дв 4378 4.5 хана Geistliche Lieder, Gebete religidse Betrachtungen und von Elisa von der Recke, gebornen Reichsgräfin von Medem. Nebst einem Vorworte von Tiedge und der am Grabe der Verfasserin gesprochenen Rede vom Pastor D. M. F. Schmalk. Leipzig, Druck und Verlag von B. G. Teubner. 183 3. $ 19000 130sig 46 4378 Motions digilir tonuhn Nichts Menschliches von Gott wag' auszusagen! Laß demuthvoll an unsre Brust uns schlagen, Und sprechen: Gott ist Gott! und groß und klein Ist nur der Mensch in Thun und Sein! JOR Univ.- Bibl. Giessen --Urania. WI potonin moninginig ad ntru mils endi agound biti dosdina bilnqidi umb wapmubornému mbilami) i tam TU20, Chu mortuine Vorwort des Herausgebers. SHIS STOMI meine omni enot ola um mor014 ain Die nachstehenden geistlichen Lieder befinden sich bereits in einer Sammlung, vermischt mit andern kleinen Poesien, deren Gesammtausgabe die ehrwürdige Verfasserin im Jahre 1816 für Freundinnen und Freunde, welche sie darum ersucht hatten, in der Renger'schen Buchhandlung zu Halle veranstalten ließ. Späterhin verfaßte sie, theils zu ihrer eignen Erbauung, theils zugleich für das, von dem Dr. Vater herausgegebene Jahrbuch der Andacht, an einzelne Gebete und andere Auffäße über verschiedene, ihr besonders wichtige Religionswahrheiten, in welche sie ihre Ansicht von der höheren Bestimmung des Menschen, ſo wie solche in dem Fortschritte ihres geistigen Lebens sich ausgebildet hatte, niederlegte. Diese Gebete und Betrachtungen erschienen, mit einer Vorrede der Verfasserin begleitet, in der Nicolaischen Buchhandlung zu Berlin im Jahre 1826. Gegenwärtig, im acht und siebenzigsten Jahre IV ihres Alters, unter den Peinigungen ununterbrochener körperlicher Leiden, fand sie sich bewogen, aus ihren sämmtlichen Gebeten, Betrachtungen und geistlichen Liedern ein Erbauungsbuch zusammenzutragen, in welchem de menzutragen, in welchem dem Leser nichts Anderes begegnen müsse, als was streng geeignet sei, Gefühle einer religiösen Stimmung zu erwecken. So entstand dieses kleine, der stillen, einsamen Andacht gewidmete Werk. Lied und Prosa, beide tragen das Gepräge der Innigkeit einer Gott geweihten Seele, die das Verhältniß des irdischen Daseins zu der höhern Bestimmung des Menschen mit dem klaren Blicke durchschaut, der nur durch eine früh begonnene, mit Strenge durchgeführte Beobachtung des innern, so wie des äußern Lebens umher gewonnen werden kann. In jedem Gedanken spricht hier den Leser ein Gemüth an, welches, an unerfreulich wechselnden Lebenslagen gereift, zu einer gewissen seligen Ruhe gelangte. Die Prüfungen, so ihr bestimmt waren, berührten schon ihre frühesten Tage; durch ein gånzliches Mißverstehen der bedeutsamen Eigenthümlichkeit dieser zarten Natur, und durch eine daraus Herrührende unangemessene Behandlung der ersten Bewegungen ihrer innern Reg samkeit, ward ihr das Leben der Kindheit verkümmert, entrückt das heilige Blumenland der kindlichen Unschuld und Freude; sie glich einer Pflanze, die, aus südlichen Lüften in einen kalten Boden versetzt, mit gesenktem Haupte ihre Heimath vermißt. In ihrem weichen Herzen regte sich ein banges Gefühl, eine Sehnsucht, die jedoch sehr bald eine befriedigende Richtung finden sollte. Die nächste Veranlassung dazu gaben die in ihrem Familienkreise Morgens und Abends üblichen Hausandachten, denen das siebenjährige Kind beiwohnen durfte. Vorzüglich waren es die Neanderschen Lieder, die mit einer ungewohnten seligen Empfindung ihre Seele erfüllten. In der dunkeln Ahnung ihrer Sehnsucht wurde es heller; es dämmerte zu ihr die Geisterwelt herein, der die hochgeliebte Mutter, deren Bild sie im Herzen trug, schon so lange angehörte. Aus den Entzückungen, die jene Lieder in ihr erweckten, erstand die Begeisterung, die an eigenen Hervorbringungen dieser Art ihre Kräfte versuchte; der erste gelungene Versuch war das Lied: ,, Ich hoff auf Gott." In einem, ihr Leben betreffenden, Auffage schildert sie den Zustand der frühesten Aufregungen ihres Gemüthes mit folgen VI den Worten: ,, Schon als zartes Kind wurde Andachtsgefühl die höchste Seligkeit meines Herzens. Wenn kindliche Leiden mein tiefbewegtes Gemüth niederbeugten, und ich einen einsamen Augenblick gewann, in welchem ich niederknieen und dem lieben Gott mein stilles Leiden erzählen konnte, dann fühlte sich meine kindliche Seele erleichtert. So legte sich in meinem innersten Leben der Grund zu einer tröstenden und versöhnenden Andacht./ 11 Diese Worte der frommen Verfasserin eröffnen uns das Geheimniß der Seelenruhe, welche sich ihr unter allen Wendungen des irrfalvollen Lebens bewährte. Indem sie nun aber dunkeln Gefühlen sich immer ausschließender hingab; so gerieth sie in den Zustand, der von dem Schritte: zu weit nicht fern ist. Sie that diesen Schritt wirklich; aber ihre, mit ungemeiner Kraft ausgerüstete Vernunft kam ihr zu statten: diese, durch günstige Lebensumstände und Verhältnisse ein Mal aufgeregt, fand sich jedoch bald wieder zurecht, und an die Stelle mystischer Träume, phantastischer Hoffnungen und vermessener Forderungen an die Geisterwelt trat nun die hellere Glaubensfreudigkeit der reinen, einfachen Christusreligion, mit dem ruhigfrommen Seemann 1 VII 319 Sinn, aus welchem ein, Wohlthat und Liebe umher verbreitendes, Leben hervorging. In der Cilburd ungetrübten Klarheit ihres Geistes, vereint mit der vollen Wärme und Innigkeit des Gefühls, umfaßte sie die ewigen Wahrheiten, die das unvergångliche Wort des erhabenen Welterldsers enthålt. Solchergestalt ist ihre Religion kein star res, durres Verstandeswerk; sie ist vielmehr ein köstlicher Stanım, der in den Tiefen des Gefühls seine Wurzeln ausbreitet, oben aber in den Zweigen leuchtet die Sonne der Vernunft. Die Frucht dieses Stammes gewährte ihr die Kraft, unüberwunden zu dulden und die Kämpfe zu bestehen, womit das irdische Dasein auch die geweihteste Seele nicht verschont. Ein Zeugniß dieser Kraft Gottes hat sie in den folgenden Blättern zu einem kleinen Denkmale für ihre Lieben bestimmt: und so reicht sie von ihrem Krankenlager ihren Freundinnen und Freunden mit dieser Gabe die Hand. Dresden. Tiedge. outdoo VIII Nachschrift. Während des Abdrucks der nachstehenden Sammlung erkaltete, vom Hauch des Todes berührt, die segens= reiche Hand, welche den Freunden und Freundinnen der Verewigten dieses heilige Vermächtniß darreichen sollte. Das Tagewerk der wahrhaft großen Frau ist vollbracht; ihr Geist leuchtet schon in den Verklärungen des großen Morgens, in dem volleren Lichte des neuen Lebens, welches das Morgenlied dieser Sammlung mit den Worten feiert: Ist einst mein Tagewerk gethan, Wird sich ein großer Morgen nahn, Und Gott ist mein Vertrau'n. Hier hoff' ich noch voll Zuversicht, Dort werd' ich erst das volle Licht Des neuen Lebens schaun. Der Herausgeber kann es sich nicht versagen, die, bei der Bestattung der irdischen Hülle, von dem Herrn Prediger D. Schmaltz gesprochene, gehaltvolle Rede hier beizufügen, und somit einen unverwelklichen Cypressenkranz auf die heilige Gruft niederzulegen. Grabrede bei der feierlichen Bestattung der unvergeßlichen Elisa Frau von der Recke, geb. Reichsgräfin von Medem, am 16. April 1833, gesprochen von D. Moriz Ferdinand Schmalk, Pastor. 30:10 10 1611 6011330 st #biler 1 354 bik So sank auch Sie hinab! Was wir schon lange ahneten und täglich näher kommen sahen, das ist geschehen! Ein großer Geist ist uns entflohen, ein schönes Herz gebrochen, ein reiches Leben hat für uns geendet. Dieser klare Blick, von dem warmen Herzen durchdrungen, dieser lebendige Sinn für das Wahre und Gute, für das Einfache und Schöne, dieser noch im Spätherbst der Jahre jugendlich glühende Eifer für das Rechte und Edle, diese unermüdet schaffende und segnende, heilende und beglückende Liebe, für uns sind sie dahin. Wir stehen gebeugt an ihrer Gruft. Un solchem Grabe ziemte wohl ein stummer Schmerz. Doch, wer mag schweigen, wo die Pflicht ruft, und wo die Klage der Liebe laut wird in tausend Herzen? Was wir besaßen, tiefer fühlen wir's als je, indem wir es verlieren. Zum letztenmale schauten wir die theuren Züge, aus denen sonst uns Weisheit sprach und Liebe; da tritt das große Bild des reich geschmückten Lebens noch einmal vor uns hin! Wir schauen es voll tiefer Wehmuth an; doch ob dem Auge die Thräne entfällt, das Herz erhebt sich himmelwärts. Tief pråge ihr Bild unsrer Seele sich ein, ihr Geist lebe und wirke unter uns fort, und in unsrer Mitte walte ihre Liebe. Viel hatte ihr der Ewige gegeben, aber viel Frucht auch wird der Herr der Ernte an ihr finden. Frühzeitig erwachte in ihr ein reger kräftiger Geist, in seiner jugendlichen Entfaltung schon nahm er die veste Richtung auf klare und befriedigende Wahrheit, blindem Glauben kühn entgegentretend und alles verschmähend, was nicht auf klar gedachten und überzeugenden Gründen beruhet. Diese Richtung war ihr bis zur letzten Stunde des Bewußtseins geblieben, aber jede Einseitigkeit wußte sie dabei glücklich zu vermeiden. — Das höchste Ziel alles ihres Denkens, Strebens und Menschenglück Licht und Recht, Wirkens, war durch sittliche Veredlung,- sittliche Veredlung durch kindlich frommen Glauben, der, klår und warm, Geist und Gemüth zugleich befriedigte. S ww XII Des Menschen Vernunft war ihr heilig über alles, galt ihr für die höchste Gottesgabe, für den Funken aus dem Lichtmeere der Gottheit, für den Abglanz göttlicher Herrlichkeit, aber dem kalten Vernünfteln war sie niemals hold. Die höchste und reinste Vernunft war ihr in Jeſu erschienen, daher stand ihr hoch über allen großartigen Gestalten, welche durch diese Welt gegangen sind, der erhabene Erlöser der Menschheit. Sie hing mit der heißesten Verehrung und Liebe ihm an, bekannte sich mit ganzer Seele zu den einfachen Wahrheiten seines Evangeliums, und es waren ihr selige Stunden, wo sie alle die Ihrigen um sich her zur stillen Feier des christlichen Bundesmahles vereinte. Ihre frommen Lieder haben den himmlischen Meister besungen, und haben Tausende und aber Tausende zum Himmel emporgetragen, so oft sie in christlichen Tempeln erklangen. Wer ist ein Christ? Die große Frage hatte sie Jahre lang ernst bewegt in ihrem Herzen, und sie hatte sich es zur Aufgabe gestellet, die Antwort nicht durch Wort und Schrift allein, sondern auch durch That und Leben zu geben. Diesem reichen Geiste stand ein Herz ohne Falsch ein Wohlwollen ohne Argwohn zur Seite. Wer Sinn für das Wahre und Gute und Schöne verrieth, und wer es mit den heiligsten Angelegenheiten der Menschheit redlich meinte, dem stand ihr Haus jederzeit of fen, einen andern Empfehlungsbrief bedurfte es nicht. Der Falschheit und Lüge aber war sie feind, immer nur kurze Zeit konnte es ihnen gelingen, sich an sie zu drången, bald durchschauete sie ihr klarer, durchdringender Blick; - XIII und dann konnte alle Gewalt ihres Wohlwollens das strenge Rechts- und Wahrheitsgefühl nicht niederkämpfen, mit dem sie jeden von sich wieß, der ihr als feiler Verråther an den heiligsten Gütern und Rechten der Menschheit erschienen war. en In seltener wohlthuender Mischung begegnete uns Licht und Wärme, Starkes und Zartes, Geist und Gemüth in ih= rer großen Seele. Ursprünglich dem Norden angehörend, blieb ihr doch auch der Süden nicht fremd; nicht ihr Fuß nur wandelte unter dem südlichen Himmel, durch das Geburtsland der neuen Künste, es schlug auch in ihr ein südlich warmes Herz; aber nimmer konnte es sich zur schwärmerischen Gluth entzünden, weil es unter der Obhut nordischer Geistes- Tiefe, Ruhe und Kraft stand. Wissenschaften und Künste hatten in ihr eine warme Freundin und eifrige und thätige Beschůzerin; durch Wort und That, durch Schrift und Beispiel war sie geschäf= tig ihr steigendes Erblühen zu fördern. Aber ihr großer Geist faßte überall nicht das äußere Gebilde der Kunst, sondern das Ideal des wahrhaft Schönen und Guten auf, und behielt in der Wissenschaft immer das Leben im Auge. Ihrem Vaterlande, wo sie den schönen Morgen ihres Erdenwallens verlebte, hing sie mit Liebe, mit großer Liebe, aber ohne Befangenheit an. Für die ausgezeichneten Beweise hochherzigen Wohlwollens, mit dem sie ihre angestammten kaiſerlichen Monarchen beglückten, hatte sie bis zum letzten Hauch ein dankbares Herz. Aber dies Herz war zu groß, um je sich durch die Erdscholle fesseln, oder durch irgend eine glänzende Erscheinung der Außenwelt bestechen zu lassen. Ihre Liebe gehörte überall nur dem Wahren und Guten, dem Rechten und Heilbringenden an, und wo immer es ihr begegnete, bei ihr fand es Anerkennung und Verehrung. Ihr Leben war vielfach bewegt, wie die Zeit, der es XIV angehörte, oft wurden ihre Verhältnisse verschlungen, und nicht immer war es ihr leicht gemacht, sich auf der ebenen. Bahn zu behaupten. Aber durch jeden Wechsel der Dinge ging sie mit der Ruhe und Würde eines frommen Weisen hindurch; mitten zwischen den glühenden Tiefen der Finsterniß und den frostigen Höhen der Verstandesüberbildung, mit= ten zwischen Volks- und Herrscher- Despotismus, schritt sie auf dem schmalen Pfade des Lichtes und Rechtes hindurch. - Von allen Vorurtheilen des Standes frei, und jeder Art Knechtssinn feind, wendete sie sich doch mit großer Betrübniß von jenem leidenschaftlichen wilden Ansturmen gegen die nothwendigen Unterschiede und Ord= nungen des bürgerlichen Lebens, welche die ewige Weisheit felbst in dem Wesen und Bedürfnisse unsers Geschlechts be= gründet hat. - Die merkwürdigsten Erscheinungen der Zeit gingen nicht unbeachtet an ihr vorüber, und geistvolle Schrifterzeugnisse würdigte sie ihrer aufmerksamsten Beachtung; fleißiger aber, als irgendwo, las sie in sich selbst und in dem eigenen Herzen; und würde ihr Tagebuch der Welt aufgeschlossen, es mußte tiefe Blicke in die menschliche Seele gewähren. So vereinigte sich in ihr wunderbar die mannliche Kraft des Geistes mit weiblicher Milde des Herzens, so ehrwürdig und liebenswürdig war ihr ganzes Denken und Thun! Ach! wie segensreich mußte ihr Wirken sein! Sie benußte gewissenhaft und mit großem Eifer ihren vielgeltenden Einfluß, der zuweilen selbst die Mächtigen der Erde, ja die Beherrscher auf Thronen erreichte. Der wiſsenschaftlichen Bestrebung, der Thätigkeit des Künstlertalents, öffnete sie vielfältig eine schöne Bahn; der Wahrheit redete sie überall kräftig das Wort, für sittliche Veredlung war sie in allen Kreisen thätig, die sie zu erreichen vermochte, und ihre frommen Lieder werden den Lebenden noch TODAY XV lange reiche Erbauung gewähren, wenn man ihren Staub kaum unter den Todten noch findet. Unbeschreiblich wohl= thuend war ihr ganzes Wirken, beglückend ihre Nähe, ihr Haus eine Wohnstätte der Liebe und des Friedens. Ja, ihr Haus war ihre eigenste Welt; und doch war eigentlich die Welt, die ganze große Familie der Menschen, ihr Haus. #E Die stillen Freuden der Mutter waren ihr nur für wenige Jahre beschieden; långer als ein halbes Jahrhundert sollte ihr Leben diesen höheren Reiz entbehren. Aber das ist die Macht, die Gott dem Menschen gegeben hat! was das Geschick ihr versagt hatte, wußte ihr Herz sich zu schaffen. Sie suchte und fand reichen Ersatz in der reinsten, edelsten, treuesten Freundschaft, und wenn etwas ihren Abschied trübte, so war es der Blick auf den zu hohen Lebensstufen vorgeschrittenen und nun verwaiseten Freund. Sie hatte ein mütterliches Herz für alle, die ihrem Hause zunächst angehörten; mit dankbarer Liebe hing sie an denen, welche ihr Dasein treulich ihrem Dienste geweiht hatten, und sie gewährte sich die hohe Freude durch Weckung, Leitung und Nährung des in ihrer unmittelbaren Nähe aufkeimenden Talents noch auf die Nachwelt segensreich zu wirken; und in der weisen und frommen Erziehung trefflicher Jünglinge und Jungfrauen, die sie wie ihre Söhne und Töchter liebte, sich ein bleibendes Gedächtniß zu stiften. Ihre Familie war groß, unübersehlich groß. Die Armen waren ihre Kinder, den Nothleidenden war sie Mutter, Sie rief sie an ihre Tafel, und speisete sie, fie sandte Trost und Segen in die Hütten, die Trauernden und Darbenden zu erquicken. Jeden edeln Zweck förderte sie thätig und großmüthig, und ihr großes Herz fand einen Hochgenuß darin, es zu thun selbst mit Beschrånkung des eigenen Bedürfnisses. Viele Thränen des Dankes fließen an ihrem Grabe, - Viele sehen sich durch ihren Heimgang verwaiset, wie Kinder, denen die Mutter gestorben ist,- Viele der Geretteten und Erquickten werden ihr Gedächtniß im Segen bewahren. Und all' das Herrliche hat nun geendet? Wie? ein Todeshauch hätte es vermocht, solchen Reichthum des Geistes und Herzens zu vernichten? Ein Engel Gottes ging sie durch das Leben, und nun hätte der Tod sie auf immer zum Staube hinabgezogen, zum Staube, was dem Staube nicht verwandt? Nein! was hinabsank, ist nicht Sie, das ist die Hülle nur. Sie hat sich aufgeschwungen zum Sternenlande des Lichts. Ja, an solcher Gruft schließt sich der Himmel auf. Was voll Begeisterung Urania ge= sungen, und was in ihrer großen Seele tief erklungen, laut hallt's und feierlich in aller Herzen wieder: 1 XVI P 11 Ein feiner inn'rer Sinn, der hier begraben In tiefer Hülle lag, wird glorreich auferstehn, Wird jede Geistesblüth' entschleiern, Und wird das große Wiedersehn Der Tugend und der Liebe feiern. Die Wolken, welche hier noch zwischen Seelen stehn, Die schattenden Gestalten, werden schwinden, Ein leichter Hauch umhüllt dann nur den Strahlenkern; Unleuchten wird der Stern den Stern, sida Die Tugend wird die Tugend wiederfinden. Ja, Freunde! ja, wir werden sein und werden noch des Schönen Und Guten inniger und seliger uns freun Und himmlischer wird unser Leben tönen Mit schönen Seelen im Verein. Dann wird dem edlen frommen Späher Der heilige Verhüllte näher, Und lichter, stiller wird's um seine Tugend sein. Erheben wird sie sich auf freier'm Flügel, Hin durch das neue Reich der Zeit, Und heller strahlen wird an ihrer Stirn das Siegel Der heiligen Unsterblichkeit. Vorrede der Verfasserin. Die bedeutende Anzahl schon vorhandener Erbauungsbücher macht, daß ich nur mit Schüchternheit meinen Freundinnen und Freunden diese anspruchlosen Ergießungen meiner Seele übergebe. Aber der Wunsch, diesen Theuren ein kleines Denkmahl meiner Liebe, meiner Weltansicht und meines innersten Lebens zu hinterlassen, überwindet meine Schüchternheit. Die mehresten dieser Lieder, Gebete und Betrachtungen wurden in einer traurigen, sturmbewegten Zeit niedergeschrieben. In schlaflosen Nächten, unter schmerzhaft drückenden Leiden des Körpers entwickelten sich in mir die religiösen Gedanken, die ich dann in den stillen, geweihtesten Stunden meines Tages niederschrieb. Der Geist der echten Christusreligion, der unser Ge= můth freudig zu der kindlich vertrauensvollen Anbetung Gottes, unsers himmlischen Vaters erhebt, verbreitet über unser geistiges Leben eine sanfte, ununterbrochene Ruhe, und unterhält in der Seele das hohe Bedürfniß, welches seine Befriedigung in sich selbst findet. Die Religion, diese unsre sicherste Führerin durch die Irrgånge des Lebens, soll aber nicht in einem bloßen Gewohnheitswerke bestehen, welches nur auf gewisse Stunden ** XVIII des Tages angewiesen ist; sie soll, wie ein stiller, heiterer Tag, ihr Licht über unser ganzes Dasein, über unser Thun und Lassen, über unsre Freuden und Leiden verbreiten. Ihr Mittelpunkt: der Gedanke an Gott, muß uns, bei allen Vorfällen des Lebens, gegenwärtig sein. Von da geht die Kraft aus, die uns aufrecht erhålt, wenn trübe Stunden über uns kommen; wenn Störungen unsre besten Absichten vereiteln; die Kraft, die selbst über die Schmerzen des Siechthums erhebt; von da geht die Heiligung aus, die dem Genusse der Freude Würdigkeit giebt, daß ihm keine Reue nachfolgt. Soll aber der Keim der Religion feste Wurzel faffen in dem Gemüthe, daß er zu einem Baume des Paradieses erwachse: so muß der Saame früh gelegt werden. Dem zarten Kinde, das nach einer Blume greift, nach den Sternen hinweiset, kann und muß auf seine kindliche Frage schon eine Antwort gegeben werden, die auf den großen Vater hindeutet, von dem herab alles Gute kommt. Ein kurzes angemessenes Gebet zu dem Vater, dessen Kinder alle Menschen sind, kann und muß in den frühern Jahren der zarten Kinderfeele eingeflößt werden. Man säume nicht zu lange, das Kind auf den Heiland hinzuweisen; auf den heiligen Gesandten Gottes, der das Licht der höheren Weisheit vom Himmel herab zu den Menschen brachte. Man führe das junge Gemüth, nach Maaßgabe der mehr und mehr sich entwickelnden geistigen Kräfte, immer tiefer ein in das Heiligthum der Religion. So wird das der menschlichen Natur angeborne höchste Bedürfniß fester begründet, geschärft und verwächst gleichsam auf das innigste tief mit der ganzen geistigen Organisation. - Es war eine gute Sitte der frühern Zeit, daß man in jedem Familienkreise sich zu Morgen- und Abend- Andachten versammelte. D! ich weiß es, welche Beseligungen ich in der Folge meines Lebens diesem Hausgottesdienst zu danken habe. Wie fühlte ich, als sechsjähriges Kind mich erhoben, wenn ich das Lied nachsingen konnte: ,, Mein erst Gefühl sei Preis und Dank!" u. s. w.- XIX Wie lebhaft hielt mir die Erinnerung meine kindischen Unarten vor, wenn das Lied angestimmt wurde: Der Tag ist wieder hin, - und diesen Theil des Lebens, wie hab' ich ihn vollbracht?" Und wie tief,- gleichsam mit einem Schauer der Heiligung durchdrang es mich, wenn meine schwache zitternde Stimme in das Lied einstimmte: Lebe, wie du wenn du stirbt, wünschen wirst, gelebt zu haben! So entstand in meinem Gemüthe eine Grundstimmung, die mich in den spåteren Jahren, und in allen Verhältnissen nicht verließ. Höchst mißbilligen muß ich daher den Grundfaß, nach welchem manche Erzieher wollen, daß erst, wie sie sagen, bei reiferem Verstande zu den jungen Seelen von Gott und göttlichen Dingen gesprochen werden soll. Dann müssen sich religiöse Ideen erst Raum in der Seele schaffen, die mit allerlei müßlichen und unnüten Kenntnissen angefüllt ist. O! möchten die guten Mütter auf meine Stimme hdren, die hier aus einer beseligenden Erfahrung meines ganzen Lebens zu ihnen ſpricht. Dresden, den 5. Mai 1826. - - 1 Sie, die Unendlichkeit, reißt ihre Tempelhallen Zum Gottesdienst der Welten auf. O schau! wie Zug an Zug sich drånget! So groß, und doch so stil!- - So schwang mein Geist sich auf zum Gottesdienst der Sphären. Und dieser Gottesdienst verkündet keinen Gott? INFOGR Bei jenen flammenden Ultåren Im Tempel der Natur! hier ist, hier herrscht ein Gott! Sein Odem ist die Kraft der ewigen Gewalten, Das Leben dieses Raums, die Seele der Gestalten! Dort betet die Vernunft: ,, Erhabener, du bist! Bist nahe dem beseelten Staube!- Ja, wenn den heiligen die Grübelei vermißt: Dort findet ahnend ihn der Glaube, Der die Vernunft der Tugend ist." Urania. mdibe k noid આપ વેલ) કોય e i njun dunqu2 su: 180013 dhm Sillo olla eu fill all #tbm du omgu2 nd nu end non monič výjan mijùm wit .ng) eidnia mijin( 3 canis dail Das Glück und die Art zu beten. : One In Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. il C Wenn ich vor meinen Schöpfer trete coule Und hier in heilger Einsamkeit, Zu ihm aus voller Seele bete: sin( 19 muuse Was fühl ich dann für Seligkeit!)_ 18 Ganz werd' ich Geist, und alles flieht, Was mich zur Erde niederzieht. O dann entbehr' ich gern die Freuden, Wodurch die Welt der Flitterpracht Die Menschen, die sich drum beneiden, Nur elend und zu Sclaven macht; dullIch fühle: Gott gefällig seyn, pria Das, das ist wahre Freud' allein.id C nd( i asl bigin Ja dann entweichen alle Sorgen; Leicht wird das Leiden, das mich drückt; Ich weiß es, nichts ist dem verborgen, Der in des Herzens Tiefen blickt. Kein blindes Schicksal leitet mich, Deß' freue meine Seele sich. ud fem2 1 2 Auch giebt Gebet uns Kraft im Leiden, Erhöht zur Tugend unsern Geist, Und hilft uns alles, alles meiden, Was uns der Tugend sonst entreißt; Nur müssen unsre Bitten rein Und eines Christen würdig seyn. meine Drum bitt' ich nicht in meinen Leiden: O Vater nimm Du sie von mir. Auch bitt' ich nicht in meinen Freuden: Erhalte sie, o Vater mir. Nur um ein Gott ergebnes Herz, como: 23 Bet' ich in Freuden und im Schmerz. QUE AQ Nachfolge Christi. Göttlicher! dich zu erheben, Und mit frommer Zuversicht, Deiner Tugend nachzustreben, Ist dein Ruf und meine Pflicht. Sieh, ein Beispiel laß' ich dir! // Sprichst du ,, komm und folge mir. // O, welch' Beispiel, sonder gleichen! Streb', o Christ, es zu erreichen! 11 ne MOR Armuth, Haß, Verfolgung, Schmerzen, Trugst du still und mit Geduld; 3 Du vergabst mit edlem Herzen Deinen Feinden ihre Schuld; Hortest der Verlaßnen Flehn, Eiltest ihnen beizustehn; Kanntest keine höhern Freuden, Als die Lindrung ihrer Leiden. Ich auch will, in Noth und Schmerzen, Standhaft und geduldig sein; Will mit friedevollem Herzen Meinen Feinden gern verzeihn. Nie soll mir des Elends Flehn Unerhört vorübergehn; Fest und innig will ich streben, Deinem Worte nachzuleben! Du, den ich zum Vorbild wähle, Hebst den Sinkenden empor. Wenn ich wanke, wenn ich fehle, Schwebe mir dein Beispiel vor! Es errette meinen Geist, Wenn ihn fort der Weltsinn reißt, Daß dich, Göttlicher, im Kreise Meiner Pflicht, mein Leben preise. 1* 4 med molde tiu jongsa na im Zuversicht auf Gottes Beistand. proiz no pod Auf Gott hoff' ich mit festem Muth; Sein ist mein ganzes Lebert. nisl pinn pinna. Wie Gott mich führt, so ist es gut; ane Er wird mir Hülfe geben; Mir sagt sein heilig Wort es zu, d Das giebt mir Freudigkeit und Ruh, not tim In jeder finstern Stunde.) MER nend me moni& mainte 11mfangen mich mit ihrem Graun sife Die dunkeln Thrånenstunden, Erbebt mein zagendes Vertraun, du 118 Ist jeder Trost verschwunden: main@ Sei du dann meine Zuversicht, Du Kraft des Herrn! verläßß mich nicht, Ⓒ and 100 Und rette meine Seele! plo bi d Verlassen hab' ich mich auf dich, Seit meinen Jugendtagen; mm 89 Du sorgtest Herr, mein Heil, für mich; Wie könnt ich je verzagen? bid inc Es spricht zu mir dein heilig Wort: mife Ich bin dein Helfer, bin dein Hort, Du tief gebeugte Seele!!! 