er zu seinen Findlein, lasset uns nicht lieben knechten: Die hochzeit ist awar mit worten, noch mit der junge; bereitet, aber die gaste waren es fondern mit der that und mit der nicht wehrt: darum gehet hin auf wahrheit. Daran erkennen wir, die straffen, und ladet zur hochs Und die daß wir aus der wahrheit sind, und zeit, wen ihr findet. können unser her; vor ihm stillen, Enechte giengen aus auf die strass daß so uns unser ber; berdammet, sen, und brachten zusammen, wen daß GOtt gröffer ist denn unser sie funden, bdse und gute: und die berz, und erkennet alle dinge. Jbr tische wurden alle voll. Da gieng lieben, so uns unser her nicht verder könig hinein die gaste zu befes Dammet, so haben wir eine freuhen, und fahe allda einen mens digkeit zu GOtt. Und was wir schen, der hatte kein hochzeitlich bitten, werden wir von ihm neh- kleid an, und er sprach zu ihm: men: denn wir halten seine gebo- Freund, wie bist du herein kome te, und thun, was vor ihm gefäl men, und hast doch kein hochzeits lig ist. Und das ist sein gebot, daß ich kleid an? Er aber verstummes wir glauben an den namen seines te. Da sprach der könig zu seinen sohnes JEfu Chrifti, und lieben dienern: Bindet ihm hände und uns unter einander, wie er uns ein füffe, und werfet ihn in das auss gebot gegeben hat. Und wer seine ferfte finsterniß hinaus, da wird gebote hält, der bleibet in ihm, feyn heulen und zähnklappen. und er in im. Und daran erken Denn viele sind berufen, aber we nen wir, daß er in uns bleibet, an nig sind auserwählet. Dem geißte, den er uns gegeben hat. Luc. Cap. 14, v. 16. bis 24. Evangelium, Esus ein Matth. Cap. 22, v. 1. bis 14. mensch, der machte ein groß Efus fprach:" Das himmel abendmahl, und lud viele darzu: reich ist gleich einem könige, und fandte feine knechte aus zur der seinem sohne hochzeit machte: ftunde des abendmahls, zu sagen und fandte seine knechte aus, daß den geladenen: Kommet, denn es fie den gäften jur hochzeit rufe: ist alles bereit. Und sie fiengen an ten; und sie wollten nicht kom- alle nach einander sich zu entschuls men. Abermahl fandte er andere digen. Der erste sprach zu ihm: Fuechts aus, und sprach: Saget Jcb babe einen acker gekauft, und oder: mug 39 Der GOtt aber aller gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen herrlichkeit in Chrißo JEfu, dere felbige wird euch, die ihr eine kleis ne zeit leidet, vollbereiten, stärken, Fräftigen, gründen. Demselbigen sen ehre und macht von ewigkeit zu ewigkeit, amen. nebst den Festlichen Vorlesung.n. muß hinaus gehen, und ihn beses hen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf joch ochfen gekauft, und ich gehe jest hin sie zu bese ben; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der knecht kam und sagte das seinem herrn wieder; da ward der haus herr zornig, und sprach zu seinem knechte: Gehe aus bald auf die straffen und saffen der fadt, und führe die armen, und krüppel, und lahmen, und blinden herein. Und der knecht sprach: Herr, es is geschehen, was du befohlen haß, es ist aber noch raum da. Und der herr sprach zu dem knech te: Gehe aus auf die land- straffen, und an die täune, und nähtige sie berein zu kommen, auf daß mein haus voll werde: ich fase euch aber, daß der männer keiner, die geladen sind, mein abendmahl schmecken wird. Evangelium, Luc. Cap. 15, v. 1. bis 10. s naheten zu JEsu allerley zöllner und fünder, daß sie ihn höreten. Und die pharifäer und schriftgelehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die füns der an, und isset mit ihnen. Er fagte aber zu ihnen dis gleichniß, und sprach: Welcher mensch ist unter euch, der hundert schaafe hat, und so er der eines verlieret, der nicht laffe. die neun und neuns zig in der wüsten, und hingehe nach dem verlohrnen, bis daß er es finde? Und wenn er es gefunden hat, so leget er es auf seine achseln mit freuden. Und wenn er heimt Fimmt, rufet er seinen freunden und nachbarn, und spricht zu ibs nen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein schaaf gefunden, das verlohren war. Ich sage euch t also wird auch freude im himmel feyn über einen fünder, der buffe der unterthan, und haltet thut, vor renn und neunzig ges fest an der demuth: denn Gott rechten, die der buffe nicht bes widerfiehet den hoffärtigen; aber dürfen. Oder welch weib ist, die Den demüthigen giebt er gnade. seben groschen hat, so sie der einen So demühtiget euch nun unter verlieret, die nicht ein licht ans gewaltige hand GOttes, zünde, und kehre das haus, und fuche mit fleiß, bis daß sie ihn finde? und wenn sie ihn gefunden hat, rufet sie ihren freundinnen und nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen groschen funden, den ich perlohren hatte. Also auch, sage ich euch, wird freude seyn vorden engeln GOttes, über einen fünder, der buffett ut. Am 3. Sonntage nach dem fefte der Dreyeinigreit. Epistel, 1 Petr. Cap. 5, v. s. bis II. 2⁰ flesammt send untereinandie daß euch erhöhe feiner seit. alle cure forge werfer auf ihn, denn er forget für euch. Seyd nüchtern und wachet, denn euer widerfacher der teufel gebet um her wie ein brüllender lowe, und fuchet welchen er verschlinge, dem widerstehet fest im glauben; und wiffet, daß eben dieselbige leiden Aber eurs brüder in der welt geben, Um 60 Episteln und Evangelia, Und so ihr liebet, die euch lieben, was danks habt ihr davon? Denn die fünder lieben auch ihre liebhas ber. Und wenn ihr euren wolthäs tern wol thut, was danks habt ihr Denn die felbige auch. Und wenn ihr leihet, von denen ihr hoffet zu nehmen: was danks habt ihr davon? Denn die fünder leihen den fündern auch, auf daß sie gleiches wieder nehmen. Doch aber liebet eure feinde; thut wol und leihet, daß ihr nichts das für hoffet: so wird euer lohn groß senn, und werdet kinder des allers höchsten seyn; denn er ist gütig über die undankbaren und beshafs tigen. Darum seyd barmherzig, wie auch euer vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdams met nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überflüssig maaß wird man in euren schoof geben: denn eben mit dem maasse, da ihe mit messet, wird man euch wieder meffen. Und JEsus sagte ihnen ein gleichniß: Mag auch ein blins der einem blinden den weg weis fen? werden sie nicht alle beyde in die grube fallen? Der jünger ist nicht über seinen meister; wenn der jünger ist wie sein meister, so ist er vollkommen. Was siche du aber den splitter in deines brus ders auge, und des balkens in deis nem auge wirst du nicht gewahr? oder wie kannst du sagen zu deis nem bruder: Halt#ille, bruder, ich will den splitter aus deinem auge ziehen, und du sicheft selbs nicht den balken in deinem auge? Du heuchler, zeuch zuvor den bals Am 4. Sonntage nach dem Feste der Dreyeinigkeit, Epistel, Ndm. Cap. 8, v. 18. bis 27. ch it leiden der herrlichkeit nicht wehrt sen, die an uns soll of fenbaret werden. Denn das angst liche harren der creatur wartet auf die offenbarung der Kinder GOt tes. Sintemahl die creatur un terworfen ist der eitelkeit, ohne ihren willen, sondern um deß wils len, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die creatur frey werden wird von dem dienste bes vergänglichen wesens, zu der Berrlichen frenheit der kinder GOttes. Denn wir wissen, daß alle creatur sehnet sich mit uns, und ängstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des gei ftes erftlinge, sehnen uns auch ben uns selbst nach der kindschaft, und warten auf unsers leibes er Issung. Denn wir sind wol selig, doch in der hoffnung. Die hoff nung aber, die man siehet, ift nicht boffnung: denn wie kann man deß hoffen, das man siehet? So wir aber deß hoffen, das wir nicht fehen, so warten wir sein durch geduld. Deffelbigen gleichen auch der geift hilft unserer schwachheit auf: denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich es gebühret; fondern der geist selbst vertritt uns aufs beste, mit unaussprechlichen feuften. Der aber die herzen fors febet, der weiß, was des geiftes sinn sey: denn er vertritt die heili sen, nach dem, das GOtt gefället. Evangelium, Luc. Cap. 6, v. 31. bis 42. wollet, deinem auge, und I daß euch die leute thun follen: denn, daß du den splitter aus deis also that ibuen gleie auch ibr, nes bruders auge liebet. nebs den Festlichen Vorlesungen. 61 Am 5. Gonntage nach dem, werfet eure nege aus, daß ihr einen Feste der Dreyeinigkeit. Epistel, 1 Petr. Cap. 3, v. 8. bis 15. eyd allesammt gleich gesinnet, mitleidig, brüderlich, barms bersig, freundlich. Vergeltet nicht böses mit bösem, oder scheltwort mit scheltwort; sous dern dargegen segnet, und wisset, daß ihr darzu berufen send, daß ihr den segen ererbet. Denn wer leben will, und gute tage sehen, der schweige seine unge, daß sie nichts böses rede, und seine lips pen, daß sie nicht triegen: er wende sich vom bösen, und thue gutes: er fuche friede und iage ihm nach. Denn die augen des HErrn sehen auf die gerechten, jug thut. Und Simon antwors tete, und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze nacht gearbeis tet, und nichts gefangen: aber auf dein wort will ich das net auss werfen. Und da sie das thaten, beschlossen sie eine groffe menge fische, und ihr neg zerriß. Und sie winkeren ihren gefellen, die in dem andern schiffe waren, daß sie käs men und hülfen ihnen ziehen: und sie kamen und fülleten beyde schiffe voll, also, daß sie sunken. Da das Simon Petrus sahe, fiel er JEsu zu den knien, und sprach: HErr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger mensch: denn es war ihm ein schrecken ankommen, und allen die mit ihm waren, über diesen fischzug, den sie miteinander ges. und seine ohren auf ihr gebet.[ than hatten; deffelbigen gleichen Das angesicht aber des HErrn siehet auf die, die da böses thun. Und wer ist, der euch schaden könn te, so ihr dem guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um der ge rechtigkeit willen, so send ihr doch felig. Fürchtet euch aber vor ihrem trogen nicht, und erschrecket nicht. Heiliget aber GOtt den HErrn in suren herzen. auch Jacobum und Johannem, die föhne Zebedai, Simonis gesels len. Und JEsus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du menschen fahen. Und sie führeten die schiffe zu lande, und verliessen alles, und folgeten ihm nach. Evangelium, Luc. Cap. 5, v. 1. bis II. s begab sich, da sich das volk zu JEfu drang, zu hören das wort GOttes, und er stund am fee Genezareth, und sahezwen fchiffe am fee fiehen; die fischer aber waren ausgetreten, und wuschen ihre nete. Trat er in der fchiffe eines, welches Simonis war, und bat ihn, daß er es ein wes nig vom lande führete: und er fante sich und lehrete bas volt aus dein schiffe. Und als er hatte aufs geboret zu reden, sprach er zu Eimon: Fabre auf die bibe, und Am 6. Sonntage nach dem feste der Dreyeinigkeit. Epistel, Rim. Cap. 6, v. 3. bis 14. Miſſet ihr nicht, daß alle, die wir in JEfum Chriftum ges tauft sind, die sind in seinen tod getauft? So sind wir je mit ihm begraben durch die taufe in den tod, auf daß, gleichwie Chriftus ist auferwecket von den todten, durch die herrlichkeit des vaters, also sollen auch wir in einem neuen leben wandeln. So wir aber sammt ihm gepflanzet werden zu gleichem tode, so werden wir au der auferüstung gleich fepu: die. weil 62 Episteln und Evangelta, weil wir wissen, daß unser alter, aber thut und lehret, der wird mens samt ihm gecreuziget ist, groß heissen im himmelreich. auf daß der sündliche leib aufhöre, Denn ich sage euch: Es sey denn daß wir hinfort der fünde nicht eure gerechtigkeit beffer, denn dienen. Denn wer gestorben ist, der schriftgelehrten und pharisäer, der ist gerechtfertiget von der fün: so werdet ihr nicht in das hims de. Sind wir aber mit Chrißo gemelreich kommen. Ihr habt ges orben, so glauben wir, daß wir höret, daß zu den alten gesagel auch mit ihm leben werden; und ist: Du sollt nicht tödten, wer wissen, daß Chriftus von den aber tootet, der soll des gerichs todten erwecket, hinfort nicht fir tes schuldig seyn. Ich aber fas bet, der tod wird hinfort über ihn ge euch: wer mit seinem bruder nicht herrschen. Denn daß er gezürnet, der ist des gerichtes schuls forben ist, das ist er der fünde ge dig. Wer aber zu seinem bruder Korben zu eine: mahl; daß er faget: Racha, der ist des rahts aber lebet, das lebet er Gott.schuldig. Wer aber saget: Du Also auch ihr, haltet euch dafür, narr, der ist des höllischen feuers daß ihr der fünde gestorben seyd, schuldig. Darum, wenn du deine und lebet GOtt in Chrifto JEsu gabe auf den altar opferst, und uaferm HErra. So laffet nun die wirst allda eindenken, daß dein funde nicht herrschen in eurem bruder etwas wider dich habe; so Kerblichen léibe, ihr gehorsam zu laß allda vor dem altar deine gas leisten in seinen lüften. Auch be- be, und gehe zuvor hin, und vers gebet nicht der fünde eure glieder föhne dich mit deinem bruder, ju waffen der ungerechtigkeit; fon bern begebet euch selbst GOtt, als die da aus den todten lebendig sind, und eure glieder GOtte zu waffen der gerechtigkeit: Denn Die fünde wird nicht herrschen können über euch, intemahl ihr nicht unter dem gefege fepd; fon dern unter der gnade. und alsdenn komm und opfere deine gabe. Sey willfertig dels nem widerfacher bald, dieweil du noch bey ihm auf dem wege bift, auf daß dich der widerfacher nicht dermableins überantworte dem richter, und der richter überants morte dich dem diener, und werdeft in den kerker geworfen. Ich sage dir: wahrlich, du wirs nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den leiten beller bes zablest. Evangelium, Je Epistel, Matth. Cap., V. 17. bis 26. Efus sprach: Ihr sollt nicht wähnen, daß ich kommen bin, das geset oder die propheten auf zulösen. Ich bin nicht kommen aufzulösen, sondern zu erfüllen: Denn ich sage euch: wahrlich, bis daß himmel und erde zergehe, wird nicht zergehen, der kleineste buchwir nicht unter dem gesetz, gabe, noch ein tittel vom gesege, bis daß es alles geschehe. Wer sondern unter der gnade sind? das nun eines von diesen kleinesien fen ferne! Wiffet ihr nicht, wel, geboten auflöset, und lebret die chem ihr euch begebet zu Enechten leute also, der wird der fleinese in gehorsam, deß knechte send ihr, Beifen im bimmelreich; wer es per the geborsam fend: es feb der Rom. Cap. 6, v. 15. bis 23. ollen wir fündigen, dieweil Am 7. Sonntage nach dem feste der Dreyeinigkeit. acbä den Festlichen Vorlesungen. 63 der fünde zum tode, oder dem ge: Und er fragte sie: Wie viel habt horsam zur gerechtigkeit. Gott ihr brote? Sie sprachen: Sieben. sen aber gedanket, daß ihr knechte Und er gebot dem volke, daß sis der fünde gewesen seyd: aber nun sich auf die erde lagerten. Und er gehorsam worden von herzen dem nahm die sieben brote, und dans vorbilde der lehre, welchem ihr kete und brach sie, und gab sie seis ergeben seyd. Denn nun ihr frey nen jüngern, daß sie dieselbigen worden send von der sünde, seyd vorlegeten; und sie legten dem ihr knechte worden der gerechtig- volke vor. Und hatten ein wenig keit. Ich muß menschlich davon fischlein: und er dankete, und hieß reden, um der schwachheit wil dieselbigen auch vortragen. Sie len eures fleisches. Gleichwie ihr affen aber und wurden satt, und eure glieder begeben habet zum huben die übrigen brocken auf, dienste der unreinigkeit, und von sieben körbe. Und ihrer waren bey einer ungerechtigkeit zu der anvier tausend, die da gessen battent dern: also begevet nun auch eure und er ließ sie von sich. glieder zum dienste der gerechtigs keit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der fünden knechte waret, oder: låa. Joh. Cap. 6, v. 1. bis 15. Efus fuhr weg über das mees tigkeit. Was hattet ihr nun zu an der stadt Tiberias in Gali, der zeit für frucht? welcher ihr Und es jog ihm viel volks euch iezt schämet: denn das ende nach, darum, daß sie die zeichen derselbigen ist der tod. Nun ihr sahen, die er an den kranken that. aber send von der fünde frey, und JEfus aber gieng hinauf auf eis GOttes knechte worden, habet nen berg, und sazte sich dafelbs ihr eure frucht, daß ihr heilig mit seinen jüngern. Es war aber werdet; das ende aber das ewige nahe die oftern, der jüden fest. Da leben. Denn der tod ist der sün- hub JEsus seine augen auf, und den fold; aber die gabe GOttes ist das ewige leben, in Chrifto JEfu, unserm HErrn. siehet, daß viel volks zu ihm komt, und spricht zu Philippo: Wo kaus fen wir brot, daß diese effen? Das fagte er aber ihn ju versuchen: denn er wuste wol, was er thun wollte. Philippus antwortete ihm: zwey hundert pfennige wehrt Evangelium, Marc. Cap. 8, v. 1. bis 9. Du der jeit, da viel volks da war, rief JEfus seine jünger zu sich, daß ein jeglicher ein wenig nehme. und sprach zu ihnen: Michiam Spricht zu ihm einer seiner juns mert des volks, denn sie haben ger, Andreas, der bruder Simos nun dren tage bey mir verharret, nis Petri: Es ist ein knabe hie, und haben nichts zu essen; und der hat fünf gersten- brot, und wenn ich sie ungegeffen von mir zween fische; aber was ist das uns beim lieffe gehen, würden sie auf ter so viele? JEfus aber sprach: bem wege verschmachten: denn Schaffet, daß sich das volk lagere. etliche waren von ferne kommen. Es war aber viel gras an dem Seine jünger antworteten ihm: forte. Da lagerten sich bey fünt Boher nehmen wir brot hier in tausend mann. JEfus aber nahm Der wußten, daß wir sie fättigen? Die brot, dankete und gab sie den Episteln und Evangelia, 64 Evangelium, Jüngern, die jünger aber denen, die sich gelagert hatten; deffelbis gen gleichen auch von den fischen, wie viel er wollte. Da ſie aber fatt waren, sprach er zu Matth. Cap. 7, v. 13. bis 29. Efus sprach: Gehet ein durch die enge pforte: denn die pforte gern: Gammlet die übrigen broks ist weit, und der weg ist breit, der len, daß nichts umkomme. Dajur verdammniß abführet, und fammleten sie, und fülleten zwölf törbe mit brocken, von den fünf gersenbroten, die überblieben benen, die gespeiset worden. Da nun die menschen das zeichen faben, das JEfus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der prophet, der in die welt kommen soll. Da JE fus nun merkte, daß sie kommen würden, und ihn haschen, daß sie ihn zum königemachten, entwich er abermahl auf den berg, er selbst alleine. ihrer sind viel, die darauf wants deln. Und die pforte ist enge, und der weg ist schmal, der zum leben führet, und wenig ist ihrer, die ihn finden. Sehet euch vor, vor den falschen propheten, die in schafss Eleidern zu euch kommen: inwens dig aber sind sie reiffende wölfes an ihren früchten sollet ihr sie ers kennen. Kann man auch traus ben lesen von den dornen? oder feigen von den disteln? Also, ein jeglicher guter baum bringet gute früchte; aber ein fauler baum bringet arge früchte. Ein guter baum kann nicht arge früchte brins gen, und ein fauler baum kann nicht gute früchte bringen. Ein jeglicher baum, der nicht gute Am 8. Gonntage nach dem Feste der Dreyeinigkeit. Epistel, Rim. Cap. 8, v. 12. bis 17. Wir sind, lieben brüder, schuld früchte bringet, wird abgehauen, ner 1 und in daß wir nach dem fleische le- an ihren früchten follet ihr sie ers ben: denn wo ihr nach dem flei- kennen. Es werden nicht alle, die sche lebet, so werdet ihr sterben zu mir sagen: HErr, HErr, in müssen; wo ihr aber durch den das himmelreich kommen, sons geift des fleisches geschäfte tödtet, dern die den willen thun meines so werdet ihr leben. Denn welvaters im himmel. Es werden che der geift Gottes treibet, die viele zu mir sagen an jenem tage: find GOttes kinder. Denn ihr HErr, HErr, haben wir nicht in babt nicht einen knechtlichen geißt deinem namen geweisfaget? Has empfangen, daß ihr euch aber ben wir nicht in deinem namen mahl fürchten müßtet; sondern teufel ausgetrieben? Haben wir ihr habt einen kindlichen geift emnicht in deinem namen viele thas pfangen, durch welchen wir ruten gethan? Dann werde ich ihs fen: Abba, lieber vater. Derselnen bekennen: Ich habe euch noch bige geift giebt jeugniß unserm nie erkannt, weichet alle von mir, seifte, daß wir GOttes kinder sind. ihr übelthäter. Darum, wer diese Sind wir denn kinder, so sind meine rede höret, und thut sie, den wir auch erben, nemlich GOttes vergleiche ich einem Flugen mans erben, und miterben Chrifti; so ne, der sein haus auf einen felfen vir anders mit leiden, auf daß bauete. Da nun ein plat- regen mir auch mit zu des berrlichkeit ers Bel, und ein gewäfer kam, und wes beter Seben werden. nebst den Festlichen Vorlesungen. 