THEERTALER D. H.. 31 સ ટકા R *. HOME SBSH 3568 بھوں Gesangbuch zum gottesdienstlichen Gebrauche in dem Herzogthume Anhalt Cothen. Auf Sandesherrlichen Befehl berausgegebeth Vierte Auflage. Cothen, 1833. Gedruckt und verlegt bei der Mitwe Nue. Gb 35.68 Univ. Bibl. Giessen 2 3 7 ₁ Inha I t. Erste 1. Dessen Wesen und Eigenschaften. a) lleberhaupt, Num. 1-6. b) Insbesondere: deffen Ewigkeit und Unveranderlichkeit, N. 710. Allmacht, N. 11, 12. Allwissenheit und Allgegenwart, N. 13-17. Weisheit, N. 18, 19. Heiligkeit, N. 20. Gerechtigkeit, N. 21, 22. Güte und Barmherzigkeit, N. 23-27. Geduld und Langmuth, N. 28. Wahrhaftigkeit und Treue, N. 29. Unbegreiflichkeit, N. 30. Einheit, geoffenbart im Vater, Sohn und heiligen Geist, N. 31-34. 2. Dessen Werke. Hauptabtheilung. Von Gott. a) Schöpfung überhaupt, N. 35-40. Insbesondere der Engel, N. 41-43, der Menschen und Bestimmung zu einer feli gen Unsterblichkeit, N. 44-49. b) Vorsehung überhaupt, N. 50. Insbesondere: reich liche Ernährung, N. 51-54. Sorgfalt für des Menschen Woht, N. 55-57. Schuß und Bewahrung in Gefahren, N. 58-60. Leitung der Schicksale des Menschen zu ihrem Besten, N. 61-71. Zweite Hauptabtheilung. Von des Menschen gegenwärtigem Verderben und Elend. Verluft seiner ursprünglichen Güte und tiefes Verderben des Hers zens, N. 72-75. Ulebermacht der Sünde, N. 76. Empfindung der Mühseligkeiten dieses Lebens und Nichtigkeit aller irdischen Dinge, als eine Folge der Sünde, N. 77, 80, 81. Strafbarkeit der Sünde und Furcht des Todes, №. 78, 79. Dritte Hauptabtheilung. Von der Veranstaltung Gottes zur Erlösung der Menschen und Wiederherstellung ihrer verlornen Seligkeit. 1. Bestimmung seines Sohns zu unsrer Erlösung, N. 82-87, und von der Person Jesu, N. 88, 89. 2. Wirkliche Ausführung dieser Erlösung. a) durch dessen Sendung und Geburt, N. 90-108.( Advents. lieder, N. 90-97. Weihnachtslieder, N. 98-108.) Inbalt. b) Lehramt und Wandel auf Erden, N. 109-113. c) Leiden, Tod und Begräbniß, N. 114-160.( Paffionslieder.) d) Auferstehung, N. 161-180.( Osterlieder.) IV e) Aufnahme in den Himmel und Erhöhung zum Herrn und Richter der Welt, N. 181-197.( Himmelfahrtslieder). f) Sendung des heiligen Geistes zur Gründung und Förderung des Christenthums. Gründung desselben durch Gottes Geist, N. 198202. Förderung deffelben durch des heiligen Geistes Beistand, N. 203-212.( Pfingslieder.) Durch Gottes Wort, N. 213-217. g) Fortdauer des Christenthums, oder Reich Jefu, christliche Kirche, N. 218-222. h) Bestätigung des Antheils an der christlichen Kirche und der erwor benen Seligkeit. Durch die heilige Taufe, N. 223-225. Durch das heilige Abendmaht, N. 226-241. Vierte Hauptabtheilung. Von der erforderlichen Beschaffenheit des Sünders zur Theilnahme an dieser Seligkeit. 1. Buße oder wahre Sinnesänderung, N. 242-269. 2. Glaube an Jesum Christum, oder dankbare Annahme seiner ges stifteten Erlösung, N. 270-278. 3. Christliche Frömmigkeit und Tugend, oder mit dem Glauben verbundener heiliger Lebenswandel, N. 279-303. 4. Fleißige Uebung in allen besondern Pflichten des Christenthums. a) Gesinnungen und Pflichten gegen Gott. Liebe und Dankbarkeit, N. 304-308. Ehrfurcht und Gehorsam, N. 309318. Bertrauen, N. 319-336. Ergebung in Gottes Willen, N. 337-343. 3ufriedenheit und Gelaffenheit, N. 344-355. Ge. duld in Leiden, N. 356-365. Lob und Dank Gottes, N. 366-393. Gebet und Aurufung Gottes, N. 394-415. Gesinnungen und Pflichten gegen Jesum, N. 416-429. Deffentlicher Gottesdienst, N. 430-441. Bei der Kinderlehre, R. 442, 443. b) Gesinnungen und Pflichten gegen uns selbst. Selbst. liebe, N. 444-446. Gelbsterkenntniß und Demuth, N. 447-451. Sorge für die Seele, N. 452-454. Bewahrung des Gewissens, N. 455-457. Wachsthum im Guten, N. 458. Sorge für den Leib, N. 459-461. Mäßigkeit, Keuschheit und erlaubter Freudens genuß, N. 462-467. Christliches Verhalten in Absicht der zeitlichen Güter, N. 468-470. Chriftliches Verhalten in Absicht auf die Ehre, N. 471. Arbeitsamkeit, N. 472-476. Sufriedenheit und Genügsamkeit, N. 477, 478. Weiser Gebrauch der Lebenss atit, 479-487. Inbala c) Gesinnungen und Pflichten gegen den nächsten. Nächstenliebe überhaupt, N. 488-496. Gerechtigkeit und Billig keit, R. 497-500. Wider Verläumdung, N. 501. Barmherzigkeit und Wohlthätigkeit, N. 502-506. Gesinnungen dankbarer Armen, N. 507. Aufrichtigkeit und Redlichkeit, N. 508-511. Friedfertige Feit, Sanftmuth und Versöhnlichkeit, N. 512-518. Bescheiden. heit und Demuth, N. 519, 520. Sorge für des Nächsten Seelen glück, N. 521. Fürbitte für den Nächsten, N. 522, 523. Für Leis dende, N. 524. Für Kranke, N. 525. Für Sterbende, N. 526. d) Pflichten der verschiedenen Stände gegen einans der. Der Obrigkeit und Unterthanen, N. 527-530. Der Lehrer und Zuhörer, N. 531. Der Eheleute, N. 532. Der Eltern und Kins der, N. 533-536. Der Herrschaften und Diensiboten, N. 537-540. Häusliche Glückseligkeit, N. 541. Fünfte Hauptabtheilung. Von der wirklichen Glückseligkeit der Gläubigen und Frommen. 1. Anfängliche in diesem Leben. Ueberhaupt, N. 542-544. Insbesondere: Vergebung der Sünden oder Begnadigung, N. 545-550. Troft eines guten Ges wissens, N. 551-553. Friede und Freude in Gott, N. 554-559. Freudigkeit im Leiden und Tode, N. 560-570. Bitten um diese Freudigkeit, N. 571-579. Hoffnung der zukünftigen Seligkeit, N. 580-585. 2. Bollendete in jenem Leben. Fröhliche Auferstehung und Freudigkeit im Weltgerichte, N. 586594. Ewige Seligkeit im Himmel, N. 595-600. Sechste Hauptabtheilung. Hülfsmittel zur Beförderung des wahren Christenthums und Christenglücks. Erneue Deftere Selbstprüfung, N. 601, 602. Wachsamkeit und Kampf Andenken an Gott und Gebet, N. wider die Sünde, N. 603-607. 608-614. Rechter Gebrauch des göttlichen Worts, N. 615-621. Deffentliche und häusliche Andachtsübung, N. 622-624. rung des Taufbundes, N. 625, 626. Andächtiger Gebrauch des heiligen Abendmahls, N. 627-629. Deftere Betrachtung des Todes und der Ewigkeit, N. 630-650. Vorstellung der zukünftigen Selig. Feit, 651-655. Umgang mit frommen Menschen, N. 656, 657. Gebet um Wachsthum im Guten, N. 658. VI Inhält. Siebente Hauptabtheilung. Lieder für besondere Zeiten und Umstånde? Neujahrslieder, N. 659-672. Lieder im Frühlinge, N. 673-675: Im Sommer, N. 676, 677. Jim Herbste, N. 678, 679. Im Win ter, N. 680-682. Morgenlieder, N. 683-702. In Leiden und Krankheiten, N. 703, 704. Abendlieder, N. 705-720. Für Leis dende, N. 721. Am Schluß der Woche, N. 722. Tischlieder, N. 723-727. Saat- und Erndtelieder, N. 728-737. Lieder bei vers schiedener Witterung, N. 738. Gebet um Regen, N. 739, 740. Dank für Regen, N. 741. Gebet um Sonnenschein, N. 742. Dank dafür, N. 743. Beim Gewitter, N. 744-747. Nach dem Gewits ter, N. 748. Lieder an öffentlichen Bußtagen, N. 749, 750. Be trug der Lieblingsfünden, N. 751. Bußlied eines sich spåt bekehrenden Sünders, N. 752. Litaney, N. 753. Lieder bei der Confirmas tion, N. 754-757. Lieder bei Trauungen: Vor der Trauung, N. 758. Nach der Trauung, N. 759. Begräbnißlieder, N. 760-766. Lieder bei einigen besondern Feierlichkeiten: Bei Einführung eines Pres digers, N. 767. Bei Einweihung einer Kirche, N. 768. Am Res formationsfeste, N. 769. Lieder in und nach gemeiner Noth, N. 770. In der Theurung, N. 771, 772. Nach der Theurung, N. 773. Bei ansteckender Seuche, N. 774. Nach ansteckender Seuche, N. 775. Bei Kriegszeiten, N. 776, 777. Nach dem Kriege, N. 778, 779. Nach geendigter Feuersnoth, N. 780. Lieder für das vers schiedene Lebensalter: Am Geburtstage, N. 781. Für die Jugend, N. 782-785. Für das Alter, N. 786, 787. Lieder in besondern Lebensumständen: In gefunden Tagen, N. 788. In Krankheiten, N. 789, 790. Nach der Krankheit, N. 791-793. Beim Absterben unsrer Freunde, N. 794. Reiselieder: Vor der Reise, N. 795, 796. Auf der Reise, N. 797. Nach der Reisfe, N. 798, 799. 2[ nbang,. 800- 844. Erste Abtheilung. Von Gottes Wesen, Eigenschaften und Werken. Gottes Wesen und Eigens schaften. de, Und daß der Himmel werde? Wer sprach es, daß im Meere Des Wassers Sammlung ware? 4. Wer ließ in jenen Höhen Mel. Alle Menschen müssen 2c. 1. Gott, wie dank' ich's deiner Das Sternenheer entstehen? Wer hieß des Donners Brüllen Die Welt mit Furcht erfüllen? Güte, Daß ich dich verehren kann. Mit erkenntlichem Gemüthe Bet' ich dich voll Ehrfurcht an. Spóts ter, welche dich verschmähen, Müssen einft zu Grunde gehen; Rennen selbst ihr Bestes nicht; Sehen nimmermehr das Licht. 5. Du bist's, Gott! Deine Werke Erzählen deine Stärke Und deine weise Güte Dem achtsamen Gemüthe. 2. Dich zu wissen, dich zu kene nen, Gott, dies ist mein wahrer Ruhm. Und dich meinen Gott zu nennen, Lehret mich das Chris stenthum. O gib meinem Glauben Stärke; Und laß mich durch rechte Werke, In der Prüfung dieser Welt, Redlich thun, was dir gefällt! Mel. Wach' auf, mein Herz, zc. 2. Gott, aus deinen Werken 6. Das Würmchen in dem Staube, Die bunte Raup' am Laube, Das Gras, die schlanken Halmen Sind deines Ruhmes Psalmen. 2. Das große Weltgebäude, Dein Ruhm und meine Freude, Ruft in viel tausend Chören: Gott ist! Gott mußt du ehren! 3. Wer sprach es, das die Er, 7. Herr, du bist hoch erhoben, Und ewig hoch zu loben; Wenn auch der Thoren Rotten Dich laug yen und verspotten. 8. Laß alle, die dich kennen, Und dich mit Ehrfurcht nennen, Und die dir fest vertrauen, Dein gnädig Antlitz schauen! Mel. Kommt her zu mir, spricht zc. Kann ich dein Dasein merken; In allen Kreaturen Find' ich der Gott 3. Wie könnt' ich zweifeln, daß heit Spuren. du bist! O Gott, der ganze Weltbau ist Ein Zeuge deines Lebens. zu sichtbar ist's, daß Gür' und Macht Mit Weisheit ihn hervor. gebracht. Nichts ist daran ver. gebens. 2 Von Gottes Wesen 2. Wohin auch nur mein Auge blickt, Da seh' ich Ordnung, die entzückt, Im Großen und im Klei. nen. Ich seh', und ganz erstaunt bin ich, Wie der Geschöpfe Heere sich zu einem Ziel vereinen. 3. Nein, wahrlich! nicht von ohngefähr Entstanden Himmel, Erd' und Meer; So konnte nichts entstehen. Nur du, Gott, schufest die Natur, Dir danket jede Kreatur Ihr Dasein und Bestehen. 4. Du bists, der die geschaffne Welt In ihrer Ordnung noch er hålt, Mit Weisheit sie regieret. Du bist es, der nach seinem Rath Auch uns auf unsers Lebens Pfad Mit weiser Gnade führet. 5. D wohl mir, Hóchster, daß du bist, Und alle Welt dein Werk nur ist! Nun ist gewiß mein Leben Nicht eines blinden Zufalls Spiel: Ich darf nach meiner Wünsche Ziel Nun nicht vergebens streben. 6. Mein Sehnen nach Zufrieden heit, Mein Durst nach ew'ger Ses ligkeit Wird sicher nun gestillet; Wenn nur zu dir mein Geist sich hålt, Und nicht die schnöde Lust der Welt Hier mein Gemüth erfüllet. 7. Drum soll es stets mir Freu de sein, Dir, Gott, mein ganzes Herz zu weihn, Zur Ehre dir zu leben. Du wirst mir dann in jeder Noth Hier reichen Trost und, kommt mein Tod, Des Himmels Wonne geben. Der Herr ist groß! Sein Nam' ist groß! Er ist unendlich, grenzenlos, In seinem ganzen Wesen. 2. Er ändert sich nicht mit der Zeit, Nie größer oder kleiner Wird seines Wesens Herrlichkeit; Nur er war stets, sonst keiner. Wir Menschen sind von gestern her, Eh' noch die Erde war, war er, Noch eher, als die Himmel. 3. Des Höchsten Thron ums strahlt ein Licht, Das ihn vor uns verhüllet. Ihn fassen alle Himmel nicht, Ihn, der sie all' erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, Verborgen, und auch offenbar In seiner Werke Wundern! 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft Uns nicht gebildet hätte?. Er kennet uns, und was er schafft, Der Wesen ganze Kette! Bei ihm ist Weisheit und Verstand, Und er umspannt mit seiner Hand Die Erde sammt dem Himmel. 5. Ist er nicht nah? Ist er nicht fern? Weiß er nicht Aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn Ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsters niß Was ihr beginnt, er siehts ges wiß; Er sieht es schon von ferne. 6. Wer schützt den Weltbau oh ne dich, O Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich Dein Fittig über alle. Du bist voll Freundlichkeit und Huld, Barm herzig, gnädig, voll Geduld, Ein Vater, ein Verschoner. Mel. Sei Lob und Ehr' dem ze. 7. Unsträflich bist du, heilig, 4. Der Herr it Gott, und kei- gut und reiner als die Sonne! ner mehr. Frohleckt ihm alle From men! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, So herrlich, so vollkommen? Wohl dem, der deinen Willen thut, Denn du vergiltst mit Wonne! Du haft Unsterblichkeit allein, Bift fc und Eigenschaften: tig, wirst es ewig sein, Hast Freu, den, Gott, die Fülle. 8. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgefang, Ihr, alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr. Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er, So herrlich, so vollkommen! 3 dachtest mein, eh' mich Die Mutter noch gebahr, Ja sahst mich, eh' der Grund Der Welt geleget war. 6. Du wogst mein Glück mir ab, Und Leiden, die mich üben, Und meiner Tage Zahl War in dein Buch geschrieben. Du bist der Frommen Schus; Du bist der Mús den Ruh, Ein Gott, der gern vers. zeiht. Wie gnädig, Gott, bist du! 7. Wem sollt' ich sonst vertraun, Als dir, du Gott der Götter? Wen ehren, als nur dich, Mein Schutz und mein Erretter? Wie sanft ist dein Befehl: Gib mir dein Herz, mein Sohn, Und wandle meinen Weg; Ich bin dein Schild und Lohn! Mel. Nun danket alle Gott,: c. 5. Durch dich, o großer Gott, Durch dich bin ich vorhanden. Die Himmel und ihr Heer Sind durch dein Wort entstanden. Denn wenn du sprichst, geschiehts; Wenn du gebeutst, stehts da. Mit Allmacht bist du mir Und auch mit Güte nah. 8. Herr, dein Gebot ist Heil, Dein Weg ist Fried' und Leben. Wie könnt' ich einem Gott Der Liebe widerstreben? Mag auch des Lasters Freund Im Glücke stolz hier blühn; Mich soll er dennoch nicht In seine Nehe ziehn. 2. Du bist der Gott der Kraft, Dich preifen Erd' und Meere, Und Himmel predigen Die Wunder dei ner Ehre. Dich bet' ich dankend an! Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Menschen Flehn, Und du errettest gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, O Gott, gewürdigt werde, Was frag' ich außer dir Nach Himmel und nach Erde? Veralten doch vor dir Selbst Himmel, wie ein Kleid. Du bleibst unwandelbar, Gott, meine Seligkeit. 4. Wenn ich die Himmel seh', Die du, Herr, ausgebreitet, Der Sonne Majestát, Den Mond, den du bereitet; So sprech' ich: was ist doch Der Mensch, daß du sein denkit, Und daß du täglich uns Unzählig Gutes schenkst. 5. Als Schaafe läß'st du uns Auf grünen Auen weiden, Nährst uns mit Speis' und Trank, Und Mel. D Gott, du frommer ic. füllst das Herz mit Freuden. Du 6. Anbetungswürd'ger Gore Mit 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, Will ich mein Herz bewahren. Was hier verborgen blieb, wirst du einst offenbaren. Wenn eine böse Lust mir allzureizend ist, Dann will ich denken, Gott, Daß du mein Richter bist. 10. Sollt' ich der Menschen Ruhm Stolz zu erringen trachten? Nein, Herr, wenn du mich ehrst, Mag mich die Welt verachten. Du bist es, dem zum Dienst Ich Leib und Seele weih'; Gib, daß mein Wandel stets Voll deines Ruhmes fei. Von Gottes Wesen Ehrfurcht stets zu nennen! Du du selbst zuvor Uns offenbaren bist unendlich mehr, Als wir be greifen können. flöße meinem Geist Die tiefste Demuth ein, Und laß mich stets vor dir Boll Ehrer bietung sein! 2. Du riefst dem, das nicht war, Um Lust und Seligkeiten Aufß mannigfaltigste Um dich her aus, zubreiten. Die Liebe bist du selbst; Verstand und Rath sind dein, Und du gebrauchst sie gern, 3u fegnen, zu erfreun. 3. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig: Werde! Ent stand dein großes Werk, Der Himmel und die Erde. Mit deinem Fräft'gen Wort Trågst du die ganze Welt, Und deine Macht vollführt, Was uns unmöglich fällt. 4. Du Herrscher deiner Welt, Und aller Dinge Meister, Du bist der höchste Geift, Der Vater aller Geister. Dich ehrt kein äußrer Mel. Liebster Jesu wir sind zc. Dienst, Nicht Lippenlos allein. 7. Gott, du bist von Ewigkeit! Im Geist und Wahrheit willst Du angebetet sein. Deine Majestät und Größe Mehrt und mindert keine Zeit; Gib, daß ich das nie vergesse, Nie auf Kres aturen baue, Sondern dir allein vertraue. 5. Du bist der Herren Herr; Der Erde Majestäten Sind, Hóch ster, vor dir Staub; Auch Geister kannst du tódten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, Deß Hoheit muß bestehn. 6. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im Fleisch dich sehen? Kein sterblich Auge reicht Bis zu des Lichtes Höhen, Von welchen du mit Huld Auf deine Schöpfung blickft, Und alles, was da lebt, Erfreuest und beglückst. 7. Was wir, Unendlicher, Von deinem Wesen wissen, Das hast müssen. Die Schöpfung zeugt von dir; Und deines Sohnes Mund Macht uns noch deutlicher, Gott, deinen Namen kund. 8. Doch hier erkennen wir Dich nur sehr unvollkommen; Wird aber dermateinst Der Vorhang weggenommen, Der dich, Unend. licher, Noch unserm Blick verschließt, Dann sehn wir heller ein, Wie herrlich, Gott, du bist. 9. Indeß sei auch schon jetzt Dein Ruhm von uns befungen. Ver schmähe nicht ein Lob Von lallend schwachen Zungen. Dort soll, wenn wir dereinst Vor dir verherrlicht stehn, Ein weit vollkommner Lied Dich, großer Gott, erhöhn. Von der Ewigkeit und Uns veranderlichkeit Gottes. 2. Ewig und unwandelbar Ist dein grenzenloses Wissen; Was dir einmal Wahrheit war, Wirds auch ewig bleiben müssen. Niemals kann dein Ausspruch fehlen. Laß mich ihn zur Richtschnur wählen. 3. Du bist nicht, wie Menschen sind, Daß dich etwas reuen sollte; Bleibest immer gleich gefinnt, lind was je dein Rathschluß wollte, Weiß dein mächtiges Regieren Herrlich auch hinauszuführen. 4. Sünden bist du ewig feind; und Eigenschaften. Behe denen, die sie lieben! Ewig bleibst du derer Freund, Die, was recht und gut ist, üben. Lehre mich in allen Dingen Deinen Willen treu vollbringen. 5. Stets ist Wohlthun deine Lust, Ewig währet deine Liebe: Wohl mir! wenn ich auch mit Luft Met. Sei Lob und Ehr' dem zc. Mich in guten Werken übe! Dann, 9. Unendlicher, den keine Zeit o Herr, wirds meiner Seelen Nie. an wahrer Freude fehlen. 6. Deine Worte trügen nicht, Du, du bist der ewig Treue, Der das hält, was er verspricht, Gib, daß ich mich dessen freue, Und mich, bis ich einst erkalte, Fest an deis ne Wahrheit halte. 7. Mag doch dann die Welt vers gehn! Mag mich alles doch verlass sen! Du, du bleibst mir ewig stehn. Deine Huld wird mich umfaffen, Wenn ich einst von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude. Mel. Gott sei Dank in aller zc. 8. ET -wiger, wie selig ist, Wer dich kennet! denn du bist Groß und gut, unwandelbar, Unsre 3u flucht immerdar. 2. Wenn ich auf zum Himmet schau, Welch ein wundervoller Bau! Doch besteht er nur durch dich, Und verändert täglich sich. 3. Du nur bleibest, wie du bist; Was durch dich geschaffen ist, Stand in deiner Wahl allein; Aber du, du mußteft sein. 4. Nimmer wirst du ganz er Fannt. Wo ist irgend ein Verstand, Der au, deinem Licht sich nahn, Deine Jahrzahl forschen kann? Du allein, du Herr der Zeit, Haft und gibst Unsterblichkeit. 6. Wem die Weltlust wohlges fällt, Weh ihm! es vergeht die Welt. Aber wer sich deiner freut, Bleibt, wie du, in Ewigkeit. 5. Unsre Zeit, der kurze Raum, Blicht dahin; wir merken's Faum. Umschließt mit ihren Schranken. Beim Denken deiner Ewigkeit Vers gehn mir die Gedanken. Mein ganzer Geist sinnt drüber nach, Er sinnt und forscht, und ist zu schwach Dein ew'ges Sein zu fassen. 2. Noch ward von keiner Sona ne Licht Durch unsre Welt verbreis tet; Die Himmel jauchzten dir nech nicht, Durch deine Macht bereitet; Noch war kein Land, noch floß kein Meer An hoher Berge Gründen her: Du aber warst schon ewig. 3. Längst steher deine Welt schon da, Bon dir bisher erhalten, Willst du, so ist ihr Ende nah, So eilt sie zu veralten. Schon jetzt sind ihrer Jahre viel, Und schnell erreicht sie dann das Ziel, Das ihr dein Rath bestimmte. 4. Die Zeit ist, Herr, wie Nichts vor dir, Vom Anfang bis zum Ende. Nur Augenblicke les ben wir, Wir Werke deiner Hände. Nie nehmen deine Jahre zu. In alle Ewigkeit wirst du Derselbe sein und bleiben. 5. Ja, du bist ewig, stirbest nie, Bleibst ewig meiner Seele Der Fels, den sterbend ich für sie Sur sichern Zuflucht wähle. Denn Deine Gnad' und Wahrheit ist So emig, als du selber bist. Wohl mir, daß ich dir troue! Von Gottes Wesen 6 6. Mein Leib ist fterblich, nicht mein Geist; Den will ich dir vers trauen. Dein Wort, das Wahrheit ist, verheißt: Er soll dein Antlit schauen. Auch ruht mein Leib nur kurze Zeit; Am Erndtetag der Ewigkeit Wirst du ihn auferwecken. 7. D wohl mir, wenn ich nur allhier Nach ew'gen Gütern strebe, Und dir, o Ewiger, nur dir Zum Wohlgefallen lebe! Dann hab' ich auch an deinem Heil mit allen Frommen ewig Theil, Und jauchze dir auf immer. 8. Olehre mich hier in der Zeit, Die du mir noch wirst, schenken, Der seligen Unsterblichkeit mit ale lem Ernst gedenken. Sie sei mein Trost, mein höchstes Gut, Sie Von der Allmacht Gottes. Mel Mach's mit mir, Gott: c. stärke mich mit Kraft und Much, 11. Herr, deine Allmacht reicht Gerecht vor dir zu leben! so weit, Als nur dein Wollen reis chet. Nichts ist, das deiner Herrs lichkeit Und deinen Thaten gleichet. Es ist kein Ding so groß und schwer, Das dir zu thun nicht möglich wär. 2. Du spricht, und auf dein macht'ges Wort Fällt alles dir zu Füßen. Du führest deinen Ans schlag fort Bei allen Hindernissen. Du winkst, so stehet plößlich da, Was kurz zuvor kein Auge sah. 3. Du hast dein großes Schip. fungswerk Allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein Augenmerk, Und wird durch dich regieret. Noch immerfort besteht die Welt, Weil deine Allmacht sie erhält. 4. Die Größe deiner Thaten zeigt, Daß, Schöpfer, dein Vermögen Weit über alle Kräfte steigt, Die die Natur bewegen. Du bleibt Melodie des Sten Pfalms, oder: Der Tag ist hin, mein Jesu zc. von dir verwandelt werden; Da bleibest, wie du bist; denn welche Zeit Ulmgrenzet wol, Herr, die Unendlichkeit? 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte: Du schützest sie mit deiner starken Rechte. Dut läß'st ihr Herz sich ewig deiner freun Und bleibst ihr Gott; denn sie sind ewig dein. 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden. Vom Tode selbst werd' ich nicht überwunden. Kein Tod, kein G trennt mich, o Gott, von dir. Mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir. 10. Herr Gott, du bist die Zuflucht aller Zeiten; Denn du bist Gott in allen Ewigkeiten. Du warst es schon, eh' Erd' und Himmel ward, Eh' noch dein Arm sich uns geoffenbart. 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub ist vor dir der Heil'ge, wie der Sün. der. Wie schnell entflieht das Leben doch von mir! Du, Höchster, du nur bleibest für und für. 3. Du hast vorhin die Erde zu. bereitet, Dein Arm hat alle Him. mel ausgebreitet. Doch sie vergehn, veralten, wie ein Kleid; Du aber bleibst in alle Ewigkeit. 4. Es werden noch die Himmel und die Erden, Wie ein Gewand, und Eigenschaften. thr Herr, in deiner Hand Bleibt alles, was durch dich entstand. 5. Was für ein Wunder deiner Macht Wird unser Aug' einst sehen, Wenn nach der langen Grabes, nacht, Die Todten auferstehen; Wenn unsern Staub du neu belebst, Und zur Unsterblichkeit erhebst. 6. Allmächtiger, erstaunt fall' ich Vor deinem Throne nieder, Mein blöder Geist verlieret sich Und lallt nur schwache Lieder; Bewundert dich und deine Kraft, Die Todten neues Leben schafft. 7. D schenke mir die Zuver sicht, Die deiner Macht vertrauet; Der Macht, die Hülf' und Troft verspricht, Wenn man auf dich nur Sauet; Auf dich und deines Airs mes Kraft, Die alles kann und alles schafft. 7 vergehn. Er spricht und ruft den Winden; Schnell wird sein Him. met schön. 3. Wer, wer gebeut den Wel len: Hieher! nicht weiter! legt euch hie! Er legt in Felsen Quels ten, Sie riefeln und versiegen nie. Er füllet Wüsteneien Mit seinen Wundern an, Heißt Thiere da sich freuen, Wo Niemand wohnen kann. Wer kann die Sterne fühs ren? Wer kann, als er allein, Der Dinge Lauf regieren? Ver derben und erneu'n? 2. Er will, und Sonnen flammen; Auch drångt das Wasser, wenn er spricht, In Wolken sich zusammen, Und ihre Schläuche reißen nicht. Er ruft den Ungewits tern; Das Meer wird ungestum; Des Himmels Säulen zittern; Die Erde bebt vor ihm. Er will, und Blise günden Gedirg' an, fie 4. Herr, dein ist alle Stärke, Und alle Hülfe, Gott, ist dein. Das preifen deine, Werke, Die deiner Kraft allein sich freun. Wir auch erfreun uns ihrer, Ihr Lob sei unsre Pflicht! O Vater, o Res gierer, Wen hält, wen schützt sie nicht? Du lebst, du wirkst in allen: Dir, dir vertrauen wir! Erhalter, wer kann fallen, Ge. tragen, Herr, von dir? Mel. Nun lob', mein' Seel': c. 12. Kommt, kommt, den Herrn au preisen, Der greß von Kath ist, groß von That; Den Gütigen, den Weifen, Der keinen feines Gleis chen hat. Der Herr thut große Werke; Wer hindert seine Kraft? Von der Allwissenheit und Allgegenwart Gottes. Mel. Gott, du frommer 2c. Wer feines Armes Stärte, Die 13. Herr, du erforschest mich, alles Gute schafft? Er dehnet, gleich Bezelten, Die weiten Him mel aus: Er spricht, so gehen Welten Aus ihrem Nichts heraus. Dir bin ich unverborgen; Du kennst mein ganzes Thun Und alle meine Sorgen; Was meine Seele denkt, War dir bereits bekannt, Eh' der Gedanke noch In meiner Seel' entstand, 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, Das du, o Herr, nicht wiss seit; Du schaffett, was ich thu', Du ordnest, du beschließeft, Was mir begegnen soll. Erstaunt seh' ich auf dich: Wie groß ist dein Vere ftand! Wie wunderbar für mich. Von Gottes Wesen 8 3. Wohin, wohin soll ich Vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt' ich jemals wol Mich deinem Aug' entziehen? Führ' ich gen Himmel auf, So bist du, Höchster, da. Führ ich zur Tief hinab, Auch hier bist du mir nah. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. 4. Nähm' ich auch, schnell zu fliehn, Die Fittige vom Morgen; 14. Nie bist du, Höchster, Selbst an dem fernsten Meer Blieb' ich dir nicht verborgen, Und blieb' ich hier auch gleich Den Menschen unbekannt, Gott, so umschlöffe mich Doch deiner All, macht Hand. 5. Sprách' ich zur Finsterniß: Sei um mich, mich zu decken! Se sucht' ich doch umsonst Vor dir mich zu verstecken. Denn auch die Finsternis Ift vor dir helles Licht; Die Nacht glänzt wie der Tag Vor deinem Angesicht. 6. Im Mutterleibe schon War ich von dir umgeben, Bon dir ges bildet, Gott, Von dir geführt ins Leben. Ich danke dir, daß du Mich wunderbar gemacht, Und meiner, eh' ich war, So väterlich gedacht. 7. Du kanntest mein Gebein, Eh' ich ans Licht gekommen, Da ich im Dunkeln erst Die Bildung angenommen. Dein Auge sah mich schon, Eh' ich bereitet war, Und meiner Tage Lauf War dir schon offenbar. 8. Was für Erkenntniffe, Für Föstliche Gedanken! Unzählbar sind fie nir: Denn sie sind ohne, Schranken. Mit Ehrfurcht will Ich sters Auf dich, mein Schöpfer, fehn, Dir folgen, und dein Lob, So gut ich kann, erhöhn.. 9. Erforsche mich, mein Gott, Und prüfe, wie ich's meine: Ob ich der wirklich bin, Der ich zu sein mir scheine, Sieh, ob mein Fuß vielleicht Sich einem Irrweg naht, Und halte mich zurück Auf ebnem sichern Pfad. von uns fern, Du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, Bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich; Denn deine Rechte schüßet mich. 2. Was ich gedenke, weißest du; Du prüfest meine Seele. Dit siehst es, wenn ich Gutes thu'; Du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug entfliehn, lind nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Wenn ich in stiller Einsame keit Mein Herz an dich ergebe, Und über deine Huld erfreut, Lob. singend dich erhebe; So merkst du drauf, und steht mir bei, Daß ich dir immer treuer ſei. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath Verkehrte Wege wählet, Und bleibt auch eine böse That Vor aller Welt verhehlet, So weißt du sie und strafest mich zu meiner Beßrung vátrlich. 5. Du hörest meinen Seufzern zu, Daß Hülfe mir erscheine. Voll Mitleid, Bater, zählest du Die Thránen, die ich weine. Du siehst und wågest meinen Schmerz, Und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück, Allgegenwärtiger, Dies tief in meine Seele, Daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, Mein und Eigenschaften. Herz zur Zuflucht wähle, Daß ich dein heilig Auge scheu', Und dir au dienen eifrig sei. 7. Laß überall gewissenhaft Nach deinem Wort mich handeln, Und stärke mich dann auch mit Kraft, Vor dir getrost zu wandeln. Herr, du bist um mich, o verleih', Daß dies mir Trost und Warnung sei. 9 nen, Und bist immer nahe mir, Zähleft alle meine Thránen. Du erscheinst, und meine Leiden Flies hen, oder werden Freuden. 6. lleberall vertrau' ich dir, Denn du kennst mein innres Seh. 7. Uleberall umgiebst du mich, Der du mächtig mich beschüßest, Und, wo Niemand ohne dich Hels fen kann, mich unterstützest, Daß ich kämpfen könn' und ringen, Und zu deinem Himmel dringen. Mel. Liebster Jesu, wir sind: c. Mel. Nun lob' mein' Seer zc. 15. Gott, du kennst von Ewigs keit Die Bewohner deiner Erde, 16. Der Herr ist in den Hö Siehst, ob ich der Prüfung Zeit Dir aum Preise nützen werde; Meine Thaten, meine Sorgen Sind, o Herr, dir nie verborgen. 2. Deine Gegenwart erfüllt Je de Tief und jede Höhe. Selbst die Finsterniß verhüllt Nie vor dir, was ich nicht sehe. Keine Geister, keine Seelen Können dir ihr Thun verhehlen. hen; Auch in den Tiefen ist der Herr! Wo Menschen zu ihm fles hen; Wo ihn die Engel schaun, ist er! Ist, wo ich in Gedanken Mich denken mag, mir nah; Ist frei von allen Schranken, In jedem Raume da! Umfaßt mit seinen Händen Die Welten und um spannt An allen ihren Enden, Was je durch ihn entstand. 3. Alles überschauest du, Du bemerkst, worauf ich sinne; Was ich wünsche, was ich thu', Was Ich thun will und beginne; Wo ich bin, an allen Enden Bin ich, Gott, in deinen Händen. 4. Ach umsonst: verberget mich! Sprách ich zu den Finsterniffen: Gegenwärtig fühl ich dich Uleber all, auch im Gewissen; Und vor Dieses Zeugen Schrecken Kann auch Feine Kluft mich decken. 5. Hören will ich deinen Ruf, Nicht verkehrte Wege gehen. Du, der Ohr und Auge schuf, Würdest meine Thorheit sehen. Alles führst du im Gerichte Aus der Finster niß zum Lichte. 2. Er zündet jede Sonne, Flammt jedes Sternes Fackel an; Strömt Leben, Luft und Wonne, Durch alles, was empfinden kann! Der Erdgewürme Heere; Was in den Lüften schwebt; Sich regt im tiefen Meere; Und wer im Hims met lebt; Shr alle feine Werke, Empfindet Tag und Nacht, Die Nähe seiner Stárke, Die Güte seiner Macht. 3. Von seiner Allmacht Throne Vertheilt er weislich Lust und Schmer;; Giebt Fürsten ihre Stro ne, Und lenkt, wie Wafferbách' ihr Herz! Es müssen seinen Willen Selbst Volksverderber thun; Was er beschließt, erfüllen, Bald brau sen und bald ruhn, Bald Länder kühn erschüttern, Bald furchtbar Von Gottes Wesen 10 nur durch ihn, Wie Laub im Walde zittern, Und, will er, muthloß fliehn! 4. Allgegenwärtig schauet Sein allumfassend Aug" umher; Und wer ihm nur vertrauet, Den dekket, den versorget er; hört das Geschrei des Raben, hat für die ganze Welt, Hat für den Wurm selbst Gaben, Und Schmuck für That und Feld. Fehlt dem für euch zu sorgen, Verzagte, Rath und Macht? Der, scheint er auch verborgen, Euch nah ist, euch bewacht? 5. Wie könnt ihr denn, Verbrecher, Dem, der so nah euch ist, entgehn; Konnt wahnen: Er, der Racher, Werd' euer finstres Werk nicht fehn? Eh' noch Gedanken werden, Von ferne sieht er sie, Und alle Nacht auf Erden Verhüls Ien euch ihm nie. Glaubt nicht, daß er's nicht wiffe; Mit seinem Schrecken füllt Er selbst die Fins sterniffe, Worin ihr euch verhüllt. 6. Er wird, er wird euch fin den; Denn in den Höhen herrscht der Herr; Herrscht in den tiefen Schlünden, An allen Enden herrschet er. Hat überall auch Waffen Und Plagen mancher Art, Den Frevler zu bestrafen, Für sein Gericht bewahrt. Und plóglich stür zen Flammen, Wenn ihr, Betrogs ne, glaubt, Er schlummre tief, zusammen Herab auf euer Haupt. 7. So schnell die Luft sich ró. thet, Wenn sie des Blikes Flug durch fleugt, Trifft seine Rach' und tödtet, Wenn des Vertreters Bits te schweigt. Sprich, Sünder: Mir sur Rechten, Bar Linken hier ist Gott; Am Tag, in allen Nächten, Und wo ich bin, ist Gott! Sprich: wo ich sit' und gehe Und liege, hier ist Gott! Im Thal und in der Höhe, Und überall ist Gott! 8. Er ist auch nahe denen, Die willig üben sein Gebot, Hört sie, zählt ihre Thränen, Hilft, und vers scheucht, was ihnen droht. Sprich Frommer: Mir zur Rechten, Zur Linken hier ist Gott! In meines Kummers Nächten, Und wo ich seufz', ist Gott! Wo keinen Freund ich habe, Wo Niemand hilft, ift Gott! Im Todeskampf, im Gras be, Und überall ist Gott! mel. Ver deinen Thron tret' 26. 17. Gott, der alles sieht und weiß, Anbetung sei dir, Dank und Preis! Daß du, dem nichts verborgen ist, Mein Vater, Freund und Führer bist. 2. Mein Herz gedenke stets an dich, Und sag' es sich: Gott fen net mich, Sieht, ob ich wandle, oder ruh', Sieht, was ich auch im Finstern thu'. 3. Gib Stårke, so zu wandeln, mir, Als ging ich ins Gericht vor dir: So tauschen mich Berführer nicht, So scheu' ich nie der Wahrs heit Licht. 4. Dein Beifall ist mir dann gewiß; luch in der größten Fins sterniß Erheitert der Gedanke mich: Gott kennet und versorget dich. 5. Selbst in der finstern Tos desnacht Erschreck' ich nicht; dein Auge wacht. Auch dann frohs lock' ich über dich: Ich bin des Herrn, er kennet mich. tind Eigenschaften. Von der Weisheit Gottes. Miel. Wer nur den licben Gott: c. 18. Schöpfer, jedes deiner Werke Macht deiner Größe Ruhm bekannt, Verherrlicht deine Macht und Stärke, Verkündigt Weisheit und Verstand. Denn alles ist nach freier Wahl Bestimmt nach Maaß, Gewicht und Zahl. 2. Dein kleinstes Werk ist, wie das größte, Voll Ordnung, Herr lichkeit und Pracht; Ift, denn du wählest nur das Beste, Ein Spie. gel deiner weisen Macht. Wie mannichfaltig ist, wie gut, Wie schön, was deine Weisheit thut. 3. Was du nach weisem Rath erschufest, Regierst du auch nach weisem Rath. Was kommen soll, kommt, wenn du's rufest, Wie es dein Wink geordnet hat. Wem Weisheit und Verstand gebricht, Empfängt von dir Verstand und Licht. 4. Alweifer Bater, meine Seele Kennt ohne dich, was gut ist nicht; Damit sie stets das Beste wähle, Gewähr ihr Neigung, Kraft und Licht. O leite mich durch Welt und Zeit Einst hin zu deiner Herr lichkeit. Mel. Aus meines Herzens Gr.: c. 19. Ich tobe dich und preife Dich, o mein Gott, allein. Wer ist, wie du, so weise? Verstand und Rath find dein. Erwecke mei nen Geist, In allen deinen Wer ken Die Weisheit zu bemerken, Die auch das Kleinste preist. 2. Wohin mein Auge blicket, Seh' ich, wie deine Hand Berbin det, ordnet, schmücket, Was erst durch sie entstand. Sie tråget, fie erhält, 3u segnen, zu ergößen, Nach herrlichen Gesetzen, Den weiten Bau der Welt. 3. Du hingst in lichten Fernen Hoch über uns hinauf Die Sonne mit den Sternen, lins zu erleuch. ten, auf. Da hangen sie an Nichts, In unermeßne Weiten Ihr Wohls thun zu verbreiten; Ein Schatten deines Lichts. 4. Wer hålt im Gleichgewichte So großer Körper Last? schwimmt die Welt im Lichte, Das du geschaffen haft! Wer weist die rechte Bahn Den macht'gen Hims melsheeren, Zum Wohl, nicht zum Serstören, In sich'rer Ordnung an? 5. Wer rief, uns zu umgeben, Der Luft, die alles trägt? Durch sie hat alles Leben, Und alles wird bewegt. Da sammein Dünste fich Und werden Thau und Regen, Und Fruchtbarkeit und Segen Für Pflanzen, Thier und mich. 6. Wer hat sie so bereitet, Daß sie den Blik gebiert, Daß sie den Wind verbreitet, Den Schall zum Ohre führt; Den leichten Vogel hebt, Den schnellen Fisch zum Schwimmen, Und unsers Mun des Stimmen zu deinem Ruhm belebt? 7. Wer hob, o Gott, die Erde, Aus deinem Meer heraus, Theilt, daß sie fruchtbar werde, So gleich die Wasser aus! Wer sammelt fie; wer bricht Die Fluffe, wenn sie schwellen; Spricht zu der Meere Wellen: Bis hieher, weiter nicht! 8. Wer hat den Wald gepflans set? Wer ruft das Gras herauf? 2 Von Gottes Wesent 12 Glebt Korn und Most, und schan. zet Gebirg' an Thäter auf? Wer schmückt sie überall? Wer gråbt dem Feuer Schlünde, Legt in der Tiefen Gründe Den Marmor, das Metall? 9. Herr, deine Weisheit schmü cet, Verbindet und erhält, Nährt, fegnet, schüßt, beglücket Die le bensvolle Welt. Sie rühme mein Gefang! Ich finge dir und preife Dich Gott, denn du bist weife; Dir weih' ich Lob und Dank. 5. Und von Sünden zu erlösen, Gabst du deinen Sohn dahin. O so reinige vom Bösen Durch ihn un fern ganzen Sinn. Gieb uns, wie du selbst verheißt, Gieb uns deinen guten Geist, Daß er unfern Geist regiere Und zu allem Guten führe. Von der Heiligkeit Gottes. 6. Keiner fündlichen Begierde. Bleibe unser Herz geweiht; Unfers Wandels größte Bierde Sei rechtschaffne Heiligkeit. Mach' und Mel. Freu dich sehr o meine zc. 20. Gott, vor dessen Ange, deinem Bilde gleich! Denn zu deinem Himmelreich Wirst du, Herr, nur die erheben, Die im Glauben heilig leben. sichte Nur ein reiner Wandel gilt, Ew'ges Licht, aus dessen Lidste Stets die reinste Wahrheit quillt! Deines Namens Heiligkeit Werde stets von uns gescheut; Laß fie uns doch kräftig dringen, Nach der Heiligung zu ringen. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen Und kein Böses ist an dir; Ewig bist du so gewesen, Und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, Ist unsträflich, recht und gut, Und mit deines Armes Stärke Wirkst du stets vollkommne Werke. 3. Herr, du willst, daß deine Kinder Deinem Bilde ähnlich sein. Nie besteht vor dir der Sünder; Denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der Frommen Freund, Ulebelthätern bist du feind; Wer beharrt in seinen Sünden, Kann vor dir nicht Gnade finden. Schaff in uns stets reine Herzen! Todt' in uns der Sünden Macht; Denn, was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir Sind verderbt, und wer kann zählen, Großer Gott, wie oft wir fehlen? 4. O so laß uns nicht verscher zen, Was dein Rath uns zugedacht. Von der Gerechtigkeit Gottes. Met. Wenn mein Stündlein ic. 21. Gerechter Gott, vor dein Gericht, Muß alle Welt sich stellen, Du wirst in ihrem Angesicht Auch mir mein Urcheil fällen. O laß mich jede Sünde scheun, Und hier mit Ernst befliffen sein, Vor dir einst zu bestehen. 2. Du siehst von deinem hohen Thron Auf alle Menschenkinder, Bestimmest jedem feinen Lohn, Dem Frommen und dem Sünder. Nię siehst du die Personen an; Auf das allein, was wir gethan, Siehst du, gerechter Richter. 3. Viel Gutes und Barmher. zigkeit Giebst du schon hier den Frommen. Du schüßest sie vor manchem Leid, Darin die Sünder kommen. So zeigest du vor aller und Eigenschaften. Welt, Daß dir der Eifer wohlge fällt, Den man der Tugend widmet. 4. Ja, Herr, du liebst, was recht und gut; Du bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Wil len freudig thut, Wird von dir aufgenommen: Sein Werk und Dienst gefällt dir wohl, Jt er gleich nicht, so wie er soll, Ganz Heilig, ganz vollkommen. 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, Dem frevelnden Vers brecher, Der dein Gesetz und Recht entweiht, Bist du ein strenger Rå, cher. Verachtung, Elend, Schmerz und Hohn, Gewissensmarter sind sein Lohn Oft schon in diesem Leben. 6. Und bleibt auch hier viel un. gestraft, Viel Gutes unbelohnet, So kommt ein Tag der Rechenschaft, Der keines Sünders schonet, Da stellest du ins helle Licht, Wie recht und billig dein Gericht; Dann triumphirt der Fromme. 7. Gerechter Gott, laß mich, wie du, Das Gute eifrig lieben. Gieb selber mir die Kraft dazu, Es willig auszuüben. Regt sich die Sünde noch in mir, So stärke mich die Furcht vor dir, Daß ich sie überwinde.. 8. Und weil vor dir, gerechter Gott, Nur die allein bestehen, Die glaubig auf des Mittlers Tod Bei ihrer Neue sehen: So laß mich die Gerechtigkeit, Die mich von aller Schuld befreit, Im Glauben eifrig suchen. 13 Daß Niemand sie verleße. Dein Wort und unser Wohl erklärt Uns deiner Rechte hohen Werth. Sei, Herr, dafür gepriesen. 2. Was du befiehlst, machst du auch leicht Durch Antrieb, durch Vermögen. Wer nicht von deinem Rechte weicht, Den Front auch Glück und Segen. Wir preifen dich, daß du verdammst, Was bo se ist; und uns entflammst, Was unrecht ist, zu haffen. 3. Was lobenswürdig ist und nützt, Gebeutst du deinen Knechten; Und deine Huld belohnt und schützt Die Thaten der Gerechten, Ein Segen, den kein Sünder hat, Entsprießt durch dich aus ihrer That: Die Ruhe des Gewissens. 4. Die Frommen werden im merdar In deinem Schatten grünen: Und kommen sie auch in Gefahr, So bleibst du doch bei ihnen. Du hilfst; und ernten sie nicht gleich, Wie fruchtbar werden dann, wie reich, Die spätern Ernten werden! 5. Du, Herr, bist ihre Zuvers sicht; Du wirst gerecht vergelten; Und dann entgehet ihnen nicht Dein Lohn in bessern Welten. In deinem Lichte, wo du wohnst, Ents deckst du künftig und belohnst Mit Wonne ihre Thaten. und giebst Uns heilige Geseke, Und willst, weil du, was gut ist, liebst, 6. Oft prangt der Sünder, wie ein Baum Voll frischer grüner Blátter, Beschattet einen weiten Raum Und trotzt dem fernen Wets ter; Doch plötzlich braust der Sturm daher, Zerbricht den stols zen Baum, und er Behält nicht Met. Nun freut euch lieben 2c. 22. Du bist, o Gott, gerecht Stamm noch Wurzel. 7. Im Frieden scheinet er viel leicht Und weit geehrt zu sterben. 2* Von Gottes Wesen 14 Weh' aber ihm! denn bald erreicht Ihn Elend und Berderben. Dein heiliges Gericht erfüllt, Was du gedroht hast, und vergilt Ihm nun nach seinen Sünden. 8. Wie sollt' ich darum Unrecht thun, Weil der Verbrecher Strafen Hier oft, wie ferne Stürme ruhn, Hier nicht ihr Haupt schon trafen! Du bleibest immerfort gerecht; Daran erinn're deinen Knecht, Daß ich dich immer fürchte. 9. Herr, diese Furcht ergreife mich, wenn mich die Sünde locket, Eh' meine Seele sorglos sich Vers schlimmert und verstocket. Der Tugend Lohn und Ruhm vor dir Erhalte Trieb und Kraft in mir, Dir fröhlich zu gehorchen. 5. O zieh mich über Welt und Zeit Zu dir, o Herr der Herrlich. keit Durch deine große Liebe. Auf dich laß mich in allem sehn, Für jedes Gute dich erhöhn. Belebe meine Triebe, O mein Vater, Dir in Allem zu gefallen, dir zu leben, Von der Güte Gottes. Mel. Wie schön leucht't uns 2c. 23. Gott, deffen starke Hand Sei mein einziges Bestreben. die Welt Erschaffen hat und noch erhält, Ich sehe deine Güte. Ich Feuer, wie der Wasser Grund, Macht deine große Liebe fund. mit fröhlichem Gemüthe Will ich Täglich Darauf achten, und bes trachten deine Werke, Rühmen deine Huld und Stärke. 4. Dein Erdreich, Gott, das Je dermann Giebt Brod und Kleider, feh' ich an Und schmecke deine Gús te. Ich rieche, füht' und höre se Im Feld und Wald; ich sehe sie In aller Fluren Blüthe. Von dir Zeugen Alle Dinge, so geringe fie mir scheinen; Wie im Großen, so im Kleinen. Melodie des 66. Pfalmns, oder: Die Tugend wird zc. und werd' entzückt, Wohin auch nur mein Auge blickt. So 24. Wie groß ist des Almacht'. bald ich mein Gemüthe Auf dich, Schöpfer, Achtsam lenke, und dich denke, find ich Armer Dich als Vater und Erbarmer. 2. Seh' ich, so weit mein Auge reicht, Gen Himmel, so entdeck' ich leicht Die Spuren deiner Güte. Der Himmelstichter Lauf und Pracht, Sein Sternenheer, das du gemacht, Erwecket mein Gemüthe, Großer Schöpfer, Dich zu singen, dir zu bringen Ehr und Stärke. Greß find deiner Allmacht Werke! 3. In llngewitteru, Sturm und Wind, Die deines Thrones Diener find, Entdeck' ich deine Güte. Das gen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, Der mit verhärtetem Gemüthe Den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Lies be zu ermessen, Sei ewig meine größte Pflicht! Der Herr hat mein noch nie vergessen: Vergiß mein Her; auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Lange muth mich geleitet? Er, deffen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Guts genießen? und Eigenschaften. t's nicht sein Arm, der alles schaffs? 3. Blick, o mein Geist, in jenes Leben, Für welches du erschaffen bist; Wo du, mit Herrlichkeit um geben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; Durch Gottes Güte sind fie dein: Sieh, darum mußte Chris stus leiden, Damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott follt' ich nicht ehren, Und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen: ich nicht hören? Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir ins Herz geschrieben; Sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben, Und mei nen Nächsten so wie mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist fein Wille: Ich soll ganz Liebe fein, wie er, So lang' ich dies Gebot erfülle, Stell' ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, So treibt sie mich zu jeder Pflicht; Und ob ich schon aus Schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt' und Liebe mir immerdar vor Augen fein! Sie stark in mir die guten Triebe, Mein ganzes Leben dir zu weihn! Sie tróste mich in Noth und Schmerzen, Sie leite mich zur Zeit des Glücks, Und sie besieg' in meinem Herzen Die Furcht des letzten Augenblicks! 15 mir Aus Gnaden nicht verziehen! Gott, voll Erbarmung und Geduld, Auch bei der mir verborgnen Schuld Währt ewig deine Liebe. 2. Bedenk' ich, Schöpfer, deine Macht, Blick ich in jene Ferne, Und überseh des Himmels Pracht, Und Sonne, Mond und Sterne: So ber' ich dich voll Ehrfurcht an. Was ist der Mensch, ruf' ich alsdann, Daß du dich sein erbarmest. Met. Nun freut euch) lieben: c. 25. Wie viele Freuden dank, ich dir, Die du mir, Herr, verlies Fea! Lind wie viel Sünden hast du 3. Dein Ange schaut auf ihn herab, So geht er nicht verloren. nicht für die Welt, nicht für das Grab Ist er allein geboren. Die Welt vergeht mit ihrer Lust; Der du den Willen Gottes thust, Dein Glück soll ewig dauern. 4. Wenn ich erwache, denk' ich dein, Und wenn ich schlafen gehe; Denn du, mein Vater, kannst vers leihn, Was ich von dir erflehe.. Drum seufz' ich kindlich stets zu dir: Herr, was mir nüßet, schenke mir Um deiner Güte willen. Mel. Aus meines Herzens Gr. ic. 26. Groß ist des Höchsten Gü. te! Wer sie nicht achtete, Welch fühllos Herz verriethe Der Uner. kenntliche! Sie rettet uns aus Noth, Erquicket uns im Leide, Verwandelt es in Freude, Vers füßet selbst den Tod. 2. Und meine Lippen schwiegen? Ich selbst versagte mir Das himme lische Bergnügen, Gott, lobzufin. gen dir? Nein, Herr, von meinem Dank Sei jeder Morgen Zeuge, Und jeden Abend steige Zu dir mein Lobgefang. 3. Du wirst mich ferner leiten, Se unwerth ich's auch bin; Tren 20 Von Gottes Werken. Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit Majestát? Wer ruft dem Heer Lebt er und herrscher weit und breit der Sterne? Mit Weisheit, Güt' und Stärke. Singet, Bringet Frohe Lieder; fallet nieder! Gott ist herrlich; Unaussprechlich groß und selig. 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regs nen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit! Gott deine Güte reicht so weit, Als nur die Wols ken gehen. 2. Lobsinget Gott! Dank, Preis und Ruhm Sei von uns, deinem Eigenthum, Herr Jefu, dir gefun gen. Du Mittler zwischen uns und Gott, Haft, durch Gehorsam bis zum Tod, Das Leben uns errungen. Heilig, Selia, Ist die Freunde schaft und Gemeinschaft aller Frommen, Die durch dich zum Vater kommen. 3. Lobsinget Gott! Du Geist des Herrn Sei nie von unserm Geiste fern, Mit Kraft ihn aus zurüsten! Du machst uns glaubig, weise, rein, Hilfit uns getrost und siegreich sein Im Streit mit un fern Küsten. Leit uns, Stárk' uns, In der Freude, wie im Leide, Gott ergeben Und der Tugend treu zu leben. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, Dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, Bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, Mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; Bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand So wunderbar bereis tet; Der Mensch, ein Geist, den fein Verstand, Dich zu erkennen leitet; Der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, Ist sich ein täglicher Beweis Von deiner Gür und Größe. 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist, Erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, fei gepreist, Ulud alle Welt sag' Amen! Und alle Welt ehr¹ Gort den Herrn, Und hoff auf ihn und dien' ihm gern. Wer wollte Gott nicht dienen? Von der Schöpfung. Mel. Es ist das Heil uns 2c. 35. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, Die Weisheit deiner Wege, Die Liebe, die für alle wacht, Anbetend überlege: So weiß ich, von Bewundrung voll, Nicht, wie Mel. Gott sei Dank in aller: c. ich dich erheben soll, Mein Gott, 36. Himmel, Erde, Luft und mein Herr, mein Vater! Meer, Aller Welten zahllos Heer Jauchzen Gott dem Schöpfer zu. Meine Seele, sing' auch du! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, Die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prachtig ausges schmückt, Preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit 2. Wie erhebt die Sonne nicht Jeden Tag ihn durch ihr Licht! Auch der Sterne Lauf und Pracht Lobt ihn in der stillen Nacht. Schöpfung überhaupt. 3. Scht, wie er das Land be. glückt, und mit reichem Segen schmückt! Jedes Kraut und jedes Thier It ein Zeuge, Gott, von dir. 4. Seht, der Vogel fröhlich Chor Singt und jauchzt zu dir empor! Ihn verkünd'gen überall Blitze und des Donners Schall. 5. Seine starke Schópferhand Stillt das Meer und tränkt das Land. Auf sein Drohen schweigt vor ihm Jedes Sturmes Ungeftum. 6. Meine Seele freue sich! Gott, wie offenbarst du dich! Drück es tief in meinem Sinn, Was du bist, und was ich bin. Met. Es ist das Heil uns zc. 37. Wer machte dieſe schöne Welt? Das Nahe und das Ferne? Wer hat am Himmel hingestellt Die Sonne, Mond und Sterne? Woher der Thiere große Zahl? Wer schuf die Felder, Berg' und Thal, Und Blumen, Baum' und Früchte? 2. Wer goß das Waffer reichlich aus In Brunnen, Bach' und Seen? Wer streut im Winter Flocken aus? Wer heißt die Winde wehen? Wer gießt den Regen auf die Au'? Wer führt die Wolken, tröpfelt Thau Auf Wiesen, Felder, Reben? 3. Das alles, alles groß und klein Ist dein Werk, Unsichtbarer! Du bist der Erste, du allein, Bist Schöpfer und Bewahrer. Durch deine Macht, auf dein Gebot Bin ich, ist alles, großer Gott, Durch dich ist alles worden. 21 Augen gab, Must alles, alles se hen. Dein ist die Welt und ich bin dein; Nichts ist so groß, und nichts so klein, Dafür du, Herr, nicht sorgest. 4. Von dir kommt alles, was ich hab': Ohn' dich kann nichts geschehen! Du, der dem Menschen 5. Wie gut, wie liebevoll du bist, Sch' ich, wohin ich blicke; Denn gut und nützlich ist, was ist, Und dient zu meinem Glücke. Luft, Soun' und Mond, und Wald und Thier, Feld, Korn und Wass fer núszen mir, Und nützen allen Menschen. 6. Für dich nicht, für Geschö pfe nur, Daß jedes glücklich werde, Schusst du die prachtige Natur, Den Himmel und die Erde. Dir, der uns wie ein Vater liebt, Und Allen alles Gute giebt, Dir kann der Mensch nichts geben. 7. Wie froh bin ich! du machst auch mich Zum Zeugen deiner Güs te. Ich danke dir, und denk' an dich Mit freudigem Gemüthe. Ich seh' dich nicht, doch lieb' ich dich; Du schufst und du erhältst auch mich zu immer größern Freuden. Mel. Wachet auf: ruft uns die zc. 38. Auf! und last uns Gott lobsingen, Und Ruhm und Dank dem Schöpfer bringen! Sein, fein ist Weisheit, Huld und Macht. Ihm, der alles hieß entstehen, Die Erde und der Himmel Höhen, Ihm werde Lob und Preis gebracht! Wer ist dem Höchsten gleich? Er hat sein weites Reich Sich bereitet; Er schuf die Welt, Die er erhält. Es rühm', es preif ihn seine Welt! 2. Seiner Seligkeiten Fülle Auch mitzutheilen, war sein Wille; Und was er wollte, das geschah. Von Gottes Er gebot allmächtig: Werde! Da stand der Himmel und die Erde Zum Preise seiner Güte da. Der Allmacht erster Sohn, Der Engel, jauchzte schon seinem Schöpfer; Doch war's noch nicht Auf Erden Licht. Er sprach: es sei! Da ward es Licht! 3. Alles ordnet er aufs Beste, Und wölbte oben eine Beste, Und unter ihr der Wolken Heer. Was fer deckt der Erde Höhen; Er don. nert, seine Winde wehen; Es flieht, und decket sie nicht mehr. So bricht er seinen Lauf! Enthüllt steigt nun herauf Seine Erde, Sein Eigenthum, Zu seinem Ruhm Einst auch des Mittlers Eigenthum. 4. Er gebeut. Der Erde Felder, Und Hügel, Thaler, Berg' und Wälder Blühn fruchtbar durch sein Wort voll Macht. Sonn' in hoher Ferne Regiert den Tag, und Mond und Sterne Res gieren stiller in der Nacht. Er spricht: da füllt das Meer Ein tausendfältig Heer, Ihm zum Preise. Auch singt und ruft Das Volk der Luft zu dem, der es zum Leben ruft. Werken de Werke; Welch hoher Dank ges bührt nun dir? Laßt uns, sprachit du, Menschen schaffen. Ein Bild von uns, nach uns geschaffen! Und Adam ward, mit ihm auch wir. Welch seliger Beruf, Dazu dein Arm uns schuf! Gott der Liebe! Wir sollen dein Uns ewig freun, Und deinem Bilde ähnlich sein. 7. Ewig wollen wir lobsingen; Und ewig frohen Dank dir bringen, Der uns zu seinem Bild gemacht. Zum unsterblich frohen Leben Haft du das Dasein uns gegeben. Auf ewig sei dir Preis gebracht! Du schufest deine Welt, Die noch dein Arm erhält, Uns zur Wonne. Alls gür'ger, dir Frohlocken wir, Schon jetzt, und einst noch mehr, als hier. Mel. Ich dank dir schon durch zc. Seine 39. Singt unferm Gott ein 5. Grünend stehn nun die Gefilde. Wie wimmelt es vom Bieh und Wilde In jedem Wald', auf jeder Flur! Wer bevölkerte die Erde mit einer so unzählbar'n Heerde Von Thieren? Er, der Höchste nur. Was sich auf Erden regt, Sich fühlt und sich bewegt, Quell des Lebens! Das kommt von dir. Vom Wurm zum Thier Danke alles, Herr, sein Leben dir. 6. Ja, auch wir, du Gott der Stárke! Auch wir sind deiner Hån frohes Lied! Er ist der Gott der Stärke. Die ganze Welt ist sein Gebiet, Und groß sind seine Werke. 2. Der Herr ist groß: Licht ist sein Kleid, Und was er wählt, das Beste. Und Wahrheit und Gerech, tigkeit Sind seines Thrones Veste. 3. Er herrscht als Gott, er will und spricht: So sind und leben Wels ten, Und fallen wieder in ihr Nichts Auf seines Mundes Schelten. 4. Wer ist dir gleich, Herr aller Welt? Dich Gütigen und Weisen, Der alles wunderbar erhålt, Dich sollten wir nicht preisen? 5. Du kennest ja, was ist und war, Im Himmel und auf Erden. Bor dir ist alles offenbar, Du hießest alles werden. 6. Gott ist nicht fern, ist auch um mich, Bei allem, was ich thue, Schöpfung Schüßt mich bei Tag', und schafft, daß ich Auch schlafend sicher ruhe. 7. Er ist mir allenthalben nah; Wenn ans Meer entflöhe lind selbst gen Himmel, ist er da; Und folgt mir, wo ich gehe. 8. Er hört mein Seufzen, kennt mein Flehn, Und allen Rath der Seele. Er hat mein Thun vorauss gesehn, Und auch, wie oft ich fehle. 9. Er wog von Ewigkeit mir dar, Was er mir geben wollte; Schrieb auf sein Buch, noch eh' ich war, Wie lang' ich leben sollte. 10. Herr, mein Gott, nichts, nichts ist mein, Daß dir nicht anges hore. Mein Mund soll stets voll Lo. bes sein, zu deines Namens Ehre. 11. O wer kann aller Wunder Pracht In deiner Schöpfung fass fen! Der Wurm verkündigt deffen Macht, Der ihn hat werden lassen. 12. Der kleinste Halm auf uns frer Flur Ist deiner Weisheit Spies gel. Dein Loblied, Vater der Natur, Sind Auen, That und Hügel. 13. Du tránkit mit Regen uns ser Laud, Und giebst uns grúne Weiden. Empfangen wir von dei ner Hand Nicht Korn und Wein und Freuden? 14. Herr, ohne deinen Willen fällt Kein Sperling auf die Erden. Wie sollte, da dein Arm mich hält, Mein Herz nicht ruhig werden? 15. Ist der Allmächtige mein Schuß, So lach' ich in den Stür men. Ich biete selbst der Hölle Truß: Denn Gott wird mich bes schirmen. In voriger Melodie. 40. Mit heiligem Schauer der Engel. 23 blick ich hin, Herr zu des Himmels Höhen, Wo Sonn' auf Sonnen, Welt auf Welt Empor gethürs met stehen. 2. Auf mich im Staube glänzt herab, Aus unermeßner Ferne, Des Mondes sanfter Silberglanz, Das milde Licht der Sterne. 3. Vom Staube wag' ichs, hins zuschaun, Wo deine Sonnen glâns zen, Und forschend sucht mein Auge dort, Herr, deines Reiches Grenzen. 4. Umsonst! den grenzenlosen Raum Der fernsten Sonnenheere Mist kein Erschaffner: zahlenlos Sind sie, wie Sand am Meere. 5. Du záhlst, o Unermeßlicher, Der Sterne Millionen; Und herre scheit hier und segnest dort, Wo nur Geschöpfe wohnen. 6. Auch dort ist deines Reichs Gebiet Erfüllt mit höhern Wesen; Und sie, wie ich, sind, Herr, durch dich, Zur Ewigkeit erlesen. 7. Mit euch, o Brüder, werd' ich mich Von Sonn' zu Sonnen schwingen; mit euch dem Wel. tenschöpfer Dank, Und Preis und Ehre singen. Von den Engeln. Mel. In allen meinen Thaten ze. 41. Wer zählt der Engel Heere, Die du zu deiner Ehre, Herr aller Welten, schufft! Sie freun sich, deinen Willen Gehorsam zu erfüllen In allem, wozu du fie rufit. 2. Sie cilen, in Gefahren Den Frommen zu bewahren In seiner Pilgerzeit. Sie freun an deinem Throne Sich einst auch seiner Kros ne, Wie ihrer eignen Seligkeit. 3. Bekehren sich die Sünder, 24 Von Gottes Und werden deine Kinder, Die dir dein Sohn gewinnt; Dann jauch zen ihre Lieder, Daß ihre neuen Brüder Dem Fluch entriffen wor, den sind. 4. Sie jauchzen deinem Sohne, Daß du sie ihm zum Lohne Für feine Leiden giebst; Daß du sie trägst und leitest, Zum Himmel zubereitest, Und zärtlich, als ein Bater liebst. 5. In solcher Geister Chören Dich ewig zu verehren, Welch eine Seligkeit! Wer wird sie einst empfinden? Der, der entwöhnt von Sünden, Sich ihnen gleich zu werden freut. 6. Drum gieb, daß ich auf Ers den Mag ihnen ähnlich werden; So freu' ich hier schon mich, Daß ich mit deinen Engeln Gan; heis lig, rein von Mängeln, Dein Ant litz schaue ewiglich. 7. Wenn du zu ihren Liedern, Zu meinen höhern Brüdern, Vor deinen Thron mich rufit, Will ich empor mich schwingen, Und Dank und Preis dir singen, Daß du für mich auch Engel schufit. 8. Sie, über mich erhoben, Sie lehren, dich zu loben, Mich dann noch höhern Dank; In deinem Hei ligthume Wird dann zu deinem Ruhme Der ganze Himmel ein Gefang. Werken. ihm schon standen und ihn sahn. Ihr Heer, umstrahlt vom Licht, Bedeckt das Angesicht Vor dem Schöpfer; Voll Preis und Dank Tont ihr Gesang Durch alle Hims mel Gottes hin. Mel. Wachet auf! ruft uns die: c. 42. Bete Gott an, Seele bringe Dem Höchsten Ruhm und Preis! lobsinge, Gott deinem Schöpfer! bet ihn an! Zahllos sind der Geister Schaaren, Die, eh' noch Dienschenkinder waren, Vor 2. Tausend sinds der Millio nen, Die seiner Himmel Kreis bes wohnen, Und seiner Größe Ruhm erhöhn. Herrlich, herrlich ist Gott! rufen Sie tief anbetend an den Stufen, Des hohen Throns, um den sie stehn. So weit er herrscht, so weit Geht seine Herrlichkeit! Jauchzen alle. Wer ist wie er, Frohlockt ihr Heer, Wie Gott, der uns geschaffen hat? 3. Hohe Seligkeit ists ihnen, Dem Gotte, der sie schuf, zu dies nen, Bon allem Eigenwillen fern! Beispiel sind sie jedem Frommen; Sie alle, heilig und vollkommen, Gehorchen wonnevoll dem Herrn. Sie thun, was er gebeut, Und ih re Herrlichkeit It Gehorsam. Sie zögern nie, Er sende sie, Wohin sein Wink sie senden will. 4. Binden gleich und gleich den Blitzen Gehn sie vom Thron aus, segnen, schützen Und strafen, wie es Gott gebeut, Lagern sich um Gottes Kinder, Und fördern gern das Heil der Sünder, Und freun sich ihrer Seligkeit. Sie dienen Jesu dir, Frohlocken laut, wenn wir lins bekehren; Wenn unser Dank Den Preisgefang Der Him met hier schon singen lernt. 5. Gott, mit allen diesen Heeren Soll, wer hier heilig wird, dich ehren, Einst ewig sich mit ihnen freun; Soll erlöst durch dein Er barmen, 3u dir gebracht, auf ihren Echöpfung der Menschen. Armen, Einst felig, wie die Engel sein. Wer sich zu dir bekehrt, Und dich von Herzen ehrt, Wird am Throne In deinem Reich, Auch Engeln gleich, Dein gnadenvolles Antlik schaun. 6. Werde denn auch, Seele, heilig, Wie Engel Gottes; diene treulich Dem Herrn! Er kommt und hält Gericht. Angstvoll darfst du dann nicht beben; Du wirst in einem höhern Leben Gott fehn, und seiner Wonne Licht. Heil dir! Du betest dann Froh deinen Schöpfer an mit den Engeln. Ihr Preis gesang Und auch dein Dank Tont dann durch alle Himmel hin! Mel. Werde munter mein Gem. 2c. 43. Hochster! deffen starke Rechte Zuflucht, Schirm undSchat. ten giebt; Der das menschliche Geschlechte, Wie ein treuer Vater liebt; Der in dieser großen Welt Alles, was er schuf, erhält; Der, als Herr, uns in Gefahren Mäch tig kann und will bewahren. 2. Viele tausend Eéraphinen Jauchzen und lobsingen dir. Dich zu loben, dir zu dienen, Sind sie willig für und für. Aber auch auf uns zu sehn, Und uns Schwachen beizustehn, Sind sie, wenn du wine kest, fertig, Und den Deinen ges genwärtig. 3. Gott der Engel! Gott der Welten! Ach, was sind wir Men schen doch, Daß wir so viel vor dir gelten? O wie hältst du uns so hoch! Deine Engel dienen uns, lind sind Zeugen unsers Thuns. Laß uns einst in ihren Chören Ewig dich im Himmel ehren. Von den Menschen. Me 1. Allein Gott in der Höh sei ze. 44. Auch mich, o Herr, haft du gemacht; Von dir hab' ich mein. Leben. Du hast durch deine Güt' und Macht, Mir, was ich hab', ges geben. Was bin ich Wurm, ich Staub vor dir? Und dennoch chust du, Herr, an mir So überschweng lich Gutes. 2. Mein Leib so wunderschön gebaut, mit allen seinen Kräften, Mit Nerven, Simmen, Bein und Haut, Mit Adern, Herz und Säfs ten: Dies alles ist ein Werk von dir. Und dir, mein Gott, gebührt dafür Anbetung Dank und Ehre! 3. Du hast mich mit Verstand geziert, Und Freiheit mir verliehen; Mich hast du in die Welt geführt Zum Himmel mich zu ziehen. Ich bin sowol, o Herr, dein Kind, 218 es die höhern Geister sind: Du liebst auch mich, als Bater. 4. Dir Gott, der mich erschafs fen hat, Der Seele, Leib und Leben Aus väterlicher Huld und Gnad mir vormals hat gegeben, Der mich noch stets erhält und schüßt, Mir täglich schenket, was mir müßt, Dir will ich ewig danken. In voriger Melodie. 45. Dir Gott sei Preis und Dank gebracht! Dich soll mein Lied erheben! Ich bin ein Wunder deiner Macht, Du schafft auch mich zum Leben. Mein ganzer Leib, era baut von dir, Mit einem jeden Sinn an mir, Beweifet deine Größe. 2. Haupt, Ang' und Ohr, und Mund und Hand, Die ich zu dir Von Gottes Werken. 26 erhebe; Die Haut, so künstlich ausgespannt, Der Nerven fein Gewebe, Und alle Glieder sagen mir: Ich sei, o Gott, ein Werk von dir, Ein Werk von deiner Weisheit. 3. Wie biegsam, wie gelenkvoll schließt, Den Thoren zu verdammen, Der's leugnet, daß ein Schöpfer ist, Sich Glied an Glied zu fammen! Wie willig, Herr, ges horchen sie, Wenn meine Seele spät und früh, Des Leibes Dienst verlanget. 4. Ach, hätt'st du, Gott, mein Auge nicht So künstlich mir bereis tet: Was nüßte mir der Sonnen Licht, So wunderbar verbreitet? Dann sâh' ich nicht, mit welcher Pracht, Du, Herr, die Welt, die du gemacht, Zum Sit der Freuden schmückest. Mel. Wer nur den lieben Gott ze. 46. Wie wunderbar haft du aus Erde, O Gott, des Menschen Leib gebaut! Daß er der Seele dienstbar werde, Ward Sinn und Sprach ihm anvertraut. Der Mensch ward gar zum Herrn der Welt Von dir, dem höchsten Herrn, bestellt. will ich Ehre geben, Mich deiner Gnade innigst freun, Ein dir ges weihter Tempel sein, Und deinen Ruhm verbreiten. 2. Das Größte, was du ihm geschenket, Sein edlerer und bes rer Theil, Ist, Herr, die Seele, welche denket; Und ihr hast du ein ew'ges Heil, Noch ehe sie nach dir gefragt, In deinem Worte zugesagt. 3. Drum laß doch mich stets wohl bedenken, Was du, o Gott, an mir gethan; Dir Leib und Seele wieder schenken, Da ich dir sonst nichts geben kann, Damit sie hier und nach der Zeit Dich preifen in der Ewigkeit. 5. Ich jauchze, daß ich sehen kann, Und hören und empfinden, Und reden: beten will ich an, Gott sehen und empfinden. Mein Mund sei voll von deinem Dank, Auf deiner Schöpfung Lobgefang Sei mein Gehör gerichtet. 6. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung' und schwellt sie auf, Damit ich leben mége? Gott ist es, der dies alles thut. Schlag Herz! entflamme mich, mein Blut! Daß ich den Höchsten preise. 7. Nur deinen Willen, Gott, zu thun, Verfließe hier mein Leben. Mel. Gott, du frominer zc. Arbeiten mag ich oder ruhn, Dir 47. Aumachtig großer Gott! 4. Indeffen nimm sie, Vater, beide In deiner Allmacht sichern Schutz! So bieten wir in allem Leide mit dir auch allen Feinden Truß. Wenn wir in deiner Gnade stehn, Dann muß es uns stets wohl ergehn. 5. Und wenn, entnommen dieser Erden Und aller Unvollkommens heit, Dich Leib und Seel' einst schauen werden, Im Wohnplat jener Seligkeit, Dann sollen fie auch beide dich Vollkommen rüh. men ewiglich. Wer kann dich gnug erheben? Du gabst der ganzen Welt Das Dasein, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heist, Was Erd' und Hime Univ.- Bibl. Giessen Schöpfung der Menschen. 27 met hegt, hat deine Hand gebaut, ihm versüßt, Und, wo er helfen Die jetzt noch alles trägt. kann, Zum helfen willig ist. 2. Du schufst, ich dank' es dir, Auch mich zu deiner Ehre; Und wolltest, Gütigster, Daß ich dein Bildniß wäre. Darum hast du den Geist, Der in mir lebt und denkt, Mir zur Unsterblichkeit Aus freier Huld geschenkt. 3. O welch ein großer Zweck, Dazu du, Gott, mich schufest! Wie herrlich ist das Glück, Wozu du mich berufest! Dir, Höchster, ähn lich sein, Vollkommen sein, wie du! O wohl mir, wenn ichs bin! Hilf du mir selbst dazu. 4. Laß mir dies große Ziel Doch sters vor Augen schweben. Mein allerstärkster Wunsch, Mein eifrightes Bestreben In allem meis nen Thun Sei dies, o Gett, allein, Daß ich auch so, wie du, Gesine net möge fein. 5. Du bist der Wahrheit Freund, Laß mich auch Wahrheit lieben, Und mit stets regem Fleiß Mich gern in allem üben, Was mich zur Weisheit führt; Zur Weisheit, die dich ehrt, Und allein Beifall giebt, Was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine Heiligkeit Mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, Des Fleis sches Lust bezáhmen, Nur das, was recht ist, thun, Des Guten mich erfreun, Und dem, ders üben will, Auch gern behütftich sein! 7. Gieb, daß ich so wie dit, Ein Freund der Menschen werde, Dem Wohlthun Freude macht, Der Kummer und Beschwerde Dem Nächsten gern erspart, Sein Leiden 8. Noch bin ich weit entfernt, Gott, von diesem Ziele; Du weißt, was mir noch fehlt, Und ich, ich silber fühle, Wie wenig ich dir noch Im Guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz Nach dir und deinem Sinn. 9. Beglückt ist nur alsdann Mein Lebenslauf auf Erden, Wenn ich dir immer mehr Schon hier kann ähnlich werden Dann werd ich ewig auch mit dir vereinigt sein, Und mich ohn' Unterlaß, Gott, deiner Güte freun. Miel. Wer nur den lieben Gott: c. 48. Gott, ich preise deine Güte, Die mich so wunderbar erschuf; Und mit frohlockendem Gemüthe Verehr' ich deinen Schipfersruf: Ein Herold deines Ruhms zu sein, Und deiner Wuns der mich zu freun. 2. Du gabst zum Denken und Empfinden, Ich sei dein Werk, mir diesen Geist, Der zwar zu schwach ist, zu ergründen, Wie herrlich du, mein Schöpfer, feist; Jedoch, was du an mir gethan, Erkennen und bewundern kann. 3. Und diesen Geist, der in mir denker, Schusst du nicht blos für diese Zeit. Du hast ihn mir, mein Gott, geschenket Zum Leben in der Ewigkeit, Um dort vollkommner zu verstehn, Bas Menschen hier nur dunkel sehn. 4. 3u eng sind dieses Lebens Schranken Für seinen forschenden Verstand. Zu jenen höheren Ges danken, Die nie ein Scerblicher 3 Bon Gottes erfand, Erhebt er sich erst nach der Zeit Im hellern Licht der Ewigkeit. 5. Ihn fattiget kein Gut der Erden, Kein zeitlich's Glück, so groß es sei. Um ruhig in sich selbst zu werden, Bedarf er mehr, das ihn erfreu'. Er fühlt, daß diese ganze Welt Sein Wünschen nicht zu frieden stellt. 6. 3war tief ist er herabgesun ken Von seines Ursprungs Herr lichkeit; Sucht oft, von Lust der Erde trunken, Sein Glück in Dins gen dieser Seit: Jedoch er sucht und findet nicht, Was ihm der äußre Schein verspricht. 7. Du prágteft ihm durch sein Gewiffen Gefühl von Recht und Unrecht ein. Daß Bose Boses leis den müssen Und Tugendhafte glück lich sein, Erkennt er zwar; doch sieht er nicht Den Richter hier schon im Gericht. 8. Dem Tugendhaften ist hie. nieden Oft ein sehr widriges Ges schick Zum Loos für diese Seit bes schieden, Dem Lasterhaften oft viel Glück. Gewiß erst eine andre Welt It zum Vergeltungsort bestellt. Werken. Mel. Nun freut euch) Iteben: e. 49. Laß mich des Menschen wah. ren Werth, Mein Gott, zu Herzen nehmen, Und dessen, was mich selbst entehrt, mich allzeit innigst schás men. Nie komm es mir aus meis nem Sinn, Was alles ich vermag und bin, Durch deine weise Güte. 9. Gott, wenn mein Geift dies überleget, So hofft er schon Unsterblichkeit; Noch stärker fühlt er sich beweget, Beim Licht, das ihm dein Wort verleiht. Da sieht er mit Gewißheit ein, Auch er werd' einst unsterblich sein. 10. Herr, laß zu jenem bessern Leben mich täglich hier die Ausfaat streun. Laß deinen Geist das Wollen geben, und das Vollbrins gen auch verleihn. D Wonne der Unsterblichkeit, Wie wird durch bich mein Geift erfreut! 2. Du schufft mich nicht blos Fleisch und Bein, Du hauchtet mit dem Leben Die Seele mir zugleich auch ein, Und hast ihr Kraft ges geben, Noch mehr, als was die Sinne rührt, und durch sie Schmerz und Lust gebiert, zu faffen, zu erwägen. 3. Gott diesen Vorzug gabst du mir Vor so viel Millionen, Die auch beseelt, genährt von dir, Auf deiner Erde wohnen. Was jenen fehlt, verliehst du mir, Vernunft und Freiheit, und mit ihr, Gefühl von Recht und Unrecht. 4. Du schufft mich zur Geselligs keit lind für der Freundschaft Freu. den, Gabst mir ein Herz voll Fühl. barkeit Für Andrer Glück und Leis den; Noch mehr, ein Herz, das fås hig ist, Sich dein, der du mein Vater bist, zu freun, und dich zu lieben. 5. In stiller Andacht kann mein Geist Sich bis zu dir erheben, lind dir, den jeder Himmel preist, Auch Preis und Ehre geben. Auch ich kann deinen Willen thun, In deis ner Vorsicht Schooße ruhn Und fröhlich auf dich hoffen. 6. Nicht blos für diese kurze Zeit Riefst du mich in dies Leben; zu Freuden einer Ewigkeit Sol sich mein Geist erheben. Und wird auch gleich der Leib zu Staub, Vorsehung. So bleibt er nicht des Grabes Raub, Du wirst ihn auferwecken. 7. Vom Himmel kam, gefandt von dir, Dein Sohn zu uns auf Erden; Er kam, und ward ein Mensch, wie wir, Der Menschen Heil zu werden. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt! Wie ernst lich durch ihn selbst belehrt, Der Menschheit Werth zu schätzen! 8. Und ich, ich sollte ihn entweihn, lind gleich den Thieren han deln? Der Fleischestuft ergeben sein, Und Gett, vor dir, nicht wandeln? Fern sei ein solcher Sinn von mir. Bewahre, Gott, mich für und für, Daß ich mich so nicht schánde! 9. Vielmehr gieb, daß ich alles zeit Auf mein Gewiffen achte, Nach Weisheit und Gerechtigkeit mit allem Eifer trachte, Dich liebe und mich deiner freu', Und so des Vorzugs würdig sei, Deu du mir hast verliehen. 2. Er, der den Himmel ausges spannt, limfaßt ihn mit allmächt'. ger Hand, Und nur sein helles Aug' ermißt, Wie groß sein Reich, der Welckreis, ist. 29 Echönheit reich! Und die Bewohe ner ohne Zahl, Wie voll von Wuns dern überall! 5. Doch für das Ganze sorgt nicht nur, Der gute Vater der Natur; Er, der den kleinsten Staub beseelt, Hat jedes Haupthaar auch gezählt. 6. Und ohne seinen Willen fällt Kein Sperling nieder; denn er halt Den Burm, der sich vom Staube nährt, Des Schutes, wie den Engel werth. 7. So forgt auch, Gott, dein Baterfinn Für mich; und, was ich hab' und bin. Den Geist, den Leib, dies Glück, den Stand Berdank ich deiner Liebeshand. 3. Ein unzählbares Weltenheer Bewegt sich um einander her, Und ruckt aus seiner Ordnung nicht; Er hält sie all' im Gleichgewicht. 8. Du wogst nach meiner Fäs higkeit Mir meine Freuden und mein Leid, Mein ganzes Schicksal bis ins Grab, Und meine Lebenss dauer ab. Von der Vorsehung. Mel. Vor deinen Thron tret': c. 50. Durchirrt mein Blick der Reichliche Ernährung. Welten Pracht, Und denk' ich dessen Gut und macht, Der sie erschuf, Met. Herzliebster Jesu, was zc. so steigt mein Geift Empor, und 51. Dein Reich, o Gott, ist betet an und preist. 9. Erhalte den Gedanken mir, DGott, was kommt, das kommt von dir! Was deine Vorsicht an mir thut, Ist herrlich, weise, selig, gut. herrlich; ewig wahren Dein Reichs und deine Macht, die wir verchren, Und ewig wird von aller Völker Zungen Dein Lob befungen. 2. Der Herr bewahret alle, welche fallen; Der Höchte hilft den Unterdrückten allen, Ist stets bereit, mit Segen, die ihn bitten, zu überschütten. 3. Nach dir, Gott, schauen aller 4. Und diese Erd', im Schips Wesen Blicke, Daß deine Hand fungereich Ein Punkt, an wie viel sie váterlich erquicke; Du giebt 3* 30 Von Gottes Werken. auch einem jeden seine Speise, Du giebest allem Fleische Speise, Daß er dich preise. Beschirmit und segnest jedes Land; Du liebest unveränderlich; Der Bisen selbst erbarmst du dich. 4. Der Erdkreis ist von deiner Güte, Von deiner Weisheit täglich voll. Herr, unterweise mein Ges müthe, Wie ich dich würdig loben soll. Gieb, daß mein Her; dich freudig liebt, Dich, der mir so viel Gutes giebt! 5. Das Saatkorn wird in deis nem Namen Auf Hoffnung in das Feld gestreut; Allgütiger, du gabst dem Saamen, Da du ihn schufft, die Fruchtbarkeit. Zur Aussaat giebst du auch allein, Dem Lands mann Kraft, Zeit und Gedcihn. 6. Du machst den Schooß der Erde schwanger, Du macht des Ackers Furchen naß! Du schmü chest Wiesen, Flur und Anger, Mit Blumen, Sträuchen, Laub und Gras; Du träufelst mit dem Füh len Thau Die Fruchtbarkeit auf Feld und Au'. 7. Was dürr' ift, feuchtest du mit Regen, Was kalt ist, warmt dein Sonnenschein. Du theilst die Zeiten, wie den Segen, zu unserm Besten weislich ein. Bei Wärme, Hitze, Kält' und Frost Grünt, wächst und reifet unsre Kost. 4. Herr, du erhältst mit inn'gem Wohlgefallen, Was lebt; thust deine Hand auf und giebst allen, Was sie bedürfen: keiner sucht ver gebens, Dich Quell des Lebens. 5. Aus allen Werken Gottes strahlet Gnade, Untadelhaft sind alle seine Pfade, Und was er thut, gereicht zu seinem Preise, It gut und weise. 6. Der Herr ist nahe denen, die ihn bitten, Die ernstlich ihn um seine Hülfe bitten; Er thut, was die Gerechten, die ihn ehren, Von ihm begehren. 7. Der Herr behütet alle, die ihn lieben; Die aber den Betrug und Frevel üben, Bestehn nicht, müssen oft schon hier auf Erden 3u Echanden werden. 8. Nun ewig will ich seinen Namen loben, Von allen Men schen werde Gott erhoben! Was Iebet, müsse, Herr, zu allen Zeiten Dein Lob verbreiten. Mel. Wer nur den lieben Gott: c. 52. Dir, milder Geber aller Gaben, Herr, dir gebühret Ruhm und Dank. Du hörst das Schrein der jungen Raben, So wie der Lerche Lobgesang. O neige jetzt dein Ohr zu mir, Du förderst Dank; ich danke dir. 2. Die kleinste deiner Kreaturen Macht deine Weisheit offenbar. Man siehet deiner Güte Spuren Und deine Macht von Jahr zu Jahr. Ein jedes Graschen lehret mich: Wie groß ist Gott! wie klein bin ich! 3. Du sorgst nach treuer Vater Weise Für alle Werke deiner Hand; erhält Die ganze lebenvolle Welt, 8. Kommt, preist des Schöpferi Huld und Stärke, Bringt seinem Namen Ehre dar! Groß ist der Herr, und seine Werke Sind herr lich, groß und wunderbar! Kommt laßt uns seine Macht erhöhn! Der Herr ist gut! sein Lob ist schön! Diel. So wahr ich lebe,' ſpricht z 53. Gott deine weise Macht Vorschung. Und aller Augen freuen sich Und warten hoffnungsvoll auf dich; Auf dich, der du sie alle liebst, Und allen ihre Speise. giebst. 2. Du öffnest deine Hand, so fließt Herab, was jedem nöthig ist; Mit Wohlgefallen sättigt sie Dein Aufsehn und versäumt fie nie. Nie find Geschöpfe deiner Hand Dir unwerth oder unbekannt. 31 du, Herr, auf mein Flehn Mich nicht mit Speif und Trank versehn? 8. Laß du mich nur genügsam sein, Und deiner Gaben mich erfreun; Doch mehr noch deiner, der du dich So freundlich zeigest gegen mich, Und selbst die reichste Quelle bist, Aus welcher jede Wohlthat fließt. mich nicht Verlaffen, meine Zuvers sicht! Ich bin's gewiß, du thust mir wohl, So lang' ich hier noch leben soll. Nicht Ueberfluß bitt' ich von dir, Was ich bedarf, das giebst du mir. 3. Auch mir gabit du, mein Gott und Heil, Noch täglich mein bes scheidnes Theil; Gabit mir's mit Huld und Freundlichkeit, So lang' ich war, zu rechter Zeit. Kein Vater sorgt so väterlich Für seinen Sohn, als du für mich. Mel. Ich finge dir mit Herz und ze. 4. Ich bin's gewiß, du kannst 54. Noch immer wechſein ors 5. Der Vogel bauet nicht das Land, Du nährst ihn doch mit milder Hand; Du schmückt die Blume königlich, Doch hat sie nicht Verstand, wie ich. Vergiß es, meine Seele, nie! Weit mehr bin ich vor Gott, als sie. 9. Bei deiner Gaben lleberfluß Erhalt' mich máßig im Genuß; Bewahr mich in der Dürftigkeit VorSchmach und linzufriedenheit! Du nährst mich immer! Preis und Dank Bring' ich dir, Gott, mein Leben lang! dentlich, Des Jahres Zeiten ab; Und früh und spät ergießet sich Dein Regen, Gott, herab. 2. Nech öffnest du die milde Hand, Herr, wie du stets gethan. Du segnest und du füllst das Land mit deinen Gütern an. 3. Von deinem Himmet, Höchster, träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit. Die Saat geht auf und blühe und reift, Und fättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet giebt der Baum, Wenn einer Schatten sucht, Ihm unter seinen Zweigen Raum, Erfrischung und auch Frucht. 5. Wie fröhlich lächelt jede Flur! Es fließt sich immer gleich Der Freude Quell, und die Natur Ift unerschöpflich reich. 6. Mich schufst du nicht für diese Zeit; Mein Ziel ist in der Ewigkeit. Du gabst mir Weisheit und Vers stand, Und machtest selbst dich mir bekannt. Nichts, was die Erde zeugt und nährt, Gleicht mir an Hoheit und an Werth. 7. Von dir, der das an mir ge than, Werd' ich auch Speis und Trank empfahn. Dem Sünder felbst, der dich verschmäht, Giebst 7. Nicht einem mangelt deine du sie, ohne sein Gebet. Wie solltest Huld. Wem strahler nicht dein 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Lust and Erquickung zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, So väterlich, wie du? 32. Bon Gottes Werken. Licht? Mit welcher Langmuth und du mich mit Vater- Armen Geduld Verschonst du unsrer nicht? Kindheit schon zu dir. preif' ich dich dafür! 8. Obetet Menschen, betet an! Erwägt's, und denket nun: Was har Gott schon an uns gethan? Was will er nicht noch thun? 9. Nicht blos für diese kurze Zeit, Herr, hießest du uns sein; Du schusst uns für die Ewigkeit, Uns ewig dein zu freun. 10. Laß'st du uns deine Freund lichkeit Schon hier so herrlich sehn; Was wird in der Vollkommenheit Der künft'gen Welt geschehn! 11. Noch tiefer dringt alsdann mein Blick In deine Wunder ein. D Herr, laß dies erhabne Glück Mir stets vor Augen sein! Sorge für des Menschen Wahl. In der O wie 3. Auf der Menschheit hohe Stufe Stellte, Herr, mich deine Hand, Wo den Schall von deinem Rufe Früh ich hörte, früh verstand. Aus unendlichem Erbarmen, 3ogst 4. Täglich warest du mir nahe, Deine Weisheir lehrte mich; Was ich hörte, was ich sahe, Zeigte mir, mein Vater, dich. Du, du kamst mit neuem Segen Jeden Morgen mir entgegen: Was nur je mir heilsam war, Reichte deine Hand mir dar. 5. Wie so viele frohe Tage schenkte deine Güte mir! Schicks test du auch eine Plage, O so kam auch Trost mit ihr. Und, wer zählt die Gnaden alle, Die mir, schon, seit ich hier walle, Deine Vaters huld verlich? Herr, zu zählen sind sie nie. 6. Sollt' ich dir denn nicht mit Freuden Dankbar und ergeben sein? Sollt' ich zagen, wenn mir Mel. Jesu, der du meine Eecle: c. 55. Bester, weisester Regierer! Leiden Widerfahren oder dräun? Aller Welten Preis sei dir! Dir, du meines Lebens Führer, Sei auch ewig Preis von mir! Unter allen Millionen, Die dein weites Reich bewohnen, Siehst du huldreich auch auf mich, Sorgest für mich väterlich. Nein, ich lasse, Gott, dich walten; Du, du wirst mich aufrecht halten. Sende Freude, fende Schmerz! Dankvoll nimmt's von dir mein Herz. 2. Nie kann ich dich gnug erhes ben, Du, der alles werden heißt, Gabst mir mit des Leibes Leben Auch die Seele, die dich preist. Ich, ein Wunder deiner Güte, Seh' mit staunendem Gemüthe, Daß fich selbst nicht faffen kann, 218 ein Bild von dir mich an. 7. Flieh'n mich auch die besten Freunde, Fehlt auch andre Freude mir; Wären viel auch meiner Feinde; Dennoch bleib' ich sters an dir, Dennoch will ich nicht verzagen, Will auf's Ziel von meinen Tagen. In das künft'ge Leben schaun Und mit Freuden dir vertraun. 8. Beffer noch, als selbst das Leben, It, o Vater, deine Huld; Was mir nützt, wird sie mir geben, Und mich tragen mit Geduld. Laß mich nur, du Allerbester, Immer inniger und fester Hier mit dir vereinigt sein, Deiner Gnade mich zu freun. Borsehung. 9. O der seligen Verbindung, Alergütigster mit dir! Deiner Ba terhuld Empfindung Gieb, o Bater, täglich mir! Mache du mich immer reiner, Daß mein Herz dereinst auch deiner Sich in deinem Reich' erfreu', Und in dir ganz selig fei. Mel. Ich dank' dir schon durch zc. 56. Bis hieher warst du stets mit mir, In jedem Lebensalter. Von ganzer Seele dank' ich dir, Mein Vater, mein Erhalter. 2. Mein Glück hast du von Ewigkeit Allgütig abgewogen, Und mich ins Leben dieser Zeit Aus meinem Nichts gezogen. 3. Du bilderest, du nährtest mich, Eh' ich dir stammelnd dankte, Du leitetest mich väterlich, Ais Fuß und Arm noch wankte. 4. Auf meiner Jugend glattem Pfad, Warst du stets meinGefährte, Der, wenn ich etwas Böses that, Mich fromm zu wandeln lehrte. 5. Durch dich konnt' ich Gefahr und Noth So glücklich überwinden, Und wider Krankheit, Fall und Tod Erwünschte Rettung finden. 6. Und noch nimmst du dich meiner an Auf allen meinen Wegen Und führst mich auf der Tugend Baha Dem besten Glück entgegen. 7. Du schaust noch immer gnadenvoll Auf mich, dein Kind, hernieder; Und sorgft für meines Les bens Woht, Für Sinnen, Geist und Glieder. 8. Du wirst, ich trau' auf dich, mein Gott, Auch in den künft'gen Jahren, Stets mit mir sein, ja bis zum Tod, Mich segnen und bewahren. Met. Nun lob' mein' Sect' den ze. 57. Preis ihm, dem Allregie. rer, Dem Gott, der, was nur lebt, erhält; Dem guten treuen Führer Aus dieser zu der bessern Welt! Von Anbeginn bis heute War er allgnädig treu, Ging gern an une frer Seite, Stand uns allmächtig bei; Gab stets uns Brod die Fülle Und Leben und Gedeihn. Uns seg nen ist sein Wille. O laßt uns dankbar sein! 2. Zu seiner Menschen Wonne Hat er die Welt so schön gemacht! Hat, eh' er schuf die Sonne, Ans Auge, dem sie strahlt, gedacht. Für seiner Menschen Leben, Steigt jes des Kornfeld auf, Sonnt sich der Saft der Reben, Beginnt der Ströme Lauf, Ragt jeder Hain zur Bolke, Strömt milder Regenguß, Kommt Donner zu dem Volte, Der Segen tönen muß. 3. Lobsingt des Höchsten Namen, Lobsingt dem Herrscher Zebaoth! Und alles Volk sprech' Amen! Denn er ist ewig unser Gott. Von seinem Bolk im Staube Heischt er nur Zuversicht! Nur daß es folg' und glaube, Nur Dank! mehr will er nicht. Nie hat er uns verlassen; Nur Kleinmuth sagt's und Spott. O mocht es jeder fassen: Ein Vater ist uns Gott! Bewahrung in Gefahren. Met. Wenn wir in höchsten zc. 58. Mein Auge sieht, o Gott nach dir! Von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil kommt nur von deiner Macht, Die diese Welt hervorgebracht. 2. Getrok, mein Herz! dein 34 Von Gottes treuer Hirt Schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird. Der dich behütet, schlummert nicht; In Finsters niß ist er dein Licht. 3. Kein Uebel sei dir fürchter, lich; Denn Gottes Rechte schüßzet dich. Durch seine treue Vaterhand Wird, was dir schadet, abgewandt. 4. Sein Schuß gewährt dir Si cherheit; Sein Trost füllt dich mit Freudigkeit. Er leitet dich auf ebner Bahn, Und nimmt dich einst mit Ehren an. 5. Herr, segne und behüte mich! Du bist mein Heil, ich hoff auf dich; Dein Segen folg' aus dieser Beit Mir bis in jène Ewigkeit. Mel. Befiehl du deine, Wege zc. 59. Nimmt Gott, dem wir vertrauen, Nicht unsers Weiks sich an, Will er das Haus nicht bauen: Vergebens baun wir dann; Will er die Stadt nicht schützen, Er, groß durch Rath und macht; Was wird der Wächter nützen? Umsonst ist's, daß er wacht. 2. Was hilft's, daß ihr vom Morgen Bis in die Nacht euch quält? Laßt euren Vater sorgen; Er kennet, was euch fehlt; Er, der uns selbst im Leiden So treu und zärtlich liebt, Und uns so viele Freuden Auch unerwartet giebt. Met. Aus meines Herzens Gr. sc. 60. Gatt, der an allen Enden Viel große Wunder thut, Du bist's, in desſen Händen Mein ganzes Schicksal ruht, Hest in der Prú fungszeit Mir jeden meiner Tage, Mein Glück und meine Plage Beimmt von Ewigkeit. Werken. 2. Da ich noch tief verborgen Im Mutterleibe lag, Da wachte schon dein Sorgen Für mich; und wie vermag Mein endlicher Berstand Das Gute zu erheben, Das du in meinem Leben Mir huldreich zugewandt? 3. Drückt mich auf meinen Wes gen Gleich manche Last und Müh, So bringt auch sie mir Segen Und du versüßest sie. Du bleibest mits leidsvoll, Hilfit liebreich deinen Kindern Sie tragen und vermindern, Beförderst stets ihr Wohl. 4. Stets hat in meinem Leben Mir dieses Trostes Licht Von neuem Kraft gegeben Und frohe Zuversicht. Wenn ich bekümmert war, So seufzt ich und war stille, Und dein stets guter Wille Entriß mich der Gefahr. 5. Dein Name sei gepriesen, Der jederzeit an mir So herrlich sich erwiesen! Mein Herz und Mund soll dir, Du Retter ans Gefahr, Mein schuld'ges Opfer bringen, Von deiner Güte singen, Jehund und immerdar. 6. Du hast mir wohl gerathen Und lauter Gut's gethan, Daß deis ner Liebe Thaten Ich nicht gnug rühmen kann. Hilf, Vater, daß ich dort, Verklärt und ganz volkom. men, mit allen deinen Frommen, Dir danke immerfort. Verborgne Leituna. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 61. Fürwahr, du bist, o Gott, verborgen! Dein Rath bleibt für uns wunderbar. Umsonst sind alle unfre Sorgen. Du sorgtest, eh' die Welt noch war, Für unser Wohl Vorschung. schon väterlich; Dies sei genug zum Troit für mich. 35 stehn. Er herrscht als Gott: drum bleibt auch mir Sein Thun stets unerforschlich hier. 2. Dein Weg ist zwar in Fin sternissen Vor unsern Augen oft versteckt; Doch, wenn wir erst den Ausgang wissen, Wird uns die Urfach auch entdeckt, Warum dein Rath, der niemals fehlt, Den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie sind die Tiefen zu er gründen Von deiner Weisheit, Macht und Güt'. Du kannst viel tausend Wege finden, Wo die Vernunft nicht einen sieht. Aus Finsterniß bringst du das Licht. Du sprichst, o Gott! und es geschicht. 4. So weicht denn ängstliche Gedanken! Gott kann weit mehr, als ihr versteht. Bleib, Seele, in der Demuth Schranken; Die De much wird von Gott erhöht. Ja, Herr, du liebst den, der dich liebt, Und deiner Führung fich ergieber. 5. Drum will ich mich dir über laffen Mit allem, was ich hab' und bin; Ich werfe, was ich nicht kann faffen, Auf deine Macht und Weisheit hin. Der Ausgang zeigt doch immerdar, Daß stets dein Rath voll Gute war. 2. Doch kann ich gnug von ihm erkennen, Ihn zu bewundern, und für ihn In frommer Liebe zu ents brennen, Ihu jedem Gute vorzuziehn; Genug, um ihm mich ganz allein, Mich seinem Dienste gern zu weihn. 3. Es ist, glaubt's Fromme! als les euer, Die Welt, das Leben und der Tod. Er führt durch Strome, führt durch's Feuer; Nichts kann euch schaden, wie's auch droht; In Trümmer falle selbst die Welt! Was zaget ihr, da er euch hält? 4. Der Wolken Sturm, des Meer's Getümmel Braust oder ruht, wie er's beschließt; Er, wels cher höher, als der Himmel, Und tiefer, als der Abgrund ist, Erquicft selbst durch den Sturm, was lebt, Obgleich der Erdkreis schaudernd bebt. 5. Was brauch' ich alles zu ers gründen, Was er beschloffen hat und macht? Genug, ich kann den Vater finden Im Sonnenglanz und in der Nacht. Was er für seine Kinder thut, Ist alles recht, ist alles gut. 6. Gieb, daß dies mein Ver. trauen' mehre Im Glück und Unglück, Freud' und Leid. Schick' alles, Herr zu deiner Ehre Und meiner Seelen Seligkeit! So preis ich einst vollkommen dich, So freu' ich deiner ewig mich. 6. Kenn' ich den Weg des Lichts und Regens, Des Blißes und der Winde Gang? Kenn' ich die Quels len alles Segens? Versteh' ich's wie das Meer entsprang? Sah ich's, wie er die Berge wog? Und feiner Erde Richtschnur zog? In voriger Melodie. 62. Nie kann ich meines Got tes Wege Mit meinen Blicken über sehn; Noch, wenn ich alles über lege, Vollkommen seinen Rath verständige Gedanken, Der Weisheit 7. Wer trägt die Himmel, die nicht wanken? Wer hält uns, daß wir nicht vergehn? Wer giebt ver Von Gottes Lehren zu verstehn? Er giebt sie, und ich sollte, kühn Auf meine Einsicht, meistern ihn? 8. Anbeten will ich, danken; haffen Und meiden, was er nur verbeut Ihm will ich findlich über laffen Mein Glück in Zeit und Ewig keit. Er führe mich! er führt gewiß Zum Lichte aus der Finsterniß. 6. Hoff, o bedrängte Seele! Hoff und vertrau' auf ihn. Er wird dich aus der Höhle Des bans gen Rummers ziehn. Gott läßt nicht von den Seinen. Erwarte nur die Zeit; Die Sonne wird dir scheinen Mit neuer Lieblichkeit. In bekannter Melodie. 7. Auf! auf! gieb deinen Schmers 63. Befieht du deine Wege zen Und Sorgen gute Nacht. Verbann' aus deinem Herzen, Was dich so traurig macht. Bist du doch nicht Regente, Der alles ordnen. soll. Gott sist im Regimente Und ordnet alles wohl. Und alles, was dich kränkt, Der treuen Vaterpflege Deß, der den Weltkreis lenkt. Er zeichnet Wol ken, Winden, Den Sternen selbst die Bahn; Sollt' er nicht Wege fine den, Wo dein Fuß wandeln kann? 2. Dem Herrn mußt du ver. trauen, Wenn dir's soll wohler gehn. Auf ihn nur mußt du schauen, Wenn dein Werk soll be stehn. Gott läßt durch Sorg' und Grämen Und selbstgemachte Pein, Sich keine Wohlthat nehmen, Sie muß erbeten sein. Werken. Kann dir nichts widerstehn. Was Gott beschließt, muß werden, Was er gebeut, geschehn. 3. O Vater aller Gnade, Dir ist allein bekannt, Was gut sei oder schade Geschöpfen deiner Hand. Und was dein Rath erlesen Zum Besten deiner Welt, Bringst du zum Stand und Wesen, Sobald es dir gefällt. 4. An Mitteln und an Wegen Fehlt dir's, Allweiser, nicht. Dein Thun ist lauter Segen, Dein Gang ist lauter Licht. Dein Werk kann Niemand hindern, Wenn du ents schlossen bist, zu thun, was deinen Kindern Wahrhaftig müßlich ist. 5. Und setzten Welt und Teufel Sich boshaft wider dich; Besteht doch ohne Zweifel Dein Wille ewig lich. Im Himmel und auf Erden 8. Ihn, ihn laß thun und walten. Er ist ein weiser Fürst, Und wird sich so verhalten, Daß du dich wundern wirst, Wenn, wie er stets regieret, Sein wunderbarer Rath Das Werk hinausgeführet, Das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar auch zuweilen Mit seinem Trost verziehn, Ulud nicht gleich Hütf ertheilen, Bann Hülfe nöthig schien. Oft wirst du zu ihm sagen: Gott! soll ich für und für In meinen Nöthen zagen, Und fragst du nichts nach mir? 10. Wird's aber sich befinden, Daß du ihm treu verbleibst, So wird dein Leid verschwinden, Wend du's am mind'sten glaubst. Er wird dein Herz erlösen Bon der so schweren Last, Die du zu keinem Bosen Bisher getragen hast. 11. Wohl dir! wohl deiner Treue, Sie trägt den Sieg davon. Daß sie dich niemals reue, Denk' ihren großen Lohn. Nach noch so vielem Leiden, Daß dich hier treffen kaun, Vorschung. Bricht einst der Tag der Freuden Und ew'gen Ruhe an. 12 Mach' End', o Herr, mach' Ende Mit aller unsrer Noth, Stárk' unser Herz und sende Uns Trost bis in den Tod! Stets laß uns deiner Pflege Und Treu' empfohlen fein, So gehen unsre Wege Ges wiß zum Himmel ein. 5. Dem giebt er Reichthum, jes nem nicht, Der muß sich dürftig nähren; Der ist sehr witzig, jener nicht; Der niedrig, der in Ehren. So wird die Welt, Wie's Gott ges fällt, Durch Ordnung fest erhalten. Gott selbst halt Haus. O schließ daraus: Du mußt ihn laffen walten. Mel. Herre Gott, dein 2c. 6. Jedoch, Gott will die Arbeit auch Frisch angegriffen haben; Er 64. Du armes Hers, was za fordert auch den rechten Brauch Der anvertrauten Gaben. Darum vergras Nicht deine Gab'. Ges brauch sie bis an's Ende. Denn glaube doch: Gott nährt dich noch Durch Arbeit deiner Hände. 7. Das Gut, wornach ein jeder ringt, Sieht man ihn oft erlangen, Hat er sein Werk, damit's gelingt, Mit Gott nur angefangen. Auf fauern Schweiß Und steten Fleiß Läßt Gott Gedeihen kommen. Gott segnet doch, Das glaub' ich nochEr hilft ja allen Frommen. gest du? Willst du dein Glück ver. kennen? Gott selber gönnt dir ja die Ruh; Du willst sie dir nicht gönnen? Geht's nicht so her, Wie ich's begehr'; Was willst du dich brum grâmen? Gott lebt ja noch! Den bitte doch; Er wird es auf sich nehmen. 2. Dort oben herrscht der große Herr, Der diese Welt regieret, Der alles, sei's auch noch so schwer, Nach weisem Nath ausführet. Sein Auge wacht, Selbst in der Nacht Für aller Menschen Sachen. Gott herrschet noch! Das glaube doch, Und laß ihn ferner machen. 37 doch: Stets schenkt Gott noch, Was du bedarfst zum Leben. 3. Wo, wann und wie er etwas will, So muß es auch geschehen, Was er beschließt, erwarte still, Es wird gewiß bestehen. Verges bens ist Rath, Kunst und List, Läßt Gott es nicht gerathen. Ach glaus be doch, Gott führt dich noch Bei allen deinen Thaten. 4. Die Gaben seiner Vaterhand Vertheilt er nach Befallen, Wie er fie für uns gut erkannt. Er schenkt nicht alles Allen. Dort giebt er viel; Hier fest er Ziel Und Maas in feinem Geben. Drum glaube 8. Kommt nun allein von Gottes Kraft, Was mich allhier erfreuet, It's Gott, der, was mir Nußen schafft, Aus bloßer Huld verleihet: Weg blind Geschick! Weg falsches Glück! Was feid und könnt ihr beide? Nur Gott ist doch, Das glaub' ich noch, Der Schöpfer meiner Freude. 9. Auf Gottes Vorsicht will ich schaun Und ihn nur laffen rathen, Auf seine Güte fest vertraun Bei allen meinen Thaten. Ich hoff und fleh' Zu Gott und geh' In des Bes rufes Schranken. Gott forget doch, Das glaub' ich noch, Und trau' ihm ohne Wanken. 38 10. Ich sei nun dürftig oder reich, Steh' unten oder oben: Mir gilt es, Vater, alles gleich, Ich will dich dennoch loben. Ich bin ver gnügt, Wie Gott es fügt, Und was er mir zuschicket. Gott schickt es doch, Das glaub' ich noch, Wie's nüßt und mich beglücket. Von Gottes Werken. 11. Geht mir's bei frommen Le ben schlecht, Und wohl den schlimm, ften Leuten; Gilt Unrecht gleich oft mehr als Recht; Laß mich es christlich deuten. Du ordnest schon Den Gnadenlohn, Mich einst da mit zu zieren. Du liebst mich doch, Das glaub' ich noch, Und werd' es künftig spüren. 12. Nun, so befehl' ich all' mein Thun Dir, Herr, und auch mein Leben. Ich lasse Angst und Sorgen ruhn; Dir bleib es übergeben. Mein Herz ist still! Wie dein Herz will, Mag künftig alles gehen. Du hilft mir doch, Das glaub' ich noch. Dein Wille muß geschehen. Mel. Meine Hoffnung stehet: c. 65. Meines Herzens Hoffnung stehet Fest auf dir, lebend'ger Gott, Deffen Huld niemals vergehet, Der mit Hilfe mich in Noth Kann erfreun; Du allein Sollst stets meine Zuflucht sein. 2. Auf wen könnt' ich sonst auch trauen? Auf kein schwaches Mens fch enkind; Wer kann feste Schlöffer Fauen In die Luft und in den Wind? Was wir sehn, Muß vergehn, Men schengunst kann nicht bestehn. 3. Aber deine Güte währet Im mer und in Ewigkeit. Sie allein ist's, die uns nähret Durch ers wünschte Jahreszeit. Lust und Ruh Strömt sie zu. O wie huldreich, Gott, bist du! 4. Was uns nützt, giebst du uns reichlich, Oft im größtenlleberfluß. Deine Lieb' ist unbegreiflich, Wie ein milder Regenguß. Luft und Erd' Uns ernährt, Wie's dein weiser Rath begehrt. 5. Dank sei, Bater, deiner Treue, Die so liebreich sorgt und wacht. Sei, o Seele, stets auf's neue Froh auf Gottes Preis bedacht. Groß von Rath, Groß von That, Ist, der dich geschaffen hat. Mel. Ermuntre dich, mein 2c. 66. Du bist ein Mensch, das weist du wol, Was strebst du denn nach Dingen, Die nur allein der Höchste soll Und kann zu Stande bringen? Du irrst mit deinem Wit und Sinn Durch tausend eitle Sor gen hin, Und denkst: wie will's auf Erden Noch endlich mit mir werden? 2. Es ist umsonst! du wirst fürs wahr Mit allen deinem Denken, Nicht, sorgtest du auch Tag und Jahr, Das Kleinste anders lenken. Dein Sorgen dient ja nur dazu, Daß du dein Herz aus seiner Ruh In Gram und Kummer stürzest, Und selbst dein Leben kürzest. 3. Willst du was thun, das Gott gefällt, Und was zum Glück dich führet, So laß den sorgen, der die Welt So lange schon regieret. Bes fiehl dein Werk und deinen Stand Getrost in deines Gottes Hand. Er wird's mit deinen Sachen Ges wiß auf's Beste machen. 4. Eh' deine Mutter dich gebar, Als, noch in ihr verborgen, Dein Vorschung. schwaches Leben schlummernd war: Wo waren deine Sorgen? Wer hat schon da dein Wohl bedacht? Wer hat dich an das Licht gebracht, Und Seele, Leib und Leben Aus Gnaden dir gegeben? 5. Wer hat gesorat, das nichts gebrach, Als du die Welt betratest, Noch ehe deine Zunge sprach, Und du durch Thránen batest? Wer hat in einer Mutter Brust Gesunde Nahrung, stille Lust Dir schon voraus bereitet, Und dich bisher ges leitet? 6. Schau um dich her, ob's wo gebricht, Hier unten und dort oben! Wo siehst du Gottes Güte nicht, Nicht seiner Weisheit Proben? Oft hat er auch an dir gethan, Was du dich selbst( o ber' ihn an) Zu hoffen nicht erkühntest, Stets mehr, als du verdientest. 7 Doch willst du niemals ruhig sein, Und Gott nicht walten laffen, Als säh'it du seinen Rathschluß ein, Den Menschen doch nicht faffen. Wenn du nicht siehst, wie er regiert, Wenn er nicht deinen Weg dich führt, So fängst du an zu zagen, Zu murren und zu klagen. 8. Bedenk doch, wie so manches mal Du nicht zum Ziel gekommen, Wenn du, ohn' ihn, auf eigne Wahl, Hast etwas unternommen. Was aber dir dein Gott ersehn, Das mußte sein, und ist geschehn, Und Niemand konnt' es hindern, Bon allen Menschenkindern. 39 führte dich durch seinen Rath Zurück von deinen Wegen, Vom Flus che weg zum Gegen. 9. Durch Eigenwillen kamst du oft In schreckliche Gefahren. Doch Gott erschien oft unverhofft, Dich Thoren zu bewahren. Er, der nicht, was du wollteft, that, Er 10. Gott sorgt für unser wahres Glück, Macht gut, was wir vers wirren, Und lenket unsern Gang zurück Zum Guten, wenn wir irren; Giebt immer das nur, was uns nüßt, Errettet uns und hilft und schüßt, Eh' wir Gefahren sehen, Eh' wir um Hülfe flehen. 11. Und diesem Vater wolltest du Dein Heil nicht anvertrauen? Nicht deines Lebens ganze Ruh Auf diesen Felsen bauen? Vertrau' ihm, und verzage nicht! Ein Her; voll fester Zuversicht Darf auch in Unges wittern Getroft sein, ohne Zittern. 12. Wirf als ein Kind voll Glaus bens dich In deines Gottes Arme, Und fleh' ihn, daß er väterlich, Auch deiner sich erbarme: So wird er, wie sein Wort verheißt, Auf Wegen, die du jetzt nicht weißt, Einst wirst bewundern müssen, Dich zu erretten wissen. 13. Oft scheint er zwar auf uns fern Schmerz, Als Bater, nicht zu achten; Da will denn unser banges Her; Vor Angst beinah' verschmach ten; Sucht Hülfe hier, und find't sie nicht; Will Trost sehn dort, und hat kein Licht; Will aus der Angst sich winden, Und kann den Weg nicht finden. 14. Gott aber geht gerade fort Er Auf seinen weisen Wegen. schweigt, und weiß schon Zeit und Ort, Wo sich die Angst soll legen. Und, wenn nun so sein Werk ges schehn, Dann kann der Mensch erst deutlich sehn, Wie der, der ihn res gieret, So gut ihn hat geführet. Von Gottes Werken. 40 In bekannter Melodie. 67. In allen meinen Thaten Laß ich den Höchsten rathen, Der alles kann und hat. Er muß in allen Dingen, Soll's anders wohl gelingen, Selbit Helfer sein durch Rath und That. 2. Vergebens ist mein Sorgen Vom Abend bis zum Morgen, Wenn er nicht sorgt und wacht. Er mags mit meinen Sachen Nach feinem Willen machen. Er hat noch alles wohlgemacht. 3. Es kann mir nichts gesche, hen, Als was er mir ersehen Und für mich nüßlich hält. Er thu', was ihm beliebet! Was er, mein Gott, mir giebet, Das hab' ich willig auch erwählt. 4. Ich traue seiner Gnade, Die mich auf seinem Pfade Vor allem Uebel schüßt. Leb' ich nach seinen Sätzen, So wird mich nichts verletzen, Nichts fehlen, was mir ewig nützt. 5. Er laffe meine Sünden Bor ihm Vergebung finden, Durchstreis che meine Schuld! Er heil'ge meine Seele, Und wenn ich oft noch fehle, So hab' er noch mit mir Geduld! 6. Leg' ich zum Schlaf mich nieder, Weckt mich der Morgen wieder Zu des Berufes Pflicht; Irr' ich auf finstern Wegen, Geh' ich dem Leid' entgegen; Stets ist sein Wort mein Trost und Licht. 7. Was Gort demnach beschlos fen, Dem will ich unverdroffen Mit Muth entgegen gehn. Kein Unfall unter allen Soll je zu schwer mir fallen; Mit Gott will ich ihn überstehu. 8. Ihm hab' ich mich ergeben, zu gehn aus diesem Leben, So bald er mir gebeut. Es sei heut' oder morgen, Dafür laß ich ihn sorgen; Er weiß gar wohl die rechte Zeit. 9. Co sei nun sein, o Seele, Ihm trau allein, ihn wähle Zum Schuk auf deinem Pfad. Es gehe, wie es gehe; Dein Vater in der Höhe, Der weiß zu allen Sachen Rath. Mel. Warum sollt' ich mich) 2c. Warum willst du doch für Schmerz, Immer ängstlich sorgen? morgen, Banges Herz, Dir zum Bozu dient dein täglich Grâmen? Nur dazu, Dir die Ruh' Ohne Noth zu nehmen. 68. W 68. 2. Gott hat dir geschenkt das Les ben, Seel' und Leib, Darum bleib' Ihm allein ergeben. Er wird ferverläßt Nicht, die an ihn denken. ner alles schenken. Traue fest, Er 3. Sage nicht: was soll ich essen? Gott hat dir Schon allhier So viel jugemessen, Daß der Leib sich kann ernähren. Uebriges Wird indeß Gottes Hand bescheren. Noth dir ist, Das, o Christ, Weiß 4. Was auf deiner Pilgerreife ja der Allweise. Sollte dir in dei nem Leben Kleid und Brod Bis zum Tod Seine Huld nicht geben? 5. Schau die Vögel in den Wäl dern! Spät und früh Nährt er sie. Schau, wie auf den Feldern Seine Hand die Blumen schmücket, Sie voll Pracht Reißend macht, Uns durch sie erquicket! 6. Ach! der Glaube fehlt auf Erden; War' er da, müßt' uns ja, Was uns noth ist, werden. Wer Gott kann im Glauben faffen, Der Vorschung. 41 14. Alles sei dir, Gott, befohlen, Was mir fehlt, Was mich quâlt; Nichts sei dir verhohlen. Sorge du, so will ich schweigen, Und vor dir, Nach Gebühr, Meine Knie beugen. 15. Ich will dir mit Freuden danken Fort und fort, Hier und dort, Und will nimmer wanken. Lob und Preis sei deinem Namen! Und dein Heil Sei mein Theil hier und ewig! Amen. wird nicht, Wenns gebricht, Von ihm sein verlaffen. 7. Wer nach Gottes Reich nur trachtet, Sein Gebot Bis zum Tod Ueber alles achtet; Der wird, wahrlich! nach Verlangen Speis und Trank Lebenslang Ohne Corg' empfangen. 8. Jeder Tag hat seine Plagen, Und du hast An der Lai Schon ge. nug zu tragen. Warum willst du für den Morgen, Der wol nicht Dir anbricht, So voll Kummer forgen? Mel. O wie selig find: c. 9. Mag die Welt denn immer 69. Herr, mein Licht, mein forgen! Mir giebt Gott, Was mir noth, Jeden Lebens Morgen. Sollt' ich ja in Mangel kommen, Daß mir hier Alles schier Würd' hinweggenommen: 10. Prüft er doch nur meinen Glauben; Und wie schön, Wenn ich den mir nicht laffe rauben! Er kann alles mir ersetzen, Und mein Herz Nach dem Schmerz, Väter lich ergößen. 11. O wie viele fromme Seclen. Leben so In Gott froh, Ohne Sorg' und Quälen! Sie befehlen Gott die Sachen. Selbst im Schmer; Spricht ihr Herz: Gott wird's doch wohl machen. 12. Sollte Gott mir nun versas gen In der Noth Kleid und Brod? Nein, Er hört mein Klagen. Er kommt, wahrlich! mich zu triften, Eh' man's meint, Und erscheint, Wann die Noth am größten. 13. Nun so harr' ich, Gott, im Stillen. Schenke du Kraft dazu Mir um Jefu willen. Sorge nur für's Wohl der Seelen, So wird mir Auch allhier Für den Leib niches fehlen. Heil, mein Leben! Wie kann ich dich gnug erheben? Was für Lies der stimm' ich an? Was soll ich zum Dank dir bringen? Und wie soll ich würdig singen, Was du, Herr, an mir gethan? 2. Oft hast du mein Herz gebeus get, Aber auch mir bald gezeiget, Daß du seist den Deinen nah. In der Nacht warst du verbergen; Doch bald kam der frohe Morgen, Da ich, Herr, dein Antlik sah. 3. Heilig, Herr, sind deine Wes ge! Wunderbar sind alle Stege, Die du deine Kinder führst; Wer muß nicht aus deinen Werken, Dir zum Preise, es bemerken, Wie ges recht du, Herr, regiert! 4. Nun, ich will dir fest vers trauen, Und auf deine Guade schauen, Wenn des Kreuzes Last mich drückt. Ich will still sein, hofs fen, schweigen, Stets vor dir, o Herr, mich beugen, Bis dein Beis stand mich erquicft. 3. Willst du deine Hülf' aufe schieben; Willst du meine Demuth üben; Herr, ich bin dein sünd'ger Knecht! Willst du mich zur Prüs Von Gottes Werken. 42 fung schlagen, Schickst du Trübfal, schickst du Plagen; Herr, du bleibst doch stets gerecht! 6. Deine Huld wird für mich forgen, Neu wird sie mit jedem Morgen, Selbst zur schwersten Prüfungszeit. Deine väterlichen Schläge Eind ja, wenn ich's recht erwage, Mittel meiner Seligkeit. 7. Ach! so stärke mir den Glau ben! Nichts, mein Gott, müff ihn mir rauben, Keine Freude, keine Pein! Laß mich deine Liebe schmecken; Laß in Noth und Angst und Schrecken Deine Gnade mich erfreun! Met. In dich hab' ich gehoffet zc. 9. It's Werk von dir, so gieb 70. Ich weiß, mein Gott, daß mir Glück; Ist's Menschenthun, so treib's zurück, Und laß mich s nicht beginnen. Was du nicht wirkst, Vflegt von sich selbst In kurzem zu zerrinnen. 10. Sucht aber dein und unser Feind, Was deine Weisheit gut ges meint, In Bifes zu verkehren: Doch fürcht' ich nichts Von seinem Zorn, Du kannst gar leicht ihm wehren. 11. Tritt du zu mir und mache leicht Das, was mir sonst unmög lich deucht. Reichst du mir deine Hânde: So kommt gewiß, Was ich anfing, zu einem guten Ende. 12. Ist auch der Anfang etwas schwer Und muß ich gleich ins tiefe Meer Der bittern Gorgen treten; Eo stärke mich Der Glaub' an dich, mit Freudigkeit zu beten. all' mein Thun Und Werk' auf dei nem Willen ruhn, Von dir kommt Glück und Segen! Dein Rath führt uns 3war wunderbar, Doch stets auf guten Wegen. 2. Es steht in feines Menschen Macht, Daß das gescheh', was er bedacht, Und er sich deffen freue; Dein Gegen, Herr, Macht's nur allein, Daß Menschenrath gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch mit ficherm Muth, Dies oder jenes sei ihm gut, Und ist doch weit gefehlet. Oft sieht er auch für schädlich an, Was doch dein Rath erwählet. 4. So fängt auch oft ein weiser Mann Ein Werk, das gut ist, fröh lich an; Und bringt's doch nicht zu Stande. Er meint, er bau' Ein festes Haus; Und baut es nur im Sande. schon da, Und lehrt, wie sehr Der Menschen Schlüsse trügen. 6. Ach, darum fleh' ich, Herr, zu dir: Send', o mein Vater, sende mir Dein kicht, um aut zu wählen! Du bist mein Gott, Gewähreit gern Die Wünsche frommer Seelen. 7. Gieb mir Verstand aus deis ner Höh', Damit ich ja nicht stolz besteh' Auf meinen Eigenwillen. Eei du mein Freund Und rathe mir. Hilf deinen Rath erfüllen! 8. Was dir gefällt, gefall' auch mir; Zufrieden sei mein Herz mit dir Bei allen deinen Wegen. Es soll, was dir Zuwider ist, Nie meine Seele hegen. 5. Wie mancher war in seinem Sinn Schon über alle Höhen hin; Doch eh' er sie erstiegen, Liegt er 13. Wer fleißig betet, dir vers traut, Wird alles, wo ihm sonst vor graut, Mit tapfern Much bes swingen. Die Sorge, die Ihn Vorsehung. drückt, wird fliehn, Ihm wird sein Werk gelingen. 14. 3war rauh ist oft der Tu gend Pfad, Den uns dein Wort gewiesen hat; Doch, wer ihn muthig gehet, Wird endlich, Herr, Durch deinen Geist Zu steter Wonn' erhöhet. 15. Du bist mein Vater, ich dein Kind; Was ich bei mir nicht hab' und find' Hast du in voller Gnüge. So hilf nun, daß Ich meinen Stand Wohl halt und herrlich siege. 16. Dein sei der Ruhm, dein alle Ehr'! Ich will dein Thun je mehr und mehr Mit freudigem Gemüthe Erzählen und Vor allem Volk Hochpreisen deine Güte. 43 4. Gott forgt für mich bei theuern Zeiten; Auch in der größten Hungersnoth Verschafft der Herr den frommen Leuten Zum Unters halt ihr täglich Brod. Ist's gleich nicht viel; doch glaube ich: Er fegnet es, und sorgt für mich. 5. Gott sorgt für mich und für die Meinen; Wie sehr wir auch verlassen sind: Er läßt uns seinen Trost erscheinen, Wenn alle Hoffnung schon zerrinnt. Geht es den Meinen kümmerlich, Und mir auch selbst: Gott sorgt für mich! 6. Gott sorgt für mich in meis nen Leiden! Das Kreuz, das er mir auferlegt, Berwandelt sich gar bald in Freuden. Und wenn Gott gleich die Seinen schlågt; So schlägt er doch nur väterlich Zu unserm Wohl; er sorgt für mich! 7. Gott forgt für mich in meis nem Alter! Da hebt und trägt mich, der mich liebt. Denn immer bleibt er mein Erhalter, Der mir in Schwachheit Stärke giebt. Wie er noch niemals von mir wich, Weiß ich auch dann: Gott sorgt für mich! Mel. Wer nur den lieben Gott ze. 71. Gott sorgt für mich! was soll ich sorgen? Er ist mein Vater, ich sein Kind. Er sorgt für heut', er sorgt für morgen, So daß ich täglich Spuren find', Wie Gott die Seinen väterlich Bersorgt und schützt. Gott sorgt für mich! 2. Gott sorgt für mich! Ihm will ich trauen! Ich weiß gewiß, was mir gebricht, Wird seine Huld mich laffen schauen, Sobald er nur sein Machtwort spricht; Drum bin ich jetzt und ewiglich Gar wohl versorgt. Gott forgt für mich! 3. Gott sorgt für mich nach Seel' und Leibe. Sein Wort ist's, das die Seele nährt; Und wenn ich mein Berufswerk treibe, Wird für den Leib auch Brod gewährt. Wohl dem, der ihm nur festig. lich Vertraut und glaubt: Gott forgt für mich! 8. Gott sorgt für mich auch in dem Sterben! Der Tod ist mir ein süßer Schlaf. In Christo sett er mich zum Erben, La mich sonst ew'ges Elend traf. Drum nimmt er meinen Geist zu sich In seine* Ruh'. Gott sorgt für mich! 9. Gott forgt für mich auch noch im Grabe! Dem Leibe giebt er da die Ruh. Und wenn ich ausgeschlafen habe, So führt er mich dem Himmel zu; Wo Seel' und Leib auf ewig sich Vereinigen. Gott forgt für mich! 4 44 Von des Menschen Fall 3weite Abtheilung. Von des Menschen Fall und Verderbniß. Mel. Auf meinen lieben Gott zc. 72. Du, der kein Böses thut, Du schufft den Menschen gut, Und gabst ihm Licht und Kräfte Zum feligen Geschäfte, In Heiligkeit zu wandeln, Und recht vor dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach! wir dein Eigenthum, Wie tief sind wir gefallen! Wo ist Jetzt unter allen Ein Mensch ganz rein von Sünden Vor dir, o Gott, zu finden? 3. Hier ist kein Unterschied. Dein helles Auge sieht Auf alle Menschenkinder, Sieht alle sie, als Sünder. Da ist vor dir, Herr, kei ner Unschuldig, auch nicht einer. 4. Verderbt ist unser Sinn. Die Weisheit ist dahin, Die uns regies ren sollte, Was unser Schöpfer wollte, mit kindlich frommen Tries ben zu wählen und zu üben. 5. Der Sinne Lust und Schmerz Rührt, leider! unser Herz Mehr als die höhern Freuden, Mehr, als die größern Leiden, Die wir, auf Ewigkeiten Selbst unserm Geist bereiten. 6. Dir folgen, dünkt uns Zwang; Des Herzens böser Hang Reißt und mit starkem Triebe, Zur schnöden Sündenliebe. Und wer vermags zu zählen, Wie oft wir vor dir fehlen? 7. D Herr, was uns gebricht, Laß in der Wahrheit Licht So heil. fam uns erkennen, Daß wir vor Eifer brennen, Der Sünde zu ents fagen, Der Beßrung nachzujagen. 8. Wohl dem, der sie gewinnt! Gott! so verderbt wir sind, So willst du uns doch heilen, Und uns die Kraft ertheilen, Schon wieder hier auf Erden Dir gleichgesinnt zu werden. 9. Herr, diese deine Huld Laß uns durch unsre Schuld Nicht fres ventlich verscherzen! Erwecke uns fre Herzen, Dir nicht zu widerstre ben, Damit wir ewig leben! Met. Jesu, der du meine Seele zc. 73. Schöpfer, Vater aller We fen! Der, voll segnender Begier, Menschen sich zum Dienst erlesen, Ach! was ist der Mensch vor dir? Wenn ich deine Größ'erwäge, Und, was ich bin, überlege; O, wie nies drig und wie klein muß ich dann mir selber sein! 2. Nichts von Wahrheit, nichts von Güte Wohnet in mir von Nas tur. Wo ist jetzt in dem Gemüthe Jener ersten Schönheit Spur? Ach! dein Bild ist ganz verblichen, Und der Tugend Kraft entwichen; Auch mein Leben fällt dahin, Wie die Blumen, die verblühn. 3. Wie beherrscht der Trieb zur Sünde Noch so mächtig mein Ges müth, Und macht mich zu einem Kinde, Das vor seinem Vater flieht! Ach! ich seh mit Scham und Schrecken So viel Fehler, so viel Flecken, Und in der verderbten Brust Regt sich täglich böse Lust. 4. Was ich Gutes an mir habe, Ist von deiner Baterhand: O wie manche gute Gabe, Hast du, Herr, und Verderbniß. 45 mir zugewandt! Selber auf dem schen nicht ergründen. O heile du Sündenpfade Trägt mich schonend deine Gnade. Nähmest du zurück, was dein, Herr, was würde übrig sein? aus Gnaden Der Seele tiefen Schaden! 2. Auch wird des Herzens Grund mir selbst durch Thaten kund, Die mein Gewissen nagen; Wie müßt' ich ganz verzagen, Wenn du sie, Herr der Welten, Mit Etrenge wollt'st vergelten. 5. Doch die Menge deiner Ga Ben Klagt nur meinen Undank an; Weil ich sie oft ganz vergraben, Oft damit nur groß gethan, Oft voll Leichtsinn sie verschwendet, Und zu Sünden angewendet. O wie häuft sich meine Schuld Durch Berachtung deiner Huld! 6. Sieh, hier lieg' ich in dem Staube, Tief vor dir, mein Gott, gebückt; Doch mein demuthsvol ler Glaube, Der auf meinen Hei land blickt, Hofft auf deine Bater güte, lind mein tiefbeschämt es müche, Das die Zuversicht verlor, Hebt sich jetzt zu dir empor. 7. Ja die Wunder deiner Liebe Ziehen ganz mein Herz zu dir. Ach, erhalte felbst die Triebe Treuer Dankbarkeit in mir. Vater, laß das schwache kallen Meines Lobes dir gefallen, Bilde mich, dein Ei genthum, Ganz zu deines Namens Ruhm. 8. Meine Kräfte, meine Glieder Sind zu deinem Dienst bereit. Herr, ich falle vor dir nieder Voll von Ehrerbietigkeit. Deinen Willen thun und leiden, Sei die Quelle 75. Der Hang zum Bösen Der ang zum Bösen. Mel. So wahr ich lebe, spricht: c. meiner Freuden! Gott und Herr der ganzen Welt, Thu' mit mir, was dir gefällt. 3. Ich habe wider dich, Den Nächsten und auch mich Vielfältig, Herr, gehandelt; Ich bin den Weg gewandelt, Der Menschen von dir wendet Und sich in Elend endet. 4. Verwirf mich nicht von dir! Hilf, mein Erbarmer, mir; Er neu're meine Seele, Daß sie nur Gutes wähle. Wer kann mich sonst vom Bisen, Als du allein, erlösen? 5. Drückt gleich der Sünden Joch mich sehr, so bleibt ja doch Weit macht'ger deine Gnade; Wie groß auch sei mein Schade, So kannst du ihn doch heilen Und Le ben mir ertheilen. 6. Hat sonst der Sünde Mache In mir ihr Werk vollbracht, So gieb mir Lust und Stärke, Daß ich nur gute Werke Beschließe und volls ende Bis an mein fel'ges Ende. Tiefes Verderben des Herzens. Mel. Wo soll ich flichen hin zc. 74. Mein Gott, dir ist bes wußt Die inn're böse Lust, Die Quelle meiner Sünden, Die Men wohnt in mir! Auch da ich schon mein Gott, von dir Geheiligt bin, versucht er mich Zu Sünden noch, und stärket sich Durch Leidenschaft und Sinnlichkeit, zu thun, was dein Gefeß verbeut. 2. Ich seh's, die Tugend, Gott, ist schön, Ich will auch ihre Bahn nur gehn, Betrete sie voll Lust und 4* 46 Von des Menschen Fall Muth; Ich weiß, daß, wer nicht werd' ich dann, wie rein, Wie Günde thut, Und seine Pflichten herrlich und wie selig sein! nicht vergißt, Hier ruhig und einst felig ist. 3. Doch oft erwacht in meiner Brust Die unterdrückte böse Lust, Und locket mich zur Sicherheit Und eiteln Selbstgefälligkeit. Gelingt es ihr, so glaub' ich dann Auch leicht, daß ich nicht fallen kann. 4. Dann bin ich bald verführt; denn ach! Wer stolz und sicher wird, ist schwach, Bergrößert seine Kráfs te sich, llnd traut auf sich mehr, als auf dich. Scheut nicht die Feinde, die ihm draun, Wird tråg' und laß, und schlummert ein. 5. Und, o wie nah' ist dann sein Fall! Wenn er, versuchet überall, Von außenher und durch sein Herz, Mit Lust, Gewinn und Furcht und Schmer; Nun kämpfen foll; wie leicht, wie leicht Verliert er alle Kraft, und weicht! 6. Ich fühle meine Schwachheit, Gott! Mich schrecken leicht Gefahr und Spott; Zerstreuung und Vers messenheit, Des Beispiels Reitz, die Weichlichkeit, Ein stark Gefühl für Lust und Schmerz, Wie leicht verderben die das Herz! 7. Wer kann mir beistehn? du allein Sollst meine Hülf' und Stärke sein! Laß meine Schwach heit immer mit Vor Augen stehn, daß ich von dir Nie weiche, daß Ich standhaft sei, Dir bis zum Tode selbst getreu. 8. Dann kommt die Zeit, da Herr, von dir Der Hang zum Bösen ganz in mir Vertilgt und ausgerottet wird, Da nie Verstand und Her; mehr irrt! Wie heilig Von der Sünde Uebermacht. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. 76. Ach! wann werd' ich von der Sünde, Gott, mein Vater, völlig frei, Daß ich ganz sie überwinde, Ganz dir wohlgefällig fei? Noch nicht, ich gesteh's mit Thras nen, Kann ich mich von ihr entwöh nen. Noch, zu oft noch, regt sie sich, Und versucht zum Bófen mich! 2. In der Andacht fel'gen Stuns den, Wo mein Geist die Wahrheit hört, Hab' ich gnug das Glück em> pfunden, Daß die Frömmigkeit ges währt, Habe nichts so sehr hienies den Mir gewünscht, als innern Frieden, Als ein Herz, dir ganz ges weiht, Als der Tugend Seligkeit. 3. Voll von heiligen Entschlüffen Schmur ich dann, dir treu zu sein. Und mit wachsamen Gewissen Meis ner Unschuld mich zu freun; Willig wollt' ich da mein Leben Dir, mein Gott, jum Dienst ergeben, Aller Sünde widerstehn, Stand. haft deine Wege gehn. 4. Aber, ach! zu schnell empóret Sich der Leidenschaften Macht; Die verdunkelt, schwächt und stó ret, Was ich sonst so gut bedacht. Plößliche Versuchungszeiten, Beis spiel, Reitz der Eitelkeiten, Deren Schwarm mich stets umringt: Das ist's, was zum Fall mich bringt. 5. O ich Armer, dem zur Treue Feste Seelenstärke fehlt, Den so oft aufricht'ge Reue, Und so oft doch fruchtlos quâlt: Ach, wer wird mich ganz vom Bösen, Von des Todes Leib erlófen? Ich und Verderbniß. Elender! wer befreit Ganz mich von der Sündlichkeit? 6. Du verzeihst, Gott, die Ge brechen Meiner fündigen Natur: Nicht die Schwachheit wirst du rå chen; Bösen Vorfaß strafst du nur. Hätt' ich nicht den Trost: ich wür de Unter meiner Fehler Bürde Ganz erliegen, und mich dein, Hochstes Gut, nie tónnen freun. 7. Stellet mir denn hier auf Erden Lebenslang die Sünde nach; Kann ich nicht vollkommen werden; Bin und bleib' ich immer schwach: O so fegne mein Be streben, So gerecht ich kann, zu leben, Daß ich doch von Heuche lei Und von Bosheit ferne sei. 8. Wenn ich falle, laß mich's merken; Laß mich streben aufzu stehn. Eile, mich, dein Kind, zu stärken; Lehre selbst mich fester gehn! Warne mich, sei mein Be gleiter; Täglich führe, Gott, mich weiter, Bis ich in der Ewigkeit Dringe zur Vollkommenheit. 47 strömer nicht der Tugend Heil und Segen Von dir entgegen? 4. Wie würde jede wahre Luft auf Erden Erhöht, und jede Last erleichtert werden, Wenn unser Herz den Täuschungen der Sünde Stets widerstünde! Elend auf der Erde, Das von der Sünde nicht geboren werde! Wie enden sich nicht jeder Thorheit Freuden In bittre Leiden! 5. Doch ach! sie herrscht, um alles zu zerrütten, Erschüttert Thronen, und verwüstet Hütten, Trübt jeden Segensquell, droht allen Tagen mit neuen Plagen. 6. Wann können Sünder froh zum Himmel schauen, An dich, Gott, denken, ohne Furcht und Grauen? An Tod und Grab, und an ein ew'ges Leben, Und nicht erbeben? 7. Die Lust zum Bösen fesselt sie und wüthet; Sie leiden selbst durch das, was sie gebietet, Und bahnen sich den Weg durch ihre Freuden Zu Gram und Leiden. 8. Wie können wir denn, Gott dich gnug erheben, Daß du uns führen willst den Weg zum Les ben, Und heiligen und stärken, alle Sünden zu überwinden. Traurige Folgen der Sünde. Met. Herzliebster Jesu, was ic. 9. Heil uns, daß uns dein Sohn mit dir versöhnte; Uns Licht gab, 77. Gott, wo ist noch und und des Sündenjochs entwöhnte, Und Lust und Trieb, auf deiner Bahn zu wandeln, Und recht zu handeln. 10. Laß uns denn immer mehr geheiligt werden, Und dir stets folgfam, dir getreu, auf Erden Thun, was du willst, bis wir, zu dir erhoben, Dich ewig loben. 2. O wären wir vom Jung ling bis zum Greife, Gehorsam dei nem Willen, gut und weise; Was würden wir mit freudigem Ges wiffen Für Glück genießen! 3. Schön, heilsam, zahllos, Va ter, sind die Gaben, Die wir von Strafen der Sünde. Mel. Es ist gewißlich an der ze. bir zu wahren Freuden haben. Wo 78. Gott, du bist heilig und 48 Von des Menschen Fall gerecht In allen deinen Wegen, Du ernstes Strafgericht nicht scheut, krónst das menschliche Geschlecht 3war gern mit deinem Segen, Doch dringst du auch auf Frómmigkeit, Weil die nur zur Zufriedenheit Und ew'gem Glück uns leitet. 2. Drum willst du auch, daß in der Welt Ein jeder die Gesetze, Die deine Weisheit fest gestellt, In Ehren halt und schätze. Wer davon weicht, der weicht zugleich Von seinem Glück; in deinem Reich Ist nur der Fromme glücklich. 3. Ja, Herr, dein heiliges Ge. richt Zeigt sich uns schon auf Erden; Du läsfest, fürchtet man dich nicht, Und hier schon Beugen werden, Daß du auf unsre Thaten siehst Und ein gerechter Richter bist Zur Ahndung alles Bófen. 4. Es klagt uns das Gewissen an, Wenn wir dir widerstreben; Straft uns, daß wir nicht recht gethan, Straft unser böses Leben. Da flieht der Fried' aus unsrer Brust; Und auf die schnöde Súns denlust Folgt eine bittre Reue. 5. Du strafft auch hier den Sün der schon Für seine bösen Thaten, Und läsfest ihn in Schimpf und Hohn, In Angst und Noth geras then. Hat er die Sünde nicht ges scheut, Hat ihn ihr falscher Reiß erfreut, So fühlt er ihre Leiden. 6. Doch blos zu ihrer Befferung Strafft du, o Gott, die Sünder, Und züchtigst nur zur Heiligung 80. Die Herrlichkeit der Er Mel. In allen meinen Thaten: c. Auch deine schwachen Kinder. Wohl dem, der sich noch bessern lernt, Sich von dem Sündenpfad entfernt Und deiner Zucht gehorchet. den Wird einst vernichtet werden, Und nichts bleibt ewig stehn. Das, was uns hier ergóket, Was man so hoch oft schätzet, Wird als ein leichter Traum vergehn. 7. Weh' aber dem, der in der Zeit Nicht deine Warnung höret; Dein Und nicht zu dir sich kehret; Wie schrecklich ist dereinst sein Theil! Wenn du den Frommen volles Heil In jener Welt wirst geben. 8. Herr, dies bezeugt dein wah res Wort, Du kannst umsonst nicht drauen. O hilf uns, daß wir immer. fort Den Weg der Sünde scheuen. Nimm unfer dich erbarmend an, Und leit' uns auf der Tugend Bahn, Daß jeder selig werde. Met. Mir nach, spricht Chriftus: c. 79. Wer Gott verläßt und Sünde thut, Beraubt sich wahrer Freuden. Ihm fehlt Beruhigung und Muth In Trübfal, Schmerz und Leiden. Das Scheinglück, das er sich versprach, Lást nichts als Gram und Reue nach. 2. Wer Sünde thut, sieht schrek, kensvoll Sein Ende näher kommen. Die Hoffnung, die ihn trösten soll, It seinem Geist benommen. Er liebte Gott und Jesum nicht, Und auf den Tod folgt das Gericht. 3. So folget Trübfal, Angst und Pein Dem Laiter schon auf Erden. Unendlich größer wird die Pein In jenem Leben werden. Ach! fürchy, terlich ist beides mir: Gott, führ' vom Lafter mich zu dir! mühseligkeit und Zichtigkeit des irdischen Lebens. und Verderbniß. 2. Was ist der Menschen Leben? Stets mit Gefahr umgeben, Boll Unruh, Last und Müh. Was hilft uns Macht und Würde? Sie meh. ren unsre Bürde, Und stillen unsre Wünsche nie. 3. Der Ruhm, nach dem wir trachten, Den wir unsterblich ach ten, Ift oft ein falscher Wahn: So bald der Geist gewichen, Und unser Leib verblichen, Fragt oft. kein Mensch, was wir gethan. 4. Wie bald wird das zerrinnen, Was wir mit Müh' gewinnen, Was unser Fleiß erwirbt? Kann wol, was wir besitzen, Uns vor dem To de schüßen? Entweicht nicht alles, wenn man stirbt? 5. Sogar der Herrscher Thrö. nen- Was sind sie? giebts hier Kronen, Die unverwelklich blühn? Kann vor des Grabes Schrecken Der Purpur dich bedecken? Die Krone dich dem Tod' entziehn? 49 unser Haus gebracht. Man schei det von den Seinen, Die hülflos uns beroeinen, Und uns bedeckt des Grabes Nacht. 6. Was find des Lebens Freuden? Wie oft begleiten Leiden Den süßes ften Genuß? Dem froheiten der Tas ge Folgt oftmals bittre Klage, Er. zeugt durch Unmuth und Verdruß. 7. Wie, wann die Sonn' auf gehet, Die Rose blühend stehet, In ihrer schönsten Zier; Und doch verwelkt sich beuget, Eh' sich der Abend zeiget, So blühen und vers welken wir. 10. Dies lehr' mich, Herr, bes denken, Mein Herz zum Himmel lenken, Da er mir offen steht. Er. inn're mich bei Zeiten, Beim Reiß der Eitelkeiten, Daß dieser Erde Lust vergeht. 8. Froh wachsen wir auf Erden Und hoffen alt zu werden, Von Schmerz und Sorgen frei; Doch, in den schönsten Tagen, Bricht, eh' wir Früchte tragen, Uns oft des Todes Sturm entzwei. Met. Ich hab' mein' Sach' Gott ze. 81. Wie flieht dahin der Mens schen Zeit! Wie eilen wir zurEwig. keit! Wie manchen deckt, eh' er's gedacht, Des Todes Nacht! O Seetc, nimm dies wohl in Acht! 2. Dies Leben ist gleich einem Traum; Gleich einem lichten Was serschaum It alle seine Herrlich. keit. Der Strom der Zeit Reißt schnell uns fort zur Ewigkeit. 3. Nur du, mein Gott, du bleibest mir Das, was du bist, ich traue dir. Es falle Berg und Hügel hin! Mir bleibt's Gewinn, Wenn dein ich todt und lebend bin. 9. Wir rechnen Jahr'auf Jahre; Inzwischen wird die Bahre Vor 4. So lang' ich noch auf Erden wohn', Erinn're mich, o Gottes Sohn! Mir sei nicht kund mein Todestag; Damit ich wach' Und wann er kommt, bereit sein mag. 5. Was hilft die Welt in Codes. noth? Lust, Ehr' und Reichthum nach dem Tod? Bedenk's, o Mensch, was eilest du Dem Schatten zu? Kein irdisch Glück giebt wahre Ruh. 6. Weg Eitelkeit, der Thoren Lust. Mir ist ein beßres Gut be. wußt. Nur darnach geht mein Streben hier, Das bleibet mir. Herr Jesu, mich verlangt nach dir. 7. Wie wird mir sein, wenn ich 50 Von der Erldsung dich seh' Und froh zu deiner Rech mich, Daß eifrig ich Bis an mein ten steh'? O mein Erlöser, stärke Ende liebe dich. Dritte Abtheilung. Von der von Gott veranstalteten Erlösung der Menschen durch Jesum Christum. Bestimmung seines Sohnes zum Erlöfer. Mel. Es ist, das Heil uns zc. 82. Heil uns! aus unfrer Sündennoth Ist Rettung uns erworben, Der Herr will nicht des Sünders Tod. Was Adams Fall verdorben, Hat er aus Gnaden uns ersetzt. Wie werth sind wir vor ihm geschätzt! Wie groß ist sein Erbarmen. 2. Selbst seinen eingebornen Sohn Sandt' er zu uns auf Erden, Von dem verdienten Sündentohn Ein Retter uns zu werden. Er kam, und mit ihm unser Heil; Er Eam, am ew'gen Leben Theil Uns wieder zu erwerben. 3. Wo ist, o Tod, dein Stachel nun? Hier ist dein Leberwinder. Für unfre Schuld genug zu thun, Starb er, das Heil der Sünder, Wo ist nun, Sünde, deine Kraft! Hier ist der, der uns Kräfte schafft, Dein Joch von uns zu werfen. 4. Gelobt sei Gott! gelobt sein Sohn, Der Retter unsrer Seelen! Nun kann uns auch auf Erden schon Das wahre Glück nicht fehlen, Getrost und froh in Gott zu sein, Wenn wir uns nur dem Heiland weihn, Den Gott für uns verordnet. 5. Was er zum Leben uns vers. schafft, Das ist in seinen Händen; Sein ist das Reich, sein ist die Kraft, Das Heil uns zuzuwenden, Daß er so liebreich uns erwarb, 2013 er für uns am Kreuze starb. Wohl allen, die ihm trauen! 6. O last uns ihm uns an vertraun, Und niemals sein uns schämen, Auf seine Mittlershülfe baun, Sein Joch auch auf uns nehmen: Das ist der Weg zum ew'gen Wohl, Der Weg auf dem man friedenvoll Auch schon auf Erden wandelt. 7. Herr, laß uns diese Seligkeit Doch über alles schätzen! Nie können Güter dieser Zeit Den Mans gel uns ersetzen, Wenn uns das größte Gut gebricht, Ein reines Herz voll Zuversicht Zu dir, Gott unferm Bater. 8. O lenk auf dies erhabne Glück Der Seele stärkste Triebe! Scheuch mächtig unser Herz zurück Von schnöder Sündenliebe! An dem uns theu'r erworbnen Heil Laß uns, im wahren Glauben Theil zu haben, ernstlich streben. Mel. Ich dank die schon durch zc. 83. Gedanke, der uns Leben giebt! Wer kann dich ganz durch denken? ,, Also hat Gott die Welt geliebt, Uns seinen Sohn zu schenken." 2. Hoch über die Vernunft er höht, Umringt mit Finsterniffen, Füllst du mein Herz mit Majestát, Und stillest mein Gewissen. durch Jesum Christum. 3. Ich kann der Sonne Wunder ben hier Für dich jemals erkalten? nicht, Noch ihren Bau ergründen, Und doch kann ich der Sohne Licht, Und ihre Wärm' empfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rath Von Jefu Tod ergründen; Allein das Göttliche der That, Das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost: daß Jesus Christ Auch meine Schuld getragen, Mein Gott und mein Erlöser ist; So werd' ich angst, voll zagen. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn: So werd ich irren müssen, Und wer Gott ist, und was ich bin, Und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit Soll mir kein Spotter rau ben. Ich fühle seine Göttlichkeit, Und halte fest am Glauben. 8. Ich bin nun ganz dein Eigenthum, Durch dich des Himmels Erbe; Dies, Sohn des Höchsten, ist mein Ruhm, Auf den ich leb' und sterbe. Dies ist die Lieb', o Herr, zu dir, Dein Wort von Herzen halten. 14. Erfüll' mein Herz mit Danks barkeit, So oft ich dich nur nenne; Und hilf, daß ich dich allezeit Treu vor der Welt bekenne. 9. Du giebst mir deinen Geist, das Pfand, Im Glauben mich zu stärken, Und bildest mich durch dei ne Hand zu allen guten Werken. 10. So lang' ich deinen Willen gern, mit reinem Herzen thue; So fühl ich eine Kraft des Herrn, Und schmecke Fried und Ruhe. 51 15. Soll ich dereinst noch würdig sein, Deswegen Schmach zu leiden, So laß mich keine Schmach und Pein Von deiner Liebe scheiden. 16. Und sollt' ich, Gott nicht für und für Des Glaubens Freud' eme pfinden; So wirk' er doch sein Werk in mir Und rein'ge mich von Sünden. 17. Hat Gott und seinen Sohn geschenkt,( Laß mich noch sterbend denken) Wie sollt' uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht alles schenken! 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt, Und ich zu dir, Herr, trete; Weiß ich, daß dein Herz mein ge denkt, Und thut, um was ich bete. 12. Ich weiß, daß du, mein Heis land, lebst, Und einst auch aus der Erde mich weckest, und dahin er. hebst, wo ich dich schauen werde. 13. Kann unfre Lieb' im Glau. Mel. Ermuntre dich, mein 2c. 84. Also hat Gott die Welt geliebt, Und sie so hoch geehret, Daß er selbst seinen Sohn ihr giebt! Das preise, wer es höret! Ihn, der so viel an uns gethan, Ihn bete dankvoll jeder an, Der dies von Gott erkennet, Und seis nen Gott ihn nennet. 2. Wer hat wol einen Vatersinn Und giebt sogar für Sünder Sein Kind zu ihrer Rettung hin, Das liebste seiner Kinder! Und so, so liebt uns Gott der Herr! Wer ist an Huld so reich als er? Er schen< ket uns Verlornen Selbst seinen Eingebornen. 3. Er schenkt ihn, daß die Sün denwelt Befreit und diese Erde, Dem, der forthin zu Gott sich hält, Des Himmels Vorhof werde! Daß jeder, der an Christum glaubt, Und Von der Erlösung 52 Sünden sich nicht mehr erlaubt, In Gottes Gnade stehe, Und nicht verloren gehe. 4. D welch ein Glück! befreit von Schuld, Gereinigt im Gewis fen, Voll Trost an Gottes Vater huld Im Herzen Ruh' genießen; Den Himmel vor sich offen sehn, Und einst zu seinen Freuden gehn. Dies Glück uns zuzuwenden, Ließ Gottes Sohn sich senden. 5. Wer kann dies wiffen, Gott, und doch Dir fühllos widerstreben? So hoch geliebt sein, und dennoch Sich weigern, dir zu leben? O sollt ich, da dein Sohn selbst stirbt, Und mir ein ew'ges Heil erwirbt, Nicht deine Lieb' empfinden? Wie häuft ich meine Sünden! 6. O welch ein Greul! wie werth wär' ich, mit jeder Plag' auf Erden, Und mit noch größern ewigs lich Von dir bestraft zu werden. Nein, immer fern sei hier von mir Ein solcher Undank! Vater, dir Und deinem Sohn ergeben, Will ich dir einzig leben. 7. D schenke du mir selbst die Kraft, Daß ich im wahren Glauben An ihn, auch wandle tugendhaft, Mir nicht mein Heil zu rauben. Wie könntest du, da du mir schon Geschenkt haft deinen eignen Sohn, Nicht gnädig mein gedenken, Und mit ihm alles schenken? 8. Ich hoff' es, Gott, voll 3us versicht, Ich will das Böse haffen, Bertraun auf deinen Sohn, und nicht von ihm mich trennen lassen. Durch ihn, o Vater, bin ich dein, Und ewig, ewig will ich's sein; Will deinen Willen üben, Dich über alles lieben. Mel. Werde munter mein Gem. se, 85. Gott, mein Vater, mein Gemüthe Schaut mit ehrfurchts. vollem Blick In den Abgrund dei ner Güte, In das uns bestimmte Glück; O wie groß ist deine Huld! Unfre ganze Sündenschuld Willst du uns so gern vergeben; Denn du hast nur Lust am Leben. 2. Ich verehre, Gott, voll Liebe, Deiner Gnade weisen Rach, Die aus eignem freien Triebe Unfrer sich erbarmet hat. Uns Verlornen dachtest du Rettung vom Verderben zu, Und, dies Glück uns zu erwer ben, Sollte dein Geliebter sterben. 3. Weifer Nachschluß voll Ers barmen, Boller Huld und Freunds lichkeit, Der uns, uns verlaß'nen Armen, Gnad' und reichen Troft verleiht! O wie hast du uns ges liebt, Daß dein Sohn sich für uns giebt, Die verscherzten Seligkeiten, Uns aufs neue zu bereiten. 4. Ja, du zeigt aus weiserliebe Und zur Gnade selbst die Bahn; Führst durch deines Geistes Triebe Uns zur Buß' und Glauben an. Wer nicht in der Sünde bleibt, Standhaft an den Mittler glaubt, Soll, befreit von dem Verderben, Himmels Freuden einst ererben. 5. Du bestimmest zum Verders ben Auch nicht Einen, deine Huld Hilft auch Sündern; wenn sie sters ben, Sterben sie aus eigner Schuld. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, Den trifft seines Leichtsinns Lohn. Sein beharrlich Widerstreben Raubt ihm Gnade, Heil und Leben. 6. Ewig sei mit Dank befungen, Was dein Rath beschlossen hat. Mit und preifen Engelzungen Die burch Jefum fen weisen heil'gen Rath, Den der Glaub' in Demuth ehrt, Die Vers nunft erstaunend hört, Wo der En gel Tiefen findet, Die er niemals ganz ergründet. 7. Bater, hilf mir darnach stres ben, meines Heils gewiß zu sein. Richte du mein ganzes Leben Nur nach deinem Willen ein! Laß des Glaubens Furcht und Kraft, Die dein Geist nur in uns schafft, Mir das sichre Zeugniß geben, Daß ich geh' den Weg zum Leben. 8. Uleberzeugt von deiner Gnas de, Und gewiß, dich einft zu sehu, Will ich selbst des Todes Pfade Ohne Graun und muthig gehn. Hab' ich deine Gnade nur, So wird keine Kreatur Mich von deiner Liebe trennen, Dir mich nicht ent reißen können. Chriftum. 53 4. Wer den Sohn ehrt, ehrt zugleich Gott, durch den wir leben. It des Vaters Macht und Reich Ihm nicht übergeben? Wer zu Jesu, Herr, Herr! spricht, Und doc) Bóses übet, Kennt ihn und den Vater nicht, Der nur Fromme liebet. Miel. Christus der uns selig 2c. 86. Von der Gottheit ew'gem Thron Kam zu uns auf Erden, Je sus Christus, Gottes Sohn, Unser Heil zu werden. Er, er ward ein Mensch, wie wir; Daß wir selig würden, Ulebernahm er willig hier, Schwerer Leiden Bürden. 2. Nun herrscht er voll Majestät Nach vollbrachtem Leiden, Als der Held, von Gott erhöht, Und regiert mit Freuden Weisheitsvoll das große Reich, Das ihm Gott geges ben; Fromme sollen Engeln gleich, Mit ihm ewig leben. 5. Ewig liebe dich mein Herz, Göttlicher Erbarmer! Denn durch deinen Todesschmer; Leb' und sieg ich Armer, Du, du kennst, o Mens schenfreund, Unfre Leidensstunden, Und wie ein Verlaßner weint, Haft du selbst empfunden. 3. Ehrfurcht und Gehorsam foll Ihm der Mensch bezeigen; Aller Knie sich demuthsvoll Vor dem Mittler brugen; Freudig jede Na tion Es mit Dank bekennen: Er fet Gettes höchster Sohn, Unser Herr zu nennen. 6. Du, den in der Niedrigkeit Noch und Angst umgaben, Kannst nun in der Herrlichkeit Mitleid mit uns haben. Jene Seelenangſt die du Für uns haft ertragen, Ift die Quelle unsrer Ruh, Lindert unfre Plagen. 7. Wenn Gebet und Angstges schrei Zu dem Himmel dringen, Stehst du mitleidsvoll uns bei, Hilfit den Sieg erringen; Schenkest unsern Seelen Licht, Unsern Herzen Leben, Daß wir, schreckt uns das Gericht, Nicht als Sünder beben, 8. Du kannst zur Zufriedenheit Uns im Staub erhöhen. Und so bald dein Wink gebeut, muß die Nacht vergehen. O wie weicht da alles Leid, Wo du gnädig wohnest, Und mit Muth und Freudigkeit Gläubige belohnest. 9. Jesu, weiche nicht von mir, Reiche mir dir Hände, Daß auch ich den Weg zu dir Glücklich einst vollende! Laß, weil ich auf Erden bin Und mit Noch umgeben, Deis nen liebevollen Sinn Meinen Geist beleben, Univ.- Bibl. Giessen 54 Von der Erlösung 10. Lehre in der Todesnacht, Wenn die Augen brechen, Mich dein Wort: Es ist vollbracht! Auch mit Freuden sprechen. Hilf, daß ich mein Vaterland Dann im Geist erblicke; Daß mich in des Vaters Hand Ew'ge Wonn' erquicke. Mel. Herzlich lich hab' ich dich zc. 87.Von on ganzem Herzen preif ich dich, mein Heiland, denn du liebtest mich, Eh' ich dich lieben konnte; Nahmst mehr, als ich dir danken kann, Dich meiner schon erbarmend an, Eh' ich zu sein be. gonnte. Du legtest längst vor mei ner Zeit Den Grund zu meiner Seligkeit; Und nunmehr, da ich leb' und bin, Schaffst du mir deis nes Heils Gewinn. Herr, Jesu Chrift! Wie liebst du mich, wie liebst du mich! Dein freuet meine Seele sich. 2. O möcht' ich dir doch für dein Heil, Du hier mein Trost, und dort mein Theil, Nur würdig danken tónnen! Laß mich so, wie du es verdienst, Da du zu meinem Heil erschienst, Für dich in Lieb' entbren. nen! Erhaben über allen Dank, Bedarfst du meinen Lobgefang 3war, Herr, zu deiner Größe nicht; Doch bleibt es ewig meine Pflicht, Dir freudenvoll mein Herz zu weih'n, mein Herz zu weih'n, Und Herold deiner Huld zu sein. 3. Des Elends Abgrund naht' ich mich; Du sahst es und erbarm test dich, Als ich versinken wollte. Du, du beschloffest, ob ich zwar Ganz unwerth deiner Gnade war, Daß ich nicht sinken sollte. Dich kannt' ich nicht und rief dir nicht; Doch wandtest du dein Angesicht Erbarmungsvoll herab zu mir, Und schwurst Erlösung; schwurst bei dir: Ich will den Tod des Süns ders nicht, des Sünders nicht. Ich komm', und rett' ihn vom Gericht. 4. Du kamst; doch da zerflossen nicht Die Wolken unter dir in Licht, Den Kommenden zu ehren. Die Berge wurden nicht erregt, Der Erde Gründe nicht bewegt, Du kamst nicht zu zerstören. Dich küne digte kein Sturmwind an, Kein fressend Feuer ging voran, Kein Donner rollte, und kein Blitz Schoß durch die Himmel, deinen Sit; Du kamst allein zum Heil der Welt, zum Heil der Welt, Sanft, wie der Thau vom Himmel fällt. 5. Ein Mensch, nicht machtig und nicht reich, Nur arm und niedrig, Knechten gleich, Erscheinst du, von den Ketten Der Sünde und des Todes mich,( O ewig, ewig preis ich dich!) Mitleidig zu erretten. Du botst mir húlfreich deine Hand Vom Kreuze her, und ich empfand, Wie glücklich ich vom Elend frei Durch dich, mein Heiland, worden sei. Von Sünd' und Tod, Herr, halfst du mir, und hilft noch mir. Auf ewig Preis und Dank sei dir. Von der Perfon Jesu. Mel. Der Tag der ist so ze. 88. Anbetung, Preis und Dank sei dir, O Jesu, unser Leben! Preiss würdig bist du für und für. Wer kann dich gnug erheben? Eh' noch die Welt ward, warst du schon Groß, herrlich und des Höchsten Sohn, Mit ihm von gleicher Ehre. Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, Und durch Jesum Chriftum. du beherrscheft weit und breit Der Kreaturen Heere. 2. Dein sind sie; denn durch weffen Kraft Ward Himmel, Meer und Erde? Wer hat das Leben uns verschafft? Wer sprach zum Engel: werde? Du bist das Wort, durch welches Gott Der ganzen Welt, zu sein, gebot. Du bist's, der alles tråget, Was sichtbar und unsichtbar ist, Was Erd' und Him mel in sich schließt, Und was im Meer sich reget. 55 Mel. Nun lob' mein' Seel' den 2c. 89. Mein Heiland! deine Größe Geht über alle Himmel weit. Wer ist, der sie ermesse? Du warst bei Gott von Ewigkeit. Du bist der Erstgeborne Vor aller Kreatur; Tratst zwar für uns Verlorne, In menschlicher Natur In unsern schwachen Orden: Jedoch vor aller Zeit, Eh' noch die Welt geworden, Hatt'st du schon Herrlichkeit. 2. Der Himmel und die Erde Sind durch dein kräftig Wort ges macht; Auf dein allmächtig: werde! Entstand die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unser Meister; Auch uns schuf deine Hand, So wie das Heer der Geister, Das früher dich erkannt. Du hilft uns armen Sün dern; Das ist dein ew'ger Ruhm, Machst uns zu Gottes Kindern Und deinem Eigenthum. 3. Du trågest alle Dinge Durch deiner Allmacht starkes Wort. Das Große und Geringe Geht blos durch deinen Willen fort. Sohn Gottes! du regierest Den ganzen Kreis der Welt. Weil du das Ruder führest, Geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und Leben. Drum wird einst jede Gruft Die Todten wiedergeben, Wenn deine Stimme ruft. 3. Und dennoch bist du uns zu gut In diese Welt gekommen; Haft willig unser Fleisch und Blut, O Herr, an dich genommen. Aus der erschrecklichsten Gefahr zu retten, was verloren war, Wardst du ein Knecht auf Erden. Huld! die sonst nichts gleiches hat; Du starbst für unsre Missethat, Ein Heiland uns zu werden. 4. Du wardst es uns: und bist es noch Jeht auf der Himmel Throne; Suchst, liebreich von der Sünde Joch Und ihrem schudden Lohne, Die ihr noch dienen, zu befrein; Beschwerter Herzen Trost zu sein, Ist deines Herzens Freude. Du giebst den müden Seelen Ruh, Und wer dich liebt, den stärkest du, Daß nichts ihn von dir scheide. 5. Du hörst der Deinigen Gebet, Und endest ihre Plage; Du bleibst, bis Zeit und Welt vergeht, Bei uns noch alle Tage. Herr, dir sei ewig Dank und Ruhm Für dieses, Evangelium, Für alle deine Liebe! Dir geb' ich mich zu eigen hin; Gieb, daß ich mich, so lang' ich bin, In deinem Lobe übe. 4. Gott låßt dir Ehr' erzeigen, Die keinem andern widerfährt. Dir soll sich alles beugen; Denn göttlich groß ist, Herr, dein Werth. Du bist das Heil der Erden. Wer auf dein Wort nicht hört, Der kann nicht selig werden; Wer aber dich verehrt, Dem hilfst du vom Ver. derben, Schaffst ihm Zufriedenheit, 56 Von der Erlösung durch Jesum Christum. Und machst ihn einst zum Erben Vollkommner Seligkeit. 5. Wie herrlich ist dein Name Schon jetzt, o Herr, in aller Welt. Dich preist der Frommen Saame, Der glaubig vor dir niederfällt. Dich preisen Seraphinen, Erhabner Menschen Sohn! Mit Freuden dir zu dienen, Stehn sie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schå> men? Werth bist du, Preis und Ruhm, Auch Herr, von uns zu neh. men, Uns, deinem Eigenthum. 6. Mein Heiland! ich verehre Dich, der auch meine Sünde trug! Bescháme und bekehre Durch deis ner Gnade sanften Zug, Die dei nem Wort nicht glauben, Und dir, der für sie litt, Die schuld'ge Ehre rauben; Theil' ihnen Kräfte mit, Dich glaubig zu erkennen, Und welche dich erkannt, Die laß von Dir nichts trennen! Erleuchte je, des Land! Sendung und Geburt des Erlösers, oder Advents- und Weihnachtslieder. ner Zukunft Gaben An Gott selbst zu haben! 3. Keine Macht der Leiden Kann von ihm uns scheiden; Ewig bleibt er treu! Dort wird er vom Bösen Völlig und erlösen; Hier steht er uns bei! Unser Freund, mit Gott vereint, Kann nicht seine Brüder haffen, Noch sie hilflos laffen. 4. Wenn wir einst ermüden, Führt er uns in Frieden zu des Grabes Nacht. Unsre todten Glies der Giebt die Erde wieder, Ihm, der sie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft; Er, der selbst den Tod auch schmeckte, Den das Grab bedeckte. 5. Auf dem Richterthrone Wer den wir im Sohne Unsern Bruder schaun. Heil und ew'ges Leben Wird er allen geben, Die ihm hier vertraun. Er ward hier versucht, wie wir; Ueberschwenglich wird er lohnen Und der Schwachheit schonen. 6. Eilet, eilt ihr Sünder, Wers der Gottes Kinder, Werdet seiner werth! Eilet, eilt ihr Frommen, Seid, wie er, vollkommen, Bleibet seiner werth! Preiset ihn, daß er erschien, Daß er sich für euch geges ben, Durch ein göttlich Leben! Mel. Jesu, meine Freude! 2c. 90. Gottes Sohn ift kommen! Dankt ihm, seine Frommen, Dankt ihm, daß er kam; Daß er hier auf Erden, Unser Heil zu werden, Seine Wohnung nahm. Mensch, wie In bekannter Melodie. wir, erschien er hier, Der zur 91. Gott sei Dank in aller Schöpfung sprach: entstehe! Der einst spricht: vergehe! 2. Laßt uns niederfallen, Dan ken, daß er allen Freund und Brus der ist! Gott, auf seinem Throne, Liebt uns in dem Sohne. Jauchze laut, o Chrift! Welch ein Heil, am Sohne Theil, Theil durch sei. Welt, Der sein Wort beständig hält, Und der Sünder Trost und Rath Zu uns her gesendet hat. 2. Was der alten Våter Schaar Sehnsuchtsvolles Wünschen war, Und noch mehr, als sie erbat, Ward erfüllt nach Gottes Rath. 3. Hier ist mehr als Davids Sohn; Sendung und Geburt des Erlösers.( Adventslieder.) 57 Reines ird'schen Reiches Thron. Licht der Seelen, ew'ges Heil, Ward durch Jefum uns zu Theil. Hast du Leben und verschafft. Wir, von Rath und Hülf' entblößt, Sind ,. o Herr, durch dich erlöst. 4. Menschenfreund, wie dank' ich's dir! Schenke dieses Heil auch mir, Das du unter vieler Last Für die Welt bereitet hast. 5. Deiner Hülfe mich zu freu'n, Laß mein Herz dein eigen sein. Mach' es, wie du gern es thust, Rein von schnöder Sündenlust. 8. Tróste kräftig meinen Sinn, Wenn ich voll von Kummer bin! Hilf zum creuen Tugendlauf Meis ner Schwachheit machtig auf! 9. Daß ich, wenn du, Lebens fürst, Herrlich wieder kommen wirst, Froh dir móg' entgegen sehn, Und gerecht vor dir bestehn. 5. Preis fei dir in Ewigkeit! Auf, die ihr erlöset seid, Rühmt den, der mit Lehr' und That Euch vom Tod erlöset hat. 6. Wie du huldreich, als du Famit, Unfre Rettung übernahmst; Also sei auch deine Treu' mir mit jedem Morgen neu! 7. Deine Wahrheit leuchte mir Mel. Vom Himmel hoch, da se. Bei dem allen, was ich hier, 3ur 93. Lob sei dem allerhöchsten Befördrung meiner Ruh', Dente, wünsche, wähl und thu'! Gott! Erbarmend sah er unsre Noth, Und sandte Jesum, seinen Sohn, 3u uns von seiner Himmel Thron. Mel. Gott sei Dank in aller: c. 92. Heiland, den uns Gott verhieß, Den der Himmel jauch send pries, Als du Sterblichen zum Dienst Huldreich auf der Erd' erschienst. 2. Wie dein Nam', ist auch dein Ruhm. Jesu, wir, dein Eigen thum Ehren dankvoll und erfreut Deine große Gütigkeit. 3. Du, deß Hand die Himmel hält, Du kamst willig in die Welt, Uns von Sünden zu befrein; Un fer Licht und Trost zu sein. 4. Stark in deines Baters Kraft, 6. Der du liebreich zu uns kamft, Unfre Rettung übernahmst, Dein uns theu'r erworbnes Heil Sei auf ewig unser Theil! 7. Unfre Seele trau' auf dich; Unser Leben preise dich! Und du selber, Heil der Welt, Hilf und thun, was dir gefällt! 2. Ihn fandt er, unser Troft zu sein, Vom Sündendienst uns an befrein, Mit Licht und Kraft uns beizustehn, Und uns zum Himmel zu erhöhn. 3. O welch ein liebevoller Rath! Dunaussprechlich große That! Gott thut ein Werk, dem keines gleicht, Das keines Menschen Lob erreicht. 4. Sein Sohn, durch den er alles schuf, Nimmt willig auf sich den Beruf, Uns vom Verderben zu befrein, Und schämt sich nicht, und gleich zu sein. 5. Er kommt zu uns in Knechts. gestalt, Verläugnet Hoheit und Gewalt, Und läßt selbst bis zum Tod und Grab, Zu unsrer Rets tung sich herab. 6. Was sind wir, daß und Gott Von der Erlösung durch Jesum Christum. 58 so liebt, Und seinen Sohn selbst für uns giebt? Was nußen wir dem höchsten Gut, Daß es so Gro ßes an uns thut? 7. Nimm, Seele, nun dein Besies wahr, Verschmähe den nicht undankbar, Den Gott zum Helfer dir bestimmt, Und der sich liebreich dein annimmt. 8. Bet' ihn, als deinen Retter, an, Und sei ihm willig unterthan. Durch seine Lehre zeigt' er dir Den Weg zum Leben; folge ihr! 9. Bei dieser Treue hast du Theil An dem von ihm erworbnen Heil. Wo nicht, ach! so verschließt du dir Muthwillig selbit des Him. mels Thur. 10. Sein' erste Zukunft in der Zeit, War voller Huld und Freund. lichkeit; Die andre wird, zu großer Pein Der Sünder, majestätisch sein. 11. 3u Ehren aber nimmt er dann Mit Freuden seine Frommen an, Und wird sie in des Vaters Reich Verklärt erhöhen, Engeln gleich. 12. Gelobt sei Gott, der ihn gefandt! Sein Ruhm erfülle jedes Land! Gelobt sei von uns Jesus Christ, Der uns zum Heil erschies nen ist. Mel. Von Gott will ich nicht zc. 94. Mit Ernst, o Menschenkin. der, Macht euer Herz bereit! Er kommt, das Heil der Sünder, Der Herr der Herrlichkeit! Er kommt von seinem Thron Voll Huld zu uns hernieder, Wird einer unsrer Brüder, Er, Gottes eigner Sohn. 2. Eilt Sünder, Boll Verlangen, Eilt, euch zu ihm zu nahn. Ihn würdig zu empfangen, Bereitet ihm die Bahn. Auf! werdet seiner werth! Thut Buße, flieht die Sün den! Dann könnt ihr Gnade finden, Dann seid ihr seiner werth. 3. Nur der, der Demuth übet, Ist des Erlófers Freund; Wer aber Hochmuth liebet, Ist und bleibt Gottes Feind. Nur der, der redlich ist, und folget Gottes Leiten, Der kann sich recht bereiten, Zu dem kommt Jesus Christ. 4. Doch, was vermag ich Schwa cher, Ich Sünder, ohne dich? Mein Heil, mein Seligmacher, Bereite selber mich! Mein Herz sehnt sich nach dir; Ich eile dir entgegen, Komm, komm mit deinem Segen, Und wohne stets in mir! In eigner Melodie. 95. Wie soll ich dich empfangen, Heil aller Sterblichen! Du Freude, du Verlangen Der Trost bedürftigen! Gieb selbst mir zu erkennen, Wie, deiner Güte voll, Dich meine Seele nennen, Dich würdig preisen soll. 2. Einst streute man dir Pals men; Jest soll die Dankbegier, Mein Heil, in Freudenpsalmen Er gießen sich vor dir. Dich, dich will ich erheben, So gut ich Schwacher kann; Mein Herz will ich dir geben, Ach, nimm es gnädig an. 3. Damit du mich befreitest, Gabst du dich selbst für mich. Mich zu erretten, freutest Du, Selig macher, dich. Du sahst, es wäre keiner Vermögend gnug dazu; Da jammerte dich meiner, Da kamst und halfest du. 4. O du, an den ich glaube, Was war's, das dich bewog? Was Sendung und Geburt des Erlösers.( Adventslieder.) 59 war's, das dich zum Staube, 3u Frommen! Er hält, was er ver. mir, hernieder zog? Dein göttlis spricht.. Der Heiland ist gekom. ches Erbarmen. Ja du, o Jesu, tien, Der Völker Trost und Licht. haft Mit mitleidsvollen Armen Die Gott, der uns nicht verstößt, Hat ganze Welt umfaßt. uns zum Heil und Leben Selbst seinen Sohn gegeben; Durch ihn sind wir erlöst. 5. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte! klagt nicht mehr! 3agt nicht in euren Schmerzen, Als ob kein Helfer wär'. O sehet auf! ihr habet Den besten Helfer nah, Der eure Seele labet, Der treue Freund ist da. 2. Erlót, o welche Liebe Hat uns der Herr erzeigt! Mit welchem Vatertriebe Sein Herz zu uns ges neigt! Von seiner Himmel Thron Kommt, Rettung vom Verderben Uns Sündern zu erwerben, Sein eingeborner Sohn. 6. Die ihr mit ernster Reue Still eure Schuld beweint, Wißt, daß er euch verzeihe. Er selbst, der Menschenfreund, Ruft heilbegier's gen Sündern Der Gnade Trostwort zu, Macht sie zu Gottes Kindern, Schafft ihren Seelen Ruh'. 7. Er übersiehet keinen, Und weiß, was jedem nüßt. Hat er nicht stets die Seinen Von Anbeginn geschüßt? Nicht sie in ihrem Leide zu trösten stets gewußt? Er freun ist seine Freude Und Wohl thun feine Lust. 8. Er bricht des Todes Baude, Macht uns auf ewig los; Entreis Bet uns der Schande Der Sünd' und macht uns groß: Giebt Weiss beit, Muth im Leiden, Und Kraft zu jeder That! Versichert uns die Freuden, Die Gott bereitet hat. 9. Er kommt zum Weltgerichte, Und bringt, wann er erscheint, Fluch jedem Bösewichte, Und Heil dem Tugendfreund. Wohl ewig allen denen, Die seine Wege gehn, Und einst, nach Leid und Thränen, Mit Freuden vor ihm stehn! Mel. Aus meines Herzens Gr. sc. 96. Erhebe den Herrn, ihr 3. Er kommt zu uns auf Erden In tiefer Niedrigkeit, Nimmt auf sich die Beschwerden von unfrer Enthält sich seiner Pilgerzeit; Macht, Verleugnet Himmelsfreu den, Bis er durch Todesleiden Sein großes Werk vollbracht. 4. Er hat's vollbracht! O brin get Gott euren Lobgefang. Erlöste Menschen, singet Dem Mittler ewig Dank. Wo Niemand helfen kann, Da hilft er gern aus Gna. den, Heilt unsrer Seele Schaden. O nehmt ihn gnädig an! 5. Du Freund der Menschen. Finder! Verwirf uns, Jesu, nicht. Dein Name, Heil der Sünder, Ist unsre Zuversicht. Gieb un fern Seelen Ruh'! Hilf jeden Reiz zu Sünden Uns glücklich Gieb Muth und überwinden! Kraft dazu. 6. Dich wollen wir erheben Hier und in Ewigkeit, Wo uns ein beß. res Leben Vor deinem Thron er. freut. Dann sind wir ewig dein, Und nichts wird und mehr fehlen; Dann werden unsre Seelen Voll. kommen selig fein. 5 60 Von der Erlösung durch Jefum Christum. Mel. Ich finge dir mit Herz und zc. harrt, Bis daß die Zeit erfüllet 97. Atso hat Gott die Welt ges' ward; Da fandte Gott von seinem liebt, Daß er aus freiem Trieb, Thron Das Heil der Welt, dich, Uns feinen Sohn zum Heiland seinen Sohn. giebt. Wie hat uns Gott so lieb! 3. Wenn ich dies Wunder faffen will: So steht mein Geist vor Ehrfurcht still. Er betet an und er ers mißt, Daß Gottes Lieb' unendlich ist. 2. Was sein erbarmungsvoller Rath Schon in der Ewigkeit zu unserm Heil beschloffen hat, Vollführt er in der Zeit. 3. Er, aller Menschen höchstes Gut, Der alle segnen kann, Nimmt, wie die Kinder, Fleisch und Blut, Doch ohne Sünde, an. 4. Ich freue mich, mein Heil, in dir! Du wirst ein Mensch, wie ich; Was fehlt mir nun? Ist Gott mit mir, Wer ist dann wider mich? 5. Du, Sohn des Allerhöchsten, wirst Auch mir, durch Rath und That, Ein Helfer und mein Friede, fürst Auf dieses Lebens Pfad. 6. Was mir zum Seligsein ge bricht, Schafft deine Lieb' auch mir, Versöhnung, Leben, Trost und Licht. Wie viel hab' ich an dir! 7. Dein Mangel wird mein reis ches Theil; Dein Leiden stillt mein Leid. Durch deine Demuth, Herr, mein Heit, Gewinn'ich Herrlichkeit. 8. Gelobt sei Gott! Gelobt sein Sohn! Durch den er Gnad' erweist! Lobt Engel ihn vor seinem Thron! Erheb' ihn auch mein Geist! Weihnachtslieder. Me 1. Vom Himmel hoch, da 26. 98. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, Sein werd' in aller Welt gedacht! Thn preise, was durch Jefum Christ Im Himmel und auf Erden ist! 2. Die Volker haben dein ge 4. Damit der Sünder Gnad' erhält, Erniedrigst du dich, Herr der Welt, Nimmit selbst an un frer Menschheit Theil, Erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 5. Und zu erfüllen Gottes Rath, Sprachst du sowel durch Wort als That: Gott deinen Willen thu' ich gern. Lob sei dir, der da kam vom Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst Immanuel und Friedefürst, Auf den die Båter hoffend sahn, Dich Gott, Messias, bet' ich an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, Vereinest dich mit Fleisch und Blut, Wirst unser Freund und Bruder hier, Und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestät! Du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Seligkeit! Du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt. Ein Mittler ist's, der fie erhalt. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, Der in des Vaters Schooße sitzt! 10. Jauchst Himmel, die ihr ihn erfuhrt, Den Tag der heiligen Geburt! Und Erde, die ihn heute sieht, Sing' ihm, dem Herrn, ein neues Lied. 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, Sein werd' in aller Welt Sendung und Geburt des Erlesers.( Weihnachtslieder.) 61 Mel. Ermuntre dich, mein 2c. gedacht! Ihn preise, was durch Jefum Christ Im Himmel und 100. Gott, deine Gnade fei auf Erden ist. gepreist! Sie schuf uns Heil und Leben, Ermuntre dich mein träger Geift, Sie freudig zu erheben! Dent' an die Nacht, da Gottes Sohn Herab kam von des Vaters Thron, Um sein so theures Leben Für Sünder hinzugeben. 2. O große That! erwünschte Nacht, Von Engeln selbst befuns gen! Du hast den Mittler uns ges bracht, Der uns das Heil erruns gen. In dir erschien der starke Held, Der alles schuf und noch erhält, Der Freund der Menschenkinder, Des Todes Ueberwinder. Met. Wir Christenlent' 2c. 99. Auf schicke dich, Rechtfeier lich Des Heilands Fest mit Danken zu begehen! Lieb' ist der Dank, Der Lobgesang, Durch den wir ihn, den Gott der Lieb', erhöhen. 2. Sprich dankbar froh: Also, also Hat Gott die Welt in seinem Sohn geliebet! O wer bin ich, Herr, daß du mich So herrlich hoch in deinem Sohn geliebet? 3. Er, unser Freund, Mit uns vereint, Zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren; Er wird uns gleich, Um Gottes Reich Und seine Lieb' als Mensch zu offenbaren. 4. An ihm nimm Theil! Er ist das Heil. Thu' täglich Buß' und glaub' an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, Wer Herr, Herr, spricht, Und doch nicht sucht sein Beispiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich In Dürft's gen dich, Dich, Gottes Sohn, be kleiden, speisen, tránken; Der Frommen Her; In ihrem Schmerz Mit Trost erfreun und dein dabei gedenken. 6. Rath, Kraft und Held, Durch den die Welt Und alles ist im Him. mel und auf Erden! Die Christenheit Preist dich erfreut, Und aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern, Und wer ihn ehrt, den wird sein Name tróften; Gelobt sei Gott! Gelobt sei Gott! Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, Ihr Erlösten! 3. Der du, zu uns gesandt vom Herrn, Aus deinem Himmel Eas mest, Und unser Fleisch und Blut so gern Erbarmend an dich nahmest! Sohn Gottes! o wie hast du dich Go tief erniedrigt auch für mich! Wie arm bist du erschienen, Um mir zum Heil zu dienen. 4. O lehre mich den großen Werth Von deiner Huld recht fassen. Was trieb dich an auf dieser Erd', Dich so herab zu lassen? Hier wartete dein nichts, als Noth, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod; Und doch kamst du auf Erden, Ein Mens schensohn zu werden. 5. Viel stärker, Herr, als Schmerz und Tod, War deine Menschenliebe. Du fah'st auf unfre Sündennoth Mit mitleidsvollem Triebe; Du stelltest, unser Heil zu sein, Nach deines Vaters Rath dich ein, Wardst Mensch, und kamst mit Freuden, Für uns den Tod zu leiden. 6. Dein, Sohn des Höchsten, freu' ich mich; Du bist mein Heil 5* Von der Erlösung durch Jefum Chriftum. 62 und Leben. Auch mir hat, Herr, dein Vater dich Zur Seligkeit gegeben. Was mir mein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Fries den, Beßrungskraft Und Freuden, die stets währen, Willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein bester Freund, Für deine Treue geben? Du bist's, der mich mit Gott vers eint, Bringst Segen mir und Leben. Herr, was ich hab' und was ich bin, Das geb' ich dir zum Dienste hin. Die Dankpflicht soll mich treiben, Dir ewig treu zu bleiben. 8. Zwar sieht dich jetzt mein Au ge nicht; Doch du wirst wieder kommen; Dann schauen dich von Angesicht, Herr, alle deine From men. Dann schau' auch ich, o Jesu Christ, Dich, so verherrlicht, als du bist: Dann wirst du mich zum Leben, Das ewig ist, erheben. Mel. Wir Christenleut': c. 101. Jefu Chrift, Wie troſtvoll ist für meinen Geist dein' An kunft hier auf Erden. Du Gettes, sohn, Verläßt den Thron Der Hims mel, um das Heil der Welt zu werden. 2. Gehorsam sind Dir Meer und Wind, Und doch giebst du dich hin zum Dienft der Sünder, Erniedrigst dich Selbst williglich, Gering zu sein, wie schwache Menschenkinder. 3. Du wirst uns gleich, Zum Himmelreich Auch uns als deine Brüder, zu erhöhen. Da leben wir Ver klärt mit dir, Muß gleich, wie Dampf, hier unser Hauch vergehen. 4. Wer will denn nun UnsSchaden thun, Wenn wir durch dich den Sünden nur entfagen? Wie dürften wir lins dennoch hier mit banger Furcht und finstern Sorgen plagen? 5. Getrost mein Herz! Schau' himmelwärts! Dort herrscht dein Freund, der Todesüberwinder. Der starke Held Kam in die Welt, Und ward das Leben der verlornenSins der. 6. An seinem Heil Hat jeder Theil, Der an ihn glaubt, auf seine Stimme höret, Sich ihm ergiebt Und treulich übt, Was uns sein Wort, das Wort des Höchsten lehret. 7. Nimm auch so Theil An seinem Heil, Und dann sei froh! Was willst du dich betrüben? Weil dich dein Freund Mit Gott vereint: So kanns nicht anders sein, Gott muß dich lieben. 8. Bedenke doch, Wie herrlich hoch Er über allen Jammer dich geführet! Der Engel Heer Hat selbst nicht mehr An Herrlichkeit, als die ist, die uns zieret. 9. Dein Heiland hält Und trägt die Welt. Sieh auf! und sieh ihn alle Himmel lenken. Was will nun sich, Ich frage dich, Erheben, dich in Angst und Noth zu senken? 10. Fühlt es dein Herz, Daß uns ter Schmerz Oft Hoffnung, Freu digkeit und Trost dir schwinden: Geh' hin zum Sohn! Am Gnadens thron, Darauf er herrscht, da wirkk du Tróftung finden. 11. Nur nicht verzagt! Wirst du geplagt, Dein Heiland kann dein Unglück nicht verschmähen. Er ward dir gleich, Ist gnadenreich und kann dein Leid nicht ohne Mitleid sehen. 12. Bei ihm ist Ruh. Trau' ihm es zu: Er wird's so machen, daß Sendung und Geburt des Erlösers.( Weihnachtslieder.) 63 du ihm wirst danken. Sein mensch test aller Troft zu sein. Hat die lich Herz Empfand, was Schmerz, Was Angst ist, wie zu Muthe sei dem Kranken. Sünd' uns gleich verdorben, O so hast du neue Kraft Uns zur Heilis gung verschafft, Und das große Glück erworben, Einst von Suns den völlig rein, Ganz dir gleichs gesinnt zu sein. 4. Ja du seigft durch deine Lehs ren Uns den sichern Weg zum Heil; Giebst uns, wenn wir treu dich ehren, An dem großen Vorzug Theil, In den Himmel einzugehen, Und da Gottes Herrlichkeit, Nach vollbrachter llebungszeit, Ewig einst O zu welcher verklårt zu sehen. Zuversicht Hebt das meine Seele nicht! 13. Sieh', er hat ja Auf Golgas tha Am Kreuz viel mehr, als je ein Mensch erlitten, Von Angst und Pein Dich zu befrein; Wie kannst du ihn um Trost vergebens bitten? 14. Gern hilft er dir. Er ist die Thür Zu dieses und des bessern Le. bens Freuden. Wie bald erscheint Dein bester Freund, Und nimmt hinweg, was fromme Herzen leiden. 15. Laß du der Welt Ihr Glück und Geld! Und sich nur zu, daß dieser Schats dir bleibe. Den halte fest! Wer den nicht läßt, Den ehrt und krönt er dort anSeel' und Leibe. Met. Sollt ich meinem Gott 2c. 102. Ewig sei dir Lob gesun gen, Menschgewordner, Gottes Sohn! Liebe nur hat dich gedrun gen, Daß du von der Himmel Thron Bist in, diese Welt gekommen Und uns Sterblichen zu gut, Wie die Kinder, Fleisch und Blut Hast so willig angenommen. O wer ist an Huld tir gleich? Wer, wie du, so gnadenreich? 5. Sollte Gott mich denn wol hassen, Wenn ich gleich voll Mâns gel bin? Nein, er kann mich nicht verlassen, Er hat einen Vaterfinn, Liebt auch mich in seinem Sohne. Er, der meine Schwäche kennt, Und mich seinen Bruder neunt, Herrs schet auf des Vaters Throne. Und er herrscht dort als mein Freund, Der auch mich mit Gott vereint. 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein; Und mit dankendem Gemüthe Will ich ganz dein eigen sein. Nimmer will ich dein vergessen; Dir will ich mich ganz vertraun, Freudig folgen, auf dich baun, Deine große Huld ers meffen. Gieb, daß ich für deine Treu' Ewig dir ergeben sei! 2. Bis in Ewigkeit gehöret Dir der Menschen Dank und Ruhm, Denn wie hoch hast du geehret Uns, dein Volk und Eigenthum! Huld reich hast du dich vereinet Mit der menschlichen Natur, Und vor aller Kreatur Sie, so niedrig sie auch Me 1. Ermuntre dich, mein: c. scheinet, Dir zur Wohnung außer 103. Gelobt seist du, Herr wählt, Von Erbarmen blos beseelt. 3. Liebend kamst du uns entge. gen, Uns vom Elend zu befrein; Wurdeft aller Volker Segen, Such. Jesu Christ, Von aller Menschen Zungen! Von jedem, der noch sterblich ist, Sei froh dir Lob gefingen! Gelobet seist du von der Schaar, 64 Von der Erlösung durch Jesum Christum. 2. In dieser höhern Brüder Dank Soll unser Loblied schallen. Auch schwacher Menschen Lobgesang Läßt du dir wohl gefallen. Jetzt schauen wir zwar nur von fern Die hohe Seligkeit des Herrn, Wozu nach diesem Leben Du dort uns wirst Die einst, wie wir, auch sterblich sohn, Sind wir in Hoffnung felig. war, Und nun der Last entbunden, Die Freuden, die uns dort am Auf ewig überwunden. Thron Erwarten, sind unzählig. Dir, der sie huldvoll uns erwarb, Für uns ein Mensch ward, für uns starb, Sei mit der Engel Heere Auf ewig Dank und Ehre! erheben. 3. Doch bald, bald sind wir auch, wie sie, Zum Leben durchgedrungen. Bald ist nach kurzer Tage Müh' Das Kleinod froh errungen, Dann fingen wir, Herr Jesu Christ, Dir, daß du Mensch geworden bist, In deiner Engel Chöre Anbetung, Preis und Ehre. 4. Hier soll, so lang' noch Sterb, lichkeit Und Leiden uns beschweren, Durch unsre ganze Pilgerzeit Dich unser Dank verehren. So Herz als Bunge preisen dich, Und unser Geist bestrebe sich, Durch ein dir heil'ges Leben, Dich, Heiland, zu erheben. 5. Du kamst von deiner Himmel Thron Auf unsre Erd' hernieder, Wardst arm und schwach, ein Men. schensohn, Zur Rettung deiner Brús der. Wer wollte dir nicht ganz sich weihn? Ja, Heiland, wir sind ewig dein: Und jeder der Erlösten Soll deiner sich getrösten. 6. Was wären wir, Herr, wärst du nicht zu unserm Heil geboren? Ach! ohne Trost und Zuversicht, Durch unsre Schuld verloren; Doch nun, da du, Herr Jesu Christ, Zum Heit der Welt erschienen bist, Führt uns zu Gottes Frieden Ein neuer Weg hienieden. 7. Schon hier, erhabner Gottes Mel. Fröhlich soll mein Herze zc. 104. Laßt uns unserm Gott lobsingen! Hoch erfreut, Laßt uns heut' Ihm Anbetung bringen! In des Himmels hohe Chöre Stimmet ein: Gott allein, Unserm Gott, sei Ehre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, Freue sich Inniglich; Christus ist geboren. Er, der König aller Wes sen! Steigt herab Bis ins Grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann/ Gottes Rathschluß fassen? Aber dies Ist gewiß, Gott kann uns nicht haffen! Kommt der Sohn aus freien Trieben zu uns her; Wie sollt' er Nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verworfen hats te, Nähm' er dann Menschheit an, Daß er uns errette? Deß soll sich der Erdkreis freuen! Zum Gericht Kommt er nicht, Sondern zum Verzeihen. 5. Eilt im Geist nach Bethlems Hütten, Seht, was dort Euer Hort Schon für euch getitten. Er wird nie. drig euretwegen! Welch' ein Freund! Er erweint Seinen Feinden Segen. 6. Er, er will für eure Schulden, Armuth, Noth, Schmach und Tod Göttlich groß erdulden, Lernt den Menschenfreund erkennen, Gnadens reich Will er- euch Seine Brüder nennen. Sendung und Geburt des Erlösers.( Weihnachtslieder.) 65 7. Dankt ihm, der das innre Sche erhöhen, mit feierlichem Sobges nen Sehen kann! Betet an! Opfert sang Des Heilands Fest begehen! Freudenthránen! Liebt ihn, der Preis sei dem Vater, der ihn gab! von Liebe brennet, Traut dem Preis sei dem Sohn! er kam herab, Herrn, Der euch gern Seine Brü- Und ward das Heil der Menschen. der nennet! 2. Der ist kein Christ, der dieses Heil nicht schätze und liebgewinnet. Nimm froh an seiner Liebe Theil, Und werd' ihm gleich gefinnet! Wer nicht wie er, gesinnet ist, Der ehrt ihn nicht, ist nicht ein Christ. Der Herr erkennt die Seinen. 8. Wenn euch eure Sünden krån ken, Eilt herzu, Suchet Ruh'! Er will fie euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken! Bittert nicht! Denn er spricht: Ich will euch erquicken. 9. Drückt euch hier so manche Plage: Euren Schmer; Fühlt sein Hers; Kein Ertister zage. Bringet ihm an seinem Feste Preis und Ehr! Wiffet, er Wählt für euch das Beste. 10. Er verläßt euch nicht ihr Schwachen; Mehr, als ihr, Litt er hier, Euch beglückt zu machen. Diese kurze Zeit der Leiden Und der Müh, Was ist sie Gegen ew'ge Freuden? 3. In Dürft'gen laßt uns ihn erfreun, Bekleiden, fpeifen, tráne ken; Ja, laßt uns frohe Geber sein, Und sein dabei gedenken. Was ihr den Seinen habt gethan, Daß, spricht er, habt ihr mir gethan, Und er, er will's vergelten. 4. Wer ihn mit treuem Herzen ehrt, Den wird sein Name trösten. Vertraut auf ihn, der Flehn erhört, Lobsingt ihm, ihr Erlösten. Es freut sich deine Christenheit, Herr, deiner Menschenfreundlichkeit. Dir, dir sei ewig Ehre! 11. Jesu, du nahmst meine Bürs de Gern auf dich, Daß auch ich Frei und selig würde. Wer kann deine Lieb ergründen? Ewig soll, Freu denvoll Sie mein Herz empfinden. Mel. Christentent' zc. 12. Dir, mein göttlicher Befreier, 106. Christenheit, Sei hoch Folg' ich nach, Obwol schwach, Doch um so viel treuer. KeineKre atur, kein Leiden, Keine Noth Und kein Cod Soll von dir mich scheiden. erfreut! Das Heil der Welt, der Mittler ist geboren. Nimm freudig Theil An seinem Heil; Wer an ihn glaubt, wird nimmermehr verloren. 13. Du kommst einst zum Weltgerichte! Dann werd' ich, Richter' dich, Schaun von Angesichte. Wenn da, Gett, die Sünder beben, So werd' ich Deiner mich Freu'n und ewig leben. Mel. Allein Gott in der Höh' sei zc. 105. Laßt uns mit ehrfurchts, 2. Welch eine That! Nach Gottes Rath hat sich sein Sohn für uns dahin gegeben. Ein Menschenkind, Doch ohne Sünd', Ward er für uns, und bracht' uns Heil und Leben. 3. Er, er befreit Uus von dem Leid, Das durch der Sünde Macht auf und gekommen. Shit uns ist vollem Dank Den Gott der Lieb' Gest Nun in der Noch. Frohloft Von der Erlösun, durch Jesum Christum. 6.6 dem Herrn, und hofft auf ihn, ihr Frommen. 4. Auch mein Gefang, Herr, bringt dir Dank. Du wardst ein Mensch, Damit wir selig würden. Du machst uns groß Und völlig los Bom Fluch der Sünd' und ih. ren schweren Bürden. 5. Gelobt sei Gott! Auf unfre Noth Sah er, als Vater, mitleids. voll hernieder. Christenheit, Preis ihn erfreut! Denn Gottes Sohn bringt das Berlorne wieder. Met. Nun lob' mein' Geel' 20. 