5 mo anda di mando Sterbelied du dim, immol Das Ziel von meinen Tagen, més nim@ Nah' sei es oder fern: jort sdnm Mein Geist soll nimmer zagen; Ich weiß: ich bin des Herrn. sei ni Des Todes Bitterkeiten, dond on C Wie bald verschwinden die! Und gegen Ewigkeiten Voll Wonne, was sind sie? Ins Dunkel jener Höhlen muß Der letzten Ruhe schau'n ³ Imd o Die Gott vertrauten Seelen, mi vɛ Mit Hoffnung, nicht mit Grau'n.d dnff Der Erde Kümmernisse END Kennt jene Heimath nicht; m Und alle Finsternisſe Sabini Gomis cult Verwandeln sich in Licht.quando#C il mid Des Himmels Wonne lehret Zwar Menschenweisheit nie; ditul2 Kein Ohr hat sie gehöret, buo this dull the Kein Aug' erblickte sie; std 19 Doch sprechen tausend Weltenpid dull Mir frohen Muth ins Herz: ug mis Dort wird ein Gott, vergelten abak si Des kurzen Lebens Schmerz! nd thilge2 6 So harr' ich, ohne Beben, Des letzten Augenblicks. Er kommt, mich zu erheben Zur Fülle meines Glücks. Wenn Freunde trostlos weinen, Dann tröstet meinen Geist Ein seliges Vereinen, Das uns der Tod verheißt. GING SER apdo dall Baft Gottes Fürsorge. Durchirrt mein Geist der Welten Pracht, So denk' ich Gottes Gut' und Macht. Zu ihm empor hebt sich mein Geist, Und betet selig an und preis't. Er, der den Himmel ausgespannt, Umfasset ihn mit starker Hand; Und seines Reiches Herrlichkeit Ist ohne Gränzen, Maaß und Zeit. Ein unzählbares Weltenheer Läuft kreisend um einander her; Und rückt aus seiner Ordnung nicht. Er hält und lenkt ihr Gleichgewicht. Und diese Erd', im Schöpfungsreich Ein Punkt, an wie viel Schönheit reich! Die Welt und meine stille Flur Beglückt der Vater der Natur. 7 Und ohne seinen Willen fällt idim 10 Kein Sperling nieder; denn er hält s Den Wurm, der sich im Staube nährt, Des Schußes, wie den Seraph, werth. 30. KO Er wog, nach meiner Fähigkeit, Mir meine Wohlfahrt und mein Leid, Mein ganzes Schicksal, bis ins Grab, Und meine Lebensdauer ab. Erhalte den Gedanken mir, pinnal onk O Gott: ,, Was kommt, das kommt von dir! Was deine Vorsicht an mir thut, Ist herrlich, weise, selig, gut! leo Zufriedenheit mit den Wegen der Borsehung. 702 00 Was Gott für mich bestimmt, das kommt Aus lieben Vaterhånden; falta u Ich weiß es, daß mir alles frommt, Was diese huldreich senden. 062 HIGH STR manttine id 1000049) Ace NOBO 112 Oft mußte ja, Was mir geschah, Wie hart es auch geschienen, Zu meinem Frieden dienen. Eins bitt' ich nur, Eins wollest du Mein Gott, mir nicht versagen: toninait bim 108 0 8 Gieb mir die Kraft mit Seelenruh duit Die Anfechtung zu tragen, dini Daß ich von dir, Ob sich auch mir Die letzte Stüß' entzdge, Munky, bont pour 10 Doch nimmer wanken möge. 198 and maisia ma joto Na hmisille tinte Drum bitt' ich, höchster Geber, nicht 852 anism onli Um Güter dieser Erde; ch Erleuchte mich mit deinem Licht, sind13. Auf daß ich weiser werde, AND Q Und reich an Kraft, Gewissenhaft Den Reiz der Nichtigkeiten Der Erde zu bestreiten. Ich fleh um kein entferntes Ziel Der Lebensfrist hienieden; Laß dies allein Mein Streben sein: and Daß keiner meiner Tage Mich, Gott, vor dir verklage! Ich nehme willig an, wie vielen Du mir, mein Gott, beschieden. and find thC having spid andr 10 stium nQ sim önüf Sound sieg # 2 Und ist ein kranker Leib mein Theil, Ilmringt mit Kümmernissen: So wird auch dies die Saat zum Heil Für mich einst werden müssen. 10 mit 9 Was du mir schenkst, Wie du mich lenfft, 45& ssdanmt3 Durch bös und gute Zeiten: as men 19 Es soll zu dir mich leiten. Thether ne in) ai dimite Q Hoffnung des Fünftigen Lebens. Wenn hoch mein glaubendes Gemüth 3 Empor zu Gott sich schwinget, Und ihm, von Hoffnung tief durchglüht, Schon hier ein Loblied singet: Wie leicht wird dann dem Erdengast Des Lebens Druck, des Lebens Last, Die niederbeugt den Pilger! pall ne na sie DORMER C 19th, mempe Ja, hier kann der schon selig sein, dull Der sich im Guten übet; Auf Erden schon darf der sich freun, onit Der Gott und Menschen liebet. nothille mig D, Vorschmack einer höhern Lust, si Entflamme du in meiner Brust bbw si Den Trieb zu jeder Tugend! un idi ve G Ich wachse durch die Ewigkeit An Licht, an Kraftund Fülle. Dort wird Triumph mein innrer Streit, Mein Kummer Seelenstille. Fort wächst im Niedersturz der Zeit Die Wonne meiner Herrlichkeit; Sie trotzt des Grabes Schrecken. yang ne und 6028 Godt dift $ Q majign 10 Ermunterung zur Zufriedenheit. Es strömt aus reicher Segensfülle Der Weltengeist uns Freuden zu. Der Mensch in seiner engen Hülle Murrt oft; ein Nichts stört seine Ruh'. Er blickt' hinaus auf seine Flur! Ein Werk der Lieb' ist die Natur. 30 13 Der muntre Fisch in See und Bächen, Der Vogel, der die Luft durchschwebt, Die Heerd' auf buntbeblümten Flächen, Das Würmchen, das vom Thaue lebt, Bezeugen alle: Gott ist groß, Und seine Liebe grånzenlos. Und doch, o Mensch, ist deine Klage Ein Mißton in der Schöpfung Pracht. Sie rechtet mit dem lichten Tage, Sie rechtet mit der dunkeln Nacht.nl Du siehst nur Böses in der Welt, Das Gute nicht, das sie enthält. 10 Es reget sich in deinem Herzen Der Wünsche ungeheure Zahl; Was du besigest, macht dir Schmerzen, Und was dir mangelt, giebt dir Qual. Die Stunden deiner Lebenszeit Thaus sie Vergiften Habsucht, Haß und Neid. 11 2 Der Mensch verkennt des Heiles Quelle, Wenn er der Tugend Pfad verläßt; Er macht ein Paradies zur Hölle, Hålt er sein eignes Herz nicht fest. Er schwärmt, getäuscht, der Ferne zu, Er sucht und findet nirgends Ruh'. Er ist der Schöpfer aller Schmerzen, Auf welche seine Thräne rinnt; siste Es ist in seinem eignen Herzen, noci( 19 Worin das Himmelreich beginnt; hand? Denn nur des Herzens Reinigkeit Giebt Ruhe hier, dort Seligkeit. Lied der Pflicht. 11 Religion, was forderst du?@ Es soll, vom Geist getrieben, Selbst mit Gefahr der weichern Ruh', 9 Der Mensch den Menschen lieben!" Auf dann, mein Herz, sei aufgethan! Laß keinen Kummer dir sich nahn, Ohn' ihn mit Huld zu trösten! nive Wer Leidende je von sich stieß, Die flehend zu ihm kamen, O der empfand noch nicht, wie süß d Das ist, Gott nachzuahmen! dy dall 12 Gern seine Kraft dem Schwachen leihn, Der Schöpfer fremder Bonne sein, in ume Baut ja den eignen Himmel. i tham: 13 pt schin ne bougih nis) n die Ich will dem Freunde nicht alleinh) 13 Gern meine Dienste weihen; du 10 13 Süß müsse selbst die Pflicht mir sein, Auch Feinde zu erfreuen. Mir gehe hülflos Keiner fort! Ach, schon ein liebevolles Wort Kann heiße Thränen trocknen. 19 st julk nì ſì EÐ ad min009 Campnd and the nine *** id dui ti Morgenlied. Hervor tritt aus der Schattennacht Der junge Tag, und mit ihm wachte Mir neues Leben auf. 1 8911 Es ruft das junge Tageslicht, um 1460 Es ruft zur Thätigkeit und Pflicht na Den Muth des Geistes auf. mund jule CREN mmbi in2 Mit Muth und Kraft sei angethan, Mein Geist, zu wandeln deine Bahn, Und Thaten auszusa'n! odm3 m80 Aus deiner Stunden schneller Flucht Wird eine Ewigkeit, voll Frucht Und Leben, auferstehn! bon no, da n 13 Was uns die nächste Stunde bringt, Ist mit Verborgenheit umringt; Doch führet sie zum Ziel. a de Sie führt die letzte Stund' herbei; Wie fern, wie nahe diese sei, im 19 Ist nicht des Zufalls Spiel. med tomatę dosed thiplaste Bog laman so Zur Sonne blick, o Mensch, empor!]_ Gott schrieb den großen Lauf ihr vor; Dir, deine Lebensfrist. Wie er das All regiert und hält, e So führe du die kleine Welt, || Die dir verlichen ist. aus den 150 nC 11009 11: 100m²) Ist einst mein Tagewerk gethan, as Dann wird ein großer Morgen nahn, me Und Gott ist mein Vertrau'n! Hier hoff' ich noch mit Zuversicht; Dort werd' ich erst das volle Licht a W MQ Des neuen Lebens schau'n.bid nC sim. Sogo2 Bodi dindis me Imbe Rinema egionie ni at plimul sind) ve menojmu did ndes( C dud d e dinted i 3mnd sic indung np2 ja 18 14 Abendlied. Entschwunden ist ein Tag der Zeit; Ich blick hinauf zur Ferne; Erfüllt mit Gottes Herrlichkeit, Prangt dort das Reich der Sterne; Es strahlt voll Majestät herab, Und leuchtet auf das dunkle, Grab 830m Die Hoffnung lichter Tage. Die Nacht ruft meiner Seele zu: 11 Du, Mensch, wirst weiter dringen; Der Geist wird aus des Grabes Ruh' Empor zu Gott sich schwingen! ochon im Wohl dem, der schon im Pilgerstand Den sichern Weg des Friedens fand, Den nur die Tugend wandelt!!! O möchte still und tröstend hier, In diesem Erdeleben, Der Abend jedes Tages mir Ein würdig Zeugniß geben! Hab' ich genügt: o dann, nur dann, Du sanfte Schlummerstille, kann Ich froher dich umfangen. Dir dank' ich betend, Gott der Huld, Für dieses Tages Freuden; 15 Auch für die Prüfung der Geduld; Ein Ruf zu dir sind Leiden! In Wonn' und Schmerz verehr' ich dich; So, dir vertrauend, finde mich Dereinst mein letzter Schlummer. 30 Allgegenwart Gottes. Zu Gott, o Seele, fleug hinauf, Dem Herrn voll Huld und Gnade, Dort lenket er den Weltenlauf; Hier meine Pilgerpfade. Ihn preis ich, wo die Freude lacht; Ihn ahn' ich in des Kummers Nacht; Er ist allgegenwärtig. Im Schatten tiefer Einsamkeit, Wo ich mir selber lebe, Und mich, vom Weltgeräusch der Zeit, Zur heilgen Still' erhebe; Da fühl' ich Gottes Herrlichkeit, Die höher meine Seele weiht; Gott ist allgegenwärtig. Und wenn nicht nur ein Feind uns drångt, Wenn heiß're Thränen fließen; Wenn die, die unser Arm umfångt, Selbst unsern Fall beschließen: 16 Was ist dann, das uns Frieden schafft? Nur des Gedankens hohe Kraft: je m Gott ist allgegenwärtig. dim son, dining sid 60 Wenn sich die dunkle Stunde naht, Die Trug von Wahrheit scheidet, Die jede weltgepries'ne That Von ihrem Schmuck entkleidet: 112 Getroft besteh' ich dann im Krampf Des Todes meinen legten Kampf, Denn Gott ist gegenwärtig. me Huolimines mo n him troc Zu Gott, o Seele, fleug hinauf, i Dem Herrn voll Huld und Gnade! C Dort lenket er den Weltenlauf; do n Hier meine Pilgerpfade. Er lenket sie durch Licht und Nacht: Mit mir ist Gottes heilge Macht; Gott ist allgegenwärtig. mod dim onli 1 shim Th mohd 16 2 pistoiling amo di 10 24050 onism dit sie 1100 cintaineella denied am duis nis ann thin por dull વલ્લી ed છે સારી : miittipo lot mpmu idh 17 Selbstprüfung. O Gott! wie mancher von den Tagen Der mir beschiednen Lebenszeit Floh rastlos hin, mich anzuflagen, Ins Meer der dunklen Ewigkeit! Nicht jeden hab' ich dir gelebt, Nicht stets der Tugend nachgestrebt. Monte bht9 Raze 100 Ach! oft emporte sich im Leiden Mein murrend Herz voll Ungeduld; Und schenktest du, mein Gott, mir Freuden, Vergaß ich oft nicht deiner Huld? Und bracht' ich dir des Dankes Zoll, So, wie der wahre Christ es soll? Und hab' ich nach der Kraft gerungen, zu tragen der Verfolgung Schmerz? Beschlich nicht, bei Beleidigungen, Der Rache Trieb geheim mein Herz? Und bin ich dann auch noch ein Christ, Wenn keine Sanftmuth in mir ist? 2 Onl 00 Du weißt es, Herr, weißt, wie ich's meine, dull Der du im Schwachen mächtig bist! Ich lieg' im Staub' vor dir und weine, le Daß schwach mein Herz und wankend ist; Zu schwach im Drang der Leidenschaft! Gott! rüste du mich aus mit Kraft. GD TO 18 Trost im Leiden. Gott ist mein Hort! was kann die Ruh Aus meiner Seele rauben? Und sendet er mir Leiden zu: Ich halte fest am Glauben! Gott wählt für mich Stets våterlich! Sei's Kummer oder Freude, Dank ihm, mein Herz, für beide! 2017 2018 1902 812 Bon dibon? me bim shift Beugt Krankheit oder Seelenschmerzenit Den schwachen Muth danieder: bi nenes Dann hebt mein Blick sich himmelwärts, Gull Und Ruhe kehret wieder. Ja, Gott ist gut! Er stårkt den Muth In finstern Leidenstagen, Des Lebens Druck zu tragen. onll import#E Und fodert er mein irdisch Glück, mid onl! Freund, Güter, selbst das Leben: sunt me Er nehme, was er lich, zurück, Rhe#C Und Preis sei ihm gegeben! Die Thránensaat, sid you mor mind 193 mi' pil de Die früh und ſpatunam bout jo€ Ich ausgefåt auf Erden, Q mi bud)# 6 Wird Himmelserndte werden. tim ud pin:! 100 19 Unfaßlichkeit des Weltenschöpfers. Ein Blick in's weite Schöpfungsreich Macht meine Seele trunken! om 1 8622 Ich bin den Sel'gen Gottes gleich, In Gottes Glanz versunken! ther * 38mm mil Ich fühle mich der Erd' entrückt, ndjuo 19 Wenn meine Seele, hoch entzückt, olid$ 100 Den Herrn der Welten denket. 3. The ser Q ni& Dich, Herr der Welten, staun' ich an In deinen Sonnenkreisen! Wer kann, Allwaltender, wer kann rij në Dich fassen und dich preisen? ground Gall Voll Herrlichkeit, voll Licht und Glanz, Erfüllst du meine Seele ganz, Zu dir empor gehoben. Von tausend Sonnen strahlt dein Thron, Dich fassen keine Schranken, Ich fühle mich vergöttlicht schon In diesem Lichtgedanken, Der sich zu deinem Throne schwingt, Und in das Hallelujah singt, Womit dich Engel feiern. # 857 me in finit #i bi n dall bise mint Gni! 100 bindripe 2* 20 Betrachtung des Lebens Jesu. Durchdenk' ich meines Heilands Leben: Was fühlt mein liebend Herz für ihn! Welch' Beispiel hat er uns gegeben, mnd nid C Um uns zu sich empor zu ziehn! Er, auf der Tugend höchster Stufe, Nam 6C Wie huldreich läßt er sich herab! Wie weist er die Hosannarufe Des Volks in reiner Demuth ab! 6#G Hoch steht er da, der Heil'ge Gottes, 102 In seiner ganzen Herrlichkeit! mge Er troßt dem Pfeil des Heuchler- Spottes, bi Und dem Verderben seiner Zeit. Quiro Er hat sich seinen Weg gebahnet, Von diesem weicht und wankt er nicht; and n Er straft, er lehret und ermahnet; Sein Wort ist Heiligkeit und Licht. ich bie Zu diesem Licht führt er den Irren, Ruft er den Wankenden empor, Cunt din be Der sich in schrecklichen Gewirren Und Täuschungen der Welt verlor. Nicht sich, Gott will er offenbaren, Wird auch sein hoher Sinn verkannt; Und mitten unter Undankbaren Entströmet Wohlthun seiner Hand. ited my »@ and al entr 21 Wie seine Feind' ihm auch vergalten: Er rächte sich an ihnen nie; ther onli Er schalt nie wieder, wenn sie schalten; 19 Sein göttlich großes Herz verzich. Er betet: -Gott! laß nicht auf ihnen -1 Die Lasten ihrer Sünden ruhn, Zur Strafe, welche sie verdienen! Sie wissen, Herr, nicht, was sie thun!!! So betet er im höchsten Leiden, Bei seiner Feinde bitterm Spott! So betet er, selbst im Verscheiden, Für seine Mörder noch zu Gott! Dann sieht er seines Jüngers Zähren, Er sieht der Mutter tiefen Schmerz! Ach! Beiden Tröstung zu gewähren, Der Drang erfüllt sein brechend Herz. Zum Jünger spricht er, und zur Mutter, Mit einem liebevollen Ton: Johannes! - 11 - sie sei deine Mutter! Und er, o Mutter, sei dein Sohn!!! So krönt er sein erhabnes Ende, Das selbst kein Engel würdig preist; Und ruft: ,, In deine Vaterhånde Befehl ich, Herr, nun meinen Geist!!! suff Ich trage, Christus, deinen Namen; Er mdge meine Seele weihn, na # 22 Dein göttlich Beispiel nachzuahmen, Und werth des Christen Heils zu sein! 19 Es sei mir, wenn ich von der Erde Nun scheiden, und zum letztenmal Noch Jesus Christus!" rufen werde, Mein Licht im dunkeln Todesthal! 11 Christi Huld gegen den gefallenen Petrus. # 6 Mitten aus der Schaar der Feinde Wirfst du einen Blick voll Ruh Und voll Huld dem schwachen Freunde, Der dich, Herr, verleugnet, zu. 10 39 O, du säumst nicht, dich des Armen, Der dich kränkte, zu erbarmen; BAYC 560 Achtest nicht den eignen Schmerz; Für den Freund nur sorgt dein Herz. Um ihn wieder zu erheben, Winkt dein liebevoller Blick, 11 Der da spricht: Dir ist vergeben!!! Den verirrten Freund zurück. Dieser Blick ist für uns Alle; Petrus lchrt in seinem Falle, Daß der Starke selber irrt, Wenn er zu vermessen wird. 112 om sedm 19 23 D! was fühlt dein Freund für Leiden Bei dem liebevollen Blick! Sonst erfüllt' er ihn mit Freuden, Doch nun läßt er Schmerz zurück. Ach! er hat sich dir entwendet, Dessen Huld ihm Gnade sendet, Dem er, treu zu sein, verhieß, Als ihn alle Welt verließ! Thränen bittrer Reue fließen Nun von seinem Angesicht. Solche Thränen zu vergießen, Schämt sich der Gerührte nicht. Er enteilet dem Getümmel, Flehet brünstig auf zum Himmel, Daß ihm Gott die Schuld verzeih', Und im Schwachen mächtig sei. 32 Deinem Freunde bin ich ähnlich: Ach, erbarm' auch meiner dich! Meine Seele flehet sehnlich: ,, Beßre, leite, stårke mich, Daß mein Herz sich nie vermesse; Daß ich deiner nie vergesse! Stärke mich in jeder Pflicht, Jesus meine Zuversicht! // 13 m 200.000 Jelg onli com@ 43 02 24 Der Tod ist neues Leben. Eng ist des Lebens Raum, und schnell Ist unsre Frist vollendet; Dem Frommen ist die Aussicht hell, Wo sich das Leben endet. Fromm nimmt er an, was Gott ihm schickt; Er freut sich dieser Welt, und blickt die Auch jener froh entgegen. Die Jahre dieser Pilgerzeit Sind uns zum Heil gegeben; Wir sollen hier mit Emsigkeit Nach höchster Tugend streben, Uns jeder Gabe Gottes freu'n; Ihm unsre ganze Seele weih'n; Wie er, die Menschen lieben. Samol Und lassen wir uns sein Gebot Durch's Leben willig leiten, So wird er einst durch unsern Tod Uns neues Heil bereiten. Dies neue Heil, das er verspricht, Heißt Gnade, Friede, Recht und Licht, Und himmlische Vollendung. 30 Drum ist sie mir nicht fürchterlich, Des Grabes finstre Höhle! ht Mhub 73 achafte cipc. 25 Zu einer Wonne führt sie mich, um 20: 3 Von der sich keine Seele Die hohe Fülle denken kann, Und die den Treubefundnen dann, Wenn er entschläft, beseligt. Bußlied. Du, den meine Seele liebt, Urquell aller Gnaden, Zu dem Vater, der vergiebt, Komm' ich schuldbeladen! Ja, du nimmst die Sünder an, Wenn sie, mit den Zähren Heil'ger Reue, die sich nahn, Sich zu dir bekehren. Nicht hab' ich den Weg gewählt, Den dein Sohn gewandelt; Oft und viel hab' ich gefehlt, Nicht, wie er gewandelt. Ich erkenne meine Schuld; Voll der tiefsten Reue, Fleh' ich auf zu deiner Huld: ,, Vater! ach, verzeihe!!! #C Q onda MIS 879 26 Leite mich nach deinem Rath! mb 16 Laß mich deinen Willen, 2nd mos In Gedanken, Wort und That, Treu und froh erfüllen! Meiner Schwachheit, Herr, mein Hort, Leihe Kraft und Stärke, Daß ich auf dein heilig Wort Ungestörter merke! Eitel ist der Menschen Thun Ohne deine Gnade! Laß mich nie zu sicher ruhnauer Auf dem Lebenspfade! Still stehn darf dein Junger nicht; MOR Sich mit Muth zu rüsten, Fortzuschreiten, ist die Pflichts Eines wahren Christen. abdanune in die die dirbanisumbo C and lace L MO Univ.- Bibl. Giessen MER 27 Vor dem Abendmahle. Deinem heil'gen Liebesmahle, Herr des Lebens, nah' ich mich, Trink aus deiner Lebensschaale 00-1500 Die Erinnerung an dich, Der du uns zum Heile starbst, Uns den Todesmuth erwarbst, Und ein Beispiel warst im Leiden, So im Leben, wie im Scheiden. #skig 100 thin pe In dem höhern Lebenstriebe, quis 2. Der das Himmelreich umfaßt, Stärke mich dies Mahl der Liebe, ig Das du mir bereitet hast, MIC Daß ich, strebend fromm und rein, has Deiner würdig moge sein; 08 Daß mit dir der Bund der Treue Kräftig sich in mir erneue! Daß ich mich der Sünd' entschwinge, Die mich mit mir selbst entzweit, Und die Heiligung erringe, tim no Die dein göttlich Wort gebeut! d 12 Aber nicht, als ob dein Blut, in Wie ein sichres Lösegut, C Gm 30x10 Meiner Sünden Schuld bezahle, Tret' ich, Herr, zu deinem Mahle. 28 Dein Verdienst kann von dem Bösen, Von dem Sündengreu't der Welt Nicht erretten, nicht erlösen, Wenn ihn fest der Sünder hält! Wer da wähnt, für Sündenschuld Durch dies Segensmahl der Huld, Einen Freibrief zu erwerben, Schließt sich aus von deinen Erben. Weh, o wehe dem Gemüthe, Das nicht redlich strebt und ringt! Wer zu deinem Mahl der Güte Keine reine Seele bringt, Wiederholet im Genuß Dieses Mahls den Frevelkuß, Welchen Judas, um dein Leben Zu verrathen, dir gegeben. 002 omdougon att C DQ Großer Lehrer, sei mit Allen, Die in frommer Andacht heut, Deinem Pfade nachzuwallen, Ihren Bund mit dir erneut! Sei mit ihnen deine Kraft, Die das Gute wirkt und schafft; Daß dein Reich, wonach der Fromme Strebt und ringet, zu uns komme! 29 Nach dem Abendmahle. Durch dich, du höchstes Gut, erfreut, Soll dich mein Herz erheben! Es hat den Bund mit dir erneut, Zu einem frommen Leben. Es stärke dein vergoßnes Blut Mit Lebensweisheit, Todesmuth Und Hoffnung meine Seele! Dir folgen will ich, Herr, mein Mit Freudigkeit der Seele! Ich halte fest mich an dein Wort; Dies ruft mich, wenn ich fehle. Ja, kräftig ruft es meinen Sinn Zur Wahrheit und zur Tugend hin, Hin zur Erkenntniß Gottes. 02 80002 DQ mis 19 5002 m2 Fuse en dis ho Die stillsten Herzenssünden, So wie den Sturm der Leidenschaft, Hort! dradigmes am 3003 mund na C jmm dait Dein Wort ist sanft und giebt doch Kraft, tid ing Mit Muth zu überwinden. Du Herzenskünder, weißt, wie leicht Die Sund' ein schwaches Herz beschleicht; Dein Wort soll bei mir wohnen. Das Wort, das uns den Weg zur Ruh, Den Weg zu Gott entriegelt, 30 Dies Wort des Lebens, Herr, hast du Durch deinen Tod besiegelt. An diesen Tod, voll Schmach und Qual, Erinnerte dein Abendmahl; Laß mir's zum Heil gedeihen! md y- 118 in 19 Ich werd', umhüllt mich Finsterniß ind Des Todes, einst nicht beben; આવકવે જો Ich bin ja meines Heils gewiß, Im Tode werd' ich leben. Nur laß mich stark im Glauben sein, Verzeihend, liebend, fromm und reine Vor meinem Gott zu wandeln. pstod de Sei mit uns Allen, Herr, Zu deinem Tische traten, Daß wir uns nicht vergebens dir Und unserm Heile nahten! Daß uns das große Liebesmahl Zu dir, o Herr, und zu der Zahl Der Deinen einst versammle. duit out of 16 die wir empol 102 inded.25 18 mph) ay mg of the um sic and siør o Ladillandi ne mundesite This site nomilemmo 11Q bildid paboard is om siQ mudou sim ind 0 m2 be MO IN MEX MO 31 Flüchtigkeit unsers Lebens. Wie schnell verfließen unsre Tage! Wie unbemerkt sind sie vollbracht! So klagen wir; nur daß die Klage Uns selten darum weiser macht. Die Eitelkeit der Welt entreißt Zu oft der Beßrung unsern Geist. ma UDHOR Wir sollen nicht nach eitlen Dingen, Wovon oft der Genuß entehrt, 6C. Wir sollen nach den Schäßen ringen, Die Motte nicht, noch Rost verzehrt; Und jenes Lebens Herrlichkeit Mehr achten, als den Land der Zeit. 1000)# 1C Mich lehre, nie, o nie vergebens, Der nur zu flüchtige Genuß Der besten Freuden dieses Lebens, re Daß alles, alles enden muß; Und daß, des Himmels mich zu freu'n, Mein Leben himmlisch müsse sein. Bo nedut si 4 michl ontl Thi C 10 Q Gomme sitt mmC 351 i tids smpai 32 Am Geburtstage. Durch dein allmächtig ,, Werde Erblickt' ich diesen Tag, In dem, für diese Erde, Mein ganzes Schicksal lag. Das Heil, das ich genossen, Den Schmerz, der mich durchdrang, Hast du, Herr, ausgegossen Auf meinen Pilgergang. Pilgergang. was mall a Den Kummer und die Freude, k Die sich fortan mir nahn, in smo siQ Ich will sie, dankend, beidenį drill Aus deiner Hand empfahn; dado102 Du sandtest in die Nächte Des Kummers Licht und Ruh'; Es führte deine Rechte Mir Freund und Führer zu. nd 12 Auf den Vergangenheiten and anti Soll oft mein Blick noch ruhn; me Sie mögen mich begleiten, Und lehren, Recht zu thun, Daß ich, zu deinem Preise, Dir, Gott, und mir getreu, Dem mir verlichnen Kreise Ein gutes Schicksal sei. 33 Vor dir, Herr meiner Tage, Sei kräftig mein Gemüth, eh ni Daß ich das Leben trage, Wenn jeder Trost entflieht. Die Tugend hebt das Schnen Zu dir, o Gott, empor, Und hält dem Blick der Thränen Die hellre Zukunft vor. strang Trost der Ewigkeit. # 2 Ich fühle tief, wie oft ich fehle, po he ofe hö Bedrångt vom Wahn der Nichtigkeit; Und doch wie dürftet meine Seele t Nach Wahrheit und Vollkommenheit! sie 18 Noch strahlt mir nicht Das volle Licht, Das uns zu beiden leitet. Die Nichtigkeit der eitlen Dinge; Und abgethan wird dort erst sein, Was hier mich quält; Und was mir fehlt, Das werd' ich dort erwerben. h 2010( 2 Oft überwältigt, wenn ich ringe, Den schwachen Muth ein leerer Schein, hould misste 3 34 Wenn siegend hier das Unrecht wüthet: Sein enger Schauplatz ist die Zeit! Dort wird vergolten und vergütet, Wo du bist, Gottes Ewigkeit! Erhebe dann Dich himmelan, Mein Geist, und sei getröstet! sie Abendlied eines Kranken. Schon bricht die dunkle Nacht herein; Der Tag verschwand, nicht meine Pein; Schon lange drückte keine Ruh Des Schlafs mein mattes Auge zu. pub10363 Und wandelt Furcht mich an und Graun: Zu dir erhebt sich mein Vertraun, Zu dir, mein Gott, voll Gnad' und Huld, D, rüste du mich mit Geduld! @ Du bist's allein, der Hülfe schafft, Stehst du mir bei mit deiner Kraft: Dann bleibt mein Herz getrost und fest, me Wenn Menschenhülfe mich verläßt. Ja, du bist meine Zuversicht! do duft Umleuchte mich mit deinem Licht i andr In dunkler Nacht, wenn schmerzenvoll out! Mein Auge sie durchwachen soll. oman ine G 35 Viel Tausend liegen unerquickt, MING Vom harten Lager wund gedrückt, evim anze Und hören Freundesstimmen nie; spid spin dull Ach! bin ich besser denn, als sie? scuse tifte Gieb den Verlaßnen, Gott, die Ruh Der festen Zuversicht, daß du, Der liebend seine Welt umfaßt, Auch ihrer nicht vergessen hast. 2 sobą nie dar inc tbaie sic Mir hast du Freunde zugesandt, Erquickung reicht mir manche Hand Der Liebe, welche früh und spat 870502 Sich tröstend meinem Lager naht. elin haft 10 21 33 Du kröntest mich mit Gnad' und Huld; Und sollt' ich jetzt mit Ungeduld, Im Schmerzgefühle meiner Pein, Den Dank, der dir gebührt, entweihn? 3* nõus no O, das sei fern, mein treuer Hort!" Dir danken will ich fort und fort, Bis diese kranke Hülle fällt, Die meinen Geist gefangen hält. um" ins bi stiin 19 So schrecke mich denn nicht die Nacht! Ich weiß, ein Vaterauge wacht. sid lion ang zage nicht in deinem Schmerz! ing sko Gott ist mit dir, gedrücktes Herz! muc 36 Drum, wie Gott will, in Noth und Tod! Was mir geschieht, ist sein Gebot, moting mo Und riefe diese Nacht mich ab: hvad dull Mit Ruhe blick ich auf das Grab. mid le Ja, wie Gott will, in Noth und Tod! Die Nacht verkündet Morgenroth; mip) n@ Des Grabes Finsterniß verheißt ambil me Ein helles Leben meinem Geist.in midi bulk hiupr Morgenlied eines Kranken. Nach einer schmerzenvollen Nachts( bio Seh' ich den Morgen wieder; Dein Auge, Dein Auge, Gott, hat mich bewacht! Anbetend fall' ich nieder In diesem neuen Morgenlicht, Vor deinem Vaterangesicht; Du gabst mir Seelenstårke. 