65 Beten die winde, und stieffen an| suchen, wie etliche von jenen ihn das haus, fiel es doch nicht: denn versuchten, und wurden von den es war auf einen felfen gegründet. fchlangen umgebracht. Murret Und wer diese meine rede höret, auch nicht, gleich wie jenter etliche und thut sie nicht, der ist einem murreten, und wurden umges thörichten manne gleich, der sein bracht durch den verderber. Sol haus auf den sand bauete. Da uunches alles wiederfuhr ihnen zum ein plag- regen fitel, und kam ein vorbilde. Es ist aber geschrieben gewässer, und weheten die winde, und fliessen an das haus, da fiel es, und that einen grossen fall. Und es begab sich, da JEfus diese rede vollendet hatte, entsatte sich das volk über seiner lehre: denn er predigte gewaltig, und nicht wie bie schriftgelehrten. uns zur warnung, auf welche das ende der welt kommen ist. Dars um, wer sich läßt dunken, er fiche, mag wol zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche versuchung betreten. Aber GOtt ist getreu, der euch nicht läffet versuchen über euer vermögen, sondern machet, daß die versuchung so ein ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. Am 9. Sonntage nach dem fefte der Dreyeinigkeit. Epistel, Evangelium, 1 Corinth. Cap. 10, v. 1. bis 13. ch will euch, lieben brüder, nicht Luc. Cap. 16, v. 1. bis 12. Esus sprach zu seinen jüngern I verhalten, Es war ein reicher mann, der find alle unter der wolke gewesen, hatte einen haushalter, der ward und sind alle durchs meer gegan vor ihm berüchtiget, als hätte es gen. Und sind alle unter Mosen ihm feine güter umbracht. Und getauft, mit der wolke und mit er forderte ihn, und sprach zy dem meer. Und haben alle einerley ihm: Wie höre ich das von dir? geistliche speise geffen; und haben Thue rechnung von deinem haus. alle einerley geistlichen trank gehalten: denn du kannst hinfort trunken; sie trunken aber von dem nicht mehr haushalter seyn. Des geistlichen fels, ber mit folgete, haushalter sprach bey sich selbsts welcher war Christus. Aber an ih: Was soll ich thun? mein herz rer vielen hatte GOtt keinen wol nimmt das amt von mir; graben sefallen: denn sie sind niederges mag ich nicht, so schäme ich mich schlagen in der wüfte. Das ist aber zu betteln. Ich weiß wol, was uns zum vorbilde geschehen, daß ich thun will, wenn ich nun von wir uns nicht gelußten laffent des dem amte gesetzet werde, daß sis böfen, gleich wie jene gelüftet hat. mich in ihre häuser nehmen. Und Werdet auch nicht abgöttische, er rief zu sich alle schuldner seines gleich wie jenter etliche wurden als herrn, und sprach zu dem ersten: geschrieben stehet: Das volk setzte Wie viel bist du meinem Herrn sich nieder zu essen und zu trinken, schuldig? Er sprach: Hundert und stund aufzu spielen. Auch las tonnen dis. Und er sprach zu fet uns nicht hureren treiben/ wie ihm: Nimm deinen brief, fesze etliche unter ihnen hurerey tries dich, und schreib flugs funfats. ben, und fielen auf eittent tag drey Darnach sprach er zu dem andern: und zwanzig tausend. Laffet uns Du aber, wie viel bis du schuldig t aber auch Cbrißum nicht versi 66 Episteln and Evangelta, Er sprach: Hundert malter weijder erkenntniß, nach demselbigen zen. Und er sprach zu ihm: Nimm geist; einem andern der glaube in Deinen brief, und schreib achzig. demselbigen geift; einem andern Und der herr lobete den ungerech- die gabe gesund zu machen in tenhaushalter, daß er flüglich ge than hatte; denn die kinder dieser welt sind Flüger, denn die kinder des lichts in ihrem geschlechte Und ich sage euch: Machet euch Freunde mit den ungerechten mammon, auf daß, wenn ihr nun Darbet, sie euch aufnehmen in die ewige hutten. Wer im geringsten treu ist, der ist auch im grossen treu, und wer im geringsten un recht ist, der ist auch im grossen unrecht. So ihr nun in dem unge rechten mammon nicht treu send, wer will euch das wahrhaftige vertrauen? Und so ihr in dem fremden nicht treu send, wer will demselbigen geist; einem andern wunder zu thun, einem andern weissagung, einem andern geister zu unterscheiden, einem andern mancherley sprachen, einem ans dern die sprachen auszulegen. Dis aber alles wirket derselbige einige geist, und theilet einem jeglichen seines zu, nachdem er will. Denn gleich wie ein leib ist, und hat doch viele glieder; alle glieder aber eis nes leibes, wiewol ihres viele sind, sind sie doch ein leib; also auch Chriftus. Evangelium, Luc. Cap. 19, v. 41. bis 48. 18 such geben dasjenige, das euer ist? Am 10.Sonntage nach dem feste der Dreyeinigkeit. Epistel, Als JEsus nahe bey Jerufalem tam, fabe er die stadt an, und weinete über sie, und sprach: Wenn du es wüßteft, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner 1 Corinth. Cap. 12, v. 1. bis 12. eit was zu deinem frieden dienet: on den geistlichen gaben will Aber nun ist es vor deinen augen ich euch, lieben brüder, nicht verborgen. Denn es wird die feit verhalten; Jhr wisset, daß ihr über dich kommen, daß deine feins beiden seyd gewesen, und hinge de werden um dich, und deine kins Bangert zu den stummen gößen, der mit dir, eine wagenburg schlas wie ihr geführet wurdet. Darum gen, dich belagern, und an allen thue ich euch kund, daß niemand orten ängsten: und werden dich JEfum verfluchet, der durch den schleifen, und keinen stein auf geift GOttes redet. Und niemand dem andern laffen: darum, daß Lann JEfum einen HErrn heissen, du nicht erkennet haft die jeit, ohne durch den heiligen geist. Es darinnen du heimgesuchet bift. find mancherley gaben, aber es Und er gieng in den tempel, und ist ein geift: und es sind mancher fieng an auszutreiben, die darins lev amter, aber es ist ein HErr: nen verkauften und kauften, und und es sind mancherlen Fräfte,( prach zu ihnen: Es siehet ges aber es ist ein Gott, der da wirket schrieben: Mein Haus ist ein bets alles in allen. In einem jeglichen haus, ihr aber habt es gemacht arzeigen sich die gaben des geiftes sur mördergrube. Und er lehs Einem rete täglich im tempel. Aber die jum gemeinen nuken. wird gegeben durch den geift zu hohenpriester und schriftgelehrs reben von der weisheit; dem anten, und die vornehmsten im vol, bern wird gegeben in reden von te trachteten ibm nach, daß fie ibu nebs den Festlichen Vorlesungen. ambrachten, und funden nicht, wie sie ihm thun sollten: denn als les volt hieug ihm an, und hörete thn. Am 11.Sonntage nach dem feste der Dreyeinigkeit. Epistel, 1 Cor. Cap. 15, b. i. bis io. 67 Evangelium, Efus fagte zu etlichen, die sich Luc. Cap. 18, v.9. bis 14. selbst vermassen, daß sie from m wären, und verachteten die ants dern, ein solch gleichniß: Es giengen zween menschen hinauf in den tempel zu beten, einer ein pharifaer, der andere ein zöllner. der, des evangelii, das ich euch verkündiget habe, welches ihr auch angettommen habet, in welchem ihr auch stehet, durch wel ben sich selbst also: Ich danke die, GOtt, daß ich nicht bin wie a ndes re leute, räuber, ungerechte, ehes brecher, oder auch wie dieser tolls chen, und gebe den zehenden von allem, das ich habe. Und derzdus her stund von ferne, wollte aud seine augen nicht aufheben gen himmel; sondern schlug an seine bruft, und sprach: Gott sey mir fünder gnädig! Ich fage euch t Diefer gieng hinab gerechtfertiget in sein haus, vor fenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird ers niedriget werden, und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. thes ihr auch selig werdet, welner: ich faste zweymahl in der was chergestalt ich es euch verkündiget habe, so ihr es behalten habet; es ware denn, daß ihr es umsonst geglaubet hättet. Denn ich habe euch zuvordert gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sey für unsere fünde, nach der schrift; und daß er begrabent sen, und daß er auferstanden sey am dritten tage, nach der schrift; und daß er geseben worden ist von Kephas, dar nach von den zwölfen. Darnach is er gesehen worden von mehr denn fünfhundert brüdern auf einmahl, derer noch viele leben, etliche aber sind entschlafen. Dat nach ist er gesehen worden von Jacobo, darnach von allen apo feln; am leiten nach allen, ist er auch von mir als einer unzeitis gen gebuhrt gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den aposteln, als der ich nicht wehrt bin, daß ich ein apostel heisse, dar um, daß ich die gemeine GOttes verfolget habe. Aber von GOttes gnaden bin ich, das ich bin, und feine gnade an mit ist nicht vergeb: lich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle; nicht aber ich, sondern GOttes gnade, die mit mir is. Am 12.Sonntage nach dem fefte der Dreyeinigkeit. Epistel, 2 Corinth. Cap. 3, v. 4. bis 9. in solch vertrauen haben wis durch Christum zu Gott: nicht daß wir tüchtig sind, von uns selber etwas zu denken, als von uns selber; sondern daß wir tüchtig sind, ist von GOtt: wels cher auch uns tüchtig gemacht hat, das amt zu führen des neuen testas mentes, nicht des buchstabens, sons dern des geistes. Denn der buchs sabe tobtet, aber der geift na chet lebendig. So aber das amt, das durch die buchstaben tödtet, und in die steine ift gebildet, klarheit batte, also, daß die kinder Ifrael € 2 nicht 68 Episteln und Evangelia, nicht fonnten ansehen das anges| die beiden käme in Chrifto JE sicht Mosis, um der klarheit willen und wir also den verheissenen leines angesichtes, die doch auf geiße empfiengen durch den glaus höret: wie sollte nicht vielmehr ben. Lieben brüder, ich will nach das amt, das den geist giebt, menschlicher weise reden: vers Flarheit haben. Denn so das amt, achtet man doch eines menschen bas die verdammniß prediget, testament nicht, wenn es bestätis Klarheit hat; vielmehr hat das get ist, und thut auch nichts dars amt das die gerechtigkeit prediget, su. Nun ist ja die verheissung Abraham und seinem samen zus überschwengliche klarheit. gefaget: er spricht nicht, durch die Evangelium, famen, als durch viele, sondern als durch einen: durch deinen fas men, welcher ist Chriftus. Ich fas ge aber davon: das testament, das von GOtt zuvor bestätiget ist auf Chriftum, wird nicht aufgehaben, daß die verheissung sollte durch das gesetz aufhören, welches geges ben ik über vierhundert und dreyss sig jahr hernach. Denn so das erbe durch das gesen erworben würde, so würde es nicht durch verheiffung gegeben; Gott aber hat es Abrahain durch derheiss suns fren geschenket. Was soll denn das gesez? Es i darzu koms men um der fünde willen, bis der fame kame, dem die verheissung geschehen ist, und ist gestellet von den engeln, durch die hand des mittlers. Ein mittler aber ist nicht eines einigen mittler: Gott aber ist einig. Wie? ist denn das geset wider GOttes verheissuns gen? Das sey ferne. Wennader ein gefer gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so kame die ges rechtigkeit wahrhaftig aus dem geseze. Aber die schrift hat es alles beschlossen unter die sünde, auf daß die verheissung kame durch den glauben an JEfum Chriftum, ger seben denen, die da glauben. Evangelium, Darci Cap. 7, v. 31. bis 37. JEfus wieder ausgieng Dª pon den grenzen Tyri und Sidon, kam er an das Galiläische meer, mitten unter die grenze der sehen städte. Und sie brachten zu ihm einen tauben, der stumm war; und sie baten ihn, daß er die hand auf ihn legete. Und er nahm ihn von dem volke beson bers, und legete ihm die finger in die ohren, und spüzete, und rührete seine junge, und sahe auf gen himmel, seufzete und sprach zu ihm: Hephatha, das ist: Thue dich auf. Und alsobald thaten sich seine ohren auf, und das band seiner zungen ward los, und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten, und verwunderten sich über die maasse, und sprachen: Er hat alles wol gemacht, die tauben macht er hdrend, und die sprach lofen redend. Am 13.Sonnte ge nach dem Feste der Dreyeinigkeit. Epistel, Gal. Cap. 3, v. 13. bis 22. Chriftus hat uns erlöfet von dem fluche des gesetzes, da er ward ein fluch für uns;( denn es Rehet geschrieben: Verflucht ist edermann, der am hot; hänget;) Muf dug dir fegen Luc. Cap. 1o, v. 23. bis 42. Efus wandte sich zu seinen jungern, und sprach insou. Derbett: aeb den Felicen Boriefangen. 69 berheit: Gelig sind die augen, die wisder komme. Welcher dünter Da seben, das ihr sehet; denn ich dich, der unter diesen dreyen der fage euch: viel propheten und könächßle sey gewesen dem, der uns nige wollten sehen, das ihr sehet, ter die mörder gefallen war? Er und haben es nicht gesehen; und sprach: Der die barmherzigkett an hören, das ihr höret, und haben ihm that. Da sprach JEsus zu es nicht gehdret. Und siehe, da ihm: So gehe hin, und thue dese fund ein schriftgelehrter auf, vers gleichen. Es begab sich aber, da fuchte ihn, und sprach: Meister, sie wandelten, gieng er in einen was muß ich thun, daß ich das markt. Da war ein weib, mit nas ewige leben ererbe? Er aber men Martha, die nahm ihn auf in sprach zu ihm: Wie fehet im ges ihr haus. Und sie hatte eine schwes feze geschrieben? wie liefest du? ster, die hieß Maria, die sagte sich Er antwortete und sprach: Duju JEsu füssen, und hörete seiner follt GOtt deinen HErrn lieben rede zu. Martha aber machte ihr von ganzent herzen, von ganzer viel zu schaffen, ihm zu dienen. feele, von allen fräften, und von Und sie trat hinzu und sprach: ganzem gemühte; und deinen HErr, fragest du nicht darnach, nächsten als dich felbft. Er aber daß mich meine schwester låffet als sprach zu ihm: Du haft recht geleine dienen? Sage ihr doch, daß antwortet; thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu JE su: Wer ist denn mein nächster? Da antwortete JEsus, und sprach: Es war ein mensch, der gieng von Jerusalem hinab gen Jericho, und fiel unter die môr: ber, die zogen ihn aus, und schlugen ihn, und giengen davon, und lieffen ihn halbtodt liegen. Es begab sich aber ohngefehr, daß ein hinab sie es auch angreife. JEfus aber antwortete, und sprach zu ihr: Martha! Martha! du haft viel forge und mühe, eines aber ist noth. Maria hat das gute theil erwählet, das soll nicht von ihr genommen werden. Am 14.Sonntage nach dem Feste der Dreyeinigkeit, Epistel, Gal. Cap. 5, v. 16. bis 24. priester dicfelbige ſtraffe hier fage: wandelt im geiste, so werdet ihr die lüfte des fleis Denn jog: und da er gieng vorüber. Deffelbigen gleichen sches nicht vollbringen. auch ein Levit, da er kam bey die das fleisch gelüftet wider den geift, kätte, und sahe ihn, gieng er vor und den geift wider das fleisch: über. Ein Samariter aber reifes dieselbige sind wider einander, te, und kam dahin, und da er ihn daß ihr nicht thut, was ihr wollet. fahe, iammerte ihn sein, gieng Regieret euch aber der geift, so zu ihm, verband ihm seine wun- fend ihr nicht unter dem geſetzt. den, und goß darein öl und wein, und hub ihn auf sein thier, und führete ihn in die herberge, und pflegete fein. Des andern tages reifete er, und jog heraus zween groschen, und gab sie dem wirthe, und sprach zu ihm: Pflege sein, und so du was mehr wirft darthun, will ich dir es bezahlen, wenn ich Offenbar aber sind die werke des fleisches, als da sind: chebruch, hureren, unreinigkeit, unzucht, abgötteren, sauberey, feindschaft, hader, neid, zorn, zank, zwies tracht, rotten, haß, mord, saus fen, freffen und dergleichen; von welchen ich euch babejutor gefa € 3 get. 79 Episteln und Evangelia, er get, und fage noch zuvor, daß die fenn, uns unter einanber in ents folches thun, werden das reichrüsten und zu haffen. Lieben brus GOttes nicht ererben. Die frucht der! so ein mensch etwa von einem aber des geiftes ist liebe, freude, fehl übereilet würde, so helfet ilm friede, geduld, freundlichkeit, gus wieder zurechte mit fanftmübtie tigkeit, glaube, sanftmuht, keusch- gem geiste, die ihr geislich send t beit: wider solche ist das gesen und siehe auf dich selbst, daß du nicht. Welche aber Chriftum an nicht auch versuchet merdest. Eis geboren, die creuzigen ihr fleisch ner trage des andern laft, so wers fammt den lüften und begierden. det ihr das gesen Chrifti erfüllen, So aber sich iemand laßt dunken, Evangelium, er sen etwas, so er doch nichts ist, Luc. Cap. 17, 9. 11. bis 19. der betrüget sich selbst. Ein ieglis Es begab sich, da JEfus rei cher aber prüfe sein selbst werk, fete gen Jerusalem, zog und alsdenn wird er an ihm selber mitten durch Samariam und ruhm haben, und nicht an einem Galiliam. Und als er in einen andern; denn ein jeglicher wird markt kam, begegneten ihm ¡ ehen seine laft tragen. Der aber uns ausfähige männer, die stuuden terrichtet wird mit dem worte, son ferne, und erhuben ihre fim- der theile mit allerley gutes dem, me, und sprachen: JEsu, lieber der ihn unterrichtet. Jrret euch meifter, erbarme dich unser! Und nicht, GOtt läßt sich nicht spots Da er fie fabe, sprach er ju ihnen: ten; denn was der mensch fäet, Gehet bin, und seiget euch den das wird er ernten. Wer auf sein priestern. Und es geschahe, da fleisch fået, der wird von dem fleis fie bingiengen, wurden sie rein. sche das verderben ernten. Wer Einer aber unter ihnen, da er aber auf den geift sået, der wird fabe, daß er gefund worden war, von dem geiste das ewige leben Febrete er um, und preisete ernten.£ affet uns aber gutes thun, GOtt mit lauter stimme, und und nicht müde werden: den zu fiel auf sein angesicht zu seinen feiner zeit werden wir auch ernten füssen, und dankete ihm; und das ohne aufhdren. Als wir denn nun war ein Samariter. JEfus aber seit haben, so laffet uns gutes thun antwortete, und sprach: Sind an jedermann, allermeißt aber an ihrer nicht sehen rein worden? den glaubens- genoffen. wo sind aber die neune? Hat sich sonst keiner funden, der wieder umkebrete, und gäbe GOtt die eh ve, denn dieser fremdlinger? und er sprach zu ihm: Stehe auf gehe bin, bein glaube hat dir geholfen. Am 15.Sonntage nach dem feste der Dreyeinigkeit. Epistel, Gal. Cap. v.2. bis C. 6, v. 1o. wir im geiste leben, so laffet uns auch im geiste wandeln. taget uns nicht eiteler ebre goitig Evangelium, Esus sprach zu seinen jüngern s Matth. Cap. 6, v. 19. bis 34. hr sollt euch nicht ſchäßs fammien auf erden, da sie die mot ten und der roft fressen, und De die diebe nach graben und stehlen. Sammlet euch aber schäge im himmel, da sie weder motten toch roft fressen, und da die diebe nicht nach graben, noch stehlen: denn wo euer schaß ist, da ist auch euer bert. Das auge is des leibes licht, 2013 nebs den Festlichen Vorlesungen. 70 wenn bein auge einfältig ist, for und nach seiner gerechtigkeit, so wird dein ganzer leib lichte sepu. wird euch solches alles zufallen. Wenn aber dein auge ein schalk Darum sorget nicht für den ans ist, so wird dein ganzer leib finster Deen morgen, denn der morgende feyn. Wenn aber das licht, das in tag wird für das seine sorgen. Es bir ift, finsterniß ist, wie groß wird ist genug, daß ein jeglicher tag Denn die finsterniß selber seyn? seine eigene plage habe. Niemand kann zween herren dies nen, entweder er wird einen b. Am 16.Sonntage nach dem feste der Dreyeinigkeit. fen, und den andern lieben; oder er wird einem anhangen, und den andern verachten. Ihr kön net nicht GOtt dienen und dem mammor. Darum fage ich euch: Epistel, Ephef. Cap. 3, v. 8. bis 21. Dir, allergeringsten unter M dem heitigen, ift gegeben Sorget nicht für euer leben, was diese gnade, unter die beiden zu ihr essen und trinken werdet, auch verkündigen den unerforschlichen nicht für euren leit, was ihr anzie reichthum Chrifti, und zu erleuchs ben werdet. Jst nicht das leben ten jedermann, welche da sey die mehr, denn die speise? und der gemeinschaft des geheimniffes, das leib mehr, denn die kleidung? von der welt her in GOtt verbors Gehet die vögel unter dem him- gen gewesen ist, der alle dinge ges. mel an, sie fäen nicht, sie ernten schaffen hat durch JEfum Chrift, nicht, sie sammlen nicht in die auf daß jest kund würde den furs. febeuren, und euer himmlischer fienthumern und herrschaften in bater nåhret sie doch. Send ihr dem himmel, an der gemeine Denn nicht viel mehr denn sie? die mannigfaltige weisheit Gots Wer ist unter euch, der seiner tes. Nach dem vorsage von der lange eine elle zufseßen möge, ob welt her, welche er beweifet hat er gleich darum forget? Und war in Chrifto JEfu, unserm HErrn, um forget ihr für die Eleidung? durch welchen wir haben freudige Schauet die lilien auf dem felde, keit und zugang in aller zuvers wie sie wachsen: fie arbeiten nicht, sicht, durch den glauben an ihn. auch spinnen sie nicht. Ich sage Darum bitte ich, daß ihr nicht euch, daß auch Salomo in aller müde werdet, um meiner trübs feiner herrlichkeit nicht bekleidet falen willen, die ich für euch gewesen ist, als derselben eines. leide, welche euch eine ehre sind. So denn GOtt das gras auf dem Derohalben beuge ich meine knie felde also Eleidet, das doch heute gegen den vater unsers HErrn ftehet, und morgen in den ofen Jesu Christi, der der rechte vas geworfen wird; follte er bas ter ift über alles, was da kinder nicht vielmehr euch thun? o the heiffet im bimmel und auf erden, Kleingläubigen! Darum sollet ihr daß er euch fraft gebe nach dem nicht sorgen und sagen: Was reichthum seiner herrlichkeit, werden wir essen? Was merden stark zu werden durch seinen geist wir trinken? Womit werden wir an dem inwendigen menschen, und uns kleiden? Nach folchem allen Christum zu wohnen durch den trachten die beiden, denn ener glauben in euren herzen; und Bimmlischer vater weiß, daß ihr durch die liebe eingewurzelt und beß alles bedürfet. Trachtet am gegründet werden; auf daß ihe erfien uad bent reiche GOttes, begreis Episteln und Evangelia, begreifen mdget mit allen heili- 1 delt, wie sich es gebühret eus gen, welches da sey die breite, rem berufe, darinnen ihr berus 2nd die länge, und die tiefe, und fen sevd, mit aller demüht und Die höhe; auch erkennen, daß, fanftmuht, mit geduld; und vers Chriftum lieb haben, viel beffer traget einer den andern in der lies ift, denn alles wissen, auf daß ihr be; und send fleissig zu halten dis erfüllet werdet mit allerlen GOt einigkeit im geifte, durch das band tes: fülle. Dem aber, der über des friedens. Ein leib und ein fchwenglich thun kann über alles, geist, wie ihr auch berufen send auf das wir bitten oder verstehen, nach einerley hoffnung eures berufs. der kraft, die da in uns wirket, dem Ein HErr, ein glaube, einetaufe, fey ehre in der gemeine, die in ein GOtt und vater unser aller, Christo JEfu ift, zu aller zeit, von der da ist über euch alle, und durch ewigteit zu ewigkeit, amen. euch alle, und in euch allen. Evangelium, Evangelium, Luc. Cap. 7, v. 11. bis 17. begab sich, daß JEfus in Luc. Cap. 14, 9. I. bis II. €$ eine stadt, mit namen Nein, Es begab sich, daß JEſus kam in ein haus eines oberfen der gieng, und seiner jünger gien- pharifäer, aufeinen fabbath, das gen viel mit ihm, und viel volks. brot zu essen; und sie bielten auf Als er aber nahe an das stabt ihn. Und siehe, da war ein mense thor fam, siche, da true man vor ihm, der war wassersüchtis. einen todten heraus, der ein ei und JEsus antwortete, und sage niger sohn war seiner mutter, te zu den schriftgelehrten und phas und sie war eine witwe, und viel risäern, und sprach: Ist es auch volks aus der stadt gieng mit ihr. recht auf den fabbath beilen? Sie Und da sie der HErr fabe, iammer aber schwiegen fille: und er griff te ihn derselbigen, und sprach zu ihn an, und heilete ihn, und ließ ihr: eine nicht! und trat hinzu ihn gehen; und antwortete, und rührete den farg an, und die und sprach zu ihnen: Welcher ist träger stunden. Und er sprach: unter euch, den sein ochse oder Jungling, ich fage dir, ftehe auf. efel in den brunnen fället, und Und der tødte richtete sich auf er nicht alsbald ihn heraus zichet und fieng an zu reden, und er gab am fabbath- tage? Und sie konnten ihn seiner mutter. Und es kam sie ihm darauf nicht wieder antwort alle eine furcht an, und preifeten geben. Er sagte aber ein gleichniß GOtt, und sprachen: Es ist ein zu den gåsten, da er merkete, wie groffer prophet unter uns aufge: sie erwählten oben an zu sizen, fanden, und Gott hat sein volk und sprach zu ihnen: Wenn du beimgesuchet. Und diese rede von von jemand geladen wirst jur ihm erschall in das ganze iüdische hochzeit, so sebe dich nicht oben land, u. in alle umliegende länder. an, daß nicht etwa ein ehrlicher, Am 17.Gonntage nach dem denn du, von ihm geladen feyz fefte der Dreyeinigkeit. und so denn kommt, der dich und Epistel, ihn geladen hat, spreche zu dir: weiche diesem, und du müsseßt denn mit schaam unten an sigen. sefangener in dem HErrn Sondern wenn du geladen wirft, Ephef. Cap. 4, v. 1. bis 6. d das 72 nebst den Festlichen Vorlesungen. 