107. Vom Grab', an dem wir wallen, Soll, Jefu Chrift, dein Lob. gefang Empor zum Himmel schal. len. Dir opfre jede Seele Dank; Und jeder der Gebornen Erfreu' sich, Mensch zu sein; Und jeder der Verlornen Rühm' es erlöst zu sein! Uns ist das Kind gegeben, Geboren und der Sohn; Mit ihm erscheint das Leben, Mit ihm des Himmels Sohn. 2. Kommt, laßt uns niederfals len Vor unserm Mittler, Jesus Christ, Und danken, daß er allen Erretter, Freund und Bruder ist. Er, gleich der Morgensomme Mit ih rem ersten Strahl, Verbreitet Licht und Wonne Und Leben überall. Durch ihn kommt Hell und Gnade Auf unsre Welt herab; Er leuch. tet unserm Pfade Durch's Leben bis an's Grab. 3. Frohlockt ihr Mitgenoffen Der Sünde und der Sterblichkeit! Nicht langer ist verschloffen Der Eingang at der Herrlichkeit. Zu unsrer Erd' hernieder Kam Gottes ew'ger Sohn. Nun hebt er seine Brüder Empor zu Gottes Thron. Er wird das Heil der Sünder Und der Verlor. nen Hort. Hier sind wir Gottes Kinder, Und Gottes Erben dort. 4. O du, dem jetzt die Menge Der Engel und Verklärten singt, Vernimm die Lobgesänge, Die dir dein Volk im Staube bringt. Auch du warst einst auf Erden, Was deine Brüder sind, Ein Dulder der Beschwerden, Ein schwaches Mens schenkind. Was du nun bist, das werden Einst deine Brüder sein, Wenn sie, entrückt der Erden, Sich deines Anschauns freun. 5. Bald sind wir zu dem Lohne Der Himmelsbürger dort erhöht, Nah' sind wir dann dem Throne Und schauen deine Majestát. Nicht mehr aus dunkler Ferne Dringt dann der Dank zu dir; Weit über Sonn' und Sterne Erhaben, jauch. zen wir. Mit aller Himmel Heere Schallt unser Lobgesang. Dem Ewigen sei Ehre! Dem Weltver söhner Dank. Miel. Ich finge dir mit Herz 26. 108. Lobt Gott, ihr Christen, freuet euch! Von seiner Himmel Thron Beruft er uns zu seinem Reich, Und fendet seinen Sohn. 2. Der Sohn kommt nach des Baters Rath, Mit Heil uns zu er freun, Und auf des ew'gen Lebens Pfad Der Welt ein Licht zu sein. 3. Bei seinem Eintritt in die Welt Umgiebt ihn keine Pracht, Die glänzend in die Augen fällt, Und groß vor Menschen macht. 4. Er wird dem ärmsten Knechte gleich, Begehrt kein Erdenglück, 67 4. Dies und die Wunder deiner Hand Sind uns ein göttlich's Uns " terpfand, Daß das, was manvon dir gehört, Sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevier Spott Den Glauben an dies Wort von Gott. Lehramt und Wandel Jesu. Verlangt alhier kein Königreich Von einem Augenblick. 5. Er kommt, durch seiner Wahrheit Macht Zu Gott uns hinzu siehn; Vor seinem Lichte muß die Nacht Des Aberglaubens fliehn. 6. Er lehret uns die Sünde scheun, Er giebt auch Kraft dazu, Und schafft uns, wenn wir sie bereun, Begnadigung und Ruh'. 7. Er bringt den Trost der beffern Welt Vom Himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unsre Hütte fällt, Den frommen Geist kein Grab. 8. Er öffnet uns dereinst die Thür Zu seinem Himmelreich. Ihr Chris sten, wie beglückt sind wir! Lobt Gott, und freuet euch! Vom Lehramte und Wandel Jesu. Met. Unser Vater im Himmelr. 20 109. Kein Lehrer ist dir, Je, fu, gleich. An Weisheit und an Lie be reich, Bist du, sowol durch Wort als That, Der schwachen Menschen fichrer Rath. Es freut mein Geist tim Glauben sich, Herr Jesu dein, und lobet dich. 2. Du kamst zu uns, von Gott gefandt, Und machtest uns den Weg bekannt, Wie wir, befreit von Sündenschuld, Theilhaftig werden seiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium. 3. Du sahest in der Gottheit Licht mit aufgeklärtem Angesicht, Was, nach des Höchsten weisem Rath, Die Welt noch zu erwar. ten hat; Auch machtest du durch deinen Mund Die Zukunft felbit den Menschen kund. 5. Du lehrtest uns durch Wore und That Den Weg zu Gott, der Tugend Pfad. Du bist das Haupt, du gingst voran; Gieb, Herr, daß ich auf gleicher Bahn, Gestärkt von dir, mit steter Treu' Dir nachzus folgen eifrig sei. 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, Das die Versöhnung predigt, stammt! Du machst durch treuer Lehrer Mund Noch jetzt dein Heil den Menschen Fund. Begleite stets mit deiner Kraft Ihr Amt, damit es Nußen schafft. 7. Noch immer hilfst du deinem Wort In seinen Siegen mächtig fort. Du sendest, wie dein Mund verheißt, Noch immer deinen gu ten Geist, Der dem, der Wahrheit sucht und liebt, Zum Glauben Licht und Kräfte giebt. 8. Mein Heiland send' ihn auch zu mir, Daß er mich zu der Wahrheit führ', Von Eigendünkel mich befrei', Damit ich dir gehorsam sei; Bis mich dereinst in Ewigkeit Ein hellres Licht bei dir erfreut. Mel. Wer nur den lieben Gott 26. 110. Wie göttlich sind doch Jesu Fehren! Wie überzeuget feis ne Macht! So bald wir von den Thaten hören, Die er auf Erden hat vollbracht, So stimmt ihm uns fer Glaube bei, Daß er der Welt Erlöser fei Von der Erlösung durch Jesum Chriftum. 68 2. Die Herrlichkeit war voller Gnaden, Die man aus seinen Zeichen sah. Er wirkte nie zu Jemands Schaden, Wie von Propheten oft geschah; Er raffte Sünder nie dahin In ihres Herzens bösem Sinn. 3. Er schenkte das Gesicht den Blinden, Den Tauben gab er das Gehör, Er hieß den Aussatz schnell verschwinden, Der Stumme sprach zu Gottes Ehr; Sein Kraftwort hieß die Lahmen gehn, Und selbst die Todten auferstehn.. 4. Sein Segen speiste ganze Heere, Da, wo es doch an Brod gebrach. Gebot er nur dem Wind' und Meere, So ließ ihr Brausen willig nach. Mit Gottes Lieb', mit Gottes Macht, Ward jede That von ihm vollbracht. 5. Wir danken, Vater, deiner Stärke, Die ihn hat vor der Welt verklärt, Der sich durch so viel große Werke Als dein Gesandter hat bewährt. Ihn nehm' auch ich im Glauben an, Und bin ihm völlig unterthan. 6. Erfülle du doch meine Seele Mit immer stärkrer Glaubenskraft, Daß sie nur ihn zum Führer wähle In dieser ihrer Pilgrimschaft. Nicht andern, ihm allein nur sei Mein Herz bis in den Tod getreu. Mel. Mirnach, spricht Christus: c. 111. Jefu, wahrer Frömmigkeit Vollkommenstes Erempet! Dein Herz, dem Vater ganz ge weiht, Bar jeder Tugend Tem pel; Dein Wandel, rein von aller Schuld, Gott werth und würdig seiner Huld. 2. Wer war wol eifriger, als du, zu thun des Vaters Willen? Dir war es Ruhm und Seelenruh', Ihn treulich zu erfüllen; Dir keis nes Eigenruhms bewußt, War, ihn zu preisen, deine Lust. 3. Wenn wo dein Auge Frevler sah, Warst du voll edler Schmer zen; Doch wenn des Vaters Wort geschah, Quoll Freud' aus deinem Herzen. An ihm nur hing dein ganzer Sinn, Auf ihn sah stets dein Auge hin. 4. Ihn ehrtest du mit Wort und That Vor aller Welt mit Freuden. Du warst bereit, nach seinem Rath, Zum Heil für uns zu leiden. Wie er die Liebe selber ist, So warst du's auch, Herr Jesu Christ. 5. Du zeigtest, daß die größte Noth Dich nicht zum Murren reis ze; Warst Gott gehorsam bis zum Tod, Ja bis zum Tod am Kreuze. Auch da war deine Zuversicht Auf ihn allein und fest gericht't. 6. Von ihm verlaffen, blieb dein Herz An ihm, trots allen Spottes. Dein Hoffen war im bângsten Schmer; Die sichre Hülfe Gottes. Und was du hofftest, ist geschehn; Gott hörte deiner Stimme Flehn. 7. Mit Ehr' und Preis von ihm gekrönt, Lebst du zu seiner Rechten. Voll Majestät, und dir ertönt Bon allen Gottes Knechten Das Lob, deß du so würdig bist. O selig, wer dir ähnlich ist. 8. Hilf, daß ich dein Erempel mir, O Herr, zum Muster setze, Und meinen Gott, gesinnt gleich dir, Weit über alles schätze, Mit Freuden seinen Willen thu', Und gang in seiner Fúgung ruh'. Lehramt und Met. Schnücke dich), o liebe zc. 112. Vorbild wahrer Men schenliebe, Jesu, deines Mitteids Triebe Zogen dich herab auf Er, den, Der Verlornen Heil zu werden, Und für sie sogar dein Leben In den Tod dahin zu geben. Wo ist Jemand, der die Größe Deiner Lieb' und Huld ermesse? 2. Ohne Vortheil zu begehren, Sich in Andrer Dienst verzehren; Jedem gerne Gut's erzeigen, zu Beleidigungen schweigen, Auch an Feinden Wohlthun üben: Das heißt Menschen göttlich lieben. Und wie voll von solcher Güte War, Erlöser, dein Gemüthe! Wandel Jesu. Haß mit Haß nicht zu vergelten, Deine Schmäher nicht zu scheiten, Allen freundlich zu begegnen, Die dich lästerten zu fegnen, Deine Feinde zu vertreten Und für Mörs der gar zu beten. 7. Demuth war bei Spott und Hohne Deiner Tugend Schmuck und Krone; Nie hast du nach Ruhm getrachtet, Noch auf Menschentob geachtet. Deines Vaters heil'gen Willen Mit Gehorsam zu erfüllen, Uins zum Himmel zu erheben, War der Zweck von deinem Leben. 3. O du Zuflucht der Elenden! Wer hat nicht von deinen Händen, Auf sein redliches Verlangen Hül. fe, Ruh' und Trost empfangen? wie plegtest du zu eilen, Das Er. Betne zu ertheilen! Freude war dir's, Seligkeiten Schon auf Ers den auszubreiten. 4. Menschenfeelen zu beglücken, Reuerfüllte zu erquicken, Unver ständ'ge zu belehren, Abgewich'ne zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, Liebreich zu dir hinzu locken, Bar dein tägliches Ges fchäfte, Selbit mit Schwächung Deiner Kräfte. 5. Und wie hoch stieg dein Erbarmen, Da du, Mittler, von uns Armen Gottes Strafen abzuwenden, Unter frecher Mörder Händen Angst und unerhörte Schmerzen Littest mit gefaßnem Herzen; Als ein Missethäter starbest, Und uns ew'ges Heil erwarbest. 6.9 8. Laß mich, Herr, zu meinem Segen Deinen Wandel oft erwå, gen! Laß mich in der Angst der Sünden Trost und Hülfe bei dir finden! Heil'ge du auch meine Triebe zu rechtschaffner Menschen. liebe! Laß mich immer mehr auf Erden Deinem Bilde ähnlich werden! 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, Mel. Seclenbräutigam zc. 113. Wer ist wol, wie du, Stifterwahrer Ruh'! Jefu, Freund der Menschenkinder, Retter der verlornen Sünder, Licht und Sees lenruh Fließt von dir uns zu. 2. Herr der Herrlichkeit, Zur bestimmten Zeit Kamst du uns zum Heil auf Erden, Warst zur Dul dung der Beschwerden Unsrer Nies drigkeit Großmuthsvoll bereit. 3. Tiefe Schmach und Noth, Selbst den Kreuzestod, Hast, zur Tilgung unfrer Schulden, Du, als Mittler, wollen dulden; Hast durch deinen Tod Uns versöhnt mit Gott. 4. Reine Furcht der Welt Schreckte dich, o Held! Todess nache hatt du bezwungen Und ein Von der Erlösung durch Jesum Christum. 70 ew'ges Heil errungen Für die fund'ge Welt Durch dein Lösegeld. 5. Deine Majestät, König und Prophet, Will ich demuthsvoll verehren Und auf deine Stimme hó. ren. Denn dein Reich besteht, Wenn die Welt vergeht. 10. Wecke mich stets auf, Daß in meinem Lauf Nichts von dir zus rück mich halte, Und mein Eifer nicht erkalte. In dem Tugend. lauf Hilf mir Schwachen auf! 11. In Versuchungszeit Stärke mich zum Streit; Lab mich wachen und mit Beten Voll Vertrauen vor Gott treten, Bis nach Kampf und Streit Mich der Sieg erfreut. 13. Einen edlen Muth, Daß ich irdisch Gut, So wie du dein eigen Leben, Mag um's Guten willen geben; Solchen weisen Muth Gieb mir höchstes Gut! 6. Laß mich, dir zum Ruhm, Als dein Eigenthum, Recht und nach Gewiffen handeln, Und mit Freu. den dir nachwandeln. Wahres Chris stenthum Sei mein bester Ruhm! 7. Zieh zu dir mein Herz; Laß in Freud' und Schmerz mich an deine Treue denken; Und, wenu Noth und Furcht mich kränken, Oso gieb im Schmerz Muth und Trost ins Herz! Erweckung zur fruchtba. ren Betrachtung der Leiden Jesu. 8. Bilde mich nach dir, Daß ich Met herzliebster Jesu, was 2. eifrig hier Mich in wahrer Sanft. 114. Herr! stärke mich dein muth übe, Und, wie du, die Des muth liebe. Stolz und Rachbegier Herrsche nie in mir. 9. Neiget sich mein Sinn Zu dem Eiteln hin; O dann warne meine Seele, Daß sie nicht ihr Ziel ver fehle! Lenke meinen Sinn Auf das Ew'ge hin, 12. Will der Trübfal Nacht Und der Menschen Macht Meine bange Seele schrecken, Müsse mich dein Schild bedecken. Hab' in solcher Nacht Huldreich auf mich acht! 14. Soll's zum Sterben gehn, Laß mich auf dich sehn! Bleib mir hütfreich dann zur Seiten, Mich durch's Todesthal zu leiten, Vor dir froh zu stehn, Wenn ich dich soll sehn. vom Leiden, Tode und Bes gräbniß Jesu. Leiden zu bedenken, Mich in das Meer der Liebe zu versenken, Die dich bewog, von aller Schuld des Bösen Uus zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden, Und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; An unfrer Statt zermartert und zerschlagen, Die Sünde tragen! 3. Welch wundervoll hochheilie ges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so zagen imeine Kräfte, Mein Herz erbebt; ich seh' und ich empfinde Den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen. Gott ist die Lieb', und läßt die Welt erlófen. Dies kann mein Geist, mit Schrecken und Ents zücken, Am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; Es stürzt mich tief, und es erhebt mich wie. der; Lehrt mich mein Glück, macht Leiden, Tod und Begräbniß Jesu.( Passionslieder.) 71 mich aus Gottes Feinde Zu Get. tes Freunde. Als den Lohn der Sünde leiden, Und von Gott verstoßen sein, Ewig fern von allen Freuden. Nun trågt Jesus deine Sünden, Daß du könntest Rettung finden. 4. Durch ihn steht zu Gottes Huld Dir mun freier Zutritt offen. Tilgung deiner Sündenschuld, Recht, ein ewig Glück zu hoffen, Kraft, der Sünder Weg zu meis den, Ist der Segen seiner Leiden. 5. D vergiß nun nicht, mein Herz, Dankbar ihm dich zu beweisen, Deffen Angst und Todess schmerz Seine Liebe zu dir preiBring' aus dankerfülltem sen. Triebe Ihm das Opfer deiner Liebe. 6. Herr! ich kann dir nimmermehr Deine große Treu' vergelten. Leider! muß ich nur zu sehr Meis nes Herzens Trägheit schelten, Das ich dich so lau geliebet, Oft durch Sünden gar betrübet. 6. D Herr, mein Heil! an dess sen Tod ich glaube, Ich liege hier, vor dir gebücft im Staube, Vers liere mich mit dankendem Gemüthe In deiner Güte. 7. Sie übersteigt die menschli. chen Gedanken; Allein, solle' ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden. Gott ju ergründen? 8. Sein liebstes Thun ist Gnad' und Huld erweisen; Uns fommt es zu, sie demuchsvoll zu preisen, 3u sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad' erzeiget, Die Gnade steiget. 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen, Für das Erbarmen, daß du mir erwiesen, Da du, mein Heiland, auch für mich dein Les ben Dahin gegeben. 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben, Und stets mit Freuden deinen Willen üben; O gieb zu diesem seligen Geschäfte Stets neue Kräfte. Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. 115. Meine Seer ermuntre dich, Jesu Liebe zu bedenken! Auf sein Leiden müsse sich Deine ganze Andacht lenken; Lerne da den Greul der Sünden, Lerne Jesu Huld empfinden. 2. Sieh! des Höchsten liebster Sohn Ist für dich ans Kreuz gehefs tet, Hängt hier, voll von Schmach und Hohn, Blutig, schmerzenvoll, entkräftet! Ach, für dich mit Fluch beschweret! Wo ist größre Lieb' erhöret? 3. Du, du solltest große Pein 7. Aber, was geschehn, soll nicht Fernerhin von mir geschehen. Ich will in der Wahrheit Licht Künftig beßre Wege gehen; Dir mein Herz nicht mehr entziehen, Jede Sünde ernstlich fliehen. 8. Ja, mein Jefu, du mein Heil, Dir will ich mich ganz ergeben, Als dein theu'r erworb'nes Theil Dich zu lieben, dir zu leben. Was du liebst, will ich auch lieben; Was dich kränkt, soll mich betrüben. 9. Drohten mir sogar um dich Tod und Martern, Schmach und Bande; Mich schreckt nichts; von dir hab' ich Deinen Geist zum theu. ren Pfande, Daß ich soll den Him. mel erben; Darauf kann ich frihe Tich terbea 10. Nun, so bleibt es fest das Von der Erlösung durch Jesum Christum. 72 bei: Du, mein Heiland sollst es bleiben, Dem ich lebe, deß' ich sei. Nichts soll je mich von dir trei ben. Du, du wirst mich auch nicht Laffen; Ewig will ich dich umfassen. 11. Ist schon in dem Leben hier Solche Freud' und Ruh' zu finden, Wenn im Glauben wir mit dir Uns, mein Jesu, recht verbinden; Schenkst du schon so viel auf Erden: Was wird nicht im Himmel werden! 12. Was für Wonne nach dem Leid! Nach der Schmach, o was für Ehre! Was für Ruhe, nach dem Streit! Was für frohe Ju. belchore! Ewig werd' ich dort dich loben, Bin ich erst zu dir erhoben. 13. Täglich, täglich freu'ich mich Auf dies freudenvolle Leben. Hei land! dir sei Dank; durch dich Wird es mir dereinst gegeben! Hilf nur, Herr, an den ich glaube, Daß mir nichts das Kleinod raube. Mel. Dir, dir Jehova, will ich zc. 116. Ach sieh' ihn dulden, blu ten, sterben! O, meine Seele, sag' ihm frommen Dank! Sieh' Gottes eignen Sohn und Erben, Wie mäch tig ihn die Menschenliebe drang! Wo ist ein Freund, der je, was er, gethan? Der so, wie et, für Sún der sterben kann? 2. Wie dunkel waren jene Stuns den, O Herr, und welche Lasten drückten dich! Wie quoll das Blut aus deinen Wunden! Und ach, es floß zum Heil und Trost für mich; Es ruft auch noch mir die Versich. rung zu, Daß du mich liebst, du frommer Dulder, du. 3. So sollt' es sein. Du mußtest teiden; Dein Tod macht mir des Vaters Liebe kund. Er wird für mich ein Quell der Freuden, Ein Siegel auf den ew'gen Friedensbund. So wahr dich Gott für mich zum Opfer giebt, So fest stehts auch, daß er mich herzlich liebt. 4. Dein bin ich nun und Gottes Erbe Werd' ich gewiß durch meinen Glauben sein. Wenn ich auch leide, wenn ich sterbe: Sind doch der Zukunft Freuden ewig mein. Wenn Sonn' und Mond und Erde untergehn; So bleibt mir Gottes Gnade ewig stehn. 5. Bestätigt ist nun deine Lehre; Ich baue fest darauf in jeder Noth. Sa mir zum Trost und dir zur Ehre Gereicht dein ganzer Kampf, dein Kreuzestod. Unschuldig littest du; doch Preis und Ruhm Ist auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. 6. Herr, dies dein Beispiel soll mich lehren, Gern thun, was mir dein heil'ges Wort gebeut, Durch frommen Wandel dich verehren, Dir folgen in der schwersten Prüs fungszeit. Die Dankbarkeit dringt innigst mich dazu; Wer hat es mehr um mich verdient als du? 7. Nie will ich mich an Feinden râchen; Auch dies lern' ich, mein Heiland, hier von dir; Nie Gots tes Schickung widersprechen, War' gleich sein Pfad jetzt noch so dunkel mir. Auf Dornen gingst du selbst zum Ziele hin; Ich folge dir, weil ich dein Jünger bin. 8. Was fürcht' ich noch des Todes Schrecken? Du schliefst auch einst im Grab', o Seelenfreund.- Mag fie doch meine Asche decken, Die Ers de, wenn des Todes Nacht erscheint; Der Gott, der dir das Leben wies Leiden, Tod und Begräbniß Jesu.( Passionslieder.) 73 der gab, Ruft meinen Staub auch einst aus meinem Grab'. gen wir Dir, unserm Heil und Retter, hier; Und du wirst uns, wenn wir dich sehn, zu deines Himmels Wonn' erhöhn. 9. Nimm hin den Dank für deine Plagen, Mein Retter, den die treu ste Liebe bringt. Dort will ich dir's noch beffer sagen, Wenn dich mein Geist im Engelchor befingt. Dann stimmen alle Sel'gen fröhlich ein; Der ganze Himmel soll dann Zeus ge sein. Vom Leiden und Tode Jesu überhaupt. Mel. Die Seele Chrifti heil'ge c. 117. An deine Leiden denken wir, Herr Jesu Christ, und danken dir, Daß du so willig ihre Last, Zu unferm Heil getragen hast. 2. Im Geiste folgen wir dir nach, Von Schmer; zu Schmerz, von Schmach zu Schmach; Wir schaun zu deinem Kreuz hinan, Und beten dich mit Freuden an. 3. Auch uns zu gut, o Herr, betrat Dein Fuß den dornenvollen Pfad. Auch uns strömt Beßrungss kraft und Ruh' Aus deinem bit tern Leiden zu. 4. Daß Gott uns als ein Vater liebt, Gern Reuenden die Schuld vergiebt; Daß ewig unsre Seele lebt, lind sich zur bessern Welt erhebt; 5. Daß deine Lehre fest besteht, Und daß dein Reich nie untergeht: Den großen Trost von unserm Gott, Bringt uns, Geopferter, dein Tod. 6. Und wir, Herr, glaubten an dich nicht? Ach, ohne sichern Trost und Licht, mit ungewiffen Schrit ten geht Des Lebens Pfad, wer dich verschmäht. 7. Mit Dank und Freude fel. Mel. An Wasserflüssen Babyl. 2c. 118. Herr, der du taufend Welten lenkst, Was bin ich doch, ich Armer, Daß du so huldreich mein gedenkst, Mein Vater und Erbars mer? Mich drückte des Gewissens Noth, Mir drohten Elend, Qual und Tod; Wo sollt' ich Rettung finden? Doch du erbarmteſt meis ner dich, Und du beschloffest väter. lich Die Tilgung meiner Sünden. 2. DRathschluß voll Barmhers sigkeit! Dein Sohn will für uns sterben, Wird Stifter unfrer Seligkeit, Entreißt uns dem Verders ben. Er kleidet sich in Fleisch und Blut, Thut, was kein Freund, kein Bruder thut:( Wer kann dies ganz durchdenken?) Stellt sich den größ ten Martern bloß, Erduldet sie, stirbt göttlich groß, lind läßt in's Grab sich senken. 3. Ganz faßt dich selbst ein En gel nicht, Gedanke zum Erschüt tern! 3war bist du meine Zuvers sicht, Doch denk' ich dich mit Zittern. Wenn ich im Geist Gethsemane, Wenn Golgatha im Geist ich seh', Was ist's, das ich empfinde? Ich weine, Herr, nicht über dich, Ich wein' und klage über mich, Ind über meine Sünde. 4. Du leidest nicht für eigne Schuld; Denn du bist der Gerechte: Du stirbst voll göttlicher Ge duld Für schnöde Sündenknechte. Es war auch meine Missethat, Die, Heiland, dich gemartert hat: Ich 74 Von der Erlösung durch Jefum Christum. Sünder sollte sterben; Doch du gingst für mich in den Tod Mir von der Sünd' und ihrer Noth Befreiung zu erwerben. 5. Und dient' ich nun der Sünde noch, Wie müßt' ich mich nicht schämen! Nein, Jesu, nur dein sanf tes Joch Will ich nun auf mich neh, men. Ich will der Sünde Lockung fliehn Und ihren Lüften mich entziehn; Bei deinem Tod am Kreuze Entsag' ich, was der fünd'gen Welt, Was meiner bösen Lust gefällt, Und ihrem falschen Reiße. 6. Herr, laß mich aus Barm Herzigkeit, Wie freundlich du bist, schmecken, Wenn Sünden der vers gangenen Zeit mein armes Herz erschrecken. Es stårke mich in Seelennoth Dein für mich ausgestand. ner Tod, Die Kraft von deinen Wunden! Es tróste mich dein bans ges Flehn, Als man verlassen dich gefehn, In meinen Prüfungs stunden! 7. Dank, mein Erlófer, Dank sei dir Für jede deiner Plagen. Für alle Leiden, die du hier An Seel' und Leib ertragen; Für allen Schmerz, für alle Angst, Womit du für mich Sünder rangst, Sei Ehre deinem Namen! Gedenke meiner in der Noth, Gedenk' auch meiner einst im Tod' Und im Gerichte. Amen. 5. Doch låffet er nicht ab, zu Gott zu flehn: Kann dieser Kelch vor mir nicht übergehn, Ich trink ihn, Bater, denn!- Herr del nen Willen, Bin ich bereit, ges horsam zu erfüllen. 6. Erbarmend blickt auf ihn der Vater hin; Ein Engel kommt herab und stårket, ihn, Das an gefangne Werk auch wohl zu en den; Denn Kreuz und Tod soll seinen Sohn vollenden. 7. Was hat dich doch in solche Noth gebracht, Mein Heil? Ich bin's, der dir die Angst gemacht. Für mich hast du getrauert und Todes selbst gestritten. gelitten, Und mit der Macht des Mel. Ich wart' auf dich zc. 8. Wie unbegreiflich groß ist deine Huld! Mich Armen drück119. So geht mein Heiland te schwere Sündenschuld; Du Von dem Leiden Jesu ins: besondere. 2. Hier möcht'er betend noch sich Gottes freun; Doch ach! er fühlt, statt Freude, Seelenpein; Der Held fängt an zu trauern und zu zagen, Sein Herz bricht aus in laute Jammerklagen: denn, da er zuleht Der Liebe Mahl den Jüngern eingesetzt, Getroft mit ihnen hin in einen Garten, Um dort die Schaar der Feinde zu erwarten. 3. ,, Betrübt, ihr Lieben, ist bis in den Tod Jetzt meine Seele; ,, wacht und fleht zu Gott, Indem ich betend dort allein verweile, Daß euch Versuchung nicht im Schlaf ereile." 4. Doch ach, zu schwach, schläft jeder Jünger ein, Und läßt den Herrn in seinem Kampf allein, Der hier indeß selbst mit dem Tode rin get, Daß Schweiß, wie Blut, ihm aus den Gliedern dringet. schmeckst den Tod, damit bereute Sünde Bei dem versöhnten Gott Vergebung finde. 9. Ach mache mich bis in den Tod Leiden, Tod und Begräbniß Jesu( Paffionslieder.) 75 dir treu, Gieb, daß ich stets zum Guten wachsam sei, Laß nie Bersuchung mich im Schlummer finden, Laß mit Gebet mich jede überwinden. ich, daß im Tod' Ich nicht ewig sterbe; enn ich bin versöhnt mit Gott, Vin des Himmels Erbe. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 121. Wie liebreich, Jesu, ist 10. Hilf, daß in Noth ich auf dein Beispiel seh', Und so, wie du, dem Fleische widersteh', Ganz mei nen Will'n in Gottes Rath ergebe, Und hier auch ihm zum Wohl gefallen lebe. dein Herz! Wer kann es gnug ers messen? Du konntest bei dem größten Schmerz Die Deinen nicht vers geffen. Mit großer Nachsicht und Geduld Ertrugst du deiner Freun de Schuld Und ihres Fleisches Trägheit. 11. Steh' du bei mir, wenn Tod und Grab mich schreckt, Und bange Furcht in meiner Seel' erweat. Von dir gestärkt, werd' ich nicht unterliegen; Mit dir kann ich des Todes Macht besiegen. Mcl. Christus der uns selig 2c. 120. Mein Erlöser, auch für mich Gingst du hin zum Leiden, Und begabst dich williglich Aller deiner Freuden! Du sahit Bande, Schmerz und Hohn, Sahst den Tod von ferne: Doch ertrugst du, Gots tes Sohn, Alle Leiden gerne. 2. Du entflohst nicht der Ge, fahr, Die dem Leben drohte. Als die Grund' erschienen war, Gingst du gern zum Tode, Furchtlos übergabst du dich In der Feinde Hände, Und bliebst unveränder, lich Treu bis an das Ende. 2. Du litt'st im göttlichen Ges richt Die Strafen deiner Brüder, Und unter dieser Last Gewicht Sankst du zur Erde nieder. Du sagtest, kämpftelt mit dem Tod, Und niemand wollte deine Noth Durch sanften Trost verfüßen. 3. Selbst deiner Freunde tråges Herz Vermehrte deinen Rummer. Du fah'st sie, ach! bei deinem Schmerz Jetzt übermannt vom Schlummer. Sie schwuren dir ges treu zu sein; Und nun in deiner gro Ben Pein, Will keiner dich erquicken. 4. Und dennoch, Icsu, bleibst du treu, Und liebest diese Schwachen. Mitleidig eilest du herbei, Sie wies der stark zu machen. Du gehst und duldest neue Qual; Du kommst und sprichst zum drittenmal: O wachet, meine Brüder! 3. Lehre mich, wie du, so still Und getrost zu leiden! Und wenn Gottes Rath es will, Freudig abzus scheiden. Stärke mich, wenn ich einmal Sterbend zu dir slehe, Daß ich durch das Todesthal Ohne Schrecken gehe. 5. Herr, deine Gnade stårk' auch. mich, Wenn ich aus Schwachheit fehle. Wie kraftlos bin ich ohne dich! Wie tråg' ist meine Seele! Gieb, daß ich immer wachsam sei, Und täglich dich mit größrer Treu' Bis an mein Ende liebe. 4. Dank, o Jesu, Dank sei dir, Für dein bittres Leiden; Denn dadurch erwarbst du mir Deines Mel. Herzlich thut mich e. Himmels Freuden. Nunmehr weiß 122. Du, dessen Herz voll Liebe 6 76 Von der Erlösung durch Jesum Christum. Sich bis zum Tod und Grab, Aus mitleidsvollem Triebe, 31 unsrer Rettung gab; Ach! unter welchen Plagen Schloß, Jesu, sich dein Lauf! Mit Zittern und mit Zagen Stiegst du zum Belberg auf. 2. Hier sahst du schon vom weiten Dein Kreuz auf Golgatha, Sahit dich den Grausamkeiten Ers grimmter Haffer nah; Sah'st deine Grabeshöhle Und fühltest Todes noth; Betrübt war deine Seele, Betrübt bis an den Tod. 3. Gott, welche Angstgefühle Ergriffen da dein Herz! Im na genden Gewühle Von Bangigkeit und Schmerz Lagst du vor Gott im Staube, Mit Todesschweiß bedeckt. Wie kämpfte da dein Glaube, Von banger Furcht geschreckt! 4. Auf dich, der Menschen Bester, Drang Angst auf Angst herzu, Und doch hing niemand fester An seinem Gott, als du. Sollt' ich den Kelch nicht trinken, Den mir mein Vater reicht? Dies ließ dein Herz nicht sinken, War's gleich so tief gebeugt. 5. Nach seinem Rath zu leiden Bliebst du dennoch bereit: Begabst dich aller Freuden, Und gingst mit Willigkeit Der frechen Schaar ents gegen, Die blutbegierig kam, Dir Bande anzulegen, Und dich gefangen nahm. 6. Mit was für Geistesstille Trugst du gehäuste Schmach, Die aus der Bosheit Fülle Auf dich herein nun brach; Du scheutest keine Schmer zen, Die dir ihe Grimm gedroht; Zu schwer war deinem Herzen Seldit nicht der Kreuzestod. 7. Der Menschen Heil zu fördern, Gabst du mit sanftem Sinn Dich willig deinen Mördern Und allen Martern hin. Um dich war alles trübe: Doch du bliebst liebevoll. So stark war deine Liebe zu uns und unserm Wohl. 8. D Freund der Menschenkinder, Den nun kein Leid mehr drückt! Wie hoch hast du uns Sünder Durch deinen Tod beglückt. Durch ihn ist uns bewähret Des Vaters Gnas denrath, Den uns dein Mund erklåret Und fest versichert hat. 9. Wie viel sind wir dir schuldig, Daß du die schwere Last Des Kreuzes so geduldig Für uns getragen hast! Dich wollen wir erheben, So viel die Schwachheit kann, Und dir zur Ehre leben. Nimm unser Opfer an. Met. Wenn meine Sünd' mich ze. 123. Herr! es gescheh' dein Wille! Gern duld' ich jeden Schmerz. Nur gieb mir Ruh' und Stille Und Freudigkeit ins Herz. Laß mich, wenn mir Versuchung droht, Wie du so willig leiden, So treu fein bis zum Tod. 2. Der Martern jede schwebte Vor deinem Angesicht: Doch deine Seele bebte Vor ihrem Anblick nicht. Voll Freudigkeit und Geis stesruh Erhebst du dich vom Staus be Und eilst den Feinden zu. 3. Dich schreckte das Getümmel, Der Mörder Waffen nicht. In deis nem Geift war Himmel, Und Muth im Angesicht. Schon stürzt auf dich der Feinde Schaar: Doch beutst du deine Hände Den Banden willig dar. 4. O wär' ich doch im Leiden Wie du, so sanft und still! O litt' ich so mit Freuden, Was Gott, mein Va Leiden, Tod und Begräbniß Jesu.( Passionslieder.) 77 ter, will! Ich will mit Ehrfurcht und Vertraun, Geduld von dir zu lernen, Auf dich, Erlöfer, schaun. 5. Giebst du mir deinen Frieden, So schreckt mich keine Noth Und keine Schmach hienieden, Wår's auch der Martertod. Durch dich be sieg' ich jedes Leid; Denn deine Gna de tröstet Mit Ruh' und Seligkeit. 5. Treuer Freund! um unsert willen Streckst du deine Hände dar; Gottes Rathschluß zu erfüllen, Schonest du der frechen Schaar; Wehrst dem Schwerte deines Freun des, Heilst die Wunde deines Feindes; Nimmst die Bande willig an, Du, der Böses nie gethan. 6. Edel sind sie, deine Bande Und ein Denkmal deines Ruhms. Deinen Feinden sind sie Schande, Met. Jesu meines Lebens 20. 124. O mein Jesu, dessen Dir ein Schmuck des Heiligthums; Wunden Heil und Leben uns ge. bracht: Ach! wie hart wirst du gebunden, Und Verbrechern gleich gemacht. Deiner bittern Feinde Tücke Kennst du, und weichst nicht zurücke; Giebst mit edlem Helden sinn Dich in ihre Bande hin. Denn du trugst sie unverschuldet. Alles, was du, Herr, erduldet, Littest du, uns zu befrein, Ewig unser Heil zu sein. 2. Mehr als zwölf der Legionen, Die um deines Vaters Thron, In dem Licht des Himmels wohnen, Stehn bereit, o Menschensohn, Wenn du winkst, dich zu befreien, Und die Feinde zu zerstreuen: Doch bei allem ihren Grimm Winkst du nicht den Seraphim. 7. Dank dir für so große Güte! Beige sie an mir auf's neu', Und befreie mein Gemüthe Von der Sünden Sclaverei, Daß die Welt mich nicht verstricke, Bose Lust mich nie berücke, Des Versuchers Arglist nie In das Nek mich wieder zieh'. 4. Dech fie liegen schon zur Er den Hingestreckt durch dein: ich bins; Daß sie selber Zeugen wer. den Deines edlen Heldenfinns. Nies mand nimmt von dir dein Leben; Du willst selbst es für uns geben, Und vom Fluch uns zu befrein, Wes der Schmach noch Bande scheun. 8. Soll ich einst den Ruhm erlan gen, Daß ich deines Geistes voll, In Bekenner Fesseln prangen, Deis netwegen dulden foll: Dann stårk' auch in meinem Leiden Mich dein Geist, der Geist der Freuden, Daß ich meinem Glauben treu Und ganz unerschrocken sei! 3. Du bist selber reich an Stárke, Die auch hier sich nicht verlor: Aber im Erlösungswerke Geht Ge duld der Allmacht vor. Wolltest du ein Wort nur sprechen: Deine Fes seln würden brechen, Und der Feins Mel. Seelenbräutigam, Jesu zc. de große Zahl Stürzte deiner Gott, 125. Jesu, laß mich still, Wenn heit Strahl. dein Nath es will, Der Verläums dung Schmach erdulden, Nie durch Rachgier mich verschulden, Und, wie du, so rein Von Verbrechen sein. 2. Deine Seelenruh' Nahm im Leiden zur. Selbst die Lügen falscher Zeugen Widerlegtest du durch Schweigen. Ohn' erzürnt zu drohn, Trugst du Sport und Hohne 6* 78 Von der Erlösung durch Jesum Christum. 3. Jefu! trúg' auch ich Still und Mel. Kommt her zu mir, fpricht zc. williglich Die Verläumdung falscher Zungen Und den Schmerz der La sterungen, Dann könnt' jede Pein Mir erträglich sein. 127. Ach, Jesu, welche Küm. merniß- Litt'st du, da Petrus dich verließ, Und treulos dich verkann te! Dies fränkte dein so fanftes Herz Weit mehr, als aller Mar tern Schmerz, Weit mehr, als Schmach und Bande. 4. Was mir auch vonSpott, Von Verläumdung droht, Freudig will ich es erdulden. Ach! für meiner Sünden Schulden Litt'st du, Hei ligster, Mehr als ich, viel mehr! 5. Endlich werd'auch ich, Gottes Sohn, durch dich Alle Lästrung überwinden, Und den Lohn der lln schuld finden, Den du mir erwarbit, Da du für mich starbst. Mel. Weun meine Sünd' mich 2c. 126. Seht Jefum, den Ge, rechten! Seht seine Schmach und weint! Entehrt von Lasterknech, ten, Steht da der Menschenfreund. Spott, Speichel und der Bosheit Buth Erduldet er, und büßet Der Menschen Frevelwuch. 2. Die Feinde, die ihn haffen, Verfolgt er nicht mit Grimm; Trågt, als ein Lamm, gelaffen Der Frevler Ungestüm. Durch göttlich sanften Edelmuth Besiegt er seine Leiden Und der Verfolger Wuth. 3. Herr! laß mich wohl bedenken, Was du für mich gethan; Und wenn mich Leiden kránken, Erinn're mich daran, Wie du die auferlegte Last So willig übernommen, So still getragen haft. 4. Daß ich mich dir ergebe, Im Glück, wie in der Noth; Nie dei ner unwerth lebe, Das gieb, mein Herr und Gott! Werd' ich dich einst als Richter fehn, So laß mich nicht mit Schande Bor deinem Throne kehn! 2. Er schwur, nicht Hohn, nicht Tod zu scheun, Auch dann dir, Jes fu, treu zu sein, Wenn Todesmar, tern drohten. Doch bald vergaß er feinen Schwur; Der Angriff schwas cher Menschen nur Warf ihn be schämt zu Boden. 3. Wie ist der stärkste Held so schwach! Wie leicht kann Lodesfurcht und Schmach Den größten Muth bekämpfen! Fiel Petrus, der so viel versprach; Wie plößlich kann ein Ungemach Auch meinen Eifer dämpfen! 4. Sucht, Christen, daß ihr durch's Gebet Der Lust des Fleisches wis dersteht, Daß sie euch nicht berücke: Ihr steht: doch nah' ist euer Fall. wacht und kämpft! denn überall Droht des Versuchers Tücke. 5. Ach, Herr, nimm meiner See le wahr: Umringt von Trúbfal und Gefahr Leb' ich auf dieser Erde. Gieb, daß ich nie verlassen sei, Nie durch Berrath und Heuchetei Ab, trünnig von dir werde. 6. Wer dich verleugnet, Gottes Sohn, Dem wirst du den verdienten Lohn An jenem Tage geben. Wer dir sich treu zum Dienste weiht, Den wirst du dort zur Herrlichkeit Der Seligen erheben Mel. Un Wasserflüssen Babyl.:. 128. Dich bet' ich an, Herr Leiden, Tod und Begräbniß Jesu.( Passionslieder.) 79 Jefu Chrift, Du Heil der Menschen laß mich auch, wie du, verzeihn, kinder, Der du so reich an Gnade bist, So zärtlich gegen Sünder! Du bist des Blöden Zuversicht; Nie wendest du dein Angesicht Von des Bedrängten Flehen. Du siehst mit gnadenvollem Blick Auf ihn in sei. ner Noth zurück, Und eilst, ihm beizustehen. 2. Du reichtest Petro deine Hand, Der schon dem Abgrund nahe, Die Schwere seines Falls empfand, Und sich verlaffen sahe. Als er in sein Verderben lief, War's deine Macht, die ihn ergriff; Du ließt ihn Gnade finden. Und als er bit. terlich geweint, Vergabst du ihm, treu'ster Freund, Erbarmend alle Sünden! 3. Auch jetzt noch auf der Himmel Thron Bist du das Heil der Sün. der. Auch da bleibst du, o Gottes Sehn! Ein Freund der Menschen. kinder. Du schaffit dem bangen Herzen Ruh', Und die Verirrten fuchest du Auf rechten Weg zu leis ten. Du hörst der Seufzenden Ges bet, Und brauchest deine Majestát, Nur Segen auszubreiten. 4. Herr, ich bin deinem Petrus gleich; Drum such' ich dein Erbar men. Wie plötzlich fall' ich, Jesu, reich, Reich' deine Hand mir Ar. men! Naht der Versuchung Stuns de sich, Dann Heiland, unterstütze mich, Und stärke meinen Glauben. Vergónn' es ja dem Feinde nicht, Mir meines Herzens Zuversicht, Den Himmel mir zu rauben. 5. Wie du mit sanftem Blick voll Huld Den Strauchelnden erweck. test; Und mit erbarmender Geduld Des Jüngers Fehler decktest: So So willig und so eifrig sein, Elens den beizustehen. Nie sei mein Ants lit fürchterlich! Nein! meine Sees le neige sich zu des Bedrängten Flehen. Met. Wenn meine Când' mich): c. 129. Von Furcht dahin geriffen, Verleugnet Betrus dich. Bald straft ihn sein Gewissen: Da weint er bitterlich. Dein Blick, o Jesu, rührt sein Herz; Er fleht zu dir um Gnade, Und du stillit sei. nen Schmerz. 2. Wie wuchs nun deinem Zeugen Beständigkeit und Much! Furcht konnt' ihn nicht mehr beugen; Für dich, Herr, floß sein Blut. Dich, seinen Herrn, und seinen Gott, Verherrlichte sein Leben, Verherrlichte sein Tod. 3. Betrübt ist meine Seele, Ere füllt mit Reu' und Schmerz. Was hilfts, daß ich's verhehle? Du schaust mir ja ins Herz! Bekennen will ich es vor dir; Dich hab' auch ich verleugnet; Bergieb, vergieb es mir! 4. Wenn deiner Lehre Haffer Dich schmähten, wenn ihr Spott Von ihrem Mund, als Waffer Dahin floß wider Gott: Dann schwieg ich furchtsam, schämte mich, EinChrist zu sein, und scheute Mehr ihren Spott, als dich. 5. O du, der du dein Leben, Du, Herr der Ewigkeit, So willig hin gegeben Für meine Seligkeit; Wie undankbar, wie schwach war ich, Daß ich den Spott der Sünder, Mehr fürchtete, als dich. 6. Ach, rechne nicht zur Sünde 1 Von der Erlösung durch Jesum Chriftum. 80 Mir diese Feigheit zu! Die Reu', die ich empfinde, Erlöser, siehe du! Du schenktest Petro seine Schuld; Bedeck auch mein Bergehen Mit deiner Lieb und Huld. 7. Laß diesen Schmer; der Reue Mir unvergeßlich sein; Ich will zu ew'ger Treue Dir meine Seele weihn. Dich zu verleugnen, Herr, mein Gott, Das fürchte meine See le Weit mehr, als selbst den Tod. 8. Nichts soll von dir mich trennen; Dich will ich frei und gern Vor aller Welt bekennen, Dich, meinen Gott und Herrn! Denn vor dem Vater, im Gericht, Ver leugnest du, o Richter, Den, der dir treu ist, nicht. 9. Bewahr' ich deine Gnade, Folg' ich dir standhaft nach; Wer ist dann, der mir schade? Was fürcht' ich Hohn und Schmach? Die Spotter mögen mich ver schmáhn! Sie werden mich mit Ehre Von dir verherrlicht sehn. wagt er's, laut zu sagen: Ich bin des Hochgelobten Sohn. 4. Ihr, eures Hauptes Glieder, Ihr Christen, fallet nieder, Und bes tet Jesum an. Er ist, trot allen Spottes, DerSohn des ew'gen Got tes, Und alles ist ihm unterthan. 5. Er, dem Gericht entnommen, Wird einstens wieder kommen, Des Hochgelobten Sohn! Er, seiner Feinde Rächer! Dann stehen die Verbrecher Bestürzt vor seinem Richterthron. 6. Wie werden sie mit Grauen Und Todesangst ihn schauen In seiner Majestät! Ihn, wird ihr Herz dann sagen, Ihn haben wir geschlagen, Berspeiet und an's Kreuß erhöht. 7. Jauchzt dann, ihr Frommen! schauet: Der Herr, dem ihr vertrattet, Erscheint, mit ihm sein Lohn. Wenn dann die Sünder za gen, Dann könnt ihr fröhlich sagen: Gelobet seist du Gottes Sohn! Me 1. Welt, fich' hier dein ic. In eigner Melodie. 130. Gott, welche Schmach 131. Unschuld'ger Jefu, was und Plagen Muß er, mein Heiland, tragen, Der nichts verbrochen hat! Als einen Uebertreter Des Glaus bens seiner Båter Klagt man ihn an im hohen Rath. hast du verbrochen, Daß man daß Todesurtheil dir gesprochen? Du, Heiligster, bist ja in Missethaten Niemals gerathen. 2. Da steht er im Gerichte! Aus feinem Angesichte Strahlt hoher, freier Muth. Er, groß auch in den Banden, Berachtet Schmerz und Schanden, Und duidet still der Frevler Wuth. 2. Und doch wirst du verworfen und verhöhnet, Mit Dornen gar zu größrer Schmach gekrönet, Gegei. ßelt und von Schmerzen schon ents kräftet, Ans Kreuß geheftet. 3. Treu bleibt er seiner Lehre; Und seiner Unfáuld Ehre Versüßt ihm Schmach und Hohn. Er schweigt bei schnöden Fragen: Doch 3. Was ist die Ursach aller sol. cher Plagen? Ach, unfre Sünden haben dich geschlagen. Zu ihrer Tilgung hast du, Herr, erduldet, Was wir verschuldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch Leiden, Tod und Begräbniß Jesu.( Paffionslieder.) 81 diese Strafe! Du, guter Hirte, soll dich besser unter Engelchören leidest für die Schaafe. Die Schuld Mein Loblied ehren. bezahlst du, Herr, für böse Knechte, Du, der Gerechte! o 5. O große Lieb! e Liebe, nicht zu faffen! Auch mir zum Heil hast du dich martern laffen. Damit ich ler ne, Sünde ernstlich meiden, Willst du, Herr, leiden. 6. Ach, großer Mittler, groß zu allen Zeiten, Wie kann ich gnugsam deine Treu' ausbreiten? Kann ich sie dir, Beherrscher aller Welten, Wohl je vergelten? 7. Doch dir gefällts, wenn ich mich selbst bekämpfe, Dir folge, und des Fleisches Lüfte dämpfe; So sei denn auch forthin mein ganzes Leben Nur dir ergeben. 8. Gieb selbst zu diesem seligen Geschäfte Mir Schwachen deines guten Geistes Kräfte, Daß er zu dir mich ziehe, mich regiere, 3um Guten führe. 9. Dann werd' ich dankvoll deine Huld betrachten, Die Lust der Welt, dich liebend, gern verachten; Mit allem Eifer suchen deinen Wil len Treu zu erfüllen. Mel. Wenn mein Etündlein 2c. 132. Seht, welch ein Mensch! wie lag so schwer Auf ihm die Last der Sünder! Wie unaussprechlich duldet er Für euch, ihr Menschen. kinder! So leiden sah von Anbeginn Die Erde keinen je, als ihn: So wird auch keiner leiden. 2. Des Vaters Sohn, gesandt von Gott, Ein Helfer, ein Gerech ter, Ward frecher Missethäter Spott, Und seines Volks Gelächter. Wie ein Verbrecher stand er da, Verklagt, verläumdet! wer ihn sah, Der sah ihn mit Verachtung. 3. Erfindrisch war der Frevler Wuth, Den Heiligsten zu plagen. Bedeckt mit Striemen und mit Blut, Zergeißelt und zerschlagen, Sum Spott mit Dornen frech gefront, In Königskleidern ausges höhnt, Stand er vor seinen Feinden. 4. Den Heiden, der sein Richter war, Ergriff ein menschlich Schres cen; Er stellt ihn seinen Brüdern dar, Ihr Mitleid zu erwecken. Seht, welch' ein Mensch! ich kann ihn nicht Verdammen, denn die Unschuld spricht zu mächtig für fein Leben. 10. Zu deiner Ehre will ich alles wagen, Kein Drohen achten, keine Schmach noch Plagen, Mich sollen. auch des bångsten Codes Leiden Nicht von dir scheiden. 11. Dies alles, ob's für wenig gleich zu achten, Wirst du doch, mein Erbarmer, nicht verachten; Du wirst dies Opfer gnädig von mir nehmen, mich nicht beschämen. 12. Empfang' ich dann dereinst vor deinem Throne, Aus deiner Hand, der Ueberwinder Krone, So 5. Vergeblich, ach! vergeblich war Die Menschlichkeit des Heiden; Die aufgebrachte wilde Schaar Sah Jesu Schmach mit Freuden. Sein Tod befriedigt sie allein; Sie stürmten auf den Richter ein, lind schrien: er sterb' am Kreuze! 6. Du denkest ohne Schaudern nie An diese Wuth der Sünder; Du sprichst: die Rache ftrafte ſie, Von der Erlösung durch Jesum Chriftum. 82 Und straft noch ihre Kinder. Doch Seele, denkst du auch dabei An deine Sünden? Bist du frei Von Schuld am Tode Jesu? 7. Sieh! welch ein Mensch! er wird für dich Geschmäher und zer schlagen. Hör' ihn, er spricht: ich selber, ich muß deine Sünden tragen. Die Schuld ist dein! durch meinen Tod Versöhn' ich, Sün der, dich mit Gott, Ich sterb' um deinetwillen. 8. hochgelobter Gottessohn, Du Tilger meiner Sünden, Erhöht auf deines Vaters Thron, Ach, laß mich Gnade finden! Laß deines Todes Schmach und Pein Gerechtigkeit und Heil mir sein, Um deiner Liebe willen! 9. Ich schwöre, Welterlöser, dir, Und ewig will ich's halten: So wahr du lebest, soll in mir Nie deine Lieb' erkalten! Dein Leiden und dein Tod soll mich, So lang' ich lebe, Herr, an dich Und deine Lieb' erinnern. 10. Lockt mich die Welt; tockt Fleisch und Blut Mich auf den Weg der Sünde; So rüste mich mit Kraft und Muth, Daß ich fie überwinde; Dann rufe du mir liebreich zu: Denk, welch' ein Mensch ich war! und du, Du wolltest mich nicht lieben? Mel. Beficht du deine Wege 2. 133. Der du voll Blut und Wunden Für uns am Kreuze starbst, Und unsern leßten Stunden Den höchsten Trost erwarbst! Du, der fein theures Leben, Noch, eh' ich war, auch mir zum Heil hat hin gegeben; Mein Jesu, Dank sei dir! 2. Wie viel hast du erduldet, Erhabner Menschensohn; Als du, der nichts verschuldet, Empfingst der Sünder Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen, Da traf dich Schmach auf Schmach; Da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herz dir brach. 3. Entblößt von allem Reize, Der Menschen wohlgefällt, Hingst du an deinem Kreuze, Ein Fluch für alle Welt. Dich flohen deine Freunde; Du warst der Leute Spott; Dich höhnten deine Feins de: Wo ist denn nun sein Gott? 4. Wer kann dir nachempfinden Den Schmerz, die Todesangst, mit welcher du von Sünden Uns zu erretten rangit? Die Last ges häufter Plagen Fiel da so schwer auf dich, Daß sie dich drang zu klas gen: Gott, wie verläß'st du mich! 5. Ach, diese Last und Mühe Hab' ich dir auch gemacht. Nun, mein Erlöser, siehe, Vom Throne deiner Macht In Gnaden auf mich Armen, Der sich verschul det hat, Und hilf mir aus Er. barmen Von meiner Misfethat. 6. Ich will auf dich stets sehen Mit Glaubenszuversicht. Wohin soll ich sonst gehen? Verwirf du mich nur nicht! Wo soll ich Ruhe finden, Wenn du mich, Herr, nicht liebst? Wo Reinigung von Suns den, Wenn du sie mir nicht giebst? 7. Du hast mir durch dein Leis den Vergebung, Beßrungskraft, In Trübfal Trost und Freuden, Die ewig sind, verschafft. O gieb an dieser Gnade Auch mir im Glaus ben Theil; So wird mein Seelenschade Durch dich, Erlófer, heil. Leiden, Lod und Begräbniß Jesu.( Passionslieder.) 83 8. Es dient zu meinen Freuden, Was du am Kreuz' empfandst, Der du, nach deinen Leiden, Für mich auch auferstandst. Ach! möcht' ich einst mein Leben, Begnadigt Herr, von dir, In deine Hände geben! Wie wohl geschähe mir! }/ Schmerz, Bei seiner Haffer Schmå hen,( So voller Sanftmuth ist sein Herz!) Für seine Mörder flehen: Bergieb es ihnen, Vater, nun; Sie wiffen nicht, was sie jest thun." Christ! soll dich dies nicht rühren? O folge feinem Vorbild nach! Laß nie Beleidigung und Schmach Zur Rache dich verführen. 9. Ich danke dir von Herzen, O Jesu, liebster Freund, Für deine Todesschmerzen! Wie gut hast du's gemeint! Ach gieb, daß ich mich halte zu dir mit Gegen. treu', Und bis ich einft erkalte, Ganz, ganz der deine fei. 10. Wenn ich einmal soll schei. den, Auch dann verlaß mich nicht. Sei du in Todesleiden Mein Tröster und mein Licht! Wenn mir am al lerbängsten Einst um das Herz wird sein, Dann reiß mich aus den Aeng sien, Kraft deiner Angst und Pein. 11. Erhebe dann mein Hoffen, Zur bessern Welt zu gehn; Laß mich den Himmel offen Und dich im Geiste sehn. Dann laß mich mit Entzücken Und heilger Sehnsucht voll, Nach dir, Vollender, blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Ueber alle Worte Jesu am Breuze. Mel. Ein Lämmlein geht, und zc. 134. Auf: schau' im Geist nach Golgatha, O Christ! auf des sen Höhen Der Liebe größtes Werk geschah, Was je die Welt gesehen. Auf! denke jenen Worten nach, Die da noch dein Erlöser sprach; Sie können dir im Leben, Und be test du Gott gläubig an, Auch, wenn dich nichts mehr trösten kann, Noch Trost im Tode geben. 2. Hór' ihn, bei seinem größten 3. Mit welcher Zärtlichkeit ems pfahl Sein Herz voll Kindestriebe Die Mutter unter Schmerz und Qual In feines Freundes Liebe: ,, Sich deine Mutter! Sei ihr Sohn!" Er, der dies sprach, wird einstens schon, Wenn nun mit frommen Zähren Der Deinen Aus ge dich beweint, Auch ihnen einen treuen Freund Nach deinem Tod' gewähren. 4. Voll Gnade sprach er Trost und Ruh' Dem, der an seiner Seite So glaubensvoll ihn ehrte, zu: ,, Fürwahr, du wirst noch heute Mit mir im Paradiese sein." Der Tod schließt seiner Freunde Pein, Führt sie zum bessern Leben. Lind dahin wird dich Jesus Christ, Wenn du ihm treu ergeben bist, Auch durch den Tod erheben. 5. Wie beugte ihn sein Schmerz so tief! Er konnt' ihn nicht mehr faffen, Als er zu Gott am Kreuze rief: ,, Wie hast du mich verlassen!" Und doch blieb Gott ihm noch sein Gott. O lern', auch in der tiefsten Noth, Gott mit Vertrauen ehren: So wird sich deine Traurigkeit Ges wiß, wie deines Jesu Leid, In Frenden einst verkehren. 6. Nach Labung sehnte sich sein Herz Am Rande feines Lebens. Mich dürftet!" rief er, mate 41 84 Von der Erlösung durch Jesum Christum. vom Schmerz, Und ach! er rief's Gelobt seist du für deinen Tod! vergebens. O Christ, das ruft er Gott ist durch dich auch unser Gott. noch allhier Aus tausend Armen 3. Daß Gott mit Langmuth und neben dir, Die Durit und Hunger drücket. O selig! wer den Ruf ers füllt; Denn wer die Noth des Armen stillt, Hat Jefum felbst erquicket. Geduld, Auch selbst bei sehr gehäuf ter Schuld, Der Sünder dennoch schonet; Daß er so liebreich ihrer denkt, Und ihnen Zeit zur Buße schenkt, Nicht nach Verdienst gleich lohnet; Daß ich noch fröhlich sagen kann: Auch mich, mich Sünder, nimmt Gott an, Hast du, durch deines Fürspruchs Kraft, Mein treuer Heiland, mir verschafft. O Jesu Chrift! Mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! Hilf mir im Leben und im Tod'. 4. Wird je mein Herz von Troste leer, Weil meiner Sünden furchts bar Heer Aufs neue mich erschrekket: O dann versich're mich auf's neu' Durch deinen Geist der Vaters treu', Die meine Schuld. bedecket. Ich blicke glaubensvoll auf dich, Und freue deiner Hütfe mich; Und schließt sich meine Pilgerschaft, So stärke mich mit neuer Kraft: Herr Jesu Christ! Der letzte Kampf wird mir versüßt, Wenn du mein Trost im Tode bist. 7. Nun rief er laut: ,, Es ist vollbracht! Mein Vater, ich befehle Nun meinen Geist in deine Macht!" Dank' ihm, erlöste Seele! Besorgt durch ihn ist dir dein Heil; Nimm auch nun glaubig daran Theil, So trifft dich kein Verderben. Er, der dir dieses Glück erward, Er neigte fanft sein Haupt und starb. Herr, laß mich auch so sterben! Das erste Wort. Met. Herzlich lieb hab' ich dich zc. 135. Um Gnade für die Sünderwelt Rufft du, mein Heil, am Kreuz gequält Von frecher Sünder Rotten. Dir bricht erbarmungsvoll dein Herz, Selbst, da bei deinem herben Schmerz, Die Frevler dich verspotten. Du siehst mit segens. vollem Blick Von ihnen weg, auf den zurück, Den diese Schaar in dir entehrt: Russt, daß es Erd' und Himmel hört: Bergieb, o Gott, Und führe nicht sie ins Gericht; Denn, was sie thun, verstehn sie nicht. 2. Erstaunend seh' ich diese Huld, Wie mitleidsvoll ist die Geduld, Die Mördern so begegnet! Ihr, die ihr euren Heiland ehrt, Fühlt feiner Großmuth hohen Werth, Die selbst die Feinde segnet. Er hat durch segnendes Gebet Auch uns ein ew'ges Heil erfleht. Er sagt auch uns, zu unsrer Ruh, Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jefu Chrift! 5. Wohl mir, wenn ich dir ähn lich bin! O flöße deinen sanften Sinn Doch auch in meine Seele! Gieb, daß bei der Verfolgung Schmerz Ich dir des Feindes hartes Herz Und meine Sach' empfeh le, Besänftige mein reges Blut, Und flammt des Zornes wilde Glut Mein Herz zur Nachbegierde an; O so erinn're mich daran, Herr Jesu Christ, Wie du am Kreuz durch dein Gebet, Selbst deinen Mördern Gnad' erfleht. 6. Mich trófte dein Versöhnungss Leiden, Tod und Begräbniß Jesy.( Pafonslieder.) 85 tod! Du bist es, o mein Herr und Gott, Durch den ich selig werde. O seuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt, Zum Himmel von der Erde! Du bist das Haupt, wir folgen dir. Zeuch dir uns nach, so laufen wir, So wollen 7. Den Trost, o Jesu, dank' ich dir; Du brachtest ihn vom Himmel mir. Du hast versichert: ihr seid mein; Wo ich bin, sollt ihr ewig sein. Das dritte Wort. Mel. Freu dich sehr o meine 2c. wir uns deiner Pein Und deiner Für. 137. Mitten unter eignen bitt' ewig freun. Herr Jesu Christ! Wie selig ist, wie selig ist Der Mensch, dem du ein Heiland bist. Das zweite Wort. Mel. Die Secle Christi heil'ge 2. 136. Wie zärtlich, Jesu, liebt dein Herz! Du denkst noch bei des Todes Schmer; An deiner Freunde Gram und Pein, Und flößest ih. nen Tröstung ein. 2. Du siehst die Mutter, siehst den Freund; Die Thränen, die ihr Auge weint, Verwunden dein so edies Herz; Ganz fühlst du deis ner Mutter Schmerz. 3. Drum stillst du ihren Kummer schon, Sieh, sprichst du, Weiß, dies ist dein Sohn; Was ich dir war, wird er dir sein, Und dich mit Trost und Hülf' erfreun. 4. So innig bis in Tod so tren Sei meine Zärtlichkeit. Ich sei Co willig andern beizustehn, Und ihnen Beistand zu erflehn. Schmerzen, Fühlt mein Heiland fremdes Leid; Fühlt's mit liebes vollem Herzen, Das so gern mit Troft erfreut. Auch am Kreuz' auf Golgatha, Seiner letzten Stunde nah, Freut sein Herz sich noch auf Erden, Des Betrübten Trost zu werden. 2. Nicht vergebens flehet einer Der mit ihm Gekreuzigten Zu ihm: Herr, gedenke meiner, Wenn du nun dein Reich wirst sehn! Voller Huld rief er ihm zu: Wahrlich, heute noch wirst du mit mir, aller Angst entnommen, zu dem Paras diese kommen. 5. Wenn euch, die hier mein Herz geliebt, D Freunde, einst mein Tod betrübt: Dann über geb' ich euch dem Herrn. Er hört, er hilft, er fegnet gern. 6. Froh geh' ich, wenn es ihm gefällt, Den Weg zu jener beffern Welt. Euch sag' ich, die ihr um mich weint: Getroft! bald wer. den wir vereint. 3. Theures Wort aus Jefu Mune de! Welchen Trost giebst du auch mir; Auf die finstre Todesstunde, Folg' ich meinem Gott nur hier! Wenn auch meine Hütte bricht, Bleibt mir doch die Zuversicht, Daß ich dann zur Himmelshöhe Und zu ihren Freuden gehe. 4. Sollt' ich zagen, wenn ich sterbe? Meine Seele stirbt doch nie; Untergang ist nicht ihrErbe; Auch kein Schlaf betäubet sie, Wo sie erst aus langer Nacht, Nach Jahre hunderten erwacht: Nein, sie wird zum neuen Leben Durch den Tod sich gleich erheben. 5. Der du sterbend meiner Seele Diesen Trost versichert hast, Daß die dústre Grabeshöhte Sie nicht, Von der Erlösung durch Jesum Christum. 86 wie den Leib umfaßt; Jesu, ewig Dank sei dir! Heilig sei die Hoffnung mir, Die bu auf ein beß'res Leben Deinen Freunden haft gegeben. 6. Sie, fie reiße mich zum Fleiße, Ganz mich deinem Dienst zu weihn, Und dein Freund, so wie ich's heiße, In der Wahrheit auch zu sein. Unter Sorgen, Gram und Schmerz Stärke sie mein schwaches Hers, Mit Geduld die kurzen Plagen Dieses Lebens zu ertragen. 7. Dir befehl' ich dann am Ende Dieser rauhen Pilgerbahn Meinen Geist in deine Hände; Und du nimmst mein Flehen an. Dann genießt er deines Lichts, Bis der Tag des Weltgerichts Auch die Nacht des Grabes endet, lind sein ewig Glück vollendet. 4. Verlaß mich nicht in meinem Leben; Was ich bedarf, das wirf mir zu. Laß mich nach wahrer Tugend streben; Hilf, daß ich niemals Boses thu'. Sum Dienst in der Gerechtigkeit Sei dir mein Leben ganz geweiht! 5. Verlaß mich nicht in meinem Leiden; Laß mich kein Kreuz von deiner Huld lind Vaterlieb' in Christofcheiden! Gieb Leidenskraft, Muth und Geduld. Die Hoffnung jener Seligkeit Verfüße mir das größte Leid! 6. Berlaß mich nicht in meinem Sterben; Ist einst mein Lebenslauf vollbracht, So steh' mir bei, als deinem Erben; Nimm meinem Tode seine Macht, Und laß an meis nes Jesu Hand Mich geh'n in's beß're Vaterland! Das vierte Wort. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 138. E inst rief mein Heil vor dem Erblaffen: Mein Gott! mein Gott! warum hast du mich jetzt mit deinem Trost verlaffen? Die Angst war groß; doch Hülf und Ruh' Erquickt' ihn bald. Gott ließ ihn nicht; Denn er war seine Zuversicht. 2. Gott, wenn auch ich in Nöthen zage, Und denke: du verläsfest mich; Co seige du, der Jesu Klage Er. hört, auch mir als Helfer dich. Du weißt gar wohl, was mir gebricht, Verlaß, verlaß mich Armen nicht. Mel. Traurigkeit, o Herzeleid zc. 3. Verlaß nicht meine bange See. 139. Du Lebensfürst Rufft le, Wenn mich begang'ne Sünde schreckt. Mir werde Trost, wenn ich mich quâle, Durch Jesu Angst geschrei erweckt. Versichre mich durch deinen Geist, Daß du mein Gort und Vater feist! laut: mich dürft't! In deinen les ten Stunden. Ausgetrocknet has ben dich Angst und Schmerz und Wunden. 7. Verlaß mich nicht in meinem Grabe; Erwecke mich durch deinen Sohn, Wenn ich genug geschlafen habe, zu erben den verheißnenlohn. Laß mich darauf verklärt und schön In deine ew'ge Wohnung gehn! 8. Alsdann will ich dir Ehre bringen, Und mit der frohen Him. melsschaar Ein unaufhörlich Danks lied singen, Daß du auf Erden immerdar Mich aus der schweren Sor genlast Erlöst und nie verlassen hast. Das fünfte Wort. 2. Doch wird dies Wort Von Suns dern dort In frechen Spott verkeh Leiden, Tod und Begräbniß Jesu.( Passionslieder.) 87 ret Denn man reicht dir Effig dar, Der den Durst vermehret. Sünder lag, Und uns durch's Todes grause Nacht Zum ew'gen Leben Bahn gemacht. - 3. Auch das hast du, zu meiner Ruh', Mein Heiland einst erduldet. Deines großen Durstes Pein Hatte ich verschuldet. 4. Netzt fromme Thränen meine Wangen! Denn glaubensvoll, vol Dankbarkeit, Seh' ich den hier am Kreuze hangen, Der mich vom ew'gen Tod' befreit. Er, den mir Gott zum Heil gemacht, Rief auch für mich; es ist vollbracht. 5. O hilf mir, Herr, nun auch vollbringen, Was wahre Dankbar, keit begehrt. Laß nach der Heili gung mich ringen, Dazu dein Tod mir Kraft gewährt. O stärke mich dazu mit Macht, Vis meine Bef'rung ist vollbracht. 6. Du litt'st so viel zu meinem Leben. Wie? sollt' ich nicht voll Eifer fein, Mich deinem Dienste zu ergeben? Sollt' ich dabei vor Schmach mich scheun? Dein Jesu sein, dein Eigenthum, Sei meines Herzens Freud' und Ruhm! Das sechste Wort. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 7. Soll ich, bei dir ergeb'nem 140. Es ist vollbracht! rust Herzen, Auch hier durch manche Trübsal gehn; Und hat mein Gott gehäufte Schmerzen 3u meiner Prüfung ausersehn; So laß auch mich den Trost erfreun: Vollbracht wird einst mein Leiden sein. 4. Sieh' nun auf mich, Wenn einst auch ich In meinen letzten Nöthen Kaum vor großer Mats tigkeit Seufzen kann und beten. 5. Dann ruf' auch ich: Es dürftet mich Nach meines Jesu Gnade! Stärke dann mein Heiland mich, Daß kein Tod mir schade. 6. Verkürze mir, Ich hoff's zu dir, Die letzten Todesstunden. Meine Seele nimm zu dir; Nuh' ist dann gefunden. 7. Herr, lebenslang Sag' ich dir Dank, Und will daran geden, ken, Daß ich, mein Erlöser, dich Soll in Brüdern tränken. nach dem Leiden Des sterbenden Erlösers Mund. O Wort voll Trost und heil'ger Freuden! Du machst mir die Erlösung kund. Das große Opfer ist geschehn, Das Gott auch mir zum Heil ersehn. 2. Mein Jesus stirbt. Die Fels sen beben; Der Sonne Schein verlieret fich; In Todte dringt ein neues Leben; Der Heil'gen Gråber öffnen sich; Der Vorhang reist, die Erde kracht, Und die Versöhmung ist vollbracht. 8. Fühl ich zuletzt des Todes Schrecken; Dann, Herr, erleichtre mir die Last; Laß mich den Trost quch sterbend schmecken, Daß du den Tod besieget haft. So geh' ich in des Grabes Nacht Mit Sieg's, gefang: Es ist vollbracht. 3. Wie viel, o Herr, hast du voll. endet, Als dir das Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinweg. Das siebente Wort. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund: c. 141. Das letzte Wort aus deigewender, Der auf der Welt voll nem Munde Soll, Jesu, auch das 88 Von der Erlösung durch Jefum Christum. meine fein. Laß es in meiner To- in Acht!) Hat Trost und Heil auch desstunde Mir Muth und Zuversicht dir gebracht. Verehre den, der bis verleihn! Du rufest: Vater, ich bes zum Grab' Sich für dich gab, Und fehle In deine Hände meine Seele! stirb dem Sündenleben ab. Und so bewährst du sterbend mir Die Hoffnung jenes bessern Lebens; Ich weiß, nun ist sie nicht vergebens, Erfüllt wird sie gewiß von dir. 2. Hab' ich hier treu mein Werk vollendet, Wie du das große Werk vollbracht, Wozu der Vater dich ges sendet, Und naht sich mir des Todes Nacht; So neig' ich froh, wie du, zum Sterben Mein Haupt; denn Freuden zu ererben Geht nun mein Geist zum Vater hin. Gleich dir befehl' ich ihn am Ende Getrost in seine Baterhände; Ich weiß, daß ich unsterblich bin. 9. Ertódte selbst in meiner Brust, Mein Heiland, jede böse Lust. Dein Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott: c. Tod, der mir das Leben schafft, Der Tod Jefu. Verleih' mir Kraft Im Kampf mit jeder Leidenschaft. 142. Nun ist es alles wohl gemacht. Mein Jesus ruft: Es ist vollbracht! Der neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, Der dir erwirbt Das Erbe, welches nie verdirbt. 10. Durch meine Kraft dämpf ich sie nie; Durch dich gestärkt bes sieg' ich sie. Ich sehe, freudig auf dein Wort, Den Kampf hier fort, Und volle Ruh' erwart' ich dort. 2. Der, dem an Hoheit keiner gleicht, Der Herr der Herrlichkeit erbieicht. Was Wunder, daß die Erde kracht, llnd dicke Nacht Verhülle der Sonne Licht und Pracht. 11. Wie dank' ich dir, Herr Jesu Christ, Daß du für mich gestorben bist? Dich preif ich hier schon hoch. erfreut, Doch nach der Zeit Noch froher in der Ewigkeit. 3. Das Heiligthum steht aufges deckt; Die Felsen beriten; alles schreckt; Der Todten Gráber off nen sich. Wie sichtbarlich Zeigt hier der Gottheit Finger sich! 4. Weil denn die Kreatur fich regt: So werd' auch du, mein Herz, bewegt! Empfinde reuvoll deine Schuld, Aus Gottes Huld Starb Jesus auch für deine Schuld. 5. Sein Tod,( o nimm es wohl 6. Ja, Bater, unter Pein und Hohn Erbleicht am Kreuz' dein eig ner Sohn. Nun ist kein Zweifel, deine Huld Tilgt meine Schuld, Und trägt forchin mit mir Geduld. 7. Hin, auf sein Kreuz will ich stets sehn Und dankvoll seine Treu' erhöhn. Trost soll er mir im Ster ben sein, Mich dann erfreun. So schlaf ich sanft und selig ein. 8. Und dient ich nun der Sünde noch? Fern sei von mir ihr hartes Joch! Auf Seele, daß du dich erhebst, Nur Jesu lebst, Ihm zu gefallen dich bestrebst. DENG Erweckung zur Dankbarkeit für Jesu Leiden und Tod. Mel. Herr Jesu Christ, du 2c., 143. Ich danke dir für deinen Tod Und die gehäuften Plagen, Die du, mein Heiland, mich aus Noth zu retten, hast getragen. Laß das Verdienst von deiner Pein Leiden, Tod und Begräbniß Jesu.( Passionslieder.) 89 Stets Trost für meine Seele sein, de, Mein Versöhner und mein Wenn mich die Sünden krånken. 2. Ich danke dir für deine Huld, Die du auch mir erzeiget, Da du, zur Tilgung meiner Schuld, Dein Haupt am Kreuz' geneiget. Owens de dich zu mir, mein Gott, Mit Trost in meiner letten Noth, Daß mich der Tod nicht schrecke! Gott! Mich hast du der Noth ent riffen, Die mich hätte treffen müs sen. Wie verpflichtet bin ich dir Lebenslang, mein Heil, dafür! 5. Frevler krónten dich zum Hoh ne; Deine Stirne blutete Unter einer Dornenkrone, König aller Könige! Mir zu gut hast du's er. litten, Mir die Ehrenkron er stritten! Preis, Anbetung, Dank sei dir, Ehrfurchtswürdigster dafür. 6. Du, der tausendfache Schmer zen mir zu Liebe gern ertrug, Deinem großmuthsvollen Herzen War mein Heil Belohnung gnug. Trost in meinen letzten Stunden Floß Mel. Jefu, der du meine Seele: c. auch mir aus deinen Wunden. Herr, ich dank', ich danke dir Einst im Tode noch dafür. 144. Du, der Menschen Heil und Leben Deß sich meine Seele freut, Der für mich sich hingege ben, Stifter meiner Seligkeit; Du, der lieber wollt' erblassen, Als mich im Verderben lassen: Ach, wie dank, wie dank' ich dir, Mein Erlöser gnug dafür! 3. Erhalt' in deinem Dienst mich treu, Bis Leib und Seele scheiden, Daß nicht an mir vergeblich sei Dein göttlich großes Leiden. Und wenn mein Lauf vollendet ist, so nimm mich dahin, wo du bist, Auf daß ich bei dir lebe. 2. Menschenfreund, von Gott gesendet, zu erfüllen seinen Rath; Längst hast du dein Werk vollendet, Wegzuthun die Misfechat. Doch in den Gedächtnißtagen Deiner Lei den, Jesu, sagen Deine theu'r Er Toften dir Billig neuen Dank dafür, 3: Du betratst, für uns zu sterben, Willig deine Leidensbahn; Stiegst, uns Leben zu erwerben, Gern den Todesberg hinan; Trugst, vergeffend eigne Schmerzen, Deine Menschen nur im Herzen. Diese Liebe preifen wir. Unvergeßlich sei sie mir! 4. Meinetwegen trugst du Bans de, Littest frecher Lastrer Spott, Achtetest nichtSchmach noch Schan. 7. Ruh' im Leben, Troft am Gras be; Unaussprechlicher Gewinn, Den ich dir zu danken habe! Dir, deß ich nun ewig bin. Jesu, dir mein Herz zu geben, Deiner Tugend nachzus streben, Dir zu traun, zu sterben dirg Dies, dies sei mein Dank dafür. 8. Ja, ich danke dir von Herzen Für die ausgestandne Noth; Für die Wunden, für die Schmerzen, Für den herben Kreuzestod; Für dein Zittern, für dein Zagen Und für alle deine Plagen. Theuerster! nicht hier allein, Ewig will ich dankbar sein. Erwedung zur Buße aus dem Leiden Jeſit. Mel. An Wasserflüssen Babyl. 2c. 145. Erfülle, Herr, doch selbst mein Herz Mit Dank und Ehr furchtstriebe; Ich denk' an deines Leidens Echmer;; Das Opfer deis 90 Von der Erlösung durch Jesum Christum. ner Liebe, Dein Kreuz sei mir gebe nedeit! Welch Wunder der Barmherzigkeit Hast du der Welt erwic fen! Wann hab' ich dies genug bes dacht, Und dich aus aller meiner Macht Genug dafür gepriesen? 2. Rath, Kraft und Friedefürst und Held! In Fleisch und Blut gekleidet! Wirst du das Opfer für die Welt, Und deine Seele leidet. Du ringst mit Angst und Todes noth, Und gehst doch willig in den Tod; O Liebe sonder Ende! Du nimmst auf dich der Menschen Schuld, Und giebst mit göttlicher Geduld Dich in der Sünder Hände. 3. Du trägst der Missethäter Lohn, Und hattest nie gefündigt, Du, der gerechte Gottes Sohn! So wars vorher verkündigt. Die blinde Schaar begehrt dein Blut; Du duldest, göttlich groß, die Wuth Um Seelen zu erretten. Die Ursach dessen war auch ich; Denn Gott warf Aller Sünd' auf dich, Damit wir Friede hätten. 4. Ein Opfer nach des Ew'gen Rath, Belegt mit unsern Plagen, Um deines Volkes Misfethat Ge Mel. Christus der uns selig zc. martert und zerschlagen, Gehst du 146. Jefu, meiner Seele licht! den Weg zum Kreuzesstamm, In Unschuld, stumm, gleich als ein Lamm, Das man zur Schlachtbank führet, Freiwillig, als der Helden Held, Stirbst du, aus Liebe für die Welt, Den Tod, der uns gebühret. Ursprung meiner Freuden! Wie viel Troft und Zuversicht Fließt aus deinen. Leiden! Nimm den Dank in Gnaden an, Den ich dir jest singe. Deß, was du an mir gethan, Bin ich zu geringe. deine Liebe dringe mich, Daß ich dich wieder lieb' und dich Nie Freuzige mit Sünden. 6. Welch Warten einer ew'gen Pein Für die, die dich verachten! Die nicht, um deiner werth zu sein, Nach wahrem Glauben trachten; Für die, die dein Verdienst gestehn, Und dich durch ihre Lafter schmähn, Und deinen Tod verhöhnen! Wer dich nicht liebt, kommt ins Gericht. Wer nicht dein Wort hält, liebt dich nicht; Ihm hilft nicht dein Versöhnen. 7. Du hasts gesagt, du wirst die Kraft Zur Heiligung mir schenken. Dein Tod ists, der mir Trost ver schafft, Wenn mich die Sünden Frånken. Laß mich im Eifer des Ges bets, Laß mich in Lieb' und Demuth stets Vor dir erfunden werden. Dein Heil sei mir ein Schirm in Noth, Mein Stab in Schwachheit, Schild im Tod', Mein letzter Trost auf Erden! Erweckung zum Glauben aus dem Leiden Jesu. 5. Du neigst dein Haupt, es ist vollbracht. Du stirbst! Die Felsen beben; Du sinkst dahin in's Grabes Nacht, Damit wir ewig leben. Was ist der Mensch, den du befreit? O wär' ich doch ganz Dankbarkeit! Herr, laß mich Gnade finden! Und Willig ausgestanden. 2. Ich erwäg' es hin und her, Was dich angetrieben, Eine Sün derwelt so sehr, Wie du thatst, zu lieben; Uns Verlorne zu befrein, Hast du Angst und Banden, Gei ßeln, Schmach und Todespein Leiden, Tod und Begräbniß Jesu.( Passionslieder.) 91 3. War es unfre Würdigkeit? Soll dort mit dir erben; Drum Nein, des Vaters Liebe, Deines Herzens Freundlichkeit, Deines Mitleids Triebe Haben dich ans Kreuz gebracht, Daß kein Mensch verzagte, Wenn der Sünden Meng' und Macht Das Gewissen nagte. will ich zu deinem Ruhm Leben und auch sterben; Daß auch ich einst rühmen mag, Aus dem Grab' erstanden: Meines Jesu großer Tag, Heil mir! ist vorhanden. In voriger Melodie. 4. O du wunderbarer Rath, Den man nie ergründet! O du wunder. 147. Mein Erlöser, Gottes bare That, Die man nirgends fins det! Sünden, deren, Gott zum Hohn, Menschen sich erfrechen, Die läßt Gottes eigner Sohn An sich strenge rächen. 5. Meine große Sündenschuld Traf den treuen Bürgen; Er ließ fich, aus großer Huld, Mir zu gut erwürgen. So hat er uns Heil ges bracht; Sollt' uns nicht geziemen, Seiner Liebe starke Macht Ewig lich zu rühmen? 6. Herr, dein Friede sei mit mir, Stille mein Gewiffen. Laß des Trostes Quell von dir Sich auf mich ergießen; Du bist ja die Zu versicht Der betrübten Seelen; Darum fleh' ich, laß mir nicht Troft und Hoffnung fehlen! 7. Laß, so bald mein Herz er schricht Ueber seine Sünden, Wenn auf dich mein Glaube blickt, Mich, Herr, Gnade finden! Sieh', zer knirscht von wahrer Reu', In auf richt'ger Buße, Mit dem Vorsatz Eeß'rer Treu' Fall' ich dir zu Fuße. 8. Nun ich weiß, worauf ich bau', Und an wen ich glaube; Weffen Fürsprach' ich vertrau'; Trots dem, der mir's raube! Jesu, du, du bists allein, Welcher mich beschir met, Wenn gleich des Gewissens Pein Auf die Seele stürmet. 9. Hier bin ich dein Eigenthum, Sohn, Der du für mich littest, Und erhöht auf Gottes Thron, Jest noch für mich bittest, Welche Wohlthat ist für mich Dein so bittres Leiden! Dwie preis ich würdig dich, Stifter meiner Freuden! 2. Dir, dem Herrn der Herrlichkeit, War es ja gegeben, Ohne Schmerzen, ohne Leid, Ewig froh zu leben. Aber, o der großen Huld! Daß ich selig würde, lle bernahmst du in Geduld Schwe. rer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Missethat Noch Vergebung finden; Denn du starbst nach Gottes Rath Für der Menschen Sünden. Unsre Lasten trugest du, Littest, uns zu retten, Daß wir im Gewissen Ruh', Mit Gott Friede hätten. 4. Was uns Luft zur Beß'rung schafft, Was zur Tugend leitet, Das zu hast du neue Kraft, Durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewers ben, Gottes Willen gern zu thun, Sünden abzusterben. 5. Froh kann ich in's Todesthal Schon im Voraus sehen, Und zu jener Welt einmal Ohne Schrecken gehen: Denn du hast aus aller Noth Rettung mir errungen, Und durch deinen Krenzestod Meinen Tod bezwungen. 7 92 Von der Erlösung durch Jesum Christum. 6. Herr, was bin ich, daß du mein Dich so angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein Nun auch auf mich kommen! Gieb mir Weisheit, gieb mir Kraft,( Denn du hast's in Händen) Was du mir zum Heil verschafft, Heilsam anzuwenden. 7. Strafet mein Gewissen mich, Reu'n mich meine Sünden: 0 Mel. Herzliebster Jesu, was c. dann laß, gestärkt durch dich, Mich 149. Laß deinen Geist mich den Trost empfinden, Daß du auch für meine Schuld Bist am Kreuz gestorben, Und ju Gottes Vater huld Zutritt mir erworben. 8. Laß das Wort von deinem Kreuz Mich mit Muth beleben, Standhaft jeder Sünde Reiz Hier zu widerstreben. Treib mich mach. tig dadurch an, Mich vor Gott zu scheuen) Was ich unrecht je ge than, Innig zu bereuen. 9. Stårke mich durch deinen Tod In den letzten Stunden. Wie du deines Todes Noth Siegreich über wunden, O so hilf dazu auch mir; Laß mich fröhlich scheiden! Herr, so dank' ich ewig dir Für dein bittres Leiden. 3. Gottes Lamm, so kláglich Entstellt, gequält, verschmachtet, Dein Tod belehr' uns täglich, Wie hoch du uns geachtet. Er schreck uns ab von Sünden; Er müff' uns dir verbinden 3um inn'gen Dank, Herr Jesu! stets, mein Heiland, lehren, Dein schmerzlich's Leiden gläubig zu vers ehren, Daß ich, dir treu, auch im Be ruf der Liebe, Mich christlich übe. 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich deinheilges Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir er, lauben, Und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, Wie könnt' ich noch nach meinem Willen leben? Und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 4. Ich sollte nicht bei Leiden die ser Erden, Beim größten Schmerz gelaßnen Herzens werden? Da du so viel für uns, die wir's ver. schuldet, Liebreich erduldet? In bekannter Melodie. 5. Für welche du dein Leben 148. Gottes Lamm, im selbst gelassen, Wie könne' ich sie, sie, meine Brüder haffen; Und nicht, wie du, wenn sie mich untertreten Für sie noch beten? Staube Mit Schweiß und Blut bedecket, Dein tröste sich mein Glaube, Wenn Sünd' und Tod mich schrecket. Dein tiefer Schmerz, dein Klagen, Dein Todeskampf, dein 3a. gen, Sei meine Ruh', Herr Jesu! 2. O Gottes kamm, unschuldig Ertrugst du die Verhöhnung, Und trugst sie so geduldig, Zu unserer Versöhnung. Dein Bild mûff und beleben, zu dulden, zu vergeben, Mie du, voll Lieb', o Jesu! 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten, Wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du Heiliger! du Herr und Haupt der Glieder Schaltst auch nicht wieder. 7. Ein edles Herz, gleich deinem edeln Herzen, Dies ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen. Leiden, Tod und Begräbniß Jesu.( Passionslieder.) 93 Gott gebe und die Kraft in dei nem Namen, Dir nachzuahmen. Durch den ich Heit gefunden! Ich bin dein Eigenthum. Mich dankbar zu erweisen, Soll Seel' und Leib dich preifen; Mein gans 150. Welt sich hier dein zer Wandet sei dein Ruhm! Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. Leben Am Stamm des Kreuzes schweben! Dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren Laßt willig fich beschweren MitBans den, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, Mit Blut und Todesschweiße Ist gans sein Leib bedeckt. Und unnennbare Schmerzen Fühlt er in feinem Herzen, Der sonst des Va ters Liebe schmeckt. 3. Wer hat dich so zerschlagen? Wer ist's, der diese Plagen Auf dich geleget hat? Du bist ja nicht ein Sünder, Wie andre Menschenkinder; Du bist ganz rein von Missethat. 9. Es soll dein Tod und Leiden, Bis Seel und Leib sich scheiden, Mich trösten und erfreun! Es soll von meinen Pflichten Mich tågs lich unterrichten, Und mir zur Tugend Kraft verleihn. 10. Wie strenge Gott Verbrechen An denen einst wird råchen, Die seine Huld verschmähn; Wie schwer die werden leiden, Die nicht die Sünde meiden, Will ich daraus zur Warnung sehn. 11. Dein Beispiel soll mich lehs ren Den Rach des Höchsten eh. ren, Und thun, was er gebeut. Nicht meinen eignen Willen, Nur seinen zu erfüllen, Ist meine Pflicht und Seligkeit. 12. Nie will ich wieder schelten, Nie Spott mit Spott vergelten, Nie, wenn ich leide, dráun; Will jedes Unrecht dulden, Dem Näch sten seine Schulden, Wie du, von Herzensgrund verzeihn. 4. Ach! wir und unfre Sünden, Die sich so zahllos finden, Als Körner Sand am Meer, Die haben dich. geschlagen, Erregt dir diese Plagen, Und dieser Martern ganzes Heer. 5. Ich bin's, ich sollte büßen, Was du hast leiden müssen, Und gern gelitten hast; Was du von Schmer; erduldet, Ach! das hab' ich verschuldet: Was du ertrugst, war meine Last! 6. Du stellst dich darzum Bürgen, Ja låffest dich erwürgen Für mich und meine Schuld. Für mich wirst du gekrönet mit Dornen und gehöh. net, Und leideft alles mit Geduld. 7. Du gehst auch meinetwegen Der Todesangst entgegen, mit wahrem Heldenmuth. Du stirbst, mir vom VerderbenErrettung zu ers werben, Und leidest alles mir zu gut. 8. Wie bin ich dir verbunden, 13. Gerührt von deinen Plagen, Will ich mit Ernst entsagen Dem, was dir nicht gefällt. Was deine Augen haffen, Das will ich fliehn und laffen, Gefiel es auch der ganzen Welt. 14. Soll ich denn endlich sterben, So laß dein Reich mich erben, Mich so getrost, wie du, In deines Vaters Hände Den Geist, an meinem Ens de, Befehlen zu der ew'gen Ruh. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. 151. Der du uns, voll Lieb 7* Von der Erlösung durch Jesum Chriftum. 94 im Herzen, Dir zum Eigenthum erwarbst, Als du unter Qual und Schmerzen Büßend an dem Kreuze starbst! Ach! wie viele deiner Christen Dienen, Herr, noch bösen Lüs sten, Und vergessen dein Gebot, Deine Schmach und deinen Tod. 2. Ach! wann werden wir's erkennen, Wozu du gestorben bist? Wann nicht blos uns Christen nennen, Sondern thun, was christlich ist? Uns bestreben, deinen Willen Nach Vermögen zu erfüllen? Schnöden Lüsten widerstehn, Und dich nicht durch Sünden schmähn? Mel. Herzliebster Jesu, was ic. 3. Wer dein schweres Leiden fie. 152. Sei hochgeprieſen, Herr, het, Das die Sünde dir gemacht, Und die Sünden doch nicht fliehet, Die dich an das Kreuz gebracht; Kann der, bei stets neuen Sünden, Gnade und Vergebung finden? Nie hat er an deinem Heil, Nie an Gottes Gnade Theil. für deine Liebe! Sie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, Für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben Dahin zu geben. 4. Unwerth ist er jenes Lebens, Das du Mittler uns erwarbst; Für ihn littest du vergebens, Als du für die Sünder starbst. Mit be schämtem Angesichte Stehet er einst im Gerichte, Hört den Rich terspruch des Herrn: Weicht, ihr Uebelthäter, fern. 5. Seligkeit war ihm erkohren, Freiheit von der Sünde Fluch; Den noch geht er nun verloren, Denn fein Glaube war Betrug. Er bes kannte deinen Namen, Ohne dir, Herr, nachzuahmen; Rühmte seis nes Glaubens fich, Und verläugnete doch dich. 6. Reizet uns das Fleisch zur Sünde, Zur Verletzung unsrer Paicht, Heiligster! so überwinde Uns der Trieb zur Sünde nicht! Laß uns muthig ihn bekämpfen, Und die Macht der Lüste dämpfen; Steh' uns in Versuchung bei, Und erhalt' uns dir getreu. 7. Jesu, lehr' uns auf dich schauen: Sündenreiz betrog dich nie! Laß dein Beispiel uns erbauen Und uns stårken wider sie. Pråg' die Absicht deiner Schmerzen Tief, ach tief! in unsre Herzen, Daß wir von der Sünde rein, Heiligster, dir ähnlich sein. 2. Fürwahr, du trugest unsrer Sünden Schmerzen. O welch ein Herz gleicht deinem edeln Herzen? Du ließett unfre Schuld an dir be. strafen, Uns Heil zu schaffen. 3. Dlaß dies Heil doch auch mein Erbe werden; Was hab' ich sonst für sichern Trost auf Erden? Was giebt mir sonst wohl fichern Grund zur Freude, Wenn ich einst scheide? 4. Du bist, mein Heiland, auch für mich gestorben! Was du der Welt durch deinen Tod erworben, Das hast du, von Barmherzigkeit geleitet, Auch mir bereitet. 5. Erhalte selbst mein Herz bei diesem Glauben! Kein banger Zweifel müffe ihn mir rauben! Er müsse mich zum Fleiß in guten Werken Beständig stärken. 6. Sollt' ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, Der Sünde, die dich tódtete, zu dienen, So könne' Leiden, Tod und Begräbniß Jesu( Passionslieder.) 95 ich mich mit den von dir Erlösten Nicht deiner trösten. wenn einer von den Spöttern Sich spåt bekehrt und dich, den er ges schmåhet, Um Guade flehet. 7. Wenn endlich, Herr, mich mei ne Sünden kránken, So laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken! Dein Kreuz, dies sei, wenn ich den Tod einst leide, Mir Fried' und Freude! 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden Auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden, Nur dir, mein Heiland, sei mein ganzes Le ben Zum Dienst ergeben! 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, Wo deine Liebe mit verklärten Zungen Stets wird befungen. Trost und Beruhigung aus dem Leiden Jesu. In voriger Melodie. 153. Gottes Sohn! du lits test mir zu gute, Versöhntest mich, o Herr! mit deinem Blute: Du haft mir Heil, da du für mich ges storben, Am Kreuz' erworben. 2. So bin ich denn schon selig hier im Glauben? So wird mir nichts, nichts meine Krone rauben? So werd ich dort, von Herrlichkeit umgeben, Einft ewig leben? 3. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, Im Glauben kämpf', im Glauben wach' und bete, So ist mein Heil schon so gewiß er strebet, Als Jesus lebet. 4. Lockt böse Luft mein Herz mit ihrem Reize, So schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze; Und werd' ich matt im Laufe guter Werke, So sei mirs Stärke. 5. Seh' ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden Ein Aergerniß und eine Thorheit werden, So sei's doch mir, trots alles frechen Spottes, Die Weisheit Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 154. Wie heilvoll find für mich die Schmerzen, Die einst, Herr, deine Lieb' erfuhr! In Glück und Noth giebt meinem Herzen Geduld und Ruh' dein Leiden nur. Nie kommt es mir aus meinem Sim, Wie theuer ich erlófet bin. 2. Nicht auszusprechen, unermeßlich War, Jesu, deine Qual und Pein. Sie soll mir ewig unvers geßlich, mein höchster Ruhm mir ewig sein. Nichts frohers denkt die Seele sich, Als dies: Du litt'st und starbst für mich. 3. Lockt mich die Welt mit ihrem Reize: O dann, dann will ich mit Bertraun Und Zittern hin nach deinem Kreuze, Auf dich und deine Leis den schaun. Der heilige Gedank' an dich Ermuntre, warn' und stärke mich. 4. Und in der Angst, wenn ich nur stammeln, Nicht freudig zu dir rus fen kann: Dann schau'ich, Stárkung mir zu sammeln, Im Glauben dich, Verlaßner, an. Mir hat dein letz tes Angstgebet Beruhigung und Muth erfleht. 5. Ich schwör' und ewig will ich's halten: Nie soll, so wahr du lebst! in mir, O Jesu, deine Lieb' creatten; Ich lebe dir, ich ſterbe dir. 6. Gott! eile nicht, im Zorn sie zu zerschmettern; Erbarme dich, 96 Von der Erlösung durch Jesum Christum. Und werd' ich einst vollendet sein, Dann bin ich ewig, ewig dein. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 155. Golgatha zu deinen Höhen Erhebt sich dankend auch mein Herz. Ich will den Heil'gen Gottes sehen In seines Opfertodes Schmerz. Ich will für seine Lieb' und Pein Ihm meine ganze Sees le weihn. 2. Wie rührend scheidet der Ges rechte Im Tod als Gottes Sohn bewährt! 3war leidet er den Tod der Knechte, Von Frevlern noch am Kreuz' entehrt. Doch laut zeugt, Herr der Herrlichkeit! Dein Tod von deiner Göttlichkeit. 3. Du stirbst, mein Heil, uns durch dein Sterben Von Furcht des Todes zu befrein, Und uns ein Leben zu erwerben, Das ewig, wie du selbst, wird sein, Das unfern ganzen Geist erfreut Mit Fülle hoher Seligkeit. 4. Du stirbst, die hohen Himmelslehren Von Tugend und Unsterblichkeit Der Welt als göttlich zu bewähren. Mein Lehrer sei ges benedeit! Nun kenn' ich meiner Seele Werth, Und Gott, den du uns hier verklärt. 5. Nur Segen hast du hier vers breitet, Oft Nächte betend durch gewacht, Die Sterblichen zu Gott geleitet, Und treu dein Tagewerk vollbracht. Wie freudenvoll stirbt nun ein Christ, Da du des Heils Bollender bist! 6. Froh feierst du die große Stun de, Da du zu deinem Vater gehst, Und noch zuvor aus Herzens Gruns de Für deinen Feind voll Großmuth flehst, Den sterbend segneft, der dich schalt, Dein Wohlthun dir mit Haß vergalt. 7. Den Freunden, die hier weis nend stehen, Theilst du der Freund, schaft Segen aus, Sprichst glaubensvoll von Wiedersehen Im Himmel, in des Vaters Haus; Strómst süßen Trost und sanfte Ruh' Den kummervollen Seelen zu. 8. Du siehst auf die vollbrachten Thaten, Als Aussaat auf die Ewigkeit, Dankst Gott, durch den dein Werk gerathen, Der bald dafür den Lohn dir beut; Empfiehlst den Geist in seine Hand, Und gehst getroft ins Vaterland. 9. Erlöser! tausend Fromme schieden Auf dein Verdienst mit Freudigkeit; Empfanden sterbend Seelenfrieden, Den Trost, den uns dein Tod verleiht. Olaß mich dir mein Leben weihn, Um auch im Tode froh zu sein. 10. Das Wort vom Kreuz' bleibt allen Deinen Erquickung, obs die Welt auch schmåht. Es mag dem Spotter Thorheit scheinen, Der ohne dich verloren geht, Uns ist es Weisheit, Gottes Kraft, Und Trost in unsrer Pilgerschaft. In eigner Melodie. 156. Wenn mich die Sünden kränken, So laß, Herr Jesu Christ, Mich glaubensvoll bedenken, Wie du gestorben bist, Und Rettung von der Schuldenlast Den reuerfüllten Sündern Am Kreuz erworben hast. 2. O wundervolle Liebe! Bes denk's, o Seele, recht! Es starb aus freiem Triebe Der Herr für feinen Knecht. Selbst seinen Leiden, Tod und Begräbniß Jesu.( Passionslieder.) 97 eignen Sohn gab Gott Für mich verlornen Menschen In Marter, Schmach und Tod. den, Deine Qual, dein bittrer Tod, Den du auch für mich empfunden, Schaffen Trost in jeder Noch. Fällt mir etwas Arges ein, O so gieb von deiner Pein Starken Eindruck mei. nem Herzen, mit der Sünde nicht zu scherzen. 2. Die Erinnrung deiner Leiden Stårke mich mit Kraft und Muth, Alle bife Luft zu meiden, zu be kämpfen Fleisch und Blut. Auch, wenn meine Seele zagt, Wenn mich trübe Schwermuth plagt, Laß, im Glauben mich zu stärken, Mich auf deine Leiden merken. 3. Will die Welt mein Herz ver führen Auf die breite Sündenbahn; Will der Laster Reiz mich rühren; So erinn're du mich dann An der Leiden Centnerlast, Die du ausges standen hast; Daß ich böse Luft vertreibe, Und dir immer treu verbleibe. 3. Was kann air denn nun schas den Der Fluch, der Sünder droht? Gott sieht auf mich in Gnaden; Durch Jesu Mittlertod Bin ich von diesem Fluch befreit, Und darf nicht angstlich fürchten Gericht und E. wigkeit. 4. Drum fag' ich dir von Herzen, Jetzt und mein Lebenlang Für deis ne Pein und Schmerzen, Erlöser, Lob und Dank. Hilf, daß ich dir für deine Treu' Auf ewig gan; ergeben, Und thátig dankbar sei! 5. Herr, laß dein bittres Leiden Mich reizen, als ein Christ Mit allem Ernst zu meiden, Was vor dir sündlich ist. Nie komme mire aus meinem Sinn, Wie viel es dir gekostet, Daß ich erlöfet bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen Und wårs auch Schmach undSpott, Hilf mir geduldig tragen. Gieb, o mein Herr und Gott, Daß ich verleugne diese Welt, Und dem Erems pel folge, Das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an Andern üben, Was du an mir gethan; Und meinen Nächsten lieben, Gern dienen Je dermann, Ohn' Eigennuss und Heu chelei, Und, wie du mir's erwiesen, Aus wahrer Lieb' und Treu'. 8. In meinen letzten Stunden Erquicke mich dein Tod; Daß ich, mit dir verbunden, Besieg' auch diese Noth. Du bist es, Herr, auf den ich trau'! Stårk' meine Seel' im Tode, Daß ich dich ewig schau'! 4. Gieb bei allem, was mich Fran ket, Mir aus deinen Leiden Ruh. Wenn mein Herz daran gedenket, Stróme neuer Trost mir zu. Wenn mich meine Fehler reu'n, Müsſe mich dein Tod erfreun; Denn du hast, da du gestorben, Auch Ver. gebung mir erworben. Mel. Freu' dich sehr, o meine: c. 157. Jefu deine tiefen Wun. 5. Auf dich seh' ich mein Ver. trauen, Jesu, meine Zuversicht. Du vertreibst des Todes Grauen, Durch dich schadet er mir nicht. Sicher ist bei dir mein Heil; Hab' ich, Herr, an dir nur Theil, O so wirst du ew'ges Leben mir auch einst aus Gnaden geben. 6. Hab' ich denn in meinem Herzen Hoffnung jener Herrlichkeit, So besieg' ich auch die Schmerzen Von dem lehten Kampf und Streit. Univ.- Bibl. Giessen Von der Erldsung durch Jesum Christuni. 98 Wenn gleich meine Hütte bricht, Quält doch Todesfurcht mich nicht. Durch den Trost aus deinen Wunden Wird sie glücklich überwunden. ben, Und am Kreuz' uns schmer zensvoll Ew'ges Heil erworben! 2. Du bist erblaßt, D Herr, und hast Doch in dir selbst das Leben. Gleich den Sterblichen, hielt dich) Einst das Grab umgeben. Vom Begräbniß Jesu. Mel. Traurigkeit, o Herzeleid zc. 3. Doch Heil sei mir! Du konn 158. Am Kreuz erblast, Der test hier nicht die Verwesung se. Marter Laft, Der Todesqualen mů, de, Findet mein Erlöser nun In dem Grabe Friede. hen. Bald hieß dich des Höchsten Ruf Aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Les bensfürst, Auch meinen Staub erwecken. Sollte denn mein glâub'ges Her; Vor der Gruft erschrecken? 5. Hier werd' ich einst, Bis du erscheinst, In sanftem Frieden lie gen. Denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. Thr, die die Welt Gefesselt hålt, Zagt nur vor der Verwesung! Ich, ich hoff' in Christo einst Aus dem Grab Erlösung. 7. Nein, nichts verdirbt; Selbst das, was stirbt, Der Leib wird auf erstehen, Und zu Himmelsglanz verklärt, Aus dem Grabe gehen. 8. So sink' ins Grab Mein Leib hinab! Ich will mich drum nicht krånken. Jesu, an dein Grab will ich, Mir zum Trost, gedenken. 2. Ein heil'ger Schmerz Durch dringt mein Herz; Und, Herr, was kann ich sagen? Ach! an meine Brust kann ich Tiefgerührt nur schlagen. 3. Du schüßest mich, Und über dich Gehn aller Trübfal Wetter. Sterben wolltest du für mich, Ein ziger Erretter. 4. Du hast's gethan, Dich bet' ich an, Du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich Glaus bensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht, Riefst du mit Macht! Du zeigst, daß du dein Leben, Mein Versöhner, gott lich frei Habest hingegeben. 6. Hochheil'ge That! Des Höch, sten Rath Will ich in Demuth eh ren. Der Erwerber meines Heils Wird mir's einst erklären. 7. Allmächtig rief Er, der entschlief, Den Todten: sie erstanden! Leicht entreißt der Lebensfürst Sich des Todes Banden. 8. Das finstre Thal Will ich ein, mal Durchwandeln ohne Grauen. Denn durch dich, Erlöser, ist's Mir der Pfad zum Schauen. Met. Nun laßt uns den Leib zc. 160. Ach endlich, Dulder, findest du Ein stilles Grab zu deiner Ruh', Das nach der Noth, die dich gedrückt, mit süßem Schlummer dich erquickt. 2. Ach! daß du nun gefunden haft, Wo du, nach schwerer Tages. last, Dein Haupt hinlegst, um end lich nun Von langer Arbeit auss In voriger Melodic. 159. Zur Grabes Ruh' Ents zuruhn. schliefest du, Der du für uns gestor. 3. Nicht modernder Berwesung ( Dfterlieder.) 99 heben, Ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben! Dann, ist sterben und Gewinn. Haltet, unter Luft und Leiden, Im Gedächtniß Jefum Chrift, Der vom Tod' erstanden ist. Unvergånglich sind die Freuden, Deß, der nach dem Himmel strebt. Gott sei Eh. re! Jesus lebt! Auferstehung Jesu Chrifti. Raub Wird, Heiligster, dein Leib, nicht Staub. Am dritten Tage zeigst du schon Dich wieder lebend, Gottes Sohn! 4. Odaß, wenn einst mein ew'ger Geist Des Staubes Hülle sich entreißt, Auch ich nach edlen Thaten ruh', Und freudig aufersteh', wie du! Von der Auferstehung Jesu Christi. 5. Freut euch seiner, Gottes Kins der! Er sei euer Lobgefang! Bringt dem Todesüberwinder Ehr' und Mel. Sollt' ich meinem Gott 2. 161. Auferstanden, auferstan. Stärke, Preis und Dank! Rühmt's den Ist der Herr, der uns vers föhnt! O wie hat, nach Schmerz und Schanden, Gott mit Ehren ihn gekrönt! Dort zu seines Bas ters Rechten, Uleber Schmach und Tod erhöht, Herrscht er nun in Majestát. Freut euch seiner, ihr in der Versuchung Stunden, Wenn euch Sünd' und Elend droht; Rühmt's in eurer Todesnoth: Jes sus Christ hat überwunden! Wenn der Sünder zagt, erhebt Euer Haupt! denn Jesus lebt. Gerechten! Und ihr, seine Feinde, 162. Bringt Preis und Ruhm Me 1. Allein Gott in der Höh' sei 2c. bebt! Hallelujah! Jesus lebt. 2. Singt dem Herrn! er ist er standen, Er, der starb auf Golga tha! Rühmt es, rühmt's in allen Landen: Was er und verhieß, ge fchah. Wer? wer kann ihm wider streben? Mächtig dringt der Held empor; Im Triumph bricht er hervor, Und des Abgrunds Pforten beben, Da ihr Sieger sich erhebt. Heil uns allen! Jesus lebt! dem Heiland dar, Frohlockt ihm als le Frommen! Er, der für uns ges tödtet war, Ist aus der Gruft ges kommen. Sei hochgelobt, Herr Jes fu Christ, Daß du für uns gestorben bist, Und siegreich auferstanden! 2. Dein Leben in der Majestät Befestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, Den großen Trost uns rauben: Daß du hast unser Heil vollbracht, Und von des ew'gen Todes Macht Uns Sünder haft erlófet? 3. Uns vom Tode zu befreien, Sank er in des Grabes Nacht. Uns zum Leben einzuweihen, Steht er auf durch Gottes Macht. Tod, du bist im Sieg verschlungen, Deine Schrecken sind gedämpft, Deine Herrschaft ist bekämpft Und das Leben uns errungen. Jauchzt ihr, die man einst begräbt! Jauchzt dem Höchsten! Jefus lebt! 4. Aus dem Grab' uns zu er 3. Gott selbst, der dich dem Grab' entrückt, Hat dem, das du gelehret, Der Wahrheit Siegel aufgedrückt, Und dich als Sohn geehret, Hat deines Todes hohen Werth Der Welt aufs herrlichste erklärt, Da er dich auferweckte! 4. Erstand'ner, ich frohlocke dir! Von der Erlösung durch Jesum Christum. 100 Mein ist dein Sieg, dein Leben. Du lebst und herrschest nun, auch mir Dein ew'ges Heil zu geben, Auch meiner Seele Trost zu sein, Zur Tugend Kraft mir zu verleihn, Und mich zu Gott zu führen. 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu; Befreie mich von Súnden. Laß mich für meine Seele Ruh' Im Frieden Gottes finden. Erwecke deinen Sinn in mir, Da mit ich, Gott ergeben, hier Als dein Erlöster wandle. 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Verstorb'ne zu erwecken. Du rufft einst: und der Gråber Nacht Wird Todte nicht mehr deks ken. So, wie der Erstling, Herr! wie du, Gehn sie, nach langer Gras besruh', Hervor zum ew'gen Leben. 7. O laß mich, weil ich hier noch bin, Im Glauben an dich wandeln, Und jederzeit nach deinem Sinn Rechtschaffen sein und handeln, Daß ich, wenn ich nun aufersteh', Und dich, des Todes Sieger, seh', Nicht angstvoll vor dir bebe. 8. Wo du, Herr, bist, da soll auch einst Dein Jünger mit dir leben; Und du wirst ihn, wann du er scheinst, zu deiner Freud' erheben. Laß einst dies Glück mein Erbtheil sein, So werd' ich dein mich ewig freun, Du Todesüberwinder! fpräch er: Friede fei mit dir! So freue dich, mein Geist in mir! 3. Schau über dich und bet' ihn an. Er mißt den Sternen ihre Bahn; Er lebt und herrscht mit Gott vereint Und ist dein Bruder und dein Freund. 4. Macht, Hoheit, Ruhm sei immerdar Dem, der da ist, und der da war! Gepriesen seine Herrlich keit Von nun an bis in Ewigkeit! 5. Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, Wenn sie mein Geist mit der vergleicht, Die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron', in feinem Reich, Unsterblich, heilig, Engeln, gleich, lind ewig, ewig felig sein; Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr; Lieb' und Verwund'rung kämpft in mir, Und voll von Ehrs furcht, Dank und Pflicht, Fall' ich, Gott, auf mein Angesicht. 8. Herr! der du in den Himmeln thronft, Ich soll da wohnen, wo du wohnst? Und du erfüllst einst mein Vertraun, In meinem Fleis sche dich zu schaun? 9. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, In Wolken göttlich kommen wirst, Erweckt aus meinem Grabe gehn, Und rein zu deiner Rechten stehn? 10. Mit jener Schaar um deinen Thron, mit allen Engeln, Gottes Sohn, mit allen Frommen aller Mel. Herr Jesu Christ, dich 2c. 163.Erinn're dich, meinGeist, Zeit Soll ich mich freun in Ewigkeit? erfreut Des hohen Tags der Herrs lichkeit, Halt im Gedächtniß Je fum Chrift, Der von dem Tod erstanden ist. 11. 3u welchem Glück, zu wel. chem Ruhm Erhebt uns nicht das Christenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, Sind wir auch auf. erstanden schon. 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, 218 ob er heute dir erschien; Als, 12. Nie komm' es mir aus meinem Auferstehung Jesu Christi. Sinn, Was ich, mein Heil, dir schuldig bin, Damit ich dir in Liebe treu, Stets deinem Winke folgsam sei. 13. Du bist's der alles in uns schafft, Dein ist das Reich, Dein ist die Kraft. Ich hoff auf dich, Herr Jesu Christ, Der du vom Tod' er standen bist. ( Dfterlieder.) 101 dich, Und nimmt gewiß dich einst zu sich, Fällt deine Hütte nieder. Das Grab empfängt zwar dein Gebein, Doch ewig wird es da nicht sein; Verklärt giebt er's dir wieder. Herrlich Wird sich Dann auf's neue seine Treue offenbaren; Volles Heil wirst du erfahren. In bekannter Melodie. 164. Christus ist erstanden 166. Er lebt! er lebt! o Chris Mel. Heut' triumphiret Gottes ze. stenheit! Heil dir in Zeit und Ewigkeit! Das Grab ist leer! Gott ist versöhnt! Der Mittler ist mit Preis gekrönt! Gelobt sei Gott! 2. Erlöfte, jauchst: nd betet an! Wer ist, der nun verdammen kann? Erlebt, und den, der an ihn glaubt, Vertritt er, unser Herr und Haupt. Gelobt sei Gott. 3. Nun ist der Tod, den er bes swang, ZurSeligkeit ein Ulebergang. Der Geist, befreit von Sinnlichkeit, Fühlt dann des Himmels Seligkeit. Gelobt sei Gott! 4. Gelobt, gelobt sei Jesus Christ, Daß er vom Tod' erstanden ist. Lob sei dem Herrn der Herrs lichkeit, Von Ewigkeit zu Ewig, keit. Gelobt sei Gott! 5. Auf diesen Felfen will ich baun, Er lebt! Dies stårket mein Vers traun. Auf seinem Chron denkt er an mich, Und forget für mich brüderlich. Gelobt sei Gott! 6. Bei aller Leiden Ungestüm Sei dies mein Trost: ich leb' in ihm! Das Haupt läßt seine Glies der nicht; Dies bleibet meine Zus versicht. Gelobt sei Gott! Aus des Todes Banden: Sein soll alle Welt sich freun; Er will unfer Heiland sein. Gelobt sei Gott. 2. Christus ist erstanden; Rühmt's in allen Landen, Unfre Hoffnung stehet fest, Die auf Christum sich verläßt. Gelobt sei Gott! 3. Gott sei Preis und Ehre! Nun fiegt Jesu Lehre; Ewig, ewig sind wir sein, Ewig seiner uns zu freun! Gelobt sei Gott! Mel. Wie schön leucht't uns zc. 165. Frohlockt dem Herrn! bringt Lob und Dank Ihm, der des Todes Macht bezwang, Und uns, den Staub, erhöhte. Der hohe Sieger überwand, Nacht war um ihn, und sie verschwand In helle Morgenrothe. Bebet! Gebet, Stolze Spotter, unferm Ketter Preis und Ehre! Glaubt an ihn und seine Lehre! 2. Preis ihm! Heil uns! sein Grab ist leer. Fest stehet, wie ein Fels im Meer, Das Wort, das er gesprochen. O selig, wer sich ihm vertraut! Er hat den Tempel neu gebaut, Den blinde Wuth gebro, chen. Seele, Wähle Ihn zum Füh. rer und Regierer deines Lebens. Miel. Ich finge dir mit Herz 2c. Auf ihn hoffst du nicht vergebend. 167. Frohlockt, the Christen, ihr 3. Bum höhern Leben führt er 102 Von der Erlösung durch Jesum Christum. preist und ehrt Gott, eures Mitte 12. Dir fehlt es an Bekennern lers Gott! Der Vater hat den Sohn nie, So lange diese Welt Noch erhört, Erhört in seiner Noth. Menschen nährt, so lange sie Dein starker Arm erhält! 2. Die Mörder triumphirten schon: Wo ist des Sohnes Macht? Der Herr errettet seinen Sohn! Sein Rathschluß ist vollbracht. 3. Der Sohn befahl in seine Hand Dem Vater seinen Geist. Er ward begraben, er erstand. Gott hält, was er verheißt. 4. Dies rühme, wer errettet ist, Und werd' ihm unterthan. Welt, die du nun sein Erbtheil bist, Lob. sing' und bet' ihn an! 5. Preist Jesu Bater; denn es hat Nicht seines Sohn's Gebet, Nicht, was er für die Sünder that, Sein Opfer nicht verschmäht. 6. Die ganze Kirche rufe laut: Wer ist, wie Gott, so gut? Heil jedem, welcher Gott vertraut, Der folche Wunder thut. 7. Kommt! wer verschmachtet ist und matt, Soll leben, soll sich freun. Satt werden soll, wer Mans gel hat, Wer glaubt, soll selig sein. 8. Das ist des Mittlers Preis und Lohn: Der, welchem er ver zeiht, Soll ewig leben, wie der Sohn, In seiner Herrlichkeit. 9. Sagt's aller Welten Völkern an: Bekehret euch zum Herrn! Shm werde jeder unterthan! Und jeder dien' ihm gern! 10. Des Vaters Reich ist auch ein Reich Des Sohnes; er regiert, An Ruhm und Macht dem Vater gleich, Dem aller Ruhm gebührt. 11. Dich ehre, felig, Herr, durch dich, Wen deine Macht erhebt, Wer niedrig ist, wer kümmerlich In seiner Hütte lebt. 13. Wer noch geboren werden soll, Erkenn' und bet' dich an; Ers zähle, wie so wundervoll Der Herr erlöfen kann! Mel. Ein' feste Burg ist unser zc. 168. Voll von des Heilands Majestát Sind der Gerechten Hüt ten. Die Rechte Jesu ist erhöht! Sie hat den Sieg erstritten! Sein ist Gewalt und macht. Er hat sein Werk vollbracht, Die Welt mit Gott versöhnt; Und nun ist er ges krönt Mit Herrlichkeit und Ehre. 2. Gelobt sei Gott! er hat den Sieg Durch Jesum uns gegeben. Errungen ist durch seinen Sieg Uns sterblichkeit und Leben. O Chris sten, feiert heut Sein Siegesfest erfreut. Ihn, der den Sieg errang, Rühm' euer Lobgesang In Tempeln und in Hütten. 3. Doch einst wird nicht in Hút ten mehr Der schwache Mensch ihn loben: Durch alle Himmel wird der Herr Mit Sieg und Preis er hoben. Wenn von dem Wolkens thron Der Richter, Gottes Sohn, In jede Todtengruft: Erwacht zum Leben! ruft: Wie werdet ihr ihm danken! Mel. Jefu, der du meine Seele 26. 169. Jefu, die erlöften Sûnder Preisen dich, der sie erfreut, Dich, du Todesüberwinder, Dich, du Herr der Herrlichkeit! Du, der todt war, lebest wieder, Mit dir Teben deine Glieder; Uns, die 103 Mel. Nun lob' mein' Geel' 20. 170. Lobsinge, meine Seele, Dem Auferstandnen, bet' ihn an; Lobsing' ihm und erzähle, Was dis zum Heil der Herr gethan. Er hat für dich gerungen, Durch seine Macht hat er Des Todes Macht bezwungen, Und seiner Schrecken Heer. Er hat des Grabes Grauen Geschwächt, da er erstand. Nun låst uns Gott einst schauen Der Frommen Vaterland. Auferstehung Jesu Christi.( Dsterlieder.) Tod und Grab erschreckt, Hat Gott mit dir auferweckt. 2. O mit welchen Gottes Freu. den Strahlst du aus des Grabes Nacht! Ewig fern ist alles Leiden, Ganz dein großes Werk vollbracht. Liebreich eilest du den Deinen Nun als Sieger zu erscheinen. Seht mich, Freunde, die ihr bebt! Jauchzet! euer Jesus lebt! 3. Lebend, zu verschiednen Stuns den, Sahen sie dich dort und hier. Sie berührten deine Wunden, Sprachen, aßen oft mit dir. Deis nen Trost und deine Lehren Lies Best du sie wieder hören; Und sie, die dich lebend fahn, Bete. ten dich freudig an. 4. Muthig wurden nun die Schwachen; Durch dein Leben neu belebt, Gingen sie nun aus und sprachen: Der am Kreuz' Erwürgs te lebt! Sprachen selbst bei Schmach und Banden: Jesus ist vom Tod erstanden, Ist der Mens schen Herr und Haupt; Selig wird, wer an ihn glaubt! 5. Heil und Gnade beut nun al len Gott, in feinem Namen, dar, Allen Sündern, die gefallen: Und was er verheißt, ist wahr. Alles, alles wird geschehen! Himmel wer den eh' vergehen, Eh' ein Wort von Jesu Christ Nicht mehr wahr und göttlich ist. 6. Preis sei dir, der du das Le ben Und die Auferstehung bist: Laß uns alle sein ergeben Dir, dem Retter, Jesu Christ! Mach' uns frei von Straf und Sünden; Daß du lebst, laß uns empfinden. Tief im Staube singen wir Dir dann unfern Dank dafür! 2. Froh führte seine Sonne Den feitlich frohen Tag herauf; Da stand, belohnt mit Wonne, Nach kurzem Schlaf mein Heiland auf. Gedanke, der zu Freuden Des Himmels mich erhebt! Gedanke, der im Leiden Mit reichem Trost belebt, Du bist des Lebens Quelle, Mein Schild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg nun Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 3. Der Felsen Grund erbebet, Die Wächter fliehn, das Grab ist leer. Der todt war, sieh, er lebet! Er lebt und stirbt hinfort nicht mehr. Die schwachen Jünger wan ken, Erstärkt die Bankenden. Sie sehn ihn, freun sich, danken Dem. Auferstandenen. Sie seh'n empor ihn steigen, Und gehn, wie ergebot, Mit Freuden hin, und zeugen von ihm bis in den Tod. 4. Herr, deine Boten siegen, Von dir und deinem Geist gelehrt; Die Gößentempel liegen, Der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, Bin freuden. voll ein Christ. Ihn bet' ich an im Staube, Ihn, der mein Rete Ich werd' ihn ewig ter ist. schauen, Wenn er auch mich erhebt. 104 Von der Erlösung durch Jesum Christum. Der Herr ist mein Vertrauen; Laß mich mit freudigem Vertraun Er starb für mich, und lebt! Im Tod' auf dich, Erlöser, schaun! Mel. des 134. Pfalms, oder: Vor deinen Thron tret ich hiermit zc. 171. Dich bet' ich an, erstand ner Held, Erretter einer Sünden welt; Du, unsre Zuflucht für und für, Froh singet meine Seele dir! 2. Um deinen Thron, der ewig steht, Glänzt Wahrheit, Heil und Majestät. Ich nahe mich voll Zuversicht zu dir, denn du verwirfst mich nicht. 3. Herr, meine Seele preiset dich. Erlöst auf ewig hast du mich; So wahr du selbst vom Himmel kamst, Deinleben gabst und wieder nahmst. 4. Wer ists, der mich verdammen kann? Ich glaub' an dich, und fage dann: Der Gott, durch den die Himmel sind, Der ist mein Bater, ich sein Kind! 5. Nun ist dies erste Leben mir Ein segensreicher Weg zu dir. So lang' ich hier bin, Gott mein Heil, Hab' ich an deinem Frieden Theil. 6. 3war trifft noch mancher Schmerz uns hier, Noch, o Erbar. mer, sterben wir; Doch du regierst, und wir sind dein, Und ewig wer den wir es sein. 7. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt. O Trost, der meinen Geist erhebt! Ich seh', durch dich gestärkt, lus Grab Mit unerschrocknem Aug' hinab! 8. Welch eine Welt voll Selig keit Erwartet mich nach dieser Zeit! Da findet der verklärte Christ Das Heit, das unaussprechlich ist. 9. Der du für unsreSeelen wachst, Sie zu dir ziehst und selig machst, Mel. Es ist das Heil uns zc. 172. Freiwillig haft, du dars gebracht Für uns, o Herr, dein Les ben, Du hattest es zu lassen, macht; Macht, wieder dir's zu geben. Und darum liebte dich dein Gott, Weil du, gehorsam bis zum Tod', Dich hast für uns erniedrigt. 2. Du warst nur eine kleine Zeit Von deinem Gott verlaffen. Er krónte dich mit Herrlichkeit, Die Sterbliche nicht fassen. Das Kreuz, daran man dich erhöht, Verwans delt sich in Majestät; Denn du gingst aus dem Grabe. 3. Nun irren mich nicht Schmach und Spott, Noch deines Kreuzes Schanden. Du bist mein Herr, du bist mein Gott; Denn du bist auf erstanden. Du bist mein Heil, mein Fels, mein Hort, Der Herr, durch dessen mâcht'ges Wort Auch ich einst ewig tebe. 4. Wir sind nun göttlichen Ges schlechts, Durch dich des Himmels Erben. Dies ist die Hoffnung dei nes Knechts; In dieser will ich sterben. Wie du nun auferstanden bist, So werd' auch ich, Herr Jesu Christ, Durch dich einst auferstehen. Mel. Wachet auf! ruft uns die ze. 173. Lobt den Herrn, ihr Gots tes Kinder! Preist Jefum, preist den Ueberwinder! Wie groß, wie heilig ist sein Tag! Er entriß des Todes Banden Mit Macht sich, ist nun auferstanden, Er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und macht! Preift ihn! Er hats ( Osterlieder.) 105 2. Er nährt, er schüßt, er tröstec mich; Sterb' ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, komm' ich auch hin, Weil ich mit ihm vereis nigt bin. Lob sei dem Herrn! Auferstehung Jesu Christi. vollbracht! Preist den Sieger! Er hats vollbracht, Er, der die Macht Des Codes und des Lebens hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat måchtig unfern Tod bes zwungen, Von allen Strafen uns befreit. Glaubt, ihr tief gefallnen Sünder, So seid ihr eures Gottes Kinder Und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, Ents schlafen, Jesu, dir, Ruhn in Friede Die kurze Nacht; Bis deine Macht, Eh' du einst richtest, ruft: erwacht! 3. Ob uns Gråber gleich bedecken, Wirst du doch unsern Staub erwecken, Der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergånglich's Leben Und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, Dem Staube, der dir heilig ist. Wir werden ewig dein, Gerecht und selig sein. Sei ges Mel. Jesus, meine Zuversicht, zc. priefen! Denn dein Gericht Er. 175. Jesus lebt! mit ihm schreckt uns nicht, Weil du, o un fer mittler, lebst. auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich Von den Todten aufer wecken. Er verklärt mich in sein Licht; Dies ist meine Zuversicht. 4. Lob fei, Bater, deinem Na men. Gelobt sei Jesus! Amen! Amen! Gelobt sei Vater, Sohn und Geist! Christen, hallt des Himmels Lieder, So lang' ihr Pil ger seid, hier wieder, Bis ihr ihn felbst am Throne preist! Frohlocke Gott, o Chrift! Sei heilig! denn er ist Heilig, heilig Gott, unser Gott, Der Herr, dein Gott! Die Welt ist seiner Ehre voll! 1 2. Jesus lebt! ihm ist das Reich Ueber alle Welt gegeben. Mit ihm werd' auch ich zugleich Ewig herr. schen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; Dies ist meine Zuversicht. 3. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, Durch ihn mit Gnad' und Heil gekrönt. Mein banges Herz ermuntre dich! Gott und die Engel lieben mich. Lob sei dem Herrn! 4. Durch seiner Auferstehung Kraft Vollend' ich meine Pilgers schaft, Freu' feiner mich in seinem Reich, Und bin dort seinen Engeln gleich. Lob sei dem Herrn! 5. Für solchen Trost der Selig keit Dankt dir, Herr, deine Chris stenheit. Wenn wir dereinit dein Antlik sehn, Soll dich ein beßres Lob erhöhn. Lob sei dem Herrn! 3. Jesus lebt! wer nun verzagt, Der verkleinert Gottes Ehre; Gnas de hat er zugesagt, Daß der Sün der sich bekehre. Gott verstößt in 174. Lebt Christus, was bin Christo nicht; Dies ist meine Zu Mel. Früh Morgens, da die zc. versicht. ich betrübt? Ich weiß, wie herzlich er mich liebt. Und stürb' auch alle Welt mir ab, Gnug, daß ich ihn zum Freunde hab'! Lob sei dem Herrn! 4. Jesus lebt! sein Heil ist mein! Sein sei auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich sein, Und 106 Von der Erlösung durch Jesum Christum. den Lüsten widerstreben. Er vers bes Ruh' mir meine frommen låst den Schwachen nicht; Dies Freunde zu. Erwachen werden wir ist meine Zuversicht. zugleich, Uns wiedersehn in seinem Reich. Gott! welch ein Tag! 5. Jesus lebt! ich bin gewiß, Nichts soll mich von Jesu scheiden, Reine Macht der Finsterniß, Keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er giebt Kraft zu dieser Pflicht; Dies ist, meine Zuversicht. 7. Wie sollt' ich, Herr, den Tod denn scheun? Mich nicht vielmehr der Hinfahrt freun? Nicht deiner, der du mich erschufft, Gelaffen warten, bis du rufft: Entschlafe nun! 8. Gieb nur, daß ich im Glauben treu, Und treu im frommen Wandel sei. So komm ich nicht in dein Gericht, Wenn deine Stimme zu mir spricht: Erwache nun! 6. Jesus lebt! nun ist der Tod Mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth Wird es meiner Seele geben, Wenn sie glaubig zu ihm spricht: Herr Herr, meine Zuversicht! Mel. Erschienen ist der herrt. 2c. 176. Er ist erstanden, Jesus Christ, Der unser Trost und Helfer ist. Als Sieger trat er auf den Staub, Hinfort nicht mehr des To des Raub. Frohlocket ihm. 2. Er hat erfüllt, was er verhieß, Eh' er sein Leben für uns ließ: Drei Tage sollen nicht vergehn, So werdet ihr mich lebend sehn. Er hats erfüllt. 3. Ich lebe, sprach er, und auch ihr Sollt leben, Gläubige, mit mir. Ich komme, meine Stimme ruft Gewiß euch aus der Todten. gruft Sur Herrlichkeit. 4. Er wirds erfüllen: JesusChrift, Der selbst vom Tod' erstanden ist, Der Lazarum ins Leben rief, Als er im Staub' des Grades schlief, Erfüllt's gewiß. 5. Gelobt sei Gott! ich werde nun Nicht immer in dem Grabe ruhn. Er weckt mich auf, und vol les Heil Ist dann gewiß bei ihm mein Theil In Ewigkeit. 6. Auch führt er, nach des Gras 9. Herr, rufe mich, wenn dir's gefällt, Aus dieser sündenvollen Welt, Und führe mich, an deiner Hand, Einst in mein wahres Vas terland. Erhöre mich! Mel. Wachet auf! ruft uns die ic. 177. Lobt den Höchsten! Jes sus lebet! Erlöfte Menschen, o ers hebet Des Welterlösers Majestät! Horts, betrübte Sünder, gebet Der Freude Raum; denn Jesus lebet; Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. D Seele, dein Gesang Erschalle ihm zum Dank! Ihm zur Ehre! Dich, großer Held, Erhebt die Welt, Weil deine Hand den Sieg behält, 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leis de! Lobsinget ihm und nehmt voll Freude Am Siege Theil, den er ers stritt. Seid ihr gleich des Grabes Kinder, Er ist des Todes Ueberwinder; Er herrscht, der für euch starb und litt. Was wollt ihr traurig sein? Getrost könnt ihr euch freun! Jesus lebet In Ewigkeit, Zu aller Zeit Bleibt er zur Hülfe uns bereit. 3. Nun verzagt auch nicht, Ver Auferstehung Jesu Christi.( Dfterlieder.) 107 Opfer an. Er, er rief ihn, der ent schlief, Wieder bald zurück ins Leben, Hoch ihn zu erheben. Brecher! Gott ist euch nun kein Sah mit Wohlgefallen Gott fein strenger Rácher, Wenn ihr die Schuld mit Ernst bereut. Durch des Todes Ueberwinder Jit er dem reuerfüllten Sünder Ein Vater der Barmherzigkeit. Er nimmt ihn liebreich auf, mit Kraft zum Tu gendlauf Ihn zu segnen. Preis sei der Huld, Die unsre Schuld Ver tilgt und mit uns trägt Geduld. 3. Ja, wie hoch erhoben Lebt nun Jesus droben In der Herrlichkeit! Seiner Herrschersehre Jauchzen Engelchöre, Ihm zum Dienst bes reit. Er hat nun, uns wohlzuthun, Und sein Heil uns zuzuwenden, Alle Macht in Händen. 4. Freu' dich des, o Seele! Bring' ihm Preis, und wähle Ihn zum Führer dir! Auf die sichern Pfade Zu des Höchsten Gnade Bringt er dich schon hier. Welche Ruh' strömt dann dir zu! Und wie wird zum hdhern Leben Er dich einst erheben! 5. Dessen froh zu werden, Collst du, Herr, auf Erden Stets mein Führer sein. Jefu, deine Lehren Will ich folgsam ehren, Ganz mein Herz dir weihn. Sünde fleuch! In Chrifti Reich Rommen nur der Sünden Feinde, Nur des Guten Freunde. 4. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, Verwest der Leib gleich in der Gruft; Einst wird er sum beffern Leben Sich aus des Todes Staub erheben, Wenn Jes sus den Entschlafnen ruft. Dann wird des Todes Feld zu einer regen Welt; Alles lebet, So wie erneut Bur Frühlingszeit Sich alles regt und alles freut. 5. Erstand'ner, welch ein Se. gen Erwartet uns, wenn wir auf Wegen Einhergehn, die dein Fuß betrat! Unerforschte Seligkeiten, Die ewig währen, sind die Beuten, Die uns dein Sièg erkämpfet hat. Einst sind sie unser Theil; Einst krónet uns das Heil Deines Lebens. Gelobt sei Gott! Auch noch im Tod' Ist er und bleibet unser Gott. Met. Jesu meine Freude! 2c. 178. Aus des Todes Banden Ist der Herr erstanden; Er, des Höchsten Sohn, Jefus hat gesieget, Alles, alles lieget Unter feinem Thron. Unser Freund hat jeden Feind Unfrer Seligkeit bezwungen. Lob sei ihm gesungen. 2. Heil uns zu erwerben, Wolle' er für uns sterben, Und er hat's gethan. Und zum Trost uns allen .6. Eitelkeit der Erde, Fleuch auch du! ich werde Nie dein Sciav?, o Welt. Unter allen Gaden Wünsch' ich nur zu haben, Was stets Werth behält. Mich erquickt, wenn Noth mich drückt, Nach den kurzen Pilgers leiden, Gott mit seinen Freuden. 7. Sterb' ich: meine Seele, Die ich Gott befehle, Steigt zu ihm empor. An des Heilands Throne Strahlt des Siegers Krone, Die ich mir erkehr. Jesus ruft einst ausder Gruft Meinen Leib; und meine Glieder Leben herrlich wieder. 8. O der hohen Freude! Wenn im Siegeskleide Der Erlöste prangt. Herr, zu deinen Frommen Und zu 8 Von der Erlösung durch Jesum Christum. 108 dir zu kommen, hat mich längst verlangt. Hilf du mir, daß ich bei dir Einst in ew'ger Wonne lebe, Und dich froh erhebe. Mel. Ermuntre dich mein ze. Met. Nun freut euch lieben zc. 179. Das Grab ist leer: des 180. Wach auf mein Herz! Höchsten Sohn Verläßt der Todten Grüfte, Und seiner Jünger Jubels ton Dringt freudig durch die Lüfte. Du, den der Engel Loblied preist, Entreiße, Heiland, meinen Geist Den Lüsten dieser Erde, Daß er dir heilig werde. die Nacht ist hin, Die Sonn' ist aufgegangen. Eil' zu dem Auferstand'nen hin, Ihn freudig zu em. pfangen. Denn aus des Todes fins sterm Thor Bricht der Gekreuzig te hervor, Der ganzen Welt zur Wonne. 2. Die Menschheit, Herr, erlaubt mir nicht, mit dir empor zu steis gen, Bis diese schwache Hütte bricht Und sich mein Haupt wird neigen. Drum nimm einst, nach vollbrach. tem Lauf, Auch mich in deinen Himmel auf! Nimm, Herr, an meinem Ende Den Geist in deine Hände! 3. Doch soll ich einst, o Gottes Sohn, In deinem Reich dich sehen, So muß ich auf der Erde schon Vom Tod' auch auferstehen. Der lebt nicht, den die Lust der Welt Und ihre Pracht gefesselt hält. Nach Gott und Tugend streben, Nur das heißt: wirklich leben. 4. Du auferstand'ner Menschen. freund: Erweck' in mir die Triebe, Durch die man sich mit dir vereint, Den Glauben und die Liebe. Ich will, o Herr, dein eigen sein, Laß mich mit Ernst die Sünde scheun! Gieb selber Muth und Kräfte 3um Heiligungsgeschäfte. Dahin, mein Heiland, hilf du mir, So bring' ich ewig, froh in dir, Mit deiner Frommen Menge Dir Lob. und Dankgesânge. 5. So kann ich, als ein wahrer Christ, Jest leben und einst ster ben, Und da einmal, wo du, Herr, bift, Vollkomm'ne Freude erben. 2. Steh von dem Sündentode auf! Wach auf zum neuen Leben; Voll Eifers, einen neuen Lauf Im Glauben anzuheben. Denn wie Gott Jesum auferweckt Sollst du, auch mit ihm auferweckt, Im neuen Leben wandeln. 3. Vergiß denn, was auf Erden ist! Denn sich, dein Freund ist droben. So sei denn auch dein Herz, o Chrift, zu Jesu stets erhos ben. Forthin fei, statt der schnós den Welt, Der Himmel nur, was dir gefällt, Wo Jesus lebt und herrschet. 4. In jeder Noth bleib' unver zagt! Auf ihn wirf deine Sorgen! Der ftillite Kummer, der dich nagt, Ist doch nicht ihm verborgen; Der Auferstand'ne hilft auch dir. Er, der versucht ist, gleich als wir, Wird Mitleid mit dir haben. 5. Klag' unverholen ihm dein Leid! Du klagst es nicht vergebens. Durch ihn hast du Gerechtigkeit Und Hoffnung ew'gen Lebens. Der so viel Qual für dich empfand, Für dich gar starb und auferstand, Wird deiner nicht vergessen. Aufnahme Jefu in den Himmel.( Himmelfahrtslieder.) 109 6. Dich schrecke nicht die Wuth und List Und Menge deiner Feinde! Ihn, der ihr Ueberwinder ist, Haft du zum treuen Freunde. Er hilft dir siegen; ihm vertrau'! Denn offentlich trug er sie Schau Im hohen Siegsgepränge. 7. Schreckt dich der letzte Feind, der Tod, Auch den wirst du bezwin gen, Durch ihn aus aller deiner Noth Hindurch ins Leben dringen. Er ist verschlungen in den Sieg. Der siegreich aus dem Grabe stieg, Hat ihm die Macht genommen. 8. Sei hochgelobt in dieser Zeit Von allen Gotteskindern, Und ewig in der Herrlichkeit Von allen lleberwindern, Die überwunden durch dein Blut. DJesu! gieb uns Kraft und Muth, Daß wir auch überwinden! Aufnahme Jesu in den im= mel und Erhöhung desselben zum Herrn und Richter der Welt, oder Himmelfahrtss 3. Sie fahn die einst durchbohr te Hand nicht mehr gebunden bes ben; Den Leib, am Kreuz einst ausgespannt, Sahn sie voll Glanz und Leben. Du fuhrest durch des Himmels Höh'n Triumphreich, wie die Sonne schón, Du aller Men schen Heiland! lieder. Mel. Sei Lob und Ehr' dem zc. 181.Anbetungswürd'ger Men schenfreund, O Jesu, Trost der Frommen! Einst von den Deinigen beweint; Zu Gott nun aufgenom men! Wo ist nun deines Kreuzes Schmach? Nach überstand'nem Ungemach Ist dein nun Wonn' und Ehre. 4. Der Engel Heere bogen all Ihr Knie vor dir und sangen, Daß von der Freude Jubelschall Die Himmel wiederklangen. Nun ist, Herr, deiner Leiden Lohn Des Ba ters hocherhab'ner Thron Und aller Himmel Freude. 5. Wer ist an Majestät dir gleich, Herr, Herr, einst Knecht der Knech te? Wer überschaut dein weites Reich? Wer deiner Herrschaft Rech te? Die Himmel alle freuen sich, Dir unterthan zu sein und dich Als ihren Herrn zu ehren. 2. Als deiner Auffahrt Stunde kam, Da standst du auf dem Hügel; Und eine Wolke Gottes nahm Dich auf des Lichtes Flügel. Du schweb. test hoch hinauf; dich fahn Die Jún ger, beteten dich an, Und sahn dir nach mit Freuden. 6. Von deinem Chron schaust du herab Als Haupt auf deine Glic der; Blickft aus der Herrlichkeit auf's Grab, Das einst dich deckte, nieder; Du sendest deines Geistes Licht Und Kraft in uns, und weichest nicht Von Herzen, die dir trauen. 7. Anbetung sei, Sohn Gottes, dir! Des Vaters Freud' und Ehre! Aus unserm Staube jauchzen wir Hinauf in Engelchóre. Du unser Trost: wann du dereinst Als Rich. ter aller Welt erscheint, Bist du uns Freund und Retter! Mel. Wachet auf! ruft uns die 2c. 182. Uleber aller Himmel Hee. re Erhebst du dich zum Thron der Ehre, Du Mittler unfrer Selig keit. Hin zu dem, der dich gesendet, Gehst du, da hier dein Werk voll. 8* 110 Von der Erlösung durch Jesum Christum. endet, Mit göttlicher Zufriedenheit. nicht mehr von fern; Dann sehn Du hast die Sündenwelt Mit dei wir hocherfreut Ganz deine Herr nem Licht erhellt. Preis und Ehre lichkeit. Welterlöser! Dann führest Sei, Jesu, dir! Froh sehen wir du Der Bonn' uns zu, Die bei dir Dir nach in deine Herrlichkeit. ist in Ewigkeit. 2. Deines Vaters Gnadenwillen Auf Erden völlig zu erfüllen, Warst du gehorsam bis zum Tod. Siße, Sohn, auf meinem Throne! Dir geb' ich meine Welt zum Lohne Und meine Herrlichkeit, sprach Gott. Wie herrlich ist dein Lohn! Erhöh', ter! Gottes Sohn! Ihr, ihr From men, Folgt treu ihm nach, Durch Streit und Schmach! Gott, dem ihr dient, belohnt als Gott. 3. Deine trauernden Erlösten, D Herr, zu stärken und zu trösten, Nam über sie von dir dein Geist. Er ist's, der auch uns im Leiden Mit Trost erfüllt, und zu den Freuden Der bessern Welt den Weg uns weist. Er leitet uns die Bahn, Auf der dich wandeln sahn Deine Freunde. Auch wir empfahn, Auf dieser Bahn, Dereinst wie du, die Kron' am Ziel. 4. Und die Stätte zu bereiten, Um die wir Pilger hier noch streiten, Gingst du voran ins Vaterland. Herrlich wirst du wiederkommen, Und zu dir alle deine Frommen Versammeln in dieß Baterland. Erkauft hast du uns Gott Und dir durch deinen Tod. Wo du lebest, Und Gott mit dir, Da follen wir Auch mit dir leben ewiglich. 5. Welch ein Jubel wird es wer. den, Wenn wir dich wiedersehn auf Erden In aller Majestät des Herrn! Das wird sein ein Tag des Lebens Für uns, und nicht ein Tag des Bebens. Danu schaun wir dich Mel. Werde munter mein Gem. 2c. 183. Herr, du fährst mit Glanz und Freuden Auf zu deiner Herrlichkeit; Und mich drücken noch die Leiden Dieser unvollkommnen Zeit. Gieb mir, Jesu, Muth und Kraft, Daß ich meine Pilgerschaft Glücklich hier in dir vollende, Und dein bleibe bis an's Ende. 2. Zeuch die Sinne von der Erde Uleber alles Eitle hin, Daß ich mit dir himmlisch werde, Ob ich gleich noch sterblich bin. Wollust, Ehr, sucht und Gewinn, Soll mich dies zurErde ziehn, Da ich jenseit über'm Grabe Eine größre Hoffnung habe? 3. Dir ist alles übergeben, Steh, o Herr, den Deinen bei; Gieb, daß christlich unser Leben, Selig unser Sterben sei! Dort belohnst du das Vertraun Deiner Gläubigen durch's Schaun, Und verwandelst ihre Leis den. In unendlich große Freuden. 4. Dort bereit' auch mir dir Stât. te In des Vaters Hause zu. Russt du früh dann oder spåte Mich zu meines Grabes Ruh, So erleuchte du die Nacht, Die des Todes Thal mir macht. Du hast ja den Tod bezwungen, Und den Sieg für uns errungen. 5. Kommst du endlich glorreich wieder An dem Ende dieser Zeit; D so fammle meine Glieder Aus dem Staub zur Herrlichkeit. Heil's ge und verklär' sie ganz, Daß der Leib im Himmelsglans, Nach der Aufnahme Jesu in den Himmel.( Himmelfahrtslieder.) 111 Nichtigkeit der Erde, Deinem Leis be ähnlich werde! Und unfre Herzen freuen sich Der Herrlichkeit und Majestát, Dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. Met. Herr Jesu Christ, dich 2c. 184. 3u Gott fährt, nach voll brachtem Lauf, Der auferstandne Heiland auf, Um uns zu senden seis nen Geist, Der uns den Weg zur Wahrheit weist. 2. Zur Rechten Gottes sitzt er dort, Regiert sein Volk durch Geist und Wort, Vertritt uns, wenn wir fehlen, treu, Bezeugen wir nur wahre Reu'. 3. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du zu Gott gegangen bist, zum Heil der ganzen Christen heit. Gelobt seist du in Ewigkeit. In voriger Melodie. 185. Auf, Christen, auf, und freuet euch! Der Herr fährt aufzu feinem Reich. Lobsinget ihm! er triumphirt; Lobsinget ihm, denn er regiert. 7. Wohl nun auch uns; denn, Herr, bei dir Steht Kraft und Macht, und dein sind wir. Nimmst du dich unsrer hulfreich an: Was ist, das uns gebrechen kann? 5. Er schüßzet feine Christenheit Von nun an bis in Ewigkeit; Er ist ihr Haupt; fein ist die Macht; Ihm werde Dank und Lob gebracht. 6. Ja, Heiland, wir erheben dich, 8. In deiner Hand ist unser Heil. Wer an dich glaubt, dem giebst du Theil Am Segen, den du uns er. warbst, Als du für uns am Kreuze starbst. 9. Bereitet hast du schon den Ort, Wo wir dich schauen fort und fort. Nach treu vollbrachtem Glaubens, Lauf Nimmst du uns in den Hime mel auf. 10. O zeuch uns immer mehr zu dir! Hilf uns, mit eifrigster Begier, Nach dem nur trachten, was da ist, Wo du, verklärter Heiland bist. 11. Dein Eingang in die Herr lichkeit Stärk' uns in unsrer Prü fungszeit, Nur dir zu leben, dir zu traun, Bis wir dereinst dein Antlit schaun. 2. Sein Werk auf Erden ist voll bracht; Zerstört hat er des Todes Macht. Er hat die Welt mit Gott versöhnt, Und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit, über alle Himmel, weit, Geht seine Macht und Herrlichkeit. Ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit lauter Stimm'. Mel. Erschienen ist der herrl. 2c. 4. Sein sind die Völker aller Welt. 186. Wir freuen uns Herr Er herrscht mit Macht und Gnad' als Held; Er herrscht, bis unter feinem Fuß Der Feinde Heer sich beugen muß. Jesu Christ, Daß du erhöht gen Himmel bist. Q du, den unser Lob. lied preift, Stárk' auch im Glauben unsern Geist, Der auf dich hofft. 2. Du sisest auf der Himmel Thron, Als unser Freund, als Men schensohn. Du schämit auch da dich unfrer nicht; Drum bist du unfre Zuversicht In Ewigkeit. 12. Dann werden wir uns ewig dein, Erhöhter Welterlöfer, freun! Dann singen wir von deinem Ruhm Ein schöures Lied im Heiligthum. 112 Von der Erlösung durch Jesum Christum. 3. Dein ist die Macht, dein ist das Reich. Wer ist an Majestät dir gleich? Mensch, Engel, jede Kreatur Ist dein, Beherrscher der Natur! Gelobt seist du! 4. Umsonst, umsonst empóren sich, Herr, deine Haffer wider dich; Dein Thron steht fest und wanket nicht, Wenn gleich der Frevler widers spricht. Gelobt seist du! 5. Du, unser triumphirendHaupt, Wie felig ist, wer an dich glaubt! Du bist sein Licht, sein Trost, sein Theil, Sein starker Schuß, sein ew'ges Heil. Gelobt feist du! 6. Herr, unsre Herzen traun auf dich; Dein freuet unfre Seele sich. Du, der du huldreich an uns denkst, Und gern uns deinen Segen schenkst, Bist unser Trost. 7. Was uns beglückt, ist dir be Fannt, Und alles ist in deiner Hand. Von keinem Frommen bist du fern, Du siehst auf ihn und hilft ihm gern, Erbarmender! 8. Blick auch auf uns mit Freunds lichkeit Vom Throne deiner Herrs lichkeit! Hilf unserm schwachen Glauben auf, Und króne unsern Lebenslauf Mit deinem Heil. 9. Gen Himmel fährst du auf als Held; Als Herr und Richter aller Welt Wird dich dereinst der ErdFreis sehu. Hilf, daß wir dann vor dir bestehn, Und dein uns freun. 10. Dann triumphirt der Glaub' an dich, Dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu Herr Jesu Christ! Dir, der du unser Hei. land bist, Sei ewig Preis! ker Held, Du Retter einer Sun derwelt, hat sich dein Kreuz geens det! Nach überstand'nem Leidens lauf Fährst du verklärt zum Bater auf, Der dich zu uns gesendet. Ewig Trifft dich Nun kein Leiden; voller Freuden lebst du droben, Uleber alles hoch erhoben. 2. Dir dienen alle Seraphim; Und wir vereinen Herz und Stimm', Mit ihnen dich zu loben, Weil du dein großes Werk vollbracht, Nach überstand'ner Leidensnacht Gen Himmel dich erhoben. Preis dir! Daß wir Auf der Erden können werden Gottes Kinder Und des Todes Ueberwinder. 3. Du, du bist unser Haupt und wir Sind deine Glieder. Nur von dir Kommt auf uns Heil und Les ben. Was unsern Seelen Nußen schafft: Licht, Friede, Freude, Tus gendkraft Wird uns von dir geges ben. Laß doch Dein Joch Gern uns tragen, und entsagen allen Sünden, Daß wir hier schon Ruhe finden. 4. Beuch unsre Herzen ganz zu dir! Hilf, daß vor allen Dingen wir Nach deinem Reiche trachten. Mach' uns von allen Sünden rein, Und flöß' uns Muth und Eifer ein, Das Eitle zu verachten; Daß wir Bor dir Uns bestreben, fromm zut leben und zu meiden, Was uns könnte von dir scheiden. 5. Sei unser Schuß und unser Hort, Und tróft' uns durch dein heilsam Wort, Wenn hier uns Trübsal dränget; Nur da ist Wonne, wo du bist; Die Freude, die man hier genießt, Ist noch mit Leid vermenget. Von dir Kommt hier Mel. Wie schön leucht't uns der ic. 187. Wie herrlich, Jesu, far. Trost dem Herzen; laß in Schmer Aufnahme Jesu in den Himmel.( Himmelfahrtslieder.) 113 zen uns schon offen Deinen Him mel sehn und hoffen. dem Tugendlauf, Und hilft ihrer Schwachheit auf. 6. Du bist uns Sterblichen zu gut, Nach hier vergoß'nem theuren Blut, Zur Freude eingegangen. Beuch, Jesu, zeuch auch uns dir nach, Daß wir nach kurzem Ungemach Sur Freude auch gelangen. Dafür Soll dir Von uns allen Dank erschallen. Ohn' Aufhören Wollen wir dich, Heiland, ehren. 5. Huldreich sorgst du für die Deinen; Du versäumst ihr Bestes nie; Zählst die Thränen, die sie weinen; Tróftest und belohnest sie. Alle, welche treu dir bleiben, Und dein Werk mic Eifer treiben, Führst du aus der Welt heraus, Hin in deines Vaters Haus. 6. Du entziehst dich auch den Ar. men, Die noch unbekehrt sind, nicht. Weil dein Herz dir aus Erbarmen 188. Deiland, deffen wir uns Ueber ihrem Elend bricht, Trägst Miel. Alle Menschen müssen 2c. ' trösten, Der zur Rechten Gottes sitzt, Und als Mittler die Erlösten Ewig nun beherrscht und schützt; Jefu, deiner Herrschersehre Jauch zen aller Engel Chöre, Und in the ren Lobgesang Stimmt auch deis ner Frommen Dank. du sie noch mit Verschonen, Wilft nicht nach Verdienst gleich lohnen, Willst noch ihnen Helfer sein, Und zur Beß'rung Zeit verleihn. 7. So, Verherrlichter, regierest Du dein Erbe, bis du einst Ganz dein großes Werk vollführest, Wenn du zum Gericht erscheinst. O ent. saget allen Lüften, Kämpfet, kämpft mit Muth, ihr Christen, Bis ihr seinem Thron euch naht, Und des Kampfes Lohu empfaht. 2. Du, du kamst uns zu erlösen, Und das Opfer ist vollbracht, Das von aller Schuld des Bösen Uns befreit und felig macht. Seine Frucht uns zuzuwenden, Steht nunmehr in deinen Händen: Ewig unser Haupt zu fein, Gingst du in den Himmel ein. 3. Durch dich sollen wir empfans gen, Was zum Heil uns nöthig ist; Durch dich Gnad' um Gnad' crlan gen, Weil du nun im Himmel bist. Da regierst du, da vollendest Du dein großes Werk und sendest Deis nen Geist auf die herab, Die dir Gott zum Erbe gab. 4. Mächtig wirket deine Lehre: Denn du giebst ihr Licht und Kraft. Sünder macht sie, dir zur Ehre, Glaubig und gewiffenhaft; Lehrt fie, ernstlich alle Sünden Fliehen und sie überwinden, Stärkt sie in 8. Großer Mittler, sei erhoben! Weil wir teden, wollen wir Dich mit Herz und Munde loben, Dir nur folgen, leben dir, Stets auf deine Stimme hören. Hilf, daß wir dich treu verehren, Bis der ganz verktärte Geist Dich mit allen Himmeln preist. Met. Schnücke dich, o liebe: c. 189. Jefu, Freund der Men. schenkinder, Retter der verlornen Sünder, Den, nach überstanduen Leiden, Gott zu seines Himmels Freuden Und auf seinen Thron er. hoben, O wie hoch bist du zu loben! welcher Herrscher hier auf Erden 114 Von der Erlösung durch Jesum Chriftum. Stann mit dir verglichen werden? 2. Himmel, Erde, Luft und Mees re, Aller Kreaturen Heere Müffen su Gebot dir stehen; Was du willst, das muß geschehen. Fluch und Segen, Tod und Leben, Alles ist dir übergeben, Und vor deines Mundes Schelten Zittern Men schen, beben Welten. 3. Wo find deiner Gnade Gren zen? Herr, wo sehn wir sie nicht glänzen? Wer vermag es, die zu zählen, Welche dich zum Haupt ers wählen, Dir nur zu gefallen stres ben, Nur nach deinem Willen les ben, Alles gern für dich verlaffen, Und, wie du, das Böse haffen? 4. In dem Reiche deiner Ehre Jauchzen dir der Himmel Chöre; Durch frohlockende Gesänge Preist dich der Erlösten Menge, Die, schon frei von Furcht und Grauen, Dein verklärtes Antlig schauen. Und mit allen diesen Chören Wollen wir dich auch verehren. 5. Nichts, Herr, ist in allen Reis chen Deiner Größe zu vergleichen, Nichts dem Reichthum deiner Schätze, Nichts der Güte der Ge. fete, Nichts der Unterthanen Mens ge, Nichts der Herrschaft, Macht und Länge, Nichts dem Segen deis ner Freunde, Nichts der Ohnmacht deiner Feinde. 6. Herrsch' auch, Herr, in meinem Herzen, Herrsche, über Lust und Schmerzen! Hilf mir jeden Reiz zu Sünden Durch dich glück. lich überwinden; Hilf mir dich von Herzen lieben Und mich im Gehorsam úben: Daß ich muthig kämpf und streite Und des Kampfes Kron' erbeute, 412 Mel. Ich finge dir mit Herz 2c. 190. Wir schauen, Herr der Herrlichkeit, zu deines Thrones Höh'n, Vor dem, auf deinen Wink bereit, Biel tausend Engel stehn. 2. Du gingst, als hier dein Werk vollbracht zum Heil der Menschen war, Zurück zum Throne deiner Macht, Und herrscheft immerdar. ft überall uns nah; Und selbst 3. Dein Arm, der über alles siegt, das Tiefverborgne liegt Vor dir stets offen da. 4. Du nahmst von deiner Herrlichkeit Schon längst Besit; nur wir, Wir leben immer noch im Streit, Und seufzen oft noch hier. 5. Doch darum fürchten wir uns nicht, Weil deine Hand uns schützt. Du, unsre Kraft und unser Licht, Bist unter uns noch ist. 6. Du stårkest unfers Glaubens Muth Mett deiner Gegenwart. Wohl dem, der deinen Willen thut Und deiner gläubig harrt. 7. Wir preisen, Heiland, dank voll dich, Daß du so siegreich stritt'st Und Tod und Elend unter dich Und unfre Füße trittst. 8. So sehen wir denn unverzagt Hier unfre Wallfahrt fort.. Ein hodu hasts gesagt, Erware tet einst uns dort. 9. Ja, Herr des Himmels, Jesu Christ, Auf dich nur hoffen wir! Wir suchen nur was droben ist, Und sind im Geist bei dir. 10. Vollenden wir einst unsern Lauf, So eil' uns beizustehn. Nimm uns in deinen Himmel auf, Dein volles Heil zu sehn. Aufnahme Jesu in den Himmel.( Himmelfahrtslieder.) 115 Mel. Mir nach), spricht Christus 2c. Und, ist's vollbracht, so laß hinauf 191. Mit Preis gekrönt, o zu dir die Seele dringen; Laß sie, Herr, hast du Dein großes Werk geendet, Schauft auf dein Tage, werk mit Ruh, Denn alles ist voll. gleich dir, vor Gottes Thron, Auch finden guter Thaten Lohn! endet; Bollbracht der Kampf der Sterblichkeit, Und wieder dein die Herrlichkeit. 2. Du schaust herab und siehst 2. Du schaust herab und siehst den Lohn Für deiner Leiden Men ge. Schon fammeln sich vordeinem Thron, Im fröhlichen Gedränge, Viel Schaaren, hoch durch dich bes glückt, Belehrt, geheiligt und er. quickt. 3. Aus allen Völkern kommen fie, Mühselig und beladen, Und fuchen Ruh' und finden sie, Und sind des Jochs entladen. Sie weih'n sich dir, dem hohen Sohn, Und werden deiner Arbeit Lohn. 4. Auch wir- O schau' von deis nem Thron Herad auf deine Kine der! Auch wir sind deiner Arbeit Lohn, 3war sterblich noch, noch Sünder; Doch das ist unsre zu versicht, Einst fündenfrei und sterb. lich nicht. 5. O daß, Vollendeter, wir nie Dich, unser Heil, verkennen! Ohn' Ehrfurcht müffe, Jesu, nie Dein Christenvolk dich nennen! Ach keiner von uns allen sei Dir, seinem Retter, ungetreu! 6. Was wird das sein, wenn in die Schaar, Die du zum Schaun erhoben, Auch wir uns drängen; mit der Schaar Dich unsre Lieder loben: Wenn's Herz von reinerm Danke glüht; Das Auge nun dein Antlit sieht. Mel. Wer weiß, wie nahe mir zc. 192. Dich, Herr, besitzen nun die Himmel, Dir singt der Sera im Weltgetümmel, Ihr heilig, phinen Chor Mehr, als wir hier heilig, heilig vor, Und ehrerbietig macht ihr Mund Die Wunder der Erlösung kund. 2. O denk' auf deines Vaters Throne An die von dir verlaßne Welt! Bertritt uns! sprich zum Vater: schone, Wenn eins von deinen Kindern fällt: Du kennst uns ja, und weißt, wie leicht Der Mensch vom Tugendwege weicht. 3. Thu' mehr an uns, als wir verdienen; Die Gottheit zeigt sich durch Verzeihn. Zu unserm Heil warst du erschienen, Drum laß die Gnade mächtig sein. Bist du denn größer, wenn du schläght, Ats wenn du Mitleid mit uns trågft? 4. It's möglich: laß nebst dei, nen Frommen Auch selbst die Freva ler selig sein; Laß, was ihr Frevel unternommen, Sie, eh' fie sterben, noch bereun! Du bist zwar wohl Gerechtigkeit; Doch auch ein Gott, der gern verzeiht. 5. Du willst ja nicht den Tod der Sünder; Welch Glück, wenn dir einst keiner fehlt, Und deine Huld fie all' als Kinder zu deinen Auserwählten zählt. Für alle gabst du dich dahin; War' allen doch dein Tod Gewinn! Mel. Wie wohl ist mir, o Freund ze 7. Bollenden hilf auch uns den Lauf, Das Tagewerk vollbringen! 193. Heil die! des Himmels Von der Erlösung durch Jesum Christum. 116 Pforten schließen Ver dir sich auf, des Vaters Sohn! Der Erde Niedrigkeit entriffen, Krönt Ehre dich; es kommt dein Lohn. Noch segnest Mel. Wachet auf: ruft uns die zc. du die Treugeliebten, Noch senkst 194. Jesus kommt, von allem du Trost auf die Betrübten, Strömst füße Hoffnung in ihr Herz. Sie sehn's, du bist von Gott gekom, men, Wirst mit Triumph dort auf genommen: Zur hohen Wonne wird ihr Schmerz. Bösen Uns, seine Christen, zu ertós sen, Er kommt mit Macht und Herrs lichkeit; Dann, an seinem großen Tage, Verwandelt sich der From men Klage In ewige Zufriedenheit. Sei fröhlich, Volk des Herrn! Er kommt, er ist nicht fern, Dein Ere retter. Dein Schmerz ist kaum Ein Morgentraum, Auf ihn folgt ew'ges, ew'ges Heil. 2. Ich seh' empor, zu dir, Ver treter! Dich) bet' ich still mit Chrá nen an; Ich weiß, daß auch ein schwacher Beter Im Staube dir gefallen kann. 3Zwar fallen vor dir Engel nieder: Doch auch der En gel höh're Lieder Verdrängen nicht mein schwaches Lied. Von meinen aufgehobnen Händen, Wirst du nicht weg dein Antlik wenden; Du siehst den Dank, der in mir glüht. 2. Augenblicke dieser Leiden, Was seid ihr gegen jene Freuden Der unbegrenzten Ewigkeit? Seht die Kron' am Ziele prangen, Und kämpft und ringt, sie zu erlangen, Wie ihr dazu berufen seid! Euch halt in eurem Lauf Kein Schmerz des Lebens auf. Ueberwinder! Das Ziel ist nah; Bald seid ihr da, Und eure Leiden sind nicht mehr! 3. Gieb meinem Glauben Muth und Leben, Sich über Erde, Welt und Zeit mit starken Flügeln zu erheben zu dir in deine Herrlich keit! O du, der mich vom Tod' er rettet, Von Erd' und Himmel an gebetet, Durch den sich Gott mit uns vereint, Du aller Welten Herr und Führer, Der Geister ewis ger Regierer, Du bist mein Bru der, bist mein Freund. 3. Der fich euch zum Volk erwäh let, Der eure Thränen alle zählet, Stritt auch mit unerschrocknem Muth. Wie hat Jesus nicht ges rungen! Wie tief war er von Angst durchdrungen! Wie feufst' er laut! wie floß sein Blut! Doch sahn die Feinde nicht Auf seinem Angesicht Bange Schrecken. Gestärkt von Gott, Dämpft er den Tod; Und alle Himmel jauchzten ihm! 4. Einst wirst du herrlich wieder. kommen zum Weltgericht; dein Lohn mit dir. Frohlockend heben dann die Frommen Die Häupter zu dir auf mit mir. Dann werden auf dem Wolkenwagen Dich Mil lionen Engel tragen! Du wirst in deiner Herrlichkeit, Herr, allen, die jest zu dir weinen, Vom Himmel, als ihr Freund erscheinen, Und Jubel wird der Erde Leid. 4. Wohl uns, wenn wir mit ihm leiden! Dann erndten wir auch ew'ge Freuden Mit ihm, dem les berwinder, ein. Laßt uns kámpfen, laßt uns ringen, Mit unserm Haupt hindurch zu dringen, Und seines Himmels werth zu sein. Der Hülf Aufnahme Jefu in den Himmel.( Himmelfahrtslieder.) 117 uns schafft, ist er. Sein großer Mit Freuden und mit Beben. Die Nam' ist: Herr, Unfre Stärke! Die ihm vertraun, Die werden schaun, Welch' eine feste Burg er ist. 5. Ja, du kommst von allem Bó. sen Und deine Christen, zu erlösen: Deß sind wir froh, und danken dir! Auch in noch so trüben Tagen Soll unser Herz doch nicht versagen: Auf deine Zukunft hoffen wir. Wir wissen, wer du bist, Wir traun dir, Jesu Christ, Und sind stille; Wenn gleich die Welt In Trümmer fällt, Bist du's, der uns allmächtig hält. Sünder trifft nun Schmach und Pein; Die Frommen aber führst du ein In das verheißne Leben. Nun zeigt die That, Herr Jesu Christ, Daß du derErde Richter bist. 5. O gieb, wann nun dein Tag ers scheint, Daß ich in dir dann meinen Freund Und Heiland wieder finde, Daß ich mit Freuden vor dir steh' Und mit dir in den Himmel geh', Ganz frei von Fluch und Sünde. Laß mich im Glauben wachsam sein, So kann ich deines Tags mich freun. Mel. Ewigkeit, du Donnerw. 2c. Mel. Nun freut euch lieben 2c. 195. Erhöhter Jesu, Gottes Sohn! Der du schon längst der 196. Vollendet freudig euren Himmel Thron Als Herrscher eins genommen, Du wirst gewiß zur rechten Zeit In großer Kraft und Herrlichkeit Vom Himmel wieder kommen. Gieb, daß dann froh und mit Vertraun, Dich, Herr, auch meine Augen schaun! 2. Wer fast, o Heiland, jetzt die Pracht, Die deinen Tag einst herr. lich macht. Wie groß wirst du dich zeigen, Wenn du auf lichten Wol ken einst mit deiner Engel Heer erscheinst, Und sie vor dir sich beu. gen. Dann sieht die Welt die MaJestát, Dazu dein Vater dich erhöht. 3. Laut tónet dann in jedes Grab Dein allmachtsvoller Ruf hinab, Und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd' und Meer Das ganze zahlenlose Heer Der Todten wiedergeben. Durch deine Stimme neu beseelt Gehn sie her, vor und keiner fehlt. 4. Da stehen sie vor deinem Thron, Erwarten den bestimmten Lohu Lauf: Bleibt, Christen, Gott ers geben! Einst weckt der Sohn die Todten auf, Ruft sie zum neuen Leben. Mit Muth geht seinen Pfad einher, Er fuhr zum Himmel; aber er, Er wird einst wieder kommen. 2. Er kommt und führet euch ans Licht, Doch nicht, daß er euch richte. O seid getrost und zaget nicht Vor seinem Angesichte. Der Fromme harret wonnevoll Des Richters; denn wer glaubt, der soll In sein Gericht nicht kommen. 3. Der Fromme dringet durch das Grab, Ulm ewig Gott zu leben. Was Gott auf Erden ihm vergab, Bleibt ewig ihm vergeben. Ihn macht der Glaube, den die Welt Verachtet und für Thorheit hält, Gerecht und ewig selig. 4. Die stillste That, dem Herrn geweiht, Will Jefus offenbaren. Lob wird der wahren Frömmigkeit Vor allem widerfahren. O welch ein Ruhm, den sie gewinnt! Selbst 118 Von der Erlösung durch Jefum Chriftum. Heilige Gedanken sind Gezählt, be. lohnt zu werden. 5. Wer Leidenschaften überwand, Um feines Gottes Willen, Wie auch die Welt ihm widerstand, Doch standhaft zu erfüllen; Wer heilig blieb, obgleich der Spott Der Welt ihn traf, den wird sein Gott Als feinen Streiter krönen. 6. Wen keine Wollust, wen kein Geis, Rein eitles Lob bethörte; Wer wider aller Lüfte Reiz Auf seis nen Gott nur hörte; Wer strebte, mäßig, keusch und rein, Demüthig, fanft und mild zu sein, Der wird dann Gottes Erbe. 7. Wer eines der Geringsten sich Erbarmte; was ihn drückte, 3hm tragen half, und brüderlich Die Leis denden erquickte, Den sieht der Völ Ferrichter an, Als hätt' er solches ihm gethan; Vergilt's ihm über schwenglich. 8. So glaubet denn, und übet nur Was Gott gefällt, ihr Brüder! Denn der für uns zum Himmel fuhr, Kommt zum Gerichte wieder. Wohl euch alsdann; dann führt er euch, Euch zu belohnen, in fein Reich, Zu seines Himmels Wonne. Mel. Sei Lob und Ehr' dem zc. 197. Er kommt, er kommt. zum Weltgericht, Der Heiland, den wir ehren. D weigert euch, Erlöfte, nicht, Jetzt auf sein Wort zu hören. Wer hier nicht seine Stimme hört, Und sie nicht mit Gehorsam ehrt, Wird nicht vor ihm bestehen. 2. Herr, laß mich deiner Majestár Mit wahrer Freude dienen! Wie herrlich dich dein Gott erhöht, It zwar noch nicht erschienen; Doch was uns hier verborgen war, Macht jener Tag uns offenbar, An welchem du erscheinest. 3. Wenn dann vor dir die Erde bebt, Und unter deinen Füßen Sich alles, was dir widerstrebt, Wird völlig beugen müssen, Wenn alle Engel vor dir stehn, Dann werden aller Augen sehn, Wie hoch dich Gott erhoben. 4. Dann werden, Herr, auf dein Geheiß, Die Todten wieder leben; Dein Feind mit Furcht, dein Freund mit Preis Sich aus dem Grab' erheben. Und wer wird dann, Herr Jesu Christ, Daß du der Herr des Lebens bist, Noch ferner leugnen können? 5. Wer spottet dann noch deiner Kraft, Wenn du, die hier dich flies hen, Für ihre Schuld zur Rechenschaft mit Majestät wirst ziehen? Wie wird, wenn dich ihr Aug' erblickt Und schwer dein Strafgericht sie drückt, Der Spotter Heer ver. stummen? 6. Und wenn du dann die Deinen nun Mit Preis und Ehre zierest, Und, ihnen ewig wohlzuthun, Sie in den Himmel führest; Wie vól. Ilg wird's dann offenbar, Daß es in deinen Händen war, Die Deis nen zu beglücken? 7. Gieb, daß ich dann, Herr Jesu Christ, Mit Freuden vor dir stehe, Und dir, der du so herrlich bist, Ge troft entgegen sehe. Wenn deiner Feinde Rotte zagt, Bon Reu' und Angst und Furcht geplagt; Dann jauchze meine Seele! 8. Daß ich dies Glück erlangen mag, So laß in diesem Leben, D Heiland, deinen großen Tag Mir stets vor Augen schweben! Er reis Sendung des heiligen Geistes.( Pfingstlicber.) 119 In frommen Seelen Trost und Freud', Und Much im Kampf der Sünden; In bangenStunden schens kest du, So wie im Tode Seelene. ruh, Und lehrst ihn überwinden. 5. Des Vaters und des Sohnes Geist, Du Quell des Lichts, der Lies be, Den Jesus Betenden verheißt, Ach, heil'ge meine Triebe! Gieb über meine Sünden Schmerz, Und Much zum Glauben in mein Herz; Hilf mir mit Andacht beten! In bangen Stunden tröste mich, Und deine Hülfe zeige sich mir einst in Todesnöthen. ge mich, mich dir zu weihn, In deis nem Dienste treu zu sein, Und so mein Heil zu hoffen. Sendung des heiligen Geistes zur Förderung des Christens thums, oder Pfingstlieder. Mel. An Wasserflüssen Babyl. c. 198. Dir ir Vater, der du dei. nen Sohn zum Heil uns hast geges ben, Dir dank ich hier mit Freuden schon, Noch mehr im höhern Leben. Ich danke dir, daß du deh Geist, Der uns der Finsterniß ent, reißt, Zur Erde haft gesendet. Er kam auf Jefu Wort herab, Der seis nen Boten Stärke gab, Daß fie dein 199. Anbetung sei dir, Gott; Mel. Herr Jesu Christ, dich 2c. Werk vollendet. gebracht! Du haft der Welt den Tag gemacht, Seit welchem deiner Gnade Rath Sich in der Welt vers breitet hat. 2. Erffillt von seiner Wunder kraft, Gehn sie, die Welt zu lehren. Der Geist, der neue Herzen schafft, Hilft ihnen sie bekehren. Die Vól Fer hören, hoch erfreut, Die Bots schaft ihrer Seligkeit; Vernunft und Wahrheit siegen. Die Blinds heit und das Laster flieht; Wo man den Finger Gottes sieht, muß beides unterliegen. 3. Umsonst, daß wilder Eifer tobt, Verfolgung zu erregen. Dein Name, Jest, wird gelobt; Dein Wort ist Kraft und Segen. Die Junger schreckt nicht Pein noch Müh, Dein Geist, o Vater, stärkte fie In Martern und im Tode. Sie bleiben ihrem Herrn getreu, Bes kennen seinen Namen frei, Und preisen ihn im Tode. 4. Noch jest bist du, o Geist der Kraft, Der schwachen Menschen Lehrer, Der Jesu neue Jünger schafft, In aller Welt Verehrer. In Sündern wirkst du Reu' und Leid, 2. Der Erdkreis lag in Nacht verhüllt, Mit Wahn und Gößen. dienst erfüllt; Da kam von deinem Angesicht Dein Geist, Mit ihm der Wahrheit Licht. 3. Auf Jesu Boten ließ er sich Herab mit Segen sichtbarlich. In fremden Sprachen that ihr Mund, Gott, deine großen Thaten kund. 4. Von ihm gestärkt gehn sie nun gern Und sammeln Jünger ih rem Herrn. Vom Aufgang bis zum Niedergang Preist ihn der Volker Lobgesang. 5. Umsonst bestürmt fie Grimm und Spott; Sie siegen, stark durch ihn, o Gott. Ihr Schuß ist Jesus, und ihr Ruhm Sein theures Evan gelium. 6. Und dieser Predigt froher Schall Erfüllt den Erdkreis überall! Und Von der Erlösung durch Jesum Christum. 120 felbst die fernste Nation Kennt dich und Jesum, deinen Sohn. 7. Noch dauert dieser Segen fort. Noch siegt, o Ewiger, dein Wort, Und, daß wir glauben, dans ken wir Dem Glanze jenes Lichts von dir. 8. Erhalt und deiner Wahrheit treu; Mach' uns von Sünd' und Irrthum frei. Dein Geist treib' uns zum Guten an, Und leit' uns auf der Tugend Bahn. 9. Bis wir dereinst im hellern Licht Von Angesicht zu Angesicht Dich schaun, und in des Himmels Höh'n Durch dich auch uns ver Herrlicht sehn. Mel. Ich finge dir mit Herz und zc. 200. Erhebe dankvoll und erfreut, O Christ, der Wohlthat Werth, Wodurch Gott, uns zur Se ligkeit, Einst Jefum hat verktárt. 2. Er sendet den verheißnen Geist Mit seiner Wunderkraft, Der Jefu Lehre Kraft beweist, Und ihr den Sieg verschafft. 3. Die baugen Jünger werden kühn; Ihr sprachenreicher Mund Macht den, der uns zum Heil er schien, Auch fernen Völkern kund. 4. Der Tempel der Abgötterei Wird Gottes Heiligthum, Die Welt vom Aberglauben frei, Die Göten stürzen um. 5. Des Geistes Licht zerstreut die Nacht, Die ganze Völker deckt, Be fiegt des Aberglaubens Macht, Mit der er droht und schreckt. 6. Sein Trost wird Wonne für das Herz, Das seine Kraft erneut, Und bei der Reue tiefstem Schmerz Wird es durch ihn erfreut. 7. Sein Beistand treißt mit Gottes Kraft zu großen Thaten an, Bezwingt die Macht der Leiden. schaft, Daß sie nicht siegen kann. 8. D sei auch mir Licht, Trost, und Kraft, Mich deiner stets zu freun, Du Geist, der alles Gute schafft, Laß mich dein Tempel sein. Mel. Ewigkeit, du Donnerw. zc. 201. Vollendet hatte Gottes Sohn Sein Werk; nun fuhr er auf zum Thron, Da sande' er seinen Zeugen Den Geist, mit ihm der Liebe Glut, Die Wunderkraft, den Heldenmuth, Die Welt zu übers zeugen. Groß war die Erndte, schwer die Müh', Doch, heil'ger Geist, du stårkteft fie. 2. Da that der Ungelehrten Mund Die großen Thaten Gottes kund, Und lehrte Jesu Lehren. Da wurden Gißentempel leer, Da stürzt' der falschen Götter Heer Sammt Opfern und Altären. Das Kreuz des Mittlers überwand Der ganzen Hölle Widerstand. 3. Und ganz umsonst emporten sich Der Erde Fürsten wider dich. Sie tódten die Gerechten! Was konnten Menschen wider Gott? Es fieqte frei der Mårt'rer Tod, Der Tod von Jesu Knechten. Unübers windlich war ihr Muth; Und schwie. gen sie, so sprach ihr Blut. 4. Wie Gottes Blite ging ihr Wort Bis an der Erde Grenzen fort; Die Nacht wich vor dem Lichte. Nun beten ihn die Heiden an, Verlassen ihren eitlen Wahn, Des Gößendienst's Gedichte. Zu ihrem. Heil, zu Jesu Ruhm, Schusst du die Welt, Geift Gottes, um. Sendung des heiligen Geistes.( Pfingstlieder.): 121 5. Die Kirche pflanztest du, und den Kranken, Stumme fangen dir lht Wird sie durch dich vermehrt, zu danken. beschüßt, Durch dich wird sie beste. hen. Es mogen ihre Feinde drohn, Fest bleibt sie stehn, wie Jesu Thron, Sie kann nicht untergehen, Da Jesus Christ ihr Stifter ist, Und du ihr treuer Beistand bist. 2. Vom Vater nahmst du Licht und Kraft, Die fandtest du der Júns gerschaft, Die Völker zu bekehren. Nicht Fürsten, Schriftgelehrte nicht, Nur Fischer sollten durch dein Licht Die Finsterniß zerstören. Dank dir, Jesu! Unvergänglich's, unvergångs lich's Heil zu stiften, Bleibt dein Wort in ihren Schriften. 3. Vom Aufgang schallt zum Niedergang Die Wahrheit und der Lobgesang Erretteter Gerechten; Unzählbar sind die Schaaren schon, Die dir so gern vor deinem Thron' Ein würd'ges Loblied brachten; Laß, o Jesu, mehr auf Erden ihrer werden, die dich kennen, Gott durch dich auch Vater nennen. 6. Wohl allen denen, welche sich Dir übergeben und durch dich Zum Himmel führen laffen! Du lehrest fie des Glaubens Kraft, Stärkst sie auf ihrer Pilgerschaft, Lehrst sie die Sünde haffen. Sie sind des Heils gewiß in dir, Und selig schon in Hoffnung hier. 7. Ach führ' auch mich an deiner Hand Hinauf in's wahre Vater land, Dort hoff ich meine Krone. Gieb mir die feste Zuversicht: Auch mich, auch mich verstoße nicht Der Herr von seinem Throne. Durch Mel. Werde mnnter mein 26. Glauben und durch Besserung 203. Der du uns als Vater Vollende meine Heiligung. 8. Gern will ich dann auf eb'ner Bahn Dir folgen, mich dem Himmel nahn; Führ' mich auf gutem Wege! Gieb Eifer mir und Wachsamkeit Im Kampf um meine Se ligkeit! Mein Herz sei niemals tråge! Du gabst den Vorsatz, Gott! gieb du Auch meiner Schwachheit Kraft dazu! liebest, Treuer Gott, und deinen Geift Denen, die dich bitten, gies best, Sa uns um ihn bitten heiß'st! Demuthsvoll fleh? ich zu dir, Vas ter, send' ihn auch zu mir, Daß er meinen Geist erneue, Und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wif fen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; Und mein Herz bleibt dir entriffen, Stets dem Dienst der Welt ges weiht, Wenn er nicht durch seine Straft Die Gesinnung in mir schafft, Daß ich dir mich ganz ergebe, Und zu deiner Ehre lebe. Mel. Wie schon leucht't uns 2c. 202. Wie groß, wie angebe, tet ist Dein Nam' o Herrscher Jesu Christ! Wie theuer deinem Vol. ke! Du hast durch deines Wortes Macht Der Menschen Heil an's Licht gebracht, Zerstreut des Jrr. thums Wolke; Als du, Herr, kamst, Horten Taube, und der Glaube half 3. Auch dich kann ich nicht erken nen, Jesu, noch mit achter Tren Meinen Gott und Herrn dich nens nen, Steher mir dein Geist nicht bei: Drum so laß ihn kräftiglich Von der Erlösung durch Jesum Christum. 122 In mir wirken, daß ich dich Glaus bensvoll als Mittler ehre, Und auf deine Stimme höre. 4. Ew'ge Quelle wahrer Güter, Hochgelobter Gottes- Geist, Der du menschliche Gemüther Befferst und mit Trost erfreust! Nach dir, Herr, verlangt auch mich; Ich ergebe mich an dich. Mache mich, zu Gottes Preise, Heilig, und zum Himmel weife. 5. Fülle mich mit heil'gen Tries ben, Daß ich Gott, mein höchstes Gut, Möge über alles lieben, Und dann mit getrostem Muth Seiner Vaterhuld mich freu', Als sein Kind die Sünde scheu', Stets vor seinen Augen wandle, Heilig den Fe, christlich handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, Bilde mich nach deinem Sinn, Daß ich lieb' undSanftmuth übe, Freundlich und versöhnlich bin. Kann ich je ein Friedensband Knús pfen, knüpf es meine Hand! Zur Erleichtrung der Beschwerden, Hilf mir jedem nützlich werden. 7. Lehre mich, mich selber ken. nen, Die verborguen Fehler sehn, Sie voll Demuth Gott bekennen Und ihn um Vergebung flehn. Mache raglich Ernst und Tren', Sie zu beffern, in mir neu; Zu dem Hei ligungsgeschäfte Gieb mir immer neue Kräfte. 8. Wann der Anblick meiner Sünden Mein Gewissen niederschågt; Wann sich in mir Zweifel finden, Die mein Herz mit Bittern hegt; Wann mein Aug' in Nöthen weint, Und Gott nicht zu hören scheint: O danu laß es meiner Seelen Nicht Mel. Nun sich der Tag: c. an Trost und Stärkung fehlen. 205. Nicht um ein flücht'ges 9. Was sich Gutes in mir findet, Ist dein Gnadenwerk in mir; Selbst den Trieb hast du entzündet, Daß mein Herz verlangt nach dir. O so setze durch dein Wort Deine Gnas denwirkung fort, Bis sie durch ein fel'ges Ende Herrlich sich an mir vollende. Mel. Warum sollt' ich mich zc. 204. Höchster Tröster, komm hernieder! Geist des Herrn, Sei nicht fern, Stärke Jesu Glieder. Der, der nie sein Wort gebrochen, Jesus hat Deinen Rath Seinem Volk versprochen. 2. Geist der Weisheit, gieb und allen Durch dein Licht Unterricht, Wie wir Gott gefallen. Lehr' uns freudig vor Gott treten, Sei uns nah Und sprich ja, Wenn wir glaus big beten. 3. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, Gieb uns Muth, Fleisch und Blut, Sünd' und Welt zu dâmpfen; Laß uns nie Gefahr noch Leiden, Keine Noth, Nicht den Tod Je von Jesu scheiden. 4. Hilf uns nach dem Himmel streben; Schenk und Kraft, Tus gendhaft Und gerecht zu leben. Gieb, daß wir nie stille stehen, Treib uns an, Froh die Bahn Deines Worts zu gehen. 5. Sei in Schwachheit unfre Stüke! Steh' uns bei, Mach' uns treu In der Prüfungshike. Nimm, wenn Gott uns nach dem Leide Sterben heißt, Unsern Geist In des Himmels Freude! Sendung des heiligen Geistes.( Pfingstlieder.) 123 Gut der Zeit, Ich fleh' um deinen Furcht und 3wang, Mit willigem Geist, Gott, den zu meiner Selig keit, Dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Him. mel stammt, O Vater, lehr' er mich, Die Weisheit, die das Herz ents flammt Zur Liebe gegen dich. 3. Dich lieben, Gott, ist Sellgs keit; Gern thun, was dir gefällt, Wirkt edtere Zufriedenheit, A18 alles Glück der Welt. 4. Alsdann hab ich Vertraun zu dir; Dann schenket selbst dein Geist Das freudige Bewußtsein mir, Daß du mir gnädig seift. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, Bur Tugend stårk er mich; Beweise, wenn ich traurig bin, Auch mir, als Trófter, sich. 6. Er schaff in mir ein reines Herz, Bersiegle deine Huld, Und er bewaffne mich im Schmerz Mit Muth und mit Geduld. Met. Nun freut euch lieben 2C, 206. Las, Bater, deinen guten Geist Mich allezeit regieren, Daß ich zu dem, was unrecht heißt, Nicht laffe mich verführen, Der Sünde Reizung widersteh', Und stets auf deinen Willen seh', Dar. nach allein zu handeln. 2. Ob bose Lust auch hier und dort Mich anficht, weil ich lebe, So hilf mir, daß ich ihr sofort Im Anfang widerstrebe, Und daß ich ja vergesse nicht Die Todesstunde, das Gericht, DenHimmel und die Hölle! 3. Gieb, daß ich denke jederzeit An diese letzten Dinge, Und dadurch alle Sündenfreud' Aus meinem Herzen bringe; Damit ich dich mein Leben lang Berebre ohne Gehorsam. 4. O stärke mich dazu mit Kraft, So wird es mir gelingen. Hilf je. de böse Leidenschaft Des Herzens mir bezwingen. Steh' mir in dies sem Kampfe bei, Daß ich dazu stets wacker fei Und immer überwinde. In bekannter Melodie. 207. Wir bitten dich, o heil ger Geist, Welchen Jesus Christus. uns verheißt, feit' uns in der Wahrheit Zu allen Beiten; Laß ihr Licht sich überall verbreiten. Erbarme dich, Herr! 2. Du Geist der Weisheit und der Kraft Mach' uns durch dein Wort auch tugendhaft, Ihm, dem treuen Heiland, Lehr' uns vertraus en, Der uns bringt ins Baterland zum Schauen. Erbarme dich, Herr! 3. DuGeist der Lieb' undEinigkeit, Mach' uns allesamme dazu bereit, Daß wir uns als Brüder Einander lieben, Und, was Liebe lehrt, auch redlich üben. Erbarme dich, Herr! 4. Du höchster Trost in aller Noth, Laß kein Kreu; uns fürchten, nicht den Tod; Hilf uns in der Stunde, In der wir sterben, Daß wir nicht. verzagen, nicht verderben. Erbar. me dich, Herr! Mel. Freu' dich sehr o meine sc. 202. Geift vom Bater und vom Sohne, Der du unser Tröster bist, Und von unsers Gottes Thros ne Hülfreich auf uns Schwache siehst! Stehe du mir mächtig bet, Daß ich Gott ergeben sei; O so wird mein Herz auf Erden Schon ein Tempel Gottes werden. 9 124 Von der Erlösung durch Jesum Christum. 2. Laß auf jedem meiner Wege Deine Weisheit mit mir sein; Wenn ich bange Zweifel hege, Deine Wahrheit mich erfreun. Lenke kráf tig meinen Sinn Auf mein wahres Wohisein hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen, Werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, Daß ich über alles treu Meinen Gott und Vater liebe; Daß mir nichts so wichtig sei, 21s in seiner Huld zu stehn. Seinen Namen zu erhöhn, Seinen Willen zu voll, bringen, Müsse mir durch dich gelingen. 4. Stárke mich, so oft zur Sünde Mein Gemüth versuchet wird, Daß sie mich nicht überwinde. Hab' ich irgend mich verirrt: D so rühre selbst mein Herz, Daß ich unter Reu' und Schmerz Mich vor Gott darüber beuge, Und mich gleich zur Beßrung neige. 5. Reize mich, mit Flehn und Beten, Wann mir Hülfe nöthig ist, Zu dem Vater hinzutreten; Gieb, daß ich auf Jesum Christ Als auf meinen Mittler schau', Und auf ihn die Hoffnung bau', Gnad' um Gnad' auf mein Verlangen, Von dem Bater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden Stets mit deinem Troste bei, Daß ich auch alsdann mit Freuden Got tes Führung folgsam sei. Gieb mir ein gelaßnes Herz; Laß mich selbst im Todesschmerz, Bis zum frohen Ueberwinden, Deines Trostes Kraft empfinden! Geist des Lebens! Hilf uns Schwa. chen mächtig auf! Wir bemühn uns sonst vergebens Hier in unserm Pil gerlauf Um das Heil, das Gottes Rath Für uns auserfehen hat. 2. Gieb in unser aller Seelen Weisheit und Entschloffenheit, Daß wir anders nichts erwählen, Als was uns dein Wort gebeut. Steh mit deinem Licht uns bei, Und mach uns vom Irrthum frei. 3. Zeig uns selbst die rechten Stege Zu der wahren Wohlfahrt an; Räume alles aus dem Wege, Was daran uns hindern kann; Wirke Neue nach der That, Wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein Zeugniß merken, Daß wir Gottes Kinder sind. Laß auch diesen Trost uns stärken, Wenn sich Noth und Trübfal find't. Lehr' uns, daß des Vaters Zucht Einzig unser Bestes sucht. 5. Reiz' uns, daß wir zu ihm tres ten Kindlich, und mit Freudigkeit Nur nach seinem Willen beten, Und vertritt uns alle Zeit; So wird un fer Flehn erhört, Und die Zuver. sicht gemehrt. 6. Wird uns auch um Hülfe ban ge, Seufzt das Herz voll Traurig keit: Ach, mein Gott, mein Gott, wie lange? O so wende unser Leid, Sprich der Seele tróftlich zu, Gieb ihr Muth, Geduld und Ruh. 7.O du Geist der Kraft und Stär ke! Der in uns das Gute schafft, Fórdre in uns deine Werke, Und im Kampfe gieb uns Kraft, Wenn Versuchung auf uns dringt, Daß uns dann der Sieg gelingt. 8. Ja bewahr' uns unsern Glau 209. Komm, o komm, du ben, Daß Verfolgung, Schwach und Mer. Gott des Himmels und ze. Sendung des heiligen Geistes.( Pfingstlieber.) 125 den. Und sind wir wo dem Falle nah, So sei mit deiner Hülfe da, Erheb' uns von der Erden. Neue Treue Gieb uns Schwachen, du Fannst machen, daß wir siegen, Und im Kampf nicht unterliegen. Spott Niemals ihn uns måge rau ben; Du bist unser Schuß, o Gott; Sagt das Herz gleich zweifelnd nein! Laß dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen ster. ben, so steh mit Trost und bei. Gieb, das uns als Gottes Erben Jene Herrlichkeit erfreu', Die uns unser Gott bestimmt, Und die nie ein Ende nimmt. 5. Erhalte bei uns immerfort Den Glauben an dein göttlich's Wort, Nichts müß' uns von ihm trennen; Gieb, daß wir ihn von Hers gensgrund Mit Thaten so wie mit dem Mund Vor aller Welt bekens Mel. Wie schön leucht't uns 2c. 210. heil'ger Geist! kehr nen. Jefum Chriſtum Ohn' Aufhören recht zu ehren, macht uns tüchtig, Und sein Heil uns werth und wichtig. bei uns ein, Und laß uns deine Wohnung sein, Komm, Beistand unfrer Seelen! Erleucht' uns durch dein göttlich's Licht, Entzieh' uns deine Hülfe nicht, Und rett' uns, wenn wir fehlen; Daß wir Schon hier, Gott ergeben, ruhig leben, und im Sterben Einst vollkomm. nes Glück ererben. 6. Nimm alle Härte von uns hin; Erfülle uns nach deinem Sinn Mit wahrer Menschenliebe, Daß unfer Herz mit Huld und Treu' Stets zus gethan dem Nächsten fei, Und sich darinnen übe. Kein Neid, Kein Streit Dich betrübe! Fried' und Liebe wollt du geben, Daß wir froh und ruhig leben. 7. Gieb, daß in wahrer Helligkeit Wir führen unfre Lebenszeit; Sei unfers GeistesStárke! Laß uns fiets bleiben unbewußt Die Eitelkeit, der Sinnen Lust Und ihre schnöden Wer te. Rühre, Führe Unfer Sinnen und Beginnen von der Erden, Daß wir Himmelserben werden! 2. Du Quell, daraus die Weiß heit fließt, Die uns zum Heil fo nöthig ist, Oschenk aus deiner Fülle Und so viel Einsicht und Verstand, Daß heilsam von uns werd' erkannt Des Höchsten gnåd'ger Wille. Ja, gieb Den Trieb Unsern Seelen, nur zu wählen, und zu üben, Was er uns hat vorgeschrieben. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rath, Ulud führ' uns auf den rechten Pfad Des Heils, den wir nicht Mel. Werde munter mein 26. wissen. Verleih uns Willigkeit, 211. du Geber wahrer wenn, daß wir Dir treulich folgen, wir hier Auch darum leiden müssen. Drückt Last Uns fast Muthtos nie. der, laß und wieder Troit empfin den, Und die Trübfal überwinden. Freude, Du in Finsterniß mein Licht, Du mein Trófker wenn ich lets de, Immer meine Zuversicht, Geist des Höchsten! deffen Kraft In und alles Gute schafft, Du Erhalter aller Dinge, Höre, hóre, was ich singe. 2. Du bist ja die beste Gabe, Die 4. Stark' uns durch deines Tros ftes Kraft Zum Kampf mit jeder Leidenschaft, Darüber Herr zu wer 126 Von der Erlösung durch Jesum Chriftum. ein Mensch sich wünschen kann. den, Dann, dann sieht mein Glau. Wenn ich, Schwacher, dich nur be fest; Dann will ich, dein Eigen habe, Dich nur, was gebricht mir thum, Deine Hülfe, deinen Ruhm dann? Weihe meine Seele dir Ewig dankbar froh erheben, Und Selbst zum Tempel; komm zu mir, dir stets zur Ehre leben. Daß mein Herz sich ganz erneue, Und mein Gott sich meiner freue. 3. Wie die Wüste grünt durch Regen; Also blüht der Tugend Saat, Wächst und reift, so bald dein Gegen Unser Herz durchdrungen hat; Fließ denn auch auf mich, o Geist, Den mein Heiland mir ver, heißt! Laß mich deine Kraft durch, dringen, Auch zu blühn und Frucht zu bringen. 4. Du bist weis und voll Verstans des; Das Verborg'ne ist dir kund; Du, du zählst den Staub des Sandes, Schaust bis auf des Meeres Grund: Nun so kennst du auch gewiß meiner Seele Finsternis. Drum gieb Weisheit und vor Allen Trieb und Kraft, Gott zu gefallen. 5. Du bist heilig, liebst das Gus te; Willst, daß wir auch heilig sein. Hilf mir denn, mit edlem Muthe Mich vor jeder Sünde scheun! Von der Lüste Tyrannet Mache mich aus Gnaden frei; Daß ich, was Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. du liebst, nur wähle, Und aus Bor. 212. Gott, du haft in deinem fat nimmer fehle. 6. Du bist gütig, voll Erbarmen, Nimmst, wo niemand helfen kann, Dich der Traurigen und Armen, Aller, die dedrängt sind, an; Selbst auch Feinde hast du lieb: O verzeih auch mir und gieb, Daß ich Freund und Feinde liebe, Keinen, den du liebst, betrübe. 7. O wie sehr bin ich zufrieden, Wenn dein Schuß mich nicht vers tast! Bleib' ich von dir ungefchies 8. Redlich will ich dem entsagen, Was mich hindert dein zu sein, Und in meinen Lebenstagen Ernsts lich, was dir mißfällt, scheun. Jes der schniden Eitelkeit, Die mir Sinn und Herz zerstreut, Jedem Reiz zum Lasterleben, Will ich standhaft widerstreben. 9. Nur daß du den Vorsatz stár kest! Steh mir stets, mein Helfer, bei! Hilf mir mâchtig, wo du mer. test, Daß mir Hülfe nöthig sei. Lockt mich eine Lust von dir, Und erwachen, Gott, in mir Alte Neis gungen zum Bösen, O so wollst du mich erlösen. 10. Hilf mir nach dem Himmel streben! Wenn ich strauchle, fei mein Leben, Und mein Trost auf's finstre Grab. Wenn ich wieder auf ersteh', dann hilf mir, daß ich geh Hin, wo du mit ew'gen Freuden Wirst die Auserwählten weiden. Sohn Mich in Ewigkeit erwählet, Sende nun von deinem Thron, Was noch meinem Heile fehlet, Und gieb mir des Geistes Gaben; Durch sie werd' ich alles haben. 2. Mich umfangen Noth und Tod Auf dem finstern Sündenpfa de. Heil'ger Geist, mein Herr und Gott, Rette mich durch deine Gua de; Mach mich los von dem Verderben, Laß mich nicht in Sünden sterben. Vom Worte Gottes. 127 3. Treibe weg die finstre Nacht meinem Hell mich führet, Was zu Falscher zweifelnder Gedanken; meiden mir gebühret. Wenn die Welt mich irre macht, Halte die Vernunft in Schranken. Würd' ich mich von dir entfernen, Wo wollt' ich denn Weisheit lernen? 4. Schaff in mir ein reines Herz, Daß ich stets an Gott gedenke, Und mich oft mit Reu' und Schmerz lles ber meine Sünden kránke. Doch, nach den betrübten Stunden, Tróste mich durch Jesu Wunden. 5. Herr! verein'ge mich mit thm, Als ein Glied an seinem Leis be, Er in mir, und ich in ihm; Hilf, daß ich das bin und bleibe, Und stets, als ein' gute Rebe, Früch. te bring' und in ihm lebe! 6, Glaube, Lieb' und Hoffnung fei Stets die Zierde meiner Seele; In Versuchung steh mir bei, Daß ich stets das Beste wähle. Gieb mir Demuth in den Freuden, Und Ge. duld und Muth im Leiden. 7. Hilf mir reden recht und wohl, Und des Gottesdienstes Pflichten, Wie du foderst, wie ich soll, Ohne Heuchelei verrichten, Christlich le ben, selig sterben, Und dein Him. melreich ererben. Vom Worte Gottes. In voriger Melodie. 213. Herr, mein Licht, er leuchte mich, Daß ich mich und dich erkenne, Daß ich, voll Vertrauen dich, meinen Gott und Vater nen ne; Daß ich dadurch auf der Erde Für den Himmel weise werde. 3. Aber laß mich nicht allein Rich tig seinen Sinn verstehen; Laß mein Herz auch folgsam sein, Den erkannten Weg zu gehen. Denn sonst würd' ich bei dem Wissen Vie le Streiche leiden müssen. 4. Folg' ich seinem Unterricht, O so wird's mein Herz erfahren, Was es denen Gut's verspricht, Die es hören und bewahren. Dann wird es auch mir im Leiden Eine Quelle wahrer Freuden. 5. Laß in mir von Zeit zu Zeit Dein Erkenntniß sich auch mehren; Find' ich dann noch Dunkelheit Bei des Glaubens hohen Lehren; D so laß mich Demuth lernen, Und die 3weifelsucht entfernen. 6. Gieb, daß ich in deinem Licht Immer mehr gerührt erkenne Jes ner Herrlichkeit Gewicht, Und michh dann nur glücklich nenne, Wenn ich weislich nach ihr trachte Und die Sündentust verachte. 2. Zuverlässig ist dein Wort; Lehre mich's nur recht verstehen. Wenn ich's forsche, hilf mir fort, Sicher daraus einzusehen, Was zu 7. Gieb mir immer neue Straft, Deinem Wort gemäß zu handeln, Und vor dir gewissenhaft Auf der Tugend Pfad zu wandeln; So wird einst in jenem Leben mich ein hell' res Licht umgeben. Mel. Mein Herz ermuntre dich. sc. 214. Der du dein Wort mir haft gegeben, Wie preis ich dich, o Gott dafür! Nie kann mein Dank dich gnug erheben; Durch Chris ftum schenkst du Weisheit mir. Kennt' ich die Lehre Jefu nicht, Wie wenig hätt' ich Trost und Licht. 2. Anf ungewissem finfiern Pfa. de Würd ich ein Raub des Jrr. 128 Von der Erlösung durch Jesum Chriftum. thums sein; Mit Sündenschuld zu lieben: Lehrt wie viel Guts und Fluch beladen Müßt' ich des Richters Strafe scheun. Ich fände keinen Trost in Noth; Mich schreck. te stündlich Grab und Tod. du denen giebst, Die dein Gebot mit Freuden üben; Wie du so vás terlich uns liebst; Was uns darin dein Mund verspricht, Bleibt ewig wahr, du lügest nicht. 3. Doch allen diesen Finsterniffen, Des Irrthums und der Sünde Macht, Hat Jesu Lehre mich entris, sen; Ihr Licht zerstreut des Zweis fels Nacht; Sie zeiget mir des Höchsten Rath, Und führt mich auf der Wahrheit Pfad. 4. Gott, deine Tröstungen sind besser, Und mehr der Sehnsucht. werth als Geld; Ein Schat, weit Föstlicher und größer, Als alle Schä ze dieser Welt. Wer thut, was uns dein Wort gebeut, Dem ist dein Segen stets bereit. 5. So laß mich denn mit Bust be. trachten Die Wahrheit, die dein Wort mich lehrt; Laß mich auf das gehorsam achten, Was dein Befehl von mir begehrt; So fließen Trost, und Seelenruh' Auch mir aus deis nem Worte zu. 4. Ich weiß, wozu mich Gott er schaffen: Ich kenne meine ganze Pflicht. Mein Geist wird nicht im Tod' entschlafen; Wer an dich glaubt, wird im Gericht Durch dich, o Heiland, wohl bestehn, Berklärt mit dir zum Vater gehn. 5. Gott laß mich dieser guten Lehre Gehorchen mit stets größrer Lust; Und keines Zweiflers Spott Mel. Ach Gott und Herr 2e. zerstöre Ihr Trojigefühl in meiner 216. Gott ift mein Hort! Und Brust. Er erndtet doch nur Reu' und Schmer, Und hohen Frieden fühlt mein Herz. auf sein Wort Soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, Mein Gott ver dir Im Glauben, nicht im Schauen. In poriger Melodie. 215. Dein Wort, o Höchster, ist vollkommen, Es lehrt uns unsre ganze Pflicht; Es giebt dem Sün der und dem Frommen Zum Leben sichern Unterricht; O selig, wer es achtsam hört, Bewahrt und mit Gehorsam ehrt. 2. Es leuchtet uns auf unfern Wegen, Serstreut des Irrthums Finsternis; Verkündigt Gnade, Heil und Segen, Und machet unser Her; gewis: Es lehrt uns, Hoch. ster, was du bist, Und was dir wohlgefällig ist. 3. Tein Wort erweckt uns, dich 2. Dein Wort ist wahr; Laß im. merdar Mich seine Kräfte schmek. ken. Laß keinen Spott, DHerr mein Gott, Mich von dem Glaus ben schrecken. 3. We hätt'ich Licht, Wofern mich nicht Dein Wort die Wahrheit lehr te? Gott, ohne sie Berstünd' ich. nie, Wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklårt Der Sete le Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit Ist diese Zeit Von dir mir übergeben. 5. Gott, deinen Rath, Die Mis fethat Der Sünder zu verfühnen, Den kennt' ich nicht, Wär' mir dies Vom Worte Gottes. Licht nicht durch dein Wort er. schienen. 6. Nun darf mein Herz In Reu' und Schmer; Der Sünden nicht verzagen. Nein, du verzeihst, Lehrst meinen Geist Im Glauben Bater! sagen. 7. Mich zu erneu'n, Mich dir zu weihn, It meines Heils Geschäfte; Durch meine Müh' Bermag ich's nie; Dein Wort giebt mir dieKräfte. 