11@ novin@ mQ 2nd C So trag' ich denn der Krankheit Schmerz Mit ruhiger Ergebung. 10 mm C Es richte sich empor mein Herz Zur Andacht der Erhebung! imsbord( 0 Was will die harte Pilgerschaft? is that C Sie prüft, sie stårkt und übt die Kraft, 000 C Das Beßre zu erringen.sed tim ili 100 *& 37 Noch einmal ward dies Leben mein, Mit allen seinen Sorgen! OHN 1201 802. Jenseit des Kummers und der Pein on se Beginnt ein großer Morgen, Und abgethan sind Sorg' und Schmerz; Ein neues Leben nimmt das Herz Dann auf in seinen Frieden. Cumbber tilfe Du fandtest diesen Trost mir zu, Mein Gott! und mich begleitet Fortan ein Vorgefühl der Ruh, Wa Die du mir dort bereitet. Ich bin getrost, ob auch betrübt Die Freunde, deren Herz mich liebt, Noch um mein Leben zittern. ding( WC daust You onl 101 Q Doch löset sich noch nicht Und soll ich hier auf Erden Im Pilgerkleide långer noch Geprüft durch Leiden werden: Kinminited Entzeuch dich, Herr, auch ihnen nicht, ind Die jetzt noch um mich weinen! Laß durch die Thränennacht das Licht un Der Zukunft ihnen scheinen, Und segne, Herr, sie mit Vertraun, Um ruhiger mir nachzuschaun, Wenn ich von ihnen scheide! udlidhard 20 2018#R mein Joch, biring bull m3 sm 8nQ 38 So laß mich streben, Gott, mein Heil, se Daß fort und fort mein beßres Theil will te Nur nach Vollendung ringe! Und glur annigdes dili Danklied nach einer Krankheit. 3 A HID Mit welchem Dank, o Gott, soll dich mein Herz erheben? Du führtest mir zurück das halb entfloh'ne Leben; Dich preisend, weih' ich dir die neue Lebensbahn, Du hast Barmherzigkeit an mir, mein Gott, Xbose di dheid gethan. 102 Um meine Lagerstatt sah ich die Meinen zittern, Der Anblick mußte tief mein schwaches Herz erdi schüttern; wiedronite bir ma Da leuchtete zu mir die Zuversicht herein: Du werdest ihnen Muth und Trost und Ruh' verleihn. D Ich sah das finstre Reich des Todes vor mir liegen; Du gabst der Seele Kraft, dies Schreckbild zu bin beſiegen, më pas Und herrlich stralte fern, fern hinter Grab und Ben Tod linglite mi Das neue Leben mir, in Himmels Morgenroth. 39 Doch leben soll ich noch, soll wirken noch auf Erden, Und reifer, Herr, mein Gott, für deinen Himmel werden. In's Leben kehr' ich dann auf deinen Wink zurück, Herr, wie du willst! das Sein hienieden auch ist Glück. Nur laß dies Leben erhalten Laß mich's, als dein Geschenk, getreu und fromm verwalten! Ich will es dir fortan, dir, meinem Schöpfer, weihn; MA Denn, was ich hab' und bin, dein ist es und nicht mein! 10 this Onli mir so wunderbar MEND Frende am Dasein. Erfreuender Gedanke: Nibe Gott rief in's Leben mich! Mit meinem höchsten Danke sinds Verehr' ich, Vater, dich.umdie antal to pe 25/01 Der du das Lebenslicht Zur fernsten Sonne sendest, Du, guter Vater, wendestp Von mir dein Auge nicht. 40 than Du haft mit edlen Freudenb Dies Dasein überhäuft, hmm in Das selbst im Druck der Leiden Zu Kraft der Tugend reift. Solch Heil hast du verlich'n, Com Nicht blos, es zu besigen; Ich soll es weislich nüßen, Und sorgsam es erzichn. 108, 08 34 D, daß ich nicht versäume mon Das Heil der Erdenzeit! Es ruh'n in ihr die Keime Zu einer Ewigkeit: Das ist, was mich erhebt! du 6 Das ist der Trostgedanke, Der, wenn ich zaghaft wanke, Mit Kraft mein Herz belebt. Des Unmuths Thräne nege Mein dankbar Auge nie! Viel sind der Weisheit Schäße, Die uns dies Sein verlich; Groß ist das Glück, zu sein, Dich, Höchster, zu erkennen, Und Vater dich zu nennen; Heil mir! dies Glück ist mein. fund niem no me 41 di Labour C si@ Gottes Allwissenheit. O Gott, vor dem nur Wahrheit gilt, Bins ne Du kennst des Herzens Tiefen. Gedanken, als sie noch verhüllt, Wie dunkle Träume, schliefen, Die sahst du, Herr, im hellen Licht: lenne Wer mag vor deinem Angesicht Sein Innerstes verbergen. min#Q Orig 151 C Vergebens wird die Eitelkeit llonio) dull Des Wohlthuns Fülle spenden; Verleumdung, Rache, Haß und Neid Dich können sie nicht blenden, Ob sie für Menschen auch geheimuse Den Todespfeil in Honigseim Der sanften Schonung tauchen. ai ng o smo se mijn file 01 102 quam si mo na m the C Das Auge der Allwissenheit Durchschaut des Lasters Höhlen; Es sieht auch euer stillstes Leid, Ihr Gott geweihten Seelen, Hört euer brünstiges Gebet, Und sieht den Kampf, den ihr besteht: Der Herr erkennt die Seinen. anste Thin die ste Ob ihr verkannt von Menschen hier dig so Auch Hohn und Spott erduldet: di sim sie 42 O wacht! und betet nur, daß ihr Die Trübsal nicht verschuldet. Und dann werft eure Sorg' auf ihn! Der Vater wird sich nicht entziehn: Er ist ein Gott der Frommen! nast#Q mindi Der große Weltenvater ist Allwissend! Sünder, bebe!#d( s) si Du aber sei getrost, o Christ! 300 2011 2012 Ja, sei getrost, und lebe! virunt, nisə Dein Vater ist ein Gott der Macht, Und sein allsehend Auge wacht In nächtlich dunkeln Tagen. G do mung bia Ruhe einer frommen Seele. gendo in Hat reine, stille Frömmigkeit n Die Seele sich errungen, Mit tröstender Zufriedenheit du MC Fühlt sie sich dann durchdrungen.nlom@ Sie traut auf Gott, ihr Glaube spricht: 59 Der Herr ist meine Zuversicht, ne no 100 100 Ich weiß, an wen ich glaube. Din nie dnit Mag ihr das Glück der Erd' entfliehn: Sie wird nicht kindisch trauern; Es sind ja Güter ihr verlichn, ne 10 00 Die mit ihr ewig dauern. onu nose huk 43 Sie trågt in ihrer tiefen Brust Das Wesen einer höhern Lust, pul Als die der Weltsinn preiset. gimpuse pionic In bidraundatio and thing Sie fühlet durch die Seligkeit comme si Der Freundschaft sich erhoben; Die ist kein eitler Traum der Zeit, fer fram Who ne Sie ist ein Geist von droben. Die fromme Seele blickt von hier au so Dem Freunde gläubig nach, der ihr sid ju Voran zur Heimath eilte. Sie fühlt sich heilig, wenn sie sich g So ganz in Gott versenket; Sie weiß ja, daß er väterlich, Was ihr begegnet, lenket. Der Gott voll Huld verläßt sie nicht; Nur er ist ihre Zuversicht, Wie auch ihr Pfad sich windet. Stets ihres Gottes eingedenk, Durchwandelt sie dies Leben; B100) o 11 Dies Dasein selbst ist ein Geschenk, Das ihr der Herr gegeben, Gall sopis 1m3 dini sio Es auszustreun in Wort und That, bifte Wie eine heil'ge Erdensaat, in hard bie Zu einer Himmelserndte. ia and ad#@ eeming ting dutt 44 Gewitterlied. m Gott donnert fürchterlich, und schwer Drückt bange Nacht das Land! Die Wetterwolke braust daher, nd ha Von Gottes Bliß entbrannt! Wer wehret den Verderber ab? Der Strahl der Wolke fuhr, Wie Gottes Feuerzorn, herab Auf die erschrockne Flur. in@ m# 2 $ 10 son) 313 8 m2 SANDER Der Aufruhr, der den Wald durchfährt, Fällt auf des Sünders Haupt! NAL MO Er sieht im Blig ein flammend Schwert, Und zagt und bebt und glaubt.ORG Ihm ist, als flucht ihm die Natur, mome Als hielte Gott Gericht; Er sieht in Gott den Richter nur, Allein den Vater nicht. Und doch, den Donner, der da draut, hamurbmQ Lenkt eines Vaters Hand; Sie sendet neue Fruchtbarkeitina sia Hernieder auf das Land. Wie laut das Wetter Gottes brauft: 3 Dich schreckt es nicht, o Chrift, io sien noict anglo 12 Der du dem Vater dich vertraust, Und reines Herzens bist. 45 Nach dem Gewitter. misér Des Donners Rufen ist verhallt, sie Erfrischt Gefild und Luft; Dem Sühnaltar der Flur entwallt Ein süßer Opferduft. Es richtet sich der Fruchthalm auf, MOER si@ Von Segensüberschwang; Der Vogel schwingt sich fröhlich auf, Gott singt er Lobgesang. 1100 42 So wie die Schöpfung, nah und fern, Den Weltenvater preist: So lob' und preis auch du den Herrn Durch Wort und That, mein Geist! Ani mod TOM 100 chifte schise tra@ Brauchst du, ihn zu vernehmen, sprich, O Mensch, des Donners Ruf? Im Lufthauch offenbart Er sich, Der deine Seele schuf! one ni male si Du findest seine Vaterspur Im Blitz und Sonnenschein; aia nią Ihm ähnlich werden kannst du nur ab oc Durch Lieben und Verzeihn. 100 danés T2 DIES phjm spalanie nc 46 Beim Anblick des bestirnten Himmels. Wie bebt vor Wonne meine Brust! Vom Auge rollt die Zährend Der innern, ſeelenvollen Lust, Nondi Blick ich zur Himmelssphäre, nath D Die Gottes Herrlichkeit enthüllt. Mit einem ganzen Himmel füllt Mich diese Feierstunde. NO E the boot ne Zur Gottheit schwingt die Seele sich Auf Flügeln der Gedanken! O, war ich frei! o drängten mich) Nicht mehr der Erde Schranken! Dort wohnet Friede, dort ist Ruh'! G Stadt Gottes, still und groß bist du! Dich werd' ich einst durchwandern.or ES dimile Q Schon hier faßt mich ein heilig Graun, stihd m@ Den Herrn der Welt zu feiern! Einst werd' ich größre Wunder schaun, Die glorreich sich entschleiern. du u Hier seh' ich Funken, Sterne nur; les m Dort eine ganze Sonnenflur, Bewohnt von höhern Geistern. m³ dm@ Viel Tausende, nicht mehr vom Sinn Der Sterblichkeit umfangen, 47 Sind frei geworden, sind dahin Zur Sonnenflur gegangen. Mein Geist, berufen bist auch du, Berufen zu der heil'gen Ruh Der großen Sabbathfeier. Wonne der Andacht. Seligste der Lebensstunden, te Wenn der Geist zu Gott sich schwingt! Ganz mit Herrlichkeit umringt, Hat dich meine Seel' empfunden, Wenn sie sinnend, fern und nah, Gottes ew'ge Liebe sah! 12.00€ Schmückte die nicht unsre Fluren? Schmückte sie den Himmel nicht Mit dem Sonn'- und Sternenlicht, Mit den glänzenden Naturen, Wo in Gottes Wiederschein m Sich die höhern Geister freu'n? jane Stattete nicht zum Genusse id Gottes Huld dies Erdenthal, min@ The Wie Hom Muntiboa Aus, ch Wie zu einem Liebesmahl, Aus mit einem Ueberfluſse, in Welcher, unverſiegbar mild, thin Aus des Lebens Urnen quillt? de le i bug Pod sunclo bit 48 O, du Wesen aller Wesen! Deine Gut und Herrlichkeit Füllt das weite Reich der Zeit. Auch der Mensch ist auserlesen, Von der niedern Erde schon Aufzuschaun zu deinem Thron. Seligste der Lebensstunden, Du entflammtest mein Gemüth! Meine ganze Seele. glücht! Diese Erd' ist mir entschwunden! Vorgefühl der Himmelslust Füllt und hebet meine Brust. time h AC Das Kleinod der Zeit. Wagen wir den Werth der Zeit, Welche Gott uns zugewendet? Diese Saat zur Ewigkeit Nur zu bald ist sie verschwendet! Den verlornen Augenblick Kauft die Reue nicht zurück. si bi id hi) Eitle Luft der Sinnlichkeit Weiß in tauschenden Gewühlen, Ach, das Kleinod unsrer Zeit Leicht uns aus der Hand zu spielen! Und der traurigste Gewinn wmobas Dieses Spiels ist leerer Sinn. 600 60 Eitle Freuden, werdet ihr ge In den ernsten Augenblicken, and 12 Wenn der Tod uns ruft, und wir Uns nur haben, noch entzücken? Werdet ihr zum Gråberhain Tröstende Begleiter sein? OIT THE SM BAC Wer gedenkt im LustgewühlDringet auch die Todeskundee Nah' und ferne zum Gefühl. Wer gedenkt der Sterbestunde? D Und die Stunde zögert nicht; O sie naht und hält Gericht! Ankar Unvermerkt entflieht die Zeit Der uns zugezählten Tage, Und das Wort der Ewigkeit Thut an uns die große Frage: 1 Pilger, wie hast du gelebt? pe Hast du dir mein Heil erstrebt? Dieses inhaltschwere Wort, en Dem wir Antwort geben müſſen, Laut und richtend spricht es dort, Q Leiser hier schon im Gewissen! Höre, Mensch, so oft es spricht! Halte selbst mit dir Gericht! Aufstehn mußt du, Erdengast, Von dem irdischen Gelage! ju 4 50 Was du mitzunehmen hast, Ist das Zeugniß deiner Tage! Wuchre für die Ewigkeit Mit dem Kleinod deiner Zeit! ndi Heilig sei mir jeder Tag, Daß er mir nicht leer verschwinde, 3150 and bim : 09130 Und der letzte Stundenschlag Mich nicht unbereitet finde! me mund Sei dann stets mein Haus bestellt, Eh' die Nacht mich überfällt! Zum Jahresschluß. min 270# 6 Tage fliehen, Jahre rollen Schnell zur Ewigkeit hinab! Eh' wir wissen, was wir wollen, Deffnet sich für uns das Grab! Wünsche wechseln stets mit Sorgen Ungestum in unsrer Brust; Oft beseufzen wir am Morgen Den Genuß ersehnter Lust. Chor. Tage flichen, Jahre rollen Schnell zur Ewigkeit hinab. Süße Plane für das Leben Tauschen unsre Phantasie; and no 51 Was wir wünschen, ach! das geben Selbst erfüllte Wünsche nie! Jung erträumen wir uns Freuden Einer fernen Wonnezeit; Sie erscheint, ihr folgt das Leiden Der verlornen Heiterkeit. 1083 Chor. Tage fliehen, Jahre rollen Schnell zur Ewigkeit hinab. Ja, von unsern schönsten Tagen, Ernten wir oft bittre Pein! Froh genossen, leicht getragen 100 mi Will das kurze Leben sein. Ach, es läßt die leere Stunde, Der verlorne Augenblick, Immer eine Lebenswunde, Einen leeren Raum zurück! D breg Chor. dh DnQ spisan nis onli Tage fliehen, Jahre rollen Schnell zur Ewigkeit hinab. mmi& 4* ' me MUE Wenn sich deine Tage schwärzen, D, das fechte dich nicht an! Baue nur im eignen Herzen pid me Reine, stille Freuden an! 11100 52 Rein erhalte dein Gewissen in sode Und die ganze Seele rein! an Leicht wird dann dein Sterbekissen, Wie das Blatt der Rose, sein.2 Chor. Tage fliehen, Jahre rollen Schnell zur Ewigkeit hinab. millor 41092din diging Neujahrslied. 300101 000 Die Stunde schlägt! entflohen ist #C MathⒸ Ein Jahr von meiner Lebensfrist! Ein Theil des Weges zu der Nacht me Der Gruft ist abermals vollbracht! nQ Was ich gedacht, was ich gethan, or somme Gehört der Ewigkeit nun an. Der Ewigkeit! wie schlägt dies Wort An meine Seele, Herr, mein Hort! Und was ich dachte, was ich that, War's immer recht, war's eine Saati Zum Seegen für die Folgezeit, In frommer Einfalt ausgestreut? Im soin de 10 and An dieser Jahresschwelle hier, un Gott, Vater, prüf' ich mich vor dir, C 53 Ob ich in dem entflohnen Jahrung sind de Nicht unwerth deiner Gnade war? 6 minit Viel Heil hat deine Vaterhand, Erbarmender, mir zugewandt; enim tihiſt Und wenn du huldreich mir erschienst, War's deine Huld, nicht mein Verdienst! e um Wenn ich im Drang den Muth verlor, Rief mich dein kräftig Wort empor, m Erfüllte mich, im Druck der Zeit, Mit Zuversicht und Freudigkeit. tid 100 na niple Ich schau' zurück auf meine Bahn: Du führtest meinen Lebensplan Durch Freud' und Leid, durch Licht und Nacht; Ja, du hast alles wohl gemacht! Wer bin ich, daß du huldreich dich, Mein Gott, erbarmtest über mich, Und daß ich, wenn ein schwerer Tag Voll Trubsal kam, nicht unterlag? mise 14 10 Du Quelle der Barmherzigkeit, BICS Von dir kommt alles, auch die Zeit, Die Mancher, der sie nicht erkennt, 105 1103 Voll Ungeduld die böse nennt. HÀ T th Auch für die Zeit der Anfechtung Preis dir, mein Gott, und Huldigung! C 54 Ich knie' gerührt im Staube hier, mi di 43 Mein Dankgebet steigt auf zu dir. verschmäht Und deine Gnade, Herr, Nicht mein geheiligtes Gebet; Die stillste Thräne nimmst du an, Die dankbar meinem Aug' entrann. Du willst des Menschen Helfer sein, Wenn nur das Herz getreu und rein Vor dir, mein Gott, erfunden wird; Allein wer weiß, wie oft er irrt? Oft fehlt' ich wohl durch Ungeduld; Doch unermeßlich ist die Huld, aim adım Womit du einem schwachen Geist, 10Der redlich kämpft, die Schuld verzeihst. 101 850 19 bidni 7. 30 100 pd In Christus hast du vor der Welt Ein großes Beispiel aufgestellt: Sein Leben lehrte dein Gebot, Dir zu vertraun in Noth und Tod. intimos vall Viel meiner Lieben riefst du ab, Und manche deckt ein frühes Grab; Mit Wehmuth, doch getrostem Sinn, Blick ich auf ihre Gråber hin. Ich weiß ja, was dein Wort verheißt! Ich weiß es ja, wer meinen Geist, simtg 44 55 Den Leibesuntergang nicht irrt, Zu ihnen einst versammeln wird. Dann bin ich selig und bin frei! Voll himmlischer Begeistrung sei, smgZum neuen Lebensübergang: dls, Gelobt sei Gott!" mein Preisgesang. tehlhamsdir tobu 11 luct.si@ 11 andchisadamn din is, soigh tim branu So hine lid abulan omisdaad ni gflace8 bigger moha di૦૦ નો રોક mochagen Ampan 20 midound, Irupe m jongna, did, by Do Spily ma 19450 mange and 100 Wink that everyon ehhania pod fid boite nod nog sd1901 and film, Tollaand 67033d dan on sniad sbilms aboutboud@ naba Valturied, niemeios pid( 2907 ma date and avá stán enseminuendis? m@ duje ubaumojad jus mudi DE ne વડો શગ WO d Manna Des mondiaith? nonSA MUE Morgengebet. Hervor tritt aus der Schattennacht Der junge Tag, und mit ihm wacht Mir neues Leben auf. Es ruft das junge Tageslicht, Es ruft zu Thätigkeit und Pflicht Den Muth des Geistes auf. Die Nacht ging still und unschädlich an meinem Schlummer vorüber. Dein mächtiges, großes Walten, welches mit Baterhuld die ganze Schöpfung durchdringt, war auch über mich und die Meinigen ausgebreitet. Deine Wohlthat, Vater der Gnade, ist es, die mich gestärkt zu dem neuen Tageslichte wieder erwachen ließ. Jede Stunde dieses Tages soll mich an deine Gnade crinnern: dieses Gelübde sei das Dankopfer, welches ich in dieser geheiligten Morgenstunde dir darbringe! Der Gedanke an deine unermeßliche Güte, die auch Widerwärtigkeiten dem Menschen zum Besten dienen läßt, soll mich aufrichten, wenn schmerzhafte Gefühle mich niederbeugen, oder stöhrende Unfälle auf dem unsichern Pfade des Lebens mir begegnen; aber eben dieser Gedanke soll mich auch zur Demuth zurück führen, wenn irdische Vortheile mir zufallen, oder wenn meine Bestrebungen gelingen; er soll mich festhalten, wenn innere Versuchungen oder Lockungen der Welt mich in Gefahr bringen, durch Schwachheiten mich in ein Unrecht zu verwickeln; er soll meinen Geist wach erhalten, um keine Gelegenheit zu versäumen, Gutes zu thun und Böses zu hindern. Mit diesem Vorsage, mit diesem heiligen Gelübde beginne mein Tag, auf daß jede Stunde desselben ein Fortschritt sei zu meiner Veredlung, zu der Gerechtigkeit, die vor dir gilt, heiligster Richter der Menschen! O erleuchte mich mit deinem Geiste, Vater des Lichtes, auf daß ich immer lebendiger erkenne und kräftiger umfasse, was recht ist. odon of diff that - Vor dir, Herr meiner Tage, Sei kräftig mein Gemüth, Daß ich das Leben trage, Auch wo der Trost entflieht! Die Tugend hebt das Sehnen siet de Zu dir, o Gott, empor, Jun Und hält dem Blick der Thránen Die hell're Zukunft vor. 1057 hunt 1000 000 Cit tumot mote - nd : 3012 no dan anti 44 m2 bd m dus dim Bot men Abendgebet. 58 Entschwunden ist ein Tag der Zeit, Ich blick' hinauf zur Ferne; Erfüllt mit Gottes Herrlichkeit, Prangt dort das Reich der Sterne; Es strahlt voll Majestát herab, Und leuchtet auf das dunkle Grab Die Hoffnung lichter Tage. que of Dunkelheit deckt hier unsre Flur; ihr Tag ist untergegangen, aber unvergånglich leuchtet der große Tag der Welt vom Sternenhimmel herab. O du, über alle Vorstellung des Menschen Erhabener, der du diesen Tag voll Leben und Licht aus der Nacht des Nichts hervorgehen hieBest, der du auch mich ins Dasein riefft: Deine unerforschliche Weisheit, welche den tiefen Raum der Welten mit deiner Herrlichkeit erfüllet, erstreckt sich auch auf mich; du bist mir so nahe, wie du den tausend Sonnen bist, die über mir leuchten. Wenn ich zu dieser Erhabenheit zahlloser Welten aufblicke, wie demüthiget mich dann meines Daseins enge Beschränkung; aber wie erhebt mich hinwiederum das Bewußtsein, mit einem Funken deines Lichtes begabt zu sein, mit einer Kraft, die dich zwar nicht fassen, aber andubeten kann! Anbeten dich Gott und Vater des Lebens, des Lichtes und der Liebe: 011 100a andrand -- 1 59 das ist der große Vorzug, mit welchem du den od Menschen begnadigtest. Die Sonne geht ihren Gang und verkündiget deine Herrlichkeit; aber which bete dich an, mein Gedanke erhebt sich zu dir; ich empfinde deine Vatergüte, mit welcher du den Tag bezeichnet hast, den ich heute verlebte; du hast mich mit Wohlthaten geſegnet; die ernsten wie die heitern Stunden sind Wohlthaten deiner Hand für meine Seele, die dich preiset; die ersten, welche mich die Widerwårtigkeiten des Lebens empfinden ließen, erhoben mich zu dem Vertrauen auf deine Vatertreue, die Heil hervorgehen läßt, wo gånzliches Verder= ben jede Hoffnung zu vernichten scheint. Du 1 läsfest deine Barmherzigkeit kund werden, wo Elend und Zerstörung jede Aussicht verdunkelte. Auch an mir Herr der Gnade, hast du dich nicht unbezeugt gelassen; hast, wenn es dunkel bunum mich war mein gebeugtes Herz aufgerichtet be mit dem Troste deines Heiles; und womit habe ich es verdient, daß du dich meiner annahmst? Mit demuthsvollem Herzen durchforsche ich den heute verlebten Tag, und auf zu dir i steigt aus meiner Brust der Seufzer:Herr! verzeihe mir die verborgenen Fehle. Aus and Maps D! möchte still und tröstend hier, number In diesem Erdenleben, -ul med sin hund not n09 10: 3 60 md d Der Abend jedes Tages miradong and ind Ein würdig Zeugniß geben! Hab' ich genügt:- o dann, nur dann, Du fanfte Schlummerstille, kann bi Ich froher dich umfangen. midi do di pan pid, and thi botik di sid bpd and m Andacht und Andächtelei. 2008 i Andacht, dieses heilige Wort erfüllt schon, wenn wir es aussprechen, mit den seligsten Gefühlen das Gemüth. Andacht ist der erhabenste Punkt alles Denkens und Empfindens, sie ist die stille, heiligste Höhe, die uns Augenblicke der hienieden erreichbaren Vollendung unsres Daseins gewährt. Andacht erhebt die Seele, in welcher Stimmung sie sich befinden mag, zur Gemeinschaft mit ihrem himmlischen Vater empor! Ob sie dankend oder seufzend zu Gott sich wendet: dort findet erhöhtere Freudigkeit ihr Dank, Beruhigung und Trost ihr seufzendes Flehen. Die Andacht heiliget unsere Empfindung und läutert unser Inneres, das sich dann immer gestimmt fühlen wird, Alles, was uns im wechselvollen Leben begegnen mag, in einer höhern Beziehung aufzunehmen. 18 Die wahre Andacht wird das innerste Wesen durchdringen, und sich gern in ihre verborgene 61 Stille zurückziehen. Andacht zur Schau tragen, zum Gebrauch für niedrige Zwecke, ist Heuchelei! Nichts ist verächtlicher, als der Elende, welcher Frömmigkeit heuchelt! Aber auch diejenige Andacht, die sich auf eine kleinliche, selbstgefällige Weise bemerkbar macht, indem sie mehr oder minder die stille Heiterkeit des Gemüthes und die unschuldigen Freuden ausschließt, ist nicht rechter Art; sie ist Andächtelei, die sich in das Gewand der Demuth kleidet, und darunter den Dunkel verbirgt, der sich so gern überhebt und mit Verachtung auf denjenigen Hinblickt, der nicht einstimmen kann in ihren frömmelnden Ton. uppe antimbit dan memind - sa intih mnih tim max noin bij Stand - boniseltä sibhut siden min puntatavourR ni mum quior Lance nf, Limdino( hìm nd mud anor 510/ fans blind bilind Gumbam bilendug thi mahnite te hubad du me and memnunia19 meinten sic sunt dat sim 13 liser dml sjaluomall and of imping d વા દો જ his might 62 Jua: 104 tup tande t do th mbut mig md Vertrauen auf Gott. adiat Was Gott für mich bestimmt, das kommt Aus weisen Vaterhånden; Ich weiß es, daß mir alles frommt, Was diese huldreich senden: Oft mußte ja, Was mir geschah, Wie hart es mir geschienen, 3u meinem Besten dienen. 125 m bil nug An dich, Vater der Menschen! wende sich meine Seele, wenn sie trostlos nach Hülfe sich m sehnet; wenn unüberwindliche Noth mich um giebt; wenn unabwendbare Leiden zu mir ein id dringen, und kleinmüthiges Zagen mich ergreift. In dem Gedanken an deine unendliche Weisheit, welche Myriaden von Sonnenwelten ihre Bahnen anwies, die auch mir mein Schicksal bestimmte: in dem Gedanken an diese deine Weisheit, Herr meines Lebens! versenke sich mein Geist, wenn Verworrenheiten, nah oder fern, mich berühren! Ja Herr! du wirst alles wohl machen, und Herrlich ausführen, was dem beschränkten Blicke des Menschen sich verderblich darstellt. Die traurigen Erscheinungen der Zeit, und das namenlose Elend, welches sie mit sich führen, sind wohl geeignet, den kräftigsten Geist nieder zu beugen, vor zu bringen. 