73 fo gehe hin, und sehe dich unten sien lieben, als dich selbst. In dies an, auf daß, wenn da kömmt, der, sen iwepen geboten hanget dad Dich geladen bat, spreche ju dir: Freund, rücke hinauf! dann wirft du ehre haben vor denen, die mit dir zu tische sitzen. Denn wer sich felbst erhöhet, der soll erniedriget werden; und wer sich selbst erniebriget, der soll erhöhet werden. Am 18.Sonntage nach dem Feste der Dreyeinigkeit. Epistel, ganze gefes und die propheten. Da nun die pharifäer bey einander waren, fragte sie JEfus, und sprach: Wie dünket euch um Chris sto? weß sohn ist er? Sie spras chen: Davids. Er sprach zu ihneng Wie nennet ihn denn David im der HErr hat gesaget zu meinem geifte einen HErrn? da er faget: HErrn: sese dich zu meiner rech ten, bis daß ich lege deine feinde tum schemel deiner füffe. So mus 1 Cor. Cap. 1, v. 4. bis 9. ch wie ist er denn sein sohn? Und nice mand konnte ihm ein wort antwors ten, und durfte auch niemand von bem tage an hinfort ihn fragen. Am 19.Gonntage nach dem feste der Dreyeinigkeit. Epistel, Ephef. Cap. 4, v. 17. bis 32. ech sage und zeuge in dem HErrn, daß ihr nicht mehr wandelt, wie die andern heiden wandeln in der eitelkeit ihres fins nes; welcher verstand verfinfert ist, und sind entfremder von dem leben, das aus GOtt ist, durch die unwiffenheit so in ihnen ist, durch die blindheit ihres hertens: weiche ruchlos sind, und ergeben sich dez unjucht, und treiben allerley uns reinigkeit fammt dem geize. The aber habt Chriftum nicht also ges von ges maul gestopfet hatte, versammle höret habt, und in ihm gelehret ten sie sich. Und einer unter ih- fend, wie in JEfu ein recht schaffen nen, ein schriftgelehrter, verwesen ist. So leget nun von euch fuchte ihn, und sprach: Meister, lab, nach dem vorigen wandel, den welches ist das vornehmste gebot alten menschen, der durch lüfte in im gesetz? JEfus aber sprach zu irrthum sich verderbet; erneuert ihm: Du sollt lieben GOtt deinen euch aber im geißte eures gemühs HErrn von ganzem Herzen, von tes, und ziehet den neuen mens ganzer seele und von ganzem geschen an, der nach GOtt geschaf mühte; dis ist das vornehmste und fen ist, in rechtschaffener gerechtig größte gebot. Das andere aber ist feit und heiligkeit. Darum leget dem gleich: Du sollt deinen nächs Die 9 eurenthalben, für die guade GOttes, die euch gegeben ist in Christo JEfu; daß ihr send durch Ibn an allen stücken reich gemachet, an aller lehre, und in aller erkennt niß. Wie denn die predigt von Chrifto in euch kräftig worden ist, also, daß ihr keinen mangel has bet an irgend einer gabe, und war tet nur auf die offenbarung un fers HErrn JEfu Chrifti, welcher auch wird euch fest behalten bis an das ende, daß ihr unsträflich send auf den tag unsers HErru JEsu Chrifti. Denn Gott ist getreu, Durch welchen ihr berufen seyd, zu Der gemeinschaft seines fobnes JEfu Chrifti unsers HErrn. Evangelium, Matth. Cap. 22, v. 34. bis 46. a die pharisäer höreten, daß episteln and Evangelia, brüchigen: Stehe auf, bebe dein bette auf und gehe heim. Und es sie lügen ab, und redet die wahrs Seit, ein jeglicher mit seinem nach #en; sintemahl wir unter einander slieder sind. Zürnet und fündiget nicht; laffet die sonne nicht über und preiseteGOtt, dersolchemach eurem jorne untergeben: gebet den menschen gegeben hat. und auf und gieng heim. Da des volk das fahe, verwunderte es sich, auch nicht raum dem lästerer. Epistel, Ephef. Cap. 1, v. 8. bis 21. hr waret weiland finsternißs Wer gestohlen hat, der stehle nicht Aufdas Fest der Reformas mehr, sondern arbeite, und schafe tion, so am 20. Sonntage nach fe mit den hånden etwas gutes, dem Feste der Dreyeinigkeit aefenert wird. auf daß er habe zu geben dem dürf tigen. Laffet fein faul geschwän aus eurem munde gehen; sondern was nüglich zur befferung ist, da es noht thut, daß es holdselig fev zu hören; und betrübet nicht den beiligen Geist GOttes, damit ihr versiegelt send auf den tag der er idfung. Alle bitterkeit, und grim, es ist allerley gütigkeit, und ges and zorn, und geschren, und läfte- rechtigkeit, und wahrheit. Und rung, sen ferne von euch, fammt prüfet, was da scy wolgefällig dem aller bosheit. Send aber unter HErrn. Und habet nicht gemeins einander freundlich, herzlich, und sergebet einer den anbern, gleich sie GOtt euch vergeben bat in Chriflu. nun aber send ihr ein licht in dem HErrn. Wandelt wie die fins der des lichts. Die frucht des Geis Evangelium, schaft mit den unfruchtbaren serken der finsterniß, ftrafet fie aber vielmehr: denn was heimlich von ihnen geschiehet, das ist auch schändlich zu sagen. Das alles aber wird offenbar, wenn es vom lichts geftrafet wird: denn alles, was offenbar wird, das ist licht. Darum der da Matth. Cap. 9, v. 1. bis 8. Efus trat in das schiff, und fuhr meer tam in seine stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen sicht brüchigen, der lag auf einem bette. Da nun JEfus ihren glauben fade, sprach er zu dem sichtbrüchi gen: Sep gerrost, mein fobu, deine funden sind dir vergeben. Und sie schläfeft, und stehe auf von den tödten, so wird dich Christus ers leuchten. So sehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die unweisen, sondern als die weisen; und schicket euch in die teit, denn es ist böse jeit. Dars b, etliche unter den schriftgelehrum werdet nicht unverständig, fone ten sprachen ben sich selbst: Dieser bern verständig, was da sey des latert Gott. Da aber JEfus ihre HErrn wille: und faufet euch nicht sedanken fahe, sprach er: War voll weins, daraus ein unordents um denket ihr so arges in euren lich wejen folget; fondern werdet beren? Welches ist leichter iu savoll geistes, und redet unter einans sent Dir sind deine fünden verder von pfalmen und lob- gefangen, aeben, oder zu sagen: Stebe auf und geistlichen liedern.Ginget und and wandele? Auf daß ihr aber spielet dem HErrn in eurem hers siffet, daß des menschen sobreit, und faget dank allezeit für als ** ache babe auf erden, die fünde ju les Gott und dem vater, in dem sergeben, Sprach es in dem sichts mamen nebst den Feglichen Vorlesungen. 15 auder beisfet und freffet, fo fehet u, daß ihr nicht unter einander verzehret werdet. Epist. Gal. Cap. 5, v. 1. bis 15. Statt des Evangelit, Pf. 119, v. 29. bis 12. Err! wende von in der damit uus Christus befreyet bat: ichen weg, und gönne mir dein und lasset euch nicht wiederum in gesen. Ich habe den weg der wahrs bas knechtische joch fangen. Siche, heit erwählet, deine rechte habe ich ich Paulus sage euch: Wo ihr euch vor mich gestellet. Ich hange an beschneiden lasset, so ist cuch Chris deinen zeugnissen: HErr, laß mich kus kein nüge. Ich zeuge aber nicht zu schanden werden. Wenn mahl einem jeden, der sich be du mein herz trößteft, fo laufe ich schneiden läffet, daß er noch das den weg deiner gebore. Beige miz, ganze geser schuldig ist zu thun. HErr, den weg deiner rechte: daß Ihr habt Christum verlohren, die ich sie bewahre bis ans ende. Un The durch das jesen gerecht werden terweise mich: daß ich bewahre wollt, und send von der gnade ge dein geseh, und halte es von gans fallen. Wir aber warten im geiste em herzen. Fübre mich auf dem durch den glauben der gerechtig- steige deiner gebote: denn ich habe feit, der man hoffen muß: Denn luft dazu. Neige mein herz zu deis in Chrifto JEfu gilt weder bes nen jeugnissen, und nicht zum geit. schneidung noch vorhaut etwas; Wende meine augen ab, daß fie fondern der glaube, der durch die nicht sehen nach unnüßer lehres liebe thätig ist. Ihr liefet fein. fondern erquicke mich auf deinem Wer hat euch aufgehalten, der wege. Laß deinen knecht dein ges wahrheit nicht zu gehorchen? bot feftiglich für dein wort halten, Solch überreden ist nicht von dem, daß ich dich fürchte. Wende von ber euch berufen hat. Ein wenig mir die schmach, die ich scheues fauerteig versäuert den ganzen denn deine rechte sind lieblich, teig. Ich versehe mich zu euch in Siehe, ich begehre deiner befehle: dem HErrn, ihr werdet nicht an erquicke mich mit deiner gerechtigs bers gesinnet seyn. Wer euch aber feit. HErr, laß mir deine gnade irre machet, der wird sein urtheil wiederfahren, deine hülfe nach deis tragen, er sey, wer er wolle. Ich nem wort. Daß ich antworten mis aber, lieben brüder, so ich die bege meinem lasterer; denn ich vers schneidung noch predige, warum lasse mich auf dein wort. Und nim leide ich denn perfolgung? Solja nicht von meinem munde das hatte das ärgerniß des crenzes auf wort der wahrheit; denn ich hoffe gehöret. Wollte GOtt! daß sie auf deine rechte. Ich will dein ge auch ausgerottet würden, die euch ses halten allewege, immer und berfidhren. Ihr aber, lieben brü- ewiglich. Und ich wandele frölichs der, send zur freyheit berufen, al- denn ich suche deine befeble. lein fehet zu, daß ihr durch die frey- rede von deinen zeugnissen vor de beit dem fleische nicht raum gebet, nigen, und schäme mich nicht. Und sondern durch die liebe diene einer habe lust an deinen geboten, and dem andern: denn alle gesetze wer sind mir lieb. Und hebe meine baiss den in einem worte erfüllet, in de auf zu deinen geboten, die mis bem: Liebe deinen nächsten als dich lieb sind, and rede von deinen lelbs. So ihr euch aber unter eins Ramen unsers HErrn JEfu Chris Bi; und send unter einander unter than in der furcht GOttes. ober: 76 Episcin und Evangelta, rechten. Gedenke deinem Enechte mein joch, und lernet von mir; an dein wort, auf welches du mich denn ich bin fanftmühtig und von läffeft hoffen. Das ist mein troft| bergen bemühtig: so werdet ihr in meinem elende; denn dein wort ruhe finden für eure feelen. Denn erquicket mich. Die stolzen haben mein joch ist sanft, und meine las thren spott an mir; dennoch wei- ift reicht. the ich nicht von deinem gesetz. HErr, wenn ich gedenke, wie du tachm. 1 Cor. Cap. 3. Vorlesungen, von der welt her gerichtet baft: soch, lieben brüder! konnte nicht mit werde ich getröstet. lichen; sondern als mit fleischlis chen, wie mit iungen kindern in Dorm. Matth. C.11, v. 20. bis 30. Christo. Milch habe ich euch zu Efus fing an, die städte zu schels trinken gegeben, und nicht speise: ten, in welchen am meisten denn ihr konntet noch nicht, auch feiner thaten geschehen waren, könnet ihr jetzt nicht, dieweil ihr and hatten sich doch nicht gebessert. noch fleischlich seyd: benn fintes Wehe dir, Chorazin! wehe dir, mahl eifer, und jank, und iwies Bethsaida! wären solche thaten tracht unter euch sind, send the ju Tyro und Sidon geschehen, als denn nicht fleischlich, und wandelt Sen euch geschehen sind: sie hätten nach menschlicher weise? Denn vorzeiten im fack und in der asche so einer faget: Ich bin Paulisch z buffe gethan. Doch ich sage euch: der andere aber: Ich bin Apols Es wird Tyro und Sidon erträgli lisch, send ihr denn nicht fleischs cher ergehen am jüngsten gericht, lich? Wer ist nun Paulus? Wez denn euch. Und du Capernaum, ift Apollo? Diener sind sie, durch Die du bist erhaben bis an den him welche ihr send gläubig worden, mel, du wirst bis in die hölle hin- und dasselbige, wie der HErr eb unter gestoffen werden. Denn so zu nem jeglichen gegeben hat. Ich Godoma die thaten geschehen wa habe gepflanzet, Apollo bat begoss zen, die ben dir geschehen sind: sie sen; aber GOtt hat das gedeyen Sünde noch heutiges tages. Doch gegeben. So ist nun weder der da ich sage euch: Es wird der Sodo- pflanzet, noch der da begeußt, ets mer lande träglicher ergehen am was; sondern GOtt, der das ges Jüngsten gericht, denn dir. Zu der deyen giebt. Der aber pflanzet, felbigen zeit antwortete JEfus, und der da begeußt, ist einer wie und sprach: Ich preise dich, vater der ander. Ein jeglicher aber wird und HErr himmels und der erden, seinen lohn empfahen nach seiner daß du solches den weisen und klu- arbeit: Denn wir sind GOttes gen verborgen hast, und haft es den mitarbeiter; ihr send GOttes unmündigen offenbarer. Ja vater, ackerwerk, und GOttes gebau. benn es ist also wolgefällig gewefen Jch von GOttes gnade, die mir vor dir. Alle dinge sind mir über gegeben ist, habe den grund gelegt, geben von meinem vater. Und nie als ein weifer baumeister, ein ans mand kennet den sohn, denn nur der bauet darauf. Ein jeglicher der vater: und niemand kennet. aber sehe zu, wie er darauf baue. Den vater, denn nur der sohn, und Einen andern grund kann zwar wem es der fohn will offenbaren. niemand legen, auffer den, der ges Tommet her zu mir alle, die ihr leget ist, welcher ifi JEsus Chrift. mühfelig und beladen fend, ich will Go aber iemand auf diesen grund hauet end erquisten. Webmet auf euch! * neda den Festlichen Vorlesungen. 77 bauet gold, silber, edelstein, holt,| und gewaltigen, nemlich mit den beu, kopyeln, so wird eines jegli- berren der welt, die in der finsters chen werk offenbar werden, der niß dieser welt herrschen, mit den tag wird es klar machen; denn es bösen geistern unter dem himmel. wird durchs feuer offenbar wer Um deß willen so ergreifet# den, und welcherley eines iegli- barnisch GOttes, auf daß iht, chen werk sen, wird das feuer be wenn das böse stündlein kömmt, währen. Wird jemands werk blei- widerstand thun, und alles wek ben, daß er darauf gebauet hat, ausrichten und das feld behalten so wird er lohn empfahen. Wird möget. So stehet nun, umgüte aber iemands werk verbrennen, fotet eure lenden mit wahrheit, wird er deß schaden leiden; er aber und angezogen mit dem krebs der felbst wird selig werden, so doch, gerechtigkeit, und an den beinen als durchs feuer. Wisset ihr nicht, gestiefelt, als fertig zu treiben bas daß ihr GOttes tempel seyd, und evangeliumdes friedens, damitihe Der geißt SOttes in euch wohnet. bereitet fend. Vor allen dingen So jemand den tempel GOttes aber ergreifet den schild des glans verderbet, den wird GOtt verderbens, mit welchem ihr auslöschen ben: denn der tempel GOttes ift tonnet alle feurige pfeile des bofes heilig; der send ihr. Niemand bes wichts. Und nehmet den helm des truge sich selbst. Welcher sich un- heils, und das schwert des geiftes, ter euch dünket weise zu seyn, der welches ist das wort GOttes. Und werde ein narr in dieser welt, daß betet stets in allem anliegen, mit er mige weise seyn: Denn dieser bitten und flehen im geiste, und welt weisheit ist thorheit bey wachet daju mit allem anhalten GOtt; denn es stehet geschrieben: und flehen für alle heiligen, und Die weisen erhaschet er in ihrer für mich, auf daß mir gegeben wers flugheit. Und abermahl: Der de das wort mit freudigem aufs HErr weiß der weisen gedanken, thun meines mundes, daß ich mds daß sie eitel find. Darum rühme ge kund machen das geheimniß des sich niemand eines menschen. Es evangelii; welches bote ich bin in ist alles euer. Es sey Paulus oder der kette, auf daß ich darin freudig Apollo, es sey Kephas oder die welt, handeln möge, und reden, wis es sey das leben oder der tod, es sey sich es gebühret. das gegenwärtige oder das jukünfs tige, alles ist euer. Ihr aber send Chrifti, Christus aber ist GOttes. Am 21.Gonntage nach dem feste der Dreyeinigkeit. Eristel, Ephef. Cap. 6, v. 10. bis 20. Meine brüder, send stark in HErrn, Evangelium Joh. Cap. 4, v. 47. bis 14. Es war ein königischer, des fohn lag krank zu Capernaum dieser hörete, daß JEsus kam aus Judàa in Galildam, und gieng hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab kame, und hülfe ſeinem in denn er war macht seiner stärke. Biehet an und JEsus sprach zu ihm: Wenn den harnisch GOttes, daß ihr bes ihr nicht zeichen und wunder fes gehen könnet gegen die liftigen het, so glaubet ihr nicht. Da anläufe des teufels. Denn wir königische sprach iu ihm: HErr! haben nicht mit fleisch und blut zu komm binab, ehe denn mein find lampfen, sondern mit fürdan Girbet. 78 Episteln und Evangelia, Sirbet. JEfus spricht zu ihm: das beste fen, auf daß ihr feyd lätts Behe hin, dein föhn lebet. Derter und unanstössig, bis auf den mensch glaubete dem morte, das tag Chrifti, erfüllet mit früchtet JEfus zu ihm sagte, und gieng bin. der gerechtigkeit, die durch JE Und indem er hinab gieng, beges fum Chriftum geschehen in euch gneten ihm seine Enechte, verkünsjur ehre und lobe GOttes. bigten ihm, und sprachen: Dein Find lebet. Da forschete er von ih nen die stunde, in welcher es beffer mit ihm worden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die flebente funde verließ ihn das fie: ber. Da merkete der vater, daß es um die stunde wäre, in welcher JE fus zu ihm gefaget hatte: dein sohn lebet. Und er glaubete mit seinem ganzen hause. Das ist nun das an dere zeichen, das JEfus that, da er aus Judda in Galilăam kam. Am 22.Sonntage nach dem feste der Dreyeinigkeit. Epistel, Phil. Cap. 1, v. 3. bis it. Evangelium, Matth. Cap. 18, v. 21. bis 31. Petrus sprach zu JEſu: HErk! wie oft muß ich meinem brus der, der an mir fündiget, vers geben? Is genug sieben mahl? JEsus sprach zu ihm: Ich sage dir nicht, sieben mahl, sondern siebens sig mahl sieben mahl. Darum is das himmelreich gleich einem kös nige, der mit seinen Bnechten rechs nen wollte. Und als er anfieng zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihmzehentausend pfundschuls dig. Da er es nun nicht hatte jn bejahlen, hieß der herr verkaufen ihn, und sein weib, und seine fins der, und alles was er hatte, und ich euer gedenke,( welches ich allezeit thue in allem meinem geber für euch alle, und thue das gebet mit freuden) über eurer gemeinschaft am evangelio, vom erfien tage an, bisher. Und bin deffelbigen in guter zuversicht, daß, der in euch angefangen hat Das gute werk, der werde es auch vollführen, bis an den tag JEsu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaaffen von euch al len halte, darum, daß ich euch in meinem herzen habe, in diesem meinem gefängniß, darinnen ich bas evangeliunt verantworte und Bekräftige; als die ihr alle mit mir ber gnade theilhaftig send. Denn GOrt ist mein zeuge, wie mich stach euch allen verlanget, von Berzendegrunde, in JEfu Chrifto: und dafelbfi um bete ich, daß eure tiebe je mehr und mehr reich wer der, und betete ihn an, und sprach: Herr, habe geduld mit mir, ich will dir es alles bezahlen. Da jammerte den herrn desselbis gen knechtes, und ließ ihn los, und die schuld erließ er ihm auch. Da gieng derselbige knecht hins aus, und fand einen seiner mits knechte, der war ihm hundert groschen schuldig, und er griff ihn an, und würgete ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein mits tuecht nieder, und bat ihn, und sprach: Habe geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern gieng hin, und warf ihn in das gefängniß, bis daß er bezahlete, was er schuldig war. Da aber feine mitknechte solches sahen, wurden sie ſehr bes trübt, und kamen, und brachten vor ihren herrn, alles, was sich bes be in allerley erkenntnißund erfabgeben batte. Da forderte ihn sein Fung; baß ibr prüfen möget, was berw web den Festlichen Vorlesungen. 