8. Herr, unser Hort! Laß uns dies Wort! Du hast es uns geges ben; Es sei mein Theil, Es sei mir Heil Und Kraft zum ew'gen Leben! Met. Sei Lob und Ehr dem 2c. 217. Wir Menschen sind zu dem, o Gott, Was geistlich ist un tüchtig. Dein Wesen, Wille und Gebot Ist uns zu hoch und wichtig; Wir wissen's und verstehen's nicht, Wenn uns dein göttlich's Wort und Licht Den Weg zu dir nicht zeiget. 2. Drum hast du längst schon auss gesandt Propheten, deine Knechte; Sie machten deinem Volk bekannt Dein Heil und deine Rechte; Zu letzt ist selbst dein eigner Sohn, D Vater, von des Himmels Thron Gekommen, uns zu lehren. 129 Kraft, Und was sie Gutes in uns schafft, Daß laß uns treu bewahren! 3. Für solches Heil fei, Herr, ges preist! Kein Feind soll uns es raus ben; Gieb uns nur deinen guten Geist, Daß wir dem Worte glauben, Dasselbe brauchen jederzeit Mit Ehrfurcht, Treu' und Willigkeit, Als Gottes; nicht der Menschen. 5. Herr, öffne du Berstand und Herz, Daß wir dein Wort recht faf sen; Im Glück und Leid, in Freud' und Schmerz Es aus der Acht nicht lassen; Daß wir nicht Hörer nur allein, Nein, auch desselben Thâter sein, Frucht hundertfältig bringen. 6. Oft raubt das kaum gehörte Wort Der Feind schon aus dem Herzen; Oft reißt es Trübfal mit sich fort, Der Glaube weicht den Schmerzen; Und Sorgen, Reich. thum, Fleischestust Ersticken oft in unfrer Brust Die Früchte seis ner Behren. 4. Hilf, daß der Frevler frecher Spott Uns nicht vom Wort abwen de; Denn du bist ein gerechter Gott, Und strafft gewiß am Ende. Erweck uns durch der Wahrheit 7. Geist Gottes, mache selbst und gleich Dem fruchtbar'n guten Lan de, Daß wir, an guten Werken reich, In unserm Amt und Stande Das thun, was uns dein Wort gebeut, Und frei vom Dienst der Eitelkeit Des Glaubens Kraft beweisen. 8. Laß uns, so lang' wir leben hier, Der Sünder Weg vermeiden. Gieb, daß wir halten fest an dir, Im Wohlstand', wie im Leiden. Rott' aus, was dir, Herr, nicht gefällt, Hilf uns die Sorgen dieser Welt Und böse Lüste dämpfen. 9. Dein Wort erhalt' uns klar und rein, Und laß es unsern Füßen Ein Licht auf unfern Wegen sein; Hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rath und Trost in aller Neth, Daß wir im Leben und im Tod, Beständig auf dich trauen. 10. Es müsse sich zu deiner Ehr', Gott, Bater, weit ausbreiten! Hilf Jesu, daß und deine Lehr' Erleuch. ten móg' und leiten! O heil'ger Geift, dein göttlich's Wort Laß in Von der Erlösung durch Jesum Christum. 130 und wirken immerfort Lieb', Hoff nung, Trost und Glauben! Reich Jest oder christliche Kirche. Mel. Christus, der uns selig zc. 7. Erd' und Himmel wird ver 218. Du, der du die Wahr- gehn! Gott, dein Wort wird bleiheit biff, Gott, zu dem ich singe; Gott, den kein Verstand ermißt, Ursprung aller Dinge! Alle Weis heit kommt von dir zu den Mens schenkindern; Sie erleuchtet uns, wenn wir nur ihrlicht nicht hindern. ben; Lasterhafte, die es schmähn, Werden's nicht vertreiben. Kont ge sind vor dir Staub, Wenn sie sich empören, Sind des schnellen Todes Raub, Sie mit ihren Heeren. 8. Du bist Wahrheit; ewig soll Mich von dir nichts trennen; Niche die Welt, von Arglist voll, Mich er. schüttern können. Sollt' ich hier auch um dein Wort Schmach und Trubsal leiden, So belohnst du mir's doch dort, Gott, mit Ehr und Freuden. 2. Vorurtheil und Finsterniß Füllen unfre Seelen: Unser Blick ist ungewiß, Unfre Schlüsse fehlen; Aber dein Verstand weicht nicht Von der lautern Wahrheit, Was du denkest, das ist Licht, Richtig Feit und Klarheit. nen Geist, der dich Seine Wege lehret. Weh' dem Spotter, der sich bläht, Mehr als Gott zu wissen! Er wird einst, vielleicht zu spât, Gott schon glauben müssen. 3. Wirf dich, sterbliches Geschlecht, Dankbar ihm zu Füßen! Seine Wahrheit und sein Recht Läßt dein Gott dich wissen. Weit erschallt das Wort des Herrn, Das die Welt be. Fehret; Glaubt ihm freudig; folgt ihm gern, Menschen, die ihr's höret! 4. Gott, was uns dein Wort ver spricht, Wird und muß geschehen; Deine Drohung kann auch nicht Leer vorüber gehen. Haben Tau. fende nicht schon, Welche vor uns waren, Deine Strafen, deinen Lohn, Dir zum Ruhm erfahren? 5. Seele, wolltest du nicht Gott Zuversichtlich glauben? Soll der Leichtsinn, soll der Spott Deinen Trost dir rauben? Der die Hims mel aufgebaut, Kann der jemals lügen? Kann er den, der ihm ver traut, Wie ein Mensch betrügen? 6. Wehe allem dem, was sich Dider Gott empöret, Wider sei Mel. Allein Gott in der Höh' fei zc. 219. Jesu, Licht und Heil der Welt, Der du in diesem Leben Dein Wort, das Gottes Rath ente hält, Zur Richtschnur uns gegeben; Du bist der Herr der Christenheit, Die du in dieser Pilgerzeit Dir aus den Menschen sammelst. 2. Sie willst du als dein Eigen. thum 3ur wahren Weisheit leis ten, Und durch dein Evangelium Zur Seligkeit bereiten. Du bist, Herr, groß von Rath und That, Und was dein Mund versprochen hat, Wirst du gewiß erfüllen. 3. Du bist der Deinen Trost und Heil; So viel nur an dich glauben, Die haben an dir alle Theil; Kein Feind wird sie dir rauben. Bon dir fließt Weisheit, Trost und Ruh', Dem der dir folgt, unfehlbar zu: Dein is des Guten Fülle. Reich Jesu oder christliche Kirche. 4. Mag doch die Menge immer hin Auf deinen Ruf nicht hören, Und mancher im verkehrten Sinn Sich wider dich empören: So fällt doch deine Kirche nie; Du hältst und du beschüßest sie Durch deines Geistes Gaben. 5. Dein ist das Reich, dein ist die Kraft: Wer sollte dir nicht trauen? Auf dich, der alles kann und schafft, Nicht seine Hoffnung bauen? Dein Heil ist unser höchstes Gut; Hilf, daß wir stets mit frohem Much Dich vor der Welt bekennen.. 6. 3war kämpfen wir noch man. chen Streit, Auch mit uns felbst auf Erden; Doch werden zur Vollkommenheit Auch wir erhoben wer den. Dann endet sich der Deinen Müh; Dann kröneft und belohnst du sie, Mit Preis und Ehr' ohn' Ende. 7. Dann sehn wir dich in Majes ftât, Und uns, gleich deinen Engeln, Bu nie empfundnem Glück erhöht, Befreit von allen Mängeln; Dann preifen wir frohlockend dich, Daß deine Macht und Gnade sich So hoch an uns verherrlicht. Mel. Herzliebster Jesu, was zc, 220. 131 stand und hilfft überwinden; Nichts wird sie jemals deiner Hand ente reißen; Du hast's verheißen. 4. Wohl allen denen, die dir, Jes su, trauen! Was sie dir glauben, wird ihr Aug' einst schauen, Dich und die Freuden, womit du beloha neft, Da, wo du thronest. Jefu, ewig wird dein Wort bestehen; Und Erd' und Him met werden eh' vergehen, Eh' eis ne Macht das Reich, das du er richtet, Femals vernichtet. 5. Dann schallen fröhlich von der Deinen Menge Dir, unserm Haup. te höh're Lobgesänge, Wann einst dein Bolk, das hier dein Geist res gieret, Dort triumphiret. Mel. Eine feste Burg ist unser 26. 221. Wenn Christus seine Kirche schützt, So mag die Hölle wüthen; Er, der zur Rechten Gote tes sist, Hat Macht, ihr zu gebies ten. Er ist mit Hülfe nah; Wenn er gebeut, steht's da. Er schützt zu feinem Ruhm' Mit Macht das Christenthum; Mag doch die Höls le wüchen! 2. Gott sieht wohl Fürsten auf dem Thron Sich wider ihn empós ren, Die den Gefalbten, feinen Sohn, Den Herrn der Welt, nicht ehren: Sie schämen sich des Worts Des Heilands, unsers Horts; Sein Kreuz ist selbst ihr Spott. Doch ihrer lachet Gott; Sie mögen sich empóren. 3. Der Frevler mag die Wahr heit schmähn, Uns kann er sie nicht rauben; Der Unchrist mag ihr wie derstehn, Wir halten fest am Glau. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, Sein Wort von Herzen hålt, Dem kann die ganze Welt Die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf Chrißen, die ihr ihm ver 2. Noch immer sammelst du dir auf der Erden, Die gern im Glauben. ben dir gehorsam werden, Und deis nen Frieden hier schon im Gewiss sen Erfreut genießen. 3. Reizt blendende Versuchung fie zu Sünden: Du bist ihr Beis 132 Von der Erlösung durch Jefum Christum, traut, Laßt euch kein Drohn er schrecken; Der Gott, der von dem Himmel schaut, Wird uns gewiß bedecken. Der Herr, der starkeGott, Hålt über sein Gebot, Giebt uns Ge, duld in Noth Und Kraft und Muth im Tod', Was will uns denn er schrecken? wiß, Und vor des Irrthums Fin« sterniß Bewahr' uns, weil wir leben. 6. Ein reines Herz schaff in uns, Herr, Ein Herz nach deinem Willen, Und lehr' uns täglich williger Dein heil'ges Wort erfüllen; Ges horsam deiner Vorschrift fein, Und dann uns deiner Gnade freun, Sei unser Heil auf Erden! Mel. Wo Gott der Herr nicht ze. 222. Die Feinde deines Kreu. zes drohn, Dein Reich, Herr, zu ver. wüsten; Du aber, Mittler, Got tes Sohn, Beschüßest deine Chris sten. Dein Thron steht fest und ewiglich; Bergeslich wird sich wis der dich Die ganze Hölle waffnen. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, Kein Werk von Menschen kindern; Drum konnt' auch keine Macht der Welt, Herr, dessen Fort gang hindern. Dir können deine Haffer nie Die Ehre rauben; felbst durch sie Wird es vergrößert werden. 3. Weit wollt'st du deine Herrschaft noch In dieser Welt verbrei. Von der heiligen Taufe. Me 1. Mein Herz ermuntre dich ze, ten, und unter dein so fanftes Joch 223. Ich bin getauft, nach Jes Die Volker alle leiten; Vom Auf. gang bis zum Niedergang Bring' alle Welt dir Preis und Dank, Und glaub' an deinen Namen. su Lehren Dich Bater, deinen Sohn und Geist So zu bekennen und zur ehren, Daß Herz und Mund und That dich preist, Und dann des Glücks, ein Chrift zu sein, Mich jetzt und ewig zu erfreun. 4. Auch deine Feinde die dich schmähn, Die frevelnd sich empó. ren, Laß deiner Gnade Wunder fehn, Daß sie sich noch bekehren. Sehr sie mit uns gen Himmel schaun, Und unerschüttert im Ver. #raun Auf deine Zukunft warten. 2. Durch diese Stiftung deiner Gnade Ward jedes Recht der Chris sten mein; Du weihtest mich in diesem Bade Zu deinem Kind und Erben ein, Und thatest in der Fol gezeit An mir noch mehr Barm herzigkeit. 5. Uns, deine Christen, wollest du Fest in der Wahrheit gründen, Daß wir durch sie Heil, Trost und Ruh' Für unsre Seelen finden! Mach' unfers Glabens uns ge, 7. So wird dein Volk dir unters than, Und lernt die Sünde meiden; Du führest es auf ebner Bahn Zu deines Reiches Freuden. Und herr. lich wird in dieser Zeit, Noch herrlicher in Ewigkeit, Dein großer Name werden. 8. Voll Zuversicht erwarten dich, O Jesu, deine Frommen. Es kommt der Tag, deß freun sie sich, Da du wirst wiederkommen. Den Sün dern kommst du zum Gericht; Uns segnet dann dein Angesicht Mit Wonne der Gerechten! 3. Du öffnetest mir das Verständ nisDurch deines Sohnes Lehr' und Geist; Durch sie gelangt' ich sur Von der heiligen Taufe. Erkenntniß, Wie man dich würdig ehrt und preist lind welches Heil dein gnåd'ger Rath Dem, der dich ehrt, bereitet hat. 4. Daß nicht, von Leichtsinn hins gerissen, Dich undankbar mein Herz vergaß, Erinnertest du mein Gewissen An seine Pflicht ohn' Unter. laß, Und wecktest mich zum Tu. gendlauf Durch deine Wahrheit mächtig auf. 5. Gelobt, mein Gott, fei deine Liebe, Die mir, noch eh' ich dich ge Fannt, Alus freiem, väterlichen Triebe Schon so viel Gutes zuges wandt; Wie huldreich hast du mein gedacht, Und für mein wahres Wohl gewacht! 6. Wie sollt' ich dich denn nicht verehren, Und dir ein Herz voll Lies be weihn? Nicht gern auf deine Stimme hören, Und kindlich dir gehorsam sein? Was dich entehrt, fei fern von mir! Geheiligt fet mein Leben dir! 133 Huld auf sie herab. Laßt, sprachst du, laffet sie zu mir, Und wißt, das Himmetreich ist ihr. 2. Dir sei auch dieses Kind eme pfohlen! Du nimmst es auf; dein Wort ist wahr, Wir bringen's, wie du selbst befohlen, Dir in der heil'gen Taufe dar. Ach segn' es.. Vater, Sohn und Geist, Wie uns dein theures Wort verheißt. 3. Laß durch dies Siegel deiner Gnade Sein Christenrecht bestá. tigt sein, Und weih' es nun in dies sem Bade Zu Gottes Kind und Erben ein. Das Glück, daß es dir angehört, Herr, sei ihm ewig theu'r und werth! 7. O stehe nur mit deinem Gei ste, Wie du verheißen hast, mir bei; Daß ich, was ich versprach auch leiste lind treulich dir ergeben sei; Und fehl' ich, so verwirf mich nicht, Mein Gott, von deinem Angesicht. 8. Erwecke mich durch deine Gna. de Zum steten Ernst der Besserung, Und leite mich auf sicherm Pfade Des Glaubens und der Heiligung. Gott meines Heils, sei ewig mein, Und laß mich stets dein eigen sein! Mel. Mein Herz ermuntre dich zc. 224. Du wiefest, Jesu, nicht die Kleinen, Die dir die Eltern brachten, ab, Nahm'st Kinder auch an für die Deinen, Und fahst voll Mel. Nun lob' mein' Seel' zc. 225. Geweiht zum Christens thume, Sind wir auch dir, o Gott, geweiht, Nur dir zum Preis und Ruhme zu führen unsre Lebens. zeit, Uns deiner Vaterliebe In Christo zu erfreun, Und deines Geistes Triebe Gehorsam stets zu fein, Damit wir schon auf Erden, noch mehr in jener Welt, Des Glücks theilhaftig werden, Das nur der Chrift erhält. 2. Wie viel hat deine Gnade An uns von je her, Gott, gethan! Auf diesem Pilgerpfade Fing kaum sich unsre Wallfahrt an, So gabst du schon uns Armen, Am Reiche Christi Theil, Und schenktest aus, Erbarmen Uns sein erworb'nes Heil. Du schafftest unfern See len Früh schon Gelegenheit, zu kennen und zu wählen Den Weg zur Seligkeit. 3. Herr, auch für diese Güte Ges bührt dir unfer Lobgefang: Mit Von der Erlösung durch Jesum Christum. 134 freudigem Gemüthe Bringt unser Herz dir Preis und Dank, Daß du uns durch die Taufe Zu Christen haft geweiht, Und uns zum Tugendlaufe Mit deinem Licht erfreut. Gieb, daß wir oft ermessen, Was uns dein Wort verspricht, Und strafbar nie vergessen Die dir gelobte Pflicht. 4. Ja, hilf du selbst und Allen Allein in deinem Willen ruhn, Und dir zum Wohlgefallen Nach deines Sohnes Lehre thun. Du wirst in diesem Leben, Wie du bisher ge. than, Uns was wir brauchen geben; Verleih' uns auch nur dann Die beste deiner Gaben, Daß wir durch Jefum Christ Theil an dem Erbe haben, Das unvergänglich ist. Vom heiligen Abendmahle, Mel. Wo Gott der Herr nicht zc. 226. Here, deines Lebens let. te Nacht, Die Nacht voll Angst und Schmerzen, Die dich dem Tode nah gebracht, Sei heilig unserm Her. zen; An deine Leiden ohne Zahl Er. Innr uns das Gedächtnißmahl Bon deinem Tod und Leben! 2. Um dich, der ganz voll Liebe war, Voll Lieb'ohn' alle Schranken, Um dich saß deiner Jünger Schaar Voll ängstlicher Gedanken; Denn, Lebensfürst, du sprachst ja nur Vom Tode; jeder Hoheit Spur Schien an dir zu verschwinden. 3. Vergoffen sahst du schon dein Blut, Und dich an's Kreuz gehefs tet; Du sahst schon deiner Feinde Wuth, Dich schmachtend, dich ents Fräftet, Verhöhnt, gemartert, vols Yer Schmerz, Ulmdornt dein Haupt, durchbohrt dein Herz Und deinen Beib erstarret. 4. Du sahest ihn vom Kreuz her. ab Gesenkt, verhällt in Leinen, Ge. tragen in ein Felsengrab, Bethránt dich von den Deinen; Du sahest ihren Kummer an, Sahst sie dem Grabe bebend nahn, Dich aber schon erstanden. 5. Dies sahst du, und der Deinen Wohl Lag dir da recht am Herzen! wie sprachst du ihnen liebevoll Trost zu bei eignen Schmerzen; Du fetztest ein dein Abendmahl Zum Pfande: deine Kreuzesqual Sei Heil für sie und Leben. 6. du, der du für alle starbst! Auch uns giebst du dies Siegel, Daß du das Leben uns erwarbst, Auf deinem Todeshügel. Du heis Best uns bei diesem Mahl Geden ken deiner Todesqual, Und deiner nie vergessen. 7. Du sagst und zu, daß deine Treu' Nicht, wie die Berge, wanke; Daß sie, wie Gott, ohn' Ende fet, Und rufft uns dir zum Danke. D du für uns Geopferter! Der Got tesliebe Bürge! Wer? Wer ist dir gleich an Liebe? 8. O daß wir dir zur Liebe nun Auch lernten Sünde meiden Und gern in Gottes Willen ruhn, Dir folgen stets mit Freuden! Daß in und lebte deine Huld, Und deine Sanftmuth und Geduld, Verherr. lichter Erlófer! 9. Dies sei die Frucht von deinem Mahl, So oft wir es genießen. Es reize uns, dich überall In unser Herz zu schließen, Uns deiner Liebe stets zu freun, Für Sündenlockung todt zu sein, Und dir nur, Herr, zu leben. Vom heiligen Abendmahle. 135 Met. Es ist das Heil uns tc. Frucht Mir stets vor Augen stehen; 227. Ich preife dich, o Herr, Nimm weg, was mich zu hindern mein Heil, Für deine Todesleiden; Hab' ich an ihren Früchten Theil, Was fehlt dann meinen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich; D gieb, daß meine Seele fich Deß ewig freuen möge. sucht, Die ebne Bahn zu gehen, Die mir dein heil'ges Vorbild weist, Und die einst den erlösten Geist zu deiner Freude führet. 2. O wie viel Segen läßt dein Tod zu meinem Heil mich finden! Ertösung aus der Todesnoth, Vergebung aller Sünden, Gewiffenss ruh', zur Beffrung Kraft, Das hast du, Herr, auch mir verschafft, Da du am Kreuz erblaßtest. Mel. An Wasserflüssen Babyl. 26. 3. Dein Abendmahl ist mir ein 228. Ich komme, Herr, und Pfand Von dieser großen Güte. Wie viel hast du an mich gewandt! O stårke mein Gemüthe Zum glâu, bigen Vertrann auf dich, Daß ich, so lang' ich lebe, mich An deine Gnade halte. 4. Ich fühle, Herr, voll Reu' und Schmerz Die Last von meinen Sün» den; Laß mein vor dir gebeugtes Herz Den großen Trost empfinden, Daß du aus mitleidsvoller Huld Auch mir Vergebung meiner Schuld Auf Buße hast erworben. 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, Werd' ewig mir zum Segen; Er stärke mich mit neuer Kraft, Auf allen meinen Wegen Nur das zu thun, was dir gefällt, Und alle Furcht und Lust der Welt Standhaft zu überwinden. 6. Wie soll ich die Barmherzigkeit, Die du mir thust, ermeffen! Gieb, daß ich sie zu keiner Zeit Mag uns dankbar vergessen; Daß ich aus achter Gegentreu' Dir bis zum Tod ergeben set, Und dir zur Ehre lebe. 7. Laß deines Leidens Zweck und 8. 3um ew'gen Leben hast du dich Für mich dahin gegeben. Dein Abendmahl erwecke mich, MitErnst darnach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt! Und werd' ich einst der Welt entrückt, Co sei dein Tod mein Leben! suche dich, Mühselig und beladen; Gott, mein Erbarmer, würd'ge mich Des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, Mich deiner zu getrösten; Ich fühs le meiner Sünden Müh', Ich su che Ruh' und finde sie Im Glatte ben der Erlösten. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an, Du bist das Heil der Sünder, Hast ihre Schulden abgethan, Und wir sind Gottes Kinder. Ich denk' an deines Leidens Macht, Und an das Wort: es ist vollbracht! Du hast mir Heil erworben; Für mich hast du dich dargestellt, mit sich vers föhnte Gott die Welt, Da du für sie gestorben. 3. So freue dich, mein Herz, in mir! Er tilget deine Sünden, Und läßt an seiner Tafel hier DichGuad um Gnade finden. Du rufst, und er erhört dich schon, Spricht lieb. reich: Sei getrost, mein Sohn! Die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft, Und 136 Von der Erlösung durch Jesum Christum. du wirst dem, der dich erkauft, Von be mich erfreun, Und sie noch ganzem Herzen leben. sterbend preifen. 4. Dein ist das Glück der Seligs keit, Bewahr' es hier im Glauben, Und laß durch keine Sicherheit Dir deine Krone rauben. Sich', ich ver. ein'ge mich mit dir, Ich bin der Weinstock: bleib an mir, So wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, Und durch die Liebe gegen mich Wird dir der Sieg ge lingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, Ich will es treu erfüllen, Und bitte dich durch deinen Tod Um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, Mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn, Und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung Durch eine wahre Besserung Mit und der Welt beweisen. Mel. Es ist gewißlich an der zć. 229. Ich will den Bund mit meinem Herrn Bei seinem Mahl erneuen; Ich will, von Weltge. schäften fern, Mich seines Todes freuen. Tag, wie heilig bist du mir! Zu meinem Jesu soll an dir Die Seele sich erheben. 2. Gewohnheit führe mich nicht hin, Noch der Betrug der Sünde; Daß auch ein lasterhafter Sinn Dadurch schon Gnade finde; Nein mache mich, mein Heiland, frei Von Selbitbetrug, von Heuchelei, Bon aller Lust zur Sünde. 3. Bekennen will ich's öffentlich: Dein Sterben sei mein Leben. Dir, mein Erlöser, will ich mich Zum Eigenthum ergeben. So lang' ich lebe ich dein Und deiner Lie 4. Hilf, daß ich reuvoll meine Schuld Gern meinem Gott gestes he, Und ihn um seine Baterhuld Und um Vergebung flehe. Laß mich mit gläubigem Vertraun Auf dich, mein treuer Mittler, schaun; Gieb meiner Seele Ruhe. 5. Dein Liebesmaht versichre mich Von deines Vaters Gnade, Daß ich getröstet, Herr, durch dich Geh' auf der Tugend Pfade, Mich täglich meines Gottes freu', Und voll der frohen Hoffnung sei Den Himmel einst zu erben. 6. Hilf, daß ich jeder Sünde Feind, Gott über alles liebe, Und ernstlich mich mit dir vereint In guten Werken übe. Dies ist dir wohlgefäll'ger Dank: Den müsse dir mein Leben lang Mein Herz, o Jesut, bringen. Mel. Gott, du frommer zc. 230. Ich will, mein Jesu, dich Und deinen Tod bekennen, O laß mein ganzes Herz Von Lieb' und Dank entbrennen! Ich komme glaubensvoll, Mich deinem Mahl zu nahn, Aufs neue Troft und Kraft Zur Besfrung zu empfahn. 2. Herr, diese Güter sind Mein inniges Verlangen; O möcht' ich sie doch stets Jm größern Maaß em. pfangen. O nåhme doch der Trieb Mich immer stärker ein, Für deine Lieb' und Tren' Dein eigen ganz au sein. 3. Erbarmend kamst du, Herr, Dich und dein theures Leben Für meine Seligkeit zum Opfer hinzu. geben. Du thatst's, und schafftest Vom heiligen Abendmahle. mir Dies unschätzbare Gut, Gabft für mich deinen Leib, Vergoffest selbst dein Blut. 4. Sollt' ich dich denn dafür Nicht wieder herzlich lieben, Und mich unausgesetzt Dir zu gefallen üben; Dir und dem Vater, der In dir so sehr mich liebt, Daß er durch dich so gern mir meine Schuld vergiebt? 5. Ja, dir will ich forthin Mich und mein ganzes Leben Und alles was ich bin Zum Opfer wiedergeben. Nimm, mein Erlöser, mich Zum Ei genthum dir hin, Mich, der ich dir zum Dienst So theu'r erkaufet bin. 6. Laß wahre Liebe mich An meis nem Nächsten üben, Und wie du mich geliebt Selbst meine Feinde lieben. Wir alle sind ja, Herr, Zu Einem Leib getauft, Und alle durch dein Blut zu Einem Sinn erkauft. 7. Hilf, daß ich als ein Christ Nur dir zur Ehre lebe, Und hier in allem stets Nach deinem Himmel strebe! Gieb durch dein Abendmahl Mir dazu Trieb und Kraft, So führ ich dir zum Preis Hier mei ne Pilgerschaft. 137 dein Leiden Sind Quellen meiner Freuden. 3. Auch weißt du, Herr, wie herzlich dich Die ganze Seele lies bet, llnd wie sie mit Vergnügen sich In deinem Dienste übet. Mit Herz und Mund Ist långst der Bund Geknüpft: Ich bin der Deine, Und du, mein Freund, der Meine. 4. Doch feierlich fel heut mein Dank, Und festlich diese Stunden! lind lauter preife mein Gefang Den Tod, den du empfunden! Du liebtest mich lind staróst für mich, Für mich und meine Brüder: Du starbst und lebst nun wieder. 5. Und dich, mein Heiland, sollt ich nicht Vor aller Welt bekennen? Für dich und meines Dankes Pflicht Nicht warm von Liebe brennen? Nicht Hand in Hand, Im festen Band Mit allen deinen Gliedern, Dir Gegenlieb' erwiedern? 6. Nein, deinen Tod vergeß' ich nicht; Nicht deine Huld und Treue, Nicht meine Schuldigkeit und Pflicht, Das schwór' ich dir aufs neue. Du hörst den Schwur; Ja, hör' ihn nur! Die Liebe soll mich dringen, Ihn redlich zu vollbringen. 7. O stårke du mich nur, o Herr, Denn dein ist Kraft und Stärke, Daß ich von nun an williger Auf deine Stimme merke, Und von dir gern Die Weisheit lern', Nach Gote tes Wort zu handeln Und fromm vor dir zu wandeln, 8. Daß ich die Lust bei jedem Streic Noch glücklicher bezwinge, Und Früchte der Gerechtigkeit In großs rer Reife bringe. O bilde mich, Ich bitte dich, Noch mehr nach deinem Bilde, Demüthig, fanft und milde. Mel. Was Gott thut, das ist zc. 231.Mic frohem Dank er. schein' ich hier, Dein Leiden zu be. fingen, Und meiner Liebe Opfer dir, Mein Heiland, darzubringen. Von deiner Hand Nehm' ich dies Pfand, Das du zu unserm Leben Noch eh' du starbst gegeben. 2. 3war immer groß ist mein Ge. winn An jedem stillen Orte, Wo ieb im Geiste bei dir bin. Es fließt aus deinem Worte Mir Trost und Ruh In Stromen zu; Dein Leben und 138 Von der Erlösung durch Jesum Christum. 9. Einst kommt die Zeit, so wahr deinem Willen wandle. Gieb, daß ich hier Bei deinem Tische stehe! aus Dank für deine Huld In Lies Daß ich in Wonn' erhöht zu dir be, Glauben und Geduld Ich dir Dich selbst, mein Heiland, sehe. anf Erden lebe, Bis ich dereinst in Wie wallt mein Blut! Wie wächst deinem Reich Verklärt, unsterblich, der Muth Zum Hoffen und Vertrau Engeln gleich, Dich ewig froh erhebe, en! Auf Glauben folgt dasSchauen. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich zc. Mel. Ein Låmmlein geht, und zc. 233. Gelobet feist du, großer Gott, Gelobt für unsers Mittlers Tod, Der uns das Heil erworben! Wie hast du, Gott, auch mich ge liebt! Er, der uns ew'ges Leben giebt, Ist auch für mich gestorben. Mein ganzes Herz frohlockt in mir; 232. Du, Herr, haft aus Barmherzigkeit zum Mahle dei ner Gnaden Das ganze Volk der Christenheit Wohlthätig eingelas den. Du rufft: Mühsel'ge kommt zu mir! Ich komme, Heiland; ja zu dir Erheb' ich meine Seele. Ents geuch mir deine Gnade nicht, Sei auch mein Trost, mein Heil, mein Licht; Du siehst, wie oft ich fehle. 2. Ja, meiner Schulden sind weit mehr, Als ich vermag zu zählen. Ich fühl es wohl, und leide sehr Vor Unruh' meiner Seelen. Doch du bist meine Zuversicht: Verlaß mit deinem Trost mich nicht; Du fiehest meine Reue. Erbarmer, nimm sie gnädig an, Du bists, der helfen will und kann, Daß sich mein Her erfreue.. Vater, ich lobsinge dir. Gieb, daß ich jeden Tag aufs neu' Mich deiner Vaterhuld erfreu'! Gott meines Heils! Sei ewig mein, fei ewig mein, Und laß mich dir stets dankbar sein. 3. Nach deinem Troste fehn' ich mich, Gebückt vor dir im Staube. Dein troft' ich mich, und nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebeugte willit du nicht ver, schmähn, Verspricht den Schwas chen beizustehn, Die nach der Beß rung trachten. Stets bleibst du deinen Worten treu, Und wirst ein gläub'ges Her; voll Reu', Auch's Meine nicht verachten. 4. Regiere nur auch künftig mich, Daß ich vorsichtig handle, Und heis lig, voll Vertraun auf dich, Nach 2. Voll froher Ehrfurcht beug' ich mich Vor dir, Sohn Gottes, der du dich Für mich auch hingegeben. Es komme mir nie aus dem Sinn, Wie viel ich dir, Herr, schuldig bin; Dein Tod bringt mir das Leben. Durch deines Opfers ew'ge Kraft Hast du, mein Mittler, mir verschafft, Was mich vor dem Verderben schüßt, Was meinem Geist auf ewig nüßt. Herr Jesu Chrift, Wie liebst du mich! wie liebst du mich! Gieb, daß ich ewig liebe dich! 3. Mit Inbrunft fleh' ich, Herr, zu dir: O wirk' ein gläub'ges Herz in mir; Ein kindliches Gemüthe! Mich dürftet, gleich dem dürren Land, Bei deiner Liebe Unterpfand Nach deiner Gnad' und Güte. Ich fühle, Herr, was mir gebricht; D stårke meine Zuversicht, Daß du auch mein Versöhner seist Und Vom heiligen Abendmahle. mich vom ew'gen Tod befreist. Herr, dieser Trost Sei fest in mit! sei fest in mir! So dien' ich voller Freuden dir. 4. Zur Weisheit und Gerechtigs keit, Zur Heiligung und Seligkeit Bist du mir ausersehen. Auch mir zum herrlichsten Gewinn Gabst du dein Leben willig hin; Drum hör' auch jetzt mein Flehen. Mein Heis land, zeuch mich ganz zu dir, Ja, durch den Glauben wohn' in mir, So nimmt in mir die Seeleuruh' Und meines Herzens Beßrung zu. Mein Herr und Gott! Verlaß mich nicht! verlaß mich nicht! So komm ich einst nicht ins Gericht. 5. Du öffnest deinen Himmel mir; Der Freuden Fülle ist bei dir; Auch ich soll sie genießen. Belebe mich mit Much und Kraft, So meine ganze Pilgerschaft zu führen, zu be. schließen, Daß mir dein Wort stets heilig sei, Daß ich, bis in den Tod dir treu, Mit Freuden thu', was dir gefällt, Und dich auch ehre vor der Welt. O Herr, mein Heil, Sei stets mit mir! fsei stets mit mir! So komm ich einst gewiß zu dir. Mel. Herr Jesu Christ, mein's c. 234. Derr Jesu Christ, du Gottes Lamm, Der du aus Lieb' am Kreuzesstamm 3ur Tilgung meiner Sündenlast Den schwersten Tod erduldet hast. 2. Ich komm' zu deinem Abend. maht, Gebeugt durch manchen Sündenfall; Doch meines Her dens Zuversicht Steht, Herr, zu dir, verwirf mich nicht! 3. Du bist der Arzt, der Seelen heilt, Der Reucrfüllten Troft er 139 theilt, Und zur rechtschaffnen Heis ligkeit Den Schwachen Muth und Kraft verleiht. 4. Darum, Herr Jefu, bitt' ich dich: Von meinen Sünden heile mich, Mach' in mir das Gewissen rein Und laß mich ganz dein eigen ſein. 5. Erleuchte durch dein Wort mein Herz, Und richt' es zu dir himmelwärts, Daß glaubensvoll und dankbarlich Ich deiner Lieb' erinn're mich. 6. Du bist das wahre Lebensda brodt, Zum Heil gegeben uns von Gott, Gieb, daß an deinem Tische hier Die Seele fich erquick an dir.. 7. Ja segne, Herr, was ich jetzt thu', Zur Fördrung meiner Sees lenruh', Zur Stárkung in der Heilis gung Und wahren Lebensbesserung. 8. Tilg' alle Laster aus in mir, Und ziehe ganz mein Herz zu dir, Daß ich ohn' alle Heuchelei, Herr, deinem Bilde ähnlich fei. 9. Gieb mir, was meiner Seele nützt Und mich vor dem Verders ben schüßt. Du bist mein Heil; laß mich mit bir Vereinigt bleiben für und für. 10. Du bist's, der in uns Gutes schafft; Ach, stärke mich dazu mit Kraft, Damit ich über Welt und Sund' Im Glauben sieg', als Gottes Kind. 11. Dein freue meine Seele fich; Mein ganzes Leben preise dich! Den güten Vorsak, den ich hier Erneure, mache fest in mir. 12. Gieb, daß ich treu sei meiner Pflicht, Berlaß mit deinem Geist mich nicht; So bring' ich chriftlich und in Ruh' Auf Erden meine Tas ge zu. 10 Von der Erldsung durch Jesum Chrifum. 140 13. Und wenn du mich, o Le bensfürst, Einst in den Himmel nehmen wirst: So nehm' ich noch vollkommner Theil An deinem uns erworbnen Heil. c. Nun laßt uns Gott den: c. 235. Jeft, Heil der Sün, der! Du Freund der Menschenkin der! Mit danferfülltem Triebe Denk' ich an deine Liebe. quickst mich auch im Leiden Mit deinem Geist der Freuden. 11. Kann ich denn schon auf Ers den Durch dich so glücklich werden: Was wird nach diesem Leben Mir deine Shuld nicht geben? 12. Dann bin ich, wenn ich ster. be, Gewiß des Himmels Erbe; Froh werd' ich auferstehen, Und dich, mein Heiland, sehen. 2. Ich preise dich von Herzen Für alle deine Schmerzen, Für deine Met. Fren' dich sehr, o meine 26. Todesleiden; Du Stifter ew'ger 256. Voll von Ehrfurcht, Freuden. 3. Dein Leib ward für mein Le. ben Zum Opfer dargegeben; Dein Blut am Kreuz' vergessen. Ist auch für mich gefloffen. Dank und Freuden, Komm ich, Herr, Auf dein Gebot zu dem Denk mal deiner Leiden, Und gedenk' an deinen Tod. Mittler, der du für mich farbst, mir ein ew'ges Hell erwarbst; Dir zur Ehre stets zu les ben, Sei mein eifrigsies Bestreben! 4. Dies tröstet mein Gewissen, Wenn ich, mit Ernst befliffen Auf Behrung, meine Sünde Gebeugt vor Gott empfinde. 5. Dies giebt mir Muth und Stärke, Daß ich durch gute Wer ke Auch meinen Glauben übe, Und ewig treu dich liebe. 2. Ich empfind' es jetzt aufs neue, Was ich, Herr, dir schuldig bin: Du, du gabst mit großer Treue Gans dich mir zum Dienste hin; Wiefest mir den Weg zu Gott, Und ertrugst den schwersten Tod, Mir im Leben und im Sterben Sichre Tröstung zu erwerben. 6. Mit dankbarem Gemüthe Laß deine große Güte, Laß allen deinen Segen Mich oft mit Ernst erwägen; 7. Daß dies nur meine Seele Zu ihrem Ziel erwähle: Mit innigem Verlangen Allein an dir zu hangen. 8. Hilf, daß ich jede Sünde Be kampf und überwinde, Und, bis vom Streit ich ruhe, Gern deinen Willen thue. 9. Gieb, wo ich bin und wandte, Daß ich rechtschaffen handle, Stets an dein Vorbild denke, Mein ganzes Herz dir schenke. 10. Du schenkst mir schon hienie den, O Jesu, deinen Frieden, Er. 3. Durch dich ist zu Gottes Gna de Freier Zutritt und die Kraft, Aufder Tugend fel'gem Pfade Best einherzugehn, verschafft. Und du rufft aufs neue mir Durch dein Nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem Gegen nehme, Und mich deiner niemals schäme. 4. Sollt' ich, Jefu, denn verges bens Diese deine Huld empfahn? Nicht zur Beßrung meines Lebens Mich zu deinem Tische nahn? Ja, mit neuem Ernst will ich mich vor Günden scheun, und dich Durch ein Vom Heiligen Abendmahle. dir geheiligt Leben mit vermehr. tem Fleiß erheben. 5. Diesen Vorfas, den ich habe, Thätig dankbar dir zu sein, Pråg' ihn, Jesu, bis zum Grabe Tief in meine Seele ein. Gieb mir Kraft, ihn zu vollziehn! Lehre mich mit Vorsicht fliehn, Was ihn könnte bei mir schwächen, Was mich reizt ihn gar zu brechen. 6. Laß mich über alles schätzen Dein mir theu'r erworb'nes Heil, Und nie aus den Augen setzen, Wie nur der d'ran habe Theil, Der auf deine Stimme hört, Mit Gehor fam dich verehrt, Und in deinem Dienst auf Erden Immer besser sucht zu werden. 7. Geh' mir, wo ich bin und wandle, Immerfort mit Hülfe nach, Daß ich als ein Christ stets handle; Und wird ja mein Glaube schwach, O so hilf mir liebreich auf, Daß ich in dem Tugendlauf Nimmer wanke, nie ermúde; So erquiche mich dein Friede! 8. Ewig will ich dir es danken, Daß du so barmherzig bist, Daß auch, wenn wir Schwache wanken, Deine Treu' beständig ist. Herr, ich hoff' es froh und fest, Daß sie mich auch nicht verläßt; Zu des Himmels Seligkeiten Wird sie mich gewiß auch leiten. 141 Brodte effen, Von Einem Kelche trinken; alle Brüder, Und deine Glieder. Met. Herzliebster Jefu, was 2c. 237. Du gingst,& Heiland, hin für uns zu leiden, Erwarbst uns allen deines Himmels Freu. den, Und starbst, vom Fluche und von allem Bösen Uns zu erlösen. 2. Deß sollen deine Jünger nicht vergessen, Die öffentlich von Einem 3. Dein heil'ges Mahl gebietet den Gemeinen, Durch Einen Geist mit dir sich zu vereinen, Daß unter Einem Hirten Eine Heerde Aus allen werde. 4. Wir sind mit Einem Opfer Gott erkaufet; Wir alle sind auf Einen Tod getaufet, Daß Jeder nun mit gleichem Ernst und Tries be Den Andern liebe. 5. Wie dürfte die, die Einen Herrn bekennen, Noch 3wietracht, Bank und Streit und Eifer trennen? Und Herzen, die sich Eines Heis lands freuen, Zum Haß entzweien? 6. Nein, Jeder soll die last des Andern tragen; Soll Niemand Nachsicht, Hilf und Rath versas gen; Soll lieben, wie du liebtest, gern vergeben, Und fröhlich geben. 7. Wenn wir wie Brüder bei einander wohnten, Und fehlte Jes mand, seiner Schwäche schonten; Wie würden wir dir ähnlich schon auf Erden, Wie felig werden! 8. Ach, dazu müsse deine Lieb uns dringen! Du wollest, Herr, dies große Werk vollbringen, Daß unter Einem Hirten Eine Heerde Aus allen werde! Mel. Mein Herz ermuntre dich sc. 238. Dir sei gedankt für dei ne Liebe, Du großer Mittler, Jes sus Christ! Gieb, daß ich dich nicht mehr betrübe, Der du für Laß deines mich gestorben bist. Leidens Angst und Pein Mir im. merdar vor Augen sein. 2. Wie kann ich dich genug erhes 10* 142 Von der Erlösung durch Jesum Christum. ben, Ich, der ich Fluch und Tod verdient! Ich soll nicht sterben, sons dern leben, Weil du mich selbst mit Gott verfühnt; Du, Gottes Sohn, du starbst für mich; Wie preif ich, Herr, wie preif ich dich? 3. Heil mir, du Netter meines Lebens, Dein Mahl der Liebe stärk. te mich. Du gabst es, Herr, mir nicht vergebens, Mein ganzer Geist erfreute sich. O ew'ge Treue schwór' ich dir, Und daß ich's halte, hilf du mir. 4. Las stets mich dankbar, Herr, ermessen, Was du für mich gelits ten hast, Und deine Liebe nie vers geffen, Die so viel Segen in sich fast. Laß meinen Glauben thätig sein, Und mir zum Guten Kraft verleihn. 5. Im Streite hilf mir über winden, und stärke mich zu meiner Pflicht; Bewahre mich vor neuen Sünden; Verlaß mich in Versus chung nicht; Und dein für mich vers gośnes Blut Geb' in der Todes noth mir Muth! 6. Und euch, ihr feines Leibes Glieder, Die Jesu Heil wie mich erfreut, Euch lieb' ich stets als feine Brüder, Als Erben seiner Herrlichkeit. Wir haben Einen Herrn und Gott; Uns speist und tränkt Ein Kelch, Ein Brodt. 7. Wie jetzt, als seines Leibes Glieder, Sein Bolk vor ihm ver sammlet war, So fammlet er auch einst uns wieder Vor ihm mit als ler Heil'gen Schaar. Dann preis fen, als sein Eigenthum, Wir ewig feines Namens Ruhm. 8. So soll denn weder Spott noch Leiden, Noch Ehre, Freud' und Lust der Welt, Mich, Herr, von deiner Liebe scheiden, Die selbst im Tode mich erhält. Du bist und bleibett ewig mein; O laß mich deiner würdig sein! Mel. Werde munter mein Gem.c. 239. Deffentlich hab' ich dein Leiden, Großer Mittler, jetzt bes kannt; Ich empfing das Mahl der Freuden, Deiner Liebe theures Pfand. Feierlich war da mein Eid Ewiger Beständigkeit. Du, mit dem ich mich vereinte, Herr, du weißt es, wie ich's meinte. 2. O wie ward da deine Güte, Menschenfreund, von mir verehrt! Mit dem dankbarsten Gemüthe Fühlt' ich ihren ganzen Werth, Ats, im Geist auf Golgatha, Ich dein bittres Leiden sah, Und dich an dem Kreuz erblickte, Wo dein Tod auch mich beglückte. 3. Laut rief in mir mein Gewis sen: Bist du würdig dieser Huld? Sich, das Blut, das du siehst flies Ben, Fließet auch für deine Schuld. Scham und Reu' erfüllten mich, Glaubensvoll blickt' ich auf dich; Sah durch dich mir Heil und Leben, Trost und Zuversicht gegeben. 4. Und nun weiß ich's: ich soll leben, Soll des Himmels Erbe fein; Alle Schuld ist mir verge ben, Denn dein Blut, Herr, macht mich rein, Du vertrittst mich im Gericht; Gott verurtheilt mich nun nicht, Wenn ich standhaft dich beken ne, Und von dir mich nimmer trenne. 5. Herr, ich will dich nicht verlas sen, Nie des Lasters Wege gehn; Jede Günde will ich haffen, Und den Lüften widerstehn. Mein Erretter, Vom heiligen o gieb du Stárk' und Freudigkeit dazu, Daß ich standhaft dich bekenne, Und mich nimmer von dir trenne. 6. Laß mir's mein Gewissen sas gen, Wie so schmerzhaft inure Pein, Wie so schwer der Sünde Plagen Und der Zukunft Strafen sei'n. Es erinure mich daran, Wie viel du an mir gethan, Und wie unwerth deiner Liebe Ich durch schnöden Undank bliebe. 7. Auch zur Liebe meiner Brüder Treibe mich die Dankbarkeit. Sie find alle deine Glieder, Erben eis ner Seliakeit; Auch der mich jetzt haffer, istDein Erlöster, Jesu Christ; Er wird, hoff ich, mich noch lieben, Und dann dort mich nie betrüben. 8. Herr, zu dem ich findlich trete, Blicke gnadenvoll auf mich; Hire huldreich, was ich bete; Ganz ver laß ich mich auf dich. Volle Furcht der Besserung, Wachsthum in der Heiligung, Hoffnung auf das ew's ge Leben, Laß dein Abendmahl mir geben! Vor der Privat Communion. Mel. Wer nur den lieben Gott: c. 240. Ach, könnt' ich doch mit deinen Gliedern Im Tempel, Je fu, dich erhöhn, Und freudenvoll mit meinen Brüdern Das Denk mal deines Tod's begehn! Doch, weil mich Norh und Krankheit plagt, Ist diese Freude mir versagt. 2. Sich' hier, auf meinem Krane tenbette Fet'r ich dein Abendmahl allein. Doch, Herr, ich weiß, an jes der Stâtte Hast du verheißen, nah au sein; Wo je ein Frommer seufzt und weint, Da bist du, großer Men fchenfreund. Abendmahle. 143 3. Laß das Gedächtniß deiner Lei den Mir Schwachen Trost und Kraft verleihn; Laß es die Quelle höh'. rer Freuden Und deines Himmels Vorschmack sein! Dein Leiden, dein Versöhnungstod Erquicke mich in meiner Noth! 4. Ich seh', ich seh' den Himmel offen; Ich fühle meine Seligkeit. Nun kann ich alles, alles hoffen Von dem, der mir die Schuld verzeiht. Es drohe mir die größte Noth; Mein Retter und mein Schuß ist Gott. 5. Naht auch der Tod mit seinen Schrecken: Ich bin getrost und za ge nicht. Vom Tode wirst du mich erwecken; Ich komme nicht in dein Gericht. Ich bin getrost; dein Mittlerstod Stårkt mich in mei. ner lesten Noth. Nach der Privat Communion. Mel. Mein Herz ermuntre dich 26. 241. Dank, Dank fei dir für dein Erbarmen, O mein Erlöser Jefu Christ, Dir, der du einst auch für mich Armen Den Tod am Kreuz gestorben bist! Nur deine Leiden trösten mich; Was wär' ich, Mitt. ler, ohne dich? 2. Dein Leib ward ja auch mir gebrochen; Nun weiß ich, ich bin ewig dein. Dein Blut, du hast es selbst versprochen, Macht meine Seele völlig rein; Ich bin nun fret von Fluch und Schuld, Genieße Gottes Vaterhuld. 3. Nun laß mich sterben oder les ben, Herr, wie du willst, ich folge gern; Von Schmerz gequält, mit Angst umgeben, Freut meine See le fich des Herrn. Durch dich ver. 144 Cheilnahme des Sünders an Jesu Erldsung föhnt, erschreckt mich nicht Des Gras bes Graun, nicht das Gericht. 4. Im Glauben will ich dich umfaffen, Gewiß, daß du mein Retter bist. Du wirst mich Schwachen nicht verlassen, Mir geben, was mir nuß. lich ist. Ein Wink von dir, so endet sich Mein Jammer und ich preise dich! Vierte Abtheilung. Von der erforderlichen Beschaffenheit des Sünders zur Theilnahme an dieser Seligkeit. 5. Und kommt sie denn, die erns ste Stunde, Die mich dem Irdi. schen entreißt; Wohl mir auch dann! aus deinem Munde Erwar tet mein erlöster Geist Ein frohes Urtheil; ew'ges Heil It deiner Auserwählten Theil! Buße und Bekehrung oder schont, Dem wird, wie ers ver. wahre Sinnesänderung. dient, gelohnt. Miet. Unser Vater im Himmels. 2. 242. Sowahr ich lebe, spriche dein Gott, Mir ist nicht lieb des Sünders Tod: Mein Wunsch und Wille ist vielmehr, Daß er von Sünden sich bekehr', Sich begre in der Gnadenzeit, Und selig werd' in Ewigkeit. 2. Bedenk dies, Sünder, was Gott spricht; Sei reuvoll, doch verzage nicht; Hier findet deine Seele Ruh: Gott selbst sagt dir Vergebung zu, Und zwar durch einen theuren Eid. Wohl dem, den seine Sünde reut! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit; Denk' nicht: zur Buß' ists immer Zeit: Ich will mich meines Lebens freun, lind werd' ich dessen müde sein, Alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wol mein erbar men sich. 4. Wahr ist es; aus Barmher sigkeit Tit er ein Gott, der gern verzeiht; Doch wer auf Gnade sün bigt hin, Beharrt in seinem bösen Einn, Und feiner Seele selbst nicht 5. Vergebung hat dir zwar dein Gott Verheißen durch des Sohnes Tod; Doch nirgends hat er sich er klart, Ob morgen noch dein Leben währt; Kund ist dir, daß du ster. ben mußt, Doch wann? das isk dir unbewußt. 6. Heut' lebst du: heut' bekehre dich, Eh's morgen wird, kanns, ändern sich. Wer heut' ist stark, ges sund und roth, It morgen krank, vielleicht gar todt. Stirbst du mun ohne Buße hin, Wie willst du dem Gericht entfliehn? 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, Daß ich mich glaubig nahe dir, Und mich bekehre unverweilt, Eh' mich mein Ende übereilt, Damit ich heut' und jederzeit zu meinem Hingang sei bereit. Mel. Straf' mich nicht in deinem zc. 243. Sichrer Mensch, noch ist es Zeit, Aufzustehn vom Schlafe; Nah' ist dir die Ewigkeit, Nahe Lohn und Strafe. Hor', Gott spricht; Sáume nicht, Seinen Kuf zu hören Und dich zu bekehren. durch Buße, Bekehrung oder wahre Einnesänderung. 145 2. Tont auch gleich zum Weltge. Gieb, daß ich keine Schuld vor dir, richt noch nicht Gottes Stimme; Noch vor mir selbst verhehle! Laß Sinkt auch noch der Erdball nicht jede mich mit Ernst bereun, Daß Vor des Richters Stimme; So er ich des Ziels, gerecht zu sein, schallt Doch gar bald Gottes Ruf: Durch Heucheln nicht verfehle. zur Erden Sollst du wieder werden. 3. Kommt nun, ehe du's gedacht, In der Sünde Freuden Deines Le bens letzte Nacht: Was wirst du dann leiden, Wenn dein Herz, Von dem Schmerz Deiner Schuld zerrissen, Wird verzagen müssen! 4. Wenn vor deinem Antlik sich Jede Sünd' enthüllet, Wenn dann jede, jede dich Ganz mit Graun er. fallet; Dich nichts dann Stärken kann, Reine deiner Freuden: Was wirst du dann leiden? 4. O wie viel Gutes hast du mir An Leib und Seel' erwiesen! Was ich nur hab', hab' ich von dir; Wie hab' ich dich gepriesen? Ich hab', ich ungehorsam' Rind, Mich gegen dich nicht treu gesinnt, Nicht dank. bar mich bewiesen. 5. Du hast mir's nicht an Unterricht Und Warnung mangeln laffen. Wie oft erwecktest du mich nicht, Des Lasters Weg zu haffen? Du führtest mich zur Tugend an; Doch schändlich hab' ich deine Bahn Und deinen Bund verlaffen. 6. Wie drângen nun die Sünden sich, Gott, vor mir zusammen! Wie drohn sie mir, wie muß ich mich Jeht selber nun verdammen? Hart klagt mich mein Gewiffen an, Dem ich nicht widersprechen kann; Ich fühle seine Qualen. 7. Ich sprach, weil mich so lange Zeit Nicht deine Schrecken trafen, Im Wahne meiner Sicherheit: Gott wird so bald nicht strafen. So übertrat ich immer mehr, Ob dei ne Pfeile gleich umher So viele Frevler trafen. 8. O hättest du nicht Vatersinn, Nicht mütterlich Erbarmen; Wo flöh' in meiner Noth ich hin? Wer hülfe jetzt mir Armen? Ich wende, Gott, zu dir mich hin; Denn du haft mehr als Vatersinn, Als mütterlich Erbarmen. 5. Noch, noch wandelst du, o Christ, Auf des Lebens Pfade: Nahe zur Errettung ist Dir noch Jesu Gnade. Eil' ihrzu: Du wirst Ruh' Und Bergebung finden Aller deiner Sünden. Mel. Aus tiefer Noth ruf' c. 244. Ich will von meiner Misfethat mich, Herr, zu dir be. kehren; Du wollest selbst durch deis nen Rath Mich wahre Buße tehren, Und deines Geistes Hülf' und Kraft, Der uns zu neuen Menschen schafft, Aus Gnade mir gewähren. 2. Der Mensch kann ohne dich ja nicht Sein Elend recht empfinden'; Bleibt ohne deines Geistes Licht Blind, fühllos, todt in Sünden. Verkehrt ist Will', Entschluß und Thun; Dies Elend, wünsch' ich, Bater, nun Durch dich zu über winden. 3. Gieb Selbsterkenntniß; zeige mir Die Blöße meiner Seele; 9. Nimm meiner dich, o Jesu, an, Und heile meine Wunden; Denn was kein Sünder dulden kann, Hatt 146 Theilnahme des Sünders an Jesu Erldsung du für mich empfunden. Wer seine Schuld mit Ernst bereut, Der fin. det Heil und Sicherheit Und Trost in deinen Wunden. Beuge mich, mein Gott, vor dir; Laß mich bei dir Gnade finden, Neis ge, Herr, dein Ohr zu mir; Ach, vergieb, was ich gethan! Nimm mich aus Erbarmen an! Führe mich vom Sündenpfade Auf den sel'gen Weg der Gnade! 6. Dir ergeb' ich mich aufs neue; Gieb, daß mein gebeugter Geist Deiner Vaterhuld sich freue, Die dein tröstend Wort verheißt! Was dein Sohn auch mir erwarb, Als er für uns Sünder starb, Ach, das Mel. Freu' dich sehr o meine zc. 245. Höchster, denk ich an die laß auch mich genießen, Fried' und Freude im Gewissen! 7. Stärke selbst in meiner Seele Den Entschluß, mich dir zu weihn. Gieb, das mirs an Kraft nie fehle, Folgfam deinem Wort zu sein. Steh' mir Schwachen mächtig bei; Mache mich auf immer treu; Dich zu lieben, dir zu leben, Sei mein herzliches Bestreben! 10. Nimm hin mein Herz und mach' es rein Von allen seinen Súns den, Und laß es, dir getreu zu sein, Wie sehr du liebst, empfinden. Laß aller Lüste Tyrannei, Damit ich ganz der Deine sei, Mich stand. haft überwinden! Güte, Die du mir bisher erzeigt: O so schämt sich meinGemüthe, Und wird wehmuthsvoll gebeugt. Dich hab ich gering geschäßt, Dein Gebot hintangesest, Dich der du mich so ge liebet, Doch so oft und sehr betrübet. 2. Alle meine Seelenträfte, Meine Glieder sind ja dein, Und sie soll ten zum Geschäfte Deines Dienstes fertig sein; Doch hab' ich der Ei telkeit Unbedachtsam sie geweiht. Met. Alle Menschen müssen ze. Ja, zum schnöden Dienst der Sün. 246. Ich erhebe mein Gemü den Ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Hulo war jeden Mor. gen Uleber mir, mein Vater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen Machtest du das Herz mir frei; Was mir nüste, gabst du mir; Aber, ach! wie dankt' ich dir? Wie hab' ich doch so vermessen Deines Wohlthuns Zweck vergessen! the Sehnsuchtsvoll, mein Gott, zut dir; Denn ich kenne deine Güte; Dwie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, Reiner harrt auf dich vergebens. Nur Ver. achter deiner Huld Stürzet ihre eigne Schuld. 4. Bei so hellem Licht der Gnaden Sollt' ich ja die Sünde fliehn, Und von meiner Seele Schaden Frei zu werden, mich bemühn. Dei ne Güte lockte mich Oft zur Buße; aber ich Floh vor ihrem sanften Lokken, Suchte selbst mich zu verstocken. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, Zeige deinen Willen mir! Ach, ich selbst bin blind und tråge, Führe du mich selbst zu dir! Gott, du fiehest mein Vertrauen; Sicher kann ich auf dich bauen; Deine Vatertreue ist Ewig, wie du selber bist. Ich erkenne meine Sünden, 3. Aa)! gedenke an die Sünden Meiner Jugendjahre nicht! Laß mich vor dir Gnade finden, Geh durch Buße, Bekehrung oder wahre Sinnesänderung. 147 nicht mit mir ins Gericht. Alle Sün den, die uns reuen, Willst du vâterlich verzeihen; O so höre denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich. 2. Schaff in mir, Höchster, eine reine Seele, Ein neues Herz, das deine Wege wähle. Befest'ge es, und stärke mein Bestreben, Nur dir zu leben. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; Dir ist seine Seele werth; Gnädig willst du ihm vergeben, Wenn er sich zu dir bekehrt. Mits ten auf dem Sündenwege Machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht Umkehrt, den verwirfit du nicht. 5. Du erquickest die Elenden, Deren Herz sich dir ergiebt, Die sich flehend zu dir wenden, Weil sie ihre Schuld betrübt. Freude schen ket deine Güte Dem gel..teten Gemüthe, Welchem du die Sün denlast Liebreich abgenommen haft. 6. Herr, zu was für Seligkeiten Du in jener bessern Welt Jeden Frommen noch willst leiten, Der dir Treu' und Glauben hält, Offens barst du allen Seelen, Die zu ihrem Theil dich wählen; Deinen treuen Gnadenbund Machst du deinen Kindern kund. 7. Dir will ich mich denn ergeben. Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich heilig vor dir leben, Treu fein meiner ganzen Pflicht. Keine schnöde Luft der Sünden Soll mich ferner überwinden. Nimm du dich nur meiner an, Daß ich standhaft bleiben kann. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. 247. An dir allein, o Gott, hab' ich gefündigt! O laß die Gnas de, die dein Wort verkündigt, Wenn Sünden uns von ganzem Herzen venen. Auch mich erfreuen. 3. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte! Gieb deinen Geist, daß er mich unterrichte! Gieb ihn, daß er auf deiner Wahrheit Wege Mich leiten möge. 4. Erquiche mich in meiner Seele Leiden Mit deiner Hütfe; gieb den Geist der Freuden, Damit er, weil ich keine Kraft besiße, Mich unter stütze. 5. Mit neuer Treue will ich dich verehren, Ich will die Sünder deine Wege lehren, Mein Beispiel foll sie reizen, deinen Willen Gern ¡ u erfüllen. 6. O hore, Gott, erbarmend auf mein Flehen! Wie solltest du ein reines Herz verschmähen? Etn Herz, das dich im Glauben ernstlich suchet, Der Sünde fluchet. 7. Ein reuevolles Herz, das willst du haben; Ein solches Herz willst du mit Troste laben, Du willst die Seelen, die nach Gnade schmach ten, Gott, nicht verachten. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich: c. 248. Ich komme, Friedens. fürst, zu dir, Erbarmend rufft du ja auch mir, Den Frieden zu empfangen. Die Sündentaft ist mir zu schwer; O laß mein Herz von Trost nicht leer, Laß es zur Ruh' gelangen! Sieh an den tiefgebengten Geist, Der auch dich, Welterlos fer, preist. Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jesu Chrißt! 148 Theilnahme des Sünders an Jesu Erlösung Mein Trost, mein Licht! mein Mel. Herr, ich habe mißgehandelt ze. Trost, mein Licht! Verwirf mein 249. Herr, an dir hab' ich ge. sehnlich Flehen nicht. fündigt; Dein gerechter Urtheils. spruch, Allerheiligster, verkündigt Jedem llebelthäter Fluch, Und was kann vor deinen Schrecken, Richter aller Welt, mich decken? 2. Anbetend steh' ich, Herr, vor dir; Dein Antlik neige du zu mir, Und sei mir Sünder gnädig! Wenn mein Vergehn um Nache schreit, So mache aus Barmherzigkeit Mich als ler Strafe ledig. Der du am Kreuz gelitten haft! Du trugt auch mei. ner Sünden Last, Als du zum Heil der Sünder starbst Und ihnen Göttes Huld erwarbst. HerrJesuChrist! Mein Herr und Gott! mein Herv und Gott! Hilf mir aus meiner Sünden, Noth! 3. Du, du bist meine Zuversicht! Durch dich entflieh' ich dem Gericht, Dem schweren Lohn der Sünden; Durch dich kann ich dem Fluch entgehn, Und mich mit Gott vereinigt fehn, Durch dich das Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil, Gieb mir an seinem Segen Theil; Er sei auch mir Beruhigung Und treibe mich zur Besserung! Herr Jesu Christ! Ich hoff auf dich, ich hoff auf dich! In dieser Hoffnung stärke mich! 4. Mein ganzes Leben preise dich! Erlöst, mein Mittler, hast du mich, Dein Eigenthum zu werden. Bin ich nur dein, so fehlt mir nichts, Nichts einst am Tage des Gerichts, Nichts hier auf dieser Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland Ent zeuch mir niemals deine Hand; 3u ailem Guten stårke mich, lnd laß mich siegen einst durch dich. Herr Jesu Christ! Mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! Hilf mir um Beben durch den Tod! 2. Kann ich deinem Arm entflies hen? Du bist allenthalben nah'. Flöh' ich dir mich zu entziehen, Himmelan, so bist du da. Stürzt' ich in die Liefe nieder: Deine Rechte faßt' mich wieder. Außer dir ist keine Ruh; Dein Er. 3. Herr, ich flieh' in deine Hände; barmen hat kein Ende; Wer iſt gnädiger, als du; Du bist Gott, und kannst vergeben; Ach vers gieb, und laß mich leben! 4. Groß sind meine Sündenschul den, Ihre Last ist mir zu schwer. Ja, wenn långer mich zu dulden, Deis ne Langmuch múde wär', Müßt' ich, würdest du mir winken, In des Todes Nacht versinken. Reichet keine Reue zu; Und zer 5. Mich für straflos zu erklären, Aloß mein Herz in zâhren Fånd' ich darum doch nicht Ruh'. Können eines Sünders Thránen Dich, o Heiliger, verföhnen? 6. Herr, mein Heiland, dein Er barmen, Dein für mich vergoßnes Blut Und dein Tod erlöst mich Armen, Heilet mich und giebt mir Muth; Dein Verdienst ist's, was mich decket, Wenn mich dein Ge richtstag schrecket. 7. Rette mich von meinen Sún den, Schaff ein reines Herz in mir; Laß bei dir mich Ruhe finden, zieh' inich immer mehr zu dir. Dankbar durch Buße, Bekchrung oder wahre Sinnesänderung. 149 will ich mich bestreben, Mein Erlófer, dir zu leben. ger, als mein Herz. Dein Gnadens wort mach' alles gut, Und schenke felbst zur Beßrung Muth! 7. Ich zweifle nicht: ich bin erhö ret; Mein Glaube sagt's mir, daß ich's bin, Der Trost der sich im Her zen mehrer, Der neue dir geweihte Sinn, Mein kindliches Vertraun auf dich Bezeugen's: du begnadigit mich. Me 1. Wer nur den lieben Gott zc. 250. Ich armer Mensch, o Herr, ich Sünder, Steh' hier vor deinem Angesicht; Erbarmer aller Menschenkinder, Ach, geh' mit mir nicht ins Gericht, Bin ich es gleich vor dir nicht werth, Daß mir noch Gnade wiederfährt. Mel. Christus der uns selig zc. 2. lim Trost ist meiner Seele bange; Die Last gehäufter Misse. 251. Gott, mein Vater, ich that Liegt schwer auf mir, die mich so lange Von dir, mein Gott, ente fernet hat. Weß trist' ich mich, ich Schuldiger, Als deiner nur, Barmherzigster? dein Kind, Falle vor dir nieder; Sie. he, was mein Herz empfind't, Und erbarm' dich wieder! Groß ist meis ne Sündenschuld, Die mich innigst reuet; Größer deine Baterhuld, Die mich noch erfreuet. 2. 3war ich bin's nicht werth, zu dir Kindlich aufzusehen; Doch du bleibst ein Vater mir; Du vernimmst mein Flehen, Kennst mein Herz ermunterst mich, Es vor dir zu stils len. Du erhörst mich väterlich Noch, um Christi willen. 3. Du bist meine Zuversicht! Au. ßer dir ist keiner; Dein Geschöpf verwirst du nicht; Gott, dich jam. mert seiner, Der du deinen Sohn für mich In den Tod gegeben, Sein Erlöster bin auch ich, Theu'r era kauft zum Leben. 4. Dies, dies soll in jedem Schmerz Mein Vertraun erwecken. Bor der Sünde soll mein Herz, Niche vor dir, erschrecken. Trauen will ich, Bater, dir, Stets die Sünde haffen, Nie vergeffen, daß du mir So viel Schuld erlaffen. 3. Soll ich an deiner Huld ver. zagen? Ich dein Geschöpf? das willst du nicht; Du, der du mich bis jetzt getragen, Bleibst ewig meine Zuversicht. Du, Gott, durch den ich leb' und bin, Giebst mich nicht dem Verderben hin! 4. Du siehst die Folgen meiner Sünden; Und denk'ich: wer vertil get sie? So läsfest du mich Ruhe finden Und sprichst: ich, ich vertil ge sie! Du schenkest mir an Jefu Heil Zur Stillung meiner Unruh Theil. 5. Auch mir hat er das Glück er worben, Getrost zu dir empor zu fehn; Auch ich soll, da er ist gestor. ben, Durch ihn Begnadigung er flehn, Bei dir, dem Gott, der gern vergiebt, Und lieber seguet als betrübt. 6. Sprich denn zu mir: dir ist vergeben! Und stille des Gewissens Schmers, Und will mein zaghaft Her, usch beben, So sprith du kräft. 5. Preis sei dem Allgütigen, Der mein Seufzen kennet, Der dem Gnade Suchenden Freien Zutrice 150 Theilnahme des Sünders an Jesu Erldsung gónnet! Sing' es, Seele, vor dem Herrn; Fließ von Freuden über! Gott, dein Gott, verstößt nicht gern; Er begnadigt lieber. 6. Ewig bist du so gesinnt, Schöp. fer meiner Seele. Auch, wenn ich, dein firauchelnd Kind, Noch auß Schwachheit fehle; So gedenkst du, der du weißst, Daß mein Herz dich ehret: Ich sei Staub; und du ver zeihst Dem, der wiederkehret. 2. Vor dir gilt nichts denn Gnad' allein, Dem Sünder zu vergeben; Nie ist der Mensch von Fehlern rein, Auch in dem besten Leben. Und Herr, was ist er ohne dich? Wie darf der Staub, der Sünder, sich Vor dir des Ruhms erkühnen? In bekannter Melodie. 2. Flóh' ich gleich weit, Voll Bans 252. Aus tiefer Noth ruf ich gigkeit, Bis andes ErdreichsEnden, Von dieser Pein Befreit zu sein: Würd' ich sie doch nicht wenden. zu dir, Der du ins Herz kannst sehen. Entzeuch nicht dein Erbarmen mir, Gott, laß mich Gnad' erflehen! Ach, sähest du als Richter an, Was wir nicht recht vor dir gethan, Wer könnte dann bestehen? 3. Nur hoffen will ich drum auf dich, Auf mein Verdienst nicht bauen; Auf dich verlaffen will ich mich Und deiner Gûte trauen; Die sagt mir zu dein werthes Wort; Dies ist mein Trost, und immerfort Will ich, Gott, deiner harren. de; Dein Arm zu helfen hat kein Ziel, Wie groß auch sei der Schade. Du bist allein der gute Hirt, Der wieder bringt, was sich verirrt; Du hilft aus allen Nöthen. 4. Und müßt' ich hoffen bis zur Nacht, Und wieder bis zum Mör gen; So soll mein Herz an deiner Macht Nie zweifeln oder sorgen. So denkt ein recht gesinnter Chriſt, Der durch dein Wort erleuchtet ist, Und deiner Güte harret. 5. Sind gleich bei uns der Sünden viel, Bei dir ist doch mehr Gnas In bekannter Melodie. 253. Ach Gott und Herr! Wie groß und schwer Sind meine vielen Sünden! Wen ruf' ich an, Der hel. fen kann? Ach! ich kann nies mand finden. 3. Zu dir flieh' ich. Erbarme dich, Ob ich's gleich nicht verdienet. Geh mit mir nicht, Gott, ins Gericht! Dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Und soll's ja sein, Daß Noth und Pein Mich hier noch treffen müssen, O so verleih' mir doch dabei Den Frieden. Gewissen. 5. Sonst piz. wie's dir Gefällt mit mir; Dainst nichts böse meis nen. Nur wollst du mich nicht ewigs lich Deit scheiden von den Deinen. 6. Das thust du nicht; Mit Zuvers sicht Kann es mein Glaube hoffen, Durch Christi Tod Steht ja, mein Gott, Auch mir der Himmel offen. 7. Herr Jesu, du Schafft Trost und Ruh, Der du für mich gestore ben, Auch mir zu gut mit deinem Blut Der Gnade Trost erworben. 8: Dies stärket mich; Und ob auch sich Einst Leib und Seele scheiden, So schenkst du mir Doch dann bei dir Des Himmels ew'ge Freuden. 9. Wohl ist mun mir! Gott, Preis sei dir! Ruhm deinem großen Namen. Ich zweifle nicht, Weil Jefus durch Buße, Bekehrung oder wahre Sinnesänderung. 151 spricht: Wer glaubt, wird selig. Amen! meiden, Was mich von dir kann scheiden; So leb' ich dir und erbe Den Himmel, wann ich sterbe. In bekannter Melodie. In bekannter Melodie. 254. Wo soll ich fliehen hin, Da ich beschweret bin Von dem Ges 255. Herr Jesu Christ, du fühl der Sünden! Wo soll ich Rets tung finden? Wer wird sich mein erbarmen ,? Wer schaffet Trost mir Armen? höchtes Gut, Du Zuflucht der Er löften! Ich komme mit gebeugtem Muth Zu dir, mich dein zu triften, Durch dich zum Vater mich zu nahn, Von ihm Vergebung zu empfahn, Und Kraft zum neuen Leben. 2. Du, mein Herr Jesu, du Rufft auch mir gnädig zu. Mit hoffendem Gemüthe Flieh' ich zu deiner Güte; Du hilfft beladnen Seelen, Die dich zum Helfer wählen. 3. Ich traue froh aufdich, Dein Blut floß auch für mich; OTilger meiner Sünden! Laß mich den Fries den finden, Den der hat, der dich liebet Und den die Welt nicht giebet. 2. Wie drückt mich meiner Sún den Last! Nimm sie von meinem Herzen, Der du auch, mich versöh net haft, Am Kreuz mit Todess schmerzen; Damit ich nicht vor Angst und Weh' In meinen Súnden untergeh', Nicht ohne Trost verzage. 4. Wie groß die Sünd' auch sei, Du machst von ihr mich frei, Wenn ich dein Wort rechffe, Mich fest darauf verlasse; D. bt: Dir ist vergeben! So fühlt eues Leben, 5. Viel mangelt zwar noch mir; Doch, Gütigster, von dir ammt jede gute Gabe, Die ich noch nöthig habe. Du wirst mich unterstützen Und in Versuchung schützen. 6. Wie unerschrocken ruht Das Herz in deiner Hut! Du hast ja felbst verheißen: Nichts soll mich dir entreißen, Dir, dem ich angehö. re, Folg' ich nur deiner Lehre. 7. Darum verlaß ich mich, OJesu, nur auf dich, Jetzt kann ich nicht verderben, Dein Reich muß ich ererben: Denn du haft mir's erwor. ben, Da du für mich gestorben. 8. Herr, deß ich ewig bin, Gieb mir den festen Sinn, Das alles fiets zu 3. Denn ach! denk' ich mit Ernst zurück An mein geführtes Leben, An das von mir verscherzte Glück; Was soll denn Trost mir geben? Trost giebt mir dein Verdienst als lein; Ich würde ganz verloren sein, Wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Dies ewig theure Wort vers heißt Heil allen, die beklommen Von Reu' und Schmerz, mit bangem Geist Und Sehnsucht zu dir kommen Und dann, vom Sündenjoch befreit, Aus wahrer, frommer Dankbarkeit zu deiner Ehre wandeln. 5. Du rufft den Sündern liebreich zu: Ihr Reuerfüllten alle, Kommt her zu mir, ich schaff euch Ruh' Und richt' euch auf vom Falle; Mein Joch ist sanft, leicht meine Last, Nehmt willig sie auf euch und faßt Die Hoffnung, Ruh' an finden. 6. Wohlan, ich komm' auf dies Gebot, Versöhner meiner Sün 152 Theilnahme des Sünders an Jesu Erlösung den, zu dir in meiner großen Noth; hen Morgen, Hoff ich auf dich; 0 Ach laß mich Rettung finden! Er stille meine Sorgen! Du schenkest barme, Herr, dich über mich! Ver- ja Beladenen und Müden Gern gieb mir, was ich wider dich Von deinen Frieden. Jugend auf begangen. 7. O schenke mir die Seligkeit, Mein Herz vor dir zu stillen, Ge, trosten Muth, Entschloffenheit, zu thun nach deinem Willen. O leite mich auf ebner Bahn, Daß dir ges horfam, ich fortan Nur dir zu Ch. ren lebe. 8. Stark' auch mit deinem Freu dengeist Mich in den letzten Stuns den, Wann sich mein Geist der Erd' entreißt, Von Sünden ganz ents bunden, Und nimm mich so, wann dirs gefällt, Im wahren Glauben aus der Welt zu deinen Ausers wählten. 6. Ja, hoffe nur, mein Herz, auf Gottes Gnade! Viel größer ist sie als dein Seelenschade; Und endlich wird sie dich von allem Bösen Herrlich erlösen. 4. Verzeihe, Herr, mit alle meis ne Fehle, Dein harret, Vater, meis ne müde Seele! Las Trost und Ruh', um des Versöhners willen, Mein Herz erfüllen. 5. Vom Abend an bis an den früs Mel. Wer nur den lieben Gott*. 257. Gore, dir gefällt kein gottlos Wesen, Wer bös ist bleibet nicht vor dir; Drum laß von Sun den mich genesen, Und schaff ein reines Herz in mir, Ein Herz, das sich vom Sinn der Welt Entfernt und unbefleckt erhålt. 2. Laß mich auf die begang'nen Sünden Mit innigster Beschamung fehn, Durch Christum vor dir Gnade finden, Und auf den Weg der Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. 256. Aus einem tief vor dir Wahrheit gehn. Ich will forthin das Unrecht scheun Und deinem Dienst mein Leben weihn. gebeugten Herzen Ruf ich zu dir in meinen Sündenschmerzen. O mache mich, Gott, meines Kum mers ledig, Und sei mir gnädig! 2. Beschämt erkenn' und fühl' ich meine Sünden, Las, Vater, mich Erbarmung vor dir finden. Willst du auf Schuld und Ulebertretung sehen, Wer wird bestehen? 3. O stårke mich in den Gedanken, Gieb meinem Vorsatz Festigkeit! Und will mein schwaches Herz je wanken, So hilf der Unentschloffen heit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm deinen Geist nur nicht von mir! 3. Bei dir allein, Herr, steht es zu vergeben. Du willst nicht, daß wir sterben, sondern leben; Uns foll die Größe deiner Liebe lehren, Dich treu zu ehren. 4. Gieb, daß er mir stets Hülfe leiste Und Muth und Kräfte mir verleih', Daß ich mit kindlich treuem Geiste Dir bis zum Tod erges ben sei; So sieg' ich über Fleisch und Welt, Und thue was dir wohlgefällt. 5. Wenn ich indeß aus Schwach heit fehle, Mein Vater, so verwirf mich nicht; Berbirg nicht der be trübten Seele, Wenn sie dich sucht) durch Buße, Bekehrung oder wahre Sinnesänderung. 153 dein Angesicht, Uud mache in Be kümmerniß Mein Herz von deiner Huld gewiß. ket! Laß auch mich im Schmerz der Sünden Bei dir Trost und Gnade finden. 6. Erquicke mich mit deinen Freu den, Schaff' ein getrostes Herz in mir, Und stärke mich in allen Leis den Mit froher Zuversicht zu dir, Bis nach vollbrachter Prüfungszeit Mich ungestörte Ruh' erfreut. 2. Tiefgebeugt und voller Schaam Beim Bewußtsein meiner Blöße, Füht' ich Wehmuth, Angst und Gram, Führ ich meiner Sünden Größe; Seh' im schrecklichsten Ge drånge Ihre ungezählte Menge. Ju voriger Melodie. 3. Oft versäumt' ich meine Pflicht; Oft fing ich sie an zu lieben, Und ers 258. Ach Gott, wie mancher mannte mich doch nicht, Sie mit Eis fer auszuüben, War verdroffen, schwach und tráge, Und ging dann verkehrte Wege. von den Tagen Der mir beschiednen Lebenszeit Floh rastlos hin, mich anzuklagen, Ins Meer der langen Ewigkeit! Nicht jeden hab' ich dir gelebt, Nicht stets der Tugend nachgestrebt. 2. Gott, oft empórte sich in Leis den Mein murrend Herz voll Unge duld; Und schenktest du, mein Gott, mir Frenden, dann vergaß ich deis ner Huld, Genoß nicht jede, wie ich soll, Nicht immerreinenDankesvoll. 3. So war mein Herz auch gegen Brüder Nicht immer fanft und lies bévoll; Schlug mich erfittnes Un recht nieder, So übernahm mich oft der Groll Und ich vergaß der Sanft. muth Pflicht, Und folgte Jesu VorBild nicht. 4. Dir, Herzenskündiger, ist kei: ne Von meinen Sünden unbekannt. Bergieb, was ich vor dir beweine, Und leite mich an deiner Hand zu befferer' Gesinnung hin, Bis ich ganz frei von Fehlern bin. Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. 259. Bater, der so gern vers zeiht, Gern und seine Liebe schen, ket, Und, wenn uns die Sünde reu't, Mit Erbarmen an uns den. 4. Oft der Leidenschaften Spiel; That ich das, was ich nicht wollte, Wankte, strauchelte und fiel; Lieb. te, was ich haffen sollte, Und bes fleckte mein Gewissen, Von Vere blendung hingeriffen. 5. Allzu oft nur ward mein Herz Der Verführung sichre Beute, Fühlte zwar der Nachreu' Schmerz; Doch nach schwachem Gegenstreite Ließ es sich zu neuen Sünden Gar zu leicht nur überwinden. 6. So, fo fiel ich immer mehr, Wandelte verkehrte Pfade, Liebte eitle Lust zu sehr, Suchte, Gott, nicht deine Gnade; Scheute jeg liches Bemühen, Mich der Sünde zu entziehen. 7. erbarme, Vater, dich; Ich bin auch Eins deiner Kinder. Tris ste, mein Erlöfer, mich, Mich den tiefgebeugten Sünder, Daß mein Her; bei meiner Reue Sich der Gnade Gottes freue. 8. Du, du siehst mich den Ents schluß Einer wahren Beßrung fas sen; Ja, ich will nun, wie ich muß, Jede Sünde fliehn und haffen, Will 154 Theilnahme des Sünders an Jesu Erlösung mein ganzes Herz dir geben, Und nach deiner Vorschrift leben. 9. Gieb mir Weisheit, gieb mir Kraft, Meinen Vorfaß auszufüh, ren; Laß im Kampf der Leiden schaft Mich den Sieg doch nicht ver lieren! Laß mich nur das Gute ties ben; Stärke mich, es auszuüben! Mel. Herr Jesu Christ, du 2c. 260. Bater der Barmhers sigkeit, Ich falle dir zu Fuße, Und thu' noch in der Gnadenzeit Von ganzem Herzen Buße. Was ich nicht recht gethan vor dir, Erbar mer, das verzeihe mir, Nach dei ner großen Güte. 2. Du Geber wahrer Seelenruh', Nimm von mir, was mich quâlet; Durch deine Gnade wirke du, Woran es mir noch fehlet: Gieb mir den Geist der Heiligung, Daß ich in meiner Besserung Mit jedem Tas ge wachse. 3. Und du, o Jesu, der du dich Für uns dahin gegeben, Du hast aus freier Huld auch mich Erlöst sum ew'gen Leben. Mein Selige macher und mein Gott, Erbarm' dich meiner Seelennoth Und gieb mir deinen Frieden. 4. Für Sünder floß dein theures Blut Zur Rettung vom Verderben. So komar' es denn auch mir zu gut Im Leben und im Sterben! Es schrecke von des Lasters Pfad, Von jeder unerlaubten That mich ab bis an mein Ende. 5. Geist Gottes, du, der Seelen Licht, Regierer der Gedanken, Er innre mich ans Weltgericht, Wenn ja mein Herz will wanken; Damit ich jede Sünde flieh', Und Ehrsucht, Geiz und Wollust nie Mein Hers beflecken möge. 6. Und schlägt die letzte Stunde mir, So hilf mir fiberwinden! Laß meine Seele Trost bei dir, Du Gott des Troftes, finden! Belehre, mich, daß Schmerz und Noth, Der Krankheit Last und selbst der Tod Mich doch zum Leben führen. Mel. Wer nur den lieben Gott. 261. Mein Gott, zu dem ich weinend flehe, Erbarme dich, er barme dich! Noch einmal sieh' von deiner Höhe Mit gnadenvollem Blick auf mich. Erbarmedich, und geh' noch nicht mit mir, du Rich. ter, ins Gericht. 2. Wie oft hast du mir schon ver geben, Wenn ich zu dir um Gnade bat! Wie oft versprach ich, dir zu leben, zu meiden jede Missethat! Wie feierlich war dann mein Eid Des Glaubens und der Fróms migkeit! 3. Ach aber bald ergriff mich wie der Die Sünd', und ihre Lust mit ihr Riß meinen ganzen Borsak nies der, Und herrschte wie vorher in mir! Zum Widerstande tråg und schwach, Entfloh ich nicht und gab ihr nach. 4. Wie viele fündenvolle Tage Durchlebe' ich, Bater, als im Traum, Und häufte selbst mir Plag' auf Plage, Uud fühlte dies mein Elend kaum! Verwunder blutete mein Herz; Betäubt, empfand ich Feinen Schmerz. 5. Nun bin ich nah' am Untergange, Den die gehäufte Schuld mir droht. Um Trost wird meiner Seele bange, Um einen Retter aus der Noth; Mein richtendes Ge durch Buße, Bekehrung oder wahre Sinnesänderung. 155 wiffen wacht, Und alles um mich her ist Nacht. 6. Zu wem, o Vater, soll ich flies hen? Wo findet meine Seele Ruh'? Wer kann sie aus dem Abgrund ziehen, In dem sie seufzet, als nur du? Mein ganz Vertraun sek' ich auf dich; Du Freund des Lebens, rette mich! 7. Für meine wiederholten Sün, den Floß auch des Weltversöhners Blut; Noch einmal laß mich Gna, de finden Durch meinen Glauben an sein Blut! Noch einmal, Richter, fage mir: Auch diese Schuld erlaß ich dir! 8. Gott, sei mein Beuge, da ich schwöre; Mein Herz solldir gehorsam sein! Dir, deinem Willen, deiner Eh, re Will ich mein ganzes Leben weihn! Der Sünde will ich widerstehn, Und standhaft deine Wege gehn. 9. Vergiß nicht wieder, meine Seele, Wie oft du schon gefallen bist; Vergiß nicht mehr des Herrn Befehle, Nicht mehr, daß er dein Netter ist. Ruf ihn im Glauben täglich an: Erhalt' mich, Herr, auf ebner Bahn. 10. Ja, ich bin schwach; wer kann mich stärken, Mein Helfer in Versuchung sein? Zum Glauben und zu guten Werken Mir Kraft und Frendigkeit verleihn? Du kannst es, meine Zuversicht! Wenn du mich stärkst, so wank' ich nicht. Bahn Und bin zum Guten tråge, Herr, nimm dich meines Elends an! Hilf mir auf deine Wege! Mel. Nun freut euch lieben 2c. 263. Damit ich dir gefällig sei Und vor dir Gnade finde, So mache mich, o Bater, frei Von aller Lust zur Sünde. Erwecke mich, zu deinem Preis, Und mir zum Heil im steten Fleiß Der Heiligung zu leben. 2. Du, Heiligster, du kannst dich nicht mit Sündern je vereinen; Nur Frommen scheint dein Gnas denlicht, Du wohnst nur bei den Reinen. So rein'ge denn auch mein Gemüth, Daß es die Sünden hast und flieht, Auch selber die ge ringsten. Mel. Ich dane' dir schon durch zc. 3. Bor dir sind keine Laster klein, Wie klein sie immer scheinen; Nur 262. Ach, wie viel Bifes die, die alle Sünden scheun, Gehd. ren zu den Reinen, Und, danken dir es durch die That, Daß fie dein Sohn erlöset hat, Damit sie selig würden. wohnt in mir! Wer zählts, wie oft ich fehle? Ich führ es, Herr, und flag' es dir, deßre meine Seele! 2. Ich wandle noch der Sünder 3. Bekehrt und thöricht ist mein Sinn, Beherrscht von bösen Lüsten, O neige meine Seele hin Zur Freus de wahrer Christen. 4. Mich reizt der Eitelkeiten Tand Mehr, als das Heil der Seelen, Herr, gieb mir Weisheit und Verstand, Das beste Theil zu wählen. 5. Mein Gott, mein Gott, geden ke nicht Der Sünden meiner Jus gend! Erinnre mich an meine Pflicht Und gieb mir Kraft zur Tugend! 6. Hilf, o mein Heiland, hilf daß ich nicht unbegnadigt sterbe; Daß ich, geheiliget durch dich, Einst deinen Himmel erbe. 11 Theilnahme des Sünders an Jesu Erlösung 156 4. Wer auch vom kleinsten Guten weicht, Kann leicht sein Glück ver. lieren, Ein eing'ger Fehltritt kann sehr leicht zu großen Lastern füh. ren; Und wer nur Eine Sünde liebt Und ihren Lüsten sich ergiebt, Ver liert schon deine Gnade. 5. Er eilt entgegen dem Gericht Auf seinem finstern Pfade; Aus eigner Schuld erlangt' er nicht Die ihm verheißne Gnade, Bringt sich muthwillig um sein Heil, Und hat am Himmel keinen Theil; Herr, laß mich dies bedenken! 6. Hilf, daß ich selbst mit tiefem Schmerz Den kleinsten Fehl be reue, Und ernstlich dir mein gan zes Herz, Dir und dem Gutenweis he; So kann ich deiner Huld mich freun; So werd' ich stets befliffen fein, An Heiligkeit zu wachsen. 7. Ja mach in diesem Fleiß mich treu, So werd' ich mit den From men Dereinst, von allem Ulebel frei, Zu deinem Reiche kommen, Wo keine Schwachheit mich mehr drückt, und keine Sünde mehr be rückt, Wo ich ganz rein dir diene. Stärk' meinen ungewissen Sinn Zu festeren Gedanken! Wenn von der Lust zur Eitelkeit Mich deines Geistes Kraft befreit, Wie will ich dir lobsingen! Mich ganz zu deinem Dienst zu weihn, Soll stets mein fester Wille sein; Gied da zu das Bollbringen. 3. Auch wenn ich auf der Tugend Pfad Bisweilen gleitend walle; Ach! so bewahre deine Gnad' Mich vor dem nahen Falle! Wenn in mir böse Lust aufsteigt Und ich zum Weichen bin geneigt, So lenke meinen Willen; Erhebe meinen schwachen Muth, Daß ich der Leis denschaftenWuth Durch dich, Herr, möge stillen. 4. Mein Gott, mein Gott, ges denke nicht Der Sünden meiner Jugend. Wie hart schien mir oft meine Pflicht, Wie rauh die Bahn der Tugend, Und doch trugst du mich mit Geduld. Laß, Bater, laß mich diese Huld Nicht undankbar verachten. Dir folgen, ist mein wahres Heil; O laß mich's, als mein bestes Theil, Ruch immerfort betrachten! Mel. Der Tag, der ist so ze. 5. Ich bin ein Mensch, du ken. 264. Erbarm' dich, Herr! neit mich. Wie schwach find mei. ne Kräfte! Doch meine Seele hofft auf dich; Du wirst zu dem Ge schäfte Der Heiligung mir Kraft verleihn, Mein Her; Je mehr und mehr erneun, Vor dir gerecht zu leben. Ich aber will hier in der Zeit, lind einst in der Vollkommens heit Herr deine Kraft erheben. mein schwaches Hers, Geneigt zu Eitelkeiten, Läßt bald durch Fren de, bald durch Schmerz Sich auf den Irrweg leiten. Gleich wie ein Rohr, vom Wind bewegt, Wankt auch, von Leidenschaft erregt, Oft meine schwache Seele. Waun komm ich zu der wahren Ruh', Daß ich recht feste Tritte thu', Und nur das Gute wähle? Miel. Die Seele Christi heil'ge ic. 2. Laß doch mein Herz nicht fers 265. Ich armer Sünder, wer nerhin In seiner Neigung wanken. bin ich, Daß du, o Höchster, meiner durch Buße, Bekehrung oder wahre Sinnesänderung. 157 dich Erbarmst, daß du noch meiner schonst, Und mir nicht nach Vers diensten lohnst? mir bei, Daß ich des Guten wür. dig sei, Das dem von dir bereitet ist, Dem du, Gott, ein Vergelter bist. 11. Ja du erbarmst dich über mich, Du Gott der Liebe, väterlich. Vom Sündenleibe ganz befreit, Führst du mich einst zur Herr lichkeit. 2. Zum Glauben und zum Thun zu schwach, Giebt oft mein Herz der Sünde nach. Ich kämpf, o Bater, nicht genug: Mein Herz ist oft noch voll Betrug. 3. Wie schnell ist von der rechten Bahn Zum Irrweg oft der Schritt gethan! Wie schnell! Ach, Herr! mein Herz erschrickt, Wenn es in diesen Abgrund blickt. 4. Wie leicht folgt doch die Mis fethat Auf unsers Herzens bösen Rath! Wie bald wird Frevel selbst verübt, Wenn man erst Schwach heitsfehler liebt. 5. Vertreib, o Gott, des Irr, thums Nacht, Entreiße mich der Sünden Macht. Wie glänzet deis ner Streiter Schaar, Die einst, wie ich, auf Erden war. 6. Sie, die nun, weil sie über. wand, Den Lohn empfängt aus deis ner Hand, Sie ist gekrönt; ich noch im Streit; O gieb auch mir Beständigkeit! 7. Schmal ist der Weg zu deinen Hoh'n, Und Wen'ge sind es, die ihn gehn. Die Pfort' ist eng und durch sie dringt nur der zur dir, der ernstlich ringt. 8. Auf dich richt' ich mein Anges sicht Und siehe sehnlich: laß dein Licht mir leuchten, Bater, laß mich dein Im Leben und im Tode sein. 9. Der mir in Christo so viel gab, Gott, schaue doch auf mich herab! Auf mich, der Sünden schnellen Raub, Des Himmets Erben und den Staub. 10. Erbarm' dich mein und steh' 12. Wenn mich dein Himmel dann beglückt Und deiner Sieger Krone schmückt; Dann wankt mein Herz nicht mehr, wie hier, Dann dank ich, Gott, vollkommner dir. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 266. Du willst nach deiner großen Güte, Gott, keines eing'gen Sünders Tod, Drum wirkst du oft in dem Gemüthe Empfindung seis ner Sündennoch. Wohl dem, der deine Stimme hört, Und redlich sich zu dir bekehrt! 2. Den rettest du, Herr, vom Verderben, Nimmit seine Buße gnädig an; Macht ihn zu deinem Kind underden, Daß er frohlockend rühmen kann: Wie groß ist Got tes Vaterhuld; Er tilget meine: Sündenschuld! 3. Sollt' ich die Güte denn vers achten, Die mir noch Kraft zur Bes rung reit? Bom Crofte teer, muß der verschmachten, Von dem, Gott, deine Gnade weicht: Sie aber weit von dem julest, Der frevelhaft goring sie schást. 4. Cieb denn, daß deiner Gnaden». lockang, D Gott, mein Herz stets offen fel; Damit mich ja nicht die Verkodung, Wenn ich mein Leben ohne Rou', Im Gündendienste zu gebracht, Einst ewig unglückselig macht. 11* 158 5. Sich bessern, ist der Weg zum Leben; Drum laß mich in der kurzen Frist, Die du zum Helt mir haft gegeben, und die für mich so wichtig ist, Nur dafür sorgen, daß mein Geist Dem Sündenelend sich entreißt. Theilnahme des Sünders an Jesu Erlösung 6. Verleihe mir dazu die Gnade, Die uns vom Sundendienst befreit, Und leite mich selbst auf dem Pfade Der christlichen Rechtschaffenheit. Wie glücklich bin ich dann schon hier! Wie selig einst, mein Gott, bei dir! 44 brachten Sünden Denk' einmal ich an Jesum Chrift, Und hoffe dich versöhnt zu finden, weil er für mich gestorben ist. 3. Ausschweifend bleiben meine Triebe, Und unerleuchtet mein Verstand; Mein Herz ist leer von deiner Liebe, Gehorsam ist ihm un. bekannt; Mein Glaub' ist todt und ohne Früchte, Mein Wandel ohne Besserung; Und dennoch hoff ich im Gerichte, D Gott, von dir Begnadigung. 4. Ich Unbesonnener! wie lange Werd' ich mich selber hintergehn? Nah' bin ich meinem Untergange; Wann werd' ich die Gefahr doch sehn? Erwecke, Gott, mich aus dem Schlafe, Zeig' mir die Größe meiner Schuld, Ach, eile nicht mit mir zur Strafe, Und hab', o Vas ter, noch Geduld! 5. Ob ich mich vor mir selbst verhehle; Bor dir, o Höchster, kann ich's nicht; Denn in der Tiefe mei. ner Seele Ist alles deinen Augen Licht. Reiß mich aus meinen Finsternissen; Entdecke du mein Inn's res mir; Dann treibe mächtig mein Gewissen Zur Buße mich, und, Gott, zu dir. 6. Der du die Herzen prüfst, bekehre, Allwissender, bekehre mich! Führ' mich auf ebner Bahn und lehre Mich dann getrost vertraun auf dich! Dir laß mich ganz mein Leben weihen, Vor dir sei Herz und Wandel rein; So werd' ich die Gefahr stets scheuen, Betro. gen von mir selbst zu sein. Mel. Mein Jesu, dem die zc. 267. Wie fürche ich mich, mein Herz zu prüfen, Mich zu erforschen, wer ich bin; Wie blick' ich über seine Liefen Nachläfig und leichtsinnig hin! Mich warnet heim, lich mein Gewiffen: Betrüg', o Mensch, dich selber nicht! Geneigt, mein linrecht nicht zu wissen, Acht' ich auf das nicht, was es spricht. 2. Ich wandle ruhig auf dem Pfade Des Leichtsinns und der Eitelkeit. Gott, durch den Mißbrauch. deiner Gnade Stark' ich mich in der Mel. Gott, du frommer 20. Sicherheit! Nach tausend froh voll. 268. Wagt' ich es immer noch, Die Beßrung aufzuschieben, zu der mein Gott mich ruft, So wurd' ich mich nicht lieben. It wahre Besserung nicht meiner Seele Glück, Warum vertier ich denn Noch einen Augenblick? 2. Wahr ist es, es ist schwer, Sein eigen Herz bekämpfen, Der Sünde widerstehn, Und böse Lüfte dämpfen; Doch es bleibt meine Pflicht, Und jede Schwierigkeit, Die heute mich erschreckt, Wird schwerer durch die Zeit. 3. Je öfter ich vollbring', Was durch Buße, Bekehrung oder wahre Sinnesänderung. Fleisch und Blut befohlen; Je so schwer er ist, Bringt göttliches tärker wird mein Hang, Die That zu wiederholen. Scheu' ich mich heute nicht Der Lüste Knecht zu sein: So werd' ich morgen schon Das Böse minder scheun. 4. Wie schnell kann nicht der Tod Mich dieser Welt entrücken? Und Beßrung ist kein Werk Von wenig Augenblicken; Ein Seufzer hin zu Gott, Ein Wunsch nach Besserung Und Angst vor Strafen ist Nichs gnug zur Heiligung. 5. Mein Gott gewinnet nichts, Wenn ich ihn kindlich liebe, Und, seiner werth zu sein, In seinem Dienst mich übe; Wenn ich das Gute thu', Das mir sein Wort gebeut, So bringt es mir allein Ruh' und Zufriedenheit. 6. So süß ein Laster ist, So giebts doch keinen Frieden; Der Tugend nur allein Hat Gott dies Glück beschieden; Nur der, der ihm gehorcht, Erwählt das beste Theit; Wer seinen Gott verläßt, Verläßt sein eigen Heil. 7. Was hält mich denn zurück, Das Lafter zu verlassen? Weil es mein Unglück ist, Befiehlt Gott, es zu haffen. Was hält mich denn zurück, Der Tugend Freund zu sein? Weil sie mich glücklich macht, Befiehlt sie Gott allein. 159 8. Die Beßrung führt mich nicht zu lauter Angst und Leiden; Sie führet mich vielmehr zu Gott, zu wahren Freuden, macht meine Seele rein, Füllt mich mit Zuver. ficht, Giebt Weisheit und Verstand Und Much zu jeder Pflicht. 9. Herr, du reichst Kräfte dar, Uns selber zu besiegen. Der Sieg, Vergnügen; Was zag' ich, geht er gleich Im Anfang langsam fort; Du, Gott, bist mir ja nah, Und stärkst mich durch dein Wort. 10. D gieb denn, weil ich jetzt, Herr, deinen Ruf noch höre, Daß ich mich ungefäumt Von allem Bösen kehre; So darf ich nicht zu spát 3u meiner größten Pein Mein hier versäumtes Glück Durch meis ne Schuld bereun. M. Herr Jesu Christ, mein's: c. 269. Nach dir verlanget mich, nach dir! Gott, meine Hülfe kommt von dir! Wer ist, wie du, so gna denreich, Wer dir an Macht und Weisheit gleich? 2. Ach mein Erbarmer, rechne du mir meine Missethat nicht zu! Sie reuet, Gott, sie reuet mich, Und meine Seele hofft auf dich. 4. Und doch verlet' ich diese Pflicht, und schäße deine Gnade nicht; Ein elend Scheingut zieh' ich Thor Oft ihr und meinem Heile vor. 5. Mein Herz, das seine Schuld erkennt, Du siehest es, mein Herz entbrennt, zu thun, was dein Ges set befiehlt, Das nur mein Bestes mir empfiehlt. 6. Ich traue der Barmherzigkeit, Die sich noch jeden Tag erneut; Der Vaterhuld, die immerdar Ge fallner Seelen Zuflucht war. 7. Dein Wort giebt mir Versiche rung Vollkommener Begnadigung; Univ.- Bibl. Giessen 3. Wie gut, wie leicht ist dein Gebot! Du willst, ich soll dich lies ben, Gott; Willst, daß ich redlich handeln soll zu meinem und des Nächsten Wohl. 160 Theilnahme des Sünders an Jesu Erldsung Ich bin gewiß durch Jesum Chrift, was du gebeutst, Von Herzen folg. Daß sie auch mir verliehen ist. fam fei. 8. Doch nie entfall' es meinem Sinn, Daß ich als Christ berufen bin, Auch meines Mittlers Tugen den Hier thätig zu verkündigen. 9. Wie ich die Gaben angewandt, Die ich empfing aus deiner Hand: Dies wird die große Frage sein, Bricht dein Entscheidungstagherein. 10. Ein Herz, das sich des Gu ten freut, Voll Menschenlieb' und Gott geweiht, Dies soll ich dort nicht erst empfahn; Mein Richter fordert's schon alsdann. 11. Schaff dieses Herz in mir, denn ach! Du weißt es, Bater, ich bin schwach. Mein Trost sei mein Bertraun auf dich, Und Redlichkeit behüte mich. Vom Glauben. Met. Gott, du frommer 20. 270. Herr, ohne Glauben kann Kein Mensch vor dir bestehen; Drum wend' ich mich zu dir Mit Demuthsvollem Flehen: Dzünde selbst in mir Den wahren Glauben an, In welchem ich allein Dir wohlgefallen kann. 2. Laß mich, Gott, daß du seist, Mit Uleberzeugung glauben. Nichts müffe mir das Wort Aus meinem Herzen rauben, Daß du dem, der dich sucht, Stets ein Vergelter seist, Und hier und ewig ihn mit deinem Heil erfreut. 3. Wahrhaftig ist dein Bort; Gieb, daß darauf ich traue, lind meine Hoffnung fest Auf deine Treue Sane; Gieb, daß ich dir im Glück lind Unglüct lets getreu, Und dem, 4. Auch hilf mir, daß ich den, Den du gefandt, erkenne, Ihn meinen Herrn und Gott Von ganzer Seele nenne, lind dankbar für das Heil, Das mir sein Tod gewährt, Stets thue, was er mich In seinem Wort gelehrt. 5. Sein göttliches Verdienst Sei mir beständig theuer, Erfülle mich mit Trost, Und mache mich stets freier Vom schnóden Sündendienst; Es stärke mich mit Kraft zu deis nes Namens Ruhm In meiner Pilgerschaft. 6. Wie felig leb' ich dann Im Glauben schon auf Erden! Noch herrlicher wird einst Mein Theil im Himmel werden; Da werd' ich was, ich hier Geglaubt, im Lichte schaun, Und du erfüllst dann ganz mein kindliches Vertraun. In bekannter Melodie. 271. Allein zu dir, Herr Jesu Christ, Steht mein Vertraun auf Erden. Ich weiß, daß du mein Trós ster bist; Kein Trost kann mir sonst werden. Es ist kein Retter außer dir, Kein Mensch, kein Engel, welcher mir Aus meinen Nöthen hels fen kann; Dich ruf ich an, Du bist's, der helfen will und kann. 2. Zwar meine Schuld ist über groß; Doch reut sie mich von Her zen. Erbarme dich, und sprich mich los Durch deines Todes Schmerzen. Nimmst du dich meiner hülfe reich an, Wer ist, der mich verdam. men kann? Dann werd' ich los der Sünden Last; Mein Glaube faßt, Herr, was du mir versprochen haft. durch den Glauben 3. Dein guter Geist erneure mich Zu deines Namens Preise, Daß je. derzeit mein Glaube sich Durch wahre Lieb' erweise. Sei mir in • meiner Prüfungszeit Ein Helfer voll Barmherzigkeit: Und naht die letzte Stunde sich, So stårke mich Der Trost, daß ich soll schauen dich. 4. Preis sei Gott auf der Himmel Thron, Dem Vater aller Güte! Preis dir, o Jesu, Gottes Sohn! Dein guter Geist behüte Und führ' uns auf der rechten Bahn Des wahren Glaubens himmelan. So preis fen wir dich hocherfreut, Hier in der Zeit, Und mehr noch in der Ewigkeit. an Jesum Christum. 161 vergeben sei, Damit mein Herz sich dein, Als meines Gottes freu'. 5. Mach' diese Zuversicht In mir, o Gott, stets kräftig, So bleib' ich lebenslang In deinem Dienst geschäftig. Durch sie, Herr, står. ke mich, Und gieb zu jeder Zeit Mir, wann Versuchung droht, Muth und Beständigkeit! 2. Ich glaube zwar an dich, Doch nur mit schwachem Glauben, Oft will die Zweifelsucht mir alle Hoffnung rauben. Wer macht das Herz gewiß, Als du, oHerr, allein? Laß deine Hülfe doch Von mir nicht ferne sein! Mel. Gott, du frommer 20. 7. In deiner Mittlershand Ift Heil and aller Segen. Herr, unter 272. Herr, allerhöchster Gott, stüße mich Auf allen meinen We Von dem wir gute Gaben Auf ernstliches Gebet Getroft zu hoffen haben, sieh' erbarmend mich In meiner Schwachheit an, Weil ich nicht, wie ich will, Dir recht vers trauen kann. gen; So geh' ich freudig fort In dieser Pilgerzeit, Zu meines Glaus bens Ziel, Der Seelen Seligkeit. 6. Mein Heiland, der du einst Für deine Jünger batest, Und wenn sie wankten, dann Beim Vater fie vertratest, Ach! unterstük' auch jetzt mein schnliches Gebet, Und schenke Glaubenskraft Dem, der um sic dich fleht. 3. O reiche du mir selbst Aus Gnaden deine Hände! Hilf meiner Schwachheit auf, Daß nichts von dir mich wende. Ist schon, dem Senfkorn gleich, Mein Glaube noch sehr klein; So kann er doch durch dich In stetem Wachsthum sein. 4. Gieb, daß die Zuversicht In meinem Geist sich mehre, Daß du mein Vater sein, Und ich dir angeho. re, Daß alle meine Schuld Bon dir Mel. Es ist das Heil uns 2c. 273. Mein treuer Gott, dein gutes Werk, Das in mir angefans gen, Laß auch durch deines Geistes Stärk Zu seinem Ziel gelangen, Daß ich bis in den Tod getreu In deinem ganzen Dienste sei, Und gläubig überwinde. 2. Den Glauben, den du mir geschenkt, mußt du in mir auch stärken; Die Kraft, die du in mich gesenkt Zu wahren guten Werken, Die Hoffnung, die du mir ver liehn, Daß ich des Himmels Er be bin, mußt du in mir erhalten. 3. Hier hat mein Glaube Kampf und Streit; Laß deinen Geist mich schüßen, Zum Beten und zur Wachsamkeit Mich mächtig unter stüßen. Fall ich, dein armes schwa. 162. Theilnahme des Sünders an Jesu Erlösung ches Kind: So eile, Vater, mich ge schmindDurch ihn noch aufzurichten. 4. So bleib' ich dir, mein Gott, getreu, Daß keine Lust, kein Leiden, So groß auch die Verfus chung sei, Von dir mich könne scheis den. Wohl mir! mein gläubiges Vertraun Wirst du einst in ein himmlisch Schaun Der Herrlich, keit verwandeln. Mel. Mirnach, spricht Christus zc. 274. Wer Gottes Wort nicht hält, und spricht: Ich kenne Gott! der heuchelt, In dem ist Gottes Liebe nicht, Wie sehr er sich auch schmeichelt. Nur wer dran glaubt und es auch hâlt, Der liebt ihn so, wie's ihn gefällt. 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeusgen. Je höher dein Erkenntniß steigt, Je mehr wird diese steigen; Der Glaube leuchtet nicht allein, Er stärkt auch's Herz und macht es rein. 3. Durch Jefum rein von Miffe. that, Sind wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, Der flieht den Pfad der Sünder, Folgt Christi Beispiel als ein Christ, Und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Alsdann bin ich Gott ange nehm, Wenn ich Gehorsam übe. Wer seinen Willen thut, in dem St wahrlich Gottes Liebe. Ein immer that'ges Christenthum, Das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott und Gott in ihm, Wer in der Liebe bleibet. Die Lieb' ists, die die Seraphim, Gott zu gehorchen, treibet, Gott ist die Lieb'! an seinem Heil Hat ohne Liebe Niemand Theil. Me 1. Kommt her zu mir, spricht ze. 275. Ich weiß und bin's ges wiß, daß ich Erlöst bin, Gottes Sohn, durch dich Vom schnöden Dienst der Sünde. Gelobt sei Gott! ich bin's gewiß: Hilf, mein Errets ter, daß ich dies Bis an mein End' empfinde. 2. In dieser so verderbten Zeit Des Leichtsinns und der Sicherheit Wach' über meinen Glauben! Du Freund der Menschen, wache du, Daß keine Zweifel meine Ruh' Und meinen Trost mir rauben. 3. Den Spott der Frevler über dich Und deinen Tod am Kreuz', laß mich, Wie er's verdient, verachten. Mit desto stärkerer Begier Laß meine Seele, Herr, nach dir Und deinera Reiche trachten. 4. Wenn mir die Welt Gelegen heit Zur Sünde giebt, zur Eitelkeit, Und zu verbotner Freude: So Reizung jeder bösen Lust, Daß ich dâmpfe du in meiner Brust Die fie standhaft meide. führt, Die Sünde, die den Tod ges 5. Ich möchte sonst, durch sie ver. biert, Mich übereiten laffen; Mich dann aus Sündenlust vergehn, Und deiner Wahrheit widerstehn, Ihr helles Licht gar haffen. 6. Wenn meine Freudigkeit zu dir, Mein Glaub' und meine Hoff nung mir, O Gott, entriffen würde; So würde nichts mich mehr ers freun, Die Welt mir trüb' und öde sein, mein Leben eine Bürde. 7. Nach deinem Himmel würd' ich nicht mit Freud' und Treft im durch den Glauben an Jesum Chriftum. Angesicht, mit Seelenwonne sehen; Dann hätt' ich für ihn keinen Sinn; Dann war die frohe Hoffnung hin, Zu ihm einst einzugehen. 8. Gewiffenofchrecken würden mich, Der ich vom Pfad des Guten wich, Schon hier zur Qual ergrei fen; Und peinigende Furcht vor dir, Der Welten Richter, sich in mir Mit jedem Tage häufen. 9. Der du für mich am Kreuze starbit, Und Hoffnung mir und Trost erwarbst, Laß mich fo tief nicht fal. len! Erhalt' mir meines Glaubens Ruh', Und meinen Wandel lenke du Nach deinem Wohlgefallen! Mel. Christus der uns selig 2c. 276. Solle' ich jetzt noch, da mir schon Deine Güt' erschienen, Dich verlassen, Gottes Sohn, Und der Sünde dienen? Mit den Lú sten dieser Zeit Wieder mich beflecken, Und nicht mehr die Süßig, keit Deiner Liebe schmecken? 2. Hab ich doch allein bei dir Meine Ruh' gefunden; Mittler, heiltest du doch mir Alle meine Wunden, Und ich sollte dein Ges bot Wie die Sünder haffen, Und mein Recht an deinen Tod Wieder fahren lassen? 163 dern Gottes Frieden? Giebt sie mir die Zuversicht, Daß ich, trotz dem Grabe, Deiner Ewigkeiten Licht Zu erwarten habe? 5. Rettet sie mich, wenn vor Gott Einst die Völker stehen, Und das Leben und den Tod Ihm zur Seite sehen? Wenn der Sichre nun zu spát Aus dem Schlaf erwachet, Und der Spitter, der hter schmäht, Glaubt und nicht mehr lachet? 6. O wie thóricht, wenn ich mich Noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genies ße; Da ich weiß, auf wessen Wort Ich die Hoffnung gründe, Daß auch ich unfehlbar dort Gnad' und Les ben finde. 3. Nein, ich bin und bleib' ein Christ, Halt' auf deine Lehren, Laf. fe mir nicht macht noch List Meis. nem Glauben wehren. Fielen Tau, send ab; nicht ich; Mags die Welt verdrießen! Sie wird mein Vertraun auf dich mir doch lassen múffen. 4. Zeigt sie mir ein Heil, wie du? Bringt sie Kraft den Müden, Den Bedrängten Trost und Ruh', Suns 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübfal nicht, noch Freuden, Sol. len mich, mein Herr und Gott, Jes mals von dir scheiden, Welt und Sünd' und Eitelkeit und des Fleis sches Triebe, Alles überwind' ich weit, Herr, durch deine Liebe. Met. Nun danket alle Gott ze. 277. Mag doch der Spotter Heer Sich deines Namens schämen; Ich freue mich, dein Heil, Herr Jesu, anzunehmen. Dein Kreuz ist Thorheit nur, Dem, der es nicht versteht, Und keiner spottet sein, Der Gottes Wege geht. 2. Du kamst, des Höchsten Sohn, Im Leben und im Sterben Uns Weisheit, Kraft und Trost Und Gnade zu erwerben. Du wardst der Welt ein Licht; Und folg' ich seinem Schein, Wie weise bin ich dann! Wie felig werd' ich sein! 3. Ich kann hier freilich nicht Das große Wunder faffen: Gesande 164 Theilnahme des Sünders an Jesu Erlösung vom Ewigen, Der Himmel Thron Was ist gegen solch ein Glück Die verlassen, Die Thaten Gottes thun ses Lebens Augenblick? Als eingeborner Sohn, und dann am Kreuz empfahn Der Misfethås ter Lohn. 4. Doch kann mein Herz gar wohl Der Wahrheit Kraft empfinden, Die meinen Geist belebt, Mich reis niget von Sünden; Doch hab' ich, Herr, in dir Gerechtigkeit und Heil, Und an der Seligkeit Der Gott Versöhnten Theil. 5. Dies müsse meine Lust An dir, o Herr, erwecken. Zu schwach, den ganzen Rath Der Gottheit zu ent decken, Nehm' ich dein großes Heil Mit Dank und Freuden an; Und folge dir getreu Auf ebner Tus gendbahn. 6. Herr, deine Emigkeit Wird mir mehr Licht gewähren Und deine gros ße Lieb' Im Schauen mir erklären. Unendlich ist mein Heil! O Glau be, der erfreut! Gelobet sei der Herr, Gelobt in Ewigkeit! 4. Scháme seines Worts dich nie Vor den Frevlern, vor den Spót, tern, Wenn sie ihn verschmáhn, wenn sie sich und ihren Wiß vers göttern, Was vermag der Låstrer Spott Wider Jesum, wider Gott? 2. Freue deines Glaubens dich, Deines Gottes, seines Sohnes! Deine Seele rühme sich Ihrer Hoff. nung, feines Lohnes, Voller Much und unverstellt, Freudig vor der ganzen Welt. 3. Hat gleich sein Bekenntniß hier Seine Leiden und Beschwer. den: Dennoch sei ihm treu; denn dir Eollen ew'ge Freuden werden. 5. Was vermag er, tobt er gleich Wider dich und deinen Glauben? Gottes Beifall, Gottes Reich Kann doch keine Macht dir rauben. Hal te dich an dem nur fest, Der die Seinen nie verläßt. 6. Welchen Kampf hat nicht dein Herr Für dein ew'ges Heil gestrit ten? Jene Schaar der Märtyrer, Was hat die für ihn gelitten! Schmach und Martern, selbst den Tod Litten sie getroft für Gott. 7. Und der Spitter Wiß und Hohn Könnte je dein Herz verführen, Deinen Antheil an dem Lohn Deis nes Glaubens zu verlieren? Nein, o Christ, nein, wanke nie; Fleh' um Rettung auch für sie. Mel. Jesus, meine Zuversicht, zc. 8. Sei getreu bis in den Tod; 278. Sauft, o Chrift, ist Jefu Denn du glaubst ja nicht vergebens. Joch, Und was kann bei ihm uns fehlen? D wie selig sind wir doch Durch den Retter unfrer Seelen! Welche Wonn' und Herrlichkeit Wartet unsrer nach der Zeit! Nach dem Tode führt dich Gott Zu der Wonne jenes Lebens, Und nach einem kurzen Streit Krónt dich seine Herrlichkeit. Von der christlichen Srömmigs Feit und Tugend überhaupt. Mel. Wer nur den lieben Gott. 279. Wie theuer, Gott, ist deine Güte, Die alle Misfethat ver giebt, Sobald ein reuendes Gemüs the DieSünden, die es sonst geliebt, Erkennt, verdammt und ernstlich hast, Und Zuversicht zum MittIer fast! durch christliche Frömmigkeit und Tugend. 2. Doch laß mich ja nicht sicher werden, Weil du so reich an Gnade bist! Wie kurz ist meine Zeit aufEr. den, Die mir zum Heil gegeben ist! Gieb, daß sie mie recht wichtig sei; Daß ich sie meiner Beßrung weih'. 3. 3war deine Gnade zu verdies nen Sind Keu' und Beßrung viel zu klein, Doch darf sich nie ein Mensch erkühnen, zu glauben, die versöhnt zu sein, Wenn er noch liebt, was dir mißfällt, Und nicht dein Wort von Herzen hält. 4. Nie kannst du dem die Schuld erlaffen, Der wissentlich in Sünden lebt. Der kann kein Herz zu Jesu faffen, Der sein Verdienst zwar hoch erhebt, Doch in der Sünde noch beharrt, Dafür der Herr ein Opfer ward. 5. Drum fall' ich dir, mein Gott zu Füßen, Bergieb mir gnädig mei ne Schuld, Heil' mein verwundetes Gewissen Mit Trost aus deiner Vaterhuld. Ich will mit Ernst die Sünde scheun, Und willig dir ge horsam fein. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke Durch Christum mir gefchenket sei, Will ich durch Uebung guter Werke Beweisen; mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich; Sie dringe stets und leite mich. 165 bethöre, Als wär' es schon genug gethan, Wenn dir nur äußre Ehre Der Mensch, dein Unterthan, ers weist. Erinnre mein Gewissen, Wie in der Wahrheit und im Geist Die dich verehren müssen, Die dir gefallen wollen. 2. Die kommen nicht ins Himmels reich, Die, Herr! zu Jefu sagen, Und nicht mit rechtem Ernst zugleich Der Heiligung nachjagen. Nur die, die deinen Willen thun, Sind, Vater, deine Kinder, Die einst in ew'gem Frieden ruhn, Wenn heuchlerische Sünder Von dir verstoßen werden. 3. Drum laß mich doch vom Glau. ben nie Ein heilig Leben trennen; mich nicht für Jesu Jünger hie Bloß äußerlich bekennen. Gieb, daß mein Glaube thâåtig sei, Und Tugendfrüchte bringe; Daß ich, vom Sündendienste frei, Mit Eifer dars nach ringe, Im Guten auzunehmen. 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, Der du die Misfethat vergiebst; Das haffen, was du mir vergeben, Das lieben, was du selber liebst. Laß, Vater, mein Gewissen rein Und meinen Wandel heilig sein. 4. Du kennst, o Gott, der Mens schen Herz Und liebst, die redlich handeln; O laß in Freude, wie im Schmerz, Mich richtig vor dir mans deln! Dein Wille fei mein Augenmerk; Hilf selbst mir ihn vollbrins gen. Durch dich muß jedes gute. Werk, Sollt' es auch nicht gelingen, Zum Segen mir gereichen. 5. Und wenn ich denn aus Unvers stand Und Uebereitung fehle; So faffe du mich bei der Hand, Und richte meine Seele Durch deine Gnade auf vom Fall; Erhalt' mich bei dem Einen, Daß ich dich fürchte überall, Bis ich einst mit den Deis nen Dir ohne Fehltritt diene. Met. Christ, unser Herr, zum ze. 280. Bewahre mich, Herr, Mel. Der Tag, der ist so 2c. daß der Bahn Nie mein Gemüth 281. Was hilft es mir ein Cheilnahme des Sünders an Jesu Erlösung 166 Christ zu sein, Wenn ich nicht christ lich lebe, Nicht heilig, fromm, ge recht und rein Zu wandeln mich bes streb:? Wenn ich dem seligen Beruf, zu dem mich Gott von neuem schuf, Nicht würdig mich beweise, Und den, der mich erlöset hat, In Worten bloß, nicht durch die That, Und gute Werke preise? 2. Was hilft der Glaub' an Je. fum Chrift, Den ich im Munde füh re, Wenn nicht mein Herz rechts schaffen ist, Und ich die Frucht vers liere; Wenn mich die Eitelkeit der Welt Mit ihrer Luft gefangen hält, Ich ihre Fesseln liebe, llnd fühlbar für derSünde Reiz, Zorn, Hoffarth, Fleischeslüfte, Geis, In Werk' und Thaten übe? 3. Weit ftrafenswürd'ger bin ich dann, Ich, der ich Christum kenne, Und weiß, was er für mich gethan, Ihn Herrn und Meister nenne, Als der, der in der Finsterniß Des Irr thums tappt, noch ungewiß, Ob er auch richtig wandle. Was nützt mir seines Wortes Licht, Was hilft mir aller Unterricht, Wenn ich nicht darnach handle? 4. Und ach! woher denn Trost und Ruh', Wenn Leiden mich umgeben, Und meine Sünden noch dazu Mir dann vor Augen schweben? Was hilft mir in der letzten Noth, Wenn sich der schauervolle Tod Mir zeigt mit seinen Schrecken, Und mein Gewissen wacht dann auf, Bon mei nem ganzen Lebenslauf Die Schuld mir aufzudecken? 5. Weh' mir! was hilft es mir einst dort, Erweckt aus meinem Grabe, Daß ich an Christum und fein Wort Zum Schein geglaubet habe, Wenn keine fromme gute That Mein Leben hier bezeichnet hat, Den Glauben zu bestärken; Denn zum Genuß der Seligkeit Führt Glaubend Rechtschaffen. heit, Der Glaub' in guten Werken. 6. Gott! dieser Hoffnung werth zu sein, Hilf, daß ich christlich lebe, Und vor dir heilig, fromm und rein Zu wandeln mich bestrebe. Gieb mir Erkenntniß, Kraft und Muth, Damit ich Welt und Fleisch und Blut Im Glauben überwinde, Und dann nach wohl durchlebter Zeit, Den Lohn in jener Ewigkeit Für meine Werke finde. Mel. Wer nur den lieben Gott 26. 282. Mein Gott, Ach lehre mich erkennen Den Selbstbetrug und falschen Schein, Daß viele, die sich Christen nennen, Nicht Christi wahre Glieder sein. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, Mein Gott, das wahre Christenthum! 2. Hilf, daß ich, dir allein erges ben, Den Sünden abgestorben sei; Um fromm, wie dir's gefällt, zu leben, Steh' mir mit deiner Gna de bei! Ach, wirk' in mir zu deis nem Ruhm, Mein Gott, das wah. re Christenthum! 3. Entreiß mein Herz der Luft der Erde, Daß ich, der ich unterblich bin, Zu deinem Bild' erneuert wer de, Und gieb mir meines Heilands Sinn! Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, Mein Gott, das wahre Christenthum! 4. Regiere du selbst meine Seele, Damit ich Christo folge nach, Und standhaft seine Wege wähle, Wenn mich auch träfeSpott und Schmach durch christliche Frömmigkeit und Tugend. 167 Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, ziehn; Muß, standhaft in Gefahren, Mein Gott, das wahreChristenthum! Die überall mir dráun, Den Glaus 5. Gieb mir zum Kampfe Muth ben treu bewahren, Und unanstóund Kräfte, Daß ich den Lüsten ßig sein. widersteh', Und in dem Heiligungsgeschäfte, So lang'ich tebe, weiter geh'! Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, Mein Gott, das wahre Christenthum! 4. Wie schwer ist dies Geschäfte Der wahren Besserung! Wie schwach sind meine Kräfte zu meis ner Heiligung! Doch sollt' ich das rum zagen? Mein Vater, nein, mit dir Will ich den Kampf doch wagen; Sei du nur stets mit mir! 5. Verleih zu diesem Werke Mir nur durch deinen Geist Die Weiss. heit und die Stärke, Die mir dein Wort verheißt; Durch ihn gieb meis ner Seele Die Einsicht und die Kraft, Daß ich kein Scheingut wäh le, Das mur Verderben schafft. 6. Werd' ich im Guten tråge, So stårke mich zum Lauf; Fall' ich auf meinem Wege, So hilf mir wieder auf, lind mache jedes Laster, Deß sich der Sünder freut, Mir immer mehr verhaßter In seiner Schånds lichkeit. 6. Laß in mir Glauben, Hoffnung, Liebe, Lebendig, fest und thätig sein, Daß ich bis an mein Ende übe Das Christenthum ohn' Heus chelschein. Ach wirk' in mir zu deinem Ruhm, Mein Gott, das wahre Christenthum! 7. So hab' ich schon auf dieser Erde, Was mich beruhigt und ers freut: So komm' ich, wenn ich sterben werde, zu deines Himmels Herrlichkeit. Da krónt mich dann mit Preis und Ruhm Mein hier geführtes Christenthum. Mel. Beficht du deine Wege: c. 283. Um als ein Christ zu leben, Muß ich die Sünde scheun Und mich mit Ernst bestreben, Rechtschaffen fromm zu sein; Muß Gottes Wege wandeln, Selbst auch beim Haß der Welt Nach seiner Vorschrift handeln, Und thun, was ihm gefällt. 2. Zeitlebens muß ich ringen, Muß sters gewissenhaft, Die Welt und mich bezwingen Und jede Leis denschaft; Muß, daß ich überwinde, Auf Gottes Hülfe sehn, Und jeden Reiz zur Sünde mit ihrer Lust verschmähu. 3. Der Ginne Tauschereien Muß ich behutsam flicht, und mich den Schmeichelcien Der Eigenlieb' ent7. Ja zeige mir am Throne Der Herrlichkeit des Sohns Der Ules berwinder Krone, Das Kleinod meines Lohns, Die Wonne der Er lösten, Womit der gute Hirt, Der für uns starb, mich trösten Und ewig krónen wird. 8. So kann ich alle Sünden, Mich selbst, die Welt, den Tod Und Alles überwinden, Was mir Verders ben droht. Ich werde nicht erlies gen; Ich dring' ins Reich des Lichts; Ich weiß, ich werde siegen, Dein Wort, mein Gott, versprichts. Met. Durch Adams Fall zc. 284. Ach, höchster Gott, vers leihe mir, Daß ich nur dich begehre, 168 Theilnahme des Sünders an Jesu Erlösung Mein ganzes Glück nur such in dir, Und dich allein verehre! Daß ich in Noch dich meinen Gott Und Vater glaubig nenne; Daß weder Leid, noch Glück und Freud' Mich jemals von dir trenne. 2. Erfülle mich mit wahrer Reu', Wenn ich dich, Gott, betrübe; Gieb, daß ich alles Böse scheu', Und stets das Gute liebe. Laß mich doch nicht, Herr, meine Pflicht Mit Borsaß je verleßen, Der Seele Heil, mein bestes Theil, Laß mich nach Wür den schäßen. 3. Mein Gott, ich bitte dich, ver leih Mir einen festen Glauben, Der standhaft, treu und thâtig sei, Und laß mir den nichts rauben. Gieb, daß ich mich allzeit auf dichy, Und auf dein Wort verlaffe, Und in der Noth, ja selbst im Tod, Dein Heil getroft umfaffe. 4. Hilf mir, der ich erlófet bin, Daß ich den Heiland liebe, Und bil de mich nach seinem Sinn; Gieb, daß ich mich stets übe, Auf ihn zu fehn, ihm nachzugehn, Mich seiner nicht zu schämen, Und gern wie er, sei's noch so schwer, Mein Kreuz auf mich zu nehmen. 5. Las niemals Stolz und Eitel, Feit Mein schwaches Herz regieren; Nie Haß und Zorn und Bitterfeit Sur Rache mich verführen. Dein Wort gebeut Versöhnlichkeit, Ber dammt der Rachsucht Triebe; Gieb daß den Feind, nicht bloß den Freund, Mein Herz aufrichtig liebe. 6. Nach vielem Reitham, Gur und Geld, Herr, las mich ja nicht trachten; Laß mich die Chren die fer Welt Für eitle Schatten ach ten; Und nie, auf Pracht und Ruhm 2 bedacht, Nach beiden ängstlich stres ben; Laß mich vielmehr, zu deiner Ehr', In wahrer Demuth leben. 7. Gieb, daß ich Trug und Heus chelei mit aller Sorgfalt fliehe, Und nimmer mich durch Schmeis chelei Ulm Menschengunft bemühe. Laß Ja und Nein mir heilig sein; Laß mich nicht lieblos richten, Und Bank und Streit mit Freundlichkeit, Mit Lieb'undSanftmuth schlichten. 8. 3ur unbefleckten Reinigkeit, Herr, lenke meih Gemüthe, Daß ich in dieser Prüfungszeit Vor bó ser Lust mich hüte. Der Lügen Feind, der Wahrheit Freund Laß mich aufrichtig wandeln, Und jes derzeit nach Billigkeit Mit meis nem Nächsten handeln. 9. Gieb, daß ich stets den Müßig gang Sammt aller Trägheit fliche; Daß ich der Welt mein Lebenlang 3u nüßen mich bemühe. Laß meis nen Fleiß zu deinem Preis, O Gott, mir wohlgelingen, Und fegnest du das, was ich thu', So laß mich dir lobsingen. 10. Ach gieb mir deinen guten Geist, Daß er mich stets regiere, Und, mich, wie es dein Wort ver. heißt, Auf deinen Wegen führe; So wird mein Herz in Freud' und Schmerz Dir zu gefallen streben, Und du wirst mir, Gott, einst bei dir Den Lohn der Treue geben. In bekannter Melodie. 285. Herr Jefu, Guadenfons ne! Des wahren Lebens Licht! Laß Leben, Licht und Wonne Von dels nem Angesicht Mein banges Hers erfreuen Und meinen Geist erneuen; Mein Gott, versag' mirs nicht. durch christliche Frömmigkeit und Tugend. 169 Verwirf die Bitte nicht, Die mir vom Herzen geht. 2. Vergieb mir meine Sünden, Und laß mich, Herr, durch dich Der Gnade Trost empfinden; Verleihe gnädiglich, Daß deines Friedens Gabe Mein Herz erquick und labe, Erbarmer, hóre mich! 3. Ach tilg' in meiner Seele Des Fleisches eitten Sinn, Daß ich was recht ist wähle, Und als ein Chrift forthin Mich dir zum Dienst erge be, Dirnur zur Ehre lebe, Deß ich ganz eigen bin. 4. Beförd're dein Erkenntniß In mir, mein Seelenhort, Und öffne mein Verständniß Durch dein heil. fames Wort, Damit ich an dich glaube, Nichts Böses mir erlaube, Sei selig hier und dort. 5. Ach, zünde deine Liebe In mei ner Seele an, Daß ich aus innerm Triebe Dich ewig lieben kann, Und dir zum Wohlgefallen Be, standig moge wallen Auf richt'ger Tugendbahn. 6. Du giebst den SchwachenStår ke, Verleih auch mir die Kraft 3u jedem guten Werke, Die dein Geist in uns schafft. Mein eigenes Be streben Ist ohne Kraft und Leben, Jit viel zu mangelhaft. 7. Ich hoff' auf deine Gnade, Ich hoff auf deine Tren'. Auf deiner Wahrheit Pfade Mach' immer mehr mich neu! Damit ich deinen Willen Aufrichtig mög' erfüllen, So steh' mir kräftig bei! Mel. Gott, du frominer zc. 286. Herr, höre mein Gebet, Und laß es dir gefallen! Es ist mein ganzer Ernst, Auf deiner Bahn wallen. Ergreife, leite, stårk' Den Schwachen, der dir fleht, 2. Du willst, daß ich mich treu In jeder Tugend übe. Der Glaus be, den du wirkst, Soll fruchtbar durch die Liebe In wahrer Heiligs keit Und guten Werken sein; Drum will ich dir, mein Gott, Mein gan zes Leben weihn. 3. Dies will ich; und doch macht Die Schwäche meiner Seele, Und der Versuchung Reiz, Daß ich so oft noch fehle. Ich seh' der Tugend Glück; Ich wünsche gut zu sein; Und doch giebt's immer noch So vieles zu bereun. 4. Das siehst du, Herr, mein Gott, O sieh es mit Erbarmen, Und reis che våterlich Die Helfers Hand mir Armen. Gieß meinem Geiste Licht, Gieb meinem Vorsatz Kraft; So kämpf ich glücklicher Mit Welt und Leidenschaft. 5. Eröffne den Verstand, Stets heller einzusehen, Daß Súnd uns elend macht, Daß wahres Wohl, ergehn Und innrer Friede nur Aus reinem Herzen fließt, Daß du mit deiner HuldDerFreuden Quelle bist. 6. Laß in Versuchung mich niche zaghaft unterliegen, Ermuntre mich zum Much, Und hilfdem Schwachen siegen. Mein Auge laß allein Auf deine Weisheit schaun, Mein Herz dir folgsam sein, Und dann dir froh vertraun. 7. Ich bin ein Pilger hier, Um ringt von vielen Beispiel könnte leicht Der Tugend Eifer hindern. Wann der Verfüh rung Gift, Des Leichtfinns frecher Spott Dem Geist gefährlich wird, Dann steh mir bei, mein Gott! 170 Theilnahme des Sünders an Jesu Erlösung 8. Bewahre mein Gemüth, Daß mich bis an mein Ende Die falsche Fröhlichkeit Der Eiteln nie verblen de. Ihr kurzes Lachen wird Bald lange Reu' und Pein; Laß diesen Wechsel mir Doch ja vor Augen sein. 9. So werd' ich, Herr, mein Gott, Dir nicht umsonst vertrauen; Einst, wenn ich treu dir bin, Der Freuden Fülle schauen; Und wann du ewig lohnst Für jede gute That, Frohlocken, daß mein Herz Sich dir geheiligt hat. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, Von ganzer Seele liebe, Und Lied' und Gütigkeit Auch an dem Näch. sten übe. Laß ohne Uebermuth Mich bei des Glückes Schein, Und ohne Ungeduld In trüben Tagen sein. 6. Nie müsse sich mein Herz Des Fleisches Luft ergeben Und nie dem schnöden Geiz; Nein, Herr, mein ganzes Leben Sei von Betrug und Neid, Von Unbarmherzigkeit, Von ungerechtem Gut Und stótzem Sinn befreit. In voriger Melodie. 7. Will deine Hand mich hier Auf rauhe Wege leiten, So unterstüße 287. Mein Vater und mein mich, Wenn meine Tritte gleiten; Laß mich in aller Noth Auf deine Hülfe baun, Und auch wenn sie verzieht Dir doch getrost vertraun. Gott, Du Herr von meinem Leben! Der du dein heilsam Wort Zur Richtschnur mir gegeben, Regiere doch mein Herz Durch deinen gus ten Geist, Daß ich dem folgsam sei, Was dies dein Wort mich heißt. 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden, lind ist die Stunde da, Aus dieser Welt zu scheiden; Vater, so verlaß, Wenn meine Hütte bricht, Mich Sterbenden mit Trost Und froher Hoffnung nicht. 2. Vertcih, daß ich zuerst Nach wahrer Weisheit trachte, Und Fein vergänglich's Gut Mehr, als es werth ist, achte. Wer nach dem Ewigen Mit weiser Eifer strebt, Erfährt, daß er zum Lohn Auch hier schon glücklich lebt. 3. Gieb, daß ich von der Welt Mich unbefleckt erhalte, Und daß in mir der Trieb Zum Guten nie erkalte; Hilf, daß ich immer wach, Im Kampf des Glaubens treu, Und in der Hoffnung start Und fest gegründet sei. 4. Gieb, daß ich als ein Christ, Mich Christo ähnlich zeige, Und achtsam mein Gemüth Zu seiner Lehre neige; Sein Geist regiere mich Und nicht der Geist der Welt, So wandt' ich, Herr, vor dir Den Weg, der dir gefällt. Mel. Herzliebster Jesu, was: c. 288. Ich hab', o Gott, mir ernstlich vorgenommen, Nie auf der Uebertreter Pfad zu kommen, Vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben zu übergeben. 2. Erforsche mich, sieh, ob ich's redlich meine; Gieb, daß ich nicht bloß, was ich sein soll, scheine; Mit allen Kräften strebe, deinen Willen Ganz zu erfüllen. 3. Wenn deine Furcht mich über all begleitet, Und meinen Gang, wenn mich kein Mensch sieht, leitet, Wie sicher werd' ich deine Wege wandeln, Wie richtig handeln! 4. Verschließ mein Ohr der Sün durch christliche Frömmigkeit und Tugend. 171 de Schmeicheleien, Laß auch im Spott Dich freudig zu verehren. Dunkeln mich dein Auge scheuen, 4. Laß weder Furcht noch Lust von Aufmerksam des Gewiffens Stim» dir, Mich, weil ich lebe, scheiden. me hören, Und folgsam ehren. Beständigkeit verleihe mir Im Glück und auch im Leiden! An gus ten Werken reich, werd' ich Dann deinen Himmel erben, Selig ster ben, Ob sie gleich nichts für mich Verdienen noch erwerben. 5. Gieb Eifer, Kraft und Muth zu meinen Pflichten, So mag die Welt, wie ihrs gefällt, mich richten; Gefall' ich dir, mein Gott, will ich mit Freuden Verachtung leiden. 6. Du achtest nicht das Ansehn der Personen, Wirst billig alles richten und belohnen, Mit Herr lichkeit und Ehre deine Kinder, Mit Schmach die Sünder. 7. Bald, bald vollend' ich meine Prüfungsstunden, Werd' ich im Tode nur bewährt erfunden; Wie schön verwandeln sich dann meine Leiden, Und werden Freuden. In bekannter Melodie. 289. Ich ruf zu dir, Herr Je su Christ, Der du der Deinen Kla, gen Vernimmst, und gern ihr Hel fer bist, Laß mich nie muchloß za gen; Gieb, daß im wahren Glauben treu Ich dir mich ganz ergebe, Dich erhebe, Dem Nächsten nüßlich sei, Nach deinem Worte lebe. 2. Bor eitler Selbstgefälligkeit Bewahre meine Seele, Damit ich nicht aus Sicherheit Mein wahres Heil verfehle. Gieb, daß ich meine Zuversicht Auf dich nur möge bau. en, Dir vertrauen, Auf meine Krâfs te nicht; Um ewig dich zu schauen. 3. Hilf, daß ich meinen Feinden gern Auch ihre Schuld erlasse, Und gleichgesinnt dir, meinem Herrn, Sie nie verfolg' und haffe! Laß meinen Glauben sich, mein Gott, Durch deines Wortes Lehren Stets vermehren, Auch in Gefahr und 5. Ich streit' und will dein Jüns ger sein; Hilf, o Herr Christ, mir Schwachen! Auf dich verlaß ich mich allein; Du kannst mich stars ker machen. Wenn Sünde mich versucht, will ich Doch nimmer dich verlaffen, Will sie haffen. Du wirst, du kannst auch mich, Mein Heis land, nicht verlassen. Mel Gott des Himmels und zc. 290. Fern vom Ziel, wornach ich ringe, Fteh' ich, o mein Gott, zu dir; Hilf, daß ich den Lauf vollbrins ge, Wirke Muth und Kraft in mir. Mache täglich Ernst und Treu', Mich zu bessern, in mir neu. 2. Ach, ich irr' in Finsterniffen, Geist der Wahrheit, ohne dich. Von Begierden hingeriffen Täuscht oft meine Seele sich, Suchet Ruh' und findet sie In der Erde Gütern nie. 3. Hilf mir nach dem Himmel streben, Der den Lohn mir aufbe hålt; Gott und Jefu, laß mich leben Nicht den Lüsten dieser Welt, Lehre mich, von Sünden rein, Eifrig nur im Guten sein. 4. Leite du mich auf dem Pfa de Deines Lichts zum Leben hin; Und mich stärke deine Gnade, Wenn ich schwach und muchlos bin, Daß ich näher jeden Tag Meinem Zie. le kommen mag. 12 Theilnahme des Sünders an Jesu Erlösung 5. Gieb zur Uebung guter viel, So wird er vielen nützen, Werke Mir Erkenntniß, Kraft Des Freundes Glück erhöhn, und Lust, Und im Kampfe flöße Verlaßne Tugend schützen. Auch Stärke Mir in die verzagte Brust; selbst Beleidiger Wird er in Noth Gieb mir Trost in jeder Noth, Hilf erfreun; Gut wie sein Gott ge inir treu sein bis zum Tod. fimmt, Wird er auch milde sein. 6. Sei mein Beistand, wann ich fterbe; Beige meinem Geist von fern Das mir aufbehältne Erbe In der Herrlichkeit des Herrn. Dann, gestärkt durch deine Kraft, End' ich froh die Pilgerschaft. 172 Mc. Gott du frommer Gott 2c. 291. Wer Gottes Wege geht, Nur der hat großen Frieden. Wie herrlich ist sein Lohn Ihm selbst von Gott beschieden! Voll Glaubens widersteht Er jeder bösen Luft, Sit seiner Tugend sich Froh vor dem Herrn bewußt. 2. Er merkt auf seinen Gang, Geht ihn mit festem Muthe, Wird in der Schwachheit stark, Liebt immer mehr das Gute. Ihn machet Gottes Geist Gerecht und tugendhaft, Und er nimmt immer au An Kenntniß und an Kraft. 3. Gott hat er allezeit Vor Au gen und im Herzen: Wacht über sich und scheut Sich vor der Sünde Schmerzen. Er eilet, wenn er fällt, Den Fall gleich zu bereun; Sucht Gnad' und strebt nunmehr Der Tugend treu zu sein. 4. Getreu in seinem Stand Ge. nießt er Gottes Gaben, Vergnügt, wenn andre gleich mehr Glück und Ansehn haben, Durch Gott bei wenigem Zufrieden, frei von Neid, Von Habsucht und von Geiz, Von Stolz und Eitelkeit. 5. Schenkt Gottes Hand thm 6. Die Liebe gegen Gott Heißt ihn den Nächsten lieben. Ihm ist es leichte Last, Die Pflichten aus. zuüben, Die er, so schwer sie sind, Dem Nächsten schuldig ist; Denn durch die Liebe siegt, Bon Gott gestärkt, der Christ. 7. Er Fränkt den Nächsten nie, Schüßt seinen Ruhm, sein Leben; Er trågt ihn mit Geduld, Ist wil lig zum Vergeben. Und übereilt ihn auch Ein Zorn, so faßt er sich Und denket gleich. wie oft Vers schonet Gott auch mich! 8. Er suchet jedes Herz Im Gus ten zu bestärken, Und alle reizet er zu allen guten Werken. Mit allen sucher er Ein Leib und Geist zu sein; Mit ihnen Eines Herrn Und Heils sich einst zu freun. 9. Das Heil der Ewigkeit, Das hier der Fromme schmecket, Erhalt ihn so getrost, Daß auch kein Leid ihn schrecket, Giebt ihm in Leiden Muth Und stillet jeden Echmers; Im Tode selbst froh, lockt Sein Gott ergebnes Herz. Mel. Freu' dich sehr, o meine 20. 292. Kommt und last euch Jefum lehren! Kommt und lernet allzumal, Welche die sind, die ges hören zu der rechten Christenzahl: Die, die fest im Glauben stehn, Freudig Gottes Wege gehn, Und den Heiland frei bekennen, Dürs fen sich die Geinen nennen. durch christliche Frömmigkeit und Tugend. 173 2. Selig, wer in Demuth lebet, sind, und keusch und rein. Die nur Seine Schwachheit nie vergißt, thun was Gott gefällt, Die der Gott nur, nie sich selbit erhebet, Lockung dieser Welt Immer standWenn er groß und glücklich ist. haft widerstehen, Werden Gottes Gottes Huld wird ihn erfreun, Und Antlitz sehen.. das Himmelreich ist sein; Gott wird dort zu Ehren setzen, Die sich hier geringe schäßen. 3. Selig ist, wer seine Sünde Wehmuthsvoll vor Gott bereut, Und damit er Guade finde, Sich vor neuen Sünden scheut. Gott will ihm die Schuld verzeihn, Kraft zum Guten ihm verleihn, Und er soll schon hier auf Erden Und auch dort getröstet werden. 8. Selig, wer in Frieden lebet, Wer die Ruh' und Ewigkeit zu er halten sich bestrebet, Und wenn Feindschaft, Haß und Streit Seiner Brüder Glück zerstört, Sie die Pflicht der Eintracht lehrt. Die des Friedens sich befleißen, Werden Gottes Kinder heißen. 4. Eelig ist, wer Sanftmuth us bet, Seinem Feinde niemals flucht, Seine Fehler ihm vergiebet, Nie sich selbst zu rächen sucht, Ruhig seine Pflicht vollbringt Und sein eignes Herz bezwingt. Gott wird selbst das Seine schüßen, Ruhig wird er es besitzen. 5. Selig, die nichts mehr verlangen, Als gerecht vor Gott zu sein, Fest dem Guten anzuhangen, Sich der Tugend ganz zu weihn; Deren Herz nichts mehr begehrt, Als was Gottes Ruhm vermehrt. Gott wird ihr Verlangen stillen, Jeden frommen Wunsch erfüllen. 6. Selig wer der Noth des Ar men Niemals fühllos sich entzieht, Ihm aus zärtlichen Erbarmen Wohlzuthun, sich froh bemüht, Ulud wenn er um Hülfe weint, Ihm mit Hülf' und Troft erscheint; Dieser wird auch Hülf' empfangen, Und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die sich bemühen, Unbefleckt vor Gott zu sein, Die der Wollust Stricke fliehen, Mäßig 9. Selig, die um Christi willen Leiden und sich deffen freun, Stands haft ihre Pflicht erfüllen, Schmach und Tod dabei nicht scheun. Gott steht ihnen mächtig bei, Und will sie für ihre Treu' Einst mit unvers welkten Kronen In der Ewigkeit belohnen. 10. Herr, du wollest selbst mich leiten Auf der Tugend sichren Bahn, Wo ich dieser Seligkeiten Hier und dort mich freuen kann. Gieb, daß ich demüthig sei; Ernstlich meine Schuld bereu' Und was recht ist eifrig liebe, Auch an Feinden Sanftmuth übe; 11. Daß ich Armen helf und dies ne, Immer hab' ein reines Herz; Die in Feindschaft stehn, verfühne; Treu dir bleib' in Freud' und Schmerz. Vater, hilf von deinem Chron, Daß ich glaub' an deinen. Sohn, Und durch deines Geistes Stärke Mich befleiß'ge rechter Werke. Me 1. Kommt ber zu mir, spricht zc. 293. Ermuntre Seele dich und sei Dem Gott, der dich erschuf, getreu, Und folge dem Gewissen; 12* 174 Cheilnahme des Sünders an Jesu Erlösung Nie, glaub' es, wird es dich gereun, Hast du, unsträflich fromm zu sein, Aufrichtig dich befliffen. 2. Des Lasters Rufgehorche nicht; Gehorche Gott! er tåsche dich nicht; Was er gebeut, ist Gegen. Er liebt uns Menschen väterlich, Führt auf der Bahn der Tugend dich Dem höchsten Heil entgegen. 3. Gott theilet selbst die Kraft dir mit; Drum gehe stets mit fe stem Schritt Fort auf der Tugend Pfade. Die Lust verführt, die Tu, gend nie; lind Gott, dein Gott, bes lohnet sie mit segensreicher Gnade. 4. Lenkt sich dein Herz zur Sünde hin, So denke: kurz ist ihr Gewinn, Und tauschend ihre Freuden. Bald, bald verwandelt ihr Genuß In Un ruh' sich und Ueberdruß, Und en digt sich in Leiden. 5. Gott kennt der Tugend hohen Werth, Und den hat Jesus dich ges lehrt; Den darfst du nicht verach. ten; Du mußt mit aller deiner Kraft Die Seligkeiten, die sie schafft, Früh zu besitzen trachten. 6. Ja, úbe sie mit allem Fleiß, 3u deinem Glück und Gottes Preis; Er siehet dein Bestreben, Und wird dir einst gewiß dafür, Nach treuem Tugendlaufe hier, Der Freuden Fülle geben. mir, Gott, Dich würdig zu verehren; Laß keinen Leichtsinn, keinen Spott, Vom Guten mich abkehren. Durch mein Gewissen weck mich auf zu einem treuen Tugendlauf, Daß ich ihn selig ende. 3. Verleih mir Schwachen Muth und Kraft, Das Gute zu vollbrins gen; Hilf du mir jede Leidenschaft, Die mich verführt, bezwingen, Und muthig kämpfen, als ein Christ, Den Kampf, der mir verordnet ist, Daß ich das Ziel erreiche. 4. Ein Herz, das dir allein ver, traut. In kummervollen Leiden, Und das auf deine Güte schaut Bei dem Genuß der Freuden; Ein Herz, das deine Ehre liebt, Und sich im Guten standhaft übt, Verleihe mir, mein Vater. 5. Gieb, daß ich, wie dein Wort gebeut, Den Nächsten als mich lie be, Und weder durch Rachgierigkeit Noch Härte ihn betrübe; Daß ich den Kummer, den er klagt, Den Hunger, der den Armen nagt, Gern nach Vermögen stille. 6. Gieb, daß ich in der Frömmig keit, In der Geduld und Liebe, In Sanftmuth und Gerechtigkeit, Mich unermüdet übe; Daß ich um mich Glückseligkeit Und Tugend und Zu friedenheit Stets zu verbreiten suche. Mel. Herr Jesu Christ, du ze. 7. Will mich, Gott, deine Gütig, 294. Erfüllt, mein Gott, mit keit Mit Ehr und Reichrhum ſeg, Zuversicht, Komm' ich zu dir mit Flehen. Sei gnádig mir, verwirf mich nicht, Laß mich Erhörung fe. hen; Bergieb nach deiner Vaterhuld mir alle meine Sündenschuld, Auch die verborgnen Fehler. nen, So laß mich mit Bescheiden. heit Dem Niedern stets begegnen. Wenn kummervoll mein Auge weint, So gieb mir einen treuen Freund, Der mitleidsvoll mich tröste. 2. Verstand und Weisheit gieb 8. Verleih', daß ich den Müßig, gang, Der Lafter Quelle haffe, Und durch christliche Frömmigkeit und Tugend. mir an dem mein Leben lang, Was du giebst, gnügen lasse; Daß ich getreu in dem Beruf, zu welchem mich dein Wille schuf, Mir und dem Nächsten nüßze. Mel. Gott, du frommer 2c. 295. Herr, aller Weisheit Quell, Gieb mir recht zu erkennen, Daß nur die Frömmigkeit Auch Weisheit sei zu nennen; Doch gieb mir auch dabei Ein Herz, das so dich ehrt, Wie dir es wohlgefällt, Und uns dein Sohn gelehrt. 2. Ich nenne mich nach ihm; Befördre mein Bestreben, Auch stets nach seinem Sinn Zu denken und zu leben. Ich bin getauft auf ihn; Dies fei zur Heiligung, Der ich gewide met ward, Mir stets Ermunterung. 3. Auch mir gabst du dein Wort; Dies leite meine Seele, Daß sie den sichern Weg Der wahren Tu gend wähle. Was nützt der Glaube mir Mit seiner Wissenschaft, Wenn doch mir immer fehlt Zum Guten Lust und Kraft. 4. Laß mich gewissenhaft In allen Stücken wandeln, Und überall vor dir So denken, reden, handeln, Daß ich im Herzen rein Dir, Gott, ver trauen kann, Und froh versichert sei: Du nimmst dich meiner an. 5. Doch wenn ich Schwacher noch Aus Uebereilung fehle, Herr, so verwirf mich nicht; Erwecke meine Seele, Daß sie den Fehltritt bald Erkenne und beren', Und ihn aufs künftige Zu meiden wachsam sei. 6. Ich übergebe mich Bis an mein Lebensende, mit allem was ich bin In deine Baterhände. mache du, mein Gott, Den Vorfas 175 fest in mir, Ein wahrer Christ zu sein; So leb' und sterb' ich dir. Mel. Dir, dir, Jehova, will ich zc. 296. Laß mich, o Herr, in allen Dingen Auf deinen Willen sehn und dir mich weihn, Gieb selbst das Wollen und Vollbringen, Und laß mein Herz dir ganz geheiligt sein, Nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin; Dein, Herr, ist alles, was ich hab' und bin. 2. Gieb meinem Glauben Muth und Stärke; Laß ihn durch Mens schenliebe châtig sein, Daß man an feinen Früchten merke, Er sei kein eitler Traum und falscher Schein; Er stärke mich in meiner Wanders schaft, Und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft. 3. Laß mich, so lang' ich hier soll leben, Auch an dem bösen Tage sein vergnügt, Und deinem Willen sein ergeben, Der mir zum Besten alles weislich fügt; Gieb Furcht und Demuth, wenn du mich beglückst, Geduld und Trost, wenn du mir Trübfal schickt. 4. Ach hilf mir beten, wachen, rin gen, So will ich einst, wenn ich den Lauf vollbracht, Dir ewig Dank und Ehre bringen, Dir, der du alles hast so wohl gemacht. Dann werd' ich heilig, rein, ganz dir geweiht, Dein Lob verkündigen in Ewigkeit. Mel. Wachet auf! ruft uns die 2. 297. Tugend ist der Seele Leben; Wie sollt' ich denn nach ihr nicht streben? Des größten Eifers ist sie werth. Gott, du kennest mein Verlangen; Dir und dem Guten anzuhangen, Ikt, was mein ganzes Theilnahme des Sünders an Jesu Erlösung 176 Herz begehrt. Ach, würde mir doch Kraft Von dir dazu verschafft; O wie innig Würd' ich mich freun, War ich ganz rein; Wer heilig ist, muß selig sein. 2. Gott, du bist der Freuden Fülle, Denn dein Verstand ist Licht, dein Wille Ist Ordnung und Vollkom. menheit. Du liebst mit stets glei cher Stärke Das Gute nur, und deine Werke Sind Wahrheit und Gerechtigkeit. O bilde mich nach dir! So find' ich auch schon hier Ruh' der Seele, Bis nach dem Leid Der Prüfungszeit Vollkommne Wonne mich erfreut. 3. Ach, wie ausgesetzt dem Falle Bin ich, so lang' ich hier noch wal le; Zerstreut ist hier noch oft mein Sinn. Bachsam gnug bin ich nicht immer, Oft blendet mich ein fals scher Schimmer, Und oft reißt Bei denschaft mich hin. So fehl' ich häufig noch; Wie drückt mich dieses Joch! Ich Elender! Wann nimmt kein Schein Mich täuschend ein? Wann werd' ich fest im Guten sein? 4. Herr, dazu kannst du mich stärken; Von dir kommt Kraft zu guten Werken, Du aller guten Ga, ben Quell! Leite mich nach deiner Wahrheit; Sie leuchte mir in voller Klarheit Beständig unbefleckt und hell. Wer sich auf dich verläßt Wird in der Tugend fest. Mein Er. barmer! Ich hoff' auf dich; O ma. che mich Im Guten unveränderlich. Mel. Die Seele Chrifti heil'ge zc. 298. Du, der du ins Verborgne siehst, Auch jest mir ge genwärtig bist, Mein Gott, nimm du dich meiner an, Daß ich recht christlich leben kann. 2. Gieb mir ein kindliches Gemüth, Das ernstlich jede Sünde flicht, Die Lust zum Bösen unterdrückt, Und selbst im ersten Steim erstickt. 3. Du bist ganz heilig, bist ganz rein, Und ich soll dir ja ähnlich sein. Nicht nur die böse That entehrt, Auch Lust dazu ist hassenswerth. 4. Vor dir bestehet im Gericht Der Fromme nur, derSünder nicht, Und wo ist Seelenruh' und Lust, Wenn du uns strafbar finden mußt? 5. Dich lieben, deiner sich erfreun, Und deiner Huld versichert sein, Das giebt schon in der Prüfungszeit Den Vorschmack jener Seligkeit. 6. Hilf mir zu diesem Glück, mein Gott! Dann raubt im Leben und im Tod Kein äußerliches Schicksal mir Die frohe Zuversicht zu dir. 7. Dann nehm' ich voller Dank barkeit Das Gute, das mich heut' erfreut; Und bin selbst froher Hoffnung voll, Wenn mich ein Leiden treffen soll. 8. Dann seh' ich über Welt und Zeit Getroft in jene Ewigkeit; Bin fröhlich, daß du hier mich schufft, Und einst zum bessern Leben rufft. Mel. Nun danket alle Gott 2c. 299. Ich danke dir mein Gott, Du hast ihn mir gegeben, Den Sinn, der gerne dir Hier will zur Ehre leben. Du weißt, Gott, wie viel Kraft Dein Kind noch nöthig hat; Verleihe du sie mir; Bei dir ist Rath und That. 2. In allem meinen Thun Laß mich auf dich nur sehen; Nie, m treu meiner Pflicht, ich eigne durch chriftliche Frömmigkeit und Tugend. 177 Wege gehen. Laß diese Wahrheit- nen lerne; Wann ich mich täusche, mir Allzeit vor Augen stehn: Gott sieht's, Gott hört's, Gott straft's, Ihm kannst du nicht entgehu. 3. Bedenken lehre mich, O Herr, in allen Fällen: Ist's denn auch recht, wenn ich Der Welt mich gleich will stellen? ind, siehet jetzt mich schon Der Menschen Auge nicht, It's recht vor Gott; ist's recht Vor seinem Angesicht? 4. Ach führe mich, mein Gott! Wie kann ich sonst bestehen? Und laß mich ohne dich Nie einen Schritt uur gehen. Selbit überlaffen mir, Sturz' ich mich in den Tod; Wenn du mich aber führst, So fürcht' ich keine Noth. 5. Lehr' mich die schwere Kunst, Mich selber zu verleugnen, und was ich hab' und bin, Gott, die nur augucignen. Wer sucht, was Gottes ill, Der findet erst sein Heil; Wer bloß das Seine fucht, Verliert sein bestes Theil. 6. Laß, was du an mir thust, Doch ja nicht sein vergebens! Dies Leben fei der Weg zum Ziel des beffern Lebens; Daß ich in dir allein Mich hier schon glücklich seh', lind meine Seele dich In Ewigkeit erhöh'. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 300. Damit ich hier schon auf der Erde Im Guten immer eifri ger, Stets weiser, stets auch beffer werde, So leite du mich selbst, o Herr, Und laß, zu wandeln deine Bahn, Mich stets mehr Sicht und Kraft empfahn. 2. Daß ich mich nie von ihr entferne, So gieb, daß ich belehre durch dich, Mich täglich besser kenwarne mich, Daß ich nicht selbit durch Heuchelei Und Hochmuth mein Berführer fei. 3. So oft ich zu dir crustlich flehte, Empfing ich neue Kraft von dir. Gieb denn zum Eifer im Gebete Stets deines Geistes Antrieb mir; So werd' ich auch durch dich, o Herr, Zum Guten immer tüchtiger. 4. Verbotner Lüste SchmeicheIcien Berblenden und verführen leicht; Doch wer kann deiner Huld fich freuen, Benn er sie hier nicht haßt und fleucht? Ach keiner Luste Reiz und Wahn Entferne mich von deiner Bahn. 5. Um mich zu sichern vor Gefah. ren, So laß vor der Zerstreuung mich Mein leicht verführtes Herz bewahren; Auf nichts mehr achten, als auf dich, Auf deine Stimm', auf dein Gebot, Auf dein Gericht, auf meinen Tod. 6. Auch tas mich täglich mein Ge wissen Vor die erforschen, laß es rein, Vor selbst gesuchten Finsternis sen Gesichert, immer wachsam sein; Stets aufmerksamer, zeig' es mir, Was gut mir ist, und recht vor dir. 7. Faß'ich den Entschluß, dir mit Treue zu folgen; o so gieb, daß ich Den besten Vorsatz oft erneue, Nichts mehr zu lieben, Gott, als dich); Und( was dein Knecht von selbst nicht hat) Laß diesen Vorfaß werden That. 8. Zum Ziele schneller hinzueilen; Laß, Herr, mich meiner Prüfung Zeit Nie zwischen dir und Sünde theilen; Ach, keine Stunde werd' entweiht, Und keine, die ich nutzen kann, Slag' einst vor dir, o Gott, mich an. Theilnahme des Sünders an Jesu Erlösung 178 9. O laß durch segnende Geschäfte Für meinen Nächsten und für mich, Mich müßen alle meine Kräfte, Stets aus Gehorsam gegen mich; So leb' ich, Herr, zum Preise dir Und auch zum größern Segen mir. rette ganze Staaten; Gott achtet deiner Werke nicht. 5. Låg' ihm an unfern Werken nur, So könnt' er uns, sie zu voll. bringen, Schr leicht durch Fesseln der Natur, Durch Kräfte seiner Allmacht zwingen. Vor ihm, der alles schafft und giebt, Gilt Weisheit nichts, nichts macht und Stärke; In eigener Melodie. 301. Wenn zur Vollführung Er will die Absicht deiner Werke, Ein Herz, das ihn verehrt und liebt. 6. Ein Herz von Eigenliebe fern, Fern von des Stolzes eitlem Tries be, Geheiligt durch die Furcht des Herrn, Erneut durch Glauben zu der Liebe; Dies ist's was Gott von uns verlangt, Und wenn wir nicht dies Herz besitzen, So wird ein Les ben uns nichts nüßen, Das mit den größten Thaten prangt. 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, Nicht durch der Tugend bloßen Namen; Sieh' nicht auf deine Werk' allein; Sieh' auf den Quell, aus dem sie kamen. Prüf dich vor Gottes Angesicht, Ob seine Liebe dich beseelet; Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, Dem seh. let auch die Liebe nicht. deiner Pflicht Dich Gottes Liebe nicht befeelet, So rühme dich der Tugend nicht, Und wisse, daß dir alles fehlet. Wenn Vortheil, Wol. luft, Eigensinn Und Stolz nur dir das Gute rathen: So thue noch so gute Thaten; Du hast vor Gott den Lohn dahin. 2. Sei durch die Gaben der Natur Das Wunder und das Glück der Erden: Beglückest du die Menschen nur, Um vor der Welt geehrt zu werden; Erfüllt die Liebe nicht dein Herz, So bist du bei den größten Gaben, Bei dem Verstand, den En. gel haben, Vor Gott doch nur ein tönend Erz. 3. Bau' Häuser auf, und brich dein Brod, Das Volk der Armen zu verpflegen, Entreiß die Witwen ihrer Noth, Und sei der Waisen Schuß und Segen, Gieb alle deine Habe hin; Noch hast du nichts vor Gott gegeben, Wenn Lieb' und Pflicht dich nicht beleben: So ist dir alles kein Gewinn. 4. Thu' Thaten, die der Helden muth noch jemals hat verrichten können; Vergieß fürs Vaterland dein Blut, Laß deinen Leib für Andre brennen: Beseelet dich nicht Lieb' und Pflicht; Bist du die Ab#cht deiner Thaten, So schütz' und 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir: So wird sie dich zum Guten stårken; Du wirst die Gegenwart. von ihr An Liebe zu dem Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmü cken soll, Ist gütig, ohne List und Tücke; Fühlt keinen Neid bei Andrer Glücke; Sie bläht sich nicht; ist langmuthsvoll; 9. Sie deckt des Nächsten Fehler zu Und freut sich niemals feines Falles; Sie suchet nicht blos ihre Ruh'; Sie hofft und glaubt und duldet alles; Sie ist's, die dir den durch christliche Frömmigkeit und Tugend. 179 mann Vom Stolz und Neide frei, Aufrichtig, und so viel ich kann, zu dienen fertig sei. 11. Hilf, daß ich wohlzuthun mich freu', Und, rein von Rachbegier, Selbst meinem Feinde gern vers Mel. Nun fich der Tag geendet zc. 302. Mein Bater, sich, ich zeih; Denn du vergiebst auch mir. 12. Dich, Gott, zu ehren, sei mein Ruhm, Doch fern von Heus chelei, Damit mein ganzes Christenthum Dir wohlgefällig sei. 13. Nimin denn mein Herz zum Tempel ein, O Gott, hier in der Zeit, Und laß es deine Wohnung sein Auch in der Ewigkeit. 14. Dir geb' ichs ganz zu eigen hin; Gebrauchs, wie dirs gefällt; Wohl mir, wenn ich der Deine bin, Der Deine; nicht der Welt. Muth verleiht, Des Höchsten Wort gern zu erfüllen; Macht seinen Sinn zu deinem Willen, Und folgt dir in die Ewigkeit. bringe dir mein Herz zum Opfer dar; Du forderst solches selbst von mir; Dir geb' ichs ganz und gar. 2. Wem sonst als dir, gehört es zu? Dir, meinem Gott und Herrn; Bei dir nur findet's wahre Ruh; Und du erquickst es gern. 3. So sei es denn dein Eigen thum, Auf ewig sei es dein; Schaff aber, Vater, schaff es um Und mach' es gut und rein. 4. Gebeugt vor dir, fühlt's seine Schuld Und seine Sündlichkeit; Es fleht zu dir um Gnad' und Huld, Um Kraft zur Heiligkeit. 5. Verwirf, verwirf dies Flehen nicht; Sei mir mit Gnade nah! Zu dir steht meine Zuversicht; Mein Vater bist du ja. 6. O stårke mir nur selbst den Muth, Mit freudigem Vertraun Auf dich und meines Jefu Blut Mein ganzes Heil zu baun. 7. Steh' mir zur wahren Besserung Mit deinem Geiste bei; Das mit mir meine Heiligung Durch seine Kraft gedeih'. 8. Hilf, daß ich dir, mein Herr und Gott, Im Glauben stets ge treu, Und bei der Welt List, Macht und Spott, Im Guten standhaft sei. 9. Hilf, daß ich sei im Leiden fest Durch Hoffnung und Geduld; Mein Trost, wenn alles mich verläßt, Sei deine Baterhuld. 10. Hilf, daß ich gegen Jeder 15. Gie draue mir, fie locke mich: Ich bleibe dir getreu, Und fliche, unterstüht durch dich, Der Sünde Täuscherei. 16. Weg Welt und Sünd'! euch dien' ich nicht. Nur Gott kann mich allein, Dies, dies ist meine Zuvers sicht, Auch nach dem Tod' erfreun. Mel. Wer nur den lieben Gott ic. 303. Wie felig, Herr, ist der Gerechte; Du bist sein Schild und großer Lohn. O daß auch ich gerecht sein möchte! O wär' ich, was ich sein soll, schon! Ich, dir bekenn' ichs, bin noch weit Vom Ziele der Vollkommenheit. 2. Wie viel ist noch an mir zu fins den, Was deinem Geiste wider. spricht; Wie oft befleck' ich mich mit Sünden, Und billige sie selbst doch nicht; Wie oft verlaß ich deine Bahn, Und mein', ich habe wohlgethan. 3. Wer kann, wie oft er fehlet, 180 Besondere Pflichten des Christenthums. merken? Nur du durchschaust mich, wie ich bin; Nur du kannst mich im Guten stärken; Drum nimm mein Herz, o Bater, hin; O mach', ich wünsche rein zu sein, mich von verborgnen Fehlern rein. 4. Bon aller eitten Eigenliebe Befreie mich durch deine Kraft; Erweck und mehr' in mir die Tries be, zu dem, was wahre Beßrung schafft: Laß meinen Fleiß gesegnet sein, Und meine Heiligung gedeihn. 5. Du wirst mein demüthsvolles Flehen, Wirst den, der dich bekennt und ehrt, O Gott der Gnade, nicht verschmähen; Du bistö ja, der Gebet erhört. Mein Fels, mein Heil, ich traue dir; Das, was ich bitte, giebst du mir, Besondere Gesinnungen und Pflichten des Christenthums. Gesinnungen und Pflichten gegen Gott. Liebe und Dankbarkeit. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. 304. Quelle der Vollkommenheiten, Gott, mein Gott, wie lieb' ich dich, Und mit welchen Se. ligkeiten Sättigt deine Liebe mich! Seel' und Leib mag mir verschmach. ten; Hab' ich dich werd' ichs nicht achten, mir wird deine Lieb' allein Mehr als Erd' und Himmel sein. 2. Denk' ich deiner, wie erhebet Meine Seele sich in mir; Wie ges trófiet, wie belebet Fühl ich mich, & Gott, von dir; Jeder Buick auf deine Werke, Deine Güte, deine Stärke, Wie entledigt er mein Herz Von Bekümmerniß und Schmerz. 3. Floß aus deiner Segendfülle mir nicht so viel Wohlthat zu? Daß ich ward, das war dein Wille; Daß ich noch bin, das machst du. Daß ich denke, daß ich wähle, Dar für dankt dir, meine Seele; Dankt dir, daß sie dich erkennt Und dich ihren Vater nennt. 4. Du erkauftest vom Verderben Mich durch deinen Sohn, o Gott; Ließest den Gerechten sterben; Mir zum Leben ward sein Tod. Du hast mir durch ihn gegeben, Ewig dort mit ihm zu leben, Ewig deiner mich zu freun Und von dir geliebt zu sein. 5. Gollt' ich dich nicht wieder lies ben, Der du mich zuerst geliebt; Mich mit mehr als Batertrieben So unendlich haft geliebt; Könnt' ich ruhig hier auf Erden Ohne deis ne Liebe werden; Ohne sie, nach dies fer Zeit, würdig fein der Seligkeit! 6. Heil mir, daß ich es empfinde, Wie so liebenswerth du bist, Daß mein Herz vom Haß der Sünde Inniglich durchdrungen ist, Daß auf deinGebot ich achte, Und es zu erfül len trachte. Heil mir! du verbirgest nicht Einst vor mir dein Angeſicht. 7. Noch lieb' ich dich unvollkom men; Meine Seel' erkennt es wohl. Dort, im Vaterland der Frommen, Lieb' ich dich, Herr, wie ich soll. Ganz werd' ich dort deinen Willen Kennen, ehren und erfüllen, lind empfahn an deinem Thron Der vollkommnen Liebe Lohn. Mel. Wachet auf! ruft uns die: c. 305. Dich, Allgütiger, zu fic ben, Wie fühlt sich nicht mein Hers getrieben, Wenn es an deine Liebe denkt! Jede Luft, die wir genies Pflichten gegen Gott. Ben, Soll unfre Wallfahrt uns ver füßen, Und wird uns, Herr, von dir geschenkt. Doch ein weit größirgs Heil Wird künftig uns zu Theil, Dort im Himmel; Da leben, wir, O Herr, bei dir In voller Wonne für und für. 2. Deiner Huld mich zu erfreuen, Und dir mein Leben ganz zu weihen, Sei mir stets angenehme Pflicht. Wie belohnest du mit Segen Die Frommen, die auf deinen Wegen Einhergehn in der Wahrheit Licht! Wie viel gewinnen sie Für ihres Kampfes Müh', Sie, die Streiter, Wenn nach der Zeit, In Ewigkeit Der Lohn der Treue sie erfreut. 3. Laß mit eifrigem Bestreben Mich deiner Liebe würdig leben, Und dir, Herr, thätig dankbar sein. Hilf mir alle Erdenfreuden, Die fündlich sind, mit Ernst vermeiden, Und was dein Wort verbietet, scheun. Nie müff ich Ehr und Ruhm, Nie zeitlich's Eigenthum Dir vorziehen; Was nur der Welt, Nicht dir gefällt, Sei fern von mir, Herr aller Welt! 4. Hilf mir auch in Leidenstagen, Was du mir auflegst, gern ertragen, Und Ungeduld und Unmuth scheun. Hilf, wenn Freunde mich verlaffen, Und wenn mich Widersacher haffen Aus Liebe, Gott, zu dir verzeihn. Ist gleich das Opfer schwer, Das du verlangst, o Herr, So wird's dennoch, Wie schwer's auch deucht, Durch dich mir leicht, Weil deine Hand die Kraft mir reicht. 181 Gott nicht lieben; Er hat mich ja zuerst geliebt, Und von Erbarmen angetrieben, Den Sohn geschenkt, der Leben giebt. O dies Geschenk zeigt rührend an, Wie huldreich er mir zugethan. Mel. Mein Herz ermuntre dich zc. 306. Wie solle ich meinen 2. Er hat von Ewigkeit beschloss sen, Mein Vater und mein Heil zu fein, Und noch ist mir kein Tag ver floffen, Der mir's nicht sagte: Gott ist dein, Barmherzig gegen dich gesinnt, Gieb ihm dein Herz, und sei sein Kind. 3. Bei ihm ist Seligkeit die Fül le; Und die, die er nur geben kann, Beut dir sein väterlicher Wille So gnadenvoll, so freundlich an. O welch' ein Gott! ioie vácerlich Mit welchem Eifer liebt er dich! 4. Ja, ja, ich feh' es; ich empfin de Die Größe deiner Huld, o Gott! Denn du errettest von der Sünde Mich selbst durch deines Sohnes Tod. Ich war vor deinem Angesicht Ein Grâul, und du verwarfst mich nicht. 5. Du riefst: ich ging dir nicht entgegen; Du aber nahtest dich zu mir mit deiner Huld, mit deinem Gegen, Und zogst mich väterlich zu dir. Wer gleicht an Liebe dir, wer ist So gut als du, mein Vater, bist? 6. Ja, dich will ich von ganzem Herzen, Mein Vater, lieben, dich allein. Ich will im Glück und auch in Schmerzen Mich einzig deiner Liebe freun. Und, daß ichs könne, schenke du Mir Schwachen selbsk die Kraft dazu. 7. Gieb, daß ich mich im Guten übe, Und heilig sei, weil du es bist; Gieb, daß ich außer dir nichts liebe, Als was auch dir gefällig ift; Ver Besondere Pflichten des Christenthums. 182 haft sei sede Sünde mir; Denn sie ist stets ein Gräuel dir. 8. Bewahre mich auf deinem Wer ge; Gieb, daß ich, brüderlich gesinnt, Stets alle Menschen lieben möge; Denn jeder ist, wie ich, dein Kind. Mein Herz verschließe sich doch nie Vor ihnen; denn du liebst auch sie. 9. Nie müsse mich der Schmerz der Leiden, Nie, wär' es auch der bångste Tod, Von dir und deiner Liebe scheiden, Nie einer Freude Reiz, o Gott. Ich will dich lieben und nur dein IJm Leben und im Tode sein. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden Das thut, was dir, o Gott, mißfällt; Drum laß es mich mit Ernst vermeiden, Gefiel es auch der ganzen Welt; Die kleinste Sünde selbst zu scheun, Laß, Bater, mich, behutsam sein. 6. Gieb, daß ich alles willig leide, Was mir dein weiser Rath be. stimmt. Du führst durch Trübfal auch zur Freude; Und wer sie wils lig übernimmt, Geduldig trägt und weislich nützt, Wird mächtig von dir unterstützt. In voriger Melodie. 7. In deiner Liebe laß mich ster. 307. Du Vater deiner Men ben, So ist selbst Sterben mein Gewinn; So werd' ich deinen Him. mel erben, Wo ich ganz frei vom Ulebel bin. Da werd' ich einmal völlig rein, Dich lieben und ganz selig sein. schenkinder, Der du die Liebe selber bist, Und dessen Herz auch gegen Sünder Noch gütig und soll Mit leid ist, Laß mich von ganzem Her zen dein, Laß michs mit allen Kráf ten sein. 2. Gieb, daß ich als dein Kind dich liebe, Da du mein Gott und Vater bist, Und so gesinnt zu sein mich übe, Wie dir's gefällt, mir's nütz lich ist. Was dir gefällt, gefall' auch mir; Nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 3. Bewahre mich durch deine Lies be, Wenn böses Beispiel mich ver führt, Und gieb, daß ich Verleugnung übe, Wenn Sinnenluft zu sehr mich rührt. Wie sollt' ich je die Kreatur Dir vorziehn, Schöpfer der Natur. Huld Die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld. 4. Laß mich um deiner Ehre wil. Ten Gern thun, was mir dein Wort gebeut; Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen, So fich' auf meine Willig, keit, Und rechne mir nach deiner Met. Mein Herz ermuntre dich: c. 308. Herr, wenn ich dich nur haben werde, So hab' ich gnug in Ewigkeit. Im Himmel und auf dieser Erde, It nichts, was mich wie du erfreut. Du bist mein als ler bestes Theil, Im Leben und im Tod mein Heil. 2. Das unzählbare Heerder Ster ne, Von dir begabt mit Glanz und Pracht, Erhellt aus seiner weiten Ferne Mir zwar die Dunkelheit der Nacht; Doch aller Sterne Glanz und Licht Reicht, Gott, an deine Gnade nicht. 3. Voll ist die Erde deiner Güter; Ihr Reiz nimmt tausend Herzen ein, Und blendet irdische Gemi. ther, Nurihres Erbes fich zu frenn. Pflichten gegen Gott. 183 abzulegen, Was ich als bös und Unrecht hab' erkannt. Denn wer noch Lust zu einer Sünde hat, Liebt nicht, wie er doch soll, dich in der That. 3. Gieb, daß ich stets zu Herzen nehme, Daß du, mein Gott, allges genwärtig bist, Und das vor dir zit thun mich scháme, Was meiner unwerth, dir zuwider ist. Was hilft der Beifall einer ganzen Welt, Wenn dir, o Gott, mein Wandel nicht gefällt? 4. Nie laß mich dein Gericht vera gessen, Nie sündlich mich mit fres chen Sündern freun, Nie muthtos, doch auch nie vermèssen, Nie fróm melnd stolz in deinem Dienste fein; Nie führe mich zur trågen Sichers heit Der Reichchum deiner Gnad und Gütigkeit. 5. Laß mich mit weifer Vorsicht fliehen, Was irgend mich zu Süns den reizen kann; Mich um ein reis nes Herz bemühen, Und nimm dich meiner Schwachheit hilfreich an; So komm' ich näher der Vollkoms menheit, Und immer näher meis ner Seligkeit. 6. Erhalt' in mir ein gut Gewis, Ehrfurcht und Gehorsam. sen, Das nicht den Sport der Welt, Mel. Dir, dir Jehova, will id) zc. nicht Trübfal scheu', Und mache von 309. Dich ehrerbietig kindlich scheuen, Ist, Höchfter, unser Glück und unfre Pflicht; Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, Scheut er, Allsehender, dein Auge nicht. Drum flöße mir, um deiner mich zu freun, Den Kindessinn, die Lieb, und Ehrfurcht ein. den Hindernissen Der wahren Tugend täglich mehr mich frei. Nie stóre mich die Furcht und Lust der Welt, zu thun, was dir, o Hochs ster, wohlgefällt. Doch mehr, als Güter dieser Erd, Ist deine Gnade, Gott, mir werth. 4. Wie mancher sucht in Ruhm und Ehre Bei Menschenkindern nur sein Glück, Und sorgt, daß sich sein Anfehn mehre, Mit jedem Tag' und Augenblick; Jedoch, was hilft mir Ruhm der Welt, Wenn dir mein Thun, o Gott, mißfällt? 5. Nur du kannst mich mit dem beglücken, Was recht und ewig mich erfreut. Auch du nur kannst mich dem entrücken, Was mir Gefahr und Elend draut; Kein Trost, kein Heil ist außer dir; Bist du mir hold, so gnüget mir. 6. Kann auch ein festres Band auf Erden, Als zwischen Leib und Seele sein? Doch muß es aufge. löst einst werden; Und wer wird dann mein Herz erfreun? Wer sonst als du, du Herr der Zeit, Des Todes und der Ewigkeit. 7. Drum hilf du mir mein ganzes Leben Vor allem deiner Liebe weihn, Nach deinem Beifall einzig streben, und deinem Wink gehorsam sein. Mir ist's der großeste Gewinn, Wenn ich bei dir in Gnaden bin. 2. Sie teite mich auf meinen We gen, Sie fei mir wahre Weisheit and Verstand, Und treibe mich, das 7. Mit Ehrfurcht tas mich vor dir wandeln, Und jederzeit, ich sei auch wo ich sei, Nach deiner Vors schrift redlich handeln, Entfernt von Selbstbetrug und Heuchelei: Wer dich, o Gott, von Herzen fürch 184 Besondere Pflichten tend ehrt, It theuer dir, und der Belohnung werth. 8. In deiner Gnade laß mich ster ben, So schreckt mich sterbend weder Lod noch Grab; So werd' ich jenes Leben erben, Dazu mein Mittler felbst sich für mich gab. Da werd' ich dein, o Gott, mich ewig freun, Und da in dir vollkommen selig sein. Mel. Gott, du frommer 2c. 4. Erfordern es Gesetz und Pflicht, 310. Bewahre meinen Mund Beidir es zu bezeugen, Was Wahr heit sei, so laß mich nicht Um alles sie verschweigen. 5. Die deines Namens Heiligkeit Durch falschen Schwur entweihen, Die trifft in ihrer Sicherheit Mit Schrefen einst dein Drauen. So oft er, Gott, dich nennet, Dich den mein ew'ger Geist Anbetet und erkennet, Daß, Allerheiligster, Nie Leichtsinn ihn entweih', Mir nie ein Spiel und Spott Dein großer pott Name sei. 2. Stets heilig bleib' er mir, Und muß mein Ohr es hören, Daß andre ihren Gott, Und was er sprach ent ehren, So reiße nie der Strom Der Spotter mich dahin; Die Schuld wird mein, wenn ich Ihr Mitgenoffe bin. 3. Auch Jesus Christus sei Zn jeder Zeit und Stunde, So oft ich fein gedenk', So oft aus meinem Munde Sein hoher Name geht, Mir heilig, ihn entweiht Nur der, der ihn verkennt, Nicht sein sich dankbar freut. des Christenthums. Dem nur der Redliche gefällt, Der Trug und Lügen fliehet. 2. Laß mir den Eid stets heilig sein, Auch dadurch dich zu ehren; Mich nie aus Beichtsinn ihn entweihn, Nie aus Gewohnheit schwören. 3. Chrwürdig sei dein Name mir! So oft ich ihn nur nenne; So sei's mit Ehrfurcht auch von dir, Deß Hoheit ich erkenne. 4. Von meinen Lippen fern Sei Fiuas und freches Schwören, Und feru schamloser Scher;; Der Mund Fann Gott nicht ehren, Auf dessen Lippen schwebe, Was strenge Tugend schmäht; Den Beter hörst du nicht, Der dir mit Leichtsinn fleht. 6. Drum sei stets meines Herzens Grund Voll Ernst dich, Gott, zu eh ren, Und ferne sei von meinem Mund Betrug und falsches Schwören. 7. Er sei beständig lügenrein; Nur Wahrheit müff er sprechen. Sein Ja sei Ja, fein Nein fei Nein; Denn Lügen wirst du rächen. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 312. Wer bei dem Namen Gottes schwóret, lind was er zuge sagt hat, bricht, Der ist ein Frevler, denn er ehret Den, der die Wahrheit selbst ist, nicht. Nie kann er frei zum Bater gehn, Nie Glück und Heil von ihm erflehn. 2. Wir sollenja nach Gottes Wil len Die Wahrheit lieben, so wie er, Und was sie fordert, gern ers füllen; Und fiel es uns auch noch so schwer. Wer sie verletzt, verwirft sein Heil: Meineidige find Gott Mc. Ich dank' dir schon durch zc. 311. Du, Herr und Richter in Grâul. aller Welt, Deß Auge alles siehet, 3. Wer darf denn hoffen, ihn zu Pflichten gegen Gott. fehen, Wenn er durch Eide, die Gott hirt, Will seine Brüder hinterge hen, Und falsch bei seinem Namen schwört? Vor Gottes heiligem Gericht Besteht ein solcher Frev ler nicht. 4. Und flóh' er zu dem fernsten Meere, Gott findet allenthalben ihn. Wenn er auch noch so mächtig wåre; Er kann nicht Gottes Macht entfliehn. Ihm hilft nicht Ehre, Macht noch Geld, Selbst nicht die Gunst der ganzen Welt. 5. Drum will ich, soll ich was bes theuern, Mit Eust bedenken, was ich thu', Und den Gedanken oft er neuern: Des Eides Richter, Gott, bist du; Schaust meines Herzens Innerstes; Präfit alles, Herr, und richtest es. 6. So hilf mir denn, daß ich voll Treue, Das, was ich schwöre, denk' und halt', Und deinen großen Namen scheue, lind deine heilige Ge walt; Wer fälschlich schwört, kommt ins Gericht; Der Redli che, der Fromme nicht. 185 lichte Verbrechen, Die Menschen. macht nicht strafen kann, Durch deine Macht zu rächen, Die bis zur Hill' erniedrigt. 3. lind ich, ich sollt' aus Geiz und Neid, Aus falscher Schaam, aus Rache Verkehren die Gerechtig keit, lind meines Nächsten Sache? Durch Meineid folle' ich ihm den Ruhm Der Redlichkeit entwenden? Nein, Gott,( du bringst die Lügner um) So will ich mich nicht schån.. den; So nicht ins Elend stürzen. 4. Wenn ich, o Herr, so frevent, lich Verletzte deine Rechte; Muthwillig ihren Fluch auf mich Durch folchen Frevel bráchte; Wie elend würd' ich dann nicht sein Schon hier in diesem Leben; Der Selbst verdammung Furcht und Pein Von mir selbst übergeben; Wie elend nach dem Tode! 5. Betrug und Lügen hilf mir, Gott, Von ganzem Herzen haffen; Und treu der Wahrheit bis zum Tod Mich nur auf dich verlaffen. Laß mich kein Glück, so groß es sei, Mit seinem Rei; verführen, Durch falschen Eld und Heuchelei Den Mel. Chrift, unser Herr, zum 20. 313. Du schaust, mein Schöp. Himmel zu verlieren, Und mich fer und mein Herr, Ins Junerste der Seelen, Und Niemand kann, Allwissender, Dir, was er denkt verhehlen. Laß deine Macht und Hoheit mich mit heil'ger Scheu er füllen, Wenn ich als Wahrheitszeugen dich, Nach meiner Obern Willen, Anruf und bei dir schwöke. 2. Argliftig können Menschen zwar Auch Menschen hintergehen; Doch dir ist alles offenbar, Du fiehst, was sie nicht sehen. Im Zorn schaust du die Lügneran, Berheim selbst zu verdammen. 6. Steur' auch bei Andern allezeit Dem Gräuel solcher Sünden; Laß deines Namens Heiligkeit Ein jedes Herz empfinden, Das je zum Eide sich entschließt. Du aller Falschheit Rácher, Du, dessen Drauen Wahr heit ist, Strafft zwiefach die Verbres cher, Die fälschlich bei dir schwören. 7. Las Niemand auch Gelegenheit zu falschen Eiden geben, Und will sich oft um Kleinigkeit Ein böser Zwist erheben; So lenke du durch Besondere Pflichten des Christenthums. 186 deinen Geist Zum Frieden die Gemüs ther, Daß niemals Jemand sich er dreust', Um Ehre oder Güter Auß Leichtsinn gleich zu schwören. 8. Jedoch läßt sonst ein Hader nicht Eich von den Obern schlichten, Als wenn, nach ihres Amtes Pflicht, Sie nach dem Eide richten; So laß zu deines Namens Ehr' Getrost be. zeuget werden: Du, du seist, o Allwiffender, Im Himmel und auf Er den Der Zeuge und der Richter. wie peinigend ist nicht Des Gewif sens Selbstgericht! 6. Fluch und Elend wird euch dann Alles um euch her auf Erden; Alles, was erfreuen kann, Wird Euch Pein und Rache werden; Und wenn die Verzweiflung euch Schnell ergreift, wer rettet euch? 7. Drum sagt: für der Welt Gewinn Geb' ich nicht des Herzens Ruhe, Nicht die Ueberzeugung hin, Daß gerecht ist, was ich thue; Daß mir, was mein Gott befiehlt, Mehr als meine Neigung gilt. Mel. Jesus, meine Zuversicht, 2c. 314. Deilig, heilig sei der Eid, Euch, ihr Christen, wenn ihr schwóret. Furchtbar ist die Heiligkeit Eures Richters, der euch höret; Furchtbar, aller Lügner Feind, Wenn er zum Gericht erscheint. 2. Er, der Wahrheit Gott, bes Mel. Wer nur den lieben Gott: c. gehrt, wenn wir ihm gefallen wols 315. Gott, deinen heiligen Ien, Daß wir ihren hohen Werth Fühlen und auch ehren sollen, Den ken, wie wir reden, sie Nie verstellen, leugnen nie. Bejehlen, Will ich mit Ernst gehors sam sein, Sie nur zu meiner Richt schnur wählen, Und dir mein gans zes Leben weihn. Dein Wille ist gerecht und gut; Wohl dem, der ihn mit Freuden thut. 3. Wenn ihr eure Hand aufhebt, Dann ergreif' ein heil'ges Schrecken Euch vor ihm, dann denkt: er lebt: Er wird alles doch entdecken, Was Betrug und List verstellt, Er, der Richter aller Welt. 2. Gehorsam ist die beste Gabe. Die dein Geschöpf dir opfern kann; Wenn ich den dir geopfert habe, Welch eine Freud' empfind' ich dann! Nur müff' ich's dir zum Preis und Dank, Aus Liebe thun, und nicht aus Zwang. 4. Denkt, daß keine Finsterniß Each verhüllet, wenn ihr lüget. Glaubt, er ahndet es gewiß, Wenn ihr falsch schwört und betrüget. Er itt Richter, frevelt nicht; Fürchtet ihn und sein Gericht. 5. Trevelt ihr, so folgt euch nach, Ueberall bei Nacht und Tage, Bei dem Glück und Ungemach, Des Gewissens Angst und Klage; Und Kreuzestod. 8. Dann darf ich zu Gott empor Voll Vertraun und Hoffnung se hen; Gnådig neigt er dann sein Ohr Allezeit zu meinem Flehen. Er, der Herr, der Lügner Feind, Ift mein Vater, ist mein Freund. 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne; Dhilf mir, daß ich immers dar Dir, Vater, so gehorchen lerne, Wie Jesus dir gehorsam war. Er war's auch unter Schmach und Noth, Er war's selbst bis zum Pflichten gegen Gott. 4. Laß deine heiligen Gesetze Mir immer gegenwärtig sein; Laß mich, daß ich sie nie verlese, Dich, den Allwissenden, stets scheun; Wie schwer's auch meinen Lüsten deucht: Dein Joch ist sanft, die Last ist leicht. 5. Sobald ich deine Stimme hós re, So mache du mich auch bereit, Daß ich mit Folgsamkeit sie ehre Und thue, was sie mir gebeut; Ich foll ihr Hörer nicht allein, Ich soll zugleich auch Thâter sein. 6, Beut mir die Welt auch tausend Freuden Auf ihren Lasterwegen an, So laß mich fliehn und sie vermei. den: Was ist's, das sie mir ge ben kann? Im Anfang Lust, am Ende Pein, Und die wird groß und schrecklich sein. 7. Doch, wenn ich mich im Guten übe, Und deinen Willen treulich thu', So bleib' ich, Gott, in deiner Liebe, Und hab' in des Gewissens Ruh Den Himmel hier schon in der Zeit, Und mehr noch in der Ewigkeit. Mel. Ich finge dir mit Herz und 2c. 316. Gott will ich dienen, ihm allein, Ich bin sein Eigenthum; Ich will mich seiner Rechce freun; Ge. horfam fei mein Ruhm! 187 5. Leicht ist die kaft und fanft feln Joch, Er stärkt uns selbst zum Lauf, Und straucheln, fallen wir dann noch, So hilft er selbst uns auf. 2. Wie heilig, wie gerecht und gut Ift, was mir Gott gebeut! Wohl dem, der seinen Willen thut, Und gut zu sein sich freut! 3. Weh dem, der seine Pflicht vers gißt! Er bringt sich selbst in Noth; Denn nur, was bóf und schädlich ist, Berbeut uns unser Gott. 4. Gott ist, wenn er Gefeße giebt, Ein Vater, kein Tyrann, Er treibt uns blos, weil er und liebt, Ihm gern zu folgen an. 6. Er warnet, drohet und verheißt, Legt Heil und Tod uns vor: Und ich, erweckt durch seinen Geist, Vers schloß ihm Herz und Ohr? 7. Wie könnte der, der ihn nicht ehrt, Sich seiner Kindschaft freun? Die nur sind dieser Würde werth, Die feinem Dienst sich weihn. 8. Dir sei denn, Gott, mein Herz geweiht; Ich bin dein Eigenthum. Gieb diesem Willen Festigkeit; Ge horsam sei mein Ruhm. Mel. Durch Adams Fall 2c. 317. Hier ist mein Herz, Herr, nimmes hin, Dir sei es ganz ergeben. Was hat die Seele für Gewinn Vom schnöden Sündenleben? Der Weltlust Tand hat nicht Bestand, Und statt den Geist zu nähren, Füllt er das Herz mit Reu' und Schmer;; Wie sollt' ichs so beschweren? 2. Nur du, Gott, bist das höchste Gut, Nach dir ſteht mein Verlan gen; Erfülle mich mit Kraft und Muth, Allein dir anzuhangen. D hätt' ich doch dein sanftes. Joch Nur stets auf mich genommen; So war auch ich schon längst durch dich Zur wahren Ruh' gekommen. Tann auch das größte Glück der Welt Das Herz vor Kummer schüßen? Kann es, wenn Trúbfal uns befällt, Mit Trost uns unter. stüßen? Sein Glanz verschwind't, wie Rauch vom Wind, Und schnell fliehn seine Freuden. Nur deine Treu' wird täglich neu, Und giebt auch Ruh' im Leiden. 13 Besondere Pflichten des Christenthums. 188 4. Wer dich zu seinem Trost er wählt, Sein Herz zum Guten nei get, Das Arge haßt und, wenn er fehlt, Beschämt sich vor dir beuget: Der schmeckt schon hier, erfreut in dir, Der Seele wahren Frieden; Und volles Heil ist einst das Theil, Daß du ihm hast beschieden. 5. Wie thöricht irrt' ich doch um her; Fern von dem Sinn der Christen Sucht' ich, an wahrer Freude leer, Ruh' in der Erde Lüften. Welch ein Betrug! Es sei genug Mich so getäuscht zu haben. Richt' meinen Sinn, o Gott, forthin Nach wünschenswerthern Gaben. 6. Hilf, daß ich mein Gemüth zu dir In Andacht oft erhebe, Und mit der eifrigsten Begier Nach deiner Gnade strebe, Dir folgsam sei und dein mich freu', Du, meis ner Seele Leben! Denn, Gott nur du kannst wahre Ruh' Und Trost dem Herzen geben. 7. Bei dir ist bis in Ewigkeit Der reinsten Freuden Fülle, Des Wohl seins größte Sicherheit, Vollkommne Ruh' und Stille. Nie reize Ehr' und Wollust mehr Zur Sünde mein Verlangen; Bis in den Tod soll dir, mein Gott, Getrost mein Herz an Hangen. 2. Dir gehorcht mit sanfter Wonne Deiner sel'gen Geister Heer. Deine Feste, deine Sonne, Sturm und Donner, Erd' und Meer, Als les dienet deinem Willen; Alles, Höchster, was du schusst, Eilt und drängt sich, wenn du rufft, Dein Gebot stets zu erfüllen; Nur der Mensch erkennt's oft nicht für sein Glück und seine Pflicht. 3. Stolz empórt sich seine Seele, Oft, mein Schöpfer, wider dich; Deine göttlichen Befehle Wirft er thöricht hinter sich, Läßt sich nicht von dir regieren; Klüger noch, nach seinem Wahn, Wählt er eine andre Bahn, Die ihn soll zum Heile füh ren, lind geht mit verblend'tem Sinn Auf verkehrten Wegen hin. 4. Laß es, Gott, uns doch empfinden, Daß uns unser Herz ver führt, Daß die eitle Lust der Sün den Uns zuletzt den Tod gebiert. Mach' uns deinen Willen wichtig, Führ' auf deine Bahn uns hin, Lehr' uns jeden Irrweg fliehn; Denn dein Weg allein ist richtig. Mach' uns unsern Pflichten treu, Daß der Wandel heilig sei; 5. So wird auch bei uns auf Er den, Wie im Himmel, dein Gebot Dankbar stets gehalten werden, Heiliger und großer Gott! Alle Werke deiner Hände Werden uns terthan dir sein, Alle deiner Huld sich freun, Bis an deiner Schöpfung Ende; Denn wer deinen Willen thut, Hat allein es ewig gut. Mel. Collt ich meinen Gott: c. 318. Gut und heilig ist dein Wille, Wie du selbst es bist, o Gott. Du gebentst! In tiefer Stille Hört die Schöpfung dein Gebot. Die im Himmet dir lobsingen, Stehnum deinen Thron bereit, Freuen sich der Seligkeit, Deinen Willen zu vollbringen; Nur der Mensch erVertrauen. Mel. Ach, was soll ich Sünder zc. kennt's oft nicht Für sein Glück 319. Ach, wie ist der Menschen und seine Pflicht, Liebe So veränderlich, so kalt; Wie Pflichten gegen Gott. erstirbt sie doch so bald! Sezze nie auf dieseliebe, Die nicht hält, was sie verspricht, Seele, deine Zuversicht. 2. Aber deiner Liebe trauen, Höchster, das gerenet nie, Denn ein starker Fels ist sie; Die auf die sen Felsen bauen, Wohnen unver letzt und sehn Ruhig selbst die Welt vergehn. 3. Täglich fag' ich meiner See le: Gott liebt ewig; feine Treu' Wird mit jedem Morgen neu! Ihn, den Ewigen, erwähle Dir zum Freund, und jauche dann, Daß kein Feind die schaden kann. 4. Ja, ich will auch dich erwählen, Bater, ich will dir allein Hanz dir mein Vertrauen weihn, Aber ach, die Kräfte fehlen Meinem Vorsaß; bald vergißt Fleisch und Blut, wie treu du bist. 5. Plößlich überfällt mich wieder Sorge der Vergänglichkeit, Ird' sches Hoffen, ird'sches Leid, Und dann sink' ich muchlos nieder, Su che bei den Menschen Ruh; Und mein Helfer bleibst doch du. 6. Ach, vergieb mir, wenn imStaus be Dieses Leibes sich mein Geist Oft so schwer der Erd' entreißt. Ach, vergieß mir, wenn mein Glaube Hier noch wankt, und sich nicht fest, Wie er folle, auf dich verläßt. 7. Täglich laß es mich empfinden, Daß nicht Menschenhülfe nützt, Wenn mein Herz auf sie sich stüßt: Allen Trost laß mir verschwinden, Bis ich wieder flich zu dir Und dann, Bater, hilf du mir. 189 Und erfahren, wie so treu Deine Baterliebe fei. Mel. Herr, mein Licht, mein 2c. 320. Alles ist an deinem Se. gen, Großer Gott, allein gelegen; Du bist unser höchstes Gut; Ueber alles hoch dich schätzen, Und auf dich die Hoffnung setzen, Giebt allein getrosten Muth. 8. Der du deiner Kinder Flehen, Gott, mein Gott, so gern erhört, Und sie selbst auch flehen lehrft, Laß mich fest im Glauben stehen 2. Du, der mich bisher ernähret, Manche Freude mir gewähret, Bist und bleibest ewig mein. Du, mein Bater und Regierer, Wirst mein Helfer und mein Führer Durch mein ganzes Leben sein. 3. Sollt' ich ängstlich mich um Sachen, Die nur Sorg' und Unruhy' machen und vergänglich sind, bes mühn? Nein, ich will nach Gütern streben, Die mir wahre Ruhe geben Und im Tode nicht entfliehn. 4. Auch die Hoffnung, kann er quicken; Was mir gut ist, wirst du schicken; Du bist Herr der ganzen Welt. Dir will ich mich froh erge. ben; Glück und Trübsal, Tod und Leben, Alles sei dir heimgestellt. 5. Ist mein Wunsch nach deinem Willen, Oso wirst du ihn erfüllen, und gewiß zu rechter Zeit. Dir hab ich nichts vorzuschreiben; Wie du willst, so soll es bleiben; Was du willst, ist Seligkeit. 6. Coll ich hier noch langer leben, so wollst du Kraft mir geben, Mrich um das nur zu bemühn, Was in Ewigkeit bestehet. Alles Irdische vergehet Und fährt wie ein Strom dahin. Met. Was Gott thut, das ist zc. 321. Auf Gott und nicht auf meinen Rath Will ich mein Glück 13* 190 Besondere Pflichten nur bauen, Und dem, der mich er. schaffen hat, Mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt Allmäch tig hält, Wird mich in meinen Ta gen Als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, Wie viel mir nützen würde; Bestimmte meine Lebenszeit, Mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, Der zu des Glaubens Ehre Nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, Und hätte, was ich bitte, Mir gnädig, eh' ich's bat, gewährt, Wenn's seine Weisheit litte. Er forgt für mich Recht väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, Sein Wille nur geschehe! 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück Weit schwerer oft zu tragen, Als felbst das widrigste Geschick, Bei deffen Last wir klagen? Die größte Noth Hebt einst der Tod; Und Ehre, Glück und Habe Verläßt uns doch im Grabe. des Christenthums. Trau' ich in aller Noth; Die ihn um Rettung flehten, Berließ er nie in Nöthen. Er wird mein Unglück wenden, Es steht in seinen Händen. 2. Macht mir die Sünde Schmerz, Verzagt doch nicht mein Herz, Weil ich auf Christum baue Und fest auf ihn vertraue. Ihm bleib' ich ganz ergeben, Im Tode, wie im Leben. 3. Und nimmt der Tod mich hin, It's dennoch mein Gewinn. Ich weiß, an wen ich glaube; Er läßt mich nicht im Staubs; Es mag der Leib erkalten, Den Geist wird Gott erhalten. 4. Mein Heiland, Jesus Christ, Der du aus Liebe bist Für mich am Kreuz' gestorben, Du hast mir Heil erworben; Du schafft auf kurze Leiden Den Deinen ew'ge Freuden. 5. Ich harr' und traue dir; Dut schenkt sie einst auch mir. Ich habe dein Versprechen, Das kannst du nimmer brechen. Auf deinen gro ßen Namen Sprech' ich voll Hoff nung: Amen. 5. An dem, was Seelen glücklich macht, Läßt Gott es keinem fehlen; Mel. Beficht du deine Wege 26. Gesundheit, Weltlust, Ehr und 323. Christ, alles, was dich Pracht Sind nicht das Glück der Seelen; Wer Gottes Rath Vor Augen hat, Dem wird ein gut Gewiffen Die Trübfal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlich Feit? Wie bald ist sie verschwuns den! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. Fränket, Befiehl getrost dem Herrn, Er, der die Himmel lenket, Ist auch von dir nicht fern. Erwach' aus dei nem Schlummer, Zu Gott erhebe dich! Er siehet deinen Summer, Und liebt dich väterlich. 2. Sinds Sünden, die dich schmerzen, So fühle deine Schuld; Doch traut mit ganzem Herzen Auf del nes Mittlers Huld. Zu wahrer Ruhe führet Die Reu', die Gott gefällt; Allein den Tod gebleret Die Traurigkeit der Welt. 322. Auf meinen lieben Gott 3. Trau Gott, nicht deinen Schlüf Mel. Wo soll ich flichen hin 2c. Pflichten gegen Gott. fen, Die Wahl des Besten zu. Sprich: wer wirds besser wissen, Dein Schöpfer oder du? Er weiß ja, was dir fehlet, In jedem Aus genblick; Was er, dein Vater, wäh. let, Das dient zu deinem Glück. 4. Der Gott, auf deffen Segen Dein ganzes Wohl beruht, It stets in seinen Wegen Gerecht und weif und gut. Und was er seinen Sin, dern Zu ihrem Heil erfah, Kann kein Erschaffner hindern; Wenn er gebeut, stehts da. 5. Vergeblich toben Feinde Auch noch so fürchterlich; Hast du nur thu zum Freunde, Iter, dein Gott, für dich, Wer gleicht ihm? seinen Winken Gehorchen Erd' und Meer; Laß deinen Muth nicht sinken, Dein Schirm und Schild ist er. 6. Gott zählet deine Bähren, Und wird, was gut ist, gern Auch dei. 191 dies Wort, und weine Die Freu denthrán', o Chrift! Und könnt' fie sein vergeffen: Will ich doch deiner nicht, Ich deiner nicht vergessen! Der Herr ist's, der dies spricht. 10. Mit ruhigem Gemüthe Vers laß auf ihn dich fest, Weil seine Macht und Güte Dich ewig nicht verläßt; Er wird von deinem Leide Dich väterlich befrein; zu deiner größern Freude Berzieht er; har. re sein. uem Wunsch gewähren. Harr' in Geduld des Herrn, Der's niemals bofe meinet, Hoff unverzagt auf ihn! Wenn seine Zeit erscheinet, Wird deine Wohlfahrt blühn. 