63 MODUD 31 und verzagende Ungeduld her-1 tbvanil ase try Wohin unsere Aufmerksamkeit sich wenden mag, uns tönen Klagen des Mismuths und der Verzweiflung entgegen, die sich vermißt mit Gott zu rechten. Wilde Kriegesheere zie hen daher und zertreten die Früchte des Flei Bes; ihnen folgt unermeßliches Elend nach! Wo das freudige Leben thätiger Menschen sich bewegte, bedeckt sind diese Stätten mitt den Brandspuren der Zerstörung; der Wohlstand von Millionen Menschen ist vernichtet! an dem sichtbaren Elend schließt sich das fittliche Verderben an! Frevelthaten, Treulofigkeit und Verrath an dem Heiligsten treten ohne Scheu hervor an das Licht! Wohin, du arme geångstete Seele, kannst du flüchten, um dem Anblicke eines solchen trostlosen Zustandes zu entgehen?. Wohin soll der Blick sich wenden, einen Retter zu finden? Dorthin, nach oben richte deinen Blick zu dem Erhabenen, der alles überschaut! Er erkennet unfehlbar, wel cher Anregungen es bedurfte, um die Erziehung des Menschengeschlechtes weiter zu bringen. Die rauhesten Stürme des Schicksales sind Donnerstimmen an das Gewissen der Völker und einzelner Menschen, um sie aufzuschrecken aus der ge 64 fährlichen Sicherheit ihrer Verirrungen, auf daß sie erkennen lernen die Verblendung, wenn außerlicher Glanz ihnen verbirgt, was Noth ist. Dem aufmerksamen Beobachter wird es nicht entgehen, daß die Verwilderung in der Verfeinerung verderblicher ist, als die in der Rohheit; diese berührt nur die Außenseite, die Oberfläche des Lebens; jene hingegen greift das Innerste des Menschen an. Dieses höhere Dasein, welches der Ewigkeit angehört, dies zu retten, ergehen an ganze Völkerschaften, wie an einzelne Menschen, ernste, oft rauhe und erschütternde Stimmen, die uns vom Wege der Verwöhnungen und der Sorglosigkeit im Unrecht zurück rufen sollen zur Besinnung, auf daß wir wandeln mögen auf den Pfaden des Rechtes, die zum Heile führen. Unzählige Erfahrungen haben es bewiesen, und der untrüglichste Mund der Wahrheit, der Mund unseres Heilandes, Jesus Christus, hat es ausgesprochen, daß das Heil, die Glückseligkeit Aller, der Wille unseres himmlischen Vaters ist, einer Glückseligkeit, die hoch erhaben ist über die Nichtigkeiten der Welt und von den Widerwärtigkeiten, die uns in ihr Mdbegegnen, nicht berührt werden kann. gen wir dann in frommer Herzenseinfalt demithiglich glauben, daß auch in Stunden der Trüb1 - - 65 sal, die Weisheit unsers himmlischen Vaters über isheit unf uns walte. Ja, mein Gott und Vater! zu dir will ich vertrauensvoll hinaufblicken, und dankbar und in Demuth annehmen, was über mich deine Weisheit verhängt, wenn äußeres und inneres Leiden mich heimsucht. O! dann will ich zu dir beten: Vater! dein Wille geschehe! Sei dann getrost meine Seele. Zu deinem Vater fleuch hinauf, Dem Herrn voll Huld und Gnade! Dort lenket er den Weltenlauf, Hier meine Pilgerpfade. mid nard) me Er lenket sie durch Licht und Nacht, Mit mir ist Gottes heil'ge Macht, Zu der mein Herz sich wendet. bin nhausen bin big 1500 5 66 Am Grabe geliebter Freunde. splon Dut, no Vater des Lebens! Quelle aller Liebe, du senktest tief in die Menschenbrust das süße Bedürfniß des wechselseitigen Wohlwollens, dieses Vorgefühl, dieses Unterpfand eines höhern Lebens, wo ein unendliches Band der Liebe dic seligen Geister umschlingt. Reichlich hast du, erhabner Wohlthåter! mein Leben überschüttet mit den höheren Freuden, deren Quelle in edlen Menschenherzen entspringt. Du hast mir weise Freunde zugeführt, deren Umgang mein geistiges Leben verschönerte und erhob! Ersaß und Trost mir gewährte, wenn Menschen für sinnliches Wohlsein die Würde des Menschen entstellten, wenn Täuschung und Trug mich schmerzhaft berührten. Jene Edlen begleiteten mich, gleich Schußengeln, in den labyrinthischen Gängen meiner irdischen Laufbahn, bald zurechtweisend auf zweifelhaftem Pfade, bald warnend vor gefahrvollen Stellen. Viele von diesen Unvergeßlichen wandeln nicht mehr mir zur Seite, sie haben das Ziel erreicht jenseits der geheimnißvollen Nacht der Verwesung; ich stehe noch diesseits und schaue weinend hinüber. Vergieb, o Vater! vergieb deinem schwachen Kinde die Thrane! Geist der heiligen Liebe, G 67 du hattest hier mit diesen Unvergeßlichen mich vereinigt, und hast sie wieder von meiner Seite genommen. Ihre Gestalten umgeben mich nicht mehr; aber die Bilder ihres Lebens treten frisch und ungetrübt vor meinen Geist, leuchten auf den Pfad meines Wandels und sprechen Worte des Trostes und der Erhebung zu meiner bekümmerten Seele, auf daß ich ihnen nachstreben möge auf dem Wege zur Vollendung. Ihre Sanftmuth, ihre Milde, ihre Nachsicht mit ihren Mitmenschen, ihre Tugenden alle sollen immer mehr und mehr die meinigen werden, bis auch meine letzte Stunde schlägt, und du, o Ewiger, mich heimführst zu der Ruhe, wo der Purpur und jeder irdische Glanz abfällt; wo nichts unsterblich ist, als die Tugend. Die Gräber meiner theuren Entschlummerten sollen mir geweihete Stätten der Aufforderung sein, mit Ernst und Strenge mein Leben zu prüfen, heilige Gelübde zu erneuern, und immer zu bedenken, wie kurz der Tag ist, wo wir zu wirken haben. Eng ist des Lebens Raum, und schnellmid inb Ist unsre Frist vollendet; Dem Frommen ist die Aussicht hell, Wo fich dies Leben endet. ond 10 Fromm nimmt er an, was Gott ihm schickt, Er freut sich dieser Welt und blickt Auch jener froh entgegen. Univ.- Bibl. Giessen 5* 68 3 mind, und Tröstungen und Hoffnungen des Glanbibens an Gott und Unsterblichkeit. - Mich umgiebt wieder die einsame Stunde der Nacht, die mit den Beseligungen der Seelenerhebung zu Gott mich erfüllt, zu ihm, dem ewig Unerforschlichen, der zu einer hohen BeVon stimmung in dieses Dasein mich rief! dieser Bestimmung spricht zu mir eine leise innere Stimme, ein heiliges Gotteswort, eine wundervolle Offenbarung, die, wenn wir darauf achten, in jeder Lage, in jedem äußeren und inneren Verhältnisse des Lebens, bald tröstend, bald erhebend zu uns redet; es ist die Stimme, die heiligend der Freude, beruhigend dem Schmerze zusagt; es ist die Stimme, die von Gott zeugt, und zu Gott uns emporruft, dessen Macht, Herrlichkeit und Licht dem frommen, kindlichen Gemüthe beseligend sich offenbaret; dagegen aber den dunkelhaften Geist zu schanden werden läßt, der sich vermißt, auf dem Wege der eitlen Grübelei hinab zu dringen in die Tiefen der Gottheit; diesem Geist, der mit frechem Selbsts vertrauen das Wesen des Urwesens, der den Unerfaßlichen erfassen will, und sich Formen und Gestalten erfindet, für den Urquell aller Gestalten und Formen, für den über alle Deu- 69 tungen und Bilder erhabenen unerforschlichen Gott, welcher über den Einzelnen, wie über seine Schd- i pfungen waltet, und sich nicht unbezeugt läßt demjenigen, der reines Herzens ist! Mit Zuversicht und Freudigkeit reines Herzens sein, das ist der selige Zustand, in welchem wir schon hie nieden die Annäherung zu dem Vater der Menschen inniger empfinden. Immer und überall ist der Heiligste nahe dem Menschen; der Mensch aber entfernt sich von ihm, wenn irdisches Trei ben und unheiliges Wesen das beseligende Gott-, gefühl aus seinem Busen verdrängen. Dieses Gottgefühl ist die Weihe, die den Menschen heiliget zum Mitgenossen in dem großen Reiche Gottes, zur Kindschaft in den Wohnungen des ewigen Vaters; es knüpfet an das himmlische das irdische Dasein und erhebt das Gemüth zu dem Gedanken der Unsterblichkeit. Welche Tröstun gen, welche Hoffnungen umfaßt dieser Gedanke, der selbst irdische Freuden mit Würdigkeit zu umgeben und zu heiligen vermag! Wenn sich das Herz dem frohen Genusse unschuldiger Freu- s den hingiebt; wenn das Leben, wie ein klarer, wolkenloser Himmel, um uns ausgespannt ist; und wenn dann mitten in diesem Genusse, die, Spur der Vergänglichkeit alles Erdenglücks sichtbar wird, und mit der vorüberfliegenden frohen Stunde sich die Flüchtigkeit des ganzen irdischen Daseins ankündigt: o dann wird dies Gefühl die Gott geweihete Seele nicht mit un zufriedener Trauer erfüllen; nein! die freudigste Sehnsucht nach dem, was unvergånglich ist, wird durch dies Gefühl in ihr erwecket werden und sie auffordern, mit Reinheit des Herzens die Freuden des Lebens zu genießen, auf daß sie mit unbefleckter Erinnerung auf die verlebten Tage zurückschauen möge. Ja! in einer sol chen Stunde der ernsten Besinnung durchdringet jener Gedanke an Gott und Unsterblichkeit beſeligend unser innerstes Wesen! Wenn harte Prüfungen über uns kommen, wenn trübe Tage! hereinbrechen, wenn wir im Niederdrucke körperlicher Leiden hülflos dahinschmachten: o dann ist es der Gedanke, der feste Glaube an Gott und Unsterblichkeit, der uns zuspricht:- es ist noch eine Ruh' vorhanden! Wenn in den Verwickelungen des Lebens durch Irrthum und Mißverständniß geliebte Seelen gegen uns erkalten; dann ist es jener Glanbe, der dahin weiset auf eine Zukunft, welche Verirrungen auflösen und Wahrheit vom Irrthum scheiden wird. Wenn ein theures Freundesherz, das in dem innigsten Einklange zu dem unsrigen sich bewährte, wenn dies unvergeßliche Herz der Tod von unsrer Seite 1 71 riß; wenn nun dde und stumm die Stelle ist, wo der von uns Geschiedene neben uns wandelte: dann tritt lebendig und klar der Gedanke an Unsterblichkeit in die Seele des Geliebten, und erinnert uns an ein Jenseits, welches weit über das Grab hinausliegt. Ja, es ist noch eine Ruh' vorhanden, in deren Schooße ich das Lichste wiederfinden werde, welches aus meinen Armen, aber nicht aus meinem Herzen verschwand. Diesen hohen Glauben voll erhebender Hoffnungen gab der liebende Vater der Menschen uns mit auf die, uns oft umstürmende und mühselige, Wanderung durch das Leben. Die Weisen der Vorwelt trugen diesen Gedanken an Gott und Unsterblichkeit als eine dämmernde, heilige Ahndung in ihren Herzen; dann aber erschien der Weiseste unter den Weisen, der mit Göttlichkeit erfüllte Gesandte des Ewigen: Jesus Christus erschien, und offenbarte heller und lebendiger den Willen des himmlischen Baters, und die Hoffnung unsrer ewigen Dauer. Selig sind die Traurigen, ruft er den gedrückten Sterblichen zu, denn ſie sollen getröstet werden. Mit dem Tode besiegelte dieser geheiligte, göttliche Lehrer der Menschheit die Wahrheit seiner Lehre, und weihte so das Grab zur Ruhestätte für die Müden.- dhe ancilier le monat ng maadh 1 72 Gebet um Ausdauer im Guten. Heiliger, unwandelbarer Gott, bei dir ist kein Wechsel des Lichtes und der Finsterniß, deine Gefeße sind ewig und unveränderlich, wie du selbst bist, und deine Gebote können nicht überwältigt werden von den Mächten der Hölle. Die wundervollen Kräfte der Natur sind unabweichbar der Ordnung unterworfen, die auf ewige Zeiten deine Weisheit ihnen anwies. Das unerschütterliche Gewölbe des Himmels, welches die Nacht durchfunkelt, ist die strahlende Beste, in der deine Herrlichkeit thront. Keine jener Welten weichet je aus der Bahn, die dei Geset ihr vorschrieb. So wandellos, wie deine Macht und Weisheit, ist auch deine Liebe!-Deiner unendlichen Herrschaft Majeståt gleicht auch deine Vaterhuld, welche für alle deiue, mit Gefühl begabten, Geschöpfe ein großes Freudenmahl bereitet hat. Mit welchen Woaten soll ich dich anbeten, mit welcher Feier dich preisen? Ein heiliges Erstaunen erfüllt meine Seele, dies o Herr! sei mein demuthsvolles Gebet, dies sei die geweihte Feier, die aus meinem Herzen zu dir emporsteigt; und das innigste Bestreben, unserm Heilande, diesem unsern göttlichen Vorbilde immer ähnlicher zu werden, sei das Opfer, welches ich 73 vor deinem Throne, o du Heiligster, dir darzubringen wage! Deine Hand, Allweiser, hat alle ihre Werke fest gegründet; nur der Mensch, den du mit klarem Selbstbewußtsein, mit der Freiheit begabt hast, ist wandelbar und wankend in seinem Wollen und Thun, unentschlüssig in jenem und leicht ermüdet in diesem. O wie demüthiget dies mein zagendes Herz! Deine Gnade, er barmender Vater der Liebe, laß mit mir sein! Der Geist deiner Kraft stärke und beseele mei nen Muth, daß ich unerschüttert im Guten beharren und nie ermüden möge, Gerechtigkeit und anspruchloses Wohlwollen zu üben gegen Jedermann. So wie deine Barmherzigkeit über alle Menschen, auch selbst über die Bösen sich er streckt, so soll auch meine Menschenliebe allgemein und ohne Ausschließung sein- Ein von dir erleuchteter Weiser spricht: ,, Der Gerechte erbarmet sich auch seines Thieres!!!— Um wieviel näher stehen meinem Herzen meine Mitmenschen! Selbst in dem Uebelwollenden, der mir wehe that, darf ich das Wesen meines Geschlechts nicht verkennen. Dein Wort, o Herr sei meine Stüße, wenn meine heiligsten Vorsäge wanken, es stärke und kräftige meinen Muth zu beharren in allem, was recht ist; besonders wenn die Stunde der An fechtung naht, strhe mir dann bei der Trost deiner Verheißung, auf daß ich nie unfreundlich und ungeduldig verzage. pt sinds Ein Blick in die mich umgebende Natur, die oft scheinbar widerstrebende Mittel und Kräfte für ihre große Haushaltung anwendet, erwecke mein gläubiges Vertrauen zu dir, du ewige Weisheit, damit ich inne werden möge, daß alle Dinge, selbst feindliche Berührungen, denen, die Gott lieben, zum Besten dienen müssen. In dicsem Leben müssen dem beschränkten Blicke Verworrenheiten begegnen, damit das Herz ihre Ausgleichung jenseits erwarte. Nur Anfänge bieten sich hienieden dar, deren Entwicklung jenes Leben auf sich nimmt. Da wird dann mein Glaube zum Schauen; da werde ich die rauhen Felsenwege segnen, die zu den Auen des Friedens mich führten. Nur môge meine Seele sich standhaft bewahren, keine Verschuldung auf sich zu laden; und wo meine Schwachheit fehlte, da sei mein Bestreben bereit, zu verbessern, zu vergüten, was von mir nicht recht gethan war. Mit diesem Vorsage trete ich nach dieser stillen Stunde der Andacht in das handelnde Leben. Unterstüße du, Gott der Barmherzigkeit, mit deiner Kraft meinen Willen, fest zu halten an dem Gesch, welches du in das Gewissen mir 75 schriebst. Mein ganzes Leben sei ein betendes Anschauen deiner unendlichen Gnade und Güte, so wie dein heiliges Walten eine fortgesetzte Wohlthat ist, für alle deine Geschöpfe. qu6 idee O, du Wesen aller Wesen! Deine Güt' und Herrlichkeit Füllt das weite Reich der Zeit; Auch der Mensch ist auserlesen, Menſch Von der niedern Erde schon Aufzuschau'n zu deinem Thron. his sute inst Glauben und Unglauben. Der Glaube ist ein Fürwahrhalten dessen, was nicht durch eine unmittelbare oder sinnliche Erfahrung zu uns gelangt, sondern durch die Vermittelung der Vernunft, als wahr, erkannt wird. Der Glaube in göttlichen Dingen ist nicht sowohl eine Pflicht, als eine unumgängliche Nothwendigkeit, welche tief in unserm innersten Leben gegründet ist. Der Glaube an Gott, an die Unsterblichkeit der Seele und an eine ewige Folge unserer Handlungen ist ein unabweisbares Bedürfniß unsrer geistigen Natur. Ja, ſogar die rohen, wildesten Völker, die keine andere göttliche Offenbarung kennen, als den erhabenen Anblick der unermeßlich reichen Fülle der Herrlichen Weltnatur, fallen nieder und beten das geheim 76 nißvolle Wesen an. Im Gemüthe des redlichen Zweiflers kann dieser Glaube durch Harte, für uns unbegreifliche Schicksale erschüttert, aber nicht entführt werden, so wie die Pflanze durch Windstöße wohl hin und her bewegt, jedoch ihrem Boden nicht entrissen werden kann. Der entschiedene Ungläubige, der sich der frommen Glaubigkeit, als eines Bedürfnisses schämt, welches nur schwachen Seelen gezieme, kräftigeren Geistern aber fremd sei, wird es nicht dahin bringen, diesen Glauben gänzlich in seinem Ge müthe zu ertödten. Anwandelungen von Aberglauben werden ihn oft überraschen und seine Glaubensverläugnung für Lüge erklären. Immer liegt eine Selbsttäuschung bei dem Unglauben zum Grunde, er mag nun hervorgehen aus dem thôrichten Bestreben, mit einem Scheine von Geistesüberlegenheit zu prahlen, oder aus der frevelhaften Absicht, das Gewissen zum Schweigen zu bringen und ungehindert zu thun, was den Sinnen gelistet. Der wahre Glaube wurzelt tief in dem Gefühle unserer Abhängigkeit von unserm himmlischen Vater! Die Vernunft ist Pflegerin dieses Glaubens, und die fefte Zuversicht, die ruhigste Ergebung in die Fügungen des ewigen Vaters ist die Frucht! Die Vernunft, dieses heilige Licht von Gott, darf nie den Glauentweder - - 77 ben verlassen, wenn er nicht auf Abwege gerathen, wenn er nicht in Wahn und in den Irrthum verfallen soll, der in Ueberladungen und Verhüllung den innern Kern so leicht aus dem Auge verliert. Jesus Christus, der so lebendig in sich selbst die höhere Vernunft darstellt, diese Kraft, zu vernehmen das Göttliche, das Himmlische,-Er, der Heilige, war der Held dieses Glaubens, der sein ganzes irdisches Leben erleuchtete und ihn begleitete bis in den Tod. In den Offenbarungen, die Christus von Gott und einem Gottesreiche dem menschlichen Geschlechte mitgetheilt hat, findet der rechte Glaube die wahre Kraft seines Lebens. ins of outst mon Gandinha shod( sidi mist bi - OHD ( 10) po p my operisatisaged 78 Selbstprüfung. moWer bin ich, und was soll ich sein? Diese beiden Fragen sollte jeder Mensch, wie eine heilige Mahnung, immer im Herzen tragen; sie können sich nicht oft genug wiederholen! Der Mensch ist ein Pilger auf Erden; durch mehr und minder bequeme Wanderstellen, durch mehr und minder wüste oder rauhe Gegenden zieht sich der Weg seines Lebens fort. Da ist ihm nun aufgegeben, vorwärts und rückwärts zu schauen; rückwärts, um zu sehen, wo er strauchelte; vorwarts, um die gefährlichen und verdächtigen Stellen auszuſpähen und das Straucheln zu vermeiden. Auch seitwärts sollen wir blicken auf den Nebenpilger, um ihm eine hülfreiche Hand zu reichen, wenn er deren bedarf. Es ist wohl gut, das der Wechsel der Jahre, Monate, Wochen und Tage den fortlaufenden Strom der Zeit in gewisse Abschnitte theilt, auf daß sie Ruhepunkte seien, Stellen des Stillstehens, des Besinnens und der Selbstprüfung! Jeder dieser Punkte beschließt eine alte und beginnt eine neue Laufbahn; an der Ausgangspforte der einen, wie vor der Eingangspforte der andern stehe die doppelte Frage: Was bin ich, und was soll ich sein? Wohl dürfte der Rückblick in die Ver- gangenheit uns manchen Vorwurf, manche Demüthigung eintragen: denn da bemerken wir die Spuren der Geistesträgheit des Mangels an rustiger Wachsamkeit und alle jene Selbsttäuschungen des Wahns, die im Kampfe des Lebens unsern Feinden den Sieg verschaffen! Limad Wer sind unsere Feinde? Unsere Verwöhnungen, unsere Fehler! Wie leicht werden wir von diesen überlistet und überrascht! Unzufriedenheit, Mißmuth, Ungeduld überwältigten mich, wo Dank gegen Gott, Glaubensfestigkeit und Muth meine gebeugte Seele hätten aufrichten können und sollen. Da sehe ich Stellen mit meinen Thränen benetzt, und daneben erblicke ich das größte Vorbild der Gottergebenheit, welches Christus uns aufgestellt hat; ein Vorbild jenes hohen Muthes, der, wenn Leiden und Widerwärtigkeiten das Leben erschüttern, des Himmels sich zu bemächtigen weiß und seiner heiligen Ruhe. Aber trotz dieses erhabenen Vorbildes meines Heilandes sind diese Thränen geflossen! sind sie nicht Zeugen meiner Ungeduld, der Ungeduld die meinen Blick, wenn nicht ablenkte, doch verdunkelte, um das lehrreiche Vorbild des göttlichen Lehrers der Menschen, der da sprach: Vater, dein Wille geschehe!!! recht innig zu Herzen zu nehmen? Wenn mich im Eifer 80 gegen das Unrecht die Leidenschaft fortriß, über hört' ich dann nicht oft die Stimme der Sanftmuth, die da spricht: ,, Vater, vergieb ihnen! // Wenn ich Menschenherzen wankend und unstät gegen mich fand, wie beugte das so oft und tief meine Seele darnieder! Und wenn ich diese Schwachheit erkannte, und in dieser mir eine Warnungsfäule für die Zukunft errichtet hatte, übersah' ich nicht zu oft an solchen Marksteinen des Lebens die Denkschrift: ,, Vergieb uns unsere Schuld, wie wir vergeben unsern Schuldigern? Und wenn eine lange Reihe leidenvoller Tage vorüberging an meinem verwundeten Herzen, haben diese mir nicht oft die sanfteren, glücklicheren Tage verdeckt, die aus eben der Vaterhand kamen, welche die trüben mir zuwandte? Durch beide sprach die ewige Liebe ernste und freundliche Worte zu meiner Belchrung; beide waren gleich nothwendig und wohlthätig in dieser Vorbereitungsschule zu einem höhern Leben. Wer bin ich, und was soll ich sein? Diese Selbstprüfung, dies Zurückschauen, wozu jene Fragen auffordern, möge immer uns demüthigen, es erhebt uns auch wieder! Es kräftiget uns, auf der Hut zu sein gegen die Fehltritte, die wir begingen. Vermeidung der Sünde, die nur bewirkt Vergebung!- Sobald wir un1 81 fre Fehler ablegen, dann nur können wir uns der hohen Verheißung erfreuen, die du, o ewiger Gott der Liebe, durch Christum uns mitgetheilt hast, durch diesen deinen heiligen Gesandten, unsern Erldser von Wahn und Sünde, der uns den Weg zur Seligkeit wandeln lehrte. Die ser Heilige sprach zu den reuigen Sündern: Die Sünden sind euch vergeben; zichet hin in Frieden! nur fündiget fortan nicht mehr!!! 12. Herr meines Lebens! so sei denn immerdar die Kraft deines Geistes mit mir! auf daß ich in fruchttragender Gottesfurcht stets vor dir, Allwissender, wandeln möge! 11 Chaty Die Sendung Christi, und wer darf sich Christ nennen? Counte Christus Jesus! o du Abglanz des ewig unergründlich Einen, dessen heiliges Walten in allen seinen Schöpfungen wir mit hoher Beseligung anstaunen! Dich, du Heiland der sterblichen, zur Unsterblichkeit berufenen Menschen, sandte der Hocherhabene herab auf die Erde, wo in tauſendfältigen, labyrinthischen Irrgången die gesammte Menschheit ihr wahres Heil, ihre rechte Bestimmung aus den Augen verloren hatte. 6 82 Gänzlich verschwunden aus der menschlichen Natur schien jede Spur des Göttlichen, welches nur in wenigen, kaum leichtsinnig beachteten, oder gar verkannten Erscheinungen hier oder dort ein höheres Ziel jenseits der sinnlichen Welt offenbarte. Die bedrängte Seele fand nirgends mehr einen sicheren Halt, woran sie sich hätte aufrichten können in Zeiten der Trübfal. Der denkende Geist, das ahnende Gemüth, wohin konnten beide sich wenden, wenn in ihnen ein dunkles Bedürfniß sich regte, welches im Kreise des irdischen Daseins keine Befriedigung fand? Der römisch- griechische Götterhimmel, ursprünglich wohl nicht ohne alle höhere Bedeutung, war durch Speculationen und Grübeleien der Philosophen und durch leichtsinnige Lieder der Dichter zur bedeutungslosen und lächerlichen Fabel geworden. Die Götter waren mit den unwürdigsten Leidenschaften: Eifersucht, Rachgier u. f. w. behaftet, und, ohnerachtet ihrer göttlichen Macht und Herrlichkeit, einer dunklen, geheimnißvollen und furchtbaren Gewalt, dem sogenannten Fatum, unterworfen. Die einzige Uleberlegenheit, in welcher sie den Menschen gegenüber gestellt wurden, bestand, nach den alten Religionslehren, in einer vollkommnen Willführ, und einer, ihren Leidenschaften dienstbaren ə - 83 Macht, welche den Sterblichen, der ihre Eifersucht gereizt hatte, mit ausgesuchter Grausamkeit bestrafte. Sie mußten, als wären sie in fortdauerndem Groll gegen das Menschengeschlecht befangen, durch Opfer unaufhörlich besänftigt werden. Die Welt war, jenen Lehrern zu Folge, nicht geschaffen, sondern aus einem wüsten, todten Chaos entstanden. Mit Einem Worte, die alten Völker trugen in ihren Vorstellungen eine Schaar von Göttern, aber keinen Gott, keinen über alle Vorstellungen erhabenen, mächtigen Weltgeist, der Himmel und Erde geschaffen! Es konnte nicht fehlen: eine solche Religion mußte mit der Zeit verächtlich werden. Das jüdische Volk war das einzige unter den alten Völkern, welches in seinen heiligen Ueberlieferungen die Ideen von dem einigen Gott und Schöpfer des Weltalls aufbewahrt hatte, und darum berechtigt war, sich das auserwählte Volk Gottes zu nennen. Unter dem harten Drucke der Sclaverei, unter welchem das jüdische Volk in Egypten jahrelang schmachtete, und bei dem täglichen Anblick des egyptischen pomphaften Gottesdienstes hatte sich die erhabene Idee von dem wahren Gotte sehr verdunkelt; ihr gab Moses, der große Wiederhersteller seines Volkes, die ursprüngliche Würde, Kraft und Hohheit zurück. 6* - - 84 Aber im Laufe der Zeit entging das jüdische Volk nicht jenem Sittenverderbniß, welches dem Untergange zuführt. Die Ehrfurcht für den Allerhöchsten, den Gott des Himmels und der Erde, hatte sich in ein citles Ceremonienwesen, in geistlosen Opferdienst verloren. Das Volk glaubte an keine wahre Reinigung, an keine Besserung der Gesinnung; der gesammte Gottesdienst, ohne innere Lebendigkeit, war zum hohlen Gerippe eines Tempels geworden, worin nicht mehr das Göttliche wohnte. Die Hohen sowohl, als die Niedern im Volke überließen sich unaufhaltsam und besinnungslos den wildesten Begierden, den zügellosen Leidenschaften; sie erlaubten sich jede sündhafte That, wenn sie nur irgend hoffen konnten, solche bei den bürgerlichen Gesetzen ungeahndet durchzubringen. Durch das Opferblut erschlagener Thiere wähnten sie den zürnenden Gott zu besänftigen, zu versöhnen und ihre Sünden und deren Folgen zu tilgen; der Sündhaftigkeit aber durch. Buße und Reue, durch Maaßregeln einer wahrhaften Besserung des äußeren und inneren Lebens entgegen zu wirken, worauf Johannes der Taufer am Jordan, diese Stimme in der Wüste, drang, kam ihnen nicht in den Sinn. Das Gebiet des höheren Lebens in der sittlichen Natur des Menschen war bei den Juden, wie unter den Heiden, zu einer Wüste geworden, wo kaum das bürgerliche Geseß, welches keinen Halt in der Religion mehr fand, kräftig genug war, den wilderen Ausbrüchen des Unrechts sich mit Erfolg entgegen zu stellen. Heidnische Philosophen spotteten über das Gaukelspiel der Orakel und sämmtlicher religiöser Gebräuche. Eine glei che Ausartung des jüdischen Religionswesens tritt uns in der Geschichte der Vorzeit entgegen. Während das Volk gedankenlos glaubte, durch Opfer und Beobachtungen gewisser Tempelgebräuche seine Rechnung mit Gott von Zeit zu Zeit abzuthun, disputirten die Schriftgelehrten unter und gegen einander über Glaubenssäße und über das Leben nach dem Tode. - id india nchil Dies letztere bestritten durch müßiges Geschwäß und eitle Spitfindigkeiten die saducaischen Sophisten; dahingegen die Sekte der Pharisäer eine heuchlerische Frömmigkeit zur Schau trug. In dieser tiefen Ausartung des menschlichen Geschlechtes, wo der finsterste, dumpfe Aberglaube den klaren, lebendigen Glauben an Gott verdrångt hatte, wo Unrecht und Gewalt statt Gerechtigkeit und Recht herrschend geworden, wo sich das Leben der Tugend und Religion nur 86 noch in einzelnen Erscheinungen wahrnehmen ließ: in dieser Sittenwildniß trat der göttliche Menschenſohn auf, Jesus Christus, ausgerüstet mit der Kraft und Hohheit seines himmlischen Vaters, der ihn gesandt hatte. Seine Worte waren Worte des Lebens, und sein Leben ein leuchtendes Vorbild des Wandels im Himmel. Die Vorträge des Heilandes waren den Lehrsätzen, Meinungen und spißfindigen Behauptungen aller Partheien und Sekten entgegengesetzt. Wenn er auch keinesweges den Ausdruck der Gottesverchrung in den Ceremonien und Tempelgebrauchen bestritt oder verwarf, so führte dieser Heilige doch vor allen Dingen den Menschen in sich selbst zurück. Das Himmelreich ist inwendig in euch, es besteht nicht in äußerlichen Gebärden, sagt wiederholend sein heiliger Mund. Eine stille, geräuschlose That des frommen Herzens galt ihm mehr, als alles Aufsehn erregende Fasten und Be ten. So war auch die Stellung, die er unter dem Volke annahm, jener der Pharisäer und Schriftgelehrten entgegengesetzt. Beide sahen mit Verachtung herab auf die Niedrigen im Volk, und hielten sich von ihnen entfernt: und so war, was man damals Bildung des Geistes nannte, den Vornehmen und Reichen vorbehalten. Der größere Theil des Volkes irrte in tiefer Unwis sid 11 87 fenheit und finsterem Aberglauben umher. Jesus Christus hingegen wendete sich an die Niederen, an die Versäumten, an die Schwachen. Sein Grundsaß dabei, den er unumwunden aussprach, war: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken.// Darum schloß er auch, was ihm zum Vorwurf gemacht wurde, selbst die Zöllner und Sünder von seiner Belehrung nicht aus. Seine Schuler wählte er aus den untersten Ständen: arme Fischer waren es, mit denen der große, der erhabenste Lehrer der Menschheit die Städte und Flecken der Juden durchzog. Sündern und 1 - Sünderinnen, zurückgestoßen von Priestern und Nichtpriestern, versagte er seinen rettenden Zuspruch nicht; er ermahnte sie zur Buße, zur Sinnesänderung. Sündiget hinfort nicht mehr, dann sind eure Sünden vergeben!!! Mit diesen Worten entließ er Jeden, der zu seiner unbegränzten und unbedingtesten Menschenliebe seine Zuflucht genommen, mit welcherlei Gebrechen des Leibes und der Seele ein solcher behaftet sein mochte. A Ihm, dem erhabenen, göttlichen Lehrer und Mittler, der gekommen war, zu erlösen die Menschen von Wahn, Irrthum und Aberglauben ihm war Johannes vorausgegangen, dieser ern 88 ste, strenge Prediger in der Wüste, der furchtlos den Hohen und Höchsten im Volke ihre Sundhaftigkeit vorhielt und mit strafenden Worten sie aufforderte zur Besserung ihres Lebens von Außen und Innen. Er weihete durch das Bad der Taufe diejenigen, die seine Stimme hörten und seine Worte in ihrem Herzen aufnahmen. Die Taufe sollte ihnen ein Bild sein der Reinigung von ihrem sündigen Wesen. Der heilige selbst, Christus Jesus, ließ von Johannes diese Weihe sich geben, um den Menschen ein Vorbild zu sein in Allem, was zur Gottseligkeit, zur Heiligung führt. So bildete denn Christus in Lehre und Leben, in Wort und That, gegenüber den Pharisäern und Saducåern, einen auffallenden Gegensaß. Wenn Moses, wegen der, aus der egyptischen Sclaverei mitgebrachten, thierischen Rohheit des jüdischen Volkes, genöthigt war, diesem wilden Haufen den Gott Israels, als einen starken eifrigen Gott darzustellen, der die Sünden der Våter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied: so schildert Christus dagegen das Verhåltniß Gottes zu den Menschen, als das Verhältniß eines liebenden Vaters zu seinen Kindern. der nicht will, daß Eins seiner Kinder verloren gehe. So ihr nicht werdet, wie die Kin11 89 der, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. // Ein anderes Mal sagt er: Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn ihrer ist das Himmelreich!!! Daher denn auch die Nachfolger des Heilandes, die Apostel, wiederholendlich von der Kindschaft des Menschen in Gott sprachen. Paulus unter andern, wenn er zur Eintracht, zur gegenseitigen Liebe ermahnt, sagt: Seid ihr nicht alleſammt Kinder Eines Vaters im Himmel? //- Kindersinn, Kindesunschuld stellt der Heiland als die Grundlage aller Gottseligkeit dar; aus dieser Grundlage ergiebt sich das Vertrauen zu Gott, dem Geber alles Guten. - 11 ter! // Wenn ihr euer Gemüth zu Gott erhebt," sagt Christus ,,, so sprecht: Abba, lieber VaDiese Anrede an Gott drückt das volleste Vertrauen zu dem höchsten Geber aus, von dem herab alle gute Gaben kommen. Von ihm herab kommen alle unsere Schicksale, auch diejenigen, die wir Anfechtungen oder Trubsale nennen. Welch ein süßer Trost ist es, bei Allem, was uns in unserm Leben ohne unsre Einwirkung begegnet, recht innig überzeugt zu sein, es komme aus einer väterlichen Hand, von einem höchst wohlwollenden Lenker unsers irdischen Daſeins. - 90 Kann derjenige, der dieses Vertrauens, dieses Trostes sich bemachtiget hat, kann er verzweifeln, verzagen, wenn er von Bedrängnissen umgeben, oder wenn er allgemeines Unheil voraussicht? Auch in denjenigen Unfällen, die wir verschuldet haben, wenn sie uns zur Belehrung und Besserung dienen, låßt uns das Vertrauen zu unserm himmlischen Vater nicht untergehn. Gehe 11 Nicht hin, ruft die Stimme unseres Heilandes im Namen des ewigen Vaters uns zu: ,, gehe hin und fündige hinfort nicht mehr!!! mehr fündigen, das ist die Bedingung der Sundenvergebung. Vertilgt wird die Sünde nicht, ihre Folgen sind fortdauernd; aber ihr Schatten kann bedeckt werden durch das Licht der Besserung, durch ein redliches Bestreben, durch Werke der Liebe, des Wohlwollens, der Gerechtigkeit und durch Thaten, die um so würdiger sind, je mehr sie Aufopferungen unserer heftigsten Neigungen und Leidenschaften kosten. Nur unter dieser Bedingung kann die Thräne der Reue fruchtbar werden, und das kindliche Vertrauen zu dem Vater im Himmel eine beseligende Kraft gewinnen. 1 - Aber kann ein Gebet Gott wohlgefällig sein, das nicht aus gereinigtem Herzen kommt? Fasten und Beten, besonders wenn solches nach au- 91 ßerer Anweisung, wenn das Gebet blos mit den Lippen geschieht, ist durchaus fruchtlos, sofern das Gemüth nicht mit heiligen Gesinnungen erfüllt ist, wenn es nicht aufrichtig nach der Gerechtigkeit strebt, die vor Gott gilt. Nur der darf sich Christ nennen, der in dieser Gerechtigkeit wandelt; nur er darf getrost, betend seine Seele zu Gott erheben, darf freudiglich das Vertrauen zu dem himmlischen Vater umfassen; es wird wie ein Geist des Trostes, der Hoffnung und der Freude ihn begleiten auf allen seinen Wegen. Als der Jünger Johannes den Heiland fragte: ,, Warum fasten die Pharisäer soviel, und deine Jünger nicht?! da antwortete er: Wie können die Hochzeitgåste trauern, wenn der Bräutigam bei ihnen ist? //- 11 Und dann wiederum sagte er: Was in den Mund hineingeht, das sündiget nicht; aber was aus dem Munde herausgeht: die Worte können sündhaftig sein; // die Worte nämlich, die aus einem unreinen Herzen kommen. 11 11 Aus dem Vertrauen zu Gott geht hervor, was wir Gottesfurcht nennen, das ist: eine heilige Scheu, in irgend einer Unwürdigkeit vor dem Allwissenden zu wandeln. Diese heilige Scheu, diese Gottesfurcht wurzelt in der innigsten, unser ganzes Wesen, durchdringenden, Liebe 146 92 zu dem höchsten Wohlthäter unsers sinnlichen und geistigen Lebens. An die Liebe zu Gott knüpft sich die Liebe zu dem Nächsten. Wer sei11 nen Bruder hasset!! spricht unser göttlicher oder ihn nicht liebet, ihn, den er sie- Lehrer, 11 het, wie kann er Gott lieben, den er nicht sicht? ,, Liebe Gott über Alles," 11 sagt er ferner ,,, und deinen Nächsten, wie dich selbst!!! In diesen beiden Geboten, setzt er hinzu, ,, hängt das ganze Gesetz und die Propheten. // Ja! unser Heiland dehnet das Gebot der Liebe, oder des Wohlwollens gegen unsere Mitmenschen noch weiter aus, als irgend ein Weiser und Sittenlehrer seiner und aller Zeiten; er läßt es sich erstrecken auf die Feinde. Liebet cure Feinde!" sagt er 1 - 10 1/ segnet die, so euch fluchen! bittet für die, so euch beleidigen!!! Er erläuterte und entwickelte dieses Gesetz der Liebe durch Beiſpiele, durch treffende Gleichnisse. Daß jeder Mensch, auch der von uns ganz verschieden Denkende, unser Nächster sei, das zeigte der erhabenste Lehrer in der Parabel von dem Samariter und dem tödtlich Verwundeten, der unter die Räuber gefallen war. Samaritanische Juden, und Juden, die sich des vollkommneren Geseßes und des Heiligthumes in Jeruſalem rühmten, haßten sich gegenseitig. Priester und Levi 93 ten gingen vor dem verunglückten Juden von Jerusalem ungerührt vorüber; der Samariter aber fragte nicht, ob der Verwundete von den Seinigen sei; er war in Noth, das war ihm genug; er nahm sich seiner an. Diese Lehren, und die Art, sie vorzutragen, waren den Zeitgenossen neu und fremd; sie faßten zum Theil sie nicht, zum Theil, wie die Pharisäer, Schriftgelehrten und Priester, wollten sie solche nicht fassen; den letzteren beſonders kam Alles darauf an, die Menschen zu täuschen, um sie zu beherrschen. Die Gutmůthigen und Unbefangenen unter dem Volke wurden ergriffen von den neuen Lehren; sie bewunderten den hohen, wunderbaren Mann, der sie vortrug. M Viele hielten ihn für Elias, oder für sonst einen, von den Todten wieder auferstandenen Propheten. Selbst seine Jünger mißverstanden ihn, wenn er vom Reiche Gottes sprach; sie bezogen solche Ausdrücke auf die Wiederaufrichtung des Israelitischen Reiches; und immer wollte es ihnen nicht recht einleuchten, wenn ihr Herr und Meister sagte: ,, Mein Reich ist nicht von dieser Welt!!! Es war gegen ihre Erwartung, wenn er sprach: ,, Wer in das Reich Gottes kommen will, der verleugne sich, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!!!. Gläubige Ergebung bei AlHann 94 lem, was uns mehr oder minder schmerzhaft berührt; redliche Bekämpfung jedes Rachegefühles gegen Beleidiger, Verfolger und Uebelgesinnte; Selbstverläugnung, Mäßigkeit, Demuth, Aufopferung der Begierden, sofern sie das Recht überschreiten mit Einem Wort, Strenge gegen uns selbst; und dann, allgemeine thätige Menschenliebe, Wohlwollen, Versöhnlichkeit, Friedfertigkeit, Nachsicht und Dienstfertigkeit gegen unsere Nebenmenschen, fordert Christus von seinen Nachfolgern. Nur der hat das Recht sich einen Christen zu nennen, der, ohne gesuchte Selbsttäuschung, aufrichtig und streng gegen sich, den Forderungen, die Christus an seine Nachfolger macht, zu genügen strebt. Darum sind Kirchenbesuche, Abendmahlsfeier und andere Beobachtungen und Gebräuche, die dem Christenthume zur äußern Hülle dienen, ein leeres, unfruchtbares Thun und Treiben, wenn das Leben in der Prüfung vor dem Maßstabe jener Forderungen nicht besteht.- Darf derjenige sich einen Christen nennen, der bei Widerwärtigkeiten, bei großen, zerstdrenden Unglücksfällen verzweifelt, jeden Trost abweiser, den die Religion darbietet, und mit Gott hadernd ausruft: ,, Warum muß solches Unglück über mich kommen? Womit habe ich dieses verschuldet? //\ Wer mit Gott rechtet, der låstert Gott!- Darf 95 ein Gotteslästerer sich einen Christen, und ein Kind des Vaters im Himmel nennen? Stößt er sich nicht selbst aus dieser Kindschaft hinaus? Die stille, Gott ergebene Seele wird, wenn harte Anfechtungen sie heimsuchen, die Thräne im Auge zurückdrücken, und mit Christus, ihrem göttlichen Vorbilde, beten: Bater, dein Wille, nicht der meine geschehe!!! 11 Dagegen der irdisch Glückliche, dem reichlich die Güter des sinnlichen Lebens zufielen, wenn er trohig und dunkelhaft sich blähet, wenn er seinen behaglichen Zustand seinen Erwerbsfähigkeiten und seinen Verdiensten zuschreibt, wenn er in uppi. gem, sinnlichen Wohlleben seine Tage verschwendet, und, im lleberfluß schwelgend, hartherzig und zurückstoßend seinen hülfsbedürftigen Bruder die Brodsamen versagt, die von dem Tische seines Ueberflusses fallen: darf der, wie oft er auch im Tempel des Herrn und vor dem Altare Gottes erscheine, darf er sich Christ nennen? Ein selbstisches, liebloses Herz ist ein Gräuel vor Gott! Auch derjenige, der in seinem untergeordneten Verhältnisse für weltliche Hoffahrt keine Nahrung fand, der aber im geistlichen Dün kel und pharisäischen Sinne verachtend auf die jenigen blickt, die er für minder würdig und fromm, als sich hålt, darf er einen Christen sich - 96 nennen?- Nein! ihm mangelt die Demuth, die da weiß, daß kein Sterblicher frei ist von Mångeln. Wenn ihr Alles gethan habt,!! sagt Christus, so sprecht: wir sind unnüge Knechte; und diejenigen, welche die Ersten sich dünken, werden die letzten sein. 1/ Prüfe sich 11 11 doch der geistlich Stolze recht aufrichtig, ob er nicht unzählige, unbewachte Schwachheiten sich vorzuwerfen hat? ob nicht hier oder da eine Aufwallung ihn überraschte? ob er in jedem Augenblicke seinen Unmuth, seinen Zorn, oder jede andere Leidenschaft siegreich bekämpfte?- Er wird finden, daß er den Fehlern Anderer mehr Aufmerksamkeit zuwendete, als seinen eigenen. Nur zu leise, zu schmeichelhaft, und in mancherlei Verhüllungen beschleicht die Leidenschaft des Menschen Herz. Zorn, Haß und Groll kleiden sich gern in das Gewand des lebhaften Unwillens gegen das Unrecht, welches uns zugefügt wurde. Der Haß nennt sich gerecht, und möchte doch gern, wenn er könnte, eine ewige Höllenqual für seine Gegner stiften. Der Neid spottet über die Verirrungen des Glückes, welches sich blind einem Unwürdigen zugewendet; aber dieser Spott ist Neid, die erniedrigenste Leidenschaft in der Brust des Menschen. Der Wucherer nennt seine Bestrebungen Er 99 Nur den pharisäischen Heuchlern, den Schriftgelehrten und Priestern, die absichtlich und planmáßig, um ihren Dunkel und ihre Herrschsucht zu befriedigen, in ihrer Unwürdigkeit beharrten, sagte er ernste und strafende Worte. Die args listigen, spißfindigen, auch wohl politisch gefährlichen Fragen, welche Pharisäer und Saducaische Sophisten und Schriftgelehrte ihm vorlegten, fertigte er kurz ab mit scharfen, treffenden Antworten, vor denen seine Gegner verstummten. Dieser hohe, im Lichte der Wahrheit wandelnde Volksaufklärer kannte diese Volkstäuscher, ihre herrschsüchtigen Absichten und die Zwecke der Finsterniß, denen sie dienten; er mied sie, und hatte nichts mit ihnen gemein. - Freudiglich aber, wohlwollend und hilfreich bot er sich den Unwissenden und Irrenden dar; er heilte die leiblich und geistig Kranken; mit himmlischer Sanftmuth nahm er sie auf, ließ ihnen Unterricht und Hülfe angedeihen. Er entzog seine belehrende, heilige Nähe nicht Zöllnern und Sündern, die als Pächter der, den Römern zu entrichtenden, Abgaben übel berüchtigt waren; er verschmähete selbst ihre Tischgenossenschaft nicht, um auszustreuen den Samen seiner göttlichen Weisheit, welches ihm die heuchlerischen Pharisäer als ein Unrecht, als eine Ver7* 100 unreinigung seines Wandels anrechneten, als ob er gleichsam, durch das Nichtzurückstoßen ihrer Lebensweise, sich derselben theilhaftig mache. Aber der Arzt, macht er sich theilhaftig der Gebrechen der Kranken, die er heilt? Mit immer gleicher Leutseligkeit und Sanftmuth, mit gleicher Bereitwilligkeit, wohlthätig zu sein, Gutes zu wirken und das Reich Gottes auszubreiten, umfaßte er ohne Ausnahme das ganze Menschengeschlecht. Keine Verschiedenheit der Glaubenslehren äußerlicher Gottesverehrung konnte seine Neigung bestimmen, und die Hand seiner Wohlthätigkeit dem Bedürftigen verschließen. Wir lesen nirgends in den Berichten seiner. Jünger, der Evangelisten, daß er Theil genommen habe an den Reibungen und Feindseligkeiten, welche die Spaltungen zwischen Samaritern und denjenigen Juden, die an den Tempel in Jerusalem glaubten, mit gegenfeitiger Erbitterung unterhielten. Darf der einen Christen sich nennen, der einen Bruder zurückstößt, welcher mit ihm einen und denselben Vater im Himmel hat, ihn ausschließt von aller Liebe, von aller Hülfe, die er ihm leisten könnte, weil er nicht gerade so, wie er, zu dem Vater Aller betet, weil er durch andre Formen seine Ehrfurcht und Dankbarkeit für den Ewigen ausdrückt? Ist es christlich, wenn der Christ den 1 101 Juden, wenn der Protestant den Katholiken, der Katholik den Protestanten als einen vorsäglich Irrenden verurtheilt, wenn Einer dem Andern, seiner Glaubensform wegen, alle innere Würdigkeit abspricht, wenn er sich von allen Pflichten der Menschlichkeit gegen ihn lossagt, wenn er ihn haßt, sogar verfolgt?- Es giebt Gedanken und Ueberzeugungen, die ewig stehen, und Angehörige des innersten Wesens der menschlichen Seele sind: die Gedanken nämlich vom Dasein Gottes, von der Unsterblichkeit des menschlichen Geistes, und von den ewigen Folgen unserer Handlungen. Diese Uleberzeugungen stehen unwandelbar, wie Säulen des Himmels, in der geistigen Menschennatur; sie sind, ihrem Inhalte nach, der Verschiedenheit menschlicher Ansichten nicht unterworfen. In ihnen sind alle Völker eines Sinnes. Bei allem Andern aber, was in näherer oder entfernterer Beziehung zu ihnen steht, findet, und muß vielleicht, eine gewisse Verschiedenheit der Meinungen Statt finden. Mannichfaltigkeit der äußern Formen ist ein Geseß der ganzen Natur. Aber solche Verschiedenheiten der Meinung sollen freilich nur neben einander, aber ja nicht gegen einander stehen! 102 11 11 In welche einfache Form legte der Heiland seine Glückseligkeitslehre nieder! Wie klar, wie lichtvoll, ohne alle mystische, dunkle Geheimnißkråmerei, trug dieser göttliche Lehrer seine Glaubensfäße vor! Wie einleuchtend, wie herzeindringend und überzeugend war Alles, was er vom Reiche Gottes sagte, dessen Beginn und Vorhalle hier auf Erden zu stiften, er sich zur Angelegenheit, zum heiligsten Zweck seines Daseins gemacht hatte! // Wenn ihr betet," sagte er, sollt ihr nicht viel Worte machen."/ Bei einer andern Gelegenheit lehrte er: Wenn du betest, so gehe in dein Kämmerlein, und schließ die Thür hinter dir zu, und bete zu deinem Vater im VerBorgenen! // Und somit tadelt der, vom Geiste des lebendigen Gottes erleuchtete, Lehrer der Welt, welcher doch wohl am besten wissen mußte, was seinen himmlischen Vater wohlgefällig sei, nicht sowohl die Feierlichkeit bei dem dffentlichen Gottesdienste, als die Uleberladung gottesdienstlicher Gebräuche, welche die Andacht nicht Beleben, sondern zerstreun. Und eben diese äußern Dinge sind es, die, in Gemeinschaft mit unnügen Grübeleien über des erhabenen Nazareners Persönlichkeit und andere unwesentliche Beziehungen, die Menschen entzweien, Haß entzünden, und gegenseitige Verfolgungen herbeiführen. Wer 1 103 erinnert sich hierbei nicht der mörderischen Bluthochzeit in Paris, die man sich noch nicht schämt, in öffentlichen Denkmalen zu feiern? Wem stellen sich hier nicht die neuesten blutigen Verfolgungen dar, welche die gesetzlich geduldeten Protestanten im südlichen Frankreich neuerdings erführen? Wem fallen nicht die unglücklichen, um ihres Glaubens willen schwer niedergedrückten Waldenser in den Savoyschen Thälern ein? Wer schaudert nicht bei dem furchtbaren Andenken der gräßlichen, in so vielen Ländern errichteten Inquisition? Wer erbebt nicht, wenn er die Graulthaten der, sich Christen nennenden, Eroberer von Amerika liest? Solche Erscheinungen, würden sie nicht das Christenthum mit unausldschlicher Schande brandmarken, wenn dieses in fei nem innern Wesen nicht zu heilig, zu göttlich auf seiner Grundlage dastunde? Und diese Grundlage ist Liebe. Befleckt wird das Christenthum nicht, aber wohl kann demselben, wie wir sehn, ein, den christlichen Namen mißbrauchendes, Heidenthum untergeschoben werden. Wie dürfen diejenigen sich Christen nennen, die in sok chem Heidenthume wandeln? DIA 100 853 Condtukete -- Schon bald nach dem Hinscheiden des HeiLandes, zur Zeit der Apostel, rissen unter den verschiedenen Christengemeinen Absonderungen ein. 104 Kephisch, von dem Apostel Kephas, nannten sich die Einen, Paulisch die Andern; aber sehr nachdrücklich verweiset Paulus den sämmtlichen Anhängern des neugegründeten Christenthums ſolche Spaltung, die nur zu leicht und zu häufig gegenseitige Befremdung, und diese wiederum Abneigung, wenn nicht gar Mißwollen, erzeugt. Das ist die Schwachheit der menschlichen Natur! Aber darf der einen Christen sich nennen, der ſolcher Schwachheit sich hingiebt? In ihm wohnt nicht Christus Sinn, ihm mangelt die Demuth, die da weiß, daß jeder Sterbliche dem Irrthum unterworfen ist.— Merkwürdig und tief belehrend ist es, daß Christus in seinen Gleichnissen gern einen bescheidenen Samaritaner gegen einen, sich besser dunkenden, Jerusalemitanischen Juden vortheilhaft abstechen läßt. Darum Jeder sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war, der mild und liebevoll keines andern Mittels zur Ueberzeugung sich bediente, als der unverfänglichen Kraft seiner Rede! Keiner berühre unsanft seinen Nebenmenschen, weil er anders denkt, anders glaubt, anders betet, als er! Wer da glaubt im Lichte der Wahrheit zu wandeln, verurtheile nicht die stille Seele, die in Demuth, ohne Geräusch und Zudringlichkeit frommglaubig dunklen Gefühlen nachhängt, 105 und gegen diese der Vernunft wenig oder gar keinen Einspruch gestatten zu dürfen meint. Wenn aber dunkle, mystische Sinnesart in Schwärmerei übergeht, die darum Schwärmerei ist, weil sie, die Vernunft verdammend, alle Grenzen überfliegt; wenn der Anhänger solcher Sinnesart sich für einen Auserwählten Gottes hält, der den Andersdenkenden nicht etwa für einen Unglücklichen, sondern für einen Verworfenen erklärt, der keinen Theil habe an der Barmherzigkeit des himmlischen Vaters: dann spricht sich darin kein wahres Christenthum aus, und der Geist des Heilandes wohnt nicht in solcher Gesinnung. - Der Keim dieser Entartungen liegt keinesweges in der einfachen, klaren, lichthellen Religion Jesu, die ein demuthvolles Streben nach Wahrheit und Licht einschärft; die uns zuruft: ,, Bete Gott an im Geist und in der Wahrheit!!! Derjenige, der das Gebot der unbedingtesten Menschenliebe erfüllt, der das Reich Gottes, das Reich der Liebe, des Lichtes und der Wahrheit, nach den ihm zugemessenen Kräften auszubreiten strebt, nur der darf einen Christen sich nennen; denn in ihm wohnet der Geist unsers göttlichen Vorbildes! Ewiger Vater im Himmel, der du deinen Heiligen fandtest, uns hervorzuführen aus der 106 Finsterniß an das Licht deiner Herrlichkeit, laß nie untergehen diesen Tag des Heils! Laß immerdar leuchten über uns das Licht deiner Gerechtigkeit, auf daß wir stets richtig wählen den Weg, den dein geliebter Sohn, Jesus Christus, uns vorzeigte, auf daß die Erde ein Tempel deiner Verherrlichung und die Menschen Priester deines Altares werden! Führe, o Vater der Menschen, Freudigkeit, Eintracht, Friede und Liebe zurück in dein Heiligthum! Amen! Ergebung des Herzens an Gott. Vor dir, Vater der Barmherzigkeit und der Liebe, vor dir beugt sich mein Knie! Zu dir erhebt sich meine Seele in dieser stillen Stunde der Andacht! Mein Herz ist des Dankes voll, wenn ich in die Fügungen zurücksche, wo deine Vaterliebe mich hindurch führte. Dunkle Stellen, die ich mit zagender Furcht betrat, öffneten mir jederzeit Durchgänge zum Lichte; Anfechtungen verwandelten sich in ihren Folgen zu meinem Heile. Ja! du bist die Liebe, welche die Unendlichkeit der Welten umfaßt; du hast dem Wurm im Staube seinen Freudenkreis angewiesen, und dem Seraph seinen Himmel bereitet. 107 Zwischen beiden wandelt der Mensch, geleitet von deiner Huld; er, den du würdigtest und få hig machtest, sein Haupt zu dir empor zu heben und deine weise Vaterhuld zu erkennen, auch wenn sie in der Gestalt der Anfechtung und Trübsal erscheint.— Welcher Friede würde die Menschen durch dieses Leben begleiten, wären es ihre Leidenschaften nicht, die so stürmend und stdrend eingreifen in die schönen Anlagen, die deine Weisheit zur Erhaltung des Ganzen und zum Wohl des Einzelnen entwarf!- D! wie beseligend, wie erhebend ist der Gedanke, daß auch über mich deine Baterhuld sich ergoß, daß sie die Schicksale herbei führte, denen ich auf meinem Lebenswege begegnen mußte! Ehrwürdig und heilig erscheinen mir in diesem Gedanken die Tage der Trauer, die mir zu Theil wurden. ,, Selig sind die Traurigen, ließest du auch mir durch deinen Heiligen zurufen ,,, denn sie sollen getröstet werden! Möge diese trostvolle Verheißung immerdar meine Seele erfüllen, wenn aus ihr der Friede des Lebens entweicht; möge sie erleuchten meinen Pfad, wenn dunkle Stunden mich umgeben, auf daß ich vertrauensvoll zu dir hinaufblicke, Vater der Liebe! Ja, Herr! du hast große Dinge an mir gethan, du hast mich gekrönt mit Barmherzigkeit! Zu meinem 1 108 Heile mußte selbst dasjenige feindliche Schicksal sich wenden, welches von Menschen ausging; darum sei fern von mir jeder Schatten des Unwillens gegen sie! Vergieb uns, wie wir vergeben unsern Schuldigern! Dieses heilige Gebot, welches der erhabenste Lehrer der Menschheit uns vorschrieb, sei immer gegenwärtig meinem Gemüthe, auf daß ich vor dir, Vater der Barmherzigkeit, wandeln möge in Liebe und Gerechtigkeit! Du, Heiligster, erbarmst dich der Sunder: wie darf ich, der Mensch, dem Mitbruder zürnen? Rüste du mich aus mit Kraft, daß mein Glaube an dich, du weiser Lenker menschlicher Schicksale, Frucht trage in Geduld! Gieb, o Gott, daß auf dem Standorte, wohin deine Vorschung mich stellte, ich würdig ausfülle den Kreis der Pflichten, die du mir auferlegt hast, daß von mir nichts ausgehe, wodurch Wehe bereitet werden könne irgend einem meiner Mitmenschen; daß ich nie mich vermesse, Andere zu richten, sondern immer bereit ſei, zu entschuldigen, wo verläumderische Anklagen sich verbreiten; daß ich allein dir anheim stellen mdge, was mir an Andern Unrecht erscheint! Du allein erkennst vollkommen das Innerste, die verborgensten Stellen des menschlichen Herzens. Habe ich verdient, daß du, gnadenvoller Richter, dich 109 meiner erbarmtest? wie sollte ich nicht Liebe und Wohlwollen üben gegen Menschen, die deine Kinder, meine Mitgenossen des irdischen Lebens sind! Wohlwollen und Liebe sei meine heiligste Pflicht, und meine Weisheit sei Ergebung in deinen heiligen Willen, du Ewiger, du allwissender Lenker unsrer Tage! - Aberglaube. Wenn der Unglaube sich vermißt, oder sich gern überreden möchte, nichts als Wahrheit anzuerkennen, was nicht in den Bereich sinnlicher Erfahrungen fällt; so schwärmt der Aberglaube gern über das Gebiet aller Erfahrung und über die Grenzen der Vernunft hinaus, und ist sonach ein Fürwahrhalten alles dessen, was eine ausschweifende Einbildungskraft von Gott und göttlichen Dingen träumt, unbekümmert darum, ob das Geglaubte mit den Geschen des menschlichen Denkvermögens, das ist, mit der Vernunft, übereinstimmt, oder ihnen widerspricht; ob es mit unlaugbaren heiligen Wahrheiten im Zusammenhange steht, oder ob es einzeln, als eine willkürliche Erscheinung, unter den Vorstellungen des Verstandes umherirrt. Der Aberglaube nimmt 110 ste; leicht alles auf, was dem Hange zum Wunderbaren, oder was noch schlimmer ist,— der Bequemlichkeit des Lebens zusagt. Der Hang zum Wunderbaren wohnt in jedem menschlichen Geier ist das Streben hinaus über den Kreis der Erfahrungen, das Aufsuchen einer höheren, geistigen Welt, einer entfernten Sonne, aus der ein leiser Strahl in jedes menschliche Herz fiel: und insofern ist dieser Hang nicht nur unschuldig, sondern vollkommen würdig des Menschen. Aber zugleich entwickelt sich aus diesem Hange, besonders in guten, doch zu leicht beweglichen Seelen, der Aberglaube, den schlaue Betrüger listig zu steigern und zu benußen wissen, um dem befangenen Gemüthe eine Richtung zu geben, die ihren frevelhaften Zwecken zusagt. Hier kann eine gute Seele nicht genug auf ihrer Hut sein. Wie aber kann sie den Täuschungen und Lockungen solcher schlauen Betrüger widerstehen? Wo soll sie Zurechtweisung finden?