79 Bert vor sich, und sprach zu ihm:| ches vorhält die himmlische berizs Du schalksknecht, alle diese schuld fung GOttes in Christo JEf Babe ich dir erlaffen, dieweil du Wie viel nun unser vollkommen mich bateft. Solltest du denn dich sind, die lasset uns also gesinnst nicht auch erbarmen über deinen seyn, und sollet ihr sonst etwas huls mitknecht, wie ich mich über dichten, das laffet euch GOtt offenba erbarmet habe? Und sein herr ren. Doch soferne, daß wir nach ward zornig, und überantwor tete ihn den peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein bimmlischer vater auch thun, so ihr nicht vergebet von euren her jen, ein jeglicher seinem bruder feine fehle. Am 23.Gonntage nach dem fefte der Dreyeinigkeit. Epistel, Phil. Cap. 3, v. 8s. bis 21. ch einer regel, darein wir kommen sind, wandeln, und gleich gesins net seyn. Folget mir, lieben brudek, und sehet auf die, die also wans deln, wie ihr uns habet zum vor, bilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gefaget habe; nun aber fage ich auch mit wei, nen, die feinde des creuzes Chrifti, welcher entde ist das verdammnis, welchen der bauch ihr gott ist, una ihre ehre zu schanden wird, derer, die irdisch gefinnet sind. Unser von dannen wir auch warten des heis landes JEfu Chrifti des HErrn, welcher unfern nichtigen leib bers Elären wird, daß er ähnlich wers de seinem verklärten leibe, nach der wirkung, damit er fanz auch alle dinge ihm untertbån s machen. gegen der überschwänglichen erkentniß Chrifti JEsu meines HErrn, um welches willen ich al Les habe für schaden gerechnet, und achte es für dreck, auf daß ich Chriftum gewinne, und in ihm erfunden werde; daß ich nicht habe mei te gerechtigkeit, die aus dem ges fete; sondern die durch denglaus ben an Chriftum kommt, nemlich die gerechtigkeit, die von GOtt dem glauben zugerechnet wird, zu erkennen ihn, und die kraft seiner Efum fiengen in seiner rede, bielten einen raht, wie sie auferstehung, und die gemeinschaft und fandten zu ihm ihre junger, feiner leiden, daß ich seinem tode ähnlich werde, damit ich entgegen chen: Meister, wir wissen, daß da fammt Herodis dienern, und spras Tomme, jur auferstehung der tod: ten; nicht, daß ich es schon ergrif weg GOttes recht; und du frages wahrhaftig bist, und lehreft den fen habe, oder schon vollkommen nach niemand, denn du achieß sey; ich iage ihm aber nach, ob ich nicht das ansehen der menschen. es auch ergreifen mögte, nach dem ich von Christo JEfa ergriffen bin. Darum sage uns, was dünket dich Meine brüder! ich schäße mich Ist es recht, daß man dem kaiser felbst noch nicht, daß ich es ergrif sins gebe, oder nicht? Da nun fen habe. Eines aber sage ich, ich sprach er: Ihr heuchler, was ver JEfus merkete ihre schaltheit, vergesſe, was dahinten ist, und fuchet ihr mich? Weiset mir die ftrecke mich zu den, das davornen ist. Und jage nach dem vorgestecksins- münje. Und sie reichten ihm ten tiele, nach dem lleinod, wel, einen groseben dar. Und er ſprack Evangelium, Matth. Cap. 22, v. 15. bis 33. Die pharifäer giengen hin, und 80 Episteln und Evangelia, zu ihnen: Weß ist das bild und erfüllet werdet mit erkenntniß fei bie überschrift? Sie sprachen zu nes willens in allerley geistlicher ihm: des Eaisers. Da sprach erf weisheit und verstand; daß ihr zu ihnen: So gebet dent taifer, wandelt würdiglich dem HErrn ju was des faifers ist, und GOtt, allem gefallen, und fruchtbar seyd was GOttes ist. Da sie das höre in allen guten werken, und wachset ten, verwunderten sie sich; und in der erkenntniß GOttes, und ges liesen ihn, und giengen davon. stärket werdet mit aller kraft, nach An demselbigen tage traten zu ihm feiner herrlichen macht, in alles die Sadducher, die da halten, es geduld und langmühtigkeit, mit sen kein auferstehen, und fragten freuden; Und danksaget dem vas ihn, und sprachen: Meister! Moter, der uns tüchtig gemachet fes hat gesagt: So einer stirbt, und hat zu dem erbtheile der heiligen hat nicht kinder, so soll sein bruder im lichte; welcher uns errettet fein weib freyen, und seinem bruhat von der obrigkeit der finfiers der samen erwecken. Nun sind niß, und hat uns verseket in das ben uns gewesen sieben brüber. reich seines lieben sohnes, an Der erste frenete, und starb, und welchem wir haben die erlösung Dieweil er nicht samen hatte, ließ durch sein blut, nemlich dis vers er sein meib feinem bruder. Des gebung der fünden. felbigen gleichen der andere, und der dritte, bis an den siebenden. Bulegt nach allen starb auch das weib. Nun in der auferstehung, welches weib wird sie seyn unter den sieben? Sie haben sie ia alle sprach: HErr, meine tochter i Behabt. JEfus aber antwortete, liest gestorben; aber komm, und und sprach zu ihnen: Jhr irret, lege deine hand auf sie, so wird und wiffer die schrift nicht, noch sie lebendig. Und JEsus stund die Fraft GOttes. In der aufer auf und folgete ihm nach, und #ehung werden sie weder freyen, seine jünger. Und siehe, ein weib, noch sich freyen lassen, sondern sie das zwölf jahr den blutgang ges sind gleich, wie die engel GOttes habt, trat von hinten zu ihm, im himmel. Habt ihr aber nicht und rührete seines kleides saum gelesen von der tødten auferste ant: denn sie sprach bey sich selbst: bung das euch gesagt ift vonGOtt, Mdgte ich nur sein Fleid anrühs da er spricht: Ich bin der GOtt rent, so würde ich gefund. Da Abrahant, und der GOtt Ifaac, wendete sich JEfus um, und sahe und der GOtt Jacob: GOtt aber sie, und sprach: Sen getroft, meis ist nicht ein Gott der todten, sonne tochter, dein glaube hat dir ges dern der lebendigen. Und da sol thes das volk hörete, entsagten sie Rich über seiner lehre. Evangelium, Matth. Cap. 9, v. 18. bis 26. s kam der oberfien einer, und fiel vor JEsu nieder, und holfen. Und das weib ward ges fund zu derselbigen stunde. Und als er in des oberften haus kam, und sahe die pfeiffer und das ges tümmel des volks; sprach er ju ihnen: Weichet, denn das mägd: lein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Am 24.Sonntage nach dem fefte der Dreyeinigkeit. Epistel, Coloff, Cap. 1, v. 9. bis 14. RB ir bören nicht auf für euch ju! Als aber das soll ausgetrieben beten und in bitten, daß ibyl 81 aus seinem haufe zu holen. Und wer auf dem felde ift, der kehre nicht um, seine Fleider zu holen. Wehe aber den schwangern und säugern zu der zeit. Bittet aber, daß eure flucht nicht geschehe im winter, oder am sabbath; denn es wird alsdenn eine grosse trübs fal seyn, als nicht gewesen ist vom anfange der welt bis hicher, und als auch nicht werden wird. Und wo diese tage nicht würden vers kürzet, so würde kein mensch ses lig; aber um der auserwählten willen werden die tage verkürjet. So alsdenn jemand zu euch wird sagen: Siehe, hie ist Chriftus, oder da; so sollet ihr es nicht glaus ben. Denn es werden falsche Chris ati, und falsche propheten aufftes hen, und groffe zeichen und wuns der thun, daß verführet werden in den irrthum,( wo es möglich wäre,) auch die auserwählten. Siehe, ich habe es euch zuvor ge faget; darum wenn sie zu euch sas gen werden: Siehe, er ist in der wüften, so gehet nicht hinaust Siehe, er ist in der kammer, fo glaubet es nicht. Denn gleich wie der blitz aufgehet vom aufgans ge, und scheinet bis zum nieders gange; also wird auch seyn die zus kunft des menschen sohnes. Wo aber ein aas ist, da fammlen fi die adler. Evangelium, Am 26.Sonntage nach dem feste der Dreyeinigkeit. Epistel, 2 Theff. Cap. 1, v. 3. bis 10. Ratth. Cap. 24, v. 15. bis 28. Esus sprach zu seinen jätts gern: Wenn ihr sehen werdet ir sollen GOtt danken alles den greuel der verwüstung, davon zeit um euch, lieben brüs gefaget ist durch den propheten der, wie es billig ist; denn euer Daniel, daß er stehe an der heili- glaube wächset sehr, und die liebe gen stätte;( wer das liefet, der eines jeglichen unter euch allen merke darauf!) alsdenn fliehe auf nimmt zu gegen einander; also, daß die berge, wer im jüdischen landel wir uns euer rühmen unter den ist. Und wer auf dem dache ist gemeinen GOttes, von eurer ges bar Reige nicht bernieber, etwas bulb 3 nebst den Festlichen Vorlesungen: wat, gieng er hinein, und ergriff fie bey der da magdlein auf. Und dis gerücht er fchallete in dasselbige ganze land. Am 25 Sonntage nach dem feste der Dreyeinigkeit. Epistel, 1 Theff. Cap. 4, v. 13. bis 18. Wi ir wollen euch, lieben brus der, nicht verhalten von denen die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig send, wie die anbern, die keine hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß JEsus gestorben und auferstanden ist, also wird GOtt auch die da entschlafen sind durch JEsum, mit ihm füh: ren. Denn das sagen wir euch, als ein wort des HErrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Jukunft des HErrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst der HErr, wird mit einem feldgeschren und der stimme des erz- engels, und mit der posaune GOttes hernieder kommen vom himmel, und die todten in Christo werden auferstehen zu erft: dar nach wir, die wir leben und über bleiben, werden zugleich mit den felbigen hingerücket werden in den wolken, dem HErrn entgegen in der luft, und werden also bey dem HErrn seyn allezeit. So tröstet such nun mit diesen worten uns ter einander. 88 Esteln und Evangelta, Duld und glauben, in allen euren| tranket; ich bin ein gaft gewesen. verfolgungen und trübfalen, die und ihr habet mich beherberget; thr duldet. Welches anzeiget, ich bin nackend gewesen, und ihe daß GOtt recht richten wird, und habet mich bekleidet; ich bin thr würdig werdet um reiche Frank gewesen, und ihr habet mic GOttes, über welchem ihr auch befuchet; ich bin gefangen gewes leidet. Nachdem es recht ist bey seit, und ihr seyd zu mir kommen. GOtt, zu vergelten trübfal de Denn werden ihm die gerechten nen, die euch trübsal anlegen; antworten und sagen: HErr, wenn such aber, die ihr trübsal leidet, haben wir dich hungrig gesehen, ruhe mit uns, wenn nun der HErr und haben dich gespeiset? oder Jesus wird offenbahret werden durstig, und haben dich getrans som himmel, sammt den engeln ket? Wenn haben wir dich einen feiner kraft, und mit feuer flam- saft gesehen, und beherberget? men, rache zu geben über die, so GOtt nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem evanges lis unsers HErrn JEsu Christi: welche werden pein leiden, das ewige verderben, von dem augesichte des HErrn und von seiner berrlichen macht; wenn er kom men wird, daß er herrlich erscheine mit seinen heiligen, und wünDerbar mit allen gläubigen; denn unser jeugniß an euch von dem felbigen tage babet ihr gegläubet. Evangelium, oder nackend, und haben dich bes Eleidet? Wenn haben wir bie Frank, oder gefangen gesehen, und find ju die kommen? Und der kös nig wird antworten und sagen in ihnen: Wahrlich ich sage euch, was ihr gethan habet einem unter dies sen meinen geringsten brüdern, das habet ihr mir gethan. Denn wird er auch sagen zu denen zu dez linken: Gehet bin von mir, ihe verfluchten, in das ewige feuer, das bereitet ift dem teufel und seis nen engeln. Ich bin hungrig ges wesen, und ihr habet mich nicht ges Matth. Cap. 25, v. 31. bis 46. fpeifet; ich bin durftig gewesen, Efus sprach zu seinen fungern: und ihr habet mich nicht getrans gefu Wenn des menschen sohn fet; ich bin ein gaft gewesen, und Lommen wird in seiner herrlich ihr haber mich nicht beherberget; teit, und alle heilige engel mit ich bin nackend gewesen, und ihr ihm, dann wird er sigen auf dem habet mich nicht bekleidet, ich bin Ruhle feiner herrlichkeit; und frank und gefangen gewesen, und werden vor ihm alle volker ver- ihr habet mich nicht befuchet. Da fammlet werden: und er wird sie werden sieihmauch antworten und von einander scheiden, gleich als fagen: HErr, wenn haben wir dich ein hirte die schafe von ben böcken hungrig, oder durftig, oder einen scheidet; und wird die schafe zu gaft, oder nackend, oder krank, oder feiner rechten stellen, und die boeke gefangen gesehen, und haben dir ju der linken. Da wird denn der nicht gedienet? Denn wird er ihs Pinig sagen zu denen zu seiner nen antworten und sagen: Wars rechten: Kommet her, ihr gesegs lich ich sage euch, was ihr nicht ges neten meines vaters, ererbet das than habet einem unter diesen ges reich, das euch bereitet ist von ringsten, das habet ihr mir auch anbeginn der welt: denn ich bitt nicht gethan. Und sie werden in die hungrig gewesen, und ihr habet ewige vein geben; aber die ges mich gespeisfet; ich bin durftig gerechten in das ewige Leben. wefen, und ihr habet urich cer 21m MBA den Festliden Vorlesungen. 83 Am 27.Sonntage nach dem warten aber eines neuen himo fefte der Dreyeinigkeit. Epistel, mels, und einer neuen erden, nach seiner verheissung, in welchen ges rechtigkeit wohnet. Darum, meine lieben, dieweil ihr darauf warten 2 Petr. Cap. 3, v. 3. bis 14. auf daß vor 1 in den letten tagen kommen ihm unbefleckt und unfträflich im werden spotter, die nach ihren ei- friede erfunden werdet. genen lüften wandeln, und sagen: Bo ist die verheissung seiner zus Punft? Denn nachdem die vater entſchlafen ſind, bleibet es alles, I gern: Das himmelreich wird wie es vom anfange der creatur gewesen ist. Aber muhtwillens gleich feyn zehen jungfrauen, die wollen sie nicht wissen, daß der ihre lampen nahmen, und giens himmel vor zeiten auch war, dazu gen aus dem brautigam entges Die erde aus waffer, und im waffer sen: aber fünfe unter ihnen was bestanden durch GOttes wort; ren thöricht, und fünfe waren dennoch ward zu der zeit die welt Flug. Die thörichten nahmen ihre Durch dieselbigen mit der fündlampen, aber sie nahmen nicht 31 flubt verderbet. Also auch der mit sich; die klugen aber nahmer Bimmel jekund, und die erde öl in ihren gefäffen, sammit ihren werden durch sein wort gesparet, lampen. Da nun der bräutigam daß sie zum feuer behalten werden verzog, wurden sie alle schläfrig, am tage des gerichtes und ver- und entschliefen. Zur mitternacht dammniß der gottlosen menschen. aber ward ein geschrey: Giebe, Cines aber sey euch unverhalten, der bräutigam kömmt, gehet aus ihr lieben, daß ein tag vor dem ihm entgegen. Da stunden dieſe HErru ift, wie tausend jahr, und jungfrauen alle auf, und schmück tausend fahr wie ein tag. DerHErr ten ihre lampen: die thörichten verjeucht nicht die verheiffung, wie aber sprachen zu den Flugen: Ges es etliche für einen verzug achten: bet uns von eurem dle, denn uns fondern er hat geduld mit uns, und fere lampen verlöschen. Da ants will nicht, daß jemand verlohren worteten die klugen und sprachen: werde, sondern daß sich jedermann nicht also, auf daß nicht uns und jur busse kehre. Es wird aber des euch gebreche: gehet aber hin zu HErrn tag kommen als ein dieb den Framern, und kaufet für euch in der nacht, in welchem die him selbst. Und da sie hingiengen zu mel ergeben werden mit groffem Faufen, kam der bräutigam, und Frachen: Die elemente aber wer welche bereit waren, giengen mit Den vor hige jerschmelzen, und die ihm hinein zur hochzeit, und die erde und die werke, die darinnen thür ward verschlossen. Bulent sind, werden verbrennen. So nun bas alles soll zergeben, wie follet the denn geschickt seyn mit heilis gem wandel und gottseligem mefen? daß the wartet und eilet in ber zukunft des tages des HErrn, in welchem die himmel vom feuer tergehen, und die elemente vor bise serschmelten werden wir kamen auch die anderen tungfraus en, und sprachen: HErr, Here, Er antwortete thue uns auf. aber und sprach: Warlich ich sage euch, ich kenne cuer nicht. Dars um wachet, denn ihr wisset weder tag noch kunde, in welcher bes menseben sobn kommen wird. $ 2 Evangelium, Matth. Cap. 25, v. 1. bis 13. 84 Episteln, Evangelia und Vorlesungen an denen Festen, welche, wenn sie nicht auf Sonntage fallen, an dem nächstfolgenden gefeyert werden. Am Sefte der Darstellung JEsu tmn Tempel, oder der Reinigung Mariä. Die Epistel desselben Sonntagss oder, Malach. Cap.3, v. 1. bis 5. S iehe, ich will meinen engel fenden, der vor mir her den weg bereiten soll: und bald wird kommen zu seinem tempel der HErr, den ihr suchet, und der engel des bundes, deß ihr begehret. Siehe er kömmt, spricht der HErr Sebaoth. Wer wird aber den tag feiner jukunft erleiden mögen? Und wer wird bestehen, wenn er wird erscheinen? Denn er ist wie das feuer eines goldschmiedes, und wie die seife der wascher. Er wird tzen und schmelzen, und das silber reinigen; Er wird die kinder Levi reinigen und lautern, wie gold und silber. Denn werden sie dem HErrn spels- opfer bringen in gerechtigkeit, und wird dem HErrn wolgefallen das speis opfer Juda und Jerusalem, wie vorhin, und vor langen jahren. Und ich will zu euch kommen, und such strafen, und will ein schneller touge seyn wider die sauberer, ebebrecher und meineidigen: und wider die, so gewalt und unrecht thun den tagelöhnern, witwen und wäysen; und den fremdling brücken, und mich nicht fürchten, fpricht der HErr Zebaoth. Evangelium, Luc. Cap. 2, v. 22. bis 40. a die tage ihrerreinigung nach Da brachten Maria und Joseph das kind JEsum gen Jerusalem, auf daß sie ihn darstelleten dem HErrnt, ( wie denn geschrieben stehetin dem gefeße des HErrn: allerley manns lein, das zum ersten die mutter bricht, soll dem HErrn geheiliget heissen) und daß sie gåben das opfer, nach dem gesaget ist in dem gesetze des HErrn, ein paar turs tel: tauben, oder wo junge taus ben. Und siehe, ein mensch war zu Jerusalem, mit namen Gis meon, und derselbige mensch war fromm und gottesfürchtig, und wartete auf den troft Israel; und der heilige Geift war in ihm. Und ihm war eine antwort worden von dem heiligen Geifte, er sollte den tod nicht sehen, er hätte denn zus vor den Chrift des HErrn gesehenz und kam aus auregen des geiftes in den tempel. Und da die eltern das kind JEsum in den tempel brachs ten, daß sie für ihn thaten, wie man pfleget nach dem geseze; da nahm er ihn auf seine arme, und lobete GOtt, und sprach: HErr, nun läsfest du deinen diener im friebe fahren, wie du gefaget haft; denn meine augen haben deinen heiland gesehen, welchen du bereis tet haft vor allen volkern: ein licht zu erleuchten die heiden, und zum preife deines voltes Ifrael. Und fein Epiffeln and Evangelta, nebst den Festlichen Vorlesungen. 8s fein vater und mutter wunderten, seinem sohne, JEfu Chrifto. Und sich deß, das von ihm geredet ward. folches schreiben wir euch, auf daß UndSimeon segnete sie, und sprach eure freude villig sey. Und das ist zu Maria seiner mutter: Siehe, die verkündigung, die wir von ihm dieser wird geferzet zu einem fall gehöret haben, und euch verkündis und auferstehen vieler in Israel, gen: daß GOtt ein licht ist, und und zu einem zeichen, dem wider in ihm ist keine finsterniß. Sowie sprochen wird,( und es wird ein sagen, daß wir gemeinschaft mit schwert durch deine seele dringen,) ihm haben, und wandeln im fins auf daß vieler herzen gedanken of- fterniß: so lügen wir, und thun fenbar werden. Und es war eine nicht die wahrheit. So wir aber prophetin Hanna, eine tochter im licht wandeln, wie er im licht phanuel, vom geschlechte Afer, die ift: so haben wir gemeinschaft uns war wol betaget, und hatte gelebet ter einander; und das blut JEsu sieben jahre mit ihrem manne, nach Chrifti, seines fohnes, machet uns ihrer jungfrauschaft. Und war nun rein von aller fünde. So wir sas einewitme ben vierund achtzig iah- gen, wir haben keine sünde; so ren, die kam nimmer vom tempel, verführen wir uns selbst, und die dienete GOtt mit fasten und beten wahrheit ist nicht in uns. So wie tag und nacht. Dieselbe trat auch aber unsere fünde bekennen; fo is Binzu zu derselbigen stunde, und er treu und gerecht, daß er uns die preisete den HErrn, und redete fünde vergiebet, und reiniget uns von ihm zu allen, die auf die erld- von aller untugend. So wir fas fung zu Jerusalem warteten. Und gen, wir haben nicht gesündigets da ne es alles vollendet hatten, so machen wir ihn zum lügnes, nach dem geseze des HErrn, keh- und sein wort ist nicht in uns. veten sie wieder in Galiläam zu threr stadt Nazareth. Über das kind wuchs, und ward stark in geiste, voller weisheit, und Got tes gnade war ben ihm. Vorlesungen, Vorm. 1.Joh. Cap. 1, v. 1. bis 10. tachm. Col. Cap. 2, v. 1. bis 23; ch Taffe euch wissen, welch einen kampf ich habe umeuch, und um die zu Laodicea, und alle, die meine person im fleische nicht gefes hen haben, auf daß ihre bergen ers as da von anfang war, das mahnet, und zusammen gefeffet wir gehdret haben, das wir ge werden in der liebe, zu allem reichs fehen haben mit unsern augen, das thum des gewissen verstandes, ja wir besebauet haben, und unsere erkennen das geheimniß Gottes bände betastet haben, vom wort des und des vaters, und Chrifti; in lebens;( und das leben ist erschie: welchem verborgen liegen alle nen: und wir haben gesehen, und schäße der weisheit und der ers seugen, und verkündigen euch das kenntniß. Ich sage aber davon, leben, das ewig ist; welches war daß euch niemand betrüge mit vers bey dem vater, und ist uns erschienünftigen reden. Denn ob ich wol nen.) Was wir gefeben und gehöret nach dem flcifche nicht da bin, so baben, das verkündigen wir euch, bin ich aber im geiste bey euch, auf daß auch ihr mit uns gemeins freue mich, und fehe eure ordnung, schaft habt, und unsere gemein und euren festen glauben an Chris schaft sev mit dem vater, und mit' fium. Wie ihr nun angenommen 3 babs 86 Evangelia and Eptfeln, habt denHErrn Chriftum JEsum, ideß er nie keines gefehen bat, und to wandelt in ihm; und send ges ist ohne fache aufgeblafen in fe wurzelt und erbauet in ihm, undnem fleischlichen sinne, und hält fend feße im glauben, wie ihr geleh sich nicht an dem haupte, aus wels ret seyd, und send in demselbigen chem der ganze leib durch gelente reichlich dankbar. Sehet zu, daß und fugen handreichung empfähet, euch niemand beraube durch die und an einander sich enthält, und philofophia und lose verführung, also wächset jur göttlichen grösse. nach der menschen lehre, und nach Go ihr denn nun abgestorben seyh der welt fatuitgen, und nicht nach mitChrifto den sagungen der welt, Chrifto: denn in ihm wohnet die was