7. Ergieb dich ihm mit Freuden, Sei stark in seiner Kraft; Sei auch zur Zeit der Leiden Ein Christ und tugendhaft, Und dann ergreif im Glauben Den Trost der Ewigs keit; Wer kann dir diesen rauben, Der allen Gram zerstreut. S. Sei froh! dein Gott regieret, Sein Rath ist wunderbar; Einst wirst du überführet, Daß er der beste war. Du denkst wohl unter dessen: Der Herr erbarmt sich nicht! Der Herr hat mein vergess sen! Doch höre was er spricht: 9. Ist auch der Mütter eine, Die ihres Sohns vergißt? Denk' an 11. Wohl dir alsdann, du Treuer! Wie groß ist einst dein Lohn! Dein Richter, dein Befreier, Reicht dir die Siegeskron'. Auf kurze Prús fungstage Folgt ew'ger Preis und Dank; Dann schweiget jede Klage Und wird ein Lobgesang. Diet. Was Gott that, das ist zc. 324. Der Herr ist meine Zuversicht, Mein eing'ger Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Croft und Licht, Der sich dem Herrn er geben. Gott ist sein Gott; Auf sein Gebot Wird seine Seele stille; Ihm gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stárke; Die Augen, welche auf dich schaun, Sehn deine großen Werke. Herr, groß von Rach Und stark von That, Mit gnadenvollen Händen Wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich ge liebt, Verlaffen sehen müssen; Du táß'st ihn, wenn ihn Noch umgiebt, Doch deinen Trost genießen. Des Frommen Herz Wird frei vom Echmerz; Der Sünder eitles Dich. ten, Weißt du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff', o Seele, hoff' auf Besondere Pflichten des Christenthums. 192 Gott! Der Thoren Trost verschwin det, Wenn der Gerechte in der Noth Hülf und Erbarmung findet. Wenn jener fällt, Ist er ein Held; Er steht, wenn jene zittern, Ein Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, Die dir dein Glaube reichet; Weh denen, die zu Menschen fliehn, Weh dem, der von Gott weichet! Dein Heiland starb; Er, er erwarb Auf seinem Todeshügel Dir dei nes Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her Sich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freuden leer Zu ihm um Gnade kammeln. Die Zeit der Qual, Der Thränen 3ahl, Zählt er; die Last der Schmer. zen Wälzt er von deinem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht! Auf dich hofft meine Seele; Du weißt, was meinem Wohl gebricht, Wenn ich mich sorgend quâte. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, All. mächtiger, verlassen, und sich im Kummer faffen? 8. In deine Hand befehr' ich mich, Mein Wohlsein und mein Leben, Mein hoffend Auge blickt auf dich, Dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott, Und einst im Tod Mein Fels, auf den ich traue, Bis ich dein Antlik schaue. kann; Und wie oft vergeh' ich mich Alengstlich zweifelnd wider dich! 2. Gott, vergieb mir diese Sünde; Nimm den Kleinmuth von mir hin. Schenke, Vater, deinem Kinde, Einen dir ergeb'nen Sinn, Der von dir nur Hülfe heischt, Den nicht falsche Hoffnung täuscht, Die das Herz aufs Eitle zieht, Und so schnell wie Rauch entflieht. 3. Gram und Sorgen will ich meiden, Weil dein Auge für mich wacht; Du hast schon in manchen Leiden Alles mit mir wohl gemacht. Hoffen laß mich immerdar Auf dein Wort; denn es ist wahr. Gott, wer deinem Wort nicht traut, Hat auf leichten Sand gebaut. 4. Hilf mir fest im Glauben werden, Daß dein Wort wahrhaftig sei. O wie werd' ich dann auf Er. den Von so mancher Unruh' frei. Dann werd ich, Gott, mit Vertraun Stets auf deine Hülfe schaun; Dann wächst meine Zuversicht, Und die Hoffnung trügt mich nicht. 5. Froh erhebt sich meine Seele wenn ich den zum Führer wähle, Selbst noch über Tod und Grab, Der sich einst für mich auch gab. Er, der siegreich auferstand, Löst auch mir des Todes Band, Führt mich zu dem Leben ein, Wo kein Leid wird weiter sein. 6. Ich mus freilich hier auf Er den Unter Last und Mühe sein; Doch du wirst von den Beschwerden Mel. Welt, fahr' hin, ich bin ze. 325. Gott der Wahrheit, def. Dieser Zeit mich einst befrein. D fen Treue Unfre Hoffnung stüßt und hält! Ich erkenn' es voller Reue, Daß mich Kleinmuth oft be. fällt. Ach! mein Herz hängt dem noch an, Was nie Ruhe bringen erwünschte fel'ge Zeit, Wann von aller Noth befreit, Ich dich, o mein Heiland, seh', Und mit dir zur Freud' eingeh'. 7. Fröhlich sieht dahin mein Hof Pflichten gegen Gott. fen, Du bleibst meine Zuversicht, Bis das alles eingetroffen, Was auch mir dein Wort verspricht. Nicht vergebens stüßt auf dich, Le bensfürst, mein Glaube sich: Was wir glauben, schauen wir Einst ge wiß, o Herr, bei dir. In bekannter Melodie. 326. Von Gott will ich nicht laffen, Er läßt von mir ja nicht; Im Kummer mich zu faffen, Giebt er mir Kraft und Licht. Er steht mir hülfreich bei; Mit jedem neuen Morgen Weiß er mich zu verfor gen, Ich sei auch wo ich sei. 2. Wenn Menschengunst und Lies be In Kaltsinn sich verkehrt, Bleibt er voll Batertriebe, Bleib' ich ihm immer werth. Er hilft aus jeder Noth, Zerreißt der Sünde Bande, Befreit von ihrer Schande Und rettet selbst vom Tod. 3. Ihm, ihm will ich vertrauen, Auch in der schwersten Zeit Auf sei ne Hülfe bauen, Er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; Leib, Seele, Gut und Leben Sei Gott dem Herrn ergeben; Er mach's wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, Als was uns müßlich ist: Gut meint er's mit uns allen, Er gab uns Jefum Chrift. Hat er so viel gethan, So wird er auch gewäh, ren, Was unsern Leib ernähren, Den Geist erfreuen kann. 193 Erden In ihm schon felig werden, Noch mehr in Ewigkeit. 6. Mag doch die Welt vergehen Mit aller ihrer Pracht; Das Glück bleibt ewig stehen, Das Gott mir zugedacht. Zwar schließ ich hier den Lauf; Doch, wann ich nun im Grabe Genug geruhet habe, Weckter mich wieder auf. 5. Lobt ihn mit Herz und Mun de, Ihn, der uns beides schenkt. Gesegnet ist die Stunde, Darin man fein gedenkt! So braucht man recht der Zeit. Wir sollen ja auf 7. DieSeel' ist unverloren InGottes Baterhand; Der Leib wird neu geborenzum beffern Vaterland. Wie selig werd' ich sein! MitGott und sei nen Frommen Soll ich mich da voll. kommen, Soll ich mich ewig freun. 8. Ob ich gleich nun auch dulde Viel Leiden dieser Zeit, Wie ich's auch oft verschulde, Kommt doch die Ewigkeit, so großer Freuden voll, Die, da ich Christum kenne, Und mich von ihm nicht trenne, Mein Erbtheil werden soll. 9. Das ist des Vaters Wille, Der uns erschaffen hat; Aus seines Sohnes Fülle Empfahn wir Guad' um Gnad'; Er giebt uns seinen Geist, Damit er uns regiere, Die Bahn zum Himmel führe. Hoch sei der Herr gepreist! In bekannter Melodie. 327. Wer nur den lieben Gott last walten, Und hoffet auf ihn alle. zeit, Den wird er wunderbar erhalten In aller Noth und Traurigkeit. WerGott, dem Allerhöchsten, traut, Der hat auf feinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Beh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen Befeufzen unserlingemach? Wir machen unser Kreuz und Leid Nur größer durch die Traurigkeit, 194 Besondere Pflichten des Christenthums. 3. Weil du nun, Gott, mein Va ter bist; So weiß ich, daß mich nie vergißt Dein väterliches Her;; Mich, das Geschöpf von gestern her, Das ohne dich ganz hülflos wär'. 3. 2u Gott sei deine Seele stille, Und hilft dir gern in aller Noth. Mit seinem weisen Rath vergnügt, Und warte, was sein guter Wille Zu deinem wahren Wohl verfügt; Gott, der zu Kindern uns erwählt, Weiß doch am besten was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten FreudenStunden, Und weiß wohl, was uns nützlich sei; Wenn er uns nur hat treu erfunden, Geduldig, ohne Heu. chelei, So kommt er, eh' wirs uns versehn, Und läßt uns dann viel Guts geschehn. 4. Der Reiche bau' auf Geld und Gut, Ich trau' auf Gott mit festem Muth; Bin ich gleich noch so arm, So bin ich doch der Zuversicht: Wer Gott vertraut, den läßt er nicht. 5. Elias, wer ernährte dich, Als Hungersnoth und Dürre sichDurchs ganze Land erhob? Dich nährte einer Witwe Hand, zu der du warst von Gott gesandt. 5. Denk nicht in deiner Drang, fals Hiße, Daß du von Gott vergeffen seist, Daß der nur ihm im Schooße sike, Den alle Welt als glücklich preist: Die Zukunft åndert oft sehr viel, Und feget jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sa. chen, Und seiner Allmacht gilt es gleich, DenReichen klein und arm zu machen, Den Armen aber groß und reich. Er ists allein, der Jedermann Bald stürzen, bald erhöhen kann. 7. Sing', bet' und geh' auf Gottes Wegen, Verrichte deine Pflicht ges treu; Trau' ihm und seinem reichen Segen, So wird er bei dir werden neu; Denn wer nur seine Zuversicht Auf Gott seßt, den verläßt er nicht. 6. Und ging aus seines Vaters Haus Nicht Jacob leer und einsam aus, Als Fremdling, ohne Schuß? Und sehet, überhäuft mit Glück, Kam er ins Vaterland zurück. 7. Ach Gott, so reich bist du noch heut' Als du es warst von Ewigkeit; Zu dir steht mein Vertraun. Mach mich an meiner Seele reich, So gilt mir andrer Reichthum gleich. 8. Des Zeitlichen entbehr' ich gern; Hab' ich das Ew'ge nur vom Herrn, Das er auch mir erwarb Durch seinen herben bittern Tod: Das, das gieb mir, mein treuerGott. In bekannter Melodie. 9. Das alles, was die eitle Welt Allein für Glück und Freude hält, 328. Warum betrübst du dich Gold, Ehre, Wollust, Pracht; Das währt nur eine kurze Zeit, Und hilft doch nicht zur Seligkeit. mein Herz, Und härmst dich ab mit bangem Schmers, Blos um ein zeits lichs Gut? Vertrau' nur dem, des Allmachtsruf Die ganze Welt aus Nichts erschuf. 10. Nein; eitel ist das Glück der Welt. Nicht Ansehn, Stärke oder Geld, Macht uns vom Grabe frei: Ja, oft ist großes Glück der Zeit Nur Hinderniß der Seligkeit. 2. Dich laffen will und kann er nicht; Auch weiß er wohl, was dir gebricht: Die ganze Welt ist sein. Er ist dein Vater und dein Gott, 11. Sohn Gottes, freudig dank' ich dir, Daß du in deinem Wort Pflichten gegen Gott. auch mir Dein Heil haft offenbart. Verleih' mir nun auch feste Treu, Daß dort bei dir mein Erbtheil sei. 12. Lob, Ehr' und Preis sei dir gebracht, Daß du es immer wohl. gemacht! In Demuch bitt' ich dich: Verwirf von deinem Angesicht Mich Herr, mein Gott, nur ewig nicht. Mel. Erschienen ist der herrl. 2c. 329. Gott lebt ja noch; drum forg' ich nicht. Du, Herr, bist meis ne Zuversicht; Stürzt auch der gans ze Weltkreis ein, Du wirst mein Schuß und Retter sein. Gelobt feist du! 2. Du sorgst für mich. Was sorgt ich denn, Da ich dich, meinen Bas ter, kenn'? Jsts deine Macht nicht, die die Welt Mit Weisheit und mit Güt' erhålt? Drum sorg' ich nicht. 195 mich In allen Fällen nur auf dich, Sieh' mich stets mit Erdarmen an, So bin ich froh, und jauchze dann: Gott lebt ja noch. 3. Fehlt mirs an Einsicht, Macht und Rath, Wenn mich Gefahr um. geben hat, So denk' ich voll Ver traun daran, Daß du regierst, dich bet' ich an; Und du hilft mir. 4. Du kennst mich, und dein Rath weiß wohl, Wie er mein Schicksal lenken soll; Auch dann machst du es mit mir gut, Wenn du mich prüfft, drum hab' ich Muth Und trau' auf dich. 5. Legft du auf mich ein schweres Soch, Wie schwer's auch sei, so hoff ich doch, Du hilsst uns tragen, was uns plagt, Und wer nach deiner Hülfe fragt, Den stårkest du. 6. Wie hart mich auch ein Leiden drückt, So bist du's doch, der mich erquickt; Du giebst mir Kraft zum Kampf und Lauf, Und fall ich, so bitfit du mir auf. Gelobt seist du! 7. Mein Vater, drum verlaß ich In bekannter Melo die. 330. Warum folle ich mich denn gråmen? Hab' ich doch Christum noch: Wer will mir den neh. men? Wer will mir den Himmel rauben, den ich schon Durch den Sohn Habe hier im Glauben. 2. Nackend kam ich in das Leben, Da es mir Ward von dir, Herr, juerst gegeben. Nackend geh' ich von der Erde, Wenn ich sie Nach viel Müh Einst verlassen werde. 3. Was ich hab', Leib, Seel und Leben, Ist nicht mein, Gott allein Hat es mir gegeben. Soll ich es ihm wiedergeben, Nehm' er's hin, Zum Gewinn Wird mir ew'ges Leben. 4. Schickt er mir ein Kreuz ju tragen; Dringt herein Angst und Pein; Sollt' ich drum verzagen? Der es schickt, der wirds auch wens den, Er weiß wohl Wie er soll All' mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Ta gen Oft ergott, Sollt' ich jetzt Nicht auch etwas tragen? Liebt er mich doch drum nicht minder! Nicht zu schwer Büchtigt er Seine lieben Kinder. 6. Satan, Welt und ihre Rotten Können mir nichts mehr hier Thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß fie lachen! Gott, mein Heil, Wird in Eil' Sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen Soll ein Christ, Wo er ist, Stets sich laffen schauen, Was sollt' er zu schrecklich finden? Auch den Tod 196 Besondere Pflichten des Christenthums. Hilft ihm Gott Freudig überwinden. 8. Kann mich doch kein Tod ganz tödten, Nein, er reißt Meinen Geist Aus viel tausend Nöthen, Endigt dieses Lebens Leiden, Und giebt mir Einst dafür Dauerhafte Freuden. 9. Dann wird sich an bessern Schätzen Geist und Herz Auf den Schmerz Ewiglich ergößen. Hier ist kein recht Gut zu finden; Was die Welt In sich hält, muß wie Rauch verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Gü ter? Unbestand, Eitler Tand, Kum mer der Gemüther. Dort, dort sind die edlern Gaben, Wo mein Hirt, Christus, wird Mich ohn'Ende laben. 11. Herr mein Hirt, Quell' al ler Freuden! Du bist mein, Ich bin dein, Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben Und dein Blut, mir zu gut, Ju den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich faffe, Und dich nicht, O mein Licht, Aus dem Herzen laffe. Laß mich, Iaß mich hingelangen, Wo du mich Und ich dich Ewig werd' umfangen. el. Mein Herz ermuntre dich zc. 331. Mein Schuß ist Gott; ihn laß ich walten; Ich hoff auf ihn, er kennet mich. Ihm fehlts, die Seinen zu erhalten, An Mit teln nie, und sein bin ich. Ich grün de meine Zuversicht Auf diesen Fels und wanke nicht. 2. Was qual' ich mich? bin ich ein Heide, Der ohne Gott und Hoffnung ist? Nein, das ist meines Herzens Freude, Daß du, o Gott, mein Helfer bist. Hilf, mein Er barmer, stärke mich, Denn nichts vermag ich ohne dich. 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder Zur Ewigkeit mit weiser Huld; Er schont, er züchtigt viel gelinder, Als wir verdient, und hat Geduld. Er hat nicht Lust an unserm Schmerz; Wir flehn, ihm bricht sein Vaterherz. 4. Die Lieb' ist Gott! wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jefum Christ? Was könnte mir ein Gott versagen, Der so unendlich gútig ist? Erhabner Trost, der nimmer trügt, Und jeden Zweifel überwiegt! 5. Ich harre seiner und bin stille; wie bald verstreicht die Prüfungs zeit! Dann nehm' ich auch aus fei ner Fülle Unendliche Zufriedenheit. Er leite mich nach seinem Rath, Wie er mir zugesaget hat. Mel. Auf! hinauf zu zc. 332. Auf! hinauf, bedrängte Seele, 31 dem Gott, der gern beglückt! Sprich ihn findlich an, erzähle Ihm den Kummer, der dich drückt, MitVaterfinn Hört er drauf, verkehrt dein Leiden, Ift's dir gut, in süße Freuden. Zu ihm nur hin! 2. Wer von Herzen ihm vertraut. et, Und mit fester Zuversicht, Auf zu ihm nach Hülfe schauet, Wahrlich! den verläßt er nicht. Drum harre sein, meine Seele, in der Stille; Denn bei ihm ist Raths die Fülle, Dich zu erfreun. 3. Alle Wege, feinen Kindern Beizustehen, kennet er; Und was kann daran ihn hindern? Nichts ist seiner Kraft zu schwer. Und sei ne Tren' Reicht so weit als Sou Pflichten gegen Gott. nen glângen, Seine Lieb' ist ohne Grenzen, Er steht dir bei. 4. Doch nicht immer zu der Stun de, Da wir gern die Hülfe sähn, Heilt er unfres Herzens Wunde, Ob wir gleich darum ihn flehn; Der Höchste übt Durch Erduldung längs rer Schmerzen In der Treu' oft fromme Herzen, Weil er sie liebt. 5. Drum, o Seele, sei zufrieden, Hebt er auch nicht gleich dein Leid. Es erscheinet doch den Müden Endlich der Erquickung Zeit. Dein Lob, gefang Wird gewiß nach bangen Zähren Noch den treuen Ketter ehren Mit lautem Dank. Mel. Ach, was soll ich Sünder zc. 333. Sollt ich dir, mein Gott, nicht trauen? Du, du liebst mich väterlich, Sorgft mit Weisheit auch für mich. Sicher kann ich dars auf bauen, Was dein theures Wort verspricht: Gott verläßt die Seis nen nicht. 6. Sei nur stets zu ihm erhoben, Wandle richtig seine Bahn; Suche eifrig, was dort oben, Wo kein Leid mehr angsten kann. Dem Himmet zu! Wo, nach viel durchweinten Mel. Jesus, meine Zuversicht, 2c. Stunden, So viel Fromme schon 334. Auf, mein Herz, ermans gefunden Die wahre Ruh. ne dich, Ueberlaß dich Gottes Willen; Bald wird er und väterlich Allen deinen Kummer stillen. Er vermags, und seine Huld Giebt die Trost und auch Geduld. 2. Ja, du siehest, was mich drük ket; Was mir nüßt, ist dir bes kannt; Weißt und hast in deiner Hand Alles, was mein Herz er. quicket. Deine Lieb' und Vatertreu Wird mit jedem Morgen neu. 197 läsfest mich auch nie; Ich bin ja weit mehr, als fie. 4. Wenn nach deinem Reich ich trachte lind nur meine Seligkeit So, wie mir dein Wort gebeut, lieber alles fuch' und achte, Hab' ich des Gewissens Ruh, Und das Andre fällt mir zu. 3. Der du alle Vögel nährest Al ler Felder Blumen schmückt, Jes des dürre Land erquickft, Speise allem Vieh gewährest: Du ver, 5. Heiter sei der andre Morgen Oder nicht; was sünftig ist, Quâit mich nicht; ich bin ein Christ. Dich, mein Vater, laß ich sorgen, Froh bei allem, was dein Rath Ueber mich beschloffen hat. 6. Wohlzuthun ist deine Freude. Das erhebt und tröstet mich; Das rum hoff ich stets auf dich, Ruhig auch im tiefsten Leide. Was mir nützet, giebst du mir; Bater, ewig Dank sei dir! 2. Heißt er dich die rauhe Bahn Schwerer Leiden hier noch wallen, Sei gelaffen, denke dann: Also hat es Gott gefallen. Glaube feft: nur was er thut, Ist dir heilsam, recht und gut. 3. Halt' an Gott dich, fei getreu! Leiden Gottes Kinder Schmerzen, O so haben sie dabei Ruh' und Freude doch im Herzen. Endlich fiegt, wer Gott gefällt, Ueber alle Noth der Welt. 4. Gott verzeucht wohl; doch ges währt Er dir endlich deine Bitten. Dulde! Jesus hat viel mehr, Als Besondere Pflichten des Christenthums. 198 du leiden kannst, gelitten. Faffe dich, und habe Muth, Denn er litt auch dir zu gut. Du bleibst doch immer groß an Rath, Und immer mâchtig auch an That, Mein Bestes zu besorgen. 6. Dies sei mein Trost, dies sei mein Licht, Wenn mich die Sorgen kränken. Erfüllst du meine Wün sche nicht, So laß mich glaubig den. ken, Daß mirs nicht gut gewesen ist; Wie du die höchste Weisheit bist, So wählst du stets das Beste. 7. Was hier mir fehlt, das wirst Mel. Aus tiefer Noth ruf' 2c. 335. Du hast, mein Vater und du mir Aufs reichlichste ersehen, mein Gott, Mich durch dein Wort belehret, Daß deine Hand der From men Noth In Freude einst verkeh. ret, Und daß ich alles, was ich kránkt, Auf dich, der unser Schicksal lenkt, Mit Zuversicht soll werfen. Wann ew'ge Freuden mich bei dir In deinem Reich ergößen: Da ist mein Erb' und höchstes Gut; D stärke mir dadurch den Muth, Bis an mein fel'ges Ende. 5. Kronen folgen auf den Streit. Kämpfe nur mit festem Glauben! Keine Leiden dieser Zeit Können Gottes Huld dir rauben. Duide, bet' und lebe rein; Selig wird dein Ende sein. Mel. Mas Gott thut, das ist 2. 2. So will ich denn auch auf dein Wort, Der Sorgen mich entschüt. 336. Gott, dir vertraun, ist ten. Erhöre du, mein Herr, mein Hort, Mein kindlich Flehn und Bits ten: Gieb meiner Seele wahre Ruh; Was mich bekümmert, lenke du 3u meinem ew'gen Besten. 3. Der Sorgen Macht hat freis lich oft mich überwält'gen wollen. Auch hab' ich nicht auf dich gehofft, Als ich wohl hoffen sollen. Wie oft hab' ich durch Ungeduld, Zur Haus fung meiner Sündenschuld, An dir, mein Gott, gesündigt! 4. Erbarmender, vergieb es mir Nach deiner großen Güte; Erfülle mit Vertraun zu dir Mein schüch, ternes Gemüthe, Und stårk' in mir die Zuversicht, Du werdest mich, Is Vater, nicht Verlassen, noch versäumen. meine Pflicht, Ist Seligkeit im Le ben; Sie kann dem Herzen Zuver sicht Und Trost und Freuden geben. Des Pilgers Müh' Bersüßet sie, Und läffet ihn hienieden Im Laufe nicht ermüden. 2. Auf Erden wechseln, bis ins Grab, Zufriedenheit und Sorgen Getreulich mit einander ab, Wie Mitternacht und Morgen. Das Unglück flieht, Die Freude blüht, Und kaum ist sie empfunden, So ist sie auch verschwunden. 3. Wie würde da voll Alengstlichkeit Uns jeder Tag verfließen, Und bei des Lebens Heiterkeit Das Herz schon beben müssen, Wenn Zuvers sicht Zu dir uns nicht Dann Sichers heit gewährte, Und ruhig bleiben lehrte. 5. Seh' ich auch gleich nicht im merfort Den Weg zur Rettung ofs fen, So laß mich dennoch, Herr, 4. Du theilst das alles aus, was hier Den Sterblichen begegnet. mein Hort, Auf deine Hülfe hoffen. Mit Freud' und Trübfal werden Pflichten gegen Gott. wir Nach deinem Rath gesegnet. Wenn wir nur auch Durch den Ge. brauch So weise werden wollten, Als wir, o Gott, es sollten! 5. Nicht unser Wille soll geschehn; Du wählest stets das Beste. Wenn Erd' und Himmel untergehn, Steht diese Wahrheit feste. O! daß wir sie Durch Leichtsinn nie An unfern Seelen schwächten, Sie nie verken nen möchten! 6. Dann würde diese Prüfungs zeit Nicht traurig uns verschwin den, Uns keine Widerwärtigkeit Des Lebens muthtos finden. Dann sähen wir Voll Hoffnung hier mit Palmen und mit Kronen Die Ules berwinder lohnen. 7. Gott, heilige du selbst mein Herz, Damit ich dir vertraue Und mit Gelaffenheit im Schmerz Hin auf gen Himmel schaue. Einst preis auch ich Auf ewig dich Für überstandne Leiden, Im Lande sich. rer Freuden. Ergebung in Gottes Willen. In bekannter Melodie. 337. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Es bleibt gerecht sein Bille; Wie er fängt meine Sachen an, So harr' ich sein, bin stille. Er ist mein Gott, Der in der Noth Mich wohl weiß zu erhalten; Drum laß ich ihn nur walten. 199 gethan! Nur er wels, was uns nüßet. Wie ungewiß irrt Jeder mann, Der sich auf ihn nicht stüket! Ja seine Treu Ist immer neu; Drum will ich auf ihn bauen Und feiner Güce trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohls gethan! Er ist mein Licht und Les ben, Der mir nichts Böses gönnen kann; Ihm will ich mich ergeben, In Freud' und Leid; Es kommt die Zeit, Da öffentlich erscheinet, Wie treulich er es meinet. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Sein Wort kann nimmer trügen. Er führet mich auf rechter Bahn, Dran laß ich mir genügen, Und seine Huld, Hab' ich Geduld, Wird alles Unglück wenden; Es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohl 5. Was Gott thut, das ist wohl gethan! Muß ich den Kelch gleich schmecken, Der bitter ist nach meis nem Wahn, Laß ich mich doch nicht schrecken; Weil er zuletzt Mich doch ergötzt mit süßem Trost im Her zen; Da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan! Dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Gleich Noch und Elend treiben; So wird Gott mich Doch väterlich In seinen Armen halten; Drum laß ich ihn nur walten. Mel. Wer nur den lieben Gott: c. 338. Herr, mache meine Seele stille! Bei allem, was mich frånkt und drückt, Geschieht doch einzig nur dein Wille, Der nichts zu meis nem Schaden schickt. Du bists, der alles andern kann; Und was du thust, ist wohlgethan. 2. Du führst uns selbst auf rau. hen Wegen zu deiner Kinder Ges ligkeit; Auch Widerwärtigkeit wird Segen Für jeden, welcher dir fich weiht. Siehts gleich der blide Geist nicht ein: Der Ausgang wird doch herrlich sein. Besondere Pflichten des Christenthums. 200 3. Laß denn mich stille sein und hoffen, Hast du mir Prüfungen be stimmt. Dein Vaterherz steht je dem offen, Der seine Zuflucht zu dir nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. 4. lins bleibt oft, was uns nutzt, verborgen; Oft wird es auch von uns verkannt. Wie oft sind unsre Wünsch und Sorgen Boll Thor heit und voll Unverstand? Wer kann, was seinem Wohlergehn Zum Schaden dient, ganz übersehn? 5. Nur du, Gott kennst und wählst das Beste. O Vater, mache selbst mein Herz In dieser Ueber zeugung feste, So überwältigt mich fein Schmerz. Ich duld' ihn mit Gelaffenheit; Du führst mich ja aur Seligkeit. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, Da mich vollkommnes Glück erfreut; Denn einmal führt du doch die Frommen 3ur völligen Bufriedenheit, Und dann wird je. dem offenbar, Daß nur dein Rath der beste war. 7. Da erndt' auch ich von meinen Plagen. Die sel'gen Früchte ewig ein; Dann wird mein Herz, statt aller Klagen, Nur voll des frohen Lobes sein: Der Herr, der für mein Heil gewacht, hat alles mit mir wohl gemacht. de? Ob er gleich schlägt Und Kreuz auflegt, It doch sein Thun voll Gnade. 2. Das kann mir fehlen nimmer mehr; Mein Vater muß mich lieben. Läßt er auch oft mich freudenleer, So will er mich nur üben, Daß sich mein Herz, In jedem Schmerz, Gewöhne sich zu faffen; Uleb' ich Geduld, Trau' seiner Huld, Wird er mich nicht verlaffen. 3. Gebildet hat mich seine Kraft, Mir Leib und Seel' gegeben, Hat mir den Unterhalt verschafft, Er fris stet mir das Leben, Erbarmet sich und zählet mich Aus Gnaden zu den Seinen. Wer so viel thut, Machts immer gut, Und kanns nie böse meinen. 4. Er ist voll Weisheit und Vers stand, Boll Kraft in seinen Thaten. Zeit, Ort und Stand' ist ihm be kannt, zu helfen und zu rathen. Er weiß wann Freud', Er weiß wann Leid üns, feinen Kindern, diene; Und was er thut Ift alles gut; Ob's noch so traurig schiene. 5. Du denkest zwar, wenn du nicht haft, Was Sinnenlust begehret, Als sei mit einer großen Lail Dein Lebensgang beschweret; Hait spät und früh Viel Sorg' und Müh' Auf selbst erwählten Wegen Und dens keit nicht, Daß, was geschicht, Geschehe dir zum Segen. Mel. Was mein Gott will: c. 6. Es kann bei lauter Sonnenlicht Das Feld nicht Früchte tragen; So 339. Ich hab' in Gottes Herz reift auch Menschen- Wohlfahrt und Sinn Mein Herz und Ginn er geben. Was böse scheint, ist mir Gewinn, Der Ted selbst ist mein Leben; Denn Gott ist mein, Und ich bin sein. Was ist wohl, das mir scha. nicht Bei lauter guten Tagen, Wie herb auch sei Die Arzeney, Schafft sie doch neues Leben; So muß das Leid zu neuer Freud' Und wahrem Glück erheben. Pflichten gegen Gott. 7. Ei nun, mein Gott, fo fall' ich dir Getrost in deine Hände. Nimm mich und mach' es nur mit mir Bis an des Lebens Ende, Wie dir's ge fällt, Der du die Welt Nach weisem Rath regierest, Und so auch mich Stets väterlich Auf richt'gem Pfade führest. 8. Willst du mir geben Sonnenschein, So nehm' ich's an mit Freu. den; Soll's aber Nacht der Trübsal sein, Will ich's geduldig leiden. Willst du allhier Noch lânger mir Des Lebens Kraft erhalten: Wie du mich führst Und führen wirst, So laß ich gern dich walten. 9. Auch noch im Tode bin ich dein, Vor ihm soll mir nicht grauen; Er führt zum beffern Leben ein; Er ist der Weg zum Schauen. Du bist mein Hirt, Der alles wird zu solchem Ende kehren, Daß ich mit Dank Und Lobgesang Dich ewig werde ehren. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 340. Bericht dem Höchsten deine Wege Und mache ich von Sorgen los. Vertrane seiner Ba terpflege; Für ihn ist nichts zu schwer und groß, Das er zu seines Namens Preis Nicht herrlich auszuführen weiß. 2. Wo du ihn nur haft walten laf fen, Da hat er alles wohlgemacht, Und was dein Denken nicht kann faffen, Das hat er längst zuvor bes dacht. Wie es sein Rath hat auserfehn, So und nicht anders muß es gehn. 3. Wie werden deine Lebenstage Von manchem Kummer fein be freit; Wie leicht wird alle Last und 201 Plage Dir werden in der Prüfungss zeit, Wenn du nichts wünscheft in der Welt, Als was Gott will und ihm gefällt. 4. An wahrem Glück wird dir's nicht fehlen, Wenn du dein Herz gewöhnst und lehrst, Nur das, was Gott will, zu erwählen, Und deinem Eigenwillen wehrst. Gott ist voll Weisheit und Verstand; Du irrest leicht und baust auf Sand. 5. Gieb meinem Herzen solcheStil le, Mein Jesu, daß ich sei vergnügt, mit allem, wie's des Vaters Wille Mit mir in meinem Leben fügt. Nur nimm dich meiner Seele an, So hab' ich, was ich wünschen kann. 6. Ich weiß, du thust's; sie ist die deine Und kostet dich dein theures Blut. Gieb, daß sie's immer redlich meine, Und mache sie rein, fromm und gut. Laß dies auch meine Sorge sein, So wird gewiß dein Segen mein. 7. Indeß, mein Gott, sei stets ge priesen Für das Erbarmen, daß du mir, Noch eh' ich war, bereits erwies sen, Da du, mein treuer Hirte, dir 3um Eigenthum mich haft erwählt Und so den Deinen zugezählt. 8. Dir sei auch Dank und Lob gegeben, Daß du mich von so mancher Laft Befreit und für mein zeitlich's Leben So gnadenreich geforget hast. Mehr, als ich dir verdanken kann, Hast du schon hier an mir gethan. 9. Dort preif' tch deiner Liebe Thaten In größerer Vollkommen heit, Wenn mir mein ganzer Wunsch gerathen, Daß ich im Licht derEwigfeit Erkenne, wie mich, Herr, dein Rath So selig hier geführet hat. 202 Besondere Pflichten des Christenthums. Mtet. Jesus, meine Zuversicht, zc. Met. Aus tiefer Noth ruf ich xc. 341. Gottes Wille, Gottes 342. Herr, wie du willst, ſo Rath, Muß auch meinen Willen lens ken; Er, der mich erschaffen hat, Kann mich, seinGeschöpf, nicht krån ken. Wenn er nimmt und wenn er giebt, Ist er Vater, der mich liebt. schick's mit mir Im Leben und im Sterben; Mein Herz verlangt allein nach dir; Entreiß mich dem Verder ben. Erhalte mich in deiner Huld Und, wie du's fügst, gieb mir Ges duld, Dein Will' ist stets der beste. 2. Willig folg' ich, wie er will; Führt er gleich durch rauhe Wege, Ohne Murren halt' ich still, Treffen, gleich mich seine Schläge; Denn er hat noch stets gethan, Was mein Heil befördern kann. 2. Ein frommes Herz verleihe mir, 3u deinem Worte Liebe. Gieb, daß ich wanke nie von dir, Noch deis nen Geist betrübe. Um selig hier und dort zu sein, Laß mich dich lieben, kindlich scheun In meinem ganzen Leben. 3. Und soll ich denn nach deinem Rath Aus diesem Leben scheiden: D, so verleih' mir deine Gnad', Daß es gescheh' mit Freuden. Herr, Seel' und Leib befehl ich dir; Ein fel'ges Ende schenke mir, Durch Jefum Christum. Amen. 3. Wahr und heilig ist sein Wort; Was er zusagt, wird er halten. Ihm vertrau' ich immerfort, Laffe seine Vorsicht walten. Wer sich sei ner Hülfe freut, Schmeckt auch feine Freundlichkeit. 4. Drum, mein Herz, verzage nicht; Der im Himmel wird schon forgen. O, sein Trost ist Sonnen licht Bei dem allertrübsten Mor gen. Harre mit Gelaffenheit; Endlich kommt der Hülfe Zeit. 5. Fällt ohn' ihn kein Haar vom Haupt: Sollt' er denn mein Glück nicht wählen? Wer in Demuth an ihn glaubt, Der wird nie des Ziels verfehlen. Ihm vertraun ist süße Pflicht, Er vergißt die Seinen nicht. 6. Wein' ich oft vergebens hier; Trugt mich oft mein ird'sches Hof fen: Nur Geduld! einst steht auch mir Jenes Buch der Vorsicht offen. Dort seh' ich, wie wunderbar Gots tes weise Führung war. 7. Alle Leiden dieser Zeit, Alle Thránen und Beschwerden Sind nicht werth der Herrlichkeit, Die dort offenbart soll werden. Herr, du hast, rühm' ich alsdann, Großes stets an mir gethau. Mel. Wer nur den lieben Gott. 343. MeinGort, du weißt am allerbesten Das, was mir gut und nüßlich ist. Du bleibst, ist auch die Noth am größten, Mein Gott hier, wie du's ewig bist. Gieb, daß ich einzig dir vertrau', Und nicht auf Menschenhülfe bau'. 2. Reiß alles weg aus meiner Seele, Was dich nicht sucht und deine Ehr', Und wenn ich's mir auch selbst verhehle, So zeige du mir mehr und mehr Die innere Be schaffenheit Und gieb mir Herzens Redlichkeit. 3. Hilf mir im Geist und Wahr heit sprechen: Du bist mein Vater, bist mein Heil; Du heilest gnädig mein Gebrechen, Und schenkst auch mir an Christo Theil; Du bist mein Pflichten gegen Gott. allerbester Freund, Der's immer herzlich mit mir meint. 4. Denn kann ich mich dein Kind nur nennen; Bist du mein Vater und mein Freund: So muß mir alles nüßen können, Was mir auch noch so böse scheint. Das Bitterste wird mir verfüßt, Wenn du nur, Gott, mir gnädig bist. 5. Drum gieb, daß ich dir kindlich traue, Und demuthsvoll, doch unverzagt, Mein Hoffen sicher dar auf baue, Was dein so theures Wort mir sagt. Dein Geist erkläre meinem Geist, Was deine Vater treue heißt. 6. Ich bin ja auf so viele Weise, Mein Herr und Gott, dein Eigen. thum; Drum gieb, daß ich zu deis nem Preise, Zu deines großen Na mens Ruhm, Dir diene in Gerech tigkeit Mit williger Ergebenheit. 7. Du schaffst das Wollen und Vollbringen, von dir kommt Weiss heit und Verstand; Drum reiche mir in allen Dingen, Aus Gnaden deine Baterhand. Erbarme meis ner Schwachheit dich, Und stark zu allem Guten mich. 8. Legst du was auf, so hilfs auch tragen, Gieb mir Geduld in Leidenszeit; In guten und in bós sen Tagen Sei du mein Trost und meine Freud'! Gieb Demuth, Einfalt, Lieb' und Zucht; Was falsch und stolz ist, sei verflucht. 9. Nun, Herr, du siehest mein Bestreben; Verleih' mir deines Geistes Kraft! Nur deine Gnade kann sie geben, Die alles Gute in uns schafft. Dann geigt mir dieser Kinderfinn, Daß ich gewiß der Deine bin. 203 Sufriedenheit und Gelassens heit. Mel. In allen meinen Thaten sc. 344. Auf deine Weisheit schauen, Gott, deiner Gûte trauen, Das schafft Zufriedenheit. Wer kann mein Wohl entscheiden? Wer schenkt mir begre Freuden, Als du, Quell aller Seligkeit? 2. Bor dir ist nichts verborgen; Wie sollt' ich ángfilich sorgen, Da du mein Vater bist? Du, Herr, gabft mir mein Leben, Und wirst mir alles geben, Was mir zur Wohlfahrt nöthig ist. 3. Wir streben oft nach Dingen, Die, wenn sie uns gelingen, Des Unglücks Quellen sind. Ein Schein, der uns bethöret, Und unfern Stolz vermehret, Macht uns für wahre Güter blind. 4. Der Hang zu Eitelkeiten Stórt doch zu allen Zeiten Die wahre See tenruh'. Wenn wir dir unser Le ben, O Vater, übergeben, Dann fließt dem Herzen Friede zu. 5. Dein Rathschluß sei mein Wille. Ich will in heitrer Stille Mich deiner Vorsicht freun. Dein ewiges Erbarmen, Dein Beistand, soll mir Armen Zufriedenheit und Muth verleihn. 6. Laß mich nicht zweifelnd wan ken, Wenn traurige Gedanken Mir deinen Trost entziehn. Ich werde nie vergebens zu dir, Herr meines Lebens, mit kindlichem Bertrauen fliehn. 7. Erleichtre meine Leiden Durch deines Geistes Freuden, Durch Much und Hoffnung mir; Drückt mich die Last der Schmerzen, Dann 14 204 Besondere Pflichten sprich zu meinem Herzen: Ich, dein Erretter, helse dir. 8. Was sollt' ich mich betrüben? Den Menschen, die dich lieben, Muß alles Segen sein. Ich bin ja dein Erlöster; Sonst' weiß ich keinen Tröster, Sonst keinen Schuß, als dich allein. Ju bekannter Melodie. 345. Was mein Gott will gescheh' allzeit; Denn gut ist, was er wählet. Zu helfen ist er dem be. reit, Dem's nicht an Glauben feh. let; Er hilft aus Noth, Der treue Gott Und züchtiget mit Maaßen; Wer ihm vertraut, Fest auf ihn baut, Den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mir Trost und Zuver ficht, Giebt Hoffnung, Freud' und Leben. Drum, was er will, dem will ich nicht Unmuthig widerfireben. Sein Wort ist wahr; Er hat mein Haar Auf meinem Haupt ges zählet; Er sorgt und wacht, und seine Macht Giebt, was mir Gu tes fehlet. des Christenthums. 2. Weß soll ich mich, o Herr, denn trösten? Nur deiner Huld; du bist mein Hell, Und bleibst, wenn auch die Noth am größten, Doch meines Herzens Troft und Theil, Und stehst, nach deiner Batertreu, Mirc stets mit Rath und Hülfe bei. 3. Du stärkst mir unter aller Pla ge, D Gott, auf mein Gebet den Muth, Daß ich gelassen sie ertrage, und macht zuletzt doch alles gut. Auf Kummerfolgt zufriedner Dank, Auf Klagen froher Lobgefang. 4. Erwarte nicht beständ'ge Freu den, Mein Geist, in deinem Prúfungsstand; Denn bliebst du frei von allen Leiden, Wie würde deine Treu' erkannt? Vollkommne Ruh' und Sicherheit Ist nur ein Glück der Ewigkeit. 5. Was bist du denn o meine Seele, In deiner Noth so kummers voll? Vertraue Gott! nur ihn ers wähle zu deinem Trost; er schust dein Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, Daß er dein Gott und Retter war. 6. Er wird es sein; ruf in Ge fahren Ihn als den besten Helfer an; Er weiß dich machtig zu bewah, ren, Und da, wo niemand helfen kann, Fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht; Dies stärke deine Zuversicht: 7. Befiehl ihm alle deine Wege; Hoff und vertrau' ihm allezeit; Auch auf dem allerrauhsten Stege Mel. Wer nur den lieben Gott ze. 346. Was ist mein Leben Sieh fröhlich hin zur Ewigkeit: Da wirst du frei von aller Pein, Gans selig, ganz zufrieden sein. hier auf Erden? Ein Wechsel ist's von Lust und Leid; Hier stóren Sor, gen und Beschwerden nicht selten die Zufriedenheit; Hier wohn' ich noch in einer Welt, Die kein voll, kommnes Glück enthält. 8. Co laß mich, Gott, stets das hin schauen, Und dann mit starkem Muth auf dich Auch in der größten Noth vertrauen; Du bist bei mir, 3. Selbst wann sein Wille mir gebeut, Das Leben zu verlassen, Dann will ich voll Ergebenheit In feinen Rath mich faffen. Dir, Gott, befehl' Ich Leib' und Seel' In meis nen letzten Stunden; Dein Sohn, o Gott, Hat Grab und Cod Für mich auch überwunden. " Pflichten gegen Gott. das stärke mich. Wer desfen stets versichert ist, Der lebt und stirbt getrost als Christ. Miel. Mein Herzens Jesu, meine 2c. Mel. In allen meinen Thaten zc. 347. Was ists, daß ich mich so will ich gehn, Ohn' alles eigne 348. Wie Gott, mich führt, Wählen. Geschieht, was er mir auserfehn, Wird mir's an keinem fehlen. Wie er mich führt, so folg' ich nach, Auch unter Weh und Uns gemach, In kindlichem Vertrauen. gern quale? Harr' Gottes, meine Seele, Harr und sei unverzagt. Du weißt nicht, was dir nüßet; Gott weiß es, und Gott schützet; Er schüket den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, Mein Glück und meine Plage, Eh' ich die Welt noch sah; Eh' ich mich selbst noch kannte, Eh' ich ihn Bater nann te, War er mir schon mit Hülfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen Ist nicht dem Gott verborgen, Der alles sieht und hält; Und was er mir beschieden, das dient zu mei, nem Frieden, War's auch die größte Laft der Welt. 2. Wie Gott mich führet, will ich Von ihm mich leiten taffen; Kann ich gleich oft den Weg des Herrn Nicht ganz verstehn, noch faffen. Mein Eigenwille weigre sich; In Gottes Rath ergeb' ich mich; Ich bin ja nicht mein eigen. 4. Ich lebe nicht auf Erden, Um glücklich hier zu werden; Die Luft der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen Den Grund zum Glück zu legen, Das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, Sei mir von dir gewähret; Gott, du gewährst es gern; Was dieses Glück verletzet, Wenn's alle Welt auch schätzet, Sei Herr, mein Gott mir ewig fern! 6. Sind auch der Krankheit Pla gen, Der Mangel schwer zu tragen, Noch schwerer Haß und Spott; So harr' ich und bin stille zu Gott, denn nicht mein Wille, Dein Wille nur gescheh, o Gott. 205 fahren, Wenn du mich willst be. wahren? Und du, mein Gott, bes wahrest mich. 7. Du bist der Müúden Stärke, Und aller deiner Werke Erbarmst du ewig dich. Was kann mir wider 3. Wie Gott mich führet, folg' ich treu; Im Glauben, Hoffen, Leiden Steht er mit seiner Kraft mir bei; Was kann von ihm mich scheiden? Ich hang' an seiner Gnade fest; was er mir widerfahren Muß mir zum Besten dienen. läßt, 4. Wie Gott mich führet, wird er mich, Auch in den größten Stur men, Weil ich ihm folge, väterlich mit seiner Hand beschirmen. Wenn er nur meine Seet' erhält: So laß er, wie's ihm wohlgefällt, Mich leben oder sterben. 5. Wie Gott mich führet, will ich gehu, Durch Freuden oder Leiden. Hier kann ich nicht sein Antlit fehn; Dort schau' ich's, und voll Freuden; Dort seh ich, daß sein Vaterrath mich treu und wohl geführet hat; Das ist mein bester Glaube. Mel. In allen meinen Thaten zc. 349. Dir hab' ich mich erges ben, Mein Gott, im ganzen Leben, 14* Besondere Pflichten des Christenthums. 206 Im Unglück, wie im Glück. Dir dank' ich meine Freuden, Dich preis ich auch in Leiden Bis an den letz ten Augenblick. 2. Du bists, der für mich wach. te, Noch eh' ich war und dachte; Du hast mit treuer Hand Mich huldvoll stets geleitet, Auch da mir Glich bereitet, Wo ich nur Schmerz und Leiden fand. 3. Was helfen meine Sorgen? It mir mein Glück verborgen, So ists, Herr, dir doch nicht. Dir will ich mich befehlen; Du weißt, was meiner Seelen Und meinem Leibe hier gebricht. 4. Warum ich heute flehe, Das möchte, wenns geschähe, Schon mor, gen mich gereun. Nur einen Wunsch von allen Laß dir, o Herr, gefallen, Den Wunsch, zufrieden stets zu sein. 5. Wenn ich verlassen scheine, Im Leiden zag' und weine: Was wünscht mein banges Herz? O hilf es mir besiegen! Es wünschet sich Bergnügen; Und was es wünscht, wird oft sein Schmerz. 6. Drum will ich findlich schweis gen, Zufrieden mich bezeigen Mit allem, was du giebst. Du kannst uns nicht verlassen, Die dir ver. traun, nicht haffen, Weil du die Frommen ewig liebst. 7. Nicht das, warum ich flehe, Dein Wille nur geschehe. Und was mir selig ist. Ich will dir ganz ergeben, Getroft und ruhig leben, Bis einst der Tod mein Auge schließt. In voriger Melodie. 350. Was soll ich troftlos forgen? Gott scheint mir zwar ver. borgen; Doch seine Hülf ist nah', Schafft, daß ich Wege gehe, Ob ichs gleich nicht verstehe, Die er zu meinem Heil erfah. 2. Längst wog er die Gefahren, Eh' Erd' und Himmet waren, Nach meinen Kräften ab. Er linderte durch Freuden Die Tage meiner Leiden, Eh' er sie mir zu tragen gab. 3. Mir konnt' ein Glück der Er den Gar leicht zum Fallstrick wers den; Die Weisheit nahm es mir. Mich konnt auf Geligkeiten Ein Kymmer vorbereiten, Und Gottes Gnade schenkt' ihn mir. 4. Vielleicht, wenn Pracht und Ehre Mein Theil auf Erden wäre, Würd' ich mich fündlich freun; Und Unterdrückte würden Dann unter ihren Bürden Umsonst zu mir nach Hülfe schrein. 5. Mich könnten Schäße reizen, Mehr Schäße zu ergeizen, Und stolz mich aufzublähn; Dann würd' ich Arme haffen Und menschenfeinds lich laffen Vor meiner Thüre hungrig stehn. 6. Bald könnt' in guten Tagen Mein Herz verwegen fragen: Ist über mir ein Gott? Dann würd' in Schwels gereien Das Lafter mich entweihen, Und Tugend wäre mir ein Spott. 7. Gott nahm mir Ruhm und Schake; Er zog mich aus dem Neße, Das oft auch Kluge fällt; Daß ich, treu in der Liebe, Sein Auserwählter bliebe, Entfernt' er die Gefahr der Welt. 8. Oft will in bösen Tagen Mein Herz zwar furchtsam klagen: Wo ist der Herr, mein Licht? Warum verzeucht mein Retter? Es lachen mein die Spótter; Ich ruf und er erhört mich nicht. Pflichten gegen Gott. 9. Doch ist um Troft mir bange, Nimmt Gott, an dem ich hange, Sich meiner herzlich an, Und führt, den Gram zu stillen, Um seines Namens Willen, Den Irrenden auf ebner Bahn. 10. Wenn ich fast unterliege, Giebt er mir Sieg' auf Siege Und bleibet mein Panier. Er stärkt die müden Hände, Und weicht, bis an mein Ende, Mit seiner Gnade nicht von mir. 11. Preis fei dem Herrn gefuns gen; Auch in den Züchtigungen Liebt er mich våterlich. Mein Glück ist Gottes Wille; Sein harr' ich, und bin stille Und rühme meiner Trubsal mich. Mel. Ach, was soll ich Sünder sc. 351. Wohl dem, der mit stil. Tem Herzen, Gott, der uns als Vater liebt, Ganz fein Schickfäl übergiebt, Uud auch in der Leiden Schmerzen Seinem Unmuth weis lich wehrt, nicht durch Gram ihn noch vermehrt. 2. Mensch! kein Schicksal deines Lebens, Sorgtest du von Jugend auf, Nimm drum einen andern Lauf. Sorge quält und quält ver, gebens; Deire Kräfte zehrt sie ab, Etürzt dich zeitiger ins Grab. 3. Längst, eh' du die Welt betratest, Wog, der dir dein Leben gab, Was dir nun begegnet, ab; Gab dir Glück, eh' du noch batest; Eh' noch deine Thrane rann, Sah' er dich schon gmrådig an. 207 ist alles, was Gott will; Dulde willig, dulde still. 5. Will dein Anschlag nicht ges deihen, Und mißlingt dir dein Bes mühn; O! was Glück dem Menschen schien, muß er oft nachher bes reuen. Wohlthat ist's für dich ges wiß, Daß es Gott mißlingen ließ. 6. Wenn er nicht so reichen Se gen, Als dem Nächsien, dir verlich: Müffe doch sein Wohlstand nie Neid in deiner Brust erregen. Lerne fremden Glücks dich freun; Frem. des Glück wird dadurch dein. 4. Dankbar nimm des Lebens Freuden Aus des Höchsten milder Hand; Hat er Kreuz dir zuerkannt, Nun so faffe Much zu leiden: Out 7. Wenn dir Frevler Angst er wecken, Dich ihr Haß verfolgt und Frånkt, Hålt sie Gottes Macht um schränkt. Droht der Tod mit seinen Schrecken, Der vom Tod' erretten kann, Ist dein Gott, nimmt dein sich an. 8. Rüftete sogar zum Streite Alle Welt sich wider dich; Dir ist sie nicht fürchterlich. Fielen auch zu deiner Seite Taufend dort, zehn tausend hier: Zage nicht! Gott ist bei dir! 9. Drum sei unbesorgt und heiter; Voll Vertrauen auf sein Wort Sehe deine Wallfahrt fort; Der bis hies her half, hilft weiter. Gott hält fest, was er verspricht; Er, dein Gott, verläßt dich nicht. Mel. In allen meinen Thaten sc. 352. Was soll ich ängstlich klagen Und in der Noth verzagen? Der Höchste sorgt für mich. Er forgt, daß meiner Seele Kein wah. res Wohlfein fehle. Genug zum Trost, mein Herz, für dich! 2. Was nüßt es, ångstlich for gen, Und jeden neuen Morgen Mit 208 Besondere Pflichten neuem Kummer sehn? Du, Vater meiner Lage, Weißst, eh' ich dirs noch sage, Mein Leid, und auch mein Wohlergehn. 3. Auf deine Hand zu schauen, Dir kindlich zu vertrauen, Daß, Herr, ist meine Pflicht; Ich will fie treulich üben, Und dich, mein Bater, lieben; Denn du verlässt die Deinen nicht. Mel. Mein Jesu, dem die z. 4. Der du die Blumen tleideft 353. Entehre nicht mein Herz, Und alle Thiere weidest, Du Schöpfer der Natur, Weisst alles, was mir fehlet; Drum, Seele, was dich quålet, Befieht dem Herrn, und glaube nur. 5. Herr, alle meine Sorgen, Die Noth, die oft verborgen An meis nem Herzen nagt, Werf ich auf dich, den Treuen; Du weißt den zu erfreuen, Der fromm nach deis ner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thránen, Und sich nach Hülfe sehnen, So Elag' ich dirs, dem Herrn. Dir, Vas ter, dir befehle Ich jeden Wunsch der Seele; Du hörst, du hilfst, du fegitest gern. Lisan 7. Der du mir hier im Leben Schon größres Heil gegeben, lind deinen Sohn geschenkt: Du wirst mir alles schenken, Und mir zum Besten lenken, Was mich zu Sor, gen reizt und Fränkt. 8. Du führest, Herr, die Deinen Nie so, wie sie es meinen; Nein, nur nach deinem Rath. Ob ich mich auch betrübe, Bleibt doch dein Rath voll Liebe; Das zeigt der Auß. gang mit der That. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe, Und es nicht ganz verstehe, Was du mit mir gethan, Kann ich doch deß' mich des Christenthums. trösten: Du nimmst mich, mich Er. lösten, Gewiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort bei den frommen Schaa ren, Dort werd' ich es erfahren, Wie gut du mich geführt. Da sing' ich dir mir Freuden, Nach überstandnen Leiden, Den Dank, der deiner Huld gebührt. mit Klagen Den Gott, der dich zum Glück erschuf; Des Lebens Mühe zu ertragen, Und froh zu sein, ist dein Beruf. Erdulde standhaft die Beschwerden, Die keine, Vorsicht hindern kann, Daß sie dir einst zum Segen werden; Und bete Gottes Willen an. 2. Gott hat dir selbst dein Loos beschieden; Nimm's dankbar an aus seiner Hand. Erfülle jede Pflicht zufrieden, Die feine Huld damit verband; Er giebt dir Munterfeit und Kräfte, Er nährt und stärkt fie väterlich; Sie brauchen, das ist dein Geschäfte, Und wahres Glück und Ruhm für dich.. 3. Hat andern deines Vaters Sea gen Mehr Güter anvertraut, als dir, Darf dies wohl deinen Neid erregen? Denk': wer ist Gott und wer sind wir? Weiß er nicht beffer, was dir nüset Und was dem Nächsten nüht, als du? Wenn er dich nährt, regiert und schüset, Was- fehlet dann noch deiner Ruh'? 4. Du prangest nicht in hohen Würden; Beneide nicht der Großen Glück. Sie seufzen unter schweren Bürden, lind oft stürzt sie ein Aus genblick. Dir ward kein Ueberfluß gewähret; Wünsch' ihn auch nicht 33 Pflichten aus Selbstbetrug. Wer gern, was er nicht braucht, entbehret, Der ist beglückt und reich genug. 5. Herr, der du mir zum frohen Leben So viel ich brauch', und mehr, verliehn, Las täglich sich mein Herz bestreben, Was unzufrieden macht zu fliehn! In Demuth laß mein Her; sich üben, Stets deiner Güte sich zu freun; Dich fürchten, dir vertraun, dich lieben, Müff ewig meine Freude sein. Mel. Herr Jesu Chrift, dich ze. 354. Von dir, o Bater, nimmt mein Herz Glück, Unglück, Freuden oder Schmerz, Bon dir, der nichts als lieben kann, Voll Dank und voll Vertrauen an. 2. Nur du, der du allweise bist, Nur du weißst, was mir heilfam ift; Nur du siehst, was mir jedes Leid Für Heil bringt in der Ewigkeit. 3. Ist alles dunkel um mich her, Die Seele mid' und freudenteer: Bist du doch meine Zuversicht; Bist in der Nacht, o Gott, mein Licht. 4. Gebeugtes Herz, verzage nie! Die Last sei schwer; Gott kennet fie. Er weiß den Kummer, der dich quáit, Und geben kann er, was dir schlt: 5. Wie oft, Herr, weint' ich, und wie oft Half deine Hand mir un verhofft. Oft jammert' ich untröst bar heut', Und morgen ward ich schon erfreut. 6. Oft sah ich keinen Ausgang mehr: Dann weint' ich laut und klagte sehr: Ach schaust du, Gott, mein Elend nicht? Berbirgst du gar dein Angesicht? gegen Gott. 209 stehn. Du öffnetest mein Auge mir; Ich sah mein Glück und dankte bir. 7. Dann hörtest du, o Herr, mein Blehn, Uud eilteit bald, mir beizus 8. Sagt's alle, die Gott je geprüft, Die ihr zu ihm um Hülfe rieft; Sagt's, Fromme, ob er das Gebet Geduldig Leidender verschmäht? 9. Die Stunde kommt, früh oder fpát, Wo Dank und Freud' aus Leid entsteht, Wo Pein, die Stunden lang gewährt, In Freudenjahre sich verkehrt. 10. Du erndtest deiner Leiden Lohn Vielleicht in diesem Leben schon; Bielleicht daß, eh' du ausgeweint, Dir Goze mit feiner Hütf erscheint. 11. Schau deinen Heiland glâu. big an, wenn Niemand dich erquiden kann; Schutt' aus dein Herz in seinen Schooß, Denn seine Huld und macht ist groß. 12. Einst hat auch er, der Menschenfreund, Im Thránenthale hier geweint. Auf deine Thränen giebe er Acht, Uud dir zu helfen hat er Macht. 13. Und helfen will er, zweifle nicht! Er hält getreu, was er vers spricht: Nicht laffen will ich, Seele, dich. Eei gutes Muthes, glaub' an mich. Met. In allen meinen Thaten: c. 355. Will mich, o Gott, hie, nieden Des Lebens Laft ermüden, So stärke mich mit Muth; So oft mich Leiden Franken, So laß mich wohl bedenken, Auch Noth sei oft uns Menschen gut. 2. Nicht ewig soll sie währen; Oft werden unsre Zähren Schnell von dir abgewischt. Und seufzen wir: wie lange Ist unfrer Seele bange? So wird mit Trost das Herz erfrischt. 210 3. Du, Bater, wendest Bürden, Die mich erdrücken würden, Von meinem Haupte ab. Du wågest unfre Plagen Stets nach der Kraft zu tragen, Die deine Hand erst selber gab. 4. Du willst uns nur erziehen zu Kindern, die da fliehen Das, was dir nicht gefällt; Du willst die Lü ste schwächen, Den Eigenwillen bres chen, Und uns entwöhnen von der Welt. Besondere Pflichten des Christenthums. 5. Du willst den Eifer mehren, Gehorsam dich zu ehren Mit Glauben und Geduld, Daß wir in unsern Nöthen, Auch, wolltest du uns tid. ten, Doch trauen deiner Vaterhuld. 6. Nichts, nichts kann, Herr, uns scheiden Von dir und jenen Freu den, Die du für uns ersehn; Wir leben oder sterben, So wird uns, deinen Erben, Des Himmels Won ne nicht entgehn. 7. Zu diesem Freudenleben Wirst du auch mich erheben; Der Tod ist mein Gewinn. Muß gleich mein Leib verwesen, Wird doch mein Geist genesen; Er eilt zu deinem Anschaun hin. 8. D drücke meinem Herzen, Bei Sorgen, Gram und Schmerzen, Den Trost aufs tiefste ein: Daß, wen du, Vater, liebest, Auch wenn du ihn betrübest, Sich deiner könne findlich freun. erquicket; Was er schickt, ist gut. Wann dich Noth ringsum bedroht, Gorgen stets mit dir erwachen: Wohl wirds Gott doch machen. 2. Ist der Himmel trübe, Wankt der Freunde Liebe, Wird die Last dir schwer; Stürzt mit jedem Tage Eine neue Plage Uleber dich daher; Weicht das Glück stets mehr zurück, Scheints dich nicht mehr anzula chen: Wohl wirdsGott doch machen. 3. Bürden abzunehmen Hilft nicht Angst noch Grämen, Schafft auch keine Raft. Ungeduld macht Bürden, Die dir leicht sein würden, Erst zur Felsenlast. Zagend Herz, zähm' deinen Schmerz! Drückt die Bürde schon die Schwachen: Wohl wirds Gott doch machen. 4. Du führst Chrifti Namen; Chri sto nachzuahmen, Das ist deine Pflicht. Werde nicht erschüttert, Wenn die Erd' erzittert Und der Himmel bricht; Der steht fest, der Gott nicht läßt: Laß rings um dich Wetter krachen; Wohl wirds Gott doch machen. 5. Herrlich ist die Krone, Die der Christ zum Lohne Seiner Treu' ems pfängt. Nur nichts selbst verschul det, Und dann froh erduldet, Was dein Gott verhängt! Sieg als Held! mag doch die Welt Deiner Hoffnung spottisch lachen: Wohl wirds Gott doch machen. 6. Dabei solls denn bleiben! Ich will nie mich sträuben, Folgsam will ich sein. Durch mein ganzes Leben Bleib' ich Gott ergeben, Ich bin fein, er mein. Was er will, ſei sters mein Ziel! Wunderbar mag Gott es machen: Wohl wird ers doch Geduld im Leiden. Mel. Jesu meine Freude ic. 356. Chrift, aus deinem Her zen Banne Sorg' und Schmerzen, Schöpfe neuen Muth; Wenn schon Kreuz dich drücket, Gott ist's, der machen. Pflichten Mel. In dich hab' ich gehoffet zc. 357. Sei, Seele, ruhig, un. verzagt; Wenn irgend dich ein Kummer plagt, Befiehl Gott deine Sachen. In aller Pein Vertrau als lein Auf ihn; er wirds wohl mas chen. 2. Kein Leiden kommt von ohnge. fähr; Wenns noch so unverschuldet wär', So hat es Gott ersehen. Drum sei nur still; Was dein Gott will, Laß immer gern geschehen." 3. Erweckt dir gleich das Leiden Pein, So solls dir doch nicht schäd lich fein, Gott kann sein Kind nicht haffen. Wer ihn nur liebt, Sich ihm ergiebt, Den wird er nicht verlaffen. 4. Wie lange währt der Frommen Leid? Nicht ewig, Herr, nur kurze Beit. Nach überstandnem Leide Erquickest du Ihr Herz mit Ruh' Und einst mit ew'ger Freude. 5. Drum hab', o Eeele, guten Muth; Vertraue Gott! es wird noch gut Nach aller Trübsal werden. Er ziehet dich Durchs Kreuz zu sich, 3um Himmel von der Erden. 6. Gott ist dein Gott, er ist ges treu, Und stehet dir als Vater bei In allem Kreuz auf Erden. Der Leis den Heer Wird nie zu schwer Durch ihn den Seinen werden. gegen Gott. 211 bist, Laß jeden, der hier traurig ist, Doch deinen Troft empfinden. Hilf, den du liebst Und prüfend übst, Das Leiden überwinden. 7. Es haben ja zu aller Zeit Die Heiligen in Traurigkeit Hier ofts mals wandeln müssen; Warum willst du Denn stets von Ruh', Und nichts von Trübfal wissen? 8. O bet' und trau' auf deinen Gott; In aller deiner Angst und Noch Laß, wie er will, es gehen. Sein Will' ist gut; Behalte Muth! Gott wird dich einst erhöhen. 9. Der du ein Gott des Trostes Met. Herzliebster Jesu, was 0. 358. Ein Herz, o Gott, in Leid und Kreuz geduldig, Das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, Täglich ermeffen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Våter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Ulebertreter? Thu' ich zu viel, wenn ich die schweren Tage Standhaft ertrage? 3. Wie oft, o Gott wann wir das Böse dulden, Erdulden wir nur unsrer Thorheit Schulden, Und nennen Lohn, den wir verdient bes kommen, Trübfal der Frommen. 4. It Dürftigkeit, in der die Trås gen klagen, Sind Haß und Pein, die Stolz und Wollust tragen, Des Schwelgers Schmer ,, des Neids vermißte Freuden, Christliches Leis den? 5. Ist deren Qual, die deinen Rath verachtet, Nach Gottesfürcht und Glauben nie getrachtet, Und die sich jest in finstrer Schwermuth quålen, Prüfung der Seelen? 6. Doch selbst, o Gott, durchsStrafen unsrer Sünden Bahnst du den Weg, um unser Heil zu finden, Wenn wir sie uns, die Misfethat zu haffen, Züchtigen laffen. 7. Jag' ich nur nach dem Frieden im Gewissen, Wird alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 8. Ich bin ein Gast und Pilger 212 Besondere Pflichten auf der Erden, nicht hier, erst dort foll ich ganz glücklich werden, Und was sind gegen euch, ihr ew'gen Freuden, Dieser Zeit Leiden? 9. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde, Wenn ich als Mensch, als Christ, hier leid' und dulde: So kann ich mich der Hülfe der Erlösten Sicher getrösten. 10. Ich bin ein Mensch, und Leis den müffen fränken; Doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, Und ihm vertraun, dies stärker uns fre Herzen Mitten in Schmerzen. 11. Schau über dich, wer trägt der Himmel Heere? Merk' auf, wer spricht: bis hieher! zu dem Meere? Ist er nicht auch dein Helfer und Berather, Ewig dein Vater? 12. Willst du so viel als der All macht'ge wiffen? Jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen; Al. Tein du wirst, was seine Wege wa ren, Nachmals erfahren. 13. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen. Die Heiligung des Geis stes zu empfahen, Und mit dem Croft der Hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. 14. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung, Erfah, rung giebt dem Glauben Muth und Nahrung; So stehe denn in deinem Glauben feste, Hoffe das Beste! Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 359. Christ, in diesen Pil. grimstagen, In dieser mühevollen Zeit, Ertrage jede deiner Plagen Mit christlicher Gelaffenheit, Und zeige, daß ein wahrer Christ Ein Held in allen Leiden ist. 2. Das kurze Leben hier auf Er des Christenthums. den Ist nur des Christen Probezeit; Hier muß er vorbereitet werden zu jenes Lebens Herrlichkeit; Hier ist des Christen Prüfungsstand, Dort erst sein wahres Baterland. 3. Laß nie den Gram dein Herz verzehren, Ergieb dich nicht der Traurigkeit; Erdulde willig, Gott zu Ehren, Die größten Leiden dies fer Seit. Belehnen nicht dies furge Leid Die Freuden einer Ewigkeit? 4. Mußt du im tiefsten Elend weinen, Quält deinen Leib der Krankheit Pein: Gott hilft zu rechter Beit den Seinen, Er wird auch ich mit Hülf erfreun; Er bleist dein Vater, der dich liebt, Wenn er dich auch durch Leiden übt. 5. Must du dich hier verspotten lassen, Berlästert man dich ohne Schuld: Besieg' die Feinde, die dich hassen, Als Christ, durch Groß muth und Geduld. Dein Heiland, Jesus, Gottes Sohn, Ertrug sanfte müthig Schmach und Hohu. 6. Betrübet der Berlust der Dei nen, Der Güter und des Glücks dein Herz: Du bist ein Mensch, drum darfst du weinen, Nur murre nicht in deinem Schmerz. Sprich glaubensvoll mit stillem Geist: Gott gabs, Gott nahms, er sei gepreist! 7. Dein Freund, dein Gönner liegt im Grabe, Es schmerzt; doch sprich mit Zuversicht: Ach, Herr, Herr, wenn ich dich nur habe, Frag' ich nach Erd' und Himmel nicht; Ja, stürzt der Bau der Welt auch ein, Ein Chrift kann unerschrocken sein. 8. Wohl dir, o Christ! nach kur sem Leide Ruft dir des Heilands Stimme zu: Geh' ein zu deines Pflichten gegen Gott. 213 Gottes Freude, Nach Müh' und Met. Herzlich lieb hab' ich dich zc. Kampf zur ew'gen Ruh': Komm und empfang vor seinem Thron Der Ueberwinder großen Lohn. 361.Dir trau' ich, Gott, und wanke nicht, wenn mir gleich, mei ner Hoffnung Licht Beinahe ganz verschwindet; Mein Helfer und mein Gott bist du, Durch den mein Met. In allen meinen Thaten zc. 360. Ich hab' in guten Stuns Herz doch endlich Ruh' Und Freude den Des Lebens Glück empfunden, Und Freuden ohne Bahl; So will ich denn gelassen Mich auch im Leis den faffen: Welch Leben hat nicht feine Qual? wieder findet. Bon jeher hast du mich geführt lind meines Lebens Lauf regiert, mit deiner treuen Bas terhand So manche Noth hinweggewandt. Unendlicher, Ich tran'auf dich, Du leitest mich; Ich kämpf und siege, Gott, durch dich. 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, Und stets strafit du gelinder, Als es der Mensch verdient. Sollt' ich, beschwert von Schulden, Nein zeit, lich's Weh erdulden, Daß doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, Nicht meine Ruh', mein Leben Mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen, Und nicht auf Menschen bauen, Du hiifft und du errettest gern. 4. Laß mich nur Gnade finden, Mich alle meine Sünden Erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte, Sein Heil laß mein Geschäfte, Dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Chrifto sterbe, Bin ich des Himmels Erbe; Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade Vertrau' ich deiner Gnade, Du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Dich durch Geduld verehren, Im Glauben auf dich sehn; Ich will den Tod bedenken, Du, Herr, wirft alles lenken, Und was mir gut ist wird geschehn. 2. Schwer ist der Kampf der Leis den, schwer; Kaum führ ich Muth und Stärke mehr, Noch länger aus zudulden; Doch, ewig, Vater, zürnst du nicht, Du gehst mit uns nicht ins Gericht, Strafft nicht nach unfern Schulden. Bald ist der Thränen Maaß gefüllt, Bald meiner Seele Schmerz gestillt, Bald hat Gott all mein Flehn erhört, Mich gnug geprüft und mich bewährt. Du Gott der Huld, Erhört von dir, Lobsingt in mir Dann meine ganze Seele dir. 3. Ach alle Leiden dieser Zeit Sind doch nicht werth der Herrlichkeit, Die du wirst offenbaren. Bald wird auch mir der Duldung Lohn, Bald steh' auch ich vor deinem Thron Mit treuer Kämpfer Schaas ren, Und danke dann dir, Gott, verklárt, Der jest mich prüft, mich dann bewährt, Daß ich, von allen Leiden frei, Ein Seliger des Him mels fei. Barmherziger! Fest, ohne Graun Will ich dir traun; Denn einst werd' ich dein Antlis schaun. 214 Mel. Was Gott thut, das ist zc. 362. Die Bahn ist rauh, auf der ich hier Nach meiner Heimath eile. Wie viel Gefahr seh ich vor mir; Wie droht sie meinem Heile! Gott, wärst du nicht Mein Trost und Licht, Mein Heil in finstern Tas gen, So müßt' ich längst verzagen. 2. Vor dir darf ich mein traur Mel. Wo Gott der Herr nicht. ges Herz, Erbarmer, nicht verheh. 363. Ein Pilger bin ich in der len, Darf meinen Rummer, meinen Schmerz Vertraulich dir erzählen. Dann schaffest du Mir Trost und Ruh' Aus deiner Gottesfülle, Und meine Seel' ist stille. Besondere Pflichten des Christenthums. 3. Du lehrest mich den hohen Werth Der Trüdsal, die ich leide, Daß sie mich dir vertrauen lehrt, Mich führt zu wahrer Freude; Ich würde dein Mich minder freun, Nur diese Welt begehren, Wenn keine Leiden wären. 4. Dein Wort giebt mir die Zu versicht: Du sorgft für meine Tage, Dein Auge schläft und schlummert nicht, Du hörest meine Klage; Du krónst mich einst, Wenn du er. scheinst, In deinem Heiligthume Mit Wonne, Preis und Ruhme. 5. O, dann wird alle Traurigkeit Aus meiner Brust verschwinden! Vergessen werd' ich ganz mein Leid, Und nur dein Heil empfinden. Mein Lobgesang, Voll Preis und Dank, Wird dir zum Wohlgefallen, Durch deinen Himmel schallen. 6. Mich, den Vollendeten, darf dann nicht mehr die Sünd' ent weihen, mit Unschuld steh' ich angethan In trener Knechte Reihen. Und ewiglich Erfreust du mich, Daß ich, der Mensch von Erde, Gleich deinen Engeln werde. 7. Drum will ich dieses Lebens Schmerz, Mein Gott, geduldig tras gen; Beruhigen soll sich mein Herz, Nicht mehr voll Unmuth klagen. Du bist bereit, Zur rechten Zeit, O Gott, von allem Bösen Mich herrlich zu erlösen. Welt, Und kurz sind meine Tage; So manche Noth, die mich befällt, Reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Vater, jene Ewigkeit Ver füßt mir meine Pilgrimszeit, Und stark mich selbst im Leiden. 2. Jest, da die Sünde mich noch drückt, Seufzt meine bange Seele; wie baid ist nicht mein Herz be rückt, Wer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd' ich vollkommen sein; Dies tröstet meine Seele. rein, Ganz heilig und ganz selig 3. Vor meinen Augen wandeln die, Die dich, o Jefu schmähen; Ihr eitles Herz bethöret sie, Daß fie dein Heil nicht sehen. Einst bebt der Spotter Heer vor dir, Wann du als Richter kommst und wir Frohlockend dich erheben. 4. In stiller Nacht wein' ich oft, Herr, Hinauf zu deiner Höhe, Mein schwaches Hers feufst freudenteer, Wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel tröstet mich, Und meine Thränen stillen sich Einst ganz in jenem Leben. 5. Wenn mich der Zukunft Schicks sal schreckt, Die Noth der fernen Tage, Wenn sie in mir die Sorg' erweckt, Ob ich sie auch ertrage, So mildert mir die Ewigkeit Das Pflichten gegen Gott. kurze Elend dieser Zeit, Daß nicht mein Herz verzage. 6. Wann einst, der jetzt von ferne dráut, Der Tod mir näher winket, Wann nach der Arbeit dieser Zeit Mel. In allen meinen Thaten: c. Mein Haupt zum Schlummern fin. 365. Du fühlft, o Chrift, das ket, So sterb' ich froh, die Ewigkeit Beigt mir des Himmels Herrlich keit, Die alles überwieget. 7. Herr, diesen Trost, der mich erfreut, Vermehr' in meinem Her zen; Mich stärke jene Herrlichkeit Bei meiner Wallfahrt Schmerzen; Sie sei im Tode schon mein Theil, Und einst mein längst gewünschtes Theil, Wann ich vom Tod' erwache. 215 der Frommen Theil! Dort schau ich dich, o Gott mein Heil, Und segne jede Thrane. 2. Und selbst die Leiden, die uns hier noch immerfort umgeben, Sind Mittel, unser Herz zu dir, Erbarmer, zu erheben; Zu dir, der sie zum Besten lenkt, Der dann auch huldreich an uns denkt, Wenn wir im Stillen weinen. 3. Ja, du, du siehest unsern Schmerz, Du zähtest unsre Zähren; Du stärkest das gebeugte Herz Und wirst und Trost gewähren. Du schauft auch gnadenvoll auf mich; Mein Gott, mein Gott, ich hoff auf dich! Du bist ein Fels der Deinen. 4. Soll ich in dieser Lebenszeit Noch manche Trübfal leiden, So harr' ich in Gelaffenheit Auf deines Himmels Freuden. O die sind einst Leiden, Daß nun der Geist der Freus den Von dir gewichen ist. Du rufit: Herr, wie so lange! Gott schweigt, und dir wird bange, Daß du von Gott verlaffen bist. Mcl. Es ist das heil uns 2C. 3. Mühselig und beladen Hör 364. Die Hoffnung naher ich das Wort der Gnaden, Und ich Ewigkeit, Voll reiner Himmels freuden, Versüßt in dieser Pilger zeit Mir, Bater, alle Leiden. Ich schaue, wenn ich traurig bin, Ge troft nach deinem Himmel hin, Wo keine Pein mir folget. empfind' es nicht, Bin tråg', vor Gott zu treten, Und kann nicht freus dig beten, Und fühle keine Zuvers ficht. 4. Mir, der ich seinen Willen Treu fuchte zu erfüllen, War fonst sein Wort gewiß; Jetzt kann ich's nicht recht faffen, Sein Licht will mich verlaffen; Mich decket gleichsam Finsternis. 2. Jft mir die Schuld vergeben, ( Klagst du) und Heil und Leben Durch Christum mir verschafft: Warum fühl' ich die Liebe Und seis nes Geistes Triebe Und Hoffnung nicht in voller Kraft? 5. Ich konnte sonst die Sünden Weit besser überwinden, Und ich bestritt sie gern; Jetzt sind sie stets geschäftig, lind ihre Reize heftig; Ich fühte keine Kraft vom Herrn. 6. Christ, faffe Muth! die Schmer zen Sind Zeugen beßrer Herzen, Als dir das Deine scheint. Wünsch'st du, Gott recht zu lieben, Wie fannst du dich betrüben? Gott ist und bleibt gewiß dein Freund. 7. Vermagst du Gott zu kennen, Und Jefum Herr zu nennen, 2113 nur durch Gottes Geift? Den haft Besondere Pflichten des Christenthums. 216 du ja empfangen; Erist's, der mit Verlangen Dich Gottes Gnade su chen heißt. 8. Trau'Gott! er wohnt bei denen, Die sich nach Hülfe sehnen; Er kennt und will dein Glück; Er hö, ret deine Klagen, Und schweigt, doch nicht zu plagen, Nur einen kleinen Augenblick. 9. Gottließ schon manchen Frommen In dies Gedränge kommen, Und stand ihm dennoch bei. Du sollst dich kennen lernen, Vom Hoch muth dich entfernen Und sehn, was Gottes Gnade sei. 10. Die Sicherheit zu hindern, Schickt Gott oft seinen Kindern, Auch dir jetzt, diese Last. Er reinigt dich im Feuer, Macht dir dein Heil jest theuer, Damit du haltest, was du hast. 11. Zwar ist dir jetzo bange; Denn Züchtigung, so lange Sie da ist, scheint uns hart. Doch nachmals wird sie geben Heilsame Frucht und Leben Dem, der durch sie geüber ward. 12. Fahr betend fort zu wachen; Stark ist Gott in den Schwachen, Und gütig für und für. Sein Wort Fann nimmer trügen; Las spricht er, laß dir gnügen An meiner Guad', ich helfe dir. dich zum Preise Des Gottes, der dein Vater ist; Bedenk' es, auf wie viele Beife Du ihm zum Dank ver, pflichtet bist; Bring' ihm, der stets dein Helfer war, Mit Freuden Ruhm und Ehre dar. 2. Herr, deine Hand ist immer offen, zu geben, was mir nüßlich ist, lind doch bin ich oft schwach im Hoffen Aufdich, der du die Lie be bist; Mein Gott, wie wenig bin ichs werth, Daß mir noch Hülfe widerfährt. 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen; Nur wohlzuthun bist du ge wohnt; Drum wird auch mir, mein Gott, mir Armen, Bon dir nicht nach Verdienst gelohnt. Noch im mer steht mir deine Treu' Mit Se gen, Trost und Hülfe bei. 4. Du bist es, der in meinen Sors gen Mit Rettung mir entgegen eilt; Und wenn sie, noch vor mir verborgen, Nach meinem Wahn zu lang verweilt, So kommst du, ch' ichs mich verfehn, Und hilft mir und erhörst mein Fiehn. 5. Du wählst und wirkest stets das Beste, Und wenn auch meine Noth sich häuft, So steht durch dich mein Wohl doch feste; Wenn mich das Elend ganz ergreift, So bleibst du doch erbarmungsvoll Und för. derst stets mein wahres Wohl. 13. Dritm hoff' in deinen Nöthen, Will dich der Herr auch tödten, Auf thn und harre sein! Er wird mit den Erlösten Dich einst noch völlig trösten, lind du wirst seiner stets dich freun. Lob und Dank Gottes. In eigener Melodie. 7. Auch siehest du mit Wohlge* 366. Mein Her ermuntre fallen Auf wahre Herzensredlich 6. Du bist mein Heil; mein ganz Gemüthe Ist deines Ruhms, mein Retter, voll. O könnt' ich deine große Güte Doch so erheben, wie ich soll! Doch meine Kraft reicht nicht dahin; Du weißt es, Gott, wie schwach ich bin. Pflichten gegen Gott. 217 Feit; Und höreft selbst das schwas 8. Ich danke dir für deinen Sohn, che Lallen Der Deinen mit Zufrie. denheit; Du hórt, es, wie ein Vater pflegt, Der seiner Kinder Schwachheit trågt. Der für mich Sünder starb, Und der zu deinem Guadenthron Den Zutritt mir erwarb. 9. Wie sehr liebt Gott der Menschen Wohl! Erheb' ihn, Volk des Herrn! Die Erd' ist seiner Güte voll; Er hilft und rettet gern. 10. Er hilft und läßt die Trau rigkeit Bald vor uns übergehn; Will uns nach kurzer Prüfungszeit 3u em'gem Glück erhöhn. 8. Drum soll mir deine Huld und Gute Beständig, Gott, vor Augen sein; Ich will mit redlichem Ge müche Mein Leben deinem Lobe weihn, Bis ich vollkommner det nen Ruhm Erhed' im höhern Hei ligthum. Mel. Ich finge dir mit Herz und 2c. 367. Du bists, dem Ehr' und Ruhm gebührt, Und das, Herr, bring' ich dir. Mein Schicksal hast du stets regiert, Und stets warst du mit mir. 2. Wenn Angst und Noth sich mir genaht; So hörtest du mein Fiehn, lind ließeft mich nach deinem Rath Hülf und Errettung fehn. 3. Wenn ich in Schmerz und Krank heit sank, Und rief: Herr rette mich! So halfst du mir. Mit welchem Dank, Mein Gott, erheb' ich dich! 4. Betrübte mich des Feindes Haß, So klagt' ich dir den Schmerz; Du halfit mir, daß ich ihn vergaß, Und gabst Geduld ins Herz. 5. Wenn ich den rechten Pfad verlor Und mich verschuldet sah; Rief ich zu dir, mein Gots, empor; Und Gnade war mir nah. 6. Herr, für die Leiden dank' ich dir, Dadurch du mich geübt, Und für die Freuden, welche mir Dein milder Segen giebt. 7. Dir dank ich es, daß die Natur Mich nahrt und mich erfreut; Ich schmeck in jeder Streatur, Gott, deine Freundlichkeit. 11. Bergiß nicht, Seele deinen Gott, Nicht, was er dir gethan; Berehr' und hatte sein Gebot, Und ber' ihn ewig an. In voriger Melodie. 368. Von allen Himmeln tone dir, Herr, Ein froher Lobgefang; Zu dir, Anbetungswürdiger, Steig' auch der Menschen Dank. 2. Du brauchst zwar unsers Preis fes nicht, Bist selig ohne ihn; Doch bleibt dein Lob fiets unfre Pflicht, Wer darf sich der entziehn? 3. Dich preisen, ist uns Selig, keit; Dir danken, hohe Lust; Schon hier fühlt, wer sich deiner freut, Den Himmel in der Brust. 4. lind du, der uns Empfindung gab Für deine Herrlichkeit, Siehst huldreich auf das Lob herad, Das unser Herz dir weiht. 5. Wir stammeln's zwar in Schwachheit nur, So warm das Herz auch glüht; Deum deinen Ruhm, Herr der Natur, Erreicht kein sterblich's Lied. 6. Doch, du verschmählt das Opfer nicht, Das dir die Andacht bringt, Die sich mit Kindesjuvers sicht zu deinem Throne swingt. 218 Besondere Pflichten 7. Es sei auch noch so schwach und klein, Es ist doch unfre Pflicht; Und ist dabei das Herz nur rein, Verschmähest du es nicht. 8. So soll dein Lob denn allezeit In unserm Munde sein, Und dank voll deiner Gütigkeit Stets unfer Herz fich freun. 9. Einst fingen wir im höhern Ton Dir mer Seele Dank; lind dann erschallt an deinem Chron Ein beßrer Lobgesang. Mel. Here Jesu Christ, dich zc. 369. Auf, Christen, preiſt mit mir den Herrn! Wer preist, was herrlich ist, nicht gern, Und welch ein Glanz, der Gott verklärt! Wer ist, wie er, des Lobes werth? 2. Lobt ihn! sein ganzer Nam' ist Ruhm; Unendlichkeit sein Eis genthum; Dies grenzenlose Meer von Licht Durchschauet selbst der Engel nicht. 3. Ja, eure Luft sei, ihn erhöhn! Solch Lob ist heilsam, lieblich, schön, Erhebt im Glück erst recht das Herz, Und stillt im Leiden als len Schmerz. 4. Wie wird der Geist dadurch entzückt, Hinauf gen Himmel hin gerückt, mit seinem hocherhabnen Freund, Mit Gott, stets inniger vereint! 5. Welch ein so herrlicher Beruf, Zu dem Gott selbst die Engel schuf! Welch eine theure füße Pflicht, Die uns so reichen Lohn verspricht! 6. Ja, Pflicht ists, daß ihr sein gedenkt, Ihr, denen er Verstand geschenkt! Die Ehre des Verstandes ist, Daß ihr den Ew'gen kenut und wist. des Christenthums. 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn bes singt, Die ihr von ihm ein Herz em pfingt, Das sich zu Gott mit In brunst nahn, Und seine Größe füh len kann. 8. Auch euer Mund, so oft er spricht, Erinnert euch an diese Pflicht. Die Sprache dankt ihr ihm allein, Und wolltet nicht voll Rüh. mens sein? 9. Wer ist gutthätiger, als er? Denn welche Gabe sollt' uns der Nicht schenken, der so sehr uns liebt, Daß er auch seinen Sohn uns giebt. 10. Was gebet ihr nun ihm das für? Ist nicht ein Herz voll Dank begier, Das ganz in seiner Liebe brennt, Das Einz'ge was ihr ges ben könnt? 11. Auf, Christen, preist mit mir den Herrn! Wer preist nicht milde Geber gern? Gedenkt, wie viel er uns gewährt! Wer ist, wie er, des Dankes werth? Mel. Ich finge dir mit Herz 2c. 370. Ich bin, o Gott, dein Ei. genthum, Du schusst mich, dein zu sein, Mein ganzes Leben dir zum Ruhm Und deinem Dienft zu weihn. 2. Du gabst mir den vernünft'gen Geist, Bewundernd einzusehn, Wie dich die ganze Schöpfung preist, Mit ihr dich zu erhöhn. 3. Was um mich ist, verkündigt mir, Gott, deine Herrlichkeit. Zu ihrem Preise reizt mich hier Selbst jede Jahreszeit. 4. Und ich, ich sollte fühllos sein? Und dich, Herr rühmen nicht? Mein Leben deinem Ruhm zu weihn, Das ist auch meine Pflicht. 5. O mache dieser Pflicht mich Pflichten gegen Gott. 5. O mache dieser Pflicht mich treu, So treu, als ich es soll; Mein Herz, mein Mund, mein Wandel sei Stets deiner Ehre voll. 6. Wer dich verehrt, hått dein Gebot, Ihm ist es keine Last, Drum gieb, daß ich gern thu', o Gott, Was du befohlen hast. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut; Du willst nur unserHeil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Sein ist das beste Theil. 8. Schon hier schmeckt er, dir zu gethan, Im Herzen wahre Ruh', Und eilet auf gerader Bahn Gerrost dem Himmel zu. 9. Da mischt sich fernerhin kein Leid In seine Freuden ein; Laß, Hichster, diese Geligkeit Dereinst auch mich erfreun! 219 die Welt Zum Schauplah seiner Gü te; Lobsingt ihm, der sie noch er hâlt, Mit freudigem Gemüthe. Gott ist die Liebe! Rühmt es laut, Geschöpfe, die ihr ihm vertraut, Die ihr ihn kennt und ehret! Rühmt es, daß seine Gütigkeit Mit jedem Morgen sich erneut, Und ewig, ewig währet. 2. Daß außer dir nicht alles leer Von Freud' und Leben bliebe, Schufft du, o Gott, der Himmel Heer Und unsre Welt aus Liebe; Du selbst bedurftest ihrer nie; Unendlicher, du ließeft sie zu ihrem Heile werden; Du aber fåttigest dich nun Mit Wonne, allen wohl. zuthun Im Himmel und auf Erden. 3. Kein Mensch, kein Engel selbst ermißt. Die Größe deiner Segen, Wie gütig deine Weisheit ist In allen ihren Begen. Gott, deine Mel. Mir nach, spricht Chriftus: c. 371. Wenn andre sich auch Güte reicht so weit, Als deines Reichs Unendlichkeit, So weit, Herr, als dein Leben. Ach, was find wir, die deine Macht Aus todtem Staub hervorgebracht, Uns ewig Heil zu geben. um mich her, Gott, deines Løbes schämen; Wenn sie von dir, Allan, tiger, Wie Raub die Gaben nehmen, So gieb mir Muth, damit ich nie Undankbar sei, verführt durch sie. 2. Und wenn der Frevler Hohn mich schmäht, Daß ich dich lieb' und ehre; Wenn selbst Weltklugen und ehre; Wenn selbst Weltklugen mein Gebet Und Demuth Thorheit ware; Will ich's nicht achten, chrift, lich groß; Spott war oft hoher es mehr als Lobgefang, Wenn ich lich groß; Spott war oft hoher ist dir's angenehmer Dank, Dir ift Tugend Loss. 4. O Vater, welchem feiner gleicht, An Liebe, wie an Stárke! Kein Dank, kein Lobgesang erreicht Kein Dank, kein Lobgefang erreicht deiner Werke. Doch Die Bunder deiner Werke. Doch 3. Wie klein bin ich, o Gott, wie thätigkeit An andern Menschen übe. dich thätig liebe, Und gern in mei schwach, Wenn ich mich deiner schäner Lebenszeit Erbarmen und Wohlme! Ich, der ich einen jeden Tag Viel Gutes von dir nehme. Dir meinen Dank, mein kob zu weihn, Soll Ehre mir und Wonne sein. Mel. Ein Lämmtein geht, und sc. 372. Lobsinget Gott! Er schuf 5. Du bist die Liebe! Dank fei dir, Daß ich dich so erkenne, Und dir zum Ruhm, zum Troste mir, Dich meinen Vater nenne. Auch ich will gern hier liebreich sein, Will glücklich machen, will erfreun, 15 220 Besondere Pflichten Will helfen und dir gleichen. Von diesem Heil und dieser Pflicht, Gott der Liebe, laß mich nicht, So lang' ich lebe, weichen. des Christenthums. seinen Bater, seinen Freund. Wie wächst ihm da der Muth, Von dir, du höchstes Gut, Froh zu hoffen, Was für die Zeit Und Ewigkeit Ihm nüßt und sichern Trost verleiht. 5. Sollt' ich denn nicht gern dich Mel. Wachet auf! ruft uns die zc. 373. Bringe deinem Gott, preifen, Und dir, mein Gott, den dem Größten, Dem Weisesten und Allerbesten, mit Freuden, Seele, Preis und Dank! Seine Majestät und Gnade, Womit er auf des Les bens Pfade Dich führt, sei täglich dein Gesang! So forderts der Beruf, Dazu sein Arm dich schuf. Sei. ner Aufsicht Sollst du dich freun, Ihm ganz dich weihn, Und Herold feines Ruhmes sein. Dank erweisen, Der deiner Vatertreu' gebührt? Täglich will ich dir lobsingen, Und mich im Geiste zu dir schwingen, Bis mich dein Arm zum Himmel führt. Da liegen dann vor mir Mehr Quellen noch als hier Immer offen, Auf ewig dein Mich zu erfreun, Und deines Preis ses voll zu sein. 2. Was im Himmel und auf Er. den Nur je sein Allmachtswort hieß werden, Verkündigt seine Herrlich keit. Ihm, ihm jauchzen Engelchóre, Und du, du wärest, ihm zur Ehre, Nicht auch zu seinem Preis bereit? Auch der gab seine Hand Empfindung und Verstand, zu erkennen, Wie groß er ist, Er, deß du bist, Und der voll Huld dein nie vergißt. 3. Schäße diese deine Würde, Und acht' es nie für eine Bürde, Lobsingend Gottes dich zu freun. Seligkeit ist's, ihn zu loben, Wie wird der Geist dadurch erhoben, Und welch ein Glück ist dabei sein! Im voraus schmeckt er schon Der Frommen künft'gen Lohn, Him, melsfreuden, Erheitert sicht Sich sein Gemüth, Und Kummer, der ihn nagte, flieht. 4. Immer inniger und fester Wird er mit dir, du Allerbester, Durch dei nes Namens Preis vereint; Fühlt sich immer mehr getrieben, Aus allen Kräften dich zu lieben Als Met. Jesus, meine Zuversicht, u. 374. Jauchz' dem Höchsten alle Welt! Sein ist Majestät und Stärke. Dient ihm so, wie's ihm gefällt, Ihr, ihr Zeugen seiner Wer ke, Froh kommt vor sein Angesicht Und bezahlt ihm eure Pflicht. 2. Er ist Gott. Gebt ihm die Ehr! Er gab uns nicht nur das Leben; Seine Gnade thut noch mehr, Sie erhält, was er gegeben; Unfre Flu ren, Glück und Stand Blühen un ter seiner Hand. 3. Laßt uns seiner Güt' uns freun, Die von Jahr zu Jahr uns nähret; Nicht für diese Zeit allein, Auch in Ewigkeit gewähret Seine Huld dem, der ihn ehrt, Freude, die fein Wechsel stórt. In bekannter Melodie. 375. Nun danket alle Gott; Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der mächtig uns er hått Und uns von Kindheit an Bis Pflichten gegen Gott. diesen Augenblick Unzählig Guts gethan. 2. Der ewig reiche Gott Woll uns, so lang wir leben, Ein immer fröhlichs Herz Und edlen Frieden geben; Auch uns in seiner Gnad' Erhalten immerfort, Und uns aus aller Noth Erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr' und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne, Und feinem heil'gen Geist; Er, der vom Himmelschrone Erbarmend auf uns sieht, Bleibt, wie er ewig war, Unendlich groß und gut. Lob sei ihm immerdar! In eigner Melodie. 377. Herr Gott, dich loben wir; Herr Gott, wir danken dir. Dein, Vater, ist von Ewigkeit Das Reich, die Kraft, die Herrlichkeit! Die Welt, dein Werk und Eigenthum, Verkündigt deines Namens Mel. Herr Jesu Christ, dich zc. 376. Frohlockend, Gott, er Ruhm; Der Engel Heer, die Se heb' ich dich; Ats Vater sorgtest du für mich, Berschafftest ew'ges Les ben mir, Und zogst mein ganzes Herz zu dir. raphim, Lobsingen dir mit hoher Stimm': Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gost, Jehova Zebaoth. 2. Durch Jefum mit dir ausges föhnt, Mit Gnad' und Huld von dir gekrönt, Ihm, meinem Mitt ler, unterthan, Gehör ich dir auf ewig an. 3. Wie heilig ist, wie segensvoll Dein Recht, dem ich gehorchen soll! Wie mächtig weckt zum Tugend lauf Mich, Herr, was du verheiseft, auf! 2. Weit, über alle Himmel weit, Geht deine Macht und Herrlichkeit. Sie, die den Erdkreis wunderbar Bekehrten, deiner Boten Schaar, Der Lehre Jesu Märtyrer, Sie preis sen ewig dich, o Herr, Auch deine ganze Christenheit Preist dich auf Erden weit und breit; Dich Bater, auf der Himmel Chron, Und deinen eingebornen Sohn, Nebst deinem Geiste, deffen Kraft In uns ein neues Leben schafft. 3. Du, Herr der Ehren, Jesu Christ, Der du der Sohn des Höchften bist, Du wardst, der Heiland uns zu sein, Ein Mensch wie wir, doch findenrein; Du haft des Toa des Macht zerstört, Den Weg zum Himmel und gelehrt; Du herrschest in des Baters Reich An Majestát und Huld ihm gleich; Im Grabe 15* 4. In deiner Kraft geh' ich einher; Was du gebietest, ist nicht schwer, Denn du verweigerst Muth und Licht Zum Guten deinen Kindern nicht. 221 mich zu meiner Warnung våters lich, Nimmst treu dich meiner Schwachheit an, Und hilfit, daß ich mich bessern kann. 7. Drum preifet dich meinl Lob. gesang. Mein ganzes Leben sei dein Dank; Denn du, mein Gott, sorgst gnadenvoll Für meiner Sees le dauernd Wohl. 5. Mit dir besieg' ich allen Reis Der Sünde, Wollust, Stolz und Geiz, Gerüstet, Herr, mit deiner Kraft, Bekampf ich jede Leiden schaft. 6. Und fehl' ich, so bestrafft du 222 Besondere Pflichten des Christenthums. läsfest du uns nicht; Du kommst. Gabst du deinen Eingebornen, Je dereinst und hältst Gericht. 4. Dein soll sich unsre Seele freun, Dir treu, gehörsam, dankbar sein. Einst laß uns an des Himmels Heil Mit allen Sel'gen haben Theil; Hilfdeinem Bolk, Herr Jesu Christ, Und segne, was dein Erbtheil ist; Leir' uns durch unsre Prüfungszeit Den Weg zur frohen Ewigkeit. 5. Die Erd' ist auch dein Eigen, thum; Auch sie erfülle stets dein Ruhm! In dieses Lebens Pilger schaft Sei, Herr, dein Wort uns Licht und Kraft! Sei gnädig uns, o treuer Gott, Sei gnädig uns in aller Noch! Laß dein Erbarmen uns erfreun, Wenn wir zu dir um Hülfe schrein! Auf dich, o Herr, vertrauen wir; Wir leben und wir sterben dir! Amen! Jn bekannter Melodie. 378. Sollt' ich meinem Gott nicht fingen? Sollt' ich ihm nicht dankbar sein? Find' ich doch in al len Dingen So viel Ursach, mich zu freun. O, es ist ja nichts als Liebe, Die sein Vaterhers bewegt, Die mich mit Erbarmen trågt, Wenn ich seinen Willen übe. Alles währet seine Zeit; Gottes Lieb' in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler in Gefahren Treulich seine Jungen deckt; So hält Gott, mich zu bewahren, Seine Schußhand ausgestreckt. Er, der über mir schon machte, Als ich kaum zu sein begann, Sah mit Baterhuld mich an, Eh' ich war und eh' ich dachte. Leib und Seele gabst du mir; Gott, o wie verdank' ichs dir! 3. Für mich Armen, mich Ver. tornen, Mich, der ich gefallen bin, fum Christum, selber hin. Mir zum Heil kam er auf Erden, Lehrte, litt, vergoß sein Blut, Starb am Kreu ze, mir zu gut, Daß ich mögte ses lig werden. Seines Heils kann ich mich freun; Gott, dein bin ich, du bist mein. 4. Du, mein Vater, mein Regie, rer, Hilft mir selbst im Guten fort, Du giebst mir zum sichern Führer Deinen Geist in deinem Wort, Daß er meine Seele fülle Mit des Glaus bens hellem Licht, Das des Todes Schatten bricht, Und das bange Herz macht stille. Er ists, der durch seine Kraft Gern was gut ist in mir schafft. 5. Meinem beffern Theil, der Seele, Giebst du Trost und Stärk und Ruh'. Wenn ich, was du willst, erwähle, Strömet mir dein Friede zu. Was, so lang' ich hier noch walle, Ich bedarf in dieser Welt, Was den Leib ernährt und hält, Daß er nicht in Staub zerfalle, Auch das wird von deiner Hand Väterlich mir zugewandt. 6. Himmel, Erd' und ihre Heere Sind auch mir zum Nutzen da, Wohin ich mein Auge kehre, Ist mir, Gott, dein Segen nah'. Thier' und Kräuter und Getreide, In den Gründen, auf der Höh', In den Büschen, in der See Sind mir Nahrung, sind mir Freude. Deine Welt ist, mir aum Wohl, Unzähls barer Güter voll. 7. Wenn Betrübniß meine Seele, Schwachheit meinen Leib umgiebt; Dann, dann bet' ich und verhehle Nichts vor dir, der doch mich liebt. Wärst du nicht mein Gott gewesen; Pflichten gegen Gott. Hätte mich dein Angesicht Nicht erquickt, so war ich nicht Aus so mancher Noth genesen. Nur allein von dir bewacht, Ging ich durch die dunkle Nacht. 8. Wie ein Vater seinem Kinde Niemals ganz fein Herz entzeucht, Ob es gleich, verführt zur Sünde, Von dem rechten Wege weicht; Also fichst du meine Schwächen, Höchster, mit Erbarmen an, Züchtigst mich, daß ichs gethan, Ohn' es doch im Zorn zu rächen; Weil, als ichs verirrt beging, Doch mein Herz noch an dir hing. 9. Wenn dein Kreuz und deine Schläge Meinem Fleisch gleich schmerzlich sind; Sinds doch, wenn ichs recht erwäge, Zeichen, daß du mich, dein Kind, Willst zum höhern Glück erziehen. Wohl mir, wenn ich folgfam bin! Mir zum reichlichen Gewinn, Erndt' ich von des Lebens Mühen lind der ausgestanduen Pein Einstens ew'ge Freuden ein. 10. Weil denn ohne Ziel und En de, Vater, deine Gnaden sind; So erheb' ich Herz und Hände Freudig zu dir, als dein Kind; Bitte, wollst mir Gnade geben, Dir mein ganzes Herz zu weihn, Deiner Liebe mich zu freun, Ganz zu deinem Ruhm zu leben, Bis ich dich nach dieser Beit Lieb' und lob' in Ewigkeit. In bekannter Melodie. 379. Sch finge dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust! Ich fing', und mach' auch andern kund, Was mir von dir bewußt. 223 Daraus uns allen früh und spat Viel Heil und Gutes fließt. 2. Ich weiß, Gott, groß von Macht und Rath, Daß du die Quelle bist, 3. Was sind wir doch, was haben wir Auf dieser ganzen Welt, Das uns, o Vater, nicht von dir, Von dir allein zufällt? 4. Wer hat des Himmels schönen Bau So prachtig ausgeschmückt? Wer ist's, der unser Feld mit Thau Und Regen stets erquicft? 5. Wer schafft und Wärme bei dem Frost? Bor Stirmen Sicher heit? Wer macht es, daß uns Korn und Most Zu seiner Zeit erfreut? 6. Wer giebt uns Leben und Ges deihn? Wer schenkt mit treuer Hand Den Frieden, deß wir uns erfreun In unserm Vaterland? 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, Du, du mußt alles thun; Dein Aufsehn wacht vor unfrer Thür, Und läßt uns sicher ruhu. 8. Du nåhrest und von Jahr zu Jahr, Bleibst immer fromm und treu; Und stehst uns, sind wir in Gefahr, Als Vater gnädig bei. 9. Du trägst uns Sünder mit Ge duld, Du züchtigst våterlich; Und bitten wir: erlaß die Schuld! Er. barmst du unsrer dich. 10. Das Unglück, das von ferne droht, Kehrst du so oft zurück, Und die schon gegenwärt'ge Noth Ver. wandelst du in Glück. 11. Die Chránen, die der From me weint, Bemerkst und zählest du, Und spricht ihm tröstend als ein Freund, In seinem Kummer zu. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus Mit Gütern, die bestehn, Wenn hinfällt unser ird'sches Haus Und wir von hinnen gehn. 13: Wohl auf, mein Hers, fei froß 224 und sing' Und habe guten Muth! Dein Gott, der Ursprung aller Ding', Ist selbst und bleibt dein Gut. Besondere Pflichten des Christenthums. 14. Er ist dein Freund, dein Erb' und Theil, Dein Licht, wo Licht gebricht; Dein Schirm und Schild, dein Trost und Heil; Schafft Rath und läßt dich nicht. 15. Was frankst du dich in deinem Sinn, lind grâmst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg' und wirf sie hin Auf den, der dich gemacht. 16. Hat nicht von Jugend auf dein Gott Dich våterlich ernährt? Hat er nicht manche nahe Noth Oft gnädig abgewehrt? 17. Er hat noch niemals was versehn In seinem Regiment; Nein, was er thut und läße geschehn, Das nimmt ein gutes End'. 18. Et nun! so laß ihn ferner thun, Und red' ihm nicht darein; So wirst du hier im Frieden ruhn, Und ewig fröhlich sein. Mel. Ich finge die mit Herz und 2c. 380.Nun danker all' und brin. get Ehr' Dem großen Herrn der Welt: Ihm, dessen Ruhm des Him. mels Heer Und jedes Werk erzählt. 2. Laut, Christen, preife euer Lied Gott, unser höchstes Gut, Den Gott, der auch auf Niedre sieht Und Großes an uns thut; 3. Der uns vom Mutterleibe an, Als Vater, wie vergißt, Der oft, wenn Niemand retten kann, Uns Freund und Retter ist; 4. Der selbst noch Undankbare liebt, Viel Gutes ihnen schenkt, Gern ihnen ihre Schuld vergiebt, Wenn sie die Sünde kränkt. 5. Er geb' uns stets ein fröhlichs Herz Und einen frommen Sinn, Und werfe Furcht und Angst und Schmerz Ins Meeres Tiefe hin. 6. Er laffe feinen Frieden ruhn Auf unserm Baterland; Er gebe Glück zu unserm Thun, Und Heil für jeden Stand; 7. Er sei uns nahe, wenn wir früh 2n unsre Arbeit gehn, Und laffe bei des Tages Müh' Uns seis nen Beistand sehn; 8. Er trag' uns ferner mit Ge duld Und laff uns heilig sein, Und feiner väterlichen Huld Uns all'zeit hoch erfreun. 9. So lang' er uns noch hier ers hålt, Sei er stets unser Heil, Und scheiden wir einst von der Welt, Verbleib' er unser Theil. 10. Er spreche, wenn das Herz uns bricht, Uns Trost und Hoffnung zu; Den Geist erquicke dann sein Licht, Den Leib des Grabes Nuh'. Met. Wach auf! mein sperz 2c. 381. Laßt unserm Gott und fingen, Ihm Dank und Ehre brine gen, Daß wir so viele Gaben Aus seiner Fülle haben. 2. Nur er hat uns das Leben Und Seel' und Leib gegeben; Er ist es, der sie schüßet, Das schenkt, was beiden nüßet. 3. Dem Leibe giebt er Speise; Die Seele macht er weise, In Reinigung von Sünden Ihr wah res Glück zu finden. 4. Für uns dahin gegeben Ward Christus, unser Leben; Er, der für uns gestorben, hat uns das Heil erworden. 5. Sein Wort wird, uns zum Se gen, Ein Licht auf unsern Wegen; Pflichten gegen Gott. 3u allen guten Werken Soll selbst sein Geist uns stärken. 6. Er läßt uns Gnade finden, Vergiebt uns unsre Günden, Wenn sie uns herzlich reuen, Und wir forthin sie scheuen. 7. Das Herz schmeckt fromme Freuden, Hat Trost in allen Leis den, Wagt es, zu Gott zu treten Und frei vor ihm zu beten. 8. Da wir denn schon auf Erden So hoch begnadigt werden: Gott, was wird nicht für Gaben Für uns dein Himmel haben! 9. So hilf du nur uns allen Die ebne Bahn stets wallen, Die, wenn wir sie vollendet, In ew'ges Heil sich endet. 10. Leit' uns durch deine Wahre heit, Bis wir in voller Klarheit Dich, dem wir hier vertrauen, Noch heller werden schauen.. 225 und Tod Erwünschte Rettung finden. 6. Und noch nimmst du dich mei. ner an Auf allen meinen Wegen, Und führst mich auf der Tugend BahnDem höchsten Glück entgegen. Mel. Ich dank dir schon durch 2c. 382. Bis hieher warft du ſtets mit mir, In jedem Lebensalter; Von ganzer Seele dank' ich dir, Mein Vater, mein Erhalter. 2. Mein Glück hast du von Ewige keit Allgütig abgewogen, Und mich ins Leben dieser Zeit Aus meinem Nichts gezogen. 3. Du bildetest, du nährtest mich, Eh' ich dir stammelnd dankte, Du leitetest mich väterlich, Als Fuß und Arm noch wankte. 7. Du schaust noch immer gnas denvoll Auf mich, dein Kind, hernieder; Und sorgt für meines Les bens Wohl, Für Sinnen, Geist und Glieder. 4. Auf meiner Jugend glattem Pfad Warst du stets mein Gefährte, Der, wenn ich etwas Böses that, Mich fromm zu wandeln lehrte. 5. Durch dich konnt' ich Gefahr und Noth So glücklich überwin den, Und wider Krankheit, Fall 8. Du wirst, ich trau' auf dich, mein Gott, Auch in den künft'gen Jahren Stets mit mir sein, ja bis zum Tod, Mich segnen und bewahren. Met. Es ist das Heil uns 2c. 383. Lob, Ehr und Dank dem höchsten Gut, Dem Vater aller Gü te, Dem Gott, der so viel Wunder thut, Dem Gott, der mein Gemü the Mit seinem reichen Troft erfüllt; Dem Gott, der allen Jammer stillt: Ihm, unserm Gott, sei Ehre! 2. Der Himmel Heere danken dir, Beherrscher aller Thronen; Auch wir, die wir, o Vater, hier In deinem Schatten wohnen, Wir alle preisen deine Macht, Die uns er schuf; die uns bewacht. Gebt unferm Gott die Ehre! 3. Was deine Macht geschaffen hat, Das willst du auch erhalten, Darüber will dein weiser Rath Und deine Gnade walten; In deinem ganzen Königreich Herrscht macht und Recht und Huld zugleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: Vernimm, o Gott, mein Flehen; Da half mein Helfer mir vom Tod, Und ließ sein Heil mich sehen. Drum dank' ich, Gott, drum 226 Besondere Pflichten des Christenthums. dank' ich dir! O danket, Fromme, und Ehre bringen, Dir, der du gut Gott mit mir! Gebt unferm Gott und freundlich bist. Ja, Gott, du die Ehre! bist ganz Guad' und Treu'; Gieb, daß mein Herz ganz Freude sei! 5. Gott ist uns nah', und ist noch nicht Von seinem Volk geschieden. Er bleibt der Frommen Zuversicht, Giebt ihnen Heil und Frieden. Mit Vaterhånden führt er die, Die ihm vertraun und segnet sie. Gebt un ferm Gott die Ehre! 6. Wenn alle Welt nicht helfen kann, Und sich kein Retter zeiget, So nimmt Gott unsrer Noth sich an; Er selbst, der Schöpfer, neiget Sein huldreich Angesicht uns zu, Und schafft uns Hülfe, schafft uns Ruh'. Gebtunserm Gott die Ehre! 7. So lang' ich lebe, soll mein Dank Dich, meinen Retter, ehren. Einst follen meinen Lobgesang Auch Deine Himmel hören. Mein Geist, o Gott, erhebe dich, mein ganzes Herz erfreue sich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Jhr, die ihr Chrifti Namen nennt, GebtGott mit mir die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, Gebt Gott mit mir die Ehre! Der Thoren Gößen macht zu Spott: Der Herr ist Gott! Der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommt denn vor sein Ans gesicht, Ihm Dank und Preis zu bringen; Bezahlet die gelobte Pflicht, Und laßt uns fröhlich singen: Der Herr hat alles wohl bedacht, Und alles, alles recht gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! Mel. Mein Herz ermuntre dich ze. 384. Dir, Gott, dir will ich fröhlich singen, Dir, deffen, Freude Wohlthun ist; Dir will ich Dank 2. Dich preifen alle Engelheere, Dir singen die Verklärten Dank; Dir, Herrscher, brausen Wind und Meere; Ihr Brausen ist dein Lob. gefang; Die ganze Schöpfung ruft mir zu: Es sei kein solcher Gott, wie du. 3. Dir, Höchster, ist nichts zu ver gleichen; Denn deine Güte reicht so weit, Als über uns die Wolken reichen, Bon Ewigkeit zu Ewigkeit. Kein Wurm kriecht unbemerkt das hin, Du siehst, du nährst, du schüßest ihn. 4. Auch, Bater, hast du mein Ge mithe, Durch manche Gnadengab* erfreut. O gieb mir auch, nach deis ner Güte, Den Trieb jur frohen Dankbarkeit, Daß alles, was nur in mir ist, Froh rühme, daß du gnådig bist. 5. Wer schuf den Geist und seine Kräfte, Gedächtniß, Willen und Versand? Wer segner des Berufs Geschäfte? Wer stärkt die arbeite same Hand? Wer schützte mich vor der Gefahr, Die unsichtbar mir nahe war? 6. Wer fristet meine Lebenstage? Wer schmückt und krónet sie mit Heil? Du, Vater, thust's; drum, Seele, sage: Du, Gott, bleibst ewiglich mein Theil! Mit ew'ger Treue liebst du mich; Von ganzem Herzen preif' ich dich. 7. Dir will ich ferner auch ver trauen; Denn du hast mir ſtets wohl gethan. Voll Hoffnung will ich auf dich schauen; Schau' mich Pflichten mit Baterblicken an, So geh' ich durch die Pilgrimszeit Mit Freu. den hin zur Ewigkeit. Mel. Nun danket alle Gott zc. 385. Ich will dem Schöpfer Lob, Und Ruhm und Ehre bringen, Zu ihm soll jest mein Herz, Mit Dank erfüllt, sich schwingen; Ich überschau' die Bahn, Die ich zurückgelegt, Und fühle mich, o Gott, Aufs innigste bewegt. 2. Du hast mich wunderbar Gefchaffen und bereitet, Und mich mit Vaterhand Geführet und geleitet; In drohender Gefahr, Stand'st du, o Herr, mir bei Und deine Güte war Mit jedem Morgen neu. 3. Oft, wenn ich unruhvoll An ferne Tage dachte, Und manche trü be Nacht Durchweinte und durch wachte, War's nichts als eitler Wahn, Was meinen Geist geplagt. Mein Unglück, nicht mein Glück, Hat mir der Herr versagt. 4. Lob sei dir für mein Glück, Und Lob für trübe Stunden! Wer nie. mals Kreuz gekannt, Hat nie sein Glück empfunden. Es war die Bit, terkeit Des les'gen Augenblicks So oft mein Stück schon selbst, Oft Quelle meines Glücks. gegen Gott. 227 mir, Sein ganz Verdienst ist mein; Ich bin im Leben jetzt, Und einst im Tode sein. 5. Es lehrte mich dein Wort, Dich, wie du bist, erkennen, Nicht blos dich meinen Herrn, Nein, dich auch Vater nennen; Ich sahe mein Geschick Als Himmelsbürger ein Und dacht, ich sei nicht hier, Um ewig hier zu sein. 6. Also hat Goet die Welt, Mich in der Welt geliebet, Daß er mir feinen Sohn Und mit ihm alles giebet. Sein Kreuz bringt Segen 7. Denk' ich, voll Angst, zurück An meiner Ingend Sünden; Denk'. ich, wo werd' ich Rath, Wo Trost im Tode finden? So giebt mein Glaube mir Von neuem Zuversicht: Gott, der so gern verzeiht, Vers dammt mich Armen nicht. 8. Bald ist des Lebens Bahn, Die kurze Bahn zu Ende. Du, Gott, dem ich gelebt, Nimm mich in deis ne Hände! Laß, mit verklärtem Blick, Dein Angesicht mich sehn, Und durch ein beßres Lob Dich ewiglich erhöhn! Mel. Mein Herz ermuntre dich zc. 386. Dkönnt' ich dich, mein Gott, recht preifen, Wie du des Preises würdig bist; Könnt' ich dir ganz den Dank beweisen, Den diefes Herz dir schuldig ist! Dies Herz, das deiner Gütigkeit Sich täglich mit Entzücken freut. 2. Wer überströmet mich mit Ses gen? Wertheilt mir mit, was mir gebricht? Wer schuhet mich auf meinen Wegen? Wer schenkt dem Geiste Trost und Licht? Wer giebt zu meinem Thun Gedeihn? Al gütiger, du bists allein. 3. 3u zählen sind sie nicht, mein Bater, Die Werke deiner Segens hand. Du warst schon lange mein Berather, Eh' mein Bedürfniß ich empfand; Selbst, eh' ich war, da maßest du mir schon mein Schick, fal tiebreich zu. 4. Du stärkst mir das geschenkte Leben, und läsfest es nie freuden keer; Zum höhern Glück mich zu 228 erheben, Schickst du auch manche Trübfal her; Doch stehst du auch mit Kraft mir bei, Daß ich, o Herr, nicht muthlos fei. 5. So oft hab' ich in meinen Cagen Mit Freud' und Dank es schon verspürt, Wie du mich unter allen Plagen Zwar dunkel oft, doch gut geführt; In wie viel drohender Gefahr Halfit du mir treu und wunderbar.. Besondere Pflichten des Christenthums. 6. Wie sollt ich denn nicht, voller Freuden, Beständig deinen Ruhm erhöhn? Wie sollt' ich, auch im tiefsten Leiden, Nicht freudig traus end auf dich sehn? Und fiele selbst der Himmel ein, So wirst du mein Beschirmer sein. 7. Drum reiß dich, kummervolle Seele, Von allen deinem Kummer Ies, Und sprich: Gott, Helfer meis ner Seele, Wie gut bist du, wie tren, wie groß! Du leitest mich nach deinem Rath, Der nur mein Heil beschlossen hat. 8. Von deiner Güte will ich fins gen, So lange sich die Zunge regt; Dir will ich Dank und Ehre brin gen, So lange sich mein Herz be wegt; Und wenn mein Mund nicht sprechen kann, So halt' ich noch mit Seufzen an. 9. Hier kann ich schwaches Lob nur geben; Nimm es, mein Gott, in Gnaden an; Bis ich in jenem bessern Leben Dich würdiger erhe. ben kann. Da steiget mit der Engel Chor Mein Lobgefang zu dir empor. Mel. Nun lob' mein' Seer' 2c. 387. Man lobt dich in der Stille; Denn du erhörst Gebet, o Gott. Aus deinerGegensfülle Fließt alle Freud' und Hülf in Noth. Nur du bist Herr auf Erden, Der From men Zuversicht; In Trübsal und Beschwerden Läß'st du die Deinen nicht; Drum soll dich freudig eh. ren Mein Mund vor Jedermann, Und deinen Ruhm vermehren, So lang' er lallen kann. 2. Es müsse sich dein freuen, Wer deiner Güte Größe kennt, Und deis nem Dienst sich weihen, Wer Jesu Chrifti Namen nennt. Hoch seist du stets gepriesen! Du bist's, der Wunder thut, Und haft auch mir erwiesen, Das, was mir nüßt und gut; Drum geb' ich mich mit Freu' den Dir zum Gehorsam hin. Nichts soll mich von dir scheiden, So lang' ich hier noch bin. 3. Herr, du hast deinen Namen Sehr herrlich in der Welt gemacht, Wenn Schwache zu dir kamen, Hast du mit Hülf' an sie gedacht; Auch mir half deine Gnade; Herr, wie vergelt' ichs dir? Bleib' auf des Lebens Pfade Noch fernerhin mit mir, So will ich dich erheben, Dich, der so gern erfreut, Und dir zur Eh. re leben Hier und in Ewigkeit. Mel. Ich finge dir mit Herz und z. 388. Mein Geist erstaunt, Allmächtiger, Wenn er die Gnade denkt, Womit du mich, mein Gott und Herr, So unverdient beschenkt. 2. Dann ist mein Herz so hoch er. freut, Ganz deiner Güte voll, Und weiß vor heißer Dankbarkeit nicht wie es danken soll. Schooß In sichrer Ruhe schlief, Be 3. Eh' ich noch auf der Mutter stimmtest du für mich das Lood, Das mich zum Leben rief. Pflichten gegen Gott, 4. Du wählst des Sterblichen Geschick, Eh' er geboren ist; Und so ward ich, o welch ein Glück! Schon als ein Kind ein Christ. Mel. Wachet auf! ruft uns die zc. 5. Eh' ich noch sprach, vernahmst 389. Unsern Gott, den Gott du schon, Was noch kein Flehen war, Und neigteit, zu des Weinens Ton Dein Ohr erbarmend dar. 6. Wenn in der Jugend ich vom Pfad' Der Tugend mich verirrt: Hat mich höchst liebreich, Herr, dein Rath Darauf zurück geführt. 7. Du warst mein Schutz und meine Wehr Bor Unglück und Ge, fahr, Und vor dem Laster, das noch mehr Wie sie zu fürchten war. 8. Ich fah, von Krankheit bleich, durch dich Mein Leben mir geschenkt, Und deine Gnad' erquickte mich, Wenn Sünden mich gekränkt. 9. Von Freudenstrahlen glänzt mein Blick, Da du so hoch mich liebst, lind mir der Erde bestes Glück In treuen Freunden giebst. 10. Und weiche Wohlthat, Herr, ist nicht Dies Herz, daß fühlen kann; Dies Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan. 11. Kein Tag soll froher mir ver. gehn, Als, Höchster, dir zum Preis; Ich will dein hohes Lob erhöhn; So gut ich kann und weiß. 229 Jahrtausende sind viel zu kurz, O Höchster, für dein Lob. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth Trau' ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. 14. Dich der mich bei der Wel. ten Sturz Mit starkem Arm erhob. der Ehre, Besfingen seiner Engel Chöre: Der Herr ist groß! sein Nam' ist hoch! Werd' auch du voll feines Ruhmes, Volk Gottes, Volk des Eigenthumes; Ob du schon Staub bist, preis' ihn doch. Ein dankbares Getall Ift ihm ein süßer Schall. Lobt den Höchsten! Der, reich an Out', Aufs Niedre sieht, Verschmäht nicht schwacher Menschen Lied. 13. Wann krachend einst der Bau der Welt Sich aus den Angeln reißt, Will ich dich preisen, der mich hâlt, Dich der mich leben heißt; 2. Hochster, deiner Allmacht glei chet Auch deine Guade, und sie reis chet Durch aller Himmel Himmel hin. Nie hast du dein Wort gebros chen; Selbst Hoffnung deß, was du versprochen, Ist mehr, als einer Welt Gewinn. Eh' Erd' und Himmel war, Warst du unwandelbar. Lobt den Hock sten! Ihn, ihn er höht! Sein Wort besteht, Wenn Erd' und Himmel schon vergeht. 3. Einst erschuf er sich zur Ehre Der Sonnen unzählbare Heere, Auch die, die strahlend uns erquickt! Um die Sonnen hieß er Erden, Auch die, die uns ernähret, werden; Und herrlich hat er sie geschmückt. Er sprach: und es geschah: Die Welt stand fertig da. Lobt den Höchsten! Er will, er sprichts. Er schafft aus Nichts, Der Herr, der Vater alles Lichts. 4. Herr, von dem wir alle Gaben Aus deines Reichthums Fülle ha. ben, Du, Herr, vergiffest unsrer nie. Du schufft alle Millionen, Die auf dem weiten Erdkreis wohnen, Du Besondere Pflichten des Christenthums. 230 kennst und überschauest sie, Und je. dem theilest du Sein Maaß mit Weisheit zu. Lobt den Höchsten! Mein Gott, durch dich Entstand auch ich, Und du regierst mich väterlich. Und sobald ich nur gekommen, Vå terlich mich aufgenommen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 6. O wie hast du meine Seele Stets gesucht zu dir zu ziehn! Dein ists, wenn ich Gutes wähle, Du Mel. Jesu, der du meine Seele xc. 390. Wie soll ich dich würdig auch hilft es mir vollziehn; Hilfit, loben, Mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben Deines Geistes Kraft, mein Gott! Groß sind deiner Liebe Zeichen! Wer kann deine Größ' erreichen? Taus send, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. daß ich mein Fleisch bestreite, Und erhältst mich, wenn ich gleite. Tanfend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 2. Herr, entzünde mein Gemü the, Daß ich deine Wundermacht, Deine Gnade, Treu' und Güte Froh erhebe Tag und Nacht: Denn, was ich nur bin und habe, Kommt von dir, ist deine Gabe. Tausend, taus sendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 7. Ja, Herr, Majestät und Klarheit Strahlt von deinem Ange sicht:, All' dein Thun ist Gnad' und Bahrheit, Recht und heilig dein Gericht. Wer muß nicht aus deis nen Werken Deine Macht und Weiß heit merken? Tausend, tausend, mal sei dir, Großer König, Dank dafür. 3. Herr, mit Schaam muß ich ge. stehen, Täglich häuft' ich Schuld auf Schuld; Doch statt ins Gericht zu gehen, Trägst du mich noch mit Geduld, Willst in Christo mir vergeben; Wie kann ich dich gnug ers heben? Tausend, tausendmal fei dir, Großer König, Dank dafür. 4. Sinn' ich nach und überlege, Wie du gnädig mich regiert; Mich viel wunderbare Wege Und doch Immer wohl geführt; Gott! be schämt wird mein Gemüthe, Bei dem Anblick solcher Güte. Tau send, tausendmal sei dir, Großer Konig, Dank dafür, 6. Du, Herr, bist mir nachgeei Yet, Haft zur Buße mich erweckt, Deine Hand, wenn ich verweilet, Biebreich nach mir ausgestreckt; 8. Wie ein Vater nimmt und gie bet, So wie's Kindern nützlich ist; So hast du auch mich geliebet, Gott, der du mein Vater bist; Mich er. freut mit mildem Segen; Mich ge prüft mit Vaterschlägen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer Rd. nig, Dank dafür. 9. Bitter sind zwar Züchtigun gen; Aber süß ist ihre Frucht, Und durch sie ists dir gelungen, Was oft Huld umsonst versucht. Nach dir lernte ich verlangen, Weltlust fliehn, an dir nur hangen. Tau fend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 10. Trugst du nicht in deinen Armen Mich oft treu und våterlich? Riß mich nicht oft dein Er. barmen Aus Gefahr, und schützte mich? Mußt' ich einsam hülflos weinen; Du, du ließest Trost er Pflichten gegen Gott. scheinen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 11. Vater, du hast mir erzeiget Lauter Gnad' und Gütigkeit; Und du hast zu mir geneiget, Jefu, dei ne Freundlichkeit; Und dein Wort, o Geist der Gnaden, Heilet meinen Seclenschaden. Tausend, tausend, mal sei dir, Großer König, Dank dafür. 12. Preis und Dank sei dir ges fungen, Daß es mir bisher, mein Gott, Dein zu sein, durch dich ges lungen; Ach, laß mich bis in den Tod Fest in deiner Guade stehen, Und dereinst dein Antlik sehen; So werd' ich, dein Eigenthum, Ewig preisen deinen Ruhm. 3. Er giebt die Sonne seiner Welt, Dem Monde scheint ihr Licht; Er ist's, der unsern Erdkreis hält In seinem Gleichgewicht. 231 Mit Segen füllet er das Land, Mit Segen auch das Meer. 7. Noch steht zum Zeichen seiner Huld Sein Bogen in der Luft. Noch trågt er Sünder mit Geduld, Die sie zur Beßrung ruft. 8. Der Tag verkündigt seine Macht Dem holden Abendroth; Dem Morgen sagt's die Mitters nacht: Groß ist der Schöpfer, Gott. 9. Groß, wenn sein Donner rolle daher, Groß, wenn die Sonn' ents zückt; Groß, wenn der Strom rauscht und das Meer; Groß, wenn der Bach erquickt. mel. Rott Gott ihr Chrifteit 2c. Mel, Gott sei Dank in aller 2c. 391. Erheb', o Seele, Gottes 392. Preise froh auch du, Ruhm! Erheb ihn, deinen Herrn! Du bist und bleibst sein Eigen, thum; Lobsing' und dank' ihm gern! 2. Vom Engel an bis auf den Wurm Ist alles voller Pracht. Des Frühlings Buft, so wie der Sturm, Verkündigt seine Macht. mein Geist, Gott, den jeder Himmel preist. Dank' ihm, der voll Lieb und macht Ewig für dein Bestes wacht. 4. Das Feld weiß feine Zeit ges nau; Nichts dringt zu früh hervor. Der Halm, genährt durch sanften Thau, Schießt täglich mehr empor. 5. Gott giebt der jungen Saat Gedeihn; Uns Kräfte zum Genuß; Und unfre Herzen zu erfreun, In Allem Ueberfluß. 6. Er hält den Blik in seiner Hand Und führt der Wolken Heer; 10. Allmächtiger! unendlich weit Schallt deiner Größe Ruhm. Ein dankbar Her; sei dir geweiht, Und ganz dein Heiligthum. 2. Seines Wohlthuns dich zu freun, Haucht' er dir das Leben ein; Und wie huldreich hat bis ist Niche sein Arm dich unterstützt? 3. War nicht seine Batertreu' Jeden Morgen bei dir neu? Tåg lich gab dir seine Hand, Was fein Rath dir nüßlich fand. 4. Auch dein Heil besorgt er schon, Eh du warst, durch seinen Sohn, Der sich bis zum Tod' und Grab Hin zu deiner Nectung gab. 5. Und mit welcher Vaterhuld Trägt er dich noch mit Geduld! Auch dir zu verzeihn bereit, Giebt er dir zur Beßrung Zeit. 6. Nute sie dazu mit Fleiß, Dir Besondere Pflichten des Christenthums. 232 zum Wohl und Gott zum Preis. Ihm, der dich so gern erfreut, Ihm fet ganz dein Herz geweiht. 7; Dien' ihm gern und hoff auf ihn, Wenn auch Wolken dich umziehn, Dir der Himmel trübe wird, Und dein Fuß im Dunkeln irrt. 8. Licht schafft er aus Finsternis; Folg' ihm nur und sei gewiß, Daß er jedem, der ihn liebt, Mehr noch, als er hoffer, giebt. 9. Ja, mein Gott, deß' freu' ich mich; Hoffnungsvoll erheb' ich dich, Daß du so barmherzig bist, Und der Deinen nie vergißft. 10. Täglich soll mein Lobgefang Dich erheben, und voll Dank Will ich preisen, was dein Rath Mir noch Guts beschieden hat. Mel. Es ist das Heil uns 16. 393. Aus deiner milden Se. genshand, Du Geber aller Gaben, Muß jedes Volk und jedes Land Des Guten Zufluß haben. Mit großer Weisheit hältst du haus, Und breitest deine Güte aus, Der Volker Wohl zu gründen. 2. Bon dir stammt Kunst und Wiss fenschaft, Wodurch die Länder bluhen: Du schenkefst jeglichem die Kraft, Sich nützlich zu bemühen; In seinem Amt, Beruf und Stand, Dazu dein Rath ihn tüchtig fand, Zum Besten mitzuwirken. 3. Als milder Geber zeigst du dich Den Völkern aller Lande; Und du verknüpfst sie unter sich Durch dei nes Segens Bande. Vom fernen Oft, vom fernen Nord Strömt deis nes Segens Quelle fort Zum Wes ften und zum Süden. 4. Du giebst den Schiffen ihren Lauf Auf Strómen und auf Mees ren, Und hilfft dem Flor der Hande lung auf, Biel Tausende zu näh ren. Zur Nothdurft, zur Bequemlichkeit Vertheilst du deine Gaben weit Durch manche Handlungss zweige. 5. Du fegnest auch des Künstlers Fleiß Zum Nutzen seiner Brüder. Was er nur Gutes kann und weiß, Das kommt von dir hernieder. Was deine Güt' uns zugewandt, Das fließet stets aus Hand in Hand Durch nützliche Gewerbe. 6. Herr, unser Gott, wir preisen dich Mit dankendem Gemüthe. Du herrschest unveränderlich Mit Weisheit und mit Güte. Geuß deis nen Segen ferner aus Auf unser Land, auf jedes Haus, Zu deines Namens Ehre. 7. Hilf, daß ein jeder redlich fet In seinemThun und Handel; Rechts schaffen, brüderlich und treu In feis nem ganzen Wandel. Mit Luft, o Vater, wendest du Dem Lande deinen Segen zu, Das solch ein Volk bewohnet." Gebet und Anrufung Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 394. Dein Heil, o Christ, nicht zu verscherzen, Sei wach und nüchtern zum Gebet! Ein Flehn aus reinem guten Herzen Hat Gott, dein Bater, nie verschmäht. Er ist die Liebe felbst; er hört, Was feiner Kinder Herz begehrt. 2. Erschein' vor seinem Angesichte Mit Dank und Demuth oft und gern, Und prüfe dich in seinem Lich te, Und klage deine Noth dem Herrn. Er eilt, den Seinen bei Pflichten gegen Gott. sustehn, Hind segnet sie, wenn sie noch flehn. 3. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden Und im Gebet vor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erden, Bedarf der eines Mens schen Flehn? Ifts nicht bles deine Seligkeit, Wenn er zu bitten dir gebeut? 4. Sagt Gott nicht: bittet, daß ihr nehmet? Sit des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu beten schämet, Der schämt sich Got tes Freund zu sein, Und stößt das ihm bestimmte Glück Muthwillig selbst von sich zurück. 5. Sein Glück von seinem Gott begehren, Ist das denn eine schwere Pflicht? Und seine Wünsche Gott erklären, Erhebt das unsre Seele nicht? Verleiht es uns nicht Muth und Kraft Zur Dämpfung jeder Leidenschaft? 4. Sich in der Furcht des Höchsten stärken, In dem Vertraun, daß Gott uns liebt, Im Fleiß zu allen guten Werken; Ist diese Pflicht für dich betrübt: So triffst du nichts auf Erden an, Das deinen Geist erfreuen kann. 7. Gott, laß mich nicht mein Heil verscherzen, Gieb Luft und Kraft mir zum Gebet; Und wenn mein Mund aus gutem Herzen zu dir um Hilf und Gnade fleht: So hó, re mich von deinem Thron, Durch Jefum Christum, deinen Sohn. 233 Glück beruht Allein auf dir, du höchstes Gut. 2. Umsonst ist alle meine Mühe, Krönt sie nicht Segen deiner Hand. Was ich auch noch so ängstlich flies he, Wird doch von mir nicht abges wandt, Wenn vor dem llebel, das mich schreckt, Mich nicht dein macht'ger Schutz bedeckt. 3. Wie sollt' ich denn nicht von dir bitten, Was meiner Seele Wunsch begehre? Vor dir, o Gott, sein Herz ausschütten, Wenn Noth und Kummer uns beschwert, Besänftiget der Seele Schmerz Und öffnet deis nem Trost das Herz. 4. Sollt' ich nicht Dank und Ruhm dir bringen, Wenn mich ein wahres Glück erfreut? Dir, Allers höchster, dir lobsingen, Ist gut, ist für uns Seligkeit, Und flößt uns wahren Eifer ein, In deinem Diens ste treu zu sein. 5. Du hörest es mit Wohlgefallen, Wenn deine Kinder zu dir flehn; Verschmäheft nicht ihr schwaches Lallen, wenn sie lobsingend dich erhöhn. Du ehrst den wieder, der dich ehrt, Und hörest- den, der dich, Gott, hört. 6. Mit Segen uns zu überschüts ten, Bist du, o Vater, stets bereit. Was wir nach deinem Willen bit ten, Giebst du uns aus Barmherzigs keit, Und wer dir dankt, dem strös mest du Beständig neuen Segen zu. 7. So will ich denn zu deinens Throne Oft im Gebet mich kindlich nahn. Nimm, Vater, nimm in deinem Sohne Der Andacht Opfer gnädig an! Dein Geist regiere meinen Geist, Daß er dich betend Mel. Mein Herz ermuntre dich ze. 395. Von dir kommt jede gute Gabe; Nur du, mein Gott, kannst mich allein mit allem, was ich nó thig habe, zu meinem wahren Wohl erfreun. Mein Leben und mein würdig preist. Besondere Pflichten des Christenthums. 234 Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 396. Romm betend oft und mit Vergnügen, O Christ, vor Got. tes Angesicht; Laß keine Trägheit dich besiegen, In der Erfüllung dieser Pflicht. Dübe sie, zu Got res Preis Und deinem Heil, mit treuem Fleiß. 2. Bet' oft in Einfalt deiner See. Ien; Gott sieht aufs Herz, Gott ist ein Geist. Wie können dir die Wor, te fehlen, Wenn nur dein Herz dich beten heißt? Der Glaub' an Gott und seinen Sohn Nührt ihn, nicht leerer Worte Ton. 3. Wer das, was ihm zum Fries den dienet, Durch Beten sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erkühnet, Was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer schnell vergißt was er ihm schwur, Der spottet feines Schöpfers nur. 446 mehr. Denk' nicht: wenn ich mic vielen bete, So find' ich eh'r bei Gott Gehör; Ist nur dein Wunsch gerecht und gut, So sei gewiß, daß Gott ihn thut. 8. Doch säume nicht, in den Ges meinen Auch öffentlich Gott anzus flehn, Und seinen Namen mit den Seinen, Mit deinen Brüdern zu er höhu; Führ' der vereinten Andacht Werth, Die deine eigne stärkt und nährt. 9. Bet' oft zu Gott für deine Brüder, Für alle Menschen, als ihr Freund; Denn wir sind Eines Leis bes Glieder; Ein Glied davon ist auch dein Feind. Solch Bitten, das aus Liebe fließt, Ehrt Gott, der selbst die Liebe ist. 10. Bet' oft, so wirst du Glauben halten, Dich prüfen und das Böse scheu'n, An Lieb' und Eifer nicht erkalten, lind reich an guten Wer ken sein; Denn Muth und Kraft und Seelenruh' Sagt Gott dem frommen Beter zu. 4. Bet' oft zu Gott und schmeck in Freuden, Wie freundlich er dein Vater ist. Bet' oft zu Gott, und fühl' im Leiden, Wie treulich er das Leid versüßt. Gott hórt's, Gott Mel. Nun ruhen alle ålder 2. ist's, der Hülfe schafft: Er giebt 397. Könnt ich in meinen den Müden Trost und Kraft. 5. Bet' oft und heiter im Gemůthe, Schau' dich an seinen Wundern fatt; Schau' auf den Ernst, schau' auf die Güte, Womit er dich geleitet hat. Oft irrtest du; er trug Geduld. Erkenn' und preise seine Huld. Nöthen Nicht Gott vertraun, nicht beten, Wie elend wär' ich dann! Wenn Trost und Hoffnung wanken, Wie soll ich's Gott verdanken, Daß ich dann zu ihm beten kann? 6. Bet' oft! Durchschau' mit frohem Muthe Die herzliche Barmher zigkeit Deß, der mit seinem theuern Blute Uns vom Verderben hat befreit; Und eigne dir, zu deiner Ruh' Und Heiligung, sein Opfer zu. 7. Bet' oft! Gott wohnt an jeder Stätte; In keiner minder oder 2. Oft unterbrach der Kummer Mir meinen süßen Schlummer, Und stórte meine Ruh'; Doch wenn er in mir wühlte, Dann kniet' ich hin, und fühlte: Mein Ftehn, o Gott, erhörtest du; 3. Dann trug ich meine Leiden Mit größerm Muth, und Freuden Erfüllten meinen Geist; Ich fand Pflichten gegen Gott. dann Im Gebete Den Trost, um den Ich flehte, Den Trost, den uns dein Wort verheißt. 4. Fleht' ich zu dir am Morgen, So schwiegen meine Sorgen Den ganzen Tag in mir; Mit ruhigem Gemüthe Bertraut' ich deiner Gü, te, Und überließ mein Schicksal dir. 5. llnd ruhig war mein Schlum, mer Wenn ich dir meinen Kummer, Gott, zuvor geklagt: Du Herr, wachst für mein Leben; Von die sem Troft umgeben War meine Seele unverzagt. 6. Noch werden viele Tage Mir traurig, unter Plage Und unter Gram vergehn: Laß, Herr, in mei nen Leiden Mich nie dein Antlitz meis dent, Mich immer freudig zu dir flehn. 7. lind laß mich stets empfinden, Daß die dein Antlik finden, Die glaubig dir vertraun; Mit ruhe, vollem Herzen Will ich in meinen Schmerzen Auf dich nur meine Hoffnung baun. 235 sein, So ber ich demuthsvoll im Stillen Zu meinem Gott; er hört mein Schrein, Nimmt väterlich sich meiner an, Und stärkt mich auf der Tugend Bahn. 4. Wenn andre sich zu rächen suchen, wenn sie ein Feind zu krån ken sucht, Mit Uinverstand dem wies der sluchen, Der ihnen hat zuvor geflucht; Dann find' ich Freud' in dem Gebet, Das für den Feind um Guade fleht. 5. Und wenn ein Kummer mich verzehret, Den ich der Welt nicht Hagen kann, Dann ruf' ich Gott, der mich erhöret, Um Trost in dies fem Kummer an; Wer ihm sein Leid mit Zuversicht Entdecket, den verwirft er nicht. 6. Ruf' ich ihn an bei dem Ge schäfte Des Standes, den er mir verlieh, So fleh' ich nie umsonst um Kräfte; Der Gott der Stärke giebt mir sie. Er giebt aus väterlis cher Huld Mir Segen, Klugheit und Geduld. Met. Wer nur den lieben Gott ze. 398. Mein bester Trost in diesem Leben Ist ein Gebet zu meis nem Gott; Dies kann mir Kraft in Schwachheit geben, Geduld und Much in jeder Noth, Bei jedem Gram, bei jedem Schmerz, Ein rus higes, zufriednes Herz. 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, Wenn mein Gewiffen mich verklagt, Wenn bei der Menge meiner Sünden Mein Herz vor seinem Richter zagt? Nichts trós stet mehr als ein Gebet, Das, Gott, bei dir um Schonung fleht. 3. Muß ich um des Gewiffens Mel. Unser Vater im Himmelr. 26. willen Ein Sport der Lasterhaften 399. Gott, der du unser Va. 16 7. Wenn eine böse Lust zu dâm, pfen, Mir Schwachen Muth und Kraft gebricht, Dann bitt' ich Gott; er hilft mir kämpfen, Und giebt mir Much zu jeder Pflicht; Und stark durch meines Gottes Kraft Bes swing' ich jede Leidenschaft. 8. Wenn ich im letzten Kampf des Lebens Bei Niemand Hülfe finden kann, So ruf' ich Gott, und nicht vergebens lim seinen Trost und Beistand an, Der, wann die Sprache mir vergeht, Doch meine Seufer noch versteht. Besondere Pflichten des Christenthums. 236 ter bist, Wie trostvoll, wie ermun. ternd ist, Was er, dein Sohn, zu Menschen spricht: Sucht, bittet, glaubt und zweifelt nicht; Gott, euer Vater, Gott verschmäht Ges wiß kein kindliches Gebet. 2. Wie sollt' ich auf dies Wort denn nicht, Gott, zu dir flehn voll Zuversicht? So gut und mild und mächtig ist Sonst keiner, wie du, Vater, bist; Wo mir sonst Nie mand helfen kann, Kannst du's; du nimmst dich meiner an. 3. Wenn mir der Zukunft Dun kelheit Von allen Seiten furchtbar draut: Wo find' ichTrost, als nur bei dir? Ruf ich dich an, so giebst du mir Ins bange Herz getrosten Muth, Daß es in deiner Bügung ruht. 4. Wenn mich so mancher Kummer drückt, Und mir kein Strahl der Hoffnung blickt, So seh' ich glaubensvoll auf dich; Wie min dert da mein Kummer sich! Denn du erhörest mein Gebet, Das zu dir um Erleichtrung fleht. 5. Wenn mich der Krankheit Schmer; beklemmt, Und meines Geistes Denken hemmt: Dann ruf ich dich um Hülfe an, Dich, der die Seele stärken kann; Und du ge währst von Zeit zu Zeit Mir Kráfte zur Gelaffenheit. 6. Wenn ich nicht helfen kann dem Freund, Der mit Vertrauen zu mir weint; Nicht Armen, die verlassen stehn, Nicht Kranken, die um Labsal flehn; So ruf' ich doch für sie dich an, Und du, Herr, thust was ich nicht kann. 7. Steh ich am Ziele meiner Kraft, Wo mir kein Mensch mehr Hülfe schafft: Wer hört dann des Verlaßnen Ruf? Du bists, der Erd' und Himmel schuf. Du hörst mich, und verkehrst mein Leid In ewige Zufriedenheit. 8. So will ich denn stets mit Ver traun Auf dich, mein Gott und Va ter, schaun, Und deinen Segen zu empfahn Zu dir mich im Gebete nahn; Du hörst, o Gott, ein from mes Flehn, Und was mir gut ist wird geschehn. Mel. Wer nur den lieben Gott. 400. Sudi dir, o Gott, das Herz erheben, zu dir mit frommer An dacht flehn, Dir Dank und Preis und Ehre geben, lind meine Schwäs che dir gestehn, Ist dein Befehl, ist meine Pflicht Und stärket meine Zuversicht. 2. Wie könnt' ich diese Pflicht ver gessen? Nein, täglich bleib' es, Gott, mir werth, Mit frohem Dans ke zu ermessen, Welch Heil von dir mir widerfährt, Der du auch mich als Vater liebst, Und gern mit, was mir nüket giebft. 3. Wenn ich zu deinem Throne trete, Bon dir mir Gutes zu ers flehn; Wenn ich im Kummer zu dir bete Und wünsche, mich erhört zu sehn: So gieb, daß ich von Heus chelei Und frei von Eigendúnkel sei. 4. Nie müff' ich das von dir begeh ren, Was deine Weisheit nicht er laubt; Nie bitten, daß mir zu gewäh ren, Was andern ihre Wohlfahrt raubt: Denn du erhdreft kein Gebet, Das Rache, Neid undStolz verräch. 5. Wünsch' ich mir Güter dieser Erden, So laß zugleich mich darum flehn, Daß sie mir wirklich Mittel werden, Des Nächsten Wohlfahrt Pflichten gegen Gott. zu erhöhn, Daß ich, von Geiz und Kargheit fern, Mit Weisheit sie gebrauchen lern'. 6. Wünsch' ich bei Fummervollen Leiden Von ihrer Last mich frei zu sehn; Wünsch' ich des Lebens stil. le Freuden, So laß nur so mich da rum flehn: Wenns deiner Weiss heit Rath beschließt, Und wenn mir, beides nüßlich ist; 7. Dann wird dir mein Gebet ges fallen; Ich werde nie mich trostlos sehn. Du, Herrund Vater von uns Allen, Erhörst dann auch gewiß mein Flehn; Giebst mir im Glück Zufriedenheit, In Trübsal Ruh' und Heiterkeit. Me L. Vor deinen Thron tret' zc. 401. Du, deß sich alle Him, met freun, Auch unsre Seele freut sich dein, Daß du, deß Macht unend. lich ist, Stets unfer aller Bater bist. 2. Weit über unsre Einsicht, weit Geht deines Namens Herrlichkeit; Ihn ehre stets, von Lieb' entbrannt, Von wem dein Name wird genannt. 3. Verbreite deiner Gnade Ruhm Durch Jesu Evangelium; Mach' infer Herz ihm unterthan, So be ten wir dich freudig an. 4. Der du in deiner Wahl nie irrst, Und wohlzuthun nie müde wirft, Dein Wille, Weisester, ge, scheh' Auf Erden so wie in der Höh'. 237 7. Dringt auf und wo Versuchung her, So sei sie nie für uns zu schwer; Steh' uns zum Siege mächtig bet, Mach' uns im Guten fest und treu. 5. Was unser Leben hier erhält Gieb uns, so lang' es dir gefällt; Doch gieb uns auch ein Herz dabei, Das dankvoll und genügsam set. 6. Ach, oft vergehn wir uns an dir; Verzeih uns, Bater, so wie wir, Um deiner Huld uns zu erfreun, Auch unserm Nächsten gern verzeihn. 8. Erlös', erlöf uns, unser Gott, Nach deinem Rath aus aller Noth; Nimm nach vollbrachtem Prüs fungslauf Uns zu dem beffern Le ben auf. 9. In deines Himmels Heilig thum, Auf deiner Erd' erschallt dein Ruhm; Dein ist die Macht, die Herre lichkeit Von Ewigkeit zu Ewigkeit! Mel. Nun freut euch lieben 2c, 402. Gott, unser Bater, der du bist Im Himmel hoch erhöhet, Und schaueft, was auf Erden ist, Und hörst, was zu dir fleher, Bers wirf, Gott, unsre Zuversicht, Das Flehen deiner Kinder nicht, Wenn fie voll Inbrunst beten. 2. Gieb, daß zu deines Namens Ruhm Die Welt dich recht erkenne, Und durch dein Evangelium Dich freudig Vater nenne. Wer dir sich gånzlich übergiebt, Dich fürchtet, dich verehrt und liebt, Der heiligt deinen Namen. 3. Durch dein Erbarmen ward dein Sohn Das Opfer für die Sün den; Laß uns vor deinem Gnadens thron Durch ihn Erbarmung fin den; Erricht' in uns dein Gnaden reich, Und mach' uns seinem Bilde gleich, Durch Glauben, Lieb und Hoffnung, 4. Wir unterwerfen demuchsvoll Uns deinem heil'gen Willen; Was du gebeutst und thust, das soll Mie Ehrfurcht uns erfüllen. Brich unf re Widerspenstigkeit, Und gieb und 16* 238 Besondere Pflichten des Christenthums. Muth und Sieg im Streit, Kraft und Geduld in Trübfal. 5. Du fåttigst jede Kreatur, Und forgst auch für ihr Leben; Du wirst auch, Bater der Natur, Mein tåg lich's Brodt mir geben. Tracht' ich, gebeugt durch Sünd' und Schuld, Zuerst nach deiner Lieb' und Huld, Dann wird mir nichts gebrechen. 6. O welch ein schreckliches Ge, richt, Das Sünder fühlen müssen! Entzieh' mir deine Guade nicht, Nicht Frieden im Gewissen; Uns sträflich bin ich nie vor dir, Und will von Herzen, wie du mir, Dem, der mich) frånkt vergeben. 7. Ich schwebe täglich in Gefahr, Und muß mit Feinden streiten; Herr, nimm doch meiner Schwach, heit wahr; Laß deinen Geist mich leiten. So groß auch die Versus chung sei, So ist bei Frommen deine Treu', Dein Beistand doch noch größer. 8. Du wirst von des Verführers Lift, Wirst mich von allem Bösen, Durch den, der mein Versöhner ist, Nach deinem Wort erlösen; Du bist der Gott, der helfen kann; Dich ruf ich voll Vertrauen an, Und hoff auf deine Güte. 9. Dein ist das Reich, die Kraft ist dein, Und dir gebührt die Ehre. Die Ewigkeit wird Zeuge sein, Daß Gott Gebet erhöre. Gott Vater, Sohn und heil'ger Gelft, Erfülle, was dein Wort verheißt. Du wirsts erfüllen. Amen. Met. Bor deinen Thron tret' zc. 403. Sch komme vor dein Angesicht; Verwirf o Gott, meinFles hen nicht; Vergieb mir alle meine Mies Schuld, Du Gott der Gnaden und Geduld. 2. Schaff du ein reines Herz in mir, Ein Herz voll Lieb' und Fürcht zu dir, Ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, Ein ruhig's Herz mein Lebenlang. 3. Sei mein Beschützer in Gefahr; Ich harre deiner immerdar. Ift wohl ein Ulebel, das mich schreckt, Wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand; Von dir empfing ich den Verstand; Erhalt' ihn mir, o Herr, mein Hort, Und stáre' ihn durch dein göttlichs Wort. 5. Laß, deines Namens mich zu freun, Ihn stets vor meinen Augen sein; Laß, meines Glaubens mich zu freun, Ihn stets durch Liebe thätig sein. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst; Das sei mein Glück, daß ich zuerst Nach deinem Reiche tracht', und tren In allen meinen Pflichten sei. 7. Ich bin zu schwach aus eig ner Kraft Zur Dämpfung meiner Leidenschaft; Du aber ziehst mit Kraft mich an, Daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gieb von den Gütern dieser Welt So viel mir nützt und dir gefällt; Bei Wenigem Zufriedens heit, Zum Fleiß Gedeihn und Munterkeit. 9. Schenkst du mir aber Ueber. fluß. So laß mich mäßig im Genuß Und, dürft'ge Brüder zu erfreun, Mich einen frohen. Geber sein. 10. Gieb mir Gesundheit und verleih', Daß ich sie nüß' und danks bar sei, Und nie, aus Liebe gegen Pflichten gegen Gott. fie, Mich zaghaft einer Pflicht entzieh'. 11. Erwecke mir stets einen Freund, Der's treu mit meiner Wohlfahrt meint, Mit mir in dei ner Furcht sich übt, Mir Rath und Trost und Beispiel giebt. 12. Bestimmst du mir ein lång res Ziel, Und werden meiner Tage viel: So sei, Gott, meine Zuver, sicht: Verlaß mich auch im Alter nicht! 13. Und wird sich einst mein En de nahn, Co nimm dich meiner herzlich an, Und sei durch Chri, stum deinen Sohn, Mein Schirm, mein Schild und großer Lohn. In bekannter Melodie. 404. Gott, du frommer Gott, DuGeber aller Gaben, Durch welchen alles ist, Von dem wir alles haben, Gieb mir gefunden Leib, Ein frommes Herz dabei, Daß hei lig all' mein Thun, Rein mein Gewissen sei. 2. Gieb, daß ich thu' mit Fleiß, Was mir zu thun gebühret, Wozu mich dein Befehl In meinem Stans de führet; Gieb, daß ich's jedes Mal Thu', wann und wie ich soll, Und so gerathe mir's Durch dei nen Segen wohl. 239 denstagen; Durch Sanftmuth leh. re mich Besiegen meinen Feind, Und wenn ich Rath bedarf, Gieb einen weisen Freund. 4. Wenn mir Gefahren drohn, So laß mich nicht verzagen, Gieb einen Heldenmuth Und Trost in lei 5. Laß mich mit Jedermann In Fried' und Eintracht leben, So. weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben An Reichthum, Ehr' und Glück, So gieb auch dies das bei, Daß ich nicht ungerecht, Nicht stolz noch sicher fel. 6. Soll ich in dieser Welt Mein Leben höher bringen, Durch mans chen fauern Tritt Hindurch ins Ale ter dringen, So gieb Geduld das zu; Vor Sünde mich bewahr', Das mit ich tragen mag Mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich auf Christi Tod Einst froh von hinnen scheiden; Die See. le nimm zu dir Hinauf zu deinen Freuden; Sanft rube dann mein Leib In seiner stillen Gruft, Bis ihn dein Allmachtswort Ins neue Leben ruft. 8. Wenn alle Todten einst Auf dein Gebot erwachen, So wird auch meinen Staub Dein Ruf lebendig machen; Dann führe mich verklärt In deinen Himmel ein, llnd laß mich selig dort mit allen Frommen sein. 3. Hilf, daß ich rede stets Wo. Mel. Herr Jesu Christ, dich zc. mit ich kann beſtehen; Laß kein un 405. Bis hieher haifst du nüßes Wort Aus meinem Munde gehen, Und wenn nach meiner Pflicht Ich reden soll und muß, So gieb den Worten Kraft Und Nachdruck ohn' Verdruß. mir, mein Gott; Du halfst mir aus so mancher Noth; Oft ward fie, mir selbst unbekannt, Von dir, o Vater, abgewandt. 2. 3um frohen Aufenthalt allhier Gabst du so manche Freuden mir, Und immer noch ist deine Treu' Mich zu beglücken, täglich neu. 240 Besondere Pflichten 3. Drum wart' ich ferner auf dein Heil; Ein gut Gewissen sei mein Theil, Das hier des Himmels Vors schmack ist, Und einst mein Ende mir versüßt. 4. Dein Wort sei meines Lebens Licht, So täuscht der Erde Glück mich nicht. Die Welt mit ihrer Lust vergeht; Wer deinen Willen thut, besteht. 5. Hilf, daß ich meiner Pflicht getreu, Gern andern Menschen nüßlich sei, mich freue mit den Fröhlichen, Und weine mit den Weinenden. 6. Zum Wohlthun sei mein Herz bereit, Zur Sanftmuth, zur Ver föhnlichkeit, So bring' ich christ. lich und in Ruh' Auf Erden meine Tage zu. 7. Im Glück gieb mir Bescheiden, heit, Ein Herz zu dir voll Dankbar, keit; Im Unglück schenke mir Ger duld Und Trost an deiner Baterhuld. 8. Was sonst mir könnte nüßlich fein, Siehst du, mein Gott, am be sten ein; Gieb nur, daß ich stets sei vergnügt mit allem, was dein Rath verfügt. 9. Du, Herr, bist meine Zuver sicht; Entzeuch mir deine Gnade nicht, Und schließt sich hier mein Lebenslauf, So nimm mich in den Himmel auf. 10. Da wechselt nicht mehr Freud' und Leid; Da find' ich bis in Ewige keit Das Glück, das keine Untust którt, Das Glück, das sich ohn' En de mehrt. Mel. Ich dank' dir schon durch zc. 406. Allmächtiger, des Ma. jestät Weit über alles gehet, Erhödes Christenthums. re den, der im Gebet Um deinen Beistand flehet. 2. Verleihe mir die Wissenschaft, Mein wahres Glück zu finden, Und gieb mir Willen, Muth und Kraft, Mich selbst zu überwinden. 3. Gieb, daß ich trachte jederzeit Nach des Gewissens Freuden, Und lehre mich, was es verbeut, Mic größtem Ernste meiden. 4. Crwecke zum Gefühl mein Herz, Wenn meine Brüder leiden, Und laß an meines Haffers Schmerz Sich nie mein Auge weiden. 5. Verleih' mir einen frohen Muth; Es gehe, wie es gehe. Was du, mein Vater, willst, ist gut; Drum, was du willst, geschehe. 6. Laß mich mein Brodt durch deis ne Gunst Und meinen Fleiß erwer ben, Und lehre mich die große Kunst, 3u leben und zu sterben. In eigner Melodie. 407. Dir, dir, du Höchster, will ich singen; Wer ist an Huld und Macht so reich, als du? Vor dich will ich mein Flehen bringen; Ach gieb mir deines Geistes Kraft das zu, Daß es gescheh' im Namen Je su Christ, So wie es dir allein ges fällig ist. 2. Zieh, Bater, mich zu deinem Sohne, Damit dein Sohn mich wie. der zu dir zieh'. Gieb, daß dein Geist stets in mir wohne, Damit ich alles, was dir mißfällt, flich', Von deiner Gnad' und Huld versichert sei, Und deffen mich im Innersten erfreu'. 3. Erzeige, Gott, mir folche Gü te, So ber' ich dich im Geist und Wahrheit an, So preist mit dank. Pflichten gegen Gott. barem Gemüthe Mein Mund, wie viel du hast an mir gethan; So hebt dein Geist mein Herz empor zu dir, So hab' ich schon des Himmels Vorschmack hier. 4. Dein Geist treibt mich zu dir zu treten Mit Scufzern, die mir unaussprechlich sind; Nur er lehrt mich recht glaubig beten, Und über zeuget mich: ich sei dein Kind Und einst auch Erbe deiner Herrlichkeit, Er ist, der in mir: lieber Vater! schreic. 5. Und weil ich dich zum Vater habe, So bin ich voller Trost und Freudigkeit. Ich weiß es, jede gute Gabe, Die hier mir nützt und ewig mich erfreut, Die giebst du, und thust überschwenglich mehr, Als ich verstehe, bitte und begehr'. 6. Wohl mir! ich bitt' in Jesu Namen, Der mich zu deiner Rech. ten selbst vertritt; Durch ihn ist alles Ja und Amen, Was ich von dir im Geist und Glauben bitt'. Wohl mir, den deine Huld so hoch erfreut; Preis dir dafür jetzt und in Ewigkeit! 241 3. Uns zeigen alle Elemente Macht, Gut'und Weisheit überall. O wenn das Stumme reden könne te, Wie groß wär' stets der Jubelschall! Rühmt, Menschen, Gottes Güt' und Macht, Die uns und euch hervorgebracht. 4. Herr Gott, wie groß ist deine Liebe! Die Erd' ist deiner Güte voll. Verleih' mir deines Geistes Triebe, Dich zu erkennen, wie ich soll; Nimm, was ich kann und hab' und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin. 5. Hilf, daß die Güter dieser Er den Mich zu dir locken, höchstes Gut, Daß sie mir nicht zum Fall. strick werden, Und ihr Genuß mir Schaden thut. Laß allen Mißbrauch fern mir sein; Mein lektes Ziel sei du allein. 6. Hier ist mein Leben eine Reife; Hier geht mein Weg zur andern Welt; Drum mache du mich fromm und weise, Daß ich hier thu, was dir gefällt; Und end' ich diesen Furs zen kauf, So nimm zu deiner Ruh' mich auf. Mel. Mein Herz ermuntre dich ic. 408. Gott des Himmels und der Erden, Der du allgegen wärtig bist, Von Niemand kannst begriffen werden, Vor dem kein Ding verborgen ist, Ach ziehe mein Gemüth zu dir, Und offenbare dich auch mir. 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, Da find' ich deiner Gottheit Spur; Wenn ich voll Andacht über denke Dein Werk, die prächtige Na fur, So ruft sie nah und fern mir zu: Wie groß ist Gott! wie klein bist du! Mel. Wer nur den lieben Gott: c. 409. Wer kann, Gott, je was Gutes haben, das nicht von dir den Ursprung hat? Du bist der Ges ber aller Gaben, Und immer groß an Rath und That; Du willst, daß mit Gebet und Flehu Wir stets auf deine Hülfe sehn. 2. Drum komm' ich auch mit meinem Beten, D Gott, vor deinen heil'gen Thron. Wie freudig kann ich vor dich treten; Denn mich vertritt bei dir dein Sohn; Durch ihn bin ich voll Zuversicht: Mein schwa ches Flehn verwirst du nicht, 242 3. So gieb mir denn nach deinem Willen, Was deinem Kinde heil. fam ist; Nur du kannst mein Ver langen stillen, Weil du des Segens Quelle bist; Vor allen Dingen sorge du Für meines Geistes wahre Ruh'. Besondere Pflichten des Christenthums. 4. Gieb mir Beständigkeit im Glauben; Laß meine Liebe thätig sein. Will etwas mir dies Kleinod rauben, So schränke die Versus, chung ein, Und stärke mich mit Kraft und Muth, So sieg' ich über Fleisch und Blut. 5. Bewahr'in mir ein gut Gewis, fen, Ein Herz zu dir voll Freudigkeit, Ein Herz, aufs Gute stets beslissen, Das sich vor deinem Auge scheut; Und fehl ich, Gott, so sücht'ge mich zu meiner Behrung våterlich. 6. Ein Herz, das in beglückten Tas gen, D Vater, deiner nie vergißt, Ein Herz, das unter Noth und Plas gen Mit deinem Rath zufrieden ist, Ein Herz voll Zuversicht zu dir Und voll Geduld, verleihe mir. 7. Du wirst es alles weislich füs gen, Du weißst am besten, was mir nützt; An deiner Hand laß ich mir gnügen, Die Schwache machtig un. terstützt. Zufrieden, Vater, folg'ich bir; Befest'ge diesen Sinn in mir. 8. Soll ich auf Erden lânger le ben, So gieb, daß ich dir leben mag; Laß mir den Tod vor Augen schwe. ben, Und kommt dereinst mein Sterbetag, So fei mein Ausgang aus der Zeit Ein Eingang in die Herrlichkeit. Mel. Jefu, der du meine Seele x. 410. Ew'ger Bater aller We fen, Alles Lebens, alles Lichts! Was vorher noch nie gewesen, Rief dein Mes macht'ges Wort aus Nichts. Durch dich leb' ich auch auf Erden, Deiner Güte froh zu werden; Du erhältst und stärkst auch mich, Denn was bin ich ohne dich? 2. Laß mein Bitten nie vergebens, Aber auch nie thöricht sein. Weis. heit ist das Glück des Lebens; Dies fer Reichthum, Gott, fei mein! Gieb, daß ich rechtschaffen handle, Stets vor deinen Augen wandle, Ohne Stolz und Heuchelei, Nie dem Laster dienstbar fei. 3. Mache mir die Seligkeiten Deiner Liebe früh bekannt; Lüften, die den Geist bestreiten, Wehre selbst mit starker Hand. Lehre mic) recht überlegen, Was, nach gut vollbrachten Wegen, Mir dein Wort und guter Geist In der Ewigkeit verheißt. 4. Laß vergångliches Vergnügen Niemals meinen Endzweck sein; Nie mich Heuchelei und Lügen Nur mein Herz der Wahrheit weihn; Mache mein Gemüth stets heiter; Gleb, daß ich ein guter Streiter, Ganz vom schniden Leichtsinn frei, Auf der Tugend Kampsplaß sei. 5. Wahrheit lieben, gern sie hd. ren, Stets im Guten thätig sein, Liebreich andre Gutes lehren, Ih nen wehlzuthun sich freun, Gern Verdienst an andern ehren, Fehler gern zum Besten kehren, Fordert Glaub' und Christenthum; Und das sei auch, Syerr, mein Ruhm.. 6. Groß und edel laß mich den ken, Sanftmuth meine Zierde fein; Feinden; die mich schmähn und kränken, Willig, wie du mir, ver. zeihn. Hilf mir alle Arglift meiden; Laß mich lieber Unrecht leiden, 21s Pflichten gegen Gott. 243 bas thun, was dir mißfällt, Fånd's und schafft dazu Das Wollen und auch Beifall vor der Welt. 7. Hast du mir ein Amt gegeben, Sorg' und Arbeit auferlegt, So verleih', daß mein Bestreben Deines Beifalls Siegel trågt. Hilf mir als les wohl ausrichten; Zur Erfüllung meiner Pflichten Gieb auf meiner Pilgrimschaft Ernst und Eifer, Muth und Kraft. 8. Hängt das Herz an eitelnSchåhen, So vergißt es dich, o Gott, Treibt mit heiligen Gefeßen Und gar leicht mit dir selbst Spott; Drückt es Noth und Mangel nieder, Ach wie leicht verzagt es wieder, Murrend und voll Ungeduld, Herr, an deiner Hülf und Huld. 9. Beides wende du in Gnaden Von mir, mein Erbarmer, ab. Nähm' ich an der Seele Schaden, O wie schreckte mich das Grab! Wenig, und ein gut Gewiffen Kann mir auch den Tod versüßen, It schon hier ein Himmelreich, Macht den Aermsten groß und reich. 10. Werd' ich dann zurück einst fehen Auf die Zeit, die ich vollbracht, Schrecke mich nicht mein Bergehen, Nicht das Bild der Codesnacht; Gieb dann, daß ich meine Seele Glaubensvoll dir anbefehte. Herr, Herr, meine Zuversicht! Auch als. dann verlaß mich nicht.. Vollbringen. Wird dein Gedeihn Uns nicht erfreun, So kann uns nichts gelingen. 3. Du schufit und du regierst die Welt Nach deinem Rath, wie dir's gefällt; Du lenkst der Menschen Herzen. Sei auch mein Licht, Und laß mich nicht, Gott, deine Huld verscherzen. ich dich, Herr, der du mich so vå. terlich Bis diesen Tag erhalten; Laß für und für Noch über mir Dein Vaterauge walten. 2. Du schenkst uns Leben, Glück und Ruh'; Giebst Kraft zur Pflicht, 4. Dein Wort lehrt mich des Lebens Pflicht; Doch ach, wer fühlet leider nicht Die Mängel seiner Sees le! Ach, Gott der Huld, Bergieb die Schuld, Wenn ich aus Schwachs heit fehle. 5. Berstand und Herz ist fehler. haft; Bald fehlt mir Licht, bald fehlt mir Kraft, Mich weislich zu regieren; Drum bitt' ich dich, Laß, Höchster, mich Selbst deine Weis heit führen. 6. Herr, dessen Treu' uns ewig liebt, Laß mich beim Segen, den sie giebt, Aluf dich, den Geber, schauen; Selbst, wenn du schlägst Und Kreuz auflegst, Laß mich dir feft vertrauen. 7. Gieb, daß ich meine Lebenszeit, Nurdir mit ganzem Ernst geweiht, In deiner Furcht vollbringe; Bis ich einst dir Dort für und für Lob, Preis und Ehre singe. In voriger Melodie. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß o. 412.3u dir, mein Gott, der 411. Von ganzer Seele preif du mich liebst, Mir Leben, Heil und Gegen giebst, Erheb' ich Herz und Hände. Was nur dein Rath Voll Weisheit thut, Nimmt stets ein gutes Ende. 2. Ich weiß nicht, was mir nút lich ist; Du weiße's, der du mein 244 Besondere Pflichten Vater bist, Und willst mein Wohl ergehen. Drum laß mich nie Mit Eigensinn Auf meinem Wunsch bestehen. 3. Wenn unser blödes Auge wählt, Dann wird sehr leicht das Ziel verfehlt, Nach dem wir ringen Mel. O Gott, du froinmer zc. wollten; Wir suchen oft Nach un- 413. Ach Gott, verlaß mich ferm Wahn Das, was wir fliehen follten. 4. Du willst wir sollen voll Ver. traun Auf deiner Vorsicht Wege schaun, Und dir uns übergeben; Denn du, du sorgft Mit Baterhuld Für unser ganzes Leben. 5. Wo ist auch wol ein besrer Freund? Wer kann den, der verlas sen scheint, Mit Gegen überschüt. ten? Unendlich mehr Chust du, o Gott, Als wir verstehn und bitten. 6. Du hast die Welt in deiner Hand; Dein unermeßlicher Ber stand Weiß alles wohl zu machen. Wie solltest du nicht väterlich Für meine Wohlfahrt wachen? 7. Wenn deine Macht für mich gebeut, Wie könnte meine Sterb. lichkeit Und Ohnmacht mich er schrecken? Du wirst mich in Ge. fahr und Noth Mit deinen Flügeln decken. 8. Ach, leite mich durch deine Kraft Auf meiner kurzen Pilgrimschaft, Daß ich von dir nicht weiche, Der Tugend Weg Stets freudig geh', Und einst das Ziel erreiche. 9. Ich will auf deine Gnade schaun Und nicht auf Menschenhülfe baun, Die uns so leicht betrüget; Gieb nur, daß sich mein schwaches Herz Mit deiner Huld begnüget. des Christenthums. mein Theil An deinem Himmel schenken; Ich kann nun an Die Ewigkeit Im Glauben freudig den. Fen. 10. Gabst du mir deinen Sohn zum Heil, So wirst du mir gewiß nicht! Reich du mir selbst die Hån de, Daß ich die Pilgerschaft Des Lebens wohl vollende. Irr' ich im finstern Thal, So sei du selbst mein Licht, Mein Stab, mein Hort, mein Schuß. Ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht! Lehr' deinen Weg mich wallen, Und laß mich nimmermehr In Sünd' und Thorheit fallen; Gieb mir den guten Geist, Des Glaubens Zuver sicht, Und wenn ich straucheln will, Gott, so verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht In Nochen und Gefahren, Und laß ju rechter Zeit Mir Hülfe wider. fahren; Ist meine Seel' in Angst, Schreckt mich dein Strafgericht, Gott, so verlaß mich dann Mit deis nem Troste nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht! Gieb Wollen und Vermögen! In allem meinen Thun Begleite mich mit Segen; Die Werke meines Amts, Die Werke meiner Pflicht Laß, Herr, vor dir gedeihn. Ach Gott, verlaß mich nicht. 5. Ach Gott, verlaß mich nicht! Hilf, daß ich dir ergeben, Voll Lieb' und Hoffnung sei, Recht glauben, christlich leben Und selig sterben mag, Ulm dich von Angesicht zu Angesicht zu schaun. Ach Gott, verlaß mich nicht! Pflichten gegen Gott. 245 Mel. Wer nur den lieben Gott zc. gißt, So sehe mich in jenes Erbe, 414. Mein lieber Gott, ge, denke meiner Im Besten jetzt und allezeit, Denn außer dir, mein Heil, ist keiner, Der mich mit Rath und Trost erfreut. Dein Wort macht mich voll Zuversicht, Und sagt mir: du vergißt mein nicht. Wo du mein Theil und Leben bist; Denn bliebst du nicht im Himmel mein, So möcht' ich nicht geboren sein. 8. Nie will ich muchlos mich be. trüben: In deine Hände haft du mich zum Heil und Segen anges schrieben; Im Glauben hoff ich fest auf dich, Daß du in Gnaden mein gedenkst, Und alles mir zum Besten lenkst. 2. Gedenke meiner, wann ich hö, re Dein süßes Evangelium, Und mache mir die Himmelslehre Zu rechter Kraft im Christenthum, Daß fie mir stets zu Herzen dring' Und Früchte Mel. Es ist das Heil uns 2c. 3. Gedenke meiner, wann ich bes 415. Gott, deine Güte reicht te, Und merke doch in Gnaden drauf; Weil ich durch Christum vor dich trete, So schließ dein Baterhers mir auf; Doch gieb mir nichts, als dies allein, Was mir kann gut und selig sein. 4. Gedenke meiner, wann ich falle, Und hilf mir gnädig wieder auf; Und da ich, weil ich hier noch walle, 3u tråg' oft bin in meinem Lauf, So fordre meinen Gang und Stand Durch Kraft und Stärke deiner Hand. 5. Gedenke meiner, wann ich leide. Wen hab' ich sonst, als dich allein, Der bei der Menschen Haß und Neide Mein Freund und Tröster Fönnte sein? Und hab' ich dich, so lacht mein Muth Der Welt und aller Feinde Wuth. 6. Gedenke meiner auch in allen, Woran ich nicht gedenken, kann, Und blicke mich mit Wohlgefallen In meinem ganzen Leben an; Denn giebst du mir was dir gefällt, So ist's um mich recht gut bestellt. 7. Gedenke meiner, wann ich ster. be, Und wenn mich alle Welt ver. so weit, So weit die Wolken gehen; Du kronst uns mit Barmherzigkeit, Und eilst, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Schild, mein Hort, Vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort; Denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß Und Schäße dieser Erden; Laß mir, so viel ich haben muß, Nach deiner Gieb mir nur Gnade werden. Weisheit und Verstand, Dich, Gott, und den, den du gefandt Und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr' und Ruhm, So sehr sie Menschen rüh. ren; Des guten Namens Eigen thum Laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, Der Ruhm vor deinem An gesicht, Und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt' ich dich, mein Herr und Gott, Auch nicht um langes Le ben; Im Glücke Demuth, Muth in Noth, Das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit, Laß du mich uur Barmherzigkeit Vor dir im Tode finden. 246 Besondere Pflichten Gesinnungen und Pflichten gegen Jesum. Mel. Wie schön leucht't uns 2c. 416. Jesu, Jesu. Gottes Sohn, Der du, noch eh' ich war, mich schon Geliebt aus reinem Triebe, Vor dir ist alles fonnenklar; Mein Herz ist dir auch offenbar, Du weißst, daß ich dich liebe. Herzlich Such' ich Dir vor allen zu gefallen; nichts auf Erden kann und foll mir theurer werden. 2. Dies Eine nur bekümmert mich, Daß ich mit solcher Inbrunst dich Nicht liebe, wie ich wollte. Ich felbst empfind' es nur zu sehr, Daß ich auch mit der That noch mehr Dich, Heiland, lieben sollte. Laß mich Gläubig Deine Güte ins Gee müthe stärker faffen, Dir mich ganz zu überlaffen. 4. Den, der dich liebt, den liebst auch du, Dem schaffst du für die Secle Ruh', Und Trost für sein Ge. wiffen. Ob ihn auch manche Noth hier drückt, So wird er doch durch dich erquickt In seinen Kümmernis fen. Endlich Wird sich Nach dem Leide volle Freude für ihn finden; Da wird all' sein Trauern schwinden. des Christenthums. Mensch verstehn Und würdig guug beschreiben, Was denen dort für Herrlichkeit Bei dir und von dir ist Bereit't, Die dir ergeben bleiben. Was hier Von dir Wird gegeben, unser Leben zu ergößen, Ist dage. gen nicht zu schätzen. 3. Stehst du mit deiner Straft mir bet, So werd' ich stets mit fest rer Treu' Und einzig dir anhangen. Nichts, was sonst Menschen wohl. gefällt, Nicht Lust der Sinne, Ehr' In bekannter Melodie. und Geld Befriedigt mein Berlan 417. Von Herzen lieb' ich gen. Ohn' dich Kann mich Nichts von Schäßen recht ergößen und be glücken; Du nur kannst mein Herz erquicken. 5. Noch hat kein Ang' es je ge fehn, Es kanns auch hier kein 6. Drum laß ich billig dies al lein, O Jefu, meine Freude fein, Daß ich dich herzlich liebe, Und mich in dem, was dir gefällt, Je mehr und mehr in dieser Welt Nach deinem Worte übe, Bis sich Für mich Jenes Leben wird anhe. ben, wo die Frommen Aller Trüb. fal sind entnommen. 7. Da werd' ich deine Gütigkeit, Die mich schon hier so sehr erfreut, In vollem Umfang schmecken; Da seh' ich in dem hellsten Licht Dein gnadenvolles Angesicht, Auf im mer frei von Schrecken. Wohl mir! Preis dir! Der mir droben aufge. hoben ew'ge Freuden; Nichts, Herr, soll von dir mich scheiden. dich, o Herr! Ich bitte, laß mein Herz nicht leer Von deiner Gnade Gaben. Die Lust der Welt erfreut mich nicht, Nach ihren Schätzen frag' ich nicht, Kann ich nur, Gott, dich haben. Wenn auch mein Herz im Tode bricht, Bist du doch mei. ne Zuversicht, Mein Heiland, der auch mich erlöst, der mich im Tode nicht verstößt. Herr Jefu Chrift, Mein Herr und Gott, Mein Herr und Gott, Hilf mir im Leben und im Tod! 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab' Mein Geist, mein Leib und Pflichten gegen Jesum. was ich hab' In meinem ganzen Le. ben; Daß ich es deinem Lobe weih', Dem Nächsten dadurch nützlich sei, Wollst du mir Gnade geben. Laß mein Erkenntniß Gottes rein, Und heilig meinen Wandel sein; In ale ler Trübfal stärke mich, Daß ich sie dulde williglich. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott, Mein Herr und Gott, Hilf mir auch in der letten Noth! 3. Verleih', wann du mich sterben heißt, Daß dann dein Engel meis nen Geist Ins Reich der Bonne trage. Dann wird mein Fleisch und mein Gebein Zwar Erde, doch nicht langer sein, Als bis zum letzten Tage; Alsdann erweckst du, Jefu mich, Daß meine frohen Augen dich Verherrlicht sehu, o Gottes Sohn, Dich, meinen Heiland, auf dem Thron. Herr Jesu Christ, Erhöre mich, erhóre mich, So preif ich hier und ewig dich. Met. Jesu, der du meine Seele zc. 418. Eins ist noch, o Herr, dies Eine Lehre meine Seele doch; Alles andre, wie's auch scheine, Ist nur ein beschwerlich's Joch, Unter dem das Herz sich quâlet, Und der Ruhe doch verfehlet. Nur dies Einzige giebt mir, Wahren Frieden dort und hier. 247 ohne zu ermüden, Fromm zu Jefu Füßen saß. O wie brannt' ihr Herz, die Lehren Aus der Weisheit Mund zu hören; Sie vergaß die Welt und sich, Hört und sah nur, Jesu, dich. 4. Also richt' ich mein Verlangen, Mein Erlöser, nur nach dir; Deis ner Wahrheit anzuhangen, Schen, ke Trieb und Kräfte mir; Wenn auch andre sie nicht achten, Will ich fie mit Luft betrachten, Und mich deines Heils zu freun, Ihren Leh ren folgfam fein. 2. Seele, willst du dieses finden, Suchs bei keiner Kreatur; Laß nichts Irdisches dich binden; Erdens güter tauschen nur. Nur bei dem auf Gottes Throne Hocherhöhten Menschensohne Findest du dein wah, res Heil Und das allerbeste Theil. 3. Dir ist auch das Glück beschic den, Was Maria sich erlas, Als ste, 5. In dir liegt der Weisheit Fülle. Was die Seel allein beglückt, Beigst du mir und wenn mein Wille Sich in deine Ordnung schickt, Dann werd' ich wahrhaftig weise, Mir zum Heil und dir zum Preise, Lerne Gottes Rath verstehn, Und den Weg des Lebens gehn. 6. Mit Vergebung aller Sünden, Herd, begnadigst du mich dann; Das ich wahre Ruhe finden Und mit Freuden rühmen kann: Ich bin auch bei Gott in Gnaden, Und was könnte mir denn schaden? Meines Mittlers Gütigkeit Dank' ich diese Sicherheit. 7. Aber du bist meiner Seele Auch zur Heiligung gemacht, Daß sie nur das Gute wähle, Fliehe vor der Sünde Macht. Muth und Kraft zum heil'gen Leben Rannst und willst du allen geben, Die mit Ernst sich nur bemühn, Schndde Sünden. luft zu fliehn. 8. Darum sollst du mir das Eine, Jesu, und mein Alles sein. Prüf und forsche, wie ichs meine; Tilge allen Heuchelschein. Daß ich hier schon auf der Erde Durch dich gut und selig werde, Und dir tren ſei 248 Besondere Pflichten bis zum Tod; Nur dies Eine ist mir Noth. 419.Jefu, Sefu, In bekannter Melodie. meine Freude! Selbst auch, wann ich leide, Meines Herzens Theil! Dich mit reis nen Trieben Ueber alles lieben, Ist mir Trost und Heil. Hab' ich dich, wie reich bin ich! Ohne dich kann Mel. Der Tag, der ist so 2c. ich auf Erden Doch nicht glücklich 420. Dich ehre dankvoll je, werden. 2. Unter deinem Schirme Kön nen keine Stürme Mir erschrecklich fein. Laß die Felfen splittern, Laß den Erdkreis zittern Und den Einsturz draun! Was ist's mehr? Rings um mich her Mag es don nern, Erachen, blitzen! Jesus will mich schützen. 3. Nicht des Grabes Höhle Schre det meine Seele, Nicht das Weltgericht. Nichts kann meinen Glau ben, Nichts mir Jefum rauben, Er verläßt mich nicht. Und bewacht durch seine Macht, kann ich, bei der Feinde Toben, Gott mit Freuden loben. des Christenthums. 6. Schweiget bange Slagen! Sollt' ich je verzagen? Ist nicht Jesus mein? Den, der Jesum lie bet, muß, was erst betrübet, Doch zuletzt erfreun. Hab' ich hie viel Angst und Müh; Jesu, selbst auch wann ich leide, Bleibst du meine Freude. 4. Nicht an Gold und Schätzen Kann ich mich ergoßen, Jesu, meis ne Lust! Wollust lockt vergebens: Du nur, Fürst des Lebens, Lebst in meiner Brust. Kreuß und Noth und Schmach und Tod Soll mich, ob ich viel muß leiden, Nicht von Jesu scheiden. 5. Weicht ihr Eitelkeiten, Die zum Bösen leiten; Thoren täuschet ihr. Sünden, eure Freuden Will ich ewig meiden; Fliehet fern von mir! Uleppigkeit, Stolz, Geiz und Neid. Ihr beschweret das Gewiss sen, Ich mag euch nicht wissen! der Christ, O Jesu, Trost der Sün der! Du bleibest ewig, was du bist, Der Freund der Menschenkinder. Die Himmel alle jauchzen dir, Wie sollten denn, Erlöser, wir nicht deinen Ruhm erheben? Uns schafftest du ja ew'ges Heil, Und willst so gern uns allen Theil An diesem Segen geben. 2. Den, welchen Sündenlust dethört, Bom Taumel aufzuwecken, Ihm, wenn er deine Stimme hört, Sein Elend aufzudecken, Und wenn er reuvoll und beschwert Vor Gott sich beugt, und Trost begehrt, Ihn dann in seinem Leide mit Gottes Frieden zu erfreun, Und Beßrungs. kraft ihm zu verleihn, Ist dir noch immer Freude. 3. Noch immer stehst du denen bei, Die dich zum Führer wählen, Und ihre Seelen deiner Treu' Zur Leitung anbefehlen. Du lenkelt deiner Freunde Schritt, Und thei left ihnen Kräfte mit ,. Der Tugend Bahn zu gehen; Du schenkest ih rem Herzen Ruh' Und führt sie deis nem Himmel zu, Sich ganz beglückt zu sehen. 4. Dies ist dein Ruhm und unser Glück: Wer sollte dich nicht ehren? Wer auch nur einen Augenblick Pflichten gegen Jesum. Nicht deine Stimme hören? D zeuch selbst mein Gemüth zu dir, Und wirk' auch deinen Sinn in mir, Du Vorbild wahrer Liebe! Gieb mir ein menschenfreundlich's Herz, Voll Mitleid bei des nächsten Schmerz, Voll froher Helfers Triebe. Mel. Nun freut euch lieben: c. 421. Du, den uns Gott zum Mittler gab, Zum Himmel uns zu bringen, Sieh huldreich auf den Dank herab, Den wir dir, Jefu, fingen. Du, unser Trost! allein durch dich Kann unsre Seele Got, tes sich und ihres Lebens freuen. 2. Und drohten furchtbar Sund' und Tod mit allen ihren Plagen, Wer half uns hier, in folcher Noth Nicht muthloß zu verzagen? Von Gott gefandt erschienest du, Mit dir zugleich auch Trost und Ruh' Und Heil für unfre Seelen. 3. Du kamst und wardst ein Mensch, wie wir; Des ew'gen Vas ters Liebe Verherrlichte sich ganz in dir; Aus göttlich edlem Triebe Gabst du, mit liebevollem Sinn, Dein Leben für und Sünder hin, Vom Elend und zu retten. 4. Sei hochgelobr! Herr, lebens lang Gebührt dir unsre Liebe; O daß dir keiner diesen Dank Je dafür schuldig bliebe! Durch dich erlöst, gehören wir Dir völlig an. O móch te dir zur Ehre jeder leben! 249 6. Dir nach gehn wir dann hims melan Auf deinem Tugendpfade; Bei jedem Schritt auf dieser Bahn Erquickt und deine Gnade, Und wann hier unser Lauf sich schließt, So führst du uns, Herr Jesu Christ, Zur Fülle deiner Freuden. 5. Wir schweren's dir, Herr Jesu Christ, Dich und dein Wort zu lie ben, In dem, was dir gefällig ist, Uns lebenslang zu üben. O stark uns nur durch deinen Geist, Den du den Deinen hier verheißt, Im Kampf mit jeder Sünde. Mel. Mach's mit mir, Gott,: c. 422. Mir nach, spricht Chris stus, unser Held; Mir alle nach, ihr Christen! Berleugnet euch, befiegt die Welt Mit ihren schnöden Lüsten; Gebt ihren Reizungen nicht nach; Erduldet lieber Ungemach. 2. Ja, Herr, dein Vorbild leuch. tet mir zu einem heil'gen Leben; Wem soll ich auch wohl sonst, als dir Su folgen, mich bestreben? Du zeigst den Weg zum wahren Wohl, Und wie ich richtig wandeln soll. 3. Dein Herz vollGottergebenheit War auch voll Menschenliebe, Voll Demuth, Sanftmuth, Freundlich. keit lind vollerMitleidstriebe; Selbst deinen Feinden wandtest du Großmüthig Hülf' und Wohlthat zu. 4. Dein Beispiel lehrt was schäd lich ist, mit weiser Vorsicht fliehen;. Es lehret mich, mein Herz der List Und Heuchelei entziehen. D wohl mir, wenn ich deinem Sinn Stets und in Wahrheit ähnlich bin. 5. Du gingst als Führer einst vors an, Stehst mir auch noch zur Seite; Du kämpftest selbst und brachst die Bahn, Stårkft nun auch mich im Streite; Wie könnt' ich denn noch zaghaft sein Und mich, dir nachzufolgen, scheun? 6. Wer hier sein Glück zu finden meint, Wirds ohne dich verlieren; Wer's bei dir zu verlieren scheint, Besondere Pflichten bes Christenthums. 250 Den wirst du dazu führen. Wer dich als seinen Herrn verehrt, Und dir nicht folgt, ist nicht dein werth. 7. So will ich denn dir, meinem Herrn, Getreu und froh nachwandeln, Und in dem Kampf der Tu gend gern So standhaft wie du handeln. Denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron' Des ew'gen Lebens nicht davon. In voriger Melodie. 423. Welch hohes Beispiel gabst du mir, O Jefu, durch dein Leben! Wie sollt' ich nicht voll Dankbegier Dir nachzufolgen stres ben; Nicht gehn den Weg, den du betratst; Nicht freudig thun, was du selbst thatst? 2. Dein Herz, von Sünden nie entweiht, War rein, wie deine Lehre; Dein ganzer Wandel Heiligkeit; Dein Streben Gottes Ehre; Auch wenn du littest ohne Schuld, Er, trugst du's willig mit Geduld. 3. Du führtest uns zur Tugend an, Gingit, daß wir folgen möchten, Der Heiligkeit so schwere Bahn Voran vor deinen Knechten; Du schalltst nicht, wenn dein Feind dich schallt Und Liebe dir mit Haß vers galt. 4. Der Kummervollen Trost zu fein, 3u wehren jedem Leide, Stets wohlzuthun und zu erfreun, War Deine Sorg' und Freude. Und eines jeden Menschen Schmerz Durchs drang dein mitleidsvolles Herz. 5. Du trugst mit Sanftmuth und mit Huld Die Schwachheit deiner Freunde; Auch Sünder trugst du mit Geduld, Und bat'it für deine Feinde; Du warst gehorsam bis zum Tod, Und ehrtest selbst im Tode Gott. 6. Ein solches Beispiel hast du mir Zum Vorbild hinterlaffen, Wie du zu leben, ähnlich dir In meinem Thun und kaffen. Nimm, spricht du, meine Last auf dich, Komm, folge mir, und thu' wie ich. 7. Ich komme, Herr, gieb Kraft und Licht, Daß ich mein Heil erkens ne, Dein wahrer Jünger sei, und nicht mich fälschlich nur so nenne, Damit ich, deinem Beiſpiel treu, Auch Andern selbst ein Beispiel sei. Met. Ein Lämmtein geht, und: c. 424. Der du die Liebe felber bist, Und gern die Menschen fegnest, Ja selbst dem, der dein Feind noch ist, mit Freundlichkeit begegnest; O bilde meinen Sinn nach dir, Und laß mich doch, mein Heiland, hier, Wie du gewandelt, wandeln; Die können keine Christen sein, Die sich nicht Andrer Wohlfahrt freun, Und menschenfeindlich handeln. 2. Dein Leben in der Sterblich, keit War für die Menschen Segen; Dir folgten lied' und Freundlichkeit Auf allen deinen Wegen. Behin du gingst, ging Wohlthun mit; Dein Wort, dein Werk und jeden Schritt Begleitete Erbarmen; Du übers nahmst die schwerste Pein, Uns vom Verderben zu befrein, Und starbit zum Heil uns Armen. 3. Olaß in meiner Pilgrimschaft Mich auf dein Vorbild sehen; Er fülle mich mit Lust und Kraft, Dem Nächsten beizustehen, Betrübter Herzen Trost zu sein, Mich mit den Fröhlichen zu freun, Mit Weineu den zu klagen, Und dem, der mir Pflichten gegen Jesum. fein Herz vertraut, Die Redlichkeit, auf die er baut, Nicht treulos zu versagen. 4. Laß mich mit brüderlicher Huld Des Nächsten Fehler decken, Durch Sanftmuth, Mitleid und Geduld Zur Begrung ihn erwecken; Und fündiget er gegen mich, So freue meine Seele sich, Ihm willig zu vergeben. Also werd' ich dich, Jesus Christ, Der du die Liebe selber bist, Aufs würdigste erheben. Mel. Jesus, meine Zuversicht, zc. 425. Meinen Jefum laß ich nicht, Er hat sich für mich gegeben; Sollt' ich nicht aus Dank und Pflicht An ihm hangen, ihm nur leben? Er ist meines Lebens Licht; Meis nen Jesum laß ich nicht. 2. Er, der Welt und mir gesandt, Uns zu lehren und zu retten, Gab fein Leben uns zum Pfand, Daß wir Gottes Gnade hätten. O wie bin ich ihm verpflicht't! Meinen Jes fum laß ich nicht. 3. Durch ein Herz voll Dankbar keit, Durch Gehorsam, den ich übe, Gegen das, was er gebeut, Halt' ich fest an seiner Liebe; Traue dem, was er verspricht, Und so laß ich Jesum nicht. 4. So ist er mein Theil und Ruhm Bis an meines Lebens Ende; Ihm geb' ich zum Eigenthum Ganz mich hin in seine Hände; Er ist meine Zuversicht; Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Wenn mein Auge schon vers lischt, Wang' und Lippen sich ent. färben, Mich kein Labsat mehr er. frischt, Alle Sinne mir ersterben, Und das matte Herz nun bricht, 251 Laß ich meinen Jesum nicht. 6. Dort auch laß ich Jesum nie, Hange stets an seinen Blicken; Denn nach dieses Lebens Müh' Will er ewig mich erquicken. Ewig strahle mir dort sein Licht; Meinen Jesum laß ich nicht. 7. Nichts auf dieser Erde ists, Was des Herzens Wünsche stillet; Du, o Jesu, du nur bist's, Der voll kommen sie erfüllet. Dich, mein Reichthum, Ruhm und Licht, Dich, mein Jesus, laß ich nicht. 8. Dich, mein Jesus, halt' ich fest, kaffe nichts von dir mich scheiden. Weh' euch, die ihr ihn vergeßt! Ihr beraubt euch ew'ger Freuden. Ses lig! wer in Wahrheit spricht: Mei. nen Jefum laß ich nicht. Mel. Was Gott thut, das ist zc. 426. Dich, Jefum, laß ich ewig nicht; Dir bleibt mein Herz ergeben; Du kennst dies Herz, das redlich spricht: Nur Einem will ich leben. Du, du allein, Du sollst es sein; Du sollst mein Trost auf Er. den, MeinGlück im Himmel werden. 2. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; Ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir meine Zuversicht Und dei. ne Gnade rauben. Der Glaubens. bund Hat festen Grund; Du lás. sest dir nicht nehmen, Die deiner sich nicht schämen. 3. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; Aus göttlichem Erbarmen Gingst du für Sünder ins Gericht, Und büßtest für mich Armen; Aus Dank barkeit ill' ich allzeit, Um deines Leidens willen, Die Pflicht der Treu' erfüllen. 4. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; 17 Besondere Pflichten des Christenthums. 252 Du stärkest mich von oben; Auf dich steht meine Zuversicht, Wenn meine Feinde toben. Ich halt' an dir; Du bist bei mir; Wenn mich die Feinde haffen, Wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht, Dich, Gottes größte Gabe; Ich weiß, daß mir kein Gut gebricht, Herr, wenn ich dich nur habe. Sucht mich die Welt Durch Gut und Geld Dir ungetreu zu machen, So will ich ihrer lachen. 6. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; Nichts soll mich von dir scheiden. Es bleiber jedes Christen Pflicht, Mit seinem Herrn zu leiden; Doch all' mein Leid Währt kurze Zeit; Bald ist es überstanden, Und Ruh' ist dann vorhanden. 7. Dich Jesum, laß ich ewig nicht; Nie soll mein Glaube wanken, Und wann des Leibes Hütte bricht, Sterb' ich mit dem Gedanken: Mein Freund ist mein, Und ich bin fein; Er ist mein Schuß, mein Tró ster, Und ich bin sein Erlöster. Mel. Alle Menschen müssen 2c. 427. Jefu, meiner Seele Les ben, Meines Herzens höchste Freud', Dir will ich mich ganz ergeben In der Zeit und Ewigkeit; Freudig will ich dich bekennen, Will von dir mich nimmer trennen. Ich bin dein, und du bist mein: Ich will keines an dern sein. 2. Deine Hand hat mich bereitet, Hat von meiner Kindheit an mich umfangen, mich geleitet, Treuer, als ein Vater kann; Auch in meis nen reifern Jahren hab' ich deine Huld erfahren. Du bist mein, und ich bin dein; Ich will keines an dern sein. meiner Seele wahres Glück; Doch 3. Oft verkannt ich in der Jugend duführtest mich zur Tugend, Führ test mich zu Gott zurück. Ohne dich wär ich verdorben, War' in Sún den längst gestorben; Doch du halfft mir; ich bin dein; Ich will keines andern sein. 4. Irr' ich, suchst du mich mit Lies be; Fall' ich, richtest du mich auf; Stärkst mich, wenn ich mich betrüs be; Lenkst zum Besten meinen Lauf; Bin ich arm, giebst du mir Gaben, Welche meine Seele laben. Du bist mein, und ich bin dein; Ich will keines andern sein. 5. Wollen Lästerer mich schånden, Du giebstEhr' und Herrlichkeit, Und ich find' in deinen Händen Meinen Schutz und Sicherheit. Niemals hab' ich was begehret, War es gut, du hasts gewähret. Du bist mein, und ich bin dein; Ich will keines andern sein. 6. Immer zeigt dein Geist meiner. be Zum getrosten Kampfe mir, Und wenn ich noch heute sterbe, Führt er mich gewiß zu dir, Vom Gefühle meiner Leiden Zum Genusse deiner Freuden. Du bist mein, und ich bin dein; Ich will keines andern sein. 7. Meine Hoffnung, meine Freu de Sei in meiner Pilgerschaft, Sei wenn ich von hinnen scheide, Dieser Ueberzeugung Kraft; Wenn mich dann noch Sünden kränken, Laß mich voll Vertrauen denken: Du bist mein, und ich bin dein, Auch im Tode will ich's sein. Pflichten gegen In voriger Melodie. 428. Du, der aller Herzen kennet, Ewiger, erforsche mich. Ach, ich war von dir getrennet, Aber du erbarinteft dich, Hottest mein Ge. bet, mein Sehnen, Sahst auf meis her Buße Thränen, Und vergabst mir alle Schuld, Schenktest mir selbst deine Huld. 2. Forsche selbst in meinem Her, jen; Sieh, es irrt und fehlet noch, Und mit unruhvollen Schmerzen Fühlt es oft der Sünde Joch; Wankend, ungewiß und träge Geht mein Fuß der Tugend Wege, Und zu oft noch sieht mein Blick Auf des La sters Bahn zurück. 3. Als zuerst vor meinen Blicken Der Verblendung Nacht ver, schwand, Und mein Auge voll Ent. jücken, Gott, dein Antliß wieder fand: Wie war da der Reiz der Sünden mir so leicht zu überwin den; Ihre Schrecken sah ich nur, Aber keiner Anmuth Spuk. Jefum. Ach! wohin seid ihr verschwunden? Glut der Andacht, ach! wohin? Oft noch such' ich Gott durch Zähren, Durch Gebet und Flehn zu ehren; Doch der Welt Geräusch zerstreut Des Gebetes Brünftigkeit. 7. Wann die Menge der Veräch. ter Meines frommen Wandels lacht, Aus der Andacht ein Gelächs ter, Aus dem Beten Thorheit macht; Wann sie spóttisch auf mich sehen, Mich und meinen Glauben schmähen; Dann verges' ich meine Pflicht, Und bekenne Jesum nicht. 4. Wenn, von Andacht hingeriffen, Ich den Himmel offen fah, Lag die Welt zu meinen Füßen Und, Gott, deinem Throne nah, Mischt' ich in der Engel Chöre, Den Gesang von deiner Ehre, Von der Huld, die ewig liebt, Sünden decker und vergiebt. 5. Welche Ruhe, welcher Friede Wohnte da in meiner Brust! Ei telkeit, dein war ich müde; Welt, ich fluchte deiner Lust; Ich ver schmähte deine Gaben; Mir war, Gottes Huld zu haben, Und ein Herz das ihn verehrt, Mehr als Erd' und Himmel werth. 6. Thr, dem Beten heilge Stun. den, Voller Ruhe, voll Gewinn, 253 8. Unter der Verfolger Steinen Bebten Gottes Mårt'rer nie, Sei ne Wahrheit zu verneinen, 3wang nicht Drohn, nicht Folter fie; Auf. des hårtsten Todes Wegen Gingen sie dem Lohn' entgegen, Sahn den Himmel offen stehn, Konnten so den Tod verschmähn. 9. Der du sie mit Kraft von oben Zu dem Kampfe stark gemacht, Und zu deinem Lohn' erhoben, Wo kein Feind mehr ihrer lacht: Hilf auch mir den Sport bezwingen, Hilf auch mir den Lauf vollbringen. Va ter, bis ans Ende sei Dir mein ganzes Herz getreu. Mel. Ein Lammlein geht, und zc. 429. Herr, welche Gnad' ers jeigst dit mir! Wie liebest du mich Armen! Mein Heiland, wie vers gelt' ich dir Dein göttliches Erbars men? Du bist mein Heil, du lieb. test mich so stark, so treu; o möcht ich dich Von Herzen wieder lieben; möcht' ich als dein Eigenthum Doch immer dir zum Dank und Ruhm, Was du gebietest, üben! 2. O könnt' ich doch bei Nacht und 17* 254 Besondere Pflichten Tag Von deiner Liebe singen, Und dir, was ich doch nicht vermag, Ein würd'ges Opfer bringen! Nimm meinen unvollkommnen Dank, Nimm meinen schwachen Lobges fang, Janimm mein ganzes Leben, Erlöser, gnädig an von mir; zu deinem Dienste geb' ichs dir, Und mehr kann ich nicht geben. Mel. Mein Herz ermuntre dich zc. 3. Erweitre dich, mein Herz, für ihn, Den Retter unfrer Seelen; 430. Den höchsten öffentlich Ich will der Sünde mich entziehu, Will ihn zum Herrn mir wählen; Verschmähen will ich, was der Welt Und meinen Lüften nur ge fällt; Er giebt mir beßre Freuden. Daß Gott mich wie ein Vater liebt, Und Heil und Seligkeit mir giebt, Seh' ich aus seinem Leiden. verehren, Mit seinem Volk ihn gern erhöhn, Und um sein theures Wort zu hören, Mit Lust in seinen Tem pel gehn: Auch das, o Christ, vergiß es nicht! Auch das ist deine große Pflicht. 4. Wird Gott, der seinen Sohu mir schenkt, Nicht gnädig mein ge denken? Nicht, wenn mich wo ein Kummer kränkt, mit ihm mir als les schenken? Ja, Jesus, meine Zuversicht, Ist in der Finsterniß mein Licht, Mein Tróster, wenn ich leis de; Mein Reichthum in der Dürf. tigkeit, In Unruh' meine Sicher, heit, Im Tode meine Freude. 5. Wie könnt' ich vor der letzten Noth, Vor meinem Tode beben? Soll ich durch meines Jesu Tod Nicht auferstehn und leben? Nun schreckt mich nicht das finstre Grab; Ich halte dich und laß nicht ab, Bis du mir, Herr begegnest, Und mich nach meiner Pilgerzeit mit Leben und Unsterblichkeit In deinem Himmel fegneft. 