- Jesus Christus offenbaret ihr sein Evangelium: da rinnt die klare Quelle des würdigen Glaubens; da leuchtet die Sonne der Wahrheit, vor welcher Täuschung und Wahn, wie Nebel, verschwinden. - Er selbst, dieser Lehrer und Heiland der Welt, warnet vor solchen Betrügern, die das Heilige mißbrauchen, wenn er sagt: Es werden viele 11 111 falsche Christi verführen. // auferstehen, um die Menschen zu Der Aberglaube kann redlicher, als der Unglaube sein, jedoch er ist darum nicht minder schädlich! Unzählige Beweise der Schädlichkeit des Aberglaubens hält uns die Geschichte vergangener Zeiten vor. Welche Verheerungen richtet der Aberglaube an, wenn er, von Priestern angefacht, ganze Völkerschaften ergreift und zum Fanatismus wird! Das gräßliche Blutvergießen der berüchtigten Bartholomäusnacht war sein Werk. Aber auch in einzelnen Menschen bringt er schauderhafte Erscheinungen hervor. Man erinnere sich nur der Margaretha Peter, die im Jahr 1824 im Kanton Zürich ihre Schwester erschlug, sich selbst aber kreuzigen ließ, in dem Wahne, der sie glauben machte, daß sie als weiblicher Heiland nach drei Tagen auf erstehen und dann triumphirend zum Himmel fahren würde*). Wenn gleich der religidse Aberglaube glücklicher Weise nur selten in so schau- - *) Die Züricher Regierung hat das Verdienst, daß sie die Geschichte der schwärmerischen Sekte der M. Peter mit allen Aktenstücken dieser schauberhaften Verirrung des religiofen Wahnsinnes hat drucken lassen; woraus denn hervorgeht, daß mystische Flugschriften, die postfrei ankamen, und unter dem Volke von geheimen Beförderern des mystischen Wunderglaubens befördert wurden, viel zur Entzündung der schwachen Köpfe mitgewirkt hatten.samoup 1. 112 derhaften Erscheinungen sich darstellt, so ist er gleichwohl stets schädlich. In welcher scheinbar unschuldigen Gestalt er sich ankündigen mag; so trübt er doch immer die Quelle der Wahrheit durch Zusäße, Formen und mancherlei Nebendinge, die den einfachen, klaren Sinn des Evangeliums, wie es die Schüler unfres Heilandes uns überliefert haben, gleichsam verhüllen, worüber nicht selten der Geist des einfachen, lebendigen Wortes verloren geht. Neben dem Hange zum Wunderbaren, ist eine zweite Quelle des Aberglaubens die Bequemlichkeit, die gern glaubt, durch äußere religiose Gebräuche, durch Beiwohnung des fonntågichen Gottesdienstes, den Gebrauch der heiligen Sakramente, des Abendmahls, den Ansprüchen der Religion ein Genüge zu leisten, ohne daß der Geist der echten Religiosität in das handelnde Leben übergeht. Feilich ist es leichter, und dem sinnlichen Menschen bequemer, einige solche äußere Handlungen zu verrichten, als die Pflicht der Selbstbeherrschung auszuüben, und das ganze Leben nach der Vorschrift der Religion einzurichten. Ja, es ist leichter, andächtig zu schwärmen, als würdig zu handeln. 113 Betrachtung am Geburtstage. Durch dein allmächtig ,, Werde" Erblickt' ich diesen Tag, In dem, für diese Erde, Mein ganzes Schicksal lag. Das Heil, das ich genossen, Den Schmerz, der mich durchdrang, Hast du, Herr! ausgegossen Auf meinen Lebensgang. endi se nad Mit dem heutigen Tage betrete ich eine neue Stufe, die mich der letzten Höhe meines irdischen Daseins näher bringt. Ernst und dringend tritt vor meine Seele die Frage: welche Stufe deiner innern Vollendung hast du erstiegen? Hat dein geistiges Weiterkommen gleichen Schritt gehalten mit dem Fortschritte deiner Tage? Ach! diese Frage beklemmt mein Gemüth! An äußern und innern Anregungen, muthig fortzuschreiten auf dem Wege zum Heil, hat es mir die ewige Barmherzigkeit nicht fehlen lassen. Trübe und heitre Tage waren Sendungen Gottes an mein Herz, um dasselbe hier freundlich und sanft, dort ernst und scharf aufmerksam zu machen auf die Baterhuld, aus welcher mir diese, wie jene, zuflossen. Seit der Stunde meiner Geburt hat diese Vaterhuld über meinem Leben gewaltet. Selbst die rauhen Frühlingstage meiner 8 114 Kindheit mußten mir dazu dienen, die Kräfte des Geistes und Gemüthes in mir zu wecken, und in der Folgezeit zu kräftigen und zu stärken. Früh führte der Herr und Lenker meiner Lebenstage edle Freunde mir zu, die meine Vorstellungen von Recht und Unrecht durch Lehre und Beispiel berichtigten oder erhoben. Einladende Vor- m bilder der Tugend begegneten mir, um mich zur Nacheifrung zu begeistern; ich sah in ihrem heiligen Frieden die stille Seele ruhen, die unbe- pid lohnt und selbst verkannt, beharrlich den finn lichen Neigungen widerstand, und die schwersten und Pflichten ausübte. Dann aber traten Erschei nungen des Unrechtes mir in den Weg: da sah ich nun, wie dieses selbst unter den süßen Liebkosungen des sogenannten Glückes, der Glückseligkeit ermangelte, welche der Antheil einer edlen Handlungsweise und würdiger Bestrebungen ist. Ich sah die dunkelhafte Selbstsucht im Wahne ihrer Sicherheit dem Falle zueilen; ich sah ihren Fall, und hörte ihre Wehklagen. Dann aber sah ich auch die Unschuld, die bescheidene Tugend im Schleier der Demuth neben dem Ge rausch der Hoffarth still ihren Weg gehen. So erschienen warnend und mahnend in meinem Lebenskreise Beispiele des Unrechtes und Vorbilder der Tugend. 115 Wie habe ich in dieser Schule der Erfahrung bestanden? was habe ich aus ihr mit hinüber genommen in mein handelndes, wirkendes Leben? ,, Wer da stehet, sehe zu, daß er nicht falle;!! dieser inhaltvolle Ausspruch unsers Heilandes, wie eindringend weiset er uns hin zur Selbstbeobachtung, Selbstüberwindung, Selbstbeherrschung. In diesen drei Worten liegt die heiligste Aufgabe unsers ganzen Lebens; on die Lösung dieser Aufgabe ist unser zeitliches und ewiges Heil unverbrüchlich geknüpft. Jenes erste ist die Vorfrucht des letzteren. Wie habe ich mit dieser Aufgabe gewaltet? Welch Zeugniß trägt mir die Erinnerung der Vergangenheit nach? und habe ich in dieser erkannt und benußt die zurechtweisende Lehrerin meines sittlichen Wandels? Am Eingange des heute zurückgelegten Zeitabschnittes legte sich dies Gelübde mir auf: impe n Auto - dan Auf den Vergangenheiten Soll oft mein Blick noch ruhn; m Sie mögen mich begleiten, Und lehren Recht zu thun; Daß ich zu deinem Preiſe, Dir, Gott! und mir getreu, Dem mir verlieh'nen Kreise Ein gutes Schicksal sei. eig om nog now dild 8* ome jam n pam 116 Wie besteht heute mein Leben vor diesem Gelübde? Wie besteht es vor den Lehren und Vorschriften, die uns der göttliche Heiland des Menschengeschlechtes als ein heiliges Vermächtniß, als den Schlüssel zum Himmelreich zurückgelassen hat? Liebe Gott über alles, und liebe deinen Nebenmenschen wie dich ſelbst. // Dies Gebot des allgemeinen Wohlwollens, der unbedingtesten Menschenliebe, wie hat es sich in meinem Wirkungskreise offenbart? Habe ich daf selbe lebendig anerkannt in seinem ganzen Umfange, der von unserm Wohlwollen auch diejenigen nicht ausschließt, die uns übel wollen, oder auch unsre offenbaren Feinde sind? Dieses schwerste aller Gebote, insofern es liebende Gefinnungen für unsre Widersacher von uns fordert, ist, weil es der so leicht aufgeregten Leidenschaft widerstrebt, am meisten der Gefahr ausgesetzt, auch von dem besten Menschen, dem es an gutem Willen nicht fehlt, übertreten zu werden. Wie leicht entfährt uns ein unfreundlicher Blick auf das Wohlsein desjenigen, der uns irgend einmal wehe gethan hat! wie schnell steigt in unserm Herzen der heimliche Wunsch auf: möchte das Heil einem Würdigeren zu Theil geworden sein! beide, jener Blick und dieser kaum heimlich von uns gehörte Wunsch, find - - 117 lebertretungen jenes Gesetzes der unbedingtesten Menschenliebe. Christus kannte wohl die Schwere dieses Gebotes: darum knüpfte dieser Heilige an die Erfüllung desselben unsre Versöhnung mit Gott; darum lehrte er uns beten: // vergieb uns unsre Schuld, wie wir vergeben unsern Schuldigern." In Beziehung auf eben dieses Gebot, sagt der göttliche Lehrer der Menschen, der schon hier auf unsrer Erde den Anfang des Himmelreiches uns anweiset: " Selig, ſagt er, sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen. // 111 Wie redlich auch mein Wille war, diese Kindschaft vor Gott unbefleckt zu bewahren; so stehe ich doch nicht ohne Beschämung vor dem Richterspruche jenes Gesetzes der Liebe, welches unser ganzes Verhältniß zwischen Gott und den Menschen enthält; ich blicke auf den Kreis, der zunächst mich umgiebt und mir heilige Verpflichtungen vorhält. Ach! wie viel Mangelhaftes finde ich noch an der unmittelbaren Wirksamkeit, die von mir ausging, und an dem Beispiele, welches ich gab. Wohl nicht immer beglei tete die volle Heiterkeit der Geduld jene, wie dieses! wohl nicht immer ergriff ich freudig genug die Gelegenheit, Freude um mich her zu verbreiten, wenn körperliche Leiden mich drück- 118 ten! Wohl nicht immer habe ich dankbar genug mich der günstigen Verhältnisse gefreut, die mich in den Fall sezten, Gutes zu wirken! und selbst die gelungenste That meiner Kraft, und die ruhigste Stille, mit der ich etwa mein Leiden ertrug, waren beide ganz rein vor Gott von aller citlen Selbstgefälligkeit? War mein Thun und Lassen immer begleitet von der heiligen Demuth, die aus dem Munde unfres Heilandes spricht: und wenn ihr alles gethan habt; so sprecht: wir sind unnüße Knechte!!! 11 11 11 Herr! Herr und mein Gott! mit tiefbewegter Seele blicke ich zu dir, o du Herzenskündiger! wer ist rein vor dir! wer kann wissen, wie oft er fehlet! Verzeihe mir die verborgenen Fehler. Erfülle mich mit der Kraft deines Geistes, daß ich mehr und mehr mich loswinde von den Mångeln und Fehlern, die mich noch immer empfinden lassen, wie viel mir fehlt an der Gerechtigkeit, die vor dir gilt. Nie weiche von mir die heilige Demuth, diese sichere Führerin auf dem Wege zur inneren Vollendung. Du, Herr, hast meine Tage bestimmt, ich weiß es nicht, wie fern oder nahe mir der letzte ist; aber jeder Zeitabschnitt soll mich erinnern: Die Jahre dieser Pilgerzeit hund in Sind uns zum Heil gegeben; 119 Wir sollen hier mit Emfigkeit Nach höchster Tugend streben; Uns jeder Gabe Gottes freun, Ihm unser ganzes Leben weihn, Wie er, die Menschen lieben. 31 FULL ang nang Ermunterung zum Dank gegen Gott, auch in traurigen Verhältnissen des Lebens. 1141 Gott! du heiliger und segnender Vater deiner Menschen, die du erschufft, auf daß sie durch Fortschritte zur innern Veredlung immer würdiger werden, um einst Genossen deines himmlischen Reichs zu sein, zu welchem du die Seelen durch lauternde Anfechtung der Erdenwelt führst! Erfülle mich, Vater der Liebe, mit deiner Verheißung: daß deinen Kindern alle Dinge, und selbst niederbeugende Verhältnisse zum Besten dienen; daß du im Verleihen, wie im Entzie hen, ein gutevoller Wohlthäter bist. Ja, Herr und Lenker meiner Tage, zu dir flüchtet mit allen ihren Thränen meine niedergebeugte Seele von einem theuern Grabe, welches in sich das Liebste verschließt, was mein Herz mit heiliger, mit beseligender Liebe umfaßte.- Umdunkelt ist mein Dasein fortan und dde!- 120 O! laß, Vater der Liebe, den lichten verklärten Himmel, der jest meine Schwesterseele umgiebt, herüber leuchten durch dies finstre Gewdlk in mein nächtliches Dasein! Erziehung für die Ewigkeit einer geistigen Vollendung und Erhebung ist dies schnell vorubergehende Leben; eine Vorbereitungsschule ist es zu einer immer heiligern Thätigkeit, zu einer immer reineren Liebe. Wohl sind es heiße Stunden, die Stunden der Prüfung in dieser llebungs130 1130115 anstalt; aber ſie führen zu den Beseligungen der innern Ruhe, welche durch die Unruhe des Kampfes befördert wird. In jeder Menschenbrust wohnet, aber waltet nicht immer die freie Willenskraft, sich aufzuringen von dem Niederdrucke der Unzufriedenheit, des Mißmuthes und der leidenschaftlichen Ungeduld, wenn unser reinstes Streben mißlingt, wenn unsere theuersten Hoffnungen scheitern. Wer durch redliche Thắtigkeit und Beharrlichkeit im Guten zu dieser Ruhe des innern Friedens gelangt, und bei den widrigsten Schicksalen, bei den verworrensten Erscheinungen des großen Weltlebens, das Vertrauen zu Gottes allweiser Vorschung festhält; wer es auch dann noch festhålt, wenn Stunden des Kummers ihm näher kommen, wenn unerschliche Verluste sein Leben verdden: der wird nach und nach 121 ruhig und anspruchlos mit frommer Heiterkeit in sich einen Himmel anbauen, in welchem der Friede wohnet, wo die Liebe waltet; er wird uneigennüßig und edel die Menschen lieben; wohlwollend, schonend und helfend auch denjenigen sich nahen, die da irren und fehlen, die unverträglich den Frieden der Andern sidren. Wenn mitten unter den Erscheinungen einer Harten, trauervollen Zeit ein edles Haupt sich erhebet, das innig Gottes Willen erkennet und Gott nachahmt, Segen und Wohlthat spendend, wohin es sein Auge wendet, und Anstalten gründend, die auf das vielseitige Heil ſeiner nahen und fernen Mitmenschen hinstreben; dann wird die theilnehmende Seele, die so gern sich des Wohls der gesammten Menschheit erfreut, den erscheinenden Gott der Liebe in solchem Ereigniß erblicken! sie wird dankend niederfallen und anbeten den hohen Lenker menschlicher Schicksale. Aber pldßlich hinweggenommen wird das würdige Haupt aus dem Kreise seiner wohlthätigen Wirksamkeit, von dem Flor seiner blühenden Stiftungen. Des Segens Quelle versiegt nun; verstummt ist die Engelstimme der Liebe, welche zur Eintracht, zu wechselseitigem Wohlwollen die Herzen berief; gewichen ist der Friede von dem geweihten Raume, wo die gottselige Seele waltete; Univ Bibl. Giessen 122 in Trümmern drohen zu verfallen die Anstalten, welche Wohlstand, Veredlung und Erhebung verlassener und vernachlässigter Menschen bezweckten. Mit tiefer Trauer erblickt solches das theilnehmende Gemüth. Wird es auch hier den erscheinenden Gott der Liebe wahrnehmen? Wohl schwer ist es, bei so stürmenden und hemmenden Wendungen des Schicksals noch den Glauben zu retdaß Glückseligkeit Aller der Zweck des ewigen Vaters der Menschen sei; ach! der Menschen, die einander so vielfach das kurze Leben verkümmern! Aber auch hier soll das Herz nicht verzagen, der Muth nicht verzweifeln und nicht wanken der Glaube an den unerforschlichen Regierer, der über den Wolken thront. ten: ren, Der einzelne Mensch hier unten überschaut nur die Einzelheiten des großen in einandergreifenden Menschenlebens. Er, der Ewige, der mächtig und heilig waltet über das unermeßliche Weltall, der aus Wüsteneien fruchtbar blühende Fluaus den Trümmern verheerter Städte verjungtes, frisches Leben hervorruft; er allein weiß, was dem ganzen Reiche seiner Schöpfungen, was selbst dem Einzelnen ersprießlich ist. Er, der ewig Weise, hat auch meine Glückseligkeit bestimmt und meine Verlnste geordnet, um meine Wohlfahrt, besonders in ihrem Beziehungen auf - 123 das Ewige, zu begründen. Sollte ich trostlos verzagen an dem Grabe, das meine Thränen benegen, daß der ewige Geist der Liebe aus meinem vielfach verarmten und schmerzenvollen Leben auch sie hinweg nahm, welche die Freude, der Trost meines Herzens war! Dank ihm, heißer, inniger Dank! daß er sie mir gab; daß sie so lange die Meinige war. Das Andenken an ihre Tugenden, an ihre sanfte Milde, an ihr Wohlwollen, an ihre Versöhnlichkeit, an Alles, was sie wirkte und that, richte mich auf, wenn ich verlassen die Stellen umwandle, die mit den Spuren ihres schönen Daseins bezeichnet sind. Theure, verklärte Schwester, du trauerst nicht, wie ich dir nachtrauere. Du wandelst in hellerem Lichte; hinter dir liegt das Leben der Thránen, die Welt der Verwirrungen und des Wahnes; dir ist klar, was uns dunkel erscheinet. Im frommen, gottergebenen Herzen will ich dein Andenken tragen, bis auch meine schmerzvolle Hülle in Staub zerfallen und mein erlöster Geist sich aufschwingen wird, wo der Vater der Liebe uns wieder zusammen führt. thito -- Stárke du, o himmlische Kraft, meine bange Seele; stårke in ihr den Vorsatz, festzuhalten im Glauben an deine Weisheit und Liebe; nicht müde zu werden im Ringen nach Licht und Recht, 124 und rustig Gutes zu wirken, so lange mein Tag währet. Amen! Gott in der Natur und in der Kraft der Tugend. Hier stehe ich in Gottes lebendiger Schöpfung; wohin mein Auge sich wendet, umringen mich Wunder der Herrlichkeit; überall sprechen zu mir Zeugen der Allmacht, die ich nicht zu durchdenken vermag; ich sehe Spuren der Weisheit, die meine ganze Seele mit Erhebung und andachtsvoller Bewunderung erfüllen; ich ver nehme, ich empfinde den Anhauch einer unendlichen Liebe, die erhaltend, die beglückend und beseligend das unendliche All der Welten, wie jedes einzelne Wesen umfaßt, welches als Atom im Ocean der Unendlichkeit schwimmt. Gott! Gott! Heiliger! Ewiger! du bist dort, wo strahlende Welten ewige Gottesdienste feiern! du bist dort du, den kein Name nennt; du bist auch hier, wo meine Seele zu dir betet. Ich wandere einsam und sinnend durch den aufblühenden Garten, durch die sonnige Flur: in jedem Sonnenstrahl berührt mich ein Glanz der Herrlichkeit Gottes; in jedem Hauche, der kühm www Ce 125 lend mein Gesicht anweht, fühle ich den Oden des Ewigen, der Leben und Glückseligkeit ausgoß über den ganzen Haushalt der Natur. Kräfte, unerforschliche Kräfte wirken durch einander und wechselseitig für einander; und hoch und niedrig, klein und groß, dient ein Wesen dem andern, und empfängt wiederum von einem dritten die Beförderung seines Daseins; bewußtlos das Niedere im Thiere, mit Bewußtsein das Höhere im Menschen! Ich betrachte die kleine geschäftige Ameise, wie sie ruhig und sorglich ihr wohlgeordnetes Familienleben betreibt;- ich sehe den Wurm, der aus seinem Schlummerlager im Schooße der Erde hervorgeht; seine Nahrung ist ihm bereitet, er lebt, er genießt, bringt seines Gleichen hervor und kehrt zurück in den Staub, aus welchem er entstand; ich bemerke den Vogel, wie er sein Nest auf den wiegenden Zweig bauet, wie er es gegen den Angriff der stürmenden Witterung schirmt; wie er seine Brut mit angemessener Nahrung versorgt; und eine Stimme in mir ſpricht: Siche, da ist Gottes Finger! Mich ergreift ein inniger, seliger Schauer der Gottesnähe, wenn ich das künstliche Nest eines Vogels, wenn ich den wohlberechneten Bau des Bienenstocks betrachte. Das Thier ist seiner Kunstfertigkeiten sich nicht - 1 126 bewußt; denn es erwirbt sie nicht, sie sind mit ihm zugleich da; es ist der ewige Geist des unendli- d chen Lebens, der gleichsam unmittelbar in dem Thiere sich reget und wirkt! Aber wie hoch ragt über das Thier empor der Mensch! Das n Thier weiß, der Mensch lernt; das Thier hat Dasein, der Mensch erwirbt Leben! Leben! Welchen Reichthum von Anlagen und wach- 100 senden Kräften spricht dies Wort aus!- Leben ist Bewußtsein,- selbstthätige, freie Kraft, zu begehren, zu streben, zu erwerben; eine Kraft, die nicht in rücksichtlosen Trieben, sondern in der überlegenden, umsichtigen Vernunft ihre Ge seze findet: Recht und Unrecht kommen hier zur Sprache!- Der thierische Trieb fällt ohne Umstände über den Gegenstand seiner Begierden her, ihm ist keine Verantwortung abzufordern.- Der Mensch, mit dem innern Auge der Anschauung begabt, betrachtet den Gegenstand seines Begehrens, und erkennt die Bedingungen der Umstände, die den Erwerb, das Sichzueignen des begehrten Gegenstandes gestatten oder verweigern: ihm liegt Verantwortung ob. Und wer ist denn die Herrschermacht, welcher er solche Verantwortung abzulegen hat? Die Vernunft, diese Himmelstochter, die frei für zwei Welten lebt, die an das irdische Dasein das himmlische knüpft; die H 127 ser geistige Strahl, den der unendliche, der ewige Geist, der Vater aller Geister, in die Menschenbrust senkte, daß er, wie ein Stern, den die erhabenste Sonne der Ewigkeit erleuchtet, den Menschen leite durch die Irrgånge der irdischen Wallfahrt. Uleberall in der uns umgebenden Natur, in der Pflanzen- wie in der Thierwelt begegnen uns Verkündigungen Gottes! Offenbarung Gottes spricht uns an in der Seele des Menschen, in seinem Bewußtsein, in seinem Gewissen, in seiner Vernunft! Hier redet zu uns eine Stimme; es ist die Stimme Gottes, die, was wir beginnen und thun, uns immer mahnet, recht zu thun und gottselig zu wandeln; es ist die Stimme, die da richtet über die leisesten Wünsche unseres Herzens, über die verborgenste That, die wir uns erlaubten. 20 Wir stehen gleichsam vor dem Richterstuhle Gottes, wenn wir diese Stimme vernehmen. Die fortgesetzte Aufmerksamkeit auf diese Stimme erweckt in der Seele die Kraft, ihr zu gehorchen. Je ununterbrochener jene Aufmerksamkeit ist, desto lebendiger, schneller, wirksamer und siegreicher wird diese Kraft, die Regungen der Verführung, die Antriebe der Begierden, den stürmischen Drang stråflicher Leidenschaften; überhaupt, die Welt zu überwinden, und dagegen - 128 zu erringen den Himmel eines reinen Herzens, in der Gerechtigkeit, die vor Gott gilt.- Ja! diese Kraft ist fähig, die Höhe einer Tugendbegeisterung zu erreichen, die kein vorüberfliegender Wonnenrausch ist, den der Genuß irdischer Freuden giebt;- nein, es ist die dauernde Seligkeit, die erhaben ist über den Wechsel weltlicher Dinge. Diese hohe Tugendbegeisterung verseßt uns tiefer in die stille Vorhalle, mit welcher das irdische Dasein an das himmlische grenzt: da wohnet der Friede Gottes, der höher ist denn alle Vernunft, oder vielmehr höher denn der grübelnde Verstand, der sich vermißt einzudringen in die Tiefen der Gottheit, und zu ergründen den Unergründlichen, der sich innig genug dem Gemüthe des frommen Beters offenbart. Von dieser Innigkeit, von diesem Gottgefühle durchdrungen, wandelt siegreich der kämpfende Geist durch die Anfechtungen der feindlichen Kräfte. O! schön sind die Siege der Tugendkraft! Sie sind um so reiner, himmlischer, je we niger die Welt ihre Belohnungen ihnen zuwirft. Wer es ein Mal empfunden hat, wenn Stürme der Außenwelt auf ihn eindrangen, wenn körperliche Leiden ihn peinigten, wenn unfreundliche, oder gar feindliche, von menschlichen Verhältniſs sen ausgehende, Berührungen ihn trafen; wer es 129 empfunden hat, wie tröstend, wie wohlthuend es ist: dann hinein zu flüchten in sein innerstes Leben, in sein Gemüth, ohne daselbst einen Feind fürchten zu müssen, der wird dieses Heiligthum heilig bewahren: Da ist Gott mit ihm! Mit Gott sein, heißt das nicht, in dem Himmel der Seligen sein?- Christus, dieses heiligste, erhabenste Vorbild, diese strahlende Sonne in der Christenwelt, dieser Mund der Wahrheit spricht: ich bin in dem Vater, und der Vater ist in mir; wir soldann wird mit uns sein, der Mit welcher Würde, mit welcher Seelenruhe stellt dieser hohe göttliche Lehrer der Menschen sich den Anfechtungen entgegen, die seine Feinde, die Feinde des Rechts und der len sein wie er: mit ihm war. Wahrheit, wider ihn richteten! Nicht die Hosianna- Rufe des Volkes, und nicht das // Kreuzige, Kreuzige ihn! // nichts vermochte sein gottergebenes, sein mit Gott erfülltes Gemüth aus dem Gleichgewicht zu dringen. Vater! sie wissen nicht, was sie thun! Vergieb ihnen! Mit diesen Worten vergalt der Göttliche den martervollen Tod, den über ihn seine Feinde verhångten. Dies ist die leidende Tugend auf der Höhe ihrer Vollendung; dies ist der Triumph der Kraft.mono -- og Stan - 1 9 130 Wenn nun in dem Verzeihen, in der Nichtvergeltung des uns zugefügten Unrechtes, in der Liebe zu dem Feinde, mit einem Worte, in der leidenden Tugend sich die Kraft Gottes in uns bewährt: so offenbaret sich dieselbe noch heller und lebendiger in den Thätigkeiten eines wahrLiebe und Friede, haft frommen Gemüthes. thätige Liebe, erworbener Friede walten in dem Wirkungskreise eines solchen Gemüthes. Handlungen der Wohlthåtigkeit bezeichnen den Lebensgang der würdigen Seele, mit der Gott ist. Der wahre Menschenfreund, wenn er selbst nicht retten kann, wenn die Kräfte seines Vermögens nicht hinreichen, das Elend des Flehenden zu mildern, der die Hand nach ihm ausstreckt, wird durch kräftige Theilnahme, durch Zuspruch, Rath, Fürsprache, oder was sonst für Mittel ihm zu Gebote stehen, die Leiden des Unglücklichen zu erleichtern suchen. Man kann mit leerer Hand schon Vieles geben," sagt ein Weiser. Der wahre Menschenfreund wird mit anspruchsloser Leutseligkeit unter den Seinigen wandeln; der Friede wird mit ihm sein, auch wenn er mit unfriedlichen Charakteren in Verbindung steht. Stets wird er uneigennüßig handeln, wie nahe ihm auch Lockungen zum Eigennuß liegen; er wird nachgebend, wohl1 - 131 wollend, friedfertig durch jedes Verhältniß ge hen, das ihn in Berührung mit andern Menschen setzt; er wird Sanftmuth entgegenstellen dem ungerechtesten Angriff, der auf seine Person unternommen wurde; er wird- ohne zudringlich zu sein, sein besseres Wissen geltend zu machen, vielmehr mit Sanftmuth und Bescheidenheit den Irrenden zu besserer Erkenntniß zu führen suchen; er wird recht handeln auch da, wo das Unrecht mit der Begünstigung der Verborgenheit ihm entgegen tritt; ja er wird auch den Muth haben, einen unschuldig Verleumdeten, der von Mächtigen verfolgt wird, mit Gefahr der eigenen Ruhe zu vertheidigen.