lasset ihr euch denn fangen ganze fülle der gottheit leibhaftig; mit fagungen, als lebetet ihr noch and ihr send vollkommen in ihm, in der welt? Die da sagen: Du welcher ist das haupt aller fürfien sollt das nicht angreifen, du sollt thümen und oberkeit: in welchem das nicht kosten, du sollt das nicht Ihr auch beschnitten feyd, mit der anrühren, welches sich doch alles beschneidung ohne bände, durch unter banden verzehret, und ist ablegung des fündlichen leibes im menschen gebote und lehre, welche Beifche, nemlich mit der beschneis haben einen schein der weisheit, bung Chrifti, in dem, daß ihr mit durch felbfterwählte geistlichkeit ihm begraben feyd durch die taufe: und demuch, und dadurch, daß in welchem ihr auch feyd auferstan- fie des leibes nicht verschonen, und den durch den glauben, den GOtt dem fleische nicht seine ehre thun würket, welcher ihn auferwecket zu seiner nothdurft. bat von den todten. Und bat euch auch mit ihm lebendig gemacht, da the todt waret in den fünden, und in der vorhaut eures fleisches, und hat uns geschenket alle fünder und ausgetilget die handschrift, fo wider uns war, welche durch fazungen entfund, und uns ent gegen war, und hat sie aus dem mittel gethan, und an das creu: gebeftet; und hat ausgezogen die fürfienthume und die gewaltigen, and sie schau getragen öffentlich, und einen triumph aus ihnen ges macht durch sich selbst. So laffet nun niemand euch gewissen mas then über speise, oder über trank, oder über bestimmten feyer- tagen, oder neumonden, oder sabbather, welches ist der schatten von dem, das zukünftig war; aber der cdr per selbst ist in Chrifto. Laffet euch niemand das siel verrücken, der nach eigener wahl einher gehet in bemubt und geistlichkeit der angst, Am Sefte Johannis des Täufers. Epistel, Jefaid Cap. 40, v. 1. bis 8. röftet, trôftet mein soll, spricht euer GOtt, redet mit Jerusalem freundlich, und predis get ibr, daß ibre ritterschaft ein ende hat: denn ihre missethat is vergeben, denn sie bat iwepfältis ges empfangen von der pand des HErrn, um alle ibre fünde. Es ist eine stimme eines predigers in der wüften: Bereitet dem HErrn den weg, machet auf dem gefiide eine ebene bahn unserem Gott. Alle thale sollen erhöhet werden, und alle berge und hügel follen ers niedriget werden: und was uns gleich ist, soll eben, und was hdls Fericht ist, soll schlecht werden Denn die berrlichkeit des HErra foll offenbaret warden, und alles Leil nebs den Feslleen Darlesungen. Reise mit einander wird sehen, daß des HErrn mund redet. Es spricht eine stimme: Predige. Und er sprach: Was soll ich predigen? Alles fleisch ist heu, und alle seine güte ist wie eine blume auf dem felde. Das heu verdorret, die blu- mund seiner heiligen prophéten: me verwelket; denn des HErrn seift blåset darein. Ja, das volk ist bas heu. Das heu verdorret, die blune verwelket; aber das wort unsers GOttes bleibet ewiglich. Evangelium, daß er uns errettete von unsern feinden, und von der hand aller, die uns haffen: und die barmhers tigkeit erzeigete unsern vätern, und gedachte an seinen heiligen bund, und an den end, den er ges schworen hat unserm vater Abras Luc. Cap. 1, v. 57. bis 80. ham, uns zu geben: daß wir, exs Elifabeth kam ihre jeit, daß fie isfet aus der hand unsrer feinde, gebähren sollte, und sie ge- ihm dieneten ohne furcht unser les bahr einen sohn. Und ihre nach belang, in heiligkeit und gerechs barn und gefreundte höreten, daß tigkeit, die ihm gefällig ist. Und Der HErr groffe barmherzigkeit ant du Findlein wirft ein prophet des ihr gethan hatte, und freueten höchsten heiffen: du wirk vor dem sich mit ihr. Und es begab sich HErrn hergehen, daß du seinen am achten tage kamen sie zu beweg bercitest, und erkenntniß des schneiden das findlein, und bief beils gebeft seinem volte, die da fen ihn nach seinem vater Zachas ist in vergebung ihrer fünde, durch rias. Aber seine mutter antwor die berzliche barmherzigkeit uns tere und sprach: Wit nichten, fers GOttes, durch welche uns sondern er soll Johannes beisfen. befuchet hat der aufgang aus der End sie sprachen zu ihr: If doch böhe: auf daß er erscheinebenen, niemand in deiner freundschaft, die da sitzen im finkerniß und der also heisse. Und sie winketen schatten des todes, und richte uns feinem vater, wie er ihn wollte fere füffe auf den weg des fries beiffen lassen? Und er forderte ein dens. Und das Eindlein wuchs, tafein, schrieb und sprach: Er und ward stark im geist, und war beiffer Johannes. tind sie ver in der wüsten, bis daß er sollte wunderten sich alle. Und alsbald hervor treten vor das volk Ifrael. ward sein mund und seine junge aufgethan, und redete, und ko: bere Gott. Und es kam eine Vorlesungen, furcht über alle nachbarn: und Driester waren, da geschah der Dorm. Luc. Cap. 3, v. 2. bis 22. aHannas und Caiphas Hohe diese geschichte ward ruchtbar auf bem gangen jüdischen gebirge. Und befehl GOttes zu Johannes, Bas alle, die es höreteit, nahmen es zu charias sohn in der wüste. Und es herzen, und sprachen: Was meitam in allegegend um den jordan, nest du, will aus dem kindlein wer- und predigte die taufe der buffe, ben? denn die hand des HErrit zur vergebung der fünde. Wie ges war mit ihm. Ind sein vater Baschrieben stebet in dem buche der harias ward des heiligen Geistesrede Jefuias, des propheten, der Boll, wetffagets und sprach: Ges da fagt: Es ist eine Stimme eines DTS: lobet fey der Here, der G011 Ifrael, denn er hat befuchet und erlöset fein volk: und hat uns aufs gerichtet ein born des heils in dem hause seines dieners Davids; als er vorzeiten geredet hat durch den 89 Epifeln und Evangelia, predigers in der wüfte: Bereitet men feiner schuh auflöse, der wird ben weg des HErrn, und machet euch mit dem heiligen geiste und feine steige richtig. Alle thale sol mit feuer taufen. In deffelben len voll werden, und alle berge und hand ist die wurf- schaufel, under bügel follen erniedriget werden, wird seine tenne fegen, und wird und was krum ist, soll richtig werden weißen in seine scheure samms den, und was uneben ist, sollen, und die spreu wird ermit ewis schlechter weg werden. Und alles gem feuer verbrennen. Und viel fleisch wird den heiland GOttes anders mehr vermahnete und vers sehen. Da sprach er zu dem volke, kündigte er dem volke. Herodes das hinaus gieng, daß es sich von aber, der vierfürft, da er von ihm ihm taufen lieffe: Jhr otternges gestrafet ward, um Herodias wils süchte! wer hat denn euch geweilen, feines bruders weib, und um fet, daß ihr dem zukünftigen zorn alles übels willen, das Herodes entrinnen werdet? Sehet zu, thut that; über das alles legte er Jos rechtschaffene früchte der buffe, hannem gefangen. Und es begab and nehmet euch nicht vor, zu sa- sich, da sich alles volk taufen ließ, gen: Wir haben Abraham zum und JEsus auch getauft war, und vater: denn ich sage euch, GOtt betete, daß sich der himmel aufs Fann dem Abraham aus diesen stei- that, und der heilige geift fuhr hers nen finder erwecken. Es ist schon nieder in leiblicher gestalt auf ihn, die art den bäumen an die wurzel wie eine taube, und eine stimme gelegt. Welcher baum nicht gute kam aus dem himmel, die sprach: früchte bringet, wird abgehauen Du bist mein lieber sohn, an dem und in das feuer geworfen. Und ich wohlgefallen habe. das volk fragte ihn, und sprach: Was sollen wir denn thun? Er antwortete, und sprach zu ihnen: Der zween rscke hat, der gebe den, Der keinen hat, und wer speise hat, ber thue auch also. Es kamen auch ion, du predigerinn, fleige auf die zöllner, daß sie sich taufen lief einen hohen berg. Jerusalem, fen, und sprachen zu ihm: Meister! du predigerinn, hebe deine stimme was sollen denn wir thun? Er auf mit macht; bebe auf, und sprach zu ihnen: Fordert nicht fürchte dich nicht: fage den städten mehr, denn gesent ist. Da fragten Juda: Siehe, da ist euer GOtt. ihn auch die kriegs- leute, und spra- Denn siehe, der HErr HErr komt eben: Was sollen denn wir thun? gewaltiglich und sein arm wird Und er sprach zu ihnen: Chut nie: herrschen. Siehe, sein lohn ist bey mand gewalt noch unrecht, und ihm: und seine vergeltung ist vor laffet euch begnügen an eurem sols ihm. Er wird seine heerde weiden, de. Als aber das volk im wahn wie ein hirte: er wird die lammer war, und dachten alle in ihrem her in seine arme fammlen und in seis sen von Johanne, ob er vielleicht nem busen tragen, und die schafs. Chriftus wäre, antwortete Johans mütter führen. Wer misset die nes, und sprach zu allen: Ich tau waffer mit der faust, und fasset den fe euch mit wasser; es kommt aber himmel mit der spannen, und bes oin stärkerer nach mir, dem ich greifet die erde mit einem dreys tigt gnugsam bin, daß ich die riesling, und wieget die berge mit eis 110128 Nachm. Jes. Cap. 40. Also neb der vorstehenden fest Epistel v. 1. bis 8. auch das folgende v. 9. bis 31. nebs ben Felichen Vorlesungen. 89 nem gewicht und die hügel mit ei- 1 hat folche dinge geschaffen, und ner wange? Wer unterrichtet den führet ihr heer bey der zahl hers geist des HErrn, und welcher rath aus? Der sie alle mit namen rus geber unterweiset ihn? Wen fra fet: sein vermögen und starke kraft get er um raht, der ihm verstand ist so groß, daß nicht an einem fehs gebe und lehre ihn den weg des len kann. Warum sprichst du denit, rechts: und lehre ihn die erkennt Jacob; und du, Israel, sageft: niß, und unterweffe ihn den weg Mein weg ist dem HErrn verbors des verstandes? Siehe, die beiden gen, und mein recht gehet vor meis sind geachtet wie ein tropf, so im nemGOtt über? Weisfest du nicht? eimer bleibet: und wie ein scherf- hast du nicht gehöret? Der HErr, Tein, so in der waage bleibet. Sie der ewige Gött, der die ende der he, die inseln sind wie ein stäubleint. erden geschaffen hat, wird nicht Der Libanon wäre zu geringe zum müde noch matt: sein verstand ist feuer, und seine thiere zu geringe unausforschlich. Er giebt dem sum brand opfer. Alle heiden sind müden kraft, und stärke genug vor ihm nichts, und wie ein nichdem unvermögenden. Die knaben tiges und eiteles geachtet. Wem werden müde und matt, und die wollt ihr denn Gött nachbilden? jünglinge fallen. Aber die auf den oder was für ein gleichniß wollt HErrn harren kriegen neue kraft: ihr ihm zurichten? Der meister daß sie auffahren mit flügeln wie geußt wol ein bild, und der gold adler, daß fie laufen und nicht schmidt übergüldet es, und machet matt werden, daß sie wandeln und filberne ketten daran. Desgleichen nicht müde werden. wer eine arme hebe vermag, der wählet ein holz, das nicht faulet: und suchet einen klugen meister dazu, der ein bild fertige, das bes ständig sey. Wisset ihr nicht? bd= ret ihr nicht? ist es euch nicht vors thahls verkündiget? habt ihr es wird eine ruhte aufgehen von den stamme Isai, und nicht verstanden von anbeginn der erden? Er figet über dem Freis der ein zweig aus seiner wurzel wird erden; und die darauf wohnen, frucht bringen; auf welchem wird find wie heuschrecken: der den him ruhen der geift des HErrn, der mel ausdehnet wie ein dünne fell; geist der weisheit und des verstan und breitet sie aus wie eine hütte, des, der geift des rahts und der da man inne wohnet. Der die für: stärke, der geift der erkenntniß und ken zu nichte machet, und die rich der furcht des HErrn, und sein ter auf erden eitel machet: als riechen wird seyn in der furcht des hätte ihr stamm weder pflanzen, HErrn. Er wird nicht richten, noch faamen, noch wurzel in der nachdem feine augen sehen, noch erden; daß sie, wo ein wind unter strafen, nachdem seine ohren hd sie wehet, verdorren, und sie ein ren; sondern wird mit gerechtigs wind wirbel wie stoppeln wegfühkeit richten die armien, und mit ges ret. Wem wollt ihr denn mich richte strafen die elenden im landez nachbilden, dem ich gleich sey und wird mit dem ftabe seines spricht der heilige? Hebet eure mundes die erde schlagen und mit angen in die bobe, und sebet: wer i dem oden feiner lippen den gottlos 85 Epistel, Jef. Cap. 11, v. 1. bis s. Am Sefte der Seimsuchung Mariä. 90 Episcia und Evangelis, fen tödten. Gerechtigkeit wird die| monate, darnach Febrete sie wie gurt seiner lenden seyn, und der berum heim. glaube die gurt seiner nieren. Evangelium, Vorlesungen, Vormittags, Pf. 145. Luc. Cap. 1, v. 39. bis c6. Maria stund auf in den tagen, I will dich erhöhen, mein du deinen und gieng auf das gebir namen loben immer und ewiglich. ge eilend zu der Stadt Juda, und Ich will dich täglich loben, und kam in das haus Zacharia, und deinen namen rühmen immer und grüffete Elisabeth. Und es begab ewiglich. Der HErr ist groß, und fich, als Elisabeth den gruß Ma- sehr löblich, und seine grösse ist uns vid hörete, hüpfete das kind in aussprechlich. Kindes- Finder wers ihrem leibe. Und Elisabeth ward den deine werke preifen, und von des heiligen Geistes voll und rief deiner gewalt sagen. Jeb will res laut, und sprach: Gebenedeyet den von deiner herrlichen schönen bis du unter den weibern, gnd pracht, und von deinen wundern. gebenedenet ist die frucht deines Das man soll reden von deinen leibes. Und woher kommt mir das, herrlichen thaten, und daß man daß die mutter meines HErrn zu erzähle deine herrlichkeit. Daß mir kömmt? Siehe, da ich die stim- man preise deine grosse gute, und me deines gruffes hörete, hüpfete deine gerechtigkeit rühme. Gnäs mit freuden das kind in meinem dig und barmherzig ist der HErr, leibe. Und o selig bist du, die du geduldig und von groffer güte. Der geglaubet haß! Denn es wird vol HErr ist allen gütig, und erbarmet lendet werden, was dir gefaget sich aller seiner werke. Es sollen 12 von dem HErrn. Und Maria dir danken, HErr, alle deine werke, prach: Meine feele erhebet den und deine heiligen dich loben. Und HErrn, und mein geift freuet sich die ehre deines Königreichs rühs Bottes meines heilandes; denn men, und von deiner gewalt reden. er hat seine elende magd angese- Daß den menschen kindern deine ben: Siehe, son nun an werden gewalt kund werde, und die vers mich selig preifen alle findes Eins ehrliche pracht deines Königreichs. der. Denn er hat grosse dinge an Dein reich ist ein ewiges reich, und mir gethan, der da mächtig ist, deine herrschaft währet für und und deß name heilig ist: und seine für. Der HErr erhält alle, die da barmherzigkeit währet immer für fallen, und richtet auf alle, die und für bey denen, die thn fürch- niedergeschlagen sind. Aller augen ten. Er übet gewalt mit seinem warten auf dich, und du giebest ihs arm, und jerstreuet die hoffärtig nen ihre fpeife zu feiner jeit. Da find in ihres hersens finn. Er ftdf thuft deine hand auf, und erfülle fer die gewaltigen vom stuble, und alles, was lebet, mit wolgefallen. erhebet die niedrigen. Die bun Der HErr ist gerecht in allen seis gerigen füllet er mit gütern, und nen wegen, und heilig in allen fets laffet die reichen leer. Er denket nen werken. Der HErr ist nahe der barmherzigkeit, und hilft seis allen, die ihn anrufen, allen, die nem diener Israel auf. Wie er ihn mit ernst anrufen. Er thut, gerebet hat unsern vätern, Abra was die gottesfürchtigen begehren, bam und seinem saamen ewiglich. und böret ibr schreyen, und hilft Ibusu. and aria blisb bay ibe bep brev webs den Felichen Vorlesungen? hnen. Der HErr behütet alle, die thn lieben, und wird vertilgen alle gottlosen. Mein mund soll des HErrn lob sagen, und alles fleisch Lobe feinen heiligen namen immer und ewiglich. Nachmitt. I Chron. Cap. zo, $. 10. bis 18. 9% bewahre ewiglich solchen sinn und gedanken im berzen deines volls, und schicke ihre herzen zu dir. Davi avid der könig Lobete GOtt und sprach vor der ganzen gemeine: Gelobet seyft du HErr GOtt Ifrael, unsers vaters ewiglich. Dir gebührt die majestät und gewalt, herrlichkeit, sieg und dank. Denn alles, was im Himmel und auf erden ist, das ist dein. Dein ist das reich, und du bist erhöhet über alles zum obersten. Dein ist reichthum und chre vor dir, du herrscheft über alles: in deiner hand gehet Fraft und macht, in deiner band fiehet es, iedermann groß und Kark zu machen. Nun, unferGott, wir danken dir, und rühmen den namen deiner herrlichkeit. Denn was bin ich? Was ist mein volk, baß wir follten vermögen kraft, freywillig zu geben, wie dies gehet? Denn von dir ifts alles kommen, and von deiner hand haben wir Dirs gegeben. Denn wir sind fremdlinge und gåste vor dir, wie unsere päter alle.itufer leben auf erden ist wie ein schatten, und ist kein auf halten. HErr unser GOtt, allen diesen haufen, den wir geschickt haben, die ein haus zu bauen, deinem heiligen namen, ist von deiner hand kommen, und ist alles dein. Ich weiß, mein Gott, daß du das Herz prüfest, und aufrichtigkeit ist dir angenehm. Darum habe ich dis al les aus aufrichtigem herzen freywillig gegeben, und habe jest mit freuden gesehen dein voll, das hier vorhanden ist, daß es dir freywillig gegeben hat. HErr GOtt unserer Bater, Abraham Ifaac und Ifrast, Am Seste der Engel, oder Michaelis. Statt der Epistel, Pf. 34. ech will denHErrn loben allejeit, immerdar in sich rühmen des HErrn, daß die nem munde seyn. Meine seele sol elenden hören, und sich freuen. Preiset mit mir den HErrn, wud lasset uns mit einander seinen nas men erhöhen. Da ich den HErrn suchte, autwortete er mir, und errettete mich aus aller meiner furcht. Welche ihn anſehen und anlauffen, derer angesicht wird nicht zu schanden. Da dieser elens de rief, hörete der HErr, und half ihm aus allen seinen nöhten. Der engel des HErrn lagert sich um die her, so ihn fürchten, und hilft ihnen aus. Schmecket und sehet, wie freundlich der HErr ist; wol dem, der auf ihn trauet. Fürchtet Den HErrn, ihr feine heiligen; denn die fürchten, keinen mangel. Die reichen müssen darben und hungern z aber die den HErrn suchen, haben keinen mangel an irgend einem gute. Kommet her, kinder, håret miru; ich will euch die furcht des HErrn lehren. Wer ist der gut leben begehret, und gern gute tage bätte? Behüte deine suntge vor bösem, und deine lippen, daß sie nicht falsch reden. Laß vom bösen, und thue gutes; suche friede, und iage ihm nach. Die augen des HErrn fehen auf die gerechten z und seine ohren auf ihr schreyen: Das antlig aber des HErrn fiehet über die, so bdses thun, daß er ide gedächtniß ausrotte von der erbe, Wenn die gerechten schreyen, fo bdest der HErr, und erretter da Episteln and Evangella, aus aller ihrer noht. Der HErr leben eingeheft; denn daß du iwey ist nahe bey denen, die zerbrochenes augen habest, und werdeft in das herzens find; und hilft denen, die höllische feuer geworfen. Sehet serschlagen gemüht haben. Der zu, daß ihr nicht jemand von dies gerechte muß viel leiden; aber der sen kleinen verachtet; denn ich HErr hilft ihm aus dem allen. Er sage euch: ihre engel im himmel bewahret thm alle feine gebeine, fehen allezeit das angesicht meines daß derer nicht eins zerbrochen vaters im himmel. Denn des mens wird. Den gottlosen wird das unschen sohn ist kommen, selig ju mas glück tödten; und die den gerech- chen, das verlohren ist. Vorlesungen, Vormittags, Pf. 103. ten haffen, werden schuld haben. Der HErr erlöfet die feele seiner Enechte; und alle, die auf ihn trauen, werden keine schuld haben. Evangelium, Pobe den HErrn, meine feele und was in mir ist, seinen heis ligen namen. Lebe den HErrnt, Matth. Cap. 18, v. 1. bis II. meine seele: und vergiß nicht, was ie jünger traten zu JEfu und er dir gutes gethan hat. Der dir sprachen: Wer ist doch der alle deine fünde vergiebet, und heis gröffeste im himmelreich? JEfus let alle deine gebrechen; der dein rief ein kind zu sich, und stellete leben vom verderben erldset, der es mitten unter sie, und sprach: dich krönet mit gnade und barms Wahrlich, ich fage euch: es sey herzigkeit; der deinen mund fris denn, daß ihr euch umkehret, lich macht, und du wieder jung und werdet wie die kinder, so wirst, wie ein adler. Der HErr werdet ihr nicht in das himmel schaffet gerechtigkeit und gericht reich kommen. Wer sich nun selbst alleit, die unrecht leiden. Er hat erniedriget, wie dis kind, der ist seine wege Mose wissen lassen, den der gröseste im himmelreich. Und Findern Israel fein thun. Barms mer ein solches Find aufnimmt herzig und gnädig ist der HErr, in meinem namen, der nimmt geduldig und von groffer güte. Er mich auf. Wer aber ärgert dieser wird nicht immer hadern, noch geringsten einen, die an mich, glau- ewiglich zorn halten. Er handelt ben; dem wäre beffer, daß ein nicht mit uns nach unfern sünden, mühlstein an seinen hals gehänget und vergilt uns nicht nach unſerer würde, und er erfäufer würde im misfethat. Denn so hoch der hims meer, da es am tiefften ist. Wehemel über der erden ist, läßt er seis der welt der ärgerniß halben! es ne gnade walten über die, so ihn muß ja ärgerniß kommen: doch fürchten. So fern der morgen ist wehe dem menschen, durch wel vom abend, lässt er unsere übertres den ärgerniß kommt! So aber tung von uns seyn. Wie sich ein Deine hand oder dein fuß dich är vater über kinder erbarmet, so ers gert, so haue ihn ab, und wirf ihn barmet sich der HErr über die, so sondir: es ist dir beffer, daß du ihn fürchten. Denn er kennet, was sum leben lahm oder ein krüppel für ein gemacht wir sind; er ges singeheft; denn daß du zwo hände, denket daran, daß wir staub sind. aber zween füffe habeft, und wer- Ein mensch ist in seinem leben wie best in das ewige feuer geworfen. gras, er blühet wie eine blume auf Und so dich dein auge ärgert, reiß dem felde; wenn der wind dars es aus, und wirf es von dir: Esi ber gebet, so ift fie nimmer da, und in die beffer, daß du einăugia tum hebat den Festlichen Vorlesungen. 