6. Ich fürchte nicht dein Weltges richt; Verwandle nur die Erde! Ich glaub'und weiß es, daß ich nicht Von dir gerichtet werde. Vollen des Christenthums. det ist der Pilgerlauf, Du nimmst mich in den Himmel auf: Ich steh' vor deinem Throne; Zur Rechten steh' ich und mein Haupt Schmückt, denn ich hab' an dich geglaubt, Der Ueberwinder Krone. Vom öffentlichen Gottess dienste. 2. Wenn du nur heimlich ihn ver ehrest Und Jesum deinen Heiland nenust, Doch nicht auch öffentlich ihn ehrest, Und redlich vor der Welt bekennst: Wird er dann dich beken. nen einst, Wann du vor dem Ge richt erscheinst? 3. Auch deinen Nächsten zu er bauen, Mußt du zum Hause Got tes gehn. Wie viele sind, die auf dich schauen, Die meist aufs Beis spiel Andrer sehn! Wenn lau durch dich nur Einer wird, Bist du es nicht, der ihn verführt? 4. Und auch uns selbst in unsern Pflichten, Bei Schwäche und Un wiffenheit, Noch immer mehr zu unterrichten, Und fromm zu sein in Freud' und Leid; Wie nöthig ist dies nicht, o Christ, Der du geneigt zu fehlen bist! 5. Der Gottesdienst ist ein Ges schäfte, Wozu aus Lieb' uns Gott verband; Er stärket unsre schwachen Kräfte, Er stärkt Erkenntniß und Verstand; Er ist ein Mittel, das Vom öffentlichen uns Kraft Zum Glauben und zur Tugend schafft. 6. Wie manchen Trost hab' ich empfunden, Wenn ich das Wort des Herrn gehört; Wie lieb' ich euch, ihr sel'gen Stunden, Da man durch Danken Gott verehrt, Und sich ums Ewige bemüht, Der ird'schen Sor ge sich entzieht. 7. Nichts gleicht dem himmlis schen Entzücken, Das hier des From men Her; belebt, Wenn er in stil. len Augenblicken Sich im Gebet zu Gott erhebt, Und voll des Glücks, das er genießt, Von Dank und Freuden überfließt. 8. Wenn er dann auch in der Ges meinde, Vereint mit andern, Gott verehrt, Und alle nun, als Gottes Freunde, Empfinden, daß fie Gott belehrt: Welch Glück in der Gesells schaft sein, Und liebend sich in Gott erfreun! 9. Wie nichtig sind der Erden Freuden Dem, welcher diese Freuden schmeckt! Wie füß der Trost, wenn man im Leiden Dem besten Freund fein Herz entdeckt! Wie nichts ist alles Glück der Welt Dem, der mit Gott sich unterhält. 10. Kommt denn, oChristen, theu. re Brüder, Vereint im Geist vor Gott zu stehn, Und alle, eines Leis bes Glieder, Den großen Schöpfer zu erhöhn. Frohlockend preiset Jes fum Chrift, Der unser Herr und Heiland ist. Met. Herzliebster Jesu, was 2c. 431. Dies ist der Tag, an welchem deine Frommen, Gott, in dein Haus, dich anzubeten Fom. Gottesdienste. 255 men, Mit Lob, Gebet und Dank dich zu verehren, Dein Wort zu hören. 2. Drum sei auch dieser Tag nur dir geweihet; Ihn feire gern, wer deiner sich erfreuet. O laß auch mich mit Freuden vor dich treten, Dich anzubeten. 3. Dich rühmt der Lobgefang der Himmelsheere; Auch unser Tempel schallt von deiner Ehre; Auch unser Dank und unsers Geistes Flehen Soll dich erhöhen. 4. Wie freu' ich mich, da, wo gerührt die Deinen Anbetend vor dir stehen, zu erscheinen, Und wo dein Lob von der Erlösten Zungen Froh wird befungen. 5. Mit Andacht will ich, Höchster, vor dich treten. Ich weiß, du liebst, die kindlich zu dir beten; Dein heil's die kindlich zu dir beten; Dein heil'. ges Recht, das deine Boten lehren, Das will ich hören. 6. Auch folgen will ich ihm, nicht blos es hören, Will von der Sünde mich zu dir bekehren; Regiere mich, daß meine ganze Geele zum Ziel dich wähle. 7. Dein Tag sei mir ein Denkmal deiner Güte, Zum Segen mir; Er ftärk' in dem Gemüthe Den großen Trost, den uns dein Sohn erwor ben, Da er gestorben. 8. Dich bet' ich an, du Todes- lle. berwinder! Der du zum Trost und Heil erlöfter Sünder, Frei von des Codes und des Grabes Banden, Heut' auferkanden. 9. Dein Sieg'stag ist ein Tag des Heils der Erden, Drum soll er auch fiets heiliger mir werden; fob fei, Erlöser, deinem großen Namen, Auf ewig Amen! 256 Besondere Pflichten Mel. Herr Jesu Christ, dich 2c. 432. Gore, du bist mein Preis und Ruhm; Mein Herz sei ganz dein Eigenthum! Laß mir den Sonntag heilig sein, Und gern ihn deinem Dienste weihn. 2. Gieb, daß ich mein Gemüth bewahr', Wenn ich mit deiner Christenschaar zu deines Hauses Stätte Met. Liebster Jesu, wir sind sc. geh', Daß ich mit Ehrfurcht vor 434. Wir erscheinen hier vor dir steh'. dir, Dich, o Vater, zu verehren, Und mit heiliger Begier Auf dein theures Wort zu hören, Von der Welt uns zu entfernen, Und den Weg des Heils zu lernen. 3. Erinn're selber meinen Geist, Daß du mir gegenwärtig feist, Das mit ich deines Wortes Lehr Mit Andacht und mit Nußen hör'. 4. Drück alles tief ins Herz hins ein, Und laß mich nicht bloß Hörer sein; Steh mir mit deiner Gnade bei, Daß ich des Wortes Thäter sei. 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag Bu meinem Segen feiern mag; Be. wahr' mich vor dem Sinn der Welt, Die deinen Tag verächtlich hält. 6. Doch nicht an dieſem Tag allein Laß, Herr, mich dein Verehrer sein; Auch meine ganze Lebenszeit Sei deinem Dienst und Ruhm geweiht. des Christenthums. 3. Gieb dem, der deinen Christen predigt, Zur wahren Kenntniß nöthges Licht; Er sei von Menschen. furcht entledigt, Und rede frei nach feiner Pflicht; Sein Beispiel lehre, wie sein Mund: Des Lebens Weg werd' allen kund! Mel. Wer nur den lieben Gott ze. 433. Mit Freuden such' ich Herr, die Stätte, Wo deines Na mens Ehre wohnt, Und we, wenn ich mit Brüdern bete, Mich oft des Himmels Vorschmack lohnt; In welchem ew'ge Seligkeit, mit dir vereint, uns einst erfreut. 2. Mit Kraft werd hier dein Wort verkündigt, Dem Frommen, den ein Leid betrübt, Dem schwächern Brus der, der noch fündigt, Dem Frevler, der die Bafter liebt, Dem Heuch, ter, der sich schwer bekehrt, Dem 3weißer, der die Wahrheit ehrt. 2. Hilf, daß alle Sünder sich Durch dein Wort zu dir bekehren, Und wir alle, Gott, durch dich Gern vollbringen, was wir hören; Alle fromm durch dich auf Erden, Und im Himmel selig werden. Mel. Herr Jesu Christ, dich zc. 435. Bater, send' uns deis nen Geist, Der, wie dein Wort es uns verheißt, Mit seiner Gnade uns regiert und auf den Weg der Wahrheit führt. 2. Deffn' uns zu deinem Lob den Mund, Und mach' uns deinen Wil ten kund, Rühr unser Herz, stärk den Verstand, So wird dein Nam* uns wohl bekannt; 3. Bis wir einst deinen Engeln gleich Dich preifen in der Himmel Reich Und schauen dich von Anges sicht In ew'ger Freud' und sel'. gem Licht. 4. Dir, Gott, den Erd' und Him mel preist, Dir Vater, deinem Sohn und Geist, Dir, der mit Hülf' uns gern erfreut, Sei Lob und Preis in Ewigkeit. Vom öffentlichen Sn voriger Melodie. 436. Hier sind wir, Gott, und flehn um Licht; Verfage deinen Geist uns nicht, Lehr' uns dein heil'ges Wort verstehn, Und freudig deine Wege gehn. 2. Erleuchte deine Lehrer nun, Und ihre Hörer; lehr' uns thun Nach deinem Wohlgefallen, Gott: Denn du, o Herr, bist unser Gott! 3. Daß wir im Glauben stark, und frei Von aller Sünd' und Heuchelei, Dir dienen unsre Lebenszeit, In Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Erhór uns! unfer Lobgesang Gefalle dir, und unser Dank, Bis wir vor deinem Throne stehn, Und dann vollkommner dich erhöhn. Gottesdienste. 257 hören; Gieb uns Andacht und Be gier Nach der Wahrheit fel'gen Lehren, Daß die Herzen von der Erden Ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wiffen und Verstand Ift mit Finsterniß umgeben. Mache du uns das bekannt, Was uns dient zum frommen Leben; Gutes den. ken, Gutes üben, Kommt von dei nes Geistes Trieben. 3. Deiner Wahrheit reines Licht Leuchte jetzt auch unsern Seelen, Daß wir ihrem Unterricht Folgen und das Gute wählen. Lenke du Gebet und Lehre Uns zum Heil und dir zur Ehre. Mel. Liebster Jesu, wir sind: c. 437. Herr, vor deinem Anges sicht Sind wir hier, dich anzubeten. Laß uns doch ohn' Andacht nicht, Nicht ohu' Ernst dein Haus betre. ten; Gieb uns Herzen, die dich eh ren, Redlich flehn, aufmerksam hören. 2. Laß das Wort, das hier erschallt, Lief in unfre Seele dringen; Laß durch seine Kraft es bald Biele gute Früchte bringen, Unfern gan jen Sinn erneuern Und der Macht des Irrthums steuern. 3. Mach' uns so dein Wort be. Fannt, Daß wir seine Vorschrift üben, Dich und den, den du gefandt, Jefum Chriftum herzlich lieben; Daß kein Leid und keine Freude Uns von dieser Liebe scheide. Met. Liebster Jesu, wir sind: c. 439. Gott sei Preis und Dank gebracht! Denn nun haben wir vernommen, was die Sünder felig macht: Gottes Wort, den Trost der Frommen; Lehren, die zu guten Werken Unsern schwachen Glauben stärken. 2. Unser Gott erhört Gebet, Giebt uns seinen Vatersegen; Wer nur seine Wege geht, Findet Heil auf seinen Wegen. Laßt uns denn, ihm zu gefallen, Freudig seine Wege wallen. In bekannter Melodie. 438. Liebſter Jefu, wir sind hier, Um dein göttlich's Wort zu 3. Seine Liebe müsse sich Immer mehr uns offenbaren, Und uns alle väterlich Vor der Sünde Lust be. wahren, Daß wir nie uns von ihm trennen, Ihn bis in den Tod be. kennen. 4. Unsern Eusgang fegne Gott, Unsern Eingang, unfre Werke! Gegne jeden in der Noth Mit Ge. duld, mit Trost und Stärke; Lag uns, seines Sohnes Erben, Ihm nur leben, ihm auch sterben. 258 Besondere Pflichten n voriger Melodic, 440. Selig sind, die, Gott, dein Wort Hören und zugleich be, wahren. O so laß auch immerfort Dieses Glück mir widerfahren, Daß es mich zum Guten stärke, Und ich feinen Troft vermerke. 2. Druck' es fest dem Herzen ein, So wird es kein Feind mir rauben. Selig werd' ich hier schon sein, Auch bei einem dunkeln Glauben; Bis dereinst nach diesem Leben Hell'res Licht mich wird umgeben. In voriger Melodie. 441. Unser Gott, wir danken was dein Wort gebeut. dir, Daß du uns dein Wort gegeben. Gieb uns Gnade, daß wir hier Auch darnach rechtschaffen leben; Gieb dem Glauben solche Stärke, Daß er thätig sei durch Werke. 2. Uns, o Vater, lehrest du, Was wir thun und glauben follen; Schenk' uns deine Kraft dazu, Gieb zum Wissen auch das Wollen, Und zum Wollen das Vollbringen, So wird alles wohlgelingen. Bei der Kinderlehre. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 442. Wir kommen, anzube. ten, Vor dich, o Herr, getreten, Der aller Vater heißt; Du bist's, der uns das Leben, und seinen Sohn gegeben; Schenk und auch, Vater, deinen Geist. des Christenthums Laß stets, wenn wir ihn nennen, Sich unser Herz erfreun; Hilf, daß wir an ihn glauben, Und ihm ges horsam bleiben, Ihm bis zum Tod' ergeben sein. 4. Prág' alle heil'ge Lehren, Die wir jetzt werden hören, Tief unserm Herzen ein; Gieb, daß wir sie zum Segen Behalten und erwägen; Laß uns des Wortes Thâter sein. 5. Vermehr' in uns die Triebe Zum Beten und zur Liebe, Zum Fleiß, zur Folgsamkeit; Mach' Unvernunft und Laster, Dem Herzen stets verhaßter; Lieb werd' uns, 2. Es mangelt unsrer Jugend An Weisheit und an Engend; Wir ten en Jefum nicht; Erleucht' uns, dir zum Preise, Herr, mach' uns Fiuz und weise, Durch deines gu, teg Geistes Licht. 3. Lehr' und den Heiland kennen, 6. Wir sind schon jetzt als Kin der Vor dir, o Höchster, Sünder; Ach, geh' nicht ins Gericht. Sei gnädig uns, und schenke Uns un fre Schuld, gedenke Der vielen Jugendsünden nicht. 7. Wir sind noch unerfahren; Uns reißt in jungen Jahren Die Sünde leicht dahin. Laß uns die Lust der Sünde, Daß sie uns nicht entzünde, Als tödtend Gift auf immer fliehn. 8. Herr, laß zu allen Zeiten Uns deine Gnade leiten, Auf guter ebner Bahn; Führ'uns in früher Jugend Durch Gottesfurcht und Tugend 3um Glück des ew'gen Lebens an. Mel. Wer nur den lieben Gott ut. 443. Du läsfest, Herr, und unterweisen, Bei deines Wortes hellem Licht; Gieb, daß wir diese Wohlthat preisen, Und fegne jest den Unterricht, Daß uns durch dei nes Lehrers Mund Dein heil'ger Name werde kund. 2. Hier wird dein Saame ausges ftreuet, Der künftig Früchte tragen Pflichten gegen uns selbst. foll; Wer sich dir in der Jugend weihet, Legt Grund zu seinem wah. ren Wohl; Aus jugendlicher Fróm migkeit Quille Segen unsrer künft'. gen Zeit. 3. So gieb denn jetzt zu deinen Lehren Auch an uns allen das Gedeihn; Laß uns mit Lehrbegierde hören, lind auch des Wortes Thås ter sein. O pflanz' in uns zu deis nem Ruhm Schon früh das wahre Christenthum. 259 Nie treffe mich, o Gott, Dies schreckliche Gericht. 5. Nie blende mein Gemüth Der Eitelkeiten Schimmer; Die Welt mit ihrer Lust Bergeht doch einst auf immer. Was hilft uns kurze Lust? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergänglich Gut Ifts, was uns glücklich macht. 4. Kein Segen ist beim Glück, Wobei die Tugend leidet; Wobei der, der es fucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, Erbt deinen Himmel nicht; 6. Ein Gott ergebnes Herz, Ein unverletzt Gewissen, Nur das kann uns allein Des Lebens Last versüs sen; Das bleibt uns auch im Tod, und folgt uns aus der Zeit zum großen Segen nach, Bis in die Ewigkeit. Gesinnungen und Pflichten gegen uns selbst. Selbstliebe. Mel. Gott, du frommer Gott: c. 7. D felig, wer darnach Mit heil's gem Eifer trachtet, Und für sein 444. Du willst es, Herr, größtes Glück, Gott, deine Gnade mein Gott, Daß ich mich selber lie be; Gieb, daß ich diese Pflicht Nach deiner Vorschrift übe, So wird der starke Trieb, Beglückt und froh zu sein, Den du mir eingepflanzt, Nie mein Verderben sein. achtet! Der liebt allein sich recht, Und findet in der Zeit Schon Sea lenruh' und einit Bollkommne Ses ligkeit. 8. Dies sei denn auch mein Ziel! Hilf, daß es mir gelinge, Daß ich durch ernsten Fleiß Mein wahres Wohl erringe; Bewahre du mein Herz Vor eitlem Sinn der Welt; So lieb' ich, Herr, mich recht, Und wie es dir gefällt. 2. Gieb, daß mein ganzes Herz Sich deiner Liebe weihe, Und daß ich über all Dein Auge kindlich scheue. Wer als ein Christ sich liebt, Der flieht auch, als ein Christ, Was wider deis ne Furcht Und Menschenliebe ist. 3. Kein schnöder Eigenmuk Be. Mel. Kommt ber zu mir, spricht 2c. herrsche meine Seele, Und wenn zu 445. Untrüglich, Gott is meinem Glück Ich Weg' und Mit tel wähle; So laß mich stets dabei Auf Recht und Wahrheit schaun, Und nie mein Wohlergehn Auf Andrer Elend baun. dein Verstand; Nur dir ist ganz genau bekannt, Was Noth, was Heil gebieret; Mich aber täusche oft falscher Wahn; Ich seh' noch oft als müßlich an, Was mich zum Elend führet. 2. Drum laß mich nie dem Schei. ne traun, Und niemals, um mein Glück zu baun, Was mir gut deucht, erwählen. Auch hier fei stets bein Besondere Pflichten des Christenthums. 260 Wort mein Licht; Folg' ich nur dem, so werd' ich nicht Mein wah. res Wohl verfehlen. 3. Hilf mir den unterschiednen Werth Der Güter, die der Mensch begehrt, Recht einsehn und beden Fen, Und meine größte Emsigkeit Auf das, was ewig mich erfreut, Mit weiser Sorgfalt lenken. 4. Hilfst du zu deiner Weisheit mir, So werd' ich auch vorzüglich hier Nach deinem Beifall streben, Mich um ein reines Herz bemühn, Die schudde Lust der Sünde fliehn, Und nur der Tugend leben. 5. Dann wird mich wahres Glück erfreun; Froh, ruhig wird mein Geist dann sein In meinen Pilger tagen, Und was sonst meinem Wohl gebricht, Das wird mir deine Liebe nicht, Allgütiger, versagen. 6. Ich gehe dann den ebnen Pfad, Auf welchem mich dein weiser Rath Zum höhern Leben führet, Wo mich vollkommnes Glück erfreut, Und wo mich nun in Ewigkeit Kein Un fall mehr berühret. der Seele Adel, Der nur liebt sich ohne Tadel. 3. Doch wie oft und leicht ver. führet Eigenliebe unser Herz! Durch den äußern Schein gerüh. ret, Wünscht es Freud' und wählt den Schmerz; Sucht und findet niemals Ruh'; Hofft sie und komme nie dazu, Weil es sich verliert in Dingen, Die kein wahres Glück uns bringen. 4. Wir versäumen unsre Pflich ten Von Gemächlichkeit regiert; Werden, wenn wir Guts verrich ten, Oft vom Eigennuß verführt. Nur gar selten trachten wir Nach dem wahren Ruhm bei dir; Und wie oft fehlts uns am Wollen, Wenn wir andern dienen sollen. 5. Mache du, mein Gott, in Gnas den Mich von solcher Unart frei, Daß ich nicht zu meinem Schaden Gegen mich verblendet sei. Pflans ze selbst den Trieb mir ein, Mich vor allem dein zu freun, Auch nach Andrer Wohl zu trachten, Und sie, als mich selbst, zu achten. Mel. Freu' dich sehr, o meine: c. 6. Gieb mir dann auch das Vollbringen, Mich zu lieben wie ich soll; 446. Daß ich, Gott, mich Laß nach dem mich eifrig ringen, Was mir dient zum wahren Wohl: Auch dem Nächsten beizustehn, Auf thn, als mich selbst, zu sehn, Uleber alles dich zu lieben: Das, das hilf mir treulich üben. Selbsterkenntniß und Des selbst auch liebe, Kann dir nicht misfällig sein; Du, du pflanztest Ja die Triebe Tief dazu den Mens schen ein. Lenke du nur meinen Sinn Auf die wahre Weisheit hin, Daß ich nicht mein Glück verfehle, Und selbst das Verderben wähle. 2. Hilf mir alle meine Pflichten Recht verstehn, und mit Bedacht Mein Bemühn auf das nur richten, Was wahrhaftig glücklich macht. Wer dir, o du Höchster, lebt, llnd bir zu gefallen strebt, Der nur kennt muth. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 447. Wer bin ich? welche wicht'ge Frage! Gott, tehre mich sie recht verstehn; Gieb, daß ich mir die Wahrheit fage, Um mich, so wie Pflichten gegen uns selbst. 261 ich bin, zu sehn, Wer sich nicht Lust und Kraft; Du bift's, der felbst recht kennen lernt, Bleibt von der Weisheit weit entfernt. Beides in uns schafft. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen; Du schufft mich, Gott, zu deinem Preis; Dazu mein Leben anzuwenden, Das ist dein väterlich Geheiß; Doch leb' ich, als dein Eigenthum, Auch wie ich soll, zu deinem Kuhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß; Doch bin ich das auch in der That? Herr, öffne selbst mir das Verständniß, Recht ein zusehn, ob ich den Pfad, Den Jes fus mir gewiesen, geh', Und ob ich auch im Glauben steh'? 4. Du kennest unsers Herzens Tiefen, Die uns selbst unergründ lich sind; Drum laß mich oft und ernstlich prüfen, Ob ich sei Christo gleich gesinnt; Befreie mich vom falschen Wahn, Der auch den Klügsten täuschen kann. 5. Wie kann der, der, bei allem Wiffen, Des Herzens Zustand sich verhehlt, Auf wahre Beßrung sein befliffen, Er, der nicht weiß, wie viel ihm fehlt? Sich selbst recht kennen, ist Verstand; Drum mache mich mit mir bekannt. 8. Ich muß es einmal doch erfahe ren, Was ich hier war und hier ges than. O laß mich's nicht bis dahin sparen, Wo Reue nichts mehr hels fen kann. Hier mache mich zum Himmel Elug, Und frei vom schnós den Selbstbetrug. 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, Mein Vater, das entdecke mir; Hab' ich der Wahrheit Weg erwählet, So gieb, daß ich ihn nicht verlier'; Erleuchte mich mit deinem Licht, So täuschen mich Verführer nicht. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 2c. 448. Sollt' ich meinem Herzen heucheln, Sünde thun, und sicher sein? Mir mit falscher Tus gend schmeicheln, Und dann sagen: ich bin rein! Selbst sein Elend nicht empfinden, Welche bittre Frucht der Sünden! 2. Schlief ich so ganz ohne Kums mer Um der Seele Seligkeit, Eins gewiegt in tiefem Schlummer Ei ner trågen Sicherheit: Was für fürchterliche Schrecken Würden endlich mich erwecken? 7. Bin ich jetzt von dem sichern Pfade, Der mich zum Leben führt, noch fern, So wecke mich durch dei ne Gnade, Daß ich ihn ernstlich su then lern'. Gieb mir zur Beßrung 3. Bin ich, wenn ich das nur haffe, Was auch Menschen haffen, rein? Wenn ich das nur unterlaffe, Was auch Heiden nicht verzeihn? It's schon gnug, nur nichts verbrechen, Was schon Menschenstrafen rächen?, 4. Bin ich darum fromm und besser, Darum Gottes Kind und Freund, Weil des Nächsten Schuld viel größer, Als die meinige mir scheint? Weil an eines Andern Sünde Ich mich rein und schulde los finde? 5. Sollt' ich darum thöricht wäha nen: Ich bedarf der Beßrung nicht Keiner Reue, keiner Thränen, Keis ner beffern Zuversicht? Sollt ichs mich zu Gottes Kindern Darum zählen, nicht zu Sündern? Besondere Pflichten des Christenthum& 262 6. Nein, dies Blendwerk eitler Lügen Täusche meine Seele nie! Muffe nie mein Herz betrügen! Denn du, Vater, hasfest sie, Sie, die mir den wahren Glauben, Sie, die deine Huld mir rauben. 7. Keine Sünde múff ich lieben, Auch den Wunsch der Sünde nicht; Rein in allen meinen Trieben, Frei von falscher Zuversicht, Lieber bits tre Thränen weinen, Als nur blos unschuldig scheinen. 8. Herr, du siehst, wie oft ich feh. le Auf der Bahn der Heiligung. Wann bedarf hier je die Seele Keiner größern Reinigung? Warum follt' ich mich verblenden, Und mir felbst mein Heil entwenden? 9. Hilf mir streiten mit den Lü sten, Fliehen Stolz und Sicherheit, Muthig mich zum Kampfe rüsten, Aber rein von Eitelkeit; Daß ich nicht vergeblich ringe, Und gewiß zum Ziele dringe. Sünden Entschuldigen und uner heblich finden; Gieb, daß ich sie voll tiefer Schaam bereu', Und ernstlich auch den kleinsten Fehler scheu'. 5. Wenn mein Gemüth der Wahr heit Weg verfehlet, Gern gut sein will, und doch das Böse wählet, Leichtsinnig ist, und nicht den Irr thum sieht, So gieb ihm Licht, daß es den Irrthum flieht. 6. Verheel' ich mir beim Heili gungsgeschäfte Aus stolzem Wahn den Mangel meiner Kräfte, So lehre mich ihn redlich mir gestehn, Und voll Vertraun zu dir um Hülfe flehn. 7. Wenn ich so oft mich meiner Thaten freue, Und doch nicht ganz mich deinem Dienste weihe, So gieb, daß ich von Eigendünkel fern Den kleinen Werth, den sie bestsen, lern'. 8. Wie manche That entspringt aus niederm Triebe, Aus Eigens nuß, und nicht aus Menschenliebe. Wie manche That gewinnt den. Ruhm der Welt, Die doch nicht Mel. Der Tag ist hin, mein 2c. 449. Wie leicht verkenn' ich dir, Alsehender, gefällt. meines Herzens Schwäche, Wenn ich zu viel mir von mir selbst ver. spreche, Und dann aus Wahn, aus Stolz und Eigensinn Nicht sehen will, wie klein, wie schwach ich bin. 2. Gieb, Gott, daß ich mir keine Nachsicht gönne, Daß ich mich selbst und meine Fehler kenne, Auch jeden Trieb, der sich in mir empórt, 3um ofen reizt und meine Ruhe stört. 8. Entdecke mir der Tugend wah. re Größe, Und zeige mir des Lasters ganze Blöße, Daß nie sein Reis mich blendet und verführt, Daß immer nur der Tugend Werth mich rührt. 4. Dlaß mich nie der Uebereilung 9. Du ließest mich von jeder meis ner Pflichten Und ihrem Werth sehr früh schon unterrichten. Sie sind mein Glück, befördern stets mein Wohl; Und doch thu' ich nicht immer, was ich soll. 10. O lehre mich, wie oft, wie schnell ich fehle, Wie gern ich noch mich vor mir selbst verheele, Und führe du, zu meinem wahren Glück, Mich in mich selbst und in mein Herz zurück. Met, Gott du frommer Gott zc. 450. Herr, der du alles giebſt, Von dem ich alles habe, Was ist Pflichten gegen uns selbst. mein Stand, mein Glück Und jede gute Gabe? Es ist nicht mein, es ist Ein unverdientes Gut; Darum bewahre mich Vor Stolz und Ule. bermuth. 2. Wenn ich vielleicht der Welt Mehr, als mein Nächster nüße, Und wenn ich mehr Verstand, Als er besitzt, besitze; Bin ich drum mehr, als er? O beides kommt von dir, Verstand und Tüchtigkeit, Und du erhältst es mir. 3. Wenn mir ein größres Glück Nach deinem Rath begegnet, Und deine Gütigkeit Mich mehr als andre segnet, Giebt diese deine Huld Mir wol zum Stolz ein Recht? Bin ich darum nicht auch, Was andre sind, dein Knecht? 4. Wenn ich geehrt und groß In hohen Würden stehe, Und andre un ter mir Im Eleinern Glücke fehe, Wer machte sie gering, Und wer ers höhte mich? Ist nicht mein Nächster oft Viel würdiger als ich? 5. Wie könnt' ich mich, o Gott, Des Guten überheben? Was ich besitz' ist dein; Von dir hab' ich mein Leben, Und was ich Gutes thu', Dazu giebst du Gedeihn. Drum laß mich ewig fern Von Stolz und Hochmuth sein. Mel. In allen meinen Thaten sc. 451. Gieb, Gott, wenn ich dir diene, Daß ich mich nicht erkühne, Darüber stolz zu sein. Wer kann bei seinen Werken, Wie oft er fehlet, merken? Wer ist von Mängeln völlig rein? 2. Such' ich stets deinen Willen So eifrig zu erfüllen, als es dein Wort gebeut? Trag' ich der Tugend 263 Bürde Aus Kenntniß ihrer Würde, Auch immer mit Zufriedenheit? 3. Entzieh' ich mich den Sünden Auch stets aus rechten Gründen? Aus wahrer Frömmigkeit? Oft sind die guten Triebe Nicht Früchte deis ner Liebe, Nur Früchte der Natur und Zeit. 4. Der Sünden meiner Jugend, Der Mängel meiner Tugend, O Herr, gedenke nicht; Willst du mit deinen Knechten, Wie sie's verdies nen, rechten, So trifft sie alle dein Gericht. 5. Doch, wenn auch dir zur Ehre Rein meine Tugend wäre, Weß ist dies Eigenthum? Wer ließ mich unterrichten? Wer ließ in meinen Pflichten Mein Glück mich sehn und meinen Ruhm? 6. Wer gab mir, dich zu lieben Und dein Gebot zu üben, Die Luft und Freudigkeit? Wer stärkte meis ne Kräfte Im Heiligungsgeschäfte? Wer gab mir Muth und Sieg im Streit? 7. Du schaffit, daß ich dich wähle; Du rufft mich, wenn ich fehle, Auf rechten Weg zurück; Du ziehst mich ab von Sünden, Und läß'st mich Gnade finden, Und giebst zu meiner Begrung Glück. 8. Sollt' ich mich deß erheben, Was du mir, Herr, gegeben? Hab ich zum Lohn ein Recht? Könnt' ich auch alles üben, Was du mir vorgeschrieben: Wer bin ich? ein uns nüßer Snecht. Sorge für die Seele. Mel. Kommnt ber zu mir, spricht ze. 452. Herr, meiner Seele gro ßen Werth, Den mir dein theures Besondere Pflichten des Christenthums. 264 Wort erklärt, Laß mich mit Ernst bedenken, Und auf die Sorge für ihr Wohl So unermüdet, als ich soll, Den größten Eifer lenken. 2. Wie hoch ist sie geschätzt von dir; Welch Glück hast du bereitet ihr; Mel. Werde munter mein 2c. Wie viel an sie gewendet! Du 453. Lehre mich, Herr, recht schufft sie, Gott, dein Bild zu sein, Und hast, es in ihr zu erneun, Selbst deinen Sohn gesendet. 3. 3u groß für diese kurze Zeit, Bestimmt zum Glück der Ewigkeit, Lebt sie im Fleisch auf Erden, Durch Glauben und Gottseligkeit zu gró Berer Vollkommenheit Im Himmel reif zu werden. bedenken, Was wahrhafte Weiss heit sei; Meinen Fleiß darauf zu lesen, Stehe mir aus Gnaden bei; Deun die Klugheit, die die Welt Ohne Grund für Weisheit hält, Fördert nicht mein Wohlergehen Und wird nie vor dir bestehen. 4. Mit großer Treue willst du sie Selbst durch des Lebens kurze Müh Zu diesem Ziele führen. O laß mich nicht durch eigne Schuld Das Heil, das deine Baterhuld Ihr zugedacht, verlieren. 5. Mit dir, o Gott, vereint zu fein, Mich ewig deiner Huld zu freun, Und dich zum Glück zu wäh, len; Dies sei mein Ziel, dies mein Bemühn! Laß mich den rechten Weg dahin Aus Leichtsinn nie ver fehlen. 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir; Drum schaffe selbst, o Gott in mir Ein Herz, das Sünden haffet, Das seine Schuld vor dir bereut, Uns das zu deiner Gütigkeit Durch Christum Hoffnung faffet. 7. In meiner ganzen Pilgrimschaft Laß mich, gestärkt durch deine Kraft, Nach jenem Kleinod trachten, Das mir dein Ruf vor Augen stellt, Und alle Güter dieser Welt Wie nichts bagegen achten. deiner freun, Und ruhig in dir le ben; Und du wirst, nach vollbrach ter Zeit, Auch mich gewiß zur Herr lichkeit In deinem Reich erheben. 8. Wie selig werd' ich dann nicht sein! Schon hier werd' ich mich 2. Weisheit ist's, wenn unsre Seelen Sich, Herr, deines Wor tes Licht Nur allein zum Leitstern wählen, Und mit fester Zuversicht Diesem Licht sich anvertraun; Denn die folgfam darauf schaun, Ihre Hoffnung darauf gründen, Werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, darnach trach. ten, Recht mit sich bekannt zu sein, Sich nicht schon vollkommen ach ten Und den Eigendünkel scheun, Gern auf seine Fehler sehn, Reu voll sie vor Gott gestehn, Eifrig stets nach Beßrung streben Und doch nie sich stolz erheben. 4. Weisheit ist es, Christum ehren, Seiner Mittlerhuld vertraun, Soauf seine Stimme hören Und auf seinen Wandel schaun, Daß man falsche Wege flieht, und mit Eifer sich bemüht, Seinem Bilde hier auf Erden Immer ähnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es, alles meiden, Was mit Reu' das Herz beschwert, und sich hüten vor den Freuden, Die der Sündendienst gewährt, Eiteln Ruhm, der bald verblüht, Lust, die im Genuß schon flicht, Pflichten gegen uns selbst. Nicht für wahre Wohlfahrt achten, Nein, nach bessern Gütern trachten! 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade, Sich zu seinem Ziel ersehn, Und auf seiner Wahrheit Pfade Diesem Glück entgegen gehn, Gern nach Gottes Willen thun, Froh in sei ner Fügung ruhn Und wenn Lei den uns beschweren, Hoffend mit Geduld ihn ehren. 7. Weisheit ist es, stets Beden. ken, Daß wir hier nur Pilger sind, Wunsch und Hoffnung dahin lens ken, Wo die Seele Ruhe find't, Seine Augen unverwandt Nach dem ew'gen Vaterland Richten, und sich hier bestreben, Wie man droben lebt, zu leben. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchster, unser bestes Theil; Die von ihr geleitet werden, Deren Weg ist Licht und Heil; Solche Weisheit kommt von dir, Gott, verleihe sie auch mir! Laß sie mich zu allen Beis ten Auf den Weg des Friedens leiten. Mel. Es ist das heil uns zc. 454. Nach meiner Seelen Geligkeit, Laß, Herr, mich eifrig ringen; Sollt' ich die kurze Gnas denzeit In Sicherheit verbringen, Wie würd ich einst vor dir bestehn? Wer in dein Reich wünscht einzu, gehn, Muß reines Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn Auf seine Sünden sehen, Und wenn man nicht mehr sünd'gen kann, Gott um Erbarn ung flehen: Das ist der Weg zum Leben nicht, Den uns, o Gott, dein Unterricht In deinem Wort bezeichnet. 265 den Des Herzens wahre Besserung Mein Hauptgeschäfte werden; Herr dazu gieb mir Kraft und Trieb; Nichts in der Welt fei mir so lieb, Als immer frómmer werden. 3. Du rufft uns hier zur Heili gung; Drum laß auch hier auf Er 4. Gewonn' ich auch die ganze Welt Mit allen ihren Schäßen, Und sollte thun, was dir mißfällt, Und dein Gebot verleßen; Was hülfe mir's? nie kann die Welt Mit allem, was sie in sich hält, Mir deine Guad' ersehen. 5. Was führt mich zur Zufrieden heit Schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit In Noch, im Tode geben? Nicht Menschengunst, nicht ird's sches Glück, Nur Gottes Gnad', und dann ein Blick Auf jenes Les bens Freuden. 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich Vor allen Dingen trachten, Und was mir daran hinderlich, Mit edlem Muth verachten; Daß ich auf deinen Wegen geh' Und im Gericht' dereinst besteh', Sei meis ne größte Sorge. 7. Doch, was vermag ich, wenn du nicht Vor Trägheit mich beschü Best, Und mich zur Treu' in dieser Pflicht Mit Kraft nicht unterstü kest? O stärke mich, mein Gott, dazu, So find' ich hier schon wahre Ruh' Und dort das ew'ge Leben. Bewahrung des Gewissens. Mel. In allen meinen Thaten ze. 455. Ein ruhiges Gewissen Laß, Herr, mich stets genießen, Denn hab' ich dieses nur, So ist für mich in Tagen, Wo andre ängstlich sagen, Nichts schreckliches in der Natur. 266 Besondere Pflichten 2. Wenn meine Schuld mich beu, get. Und dann dein Geist bezeuget, Daß ich begnadigt bin, Wenn mich dein Trost erquicket, So oft mich Trubsal drücket: Unschätzbar ist dann mein Gewinn! Mel. Es ist das Heil uns 2c. 3. Sollt ich dies ruh'ge Leben 456. welch ein unschätzbaFür Luft der Sünde geben, Und dann die innere Pein, Mich selber zu ver. klagen, In meinem Busen tragen? Gott, laß dies ferne von mir sein! 4. Sein eignes Herz bekämpfen, Und seine Neigung dämpfen, Ist freilich schwere Pflicht; Doch wenn wir uns besiegen, Welch himmlis sches Bergnügen Gewährt die Ule berwindung nicht! 5. Nichts kann im Wohlergehen So unser Glück erhöhen, Als ein geruhig's Herz; Das schafft uns innre Freuden, Und mildert auch im Leiden Durch seinen Trost den größten Schmerz. 6. Die Güter zu verachten, Wo. nach die Thoren schmachten, Was giebt uns dazu Muth? Was tröstet Gottes Kinder Beim Spotte fre. cher Sünder? Ein ruhig's Herz, das beste Gut. 7. 3u dir gen Himmel schauen, Gott, und mit Vertrauen Sich rühmen: ich bin dein; Im Glauben der Erlösten Sich deiner Huld zu trösten: Welch Glück, mein Gott Fann größer sein? 8. Laß'st du mich im Gewiffen Einst diesen Trost genießen, Wenn alles von mir weicht, kann ich dann voll Vertrauen, Auf dich noch Bater, schauen, So wird mir selbst das Sterben leicht. des Christenthums. selbst mich tren! Zum Fleiß in gu ten Werken Laß mich die Hoffnung stärken, Daß groß der Lohn im Himmel sei. 9. O laß zu allen Zeiten Mich deine Weisheit leiten, Und mache res Gut Ist doch ein gut Gewissen! Hab ich nur das, so hab' ich Muth, Wenn andre zagen müssen. Dann zittert meine Seele nicht; Mich schreckt kein Tod und kein Gericht: Ich habe Gott zum Freunde. 2. Bin ich mir deiner Huld bes wußt Und, Gott, bei dir in Gnas den, So wohnet Ruh' in meiner Brust, Und wer will dann mir scha den? Ich seh auf dich in aller Noth, Womit die Zukunft mich bedroht, Mich tröstet deine Liebe. 3. Trifft mich auch hier zuweilen noch Das Gift der Lästerungen, Wird meines Herzens Ruhe doch Dadurch nicht ganz bezwungen. Weiß sich nur mein Gewissen rein, Und flieh' ich auch den bösen Schein, Wirst du mich schon beschützen. 4. Ich sehe mit Zufriedenheit Der künft'gen Welt entgegen, Sie giebt mir Muth und Freudigkeit Auf als len meinen Wegen. Denn dort macht selbst, o Herr, dein Mund Den wahren Werth der Menschen kund; Da wird der Fromme siegen. 5. So hilf denn, daß ich mir zum Heit Ein unverletzt Gewissen, Des Lebens allerbestes Theil, zu haben sei befliffen. Mit dir, Gott, auss geföhnt zu sein, Dein heil'ges Recht nicht zu entweihn: Das sei mein größter Eifer! 6. Laß mich, was mein Gewissen spricht, Als deine Stimme ehren, Pflichten gegen uns selbst. 267 Und ohne frommen Borsak nicht falle dieses Leibes Hütte, So geh Auf seine Warnung hören. Erin nert's mich an meine Schuld, So laß mich, Bater, deine Huld Boll Reu' und Glauben suchen. ich ein zur wahren Ruh', Indem mein Geist, der Gott gelebt, Zu seinem Ursprung sich erhebt. 6. Darum, o Seele, sei beflissen, Daß Herz und Wandel heilig sei, Und immer dir ein gut Gewissen Des Glaubens Zuversicht verleih'. Und du, mein Gott, regiere mich: Denn was vermag ich ohne dich? Wachsthum im Guten. 7. Mit deiner Gnade tröste mich Und stärke meine Seele, Daß sie vor Sünden hüte sich Und nie aus Vorsatz fehle; Denn wer nur reis nes Herzens ist, Hat immer dich, durch Jesum Christ, Alwissender, jum Troste. Mel. Mein Herz ermuntre dich zc. 457. Wenn ich ein gut Ge, wissen habe, So hab' ich große Ses ligkeit! Es ist des Himmets beste Gabe, Das höchste Glück in dieser Zeit. In Freud und Leiden giebt es hier Die wahre Ruh' der Seele mir. 2. Ich bebe nicht, wenn Sünder beben, Daß Gott gerecht und heilig ist; Mein Herz giebt Zeugniß meis nem Leben, Daß ich gewandelt als ein Christ, Des göttlichen Berufes werth, Der mich zum Himmel wandeln lehrt. 3. Getrost wag' ichs vor Gott zu treten, Und ihn voll Glaubens Freu. digkeit Als meinen Vater anzubes ten, Der mir, was ich bedarf, ver leiht, Und jedem Heil und Segen giebt, Der ihn mit treuem Herzen liebt. 4. Mit Much trag' ich des Lebens Leiden, Verfolgung, Låstrung, Schmach und Hohn; Denn des Ge wissens innre Freuden Sind süßer als der Menschen Lohn. Und was kann höhern Trost verleihn, Als ohne Schuld im Leiden sein? In voriger Melodie. 458. wie beglückt ist, wer auf Erden mit allen seinen Kräften strebt, Im Guten völliger zu wer den, Und nicht für diese Welt nur lebt, Wer vorwärts dringt und nie vergißt, Daß seine Seel' unsterb lich ist. 2. Er forscht, nach seines Gottes Wegen, Was gut ist gern und schnell zu thun, Spricht nicht verdroffen, gleich dem Trágen: Noch will ich schlummern, will noch ruhn; Nein, er entreißt sich tråger Ruh' Und eilt dem Kleinod muthig zu. s. Vell von der Tugend edeln Sorgen Denkt er, und denkt mit Lust daran, Wie er hier sichtbar, dort verborgen Ein gutes Werk vollenden kann, Und núßzet jeden Augenblick Für Gott und seiner Brüder Glück. 4. Nie abgefchreckt von Hinderniffen, Stärkt er mit Gottes Stärke sich, Bleibt in den heiligen Ents schlüssen Stets fest und unveránderlich, Und wenn er auch zu kâmpfen hat, Wird jeder Vorsatz selbst jur That. 5. Ich eile mit gefeßtem Schritte 5. Beschwerden scheut er nicht, Des Lebens letzter Stunde au. Es gerüstet Mit Selbstverleugnung, 18 Besondere Pflichten des Christenthums. 268 und entbehrt, Was seiner Sinns lichkeit gelüftet; Wie groß auch sei der Güter Werth, Wie schmeichelnd auch das Laster sei: Er bleibt doch seiner Pflicht getreu. 5. Drum gleb, daß ich mit Sorg falt meide, Was meines Körpers Wohlfein stört, Daß nicht, wenn ich je Krankheit leide, Mein Geist den innern Vorwurf hört: Du selbst bist Störer deiner Ruh', Du zogst dir selbst dein Uebel zu! 6. Er widerseßt mit festem mu the Den Lastern fich, und kämpft für Gott. Ihn treff im Kampfe für das Gute Der Welt Verfolgung oder Spott: Ihm bleibet doch der Preis des Streits; Erkämpft und ringt, denn Gott gebeut's. 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder Mich zu bewahren achtsam sein; Und drückt mich eine Krankheit nie der, So flöße selbst Geduld mir ein. Gieb frohen Much, und dann verleih, Daß auch des Arztes Rath gedeih'. 7. Doch gleb, daß ich nicht das nur pflege, Was nichtig, schwach und Sorge für den Leib, Mel. Wer nur den lieben Gott ze. 459. Des Leibes warten und sterblich ist, Daß ich der Thor nicht ihn nähren, Das ist, o Schöpfer, meine Pflicht; Durch eigne Schuld ihn zu zerstören, Verbietet mir dein Unterricht. O stehe mir mit Weisheit bei, Daß diese Pflicht mir hellig fei. sei, der tråge Des beffern Theiles Werth vergißt. Des Körpers Wohl laß nie allein Das Ziel von meinen Sorgen sein. 2. Sollt' ich mit Vorsatz das ver. letzen, Was du so wundervoll ge. macht, Und nicht vielmehr, es werth zu schätzen, Mit weisem Erns ste sein bedacht? Schöpfer, auch mein Leib ist dein; Wie dürft' ich sein Zerstörer sein! Mel. Herzliebster Jesu, was 26. 3. Ihn zu erhalten, zu beschützen, 460. Du haft mir, Gott, den Giebst du mit milder Vaterhand Die Mittel, die dazu uns nüßen, Und zum Gebrauch giebst du Ver. stand. Dir ist die Sorge nicht zu klein; Wie sollte sie denn mir es sein? 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte, O Gott wie viel sind die nicht werth! Wer taugt zu des Be, rufs Geschäfte, Wenn Krankheit feinen Leib beschwert? Ist nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein heitrer Muth? 8. Den größten Fleiß auf dieser Erde Laß mich, Gott, meinem Geis ste weihn, Daß er zum Himmel tüchtig werde, An Wahrheit reich, an Tugend rein; Dann ist die See le deiner werth; Dann wird mein Leib auch einst verklärt. Leib, du hast sein Leben zum Dien ste meiner Seele mir gegeben; Auch ihn soll ich erhalten, vor Gefahren Auch ihn bewahren. 2. Ich soll ihn pflegen, soll zu edeln Werken Durch Nahrung ihn, und auch durch Freude stärken; Doch ihn auch nicht durch Weichlichkeit enteren, Nicht selbst zerstören. 3. Du gabst ihn zum Genuffe vie. ler Freuden, Und auch zur Duldung ehrenvoller Leiden, Damit ich unter ihrer eden BürdeEinst fel'ger wirde. Pflichten gegen 4. Ich soll ihn härren, daß er Kraft gewinne, Beherrschen männlich jes de Lust der Sinne, Damit ich nicht der Tugend Fleiß und Mühe Verzårtelt fliehe. 5. Drum laß mich ihn mit Mås Bigkeit erquicken, Und jeden Hang zur Trägheit unterdrücken; Er sei im Alter, wie in früher Jugend, Geweiht der Tugend. 6. Schleicht sich der Krankheit Gift in seine Glieder, So hilf, o Gott, mir zur Genesung wieder, Wenn ich noch hier durch sein er neures Leben Dich kann erheben. 7. Gieb mir Geduld in allen sei nen Schmerzen, Daß ich voll Zuversicht in meinem Herzen Auf deis ne Hülfe harr' und seine Plage Gelaffen trage. 8. Zerstör' ich ihn nur selbst nicht, o so werde Er einst auch wieder, was er erst war, Erde. Er wird im Grabe schlummern, nicht vergehen, Wird auferstehen. 9. Er soll zum Anschaun jener schönen Sonne Der bessern Welt hervorgehn, und voll Wonne Soll er empfinden, frei von allen Leiden, Des Himmels Freuden. Met. In allen meinen Thaten sc. Das ist mein zeitlich's 461. Was Leben, Das du mir, Gott, gegeben? Ein unschätzbares Gut. Du gabst mir's, hier auf Erden Zum Him. mel reif zu werden, Worauf mein wahres Glück beruht. 2. Hier wird die Saat gestreuet, Dort, wenn sie wohl gedeihet, Wird reich die Erndte sein; Je länger ich hier lebe, Und gut zu handeln strebe, Je größer wird mein Glück dort sein. uns selbst. 269 3. Sollt' ich dies Glück mir raus ben? Herr, laß mir im Glaus ben An jene Erndtezeit, Mein Les ben hier auf Erden So werth und wichtig werden, Alls es mir selbst dein Wort gebeut. 4. Mir selbst es zu verkürzen, Mich in den Tod zu stürzen, Ist wis der meine Pflicht. Ein redliches Gemüthe Lohnt nie mit Undank Güte, Verschmäht des Schöpfers Wohlthat nicht. 5. Was leicht in Krankheit stür, zet, Das Leben leicht verkürzet, Laß mich mit Sorgfalt fliehn; Doch auch nicht ängstlich zagen, Für meis ne Pflicht zu wagen Dies Leben, das du mir verliehn. 6. In deine Baterhånde Befehl' ich, Herr, mein Ende, Und meiner Tage Lauf. Es sei mein ganzes Leben Dir hier zum Dienst ergeben; Hilf du nur selbst der Schwachheit auf! 7. Was nüßt ein langes Leben, Wenn man nicht Gott ergeben Nach wahrer Tugend strebt? Wer Gott und Menschen liebet Und sich im Guten übet: Nur der hat lang' und wohl gelebt! mäßigkeit, Keuschheit und erlaubter Freudengenuß. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 462. Der Wollust Reiz zu widerstreben, Laß, Höchster, meine Weisheit sein! Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden werden Pein. Drum fleh' ich des muthsvoll zu dir: O schaff' ein reis nes Herz in mir. 2. Die Wollust kürzet unfre Ta ge; Sie raubt dem Körper feine Kraft, Und Armuth, Seuchen, 18* 270 Besondere Pflichten des Christenthums. Schmerz und Plage Sind Früchte seh'. Wer seinen Gott vor Augen dieser Leidenschaft. Der haßt sich selber, der sie liebt, Und sich in ihre Feffeln giebt. hat, Flieht auch verborgne Misses that. 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke, Schwächt den Vers stand, der Seele Licht; Sie raubt den Eifer edler Werke Und Ernst und Lust zu jeder Pflicht; Sie straft mit des Gewissens Echmerz Das ihr geweihte arme Herz. 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde Zur Niedrigkeit des Thiers herab; Er schåndet und entehrt die Würde, Die ihm sein weiser Schöpfer gab, Vergißt den Zweck, für den er lebt, Wenn er nach nie dern Lüsten strebt. 5. Wie blühte nicht des Júng, lings Jugend Eh' ihn der Wollust Gift verdarb! Doch er verließ den Weg der Tugend, Und seine Blüt' und Kraft erstarb, Sein Leben ist Verwesung schon; Schmerz, Schand' und Blöße sind sein Lohn. 6. So schimpflich sind der Wol. lust Bande. Schon vor der Welt sind sie ein Spott; Sie sind vor dem Gewissen Schande, Und noch weit mehr vor dir, o Gott! Wer sich in ihre Knechtschaft giebt, Wird nie von dir, o Gott, geliebt. 7. Du wirst den wiederum vers derben, Der deinen Tempel hier verdarb; Dein Himmelreich wird Niemand erben, In dem die böse Lust nicht starb. Drum laß mich ihre Neizung fliehn, Und keusch zu sein, mich stets bemühn. 8. Gieb, daß ich allen bösen Lüften Mit Muth und Nachdruck widersteh', Und stets, dawider mich zu risten, Auf dich, Allgegenwärt'ger, Mel. Mein Herz ermuntre dich zc. 463. Sei aller Wollust Reiz zu wehren, O Mensch! ein Freund der Nüchternheit; Laß Speif und Trank dich nie beschweren, Und steure deiner Sinnlichkeit; Sei deiner Schwachheit dich bewußt, Und meid' oft selbst erlaubte Luft. 2. Sei, um die Wollust zu ver hüten, Stets schamhaft gegen dei nen Leib; Laß nicht dein Auge dir gebieten, Flieh' eiteln Scher; und Zeitvertreib. Des frechen Wit lings freier Scherz Erniedrigt und verdirbt dein Herz. 3. Entzieh' der Wollust ihre Kraf te Im Schweiße deines Angesichts; Der Unschuld Schußwehr sind Ge schäfte, Nichts thun das Nek des Bösewichts. Bei Trägheit und bei Müßiggang Besiegt uns jeder böse Hang. 4. Willst du der Wollust Trieb bekämpfen, Eh' er die Freiheit dir verwehrt, So such' ihn früh in dir zu dämpfen; Hat ihn dein Herz zu vor genährt, Und du hast ihn nicht gleich erstickt, So wird er schwerlich unterdrückt. 5. Oft tauschen dich des Lasters Triebe, Und du erblickst nicht die Gefahr; Oft wird das unerlaubte Liebe, Was Anfangs nichts als Freundschaft war; Ein langer Um gang macht dich dreist, Und du vers gist, was Unschuld heißt. 6. Dein fühlend Herz wird sichs verzeihen, Daß es des Lasters Trieb ernährt; Es wird nur seis Pflichten gegen nen Ausbruch scheuen, Weil dieser vor der Welt entehrt, Die kleinen Fehler übersehn, Und so zu großen übergehn. 7. Ists Sünde nur, die That vollbringen? Ist, der's nicht thut, schon tugendhaft? Sollst du nicht auch den Trieb bezwingen, Nicht auch den Wunsch der Leidenschaft? Soll bloß dein äußrer Wandel rein, Solls nicht auch deine Seele sein? 8. Begierden sind es, die uns schånden, Und die verleßen unfre Pflicht, Auch ohne daß wir sie voll enden. Drum rühme dich der Keuschheit nicht; Es sei denn, daß du durch den Geist Der Lüste Herr schaft dich entreißt. 9. Denk' oft den mächtigen Ge, danken: Die Unschuld ist der Seele Glück; Er halte, fângst du an zu wanken, Dich noch von deinem Fall zurück. Dir giebt dein ganzer Lebenslauf Sie nicht zurück, giebst du sie auf. 10. Drum fliehe vor der Wollust Pfade; Und lockt dich schmeichelnd ihre Bahn, So rufe brünstig Gott um Gnade Und Weisheit in Verfuchung an. Erzittre vor dem er ften Fall! Du fällst gewiß mehr, als einmal. Mer. Wer nur den lieben Gott zc. 464. Wie mannigfaltig find bie Gaben, Womit, Herr, deine Huld uns nährt, Und die uns, Geist und Leib zu laben, Hier täglich dei ne Hand gewährt! Auch das, was unser Mund genießt, Zeigt uns, wie freundlich, Gott, du bist. 2. Doch laß die Kraft, uns zu ver gnügen, Die dit in Speis und yns felbst. 271 Trank gelegt, Mich nie, o Höchster, so besiegen, Daß sie zum Schwels gen mich bewegt. Laß, deiner Gas ben mich zu freun, Mich måßig im Genusse sein. 3. Mit Speif und Trank sein Herz beschweren, Des Guten satt und übervoll, Dadurch wird das was uns ernähren, Und unfern Geist erquicken soll, Ein Gift, das in die Adern schleicht, Und Krankheit, Schmerz und Tod erzeugt. 4. Die Schwelgerei raubt uns die Kräfte zu dem, was uns die Pflicht gebeut, Macht träge zum Berufsgeschäfte, Untüchtig zur Gottseligkeit, Scheucht Ordnung Ers weg, zeugt Streit und Zank, stickt den dir, Gott, fchuld'gen Dank. 5. Wer sich den Bauch zum Gott erkohren, Unmäßig Gottes Gaben braucht, Der ist fürs Himmelreich verloren, Für das kein Knecht der Lüfte taugt. Gott, laß mich ja dies Lafter scheun, Enthaltsam, mäßig, nüchtern sein. 6. So oft ich Speis und Trank genieße, So laß es mit Vernunft geschehn, Und daß ich beides mir versüße, Laß mich auf dich mit Dank hinsehn, Auf dich, der du unszärtlich liebst, Uns Nahrung und Erquichung giebst. Mel. Es spricht der Unweisen: c. 465. Mein Leib foll, Gott, dir heilig sein mit allen seinen Gliedern; Ihn soll ich dir zum Dienste weihn, Zum Dienst auch meinen Brüdern. Gieb, daß ich dies dein Eigenthum Für sie und, Herr, für deinen Ruhm, Etets unbefleckt bewahre! Besondere Pflichten des Christenthums. 272 2. Gieb eine keusche Seele mir, Daß ich mit meinem Leibe Nie frevle, daß er immer dir, O Gott, geheiligt bleibe, Daß rein und keusch mein Auge sei, Und fittfam, daß ichs immer frei, 3u dir erheben konne! 3. Auch meine Lippen schånde nie, Was schändlich ist zu hören; Nie laß der Unschuld Rechte sie Durch frechen Scherz entehren; Bestimmt zum Opfer des Gebets Und deines Lobes, rede stets Mein Mund, was nüßt und bessert. 4. Mein Ohr laß dir nur offen sein, Taub bei der Wollust Bitten, Mein Leben, mreinen Wandel rein, Und unbefleckt die Sitten. O daß der Wollust Schmeichelei Mir nie durch ihre Bauberei Der Unschuld Würde raube! Mel. Werde munter mein Gem.c. 466. Standhaft fei, o Gott, mein Wille, Züchtig stets, und keusch zu sein, In der Unschuld heis tern Stille Deiner Gnade mich zu freun. Keine Freude dieser Welt, Wenn sie noch so sehr gefällt, Laß mich wider mein Gewissen Wün. schen, suchen und genießen. 2. Weiß ich doch, daß deine Gûte, Die so mild und freundlich ist, Nies mals etwas uns verbiete, Was das Leben uns versüßt. Uns zum Be sten nur gebeut Dein Gesetz Bescheidenheit, Zucht und Ordnung im Genusse, Måßigung im Uebers fluffe. 3. Unsre Kindheit, unsre Jugend, Unser Alter darf sich freun. Auch die Freude, Gott, ist Tugend: Aber heilig muß sie sein; Heilig, daß sie nicht bethört, Und des Lebens Kraft zerstört, Daß sie wilde Lüste scheuet, Und die Seele nicht entweihet. 4. Nur in einem reinen Herzen, Nur in einer keuschen Brust Toben nicht der Reue Schmerzen, Woh nen wahre Ruh' und Lust. Unbes herrschte Sinnlichkeit Tódtet die Zufriedenheit, Sie vergiftet alle Freuden, Und verwandelt sie in Leiden. 5. Sittsamkeit und Unschuld schmücket Mehr als Schönheit, sie vermehrt Jede Luft, die uns ents zucket, Jedes Wohlstands Reiz und Werth; Reinen Herzen fließt der Quell Jeder Wonne rein und hell, Und sie können sicher trauen, Einst dein Antlik, Gott, zu schauen. 6. Oso hilf mir darnach streben, Reines Herzens stets zu sein, Daß de Wollust scheun. Schütze vor Verich züchtig möge leben, Jede schnós führung mich, Und mein Herz er gebe sich einer schåndlichen Bes gierde; Heiligkeit fei meine Zierde! 7. Dann umfångt mich Heil und Segen; Göttliche Zufriedenheit Leitet mich auf meinen Wegen Noch zu größrer Seligkeit. Weih' ich, Gott, mein Herz nur dir: O dann werd' ich auch von hier Einst zu deinem Thron mich schwingen, Und mit Freuden Preis dir singen. Mel. Gott, du frommer Gott u. 467. Du der so gern beglückt, Gern Freuden uns bereitet, Wie selig, wer von dir An Vaterhand geleitet, Nur dann sich glücklich fühlt, Menn er zu dir sich hålt, Und jede Lust verschmäht, Die feinem Gott mißfällt. Pflichten gegen uns selbst. 2. Wie felig, wenn sein Geist Zu dir, durch den er lebet, Durch den er denkt und wählt, Sich oft und gern erhebet, Wenn er die Freude kennt, Mit dir allein zu sein, Er. staunt sich deiner Macht Und deiner Huld zu freun. 3. Wie selig, wenn er selbst Der Erde kleinre Freuden Mit Maaß und Weisheit wählt! Ihr Ulebers In voriger Melodie. maaß wird Leiden. Nach arbeits. 468. Laß mich doch nicht, o voller Müh' Ist schuldlos ihr Ges nuß; Wer nur der Freude lebt, Fühlt Ekel und Verdruß. 4. Ogieb, Allgütiger, Gieb, daß auch meine Seele, Wenn sie nach Freude strebt, Nie jene Freuden wähle, Die endlich doch gereun; Es schlage meine Brust Vom Eiteln unverführt, Nur für die reinre Lust. 5. Laß meine Tage mich, Durch eitles Spiel nicht tödten, Mich vor der Tugend nie Bei meinem Scherz erróthen. Nach treu vollbrachter Pflicht Darf ich derRuh'mich freun, Doch keinen Augenblick Des Lasters Freuden weihn. 273 der mich beglückt, Sei ihm auch Tag der Freuden. Ist er verlebt, wohl mir, Wenn er mich nie ges reut; Nie scheid' er ohne Dank Für den, der mich erfreut. 6. Vernunft und Tugend sei Ge. fährtin meiner Freuden; Dem Schwelger laß mich nie Sein kurs zes Glück beneiden; Was mir an Reichthum fehlt Erseßt Zufrieden. heit, Der frohsie Sinn wohnt stets Bei stiller Häuslichkeit. 7. Der Tag der Fröhlichkeit Sei niemals ganz verloren! Ich ward zum Dienst der Welt, Zum Spiele werk nicht geboren. Erholung sei er mir, Es stårke sich mein Muth, Des Guten mehr zu thun, So oft ich ausgeruht. Chriftliches Verhalten in ins sicht der zeitlichen Güter. 8. Nie laß durch meine Lust Den ärmern Bruder leiden. Der Tag, Gott, Den Schäßen dieser Erden So sehr ergeben sein, Daß sie mein Abgott werden! Oft fehlt beim Ues berfluß Doch die Zufriedenheit; Und was ist ohne sie Des Lebens Herrlichkeit? 2. Kann ein vergånglich's Gut Auch unsre Wünsche stillen? Es steht Ja sein Besik Nicht blos in unserm Willen; Nicht stets wird's dem zu Theil, Der ångfilich darnach ringt, Und schnell verliert's oft der, Dem sein Bemühn gelingt. 3. Ein Gut, das unsern Geist Wahrhaftig soll beglücken, Mus nicht vergånglich sein, Muß für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut, Er hat's und wünscht noch mehr; Doch immer bleibt sein Herz Von wahrer Ruhe leer. 4. Gott, so wehre doch Der Habs fucht niedern Trieben, und heilige mein Hers, Nie Geld und Gut zu lieben, Das man mit Müh' gewinnt, Bald schwelgerisch verzehrt, Bald unruhvoll bewacht, Und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises, frommes Herz, Das fei mein Schatz auf Erden! Sonst alles, nur nicht dies, Kann mir ent rissen werden; Es bleibt im Tod' auch mein, Und folgt mir aus der 274 Besondere Pflichten Seit, Bum feligsten Gewinn, B8 in die Ewigkeit. 6. Was sind wenn dies mir fehlt, Die herrlichsten Bergnügen? Nur süße Träume sinds, Die unsern Geist betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch Vom irdischen Gewinn, Durch deines Geistes Kraft, zu ew'gen Gütern hin. Mel. Es ist gewißlich an der zc. 469. Herr, laß mich doch gewissenhaft Mein zeitlichs Gut ver. walten! Gieb du mir Weisheit, gieb mir Kraft, Damis wohl haus. zuhalten, Aufdaß ich im Geringern treu, Durch deine Gnade fähig sei 3u größern Gnadengütern. 2. Mein Haab' und Gut kommt ja von dir Und deinem milden Segen. Nicht mir zum Fallstrick gabst du mir Mein irdisches Vermögen, Nein, nur für mein und andrer Wohl, Drum hilf mir, daß ich's, wie ich soll, Nach deiner Vorschrift brauche. des Christenthums. Hier, und dort ewig laben. Dann wird beim Fleiße lebenslang Mir Kleidung nie, nie Speis' und Trank Durch deinen Segen fehlen. 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, Die Wurjet alles Bófen. Von Unruh', von Gewissenspein Kann Reichthum nicht erlósen. Er núßet mir im Tode nichts Und kann am Tage des Gerichts Nicht meine Seel' erretten. 5. Mein größtes Trachten sei all hier Nach deines Geistes Gaben; Dann kann ich mich, o Gott, an dir 7. Was deine Güte mir verleiht, Das laß mich nicht verschwenden. Du gabst es, um mit Sparsamkeit Es nüßlich anzuwenden. Gieb mir die Klugheit, daß ich hier Durch sie dem Nächsten so wie mir Des Les bens Müh' erleichtre! 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; Gieb, daß ich dies bedenke, Und dahin stets gewissenhaft Des Geistes Sorgfalt lenke, So alle Güter dieser Zeit zu nüßen, daß ich einst erfreut Weit beßre Güter erbe! 3. Es ist das mir geschenkte Gut Mek Mach's mit mir, Gott, 20. Vergänglich, wie die Erde; Drum 470. Wohl dem, der beßre wehre allem Ulebermuth, Daß ich nicht eitel werde. Nie reiß' ein ir. discher Gewinn Mein Herz so weit zum Eiteln hin, Daß ich mein Heil vergesse. Schäße liebt, Als Schätze dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eis fer übt An Tugend reich zu werden, Und in dem Glauben, deß er lebt, Sich über diese Welt erhebt! 4. Was hülfe mir die ganze Welt Mit allen ihren Schäzen, Verblen dete mich Gus und Geld, Mich dir au widersetzen! Verschmäht' ich, was dein Wort begehrt, Was mir ein ew'ges Heil gewährt, Wie elend würd' ich werden! 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, Hier Güter zu besitzen; Er gab sie uns, und auch die Pflicht, Mit Weisheit fie zu nußen. Sie dürfen unser Herz erfreun, Und unsers Fleißes Antrieb sein. 3. Doch, nach den Gütern dieser Zeit Mit ganzer Seele schmachten, Nicht erst nach der Gerechtigkeit Und Gottes Reiche teachten, Ik Pflichten gegen uns selbst. dieses eines Menschen Ruf, Den Gott zur Ewigkeit erschuf? 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, Erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz Verdrängt der Tugend Liebe, Und macht, selbst der Vernunft zum Spott, Ein elend Gold zu deis nem Gott. 5. Der Geis, so viel er an sich reißt, Läßt dich kein Gut genießen; Er quält durch Habsucht deinen Geist, Und tödtet das Gewiffen, Er reißt durch schmeichelnden Gewinn Dich blind zu jedem Frevel hin. 6. Ulm wenig Vortheil wird er schon Aus dir mit Meineid sprechen, Dich zwingen, treuer Arbeit Lohn Unmenschlich abzubrechen; Er wird in dir der Witwen Flehn, Der Waisen Thránen widerstehn. 7. Wie könnt' ein Herz, vom Geis je hart, Des Wohlthuns Freuden schmecken, 1nd in des Unglücks Gegenwart Den Ruf jur Hülf' euts, decken? Und wo ist eines Standes Pflicht, Die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Der ist ein Vater, und aus Geiz Entzieht er sich den Kindern, Und låffet sich des Goldes Reiz, Ihr Herz zu bilden, hindern, Und glaubt, daß er sie wohl bedacht, Wenn er sie reich, wie sich, gemacht. 9. Der hat ein richterliches Amt, Und er wird sich erfrechen, Die Sa che, die das Recht verdammt, Aus Habsucht recht zu sprechen; Und felbst der Tugend größter Feind Erkauft an ihm sich einen Freund. 975 ihn reden heißt, Ehrt, wo er nicht soll ehren, Und wird um ein vers ächtlich's Geld, Ein Schmeichter und die Pest der Welt. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, Daß ich mir gnügen laffe; Geiz ewig, als Abgötterei, Von mir ents fern' und haffe. Ein weises Herz und guter Muth Sei meines Les bens größtes Gut! Chriftliches Verhalten in Hine sicht auf die Ehre. Mel. Wenn meine Günd' mich zc. 471. Herr, laß nach eitler Ch. re mich niemals geizig sein; Gieb, daß dein Geist mich lehre, Der Eh. re mich zu freun, Die einst auch dort vor dir besteht, Und mit mir von der Erde Zum Himmel übers geht. 2. Nieblende mich der Schimmer Des Ansehns vor der Welt! Denn der ist doch nicht immer Ein Mensch, der dir gefällt, Der Titel, Rang und Würden hat; Und wer damit sich brüstet, It fern vom Tugendpfad. 10. Dem raubt Gewinnsucht Muth und Geist, Die Wahrheit frei zu lehren; Er schweigt, wenn fie 3. Nicht im Besitz von Schäßen Und Gütern dieser Zeit Laß meis nen Ruhm mich setzen, Sie sind doch Eitelkeit, Sind oftmals auch des Thoren Glück, Verlaffen uns im Sterben, Und bleiben hier zurück. 4. Laß mich in Demuth leben, Wenn mich die Welt verehrt, Durch Stolz mich nie erheben, Wenn sich mein Aufehn mehrt; Und schenkst du mir der Erde Gut, O Vater, so bewahre mich auch vor llebermuth. 5. Dich kennen, meine Pflichten Mit Treu' und Redlichkeit Gewiss fenhaft verrichten, Wie mir dein Wort gebeut, Und überall mein Besondere Pflichten des Christenthums. 276 Christenthum Nach Jefu Vorbild üben, Daß sei mein wahrer Ruhm. 8. Auf dieser Bahn der Ehre Er halte meinen Gang, Durch deines Sohnes Lehre, Mein ganzes Leben lang, So werd' ich bei Verständigen Das Glück des guten Namens Mir gnug gesichert sehn. 9. Gieb mir, o Herr, die Gnade, Mich dieses Glücks zu freun; Leit' mich auf rechtem Pfade, Ein solcher Mensch zu sein, Den einst die Eh. renkrone schmückt, Die ewig deine Frommen In jener Welt beglückt. 6. Dein Beifall ist das Beste, Was ich mir wünschen kann; Wenn ich mich deß getróste, So hab' ich gnug daran, Wenn mir es auch an Ruhm der Welt, Bei allen guten Chaten, Die ich verrichte, fehlt. 7. Nie laß mich Ruhm erschmeis cheln, Der mir doch nicht gehört, 4. Ein heil'ger Trieb belebe mich, Nie als ein Gleisner heucheln, Den DHöchster, meine Pflichten In dei Menschengunst berhört. Der Tuner Furcht, gestärkt durch dich, Mit gend meinen Fleiß zu weihn, Und Andrer Glück zu fördern, Laß mein Bestreben sein. Frenden zu verrichten. Ein Herz, as sich des Guten freut, Giebt zu der Arbeit Munterkeit, Versüßt uns ihre Lasten. Arbeitsamkeit. Mel. Es ist das Heil uns 2c. 472. Nach deinem Rath o Gott, sind wir Bestimmt zum Fleiß auf Erden; Du willst es, daß wir Alle hier Einander nüßlich werden, Gieb mir Verstand und Lust und Kraft, Geschickt, treu und gewissens haft zu thun, was mir gebühret. und Geist zur Arbeit sich Mit neuer Kraft muß stärken. 2. Hilf, daß vor tråger Weichlich, keit Ich standhaft mich bewahre; Und wo die Pflicht mir Müh' gebeut, Nie meine Kräfte spare. Erhohlen darf ich dann nur mich, wenn Leib 3. Mit wahrer Borsicht laß mich nicht Die Zeit mit Nebendingen, Die weit entfernt von meiner Pflicht, Verschwenderisch verbrin gen. Das müsse mein Vergnügen fein, Mich den Geschäften ganz zu weihn, Die du mir angewiesen. 5. Baß mich vor dir, Herr, unver rückt mit einem Herzen wandeln, Das Geiz und Ehrfurcht nie vers strickt, Gewiffenlos zu handeln. Mein Leben deinem Dienst zu weihn, So núßlich, als ich kann, zu sein: Das sei mir Ehr' und Reichthum! 6. Dir zu gefallen, sei mein Ziel Bei allem, was ich thue, So hat, es gehe, wie es will, Doch mein Ges wissen Ruhe. Wer, Heiligster, dir nicht gefällt, Was nútet dem die ganze Welt Mit allen ihrenSchätzen? 7. Gieß, daß mein Fleiß in dem Beruf, Dazu mich auf der Erde Dein weiser Rath, mein Gott, ers schuf, mir eine Stufe werde, Worauf ich, nach vollbrachter Zeit, Zur höheren Geschäftigkeit Des bessern Lebens steige. Mel. In allen meinen Thaten z. 473. Herr, nicht zum Müßiggehen. Hieß mich dein Rath entste hen; Ich soll hier thätig sein; Soll mich mit meinen Kräften Nur nuh Pflichten gegen lichen Geschäften, Der Welt und mir zum Besten, weihn. 2. Auch diesen deinen Willen Mit Freuden zu erfüllen, Gieb mir Ents schloffenheit; Und bei der Arbeitsliebe Vermehr' in mir die Triebe Gewissenhafter Thätigkeit. 3. Laß meines Standes Pflichten Mit Treue mich verrichten Und keine Mühe scheun, Gemächlichkeit nicht lieben, Aus Trägheit nichts verschieben, Worin ich jetzt soll wirksam sein. 4. Wenn ich Erholung fuche, So sei fie frei vom Fluche, Den Sünden luft gebiert; Gieb, daß ich die nur wähle, Die Stärkung für die Seele Und deinen Beifall mit sich führt. 5. Aus unschuldsvollen Freuden Entspringt für den kein Leiden, Der måßig sie genießt; Mit ruhigem Gewissen Darf sie sein Herz genies sen, Ob du dabei gleich Zeuge bift. 6. mach' auch mich so weise! So werd' ich, dir zum Preiſe, Im Guten fleißig sein, Die Arbeit mir verfüßen, Und einst das Glück genießen, Mich höh'rer Thätigkeit zu freun. In voriger Melodie. 474.3am Fleiße ward das Leben Vom Schöpfer uns gegeben, Und nicht zu träger Raft. Dem Fleiße nur folgt Segen, Wie Fruchtbarkeit dem Regen, Ohn' ihn sind wir uns selbst zur Last. 2. Er stärkt des Leibes Kräfte, Schenkt uns gefunde Säfte Und ein vergnügtes Herz, Verscheucht die trüben Sorgen, Belebt uns je den Morgen, Und schüßt vor man cher Krankheit Schmerz. 3. Dem fündlichen Vergnügen uns selbst. 277 Läßt er uns nie erliegen, Er lehrt, was mehr erfreut: Den Armen au beglücken, Den Kranken zu erquik, ken, Nur das fei reine Seligkeit. 4. Drum laß, o Gott, auf Erden, Doch nie uns tråge werden; Du gabst der Kraft uns viel. Dich, un fern Herrn, zu ehren, Und Men schenglück zu mehren, Sei immer unser höchstes Ziel! 5. Nie werden wir dann zagen, Wann andre troftlos klagen, Und keinen Tag beren; Wann Tráge zittern müssen, Dann spricht uns das Gewiffen Getrosten Muth und Leben ein. 6. Und wann nun edle Chaten Um uns, gleich goldnen Saaten, mit reichen Segen blühn, Wann Tausende sich freuen Und heißen Dank uns weihen, Wie froh wird unser Herz dann glühn! Met. Herr Jesu Christ, mein's se. 475. Gott, deſſen Hand die Welt ernährt, Und jeglichem sein Theil gewährt, Laß deinen Gegen auf mir ruhn, Und mich mein Werk mit Freuden thun. 2. Du sorgst für mich, doch so, daß ich Auch sorgen soll zu thun, was mich Dein offenbarter Wille heißt; Dazu verleih' mir deinen Geist! 3. Hilf, daß ich stets in dieser Welt So lebe, wie es dir gefällt; Mich von der Sünde zu befrein Laß meine erste Sorge sein. 4. Steht's erst mit meiner Seele wohl, Dann lehre mich auch, wie ich foll Auf meines Leibes Wohlergehn mit wahrer Christenweisheit sehn. 5. Dich ruf ich an, vertaß mich nicht! Du weißt ja wohl, was mir 278 gebricht. Was du willst geben, gieb du mir, Und dann Zufriedens heit mit dir. 6. Mit Beten geh' ich an mein Werk; Gieb du dem Leibe Kraft und Stärk. Mit dir fang ich die Arbeit an, Durch den ich sie vollen den kann. 7. Erleichtre mir der Arbeit Last; Laß mich, wie du befohlen hast, Das thun, was meines Standes ist; Erfreut, daß du mein Helfer bist. 8. Zu dir hoff' ich voll Zuversicht, Du werdest meinem Fleiße nicht Dein segnendes Gedeihn entziehn, Bergebens ist sonst mein Bemühn. 9. Du machst die dürren Berge naß, Du kleidest Blumen, Laub und Gras; Für deine Sorg' ift 4. Ach fördre, großer Gott, Die Berke meiner Hände, Den Anfang segne du, Und króne dann das Ende. Laß mich bei ihrer Last Auf jenes Leben sehn, Wo wir, nach treuem Fleiß, In deine Ruhe gehn. Jufriedenheit und Genügs samkeit. Mel. Mein Jesu, dem die: c. nichts zu klein; Du wirst auch 477. Du klagst, und fühlesk mein Versorger sein. 10. Verstünd' ich nur, nach deinem Sinn, So lang' ich noch auf Erden bin, mit deinen Gaben um zugehn, Wie wohl würd' es dann um mich stehn! 11. O mache mich dazu recht treu, Daß ich dir thätig dankbar sei; Hilf, daß ich sorge, wie ich soll; Ja, forge du, so geht mir's wohl. Besondere Pflichten des Chrifienthums. Entschloffenheit, So gieb mir Elfer, Kraft Und Much und Freudigkeit. 3. Bewahre mein Gemüth Vor bangen Nahrungsforgen; Gieb mir mein täglich Brodt, Gieb mir es jes den Morgen. Fehlt mir's nur nicht an Fleiß, Und thu' ich meine Pflicht; So schenkt dein Segen auch, Was künftig mir gebricht. die Beschwerden Des Stand's, in dem du dürftig lebst; Du strebest, glücklicher zu werden, Und siehst, daß du vergebens strebst. Ja, klage! Gott erlaubt diezähren; Doch denk' im Klagen auch zurück: Ist denn das Glück, das wir begehren, Für uns auch stets ein wahres Glück? 2. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter Dem Menschen die Bufriedenheit; Die wahre Ruhe der Gemüther Ist Tugend und Ges Mer. O Gott, du frommer 2c. 476. Du hast uns, Herr, die nügsamkeit. Genieße, was dir Gott Pflicht Zur Arbeit auferleget, Und Sorgfalt im Beruf Uns ernstlich eingepråget, Der Müßiggang ist dir, Heiligster, verhaßt; Für und der Lafter Quell, Für unsern Nächsten Last. beschieden, Entbehre gern, was du nicht hast; Ein jeder Stand hat seis nen Frieden, Ein jeder Stand auch seine Last. 2. Erinnre du mich stets An des Berufes Pflichten; Hilf sie mir ohne 3wang Und immer treu verrichten, Und soften fie mir Müh', Fehle, mir 3. Gott ist der Herr, und seinen Segen Vertheilt er stets mit wei ser Hand; Nicht so, wie wir's zu wünschen pflegen; Doch so, wie ers uns heilsam fand. Willst du zu den Een dich erkühnen, Daß seine Liebe Pflichten gegen uns selbst. dich vergißt? Er giebt uns mehr, als wir verdienen, Und niemals, was uns schädlich ist. 4. Verzehre nicht des Lebens Kräfs te In tråger Unzufriedenheit; Bes forge deines Stand's Geschäfte, Und nütze deine Lebenszeit. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, Ein ew'ges Glück in Hoffnung fehn, Dies ist der Weg zu Ruh' und Leben, Herr! lehre diesen Weg mich gehn! Mel. Wo soll ich fliehen hin zc. 478. Nein, murren will ich nicht, Gott, meine Zuversicht, Daß ich nur wenig habe. Des Glückes größte Gabe Für dieses Pilgerles ben Hast du mir doch gegeben. 2. Du bist mein Gott, mein Heil: Dies bleibt mein bestes Theil, Die Quelle meiner Freude, Auch wann ich Mangel leide. Ward mir nicht viel beschieden, Ist doch mein Herz zufrieden. 3. So wars auch Jesus Christ. Er, der mein Vorbild ist, Wie arm war er hienieden! Jedoch, in Gott zufrieden, Hat er der Armuth Plas gen Mit stillem Muth ertragen. 4. Ihm, meinem Haupt und Herrn, Folg'ich, sein Jünger, gern. Ich will nicht heidnisch sorgen, Nicht für den andern Morgen Mit Kummer mich befaffen; Gott wird mich nicht verlaffen. 5. Ja, Herr, ich trau' auf dich; Du sorgst gewiß für mich. So lang' ich hier soll leben, Wirst du mir alles geben, was ich in meiner Lage Bedarf an jedem Tage. 279 ertragen, Daß ihrer Laft Beschwers den mir nicht zum Fallstrick werden. 6. 3war drückt der Armuth Joch; Doch soll ich immer noch mit ihrer Last mich plagen, So hilf sie mir 7. Schließt dieses Leben sich, So wird auf immer mich Kein Mangel weiter drücken; Mit freudigem Entzücken Werd' ich dann deiner Gaben, Mein Gott, die Fülle haben. Weiser Gebrauch der Zes benszeit. Mel. Gott sei Dank in aller zc. 479. Christen, unser Leben eilt; Ohne Raft und unverweilt Strómet feine kurze Zeit In das Meer der Ewigkeit. 2. Habt auf eure Stunden acht; Wirket Gutes, denn die Nacht, Da man nichts mehr wirken kann, Bricht, eh' ihr's noch fürchtet an. 3. Jetzt noch währt der Tag des Heils; Trefft die Wahl des besten Theils; Stellt euch dieser Welt nicht gleich; Seid an guten Werken reich. 4. Wiffet, für die Ewigkeit Giebt euch ener Herr die Zeit; Weh' euch, wenn ihr sie verträumt, Und in träger Ruh' versäumt. 5. Die Versäumung eurer Pflicht Straft sein ewiges Gericht, Und auf Mißbrauch jeder Kraft Folgt die strengste Rechenschaft. 6. Dies empfinde, wer ein Christ, Wer es in der Wahrheit ist; Eins gedenk der Ewigkeit Nüt er weiss lich seine Beit. 7. Jede Stund', in der sein Geist Sich der Erde mehr entreißt, Geht zu seinem Vater hin, Wird ihm ewiger Gewinn. 8. Jede Stunde, da er nüst, Waifen hilft und Witwen schützt, Besondere Pflichten des Christenthums. 280 Dauert, unverloren dort, Stets in ihrem Lohne fort. 9. Drum, Gott, meiner Tage Herr, Hilf mir, daß ich Sterblicher, Eingedenk der Ewigkeit, Weißlich nüße diese Zeit. 10. Steh' mit deiner Kraft mir bei, Daß ich meiner Pflicht getreu, Dir zum Preis und mir zum Glück, Nüße jeden Augenblick. 11. Dann vertausch' ich diese Zeit Ruhig mit der Ewigkeit, Finde da vor deinem Thron Meiner Ars beit Gnadenlohn. Mel. Mein Herz ermuntre dich zc. 480. Noch leb' ich; ob ich morgen lebe, Ob diesen Abend, weiß ich nicht. Wohl mir, wenn ich mich Gott ergebe; Dann thu' ich redlich meine Pflicht, Und bin durch seines Geistes Kraft Bereit zu meiner Rechenschaft. 2. Am Morgen blüht und glångt die Blume, Und fällt oft schon am Abend ab; So sinkt mit seinem Glück und Ruhme Der Mensch, eh' er's besorgt, ins Grab. Und, Seele, du mißbrauchst so leicht Ein Leben, das so schnell entfleucht? 3. Entziehe dich dem Weltgetummel! Hier ist der Stampf, dort ist die Ruh'. Auf! streb' und ringe nach dem Himmel; Eil' deiner bes. fern Heimath zu. Wie bald ver, fließt der Prüfung Zeit, Und dann, dann kommt die Ewigkeit. 4. Verschiebe niemals deine Pflich. ten; Was du zu thun jetzt schuldig bist, Das eile heute zu verrichten, Wer weiß, ob's morgen möglich ist. Nur dieser Augenblick ist dein, Der nächste wird's vielleicht nicht sein, 5. So sei denn, Vater meines Les bens, Die Warnung: wachet! feid bereit! An meine Seele nicht ver gebens, Verloren nicht der Gnade Zeit. Dann führt mich selbst ein schneller Tod zu deiner Seligkeit, mein Gott. In voriger Melodie. 481. Der letzte Tag von deis nen Tagen, O Mensch, eilt immer mehr herbei. Statt über ihre Flucht zu klagen, Erkauf und brauche fie getreu; Nimm mit erkenntlichem Gemüth Der nahen Stunde wahr; fie flieht! 2. Getäuscht von tausend Eitels keiten, Versäumst du deines Les bens Zweck; Verschiebst dein Heil auf ferne Beiten, Und wirfit so forgs los Jahre weg. Und bist du denn, o Sterblicher, Des nächsten Augens blickes Herr? 3. Ein ew'ges Glück einst zu bes sizzen, Sollst du des kurzen Lebens Zeit Als deine Saatzeit weislich nüßen Und thun, was dir dein Herr gebeut. Wie ruft er dir so freund lich zu: Nur Eins ist Noth! was säumest du? 4. Drum eil' und rette deine Sees le, Und denke nicht: Ein andermal: Sei wachsam, bet' und überzähle Der Menschentage kleine Zahl; Sei fromm und wandle vor dem Herrn War' auch dein Ende noch so fern. 5. Mit jedem neugeschenkten Morgen Erwecke dich zu dieser Pflicht. Sprich: dir, o Gott, ist nichts verborgen; Ich bin vor deis nem Angesicht Und will, mich dei ner Huld zu freun, mein Leben gern der Tugend weihn. Pflichten gegen uns selbst. 201 Sei mir gnädig! ach mich reu't Meine hier verlorne Zeit. 6. Erleucht und stärke meine Voller Schmerz, beschämt zu Fuße; Seele, Weil ohne dich sie nichts vermag. Du schenkst, daß ich mein Heil erwähle, Aus Gnaden mir auch diesen Tag; Was ist nicht eis ne Stunde werth, Die deine Lang. muth mir gewährt! 5. Wiederbringen kann ich nicht, Was auf ewig mir verschwunden; Doch ich bin der Zuversicht, Nük' ich nur getreu die Stunden, Die du mir noch ferner schenkst, Daß du gnädig mein gedenkst. 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften Nach meiner Seele Heil gestrebt, In Gott gefälligen Ges schaften Die Pilgertage durchgelebt, Und einst im Glauben sagen kann: Du nimmst mich, Herr, zu Ehren an. 8. Mein sprachlos Flehn an meis nem Ende Vernimmst du Herzenss kündiger! In deine treuen Vater hånde Befehl' ich meinen Geist, o Herr; Er schwingt, wann seine Huts te fällt, zu dir sich über Grab und Welt. 6. Lehre mich die kurze Frist, Die du mir hier jugemeffen, Wie es dir gefällig ist Brauchen und es nie vergessen, Hier nur sei die Uebungs zeit Zu dem Glück der Ewigkeit. 7. Såen muß ich hier mit Fleiß zu der Erndte jenes Lebens; Dwie glücklich, daß ich weiß, Dies gesche. he nicht vergebens. Ewig freut sich seiner Saat, Wer hier treulich Gu tes that. 8. Gott, laß deinen guten Geift Mich zu dieser Weisheit führen, Und wie es dein Wort verheißt, Meinen Wandel so regieren, Daß ich Gutes hier ausstreu', Und mich dessen ewig freu'. Mel. Jefus, meine Zuversicht 2. 482. Herr der Zeit und Ewigkeit, Gieb doch, daß ich bis ans En. de So, wie mir dein Wort gebeut, Klüglich meine Zeit verwende, Die mir noch dein weiser Rath Auf der Welt beschieden hat. 2. Wie ein Traum, so schnell ent. fliehn Unsre Jahre, Tag' und Stun den; Doch, mein Werk und mein Bemühn Ist mit ihnen nicht ver. schwunden; Der Vergeltung Ewig. feit Folgt auf diese Arbeitszeit. 3. Gott, wie ungenußt sind schon Hier so manche meiner Zeiten Mir auf immerhin entflohn Unter schnóden Eitelkeiten! Thörigt ward die Beit vollbracht, Die mich jetzt bes tümmert macht. 4. Doch erbarmend schenkst du mir Jetzt noch Zeit und Raum zur Bu, se. Herr, ich komm' und falle dir, In voriger Melodie. 483. Herr, ich hab' aus deiner Treu' mir zum Heil noch Zeit in Händen; Gieb, daß ich befliffen sei, Sie auch weislich anzuwenden; Denn wer weiß, wie bald zur Gruft Deiner Vorsicht Wink mich ruft. 2. Unaussprechlich schnell entflichn Die mir zugezählten Stunden; Wie ein Traum sind sie dahin, Und auf ewig mir verschwunden; Nur der Augenblick ist mein, Deß ich mich noch jest kann freun. 3. Laß bei ihrer Flüchtigkeit Mich, mein Gott, doch nie vergessen, Wie unschäßbar sei die Zeit, Die du hier 282 Besondere Pflichten des Christenthums. uns zugemessen; Wie, was hier von uns geschieht, Ew'ge Folgen nach sich zieht. 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, Eh' die Zeit des Heils verlaufen, Mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis Jede Stunde auszukaufen, Die zu meiner Seligkeit Deine Gnade mir verleiht. 5. Deine schonende Geduld Trage mich hier nicht vergebens. Ach, vergieb mir meine Schuld, Wenn so manchen Theil des Lebens Ich zu meiner Seele Wohl Nicht gebraucht, so wie ich soll. 6. Laß mich meine Besserung Für mein Hauptgeschäfte achten, Und nach meiner Heiligung Mit so treus em Eifer trachten, Als erwartete noch heut Mich Gericht und Ewigs Feit. Mel. Wer nur den lieben Gott:. 7. Deine Gnade- steh' mir bei, Daß 485. Du gabst mir, Ewiger, dies Leben Nicht blos für eine kur ze Zeit; Du hast es mir, mein Gott, gegeben Zur Aussaat für die Ewigkeit. Hier kann ich nur erst Saamen streun; Die Früchte erndt' ich dort erst ein. mein Leben auf der Erde Reich an Tugendfrüchten sei, Und ich reif zum Himmel werde. Nahet dann mein Ende sich, D, so stårk' und tróste mich! Werke Der Tugend wirken, eh' die Nacht, Da niemand, wirkt, erscheint; jest stärke Mich deine Lieb' und deine Macht. Wie viel ist noch für mich zu thun! Und ich, ich sollte jetzt schon ruhn? 4. Nein! auf, mein Geift! laß keine Stunde Des Lebens ungenüşt vorbei! Auß! schwór' es jetzt mit Herz und Munde, Und sei dem ern sten Schwur getreu: Dir, Herr der Zeit und Ewigkeit, Sei jeder Au genblick geweiht! 5. Dann seh' ich an der Laufbahn Ende Getrost auf meine Tage hin, Und sage: Herr, durch deine Hände Empfing' ich, was ich hab' und bin. Hier ist mein Tagewerk nicht mein, Dein ist der Ruhm, die Ehre dein. Mel. Mein Herz, ermuntre dich sc. 484. daß von meinen LeO benstagen Doch keiner ganz verloren sei! Vertörne Stunden, ach! sie nagen Bu spát das Herz mit Gram und Neu' Und den entflohnen Augenblick Bringt kein Gebet, kein Flehn zurück. 2. Laß jeden meiner Augenblicke, D Gott, mir innig theuer sein; Laß mich die Zeit zu meinem Glücke Nie durch der Sünde Dienst entweihn, Nie durch die Luft der Eitelkeit, Die in die Welt das Herz zerstreut. 3. Noch ist es Tag: jest laß mich 2. Du schenktest mir Verstand und Willen; Die Wahrheit zu ers kennen, Licht; Kraft, dein Gebot gern zu erfüllen, Und lehrtest selbst mich meine Pflicht; Zur Tugend gabst du mir Gefühl, Und Freiheit, was ich wählen will. 3. Du goffest zwar auf dieser Erde Viel Anmuth, Pracht und Schön heit aus, Und schmücktest durch dein macht'ges: Werde! Auch meiner Seele ird'sches Haus; Gabst mir der Sinnen fein Gefühl, Und auch dadurch der Freuden viel. 4. Doch einst muß ich dies Leben Pflichten gegen uns selbst. schließen, Weil dies mein ird'sches Haus serbricht; Drum soll ich zwar der Welt genießen, Doch als genóff ich ihrer nicht: Ich soll der Sinne Lüste fliehn, Wenn sie mich hin zur Sünde ziehn. 5. Dein Unterricht sei nicht vers gebens! Gieb, Bater, daß ich ihm getreu, Und beim Genusse dieses Lebens Auch einst zu jenem tüchtig fei. Vollkommne Freude wohnt nicht hier, Wohnt nur im Himmel, Gott, bei dir. 6. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, Der großen Hoffnung werth zu sein, Und diese kurzen Ulebungstage Dir und der Tugend ganz zu weihn, Wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, Der mich zum bes fern Leben führt. 7. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde, Die Lust des Fleisches und der Welt, Und jede Lockung überwinde, Die meinem Herzen Netze stellt, Wenn ich, o seliger Ge winn! Als Sieger dort gekrönet bin. 8. D! gieb mir deines Geistes Stärke, Der du in Schwachen mäch tig bist; Mir, der zu diesem großen Werke zu schwach und noch zu sinnlich ist; Das Eitle lehre mich verschmähn, Und auf das ew'ge Kleinod sehn. 9. Hilf, daß ich in gefunden Tas gen Schon oft zu meinem Grabe geh', Und da bei Freuden und bei Plagen Auf dich und meine Zukunft feh', Damit ich meiner Pflicht ge treu, Des höhern Lebens fähig sei. 4 Met. Mein Jesus, dem die zc. 486. Eitt, Eurze Tage meines Lebens, Eilt in dem schnellsten Flug 283 dahin! Ich weiß, ich lebe nicht vergebens, Weil ich dereinst unsterblich bin. Sie fliehn. die kurzen Augenbli che, Wie süße Morgenträume fliehn, Und jeder ist mir doch zum Glücke Der ganzen Ewigkeit verliehn. 2. Wie kurz ist meine Pilgerreise Hinüber in das Vaterland! Doch dies ist Wohlthat, dies ist weise Regierung einer Baterhand. Nah' ist vielleicht der Prüfung Ende, Und nah' am großen Ziel mein Lauf; Dann eil' ich in des Vaters Hánde, zu seiner Herrlichkeit hinauf. 3. Was ist alsdann dies Erdens leben mit aller seiner Leiden Pein? Wie froh wird sich mein Geist erheben, Und seiner Seligkeit sich freun! Wie kurz ist dieses Lebens Dauer! Vielleicht, daß bald die Stunde schlägt, Da sich des nahen Todes Schauer In allen meinen Adern regt. 4. Wohl mir, wenn dann nicht eine Stunde Des Lebens ungenüßt verschwand, Wenn ich, bei dem verlieh'nen Pfunde, Nie meines Da seins Pflicht verkannt! Früh oder. spåt mag sie dann schlagen, Die Sterbeglocke meiner Zeit; Ich darf alsdann nicht angstvoll zagen Vor dem Gericht der Ewigkeit. 5. Sie ist mir Ruf zu hoher Won. ne, In einer Welt voll Troft und Licht, Wo nichts den Mittagsglanz der Sonne Mit trüben Nächten unterbricht; Dann zähl' ich nicht mehr Tag und Stunden; Mein Maaßstab ist die Ewigkeit, Und mein Gefühl, der Erd' entbunden, Des Himmels ganze Seligkeit. Met. Mein Herz ermuntre, dich se. 487. Schau hin in die ver. 19 Besondere Pflichten des Christenthums. 284 gangnen Beiten, O Christ, und fammle Weisheit ein, Fern von dem Dienst der Eitelkeiten Der Tugend ganz dein Herz zu weihn; Nur sie schafft dir zu aller Zeit Das wahre Glück, Zufriedenheit. 2. Dank ihm, dem Herrn, für alle Freuden, Womit er dich so oft erquickt; Doch dank' ihm auch für jedes Leiden, Das er dir liebreich zugeschickt. In Allem, was er an dir thut, Bleibt stets fein Rath doch weiß und gut. 3. Vergiß nicht, wie er dich bes schützte, Wenn sich Gefahr zu dir genaht, Dir gab, was deiner Seele nützte, So oft dein Herz darum ihn bat, Und wie er dir noch mehr gewährt, Als je von ihm dein Herz begehrt. 4. Erinnre dich der Gnadenstun den, Die der Alliebende dir gab; Sind sie in feinem Dienst verschwunden, So fürchte nicht das nahe Grab; Dir bleibt von der verschwundnen Zeit Dann noch Ge winn in Ewigkeit. 5. Doch sieh auch, voller Schaam und Reue, Auf Fehler vor'ger Zeit zurück, Und lerne daraus beßre Treue Und größre Sorge für dein Glück; So werden Fehler, die dich reun, Dir selber auch zum Heil gedeihn. 6. Ermanne dich, dies kurze Leben Dem weisesten Gebrauch zu weihn; Vom Schöpfer ward es dir gegeben, Hier guten Saamen auszustreun, Der für die Ewigkeiten reift, Und dir der Freuden Erndte häuft. 7. Dann siehst du einst am Ziel der Zeiten Voll Trost in das Ver. gangne hin, lind schwingst dich zu den Ewigkeiten, Wo nicht wie hier die Freuden fliehn, Wo stete Wonne den umgiebt, Der hier sich treu im Guten übt. Gesinnungen und Pflichten gegen den Nächsten. Tächstenliebe überhaupt. Mel. Jesus, meine Zuversicht z.. 488. Auten Menſchen und auch mir, Hat der Herr dies vorgeschrie ben: Euren Nächsten sollet ihr Als euch selbst von Herzen lieben! Chris sten! was Gott hier gebeut, Sei uns heilig allezeit. 2. Wir sind Bürger einer Welt, Kinder eines Vaters, Brüder, Die er huldreich all' erhält, Alle eines Leibes Glieder, Die sein weifer Allmachtsruf Alle, sich zu dienen, schuf. 3. Eine sterbliche Natur Hat er allen und gegeben, Und auch eineHoffnung nur, Hoffnung auf ein beßres Leben; Wenn wir nur in dieser Welt Redlich thun, was ihm gefällt. 4. Und wir sollten uns entzwein? Lieblos uns einander haffen? Uns, zu unsrer eignen Pein, Stolz und Neid beherrschen laffen? Wer kein Freund des Nächsten ist, Ist fürs wahr kein Mensch, kein Christ. 5. Was wir auch aus Gottes Hand Zum Voraus vor Andern haben: Anfehn, Reichthum, hoher Stand, Leibeskräfte, Geistesgaben, Alles dies befreit uns nicht Von der Menschenliebe Pflicht. 6. Selbst der Gaben Unterschied Dient jum allgemeinen Besten, Wenn nur Jeder sich bemüht, Von dem Kleinsten bis zum Größten, Pflichten gegen den Nächsten. Andern und nicht sich allein Nütz, lich, wie er kann, zu sein. 7. Darum gieb uns, Gott, ein Herz Boll von wahrer Menschen liebe, Das an Andrer Freud' und Schmerz Antheil nehm' und gern das übe, Was der Liebe Pflicht be. gehrt, Wie sie uns dein Sohn erklärt. 285 than, Den Kleinsten auch von dies sen, Das siehst du, mein Erlöser, an, Als hätt' ichs dir erwiesen, Und ich, ich sollt' ein Mensch noch sein, Und dich in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht Wird über den ergehen, Der nicht barmherzig ist, und nicht Die rets tet, die ihn flehen; Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist Ein Herz, Hilf uns allen ähnlich werden, Daß, daß dich durch Liebe preist! wir, hier mit ihm vereint, Nach 8. Diesem großen Menschenfreund In voriger Melodie. vollbrachtem Lauf auf Erden Ewig einst bei ihm auch sei'n, Seiner 490. Wer dieser Erde Güter Lieb' uns ganz zu freun. hat, Und sieht den nächsten leiden, Und macht den Hungrigen nicht fatt, Läßt Nackende nicht kleiden, Mel. Mir nach, spricht Chriftus 2c. 489. So Jemand spricht: ich Der übertritt die erste Pflicht, Und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. liebe Gott, Und haßt doch seine Brüder, Der treibt mit Gottes Wahrheit Spott, Und handelt ganz darwider. Gott ist die Lieb' und will, daß ich Den Nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht, Und gern sie schmähen hös ret, Gich freut, wenn sich sein Feind vergeht, Es nicht zum Besten keh ret, Nicht dem Verläumder widerspricht, Der liebet seinen Nächsten nicht. 2. Wir haben Einen Gott und Herrn, Sind eines Leibes Glieder; Drum diene deinem Nächsten gern, Denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich; Mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 3. Sein Heil ist unser aller Gut; Ich sollte Brüder haffen, Die Gott durch seines Sohnes Blut So theu'r erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich verfühnt', hab' ich dies mehr als sie verdient? 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schutz Den Nächsten untere stützet, Doch nur aus Stolz und Eigennut, Aus Weichlichkeit ihm nüßet, Nicht aus Gehörsam, nicht aus Pflicht: Auch der liebt seinen Nächsten nicht. 4. Wer harret, bis ihn anzuflehn, Ein Dürft'ger erst erscheinet, Niche eilt, dem Armen beizustehn, Der im Verborgnen weinet, Nicht gü tig forscht, obs ihm gebricht: Auch der liebt seinen Nächsten nicht. 5. Wer Niedre, wenn er sie bes schirmt, Mit Hårt' und Vorwurf quâlet, Und ohne Nachsicht straft und stürmt, Sobald sein Nächster 19*/ 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, Du, Herr von meinen Tas gen! Ich aber sollte nicht Geduld Mit meinen Brüdern tragen? Dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, Und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier ge Besondere Pflichten des Christenthums. 286 fehlet; Wie bleibt bei seinem Unge stum, Gott, deine Liebe wohl in ihm? 6. Wer für der Armen Heil und Zucht Mit Rath und That nicht wachet, Dem Uebel nicht zu wehren fucht, Das oft sie dürftig machet, Nur sorglos ihnen Gaben giebt, Der hat sie wenig noch geliebt. 7. 3wardu, mein Herz, vermagst es nicht, Stets durch die That zu lieben, Doch bist du nur geneigt, die Pflicht Getreulich auszuüben, Und wünscheft dir die Kraft dazu Und sorgst dafür, so liebest du. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, So such' ihn zu beleben; Denk' oft: Gott ist die Lieb', und mir Hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchster, Mel. Herzliebster Jesu, was ic. was ich hab', ist dein; Solle ich, 492. Hilf, Jeſu, daß ich mei, wie du, nicht liebreich sein? nen Nächsten liebe, Durch lieblos Richten nimmer ihn betrübe, Ihn nicht verlâumde, noch durch falsche Mel. Gott des Himmels und zc. 491. Lasset uns einander lie. Ränke Sein Wohlfein kränke. 2. Gieb, Herr, daß ich, der ich selbst täglich fehle, Mit Nachsicht seine Fehler gern verhehle, Und wenn er fällt, auf mich, der ich noch stehe, mit Vorsicht sehe. ben, Gern einander glücklich sehn, Keinen frånken und betrüben, Kei nen drücken, keinen schmähn. Jeder fei des Unrechts Feind, Aller Mens schen wahrer Freund. 2. Laßt uns halten Treu' und Glauben, Fliehn, was Andern schädlich ist, Arm' und Schwache nicht berauben Durch Gewalt, Bes trug und List; Welch' ein Greut vor Gott ist nicht Der, der Treu' und Glauben bricht! 3. Ohne Noth, was wir verspres den, Widerrufen, weils uns reut, Und was zugesagt ist brechen, Oder schånden unsern Eid: Von dem allen laßt uns rein, Lieber arm, als treulos sein. 4. Haffen laßt uns alle Lügen, Alle Falschheit; jeder sei Offenher. zig, auch verschwiegen, In der Freundschaft fest und treu; Jeder nehme, wo er kann Sich gekränkter Brüder an. 5. Laßt, was gut ist, gern uns loh, nen, Wie es unser Gott belohnt, Und der Brüder Fehler schonen, Wie der Herr auch unfrer schont; Auch bei sehr gehäufter Schuld Trågt er uns doch mit Geduld. 6. Also laßt, von Gott getrieben, Uns einander gern und treu Und als seine Kinder lieben, Ohne 3wang und Heuchelei; O wie felig werden wir Dann nicht werden dort und hier! 3. Hilf, daß ich klüglich ihn zu beffern trachte, Und seiner Seele Wohlfahrt theuer achte; Hat doch für ihn, o Gott, dein Sohn sein Le ben Dahin gegeben. 4. Laß mich aufrichtig schätzen An. drer Gaben, Die sie doch auch von deiner Güte haben; Es müffe nie mein Herz des Nächsten Freuden Und Glück beneiden. 5. Gieb, daß ich nie zum Zorne leicht entbrenne, Nie auch dem Feinde etwas Ulebels gónne, Und Allen zu beweisen Güt' und Treue, Mich herzlich freue. 287 sprichst: ich will vergelten; Drum laß mich stille sein, Wenn Mens schen auf mich schelten; Gieb, daß ich dem verseih', Der mir zu schas den sucht, Den liebe, der mich haßt, Den segne, der mir flucht. Met. D Gott, du frommer zc. 7. Doch laß mich nicht allein Auf 493. Gieb mir, o Gott ein zeitlichs Wohlergehen Mit einges schränktem Blick Bei meinem Nách. sten sehen; Noch stärker müſſe mich Gein ew'ges Glück erfreun, Noch mehr sein Seelenheil mir angeles gen sein. Pflichten gegen den Nächsten. 6. Laß mich, mein Heiland, immer mehr auf Erden An Lieb und Gütigkeit dir ähnlich werden. Gieb Kraft dazu, so schmeck ich schon hienieden, Herr, deinen Frieden. Herz, Das jeden Menschen liebet, Bei seinem Wohl sich freut, Bei seiner Noth betrübet; Ein Herz, das Eigennus Und Neid und Härte flieht, Und sich um Andrer Glück Die um sein Glück bemüht. 2. Seh' ich den Dürftigen, So laß mich gútig eilen, Von dem was du mir giebst, Ihm hülfreich mit zutheilen: Nicht aus dem eitlen Trieb' Groß vor der Welt zu sein, Und mich verehrt zu sehn; Nein, Menschen zu erfreun. 3. Dies sei mein Gottesdienst! Auch unbemerkt von ihnen Müss Andern stets mein Herz Mit Rath und Hülfe dienen. Mich treibe nicht erst Dank Zu milder Wohlthat an; Nein, was ich Brüdern thu', Das fei dir, Gott, gethan. 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst Dem Durstigen begegnet; Ein Blick voll Trost, mit dem Mein Her; Bedrängte segnet; Ein Rath, mit dem mein Mund Im Kummer Andre stärkt: Nichts bleibt, so klein es ist, Von dir, Herr, unbemerkt. 5. Wenn je ein boshaft Herz Sucht Zwietracht anzurichten, So laß mich sorgsam sein, Der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmäh, fucht stóre nie Mein Mund des Nächsten Ruh', Er rühme sein Ver. diensi, Deck feine Fehler zu. 6. Die Rach' ist dein, o Gott! Du 8. Den, der im Glauben wankt, zu leiten und zu stärken, Den der noch sicher ist Bei seinen bösen Werken, Von der verkehrten Bahn Des Lasters abzuziehn, Dazu verleih' mir Kraft Und segne mein Bemühn. 9. D heilige du selbst, Herr, meis ner Secle Tricbe, Durch deine Lieb' und Furcht, zu wahrer Mens schenliebe. Wer nicht den Nächsten liebt, Geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, Mir stets vor Augen sein! Mel. Ich dank' dir schon durch ze. 494. Auliebender, du schufſt mein Herz, Bei meines Nächsten Freuden mich mit zu freun, und fühlt er Schmerz, Mit ihm auch mit zu leiden. 2. Olaß mich diese heil'ge Pflicht Nie aus den Augen seßen, Und wär's auch der Geringfte, nicht Gering sein Wohlsein ſchäßen. 3. Nie reize mich ein fremdes Glück Zur Mißgunst und zum Neis de, Nie Andrer widriges Geschick Zur schadenfrohen Freude. 4. Hilf mir vielmehr in Andrer Wohl, O Gott, mein eignes fin 288 Besondere Pflichten den, Und wenn ich kann, auch wie ich soll, Gern ihre Wohlfahrt gründen. 5. Laß mich auch selber meinem Feind' Des Mitleids Thräne weis hen, Wenn er in seinem Unglück weint, Ihn gern mit Hülf' erfreuen. 6. Gott, welch ein seliger Gewinn Ist dann schon mein auf Erden, Wenn ich am liebevollen Sinn Dir lerne ähnlich werden. 7. Dein Beifall ist mir dann ges wiß, Und unter deinem Segen Geh' ich, dein Wort verspricht mir dies, Froh jener Welt entgegen. 8. Da wirst du dann, mein Vater, mir Das Glück des Himmels ges ben; Ich werd erfreut, belohnt von dir, Im Reich der Deinen leben. des Christenthums. Für Wohlthun auch entbehre, So Laß doch nicht mein Herz Des Wohls thuns müde werden, Auch selber mit Beschwerden Vermindr' es gern des Nächsten Schmerz. 6. Es liebe nicht nur Freunde; Es forge selbst für Feinde Voll Großmuth, voll Geduld; Du hilfst ja in Gefahren, D Gott, auch Un dankbaren, Selbst Böse segnet dei ne Huld. 7. Die hier gern helfen, werden Auch inne schon auf Erden, Wie werth sie, Gott, dir sind, Doch mehr noch in dem Lohne, Den einst vor deinem Throne Ihr menschen. freundlich Herz gewinnt. Mel. Herr Chrift, der ein'ge zc. Mel. In allen meinen Thaten zc. 496. Gern feinem Nächſten 495. Herr, fegne mein Be- dienen, Auf seine Wohlfahrt fehn, streben, Nicht blos für mich zu le. ben, Auch Menschenfreund zu sein, Auch Andern gern zu nutzen, Des Glücks, das sie besitzen, mich, wie des Meinigen, zu freun. Sich nie aus Stolz erkühnen, Den Niedern zu verschmähn: Dies will die Menschenliebe, Und folg' ich ih rem Triebe, So nút' ich selber mir. 2. Ich soll mich stets bestreben, Aufrichtig, brüderlich Für Andrer Wohl zu leben, Und nicht allein für mich, Soll ihnen rathen, nutzen, Ihr Ansehn unterstüßen, Und hel fen, wo ich kann. 2. Laß mich bei Andrer Klagen Nicht, eh' ich helfe, fragen: Was wird mir, Gott, dafür? Solch eine reine Milde, Die mich zu deinem Bilde Berklären soll, gewähre- mir. 3. Wenn ich die Saat ausftreue, Mein Vater, o so freue Deff' meine Seete sich, Und preise, daß wir Gas ben Für Andrer Wohlfahrt has ben, Du Geber alles Guten, dich. 3. Kein Vorwand darf mich hindern, Auch nicht Bequemlichkeit Den Eifer je vermindern, zu thun, was sie erfreut; Gern ihre Klagen stillen, Gern ihren Wunsch erfüllen Soll ich, so viel ich kann. 4. Im Umgang stets gesellig, Vom Eigennuße frei, Nicht múr. risch, gern gefällig, Und im Ver sprechen treu, Soll ich ihr Glück vermehren, Und keine Freuden stö ren, Wenn sie unschuldig find. 4. Erzeig' ich Andern Güte, So bleibe mein Gemüthe Von Stolz und Prahlerei, Von Lust, die zu be. schämen, Die Gutes von mir neh. men, Und auch von schnöder Lohnfucht frei. 5. Wenn ich des Dankes Zähre Pflichten gegen den Nachsien. 289 ne Härte je mit Schmerz Und Kümmerniß beschwere. 5. Herr, laß mich diese Pflichten keines Menschen Herz Durch meis Ohn' allen Heberdruß Gewissenhaft verrichten, So oft ich kann und muß; Laß mich bei Andrer Leiden, Bei ihres Glückes Freuden Nicht hart und fühllos sein. 6. Dann seh ich meine Freuden Mit jedem Tag vermehrt, Und lerne das vermeiden, Was meine Ruhe stort, Weiß, daß zum bessern Leben Du dann mich einst erheben, Und ewig fegnen wirst. Gerechtigkeit und Billigkeit. Mel. Kommt her zu mir, spricht ic. 497. Du liebst, o Gott, Ges rechtigkeit, Und hasfeit den, der sie entweiht, Am Nächsten Unrecht über; Du bist's, der jedem seinen Lohn, Ohn' alles Ansehn der Per son, Nach seinen Werken giebet. 2. Gerechter Gott, laß deinen Geist Zu dem, was recht und billig heißt, Stets meine Seele lenken. Nie komm' es mir doch in den Sinn, Uus Habsucht, mir nur zum Gewinn, Des Nächsten Recht zu franken. 3. Pflanz' Redlichkeit in meine Brust, lind laß mich stets mit wah. rer Lust Der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, Nur Schaden sucht und Un dre kränkt, Wie kann das Brüder lieben? 4. Nie seufze Jemand wider mich! Mein ganzes Her; bestrebe sich, Dem Nächsten gern zu geben, Was er mit Recht verlangen kann, Und immerfort mit Jedermann In Eis nigkeit zu leben. 5. Laß mich beständig dahin sehu, Mit jeglichem so umzugehu, Wie ich's von ihm begehre, Damit ich 6. Herr, mit dem Maaß, womit ich hier Dem Nächsten meffe, wirst du mir Dereinst auch wieder mes. sen. Dies reize mich zur Billigkeit, Und lasse mich zu keiner Zeit Der Liebe Pflicht vergessen. Mel. Herr Jesu Christ, mein's zc. 498. Fern fei mein Leben je. derzeit Von aller Ungerechtigkeit! Wie könnt' ich sonst der Deine fein, Und deiner Gnade, Gott, mich freun? 2. Wer seines Nächsten Rechte kränkt, Auf seinen Schaden boshaft denkt, Verleßet des Gewissens Pflicht, Und ehrt, gerechter Gott, dich nicht. 3. Du schriebst in jedes Hers, o Gott, Tief ein das billige Gebot: Was du nicht willst, das dir ges schicht, Das thue du auch An. dern nicht. 4. Verlet' ich nun, o heil'ger Gott, Durch Unrechthandeln dies Gebot, So sprech' ich selber über mich Das Urtheil: Gott ist rider dich. 5. Dein Wort schärft mir's noch stärker ein, Stein schadenfroher Mensch zu sein, Es droht der Krans Fung, dem Betrug Verdienten uns fchibaren Fluch. 6. Darum, mein Gott, bewahre mich Vor allem Unrecht väterlich. Beging' ich's je, so sei mir's leid, Und zum Ersas mein Herz bereit. 7. Wer Andern Schaden hat ges than, Und irgend ihn erstatten kann, Doch deß sich weigert, findet nicht Vor dir Erbarmen im Gericht. 8. AufBuge, die er meint ju thun, 290 Besondere Pflichten des Christenthums. Kann nie dein Wohlgefallen ruhn, ner Noth erbarmen, Und als ein Wenn er nicht willig das ersetzt, Christ gefinnet sein. Womit er Andrer Recht verletzt. 7. Um Ruhe zu genießen, Erinnre mein Gewissen, Gott, daß ich billig sei, Mein Recht nicht übertreibe, Barmherzig sei' und bleibe, Und jede Art der Härte scheu'. 9. Drum laß mich fern sein jeder zeit Bon aller Ungerechtigkeit. Du bist gerecht, dies sei auch ich; In diesem Sinne stårke mich. Mel. In allen meinen Thaten zc. 499. Mein Gott, nach deinen Lehren, Darf ich nicht stets begeh, ren, Was wohl vor Menschen gilt, Nicht immer darauf dringen, Den mit Gewalt zu zwingen, Der meine Fordrung nicht erfüllt. 2. Der Mangel seiner Kräfte, Sein Stillstand der Geschäfte Befiehlt mir Billigkeit. Bei allem guten Willen, Kann er oft nicht erfüllen, Was ihm Geses und Pflicht gebeut. 3. Und ich, Herr, sollt' es wagen, Ihm Nachsicht zu versagen, Und immer strenge sein? Sein Etend zu vermehren, Sollt' ich sein Glück zerstören, Und Noth und Untergang ihm draun? 4. O hilf mir lieber leiden, Sein Unglück zu vermeiden, Wenn alles für ihn spricht, Auch, bei erwiesnen Klagen, Dem Mitleid nicht entsagen, Und nicht der Menschenliebe Pflicht. 5. Beim Recht, das mir gebühret, Wird das, was er verlieret, Biel leicht nie wieder fein. Ich kann, wirds mir entriffen, Es ja sehr oft leicht missen, Und doch mich noch des Wohlstands freun. 6. Streng auf fein Recht zu drin geu lind um es zu erzwingen, Den hártsten Schritt nicht scheun: Das heißt nicht, sich des Armen In sei. Mel. Alle Menschen müssen zc. 500. Auer meiner Brüder Rechte Laß mir, Gort, stets heilig sein. Wenn ich sie zu krånken dachte, Ihres Kummers mich zu freun, lleber sie mich zu erheben, Oder üppiger zu leben: Welchen Haß verdient' ich nicht; Welch ein schreckliches Gericht! 2. Könnt' ich, taub bei ihren Kla gen, Ihnen das aus Eigensinn, Oder Neid und Geiz versagen, Was ich ihnen schuldig bin? Könnt' ich oh ne Tren' und Glauben Andern Gut und Ehre rauben: Welchen Haß verdient' ich nicht; Welch' ein schreckliches Gericht! 3. Nein ich will das Unrecht haf sen, Will gerecht sein, kein Tyrann, Jedem geben, jedem laffen, Was er hat und fordern kann. Lieber will ich Unrecht leiden Als begehen, und mit Freuden Lieber niedrig sein und bloß, Als durch Unrecht reich und groß. 4. Würden der Bedrängten Zäh ren, Würden ihre Seufzer nicht Rettung, Gott, von dir begehren, Nicht auch schärfen dein Gericht? Würd' ich nicht stets zittern müſſen? Würde nicht selbst mein Gewissen Mir mit Angst und Schrecken dráun, Und ihr erster Rächer sein? 5. Eines Unterdrückten Thránen, O wie furchtbar sind nicht die! Eh' Pflichten gegen es Ungerechte wähnen, Treffen dei ne Pfeile sie. Und wenn du nicht eilen solltest, Wenn du, Richter, fáumen wolltest: Harrt denn mein am Grabe nicht Ein noch schrecklis cher's Gericht? 6. Lehre mich gerecht und billig Gegen alle Menschen sein, Reinen drücken, lieber willig Jedem, der mich fränkt, verzeihn. Hab ich Macht, laß sie mich nüßen, Die Bedrängten zu beschüßen, Eilen, wo Verlaßne flehn, Ihnen lieb reich beizustehn. 7. Sichern laß mich meine Rechte, Aber sanft und mit Geduld; Wir find alle deine Knechte. Und wie groß ist deine Huld! Du vergiebst mir meine Schuiden; Sollt' ich denn kein Unrecht dulden? Nicht gelind sein, mich nicht freun, Wie du, Vater, zu verzeihn? den Nächsten. 291 durch ein falsch Gerücht Ihm schas dest und ihn krankest, Wenn ihn dein Neid, dein Haß, Dein Stolz, dein Spott entehrt, Bist du denn noch ein Christ, Und dieses Nas mens werth? 8. Hilf mir immer richtig wan, deln, Gott, vor dir als meinem Herrn, Billig stets mit Andern han deln, Und von aller Härte fern. Denn du, Richter aller Welten, Wirst mir alles einst vergelten, Was ich meinen Brüdern that, Wenn sich dein Gericht mir naht. Wider Verläumdung. Mel. O Gott, du frommer Gott zc. 501.Suchst du des Nächsten Ehr' Und Achtung thm zu schmås lern, Sprichst du so oft und gern Von deines Náchsten Fehlern, Ver Eleinerst du aus Stolz, Aus Miß gunit seinen Ruhm, Deckft seine Schwachheit auf: Wo bleibt dein Christenthum? 2. Wenn du aus Argwohn blos Von ihm nur Böses denkest, Und 3. Wer, wenn er Låstrer hört, Und unter Spottern siket, Aus scheuer Menschenfurcht Nicht Ans drer Unschuld schüßet, Wer aus Gefälligkeit Selbst ein Verläumder ist, lind nichts zum Besten kehrt, Bleibt der auch noch ein Christ? 4. O Mensch, bedenke doch: Gott hört an jedem Orte, Wo du nur immer bist, Ein jedes deiner Worte, Und er, der alles sieht, Er sollte dich nicht fehn, Wenn du dich frech ers kühnst, Die Unschuld selbst zu schmähn? 5. Wenn du der Frommen lachst; Wenn du die Tugend schåndest, Dem Würdigen das Lob, Das er verdient, entwendest, Verläums der! siehts nicht Gott, Wie zügels los dann du Ihn in den Seinen schmähst? Dein Richter hört dir zu. 6. Die Thránen zählt der Herr, Die von gekránkten Frommen, Die du entehret hast, Wehklagend vor ihm kommen. Es kommt, es kommt ein Tag, Wo Gott einst vor Ge. richt Im Angesicht der Welt Auch dir dein Urtheil spricht. 7. Und du, du wolltest noch Des Nächsten Ehr' verletzen? Und hätt'st du sie geraubt, Nicht schleu nig fie ersehen? Sie sei in Zukunft dir So werth, als eigner Ruhm; Beschüß und rette sie Stets ats ein Heiligthum. 8. Wie hoch verbeut und Gott Den Mißbrauch unsrer Zungen! Besondere Pflichten des Christenthums. 292 Drum hûte dich, o Christ, Vor al len Lästerungen. Wer in dem Mens schen Gott Und seine Gaben ehrt, Den ehrt auch Gott, und der Ist feines Beifalls werth. hier bei diesem Sinne Trost und Zufriedenheit, Und einst vor Gottes Throne, Zum unschäßbaren Lohne, Die Freuden einer Ewigkeit. Mel. Christus, der uns selig zc. Barmherzigkeit und wohl- 503. Wer des Lebens Güter thätigkeit. Mel. In allen meinen Thaten ic. hat, Und nicht dem, der schmachtet, Liebreich hilft mit Rath und That, 502. Du aller Menschen Bas Seines Grams nicht achtet, Fühl. ter, Du gütigster Berather In alIem, was uns drückt! Was wir hier Gutes haben, Das sind ja deine Gaben; Du bist's, der unser Herz erquickt. los bleibet bei der Noth Der vers laßuen Armen, Der erwarte nicht von Gott Nachsicht und Erbarmen. 2. Von dem Himmel schaut der Herr Auf der Armen Plagen; Ihre Thránen zählet er, Höret ihre Klas gen; Sieht auch, wenn das harte Herz Kummerfreier Reichen Reine Thränen und kein Schmerz Mildern und erweichen. 2. Kein Undank von uns Sündern Kann dein Erbarmen hindern, Uns fegnend zu erfreun: Zu ew'gen Ses ligkeiten Uns Sterbliche zu leiten Ist Weisheit, Macht und Güte dein. 3. Wie groß ist deine Milde, Barmherz'ger Vater! bilde Mein Herz nach deinem Sinn; Daß ich der Noch der Armen Mich willig mög' erbarmen, Nimm alle Härte von mir hin. 3. Ach! das Urtheil ist gefällt: Jammer und Verderben Sollen sie in jener Welt, Nicht den Himmel erben; Sollen nicht, wo Gott ist sein, Nicht bei den Erlösten, Weil sie Arme nicht erfreun, Nicht Ver lasne trösten. 4. Gieb, daß ich willig gebe, Mich wohlzuthun bestrebe, So wie mein Heiland that, Der zärtliche Erbar mer, Den kein bedrängter Armer Vergebens je um Hülfe bat. 5. Erhalt' in mir die Triebe Der mitleidsvollen Liebe. Wie du mir Guts gethan, So laß, um deinet willen, Mich Andrer Seufzer stillen, So oft ich sie nur stillen kann. 6. 3um Fleiß in guten Werken Laß mich die Hoffnung stärken: Vor dir, dem Herrn der Welt, Der frohe Geber liebet, Sei was man willig giebet Ein Opfer, das dir wohlgefällt. 7. D wohl mir! ich gewinne Schon 4. Christen, hórt's! erbarmet euch, Fleht zu euch der Arme; Daß sein Gott auch über euch Sich dereinst erbarme, Weil ihr, da er zu euch schrie, Auf sein Schreien hörtet, Den Bedrängten halft und sie Kleidetet und nährtet. 5. Mitleidsvoll und hülfreich sein, Seiner Miterlösten Retter werden und sich freun, Traurige zu trösten, Dank in ihrem Angesicht lind in ih ren Blicken Wonne sehn: wie rühre das nicht! Christen, welch Entzücken! 6. Aber, wer den Armen liebt, Geb' aus freier Liebe; Sei nicht mürrisch, wenn er giebt, Daß er Pflichten gegen den Nächsten. nicht betrübe. Eh' er seufzen hórt, eil er Dürft'gen froh entgegen; Lieblich sei, das will der Herr, Wie der Thau sein Segen. 7. Christen, wenn ihr in der Zeit Mild, wie Gott gefinnet, Schäße für die Ersigkeit Sammlet und ge winnet: O wie groß wird euer Lohn, Euer Glück auf Erden, lind wie groß vor Gottes Thron Die Vergeltung werden! 8. Dann sagt Jesus einst zu euch, Seinen treuen Knechten: Kommt und erbt des Vaters Reich! Erbt es, ihr Gerechten! Was ihr meinen Brüdern gabt In dem ersten Leben, Sie zu trösten, alles habt Ihr auch mir gegeben! Met. Mir nach, spricht Christus: c. 504. Barmherzigkeit ist uns fre Pflicht, wenn wir Betrübte sehen; Helf' ich, Gott, den Bedräng. ten nicht, wenn sie um Hülfe fle. hen, So kann ich mich des Ruhm's nicht freun, Nachfolger meines Herrn zu sein. 2. Frånkt mich nicht meines Nách, sten Schmerz, Füht' ich nicht seine Leiden; So kennt auch nicht mein hartes Herz Die edelsten der Freu den, So kenn' ich dich, den Bater, nicht, Und nicht der ächten Liebe Pflicht. 3. Rührt mich nicht der Verlaß nen Noth, Und nicht der Witwen Bahre, So bin ich fern von dir, o Gott, Und leugne deine Lehre; Bin ähnlich jenem böfen Knecht, Bin unbarmherzig, ungerecht. 4. Ift's Geis, ift's Trägheit, die mir's wehrt, Den aus der Noth zu reißen, Der mit das klagt, was ihn 293 beschwert, Kann ich ein Christ dann heißen? Wer Jesu ähnlich wünscht zu sein, muß auch so gern wie er erfreun. 5. O du, der voll Barmherzigkeit So gern, was uns beschweret, Uns mildert, und der Seele Leid So gern in Freuden kehret, O bild' auch meinen Sinn nach dir; Fern sei ein hartes Herz von mir! 6. Wer so, wie du barmherzig ist, Empfängt vor deinem Throne, Weil er nicht dein Gebot vergißt, Ein ew'ges Heil zum Lohne; Doch den Verächter dieser Pflicht Er kennst du für den Deinen nicht. Miel. Herr, ich habe mißgehandelt zc. 505. Wohlsuchun und mits zutheilen, Christen! das vergesset nicht. Mitleidsvoll und willig ei. len, Armen beizustehn, ist Pflicht; Pflicht, die Jesus selbst und lehret, Und die Gott den Höchsten ehret. 2. Speiset die, die Hunger leiden, Und die durstig sind, die trånkt; Eilt, die Nackenden zu kleiden; Trós stet die, die Nummer frånkt; Schwa. che sucht zu unterstützen, Unterdrückte zu beschützen. 3. Nicht nur denen, die euch lies ben, Oder euch um Hülfe flehn, Allen eilt, von Gott getrieben, Nach Vermögen beizustehn; Die auch, die im Stillen leiden, Führt zu une verhofften Freuden. 4. Und dies sei dir keine Bürde, Keine Last, beglückterChrift! Hoheit ist es, Ruhm und Würde, Wenn du mild und hilfreich bist. Welch ein Ruhm für dich Erlösten, Arme Brüder Jesu trösten! 5. Und was schaffts für fanfte 294 Besondere Pflichten des Christenthums. Gesinnung dankbarer Armen. Freuden Der Verlaßnen Helfer fein, Sehn, wie sie in ihren Leiden Sich, durch uns gestärkt, ers Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. freun! Ein betrübtes Herz erquie. 507. Wenn Menschen streken, Bringet himmlisches Entzücken. 6. Heil und Glück auf unfern Wegen, Innige Zufriedenheit, Huld bei Menschen, Gottes Segen Fols gen auf Barmherzigkeit; Und der. einst zum Gnadenlohne Schenkt ihr Gott die Himmelskrone. 7. Laßt uns eilen, unsre Gaben, Weil es Zeit ist, außzustreun; Was wir hier gefået haben, Erndten wir einst reichlich ein. Seid barmherzig, liebt die Armen: Gott will eurer sich erbarmen. Mel. In allen meinen Thaten sc. 506. Wir alle sind ja Brús der, Und eines Leibes Glieder, Gott, wir sind alle dein! Wie dürft' ich die verachten, Die krank und dürf, tig schmachten; Du willst ja selbst ihr Beistand sein. 2. Beglückt durch deinen Gegen, Will ich der Kranken pflegen, mit Trost, mit Rath, mit Müh'. Die Müh' soll mich nicht hindern, Ihr Uebel selbst zu lindern, Mein Ueberfluß erquicfe fie. 3. Auch will ich mich der Armen Als meiner selbst erbarmen, Des Blinden Auge sein, Die Schwachen unterstüßen, Die in Gefahr sind, schützen, Aus Nöthen, die ich kann, befrein. 4. Ich will sie nicht beschämen, Daß sie nicht traurig nehmen, Was Bruderliebe beut. Wie Gott giebt, will ich geben, Nicht karg; will sie erheben Mit sanfter Menschen freundlichkeit. ben, dir an Güte Und Wohlchun, Bater, gleich zu sein, Und mich mit willigem Gemüthe Durch ihren Rath und Trost erfreun: Mit rei chem Segen fegne dann Den, dem ichs nicht vergelten kann. 2. Es zeuge meiner Freude Zähre Von meines Herzens Dankbarkeit; Mit was für Eifer ich begehre, Was sie beglückt, ihr Herz erfreut; Mit welcher Inbrunst mein Gebet Für sie zu dir, mein Vater, fleht. 3. Ich will mich aller ihrer Freuden Und ihres Glücks von Herzen freun, Voll Kummer über ihre Leiden, Gern wie ich kann ihr Trd. ster sein; Und kann ich mindern ihre Noth, Mit Freuden will ichs thun, mein Gott! 4. Ich will sie lieben, will sie eh. ren, Will über mein Bedürfniß sie Mit meinen Klagen nie beschweren, Bescheiden sein, und lästig nie, Nie mürrisch, neidisch, noch betrübt, Wenn ihre Hand auch andern giebt. 5. Kann ich, was ihnen scha det hindern, Befördern, was ihr Wunsch begehrt, Erleichtern, was sie drückt und lindern, Was sie bes kümmert und beschwert: Frohlocken will ich, Vater, dann, Wenn ich's durch deinen Beistand kann. 6. Und kann ich's nicht, o Gott, so dringe Mein brünstiges Gebet zu dir! Und was sie wünschen, das ges linge; Denn, Herr, sie thaten wohl an mir! Auf jeden komme Freud' herab, Der Freude giebt und Freude gab! Pflichten gegen den Nächsten. 7. Umfange sie mit deiner Güte, Mit deiner Huld verlaß sie nie; Sei stets ihr Helfer und behüte Vor Widerwärtigkeiten sie; Trifft den noch sie Gefahr und Schmerz, So tröst' und heile selbst ihr Herz. 8. Nimm sie zu deines Reiches Erben, Wann sie entschlafen, gnås dig an; Erquicke sie in ihrem Ster ben: Sie haben Menschen wohlges than. Belohne sie vor deinem Thron; Groß, herrlich, ewig sei ihr Lohn! Aufrichtigkeit und Redlichkeit. Met. Jesu, der du meine Seele: c. 508. Laß mich, Höchster, dar, nach streben, Stets ein Wahrheitsfreund zu sein. Zu des Himmels frohem Leben Gehen keine Lügner ein, Und vor deinem Angesichte Werden sie beschämt zu nichte; Denn vor dir sind immerdar Aller Herzen offenbar. 2. Endern zu gefallen lügen, Lee. ren Schwäßern gleich zu sein, Heu chelnd Brüder zu betrügen: Herr, das falle mir nicht ein! Wahrheit leit' an allen Orten Mich in Werken und in Worten; Redlich sei des Herzens Grund, Redlich sprech' auch stets der Mund. 295 den! Einst wird doch die Wahrheic kund. Darf ich ja nicht långer schweigen, Meine Unschuld zu bes zeugen, So verleihe, daß dabei Herz und Mund voll Sanftmuth sei. 5. Daß du, Herr, an jedem Orte Zeuge meines Wandels bist, Daß kein eing'ges meiner Worte Deis nem Ohr verborgen ist: Dies erwek. ke mein Gemüthe, Daß ich mich vor fügen hüte, Denn du liebst den Wahrheitsfreund, Und bist allen Falschen feind. 3. Dieder Falschheit sich ergeben, Sind vor dir, o Gott, ein Greut, Und ein unglückfel'ges Leben Ist gewiß ihr künft'ges Theil. Hier schon trifft verdiente Schande Sie bei Redlichen im Lande; Denn ein jeder Menschenfreund Ist der Falschheit Ränken feind. 4. Schmäht mich, ohne mein Ver. schulden, Der Verläumder Láfter, mund, O sol laß mich's still eroul Mel. Beficht du deine Wege zc. 509. Wohl dem, der redlich wandelt, Der als ein Wahrheitsfreund In Wort und Werken handelt, Und das ist was er scheint, Der Recht und Treue liebet, Und von dem Sinn der Welt, Die Trug und Falschheit übet, Sich unbes fleckt erhält. 2. Wohl ihm, daß sein Gemüthe Auf Treu' und Glauben hålt; Ihn führet Gottes Güte Mit Ehren durch die Welt; Einst wird ihn Gott erhöhen, Wann in der Wahrheit Licht Beschämt die Falschen stehen, Entdeckt durch sein Gericht. 3. Herr, prâge du im Leben Dies tief ins Herz mir ein, Und hilf mir, mich bestreben, Der Lügen Feind su sein. Erinnre mein Gewissen: Du haffest Heuchelei, Damit ich stets bes Aliffen Der Treu' und Wahrheit sei. 4. Nie laß mich was versprechen, Das ich nicht halten kann, Und nie Zusagen brechen, Die ich einmal ge than; Laß mich nie Stolz verleiten, Auch nie des Beispiels Macht, Als Wahrheit auszubreiten, Was ich doch selbst erdacht. 296 Besondere Pflichten 5. Ein Herz voll Treu' und Glaus ben, Daß, Gott, dein Auge scheut, Das soll mir niemand rauben, So kann mit Freudigkeit Ich hier zu dir aufsehen, Und dort vergiltst du mir, Wenn Falsche nicht bestehen, Mit Wonn' und Preis dafür. 14 Met. Vor deinen Thron tret': c. Mel. Befiehl' du deine Wege zc. 510. Gieb, Gott, daß ich der Wahrheit treu' Und redlich sters 511. Hilf, Gott, daß ich nie im Umgang sei, Entfernt von der Verstellung List, Die deinem Aug' ein Abschen ist. heuchle, Die Wahrheit nie entweih', Auch selbst dem Freund nicht schmeichle, Aufrichtig immer sei! Mit eifrigem Bemühen Laß mich stets Falschheit, List Und die Vers stellung fliehen, Die dir mißfällig ist. 2. In Worten zwar und Mienen Gefällig, freundlich sein, Doch foll man Andern dienen, Die kleinste Mühescheun, Sich Freund des Andern nennen, Und insgeheim aus Neid Ihm doch sein Glück nicht gön nen, Ist nicht Aufrichtigkeit. 3. Ich darf es rühmlich finden, Ats Menschenfreund und Christ, Wenn er aus edeln Gründen Im Guten thätig ist; Doch immer ihn erheben, Und weil ihm Lob gefällt, Ihm immer Beifall geben, Ist Schmeichelei der Welt. 4. Ich darf mein Urtheil wagen, Wenn Wahrheitslieb' es fällt, Und ihm die Fehler sagen, Die er für klein nur hält, Nie aber sie erzäh len Verläumder zu erfreun; Nein, fie der Welt verhehlen, Heiße Freund des Nächsten sein. 2. Verhaßt sei mir die Schmeis chelei Und glatter Worte Täusche rei, Und was ich denke streite nicht Mit dem, was meine Zunge spricht. 3. Hilf mir auch des Betrügens Schein Mit Vorsicht fliehn, und Flug zwar sein, Doch ohne Falsch, nach Jesu Rath, In Worten so wie mit der That. 4. Vereint mit Offenherzigkeit Sei auch bei mir Verschwiegenheit, Daß ich zu meines Nächsten Woht Da schweige, wo ich schweigen soll. 5. Doch laß mich auch freimüthig fein, Und keines Menschen Ansehn scheun, Wenn irgend wo Gerechtigkeit Der Unschuld Rettung mir gebeut. 6. Wer Wahrheit über alles chast, Und nicht muthwillig sie verletzt, It, Gott, dein Freund und wird bestehn, Wenn alle Fal schen untergehn. des Christenthums. Einst strahlen wie der Sonne Licht, Die früh in voller Herrlichkeit Mit ihrem Glanz die Nacht zerstreut. 9. Daß ich mich dieses Lichts ers freu', So steh' auch mir, mein Vas ter, bei! Laß mich von aller Falsch. heit rein, Wie du ein Freund der Wahrheit sein. 7. Du bist sein Schirm und Schild, o Gott! Tráf' ihn auch andrer Menschen Sport, Tráf ihn auch Haß der ganzen Welt, Was achtets der, der dir gefällt? 8. Er wird vor deinem Angesicht 5. Drum muß ich mir verbieten, Was ihm Verdruß erweckt, Und al les gern verhüten, Was seinen Ruhm befleckt. Ihn hinterliftig Franken, Ist wider meine Pflicht; Pflichten gegen den Nächsten. Ich foll so redlich denken, Als meis ne Zunge spricht. 6. Dann fließt mir dieses Leben In fanfter Ruh' dahin, Der Redlichkeit ergeben, Fühl' ich, wie froh ich bin, Bermehre Andrer Freuden, Kann nie verlaffen sein, Und fürch, te keine Leiden, Die falschen Freun den draun. Friedfertigkeit, Sanftmuch und Versöhnlichkeit. Mel. Herzliebster Jesu, was zc. 512. Derr, mein Erlöser, der du für mich littest, Und noch zur Rechten Gottes für mich bittest, Erweck' in mir, du Muster wahrer Liebe, Der Sanftmuth Triebe. 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? Du schaltst nicht wieder, da man dich gescholten; Du segnetest mit Wohlthun nicht bloß Freunde, Auch deine Feinde. 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen Und doch von Rach gier gegen Andre brennen? Ich follte jemals Haß mit Haß vergel ten, Und wieder schelten? 4. Wie kann ich, Höchster, zu dir: Bater! fagen, Und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu dir flehn, mir zu verzeihen, lind Rache schreien? 5. Wer nicht vergiebt, der wird für seine Sünden Auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden, Dein Jünger ist nur, der wie du vergies bet Und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seele Triebe, Mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe, Daß nie die unglückfel'ge Luft der Rache Nich frajbar mache. 297 7. Wenn meine Brüder sich an mir vergehen, Go lehre mich, ihr Unrecht übersehen, llnd sollten sie mich auch empfindlich krånken, An dich gedenken. 8. Erwecke dann, o Herr, in meis nem Herzen Aufs neu: das Gedächt, niß jener Schmerzen, Die du in dei nen schweren Leidensstunden Für mich empfunden. 9. Laß mich mit Sanftmuth meis nem Feind begegnen, Und so wie du den, der mir fluchet, segnen. Herr, mache gegen alle, die mich haffen, Mein Herz gelassen. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, Ats würd' ich sonst mein ganzes Glück verlieren, Herr, so laß mich, ihr zu widerstehen, Auf dich dann sehen. 11. Du schüßest den, der redlich vor dir wandelt, Und überall nach deinem Vorbild handelt; Drum laß in Allem mich schon hier auf Er den Dir ähnlich werden. In voriger Melodie. 513. Herr, deine Sanftmuth ist nicht zu ermeffen; Wie viel haft du vergeben und vergessen! Ach führe mir doch deine große Güte Recht zu Gemüthe. 2. Du fegnetest mitleidig die dich schmähten, Man hörte dich für deis ne Mörder beten, Du zeigtest unter deiner Feinde Loben Der Sanft. much Proben. 3. Ach glich ich dir, oheiland! Ich bekenne, Daß ich noch oft von schnel lem Zorn entbrenne, Und mich vor dir durch Trieb zur eignen Rache Verwerflich mache. 4. Dir, Herzenskündiger, dir mus 299 Besondere Pflichten des Christenthums. ichs Flagen, Wie wenig noch mein Und den Frieden sucht und liebt, stolzes Herz kann tragen, Wie Das statt Rache Sanftmuth übt. schwer ich oftmals, wenn mich Andre haffen, Mich weiß zu fassen. 5. Vergieb mir, Herr, und wende mein Verderben! Bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben, Und jener Tag vergilt nach stren gem Rechte Dem harten Knechte. 3. O wie wird das Herz beschwe ret Durch des Zornes Leidenschaft! Zankfucht, Zorn und Haß verzehret Nach und nach des Lebens Kraft, Hemmt den Lauf von unsern Jah, ren, Macht zum Himmel ungeschickt. Herr, der auf mich Schwachen blickt, Auch du wollest mich bewah. ren, Daß des Jahzorns Raserei Nie des Herzens Meister sei. 6. So hilf mir denn die Rachbe, gier ersticken! Laß sich dein Bild in meine Seele drücken, So werd' ich mich versöhnlich finden laffen, Nicht wieder haffen. 7. Flucht mir mein Feind, so gieb, daß ich ihn segne, Und seinem Grimm mit Freundlichkeit begegne, Daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. 4. Wer mir flucht, den will ich seg nen, So wie mein Erlöser that, Und dem nachsichtsvoll begegnen, Der zum Zanken Neigung hat. Für die Feinde will ich beten, Und vor dich, du Friedensfürst, Wann du Menschen richten wirst, Ausgeföhnt mit ihnen treten. Gott des Friedens, stärke du mich mit deiner Kraft dazu. 5. Ew'ges Heil ist dem beschieden, Der nach frommer Eintracht strebt. Höchster, gieb mir deinen Frieden, Der zur Sanftmuth uns erhebt; Met. Sollt ich meinem Gott ze. 514. Gott, der du die Men. Er regiere Herz und Sinnen, Denn schen liebest, Der du nicht ein strenges Recht, Sondern lauter Gnade übest An dem fündlichen Geschlecht! Laß mich deinen Geist beleben, Daß ich, Bater, als dein Kind Liebreich fei wie du gesinnt. Herr, du woll'st den Sinn mir geben, Der bei Feh. wenn er das Herz regiert, Wird, was zu der Zwietracht führt, Nies mats Ulebermacht gewinnen, Bis einst in der Herrlichkeit Ew'ger Friede uns erfreut. Mel. Befiehl' du deine Wege oc. tern Nachsicht zeigt, Und mit Sanft. 515. Nie will ich wieder flu. muth spricht und schweigt. 2. Laß mich meines Nächsten scho. nen, Willig tragen seine Last, Und fo lang' ich hier soll wohnen, Bleibe Bank sucht mir verhaßt! Das, oGott, ist auch dein Wille, Und die Eintracht liebest du, O so hilf mir auch dazu! Gieb ein Herz mir, das die Stille 8. Verleih' mir das, um deiner Sanftmuth willen, So erb' ich auch im Lande deiner Stillen Die Ses ligkeit, wozu sie jenes Leben Einst wird erheben. chen, Wenn mir mein Haffer flucht; Nie dem zu schaden suchen, Der mir zu schaden sucht. Ich will ihm sanft begegnen, Nicht drohen, wenn er droht; Schilt er, so will ich segnen; Dies ist des Herrn Gebot. 2. Mein Jesus, der Gerechte, Vergalt die Schmach mit Huld; Pflichten gegen den nächsten. Die Wuth ergrimmter Knechte Er trug er mit Geduld. Sollt' ich denn wieder schelten, Da er nicht wieder schalt, Mit Liebe nicht vergelten, Wie er dem Feind vergalt? 3. Verläumdung dulden müssen, Jit schwer; doch diese Pflicht Wird leicht, wenn das Gewissen Für meis ne Unschuld spricht. Dies will ich treu bewahren, So bessert sich mein Feind, Und lehrt mich flug verfahren, Indem er's bdse meint. 4. Ich will die Fehler scheuen, Die er von mir ersanm; Auch die will ich bereuen, Die er nicht wissen kann; Durch Huld will ich mich råchen, An ihm das Gute sehn, Und Gutes von ihm sprechen; Wie Fönnt er lânger schmäha? 5. Im Haß ihn zu ermúden Will ich ihm gern verzeihn, Und als ein Christ zum Frieden, zu Diensten willig sein. Wenn mich zu unter treten, Ihn Güte mehr erhißt, So will ich für ihn beten lind Gott ver traun; Gott schützt! Mel. Mir nach, spricht Christus: c. 516. Verbittre dir dein Leben nicht, Christ, durch eigne Rache; Vergeben ist des Menschen Pflicht, Vergelten Gottes Sache. Die Sanftmuth, die sein Wort gebeut, Liebt Feinde, segnet und verzeiht. 2. Wahr ist's, empfindlich ist der Schmerz, Von Menschen Unrecht leiden; Und dennoch soll des Chri, sten Herz Haß, Born und Rachsucht meiden, Soll nicht sein eigner Rich ter sein, Soll alles Unrecht gern verzeihn. 3. So widrig diese Pflicht dir scheint, So mußt du sie doch üben, 299 Sonst bist du nicht des Heilands Freund, Der sie dir vorgeschrieben; Empórt dein Herz dawider sich, So sieh auf ihn, besiege dich. 4. Wer hat wohl größern Widerspruch Von Sündern hier erduldet, Als er, der Herr, der Schmach und Fluch Von Andern nie verschuldet; Und dennoch will er langmuchsvoll, Daß keiner ewig sterben soll. 5. Ihm folgen, ist dein wahrer Ruhm; Beleidigern verzeihen, Ist Ehre für dein Christenthum; Sich ihres Falls nicht freuen, Den, der dich schmäht, nicht wieder schmähn, Gereicht dir selbst zum Wohlergehn. 6. Im Zorn denkt Niemand ernst. lich nach, Bas sei des Höchsten Wille. Die Rache reizt zu neuer Schmach, Bringt nicht den Feind zur Stille, Und Rache macht nicht ungeschehn Die Schmach, womit uns Feinde schmähn. 7. Die Rachgier reißt Gerechtig keit, Reißt Glauben aus dem Hersen, Stórt des Gemüths Zufrie denheit, Und straft mit bittern Schmerzen. Sie hindert Dank, Geber, Bertraun, Und raubt den Much, auf Gott zu baun. 8. Durch Sanftmuth( übe nur die Pflicht) Wirst du den Feind bes siegen. Draube deiner Seele nicht Dies göttliche Vergnügen; Dann wird der Herr auch dir verzeihn, Dein Vater und Vergelter sein. 9. Laß mich aus Liebe, Gott, zu dir Das Unrecht nicht selbst rächen. Du wirst, verzeih' ich gern, auch mir Ein gnád'ges Urtheil sprechen. Von dir kommt auch der Sanft muth Sinn; Nach deiner Gnade gieb mir ihn. 20 300 Besondere Pflichten In voriger Melodie. 517. Der du, dem Tode nah, für die, Die dich erwürgten, batest, Der du bei deinem Vater sie, Mein Heiland, selbst vertratest, möcht' ich doch dir ähnlich sein, Und meis nem Feinde gern verzeihn! 2. Wie könnt' ich hoffen, Troft im Tod', Huld im Gericht zu finden? dir noch flehen: richte, Gott, Mich nicht nach meinen Sünden! Hört ich nicht deine Stimm' in mir: Wenn du vergiebst, vergiebt Gott dir! 3. Du Stimme Gottes, schalle mir Durch meine ganze Seele! Daß ich mit Ernst, o Gott, vor dir Drauf achte und dann wähle! Der wählt den Segen, wer vergiebt, Und der den Fluch, wer Rache liebt. 4. Sei, Seele, werth der Selig, keit, Dich selbst zu überwinden; Duld' und vergieb, denn Gott ver, zeiht, Und straft nicht deine Sün den. Nicht Rache, Segen rufe du Begnadigte, dem Feinde zu. 5. Auch mein Beleidiger hat Theil Am Heiland aller Sünder; Mit Blut erwarb auch ihm das Heil Der Todesüberwinder. An mich und ihn ergeht der Ruf Des Got tes, der uns beide schuf. 6. O könnt' ihn meine Sanftmuth noch Zur Seligkeit bekehren, Und ihn der Liebe sanftes Joch mit Freuden tragen lehren! Wie góttlich würd' es mich erfreun, Der Retter meines Feinds zu sein! 7. Wie würd'er mich am Weltge. richt Dann Freund und Bruder nennen, mir danken, und sich ewig nicht von meiner Seite trennen, Und Gott erhöhen, dessen Hand llus für die Ewigkeit verband. des Christenthums. 8. Wie gern will ich, Gott, auf dein Wort Haß und Verfolgung leiden! Wie gern verzeihn, da du mirs dort Vergiltst mit solchen Freuden, Wenn mir im Himmet einst mein Feind Dankbare Fren denthránen weint. me 1. Kommt her zu mir, ſpricht. 518. Mich deiner Gnade zu ers freun, In Thaten auch ein Christ zu sein Und dir, o Gott, zu leben, Hilf mir, dem Feinde, der mich kränkt Und mich zu unterdrücken denkt, Voll Sanftmuth gern vergeben. 2. Wenn er auch gleich mein Glück zerstört, So bleib' er doch als Mensch mir werth; Sollt' ich ihn drum betrüben? Sein Haß berech tigt mich ja nicht Zur Ulebertretung meiner Pflicht; Auch Feinde soll ich lieben. 3. Du, Gott voll Nachsicht und Geduld, Erzeigst uns allen gleiche Huld Im Sonnenschein und Regen. Der Fromme fühlt sie nicht allein; Auch Bise suchst du zu erfreun; Auch sie beglückt dein Segen. 4. Und ich, ich sollte nicht wie du Voll Huld zu meiner eignen Ruh', Auch meinen Feind noch segnen? Nicht dem Beleidiger verzeihn? Aus Rachsucht unverföhnlich sein? Ihm nicht als Christ begegnen? 5. Unwürdig wär' ich deiner Huld, Unwürdig, Vater, der Geduld, Mit der du mich verschonest, Unwürdig, daß du mir verzeihst, Mit so viel Segen mich erfreust, Und einst bei dir belohnest. 6. O laß mich Haß und Rachgier scheun, Durch Wohlthun auch den Feind erfreun llnd zu gewinnen fu Pflichten gegen den Nächßen. chen; Laß mich aus Unversöhnlich keit, Die mehr erbittert, nichts ver zeiht, Nie meinem Haffer fluchen. 7. Dann fürcht' ich nicht dein streng Gericht: Ich kann mit froher Zuversicht Durch Jesum Gnade hof fen, Und nach vollbrachtem Pilgers lauf Nimmst du mich als denDeinen auf; Mir steht dein Himmel offen. Bescheidenheit und Demuth. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 519. Von dir auf diese Welt gerufen, Stehn, Schöpfer, alle Men schen hier Auf höhern und auf nie dern Stufen, Und was sie haben, kommt von dir. Sie gleichen sich nicht an Gestalt, An Neigung, Stand und an Gewalt. 2. Nicht jeder hat, was Andre haben; Und das ist Güte, denn du giebst Dem diese, jenem andre Gas ben, Weil du als Vater Alle liebst; Denn Alle sollen glücklich sein, Und Einer sich des Andern freun. 3. Beglücken und auch glücklich werden, Ist Aller Ruf, ist Aller Loos; Nur darum, Gott, ist der auf Erden Gering und arm, der reich und groß; Der hat mehr Kraft, der mehr Verstand; Und jener braucht, was der erfand. 4. Verschieden sind auch unsre Freuden, Verschieden unsre Last und Müh', Verschieden deiner Kin der Leiden, mit Weisheit, Gott, vertheilst du sie. Verschieden ist hier deine Zucht, Verschieden auch Gewinn und Frucht. 301 von dir. Ich gab dir nichts zuvor, und ich Bin alles was ich bin durch dich. 5. Wer hat mich Andern vorges 30gen? Wer wieder andre Menschen mir? Du, Herr, durch freie Huld bewogen; Denn alles Gute kommnt 6. Und ich, ich sollte nicht be, scheiden, Ich stolz und übermüthig sein? Ich den nicht achten, den bes neiden? Mich, weil er mehr empfing, nicht freun? Als wär' ich, hätt' ich mehr als er, Auch beffer dann, auch seliger? Leben mich meines Glücks und 7. Laß, Gott, in meinem ganzen Vorzugs nicht zu Andrer Krans kung überheben, Verkennen nicht der Demuth Pflicht, Nicht blos auf meinen Vorzug sehn, und Ane drer Gaben ftolz verschmähn. 8. Nein, ich will gern auch Andre ehren, Wie arm, wie niedrig fie auch sein; Sie können meiner nicht entbehren; Ich kann mich ohne sie nicht freun. Nimmt keiner meines Glücks sich an: Wie arm, wie niedrig bin ich dann! 9. Wer eitler Ehre gern entbeh. ret, Und Tugend an Geringen gern Erkennt und schäßet, der verehret Der Niedrigkeit und Hoheit Herrn. Und Demuth und Bescheidenheit Giebt Allen Liebenswürdigkeit. 10. Sie schmückt das Alter, giebt der Jugend Den größten Reiz, den Gaben Berth, Giebt wahre Hoheit jeder Tugend, Die eiteln Schims mer gern entbehrt, Bewahrt vor Misgunst und vor Neid, Giebt dem Verdienste Würdigkeit. 11. Gieb, Herr, zu allen deinen Gaben Auch diese: laß vom Stolze rein Uns Alles brauchen, was wir haben, Uns durch einander zu ers freun! Dann sind wir all' in deis nem Reich Ganz selig und einander gleich. 20* Besondere Pflichten des Christenthums. 302 Met. Nun freut euch lieben: c. 520. Wer wahre Herzens. Demuth liebt, Den Nächsten nicht verachtet, Und gern was recht und gut ist übt, Ist hoch bei Gott ge. achtet. Gott ehrt ihn wieder; sein Geber Wird nimmermehr von dem verschmäht, Der auch aufs Niedre schauet. 2. Den Stolz verfolgen Schmach und Spott, Auch oft schon auf der Erde; Ihm widersteht gewißlich Gott, Daß er erniedrigt werde. Wer, wenn ihn Gott zu Ehren setzt, Sich seiner Gaben unwerth schätzt, An dem hat er Gefallen. 3. Hat Gottes milde Baterhand Zehn Centner dir gegeben, Kannst du durch Ansehn und Verstand Des Nächsten Glück erheben: Was bist du? immer Gottes Knecht; Dein Vorzug giebt dir nie ein Recht, Den Kleinsten zu verachten. 4. Der Herr voll göttlicher Ge. walt Ift auf der Welt erschienen Arm, niedrig und in Knechtsgestalt; Warum? um uns zu dienen. Er wehrte dem, der ihn erhob Und wählte für der Menschen Lob Selbst Schmach, um sie zu retten. 5. Ich bin dein Jünger, Heiland, ich Bekenne deinen Namen; Sei du mein Vorbild! stärke mich, Dein Beispiel nachzuahmen. Du rufit ja allen Menschen zu: Lernt Demuth, und ihr werdet Ruh' Für eure Seele finden. Sorge für des 27ächsten Scelenglick. Mel. Es ist das heil uns zc. 521. Gott, meines Nächsten bestes Theit Laß mich stets theuer achten; Laß mich nach seiner Seele Heit Mit Lieb' und Sorgfalt trach ten. Du schufft sie zur Unsterblich keit, Und haft sie selbst zur Seligkeit Durch deinen Sohn erlöset. 2. 3um Irrthum, zur Verschlim merung, Zu Sünd' und Eitelkeiten Durch List, durch Zwang und Anreis zung Den Schwachen je verleiten, Durch That und böses Beispiel ihn In Laster und Verbrechen ziehn, Gott, welch ein Verbrechen! 3. Laß mich nach seiner Besserung Im Glauben und im Leben Durch Rath und durch Erinnerung, Durch lehrreich Beispiel streben, Ihm Ach tung für Religion Und Liebe gegen deinenSohnFest suchen einzuprágen. 4. Je mehr du mir Gelegenheit Und Fähigkeiten giebest, Je mehr laß mich mit Redlichkeit Die Seele, die du liebest, zu retten auch befliffen. sein, Und nicht Verdruß, nicht Arbeit scheun, Dir, Gott, sie zuzuführen. 5. Giebst du mir Kinder, Herr, mein Gott, Giebst du mir Hausges nossen: Laß mich dein Recht und dein Gebot Sie lehren unverdrossen. Du gabst sie mir und deine Hand Wird dies mir anvertraute Pfand Von mir einst wieder fordern. -6. Kann ich kein zeitlichs Glück und Gut Den Meinigen erwerben, So laß sie doch das größte Gut, Die Tugend, von mir erben. Hilf, daß ich dir sie, Gott, erzieh', Selbst Sünd' und Laster eifrig flieh', Und stets behutsam wandle. 7. Gott! hab' ich eine Seele je Geärgert und verblendet, Durch Leichtsinn oder Bosheit sie Von dir, Gott, abgewendet, Ward ir. gendwo durch meine Schuld Ein Pflichten gegen Mensch verlustig deiner Huld: So gieb, daß ichs bercue. 8. Erbarmer, Vater, ja verzeih' Mir diese große Sünden. Laß mich, laß ihn auf wahre Reu' Vergebung vor dir finden; Führ' ihn zurück zur Heiligung, Laß mich durch wahre Besserung Ihn stärken und erbauen. Fürbitte für den Nächsten. Met. Herr Jesu Chrift, dich: c. 522. Für unfern Nächsten be. ten wir, D Bater, wie für uns, zu dir. Gieb, der du aller Vater bist, Gieb jedem, was ihm selig ist. 2. Dir opfert unser Lobgesang Anbetung, Ehre, Preis und Dank, Der du auch unsre Brüder liebst, lind ihnen so viel Gutes giebst. 3. Dank, daß du auch an sie ges deukst, mit Jesu ihnen alles schenkst, Su deinem Himmel sie auch schufft, Zum Glauben sie, zur Tugend rufft! 4. Des freun wir uns, und dans Fen dir, Und beten brünstig, Gott, zu dir: Laß stets sie deine Kinder sein, Und ewig deiner Huld sich freun! 5. Nimm ihrer väterlich dich an, Und leite sie auf deiner Bahn, Und bilde sie für deinen Ruhm Zu deinem Erb' und Eigenthum! den Nächsien. 303 9. In ihrer Noth verlaß sie nie; Und sind sie traurig, trósie sie! Gieb ihnen hier Zufriedenheit, Dort dei nes Himmels Seligkeit! 10. Wir alle, dert den Engeln gleich, Erheben einst in deinem Reich Dich ewig; ewig danken wir, Gott, unser aller Vater, dir. Mel. Aus ticfer Noth ruf ich zc. 523. Herr, deine Langmuch ist sehr groß, Wer kann sie gnug ermeſ. sen? Lebt gleich so mancher zugels los und seiner Pflicht vergessen: Du schonst doch seiner lange Zeit, Und trågst ihn mit Barmherzigkeit, Und willst nicht sein Verderben. 2. Der Leichtsinn herrschet im. merfort In der Berkehrten Herzen, Die, Heiligster, mit deinem Wort, Wie mit der Sünde scherzen, Und wilde Sittenlosigkeit, Gestärkt durch falsche Sicherheit, Kennt oftmals keine Grenzen. 3. Wir flehn, Allmächtiger, zu dir, Du wollst dem Uebel wehren! Noch mancher kann, das hoffen wir, Zu dir sein Herz bekehren! Nur Beis spiel, Schein und Lust der Welt Ist, was ihn in Verblendung hält, Daß er dem Bösen folget. 4. Erbarme dich, getreuer Gott, Der tiefgefallnen Seelen, Die jest verführt, in Sünden todt, Ihr wah res Wohl verfehlen. Der Wahrheit Licht erleuchte sie, Und Furcht der Strafe schrecke die, Die nicht die Liebe beffert. 6. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wahren Glück. Den, der durch dich sich führen läßt, Mach' auch im Glauben treu und fest! 7. Entreiß der Laster Tyrannei Die Sünder, Gott, und mach' sie frei, Daß fie nur deine Pfade gehn, Und einst dein Vaterantlik sehn! 8. Gieb allen in dir frohen Muth; Bewahr' ihr Leben und ihr Gut, Ihr Haus, ihr bestes Eigenthum, Des, guten Namens Glück und Ruhm! treue Baterhand Sei deinen Kin 5. Die aber thun, was dir gefällt, Erhalt' in deinem Segen; Gieb ih. nen Kraft, trotz aller Welt zu gehn. auf rechten Wegen. Und deine 304 dern wohl bekannt, Daß sie dir treu verbleiben. Besondere Pflichten des Christenthums. 6. Ein Vater und ein Hirte meint Es treulich mit den Seinen: Mehr bist du, größter Menschenfreund; Du kannst's nicht böse meinen; Drum traun wir dir und bitten dich: Erhalt' uns ferner väterlich In deiner Furcht und Liebe. 7. Dir treu zu sein ist freilich schon Gewinn für dieses Leben; Doch wirst du einstens größern Lohn Den Treugeblieb'nen geben. Dann wan deln wir in deinem Licht; Dann wird uns Sel'ge ferner nicht Des Lasters Anblick krånken. 2. Gieb, wen du jest betrübet haft, Geduld, zu tragen seine Last; Erfreu' ihn, wenn er ausgeweint; Sei du sein erster, bester Freund. Sürbitte für Leidende. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 524. Mit unsern Brüdern schließeft! seufzen wir In ihrem Jammer, Gott, zu dir: Laß sie nicht hülf. los, triste die, Die du gebeugt haft; fegne sie! 3. Der, deff du schonft, vergeffe nicht In Undank seiner Menschen. pflicht, Betrübte Brüder zu erfreun, Barmherzig und auch mild zu sein. Und laß sie nicht verderben! Ach kranke Sünder laß doch nie In ih ren Sünden sterben! Gieb, daß sie durch den Tod erschreckt, Und schnell aus ihrem Schlaf erweckt, Erst ih re Seele retten; Sürbitte für Branke. S7 el. Wenn mein Stündlein sc. 525. Für alle Kranke bitt' ich dich Mit brüderlichem Herzen. Erbarmt dein Herz nicht ihrer sich, Wer lindert ihre Schmerzen? Er leichtre was sie drückt, o Gott; Sei ihr Erretter in der Noth; Laß ihre Seelen leben. 2. Sind diese Frank, so hette sie, 3. Daß sie den Werth verlorner Zeit, Das Elend ihrer Sünden, Doch dann auch deine Freundlichkeit Und ihren Trost empfinden. Voll ernster Reue und voll Schmerz Empfinde ihr zerschlagnes Herz, Daß du so gern vergebest. 4. Hilf ihnen, daß sie deiner Huld Sich freudig überlaffen, Und sich in Hoffnung zur Geduld Ermuntern und sich faffen. O möchte doch dein Will' allein Ihr Will', und ihre Freude sein, Was du für sie be 5. Den Kranken, der nun sterben foll, Laß, Vater, selig sterben; Er eile froh und wonnevoll zu deinen Himmelserben. Sein Geist, von Sünde ganz befreit, Und zu des Sohnes Bild erneut, Geh' ein zu deinen Freuden. 6. Den Kranken, der durch dich geneft, Den lehre heilig leben; Der müffe dir, von dir erlöst, Sein Herz zum Opfer geben! Er wandl in fteter Wachsamkeit, Nie mehr verführt zur Sicherheit, Der Ewig Feit entgegen! SFürbitte für Sterbende. Mel. Ich hab meine Sach' Gott 26. 526. Du wollst erhören, Gott, ihr Flehn, Nicht ins Gericht mit ihnen gehn, Die jeho deiner Ewig, Feit Sich nahn, befreit Nun bald von dieser Eitelkeit. 2. Des Lebens und des Todes Pflichten der verschiedenen Stände gegen einander. 305 Herr! Nun ist für sie die Zeit nicht mehr! Du hast gezählet all' ihr Haar, Ihr Todesjahr Bestimmt, als keine Zeit noch war. 3. Erfüllt ist ihrer Leiden Zahl; Sie weinen heut' das letzte mal! Ach sei in ihrer Todesnoch Ihr Gott, ihr Gott! Ein Schlummer sei für sie der Tod! Pflichten der verschiedenen Stande gegen einander. Der Obrigkeit und Unter. thanen. 4. Vollende, Bater, ihren Lauf, Nimm sie zu deinem Frieden auf! Verwirf sie, wenn ihr Herz nun Mel. Es ist das Heil uns ic. bricht, Verwirf fie nicht, Herr 527. Erhale uns, Herr, die Herr, von deinem Angesicht! Obrigkeit, Die du uns gabst, auf Erden Mit Wohlstand und mit Sis cherheit Durch sie begiückt zu wer den; Verleih' ihr Weisheit, Trieb und Kraft, Was wahres Wohl dem Lande schafft, Mit Sorgfalt wahr. zunehmen. 5. Wend' ihrer Krankheit bangen Schmers; Von ihm entladen, ruh' ihr Herz, Daß ihre müde Seele frei Von Tauscherei Des heiß entflammten Leibes fei! 6. In ihr erschaffe deine Ruh', In ihrem Herzen bete du, Geist Got tes, daß sie glaubend traun, Auf Jefum schaun, Auf Jesum, in des Todes Graun! 11. Entschlummert, geht voran zu Gott, Euch segne, segne, segne Gott! Wenn euer Auge sterbend bricht, Leit' euch fein Licht, Tröst euch des Vaters Angesicht! 7. Bet' unaussprechlich, Geist des Herrn, Beig' ihnen ihren Lohn von fern, Laß sie, wenn sie zum Vater flehn, Getröstet sehn, Wie der sie liebt, zu dem sie gehn. 8. Ach Gnade, Gnad' ergeh' für Recht, Denn von dem menschlichen Geschlecht Ift selbst der Heiligste nicht rein, Kann keiner dein, Gott, ohne deine Gnade sein. 9. Sei ihnen, Gott, nicht fürchterlich! Erbarme, Richter, ihrer dich! Im letzten Kampfe rufen sie; Erhóre sie! Erlöse, Gott, erlöse sie! 10. Zu sterben, Herr, gieb ihnen Muth, Durch Jesu Todesschweiß und Blut, Vergoffen in Gethsema ne Und auf der Höh', Der Schedelstätte dunklen Höh'. 2. Gieb, daß sie uns mit Bater. hand, Dir, Höchster, gleich regiere, Und deinen Segen in ihr Land Durch gute Anstalt führe, Der Unschuld Schirm und Wächter sei, Den Redlichen im Land' erfreu', Dem Unrecht kräftig steure. 3. Laß uns, von ihrem Schuh bewacht, Des Friedens Glück genies ßen, lind ruhig unter ihrer Macht Das Leben uns verfließen. Hilf, daß wir in Gottseligkeit Dir dienen und schon in der Zeit Die Frucht davon empfinden. 4. Beschirme sie durch deinen. Schuß, Daß, die ihr Uebels gónnen, Mit ihrer List und ihrem Truß Ihr niemals schaden können. Nie fehle jeder guten That, Die sie sich vorgenommen hat, Dein seg nendes Gedeihen. 5. Gieb denen Eifer, Fleiß und Treu, Die ihr find untergeben, Daß Besondere Pflichten des Christenthums. Jedermann befliffen sei, Nach sei. Die rechte Bahn verlieren; Vor ner Pflicht an leben. Erleichtre ihr des Lebens Müh'; Mit deinem Segen króne sie, Und sei ihr Lohn auf cwig. Schmeichlern auch bewahre sie, Daß die sie nicht verführen. Lehr' sie ihr eignes Herz durchschaun, Und nur mit Furcht sich selber traun, Und dich um Weisheit bitten! 6. Laß sie mit uns befliffen sein, In deiner Furcht zu leben, lus deiner Oberherrschaft freun, mit ihr dein Lob erheben, Daß so vor deiner Majestát, Die über alle Ho heit geht, Regent und Volk sich beuge. 306 Mel. Nun freut euch lieben ze. 528. Gett, der Thron der Gott, der Thron der Herrscher ist Ein Schemmel deinen Füßen. Sie sind nur Fleisch; du aber bist Gott, dem sie dienen müss sen! Das Reich ist dein und dein die Welt! Du, der sie schuf und sie erhält, Du bist allein ihr Herrscher! 2. Zu Fürsten sprachst du: Fürch, ter mich, Den Herrn, der Erde Göt. ter! Regiert mit weiser Hutd wie ich, Und feid der Unschuld Retter! Schafft Recht den Armen, lasset nicht Die Witwe seufzen im Ges richt; Laß nicht den Frevel siegen! Gits 3. Ihr seid wohl Götter; aber bald Sollt ihr wie Menschen sterbent! Weh dann euch, habt ihr die Ges walt Gemißbraucht, zu verderben! Ich selbst will euer Richter sein; Ein jedes Volk der Erd' ist mein! Von euch will ich es fordern! 4. Unendlicher, regiere sie, Daß fie getreu dir dienen! Verlaß mit deiner Huld sie nie, Noch ihr Geschlecht nach ihnen! Die Furcht vor dir, Barmherzigkeit, Und Weisheit und Gerechtigkeit Sei ihres Haups tes Krone! 5. D Weltbeherrscher! laß sie nie 6. Herr, laß dein Wort auch auf dem Thron' Mit Ehrfurcht Glauben finden; Laß Fürsten auch auf deinen Sohn Fest ihre Hoffnung gründen. Gott, sie sind Sünder so wie wir; Laß sie doch nicht ihr Theil blod hier In diesem Leben haben! geht, 7. So weit dein Reich auf Erden geht, Flehn darum deine Christen: Erhöre guådig dies Gebet, Du Vas ter deiner Christen! So weit dein Reich, die Erde, geht, Wird jeder deine Majestät In seinem Fürsten ehren. Met. Lobt Gott, ihr. Christen ze. 529. Gott, deiner Stärke freue sich Der Land'sherr allezeit; Sein Auge sehe stets auf dich; Sein Herz sei dir geweiht! 2. Begnadiget mit deiner Kraft, Und deines Geistes voll, Gedenk' er stets der Rechenschaft, Die er dir geben soll. 3. Groß und voll Müh' ist seine Pflicht, Und er ein Mensch, wie wir; Wie sehr braucht er vor Undern Licht Und Rath und Kraft von dir? 4. Verleih'ihm das, wenn er be gehrt, Dir áhnlich, Gott, zu fein, Und laß ihn, in dein Bild verklärt, Sein Volk, wie du, erfreun! 5. Er zeig' auf feinem Stuhle sich, Als deinen treusten Sohn; Deu Lastern sei er fürchterlich, Der Tu gend Schus und Lohn! 6. Beglückter Herzen Liebe sei Pflichten der verschiedenen Stände gegen einander. 307 Sein edelster Gewinn, Und kein gerechter Seufzer schrei' Um Rache wider ihn! Tadler! o so denk' und sprich: Er ist auch ein Mensch wie ich. 7. Um seinen Stuhl sei immers dar Recht und Gerechtigkeit Und dann beschütz' ihn in Gefahr Und wenn ihm Unglück dráu't. 7. Ach! wie oft verführt ihn nicht Zur Bergessenheit der Pflicht, Schmeichelnd oder ránkevoll Der, den er beglücken soll. 8. Er wünsche nie der Helden Kuhm, Doch zeucht er in den Krieg Fürs Vaterland und Eigenthum, So folg' ihm Muth und Sieg. 8. Ist er nicht gewissenhaft: Seis nes Wandels Rechenschaft Laß dem Herrn, und sich nur du, Daß du selbst gerecht seist, zu. 9. Auch ihm hast du bestimmt das Ziel, Daß er erreichen soll. D waren feiner Tage viel, Und jeder segensvoll! 9. Obrigkeit und Unterthan, Bes tet Gott den Höchsten an! Fürchs tet ihn, denn sein Gericht 3st ges recht; drum fündigt nicht! 10. Sein werd' in jedem Flehn zu dir Mit Lieb' und Dank gedacht! Mel. Nun freut euch lieben zc. Erhör' und, Gott! so jauchzen wir, 531. Dein ist das Licht, das Und preifen deine Macht. Mel. Nun kommt der Heiden 26. uns erhellt, Dein, Gott, das Amt der Lehrer! Welch' ein Geschenk für 530. Ehre, Christ, den obern deine Welt, Für deines Worts Verehrer! Dies lehr' uns deiner Bos ten Mund, So wird dein Reich uns Allen kund, Uns kund der Weg zum Leben. Stand, Gieb den Schoß mit treuer Hand; Gieb, was dir gebühret, gern. Obre sind gesetzt vom Herrn. 2. 3ur gemeinen Wohlfahrt sei Den Gefeßen stets getreu! Wel cher gern Befehl vollführt, It so froh, wie wer regiert. 3. Denn nur des Gesetzes Kraft, Ist es gleich noch mangelhaft, Giebt dem Volke Sicherheit, Ord. nung und Zufriedenheit. 4. Schaue Jesum Christum an; Er, wie du, ein Unterthan, Und doch aller Fürsten Gott, That was das Geset gebot. 5. Folge diesem Beispiel treu, Damit dein der Segen sei: Ruh's ges Leben in der Zeit, Heil bei Gott in Ewigkeit. Pflichten der Lehrer und Juhörer. 6. Selbstbeherrschung ist so schwer! Irrt dein Herrscher, strauchelt er, 2. O welch ein Amt, Betrug und Wahn Und Laster zu bestreiten, Und Seelen auf der Wahrheit Bahn Zu dir, o Gott, zu leiten! Wie edel! aber auch wie schwer! Laß jeden Lehrer täglich mehr Den hohen Ruf empfinden! 3. Gieb ihnen deiner Weisheit Licht; Mehr' ihnen alle Gaben, Die sie zu unserm Unterricht Von dir empfangen haben; Laß ihre Lehren wahr und rein, Fest ihren eignen Glauben sein, Ihr Leben fromm und heilig. 4. Gieb, daß mit sanfter Nachsiche sie Der Schwachen Einsicht tragen, Und Eeimt nicht gleich der Sagme, Besondere Pflichten des Christenthums. 308 nie An seiner Frucht verzagen; Gieb auch, daß sie ohn' Unterlaß Und ohne Bitterfeit und Haß Des La sters Schand' entblößen. 5. Gieb, daß mit Rührung und mit Lust, Wenn sie uns unterweis fen, Sie, ihres Segens sich bewusst, Der Tugend Werth uns preisen; Nicht müff uns nur ihr Unterricht, Nein, felbst auch ihres Beispiels Licht Auf deine Wege leiten! 6. Laß sie den Irrenden zurück zu deinem Lichte führen; Ihn, eifrig für sein wahres Glück, Beschämen, innigst rühren! Laß sie geduldig fein, gelind, Nicht ftol; noch hart, stets so gesinnt, Wie Dienern Chris sti ziemet. 7. Trifft sie Verfolgting oder Spott, So laß sie dann mit Freuden, Mit unerschrocknem Muth, o Gott, Für deine Wahrheit leiden. Du fendest fie; fie ehren dich. Umsonst emport die Hölle fich, Die Wahrheit zu vertilgen. 8. Belohne gnádig fie schon hier! Dein Segen fei mit ihnen! Doch laß sie ohne Lohnsucht dir Und ih ren Brüdern dienen; Laß sie mit Vorsatz nie betrübt, Von allen Red. lichen geliebt, Geehrt von Allen werden. Ehe Freuden; Du, der du Mann und Weib erschufst, Und sie im Glück, so wie im Leiden, zu großer Pflich. ten llebung rufft, Gieb, daß wir Beide dir uns weihn, Und dein uns über alles freun. 2. Erhalte uns auf deinen Wegen, Nimm alles unsers Thuns dich an, Und laß uns jedes Glückes Segen Mit Dank aus deiner Hand em pfahn, Wenn mit vereinigtem Ges bet Das Herz zu dir um Hülfe fleht. 3. Dir sei durch deines Geistes Triebe Geheiligt unser Geist und Leib. Gieb, daß mit ungeschwächter Liebe Sich unser Herz ergeben bleib'; Mit Liebe, die voll Zärtlich. keit Einander sich zu dienen freut. 4. Kein Theil verbittre seine Tage Dem Andern je durch Ungestüm; Und trifft den Einen Laft und Plas ge, So mildre sie der Andre ihm; Das Glück, deß sich der Eine freut, Schaff auch dem Andern Freudig, 9. Und wenn sie, deinem Ruf ges treu, Durch deines Geistes Gaben, Viel Seelen, von der Sünde frei, Zu dir geführet haben, So laß am Tage des Gerichts, Im Glanze deines Angesichts, Sie deines Lohns fich freuen. Feit. 5. Laß uns einander, wo wir feh. len, Sanftmüthig nachfehn und verzeihn, Und uns mit dir geweih, ten Seelen Im Guten stets zu wach sen freun. Wie wächst dann jeden Augenblick Mit unsrer Tugend unser Glück! 6. Und gönnst du uns, o Gott, die Freude, Aus unsrer Ehe Frucht zu fehn, Wie fröhlich wollen wir dann Beide, Allgütiger, dein Lob erhöhn. Und eifervoll uns auch bemühn, Dem Himmel Bürger zu erziehn. Pflichten der Eheleute. el. Wer nur den lieben Gott: c. 7. Laß nichts uns dann die Hoff nung mindern, Dir einst zu sagen: hier sind wir; Hier sind wir, Gett, mit unsern Kindern; Sie folgten 532. Von dir, Gott, sind der uns, fie folgten dir; Nimm und mit Pflichten der verschiedenen Stände gegen einander. 309 unsern Kindern an; Laß uns, laß fie dein Reich empfahn. 9. Erweckt des Guten schnell Ges fühl In ihren Herzen; euer Ziel Sei nicht blos Anstand vor der Welt, Sei Liebe deß, was Gott gefällt. Mel. Vor deinen Thron tret' zc. 10. Gewöhnt sie an der Tugend Müh', An Ernst, an Fleiß, und leh 533. Groß ist, ihr Eltern, eure ret sie, Daß Arbeit keine Sclaverei, Daß sie das Glück des Menschen sei. Pflicht! Verzártelt eure Kinder nicht; Gewöhnet fie in früher Zeit Bu nüßlicher Geschäftigkeit. 11. So nehmt euch ihrer Seelen an! Gott richtet einst, und fordert dann, wenn ihr nicht eure Pflicht hier thut, Von eurer Hand der Kinder Blut. 12. Erwägts und fürchtet sein Ges richt, Um auch vor seinem Angesicht Euch ewig ihrer zu erfreun; Denn sie sind sein Geschenk und sein. Pflichten der Eltern und Binder. 2. Wohl euch, wenn keines je ver gißt, Was aller Weisheit Anfang ist: Die Furcht vor Gott, der Alles sieht, Und straft was Böses hier geschieht. 3. Lehrt sie, wenn ihr Verstand erwacht, Gott kennen, seine Lieb' und Macht; Lehrt sie auf seine Werke sehn, Und was sie lernen auch verstehn. Mel. Freu' dich sehr, o meine zc. 4. Sorgt zwar für ihren Leib, 534. Herr, tie Kinder, die ich doch mehr Für ihre Seel' und schaut umher, Was ihrer Unschuld schaden kann, Und führt sie früh zur Tugend an. 5. Erstickt durch Unterricht und Zucht Der ersten Sünden Keim und Frucht, Damit sie Gottes Ebenbild Früh werden, liebreich, sanft und mild. 6. Vor Kindern seid auf eurer Hut; Sie sehn begierig, was ihr thut, Und thun, vom Sinnlichen gerührt, Wozu sie euer Beispiel führt. habe, Gabst du mir, und sie sind dein. Sollt' ich dir für diese Gabe Nicht von Herzen dankbar sein? Theuer sei ein jedes mir, Als ein Segen, Gott, von dir! Dir auch Jedes zuzuführen, Laß mich deinen Geist regieren. 8. Muthwillen nennt nie Wik; nie preift Des Kindes schadenfro. hen Geist Als Munterkeit; ein falsches Herz Und Lügen nie, als Spiel und Scherz. 2. Du, du warst in jedem Alter, Von der Kindheit an, mein Gett; Sei, mein Schöpfer und Erhalter, Sei auch meiner Kinder Gott; Gegne und behüte fie, Deine Huld verlaß sie nie, Daß sie dir zum Wohlgefallen Früh schon deine Wes 7. Ihr junges Herz ist schwach und weich: Drum rühmt vor ih.ge wallen. ren Ohren euch Der Uebertretung eurer Pflicht In eurer frühen Jugend nicht! 3. Mannigfaltige Gefahren War ten ihrer in der Welt; Wer vermag sie zu bewahren, Wenn sie deine Hand nicht hält! Von Berführung werde nie, Herr! ihr Herz besiegt; laß fie Nur auf deine Stimme hö ren, Sündenlust sie nie bethören. 4. Gieb, daß sie mit Ernst dir die Besondere Pflichten des Christenthums. 310 nen; Sei ihr Beistand und nimm nie Deinen guten Geist von ihnen; Deine Wege leit' er sie. Baß sie keine Arbeit scheun, Názlich für die Welt zu sein, Sich des Mangels zu erweh. ren, Ihres Fleißes sich zu nähren. 5. Laß sie jeden Tag auf Erden, Dich zu lieben williger, Weiser stets und beffer werden, Andern immer núßlicher! Gieb so viel, als dir gefällt, Ihnen von dem Glück der Welt; Nur daß weder Stolz noch Freude Sie von deiner Liebe fcheide. 6. Der Triumpftag der Gerech ten Sei ein Wonnetag auch mir! Hilf, daß dann zu deiner Rechten Keins mir fehle, Herr, vor dir; Dann frohlock' ich: Bater, sieh! Hier bin ich; hier sind auch die, Welche du mir haft verliehen, Sie zum Himmel zu erziehen. hier Jesus Christ, das Heil der Sünder. Er, so hoch geehrt von dir, War ein Beispiel frommer Kin der, War von seiner Kindheit an Seinen Eltern unterthan. 3. Laß auf ihre Winke mich Kinds lich und mit Sorgfalt achten, Ja selbst ihren Wünschen mich Noch zuvorzukommen trachten, Gern was sie vergnügt, vollziehn, Stets was ihnen mißfällt, fliehn. 4. Mir sum Muster dien' auch 5. Freude sei mirs, ihm auch hier Nachzuahmen; o wie billig, Wie gefällig, ists, Gott dir! Mache du mich dazu willig! Woht mir dann! Es wird auch mein Dein verheiß ner Gegen sein. Ser. Macy's mit mir, Gott,*. 536. Herr, mein Vater, dein Gebot Sei mir ins Herz ges schrieben: Den Eltern sollst du bis zum Tod Gehorchen und sie lieben. O dieser theuern, süßen Pflicht Vergesse meine Seele nicht. 2. Von meiner zarten Kindheit an Erzeigten sie mir Gutes; Mehr, als ich je vergelten kann, Erzeigten sie mir Gutes! Und noch sind sie für mich, ihr Kind, So zärtlich und Mel. Jesus, meine Zuversicht sc. 535. Gort! dir fei mein Dank so gut gefinnt. geweiht, Heilig dir mein ganzes Leben: Denn aus freier Mildigkeit Hast du selbst es mir gegeben, Es durch Eltern mir verliehn, Die zur Tugend mich erziehn. 2. Hilf, daß gegen sie mein Herz Kindlich sei, nicht bloß so scheine, Daß ich, trifft sie wo ein Schmerz, Fromme Chránen zu dir weine, Für ihr Glück dir dankbar sei Und mich ihrer Freuden freu'. 3. Hilf, weil ich lebe, daß ich sie Auch wieder zärtlich liebe, Gern ihnen folge, und sie nie Erzurn' und nie betrübe, So werd' ich ihre Freude sein, Und selbst dich, o mein Gott, erfreun. Pflichten der Herrschaften und Dienstboten. In voriger Melodie. 537. Durch dich, Gott, binich, was ich bin, Und es ist deine Gabe, Daß ich als Herr so viel Gewinn Von meinen Brüdern habe; Sie leihen ihre Kräfte mir: Dies, höchster Herr! verdank' ich dir. 2. Gieb, daß ich ihnen jederzeit mit Freundlichkeit begegne, Nie Pflichten der verschiedenen Stände gegen einander. 311 mich, tyrannisch ihnen zu gebieten, mich immer hüten. hart fei, ihre Thätigkeit mit meis nem Beifall fegne, Und unter nicht's gem Vorwand nie Den ihnen schuld's gen Lohn entzieh'. 3. Erfüllen sie mit Redlichkeit, Mit Aufwand ihrer Kräfte, Was ihnen ihre Pflicht gebeut, In mei nem Hausgeschäfte, So gieb, daß ich für ihre Treu Nicht fühllos, nein, erkenntlich sei. 4. Verheißnenkohn müff' ich nie th nen schmälern, Nicht lieblos ftrenge sein bei ihren Fehlern, Und wie so leicht ich selber könne fehlen, Mir nie verhehlen. 4. Hilf, daß ich Jedem seine Pflicht, So gut ich kann, versüße, Daß er, wenn Hülfe ihm gebricht, Sie auch von mir genieße, Daß ich ihm, fehlt er, gern verzeih', Und wird er krank, sein Pfleger sei. 5. Auch der geringste Diener ist Bestimmt zum höhern Leben; Für ihn und mich hat Jesus Christ Sich in den Tod gegeben; Vor deinem Nichtstuhl hat mein Knecht Mit mir dereinst ein gleiches Recht. 6. O prág' aufs tiefste dies mir ein! Nie muff' ich mich erkühnen, Tyrannisch gegen die zu sein, Die meinem Haufe dienen. Auch, wer mir dient, ist Mensch, wie ich; Hilf, daß ich ihn so lieb' als mich. Met. Herzliebster Jesu, was 26. 538. Wie wird, o Gott, ein Mensch, wenn er regieret, um Mißbrauch seines Amts so leicht verführet, Von Eitelkeit, vom Han. gezum Gewinne, Vom Eigensinne! 2. Drum laß mich stets auf deis nen Willen fehen, Um meinem Haus fe Flüglich vorzustehen, und allen, die in meinem Dienste leben, Was recht ist geben. 3. Gieb, daß ich nimmermehr mich mog' erkühnen, Mit Härte a beherrschen, die mir dienen; Laß 5. Gieb, daß ich dankbar ihreTreu' erkenne, Gern ihnen einen beffern Zustand gönne, Und wenn ich kann, dazu mit frohem Geiste Selbst Hülfe leiste. 6. Daß ich mit Freuden mich das zu bequeme, So gieb, daß ich es recht zu Herzen nehme, Wie ich einft Rechenschaft von meinem Le ben Dir, Herr, muß geben. 7. Vor dir gilt nicht das Ausehn der Personen; Nach Jedes Wer ken wirst du Jedem lohnen Drum hilf, daß ich, als Hausherr, deinen Willen Treu' móg erfüllen! Met. Ich dane die schon durch 26. 539. Berufen hast du mich mein Gott, In Andrer Dienft zu leben, Um mir dadurch mein tåge lichs Brodt In dieser Welt zu geben. 2. Ich soll der Welt in diesem Stand Mit meinen Kräften nüßen, Und du, du willst mit Baterhand mich dabei leiten, schützen. 3. O laß in meinem Dienst mich nie Dies aus den Augen setzen; Und foftet mirs auch Kampf und Müh', Nie meine Pflicht verletzen. 4. Gieb, daß ich deinem Rufe treu, Stets meiner Herrschaft Willen, Daß sie sich meines Dienstes freu", Mit Eifer móg' erfüllen. 5. Hilf, daß ich als mein eignes Gut Das Ihrige betrachte, Auf 312 Besondere Pflichten alles, was sie meiner Hut Vertraut, mit Sorgfalt achte. 6. Nie komme mir es in den Sinn Mit raubbegier'gen Händen, Aus schnöder Liebe zum Gewinn, Thr etwas zu entwenden. 7. Die Freude, die ihr widerfährt, Ihr Wohlstand, ihre Ehre, Das alles sei auch mir so werth, Als obs das Meine wäre. 8. Erkennt sie meine Treu' auch nicht, So sei's mein Trost auf Er den, Daß sie, Gott, deinem Anges sicht Nicht kann entzogen werden. 9. Mit Wohlgefallen siehst du fie, Und wirst schon hier im Les ben Mir unter aller meiner Müh', Gott, deinen Frieden geben. 10. Kommt meines Lebens Abend dann, So nimmst du, Herr, mich Müden Mit Ehren in dem Himmel an, Und schenkst mir ew'gen Frieden. Mel. In allen meinen Thaten zc. 540. Gott, deinen weisen Wil. len Soll jeder hier erfüllen; Laß ihn mir heilig sein, Und alle meine Kräfte Bon Herzen dem Geschäfte, Zu dem du mich beriefeft, weihn. 2. Ich soll hier Andern dienen; Und dien' ich treulich ihnen, Co dien' ich dir, mein Gott. Drum hilf, der Herrschaft Willen So gern und treu erfüllen, Als deinen Wil, len, dein Gebot. 3. Lehr' ohne bittre Klagen Des Lebens Last mich tragen, Und im mer auf dich sehn; Im Reden und im Schweigen Laß mich so mich bezeigen, Wie's mit der Ehrfurcht. kann bestehn. 4. Der Herrschaft Wohlergehen Bu fördern, zu erhöhen, Sei mei. des Christenthums. nem Herzen Lust; Vor schadenfros her Freude, Bor Argwohn, Stolz und Neide, Bewahre, Höchster, meine Brust. 5. In meinem Dienst auf Erden Stets tüchtiger zu werden, Sei Freude mir und Pflicht; Ich bin ja, wo ich wandle, Bei allem, was ich handle, O Herr, vor deinem An gesicht. 6. Du bist stets der Gerechte, Der Herr der Herr'n und Kuechte, Und aller Trost und Heil. Der Niedrigs ste auf Erden Kann groß im Him met werden, Hat Fürsten gleich an dir, Gott, Theil. 7. Laß mich dies recht ermessen, Nie meine Pflicht vergessen Und recht zu thun mich freun, So wirst du, Herr der Welten, Es reichlich mir vergelten, Und ewig werd' ich glücklich sein. ausliche Glückseligkeit. Mei. Wer nur den lieben Gott:. 541. Sm Stillen wollen wir dich ehren, Dich, Gott, der from men Wandel liebt, Und Bittenden, was sie begehren, Wenn's ihnen nützt und wohlthut, giebt. Schon oft sind wir erquickt, erhört Von deinem Thron zurückgekehrt. 2. Uns, die wir zu dir flehn, vers bindet Des Blutes und der Freund schaft Band, Und unser Dank, o Gott, empfindet Die milde Leis tung deiner Hand; Er preift dich, großer Menschenfreund, Der uns in dieses Band vereint. 3. O selig, wer im Ehebunde In fester Lieb' und Eintracht lebt! Ihm wird so manche Lebensstunde Mit Seligkeit und Lust durchwebt. Er Seligkeit frommer Christen in diesem Leben. 313 Schicksal scheiden. Die Blut und Treue fest verband; Oft stört des Grams und Unfalls Wuth, Oft Krankheit ihren heitern Muth. blickt mit Ruh' und heiterm Sinn AufPfad und Ziel der Wallfahrt hin. 4. Wohl dem, dem frommer Kin der Segen Den Bund der Ehe schb. ner macht. Wenn sie im Herzen Tugend hegen, Wenn in den Blicken Unschuld lacht, Wenn sie der El tern Beispiel rührt Und auf den Weg des Lebens führt. 8. Doch trinken sie den Kelch gelassen, Den du, ihr Vater, einge> schenkt. Du zürnst nicht ewig, fannst nicht haffen, Du Gott! der seiner Kinder denkt, Und wenn ihr Glaus be standhaft ringt, Durch Leiden sie zur Wonne bringt. 5. Wohl denen, deren Hausges noffen Die Furcht des Herrn vor Augen schwebt, Und jeder treu und unverdrossen Nach seiner Pflichter füllung strebt, Wenn Eintracht und Zufriedenheit Ein Haus zum Sit des Segens weiht. 9. Mag doch des Todes Arm uns trennen: Wir werden einst uns wies derfehn, Vor Gottes Chron die Un fern kennen, Mit ihnen dankend vor ihm stehn. Da, wo kein Tod mehr trennen kann, Stehn wir vereint und beten an. 6. Denn denen, die dich scheun und ehren, Vater! strömt dein Segen ju; Sie wandeln folgsam deinen keh ren Und traun auf dich und finden Ruh', Und finden Freude, deren Werth UndDauer keine Zeit zerstört. 7. 3war oft wird auch der Kelch der Leiden Den Deinen, Herr, von dir gesandt; Oft muß die Tod und 10. Wir preisen ewig dann die Güte, Die unaussprechlich uns geliebt, Dem Gott geheiligtem Gemüthe Schon hier des Himmels Vorschmack giebt, Durch Freundschaft uns zur Ewigkeit, Zur Won ne der Verklärten weiht! Fünfte Abtheilung. Seligkeit frommer Christen in diesem und jenem Leben. In diesem Leben. Mel. Jesu, meine Freude! zc. 542. Wie getroft und fröh. lich, Herr, mein Gott, wie selig Machst du meinen Geist! Der du, die dir trauen, Führst zu grünen Auen, Und so gern erfreust. Nie mals wird bei dir, mein Hirt, Freund und Tröster meiner See, len, Mir Erquicung fehlen. 2. Deinem Rath ergeben, Freu' ich mich zu leben; Was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher; Du, mein Seligmacher, Kü ftest mich mit Much. Wenn die Welt erbebt und fällt, Wern Gericht und Hölle schrecken, Willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen, Mein Erlöfer tebe! Ich weiß, wem ich glaube, Weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecen mag Eines Freviers Herz erschüt tern; Was brauch' ich zu sittern? 314 Seligkeit frommer Christen in diesem Leben. 4. Auch in mir ist Sünde, Doch ich überwinde Sie, gestärkt durch dich. Sink' ich oft noch nieder; Du erhebst mich wieder, Du begnadigst mich. Deine Huld tilgt meine Schuld, Nie entziehst du deinem Knechte Der Erlösten Rechte. 10. Voll von deiner Güte Frohe lockt mein Gemüthe, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freu den Stärke mich im Leiden, Weiche nicht von mir! Laß mich so beherst und froh Einst durchs Thal des To des dringen, Dort deinkob zu singen. 5. Daß ich Gott erkenne, Froh ihn Vater nenne Und mich ewig Mel. Wie schön leucht't uns zc. fein; Daß ich hier am Grabe Trost 543. Wie groß ist unfre Se. und Hoffnung habe, Dank' ich dir allein; Daß dein Geist mich unter weist Und mich führt auf deinem Pfade, Dank' ich deiner Gnade. 6. Der du Blut und Leben Für mich hingegeben, Daß in meiner Noth Ich nicht hilflos bliebe, Groß ist deine Liebe, Stárker, als der Tod. Herr, und ich, ich sollte mich Deiner Huld nicht dankbar freuen, Dir mein Herz nicht weihen? 7. Würdig dir zu leben, Dies sei mein Bestreben, Meine Lust und Pflicht! Was die Welt vergnüget, O mein Gott, das gnüger Meiner Seele nicht; Hab' ich dich, wie gern will ich Das, wornach die Eiteln trachten, Reich in dir, verachten. 8. Macht ein Gut der Erde, Daß ich glücklich werde Durch Zufrie. denheit? Sind nicht auch die Eh. ren, Die die Welt bethören, Traum und Eitelkeit? Du erfreuft des Menschen Geist, Und willst denen, die dich ehren, Bleibend Glück ge. währen. 9. Deinen hohen Frieden Schmeck ich schon hienieden, Und was hoff ich dort? Unbegrenzte Zeiten Bol ler Seligkeiten Hoffe ich. Auf dein Wort Sind sie mein, durch dich als lein; Bleib ich dir getreu im Glaus ben, Wer kann sie mir rauben? ligkeit, Gott, schon in der Prüs fungszeit, Selbst unter viel Bes schwerden, wenn unser Herz sich dir ergiebt, lind treu in deinem Dienst sich übt! Wie groß wird sie einst werden! Wann sich Herrlich Jenes Leben wird anheben, wo man Freuden Erndtet von der Saat der Leiden. 2. Schon sind wir göttlichen Ge schlechts, Und freuen uns des hos hen Rechts, Ats Vater dich zu preis fen! Bei dir ist unser Baterland; Und wer will deiner starken Hand, Allmächt'ger, uns entreißen? Wenn wir Gleich hier Múffen streiten, und zu Zeiten Schmach empfinden: Hilfit du uns doch überwinden. 3. Du deckest unfre Schilden zu, Schenkst unsern Seelen wahreRuh', Und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm; Wir sind sein Volk und Eigenthum, Und Schafe seiner Weide. Gutes Muches Sind auf Erden in Be schwerden unfre Seelen; Herr, was kann bei dir uns fehlen? 4. Es bleibet zwar der hohe Werth Der Guade, die uns widerfährt, Berborgen hier auf Erden; Doch wenn der Herr vor aller Belt In Rajestät Gericht einst hält, Dann wird er sichtbar werden. Alsdank durch Vergebung der Sünden oder Begnadigung. 315 Sieht man Ihn mit Kronen uns ken, Nehm' ich ſie als Wohlthat an, belohnen, und die Seinen Ewiglich mit sich vereinen. 5. Wie glücklich, Gott, sind wir alsdann! Wie viel hast du an uns gethan! O laß uns unsre Würde Vor Augen haben jederzeit, So tragen wir mit Willigkeit Der kur zen Leiden Bürde. Herr, gieb Den Trieb In die Seelen, dich zu wäh len, und im Leben Uns dir herzlich zu ergeben! Von der Hand, die nur beglücken, Aber niemals schaden kann. Du bes lohnst mir meine Schmerzen Mit der Seele Heiterkeit, Und erleichterst alles Leid Meinem kummer vollen Herzen, Daß, mit deinem Trost erquickt, Hoffnungsvoll gen Himmel blickt. 5. Bon Gefahr und Noth umges ben Geh ich zwar den rauhen Pfad; Doch ich weiß, er führt zum Leben, Wo das Leid ein Ende hat. Solls ten mich der Erde Freuden, Sollte Mel. Sollt' ich meinem Gott zc. 544. Gott, purch welchen alle mich der Sünder Spott Dinge Sind und wirken und vergehn, Stärke mich, daß ich dir singe, Lehre mich dein Lob erhöhn! Laß mich dich im Stillen loben, Mich, den du voll Lieb' und Huld Aus den Tiefen sei. ner Schuld zu des Christen Glück erhoben; Dich erheb' ich immerdar, Der mich schuf und neu gebahr. 2. Könnt ihr die Gestirne zählen; Gottes Gnaden zählt ihr nicht; Er errettet unfre Seelen, Ist ihr Lohn, ihr Schild und Licht. Wenn wir mit den Eitelkeiten, Mit Versuchungen der Luft, Mit dem Feind in unsrer Brust, Wenn wir mit dem Tode strej, ten, Dann hilft er der Schwachheit auf Und erleichtert Kampf und Lauf. 3. Wenn uns Welt und Freunde meiden, Weil wir ihre Freuden fliehn, Dann giebt er uns feine Freuden; Unser Herz empfindet tha. Kann ich größres Glück begeh. ren? Ewiger, hat dich mein Herz, so wird es ohne Schmerz Den Besis der Welt entbehren. Alles Andre wird mir klein Gegen deine Guade sein. 4. Denn mich Leiden niederdrük. Elend und der Tod, Herr, von deis ner Liebe scheiden? Rauben meine Krone mir? Nein, ich leb' und sterbe dir. Vergebung der Sünden oder Begnadigung. tel. Wer nur den lieben Gott zc. 545. welch' ein Troſt für meine Seele, Daß, Gott, bei dir Vergebung ist, Und daß du, wenn ich Schwacher fehle, mir nicht ein strenger Richter bist. Wie könnt' ich sonst vor dir bestehn, Und der verdienten Straf' entgehn? 2. Ja, deine Gnad' ist für mich Leben; Aus ihr fließt Heil und Trost mir zu. Wer ist zum Schonen und Vergeben, O Vater, williger als du? Du, den nur unser Wohl erfreut, Erzeigt ans gern Barm herzigkeit. 3. Mit Zuversicht darauf zu hof fen, Ermuntert uns dein eigner Sohn; Durch ihn steht uns der Zutritt offen zu deinem ew'gen Gnadenthron, Benn wir uns red21 316 Seligkeit frommer lich nur bemühn, Der Sünde schnö den Dienst zu fliehu. 4. Wohl mir! wenn deine Gnad' und Treue Mein Herz zu deiner Liebe rührt, mich über mein Ver gehn zur Reue, Zu: Gorgfalt in der Beßrung führt; Dann find'ich auch in deiner Huld Gewiß Ver, zeihung meiner Schuld. 5. Und o wie wohl ist meiner Seele, Wenn ihr dein Friede nicht gebricht! Ob dann auch auß'res Glück mir fehle, So fehlt mir wah. re Ruh' doch nicht; Und die iſt mehr als alles werth, Was sonst die Welt für Glück erklärt. 6. Dann bin ich froh und gutes Muthes Bei jeder Furcht, in jedem Leid; Dann hoff' ich von dir lauter Gutes Für meine Zeit und Ewig, keit. Des Himmels Borschmack hab' ich hier, Hab' ich nur Frieden Gott, mit dir. 7. Gieb, daß ich dies zu Herzen faffe, Und mich zum Fleiß der Hei ligung Durch deine Gnade leiten laffe, So fehlt mir nie Beruhigung; Und trößtest du mein Herz, o Gott, So halt' ich treulich dein Gebot. 8. Dann komm' ich auch zu jenem Frieden, Den nie ein Fehltritt unterbricht, und freue mehr noch als hienieden Mich in des höhern Les bens Licht, Des großen Glücks, im Herzen rein Und dir, Gott, ange nehm zu sein. Christen in diesem Leben Selbst mein Herz, mich zu verdam, men, Faff ich dennoch Much im Schmerz; Gott ist größer, als mein Herz!" 2. Er, der das Verborgne kennet, Kennt auch mich, und weiß allein, Wie dies Herz von Sehnsucht bren net, Ganz sich seinem Dienst zu weihn, Schaut den Kummer meiner Seele, Der mich beugt, so oft ich fehle, Sieht nicht meiner 3weifel Wahn, Sondern meinen Glauben an. 3. mir auch ist sein Sohn gege, ben; Durch den Glauben ist er mein. Ja, ich weiß, ich werde leben, Und in ihm einst selig sein. Mich sah Gott von seinem Throne; Mich erwählt er in dem Sohne, Eh' noch seiner Allmacht Ruf Mich und alle Wesen schuf. Met. Jesu, der du meine Seele zc. 546. Schweiget, bange Zweis fel, fchweiget! Mein Erbarmer ist getreu, Und sein Geist in mir be zeuget, Daß ich Gott versöhnet sei. Tritt gleich alles nun zusammen, 4. Wer will nun noch den verklas gen, Den Gott selbst zum Leben wählt? Den noch zu verdammen wagen, Den er zu den Seinen zählt? Hier ist Gott, mich kann nichts schrecken; Gottes Huld will mich bedecken! War ich gleich der Sün de Knecht: Er, mein Gott, macht mich gerecht. 5. Theuer bin ich ihm erworben! Heil mir! hier ist Jesus Christ, Er, der auch für mich gestorben, Auch für mich erstanden ist, Der zur Rechten Gottes fizet, Auf mich sieht, mich mächtig schützet, Mich vertritt, mich nie verstößt, Mich aus aller Noth erlöst. 6. Nun so mag das Unglück stür. men! Alles um mich her sei Nacht! Gott, mein Gott, wird mich beschir men, Der für seine Kinder wacht. Wenn ich hier auch hilflos bliebe, durch Vergebung der Sünden oder Begnadigung. 317 Leitet mich doch seine Liebe Durch die Leiden dieser Zeit Zur beglück ten Ewigkeit. nicht von Sündenliebe fern Dir zu gefallen streben? Wen deine Gnade dazu rührt, Wen sie zum Fleiß der Beßrung führt, Den führt sie auch zum Frieden. Mel. Nun freut euch lieben 2c. 547. Ach! wäre nicht, o Herr, Mel. Herr Jesu Christ, dich zc. bei dir Vergebung unsrer Sünden, Wir Fehlende, wo würden wir Ge. 548.Welch eine hoheSeligkeit, wissensruhe finden? Wie oft vergeffen wir nicht, Gott, Dich und dein väterlichs Gebot, Und folgen schnöden Trieben! Von deiner Strafen Furcht befreit, Im Herzen durch den Glauben rein, Und vor dir, Gott, gerecht zu sein! 2. Dich nicht zum Richter, nicht zum Feind, Allmächtiger, dich nur zum Freund, An deines Sohnes Liebe Theil, O Gott, zu haben: welch ein Heil! 3. Du sagst's, daß der, der für uns starb, Durch seinen Tod dies Heil erwarb; Du schenkest es, ( dein Wort ist fest) Dem, der sich auf dein Wort verläßt. 