- Dieses Alles wird der wahre Menschenfreund sein und thun, ohne Anmaßung, in der stillsten Demuth seines Herzens; immer hinblickend auf das große Vorbild, welches Christus, sein Herr und Meister, aufstellt. Sagte nicht dieser Vollkommenste unter den Menschenkindern, als man ihn guter Meister nannte:- Was nennest du mich gut? Niemand ist gut,- denn nur der einige Gott! Ja hier erscheinst du mir wieder, hohe leuchtende Christusgestalt! unermüdend arbeitend für die Förderungen des Menschengeschlechtes, gingst du durch das Leben. Zu beglücken, wohlzuthun und zu erleuchten war 9* - - C 132 ununterbrochen dein göttliches Geschäft;- welcher Undank, welche Verkennung, welche Feindseligkeit dir auch dafür zu Theil ward: das irrte dich nicht in deinem hohen Beruf, du fühltest, do mit dir war Gott. Abendgebet. Zu dir, mein Gott und mein Vater, ſo lehrte Christus, dein Heiliger, dich uns nennen! so lehrten Christus, unser göttliches Vorbild, uns zu dir, o Ewiger! mit kindlichem Vertrauen uns nahen! zu dir, der du meine Tage gezählet und mir nach deiner ewigen Weisheit zugemessen hast die Zeit meines irdischen Lebens; zu dir erhebt sich mein Geist in Demuth und mit freudiger Zuversicht, in dieser, der Selbstprüfung geweihten Abendstunde. Ich nahe mich dir, Schöpfer aller Wesen, wie ein schwaches Kind dem liebenden, nachsichtsvollen Vater sich nahet, von dem es alles zu empfangen, und dem es nichts darzubringen hat, als ein Herz voll Dank und voll Liebe; doch dieses dankbare Herz weiß es, daß du, o Vater, mit Langmuth den Irrthum und die Schwächen dem fehlenden Kinde verzeihest, wenn es nur nicht mit beschönigender und verderblicher Selbsttäuschung in seinem Wahne ver 133 harret! wenn es nur redlich strebt, jede Stunde, die des wohlthätigen Vaters Weisheit ihm zuwendet, auch zur innern Veredlung seines Gemüthes zu gebrauchen. Ja, du liebender Vater, du Beseliger aller Geschaffenen! besonders derer, die dich innig und lebendig erkennen; du hast es mir nicht an kräftigen Anmahnungen fehlen lassen, meine Veredlung, meine Seligkeit zu erringen; jedem sinkenden Tage hast du eine Erinnerung mitgegeben, mich zu belehren, daß nichts eilender und vergånglicher, als die Zeit, und nichts unvergånglicher ist, als die Folgen ihrer Anwendung. !!! Ein Tag ist wieder hin, und diesen fo 2006.jpg Theil des Lebens, SUMD Wie hab' ich ihn vollbracht, verstrich e und nad er mir vergebens? and di stam chi IRI. Dieſe furchtbare, aber heilsame Frage, kann sich der Mensch nicht oft genug wiederholen, um immer auf seiner Hut zu sein gegen den Verlust und die Entweihung der Zeit. Sind es auch nicht grobe Verirrungen, die das Andenken einer Stunde beflecken; so haben wir uns doch ernsthaft zu prüfen, ob wir nicht aus Trägheit des Geistes manchen Aufruf der Stunden überhört, manche Veranlassung zum Guten übersehen haben, welche der Gang der Zeit herbeiführte. 134 Vor uns dahin unaufhaltsam cilet die Zeit! unerseßlich ist ihr Verlust, wenn wir stille stehen; der Stillstand im Weiterstreben zur Vollendung ist ein Rückschritt, eine Entfernung von dem uns vorgesteckten Ziele. Jede Stunde, deren Aufforderung wir nicht erfüllen, ist eine beraubte Stunde! wir können ihr, wenn sie dahin ist, unsre Schuld nicht mehr abtragen. Wenn der Leichnam eines geliebten Wesens vor uns dahingetragen wird, dann fragen wir uns mit dem bangen Gefühl der Wehmuth: haben wir alles geleistet, was wir schuldig waren der geliebten Seele, die von uns hinwegging? Dieselbe Bewandniß hat es auch mit dem von uns geschiedenen Tage. - Mancher Tag der Anfechtung und Betrübniß hat mich vielleicht unzufrieden gemacht; manche Gelegenheit habe ich wohl verabsäumet, die Zufriedenheit Anderer zu befördern; mancher Lieblingsneigung habe ich wohl mehr, als Recht ist, nachgegeben, oder gar den Sieg über mich eingeräumt; manchesmal hat mich noch die Ungeduld mit den Schwächen meiner Mitmenschen überrascht. Ja, ich fühle es, daß ich nicht auf der Stufe der Vollendung stehe, die mit ungetrübter Freudigkeit mich in das Innere meines Lebens blicken läßt. Mancher Kampf mit mir selbst steht mir noch bevor; aber ohne Kampf ist kein Sieg, ohne mühevolles Streben keine Vollen 135 dung. Auch ein höheres Leben, der Schauplat eines vollkommneren Daseins, wird seine Kämpfe, aber auch seine herrlichen, freudevollen Siege haben! O süße, selige Stunden der errungenen Siege, die dort unser harren! von denen hier schon, wenn ein Kampf unserm Streben gelang, ein leises Vorgefühl uns beseliget. Geist der Wahrheit und Heiligung! erleuchte mich in dieser stillen dir geweihten Abendstunde, über den Zustand meines innern Lebens, auf daß ich immer lebendiger erkennen möge den Werth der Zeit, daß ich mit befestigtern Entschlüssen meinen morgenden Tag beginne, und dann mit erneueten Kräften mein Tagewerk vollbringe, mir selbst, und womöglich, auch denen zum Heile, die du meiner Führung anvertrautest. So lege sich denn mein Körper zur Ruhe. O möchte auch selbst in sanften Traumen noch der Gedanke an dich, du Vater meines Lebens, meinen Geist befeligen! Amen! Amen! Am lid 1 - anigung Sung pig 136 Bund Morgenbetrachtung. Ich erwache, und du, mein Herr und mein Gott, Schöpfer und Erhalter alles Daseins, du bist mein erster Gedanke. Der dåmmernde Morgenstrahl, der in mein stilles Schlafgemach fällt, ist der nicht ein Bote von dir, welcher bei dem Erwachen meines Leibes zum irdischen Leben, auch mein Gemüth aufwecken soll zu dem geheiligten geistigen Leben in dir? das festliche Morgenroth, welches mit Licht und Glanz mein einsames Zimmer erfüllt, ist dies nicht ein Wink, der mich auffordert, mein Gemüth zu dir zu erheben? Der Vögel fröhlicher Gesang, und jede Stimme der frisch und froh erwachten Natur ruft frohlockend mir zu: gnådig ist unser Gott! barmherzig und von großer Güte! 1 Wohin mein Auge, wohin mein Ohr sich wendet, begegnen mir Aufmunterungen, mich anzuschließen dem erhabenen Gottesdienste, womit die ganze Natur diese Morgenstunde zur Feststunde weiht, welche ihn feiert den allgütigen Vater, Erhalter und Wohlthäter seiner Geschöpfe. Jedem Dasein, wie gering es auch scheinen, wie unbeachtet es sein mag: der Ewige hat ihm seinen Freudenkreis angewiesen; es vollendet seine Dauer und erfüllt bewußtlos darin seinen Willen. 191( DKI 137 Aber welcher Reichthum von sinnlichen und geistigen Wohlthaten, von irdischen Freuden und Himmlischen Beseligungen strömt dem Menschen zu aus der Hand des Allmächtigen! Zu welcher heiligen Benutung und Verwaltung der ihm zugetheilten Gaben ist durch diesen Vorzug der Mensch verpflichtet! Er soll froh und glücklich sein, aber auch froh und glücklich machen: und darin erfüllt er, mit lebendigem Bewußtsein eines höheren Berufes, Gottes Willen! Wie Jesus Christus ausströmen ließ die Segnungen seiner göttlichen Kräfte, so sollen auch wir mittheilen unserm Nächsten von den Gaben und Kräften, die der Gott der Gnade und der Huld uns verlichen hat. Ja, der Ewige hat alles so weise geordnet, daß Jeder, wie beschränkt auch der Kreis seines Wirkens sein mag, dennoch Andern Gaben mitzutheilen hat. Wie unermeßlich ist die ewige Güte, die das Daseiende erhält, und das Erhaltene beglückt! Unaussprechlich ist die Vaterhuld, die sich der Menschen erbarmet. Tief und unerforschlich ist die Weisheit, mit welcher der Vater im Himmel die Schicksale der Menschen ordnet und Freuden und Leiden vertheilt. Jedes Gefühl in mir wird Dank und Bewunderung seiner Güte, seiner Gnade, seiner Weisheit. Entzückt und begeistert erhebt sich mein un passé mardi in endiler 1 E 138 Gedanke zu dem Allmächtigen, dessen Walten und Wirken ich in anbetender Ehrfurcht anstaune! Wie weise ist Dunkel und Licht, Thätigkeit und Ruhe wie weise ist alles zur Erhaltung und Beglückung des Menschen geordnet! Jahreszeiten wechseln mit Jahreszeiten; aus der Nacht, die den gestrigen Tag abldste, ging das frische Leben des heutigen Tages hervor, und von neuem aufgeschlossen ist mir das unermeßliche Reich der Allmacht, Weisheit und Huld! So wie nun aus der Todesnacht des gestrigen Tages das Leben des heutigen erwachte: so wird einst aus der Todesnacht meines irdischen Daseins ein neuer Tag hervorgehen, und ein anderes Reich der Wunder wird dann vor mir aufgethan sein. Jeder Morgenaufgang diesseits des Grabes ist eine weissagende Vorbedeutung eines Morgenaufganges jenseits, welchen der beseligende Glaube an die Geisterwelt uns verheißt, zu welcher die menschliche Seele berufen ist. Dieser Glaube ist die leise Stimme unsers innersten Lebens; eine Offenbarung, die er, der ewige Vater des Lichts und der Wahrheit uns mitgab. Diese Offenbarung begleite mich auf meiner irdischen Laufbahn, um mich zu erheben, wo Niederdruck des Mißgeschickes über mich kommt und unerwartete Widerwärtigkeiten mir begegnen. Aber welchen - 1 139 Muth spricht dieser beseligende Glaube, diese innere Stimme mir zu, wenn die Schwachheit meines bessern Willens mir den Kampf erschwert, in welchem die irdische Natur den höhern Sinn zu überwältigen droht: wenn unter Anfechtungen die Geduld erliegen will; wenn beim Andrange des Unrechts die Sanftmuth in mir zu wanken beginnt. Wie erweckend ist dieser Glaube, wie kräftigend ist er, wenn die Beharrlichkeit nachlassen und im Guten immer thätig zu sein ermiden will. Himmlischer Vater! Preis und Dank sei dir, daß du dich uns so liebevoll offenbarst in dieser innern Stimme, die jenen großen Morgen der Lebensauferstehung uns verkündigt. Auch cr, der Heilige, den du uns sandtest, daß er uns ein Vorbild sei in alle dem, was uns würdig macht unsrer höhern Bestimmung! auch er wandelte in diesem Glauben fort und fort, bis zu der finstern Stunde, da sein Haupt am Kreuze sich neigte und er ausrief: ,, Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist!!! Ja, mein Herr und mein Gott, so will auch ich ihm, unferm göttlichen Lehrer, nachfolgen; will wandeln und wirken wie er; fest will ich halten den Glauben an das höhere Reich deiner Gerechtigkeit, - - - 140 bis du mich abrufst zum volleren Anschauen der unermeßlichen Wunder deiner Herrlichkeit. Amen! - Das Reich Gottes. Eine Betrachtung an einem schönen sternenhellen Abend. Der Tag ist untergegangen; ein Geist des Friedens hat das Leben zur Ruhe gebracht und sanft zugedeckt mit dem Schatten der kühlen, erquickenden Nacht. Eine tiefe Stille herrscht durch die ganze Natur; vollbracht sind die Werke des Tages; vollbracht wird einmal alles, was Menschen wirken und thun, bis zu neuem Beginnen fie aufruft die Stimme des Herrn.- Ich trete hinaus in den stillen Raum der sternenhellen Nacht; dort oben leuchten selige Hoffnungen des Lebens herab in die Dunkeiheit, die mich umgiebt; aber auch durch diese Finsterniß wandelt geheim und wirksam der Geist der Lebendigkeit; sein Odem weht gleichsam mich an in der Luft, die da herüber kommt aus dem Sommergebüsch, und ein Schauer des höchsten Entzückens durchzittert mein irdisches Wesen, als hätte eine fremde und doch mir befreundete Natur mich berührt, um mich an mein künftiges Sein zu erinnern. 141 Nicht Was ist die Dunkelheit um mich? des Todes Ebenbild ist die Nacht, sie ist eine reiche Mutter des Lichts, die stille, verhüllte Mutter des Lebens. Untergang und Aufgang; Sein und Wiedersein! Zwischen beiden ist Nacht, Welche ist der dunkle Knoten, der beide verknüpft. Aber mein Geist strebt nach oben! Gottesverkündigungen sprechen die Myriaden von Sonnen und Welten zu mir herab! Welch ein unermeßliches Gebiet des Strebens und der Erkenntniß öffnet sich dort meinem Geiste! Wer bin ich, daß ich solche Herrlichkeit und Größe zu erfassen vermag; daß das Unerfaßliche so nahe mir tritt, und mich emporhebt zu sich? Ueber die engen körperlichen Schranken streckt sich unaufhaltsam mein Geist so weit in die Unendlichkeit aus, und die Schaaren der Welten, welche ihres und meines Gottes Majestät verherrlichen, ziehen glorreich an ihm vorüber, und meine ganze Seele ist Begeistert von dem Gefühl, eine Mitgenossin jener Unendlichkeit zu sein. Wer bin ich, daß solches Heil mir zu Theil ward? Meine Betrachtung kehrt zur Erde zurück. Wie klein, wie niedrig erscheint mir dieser Standpunkt, an den mein irdisches Dasein geknüpft ist! Wie entstellt durch der Menschen Schuld zeigt sie sich dem Blicke, der von der Reinheit - Son - 1 142 jenes ewigen Himmels zu ihr zurückkehrt. Diese Erde, die unläugbar bestimmt ist, der Vorhof eines größern Paradieses zu sein, hat Stellen aufzuweisen, welche Schaupläge des Elends find, das von Menschen herrührt. Das Band der Menschenliebe, welches uns alle umschlingen sollte, ist zerrissen. Ich sehe nicht mehr das einige Menschengeschlecht; ich sehe einzelne Haufen menschlicher Wesen, die sich unfreundlich sondern, die sich einander anfeinden, haffen, verfolgen. Es waltet ein Vater im Himmel, der mit einerlei Sonnenstrahlen seine Kinder segnend umfaßt, und mit einerlei Schatten der Nachtruhe, wie mit Flügeln der Liebe, sie alle bedeckt. Aber dennoch vermögen solche Vereinigungsbande nicht zu vereinigen die Kinder eines Vaters, die Brüder eines Geschlechtes. In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen! // spricht Christus. Dies einfache, tiefe, inhaltsreiche Wort, wie bedeutsam redet es an die Herzen der Menschen, um friedlich sie zu vereinigen zu einer Hausgenossenschaft des ewigen Vaters! In verschiedenen Formen und Wendungen wiederholt jener große Menschenfreund seine Aufforderungen zur Eintracht und seine Andeutungen zu einem allgemeinen Reiche Gottes. Wer den Willen thut meines Vaters im Him11 - 143 mel, 11 fagt er, 11 kommen." der wird in das Himmelreich Auf welchem Wege dieser Wille geschieht, derselbe Weg führt zu Gott! Aber weil Einige meinen, daß dieser, Andere, daß jener Weg nur zu dem Vater der Liebe führe; so entzweien sich die Menschen, wegen Verschiedenheit ihrer Meinung, und reizen sich gegenseitig auf zu Haß und Verfolgung. Wohin der Blick sich wendet, da begegnen ihm Spuren der Zwietracht, Entweihungen dieser Erde, die ein Tempel Gottes sein sollte. Mich ergreift eine schmerzliche Wehmuth; mein Geist strebt nach oben! aber was heißt Oben? wo ist es? Wo Gott ist! Gottes Nähe ist die Höhe, zu der empor die schmachtende Seele sich sehnet. Auch hier, auf diesem Punkte in der Schöpfung, umgiebt seine Allgegenwart mich! Ein tiefes heiliges Gefühl kündigt seine Nähe mir an, durchdringt und kräftiget mein zagendes Herz und fordert mich auf, seiner Nähe würdig zu sein, mein Gemüth rein zu erhalten und Gutes zu wirken, so lange mein Tag währet, bis mich zu frischer Thätigkeit aufruft ein neuer Sonnenaufgang, der jenseits des Grabes mir leuchten wird. So lange mein Tag währt, will ich trachten und streben nach dem Reiche Gottes, wo die höhere Natur des Menschen in unbefleckter Würde erscheint; - - 1 144 wo heller und lebendiger die Tugendfertigkeiten sich in uns entfalten. Das Reich Gottes ist inwendig in uns; aber es foll liebend und thâtig andern Seelen sich mittheilen, die neben uns den Pilgergang des Lebens zu dem Ziele der hdhern Vollkommenheit wandern. So lange mein Tag währet, sei es denn mein heiliger Beruf, das Reich Gottes nach der mir verliehenen Kraft ausbreiten zu helfen in dem mir zugewiesenen kleinen Raum dieser Erde. Das Reich Gottes ist nicht von dieser Welt, aber dennoch ist es für diese Welt; denn auch sie gehört zu dem Inbegriff, von welchem Christus sagt: ,, in meines Vaters Hause sind viele Wohnungen!! - Dein Reich komme! lehrt der erhabene Stifter unsers Glaubens uns beten. Klarheit und Licht geht aus dem Leben und aus der Lehre jenes erhabenen Vorbildes aller menschlichen Tugend hervor: und darum besteht das Neich Gottes, welches er verkündete, nicht in einer dumpfen, frömmelnden Leichtgläubigkeit, die den Aberglauben fördert, sondern es besteht in dem hohen, klaren, lebendigen Glauben, der zu frommer Gottgefälligkeit auffordert und die Seele begeistert zu Werken der Liebe, der wohlthätigen, helfenden, aufrichtenden, verzeihenden Liebe, die u keine Ausschließung kennt. Gerechtigkeit, Fried 145 fertigkeit, Langmuth, Mäßigkeit, Geduld, Demuth und Freudigkeit zu allem Guten: diese Tugendfertigkeiten sind die Zeichen der höhern Natur in dem Menschen; an ihnen erkennen wir das Reich Gottes. Welche Mühen, welche Selbstüberwindungen und Kämpfe diese Tugendfertigkeiten uns auch kosten mögen; sie begründen in uns das selige Bewußtsein, welches allein uns hinüber begleitet zu der neuen Wohnung in dem Reiche des Vaters. Tugendfertigkeiten sind Tugendseligkeiten! O, wer es einmal recht tief und rein empfunden hat, mit welchem Segen das Gefühl, etwas Gutes mit Anstrengung und Selbstüberwindung vollbracht zu haben, die Seele erfüllt, der läßt den Himmel nicht wieder fahren, der eingezogen ist in sein Herz. Wenn dnse unser Tagewerk gethan ist, dann bleibt hinter uns alles zurück, was irdisch, was zufällig ist. Niederlegt am Ausgange des Lebens der Fürst seine Krone, der Reiche seine Schäße, der Mann der Ehre seinen weltlichen Glanz; nur jenes selige Bewußtsein verläßt den einsamen Auswanderer nicht, und geht mit ihm durch die Nacht, die zwischen Sein und Wiedersein liegt. posi GADG Wage es denn, du zagende Seele, nach dem Erwerbe dieses Himmels, nach diesem Bewußtsein zu streben! Sei wacker und bete: Vater 10 146 im Himmel, zu uns komme dein Reich! Es kommt aber nur, wenn wir ihm entgegen kommen. Richte dich auf, mein Geist, troß den Widerwärtigkeiten des irdischen Daseins; troß den Leiden, die den Körper darnieder drücken; du weißt, daß auch diese dahinten bleiben! Erhebe dich, und fühle die hohe Würde, den erHabenen Beruf, ein Mitgenosse im Reiche Gottes zu sein! O heiliger Vater des Lichtes und des Lebens! sende zu mir deine kräftigende Gnade herab, und erleuchte mit deinem Geiste meine Vernunft, daß sie nicht verfehle den Weg, auf dem zu uns dein Reich kommt! -int Glückseligkeit Aller. Wer bin ich, Herr, daß du dich meiner erbarmest, und ausgegossen haft über mich die Fülle deiner Gnade? Wenn ich zurücksche auf den Weg, den ich bisher durchwandelte, so nehme ich mit tiefgerührter Seele wahr, daß der heitern Erinnerungen mehr, als der trüben, die zurückgelegte Wanderung bezeichnen. Unter den lehteren bemerke ich manches Weh, das ich mir selbst bereitete. Wenn mein Pfad nicht immer durch Blumenauen sich hinzog, wenn er minder — 147 bequeme, wenn er selbst rauhe Stellen berührte; er brachte dennoch mich dem Ziele näher, welches du, weiser Lenker meines Schicksals, mir aufgestellt hast. Was mein sinnliches Wohlsein verkümmerte, mußte mir dazu dienen, mein inneres Leben zu fördern. D! Dank dir, Ewiger, daß du auch in die dunkle Stunde des Menschen das Heil legtest, welches ihm weiter hilft! Ja, Herr! du hast alles wohl gemacht! Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden! 11 Wenn wir die Worte: ,, Vater, dein Wille geschehe, die Christus uns beten lehrte, in ihrer hohen Bedeutung und in ihrer Tiefe ganz erfassen: dann wird es uns klar werden, welche Aufforderung an uns selbst wir in diesen Worten aussprechen; welchem himmlischen Berufe wir uns durch sie weihen, einem Berufe, der uns näher bringt den seligen Geistern im Himmel: wie durch diese dort im Himmel, also soll durch uns hier auf Erden geschehen der Wille Gottes des Vaters. Und was fordert von uns dieser höchste, heilige Wille? Die du dies fragst, redliche Seele, merke auf die Gefühle deines Herzens! blick hinaus in die dich umgebende Natur! vernimm, was Christus sagt, dieser heilige, über alle Zweifel erhabene Zeuge 10* - - 148 der Wahrheit, an welchem so lebendig und hell der Wille des himmlischen Vaters sich ausdrückt! Monste 4 Die Glückseligkeit Aller ist der Zweck seiner erhabenen Weisheit und Macht.- Unbedingtes, allgemeines Wohlwollen, weitumfassende Liebe, die auch den Unfreund nicht zurückstößt, ist das allwaltende Gesetz in dem Reiche Gottes. Befrage dein innigstes Gefühl, redliche Seele! da finde den sanften Zug der Hinneigung zu einer erleuchteten Seele, zu einem wohlgestimmten Gemüthe! da finde das weiche Mitleid gegen die dunklere Seele, gegen ein rauheres, minder wohlgestimmtes Gemüth! Beide verkündigen das Gesetz der Liebe, den Willen des himmlischen Vaters. Ungerührt geht das natürliche Mitleid selbst an dem Unfreunde nicht vorüber, wenn seine Noth das Erbarmen anruft. Aber wenden wir uns an die Natur, um auch hier wieder zu finden das Gesetz der Liebe. Ein großes Band wechselseitiger, sich einander zuneigender Kräfte windet sich hin durch die ganze Schdpfung. Selbst feindliche Elemente suchen und finden irgendwo in dem großen Ganzen einen Punkt, wo sie, gleichsam ausgeföhnt und zuſammenwirkend, dem Geseß, welches die Glückseligkeit Aller bezweckt, sich unterwerfen. Die Erde in ihrem Frühlingsschmuck, dann in der - foondemn 149 cont reifenden Fülle des Sommers, und endlich in den reichen Gaben des Herbstes; welch ein großes Fest der Wonne und des sinnlichen Entzückens bietet sich dar!- Die Lerche trågt ihr frohes Jubellied zu den Wolken empor; alle Stimmen, wo ein Leben sich bewegt, vereinigen sich zu einem Lobgesange, und preisen den Herrn, der in seinem großen Welthaushalt ein solches Freudenfest seinen Geschöpfen bereitete. Vom Hochbegabten Menschen bis hinab zu dem kleinsten Wurme, der unter dem Grashalme sich birgt: für alle hat eine unendliche Liebe gesorgt, auf daß jedes sein kürzeres oder långeres Dasein, nach seiner Art, fröhlich genieße; Wohlsein suchet und findet jedes lebende Wesen. Selbst an die Einrichtung, die für jegliches Geschöpf zur Erhaltung seines Daseins dient, hat der gütige Vater der Natur ein Wohlgefühl geknüpft, welches nur der Mensch durch Entweihungen, durch Uebermuth und Unmäßigkeit in ein Wehe zu verwandeln die Freiheit hat. Der reich begabte Mensch, dem die Erde, sein vorläufiger Wohnplag, ein Garten Gottes sein sollte, hat die Freiheit, diesen Wohnplaß zu einem irdischen Paradiese anzubauen, oder ihn für sich und für Andere zu einer Wüste zu machen. Diese Freiheit ist die höchste, heiligste der Gaben und Vor 150 züge, die vor andern Geschöpfen dem Menschen zu Theil wurde; sie ist es, die zum Haupt in der Schöpfung und zum Herrn seines eignen Willens ihn einsetzt. Die ungeregelte Leidenschaft ist ihre Feindin, ihr Leitstern ist die Vernunft; dieser leuchtende Funken, der aus der Lichtfülle der Gottheit herab in das Menschenleben sich senkte! Wie hoch, wie nahe jener Natur der höhern Geister hat Gott den Menschen gestellt, indem er ihm das große, aber gefährliche Geschenk der Freiheit anvertraute. So stchen wir da in dem erhebenden Gefühl unserer Freiheit, und blicken mit selbstthätigem Geiste umher in die weite Natur; welch ein reiches Gebiet der Erkenntniß thut sich auf! welche beseligende Anschauungen der Herrlichkeit Gottes drången sich an unsern Geist! Aus den tiefen Quellen sinnlicher und geistiger Freuden um uns her sollen wir schöpfen für uns und für Andere. Was wir für Andere thun, fließet auf uns zurück in einer belohnenden innern Ruhe, in einem süßen Bewußtsein. teſt: So höre denn, redliche Seele, die du be,, Vater, dein Wille geschehe!!! höre das Wort des Herrn, welches die Natur dir verkündet, horch auf die Stimme deines Herzens, und vernimm endlich eine Stimme vom - 151 Himmel! Von dem Himmel herab brachte Christus Worte des Heils, Worte des ewigen Lebens. Alle sollen selig werden; verloren gehen Keiner, der an ihn glaubet, seinem Worte vertraut. Sein Wort ist die Wahrheit; es erldset uns, es rufet uns zurück von Wahn, von Tauschung und Sünde; es weiset lebendig und eindringend uns hin auf den Weg, der zur Glückseligkeit führt, einer Glückseligkeit, die im Reiche der Vergånglichkeit beginnt; ihr Ziel aber ruhet heilig in einem unvergänglichen seligen Leben. An Alle ergehet die Stimme seines Wortes, selbst an die Heiden, wie er die Irrenden nennt, die noch im Dunkeln wandeln, und nicht erleuchtet sind vom Lichte seiner Wahrheit. ,, Gehet hin, und lehret alle Heiden!" dies ist der Auftrag, den er seinen Jüngern giebt. ,, In allerlei Volk, wer recht thut, der ist Gott angenehm;" sagt ein würdiger Schüler dieses größten Lehrers der Menschheit. Wer recht thut, welches Volkes, welches Glaubens er sei, wer recht thut, nicht wer blos mit den Lippen spricht: Herr, Herr! gehört zur Kindschaft Gottes, und Gott will, daß Allen geholfen werde. Diese große Verheißung geht durch das ganze Lehrgebäude des Heilandes, und spricht noch lebendiger sich aus in seinem heiligen Leben; sie ist die - 1 - 152 Stimme, die an das gesammte Menschengeschlecht ergeht, und heilig und ewig ist, was der Ewige will! Vom Aufgange bis zum Niedergange herrscht das Geseß seiner Barmherzigkeit. Aber dieselbige Stimme, welche jene Verheißung verkündet, läßt uns auch vernehmen, daß wir berufen sind, so viel an uns ist, mitzuwirken, daß der Wille Gottes, der das Heil Aller bezweckt, schon hier auf Erden geschehe. Wenn wir in Recht und Gerechtigkeit, und immer demuthsvoll vor Gott wandeln; wenn wir, wie unser Vater im Himmel, Barmherzigkeit üben gegen unsern Mitmenschen, welches Volkes, welcher Sitte, welches Glaubens er sei; wenn wir mit Nachsicht und Bereitwilligkeit verzeihen, wie unser Meister seinen Feinden verzich; wenn wir unbedingtes Wohlwollen üben und Liebe: dann geschieht durch uns der heilige Wille unsers Vaters im Himmel. Wenn ich mit Engelzungen redete," spricht, des göttlichen Geistes voll, ein erleuchteter Nach11 folger Christi, und hätte die Liebe nicht, so wäre dies alles nichts nüße." Liebe ist das große, allumfassende Grundgeseß in dem Reiche Gottes. - - Internorand Vater im Himmel, dein Wille geschehe wie im Himmel, also auch auf unsrer Erde. 153 Mdge denn auch durch mich, so weit meine Kräfte reichen, geschehen dein heiliger Wille. Wie deine Hand das All erhält; Wie sie beglückt, was lebt und ist: So finde mich die kleine Welt, Die mir verliehen ist. Das Leben in der Welt, gegenüber dem Leben in Gott. Heilige Stille der Nacht, du besänftigest, du beruhigest die letzten Bewegungen, welche die Geschäfte des Tages zurückließen; die Aufforderungen des thätigen Lebens schweigen. Ruhe, dieser sanfte Ton in den Gewirren des Lebens, ergießt seine Erquickung über die müden Kräfte. Ungestört kann ich über die Erfahrungen meines entflohenen Tages nachdenken!