93 thre ftätte feunet sie nicht mehr., dte waffer zwischen den bergen hins Die gnade aber des HErrn währet von ewigkeit zu ewigkeit, über die so ihn fürchten, und seine gerech tigkeit auf findes kind; bey denen, die seinen bund halten, und gedenken an seine gebote, daß sie darnach thun. Der HErr hat sei nen stuhl im himmel bereitet, und fein reich herrschet über alles. Los bet den HErrn, ihr seine engel, ihr starken helden, die ihr seinen befehl ausrichtet; daß man höre die stimme seines wortes. Lobet denHErrn alle feine heerschaaren, seine diener, die ihr seinen willen thut. Lo bet den HErrn alle seine werke, an allen örten seiner herrschaft. Lobe den HErrn meine seele. Nachmitt. Pf. 104, v. 1. bis 15. und v. 24. bis 35. Robe den HErrn, meine feele. flieffen: daß alle thiere auf dem felde trinken, und das wild seinen durft lösche. An denselben sitzen die vögel des himmels, und singen unter den zweigen. Du feuchtes die berge von oben her: du machest das land voll früchte, die du schafs fest. Du läsfest gras wachsen für das vieh, und saat zu nuk den menschen: daß du brot aus der erden bringest; und daß der wein erfreue des menschen Herz, und seine gestalt schön werde vom dl; und das brot des menschen herz stårke. HErr, wie sind deine werke so groß und viel? du haft sie alle weislich geordnet, und die erde ist voll deiner güter. Das meer, das so groß und weit ist, da wims melts ohne zahl, beide groß und kleine thiere. Daselbst gehen die schiffe: da find walfische, die du ges HErr, mein Gott, du bist sehr macht hast, daß sie darinnen schers herrlich, du bist schön und präch zen. Es wartet alles auf dich, daß tig geschmückt. Licht ist dein Fleid, du ihnen speife gebeft zu seiner zeit. das du an haft; du breitest aus Wenn du ihnen giebst, so fammlen Den himmel wie einen teppich. Du sie: wenn du deine hand aufthust, wölbest es oben mit wasser: du so werden sie mit gut gesättiget. fähreft auf den wolken, wie auf Verbirgest du dein angesicht, so ers einen wagen; und geheft auf den schrecken sie: du nimmst weg ihren Attigen des windes. Der du machst odem, so vergehen sie, und wers deine engel zu winden, und deine den wieder zu staub. Du läffest Diener zu feuerflammen. Der du aus deinen odem, so werden sis Das erdreich gründest auf seinen geschaffen: und verneuerst die ges boden, daß es bleibet immer und ftalt der erden. Die ehre des ewiglich. Mit der tiefe deckeft HErrn ist ewig: der HErr hat du es, wie mit einem kleide: wohlgefallen an seinen werken. und wasser stehen über den bergen. Er schauet die erde an, so bebet Aber von deinem schelten fliehen sie: er rühret die berge an, so raus fie, von deinem donner fahren sie chen sie. Ich will dem HErrn sins dahin. Die berge gehen hoch bergen mein lebenlang: und meines vor, und die breiten segen sich her: Gott loben, so lange ich bin unter; zum ort, den du ihnen ge- Meine rede müsse ihm wol gefals gründet haft. Du haft eine grenje len: Ich freue mich des HErrn. gefest, darüber kommen sie nicht: Der finder müsse ein ende werden und müssen nicht wiederum das auf erden, und die gottlosen niet ordreich bedecken. Du laffeft brun mehr sevn. Lobe den HEren mets Ben quellen in den gründen, daß' ne feele. Halleluja. Dia 94 Die Geschichte des Leidens, Sterbens und der Auferstehung unsers HErrn und Heilandes JEfu Chrifti, aus den vier Evangeliften zusammen gezogen. 1. Abtheilung. ort auch: Denn JEfus verfamms Dasleiden JEfu amDelberge. Lete sich oft daselbst mit ſeinen a JEfus und seine jünger, jungern. Da sprach JEfus zu ( nach dem genuß des ofter ihnen: Setet euch hie, bis das lamms und der einsegung ich dort hingehe und bete. Und er des heiligen abendmahls,) den lob- nahm zu sich Petrum, und Jacos gefang gesprochen hatten, gieng bum, und Johannem, die zween er hinaus, nach seiner gewohn- föhne Zebedai, und fieng an zu heit, über den bach Kidron, an den trauren, zu zittern und zu zagen, Alberg. Es folgeten ihm aber sei und sprach zu ihnen: Meine seele ne jünger nach. Da sprach JEsus ift betrübt bis in den tod, bleibet zu ihnen: In dieser nacht wer bie, wachet mit mir, und betet, det ihr euch alle ärgern an mir, auf daß ihr nicht in anfechtung benn es ftehet geschrieben: Ich fallet. Und er riß sich von ihnen werde den hirten schlagen, und die bey einem steinwurf, und kniete Schaafe der heerde werden sich zer- nieder, fiel auf sein angesicht auf Freuen. Wenn ich aber auferstehe, die erde, und betete, daß, so es will ich vor euch hingehen in Ga- möglich wäre, die stunde vorüber lilaam. Petrus aber antwortete, gienge, und sprach: Abba, mein und sprach zu ihm: Wenn sie auch vater! es ist dir alles möglich, alle sich an dir ärgerten, so will überhebe mich dieses kelchs, doch ich mich doch nimmermehr är nicht, was ich will, sondern was gern. JEsus sprach zu ihm: Wars du willt.lnd er kam zu seinen jüns lich, ich sage dir, heute in dieser gern, und fand sie schlafend, und nacht, ehe denn der Hahn zwenmahl sprach zu Petro: Gimon, schläs Erdhet, wirst du mich dreymahl fest du? vermöchtest du nicht eine verleugnen. Er aber redete noch funde mit mir zu wachen? Was weiter: Ja, wenn ich auch mit dir chet und betet, daß ihr nicht in ans #erben müßte, so wollte ich dich fechtung fallet. Der geift ift wils nicht verleugnen. Deffelbigen lig, aber das fleisch ist schwach. Gleichen fagten auch alle jûnger. 3um andern mahl gieng er hin, betete und sprach: Mein vater! ist es nicht möglich, daß diesen telch von mir gehe? ich trinke iba denn; so geschehe dein wille. Ins Da kam JEsus mit ihnen zu sinem hofe, der hieß Gethsemane, da war ein garten, darein gieng gefus und seine jünger. Judas aber, Der ibn verrieth, wußte denier tam, und fand fie abermaßl føla, Die Geschichte von dem Leiden und Staven ta fehlafend, denn ihre augen waren, auf daß das wort erfüllet würde, voll schlafs, und wußten nicht, was welches er sagte: Ich babe der fle ihn antworteten. Und er ließ keinen verlohren, die du mir ges fie, und gieng abermahl bin, und geben hast. Der verråhter aber hats betete zum dritten mahl, und res te ihnen ein zeichen gegeben, und dete dieselbigen worte. gefaget: Welchen ich küffen werde, der ist es, den greifet, und führet ihn gewiß. Und alsobald trat er zuJEsu, ihn zu küssen, und spracht Gegrüsset seyft du, Rabbi! und Eüffete ihn. JEsus aber sprach zu ihm: Mein freund! warum bist du kommen? Juda, verrähtest du des menschen sohn mit einem kuß? Da traten sie hinzu, und legten die hände an JEsum, und griffen ihn. Es erschien ihm aber ein engel vom himmel, und stärkete ihn. Und es kam, daß er mit dem tode rang, und berete heftiger. Es war aber sein schweiß wie blutstropfen, die fielen auf die erde. Und er stund auf vom gebet, und kam zu seinen jüngern, und fand sie schlafend für traurigkeit, und sprach zu ihnen: Ach! wel let ihr nun schlafen und ruhen! Da aber saben, die um ihn was Es ist genug. Sehet, die stunde ist ren, was da werden wollte, spras kommen, und des menschen sohnchen sie zu ihm: HErr! sollen wir wird überantwortet in der fünder mit dem schwert drein schlagen Bände, stehet auf, und lasset uns Da hatte Simon Petrus ein sehen, siehe, der mich verräht, ist schwert, und zog es aus, und nahe, betet aber, auf daß ihr schlug nach des hohenpriesters nicht in anfechtung fallet. knecht, und hieb ihm fein recht ohe ab. Und der knecht hieß Malchus. JEfus aber antwortete und prach: Laffet sie doch so ferne machen. Und zu Petro: Stecke dein schwert in die scheide; denn wer das schwert nimmt, der fol durch das schwert umkommen. Oder meinest du, daß ich nicht könnte meinen vater bitten, das er mir zuschickte mehr denn zwölf legionen engel? Wie würde aber die schrift erfüllet: Es muß also geschehen? Soll ich den felch nicht trinken, den mir mein vater gegeben hat? Und er rührete sein ohr an, und heilete ihn. Und alsbald da er noch redete, tamt Judas der zwölfen einer, Da er hatte zu sich genommen Die schaar und diener der hohen priester und pharisäer, der altesten und schriftgelehrten, gieng vor ihnen her, und kam bahin mit fackeln, lampen, mit schwerten und mit flangen. Als nun JEfus wußte alles, was ihm begegnen sollte, gieng er hinaus, und sprach zu ihnen: Wen fuchet ihr? Sie antworteten ihm: JEsum von Nazareth. Jesus sprach zu ihnen: Ich bins. Jus bas aber, der ihn verricht, stund auch bey ihnen. Als nun JEsus Zu der stunde sprach JEfus in zu ihnen sprach: Ich bins, wi- den hohenpriestern und hauptlens chen sie surück, und fielen zu boten des tempels, und den ältesten, ben. Da fragte er sie abermahl: die über ihn kommen waren: he en suchet ihr? Sie aber spra- send als zu einem mörder mit en: JEsum von Nazareth. JE schwerten und mit flangen auss fus antwortete: Ich habe euch gegangen mich zu fahen; bin ich gesagt, daß ichs sey; suchet ihr doch täglich bey euch gewesen und Denn mich, so ladet biefe geben. 1 babe gelebret im tempel, and the bne 96 Die Geschichte von dem Leiden und Sterben Babet keine hand an mich geleget. I feine lehre. JEfus antwortete! Aber dies ist eure stunde, und die Ich habe frey öffentlich geredet macht der finsterniß, auf daß die vor der welt, ich habe allezeit ges schrift erfüllet werde. Da ver lehret in der schule, und in dem lieffen ihn alle jünger, und flohen. tempel, da alle Juden zusammen Und es war ein jüngling, der folg kommen, und habe nichts im te ihm nach, der war mit leinwand verborgenen geredet. Was frages gekleidet auf der blossen haut, und du mich darum? Frage die darum, bie jünglinge griffen ihn, er aber die gehöret haben, was ich zu ließ den leinwand fahren, und flo- ihnen geredet habe; siehe, dieselbis be blos von ihnen. gen wissen, was ich gesaget habe. Als er aber solches redete, gab der diener einer, die dabey stunden, 2. Abtheilung. Das Leiden JEsu vor dem geist. Esu einen backenstreich, und lichen Gerichte. sprach: Golltest du dem hohenpries Die hohenpriester aber und die ältesten, und der ganze raht suchs ten falsch zeugniß wider Jesum, auf daß sie ihn zum tode brachten, und funden keines, wiewol viele falsche zeugen herzu traten: denn ihre jeugnisse stimmeten nicht Simon Petrus aber folgete JE überein. Zulest traten herzu zween fu von ferne, und ein anderer fün- falsche zeugen, und sprachen: Wir ger, bis an den pallast des hohen haben gehöret, daß er sagte: Ich priesters. Derfelbe jünger war tann und will den tempel GOttes, dem hohenpriester bekannt, und der mit handen gemacht ist, abbres sieng mit JEfu hinein in des ho- chen, und in dreyen tagen einen Henpriesters pallast. Petrus aber andern bauen, der nicht mit hans ie schaar aber und der oberster also antworten? JEfus ants hauptmann und die diener wortete: Habe ich übel geredet, der Juden nahmen JEsum, und so beweise es, daß es unrecht sey, bunden ihn, führeten ihn aufs habe ich aber recht geredet, was erfte zu Hannas, der war Caiphas schlågest du mich? Und Hannas schwäber, welcher des jahrs hoher hatte ihn gebunden gesandt zu priester war. Es war aber Cai- dem hohenpriester Caiphas. # bas, der den Jüden richt, es wäre gut, daß ein mensch würde umgebracht für das voll. Und sie führten ihn zu dem hohenpriester Caiphas, dahin alle hohenpriester und schriftgelehrten und ältesten sich versammlet hatten. und draussen vor der thür. Da gieng der andere jünger, der dem bohenpriester bekannt war, hinaus, und redete mit der thürhüterinn, und führete Petrum hinein. Es hatten aber die knechte und diener ein kohl- feuer gemacht danieden mitten im pallast; denn es war kalt, und wärmeten sich. Petrus aber sagte sich mitten un ter sie, und wärmete sich, auf daß er fähe, wo es hinaus wollte. den gemacht ist. Ihr zeugniß aber stimmete noch nicht überein. Und der hohepriester stund auf unter fie und fragte JEfum, und sprach: Antwortest du nichts zu dem, das diese wider dich zeugen? JEsus aber schwieg stille, und antwortete nichts. Da fragte ihn der høyes priester abermahl, und sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bey dem lebendigen GOtt, daß du uns sas geft, ob du seyft Chriftus, der sohn Aber der hohepriester fragete, des hochgelobten GOttes? JEfus Jesum um seine jünger und um fprach: Du fageß es, ich bin est dod 97 unsers HErrn und Heilandes Jefu Chrift. Doch sage ich euch: von nun an Galiläer, und deine sprache vers werdet ihr sehen des menschen sohn fişen zur rechten hand der Fraft, und kommen in den wolken räht dich; Spricht des hohenpries fters knechte einer, ein gefreunter des, dem Petrus das ohr abgehaus des himmels. Da zerriß der hohesen hatte: Sabe ich dich nicht im priester seine kleider, und sprach: Er hat GOtt gelåstert, was dür fen wir weiter zeugniß? Siehe, test babet ihr feine gottesläste: Bung gehöret, was dünket euch? garten bey ihm? Da fieng er an sich zu verfluchen und zu schwes ren: Ich kenne des menschen nicht, von dem ihr faget. Und alsbald, da er noch redete, kråhete der Sie aber verdamten ihn alle, und| hahn zum andern mahl. Und der sprachen: Er ist des todes schuldig. HErr wandte sich um, und sahe Die manner aber, die JEsum hiel Petrum an. Da gedachte Petrus ten, verspotteten ihn, und speyeten an das wort JEsu, das er zu ihm aus in sein angesicht, und schlugen gefaget hatte: Ehe der hahn zwey Ibn mit fausten; etliche aber vermahl krähet, wirst du mich drey beckten ihn, und die knechte schlu- mahl verleugnen, und er gieng gen ihn ins angesicht, u. sprachen: hinaus, und weinete bitterlich. Ociffage uns, Chrifte, wer ists, Des morgens aber versammles dez dich schlug? Und viel andere ten sich alle hohenpriester, schrifts lästerung sagten sie wider ihn.gelehrten, und die ältesen des Simon Petrus aber war,( wie volks, darzu der ganze raht, und sorhin erzählet worden,) draussen hielten einen raht über Jesum, Im pallast; da kam des hohenprie- daß sie ihn tödteten. Und fühes Kers magde eine, die thurbüterin; ten ihn binauf vor ihren raht, und da siepetrum unter den knech- und sprachen: Bist du Christus! ten ben dem feuer sabe; schauete fage es uns. Er aber sprach ju sie ihn an und sprach zu ihm: Und ihnen: Sage ich es euch, so glaus du wareft auch mit dem JEfu aus bet ibrs nicht; frage ich aber, so Galilda. Er aber verläugnete vor antwortet ihr nicht, und laffet thnen allen und sprach: Weiblich mich dennoch nicht los. Darum bins nicht, ich kenne ihn nicht, ich von nun an wird des menschen weiß auch nicht, was du sagest. Und sohn sißen zur rechten hand dee er gieng hinaus in den vorhof, und kraft GOttes. Da sprachen sie der hahn kråbete. Und als er zur alle: Bist du denn GÖttes sobn thür hinaus gieng, sahe ihn nebst Er aber sprach zu ihnen: Ihr fas Der vorigen, eine andere magd, die gets, denn ich bins. Sie aber sprachen zu denen, die dabey stun- sprachen: Was dürfen wir weis ben: Dieser war auch mit dem ter jeugniß? Wir habens selber JEsu von Nazareth. Da sprachen geböret aus seinem munde. He su ihm: Bist du nicht seiner jün ger einer? Und ein anderer sprach: Du bist auch der einer. Und er leugnete abermahl, und sprach: 3. Abtheilung. Das Leiden JEsu vor dem weltlichen Gerichte. nd der ganze haufe stund auf, und bunden Jefum, führeten ihn von Caipha vor das richthaus, und überantworteten ihn ber landpfleger Pontio Pilato, und es war usch fräbe. Da ensch, ich bins nicht, und schwur darzu: ich kenne des menschen nicht. Und über eine kleine weile ben einer ftunde bekräftigte es ein anderer, mit denen, die dabey fiuns den, und sprachen: Warlich, du biß auch der einer: denn du bist ein 0 99 Die Geschichte von dem Leiden und Geteben Da fingen an die hohenpriester und die ältesten ihn hart zu vers klagen, und sprachen: Diesen fin den wir, daß er das volk abwen det, und verbeut den scheß dem Kaiser zu geben, und spricht: Er sey Chriftus, ein König. Da gieng Pilatus wieder hinein in das richt- haus, und rief JEsum, und fragte ihn und sprach: Bist du der Juden könig? Jesus aber ftund vor dem landpfleger, und antwors tete: Redest du das von dir selbst, oder haben es dir andere von mir gefaget? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein volk und die hohenpriester haben dich mir über antwortet, was haft du gethan? JEfus antwortete: Mein reich ist nicht von dieser welt, wäre mein reich von dieser welt, meine diener würden darob kämpfen, daß ich den Juden nicht überants wortet würde. Aber nun ist meine reich nicht von dannen. Da sprach Bilatus zu ihm: Go bist du den noch ein könig? JEfus antwortes te: Du sageft es, ich bin ein königs ich bin darzu gebohren, und auf die welt kommen, daß ich die wahrheit zeugen soll, wer aus den wahrheit ist, der hdret meine ftims me.Spricht Pilatus zu ihm: Was Die Juden aber giengen nicht in ift wahrheit? Und da er das gefas das richt- haus, auf daß sie nicht get gieng er wieder hinaus zu dere unrein würden, sondern die oftern Juden, und spricht zu ihnen: Ich effen mögten. Da gieng Pilatus finde keine schuld an ihm. Und au ihnen heraus, und sprach: die hohenpriester und ältesten bes Was bringet ihr für eine Flage schuldigten ihn hart; er aber ants wider diesen menschen? Sie antwortete nichts. Da fragte ihn worteten und sprachen zu ihm: Pilatus abermahl, und sprach: Wäre dieser nicht ein übelthäter, Antwortest du nichts? Höreft wir hatten dir ihn nicht überant du nicht, wie hart sie dich vers wortet. Da sprach Pilatus zu ih klagen? Und er antwortete ihnt nen: So nehmet ihr ihn hin, und nicht auf ein wort mehr, also, richtet ihn nach eurem gesek. Da daß sich auch der landpfleger sehr sprachen die Juden zu ihm: Wir verwunderte. Sie aber hielten dürfen niemand tödten. Auf daß an und sprachen: Er hat das voll erfüllet würde das wort JEsu, Da das jahe Judas, der ihnvers, welches er fagete, da er deutete, rahten hatte, daß er verdammet welches todes er sterben würde. war zum tode, gereuete es ihn, und brachte herwieder die dreyssig filberlinge den hohenpriestern und den ältesten, und sprach: Ich habe fibel gethan, daß ich unschuldig blut verrathen habe. Sie spras chen: Was gehet uns das an? da siehe du zu. Und er warf die sil berlinge in den tempel, hub fich davon, gieng hin, und erhenkete sich selbst, und ist mitten entzwey geborsten, und sein eingeweide aus geschüttet. Aber die hohenpriester nahmen die silberlinge, und spras chen: Es taugt nicht, daß wir sie in den gottes- kaften legen: denn es ift blutsgeld. Sie hielten aber einen raht, und kauften eines to pfers acker darum, zum begräbniß der pilger. Und es ist kund worden allen, die zu Jerusalem wohnen, also, daß derselbige acker genennet wird auf ihre sprache: Akelda: ma, das ist, ein blut- acker, bis auf den heutigen tag. Da ist erfüllet, das gesaget ist durch den propheten Jeremiam, da er spricht: Sie has ben genommen dreiffig silberlinge, damit bezahlet ward der verFaufte, welchen sie kauften von den kindern Israel, und haben sie gegeben um einen topfers acker, als mir der HErr befohlen hat. erre ansers HErrn und Heilands JEfu Chrifti. 99 erreget, damit, daß er gelehret hat| Und das volk gieng hinauf, und hin und her im ganzen jüdischen bat, daß er that, wie er pflegete. lande, und hat in Galiäa anges Und da sie versammlet waren, fangen bis hieher. fprach Pilatus zu ihnen: Jhr habes eine gewohnheit, daß ich euch einen losgebe auf oftern, welchen wollet ihr, daß ich euch losgebe, Barras bam, oder JEsum, den könig der Juden, von dem gesagt wird: Er sey Chriftus? Denn er wußte wol, daß ihn die hohenpriester aus neid überantwortet hatten. Aber die hohenpriester und al testen überredeten und reizeten Da aber Pilatus Galičam hdrete, fragete er: ob er aus Galida wäre? Und als er vernahm, daß er unter Herodis obrigkeit gehörete, übersandte er ihn zu Herodes, wel cher in denselbigen tagen auch ju Jerusalem war. Da aber Herodes JEfum sahe, ward er sehr froh: denn er hätte ihn längst gerne ge fehen: denn er hatte viel von ihm gehöret, und hoffete, er würde ein zeichen von ihm sehen. Und er fragete ihn mancherley; er antwortete ihm aber nichts. Die hos henpriester aber und schriftgelehrs ten stunden, und verklageten ihn hart. Aber Herodes mit seinem das volk, daß sie um Barrabas hof- gesinde verachtete und verbitten sollten, und JEsum ume fpottete ihn, legte ihm ein weis brachten. Da antwortete nun fes kleid an, und fandte ihn wie der landpfleger, und sprach zu ihe der zu Pilato. Auf den tag wur- nen: Welchen wollet ihr unter den Pilatus und Herodes freunde diesen zween, den ich euch soll mit einander: denn zuvorwaren sie losgeben? Da schrie der ganze einander feind. Pilatus aber rief haufe und sprach: Hinweg mit Die hohenpriester und die ober diesem, und gieb uns Barrabam ften, und das volk jusammen, und los. Da rief Pilatus abermahl sprach zu ibnen: IJhr haber diesen zu ihnen, und wollte JEsum los menschen zu mir bracht, als der lassen, und sprach: Was soll ich das volk abwendet, und siehe, ich denn machen mit JEsu, von dem habe ihn vor euch verhöret, und gesagt wird: Er sey Chriftus, und finde an dem menschen der fachen den ihr beschuldiget, er sey ein Feine, die ihr ihn beschuldiget, He könig der Juden? Sie schrien rodes auch nicht: Denn ich habe abermahl: Kreuzige, kreuzige ihn. euch zu ihm gefandt, und siehe, Er aber sprach zum drittenmahl man hat nichts auf ihn bracht, das zu ihnen: Was hat er denn übels Des todes wehrt sey, darum will gethan? Ich finde keine ursach des ich ihn züchtigen und losgeben. todes an ihm, darum will ich ihit Auf das ofter feft aber mußte der süchtigen und loslaffen. Aber sie landpfleger nach gewohnheit dem lagen ihm an mit groffem geschrev, volke einen gefangenen losgeben, und forderten, daß er gekreuziget welchen sie begehrten. Er hatte würde, und ihr und der hohenpries aber zu der zeit einen gefangenen, ster geschrey nahm überhand. einen sonderlichen vor andern, der hieß Barrabas, welcher war um eines aufruhrs, der in der stadt geschahe, und um eines mords wil len in das gefängniß geworfen. Da aber Pilatus sah, daß er nichts schaffete, sondern daß viel ein grösser getümmel ward, ges dacht er dem volke genug zu thun, und 2 Und da er auf dem richtstuhk faß, schickte sein weiß zu ihm, und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem gerechten: denn ich habe heute viel erlitten im traum von seinetwegen. 