4. Er sieht voll Freude dann auf dich, Und dein Gewissen stillet sich. Er wird voll Muth und Zuversicht; Denn du, o Gott, verdammst ihn nicht. 2. Wer kennt sein Herz und schämt sich nicht Vor deinem Angesichte? Wer fühlt, daß Unschuld ihm gebricht, Nicht in der Wahrheit Lichte? Soll's uns, wie wirs verdies nen, gehn, Wer kann dann wohl vor dir bestehn? Auf Erden wahr. lich keiner. 3. Und dennoch, Bater, schonest du; Du willst nur unser Leben; Schaust uns mit großer Langmuth zu, Bist willig zum Vergeben, Und tilgst erbarmend unfre Schuld, Wenn sie uns reut, und deine Huld Uns auch zur Beßrung leitet. 4. Erbarmen ists, und nicht Verdienst, Daß du uns, Gott, so liebest, Daß du in Jesu uns erschienst, Wie du so gern vergiebest, So gern ein reuerfülltes Herz zur Beßrung stärkst und seinen Schmerz Mit deinem Troste heilest. 5. Wohl uns! daß du mit so viel Huld Verschuldeten begegnest Und mit Verzeihung aller Schuld Vor dir Gebeugte segnest. Auf ewig, Bater, sei dir Dank, Und deiner Gnade Lobgefang Sei ein dir hei lig Leben. 6. Wer sollte sich auch dir nicht gern, Allgütiger, ergeben? Wer 5. Nun hat er Friede, Herr, mit dir, Die Ruhe kommt zurück; mit ihr Die Hoffnung jener Seligkeit, Der er sich schon im Glauben freut. 6. Was wirst du, Herr, für ihn nicht thun? Kein banger Kummer quått ihn nun; Er sieht, wohin fein Auge blickt, Was ihn vergnügt, was ihn beglückt. 7. Weil du der Sünden nicht gedenkst, Genießt er alles, was du schenkst, Als Gaben, die ein Vater giebt, Der zärtlich seine Kinder liebt. 8. Nun trägt er mit Zufriedenheit Selbst jede Widerwärtigkeit; wird er doch einst dafür gekrönt. Er ist gerecht; du bist verföhnt. 21* 318 Scligkeit frommer Christen in diesem Leben 9. Ruhm, Preis und Dank sei dir gebracht, Daß, Bater, deiner Gnade Macht Den, der von Her zen sich bekehrt, Für schuldfrei, für gerecht erklärt. Tod. Dein Sohn, zum Heiland mir gemacht, Erhellt mir auch des Todes Nacht. 7. Und wer kann mir den Him mel rauben, Woran mein Herz voll Sehnsucht denkt? Mein ist er hier Mel. Wer nur den lieben Gett c. bereits im Glauben, Und wird mir 549. Aluss innigste fei dein einst von dir geschenkt. Da werd ich völlig sündenrein Auf immer froh und selig sein. Erbarmen, Gott meines Heils, von mir gepreist! Du nimmst mich auf mit Baterarmen, Und schenkst mir deines Sohnes Geist, Daß ich, vom Sündendienste fre, Ein Erbe deiner Gnade sei. 2. Ich hatte mich von dir entfernet, Und auf den Sündenweg verirrt; Doch nun hab' ich durch dich geter> net, Wie der von dir begnadigt wird, Der deines Sohnes Stimme hört, Mel. Mein Jesus, dem die. Und renvoll wieder zu dir kehrt. 550. Wie mächtig spricht in 3. Aus jener Fülle deiner Gnaden, Woraus uns Heit und Segen quillt, zu der auch mich dein Sohn geladen, Wird nun mein Herz mit Trost erfüllt, Mit Trost an deiner Vaterhuld; Denn du, mein Gott, tilgst meine Schuld. meiner Seele, Herr, deine Stimme voller Huld! Du siehst erbarmend, wenn ich fehle, Züruft nicht, haft väterlich Geduld, Schickst deinen Geist, Mich zu regieren, Sprichst meinem Herzen freundlich zu, Wirst niemals múde, mich zu führen, So viel ich falsche Tritte thu'. 4. Ich nehme nun daraus auch Kräfte zu meines Herzens Heili gung, Und übe mich in dem Geschäf, te Der steten Lebensbesserung, Und seh' es froh zu deinem Preis: Von dir gesegnet sei mein Fleiß. 5. Wie ruhig fühlt da meine Sees le In deiner Vaterliebe sich! Und ob ich auch aus Schwachheit fehle, So tröstet der Gedanke mich: Daß du auch schwache Kinder trågst, Und ihrer wie ein Vater pflegst. 6. Ich sehe da getroft und heiter Auf alles, was mir furchtbar droht. Mit dir im Frieden, fürcht' ich weis ter Stein Ungemach, selbst nicht den 8. O reiche mir nur deine Hände, Mein Vater, daß ich dir getreu Und bis an meines Lebens Ende Ges schäftig in der Beßrung sei; So schließ ich selig meinen Lauf, Und du nimmst in dein Reich mich auf. 2. Erbarmer deiner Kreaturen, Liebreicher Gott der ganzen Welt, Die deiner Güte reiche Spuren Uns überall vor Augen stellt! Mein Herz denkt nimmer so vermeffen, Daß es dir widerstreben kann; Undank, bar soll es nie vergeffen, Was du zu seinem Heil gethan. 3. Verfündigt' ich mich wol mit Willen An einem Gotte, der vers giebt? Der mir Gebote zu erfüllen Gegeben hat, weil er mich liebt: Der die Erfüllung kleinster Pflichten Als eine Wohlthat mir vergilt, Und der, anstatt mich streng zu richten, durch Troft eines Mein Herz mit Trost und Freud' erfüllt. 4. Sein Dienst ist leben meiner Ceele, Gehorsam meine Seligkeit. Wie kindlich wein' ich, wenn ich fehle, Vor ihm, dem Vater, der verzeiht. Ich fühle jede meiner Sünden, Die weder Mensch noch Engel büßt; Wie selig kann ich's dann empfinden, Daß Christus mein Erlöser ist! 5. Den majestátischen Gedanken Geb' ich für alle Welten nicht. Er bleiber wahr! die Thronen wanken; Er bleibet fest! die Welt zerbricht. Es mögen fündigen und zittern, Die Kinder des Verderbens sind; Gott wird der Erde Grund erschüttern; Ich bebe nicht; ich bin sein Kind! Troft eines guten Gewissens. Met. Wachet auf! ruft uns die zc. 551. Herr, aus deiner Gnas denfülle Fließt meiner Secte fanfte Stille Und Lust und Kraft zur Tus gend zu. Seit ich dir mein Herz ers geben, So kenn' ich erst das rechte keben, Und schmecke des Gewissens Ruh'. Erbarmend gabst du mir Den Frieden, Gott, mit dir. Hoch gelobet Sei deine Treu'! Sie schuf mich neu; Bom Sundendienst bin ich nun frei. 2. Heiter fühlt sich meine Seele, Weil ich, was vor dir recht ist, wäh. le, Und unterstützt von dir, auch thu'. Jeder Sieg, den ich erringe, Wenn ich der Lüste Reiz bezwinge, Füllt mich mit neuer Wonn' und Ruh'. Gott, welche Seligkeit! Bom La ferdienst befreit, Deinen Willen Von Herzen thun, Und fröhlich nun In deinem Beifall ganz beruhn. guten Gewissens. 319 3. Beugt auch mancher Fehl mich nieder, So richtest du mein Herz doch wieder mit Trost an deiner Gnade auf; Du vermehrst zu dem Geschäfte Der Heiligung mir Muth und Kräfte Und förderst meinen Tugendlauf. Wie freut sich dann mein Geist, Daß du so gern vers jeihst! Reger Eifer Wird in mir neu, Daß ich dir treu Und wach. famer in Zukunft fei. 4. Und wie sollt' ich ängstlich zas gen, Wenn auch in meinen Pilgertas gen Mein Fuß auf rauhe Wege stößt? Selber auf dem rauhsten Pfade Bleibst du mein Trost, o Gott der Gnade, Der keinen Frommen je vers läßt. Des Lebens größte Pein Muß mir zum Heil gedeihn, Denn dich liebet Mein kindlich's Herz. Auch unter Schmer; Seh' ich getroft nun himmelwärts. 5. Ja ich seh' im Geist ihn offen, Und bin schon froh im sichern Hof. fen, Daß ich auch einst sein Bürger bin. Unter wonnevoller Stille Fließt dann, so ist's dein guåd'ger Wille, Mir meine Ewigkeit dahin. Dann fühl ich hocherfreut Die volle Se ligkeit Deiner Gnade; Und preise dich, Herr, daß du mich Damit bes glückt haft, ewiglich. Mel. Ich finge dir mit Herz und ic. 552. Schon hier lebt selig und vergnügt, Wer Gottes Wege geht, Die schnöde Lust der Welt besiegt, Fest in Versuchung steht. 2. Sein Theil ist hier Zufriedens heit, Die im Gewissen wohnt, Wenn sichs des hohen Beifalls freut, Wo mit es Gott belohnt. 3. Noch größrer Lohn erwartet Maces 320 Seligkeit frommer Christen in diesem Leben ihn In jener Ewigkeit, Wenn er mit Gott ergebnem Sinn Gethan, was Gott gebeut. 4. Herr, laß mit allem Eifer mich Den Weg der Wahrheit gehn, So werd' ich einst im Himmel dich zu meiner Wonne sehu. 6. Wird mir verdienter Ruhm ents rissen: Mit dir ertrag' ich Schmach und Spott. Mein Trost ist stets ein gut Gewissen, Mein sichrer Ruhm bei dir, o Gott. Ein Neid, der dies ses Glück nicht stórt, Ift keines Chris sten Thránen werth. 7. Ich hüte mich in guten Tagen Mel. Wer nur den lieben Gott. Vor Uebermuth und Eitelkeit, Und 553. Dich, Bater, über alles wenn es stürmt, vor allen Klagen Muthloser Unzufriedenheit. Ich weiß, daß Alles, was mich kränkt, Dein Arm zu meinem Besten lenkt. lieben, lind was dein Wille mir gebeut Gewissenhaft und freudig üben, Ist Pflicht für mich inEwigkeit. Wohl mir, wenn ich getreu ihr bin! Wie groß ist hier schon meinGewinn! 2. Dann bleib' ich unter deinem Schirme Froh, ruhig und voll zu versicht; Und drohu mir auch des Unglücks Stürme, So fürcht' ich mich vor ihnen nicht. Ich trau' auf dich, und wo ist dann Ein Uebel, das mir schaden kann. 8. So will ich denn in meinem Le ben, Um dieses Glücks mich stets zu freun, Nur, Gott, nach deinem Beis fall streben, Und Alles, was dir miß fällt, scheun. Wer dich nur liebt, der bebet nicht, wenn auch der Himmel Feste bricht. 4. Ich fürchte selbst der Erde Götter, Wenn sie der Tugend Feind sind, nicht: Viel größer bist du, mein Erretter, Mein Schuß und meine Zuversicht. Wer dich nicht mehr als Menschen ehrt, Ist deiner Hülf' und Huld nicht werth. 5. Verfolgt ein Feind mein Glück und Leben, Seh' ich, wie kist und Bosheit dráun, So kann ich, stark durch dich, vergeben, Kann lieben, und dir ähnlich sein, Kann meiner Haffer Tücke sehn Und doch für sie um Gnade flehn. Friede und Freude in Gott. 3. Dir, o mein Gott, zu widerstre ben, Das fürcht' ich nur, nur das Mel. Wer nur den lieben Gott zc. allein. Stets, wie du mir gebeurst, 554. Mit dir, o Höchster, zu leben, Laß ich mir Pflicht und Sorge sein; Und so gesinnt, erbebt mein Geist Bor nichts, was Andern furchtbar heißt. Friede haben, Und deiner Huld ver sichert sein, Das ist die größte aller Gaben, Dieje des Menschen Herz er freun; Das bleibt auch in der Ewige keit Die Quelle der Zufriedenheit. 2. Wovor darf meiner Seele grauen, Wenn du mir, Gort, nicht schrecks lich bist? Kann ich getrost auf dich nur schauen, Dem alles unterwor fen ist, So seh' ich auch mit heiterm Sinn Auf alles Andre ruhig hin. 3. Beschämt mich meiner Fehler Menge, Du, Vater, du verzeihst sie mir; Bringt eine Noth mich ins Gedränge, So hab' ich doch den Trost an dir, Daß du auch Leiden dieser Zeit Stets lenfft zu meiner Seligkeit. durch Friede und Freude in Gott. 4. Froh seh' ich deinem höhern Ses gen, Den deine Hand in jener Welt Den Deinen aufbewahrt, entgegen; Und wenn mein Leib in Staub zer. fällt, So sagt mein Herz doch das rum nicht, Denn du bist meine 3u versicht. 5. Mein Heil steht bloß in deinen Händen, Und dein ist, Vater, alle Macht, Mir jedes Gute zuzuwen den, Daß deine Huld mir zuges dacht. Nur du vollführst stets deis nen Rath; Wohl dem, der dich zum Freunde hat! 6. Dies ist das Glück der reinen Seelen, Die sich mit Ernst vor Sün den scheun, Nur dich zu ihrem Trost er vählen, Und vor dir recht zu thun, fich freun. Wer dich mit solchem Einn verehrt, Der ist dein Freund, der ist dir werth; 7. Der hat dich auch in allen Fäål. len Gewiß zum Trost, und kann fein Herz In dir, o Gott, zufrieden fellen Bei jeder Sorg', bei jedem Echmerz; Den wird zum ew'gen Wohlergehn Unfehlbar deine Lieb erhöhn. 8. So hilf denn, daß ich, weil ich lebe, Um deiner Gnade mich zu freun, Nach einem reinen Herzen frebe, Und prág' es mir aufs tiefste ein: Kein größres Glück fei auf der Welt, Als wenn man dir, Gott, wohlgefällt. 321 2. Du hast mich vor der Welt erwählt, Und deinen Kindern zuge zählt; Nie wirst du mein vergessen! Du liebst mein Wohl, Hast gnadens voll Mein Glück mir jugemessen. 3. Du trägst mich liebreich mit Ges duld, Bergiebst durch Christum mir die Schuld, Wenn ich aus Schwachheit fehle; An seinem Heil Hab' ich auch Theil, Dies tröstet meine Seele. Mel. In dich hab' ich gehoffet zc. 555. Ich freue mich, mein Gott, in dir! Du bist mein Trost, und was kann mir Bei deiner Liebe fehlen? Du, Herr, bist mein, Und ich bin dein: Was mangelt mei. ner Seelen? 4. Du schenkest mir auch deinen Geist, Der deine Lieb' ins Herz mir geußt, Von der mir Trost zufließet, Die all' mein Leid Und Traurigkeit Vermindert und verfüßet. 5. Du bist mir der bewährte Freund, Der es aufs beste mit mir meint: Wo find' ich deines Gleichen? Du stehst mir bei lind bleibst getreu, Wenn Berg' und Hügel weichen. 6. Du fegnest mich, wenn man mir flucht; Und wer mir auch zu schaden sucht, Dem wirds doch nicht gelingen. Selbst was mich kränkt, Das muß, gelenkt Von dir, mir Segen bringen. 7. Du bist mein Leben, Troft und Licht, Mein Fels, mein Heil; drum frag' ich nicht nach allem Tand der Erde. Herr, ohne dich Ist nichts für mich, Das mir erfreulich werde. 8. Du läsfest mirs stets wohlergehn; Einst werd' ich dich noch nås her sehn, Du Ursprung wahrer Freu> den! Wie leicht vergißt, Wer selig ist, Des Lebens kurze Leiden! 9. Noch hat's kein menschlich's Ohr gehört, Was uns dein Himmel einst gewährt; Doch seh' ich's schon im Glauben. Bollkommnes Heil Ist da mein Theil; Das wird mir niemand rauben. Seligkeit frommer Christen in diesem Leben 322 Mel. Christus der uns selig zc. 7. Dich, du Trost derSterblichkeit, 556. Deines Gottes freue dich, Heil des besſern Lebens, Himmlis Dank' ihm, meine Seele! Sorget er nicht väterlich, Daß kein Gut dir fehle? Schüßt dich seine Vorsicht nicht, Wann Gefahren drauen? It's nicht Seligkeit und Pflicht, Geiner dich zu freuen? sche Vollkommenheit Such' ich nicht vergebens! Wenn mein Lauf voll endet ist, Und vollbracht mein Leis den, Ruft mein Mittler, Jesus Christ, Mich zu seinen Freuden. 8. Meine Lust an dir, mein Gott, Wird dann ewig währen; Noch so furchtbar sei der Tod, Er wird sie nicht stören. Willig werd' ich mein Gebein Der Verwesung geben; Denn sie macht mich frei von Pein, Führt zum neuen Leben. 9. Gieb mir nur, so larg' ich hier In der Fremde walle, Das Bewußts sein, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle! Diese sanfte Freudigkeit, Die ich zu dir habe, Sei mein Heil in dieser Zeit, Und mein Trost am Grabe! 10. Laß die Luft zur Sünde nie Dieses Heil mir rauben! Rüste selbst mich wider sie; Stärke meis nen Glauben; Gieb mir deinen Geist, der mich Und mein Thun res giere, Daß ich mein Vertraun auf dich Ewig nicht verliere. 2. Ja, mein Gott, ich hab' an dir Was mein Herz begehret; Einen Vater, welcher mir Was mir nüßt gewähret, Der mich durch sein gött. lich's Wort Hier zum Guten len ket, Und mit Himmelswonne dort Meine Seele tránket. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, Kindlich fürcht und liebe, Wenn ich redlich dein Gebot Und mit Freuden übe: O wie ist mir dann so wohl! Wie ist mein Ge müthe Seliger Empfindung voll, Voll von deiner Güte. 4. Dann darf ich mit Zuversicht Nach dem Himmel blicken; Meine Leiden fühl ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zu friedenheit Wohnen mir im Herzen, Trösten und erhöhn mich weit le ber alle Schmerzen. Mel. Wie schön leucht't uns der 2. 5. Du bist mein! so jauchz' ich dann: Wer ist, der mir schade? 557. Sohn Gottes und des Heil mir, daß ich's rühmen kann: Mein ist deine Gnade! Dir ist meis ne Wohlfahrt werth! Der du mir das LebenSchenktest, wirst auch, was mich nährt Und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rath In die Welt gekommen; Alle mei, ne Mifferhat Hat er weggenommen. Ihm vertrau' ich, bet' ihn an, Glaub an seine Leiden, Folg' ihm treulich, und so kann nichts von dir mich scheiden. Menschen Sohn! Du hier mein Trost und dort mein Lohn! Des Himmels großer König! Von gans zem Herzen preis' ich dich! Hab' ich dein Heil, so rühret mich Das Glück der Erde wenig. An dich Glaub' ich; Wahrlich, keiner tróftet deis ner sich vergebens, Wenn er dich sucht, Herr des Lebens! 2. Durch dich nur kann ich felig sein, O drücke tief ins Herz mir ein Empfindung deiner Liebe, Damit 323. Mel. Befiehl' du deine Wege sc. ich ganz dein eigen sei, Aus Weltfinn deinen Dienst nicht schen', lind 558. Dwelch ein fel'ges Les dein Gebot gern übe. Nach dir, Nach dir, Den ich faffe und nicht laffe, ewig wähle, Dürstet meine ganze Seele. ben Führt, Gott, dein Freund schon hier! Sein Glück ist wie sein Stres ben, Zufriedenheit mit dir. Du weiß'st, was jedem nüßet; Du weiß'st, was ihm gebricht: Wer deine Huld besitzet, Wie glücklich ist der nicht! durch Friede und Freude in Gott. 3. Noch seh' ich zwar dein Ange. sicht, O göttlicher Erlöser, nicht; Doch werd' ichs einst erblicken. Du wirst indeß durch deine Kraft, Die Ruh' in müden Seelen schafft, Mich stárken, mich erquicfen. Troft mir Von dir, Seligmacher! daß ich Schwacher auf der Erde Himmels. freuden inne werde. 4. Und wie, Gott Vater, preif ich dich? Von Ewigkeit her hast du mich In deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich mit dir vereint, Er Sohn hat mich mit dir vereint, Er ist mein Bruder und mein Freund, Was ist's, das mich betrübet? See le, Wähle Ihn, den Besten, ihn, den Größten, dir zum Freunde! Und dann fürchte keine Feinde! 5. Ihm, welcher Tod und Grab bezwang, Ihm müsse froher Lobgefang Mit jedem Tag erschallen, Dem Lamme, das erwürget ist, Dem Freunde, der uns nie vergißt, Bum Ruhm und Wohlgefallen. Tonet, Tonet Jubellieder! schallet wieder! daß die Erde Voll von seinem Lobe werde. 6. Wie freu' ich mich, o Jesu Chrift, Daß du mir Trost und Hülfe bist In dieses Lebene Leiden! Du schlies best felig meinen Lauf, Du wechst mich auch vom Tode auf, Hilfst mir zu ew'gen Freuden. Amen! Amen! Ja wir müssen, denn wir wiffen, wem wir trauen, Noch der einst dein Antti schauen. 2. Ihm fehlts an wahren Freu den, An inner Ruhe nicht; Gelafe fen und bescheiden Spricht er voll Zuversicht: Gott wird auf meinen Wegen Mein Schuß und Führer fein, Und mich mit seinem Segen Auch künftig noch erfreun. 3. Er trauet deiner Güte, Vers agt im Rummer nie, Mit freudi gem Gemüthe Verläßt er sich auf sie, Genießt das viele Gute Auf dieser Erdenwelt Mit immer frohem Muthe, Weil er's von dir erhält. 4. Dir, der sein Schicksal lenket, Shn immer weise führt, Ihm tau. send Freuden schenket, Ihn våter. lich regiert, Dir dankt er seine Freuden, Dir dankt er jedes Glück, Und schaut bei seinen Leiden, Auf jene stets zurück. 5. Wenn ihm fein Wunsch gelins get, Sein eifriges Bemühn Dem Ziel ihn näher bringet, Das ihm so fern noch schien, Wenn er sich nicht vergebens Der nahen Hoffs nung freut, Fühlt er das Glück des Lebens Ganz mit Zufriedenheit. 6. Wenn, seinen Gram ju ftillen, nicht was erwünscht geschicht, So ehrt er deinen Willen, Und murre aus Unmuth nicht; Weiß, was dein Rathschluß lenket, Muß gut und weise sein, Und wenn es ihn gleich Fränket Ihn doch zuleht erfreun. Seligkeit frommer Christen in diesem Leben 324 7. So sei auch, Herr, mein Leben. Der du mein Vater bist, Laß mich dich so erheben, Bei dem, was du beschließst, In Noth nie muthlos Elagen, Und nie aus Eitelkeit Zu Fühne Wünsche wagen, Die oft mein Herz bereut. 4. Gelobt feist du, o Freund der Seelen! In deiner Huld wie wohl ist mir! Was kann, da du mich liebst, mir fehlen? Ich finde jedes Heil bei dir. In noch so drückenden Be schwerden Hab' ich den Himmel schon auf Erden, Denn du bist durch den Glauben mein. Ich darf, ich will nicht ängstlich klagen; Wer kann, wo Jesus ist, verzagen? Mein Freund ist mein, und ich bin sein. In eigner Melodic. 559. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen, Wenn ich in deiner Liebe ruh'! Nie kann mich dann ein Kummer quälen; Mein Licht, mein Trost, mein Heil bist du. Bei dir vergeff' ich meine Leis Mel. Befiehlt du deine Wege zc. den; Denn, o wie viele hohe Freu. 560. Jk Gott für mich, so trete den Genieß ich nicht, vereint mit dir! Hier ist mein Himmel schon auf Erden; Wie könnt' ich jemals muth los werden? Du, du bist überall bei mir. Dann alles wider mich; So oft ich ruf und bete, Stárkt meine Seele sich. Hab'ich das Haupt zum Freun de llnd bin geliebt von Gott: Was schadet mir der Feinde Verfolgung und ihr Spott? 2. Ich weiß und glaub' es feste, Ich bins gewiß als Christ, Daß Gott der Höchst und Beste Mein Freund und Vater ist, Daß er zu allen Zeiten Mir seine Hände reicht, Im Kampfe mir hilft streiten, In Noth nicht von mir weicht. 3. Der Grund, drauf ich mich gründe, If Christus und sein Blut; Er ists, bei dem ich finde Der Seele bestes Gut. Durch ihn bin ich ge reinigt Von schnöder Sündentust; Durch ihn mit Gott vereinigt, Mir seiner Huld bewußt. 4. Er ists, der mich zum Leben, Das ewig währt, erhöht; Von ihm wird mir gegeben Das Glück, das nie vergeht. Er ist mein Heil, mein Tröster, Bercit mich zu erfreun; Wie könnt' ich, sein Erlöster, Ver. jagt und muthtos fein? 2. Hab' ich, Erlöser, dich zum Freunde: Was fehlt mir dann? du førgst für mich. Hätt' ich auch eine Welt voll Feinde: Ich bin getrost, ich trau' auf dich. Darf ich doch in den trübsten Tagen Nicht wegen meiner Sünden zagen; Die Schuld ist durch dich abgethan. Trát' alles wider mich zusammen: Ich bebe nicht; wer will verdammen? Gott nimmt sich meiner gnädig an. 3. Hier wall' ich zwar auf rauhen Wegen, Doch du bist meine Zuver sicht. Auch Leiden werden einst doch Segen; Auf dunkle Nächte glänzt dein Licht. Nur Sünder zittern vor dem Grabe; Ich, der ich dich zum Freunde habe, Darf auch das finstre Grab nicht scheun. Wie könnte To desnoth mich schrecken? Ich weiß, du wirst mich wieder wecken; Bald werd' ich ewig bei dir sein. Freudigkeit im Leiden und Tode, durch Freudigkeit im Leiden und Tode. 5. Durch ihn hat meine Seele zu Gott die Zuversicht: Auch wenn ich Schwacher fehle, Verwirft er mich doch nicht; Den Kummer meis nes Herzens Sieht er erbarmend an, Daß auch zur Zeit des Schmer zens Ich sein mich freuen kann. 6. Sein Geist spricht meinem Geiste Manch süßes Trostwort zu: Wie Gott dem Hülfe leiste, Der bei ihm suchet Ruh'; Und wie ein kurzes Leiden Nicht zu vergleichen fei Mit jenen ew'gen Freuden, Dem Lohn bewährter Treu'. 7. Auf dies mein Theil und Erbe Seh' ich voll Zuversicht. Wenn ich gleich fall' und sterbe, Fällt doch mein Himmel nicht. Geh' ich auch unter Zähren Hier manche rauhe Bahn, Nimmt mich doch Gott zu Ehren Dereinst auf ewig an. 8. Dies starkt mich, auch im Leis den Dem Höchsten treu zu sein. Was kann mich von ihm scheiden? War's auch die größte Pein; Er lenkt sie ja zum Besten, Ift mir mit Troste nah, Und wenn die Noth am größten, It seine Hülfe da. 9. Nein, nichts soll je mich schei den Von deiner Liebe, Gott! Nicht Armuth und nicht Leiden, Verfol. gung nicht, nicht Tod, Nichts, was wir hier erheben, Kein Ansehn, keine Macht, Kein noch so fröh. lichs Leben, Kein Reichthum, keine Pracht. 325 Mel. Nun freut euch lieben: c. 561. Ich bin ein Chrift: Gote ist mein Freund! In dieser hohen Mürde Steh' ich und fürchte keinen Feind, Und achte keiner Bürde. Dies Glück erfüllt mit Muth und Kraft Mein Herz in dieser Wanderschaft Des Lebens und der Leiden. 2. Mein Glaube steht und wane ket nicht; Er ist zu fest gegründet. Er stüßet sich voll Zuversicht Auf Jesum Chrift und findet Bei ihm allzeit Trost, Ruh' und Heil, Und nimmt an allem Segen Theil, Den er uns hat erworben. 10. Nichts, was wir wünschen können, Nichts, was uns schreckhaft ist, Soll je von dir mich trennen, Der du mein Vater bist! Ja, ja ich überwinde Durch Jesum, der mich liebt, mich frei macht von der Sünde, Und mir den Himmel giebt. 3. Sollt' ich aus Hoffart, Eitels keit, Um Güter dieser Erden, Aus Wollust oder Sicherheit Der Tugend untreu werden! Nein, auf die Sünde folgt der Tod; Allein die Tugend segnet Gott Mit Le ben und mit Frieden. 4. Was sind die Leiden dieser Zeit Mir gegen jene Kronen, Womit Gott in der Herrlichkeit Die Frommen will belohnen? Was dieses Lebens kurze Frist, Gott, gegen das, was ewig ist? Sollt' ich nicht muthig kämpfen? 5. Ich fürchte nicht des Todes Macht mit allen seinen Schrecken; Gott will mich aus des Grabes Nacht Zum großen Tag erwecken. Da werd' ich dann nach allem Leid' Ihn sehn in seiner Herrlichkeit Und ewig mit ihm leben. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 562. Ich will dich noch im Tod, erheben; Am Grabe noch, Gott, dank' ich dir. Zum Segen gabst du mir mein Leben, Und auch zum Segen nimmst du's mir. Mein Leben 326 Seligkeit frommer Christen in diesem Leben suche' ich dir zu weihn, Drum bleib' ich auch im Tode dein. 2. Gott! welche feierliche Stun den, Wann du mich nun der Erd' entziehst, Auf mich, den du getreu gefunden, Boll schonender Erbars mung siehst! Allmächtiger, in dein Gericht Gehst du mit mir Versöhn ten nicht. 3. Der Leib wird schwach, die ird' sche Hütte, In der mein Geist hier wohnt, zerfällt; Schon gehen meis ne müden Schritte Den Weg zu Gott aus dieser Welt. Ich bin ge trost und zage nicht; Denn Gott ist selbst mein Heil und Licht. 4. Wie sollt' ich vor dem Tode beben, Da du, Erlöser, für mich starbt? Er ist durch dich der Weg zum Leben, Daß du am Kreuze mir erwarbst. Wie du ihn gingst, will ich ihn gehn; Wie du, werd' ich auch auferstehn. 5. Laß auch das Grab in seiner Náhe mir noch die letzten Schrek ken dráun; Du, Herr, auf den ich hoffend sehe, Wirst auch noch dann mein Beistand sein. So nah' dem Lohn, den Gott verspricht, So nah' am Biele sink' ich nicht. 6. Ich will dich noch im Tod' erhe ben, Am Grabe noch, Gott, preif ich dich; Denn ewig werd' ich bei dir leben. Wie segnest du, mein Bater, mich! Für mich ist selbst der Tod Gewinn; Wohl mir, daß ich erlóset bin! Mel. Nun ruhen alle Wälder ze. 563. Wie fenft sehn wir den Frommen, Nun bald der Erd' entnommen, Sich seinem Ziele nahn! Wo sich des Lebens Freuden Vom frechen Sünder scheiden, Da gehn des Christen Freuden an. 2. Er lächelt feinem Ende, Und hebt voll Dank die Hände zu seis nem Vater auf. Benn Sinn' und Leib verderben, Lehrt Gott ihn fröhlich sterben, Nach einem wohl vollbrachten Lauf. 3. Sein ruhiges Gewissen Bebt nicht vor Finsternissen Der Bahn die er nicht kennt. Die schreckens vollen Pfade Erleuchtet ihm die Gnade Des Gottes, den er Vas ter nennt. 4. Hier fließen keine Thränen, Gehört wird hier kein Stöhnen Der Reu', die ihn zerreißt. Sein Herz, zu Gott erhoben, Empfängt den Trost von oben, Und Fried' und Freud' im heil'gen Geist. 5. Er segnet froh die Seinen, Die um sein Lager weinen, Ermahnt und tröstet sie: Und seiner Treue wegen, Erfüllt Gott seinen Segen, lind weicher auch von diesen nie. 6. Voll froher Jubellieder Sieht er zur Erde nieder Und schwingt sich himmelan; Stimmt in der Engel Chöre Anbetung, Preis und Ehre Dem Mittler, seinem Heiland, an. 7. Laß, Hochster, mich bestreben, So in der Welt zu leben, Wie man dies Glück erwirbt, Damit ich einft als Erbe Der Seligkeit auch sterbe, Wie ein Gerechter, Frommer stirbt. Mel. Aus meines Herzens Gr. 26. 564. Dich Fronte Gott mit Streit; Du gingst durch Schmach Freuden, Herr Jesu, nach dem und Leiden Zu deiner Herrlichkeit. Triumph war dir dein Tod; Dein durch Freudigkeit im Leiden und Code. Kampf war ausgekämpfet; Dein stolzer Feind gedämpfet: Nun fuhrst du auf zu Gott. 2. Ich, dein Erlöster, walle Dir, meinem Führer, nach; Zwar irr' ich oft und falle Unachtsam noch und schwach; Doch stärkst du mich zum Streit, Und führst mich selbst durch Leiden zu jenes Lebens Freuden, Zu deiner Herrlichkeit. 3. Wie du des Todes Schrecken, Gestärkt von Gott, bezwangst, 218 du, ihn ganz zu schmecken, mit ihm am Delberg rangst: So starkest du auch mich, Durchs finstre That zu gehen; Denn deine Frommen se hen Im finstern Thal auf dich. 4. O wenn ich bis zum Grabe Vollendet meinen Streit, Und gut gekämpfet habe Um meine Selig keit: Wie werd' ich dann mich freun! Wie werd' ich voll Entzük. ken Auf meine Krone blicken, Durch. dich von Sünden rein! 5. Froh' geh' ich dir entgegen, Du Helfer aus der Noth. Durch dich wird mir zum Segen Auch selbst der heröste Tod. Denn schließt sich hier mein Lauf, So nimmst du meine Seele, Die ich dir anbefehle, In deinen Himmel auf. 6. Drum harr' ich hier und streite, Bis meine Stund' erscheint; Du stehst mir ja zur Seite, Mein Ret ter und mein Freund! Der du mich ewig liebst, Du tröstest mich im Leis den, Und fattigst mich mit Freuden, Selbst, wenn du mich betrübst. 327 nieder; Dein Wort erhebt ihn wie der: Sei tren! ich bin mit dir... 7. Mit freudigem Vertrauen Darf ich vom Kampsplatz schon Nach deis nem Himmel schauen, Auf meines Glaubens Lohn. Sinkt dann im Kampfe mir Mein Arın ermüdet 8. Erhalt' mir den Gedanken: Groß sei bei dir mein Lohn! So werd' ich nimmer wanken Von dir, o Gottes Sohn! So bleib' ich dir getreu, Dir voll Vertraun ergeben, Daß bald ein beßres Leben Mein ew'ges Erbtheil sei. Met. Wie schön leucht't uns zc. 565. Wie wird mir dann, Er1sfer, sein, Wenn ich, mich deiner ganz zu freun, In dir entschlafen werde; Dann, Seele, wirst du ganz befreit Von Sünde und von Sterb lichkeit, Entfliehen dieser Erde. Freu' dich Innig, Stárke, trófte dich, Erlöste, mit dem Leben, Das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch, So drückt mich meines Elends Joch, Der Fluch der Sünde, nieder. Doch du, o Herr, erleichterst mir Dies Joch, mein Herz stärkt sich in dir, Glaubt und erhebt sich wieder. Jesus, Christus, Laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, und dein Himmelreich zu erben. 3. Verachte denn des Todes Graun, Mein Geist, er ist ein Weg zum Schaun In jenem bessern Les ben. Er sei dir nicht mehr fürchter lich! Zum Allerheiligsten wird dich Der Herr dadurch erheben. Hier wird Dein Hirt, Nach den Thránen, nach dem Sehnen, dich Erlösten Völlig und auf immer trösten. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stun de nicht, Die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten fammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre Nacht, Eh'ich dies Flehen noch 328 Seligkeit frommer Christen in diesem Leben vollbracht, mein Lob dir ausgestam melt. Mach mich Fertig! Ich befeh, le meine Seele deinen Händen. Laß mich meinen Lauf gut enden. 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; Ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, An dem die Krone schimmert! Bin ich von meinem Ziel noch weit; Die Hütte meiner Sterb. lichkeit, Wird sie erst spät zertrümmert: Laß mich Durch dich Reiche Saaten guter Thaten dann beglei ten Vor den Thron der Ewigkeiten. 6. Wie wird mir dann, Erlöser, sein, Wenn ich, mich deiner ganz zu freun, Dich dort anbeten werde! Dann bin ich frei von Sünd' und Leid, Ein Mitgenoß der Herrlich Feit, Nicht mehr ein Mensch von Erde. Preis dir! Daß mir Durch dein Leiden jene Freuden offen ste hen. Ewig will ich dich erhöhen. Mel. Nun sich der Tag geendet sc. 566. Mir ir soll nicht vor dem Code graun, mir nicht, ich bin ein Christ; Der kann den Tod nicht zag In bekannter Melodie. haft schaun, Der Chrifti Jünger ist. 567. Aue Menschen müsſe: 2. Du, starker Heiland, nahmst für mich Dem Tode die Gewalt. Er hat nun, wenn ich seh' auf dich, Die lieblichste Gestalt. sterben; Ihre Herrlichkeit verblüht; Keiner kann den Himmel erben, Der zuvor den Tod nicht sieht. Staub wird dieser Leib von Erde; Doch, damit er himmlisch werde, Wird er einst von Gott erneut, Und zieht an Unsterblichkeit. 2. Gern will ich drum dieses Les ben, Wenn es deinem Rath gefällt, Dir, mein Vater, wiedergeben, Gern verlaffen diese Welt; Denn ich bin durch Jesu Leiden Dort ein Erbe seiner Freuden, Bin erlöst und fürchte nicht Sünde, Tod und Weltgericht. 3. O welch ein großer Unterscheid! Wer Gott nicht liebt, erschrickt; Der Gläubige wird hoch erfreut, Wenn er das Grab erblickt. 4. Er setzt auf Güter dieser Welt Nicht seine Zuversicht; Wem noch die eitle Welt gefällt, Der kennt den Himmel nicht. 5. Sein Glaube schauet himmel. wärts; Die Hoffnung stärket ihn: Dort bring' ihm jedes Leidens Schmerz Den seligsten Gewinn. 6. Drum geht er froh dem Tode zu, Das Grab erschreckt ihn nie. Gott führt die Pilger hier zur Ruh; Wie sanft, ach! ruhen sie. 7. D! denkt er, Wandrer, ruht ich doch Auch bald so fanft, als ihr! Ihr habt gesiegt; ich seufze noch Bei manchem Kampfe hier. 8. Nun, Herr, auch mir bereitest du, Nach dieses Lebens Müh', Im Tode eine sanfte Ruh'. Ach, wie erquicket die! 9. 3war weiß ich nicht, wie, wo, und wann Mein Tod bestimmt mir sei. Das weiß ich: wann ich ster be, dannStehst du mir, Heiland, bei. 10. Gieb, wenn meinGeist von hins nen fährt, Daß meine Glaubens treu' Fürs Christenthum und seis nen Werth Ein redend Zeugniß sei! 11. Und wenn, wer hier geliebt mich hat, Bei meinem Grabe weint, So tröst' und lieb' an meiner statt, Den frommen treuen Freund! durch Freudigkeit im Leiden und Tode. 329 und kurz sind diese Leiden; Sie verwandeln sich in Freuden. Wenn ich christlich sie ertrug, Bis Gott spricht: es ist genug! 3. Und wer kann mich ihm entreis ben? Mein ist er, und ich bin sein. Er erfüllt, was er verheißen; Sein soll ich mich ewig freun. Ja, mir solls durch ihn gelingen, Mich zu ihm empor zu schwingen, Freuden. voll vor ihm zu stehn, Seine Herr. lichkeit zu sehn. 4. Dort bei ihm ist wahres Leben. Millionen stehen schon, Ihren Rets ter zu erheben, Selig da vor seinem Thron; Hohe Himmelsgeister rin gen, Mitanbetend ihm zu singen, Der des Ruhms so würdig ist, Dem Erbarmer, Jesus Christ. 5. Alle, die ihm nachgewandelt, Sehn des Glaubens Dunkelheit Dort in Licht und Schaun verwans delt, Und in Wonne jedes Leid; Weihen ihm die neuen Lieder, Werfen ihre Kronen nieder Vor dem Herrn und opfern Dank Ihr unendlichs Leben lang. 6. Vaterland verklärter From men! Heil, Unsterblichkeit und Ruh', Was kein Sterblicher vers nommen, Gottes Heil gewährest du. Freudenerndten schenkt Gott denen, Welche hier gefä't mit Thränen, Alle Thränen trocknet er; Sünd' und Elend sind nicht mehr. 7. Ich entbrenne von Verlangen, Was ich glaub, im Licht zu fehn, Jene Krone zu empfangen, Und vor Gottes Thron zu stehn. Werde, Hütte, nur zu Staube! Weiß ich doch, an wen ich glaube; Mir ist Sterben ein Gewinn; Denn zum Vater geh' ich hin. 8. Welche Trostung, das zu wiss fen! Dieser großen Hoffnung voll, Bag' ich nicht in Kümmernissen, Die ich hier noch dulden soll. Leicht Met. Wachet auf! ruft uns die ic. 568. Sterben führet uns zum Leben; Seid fröhlich, die ihr Gott ergeben! Des Todes Macht ist lángst dahin. Nur der Leib wird. einst verwesen, Der Geift lebt fort und wird genesen; Den Frommen ist der Tod Gewinn. Was ists, daß an uns ftirót? Die Sünde nur vers dirbt. Welch ein Trostwort! Ge. lobt sei Gott, In Todesnoth! Er hilft den Seinen durch den Tod. 2. Dann ist alles überwunden. Die Seel' ist da der Last entbun den, Und ewig alles Jammers los. Ihre Freuden sind unendlich, Ihr Gott wird ihr als Gott recht kennt> lich, Und seine Majestát recht groß. Gott ist ihr Lobgesang. Ganz Freus de und ganz Dank, Jauchzt sie siegreich Vor seinem Thron Im hó, hern Ton: Gelobt sei Gott! Gelobt sein Sohn! 3. Sollt' und noch das Grab anfechten, Da Jesus sitzt zu Gottes Rechten, Der von dem Tod erstan den ist? Unser Haupt kann nicht mehr sterben: Wie könnte denn sein Glied verderben? Ich bin sein Glied, ein wahrer Christ. Drum schreckt mich nicht die Gruft, Daraus er einst mich ruft. So wahr'er lebt! Ernimmt auch mich Dereinst zu sich. Erlöste Seele! freue dich! 4. Ja du wirst vor Gott noch tres ten, Mit frohem Dank den anzubeten, Den aller Himmel Loblied preist. Jesus wird dich mit den 330 Seligkeit frommer Christen in diesem Leben. Freuden Der Auserwählten ewig Mel. Aus meines Herzens Gr. u. weiden, Und du wirst schaun, was er 570. Der letzte meiner Tage verheißt. Tod, was bist du mir? Des rechten Lebens Thür. Sie steht offen. Herrlichkeit! In Gott er freut, Sing' ich ihm Dank inEwigkeit Mel. Herzlich thut mich verl. 2c. 569. In Gottes Rath erge, ben, Verlaß ich gern die Welt; Ich geh' zum bessern Leben, So bald es ihm gefällt. Was war's, das mich betrübte? Dort schau' ich ewig den, Den meine Seele liebte, Noch eh' ich ihn gesehn.2. Er rust zur Zeit der Schmerzen Uns voll Erbarmen zu: Kommt her, beladne' Herzen, zu mir und findet Ruh'! Dies Wort aus deis nem Munde, Laß, Herr, mich zu erfreun, In meiner letzten Stunde Mir Geist und Leben sein! 3. Mit dir muß mir es glücken, Den Kampf zu überstehn. In glau. Bigem Entzücken Laß meine Seele fehn, Wie im Gericht der Sünder Du mit dem Tode rangst, Und wie du, Ueberwinder, Allmächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Siegsgedanke: Wo ist dein Stachel, Tod? Stark' mich, daß ich nicht wante, In meiner Todesnoth! So ist, ob ich gleich ster. be, Doch Sterben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe; Dein Wort sagt, daß ichs bin. 5. Du schriebst ins Buch des Lebens Auch meinen Namen ein; Dein Blut kann nicht vergebens Für mich vergoffen sein. Dir trauet meine Seele; Dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner Seele, Der du die Liebe bist. Ist mir vielleicht nicht fern. O dann wird meine Klage Ein Lobgesang dem Herrn! Vollbracht ist dann mein Lauf; Ich trete zu dem Throne, Und Gott seßt mir die Krone Der Uleberwinder auf. 2. Für seines Reiches Erben Hat Jesus mich erklärt. Bas fürcht' ich mich, zu sterben, Wie er mich ster, ben lehrt! Mir ist der Tod Gewinn! Daß ich ganz glücklich werde, Entschwing' ich mich der Erde, Und geh' zum Himmel hin. 3. Nicht mich, nur meine Bürde Verschließt die finstre Gruft; Mich hebt zu höhrer Würde Mein Vater, der mich ruft. Er ruft mich durch den Tod! Der reißt die Sündenglies der, Den trägen Leib darnieder; Mich selbst führt er zu Gott! 4. Ich, der Gefahr entronnen, Geh' aus dem Kampf hervor: Hech über alle Sonnen hebt mich mein Glaub' empor. Da tret' ich in die Reih'n Der Engel, meiner Brüder; In ihre hohen Lieder Stimm' ich mit Jauchzen ein. 5. Gott schaut von seinem Thro ne Mit Huld auf mich herab, Dem er in seinem Sohne Das Recht der Sindschaft gab, In seiner Ewigkeit Wird er mit größern Freuden Die Auserwählten weiden, Die hier sich ihm geweiht. 6. Die Leiber feiner Frommen Sind Saat, von ihm gesa't; Die Freudenzeit wird kommen, Da reif die Erndte steht. Dann wird der Erndtetag Ein neues ew'gès Leben Auch meinem Staube geben, Der tief im Tode lag. durch Freudigkeit im Leiden und Code. 7. Mit dir steh' ich im Bunde, Herr, meines Lebens Fürst, Der du mir einst die Stunde Des Todes senden wirft; Erhalt' mich stets bereit Im, Glauben deiner From men, Bis einst die Zeit wird kom. men, Die mich und sie befreit. 8. Dann geh' ich frei von Kum mer, Des Todes dunkle Bahn; Mir bricht nach kurzem Schlum, mer Ein ew'ger Morgen an! Heil mir! er ist nicht fern, Der lette meiner Tage, Er kommt, und alle Plage Wird Lobgesang dem Herrn. Bitten um diese Freudigkeit. Met. Herzlich lieb hab' ich dich zc. 571. Mein Heiland, wenn mein Geist erfreut Im Glauben auf die Herrlichkeit Des ew'gen Erbtheils blicket, Das du für mich bereitet haft: Wie leicht dünft mir dann jede Last, Die mich hienieden drücket! Dann wird der Eitelkeis ten Tand In seinem Unwerth mir bekannt; Der Erde Pracht ist mir wie nichts Beim Anblick jenes ew's gen Lichts. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott! Mein Herr und Gott! Dies Heil verdank' ich deis nem Tod'. 2. Wann einst auf deinen Wink mein Geist des Körpers Banden sich entreißt, Dann stårk' ihn aus der Höhe, Daß mir nicht schrecklich sei das Grab, Daß ich ins Todes Thal hinab Getroft und freudig ges he. Die Klarheit jener bessern Welt Schaff, wenn mich Dunkelheit be. fällt, In meinem finstern Herzen Licht Und Heiterkeit im Angesicht. Dann, Jefu Chrift, Mein Herr #nd Gott! Mein Herr und Gost! 331 Dann wird ein Schlummer mir der Tod. 3. Auf kurze Zeit schließt sich zur Ruh Mein thránenvolles Auge zu lind schlummert in dem Staube; Doch der, der mich zum Staube ruft, Der ruft mich einst auch aus der Gruft; Ich weiß, an wen ich glaube. Er lebet und ich werd' durch ihn Der Grabesnacht gewiß entfliehn, Mein Geist und mein vers klärt Gebein Wird sich des Herrn, des Mittlers, freun. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott! Mein Herr und Gott! Du schaffst das Herr und Gott! Leben aus dem Tod'. 4. Du bleibest meine Zuversicht, Mein Troit, wann du zum Welt. gericht Mit Majestät wirst kommen. Da werd' ich nach des Grabes Graun, Dich, Jefu, meinen Heis land, schaun, Dich schaun mit allen Brommen! Auch mir schenkst du dann jenes Heil, Der Auserwähl ten selges Theil. Ich soll, dein Mund schwer es mir zu, Ich soll verherrlicht sein, wie du, Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott! Mein Herr und Gott! Stárk' diesen Glaus ben einst im Tod'. Met. Herr Jefu Chrift, mein's: c. 572. Herr Jefu Chrift, mein Herr und Gott! Der du hier littest Angst und Spott, Für mich den Tod des Kreuzes starbst, Und mir des Vaters Huld erwarbst. 2. Um deiner Leiden willen fei Mir gnädig Herr, und steh' mir bei Im letzten Kampf, in Sterbens noth, Wenn ich einst ringe mit dem Tod. 3. Wenn dann mein sterbend Au. 332 Seligkeit frommer Christen in diesem Leben ge bricht, Und meine Zunge nicht mehr spricht, mein stockend Blut sich kaum bewegt, Und kaum das matte Herz noch schlägt; 4. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt, Und sich sonst keine Hülfe find't; So steh nach deiner MittIerstreu' In meiner leßten Noch mir bei. 5. Bertürge mir des Todes Qual Und führ' mich aus dem Jammerthat. Laß deinen Geist dann bei mir sein Und seinen Trost mein Hers erfreun. 6. Ich gebe meine Seele dann In deine Hände, nimm sie an! Der Leib ruh' in der stillen Gruft, Vis ihn dein Wort zum Leben rust. 7. Dann laß ihn fröhlich aufers stehn Und mich dein gnád ges Ant. lis sehn; Gedenke nicht mehr mei, ner Schuld, Gedenk' an deine Lieb' und Hald. 8. Fürwahr! sprichst du, euch sa ge ich: Wer mein Wort hält und glaubt an mich, Der kommt gewiß nicht ins Gericht Und schmeckt den Lod auf ewig nicht. 9. Ja, Herr, mein Heil, ich traue dir. Dein Wort erfüllst du auch an mir; Du nimmst mich zu dir in dein Reich; Da leb' ich dann mit dir zugleich. 10. Deß freuet meine Seele sich! Erhöre mich, Herr, gnädiglich. Laß mich im ganzen Leben dein, Den Tod mir sanft und selig sein. Nimm du dich meiner Seele an; Dir übergeb' ich sie alsdann, Du wirst sie wohl bewahren. 2. Sind meine Sünden dann vor mir, Drückt ihre Last mich nieder: So sei mein Seufzen auch vor dir; Erhebe du mich wieder. Mich stärk' in meiner tiefen Noth, Herr, deine Liebe bis zum Tod Und jenes Les bens Hoffnung. Stunde da, Von dieser Welt zu scheiden, So sei mit deiner Hülfe nah, Du trenster Freund im Leiden! 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib', Und freue mich von Herzen, Daß ich mit dir vereinigt bleib', Auch nach des Todes Schmerzen. Wenn ich gleich sterbe, sterb' ich dir; Ein ew'ges Leben hast du mir Durch deinen Tod erworben. 4. Weil du erstandst, so werd' auch ich nicht in dem Grabe bleiben. Dein Leben, Herr, deß' freu' ich mich, Kann Todesfurcht vertreiben; Denn wo du bist, da komm' ich hin, Daß ich bei dir stets leb' und bin; Drum geh' ich hin mit Freuden. 5. Dein bin ich, dein in Ersigkeit; Das Grab foll mich nicht schrecken. Ich weiß, nach kurzer Zwischenzeit Wirst du mich auferwecken. Dann will ich dir, o Gottes Sohn, Du Menschenfreund, vor deinem Thron Mit Freuden ewig danken. In voriger Melodic. 574. Wann einst mein ster. bend Auge bricht, mein letzter Hauch verschwindet, Mein Leib er starre, und selbst es nicht, Daß er entschläft, empfindet; Wann meine Lieben um mich stehn, Und traurig Mel. Wenn mein Stündlein zc. 573.It einst auch meine mich entschlummern fehn, Hind meis nen Tod beweinen: 2. Dann, Vater, nimm ihn auf, den Geist, Der freudig zu dir fliehet, durch Freudigkeit im Leiden und Tode. Der dankbar deine Güte preist, Daß er den Tod nicht siehet! Dann tros ste, die betrübt um mich Mit Ehrás nen klagen; laß sie sich Mehr meis ner Wonne freuen. 3. Mein hingefallner Leib bleibt hier; Ihn wird das Grab verschlies ßen. Heil mir! das Grab wird den noch dir Ihn wiedergeben müssen. Du kommst, Erwecker; deine Macht, Die ihn aus Staub hervorgebracht, Kann ihn aus Staub erneuern. 4. Wie könnt' ich trauern, daß im Tod'Mein Leib zu Staube modert? Wie könnt' ich klagen, da ihn Gott Vom Tode wieder fordert? Ohoff nung, daß nach kurzer Ruh', Mein Leib erwacht, wie groß bist du! Und welch ein Trost im Tode! 5. Des Todes Schmerzen, Gott, will ich, Wenn er nun kommt, nicht achten, Und mit getrostem Blick auf dich Nach meinem Ziele trachten, Und mich dem Ziele freudig nahn, Um jenes Kleinod zu empfahn, Das Jesus mir erworben. Mel. Herzlich that mich zc. 575. Die wir hienieden wals len, Wir alle, ach! find Staub, Wir blühen auf und fallen, Des Todes sichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, Da Gottes Stimme ruft; Doch jede, jede Stunde Bringt näher uns jur Gruft. 2. Getroft gehn Gottes Kinder Die finstre Todesbahn, zu der die frechen Sünder Verzweiflungsvoll sich nahn, Wo selbst der freche Spotter Nicht mehr zu spotten wagt, Und vor dem Gott der Got ter Erzittert und verzagt. 3. Wann diese Bahn zu gehen, 333 Dein Will' einst mir gebeut; Wann vor mir offen stehen Gericht und Ewigkeit; Wann meine Kräfte bes ben, Und num mein Herz schon bricht: Herr über Tod und Leben, dann verlaß mich nicht. 4. Hilf, Todesüberwinder, Hilf mir in solcher Angst, Für den du, Heil der Sünder, Selbst mit dem Tode rangst. Und wenn des Kampfes Ende Gewaltiger mich fast, Nimm mich in deine Hände, Den du erlöset hast. 5. Heil denen, die auf Erden Sich schon dem Himmel weihn! Die aufe gelöst zu werden In Heiligkeit, sich freun. Bereit, es ihm zu geben, Wann Gott, ihr Gott gebeut, Fließt dies ihr ird'sches Leben Hin zur Unsterblichkeit. 6. Des Himmels Wonn' und Fretts den Ermißt fein sterblich's Herz. ÖTrost für kurze Leiden, Für kürzenTodesschmerz! Dem Todesübers winder Sei ewig Preis und Dank! Preis ihm, der für uns Sünder Den Kelch des Todes trank! Met. Ich hab' mein' Sach' Gott ut. 576. Gott! wird sich einst mein Ende nahn, So schaue mich erbarmend an! Hilf mir in meiner leßten Noth, O Herr, mein Gott! Ein fanfter Schlaf sei mir der Tod! 2. Begleitet ihn der Krankheit Schmerz, So stärke das beklemmte Herz. Selbst in der Schmerzen größten Wuth, Gieb mir den Much, Der freudig denkt: Gott machts doch gut! 3. Verleih Gelaffenheit und Ruh'! In meinem Herzen wohne du, Und laß mit freudigem Bertraun, Und 22* 334 Eeligfeit frommer Chriften in diesem Leben ohne Braun, Hin auf mein nahes Grab mich schaun! Huld, Ertrug und tilgte meine Schuld. 4. Sei von mir Schwachen dann nicht fern! Beig mir den Himmel, Geist des Herrn! Gieb, daß, wenn ich zum Vater fleh' Voll Trost ich feh', Wie der mich liebt, zu dem ich geh'. 5. Ach, Gnad' ergehe dann für Recht! Denn von dem menschlichen Mel. Christus, der ist mein c. Geschlecht Ist auch der Heiligste 578. Mein Jesus ist mein nicht rein. Wer kann wol dein, Gott, ohne deine Gnade sein? 6. D sei mir dann nicht fürchter. lich! Erbarme, Vater, meiner dich! Mich leite, wann mein Auge bricht, Dein Gnadenlicht, So fehlt mir Troft im Tode nicht. 5. Warum sollt' ich denn traurig sein, Wenn ich vor dir bestehe; Wenn ich durch Christi Blut nun rein In deinen Himmet gehe? Ges troft verlaß ich dich, o Welt, Weil Gottes Himmel mir gefällt. Met. Mach's mit mir, Gott, zc. 577. Mach's mit mir, Gott, wie dirs gefällt; Hilf mir in allen Leiden! Und rufit du mich einst von der Welt, So laß getreft mich schei. den! Dir, der du enig mich erfreuft, Befehl' ich, Bater, meinen Geist. 2. Gern folg' ich dir, o lebend, herr! Ich werde nicht verderben. Du bist bei mir, Allmächtiger, So Fann ich freudig sterben; Verlaß ich auch gleich manchen Freund, Der's herzlich gut mit mir hier meint. 3 Ruht doch mein Leib in stiller Gruft: Zum Bater geht die Seele, Bis ihn des Heilands Stimme ruft Aus seiner Grabeshöhle. Wie werd' ich mich dann seiner freun! Wie felig werd' ich dann nicht sein! 4. Und sch' ich dich, o Richter, dann, So werd' ich nicht erbeben. Du nimmst mich, Herr, zu Ehren an; Die Sünden sind vergeben. Den eigner Sohn voll Lieb' und Leben, Und Sterben mein Gewinn; Ihm hab' ich mich ergeben, In Friede fahr' ich hin. 2. Dort in des Vaters Wohnung Find' ich, der Erde Gast, Für mei. nen Kampf Belohnung, Für Müh' und Arbeit Rast. 3. Bald hab' ich überwunden Des Lebens Angst und Noth; Nach diesen Prüfungsstunden Leb' ich bei dir, mein Gott. 4. Wann mir die Augen brechen, Mein Athem schwerer wird, Wann ich nicht mehr kann sprechen, Mein Geift sich oft verirrt; 5. Wann Sinnen, wann Gedan ken, Wie ein verlöschend Licht, Noch hin und wieder wanken: Gott, dann verlaß mich nicht! 6. Es fliche Furcht und Kummer! Die Seele stärke sich! Leicht, wie des Müden Schlummer, Sanft fei mein Tod durch dich! 7. Wohl, wohl mir! ich vollende Bald meinen schweren Lauf: Du nimmst an meinem Ende Den Geist zum Himmel auf. Met. Herr Jesu Christ, mein's c 579. Jefu, meines Lebens Licht, Mein Troft und meine Zu verficht! Auf Erden bin ich nur ein Burch Freudigkeit im Leiden und Tode. Baft, Gedrückt von meiner Sün denlast. 2. DerGang zurEwigkeit ist schwer; Wo nehm' ich Schwacher Kráf te her? Ach führe mich an deiner Hand zu dir ins begre Vaterland. 3. Schwer liegt auf mir der Krank heit Schmerz, Der Leib ist schwach und moet das Herz, Und meine Seele schreit in mir: Herr, nimm mich hin, nimm mich zu dir! 4. 3u deinem Streuz blick ich em por, Und halte mir dein Leiden vor. Was kann mir in der Todespein So tröstlich, als dein Leiden sein? 5. Verschmähe meine Seufzer nicht! Dein Getit soll, wenn mein Mund nicht spricht, Im schwersten Kampf mein Beistand sein, Und Vater! Vater! in mir schrein. 6. Wenn jetzt mein sterbend Haupt fich neigt, Und sich mein Grab mir offen zeigt, So sei dein Wort: Es ist vollbracht! Mein Licht in jener Todesnacht. 7. Mit frohem Blick aufs nahe Grab Leg' ich nun hin den Wanderstab, Und geh' getreft, wie dirs ge fällt, Hinüber in die beßre Welt. 8. Ich traue, Herr, auf deinen Lod: Hilf du mir in der Todesnoth. Und schließt sich dann mein Lebenslauf, So nimm mich in den Himmel auf. 9. Am jüngsten Tag erwecke mich; Da sieht mein Auge froh auf dich. Ich weiß, im schrecklichen Gericht Verdammt mich mein Erlöser nicht. 10. Unsterblich werd' ich aufers stehn, Verklärt werd' ich den Bas ter sehn; Und du machst mich in deinem Reich Auf ewig deinem Bit be gleich. 335 Hoffnung der zukünftigen Seligkeit. let. Kommt her zu mir, spricht 2. 580. So hoff, ich denn mit festem Muth Auf Gottes Gnad und Christi Blut; Ich hoff' ein ew'. ges Leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, hat mir das Recht zur Geligkeit In seinem Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unausspreche lich's Heil, An dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben; Im Herzen durch den Glaue ben rein, Dich lieben, und versichert sein Von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der See ligkeit, Wirkt göttliche Zufriedens heit, Wenn wir es creu bewahren. Es spricht uns Treft im Elend zu, Berfüßer und des Lebens Ruh', Und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr mein Hort, Den Glauben an dein göttlich's Wert Um deines Namens Willen; Laß ihn mein Licht auf Erden sein, Ihn täglich mehr mein Herz erneun, und mich mit Trost erfüllen! Mel. Es ist das Heil uns sc. 581. Ich weiß, an wen mein Glaub' sich hält, Stein Feind foll mir ihn rauben. Als Bürger einer bes fern Welt Leb' ich hier nur im Glau ben. Dort schau' ich was ich hier ges glaubt; Werist, der mir mein Erb theil raubt? Es ruht in Jesu Händen. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit Und herrlich ist die Krone; Das Glück der ganzen Ewigkeit Wird mir dereinst zum Lohne. Der du für mich den Tod geschmeckt, Durch deinen Schild werd' ich bedeckt; Was kann mir denn nun schaden? 336 Seligkeit frommer Christen in diesem Leben 3. Herr, lenke meines Geistes daß mein Geist nicht sterben kann; Blick Von diesem Weltgetümmel Und mit verklärtem Leib' umgeben, Auf dich, auf meiner Seele Glück, Schau' ich ihn einst voll Bonne an. Auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit Vers geht und währt nur kurze Zeit; Im Himmel fei mein Wandel! 4. Jest, da mich dieser Leib be schwert, Ist mir noch nicht erschienen, Was jene beßre Welt gewährt, Wo wir Gott heilig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint, Und mein Erlösungstag erscheint, Dann werd' ich's froh empfinden. 5. Im Dunkeln seh' ich hier mein Heil; Dort seh' ich's klar und heiter. Hier ist die Schwachheit noch mein Theil; Dort hebt mein Geist sich weiter. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt; Dort wird er sichtbar, wenn dein Bild Mich einst vollkoms men schmucket. 6. Zu diesem Glück bin ich erkauft, D Herr, durch deine Leiden; Auf deinen Tod bin ich getauft, Wer will von dir mich scheiden? Du zeich neft mich in deine Hand; Herr, ich bin dir, du mir bekannt. Mein find des Himmels Freuden! 2. Was seid ihr, stolze Weltbes zwinger, Die schmeichelnd Lob zu Göttern zählt? Dem Höchften seid ihr viel geringer, Ats euch der Sclas ve, den ihr quält. Wie kurze Zeit, mit wie viel Sorgen Genießt ihr eurer Ehrsucht Raub! Ihr sieget heut, man haßt euch morgen; Ihr war't vergöttert; und feid Staub. 3. Was sind, Weltmenschen, eure Freuden? Die Wollust, die euch trunken macht? EinChrist sollt' euer Glück beneiden? Folgts euch denn in des Grabes Nacht? Ihr rechnet mit erhitztem Blute Des fernen Tages Wollust aus: Die nahe schreckliche Minute Tilgt euer Glück auf ewig guß. 4. Ihr seid dahin, Des Ehriften Größe Geht heller auf nach kurzer Nacht, AmTage, da Gott eure Blos ße Zum Schauspiel aller Augen macht. Der Tag macht Könige den Knechten Und Bettler den Monar chen gleich; Der Tag giebt Adeldem Gerechten, Und macht an ew'gen Gütern reich. 5. Ein Blick in jene Zukunft hebet Aus Schmerz und Unruh' mich em por; Ein Christ, der nicht am Ird" schen klebet, Sieht ew'ges Heil dem Weltglück vor. Kein Kummer kann mich niederschlagen, Ich weiß, mein Glück entgeht mir nie; Ich darf vor Mel. Mein Jesus, dem die zc. 582. Entfernet euch, unsel'ge Feinden nicht versagen; Ich weiß, mein Tod entwaffnet sie. Spotter! Ihr zittert, wo der Fromme glaubt. Ich kenne Gott als Freund und Retter, Hab' eine Hoff nung, die nichts raubt. Ich weiß, mein Heiland ist im Leben, Weiß, 6. Du, lette Stunde meines Les bens, Die du dem Christen heilig bist, Ich warte nicht auf dich verge bend, Ich thu', was deiner würdig 7. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Empfinde sie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht, Erhebe Gott, e Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht, Nur des Gerechten Glück besteht Durch alle Ewigkeiten. 337 5. Mit neuer Inbrunst lieben wir Dich, Bater, dann, und dienen dir Mit fröhlichem Gemüthe. Nichts stórt den Frieden unsrer Brust Und unfre tausendfache Lust An deiner großen Güte. Kein Neid, Kein Streit Hemmt die Triebe reiner Mel. Wie schön leucht't uns zc. 583. Mein ganzer Geist, Gott, Liebe unter Seelen, Die dann weis ter nicht mehr fehlen. durch Hoffnung der zukünftigen Eeligkeit. ist. Du lehrst mein Leben mich ge nießen: Du bist mein Lohn aus Got tes Hand. Wie sanft wird sich mein Auge schließen! Mein Geist erblickt sein Vaterland. wird entzückt, Wenn er hinauf gen Himmel blickt, Dahin dein Rath uns leitet, Wo deine milde Bater hand Aus neuen Wundern wird er kannt, Die du da haft verbreitet. Mächtig Fühl ich mich getrieben, dich zu lieben, der zum Leben, Daß dort ist, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, Die dort bei dir zu finden! Du stellst uns hier auf Erden zwar Viel Wun der deiner Güte dar, Daß wir sie froh empfinden; Doch hier Sind wir Bei den Freuden noch mit Leis den stets umgeben, Dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab; Dort wischest du die Thrà. nen ab Von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei; Denn du, o Herr, machst alles neu, Das Alte ist vergangen. Hinfort Sind dort Für Gerechte, deine Knechte, keine Plagen Mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In deinem höhern Heiligthum Erschallet deines Namens Ruhm Von lauter frohen Zungen. Da fitrahlt die Herrlichkeit des Herrn, Da schaut man sie nicht mehr von fern; Da wird sie neu besungen. Heller, Schneller, Als hignieden, ohn' Ermüden sehn wir droben, Gott, wie hoch du bist zu loben! 6. Gott, weiche Schaar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, Die find' ich droben wies der. Dort sammeft deine BVaterhand Sie, die ein Sinn schon hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig, Werd'ich, Frei von Mängeln, selbst mit Engeln, mir zum Gegen Da die reinste Freundschaft pflegen. 7. Da komm' ich zu des Menschen Sohn, Der für mich starb, um dessen Thron Viel tausend Eel'ge stehen. Der du der Deinen Wonne bist! Dich werd' ich da, Herr Jesu Christ, mir zum Entzücken, sehen. Dann wird, Mein Hirt, Nichts mich kone nen von dir trennen; ohn' Aufhören. Werd' ich bei dir sein, dich ehren. 8. Wie selig werd' ich dann erst sein, Wie sicher werd' ich dann mich freun, Dir ewiglich lobsingen! O Jesu, Herr der Herrlichkeit, Du hast dies Glück auch mir bereit't; Hilf mir es auch erringen. Laß mich Eifrig Darnach streben, und mein Leben hier so führen, Daß ich dort kann triumphiren. Met. Herr Jesu Chrift, meins: c. 584. Es falle, Herr, mein Leib dahin, mit dem ich hier umgeben bin; Ich selber, lebend, wie zuvor, Schwing' aus den Trümmern mich hervor. 338 Seligkeit frommer Christen in jenem Leben 2. Ein inn'res mächtiges Gefühl Verkündigt mir mein höh'res Ziel. Dies Streben nach der Ewigkeit Er. hebt mich über Erd' und Zeit. 3. Dich, Höchster, hab' ich hier erkannt, Voll Liebe, Vater, Dich genannt. In dieser Seelenwürde Met. Christus, der ist mein: c. liegt Ein Hoffnungsgrund, der nim. 585. Cink geh' ich ohne Be mer trügt. ben zu meinem Tode hin; Denn Christus ist mein Leben Und Ster ben mein Gewinn. 4. Dein Wort zeigt mir die beßre Welt: So ist mein Glaube fest ge stellt. Wie herrlich wird der Menschs heit Werth Durch Jesu Zufag' auf geklärt! 2. Ich scheue nicht die Schrecken Der freudenteeren Gruft: Der wird mich auferwecken, Der mich zum Grabe ruft. 5. Glückfel'ge Aussicht auch für mich! Entzückt hebt meineSeele sich; Ich seh' im Geist des Chriften Lohn, Ich sehe meinen Himmel schon. 6. Da find' ich, was dein guter Rath Zu meinem Wohl geordnet hat, Genieße deines Gnadenblicks Und der Bollendung meines Glücks. 7. Viel Freude gabst du mir schon hier; O Gütiger, wie dank' ich dir! Stets folgte kleinerm Ungemach Die größere Verfüßung nach. 8. So hat schon dieser Kindheits stand Der höhern Hoffnung Unterpfand; Die Liebe, die mich hier beglückt, Die bleibt und segnet unverrückt. sehn Auf ewig unser Glück erhöhn. 12. Herr unfrer Tage, führe du Uns alle diefem Ziele zu, Daß uns, bei standhaft frommer Treu', Deb Lebens End' erfreulich fei! 3. Und rief mich, abzuscheiden, Auch heute schon mein Gott, Co folg' ich ihm mit Freuden, Und sterb' auf sein Gelot. 4. Des Lebens frische Blüthe Vermodre nur in Stanb; Die Wange, die sonst glühte, Sei der Verwe fung Raub! 5. Ich hoff' ein beßres Leben, Das nie von mir entflieht; Ein Leib wird mich umgeben, Der nimmer mehr verblüht. 6. Dann eil' ich dir entgegen, Mein triumphirend Haupt, Und seh' entzückt den Segen Des Heils, das ich geglaubt. 9. Des freudigsten Vertrauens voll, Erwart' ich, was mir werden soll, Wenn ich von Sünd' und Noth be. freit Nun reife zur Vollkommenheit. Seligkeit in jenem Leben. Fröhliche Auferstehung. 10. Der Tod darf mir nicht schres In eigner Melodie. fend fein; Er führt zum wahren 586. Auferstehn, ja auferſtehn A … Leben ein. Durch Gottes Kraft besiegt mein Herz Der Krankheit Last, der Trennung Schmerz. wirst du, Mein Staub, nach kurzer Ruh'. Unsterblichs Leben Wird, der dich schuf, dir geben. Frohlode Gott! Frohlocke Gott! 11. Wann hier von uns, die Gott vereint, Der lette auch hat ausges weint, Dann wird ein frohes Wieder. Freudentag! Du meines Gottes 2. Tag des Danks, der Wonne. burch fröhliche Auferstehung. Tag! Wann ich im Grabe Genug geschlummert habe, Erweckst du mich, Erweckst du mich. 3. Wie den Träumenden wirds dann mir sein. Mit Jesu geh' ich ein Zu seinen Freuden. Des mů. den Wandrers Leiden Sind dann nicht mehr, Sind dann nicht mehr. 4. Ach, ins Allerheiligste führt mich Mein Mittler! dann leb' ich Im Helligthume Zu seines Namens Ruhme, In Ewigkeit, In Ewigkeit. Mel. Es ist das heil uns c. 587. Mein Heiland lebt! Er hat die Macht Des Todes ganz bes wungen, Und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufges schwungen. Er ist mein Haupt; sein Sieg ist mein, Sein soll mein ganzes Leben sein, Und ihm will ich auch sterben. 33Q 5. D welch' ein fel'ges Theil ift mir In jener Welt bereitet, Wo fich ein Freudenstrom von dir Auf Selis ge verbreitet! Ich werd' in deinem Himmetreich, Unsterblich, deinen Engeln gleich, Vollkommne Lust genießen. 4. Wie froh und herrlich werd' ich dann Vor dir mein Heiland stehen! Dann nimmst du mich mit Ehren an; Heiß'st in dein Reich mich ge hen. Forthin von keiner Last bes schwert, An Leib und Seele ganz werklärt, Leb' ich bei dir dann ewig. 6. Denn da, wo du bist, sollen die, Die dir hier folgen, leben, und ewig frei von Schmerz und Müh', Bon Seligen umgeben, Genießen deine Herrlichkeit. D was sind Leiden dies fer Zeit, Herr, gegen jene Freuden! 7. Laß diese fünft'ge Herrlichkeit Mir stets vor Augen schweben, Und oft in dieser Prüfungszeit Mein Herz dahin erheben, Wo keine Schwachheit uns mehr drückt, Wo wir, der Sterblichkeit entrückt, Bor dir frohlockend wandeln. 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, DerTugend nachzustreben, und als dein Junger, dir zum Preis, Nach deinem Wort zu leben. Und führ ich hier noch Noth und Schmerz; So trófte dieß mein banges Herz s Es kommt ein befres Leben. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, Den Tod, o Jesu, schauen. Das ists, was mich zufrieden stelle, Selbst bei der Gråber Grauen. Ich bin getroft und unverzagt; Weil du den Deinen zugesagt: Ich leb' und ihr sollt leben. In bekannter Melodie. 3. Wird gleich mein Leib des To. 588. Jefus, meine Zuversicht, des Raub, Er wird doch wieder le ben, Uud einst aus der Verwesung Staub Sich neu gebild't erheben; Wann du, o großer Lebensfürst, Nun deinen Todten rufen wirst, Zum Leben aufzuwachen. Lebt, und ich soll mit ihm leben. Dieses weiß ich; sollte nicht Sich mein Herz zufrieden geben? Was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht! 2. Jesus, mein Erlófer, lebt! Und ich kann ihm sicher trauen, Daß er mich zu sich erhebt; Warum sollte mir denn grauen? Låsser auch ein Haupt sein Glied, Welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch des Glaubens Band 3u genau mit ihm nerbin Seligkeit frommer Christen in jenem Leben 340 den Er, er stårkt mit seiner Hand Mich auch in den letzten Stunden. Selbst im Tode bleib' ich sein, Ewig seiner mich zu freun. 4. Etaub bin ich, und muß daher Wiederum zu Staube werden. Daß erkenn' ich, aber er Weckt mich wie der aus der Erden, Daß ich in der Herrlid, keit Um ihn sein mög' alle Beit. 5. Da wird mich statt dieser Haut, Ein verklárter Leib umgeben, Für die neue Welt gebaut, Und geschickt zum bessern Leben; Und in diesem Leib feh' ich meinen Jefum ewiglich. 6. Dann werd' ich im hellen Licht Geine große Lieb' erkennen, Und wie freudig werd' ich nicht Dann ihn meinen Retter nennen, Wann er von der Sterblichkeit Nun auf ewig mich befreit. 7. Was verweslich ist, vergeht; Fleisch und Blut kann Gott nicht sehen. Irdisch wird mein Leib ge få't, Himmlisch wird er auferstehen. Erst verweset mein Gebein; Dann wirds unverweslich sein. 8. Seid getrost und hocherfreut! Jesus kennt euch, seine Glieder. Christen, wehrt der Traurigkeit! Sterbt ihr, Jesus ruft euch wieder, Wenn er einst allmächtig' ruft: Todte! kommt aus eurer Gruft. 9. Lacht der finstern Erdenkluft: Blickt hinauf ins begre Leben; Dorthin wird euch aus der Gruft Eures Jesu Macht erheben. Siegs reich schaut ihr dann umher, Wei net keine Chráne mehr. 10. Nur daß ihr den Geist erhebt Von den Lüsten dieser Erden, Und schon hier dem Heiland lebt, Mit Mel. Was Gott thut, das ist zc. dem ihr vereint föllt werden. Wollt 590.Jch freue mich der fro. ihr seines Heils euch freun, Müst ihr rein und heilig sein. Mel. Mach's mit mir, Gott 2. 589. Herr, du bist meine zu. versicht! Du lebst; auch ich soll verspricht, Unsterblichkeit, einst ges leben. Du wirst mir, was dein Wort ben. Dein Junger kommt nicht ins Gericht: Dies stärket meine 3u. versicht. 2. Hier geh' ich oftmals weinend Dort wird der herrlichste Gewinn hin, Den Saamen auszustreuen; Der Erndte mich erfreuen. Ich Leide; doch verzag' ich nicht, Denn du bist meine Zuversicht. Und fühle meine Würde, Hält auch 3. Hier trag' ich deine sanfte Last, gleich für schwere Bürde. Den die Welt, die sie nicht faßt, Sie dann siegt meine Zuversicht. Frevler trifft einst dein Gericht, Und in Staub; Gott wird dich neu bes 4. Sink' immer hin, mein Leib, leben. Nur hier bin ich des Todes Raub, Dort werd' ich ewig leben. Wie sicher meine Zuversicht! Wie stark ist dieser Trestgrund nicht! por Mich aus der Gruft zu heben, 5. Dank Jesu, dir! Zu dir emGingt du aus deiner Gruft hervor; Du lebst, und ich soll leben. 3db glaub' es dir, und zweißle nicht; Dein Wort ist meine Zuversicht. 6. In diesem Glauben stärke mich; Laß mich den Trost empfinden, Den aroßen Troft, daß ich durch dich Den Lod kann überwinden. Grab und Denn du bist meine Zuversicht. Verwesung schreckt mich nicht, durch fröhliche Auferstehung. hen Zeit, Da ich werd' auferstehen, Dann werd' ich in der Herrlichkeit Dich, Gott, mein Heiland, sehen; Dann werd'auch ich, O Herr, durch dich Vereint mit allen Frommen, 3ur ew'gen Ruhe kommen. 2. Ja, Herr, du führst sie einst heran, Die Stunde der Erlösung; Die Stunde, da ich hoffen kann Trost, Freiheit und Genesung; Da, Engeln gleich, Im Himmelreich Mich Ruhe, Lust und Leben In Ewigkeit umgeben. 3. Der du die Auferstehung bist, Du bist's, auf den ich traue! Ich weiß, daß ich durch dich, Herr Christ, Einst auferweckt, dich schaue. Auch werd' ich nicht Vor dein Gericht, Wie die, die dich verschmähten, mit Angst und Schrecken treten. 341 auf. Ihr Versöhner kommt voll Klarheit, Vor ihm ist Gnade, Treu' und Wahrheit, Des Glaubens Lohn krónt ihren Lauf; Licht ist um deinen Thron Und Leben, Gottes Sohn! Preis dir, Heiland! Erlós ser dir, Dir folgen wir zu deines Baters Herrlichkeit. 3. Em'ges Lob sei dir gesungen! Wir sind zum Leben durchgedrun. gen; Am Ziel sind wir, beim gro ßen Lohn! Christus strómt der Freus den Fülle Auf uns; wir schaun ihn ohne Hülle, Ihn, unfern Freund und Gottes Sohn. Kein Auge fahe fie, Dem Ohr erscholl sie nie Diese Wonne. In Ewigkeit Sei dir ges weiht, Herr, unser Dank und Lob und Preis. In voriger Melodic. 4. Ich hoffe dann mit Freudigkeit Vor dir, mein Haupt, zu stehen, 592. Wenn wir unsern Tod Und mit dir in die Herrlichkeit Frohlockend einzugehen. O hilf mir doch Aus Gnaden noch, Zum Glück der Ewigkeiten Mich würdig zu be reiten! Mel. Wachet qauf! ruft uns zc, 591. Wachet auf! ruft einst die Stimme, Des Sohnes Gottes Allmachtsstimme: Verlaßt, ihr Todten, eure Gruft! Wachet auf, erlöste Sünder! Versammlet euch, ihr Gottes Kinder! Der Welten Herr ist's, der euch ruft. Des Todes stille Nacht Ist nun vorbei; er wacht! Hallelujah! Macht euch bereit Zur Ewigkeit! Sein Tag, sein großer Tag ist da. 2. Erd' und Meer und Hölle be, ben, Die Frommen stehen auf zum Leben; zum neuen Leben stehn sie einst schmecken, Wo sind dann alle feine Schrecken? Wo ist sein Sta chel? Was ist er? Jesus lebt und unfre Glieder Belebt des Siegers Allmacht wieder, Auch unsre Grås ber werden leer. Sein Eigenthum find wir; Die Seinen läßt er hier Nicht im Staube. Er kommt und ruft: Verlaßt die Gruft, Steht auf, Entschlafne, folget mir! 2. Tag des Lebens, Tag der Wonne, An dem uns Todten Got tes Sonne Hervorbricht nach der langen Nacht! O was werden wir empfinden, Wenn Nacht und Fin sterniß verschwinden, Und plöslich unfer Aug' erwacht! Vollender, führe du Uns diesem Tage zu, Und die Deinen! Die Todesbahn Gingst du voran, Wir folgen dir in deine Ruh'! Seligkeit frommer Christen in jenem Leben 342 3. Held, vor dem die Hölle bebet, Der selbst den Tod litt' und nun lebet, Nun lebt und herrscht in Ewigkeit! Dir hat dein Gott Sieg und Leben, Dir hat er seine Welt gegeben, Und alle seine Herrlichkeit. An allen deinem Heil Hat dein Er. Idster Theil Durch den Glauben. Des Glaubens Licht Berlösch' uns nicht; So sehn wir ewiglich deinheil. Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. 593. Noch wallen wir im Thránenthal, Gedrückt von Rum mer, Müh' und Qual; Doch nur noch wenig Tage! Dann fliehen wir aus dieser Zeit hinüber in die Ewig. keit, Weit weg von jeder Plage. 2. Dann sinkt der Leib ins kühle Grab, Der Staub zu allem Staub herab, Nicht sterblich mehr zu leben. Mit freiem Flug' und frohem Blick Nehrt der entbundne Geist zurück zu dem, der ihn gegeben. 3. D wohl ihm! war er fromm und gut, Wenn er von seiner Arbeit ruht, Wenn Thaten ihn begteiten! Wenn er, vereint mit Jesus Christ, Unsträflich, rein und fähig ist zum Glück der Ewigkeiten. 4. O hohes Glück, vor Gott zu stehn! Freude, Jesu, dich zu sehn, Und mit dir deine Glieder! Zu ses hen dich in deinem Licht, Bon An gesicht zu Angesicht, Dich, Erster aller Brüder! 5. Doch erst der Tag des Aufers kehus, Der Tag des frohen Wies derfehns, Der umgeschaffnen Erde; Der Tag, wenn Gottes Wunderkraft Mich ganz verklärt und neu er fchafft, Beigt, was ich einst sein werde. 6. Wie wird mir dann zu Muthe sein, Wann alle Todten, groß und klein, Weltrichter, vor dir stehen! Wenn du mich dann beim Namen nennst, Bor Gott und Engeln mich bekennst, Ich ewig dich soll sehen! 7. Ich, ich, der jetzt noch Thränen weint, Ich werde, wann der Herr erscheint, Dann leuchten, wie die Sonne! Ich Sünder werde gånzlich rein, Ich Sterblicher unsterblich sein, Ich, Gottes Bild und Wonne, 8. Befreit und ewig fern von Qual, Getränkt mit Freuden ohne Zahl, Gott immer, immer näher! Dann steigt mit jedem Augenblick Der Seele unaussprechlich Glúd Noch unaussprechlich höher. 9. Und aller Seraphinen Schaar Und wer auf Erden heilig war, Sind alle meine Brüder; Sind alle mur ein Geist mit mir, Lind singen, Jesu, ewig dir Aus einem Munde Lieder. 10. Der Seligkeiten, Gott, wie viel! O Freuden, ohne Maaß und Siel, Hoch über alles Sehnen! O Ewigkeit! o Ewigkeit! Was ist das Leiden dieser Beit! Wie nichts sind alle Thränen! 11. Sei stark, sei freudenvoll, mein Geist; Gott lebt, Gott hålt, was er verheißt! Gott ist der Gott der Frommen! Nichts, glaub' es, ist für dich zu groß, Für dich, 18 dem aus Gottes Schooß Sein eig. ner Sohn gekommen. Mel. Wer nur den lieben Gott:& 594. Ich bin zur Ewigkeit ges boren, Für eine beßre Welt bes stimmt; Mein Leben geht nicht ganz verloren, Wenn gleich das Grab den Feib hinnimmt. Za groß Burch fröhliche Auferstehung. bin ich für diese Beit; Mein Loos ist die Unsterblichkeit. 2. Was ist der Erde Glück und Ehre? Und wäre das auch alles mein, So blieb' es, wenn kein Hims mel wäre, Für meinen Wunsch doch viel zu klein. Mein Geist find't nicht im Staube Rah', Er eilt erhabnern Gütern zu. 3. Mich schuf ja meines Gottes Liebe zum höhern Glück, zu groß, rer Lust, Und pflanzte selbst dazu die Triebe So stark und tief in meine Brust. Er, der den Geist mit Hunger füllt, Läßt ihn fürwahr nicht ungestillt. folgt, verhöhnt. Der Heuchler, der hier triumphirt, Wird dort vor sein Gericht geführt. 343 sich nun mein Geist, Da Gott ihn felbit unsterblich heißt. 8. Noch mehr: ich kenne Jefuz Lehre, Und das, was er für mich ges than, Was ich aus seinem Munde höre, Ist Wahrheit, die nicht trü. gen kann. Ich bin des Heilands Eigenthum, Erlöst durch ihn, zu seinem Ruhm. 9. Mein Jesus lebt; wer will mich tódten? Er sichert mir Uns sterdlichkeit. Sein Arm reißt michh aus Todesndthen, Und führt mich hin zur Seligkeit. Auch diefer Leib muß auferstehn, Und schön ver Elårt zum Himmel gehn. 4. Der Wunsch, ihn ewig treu zu lieben, In größrer Klarheit ihn zu sehn, Der hier noch unerfüllt ge, blieben, Muß einst noch in Erfül. lung gehn. So wahr Gott mein Verlangen kennt, Bir bleiben ewig ungetrennt. Ewige Seligkeit im Zimmel. 5. Er ist gerecht, der höchste Rich. ter! Die Tugend wird noch einst gekrönt, Wenn gleich ein Haufe Miel. Wer nur den lieben Gott 2. Bösewichter Sie hier verwirft, ver. 595. Nach einer Prüfung kur 6. It's möglich, kann Gott ans ders handeln? Gilt denn kein Recht in seinem Reich? Die Frommen, die hier vor ihm wandeln, Sind die den frechen Spóttern gleich? Nein, Tugend fiegt! Ich sterbe drauf: Gott weckt mich zur Vergel, tung auf. 7. Er weckt mich auf aus meis nem Grabe! Dies hofft mein Herz, dies fagt sein Wort; Und da ich dies hier vor mir habe; So flichen alle 3weifel fore. Wie froh erhebt 10. Ihr Thalersinkt! Fallt Berge nieder! Mein fester Glaube fürchtet nichts. Ich sehe einst den Morgen wieder, Den Morgen jes nes ew'gen Lichts. Dann fånge mein neues Leben an Und, Gott, wie selig bin ich dann! zer Tage Erwartet uns die Ewig keit; Dort, dort verwandelt sich die Klage In himmlische Zufrie denheit. Hier übt die Tugend ih. ren Fleiß, Und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ist's, der Fromme schmeckt auf Erden Schon manchen felgen Augenblick; Doch alle Freus den, die ihm werden, Sind ihm noch unvollkommnes Glück. Er bleibe ein Mensch, und seine Ruh' Nimme in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, Bald das Geräusche dieser Welt; Bald kämpft in fels 344. Seligkeit frommer Christen in jenem Leben Heil, mein Glück ihr Glück. nem eignen Herzen Ein Feind, der jeden Augenblick Ihr Heil mein öfter siegt, als fällt; Bald sinkt er durch des Nächsten Schuld In Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, Das Laster öfters glücklich ist, Wo man den Glücklichen be neidet, Und des Bekümmerten ver. gist: Hier kann der Mensch nie frei von Pein, Nie frei von eigner Schwachheit sein. 7. Da werd' ich das im Licht er kennien, Was ich auf Erden dunkel sah; Das wunderbar und heilig nennen, Was unerforschlich hier geschah; Da denkt mein Geist mit Preis und Dank Die Schickung im Zusammenhang. 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, Der Gottes Weg mich gehen hieß, Und ihn zu millionens maten Noch segnen, daß er mir ihn wieß; Da find' ich in des Höchstent Hand Den Freund, den ich auf Erden fand. 5. Hier such ich's nar, dort werd' ich's finden; Dort werd' ich, heilig und verklärt, Der Tugend ganzen Werth empfinden, Den unaus, sprechlich großen Werth; Den Gott der Liebe werd' ich sehn, Ihn lie Ben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird der Vorsicht heil'ger Wille Mein Wi! und meine Wohi. fahrt sein; Und lieblich's Wesen, Heil die Fülle Am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn fiets auf Gewinn Mich fühlen, daß 596. Es ist noch eine Ruh' In voriger Melodie: ich ewig bin. vorhanden Für jeden Gott ergebnen Geist, Wenn er sich dieses Körpers Banden Nach Gottes. Willen einst entreißt, Und nun nicht mehr so eingeschränkt, is hier auf Erden, lebe und denkt. 2. Die, Herr, zu dieser Ruhe kom men, Wie selig sind doch alle die! In deinen Himmel aufgenommen, Ruhn sie von dieses Lebens Müh'. Nach aller Last, die sie gedrückt, Wird ewig nun thr Herz erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder tros sten, So tröstet deine Gutigkeit Mit Himmelswonne die Erlösten, Nach überstandner Prüfungszeit. Dann wird es ihnen offenbar, Wie gut stets deine Führung war. 8. Da werd' ich zu dem Throne bringen, Wo Gott, mein Heil, sich offenbart; Ein heilig, heilig, heilig fingen Dem Lamme, das erwürget ward; Und Cherubim und Seraphim Und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Schaaren Mich ihnen gleich und heilig sehn, Das nie gestörte Glück erfahren, Mit Frommen stets fromm umzugehn; Da wird durch 11. Da ruft, o michte Gott es geben! Nuch mir vielleicht ein Sel'ger zu: Heil sei dir! denn du haft mein Leben, Die Seele mir gerettet, du! D Gott, wie muß das Glück erfreun, Der Netter eis ner Seele sein! 12. Was seid ihr, Leiden dieser Erden Doch gegen jene Herrlichkeit, Die offenbart an uns soll werden Von Ewigkeit zu Ewigkeit. Wie nichts, wie gar nichts gegen sie Ist doch ein Augenblick voll Müh'! Ewige Seligkeit im Himmel. 4. Da schweigen alle ihre Klagen, Da bringt mit frohem Lobgesang, Selbst für die ausgestandnen Plas gen, Dir ihre Seele Preis und Dank. Da jauchzen sie: es ist vollbracht! Der Herr hat alles wohl gemacht! 5. Auf ewig trifft sie dann kein Leiden, Kein Schmerz und keine Schwachheit mehr; Gott führt sie zu vollkommnen Freuden Und krós net sie mit Preis und Ehr'. O uns aussprechlich süße Ruh'! Wie herr lich, Höchster, segnest du! 6. Wer kann, Herr, deine, Gnade faffen? Du willst den, der dich red lich liebt, Nicht ewig in der Unruß laffen, Die dieses Leben noch um giebt. Das flöße Muth und Kraft mir ein, Im Leiden auch dir treu zu sein. 7. Mein Heiland, der du selbst auf Erden Der Leiden Joch getragen haft, Will ich des Lebens müde werden, Und füht ich dieser Tage Last, So stårke mächtig meinen Geist, Daß er dem Unmuth sich entreißt. 8. Gieb, daß in Hoffnung jener Ruhe, Die Gottes Volk verheißen ist, Ich gern des Vaters Willen thue, Wie du darin mein Vorbild bist; So folgt auf meine Prüfungs zeit Gewiß vollkommne Seligkeit. 345 Schwingst dich empor zu Gottes Licht, Und schaut den Ursprung aller Wesen Vollkommner und von Angesicht; Bewunderst deines Gottes Macht In jener Welten Bau und Pracht. 3. Dann, Seele, wirst du das verstehen, Was dir kein Sterblis cher erklärt, Was hier vollkommen einzusehen Der Weiseste umsonst begehrt; Dann täuscht dich Wahn und Irrthum nicht, Und selbst die Finsterniß wird Licht. ne Seele, Bei dem Gedanken an das Grab? Nicht dich umschließt einst seine Höhte; Es sinket nur dein Leib hinab. Ihn schuf der All macht Hand aus Staub; Drum wird er der Verwesung Raub. 2. Du, zur Unsterblichkeit erlesen, 4. Dann wirst du den, o! den ers blicken, Den hier allein der Glaube sieht, Den, der, dich ewig zu beglüs den, Verbrechern gleich, am Kreuz verschied. Dann jauchze, daß kein Wahn, kein Spott Dich hier ge trennt von deinem Gott! Mel. Es ist das Heil uns 20 598. Der Freuden Füll ist, Gott, bei dir; Und in dem höhern Leben Wird deine Huld daraus auch mir Die volle Gnüge geben, Was mich mit reiner Luft erfüllt, Was meiner Seele Sehnsucht stillt, Und sich ohn' Ende mehret. 2: Dich lern' ich dann im hellern Licht' In deiner Größe kennen, Und mit vollkommner Zuversicht Dich meinen Väter nennen. Mit hoher Freude bet' ich dann Auf ewig dein Erbarmen ah, Das mich zum Him Met. Wer nur den lieben Gott: 597. Warum erbebit du, mei- mel führte. 3. Wenn mein erhöhter Geist da sießt, Was ich dir zugetrauet; Wein er dein unumschränkt Gebiet Noch heller überfchouet: Gott! welche Bonne ist dann mein! Wie werd ich deiner da mich freun; Bie felig da mich finden! Eeligkeit frommer Christen in jenem Leben. 346 4. Noch größre Werke seh' ich dann Von deiner Schöpfers- Güte, Als ich auf Erden sehen kann; Und mein entzückt Gemüthe Verliert vollDank und Freude sich In deiner Herrlich. Feit, die ich In vollem Glanz erblicke. 5. Da werd' ich deinen gnäd'gen Rath Noch mehr, als hier, verstes hen, Dir danken, daß du mich den Pfad Der Tugend hießeft gehen, Und selbst durch Leiden dieser Zeit Mich zu dem Glück der Ewigkeit So väterlich bereitet. 6. In unbefleckterHeiligkeit Werd' Ich dann, Gott, dich lieben, Und was dein Wille mir gebeut Mit frohem Herzen üben. D, welche Quelle reiner Lust, Sich keiner Sünde mehr bewußt, In allem richtig handeln! 7. Mein Leib aufs herrlichste ver, Flärt, Mit Himmelsglanz umge, ben, Von allem frei, was ihn beschwert, Geschickt zum höhern Le. ben, Auch der nimmt dann an allem Heil Und an der hohen Wonne Theil, Die meinen Geist entzücket. s. Den Heiland, den ich hier ge liebt, Seh' ich dort mir zur Wonne; Die Herrlichkeit, die ihn umgiebt, Ist mir auch Licht und Sonne. Auch da ist er mein Herr, mein Freund, Durch den ich, Gott, mit dir vereint, Stets neue Freuden schmecke. 9. Mit allen Bürgern jener Welt, Die deinen Thron umgeben, Werd' ich, dort ihnen zugesellt, In reinster Freundschaft leben. Wie klopfet dann in meiner Brust Mein ganzes Herz voll Lieb' und Lust, Die ich mit ihnen theile. 10. Ja, ewig ist, mein Gott, bei dir Der Freuden reichste Quelle. Ich schöpfe deaus; doch bleibt sie mir Stets voll auf alle Fälle. Mein Glück währt da in Ewigkeit; Nichts fehlt ihm anVollkommenheit. Herr, hilf es mir erreichen. Mel. Welt fahr' hin, ich bin 2c. 599. O wie unaussprechlich felig Werden wir im Himmel sein! Da, da erndten wir unzählig Unsers Glaubens Früchte ein; Da genießt ohn' allen Schmerz Ew'ge Wonne unser Herz. Gott, zu welcher Selig keit Führst du uns durch diese Zeit! 2. 3ft hier gleich, was du den Frommen Dort für Glück bereitet hast, Noch in Keines Herz gekom. men( Denn kein Mensch auf Erden fast Deines Himmels Herrlichkeit) Werden doch nach dieser Zeit Alle, die dir kindlich traun, Mehr noch, als sie hoffen, schaun. 3. Neue Wunder deiner Güte Werden da ihr Glück erhöhn; Mit erstaunendem Gemüthe Wird dann unser Auge sehn: Deine Huld sel ohne Ziel, Gebe überschwenglich viel Guts dem Treuen, der dich liebt, Redlich deinen Willen übt. 4. Dann wirst du dich unsern See len Offenbaren, wie du bist. Seine Wonne wird und fehlen, Da, wo alles Wonne ist. Zur vollkommnen Geligkeit Führt und der, der in der Zeit Einst uns dieses Glück erwarb, Als am Kreuz er für uns starb. 5. Da wird deiner Frommen Men ge Eine Seel', ein Herz nur fein, Dienst und Dank und Lobgefange Dir und deinem Sohn zu weihn, Der bis in den Tod hinab Gern für uns sein Leben gab, mit ihm, un ferm größten Freund, Sind wir ewig dann vereins. Ewige Seligkeit im Himmel, 6. Dwer sollte sich nicht sehnen, Aufgelöst und da zu sein, Wo nach ausgeweinten Thránen Ew'ge Güter uns erfreun; Wo sich unsre Klag' in Dank, Unser Kampf in Siegsge fang, Unfre Angst in Lust verkehrt, Die forthin kein Kummer stórt. 7. Was ist unser Loos auf Erden? Obs auch noch so köstlich sei, It's doch nie ganz von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frei, Schnell folgt hier auf Lust oft Leid; Dort, nur dort erscheint die Zeit, Wo kein Wechsel mehr uns beugt, Wo das Glück beständig steigt. 8. Sei, o Seele, hocherfreuet le ber das erhabue Glück, Das dir einst dein Gott verleihet; Richte deines Glaubens Blick Oft nach jenen sel' gen Höh'n Mit dem Ernst, sie einst zu sehn; Trachte, weil du hier noch bist, Nur nach dem, was droben ist. 9. Ohne Heiligung wird keiner, Herr, in deinen Himmel gehn. so mache immer reiner Hier mein Herz, dich einst zu sehn! Hilf du selber, Vater, mir, Daß den Weg ich Wandle hier, Der mich sicher dahin bringt, wo man ewig Lob dir singt. Mel. Wo ou ich fliehen hin zc. 600. Einst naht sich mir die Zeit, Da ich, der Eitelkeit Auf ewig nun entnommen, mit allen deinen Frommen, Herr Jesu, von der Erde 3u dir mich schwingen werde. 2. Ja, Herr, ich traue dir; Dein Wort hältst du auch mit: Du wirst mich allem Jammer, Und selbst der Grabeskammer, Du hast es mir verheißen, Mit macht'ger Hand. entreißen. 3. Wie wohl wirds dann mir gehn, 347 Wenn in des Himmels Höh'n, Ente lastet vonBeschwerde, Ich dich dann sehen werde, Dich, der du, mir zum Leben, Dich in den Tod gegeben. 4. Dann werd' ich hocherfreut, Herr, deine Herrlichkeit Mit eignen Augen schauen, Und du wirst mein Vertrauen Zu dir dann ganz erfüls len, Ganz meine Thränen stillen. 5. Wie strahlt im heitern Licht Mir dann dein Angesicht! Wie wird sich mit Entzücken An deinen Gnadenblicken, In unnennbaren Freus den, Mein ganzes Herz dann weiden! 6. Und welche hohe Luß Erfüllet meine Brust, Wenn ich nun, mir zur Ehre, Aus deinem Munde höre: Nimm, nach so manchem Leide, Nun Theil an meiner Freude. 7. D Herr, mein bestes Out! Zu welchem frohen Muth, zu welchem sel'gen Leben Wirst du mich einst ere heben! Hier ist nicht seines gleichen; Kein Sinn kanns hier erreichen. S. Was ist, betrogne Welt, Was ist dein Gut und Geld Doch gegen jene Güter, Womit mein Hirt und Hüter, Mich ewig zu erquicken, Im Himmel wird beglücken! 9. Dort ist der Wonne Land; Dort öffnet Gottes Hand Mir seiner Freuden Fülle: Dort wohnen Ruh' und Stille; Dort ist kein Kreuz und Leiden, Rein Tod, kein bittres Scheiden. 10. Doch wer vermag es hier, Die Wonne, die bei dir Einst deine Freune de finden, O Heiland, zu ergründen? Hier läßt sich's nicht begrei fen, wie sie sich dort wird häufen. 11. O war sie doch schon mein! Wie würd ich, Herr, mich freun! Wie froh mich mit den Schaaren, 23 348 Hülfsmittel zur Beförderung des Christenthums. Die schon dies Glück erfahren, be Je mehr und mehr mich übe. Nach ganz gestilltem Weinen, Zu deinem. Preis vereinen! 12. Doch du weißt deine Zeit. Mir ziemts nur, stets bereit Vor dir, o Herr, zu stehen, Und so auf dich zu sehen, Daß ich in deiner Lie 13. Dies gieb mir und verleih', Daß deine Lieb' und Treu' Mich täglich dazu wecke; Daß mich dem Tag nicht schrecke, Da du zum Trost der Deinen So herrlich wir erscheinen. Sechste Abtheilung. Hilfsmittel zur Beförderung des wahren Christenthums und Christenglücks. Selbstprüfung. meiner Pflicht; Ich vergaß, am Mel. Freu' dich sehr, o meine x. dich zu denken, Ließ vom Eigennuk 601.Gott, ich will mich ernst- mich lenken. 5. Oft gehorcht' ich deinem Rechte, Daß mir diese Folgsamkeit Huld und Gunst bei Menschen brachte, Und den Ruhm der Frömmigkeit. Wenn ihr Beifall mich erhob: D wie füß war mir dies Lob! Dies allein ließ ich mich treiben, Meiner Pflicht getreu zu bleiben. lich prüfen: Bin ich redlich auch vor dir? Du, du kennst des Herzens Tiefen; O entdecke sie auch mir. Gieb mir Einsicht, ob ich treu Dir in meinem Wandel sei; Ob ich, wie ich soll, dich liebe; Ob ich recht zu thun mich übe. 2. Eitelkeit und Eigenliebe Sind die Götzen dieser Welt; Aber nie sind sie die Triebe, Deren Wirkung dir gefällt. Wer das Gute, das er übt, Nicht von Herzen thut und liebt, Der empfängt die Lebenskrone Deines Himmels nicht zum Lohnc. 3. Die um deiner Liebe willen Wandeln, wie dein Wort gebeut, Diese nur allein erfüllen, Das Geses der Frömmigkeit. Nicht blos das, was wir gethan, Auch die Quelle siehst du an; Deine Liebe soll uns dringen, Gute Werke zu vollbringen. 4. Wie ein Nebel, Herr, so schwin den Meine Tugenden vor mir; Biele sind wohl gar noch Sünden, Und entfernen mich von dir. Deine Lie be trieb mich nicht Zur Erfüllung 6. Gott, wie könnt' ich dich vergeffen? Wie so undankbar dir sein? Deine Liebe nicht ermessen? Mich nicht deines Beifalls freun? Meis nen kohn hab' ich dahin; Eitler Ruhm ward mein Gewinn, Unde den sollt' ich doch verachten, Nur nach deinem Beifall trachten. 7. Du, der gern ein Herz voll Reuc Annimmt und mit Trost er freut! Sei mir gnädig, und vers zeihe Die nicht lautre Frömmigkeit. Mache lautrer meinen Sinn, Lenf' ihn zu dem Einen hin, Dich zu lieben und vor allen, Dir, o Höch ster, zu gefallen. 8. Gieb, daß alle meine Werke Früchte deiner Liebe sein. Sie er fülle mich) mit Stärke, Ganz mein Selbstprüfung. Leben dir zu weihn. Ich bin, Herr, dein Eigenthum; Dies sei mir der höchste Ruhmn. Was ist mir das Lob der Erde, Wenn ich deiner unwerth werde? 349 Aufsicht anvertrauet, Durch eignes Beispiel gern Gebessert und er bauet? Sorgt' ich stets für ihr Wohl, Für ihre Seligkeit? Lind straft' ich ihe Vergehn Mit Lich und Freundlichkeit? Mel. Gott, du frommer 2c. 7. Blieb' ich der Wahrheit tren? 602. Gott, du erforschest mich, War ich voll Menschenliebe? Und Dir kann ich nichts verhehlen; Du siehest jede That, Du kennst den Rath der Seelen. Ich nahe mich zu dir, Und fleh' in Demuch dich: Entdecke mir mein Herz; Du weißt, leicht täuscht es mich. regten sich in mir Des Mitleids edle Triebe Bei meiner Brüder Noth? Floh ich des Stolzes Reiz? Verschloß ich Aug' und Herz Der Habsucht und dem Geiz? 2. Ich bin ein Chrift, getauft, Mein Gott, auf deinen Namen; Ulebt' ich auch jede Pflicht Des Chris stenthums, und kamen Die Werke, die ich that, Aus Glauben und aus Pflicht? Bin ich ein Heuchter nur, So kennt mich Christus nicht. 3. Hab' ich dich, Gott, geliebt, Und durch ein frommes Leben mich deinem Dienst geweiht, Mein Herz 8. Hab' ich, wie Jesus that, Ges fegnet, die mir fluchten? Hab' ich auch die geliebt, Die rir zu scha den suchten? Bezwang ich meinen Born? Zeigt' ich Bersöhnlichkeit? Erregte Andrer Glück Niemals in mir den Neid? 1 9. War ich der Unschuld Trost, Und hab' ich sie vertheidigt? Hab ich durch Härte nie Den Dürftigen beleidigt? Brach ich den Hungris gen Mein Brodt? und that ich's gern? War Ulebermuth und Tro Und Herrschsucht von mir fern? dir ganz ergeben? Hat mich dein heil'ges Wort Gebeffert und er freut? War ich, was es befiehlt, Auch stets zu thun bereit? 4. Vertraut' ich standhaft dir In Kummer, Gram und Leiden? Verdankt' ich dir mein Glück? Blieb' ich bei meinen Freuden Der Tu. gend treu? var ich Aufs Ewige bedacht? Und hab' ich jeden Tag 3u meinem Heil vollbracht? 5. Gebraucht' ich meinen Geist Mit allen seinen Kräften, Den Willen und Verstand zu nüßlichen Geschäften? Hab' ich für meinen Leib Mit Weisheit stets gewacht? Und keine böse Lust Genährt und angefacht? 6. Hab' ich die, die du mir zur 10. Allwissender! wer kann, Wie oft er fehlet, merken? Sei guådig, handle nicht mit mir nach meinen Werken! Vergebung ist bei dir! Laß ihren Trost auch mein, Und mich dadurch gestärkt Zum Fleiß der Beßrung sein. Wachsamkeit und Kampf wider die Sünde. Mel. Freu' dich sehr, o meine: c. 603. Schaffet doch vor allen Dingen, Christen, Eure Seligkeit! Säumet nicht, darnach zu ringen: Schnell entflieht der Gnade Zeit. Seid nicht sichern Sündern gleich; 23* 350 Hilfsmittel zur Beförderung des Christenthums. Trachtet nach dem Himmelreich, Dieses wollen, dies vollbringen Werdet heilig schon auf Erden, Heißet nach dem Himmel ringen. Hier und dort beglückt zu werden. 2. Doch soll dieses recht geschehen, D so müßt ihr Bleisch und Blut, Welt und Sünde widerstehen, Nur was Gott, das höchste Gut, Von euch fordert, muß allein Eures Le bens Richtschnur sein; Es mag eus rem eiteln Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 7. Drum entreißet euch den Lüs sten, Thut, was Gott dem Herrn gefällt; Zeiget euch als wahre Chris sten Mitten in der argen Welt. Schont der liebsten Neigung nicht, War' es auch die schwerste Pflicht, Und denkt oft an Chrifti Worte: Dringet durch die enge Pforte. 3. Selig, wer im Glauben kám. pfer; Selig, wer im Kampf be steht, Wer des Fleisches Lüste dåm pfet, Und den Reiz der Welt ver, schmäht. Gottes Fried' ist hier sein Theil, Und dereinst vollkommnes Heil. Denn, wer beides will erers ben, Muß erst seinen Sünden fterben. 8. Bittern will ich vor der Sünde, Und dabei auf Jesum sehn, Daß ich seinen Beistand finde, In der Gnas de fest zu stehn. Ja, mein Heiland, ach, geh' nicht mit mir Armen ins Gericht! Gieb mir deines Geistes Waffen, Meine Seligkeit zu schaffen. 9. Gieb zum Wollen das Voll bringen, Muth und Kräfte in dem Streit! Lehre mich, mich selbst bes zwingen, lind verleih' Beständig, keit. Zeige mir von deinem Thron Den verheißnen Gnadenlohn, Daß ich wache, bete, ringe, Und also zum Himmel dringe. 4. Soll der Wunsch euch einst ge lingen, Ewig euch vor Gott zu freun, Müßt ihr unermüdet rin. gen, Treu bis an das Ende sein. Nur auf einen tapfern Streit Folgt des Sieges Herrlichkeit; nur den Treuen wird zum Lohne Zuerkannt des Himmels Krone. 5. Sich voll Leichtsinn stets zer streuen, Thun, was Fleisch und Welt uns heißt, Und den Kampf der Lüste scheuen, Ist der Welt, nicht Christi Geist. Wer den haben will, der kann Auf der Tugend schmalen Bahn Nicht in sicherm Stolze leben, und den Lüsten sich ergeben. 22 6. Brünstig beten, allzeit wachen, Die Versuchung weislich fliehn, Sich die Pflicht zur Freude machen, Und mit Sorgfalt sich bemühn, Selbst beim Sport und Hohn der Welt, Das zu thun, was Gott gefällt: Mel. Mein Herz ermuntre dich) 2. 604. Nicht, daß ich's schon er griffen hätte: Die beste Tugend bleibt noch schwach; Doch, daß ich meine Seele rette, Jag' ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Tugend ohne Wachsamkeit Verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang' ich hier im Leibe wal le, Bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, Der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böſe Lust Stirbt niemals ganz in un frer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tu gend; Oft ist sie nur das Werk der Wachsamkeit und Kampf wiber die Sünde. 331 Seit. Die wilde Hitze roher Jugend Neigung auf? Dies ist das Auge, Wird mit den Jahren Sittsamkeit; Und was Natur und Zeit gethan, Sieht unser Stolz für Tugend an. dies der Fuß, Die sich der Christ entreißen muß. 10. Du fliehst, geneigt zur Ruh' und Stille, Die Welt, und liebst die Einsamkeit; Doch bist du, for. derts Gottes Wille, Auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haft Habsucht, Neid und Bank; Flieht's Unmuth auch, und Müßiggang? 4. Oft ist die Aendrung deiner Seelen Ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quâlen, Und dämpfst sie; doch du wechselst nur: Dein Herz fühlt einen andern Reiz; Dein Stolz wird Wolluft oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigenties be, Was andern strenge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmahsucht Trieke Erweckten dir so manchen Feind; Du wirst behut sam, schránkst dich ein, Fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, Durch die der Andern Tugend fällt, So werde nichts dein Herz verführen; Doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, Hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen; Du scheinst von Sachsucht dir befreit; Jeht sollst du eine Schmach verschmerzen, Und sich', dein Herz wallt auf und draut, Und schilt so lieblos und so hart, Als es guerst gescholten ward. 8. Oft denkt, wann wir der Stille pflegen, Das Herz im Stillen tus gendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen, So regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Ge. räusche schwach, Und geben end ich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe Durch einen strengen Le. benslauf; Doch opferst du, will's feine Liebe, Ihm auch die liebste 11. Du bist gerecht; wie? auch bescheiden? Liebst Mäßigkeit; wie? auch Geduld? Du dienest gern, wenn andre leiden; Vergiebst du Feinden auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig sein. 12. Sei nicht vermessen: wach' und streite; Denk' nicht, daß du schon gnug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, Die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Si cherheit droht dir den Fall; Drum wache stets, wach' überall. Mel. Befiehr' du deine Wege zc. 605. Wie schwach ist meine Tugend; Wie leicht verirr' ich mich! Seit meiner frühen Jugend, Wie oftmals strauchelt' ich! Zum Guten oft zu tråge, 3u sinnlich bis ins Grab, Führt mich vom rechten Wege Gar leicht Verblen dung ab. 2. Oft fehlt es mir an Muthe, zu thun nach meiner Pflicht; Ich kenne wol das Gute, Und thu' es dennoch nicht: Leicht laß ich mich verleiten, Das Böse zu vollziehn, Schen' mich, es zu bestreiten; Verfäum' es, Flug zu fliehn. 3. Gott, laß mich eifrig streben, Der Tugend treu zu sein. Zur Ch. ALLE 352 Hilfsmittel zur Beförderung des Christenthums. re dir zu leben, Des Guten mich zu freun; Laß mich es nie vergessen, Daß auch der Fromme fällt, Der sich, stolz und vermessen, Vorm Falle sicher hålt. schwer es sei, Den Weg des Herrn zu wandeln, Und täglich seinem Worte treu zu denken und zu han, deln. Wahr ists, die Tugend kostet Müh. Besiegt sie nicht die Lüste? Doch richte selbst: was wäre sie, Wenn sie nicht kämpfen müßte! 4. Um auch die kleinsten Sünden Vorsichtig stets zu fliehn, Laß leb. haft mich empfinden, Daß sie zu größern ziehn; Laß über meine Triebe mich immer wachsam sein; Erhalt von Sündenliebe, Herr, meine Seele rein.- 5. Laß mich bei den Gefahren Der Welt und Eitelkeit Mein schwaches Herz bewahren, Daß es sich klug lich scheut, Auch nie Verführer hören, Die in ihr Netz mich ziehn, Und wenn sie mich bethören, Als falsche Freunde fliehin 6. Mein Herz kann bald verzagen, Baldwiedertrohig sein; Hierwas es nicht soll, wagen, Dort was es nicht darf, scheun; Kann leicht mich hintergehen Durch seiner Lüfte Spiel; Will was es täusche nicht sehen, Und tranet sich zu viel. 7. Gieb, Gott, auch hier mir Schwachen Much und Entschlossen heit, zu beten und zu machen, Daß mich kein Schritt gereut; Gieb, daß ich stets bemerke, Wenn sich mein Herz verirrt, Und stolz auf seine Stärke, Selbst sein Verräther wird. 8. Dann werd' ich nicht erliegen; Bei steter Wachfamkeit Hilfst du, mein Gott, mir stegen, In jedem schweren Streit. Von die werd' ich nicht weichen; So sehr Gefahren drohn, Des Glaubens Ziel erreis chen, mit ihm des Kampfes Lohn. 2. Die, die sich ihrer Laster freun, Trifft die kein Schmerz hienieden? Sie sind die Sclaven eigner Pein, Und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüfte dämpft, Hat oft auch seine Leiden: Allein der Schmerz, mit dem er kämpft, Ver wandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist anfangs zwar Ein breiter Weg durch Auen; Allein sein Fortgang wird Gefahr, Sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist anfangs steil, Läßt nichts als Mühe blicken; Doch weis ter fort führt er zum Heil Und endlich zum Entzücken. 4. Nimm an, Gott hätt' es uns vergönnt, Nach unsers Fleisches Willen, Wenn Wollust, Neid und Zorn entrennt, Die Lüfte frei zu stillen; Nimm an, Gott ließ den Undank zu, Den Frevel, dich zu Frånken, Den Menschenhaß: was würdest du Bon diesem Gotte den ken? 5. Gott will, wir sollen glücklich fein; Drum gab er uns Gesetze. Sie sind es, die das Herz erfreun, Sie sind des Lebens Schäße. Er red't in uns durch den Verstand Und spricht durch das Gewissen, Was wir, Geschöpfe seiner Hand, Fliehn oder wählen müssen. Met. Durch Adams Fall ist: c. 6. Ihn fürchten, das ist Weisheit nur, Und Freiheit ist's, sie wählen. 606. Oft klagt dein Herz, wie Ein Thier solgt Feffein der Natur, Wachsamkeit und Kampf wider die Sünde. 353 Ein Mensch dem Licht der Seelen. auf deinen Willen. Ein göttliches Was ist des Geistes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend! Was ihr Lohn, thr Ruhm? Gott ewig ähnlich werden. 7. Lern' nur Geschmack am Wort des Herrn Und seiner Gnade fin den, Und übe dich, getreu und gern Dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch Von Gott noch mehr bekommen; Wer aber nicht hat, dem wird auch Daß, was er hat, genommen. 8. Du streitest nicht durch eigne Kraft, Drum muß es dir gelingen; Gott ist es, welcher Beides schafft, Das Wollen und Vollbringen. Wann gab ein Vater einen Stein Dem Sohn, der Brodt begehrte? Bet oft! Gott müßte Gott nicht sein, Wenn er dich nicht erhörte. 9. Dich stärket auf der Tugend Pfad Das Beispiel selger Geister; Ihn zeigte dir und ihn betrat Dein Gott, dein Herr und Meister. Dich muffe nie des Frechen Spott Auf diesem Pfade hindern; Der wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, Und nicht bei Menschenkindern. 10. Sei stark, sei männlich alles zeit; Tritt oft an deine Bahre; Vergleiche mit der Ewigkeit Den Kampf so kurzer Jahre. Das Klei Rod, das dein Glaube hält, Wird neuen Muth dir geben; Und Kräfte der zukünft'gen Welt, Die wer den ihn beleben. 11. Und endlich, Christ, sei une verzagt, Wenn dir's nicht immer glücket; Wenn dich, so viel dein Herz auch wagt, Stets neue Schwachheit drücket. Gott sieht nicht auf die That allein; Er fiche Berdienst ist dein; Dies muß dein Herz dann stillen. Met. Ein Lämmlein geht und ic. 607. Wie schwach, Gott, ist der Mensch! wie bald zur Sünde fortgeriffen! Wie leicht wird nicht sein Eifer kalt, Nachgiebig sein Ges wissen! Weh' ihm, wenn er vermes sen ist, Wem er, wie schwach er ist, vergißt, In sich nur Stärke siehet! Ach, ihn besiegt in jedem Streit Der Irrthum und die Sinnlichkeit, Wenn er nicht klüglich fliehet. 2. Wie leicht erliegt ein sichrer Sinn, Bekämpfet durch die Lüste, Sieht ruhig auf Gefahren hin, Wo vor er zittern müßte! Bollkommen glaubet er zu sein, Glaubt, manche Sünde sei nur klein, Und manche Pflicht nicht wichtig! Nun ist er sei nem Fallenah; Fällt schrecklich; aber glaubt noch da, Er wandle fest und richtig. 3. 2ch lehre mit Behutsamkeit Auf meine Bahn mich schauen, Und nie, o Gott, in Sicherheit Auf mei ne Kräfte trauen. Wenn die Versuchungen mir drohn, Zeig' in der Ferne mir sie schon, Daß ich mich ¡ eitig rüste. Aufmerksam machemeinen Blick Auf diese Welt, auf Zeit und Glück, Und auf die Macht der küste. 4. So werd' ich, Gott, von dir ge führt, Auf deinen Wegen wandeln; Durch deinen guten Geist regiert, Nach deiner Vorschrift handeln. Ich werde nicht durch Sicherheit, Durch Stolz und durch Vermessenheit Von deinen Rechten weichen. Heil allen Frommen, Heil auch mir! 354 Hilfsmittel zur Beförderung des Christenthums. Wir werden, Preis und Dank fel man ins Grab mich senken, So geh' dir! Des Glaubens Ziel erreichen. Andenken an Gott und Gebet. ich zwar die Bahn, Da mich die Welt vergißt; Doch du gedenkst, Herr, meiner Auch dann noch, wenn hier keiner Mein eingedenk mehr ist. Mel. Von Gott will ich nicht zc. 608. An dich, mein Gott, zu denken, Ist Pflicht und Trost für mich; Wenn Sorg' und Gram mich Frånken, So sieht mein Aug' auf dich. Dann mindert sich mein Schmerz, Dann fliehn die bangen Sorgen, Wie Nebel vor dem Mor gen, Und Ruh' erfüllt mein Herz. 2. Denk ich an deine Liebe, Wie werd' ich dann erfreut! Dann fühl ich neue Triebe Zur Dankbeslissen heit, Mein Herz dir ganz zu weihn, Dich freudig zu erheben, Zur Ehre dir zu leben, Vor Günden mich zu scheun. 3. Du gabst mir aus Erbarmen Den Sohn, der für mich starb, Und großmuthvoll mir Armen Die Ses ligkeit erwarb. D welch ein Glück ist mein! Gott, wenn ich dies er wage, Wie wird mein Herz so rege, Dir ewig treu zu sein. 4. Mit hoffendem Gemüthe Denk' ich an deine Treu' Und harre dei ner Güte; Sie ist mir täglich neu. Du unteriüsest mich; Auch Arbeit wird serfüßet, Wenn Schweiß das bei gleich fließict, Durch einen Blick auf dich. 5. Wie gut ist's, dein gedenken! Die Welt mag immerhin Ihr Herz aufs Eitle lenken, Wie schlecht ist ihr Gewinn! Ich halte mich zu Gott, Dies bringt mir wahre Freude, Dies starkt mich, wenn ich leide, Und ist mein Trost im Tod'. SLEE 6. An Gott will ich drum denken, So lang' ich denken kann. Wied Mel. Mer nur den lieben Gott zc. 609. Willst du der Weisheit Quelle kennen? Es ist die Furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der ist weiß und klug zu nennen, Der alle seine Pflichten gern, Weil Gott fie ihm gebeut, vollbringt, Wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern' Gottes Größe recht em. pfinden, Und fühle deine Nichtigs keit, So wirst du nie dich unterwinden, Mit thörichter Verwegenheit zu tadeln, was sein Rath beschließt, Der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den Höchsten kindlich scheuen, So wird dir keine Pflicht zur Last; Nur das wirst du vor ihm bereuen, Daß du sie oft versäumet haft. Wer Gott als Zeugen vor sich hat, Der freut sich jeder guten That. 4. Wenn Nacht und Dunkelheit dich decken, Die dem Verbrecher Muth verleihn, Wird dich die Furcht des Herrn erwecken, Auch dann, was Unrecht ist, zu scheun. Denk nur: vor seinem Angesicht Ift Fin sterniß wie Mittagslicht. 5. Den Höchsten vor der Welt verehren, Sowol als in der Einsam. keit, Auf des Gewissens Stimme hören, Und willig thun, was er gebeut: Auch das lehrt dich die Furcht des Herrn; Auch das thut, wer ihn ehret, gern. 6. Läst dich die Welt Berachtung merken, Wenn du dich fromm von the entfernt; Die Furche des Herrn Andenken an Gott und Gebet.. wird dich schon stärken, Daß du die Welt verachten lernst. Wer Gott, dem Höchsten, wohlgefällt, Ift glück lich, selbst beim Spott der Welt. 7. Sich stets vor dem Allmächt, gen scheuen, Giebt Kraft und Muth und Freudigkeit, Wenn uns der Menschen stolzes Drauen, Was Gott mißfällt, zu thun gebeut. Ist Gott mein Schuß, mein Heil und Licht, So beb' ich vor den Menschen nicht. 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, Mich stets auf dich, den Höchsten, sehn; Laß sie mich zu der Weisheit führen, So werd ich niemals irre gehn. Wohl dem, der dich sters kindlich scheur! Dich fürch, ten, Gott, ist Seligkeit. Mel. Christ, unser Herr, zum zc. 610. Gott, der du mein D Schöpfer bift, Dem ich stets ange. hire, Dich richtig zu erkennen, ist Mir ewig Pflicht und Ehre. Stets heiliger durch dich zu sein, Dich immer mehr zu lieben, Mich deiner immer mehr zu freun, muß ich mich täglich üben, Bon dir stets mehr zu lernen. 2. Ich kann ja, Ewiger, schon hier Durch eifriges Bestreben, Wie schwach ich bin, mich doch zu dir Mit meinem Geist erheben; Nur laß mich auf den Unterricht Von dir in reinen Werken, Und auch auf deines Wortes Licht Getreu und forschend merken, Damit ich weiser werde. 3. Dann wird mir nicht aus eigs ner Schuld Entgehn, was du uns lehreft, Wie du voll Weisheit, Macht und Huld Uns jeden Tag ernähreft; Wie alles, schön geord, nec, fich Zum allgemeinen Gegen 355 Vereinigt wie fo väterlich Du uns auf tausend Wegen Mit Lust und Heil begegnest. 4. Ich sehe dann, und seh' erfreut, Stets immer mehr Beweise Von deiner Größ' und Herrlichkeit, Zu deinem Ruhm und Preise. Zum Licht wird mir die Finsternis, Die deiner Vorsicht Pfade Mir oft verbirgt; ich bin gewiß, Daß Herrs lichkeit und Gnade Stets ihren Ausgang krönen. 5. Und welchen Aufschluß giebt mir nicht vom Ziele meines Lebens Dein Wort, das ew'ges Heil vers spricht! Nie merk' ich drauf verges bens. Ich lerne dich und deinen Sohn, Und seiner Liebe Thaten, Der Seele Werth, der Tugendlohn, Die Erndten ihrer Saaten Daraus stets besser kennen. 6. So werd' ich stets erleuchteter, Von Vorurtheilen freier, Zum Gu* ten immer williger, Standhafter und getreuer. Mehr Weisheit, mehr Erkenntniß giebt, Mehr Wils ligkeit zum Leiden Dein Wort, das meine Seele liebt; Erhöhet meine Freuden, Und tröstet mich im Kummer. 7. Gewährt der Morgenrothe Licht mir denn schon so viel Wonne; Wie viel verschafft mir künftig nicht Des vollen Tages Sonne! Dann wirst du dich, mein Vater, mir Noch näher offenbaren; Dann werd' ich noch weit mehr von dir Und deinem Rath erfahren, Und ewig froh dich preisen. 8. D laß von heiliger Begier Mich immer mehr entbrennen, Dich, Gott, und deinen Sohn schon hier. Stets beffer zu erkennen, Daß ich, 356 Hülfsmittel zur Beförderung des Christenthums. von jedem Wahne frei, Dich immer treuer liebe, Dir immer mehr ges horsam sei, Und täglich mehr mich übe, Dich würdig zu verehren. Mel Mein Herz ermuntre dich ze. 61 2. Wo find' ich Gott, den meine Seele Weit über alles schätzt und liebt; Gott, den ich mir zum Freunde wähle, Und der allein mir Freude giebt? Wann kommt die Zeit, da Gott, mein Freund, Volls kommner sich mit mir vereint? el. Herzliebster Jefu, was zc. 611. Was ist, o Gott, im Himmel und auf Erden, Das so wie du verdient erkannt zu werden? Du Quell des Lichts, Quell der Vollkommenheiten Und eeligkeiten! 2. Dich suchen, ist die edelste der Sorgen. Zwar bist du unerforsch lich und verborgen; Doch willst du, wenn wir nur dein Licht nicht has fen, Dich finden laffen. 3. Mit lauter Stimme lehren Beine Werke Uns deine Weisheit, Beine Güt' und Stärke. Auch haft du selbst, sei hoch dafür gepriesen! Uns unterwiesen. 4. Und immer mehr willst du dich offenbaren, Wenn wir getreu, was du uns lehrst, bewahren, Wenn wir, was deine Lehren wirken sol. len, Uns bessern wollen. 5. Ach möcht' ich, Gott, aus allen meinen Kräften, Selbst bei des Lebens Sorgen und Geschäften, Stets mein Gemüth, um mich zu dir zu schwingen, Zur Stille bringen! 6. Das gieb mir, Gott, und lei. te meine Seele, Daß sie den Weg zur Wahrheit nicht verfehle! Die Wahrheit giebt, such' ich sie ohn' Ermüden, Mir süßen Frieden. 7. Dann werd' ich immer hel. fer dich erkennen, Und täglich mehr von deiner Lieb' entbrens nen, Dir gern gehorchen, fröhLich dich erheben, Dir, Gott, nur leben. 2. Wie wollt' ich meinen Gott nicht preifen, Wenn ich ihn sähe, wie er is! Zwar deine Werke, Herr, du bist. Wie glänzen sie! doch zeigt beweisen, Wie unaussprechlich groß ihr Glanz Mir deine Herrlichkeit nicht ganz. 3. Ich sehe dich hier nur im Spies gel Und bete dich in Schwachheit an; Ach hätte meine Seele Flügel, Sich dir, mein Schöpfer, mehr zu nahn, Wie würde sie sich deiner freun; Wie felig, wie verherrlicht sein! 4. Dürft ich am Fuße deines Thro nes mit deinen Engeln dich ers höhn; Könnt' ich im Antlit deines Sohnes, Wie deine Seligen, dich sehn: Welch hohes Loblied stimmt' ich an, Ich, der ich hier kaum stam. meln kann. 5. Mir macht zwar jedes deiner Werke, Mehr als ich rühmen kann, bekannt; Es zeigt mir deiner Allmacht Stärke Und deinen weisesten Verstand, Und Gnade, die selbst Davids Lob Zu schwach, nie würdig gnug erhob. 6. Noch heller scheint von allen Geiten In deinem Worte, Gott, dein Licht; Doch Blendwerk schnó. der Eitelkeiten Verdunkelt mir da mein Gesicht. Was kann ich wissen, wenn dein Geist Nicht selbst von dir mich unterweist? Andenken an Gott und Gebet. 7. Doch wenn in meinen Finster niffen Er auch mein blödes Aug' er hellt: Was lern'ich, Gott, von dir? mein Wissen Bleibt immer Stück, werk in der Welt. Ich suche dich, und forsche nach, Und bleibe, dich zu sehn, zu schwach. 8. Und hört' ich nur auf deine Stimme In deinem Worte; hört ich nur, Wie du verdienst, auf jene Stimme Der dir lobsingenden Na tur: So lernt' ich, Gott, schon hier allein Mich deiner Herrlichkeit er freun. 9. Wie brünstig würd' ich dann dich lieben! Mit welchem Eifer würd' ich mich Dir, Vater, zu gefal. len, üben! Wie felig würd' ich blos durch dich! Nun aber täuscht oft meinen Geist, Gleich Kindern, Tand, wenn er nur gleißt. 10. Welch Elend! Bater, ich em pinde Mein Elend; zeuch mich mehr zu dir! Entkräfte selbst die Macht der Sünde; Dein Geist der Weisheit wohn' in mir, Damit ich vor der Tauscherei Der Sinnlich. keit gesichert sei. 11. Gieb, daß der Strahl von deis ner Wahrheit Mein Leben leite, bis ich dort Dich näher seh'und mit mehr Klarheit, Als hier an diesem Prüfungsort. Ich, der ich hier kaum stammeln kann, Erhebe dich voll kommner dann. Mel. Vor deinen Thron tret' sc. 613. Wenn ich, Gott, im Ge. bet vor dir Der Seele innigste Be gier Erklären und dich preifen kann: Wie wohl ist meinem Herzen dann! 2. Dann füht' ich, welch ein Glück es ist, Daß du, o Gott, mein Vater 357 bist; Und bin des Glaubens voll: du giebst, Was nüklich ist, dem, den du liebst. 3. Von meinen Fehlern schweig' ich nicht; Und wenn mein Herz vor Wehmuth bricht, Seh' ich bethrånt zu dir hinauf, Und Licht des Trostes geht mir auf. 4. Ich bek um neue Tugendkraft, Du giebst sie mir: gewiffenhaft Lern' ich den kleinsten Fehltritt scheun, Um wohlgefällig dir zu sein. 5. Lockt mich der Sünde schnöde Lust: Ich fleh' zu dir und meine Brust Fühlt neuen Muth; die Sün de liegt Durch Kampf und durch Gebet besiegt. 6. Auch meine Thränen zählest du, Erhörst mein Flehen, giebst mir Ruh', Schenkst Lindrung mir in meinem Schmerz, Und tröstest göttlich sanft mein Herz. 7. Und diese große Seligkeit Gönnt' ich mir nicht zu aller Zeit? Ja, tågs lich will ich auf dich sehn, Bu dir, als Kind zum Vater, flehn. Mel. Mein Herz ermuntre dich zc. 614. Wenn ich vor meinen Gott hintrete, Und hier in heil'ger Einsamkeit Zu ihm aus voller Seele bete, Was führ' ich da für Seligkeit! Ganz werd' ich Geift, und alles flieht, Was mich zur Erde niederzieht. 2. Dann lach' ich jener falschen Freuden, Und jener eiteln Flitters pracht, um die sich Menschen oft beneiden, Und die sie nur zu Sclas ven macht; Und fühle, Gott ges fällig sein, Das, das ist wahre Freud' allein. 3. Dann weichen auch die schwer. 358 Hülfsmittel zur Beförderung des Christenthums. sten Sorgen, Das bångste Leiden, das mich drückt; Ich weiß, sie sind dem nicht verborgen, Der in des Herzens Tiefen blickt; Der seinen Kindern Guces giebt, Bleibt Bas ter, wenn er sie betrübt. 5. Beschüße uns, Herr Jesu Christ, Der du sur Rechten Gottes bist; Sei unser Schild und sterke Wehr. Nichts ist vor dir der Spotter Heer. 4. Ja, das Gebet giebt Kraft im Leiden, Erhöht zur Tugend unsern Geist, Und hilft uns alles, alles meiden, Was uns der Tugend sonst entreißt; Nur müssen unsre Bitten rein, Und eines Christen würdig sein. 5. Drum bitt' ich nicht in meinen Leiden: O Bater, nimm du sie von mir! Auch bitt' ich nicht in meinen Mel. O Gott du frommer 2c. Freuden: Erhalte, Bater, diese mir! 616. Gelobet feist du, Gott, Nur um ein Gott ergebnes Herz Bet' ich in Freuden und im Schmerz. Rechter Gebrauch des götte lichen Worts. LEE Mel. Erhalt' uns, herr, bei 2c. 615. Der Spotter Strom reißt viele fort; Erhalt' uns, Herr, bei deinem Wort, So können wir uns, Vater, dein Im Leben und im Code freun. 2. Ein Haufe Låstrer wagt's, o Gott, Mit wildem ausgelaßnen Spott, Den Heiland, deinen Sohn, zu schmähn, Verachtend auf sein Heil zu sehn. 3. Ach! ihrer Lehre Pest, o Herr, Schleicht jeho nicht im Finstern mehr; Sie bricht am Mittag selbst hervor, Und hebt ihr tödtend Haupt empor. 4. Sie herrscht durch Große dies fer Welt. Herr, Herr, wenn uns dein Arm nicht hält, So reißt sie uns zum Tod' auch fort; Gieb Sieg und Leben durch, dein Wort 6. Du haft von Ewigkeit gefehn, Wie lange noch ihr Tros bestehn Und wider dich hier toben soll; Viel leicht ist nun ihr Maaß bald voll. 7. Doch, Herr, auch sie hast du versöhnt, Sie, deren Sport dich jest verhöhut. Gieb, daß noch vor der Todesnacht 3ur ernsten Ren' ihr Herz erwacht! Für deines Sohnes Fehre; Gieb, daß ich sie auch gern Mit Fleiß und Andacht höre; Ja, mache selbst mein Herz Von Borurtheilen rein, Und laß dein Wort mein Licht Auf meinen Wegen sein. Wahrheit Irrthum wählen, Und 2. Nie müsse mein Gemüth Statt deiner Lehren Sinn Leichtsinnig sich verhehlen; Leit', Allerhöchster, selbst Den forschenden Verstand, So wird, was du mich lehrst, Auch recht von mir erkannt. 3. Dein Wort bleibt ewig wahr; Laß michs von Herzen glauben, Und mir nicht seinen Trost Durch Uinge. horsam rauben. Wer hier nach dei nem Wort Gewissenhaft sich hält, Der kommt zum wahren Glück, hier und in jener Welt. In voriger Melodie. 617. Soll dein verderbres Herz Sur Heiligung genesen, Christ, so versäume nicht, Das Wort des Herrn zu lesen. Bedenke, daß dies Wort Das Heil der ganzen Welt, Nechter Gebrauch des göttlichen Worts. 359 8. Spricht sie geheimnisvoll; So laß dich dies nicht schrecken. Ein endlicher Verstand Kann Gott nie ganz entdecken. Gott bleibt unend lich hoch; Wenn er sich dir erklärt, So glaube, was er spricht, Nicht was dein Wiß begehrt. 9. Sich seines schwachen Lichts Bei Gottes Licht nicht schämen, Ist Ruhm; und die Vernunft Alsdann gefangen nehmen, Wann Gott sich offenbart, Ist der Geschöpfe Pflicht; Und weise Demuth ist's, Das glaus ben, was Gott spricht. Den Rath der Seligkeit, Den Geist aus Gott enthält. 2. Merk' auf, als ob dir Gott, Dein Gott, gerufen hätte; Merk' auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel red'te! So lies! mit Ehr, furcht lies, Mit Lust und mit Ber traun, Und mit dem frommen Ernst In Gott dich zu erbaun. 3. Sprich fromm: o Gott, vor dem Ich meine Hände falte, Gieb, daß ich dein Gebot Für dein Wort ewig halte; Und laß mich deinen Rath Empfindungsvoll verstehn, Die Wunder am Gesek, Am Wort vom Kreuze sehn. 4. Er, aller Wahrheit Gott, Kann dich nicht irren lassen. Lies, Christ, sein heilig Buch, Lies oft: du wirst es fassen, So viel dein Heil vers langt. Gott ist's, der Weisheit giebt, Wenn man sie redlich sucht, Gewissenhaft sie übt. 5. Lies, frei von Leidenschaft Und ledig von Geschäften, Und sammte deinen Geist mit allen deinen Kräfs ten. Der beste Theil des Tags, Des Morgens Heiterkeit, Und dann der Tag des Herrn, Der sei der Schrift geweiht. 6. Rührt dich ein starker Spruch: So ruf ihn, dir zum Glücke, Des Tags oft in dein Herz, Im Stillen oft zurücke! Empfinde seine Kraft Indstärke dich durch ihnZumwahren Edelmuth, Das Gute zu vollziehn. 7. Ilm tugendhaft zu sein, Dazu ſind wir auf Erden. Thu', was die Schrift gebeut; Dann wirst du in ne werden: Die Lehre sei von Gott, Die dir verkündigt ist; Und dann das Wort verstehn, Dem du gehorsam bift. 10. Drum laß dich, frommer Christ, Durch keine Zweifel kränken. Hier bist du Kind; doch dort Wird Gott mehr Licht dir schenken. Dort wächst mit deinem Glück Dein Licht in Ewigkeit; Dort ist die Zeit des Schauns Und hier des GlaubensZeit. 11. Verehre stets die Schrift; Und siehst du Dunkelheiten, So laß dich einen Freund, Der mehr. als du sieht, leiten. Ein forfchen. der Verstand, Der sich der Schrift geweiht, Ein angefochtnes Hers Hebt manche Dunkelheit. 12. Halt fest an Gottes Wort; Es ist dein Glück auf Erden, Und wird, so wahr Gott ist, Dein Glück im Himmel werden. Verachte christlich groß Des Bibelfeindes Spott; Die Lehre, die er schmäht, Bleibt doch das Wort aus Gott. Mel. Ich hab' in Gottes Herz: c. 618. Du hat auch mir zur Seligkeit, Mein Gott, dein Wort gegeben; Hilf, daß ich darauf alles zeit mög' achten, darnach leben. Sein Unterricht giebt mir gnug Licht, Die Bahn des Heils zu fes Hilfsmittel zur Beförderung des Christenthums: Mel. Freu' dich sehr, o meine*. 619. Gott, durch den wir find und leben, Deine Güte sei gepreist, Daß du uns dein Wort gegeben, Das zum Heil uns unterweist, Das uns unsre Pflichten lehrt, Warnt, ermahnet, straft, bekehrt; Und, wenn uns ein Leiden drücket, Uns mit reichem Trost erquicket. 360 hen; Es zeiget mir den Weg zur dir; Laß mich ihn freudig gehen! 2. Eröffne du zu meinem Heil Die Augen meiner Seele, Daß ich mein allerbestes Theil Erkenn' und auch erwähle. Laß ich mich hier, mein Gott, von dir, Und deinem Wort regieren, So wirst du mich auch sicherlich Zur wahren Wohlfahrt führen. 3. Dein Wort lehrt mich, daß diese Zeit Mir sei von dir gegeben, Im Fleiße wahrer Heiligkeit Nach ew'gem Glück zu streben. Ja, es verschafft mir dazu Kraft, Wenn ichs zu Herzen faffe; Drum hilf du mir, daß ich es hier nicht aus dem Herzen laffe. 4. Nichts giebt und solchen frohen Muth, Als deines Wortes Lehren; Kein Glück der Welt, kein irdisch Gut Kann so viel Trost gewähren. Dein Wort allein giebt Ruh' in Pein, Ist unser Sieg in Schmerzen; In jeder Noth, auch selbst im Tod It's Troft für fromme Herzen. 5. Wie glücklich ist, o Gott, schon hler, Wer deine Wahrheit ehret Und durch dein Wort, belehrt von dir, Die rechte Weisheit höret: Ein frommer Sinn ist sein Gewinn; Dein Segen, bein Verschonen, Bringt hier ihm Ruh', und dort wirst du mit ew'gem Glück ihm lohnen. 6. Wenn alles fällt, so bleibt dein Wort, O Gott, doch ewig stehen; Drum laß mich darauf immerfort In meinem Wandel schen. Es macht uns frei, zum Guten treu, Lehrt jede Noth besiegen; Drum fei's auch mir beständig hier Das feligste Vergnügen! 2. Gieb, daß wir es innig lieben, Ernstlich, ohne Heuchelschein Das darin Befohlne üben, Und nicht blos Be Hörer sein. Treib' uns dadurch kräftig an, Daß wir dich vor Jeder mann Froh bekennen, kindlich lieben Und mit Sünden nicht betrüben. 3. In der Seele Finsterniffen Sei dein Wort uns stets ein Licht. Laß daraus uns Trost genießen, Wennes uns an Trost gebricht. Es ers leichtr' uns jede Noth, Es versüß uns auch den Tod, Durch die Hoff nung, ganz zu schauen, Was wir deiner Wahrheit trauen. Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. 620. Theuer fei mir allezeit, Herr, mein Heiland, deine Lehre; Gieb, daß ich mit Folgsamkeit Treulich ihre Vorschrift ehre, Dem, was sie verheißet, traue, Fest mein Hoffen darauf baue. 2. Nur bei deiner Wahrheit Licht Lernen wir Gott recht erkennen, Jhn mit froher Zuversicht Unsern Gott und Vater nennen, Und nach seinem heil'gen Willen Unfre Pflich ten treu erfüllen. 3. Was die Weisen dieser Welt Vor dir nicht erforschet haben, Das hast du ins Licht gestellt, Und durch deines Geiftes Gaben Bringst du Rechter Gebrauch des göttlichen Worts. 361 es in unfre Seelen, Daß wir Heil uns zum Unterrichte Dein Wort, und Leben wählen. das uns Erkenntniß bringt, Was du, o Allerhöchster, bist, Was mit uns deine Absicht ist. 2. So gieb denn, daß ich darauf achte, Als auf ein Licht im dunkeln Ort; Und wenn ich ernstlich es bes trachte, So hilf selbst meinem Fors schen fort. Für deiner Wahrheit hellen Schein Laß Aug' und Herz stets offen sein. 4. Du entdeckst uns unfreSchuld Und der Sünde großen Schaden, Aber auch des Höchsten Huld Und den Reichthum seiner Guaden; Lehrst uns aller unsrer Sünden Gnädige Vergebung finden. 5. Huldreich rufest du uns zu: Kommt zu mir, beschwerte Seelen! Es soll euch zu Eurer Ruh' Nicht bei mir an Troste fehlen; Nur müßt ihr von mir auch lernen, Euch von Sünden zu entfernen. 6. Herr, dein Evangelium Hat viel taufend tausend Zeugen, Die zu deines Namens Ruhm Dankbar ihre Kniee beugen, Daß du noch dein Wort erfüllest, Und der Seele Kummer stillest. 7. O nimm gnädig an den Dank, Den ich dir voll Ehrfurcht bringe; Hire meinen Lobgefang, Den ich hocherfreut dir singe; Du, du heilst auch mich aus Guaden Von der Sünde großen Schaden. 8. Köstlicher, als Gold, sei mir, Was dein göttlich Wort mich leh. ret! Dank, ja ewig Dank sei dir Für den Trost, den es gewähret! Werd ich einst zu dir erhoben, Will ich würdiger dich loben. 9. Stets, so lang' ich hier noch bin, Will ich dir zur Ehre wandeln, Täglich mit erneutem Sinn Nur nach deinem Willen handeln; So nimmst du mich einst im Scheiden Auf an deinen höhern Freuden. 3. Hilf, daß ich deinem Worte glaube, Das mich zur wahren Weiss heit führt, Damit kein falscher Wahn mir raube, Was mir ein ew's ges Heil gebiert. Kein Spotters geist verführe mich; Kein Zweifel sei mir hinderlich. 4. Dich kennen ist das ew'ge les ben; Drum hilf mir, Vater, daß ich dich Und den, den du für uns gegeben, Hier so erkenne, wie du mich In deinem Wort' es selbst gelehrt; Bis einst fich meine Einsicht mehrt. 5. Vor allem laß bei mir lebendig, OHöchster, dein Erkenntniß sein; Laß mich darnach dir auch beständig Die größte Lieb' und Ehrfurcht weihn; Gieb, daß ich thu' mit allem Fleiß, Was ich von deinem Willen weiß. 6. Was hilft das richtigste Er kenntniß, Wenns nicht zu deiner Liebe treibt? Was nüßt ein auf, geklärt Verständniß, Wenn doch das Her; noch bise bleibt? Drunt hilf, daß ich der Wahrheit treu, Und stets mein Glaube thätig fei. 7. Laß dein Erkenntniß mir im Met. Wer nur den lieben Gott. Leiden Die Queile wahren Trostes 621. Mein ein Gott, du wohnest zwar im Lichte, Dahin kein sterblich Auge dringt; Doch giebst du sein, Um mich, wenn Leib und Seele scheiden, Des bessern Lebens zu erfreun. Da irr' und wank' ich 362 Hülfsmittel zur Beförderung des Christenthums. weiter nicht, Und sehe dich in hellerm Licht. leicht gemacht, Und statt des Kum mers Ruh' und Freuden In mein beklommnes Herz gebracht; Die Hoffnung lebte wieder auf, Sang ich ju dir, mein Gott, hinauf. Oeffentliche und häusliche Andachtsübungen. Mel. Mein Herz ermuntre dich zc. 622. Noch fing' ich hier aus dunkler Ferne, Gott meines Les bens, dir mein Lied. Wann einst weit über alle Sterne Dich mein verklärtes Auge sieht, Dann schals Tet dir im Jubelklang Der Uebers winder mein Gesang. 2. Wohl mir indeß! du schaust Hernieder, Steigt mein Gebet zu dir hinan; Du hörst den Dank der schwachen Lieder Mit Vaterhuld und Gnade an, Und meine Besses rung und Ruh' Nimmt durch ein frommes Lied oft zu. 3. Froh wall' ich hin mit meinen Brüdern zu deines Tempels Heis ligthum; Da schallt in dir geweih, ten Liedern Des Dankes Stimme dir zum Ruhm, Und dann durch dringet meine Brust Ein fromm Gefühl der reinsten Lust. 4. Die Kraft von deinen Him. melslehren Durchdringt und hebet meinen Geist, Wenn er, vereint mit heil'gen Chören, Gott, deinen großen Namen preist, Anbetung dir und Ehre bringt, Und Fülle der Empfindung singt. 5. Zwar hab' ich auch in killen Stunden, Wenn ich dir meine Freu, den fang, Der Andacht Seligkeit empfunden, Die durch die frohe Seele drang; Mein Herz, wenn die mein Lied erscholl, Ward fell ger Empfindung voll. 6. Oft hab' ich auch die Last der Leiden mir durch ein Trostlied 7. Doch ward, dich inniger zu loben, Ost, wenn es kalt und träs ge war, Die Seele mehr zu dir er hoben, Wenn meiner Miterlösten Schaar Sich bis zu deinem Throne schwang, Und dir aus vollen Chis ren sang. 8. Drum will ich mit der From. men Schaaren Auch gern zu deis nen Tempeln gehn, Wo einst auch die versammelt waren, Die nun vor deinem Throne stehn. Sie sahn dich auch im dunkeln Wort; Von Angesicht schaun sie dich dort. Mel. Herzliebster Jesu, was: c. 623. Wo du uns deinen Wil len läsfest lehren, Da will ich, Herr, mit Andacht dich ver ren, Und da mich im Entschluß zu edeln Werken Aufs neue stärken. 2. Wohl mir, wenn ich alsdann für meine Brüder Ein Beiſpiel bin, und sie dann auch hinwieder Für sich ein Beispiel werden, dir mit ihnen Im Geist zu dienen. 3. Wenn wir dich da mit einem Munde loben: Wie fühlen wir uns dann zu dir erhoben! Ein neuer Eifer, was du willst, zu wählen, Belebt die Seelen. 4. Wie stärkt mich dann zum schnellen Tugendlaufe, Herr, die Erinnerung an meine Taufe, Wann ich erwäge, wem ich angehöre, Wen ich verehre. 5. Mit deinem Himmel willst du, Herr der Welten, Mir huldvoll mei. Deffentl. u. haust. Andachtsüb. Erneuerung des Kaufb. 363 dem Guten weihn. Laß mich nie That und Lehre trennen; Wie könnt' ich sonst ein Junger Christi sein? Zur Tugend führt sein Wort, sein Beispiel hin: Sie üben, das, nur das ist Christi Siun. 4. Und irr' ich von der Tugend Pfade, Der zum Besik des sel'gen Lebens führt, So stárke mich durch deine Guade, Die oft mein Herz zur Beßrung hat gerührt, Daß ich der Sünde muthig widersteh' Und bald den Weg der Tugend wieder geh'. ne Frömmigkeit vergelten; Willst, wenn ich tren bin, was du hast, mir geben: Ein ew'ges Leben. 6. Durch deinen Geist soll ich ges heiligt werden; Soll als Eriöster deines Sohns auf Erden Dir, Ewi ger mit Zuversicht vertrauen, Und einst dich schauen. 7. Ich soll mich hier zu Jesu Tische nahen, Sein heil'ges Mahl mit Ehrfurcht zu empfahen, Und das durch Kraft zu jedem guten Werke, Und Glaubensstärke. 8. Wie könnt ich denn auf deinen Wegen wanken! Wie noch in Wer ken oder in Gedanken Den Herrn verleugnen, deß ich mich getröste, Der mich erlöste. 9. Nur hilf mir treu die Rührungen bewahren, Die du mich lässt aus deinem Wort erfahren, So wird mein Herz, o Gott, bereits auf Erden Dein Tempel werden. Mel. Dir, dir, Jehova, will ich zc. 624. Dich, Gott, in Demuch zu verehren, Dir mit Gefühl der Schwachheit mich zu nahn; Mit Dank und Ehrfurcht deine Lehren, Als Gottes Wort, zum Heil mir, au empfahn: O mache mich, Gott, selbst dazu bereit! Sie sind mein Glück, sind meine Seligkeit. 2. Sie tröften mich in meinen Leis den, Erleichtern mir den allerbäng sten Schmerz; Sie mäßigen des Glückes Freuden, Sind mehr, als diese, Wonne für mein Herz. Und dieses Glück gabst du in ihnen mir, Mein Vater, ach! wie dank' ich würdig dir? 3. Laß ihren Werth mich nie verkennen! Ste sirds, die mich dir und 5. Erst dann erheitert sich mein Leben, Wenn Vorwurf nicht, nicht Furcht das Herz betrübt, Wenn sich vom Irdischen umgeben, Mein Geist erhebt, Gott wählt und Tugend übt. O dann erblickt er froh von ferne schon Die Ewigkeit, den Richter und den Lohn; 6. Den Lohn, den einst beim Welt. gerichte, In's Baters Reich ihm Christus zuerkennt, Wenn er, um. strahlt vom fel'gen Lichte, Zum Mitbesitz des Glücks auch ihn ernennt. Auch mir, auch mir ist dies ses Heil bereit't; Gott, welch ein Glück! Gott welche Seligkeit! Erneuerung des Taufbundes. Met. Christ, unser Herr, zum zc. 625. Mein Vater, o wie dank' ich dir! Von dir hab' ich mein Leben Und durch die Taufe haft du mir Noch größres Glück gegeben, Noch eh' ich dieses Glück empfand, Eh' ich dich lieben konnte, Und mit mir selber unbekannt, Nichts für mein Wohl begonnte, Hast du mich schon gesegnet. 2. Du nahmst in Christus Keich mich auf, Kamst liebreich mir ent24 364 Hilfsmittel zur Beförderung des Christenthums. gegen, Verhießest mir zum Tu gendlauf Erleuchtung, Kraft und Segen; Versprachst mir deine Ba terhuld, Und einst das ew'ge Leben; Versprachst mir, alle meine Schuld Durch Christum zu vergeben, Wenn sie mich herzlich reute. 3. Wie hoch verpflichtet bin ich dir Mein ganzes Her; zu geben, Mit Eindlich folgsamer Begier Nach deinem Wort zu leben, Den Reiz der Sündenlust zu scheun, Und ihre Macht zu dâmpfen, Des Lafters ew'ger Feind zu sein, Mich selber zu bekämpfen, Und ähnlich dir zu werden. 4. So bahntest du an deinem Theil mir schon die sichern Pfade Von Kindheit an zu meinem Heil, Zu deiner Huld und Gnade. O wär' ich doch auch jederzeit Treu meiner Pflicht geblieben, und hätte mich die Dankbarkeit Auch immer anges trieben, Stets als ein Christ zu le ben! 5. Beschämt gesteh' ich meine Schuld, Und flehe dich um Gnade. Ich will, o habe noch Geduld, Fort, hin des Chriften Pfade Mit einem größern Eifer gehn, Und meine Pflicht erfüllen, Auf dich und deine Hülfe sehn. Gieb zu dem guten Willen Auch Kraft, ihn zu volls bringen. Mel. Riebster Jesu, wir sind ze. 626.Mein Ertófer, der du mich Dir zum Eigenthum erkaufet, Als dein Jünger bin auch ich Bors mals auf dein Wort getaufet. Gieb, daß ich mit treuem Fleiße Wirklich werde, was ich heiße. 2. Gieb, daß ich mit Uchtsamkeit Meinen Taufbund oft betrachte, Und nur das zu jeder Zeit Für Ges winn und Freude achte, Daß ich deines Vaters Willen Treulich suche zu erfüllen. 3. Dieser Erde Gut und Ruhm Wird im Tode mir verschwinden. Nur die Frucht vom Christenthum Werd ich dort einst wieder finden; Davon nur ist nach dem Sterben Ew'ger Segen zu ererben. 4. Laß mich denn, wie dirs gefällt, Deinem Dienst, Herr, ganz erges ben, Und entfernt vom Sinn der Welt, Als dein treuer Jünger les ben; Daß auch ich, wenn ich einst sterbe, Das verheißne Leben erbe. Andächtiger Gebrauch des heiligen Abendmahls. Mel. Wer nur den lieben Gott ut. 627. Dier bin ich, Jeſu, zu erfüllen, Was du in deiner Leidens nacht Nach deinem gnadenvollen Willen Zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht; Verleih' zur Uebung dieser Pflicht Mir deines Geistes Kraft und Licht. 2. Es werde mir für mein Gewiss fen Dein Maht ein tröstlich Unters pfand, Daß ich, der Sündenschuld entriffen, Durch dich bei Gott Ber, gebung fand; So freuet meine Seele sich In deinem Heil und lobet Dich. 3. Bewundernd denk' ich an die Liebe, Womit du unser Heil bes dacht. Wie stark sind deines Mits leids Triebe, Die dich für mich and Kreuz gebracht! Ogieb von deis nem Todesschmerz Jetzt neuen Eindruck in mein Herz. 4. Laß mich mit Ernst die Sun Undächtiger Gebrauch des heiligen Abendmahls. 365 de scheuen, Für welche du, dich der Sünder Bon des Himmels ho opfernd, starbst, Durch schniden Mißbrauch nie entweihen, Was du so theuer mir erwarbst; Nie führe mich zur Sicherheit Der Trost, den mir dein Tod verleiht. hen Freuden Zu den bängsten Todesleiden Billig hast herabgelass sen, Wer kann dein Erbarmen fafs fen? Tief gerührt von solcher Güte, Preift dich dankvoll mein Gemüthe. 2. Herr, du haft auch mir bereis tet, Was zum wahren Wohl mich leitet: Licht, den Weg des Heils zu finden; Trost, bei dem Gefühl der Sünden; Kraft, der Befrung nachzujagen; Muth, des Lebens Last zu tragen, und die Hoffnung beßrer Zeiten In dem Reich der Ewigkeiten. 5. Ich übergebe mich aufs neue Odu, mein Herr und Gott, an dich, Ich schwöre dir bestând'ge Treue Vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig sein; Du starbst für mich: drum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor Spottern schamen Des Dienstes, den man dir erweist; Nie mich zu einem Schritt bequemen, Den mein Gewissen fündlich heißt. O flöße mir den Eiser ein, Wie du, o Herr, gesinnt zu sein! 7. Laß mich mit Ernst den Nachsten lieben, Und wenn er strauchelnd sich versieht, Versöhnlichkeit und Sanftmuth üben; Nie komm' es mir aus dem Gemüth, Welch ei. ne schwere Sündenlast Du huld. reich mir entnommen hast. 8. Es stärke sich in mir der Glaube, Daß meine Seele ewig lebt, Und daß einst aus des Grabes Staube Mich dein allmächt'ger Ruf erhebt, Wann du dich, großer Lebensfürst, Den Völkern sichtbar zeigen wirst. 9. Gebeugt lieg' ich zu deinen Füßen Mit Dank und Lob, Gebet und Flehn. Laß neue Gnade auf mich fließen; Mein Heiland, laß es doch geschehn, Daß mir zur Stärkung meiner Treu' Dein Abend, mahl gesegnet sei. Mel. Schnücke dich, o liebe zc. 628. Jeju, Freund der Men. schenkinder, Der du dich zum Heit 3. Ja, du willst mit deiner Gnas de Selbst mich auf des Lebens Pfade Zum Genuß der Seligkeiten, Die du mir erworben, leiten. Du, du willst mich bessern, trösten Und zum Erbtheil der Erlösten, Zu des Himmels Herrlichkeiten Gründen, stärken, vorbereiten. 4. Nun so sei der Bund erneuet, Ganz sei dir mein Herz geweihet; Täglich will ich mich bestreben, Nur nach deinem Wort zu leben; Was du liebst, will ich auch lieben; Ernsts lich mich im Guten üben; Was du hasfest, will ich haffen, Stets von dir mich leiten lassen. 5. Doch, ich fühle meine Schwäs be: Jefu, was ich dir verspreche, ch! wie leicht ist das gebrochen! Schneller oft, als ich's versprochen. Darum stark in mir die Triebe Dankbeslißner Gegenliebe, Daß ich, bis ich einst erkalte, Treu dir sei und Glauben halte. 6. Hilf mir wider alles streiten, Was von dir mich will verleiten; Auch den stärksten Reiz zu Sünden Hilf mir glücklich überwinden, Daß ich hier stets im Gemiffen Deinen 24* 366 Hilfsmittel zur Beförderung des Christenthums. Frieden mag genießen, Und der einst auch überm Grabe Theil an deinem Gegen habe. 7. O wie will ich dich erheben, Wenn du mich im höhern Leben Zu den Freuden deiner Frommen, Herr, ich hoff' es, låsfest kommen. Da, da wird mich nichts mehr stören, Dich aufs Innigste zu ehren, fen; Mit Gegenliebe will ich dich, So lang' ich leb', umfassen. Dein Abendmahl vermehr' in mir Des Glaubens Kraft, auf daß ich dir Mit steter Treue diene. Geftere Betrachtung des To des und der Ewigkeit. Mel. Kommt her zu mir, spricht 26. Da, da werd ich, frei von Sünden, 630. Ich fühle, daß ich sterb. Deinen Frieden ganz empfinden. Mel. Es spricht der Unweisen 2c. 629. Hale im Gedächtniß Je alt' fum Chrift, O Seele, der auf Erden Vom Himmelsthron gekommen ist, Ein Heiland dir zu werden. Vers giß sein nicht; denn dir zu gut Vers band er sich mit Fleisch und Blut. Dank ihm für diese Liebe! 2. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ! Er hat für dich gelitten, Und dir, da er gestorben ist, Am Kreuz das Heil erstritten. Errettung von der Sündennoch Erwarb er dir durch seinen Tod. Dank ihm für diese Liebe! 3. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, Der von dem Tod' erstanden Und nun zur Rechten Gottes ist; Er hat von Todesbanden Und aus der dunkeln Grabesnacht Befrei, ung an das Licht gebracht. Dank' ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtniß Jesum Christ! Er wird einst wieder kom. men, 3u richten, was auf Erden ist, Die Sünder und die Frommen; Drum sorge, daß du dann bestehst, Und mit ihm in den Himmel gehst, Ihm ewiglich zu danken. 5. Ja, Herr, mein Heiland, dich will ich nicht aus dem Herzen lass lich bin; Mein Leben welkt wie Gras dahin, Hinfällig gleich dem Laube. Wer weiß, wie unerwartet bald Des Höchsten Ruf an mich ers schallt: Komm wieder, Staub, zum Staube! 2. Wann mich das finstre Grab verschlingt, Ein tiefes Schweigen mich umringt, Mich die Verwes fung naget: Alsdann bleibt alles doch zurück, Und hätte gleich ein günstig Glück Mir keinen Wunsch versaget. 3. O Thorheit, wenn ich mich ver kannt Und nach der Ehre Lieblingss tand, Nach großem Gut gegeizet! Wenn mich der Erde schimmernd Kleid Und aller Prunk der Eitel. keit zu niedrem Neid gereizet! 4. Verlangt mein leifer Wunsch zu viel; Berfolg' ich ein zu weites Ziel Auf ungewissem Pfade: O Gott, so beug' ich mich vor dir! Hier bin ich; es geschehe mir Nach deiner weisen Gnade. 5. Wie viel wagt doch der Mensch, der Thor! Er schreibt dem Schórs fer Weisheit vor, Murrt immer, klagt und weinet; Goct liebt ihn mehr, als er sich liebt, Wenn er ihm gleich nicht alles giebt, Was ihm so nißlich scheinet. 6. Er wird auch mein Bersorger Deftere Betrachtung des Todes und der Ewigkeit. 367 sein; Und nicht ein irdisch Glück sind. Sprich: Sollt' ich Gutes wol allein Will mir mein Vater geben. Dies Leben ist ein Augenblick; Ein Frühlingstraum das långste Glück: Ich soll unsterblich leben. verschieben? Nein, meine Zeit es auszuüben Ist kurz, und sie ver fliegt geschwind. 4. Denk an den Tod, wenn böse Triebe, Wenn Lust der Welt und ihre Liebe Dich reizen, und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heu te sterben? Und könnt' ich auch die Welt erwerben, Beging' ich doch folch' Ulebel nie! 5. Denk' an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, Wenn deine Schäße sich vermehren, Daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk an die Eitel. keit der Erden, Daß wenn sie dir entriffen werden, Du dann dich nicht zu sehr betrübst. 6. Denk' an den Tod bei frohen Tagen! Kann deine Lust sein Bild vertragen, So ist sie gut und uns schuldsvoll. Sprich, dein Vergnü gen zu versüßen: Welch Glück werd' ich erst dort genießen, Wo ich unendlich leben soll! 7. Denk' an den Tod, wenn deis nem Leben Das fehlt, wornach die Reichen streben; Sprich: bin ich hier, um reich zu sein? Heil mir, wenn ich in Christo sterbe; Dann ist ein unbeflecktes Erbe, Dann ist der Himmel Reichthum mein. 8. Denk' an den Tod, wenn Leiden kommen! Sprich: alle Trubsal ei. nes Frommen Ist zeitlich und durch Hoffnung leicht. Ich leide, doch von allem Bösen Wird mich der Tod bald, bald erlösen; Er ists, der mir die Krone reicht. 9. Denk' an den Tod, wenn freche Rotten Des Glaubens und der Tugend spotten, Und Laster stolz ihr Haupt erhöhn. Sprich bei dir 7. Gedanke der Unsterblichkeit, Der über Erd' und Welt und Zeit Ein edles Herz erhebet, Errege dich in meiner Brust, Wenn man che Lockung falscher Lust Mich zu verführen strebet. 8. Wie schädlich unfrer Wohlfahrt find Des Lasters Freuden, die geschwind, Nie ohne Reu' entfliehen. Ich bin ein Pilgrim in der Zeit; Nur Freuden einer Ewigkeit Verdienen mein Bemühen. 9. Drum lenk', o Ewiger, mein Hers, Schon hier auf Erden him melwärts; Entreiß es niedern Lü sten! Sind andre reich; mich mache du Nur weise, nur voll Seelen ruh', Nur, Gott, zum wahren Chriften. In eigner Melodie. 631. Was forgst du ängstlich für dein Leben? Es Gott gelassen übergeben, Ist wahre Nuh' und deis ne Pflicht; Du sollst es lieben, weiß lich nüßen, Es dankbar, als ein Glück besißen, Verlieren, als vers lörst du's nicht. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken; Doch dich zur Weisheit il erwecken, Soll er dir stets vor Augen sein; Er soll den Wunsch zu leben mindern, Doch dich an deiner Pflicht nicht hindern, Vielmehr die Kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen Pflich. ten, So laß den Tod dich unter richten, Wie wenig deiner Tage 368 Hülfsmittel zur Beförderung des Christenthums. felbft: Gott trägt die Spótter; muß. Entreiß, weil es noch heute Doch endlich ist für sie kein Retter, heißt, Der Welt und Sünde meiWenn sie nicht hier noch in fich gehn. nen Geist. 10. So suche dir in allen Fällen Den Tod oft lebhaft vorzustellen, So wirst du ihn nicht zitternd scheun: So wird er dir ein Trost in Klagen, Ein weiser Freund in guten Tagen, Ein Schild in der Versuchung sein. Mel. Die Seele Christi heil'ge zc. 632. Ach Gott, was ist der Menschen Glück! Es währt nur einen Augenblick: Wir eilen schnell durch Zeit und Welt, Wo uns ein Traum gefesselt hält. 2. Hier haben wir kein Eigen thum; Doch trachten wir nach Ehr' und Ruhm, Und kaum ist unser Wunsch erhört, So sehn wir unsre Qual vermehrt. 8. Mein Kleinod fei nicht von der Welt; Wenn mein Herz bricht, mein Haus zerfällt: Dann sei dein Tod mein Schirm und Schild, Der mich mit Muth, und Croft erfüllt. 9. Mein Ruhm sei der Versöh nung Heil! Auch ich hab' an der Gnade Theil, Die Menschen zu der Wonne bringt, Wo man dir ew'ge Jubel singt. 10. In Jefu schlaf' ich freudig ein; Einst wird mein Leib ihm ähnlich sein. Wie herrlich geh ich aus der Gruft, Wann uns sein Wort zum Leben ruft. 11. Dir folg' ich treu durch Lod und Grab! Du bist's, der mir die Hoffnung gab, Daß ich verklärt und freudenvoll Dein Angesicht, Herr, schauen soll. 3. Der Kummer dringt bis auf den Thron, Und Sorgen sind des Reichthums Lohn. Wer in der Mel. Wer nur den lieben Gott. Würde glänzend prangt, hat noch 633. Herr aller Herren! Tod kein wahres Gut erlangt. 4. Von allem, was die Welt er. hebt, Was ist es, das uns überlebt? Was folgt uns in die Ewigkeit, Wenn über und der Herr gebeut? 5. Die Tugend, die wir ausgeübt, Bleibt wenn der Erde Glück zerstiebt. Wer als ein wahrer Chrift gelebt, Stirbt nicht, wenn man ihn gleich begråbt. 6. Erlebte seinem Gort und Herrn; Nun ruft ihn Gott, und er stirbt gern. Hier geht das rechte Leben an, Das ihm kein Tod mehr rauben kann. 7. Herr, lehre mich: dies sei dein Schluß, Daß ich die Welt verlaffen und Leben Haft du allein in deiner Hand; Wie lange du mir Frist wirst geben, Das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jes den Lebenstag Auf meinen Ab. schied denken mag! 2. Ein Apfel, der den Wurm schon heget, Fällt, eh' wir's uns versehen, ab; Ein Mensch, der Sünden in sich tråget, Sst immer reif zu Tod und Grab. Dies sei mir stets Er. munterung zu immer größrer Heiligung. 3. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, Wenn Aug' und Mund und Ohr sich schleußt! Drum laß mich bei gefunden Tagen, Dir, Herr, Deftere Betrachtung des Codes und der Ewigkeit. 369 befehlen meinen Geist; Und schlies sen meine Lippen sich, So spreche Jesu Blut für mich. 6. Drum, da dein Tod dir täglich draut, So sei doch wacker und bes reit; Prüf deinen Glauben als ein Christ, Ob er durch Liebe thås tig iſt. 4. Kann ich die Meinen nicht mehr fegnen, So segne du sie väterlich; Wenn tausend Thränen um mich regnen, O Vater, so erbarme dich! Ach! höre der Verlaßnen Schrein, Und laß sie dir empfohlen sein. 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, Ein Wunsch, durch des Ers lösers Tod Bor Gottes Chron ges recht zu sein: Dies macht dich nicht von Sünden rein. 5. Dringt nun die letzte Angst zum Herzen, Und ist vollendet nun mein Lauf, So kürze mir des Todes Schmerzen, Und nimm mich, Herr, zu dir hinauf; So wird mein Ende sonder Pein, Nicht traurig, sondern freudig sein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, Ihr folgt nud sich vom Bösen kehrt, Ein gläubigs Herz, von Lieb erfüllt: Dies ist es, was in Christo gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh'; Du wirkst sie nicht, Gott wirket fie. Du aber ringe stets nach ihr, Als wäre sie ein Werk von dir. Mel. Die Scele Christi beir'ge 2c. 634. Wie sicher lebt der Mensch, der Staub! Sein Leben tit ein fallend Laub, Und dennoch fchmeichelt er sich gern, Der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greifes Ziel, Der Mann noch seiner Jahre viel, Der Greis zu vielen noch ein Jahr, Und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk' in Glück und Noth Im Herzen oft an meinen Tod; Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, Und unsers Lebens kleinster Theil Ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rüct Seelen vors Ge. richt; Da bringt Gott alles an das Lich: Und macht, was hier verborgen war, Den Rath der Her, sen offenbar. 10. Der Zweck des Lebens, daß du lebst, Dein höchstes Ziel, nach dem du strebit, Und was dir ew' ges Glück verschafft, It Tugend in des Glaubens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weihn, Heißt eingedenk des Todes fein; Und wachsen in der Heiligung, It wahre Tod'serinnerung. 12. Wie oft vergeff' ich diese Plicht! Herr, geh' mit mir nicht ins Gericht; Drück selbst des Todes Bild in mich, Daß ich dir wandle würdiglich; 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag Vor dir, o Gott, erforschen mag, Ob Liebe, Demuth, Fried' und Treu', Die Frucht des Gei stes, in mir sei;. 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh', Stets meiner Schwachheit widersteh', Und einstens in des Glaubens Macht Mit Freuden ruf: Es ist vollbracht. 370 Hilfsmittel zur Beförderung des Christenthums! Mel. Jefus meine Zuversicht zc. Mel. Wer nur den lieben Gott: 635. Meine Lebenszeit ver. 636. Du, Herr und Bater streicht; Stündlich eil' ich hin zum Grabe, Und wie wenig ist's viel leicht, was ich noch zu leben habe! Denk', o Seele, an den Tod: Sâu, me nicht; denn Eins ist Noth! 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, Wünschen wirst, gelebt zu haben; Güter, die du hier erwirbst, Wür, den, die dir Menschen gaben, Nichts kann dich im Tod' erfreun; Diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, Nur ein ruhiges Gewissen, Daß vor Gott dir Zeugniß giebt, Wird dir deinen Tod verfüßen. Dieses Herz, von Gott erneut, Giebt zum Tode Freudigkeit. 4. Wann in deiner letzten Noth Freunde hilflos um dich beben, Dann wird über Welt und Tod Dich dies reine Herz erheben; Dann erschreckt dich kein Gericht: Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, Fürchte Gott, und bet' und wache; Sorge nicht, wie früh du stirbst; Deine Zeit ist Gottes Sache. Lern' nicht nur, den Tod nicht scheun; Lern' auch, feiner dich erfreun. 6. Uleberwind' ihn durch Vers traun; Sprich: ich weiß, an wen ich glaube, Und ich weiß, ich werd' ihn schaun Einst in diesem meinen Leibe, Er, der rief: es ist vollbracht! Nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab' oft hin; Siche dein Gebein versenken; Sprich: Herr, daß ich Erde bin, Lehre du mich selbst bedenken; Lehre du michs jeden Tag, Daß ich weiser werden mag! meiner Tage! Du weißt, daß ich dein schwaches Kind, Des Todes Keim in Gliedern trage, Die irdisch und zerbrechlich sind: Drum gieb, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sei bereit. 2. Daß du hier meinem ersten Les ben Ein mir verborgnes Ziel be. stimmt, Und daß die Zeit, die mit gegeben, Vielleicht gar bald ein Ens de nimmt: Das flöße mir die Weiss heit ein, Stets auf mein Heil bedacht zu sein. 3. Hier hab' ich lebenslang zu lernen, Mein Herz von Sünden abzu. ziehn, Mich von der Weltlust zu entfernen Und um den Himmel zu bemühn; O mache mich dazu geschickt, Eh' mich der Tod der Welt entrückt. 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben Bei dir, Gott, meiner See. le Theil, Ift mir das Beste aufges hoben, Dort ist für mich vollkomm nes Heil. Da, wo mein Freund ist, sei mein Herz; Herr, lenke selbst es himmelwärts. 5. Hier allen Sünden abzusterben, 3u leben der Gerechtigkeit, Um einst des Himmels Glück zu erben, Dazu laß meine Sterblichkeit Mir immerdar vor Augen sein, So wird mich selbst der Tod erfreun. 6. Willst du mich långer leben laffen, So laß es mir zum Heilge. schehn; Doch soll ich heute noch erblaffen, So höre, Vater, auf mein Flehn: Sei, wann mein Herz im Tode bricht, Mein Trost und meine Zuversicht. 7. Dir will ich gänzlich mich erges Deftere Betrachtung des Todes und der Ewigkeit: 371 ben, Dir, dessen Eigenthum ich bin. Bist du, mein Heiland, nur mein Leben, So bleibt selbst Sterben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir: Sei nur mein Trost, so gnuget mir. 6. Ach, Vater, deck' all' meine Sünde Mit dem Verdienste Jesu zu, Damit ich hier Vergebung fins de, Und dort bei dir vollkommne Ruh. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meis nem Ende gut. In voriger Melodie. 7. Nichts ist, das mich von Jesu 637. Wer weiß, wie nahe scheide, Nichts, es sei Leben oder mir mein Ende! Schnell flieht die Zeit, schnell kommt der Tod; Viels leicht kommt plößlich und behende Noch heute meine Todesnoth. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Machs nur mit meinem Ende gut. Tod. Im Leben ist er meine Freus de, Mein Trost in meiner letzten Noth. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meis nem Ende gut. 2. Es kann vor Nachts leicht anders werden, Als es am frühen Morgen war; So lang' ich lebe hier auf Erden, Leb' ich in steter Tod'sgefahr. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 3. Laß mich mein Ende stets bes denken, Gleich Buße thun, wann ich gefehlt, Und nicht im Eiteln mich versenken, Nicht wählen was mich ewig quâlt. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 4. Laß mich noch in gesunden Tagen Mein Haus bestellen, um zu dir mit wahrer Freudigkeit zu fagen: Herr, wie du willst, so schick's mit mir. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 5. Erhebe meinen Geist zum Him mel, Verbittre mir die Lust der Welt; Mein Herz sei auch im Welt getümmel Gerichtet auf die beffre Welt. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 8. Borlängst schon hast du mir versprochen, Bei meiner Taufe deis ne Huld; Haft mir, wenn ich den Bund gebrochen, Auf meine Reu' geschenkt die Schuld. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 9. Auch wenn ich, Herr, von dir geladen, zu deinem Mahle würdig ging, Bekam Versichrung neuer Gnaden Mein Herz, das gläubig an dir hing. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 10. Drum leb' ich in gelaßner Stille, Und so gelaffen sterb' ich auch: Wie Gott es füget, ist sein Wille Mir heilig bis zum letzten Hauch. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut, Mach's nur mit meis nem Ende gut. 11. Mein Ende komm' heut' oder morgen, Ich weiß, mit Jefu glückt es mir. Er wird für meine Seele sorgen, Und bringt sie, Bater, einst zu dir. Drum glaub' ich's fest: durch Chrifti Blut Machst du's mit meinem Ende gut. 372 Hülfsmittel zur Beförderung des Christenthums. Mel. Alle Menschen müssen 2c. mein Vater, nimmt mich an; Er, 638. Dir zu leben, dir zu sterben, Ewig, Vater, dein zu sein, Mich mit deines Himmels Erben Deiner Wonne einst zu freun, Und mit ruhigem Gewiffen Meine Augen einst zu schließen: Diese Gng. dem ich nun meine Seele Und die Meinigen empfehle: Welch ein ru hig's Ende! Gott, Gieb mir einen solchen Tod. Mel. Ermuntre dich, mein c. de wünsch' ich mir, Und erbitte 639. Wie ungewiß ist, Herr, fie von dir. 2. Daß ich's könne, laß mich stre. ben, Frei von Sünd' und glaubens. voll Und gerecht vor dir zu leben, Auszurichten, was ich soll. Gieb mir dazu Licht und Stärke, Daß im Fleiße guter Werke Ich beständig dir getreu, Jeder Tugend Vorbild sei. 3. Welch ein theurer hoher Segen,( wie sehnlich wünsch' ich den!) Auf der Tugend ebnen We gen Seinem Tod' entgegen gehn; Auch noch nach ihm Andern dienen, Als Beweis und Denkmal ihnen, Welche Seligkeit es sei, Gott zu folgen gern und treu. 4. Laß mich, Bater, stets auf Er. den Darnach streben, gut zu sein; Solch ein Denkmal einst zu wer den, Deß sich alle Frommen freun, Daß den Sünder reiz' und locke, Daß er sich nicht selbst verstocke, Und sich sehne auch dahin, Wo ich ewig selig bin. 5. Daß auch das, was ich verlaffe, Nie errege Zwist und Streit; Nie verleit' zum Bruderhaffe, Noch zur Ungerechtigkeit: Dafür laß mich früh schon sorgen; Denn mein Tod ist mir verborgen, Hab' ich so mein Haus bestellt, Scheid' ich freudig von der Welt. 6. In den letzten Augenblicken, Wo ich kaum noch reden kann, Hoffen dürfen voll Entzücken: Gott, das Ziel Der Wallfahrt auf der Erde! Ob ich noch wenig oder viel An Tagen zählen werde, Das weiß ich nicht, du weißt's allein; Ich kann vielleicht der Nächste sein, Vom abgekürzten Leben Ein Beis spiel abzugeben. 2. Bin ich erbaut aus befferm Zeug Als Andre, die an Jahren Und Munterkeit mir völlig gleich, Des Todes Beute waren? Wie manchem starrte schnell das Herz, Eh' eine Krankheit oder Schmerz Ihm, als des Todes Boten, Sein nahes Ende drohten! 3. Wenn ich die Gottesäcker seh Und alles kounte lesen, Was der, auf dessen Grab ich geh', In seinem Sinn gewesen, Und was bei ihm die Todesnacht Für Hoffnungen zu Nichts gemacht: So würd' ich oft mit Schrecken Mein eignes Herz entdecken. 4. Mein Gott, befreie mich vom Dunst Der Freuden dieser Erden, lind lehre mich die große Kunst, Bei Gräbern flug zu werden. Nur der ist weise, der bedenkt, Wie viel von seinem Tod' abhängt, Und der dazu in Zeiten Sein Herz fucht zu bereiten. 5. Laß stets mich fehn aufs hohe Ziel, Dem ich entgegen schreite, Damit mich nicht der Weltluft Spiel Bom Wege feitwärts leite. Deftere Betrachtung des Codes und der Ewigkeit. 373 Und sieht dein Auge, daß mein kurzen Lebenszeit Folgt eine lange Schritt Noch nicht den rechten Weg Ewigkeit. betritt, So wollst du, Herr, in Zeis ten Auf solchen Weg mich leiren. 6. Damit ich einst mich vor der Hand Des Todes nicht entfärbe, So mache mich mit ihm bekannt Vorher noch, eh' ich sterbe. Laß mir sein Bild vor Augen sein, Damit ich lerne Sünden scheun, Die das Gewissen schrecken, Und Todesfurcht erwecken. 7. Gieb, daß ich dich mit frohem Muth Als meinen Gott betrachte, Hingegen Freunde, Glück und Gut, Nicht als mein eigen achte: So wird, rufst du mich einst zu dir, Keins von den Gütern, die du hier Mir hattest nur geltehen, Mein Herz zurück noch ziehen. 8. Dir sei es ganzlich heimgestellt, Wie, wo und wann ich sterbe. Mich schreckt kein Ausgang aus der Welt, Bin ich des Himmels Erbe. Doch bitt' ich, daß ich wohlgeschickt Von hinuen werde weggerückt, Daß ich in Todesteiden Empfinde Him melsfreuden. 9. Laß mich auf Jesu Herrlichkeit Mit froher Hoffnung blicken, Und mitten in der Dunkelheit Mich sein Verdienst erquicken. Dann nimm, Herr, nach vollbrachtem Lauf Den Geist aus dieser Hütte auf, Die einst im Reich der Deinen Wird neu gebaut erscheinen. 2. Mit jedem Jahr, mit jedem Tage, Nah' ich mich immer mehr zu ihr. Wenn ich dies zu vergessen wage, Und mich vom Tugendpfad verlier': Wo find' ich Rettung im Gericht? Wo Trost, wann mir mein Auge bricht? 3. Gieb, Gott, daß ich mein gan. zes Leben Der Todesvorbereitung weih', Und durch das eifrigste Bes streben Zum Glück des Himmels tüchtig sei; So zittr' ich vor dem Tode nicht, Und bin getrost noch im Gericht. 4. Voll Eifer, alle meine Pflich. ten, Die mir des Lebens Zweck ges beut, Sach deinem Willen auszus richten, Nah' ich mich froh der Ewigkeit, Wann mich der Tod zur finstern Gruft, Zum Staub und zur Verwesung ruft. 5. Verleihe mir nur deine Gnade, Und führe mich durch deine Kraft Der Tugend ebne, fichre Pfade; Erhalte mich gewissenhaft Und im mer treu in dem Beruf, zu dem mich deine Liebe schuf. 6. Dann wird mir jeder Theil des Lebens Ein Segen für die Ewigkeit; Ich lebe dann hier nicht vers gebens, Und nüße redlich meine Zeit, Und seh' mit dir ergebnem Sinn, Auf Tod und Grab und Zukunft hin. Mel. Wer nur den lieben Gott 2. 640. Dem em Tode kann ich nicht entfliehen, Ich, der ich schwach und sterblich bin. Mein Leben, das mir Gott verliehen, Eilt wie im schnellen Flug dahin, Und meiner Met. Wenn mein Stündlein ze. 641. Herr, mein Gott, ich weiß es woht: Ich muß, ich werde sterben; Nur weiß ich das nicht, wann ich soll, Noch, wie ich werde sterven. Mein Ende steht allein bei 374 Hilfsmittel zur Beförderung des Christenthums: dir; Die Stunde, Herr, verbirgst 8. Damit ichs könne, laß mich, du mir, Bann ich die Welt verlasse. 2. Ich, meines Glaubens mir bes wußt Durch deines Geistes Gabe, Weiß, daß ich meine höchste Lust An dir, mein Vater, habe; Weiß, daß du meiner Sünden Last Von mir hinweg genommen hast, Durch Jesum, meinen Heiland. Herr, Stets heiliger auf Erden, In guten Werken fertiger, Dir im mer treuer werden. Geheiligt müss ich dir nur sein, Dann bin ich, Gott, mein Vater, dein Im Le ben und im Tode. 9. So kann ich freudig, wo ich bin, Mich deiner Huld ergeben. Sterb' ich: der Tod ist mein Gewinn; Denn Jesus ist mein Leben. Er wird gewiß zu seiner Zeit Auch meinen Leib zur Herrlichkeit, Zum Himmel auferwecken. 3. Erhalte mir zu aller Zeit Den tröstlichen Gedanken, Und laß mich nie aus Schüchternheit In meinem Glauben wanken. Bewahre meine Seel', o Gott, In deiner Gnade, bis der Tod mich hin zum Himmel führet. Mel. Jesus, meine Zuversicht: c. 4. Dann geb' ich meine Seele dir 642. Selig, Gott, sind, wel. In deine Baterhånde. Erhalt' die Kraft zu denken mir, Wenn's sein kann, bis ans Ende, Daß voll Ge. banken, Gott an dich Die bald erlöste Seele sich von ihrem Leibe trenne. che nun Schon in friedevollem Gras be Von des Lebens Arbeit ruhn, Und sich deiner größten Gabe, Ei. nes ew'gen Lebens freun. Möchten wir es auch schon sein! 5. Soll ich gewaltsam, o mein Gott, Schnell oder ängstlich sterben, So führe mich nur jeder Tod Zu deines Himmels Erben. Drum hilf mir, daß ich allezeit 3ur Rechenschaft vor dir bereit, Und heilig sterben möge! 2. Gott, du willst's; wir leben noch Mühsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dies Joch, Die des Lebens Kron' erstritten; Endlich aber führt der Tod Uns auch hin zu dir, o Gott! 6. Empfind' ich keine Freudigkeit, Entweicht in großen Schmerzen Die Stille der Gelassenheit Aus meinem bangen Herzen: So rechne mir dann, Gott, nicht zu, Was ich Unrechtes red' und thu'; Vers zeih' der Schwachheit Fehler. 7. Nimm auch verborgne Seufzer an; Laß wenn mein Herz nicht be ten, Wenn mein Verstand nicht denken kann, Mich deinen Sohn vertreten. Geh' ich zu deinem Reich nur ein, So wird mein Ende mich erfreun, Es komm' auch wie es wolle. 3. Jesus selber lebte hier Vormals auch in Pilgerhütten. Noch unendlich mehr, als wir, Hat er auf der Welt gelitten. Laß uns glâu. big auf ihn sehn, Und durch ihn im Kampf bestehn. 4. Was ist diese Lebenszeit? Ach! nur eine kurze Stunde, Gegen jene Ewigkeit. Gleichwohl kommt auf diese Stunde, Die noch heut sich enden kann, Unser ew'ges Schick. sal an! 5. Gieb uns Weisheit, Herr, und Kraft, Diese Stunde wohl zu müs Hen; Und beim Schluß der Pilgers Deftere Betrachtung des Todes und der Ewigkeit. 375 schaft Wollest du uns unterstützen, Stimme spricht Noch laut genug: Daß wir freudig auf dich sehn, Gott hält Gericht. Und getrost zum Tode gehn. 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, Daß du uns wirst auferwek. ken: Diese Kraft der bessern Welt Laß uns, wenn wir sterben, schmek. ken! Flóße Muth und Ruh' uns ein, Selbst im Tode froh zu sein. 7. Wann wir, um einst auch zu ruhn, zu den Todten Gottes ge hen, Wollst du mehr noch an uns thun, Als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todesnacht Riefst du einst: es ist vollbracht! 4. Schon hör' ich der Posaunent Ton; Ich sehe meinen Richter schon, Und vor ihm alle Völker stehen. In seiner Hand ist Heil und Fluch; Uns widerruflich ist sein Spruch; Ihn hintertreibt kein ängstlichs Flehen. Nur seiner Frommen Loos ist Heil; Verdammniß bleibt der Sünder Theil. 5. Nicht Stand und Macht errets ten dann; Umsonst beut sich ein Bruder an, Den andern da noch zu erlösen. Nach dem, was jeder hier gethan, Wird jeder dort den Lohn empfahn; Nein Schein der Tugend hilft dem Bösen. Verschwendern In eigner Melodie. 643. Ich bin ja, Herr, in deis ihrer Gnadenzeit Folgt Unglück in der Ewigkeit. ner Macht; Du hast mich an das Licht gebracht, Und noch erhälst du mir das Leben. Du kennest meis ner Tage Ziel, Du weißt, wie we nig oder viel Du selbst zum Antheil mir gegeben. Wo, wie, und wann ich sterben soll, Allwissender, das weißt du wohl. 2. Wen hab' ich sonst, als dich al. Tein, Der mich in meiner letzten Pein Mit Trost und Hoffnung kann beleben? Wer blickt voll Huld mich Schwachen an, Wenn mir fein Mensch mehr helfen kann, Und ich der Welt muß Abschied geben? Wer chafft der trüben Seele Licht? Thust du es, o mein Heiland, nicht? 3. Mich dúnkt, schon lieg' ich kraft los da, Dem letzten Augenblicke nah', Von Todesangst schon über. fallen. Der Sinne Kräfte laffen nach; Gehör und Augen werden schwach, Und kaum kann noch die Sunge lallen; Doch des Gewissens 6. Drum fleh' ich, Herr, mein Heiland dir: Erleuchte mich, damit ich mir nicht eine böse That vers zeihe. Erhalte mich im Guten treu, Daß ich, vom Joch der Sünden frei, Mich gänzlich deinem Dienste weis he: So geh' ich voller Zuversicht Hier in den Tod, dort vor's Gericht. 7. O Menschenfreund, dein theu res Blut Floß auch für mich; dies giebt mir Muth; Ich weiß daß ich dir angehöre. Doch, fällt in meiner Codespein mir noch ein banger Zweifel ein, So rette deines Leis dens Ehre, Und nimm dich meis ner huldreich an; Du bists, der Schwache stärken kann. 8. Ja, ja, du meines Lebens Heil! Ich nehm' an deiner Wonne Theil, Ich darf, die nach, zu Gott mich schwingen. Nun fieg' ich über Angst und Noth; Nun mag der letzte Feind, der Tod, mit allen Schref, 376 Hilfsmittel zur Beförderung des Christenthums. ken auf mich dringen. So lang' ich lebte war ich dein; Dein werd' ich auch im Tode sein. Ruhm Hast du mir's gegeben. Vás terlich Führst du mich, Auf der Pris fung Wegen Meinem Ziel entgegen. 2. Einst kommst du mit großer Kraft 3um Gericht auf Erden; Met. Wachet auf! ruft uns die ze. 644. Wachet auf vom Schlaf, Dann soll ich zur Rechenschaft Dar gestellet werden. Dein Gericht Schonet nicht, Richter aller Wels ten; Du, du willst vergelten. 3. Weh' dann mir in Ewigkeit, Wenn ich deine Gabe, Meine Kráf te, meine Zeit Hier gemißbraucht habe. Weh' dann mir, Hab' ich hier Dein Geschenk verschwendet, liebel angewendet. 4. Laß mir täglich dein Gericht, Gott, vor Augen schweben, Und mich eifrig, meiner Pflicht Treu zu sein, bestreben, Daß ich nie This richt sie Aus den Augen sehe, Noch mit Fleiß verletze. ihr Sünder! Erwacht! denn euch ihr Menschenkinder, Erwarten Tod und Ewigkeit. Lohn und Strafe, Tod und Leben Hat Gott in eure Hand gegeben; Erwacht! noch ist zur Beßrung Zeit. Gerecht, gerecht ist Gott! Er hört der Frevier Spott! Frevier zittert! Wißt, was er spricht, Gereut ihn nicht; Er kommt gewiß und hält Gericht. 2. Plößlich wird sein Zorn ent Brennen! Dann wird der Spotter ihn erkennen, Des Vaters eingebornen Sohn. Jauchzet, jauchst, ihr seine Frommen! Er wird zu eu rem Heile kommen; Bald kommt er, und mit ihm sein Lohn, Euch rich tet Christus nicht. Er selbst ging ins Gericht Für die Sünder. Wir find versöhnt, Mit Gott versöhnt! Wer überwindet wird gekrönt. 3. Seid bereit, ihn mit Berlan gen, mit reinem Herzen zu empfan gen; Denn plößlich bricht sein Tag herein; Und der Richter wird vom Bösen Sein Volk, die Frommen, ganz erlösen, Bon Sünd' und Tode fie befrein. Dann ist vollkommaes Heil In Ewigkeit ihr Theil. Jauchzt thr Frommen! Geid stets bereit Auf diese Zeit, Und singt Gott Dank in Ewigkeit. Met. Straf mich nicht in deinem zc. 645. Here, ich bin dein Eis genthum; Dein ist auch mein Les ben; Mir zum Heil und die zum 5. Lehre mich gewissenhaft Meis ne Tage zählen, Eingedenk der Res chenschaft, Nur, was gut ist, wäh len; Gieb, daß ich Ernstlich mich Täglich und auch heute Zum Ge richt bereite. 6. Gieb, daß mir die Ewigkeit Stets vor Augen stehe, Damit ich die Guadenzeit Långer nicht vers schmähe; Eh' der Tod Mir noch droht, Laß mich deinen Willen, Herr, getreu erfüllen. 7. Mein Gewiffen strafe mich Gleich für jede Sünde, Daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such' und finde! Rufe du Dannmir zu: Alles ist vergeben! Sün der, du sollst leben! 8. Dann werd' ich auch im Ges richt, Here, vor die bestehen, Und vor deinem Angesicht Freud' und Wonne fehen. Ewig dein Werd Deftere Betrachtung des Todes und der Ewigkeit. 377 ich sein, Und mich, dich zu lieben, Ewig, ewig üben. migkeit, Und als ein Weifer hans deln, Der seinen Richter scheut. 7. Ist dann dein Tag vorhanden; Wird diese Welt vergehn, So hoff Met. Befiehr' du deine Wege zc. 646. Gott, Richter aller Wel ich, nicht mit Schanden Vor deinem Thron zu stehn. Du stellst mich dann zur Rechten, Von aller Schuld befreit; Jührt mich mit deinen Knechten In deine Herrlichkeit. ten, Ich denk' an dein Gericht, Mags gleich dem Thor nichts gelten, Er nenn' es ein Gedicht! Mich soll sein Wahn nicht stören, Weil mich dein göttlichs Licht Und mein Gewiffen lehren: Du haltest einst Gericht. O Mel. Kommt her zu mir, spricht ze. 2. Ich höre die Posaunen, Herr, 647. Du siehst, o Mensch, wie im Geiste schon; Ich sehe mit Er staunen Dich auf dem Richterthron, Um den die heilige Menge Von dei nen Engeln steht; Welch herrliches Geprânge Von deiner Majestät! 3. Umsonst flieht dann der Sünder Vor deines Armes Kraft. Herr, alle Menschenkinder Ziehst du zur Rechenschaft. Du rufit, und sie er scheinen Vor deinem Richterthron; Den Sündern und den Deinen Giebst du gerechten Lohn. 4. Frohlockend sehn die Frommen Dein göttlichs Angesicht; Schon hier dem Fluch entnommen, Zagt. ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen; Erlöst von aller Müh', Sehn sie den Himmel offen Und du, Herr, segnest fie. 5. Wie angstvoll aber beben, Die hier dein Wort verhöhnt, Und durch ein sinnlichs Leben Das eitle Herz verwöhnt! Du giebst der Sünde Knechten Ihr Theil in ew'ger Pein, Und führeft die Gerechten zu em' gen Freuden ein. 6. Drum laß in diesem Leben Dein schreckliches Gericht Mir stets vor Augen schweben, So schreckt's mich fünftig nicht: So werd' ich vor dir wandeln In wahrer From immerfort Der eine hier, der andre dort, Der Welt muß Abschied geben. Auch selbst der längste Pilgerlauf Hört doch am Ende einmal auf; Vergänglich ist dies Leben. 2. Bedenk' es weislich in der Zeit, Und flieh den Schlaf der Sicherheit; Sei ganz dem Herrn ergeben! Denn daß dein Leib in Staub zerfällt, Iit nicht dein letztes in der Welt; Es kommt ein andres Leben. 3. Wir werden aus den Gräbern gehn, Und dann vor dem Gerichte stehn, Das Jesus selbst wird hegen. Nach dem, was jeder hier gethan, Wird jeglicher auch dann empfahn Verdammniß oder Segen. 4. Erbt dann der Fromme volles Heil, Daß ihm von Gott verheißne Theil, So muß der Sünder büßen, Und sich zu seiner größten Pein Selbst Klåger und auch Richter sein, Verdammt durch sein Gewiffen. 5. Ach Gott, fällt mir dies Urtheit ein, So dringt es mir durch Mark und Bein; Mein Herz fühlt Angst und Schrecken. Voll heißer Sehns fucht wünscht es dann: Wer nimmt sich meiner huldreich an? Weß Schuß wird mich bedecken? 6. Herr Jesu, meine Zuversicht, 378 Hülfsmittel zur Beförderung des Christenthums. Laß in dies schreckliche Gericht Mich ja dereinst nicht kommen. Schon hier sei dir mein Herz geweiht, Und einst sei in der Ewigkeit Mein Theil das Glück der Frommen! Herz sich lenken Auf jene Ewig. keit. Laß auf den Tod mich achten, Und deinen Richterthron; Laß mich auch oft betrachten Der Sünde bittern Lohn. 7. Gieb, daß ich mich durch heil', gen Sinn Jetzt, da ich noch beiKräf. ten bin, Zum Sterben fertig halte; Und nicht, verstrickt in Sündenlust Der wahren Beßrung unbewußt, Zum andern Tod erkalte. Mel. Befiehl du deine Wege zc. Mel. Es ist gewißlich an der zc. 648. Bedenke, Mensch, das 649. Schon ist der Tag von Ende! Bedenke deinen Tod! Der Tod kommt oft behende; Wer heut' tit frisch und roth, Kann morgen, und geschwinder, Hinweggestorben sein. Drum bilde dir, o Sünder, Ein täglich's Sterben ein. Gott bestimmt, Da wer auf Erden wandelt, Sein Loos aus Gottes Händen nimmt, Nach dem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des Menschen Sohn; Er kommt und Wolken sind sein Thron, Den Er denkreis zu richten. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, Bedenke das Gericht! Es müssen alle Stände Vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen; Dort, dort wird Jedermann Von ihm den Lohn bekommen, Nach dem er hier gethan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende Und der Verdammten Pein; Daß dich die Welt nicht blende Mit ihrem eitten Schein. Hier ist ein Furges Freuen, Dort aber ewiglich Ein quâlendes Bereuen. Ach, Sünder, hüte dich! 4. Bedenke, Mensch, das Ende, Bedenke stets die Zeit, Daß dich ja nichts abwende Von jener Herrlich keit, Wo man vor Gottes Throne Die Ehrenkrone trägt, Die er, der Herr, zum Lohne Den Frommen Beigelegt. 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten Auf meinen letzten Tag Mit Buße mich bereiten, Und täglich sterben mag. Im Tod' und vor Gerichte Steh' mit, o Jesu, bei, Daß ich in deinem Lichte zu wohnen würdig sei. 5. Herr, lehre mich bedenken Der Beiten leste Beit; Laß stets mein 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit, Hier stehn die Millionen, Die seit dem ersten Tag der Zeit Auf dieser Erde wohnen, Nur dem Allwissenden bekannt, Unzählbar, wie am Meer der Sand; Hier stehn sie vor dem Richter. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt Der Wahrheit unterliegen: Hier, wo das Recht die Waage hält, Wird keine Bosheit siegen; Hier ist zur Buße nicht mehr Frist; Hier gilt nicht mehr Betrug und List; Hier gilt kein falscher Zeuge. L 4. Der Richter spricht, der Him. met schweigt, Und alle Völker hören, Erwartungsvoll und tief gebeugt: kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der Frommen Schaar. Doch die, die widerspenstig war, Heißt er nun von sich weichen! 5. O Herr, mit welcher Majestät Deftere Betrachtung des Todes und der Ewigkeit: 379 Wirst du das Urtheil fällen! Die Frist zu geben. Doch bald ist euer Sünder, die dich hier verschmäht, Maaß gefüllt; Bald kommt der Gehn dann gewiß zur Höllen. Da Richter und vergilt. trifft sieSchande, Schmerz und Pein, Wer wird dann noch ihr Retter sein? Ihr Warten ist verloren. 6. Wie herrlich aber wird alsdann Der Frommen Werth erscheinen! Du, Herr, nimmst sie zu Ehren an, Erklärst sie für die Deinen. Nun fehn sie mit erstauntem Blick, Daß Glaub' und Liebe zu dem Glück Der Auserwählten führen. 7. Sie gehen nun in jenes Reich, Das Gott für sie bereitet, Und sehn auf ewig, Engeln gleich, Ihr Wohl. sein ausgebreitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit, Kein Kummer, keine Traurigkeit Bermindert ihre Freude. 8. Mein Heiland, laß mich dein Gericht Oft und mit Ernst beden ken; Es stärke meine Zuversicht, Wenn mich die Leiden kränken; Es reize mich, gewissenhaft Und eingedenk der Rechenschaft Nach deinem Wort zu handeln. Mel. Ewigkeit, du Donnerw. zc. 650. Der unfre Menschheit an sich nahm, Als er uns zu vers föhnen kam, Kommt einst, zu richten, wieder. Gewiß ist seiner Zukunft Zeit; In aller seiner Herrlich keit Steigt Jefus dann hernieder. Vernimm's, o Welt, und beßre dich! Der Tag des Schreckens nahet sich. 2. Warum verzeucht er? fragt der Spott; Wo bleibt der Sünden racher, Gott? Hort's, Sünder, hort's mit Beben: Euch, die ihr frech ihm widerstrebt, und in der Bosheit sicher lebt, zur Befrung 3. Dann öffnet um euch her sich weit Der Abgrund jener Ewigkeit, Mit allen seinen Schrecken. Dann wird euch, wann der Richter droht, Nicht Berg, noch Meer, nicht Grab und Tod Vor seinem Zorne decken. Denkt nicht, vielleicht erbarmt er sich: Wifft, sein Gericht ist fürch terlich. 