- Mir selbst überlassen, blicke ich, von diesem Standpunkte der Zurückgezogenheit hinüber in das Streben und Leben der Welt. Wie ganz anders erscheinen dem unbefangenen Blicke die Gestalten, welche die lichten Höhen und die dunkeln Niederungen des großen Weltlebens durchwandeln. Selbstsucht, Leidenschaften und Wahn hier unten, wie - em 154 dort oben, sind die bewegenden Kräfte aller der Sorgen und Bestrebungen, die einander heimlich täuschen, oder offenbar feindlich durchkreuzen. Welche Anstalten werden gemacht, welche Anstrengungen werden aufgeboten! wie viel äußere und innere Ruhe wird aufgeopfert, um zur Ruhe zu einem unverkümmerten Selbstgenusse zu gelangen; und wenn das Ziel erreicht ist, und die Befriedigung nicht gewährt, die es darzubieten schien, oder nicht in dem Maaße gewährt, welches die unersättliche Phantasie mitbrachte: dann tritt sogleich Unmuth und Mißvergnügen an die Stelle des Genusses; und die Steigerung des Genusses führt Sättigung, Ueberdruß und Ekel herbei. Die begiervolle Seele nimmt einen neuen Anlauf, die Verwirklichung ihrer phantastischen Wünsche zu erjagen, ohne sich durch frühere Erfahrungen abschrecken zu lassen, die schon oft ihre Erwartungen getäuscht hatten. Da taumelt, wie ein Trunkner, der verwilderte Sinn von einer betäubenden Lust zur andern; die Betäubung schwindet, und eine wüste, drückende Leere bleibt zurück. Der Mensch ist in nichts so beständig, als in der völligen Dahingebung: sich von seinen phantastischen Träumen belügen, und vom äußern Schimmer tauschen zu lassen. Tief verwundet, ja selbst reuevoll, kehrt er von der Täuschung zurück, nur - -- - 155 nicht zu sich selbst. Wie viel Elend ist mit dem Glanz der Hoheit bekleidet! wie groß ist die Zahl der Darbenden, die mitten im Ueberfluß irdischer Güter, den Anbau eines seligen Lebens vergeblich versucht! Die Sehnsucht darnach ist schuldlos, ist gerecht und hat ihre Vollmacht vom Himmel; aber in der Wahl der Gegenstände, an welche wir sie mit ihren Ansprüchen verweisen, da liegt der Irrthum, der so gern Himmel und Erde vermischt. 11 Eitle Freuden werdet ihr In den ernsten Augenblicken, Wenn der Tod uns ruft, und wir Uns nur haben, noch entzücken? Werdet ihr zum Gråberhain Tröstende Begleiter ſein? Ach! wir såen auf den Boden der Vergånglichkeit, um dauernde Früchte zu årndten; wir senden thörichte Seufzer in die Luft, als wäre von flüchtigen Winden das Heil, der Friede zu erwarten, welchem nachzustreben wir uns nicht erwehren können. - Ja! wandelbar und flüchtig, wie die Luft, ist alles, womit das Leben der Welt anlockt, reizt und uns so leicht vergessen läßt nach dem wahren Heile zu ringen, welches die Frucht eines Lebens für die Ewigkeit ist!- STO 156 Unvermerkt entflieht die Zeit Der uns zugezählten Tage, Und das Wort der Ewigkeit Thut an uns die große Frage: ,, Pilger, wie hast du gelebt? Hast du dir mein Heil erstrebt?" welchen Die Erwerbung irdischer Güter störenden Zufällen sind sie unterworfen! Die Gefahr des Falles begleitet den Stolz von Stufe zu Stufe, und steht ihm auch dort, im Glanze seiner Erhebung, zur Seite. Aber auch abgesehen von der innern Nichtigkeit und Leere dessen, was das Leben in der Welt- Glück und Glückseligkeit nennt; abgesehen von dem gemeinen Irrthum, welcher die Herrlichkeiten und Vorzüge ut des Weltlebens höher zu stellen pflegt, als sie in den Verhältnissen zu unserm wahren Leben zu n stehen verdienen, abgesehen von dem allen; so. find die Arten der Erwerbungen solcher Dinge, die das äußere Leben mehr oder minder glänzend und scheinbar glücklich darstellen, nicht selten mit unausbleiblichen Beeinträchtigungen unsrer heiligsten Pflichten verknüpft, und eben so führt ein solcher Erwerb einen Nachzug von Qualen herbei, den der geräuschvolle Genuß augenblicklich zu übertäuben, aber nie gänzlich zu entfernen vermag. Eitle Luft der Sinnlichkeit Weiß mit täuschenden Gewühlen, B - 157 Ach! das Kleinod unsrer Zeit Leicht uns aus der Hand zu spielen! Und der traurige Gewinn Dieses Spiels ist leerer Sinn. Die ungezügelte Leidenschaft, wenn sie einmal Besitz genommen hat von dem unbeschirmten Gemüth, ſo reißt sie den Menschen fort, und läßt ihn die niedrigsten, die frevelhaftesten Mittel nicht verschmähen, um den Gegenstand ihrer Begierde zu erreichen. Der, nach irdischen Gütern Lüsterne wird, seinem Gelüste ganz hingegeben, nicht Anstand nehmen, das Wohlsein Anderer, wenn es die Bedingung des Erfolges ist, aufzuopfern. Der Rangsüchtige, der Ehr- v. hrane. geizige, wird Verstellung, Heuchelei, Verläumdung anwenden er wird die tiefste Erniedrigung seiner Menschenwürde nicht scheuen; vor keinem Verbrechen wird er erschrecken, um denjenigen zu verdrängen, zu stürzen, der seinem Hinaufstreben entgegen steht. Er kann nicht anders; die mächtige Begierde reißt ihn fort. Die freigelassene Leidenschaft macht den freigebornen Menschen zum Knecht! Und ist ein solcher Knecht der Besitzer eines Thrones, welche VerHeerungen blühender Länder verbreitet er um sich her! welches namenlose Elend der Völker geht von ihm aus!- Verwilderte Begierden sind die - - 158 Quellen, aus welchen sich so viel Jammer ergieß: über einzelne Menschen und ganze Völker! Wenn nun aus ihrem eng zusammengezogenen Dasein die müde, selbst oft getäuschte Seele, hinüber blickt in das Leben der Täuschungen: welch ein Schauplaß der Verwirrungen, der Zwietracht, des Hasses und gegenseitiger Verfolgungen öffnet sich ihr! Da sieht sie das Licht im Kampfe mit den Mächten der Finsterniß, die das Reich der Gewaltthaten nicht wollen untergehen lassen; sie sieht das verkannte ewige Recht von verjährtem Unrecht gedrängt und besiegt; da begegnet sie den Erinnerungen ihrer eignen Verirrungen und Fehltritte; da erblickt sie die Spuren der Anfechtungen, die den Frieden ihres Herzens zerstörten; da treten ihr von allen Seiten Veranlassungen entgegen, mit der Mahnung: - Aufstehn mußt du, Erdengast, Von dem irdischen Gelage! Was du mitzunehmen hast, Ist das Zeugniß deiner Tage! Wuchre für die Ewigkeit Mit dem Kleinod deiner Zeit; - — Wohin, wenn solche Betrachtungen die Seele bewegen, wohin soll die Geängstete sich retten vor den Schmerzgefühlen, die alsdann zu ihr eindringen?. Sie richte sich empor! und - 159 - eine innere Stimme ruft ihr zu:- es ist noch eine Ruh' vorhanden! eine Stuhe, deren Vorgefühl vom Himmel stammt, und den Menschen mitgegeben wurde, damit solches gleich einem trdstenden Engel dem Pilgrim an die ewige Heimath erinnere. Diese innere Stimme ist es, welche die schwer geängstete Seele dahin verweiset auf das Vertrauen zu dem Vater der Schöpfung, dem die Unermeßlichkeit der Welten nicht zu groß, und das Menschenherz nicht zu klein ist, um mit Segnungen jene, wie dieses zu überschütten und beider Schicksale zu lenken. Wie oft hat es der einzelne Mensch an sich, wie oft hat er es an ganzen Völkerschaften erfahren, daß die ewige Weisheit die verwickeltesten Verworrenheiten einer solchen Auflösung zuführte, die wir nicht hoffen konnten, ja nicht zu ahnen vermochten! Recht ist alles, was jene ewige Weisheit verfügt; gut alles, was sie uns sendet. Die Thorheiten der Menschen und ihre Frevel können die Entwürfe des Allweisen nicht stdren! Dieses feste Vertrauen auf jene untrügliche Weisheit, mit väterlicher Milde vereint, kann die Stürme nicht abwehren, die uns überfallen; aber stärken und erheben wird es in uns den Muth, sie zu überstehen. Dieses Vertrauen kann uns nicht befreien vom Kampfe mit den Widerwärtigkeiten - - - unsers irdischen Daseins; aber ausrüsten wird es uns mit Kräften und Waffen, den Sieg zu erringen. Nur die Seele, welche sich ganz in den Gedanken an jene höhere Weisheit versenkt, ist ihrer Ruhe sicher; sie führt ein Leben in Gott! Sie wird den Berührungen von außen nur so viel Eingang verstatten, als Aufforderungen darin enthalten sind, Menschenliebe, Wohlwollen und Nachsicht auszuüben. Dies Leben in Gott ist nicht ein dumpfes, gedankenloses, blindes Schweben in dunkeln Gefühlen, die gehaltlosen Nebelgestalten nachziehen; es ist ein helles, heitres Selbstbewußtsein, ein klares, freudiges Anschauen der Gegenwart und Herrlichkeit Gottes; es ist ein lebendiges Erkennen seiner Offenbarung, die in heiligen Stunden innerlich in unserm Gemüth, und äußerlich in den Wundern der Natur, zu ihm uns erheben. Das Leben in Gott ist die wahre Heimath, s - 160 - die selige Ruheståtte unsers unsterblichen Geistes. Es ist die lichte Höhe, wo die Täuschungen schwinden! Da leuchtet eine helle, geistige Sonne! Die Sonne der Wahrheit, welche die Dinge, die uns umgeben oder begegnen, in ihrer wahren Bedeutung erkennen läßt. Das Erfreuliche, wie das Widerwärtige, selbst die dunkeln Schattenstellen, die Gråber geliebter Freunde, er- 161 scheinen im Lichte dieser Sonne als Uebergangspunkte an der Grenze des irdischen Daseins. Unruhe, Wechsel und Tod herrschen in dem Leben der Welt: ewigen Frieden und unsterbliches Wesen gewährt uns das Leben in Gott. Hier erhebt mein Geist seinen Blick zu einer hohen Gestalt: Jesus Christus ist es, der uns Leben das in Gott heller, als jemals ein Weiser, aufschloß. ,, Vater im Himmel, nicht mein Wille, sondern der deine geschehe!!! So ruft er aus, bei den furchtbarsten Begegnissen seines irdischen Wandels. Vater, dein Wille geschehe, ist das Wort der Weihe vor dem Eingange zu einem stillen, frommen Leben, zu einem seligen Leben in Gott! ind ww Hat reine, stille Frömmigkeit Die Seele sich errungen: Mit tröstender Zufriedenheit 14 Fühlt sie sich dann durchdrungen. Sie traut auf Gott!- ihr Glaube spricht: Der Herr ist meine Zuversicht, Ich weiß, an wen ich glaube! 11 162 Betrachtungen über Leben und Tod zur Besiegung der Todesfurcht. ten. Das Leben führt zum Tode, der Tod führet zum Leben: so heißt das Gesetz, welches durch die unendliche Wesenreihe der Schöpfung waltet. Jedes Dasein geht eine Stufenfolge von Zuständen durch, von denen der eine immer die Vorbereitungsstufe des andern ist. So verhält es sich in der sichtbaren Außenwelt, die uns umgiebt, so in der unsichtbaren, die unser innerstes Wesen ausmacht, das ist: im Reiche der SitDer Mensch durchwandert mehrere Stufen des Alters; auf jeder dieser Stufen wird es in verschiedener Rücksicht anders mit ihm; ob er gleich im Grunde in seinem Bewußtſein, unter Begleitung der Erinnerung und der Hoffnung, immer derselbe bleibt. So geht es, bis er an ein Ziel gelangt, wo eine größere Verwandlung, ein Lebensabschnitt von höherer Bedeutung, ihm bevorsteht: es ist das Ziel, welches die irdische Laufbahn beschließt der Tod. Daher ist es Pflicht, unsere Ansichten über diese legte wichtige Verwandlung unsers irdischen Seins zu berichtigen. - Der Tod kann nichts Furchtbares für den haben, der ihn als den Führer in ein neues Le 163 ben betrachtet; und dies neue Leben da keine neue Erschaffung mit uns vorgeht- kann nichts andres sein, als eine Fortsegung des Lebens, welches wir diesseits des Grabes geführt haben; eine Fortsegung, die mit erhöhten und geübteren Kräften ihre Fortschritte, mit helleren, geschärfteren Blicken ihre Ansichten und Betrachtungen beginnt: alles dieses aber nur nach dem Maaße der Gewöhnungen und Fertigkeiten, welche die Seele in dem irdischen Dasein erwarb; Gewöhnungen in der Fähigkeit, würdig zu genießen, Fähigkeiten in der Kraft, würdig zu handeln; beides nämlich, wie es das Gesetz in unserm Bufent,- das Gewissen, uns vorschreibt. Welch ein mächtiger Antrieb, nach Vervollkommnung zu streben, liegt in diesem Gedanken, welche Aufforderung läßt er an uns ergehen, mehr und mehr unsre Schwächen abzulegen, die uns zur Trågheit im Guten hinabziehen, immer mehr uns loszumachen von den Fehlern, die unserer Veredlung, unserm Besserwerden Abbruch thun, und uns immer freier zu ringen von der Macht und Herrschaft des Irdischen, in so fern es in uns unedle Leidenschaften erweckt, und uns dem hdheren, reineren Dasein abwendig macht! Der Tod kann nichts Furchtbares für den haben, der dies Leben als eine Vorschule betrach11* - - 1 164 tet, die ihn vorbereitet und weihet zu den Pflichten einer neuen, höhern Thätigkeit, und die ihn würdig macht zu den Genüssen einer reineren und dauerhafteren Glückseligkeit. - Aber welcher Geist der Weisheit und der Lehre waltet in dieser Vorschule unsrer Vollendung?- Jesus Christus, dieser göttliche Lehrer und Führer, von dem himmlischen Vater zu uns herabgesandt, daß er uns einführe zu den Tiefen der Weisheit; daß er uns ausschließe das Reich des ewigen Lebens, wo heiliger und herrschender die Gerechtigkeit ist, die vor Gott gilt; Jesus Christus, dieser erhabene Menschenfreund, dieser Erlöser von Irrthum und Wahn ist es, der in diesen Vorhallen des zukünftigen Lebens uns seinen Geist mittheilt, indem er uns seine seligmachenden Lehren verkündigt; er ist es, der uns den Willen seines und unsers himmlischen Vaters, diesen Willen, der uns schon in das Herz geschrieben ist, in helleren Offenbarungen kund macht. Doch nicht nur in seinen Lehren spricht er zu uns, auch sein Vorbild hat er uns aufgestellt, ein leuchtendes Vorbild im Leiden und im Handeln, im Leben und im Sterben. Der Aberglaube des Heidenthums und des entarteten Judenthums, beide hatten die tiefste Finsterniß des Wahnes und der Unwissenheit in 165 göttlichen Dingen über die Welt hin verbreitet. In dem Gebiete der Sitten herrschte die schnddeste, ungebundenste Selbstsucht, die an nichts Höheres glaubt, an keine andre Glückseligkeit, als die sie mit den Sinnen zu erreichen und zu erfassen vermag. Der Glaube, der in der Liebe thätig ist, war von der Erde verschwunden. Die unwürdigsten Vorstellungen von einem höchsten Wesen beförderten das Unrecht und das Verbrechen. Man beging die Missethat; und Blutversöhnungen durch Opfer der vermeintlich zürnenden Gottheit dargebracht mußten die Stelle der Buße und der Lebensbesserung vertreten. So lastete auf der armen Menschheit Verderben und Elend. Einzelne tugendhafte Männer drangen mit ihrer Weisheit, mit ihren Rettungsversuchen nicht durch; ein verkehrtes, verderbtes Pricsterthum nahm die Täuschung, welche den Pflegern des selben Vortheile gewährte, in Schuß, und jene edlen Männer wurden- obwohl nicht ganz fruchtOpfer ihres würdigen Strebens, indem wenigstens Aufregungen eines höhern Bedürfnisses zur Folge hatte: sie waren, wie Johannes, die Vorläufer eines Heilandes der Welt. Da endlich, als nun die Zeit der Vorbereitung erfüllet war, erschien Christus! Ausgerüstet mit der Kraft Gottes, mit einer unendlichen Liebe lose- - solches - - 166 zu dem menschlichen Geschlechte, trat er auf, und predigte und übte das Recht, welches vor Gott gilt, die tiefere Gerechtigkeit, die den innersten Menschen ergreift und umfaßt. Er predigte und übte den Glauben, der durch die Liebe thätig ist. Liebe Gott über alles, und deinen Nebenmenschen, wie dich selbst; //- so lehret, ſo ge= bietet uns sein heiliges Wort; das ist die Liebe, die dem Freunde treu ist, dem Feinde vergiebt und ihm wohlthut, wo sie es vermag; immer bereit zur Versöhnung.Ehe du deine Gabe auf dem Altare opferst, spricht unser Heiland,- ,, gehe zuvor hin, und versöhne dich mit deinem Bruder!!! Diese heilige Lehre wiederholt er in den Worten: ,, Vergebet, so wird euch vergeben; mit dem Maaße, wie ihr messet, wird euch wieder gemessen werden.!! Immer dringt unser göttlicher Meister auf allgemeine Menschenliebe, auf unbedingtes Wohlwollen, auf Versöhnlichkeit, auf Milde und Nachsicht in der Beurtheilung unserer Nebenmenschen. ,, Richtet nicht, so werdet ihr nicht gerichtet!!! ruft er denen zu, die mit schneidendem Urtheile, muthwilligen Spott, auch wohl gar mit heimlichen, verläumderischen Andeutungen oder of fenbaren Angriffen, den guten Ruf ihrer Nebenmenschen verlegen. 167 no Keine Sittenlehre eines frühern Weisen schwingt sich empor bis zu der Erhabenheit des Gebotes, das selbst gegen Feinde Wohlwollen einschärft und Liebe: denn wer aufhört unser Freund zu sein, hört darum nicht auf, unser Bruder zu sein ,, Liebet, spricht der göttliche Lehin Christo. rer liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, thut wohl denen, die euch hassen!!! Eine schwere Aufgabe; aber wie ldset der sie, der sie gab! Hier leuchtet am Hellsten sein Beispiel uns vor! Mitten unter Todesqualen, die seine Verfolger über ihn brachten, betet er: Vater, vergieb ihnen, sie wissen nicht, was sie tBun! // - - - - 11 Unser Heiland macht ausdrücklich die Menschenliebe zur Bedingung der Liebe zu Gott. Wer seinen Bruder nicht liebet, den er sichet, - spricht er, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und denen, die Gott lieben, muß alles zum Besten dienen: so redet zu uns ein heiliges Wort, welches im Namen unsers Heilandes und in seinem Geiste zu uns spricht. Ja, schon hienieden, in allen Widerwärtigkeiten, Verkettungen und Verworrenheiten der irdischen Verhältnisse, die mit mehr oder minder rauhen Berührungen uns anfechten, findet die fromme Seele in der Liebe zu Gott eine sanfte - go - 168 Ruhestätte des Friedens; denn die Liebe zu Gott und das Vertrauen zu ihm sind Eins; und in so fern müssen uns alle Dinge zum Besten dienen. Die Liebe zu Gott, zu diesem ihrem himmlischen Vater, kann nicht anders glauben, als daß Alles, was der kurzsichtige, beschränkte Mensch die Schicksale und Zufälligkeiten des wandelbaren Lebens nennt, auf Gottes Geheiß, durch eine höhere, våterliche Veranstaltung, ihm begegne. Auch Unerfreuliches, selbst die bittersten Leiden, wird die Liebe zu Gott mit Ergebung in den Willen des himmlischen Vaters annehmen, in der festen Uleberzeugung, daß die schmerzvollsten Stunden körperlicher Leiden und geistiger Anfechtungen mit zu den Mitteln gehören, welche bestimmt sind, uns abzulenken von allem irdischen, vergänglichen Wesen, und empor zu heben das Gemüth zu den himmlischen, unvergänglichen Gütern, über welche die Zufälligkeiten und Störungen des Erdenlebens nichts vermögen. Und so beten wir dann mit unserm heiligen Lehrer und hocherhabenem Vorbilde, wenn Tage. der Trübsale über uns kommen: ,, Vater! ist es möglich, so nimm diesen Kelch von mir, aber nicht mein Wille, der deinige geschehe!"- Eine solche Ergebung, ein folches Leben in Gott sollen wir in dieser Welt, in dieser Vorschule unsrer Vollendung erwerben; 169 und nur so gelangen wir zu einer heitern und erhebenden Ansicht des Jenseits, zu der innigeren Seelenruhe, zu dem Frieden Gottes, der höher ist, denn alle Vernunft. Die Vernunft, dieses heilige Geschenk des himmlischen Vaters, erkennet schon ihrer Natur nach, was gut und recht ist; die ganze Schöpfung, die vor ihr sich aufschließt, ist ihr eine Verkünderin Gottes, und in den flüchtigen Erscheinungen der sie umgebenden, sichtbaren Welt schöpft die forschende Vernunft die beseligende Ueberzeugung, daß der Schöpfer nichts untergehen läßt, was er in das Dasein gerufen. Die Materie wechselt die Form, die Gestalt geht über zu einer neuen Gestaltung; aber sie verschwindet nicht aus dem Dasein. Bei dieser Wahrnehmung, die der Vernunft selbst bei dem welkenden Grashalme begegnet, regt sich in ihr die Ahnung der fortschreitenden Dauer jedes geistigen Daseins, und dies um so mehr, da das Irdische nur die Grundlage des Geistigen ist. Dieser beseligenden Hoffnung kommt der volle, lebendige Glaube entgegen, den die erleuchtenden Lehren unsers Herrn und Meisters uns darbieten. Immer und überall in seinen Worten und Thaten werden wir Beziehungen gewahr, welche hindeuten auf ein ewiges Reich -- 170 Gottes, zu dem wir berufen sind, und welches schon hienieden beginnt. Der Tod kann nichts Furchtbares für den haben, der hier in dieser Vorschule der Vollendung, mit heiligem Ernste, mit redlichem Willen sich bemüht, den Forderungen und Lehren unsers Heilandes zu genügen und seinem Vorbilde nachzustreben. Aber nicht dunkelhaft, selbstgefällig darf uns das redlichste Streben, selbst das Gelingen nicht machen, dessen wir uns zuweilen in den würdigsten, segenvollsten Momenten des Lebens bewußt sind. ,, Wenn ihr Alles gethan habt," ſagt Christus, ,, so sprechet: wir sind unnüße Knechte." So lehret unser Meister; aber so handelte er auch. Demjenigen, der ihn guter Meister nannte, antwortete Was nennest du mich gut? Niemand ist gut, denn der einige Gott! // er: ng Demuth ist eine der christlichen Haupttugenden; sie ist der Schmuck jedes Gelingens unsers besseren Willens, die Krone jedes Verdienstes. Die Demuth gebieret die Sanftmuth gegen den Nebenmenschen, indem sie uns aufmerksam erhält auf den Balken in unserm Aluge, wenn wir den Splitter im Auge des Nächsten erblicken. Welch ein aufmunterndes Beispiel giebt uns Christus in der Tugend der Sanftmuth! wie mild und - - 171 schonend nimmt er sich der Irrenden, der Zöllner und Sünder an! wie freundlich belohnt er den Glauben der Samariterin durch die Hülfe, die sie begehrt! Der Tod kann nichts Furchtbares für den haben, der treulich den Fußstapfen unsers gdttlichen Meisters nachfolgt, und sein würdiger Schüler ist in dieser Vorschule, die uns fähig machen soll für die Seligkeiten und für die Forderungen eines höheren Daseins, dem wir mit jedem Schritte uns nähern. Selbst die Andeutungen unsrer irdischen Auflösung, die Krankheiten, gewinnen eine minder furchtbare Gestalt, wenn wir sie als letzte Bedingung des sinnlichen Daseins betrachten, als die Abendwolke des scheidenden Erdentages, die zugleich die Morgenwolke des Lichtaufganges einer helleren Sonnenwelt ist. So kann denn der Tod nichts Furchtbares für den haben, der ihn als einen Beförderer zu den Stufen eines vollendeteren Lebens betrachtet. Und wie schnell geht der letzte Augenblick vorůber! Das Annähern des Todes ist zugleich sein Verschwinden; der Tod ist das Ende unsrer Pilgrimschaft, der letzte Schritt zu der neuen Heimath. Aber Freunde, geliebte Menschen stehen um unser Lager und weinen! die Abschiedsstunde beIndofpring 172 klemmt ihre Brust! Doch in diese dunkle Stunde fällt ein Strahl der Herrlichkeit jenes Lebens hinein, dem auch sie, unsere Geliebten, zueilen. Hier ist ein zeitliches Trennen, dem ein ewiges Beiſammensein mit verklärten, befreundeten Seelen sich anschließt. Christus, der auch hier unser Lehrer und Vorbild ist, blickte in der letzten Stunde seines segenvollen Lebens auf seine Lieben, und rief ihnen Worte des Trostes und der Liebe zu; dann richtete er sein Gemüth zu sei nem himmlischen Vater empor und betete: ,, Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist!!! - Ja, du Heiliger Gottes, dein großes Leben und dein erhabenes Sterben verbürgt mir ein unsterbliches Leben! Und wenn ich mit deinem Beispiele im Herzen den engen Raum meiner Wallfahrt im Staube überblicke, so sehe ich eine beschränkte Zeit, aus der die Ewigkeit hervorgeht. Wie wichtig ist diese Zeit, wie würdig der heiligsten Pflege! Ich bin und werde sein! - Dolce st Sein werd' ich, weil ich bin!- Triumphgesang erschalle! 11 ,, Erschalle tief in die Unendlichkeit hinein! ,, Daß aus der Tiefe laut dein Jubel wiederhalle: ,, Triumph! ich bin, und darum werd' ich sein!" podijming ,, Unsterblichkeit! auf hehren Schwingen ,, Erflieget der Geist dein lichteres Reich! ,, Und hinter ihm, wo die Gestalten ringen, ,, Verrauschet der Sturm am dürren Gesträuch."? na Ww 173 ,, Thr, vom Naturgesetz gehalten, Ihr Sonnen, durchstrahlt den ewigen Raum; Mein Geist fliegt auf von den Naturgewalten, Und leuchtender strahlt sein glänzender Traum." Es ist von ihm hinweg gesunken 11 ,, Der irdische Druck; das Göttliche nur, Den linden Strahl, den reinen Aetherfunken 11 ,, Entwinket ein Gott dem Schooß der Natur!" 4 1100 Urania. - Sou 134: 2= 6 ands Asian Vorwort des Herausgebers. Nachschrift. Grabrede, gesprochen von D. Schmalk. Vorrede der Verfasserin. Morgenlied. Abendlied. Inhalt. Das Glück und die Art zu beten.... Nachfolge Christi. Zuversicht auf Gottes Beistand. Sterbelied. Gottes Fürsorge. ● Zufriedenheit mit den Wegen der Vorsehung. Hoffnung des künftigen Lebens. Ermunterung zur Zufriedenheit. ⠀⠀⠀⠀ Lied der Pflicht. TH:::: Allgegenwart Gottes. Selbstprüfung. Trost in Leiden. ● ● Lieder. ● Unfaßlichkeit des Weltenschöpfers. Betrachtung des Lebens Jesu. Christi Huld gegen den gefallnen Petrus. Der Tod ist neues Leben. Bußlied. ● ● ● ● ● Seite III VIII 1X XVII 124 4 5 6 7 9 10 11 12 14 15 17 18 19 20 22 24 25 Vor dem Abendmahle.... Nach dem Abendmahle. Flüchtigkeit unsers Lebens. Um Geburtstage.... Trost der Ewigkeit. Abendlied eines Kranken. Morgenlied eines Kranken. Danklied nach einer Krankheit. ● ● 175 Freude am Dasein. Gottes Allwissenheit. Ruhe einer frommen Seele. Gewitterlied. Nach dem Gewitter.. Beim Anblick des bestirnten Himmels. Wonne der Undacht.. Das Kleinod der Zeit. Zum Jahresschluß. Neujahrslied.. Andacht und Undächtelei. Vertrauen auf Gott.. ● ● . Gebete und religiöse Betrachtungen. Morgengebet. Abendgebet.. ● ● Um Grabe geliebter Freunde. Tröstungen und Hoffnungen des Glaubens an Gott und Unsterblichkeit. ● Gebet um Ausdauer im Guten. Glauben und Unglauben. ● . ● Seite ● 29 31 32 33 34 36 38 39 41 42 44 45 46 47 48 50 52 68 72 75 Selbstprüfung.. 78 Die Sendung Christi, und wer darf sich Christ nennen. 81 56 58 60 62 66 176 Ergebung des Herzens an Gott.. Aberglaube. Betrachtungen am Geburtstage... m Ermunterungen zum Danke gegen Gott auch in traurigen Verhältnissen des Lebens. Gott in der Natur und in der Kraft der Tugend. Abendgebet. 119 124 132 Morgenbetrachtung. 136 Das Reich Gottes.. 140 Glückseligkeit Aller. 146 Das Leben in der Welt gegenüber dem Leben in Gott: 153 Betrachtungen über Leben und Tod zur Besiegung der Todesfurcht. * 162 ● . ● and you all ¹ Seite 106 109 113 ● gliss d'Ge 30 Inches 1 Centimetres Blue 2 ¹3 4 Cyan 2 5 CO 6 7 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 18 B.I.G. Black