100 Die Geschichte von dem Leiden und Sterben und artheilete, daß ihre bitte gewannen bist du? Aber Jesus gad schehe; nahm waffer, und wusch ihm keine antwort. Da sprach die hande vor dem volke und Pilatus zu ihm: Redest du nicht sprach: Ich bin unschuldig an mit mir? Weisfest du nicht, das dem blute dieses gerechten, sehet ich macht habe dich zu kreuzigen, ihr zu. Da antwortete das ganze und macht habe dich los zu ges volk, und sprach: Sein blut komme ben? JEfus antwortete: Du über uns, und über unsere kinder. hättest Feine macht über mich, Da gab er ihnen Barrabam los, wenn sie dir nicht wäre von oben der um aufruhrs und mords wil herab gegeben, darum, der mich len war ins gefängniß geworfen, die überantwortet hat, der hats um welchen sie baten; aber JEsum grössere sünde. Von dem an trachs ließ er geiffeln, und überantwortete Pilatus, wie er ihn los lieffe. tete ihn, daß er gekreuziget würde. Die Juden aber schrien, und spras chen: Läsfest du diesen los, so bis du des käifers freund nicht; denn wer sich selbst zum könige macht, der ist wider den kaiser. Da nahmen die kriegesknechte des landpflegers JEsum zu sich in das richthaus, und riefen zu fammen die ganze schaar, und Jogen ihn aus, und legten ihm einen purpur- mantel an, und flochs ten eine crone von dornen, und setzten sie auf sein haupt, und gaben ihm ein rohr in seine rechte hand, und beugeten die knie vor ihm, spotteten ihn, und sprachen: Ge grüffet seyft du, der Juden könig! und gaben ihm backenstreiche, speisten ihn an, und nahmen das rohr, und schlugen damit fein haupt. Da Pilatus das wort hdrete, führete er JEfum heraus, und sagte sich auf den richt- stuhl, an der stätte, die da heiffet Hochpflas fter, auf hebräisch aber Gabbas tha. Es war aber der rüst- tag in oftern, um die sechste stunde. Und er spricht zu den Juden: Schet, das ist euer könig. Sie schrien aber: Weg, weg mit dem, kreuzige ihn. Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren tinig Freuzigen? Die hohenpriester antworteten: Wir haben keinen könig, denn den kaiser. Da überantwortete er ihn, daß er gefreuziget würde. Da gieng Pilatus wieder her: aus, und sprach zu ihnen: Gehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß the erkennet, daß ich keine schuld an ihm finde. Also gieng JEsus beraus, und trug eine dornens crone und purpur- kleid. Und er fpricht zu ihnen: Sehet, welch ein mensch! Da ihn die hohenpriester 4. Abtheilung. Die Kreuzigung und der Lod JEsu. und die diener ſahen, ſchrien ſie Defum,( den sie verspottet a nahmen und sprachen: Kreuzige, Freuzige thn. Pilatus spricht zu ihnen: Hehmet ihr ihn hin, und Freuziget ihn: denn ich finde keine schuld an ihm. DieJuden antworteten ihm: Wir haben ein geseß, und nach dem gefer soll er sterben, denn er hat fich selbst auGOttes fohn gemacht. Da Pilatus das wert hörete, fürchtete er sich noch mehr und gieng wieder hinein in das richts baus, and spricht zu JEsu: Bou hatten,) zogen ihm den mantel aus, und sogen ihm seine eigene kleider an, und führeten ihn hin, daß sie ihn freuzigten; und ev trug sein kreuz. Und indem fie hinaus giengen, funden sie einen menschen, der fürüber gieng, von Cyrene, mit namen Simon, der vom felde kam, der ein bater Alexandri and Rufi war, den STORNA Tol Juden zu Pilato: Schreib nicht der Juden König, sondern daß er gesagt habe: Ich bin der Jus den König. Pilatus antwortes te: Was ich geschrieben babe, das habe ich geschrieben. ansers Herrn and Hollandes Jefu Chrifti. swungen sie, und legten das kreuz Da sprachen die hohenpriester dan auf ihn, daß ers Jefu nachtrüge. Es folgete ihm aber nach ein groffer haufe volks und weiber, bie klagten und beweineten ihn. Jefus aber wandte sich um zu Ihnen, und sprach: hr töchter von Jerusalem, weinet nicht über Und die kriegsknechte, da sie mich, sondern weinet über euch JEfum gekreuziget hatten, nahs felbst, und über eure Finder; men seine kleider, und machten Denn siehe, es wird die zeit kom vier theile, einem jeglichen Kriegss men, in welcher man sagen wird: Enechte ein theil, darzu auch den Gelig sind die unfruchtbaren, und rock. Der rock aber war unges die leiber, die nicht gebohren ha nehet, von oben an gewirket, ben, und die brüste, die nicht ge durch und durch. Da sprachen fauget haben: Denn werden sie sie unter einander: Laßt uns den anfahen, zu sagen zu den ber nicht zertheilen, sondern drum gen: Fallet über uns, und zu lofen, weß er feyn soll. Auf den hügeln: Decket uns: Denn] so man das thut am grünen holt, was will am dürren werden? daß erfüllet würde die schrift, die da saget: Sie haben meine Eleider unter sich getheilet, und haben über meinen rock das loos geworfen; folches thaten die Friegsfuechte. Und sie faffen allde, und hüteten sein. Es war aber um die dritte stunde, da sie lihn Freuzigten. Es wurden aber auch hinge führet ween andere übelthäter, baß sie mit ihm abgethan würs den. Und sie brachten ihn an die Kätte, die da heißt auf ebräisch Golgatha, das ist verdeutschet, Schedelstädt, und sie gaben ihm myrrhen in wein zu trinken; und da ers schmeckte, wollte ers nicht trinken. Und sie Freuzigten ihn daselbst, und die zween übelthäter mit ihm, einen jur rechten, und einen zur linken, JEfum aber mitten inne. Da ward die schrift erfüllet, die da saget: Er ist unter die übelthås ter gerechnet. Jefus aber sprach: Water, vergieb ihnen: Denn sie wiffen nicht, was sie thun. Pilatus aber schrieb eine über schrift, und setzte sie auf das kreuz, oben zu seinen haupt, als die urfache seines todes: Es war aber geschrieben: JEfus von Nazareth, der Juden König. Diese über fchrift lasen viele Juden: Denn bie fåtte war nahe bey der stadt, da JEfus gefreuziget ist. Und es war geschrieben auf ebräische, griechische und lateinische sprache. Und das volk sund, und sahe zu. Die aber vorüber giengen, lås sterten ihn, und schüttelten ihre Föpfe, und sprachen: Pfui dich, wie fein zerbrichst du den tem. pel, und baueßt ihn in dreyen tagen, hilf dir selber. Bist du GOttes sohn, so steige herab vom kreuz. Desgleichen auch die hohenpriester verspotteten ihn uns ter einander, mit den schriftges lehrten und ältesten, sammt bein volke, und sprachen: Er hat ans dern geholfen, und kann ihm sels ber nicht helfen. Ift er Chrift, der könig von Israel, der auss erwählte GOttes, so belfe es ihm selber, und steige nun von freuz, auf daß wirs sehen, und glauben ihm. Er hat Gott vers trauet, der erlöse ihn nun, lüs ftet es ihn: Denn er hat gesagt s Ich bin GOttes sobu. Es vers. 63 foot: 102 Die Geschichte von den Leiden und Sterben spotteten ihn auch die kriegsknech te, traten ju ihm, und brachten ihm eßig, und sprachen: Bist du Der Juden König, so hilf dir selber. Da Aber der übelthäter einer, die da gehenket waren, läfterte ihn, and sprach: Bist du Chriftus, so hilf dir selbst, und uns. antwortete der andere, ftrafete ihn, und sprach: Und du fürch. teft dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher verdammniß bißt: und zwar wir sind billig Drinnen: Denn wir empfahen, was unsre thaten wehrt sind, dieser aber hat nichts ungeschick tes gehandelt, und sprach zu JE su: HErr, gedenke an mich, wenn du in dein reich kommeft. Und JEsus sprach zu ihm: Wahr lich ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese seyn. ihnen hin, nahm einen schwanm und füllet ihn mit eßig, und steckte ihn auf ein rohr von yfop, und hielts ihm dar zum munde, und tránkete ihn, und sprach mit den andern: Halt, laß sehen, ob Elias komme, und ihn herab nehme. Da nun JEsus den eßig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und abermahl rief er laut, und sprach: Bater, ich befehle meinen geist in deine hände. Und als er das gefaget, neigete er das haupts und gab seinen geift auf. Und siehe da, der vorhang im tempel terriß in zwey stücke, von oben an bis unten aus, und die erde erbebete, und die felfen zers riffen, und die gråber thaten sich auf, und stunden auf viele leis ber der heiligen, die da schlies fen, und giengen aus den grås bern nach seiner auferstehung, und kamen in die heilige stadt, und erschienen vielen. Es stund aber bey dem Freuse JEfu feine mutter, und seiner mutter schwester Maria, Cleophas weib, und Maria Magda: Aber der hauptmann, der das lena. Da nun Jesus seine mut bey stund gegen ihm über, und ter sahe, und den jünger dabey die bey ihm; waren, und bewahrs stehen, den er lieb hatte, spricht ersten JEfum, da sie sahen, daß su feiner mutter: Weib! Siche, er mit solchem geschren verschied, das ist dein sohn. Darnach spricht er zu dem jünger: Siehe, das ist deine mutter. Und von stund an uahnt sie der jünger zu sich. und sahen das erdbeben, und was da geschah, erschracken sie sehr, und preiseten GOtt, und sprachen: Wahrlich, dieser ist ein Und von der sechsten stunde an frommer mensch, und GOttes ward eine finsterniß über das gansohn gewesen. Und alles volk, das se land, bis an die neunte stunde, dabey war, und zusah, da sie fa und die sonne verlohr ihren schein. Und um die neunte stunde rief JEsus laut, und sprach: Eli, Eli, Lama Asabthani! Das ist: Mein GOtt, mein Gott, warum haft du mich verlaffen? Etliche aber, die da stunden, da sie das höre ten, sprachen sie: Siehe, er rus fet den Elias. hen, was da geschah, schlugen sie an ihre brust, und wandten wieder um. Es stunden aber alle seine verwandten von ferne und viele weiber, die ihm ausGalilda waren nachgefolget, unter welchen war Maria Magdalena, undMariades kleinen Jacobs und Joses mutter, und Salome, die mutter der Eins der Zebedài, und viele andere, die mit ihm hinauf gen Jerusalem ges gangen waren, und hatten ihm gedienet, und fahen das alles. Die Darnach als JEfus wußte, daß schon alles vollbracht war, daß die schrift erfüllet würde, spricht er: Mich dürftet. Da stund ein gefäß voll eßig, und bald liefeiner unter unsers HErrn und Heilandes Jesu Chriftt 103 JEfu geben. Die Juden aber, dieweil es man sollte Josepb den leichnant der rufttag war, daß nicht die leichname am freuze blieben den Und Joseph Fanfte ein Teins fabbath über,( denn desselbigen wand. Es kam aber auch Nicode. fabbathstag war groß) baten sie mus, der vormahls bey der nacht Pilatum, daß ihre beine gebrochen zuJEsu kommen war, und brachte und sie abgenommen würden. myrrhen und aloen unter einan Da kamen die krieges Enechte, der, ben hundert pfunden. Da und brachen dem ersten die beine nahmen sie den leichnam JEfu, und dem andern, der mit ihm und wickelten ihn in ein rein leingekreuziget war. Als sie aber zu wand, und bunden ihn in leinene JEfu kamen, da sie sahen, daß tücher mit specereyen, wie die Juer schon gestorben war, brachen den pflegeten zu begraben. Es war fie ihm die beine nicht; sondern aber an der stätte, da er gekreuziget der krieges fuechte einer öffnete ward, ein garte, und in dem gar feine feite mit einem speer, und ten ein neu grab, das war Josephs, alsbald gieng blut und waffer welches er hatte laffen in einen fel heraus. Und der das gesehen hat, I sen hauen, in welches niemand je der hat es bezeuget, und sein zeug niß ist wahr, und derselbige weiß, daß er die wahrheit faget, auf daß auch ihr glaubet: denn solches ist geschehen, daß die schrift erfüllet würde: Ihr sollt ihm kein bein zer brechen. Undabermahl spricht eine andere schrift: Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben. 5. Abtheilung. Die Begräbniß JEsu. arnach am abend, weil es der geleget war. Daselbst bin legten sic JEsum um des rust- tages wil len der Juden, dieweil der sabbath anbrach, und des grab nahe war, und wälzeten einen grossen stein vor die thur des grabes, und giengen davon. Es waren aber allda Maria Magdalena, und Maria Joses, und die weiber, die mit JEsu kommen waren aus Galilaa, die folgeten nach, sazten sich gegen das grab, und beschaucten, wohin und wie sein leib geleget. ward. Sie um, und bereiteten specerey und salben und den sabbath über waren sie stille nach dem gesetz. 2 vor fabbath, kam ein reicher mann von Arimathia, der stadt der Juden, mit namen Joseph, der war ein rathsherr, ein guter from Des andern tages, der da fol mer mann, welcher auch auf das gete nach dem rüst- tage, kamen reich GOttes wartete; der hatte die hohenpriester und pharisäer nicht gewilliget in ihren rath und sämmtlich zuVilato, undsprachen: handel; denn er war ein jun Herr, wir haben gedacht, daß ger JEsu, doch heimlich, aus dieser verführer sprach, da er noch furcht vor den Juden. Der wagte lebte: Ich will nach dreyen tagent es, und gieng zu Pilato, und auferstehen. Darum befiehl, daß bat, daß er mögte abnehmen den man das grab verwahre bis an leichnam JEsu. Pilatus aber verden dritten tag, auf daß nicht seiwunderte sich, daß er schon todt ne jünger kommen und stehlen war, und rief den hauptmann, und ihn, und sagen judem volke: er fragte ihn: ob er längst gestorben ist auferstanden von den todien, ware? Und als er es erkundet und werde der lezte betrug ärger von dem hauptwgun; befahl er, denn der erste. Pilatus sprach zu flync 104 Die Geschichte von der Enferstehung und Himmelfahrt Ihnen: Da habet ihr die hüter, gehet hin, und verwahret es, wie ihr wisset. Sie giengen hin, und verwahreten das grab mit hätern, und versiegelten den stein. 6. Abtheilung. Die Auferstehung und Him melfahrt JEsu. Sur Ersparung des Raums ist das in Denen Evangelien und Vorlesungen hievon enthaltene nur dem Inhalt nad) angefübret; das übrige aber in harmonischer Ordnung ausführlich beygefüget worden. Unterdessen gieng Petrus und der andere jünger auf die von der Mariaagdalena erhaltene nachs richt hinaus, und kamen zum gras be. Es liefen aber die zween mit einander, und der andere jünger lief zuvor, schneller denn Petrus, und kam zuerst zum grabe. Gucket hinein, und siehet die leinen ges leget, er gieng aber nicht hinein. Da kam Šimon Petrus ihm nach, und gieng hinein in das grab, und fiehet die leinen gelegt, und das um das nannten gottseligen meiber, haupt gebunden war, nicht bey die and etliche mit ihnen, an dem erleinen gelegt, sondern beyseits eins Ken fabbather( d. i. wochentage) gewickelt an einen besondern ort s mit dem anbruch des tages sich und es nahm ihn wunder, wie das nach dem grabe JEsu begaben, um sugienge. Da gieng auch der andes ihn mit den zubereiteten specerey- re jünger hinein, dex am ersten zum en zu falben: wird noch vor ihrer ankunft das grab JEfu, bey seiner auferstehung, unter einem erdbe ben, durch einen engel, zur groffen bestürzung der bûter eröffnet. grabe kam, und fahe und glaubete es. Denn sie wußten die schrift noch nicht, daß er von den todten aufers stehen müßte. Da giengen die jüns ger wieder zusammen. Siehe das Evangelium und die vormittägige Vorlesing am ersten Oster- Tage, ver- ther, erschien er am ersten der Mas glichen mit Luc. 24, 1, Unter ihnen kommtMariaMag Dalena ju dem grabe, und siehet, daß der stein vom grabe hinweg mar. Da läuft sie, kommt zu Si mon Petro und zu dem andern Jünger, welchen Jesus lieb hatte, and spricht zu ihnen: Sie haben den HErrn weggenommen aus dem grabe, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben. ria Magdalena, von welcher er sieben teufel ausgetrieben hatte. Diese Maria nemlich( die Petro und dem andern jünger gefolget und bey deren weggehen zurück ges blieben war) stund vor dem grabe, und weinete drauffen. Als sie nun weinete, guckte sie in das grab, und siehet zween engel in weisſen Eleidern sigen, einen zum haupten, und den andern zum füffen, da sie Auch die übrigen weiber sehen den leichnam JEfu hingelegt hats den flein abgewalget, und geben ten, und dieselbigen sprachen zu hinein in das grab, wo sie den leib ihr: Weib, was weinest du? Sie Jesu nicht finden; aber zu verspricht zu ihnen: Sie haben meis fchiedenen mahlen durch engel die nenHErrn weggenommen, und ich versicherung feiner auferstehung und den auftrag erhalten, solche feinen jüngern ju verkündigen. weiß nicht, wo sie ihn hingelegt has ben. Und als sie das sagte, wandte sie sich zurück, und siehet Jesam stehen, und weiß nicht, daß es Jes sus ift. Opricht Jefus zu ihr: Weib, was weines but wen sucher du T Siehe das Evangelium und die Vorlesung, bes ersten Ofter- Tages, verglichen mit Euc. 24, 2, bis 11. JEfus aber, da er auferstanden war, früh am ersten tage der fabbas unsers Errn and Hellandes JEfu Chrift. du? fie meinet, es sey der gärtner, and spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo bast du ihn hingelegt? so will ich thn hohlen. Spricht JEsus zu ihr: Maria.Da wandte sie sich um, und spricht zu ihm: Rabbuni, das heifs fet, meister. SprichtJEsus zu ihr: Rühre mich nicht an: denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem vater. Geh aber hin zu meinen brüdern, und sage ihnen: ich fahre auf zu meinem vater und zu eurem sater, zu meinem GOtt und zu eu rem GOtt. Maria Magdalena kömmt und verkündigt den jüngern, die mit ihm gewesen waren, die da leide trugen und weineten: Ich habe den HErrn gesehen, und folches hat er zu mir gesagt. Und diefelbigen, da sie höreten, daß er lebete und wäre ihr erschienen, glaubeten sie nicht. Gleich nach dieser ersten erscheinung des HErrn JEfu geschahe Die zweyte den übrigen weibern, als sie auf dem wege waren, um die verkündigung der engel den Jüngern anzuzeigen. Zu welcher seit auch die hûter des grabes den bohenpriestern von demienigen, was geschehen war, nachricht brin: gen; aber von selbigen durch befte chung zur verfälschung der wahrbeit verleitet werden. Siehe die Vorlesung am er. ften Oster- Tage. JEfus offenbarete sich hierauf noch an dem tage feiner auferste bung den zween jüngern die nach Emmaus giengen. Nach dem Evangelio bes 2ten Oftei Tages; wo jugleich bie nach I Cor. 15, 5.5. bem Perro besonders geschehene Erscheinung erwehnet wird. und am abend desselbigen tages feinen verfammleten jéngern, Siebe ben ersten Theil des engelii am ersten Sonn. XOS tage nach Ostern, vergl. mit Marc. 16, 14. Luc. 24, 36/49. denen er acht tage darauf, im Beyseyn des Thomas zum andern mahle erscheinet. Siehe den andern Theil des Evangelii am ersten Sons tage nach Ostern. Darnach offenbarete sich JEfus abermahls den jüngern an dem meer bey Tiberias. Er offenbarete sich aber also: Es waren bey eins ander Simon Petrus und Thos mas, der da heisfet#willing, und Nathanael von Cana in Galiläa, und die söhne Zebedai und andere ween seiner jünger. Spricht Gis mon Petrus zu ihnen: Ich will hin fischen gehen. Sie sprachen zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie giengen hinaus, und traten in das schiff alsobald, und in derselbigen nacht fiengen sie nichts. Da es aber test morgen war, stund JEsus am ufer, aber die jünger wußtens nicht, daß es JEfus war. Spricht JEfus zu ihnen: Kinder, habt ihe nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sprach zu ihs nen: Werfet das net jur rechten des schiffs, so werdet ihr finden. Da wurfen sie, und konntens nicht mehr siehen vor der menge der fische. Da spricht der jünger, wels chen JEsus lieb hatte, zu Petro: Es ist der HErr. Da Simon Pes trus hörete, daß es der HErr war, gurtete er das Hemd um sich,( deras er war nacket) und warf sich ins meer. Die andern jünger aber fas men auf dem schiffe,( denn sie was ren nicht fern vom lande, sondern ben zwey hundert ellen) und zogen das nes mit den fischen. Als sie nun austraten auf das land, sahen sie koblen gelegt, und fisbe darauf, und brot.Spricht Jefusu ibnen: Bringet her von den fischen, die ihs jest gefangen habt. Simon Pe trus flieg bincin, und zog das neg aufs 106 Die Geschichte von der Auferstehung und Himmelfahrt ze: aufs land voll grosser fische, hun 1 an seiner brust am abend- effen ges dert und drey und funfzig. Und| legen war und gesagt hatte: HErr, wiewol ihrer so viel waren, zuriß wer ists, der dich verrath? Da Pes Doch das neg nicht. SprichtJEsus trus diesen sahe, spricht er zu JE zu ihnen: Sommt und haltet das su: HErr, was soll aber dieser? mahl. Niemand aber unter den JEsus spricht zu ihm: So ich will, jüngern durfte ihn fragen, wer bist daß er bleibe, bis ich komme, was du? denn sie wußtens, daß es der gehet es dich an? folge du mir HErr war. Da kommt JEfus, und nach. Da gieng eine rede aus uns nimmt das brot, und giebts ihnen, ter den brüdern: Dieser jünger desselbigen gleichen auch die fifche. ftirbt nicht. Und JEsus sprach Das ist nun das dritte mall, daß nicht zu ihm: Er stirbt nicht sons JEfus offenbaret ist feinen iún- dern, so ich will, daß er bleibe, bis gern, nachdem er von den todten ich komme, was gehet es dich an? auferstanden ist. Nachdem sie nun Dies ist der jünger, der von diesen das mahl gehalten hatten; spricht dingen zeuget, und hat dies gez JEsus zu Simon Petro: Simon schrieben. Und wir wissen, daß Johanna, haft du mich lieber, denn j fein seugniß wahrhaftig ist. mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, HErr, du weisfest, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine lämmer. Spricht er zum andern mahl zu ihm: Simon Johanna, hoft du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, HErr, du weisfest, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine schafe. Spricht er zum dritten mahl zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum dritten mahl zu ihm sagte, hast du mich lieb, und sprach zu ihm: HErr, du weißfest alle dinge, du weisfest, daß ich dich lieb habe. Spricht JEfus su ihm: Weide meine schafe. Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Dadu junger wareft, gürtetest du dich selbst, und wandeltest, wo du hin wolltest. Wenn du aber alt wirst, wirst du deine hände aus ftrecken, und ein ander wird dich g.cten, und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber zu deuten, mit welchem tode er GOtt preifen würde. Da er aber das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach. Petrus aber wandte sich um, und sahe den jünger folgen, welchenJEsus lieb hatte, der auch Hierauf erfolgete die offenbas rung des erlöfers auf einem berge in Galilda. Nach der Vorlesung am ren Ofter Tage, vergl. mit dem Evang. am Himmelf.Tage. Wohin auch wahrscheinlich die nach 1 Cor. 15, v. 6. mehr denn fünfhundert brüdern wiederfah rene Erscheinung gehöret. Nach selbiger ist er gesehen wors den von Jacobo; Darnach von allen Aposteln, Siehe die Epistel am 1xten Sonnt. nach Trinitat. ben seiner Himmelfahrt. Er führete jie nemlich hinaus bis gen Bethania, und hub die hände aufund segnete sie. Und es geschah, da er sie fegnete, schied er von ih nen, und fuhr gen himmel. Sie aber beteten ihn an, und kehreten wies der gen Jerusalem mitgroffer freude. Und waren allewege im tempel, preiseten und lobeten GOtt. Siehe auch das Evangelium und die Epistel am Himmel fahrts- Tage. Und in Ansebung der dem Paulo nachder vorbin angezogenen Epistel geschebenen fehr merkwürdigen Offenba= rung, Apost. Gesch. Cap. 9. Die 107 Die Beschreibung von der Zerstöhrung Jerusalems. A₁ durch ihre eigene zerrüttung mehr, als die gewalt der Römer. Is das vormahls von GOtt so aufferordentlich begna digte volk der Juden das Diefe beherrschten feit den seis maaß seiner gehäuften fünden ten JEfuChrifti das Jüdische land durch die verwerfung und freuzidurch landpfleger, welche durch gung des unter ihnen erschiene geiz und härte das Römische ioch nen Heilandes der welt erfüllet den Juden noch unerträglicher hatte; so näherte sich dasselbe machten. Geßius Florus, der zuDemienigen erschrecklichen firaf lest diese stelle verwaltete, übers gerichte immer merklicher, welches traf hierin alle seine vorgånger. burch die propheten und den mit Er beförderte alle unordnungen, leidigen erlöser selbst mit thrånen auch selbst die öffentlichen räubes zuvor verkündiget war, und in der reyen, wenn er nur seine unersätt: gånziichen zerfidhrung Jerusa- liche gewinnsucht daben befriedis lems und des ganzen Jüdischen gen konnte; vergriffisich sogar an reichs, der welt ein belehrendes dem schaß des tempels, und war Denkmahl vor augen legte: wie recht geflissen, das volk immer schwer der jorn GOttes gegen be mehr wider die Römer aufzubrinbarrliche verachter seiner gnade, gen. Hieraus entstanden in mehand wie groß insonderheit die verreren gegenden des landes sehr schuldung sen, die dieses unglück blutige empörungen, und Florus liche volk durch die vergieffung des unschuldigen und heiligen blutes JEfu Christi auf sich geladen. ließ selbst bey einem aufstande in Jerusalem über 3000 Juden erschlagen, und viele der angeses Josephus erzählet verschiedene hensten geiffeln und freuzigen. Die vor dem ausbruche dieser gerichte Juden suchten zwar in diesen bes GOttes hergegangene zeichen; drängnissen bey dent Syrischent allein die sicherste und nahefte an ftatthalter Cestius Gallus hülfe; zeige davon war wol das sich in allein Florus wußte nicht nur sols dem Jüdischen reich immer weiche zu vereiteln, sondern auch die ter ausbreitende gänzliche verder unruhen also zu vermehren, daß ben. Man verließ nun völlig die endlich Cestius genöthiget ward, heiligen gesetze GOttes, fegte die mit einem heere anzurücken. Nach ganze religion nor in eine aber vielen verwüstungen drang er mit gläubische beobachtung aufsferli felbigem in Jerusalem, schloß die cher gebrauche, und überließ sich Juden in dem innern theil der mit eiacin frechen leichtsinn allen| stadt und dem tempel ein, und Lastern. Daher nahmen unord- würde dem kriege ein endegemacht nungen und spaltungen in allen haben, wenn nicht die Judenschwes ständen immer mehr überhand; rern gerichten wären aufbehalten Jerusalem und das ganze land gewesen; So aber verleitete Floward mit räubern und mördern rus den Cestius durch lift und vers angefüllet, und die ganze nation ratherep sur versdgerung, die Jus beschleunigte ihren untergansi den 108 Die Beschreibung von der Zersöhrung Jerusalems. en gewannen jeit zur gegenwehr,| schlagen wurden. Jofephus ges end nöhtigten sogar den Syri- richt selbst in die gefangenschaft fchen statthalter mit einem sehr der Römer; erhielt aber durch die beträchtlichen verlust zum abzuge. fürsprache des Titus, und weil er Dieser anscheinende vortheil ver- dem Vespasian die künftige gelans mehrte ihnen zu ihrem unglück den gung zur kaiserlichen würde vors muht: Die damahls fast allge- ber sagte, fein leben, und nach der meine erwartung eines irrdischen erfüllung dieser seiner vermuhs erretters and machtigen beherr- tung auch die frenheit. Vespasian fchers stärkte ihre eitele hofnung, bemächtigte sich gar bald des gans sich von der beherrschung der Rd- zen Galilda; wobey viele taufens mer zu befreyen, und der krieg wi- de erschlagen, oder als leibeigene der selbigeward mit groffer heftig verkauft, oder sonst in eine elende teit beschloffen. Man machte dazu sclaveren geführet wurden. Aberall die stärksten zurüstungen, InJerusalem und den übrigen ges wählte in Jerusalem den Joseph genden des Jüdischen landes häufs sinen sohn Gorions, nebst dem ho- te sich gleichfals aufruhr und Benpriester Unanus, in Idumaa elend. Die parthen derer, die auf den Eleazar, und in Galilda Jose den krieg drungen, verübte gegen phum einen sehr verständigen und diejenigen, die zum frieden richs tapfern mann, der diese geschichte ten, die äussersten gewaltthätigkeis hinterlassen hat, zu anführern; ten. Mit ihnen verband sich unter und fing die feindseligkeiten in der anführung des Eleazar eine verschiedenen gegenden, doch meh- andere art von räubern, die Zelos rentheils mit sehr grossen verlust ten oder eiferer genannt wurden, an; wie denn allein vor der stadt weil sie unter dem vorgeben sines besondern eifers für religion und freiheit die größten grausamkeis ten begiengen; und plünderung und mord breiteten sich allenthals ben aus. Der hohepriester Anas nus fuchte in Jerusalem dies fer bösen rotte einhalt zu thun; als aber Johannes von Giscala, ein sehr berüchtigter bdfewicht, nach Jerusalem kam, und die Zes loten daselbst auf seine feite brachs te, auch 20000 Idumaer in die fladt zog; so ward die parthey des Ananus überwältiget, und dieser hohepriester, den Josephus als einen der besten männer der das mahligen zeit beschreibet, neb 12000 der vornehmsten einwohs ner getödtet. scalon über 18000 Juden ihr leben einbüßten. Vespasianns eroberte in dem folgenden jahre unter vielem blutvergieffen die um Jerusalem liegenden festen örter, und näherte sich darauf dieser bauptstadt des Just Die Chriften hergegen waren der warnung ihres Heilandes eingedenk, und sezten sich durch ihre Bucht in die benachbarte stadt pella in sicherheit. Als der Römische Faiser Nero Diesen allgemeinen aufstand der Jüdischen nation erfuhr, trug er dem Vespasianus, einem sehr ers fabrnen feldherrn, den krieg wider bie Juden auf; der nebst seinem sohn, dem Titus, mit einem jahl zeichen heere den anfang dessel ben in Galiläa machte. Josephus hatte daselbst 100000 mann vers fammlet; allein das schrecken jerftreuete solche sogleich bey der ankunft der Römer, und Josephus ward gendhtiget, mit dem reft sei wer truppen sich in die feftung Jotapata zu werfen; welche nach einer tapfern sertheidigung eros bert, und 40000 Jüden daber ers Die Beschreibung von der Berföhrung Jerusalems. Sabifchen landes. Sein heer Bey einer solchen verfassung rids verlangte, daß er solde, ben der teTitus im siebengigsten jahre nach darin herrschenden uneinigkeit, Chrifti geburt. im anfange des unveriüglich angreifen mögte; Aprils mit seinem wolgerüsteten allein der Römische feldherr hielt heere, und in begleitung des Jos rahtsamer, einen volke, das sich sephus, vor die stadt Jerusalem. selbst aufrieb, und welches GOtt, Selbige war mit einer dreyfachen wie er fagte, in die hande der sehr starken mauer und vielen Römer geben würde, tur eigenen thürmen versehen, und faßte, beförderung seines unterganges ausser dem sehr befestigten tems längern raum zu lassen. pel, die burg Antonia und andere tod des Nero, und die darauf er feste schlösser in sich. Die feyer folgende öftere veränderungen des ofter festes hatte auch das mit dem Römischen kaiserthum, mahls eine ungewöhnliche menge verzögerten die belagerung noch Juden in derselben versammlet, weiter; und als Vespasian selbst wodurch sowol die hungers- noht jum kaiser erwählt ward, begab er desto geschwinder vermehret, als sich nach Rom, und überließ die auch der auf der ganzen nation fortsegung des Frieges dem Titus. ruhende fluch um so deutlicher ofe Der Die durch die unerhörten grau- fenbar wurde. Bey dem anfans famkeiten des Johannis und der ge der belagerung vereinigten sich Beloten äusserst beangstigte ein- zwar die drey aufrührerischen rots wohner in Jerusalem hatten in ten jum tapfern widerstande ges dieser zeit ein neues heer von rau gen dieRömer, fügten ihnen durch bern, unter einem anführer nas heftige ausfälle vielen schaden zu mens Simon, in die stadt gelas und segten ben einem derselben fen, um durch sie von ienen unge selbst den Titus in die äussersie heuern befreyet zu werden; allein gefahr; Allein jene vereinigung diese abermahlige verblendung dauerte nicht lange. Johannes vergröfferte nur ihr elend. Denn überwältigte durch lift und ges dieser Simon, der bereits in du walt die parthen des Eleazar, und maa die fürchterlichsten verwu bemächtigte sich unter vielem Sungen angerichtet, übertraf an blutvergiessen des ganzen tems noch den Johannes an grausam: pels. Die vertheidigung der stadt Feit und blutbegierde: zwang den- war also zwischen ihm end demSis felben, sich in den tempel zurück zu mon getheilet; die aber gleichfalls ziehen, und da auch dessen parthen sich trennte, und ein theil derfel ben unter dem Eleazar den innern tempel behauptete; so bekriegten Nachdem Titus den Juden vers biefe dren räuberische haufen sich geblich den frieden anbieten lass unter einander auf das heftigste, fen, ward die belagerung mit gross opferten eine große menge der fem eifer fortgefest, und gegen das einwohner ihrer wuht auf, versende des Aprils die erste mauer, barben durch raub und brand den und fünf tage nachher die anders in der Stadt befindlichen vorraht eingenommen; und obwol dieus der lebensmittel, und legten da den sich der lettern wieder bemach, durch den grund zu der bald nachtigten ward solche doch nach eines ber erfolgenden erschrecklichen Drentågen bestürmung mit eines. Bangers- nobt. groffen wiederlage der Juden väls nicht aufhörten, sich unter einans der zu bekriegen, so bald nur die Römer ihnen einige ruhe lieffen. IIO Die Beschreibung von der Berfidhrung Jerusalems." lig behauptet. Wenige tage nach lungsvollen gegenwehr nöthigte her ward der angrif auf die burg endlich den Titus, die stadt mit ciz Antoniam gerichtet. Titus ließner mauer völlig einzuschliessen. nach seiner gütigen und mit Hiedurch ward dasjenige aufs ges leidigen gesinnung die belagerten naueste erfüllet, was Christus vors abermahls durch den Josephum her geweisfaget, und die erschreck sur übergabe ermahnen; allein, lichfte hungersnoht, nebst als ob dieser gleich durch eine sehr lent damit verbundenen duffersten nachdrückliche rede und mit thra- elend nahm nun völlig überhand. nen sie zu bewegen suchte, so wur- Ausgezehrte menschen suchten den doch alle vorstellungen nur bey tausenden vergeblich thre mit schimpfworten und sogar mit erhaltung. Die bewaffneten pfeilen erwiedert. Viele einräuber fielen in die häuser, bes wohner suchten indeß durch die mächtigten sich aller nahrungs flucht ihre errettung, und erhielmittel, und quälten mit den jent ten auch solche, wenn sie der wach- seglichsten martern alle und jede, samkeit und den schwertern der auf welche nur der verdacht einis befazung zu entgehen vermogten, ger verbergung fiel. Die eltern durch die gelindigkeit des Titus. riffen ihren kindern, und diese ihs Die aber als gefangene in die han ren eltern und geschwistern den de der Römer fielen, wurden in so lezten bisfen aus dem munde. Vies groffer menge in dem angesichte le, die diesem jammer durch die der stadt gekreuziget, daß nach Jo- flucht zu den Römern zu entrinnen sephi ausdruck es zulezt an raum suchten, wurden von den soldaten und holz zu kreuzen mangelte. Ein in der vermuthung, daß sie Gold gewiß sehr merkwürdiger anblick verschlungen, lebendig aufges vor einer stadt, deren einwohner schnitten. Man fuchte durch die die kreuzigung Christi dem Pilatus unnatürlichsten mittel die stillung mit der größten wuth abgedrun- des hungers, und eine bemittelte gen hatten! Titus ließ inzwischen mutter, die durch diese plage zur diese grausamkeit zu, um zu verfu àuffersten verzweifelung gebracht chen, ob vielleicht die furcht vor war, schlachtete und kochte ihr eis einer gleichen bestrafung die hart genes kind, und bot, da sie einen näckigkeit der belagerten über theil desselben verzehret, den graus winden mögte. Aber so wenig die samen kriegesknechten die andere ses, als die bereits sehr zuneh hälfte dar. Alle straffen waren mit mende hungers- noth, noch auch leichen bedeckt, und das sterben die wiederholten warnungen des war so häufig, daß vont 14ten April Römischen feldherrit, die stadt, bis zum ersten Julius 115880 leis den tempel und ihr eigenes lebenschen zu einem thore hinaus ge zu retten, vermogten etwas bey bracht, undoooo00 über die mauer diesen gänzlich verstockten auszu geworfen wurden. Titus ward richten; sie erklärten vielmehr durch diese erschrecklichen umstän dem Zito selbst mit untermengterde äusserst gerührt, und bezeugte verschmähung, daß sie lieber ster ben, als sich ergeben wollten, und beriefen sich dabey frech auf den schus Gottes, deffen verachter sie doch waren. mit gen himmel gehobenen hans den, daß er an diesen unnaturs lichen grausamkeiten unschuldig sey, und folche unerhörte greuel unter den trümmern der stadt be graben werden müßten. Die fortsegung ihrer versweifs Nach Die Beschreibung von der Zerstöhrung Jerusalems. III einer höhern hand geleitet, einen feurigen brand in ein fenster der an den tempel gebaueten zimmer. Sogleich breitete sich das feuer in diese neben- gebäude aus. Tis tus eilte alsbald den brand zu Isschen; aber seine befehle wurden nicht vernommen. Die Römis Nachdem die burg Antonia nem antriebe, oder vielmehr ven unter vielem blutvergiessen er obert und völlig needergerissen war, mußte nun auch der sowohl durch seine lage als die stärksten mauren ausnehmend feste tempel angegriffen werden, zu welcher zeit benn auch das tägliche opfer in demselben aufhörte. Titus, der für dieses herrliche gebäude und für den gottesdienst der Juden ei ne bewundernswürdige ehrerbie, tung aufferte, ließ sich deffen er haltung mit der äussersten sorg falt angelegen seyn, und ermüe dete nicht, sowol in eigener person, als durch den Josephus, den Johannes mit seinem gottlosen hau fen durch wiederhohlte rührende vorstellungen zu bewegen, daß sie durch ihren fortgefesten frevel das heiligthum GOttes nicht entwei hen, vielmehr durch eine endliche übergabe es dem nahen untergan ge entreissen mögten: versprach ihnen auch die ungestörte fort fegung ihres gottesdienstes. Al Lein diese bdsewichter verschmähe: ten dieses alles, befesten die thore des tempels mit krieges maschi nen, und machten denselben durch raub und blutvergiessen, nach Chrifti worten, nun völlig zur an das östliche thor desselben ihre mörder- grube. Daher sahe sich Ti- frieges jeichen, brachten daselbst tus endlich gendhtiget, die äusser fte gewalt zu gebrauchen, und nach verschiedenen abgeschlagenen stür: men an die thore deffelben fener legen zu lassen, welches denn alle bedeckte gange um den tempel ergriff. Er gab zwar sogleich den befehl, das feuer zu löschen, um das noch unversehrte haupt- ge: bäude des tempels zu erhalten; Die aufrührer hatten sich inaber keine menschliche vorsicht| zwischen mit gewaffneter hand den vermogte den rathschluß GOttes weg aus dem tempel geöffnet, und zu verhindern. Ein heftiger aus verlangten eine unterredung mit fall der Juden zog das gefechte dem Titus. Dieser erbot fich, in die nahe des tempels, und ein ihnen das Leben zu schenken, Rémischer soldat warf aus eige schen legionen drangen wührend auf den tempel zu, unterhielten die immer weiter um sich greifens den flammen, und erfüllten alles mit blut und leichen. Titus bes gab sich mit einigen seiner heers führer selbst in den tempel, besahe dessen heiligthum und die darin befindlichen geräthe, und fand, daß die pracht alle nachrichten davon weit überträfe. Er erneuerte die eifrigsten bemühungen, dieses innere des tempels ju retten; aber vergeblich; der ganze tempel ward, wie Josephus bemerkt, an eben dem tage, da der erste von. den Babyloniern verbrandt wor den, durch die flammen völlig vers zehret. Ein allgemeiner raub und die blutigste niederlage verbreites te sich ohne einiges verschonen in dem ganzen raum des tempels. Die römischen soldaten pflanzten ihre heidnischen opfer und riefent den Titus als sieger aus. Eine anzahl priester, so auf einer mauer des tempels ihre sicherheit geſucht, flehete vergeblich um ihr leben, Titus antwortete: die zeit der bes guadigung sey geendet, und sie müften nunmehro mit ihrem tems pel umkommen. wenn a12 Die Beschreibung von der Berföhrung Jerufalems. wenn sie sogleich die waffen nie| schauspielen oder zu schweren ers berlegen und sich ergeben würden; beiten bestimmet: die, so unter 17 als sie sich aber deffen, unter der jahren, wurden verkauft. Die zahl vorschügung eines eides, weiger aller in dem ganzen Friege ges ten, und einen freien abzug ver- fangenen rechnet Josephus auf langten, versagte er ihnen alle 97000, und der in der belagerung gnabe; übergab die untere stadt der umgekommenen auf 1100000, plünderung und dem feuer, und auffer der groffen menge, die song griff den noch übrigen obern theil in diesem kriege ihr leben vers derfelben an, in welchen sich lohren; und macht jene groffe aus die sämtlichen aufrührer unter zahl aus der unter dem Cestius dem Simon und Johannes gezo- berechneten zahl der ofer- länimer gen hatten. So bald die Römi begreiflich. Simon und Johannes fchen maschinen auch hie die gerichten aus ihren hölen endlich mauer durchbrochen, überffel diese auch in die hande der Römer. Sie bartnäckige die muhtloseste ver wurden gleichfals zum triumph wirrung. Voll furcht und schrecken des Titus aufbehalten, und nach verlieffen die von ihnen besez felbigem der erste zum tode, der ten sehr festen thürme, versuchten andere aber seitlebens zum ges vergeblich durch die Römischen fängniß verurtheilet. verschanzungen zu entkommen, Die sämtlichen überbleibfel des and verbargen sich endlich in un- stadt, auffer dreyen thürmen und terirdische hölen. Die Römer be einem theil der mauer, wurden mächtigten sich also auch der gan- auf Eiti befehl dem erdboden sen obern stadt, plünderten selbi- gleich gemacht. Jerusalem ward ge, und zündeten sie nach der ent- also nach Christi weissagung vols feilichsten niederlage unter den lig gefchleifet. and frieg geführet; es ist GOtt, der die Juden aus diesen feflungen herausgetrieben hat: denn was würden menschliche hände und maschinen gegen solche thür: me vermögen? einwohnern mit feuer an. Dieses Wie nun diese merkwürdige Beschahe am Sten September des geschichte, nebst der ganz fonts Jabres 70 nach Christi geburt.derbaren erhaltung der Jüdis als Titus in die nun völlig erschen nation bey ihrer großen ters aberte stadt gieng, und die unge ftreuung, die göttlichkeit der lehre meine festigkeit ihrer mauren und JEsu ausnehmend bestätiget; so thürme bewunderte; brach er in muß einem ieden, der solche bes dieses ihm rühmliche geständniß kemnet, bey einer mitleidigen ers aus: 2Bir haben mit GOttes bey wegung diefer gerichte GOttes, ieute warnung des Apoftels fets wichtig bleiben: Sen nicht fioli, sondern fürchte dich. Hat Gott der natürlichen zweige nicht vers schonet, daß er vielleicht dein auch nicht verschone. Daru schaue die güte und den ernsiGOte tes: den ernft an denen, die gas fallen find; die gute aber an die, so ferne du an der güte bleibesi sonst wirst du auch abges bauen werden. Gleich nach der eroberung wurs ben die noch übrigen aufrührer fämtlich getödtet. Die ansehn lichten inglinge wurden zum triumph des Eitus, die übrigen gefangenen aber zu denomischen Inches 1 Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 5 114,3 ¹6 17 Farbkarte# 13 Green 18 Yellow 9 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8