4. Wann furchtbar feiner Donner Schall Und tönender Posaunen Hall Der Erde Grund erschüttern, Und plößlich nun der Bau der Welt Wankt, krachend stürzt, zertrümmert fällt, Wann selbst die Himmel zits tern, Und vor den Richter hingerückt, Der Spitter glaubet und erschrickt, 5. Dann ist nicht mehr zur Buße Zeit; Wo werdet ihr Barmherzigs keit Und Gnad' und Rettung finden? Die ihr der Sünden Maaß noch häuft, Fühlt, eh' euch dieser Tag ergreift, Die Lasten eurer Sünden; Daß ihr nicht selbst euch einst vers flucht, Wann ihr vergebens Hülfe sucht. 6. Mein Herz erschrickt! es debt in mir Mein Innerstes, o Gott, vor dir. Ich war ein Uebelthäter. Bes gnadige, wann dein Gericht Auch mir mein ew'ges Urtheil spricht, Mich, Herr, den Uebertreter! Du, der die Sünder nicht verstößst, Du, Jesu, hast auch mich erlöst.. 7. Tag Gottes! Tag der Ewigkeit! Du predigst uns den Werth der Zeit Laut mit des Donners Stimme. Reizt, Menschen, nicht durch eure Schuld Den Gott der Langmuth und Geduld, Daß er nicht 25 MAKE 380 Hilfsmittel zur Beförderung des Christenthums. schnell ergrimme; Denn schrecklich wird der Sünder Pein, Und groß der Frommen Wonne sein. liebt, Und deines Sohns sich freuet, Das in dem Glauben Tugend übt, Und sich vor Sünden scheuet: Ein Vorstellung der zukünftigen ewig deiner Güte freun, Und solches Herz, das wird allein Sich Seligkeit. Mel. Sei Lob und Ehr' dem zc. einst dein Antlik schauen. 7. O schaffe selbst solch Herz in 651. Wie groß ist, Seele, dein mir, So werd' ich, dir ergeben, Beruf! Zu dem vollkommnen Ees ben, Dazu dich Gottes Liebe schuf, Sollst du dich hier erheben. Er kenne dankvoll und erfreut Den Werth von deiner Lebenszeit, und strebe nach dem Himmel. Und deiner Huld gewiß, schon hier Nach den Gesetzen leben, Die auch im Himmel gültig sind; Und einst als dein bewährtes Kind Das höh're Leben erben. Mel. Mach's mit mir, Gott ze. 2. Dort ist der Wonne Vaterland, Der Sit der reinsten Freuden; Da 652. Bald oder spät des Todes schützt dich deines Gottes Hand Vor allem Druck der Leiden, Da find'st du, was dein Herz begehrt, Ein Glück, das unaufhörlich währt, Und ganz dein Sehnen stillet. Raub, Wall' ich noch hier aufErden; Allein ich Sterblicher, ich Staub, Soll einst unsterblich werden. Und dann, dann ist mein ew'ges Theil, O Gott, Verwerfung oder Heil. 3. Gieb, Vater, daß dies große Biel Durch nichts entrückt mir wers de. Was hilft's, wenn ich auch noch so viel Von Gütern diefer Erde, Von Ehre, Lust und Geld gewinn', Und doch dabei nicht tüchtig bin, Des Himmels Glück zu erben. 2. Mit Furcht und Zittern soll der Christ Nach seinem Heile ringen; Verachten, was auf Erden ist, Hin auf zu dir sich schwingen, Getrost den Pfad der Trübsal gehn, Und standhaft in Versuchung stehn. 4. Ich bin doch nur dein Pilgrim hier! Wie sollt' ich dies vergessen? Nur wenig Tage hast du mir zur Wallfahrt zugemessen. Schnell, wie ein Traum, sind sie vollbracht; Und dann wird alle Luft und Pracht Der Erde mir vergehen. 5. Laß deines Himmels Herrlich, keit Mich stets vor Augen haben; Laß mich mit Ernst hier in der Zeit Um jene beßre Gaben, Die mir im Tode nicht entfliehn, Die ewig dauern, mich bemühn, Und segne mein Bemühen! 6. Ein Herz, das dich, o Bater, 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß; Noch bin ich in den Schran ken, Noch nicht am Ziele; doch mein Fuß Beginnet oft zu wanken. Herr! stärke mich durch deine Kraft Auf dieser meiner Pilgerschaft. 4. So lang' ich noch als Fremdling hier In diesem Leben walle, Schaff du ein reines Herz in mir, Ein Herz, das dir gefalle, Und leite mich auf ebner Bahn Durch deis nen Geift zu dir hinan! 5. Es fei mein Ruhm, dir werth zu sein, Was du gebeutst, zu üben; Mein höchstes Gut, mich dein zu freun, Von Herzen dich zu lieben; Vorstellung der zukünftigen Seligkeit. Mein Trost, auf deinen Schuß zu traun, Und meine Hoffnung, dich zu schaun! 6. Die freche Thorheit dieser Zeit Goll nie mir meinen Glauben, Den süßen Trost der Ewigkeit, Des Him mels Hoffnung rauben. Was lins dert sonst des Lebens Noth? Berfüßet sonst mir einst den Tod? 7. Verzagt und schwach sind Fleisch und Blut Und eitel unsre Werke. Der Glaub' allein giebt Kraft und Muth, Und nur durch seine Stärke Sind wir in Angst und Traurigkeit Getrost, und überwinden weit! 8. Was ist die Trübsal dieser Zeit Und alles Leid der Erden, Gott, gegen deine Herrlichkeit, Die kund an uns soll werden? Wie schnell fließt dies mein Leben hin! Hin, wo ich ewig selig bin! 9. Wohl mir! ich bin sein Eigen. thum! Nichts soll von ihm mich scheiden, Nicht Wollust, Güter oder Ruhm, Nicht Schmach, nicht Tod noch Leiden. Wann Erd' und Him mel untergehn, Werd' ich zum Les ben auferstehn. 381 In eure Jubellieder: Und eurer hohen Harfen Klang' Ertönt in meinen Lobgesang. 13. Der du uns diefes Heil ers warbst, Laß, Jesu, mich's ererben! Der du für alle Menschen starbst, Laß, Jesu, dir mich sterben! Gieb, Getreu daß ich dir im Leben treu, bis in den Tod dir sei! 10. Dort ist nicht Trübsal mehr, nicht Schmerz, Die uns hienieden drücken, Dort wird Gott der Bedrängten Herz Mit ew'gem Trost er quicken. Er, der für uns sein Leben gab, Er trocknet alle Thränen ab. 11. Dort schauen wir und beten an Vor seinem Angesichte; Und die wir hier im Dunkeln sahn, Wir werden dort im Lichte Die Wunder seiner Liebe sehn, Und seine Wege ganz verstehn. 12. Thr, die ihr ihn erhabner preift, Ihr Engel, meine Brüder, Dann singet mein verklärter Geist Mel. Freu' dich sehr, o meine zc. 653. Freue dich, o meine Seele! Ewig sollst du selig sein; Gots tes, dem ich dich befehle, Sollst du du dich auf immer freun. Aus der Trübfal dieser Zeit Führt er dich zur Herrlichkeit, zu dem Throne seines Sohnes, Zum Genusfe feis nes Lohnes. 2. Dank ihm für dein Pilgerleben. Wie viel Gutes hat er schon Dir in dieser Welt gegeben, Und wie groß ist dort dein Lohn! O wie herrlich! wenn du Gott Auch in Kummer, auch in Noth Fest vertraust, getreu ihm bleibest, Und sein Werk nie låffig treibeft, 3. Reine, gan; vollkommne Freu den Schmecken hier die Frommen nicht; Dennoch sind sie auch im Leiden Ruhig und voll Zuversicht. Ihres Glaubens Läuterung Ist die Frucht der Züchtigung. Alle Dinge müffen ihnen Endlich doch zum Besten dienen. 4. Sei bei allen deinen Sorgen Gottes Willen unterthan. Bricht doch auch ein heitrer Morgen Auf die längste Nacht einst an. Endlich ruht der Wandrer aus, Und sein väterliches Haus Tröstet nach den Pilgerleiden Ihn mit tausend fü ßen Freuden. 25* 382 Hülfsmittel zur Beförderung des Christenthums. 5. Ringe, dich von allen Sünden Loszureißen, und die Welt Und dich selbst zu überwinden; Liebe nur, was Gott gefällt. Schmücke dich mit Tugend; sei Gott bis in den Tod getreu, Um, erscheint die Zeit zu sterben, Seines Sohnes Reich zu erben. sie einst zum Himmel ein; Da wers den Leid, Geschrei und Weinen Mir nur ein dunkfes Traumbild sein. Da wird, auf leicht verschmerzte Pein, Vollkommne Wonne mich erfreun. 6. Jesu, den ich hier bekenne, Gieb, daß weder Last noch Schmerz Mich von deiner Liebe trenne. Wo mein Freund ist, sei mein Herz! Mache du mich selbst bereit Zu dem Glück der Ewigkeit. Ich, von dir erlöst zum Leben, Will mich ewig dir ergeben. 7. In des Todes bittern Stuns den Sollst du meine Zuflucht sein; Liebevoll mit dir verbunden Will ich deiner Huld mich freun. Ja, du wirft mit treuer Hand In mein rech, tes Vaterland Dann auch meine Seele führen, Um mit dir zu triumphiren. 8. Sie, zu deiner Wonn' erhoben, Wird mit neuen Kräften sich Ewig üben, dich zu loben, Ewig, Gott, mein Heiland, dich; Sicher, daß ihr Leib dereinst, Wann du zum Gericht erscheinst, Auferwecket aus der Erde, Auch wie sie verherr licht werde. 9. Darum freue dich, o Seele! Himmelsfreuden sind einst dein, Gott, dem ich dich anbefehle, Wird sie dir gewiß verleihn. Kurz sind Leiden dieser Zeit; Ewig währt die Herrlichkeit, Dazu dich in jenem Le ben Dein Vergelter wird erheben. Mel. Wer nur den lieben Gott: c. 654. Wie wohl thust du, mein Gott, den Deinen! Du führst 2. Wie fröhlich wird mein ganzer Wille Da, Herr, in deinem Willen ruhn! Da find' ich aller Wünsche Fülle; Was ich gehofft, das schau' ich nun. Ja, über alle Hoffnung weit Empfind' ich da Glückseligkeit. 3. Wie überwiegend ist die Wons ne, Die den erlösten Geist entzückt, Wann er nun dich, der Deinen Sonne, In deiner Herrlichkeit ers blickt! Und so, mein Heiland, seh' ich dich, Und freue dein auf ewig mich. 4. Da komm' ich zu den edlen Seelen, Die nun, durch höh'res Licht verklärt, Sich Gottes Füh rungen erzählen, Der sie durch Prüfungen bewährt, Und wunder. voll nach seinem Rath Zum ew' gen Glück erhoben hat. 5. Nie geht ein Frevler, ein Empörer Ins Reich der sel'gen Geister ein; Sein schadenfroher Friedens störer, Kein Menschenfeind wird da mehr sein, Wo der, der in dem Himmel thront, Der Frommen Treu' dereinst belohnt. 6. Wie wohl wird uns da sein, wo Klarheit Durch alle Wege Got tes scheint; Wo lauter Liebe, lau ter Wahrheit Des Himmels Bür gerschaft vereint; Und wo du dich, Herr Jesu Christ, Berklärt uns zeigest, wie du bist. 7. 3ur Hoffnung solcher Selig. keiten, In der Vereinigung mit dir, Wollst du, o Herr, mich vorbereiten; Drum schaff ein reis nes Hers in mir! Du, den ich Umgang mit frommen Menschen. 383 schauen soll, bist rein: So laß Herr fteh mir bei, im Guten auch meine Seele sein! treu, Den Lauf zurück; uiegen. Umgang mit frommen Mens schen. Mel. Herzliebster Jeſu, was 26. 656. In deiner Liebe, Gott, nicht zu erkalten, Will ich mich stets zu deinen Kindern halten; Durch sie erleuchtet, freudiger mit ihnen Dir ganz zu dienen. 2. Der Heiligung Gemeinschaft, Herr, verbinde Uns in dem Kam pfe wider jede Sünde, Daß der Versuchung keiner unterliege, Daß jeder siege. 3. Ihr frommer Eifer in der Tugend Werken Wird meinen Eifer auch im Guten stärken; Sie werden rathen, warnen, trösten, lehren; Ich willig hören. 4. Wir sind, o Gott, in dei nem Hause Brüder; Wir sind, Herr Jesu, deines Leibes Glieder. Der ist mit Jefu eins, der See. len bessert, Ihr Heil vergrößert. Mel. Was mein Gott will c 655. Mein Gott, erschaffen hast du mich zum ew'gen Freudenleben. O möchte doch mit Inbrunst sich Mein Herz dahin er heben, Wo volles Heil dem wird zu Theil, Der hier dich treu ver ehret, Wo alles Leid der Prüfungs zeit In Wonne sich verkehret. 2. Wenn dieses Lebens Last mich drückt, Weß soll ich dann mich tró ften? Die Hoffnung isis, die mich erquickt, Einst auch mit den Erldsten Bei dir zu sein, und frei von Pein In Ewigkeit zu leben. Sollt' ich denn hier nicht mit Begier Nach solcher Hoffnung streben? 3. Was stärkt mein Herz, mit Math und Kraft In deiner Furcht z wandeln, Und auch alsdann ges wiffenhaft, Wenn Weltlust reizt, zu handeln? Ein öftrer Blick auf jenes Glück Des wonnevollen Lebens; Richt' ich dahin nur meinen Mel. Herr Jesu Christ, dich zc. Sinn, So kampf ich nicht vergebens. 657. Gott! welch ein Segen ist ein Freund, Der sich durch dich mit mir vereint, Mich zárts lich und vertraulich liebt, Mit mir sich freut und sich betrübt. 4. So gieb denn, daß ich alles seit Vorzüglich darauf achte, lind nach dem Glück der Ewigkeit Vor allen Dingen trachte; Damit ich treu im Glauben fei, Der Tugendfrüchte bringet. Denn ew'ges Heil wird nur zu Theil Dem, der nach Tugend ringet. 5. wäre dieses Heil schon mein! D schmeckt' ich schon die Freuden, Daran sich droben, frei von Pein, Bewährte Fromme wei den! Sieh dieser Zeit, mein Geist, erfreut Doch mit Geduld entgegen! 2. Der, fest vereinigt erst mit dir, In einem Geiste dann mit mir Der Tugend hohes Leben lebt, Mit mir nach einem Ziele strebt. 3. Wir theilen brüderlich dein Licht; Wir helfen uns in jeder Pflicht; Wir bitten dich veremt um Kraft, Gleich fromm zu sein, gleich tugendhaft.de 4. Vom Irren hålt er mich 384 Lieder für besondere Seiten und Umstände: zurück Durch weisen Rath, durch fanften Blick; Und wenn er mir zn irren scheint, So warn' ich ihn, den Freund, als Freund. 5. Nicht Argwohn, des Vertrauens Pest, Nicht Neid, der nicht von Falschheit läßt; Auch nicht des Schicksals Unbestand Trennt unfrer Liebe festes Band. 6. Wir theilen alles, Lust und Leid, In inniger Vertraulichkeit; Und Jedes Zärtlichkeit versüßt Dem Andern, was ihm schmerzlich ist. 7. Und treante Gott auch Freund vom Freund; Die Herzen bleiben doch vereint Durch Liebe, durch Geber und Rath, Und wo wir können, durch die That. MICH wachsen, stets vollkommner werden: Verleihe mir zu diesem besten Wer ke Selbst Licht und Stärke. 2. Dein Wort, ich mög' es lesen oder hören, Erhebe täglich mehr durch seine Lehren Den trågen Geist, daß ich auf deinem Wege Nie wanken möge. 3. Gieb auch, daß ich's bedenke, wie so nahe Du, Gott, mir seist, damit ich Kraft empfahe, Durch deine Gegenwart zu edlen Werken Mein Herz zu stärken. 4. Stets sei mir Jesu Vorbild gegenwärtig, Daß ich zu allen gus ten Thaten fertig Und willig fei, zu ehren deinen Namen, Ihm nachzuahmen. 8. Vollenden wir den Pilgerlauf, So nimmt uns dann ein Himmel auf. Unendlich ist die Seligkeit, Die ewig uns zugleich erfreut. Gebet um Wachsthum im Guten. 6. So werd' ich, Vater, täglich mehr auf Erden Im Guten wach. fen, immer treuer werden; Und so Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. 658. Dich ruf ich an, Gott, empfahn zu meinem besten Werke laß mich stets auf Erden Im Guten Mehr Licht, mehr Stärke. Siebente Abtheilung. 2. Wir, feine Pilger, wandern Von einem Jahr zum andern; Die schnelle Flucht der Stunden Wird Faum von uns empfunden. 5. Es stårke mich zu allen meis nen Pflichten Stets der Gedanke: Gott wird einst dich richten! Und einst empfängt der Treue seine Kros ne Bor Gottes Throne! Lieder für besondere Neujahrslieder. Mel. Nun last uns Gott, dem zc. 3. Und diese Wandertage Sind nie ganz frei von Plage; Auf sor. 659. Mit Freuden last uns genvollen Wegen Gehn wir dem Grab entgegen. treten Vor Gott, ihn anzubeten, Bor Gott, der unserm Leben Bis hieher Kraft gegeben. Zeiten und Umstände. 4. Doch, eilen treue Mütter, Bei schwerem Ungewitter Und dro henden Gefahren, Die Kinder zu bewahren: 5. So eilet voll Erbarmen, Auch Gott, mit Baterarmen, Wenn Neujahrslieder. Trübfalswetter blißen, Die Sei nen zu beschützen. 6. Erhalter unsers Lebens, Wir forgten nur vergebens, Wenn du uns nicht beschütztest, Mit Kraft nicht unterstützteft. 7. Lob fei dir, Gott, aufs neue, Für deine Batertreue! Lob sei den starken Händen, Die alles Unglück wenden! 8. Hór ferner unser Flehen, Uns mächtig beizustehen; Und gieb in unsern Leiden Uns deines Geistes Freuden. 9. Gieb mir und allen denen, Die sich nach Hülfe sehnen, zu dir, in Noth und Schmerzen, Vers trauensvolle Herzen. 10. Herr, wehre du den Krie gen; Laß Menschenliebe siegen, Und nach den Thränengüssen Die Freudenstróme fließen. 11. Gieb deinen milden Segen Su allen guten Wegen; Laß Großen und auch Kleinen Der Freuden Sonne scheinen. 385 Mel. Allein Gott in der Hdh' zc. 660. Du, Gott, du bist der Herr der Zeit Und auch der Ewigs keiten; Laß mich auch jetzt mit Freudigkeit Dein hohes Lob verbreiten. Ein Jahr ist abermals dahin: Wem dank' ich's, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad' und Güte. 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an; Dir will ich mich ergeben; Dir, den kein Wechsel treffen kann, Ver trau' ich froh mein Leben. Wir blühen und vergehn durch dich; Nur du bist unveränderlich; Du warst und bist und bleibest. 12. Sei der Verlaßnen Vater, Der Irrenden Berather, Der Unversorgten Gabe, Der Armen Gut und habe. 13. Hilf gnådig allen Kranken; Gieb fröhliche Gedanken Den kum. mervollen Seelen, Die sich mit Schwermuth quâlen. 14. Vor allem, Herr, verleihe Uns deinen Geist aufs neue, Der uns mit Tugend ziere Und so zum Himmel führe. 15. Das woll'st du, Gott, uns geben, Du, Herr von unserm Les ben; So gehen wir im Segen Der Ewigkeit entgegen. 3. Herr, ewig währet deine Treu', Mit Huld uns zu begegnen; An jedem Morgen wird sie neu, Mit Wohlthun uns zu fegnen. Von Augenblick zu Augenblick Ift mir von ihr stets neues Glück Wohlthátig zugeflossen. 4. Du hast auch im verfloßnen Jahr Mich väterlich geleitet, Und wenn mein Herz voll Sorgen war, Mir Hülf' und Trost bereitet. Von ganzer Seele preis' ich dich; Aufs neue übergeb' ich mich, Gott, deis ner weisen Führung. 5. Vergieb mir die gehäufte Schuld Von den verfloßnen Tagen, Und laß, Herr, deine Baterhuld Mich Schwachen ferner tragen. Laß mich in deiner Gnade ruhn Und lehre lebenslang mich thun Nach deinem Wohlgefallen. 6. Gieb neue Lust und neue Kraft, Vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, Herr, stets gewissenhaft Mit mir und andern handeln. Dein Geift belebe Hers und Muth, Dich, Lieder für besondere Zeiten und Umstände. 386 o du allerhöchstes Gut, Und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht; dies treibe mich, Die Lust der Welt zu fliehen. 11m beßre Freuden müsse sich Mein Geist schon jetzt bemühen. Hier ift ja nur mein Prüfungsstand; Im Himmel ist mein Vaterland; Das hin, Herr, laß mich trachten. 8. O lehre selbst mich meine Zeit Mit Weisheit recht auskaufen; Laß mich die Bahn zur Ewigkeit Mit heil'ger Vorsicht laufen. Der Tage Last erleichtre mir, Bis meine Rus he einst bei dir Kein Wechsel wei ter storet. Mel. Nun freut euch, lieben: c. 661. Heut eut öffnet sich die neue Bahn Auf meines Lebens Reise; Froh tret' ich meine Wallfahrt an, Nach frommer Pilger Weise. Herr, mit Gebet und mit Gesang Beginn' ich muthig meinen Gang: Du wirst mich ber leiten. 2. Mich schrecke nicht der Zukunft Nacht, Die meinen Pfad umhüllet; Wer weiß, ob nicht durch deine Macht Einst Licht aus Nächten quil. let. Jetzt faß ich deinen Rathschluß nicht, Doch einst, verklärt in deinem Licht, Werd' ich ihn ganz verstehen. 3. Rauh, oder eben sei mein Pfad, Ich will ihn freudig gehen; Ich weiß, dein ewig weiser Rach Hat ihn für mich ersehen. Was du verhängst, Glück oder Noth, Es fei auch Leben oder Tod, Muß mir zum Besten dienen. 4. Mein Ziel sei nahe oder fern, Das soll mein Herz nicht quälen; Dir, meiner Lebenstage Herrn, Dir will ich es befehlen. In deiner Hand steht meine Zeit; Laß mich den Weg zur Ewigkeit Nur felig einst vollenden! Met. Nun sich der Tag zc. 662. Schon wieder ist ein Jahr dahin Von meiner Lebenszeit; Die Lage, Gott, wie schnell ents fliehn Sie hin zur Ewigkeit! 2. Ach, unaushaltsam fliehen sie, Und ich bemerk' es kaum. Des ganzen Lebens Freud' und Müh' Ist nur ein kurzer Traum. 3. Und doch ist dieser Traum ein Theil Von meiner Prüfungszeit, An Elend fruchtbar und an Heil, Für Welt und Ewigkeit. 4. O wär' mir doch kein Augens blick Verschwunden ohne Frucht! Hätt' ich doch Seelenruh' und Glück Durch Rechtthun stets gesucht! 5. Dann könnt' ich ohne Scham und Qual Jetzt vor dem Richter stehn, Und heiter die durchlebte Zahl Der Stunden übersehn. 6. Doch ach! wie oft ist diese Zeit, Die Gott mir gab, verträumt, Und meiner Seele Seligkeit Wie oft ist die versäumt! 7. Sei gnädig uns! denn wer vermag, Herr, zu bestehn vor dir? Ach, prüftest du nur einen Tag, Wo, Richter, wären wir? 8. Långst wären wir vor dir nicht mehr, Der Erde längst entrückt; Nie hätten wir die Wiederkehr Des neuen Jahrs erblickt. 9. Doch Dank sei deiner Bater huld! Noch sind und leben wir! Gott, voll Langmuth und Geduld! Wir leben! Dank sei dir! 10. Wir leben! doch jetzt näher schon Dem Ziel der kurzen Bahn, Neujahrslieder. Und nåher täglich rückt der Lohn Der Ewigkeit heran. 11. Herr, lehr' uns unser bestes Theil, Des Lebens Zweck, verstehn; Zeig' uns den sichern Weg zum Heil, Und stårk' uns, ihn zu gehn. Mel. Aus tiefer Noth ruf' ich zc. 12. Dann werden wir uns im. 664. Schnell rauschen Jahr merdar, Gott, deiner Güte freun, Und jedem wird dies neue Jahr 3ur Seligkeit gedeihn. auf Jahre hin; Noch schneller Tag' und Stunden. Wie viele sind, seits dem ich bin, Nicht auch schon mir verschwunden! Und keine, keine kommt zurück: Selbst ein vers Mel. Vom Himmel hoch, da zc. 663. Unwiederbringlich schnell schwend'ter Augenblick Läßt sich durch nichts erkaufen. entfliehn Die Tage, die uns Gott geliehn. Ein Jahr tritt ein, und eilt davon; Wie manches ist be reits entflohn! 387 8. Da sind wir unsers Heils gewiß; Da wechseln Licht und Finsternis, Wie hier auf Erden, ferner nicht: Du bist dann unser ew'ges Licht. 2. Dank sei dir, ewig treuer Gott, Für deinen Beistand in der Noth, Für tausend Proben deiner Treu'; Denn deine Huld war täglich neu. 3. Wenn unser Herz, von Schuld befreit, Sich mancher guten That erfreut: Weß war die Kraft? wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein? 4. Oft fehlten wir und merkten's nicht; Verzeih' uns die verletzte Pflicht! Du siehst, Erbarmer, un fre Reu'; Um Christi willen sprich uns frei! 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit Stets näher hin zur Ewigkeit. Du hast die Stunden zugezählt; Die leşte weislich uns verhehlt. 6. Herr unsers Lebens, mache du Uns selber recht geschickt dazu, Daß nicht, indem wir sicher sind, Der Tod uns unbereitet find'. 7. Ist einst die Zahl der Stunden voll, Die unfer Loos entscheiden soll, So führ' uns aus der Prüfungsseit zu deiner frohen Ewigkeit. 2. Gott, diese schnelle Flucht laf mich zu meinem Heil bemerken, Und mich, aus Liebe gegen dich, Heut' in dem Borsatz stärken: Bes ständig folgsam dir zu sein, Der Tugend eifrig mich zu weihn, Und auch dies Jahr zu nüßen. 3. Umringt mit täglicher Gefahr In diesem Erdenleben, Ist dies vielleicht das letzte Jahr, Das du mir haft gegeben; Und dennoch follt' ich meiner Pflicht, Und dir, Herr meiner Tage, nicht Aus allen Kräften leben? 4. O hilf mir diese Thorheit scheun, Hilf mir Entschlüsse faffen, Die mich zu keiner Zeit gereun; Und jenen Leichtsinn haffen, Der seine edle Zeit verträumt, Des Geistes ew'ges Wohl versäumt, Für diese Welt nur lebet. 5. Laß mich mir strenge Rechenschaft Von jedem Tage geben; Vers leih' mir Einsicht, Muth und Kraft Zum wahren Christenleben; Gieb, daß ich meinen Pflichten treu, Und treu in dem Berufe sei, Zu dem du mich bestimmteft. 6. Las mir dies Jahr gesegnet 398 Lieder für besondere Zeiten und Umstände. sein An ächten Tugendfrüchten, Und guter Thaten mich zu freun, Mich gern auch fie verrichten; Voll Eifer für des Nächsten Glück, Laß mich mit liebevollem Blick Froh feinen Rummer lindern. 7. Mein Schicksal übergeb' ich dir, Du wirst es weislich lenken, Und was mir gut ist, huldreich mir Aus Vaterliebe schenken. Leiden auch verzag' ich nicht: Ich weiß mit froher Zuversicht, Es muß mir Wohlthat werden. Im 8. Soll ich, eh' dieses Jahr verfließt, Nach deinem Willen sterben, So laß mich, Herr, durch Jefum Chrift Des Himmels Freu den erben. Sind diese nur auf ewig mein, So werd' ich weit beglück, ter sein, Als hier im Erdenleben. Geet 4. Daß uns deiner Allmacht Hand Väterlich geleitet; Daß du über Stadt und Land Ruh' und Glück verbreitet; Daß der Arbeit Müh' und Schweiß Uns durch dich gelun gen: Gott, dafür sei Dank und Preis Herzlich dir gesungen! 5. Freudig, Vater, treten wir In dies Jahr des Lebens. Wann, o Herr, vertraute dir Einer je vergebens? Ja du wirst dein Angesicht lleber uns erheben, Du wirst uns, wir zweifeln nicht, Speis und Freude geben. 6. Flüchtig ist die edle Zeit, Groß sind unsre Pflichten; Lehr uns für die Ewigkeit Jede treu entrichten. Jede tugendhafte That Laß uns wohlgelingen, Jede Segen für den Staat Und den Himmel bringen. Me I. Christus, der uns selig zc. Mel. Werde munter mein Gem. 2. 665. Ewig und unwandelbar, 666. Hilf, Herr, laß es wohl Gott, ist deine Gnade, Und durch dich strömt immerdar Heil auf unferm Pfade. Tag und Jahre ändern sich, Und wir selbst ver. alten; Doch du bleibest, und durch dich Werden wir erhalten. gelingen! Hilf, ein neues Jahr geht an! Laß es neue Kraft uns bringen, Stets zu gehn aufrechter Bahn. Uns und unser Hab' und Gut, Nimm in deine Vaterhut. Neues Glück und neues Leben Wol lest du aus Gnaden geben. 2. Jedes unsrer Jahre schmückt Deine Hand mit Gegen, Deine Vaterhuld beglückt Uns auf unsern Wegen. Jeden Morgen sen dest du Lebenskraft und Wonne; Und durch dich kommt Trost und Ruh' Mit der Abendsonne. 2. Ja, es sei ein Jahr der Gnaden! Habe ferner noch Geduld! Herr, wir sind mit Schuld beladen, Ach! erlaß uns unsre Schuld. Wirke selber Reu' und Leid, Und laß dann Barmherzigkeit Und Verzeihung aller Sünden Uns durch Jesum Christum finden. 3. Auch des Jahres Lauf, den wir Froh vollendet haben, War erfüllt, o Herr, von dir Mit des Segens Gaden. Heil und Freude, Trank and Brodt Hast du mild gewähret, Und in Wohlthat selbst die Noth, Und den Schmerz verkehret. 3. Der du uns dies Jahr gege ben, Gieb, daß dirs geheiligt sei; Hilf uns fromm und christlich le ben, Redlich, ohne Heuchelei Und voll Bruderliebe sein, Auch Neujahrslieder. 389 5. Hilf deinem Volke väterlich In diesem Jahre wieder; Erbar me der Verlaßnen dich Und der bedrängten Glieder. Gieb Glück zu jeder guten That, Und laß dich, Gott, mit Heil und Rath Auf den Regenten nieder; 6. Daß Weisheit und Gerech tigkeit Auf seinem Stuhle throne; Daß Tugend und Zufriedenheit In unserm Lande wohne; Daß Treu' und Liebe bei uns sei: Dies, lieber Vater, dies verleih Mel. Es ist das Heil uns zc. 667. Gott ruft der Sonn' und In Christo, deinem Sohne! schafft den Mond, Das Jahr dar nach zu theilen; Er schafft es, daß man sicher wohnt, Und heißt met. Aus meines Herzens Gr. 2c. die Zeiten eilen; Er ordnet Jah. 668. Des Jahres erster Mor. den Feinden gern verzeihn, Daß wir glücklich hier auf Erden Und dort ewig selig werden! 4. Laß es uns auch fröhlich enden, Dieses angefangne Jahr; Leit' uns, Herr, mit Baterhånden; Bleibe bei uns in Gefahr; Steh' uns bei in aller Noth, Und verlaß uns nicht im Tod'. O so kön nen wir mit Freuden Sterbend einst von hinnen scheiden. re, Tag und Nacht: Auf! last uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank ertheilen! 2. Herr, der da ist, und der da war! Von dankerfüllten Jungen Sei dir für das verfloßne Jahr Ein heilig Lied gesungen, Für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, Für Fried' und Ruh', für jede That, Die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, Daß du uns neu gegeben; Verleih' uns Kraft, die Kraft ist dein, In deiner Furcht zu leben. Du schüßest uns, und du vermehrst Der Menschen Glück, wenn sie zu erst Nach deinem Reiche streben. 4. Gieb uns, wofern es dir ge. fällt, Des Lebens Ruh' und Freu. den; Doch, schadet uns das Glück der Welt, So gieb uns Kreuz und Leiden. Nur stårke mit Ge, duld das Herz, Und laß uns nicht in Noth und Schmerz Die Glück lichern beneiden. gen Soll, Gott, dir heilig sein; Ich will mich, frei von Sorgen, Nur deiner Güte freun. Bis hieher halfit du, Herr! Lobsing' ihm, meine Seele! Lobsing' ihm, und erzäh le: Wie tren, wie gut ist er! 2. Ich überschau' die Pfade Der kurzen Pilgerschaft: Nah, Gott, war deine Gnade; Nah' war mir deine Kraft. Du leiteteft zum Ziel Mich auf so fanften We gen; Berliehst mir deinen Segen, Und großer Freuden viel. 3. Und gegen diese Freuden,( D wer, wer zähtet sie?) Was sind die kurzen Leiden? Was ist des Lebens Müh'? Am Abend war mein Herz Oft voll von Gram und Sorgen, Und mit dem neuen Morgen Ver schwand mein Gram und Schmerz. 4. So war, Gott, deine Rech. te Stets meine Zuversicht. Durch Tage, wie durch Nächte Warst du mein Heil und Licht. Wie thatht du mir so wohl! Wohin ich geh' Lieder für besondere Zeiten und Umstände. 390 und trete, Ift jede, jede Stätte Von deiner Güte voll. 5. Gott, dir gebühret Stärke Und Preis in Ewigkeit! Groß, groß sind deine Werke, Groß dei ne Freundlichkeit. Ich will mein Lebenlang Dich preisen, dich er höhen Und einst mein letztes Fles hen Sei noch dein Lobgefang! die Welt bewahre, Verkündiget der Tag der Nacht; Ein Jahr er. zählt dem nächsten Jahre Die gro ßen Wunder deiner Macht. Dein Stuhl, o Gott, bleibt ewig stehen; Du bleibst derselbe; wir verges Mel. Vom Himmel hoch, da 26. 669. Das alte Jahr ist nun hen. Wie schnell verfließet unfre entflohn; Wir leben in dem neu en schon. Dank's dem, o Volk, der gnädig ist, Daß du noch hier versammelt bist. Zeit! Schon wieder ist ein Jahr vom Leben, Das uns dein Gnas denrath gegeben, Im Abgrund der Bergänglichkeit. 2. Wie mancher, der im alten Jahr, Noch frisch und fröhlich um uns war, Sank, eh' wirs dachten schnell dahin; Des Gras bes Hügel decker ihn! 3. Noch dank' ich, Herr, mein Leben dir; Noch hast du dieses Jahr auch mir Mit liebevoller Vaterhand Mehr, als ich werth bin, zngewandt. 2. Drum sei willkommen Tag des Bundes! Dem Bunde bleibe jeder treu, Und den Gelübden unsers Mundes Stimm' unverstellt das Herz auch bei! O Land, gelobe, Gott zu dienen, Und du wirst wie ein Garten grünen, Den er sich selbst gepflanzet hat. Ach! last uns nur auf seinen Wegen Stets wandeln; und mit ihrem Segen Macht dann uns seine Güte fatt. 4. Sieh' ferner, Herr, mit Baterblick Auf mein und meines Nächsten Glück; Du halfst bisher in aller Noth, Und gabst uns unser täglichs Brodt. 5. Behút' uns auch im neuen Jahr Vor Theurung und vor Kriegsgefahr; Uns treffe keiner Seuche Wuth, Kein fressend Feu er, keine Fluth. 6. Entferne jeden Unglücksfall; Gieb Heil und Wohlfahrt überall, Und I richt ein Kreuz von dir herein, So laß es uns recht nüßlich sein! dir ewig Dank; Da preist dich unser Lobgesang. 7. Ja, fegn' uns, Herr, in dieser Seit, Und führ' uns dann zur Herrlichkeit; Da sagen wir Mel. Wie wohl ist mir, o Freund zc. 670. Wie, Gott, dein Arm 3. Ja, schaue, Gott aus deinen. Höhen Auf unser Land, daß du es liebit; Erhöre, die in Chrifto fle hen: Gieb, wie du deinen Kindern giebst. Gott, fåttige mit langem Leben, Den du zum Vater uns ges geben; Du gabst ihm feinen Fürs stenthron; Drum fegne ihn mit holden Blicken; Gieb Weisheit, Menschen zu beglücken, Dem Fürsten und des Fürsten Sohn. 4. Tritt all' den Treuen stets zur Seite, Die um den Stuhl des Für sten stehn, Daß ihren Anschlag Glück begleite, Und sie des Landes Wohl erhöhn! Auf alles, was den Staat Neujahrslieder. kann bauen, Laß sie mit wacher Sorgfalt schauen, Sie, die des Für sten Auge sind. Der Unschuld Flehn, des Land's Begehren, Laß sie mit wahrer Sorgfalt hören, Sie, die das Ohr des Fürsten sind. 5. Erhalte deiner Kirche Wäch, ter Im Eifer für die Frömmigkeit, Daß noch die spätesten Geschlechter Die Predigt deines Worts erfreut. Den Lehrern hilf, daß ihre Lehren Nie leer von Früchten wiederkeh. ren, Wir ganz der Gottesfurcht uns weihn; Laß deinen Segen auf uns fließen, Denn, Herr, sie pflanzen und begießen; Von dir kommt aber das Gedeihn. 6. Den Obrigkeiten dieses Lan. des Gieb Liebe zur Gerechtigkeit, Daß uns die Wohlfahrt jedes Stans des, Und unsers Fleißes Frucht ers freut. Bild' auch das Herz der jarten Jugend, Daß nebst der Weisheit ächte Tugend In allen uns sern Schulen blüht! Des Landes Hoffnung laß gerathen, Da, wo man Bürger für die Staaten, Für deinen Himmel Christen zieht. 7. Ach! keinen laß sein Heil ver. scherzen; Herr, mache seibit die Thoren Elug; Gieb füßen Troft bedrängten Herzen, Und unsera Armen Brodt genug. Dies unfer Flehn sei Ta und Amen In Jesu, denn in Jesu Namen Giebst du, was unser Herz begehrt. Gott, unfer. Bater, dir zum Preise Er höre dieses Flehn; beweise, Du feist es, der Gebet erhört. 391 Du warst mein Retter in Gefahr, Mein Fels, mein Trost in Schmer, zen. Herr, meine Seel' erheber dich! Wach' auch mit Baterhuld für mich In diesem neuen Jahre. 2. Laß es ein Jahr des Segens sein, So wie's dein Rath ersiehet; Doch laß mich ja kein Glück ers freun, Daß dir mein Herz entziehet. Das Glück allein, Herr, schenke mir, Daß ich in diesem Jahre dir Gefällig leben möge. 3. Hålt deine Weisheit es für gut, Mir Leiden aufzulegen, So gieb der Seele frischen Muth, Ges duld und auch Vermögen, Daß ich mein Kreuz mit Freudigkeit Auf mich zu nehmen sei bereit, Und meinem Heiland folge. 4. So leite mich denn dieses Jahr, Mit deiner Huld, mein Bater! Und führest du mich in Ge fahr, So sei auch mein Berather. Um Erdengüter bitt' ich nicht; Nür gieb mir Lust zu jeder Pflicht, Und Kraft zu jeder Tugend. Met. Es ist das Heil uns: c. 671. Ich blick in das vergang ne Jahr Mit dankerfülltem Herzen; Mel. Mein Jesus, dem die 2c. 672. Ach, wiederum ein Jahr verschwunden, Ein Jahr, und kommt nicht mehr zurück! Ach! alle die durchlebten Stunden Sind weg, weg wie ein Augenblick. Weg meine Tugenden und Sünden! Doch nein; der Nichter aller Welt Läßt jegliche mich wieder finden, Wann er vor seinen Thron mich stellt. 2. Gedanken, Wort- und Cha. ten- Heere, Hat keins von euch das Licht zu scheun? Wenn ich dies Jahr gestorben wäre, Wie würde meiner Seele sein? Könnt ich, vers klärt mit Gottes Kindern, Mich 392 Lieder für besondere Zeiten und Umstände. meines Erdenlebens freun? Ach! oder müßt' ich mit den Sündern Berlorne Jahre schwer bereun? 3. Den Gott, der liebt, wie Vå ter lieben, hat ihn mein Undank nie betrübt? Den Gott, der mir so treu geblieben, Hab' ich ihn auch so treu geliebt? Lebt ich für ihn, nach seinem Willen, Stets, als vor seinem Angesicht, Fromm öffentlich und fromm im Stillen, Treu dem Gewissen und der Pflicht? 4. Du kennst, o Vater, meine Sünden! Wie viel sind ihrer nur dies Jahr! Laß michs mit tiefer Scham empfinden, Wie oft mein Herz dir untreu war. Ja, Vater, es ist Gnade, Gnade, Wenn du der Jahre mehr mir schenkst, Und von der Laster krummen Pfade, Die Seele ganz zur Tugend lenkst. 5. Verzeih' den Undank; schenk Erbarmen; Gedenke meiner Sün den nicht; Gieb du dem Reuenden und Armen, Der Gnade fucht, des Trostes Licht. Wie freudig will ich dann mein Leben Von nun an dei nem Dienste weihn! Wie eifrig will ich mich bestreben, Durch deis ne Kraft ein Christ zu sein! 6. Ich danke dir für alle Gaben, Die du dies Jahr der Welt erzeigt. Ach, eile du, den zu entladen, Den noch das Elend niederbeugt! Ja, ich will aller Menschen Seelen, Als aller Bruder und als Christ, Aufs neue deiner Huld empfehlen, Dir, der du allbarmherzig bist. cet Licht; Alles athmet neue Wonne, Wenn sie durch die Wolken bricht. Schau'! der Frühling senkt sich nies der In die Wälder, auf die Flur; Die erstorbene Natur Lebet auf und wirket wieder. Opfre meinem Schöpfer Dank! Preif' ihn fröhlich, mein Gefang! 2. Munter zu der Arbeit wallet Nun der Landmann hin aufs Feld, Und fein dankbar Lied erschallet Wonnevoll dem Herrn der Welt. Er vertraut die Saat der Erde; Ehrt durch fromme Zuversicht Seis nen Gett, und zweifelt nicht, Daß sie gut gerathen werde; Bringt schon hoffnungsvoll ihm Dank. Preis auch du ihn, mein Gefang! 3. Sieh', wie in die weiten Felder Freudenvoll die Heerden ziehn; Wie dort munter durch die Wälder Schnelle Schaaren Wildes fliehu. Hór' der Vögel sanfte Chöre; Hier die laute Nachtigall, Dort der Ler che süßen Schall. Alles bringt dem Schöpfer Ehre; Bring' auch du ihm Lob und Dank! Preis ihn fröhlich, mein Gefang! 4. Glänzend und im Feierkleide Prangt die blüthenreiche Flur; Jes de Blume lächelt Freude Vor dem Schöpfer der Natur, Der den Thau schafft, den sie trinket, Daß sie nicht zu bald verblüh'; Der ihr Saamen giebt, wenn sie Endlich sterbend niedersinket. Bring' auch du ihm Lob und Dank! Preis ihn fröhlich, mein Gefang! Lieder im Frühlinge. Mer. Sollt' ich meinem Gott 2. 5. Dieser Frühling wie geschwinde, D mein Gott, wird er verblühn! Wie ein Schiff, vom Stoß der Wins 673. Höher hebt sich Gottes de Fortgeführt, Wird er entfliehn. Sonne; Länger strahlt uns nun das Aber dort vor deinem Throne Wird Lieder im Frühlinge. ein ew'ger Frühling sein. Ewig wird er die erfreun, Die dir folgen und dem Sohne, Der uns ew'ges Heil errang! Preif' ihn fröhlich, mein Gefang! 6. Alle Herrlichkeit der Erde Ist ein Schatten von dem Licht, Das ich ewig schauen werde, Dort vor Gottes Angesicht. Auch das freus denvollste Leben Hier auf Erden ist nur Tod Gegen jenes, das mir Gott Dort verheißen hat zu geben. Dir, mein Gott, fei Lob und Dank! Ewig preist dich mein Gesang. 2. Bater, deine Milde Fühlt Berg und Thal und Au'. Es grüs nen die Gefilde, Beperlt vom Morgenthau; Der Blumenweid' entge gen Eilt schon die Heerd' im Thal; Und in dem Staube regen Sich Würmer ohne Zahl. 393 schwebend durch die Lüfte, Lob. singt die Lerche dir. 5. Ich schau' ihr nach und schwins ge Voll Dank mich auf zu dir. O Schöpfer aller Dinge, Verehrt seist du von mir! Weit über sie erhos ben, Kann ich der Fluren Pracht Empfinden, und dich loben, Dich, der den Frühling macht. Mel. Befiehl du deine Wege 2c. Met. Allein Gott in der Höh' 2C. Les 674. Erwacht zum neuen ben Steht vor mir die Natur, Und 675. Lobt Gott, der uns den fanfte Büfte weben Durch die bes schneite Flur. Empor aus seiner Hülle Drängt sich der junge Halm; Der Wälder öde Stille Belebt der Vögel Pfalm. Frühling schafft, Gott, der den Erde Freis schmücket, Der mit allmäch tig reicher Kraft, Das, was er schuf, erquicker. Der Herr erschafft, der Herr erhält; Er liebt und segnet seine Welt. Lobsinget ihm, Gea schöpfe! 3. Glänzt von der blatten Feste Die Sonn' auf unsre Ftur, So weiht zum Schöpfungsfeste Sich jede Kreatur, Und alle Blüthen bringen Aus ihrem Reim empor, Und alle Vögel schwingen Sich aus dem Schlaf hervor. 6. Lobsing' ihm, meine Seele! Dem Gott, der Freuden schafft! Lobsing' ihm und erzähle Die Werke seiner Kraft! Hier von dem Blüs thenhügel Bis zu der Sterne Bahn, Steig' auf der Andacht Flügel Dein Loblied himmelan. 2. Das Land, das erst erstorben lag, Erwacht und lebt nun wieder; Es strömt mit jedem neuen Tag Der Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube lebt, Der Vogel, der in Lüften schwebt, Erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antlik ist verjüngt, Und heiter glänzt der Himmel. Gebirg und That und Wald er, klingt Von freudigem Getümmel. Und gnädig schauet Gott herab, Der allen Sein und Leben gab, Auf seiner Hände Werke. 4. Die Flur im Blumenkleide Ist, Schöpfer, dein Altar; Und Opfer reiner Freude Weiht dir das junge Jahr. Es bringt die ersten Düfte 4. Lobsinget ihm! er ist uns nah'; Singt alle seine Heere! Der Der Frühlingsblume dir, Und Herr ist allenthalben da, Im Lieder für besondere Zeiten und Umstände. 394 Himmel, Erd' und Meere! Ich lobe, Gott, ich preise dich! Wo ich nur bin, bist du um mich, Mit Allmacht, Lieb' und Gnade. 5. Du rufft die Wolken übers Land Und tränkest diese Erde, Daß mit den Gaben deiner Hand Der Mensch gesättigt werde. Thau, Re gen, Sonnenschein und Wind, Die deine Allmacht Diener sind, Erzählen deine Güte. 6. Es stromen, wenn dein Donner draut, Benn Berg' und Thal er zittern, Gesundheit, Stärkung, Fruchtbarkeit Selbst aus den Uns gewittern. Dann bricht die Sonne neu hervor, Und aller Kreaturen Chor Jauchzt und erfreut sich wieder. 7. Von dir kommt, was uns Hier erfreut, Du Brunnquell aller Gaben; Dort wirst du uns mit Ses ligkeit In reichen Strömen laben. Dein freuen deine Engel fich; Auch wir, o Gott, wir loben dich, Sind einst, wie sie, unsterblich. Lieder im Sommer. Mel. Wie wohl ist mir, o 2C. 676. Weit um mich her ift nichts als Freude Und Anmuth und Zufriedenheit. Wie schön ist dieses Weltgebäude Für mich zum Wohnhaus eingeweiht! Wie heilig ist mir jede Stätte! Wohin ich seh', wo hin ich trete, Bist du so nahe, Gott, um mich; Ich sehe dich auf allen Fluren; In allen deinen Kreatus ren, Erblick' ich, aller Bater dich. 2. Dort prangt die Flur im bun ten Kleide, Und lockt die Welt zur Munterfeit; In jedem Vogel hüpft die Freude; Aus ihm singt die Zufriedenheit. Du, Schöpfer, lehrst ihn seine Lieder; Er singt sie deinen Menschen wieder, Und lehret uns die heil'ge Pflicht: Entehret doch nicht Gott durch Klagen, Erfreut euch; doch in frohen Tagen Vergesst des milden Schöpfers nicht! 3. Das Murmeln in belaubten Bäumen Rust: freudig müßt ihr Gott erhöhn! Die Zeit in Schwer much zu verträumen, Ist Gottes Welt für euch zu schön. Mir sagt, beglångt vom Morgenthaue, Die Flur der Gärten und die Aue: Wie segnet unser Gott so gern! Mir far gen auch des Meeres Fluthen: Gott ist der Urquell alles Guten. Des Baches Rauschen lobt den Herrn. 4. Wie beugen sich der Saaten Spitzen! Wie schwellen sie von Se.. gen an, Daß kaum der Halm die Aehren stüßen, Die reiche Last kaum tragen kann. Der Düfte kühle Lieb. lichkeiten, Die Wälder um sich her verbreiten, Hat Gott für dich, Mensch, gemacht. Die Rosen blus hen, dich zu schmücken; Und taus sendfach dich zu erquicken, Lacht dir der Blumengärten Pracht. 5. Gott, groß an Weisheit, Huld und Stärke, Wie reichlich hast du uns bedacht! Wie viel, wie groß find deine Werke! Wie schön, wie wundervoll gemacht! Hier sammeln wirthschaftliche Bienen, Sie sam meln emsig, uns zu dienen, Die Sú ßigkeit den Blumen ab. Du lehrsk die Seidenwürmer weben; Sie ster ben, schöner aufzuleben, und spine nen sich ihr kostbar Grab. 6. Wer fühlt nicht deine Gütigkeis ten? Wo lebt ein Thier, das du nicht liebst? Es harrt, bis zu ges festen Zeiten Du ihm auch seine Lieder im Speise giebst. Du giebst von deinem Ueberflusse; Es fühlt die Lust, die beim Genuffe, Gott, deine Huld damit verband. Die aufmerksamen Thiere holen Zur Stunde, da du es befohlen, Die Speise, Herr, aus deiner Hand. 7. Die Felfen, die fo traurig scheis nén, Stehn dir, o Mensch, zum Dienst bereit: Die Quelle tröpfelt aus den Steinen, Und mit der Quelle Fruchtbarkeit. Ich werde auf den bunten Auen, Auf welche kühle Dünste thauen, Den neu be, lebten Reiz gewahr; Ich hör das Saufeln fanfter Weste; Mir win ken, dort die schwachen Aeste, Der Baum beut seine Frucht mir dar. 8. Odu, du Schöpfer dieser Freu de, Wie groß ist deine Gütigkeit; Du hast dies schöne Weltgebäude Auch mir zur Wohnung eingeweiht. Laß dir mein Lablied wohlgefallen! Auf ewig soll es dir erschallen; Und bin ich einst auch nicht mehr hier, So sing' ich deines Namens Ehre In höherer Geschöpfe Chöre; Mit allen Himmeln jauchz' ich dir. Sommer. 395 2. Der Sturm beginnt; die Wolke, Vom Donner schwer, verbreitet sich. Sei gnädig deinem Volke, Allgütiger, erbarme dich! Du winkest den Gewittern: Es blitzt aus dunkler Nacht! Es done nert! Berge zittern Von deines Donners Macht. Der stolze Sünder bebet, Weiß nicht, wohin er flicht: Der Christ, dein Freund, erhebet Zu dir sein betend Lied. 3. Ein milder Regen sinket Er quickend auf die dürre Flur. Wie labt sie sich! wie trinket Ihn die verschmachtende Natur! Die fanf ten Ströme kühlen Die Lüfte weit umher, Und die Geschöpfe fühlen Sich nicht mehr trág' und schwer. Gott spricht: der Donner schwei get, Die finstern Wolken fliehn; Der Frommen Danklied steiget zu Gott und preiset ihn. 4. Mit Muth im Angesichte, Bes schaut des Ackers Herr sein Feld; Beschützt hat Gott die Früchte, Er, der Berforger seiner Welt; Reif sind der Saaten Aehren, Vom Mark der Erde voll, Das seine Menschen nähren, Daß sie erfreuen soll. Weit schallt es ins Gefilde: Die Erndte zeit ist da! Und alles preist die Milde Des Gebers fern und nah'. Mer. Nun lob' mein' Seel' 2c. 677. Der Gonne Glut hat wieder Der Fluren Angesicht ver. brannt; Der Blumen Haupt hängt nieder; Nach Regen seufzt das dür. re Land; Im Schatten des Gefil. des Liegt matt die Heerd umher; Das heis're Schrein des Wildes Schallt aus den Wäldern her. Gott giebt den Wolken Flügel; Er spricht: fo traufeln sie, Erquicken Thal und Hügel, Erquicken Mensch und Vieh. 5. O laß uns nicht vergebens Den Segen deiner Hand empfahn; Uns nicht, du Quell des Lebens, Undankbar jemals zu dir nahn. Du sendest Thau und Regen, Giebst milden Sonnenschein; Du eilst mit deinem Segen Uns alle zu er freun. Wie sollten wir vergebens, Was du uns giebst, empfahn? Nein, laß uns, Herr des Lebens, Zu dir und dankbar nahn. 26 396 Lieder für besondere Zeiten und Umstände. Lieder im Herbste. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 678. Reif ist nunmehr der Felder Saat; Vom Herrn der Zeit gerufen, naht Der Herbst mit seis ner Fülle fich, Und öffnet sie uns mildiglich. 2. Der segenreiche Garten prangt Mit allen Zweigen und verlangt, Von seiner Frucht befreit zu sein, Um Gottes Menschen zu erfreun. 3. Der Sånger in den Lüften schweigt, Der hin in ferne Lande fleucht, Wo Gott schon eine neue Saat UndFrucht für ihn bereitet hat. 4. Denn Gott ernährt, was fliegt und webt, Daß alles fröhlich sei, was lebt, Daß seine ganze Schöpfung Dank Und Jubel sei und Lobgesang. 5. Auf traubenvollen Hügeln schallt Des Winzers Lob und wiederhallt Von Berg auf Berg; denn Most und Wein Giebt und der Herr, uns zu erfreun. 6. Wie liebevoll, wie mild und gut It Gott, der so viel Wunder thut! Der Jüngling, wie der Mann und Greiß Sei fröhlich, Gott zum Ruhm und Preis! 7. Auch, wann du alterst, forgt für dich Dein Herr und Gott noch väterlich; Er, der, wann sich dein Abend haht, Doch noch für dich viel Freuden hat. 8. Froh kannst du sterben, wenn du nur, Wie seine segnende Natur, Gefegneft haft; wenn er die Frucht, Die er verlangst, umsonst nicht sucht. 9. Auch die Natur verbleicht und ftirbt; Nur daß ihr Saame nicht verdirbt, Und schöner auflebt, wenn ihr Freund, Der Frühling, wieder, um erscheint, 10. So blühst und reifst du in der Zeit zu größerer Vollkommenheit: Nur sei ein guter Saame; fei Gott auch bis in den Tod getreu! me I. Ein Lämmlein geht und ic. 679. Frah, mitumwolktem Aus gesicht, Geht schon die Sonne nies der! Und spåt erscheint ihr schwäch res Licht Am trüben Himmel wies der. Das schöne Jahr ist nun ent flohn; Die rauhen Stürme rauschen schon Durch die entblößten Felder; Die letzte Blume neigt ihr Haupt; Des Herbstes kalter Hauch ents laubt Die schattenreichen Wälder. 2. Verödet stehet schon die Flur, Entblößt von ihrem Segen; Ent träftet siehet die Natur Der Win terruh' entgegen; Die Vögel eilen und entfliehn In Schaaren vor dem Frost, und ziehn Weit über Land und Meere. Gott nimmt sich dieser Wandrer an, Bezeichnet ihnen ihre Bahn, Und sättigt ihre Heere. 3. Uns, seine Menschen, will er hier Im Winter selbst versorgen. Ja, seiner Huld vertrauen wir; Neu wird sie jeden Morgen. Er schafft, daß wir in Sicherheit Der ungestümen Monden Zeit Beginnen und vollenden. Nichts trägt das Land jetzt; er gewährt Uns doch, was unser Leben nährt, mit vás terlichen Händen. 4. Wie sind nicht unsre Kammern Voll Von seiner Güte Gaben, Bom Segen, der uns nähren soll, Vom Vorrath, uns zu laben! Vorsehend ließ schon unser Gott Das Land uns für den Winter Brodt, Dem Vieh sein Futter geben. Und Wein, der unser Herz erfreut, Und unsers Le Lieder im Winter. bens Kraft erneut, Trieft aus der Frucht der Reben. Lieder im Winter. Mel. Mir nach, spricht Christus 2. 680. Des Jahres Schönheit ist nun fort. Wie traurig stehn die Triften! Es stürmt ein ungestümer Nord Aus den empórten Lüften. Vom Frost erstarrt die Erde nun, Und ihre Zeugungskräfte ruhn. 2. Wohl mir bei dieser rauhen Beit! Ich darf vor Frost nicht beben. Mich schützt mein Dach, mich wärmt mein Kleid, Und Brodt erhält mein Leben; Auf meinem Bette schlaf' ich ein, Mich sanfter Ruhe zu erfreun. 397 5. Ach, unser Leben auch verblüht, Wie jetzt das Feld, im Alter. Ge trost! Gott ist, wenn es verblüht, Ein mächtiger Erhalter; Er, der die Schwachen gern beschüßt, Die Müden trägt, die unterstüßt, Die nach dem Grabe wanken. Gebeugt vom Alter werden wir mit frohem Herzen, Gott, doch dir Wie in der Jugend danken. 6. Wohl allen, die, treu ihrer Pflicht, Früh deine Gnade suchen! Die werden ihrer Jugend nicht Im Mel. Wie wohl ist mir, o 2C. Herbst des Alters fluchen. Woht 681. Gott rief der Sonne: dem, der redlich sich bemüht, Weil feiner Jahre Kraft noch blüht, Der Tugend Frucht zu tragen. Ihm wird das Alter Jugend sein, Und Gottes wird er sich noch freun In seinen letzten Tagen. kehre wieder Auf deiner weiten Bahn zurück! Sie ging, sank tågs lich früher nieder, Entzog fast ganz uns ihren Blick. Er rief: und seine Winde fuhren Gewaltsam her. Bedeck die Fluren! Rief er dem Schnee; er deckte sie. Gerinnt ihr Stróme! sie geronnen. Ihr Meere wüthet! da begonnen Sie ihren Kampf, da brausten sie. 2. Von ihrer Arbeit ruht die Erde, Sie ruht, von Gottes Hand bedeckt, Daß ihre Kraft erneuert werde, Bis sie der Frühling wieder weckt. Vertraut hat, in des Schöpfers Namen, Der Landmann ihr den spåten Saamen; Der Schöpfer wacht auch über ihn. Todt liegt er da; ihm soll das Leben Der Sonne Rückkunft wiedergeben, Und reich an Hoffnung soll er blühn. 3. So werden wir auch einst ers müden; Den Leib deckt dann des Grabes Nacht. Er ruhet sicher und in Frieden, Von dem, der nimmer ruht, bewacht. Daß unser Staub geläutert werde, Sinkt er zur Aus 26* 3. Dies Glück besitzt der Arme nicht, Dem Brodt und Kleidung fehlen. Er, dem das Nöthige ge. bricht, Den Frost und Hunger quas len, Fühlt dreifach schwer des Man gels Pein, Wenn Kinder: Brodt und Kleidung! schrein. 4. Ich, den die Wärme jetzt ere quickt, Nicht Frost nicht Hunger plagen, Ich bin vor Tausenden bes glückt, Die über Mangel klagen. D freue dich, mein Herz, in mir, Und bringe Gott den Dank dafür. 5. Sieh' nicht auf das, was dir noch fehlt, Und mancher mehr besihet; Nein, auf die Noth, die Andre quålt, Auf Gott, der dich beschützet. O! Vater, lindre jeden Schmerz, Und gieb mir ein zufriednes Herz! 398 Lieder für besondere Zeiten und Umstände. saat in die Erde; Gott fordert ihn. dem Staub' Unsterblichkeit! Nen ihr wieder ab! Sein ew'ger Früh- und umgeschaffen einst Sind wir, lingstag wird kommen: Und dann wann du, Herr, erscheinst. verlassen seine Frommen, Voll neuer Lebenskraft, das Grab. Morgenlieder. Mel. Allein Gott in der Höh' zc. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne! Wie sehnet sich mein Geift 683. Dzeuch mich, Heiliger, nach dir! O du, der Auferstehung Sonne, Wanu wirkt du aufgehn über mir! Erst muß ich die Verwefung sehen, Erst das Vergängliche vergehen; Die Saat muß sterben und dann blühn. Kann ich als Christ den Tod noch schenen? Nein, ich will seiner stets mich freuen; Du, Tag des Lebens, folgst auf ihn. zu dir Am Tage deiner Ehre! Gieb, daß ich heute mit Begier Das Wort des Lebens höre. Laß diesen Ruhe. tag allein Dir, o mein Gott, gehei. ligt sein, Geheiligt deinem Ruhme. 2. Es freue meine Seele sich, Hin in dein Haus zu gehen. Dein gótts lich's Wort erleuchte mich; Laß schmecken mich und sehen, Wie freundlich du, mein Vater, bist, Wie dein Gesetz nur Liebe ist, Und Mel. Gott sei Dank in aller zc. 682. Großer Schöpfer, Herr selig, wer dir folget. der Welt, Dessen Hand die Himmel hält! Zu der Sonne sprichst du: lauf! Gehe unter! gehe auf! 2. Du aur bist und bleibst dir eich, Gut und unerschöpflich reich, Und in jeder Jahreszeit Sehn wir deine Herrlichkeit. 3. Sie entzückt uns, wenn voll Pracht Feld und Wald und Wiese lacht; Selbst des Winters Frost und Eis Zeigt uns deines Namens Preis. 4. Auch durch nebelvolle Luft, Auch durch Regen, Schnee und Duft Segnest du uns, guter Gott, Und bereitest uns das Brodt. 3. Dann wann der Wahrheit Leh rer mir Den Weg zum Himmel zei gen, Dann laß mein Herz empor zu dir In heißer Andacht steigen; Gieb Lernbegier, Lust und Verstand, Daß mir dein Wille recht bekannt, Dein Rath mir heilig werde. 4. Gieb, daß des Wortes Geist und Kraft Mein ganzes Herz durchdrin ge, Ich treu auch und gewissenhaft, Was du mich lehrst, vollbringe. Laß mich durch deinen Unterricht Stets eifriger in meiner Pflicht, Im Guten stärker werden. 5. So wird dein Tag, o Vater, mir, Ein Tag des Segens werden; So seh' ich and empfind' in dir Den Himmel schon auf Erden; So werd' ich nach der Prüfungszeit Zur Ruh' in deiner Seligkeit, zu deis nem Anschaun kommen! 5. Du bewahrst der Erde Kraft; Sparst der Bäume Nahrungsfaft, Pflegst die Saat, die segensvoll Sich im Lenz entwickeln soll. 6. Nach des Winters kalter Nacht Leber alles; alles lacht: Gärten, Wiesen, Wälder blühn, Und das dürre Land wird grün. Mel. Aus meines Herzens Gr. c. 7. Also blüht nach kurzer Zeit Aus 684. Aumächtiger, ich hebe Morgenlieder. Mein Ang' empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, Und neuer Dank dafür! Herr, deine Huld ist groß! Und niemals hat das Lallen Des Dankes dir mißfallen, Das aus dem Herzen floß. 2. Daß nicht in tiefem Schlummer Des Lebens Docht erlischt, Und daß mich, frei vom Kummer, Ein fanfter Schlaf erfrischt, Dies dank ich deiner Macht lind deiner Vater treue. Durch sie bin ich aufs neue Mit heiterm Muth erwacht. 3. Beschüßer unsrer Seelen! Ich traue stets auf dich. Was soll ich für mich wählen? O wähle du für mich! Gieb, was mir nützlich ist. Gott, dem ich alles danke, Mich stärke der Gedanke, Daß du stets um mich bist. 4. Er stärke mich, mit Freuden 3u thun, was dir gefällt; Er trófte mich im Leiden; Und will die Luft der Welt Mich jemals nach sich Hehn, Helfer mein Herz bewahren, Helf er mir die Gefahren Der Sünde sehn und fliehn. 5. Beglücke du die Meinen Nach deiner Gütigkeit; Verlaß der Ar. men keinen; Bend' alles Herzeleid. Du willst zwar gern erfreun, Eilst allen beizustehen; Doch soll der Lie. be Flehen Dir auch gefällig sein. 6. Gott, dem ich angehöre, Dein Friede ruh' auf mir! MeinSeufzen, meine Zähre, Erbarmer, ist vor dir. Deß soll mein Herz fich freun. Wer dir nicht traut, der bebe! Ich sterbe, oder lebe, So bin ich ewig dein. Mel. Befiehl du deine Wege 26. 685. Dir, Bater, der den Mor gen Uns sender nach der Nacht; Der, wenn wir ohne Sorgen Tief 339 schlammern, für uns wacht; Der uns im Schlaf erquicket, Und unfre Kraft erneut, Und uns so gern bes glücker, Dir sei mein Dank geweiht. 2. Noch stärkst du mir das Leben, Mein Gott, durch den ich bin. Du haft es mir gegeben, Und nimmst es wieder hin. Bald ist es ganz verschwunden; Doch hångt an sei. ner Seit Und ihren schnellen Stun den Das Heil der Ewigkeit. 3. Dies reize meine Seele Zum Fleiß im Guten an, Daß ich nie denk' und wähle, Was dir mißfallen kann. Dann kann ich nicht ver. derben; Ich fürchte nicht den Tod; Ich werde selig sterben; Denn ich bin dein, o Gott! 4. Danu tröstet mich der Glaube: Ich werde nicht vergehn, Und einit, erweckt vom Staube, Bum Himmel auferstehn. Dies will ich nie vers geffen, und dieser Hoffnung voll, Will täglich ich ermessen, Was ich dann werden soll! 5. Drum auf, mein Geift! ermúde Im Kampider Tugend nicht; Dich stärket Gottes Friede Mit Kraft und Zuversicht. Ermuntre dich und streite! Des Sieges Lohn ist nah'! Wer weiß, vielleicht ist heute Des Kampfes Ziel schon da! Mel. Wie schön leucht't uns 2c. 686. Dich seh' ich wieder, Mor, genlicht, und freue mich der edlen Pflicht, Dem Höchsten lobzufingen. Ich will voll frommer Dankbegier, O mildester Erbarmer, dir Preis und Anbetung bringen. Schöpfer! Bater! Deine Treue rührt auf's neue mein Gemüthe; Froh em. pfind' ich deine Güte. Lieder für besondere Zeiten und Umstände. 400 2. Du warst auch diese Nacht um mich; Was wär' ich, hättest du nicht dich So hülfreich mir bewie sen! 3u meinem Leben sehest du Jeht einen neuen Tag hinzu; Sei hoch dafür gepriesen! Durch dich Bin ich, Und ich merke neue Står. ke; dich erhebe meine Zunge, weil ich lebe! 3. Verleih', o Gott der Lieb und Macht, Daß Sünd' und Gram, wie diese Nacht, Auf ewig von mir fliehe; Daß ich die kurze Lebens. seit In christlicher Zufriedenheit Zu nußen mich bemühe. Prüfe, Siehe, Wie ich's meine; dir ist keine meis ner Sorgen, Auch die kleinste nicht verborgen. 4. Ich bin ein Chrift; o Herr, ver. leih', Daß ich des Namens würdig fei! Mein Ruhm sei deine Gnade! Denn, ach! was bin ich ohne dich? Ein irrend Schaaf. Erhalte mich, Mein Hirt, auf deinem Pfade. Stárk' mich, Daß ich Stets mich übe, beine Liebe zu betrachten, Ueber alles dich zu achten. 5. Auch im Geräusch der Welt foll mich Der heilige Gedank' an dich Oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale wall' ich hier; Einst nimmst du mich hinauf zu dir, Zum Licht und höhern Leben. Auf dich Hoff' ich. Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, Dir bort ewig lobzusingen. In bekannter Melodic. 687. Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heil'. ger Geist! Der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn' und Mond uns schelnen heißt, Deffen starke Hand die Welt Und, was drinnen ist, erhält: 2. Gott, ich danke dir von Herzen, Daß du mich in dieser Nacht Vor Gefahr, Angst, Noth und Schmer zen Treu behütet und bewacht; Daß mein Leib, durch Schlaf er. quickt, Froh den neuen Tag erblickt. 3. Laß denn alle meine Sünden, Gleich der Nacht, verschwunden sein; Laß dich, Vater, gnådig fins den, Mir in Jesu zu verzeihit, Der für meine Misfechat Sich am Kreuz geopfert hat. 4. Hilf, daß ich an diesem Mor gen Wahre Weisheit lernen mag, Für mein Seelenheil zu sorgen; Daß ich, kommt dein großer Tag, Meines Richters Antlitz dann Oh. ne Schrecken schauen kann. 5. Auf der Bahn der Tugend leite Du mich, Herr; verlaß mich nicht, Und verleihe mir auch heute Muth und Kraft zu jeder Pflicht! Dein Geschenk, die Gnadenzeit, Werde nie von mir entweiht. 6. Deinem Schuße sei ergeben Alles, was ich hab' und bin; Dir vertrau' ich Seel' und Leben, Werf auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm! Segne mich, dein Eigenthum. 7. Hülfe wollest du mir senden, Wenn Gefahr und Noth mir droht; Alles mir zum Besten wenden, Es sei Leben oder Tod. Sterb' ich, Herr, so nimm mich hin, wo ich nicht mehr sterblich bin. Mel. Warum betrübst du dich zc. 688. Dir, der das Licht ent stehen hieß, Und mich gefund erwa, chen ließ, Sei Preis und hoher Dank! Morgenlieder. Des neuen Morgens Heiterkeit Sei dir, mein Gott, zuerst geweiht. 2. Sieh', Herr, ich unterwinde mich mit dir zu reden: Staub bin ich, Von deinem Hauch beseelt. Gleich als ein Todter lag ich hier; Daß ich noch lebe, dank' ich dir. 3. Ein jedes Gut, deß ich mich freu', Empfang' ich jetzo wieder neu Aus deiner milden Hand. Mein Auge wird, wohin es blickt, Von Wundern deiner Huld entzückt. 4. Dich, dem ich nichts vergelten kann, Dich, Bater, ber' ich findlich an! Ich opfre dir mein Herz. Ein Herz voll Dank und Zuversicht Ver wirst du, Allerhöchster, nicht. 5. Odu, den meine Seele preift, Erwecke mich durch deinen Geist Sur Ulebung meiner Pflicht! Er helfe meiner Schwachheit auf, Bis ich vollende meinen Lauf. 6. Ein gut Gewissen set mein Theil! Dies wirk' in mir zu mei nem Heil, Und segne meinen Fleiß. Dir ist, was ich bedarf, bekannt, Und alles steht in deiner Hand. 7. Die Blume kleidest du mit Pracht, Nährst jeden Vogel, Gott der Macht! Bin ich nicht mehr denn fie? Ift werfe meine Sorg' auf dich; Du, mein Erbarmer, forgit für mich. 401 nichts weiß, mein Leben zu bewah. ren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß, Und schüßt mich vorGefahren? Preis und Dank; Erheb' ihn, meine Seele, Der Herr hört deinen Lobge, fang; Lobsing ihm meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, Lag ich, und schlief in Fries den. Wer schafft die Sicherheit der Nacht, Und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht wenn ich von mir 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, Sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, Die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, Und dein ist unser Leben; Du bist es, der es uns er. hålt, Und mirs jest neu gegeben. 6. Gelobet seift du, Gott der Macht, Gelobt sei deine Treue, Daß ich Nach einer sanften Nacht, Mich dieses Tags erfreue! 10. Daß ich als ein getreuer Knecht, nach deinem Reiche sire be, Gottfelig, züchtig und ge recht, Durch deine Gnade lebe! 11. Daß ich, dem Nächsten beis zustehn, Nie Fleiß und Arbeit scheue, Mich gern bei andrer Wohls Met. Ich dank' dir schon durch zc. 689. Mein erst Geschäft sei ergehn Und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit In deiner Furcht genieße, Und meinen Lauf mit Freudigkeit, Wann du gebeutst, beschließe! 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, Mich deine Wege wallen, Und lehre du mich selber thun Nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gud dig wahr, Auf dich hofft meine Seele; Sei mir ein Retter in Ges fahr, Ein Vater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein Herz voll zus versicht, Erfüllt mit Lieb' und Ruhe, Ein weises Herz, das seine Pflicht Erkenn' und willig thue; In bekannter Melodie. 690. Wach' auf, mein Herz, und singe, Dem Schöpfer aller 402 Lieder für besondere Zeiten und Umstände. Dinge, Dem Geber aller Güter, der durch die Ruh' der Nacht Dem treuen Menschenhüter. Uns zu erquicken weiß. 2. Mit göttlichem Erbarmen Hat er bedeckt mich Armen, Ge. macht, daß ich aufs neue mich meines Lebens freue. 3. Durch ihn sind mir die Stuns den Der Nacht so schnell verschwuns den; Kein Leid hat mich gewecket, Rein Unfall mich erschrecket. 4. Wie mancher hat voll Sorgen Geseufzet nach dem Morgen, Ob er sein Elend lindre, Und feine Schmerzen mindre. 5. Wie viel hast du vor dies fen Mein Gott, mir Gnad' erwie. sen! Du schenktest Ruh' dem Müden; Ich schlief im süßen Frieden. 6. Dir soll mein Dank erschal len! Laß ihn dir nur gefallen; Hor' aber auch mein Flehen: Laß gnädig es geschehen. 7. Auf meine Franken Brüder Sieh', Herr, erbarmend nieder; Tróft' ihre bangen Herzen, Und lindre ihre Schmerzen. 8. An mir woll'st du vollenden Dein Werk; dich nimmer wenden Von mir; in meinen Tagen Mich mit Verschonen tragen.. 9. In allen meinen Chaten Wollst du mich selber rathen, Mich stets zum Besten leiten, 3um Himmel mich bereiten. 10. Auf allen meinen Wegen Begleite mich dein Segen; Dein Wort fei meine Speise Auf meis ner Pilgerreise. Mel. Ich finge dir mit Herz zc. 691.3u deinem Preif und Ruhm erwacht, Bring' ich dir Ruhm und Preis, Dir, Gott, 2. O Bater, deine Gütigkeit Ist alle Morgen neu; Du thust uns wohl von Zeit zu Zeit, Und groß ist deine Treu'. 3. Jetzt schenkst du mir zu meis nem Heil Von neuem einen Tag. Gieb, daß ich davon jeden Theil Mit Weisheit nützen mag. 4. Die Zeit in deiner Furcht vollbracht, Bringt ewigen Ges winn; So fließe vor dir, Gott der Macht, Auch dieser Tag mir hin! 5. Gieb, daß ich fern vom Müssiggang, In meinem Stande treu, Und, wem ich kann, mein Lebentang Bereit zu dienen sei. 6. In allem, was ich denk' und thu', Sei dein Gebot vor mir; Und wenn ich von Geschäften ruh', So sei mein Herz bei dir. 7. Was du mir zum Vergnügen giebst, Vermehr' in mir die Lust, Ganz dein zu sein, der du mich liebst Und so viel Guts mir thust. 8. Wenn Sorg' und Kummer mich befällt, So'laß auf dich mich schaun, Und deiner Vorsicht, Herr der Welt, Mit frohem Muche traun. 9. An deiner Gnade gnüge mir! Sie ist mein bestes Theil, Mein Trost und meine Zuflucht hier, Und dort mein volles Heil. Mel. Mein Herz ermuntre dich zc. 692. Der frohe Morgen weckt mich wieder Und ladet mich zur Arbeit ein; Der Schlaf erquicks te meine Glieder; Nun will ich wieder thätig sein; Mit frohem Herzen will ich nun, Was meine Paicht erfordert, thun. Morgenlieder. 2. Gott! dir sei Dank für meinen Schlummer, Und dir be. feht' ich mich aufs neu'. In deinem Schuß bin ich von Kummer, Bin ich von allen Sorgen frei. Du weißt es, was mir nüßlich ist, Und giebst es, weil du gütig bist. 3. Du unterhältst mir meine Kräfte, Damit ich sie gebrauchen foll; Und treib' ich redlich mein Geschäfte, D so geråth durch dich es wohl! Bei Treu' und Fleiß giebst du Gedeihn; Drum will ich treu und fleißig sein. 4. Ich will es sein, so lang' ich les be, So lange du mir Kräfte schenkst; Damit ich mir das Glück erstrebe, Daß du mit Beifall an mich denkst, Dann hab' ich hier Zufriedenheit, Und dort vollkommne Seligkeit. 403 4. Bei Fleiß und Arbeit schleiche Kein Geiz sich in mein Herz; Leicht rühre, leicht erweiche mich meines Nächsten Schmerz! Kein Glück, das andern blüht, Empóre mich sum Neide, Und kein Genuß der Freude Verderbe mein Gemüth. 5. Bewahr an diesem Tage Mich vor Gefahr und Leid; Und trifft mich eine Plage, So gieb Gelaffenheit. Nur hilf, o Bater, mir, Daß ich sie nicht verschulde, Und dann sie christlich dulde, Voll Zuversicht zu dir. 2. Auch mich hat deine Guade In dieser Nacht bedeckt; Mich hat kein Schmerz noch Schade Bertes Bet und erschreckt. Der Schlaf hat mich erquicft; Ich bin mit frischen Kräften Zu des Berufs Geschäf. ten Durch deine Huld beglückt. 3. Gieb Gnade mir auch heute, Daß ich gewissenhaft Dem Bösen widerstreite, Gestärkt durch deine Kraft. Den ganzen Tag laß mich Vor deinen Augen wandeln, Fromm denten und fromm haus deln, Aus Liebe gegen dich. 6. Wie bald ist überwunden, Das Leiden dieser Zeit! Auf wes nic, bange Stunden Folgt Glück der Ewigkeit. Dies stårke mich in Noth, Daß ich nicht ängstlich zage; Am letzten meiner Tage Sei das mein Treft im Tod'! Mel. Aus meines Herzens 2c. 693. Des Stunde Soll dir Gott, heilig fein; 694. Preis dir, Gott! ich Morgens Mel. Gott des Himmels und zc. erste Mein Herz stimmt mit dem Mun, de, Dich hech zu preisen, ein. Ob ich dein Lob hier schon mit schwa. chen Lippen talle, So weiß ich, es gefalle Dir doch durch deinen Sohn. lebe wieder, Freu' des neuen kebens mich; Auch erwachen meine Lieder, Und erheben dankbar dich; Denn dein Aug' hat in der Nacht Ueber mich, dein Kind, gewacht. 2. Wenn ich einst vollendet habe Diese meine Pilgerzeit, Ruh' ich auch so sanft im Grabe, Keis me für die Ewigkeit. Auch in dies fer langen Nacht Wird mein Staub von dir bewacht. 3. Aber ich erwach' auch wies der, Und mein Lobgefang mit mir; Dann erschallen meine Lies der Mächtiger und reiner dir. Ewig wird der Morgen Nimmer schlaf ich wieder ein. fein; 4. Wach' auch über meine Ta. ge, Bater, meine Zuversicht! 404 Lieder für besondere Zeiten und Umstände. Daß mich keiner einst verktage, Wann du kommst zum Weltges richt; Daß ich meiner Pflicht hier treu und dort unerschrocken sei. 5. Keinen Tag zählst du vergebens, Gott, durch den ich bin, mir zu; Jeder ist ein Theil des Lebens; Jeden, jeden richtest du. Lehr' mich wachen, daß mir nie Ungenüßt ein Tag entflieh'. 6. Heute leb' ich; laß auch heute Nicht umsonst mein Leben sein; Laß mich, nach vollbrachtem Streis te, Einst auch dieses Tags mich freun. Recht zu handeln gieb mir heur' Antrieb, Kraft, Gelegenheit. 696. Wann ich einst von je. Mel. Freu' dich sehr, o meine zc. nem Schlummer Aus dem Grabe aufersteh', Und erlöst von allem Kummer, Jenen schönern Morgen seh': O dann wach' ich anders auf! Schon am Ziel ist dann mein Lauf! Sorgen, die mich angstvoll machten, Werd' ich dann für Träume achten. 2. Hilf, daß keiner meiner Ta ge, Bater meiner Lebenszeit, Einst mich im Gericht verklage: Er sei ganz von mir entweiht! Auch noch jetzt bin ich erwacht; Dank sei deiner Güt' und macht! Laß doch heilig und im Segen Jeden Tag zurück mich legen! 3. Daß ich froh gen Himmel sehe, Wann mein letzter Tag erscheint, Wann zum dunkeln Thal ich gehe, Und mein Freund nun um mich weint. Lindre dann des Todes Pein; Laß mein End' ihm liebreich sein, Daß ich ihn zum Himmel weise, Und dich, Herr des Todes, preise. Mcl. Wer nur den lieben Gott zc. 695. Mein Gott, auch dieser neue Morgen Verkündigt deine Gnade mir. Mit mir erwachen meine Sorgen, Jedoch auch mein Vertraun zu dir. Ich werfe meis nen Kummer hiu Auf dich, durch den ich leb' und bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, Wo alles Wohl sich mischt mit Weh' Und ich, zu größerer Beschwerde, So manchen Fehl tritt noch begeh'. Gott, der mich schützet und ernährt, Wär' ich Doch deiner Liebe werth. Er litt' und starb ja auch für mich. 5. Hilf du in allen Sachen ra, then; Ich bin mir selber nicht ge nug. Behüce mich vor Missethaten, Vor böser Menschen Lift und Trug. Erhalte mich auf ebner Bahn, Und was ich thu', sei wohlgethan. 6. Bewahre mir Leib, Seel' und Leben, Verwandte, Freunde, Ehr und Gut; Willst du mir Kreuz zu tragen geben, So stårke mich mit Trost und Muth; Und willst du mich mit Glück erfreun, So laß mich dir auch dankbar sein. 3. Laß Trieb und Lust mein Herz erfüllen, Etets gern zu thun, was dir gefällt. Es gehe mir nach deinem Willen, weiser Herrscher aller Welt! Schließ mich in deine Vorsicht ein, So bin ich todt und lebend dein. 4. Vergieb mir, Vater, alle Sünde, Vergieb, was ich nicht recht ge. than; Nimm mich zu deinem Gnadenkinde, Um meines Mittlers willen Mel. Christus, der ist mein 2c. an. In seinen Namen fieh' ich dich; 697. Noch täßt der Herr Morgenlieder. mich leben! Mit fröhlichem Ge. much Eil ich ihn zu erheben; Er hört mein frühes Lied. 2. Zu ihm entzückt mich wie der Der Morgensonne Pracht; Ich falle vor ihm nieder, Der sie und mich gemacht. 3. Du, Herrscher aller Wel ten, Nimmst dich auch meiner an; Wie soll ich dir vergelten, Was du an mir gethan? 4. Wirst du nach Opfern schau. en? Sie gelten nichts vor dir. Du forderst nur Vertrauen, Nur Liebe, Gott, von mir. 5. So will ich dir lobsingen, Mich deines Namens freun, Nach deiner Gnade ringen, Mein gan zes Herz dir weihn. 6. Dir hab' ich mich ergeben; Ich freue mich in dir; Erfreuen der als Leben Ist deine Güte mir. 7. O führe mich auch heute Auf deinem Tugendpfad; Du, Ewigweiser, leite. Mich selbst nach deinem Rath. 8. Nur eins laß mich erflehen: Das christlichweise Herz, Auf dich stets aufzusehen, In Freuden wie im Schmerz. 9. Am ersten laß mich trachten Nach dem, was dir gefällt, Mehr deinen Beifall achten, Als allen Ruhm der Welt. 10. Laß mich dir fest vertrau en, Im Guten standhaft sein, Und froh gen Himmel schauen, Selbst unter Schmerz und Pein: 405 Mel. Dir, dir, Jehova, will ich zc. 698. Dich, dich, mein Gott, 11. Daß, frei vom Dienst der Sünde, Bereit und glaubensvoll, Der Tod alsdann mich finde, Wann ich einft sterben soll. will ich erheben; Du warst mein Schirm in der verfloßnen Nacht, Erquicktest mich, erhieltst mein Les ben, Und schafftest es, daß ich vers gnügt erwacht. Wer bin ich, daß du meiner so gedenkst, Und wieder eis nen Tag zum Heil mir schenkst? 2. Auch über mir ist deine Güte Noch immerfort mit jedem Morgen neu; Mit innig dankbarem Ges müche Fühl ich die Größe deiner Batertreu'. Auch diesen Tag will ich mich deiner freun; Auch er soll dir zum Dienst geheiligt sein. 3. Vor deinen Augen will ich wandeln, Und treu das thun, was dir, mein Gott, gefällt, Ges wissenhaft in Allem handeln, Und standhaft fliehn die schnöde Lust der Welt. O stärke selbst mit deiner Hülfe mich! Denn, was vermag ich Schwacher ohne dich? 4. Laß diesen Tag mich so voll bringen, Daß ich ihn ohne Reu' beschließen kann. Soll guter Vors fat mir mißlingen, So schreib den Borsatz selbst zum Heil mir an. Auch dieser Theil von meiner Uebungszeit Sei mir Gewinn noch für die Ewigkeit. 5. Gieb mir auch heute, was mir nüßzet; Vor allem aber gieb ein ruhig's Herz, Das sich auf deis ne Vorsicht stüßet, Und dir vertraut, auch in dem größten Schmerz. Du weißt, was mir zum wahren Wohl gebricht, Und du versäumst gewiß mein Bestes nicht. 6. In diesem Eindlichen Vers trauen Will ich getroft an mein Geschäfte gehn, Auf deinen sichern 406 Lieder für besondere Zeiten und Umstände. Beistand bauen, Und deiner Fü. gung still entgegen sehn. Ich weiß, du führst mich auf der rechten Bahn Und nimmst mich einst gewiß zu Ehren an. Onel. Ich finge dir mit Herz 2. 699. Erwache, Herz, dem Herrn zum Preis, Und denk' an deine Pflicht! Ich schlief: und Gett, auf dein Geheiß, Seh' ich das Morgenlicht. 2. Ohnmächtig lag ich in der Nacht, lind niemand dachte mein, Dhättest du mich nicht bewacht. Wo würd' ich heute sein? 3. Mein neues Leben dank' ich dir, Dir die verjüngte Kraft; Denn beides, Vater, hast du mir Auf mein Gebet verschafft. 4. Ich nehm's von deinen Hån den hin, Voll frommer Dankbar, keit. Herr, was ich habe, was ich bin, Sei ewig dir geweiht! Mel. Wer nur den lieben Gott: c. 700. Mein Gott, durch dei ne große Güte Seh' ich aufs neu des Tages Licht. Mit freudig dan kendem Gemüthe Preif' ich dich, meine Zuversicht, Daß auch in der vergangnen Nacht Dein Vaterauge mich bewacht. 2. Ich lag und schlief im sichern Frieden, Denn deine Rechte schütz. te mich: Erquickung schafftest du mir Müden, Und meine Kräfte stärkten sich. Wie neu verjüngt er wacht mein Geist, Der, Vater, dich lobsingend preist. 3. Du schenkst zu meinem ew'gen Heile, Mir wieder einen neuen Tag. Gieb, daß ich auch) an meinem 1 Theile So weislich ihn gebrauchen mag, Daß einst auch in der Ewig. keit Der Segen mich davon erfreut. 4. Auch heute will ich vor dir wans deln, Der du mich überall umgiebit. Ich will rechtschaffen vor dir hans deln, Weil du nur das, was recht ist, liebst. O stärke mich dazu mit Kraft! Du bist's, der das Vollbringen schafft. 5. Laß selbst die kleinste meiner Pflichten Getreu zu thun, mich wachsam sein. Was mein Beruf mich heißt verrichten, Das müsse mir durch dich gedeihn. Glück und Gedeihn kommt nur von dir; Sei darum stets, mein Gott, mit mir. 6. Gieb, daß ich jeden Feht be. reue, So schnell, als er begangen ist; Damit auch mich der Trost ers freue, Daß du ein gut'ger Bater bist, Der dem, der sein Versehn bereut, Durch Christum gern die Schuld verzeiht. 7. Laß mit dem Fortgang meiner Tage Auch meine Beßrung weiter gehn, Und bei des Lebens Lust und Vlage Mit Sorgfalt nur das hin mich sehn, Daß ich zum Him mel sei geschickt, Wenn mich des Todes Schlaf berückt. 8. Wie heiter wird dann jener Morgen Der Auferstehung für mich sein! Nach dieses Lebens bangen Sorgen Wird mich ein ew'ges Glück erfreun, Wann einstens aus der Todesnacht Zur Ewigkeit mein Aug' erwacht. Mel. Was Gott thut, das ist 2c. gen 701. Schon wieder ist die Nacht dahin; Ich seh' den Morgen wieder; Dir; Gott, sei Dank, daß Morgenlieder. ich noch bin; Gestärkt sind meine Glieder. Dein Wille schafft, Daß meine Kraft Sich durch den Schlaf erneuet, Mein Herz sich wieder freuet. 2. Es freuet deines Schußeß sich, Freut sich der neuen Kräfte; Mit munterm Geist bereit' ich mich Zum heutigen Geschäfte; Erlehe mir, D Gott, von dir, Auf des Berufes Wegen Muth, Beistand, Glück und Segen. 3. Mel. Nun sich der Tag geendet: c. mit weiser keit Mich jede Stunde nüken, Und 702. Vergangen ist auch dieſe Eifer und Entschloffenheit Zum Tugendfleißi besitzen. Gestärkt durch dich, Laß immer mich Der Lüfte falsche Freuden, Der Sünder Umgang meiden. Nacht; Ein neuer Tag erscheint. Ich ruhte sanft: wer hats gemacht? Du, Gott, mein Herr und Freund. 2. In deinem Schuße schlummert' ich, Beschirmt durch deine Macht; Kein Unfall traf und schreckte mich; Von dir ward ich bemacht. 4. Hilf mir mit Ernst und aller Treu' Des heut'gen Tages Pflich. ten, So mühsam mir auch manche fei, Doch immer gern verrichten; Gieb, daß ich nie Mich dem entzieh', Was meinen Brüdern nüßet, Und sie vor Schaden schützet. 3. Wie manche mir verborgne Noth Entfernte deine Hand! Auch einen schreckhaft schnellen Tod Hat sie von mir gewandt. 4. Wie dank' ich, Vater, dir das für? O! könnt' ich dankbar sein! Mein ganzes Herz ergeb' ich dir; Auf ewig sei es dein! 5. Bewahr' auch heute huldreich mich, Wenn sich Gefahren nahn, Und nimm dich meiner våterlich Durch Jefum Christum an. 6. Vor allen Dingen gieb mir Kraft, Daß ich im Glauben treu, Gottselig und gewissenhaft In meis nem Wandel sei. 7. Entferne mächtig mein Ge müth Bon aller Eitelkeit; Be glückt ist, wer auf dich nur sieht, Beglückt schon in der Zeit. 5. Hilf mit den Hang zur Sinns lichkeit Auch heute stets besiegen, Und jede Lust, die mich erfreut, Sei ein erlaubt Vergnügen! Gieb, daß ich sie Voll Abscheu flich, Wenn sie mich dir entreißet, So sehr ihr Schein auch gleißet. 407 Rechenschaft dir geben, Nichts übersehn, Mir es gestehn, Wenn ich aus Leichtfinn fehlte, Und nicht das Gute wählte. 8. Dann schließ' ich froh die Augen zu, Und freu' mich nicht vergebens Der stillen sanften Leibesruh' Und des Gebrauchs des Lebens. In dunkler Nacht Wird deine Macht, Wird mich dein Schuh bedecken, Gewisfensangst nicht schrecken. 6. Gieb, daß ich fern von Bank und Streit, In meiner Freunde Kreise Die Tugend der Geselligkeit Durch Nachsicht auch beweise. Bei mun, term Scherz Laß stets mein Herz An seine Pflicht gedenken, Durch Spottfucht Niemand kránken. 7. Am Abend laß mich andachts. voll Von dem geführten Leben, Wie ich als Christ es täglich soll, Herr, 8. Im Glauben erst und dann. im Schaun Wird er es ewig sein.. 408 Lieder für besondere Zeiten und Umstände. So will ich denn mich dir ver, traun, Ulm ewig mich zu freun. 9. Sei du nur mein, und treib mich an Zu jeder guten That, So preiß ich ewig selig dann, Herr, deinen gnád'gen Rath. mich in der Pein Geduldig so wie Jesus sein. 6. Hab' ich des Lebens Last em pfunden, So rückt mein Ende einst herbei; Dann hab' ich ewig übers wunden, Und bin von aller Trübfal frei, Und du giebst mir, o Gottes. sohn, Den theu'r erworbnen Gnadenlohn. el. Wer nur den lieben Gott ze. 7. Gestärkt durch diesen hohen 703. Der Morgen kommt, Glauben Tret' ich auf meinen Le benspfad. Herr, stårke, stårke meis nen Glauben, Wann einst der Tod sich zu mir naht. Vielleicht er scheint er heute mir: Woht mir! ich leb' und sterbe dir. Morgenlieder in Leiden und Krankheiten. und meine Plage Wird auch mit diesem Morgen neu. Wie traurig schleichen meine Tage Der bangen Wanderschaft vorbei! Der Sonne neu geschenktes Licht Erheitert mei ne Seele nicht. 2. Noch immer bin ich auf der Erde, Wo mich Gefahr und Noth umringt, Und täglich mehrere Be schwerde zu Klagen und zu Thránen zwingt. Ich hoffe Lindrung meiner Pein, Und noch trifft nicht mein Hoffen ein! 3. Herr, eile doch mir beizustehen; Berlaß den múden Wandrer nicht! Mein Vater, neige auf mein Flehen 3u, mir dein freundlich's Angesicht. Gieb mir Geduld bei meinem Schmerz Und ein mit dir zufried'nes Herz. 4. Noch ist das Schicksal mir verborgen, Daß diesen Tag mich treffen soll; Doch laß ich dich, mein Vater, sorgen; Du kennst und Liebst mein wahres Wohl: Und was dein Rath beschließt und thut, Ist heilig und gerecht und gut. 5. Soll ich die Last noch länger tragen: Ich halte deiner Fügung still, Und will hier wie mein Heis land sagen: Wie du, Gott, willst, nicht wie ich will. Ja, Bater, las Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 704. Nach einer schmerzensvollen Nacht Seh' ich den Morgen wieder. Dein Auge, Gott, hat mich bewacht; Dich preisen meine Lies. der: In großer Angst verliehst du mir Nicht Trost allein, ich danke dir, Mein Gott, auch Seelenstärke. 2. So trag' ich gern der Krankheit Schmerz Und jedes meiner Leis den; Zu dir erhebe sich mein Herz, Du Geber wahrer Freuden. Durch Leiden zogst du mich zu dir, Und nun, mein Vater, bist du mir Ein Fels, auf den ich baue. 3. Ich weiß, daß Gott mich nicht verläßt, Wenn auch der Tod erschei net; Ihn hålt mein Glaube dann noch fest, Wenn alles um mich wei net. Ich bin getrost, wenn, wer mich liebt, Mein Sterbelager, tief betrübt, Mit frommen Chránen neket. 4. Auch sie verläßt mein Fater nicht, Er stärket ihre Herzen, Giebt Troft und frohe Zuversicht, Und Abendlieder. 409 lindert ihre Schmerzen. Ja, dir 6. Gieb auch bis zum frohen empfehl ich sie, o Herr! Sei du ihr Schuß, Allgütiger, So sind sie wohl versorget. 5. Doch sollten meiner Tage viel Auf dieser Erde werden, Wär' ich noch fern von meinem Ziel, Dem Ende der Beschwerden, So gieb mir, Schöpfer, deine Kraft, Die mir auch Muth im Leiden schafft Und in der Noth mich stärket. Morgen Meinem Leibe fanfte Ruh'. Durch dich schlaf ich ohne Sorgen; Wenn ich schlafe, wacheft du. Seel' und Leib befehl' ich dir; Walt' all. gütig über mir; Sei du auch der Gott der Meinen; Zähle sie auch zu den Deinen. 6. Laß uns keine Furcht und Schre cken, Weder Raub noch Feuersgluth Aus dem süßen Schlummer wecken; Halt uns, Herr, in deiner Hut. Hilf, wenn Krankheit oder Tod Uns im sichern Schlafe droht; Oder Abendlieder. Mel. Werde munter mein 2c, 705. Auf, o Seete, sei noch laß uns, wenn wir sterben, Doch des Himmels Freuden erben! munter! Gottes Lob ist deine Pflicht. Seine Soune geht zwar unter, Aber seine Güte nicht. Heut' auch hat sie mich ernährt, Manche Freude mir gewährt, VorGefahren mich beschüs het, Meine Schwachheit unterstüßet. 2. Hochgeliebt und hochgepriesen Seift du, Herr, mein Gott, von mir. Was du Gutes mir erwiesen, Dan ket meine Seele dir. War ich's, 7. Höre, Bater, ach! erhöre Was dein Kind von dir begehrt. Sohn des Höchsten, dir zur Ehre Werd' es mir durch dich gewährt! Heil'ger Geist verlaß mich nicht; Gieb mir Muth und Zuversicht! Hör, Allgütiger, mein Flehen! Amen! Ja! es wird geschehen. Bater, gleich nicht werth, Hast du doch mein Flehn erhört, das ich heut', als ich erwachte, Dir in Jes fu Namen brachte. 3. Ruhe, Munterkeit und Kräfte, Trieb, die Arbeit nicht zu fliehn, Fortgang im Berufsgeschäfte Hast du heut' auch mir verliehn. Und wie viel Gelegenheit Gab mir deine Gü tigkeit, Zu des Himmels Seligkei» ten Immer mehr mich zu bereiten! 4. Doch, da ich voll Dank erzähle, Wie so groß dein Wohlthun war, Stellen sich auch meiner Seele Die begangnen Fehler dar. Ach! vers zeih' mir meine Schuld, Daß in deiner Baterhuld Ich ein ruhiges Gewissen Immer möge hier genießen. Mel. Nun ruhen alle Wälder 16. 706. Nun sinkt die Sonne wieder; Die stille Nacht kommt wieder, Und Ruh' und Schlaf mit thr. Sie bringt uns neue Kräfte Für jedes Tags Geschäfte, Und das, o Bater, kommt von dir. 2. Noch wach' ich, unt, erhebe Dich, Gott, daß ich noch lebe, Daß du, mein Gott, noch bist, Daß meis ner Fehler wegen Auch diesen Tag dein Segen Noch nicht von mir gewichen ist. 3. Von dir kommt jede Chabe, Das Leben, das ich habe, Die Sicherheit der Nacht; Dies und viel andre Güter, Verdank' ich, trener Hüter, Blos deiner Vaterhuld und mache. Lieder für besondere Zeiten und Umstände. 410 4. Du, lässt es finster werden, Und hüllst den Kreis der Erden In fanfte Dunkelheit. Doch auch in dunkler Stille Wohnst du mit deis ner Fülle, Und zeigst und deine Herrlichkeit. 5. Du führst aus dunkler Ferne Den Mond und tausend Sterne Am Firmament herauf. Sie leuchten, dir zur Ehre, Hoch über Erd' und Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. Meere: Du aber lenkest ihren Lauf. 708. Herr, der du mir das ke6. 3um Preise deiner Stärke Stehn lauter Wunderwerke In deiner Schöpfung da. So bald du riefft: es werde! So stand auch Meer und Erde mit allen Himmeln Herrlich da. ben Bis diesen Tag gegeben, Dich bet' ich kindlich an! Ich bin viel zu geringe Der Treue, die ich singe, Und die du heut' an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüthe Freu' ich mich deiner Güte; Ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, Und schafft ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh' der Seelen, Nach deines Worts Befehlen Eins her im Leben gehn! Auf deine Gü te hoffen, Im Geist den Himmel offen, Und dort den Preis des Glaubens sehn! 7. Wem kann ich ohne Grauen Mich froher anvertrauen, Allmäch tiger, als dir? Ja, Vater, ich be. fehle Auch jetzt dir Leib und Seele; Verherrliche dich auch an mir. 8. Soll mir der Schlaf zum Leben Noch neue Kräfte geben, So will ich deß mich freun; Soll er mein Leben enden, So wirst du mich vollenden, Und auch mein Gott im Tode sein. Mel. In dich hab' ich gehoffet zc. 707. Für alle Güte fei gepreist, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! Ihr bin ich zu geringe. Vers nimm den Dank, Den Lobgesang, Den ich dir kindlich singe. 2. Du nahmst dich meiner herz. lich an; Haft Großes heut' an mir gethan, Mir mein Gebet gewähret, Haft våterlich Mein Haus und mich Beschützet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk! Der Geist, mit dem ich dein gedenk', Ein ruhiges Gemüthe; Was ich vermag, Bis diesen Tag, Ist alles deine Güte! 4. Sei auch nach deiner Lieb' und Macht, Mein Schuß und Schirm in dieser Nacht! Bergieb mir meine Sünden! Und kommt mein Tod: Mein Herr und Gott, So laß mich Gnade finden! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, Und nahe mich im Staube Zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld entladen; Ich bin bei dir in Gnaden, Und in dem Himmel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Segen, Eil' ich der Ruh' entgegen; Dein Name fei gepreist! Mein Leben und mein Ende Ist dein; in deine Hände Bes fehl ich, Vater, meinen Geist. Mel. Werde munter mein Gem. 2. 709. Bald schließt Nacht und Stille wieder Uns die můden Augen zu; Die von Arbeit matten Glieder Sehnen sich nach Schlaf Abendlieder, und Ruh': Aber du versäume nicht, Meine Seele, deine Pflicht, Dich zu Gott noch zu erheben, Seinem Schuß dich zu ergeben. 2. Prüfe dich vor ihm, o Seele! Nüßtest du auch deine Zeit? Warit du, wenn er dir's beföhle, Vor's Gericht zu gehn, bereit? Ach erwag' es! Eins ist Noth! Denk' an ihn und an den Tod; Denn als lein in diesem Leben Macht Gott Hoffnung zum Vergeben. 3. Herr, ich muß es dir gestehen: Oft vergaß ich meine Pflicht. Ach, dein Auge hat's gesehen; Aber schon' und richte nicht. Mein Vertrauen gründet sich nur auf deinen Sohn und dich, Der du auch die Sünder liebest, Lieber wohlthust, als betrübest. 411 lich geb' ich dann am Ende Meinen Geist in deine Hände. Mel. Nun sich der Tag geendet zc. 710. So fliehen unsre Tage hin! Auch dieser ist nicht mehr; Die Nacht, der Müden Trösterin, Eilt wieder zu uns her. 4. Herrscher über Tod und Leben! Nimm dich meiner gnädig an. Du allein bist's, der vergeben Und mein Herz noch bessern kann. Sieh', ich komm' und suche dich, Und mein Mittler spricht für mich; Darum laß mich Gnade finden, Und vergieb mir meine Sünden. 2. Nurdu, Herr, bleibest wie du bist; Du schläft und schlummerst nicht. Die Finsterniß, die uns um schließt, Ist deinem Auge Licht. 3. Voll Zuversicht befehl' ich mich Dir auch in dieser Nacht. Du bist mein Gott, ich trau' auf dich; Mich schützet deine Macht. 4. Hab' ich an deiner Gnade nur Noch Theil, o Herr, mein Gott, So fürcht' ich keine Kreatur, Und scheue nicht den Tod. 5. Zwar ich erkenne meine Schuld; Voll Reue fühl ich sie. Doch, mein Versöhner, deine Huld, Wie trost voll ist mir die! 6. Ich eil' im Glauben zu dir hin, Und weiß, wie sicher ich Im Schats ten deiner Flügel bin; Du wachest über mich. 7. Flieht, finfire Corgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein Sei mein Gedanke! weihe dir Mein Herz zum Tempel ein! 8. Ist dies vielleicht die letzte Nacht In meiner Prüfungszeit, So führe mich durch deine Macht Zum Licht der Ewigkeit. 5. Nur auf dich will ich vertrau en; Du bist meines Lebens Kraft. Wovor sollte mir denn grauen? Du bist's, der mir Hülfe schafft. Wenn dein Segen mich bedeckt, So ist nichts, das mich erschreckt. Meine Seele und mein Leben Sei dir, Vater, übergeben. 6. Leb' ich morgen: o so leite Meinen Gang auf deiner Bahn. Nimm dich dann, daß ich nicht gleis te, Mächtig meiner Schwachheit Mel. Nun ruhen alle Wälder ze. an. Gieb zu meiner Pilgerschaft 711. Befreit von Sorg' und Deinen Segen, deine Kraft, Fröh Kummer Ruht nun im süßen 27 9. Ich lebe dir und sterbe dir, Dein bin ich auch im Tod! Du, mein Erretter, bist bei mir, Und hilft aus aller Noth. 412 fieder für besondere Zeiten und Umstände. Schlummer Ein Theil der müden mich Erlösten, Herr, deinen Fries Welt. Du aber, mein Gemüthe, den trösten, Der ist des Lebens Erhebe Gottes Güte, Wie's deis bestes Gut. nem Schöpfer wohlgefällt. 2. Hinweg von unfern Grenzen Ist nun der Sonne Glänzen; Uns deckt die finstre Nacht. Es sei! wenn meine Wonne, Mein Jesus, gleich der Sonne, Mein Herz nur hell und heiter macht. 3. Wie jetzt in weiter Ferne Ein glänzend Heer der Sterne Den Himmel prachtig macht, So ist nach meinem Sterben Auch mir, als Gottes Erben, Der Glanz des Himmels zugedacht. 4. Wie ich mich jetzt entkleide, So werd' ich, wann ich scheide, Dies Kleid der Sterblichkeit Ausziehen, doch dagegen Wird Christus mir anlegen Das Kleid der Ehr' und Herrlichkeit. 5. Die Arbeit ist zu Ende; Es fei. ern Haupt und Hände; Preis, Herr, sei deiner Treu'! So werd' ich von Beschwerden, Vom Elend dieser Erden Am Abend meines Lebens frei. 6. Nun geht, ihr müden Glieder! Legt euch zur Ruhe nieder, Bis ihr vom Schlaf erwacht. Einst ruht von Müh' und Plage, Zum Aufer stehungstage, Ihr auch in's Grabes stiller Nacht. 7. Der Nachtruh' zu genießen, Will sich das Auge schließen; Mein Hüter wache du. Mit deinem Schuß umgeben, Werd' ich auch schlafend leben; Kein Unfall stört dann meine Ruh'. 8. Doch, was ist Ruh'der Müden, Wenn nicht in deinem Frieden Ihr Syers, o Jesu, ruht? Eaß denn auch 9. Sei auch der Schuß der Meis nen; Auch sie laß sein die Deinen, Und an dir haben Theil. O du, der Welt Gebieter, Sei aller Mens schen Hüter, Ihr höchstes Gut, ihr ew'ges Heil! Mel. Freu' dich sehr, o meine ic. 712. Herr, es ist von meinem Leben Wiederum ein Tag dahin. Könnt' ich mir doch Zeugniß geben, Daß ich ihn nach deinem Sinn Recht und nützlich zugebracht, Und zur Freude mir's gemacht, Die mir anbefohlnen Pflichten Tren' und emsig auszurichten. 2. Aber, kann ich dir, dem Zeu gen Deffen, was ich denk' und thu', Meine Fehler wohl verschweigen? O, sie alle sahest du! Ja, wie oft verging ich mich nicht auch heute wider dich! Wer kann's merken, wer kann zählen, Großer Gott! wie oft wir fehlen! 3. Hab', o Vater aller Gnaden, Habe noch mit mir Geduld! Heile meiner SeeleSchaden; Tilge meiner Sünden Schuld! Deine unumgrenz te Treu' Werd' auch diesen Abend neu, Daß ich künftig deinen Willen Beffer mög' als heut' erfüllen. 4. Heilige du mein Gemüthe, Daß mein Schlaf nicht fündlich sei; Steh' mit deiner großen Güte Auch in dieser Nacht mir bei; Nimm dich meines Hauses an; Wehre dem, was schaden kann, Daß ich morgen mit den meinen Keinen Unfall darf beweinen. 5. Laß mich dir zum Preis erwa Abendlieder. chen, Ewig dir gewidmet sein, Daß ich mich in allen Sachen Deiner Hütfe kann erfreun. Doch bestimmt dein Rath, o Gott, Heute noch für mich den Tod, Nun so nimm an meinem Ende Leib und Seel' in deine Hände. 413 3. Da wall' ich hin, da wartet mein Das Anschaun Gottes, oder Pein. Ach, Gott, mein Heil und mein Vertraun, Laß mich dein herrlichs Antlitz schaun! 4. Du träufelst auf die Müden Ruh', Und wann wir schlummern, wachest du; Doch wie viel Seelen wallen nicht Im Schlummer hin Mel. Werde munter mein Gem. c. 713. Sine' ich einft in jenen vor dein Gericht! Schlummer, Aus dem keiner hier erwacht, Fall' ich, nach so manchem Kummer, Todesruh', in deine Nacht: O dann schlaf ich anders ein: Weg aus dieses Lebens Pein, Eil' ich hin zu deren Hütten, Die vor dem auch standhaft litten. 2. Jest boff ich noch aufzuwachen Für das Leben dieser Zeit. Hilf mir doch mich fertig machen, Vater, zu der Ewigkeit, Daß ich als ein Wandrer sei Wacker, tugendhaft, und frei Von den Lüsten dieser Erde, Wann ich abgerufen werde. 3. Laß mich meine Tage zählen; Wie ein Strom verlaufen sie; Laß das beste Theil mich wähten, Daß ich, nach des Lebens Müh' Ruhe, Freude, Sicherheit, Wonne ew'ger Seligkeit Dort vor deinem Thron mag erben; Süß wird dann mir felbst das Eterben. 5. Wir sind nur wie ein Schlaf vor dir; Wie Graß, so blühn und welken wir; Du forderst uns vor dein Gericht; Vor dir besteht der Sünder nicht. 6. Verzeihe denn, nach deiner Huld, Auch mir, Erbarmer, meine Schuld; Schenk' mir an Jesu Christo Theil, Und deine Gnade sei mein Heil! 7. Gieb du die wahre Weisheit mir, Daß ich nichts fürchte außer dir, So schlaf' ich mit dem Troste ein: Ich sei im Tod und Leben dein. 8. Und fürchte nicht, von dir bes wacht, Des Todes Schlef, des Gras bes Nacht. Du, Gott, bist meine Zuversicht Und läß'st mich auch im Tode nicht. Miel. Herzliebßer Jesu, was ze. 715. Entflohen sind auch dies fes Tages Stunden, An dem wir noch des Lebens Glück empfunden. Mit frohem Dank will ich dich, Herr, Met. Die Seele Chrifii hell'ge 2c. 714. Wie ein Geschwätz, erheben, Durch den wir leben. Gott, verfließt Die Zeit, die mir geliehen ist; Sie rauscht vorbei, schnell wie ein Bach, Und dein Geticht, Gott, folgt ihr nach. 2. Des Lebens Müh' und Elend zu versüßen, Gabst du uns, Gott, viel Freuden zu genießen. Und welche Güter schenkst du unfern Seeten! Wer kann sie zählen? 2. Die Ewigkeit, die Ewigkeit Er. greift mich nach durchiebter Zeit, Ich sei alsdann auch was ich sei, Ein Sünder, oder Gort getreu. 3. Noch immer låßst du uns Era barmung finden; Du handelst nicht mit und nach unfern Sünden. Wir 27* * 72 414 Lieder für besondere Zeiten und Umstände. häufen Schuld auf Schuld; du läßft und leben, Und willst vergeben. 4. Wie unwerth sind wir, Vater, deiner Treue! Ach, unser Herz er. Fennt's voll Schaam und Reue! Du wollest es mit Trost und Ruh' erfüllen, Um Christi willen. 5. Uns wohlchun ist dein göttli ches Vergnügen; Dein Aufsehn schüßt uns, wenn wir hülflos liegen, UndTodten gleich, umhüllt von Fin sternissen, Von uns nichts wiffen. 6. War' dies für uns der letzte Tag auf Erden, Soll unser Schlaf ein Todesschiummer werden; Dann weckst du uns, die wir uns dir er geben, Zum ew'gen Leben. 7. So legen wir getrost zur Ruh' und nieder; Sehn wir erfreut die Morgensonne wieder, Dann preis sen wir mit heiterem Gemüthe, Gott, deine Güte. Mel. Ich dank' dir schon durch zc. 716. Wie schnell ist mir der Tag entflohn, Den ich durchlebet habe! Vollendet ist nun wieder schon Ein neuer Schritt zum Grabe. 2. Herr, lehre mich die Flucht der Zeit Mit stillem Ernst beden. ken, Wenn in des Lebens Eitelkeit Mein Herz sich will versenken. 3. Damit ich jeden Abend mich In Zukunft frommer finde, So tidte selbst, dies bitt' ich dich, In mir die Macht der Sünde. 4. Mit Glauben, der sich thátig weist, Schmück, Höchster, meine Seele, Und warne mich durch deinen Geist, So oft ich strauchelnd fehle. 5. Dir dank' ich, Bater, für die Huld, Die du mir heut' erwiesen. Du trägst mich Sünder mit Geduld, Sei hoch von mir gepriesen! 6. Sieh' ferner mich in Gnaden an; Vergieb mir meine Sünden, Und laß mich auf der Tugend Bahn, Der Seele Frieden finden. 7. Wenn meine matten Glieder nun Vom Schlaf gefeffelt liegen, So laß mich sanft und sicher ruhu, Erwachen mit Vergnügen. Mel. Nun ruhen alle Wälder: c. 717. Der alles weislich wen. det, Der Gott der Liebe, sender Auch nun die Nacht uns zu, Hüllt uns in stille Schatten, Erquicket dann die Matten, Im sichern Schlummer durch die Ruh'. 2. Der Herr versäumet Reinen. Der andern Welt zu scheinen Rief er der Sonne jetzt. Uns decken Finsternisse, Doch ohne Kümmernisse Ruhn wir, da seine Macht uns schützt. 3. In unermeßiner Ferne Erzäh len tausend Sterne Die Größe seis ner Macht. Fall', meine Seele, nieder, Erhebe froh dich wieder zu deinem Gott, der dich bewacht. 4. Er, der den Mond bereitet, Die Sterne zählt und leitet, Ist auch von mir nicht fern. Zu seines Himmels Höhe Blick ich empor und flehe; Denn meine Hülfe kommt vom Herrn. 5. Wer bin ich? Staub und Suns der; Doch, Vater aller Kinder, Auch mich begnadigst du. Wenn stillgeweinte Zähren Dir meine Reu' erklären, So ruft dein Sohn mir Gnade zu. 6. Mein Herz vergeffe nimmer Der Baterhuld, die immer Mich tråget, nie vergist, Und meine Zun 415 ge preise Den Höchsten, der so wei. se, So gütig, als allmächtig ist. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. Vor einen bösen schnellen Tod. Zur Beßrung und zur Frömmigkeit, Gieb, mein Erbarmer, mir noch Zeit. 6. Erhöre váterlich mein Flehn; 718. Herr, dessen Gnade alles Laß Gnade, Herr, vor Recht ergehn; Nicht schrecklich sei mir dein Gericht; Gedenke meiner Sünden nicht. schafft, Durch dich hab' ich mein Le ben. Gesundheit, Segen, Lust und Kraft Hast du mir heut' gegeben. Den ganzen Tag warst du mit mir; Mit froher Seele dank' ich dir. 7. Gern will ich jede Sünde fliehn; Dies ist mein Borsas, segne ihn. Von dir bewacht, entschlaf ich nun; Laß mich in sanfter Stille ruhn! Abendlieder. 2. Du hast mich heute väterlich Gespeiset und getränket, Behütet vor Gefahren mich, Zur Tugend Mel. Gott, du frommer ze. mich gelenket; zur Arbeit gabft 720. Der Tag ist wieder hin, du Kraft und Muth. Wie bist du doch, mein Gott, so gut! 3. Du, ewig guter Bater, du Wirst ferner für mich sorgen. Gieb meinem Leibe sanfte Ruh' Bis zu dem frohen Morgen. Wenn ich er wache, fang' ich dann Den neuen Tag mit Loben an. Und diesen Theil des Lebens, Wie hab' ich ihn verbracht? Verstrich er mir vergebens? Hab' ich mit allem Ernst Dem Guten nachge strebt? Hab' ich vielleicht nur mir, Nicht meiner Pflicht gelebt? 2. War's in der Furcht des Herrn, Daß ich ihn angefangen, Mit Dank und mit Gebet, Mit eifrigem Ver. langen, Als ein Geschöpf von Gott, Der Tugend mich zu weihn, Und züchtig und gerecht, Und Gottes Freund zu sein? Mel. Vor deinen Thron tret' ich zc. 719.3u so viel Tagen, die mir schon von meiner Prüfungszeit entflohn, Flieht schnell auch dieser, den ich heut' Durchlebt, ins Meer der Ewigkeit. 2. Gott, dem ich nichts verbergen kann, Der alles weiß, was ich gethan, Was ich geredet und gedacht, Weiß auch, wie ich ihn zugebracht. 3. O Seele, denk' an deine Pflicht; Versäume deine Beßrung nicht! Denn auch der kleinste Theil der Zeit Hat Einfluß auf die Ewigkeit. 4. Der Tod vollendet mich viel leicht, Eh' diese Nacht dem Morgen weicht, Und führet mich, wie ich hier bin, Vor Gott, vor meinen Richter hin. 5. Bewahre gnädig mich, mein Gott, 3. Hab' ich in dem Beruf, Den Gott mir angewiesen, Durch Eifer und durch Fleiß Ihn, diesen Gott, gepriesen? Mir und der Welt ge. nüßt, Und jeden Dienst gethan, Weil ihn der Herr gebot, Nicht, weil mich Menschen sahn? 4. Wie hab' ich diesen Tag Mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft Ein Blick auf Gott gerühret? Erfreut' ich mich des Herrn, Der unser Flehn bemerkt? Und hab' ich im Bertraun Auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht' ich bei dem Genuß Der Güter dieser Erden An den All Lieder für besondere Zeiten und Umstände. 416 machtigen, Durch den sie sind und werden? Verehrt' ich ihn im Staub'? Empfand ich feine Huld? Trug ich das Glück mit Dank, Den Unfall mit Geduld? 6. Und wie genoß mein Herz Des Umgangs süße Stunden? Fühlt' ich der Freundschaft Glück? Sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch sanft, Mein Scherz noch unschuldsvoll? Und hab ich nichts gered't, Das ich bereuen soll? 7. Hab' ich die Meinigen Durch Sorgfalt mir verpflichtet? durch mein Beispiel still Zum Gu ten unterrichtet? War zu des Mit. leids Pflicht Mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das andre traf, War dies mir angenehm? Sie 8. War mir der Fehltritt leid, So bald ich ihn begangen? Bestritt' ich auch in mir Ein unerlaubt Berlan gen? Und wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, Bin ich, vor ihm zu stehn, Auch willig und bereit? 9. Gott, der du alles weißst, Was könnt' ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch Die Schwachheit meis ner Seelen. Vergieb durch Christi Blut Mir die verletzte Pflicht; Vergieb, und gehe du Nicht mit mir in's Gericht! 10. Ja, du verzeihest dem, Den seine Sünden kränken; Du liebst Barm. herzigkeit, Und wirist auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du Der Wächter über mir; Leb' ich, so leb'ich dir, Sterb'ich, so sterb' ich dir! Abendlied für Leidende. Mel. Nun sich der Tag geendet u. 721.2uch diesen Tag hab' ich vollbracht Mit aller feiner Noth; Nur deiner Vaterlieb' und Macht Berdank' ich es, o Gott! 2. Wärst du nicht meines Lebens Kraft, Mein Retter und mein Heil, So würd' in meiner Pilgerschaft Rein Trost mir je zu Theil. 3. Ja, ohne dich, Allgütiger, Vers ging ich in der Noth; Von Freu digkeit und Hoffnung leer Wär ohne dich mein Tod. 4. Doch, welche Frende fühlt mein Herz! Du bist, du bleibst mein Gott! Dein Wort versüßt mir jeden Schmerz, Und lindert jede Noth. 5. Froh kann ich mich dem Schlaf vertraun; Auch schlafend bin ich dein. Vor keinem Unfall foll mir graun; Du wirkt mein Helfer fein. 6. Und sollt', o Vater, diese Nacht Des Leidens letzte sein: Wohl mir! dann ist mein Kauf vollbracht, Vollbracht des Lebens Pein. Abendlied am Schlusse der Woche. Mel. Wer nur den lieben Gott: c. 722. So wird die Woche denn beschloffen; Noch immer teb' ich, Gott, durch dich, Und mir ist nicht ein Tag verflossen, Du schüßtest, du beglücktest mich, Bewahrtest Sees le, Leib und Haus, Und halsst aus mancher Noth mir aus. 2. Was hab' ich dir dafür gegeben? Ein dankbar Herz? ein freudig Lob? Ein frommes, tugendvolles Leben, Das durch Gehorsam dich erhob? Mein Gott, ich sehe meine Schuld; Wie unwerth bin ich deiner Huld! 3. Wie unwerth bin ich deiner Treue! Ich fühl' es, tiefgebeugt vor dir. Verwirf nicht, Bater, meis ne Reue; Vergieb, um Jesu wil Lischlieder. 417 wandt, Der du von allem, was da ift, Der Schöpfer und Versorger bist. 3. Du hast auch uns bisher ge4. Soll ich noch länger auf der Ernährt, Was wir bedurften, uns ges de Dein Pilgrim sein, so hilf mir, währt, Und wirst es künftig nicht Herr, Daß meine Seele frómmer entziehn, Wenn wir voll Glaubens werde, mein Leben täglich heiliger, zu dir fliehn. Daß ich im Glauben fest und treu, lind eifrig im Gehorsam sei. 4. Laß uns zwar satt, doch mäßig sein, Uns deiner Gaben dankbar freun, Und nie vergeffen im Genuß, Daß auch der Arme leben muß. 5. Laß deinen guten Geist mich leiten; Laß, wie du forderst, stets durch ihn mich aller Lüste Reiz bes streiten, Mich der Verführer Wege flichn, Nicht achten auf den Ruf der Welt, Nur willig thun, was dir gefällt. len, mir, Und nimm mich Undank baren an, Den deine Huld nur retten kann. 6. Laß morgen mich dein Lob befingen, Und jeden Tag, den du mir giedit, Nur deinen Willen froh voll bringen mit allen Frommen, die du liebt. Einst führe mich zum Himmel ein; Da wird mein beßrer Sabbath sein. Tischlieder. Mel. Herr Jesu Christ, dich zc. 723. Du schenkst uns, Gott, se väterlich Jest Speis und Trank; wir preisen dich: Denn alles, was uns stärkt und nährt, Wird uns durch deine Huld gewährt. 2. Sieh', deine Gaben nehmen wir Mit Freuden, Bater, hin von dir; Olaß uns den Genuß gedeihn, Und dir dafür auch dankbar sein. Mel. Singen wir aus Herzensgr. ic. 725. Was den Leib erhält und nährt, hat uns unser Gott ge währt, Der uns alle Gaben reicht, Dem im Wohlthun keiner gleicht. Der die ganze weite Welt, Wie es seinem Rath gefällt, Durch sein Allmachtswort erhält. 2. Alles, alles, was ich seh' In den Gründen, auf der Höh', Was hoch in den Lüften schwebt, Was im tiefen Meere lebt, Hofft, Versorger, nur auf dich, Freuet deiner Gaben fich, Und du giebt sie mildiglich. 3. Ach, auch mich, auch mich ers freut Deiner Güte Mildigkeit! Du bist's, Varer, der mir schenkt, Was mich speiset, was mich tránkt; Reichlich schenkt und gern es thut, Und im Wohlthun niemals ruht. O wie bist du, Gott, so gut! 4. Dant, ach Gott, sei dir dafür, Milder Geber, daß du mir Våters lich auch jetzt beschert, Was mir Une terbalt gewährt, Daß ich auch mit frohem Sinn, Was du gnädig mir verliehn, zu genießen fähig bin. 5. Hilf, daß ich, beim Ueberfluß Deiner Gaben, im Genuß Niemals überhebe mich, Allzeit, Höchster, fürchte dich, Und wenn ich mich ih. Met. Vor deinen Thron tret': c. 724. Bater, Findlich beten wir Um unser täglich Brodt zu dir, Gieb's deinen Kindern, die du liebst, Und segne, was du huldreich giebst. 2. Thu' auf, Herr, deine milde Hand! Auf dich in Aller Blick ge, 418 Lieder für besondere Zeiten und Umstände. rer freu', Auch aus Menschenlieb Muth Und dort die Seligkeit. dabei Eingedenk des Armen sei. 6. So werd' ich zu deiner Ehr', Wie du mir befiehlst, o Herr, Froh genießen, was du mir Gnädig haft verlichen hier, Und mich hoffnungs voll erfreun, Daß auch künftig du allein Werdest mein Versorger sein. Mel. Mein Herz ermuntre dich zc. 726. Gott, von dem wir als les haben, Wir preifen, wir erheben dich. Du überschüttest uns mit Gas ben; Du sorgt für uns so väterlich; Dein Segen macht uns alle reich; Herr, was ist deiner Güte gleich? 4. Laß uns denn deiner nicht ver. geffen, Wann wir uns deiner Gaben freun. Laß, wann wir trinken, wann wir essen, Uns theuer deine Gûte sein. Dir sei für Speise, sei für Trant, Für alles Gute Preis und Dank! 2. Laß nie gefühllos uns, Wie gut du bist, verkennen; Von wahrer Dankbarkeit Laß unser Herz ents brennen! Mach' uns gehorsam dir; Mach' im Beruf uns treu, Daß als les unser Thun Dir wohlgefällig fei. Mel. Nun danket alle Gott zc. 727. Wir danken freudig dir Für alle deine Gaben, Die wir, o Vas ter, jetzt Von dir empfangen haben. Gesundheit giebst du uns, Und Nah. rung die erfreut, Hier einen frohen 3. Wenn deine Huld uns schon Auf Erden so beglücket: Was wird es sein, wann uns Dein Himmel einst entzücket? Führ' uns dahin, um dort Dich mehr noch zu er höhn, Von deiner Baterhuld Mehr Proben noch zu sehn. Erndte: Lieder. 2. Wer kann die Kreaturen zäh Mel. Es ist das Heil uns 2. len, Die deine milde Hand ernährt? 728. Es baut, o Gott, auf Die Gaben, die uns noth sind, feh. len Dem nie, der kindlich sie begehrt. Die Erde giebe, auf dein Ge bot, Uns allen unser täglich Brodt, 3. Du sorgt für alle deine Kinder, Nicht für die Frommer nur allein; Du, Bater, segneft selbst die Sün der Durch Regen und durch Son nenschein. Verkennen wir gleich deine Huld, So schonst du doch und hast Geduld. Saat: und Saat: und dein Geheiß Der Menschen Hand die Erde, Voll Hoffnung, daß nun auch ihr Fleiß Von dir gesegnet werde. Auf dein Versprechen traus en sie: Du sollst dein Brodt bei Fleiß und Müh' Bis an dein Ende essen. 2. Noch immer traf dies Wort uns ein; Gieb ferner deinen Segen, Daß Saat und Pflanzen wohl ge deihn; Gieb Sonnenschein und Res gen. Denn ohne deine Gegenshand Bringt selbst ein wohlgebautes Land Nicht, was es bringen könnte. 3. Umsonst ist aller Menschen Müh' Im Pflanzen und Begießen; Läß'st du vom Himmel nicht auf sie Des Segens Stróme fließen. Nur du regierst den Wittrungslauf; Durch dich wächit jede Pflanze auf, Durch dich nur bringt sie Früchte. 4. So króne denn mit Fruchtbar, keit Das Land nach deiner Gute; Und wenn die Aussaat nun gedeiht, O Bater, dann verhüte, Daß Frost und Sturm und Hagelschlag Sie Saat: und Erndtelieder. nicht zerstörend treffen mag, Nicht Fluth sie überschwemme. 5. Wir traun auf dich, wohlthât', ger Gott! Dich lassen wir nur walten. Du kennst am besten unsre Noth, Haft lange Haus gehalten. So wirst du denn, zu deinem Ruhm, Auch uns in deinem Eigenthum Noch fernerhin versorgen. Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. 729. Unfre Aussaat fegne, Gott, Daß sie ruh' im Schooß der Erde, Keim' und unser täglich Brodt Unter deiner Aufsicht werde. Ja wir traun dir, Gott der Gnas den; Du behütest sie vor Schaden. 2. Einfach wird sie ausgestreut, 4. Die Anger stehn voll Schaaf Vielfach giebst du sie uns wieder; umher; Vom Korne stehn die Aus Und dann singt die Dankbarkeit' Dir voll Freuden ihre Lieder, Weiht fich, Schöpfer, dir zum Ruhme, Ganz zu deinem Eigenthume. 3. Ja, dies hoffen wir zu dir; Du, du hörst Gebet und Flehen, Giebst uns, was wir brauchen hier, Und auch mehr, als wir verstehen. Gieb en So reich betaden, dicht und schwer, So weit die Blicke schauen; Dir fingt der Landmann hocher. freut; Erhalter, deiner Gütigkeit Lobsingen wir auch fröhlich. es, bis wir einst dort oben Dich das für vollkommner loben. 419 Reichthum groß. Preis dir, du milder Geber! 2. Dein Brunn erquickt sie früh und spät; Ein jeder Grashalm zeus get Von dir, durch den die Frucht geråth, Und Steim und Aehre steis get. Wenn Furch' und Fluren sich erneun, So giebst du Wachsthum und Gedeihn zu unsrer Saat und Mühe. 4. Dann sehn wir im hellern Licht Noch mehr Wunder deiner Güte; Leiden stören weiter nicht Das lob, singende Gemüthe, Und vor dei nem Angesichte Erndten wir noch beßre Früchte. Mel. Allein Gott in der Höh' zc. 730. So bald, o Gott, der Tag erwacht, Erfreust du, was da lebet; Du bist's, Erhalter, deffen Macht Uns nährt, uns trägt und hebet; Du wafferst unsrer Erde Schooß, So wächst der Felder 3. Du krónst mit gabenvoller Hand, Herr, alle Jahreszeiten, Sie träufelt auf das ganze Land Des Segens Fettigkeiten. Es trieft durch ihren milden Guß Die Wüste selbst vom Ueberfluß, Und Freude schmückt die Hügel. Mel. Mein Herz ermuntre dich zc. 731. Wir fingen, Herr, von deinen Segen, Wiewol sie nicht zu zählen sind. Du giebst uns Son nenschein und Regen, Frost, Hibe, Donner, Thau und Wind; So blüht und reifet unsre Saat Nach deinem wundervollen Rath. 2. Der Himmel trâufelt lauter Güte; Die Erd' ist deiner Schäße voll, Damit ein achtsames Gemüs the Dich finden und bewundern soll, Dich, der durch seine weise Macht Das alles hat hervorgebracht. 3. So sei die Liebe denn gepries sen, Gepriesen sei die Wunderkraft, Die auf den Feldern, auf den Wies sen Den Erdbewohnern Nahrung Lieder für besondere Seiten und Umstände. 420 schafft. Du nähreft uns, wir wer. den fatt; Du giebst, daß man noch übrig hat. 4. Du schüttest deines Segens Fülle Herab, die wir doch nicht vers dient. Es ist allein dein guter Wil. le, Daß Feld und Au', und Garten grúnt, Und uns, sind wir es gleich nicht werth, Die Frucht der Erde reichlich náhrt. Aehre, die vom Segen sinkt, Ist sein. Gott krönt das Jahr. 4. Ja, Hóchsler, wir verehren dich Mit kindlich frohem Dank; Du náhrit uns, und giebst mildiglich Auch mehr als Speis und Trank. 5. Fried' und Gesundheit, Kraft, Gedeihn zu unsrer Hände Fleiß, Auch das giebst du, und dir allein Gebührt dafür der Preis. 6. Laß deines Segens Ueberfluß Uns nun auch nüßlich sein, Und hilf uns, daß wir beim Genuß Uns deffen måßig freun. 7. Vermehr' in uns die Zuver. sicht, Dir ewig zu vertraun, Bis wir dereinst in deinem Licht Des Glaubens Erndte schaun. 5. Bewahre ferner unfre Saaten Und unfre Häufer, Haab und Gut; Bewahre uns vor Missethaten, Bor Wollust, Geiz und Ulebermuth, Weil sonst im reichsten Ueberfluß Die Seele doch verderben muß. 6. Ja, wenn wir, Bater, dein vergessen, Der du so liebreich an uns denkst, So muß der Fluch den Ses gen freffen, mit dem du Feld und In voriger Melodie. Haus beschenkst. Wird auch der 733. Wie ist des Höchsten Borrath nicht zerstreut, So man, gelt doch Zufriedenheit. Huld so groß! Von seinem Gegen schwer, Entlastet sich der Erde. Schooß. Bringt Preis und Ruhm ihm her! 7. So wollen wir denn hier auf Erden, Des Guten Saamen aus zustreun, Nie múde, nie verdroffen werden, Und uns vielmehr der Erndte freun, Die einst, nach die fer Zeit der Saat, Dein Rath für uns ersehen hat. 2. Schon mäht der Landmann freudenvoll Der Felder Segen ab, Dem Segen, der uns nähren soll, Und den sein Gott ihm gab. 3. Wie mild und gütig ist doch Gott! Lobsingt, lobsingt dem Herrn; Er giebt uns täglich unser Brodt, 732. Gott forgt für uns! Giebt mehr noch, und so gern. Mel. Ich finge dir mit Herz: c. O fingt ihm Dank, Ihr Christen singt ihm gern! Vom Aufgang bis zum Niedergang Trägt uns die Huld des Herrn. 4. Sein Segensquell versieget nie; Er fließt von Jahr zu Jahr: So reich bleibt seine Huld, als sie Schon seit der Schöpfung war! 2. Vom Menschen bis zum kleinsten Wurm Reicht seine Gnad' und Macht; Im Sonnenschein, so wie Im Sturm Ist er auf Heil bedacht. 3. Mit frohgerührter Seele bringt Ein Herz voll Dank ihm dar! Die 5. O freut euch seiner Mildig. keit! Wer ist, wie er, so gut? Er, der uns stets von Zeit zu Zeit So reichlich Gutes thut, 6. Genießt mit froher Dankbar. keit Den Segen eures Herrn Und Saat: und Erndtelieder. wenn ihr seiner Huld euch freut, Co gebt, wie er, auch gern. 7. Kein Armer darb', er seufze nie: Ach! mir nur mangelt Brodt; Erquickt und unterstüzet sie mit Freuden in der Noth. 8. Ein solcher Dank gefällt Gott wohl Und er verheißt, daß euch Nie Saat und Erndte fehlen soll; Denn er ist ewig reich. 9. Einst führet er uns väterlich, Uns ewig zu erfreun, Wenn wir ihm folgen, auch zu sich In seinen Himmel ein. Die wir gesammelt haben. 2. Aus seinem Ueberflusse, Zum freudigen Genuffe, Hat er uns was zum Leben Uns nöthig ist, gegeben. 3. Die Scheuern sind voll Segen; Denn er gab Thau und Reaen, Der Frucht, der wir uns freuen, Schuß, Wachsthum und Gedeihen. Miel. Nun laßt uns Gott, dem c. 734. Kommt, laßt und Gott lobsingen, Und Preis und Dank ihm bringen, Für seiner Erndte Gaben, 735. Herr, unser Gott, wir Mel. Here Jesu Christ, dich zc. danken dir! Herr, unser Gott, dich loben wir! O sieh', wir alle beten an Für das, was du an uns gethan. 2. Auch dieses Jahr hat unser Land Gesegnet deine Baterhand. Der Saame, den wir streuen hin, Schoß auf, ward herrlicher Gewinn. 3. Du, der du Saat und Erndte giebst, Du zeigft, wie herzlich du uns liebst. Was lebt und webt und Odem hat, Wird, Vater, durch dich froh und satt. 4. Preis, Herr, fei deiner Milde, Daß Auen und Gefilde, Was wir gefäet haben, So reichlich wieder gaben. 5. Preis sei dir, unserm Retter! Oft drohten Sturm und Wetter Den Untergang der Saaten; Und doch sind sie gerathen. 421 8. Rühr'uns, durch deine Gnade, Gern auf der Tugend Pfade Zu gehn, daß deiner Treue Stets unfer Herz sich freue! 9. Du lässt uns reichlich erndten; O daß wir dankvoll lernten, Dir ähnlich, uns der Armen Mitleidig zu erbarmen. 10. Wenn wir die gern erquicken, Die Noth und Mangel drücken, So wirkt du, was zum Leben Uns noth it, fernor geben. 6. Sie sprosten auf und grünten, Ob wirs gleich nicht verdienten, Und schmückten die Gefilde Durch deine Vatermilde. 7. Wie bist du, Gott, so gútig, So huldreich und langmüthig! Du schaffst, daß stets die Erde Verjüngt und fruchtbar werde. 11. Hoch feist du stets erhoben, Bis wir, dich dort zu loben, Ges bracht in deine Scheuern, Ein ewig Fest dir feiern. 4. Gieb uns ein Herz voll Dank barkeit, Ein Herz, daß jede Sünde scheut, Ein weifes Herz, das nie vergißt Die Erndte, die noch künfs tig ist. Miel. Mein Herz, ermuntre dich ze. 736. daß doch bei der reis chen Erndte, Womit du, Höchster, uns erfreuft, Ein jeder froh empfins den lernte, Wie reich du uns zu fegnen feift, Wie gern du unfern 422 Lieder für besondere Zeiten und Umstände. Mangel stillst, Und uns mit Speif und Freud' erfüllst. 2. Du siehst es gern, wenn deiner Güte, O Vater, unser Herz sich freut, Und ein erkenntliches Ge müthe Auch das, was du für diese Zeit Uns zur Erquickung haft bestimmt, Mit Dank aus deinen Händen nimmt. 3. So kommt denn, Gottes Huld zu feiern; Kommt, Christen, laßt uns feiner freun, Und bei den an gefüllten Scheuern Dem Herrn der Erndte dankbar sein. Ihm, der uns stets Versorger war, Bringt neuen Dank zum Opfer dar. 4. Nimm gnädig an das Lob der Liebe, Daß unser Herz dir, Vater, weiht. Dein Segen mehr' in uns die Triebe zum that'gen Dank, zur Folgfamkeit, Daß Preis für deine Batertreu' Auch unser gan. zes Leben sei. 5. Du nåhrest uns bloß aus Erbarmen: Dies treib' auch uns zum Wohlthun an. Nun sei auch gern ein Trost der Armen, Wer ihren Manget stillen kann. Herr, der du aller Vater bist, Gieb jedem, was ihm nützlich ist. 6. Thur' deine milden Segenshånde, Uns zu erquicken, ferner auf; Versorg' und bis an unser Ende, Und mach' in unserm Lebenslauf Uns dir im Kleinsten auch getreu, Daß einst uns größres Glück erfreu'. 7. Bewahr' und den geschenkten Segen; Gieb, daß uns sein Genuß gedeih', Und unser Herz auch seinets megen Dir dankbar und ergeben sei. Du, der uns täglich nährt und speist, Erquicf auch ewig unfern Geist. Mel. Was Gott thut, das ist: c. 737. Preist, Christen, mit Zu friedenheit, Preift Gott, den Herrn der Erndte, Daß sich nicht ganz die Fruchtbarkeit Von Au' und Feld entfernte. Noch stets erhält Er seis ne Welt; Was nöthig ist zum Les ben, Will er uns alles geben. 2. Er ist der Herr; in seiner Hand Ist, was die Erde bringet. So sehr auch Menschenfleiß das Land Baut, pfleget und es dünget, Kommt doch allein Von ihm Gedeihn. Nur er, er läßt die Saaten Blühn, reis fen und gerathen. 3. Oft sehn wir froh in Hoffnung schon Der reichsten Erndt' entgegen, Und plötzlich ist er uns entflohn, Der uns gezeigte Segen. Gott nimmt und giebt, Was ihm bes liebt, Daß er als Herr der Erde Von uns verehret werde. 4. Beigt auch gleich nicht so sicht. bar sich Der Reichthum seiner Ga ben, So giebt er uns doch sicherlich So viel wir nöthig haben, Ist stets bedacht, Voll Gnad' und Macht, Die Seinen zu erhalten, Die ihn nur laffen walten. 5. Und o was ist's für ein Ges winn, An dem sich gnügen laffen, Was da ist, und mit heiterm Sinn Das feste Butraun faffen, Daß, der die Welt Regiert und hält, Auch und, so lang' wir leben, Was nó. thig ist wird geben! 6. Ja, Höchster, wir verehren dich In allen deinen Wegen, Und crauen unveränderlich Auf deinen milden Segen. Auch unser Brodt Wirst du uns, Gott, Von Zeit zu Zeit gewäh ren, Wenn wir dich findlich ehren. Lieder bei verschiedener Witterung. 423 7. Wir beten demuthsvoll dich 9. Es ehre mit Zufriedenheit Auch an, Der alles weislich füget, Deß hier dein weises Fügen Und laffe Vorsicht niemals irren kann, Deß nie von Alengstlichkeit Und Unmuth Wohlthun niemals trüget. Froh sich besiegen. danken wir, Erhalter, dir, Und preifen deine Güte Mit gnügsamen Gemüthe. 10. Was immer auch für Wittrung ist, So halt' es daran feste: Was des Allweisen Rath beschließt, It allezeit das Beste. Lieder bei verschiedener Wit. terung. Gebet um Regen. Mel. Ich dank' dir schon durch zc. Mel. Wenn wir in höchsten: c. 738. Du Herr und Schöpfer 739. In unserm Kummer kom. der Natur, Der du an allen Enden Regierest, du hast einzig nur Den Wittrungslauf in Händen. men wirGebeugt, doch voll Vertraun zu dir; Wir rufen dich im Himmel an, Daß er für uns werd' aufgethan. 2. Die Felder sind ein durres Land, Von langer Hiße wie verbrannt, Und sie verdorren immer mehr; Send' einen milden Regen her. 2. Du ordnest ihn, wie dirs ge fällt, Damit auf deiner Erde, Was ihr die Fruchtbarkeit erhält, Dadurch verbreitet werde. 3. Dein ist der Tag; dein ist die Nacht; Dein sind des Jahres Zeiten; Dein, was das Land voll Früch. te macht, Uns Nahrung zu bereiten. 4. Du sendest aus des Himmels Hóh' Uns Sonnenschein und Regen, Und Thau und Nebel, Reif und Schnee; Und alles uns zum Segen. 5. Du ruft demDonner, rufst dem Wind, Die Dünfte zu zerstreuen, Die den Geschöpfen Hindrung sind, Hienieden zu gedeihen. 6. Oft brauchst du zwar als Die ner sie, Die Fluren zu verheeren; Jedoch auch dann läß'st du uns nie, Gott, deine Hülf' entbehren. 7. Auch irdischen Verlust weisst du Zum höhern Glück zu lenken, Und uns nach Kummer wieder Ruh' Nach Thränen Lust zu schenken. 8. du, der mit allgüt'ger Hand Den Wittrungslauf regieret, Dir bringe jedes Volk and Land Den Preis, der dir gebühret: 3. Besorgt und mit gebeugtem Haupt, Der Hoffnung und des Trosts beraubt, Schaun wir das Feld, und sind betrübt, Weil es uns sein Gewächs nicht giebt. 4. Entkräftet steht fast alles da, Dem gånzlichen Verderben nah'. Die Hoffnung, die das Feld uns gab, Nimmt jeden Tag zusehends ab. 5. Erbarme, Herr, dich unfrer Noth; Nimm uns nicht unser täg lich Brodt; Hilf uns im Elend; du allein KannstHelfer underretter sein. 6. Du giebst gewiß zu rechter Zeit Den Regen, der das Land erfreut, Der die gedörrte Erde tránkt, Und sich in ihre Tiefen senkt. 7. Dir wollen wir, Herr, dankbar fein, Und dir nur unser Leben weihn. Tröst uns, o Herr, verlaß uns nicht, Und stark uns selbst zu jeder Pflicht. Mer. Gott des Himmels und ic. 740. Gott, von großer Macht 424 tieder für besondere Seiten und Umstände. und Güte! Deinen Segen suchen wir mit geangitetem Gemüthe Schauen wir empor zu dir. Du, du weißt, was uns gebricht; Unser Trost, verlaß uns nicht. 2. Längst schon lechzt am Sonnenlichte Unser Erdreich, dürr' wie Sand, Und es schmachten alleFrüch te In dem säfteleeren Land. Schreck, lich droht uns ihr Verlust; Sorge nagt an unsrer Brust. 3. O, erhalt' uns deinen Segen, Treuer, liebevoller Gott! Gieb uns einen milden Regen, Und verkürz' uns unsre Noth. Doch wir trauen dir es zu: Was uns gut ist, fügest du. 4. Stärke du uns dies Vertrauen: Unser Wohl versäumst du nicht. Auf dich, Gnadenvoller, bauen Wir die feste Zuversicht: Du, der helfen will und kann, Nimmst dich unsrer gnådig an. Kraft, daß wir in alle Ewigkeiten Dein Lob verbreiten. Gebet um Sonnenschein. Mel. Wo Gott der Herr nicht: c. 742. Gort, du kannst den Himmel ganz Mit Wolken übers ziehen; Doch müssen vor der Sonne Glanz Sie, wenn du willst, ents fliehen. Laß doch, du liebst ja une fer Glück, Laß doch der Sonne fros hen Blick Uns wiederum erfreuen. 2. Die Felder trauern weit und breit: Die Früchte leiden Schaden; Sie sind von vieler Feuchtigkeit Ers tránkt und überladen. Dein Segen, den du uns gezeigt, Der sich betrübt zur Erde neigt, Scheint dem Vers derben nahe. 3. Wer hilft uns hier? O Gott, wir sehn Auf dich bei diesen Plagen. Du thuft weit mehr, als wir vers stehn Und wir zu bitten wagen. Du, der s mit uns aufs beste meint, Kannst leicht, was uns Verderben Dank für Regen. Miel. Herzliebster Jesu, was ic. 741. Herr, unfer Herrscher, scheint, In Wohlchar uns verkehren. freudig sei gepriesen! Groß ist die Hülfe, die du uns erwiesen. Wir fleheten zu dir, Gott, reich an Se. gen, Um milden Regen. 2. Er fällt herab: bald wird auf dürrer Erden Die matte Frucht durch ihn erquicket werden. Du willst, daß unsre hoffnungsvolle Saaten Uns wohl gerathen. 4. Herr, thue, was dir wohlge fällt; Erquick' auch, uns zur Wonne, Das schon so lang durchnäßte Feld Durch heitern Schein der Sonne. Doch findest du es uns nicht gut, So stirk, Allweiser, uns den Much, Auch diese Noch zu tragen. Dank dafür. 3. So weit nur, Höchster, deine Himmet reichen, Bertheilst du ficht. Mel. Gott des Himmels und: c. bar deiner Liebe Zeichen; Laß jetzt 743. Lieblich cheint die Son dein Wohlthun, das wir deutlich spüren, Uns kräftig rühren. 4. Daß auch das Herz erweicht dir Ehre bringe, Und unser Mund dir freudig, Gott, lobfinge, Gieb ne wieder An dem heitern Firmas ment. Sanft erquickend strahlt sie nieder Auf die Frucht, die Gott uns gönnt. Sehet, wie sie neu beleb: Wieder sich so schön erhebt. Lieder bei verschiedener Witterung. 425 2. Mit erkenntlichem Gomüthe Wer unter deinem Fittig wohnt, Laßt und in ihm fröhlich sein, Jhm, Der beut Gefahren Truß. dem Vater, reich an Güte, Ewig unsre Liebe weihn. Er, der lieb, reich uns ernährt, Ist ja dieses Opfers werth. 7. D breit' ihn, Vater, breit if a aus! Bewahre unser Feld Und unfre Brüder und dies Haus! Du bist ja Herr der Welt. 3. Werch ist er, daß wir ihn ehren Und befolgen sein Gebot, Boll Ver traun zu ihm uns kehren, wenn uns eine Trubsal droht; Werth, daß, ohne Heuchelei Unser Hers fein eigen fei. 4. Ja, dir, Leben aller Leben, Als ler Kräfte ew'ge Kraft! Dirsei uns fer Herz ergeben; Du bist's, der uns Segen schafft; Ewig müsfest du als lein Unser Ruhm und Tróster sein. Beim Gewitter. Mel. Nun sich der Tag geendet: c. 744. Der hohe Himmel dun kelt sich: Ein Wetter Gottes draut: Ich bebe nicht; ich freue mich, Gott, deiner Herrlichkeit. 2. Du zürnest, wenn du donnerst, nicht; Wohlthätig bleibst du Freund; Drum sei auch dann mein Angesicht Froh, wann dein Blik erscheint. 3. Dem Sünder nur, der dich nicht kennt, Dem bist du fürchterlich; Dem aber, der dich Bater nennt, Zeigst du als Bater dich. 4. Gut ist für uns der Sonne Licht, Gut für uns Tag und Nacht, Auch gut dein Bliß, der Wolken briche Mit majestát'scher Pracht.. 5. Du reinight durch den Blitz die Luft; Dein Regen kühlt die Saar; Ein frischer balsamvoller Duft Stárkt, was geschmachtet hat. 6. Du kannst wol tödten; doch es schont Viel tausende dein Schuß. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. 745. Kommt, laßt uns Gott und seine Größ' erheben; Ihm Preis und Ruhm, auch wenn er donnert, geben, Wenn seine Blikte auch die Erd' erschüttern, Nicht heidnisch zittern; 2. Nicht wähnen, daß wir nur erbeben sollen, Wo Donner unter seinem Throne rollen, Und daß, wo Blitze flammen, da zur Rache Sein Zorn erwache. 3. Sie zeugen, Gott, wie alle deis ne Werke, Von deiner Weisheit, deiner Huld und Stärke. Gleich herrlich ist im Sturm und in der Stille Dein Rath und Wille. 4. Von dieser Ehrfurcht, Herr, vor dir durchdrungen, Sehn wir in der Natur Erschütterungen Auch Güte, die sie schmücket und beles bet, Selbst wann sie bebet. 5. Fruchtbarer wird sie dann, gleich deinen Frommen, Die hier zur Lautrung oft in Trubsal kommen; Sie leiden, durch Geduld in edlen Werken Sich mehr zu stärken. 6. Dann reifen fröhlicher der Tu gend Saaten zu mannichfaltigern und schönern Thatens Sie werden, wenn die Trübfal sie bewährer, nur mehr verkläret. 7. So strahlt, wenn Donner die Natur erschüttern, In größrer Schönheit sie nach Ungewittern; 426 Lieder für besondere Zeiten und Umstände. Als schmückte sie nun eine neue Sonne mit neuer Wonne. 8. Verderbenvolle Dünft' ent fliehn, und Seuchen, Die uns und unsern Heerden drohn, entweichen; Auch athmen wir, von leichtrer Luft umgeben, Mehr Kraft, mehr Leben. 9. Wie sollten wir, wenn deine Donner rollen, Allgut'ger! dich nicht loben? Ja, wir wollen Laut preisen dich für alle deine Werke, Dich, Gott, der Stärke. Mel. Mein Jesu, dem die zc. 746. Der Machtige, der Herr der Götter, Vor dem der Engel nie derfällt, Gott, redet donnernd aus dem Wetter, Und ruft voll Majestät der Welt. Anbetend sinkt der ErdFreis nieder; Der Wald ertönt; es bebt die Flur, Und Blike sagen's Blitzen wieder: Uns lenkt der Herrscher der Natur. 2. Auch dich laß seine Stimme rühren; Sei ganz Empfindung, mein Herz! Den Dank, das Lob, die ihm gebühren, Entweihe kein unheil'ger Scherz! Auch Donner rufen Gottes Kindern von ihrem Vater Segen zu; Sie rufen schonend sichern Sündern, Und ihren Ruf verstehst auch du. 3. Verstumme, freches Heer der Spotter! Furcht und Verzweiflung warten dein. Der Herr ist Gott! es sage's das Wetter; Die Welt, die ganze Welt ist sein. Ihr hebt? Elende! wollt ihr fliehen? Kein Drt schützt euch und euren Spott; Nichts kann dem Mächt'gen euch entziehen. Er kennt, er straft euch; er ft Gott. Mel. Ich finge dir mit Herz 26. 747. Vor deines Gottes Majestät Erzittre nicht, o Christ, Wenn er in Donnerwolken geht, Und um sich Bliße schießt! 2. Des Donners König ist dein Freund. Wenn er dich schnell ents rückt, So weißst du, daß er's gnädig meint, Und ewig dich entzückt. 3. Wer Gott bei stillem Himmel ehrt, Singt ihm auch froh ein Lied, Wann er auf schwarzen Wolken fährt, Steht, wenn der Sünder flieht. 4. Umsonst verbirgt der Frevler fich; Wer kann dem Herrn entfliehn? Ihn schlug' der Blik, wohin er wich; Im Dunkeln tråf er ihn. 5. Drum flieh', o Sünder, fliehe nicht, Nach deinem blinden Wahn, Vor deines Schöpfers Angesicht, Das stets dich finden kann. 6. Du zitterst vor des Donners Streich, Und schlägst an deine Brust; Doch nach dem Wetter eilst du gleich Zurück nach deiner Lust. 7. O Sünder, wenn du Gnad' er Langst, So danke deinem Gott; Vers giß, vergiß nicht deiner Angst, Und hûte dich vor Spott! 8. Gott ist barmherzig und ver schont; Doch ewig schont er nicht. Er ist gerecht; der Richter lohut Dem Sünder mit Gericht! 9. Was gegen jenen großen Tag Ist dieser Donner? nichts! Behn tausend Wetter sind Ein Schlag Vom Wetter des Gerichts. Nach dem Gewitter. Mel. Mein Herz ermuntre dich 2. 748. Wie gnädig ist des Höchsten Wille! Der Donner Lieder an öffentlichen Bußtagen. 427 der Zuversicht! Berstoß, verstoß uns Arme nicht, Ach laß uns vor dir les ben! Sich, unfreSeelen suchen dich. Osprich von deinem Himmel, sprich: Die Schuld sei euch vergeben! Lang' gingen wir des Irrthums Bahn; Wir kehren um; ach nimm uns an! Bergieb, o du, der gern vergiebt, Das Unrecht, welches wir verübt. Herr! Richter! Gott! Sei gnådig uns, sei unser Gott, Durch Jesu Christi Mittlertod! 2. Von dir, ach: dies ist unser Schmerz, Von dir wich unser stols zes Herz, Von dir, dem Quell des Lebens. Du riefft so väterlich uns zu: Bei mir sucht für die Seele Ruh'; Doch ach! du riefst vergebens. Der Sünde Reis, der Welt Ges winn Riß uns zu Misfechaten hin. Weh' uns! weh' uns! nun fühlen wir: Kein Trost, kein Heil ist außer dir. Ach, nichts enthält Der Himmel, nichts die ganze Welt, Was unser Herz zufrieden stellt. 3. Nur du, Gott, bist das höchste Gut; Du giebst und Freudigkeit und Much Im Leben und im Sterben. Ach, warum wichen wir von dir? Wir konnten leben; aber wir, Wir wählten das Berderben, Dem Abgrund nahe, der uns droht, Flehn wir: errett' uns, Herr, vom Tod'. Sich' unsre ganze Seele fleht; Sprich nicht im Grimm: es ist zu spåt. Durch Jefum Christ, Der aller Sünder Heiland ist, Ver. schon' uns; gieb zur Buße Frift! 4. Sieh'; hier vor deinem Anges sicht Geloben wir, Herr, unfre Pflicht Dir feierlich aufs neuе. Beim Tode Jefu schwören wir Dir' Met. Herzlich lieb hab' ich dich zc. 749. Herr, Herr, der Sün- unsre Liebe, schwören dir Den theu. 28 schweigt, die Blike fliehn! Bald schmückt bei angenehmer StilleDer Sonne Glanz das feuchte Grün. Erhebe deinen Lobgefang, D meine Seel', und opfre Dank. 2. Ja, preise dankbar den Errets ter, Der seine große Kraft bewies; Den starken Gott, der sich im Wets ter So majestätisch hören ließ; Der felbst des Blihes Strahlen lenkt Und dann auch gnädig an uns denkt. 3. Nimm mit Verwundrung seis ne Gute Auch selbst im Ungewitter wahr; Dem still nachforschenden Gemüthe Stellt sich auch hier ihr Schauplak dar; Zum Besten jeder Kreatur, Bemerkt man ihres Se gens Spur. 4. Wenn bei erhißter Dünste Glühen, Die matten Menschen sammt dem Vieh Den Odem schwer und Feuchend ziehen, Wie froh, wie munter werden sie, Wenn in die ängstlich schwüle Luft Der Donner kühle Winde ruft! 5. Wie schnell erhebt sich das Ges traide, Getränket durch den Regenguß! Und wie vergnügt betritt die Weide Der neu belebten ThiereFuß! Der muntern Vögel lautes Chor Drángt sich mit neuer Lust hervor. 6. Gott, welchen tausendfachen Segen Bringt uns der Donner dei ner Hand! Mit ihm strömt frucht. erfüllter Regen, Er strömt und tránkt das dürre Land. Dir wird, wenn auch der Frevler zagt, Vom Christen freudig Dank gesagt. Lieder an öffentlichen Buß tagen. 428 Lieder für besondere Zeiten und Umstände. ren Bund der Treue. Hilf du selbst unfrer Schwachheit auf, Daß wir in unserm Pilgerlauf Uns ganz zu deinem Dienste weihn, Und stand haft bis zum Tode sein. Herr, dein sind wir! Nicht Lust, noch Schmerz trenn' uns von dir: Dir leben und dir sterben wir! Mel. Wer nur den leben Gott zc. 750. Hier ier liegen wir zu deis nen Füßen, O Gott der Langmuth und Geduld! Vor dir verklagt uns das Gewissen Und zeuget laut von unfrer Schuld. Sei gnådig uns, und im Gericht Verwirf, verwirf uns Arme nicht! 2. Ach! wolltest du, Herr, mit und rechten, VorScham verstum. men müßten wir. Wo ist, wo ist von deinen Knechten Auch einer nur gerecht vor dir? Vor deinem Blick, o Heiligster, Verhüllt sich auch der Engel Heer. 3. Drum, Herr, bekennen wir im Staube Dir unsrer Uebertretung Schuld. Du bist gerecht, doch un. fer Glaube Bertraut auf deine Ba terhuld, Die dem, der zu dir, wies derkehrt, Begnadigung und Trost gewährt. 4. Auch uns hast du in deinem Sohne Heil und Errettung vorges stellt; Eröffnet ist zum Gnadenthrone Durch ihn der Weg der Sünder welt. Mit Freudigkeit nahn wir hinzu, Und finden für die Seele Ruh'. 5. Für uns ist, Herr, fein Biut geflossen, Das er zum Opfer dir ges weiht; Dies theure Blut, für uns vergoffen, Ruft zu dir um Barm herzigkeit. Hor' diese Stimme! Sprich vom Thron Der Gnade: sei getroft, mein Sohn! 6. Ja, gnådig bist du! Zu verzei hen Und wohlzuthun bist du bes reit! Uns, die wir unsre Schuld be, reuen, Beweisest du Barmherzigs keit; Versöhnt bist du, erlöst sind wir: Preis, ewiger Erbarmer, dir! 7. Es zeuge künftig unser Leben, O Gott, von deiner Gütigkeit! Nach unsrer Beßrung ernstlich stres ben Und thun, was uns dein Wort gebeut, Dich fürchten unser Leben. lang: Dies sei für deine Huld der Dank! Betrug der Lieblingssunde. In voriger Melodie. 751. Ach! abermals bin ich gefallen Mit Ueberlegung und mit Wahl. Tief, o wie tief bin ich gefal len, Bielleicht noch nicht zum letz tenmal! Elender Sünder der ich bin, Zu welchem Abgrund eil ich hin! 2. O die verhaffte Lieblingssünde, O die Gewohnheit ihrer Lust! Der Hang, den ich zu ihr empfinde, Wie wüthen sie in meiner Brust! Wie unumschränkt, wie fürchterlich Ist ihre Herrschaft über mich! 3. Långst warnte schon mich mein Gewissen: Mensch, du empórst dich wider Gott! Von böser Lust dahin geriffen, Betrogner, eilst du in den Tod! Dir raubt die Sünd' in kurzer Zeit Dein Glück in Zeit und Ewigkeit. 4. Wie oft hab' ich mir vorgenom men: Nun will ich meine Sünde fliehn; Rein und unstråflich und vollkommen zu wandeln, will ich mich bemühn! Wie oft, o Gott, hat Lieder an öffentlichen Bußtagen. mein Gebet Um Kraft dazu dich angefleht! 5. Bald reizt' aufs neue mich die Sünde: Wie schwach war gleich mein Widerstand! Ach, sie gefiel mir, und geschwinde Ergriff sie mich und überwand. Die Lust verschwand mir im Genuß; Nun folgten Ekel und Verdruß. 6. Ich sagte mir: Gott wird es råchen, Und dennoch, dennoch sún digt' ich. Ist ein Vergehn, wie mein Verbrechen? O wie erschreckt' ich über mich! Vom Drohen deines Weltgerichts Erbebt' ich; doch es wirkte nichts. 7. O tief verborgne Sündenliebe, Wie werd' ich endlich frei von dir? Wie überwind' ich deine Triebe, Und dampfe dich und sie in mir? Gott, mein Erbarmer, hór' mein Flehn, Und lehre mich ihrwiderstehn! 8. Liebt' ich dich so nur, wie ich sollte, So flöh die Luft zur Sünde mich; Wenn sie mich auch versuchen wollte, Gelang' es ihr nicht wider dich. Durch deiner wahren Liebe Kraft Würd' ihre Macht hinweg geschafft. 9. O pflanze du in meiner Seele Rechtschaffne Lieb' und Lust zu dir! Gott, was ich denke, was ich wähle, Das zeuge durch die That von ihr! Dich lieben als dein Eigenthum: Das sei mein Werk, mein Heil, mein Ruhm! 10. Dann werd' ich endlich über winden Und Herrscher meiner Lüke sein; Dann wirst du alle meine Sünden, Wie viel, wie groß sie find, verzeihn. Dank sei mein gans zes Leben hier, Dort ew'ger Lobge. sang dafür. 429 Bußlied eines sich spåt bekchs renden Sünders. Mel. Mein Jesu, dem die zc. 752. Nun endlich wachet mein Gewissen Aus seinem langen Schlummer auf, Und prüft, von spåter Reu' zerriffen, Aufrichtig meinen Lebenslauf. Nichts, nichts als Thorheit und Verbrechen Und Missethat entdeckt es mir, Und rufet drohend: Gott wirds råchen! D Sünder, wehe! wehe dir! 2. Was hab' ich nun, seit so viel Jahren Von meinen Sünden für Genuß? Ach, lauter Schrecken und Gefahren, Pein, Seelenunruh' und Berdruß! Ofester, Quellen meiner Schmerzen! Wie zügellos lief ich euch nach! Nun lohnt ihr mir mit Angst im Herzen, Mit Scham und Vorwurf Nacht und Tag. 3. Wo sind nun deine Freuden, Sünde, Die ich mir so gewiß ver sprach? Ach, wie verrauschten sie geschwinde, Und ließen Graun und Ekel nach! Zugleich mit euch, ihr eiteln Freuden, Entfloh mir mei nes LebensRuh'! Nun stürmen tåg lich neue Leiden Von allen Seiten auf mich zu. 4. Ach, alles ist für mich verloren: Gesundheit, Wohlstand, gut Ge rücht! Verspottet werd' ich von den Thoren; Der Weisen Mitleid find' ich nicht: Nicht leben mag ich und nicht sterben; Gleich fürchterlich ist beides mir. Ein unabsehliches Verderben, Wie nahe grenst es, Sünde, dir! 5. Ich führ' es: immer währt mein Leben, und immer währt der Sünde Pein. Was ich verdient, 28* 430 Lieder für besondere Zeiten und Umstände. wird Gott mir geben, Und schreck, lich wird mein Urtheil sein. Verachtet hab' ich seine Liebe, Getrott ihm selbst ins Angesicht; Gerecht, wenn ungestraft ich bliebe, War' er, der Weltenrichter, nicht. 6. Darf ich noch vor dein Antlik treten, Der du den Tod den Frev, Iern schwórst? Noch vor dir weinen, zu dir beten lind hoffen, daß du mich erhörst? Du bist gerecht; mein Herz erbebet Vor deiner Heiligkeit in mir! Doch Lieb' auch bist du; dies erhebet Mein sinkendes Vertraun zu dir. 7. Wenn ich nun noch der Sünd' entsage, Sie flieh' und hasse, wie den Tod, Nun noch nach deinen Rechten frage, Und ernstlich ehre dein Gebot; Wenn ich dich noch in deinem Sohne Anrufe: hab', o Gott, Geduld! Um seines Todes willen schone! O so vergiebst du meine Schuld! 8. Hört es, ihr Himmel! Erde, höre! Seid Zeugen zwischen Gott und mir! Vergieb mir, Ewiger, ich schwöre, Beim Tode Jesu schwir' ich dir! Erbarm' dich meiner und be, freie Bom Elend meinerSünde mich! Mit kindlicher, mit steter Treue, So wahr du lebest, fürche' ich dich. Geduld, Und merk' auf unser hei ßes Flehn: Laß und dein Heil, Er, barmer, sehn; Herr! unser Gott, Verbirg uns nicht dein Angesicht, Und geh' mit uns nicht ins Gericht. 2. Wir haben unsern Bund ents weiht, Gebrochen unsern theuern Eid, Und deinen Weg verlassen; Doch sieh, wir kehren voller Reu' Zurück zu dir; o laß aufs neu' Uns deine Rechte faffen; Laß sie uns leiten auf den Pfad, Den dein Bes fehl geheiligt hat, Daß Irrthum und Versuchung nie Uns auf die Bahn des Lasters zieh'! Herr uns ser Gott, Groß von Geduld! Vor ailer Schuld Bewahr und deine Vaterhuld! 3. Sohn Gottes, der du zu uns kamst, Und unsre Menschheit an dich nahmst, Um Gott uns zu ver föhnen, Und durch den Tod ins Les bendrangst, Dich dann zur Rechten Gottes schwangst, We Ehr' und Preis dich krönen! Vertritt, o Mittler, uns bei Gott Durch deis ne Leiden, deinen Tod! Stårk' und in unsrer Prüfung Lauf, Und wenn wir straucheln, hilf uns auf! Herr, unser Gott, Dein Trost, dein Licht verlaff uns nicht Im Tod', im Grab', im Weltgericht! Litaney. 4. Schüß' uns vor Irrthum und Gefahr! Erhalte deiner Frommen Schaar Der Glaubenseintracht Mel. Herzlich lieb' hab' ich dich ze. 753. Du, Gott, der unsre zu Segen! Uns leite, Gott, dein gu flucht ist! Gott, unser Mittler Je fu Chrift! Gott, heil'ger Geist der Gnaden! Unendlicher, verwirf uns nicht; Wir kommen vor dein Angesicht, mit Sünden schwer beladen. Nimm von uns unsre Sünden. schuld, Du Gott der Laugmuth und ter Geist, Und was dein Wort ver spricht und heißt, Sei Licht auf uns sern Wegen! Laß auch in Lehr' und Wandel rein Die Diener deines Wortes sein, Und bringe, zu der Wahrheit Glück, zu dir die Irren den zurück. Herr, unser Gott! Breit' Lieder bei der Confirmation. 431 aus dein Wort an jedem Ort! Gieb dein Ohr; Heb' unser Herz zu dir Geist und Kraft zu deinem Wort. 5. Dein Untlik leucht' auf unser Land; Rings um bedeckt von deis ner Hand Laß es der Ruh' genießen. Wend' ab von uns mit Baterhut Der Wasser und der Flammen Wuth, Des Krieges Blutvergie Ben! Sei unser Retter, wenn die Noth Des Mangels und der Seu chen droht, Und schüß' uns, nicht ihr Raub zu sein: Laß Sicherheit empor, Und mach' uns rein von Sünden! Laß uns nun ganz dein eigen sein, Im Leben und im Sterben dein! Wir sind durch Chrifti Blut erlöst; O du, der Sünder nicht verstößt, Herr unser Gott, Erbarme dich, erbarme dich! Bergieb uns; leit' uns väterlich! Lieder bei der Confirmation. mer. Aus tiefer Noth ruf' ich zc. das Land erfreun! Herr, unferGott! 754. Die hier vor deinem Das Land ist dein: o laß Gedeihn Und Wohlstand unser Land erfreun! 6. Auch die Regenten lenke du, Daß sie durch Weisheit und durch Euh' Der Länder Wohlstand heben; Dem Fürsten, der uns schüßt und liebt, Gieb, der in ihm so viel uns giebt, Das beste längsteleben! Noch lange sei sein Vaterblick Uns seis nen Kindern, Schuß und Glück! O schüct' auf ihn und auf sein Haus Und seine Räthe Segen aus! Herr, unser Gott! In deiner Hand ist unser Land; Beglück' es, segnejeden Stand! 7. Vernimm der Leidenden Ge. bet; Wer in Gefahr und Noth dir fleht, Dem hilf aus seinen Nöthen; Gieb Kranken Linderung und Ruh'; Die Sterbenden erlöse du; Erhör' ihr letztes Beten! Sei aller Ulater drückten Heil, Der Witwen und der Waisen Theil; Vereitte der Ver, folger Rath, Und führ'uns stets den rechten Pfad. Herr, unser Gott! Durch alles Leid der Prüfungszeit Führ' uns zu deiner Herrlichkeit. 8. Du thust weit mehr, als wir verstehn, Kannst mehr gewähren, als wir flehn; Laß uns Erhörung finden! Oneig' auf unser Fiehn Antlitz stehn, Sind, Jesu, deine Glieder. Sieh', wenn vereint wir für sie flehn, Erbarmend auf sie nie. der; Gieb ihnen, Vater, Sohn und Geist, Das Gute, was dein Wort verheißt, Im Leben und im Sterben. 2. Sie kennen, Vater, deinen Sohn Und seine heilgen Lehren. Ift Freude, Gott, vor deinem Thron, Wenn Sünder sich bekehren: Wie groß ist unsre Freude nun, Da diese ihr Gelübde thun, Dir treus lich anzuhangen. 3. Dlaß sie nimmer zum Gericht Dein heil'ges Mahl empfahen; Laß sie in Glaubens Zuversicht Stets deinem Tisch sich nahen. Dies stärke sie in aller Noth; Dies reize sie, des Mittlers Tod zu preifen durch ihr Leben. 4. Lacht ihnen bei dem Christenlauf Die falsche Welt entgegen, Hilf ihrem schwachen Glauben auf, Und wenn sich Lüfte regen, Laß sie hinauf auf Jesum sehn, Die Welt mit ihrer Luft verschmähn, Behar. ren bis ans Ende! 5. Zeig', Herr, den Lohn der Ewigkeit Von fern den theuern Seelen, Die feierlich auf alle Zeit Dich jetzt 432 Lieder für besondere Zeiten und Umstände: zum Herrn erwählen Und sich dir ganz zum Dienste weihn. O laß sie stets die Deinen fein; Erhalt' sie in der Wahrheit! Mel. Christ, unser Herr, gum 2c. Mel. Mein Herz ermuntre dich zc. 756. tärke, Mittler, stärke 755. Ich bin getauft auf dei. sie, Sie, deine theu'r Erlöſten, Und nen Namen, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist; Ich bingetauft zu deinem Saamen, Zum Volk, daß dir geheiligt heißt. Ber an, mein Geist, mit Dank und Lob, Den Gott, der dich so hoch erhob. 2. Du haft zu em Kind und laß sie ihr Vertraun auf dich Im Tod' und Leben trösten. Barmher siger! sie schwuren dir, Dir selbst in deine Hände; O Gott! dein Eigens thum sind wir, Sinds jetzt und bis ans Ende, Und wollens ewig bleiben. 2. Wie viele schwuren's ehmals auch, An dir, Gott, fest zu halten; Allein, wie treulos ließen sie Bald ihre Lieb' erkalten! Ach, laß dir, die sich hier dir weihn, Dich, Höchster, ewig lieben; Laß sie im Glauben standhaft sein Und jede Tugend üben, Nie ihr Gelübde brechen. 8. Versucht der Spötter zahlreich Heer, Herr, ihnen ihren Glauben Und ihrer Hoffnung Zuversicht Und Ruh' und Trost zu rauben: Ach! dann steh' ihnen, großer Gott, Mit deiner Kraft zur Seiten; Hilf ih. Erben, Mein lieber Bater, mich erklärt; Du hast die Frucht von der nem Sterben, Mein treues Hei land, mir gewährt. Du willst, mich Gott zum Dienst zu weihn, O heil's ger Geift, mein Beistand sein. 3. Doch sagt' ich dir auch Furcht und Liebe, Vertrauen und Gehors sam zu. Ich sprach: das Biel gee fammter Triebe Und meines Les bens, Gott, bist du. Hingegen sagt' ich bis ins Grab Der Weltlieb und den Lastern ab. Wille sterben heißt. O dann ist Sterben mein Gewinn, Führt mich zum bessern Leben hin. 4. Das war der Bund. Auf deinen Irrthum, Schmach und Spott ner Seite, Mein Vater, bleibt er Und jeden Feind bestreiten Und ewig stehn; Wenn aber ich ihn über schreite, So laß mich nicht verloren gehn. Vom Irrweg rufe mich zurück Zu meiner Pflicht und meinem Glück. 5. Ich folge dann, und jetzt aufs neue Geb' ich mich dir zum Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue, Und bilde mich nach deinem Sinn, Daß ich nach deinem Willen thu', Nur darin suche meine Ruh'. 6. Laß, Gott, von dir mich nim. mer wanken, llnd halte mich durch deinen Geist In deines Bundes fichern Schranken, Bis mich dein muthig überwinden! 4. Lockt sie ihr Herz, lockt sie die Welt Hin zu verbotnen Lüften, So wollest du mit Much und Kraft Sie aus der Höh' ausrüsten! O laß sie keiner bösen Luft Je treulos unter liegen; Früh dämpfe sie in ihrer Brust; Im Kampfe laß fie siegen. Hilf denen auf, die fallen. 5. Einst in der Todesangst laß sie, Sie, deine theu'r Erlösten, Noch ihres Glaubens Festigkeit Ganz un aussprechlich trösten. D Schöpfer! Mittler! Tröfter! Gost! Laß fie dann Lieber bei Trauungen. selig sterben Und dir getreu bis in den Tod, Den Lohn des Himmels erben! Erhör und gnådig! Amen! Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 757. Herr, err, bir gelob' ich neue Treue Und neuen Fleiß im Chrie ftenthum, Dir, Jesu, geb' ich mich aufs neue zu deinem ew'gen Ei genthum. Von deinem guten Geift allein Will ich forthin geleitet sein. 2. Nimm, Bundesgott, von dei nem Kinde Den theuern Eid der Treue hin. Versuchet ferner mich die Sünde, So will ich ihre Netze fliehn, Will jung mich schon der Tugend weihn; Sich', dieser Tag soll Bouge sein! 3. Nie will ich, Herr, dir untreu werden, Nie deine guten Wege fliehn; Kein Scheingut, keine Luft der Erden, Kein Unglück soal mich dir entziehn. Weich, eitle Welt! weich, Sünde, weich'! Gott hört es; jetzt entfag' ich euch. 433 Ehe Bund Vor dir, o Herr, mit Herz und Mund, Und jetzt beståt's gen wir die Pflicht Allhier vor deie nem Angesicht. 4. Regiere du nur, Gott, mein Leben, und mache selbst mein Herz dir treu, Daß dir mein Wandel ganz ergeben lind deinem Willen folgsam sei; Denn ohne dich ist immerdar Mein Herz verkehrt und wandelbar. 5. Einst werd' ich, Herr! vor dei nem Throne Mich dieses Tags des Bundes freun. Geschmückt mit jes ner Siegeskrone, Werd' ich dann ewig selig sein. O welch ein Heil! wie freu' ich mich! Herr! nimm mich hin; dein, dein bin ich! 2. Mit Gnade schau' auf uns herab, Daß wir zusammen bis ins Grab Vertraulich, freundlich, gleichgesinnt, Vor allem gottesfürchtig sind. 3. Laß und einander inniglich Stets lieben, doch nie mehr, als dich; Von Untreu fern, im Hers sen rein, Keusch auch in Wort und Thaten sein. 4. Zusammen laß uns dir vers traun, Zusammen unfre Seel' ers baun, Zusammen deine Hülf' ere flehn, Zusammen auch dein Lob erhöhn. 5. Was jedem fein Beruf gebeut, Gescheh' von uns mit Heiterkeit, Und so geling' uns unser Fleiß zu unserm Wohl und deinem Preis. 6. Erfährt ein Theil des Lebens Müh', So murre doch der andre nie; Nein, jeder von uns trage gern Des Andern Last, von Unmuth fern. 7. Willst du durch Kinder uns erfreun, So gieb zu deren Zucht Ges deihn; Hilf, daß wir ernstlich uns bemühn, Sie gut und christlich zu. erziehn. 8. Wenn Kreuz nach deinem Rath uns drückt, So laß uns dann nicht unerquickt; Gieb heitre Tage nach dem Leid' Und segn' es für die Ewigkeit. Lieder bei Trauungen. Vor der Trauung. 9. Und trennt der Tod einst unfer Band, So. sei's uns Trost, daß deine Hand Die, welche sich hier Mel. Vor deinen Thron tret'*. treu geliebt, Einander ewig wies 758. Wir schloffen unsrer der giebt. 434 Liedee für besondere Nach der Trauung. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2. 759. Auf euch wird Gottes Segen ruhn; Er hat ihn euch ge. währt! Geht hin, und macht durch frommes Thun Euch dieses Se gens werth, Euch dieses Segens werth. 2. Der Herr erfüllt, was er ver sprach; Sein Heil sollt ihr empfahn; Kommt ihr nur dem Gelübde nach, Das ihr dem Herrn gethan, Das ihr dem Herrn gethan. 3. Ihm heiligt nun Beruf und Stand, Ihm heiligt euer Herz, Und In voriger Melodic. folgt der Leitung seiner Hand Durch 761. Wir bringen weinend Freuden und durch Schmerz, Durch Freuden und durch Schmerz. 4. Bis ihr den Lauf der Pilger. zeit Nach Gottes Willen schließt, Und ihn in seiner Herrlichkeit Einst schauet, wie er ist, Einst schauet, wie er ist. Begräbnißlieder. Mel. Nun laßt uns den Leib: c. 760. Begrabs den Leib in sei ne Gruft, Bis ihn des Richters Stimme ruft! Wir såen ihn; einst blüht er auf Und steigs verklärt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr; Er war schon Staub, und wird's nur mehr. Er liegt, er schläft; doch er erwacht Dereint aus dieser Todesnacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, Der sie aus aller ihrer Noth, Von aller ihrer Missethat Durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trübsal oft ge, drückt; Nun wird er, Gott, von Zeiten und Umstände. dir erquickt. Hier wandelt' er im finstern That; Nun ist er frei von Schmerz und Quaal. 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab; Nunwischt Gott seine Thras nen ab. Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen jene Herrlichkeit? 6. Nun, du Erlöster, schlaf in Ruh; Wir gehn nach unfern Hütten zu, Und machen zu der Ewigkeit Mit Freud' und Sittern uns bereit. 7. Ach, Jesu Christ, dein bittrer Tod Stärk' uns in unfrer letzten Noth! Laß unsre ganze Seele dein, Und freudig unser Ende sein. unsern Dank; Wir stammeln dir den Lobgesang, Dir, der den Rets ter aus der Noth Gesandt hat, einen sanften Tod. 2. Des Todes Kampf war schwer und heiß; Die Stirne deckte kals ter Schweiß; Hoch hob sich bebend noch das Herz: Da kam der Tod, hin schwand der Schmerz. 3. Nun liegt er da, den wir ges liebt, Er liegt und schläft; kein Kummer trúbt Die Seele; ewig Jammer ruhu. wird sie nun Von dieses Lebens Er weint nicht mehr; er schläft und 4. Der LeidenKelch ist ausgeleert; hört Des Weinens Stimme láns ger nicht, Freut sich vor Gottes Angesicht. Mel. Nun laßt uns den Leib zc. 762. Wir tragen diesen Leis zur Gruft, zur Ruhe, bis der Herr ihn ruft; Bis einst durch Jesu Christi Macht Er aus dem Todess schlaf erwacht. Begräbnißlieder. 2. Nichts, als den Leib, zerstört der Tod; Die Seele geht hinauf zu Gott; Sie erndtet dort vor sei» nem Thron Des Glaubens und der Tugend Lohn. Mel. Herr Jesu Christ, mein's: c. 3. Deß immer eingedenk, will ich 764. So gieb denn, fromme Zum Tode so bereiten mich, Daß ich voll Muth und Heiterkeit Ihn zu erwarten sei bereit. Christenschaar, Der Erde das, was Erde war; Dem Müden gebe dieser Sand Die Ruhe, die er hier nicht fand. 4. Auch zag' in dieser Zuversicht Ich bei der Meinen Tode nicht; Sie sterben Gott. Nach seinem Wort Vereint er uns auf ewig dort. 5. Gott! wische selbst die Thrå. nen ab Dem, der bei dieses Todten Grab In tiefen Schmerz versenket, weint, Dem, noch kein Licht und Trost erscheint. 2. D Ruhe! Wunsch des Dürfti. gen, Du letter Trost des Weinenden, Wo aller Gram vergessen ist, Und keine Thräne weiter fließt. 3. Hier endigt sich der Feinde Truß; Hier findet der Bedrängte Schus; Hier wird im süßen Schlaf erquickt, Den manche schwere Last gedrückt. 6. Heil' jedes Herz und binde du Die Wunde, die noch blutet, zu. Die Hoffnung der Unsterblichkeit Besiege dieses Lebens Leid. 435 kein Tod sie mehr. Gott sei Ehre! Er sank hinab, Wie wir, ins Grab; Er ging zu Gott; wir folgen ihm. Mer. Wachet auf! ruft uns die zc. 763. Selig find des Hims mels Erben, Die Todten, die im Herrn hier sterben; Sie gehen ein zur Herrlichkeit. Nach den letzten Augenblicken Des Todesschlum, mers folgt Entzücken Und Wonne der Unsterblichkeit. Im Frieden ru. hen sie Von aller Sorg' und Müh. Gott sei Ehre! Vor seinem Thron, 3u seinem Sohn, Begleiten ihre Werke sie. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre Werd' ihm durch aller Him mel Chóre Gebracht, dem Heiland, Unserm Herrn. Nun, nun sind sie eingegangen Bum Heil, nach dem sie weinend rangen; Nun sehn sie es nicht mehr von fern. Nun weis nen sie nicht mehr; Nun schreckt 4. Hier weicht die Hoheit mit dem Glück; Der bloße Mensch bleibt nur zurück; Ein Sarg nur und ein Leichenkleid Sind dann die ganze Herrlichkeit. 5. Hier hört der Kampf des Chris sten auf; Bollendet hat er seinen Lauf; Die Seel' eilt in ihr Va terland, Und ist beglückt in Gots tes Hand. 6. Geführt zur Auserwählten Schaar Von dem, der hier ihr Rer, ter war, Erblickt sie Gott nun, wie er ist, Und ihren Heiland, Jesum Christ. 7. Nimm den entseelten Leib, o Gruft, Bis ihn der Heiland wieder ruft, Und ihn, den jetzt der Tod zerstört, Aufs neu' belebet und verklärt. 8. Erinnr'uns, Gott, zu aller Zeit An Tod und Grab und Ewigkeit; Stets laß uns in Bereitschaft stehn, Und freudig dir entgegen sehn! 436 Lieder für besondere Zeiten und Umstände. Met. Die Eecle Christi heil'ge ze. ste mich In meinen Traurigkeiten. 765. Nun bringen wir den Mein jammerud Herz, wie sehnt Leib zur Ruh', Und decken ihn mit Erde zu, Den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde werden muß. es sich Nach Lindrung seiner Leiden! Sieht mich denn nicht Dein Angesicht Bei modernden Gebeinen Des besten Kindes weinen? 2. Er bleibt nicht immer Asch' und Staub, Nicht immer der Verwes fung Raub; Er wird, wann Chris stus einst erscheint, Mit seiner Geele neu vereint. 3. Hier, Menfc, hier terne, was du bist; Lern' hier, was unser Leben ist; Nach Sorge, Furcht und mane cher Noth Kommt endlich noch zu legt der Tod. 4. Schnell schwindet unfre Lebens. seit; Aufs Sterben folgt die Ewig. Feit. Wie wir die Zeit hier ange wandt, So folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichthum, Ehr'und Glück, Wie wir selbst, einen Au. genblick; So währt auch Kreuz und Traurigkeit, ie unser Leben, kurze Zeit. 6. Ofichrer Mensch, besinne dich; Tod, Grab und Richter nahen sich; In allem, was du denkst und thust, Bedenke, daß du sterben mufft. 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, Soll Jeder zu dem Vater flehn: Ich bitt'o Gott, durch Chris fti Blut, Mach's einst mit mei. nom Ende gut! 8. Laßt alle Sünden uns bereun, Vor unserm Gott uns kindlich scheun. Wir sind hier immer in Gefahr; Nehm' jeder seiner See le wahr: 2. Der Wehmuth bittre Thräne rinnt Bei seinem stillen Grabe. Wie liebte ich dies liebe Kind, Als deine Gottesgabe! Dir's zu erziehn, War mein Bemühn; Mit seinem frühen Scheiden Entfliehen El ternfreuden. 3. Doch, was du thust, ist wohl. gethan; Verzeih' mein banges Sehe nen; Vergieb, wenn ich seh' him, melan Mit Augen voller Thränen. Ach! lehre mich, mein Gott, wie ich Vor dir mein Herz soll stillen Und ehren deinen Willen. 4. Ich weiß, du liebst viel zärtli cher, Als ird'sche Båter lieben; Du willst, du kannst, Allliebender, Nicht haffen, nicht betrüben. Auch durch die Pein Willst du erfreun; Aus Tod schaffst du das Leben; Du nimmst, um uns zu geben. 5. Kann nicht der beste Vater auch Sein Kind verziehn? ihm sterben? Kann der Verführung gift'ger Hauch Nicht Unschuld selbst verder. ben? Was ist die Zeit Der Sterblich keit? Ein kurzer Frühlingsmorgen, Voll Mühe und voll Sorgen. 6. Wie wohl, wie wohl ist ihm bei dir, Allfeligster dort oben! Wie kindlich, freundlich winkt es mir, Mit ihm dich, Herr, zu loben! Du gabst es mir; Du nahmst es mir. Dir sei es hingegeben zu jenem beffern Leben. Mel. Was Gott thut, das ist zc. 7. Wann ich nun einst mein gutes 766. Gott alles Troftes, trd. Kind, Herr, dort vor deinem Thro Lieder bei einigen besondern Feierlichkeiten, 437 ne Alufewig, ewig wieder find' Im bereit. Wer Gott von Herzen liebt Glanze seiner Krone, Entflammt und ehrt, Der halt auch treue vom Dank, Ganz Lobgesang; O Lehrer werth. welche Bater( Mutter) Freuden! welch ein Trost im Leiden! 6. Laß auch dereinst ihn, unsern Lehrer, D Gott, zu deiner Rechten. stehn! Und laß uns alle, seine Hörer, mit ihm zu deinem Himmel gehn. Dannfreut sich ewig unser Geist Des Wegs, den er uns gehen heißt. Bei Einweihung einer Kirche. Me 1. Ich bin ja, Herr, in deiner: c. Bei Einführung eines Pres digers. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 767. Gieb, Gott, dem Lehrer 768. Augegenwärtig, Gott, Glück und Kräfte, Den deine Huld uns zugesandt, zu seinem wichtie gen Geschäfte; Ihn stårke deine Vaterhand; Hilf du ihm selbst, daß seine Treu' Gesegnet an uns allen sei. Lieder bei einigen besondern Seierlichkeiten. 2. Laß, auf sein Pflanzen und Be. gießen, Des Geistes Kraft von oben her Zum fteten Segen auf uns flies ßen, Daß deines Sohnes theure Lehr' Durch ihn für jenen Erndtetag Frucht hundertfältig bringen mag. 3. Gieb, daß von dieser ganzen Heerde, Die du ihm jetzt hast anvertraut, Kein einziger verloren werde, Und da man auf sein Beis spiel schaut, So laß ihn thun, was er uns lehrt; Leicht wird sonst, was er baut, zerstört. 4. Laß ihn mit deines Geistes Waffen Der Wahrheit Feinde wis derstehn, Und muß er Lafter hárt bestrafen, Ihn ja auf Menschen. gunit nicht fehn. Gieb ihm zum Trösten Kraft und Licht Und fel. fenfeste Zuversicht. 5. Mit ihm verknüpf uns durch Die Bande Der Liebe, der Vertråg. lichkeit. Ein jeder sei in seinem Stande Zur Schätzung seines Amts rufst du Uns Gnade und Erbarmen zu. Von deiner Weisheit, Macht und Gute Beugt überall laut die Natur. Von dir, o Herr, sehn wir die Spur Im Herbst, wie in der Frühlingsblüthe, Im Stau be, wie im Sonnenstrahl. Du bist, o Vater, überall. 2. Der Sternenhimmel ist dein Zelt, Dein Tempel, Gott, die weite Welt; Doch hier im neuen Heiligthume Scheinst du am nächsten uns zu sein; Drum wollen wir's dir heute weihn. Geweihet sei es dir zum Ruhme! O selig, selig sind wir hier, Allgegenwärtiger, bei dir! 3. Verhüllt in dunkle Wolken nicht, Strahlt hell uns hier der Wahrheit Licht. Zwar sichtbar steigt zu uns hernieder Nicht deines Geistes Flamme mehr; Nicht sichtbar kommt vom Himmet her Dein Sohn, und lehrt uns selber wieder: Doch wer sein Wort andachtig hört, Wird immer noch von ihm belehrt! 4. Gesegnet sei uns dieser Ort! Hier hören wir sein göttlich's Wort. Gesegnet unfer frommer Lehrer! Gesegnet sei sein Unterricht, Voll Sebenskraft und Wärme und Sicht! 438 Lieder für besondere Seiten und Umstände. Gesegnet jeder seiner Hörer! Von Christus werden Heerd' und Hirt Sur reinsten Quelle hingeführt! 5. Gesegnet alle überall! Geseg net jedes Abendmahl, Das wir verbrüdert hier begehen! Von Elend frei, und frei von Sünd' Ges fegnet jeder Mutter Kind, Das wir zur Taufe tragen sehen! Wir, jung und alt und arm und reich, Hier sind wir all' einander gleich. 6. Verbannt von hier sei Stolz und Neid! Wir alle theilen Freud' und Leid. Vereinigt in der Tempele halle, Vor Gottes heil'gem Ange ficht Sind wir uns Fremde lânger nicht. Nein, Brüder, Schwestern sind wir alle In Christo hier auf Erden schon, Vollkommner dort vor seinem Thron. Am Reformationsfeste. Mel. Sei Lob' und Ehr' dem zc. 769. Lobsinge Gott, du Volk des Herrn, In seinem Heiligthume! Gedenke seiner Thaten gern; Er zähl' es, ihm zum Ruhme, Wie mächtig er die Christenheit Von jenem Joche hat befreit, Das die Gewissen drückte. 2. Sein Wort, das klug und weise macht Und tröstet und erquicket, War durch des Aberglaubens Nacht Dem armen Volk entrůcket. Die Welt beherrschte Unverstand; Was Trug und Eigennut erfand, Das hieß der Weg zum Leben. 5. Da sollten Heilige bei Gott Als Mittler und vertreten; Drum beischte menschliches Gebot, Nächst Gott, fie anzubeten. Auch sollte felbst gewählte Pein Und Geld das Herz von Sünden rein, Den Menschen felig machen. 4. Den Lügen gab die Welt Ges hór, Bergaß, was Jesus lehret; Der Heiland ward je mehr und mehr Berkannt, gekrånkt, entehret. Man lief dem blinden Führer nach, Der Seligkeit für Geld versprach, Und selbst verdammlich wurde. 5. Ind wehe! wer dies Menschenjoch Sich weigerte zu tragen, Und Gott, nach Jesu Lehre, noch Zu eh. ren wollte wagen: Ihn fraß des Scheiterhaufens Gluth: Wie Wass ser floß, ach! oft das Blut Der treuen Beugen Jesu. 6. Die Heil'gen Gottes seufzten laut: Wann wird er sich erbarmen? Wann kommt der Held der Zion baut, Und rettet uns, uns Armen? Erlöser, komm! denn es ist Zeit; Ach! deine Lehre ist entweiht Durch lose Menschenlehre. 7. Preis ihm! Er kam, und gab sein Wort Dem armen Volke wie. der; Die Wahrheit drang den Irr thum fort, Schlug Menschenwahn darnieder. Der Weg des Heils ward neu entdeckt, Das Licht im Finstern aufgesteckt; Ein Wunder unsern Augen! 8. Nein, Gottes Wort vergehet nicht, Ob's gleich oft Menschen haf fen; Des Lichtes Vater kann sein Licht Bald wieder scheinen lassen. Ein Werkzeug, das die Welt ver lacht, Kann schnell des Aberglau bens Macht, Wenn Gott gebeut, zerstören. 9. Dank dir, der du dein Volk er kauft, Daß uns dein Wort erfreuet; Du hast das Unkraut ausgerauft, Und machtig uns befreiet. Dein Lieder in und nach gemeiner Noth. Evangelium erquickt Die Herzen, die ihr Elend drückt, Schenkt Sün dern Gnad' und Leben. 10. Es ist das Licht in Finsterniß, Giebt Rath und Trost im Leiden; Es macht des Frommen Gang ge wiß, Und segnet ihn mit Freuden. Bewahr uns, Herr, mit macht'ger Hand Dein Wort, das Glück für unser Land, Den Reichchum unsrer Seelen. 439 3. Nach deiner Gnade sagest du, Sie allen, die drum bitten, zu, Durch den, der unser Mittler ist, Durch unsernheiland Jesum Christ. 11. Nun unsre größte Weisheit sei, Dein heil'ges Wort recht ehren, Und uns zu dir, von Lüften frei, Aus Herzens Grund bekehren. Wer frech sich wider dich empórt, Soll nie, was uns dein Beugniß lehrt, Soll nie dein Wort und rauben. 12. Dein Evangelium In der Theuerung. Mel. Wo soll ich fliehen hin: c. Den Sieg, und lehrt uns siegen; Denn 771. Es züchtigt deine Hand, deine Rechte, Herr der Welt, Läßt es nicht unterliegen. Dein Geist schreib' es in unfern Geist! Dann fagt sein Beugniß uns: du seist Durch Christum unser Vater. 2. Dann bleibt das unser Trost allein, Daß du, o Gott, uns kannst befrein. Wir fliehn zu dir, du treuer Gott, Du einz'ger Helfer aus der Noth. 5. Dir, unserm Vater, unserm Gott, Dir klagen wir all' unfre Noth. Ach! deine Vateraugen fehn, Wie so verlassen wir da stehn. 6. Nur du bist unsre Zuversicht! Vergilt nach unsrer Schuld uns nicht. Ulm Christi willen steh' und bei, Und mach' uns aller Plage frei. 7. Dann danken und lobsingen rir Mit freudevollen Herzen dir; Ges horsam deinem theuern Wort, Herr, preisen wir dich hier und dort. O Höchster, jetzt das Land. Zu deis nem Vaterherzen Erhebt in bittern Schmerzen Sich das Geschrei der Armen; Erhör' es mit Erbarmen! 2. Du siehst des Landes Noth; Sie Lieder in und nach gemeis kam auf dein Gebot. Du kannst mit Sie lindern und ner Toth. Mel. Wenn wir in höchsen 20. auch enden; Ein Wort aus deinem Munde Verändert Zeit und Stunde. 770. Sehn wir nur Trübfal 3.0 Herr, wir murren nicht; Ge um uns her, Und wissen keinen Aus gang mehr, Und finden wederSchuß noch Rath, Ob wir auch sorgen früh und spat; recht ist dein Gericht Bei allem, was wir dulden: Denn groß sind unsre Schulden, Und du bestrafft uns minder, Als wir verdient, wir Sünder. 3. Wir heben unser Aug'und Herz Hinauf zu dir in unserm Schmerz, Und flehn dich um Begnadigung Und aller Strafen Linderung. 4. Doch, Vater, deine Huld Ist größer, als die Schuld. Gedenke an die Deinen, Die reuend vor dir weis nen; Gedenke mit Erbarmen An die gebeugten Armen! 5. Verkürze, gnád'ger Gott, Die Dauer unsrer Noth! Laß, die voll Angst dir flchen, Troft und Erleich 440 Lieber für besondere Seiten und Umstände. trung sehen; Verwandle alles Lei, den In neue Lebensfreuden. 6. Doch wenn, Herr aller Welt, Es dir noch nicht gefällt, Die Trübfal zu entfernen, So stårk' uns, daß wir lernen, Mit ehrfurchtsvollem Schweigen Bor dir uns findlich beugen. 7. Ja, deine Züchtigung Leit' und zur Befferung! Laß sie die Sichern schrecken, Die Schläfrigen erwek. ken, Auf dein Gebot zu merken, Und redlich Fromme stärken. 8. Wenn dich das Herz nur liebt, So wird, was uns betrübt, Uns doch zum Heil gedeihen. Wer dei ner sich kann freuen, Dem wird auch deine Gnade Zum Licht auf dunklem Pfade. 9. So stärke denn das Herz, Daß auch im größten Schmerz Es nie an Much uns fehle; O sprich zu unsrer Seele: Getroft! dich soll kein Lei, den Bon meine Liebe scheiden. 10. Am Schluß von unserm Lauf; Dann klärt sich alles auf; Dann wird die Aussicht heiter, Dann thránt kein Auge weiter, Und die fes Lebens Leiden Verwandeln sich in Freuden. Met. Aus meines Herzens Gr. 2c. 772. Du bester Trost der Ar. men, Gott, Schöpfer aller Welt! Du Vater voll Erbarmen, Der sei. ne Zusag' hålt! Du, du erhörst Ge. bet; So hör', was unser Glaube Zu dirjeßt aus dem Staube In Noth und Theurung fleht. vor allen Vätern, Und neigst felbst Ulebertretern Dein Herz bald wieder zu. 3. Wenn sie mit Ernst der Reue In Buße zu dir schrein, So willst du auch aufs neue Ihr Gott und Retter sein. Herr, unsre Zuversicht, Auf den auch jetzt wir sehen, zu dem wir hülflos flehen, Verlaß, verlaß uns nicht. 4. Gott, unser Heil, ach wende Der Zeiten schweren Lauf; Thu' deis ne milden Hände, Uns zu versorgen, auf. Was nur ein Leben hat, Nährst du mit Wohlgefallen; O schaffe denn uns allen Bei unserm Mangel Nath. 5. Herr, der du uns auch schufest, Hór' unser Angstgeschrei! Allmach tiger, du rufest Dem Nichts, damit es sei. Su helfen ist dir leicht; Du kannst den Mangel wehren, In Theurung uns ernähren, Wenn's uns unmöglich deucht. 6. Laß unsre Frucht gerathen, Uns deine Hülfe sehn; Erquicke unfre Saaten, So oft sie traurig stehn. Herr, baue selbst das Land, Tránk' es mit Chau und Regen, Und füll' es an mit Segen Aus deiner milden Hand. 2. Ach, unser sündhaft Leben Ber klage vor dir uns hart; Doch Scho. nen und Vergeben Ist ja der Våter Art. Du, treuer Vater, du Bist gut 7. Es sei das Jahr gekrönet, D Gott, mit deinem Gut! Wir hoffen das, versöhnet Mit dir durch Chris sti Blut. Laß uns wohlthätig sein Von dem, was wir noch haben, Und deires Segens Gaben Durch Mißbrauch nie entweihn. Nach der Theuerung. Mel. Nun freut cuch lieben 2c. 773. Du hast, o gnadenreicher Gott, In Theurung uns ernähret, Im Elend und in Hungersnoth Er Lieder in und nach gemeiner Noth. 441 Lust, o Vater, wendest du Dem Lande deinen Gegen zu, In wels chem Fromme wohnen.. rettung und gewähret, Und nun hat deine Segenshand Von uns und unserm Vaterland Den Mangel abgewendet. 2. Dich jammerte, Herr, unser Leid, Das Angstgeschrei der Armen; Bei ansteckenden Seuchen. Mel, In dich hab' ich gehoffet zc. Du, Bater der Barmherzigkeit, 774. Du, Gott, biſt unfre Siehst auf sie voll Erbarmen. Groß war die Noth, groß unfre Schuld; Noch größer war, Gott, deine Huld Und deiner Allmacht Stärke. Hülf und macht! Wenn uns dein Auge nicht bewacht, Wer wacht, wer hilft uns Armen? Erretter, dir, Dir flehen wir: Du wollest dich erbarmen. 3. Auf, laßt uns unserm Helfer Dank Und Preis und Ehre bringen, Und durch vereinten Lobgesang Ihn dankbar froh besingen! Der Höch fie hält, was er verspricht: So lang' die Schöpfung steht, soll nicht Hier Saat und Erndte fehlen. 4. Gott, unsre Sünde war's, die dich Zur Züchtigung bewogen; Durch Trubsal hast du väterlich Uns jetzt zu dir gezogen. Laß uns die Sünden ernstlich fliehn, Und dir, der gnädig uns verziehn, Ganz unser Leben widmen. 5. Wie fürchterlich lehrt Hun, gersnoth Uns unser Nichts erkens nen! O laß uns dich allein, o Gott, Stets unsern Retter nennen! Lehr' uns in allem auf dich schaun, Dich findlich fürchten, dir vertraun, Und deine Gaben schätzen. 6. Laß uns, o Herr, im lleberfluß Uns nie durch Stolz erheben, Stets mäßig bleiben im Genuß, Der Wol. lust widerstreben, Von dem, was deine Baterhand Mit großer Mild uns zugewandt, Den Armen gern erfreuen. 2. Der Seuchen Gift verbreitet sich Weit um uns her. Erbarme dich! Laß uns nicht plötzlich sterben. Entreiß dem Tod' Und, der uns droht; Entreiß und dem Verderben. 3. Kein Reichthum schützt, kein Stand, kein Ort: Hier weinen Witwen, Eltern dort, Und da vers waiste Kinder. Die Seuch' erreicht Auch den, der fleucht, Den From men, wie den Sünder. 4. Arzt, Kunst und Vorsicht rets ten nicht; Wir haben keine Zuvers sicht, Als nur zu deiner Güte. Ges beut, o Herr, Dem Tod', daß er Nicht mehr, nicht weiter wüthe. 5. Wir übergeben Volk und Land In deine treue Baterhand; Entfern' der Seuchen Plage. Erquick uns, Herr! Allgütiger, Gieb wies der frohe Tage. 6. Laß unser gläubiges Gebet, Das zu dir um Errettung fleht, Dir, Bater, wohlgefallen: Und froher Dank Und Lobgesang Soll einst bei uns erschallen. Nach ansteckenden Seuchen. Miel. Ein Lämmlein geht und zc. 7. Und künftig wollst du gnådig, lich Vor Mangel und bewahren. Mit dir ist uns nichts fürchterlich; 775. Wir kommen, Helfer, Du deckt uns in Gefahren. Mit dir Gesang Und Ruhm und Preis 442 Lieder für besondere Zeiten und Umstände. zu bringen; Des ganzen Volkes lauter Dank Soll, Retter, dir lobsingen. Du warst mit uns in uns frer Noth; Wir sahen überall den Tod, Den Untergang und drohen. Nun wüthet seiner Seuchen Heer Durch unser Vaterland nicht mehr; Sie sind vor dir entflohen. 2. Wir sahen dort und sahen hier So viele Brüder sterben, Und als lenthalben waren wir Umfangen vom Verderben. Da war kein Schos nen; stündlich war Furchtbarer, nås her die Gefahr, Und alle Kunst vergebens. Nichts trieb des Würgers Macht zurück, Und uns schien jeder Augenblick Der letzte dieses Lebens. 3. Zu dir, du Menschenretter, schrien Der Deinen bange Herzen. Du hörtest uns; die Seuchen fliehn: Du heilest unfre Schmerzen. D du Erbarmer voll Geduld, Nach unsrer Uebertretung Schuld Hast du uns nicht gelohnet! Gezüchtigt, o wir preisen dich! Gezüchtigt hast du våterlich, Und väterlich geschonet. 4. Wir wollen, der du uns befreist, O Gott, dich ewig loben. Sei ewig, Vater, Sohn und Geist, Von deinem Volk erhoben! Es bete dich, Er retter, an, Und jauchze, wer nur danken kann, Und diene deinem Namen, Und rühme: Gott ist unser Gott! Frohlockt! er hilft uns in der Noth! Frohlockt ihm, Amen! Amen! THREE Bei Kriegszeiten. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 776. Es sieht, o Gott, ein Kriegeswetter Jeßt über unser Haupt einher; Doch, bist du unser Schutz und Retter, Sofürchten wir uns nicht so sehr, Wie heftig auch Gefahr und Noth Den Völkern und den Ländern droht. 2. Gieb, Vater, in so trüben Ta gen Uns nur den Einn, auf dich zu fehn, Und da, wo Andre trostlos za gen, Mit Zuversicht zu dir zu flehn, Weil nie doch Menschenhülfe nüßt, Wenn deine Rechte uns nicht schüßt. 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden; Du bist es, der die Welt regiert. Laß auch jetzt alle inne were den, Daß dir allein die Macht ge búhrt. Seid böse, Bólker, rüstet euch! It Gott für uns, so fehlt der Streich. 4. Je weniger sich auch oft zeiget, Woher uns Hülfe noch entspringt: Je mehr Gefahr und Plage steiget Und alles in Zerrüttung bringt; Um so viel mehr laß voll Vertraun Uns Gott, auf deine Vorsicht schaun. 5. Was hilft der Streiter große Menge? Was hilft Gewalt'gen ih re Macht? Der Roß und Wagen dicht Gedränge hat doch nicht im mer Sieg gebracht; Der wird al lein, Von deiner Hand, Wem du ihn gönneft, zugewandt. 6. Drum fallen wir in deine Arme, D Vater der Barmherzigkeit, Und flehen demuthsvoll: erbarme Dich über uns zur bösen Zeit: Laß Gna. de nur für Recht ergehn, So blei. ben wir noch aufrecht stehn. 7. Und findet, Herr, dein weiser Wille Noch ferner Züchtigungen gut, So faffen wir in frommer Stille Dennoch zu dir den frohen Muth; Daß du gewiß zur rechten Zeit Uns zu erretten feist bereit. 8. Du züchtigest doch stets mit Maaßen Und meinst es immer vå terlich; Auch uns wirst du nicht Bieber in und nach gemeiner Noth. ganz verlaffen; Auch unfrer Noth erbarmst du dich. Wir sollen nur durch Angst und Pein Geläutert und gereinigt sein. 9. Froh werden auch wir rühmen müssen, Wenn du uns wieder wohl gethan: Gott brach, nach uns verborgnen Schlüssen, Zum Heil uns auch durch Noch die Bahn. Du bleibest unsre Zuversicht! Barmherziger, verlaß uns nicht! 443 Preis und Dank, Thm, der den Frieden schafft. Erhebt mit frohem Lobgesang Die Wunder seiner Kraft. 2. Wer ist ihm gleich? wer ist wie er, Der so zur rechten Zeit Den Streitenden und ihrem Heer Mit Macht: feid still! gebeut! 3. Er sicht der Völker Angst und Müh, Und hilft sie überstehn; Er hört ihr Flehn, und läsfet sie Hülf und Errettung sehn. Met. Herzliebster Jesu, was ze. 4. Auch wir sehn sie, erfreut von ihm, Der allen Jammer heilt, Wie 777. Herr, unfer Gott, laß wenn des Wetters Ungestüm Sein Sonnenstraht zertheilt. nicht zu Schanden werden, Die un term Druck von Nöthen und Bes schwerden, Mit frommen Flehn auf deine Hülfe schauen Und dir vertrauen. 2. Mach' alle die zu Schanden, die dich haffen, Die sich voll Stolz auf ihre Macht verlassen. Ach wende doch mit helfendem Er. barmen Dich zu uns Armen! 3. Sei unser Beistand wider un fre Feinde; Sprichst du ein Wort, so werden sie bald Freunde. Ach sprich's, daß sie die Waffen, uns zum Segen, Schnell niederlegen. 4. Lehr' uns, mit ganzem Herzen dir vertrauen! Vergebens ist's, auf Menschenhülfe bauen. Mit dir nur kann man Thaten thun und kam pfen, Die Feinde dämpfen. 5. Du bist derHeld! Und du kannst sie bezwingen, Und uns des Friedens Kleinod wiederbringen. Wir, traun auf dich; laß uns Errettung sehen; Hor unser Flehen! 5. Die Feinde toben nun nicht mehr, Drohn nicht mehr fürchterlich; Wo Menschenblut sont floß daher, Ergießt sein Gegen fich. 6. Das Feld giebt nun zu seiner Zeit Die Frucht dem, der es baut; Er sammelt ruhig und erfreut, Was er ihm anvertraut. 7. Zur Arbeit lebat neuer Muth In jedem Stande auf, Und keine Furcht vor Feindes Buch Stört der Geschäfte Lauf. 8. Allgütiger, allein vondir Fließt dieses Heil uns zu; Dein waren, sind und bleiben wir, Und unser Gott bist du. 9. Erweck uns selbst durch deinen Geist zur wahren Dankbar. keit, Die dich durch frommes Leben preist Und stets sich deiner freut. 10. Lehr' uns des Friedens gro ßen Werth Mit weisem Ernst verstehn, Und allem, was das Herz be schwert, In deiner Furcht entgehn. 11. Daß Güte und Gerechtigkeit, Daß Redlichkeit und Treu' Vereis nigt mit Zufriedenheit, Im Lande Nach dem Kriege. Mel. Ich finge dir mit Herz 2c. 778. Bringt Gott, ihr Christen, herrschend sei. 29 444 Lieder für besondere Zeiten und Umstände. 12. Durch unsre ganze Lebens- unser Lobgefang, Der du so gern zeit Leit' uns nach deinem Stach, erfreuest! Und froh sei dir von uns geweiht Gedanke, Wort und That. 6. Wehr' ferner nun, nach deiner Tren', Behr' mächtig allen Kriegen, Daß uns der Friede lang' erfren'; Laß Menschenliebe siegen. Beschü be du mit starker Hand Der Herrs scher Thron, daß jedes Land Deß Friedens Frucht genieße. Mel. Es ist das Heil uns zc. 7. Wirtraun auf dich; nur wollst 779. Gott, unfer froher Lob- du auch Uns wahre Weisheit lehren, Daß wir des Friedens rechten Brauch In Mißbrauch nicht vers kehren, Und nicht durch Stolz, durch Uleppigkeit, Durch Leicht sinn, Ungerechtigkeit Uns eigne Noth bereiten. 13. Getrost sehn wir auf deine Hand, Und warten deiner Güt', Und hoffen auf das Vaterland, Wo ew'ger Fricde blüht. gefang Erschallet dir zum Preise! Bernimm gerührter Herzen Dank, Daß du, nach Vaterweise, Gehol fen haft mit macht'ger Hand, Und alle Swietracht weggebannt, Der Vilker dich erbarmet. 2. Wie sehr ward nicht so manches Land Von Kritgestaft beschweret, Von der zum Streit erhobnen Hand Geangstigt und verheeret! Nur du haft größerm Leid gewehrt; Du haft Gebet und Flehn erhört, Auch diese Noth geendet. 8. Erhebt, erhebt, Gott immers dar, Den Geber aller Güter; Er ist und bleibet, wie er war, Der Menschen Freund und Hüter. Gleich herrlich, so von That als Rath, Hilft er, wie er geholfen hat. Ihm sei allein die Ehre! 3. Wo Furcht und Angst die Hers zen brach, Wo Mordgewehre schreck. ten, Wo Zucht und Ordnung nie, derlag, Das Feld Erschlagne deck. Nach geendigter Feuersnoth. Mel. Wenn wir in höchsten zc. ten: Da kehrt zurück die goldne Beit, 780. Gott, dessen Macht des Erholung, Ruhe, Sicherheit Und deines Gegens Fülle. Feuers Kraft Zum Segen und Vers Derben schafft! Mit welcher schreck lichen Gewalt Verwüstet es! wie leicht! wie bald! 4. Der Landmann sammelt unge stort In ausgeleerte Scheuern, Was, Gott, ihm deine Hand bes schert, Froh deine Huld zu feiern. Gerechtigkeit und Güt' und Treu' Begegnen wieder sich aufs neu, Der Länder Glück zu bauen.. 2. Ach, manche Häufer hats vers zehrt, Und mancher Armen Glück zerstört! Auch dies hat deine Hand gethan: Wir weinen, Herr, und beten an. 5. Gott, unser Vater, sei gepreist, Der du die Herzen beugest Und Konige durch deinen Geist 3u Frie densschlüssen neigest. Nur dir gebühret unser Dank; Nur dich preist 3. Wir weinen; doch verehren wir Auch deine Huld; sie half auch hier, Und hielt der Flammen schnel len Lauf, Der Uebrigen zu scho nen, auf. Lieder für das verschiedene Lebensalter. 445 4. Mit unsern Brüdern seufzen wir In ihrem Jammer, Gott, zu dir: Laß sie nicht hülflos; trifte die, Die du gebeugt haft; segne sie! 5. Gieb, wen du jetzt betrübet haft, Geduld zu tragen seine Laft; Erfreu' ihn, wenn er ausgeweint; Sei du sein erster, bester Freund. 6. Was du uns nimmst, das kannst du, Gott, Auch wieder ges ben, jede Noth In Heil verwan deln; weis und gut Ift alles, was dein Wille thut. 7. Gieb Unterwerfung und Ge duld, Daß wir nie deiner Vater huld Verlustig werden, voll Vertraun, Dich, wo kein Leid ist, einst zu schaun. 8. Schüß' unser ganzes Vater land Vor Mangel, Seuchen, Krieg und Brand! Gieb, weil du unser Vas ter bist, Uns allen, was uns selig ist. Lieder für das verschiedene Lebensalter. Am Geburtstage. Mel. Was sorgst du ängstlich zc. 781.Dir dank' ich heute für mein Leben; Am Tage, da du mirs gegeben, Dank' ich, mein Schöpfer, dir dafür. Durch freie Gnad' allein bewogen, Hast du mich aus dem Nichts gezogen; Durch deine Güte bin ich hier. 2. Du hast mich wunderbar be reitet, An deiner Rechten mich geleitet, Beschützt bis diesen Aus genblick; Du gabst mir tausend frohe Tage, Verwandeltest selbst meine Klage Und meine Leiden in mein Glück. Beståndig über mich gewacht. D Gott, damit ich glücklich werde, Hast du an mich, mich Stand und Erde, Von Ewigkeit her schon ge dacht! 4. Dusahst und hörtest schon mein Sehnen Und zähltest alle meine Thränen, Eh' ich von dir bereitet war, Und wogst, eh' ich zu sein begonnte, Eh' ich zu dir noch rus fen konnte, Mir mein bescheiden Theil schon dar. 5. Du ließ'st mich Gnade vor dir finden, Und sahst doch alle meine Sünden Vorher von aller Ewigkeit. O welche Liebe, welch Erbarmen! Der Herr der Welt sorgt für mich. Armen Und ist ein Vater, der verzeiht. 6. Für alle Wunder deiner Treue, Für alles, dessen ich mich freue, Lobs singet dankbar dir mein Geist. Ihn selbst gabst du mir zum Geschenke, Dein ists, daß ich durch ihn dich denke Und dein, daß er dich heute preist. 7. Daß du mein Leben mir gefri stet, Mit Stárk' und Kraft mich ausgerüstet, Dies, lieber Vater, dank' ich dir; Daß du mich wunders bar geführet, mit deinem Geiste mich regieret, Dies alles, Vater, dank' ich dir. 8. Soll ich, o Gott, noch länger leben, So wirst du, was mir gut ist, geben; Du giebst es gern, ich hoff' aufdich. Dir, Gott, befehl' ich Leib und Seele: Der Herr, Herr, dem ich sie befehle, Der segne und behüte mich! Für die Jugend. Mel. Warum sollt' ich mich zc. 3. Ich bin der Treue zu geringe, Mit der du, Herrscher aller Dinge, 782. Habe deine Lust, o Ju29* 446 Lieder für besondere Zeiten und Umstände. gend, Immer gern An dem Herrn Und dem Reiz der Tugend. Fleuch die Lüste dieser Erden, Die dein Herz, Dir zum Schmers, Bald vers giften werden. 2. Nicht erst, wann des Alters Sorgen Dich erstreun; Jugend, nein! Schon am frühen Morgen, In der Blüthe deines Lebens Dien' ihm gern, Und dem Herrn Dienst du nicht vergebens. 3. Glück, Gesundheit, langes Les ben Wird dafür Willig dir Dann dein Schöpfer geben. Tugend nur sei dein Begehren; Dann wird er Dir schon mehr, Wenn dir's nüßt, gewähren. 4. Auch schon in gefunden Tagen Laß nicht ab, In das Grab Einen Blick zu wagen; Du hast dann, frei vom Berderben, Seelenruh'; Dann kannst du, Dem du lebteſt, sterben. Me 1. Ermuntre dich mein: c. 783. Ich trete vor dein Anges sicht, Du Schöpfer meiner Jugend! Verwirf mein kindlich's Stehen nicht Um Weisheit und um Tu gend! Mein ganzes Leben dank' ich dir; Erbarmer, weiche nicht von mir, Damit ich deine Wege Unsträflich wandeln möge. 2. Du pflanztest, Here, in meine Brust Verlangen nach Bergnügen; Laß mich den Hang zu jeder Lust, Die du verbeutst, besiegen! Dein nnausbleibliches Gericht Vergeffe meine Seele nicht, Und weder Glück noch Leiden Laß, Herr, von dir mich scheiden. 3. Wenn sich auf meiner Jugend bahn, Mich in ihr Nch zu ziehen, Verführer meiner Seele nahn, So Laß mich klüglich fliehen! Ihr Beis spiel, Herr, entferne nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht; Ihr Spotten und ihr Lachen Laß nie mich wankend machen. 4. Der Glaub' an Jesum bleibe mir, O Gott, unendlich wichtig, Denn er macht mich gerecht vor dir, Und meine Steige richtig. Nicht Bweifel, die ein Herz erzeugt, Das fich zur Sündenliebe neigt, Noch Lust zu widersprechen, Laß meinen Glauben schwächen. 5. Der Tugend heilige mich ganz, Mein Schöpfer und Erhalter! Sie werde meiner Jugend Glanz, Und einst mein Trott im Alter. Erhalte mein Gewissen rein; Laß keinen meiner Tage sein, Der nicht zu deis ner Ehre Von mir geheiligt wäre! 6. Ach, lehre mich den Werth der Zeit, Daß ich sie nie verschwens de, Daß ich mit weiser Thätigkeit Zum Guten sie verwende. Laß meis ner Jugend Fleiß und Müh' Umsonst nicht sein und segne sie; Laß auch durch mich auf Erden Dein Werk gefördert werden. Mel. Ich dank' dir schon durch u. 784. Dein ist auch meine Ju gendzeit, Du Herr von meinem Les ben; So sei siedenn auch dir geweiht, Geweiht zum frommen Leben. 2. O stårke den Entschluß in mit, Um deiner Liebe willen, Und gied mir Kraft, sie kommt von dir, Ihn treulich zu erfüllen. 3. Du bist mein Vater, ich dein Kind; Mein Glück ist, dich zu lieben.. O mache mich dir gleich gesinnt In allen meinen Trieben! Lieder für das verschiedene Lebensalter. 447 4. Du gabst mir den vernünft'gen knüpfdurch Unschuld uns, daß wir Geist, Damit er schon auf Erden Der Freundschaft Glück empfinden. Dir, den der ganze Himmel preist, Gott, ähnlich möge werden. 5. D lehre du mich eilen, ihn mit Weisheit auszuschmücken; Denn meine Tage fliehn dahin, Gleich schnellen Augenblicken. 6. Er ist nicht sterblich, nicht von Staub, Wie dieser Leib von Erde, Hilf, daß er nie des Lasters Raub, Und Raub des Elends werde. 7. Laß mich vor allen Dingen dir Nur zu gefallen streben. Was dir mißfällt, sei fern von mir In mei nem ganzen Leben. 8. Vor stolzer Selbstgefälligkeit Bewahre meine Jugend; Ihr Vorzug sei Bescheidenheit, Ihr wah, rer Schmuck die Tugend. 15. Der du mich selbst durch dein Gebot Den Weg zum Heile lehrest: Ich will dich preifen, Herr, mein Gott, Wenn du mein Flehn erhörest. Mel. Nun freut euch) lieben 2c. 785. Herr, mein Gott, ich bitte dich 11m Beisheit und um Tugend; Regiere du mich väterlich In meiner frühen Jugend; Laß deinen Segen auf mir ruhn, Nur daß zu lieben und zu thun, Was mir dein Wort befiehlet. 2. Gieb, daß sich meine Eltern freun, Mich tugendhaft zu sehen; Laß ihre Zucht an mir gedeihn zu meinem Wohlergehen; Das Gute, was sie mir gethan, Von meiner ersten Kindheit an, O das vergilt' du ihnen. 9. Gieb mir den fanften stillen Geist, Der Andre nie verachtet, Der dich durch Herzensdemuth preist, Sich stets zu bessern trachtet. Für das Alter. Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. 10. Die Luft der Eitelkeit laß nicht 786. Du Herr von meinen Sie Mein junges Herz entzünden; macht mich untreu meiner Pflicht, Und bahnt den Weg zu Sünden. 11. Bewahr' mein Auge, daß es 11. Bewahr' mein Auge, daß es nie Unreines Feuer nähre, Und meine Zunge, daß nie sie Ein unrein Wort entehre. Tagen Haft mich voll Huld getragen Von meiner Jugend auf; Auf allen meinen Wegen Ulmgab mich, Gott, dein Segen, Auch selbst im schwersten Leidenslauf. 12. Auf Frevier, die mit ihrem Spott Dein Wort so gern entehren, Laß nie mit Leichtsinn mich, mein Gott, Nein, stets mit Abscheu hören. 13. Den Umgang, der Verfüh rung droht, Und alle Sündenfreut den Laß mich weit mehr, als selbst den Tod Mit kluger Vorsicht meiden. 14. Die Tugendhaften laß in mir Ein Herz, wie ihres finden; Ver2. Oft hatt' ich große Sorgen; Doch, wie ein heitrer Morgen Durch dunkle Nächte bricht, So hab' ich's auch erfahren, Du weißst uns zu bewahren, Und führst durch Finster. niß zum Licht. 3. War Menschenrath vergebens, So warst du, Herr des Lebens, mein Licht auf dunkler Bahn. Dich ließ ich thun und rachen; Denn du thust große Thaten, Und nimmst dich unfrer huldreich an. 448 Lieder für besondere Zeiten und Umstände. 4. ,, Bis zu des Alters Tagen Will ich dich heben, tragen, Und dein Erretter sein." Dies hast du mir versprochen, Und nie dein Wort gebrochen; Deß will ich mich auch immer freun. 5. Du wirst in meinem Alter Mein Stab sein, mein Erhalter, Nach deiner Vatertreu'. Bin ich gleich schwach und müde: Bei dir ist Trost und Friede;, Du steht mir Schwachen mächtig bei. 6. Nach wenig bangen Stunden Hab'ich ganz überwunden: Ich bin dem Ziele nah', Dem Ziele aller Leiden. welche hohe Freuden Erwarten meine Seele da! 7. Ich harre froh und stille, Bis, Herr, mein Gott, dein Wille Mich nach dem Kampfe Frónt. An meis ner Laufbahn Ende Sink' ich in Je. su Hände; Denn er hat mich mit dir versöhnt. Mel. Ich dank dir schon durch zc. 787.Dit u warst stets meine Zuversicht, Und bist es noch im Alter; Berlaß auch nun mich Schwa chen nicht, Mein Schöpfer, mein Erhalter! 2. Ich fühle die Beschwerlichkeit Gehäufter Lebensjahre, Und steh' am Rande meiner Zeit; Nah' sind mir Sarg und Bahre. 3. Gelobt sei deine Vatertreu', Die bis so weit mich brachte, Mir wohl that, und mein Herz dabei Mit dir zufrieden machte. 4. O sei auch fernerhin mit mir, Daß ich bis an mein Ende Dir folg', und voll Vertraun zu dir Des Les bens Rest vollende. 5. Erhalt' mich in Gelassenheit Auch bei den größten Plagen, Und hilf mir, mit Zufriedenheit Die Laft des Alters tragen. 6. Viel heitre Tage gabst du mir Befreit von Sorg' und Gramen: Wie sollt' ich denn anjekt von dir Nicht auch die trüben nehmen. 7. Es dauert ja nur kurze Zeit, Was ich noch etwa leide Und dann gewährt die Ewigkeit Mir unges stórte Freude. 8. Da drückt mich keine Schwach, heit mehr; Verjüngt werd' ich da leben, Und wonnevoll dir Preis und Ehr Für deine Treue geben. 9. Hilf, daß ich täglich meinen Blick Auf diesen Wechsel tenke Und täglich dies mir nahe Glück zu meinem Troft bedenke. 10. Co bleib' ich in Zufriedenheit Auch bei des Alters Schwäche Und harre, bis dein Wink gebeut, Daß meine Hütte breche. Lieder in besondern Lebenss umständen. In gesunden Tagen. Met. In dich hab ich gehoffet zc. 788. Wem Gott Gesundheit hier verleiht, Der hat von Gütern dieser Zeit Gewiß die größte Gabe. Allgütiger! Wie froh bin ich, Daß ich dies Kleinod habe! 2. Daß ich es habe, dank' ich dir; Nur du, mein Vater, hast es mir Aus großer Huld geschenket. Dein ist's, daß ich noch munter bin Und mich kein Uebel Frånket. 3. Erhalt dies Glück mir ferner hin; Gesund erhalte jeden Sinn, Nie So lang' ich leb' auf Erden; müffe mir Sein richt'ger Brauch Durch was genommen werden. Lieder in besondern Lebensumständen. 4. Der Sünde folgt Verderben nach, Bald dies bald jenes Unge mach, An Leib und Seele Schmer gen; Fern sei's von mir, Durch ihre Schuld Gesundheit zu verscherzen. 5. Ein gleicher Muth in Freud' und Leid, Zufriedner Sinn und Måfigkeit Und Ordnung in Geschäften: Dics fei mein Ruhm; So wird ges wiß Kein Laster mich entkräften. 6. Gieb, daß ich meines Lebens Kraft, Die deine Güte mir ver schafft, Aufs nüßlichste verwende Und meinen Lauf Zu deinem Kuhm Und Andrer Glück vollende. 7. Doch schickst du mir auch Krank, heit zu, So gieb Geduld, gieb Seelenruh, Das Leid mir zu versüßen. Mein Trost im Schmerz Sei dei ne Huld, Ein ruhiges Gewissen. 8. Und bringt die Krankheit mir den Tod, So müsse mich der Trost, o Gott, Zum frohen Muth erheben: Nicht Krankheit mehr, Nicht Tod trifft mich In jenem bessern Leben. 449 liebreich meiner pflegen; Belohne ihre Treu' und Müh' mit deinem besten Segen. Gieb wenn zur Un zufriedenheit Mein Schmerz mich reizt, mir Freudigkeit, Geduldig ihn zu tragen. 4. Soll meine Krankheit tödtlich sein, Soll ich die Welt verlaffen, So las mein Herz, vonSünden rein, Im Glauben dich umfaffen; Bersüße mir des Todes Schmer: Und las bis in den Tod mein Herz Un deiner Gnade hangen. 5. Doch, willst du noch Gesundheit mir 3um längern Leben schenken, So laß mich täglich, Gott, vor dir An deine Hülfe denken, Daß ich im Fortgang meiner Zeit, mit aller Treu' und Dankbarkeit, Auf dets nen Wegen wandle. Mel. Wer nur den lieben Gott ze. 790. Gott, der du Schmerz und Freuden sendest, Mit Weiss heit unser Schicksal lenkit, Und alles uns zum Besten weadest, Was bu nur über uns verhängst: Du haft nicht Lust an meiner Pein; In Krankheiten. Met. Wenn mein Stündlein 2c. 789. Es ist dein Wille, Herr, Auch fie foil mir zum Heit gedeibu. 2. Auch durch die Noch führt mich zum Ziele Der Seligkeit, Gott, deine Hand, Und deiner Tröstungen wie viele Hast du mir schon ins Herz gesandt! Wie oft ruft mir dein Wort nicht zu: Gott ist dein Bater; Kind bist du! mein Gott, Daß ich jest Schmerzen leide; Doch du bist Helfer in der Noth, Und kehrst sie gern in Freude. Dir ist mein ganzes Leid bekannt; Mein Leben steht in deiner Hand; Du zählest meine Tage. 2. Verhür' es, daß der Krankheit Pein Zu schwer mir Schwachen wer de; Erquicke gnädig mein Gebein Und mildre die Beschwerde. Du, Vater, weißst, was jeden Tag Dein schwaches Kind ertragen mag; Hilf mir! erbarm' dich meiner! 3. Erquick' und stärke alle die, Die 3. O du, mein bester Vater! glaubte Nur meine Seele Eindlich dir! Odaß mir doch kein Zweifel raubte Den füßen Trost: Gott ist bei mir! Ja, Bater, deine Huld und Kraft Ift allem nah', was sie erschafft. 4. Wenn Schmerz und Leiden 450 Lieder für besondere Zeiten und Umstände. mich umstürmen, Se denk' ich dein und deiner Huld. In allen Schmerzen, allen Stürmen Berteih' mir Weisheit und Geduld; Beruhige mein Herz und sprich: Sei nurgetroit und hoff auf mich. 5. Wie litt' im allerbängsten Lei den So stille duldend Jesus Christ!, Leid ich ihm nach ein Meer von Freuden, Das ewig unerschöpflich ist, Umfließt mich dann vor seinem Chron; Wie meine Leiden, so mein Lohn. 6. Durch Leiden wird mein Herz ihm offen; Durch Glauben naht sich ihm mein Geist. Der stille Dulder nur darf hoffen, Mehr hoffen noch, als Gott verheißt. Zu solcher HoffMel. Chriftus, der ist mein: c. nung stärke mich, So preis ich 792. Mit dankerfüllter See. auch in Krankheit dich. le, Bet' ich dich, Vater an; Ich rühm' es und erzähle, Was du an mir gethan. Nach der Krankheit. Mel. Aus meines Herzens Gr. zc. 2. Wie schmerzvoll war ich Ar mer! Du hörtest mein Geschrei; 791. Ich lobe dich und finge, Du halfft mir, mein Erbarmer, Und standst mit Treft mir bei. Herr, deiner Liebe Rath, Die mie so große Dinge Bisher erwiesen hat. Dich preifen ist mir Pflicht: Ich will mein neues Leben Dir ganz eigen geben; Mehr hab' und kann ich nicht. 3. Wie viele meiner Brüder, Die stärker sind, als ich, Warf Schmerz und Krankheit nieder; Ich überwand durch dich. 4. Ich will mein neues Leben, Herr, ich gelob' es dir, Dir ganz zu eigen. geben. Sei ewig, Gott, mit mir! 2. Als in der Krankheit Schmer zen Die Seele fast versauk, Und nun aus vollem Herzen Zu dir mein Flehen drang, Da thatest du mir Fund: Du könnest uns das Leben Leicht nehmen, leicht es geben, Und machtest mich gefund. 3. Des Todes Angedenken Haft du in mir erneut, Den Geist auf dich zu lenken, mit Hülfe mich er freut. Herr, nie vergeff ich dein: Ich will in Angst und Plagen Hinfort nie trostlos zagen, Im Glück mich deiner freun. 4. Herr über Tod und Leben, Du Helfer in der Noch! Wie kann ich gnug erheben Dich, o mein Herr und Gott! Horts alle: Gott nur kann Uns helfen, und erretten. Ach! wenn wir Gott nicht hätten, Wer hulf uns Armen dann! 5. O laßt uns gan; ihm leben; Wir sind sein Eigenthum, Und jes des Tags Bestreben Sei seiner Gnade Ruhm! Ihm widmen seine Zeit, Vor seinen Augen wallen, Ihm dienen, ihm gefallen, Ist unsre Seligkeit. Mel. Nun danket alle Gott 2c. 793. Mit welchem Dank, o Gott, Soll dich mein Lied erheben! Nur deine Baterhuld Erhielt mich noch am Leben; Du/ standst mit deiner Kraft Mir in der Schwach heit bei, Und von Gefahr und Schmerz Bin ich nun wieder frei. 2. Dem Tode war ich nah; Schon Lieder in besondern Lebensumständen. sah' ich für mein Leben Im meine Lagerstatt Verwandt' und Freunde beben; Allein, ich bebte nicht; Mich schreckte nicht das Grab; Gestärkt durch deinen Geist, Sah' ich ges trost hinab. 3. Ich sah des Todes Thal Zwar finster vor mir liegen, Doch licht voll hinter ihm Ein himmlisches Vergnügen; Der sieche Körper fand Dort Ruh' und Sicherheit, Und meine Seele hier Glück und Unsterblichkeit. 4. Indessen stärktest du Die halb. erstorbnen Glieder; Dem Geifte gabst du Muth, Den Nerven Kräf te wieder, Und so, so giebst du mich Den Meinigen zurück, Und dafür dank ich dir; Denn Leben ist auch Glück. 5. Nun durch dies Leben selbst Will ich dir Dank beweisen, mit meinem Geiste dich In diesem Le ben preifen, Dir jeden Augenblick Von meinen Tagen weihn, lim ewig einst bei dir Des Lebens werth zu sein. 451 de Glück Wählst du doch stets das Beste. Dies Leben ist ein Augenblick; Hier sind wir alle Gäste; Dies Leben ist ein Pilgerstand: Wir fuchen Herr, ein beßres Land, Wie vor uns unsre Våter; Auf alle wars tet Tod und Grab, Und jeden Wandrer rufst du ab, Den früher, jenen später. Beim Absterben unsrer Freunde. Mel. Ein Lämmtein geht, und zc. 794. Ich bin ein Chrift; kein Schmerz und Leid Soll ganz mich niederschlagen. Labt mich der Trost der Ewigkeit, Wie kann mein Herz verzagen? 3war, daß von meinen Lieben mir Entwichen Jemand ist zu dir, Das, Gott, rührt mich zu Zähren; Doch selbst bei der Gelieb ten Grab Will ich dich, der sie nahm und gab, Still', als ein Chrift, verehren. 9. Für mein und meiner Freun 3. Wohin sind meine Lieben mir, Gott, vorangegangen? Ach, hin zu dir, aus deiner Hand Die Krone zu empfangen! In ihrem stillen Grabe ruhn Sie von des Lebens Arbeit nun, Indeß ihr Geist dort oben Ein unnennbares Glück ge nießt. Was wein ich? Selig, fes lig ist Der Christ, zu dir erhoben. 4. Den Frieden, den dein Himmel schenkt, Darf nun kein Feind mehr stören. Dem Leiden, das uns hier noch krånkt, Gebeutst du, aufzuhde ren; Die Freude, die uns hier ents zückt Und auf dem Pilgerweg' ers quickt, Ist klein; unendlich großer Ist das, was noch kein Auge sah', Was uns erwarb auf Golgatha Dein Sohn, der Welt Erlöser. 5. Nun wein' ich nicht mit wildem Schmerz, Wie hoffnungslose Heis den; Du selbst beruhigst ja mein Herz In allen seinen Leiden. Rufft du die Meinen von der Weit: Wohl! thue, Herr, was dir gefällt; Dein Wille soll geschehen. Ist mir der Trost doch himmlisch füß: Ich weiß, als Christ weiß ich's gewiß: Sie werden auferstehen. 6. Jm Himmel sind sie wieder mein; Entzückt werd' ich sie kennen. Rein Schmerz, kein Wechsel wird dort sein Kein Tod uns dann mehr trennen. Bei dir sind wir nun alle. 452 Lieder für besondere Zeiten und Umstände. zeit, Und erndten Himmelsfeligkeit In der Erlösten Schaaren. Dann lernen wir mit Lobgefang, Warum wir, nur Minuten lang, Durchs Grab geschieden waren. 7. Mein Gott, wenn deine Trs. stung mir nicht meinen Schmerz versüßte: Mein Heiland, wenn ich nichts von dir, Nichts von dem Himmel wüßte: Was linderte dann meinen Gram? Du, der die Macht dem Tode nahm, Sei innigst hoch gepriesen! Dein Evangelium allein Läst selbst noch in der schwersten Pein Erquickung auf mich fließen. 8. Laß mich mit meinen Freun den stets Fromm für den Himmel leben, und in den Stunden des Gebets Sie ganz dir übergeben; So fühl ich's jetzt schon, ganz erfreut: Ein Himmel voller Geligkeit Wird ewig und vereinen. Ruft Gott: Komm Treuer! einst mir dann: Mel. Befichr' du deine Wege zc. Heil mir, wenn ich dann sagen kann: 796. Beglücke meine Reiſe; Hier bin ich und die Meinen. Reiselieder. Vor der Reise. Gott, ich vertraue dir. Du bist der Herr: beweise, Wie treu du bist an mir. Auf allen meinen Wegen Begleite väterlich Mit deinem Heil undSegen, mit deinem Schuße mich. Me 1. Aus tiefer Noth ruf': c. 795. Sci Sei du, o mein getreuer Gett, Mit mir auf meiner Reise; Bewahr' mich vor Gefahr und noch Zu deines Namens Preise. Herr, me nen Weg empfehl ich dir, Mich felst und alles, was du mir Auf dieser Welt gegeben. 2. Ich bin in deinen Händen, Deß foll mein Herz sich freun, Denn du kannst Hülfe senden, Wo mir Ge fahren dráun, Bin ich bei dir in Gnaden, So fürcht' ich nichts, o Gott! Du wehrest allen Schaden, Mein Helfer in der Noth! 2. Send' deinen Engel vor mir her, Laß ihn mich sicher leiten; Befiehl, daß er dem Unglück wehr' Und allen bösen Leuten. Nimm, Vater, mei ner gnädig wahr, Daß keine drohende Gefahr An Seel und Leib mir schade. 2. Du, bester Führer, Gott! ver leih', Daß ich stets christlich wandle, Stets fromm, getrost und weise sei, Nie kühn, nie strafbar handle. Regiere du selbst meinen Pfad, Gieb Segen, Muth, Verstand und Nath Zu meinem Thun und lassen. 4. Bring' mich gesund, zur rechten Zeit, Zu den geliebten Meinen; Erhalt' und schüße sie vor Leid, Sie sind jh, Herr, die Deinen! Olaß sie dir empfehlen sein, Und dann vor dir uns dankbar freun, Wann wir uns wiedersehen. 5. Du wollst mein ganzes Leben hier, O Vater, selbst regieren, Wo Hülfe noch ist, hilf du mir; Laß deinen Geist mich führen. Und end' ich einst hier meinen Lauf, Dann nimm mich froh und selig auf, zu deiner ew'gen Ruhe. 3. So will' ich denn mein Leben, O Vater, und mein Gut Dir freu dig übergeben, Und deiner treuen Hut. Erhalte meine Kräfte, Be glücke meinen Fleiß, Und meiner Pflicht Geschäfte, zu deinem Ruhm und Preis. Reiselieder. 4. Laß dir auch meine Lieben Zur Hut empfohlen sein. Nichts müsse sie betrüben, Dein Trost sie stets erfreun. Sehn wir uns fröhlich wieder In Glück und Wohlergehn, Wie sollen unsre Lieder Dann deinen Ruhm erhöhn! 3. Sei nun gelobt, sei hoch gepriesen Für alles Gute, was du mir Auf meiner ganzen Reif erwiesen; Mein armes Lob gefalle dir! Dir will ich künftig auch vertraun, Und 797. Du bist um mich, Gott, stets auf deine Hülfe schaun. Auf der Reise. Mel. In dich hab' ich gehoffet zc. wo ich bin; O führe du mich sicher hin 3um Ziele meiner Reise, Das Mel. Ich finge dir mit Herz 2c. mit ich dich, Mein treuer Gott, 799. Gott Lob! die Reise ist Mit froher Rührung preise. 2. Mein Gang steht nicht in meis ner Macht. Wenn mich dein Auge nicht bewacht Und deine Hand mich leitet: Wer schüßt mich dann, Daß nicht mein Fuß Auf ebnem Pfade gleitet? 3. Wer wendet die Gefahren ab, Die Schrecken, linfall, ja das Grab, So oft dem Wandrer drohen? Wer ihnen je Entfloh, ist nur Durch dich, o Gott entflohen. 453 Meinen Mich deiner reichen Güte freun, Mit ihnen mein Gebet vereinen, lind dir des Dankes Opfer weihn, Daß du mit deiner Baterhand Gefahr und Schaden abgewandt. 4. So seh' ich denn auch nur auf dich; Sei du mein Schirm, und schütze mich mit deinen Vaterhånden: So werd' ich, Gott, Stets meinen Weg Froh wandeln, glück lich enden. Nach der Reise. Mel. Mein Herz ermuntre dich zc. 798. Dank dir! Beschützer meines Lebens! Du hast mich froh zurück gebracht. Ich flehte nicht zu dir vergebens; Du hast mich våter lich bewacht. Dein Schuß und Schirm war über mir; Durch dei ne Gnade bin ich hier. 2. Nun kann ich wieder mit den vollbracht; Auch von den Meinen fern, Erfahr' ich Gottes Schuß und macht. Preis sei ihm, meis nen Herrn! 2. Wie viel und mancherlei Ges fahr Schleicht uns auf Reisen nach! Doch half mir, Gott, der mit mir war, Durch alles Ungemach. 3. Durch seine Huld beschirmt, bin ich Gesund und fröhlich hier, Er leitete mich väterlich; Sein Schuh war über mir. 4. Die meinen hat er auf mein Flehn Bewahrt vor Schmerz und Tod; Froh konnten wir uns wiedersehn. Wie gut ist er, mein Gott! 5. Nimm gnädig hin den schwachen Dank, Mein Gott, für dein Geleit; Es steigt zu dir mein Lob. gesang Mit Herzensfreudigkeit. 6. Ich opfre dir mit Freuden auf, Was ich nur hab' und bin. O lenke meinen fernern Lauf zu dir, mein Vater hin. 7. So lang' mein Leben hier noch währt, Ist's eine Pilgerzeit; Wohl mir! daß sie vorüber fährt. Es kommt die Ewigkeit. 454 Einheit Gottes. Anhang. ( 3u Nr. 6.) Linheit Gottes. Miel. Es woll' uns Gott 2c. ( 3u Nr. 28.) Langmuth Gottes. Mel. Wunderbarer König zr. er ist dir gleich, du 801. 2uer weiten Herrscher! Groß ist deine Güte In dem ganzen Weltgebiete; Sie verherrlicht tåg. lich Sich auch an uns allen, Die wir hier auf Erden wallen; Ja fie pflegt, Nährt und trägt Nicht nur deine Kinder, Nein, auch selbst die Sünder. 800. Wer ist dir gleich, du Einziger? Wer thut, Gott, deine Werke? Wem, jauchzet sonst der Himmel Heer Und nennt ihn Gott der Stärke? Du warst, und deiner Allmacht Ruf Hieß Erd' und Him. met werden. Bekennt es, Menschen, die er schuf: Im Himmel und auf Erden Ist keiner seines Gleichen! 2. Der Sterne ungezähltes Heer, Die hoch am Himmel schweben, Die Erd', o Gott, die Luft, das Meer Und die in ihnen leben, Wie preiset ihre Harmonie Dich, odu Geist der Geister! In welchem Einklang rus fen fie: Der Schöpfung Herr und Meister Ift einer, ist Jehovah! Langmuth Gottes. 3. Sinkt in den Staub hin, betet an! Jehovah ist der Höchte. Er ist's allein, und keiner kann Ihm gleich sein, noch der Nächste! Gott spricht: ich bin allein der Herr! Ich bin, ich war, ich werde Sein, der ich bin; kein Anderer Im Him, mel, auf der Erde, Hat meinen Ruhm und Namen. 4. Und ewig bleibst du mir allein Der Gott, an dem ich hange, Und ewig soll's kein andrer sein, Von dem ich Heil verlange. Mein gane zes Leben weih' ich dir, Mein Gott, auf den ich traue; Ich weiß gewiß, einst zeigst du mir, Wenn ich dein Antlis schaue, Dich mehr in deis ner Größe. 2. Dieser Langmuth Größe Låst sich zwar empfinden, Aber niemals ganz ergründen. Frevler so vers schonen, Millionen Schulden Mit so vieler Nachsicht dulden, Und das bei Doch so treu Warnen, die dich hassen: Herr, wer kann dies faffen? 3. Ach, du bist barmherzig, Hörst der Sünder Flehen, Wenn sie wei nend vor dir stehen; Linderst ihren Kummer, Fristest oft ihr Leben, Daß auch sie nach Tugend streben. Voll von Huld Und Geduld Lockst du ihre Seelen, Deinen Weg zu wählen. 4. O daß dieser Reichthum Dei ner Baterliebe Uns zur Sinnesân d'rungtriebe! O daß wir voll Reue Unfre Schuldbedächten Und dir wil. lig folgen möchten! Unser Schmerz Rührt dein Her;; Sollten wir noch weilen, zu dir hinzueilen? 5. Dank sei dir, o Vater, Daß du unsrer schontest Und nicht nach Ver dienst uns lohntest! Nöthig ist uns Schwachen Deine Huld und Gnade Auch noch auf dem Tugendpfade. Leic' uns doch Fernernoch, Bis wir einst dort oben Würdiger dich loben. ( 3u Nr. 34. Dreieinigkeit. Dreieinigkeit. 455 5. Gelobet feiftdu, Geift des Herrn, Wir waren einst von Jesu fern, Ents fernt von dir und von dem Leben, Mit Finsternissen umgeben! Du hast durch deines Wortes Mache Auch uns zum Licht aus Gott gebracht; Du lehrst uns teben, hilfit uns sterben, Und weihest uns zu Himmelserben Durch Christi Tod, Durch Christi Tod. 6. Anbetung und Dank bringen wir, Herr unser Gott und Vater dir! Es müsse jedes Land der Erden Voll deiner Herrlichkeit wers den! Wie felig, wie begnadigt ist Ein Volk, deß Zuversicht du bist! Jehovah, deinem großen Namen Sei ewig Ruhm und Ehre. Amen! Hallelujah! Hallelujah! Mel. Komm heil'ger Geist zc. 802. Anbetung und Dank bringen wir, Herr, unser Gott und Bater, dir, Dein Ruhm soll unter uns erschallen. Laß unser Lob dir gefallen! Laßt, Menschen, seiner Lieb uns freun Und ewig, ewig dankbar sein! Lobsingt ihm, Chris sten unsre Brüder, Fallt vor dem Gott der Liebe nieder, Und betet an, Und betet an. 2. Er hat uns gemacht! Wir sind fein! Du bist die Lieb' und wir sind dein! Wie groß und viel sind deiner Werke, Du Gott der Weisheit und Stárke! Dein ist der Erdkreis und in dir, O Höchster, sind und leben wir. Du und Mel. Gelobet feist du zc. Thronen, Und uns, die auf der Er. 803. Preis ihm! Er schuf de wohnen, Uns Sterbliche! Uns Sterbliche! und er erhält Seine wundervolle Welt. Du sprachst! da wurden, Herr, auch wir. Dir leben und dir sterben wir. Hallelujah! 2. Preis, Jesu, dir in Ewigkeit! Uleber alle Himmel weit, Erschall' dein Lob! du haft und dir Erlöft; dein sind, dir leben wir! Hallelujah! 3. Geist Gottes! auf der Tugend Bahn Führest du uns himmelan. Geheiligt und erneut von dir Sind Kinder Gottes wir schon hier. Hallelujah! 3. Der Heilige schont unsrer Schuld, Und trägt uns Sünder mit Geduld Auf seinen väterlichen Ar men: Mit liebevollem Erbarmen Verkürzt er unsrer Prüfung Zeit Und lohnet uns mit Seligkeit. Er überschüttet uns mit Freuden Und schickt zu unserm Heil uns Leiden. Der Gnädige, Der Gnädige! 4. Anbetung und Dank, Christus, dir! Berlorne Sünder waren wir: Du bist, ein Fluch, für uns gestors ben, Haft ewig's Heil uns erwors ben. Wer zu dir fliehet, an dich glaubt, Und lockt die Sünd' ihn, treu dir bleibt, Der soll, befreit vom Sluch der Sünden, Erbarmen, In eigner Melodie. Gnad' und Leben finden In Ewig, 804. Wir glauben all an eis keit, In Ewigkeit. 4. Fließt, unsrer Freude Thras nen, fließt! Heilig, mächtig, gnás dig ist Der Herr! Ihm sei in Ewigs keit Preis und Dank von uns geweiht! Hallelujah! 456 Sprache. nen Gott Vater, Sohn und heil's gen Geist, An aller Menschen Vater, Den höh'rer Geister Loblied preist, Der durch seiner Allmacht Kraft, Alles wirket, alles schafft. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes eingebornen Sohn, Ihn, der zu uns auf Erden kam, Von der ew'gen Gottheit Thron; Uns durch seinen Mittlertod Zu befrei'n von Sündennoth. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, Der als unser Trost und Licht Allen den Weg zum Leben zeigt, Durch Jesu Christi Unterricht. Heilige Dreieinigkeit, Dir fei Preis in Ewigkeit! ( 3u Nr. 49.) Sprache. Mel. Herr, mein Licht, mein c. 805. Laut und freudig dir lob. fingen, Und dir Dank zum Opfer bringen, Vater, das ist mein Beruf. Wer vermag von dir zu schweigen? Meine Worte selbst sind Zeu» gen, Daß auch mich dein Arm er. schuf, Daß auch mich dein Arm erschuf. 2. Du, du gabst mir Kraft zu sprechen, Wünsche, Sorgen und Gebrechen Meinen Brüdern zu ges stehn, Und mit kindlichen Gebeten, Herr, vor deinen Thron zu treten, Laut um deinen Schuß zu flehn, Laut um deinen Schuß zu flehn. 3. Was ich fühle, weiß und wäh. le, Alle Schätze meiner Seele Kann ich um mich her verstreun, Kann die Menschen, die mich hören, Liebreich warnen und belehren, Sie durch Rath und Trest erfreuy, Sie durch Rath und Trost erfreun. Erinnerungskraft. 4. Süßer wird mir das Vergnü gen, Schneller kann ich Gram bes siegen, Reiner strahlt der Wahrheit Licht, Sanfter flieht des Les bens Stunde, Wenn im treuen Freundschaftsbunde Jeder redlich denkt und spricht, Jeder redlich denkt und spricht. 5. Nimmer könnt' ich hier auf Erden Weise, froh und glücklich werden, Müßt' ich ohne Sprache sein. Schwerer fühlt' ich jede Bür de; Unbekannt mit meiner Würde Sänk' ich einst in's Grab hinein. Sånk' ich einst in's Grab hinein. 6. Wohl mir! Du hast nicht nur Leben, Haft auch Sprache mir ges geben! D, mein Gott, wie freu' ich mich! Schon der Kinder frohes Lallen Schafft mir süßes Wohlges fallen. Vater, o wie lieb' ich dich! Bater, o wie lieb' ich dich! 7. Laut und freudig dir lobsingen, Und dir Dank zum Opfer brin gen, Vater, das ist mein Beruf. Wer vermag von dir zu schweigen? Meine Worte selbst sind Zeugen, Daß mich deine Liebe schuf, Daß mich deine Liebe schuf. Erinnerungskraft. Mel. Mie wohl ist mir, o 20. 806. Welch sterblich Auge kann ergründen, Wie weit, Gott, deine Einsicht reicht? Und wo ist ein Verstand zu finden, Der deiner Kenntniß Tiefen gleicht? Du ken nest aller Sterne Heere, Und was auf Erden und im Meere Sich regt; du zählst des Meeres Sand. Was Menschen Wille je begonnen, Was menschlicher Verstand erfommen, War dir von Ewigkeit bekannt. Gott als Erhalter. 2. Auch uns, die wir dein Lob nur stammeln, Verliehst du hohe Få higkeit, Heilsame Kenntniß einzu sammeln In dieses Lebens flücht'> ger Zeit. Mit Aug' und Ohr dem nachzuspüren, was dir gefiel, es auszuführen, Und was des Men schen unft erfand, Was wir aus früher Vorzeit hören, Ruhmwer the Thaten, Weisheitslehren zu faffen, gabst du uns Verstand. 3. Was wäre doch für uns dies Leben, Was Kunst, Erfahrung, Wissenschaft Und was du sonst dem Geist gegeben, Besäßen wir nicht auch die Kraft, Was wir empfinden und erwägen Uns ins Gedächtniß einzuprägen, Und dieses Schatzes uns zu freun. Selbst über uns so weit erhaben, Schufst du uns, auch in diesen Gaben, Allwissender, dein Bild zu sein. 457 wechseln Tag und Nacht, Und Herr, durch deine Macht Bleibt Alles wohlgeordnet. 2. Noch bringen Frost und Schnee und Wind Und Reif und Thau und Regen, Die deiner Güte Boten sind, Den Ländern reichen Segen. Noch strömet auf dein Wort Die Lebensquelle fort. Wenn sich die Erndte naht, So rauscht die reife Saat Des Schnitters Arm entgegen. 3. Noch folgen auf des Frühlings Pracht Des Sommers Aehrenfels der, Auf sie des Herbstes trübe Nacht, Des Winters öde Wälder. Noch hauchen durch die Luft Die Blumen ihren Duft; Noch stellt in jedem Jahr Verjüngt sich wie der dar Die Fülle deiner Güte. 4. Es weihe frohe Lobgesänge Dir, wer dich kennt, wer denken kann! Es bete dich der Menschen Menge Für das Gedächtniß dankbar an; Das Böse darin aufzunehmen, Deß müsse jeder Mensch sich schä men; Du gabst es mir, ganz sei es dein. Ich will zu deinem Wohl. gefallen Auch diese Geistes kraft vor allen Dir, Herr, und deinem Dien ste weihn. 4. Kein Saame, Gott, kein Kraut vergeht Und kein Geschlecht von Thieren; So lange je die Erde steht, Darf keines sich verlieren. Du bist's, der in der Welt Die Wesen all' erhält; Es pflanzet auf dein Wort Sich jedes Würmchen fort In ungezählten Schaaren. 5. Die Thiere werden einst zu Staub, Die Zeit wird sie zerstören; Die Menschen sind des Todes Raub, lim nie zurückzukehren. Und den noch fehlten fie Bisher der Erde nie, Und wenn ihr auch der Tod Sogar Entvilk'rung droht': Sie ward doch nie entvölkert. ( 3u Nr. 54.) Gott, als Erhalter. Mel. Eine feste Burg ist 2c. 6. Ja, Gott, da sorgst als Herr der Welt Auch für der Menschen 807. Noch strahlt der Sonne Leben; Du bist es, der es uns ermildes Licht Herab aus hoher Fer. ne; Noch weicht aus seinem Gleise nicht Das große Heer der Sterne; Noch weiß der Mond die Zeit, Wenn er sein Licht erneut; Es hátt; Du hörst nicht auf, zu geben, Was unsern Leib ernährt Und unfre Kräfte mehrt. Wer sollte sich nicht freun? Nicht dir sein Leben weihn? Wer sollte dich nicht preisen? 458 Geburt Jesu. Am Charfreitage. ( 3u Nr. 108.) Geburt Jesu. Christ, Der du uns geboren bist; Geweiht sei dieser Festtag dir! 3u deinem Preise singen wir: Halle lujah! Mel. Lobt den Herrn, den ze. 808. Chre sei Gott in der Hd. 2. Dich, unsern Heiland, unfern Hö Herrn, Sahn die Våter schon von fern, Mit glaubensvoller Zuvers sicht, Dich, aller Völker Trost und Licht. Hallelujah! he! Der Herr ist geboren. Sûn dern zum Heiland vom Höchften aus Gnaden erkohren. Laffet uns sein Dankvoll, ihr Christen, uns freun! Ist er nicht uns auch geboren? 2. Dunkel bedeckte den Erdkreis; in Finsternis irrten Völker umher, wie die Heerden, verlassen von Hir ten. Jesus erschien: Nächte ver, schwanden durch ihn, Die auch den Weisen verwirrten. 3. Die Nacht entflieht, der Tag bricht an Denen, welche nie ihn sahn; Auf sie, die Finsterniß um gab, Glänzt Gottes Wahrheit nun herab. Hallelujah! 3. Menschen berufen, sich unter einander zu lieben, Folgten der Swietracht und Bitterkeit schánd lichen Trieben. Jesus erschien, Lehrte den Menschenhaß fliehn, Lehrte den Frieden uns lieben. 4. Wohlthun und Segen ents sproffen des Göttlichen Schritten; Trost und Erquicfung trug er in der Weinenden Hütten; Selbst er, Ihr Freund, Hatte vielfältig ge weint, Selber geduldet, gelitten. 5. Ehre sei Gott in der Höhe! Ein ewiges Leben Hat er durch ihn, seinen Sohn, uns erbarmend gegeben. Bis in das Grab Stieg er vom Himmel herad, Einst uns zum Himmel zu heben. 4. Jauchzt, Himmel! Erde, freue dich! Gott versöhnt die Welt mit sich; Der Menschen fündiges Ges schlecht Entfündigt er, macht und gerecht. Hallelujah! 5. Gelobet seist du, Jesu Christ, Der du uns geboren bist; Deß freue sich die Christenheit, Lind danke dir, in Ewigkeit. Hallelujah! 6. Wohl uns! wenn wir dann ihn, unsern Erretter, auch sehen Und mit der Seligen Schaaren ihn ewig erhöhen! Ehre sei dir Heiland der Menschen schon hier! Ehre sei Gott in der Höhe! ( 3u Nr. 160.) Am Charfreitage. mel. Jefus, meine Zuversicht z. 810. Geift der Andacht, senke du Dich in unsre Seelen nieder! Sie erfülle Trost und Ruh'; Im Gefan ge frommer Lieder, In geweihter Pfalmen ChorHebe sie zu dir empor! 2. Diesen feierlichen Tag Weih' der Ehrfurcht heil'ge Stille, Daß der Wehmuth Stufzern nach Un fres Dankes Thrâne quille. Unfre Seele, still vor Gott, Denk' an ih res Mittlers Tod. 3. Diese Welt und ihre Müh', Dies fes Lebens furze Freuden, Eitle Lust vergeffe fie; Tief gerührt von fei nen Leiden, Geiner martervollen Jn bekannter Melodie. 809. Gefobet feist du; Jesu Schmach, Folge sie ihm betend nach. Sendung des heil. Geistes. 459 Du bist Liebe; wir vertraun, Va ter, dir, und deinem Sohne, Les ben dir und sterben dir, O wie hochbeglückt sind wir! ( 3u Nr. 212.) Sendung des heil. Geistes. Mel. Komm' heilger Geist 2c. 811. Hör unser Bitten, Got tes Geist, Den Jesus Christus uns verheißt; Erfüll mit deinen Seligs keiten Uns, die sich Christo weihten! Die Völker aller Welt führst du Ins Heiligthum zu Gottes Ruh', Es schall' Anbetung dir zum Ruh me! Singt, Völker, ihm im Heiligs thume! Hallelujah! Hallelujah! Am Charfreitage. 4. Zwischen Erd' und Himmel schwebt Blutend er, der nichts verschuldet, Für der Brüder Wohl ge lebt, Sport und Undank still geduldet, Nächte im Gebet durchwacht Und auf Menschenwohl gedacht. 5. Liebend hat er an sein Herz den ausgespanuten Armen, Mit Jetzt erstarrt im Todesschmerz, Oft voll Mitleid und Erbarmen Kinder seines Volks gedrückt, und die Schmachtenden erquickt. 6. Nun verschmachtet er und ringt, Ach, von aller Welt verlaffen! Kein Gefühl des Mitleids dringt In die Seelen, die ihn haffen. Vor der Feinde wildem Drohn Sind die Freunde selbst entflohn. 7. Er nur liebt bis an den Tod O wie heilt er jede Wunde! Ster benden quille Trost von Gott, Him melstrost aus seinem Munde; Milder wird der Mutter Schmers; Seinem Volk verzeiht sein Herz. 8. Bang' ist ihm; doch zagt er nicht, Will des Vaters Rath voll enden, Weiß, das Dunkel wird in Licht, Schmach in Herrlichkeit sich enden, Hält getroft im Kampfe aus, Führt sein großes Werk hinaus. 9. Hocherhabner! Ewiger! Vor dir werfen wir uns nieder; Dich, du Un erforschlicher, Preisen unfres Dankes Lieder. Welches Heil und welche RuhStrömt aus diesem Tod'uns zu! 10. Der des Sohnes nicht ver schont, Wird dem Reuigen verge, ben; Der den Dulder herrlich lohnt, Schenkt uns Theil an seinem Le ben. Dort in seiner Herrlichkeit. Ist die Stått' auch uns bereit. 11. Ja, Erbarmender, wir schaun Fröhlich auf zu deinem Throne. 2. Du heiliges Licht! starker Hort! Durch dich leucht' uns des Lebens Wort! Lehr' uns den Ewigen erkennen, Ihn herzlich Vater nennen. Du hast durch deiner Wahrheit macht Auch und zum Licht aus Gott gebracht; Laß nie dies Himmelslicht und rauben! Ohngotterei und Aberglauben Laß immerdar fern von uns sein! 3. Du heilige Ruh! süßer Trost! Hitf daß wir freudig und getrost In unsers Gottes Dienste fiegen, Der Trubsal nie erliegen! Dies Leben ist der Prüfung Zeit: Wir überwinden durch dich weit. Du hilft, o Geist, mit Muth uns eine gen, zu dir durch Tod und Leben bringen. Hallelujah! Hallelujah! ( 3u Nr. 217.) Werth der Religion. Mel. Dir, dir, Jehova will ich zc. 812. Religion, von Gott ge, geben, Sei ewig meinem Herzen 30 Werth der Religion. 460 theu'r und werth! Wie dunkel ist der Weg durchs Leben Dem, der dein herzerfreuend Licht entbehrt. Nur du, du führst mit sichrer Freun des Hand Den Pilger hin ins rech, te Baterland; 2. Du bist es, die mich Gott er. kennen, Mich meinen Schöpfer herzlich lieben lehrt; Ich darf ges trost ihn Vater nennen, Gewiß sein, daß er meine Bitten hört. Du rufst mir zu: dein Gott ist groß und gut! Wohl dem, der seinen Willen freudig thut. 3. Wer reist mein Herz, sich selbst zu richten? Wer schärfet meinen sonst beschränkten Blick Zur hellen Einsicht meiner Pflichten, Und schreckt vom Bösen mächtig mich zurück? Du bist's, du stärkest den Gewiffenstrieb, Und macht mir Tugend über alles lieb. 4. Du giebst dem Geiste süßen Frieden, Erheiterst mild des Dul. ders trüben Sinn; Reichst dem BeLasteten und Müden Mit Freundlich keit den Stab zur Hoffnung hin. In Kummer, Angst, Gefahr und Todesschmerz Erquickt dein Trost das tiefgebeugte Herz. 5. Du lehrst mich glauben, lieben, hoffen, Du giebst mir selige Un sterblichkeit; Durch dich steht mir der Himmel offen, Und mein ist seis ne höh're Seligkeit. Ich glaube feft, ich glaub und zweifle nicht, Denn du bist meine Zuversicht. 6. Ja du, des Lebens reinste Wonne, Begleite du mich bis an's dust' re Grab, Und. leuchte dann mir gleich der Sonne Den Weg in's dunkle Todesthal hinab. Mein er ster Laut vor meines Gottes Chron Sei heißer Dank für dich, Religion. Mel. Wenn meine Sünd' zc. 813. Wenn ich mit Eifer fåe Den Saamen guter That, Und Neid und Aberglaube Verwüstet meine Saat: Wer unterstüßt mich dann mit Kraft, Daß ich nicht un terliege, Daß nicht mein Muth erschlafft? 2. Wenn Feinde mich bestürmen, Wenn bittrer Sport und Hohn Die Achtung mir zu rauben, Mein Glück zu hemmen drohn: Wer kann alsdann mein Beistand sein, Wer kann zum stillen Dulden Mir Muth und Kraft verleihn? 3. Wenn Kleidung, mich zu dek ken, Wenn Brodt, wenn Obdach fehlt, Und wenn, verkannt von Mens schen, Mich die Verachtung quält: Wer lindert dann der Seele Schmerz? Wer tröstet dann im Kummer Das sorgenschwere Herz? 4. Und wenn der Tod Geliebte mir von der Seite reißt; Wenn dústrer Gram und Unmuth Die Welt mich fliehen heißt: Wer trocknet dann die Thränen ab? Wer reicht dem Tiefgebeuaten, Daß er nicht sinkt, den Stab? 5. Wenn Gattin, Kinder, Frenn de Am Sterbebette stehn, Mit rothgeweintem Auge Hinauf zum Himmel flehn: Wer giebt alsdann der Seele Licht, Des frohen Wiedersehens Trostvolle Zuversicht? 6. Wenn einst der letzte Schlum. mer mich dieser Welt entrückt, Und Furcht und banger Zweifel Den Geist darnieder drückt: Wer hellet mir den dunkeln Pfad? Wer Christliche Kirche. stärkt zum letzten Kampfe Mich, wenn der Tod sich naht? 7. Du bist es, Heil der Menschen, Du bist's, Religion, Die uns vom, Himmel brachte Der Heiland, Gots tes Sohn. Du, du gewährst im Glück und Leid, Im Leben und im Tode, Uns Himmels. Seligkeit. Vor dem Abendmahle. 461 wagen Ehr' und Blut Zum Preise deiner Lehren. 4. Und du, o Jesu, bist so treu! Ach, daß wir frommer wären! Mach alle Herzen rein und neu, Laß alle sich bekehren; Gieb durch der Wahr, heit Licht Uns Kraft zu jeder Pflicht; Gieb und Entschluß und Muth, zu 5. Entferne 3wietracht, Krieg und Mord; Erhalt' uns Ruh' und Fries den! Laß uns, gestärket durch dein Wort, Im Guten nie ermüden; ErLeichtre, was uns drückt; Gieb uns, was uns beglückt; Nach dieser Prü fungszeit Ruf uns zur Seligkeit, 3u deines Himmels Freuden. 6. Herr, deine Kirche ftreitet noch: Hilf deiner Kirche siegen; Wie schwer ihr Kampf ist, müsse doch Kein Kämpfer unterliegen! Erhör ihr findlich's Flehn Und eil ihr beizustehn; Gieb, daß sie stand. haft sei, Stets deiner Wahrheit treu; Hilf deiner Kirche siegen. ( 3u Nr. 222.) Chriftliche Kirche. Mel. Eine feste Burg ist zc. 814. Herr, deine Kirche dan. ket dir; Noch wohnt dein Wort im Lande; Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt sie je in Gefahr Durch fres cher Feinde Schaar: Dann hilf, o Jesu Christ, Besiege Macht und List, Und herrsch' in jedem Lande! Vor dem Abendmahle. Mel. Wachet auf! ruft uns die sc. 2. Sei, Herr, mit uns; verlaß 815. Herr, du wollft uns vor. uns nie, Uns, deine theu'r Ertó sten; Hilfdeiner Kirche, schüße sie! Dein darf sie, Herr, sich trösten. Sie, die dir fest vertraut, Sie haft du dir erbaut. Erhalte dir sic rein, Und die den Bund entweihn, Die heilige dir wieder. bereiten zu deines Mahles Selige keiten; Sei mitten unter uns, o Gott! Geist und Leben zu empfas hen, Laß uns, Sohn Gottes, wür. dig nahen, Und sprich uns tos von Sünd' und Tod. Sind wir gleich nicht ganz rein, Wir sind doch, Jes sus, dein, Sind unsterblich. O laß uns sehn In deinen Höhn Von fern der lleberwinder Lohn! 3. Eins ist's, was deine Treuen Frånkt: Daß unter deinen Christen Noch mancher deiner nicht gedenkt, Beherrscht von seinen Lüften. Nur auf das Eitle hin Steht vieler Men. schen Sinn; Denn sie bedenken nicht: Es droh' ein schwer Gericht Den trågen, sichern Christen. 2. Nehmt und eßt zum ew'gen Le Ben; Nehmt hin und trinkt zum ew's gen Leben; Des Vaters Gnade sei mit euch. Nehmt und eßt zum ew's gen Leben; Nehmt hin und trinkt zum ew'gen Leben; Ererbt, ererbt des Mittlers Reich. Wacht! Eure Seele sei Bis in den Tod getreu! Wacht und betet! Der Weg ist schmal; Klein ist die Zahl Der Sies ger, die der Richter krönt. 30* 462 Beim Abendmahle. 3. Die dein Kreuz in jenen Tagen Der Märtyrer dir nach getragen, Verließen oft des Bundes Mahl, Um vor'm Blutgericht zu stehen, Mit dir bis in den Tod zu gehen, Voll Muths in vieler Tode Quaal. Verleih' Befändigkeit Auch uns! Nicht Lust noch Leid Laß uns scheis den, OHerr, von dir, Denn dein sind wir! Im Leben und im Tode dein! Mel. Lamm, Gottes 2c. 816. Bereit find wir von Her zen, Uns dir, o Herr, zu weihen. Du trugit des Todes Schmerzen, Von Furcht uns zu befreien Und allen, die dir leben, Den hohen Trost zu geben: Gott ist doch ewig die Liebe! 2. Durch dich mit Gott versöh, net Sind wir nun seine Kinder, Und Preis und Ehre krönet Uns einst als Ueberwinder. O Heiland, welche Freuden! Wer mag. von dir sich scheiden, Von dir, der herrlich und führet! Nach dem Abendmahle. deln, ewig dir sich weihen. Laß das Herz vom Stolze rein, Voll von deiner Demuth sein. 4. Bis zum Tode liebtest du, Bis zum Tode all' die Deinen. Süßes Wort, voll Himmetsruh', Voll von Trost für die, die weinen, Wenn fie Schuld und Vorwurf schreckt, Wenn ihr Auge Nacht bedeckt. 5. Gab, der schuf und der erhält Und einst richtet, der Gerechte, Dich nicht einer ganzen Welt, Einem fündigen Geschlechte? Deffnet ihs rer Reue Schmerz Sich nicht auch ein Baterherz? 6. Ja in deinem Angesicht Spies gelt sich des Vaters Liebe, Und du gehst nicht ins Gericht, Bleibst, ob. wir auch fehlen, Liebe. In des Ewis gen Gericht Kommt der Reuende nun nicht. 7. Gott ist gnädig, und wir traun Seiner Guade nicht vergebens. Theures Pfand vom künft'gen Schaun! Ueberzeugung jenes Les bens! Inniger fühlt heut' der Geist, Daß Gott hält, was er verheißt. 8. Jefu Chrifti Schmerz und Tod Beim Abendmahle. Met. Jesus, meine Zuversicht 2c. 817. Die ihr Jefu Jünger Werd' in aller Welt verkündigt, feid, Theure, miterlöste Brüder, Alle feinem Dienst geweiht, Alle feines Leibes- Glieder, Kommt, Er löfte, kommt, erneut Euern Bund der Seligkeit. Freudiger naht nun zu Gott, Wer geheiligt, wer entfündigt, Dem, der liebend uns verzeiht, Sich zum Opfer dankbar weiht. 2. Nehmet hin, und eßt sein Brod! Jesus Christus ward gegeben Für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt; ihr trinkt das Leben. Hingegeben in den Tod Ward der Heiligste von Gott. 9. In das Chor des Himmels schwingt, Herr, sich unser stammeind Lallen. Wenn von Seligen umringt, Wir vor dir einst niederfallen, Singt ein befrer Lobgefang Deiner hohen Liebe Dank. 3. Die mit voller Zuversicht Deines Heils, o Sahn, sich freuen: 27ach dem Abendmahle. Mel. Wenn mein Stündlein sc. Laß fie fiets in diesem Licht Wan 818. last uns für das Gu Nach dem Abendmahle. te glühn Und nach dem Himmel streben! Die Welt vergeht, die Jahre fliehn, lind schnell enteilt das Leben. Ach seine Blüthen welken ab; Zum Staube sinkt der Staub ins Grab; Das Vaterland ist droben! 2. Da walten Lieb' und Heiligkeit Bollkommner als hienieden; Da wirken wir in Seligkeit Und reinem Seclenfrieden. O laßt uns zu des Himmels Höhn Die Bahn der Lieb und Tugend gehn; Wir nå. hern und dem Ziele! Mel. Dir, dir, Jehovah, will c. 819. Herr, voll Trost, voll Dank und Freuden Gehn wir von deinem Abendmahl zurück, Und danken dir für deine Leiden, Für unfrer Seelen Ruh, für jedes Glück, Das du auch uns am Kreuzes stamm erwarbit, Als du für unsre Cinden willig starbst. 2. Jetzt, in der seligsten der Stun den, hat uns ein Band mit unsern Brüdern hier In Lieb' und Einig keit verbunden, Wir alle, alle dane ken herzlich dir Mit einem Munde, beten, Herr, dich an, Und folgen dir, gestärkt, auf deiner Bahn. 3. Vollendet ist die heilige Feier, Berkündigt ward von uns dein Ops fertod! Herr, dein Gedächtniß sei uns theuer Und ewig unvergeßlich dein Gebot. Einst freun wir uns, wenn unsre Hütte fällt, Vollkomms ner dein in einer bessern Welt. Besserung. 463 2. Er geb' uns nun auch seinen reis chen Segen, Und führ' uns auf gu ten Wegen, Daß wir ihn und auch uns einander lieben Und nie wis sentlich betrüben. Erhör' uns, Gott! ( 3u Nr. 269.) Besserung. und gepriesen, Der die Lieb' uns hat erwiesen, Daß er uns seinen Sohn felbst hat geschenket. Selig ist, der fein gedenket; Gelobt sei er! In eigner Melodic. 821. Es wolle Gott rns gná dig sein, Und seinen Segen geben; Mit seiner Wahrheit hellem Schein Erleucht' er uns zum Leben! Er lehr uns, was ihm wohlgefällt, Gern thun schon hier auf Erden, und lasſe jedes Volk der Welt An Christum gläubig werden, Und sich zu Gott bekehren. 2. So danken dir, und loben dich, Gott, die Völker alle; So freuet dein der Weltkreis sich, Und singt mit frohem Schalle: Daß du sein Gott und Vater bist, nicht läffest Sünde walten, Und daß dein Wort der Segen ist, Durch den wir Kraft erhalten, Auf rechter Bahn zu wallen. 3. An uns auch laß dein Wort ges ' deihn, Dein Werk an uns gelingen, Uns gleich dem guten Lande sein, und reichlich Früchte bringen. Uns segne Bater, Sohn und Geist, Daß unfer Heil sich mehre! Er, unser Gett, sei hochgepreift! Ihn lob' und ihn verehre Der ganze Welts Freis! Amen! In eigner Melodie. In eigner Melodie. 820. Gott sei von uns gelobet 822. Es Fostet viel, ein Chrift zu sein, Und nach dem Sinn des Geistes ganz zu leben. Wie geht's so schwer dem trågen Herzen ein, Sich ganz dem Herrn zum Dienste 464 u ergeben! Schwer ist der Kampf; und wie so oft erneut Sich nicht der Streit, Sich nicht der Streit! 2. Doch ist es wohl des Kampfes werth, Wenn man mit Ernst die Seligkeit erwåget, Die hier und dort ein wahrer Christ erfährt, Der Jesu Joch und Last mit Freuden tråget! Es kostet Müh', die Gnade aber schafft Uns Muth und Kraft, Uns Much und Kraft. 3. Dann ist's nicht schwer, ein Christ zu sein, Und nach dem Sinn des Geistes fromm zu leben; Dann wird's uns leicht, uns Jefu ganz zu weihn, Wenn er uns hat der Lie. be Geist gegeben. Dann stärkt er uns ser Herz mit Freudigkeit Und Kraft aum Streit, Und Kraft zum Streit. 4. Der Geift, der uns mit Gott vereint, Wird immer mehr uns in der Liebe üben, Wenn nur, o Christ, dein Herz es redlich meint; Kann nicht das Kind schon seine Mutter lieben? Wer Liebe hat, für den ist nimmermehr Der Kampf zu ſchwer, 823. Hier wirft mein Ginn Mel. Hier legt mein Sinn 21. Der Kampf zu schwer. sich vor dir nieder; Mein Geist sucht seinen Ursprung wieder; Durch Aehnlichkeit mit dir allein Kann er dir wohlgefällig sein. 2. Doch ach, dir ähnlicher zu werden Säumt er so oft; die Luft der Er. den, Der Sinnen niedre Schmeiche. lei Macht mich so oft dir ungetreu. Besserung. 5. Wirf nur getroft den Kummer hin, Der doch dein Herz vergeblich drückt und plaget; Erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, Wenn beim Gefühl der Schwachheit er noch za get. Sprich: Vater, schau' mein Elend gnädig an! Er hilft dir dann, Er hilft dir dann. 6. Nur faffe, Chrift, dich in Ge duld. Ob du auch nicht gleich seine Hülfe merkest, Und fehlest du, und schmerzt dich deine Schuld, So sieh', daß du durch seine Kraft dich står test. Dann lehrt die Reue dich behutsam sein Und Fehler scheun, Und Fehler scheun. 7. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, Wenn Nächte dich und Fin sterniß bedecen. Dein Vater kann nichts, als was gut ist, thun; Was sollte dich, wenn du ihn liebst, er. schrecken? Ja siehst du endlich keiner Rettung Spur, So glaube nur, So glaube nur. 8. Wohlan, mein Geist, was sâu. mest du, Dich deinem Gott ganz kindlich zu ergeben? Hienieden schon giebt er dir wahre Ruh'; In Frieden sollst du ewig bei ihm les ben. Die Sorg' und Last wirf nur getroft und kühn Allein auf ihn, Allein auf ihn. 9. Go kämpfe denn, ermüde nicht, Den Kampf des Glaubens muchig auszuringen! Was sorgest du, daß dir's an Kraft gebricht? Mit dir ist Gott! Mit Gott muß dir's ges lingen. Dein ist die Ruh', der Lehn, den er verspricht, Er::. üde nicht, Ermüde nicht. 3. Ich muß noch mehr schon hier auf Erden Durch deinen Geist ges heiligt werden, Muß mehr auf dich, mein Vorbild, sehn, Muß mehr dem Bösen widerstehn. 4. Ich muß mich besser kennen lernen, Mich nie von meiner Pflicht entfernen; Mein Hers muß mehr Wider falsches Vertrauen. von Stolze rein, Muß redlicher gefinnet sein. 5. Oft schwur ich dir's; doch ach, ich Armer! Was kann ich ohne dich, Erbarmer? Der Geist ist willig, doch es reißt Das Fleisch zur Sün. de hin den Geist! 6. Er trägt beschämt der Sünde Ketten Und ringt nach Freiheit, will sich retten. O hilf ihm ringen, steh' ihm bei, Allmächtiger, und mach' ihn frei! 7. Sind endlich der Versuchung Stunden Dahin, ist er der Sünd' entbunden: Dann, o mein Retter, rühmt und preist Dich inniger der fel'ge Geist. ( 3u Nr. 336.) Wider falsches Vertrauem Miel. Herr Christ, der ein'ge zc. 824. Hilf mir nach deinen keh. ren, m Aberglauben fern, Dich kennen und verehren, Dich, meinen Gott und Herru, Auch würdig von dir denken, Auf dich mein Zutraun lenken, Der du mein Vater bist. 2. Gern laß mich dem entsagen, Was der Verstand nicht lehrt, Aufs Dhugefähr nicht wagen, Was die Vernunft emport; Dann werd' ich weise handeln, mit kluger Vor sicht wandeln, Der Thorheit Spiel nicht sein. 3. Ich kann nicht alles wissen, Was deiner Weisheit Rath Nach heilig hohen Schlüssen Für mich geordnet hat! Ich kann von deinen Zwecken Sehr viele nicht entdecken, Die unerforschlich sind. Lob Gottes. 465 dein Rath gewähren, Und ich nicht fordern kann: Das heißt, kühn und vermessen Verkennen und vers gessen, Du seist ein weifer Gott. 5. Im kleinsten deiner Berke, O Vater der Natur, Entdeck' ich Huld und Stärke Und deiner Weisheit Spur; Du, der die Welt regieret Und mich als Vater führet, Lenkst aller Dinge Lauf. 6. Drum laß den Aberglauben Dir nie mein Herz entzichn, Nie meine Ruh' mir rauben; Laß mich ihn ernstlich fliehn! Du, der mich stets beschützet, Nur du weißst, was mir nützet; Dir, Gott, ergeb' ich mich. 4. Und Wunder zu begehren Aus thiricht falschem Wahn, Die nie ( 3u Nr. 393.) Lob Gottes. Mel, Wunderbarer König 2c. 825. Gnadenreicher König, Herrscher von uns allen, Laß dir unser Lob gefallen! Deine weife Güte, Deine Macht und Stärke, Preifer Sollten dir jedes deiner Werke. Nicht auch wir Dank und Ehre bringen Und dir froh lobsingen? 2. Rühmet ihn ihr Himmel Und ihr Himmelsheere; Rühmet ihn ihr Engelschóre! Großes Licht der Sonne, Deine Strahlen preisen Gott, den Mächtigen und Weisen. Lobt den Herrn, Mond und Stern! Er hat euch bereitet; Er ist's, der euch leitet. 3. Stimm', o meine Seele, Freu dig ein und singe Ihm, dem Schópfer aller Dinge. Ach, er ist dein Vater! Wirf vor ihm dich nieder; Sing' ihm deines Dankes Lieder! Er erfreut Jederzeit Seelen, die ihn kennen, Und ihn Bater nennen. 466 Lob Gottes. 4. Preis und Ehre bringe, Wer des Herrn sich freuet, Und sich ihm jum Dienste weihet; Preis und Ehre bringe, Wer Gott herzlich lie. bet, Ihm gehorcht und Gutes übet. Preis sei dir Auch von mir! Einst werd' ich dort oben Würdiger dich loben. 2. Dir sei Lob, Ehre, Preis und Dank Für alle deine Treue, Der ich, o Gott, mein Lebentang Bis hieher mich erfreue. In mein Ges In bekannter Melodie. 826. Lobe den Herren, den dächtniß schreib' ich an: Der Herr hat reichlich wohlgethan An mir, und mir geholfen. mächtigen König der Ehre! Stims me frohlockend mit ein in die himmlischen Chöre, Seele, dein Dank Echalle mit frohem Gesang Dei nem Erhalter zur Ehre! 3. Hilf fernerhin, mein treuer Hort, Hilf mir zu allen Stunden; Hilf mir an all' und jedem Ort. Du hast dich mir verbunden Durch Christi Leiden, Blut und Tod; Drum hilf mir, Herr, aus aller Noth, Wie du mir stets geholfen. 2. Lobet den Herren, der alles aufs beste regieret, Der dich mit Weisheit und Güte bis hieher ges führet, Der dir gewährt, was dich erfreuet und nährt; Dank' es ihm innigst gerühret! 3. Lobe den Herrn, der deinen Leib künstlich bereitet, Der dir Ges sundheit verliehen, dich freundlich geleitet. In wie viel Roth Hat nicht der gnädige Gott lleber dich Flügel gebreitet? 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gefegnet! Stróme des Guten hat auf dich sein Wohl thun gereguet. Denke daran, Was der Allmächtige kann, Wie er dir huldreich begegnet. Gebet. Gott gebracht! Das dank' ich seis ner Gûte Und seiner wundervollen macht mit kindlichem Gemüthe. Bis hieher hat er mich erfreut Mit Proben der Barmherzigkeit, Und reichlich mir geholfen. 5. Lobe den Herren und seinen Hochheiligen Namen! Lob' ihn mit allen, die von ihm das Leben beka, men. Er ist dein Licht; Seele, ver giß seiner nicht; Lob'thn in EwigFeit! Amen. ( 3u Nr. 415.) Gebet. Met. Gingen wir aus Herz 2c. 828. Zweierlei bitt' ich von dir; Bater, dies gewähre mir, Der du alle Menschen liebst, Allen gern und reichlich giebst: Was mir gut ist, schenke mir, Daß nur, bitt' ich, Gott, von dir; Eh' ich sterbe, gieb es mir. 2. Gieb, daß ferne von mir sei lügen und Abgötterei, Armuth ohne Sinderung, Reichthum ohne Mäßi gung. Wer zu arm ist und zu reich, Frevelt leicht, und wird zugleich Sorglos für das Himmelreich. 3. Gieb mir dann mein täglich Brodt: Darum bitt' ich dich, mein Gott! Fleißige Betriebsamkeit Segne mit Zufriedenheit. Wenig 827.Bis hieher hat mich und ein Herz voll Much, Das, was Mel. Nun freut euch lieben: c. Verehrung Jesu. gut ist, fröhlich thut, Ist der Erde größtes Gut. 4. Stolz durch Glück und Ueber fluß, Micht' ich leicht aus lleberdruß Dir zu dienen, dich, mein Gott, Läugnen, fragen, wer ist Gott? Denn das Herz ist Frechheit voll, Weiß oft nicht, wenn ihm ist wohl, Wie es sich erheben soll. 5. Wird die Armuth allzugroß, Fühlt der Mensch sich nackt und bloß: Ach, wie leicht vergißt er nicht Dein Gesetz und dein Gericht! 8: agt nicht, ob du Richter bist, Raubet, was des Andern ist, Bald gewaltsam, bald mit List. 6. So entferne denn von mir, Was mich scheiden kann von dir: Armuth, die Verzweiflung lehrt, Reichthum, der das Herz beschwert. Das ist's, Bater, was ich will; Das ist meiner Wünsche Ziel; Nicht zu wenig, nicht zu viel! ( 3u Nr. 429.) Verehrung Jesu. Met. Komm, heil'ger Geist zc. 829.11ns, die anbetend dir sich nahn, Nimm, Jesus Christus, gnd dig an! Wir wollen unser Herz dir geben, Dir sterben und dir leben. Rust uns mit deines Geistes Kraft Auf dieser Erde Pilgerschaft, Daß nicht die Lockungen der Sünden, Uns, deine Jünger, überwinden, Durch ihre Macht, Durch ihre Macht. 467 ner Feinde Macht, Daß herrschend auf der ganzen Erde Dein sanftes. Gottesreich bald werde, Zum Heil der Welt, Zum Heil der Welt. 3. Du Hoche hab'ner! Gottes Sohn! Hilf uns vor deines Vaters Thron Getrost in deinem Namen treten, Und freudig zu ihm beten; Mach' uns durch deine Kraft bereit Zum Sterben und zur Ewigkeit! Daß wir als deine Streiter ringen, zu dir durch Tod und Leben drins gen. Hallelujah! Hallelujah! 2. Du Schuß der Deinen, starker Hort, Laß deiner Wahrheit helles Wort Auf unsers Lebens Pfad uns leiten, Nicht wanken uns, noch aleiten! Treib fern von uns des Irrthums Nacht, Und wehre dei In eigner Melodie. 830. Sieh', hier bin ich! Heiß und innig Steigt zu dir empor mein Flehn. Meiner Liebe Reine Triebe Wirst du, Mittler, nicht verschmähu. Laß dich finden, laß dich finden! Blick auf mich von deinen Höh'n. 2. Gieb mir Armen Voll Erbarmen, Gieb aus Gnaden mir den Sinn, Dir vor allen 3u gefallen, Dir, deß Eigenthum ich bin. Laf dich finden, laß dich finden! Nimm mich ganz zum Opfer hin! 3. Sieh' mein Schnen, Meine Thränen, Ach, sie suchen, Jefu dich! Deiner tróften Die Erlösten Hier im Pilgerleben sich. Laß dich fin den, laß dich finden! Hab' ich dich, wie reich bin ich! 4. Heilig immer Wankte nimmer In der Frömmigkeit dein Herz. Ich nur finde Nach der Sünde Tödtend Gift in mir mit Schmerz. Laß dich finden, laß dich finden! Schaff in mir ein reines Herz! 5. Tief in Nöthen Laß mich beten, Kindlich beten, Herr, vor dir. Wenn ich weine, So erscheine Bald mit deiner Hülfe mir. Laß dich fin 468 Beim Anfang des Gottesdienstes. Vaterlandslicbe. ben, laß dich finden! Denn mein Herz verlangt nach dir! zückt mein Herz, Ihr solle und hoch erfreun, Und Jung und Alt aufs neu zu Kindern Gottes weihn! 6. Ach, wie nichtig, Kurz und flüchtig Sind die Freuden dieser Seit! Dich nur wähle Meine See le, Dich, mein Theil in Ewigkeit! Laß dich finden, laß dich finden! Mach' zum Himmel mich bereit! 2. Ja, theure Bruder! laßt Mit Inbrunst und sie feiern! Es feh' uns dieser Tag Geist und Gemüth erneuern! Auf! bringt dem Ewi gen Anbetung, Preis und Dank; Und unser Leben sei Sein schón'rer Lobgesang! ( 3u Nr. 441.) Beim Anfang des Gottes: dienstes. ( 3u Nr. 530.) Vaterlandsliebe. Mel. Wunderbarer König 2c. Mel. Nun freut euch lieben 2c. 831. Gott ist gegenwärtig! Frob ihn anzubeten, Laßt uns vor 833. Beim holden Namen fein Antlik treten! Er ist groß und herrlich. Alles, alles beuge Sich vor seinem Thron und schweige Andachtsvoll Und zum Wohl, Auf die sel'gen Lehren Seines Worts zu hören. 2. Möchten wir doch würdig Dei. nen Namen preifen, Gott, dir würdig Dank erweisen! Möchten wir gleich Engeln Einft dein Lob erhöhen Und, wie sie, Dein Antlit sehen! Gieb, daß wir Dir schon hier Suchen zu gefallen; Hilf dazu uns allen! 3. Gieb daß unsre Kenntniß Sich von dir vermehre, Uns zum Heil und dir zur Ehre. Unsre ganze Seele Müsse schon auf Erden, Großer Gott, dein Tempel wer den. Wo wir stehn, Wo wir gehn, Hilf uns dir nur leben Und dich stets erheben. Mel. Nun danket alle Gott: c. 832. heilig, ernster Tag! Mit Brüdern froh verbunden Dem Vater liebend nah'n! O selge Andachtskunden! Euch grüßt ent. Vaterland Erwachen frohe Triebe. Ich fühle mich mit ihm verwandt; Jch fühle, daß ich's liebe. In dir, o Vaterland, begann Ich meinen Lauf einst auf der Bahn Zum ho. hen Ziel des Lebens. 2. In heitrer Unschuld Ternt' ich hier Die ersten Worte stammeln. Und mir Begriffe, Gott, von dir Und deinen Werken sammeln. Ich sah mit Eltern mich vereint, Und sie und mancher Jugendfreund Versüßten meine Tage. 3. Wie viele waren um mich her Geschäftig, mein zu pflegen! Wie viele führten immermehr Der Wahrheit mich entgegen! Hier war mein Bürgerrecht bereit, Hier fand ich Ruh' und Sicherheit Im Schuße der Gesetze. 4. So will ich denn auch dankbar fein, Und andern wieder nüßen; Will rathen, helfen und erfreun Und Gutes unterstüßen. Was Ord. nung, Recht und Eintracht nährt, Und was des Landes Wohlstand mehrt, Soll ftets mir theuer bleiben. 6. Ich will durch Fleiß und Reds lichkeit Dem Vaterlande dienen, Und was mir das Gesetz verbeut Mich nie zu thun erkühnen; Will jedem geben, was ich soll, Und ohne Zwang und ohne Groll Die Vorges festen chren. 6. Um überall aus Dankbarkeit Des Landes Ruhm zu gründen, Soll auch der Fremde stets in mir Den Freund der Menschen finden. Ich will gerecht und liebreich) sein, Ihm in Gefahren Schuß verleihn, Ihm Freuden gern gewähren. 7. Aus Liebe für mein Vaterland Will ich mich nie vergehen, Ein fremdes Volk mit Unverstand zu haffen und zu schmähen. Verdienst und Tugend nah' und fern Soll im mer meine Seele gern An jedem Menschen schätzen. Confirmation. 8. O wohl dem Lande, wo der Geist Des Christenthums regieret; Wo jeder dich, o Bater preift Und fich mit Weisheit zieret; Wo nie die Bürgertreu entflieht, Und kei ner sich der Pflicht entzieht, Ge, meinwohl zu befördern. ( 3u Nr. 757.) Confirmation. 469 2. Sie wollen dir nun ganz sic weihn Und Lebenslang die Deinen sein, Der Taufe heil'gen Bund ers neuern, Dir feierlich betheuern, In ihrem Glauben fest zu stehn, Ju ih. rem Thun auf dich zu sehn, Im Wandel rein, und rein im Herzen, Deinheil nie sorglos zu verscherzen; Gieb ihnen, Herr, die Kraft dazu! 3. Schenk', Bater, ihnen Freu digkeit! Laß des Gelübdes Heilig. keit Durch deine Kraft ihr Herz durchdringen; Gieb Wollen und Vollbringen! Auch wir erneuern unfern Bund, Dir treu zu sein mit Herz und Mund. Laß alle, die hier betend stehen, Mit ihnen einst zum Himmel gehen! Erhör' uns, Gott! Erhör' uns, Gott! Mel. du Liebe meiner 26. 835. Mittler, schau' auf sie hernieder, Die sich deiner Guade freun, Und als deiner Kirche Glie. der Dir geloben treu zu sein; Dir, der mit der größten Treue Auch für sie dahin sich gab! Sie sind dein!- Erbarmer, weihe Sie dir ganz bis in das Grab. 2. Sie bekennen deine Lehre, Sind auf deinen Ted getauft: Laß sie lee ben dir zur Ehre; Denn sie sind Met. Komm heil'ger Geist zc. 834. Erhöre gnädig unfer durch dich erkauft. Leite ſie mit deis nen Händen, Daß sie auf der rechten Bahn Ihren Lauf durch dich vollenden, Immer wallen Himmelan. Flehn Für sie, die betend vor dir Behu! Erbarmend blick auf sie her. nieder; Denn sie sind Christi Glie. der. Gieb ihnen, Vater, Sohn und Geist, Den Segen, den dein Wort verheißt; Erfülle sie mit deinen Gaben; Laß sie mit dir Gemein schaft haben! Erhör' uns, Gott! Erhör uns, Gott! 3. Laß die Blüthe ihrer Jugend Dir, nur dir geheiligt sein, Daß sie nie vom Pfad der Tugend In der Irre sich zerstreun. Schüße sie vor allen Schlingen, Vor den Lok. kungen der Welt; Laß es nim Confirmation. 470 mer ihr gelingen, Daß sie ihre Tugend fällt. 4. Laß sie treu in deiner Liebe, Fest in deiner Lehre sein. Und durch deines Geistes Triebe Wunsch und That des Bösen fcheun. Stärke sie durch deine Gnade, Wenn sie kind. lich zu dir flehn, Daß sie auf der Tu gend Pfade Stets den Weg zum Leben gehn. Sie, deine Kinder, nahu, Um deinen Batersegen Bon neuem zu empfahu. 2. Sie nahen sich, o Bater, Um dir ihr Herz zu weihn, Und heilig zu geloben, Dir ewig treu zu sein, 3. lim unschuldsvoll zu wandeln, Auf Jefum hinzusehn, Den Weg, den Jesus lehrte iind selbst betrat, zu gehn. 4. So blicke denn mit Segen, D Gott, auf sie herab, Und laß sie dem Gelübde Getreu sein bis ans Grab. 5. Halte sie mit starken Armen, Wenn sie straucheln wollen, fest; Laß fie fühlen dein Erbarmen, Daß fie nimmermehr verläßt. Und wenn einer sich verirrte, Und verließe deis ne Bahn- Ach, dann nimm dich, trener Hirte, Des verirrten Kin 837. Laß diefe heilige Stun des an! de, Gott, uns gesegnet sein! Dir, Heiligster, dir wollen wir Herz und Leben weihn. 6. Keinen, keinen, ach, von Allen, Die mit dir den Bund erneun, Laß aus deiner Gnade fallen, Und von dir geschieden sein! Herr, versiegle ihren Glauben, Der fie ewig glück. lich macht; Keinem laß die Krone rauben, Die du allen zugedacht! 7. Sieh' hernieder auf die Deinen, Die sich jetzt zu dir gewande; Ach, die Thränen, die sie weinen, Zeugen was ihr Herz empfand. Laß die felis gen Gefühle Nie erkalten, nie vers gehn; Bis zu ihrem Lebensziele Laß fie fest im Glauben stehn! Bei der Confirmation.. In voriger Melodic. ( Die Kinder allein.) 2. Wir wollen jedeSündelind jedes Unrecht fliehn, Und christlich gut zu wandeln, Mit Eifer uns bemühn. 3. D blicke du mit Segen Jett, Gott, auf uns herab, Und laß uns dem Gelübde Getreu fein bis and Grab! Wechselgefang bei der Cons firmationsfeier. Mel. Bachet auf! ruft uns die z. ( Die Gemeine.) 8. Sammle sie einst alle wieder Dort in deines Vaters Reich! Sie 833. Blick auf dieſe fungen find deiner Kirche Glieder; Einst den EngelnGottes gleich, Singen sie dir, Herr, zu Ehren Dann ihr Loblied, hocherfreut, In der Seel'gen hohen Chören Laut durch alle Ewigkeit. Seelen; Sie wollen dich zum Füh rer wählen, D Mittler unfrer Ses ligkeit! Grenzenlos ist deine Liebe; Sie fühlen's und aus frommenTries be Wird nun ihr Bund mit dir ere neut. Onimm sie huldreich auf, Und lente ihren Lauf Durch das Leben! Wir alle flehn: Laß du sie sehn, Wie Vor der Confirmation. Mel. Ach bleib mit deiner zc. 836. Sie nahen sich, o Bater, herrlich du die Deinen führit!. Confirmation. ( Die Confirmanden.) 2. Hóre das Gebet der From men! Sei gnädig uns, o Herr, wir kommen, Wir kommen, um uns dir zu weihn. Flieht, ja flicht, ihr Jugendsünden! Wer könnte Heil und Frieden finden, Wer nun noch säumte, Christ zu sein? Wir glauben, Herr, an dich Und zeugen öffentlich, Daß wir glauben! Sie ist zerstreut Die Dunkelheit, Die sonst auf unsern Seelen lag. ( Die Gemeine.) 3. Dank sei dir, o Freund des Lebens! Du hast auch ihnen nicht vergebens Des Erdeniebens Nacht erheilt. Selig, wer im Lichte wan delt, Wer weise denkt und edel handelt! Er geht empor zur hóhern Welt. Doch, wer nur, Here, dich nennt, Wer dein Gebot erkennt, Und nicht übet, Ach, Straf und Tod Ist ihm gedroht; Du rufft ihm zu: hinweg von mir! 471 sten, Die sich zum edeln Kampfe ru sten, Verklärst du deine Herrliche keit. Dein göttlich Reich besteht, Wenn gleich die Welt vergeht; Wohl uns allen! O welches Heil Wird uns zu Theil, Wenn jeder deine Stimme hört! 5. Singt, o fingt, ihr frohen Chö re, linserm Heiland Preis und Eh re. Dein Bolk sind wir und dir ge. weiht; Auch an diesen jungen ChriVor der Einsegnung der Cons firmanden. Mel. Seelenbräutigam 2c. ( Die Gemeine.) 839. Auf! beschwort den Bund! Schwört mit Herz und Mund, Fest im Glauben zu bestehen, Gottes Wege stets zu ges hen. Weh' dem, der den Eid Freventlich entweiht! 2. Haltet ihn getreu, Und Gott steh' euch bei! Kommt! wir wols len euch zur Seiten Hand in Hand fre Bahn Gehet Himmelan. zum Ziele schreiten. Muthig! uns Wechselgesang nach der Eins fegnung der Confirmanden. Mel. Eins ist Noth, ach Herr zc. ( Die Gemeine.) ( Die Confirmanden.) 4. Nichts soll unfre Tren' erschüt tern. Wer en dich glaubt, der darf nicht zittern; Dein Wort kann ihn 840. Gott ist hier! Er hat's von Furcht befrein. Ja, mit dir wird's uns gelingen, Die Mache der Sünde zu bezwingen; Wir werden mit dir Sieger sein. Herr, ganz geloben wir An diesem Tage dir Unsre Treue! Im Glück und Schmerz Gewinnt das Herz, Daß dir mit Heldenmuth vertraut. ( Die Gemeine.) vernommen, Was ihm euer Mund versprach. Denket, wenn Verführer kommen, Denket dann an diesen Tag! Und sollt't ihr den Lüsten der Jugend erliegen, So wachet und bes tet, so werdet ihr siegen. O wachset an Weisheit und Gnade bei Gott! Das tröstet im Alter, das mil dert den Tod. ( Die Confirmirten.) 2. Ja, wir wollen treulich üben, Was heut' unser Mund versprach; Wollen Gott und Jefum lieben; Am Neformationsfeste. 472 Beuge fet uns dieser Tag! Weg, Lüfte der Jugend! ihr lockt uns vergebens Wir kennen durch Je fum die Wege des Lebens. Und sind sie gleich Anfangs oft dornigt und steil: Wir wandeln sie den noch; sie führen zum Heil. ( Alle.) 3. Jesu, Freund der Menschen Finder! Nimm dich unsrer gnädig an! Laß durch deinen Geist uns Sünder Kraft zur Heiligung em> pfahn! O schmücke mit christlicher Weisheit und Tugend Das reifen de Alter, die wachsende Jugend Und nimm uns nach glücklich vollendetem Lauf zu dir in die ewige Herrlichkeit auf! ( 3u Nr. 769.) Am Reformationsfeste. Mel. Sei Lob und Ehr' dem: c. 841. Vor dir, Herr, denken wir erfreut An unsrer Våter Glaus ben! Der Feind erhob sich kühn zum Streit, Dein Wort der Welt zu rauben: Sie aber kämpften rits terlich, Gestärkt, Allmächtiger, durch dich; Sie kämpften und fie siegten. 2. Dein Wort war ihnen Schwert und Schild, Schuß, Heereskraft und Bogen. Lang' war's in Duns kel eingehüllt, Der Christenwelt entzogen; Sie brachten's wieder an das Licht Und achteten Gefahren nicht; Sie fangen heldenmüthig: In eigner Melodie. 3. ,, Eine feste Burg ist unser Gott, Eine gute Wehr' und Waf, fen; Er hilft uns frei aus aller Noth, Die und jetzt hac betroffen; ELC Der alte böse Feind Mit Ernst er's jest meint, Große Macht und viel List Seine grausame Rüstung ist; Auf Erden ist nicht seines gleichen. 4. ,, Mit unsrer Macht ist nichts gethan, Wir sind gar bald verlo. ren; Es streit't für uns der rechte Mann, Den Gott selbst hat erkoh. ren. Fragst du: wer der ist? Er heißet Jesus Christ, Der Herr, Herr Bebaoth, Und ist kein andrer Gott; Das Feld muß er behalten." 5. Und wenn die Welt voll Teufel wär' Und wollten uns ver. schlingen, So fürchten wir uns nicht so sehr; Es soll uns doch ge lingen. Der Fürst dieser Welt, wie fau'r er sich stellt, Thut er uns doch nichts, Das macht, er ist gericht't: Ein Wortlein kann ihn fällen." 6. Das Wort fie follen laffen stahn, Und kein'n Dank darzu ba ben; Er ist bei uns wohl auf dem Plan, Mit seinem Geist und Ga ben. Nehm'n sie uns den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib: Laß fahren dahin, Sie haben's kein'n Gewinn, Das Reich Gottes muß uns bleiben." Mel. Nun danket alle Gott 2. 7. So sangen sie: und weit Er schollen ihre Lieder; Die Völker fehrten froh zum freien Glauben wieder. Der Aberglaube floh; s wich die dústre Nacht; Das Evans Es gelium Ward an das Licht gebracht. 8. Triumpf! die Wahrheit siegt! Gott war mit ihren Strei tern! Gott ist und bleibt mit ihr; Er wird ihr Reich erweitern. Auf! die ihr sie erkennt, Und dankbar sie verehrt, Auf! haltet fest an ihr! Sie sei uns ewig werth! Zur Friedensfeier. ( 3u Nr. 779.) Am Friedensfeste. Me 1. Robe den Herrn, den 20. 842. Nahet anbetend dem Gnädigen, nahet, Beglückte! Singt ihm; er ist's, der den Frieden vom Himmel und schickte. Preiset ihn hoch! Weg ist das härteste Joch, Das unser Vaterland drückte. 2. Vater, du weißt es, was wir, deine Kinder, erfuhren; Graufe Verheerungen sind noch die traus rigen Spuren! Aber wie hell Rinnt nun der Gegnungen Quell Durch die verwüsteten Fluren! 3. Hor', o Allgütiger, gnädig das Jauchzen der Deinen; Höre den fröhlichen Jubel der Großen und Kleinen! Friede gabst du, Friede und sichere Ruh', Freuden nach Klagen und Beinen. 473 den Dem Jammer, der an affen Enden Tief auf zertret'nen Völs keru lag. Aufgelöst sind ihre Bans de; Herauf steigt über alle Lande Der Freiheit Auferstehungstag. Der stolze Frevel bebt; Das Recht sein Haupt erhebt. Friede! Friede! Gerechtigkeit Und Menschlichkeit Umarmen sich nun weit und breit. vom Staube! Ihr, Völker auf! Es siegt der Glaube, Daß noch ein Gott im Himmel lebt. Fürsten auf der Vater Thronen, Frohlockt mit euern Millionen! Der Sieg der Menschheit ist erstrebt. Weit über Land und Meer Ertóne laut und hehr; Friede! Friede! Im Freu, dendrang Bringt Lobgesang In freien Zungen Preis und Dank! 2. Wunderhülfe kann Gott sen 3. In dem heil'gen Kampf der Heere Zog Gott voran; nicht uns fei Ehre, Ihm, ihm allein; er brach die Bahn. Er ließ Menschenrechte siegen; Bor seinem Herrscherthrone liegen Wir tief erstaunt und beten an. Ihm danke, freie Welt! Ihm huld'ge, Fürst und Held! Friede! Friede! Ein Gott regiert! Fühlt's frohgerührt; Er hat für uns das Schwert geführt. 4. Theu'r ist Freiheit uns erruns gen; Der Länder Wohlstand ward verschlungen; Der Kampf grub weit und tieffein Grab. Zahllos fans ken Thránen nieder, Ach! über Våter, Söhne, Brüder, Die uns kein Sieg'sfest wiedergab. Drum hals tet hoch und werth Den freien Vol. kerheerd. Friede! Friede! Mit heil'. gem Muth, Und gålt' es Blut, Schützt Enkeln noch dies theure 4. Dank dir, o Vater, und Ehre und Preis deinem Namen! Fern ist das Elend, in das deine Kinder einst kamen. Fern ist die Noth. Segnend erhalt uns, o Gott, Was du verliehen hast. Amen. 3ur Friedensfeier. Mel. Wachet auf! ruft uns 2c. 843. Auf! den Thränenblick Gut. 5. Laß, Erbarmer, Wunden heis len, Die Trauerwolken sich zers theilen, Auf Trümmern baue Bóls kerheit! Friedensschöpfer! hilf uns retten, Was seufzet noch in schwes ren Ketten; Frei athme jeder Er dentheil, Und treuen Kämpfern Lohn Dort, dort am Siegerthron! Frieden, Frieden Und Seligkeit Nach heißem Streit, Laß feiern sie in Ewigkeit. 474 Zur Siegesfeier. Zur Siegesfeier. Mel. Eine feste Burg ist zc. 844. Dein Thron die sichre Feste ist, Wenn Tod und Leben streiten. Du, Unerschütterlicher, bist Die Zuflucht banger Zeiten. Nur Ohnmacht rustet sich zu wus then wider dich. Du legest Ehre ein; Wenn Feinde grimmig dráun, Bist du auch noch gerüstet. 2. Des Kampfes Söhne frißt das Schwerdt; Ihr Arm zerbricht, fie liegen. Du, dem der Mensch, dein Bild, ist werth, Führt hin zu hohen Siegen. Dem Joch ent> winden sich Die Völker brüder lich; Den großen heil'gen Bund Auf deinem Erdenrund, Kaun nicht das Schwerdt zerhanen. 3. Und Wahrheit, Recht und Sittlichkeit Soll nicht im Kampf verderben. Du läsfest Lieb' und Menschlichkeit Zwar weinen, doch nicht sterben. Herr! Herr! wer ist dir gleich? Dein freies Geis sterreich, In dem dein Sohn noch thront Und seinen Treuen lohnt, ankt nicht in Zeitenſtürmen. 4. Selbst die zertretne Erde blüht Nur schöner auf nach Kam pfen. Das Meer, das stolze Fin then zieht, Läßt seinen Kauf nicht dampfen. Denn mache'ger, als der Krieg, Herrscht die Natur; ihr Sieg Ist neue Fruchtbarkeit Auf Leichen, die zerstreut, In ihrem Schoose modern. 5. Dich, Richter, fürchte alle Welt, Und was auf Erden wohnet, Dich, der des Weltalls Ruder hält Und ewig sicher thronet. In Staub hin werfe fich, Demüthig ehre dich Der Herrscher und der Knecht.. Herr! Herr! du schaffeit Recht Im Himmel und auf Erden. Register der Lieder nach dem Alphabete: Nummer. A. 258 284 127 240 116 32 567 Ach, abermals bin ich gefallen 751 ac, endlich, Dulder, findest du 160 Ach Gott und Herr! Wie groß 253 Ach Gott, verlaß mich nicht 413 Ach Gott, was ist der Menschen 632 Ach Gott, wie mancher von Ach, höchster Gott, verleibe Ach Jefu, welche Kümmerniß Uch, könnt' ich doch mit deinen Ach sich ihn dulden, bluten Ach, wann werd' ich von der Ach, wäre nicht, o herr, bei Ach, wiederum ein Jahr Ach, wie ist der Menschen Ach, wie viel Böses wohnt in Allein Gott in der Höh' sei Allein zu dir, Herr Jesu Christ, 271 Ale Menschen müssen sterben Allen Menschen, und auch mir 488 Aller meiner Brüder Rechte Aller Welten Herrscher Alles ist an deinem Segen Augegenwärtig, Gott, rufft Alliebender, du schufft mein Numächtiger, des Majestät Almächtiger, ich bebe Mein Umächtig großer Gott! Wer Also hat Gott die Welt geliebt Und 84 Also hat Gott die Welt geliebt, daß 97 Ain Kreuz exstafft, der Marter 158 Inderang Preis und Dank sei 38 Andeting for air, Gatr, geur. 149 itsetzung und Dank bringen wie Jos Anbetungsger Gatz mit nettungswer Meriteriz. in dere Seiten dertien wür in bith), mein Gott, a benken doß 684 47 6 247 Aud) birien Tag har ich vollbr. 721 Auch mich, Herr, haft bu Auf, besamort den Bund 44 76 547 672 319 262 500 801 320 768 494 406 Nuf, Chriften, auf, und freuct 185 Auf, Chriften, preift mit mir 369 Auf deine Weisheit schauen 344 Nuf den Thränenblick von 843 Nufersanden, auferstanden. 161 Auferfichn, ja auferstehn wirst 586 uf euch wird Gottes Segen 759 af Gott, und nicht auf 321 Ruf, binauf, bedrängte Seele! 332 Nummer. Auf meinen lieben Gott trau' 322 Auf, mein Herz, ermanne dich 334 Auf, o Seele, sei noch) munter: 705 Auf, schau' im Geist nach Auf, schicke dich Recht feierlich 99 134 Aufs innigste sei dein Erbarmen 549 Auf, und last uns Gott lobs. Aus des Todes Banden Ist der 38 178 Aus deiner milden Segenshand 393 Aus einem tief vor dir geb. 256 Nus tiefer Noth ruf ich zu 252 B. Bald oder spät des Todes Bald schließt Nacht und Stille Barmherzigkeit ist unsre Pflicht Bedenke, Mensd), das Ende Befieht dem Höchsten deine Befieht du deine Wege lind Befreit von Sorg' unt Kummer Beglücke meine Reise, Gott! Begrabt den Leib in seine Beim holden Namen Baterland Bereit sind wir von Herzen Berufen hast du mich, mein Bester, weisefter Regierer Bete Gott an, Seele, bringe 652 709 504 648 340 62 711 796 760 833 816 539 55 42 Bewahre meinen Mund, So oft 310 Bewabre mich, Herr, daß der 280 is hicher halfst du mir, mein 405 513 hieher hat mich Gott is hicher warst du stets mit Blick auf diese jungen Seeter 138 Veiitge deiirem Gett, Tonie Bringt Gott, the Christen, Seingt Yeats and Nuju den 373 778 Chrif, alles was with antet 323 Chrift, aus deinem Herzen Chrifien, unfer Leven ellet Chriftus ist erfarben Aus bes 356 104 Damit ich dir gefällig fri Damit ich hier schon auf der Dank, Dank sei dir für dein Dank dir, Beschüßer meines Dank und Anbetung bringen Das alte Jahr ist nun entflohn 669 Das Grab ist leer; des Höchfien 179 Das legte wort aus deinem 141 33 31 263 300 241 798 Nutminer. 446 556 Daß ich, Gott, mich selbst Deines Gottes freue dich Dein Heit, o Chrift, nicht zu 394 Dein ist auch meine Jugendzeit 784 Dein ist das Licht, das uns 531 Dein Reich), o Gott, ist herrlich 51 Dein Thron die sichre Feste ist 844 Dein Wort, o Höchster, ist vollk. 215 Dem Tode kann ich nicht 640 Den Höchsten öffentlich) verehren 430 Der alles weislich wendet 717 Der du, dem Tode nah', für die, 517 Der du dein Wort mir haft Der du die Liebe selber bist Der du uns als Vater liebest 214 424 203 692 75 4 16 Der frobe Morgen weckt mich) Der Hana zun Bösen wohnt Der Herr ist Gott und keiner Der Herr ist in den Höhen Der Herr ist meine Zuversicht Der hohe Himmel dunkelt sich) Der leyte meiner Tage Der letzte Tag von deinen 324 744 570 481 Der Milchtige, der Herr, der 746 677 Der Morgen kommt, und weckt 703 wieder Der Sonne Gluch hat wie Der Spotter Strom reißt vicle Der Tag ist wieder hin 615 720 Der unire Menschheit an sich Der Wollust Reiz zu widerst. Des Jahres erster Morgen Des Jahres Schönheit ist nun warten und ihn Der Morgens erste Stunde Dich, Algütiger, zu lieben Dich bet' ich an, erstandner 171 Dich bet ich an, Herr Jeſu 128 Dich, dich, mein Gott, will ich 698 Dich ebre danevoll jeder Christ 420 Dich ehrerbietig, vindlich scheuen 309 Dich, Gott, in Demuth zu 624 Dich, Herr, beißen nun die 192 Dich, Jesum, laß ich ewig nicht 426 Dich fronte Gott mit Freuden 564 Dich ruf ich an, Gott, las 658 Dich seh' ich wieder, Morgent. 686 Dich), Vater, über alles lieben 553 Die Bahn ist rauh, auf der ich 362 Die Feinde deines Kreuzes Die Herrlichkeit der Erden Die hier vor deinem Antrig 222 Die Hoffnung naher Ewigkeit Die ihr Jefu Jünger feid Die wir hienieden wallen Dies ist der Tag, an welchem Dies ist der Taa, den Gott Dir dank' ich heute für mein Dir, der das Licht entstehen Die, die, du Höchster, will ich Der du uns voll Lieb' im Herz. 151 Du bist um mich, nd Ruhm 367 Chr Der du voll Blut und Wunden 133 80 754 364 Nummer. Dir, Gott, dir will ich röhlich 384 Dir, Gott, sei Preis und Dank 45 Dir hab' ich mich ergeben Dir, milder Geber aller Gaben Dir sei gedankt für deine 817 575 431 98 349 52 781 683 407 238 Dir tran' ich, Gott, und wanke 361 Dir, Bater, der den Boracn 685 Dir, Bater, der du deinen Sohn 198 Dir zu leben, die zu sterben 638 Du aller Menschen Bateri 502 Du rines Herz, was zagest du 64 Du bester Troft der Armen 772 Du bist ein Mensch, das weißt 66 Du bist, o Gott, gerecht, und 22 Du bists, dem 650 Du haft auch mir zur 462 Du hast, mein Vater und eit 618 mein 335 Du hast mir Gott, den Leib 668 460 680 Du haft, o gnadenreicher 773 459 Du hast uns, Herr, die Pflicht 476 693 Du, Herr, haft aus Barmherz. 232 395 Du, Herr und Richter aller Du, Herr und Schöpfer der Du, Herr und Bater meiner Du, Herr von meinen Tagen Du klagst und fühleft die Du läsfest, Herr, uns unter Du, Lebensfürst, rufft lant Wo 797 Du, den uns Gott zum Mittler 421 dis Wahrheit selber 218 Du, der du ins Berborgne fichst 298 Du, der kein Böses that 72 144 Du, der Menschen heil und Du, der so gern beglückt Du, dessen Herz voll Liebe 467 122 Du, deß sich alle Himmel freun 401 Du fühlst, o Christ, das Leiden 365 Du gabst mir, Ewiger, dies Du gingst, o Heiland, bin Du, Gott, bist unfre Hülf 485 237 774 Du, Gott, der unsre Zuflucht 753 Du, Gott, du bist der Gerrit 660 311 238 636 786 477 443 139 Da liebst, o Gott, Gerechtigkeit 497 Du schaufi, mein Schöpfer und 313 Du schenkst uns, Gott, 10 723 Du siehst, o Mensch, wie imm. 647. Du Vater deiner Menschenkinder 307 Du warst stets meine Zuversicht 787 Du wiesest, Jesu, nicht die 224 Du willst es, Herr, mein Gott 444 Du wirst nach deiner Du woll'st erbören, Gott ner großen 266 526 Durdy bich, Gott, bin ich), was 537 Durch dich), o großer Gott 5 Durchirrt mein Blick der €. 10 0 50 gat Ehre, Christ, den obern Stand 530 Ebre fei Gott in der Höhe 803 Eit, eurge Eage meines 480 CURS Nummer. Ein Herz, o Gott, im Kreuz 358 Ein Pilger bin ich in der Welt 363 Ein ruhiges Gewissen 455 Eine feste Burg ist unser Gott 841 Eins ist Noth, o Herr, dies Einst geh ich ohne Beben Einft naht sich mir die Zeit Einst rief mein Heil vor dem Entehre nicht, mein Herz, mit 353 Entfernet euch, unsel ge Spotter 582 Entflohen sind auch dieses 418 715 264 Erbarm' dich, Herr, mein Erfülle, Herr, doch selbst mein 145 Erfüllt, mein Gott, mit Buv. 294 Erhabner Gott, was reicht 30 Erhalt uns, Herr, die Obrigkeit 527 Erhebe dankvoll und erfreut 200 Erheb, o Seele, Gottes Erhebt den Herrn, the Frommen 96 Erhöh'ter Jesu, Gottes Sohn Erhöre gnädig unser Flebn Erinnre dich, mein Geist, Er ist erstanden, Jesus Christ Er komit, er kommt zum 391 195 834 197 728 Er lebt, er lebt, o Christenheit 166 Ermuntre, Seele, dich und Erwache, Herz, dem Herrn Erwacht zuin neuen Leben Es baut, o Gott, auf dein Es falle, Herr, mein Leib dahin 584 Es ist dein Wille, Herr, mein 789 Es ist noch eine Ruh vorhanden 596 Es ist vollbracht, ruft nach Es kostet viel ein Chrift zu sein 822 Es wolle Gott uns gnädig sein 821 Es zicht, o Gott, ein Kriegesw. 776 Es jüchtigt deine Hand Ewger Vater aller Wesen Ewiger, wie selig ist Ewig sei dir Lob gesungen Ewig und unwandelbar 140 771 410 8 585 600 138 163 176 293 699 674 102 665 F. Fern fei mein Leben jederzeit Fern vom Ziel, wornach ich Freue dich, o meine Seele Freiwillig hast du dargebracht Frohlockend, Gott, erheb ich 376 Frohlockt dem Herrn, bringt 165 Frohlockt, ihr Christen, preist 167 Früh, mit umwölktem Angesicht 679 Für alle Güte sei gepreist 707 Für alle Kranken bitt' ich dich 525 Für unsern Nächsten beten Fürwahr, du bist, o Gott 6. 498 290 653 172 522 61 83 Gedanke, der uns Leben giebt Geist der Andacht, senke du 810 Geist vom Vater und vom Sohne ( jelobet feist du, Gott, für Gelobet feist du, großer 208 616 233 Nummer.. Gelobet feift du, Jesus Chrift 809 Gelobt seist du, Herr Jesu Christ 103 Gerechter Gott, vor dein Gericht 21 Gern seinem Nächsten dienen 496 Geweiht zum Christenthume 225 Gieb, Gott, daß ich der Wahrh. 510 Gieb, Gott, dem Lehrer Glück Gieb, Gott, wenn ich dir 767 451 493 Gieb mir, o Gott, ein Herz Gnadenreicher König 825 766 529 60 Gott alles Trostes, tröste mich) Gott, deine Gnade sei gepreist 100 Gott, deine Güte reicht so weit 415 Gott, deine weise Macht erhält 53 Gott, deinen heiligen Befehlen 315 Gott, deinen weisen Willen 540 Gott, deiner Stårke freute sich Gott, der an allen Enden Gott, der du die Menschen Gott, der du Echmerz und Gott, der du unser Vater bist Gott der Wahrheit, deffen Gott des Himmels und der Gott, deffen Hand die Welt Gott, dessen Macht des Feuers Gott, dessen starke Hand die Gott, dir gefällt kein gottlos 257 Gott, dir sei mein Dank geweiht 535 Gott, die vertraun, ist meine 336 Gott, du bist heilig und gerecht 78 Gott, du bist von Ewigkeit Gott, du erforscheft mich 23 Gott, du haft in deinem Sohn Gott, du kennst von Ewigkeit Gott, durch den wir sind und Gott, durch welchen alle Dinge Gottes Sohn ist kommen Gottes Wille, Gottes Rath Gott, ich will mich ernstlich 514 790 399 325 687 475 780 602 212 15 619 544 90 341 601 Gott ist gegenwärtig 830 521 Gott ist hier, er hats vernomin. 840 Gott ist mein hort! und auf 216 Gott lebt ja noch, drum sorg' 329 Gott Lob! die Reise ist vollbracht 799 Gott, meines Nächsten bestes Gott, mein Bater, ich dein Gott, mein Vater, mein Gott, Richter aller Welten Gott rief der Sonne: kehre Gott ruft der Sonn' und Gott sei Dank in aller Welt Gott sei Preis und Dane Gott sei von uns gelober Gott sorgt für mich), was foll Gott forgt für uns, o singt ihm Gott, unfer froher Lobgesang Gott, unser Vater, der du Gott, von großer Macht und Gott, vor desfen Angesichte Gott, welch ein Segen ist ein Gott, welche Schmach und Gott, wie dank ichs deiner Güte 31* 251 85 646 681 667 91 439 820 71 732 779 402 740 20 657 130 Nummer. Gott, wie viel Langinuth und 28 Gott will ich diesen, ihm allein 316 Gett, wird sich einst mein Ende 576 Gott, wo ist Noth und Elend 77 Großer Schöpfer, Herr der Groß ist des höchsten Güte Groß ist, ihr Eltern, eure Gut und heilig ist dein Wille Nummer. 437 342 318 Herr, unfer Herrscher, freudig 741 Herr, vor deinem Angesicht Herr, welche Guad erzeigst du Herr, wenn ich dich nur haben 682 Herr, wie du willst, so schicks 26 heut öffnet sich die neue Bahn 661 533 Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen 627 Hier liegen wir zu deinen Füßen 750 Hier ist mein Herz, herr, nimm 317 Hier sind wir, Gott, und flehn 436 823 Hier wirft mein Ginn fich Hilf, Gott, daß ich nie heuchle 511 Hilf, Herr, laß es wohlgeling. 666 Hilf, Setu, daß ich meinen Hilf mir nach deinen Lehren Himmel, Erde, Luft und Meer 36 Höchster, denk ich an die Güte 245 Höchster, dessen starke Rechte Höchster Trister, komm bernied. 492 824 her hebt sich Gottes Gonne Hör' unsre Bitten, Gottes Geist 811 673 5. 782 314 82 633 272 295 249 551 II Habe deine Lust, o Jugend Halt im Gedächtniß Jesum 629 Heiland, den uns Gott verhieß 92 Heiland, dessen wir uns trösten 188 Heil dir, des Himmels Pforten 193 Heilig, heilig sei der Eid Heil uns! aus unsrer Sünd. Herr aller Herren! Tod und Herr, allerhöchster Gott Herr, aller Weisheit Quell Herr, an dir hab ich gesündiat Herr, aus deiner Gnadenfülle Herr, deine Allmacht reicht Herr, deine Kirche danket Herr, deine Lanamuth ist Herr, deine Sanftmuth ist nicht 513 Herr, deines Lebens legte Nacht 226 Herr, der du alles giebst Herr, ter du mir das Leben Herr, der du tausend Welten Herr der Zeit und Ewigkeit Herr, dessen Gnade alles Herr, die Kinder, die ich habe Herr, dir gelob ich neue Treue Herr, de bist meine Zuversicht Herr, du erforschest mich 814 523 Ich bin getauft, nach Jesú Ich bin ja, Herr, in deiner Ich bin, o Gott, dein Eigenthum Ich bin zur Ewigkeit geboren Ich blick in das vergangne Ich danke dir für deinen Tod Ich danke dir, mein Gott Ich erhebe mein Gemüthe Herr, du fährst mit Glanz und Herr, du wollst uns vorbereiten 815 Ich freue mich der frohen Zeit Herr, es gescheh dein Wille 123 749 Herr, es ist von meinem Leben 712 Ich freue mich), mein Gott Herr Gott, dich loben wir Herr, Gott, du bist die Zuflucht Herr, Herr, der Sünder Zuv. Herr, bore mein Gebet 286 Herr, ich bin dein Eigenthum 645 Herr, ich hab aus deiner Treu 483 Herr Jefu Chrift, du Gottest, 234 Herr Jesu Chrift, du Föchstes 255 Herr Jesu Christ, mein Herr 572 Herr Jesu, Gnadensonne 285 Herr, laß mich doch gewissenhaft 469 Herr, laß nach eitler Eure Herr, mache meine Seele flille Herr, meiner Seele großen Herr, mein Erlöser, der du für Herr, mein Licht, erleuchte Herr, mein Licht, mein Heil Herr, nicht zum Müssiggehen Herr, ohne Glauben kann Herr, fegne mein Bestreben Herr, stårke mich, dein Leiden Sperr, unfer Gott, laß nicht Herr, unser Gett, wir danken 450 708 118 482 718 534 757 589 13. 183 377 10 471 338 452 512 213 69 473 270 495 114 777 735 CERT Ich finge dir mit Herz und Ich trete vor dein Angesicht Fauchz' dem Höchsten alle Welt 374 Ich armer Mensch, o Herr, ich 250 Ich armer Sünder, wer bin ich 265 Ich bin ein Chrift, Gott ist mein 561 Ich bin ein Christ, kein Schmerz 794 Ich bin getauft auf deinen 754 429 308 43 204 Ich will dem Schöpfer Lob Ich will den Bund mit meinem Ich will dich noch im Tod Jefu, deine tiefe Wanden Jesu, die erlösten Sünder 223 643 370. Ich fühle, daß ich sterblich bin 630 Ich hab in Gottes Herz und Ich hab in auten Stunden 339 360 248 ch har, o Gett, mir ernstlich 288 Ich komme, Friedensfürst Ich komme, Herr, und suche Ich komnine vor dein Angesicht Ich lobe dich) und preise Sch lobe dich und finge Ich preise dich, o Herr, mein Jch ruf zu dir, Herr Jesu Chr. 594 671 143 299 246 590 555 228 403 19 379 783 Ich weiß, an wen mein Glaub 581 Ich weiß, mein Gott, daß 70 Ich weiß, und bins gewiß 275 385 229 562 491 227 289 Ich will, mein Jesu, dich 230 Ich will von meiner Missethat 244 157 169 Nummer. Jesu, Freund der Menschenkind. 628 Fesu, Freund der Menschenkina der, Retter 189 125 419 427 Mein bester Zrost in diesem Meine Lebenszeit verstreicht Memen Jesumn laß ich nicht Mein Erldser, auch für mich Mein Erldser, der du mich) Mein Erldser, Gottes Schn Mein erfi Geschäft sei Preis Mein Seel ermuntre dich Meines Herzens Hoffnung Mein ganzer Geist, Gott, wird Mein Geist erstaunt, Alm. Mein Gott, ach lchre mich Mein Gott, dir ist bewußt Mein Gott, durch deine große Mein Gott, du weißt am Mein Gott, du wohnest zwar Mein Gott, erschaffen bast Mein Gott, nach seinen Mein Gott, auch dieser neue K. Kein Lehrer ist dir, Jesu, gleich 109 Mein Gott, zu der ich weinend Könnt ich in meinen Nothen Mein Heiland, deine Größe Mein Heiland lebt! Er hat Mein Heiland, wenn mein Mein Herz, ermuntre dich Mein Jesus ist mein Leben Mein Leib soll, Gott, dir Mein lieber Gott, gedenke Mein Schuß ist Gott, in Mein trener Gott, dein gutes Micin Bater, o wie dank' id) dir Mein Vater fich, ich bringe Mein Vater und mein Gott 302 287 Mich deiner Gnade zu erfreun 518 Mir nach, spricht Christus Jesu, laß mich) still, wenn Jesu, meine Freude! Jefu, meiner Seele Leben Fefu, meiner Seele Licht Jesus kommt, von allem Bösen Jesus lebt, mit ihm auch ich Jesus, meine Zuversicht Im Stillen wollen wir dich u allen meinen Thaten In deiner Liebe, Gott, nicht In Gottes Nath ergeben In unserm Kummer kommen 739 Ist einst auch meine Stunde da 573 Ist Gott für mich, so trete560 146 194 175 588 541 67 656 569 397 396 Komin betend oft und mit Komm, o komm, du Geist 209 Kommt, kommt, den Herrn 12 Kommnt, laßt uns Gott lobsing. 734 Kommt, laßt uns Gott und 745 Kommt, und laßt euch) Jesum 292 £. Laffet uns einander lieben Kaß deinen Geist mich stets Laß diese beilge Stunde 837 Laß mich des Menschen wahren 49 Laß mich doch nicht, o Gott 491 149 468 508 Laß mich, Höchster, darnach Laß mich, o Herr, in allen 296 Laß, Vater, deinen guten Geist 206 Last unferm Gott uns fingen 381 Laßt uns mit ehrfurchsvollem 105 Laßt uns unferm Gott lobfing. 104 Laut und freudig dir lobsingen 805 Fest Christus, was bin ich Lebre mich, Herr, recht bedenken Lieblich scheint die Sonne Liebster Jesu, wir sind hier Leb, Ehr und Dank dem Lobe den Herrn, den mächtigen Lob sei den allerhöchsten Gott Lobsinge Gott, du Belk des Robsinge, meine Gecle Lobfinget Gott! er schuf die Lobsinget Gott! Dank, Preis Lobt den Herrn, ihr Gottes Lobt den Höchsten! Jesus Lobt Gott, der uns den Frühling 675 Lobt Gott, ihr Christen, freuet 108 34 173 177 M. Mach's mit mir, Gott, wie 577 Mag doch der Spitter Heer Man lobt dich in der Stille Mein Auge fieht, e Gott, nach 58 277 387 174 453 743 438 383 826 Nummer. 398 635 425 93 769 120 626 147 689 315 65 583 388 282 74 700 343 621 655 499 695 261 89 587 571 366 578 465 414 331 273 625 422 566 Mir soll nicht vor dein Tode Mit dankerfüuter Seele Mit dir, o Höchster, Friede Mit Ernst, o MenschenkinderMit Freuden laßt uns treten Mit Freuden such ich, Herr Mit frobem Dank erschein ich 231 Mit brigem Schauer blit ich 433 40 Mir Preis gefront, o Herr 191 Mitten unter eignen Schmerzen 137 Mittler, schau auf sie bernieder 835 Mit unsern Brüdern seufzen 524 Mit welchem Dank, o Gott 793 792 554 94 659 97. 170 9ach deinem Rath, o Gott 472 372 Nach dir verlanget mich, nach 269 595 9tach einer Prüfung kurzer Nach einer schmerzensvollen 704 Mach meiner Seelen Seligkeit 454 Sabet anvetend dem Gnädigen 842 478 Nein, murren will ich nicht Nicht, daß ichs schon erariffen 604 Nicht um ein flüchtges Gut der 205 Nie bist du, Höchster, von uns Nie kann ich meines Gottes Nie will ich wieder fluchen Nimut Gott, dem wir vertrauen, 59 515 14 62 Nummer. 54 D wie unaussprechlich felig 5'99 zeud) mich, Heiliger, zu dir 683 Naminer. Noch finner wechseln ordentlich Noch låst der Herr mich leben 697 Noch leb ich, ob id) morgen lebe 480 Noch nie hast du dein Wort 29 Noch fing ich hier aus dunkler 622 Noch strahlt der Sonne mildes 807 Nod) wallen wir im Thránenth. 593 Nun bringen wir den Leib zur 765 Nun danket alle Gott 375 Nun danket all und bringet Ehr 380 Nun endlich wachet mein Nun ist es alles wohlgemacht Nun sinkt die Sonne nieder 752 142 706 Christenheit, Gei bocherfreut 106 Christ, in diesen Pilgrimstag. 359 daß doch bei der reichen Erndte 736 daß von meinen Lebenstagen 484 O du Geber wahrer Frenden Deffentlich hab ich dein Leiden 239 Oft klagt dein Herz, wie 606 155 211 Golgatha, zu deinen Höhen D Gott, aus deinen Werken Gott, der alles sieht und 17 Gott, der du mein Schöpfer 610 Gott, der Thron der Herrscher 528 O Gott des Himmels und 408 Gott, du bist die Liebe Gott, du bist mein Preis Gott, du frommer Gott Gott, du kannst den Himinel Gottes Lamm, im Staube O Gottes Sohn, du littest O Gott, ich preise deine Güte Gott, von dem wir alles Dheilger Geist, kehr bei uns Oheilig ernsten Tag O herr, mein Gott, tch bitte Herr, mein Gott, ich weiß D Herr, mein Vater, dein Herr voll Trost, voll Dane Jesu Christ, wie troftvoll Jesu, ewig wird dein Wort Jesu, Heil der Sünder Jesu, Jesu, Gottes Sohn Jesu, Licht und Heil der Jesu, meines Lebens Licht Jesu, wahrer Frömmigkeit pönnt ich dich, mein Gott laßt uns für das Gute glühn 818 386 27 432 404 742 148 153 48 726 P. Preis dir, Gott, ich lebe wieder 694 Preis ihm, er schuf und er erhält 803 Preise froh auch du, mein Preis ihm, dem Allregierer Preist, Christen, mit Zufriedenh. 737 D. 392 57 219 579 III 278 Sanft, o Christ, ist Jefu Joch Schaffet doch vor allen Dingen 603 Schau hin in die vergangne 487 Schnell rauschen Jahr auf Jahre 664 Schöpfer, Vater aller Wefen 73 Schon hier lebt selig und vergn. 552 Schon ist der Tag von Gott 649 Schon wieder ist die Nacht Schon wieder ist ein Jahr Schweiget, bange Zweifel Schn wir nur Trubsal um uns Geht Jesum, den Gerechten Geht, welch ein Mensch! wie Selig, Gott, sind, welche Gelig find des Himmels Erben 763 Selig sind, die, Gott, dein 440 463 Gei, aller Wollust Neiz zu Sei du, o mein getreuer Cei hochgepriesen, Herr 210 Gei, Geele, ruhig, unverzagt Sichrer Mensch, noch ist es Sieb, hier bin ich 832 785 641 Sie nahen sich, o Bater Singt unserm Gott ein frohes Gint ich einst in jenem 536 819 So bald, o Gott, der Tag 101 So flichen unsre Tage hin 220 So geht mein Heiland denn 416 235 So gieb denn fromme Christ. 124 O mein Jefu, dessen Wunden D Schöpfer, jedes deiner Werke 18 D stärke, Mittler, stårke sie O Vater der Varmherzigkeit O Bater, kindlich beten wir O Vater, send uns deinen O welch ein selges Leben O weldy ein Trost für meine O welch ein unschätzbares Gut Welt, sich hier dein Leben O wie beglückt ist, wer auf Quelle der Bollkommenheit R. Religion, von Gott gegeben Reif ist nunmehr der Felder S. 545 456 150 458 304 812 678 Theuer sei mir allezeit Tugend ist der Seele Leben 701 662 546 770 126 132 642 795 152 357 243 830 836 Gr 39 713 730 710 201 119 764 Sohn Gottes und des Menschen 557 So hoff ich denn mit fesiem 580 Go jemand spricht: ich liebe Soll dein verderbtes Herz Gollt ich dir, mein Gott, nicht 333 Sollt ich meinem Gott nicht Sollt ich jest noch, da mir Sollt ich meinem Herzen 276 Go wahr ich lebe, spricht 242 756 260 So wird die Woche denn beschl. 222 724 Standhaft fei, o Gott, mein 435 Sterben führet uns zum 466 568 558 Guchst du des Nächsten Ehr T. 489 617 378 448 50% 620 297 Nuimer. 11. 11eber aller Himmel Heere Um als ein Chrift zu leben Um Gnade für die Sünder Unendlicher, dem keine Zeit Unschuldger Jesu, was hast Uns, die anbetend die 829 Unser Gett, wir danken dir 441 Untern Goft, den Gott der Ehre 389 Unfre Aussaat fegne Gott latrüglich), Gott, ist dein Unwiederbringlich schnell 7-9 445 663 182 283 135 ? 131 259 516 702 Bater, der so gern verzeiht Berbittre dir dein Leben nicht Vergangen ist auch diese Nacht Vollendet freudig euren auf 196 Bollendet hatte Gottes Sohn 201 Voll von des Heilands Majestät 168 Voll von Ehrfürcht, Dank 236 Vom Grab, an dem wir wallen 107 tont 368 129 von der Gottheit engem Xhron Bon dir auf diese Welt gerufen 519 Non tir, Gott, sind der Ehe Bon dir kommt jede gute Bon dir, v Bater, nimint Ben Furcht dabin geriffen Bon ganzem Herzen preif Ben ganzer Geete dank ich Von aanzer Seele preif' ich dich 411 Von Gott will ich nicht lassen Von Herzen licb ich dich Vorbild wahrer Menschenliebe Vor deines Gottes Majestät Vor dir, Herr, denken wir 87 382 326 417 112 532 395 354 747 841 SKI. 180 591 268 Wach auf, mein Herz, die wach auf, mein Herz, und singe 690 Wachet auf, vom Schlaf, ihr 644 Wachet auf, ruft einfi die Wagt ich es immer noch Wann einst mein sterbend Auge 574 Wann ich einst von jenem Schl. 696 Warum betrübst du dich, mein 328 Warum erbebst du, meine Warum sollt ich mich denn Warum willst du doch für Was den Leib erhält und 725 was Got to mic, ein Chrift das ist wohlg. 337 281 346 es Was ist mein Leben hier Was ist mein zeitlichs Leben 461 Was ist, o Gott, im Himmel 611 Was ists, das ich mich) quale Was mein Gott will, geschehe Was soll ich) ängstlich klagen Was soll ich trostios sorgen Was sorgst du ängstlich für 597 330 68 347 345 Nun mer. 676 548 93eit um mich her ist nichts Welch eine hohe Geligkeit Welch hobes Beispiel gabst elch sterblich Auge Wein Gott Gesundheit hier Wenn andre sich auch um Wenn Christus seine Kirchhe wenn ich ein gut Gewissen Wenn ich, Gott, im Gebete wenn ich mit Eifer fåe Wenn ich, o Schöpfer, deine Wenn ich vor meinen 457 613 813 35 614. Wenn Menschen sterben, dir an 507 Wenn mich die Sünden kränken 156 Wenn wir unsern Tod einst Wenn jur Vouführung deiner er bei den Namen Gottes er bin ich? welche wicht'ge Wer des Lebens Güter bat Wer dieser Gede Güter hat er( ottes Wege geht Wer Gottes Sport nicht hålt Wer Gott verläßt und Sünde Wer ist die gleich, du Einziger 423 806 738 371 221 er kann, Gott, je was Wer machte diese schöne Welt Wer nur den lieben Gott läßt wahre Herzensdemuth Wer 593 301 312 447 593 490 291 274 79 800 113 409 37 327 520 637 Wer weiß, wie nahe mir mein Wer zahir der Engel Heere Wie ein Geschwäß, o Gott Wie flieht dahin der Menschen Wie fürcht ich mich, mein Wie getroft und fröhlich Wie gnädig ist des Höchsten wie, Gott, dein Arm die Welt Wie Gott mich führt, so will Wie göttlich sind doch Jesn Wie groß ist des Allmächtgen Wie groß ist, Seele, dein Wie groß ist unsre Seligkeit Wie groß, wie angebetet Wie heilvoll sind für mich 2Sie berrlich, Jesu, starker Wie ist des Höchsten Huld wie edunt ich zweifeln, deß Wie leicht verfenn ich meines Wie liebreich, Jesu, ist dein Wie machtig spricht in meiner 550 Wie mannigfaltig sind die 154 187 733 3 449 121 4t 714 81 267 542 748 670 348 110 24 651 543 202 464 Wie fanft sehn wir den Frominen 563 Wie schnell ist mir der Wie schwach, Gott, ist der Wie schwach ist meine Tugend Wie selig, Herr, ist der Wie sicher lebt der Mensch Wie soll ich dich empfangen Wie soll ich dich würdia loben Wie sollt ich meinen Gott 716 607 605 303 634 95 390 306 352 350 Wie theuer, Gott, ist deine 279 631 Wie ungewiß ist, Herr, das Ziel 639 Nummer. 25 565 538 559 Wie viele Frenden dank tch Wie wird mir dann, Erlöser Wie wird, o Gott, ein Mensch Wie wohl ist mir, o Freund Wie wohl thust du, mein Wie wunderbar hast du Wie zärtlich, Jesu, liebt Will mich, o Gott, hienieden 355 Willst du der Weisheit Quelle 609 Wir alle find ja Brüder 654 46 136 506 207 Wir bitten dich, o Heilger Wir bringen weinend Wir danken freudig dir 761 727 Wir erscheinen, Herr, vor434 186 Wir freuen uns, Herr Jesu Wir glauben all 804 31 Numiner. Wir schloffen unsrer Che Bund 758 Wir singen, Herr, von 731 Wir tragen diesen 762 Wo du uns deinen Willen Wo find ich Wir glauben an den eingen Wir kommen, anzubeten Wir kommen, Helfer, die Wir Menschen sind zu dem 217 Wir schauen, Herr, der Herrl. 190 Gott, den meine der beßre Wohl dem, Wohl dem, der mit stillem Wohl dem, der redlich wandelt Wohlzuthun und mitzutheilen Wo soll ich flichen hin, da 623 612 470 351 509 505 254 3u dir, o Gott, das Herz 400 3u Gott fährt nach vollbrachtem 184 442 Bum Fleiße ward das Leben 775 Bur Grabesrub entschliefest 3u so viel Tagen, die Bweierlei bitt' ich von dir 3. 3u deinem Preis und Ruhm 691 3u dir, mein Gott, der du mich 412 474 159 719 828 Einige Morgen- und Abend: Gebete. Morgen- Gebet am Sonntage. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, daß du mich in der verwichenen Nacht bewahret, und mit dem heutigen Tage einen neuen Theil meiner irdischen Laufbahn hast antreten lassen. Besonders danke ich dir auch dafür, daß du den heutigen Tag dazu verordnet und mir geschenke hast, daß ich von den mühsamen Geschäften meines irdischen Berufs ausruhen, meine Seele sammeln, und sie auf die Besorgung meiner geistigen und ewig dauernden Wohlfahrt lenken soll. Wie leicht könnte ich unter den vielen Zerstreuungen, denen mich mein Beruf aus. fest, Gefahr laufen, daß ich über dem Trachten nach dem Irdischen das Trachten nach dem Geistigen und Ewigen verabsäumte, und dar. über in eine gefährliche Sicherheit fiele, die ich an dem Ende meines Lebens würde bereuen müssen! Deine Vatertreue will dieses Unglück von mir abwenden. Du rufit mich daher Du rufft mich daher an dem heutigen Tage aus den vielen Zerstreuungen der vergangenen Woche zu mir selbst, und willst mir Gelegenheit geben, daß ich nicht nur durch andächtige Bes trachtung deines göttlichen Worts alle nöthige Weisheit für dieses und jenes Leben erlernen, sondern auch durch ein gemeinschaftliches öffent. liches Gebet mit deinen Kindern mich in der Ausübung der wahren Weisheit stärken soll. Gieb denn, daß ich diese gütige Veranstaltung deiner Vatertreue nicht ohne Noth vernachlässige, und noch weniger verachte. Beides würde mir eine schwere Verantwortung bei dir zus ziehen und meinem Seelenheil Schaden thun. Flöße vielmehr meinem Herzen Lust und Liebe zu deinen Vorhöfen ein, daß, wenn ich nicht durch Krankheit oder andre dringende Umstände daran verhindert werde, ich mich nicht durch Trägheit, Leichtsinn, oder sonst etwas davon ab. halten laffe. Aber auch zu einer getreuen Benutzung dieser zu unfrer Geligkeit getroffenen Veranstaltung laß deinen guten Geist in mir wirk. sam sein. Erwecke mich durch denselben, daß ich mit wahrer Andache und Lernbegierde allem dem zuhöre, was mir zu meiner Seligkeit ver. kündigt wird. Laß mich aber auch das Gehörte in einem reinen und guten Herzen bewahren, damit es in meinem Leben und Wandel tau. fendfältige Frucht bringe. Inniger und herzlicher Glaube an Jefum Christum, feste, auf diesen meinen Heiland gegründete frohe Versiche. rung, daß mir meine Sünden vergeben sind, aufrichtige Liebe zu dir und meinen Nebenmenschen, treue und anhaltende Ausübung aller von dir befohlenen Tugenden des Christenthums, das müsse die Frucht meines Zuhdrens fein. Wie gesegnet wird dann diese Woche für mich fein! Dann werde ich mich im frohen Bewußtsein deines Wohlgefallens zu meinen Berufsgeschäften gestärkt fühlen; und wenn es dir gefällt, mich das Ende der Woche erleben su laffen, sie mit der süßen Ver. ficherung zurücklegen können, daß meine Arbeit vor dir nicht umsoult sei, und meine Berufstreue somol zeltlich als ewig werde belohnt wer den. In dieser Hoffnung trete ich denn diese Woche getroft an. Ich weiß zwar nicht, was mir begegnen möchte; aber bei aller Mühe, die mich erwartet, und bei allen Leiden, die mich treffen können, tröste ich mich deiner Barmherzigkeit, die sich in Jesu Christo so herrlich offenbaret hat. Amen. Abend- Gebet am Sonntage. So habe ich denn, mein gütiger Gott! den ersten Tag dieser neuen Woche zurückgelegt, und mehr Gnade au demselben von dir genossen, als ich werth bin. Es ist dir nicht genug gewesen, daß du mein irdis sches Leben mir erhalten und mir so manches Gute im leiblichen ers wiesen hast; du hast, was noch mehr it, auch für das Heil meiner unsterblichen Seele. Sorge getragen. Du hast mir so manche Gelegen. heit gegeben, dein Wort zu hören und dadurch unterrichtet zu werden, wie ich durch Christum mit dir verföhnt werden, und in deiner Gemeinschaft ruhig und zufrieden leben, und einst selig und fröhlich sterben kann. Es ist bloß auf mich angekommen, den Trost deines feligma chenden Evangelii an meiner Seele zu schmecken, und dadurch zu einem aufrichtigen Eifer in meinem Christenthum und zu einer anhaltenden Treute in der Ausübung meiner Christenpflichten ermuntert zu werden. Wie ich nun aber diese Gelegenheit gebraucht habe, und in wiefern sie zur Beförderung meiner wahren Wohlfahrt von mir ist benußt worden, das weißt du, Gott, vor dem nichts verborgen ist. Ach, ich fürchte, daß ich vor deinen allsehenden Augen nicht ohne Tadel bin. Vielleicht bin ich in der Anhörung deines göttlichen Worts, und in Anwendung desselben auf meinen Seelenzustand nicht so sorgfältig gewesen, als ich billig hätte sein sollen. Ich bitte dich, vergieb mir solches nach deiner Barmherzigkeit, und verhüte, daß meine bewiesene Nachläffigkeit nicht zur Verschlimmerung meines Seelenzustandes und zu meinem Berder ben etwa ausschlage. Bringe mich vielmehr, da es noch Zeit ist, zum Besinnen, und wirke in mir durch deinen Geist eine so kräftige Beráne derung, daß, so oft ichy künftig durch deine Gnade diesen ersten Tag einer neuen Woche feiere, ich diesen dir und deinem Dienste geheiligten Lag so gut anwende, daß nicht nur mein Verstand zu deiner seligma chenden Erkenntniß immer mehr erleuchtet, sondern auch mein Hers zu einem kindlichen und willigen Gehorsam gegen dich immer mehr ge heiliget werde. Diese Nacht über, da ich mich nun zur Ruhe legen will, bewahre mich. Wende alles in Ghaden ab, was mir Schrecken verurs sachen oder schaden könnte. Laß mich hingegen durch einen ruhigen Schlaf erquickt werden, und gieb, daß, wenn ich morgen nach deinem Willen aufwache, ich mich zu allen den Geschäften gestärkt fühle, die mein Beruf mit auflegt. Auch alle die Meinigen laß deiner Vatertreue in Christo empfohlen sein. Berhüte, wenn es dein weifer und gnådiger Wille ist, daß ich nicht durch ihren Ted, oder sonst durch einen widrigen Zufall, der ihnen begegnen könnte, betrübt werde. Laß sie alle gefund und froh wieder aufstehen und schenke ihnen und mir deine Gnade, daß wir bei aller Arbeit, die du uns in diesem Leben aufgelegt hat, nicht vergessen, für unfre Seele zu arbeiten. Laß uns vielmehr das Heil der. selben zu dem höchsten Ziel unserer Bemühungen machen, damit, wann einst der Abend unsers Lebens nun da ist, wir nicht Ursach haben mögen, unsre Thorheit zu bereuen, sondern und deß freuen können, daß wir nicht blos für diese Zeit, sondern für die Ewigkeit gelebt haben. Amen. us Morgen- Gebet in der Woche. Mein gütiger Gott und Vater! Ich habe unter deiner Aufsicht diese verwichene Nacht ruhig geschlafen, und finde mich an diesem Morgen an Leib und Seele gestärkt, um meine Geschäfte wieder vornehmen, und meine und meines Nächsten Wohlfahrt dadurch befördern zu kön nen. Wie leicht hätte mich eine schwere Krankheit in dieser Nacht überfallen, oder wol gar ein plöslicher Tod meinem Leben ein Ende machen können. Deine Gnade hat solche Zufälle von mir abgewandt, und mir hingegen das Glück geschenkt, daß ich gesund und froh mein Lager habe verlaffen können. Ach erwecke mich, daß ich diese Dank, barkeit, womit ich dir auf so vielfältige Weise verpflichtet bin, durch. mein ganzes heutiges Betragen an den Tag lege. Laß mir die Ers innerung des vielen Guten, das ich empfangen habe, diesen ganzen Tag über eine Ermunterung sein, daß ich desto gewiffenhafter in meis nem Berufe vor dir wandle, meine Kräfte zu deinem Dienste brauche, und überhaupt mein ganzes Bestreben dahin richte, daß ich, als ein rechtschaffener Christ, und als ein nützliches Mitglied der menschlichen Gesellschaft nicht blos meinen eigenen, sondern auch meines Nächsten Nußen, so viel es möglich ist, zu befördern suche. Laß mich daher nicht bloß auf das sehen, was mein ist, sondern auch auf das was meines Nächsten ist. Laß mein beständiges Augenmerk dahin gehen, daß ich in allem meinen Thun und Lassen treu und redlich sein, mich Feiner Ungerechtigkeit auf irgend eine Weise schuldig mache, sondern immer, nach dem Befehl meines Heilandes, das meinem Nächsten er weise, was ich wünsche, daß er mir erweisen soll. Bei einer solchen gewissenhaften Einrichtung meines ganzen Betragens werde ich mir denn auch dann dein Wohlgefallen versprechen und gewiß hoffen dür. fen, daß, wo ich etwa aus menschlicher Schwachheit hle und da feh. Ten sollte, du mir solche Schwachheitsfehler, nach den troftvollen Vers heißungen, die du mir in Chrifto gegeben hast, verzeihen und mir deine Gnade nicht entziehen werdest. Bewahre mich nur, mein Gott und Vater! daß ich nicht muthwillig wider dich fündige, und irgend etwas thue und vornehme, wovon mir mein Gewissen sagt, daß es vor dir nicht recht sei. Ich würde dadurch in deine Ungnade fallen, und nicht hoffen dürfen, bei dir Zuflucht und Troft zu finden, wenn ich etwa von einem Leiden an diesem Tage betroffen würde, und mein Herz betrübt Mueen wäre. Schenke mir vielmehr die Gnade, daß ich diesen ganzen Tag über durch den Gedanken an deine Allgegenwart mich zum Guten er weckt fühle, und laß dann diese Erweckungen an meiner Seele so kraf tig sein, daß ich das Gute wirklich thun móge. Biere meinen ganzen Wandel mit den Tugenden der Demuth, Bescheidenheit, Keuschheit, Máßigkeit und Geduld, damit ich also diesen Tag nach deinem Wohl. gefallen zurücklegen und an dem Ende desselben fröhlich rühmen könne: Bis hierher hat mir Gott geholfen, er wird auch ferner helfen. Amen. Abend- Gebet in der Woche. Liebreicher Gott und Vater! Ich habe mein heutiges Tagewerk wies der vollendet, und verlange nun nach der Nachtruhe, um meine ers schöpften Kräfte von neuem zu stärken, und mich zu meinen fernern Lebensgeschäften dadurch geschickt zu machen. Billig nahe ich mich denn zuvor mit einer gerührten Seele zu dir, und danke dir für alle die Wohlthaten, die du mir an diesem verfloffenen Tage in einem so reichen Maaße haft zufließen laffen. Gesundheit, Speise, Kräfte, und was mehr, als alles andre ist, Ruhe und Zufriedenheit des Ges müths, ist heute mein Theil gewesen. Was bin ich besser, als so manche meiner Nebenmenschen, die vielleicht mit einem bekümmerten Herzen diesen Tag haben beschließen müssen, da ich hingegen in dem erfreulichen Genuß deiner Batergüte mich an Leib und Seele erquickt fühle, und von keiner nagenden Sorge beschwert werde. Um desto inniger sei denn auch der Dank, den ich deiner Vatertreue an diesem Abend darbringe. Möchte nun nur auch dieser Tag so geendigt sein, daß ich jetzt bei dem Schluffe deffelben mich einer durchgängigen Rechtschaffenheit bewußt wäre, und mit der süßen Empfindung zu dir aufsehen könnte, die ein reines und schuldloses Gewissen bei sich führt. Aber was soll ich sagen, wenn ich meine heutigen Gesinnungen und meinen ganzen geführten Wandel in mein Gemüth zurückrufe und eine erustliche Prüfung darüber anstelle. Ach, Gott! wenn ich es auch vor mir selbst verbergen wollte, so würde ich es doch vor dir, dem allsehen. den Zeugen meiner Gesinnungen und Handlungen nicht verbergen kön nen, daß ich mich mancher Fehler und Vergehungen an diesem Tage schuldig gemacht habe, die mir dein Mißfallen zuziehen, und mich nicht volle Freudigkeit empfinden lassen, die ich wol sonst vor dir haben könnte. Denn wie wenig habe ich mich vielleicht bestrebt, dir in allem meinen Thun und Laffen gefällig zu sein. Wie leichtsinnig habe ich mich vielleicht zu manchen llebertretungen meiner Pflicht verleiten lassen, ungeachtet ich dir in meinem Morgengebet heute zusagte, daß ich mich vor Sünden hüten, und durch den beständigen Gedanken an deine Allgegenwart erwecken wolle, um in meinem ganzen Wandel treu und gewissenhaft zu sein. Gott der Erbarmung! Laß mich über dieſe meine begangene Fehltritte nicht leichtsinnig hinwegeilen. Dies würde mich sicher machen und der Gefahr aussehen, zu immer größeren Ver. - irrungen hingerissen zu werden. Schenke mir vielmehr die Gnade, daß ich einen so bleibenden Eindruck davon in meinem Gemüth erhalte, daß ich zu einer innigen und herzlichen Bereuung derselben gebracht werde. Wenn diese Reue aufrichtig ist, so wirst du mir auch den Trosk deiner Gnade schenken, und mich an dem großen Heil, das du renigen Seelen in Jesu Christo bereitet hast, Theil nehmen, und mir Ver gebung meiner Sünden wiederfahren laffen. Verleihe mir nur auch die Gnade, daß ich diesen Trost von der erhaltenen Vergebung meiner Sünden nicht etwa zur Gleichgültigkeit gegen die Sünde oder zur Si cherheit in derselben mißbrauche. Erwecke mich vielmehr recht kräftig, daß ich aus inniger dankbarer Liebe zu dir um so ernstlicher von allen Sünden künftig ablaffe, und mein ganzes Streben dahin richte, daß ich mit jedem Tage meiner noch übrigen Lebenszeit immer bessere Forts fchritte im Guten mache, und so dem Ziel der Vollkommenheit immer näher komme. Bei solchen Gesinnungen werde ich denn unter der Versicherung deiner Gnade ruhig und getroft einschlafen können. Denn ich weiß, daß nichts kann wider mich sein, wenn du, der Gott aller Gnade, für mich bist. Ja, sollte mir auch irgend etwas Widriges bes gegnen, oder ein Unfall meinen Schlaf stören; so werde ich, bei einer folchen dir ergebenen Gemüthsgesinnung, doch immer den Trost haben, daß du alles zu meinem Besten wenden, und nicht meinen Untergang, sondern meine wahre Wohlfahrt dadurch befördern wirst. Wende ins dessen, wenn es deinem heiligen Rath gemäß ist, Gefahren und Un falle in Gnaden ab. Schenke mir einen ruhigen und erquickenden Schlaf: walte auch mit deiner väterlichen Aufsicht über alle, die mir angehören, und gieb, daß, wenn ich morgen durch deine Gnade auf. wache, ich mich zu einer so innigen Dankbarkeit erweckt fühle, daß ich mich mit allen Meinigen von neuem deinem Dienst widme, und den festen unveränderlichen Vorsatz faffe: Ich und mein Haus wir wollen dem Herrn dienen. Wie gesegnet wird, alsdann der letzte Abend meis nes Lebens sein, wenn du mir nun mein irdisches Tagewerk abnehmen und mich zu den höhern Beschäftigungen jenes zukünftigen Lebens berufen wirst. Dann wird immerwährendes Lob deines Namens und voller Genuß jener aller Menschen Gedanken und Sinne weit übersteigenden Seligkeit immer und ewiglich mein Theil sein. Amen. Ein kürzeres Morgen- Gebet. Mein Gott und Bater! Ich danke dir mit einem erfreuten Herzen, daß du mich diesen Tag haft erleben laffen. Durch deine Gnade bin ich in dieser Nacht bewahrt und durch einen so erquickenden Schlaf ges stärkt worden, daß ich eine erneuerte Munterkeit fühle, um die mir obliegenden Pflichten wieder übernehmen zu können. Laß mich deine Güte darunter lebendig erkennen, damit ich es empfinden möge, wie viel Dank und Gegenliebe ich dir dafür schuldig bin. Leite mich nun auch an dem heutigen Tage auf lauter guten Wegen. Bewahre mich vor aller linge. rechtigkeit und Sünde. Mache mich wachsam gegen alle Bersuchungen, die mir begegnen könnten, und stärke mich, daß ich sie überwinden móge; denn sonst würde ich den Schmerz haben, daß, wenn ich den Abend dieses Tages durch deine Gnade erreiche, sich allerlei Vergehuns gen meinem Gewissen darstellen und es beunruhigen würden. Mache mich hingegen tüchtig, in allem deinen Willen zu thun. Schente mir Kraft, meine Geschäfte zu verrichten, und gieb ihnen einen guten Ausgang. Ohne deinen Segen würde alles mein Arbeiten doch nur verges bens sein. Wende Gefahr und Unglück von mir und allen denen ab, die mir angehören. Erbarme dich auch aller derer, die meine Mitmens schen sind, und laß unser ganzes Land voll deines Segens werden. Dir, o Gott! übergebe ich mein Leben und alle meine Schicksale. Erhalte mich in deinem Wohlgefallen, und laß alles zu meinem Besten dienen. Erhöre mich, wie du durch Jesum Christum mir verheißen hast. Amen. Ein kürzeres Abend- Gebet. Jull domine Gnädiger Gott! Unter deiner wachenden Aufsicht ist auch dieser. Tag meines Lebens von mir zurückgelegt worden. Ich beschließe ihn mit dem innigsten Dank gegen dich für alles Gute, das du mir an demselben haft wiederfahren laffen, für die Gesundheit, die du mir geschenket, für die Abwendung so manches Unglücks, das mir hätte begegnen können, für die Wohlthat, daß ich mich einer erquickenden Ruhe nun überlassen kann. Idy bitte dich, siehe mit einer erbarmenden Langmuth auf die Fehler, womit ich etwa heute mein Herz und mein Leben befleckt habe. Gieb, daß ich sie recht ernstlich bereue, und Fleiß anwende, fie mit einer freuen Gewissenhaftigkeit ins künftige zu vermeiden. Laß mich Antheil haben an deiner barmherzigen Vergebung und Begnadigung, die mir dein Sohn, Jesus Christus, durch sein Evangelium und durch seinen Tod versichert hat. Darauf lege ich mich nun getroft zur Ruhe, und übers gebe mich und die Meinigen und alle, für die ich zu bitten schuldig bin, deinem allmächtigen väterlichen Schuhe. Dein Vaterauge wache über mich, damit kein Berderben zu meiner Hütte nahe. Morgen, wenn ich durch deine Gnade erwache, soll mein Herz und Mund deines Preises voll sein. Herr! höre mein Gebet, und laß deine Güte und Trene mich allewege behüten. Amen. Abend- Gebet beim Schluß der Woche. Liebreicher Gott, du Herr und Vater meines Lebens! Mit gerührter Seele nahe ich diesen Abend zu dir, und bringe deiner Batertreue dafür mein Dankopfer, daß du wiederum eine ganze Woche meinem irdis schen Leben zugeleget und mich dieselbe gesund und froh hast endigen laffen. Auch in dieser Woche ist mit jedem Morgen deine Güte über mir neu, und deine Treue sehr groß gewesen. Was würde ich Schwacher fein, wenn mich nicht dein Vaterauge bewacht und deine Baterhand be deckt hätte. Durch wie manche unsichtbare Gefahren hast du mich viel leicht sicher hindurch geleitet, die ich selbst nicht kannte und die mir also auch um so leichter hätten schaden können, je unbesorgter ich war, ihs nen auszuweichen. Und was soll ich sagen, wenn ich so viele andre Wohlthaten in mein Gemüth zurückrufe, die mit diese ganze Woche über von deiner Vatertreue sind zu Theil geworden. Wer hat Sorge getragen, daß es mir an dem Benöthigten in dieser Woche nicht hat mangeln dür fen? Wer hat mir Gesundheit und Kräfte verliehen, daß ich meine Bes russarbeiten im Gegen habe verrichten können? Wer hat so manchen Berlust abgewendet, der mich bei aller dagegen gebrauchten Vorsicht auf eine oder die andere Art hätte treffen können? Wer hat meinem bekümmerten Herzen Trost und Zufriedenheit eingefläßt, und Rath geschafft, wenn ich vielleicht über diese oder jene Angelegenheit meines Lebens bes trübt war, und mir selbst nicht zu helfen wußte? Habe ich das alles nicht dir zu verdanken, der du die Quelle und der Urheber alles wah. ren Guten bist? Und doch, mein gütiger Gott und Vater! ist das noch immer das wenigste, was du an mir gethan haft. Noch weit größer hat sich deine erbarmende Batertreue au mir verherrlicht im Geistigen. Denn mit welcher väterlichen Langmuth hast du mich niche bei meinen Fehltritten getragen, alle verdiente Strafen abgewendet, und mich da verschenet, wo vielleicht Menschen, wenn sie meine Feht. tritte gewußt hätten, kein Berschonen würden gebraucht haben, und das alles in der Absicht, damit ich noch Zeit haben möchte, die Aus gelegenheiten meiner unsterblichen Seele zu besorgen, und mich im Glauben sind Frömmigkeit zu einem frohen Genuß jener zukünftigen Seligkeit vorzubereiten. Gott aller Erbarmung! Ich danke dir für diese großen und unverdienten Proben deiner Batertreue. Ich bitte dich aber auch auf das innigste, erwecke mich, daß ich die Absichten dieser deiner våterlichen Liebe nicht verkenne noch unerfüllt laffe. Ich weiß nicht, win lange es dir gefallen möchte, mir mein Leben zu fristen und mir zur Besorgung der so wichtigen Angelegenheit meines Heils noch Zeit zu laffen. Ich elle wenigstens mit jedem Tage, mit jedem Schritte, den ich auf meiner irdischen Wanderschaft fortsete, jenem entscheidenden Ziele immer näher, wo die gegenwärtige Zeit aufhört, und die Ewigkeit anfängt; wo die Saat vollendet ist, und die Erndte angeht. O so verleihe mir denn die Weisheit, daß ich das recht ernstlich bedenke, damit ich die Zeit, die mir zum Wirken meines Heils von dir noch geschenkt wird, dazu anwende, daß ich nach der Vorschrift deines Sohnes mich einer wahren ungeheuchelten Rechtschaffenheit befleißige, und so auf die mir verborgene Stunde der Rechenschaft immer bereit halte. Vielleicht finde ich bei dem Zurückdenken an die vers floffene Woche manche Ursache, mit mir unzufrieden zu sein, und michy meiner begangenen Nachlässigkeit halber vor dir anzuklagen. Vergieb mir folches, o Gott, nach deiner Barmherzigkeit, die in Christo Jefu so groß ist. Stärke in mir den Vorfah, den ich jetzt vor dir faffe, ins künftige weifer zu werden, die Besorgung meiner ewigen Angelegenheit - zu meinem wichtigsten Geschäfte zu machen und daher mein ganzes Leben so einzurichten, daß, wann es dir gefällt, mich zur Ablegung meiner Rechenschaft vor deinen Richterthron zu rufen, ich zu jeder Zeit bereit fein möge, mit Freudigkeit, und in der gewiffen Erwartung deiner vers heißenen ewigen Gnadenbelohnungen, vor dir erscheinen zu können. Mit diesen Gesinnungen gehe ich denn getroft zur Ruhe und empfehle meinen Leib und Seele und alles, was ich habe, deiner väterlichen Aufsicht. Wache über mich, wenn ich in unbesorgter Ruhe schlafe, und zu meiner Beschüßung selbst nichts thun kann. Gedenke auch der Meinigen und aller derer, für die ich zu bitten schuldig bin. Wende Gefahr, Schreks ken und Unglücksfälle von ihnen ab und schenke mir und ihnen zur nó thigen Erholung einen fanften und gesunden Schlaf, Herr! auf dich traue ich. Laß deine Güte auch in dieser Nacht über uns groß sein. Und kommt denn einst die letzte Nacht Von unsrer Prüfungszeit, So führe uns durch deine Macht Bur sel'gen Ewigkeit. Amen. Morgen- Gebet in Leiden und Schwachheiten. Mein Gott und Vater! Ich erblicke wieder an diesem neuen Tage das Morgenlicht, und bin ich gleich nicht durch einen ruhigen Schlaf ers quickt worden, da Schmerzen, Sorgen, auch wol geheime Anliegen meis ner Seele die Störer desselben gewesen sind; so danke ich dir doch, daß du mir, obgleich unter manchen traurigen Empfindungen, noch das Les ben fristest und auch diesen Tag meinen Lebenstagen beilegen willst. Es bleibt dies immer eine annehmens- und dankenswerthe Wohlthat von dir, die mich in vieler Absicht vor dir demüthigt, und mich zu einem laus ten Preis deiner Güte auffordert. Nicht nur das Leben selber, das ein so theures Geschenk deiner Gnade ist, und das du mir zu Besorgung meiner Seelen Seligkeit verliehen hast, auch selbst die Leiden und Bekúm. merniffe, die mich auf meinem Lebenswege begleiten und mich nicht so viel Freuden genießen lassen, als wol von andern meiner Mitmenschen ges noffen werden, das sind alles Wohlthaten und Segnungen deiner Vater hand. Denn du suchest darunter mein Bestes, und willst mich bewegen, desto ernstlicher und sorgfältiger nach jener Welt zu trachten, wo keine traurige Abwechslung der Schicksale mehr statt hat, sondern ein unge stórter Friede uns umgeben und eine namenlose Seligkeit und erquicfen wird. Ach, Gott! so gieb denn, daß ich diesen neuen Lebenstag, den du niir geschenkt haft, zu einem so würdigen Zweck gewissenhaft anwende. Laß mich an demselben so viel es meine Kräfte erlauben, in meinem Berufe zu wirken suchen und fleißig sein. Auch ein weniges, wenn es mit wahrer Treue und in guter Absicht verrichtet wird, ist dir angenehm. Sollten mich aber Schwachheit, Unruhe des Gemüths oder wol gar Krankheit verhindern, in meinem Berufe recht wirksam zu sein; so rech ne mir den guten Willen für die That an, und heilige mein Gemüth, daß ich beim Mangel der leiblichen Kräfte an meiner Seele desto stärker wer de, und mich defto fleißiger mit dir, mit deinem göttlichen Worte und mit allem dem beschäftige, was die Verbesserung meiner Seele und meine geistige und ewige Wohlfahrt befördern kann. Laß mich im Stillen oft an dich denken, oft stille Seusser zu dir schicken, und mich dadurch wider Ungeduld und wider alle die andern verderblichen Leidenschaften zu bewahren suchen, die so leicht das Gemüth unter der Empfindung der Leiden einnehmen, und allerlei sündliche Unordnungen in demselben anrichten. Erhalte mich im Glauben und wahrer Frömmigkeit. Laß mich immer auf meinen Heiland sehen, und dem Muster der Geduld, der Ges laffenheit und der Ergebung in deinen göttlichen Willen nachahmen, wo mit er mir in seinen mannigfaltigen Leiden vorangegangen ist. Der Ausgang meiner Leiden wird alsdann gewiß für mich gut und selig sein. Sollte es dir auch nicht gefallen, mich schon hier das volle Maaß deiner göttlichen Tröstungen schmecken zu lassen, so wirst du mich doch gewiß desto herrlicher dort trösten, wo du meine Leiden in Freuden umschaffen und mir die ungestörte und unvergångliche Seligkeit schenken wirst, die du denen verheißen hast, die dir in Leiden und Freuden, in guten und bösen Tagen anhangen und unveränderlich getreu bleiben. Amen. Abend- Gebet in Leiden und Schwachheiten. Treuer Gott! dieser Tag, welchen ich durch deine Gnade abermals zurückgelegt habe, ist mir zwar nicht unter dem Genuß jener Freuden ver floffen, mit welchen du so viele andre Tage meines Lebens bezeichnet haft; Leiden und Schwachheiten sind vielmehr mein Theil gewesen, und ich habe. manche Bekümmerniffe empfinden müssen, die meine Freude gestórt has ben. Aber auch unter diesen Leiden ist doch deine Güte noch immer gegen mich groß gewesen. Denn welche väterliche Nachsicht hast du nicht gegen mich bewiesen, wenn ich mir gleich manche Leiden selber verursachte, oder bei solchen Leiden, die du aus weisen Ursachen über mich verhängtest, etwa ungeduldig wurde, und mich in deine väterliche Fügungen nicht recht schicken wollte. Wie leicht hätte ich nicht in meinen Bekümmernissen muchloß werden, oder wol går in eine so große Schwachheit verfallen können, daß ich aller Kräfte zu meinen Geschäften wäre beraubt wor den, wenn du nicht meine Leiden gemäßiget, oder unter der sehr schwer drückenden Bürde derselben mich im Verborgenen gestärkt hätteft. Für alle diese Güte sei deinem großen Namen der herzlichste Dank gesagt. Ach, ich bitte dich, sei doch nun auch ferner mit mir und verlaß mich nach deiner Gnade nicht. Trage mich vielmehr um Jefu Christi willen, bet meiner großen Schwachheit mit einer väterlichen Geduld, und unterstütze mich mit dem Trost deines Geistes, so lange ich nach deinem Willen auf dem Dornenpfade der Leiden noch wandeln muß. Erwecke mich, daß ich künftig in einem kindlichen Vertrauen zu dir recht fest werde, und überzeuge mich zu dem Ende immer lebendiger, daß auch Leiden und Trübsale, wenn wir sie anders mit einer christlichen Geduld tragen, unter deiner väterlichen Leitung unser Bestes befördern, und wo 32 herzigkeit über ihn( sie) und uns. Flöße seiner( threr) Seele in dem letzten Kampfe, unter welchem er( sie) ringen muß, den mächtigen Trost ein, daß ihm( ihr) seine( ihre) Günden um Jesu Christi willen vergeben sind. Schenke ihm( ihr) daher Gnade, daß er( sie) sich im Glauben und in einem festen Vertrauen an feinen( ihren) Heiland fest halte, und laß ihn( sie), da er( sie) seiner( ihrer) großen Schwachheit wegen mit uns nicht viel sprechen kann, desto mehr im Verborgenen mit dir sprechen, sein( ihr) Gemüth ganz auf dich richten, und fein( ihr) Seelenantiegen mit stummen Seussern dir vortragen. Denn du, Herr! kennest unsre Herzen; vor dir ist alle unfre Begierde, und selbst unser geheimstes Seufzen nicht verborgen. Höre denn das verborgene Sehnen seiner( ihrer) Seele, und da es nunmehr Abend bei ihm( ihr) ist und der Tag seines( ihres) Lebens sich geneiget hat; so bleibe bei ihm ( ihr), und laß deine Kraft in seiner( ihrer) Schwachheit machtig sein. Erleichtre ihm( ihr) nach deiner Barmherzigkeit die Schmerzen und Bangigkeiten des Todes, und erquicke seine( ihre) Seele mit der gewiss sen Hoffnung jener ewigen Seligkeit. Göttlicher Erlófer! du hast auch ihn( sie) sehr theuer erkauft, damit er( fie) dein fei. Ziehe denn feine ( ihre) Seele aus der einfallenden Hütte seines( ihres) Leibes zu dir, und laß ihn( sie) bald die Freude erfahren, daß er( sie) von der Erde in den Himmel, von der Sünde zur Gerechtigkeit, aus der Unruhe zu der Ruhe, aus der Finsterniß in das Licht, aus allem Jammer in die Herrlichkeit, ja aus dem Tode in das vollkommenste Leben komme. Nimm seinen( ihren) Geist, wenn er sich nun vom Leibe scheidet, zu deiner Vereinigung auf, und so erlöse ihn( sie) von allem Ulebel, und hilf ihn( sie) aus zu jenem beffern Leben, wo nun kein Wechsel mehr fein, sondern sich alles in Freude verkehren wird. Aber auch über uns laß bei der schmerzhaften Trennung, die uns bevorsteht, deine Gnade groß sein. Tröste uns mit der süßen Hoffnung einer feligen Wiedervereinigung, und stärke dadurch unfre Seele, daß wir uns deinen weisen und guten Schickfalen um so wil liger unterwerfen und stille seien. Erinnere uns aber auch kräftig an unfre eigene Sterblichkeit. Laß uns bedenken, daß es mit uns allen über kurz oder lang auch einmal dahin kommen werde, wo uns alle Güter dieser Welt nichts helfen, sondern nur deine Gnade und ein gutes schuldloses Gewiffen Trofi und Zuversicht unferer Seele einflóßen können. Erwecke uns dadurch, bei Seiten von allen Sünden abzulaffen, und hingegen in einer kindlichen Furcht vor dir zu wandeln, wenn auch unser Ende nun da ist, wir uns deiner Barmherzigkeit trösten, und eine fröhliche Aufnah me in den Himmel von dir erwarten können. Erhöre uns, barmherziger Bater, um Jesu Christi willen. Amen. Ordnung der Handlungen und Gebete bei der Feier des heiligen Abendmahls. Vorbereitung zum heiligen Abendmahl. Wenn wir das heilige Abendmahl, als ein Gedächtnißmahl der unausfprechlichen Liebe unsers Ertófers, würdig feiern wollen, so kommt alles darauf an, daß wir uns unter der Gnade Gottes durch eine aufrichtige Selbstprüfung dazu sorgfältig vorbereiten. Diese Selbsprüfung empfieh, let uns auch der Apostel Paulus, wenn er sagt: ,, Der Mensch prüfe sich selbst, und also effe er von diesem Brodte und trinke von diesem Kelche. Denn welcher unwürdig iffet und trinket, der iffet und trinket sich selbst das Gericht, oder er macht sich strafbar vor Gott, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn." Die Hauptstücke aber, worüber wir diese Prüfung als in der Gegenwart Gottes anstellen, und uns unparteiisch erforschen müssen, sind vornämlich diese drei: unfre Sünden, unser. Glaube, und unsre Entschließungen. Zuerst müssen wir uns in Ansehuna unfrer Sünden prüfen, ob wir dies felben erkennen, und von ganzem Herzen bereuen. Denn wenn auch der Fall wäre, daß wir uns durch Gottes Gnade von groben und offenbaren Lastern und Bosheiten frei wüßten, so bleiben wir dessen ungeachtet vor Gott Sünder. Es ist keiner, der sich vor ihm rechtfertigen und sagen kön ne: Ich bin rein von aller Schuld. Vielmehr, wenn wir uns der Vorschrif ten erinnern, die uns unser göttlicher Heiland zur Einrichtung unsrer Ges finnungen und unsers Wandels gegeben hat; so werden wir gestehen müssen, daß wir dieselben vielfältig übertreten, und uns mancher Fehl tritte, auch wol gar wissentlicher Sünden schuldig gemacht haben. Wie man nun aber weder Gott gefallen, noch ein recht sehnliches Verlangen nach dem Troste der Vergebung haben kann, den uns Jefus durch seinen Tod verschafft hat, wenn man nicht diefe so große Sündlichkeit seiner Ges sinnungen und Handlungen erkennet und darüber vor Gett wahrhaftig ges beugt ist; so frage ich euch zuvörderst: Erkennet und bereuet, ihr von ganzem Herzen eure große Sündlichkeit, und wünschet ihr aufrichtig, daß ihr eure begangenen Sünden nicht möchtet gethan haben? Ist das euer herzlicher Wunsch und euer demüthiges Bekenntniß vor Gott, so antwortet: Ja. Das zweite Hauptstück, worüber wir uns sorgfältig prüfen müssen, wenn wir das Gedächtnißmahl der Liebe unsers Heilands würdig feiern wollen, ist unser Glaube. Gott hat sich unser in unserm Sündenelende erbarmet, und uns feinen eingeborenen Sohn zum Erlöser und Heiland geschenket, damit er für uns leiden und sterben, die verdienten Strafen CEUTIC der Sünden von uns wegnehmen und und die Gewißheit von der gnädigen Vergebung unsrer Sünden und von der wieder erlangten Huld und Freund, schaft Gottes verschaffen möchte. Dafür verlangt er nun aber auch, daß wir den Lehren, Vorschriften und Verheißungen dieses Heilands glauben, seine großen Verdienste mit einem dankbaren Herzen erkennen, und ihn. für den eingebornen Sohn Gottes, für den einigen Mittler zwischen Gott und Menschen und für unsern größten Wohlthäter, Herrn und Richter erkennen sollen. Insonderheit will er, daß wir die Vergebung unfrer Suns den ihm findlich zutrauen, und nicht zweifeln sollen, daß, wenn wir ans ders seinen Anweisungen folgen, wir so gewiß an den Früchten seines Tos des zu unsrer Seligkeit Theil nehmen, so gewiß wir das heilige Brodt effen und aus dem gefegueten Relche trinken. Und in dieser Absicht frage ich euch fürs andre: Erfreuet ihr euch dieser unaussprechlichen Biebe Gottes und seines Sohnes, und setzet ihr eure ganze Hoffnung auf die große Gnade Gottes, die euch zur Vergebung eurer Sünden durch das Evange lium Jesu Christi ohne alles euer Verdienst verheißen und angeboten wird? Sind das eure Gesinnungen, ist das euer Glaube; so antwortet: Ja. Endlich das dritte, worüber wir uns vor Gott prüfen müssen, so oft wirzu dem Gedächtnißmahle der Liebe unsers Heilandes hinzunahen wol. len, sind unfre Entschließungen. Liebe fordert Gegenliebe und wir sind nicht darum von den Strafen der Sünde durch Christum erlöst worden, daß wir um so sichrer und ungestörter fortfündigen können. Das war' ein Mißbrauch der durch Christum gestifteten Ertöfung, der nur unsre Fluch. würdigkeit vermehren, und was und Gott zu einer heilsamen Arzenei für unsern Seelenschaden verordnet hatte, in ein gefährliches und tódten< des Gift verwandeln würde. Die Erlösung Jesu Christi zielet auch auf die Reinigung von der Sünde selbst. Wir sind durch Jefum Christum er lost worden, daß wir als sein erlöstes Eigenthum unser ganzes Leben seis nem Dienste widmen und den unveränderlichen Vorsatz faffen sollen, von allen Sünden immer mehr abzulaffen, und uns einer immer größern Treue in der wahren Gottfeligkeit, und in dem Nachjagen nach der Heilis gung zu befleißigen. Der Apostel Paulus versichert mit deutlichen Wor ten, daß die große Gnade, die uns in Jesu Christo von Gott erwiesen wors den, dazu dienen solle, daß wir alles ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüfte verläugnen, und züchtig, gerecht und gottselig in dieser Welt leben follen. Wollen wir demnach das heilige Abendmahl zur Versicherung unfrer Begnadigung bei Gott und der Vergebung unserer Sünden genie ßen; so múffen wir noch die feste Entschließung faffen, daß wir die Ab. fichten Gottes darunter erfüllen und uns durch Streben nach Tugend und Frömmigkeit gegen Gott und unfern Heiland in unserm ganzen Leben dankbar beweisen sollen. Und in dieser Absicht frage ich euch nun noch fürs dritte: Seid ihr wirklich willens, und könnet ihr Gott zum Zeugen eurer Aufrichtigkeit darüber anrufen, daß ihr künftig nach der Vorschrift eures treuen Heilands leben, euch ganz feinem Dienste widmen, euch in der Nachfolge deffelben üben und daher euch solcher Gesinnungen gegen Gott und euern Nachften befleißigen wollet, welche euch Jesus Christus nicht nur mit seiner Lehre, sondern auch mit seinem eigenen Beispiele empfohlen hat? Ist es infonderheit, da ihr bei dem Tische des Herrn cie ne christliche Bruderliebe bezeugen wollet, euer ernstlicher Wille, das ihr allem Haß und Neid, aller Feindseligkeit und Rachbegierde gänzlich ents fagen, und hingegen nach dem Beispiele eures Heilandes euern Belei.. digern von Herzen vergeben, euren Feinden Gutes thun, und zu Gott für sie beten wollet? lleberhaupt: ist es euer redlicher Wunsch und heis liger Vorfaß, mit jedem Tage eures Lebens immer heiliger, vollkomm ner und eurem Heilande Christo ähnlicher zu werden? Könnet ihr mit Wahrheit und Beißtimmung eures Herzens zu Gott sagen: ich schwöre und wills halten, daß ich die Rechte deiner Gerechtigkeit bewahren will. Ist das eure Gesinnung, sind das eure Vorsäße; so antwortet: Ja. Bei solchen Gesinnungen könnet ihr gewiß erwarten, daß ihrwürdig zu dem Gnadenmahl eures Erlösers kommen und dasselbe euch zum Gegen genießen werdet. Verstockten Sündern, die, anstatt von Sünden abzus laffen, vielmehr darin beharren, und wol gar mit offenbaren Lastern den Gemeinen des Herrn ärgerlich werden, ist es eine Mahlzeit, die zu ihrem schweren Gericht gereicht. Auch leichtsinnige Seelen, die aus bloßer Ges wohnheit und ohne alle Andacht und Ehrerbietung bergunahen, machen sich dadurch strafbar. Denn sie unterscheiden nicht, sagt Pantus, den Leib des Herrn; das ist, sie bedenken nicht, daß es keine gemeine Mahlzeit, sondern ein Gedächtniß der großen Liebe unsers Heilandes ist, die ihn zur Erduldung des schmerzhaften Todes für unsre Sünden bereit machte, und uns zu der innigsten Gegenliebe desselben auffordert. Bußfertigen Seelen hingegen, die mit wahrer Reue über ihre Sünden erfüllt sind, und, indem sie ihre einzige Hoffnung und Vertrauen aufChristum seßen, den aufrichtigen Vorsatz haben, ihr Leben immer mehr zu bessern und voll kommner zu werden, ist es ein gewiffes Unterpfand ihrer Begnadigung bei Gott. Solche Seelen können gewiß versichert sein, daß keine Sünde noch Schwachheit, die wider ihren Willen in ihnen noch übrig ist, fie hindern könne, an den seligen Früchten des Todes Jefu im heiligen Abends mahle Theil zu nehmen. Um diefer Ursache willen müssen sie auch niemals unter dem Vorwande, als wenn sie zum Genuß des heiligen Abendmahls nicht würdig wären, sich dieser heiligen Handlung entziehen wollen. Eie gentliche Würdigkeit können wir ohnedies vor Gott nicht haben. Seine Gnade muß immer dazu kommen, und das ersehen, was uns an Würdigkeit abgeht. Und das geschieht nun eben, wenn wir mit solchen Gesinnungen zum heiligen Abendmahle kommen, die, wenn sie uns gleich eine gânzliche Vollkommenheit in diesem Leben noch nicht erwarten lassen, uns doch antreiben, der Vollkommenheit nach unserm Vermögen nachzujagen, und den Vorschriften unsers Heilandes immer gehorsamer zu werden. Laffet uns denn diese Gesinnungen Gott in einem andächtigen Gebet kindlich vortragen, und bete ein Jeder mit mir in seinem Herzen also: Barmherziger Gott und Vater, du willst nicht, daß Jemand verloren gehe, sondern daß sich Jedermann zur Buße kehre und leben möge. Blicke mich denn mit Erbarmen an, da ich in einem demüthigen Ges fühl meiner Strafbarkeit jest zu dir komme. Sch bekenne vor dir, dem Herzenskündiger, daß ich deinem heiligen Willen sehr oft zuwider gelebt, und deine Vorschriften übertreten habe; daß ich nicht bloß durch allers lei äußerliche Vergehungen, sondern auch innerlich durch Unglauben, Mißtrauen, Unzufriedenheit, lingeduld, Geiz, Wollust, Stolz, Neid und Mißgunst, Haß und Feindschaft und viele andere böse Leidenschaf ten gegen dich gesündigt und deine Strafen verdient habe. Ach Herr, mein Gott! ich bereue solches von ganzem Herzen und nehme meine eins sige Zuflucht zu deiner Gnade, die du mir in Jesu Christo, meinem Herrn und Heilande, verheißen hast. Vergieb mir um seinetwillen alle meine Sünden, und schenke mir den Trost deiner Begnadigung, womit du alle mühselige und beladene Seelen zu erquicken versprochen hast. Laß auch meine Seele bei dem Genuß deines heiligen Abendmahls mit diesem Troste reichlich erquickt werden. Ewig will ich dich dafür loben. Mit meinem ganzen Leben will ich dir danken. Aufrichtig will ich jede Sünde hassen, und mich hingegen ernfilich bestreben, in Allem deinen Willen zu thun. Stårke mich nur durch deine Gnade in meinem gefaß ten Borsaße und hilf mir ihn treulich ausführen; so werde ich auch Freudigkeit vor dir haben, und mich deiner Vaterliebe im Leben und Sterben mit Zuversicht getrösten können. Amen. Gott, der Allwissende, kennet eure Herzen. Wenn demnach euer Verlangen nach seiner Gnade aufrichtig und euer Borsaß einer wahren Beßrung rechtschaffen ist; so seid versichert und freuet euch dessen, daß er euch durch Jefum Chriftum eure Sünden vergeben hat. Denn so spricht er in seinem Worte: So war ich lebe, ich habe keinen Gefallen an dem Tode des Gottlosen, sondern daß er sich bekehre und lebe; und wenn er sich bekehret von seiner Sünde, und thut, was recht und gut ist, so soll er leben und nicht sterben, und aller seiner Sünden, die er gethan hat, soll nicht gedacht werden. Und unser Heiland sagt: Alfo hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Bei solchen Gesinnungen betrachtet denn das heilige Abend. maht als ein Unterpfand eurer Begnadigung, und zweifelt nicht daran, daß wenn ihr im Glauben und der Heiligung fortfahren, Gott eure redliche Bemühung, ihm wohlzugefallen, gnädig ansehen, sie mit dem Beis stande feines Geistes unterstüßen, mit curen anklebenden Fehlern und Schwachheiten Geduld haben und euch alle Vorrechte seiner Kinder in Beit und Ewigkeit werde genießen laffen. Hierauf spreche ein jeder in seinem Herzen: Amen. - Handlung des heiligen Abendmahls. Geliebte in dem Herrn Christo! Das feierliche Maht, das ihr jetzt zu halten versammelt seid, ist von eurem Herrn und Heilande selbst verordnet worden. Ich habe es, sagt Paulus, von dem Herrn empfan gen, das ich euch gegeben habe. ,, Denn der Herr Jesus in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brodt, dankte und brachs, und fprach: nehmet, effet; das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird. Solches thut zu meinem Gedächtnis. Deffelbigen gleichen auch den Stelch nach dem Abendmahle und sprach: dieser Kelch ist das neue Tes stament in meinem Blut; solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. Denn so oft ihr von diesem Brodte effet und von diesem Kelche trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis daß er kommt." Ihr sehet hieraus, daß das heilige Abendmahl ein Gedächtnismaht der unaussprechlichen Liebe unseres Heilandes sein soll, welche ihn ges drungen hat, sich in den schmerzhaftesten Tod des Kreuzes dahin zu ges ben, damit er uns von dem großen Elende der Sünde erlösen, und uns das felige Vorrecht der Kindschaft Gottes verschaffen möchte. Zugleich soll es aber auch auf unfrer Seite ein feierliches Bekenntniß sein, daß wir diesen Tod unsers Heilandes, als das Mittel unsrer Erlösung, an nehmen, unsre einzige Hoffnung darauf setzen und uns verpflichten, diesem Heilande als sein erlöstes Eigenthum mit Leib und Seele zu dies nen und unser ganzes Leben nach seinem Wohlgefallen einzurichten. Se her denn zu, daß diese Absichten an euch erreicht werden. Begehet zuvörderst das heilige Abendmaht als ein Gedächtnißmahl der Liebe eures treuen und göttlichen Erlösers. Folget ihm zu dem Ende im Geiste auf seinen Leidenswegen, die er durchwandelt hat, und em pfindet es mit einer innigen Rührung, wie theuer ihr erlöset seid. Se. het hin nach Gethsemane, wie er da, mit bitterm Kummer über daß Elend der Menschen belastet, mit dem Tode ringt, und auf seinem Angesichte liegend zu drei Malen zu Gott, seinem himmlischen Vater, betet: Mein Vater, ist's möglich, so gehe dieser Kelch vorüber! doch nicht wie ich will, sondern wie du willst. Betrachtet ihn, wie er unter den Hån den seiner Feinde geschlagen, verhöhnet, gegeißelt, mit Dornen gekrönet und endlich von eben dem Richter, der ihn für unschuldig erklärte, verurtheilt, und gleich einem lebelthäter gekreuzigt wird. Erinnert euch, mit welcher Standhaftigkeit er alle diese Martern und Mißhandlungen erduldet, die Wahrheit bezeuget und für seine Verfolger gebetet hat, wie er zwar, als die Last seiner Leiden sich immer mehr häufte, einstmals zu Gott rief: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlaffen? wie er aber doch mitten in dieser finstern Stunde der allerstärksten Anfechtung nicht wankte, sondern durch den großen Gedanken, daß er der Erretter des menschlichen Geschlechts sei, sich in dem Vertrauen auf Gott und in einer völligen Ergebung in seinen väterlichen Willen so stärkte, daß er alles, was er nach dem Willen seines himmlischen Baters zu leiden hatte, mit dem vollkommensten Gehorsam vollbrachte, und das - her am Ende seines Lebens ausrufen konnte: Es ist vollbracht! Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist! Dessen alles erinnert euch und rus fet euch sodann, von einem innigen Gefühl seiner Liebe durchdrungen, einander ermunternd zu: Preis und Dank und Ehre sei unserm vollendes ten Mittler, der sich auch für uns in den Tod dahingegeben, aber auch wieder auferstanden ist, und nun lebet bei Gott in Ewigkeit. Sein Tod müffe verkündigt werden, so weit die Welt geht. Von aller Sterblichen Lippen müsse sein Lob erschallen und der Weltkreis seiner Ehre voll wer den. So verkündiget zuvörderst den Tod Jefu Chrifti und leget damit ein feierliches Bekenntniß ab, daß ihr ihn für euren Erlöser, und seinen Tod für das große Mittel eurer Versöhnung haltet. Denn er hat durch dies sen seinen Tod vollbracht, was keiner unter allen Sterblichen vollbrin gen konnte, nåmlich ein vollkommnes und ewig gültiges Opfer für die Sünden der Welt. In ihm haben wir nun die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. Nun dürfet ihr nicht vers zagen, wenn ihr anders eure Sünden bereuet und zu einer aufrichtigen Besserung eures Lebens entschloffen seid. Ihr könnet es ihm vielmehr sicher zutrauen, daß er euch eure Sünden vergeben werde, und daß ihr nicht in das Gericht kommet, sondern vom Tode zum Leben hindurchgedrungen feid. Eben um diesen Glauben in eurer Seele zu stärken, und euch eures Heils gewiß zu machen, hat er sein heiliges Abendmahl für alle seine Verehrer bis an das Ende der Welt eingesetzt. Er versis chert euch nämlich hier: daß sein Leib so gewiß für euch am Kreuz ges brochen und sein Blut für euch vergossen sei, so gewiß ihr hier mit Au gen fehet, daß das Brodt euch gebrochen und der Kelch des Herrn ench mitgetheilt wird. D so erhebe sich denn euer Herz zu einer getrosten Zuversicht im Glauben, und freue sich der unendlichen Liebe des Vaters und des Sohnes, der uns durch seinen Tod versöhnet und den Trost der Gnade Gottes erworben und versiegelt hat! Zum andern so gebrauchet dieses Gedächtnißmahl der Liebe eures Heilandes zum Wachsthum in der Heiligung und zu einer völligen und gånzlichen Ergebung an ihn. Wer kann eurer Hochachtung und Liebe wol würdiger sein, ais er? Ist auch wol eine größere Liebe, als die, wenn man das Leben für seine Freunde läsfet? Und Jesus Christus hat es sogar für Feinde gelaffen. So erkennet denn diese unaussprechliche Liebe eures Heilandes und widmet ihm dafür eine gângliche aufrichtige Gegenliebe. Erneuert hier an seinem Tische den Vorsatz, daß ihr diesem Heilande ganz zu eigen sein, und daher alles, alles, was ihr noch leben werdet, nicht mehr euch selbst, sondern diesem Heilande leben wollet, der für euch gestorben und auferstanden ist. Unvergeßlich sei euch das Andenken seiner Liebe, seiner Leiden, seiner Vorschriften, seiner Ver heißungen und seiner Tugenden, und erwecke euch ohne Unterlaß zu sol. chen Gesinnungen, wodurch ihr diesem Heilande ähnlich werdet und euch feiner mächtigen Tröstungen im Leben und Sterben erfreuen könnet. Endlich so müffe dieses feierliche Gedächtnißmahl der Menschenliebe unsers Heilandes auch dazu dienen, daß wir als seine Glieder durch eine gleiche brüderliche Liebe mit einander verbunden werden. Wir sind alle Kinder Eines Vaters, haben Einen Erlöser, sind alle Glieder Eines Leis bes, von welchem Christus das Haupt ist, so wie wir alle Eines Brodtes theilhaftig sind. So müsse denn auch Ein Geist, nämlich der Geist Jesu Chrifti, der Geist der Liebe und des Friedens, der Geist der Sanftmuth und Versöhnlichkeit, der Geist einer uneigennüßigen húlfreichen Theilneh. mung an unfrer Nebenmenschen Glück und Unglück uns alle beleben, uns alle willig machen, und unter einander zu lieben, zu vergeben und wohl. zuthun, wie uns Christus geliebet, vergeben und wohlgethan hat. Das, Christen! müffe euer feierliches Gelübde sein. Das müsse der Bund mit eurem Erlöser und seiner Gemeinde fein, den ihr heute vor dem Angesichte des Allwissenden bei diesem heiligen Mahle erneuert und bekräftiget. Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi schenke euch dazu seinen Segen und Beistand durch die Kraft des heiligen Geistes. Amen. Laffet uns hierauf andächtig und glaubig beten: Gütiger Gott! barm. herziger Vater! du hast und deinen eingebornen Sohn zum Heiland und Erlöser geschenket, damit er uns durch seine Lehren unterrichten, durch fein Beispiel zur Tugend erwecken, durch seinen Tod von den Strafen der Sünde befreien, und durch seine Auferstehung die gewiffe Hoffnung der Unsterblichkeit und einer unvergänglichen himmlischen Freude verfchaffen möchte. Wir loben und preisen dich für diese deine unschäßbare Wohithaten, und freuen uns vor dir, daß du uns noch jetzt Gnade, Lea ben und Seligkeit anbieten låffest, und zur Versiegelung dieser deiner gnädigen Anerbietungen das heilige Abendmahl durch deinen Sohn eingefest hast. Laß denn doch, gütiger Gott, den Genuß dieses heiligen Mahls an unser aller Seelen dazu gesegnet sein. Versiegle durch das felbe in unserm Herzen den süßen Trost, daß du auch uns alle unfre Sünden vergeben und uns zu deinen Kindern und Erben deiner Setig Feit angenommen hast. Belcbe und erwecke uns durch diese deine un schätzbare Gnade, daß wir durch unermüdeten Fleiß in der Heiligung nach deinem Beifall streben, und als dankbare Verehrer und treue Nachfolger Jefu unfern ganzen Sinn und Wandel nach deinen Vorschriften einrichten. Laß uns durch Jesum Christum auf eine so innige Weise mit dir vereinigt werden, daß uns keine Liebe der Welt, keine Reizung zur Sünde, keine Furcht noch Hoffnung, noch sonst etwas von dir trennen möge. Erwecke uns endlich, daß wir alle Leiden und Mühseligkeiten un fers Prüfungsstandes nach dem Beispiel Jesu geduldig ertragen, den Tod ohne Furcht erwarten, und mit einer freudigen Hoffnung jener Wieder. kunft unsers Heilandes vom Himmel entgegen sehen, da er unsre sterb. lichen Leiber feinem verklärten Leibe áhnlich machen und in das Reich feiner Herrlichkeit zu sich nehmen wird. Amen. ( Hier folgt das Gebet des Herrn.) Bekennet noch, ehe ihr zu dem Genuß des heiligen Abendmahls her. sunahet, den allgemeinen christlichen Glauben: Ich glaube an Gott den Bater, 2c. So nahet denn, Geliebte in Christo! mit Andacht und Ehrerbietung, mit Dank und Freude, zu dem Gedächtnißmahl des Todes eures Heis landes, und empfanget unter den äußerlichen Zeichen seines gekreuzigten Leibes und vergoffenen Blutes das Unterpfand seiner Liebe. Erinnert euch, daß er jetzt zur Rechten seines Vaters im Himmel lebet, und das selbst zu einem Helfer der Seinen und zu einem Herrn über alles erhöhet ist. Euer Herz erhebe sich also zu ihm in den Himmel, und erneure den Borsak, ihm getreu zu bleiben bis in den Tod. Der Herr Jesu. Christi stärke euch in eurem Glauben. Amen. ,, Das Brodt, das wir brechen, ist die Gemeinschaft des Leibes Jesu Christi, der für euch gekreuzigt worden, zur Vergebung eurer Sünden." Der Kelch der Danksagung, womit wir danksagen, ist die Gemeine schaft des Blutes Jesu Christi, das für euch vergoffen worden, zur Vers gebung eurer Sünden." Dankgebet nach dem heiligen Abendmahle. Herr Gott, himmlischer Bater! wir danken dir für die abermalige trostvolle Versicherung deiner Gnade, die du uns jetzt bei dem Genuß des heiligen Abendmahls von neuem geschenkt haft. Mache mich nun auch durch den Beistand deines Geistes zu allem Guten an unsern Sees len recht kraftig. Erhalte uns dadurch in der Wahrheit. Befestige un fern Glauben. Vermehre dadurch in uns die Liebe zu dir und unferm Heilande. Präge es unfern Seelen tief ein, daß er darum für Alle ges storben sei, damit wir nicht uns, sondern dir, o Vater, und dem leben, der sich für uns in den Tod dahingegeben hat, aber auch wieder aufer standen ist und nun lebet in Ewigkeit, als ein Herr über Alles, Sein Beispiel müsse uns zu allem Guten reizen, sein Geist und Sinn uns res gieren. Daran, daß wir die Brüder lieben, soll man erkennen, daß wir seine Jünger find. Vermehre, o Gott! in uns die Gesinnungen und stärke uns mit deiner allmächtigen Kraft zum Eifer in allen Tus genden. Heilige uns ganz und gar, und laß unsern Geist sammt Sees le und Leib unstråflich und unbefleckt erhalten werden, bis auf die Zukunft unsers Herrn Jesu Christi, welchem fammt dir Lob und Ehre gegeben sei in alle Ewigkeit. Amen. Kollekte n. An Sonntagen. Der Herr fei mit euch, Und mit deinem Geiste. Auf die Adventszeit. 1. Bereitet dem Herrn den Weg, Hallelujah. Machet seine Steige richtig, Hallelujah. 2. Machet die Thore weit, und die Thüren in der Welt hoch, Hallel., Daß der König der Ehe ren einziehe, Hallel. 3. Die Zeit ist erfüllet, und das Reich Gottes ist herbeikom. men. Thut Buße, und glaubt, an das Evangelium. 4. D Herr! hilf, o Herr! laß wohlgelingen! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Auf das Weihnachtsfest. 1. Uns ist ein Kind geboren, Hallel. Ein Sohn ist uns geges Ben, Hallel. 2. Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, Hallel. Und wir sahen seine Herrlichkeit, Hallel. 3. Euch ist heute der Heiland geboren, Hallelujah, Welcher ist Christus, der Herr, Hallelujah. 4. Ehre sei Gott in der Höhe! Friede auf Erden, Und den Men schen ein Wohlgefallen. Am Neujahrstage. 1. Herr, du krónest das Jahr mit deinem Gute, Hallelujah. Und deine Fußstapfen triefen von Fett, Haller. 2. Die Güte des Herrn ist alle Morgen neu, Hallel., Und seine Treue ist groß, Hallel. 3. Gott sei uns gnädig und segne uns, Hallelujah. Er laffe uns sein Antlik leuchten, Hallel. Am Seste der Erscheinung. 1. Ihr waret weiland Finsters niß, nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn; Wandelt wie die Kinder des Lichts. 2. Lobet den Herrn alle Heis den, und preiset ihn alle Völker; Denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Auf Maria Reinigung. 1. Weise mir, Herr, deinen Weg, daß ich wandle in deiner Wahrheit. Erhalte mein Herz bei dem Ewigen, daß ich deinen Namen fürchte. 2. Die Gottfeligkelt ist zu ale len Dingen núße, Und hat die Verheißung dieses und des zu Fünftigen Lebens. Auf Marid Verkündigung. 1. Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, Hallel., Und wir sahen seine Herrlichkeit, Hallelujah. 2. Christus kommt her aus den Vätern nach dem Fleisch, Der da ist Gott, gelobet über alles in Ewigkeit. In der Passionszeit. 1. Christus ist um unsrer Mis fethat willen verwundet, Und um unserer Sünde willen zerschlagen. 2. Die Strafe liegt auf Chris sto, auf daß wir Friede hätten. Und durch seine Wunden sind wir geheilet. 3. Christus hat unsre Sünden selbst geopfert an seinem Leibe auf dem Holz, Auf daß wir der Sünde abgestorben, der Gerech. tigkeit leben. 4. Christus hat uns erlófet von dem Fluche des Gesetzes, da er ward ein Fluch für uns, Auf daß der Segen Abrahams über die Heiden käme in Christo Jesu. Auf den grünen Donnerstag. 1. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, Hallel., Und seine Güte währet ewiglich, Hallel. 2. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln, Hallel. Er weidet mich auf einer grünen Aue, und führet mich jum fris schen Wasser, Hallelujah. Aufs Ofterfest. 1. Christus ist um unserer Sün de willen dahin gegeben, Und um unserer Gerechtigkeit willen aufs erwecket. 2. Christus ist auferweckt von den Todten durch die Herrlichkeit des Vaters; Also sollen wir auch in einem neuen Leben wandeln. 3. Christus hat dem Tode die Macht genommen, Hallel., Und das Leben und ein unvergånglis ches Wesen ans Licht gebracht, Hallelujah. 4. Ich weiß, daß mein Erldfer lebet, Hallel. Und er wird mich hernach aus der Erden auf erwecken, Hallel. Aufs Bimmelfahrtsfest. 1. Christus ist aufgefahren in die Höhe, Hallel. Und hat das Gefängniß gefangen geführet, Hallel. 2. Unser Wandel ist im Him mel, Von dannen wir auch wars ten des Heilandes Jesu Christi des Herrn.n 3. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, das 9 auf Erden ist. Aufs Pfingstfest. 1. Schaff in mir, Gott, ein reines Hers, Hallel. Und gieb mir einen neuen gewissen Geist, Hallel. 2. Herr, lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; Dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn. 3. Betrübet nicht den heilis s gen Geist Gottes, mit welchem ihr verfiegelt feid auf den Tag der Erlösung. s Aufs Seft der Dreieinigkeit. 1. Wir loben Gott, den Va ter, Sohn und heiligen Geist, Und preifen ihn von nun an bis in Ewigkeit. 2. Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, Hallel. Alle Lan de sind seiner Ehre voll, Hallel. Aufs Johannisfest. 1. Bereitet dem Herrn den Weg, Hallel. Machet seine Steis ge richtig, Hallel. 2. Gelobet fei der Herr, der Gott Israel, Denn er hat be, fucht und erlöst sein Volk. Auf Maria Heimsuchung. 1. Meine Seele erhebt den Herrn, Und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. 2. Der Herr hat große Din ge an uns gethan, Hallel. Der da mächtig ist, und deß Name heilig ist. Hallel. Aufs Engelsfeſt.me 1. Lobt den Herrn, ihr seine Engel, Hallet., Ihr starken Hel. den, die ihr seine Befehle aus. richtet, Hallel. 2. Der Engel des Herrn las gert sich um die her, die ihn fürchten, Hallel. Und hilft ih nen aus, Hallel. - uans An Bußtagen. 1. Rufe mich an, spricht der Herr, in der Zeit der Noth; So will ich dich erretten und du sollst mich preifen. 2. Hilf uns, Gott unsers Heils, um deines Namens wil, len. Errette uns, und vergieb uns unsre Sünden um deines Namens willen. 3. Herr, handle nicht mit uns nach unfern Sünden, Und vergilt uns nicht nach unsrer Mifferhat. 4. Wir haben gefündigt mit unsern Vätern. Wir haben mißgehandelt, und sind gottlos ges wesen. 5. Verwirf uns nicht, o Gott, von deinem Angesicht, Und nimm deinen heiligen Geist nicht von uns. 6. Gott sei uns gnädig und Er laffe segne uns, Hallel. uns sein Antlig leuchten, Hallel. Um Frieden. Gott, gieb Frieden in deinem Lande, Glück und Heil in allem Stande. listop Um Regen. Herr, du feuchtest die Berge von oben, Hallel. Du machst das Land voll Früchte, die du schaffit, Hallel. - Um gutes Wetter. Herr, erzeige uns deine Gnas de und hilf uns, Auf daß unser Land sein Gewächs gebe. Bei Begräbnissen. 201 1. Herr, nun läsfest du deis nen Diener in Frieden fahren. Denn meine Augen haben deis nen Heiland gesehen. 2. Ich weiß, daß mein Erlös ser lebet, Und er wird mich hera nach aus der Erden auferwecken. 3. Selig sind die Todten, die in dem Herrn sterben, von nun an. Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit. 4. Leben wir, so leben wir dem Herrn; Sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Sur Danksagung. 1. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, Hallel. Und seine Güte währet ewiglich, Hallelujah. 2. Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist, Hallel. Wohl allen, die auf ihn trauen, Hallel. 3. Herr, du kröneft das Jahr mit deinem Gut, Hallel. Und deine Fußstapfen triefen von Fett, Hallel. Allgemeine Collecten. 1. Herr, zeige mir deine We ge, Hallel. Lehre mich deine Steige, Hallel. 2. Befiehl dem Herrn deine Wege, Und hoffe auf ihn, er wirds woht machen. 3. Herr, ich habe lieb die Ståtte deines Hauses, Und den Ort, da deine Ehre wohnet. 4. Herr, deine Güte reicht so weit der Himmel ist, Hallel., Und deine Wahrheit so weit die Wolken gehen, Hallel. 家 100 K OH 오 DK 2 1835. X Inches 1 Centimetres Blue 2 1 3 4 Cyan 2 15 6 Farbkarte# 13 Green 7 D. H. 3 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 8 B.I.G. Black